Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer hat den Kölner Männergeſangverein
be=
auftragt, eine neue Kaiſerkette anfertigen zu
laſſen.
Prälat Martin Schleyer, der Erfinder des Volapüks,
iſt im Alter von 81 Jahren in Konſtanz geſtorben.
Kaiſer Franz Joſef vollendete Sonntag ſein
82. Lebensjahr.
Der deutſche Fleiſcherverband und die
Ber=
liner Fleiſcher=Innung erlaſſen eine
Erklä=
rung, wonach die gegenwärtigen hohen
Fleiſch=
preiſe in der mangelhaften Zufuhr von Schlachtvieh
ihren Grund haben.
In Kronſtadt wurde nach etwa einjähriger
Unter=
brechung der Kriegszuſtand wieder eingeführt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
Das Bündnis der Hozialdemokratie und
Fortſchrittlichen Volkspartei bei den letzten
Reichstagswahlen.
* Der jetzt erſchienene Bericht des
ſozialdemokrati=
ſchen Parteivorſtandes an den Parteitag erwähnt auch
das Stichwahlabkommen mit der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei und teilt das
Rund=
ſchreiben mit, das der Parteivorſtand am 17. Januar
an die Bezirksſekretäre erließ. Da dieſes in mehr als
einer Hinſicht intereſſant iſt, ſei es hier wiedergegeben.
Es lautet:
Werte Genoſſen! Zwiſchen den Fortſchrittlern und
uns haben Verhandlungen über die gegenſeitige
Unter=
ſtützung bei den Stichwahlen ſtattgefunden. Nach dem
Ausfall der Hauptwahlen ſind die Fortſchrittler von
ihrem Standpunkt aus in einer mißlichen Situation, und
es beſtand die Gefahr, daß ſie Anſchluß nach rechts ſuchen
und damit nicht nur die Zahl unſerer Mandate
verrin=
gern, ſondern auch das Ziel, den ſchwarz=blauen Block
zu zertrümmern, vereiteln würden. Unter dieſen
Um=
ſtänden erſchien es uns zweckmäßig, Verhandlungen nicht
abzulehnen. Dabei haben wir es entſchieden
zurückge=
wieſen, irgendeine Kandidatur zurückzuziehen, oder durch
unſer Verhalten auch nur dort eine Kandidatur
preis=
zugeben, wo wir aus eigener Kraft einen Sitz zu
er=
obern hoffen können, oder auch nur einen ehemaligen
Beſitzſtand mit Erfolg behaupten zu können glaubten.
Wir haben ferner verlangt, daß bei dem Abkommen volle
Gegenſeitigkeit gewährleiſtet wird.
Die Fortſchrittler haben ſich verpflichtet, uns in den
folgenden Wahlkreiſen zu unterſtützen: Landkreis
Dan=
zig, Weſtpriegnitz, Ruppin=Templin, Potsdam=
Oſthavel=
land, Zauch=Belzig, Landsberg=Soldin. Königsberg=
Neumark, Kottbus=Spremberg, Kalau=Luckau;
Uecker=
münde=Uſedom Striegau=Schweidnitz, Grünberg=
Frei=
ſtadt, Sagan=Sprottau, Landeshut=Jauer, Rothenburg=
Hoyerswerda, Jerichow, Bitterfeld, Mansfeld
Mühl=
hauſen=Langenſalza Bielefeld=Wiedenbrück, Eſchwege=
Schmalkalden, Stadt Köln. Elberfeld=Barmen,
Düſſel=
dorf, Heilbronn, Gießen=Nidda, Hagenow, Güſtrow
Jena. Altenburg, Straßburg=Land. (315
Dagegen haben wir außer der ſelbſtverſtändlichen
Unterſtützung der Fortſchrittler gemäß dem Jenaer
Par=
teitagsbeſchluß in denjenigen Wahlkreiſen, in denen ſie
mit uns in Stichwahl ſtehen, folgendes zugebilligt: Wir
dämpfen den Wahlkampf in nachſtehenden Wahlkreiſen,
die wir dann, wenn die Fortſchrittler nach rechts
An=
ſchluß nehmen würden, nach unſerer Meinung nicht
ge=
winnen können, nämlich: Oberbarnim, Liegnitz,
Schö=
nau=Hirſchberg, Flensburg=Apenrade, Lauenburg.
Merſe=
burg=Querfurt. Hagen. Dithmarſchen, Calw, Balingen,
Meiningen, Schaumburg=Lippe, Lippe=Detmold,
Olden=
burg I und II, Nordhauſen. (16.) Die Erklärung der
fortſchrittlichen Kandidaten zu unſeren Stichwahlen iſt
als ausreichend anzuſehen, wenn ſie dahin geht, daß die
von uns geſtellten Bedingungen dem Programm der
Fortſchrittlichen Volkspartei entſprechen, das der
Kan=
didat als für ſich verbindlich erklärt. Die Zentralinſtanz
der Fortſchrittlichen Volkspartei wird öffentlich dazu
auf=
fordern, daß ihre Anhänger unter keinen Umſtänden
einem Konſervativen, einem Reichsparteiler, einem
Zen=
trumsmann oder einem Mitglied der Wirtſchaftlichſin
Vereinigung ihre Stimme geben dürfen, daß es vielmehr
die politiſche Notwendigkeit gebiete, bei der Stichwahl
mit aller Kraft auf die Zertrümmerung des
ſchwarz=
blauen Blocks hinzuwirken. Die Fortſchrittliche
Volks=
partei wird ferner in einem vertraulichen Zirkular die
lokalen Inſtanzen auffordern, für uns in den vorher
zuerſt genannten Kreiſen einzutreten. Wir haben uns
dagegen verpflichtet, in den vorher bezeichneten ſechszehn
Wahlkreiſen bis zur Stichwahl keine Verſammlung
ab=
zuhalten, kein Flugblatt zu verbreiten, keine
Stimm=
zettel den Wählern zuzuſtellen und am Wahltage ſelbſt
keine Schlepperdienſte zu verrichten, wogegen es uns
freiſteht, am Wahltage vor den Wahllokalen
Stimm=
zettel zu verbreiten. Wir ſind überzeugt, daß dieſes
Ab=
kommen im Parteiintereſſe und im allgemeinen
politi=
ſchen Intereſſe gelegen iſt und bitten deshalb, die in
Frage kommenden Kreiſe Ihres Bezirks ſofort zu
infor=
mieren und für deſſen entſchiedene Durchführung unter
allen Umſtänden einzutreten. Mit Parteigruß Der
Par=
teivorſtand.
Ueber das Verhalten der Wählerſchaft in
beiden Parteilagern der ausgegebenen Parole
gegenüber wird in dem Bericht geſagt: „Leider haben
am erſten Stichwahltage die Wähler der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei vielfach verſagt,
dagegen haben ſie an den folgenden Wahltagen die für
ſie ausgegebene Wahlparole beſſer beachtet und damit in
etwa 16 Kreiſen den Sieg der ſozialdemokratiſchen
Kandidaten entſchieden. Wenn die freiſinnigen Wähler
am erſten Stichwahltage ſich ebenſo diſzipliniert gezeigt
hätten wie die ſozialdemokratiſchen, für die der Jenger
Parteitag ſchon eine klare Parole ausgegeben hatte, dem
Block wäre eine vernichtende Niederlage bereitet worden.
Die öſterreichiſche Intervention.
* Die italieniſche Tribuna beſpricht den Vorſchlag
des Grafen Berchtold und betont ſeine ſehr
bemerkens=
werte Tragweite. Die Anregung Berchtolds ſei ihrer Art
nach jener Methode genau entgegengeſetzt, die bisher mit
ſchlechtem Erfolg von den Jungtürken befolgt worden ſei,
da ſie das Ziel habe, das Elend der Balkanvölker zu
be=
ſeitigen und die Mächte zu gemeinſamer Arbeit für die
Ge=
ſundung und Wiedergeburt der unglücklichſten Elemente
des türkiſchen Reiches aufzurufen. Es ſei kein Zweifel,
daß auf dieſe Art das ottomaniſche Reich, das heute eine
Beute von Revolution, Zerſetzung und Anarchie ſei, dazu
gelangen könne, ſich zu einer gewiſſen Feſtigkeit und
Dauer=
haftigkeit wieder aufzurichten. Dem Vorſchlag Berchtolds
hätten auch wahrſcheinlich ſchon einige Mächte zugeſtimmt.
Was die italieniſche Regierung betreffe, ſo will
das Blatt Grund zu der Annahme haben, daß ſie in einen
Meinungsaustauſch mit den anderen Regierungen
eintre=
ten werde. Außerdem entſpreche das Vorgehen
Oeſter=
reichs der Richtung, die die italieniſche Regierung ſelber
für das Wohlergehen und das Gedeihen der Bevölkerung
des Balkans eingeſchlagen habe.
Die Pariſer Blätter widmen der Anregung des
Grafen Berchtold freundliche Artikel, in welchen ſie
her=
vorheben, daß dieſe Anregung die größte Beachtung
ver=
diene.
Der Figgro erklärt, daß Oeſterreichs Vorſchlags nicht
nur die Logik, ſondern auch die Aktualität für ſich habe.
Nachdem das Komitee Union de Progreß vollſtändig mit
ſeiner Politik geſcheitert und das neue türkiſche Kabinett
von einem neuen Geiſte beſeelt iſt, iſt nichts
ſelbſtver=
ſtändlicher, als daß man es höflich auffordert, Methoden
zu verlaſſen, die ſo ſchlechte Erfolge erzielt haben, Es iſt
aber ſchwierig, ein ernſthaftes Reformprogramm zu
ver=
langen, ohne der ottomaniſchen Sache Schaden zuzufügen.
Dies ſei, meint der Figaro, der delikateſte Punkt dieſer
Angelegenheit. Wenn man auch in der offiziöſen Wiener
Preſſe betont, daß Oeſterreich=Ungarn keine Einmiſchung
in die inneren Verbältniſſe der Türkei wolle, ſo ſei es doch
eben ſchwer zu beſtimmen, wo die Einmiſchung beginne
und wo ſie aufhöre. Sodann vermißt der Figaro
irgend eine Andeutung, wie Graf Berchtold ſich die
Be=
endigung des italieniſch=türkiſchen Krieges denke. — Das
Echo de Paris ſchreibt über dieſelbe Frage: In
Deutſch=
land, wo man überraſcht, wenn nicht gar unzufrieden,
zeigt man an. daß Frankreich ſich vorbereite, den Vorſchlag
des Wiener Kabinetts zu bekämpfen. Wir haben erklärt,
daß dem nicht ſo iſt. Bisher halten wir uns in einer
wohlwollenden Reſerve. Das iſt die einzige Wahrheit.
Aus London wird gemeldet: Die offiziöſe
Weſt=
minſter Gazette erklärt. Deutſchland könne als ehrlicher
Makler Europa einen Dienſt erweiſen bei Unternehmung
des vom Grafen Berchtold angeregten Schrittes. Es werde
dabei jeder Beihilfe Englands teilhaftig.
Deutſches Reich.
Staatsſekretär Dr. Solf in
Daresſa=
lam. Nach einer Kabelmeldung der Kolonialen
Kor=
reſpondenz nahmen der Kolonialſtaatsſekretär Dr. Solf
und der neu ernannte Gouverneur von Deutſch=Oſtafrika,
Dr. Schnee an einer zahlreich beſuchten Delegiertenver=
ſammlung des Wirtſchaftlichen Landesverbandes teil. In
ausführlicher Form brachten die Koloniſten ihre Wünſche
an das Reichskolonialamt zum Ausdruck. Als beſonders
dringend wurde die Regelung der Arbeiterfrage
bezeich=
net. Allmählicher Ausbau der Selbſtverwaltung und eine
Erweiterung der Rechte des Gouvernementsrates ſeien
im Intereſſe einer gedeihlichen Weiterentwickelung des
Landes ſehr erwünſcht. Auch Maßnahmen zum Zwecke
der Landesverteidigung wurden in Vorſchlag gebracht.
Staatsſekretär Dr. Solf ſagte wohlwollende
Berückſich=
tigung der geäußerten Wünſche zu und begrüßte
beſon=
ders lebhaft die vor kurzem erfolgte Bildung eines
Frei=
willigenkorps. Die vom Gouvernementsrat der Kolonie
gefaßte Anti=Miſchehenreſolution bezeichnete er als eine
wertvolle Unterſtützung im Kampfe gegen die Miſchehen.
Dr. Solf iſt am 16. d. Mts. auf der Mittellandbahn nach
Tabora abgereiſt und gedenkt am 23. Auguſt wieder in
Daresſalam einzutreffen. Am 24. erfolgt die Abreiſe nach
Tanga, von wo aus Moſchi und die beſiedelungsfähigen
Hochländer am Kilimandſcharo beſucht werden ſollen.
— Fortſetzung der Arbeiten der
Straf=
rechtskommiſſion. Wie verlautet, dürfte die
Strafrechtskommiſſion, die am 24. Juli in die Ferien
ge=
gangen iſt, am 18. September ihre Arbeiten wieder
auf=
nehmen. Nach dem Stande derſelben kann nunmehr
be=
ſtimmt erwartet werden, daß die erſte Leſung des ganzen
Buches noch vor Ende dieſes Jahres abgeſchloſſen werden
kann. Man darf weiter annehmen, daß die zweite Leſung
vor Beginn der Gerichtsferien des nächſten Jahres
vollen=
det ſein wird. Nach Fertigſtellung des Entwurfes durch
die Strafrechtskommiſſion wird dann erſt die Berufung
einer neuen Kommiſſion notwendig, die ein
Einführungs=
geſetz zum neuen Strafgeſetzbuch auszuarbeiten hat, was
ebenfalls geraume Zeit in Anſpruch nehmen dürfte. Dann
erſt kann die Aufſtellung eines endgültigen Entwurfes für
den Bundesrat erfolgen, der vorher den
Bundesregie=
rungen zur Stellungnahme zugehen muß. Da auch der
Bundesrat in ſeinen Ausſchüſſen die Vorlage gründlich
durcharbeiten wird, ſo ergibt ſich hieraus, daß noch 4—5
Jahre vergehen werden, ehe der Entwurf dem Parlament
zugehen kann. Beabſichtigt iſt jedenfalls, die Arbeiten ſo
zu fördern, daß die Materie dem neugewählten Reichstag
im Jahre 1917 überwieſen werden kann.
— Sachſen gegen die Jeſuiten. Sachſen
ſteht, wie Berliener Blätter erfahren, der neuen
baye=
riſchen Auslegung des Jeſuitengeſetzes ſchroff ablehnend
gegenüber und hat auch im Bundesrat über ſeinen
Stand=
punkt keinen Zweifel gelaſſen.
— Die politiſchen Ausſichten einer „Lex=
Parſifal” Von einem Politiker wird dem B. T.
ge=
ſchrieben: Es iſt verwunderlich und vielleicht nur durch
die Politikfremdheit unſerer künſtleriſchen und
wiſſenſchaft=
lichen Größen zu erklären, daß die Befürworter eines
Parſifal=Ausnahmegeſetzes ſich, wie es ſcheint, gar nicht
mit der Frage der realen Durchführung ihres Planes vom
politiſchen Standpunkt aus beſchäftigen. Schon eine kurze,
nüchterne Erwägung ergibt nämlich da die vollſtändige
Ausſichtsloſigkeit und daher abſolute Zweckloſigkeit der
ganzen Aktion. — Das Parſifal=Geſetz müßte, wenn es
überhaupt Sinn haben ſoll, ſchon im nächſten Jahr in
Kraft zu treten. Nun iſt es nach der Haltung der
jeden=
falls von der Regierung als ſachverſtändig geltenden und
daher zunächſt zu befragenden Faktoren, des Deutſchen
Bühnenvereins und der einzelnen Generalintendanten,
ſchrn von vornherein faſt ſicher, daß die verbündeten
Re=
gierungen eine Parſifal=Geſetzvorlage erſt gar nicht
ein=
bringen werden. Aber ſelbſt, wenn das geſchehen oder
wenn im Reichstag ein darauf abzielender Initiativantrag.
eingebracht werden ſollte, ſo wäre die Ablehnung dieſes
Ausnahmegeſetzentwurfes ganz zweifellos. Denn
Sozial=
demokratie und Zentrum ſind — ganz abgeſehen von allen
anderen Erwägungen — prinzipielle Gegner jeder
Aus=
nahmegeſetzgebung, jene um des Sozialiſten=, dieſe um
des Jeſuitengeſetzes willen. Zu dieſen zwei Parteien, die
ſchon allein eine abſolute Majorität im gegenwärtigen
Reichstag bilden, würden als Gegner von
Ausnahmege=
ſetzen ſicher noch die Volkspartei und die Polen treten. An
eine Annahme des Geſetzes iſt alſo nicht zu denken.
Ausland.
Italien.
Die Friedensbedingungen Italiens.
Eine Depeſche des Temps in Paris aus Konſtantinopel
meldete, Italien ſei bereit, die Cyrenaika an die Türkei
zurückzugeben und zuzuſtimmen, daß unter dem Namen
Libyen nur Tripolitanien verſtanden werden ſolle. Die
Agenzia Stefani erklärt die Meldung für abſolut falſch
und abſurd. Das Dekret, wodurch Libyen unter die
Souveränität Italiens geſtellt wird, ſagt wörtlich: „
Tri=
politanien und die Cyrenaika ſind unter die volle und
abſolute Souveränität Italiens geſtellt.” Man kann über
eine ſo ſichtbar klare Formel ſich nicht in Sophiſtereien
ergehen, gleichwie es nicht möglich iſt, daß irgend ein
Staatsmann oder die italieniſche Regierung ſich in
Unter=
handlungen über das Dekret einläßt, das die einmütige
Sanktion des Parlaments erhielt und zu einem
unantaſt=
baren Staatsgeſetz geworden iſt. In allen ſeinen Akten
erklärte Italien, daß es unter keinerlei Form zulaſſen
könne, daß dieſes Geſetz zum Gegenſtand der Diskuſſion
gemacht werde.
Rußland.
Verhängung des Kriegszuſtandes
über Kronſtadt. In Kronſtadt wurde nach etwa
einjähriger Unterbrechung der Kriegszuſtand wieder
ein=
geführt. Wie von informierter Seite erklärt wird, haben
dazu weitere revolutionäre Bewegungen in der ruſſiſchen
Marine den Anlaß gegeben. Viele Ausweiſungen und
Verhaftungen ſollen bevorſtehen. Nicht nur in der
Oſt=
ſeefkotte, ſondern auch in der Schwarzen Meer=Flotte
treten beunruhigende Erſcheinungen auf. Der
Komman=
dant der Schwarzen Meerfkotte hat ſeinen Abſchied
er=
halten, weil er von der Gärung unter den Matroſen
ſeines Geſchwaders nicht unterrichtet war.
Rußland und Frankreich.
Ein ruſſſiſches Communiqué. Die
Peters=
burger Telegraphen=Agentur veröffentlicht folgendes
Com=
muniqué: „Der franzöſiſche Miniſterpräſident hatte
wäh=
rend ſeines Aufenthalts in Petersburg mehrere lange
Unterredungen mit dem ruſſiſchen Miniſterpräſidenten und
dem ruſſiſchen Miniſter des Aeußern. Den Unterredungen
war große Herzlichkeit aufgeprägt, wie ſie immer die
per=
ſönlichen Beziehungen zwiſchen den ruſſiſchen und den
franzöſiſchen Staatsmännern charakteriſiert hat. Dieſe hat
u. a, den Regierungen der beiden befreundeten und
ver=
bündeten Nationen geſtattet, im Geiſte vollſtändigen
Ver=
trauens und aufrichtiger Freundſchaft alle großen Fragen
zu behandeln, betreffs deren ſie nicht nur ihre Meinungen
auszutauſchen, ſondern auch ihre Handlungsweiſe in praxi
in Einklang zu ſetzen pflegen. Beide Regierungen haben
konſtatiert, daß die Uebereinſtimmung zwiſchen ihnen
voll=
ſtändig iſt und daß die beide Nationen vereinigenden
Bande niemals feſter geweſen ſind. Sie wurden ſich
aber=
mals bewußt, daß die Entente der beiden befreundeten
und verbündeten Länder, die auf bleibenden Intereſſen
fußt, durch unveränderliche Gefühle geheiligt und
fort=
ſchreitend allen Bedürfniſſen angepaßt iſt, die ein
Bünd=
nis berückſichtigen muß, das eine wertvolle Garantie für die
Erhaltung des Friedens und des europäiſchen
Gleichge=
wichts iſt und bleibt.”
Amerika.
