Darmstädter Tagblatt 1912


15. August 1912

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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das Amtsverkündigungsblatt des Er h. Kreisamts Darmſtadt wird Dieustags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 14 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Die Stadtverordnetenverfammlung in
Kiel beſchloß den Bau eines Handelshafens
am Kaiſer Wilhelm=Kanal.
Bei einem Brande in Glashütten kamen 5 Per=
ſonen
ums Leben.
Poincaré iſt am Dienstag abend von Petersburg
nach Moskau abgereiſt.
Der franzöſiſche Komponiſt Jules Maſſenet iſt im
71. Lebensjahre geſtorben.
Der türkiſche Miniſter des Innern iſt zu=
rückgetreten
.
Der Sultan von Marokko, Muley Hafid,
hat am Montag nachmittag von Rabat aus die Reiſe
nach Marſeille angetreten.
Muley Juſſuf iſt zum Sultan von Marokko
proklamiert worden.

Die kriegsluſtigen Bulgaren.

** König Ferdinand, dem in dieſen Tagen
gelegentlich ſeines Regierungsjubiläums von der euro=
päiſchen
Preſſe Lob dafür geſpendet wurde, daß er es
verſtanden habe, den Frieden am Balkan aufrecht
zu erhalten, findet jetzt aufs neue Gelegenheit, die Kriegs=
luſt
ſeiner getreuen Untertanen zu dämpfen und damit
einen allgemeinen Brand im Wetterwinkel Europas zu
verhindern. Die Niedermetzelung von Bul=
garen
in dem mazedoniſchen Orte Kotſchana hat
die bulgariſche Bevölkerung ungemein erregt, und letz=
tere
verlangt ſtürmiſch nach Genugtuung und Rache.
Man ſieht, auf dem Boden Mazedoniens glüht unter
der Aſche das Feuer, das die Ruhe am Balkan bedroht,
noch immer fort. Bulgarien fühlt ſich berufen, eine Art
Patronat über ſeine mazedoniſchen Brüder auszuüben,
und wenn es auch nicht mehr in dem früheren Maße
Banden organiſiert und in Mazedonien einfallen läßt,
um der Türkei Verlegenheiten zu bereiten, ſo hat es doch
noch nicht die Hoffnung aufgegeben, daß es dort einmal
der Rechtsnachfolger der Türkei werden wird. Die von
bulgariſchen Banden gegen die Mohammedaner Maze=
doniens
verübten Grauſamkeiten übertreffen bei weitem
das, was jetzt in Kotſchana geſchehen iſt, aber das ficht
die Bulgaren nicht an, ſie wollen für ihre Landsleute
eintreten und ſelbſt einen Krieg mit der Türkei nicht
ſcheuen. Wie ſich zu dieſer kriegeriſchen Stimmung König
Ferdinand und ſeine Regierung ſtellen werden, muß ſich
erſt zeigen. Wir erinnern daran, daß im Sommer 1903
die Sofioter Regierung einen offiziellen Proteſt erließ
gegen die von Türken in Mazedonien verübten Metzeleien,
Plünderungen, Mißhandlungen, willkürlichen Verhaftun=
gen
uſw. und dabei ausdrücklich betonte, Bulgarien werde
der Ausrottung des bulgariſchen Elements in Mazedo=
nien
niemals gleichgültig zuſchauen.
Der Ausbruch eines kriegeriſchen Konflikts
zwiſchen Bulgarien und der Türkei hat
ſchon mehrfach auf des Meſſers Schneide geſtanden. Oft
waren die Grenzzwiſchenfälle der Grund, bei denen ſich
gewöhnlich kleine Gefechte zwiſchen den beiderſeitigen
Wachen abſpielten; jeder Teil ſchrieb dann dem anderen
die Schuld zu. Aber bisher gelang es noch immer, das
Aeußerſte zu vermeiden, und man darf hoffen, daß das
auch jetzt möglich ſein wird. Dabei muß freilich berück=
ſichtigt
werden, daß das bulgariſche Offizierkorps ſchon
längſt gern eine Gelegenheit gehabt hätte, ſich mit den
Sultanstruppen zu meſſen, und es iſt ja bekannt, daß
man es Ferdinand I. ſehr verdachte, als er im Jahre
1908 den Augenblick verpaßte, über die Türkei herzufallen.
Auf Sympathien in Europa kann Bulgarien ſchwer=
lich
rechnen, wenn es einen Krieg vom Zaune brechen
ſollte, deſſen Folgen ganz unabſehbare ſein könnten. Die
bulgariſche Armee iſt im Verhältnis zur türkiſchen nur
klein, aber qualitativ iſt ſie ihr überlegen und ſie kann
Großes leiſten, wenn es zum Kriege kommt. Ob ſie frei=
lich
auf die Dauer der erdrückenden Uebermacht
der Türken ſtandzuhalten vermöchte, iſt eine
andere Frage. Für Europa bleibt es jedoch
weniger wichtig, ob in einem Kriege die Türkei
oder Bulgarien ſiegt, ſondern das Bedenkliche liegt
darin, daß der Feuerbrand ſich auf weitere Gebiete aus=
dehnen
und zu einem ernſthaften Konflikt zwiſchen den

am Balkan intereſſierten Großmächten führen kann. Aus
dieſem Grunde werden denn auch die Kabinette alles
aufbieten, um die Kriegsluſt der Bulgaren zu zügeln
und den Streitfall auf gütlichem Wege beizulegen.
Mit dem Blutbad in Kotſchana hat es fol=
gende
Bewandtnis: Am 6. Auguſt wurde über Athen aus
Saloniki berichtet, daß infolge der Exploſion zweier
Bomben in Kotſchana ein regelrechtes Maſſakre
ſtattgefunden habe, das ſieben Stunden dauerte und bei
dem 50 Chriſten getötet, mehrere hundert verletzt wurden.
Nach ſpäteren Meldungen waren die zahlreichen Opfer
aber nicht allein der Bomben=Exploſion zuzuſchreiben. Die
Bevölkerung Kotſchanas habe infolge der Erbitterung
über das Attentat die Bulgaren angegriffen
und das Gemetzel veranſtaltet. Wenn die Behörden nicht
geſteuert hätten, ſo hätten ſogar die Soldaten an der
Plünderung bulgariſcher Läden ſich beteiligt. Die Ge=
ſamtzahl
der Toten und Verwundeten wurde auf 186 an=
gegeben
. Die mazedoniſchen Emigranten und Bruder=
ſchaften
bildeten ein Komitee, das die Organiſierung einer
Volksbewegung bezweckte. Das Organiſationskomite
für Kotſchana, das aus angeſehenen Mitgliedern aller
Parteien zuſammengeſetzt iſt, veröffentlichte darauf einen
Aufruf an die Bevölkerung Bulgariens, in dem zu
einem Zuſammenſchluß der Regierungspartei und der
Oppofitionsparteien zur Veranſtaltung von Proteſt=
verſammlungen
in ganz Bulgarien aufgefordert
wird. Die Bevölkerung müßte einmütig den Krieg gegen
die Türkei verlangen. In einer in Sofia von den maze=
doniſchen
Wohltätigkeitsgeſellſchaften einberufenen Ver=
ammlung
, an der Vertreter aller politiſchen Parteien teil=
nahmen
, wurde eine Komitee gewählt, und mit der Auf=
gabe
betraut, nach Sofia und anderen Städten für Diens=
tag
Volksverſammlungen einzuberufen und eine entſpre=
chende
Reſolution zu verfaſſen. Dieſe Proteſtver=
ſammlung
iſt am Dienstag in Sofia abgehalten wor=
den
. Sie fand unter ungeheuerer Beteiligung ſtatt. Die
Teilnehmerzahl wird auf 30 000 geſchätzt. Zahlreiche Ge=
fellſchaften
und Korporationen mit ſchwarzumflorten
Fahnen waren erſchienen. Die Läden waren geſchloſſen.
Sämtliche Redner hielten ſehr energiſche Anſprachen und
forderten die Regierung auf, die mazedoniſche
Frage durch einen Krieg zu löſen. Es wurde
eine Reſolution angenommen, in der auf die fort=
geſetzten
Provokationen der Türkei an der Grenze und
auf die Verſchleppungstaktik der Pforte gegenüber allen
Schritten Bulgariens hingewiefen wird. Es wird her=
vorgehoben
, daß unter die muſelmaniſche Bevölkerung
Waffen verteilt und türkiſche Banden zu derſelben Zeit
gebildet wurden, wo die bulgariſche Bevölkerung Maze=
doniens
entwaffnet war. Die täglichen Morde, heißt es
in der Reſolution, die fortgeſetzten Metzeleien und Be=
drückungen
zwingen die Bewohner ganzer Städte Maze=
doniens
und des Wilajets Adrianopel zur Auswander=
ung
. Während die Türkei die Bulgaren ausrottet, er=
mutigt
und zieht ſie gleichzeitig die mohammedaniſchen
Albaneſen heran, um ſo den bulgariſchen Charakter der
Bevölkerung Mazedoniens und Adrianopels auszutilgen.
Gegenüber der tiefgefühlten Entrüſtung der bulgariſchen
öffentlichen Meinung würde ein untätiges Zuſehen der
Regierung die Ruhe und Ordnung im Lande bedrohen.
Die Reſolution fordert daher die Regierung auf, alle
Maßnahmen zu ergreifen, um Mazedonien und das Wi=
lajet
Adrianopel vom türkiſchen Joche zu be=
freien
, in dem Bewußtſein, daß die ganze Nation ſie
einmütig unterſtützt. Die Reſolution wird der Regie=
rung
und dem König unterbreitet.

Deutſches Reich.

Die diesjährige Sommerreiſe der
Hochſeeflotte, die ſich auf die Gewäſſer der Oſtſee
erſtreckte, hat mit einem Angriffsmanöver auf die Kieler
Befeſtigungen ihren Abſchluß gefunden. Die Hochſee=
flotte
iſt nach Kiel zurückgekehrt.
Frauenarbeit bei einer neuen
Reichsbehörde. Wie die Neue Frauen= Korreſpon=
denz
ſchreibt, wird bei der Reichsverſicherungsanſtalt für
Angeſtellte eine ziemlich erhebliche Zahl von Stellen für
weibliche Angeſtellte geſchaffen. Man kann annehmen,
daß etwa der dritte Teil aller mittleren Beamtenſtellen
mit weiblichen Angeſtellten beſetzt wird. Die Beſoldung
dürfte nach denſelben Grundſätzen geregelt werden, wie
bei der Reichspoſtverwaltung. Da die Angeſtelltenver=
ſicherung
am 1. Januar n. J. in Kraft tritt, werden die
erſten Beamtinnen jedenfalls ſchon zum Herbſt einberu=
fen
werden. Bei der außerordentlich großen Zahl der
Privatbeamten, auf die ſich die Angeſtelltenverſicherung
erſtreckt, iſt naturgemäß mit einer umfangreichen Ver=
waltung
zu rechnen. Bei voller Entwicklung des Dienſt=
betriebes
rechnet man bei der neuen Anſtalt mit 1500
Beamtenſtellen. Es würden dann etwa 500 weibliche
Angeſtellte in dem neuen Verſicherungszweig Beſchäf=
tigung
finden. Die Angeſtellten der neuen Reichsver=