Die Panamakanalbill. Der Senat der
Ver=
einigten Staaten nahm mit 48 gegen 18 Stimmen den
Bericht der vereinigten Konferenz der beiden Häuſer
über die Panamakanalbill an. Danach ſollen die
Küſten=
ſchiffe gebührenfrei und die Schiffe, die
Eiſenbahngeſell=
ſchaften gehören, von der Fahrt durch den
Panama=
kanal ausgeſchloſſen ſein.
Paraguay. Das neue Kabinett hat ſich
konſti=
tuiert. Das Innere übernimmt Joſé Montero, das
Aeußere Euſebio Ayala, die Finanzen Jeronimo
Zubi=
zaretta, Krieg und Marine Manuel Gondra.
China.
Reviſion des Zolltarifs. China fordert
die Reviſion des Zolltarifs von 1902 mit Rückſicht darauf,
daß der Wert der fremden Waren ſeitdem geſtiegen ſei.
Die Entſcheidung wird erſt in einigen Monaten
er=
wartet.
* Kronſtadt, 16. Aug. Zum Frühſtück auf den
Kreuzer „Conde” waren der Miniſterpräſident Kokowzow,
alle Miniſter, der Reichskontrolleur u. a., geladen.
Poincaré toaſtete auf den Zaren, Kokowzow auf den
Präſidenten Falliéres. Nach dem Frühſtück verabſchiedete
ſich Poincaré. Abends 6 Uhr ging der Condé in See.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. Auguſt.
* Militärdienſtnachrichten. Dr. Hoene,
Unter=
arzt beim Inf.=Leib=Regt. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117, Lingner, Unterarzt, nach am 19. Juli 1912
erfolgter Verſetzung vom Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ) Nr. 116 zum Leibgarde=Inf.=Regt.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, mit Wahrnehmung offener
Aſſiſt.=Mrgiiebten beauſtragt.
-g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
ver=
handelte am Samstag unter dem Vorſitz von
Regie=
rungsrat von Werner die Reklamation des
Inten=
dantur=Sekretärs Saeger zu Darmſtadt gegen ſeine
Zuziehung zur Gemeindeſteuer. Saeger war im Jahre
1909 zur Gemeindeſteuer mit 30.72 Mark herangezogen,
die er auch gezahlt hat; er klagt nunmehr auf
Zurück=
zahlung dieſer Summe, und zwar ſtützt er ſich hierbei
auf eine Entſcheidung des preußiſchen
Oberverwaltungs=
gerichts vom 26. September 1911, nach welcher auch nicht
etatsmäßig angeſtellte Militärbeamte von der
Steuer=
pflicht befreit ſeien. Der Oberbürgermeiſter beantragt
Abweiſung der Klage, da die Einſpruchsfriſt verjährt
ſei. Saeger wendet dagegen ein, daß er erſt nach jener
Entſcheidung Kenntnis davon hatte, daß er nicht
ſteuer=
pflichtig ſei, hiernach ſei jedoch die Einſpruchsfriſt nicht
verjährt. Der Provinzialausſchuß weiſt die Klage ab,
da die Einſpruchsfriſt verjährt ſei. — Die Witwe des
Kreisſtraßenwarts Philipp Barthel IV. zu
Büttel=
born klagt gegen die Fürſorgekaſſe für Beamte auf
Ge=
währung einer Witwenrente. Barthel war vom 15.
No=
vember 1909 bis zu ſeinem am 17. September 1911
er=
folgten Tode in ſeiner Eigenſchaft als Kreisſtraßenwart
Mitglied der Fürforgekaſſe. Sein Tod erfolgte infolge
einer Lungenentzündung. Da zur Begründung der
Wit=
wenrente eine zehnjährige Mitgliedſchaft erforderlich iſt,
kann die Verpflichtung der Kaſſe zur Zahlung der
Wit=
wenrente nur noch aus den Ausnahmebeſtimmungen
des Geſetzes nach § 6 Abſ. 2 gefolgert werden. Hiernach
iſt die Kaſſe zur Unterſtützung verpflichtet, wenn ſich der
Verſicherte die Krankheit in Ausübung ſeines Dienſtes
zugezogen hat. Nach dem Gutachten des behandelnden
Arztes war die zum Tode führende Lungenentzündung
des Barthel durch ſeine Dienſtausübung herbeigeführt.
Der Verwaltungsrat der beklagten Kaſſe zog einen
wei=
teren Arzt als Gutachter hinzu. Dieſer konnte einen
Zu=
ſammenhang des Dienſtes mit der Erkrankung nicht
fin=
den. Ein vom Miniſterium, Abteilung für öffentliche
Geſundheitspflege, eingeholtes Gutachten trat dieſem
letzte=
ren Gutachten in allen Punkten bei und betonte, daß Barthel
in ſeinem Dienſt nicht mehr und nicht weniger unter dem
Chauſſeeſtaub zu leiden hatte, als jeder Spaziergänger.
Daraufhin wies der Verwaltungsrat die Anſprüche der
Witwe ab. Der Provinzialausſchuß beſchloß, ein
wei=
teres Gutachten einzuholen.
O. Bevölkerungsbewegung in Darmſtadt. Mit
dem angeblichen Bevölkerungsrückgang in Darmſtadt
ſteht die Tatſache in Widerſpruch, daß die Zahl der
Gemeindeſteuerpflichtigen im Jahre 1912
gegen das Vorjahr ſich um 649 Perſonen erhöht hat.
Dementſprechend iſt der Betrag für ein Steuerziel in
1912 um 14 130 Mk. gegen 1911 in die Höhe gegangen;
das bedeutet für 1912 eine Steuermehreinnahme
von rund 85000 Mk.
— Techniſche Hochſchule. Unſere Leſer machen
wir auf die im Anzeigenteil unſeres Blattes enthaltene
Bekanntmachung der Techniſchen Hochſchule zu
Darm=
ſtadt aufmerkſam. Dieſelbe gewährt eine vollſtändige
wiſſenſchaftliche und künſtleriſche Ausbildung für den
techniſchen Beruf. In beſonderen Abteilungen werden
Architekten, Bau=Ingenieure, Kultur=Ingenieure,
Ma=
ſchinen=Ingenieure, Papier=, Elektro=Ingenieure, Chemiker=
Elektro=Chemiker und Apotheker ausgebildet; desgleichen
in der allgemeinen Abteilung Lehrer für Mathematik
und Naturwiſſenſchaften, ſowie Geometer. Auch Frauen
werden zum Studium zugelaſſen. Akademiſch gebildete
Perſonen und ſelbſtändige Männer, die ihrer äußeren
Lebensſtellung nach nicht als Studierende oder Hörer
eintreten können, ebenſo Frauen, können als Gäſte zum
Beſuch einzelner Vorleſungen und Uebungen zugelaſſen
werden. Die Techniſche Hochſchule hat das Recht, auf
Grund beſonderer Prüfungen den Grad eines Diplom=
Ingenieurs und die Würde eines Doktor=Ingenieurs
zu erteilen. Infolge Vertrags zwiſchen der Großh.
Heſſiſchen und Königl. Preußiſchen Landesregierung
eſteht Gleichſtellung und gegenſeitige Anerkennung
für die Vorprüfung und erſte Hauptprüfung für den
Staatsdienſt im Hochbau=, Ingenieurbau= und
Maſchinen=
baufache, ſowohl hinſichtlich der ſeitherigen vor dem
Techniſchen Prüfungsamte abgelegten Staatsprüfungen
als auch hinſichtlich der an deren Stelle getretenen auf
Grund neuer Diplomprüfungsvorſchriften abzuhaltenden
Diplomprüfungen. Ferner werden an der Techniſchen
Hochſchule Fachprüfungen abgehalten. Für die
Reichs=
prüfung der Apotheker iſt der Beſuch der Techniſchen
Hochſchule dem einer Univerſität gleichgeſtellt; auch iſt
der pharmazeutiſchen Prüfungskommiſſion zu Darmſtadt
durch Bundesratsbeſchluß die Berechtigung zur Erteilung
für das ganze Reich gültiger Approbationen gegeben
worden. Die Vorbereitung zum höheren Staatsdienſt
des Großherzogtums Heſſen im Forſtfach kann teilweiſe
auf der Techniſchen Hochſchule erlangt werden; für die
Vorbereitung zum Gymnaſial= und Real=Lehramt, ſoweit
dieſelbe Mathematik und Naturwiſſenſchaften betrifft,
wird das Studium an der Techniſchen Hochſchule dem
Studium an Univerſitäten bis zu drei Halbjahren
gleich=
gerechnet. Beſonders iſt noch hervorzuheben, daß durch
die eingerichteten Herbſt= und Oſterkurſe es möglich iſt, zu
Oſtern oder im Herbſt mit dem Studium zu beginnen
und ſomit ohne Zeitverſäumnis nach je vier Semeſtern
die Vorprüfung und nach je acht Semeſtern die
Haupt=
prüfung abzulegen.
nn. Der Marine=Verein Darmſtadt ſandte aus
Anlaß des 50. Geburtstagsfeſtes des Großadmirals der
Deutſchen Marine, des Prinzen Heinrich von Preußen
K. H., nachſtehenden telegraphiſchen
Glück=
wunſch nach Kiel: Se. K. H. Prinz Heinrich von
Preußen, Kiel. Der Marine=Verein Darmſtadt ſendet
Ew. Königl. Hoheit in alter Marinetreue die beſten
Glückwünſche zum 50. Geburtstag. Schnellbacher. Die
umgehend eingetroffene telegraphiſche Antwort des
Prinzen lautet: Marine=Verein Darmſtadt: Beſten
Dank für freundliche Glückwünſche! Heinrich.
* Arbeitsjubiläum. In der Maſchinenfabrik und
Mühlenbauanſtalt G. Luther A.=G., Filiale Darmſtadt,
feierte am Samstag der Eiſendreher Heinrich Kutſcher
ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Sein
Arbeitsplatz war reich mit Blumen dekoriert. Von ſeiten
der Direktion wurde dem Jubilar ein namhafter
Geld=
betrag überreicht. Auch von den Beamten und Arbeitern
wurde der Jubilar durch wertvolle Geſchenke geehrt.
D. H. V. Vortrag. Eine der markanteſten
Perſönlich=
keiten der Handlungsgehilfen=Bewegung, Herr Richard
Döring=Hamburg, der 2. Verbandsvorſteher des
Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=
Verbandes, ſpricht am Dienstag, den 20. Auguſt,
abends 9 Uhr im Saale zur „Stadt Pfungſtadt” über
das Thema „Wie wahrt der Handlungsgehilfe am beſten
ſeinen Nutzen in der neuen Kranken= und
Angeſtellten=
verſicherung‟? Die Tagesordnung iſt für jeden
Hand=
lungsgehilfen von größter Wichtigkeit, ſo daß wir den
Beſuch der Verſammlung dringend empfehlen. Herr
Döring iſt außerdem als bedeutender Redner bekannt.
* Der Ortsgewerbeverein lädt ſeine Mitglieder
zum Beſuche der Ausſtellung „Der Menſch” ein. Dier
Karten hierzu werden vom Donnerstag, den 22. Auguſtg
ab gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte von Herrn
Sattlermeiſter Wallauer, Rheinſtraße 37, zu dem Preiſen
von 50 Pfg. abgegeben, haben jedoch nur Gültigkeit
vom 23. bis einſchl. 26. Auguſt. Sie berechtigen zu
zweimaligem Beſuch an einem Tage (hierzu ſei noch
be=
merkt, daß niemand verſäumen möge, ſich den
Tages=
ſtempel auf die Hand drücken zu laſſen, der mit der
Karte zum zweiten Eintritt berechtigt). Es iſt alſo Ge4
werbetreibenden, die am Tage nicht ſo lange abkommen
können, wie eigentlich dazu erforderlich, um dieſe
hoch=
intereſſante Ausſtellung mit Muße zu beſichtigen,
Ge=
legenheit geboten, noch am Abend von 6—10 Uhr die
Räume, die aufs praktiſchſte mit elektriſcher Beleuchtung
Von der Kaffeehauskellnerin zur
Reichsgräfin.
* Die Meldung von der angeblichen Beleidigung
einer deutſchen Reiſenden durch rumäniſche Offiziere in
Conſtanza rief in Deutſchland deshalb beſonderes
Intereſſe hervor, weil es hieß, die attackierte Dame ſei
eine Gräfin Hohenau, alſo eine Blutsverwandte
der Hohenzollern. (Die Grafen von Hohenau ſind die
Nachkommen des Prinzen Albrecht von Preußen aus
deſſen morganatiſcher Ehe mit Roſalie von Rauch,
Grä=
fin von Hohenau.) Die Sache hat ſich aber raſch
aufge=
klärt. Es handelt ſich um keine Gräfin Hohenau, ſondern
um die Reichsgräfin Benzel zu Sternau
und Hohenau, geborene Roſa Wallenſtein,
ver=
witwete Baronin Bela Schönberger. Der oder
eigentlich dieſe Namen rufen die Perſon und die
unge=
wöhnliche Laufbahn einer Frau in Erinnerung, die auch
in der Berliner Lebewelt viel genannt worden iſt.
Roſa Wallenſtein wurde als Tochter eines
Wein=
händlers 1880 in der ungariſchen Stadt Szegſzärd
ge=
boren. Da der Vater nicht gerade über Reichtümer
ver=
fügte, ſo mußte Roſa ſich bald ihr eigenes Brot erwerben.
Ihre ältere Schweſter war nach Paris gegangen und
hatte dort bei der jeunesse dorée ihr Glück gemacht.
Unter dem Namen einer Gräfin Kathinka ſiedelte ſie ſich
ſpäter in Ungarn an, nachdem ſie in kluger Manier ihr
Schäfchen ins Trockene gebracht hatte. Zu ähnlichen
Würden ſtieg dann auch die jüngere Roſa empor, wenn
auch auf etwas andere Weiſe. Ihr Vater ſchickte ſie in
eine kleine ſüdungariſche Stadt als
Kaffeehaus=
kaſſiererin. Das blendend ſchöne Mädchen tat es
denn auch bald einem hohen öſterreichiſchen Offizier an,
der in die Nähe dieſer Stadt verſchlagen wurde. Wer
es hören wollte, dem erzählte es in Berlin die Baronin
Schönberger, daß dieſer Würdenträger der verſtorbene
Erzherzog Otto geweſen ſei, der ſich ſterblich in
ſie verliebt habe. Dem Bunde entſprang eine Tochter
— das 15jährige Mädchen, mit dem die jetzige „Baronin
Hohenau” auf dem Balkan eine Tournee als
Nackttänze=
rin unternommen hat. Jedenfalls hatte der Erzherzog
ür die ſchöge Roſa Wallenſtein ſehr stel übrig gegabt,
denn als er ſtarb, hinterließ er ihr nicht nur ein
Ver=
mögen, ſondern auch den Nießbrauch eines Kapitals von
20 Millionen Kronen. Noch zu Lebzeiten des
Erzherzogs ſiedelte Roſa Wallenſtein nach Wien über,
und ihre galanten Beziehungen verſchafften ihr auch den
Zutritt zu Mitgliedern der hohen Ariſtokratie, wenn
die=
ſer Zutritt natürlich auch ſtets höchſt inoffizieller Natur
geweſen iſt.
Bald wurde aller Welt offenbar, daß die
ſchöne Roſa auch politiſchen Ehrgeiz beſaß. Der
damalige ungariſche Juſtizminiſter Geza Polonyi im
Koalitionskabinett Wekerle, der die Ungarin noch aus
einem früher für ſie geführten Prozeß her gut kannte,
be=
diente ſich der erzherzoglichen Geliebten, um durch ihre
Vermittelung ſich über die im Kaiſerhauſe herrſchende
Stimmung bezüglich der ungariſchen Politik zu
infor=
mieren. Roſa Wallenſtein bezog dafür von Polonyi ein
Honorar von 50000 Kronen. Den Gegnern des
Miniſters gelang es damals, einige Briefe der galanten
Spionin an Geza Polonyi aufzufangen — vielleicht nicht
ohne Abſicht der Briefſchreiberin, die zuletzt nicht mehr
das Honorar erhielt, das ſie verlangte, und ſo kam es,
daß Exzellenz Polonyi etwas plötzlich ſeinen Abſchied
nehmen mußte.
Seine ſchöne Partnerin ſetzte jedoch,
unbehin=
dert durch ſolche Abſtecher ins Gebiet des Politiſchen,
ihre amoureuſe Laufbahn in der Kaiſerſtadt an der blauen
Dorau fort. Nach dem Tode des Erzherzogs öffnete
ſie, ſo wird in der B. Z. a. M. erzählt, ihr Herz, obwohl
ſie finanziell vollkommen unabhängig daſtand, mehreren
anderen Salonlöwen Wiens, darunter einem
Bankdirek=
tor und dem Sohn eines Miniſters. Als dieſer
Miniſter=
ſprößling ſich von den Feſſeln der glutäugigen Ungarin
freimachen wollte, ſchoß ihm dieſe kurzerhand ein paar
Kugeln in den Leib. Die Folge war ein großer
Senſationsprozeß, der die Wiener einige Tage
lang in Atem hielt und mit der Verurteilung der
dämoni=
ſchen Roſa zu acht Monaten Gefängnis endete.
Nicht lange darauf ging das Gericht aufs neue gegen ſie
vor, und zwar wegen Erpreſſung. Reſultat: ein Monat
Gefängnis. Und auch da hatte es das leidenſchaftliche
Weib nicht nötig gehabt, denn es handelte ſich nicht um
Geld, ſondern um Liebeschriefe, die ße zurück haben
wollte. Schließlich machte die Ungarin aber von ihrem
Gelde doch einen etwas milderen Gebrauch: ſie „kaufte‟
ſich dafür den in Schulden ſteckenden Baron Béla
Schönberger, den Sohn eines öſterreichiſchen
Feld=
marſchalleutnants. Sie wurde pro forma ſein Weib
ſchob ihn nach Peſt ab und ſetzte ihm eine monatliche
Rente aus, die natürlich ſehr oft für die Bedürfniſſe des
Herrn Gemahls nicht reichte. Der junge Baron machte
in Peſt einen Selbſtmordverſuch und vor zwei Jahren
ſtarb er dort als — Fiakerkutſcher, vollſtändig
ver=
armt. Von Berlin aus ließ ihm ſeine „Gattin”
wenig=
ſtens noch ein anſtändiges Begräbnis zuteil werden.
Durch ihre verſchiedenartigen, zum Teil ſehr politiſch
angehauchten Affären wurde die Baronin Schönberger
aber auch der ungariſchen Regierung unbequem, und ſie
wurde daher ausgewieſen. Da ſie nicht gutwillig
ging, wurde ſie von ihrem Landſitz in der Nähe von
Preßburg gewaltſam über die Grenze abgeſchoben. Nach
Kreuz= und Querfahrten durch ganz Europa ließ ſich die
Baronin Schönberger in Charlottenburg nieder,
wo ſie in der Kantſtraße eine elegant eingerichtete
Wohn=
ung beſaß. In Berlin lernte ſie vor einigen Jahren den
jungen Reichsgrafen Hugo Alexander Benzel zu
Sternau und Hohenau kennen. Sie „ſanierte‟
ihn, da er bis über den Hals in Schulden ſteckte und von
ſeinen auf Schloß Jägersburg in Oberfranken lebenden
Eltern keine Unterſtützung mehr zu erwarten hatte, und
vermählte ſich mit ihm. Wegen ſeiner ſeltſamen
Finanz=
geſchäfte wurde der jetzt 31 Jahre alte Reichsgraf in
Baſel in contumaciam zu vier Monaten Gefängnis
ver=
urteilt und ſteckbrieflich verfolgt. Undu
wird der Leſer auch wiſſen, woher der Name „Baronin
Hohenau” ſtammt. Ihr Gatte iſt trotz ſeiner Jugend
ſchwer aſthmaleidend und hat ſich in den letzten Jahren
faſt ſtets nur von Sanatorium zu Sanatorium geſchleppt.
Der Gothaiſche Hofkalender weiß nichts von der
Verehe=
lichung des Grafen Hugo Alexander. Er verſchweigt auch
den Aufenthaltsort des Gemahls dieſer romantiſch
ver=
anlagten Frau, die von Zeit zu Zeit von ſich reden macht,
Wenn es nach ihr ginge, müßte die Affäre von Conſtanza
zu einem diplomatiſchen Konflikt zwiſchen Deutſchland
und Rumänien führen .
verſehen worden ſind und ſo einem Tagesbeſuch nicht
im geringſten nachſtehen, zu durchwandeln. Mitglieder,
die an den feſtgeſetzten Tagen verhindert ſind, können
ſich für einen eventl. zweiten Beſuch in einer bei Herrn
Wallauer aufliegenden Liſte mit Perſonenanzahl
ein=
zeichnen. (Näheres in den Anzeigen.)