ſicherungsanſtalt ſind keine Reichsbeamte, ſie werden mit
Kündigung und ohne Penſionsberechtigung angeſtellt.
Mobilmachung der nationalliber a=
len
Frauen. Eine nationalliberale Frauenverſamm=
lung
ſoll am 1. Oktober d. J. in Weimar ſtattfinden. Es
ſind zu ihr Einladungen an nationalliberal geſinnte
Frauen durch Frau Geheimrat Steinemann=Bonn und
Frau Julie Baſſermann=Mannheim in dieſen Tagen er=
gangen
. Die Tagesordnung ſieht Begrüßungen durch
den nationalliberalen Verein Weimar und durch die
nationalliberale Parteileitung vor. Daran ſchließen ſich
Referate über die Mitarbeit der Frau in der national=
liberalen
Parteileitung und über die politiſche Lage.
Die Erledigung von geſchäftlichen Angelegenheiten wird
die Verſammlung ſchließen.

Ausland.

Portugal.
Monarchiſten=Verſchwörungen. Die Agence
Fournier berichtet aus Liſſabon: Fortgeſetzt werden neue
Monarchiſten=Verſchwörungen aufgedeckt. In vielen
Ortſchaften bieten die Gefängniſſe nicht Raum genug,
um ſämtliche verhafteten Verſchwörer aufzunehmen. Dieſe
werden jetzt in Klöſter eingeſperrt. Die Zahl der verhaf=
teten
Offiziere beläuft ſich auf über 100, die der Prieſter
auf über 400. In royaliſtiſchen Kreiſen trägt man ſich
mit dem Plan, das Hauptquartier nach Rio de Janeiro
zu verlegen.
Rußland.
Poincarés Beſuch in Rußland. Uebet
die Beſprechungen der ruſſiſchen und der franzöſiſchen
Staatsmänner wird bis jetzt das größte Stillſchweigen
bewahrt. Nur die Nowoje Wremja behauptet, erfahren
zu haben, daß in allen Fragen die übliche Uebereinſtim=
mung
in den Geſichtspunkten feſtgeſtellt worden ſei. Die
Unterzeichnung des Marineabkommens ſtehe bevor.
Miniſterpräſident Poincaré empfing am Dienstag den
Beſuch des japaniſchen Botſchafters. Mittags gab die
Akademie der Wiſſenſchaften ein Frühſtück zu Ehren
Poincarés, dem der Miniſter des Aeußern beiwohnte.
Nachmittags beſuchte Poincaré Zarskoje Sſelo, wo er
von der Großfürſtin Maria Pawlowna empfangen
wurde. Abends fand ein Diner zu 36 Gedecken in der
franzöſiſchen Botſchaft ſtatt. Unter den Geladenen befand
ſich Miniſterpräſident Kokowzow, der Miniſter des Aeu=
ßern
Saſonow, der Marineminiſter, der Miniſter des
Innern Iswolski und der Marinegeneralſtabschef. Abends
um 11 Uhr reiſte Poincaré nach Moskau ab. Der Pe=
tersburger
Korreſpondent der Köln, Ztg. drahtet: Der
Chef des Admiralſtabs Fürſt Lieven empfing mich
und ermächtigte mich, folgendes zum angeblichan
Marineabkommen mitzuteilen: Ich habe in Paris
ein Marineabkommen weder vorbereitet, noch unterſchrie=
ben
, es war ein reiner Zufall, daß ich vor Poincarés
Reiſe in Frankreich war. Wir haben uns natürlich über
das Ergebnis der Reichsdumabeſchlüſſe zum Flottengeſetz
unterhalten, aber nicht einmal techniſche Fragen ſind
irgendwie feſtgeſetzt worden. Die Erregung der fran=
zöſiſchen
Preſſe bezeichnet Fürſt Lieven als Mamöver,
ausdrücklich erklärt er, daß die Beſprechungen ohne jede
politiſche Bedeutung waren und auch im übrigen furcht=
bar
aufgebauſcht wurden. Aeußerungen, als ſei ein
deutſchfeindliches Abkommen abgeſchloſſen, die ihm die
Franzöſiſche Preſſe in den Mund legte, ſeien einfach un=
wahr
. Ein Marineabkommen, ſagte Fürſt Lieven, hätte
ja noch gar keinen Sinn, da Rußland erſt mit dem Bau
der Flotte beginne.
Türkei.
Demiſſion des Miniſters des Innern.
Der Miniſter des Innern Zia Paſcha, der zum Anhange
Kiamils zählt, demiſſionierte. Einige Mitglieder des
Kabinetts befürworten die Ernennung des Führers der
albaniſchen Spezialkommiſſion, Ibrahim Paſchas, zum
Miniſter des Innern. Der Rücktritt des Miniſters des
Innern iſt wahrſcheinlich auf Differenzen über die Maß=
nahmen
zur Durchführung normaler Zuſtände zurück=
zuführen
.
Vereinigte Staaten.
Die Panamakanalbill. Die Times melden
aus Waſhington unterm 13. Aug.: Anzeichen ſprechen
dafür, daß die Entſcheidung über die Pangmakanalbill
zum Winter verſchoben werden wird. Die konſervativen
Senatoren wünſchen eine Entſcheidung vor der Präſi=

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dentſchaftswahl zu hintertreiben, weil ſie eine objektive
Behandlung der Frage vorher für unmöglich halten.
Dieſer Standpunkt wird auch von der Regierung unter=
ſtützt
.
Marokko.
Abreiſe des Sultans nach Frankreich.
Muley Hafid iſt Montag nachmittag an Bord des fran=
zöſiſchen
Kreuzers du Chayla gegangen und hat die Reiſe
nach Frankreich angetreten. Von Gibraltar aus ſetzte er
ſeine Reiſe nach Marſeille an Bord des engliſchen
Dampfers Maccedonia fort. Ben Chabit begleitet
Muley Hafid. El Mokri bleibt zurück, um die Frage des
Nachfolgers zu regeln.
China.
Proteſt gegen die Berufung Morriſons.
Dem Daily Telegraph wird aus Peking gemeldet: Die
chineſiſchen Ratgeber und die Chefs des Sekretariats des
Präſidenten warteten am Samstag gemeinſam dem
Präſidenten auf und proteſtierten gegen die Ernennung
Dr. Morriſons zum politiſchen Ratgeber der Regierung.
Sie ſtellten dem Präſidenten vor, daß zwar verwaltungs=
techniſche
Fachleute gebraucht würden, daß aber das Land
nicht dulden werde, daß ein Ausländer in die allgemeinen
politiſchen Angelegenheiten eingeweiht würde. Der
Präſident hat ſeine Erwiderung auf dieſe Vorſtellung
aufgeſchoben. Die chineſiſchen Beamten erwarten, daß
ebenſo wie in dem Falle des früheren politiſchen Rat=
gebers
der Regierung Dr. Hilliers ein Kompromiß ge=
ſchloſſen
werden wird.
Japan.
Katſura iſt an Stelle des zurücktretenden Fürſten
Tokudaiji zum Großſiegelbewahrer und Großkämmerer
ernannt worden. Der Ernennung des Fürſten Katſura
wird allgemein große Bedeutung beigemeſſen. Wenn
ſein neuer Poſten auch außerhalb der Sphären der
aktiven Politik liegt, ſo bringt er doch Katſura in engſte
Berührung mit dem Kaiſer. Es gilt als wahrſcheinlich,
daß Graf Kerauchi der Nachfolger Katſuras als Partei=
führer
werden wird.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 15. Auguſt.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
berzog
dem Poſtſekretär Wilhelm Schmitt in
Oſthofen das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen und dem Ober=Poſtſchaffner
Adam Wolf in Offenbach das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift Für langjährige treue Dienſte‟.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den zweiten Direktor
des Römiſch=Germaniſchen Zentral=Muſeums in Mainz,
Profeſſor Ludwig Lindenſchmit in Mainz auf
ſein Nachſuchen und unter Anerkennung ſeiner lang=
jährigen
, treu geleiſteten Dienſte, und ihm aus dieſem
Anlaß das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
ſind im Monat Juli 1912 430 Anträge eingegangen,
und zwar: 320 Anträge auf Invaliden= und Krankenrente
(J. u. K.), 21 Anträge auf Altersrente (A.), 39 Anträge
auf Witwen= und Witwerrente (W.), 43 Anträge auf
Waiſenrente (O.) und 7 Anträge auf Witwengeld (Wg.).
Unerledigt wurden in dieſen Monat übernommen 383
Anträge, ſo daß 813 Rentengeſuche in Bearbeitung ſtan=
den
. Es fanden Erledigung: 314 Anträge durch Bewil=
ligung
(243 J., 17 K., 11 A., 15 W., 4 Wg., 24 O.), 9 An=
trage
durch Anwartſchaftsbeſcheid (§§ 1258 und 1743 R.=
V.=O.), 79 Anträge durch Ablehnung, weil unbegründet
(58 J., 2. A., 4 W., 6 Wg., 8 O., 1 Oa. Waiſenausſteuer)),
15 Anträge durch andere Weiſe Zurücknahme uſw. (14
J. und 1 Wg.), zuſammen 417 Anträge, ſo daß 396 als
unerledigt auf den Monat Auguſt l. J. übernommen wer=
den
mußten. In welchem Umfange die Landesver=
ſicherungsanſtalt
Großh. Heſſen Heilverfahrens=
koſten
für ihre Verſicherten übernimmt, ergibt ſich aus
nachſtehenden Erläuterungen: Ende Juli 1912 waren in
den nachverzeichneten Anſtalten verſicherte Perſonen
untergebracht: 1. Ernſt=Ludwig=Heilſtätte bei Sandbach
126, 2. Eleonoren=Heilſtätte bei Winterkaſten 52, 3. Gött=
mannſche
Anſtalt bei Reichelsheim i. O. 39, 4. Bad Nau=
heim
39, 5. Bad Orb 92, 6. Bad Salzſchlirf 7, 7. ver=
ſchiedene
Anſtalten, wie (Krankenhäuſer, Kliniken und
dergleichen 42, Summa 397.
* Die Ausſtellung Der Menſch. Daß die Aus=
ſtellung
Der Menſch, die im vergangenen Jahre den
Glanzpunkt der Dresdner Internationalen Hygiene=
Ausſtellung bildete, auf das wärmſte Intereſſe beim
Publikum ſtößt, das zeigte ſich ſchon an denſerſten Er=
öffnungstagen
. In den erſten vier Tagen iſt die Aus=