* Viel Aerger und Verdruß wurde am Samstag
den Reiſenden auf unſerem Bahnhof dadurch bereitet,
daß die elektriſche Uhrenanlage nicht funktionierte und
dadurch die Uhren geraume Zeit ſtehen blieben. Wenn
auch überall Störungen vorkommen können, ſo wurde
doch ſehr unangenehm empfunden, daß die Reiſenden
auf das Stehenbleiben der Uhren nicht in irgend einer
Weiſe aufmerkſam gemacht wurden, durch welches
Ver=
ſäumnis mancher Zuganſchluß verpaßt wurde.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtr. 23), ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Zur Jahrhundertfeier der Kruppſchen
Werke, Kaiſer Wilhelm in der Kolonie Altenhof;
Por=
räts vom Tage (Prof. Dr. Paul Wallot †, Jules
Maſſenet †, der neue Präſident von Haiti), die
Gruben=
kataſtrophe auf der Zeche Lothringen bei Bochum, Karſer
Wilhelm und Herr Krupp von Bohlen und Halbach auf
der Unglücksſtätte, Angehörige der verunglückten
Berg=
leute vor dem Zechengebäude „Lothringen”, die
Beſtat=
tung der Todesopfer.
Offenbach, 17. Aug. Eine Ortskrankenkaſſe
Offenbach=Land ſoll mit dem Sitze in Mühlheim
rrichtet werden. Eine von der Bürgermeiſterei Mühlheim
einberufene Verſammlung der Intereſſenten hat der
Er=
ichtung bereits zugeſtimmt. In der nächſten Woche
wer=
den die Intereſſenten nochmals zuſammentreten, um den
von der Bürgermeiſterei ausgearbeiteten Statuten=
Ent=
wurf zu beraten. — Anfang Mai 1912 haben zwei 17
jäh=
nige Burſchen aus Offenbach, Wilhelm Hoffmann und
Heinrich Johann Meier, im Walde bei Mühlheim a. M.,
im der Nähe der Kreiserziehungsanſtalt, einen 50—60
jäh=
igen, anſcheinend von Mühlheim kommenden Mann
an=
gehalten und ihn unter dem Vorgeben, ſie ſeien
Krimingl=
beamte, und er ſei verdächtig, zwei Uhren und einen Ring
geſtohlen zu haben, durchſucht. Sie fanden dabei ein
Vortemonnaie mit wenigen Pfennigen Inhalt, mit dem
ſie flüchtig gingen. Den ſie verfolgenden Eigentümer hiel=
Aten ſie mit Steinwürfen, Meier angeblich auch durch
Orohungen mit dem Meſſer, zurück. Der Beſtohlene ſoll
den Dialekt der hieſigen Gegend geſprochen haben; den
Vorfall hat er anſcheinend nicht angezeigt. Der
Beſtoh=
lene wird erſucht, ſich bei der Großh.
Staatsanwalt=
iſchaft Darmſtadt zu melden, ebenſo Perſonen, die
Angaben über ſeine Perſönlichkeit machen können.
Bechtheim, 17. Aug. Geſtern vormittag gegen halb
7 Uhr war am hieſigen Güterbahnhof der Küfermeiſter
loch. Probſt mit dem Verladen von Wein beſchäftigt.
Brobſt wollte gerade noch einmal die Kranenkette vom
Faſſe löſen, als plötzlich das Pferd ſcheute und im
Galopp davonſtürmte. Durch das ſchwere an der Kette
ſthwebende Weinfaß wurde Probſt gegen das Sperrholz
tees Leiterwagens gedrückt und ſtürzte rücklings vom
Wagen. Der Mann erlitt bei dem Sturze ſehr ſchwere
Verletzungen (Quetſchungen uſw.) und mußte nach
keauſe gebracht werden.
* Friedberg, 16. Aug. In dem Gräflich
Solms=
ſchen Schloſſe zu Aſſenheim wurde in der
letz=
ten Nacht ein ſchwerer Einbruchsdiebſtahl
terübt, bei dem den Dieben eine bedeutende Summe
Gel=
es in die Hände fiel. Von den Dieben fehlt bisher
jede Spur.
(*) Alsfeld, 16. Aug. In Breitenbach erſchoß ſich
her Bauleiter der neuen Bahnſtrecke Alsfeld-Nieder=
Aula.
(*) Nieder=Gemünden, 17. Aug. Ein Burſche wurde
chei einer Schlägerei derart mißhandelt, daß er einen
Beinbruch und ſchwere innere Verletzungen davontrug.
In der Klinik zu Gießen mußte er ſofort nach ſeiner
Ein=
hringung operiert werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 17. Aug. Ueber das geplante
n eue Kronprinzenſchloß in Potsdam weiß
das B. T. folgendes mitzuteilen: Das Schloß wird mit
taiſerlicher Genehmigung und auf Koſten des Kaiſers
er=
rchtet, weil keines der zahlreichen Schlöſſer auch nur im
eringſten den Komfort beſitzt, den heute jeder mittlere
Bürger von einer modernen Wohnung verlangt, ſelbſt
as Marmor=Palais beſitzt nicht elektriſche Beleuchtung
und hat nur offene Kaminfeuerung. Der Plan zu dem
Schloß iſt von Profeſſor Schultze=Naumburg entworfen.
Das Palais wird am Oſtende des Neuen Gartens, am
ſogenannten Jungfernſee erbaut werden; es wird eine
Breite von 130 Meter und eine Tiefe von 70 Meter haben
Es wird im Stil altengliſcher Edelſitze in maleriſcher
Gruppierung der einzelnen Gebäude errichtet werden.
Das Schloß ſelbſt beſteht nach dem Plane aus dem
Mit=
teltrakt, der ſich um einen Brunnenhof gruppiert, dem
ſüd=
lichen Kronprinzenflügel, gleichfalls mit einem Hof, der
durch eine offene Säulenhalle nach dem See begrenzten
Terraſſe und dem nördlichen Gebäudetrakt, der die Küche
und Wirtſchaftsgebäude enthält mit zwei
Wirtſchafts=
höfen. — Wie der Reichskorreſpondent erfährt, wird die
Kaiſerliche Poſtverwaltung noch in dieſem Jahre eine
direkte Telegraphenleitung zwiſchen
Ber=
lin und Bukareſt fertigſtellen. Da unſere
Handels=
intereſſen gerade in den letzten Jahren mit Rumänien
bedeutend zugenommen haben, wird der direkte
telegra=
phiſche Verkehr mit der rumäniſchen Hauptſtadt ſehr zur
ſchnellen Abwickelung der Geſchäfte beitragen. Desgleichen
erfahren wir, daß man die direkte Telephonverbindung
zwiſchen Berlin und Mailand erweitern will und einen
Anſchluß bis Rom ſchaffen wird. Die direkte telephoniſche
Verbindung von Berlin mit Rom wird die größte Strecke
ſein, die man in Europa auf dem Wege des Telephons
bewältigen kann; ſie beträgt nahezu 2000 Kilometer. —
Auf dem Leipziger Platz hat es in der verfloſſenen
Nacht eine Ueberſchwemmung gegeben. Zwei
große Waſſerrohre waren unter der Erde
auseinander=
geriſſen worden. Das Waſſer drang mit einer ſolchen
Macht hervor, daß das ganze Erdreich aufgeriſſen wurde
und die großen Pflaſterſteine weggeſchleudert wurden.
Als das Waſſer ſich ſo freie Bahn geſchaffen hatte,
über=
ſchwemmte es die ganze Straße bis zu den beiden
Tor=
häuschen, die den Leipziger Platz abſchließen. Das
Waſ=
ſer ſtand 40 Zentimeter hoch. Eine Zeitlang ſchien es,
als würde die Ueberſchwemmung des Leipziger Platzes
auch eine ſolche der Untergrundbahn zur Folge haben, als
würden die Waſſermaſſen in den Tunnel der
Untergrund=
bahn am Leipziger Platz eindringen. Zum Glück aber
liegt der Eingang zum Tunnel etwas höher, ſo daß das
Waſſer nicht bis dahin drang und die Untergrundbahn
ver=
ſchont blieb. Der ganze Wagenverkehr wurde ſofort
um=
lenkt. — Geſtern wurde in dem Vorortzug Nr. 4733,
ab Nauen 5 Uhr 43 Minuten nachmittags, in einem
Ab=
teil dritter Klaſſe zwiſchen Nauen und Finkenkrug ein
Ueberfall auf drei Damen, Witwe Bott=Nauen
ſowie Frau Karſtedt und Tochter aus Landsberg an der
Warthe, ausgeführt. Alle drei Damen wurden durch
Stiche ſchwer verletzt. Eine Beraubung hat anſcheinend
nicht ſtattgefunden. Eine der Verletzten brachte den Zug
durch Ziehen der Notbremſe zum Stehen. Der Täter
ent=
kam. Die Verfolgung wurde von Polizeibeamten und
Gendarmen aus Nauen aufgenommen. Der Täter iſt ein
junger Mann von mittelgroßer, ſchlanker Geſtalt und iſt
mit dunklem Jackettanzug bekleidet geweſen. Die
Ver=
letzten wurden von ihren Angehörigen auf Bahnhof
Nauen in Empfang genommen.
Frankfurt, 17. Aug. Für die Fahrt durch den
Oſthafen ſtehen, wie das Tiefbauamt mitteilt, drei
Dampfer zur Verfügung. Der Kaiſer wird auf dem
Re=
gierungsdampfer „Adler” Platz nehmen. Die Schiffe
legen am Montag um 1 Uhr nachmittags am Hochkai=
Abſchluß des Oſthafens, an der Eyſſenſtraße, an, fahren
zunächſt nach der Gerbermühle und dann mainabwärts bis
zum Fahrtor. Von hier aus begibt ſich der Kaiſer zu Fuß
nach dem Römer.
Frankfurt, 17. Aug. Zu der in verſchiedenen
Blät=
tern erſchienenen Aufſehen erregenden Notiz über
an=
geblich vorgekommene Unregelmäßigkeiten bei
der am 26. und 27. Juni erfolgten Ziehung der
Frankfurter Luftſchiffahrtslotterie wird
von zuſtändiger Seite mitgeteilt: Nach den von uns
ge=
pflogenen Ermittelungen beruhen die über die Ziehung
der Frankfurter Luftſchiffahrtslotterie gemachten ſich
viel=
fach widerſprechenden Mitteilungen bezüglich angeblich
vorgekommener Unregelmäßigkeiten auf völlig haltloſen
Verdächtigungen, was ſchon am beſten daraus ergeht,
als die Behauptung, die erſten Hauptgewinne von 50000
und 10000 Mark ſeien in die Kollekte des Lotterie=
Unter=
nehmers Ferdinand Schäfer in Düſſeldorf gefallen,
nach=
weisbar auf Unwahrheit beruht. Das Los, auf welches
der Hauptreffer (50000 Mark) fiel, wurde vielmehr in
dem Filialgeſchäft von L. Hederich, Kaiſerſtraße,
Frank=
furt a. M., verkauft und der Gewinn durch die Deutſche
Bank zur Einlöſung gebracht. Der Gewinn von 10000
Mark fiel dagegen in die Kollekte von Joſeph Huth in
Köln. Auch die weiter angegebenen Begleitumſtände
bei der unter Aufſicht eines Notars, ſowie eines
Polizei=
kommiſſars erfolgten Ziehung werden uns
ſelbſtverſtänd=
lich als völlig aus der Luft gegriffen geſchildert, weshalb
auch gegen den Urheber dieſer Beſchuldigungen durch
die beteiligten Unternehmer Strafantrag geſtellt worden
iſt. Nach unſeren langjährigen Erfahrungen auf dem
Lotteriegebiete halten wir Vorkommniſſe, wie ſie in der
beſagten Notiz bezeichnet worden ſind, für völlig
aus=
geſchloſſen, zumal alle Ziehungen von in Deutſchland
genehmigten Lotterien ſtets unter ſtrengſter Aufſicht von
Staatsbeamten vollzogen werden müſſen.
Frankſurt, 17. Aug. Das bekannte Fürſtenhof=
Eſplanade=Hotel hat ſeinen Hotelbetrieb eingeſtellt
und wird den Palaſtbau als modernes Geſchäftshaus
um=
bauen laſſen. Das geſamte erſtklaſſige Mobiliar kommt
ab 4. September zur freiwilligen Verſteigerung.
Heidelberg, 17. Aug. Seit einigen Tagen macht man
auf dem Ludwigsplatz, an dem die Univerſität gelegen iſt,
ſehr intereſſante Ausgrabungen. Bei
ſtraßenbau=
lichen Arbeiten ſtieß man in geringer Tiefe auf Reſte des
ehemaligen Auguſtinerkloſters, das bei der
Zer=
ſtörung Heidelbergs durch den Mordbrenner Melac 1693 in
Schutt und Aſche gelegt worden war, und das zu einer der
älteſten Mönchsniederlaſſungen gehörte. Schon in der
vorigen Woche ſtieß man auf einige Säulentrümmer. Jetzt
hat man auch die Ueberreſte eines Kreuzganges aufgedeckt.
Die unteren Teile der Fenſterpfeiler weiſen, ſoweit ſie noch
erhalten ſind, reichen architektoniſchen Schmuck auf. Auch
fand man Reſte von gotiſchen Fenſterbögen und einen reich
verzierten Kragſtein mit Spuren einer roten Bemalung.
Das Kloſter wurde im Jahre 1256 gegründet und ſpielte
namentlich in der Reformationszeit eine bedeutende Rolle.
Martin Luther hat das Kloſter zweimal (1510 und 1518)
in Ordensangelegenheiten beſucht und verteidigte hier 40
Theſen in öffentlicher Disputation mit Heidelberger
Pro=
feſſoren. Unter dem reformierten Kurfürſt Ott=Heinrich
wurden 1557 die Altäre niedergeriſſen, Statuen und
Bil=
der entfernt und das Kloſter in ein Collegium sapientiae
für arme Studenten der freien Künſte und der Theologie
eingerichtet. Die nachfolgenden heftigen Kämpfe zwiſchen
Lutheranern und Reformierten gingen auch an dieſem
zeit=
weiſe völlig verwaiften Hauſe nicht vorüber, bis es dann
1693 in Flammen aufging.
Konſtanz, 17. Aug. Im hohen Alter von 81 Jahren
iſt hier Prälat Martin Schleyer der Erſinder des
Volapük, geſtorben. Seine „Weltſprache”, die 1881
her=
auskam, gewann raſch Anhänger und machte ein
Jahr=
zehnt lang ſtarke Fortſchritte, ging dann aber wieder
zu=
rück. Die Anhänger einer künſtlichen Sprache für die
Verſtändigung im Weltverkehr haben ſich neuerdings in
größerer Zahl dem 1887 von dem Warſchauer Arzte Dr.
Zamenhof erfundenen „Eſperanto” zugewendet.
Augsburg, 17. Aug. Nach Unterſchlagungen
von 20000 Mark bei der Maſchinenfabrik Nürnberg=
Augsburg hat ein 25jähriger Schreiber die Flucht
er=
griffen.
Schweinfurt, 17. Aug. Ein ſchwerer
Auto=
mobilunfall ereignete ſich heute nacht in Schweinfurt.
Das Automobil des Beſitzers des Schloſſes Weinberg ſtieß
mit einem Radfahrer zuſammen. Dieſer wurde überfahren
und tödlich verletzt. Aus Verzweiflung hierüber erſchoß
ſich der Chauffeur.
Köln, 16. Aug. Die Kölner Blätter melden: Der
Kaiſer erteilte durch Domkapitular Profeſſor Schnütgen
dem Kölner Männergeſangverein den Auftrag, die
ge=
ſtohlene, wie jetzt leider feſtſteht, vernichtete
Kaiſer=
kette neu anfertigen zu laſſen. Der Verein
ſetzte ſich bereits geſtern mit dem Hofgoldſchmied Heiden
in München in Verbindung und erfuhr, daß die
urſprüng=
lichen Modelle noch vorhanden ſind, ſodaß die Kette dem
Original aufs genaueſte entſprechend wiederhergeſtellt
werden kann.
Bochum, 17. Aug. Auch Kathreiners Malzkaffee=
Fabriken haben für die Hinterbliebenen der bei
der Kataſtrophe ums Leben gekommenen
Berg=
leute den Betrag von 3000 Mark, ſowie 1000 Pakete
Kathreiners Malzkaffee geſtiftet. Für die Verteilung
wird die Direktion der Zeche Lothringen Sorge tragen.
Leipzig, 17 Aug. Ein „kle in er A m
a=
teurſchmuggel” iſt, wie wir den L. N. N.
ent=
nehmen, einer Leipziger Familie teuer zu ſtehen
ge=
kommen. Sie hatte gelegentlich des Ferienaufenthalts in
Unterwieſenthal 100 Schachteln Zündhölzer über die
böhmiſche Grenze gebracht. Sie wurde beim Schmuggel
gefaßt und hatte für die Hölzer 400 Mark Zollſtrafe
zu zahlen.
Weimar, 17. Aug. Das alte Reſidenzſchloß
wird in Kürze einen anderen Anblick bieten. Wegen
Feuilleton.
— Vom Regenſchirm. In dieſen Tagen des kalten
und naſſen Sommers, der ſtatt dem Sonnenſchirm dem
Regenſchirm zu Ehren verhilft, kann man auch ein
zeit=
gemäßes Jubiläum feiern: den 200. Geburtstag
jenes wackeren Jonas Hanway, der einſt dadurch berühmt
wurde, daß er als erſter Sterblicher in den Straßen
Lon=
dons mit einem Regenſchirm bewaffnet auftrat, zum
Staunen und zum Gaudium der Zeitgenoſſen. Seit jenen
Tagen hat dieſes meiſt zu unſerem Mißvergnügen
unent=
behrliche Gerät manche kleine Wandlungen durchlebt, aber
einſchneidend war nur eine umwälzende Verbeſſerung,
die heute etwa ſechs Jahrzehnte zurückliegt: die
Einführ=
ung des Metallgerüſtes. Vordem hatten die Rippen der
Regenſchirme aus Fiſchbein oder Holz beſtanden. Kein
Wunder, daß die Regendächer jener guten alten Zeit an
Grazie der Form und der Handlichkeit viel zu wünſchen
übrig ließen; es war auch damals ſchwer, den Bürger
zum Tragen eines Regenſchirms zu bewegen, von den
Frauen ganz abgeſehen. Aber mit der Erfindung des
Stahlgerüſtes kam die große Revolution, die aus einem
vielgehaßten Privilegium der Reichen einen allgemeinen
Gebrauchsgegenſtand machte. Die Populariſierung des
Regenſchirmes wurde dann noch durch die Einführung
halbſeidener Bezüge gefördert; vordem hatte man nur die
Wahl zwiſchen Seide und Alpakka gehabt; zwiſchen dem
ſehr Teuren und dem Plumpen, Häßlichen, Billigen. Heute
ſift der Regenſchirm ein leicht handliches, ja oft ein
zier=
ſiches Gerät, das man leicht mit ſich führen kann. Ein
wirklich gut gearbeiteter Regenſchirm iſt aufgerollt ſo
ſchmal und ſchlank, daß man ihn bequem durch eine
Oeff=
nung von der Größe eines Markſtückes ſchieben kann
Eine Zeitlang ſchien es, als würden die Regenſchirme mit
Metallſtöcken die Holzſtöcke verdrängen; aber die Neigung
des Metalls zum Orydieren und zum Anfreſſen des
Stof=
ffes läßt den Holzſtock noch immer das Feld behaupten.
Neuerdings werden auch Regenſchirme auf den Markt
gebracht, in denen der metallne Stab aus einem beſonders
ſpräparierten Stahl hergeſtellt worden iſt. Intereſſant iſt
faber die Beobachtung, daß in allen Großſtädten der
Me=
tallſtock von den weniger bemittelten Volksklaſſen bevor
tug wird: in London zum Beiſpiel werden Regenſchirme
mit Metallſtock faſt nur im Oſten und in der City verkauft,
während die faſhionablen Läden des Weſtends faſt
aus=
ſchließlich Holzſtöcke umſetzen. Eine der größten
Ver=
änderungen im Format des Schirmes hat in den letzten
Jahren die Modefürdie Damen gebracht. Während
früher eine Schirmrippe bei einem Damenſchirm
durch=
ſchnittlich 52 Zentimeter lang war, meſſen ſie jetzt 58 bis
62 Zentimeter, ja in Amerika iſt die Damenwelt ſogar
ſchon bis zu 64 Zentimeter vorgedrungen. In den
Schirm=
griffen beſchränken ſich die Herren gewöhnlich auf eine
natürliche Holzkrücke oder auf Silber= und Goldgriffe;
die Damen ſind ſchon ſchwerer zufrieden zu ſtellen.