ſtellung bereits von mehreren Tauſenden be=
ſucht
worden, die mit Geduld und ſtillem Ernſt die
Gegenſtände in den einzelnen Hallen eingehend be=
ſichtigten
und an den beweglichen Apparaten und
Modellen mit ſichtlicher Freude ihre Studien machten.
Allerdings hat die Ausſtellung Der Menſch auch den
für den Laien ſo großen Vorteil, daß ihre Beſich=
tigung
nicht ermüdet, ſondern daß beinahe jedes Objekt
dem Beſchauer neue Schauluſt und damit neues In=
tereſſe
gbnötigt.
Die Nieder=Modauer Angelegenheit. In der
geſtrigen Sitzung des Finanzausſchuſſes wurden die
Verhältniſſe, die durch den Zuſammenbruch der Nieder=
Modauer Kaſſe entſtanden ſind, behandelt. Nach ein=
gehender
Erörterung, bei der namentlich auch von Regie=
rungsſeite
die ſchwerwiegenden Bedenken der Folgen für
vorausgegangene und künftige Fälle gegen eine direkte
finanzielle Hilfe des Staates hervorgehoben wurden,
wurde die Weiterberatung der Angelegenheit bis zum
Wiederzuſammentritt der Kammer vertagt. Es be=
ſtand
Einverſtändnis, daß ohne nachdrücklichſtes
und durchgreifendes Vorangehen der Nächſt=
beteiligten
, insbeſondere der Genoſſen=
ſchaften
eine finanzielle Hilfe des Staates nicht in
Frage kommen könne.
* Vorſtandsſitzung des Darmſtädter Hausbeſitzer=
Vereins. In der Vorſtandsſitzung des Darmſtädter Haus=
beſitzer
=Vereins am Dienstag, die nahezu von allen Vor=
ſtandsmitgliedern
beſucht war, wurde die Eingabe wegen
der Brandſteuererhöhung, welche der heſſiſche Landes=
verband
der Hausbeſitzervereine an die Großh. Regierung
und an die Erſte und Zweite Kammer der Landſtände ver=
faßt
hat, beraten. Es wird beſonders darin betont, daß
die Verwaltungskoſten gegen die Brandentſchädigungen
viel zu hoch ſeien, daß das Geſetz weit mehr auf genoſſen=
ſchaftlichem
Weg auszubauen und eine Trennung von Stadt
und Land vorzunehmen ſei. Bei dieſer Beſprechung wurde
ferner betont, daß gleich wie in Preußen die Verſicher=
ung
der Gebäude Privatgeſellſchaften zu überlaſſen ſei,
welche für dasſelbe Riſiko einen ſehr geringeren Betrag
erheben würden. Auch wurde die Frage aufgeworfen,
varum der bis jetzt angeſammelte Reſervefonds in ſolchen
Fällen nicht herangezogen wird. Auch frug man ſich, ob
es abſolut erforderlich wäre, daß jede Provinz einen aka=
demiſch
gebildeten Inſpektor, welcher über einen großen
Beamtenapparat verfügt, nötig hätte. Ein Vorſtands=
mitglied
berichtete über die Sitzung des Landesverbandes
in Friedberg. Eine lange Beſprechung wurde dann der
Waſſergeldfrage gewidmet. Aus allen Hausbeſitzerkreiſen
wird gedrängt, endlich dieſe Frage im Sinne der Haus=
eſitzer
zu löſen. Wenn auch geſagt wurde, daß die
Bürgermeiſterei gegenwärtig beſchäftigt ſei mit Er=
hebungen
über die Löſung der Waſſergeldfrage, ähnlich
wie in Mannheim und Frankfurt a. M., ſo wurde doch be=
ſchloſſen
, eine Eingabe an den Herrn Oberbürgermeiſter
und die Herren Stadtverordneten zu richten, denn ſo könne
es unmöglich weiter fortgehen, daß die Hausbeſitzer ge=
zwungen
werden, das Waſſergeld im voraus für ihre
Mieter zu zahlen, auch noch für leerſtehende Wohnungen.
Ein Aufruf wurde beſchloſſen, alle dem Verein noch nicht
angehörende Hausbeſitzer zum Beitritt aufzufordern.
Anfang September findet im Fürſtenſaal eine Ver=
ſammlung
ſtatt, worin die Frage der zweiten
Hypothek beſprochen werden ſoll. In vielen deutſchen
Städten gehen die Stadtverwaltungen vor, um dieſe wich=
tige
Frage zu löſen. Durch das fortwährende Steigen der
Induſtriepapiere iſt für den Hausbeſitz der Kredit außer=
ordentlich
ſchwer zu erhalten, obgleich für den Realkredit
gegenwärtig durchaus kein Grund vorliegt, mit der zweiten
Hypothek ſo zurückhaltend zu ſein, ſind doch die Miet= und
Grundverhältniſſe in Darmſtadt beſſer wie vor vier oder
fünf Jahren. Die Kapitalanlage für den Grundbeſitz iſt
ſicherer als in der Induſtriepapieranlage. Aus Haus=
beſitzerkreiſen
wird immer angefragt, wer die Kehricht=
kaſten
oder Eimer zu ſtellen hat. Der Vorſtand iſt ein=
ſtimmig
der Anſicht, daß dieſe von den Mietern zu ſtellen
ſind; es ſoll dieſes auch in die Mietverträge aufgenommen
werden. Die Gasfabrik hat die Nummer der Illuſtrierten
Zeitung über die mannigfache Verwendung von Gas zu
gewerblichen und Haushaltungszwecken dem Verein zur
Verfügung geſtellt. Ebenſo haben die Buderusſchen
Hüttenwerke dem Verein einen Katalog über kleine und
größere Keſſelanlagen für Privathäuſer zur Verfügung
geſandt. Intereſſenten können in der Geſchäftsſtelle des
Vereins Einſicht davon nehmen. Zuletzt wurde noch der
Aufſatz des Herm Baurat Steinberger im Darmſt. Tag=
blatt
: Baupolizei und das öffentliche Wohl beſprochen,
wobei man zu der Anſicht kam, daß der Aufſatz nicht ganz
den Tatſachen entſpreche. Auch die Erhöhung der Kamin=
fegegebühren
ſoll nicht mit Stillſchweigen übergangen wer=
den
, liegt doch durchaus kein Grund vor dieſe Monopol=
ſache
noch weiter auszubauen; der Landesverband wird
dieſe Sache weiter betreiben.
Kriegerverein. Wie aus den heutigen Anzeigen
erſichtlich, veranſtaltet der Kriegerverein Darm=
ſtadt
am Sonntag, den 18. Auguſt, als Gravelotte=
feier
einen Familienſpaziergang nach Schloß Kranich=
ſtein
zur Beſichtigung der Hirſchgeweihſammlung uſw.
Einkehr auf dem Heiligenkreuz. Die von den Ver=
einigten
Kriegervereinen veranſtaltete übliche Friedhofs=

feier findet ebenfalls am Sonntag, den 18. Auguſt, vor=
mittags
8 Uhr, ſtatt.
Die Straßenbahnlinie nach dem Oſtbahnhof
geht nun endlich ihrer Verwirklichung entgegen. Nach=
dem
bereits vor einiger Zeit das Haus Schirngaſſe 8
niedergelegt worden iſt, war der nötige Raum für die
Schienenverlegung für die elektriſche Straßenbahn ge=
ſchaffen
, mit der dann auch ſofort begonnen wurde. Die
Arbeiten ſind bereits bis zum Schwimmbad gediehen,
ſo daß wohl zum Herbſt mit der Eröffnung der ganzen
Strecke gerechnet werden kann. Die Schienenverbindung
geſchieht nach dem als vorteilhaft erkannten Syſtem der
Zuſammenſchweißung, wie dies bei der Strecke vom
Rheintor bis zur Griesheimer Brücke in Anwendung
gekommen iſt.
* Ein Obſt-, Gemüſe= und Kartoffelmarkt, ver=
bunden
mit Obſt= und Gemüſe=Ausſtellung, findet,
wie ſeit Jahren, zu Darmſtadt vom 12. bis 14. Oktober
1912 in den Saal= und Gartenräumen der Brauerei
Zum Schützenhof ſtatt. Der Zweck dieſer Veran=
ſtaltung
iſt bekanntlich, gute und preiswerte Produkte
zum Angebot zu bringen und den Konſumenten Ge=
legenheit
zu geben, gut und vorteilhaft einzukaufen. Der
Obſtmarkt nebſt Ausſtellung bezweckt, das Intereſſe am
Obſtbau und an der Obſtverwertung zu fördern. Zur
Einrichtung und Leitung des Unternehmens iſt aus den
Kreiſen der Produzenten, ſowie der Konſumenten und
des Handelsſtandes ein Ausſchuß zuſammengetreten.
Die Veranſtaltung umfaßt a) einen Obſt=, Gemüſe= und
Kartoffelmarkt; b) eine Obſt= und Gemüſe=Ausſtellung;
c) eine Verloſung. Anmeldeformulare ſind von dem
Schriftführer Herrn F. Röth, Roßdörferſtraße 17, zu
beziehen.
Im Frühlingsgrün prangen ietzt verſchiedentlich
die Lindenbäume (Sommerlinde). Die große Hitze im
Juni und Juli hatte ſo nachteilig auf dieſe Bäume ein=
gewirkt
, daß ſie bereits jetzt verdorrte Blätter hatten, ja
viele Bäume in unſeren Straßen waren bereits voll=
ſtändig
ihres Blätterſchmuckes beraubt. Die nunmehr
ſchon längere Zeit währende kühle Witterungsperiode
hat anſcheinend in der Natur ein zweites Frühlings=
ahnen
erweckt, denn viele Bäume tragen zum zweiten
Male in dieſem Jahre grüne Blätter, die mit ihrer
friſchen hellgrünen Farbe in ſeltſamem Kontraſt zu den
noch an den Zweigen haftenden braunen Blütenblättern
ſtehen.
Feſtvorſtellung im Perkeo. Wie aus dem Anzeigen=
teil
in heutiger Nummer erſichtlich, findet am Donnerstag,
den 15. Auguſt, eine große Fremden=und Feſtvor=
ſtellung
zu Ehren der hier zum Beſuch der Ausſtellung
Der Menſch weilenden Fremden ſtatt. Die Räumlich=
keiten
ſind deshalb feſtlich dekoriert und beleuchtet und
wird das brillante Künſtlerperſoual ſeine beſten Piécen
wählen. Außer dem vorzüglichen Solo=Teil finden zwei
Schlager=Komödien ſtatt, ſo daß das Programm an
Reichhaltigkeit und Amüſement nichts zu wünſchen
übrig läßt.