Gegen=
wärtig bevorzugen ſie Schirmgriffe aus Horn, Stahl oder
Rebenholz; extravagante Dienerinnen der Eleganz
lieben es auch, ihre Schirmgriffe mit Edelſteinen beſetzen
zu laſſen, aber als guter Ton ſind im Grunde nur
Halb=
edelſteine zugelaſſen. Es ſcheint aber, als ob, von Ame
rika beeinflußt, die Mode der Damenſchirmgriffe doch
all=
mählich die Zweckmäßigkeit abſtreifen will und zum reinen
Lurus zuſtrebt, denn in New=York ſind in den letzten
Jahren Schirmgriffe mit Brillanten oder Perlen ungleich
häufiger verkauft worden wie früher. Mit dem Preis des
Schirmes an ſich haben ſolche exzentriſchen Liebhabereien
naturgemäß nichts zu tun; der einfache Bürger kann ſich
heute gegen den Regen viel billiger ſchützen als unſere
Großväter, denn die Preiſe der Schirme ſind
durchſchnitt=
lich um 50 Prozent zurückgegangen. Natürlich iſt der
Verſchwendung auch auf dieſem Gebiete keine Grenze ge
ſetzt; insbeſondere für elegante Damenſchirme mit Phan
taſiegriffen werden oft ſtattliche Preiſe gezahlt. Für einen
Griff aus echtem Schildpatt ſind 200 bis 240 Mark keine
Seltenheit, und für Schirme mit edelſteinbeſetzten
Grif=
fen gibt es kaum eine Preisgrenze; willig werden oft
viele Hunderte, ja Tauſende von Mark für ſolche Schirme
bezahlt.
CK Ueber ein neuentdecktes Urnengräberfeld bei
Mün=
chen berichtet Dr. H. A. Ried in der Umſchau. Auf der
Fundſtäte in Grünwald wurden zehn Urnen gehoben, die
ſich als frühhallſtättiſche erwieſen und außerordentlich
reiche Beigaben enthielten. Die nach der Verbrennung
übrig gebliebenen Skelettreſte wurden damals mit Aſche
und Kohle vermiſcht, in mächtigen Urnen etwa einen hal=
ben Meter unter der Erde beigeſetzt. Schmuckſtücke und
Gebrauchsgegenſtände wurden den Toten mitgegeben;
unter den erſteren fanden ſich Fingerringe, Ohrringe, ein
Halsſchmuck aus gerippten Bronzeblechen, Zierrädchen,
ſowie Armringe und Gürtelſchließen. Auch verſchiedene
Formen von Fußringen kommen vor; zwei faſt einen
hal=
ben Meter lange Gewandnadeln, Bronzemeſſer und eine
flache breithenklige Bronzetaſſe von „altitaliſcher” Form
ſallen auf. Die intereſſanteſten Stücke ſind aufgereihte
Ringe und zierliche Anhänger mit dem Sonnen= und
Schwanenmotiv. In zwei Urnen, in denen ſich die Reſte
jugendlicher Perſonen fanden, wurden auch je 70
Sprung=
beine vom Schafe entdeckt, die Zeugnis davon ablegen,
daß auch in jener alten Zeit die Jugend ſich ſchon mit dem
Knöchelſpiel beluſtigte.
* Der Goldregen des Sultans. Bei der Ausfahrt
Muley Hafids in Marſeille haben ſich verſchiedene
amü=
ſante Zwiſchenfälle ereignet. Der Exſultan ſcheint ſich
von dem Wert des Geldes einen recht unklaren Begriff
zu machen und die ihm ausgeſetzte jährliche Rente von
360000 Francs dürfte unter dieſen Umſtänden nicht weit
reichen. Als Muley Hafid ſein Automobil beſtiegen
hatte, um ſich nach dem Palais in Longchamps zu
be=
geben, tauchte neben dem Wagen ein
Anſichtskartenhänd=
ler auf, der dem Sultan ſeine Ware anpries. Bevor
noch der militäriſche Begleiter eingreifen konnte, hatte
Muley Hafid dem Händler ſeinen ganzen Vorrat
abge=
kauft und ihm dafür drei Louisdor in die Hand gedrückt.
Der Händler, der wohl in ſeinem Leben noch kein ſo gutes
Geſchäft gemacht haben mochte, machte ſich ſchleunigſt aus
dem Staube, indem er fortwährend Hochrufe auf
Ma=
rokko” ausſtieß. Beim Beſuch der Kathedrale von
Mar=
ſeille ſchenkte Muley Hafid einem am Eingang ſtehenden
blinden Bettler fünf Louisdor. Dem Prieſter, der ihn
durch die Kathedrale führte, gab er für die Armen 300
Francs, und ſogar den Fahrſtuhlführer, der ihn im
Auf=
zug nach dem Turm der Kathedrale brachte, glaubte er
mit 100 Francs entlohnen zu müſſen. Beim Verlaſſen
traf er einen zweiten Poſtkartenhändler, dem er
aber=
mals ſeinen ganzen Vorrat für 100 Francs abkaufte.
Muley Hafid amüſierte ſich köſtlich dabei, während der
ihn begleitende Schatzmeiſter. Leutnant Maſſade, ein
Mangels an Gebrauchszimmern beabſichtigt der
Groß=
herzog Wilhelm Ernſt, umfangreiche An= und
Um=
bauten vornehmen zu laſſen. Seine hauptſächlichſte
Be=
deutung hat das heutige Schloß dadurch erlangt, daß es
nach Plänen erbaut wurde, die von Karl Auguſt und
Goethe entworfen worden waren. Die beabſichtigten
Er=
gänzungbauten, die vornehmlich im Hinblick auf die
Wiederverheiratung des Großherzogs und den
wieder=
holten Familienzuwachs ſich nötig machen, werden ſich
natürlich dem bisherigen Stil anpaſſen. Urſprünglich war
ein Aufbau auf dem weſtlichen Flügel zur Höhe von drei
Stockwerken vorgeſehen, doch erwies ſich der Unterbau,
der wertvolle, mit Wandgemälden uſw. verſehene Zimmer
(Dichterzimmer uſw.) birgt, als nicht tragfähig. Es blieb
ſomit nichts anderes übrig, als die eine, noch offene Seite
des großen Vierecks, wo ſich jetzt der durch ein hohes
Eiſengitter führende Haupteingang befindet, für die
Auf=
führung eines großen neuen Flügels in Ausſicht zu
nehmen. Die Pläne ſind vom Münchener Architekten
Pro=
feſſor Littmann, dem Erbauer des Hoftheaters, entworfen
und vom Großherzog im großen und ganzen genehmigt.
Das Viereck wird alſo dann geſchloſſen und der mächtige
Schloßhof nur durch das in dem neuen Trakt und an
der=
ſelben Stelle anzubringende Portal, welches die Zufahrt
vermittelt, ſichtbar ſein. Links und rechts von dem
großen Zufahrtsportal werden beſondere Eingänge für
Fußgänger geſchaffen werden.
Borkum, 17. Aug. Das Badeunglück ereignete
ſich heute mittag um 12 Uhr im Herrenbade. Die
unzäh=
lige Male gerügte Unſitte, bei ſtürmiſcher See ſich zu weit
hinauszuwagen, war auch in dieſem Falle wieder die
Veranlaſſung. Trotz wiederholter Warnungsſignale kehrte
der Badegaſt Wallerſtedt aus Hamburg, ein
Harmonium=
künſtler, der ſeit einiger Zeit im Hotel Kaiſerhof wohnte,
nicht an die durch Stricke als gefahrlos bezeichnete Stelle
des Bades zurück. Die beiden mutigſten Schwimmer
unſeres Badeortes, Gerhard Nolting und Karl Barney,
ſtürzten ſich ins Waſſer, um den Leichtſinnigen
zurückzu=
holen. Man konnte noch beobachten, wie der eine von
ihnen den Badegaſt in der Nähe der Buhne umklammert
feſthielt, dann aber in den hochgehenden Fluten verſchwand,
während der Badegaſt tot ans Land geſpült wurde.
Der Verſuch, mit dem Rettungsboot an die Unglücksſtelle
zu gelangen, mußte der ſtarken Brandung wegen
aufge=
geben werden. Von den beiden Schwimmern hat man
bis zur Stunde nichts wieder geſehen. Sie haben bei der
Ausubung ihres verantwortungsvollen Berufes in treueſter
Pflichterfüllung das Leben eingebüßt. Wallerſtedt
hinter=
läßt eine kranke Frau, die ebenfalls hier in Borkum
wohnt.
Prag, 16. Aug. Die Bohemia meldet aus
Karls=
bad: Einem ruſſiſchen Kurgaſt wurde auf dem
Tennis=
platz von einem Unbekannten eine Handtaſche mit
Bank=
anweiſungen über 400000 Rubel und 240000 Rubel in
bar geſtohlen.
Chur, 16. Aug. Für den Bau einer
Julier=
bahn durch das bündneriſche Tal des Oberhalbſteins
nach Camphér im Engadin ſind nun durch die
Konſtituierung eines Initiativkomitees die
einleiten=
den Schritte getan worden. Die Linie würde ihren
Aus=
gang auf der Station Tiefenkaſtel der Albulalinie der
rhätiſchen Bahn nehmen und bis Camphèr eine Länge
von 72 Kilometern erhalten. 70 Prozent davon ſollen
auf eigener Traſſe liegen, während auf einer Strecke von
30 Kilometern die Jukierſtraße als Bahnkörper benutzt
würde. In dem bereits fertig ausgearbeiteten Projekt
iſt eine Maximalſteigung von 7 Prozent vorgeſehen. Die
Geſchwindigkeit könnte von 20 Kilometern in der Stunde
auf den Steilrampen bis auf 50 Kilometer auf den
gün=
ſtigeren Zwiſchenſtrecken geſteigert werden. Die Linie
würde elektriſch betrieben. In Tinzen ſoll ein Kraftwerk
erſtellt werden, das 6000 Pferdekräfte liefern könne. Auf
16 Millionen Francs ſind die Baukoſten berechnet
wor=
den; davon ſollte der Kanton Graubünden ungefähr den
fünften Teil in Aktien übernehmen. Durch die
Albula=
bahn wurde den Talſchaften Churwalden und
Oberhalb=
ſtein ihr früherer bedeutender Tranſitverkehr entzogen.
Die Julierbahn, die ihre Fortſetzung über die Lenzerheide
nach Chur finden würde, könnte dieſen Verkehr zum Teil
wenigſtens wieder herſtellen. (Frkf. Ztg.)
Rotterdam, 17. Aug. Die Jacht „Silver
Cres=
cent” mit den fünf in Eckernförde verhafteten und
wie=
der freigelaſſenen Engländern an Bord, die ſeit
mehreren Tagen überfällig war, iſt in Terſhelling
einge=
ſchleppt worden.
Petersburg, 17. Aug. Die ruſſiſche Regierung hat
ſo=
eben eine Verordnung erlaſſen, die bemerkenswert iſt für
die Bedeutung, die man den Beſtrebungen zur Erhaltung
der Naturſchätze beizulegen beginnt. Sie hat von einem
beſtimmten Zeitpunkte die Jagd auf den Zobel
vor=
läufig auf die Dauer von drei Jahren unterſagt und
den Handel und Export von Zobelfellen auf die gleiche
Zeit verboten. In dieſer Zeit dürfen bei ſtrenger Strafe
nur Felle in den Handel gebracht werden, die mit einem, die
Jahreszahl 1912 tragenden Regierungsſtempel verſehen
ſind. Es handelt ſich darum, den Zobel, der durch die
ge=
ſteigerte Nachfrage nach Zobelfellen für Modezwecke dem
Untergange geweiht iſt, vor der Vernichtung zu retten.
Warſchau, 17. Aug. Geſtern brach in der alten
polniſchen Reſidenzſtadt Plozk ein
ver=
heerender Brand aus, durch den ein großer Teil
der Stadt vernichtet wurde. Ueber die Szenen bei dem
Brande werden von den polniſchen Blättern furchtbare
Einzelheiten berichtet. Als das Feuer bereits eine ganze
Straße ergriffen hatte, bemächtigte ſich der Bebstterung
eine furchtbare Panik. Zahlreiche Familien flohen
unter Zurücklaſſung von Hab und Gut auf das freie
Feld und überließen der Feuerwehr, die von Militär
unterſtützt wurde, die Löſchung des Brandes. Die
Be=
mühungen der Löſchmannſchaften waren aber erfolglos,
da infolge der anhaltenden Trockenkſeit die Mehrzahl
der Brunnen verſiegt waren und kein Waſſer gaben.
Eine Straße nach der anderen wurde von dem Feuer
ergriffen und innerhalb weniger Stunden 14 Stadtteile
faſt völlig vernichtet. Aus der katholiſchen Domkirche
konnten die Koſtbarkeiten zwar in Sicherheit gebracht
werden, aber die Kirche ſelbſt wurde ein Raub der
Flam=
men. Auch die Orthodoxenkirche und die Synagoge
wur=
den vollſtändig eingeäſchert. Als die Feuerwehren der
benachbarten Städte Dynaburg und Witebsk zur Hilfe
an=
kamen, war nichts mehr zu retten. Der größte Teil der
Stadt bildete einen Trümmerhaufen; mehrere hundert
Häuſer ſind niedergebrannt. Mehrere tauſend Perſonen
ſind obdachlos geworden. Der Schaden iſt enorm, da
der größte Teil der Bevölkerung um Hab und Gut
ge=
kommen iſt.
New=Yorrk, 16. Aug. Die Verhandlung gegen
die Mörder Roſenthals findet Anfang September
vor dem Obergericht ſtatt. — Der Staatsanwalt
unter=
nahm, um das Vorhandenſein eines „Laſterſyndikats” zu
beweiſen, eine Razzia. Achtzehn verrufene Häuſer, die
alle unter einer Leitung ſtanden, wurden ausgehoben.
In ihrem Diſtrikt hatte der Polizeihauptmann ſoeben
ge=
meldet, daß dort keine verbotenen Lokale vorhanden ſeien.
Unbeſchreibliche Szenen ſpielten ſich bei der Aushebung
der Laſterhöhlen ab. Die Zuſchauer verhöhnten die
ver=
triebenen Mädchen und begleiteten ſie mit Schmährufen.
lle Lokale im Bezirk mußten um Mitternacht geſchloſſen
werden. Tauſende von Mädchen ſind obdachlos und
ſchlafen in den Anlagen. Eine große Menge wurde zur
Lache gebracht.
Das Steigen der Fleiſchpreiſe.
* Berlin, 17. Aug. Die Allgemeine
Fleiſcher=
zeitung, das amtliche Organ des Deutſchen Fleiſcher=
Verbandes, ſchreibt heute an auffallender Stelle unter der
Ueberſchrift: Die brennendſte Frage: Die
Viehknapp=
heit und=teuerung bildet gegenwärtig die großte
und ſchwerſte Sorge des Fleiſchergewerbes. Von Markt
zu Markt ſteigen die Preiſe aller Schlachtvieharten, und
der Verdienſt der Meiſter geht immer mehr zurück. Dazu
kommt, daß die des Sachverhalts unkundige Kundſchaft
und der von agrariſcher Seite bearbeitete Teil der Preſſe
den Fleiſchermeiſtern die Schuld an der ſchwer auf der
Be=
völkerung laſtenden Kalamikaken beimißt. Gründliche
und autoritative Aufklärung tut hier dringend
und ſchnell not. Am beſten könnte dies der Deutſche
Flei=
ſcher=Verband durch ein Flugblatt bewirken, das durch die
Bezirksvereine und Innungen verbreitet werden müßte.
Jeder Tag verſchlimmert die Lage der Meiſter. Es muß
etwas geſchehen. Der Deutſche Fleiſcher=Verband ſollte
deshalb nicht ſäumen und ſofort eine Klaglegung der
Ur=
ſachen und Wirkungen der jetzigen Not der Oeffentlichkeit
übergeben.
Der Vorſtand der Berliner Fleiſcher=
In=
nung wird dem Deutſchen Fleiſcher=Verband in der
Flucht in die Oeffentlichkeit vorangehen und in den
Ber=
liner Tageszeitungen folgende Erklärung erſlaſſen:
Die durchaus ungenügende Beſchickung des
Schlachtvieh=
marktes mit ſchlachtreifen Tieren hat zu einer großen
Steigerung der Preiſe für Schlachtvieh aller Gattungen
geführt. Für Rinder und Schweine müſſen jetzt Preiſe
bezahlt werden, wie ſie noch niemals gezahlt worden ſind
und wie ſie auch keineswegs dem Herſtellungswert der
Ware entſprechen. Die Urſache des ungenügenden
Be=
ſchickens der Schlachtviehmärkte iſt allein darin zu ſuchen,
daß unſere Landwirtſchaft nicht den
erforder=
lichen Bedarf an Schlachttieren liefert. Die
Einfuhr aus viehreicheren Ländern iſt aber zum größten
Teil durch Verordnungen aller Art direkt unmöglich
ge=
macht. Solange dieſer Zuſtand fortdauert, müſſen die
Preiſe für Fleiſch und Fleiſchwaren weiter ſteigen, und es
iſt nicht abzuſehen, daß irgend welche Beſſerung dieſer
Verhältniſſe eintritt.
Das offizielle Fleiſcherorgan bemerkt zu der
Erklär=
ung, daß in den kurzen knappen Sätzen die zeitige Lage
der Viehnot und Fleiſchteuerung aufs genaueſte
gekenn=
zeichnet werde; es werden Urſache und Wirkungen
ange=
geben. Ob Mittel zur Abhilfe ergriffen würden, hänge
jetzt nur allein von den maßgebenden Kreiſen der Reichs=
und Staatsregierung ab. Unbeachtet könne dieſe
Kund=
gebung des Vorſtandes der größten freien Fleiſcher=
In=
nung im Deutſchen Reich nicht bleiben.
Luftfahrt.
* Ein Zielapparat für Luftſchiffe. Es
wurde jüngſt gemeldet, daß in Frankreich zum erſten
Male ein Zielapparat für Luftſchiffe mit Erfolg
erprobt worden ſei. Einen ſolchen Apparat hat
die Firma Zeiß in Jena ſchon längſt erſonnen
und hergeſtellt; er beſteht aus einem
beweg=
ich aufgehängten Fernrohr mit Gradeinteilung in
zwei zueinander ſenkrecht ſtehenden Ebenen. Mit Hilfe
dieſes Fernrohres und einer Stoppuhr wird die relative
Beſchwindigkeit des Luftſchiffes gemeſſen. Darauf mit
Hilfe eines Rechenſchiebers unter Berückſichtigung der
relativen Geſchwindigkeit des Luftſchiffes, des
gegenwär=
igen Barometerſtandes und der Höhe des Zieles über
dem Meeresſpiegel, die aus der Generalſtabskarte
feſt=
zuſtellen iſt, der Winkel berechnet, unter dem das Luftſchiff
bei der Abſenkung des Sprengkörpers ſtehen muß, der
alſo mit dem Ziel in einer Vertikalebene liegt. Sobald
die nötigen Berechnungen angeſtellt ſind und auch die
augenblickliche relative Windgeſchwindigkeit zur
Verhin=
derung des Abtreibens des Geſchoſſes feſtgeſtellt worden
iſt, wird das Ziel von der Gondel aus anviſiert und
ſo=
bald es unter dem errechneten Winkel im Viſier ſichtbar
wird, wird das Geſchoß durch einen Hebeldruck aus
ſei=
ner Aufhängung gelöſt. Die zu den erſten Verſuchen ver=
wendeten Wurfgeſchoſſe hatten zylindriſche Form und
wogen 40 Kilogramm, an ihrem hinteren Ende war ein
Lappen aus Filz, der ſogenannte „Steuerlappen”,
an=
gebracht, der im Fluge ähnlich wie die Befiederung des
Pfeiles wirkt und ein Ueberſchlagen des Geſchoſſes
ver=
hindert. Die Hauptſchwierigkeiten liegen in der präziſen
Arbeit des Luftſchiffes. Da es ſich hierbei nicht, wie bei
der gewöhnlichen Steuerung, darum handelt, im großen
ganzen eine Richtung einzuſchlagen, die durch weiteres
Nachſteuern beim Weiterfluge leicht ausgeglichen werden
kann, verhindern beim Einſtellen des Luftſchiffkörpers
in die richtige vertikale Ebene ſelbſt kleine
Abweichun=
gen das richtige Abkommen mit dem Geſchoß. Es ſind
alſo außerordentlich gut gehorchende Steuerorgane und
große Fertigkeit beim Mann am Steuer nötig. Bei
wei=
terer Vervollkommnung und Uebung in dieſer Richtung
wird das Zeißſche Inſtrument ein wichtiges Hilfsmittel
für Kriegsluftſchiffe ſein, zumal bei Zeppelinkreuzern,
deren enorm großer Auftrieb zur Mitnahme von Wurfs
geſchoſſen ausgenützt werden kann; auch anſtelle der 2000
Kilogramm Waſſerlaſt können im Kriegsfalle
Spreng=
körper mitgenommen werden.