Eberſtadt, 13. Aug. Der hieſige Volks=
bildungsverein
tritt mit dem nahenden Winter in
ſein 5. Vereinsjahr. Die Mitgliederzahl, welche ſeither
auf 105 ſtand, hat durch den korporativen Beitritt von
17 Vereinen einen erheblichen Zuwachs erfahren. Für
den Winter iſt wieder eine reiche Tätigkeit geplant. Vor=
geſehen
ſind u. a. mehrere Vorträge über Naturwiſſen=
ſchaft
, Chemie, Rechtswiſſenſchaft, Heimatkunde, Kultur
und Geographie. Für Anfang Oktober iſt der Rezitator
Georg Gernß=Frankfurt a. M. mit einem vorzüglichen
Programm verpflichtet worden. Am 8. September beſucht
der Verein gemeinſchaftlich die Ausſtellung Der Menſch
in Darmſtadt.
Zwingenberg, 14. Aug. Auf Veranlaſſung der Land=
wirtſchaftskammer
für das Großherzogtum Heſ=
ſen
findet in unſerm Ort am Sonntag, 18. d. M., nachmit=
tags
halb 3 Uhr, eine Vorführung praktiſcher
Sprengungen des Bodens mit dem ungefährlichen
Sprengſtoff Romporit C ſtatt. Die bisherigen Verſuche
und Anwendungen haben ergeben, daß dieſer Sprengſtoff
im Obſt=, Wein= und Gemüſebau inſofern eine Rolle zu
ſpielen berufen ſein wird, als man damit auf gefahrloſe
Weiſe Baumlöcher ausheben, das Rigolen teils
erleichtern, teils erſparen, undurchläſſige Bodenſchichten
raſch durchbrechen und ſtauende Näſſe zum Abziehen brin=
gen
kann; große Vorteile bietet dieſer Sprengſtoff ſodann
beim Entfernen von Baumſtumpfen uſw. Die Teilnehmer
treffen ſich ab ¾2 Uhr am Bahnhof in Zwingenberg, da=
mit
das Sprengen gegen 3 Uhr beginnen kann.
Offenbach, 14. Aug. Der 19jährige Schuhmacher Hans
Werner aus Butzbach wurde hier feſtgenommen, als
er ein in Frankfurt geſtohlenes Fahrrad verkaufen wollte.
Tödlich verletzt aufgefunden wurde auf der
Chauſſee Dudenhofen-Nieder=Roden der Arbeiter Phil.
Kratz IX. von Dudenhofen. Er hatte eine Radtour ge=
macht
und war dabei geſtürzt und bewußtlos liegen
geblieben. Später kam ein Bierfuhrwerk aus Seligen=
ſtadt
und überfuhr den Unglücklichen, ohne daß es be=
merkt
wurde.
Viernheim, 14. Aug. Ein ſchwerer Unfall er=
eignete
ſich geſtern an der in der Dreſchhalle Kühlwein
aufgeſtellten Maſchine. Ein Arbeiter Keßler, der mit

Der Klub der hundert Feinſchmecker.

C) Seit einiger Zeit ſieht der Pariſer Spaziergänger
bisweilen auf den Boulevards ein elegant gebautes Auto=
mobil
dahinſchwirren, das in blanken Kupferbuchſtaben
die Inſchrift trägt: Club des Cent, Klub der Hundert.
Selbſt Leute die ſich rühmen, das Pariſer Klubleben zu
kennen, ſchüttelten vor dieſem Rätſel grübelnd den Kopf;
erſt jetzt erfährt man Näheres von dieſem eigenartigen
Klub, der erſt kürzlich gegründet wurde und ſich rühmt,
bereits Segensreiches geleiſtet zu haben. Segensreiches
für alle jene Menſchen, die in unſerem, die Abſtumpfung
der Sinne fördernden Leben das Gefühl für die erleſenen
Genüſſe des Gaumens nicht verloren haben, denn nur wer
mit der Beurteilung der Küchenkünſte vertraut iſt und als
begeiſterungsfähiger Kenner vor einem leckeren Mahle in
einen Taumel des Entzückens gerät, darf an der Arbeit
dieſer hundert Gourmets von Paris teilnehmen. Der
neue Klub will der Gaſtronomie dienen, und wenn
er in ſeinem Weſen auch einige ſportliche Elemente auf=
weiſt
, ſo dienen dieſe doch nur als Gradmeſſer für die
gaſtronomiſche Begeiſterungsfähigkeit des Einzelnen, denn
nur Ehrenmänner, die um eines guten Gerichtes willen
eine beſtimmte, ziemlich hohe Anzahl von Kilometern im
Automobil gereiſt ſind, werden als Mitglieder zugelaſſen.
Im Matin enthüllt jetzt der Präſident dieſer hundert
Gourmets die Ziele des Unternehmens. Die Hundert
wollen nicht als genußfreudige Egoiſten dahinleben, ihr
Wirken gilt ganz allgemein einer Wiedererweckung
wirklicher Kochkunſt, und ſie haben dabei nicht etwa
aus die für dae esämlichen Sterblichen unerſchwing=

lichen Genüſſe exotiſcher Delikateſſen oder die Entdeckung
neuer Gerichte im Auge, ſie ſind keine dünnblütigen Aeſthe=
ten
der Tafel. Zurück zur Naturl, das iſt etwa ihr
Schlachtruf; und unter Natur verſtehen ſie in dieſem Zu=
ſammenhange
ein Evangelium der Einfachheit und der
Echtheit, eine Rückkehr zu der ſchlichten aber ehrlichen und
darum erhabenen Kochkunſt früherer Zeiten. Denn es iſt
nicht zu leugnen, die Mechaniſierung unſeres Daſeins, die
Induſtrialiſierung der modernen Hotels und des modernen
Gaſthoflebens hat längſt an die Stelle einer individuellen
Kochkunſt die Speiſenfabrikation geſetzt, die Maſſenherſtel=
lung
mit allen ihren nivellierenden herabſetzenden Begleit=
erſcheinungen
. Alljährlich unternehmen nun die Mitglie=
der
der Hundert ihre Reiſen; aber die Fahrt führt ſie nie
zu jenen großen Karawanſereien, wo in dem Maſſen=
betriebe
der Geiſt der Kochkunſt längſt geſtorben iſt; ſie
ſuchen auch nicht jene Stätten eines äußerlichen Luxus auf,
wo ein nur die Augen blendender Komfort über die ſchale
Reizloſigkeit der Kücheninduſtrie hinwegtäuſchen will: ihre
Wege liegen abſeits der breiten Heeresſtraße und ihre
Ziele gelten jenen ſchlichteren und einfacheren Gaſthöfen, in
denen für den Gaſt noch einzeln gekocht wird und wo der
Beſitzer ſeine Gäfte perſönlich am Portal empfängt und
willkommen heißt. Wenn immer aber bei dieſen kulina=
riſchen
Entdeckungsreiſen eine Stätte entdeckt wird, in der
ehrliche alte Tradition die vertrauensvoll eintretenden
Gäſte noch als Menſchen und Individuen behandelt und
nicht als Nummern: dann geht die Empfehlung an den
Klub, von hier an alle Mitglieder und von ihnen weiter
an gleichgeſinnte Freunde und Bekannte, auf daß dieſer
Wirt und ſeine Küche durch reichen Zuſpruch jenen Lohn
finde, den jede gute Tat verdient. Alles, wgs in unſegen