Frankfurt a. M. (Eulerflugplatz), 17. Aug.
Heute erfüllte Leutnant v. Mirbach, Infanterie=
Regiment Graf Boſe Nr. 31, auf einer
Euler=
flugmaſchine die große Feldpilotenprüfung. Dieſen
beſteht aus einem Stundenflug über Land in
500 Meter Höhe. Anſtatt der vorgeſchriebenen
500 Meter wurde eine Höhe von 2200 Meter erreicht. Die
Landung erfolgte im Gleitflug aus 100 Meter Höhe mit
vollſtändig abgeſtelltem Motor. Es flogen ferner
Leut=
nant v. Hiddeßen vier Stunden und Leutnant
Sommer eine Stunde. Bei ſämtlichen Flügen wurde
die Stadt Frankfurt in großen Höhen überflogen.
Ein=
mal befanden ſich zwei Maſchinen zu gleicher Zeit über
der Stadt und über den Wolken.
Mülhauſen i. Elſaß, 17. Aug. Eine Meldung
beſagte: Von Belfort kommend, wo gegenwärtig
umfangreiche Feſtungsübungen ſtattfinden, überflogen
geſtern abend ½8 Uhr zwei franzöſiſche
Offizier=
flieger die Grenze in der Nähe von Alt=Münſterol,
nahmen ihren Weg dann über Dommerkirch bei Altkirch
(17 Kilometer von der Grenze entfernt), kehrten auf dem
gleichen Wege zurück. Einer der beiden Aviatiker ſollte,
wie Belforter Blätter mitteilen, der bekannte Flieger
Hambenoit geweſen ſein. Wie ſpäter feſtgeſtellt,
handelte es ſich bei dieſem Flug über die deutſchel
Grenze nicht um Offizierflieger, ſondern um
fran=
zöſſiſche Zivilaviatiker, die anläßlich des
großen Feuerwehrfeſtes in Belfort einen Aufſtiegl
unternommen haben und hierbei über die deutſche Grenzel
geflogen ſind.
Hamburg, 17. Aug. Das Luftſchiff „Hanſa”
machte heute früh eine Uebungsfahrt, an der ſich u.
a. der Chef des Generalſtabes der Armee, General der
Infanterie v. Moltke, fünf weitere Herren vom
General=
ſtab, ſowie der Direktor der hieſigen Seewarte, Kapitän
Behn, teilnahmen. Der Aufſtieg erfolgte um 7,45 Uhr
bei heftigem, elf bis zwölf Sekundenmetern ſtarkem Wind.
Die Fahrt ging elbabwärts bis Cuxhaven, ſodann über
Brunsbüttel und Elmshorn zurück nach Hamburg. Um
11,30 Uhr iſt das Luftſchiff glatt gelandet. Insgeſamt
ſind 200 Kilometer trotz des ſtarken Windes in 3½
Stun=
den zurückgelegt worden. General v. Moltke ſprach ſich
über die Leiſtung außerordentlich befriedigt aus.
Hamburg, 18. Auguſt. Das Luftſchiff
„Hanſa” iſt von ſeiner Fernfahrt nach Hannover um
2.15 Uhr wieder über Hamburg erſchienen und nach
einigen Schleifenfahrten um 2.45 Uhr glatt vor der
Halle gelandet. Das Luftſchiff fuhr auf der Rückfahrt
mit dem Winde, ſo daß es die Strecke in nahezu zwei
Stunden zurücklegte. Auf der Rückfahrt befand ſich
unter den Paſſagieren auch Generalfeldmarſchall von=
Bock und Polach, der ſich über die Fahrt befriedigt
äußerte. Um 3.50 Uhr iſt das Luftſchiff nochmals zu
einer Paſſagierfahrt über Hamburg und die nähere
Umgebung aufgeſtiegen.
Dresden, 18. Aug. Das Luftſchiff „Viktoria
Luiſe” iſt heute früh 6.10 Uhr in Gotha zu einer Fahrt
nach Dresden mit acht Paſſagieren aufgeſtiegen und in
Dresden um 9.20 Uhr eingetroffen und nach einer
Schleifenfahrt über der Stadt auf dem Exerzierplatz
Heller glatt gelandet. Um 11 Uhr trat das Luftſchiff
nach einer weiteren Schleifenfahrt über der Stadt die
Rückfahrt an.
Sport.
Mainz, 17. Aug. Radrennen Baſel-
Mainz- Cleve. Von den heute morgen um 9 Uhr
10 Min. in Straßburg geſtarteten 19 Herrenfahrern kam
als erſter um 8 Uhr 57 Min. bei der hieſigen
Kontroll=
ſtation an Joſef Riedar=München, zweiter wurde
Max Reuß=Sundwig (Weſtfalen) um 9 Uhr 25 Min.
dritter und vierter waren Robert Bowinkelmann=Bonn
und Adolf Möckel=Köln. Weiter gehörten noch der
Spitzengruppe als Herrenfahrer Stefan Hartmann=
Schweinfurt an. Von den Geldpreisfahrern, die um
10½ Uhr in Straßburg ſtarteten, zählen zur Spitzengruppe,
die bis 9 Uhr 52 Min. hier eintrafen: Jean Roſellen=
Köln, H. Herzog=Magdeburg, Jean Steingaß=Köln, G.,
Schulze=Trebbin, Paul Roggenbruck=Köln, Fr. Tacke=
Köln, Hans Hartmann=Schwabach, Karl Zander=Berlin,
Paul Suter=Zürich und E. Mergenthaler=Fellbach bei
Stuttgart. Der Aufenthalt der Fahrer in Mainz dauerte
20 Minuten.
Kleve, 18. Aug. Die erſten Fahrer im
Radrennen Baſel=Mainz=Kleve kamen um 11 Uhr
vor=
mittag hier an. Erſter wurde Jean Roſellen=Köln,
zweiter Paul Suter=Zürich, dritter Franz Suter=Zürich,
vierter H. Herzog=Magdeburg, fünfter G. Schulze=Trebbin,
Das Rennen wurde nach ſcharfem Endkampf knapp
ge=
wonnen.
* Golfſpiel. In Baden=Baden findet
Diens=
tag und Mittwoch ein großes ſportliches Ereignis
ſtatt=
ein Golf=Wettſpiel, an welchem nicht weniger als
78 Berufsſpieler und Amateure aus England, Frankreich,
Deutſchland, Schweiz, Belgien, Spanien und Süd=
Afrika=
teilnehmen. Unter den Profeſſionals befinden ſich
die=
weltberühmten Meiſter Harry Vardon. N. Ray, Jean
Gaſſiat, Geo Duncan und Tom Ball. An beiden Tagen
wird vormittags und nachmittags je eine Runde geſpielt.
Nachmittags findet bei dem lieblich gelegenen Klubhauſe
Tee=Konzert ſtatt. Der Golfplatz liegt gegenüber dem
Bahnhof Baden=Oos und iſt bequem in wenigen
Minu=
ten von Baden=Baden zu erreichen.
Erdbeben.
* Konſtantinopel, 16. Aug. Nach einer
De=
peſche aus Rodoſto dauern die Erdſtöße an der
Südküſte des Marmarameeres fort.
* Konſtantinopel, 17. Aug. Von 5400
Häu=
ſern in Welike und Gallipoli ſind nur 200 unbe=
ziemlich langes Geſicht zieht und nicht weiß, wie er der
Freigebigkeit des Sultans Einhalt tun ſoll.
* Eine Schauſpiekerin ohne Füße. Wie aus London
gemeldet wird, iſt die engliſche Schauſpielerin Dot
Ste=
phens von einer ſehr erfolgreichen Gaſtſpielreiſe in
Süd=
afrika zurückgekehrt. Die erſt 23 Jahre alte Dame iſt nicht
nur ihres Talents wegen bekannt, ſondern auch, weil ſie
keine Füße hat, die ſie bei einem Eiſenbahnunfall verlor.
Ein Glasgower Mechaniker machte ihr dann ein paar
künſtliche Füße, und mit dieſen trat ſie die Reiſe nach
Afrika an. Hatte ſie früher erſte Rollen in Operetten
ge=
ſpielt, ſo mußte ſie ſich, weil ſie mit ihren künſtlichen
Füßen nicht tanzen konnte, auf das Melodrama
beſchrän=
ken. Als die Heldin eines ſolchen Stückes hat ſie auf
ſüd=
afrikaniſchen Bühnen ſo große Erfolge erzielt, daß ſie jetzt
auch dem Londoner Publikum zeigen wird, daß man eine
hervorragende Schauſpielerin ſein kann, ſelbſt wenn man
die Füße verloren hat.
*⁎* Die findige Reichspoſt. Ein Leſer unſeres
Blattes übergab auswärts der Poſt (Stempel
Bahn=
poſt) folgende Poſtkarte: „Die findige Poſt wird gebeten,
die Karte zu entziffern:
16. 11. 3. 3. 9.
1. 2. 3. 4. 5. 6. — 7. 8. 9. 10. 11. 3.
10. 8. 3. 1. 7. 5. 8. 10. 5.
13. 8. 14. 14. 2. 9. 15. 14. 8. 5. 6. Nr. 6.
Die Poſt hat dieſe Poſtkarte richtig entziffert und beſtellt.
nämlich an
Herrn
Moritz Sander,
Darmſtadt,
Ballonplatz 6.
Auch folgender Text der Karte:
17. 3. 11. 18. 9. 10. 14. 4. 19. 16. 11.
20. 3. 18. 11. 7. 7. 11. 7. 11. 9. 10. 11. 9.
Freundliche
Grüße ſenden
iſt richtig entziffert worden. Es folgen dann noch die
Unterſchriften, die auf der vorliegenden Karte (ebenſo
wie der Aufgabeſtempel) nicht mehr deutlich zu leſen, aber
ebenfalls richtig übertragen worden ſind. Dies iſt wohl
der Gipfel der Liebenswürdigkeit und Findigkeit der
Poſt)
ſchädigt geblieben. Die Dörfer Kavak und Urſche ſind
völlig zerſtört. Das deutſche Stationsſchiff
„Loreley” iſt nach der vom Erdbeben am
vergange=
nen Freitag ſchwer heimgeſuchten Stadt Gallipoli
abge=
gangen. Die „Loreley” hat die Geſchenke des
Kai=
ſers, Speiſen, Arzneien, Verbandzeug, Kleidungsſtücke
uſw. an Bord.
* Konſtantinopel, 17. Aug. Wie erſt jetzt
bekannt wird iſt die Inſel Imbros (türkiſche
In=
ſel im Aegäiſchen Meer nordweſtlich von der
Dardanel=
leneinfahrt) gleichfalls von dem jüngſten Erdbeben
heim=
geſucht worden. Sämtliche Inſeldörfer ſind
zerſtört worden.
Die Lage in der Türkei.
* Konſtantinopel, 18. Aug. Die Yeni
Ga=
zette wendet ſich gegen die bulgariſche Agitation.
Die Bulgaren möchten das Ergebnis der inneren Politik
der türkiſchen Regierung abwarten, die die Gleichheit aller
Völker ſichern wolle. Der Chef der Südalbaneſen, Avidi
Bey, und der Mirdatenchef Markodſchoni, die in
Veriſo=
witſch eingetroffen waren, ſind nach Uesküb berufen
wor=
den. Auch andere Vertreter der Südalbaneſen ſollen in
Uesküb eintreffen, um mit den Nordablaneſen zu
be=
raten.
* Konſtantinopel, 18. Aug. In
Diplomaten=
kreiſen verlautet, wegen der Grenzfrage würde nicht
nur Rußland, ſondern alle Großmächte in Konſtantinopel
und Cetinje Ratſchläge zur Ruhe und Beſonnenheit
erteilen. Der Schritt werde nicht den Charakter einer
Intervention haben.
* Konſtantinopel, 18. Aug. Der Levante
He=
rald verzeichnet das Gerücht, die Regierung beabſichtige,
die Ausweiſung der Italiener rückgängig
zu machen. In Uesküb gaben die Albaneſen
anläß=
lich des Ramaſan Flintenſchüſſe in die Luft ab und
ver=
urſachten einige Unglücksfälle. Die Truppen beobachteten
den Albaneſen gegenüber, deren Zahl nicht weniger als
8000 beträgt, eine ruhige Haltung. Das Blatt Alemdar
meldet, daß in Uesküb 25000 Albaneſen eine
Verſamm=
lung abhalten wollen, um ſich über die Langſamkeit in
dem Vorgehen des Kabinetts zu beklagen. Auch ſollen
die Albaneſen verlangen wollen, daß die Miniſter des
ehemaligen Kabinetts in den Anklagezuſtand verſetzt
werden. Wie es heißt, teilte die Militärliga der
Regier=
ung mit, die jungen Offiziere beſtänden trotz des Eides,
den ſie ablegten, auf der Bewilligung der
wei=
teren Forderungen der Liga, und die Liga ſei
nicht in der Lage, ſie daran zu hindern. Die Offiziere
verlangen im beſonderen die Demiſſion der Miniſter der
Juſtiz und der Marine, Ligiſten und Ententiſten
verdäch=
tigen Huſſein.
* Konſtantinopel, 18. Auguſt. Der Miniſterrat
beſchäftigte ſich in der heutigen Sitzung ausſchließlich mit
der Lage Albaniens welche die Pforte von neuem
beunruhigt. Der Miniſterrat beſchloß, den wegen
poli=
tiſchen Vergehen verurteilten Albaneſen Amneſtie zu
ge=
währen. In türkiſchen Kreiſen verſteht man die Haltung
der Albaneſen nicht, die ſie jetzt einnehmen, nachdem das
Jrade, das faſt alle ihre Wünſche erfüllt, bereits vorgeſtern
im Wilajet Koſſovo bekannt gemacht iſt. Amtliche
Mel=
dungen heben hervor, daß die Albaneſen in Uesküb eine
korrekte Haltung beobachten.
Kämpfe zwiſchen Ruſſen und Perſern.
* Tiflis 17. Aug. Ueber den Vormarſch
ruſſiſcher Abteilungen nach Perſien wird
amtlich gemeldet: Oberſt Tolmatſcheff rückte aus
Sudſch=
bulak gegen Reiter des Hodſchanodialiſtammes vor und
warf ſie auf den Berg Koſchedag zurück. Die Ruſſen
hatten zwei Tote und drei Verwundete. General
Fida=
row überfiel auf dem Bergrücken Sawolan unerwartet
die Schachſewennen, die der Abteilung des Oberſten
Tol=
matſcheff gegenüber eine drohende Stellung einnahmen,
und bemächtigte ſich des ganzen Lagers. In der
Um=
gegend von Akbulaks warf eine ruſſiſche Abteilung 200
Schachſewennen, die den ruſſiſchen Vorpoſten von
Akbu=
lak den Weg abzuſchneiden verſuchten, zurück. Die Ruſſen
hatten fünf Tote, darunter einen Offizier und einen
Verwundeten. General Fidarow beabſichtigt in der
nächſten Zeit ein gemeinſames Vorgehen mit der
Ab=
teilung Tolmatſcheffs gegen die Schachſewennen in
nörd=
licher Richtung, wenn Totmatſcheff die
Hodſchanodiali=
reiterei vollſtändig zerſtreut haben wird.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Dem geehrten Verfaſſer des Eingeſandts im
Darm=
ſtädter Tagblatt vom Samstag, welcher in liebevoller
Weiſe der Kinematographen gedenkt und dieſe der
Stadt=
verwaltung als günſtiges Steuerobjekt warm empfiehlt,
muß erwidert werden, daß unſere Stadtverwaltung ſo
lleicht keine Betriebe zu verſteuern vergißt, und ſo ſind auch
die Kinematographen, was der Herr Einſender nicht zu
wiſſen ſcheint, zu einer recht beträchtlichen
Luſtbarkeits=
ſteuer bereits herangezogen worden.
Was nun ſeine zweite Bemerkung bezüglich der
Waſ=
ſerſteuer anbelangt, ſo kann man nicht ſagen „non olet”,
denn dieſelbe iſt von durchaus egoiſtiſchen Anſichten
dik=
tiert. In keiner Stadt wird dem Hausbeſitzer mehr
zu=
gemutet, wie in Darmſtadt. Hier ſind die Mieten billiger,
als in den Kleinſtädten Heſſens (? D. R.), ſo daß man
Darmſtadt in die gleiche Servisklaſſe wie Friedberg,
Als=
feld und Büdingen eingereiht hatte. Schreiber dieſes,
welcher nur ein Haus beſitzt, darf, obgleich er den
Groß=
konſumentenpreis genießt, doch noch zirka 600 Mark
jähr=
lich für Waſſer an die Stadt bezahlen und hat ſogar die
traurige Erfahrung machen müſſen, daß Mieter ſeines
Hauſes um ein kleines Fläſchchen Bier kühl zu halten, eine
ganze Nacht die Waſſerleitung in Bewegung geſetzt haben.
Iſt es da nicht am Platze, daß jeder Mieter ſein Waſſer
ſelbſt bezahlt?
Glaubt der verehrte Herr Einſender aufs Konto der
hohen Mieten und Steuern die Bevölkerungsabnahme
Darmſtadts zu ſetzen? Ich möchte lieber behaupten, daß
dieſe Abnahme dem mangelnden Lokalpatriotismus der
Bevölkerung ſelbſt entſpringt. Leute, welche wegen
drohen=
der Waſſerſteuer Darmſtadt den Rücken kehren, ſind für
H. B.
inſere Vaterſtadt kein Verluſt!
Darmſtadt, 19. Auguſt.
— Gravelottefeier der Vereinigten Krieger=Vereine
Darmſtadts. Wie alljährlich ſeit dem ſiegreichen Feldzug
von 1870/71, ſo fand am Sonntag morgen, dem Tag von
Gravelotte, auf dem hieſigen Friedhof eine erhebende
Gedächtnisfeier an den Gräbern der gefallenen
und verſtorbenen Kämpfern von 1870/71 ſeitens der Ver=
einigten Krieger=Vereine ſtatt, zu der ſich Hunderte von
Einwohnern unſerer Stadt eingefunden hatten. Punkt
8 Uhr bewegte ſich ein endloſer Zug der 6 hieſigen
Krie=
ger=Vereine mit ihren Fahnen vom Portal des
Fried=
hofs aus nach dem auf das prächtigſte mit Blumen und
Blattpflanzen geſchmückten Krieger=Denkmal, an dem
be=
reits zahlreiche Offiziere der hieſigen Garniſon, an der
Spitze Diviſionskommandeur Generalleutnant von
Plüs=
kow und Stadtkommandant Generalmajor von Randow.
als Vertreter der Stadt Herr Beigeordneter Baurat
Jäger, ſowie Deputationen der ſämtlichen hier
garniſo=
nierenden Truppenteile Aufſtellung genommen hatten.
Eingeleitet wurde die Feier durch einen
ſtimmungs=
vollen Choral der Kapelle des Leibgarde=Regiments
Nr. 115. Herr Pfarraſſiſtent Lautenſchläger hielt
hier=
auf eine tief zu Herzen gehende Gedächtnisrede, in der
er in trefflichen Worten der Dankespflicht des deutſchen
Volkes gegen ſeine 1870/71 gefallenen Helden Ausdruck
gab. Unter dem Vortrag des Niederländiſchen
Dank=
gebets „Wir treten zum Beten” legten die Vorſitzenden
der 6 Krieger=Vereine und des Marinevereins
Darm=
ſtadt prächtige Lorbeerkränze mit rot=weißen
Widmungs=
ſchleifen am Denkmal nieder. Mit einem ſtillen Gebet
der Teilnehmer ſchloß die ergreifende Gedächtnisfeier.
An dem geſchmückten Denkmal der verſtorbenen
franzöſi=
ſchen Krieger fand ebenfalls eine Gedächtnisfeier ſtatt,
bei der Herr Pfarraſſiſtent Lautenſchläger den in fremder
Erde ruhenden Kämpfern in ehrenden Worten gedachte.
Mit einem Choral „Wie ſie ſo ſanft ruhen” ſchloß die
einfache und würdige Feier. Hierauf begaben ſich die
Vereinigten Krieger=Vereine nach dem Beſſunger
Fried=
hof, um auch die dortigen Kriegergräber zu ſchmücken.
An dem Denkmal der verſtorbenen deutſchen Soldaten
hielt Herr Pfarrer Wagner eine Gedächtnisrede, in der
er auf die großen Opfer des Krieges 1870/71 hinwies
und in Dankbarkeit des großen Kaiſers und ſeines
Kanz=
lers gedachte. Auch hier wurden Lorbeerkränze
nieder=
gelegt und an den Gräbern der verſtorbenen Franzoſen
eine kurze Gedächtnisfeier abgehalten. Um 10 Uhr
mar=
ſchierten die Vereine in die Stadt zurück.
nn. Der Kavallerie=Verein Darmſtadt hielt am
Samstag abend in den feſtlich geſchmückten Räumen des
Reſtaurants „Zum Krokodil‟. Eliſabethenſtraße, ſeine
Gravelottefeier mit Sommerfeſt ab, zu der
Kameraden und zahlreiche Ehrengäſte erſchienen waren.
Der Vorſitzende, Kamerad Monnard gedachte in
ſeiner trefflichen Feſtrede der tapferen Krieger von
1870/71 und brachte auf den Lenker des Deutſchen Reiches,
Kaiſer Wilhelm II., ein dreifaches Hurra aus. Ein
reich=
haltiges Programm mit Geſangs= und Muſikvorträgen
verſchönten die Feier, die ſich bis in die Morgenſtunden
ausdehnte und allen Teilnehmern in froher Erinnerung
bleiben wird.
— Unfall. Geſtern vormittag 10 Uhr wurde an der
Kreuzung der Griesheimer und Groß=Gerauer Chauſſee
ein Arbeiter aus Rimhorn i. O. von Radfahrern
über=
rannt und trug eine ſchwere Kopfverletzung davon. Er
wurde von der Rettungswache mittelſt Krankenwagens
nach dem ſtädtiſchen Krankenhaus verbracht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 17. Aug. Die „Norddeutſche Allgem. Ztg.”
wendet ſich in ihrem wöchentlichen Rückblick gegen die
ſozialdemokratiſche Preſſe, die nach jener
klaſſenkämpferiſchen Art, die ſelber nicht die einfachſte
Gerechtigkeit üben mag, an der Unwahrhaftigkeit
feſt=
zuhalten ſuchte, daß das Grubenunglück in Gerthe keinen
„hinreichenden” Einfluß auf den Verlauf der
Jubiläums=
feiern in Eſſen ausgeübt hätte.
* Wilhelmshöhe, 18. Auguſt. Das Kaiſerpaar
unternahm geſtern nachmittag eine Automobilfahrt nach
der Edertalſperre. Der Kaiſer beſichtigte die
Sperre und ließ ſich von dem Bauleiter Vortrag über die
Arbeiten halten. In der Nähe der Sperre wurde der Tee
genommen. Staatsſekretär v. Kiderlen traf geſtern
in Wilhelmshöhe ein und nahm an der Abendtafel teil.
Prinz Heinrich traf heute morgen 5.40 Uhr in
Wil=
helmshöhe ein, wo er bis heute abend verbleibt.
Vormit=
tags nahmen die Majeſtäten, Prinz Heinrich und die
Prin=
zeſſin Viktoria Luiſe mit ihren Umgebungen am
Gottes=
dienſt in der Schloßkapelle teil. Um 1 Uhr fand
anläß=
lich des Geburtstages des Kaiſers Franz
Joſef ein Frühſtück bei dem Kaiſerpaar ſtatt, wozu auch
die Herren der öſterreichiſch=ungariſchen Botſchaft geladen
waren. Im Verlauf des Mahls brachte der Kaiſer,
wel=
cher öſterreichiſche Feldmarſchalls=Uniform trug, folgenden
Trinkſpruch aus: Ich bitte Sie, Ihre Gläſer zu
er=
heben. Es gilt Seiner Majeſtät dem Kaiſer von
Oeſter=
reich und König von Ungarn, dem wir alle, auch
außer=
halb der Grenzen ſeines Landes, von Herzen Verehrung
und Liebe zollen, es gilt meinem treuen Freund und
mei=
nem feſten verbündeten Waffenbruder, dem Vorbild und
dem verkörperten Pflichtgefühl in der Arbeit für ſein Volk
und ſein Land. Gott ſchütze, erhalte und ſegne ſeine
Ma=
jeſtät den Kaiſer und König! Nach der Tafel hielten die
Majeſtäten im Gartenſaal Cerche.
Der Kaiſer gedenkt morgen früh ſeine Reiſe nach
Frankfurt a. M., Cronberg und Mainz anzutreten. Die
Kaiſerin verbleibt in Wilhelmshöhe. Das Gefolge des
Kaiſers für Frankfurt beſteht aus dem Oberhofmarſchall
Graf Eulenburg, Hofmarſchall Graf Platen=Hallermund,
Generaladjudant Generaloberſt v. Pleſſen, dem
Flügel=
adjudanten Oberſtleutnant Mutius, Major Caprivi, dem
Chef des Zivilkabinetts Wirklichen Rats v. Valentini,
Geſandter Freiherr v. Jeniſch, Oberſtallmeiſter Freiherr
Reiſchach, Leibarzt Oberſtabsarzt Dr. Niedner und Haupt=
Majeſtäten im Gartenſaal Cercle.
* Köln, 17. Aug. Die „Kölniſche Zeitung” ſchreibt
aus Berlin: Der japaniſche Geſchäftsträger
Botſchaftsrat Habta, überreichte heute eine Note die
ſehr herzlich für die Entſendung des Prinzen Heinrich
zu den Trauerfeierlichkeiten dankt. Die Note hat
folgen=
den Wortlaut: „Der Kaiſer, des Unterzeichneten
aller=
gnädigſter Herr, vernahm tief gerührt, daß der deutſche
Kaiſer allergnädigſt geruhte, den Prinzen Heinrich als
Vertreter zu den bevorſtehenden Trauerfeierlichkeiten zu
entſenden. Der Unterzeichnete wird demnächſt beauftragt,
den Ausdruck des herzlichſten Dankes für die durch die
Entſendung eines ſo nahen Verwandten allergnädigſt
bezeigte innige Teilnahme zu Füßen zu legen.
* Dresden, 17. Aug. Das Schöffengericht verurteilte
den Vorſitzenden der ſozialdemokratiſchen Partei in
Sachſen, Landtagsabgeordneten Sindermann, wegen
Be=
leidigung des preußiſchen und des ſächſiſchen
Offiziers=
korps durch eine am 27. April in einer öffentlichen
Ver=
ammlung gehaltene Rede zu drei Monaten
Ge=
fängnis.
* Wien, 18. Aug. Als Weihbiſchof Pfluger
ſich in Begleitung eines Dieners um ½11 Uhr vormit=
tags im Ornat vom fürſterzbiſchöflichen Palais in die
Stephanskirche zum Hochamt anläßlich des
Geburts=
tages des Kaiſers begab, wurde er vor der Kirche von
einem Individuum durch einen Meſſerſtich
ver=
letzt. Die Verletzung iſt anſcheinend leicht. Der Täter,
der ſofort verhaftet wurde, iſt nach den vorgefundenen
Papieren der 27jährige Hermann Prinz. Er befand ſich
früher einmal in einer Irrenanſtalt.
* Prag, 17. Aug. Der Diebſtahl in
Karlsbad=
ſtellt ſich nach den Abendblättern als nicht ſo ſchwer
heraus, wie urſprünglich gemeldet wurde. Geſtohlen
worden iſt ein Reiſekoffer mit rund 1100 Kronen in bar
und Wertpapieren als Inhalt. Eigentümer des Koffers
iſt der Karlsbader Kurgaſt Burton aus London.
* Vichy, 17. Aug. Muley Hafid iſt hier
einge=
troffen.
* Konſtantinopel, 17. Aug. Hier werden von
an=
ſcheinend beachtenswerter Seite Informationen verbreitet,
nach denen zwiſchen der Türkei und Italien nichtoffizielle
Beſprechungen wieder aufgenommen werden, um
feſtzuſtellen, ob es möglich ſei, Grundlagen für offizielle
Friedensverhandlungen zu finden.
* Waſhington, 17. Aug. Präſident Taft
er=
klärte heute, er wäre ſich noch nicht klar darüber, ob er
die Panamakanalbill unterzeichnen könne. Er
würde früheſtens in der nächſten Woche ſeine Entſcheidung
darüber treffen.
*Waſhington, 18. Aug. Das
Repräſentanten=
haus nahm den Bericht der Kommiſſion beider Häuſer
über die Panamakanalbill an. Präſident Taft
er=
klärte, die Beſtimmung, daß amerikaniſche Schiffe
ge=
bührenfrei ſein ſollen, würden den Vereinigten Staaten
wahrſcheinlich Schwierigkeiten bereiten. Er empfehle ein
Amendement, das fremden Nationen geſtattet, die Frage
der Gebührenfreiheit von amerikaniſchen Gerichtshöfen
prüfen zu laſſen.
— Berlin, 17. Aug. Der „Täglichen Rundſchau”
zufolge beſteht die Abſicht, vom 25. Regierungsjubiläum
des Kaiſers ab, das bekann Lh im nächſten Jahre
ſtatt=
findet, ein neues Kaiſerbildnis auf ſämtlichen
Gold= und Silbermünzen, die von dieſem
Zeit=
punkt ab in den Verkehr gelangen, zu prägen. Das
Kaiſerbildnis auf den jetzt im Verkehr befindlichen
Münzen ſtammt aus dem Beginn der Regierungszeit
unſeres Kaiſers und ſtellt dementſprechend den Kaiſer
in jugendlichem Alter dar. Es ſoll nun ein neues
Por=
trät des Kaiſers aufgenommen werden, das ſich von
dem Bildnis auf den jetzt im Verkehr brfindlichen
Münzen nicht nur durch das Alter, ſondern auch dadurch
unterſcheidet, daß Hals= und Bruſtſtück bekleidet ſind,
und zwar vorausſichlich mit der Uniform der Garde=
Küraſſiere. Mit der Ausführung des neuen
Kaiſer=
bildniſſes, mit der der bekannte Medailleur Profeſſor
Sturm betraut iſt, dürfte bald begonnen werden.
H. B. Berlin, 17. Aug. In dem Juwelengeſchäft
von Hermann Kerſten in der neuen Wilhelmſtraße
dran=
gen Einbrecher nachts ein, wurden aber mitten in der
Arbeit von einem Wächter überraſcht und flüchteten durch
eine Nebentür. Sie ließen eine Handtaſche zurück, in der
ſich ihre Beute in Höhe von 30000 Mark befand.
H.B. Berlin, 17. Aug. Zu der Schreckenstat in einem
Vorortzuge wird noch berichtet, daß es bisher nicht
gelungen iſt, den Attentäter zu ermitteln. Auf ſeine
Er=
greifung ſind vom Regierungspräſidenten von Potsdam,
ſowie von der königlichen Eiſenbahndirektion Berlin je
1000 Mark, alſo zuſammen 2000 Mark, ausgeſetzt worden.
H. B. Hamburg, 17. Aug. Der von England
ausge=
lieferte Deutſche Stallmann, der unter dem
Ver=
dacht des Falſchſpieles in London verhaftet wurde, iſt
heute früh hier angekommen und nach Berlin weiter
trans=
portiert worden.
H. B. Danzig, 17. Aug. Die für den 1. Oktober
ange=
kündigte Verſetzung des Kronprinzen nach
Königsberg i. Pr. und ſeine Ernennung zum Oberſten
und Kommandeur des Grenadier=Regiments Kronprinz
wird nicht erfolgen. Vielmehr wird der
Thron=
folger in das Garde=Korps zurückkehren. Mitbeſtimmend
hierfür iſt der nicht ganz befriedigende Geſundheitszuſtand
der Kaiſerin, deren Vertretung vielfach die Kronprinzeſſin
wird übernehmen müſſen.
— Eſſen (Ruhr), 18. Aug. In Meſum in
Weſt=
falen zerſtörte ein Großfeuer die Gröning’ſche
Spin=
nerei vollſtändig. Der Schaden beläuft ſich auf 500000
Mark
H. B. Cour Meyeur (Schweiz), 17. Aug Die Leichen
des verunglückten Profeſſors Jones und ſeiner Gattin,
ſowie des Schweizer Bergführers Tuffer ſind geſtern
auf=
gefunden worden. Sie lagen in einer Felsſpalte. Alle
drei waren furchtbar entſtellt. Die Verunglückten
kennten nur unter großen Schwierigkeiten zutage
ge=
bracht werden. In Cour Meyeur wurde eine Kapelle
er=
richtet, welche die Leichname aufnehmen ſoll.
H. B. Antwerpen, 18. Aug. Ein peinlicher
Zwi=
ſchenfall ereignete ſich geſtern nachmittag im
Antwer=
pener Hafen. Kurz vor der Abfahrt des
franzöſi=
ſchen Panzerſchiffes „Marſeille”
deſertier=
ten etwa 40 Matroſen des Kriegsſchiffes und
beſchimpf=
ten die Offiziere von den Kaimauern unter den Augen
einer nach Tauſenden zählenden Volksmenge, ſowie in
Anweſenheit zahlreicher deutſcher Matroſen von der
Viktoria Luiſe” Mehrere der Deſerteure riſſen ihre
Rangabzeichen mit den Zähnen von den Aermeln und
ſchleuderten ſie in die Schelde. Das Publikum nahm
entſchieden Stellung gegen die Deſerteure, die vielfach
bedroht wurden. Einige belgiſche Matroſen forderten ſie
heraus und hätten ihnen übel mitgeſpielt, wenn nicht die
Hafenbehörden eingeſchritten wären. Die „Marſeille‟
dampfte unter Hochrufen der Volksmenge auf Frankreich,
auf die „Marſeille” und auf die franzöſiſche Marine
ab=
während die Mannſchaft der „Marſeille” die noch an
Bord geblieben war, Hochrufe auf Belgien ausbrachte.
Die Deſerteure beklagen ſich über die ſchlechte Koſt, über
zu ſtrenge Diſziplin an Bord und über das Benehmen
ver Offiziere ihnen gegenüber. Eine Anzahl der
deſer=
tierten Matroſen hat bereits an Bord fremder Schiffe
Dienſt genommen. Viele von ihnen durchziehen die
Straßen der Stadt und die Wirtshäuſer und ſind zum
rößten Teil betrunken. Der Zwiſchenfall hat in allen
Kreiſen äußerſt peinliches Aufſehen hervorgerufen.
H. B. Toulon, 17. Aug. Der Sohn des ehemaligen
Miniſters des Aeußern de Selves wurde von einem
tödlichen Unfall betroffen. Von einem eine ſteile
Straße hinauffahrenden Straßenbahnzug löſte ſich der
Anhängewagen und lief mit großer Geſchwindigkeit die
Straße zurück. An einer Kurve ſprang er aus dem
Gleiſe und rannte gegen die Ecke eines Hauſes. An
die=
ſer Stelle befand ſich de Selves gerade auf dem Trotkbir.
Seine Verletzungen ſind ſo ſchwer, daß die Aerzte für ſein
Leben fürchten.
H.B. Petersburg, 18. Aug. Die Richtigkeit der
Mel=
dung des Rjetſch, die franzöſiſch=ruſſiſche Marine=
Konpention ſei vor der Abreiſe des franzöſiſchen
Miniſterpräſidenten unterzeichnet worden, iſt noch nicht
beſtätigt, doch iſt ſo viel ſicher, daß die in Paris
unter=
brochenen Unterhandlungen ſoweit gediehen ſind, daß
ſie als abgeſchloſſen betrachtet werden können.
Umſo=
mehr iſt man daher in gewiſſen Kreiſen über die
Be=
hauptung deutſcher Blätter erſtaunt, nach der Fürſt
Lieven nur zufällig nach Paris gekommen ſei und nichts
zu unterzeichnen gehabt hätte.
H. B. Petersburg, 18. Aug. In dem Petersburger
Stadtteil Likowskajaſtürzte geſtern ein
ſechs=
ſtöckiger Neubau ein, 15 Perſonen wurden tot,
50 ſchwer verwundet aus den Trümmern hervorgezogen.
Auch ein Feuerwehrmann erlitt bei den
Aufräumungs=
arbeiten ſchwere Verletzungen.
— Tanger, 17. Aug. Die „Köln. Ztg.” meldet, daß
einer der Räuber, der im Zuſammenhang mit der
Er=
mordung des Deutſchen Opitz gefangen
ge=
nommen worden war, folgende Ausſage machte: Er
habe zuſammen mit ſeinem Spießgeſellen Opitz auf
einem Maultiere geſehen, wie er die Früchte eines
Bau=
mes betrachtete. Einer der entkommenen Banditen habe
ihn dann durch den Kopf geſchoſſen. Opitz ſei ſofort
tot geweſen. Der Mörder ritt darauf zur Leiche und
durchſuchte die Taſchen des Toten. Der verhaftete
Straßenräuber iſt ein mehrfacher Mörder. Die
Ver=
haftung der übrigen Mitglieder der Bande iſt angeſichts
der Lage im Süden Marokkos äußerſt ſchwierig.
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Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Familie Theodor Dilling,
Darmſtadt,
Familie Heinrich Dilling,
Schotten.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet am Montag, 19. Aug.,
nachmittags um 4 Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus, ſtatt.
Unterfertigter C. C. erfüllt hiermit die
traurige Pflicht, ſ. I. A. H. A. H. und ja. Cb.
ja. Cb. von dem am 2. Auguſt 1912 zu New=
York erfolgten Ableben ſ. I. A. H., des
Architekten
Herrn J. H. Schäfer
(XXX) rec. 1878
(Frankoniae — Karlsruhe XX, X)
geziemend in Kenntnis zu ſetzen. (17354
Der C. C. der „Hassia” zu Darmstadt
i. A.: W. Poppe (X).
Dankſagung.
Für die uns beim Ableben unſeres Vaters
Karl Magel
erwieſene Teilnahme ſagen wir unſeren
herz=
lichſten Dank.
(17388
Oberlehrer Gustay Magel,
Rechnungsrat Reinhard Magel.
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief nach langem, ſchwerem Leiden
unſer guter Vater, Schwiegervater und
Groß=
vater
(17387
Friedrich Heppenheimer
im 51. Libensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarete Heppenheimer,
geb. Adam,
Familie Georg Häußer,
Georg Heppenheimer,
Luiſe Heppenheimer.
Darmſtadt, 17. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 19. Auguſt,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des Friedhofs
aus, ſtatt.
Tageskalender.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Ausſtellung des Deutſchen Holzarbeiter=Verbandes
Grafenſtraße 30.
Gravelottefeier ehemaliger Pflegerinnen von
1870/71 um 3½ Uhr auf dem „Heiligen Kreuz”
Konzerte: „Perkeo” um 8 Uhr. — Singſpielhaus
„Metropol” um 8 Uhr.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt”
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23.)
Kaiſer Wilhelm in der Kolonie Altenhof aus Anlaß
der Jahrhundertfeier der Kruppſchen Werke; Porträts
vom Tage; Kaiſer Wilhelm auf der Unglücksſtätte des
Grubenunglücks auf der Zeche Lothringen; die
Ange=
hörigen der Verunglückten vor dem Zechengebäude; die
Beſtattung der Todesopfer.
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Sprechſtunden: Montags und Donnerstags ½5—6 Uhr,
Dienstags und Freitags 4½—6 Uhr. —
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kmt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die „Redaktion des Tagblatts” zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind
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fügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
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verlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
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15. Auguſt 11 Uhr 40 Minuten
morgens Cuxhaven paſſiert. —
Dampfer „Kaiſerin Auguſte
Vik=
toria” nach New=York, 15. Auguſt
11 Uhr morgens Cuxhaven paſſiert.
— Dampfer „Blücher” von dem
La Plata kommend, 16. Auguſt
1 Uhr nachts in Hamburg. —
Dampfer „Grnnewald”, nach
Weſt=
indien, 15. Auguſt St. Michaels
paſſiert. — Dampfer „König
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helm II.”, nach dem La Plata,
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Rotter=
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Wander-Ausstellung des Deutschen Holzarbeiterverbandes
vom Sonntag, 11. August bis Samstag, 31. August
In der stadt. Curnhalle, Grafenstr., Eingang Elisabethenstr.
Gesffnet von 9—1 und 4—9 Uhr, Sonntags von 9—9 Uhr ununterbrochen.
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Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos.
DeutſchnationalerKandlungsgehilfen=Verband
Ortsgruppe Darmſtadt.
Herr Richard Döring, Hamburg
der II. Verbandsvorsteher des D. H. V.
ſpricht am
Dienstag, den 20. Anguſt, abends 9 Uhr
im Saale „Zur Stadt Pfungstadt‟
über das Thema:
Wie wahrt der Handlungsgehilfe am beſten ſein. Untzen
iher iner Feuten unh Metetienitentg,
Die Tagesordnung iſt für jeden Handlungsgehilfen von
(17376
größter Wichtigkeit.
Es darf daher kein Kollege verſäumen, dieſem Vortrag
beizuwohnen.
Der Vorstand.
Orisgemrerbverein Barmsſadf.
An den Tagen vom 23. bis inkl. 26. Auguſt findet eine
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Beſichtigung der Ausſtellung
Der Mensch‟
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ſtatt. — Karten zu dem ermäßigten Preiſe von 50 Pfg. gegen
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zeigen der Mitgliedskarte von Donnerstag, den 22., an bei Herrn
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Während mein. Abweſenh.
vom 19. d. M. ab werden die Herren
S.=R. Dr. Barthel, Frankfurterſtr. 16,
Dr. Gros, Riedeſelſtr. 21,
br. Aeper, Hügelſtr. 57,
S.=R. Dr. Hoffmann, Annaſtr. 40,
Dr. Koepke, Kiesſtr. 90,
Dr. Noellner, Hölgesſtr. 12,
Dr. Schiffer, Hoftheaterplatz 2,
Dr. Stor, Hochſtraße 60
die Güte haben, mich ärztlich zu
vertreten (173830i
S.-R. Dr. Habicht.
Während meiner
Zbweſen=
heit werden die Herren:
Dr. Draudt, Heinrichſtraße 17,
Dr. Langsdorf, Hügelſtraße 11,
Dr. Orth IV., Landwehrſtraße 12,
Dr. Schiffer, Hoftheaterplatz 2.
Dr. Schneider, Wenckſtraße 10,
Dr. Vidal, Stiftſtraße 11 (*3886gim
die Güte haben, mich in meiner
ärztlichen Praxis zu vertreten.
Dr. Wissmann.
Jährend meiner Abweſenheit
haben folgende Heren die
Güte, mich zu vertreten:
Dr. Dietz, Karlſtr. 83,
Dr. Gros, Riedeſelſtr. 21,
Dr. Heyer, Hügelſtr. 57,
Dr. Hof, Roßdörferſtr. 19 (nach
ſeiner Rückkehr),
San.=Rat Dr. Kolb,
Riedeſel=
ſtraße 23,
Dr. Machenhauer,
Riedeſel=
ſtraße 52, (K17369
Dr. Schneider, Wenckſtr. 10.
Sau.-Rat Dr. Schefers.
Vonder Reiſe zurück
Dr. Heyer.
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Kaplanei=
lgaſſe Nr. 5.
(*3692sos
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die
Geſchäftsräume der Betriebsverwaltung der früheren Städtiſchen
Straßenbahn und der Darmſtädter Dampfſtraßenbahn am 1. September
ds. Js. nach Luiſenſtraße 22 verlegt werden. (Fernſprecher Nr. 90.)
Alle Zuſchriſten und Anfragen an unterzeichnete Stelle ſind
künftig an dieſe Adreſſe zu richten.
Der Verkauf von Monats=, Schüler= und Arbeiterkarten
er=
folgt vom 21. ds. Mts. ab Luiſenſtraße 22 während der
Kaſſen=
ſtunden von 8—12 und von 3—6 Uhr.
Die bisherige Verkaufsſtelle Neckarſtraße 5 wird vom genannten
Tage an aufgehoben.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1912.
(17335a
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft
Die Direktion:
Möller.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 22. Auguſt I. J., vorm. 9 Uhr,
verſteigere ich im Hauſe
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auf freiwilligen Antrag der Erben die zum Nachlaß des Herrn Dr.
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tiſch, 1 Silberſchrank, 1 Bücherſchrank, 1 Spiegelſchrank, 2
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ſchränkchen, 1 Eckſchrank, 1 Kleider= und 1 Weißzeugſchrank,
1 Ausziehtiſch (alle nußb. poliert), verſchiedene andere Tiſche,
Zier= und Bauerntiſche, ſowie Stühle, 1 Weinſchrank, 1 Eisſchrank,
1 mittelgroßer Kaſſenſchrank, ſowie ſonſt. kleine Möbel, 1 nußb.
pol. Bettſtelle mit Sprungfeder= u. Roßhaarmatratze, 1
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bett, 2 Nachttiſche, verſch. Gartenmöbel, 1 Grasſchneidemaſchine,
Waſchbütten, verſchiedene Spiegel, Bilder, Figuren, Nippſachen,
1 Gaslüſter, 1 Zuglampe, ſämtliche Vorhänge, Teppiche und
Decken ꝛc., 2 Regulateure und 1 geſchn. Wanduhr, verſchiedenes
Weißzeug und die geſamten Küchenmöbel.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(17381om
Darmſtadt, den 19. Auguſt 1912.
Ernst Wolk, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62 am Kapellplatz.
Grosht. fechnische Hochschule zubarmstadt.
Abteilungen für Architektur, Ingenieurwesen, Maschinenbau,
Papierfabrikation, Elektrotechnik, Chemie (Elektrochemie und
Phar-
mazie). Allgemeine Abteilung (insbesondere für Mathematik und
Naturwissenschaften). Kursus für Geometer I. Klasse, Prüfungen
zur Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs und der Würde
eines Doktor-Ingenieurs. Fachprüfungen, Reichsprüfung für
Phar-
mazeuten und Nahrungsmittel-Chemiker (Gegenseitige
Anerken-
nung der Diplom-Vor- und Hauptprüfung in Hesen un d Preussen
für den Staatsdienst im Hochbau-, Ingenieurbau- und
Maschinen-
baufache). Beginn des Studiums im Herbst oder zu Ostern.
Auf-
nahmen vom 18. Oktober bis 18. November. Begiun des
Unter-
richts 22. Oktober. Programm gegen postfreie Einsendung von
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Hessische Handelslehranstalt
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I. Einjährige Handelsschule mit vollem
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unterricht.
II. Halbjahrkurse zur Vorbereitung für den kaufm.
Beruf.
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Das Wintersemester beginnt Dienstag, den 8. Oktober.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilhelm Siedersleben,
staatl. geprüfter Handelslehrer.
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Biele Jahre litt ich an einer naſſen
Wanderſiechte, verſuchte vieles, aber
alles umſonſt., bis ich 1904 in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
* Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dauk
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wolle,
od der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darſ.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
ſeiden angewandt und iſt in Doſen 2
Mr. 1.15 und M. 2.2b inden Apotheken
vorrätig; aber nur echt in
Original=
baltng, weibegrehn et uns Ame
Schubert 4 Co., Weindöhla=Dreiden.
Falſchungen weiſe man zurück.
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(*3827
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halber billig zu verkaufen.
Wo? ſagt die Exped. (*3828
4 junge, rein ſchwarze Spitze
2,1 mit Mutter, prima
Stamm=
baum, f. Villenbeſitzer ſehr zu empf.,
da ſehr wachſ. u. unbeſtechl., abzug.
*3651fso) Dieburgerſtr. 2, 3. St.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
cher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
fmden ſich: 1 Spitzhund, 1 Dobermann. 2 Dobermann, 1 Boxer
ugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5 Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
aus=
gelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
Uhr, ſtatt.
(17347
Bekanntmachung.
Die hauptſächlich unter der Schuljugend vielfach verbreitete,
ficht ſcharf genug zu verurteilende Unſitte, Hebäude,
Einfriedig=
ungen ꝛc., namentlich ſolche mit friſchem Anſtrich, durch Beſchmieren
pait Kreide, Schmutz uſw. zu verunreinigen, hat in letzter Zeit
wie=
her überhand genommen.
Wir ſehen uns daher veranlaßt, vor ſolchen Ausſchreitungen
grneut eindringlichſt zu warnen, ſowie an Lehrer, Eltern,
Vormün=
der uſw. das dringende Erſuchen zu richten, die ihrer Obhut
unter=
ſrellten Kinder mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln von
der=
artigem Unfug abzuhalten.
Das Aufſichtsperſonal iſt angewieſen, die Schuldigen im
Be=
tretungsfalle unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der
Strafunmündigkeit der betreffenden Kinder aber die Beſtrafung ihrer
Eltern, Vormünder uſw. nach § 44 des Polizeiſtrafgeſetzes herbeizuführen.
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1912.
(17346
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
„Angeſtelltenverſicherung”.
Für die in der nachſtehenden Bekanntmachung des Großh.
Kreisamtes unter b genannten Verſicherten werden die Aufnahme=
und Verſicherungskarten im ſtädtiſchen Bureau Waldſtraße 6,
Zimmer Nr. I vorm. 8 bis 12 Uhr und nachm. 3 bis 5 Uhr
aus=
gegeben.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1912.
(17025a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Wir machen wiederholt auf das vorausſichtlich am 1. Januar
1913 in Kraft tretende Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte (
Reichs=
geſetzblatt von 1911 S. 989) aufmerkſam und verweiſen auf unſere
Bekanntmachung vom 5. Juni 1912 (Amtsverkündigungsblatt Nr. 69)
Ziffer 8 Abſ. 4.
Hiernach hat der zu Verſichernde die Abgabe einer Aufnahme=
und Verſicherungskarte bei der für ihn zuſtändigen Ausgabeſtelle zu
Heantragen und die Aufnahmekarte ſelbſt auszufüllen.
Durch Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern vom
11. Juli 1912 ſind als Ausgabeſtellen beſtimmt:
a) für Verſicherte, die nach dem Vierten Buch der
Reichs=
verſicherungsordnung verſichert ſind, diejenigen Stellen,
die für die Ausſtellung der Quittungskarten zuſtändig
ſind (die zur Zeit noch beſtehenden
Gemeindekranken=
verſicherungen, Orts=, Betriebs= und Innungskrankenkaſſen),
b) für alle übrigen Verſicherten die Großh.
Bürger=
meiſtereien.
Wir fordern alle in Betracht kommenden Verſicherungspflichtige
auf, bei der für ſie zuſtändigen Ausgabeſtelle eine Aufnahmekarte,
Der eine kurze Belehrung über die Ausfüllung der Aufnahme= und
Werſicherungskarte beigefügt werden wird, abzuholen und nach deren
Ausfüllung zum Zweck der Ausſtellung einer Verſicherungskarte der
Ausgabeſtelle wieder zurückzugeben.
Es empfiehlt ſich für die Verſicherten, ſich alsbald Verſicherungs=
Karten zu beſorgen, da zu den im Monat Oktober ſtattfindenden
Wahlen der Vertrauensmänner der Angeſtelltenverſicherung nur ſolche
Verſicherte zugelaſſen werden, die im Beſitz einer Verſicherungskarte ſind.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des
Waſſer=
trohrnetzes in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
fin der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
rvorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 19. zu Dienstag, den
20. Auguſt 1. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke 1 und II.
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der
Bismarck=
ſtraße, weſtlich vom Paradeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraße
zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und Wilhelminenſtraße, weſtlich des
Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße und
Heinrichs=
ſtraße, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der
Heinrichs=
ſtraße von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelberger=Straße, öſtlich
des Teiles der Heidelberger=Straße, zwiſchen Heinrichsſtraße und
Eſchollbrücker=Straße, nördlich der Eſchollbrücker=Straße, zwiſchen
Heidel=
berger=Straße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee von der
Eſcholl=
brücker=Straße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=
Bahn zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken
der Wilhelminenſtraße und der Heinrichsſtraße und die Nordſeite der
Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und Wilhelminenſtraße.
Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurter=Straße, zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße.
In der Nacht von Mittwoch, den 21. zu Donnerstag,
den 22. Auguſt 1. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke III und IV.
In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich
der Bismarckſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die
Straßenzüge nördlich der Holzhofallee und weſtlich der Main=Neckar=
Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden
mitge=
ſpült die Frankfurter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung
nach Arheilgen und die Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles
der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Heinkichs= und Rheinſtraße, ſüdlich
des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=
Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=Ludwigs=Platz und Marktplatz,
ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des Teiles der
Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des
Teiles der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der
Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs=
und des Marktplatzes und die Oſtſeite des Wilhelminenplatzes, ferner
wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 24. zu Sonntag, den
25. Auguſt l. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke VI und VII.
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw.
Alexander=
ſtraße und Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=,
Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz, ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis
zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen iſt die
Mathilden=
höhe, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
(17293so
Darmſtadt, den 14. Auguſt 1912.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 1. bis 15. Auguſt 1912:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 22.— bis 26.25
Korn
17.— „ 18.75
Gerſte
„ „ 18.25 „ 22.−
Hafer
19.75 „ 24.—
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 8 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.—
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 8.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 4.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 17. Außuſt 1912.
Broßh. Polizeiamt Darmſtadt.
Dünger=Verſteigerung.
Am Mittwoch, 21. Auguſt d. J.,
vormittags 11 Uhr,
werden im ſtädtiſchen
Schlacht=
ofe, Frankfurterſtraße Nr. 69,
etwa 12 Loſe Stalldünger
ver=
ſteigert.
(17181fo
Darmſtadt, 14. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Schulgeld=Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſinm, die Großh.
Liebigs= und die Großh.
Lud=
wigs=Oberrealſchule, die
Vor=
ſchule der Großh. Gymnaſien,
die Viktoriaſchule und das
Leh=
rerinnenſeminar, die
Eleonoren=
u. Frauenſchule ſowie die
Mittel=
ſchulen für das III.
Kalender=
vierteljahr 1912 iſt — bei
Mei=
dung des Beitreibungsverfahrens
— bis Ende I. Mts. an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu entrichten.
Darmſtadt, 2. Auguſt 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (16665a
Nächste Verlosungen.
Rote Kreuz-Geldlotterie, Los 1 M.
Ziehung 24. Auguſt 12;
Künstler-Wohlfahrtslotterie, 1 M.
Ziehung 11. u. 12. Sept. 12;
Alsfelder Geldlotterie, Los 1 M.
Ziehung 11. u. 12. Sept. 12;
empfiehlt und verſendet
Philipp J. Schmidt
Königl. Preuß. Lotterie=
Ein=
nehmer, Darmſtadt,
Rhein=
ſtraße 33, Tel. 127. (16293a
Die Zöbrucharbeiten
Ludwigshöhſtraße 28 ſollen
ver=
geben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 20. Auguſt 1912,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(17178fs
Darmſtadt, 14. Auguſt 1912.
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schlägigen Artikel.
Ein gut erhalt. 2eräd. Hand=
Feder=
wagen zu verkauf. Eliſabethen=
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ſtraße 43.
Die Feier des Ludwigsfeſtes in der
Knaben=Arbeits=Anſtalt
findet Samstag, den 24. Auguſt, nachmittags 3 Uhr, ſtatt.
Die Eltern und Lehrer der Kinder, die die Anſtalt beſuchen,
ſowie alle Freunde der Anſtalt werden hierzu freundlichſt eingeladen.
Zur Unterhaltung der an dem Feſte Teilnehmenden wird, wie
in den früheren Jahren, eine Verloſung ſtattfinden. Jedes Los
gewinnt einen Blumenſtock.
Loſe zu 20 Pfg. ſind von jetzt ab bis zum 23. d. Mts.
ein=
ſchließlich im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, zu erhalten. Am Tage des
Feſtes werden die Loſe nur in der Knaben=Arbeits=Anſtalt verabfolgt.
Damit die dem Feſte Beiwohnenden den Spielen der Knaben
ungeſtört zuſehen können, wird für beſondere Sitzplätze geſorgt werden.
Getränke, Kuchen und andere Speiſen ſind, wie in früheren
Jahren, erhältlich.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1912.
(17343od
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Impftermin.
Dienstag, den 13. d. Mts., ſowie an den folgenden
Diens=
tagen, nachmittags 4 Uhr beginnend, finden in dem
Mädchen=
ſchulhauſe Beſſunger Straße 67 öffentliche und unentgeltliche
Impf= und Nachſchautermine für die Kinder des Beſſunger
Stadt=
bezirks ſtatt.
Impfpflichtig ſind alle im vorigen Jahre geborenen, ſowie die
aus früheren Jahrgängen mit der Impfung im Rückſtande
verblie=
benen Kinder.
Ich mache noch beſonders darauf aufmerkſam, daß aus einem
Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Krupp, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige
Entzün=
dungen oder die natürlichen Pocken herrſchen, die Impflinge zum
allgemeinen Termin nicht gebracht werden dürfen, und daß die Kinder
zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit reinen
Kleidern gebracht werden müſſen.
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1912.
(16737a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Darmſtädter Herbſtmeſſe 1912.
Für die vom 22. September bis 1. Oktober 1912 dauernde
Herbſtmeſſe und die am 22., 23. und 29. September d. Js.
ſtatt=
findende Beſſunger Kirch= und Nachkirchweihe werden die folgenden
Plätze auf dem Wege des ſchriftlichen Angebots vergeben.
a) Herbſtmeſſe:
1. für ein Dampfkaruſſell bis 18 m Durchmeſſer,
2. für zwei Karuſſells oder Schaukeln (ohne Dampfbetrieb) bis
12 und 15 m Durchmeſſer,
3. für ein Hippodrom oder großes Schaugeſchäft bis 22 m
Durchmeſſer,
4. für einen Kinematographen oder ein Schaugeſchäft bis 25 m
Front und 12—14 m Tiefe (einſchl. Stützen),
5. für mehrere Schaubuden in verſchiedenen Größen,
6. für mehrere Schießbuden und
7. für eine Photographiebude.
b) Beſſunger Kirch= und Nachkirchweihe:
1. ein Platz von 11 m Durchmeſſer für Karuſſell oder Schaukel
ohne Dampfbetrieb,
2. ein Schau= oder Schießbudenplatz bis 8m Front und 6m Tiefe.
Die Bedingungen mit Angebotſchein und Plan ſind gegen
Einſendung von 50 Pfg. von mir zu beziehen. Sie liegen nebſt dem
Plan auch bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter (Räthaus am Marktplatz)
zur Einſicht offen.
Allen Angeboten ſind genaue Angaben über die Größe und
die einzelnen Abmeſſungen der Geſchäfte beizufügen. Angebote auf
Schaubudenplätze müſſen außerdem eingehende Angaben über die
Art des Unternehmens enthalten.
Angebote ſind, unter Verwendung der vorgeſchriebenen
An=
gebotsſcheine und mit der Aufſchrift „Angebot auf Meßplätze”
ver=
ſehen, bis ſpäteſtens
Dienstag, den 20. Auguſt, vormittags 11 Uhr,
einzureichen.
Die ſämtlichen übrigen Plätze werden
öffent=
lich verſteigert, und zwar:
1. mehrere Plätze für große Zuckerbuden von 8 X 2½ m,
Waffelbuden bis 9 X 4 m.
3. die ſämtlichen Plätze für Verkaufsbuden und
4. die Plätze für Geſchirr, Glas und Porzellan.
Die Verſteigerung findet ſtatt am Dienstag, den 3.
Sep=
tember, vormittags 9 Uhr, im oberen Lokal der Turngemeinde am
Woogsplatz.
Der Meßplan und die Verſteigerungsbedingungen liegen
bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 30. Juli 1912.
(16433a
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Schmitt.
Oktroi für Wein.
Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und Obſtwein
unterliegt der Oktroi=Abgabe.
Wer Wein und Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
Kelterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen
unter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung
be=
gonnen und beendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine
Be=
ſcheinigung erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit
der Aufſicht beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
zu jeder Zeit bereitwillig zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteten
Moſtes, ſowohl im Kelterhaus als im Keller, feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
entfernt werden.
Nach beendigter Kelterung wird der Oktroi von dem
herge=
ſtellten Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben.
Hierbei werden von der durch die Aufnahme ermittelten
Geſamt=
menge 5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom
30. November 1903, betreffend den Oktroitarif, vorgeſehene
Erleichte=
rung für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach
An=
leitung der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in
das die Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft
ein=
zuſchreiben iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen
eigen=
händig unterſchriebenen Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung
zuzuſtellen. Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung
des Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben
vor=
geſchriebenen Kelterregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
entweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
Hinterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von 2 Mk.
bis 30 Mk. geahndet.
(17378a
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
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Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
42.
Sie ſtanden miteinander am Fenſter und blickten in
die abendliche Welt. Der Oſten lag ſchon im tiefſten Blau
der kommenden Nacht, aber im Weſten flammten und
ſprühten noch die leuchtenden Garben des ſinkenden Lichts.
Frau Sonne ließ ihren Purpurmantel ſehr lang hinterher
ſchleppen, bis er in Wolkenſchleiern verſank.
Da ſchwiegen auch die Vögel im Park, als der letzte
Strahl geflogen kam, und die Fledermäuſe begannen ihren
nächtlichen Reigen.
Es wohnt eine Eule im Turm, berichtete Suſanne mit
leiſer Stimme und mit Augen, die ausſahen, als ob ſie
ein Waldmärchen geſehen hätten. Johann hat ſie geſehen.
Fürchteſt Du Dich vor ihr?
Ich mag das Getier nicht gern, das ſich im Dunklen
umhertreibt, antwortete ſie, trotzdem beugte ſie ſich weit
hinaus, um nach der Eule auszuſchauen. Da flog ein
dunkler Schatten vorbei, man fühlte es wie leiſes Wehen,
haſtig fuhr Suſanne zurück, ſie berührte mit ihrem Kopf
faſt die Bruſt des jungen Mannes, der hinter ſie getreten
war.
Verzeih, aber ich hatte mich ſo erſchreckt Ich will
Licht machen.
Ach nein, noch nicht, bat er. Er konnte ſich nicht
er=
ſättigen, das ſchöne Mädchen, mit der er in ſolch trauter
Gemeinſchaft hach über allem Menſchengetriebe ſaß, in all
ihrem Tun zu beobachten. Es war ihm, als ob ſie ſchon
längſt in ſeinem Leben ſtände, nichts berührte ihn fremd,
das Unnatürlichſte wäre ihm natürlich erſchienen, in ſolch
wunderſamer Stimmung befand er ſich. Von Zeit zu Zeit
ermannte er ſich, und es fiel ihm ein, daß es die einſtige
Braut ſeines Bruders war, die ſolche Macht über ihn
ge=
wann.
Er ſetzte ſich in den alten Lehnſtuhl, der an dem
Fen=
ſter ſtand, und Suſanne ſaß auf der Fenſterbrüſtung, ſo
ſahen ſie zu, wie die Sonne ſank, und die Welt in Dunkel
tauchte und Nacht. Sie hatten beide nicht acht, daß ein
grauer Schatten durch das Fenſter flog, das hinter ihnen
lag. Huſchend verſuchte die Fledermaus wieder den
Aus=
gang zu finden, aber das letzte Leuchten des Weſthimmels
blendete den Nachtvogel ſo, daß er die Haare Suſannes
ſtreifte und ſich mit den ſcharfen Krallen darein verfing.
Mit einem erſtickten Angſtruf fuhr Suſanne empor und
hätte faſt das Gleichgewicht verloren. Hans Arm hielt ſie
und riß ſie an ſeine Bruſt.
Die Fledermaus! ſchrie Suſanne, und erſt jetzt
be=
merkte Bagewitz das zappelnde Tierchen, das ſich gegen den
Befreier mit den ſcharfen Zähnen zu wehren verſuchte.
Halte ganz ſtill, ſagte er und zog ſie auf den
Lehn=
ſtuhl. Gleich habe ich ſie. Mit einem ſpitzbübiſchen Lächeln
wühlte er in ihrem Haar und zog dabei eine der großen
Schildpattnadeln nach der anderen aus den dichten Wellen,
bis die ganze dunkle Pracht den Rücken hinunterrollte
die befreite Fledermaus war derweil ſchon lange mit
ſäu=
ſelndem Wehen den alten Weg zurückgeflogen.
Erſt jetzt bemerkte Suſanne, daß er ſich mit ihr einen
Scherz gemacht hatte, ſie fand es jedoch für beſſer, es zu
ignorieren. Sie drehte raſch die Kurbel, das blendende
Licht des in der Mitte hängenden ſchmiedeiſernen
Kron=
leuchters flammte auf.
Schade, ſagte Hans, es war ihm, als ob die Pforte
eines Zauberreichs vor ihm zugeſchlagen worden wäre.
Großvater wird wohl beim Landrat eingekehrt ſein,
meinte ſie, da kann es ſehr ſpät werden. Wir wollen ruhig
ſchlafen gehen, Du wirſt auch müde ſein. Es war ſehr
rückſichtslos von mir, nicht eher daran zu denken, daß Du
eine lange Reiſe hinter Dir haſt.
Von Bremen bis hierher, ſpottete Bagewitz.
Aber in Hitze und Staub.
In China lernt man Schlimmeres kennen.
So ſollſt Du es in der Heimat eben beſſer haben.
Frauen behalten immer das letzte Wort.
Suſanne hatte derweil geklingelt, und als Johann
auf der Schwelle erſchien, den Gaſt zu geleiten, ſagte ſie,
ihm mit einem guten Lächeln die Rechte entgegenſtreckend:
So ſage ich Dir „Gute Nacht” und beſſere Dich.
Gute Nacht, Suſanne, ſchlafe ſchön und träume was
Gutes.
Wir wollen dasſelbe für Dich erhoffen.
Es blieb ihm nichts anderes übrig, als zu gehen, denn
der Diener wartete. Noch einmal erfaßte er das ſchöne
Bild der feſtlich geſchmückten ſchönen Frau mit dem
dunk=
len Mantel ihrer Frauenzierde unter dem ſchimmernden
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Kronlanher, der ſin kinwdaldes Siht auf ſie uanſt e
würde dieſen Anblick niemals vergeſſen.
Als er unten auf der Treppe verſchwunden war, und
Suſanne die Tür zuſchlagen hörte, ging ſie hinunter in
ihr Zimmer und verabſchiedete Dörthe, ſie brauchte keine
Hilfe. Wohl warf ſie, als ſie ſich entkleidete, noch einen
Blick in den großen Spiegel, aber ihre Gedanken waren
richt dabei, die malten ſich immer wieder das
wunder=
ſame Leben aus, wie es ſich geſtaltet hätte, wenn ſie nicht
den geraden Weg gegangen wäre, ſondern ſich auf
Um=
wegen dennoch ihr Glück erſchlichen hätte. Dann ſäße ſie
jetzt hier auf dem Schloß als geliebte Frau, und Hans
wäre ihr Schwager, Bruder und Freund.
Das letzte Wort, was ſie flüſterte, ehe der Schlaf ſie
übermannte, war: Friedrich Wilhelm!
Drunten im Park lief derweil Bagewitz noch lange
umher, bis ſein Kopf wieder kühl gewerden war, und er
ſich darauf beſann, was er ſich und ſeinem Bruder ſchuldig
war. Niemals durfte er die Hand nach der ausſtrecken,
die des Bruders Braut geweſen war, und die Friedrich
Wilhelm noch immer liebte.
Und Suſanne? — War der geliebte Mann bei ihr
noch unvergeſſen? Auch dieſes glaubte er, ſo ſchmerzlich
es für ihn war, bejahen zu müſſen. Ein troſtloſes,
bekla=
genswertes Geſchick, das die beiden vortrefflichen
Men=
ſchen voneinander trennte.
Das Rollen eines Wagens ſtörte ihn in ſeinen
Grü=
beleien. Der Onkel! Das war ja ſchön, daß er ihn noch
heute ſprechen würde. Der ſollte ihn in vielem aufklären,
das ihm noch unbekannt war, und nach dem er Suſanne
nicht fragen konnte.
Hans kam gerade zur Zeit, um dem Kammerherrn
weim Ausſteigen behilflich zu ſein, er war in angeregter,
ein wenig weintliger Sinmng, Aedan wourde der
alte Herr, wie viele Männer, ſehr geſprächig.
Mein lieber Junge, du alter Chinamann, woher
kommſt Du auf einmal, wie vom Himmel geſchneit? Oder
hat Dich ein Staubſturm hergebracht.
Faſt ſo viel von dem Deubelszeug habe ich auf der
Reiſe von Bremen bis hierher ſchlucken müſſen, Onkel.
Kann es mir denken. Wann biſt Du denn
angekom=
men? Hat Suſanne gut für Dich geſorgt? Doch komm
erſt in mein Zimmer, dort können wir uns alles erzählen.
Sie gingen miteinander durch die Halle und Hans
be=
richtete. So, ſo, ein richtiges Kinderfeſt mit dem
nied=
lichen Lumpengeſindel haſt Du mitgemacht? Die Bande
hat ſich tüchtig herausgemauſert. Es iſt Suſannes ganzer
Stolz, aber eine Verrücktheit bleibt es doch, ſich einen
ſolchen Beruf zu wählen. Lehre ſie was anderes, Hans.
mir ſoll es recht ſein. Haha, wie mich das freuen ſollte,
wenn Ihr Gefallen aneinander fändet. Das Notwendige
fürs Leben bringt ſie mit, wenn Du bei Deinem Gehalt
nicht die Gewohnheiten eines Nabobs angenommen haſt.
St, Onkel! machte Hans und ſah ſich nach Johann
um, der verſtändnisvoll zu dem indiskreten Vorſchlag
grinſte. Was ihn betraf, er war mit Dörthe ſchon längſt
einig, daß aus dem Bruder Hans und Suſanne ein Paar
werden müßte. Das lag ja ſozuſagen auf der Hand, und
ein Blinder mußte es ja ſehen, wie ihm das Fräulein
gefiel. Und mir nichts dir nichts ißt man doch keinen
Kinderbrei und ſpielt den Vergnügungsdirektor bei
Bauernkindern und bei einer noch geringeren Sorte.
Ach was, die Suſanne iſt viel zu hübſch, fuhr der
Onkel geſprächig fort. Was ſoll ſie ihre Kraft an die
Kinder fremder Leute verſchwenden, ſie ſoll ſie für ihre
eigenen aufſparen.
de nichan secher enſch, out
Wahrhaftig, mein alter Junge? Ne, wie mich das
freut, das kann ich gar nicht ſagen.
So ſaßen ſie noch lange zuſammen, und Hans war
ſo gewiſſenlos, dem alten Herrn noch mehr einzuſchenken.
bis er alles erfahren hatte, was er wiſſen wollte. Die
Uhr ſchlug zwei, als ſie ſich treneten, und der
Kammer=
herr, von Johann geleitet, mit etwas unſicheren Füßen in
ſeinem Schlafzimmer verſchwand.
Hans ging noch lange in ſeinem Zimmer auf und ab,
er konnte nicht zur Ruhe kommen. Halb Rührung, halb
Liebesſchmerz im Herzen, ſchlief er endlich ein und als
er am Morgen zu etwas ſpäter Stunde erwachte, und die
wirren Träume und Hoffnungen des geſtrigen Tages in
Nichts zerſtoben, lachte er in den goldenen Morgen hinein
und dachte: O Du arme Suſanne, zerbrichſt Dir den
Kopf nach einem Ausweg aus Deinen Kümmerniſſen, und
ſiehſt vor lauter frommer Einfalt nicht die Pforten zum
erſehnten Glück weit offen ſtehen. Gut, daß ich Dir als
Pförtner und Schutzengel zur Seite ſtehe. Und ich fordere
zum Dank nur, daß Du mir die Freundſchaft und Dein
Vertrauen für immer bewahrſt.
Nach zwei Tagen reiſte Hans von Bagewitz zu
Su=
ſannes größtem Bedauern wieder ab, aber das Ziel
ſei=
ner Reiſe verriet er nicht, dasſei nicht ſein Geheimnis.
So nahm man in Altenwerder an, daß er in
diploma=
tiſchem Auftrag reiſe.
Lächelnd nahm er Abſchied von Suſanne, und ſagte
höchſt bedeutungsvoll: Ich habe eben auch meine Miſſion,
liebe Suſanne, und die iſt mir ebenſo heilig wie Dir die
Deine. Leb wohl!
(Fortſetzung folgt.)
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Reste
Reste
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in Längen von 60 cm, für Knaben- Der Rest
anzüge und -Hosen etc.
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Knaben-
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* Radſport. Ein neuer Weltrekord wurde auf
der Pariſer Buffalobahn aufgeſtellt. Bei einem Angriff
fauf den ſchon ſeit 1896 von Jaap Eden mit 1 Min. 16½
Sek. gehaltenen Kilometer=Weltrekord mit ſtehendem Start
verbeſſerte Viktor Dupré die Zeit auf 1 Min. 14½ Sek.
Ferner wurden die drei Vorläufe zum Criterium der
Halb=
dauerfahrer über je 20 Kilometer ausgefahren. Den 1.
Lauf gewann Larue in 17 Min. 59 Sek. vor Le Doc, 150
Meter, und Sabatier, 1 Runde zurück, den 2. Lauf
Ger=
main=La Fleche in 16:59,1 mit 4 Runden vor Simar;
Jac=
iquelin gab infolge Reifenſchadens auf. Der 3. Lauf brachte
Bruni in 16:51,2 einen Sieg vor Contenet, der ½ Runde
izurück endete. Bouhours ſtürzte und gab auf. Den
End=
lauf über 50 Kilometer ſollten die drei Sieger Larue,
Ger=
main und Bruni gegen Lavalade, der ſeinen Gegnern eine
Vorgabe von 4 Runden gewährt, beſtreiten, doch begann
es kurz vor Beginn zu regnen, ſo daß das Rennen
ver=
ſchoben werden mußte.
* Die Lawn=Tennis=Kämpfe um die Meiſterſchaften
von Deutſchland. Herren=Einzelſpiel: V. Müller ſchlägt K.
Lühmann 611, 622, Traſenſter ſchlägt L. M. Heyden 6:4,
17.5, 6:3. 2. Runde: Traſenſter ſchlägt Dr. Tölke 6:1, 6:0.
O. Lord gewinnt gegen H. Roſenberg ohne Spiel. 3.
Runde: Graf Salm ſchlägt O. Lord 7.5, 6:3. — Damen=
Einzelſpiel: 2. Runde: Frau Fresdorf ſchlägt Frau Dr
Haas 6:4, 614. 3. Runde: Frl. Eichenberg ſchlägt Frau
Fresdorf 6:4, 917, Frl. Müller=Beck ſchlägt Frl. Meinhold
611, 64. — Herren=Doppelſpiel: Ford=Lattmer ſchlagen
BB. Lange=Dr. Huhn 6:0, 6:4. — Gemiſchtes Doppelſpiel:
2. Runde: Frau Dr. Bruns=Traſenſter gewinnen ohne
Spiel.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 17. Aug. (
Börſenwochen=
bericht.) Das Ende der Ferienzeit zeigte ſich bereits
in dieſer Geſchäftswoche durch etwas lebhafteren Verkehr
Auf politiſchem Gebiet waren wieder verſchiedene
ungün=
ſtige Nachrichten von der Balkanhalbinſel bekannt, die
in=
des gerade das Gegenteil bewirkten (4prozentige unifizierte
Türken ſtiegen auf 91 Prozent, 5prozentige Bulgaren waren
1101 G. uſw.). Eine beſſere Beurteilung ſeitens der Bör=
ſen kann man nicht richtiger dokumentieren. Wie ſchon
oft an dieſer Stelle betont, glaubt man an eine baldige
Verſtändigung zwiſchen Italien und der Türkei, während
die letztere mit ihren inneren Angelegenheiten ſchließlich
ebenfalls fertig wird. Daß auch in Italien ſelbſt große
Friedenshoffnungen vorhanden ſind, bekunden die feſteren
italieniſchen Börſen. Wenn im Laufe der Woche einige
Zurückhaltung auftrat, ſo lag dies lediglich in der
Be=
fürchtung eines knapperen Geldſtandes. Der
Privatdis=
kont erhöhte ſich hier auf 4½ Prozent, während er in
Berlin unverändert 4 Prozent notierte. Zu den
Einzel=
heiten übergehend, lagen Deutſche Renten weiter ſehr ſtill
und wenig zur Beſſerung geneigt. Das Kapitel der
Ren=
tenkurſe und der Möglichkeiten ihrer Kräftigung ſpielt
weiter in den Erörterungen ſeine Rolle ohne daß indes
in Deutſchland praktiſch bis jetzt durchgreifende Erfolge
erzielt wären. Recht feſt ſind nur die 4prozentigen
heſſi=
ſchen Gattungen, ſowie 3½prozentige badiſche
Staats=
anleihe von 1896, auf größere Kauforder. Von den
aus=
ländiſchen Staatsfonds ſind die meiſten Sorten gut
be=
hauptet, zum Teil beſſer. Für Chineſen beſtand ſtärkere
Nachfrage. Den offiziellen Mitteilungen über die
ruſſiſch=
franzöſiſche Uebereinkunft wegen der chineſiſchen Anleihe
ſieht man mit Intereſſe entgegen. Wie einſtweilen
be=
kannt wird, iſt Frankreich in den ſchwebenden Fragen
vollſtändig auf die Seite Rußlands getreten.
Am Markt für Transportwerte waren die Umſätze
ſehr umfangreich, beſonders konnten Schantung, italieniſche
Meridional und Mittelmeer, ſowie Weſtſizilianer
profi=
tieren. Bezüglich der letzteren erwartet man, daß im
Friedensfall das Pariſer Rentenkapitaliſations=Projekt
wieder auf der Bildfläche erſcheinen werde. Hamburger
Paketfahrt und Nordd. Lloyd wurden gleichfalls von der
Spekulation ſtärker beachtet, ſchließen aber auf
Realiſa=
tionen wieder etwas niedriger. In Lombarden (
Süd=
bahn) und Lombardiſchen Prioritäten erfolgten bedeutende
Käufe, im Zuſammenhang mit den Friedensausſichten,
wodurch auch die aufgeſchobenen Amortiſations=
Verhand=
lungen wieder mit Italien in Gang kämen. Bankaktien
waren ſtiller bei nur kleinen Veränderungen.
Das Hauptintereſſe des Geſchäftsverkehrs
konzen=
trierte ſich auf die führenden Werte des Montanmarktes,
von welchen Harpener Bergbau und Luxemburger am
meiſten avancieren konnten. Die günſtige Schilderung
der Marktlage durch den Eſſener Roheiſen=Verband und
die gemeldete Preisbeſſerung für Stabeiſen, ferner die
unverändert feſte Tendenz am amerikaniſchen Eiſen= und
Stahlmarkt brachten eine neue Käuferſchicht heran.
Da=
bei ſtimulierte noch der recht befriedigende Abſchluß und
die höhere Dividenden=Ausſchüttung des Eiſen= und
Stahl=
werks Höſch. Nachträglich erfolgten Glattſtellungen durch
vorſichtige Beſitzer, die eine Abſchwächung bewirkten. Auch
Laurahütte, die auf den Beſchluß einer
Dividendenver=
teilung von 6 Prozent (gegen 4 Prozent im Vorjahre) bis
179½ geſtiegen waren, ſchließen 178. Elektrizitätsaktien
haben im allgemeinen kleinere Einbußen erlitten, auch
Akkumulatoren bis 550. Das Kaſſainduſtriegebiet trug
trotz mannigfachen Gewinnſtabgaben das Gepräge weiterer
Unternehmungsluſt. Mannesmann=Röhren ſtiegen auf
218, Naphtha, welche Rußland weiter kauft, auf 339½,
Steana Romana auf die Ausbreitung der Oelfeuerung
und des Treibölmotors auf 155½, Chemiſche Rütgers auf
200,90, Kleyer auf 561. Andere chemiſche Aktien büßten
auf Gewinſtrealiſationen im Kurſe ein; ſo Deutſche Gold=
und Silber=Scheideanſtalt (708), Höchſter Farbwerke
(655,21), Chemiſche Albert (476), Badiſche Anilin (541½),
Holzverkohlung (324,75) und Kunſtſeide (116), Fahrzeug
Eiſenach weſentlich nachgebend (121), Silberhütte
Brau=
bach, deren Dividenden=Erklärung von 6 Prozent
anſchei=
nend nicht befriedigt, matter bis 126,20. Ganz
vernach=
läſſigt ſind Gummi Peter (120) und Daimler (342½).
Benz wurden ſchließlich 231 genannt, nachdem ſchon 234½
gehört wurde. Die Kolonialgeſellſchaft für Südweſt=
Afrika verteilt für 1911/12 35 Prozent Dividende deren
Anteile notieren ca. 520. Die günſtige Hopfenernte
be=
wirkte für Brauereiaktien zeitweiſe Nachfrage. Bielefelder
Maſchinenfabrik (Dürkopp) waren bis 501,25 rückgängig,
auf Befürchtungen einer kleineren Dividende, doch erfolgte
Kursbeſſerung auf 505,90, da aus Verwaltungskreiſen
ver=
lautete, das am 30. September abſchließende Geſchäftsjahr
werde nicht unter oder nur wenig gegen die vorjährigen
Gewinnergebniſſe zurückbleiben.
Von Loſen notieren: Augsburger 34,25,
Braun=
ſchweiger 197,40, Pappenheimer 66,— Genua 206,—,
Tür=
kiſche 170,80, Freiburger 74,80, Venediger 44,10, Meininger
35,40, Ungariſche 360,50, Mailänder 45=Fres.=Loſe 145,
Mailänder 10=Fres.=Loſe 32,90, Raab=Grazer Anr.=Sch.
36,80 B., in Reichsmark; Gothaer Prämie II 117,70,
Madrider 73,90, Donau=Regulierung 150,— in Prozent.
Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918 unkündbar)
100,70 G., 3½proz. Reichs 89,80, 3proz. Reichs 79,85, 4proz.
Heſſen von 1899 100 G., 4proz. Heſſen von 1906 100 G.,
lproz. Heſſen von 1908/09 100,10 G., 4proz. Heſſen (bis
1921 unkündbar) 100,50, 3½proz. Heſſen 87,90, 3proz. Heſſen
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