Kultur des Eſſens mit Mechaniſierung zuſammenhängt,
wird von vornherein ſtreng verboten: Wir empfehlen
nicht jene teueren Hotels, wo die Küche durch Komfort er=
ſetzt
wird. Wir eſſen keine Beefſteaks auf Louis XV.=
Seſſeln. Wir dulden keine Küche, wo die moderne Chemie
die Kochkunſt vertrieben hat, wo Konſerven, Präparate
und chemiſche Ingredenzien das friſche Gemüſe, die Sauce
oder die Bouillon erſetzen. Und als Gradmeſſer eines
guten Gaſthofes gilt der Kaffee. Die Qualität des Kaffees
enthüllt mit einem Schlage die Seele der Küche: wo immer
der Kaffee nicht langſam und mit kochendem Waſſer für
jeden Gaſt gekocht, ſondern ſchon im Voraus fertiggeſtellt
wird, hat die Barbarei geſiegt. Nichts was aus Fabriken
und Laboratorien ſtammt, gehört in die Küche und vor
allem: Die große Küche iſt faſt immer der Feind der guten
Küche. Ein Koch aber, der ſich als Arbeiter oder Hand=
werker
betrachtet, ſoll ſeinen Beruf wechſeln, er iſt ſeiner
Kunſt unwert.
Mit mitleidsvoller Verachtung blicken die hundert
Gourmets des Klubs auf jene Reichen, die in eleganten
Hotels Serviettem entfalten, welche noch den Geruch der
Appreturanſtalt nicht verloren haben und de dann eine
Bouillon ſchlürfen, die aus chemiſch bereiteten Tabletten,
in Waſſer aufgelöſt, beſteht. Sie gehen nur in die Gaſt=
höfe
, wo die Wirtin oder der Koch in kleiner Küche zwi=
ſchen
ſauber geputzten Kupferkeſſeln ohne Scheu vor der
Oeffentlichkeit waltet, wo die Küche die Seele des Hauſes
iſt und nicht ein geheimnisvolles Rieſenlaboratorium, das
man ſorgſam vor den Gäſten im Souterrain verſteckt. Sie
empfehlen nur Gaſthöfe, wo der Gaſt die Küche betreten
kann, ohne ſeinen Appetit zu gefährden.

[ ][  ][ ]

dem Einlegen beſchäftigt war, kam mit der Hand in die
Maſchine, wobei ſie ihm vollſtändig zerquetſcht wurde.
Als die Beſitzerin der Dreſchmaſchine dem Verunglückten
zu Hilfe eilen wollte, kam ſie zu Fall und erlitt einen
doppelten Knochenbruch.
Worms, 14. Aug. Geſtern abend hat ſich ein unbe=
kannter
Mann im Alter von etwa 60 Jahren ober=
halb
des Städtiſchen Frauenbades im Rhein ertränkt.
Er iſt bald darauf wieder geländet worden. Der Ver=
lebte
, der anſcheinend dem Arbeiterſtande angehörte,
ſtammt vermutlich aus Worms oder aus der Umgegend.
Unter der Firma Methylwerk Worms, G. m.
b. H., in Frankfurt a. M., iſt hier eine Fabrik zur Her=
ſtellung
chemiſcher Produkte errichtet worden. Der
Sitz der Firma iſt in Frankfurt a. M.; die umfangreichen
Fabrik=Neubauten befinden ſich im Induſtriegebiet an
der Eiſenbahnbrücke.
Oppenheim, 14. Aug. Am Sonntag fand hier das
Jahresfeſt der Inneren Miſſion für
Rheinheſſen ſtatt, das trotz des ſchlechten Wetters
recht gut beſucht war. Im Feſtgottesdienſt ſprach Pfarrer
Durſt=Armsheim über das Wort Jeſu: Ihr ſeid das
Salz der Erde, ihr ſeid das Licht der Welt und zeigte
der Gemeinde an der Geſchichte der chriſtlichen Liebes=
tätigkeit
, wie dieſes kühne Wort ſich erfüllt hat
und immer wieder erfüllt. In der Nachfeier
auf der Landskrone ſprach zuerſt nach einer Be=
grüßung
durch Pfarrer Liz. Dr. Bert=Weiſenau der
Vereinsgeiſtliche der Inneren Miſſion, Liz. Gengnagel=
Darmſtadt, über die Mitarbeit der Frau in der Ge=
meinde
. In eindrucksvoller Weiſe zeichnete er ein Bild
der Arbeit der Frau als Gattin und Mutter, Tochter und
Schweſter in der Familie und in der Gemeinde, im
Dienſte der Armen und Kranken, der Großen und der
Kleinen. Nach ihm ſprach Pfarrer Glock über die Anſtal=
ten
der Inneren Miſſion in Nieder=Ramſtadt und ſchil=
derte
in ergreifenden Bildern das Elend der Epilepti=
ſchen
, das in ſo vielen Fällen ſeinen Grund in menſch=
licher
Sünde hat. Das Schlußwort des Ortspfarrers
brachte den Dank der Gemeinde für alles Gehörte und
forderte alle die zur Dankbarkeit auf, die ſo vieles vor
jenen unglücklichen Kranken voraus haben. Der Feſt=
gottesdienſt
und die Nachfeier waren noch beſonders ver=
ſchönt
durch das Mitwirken des Choralvereins und Po=
ſaunenchors
von Oppenheim.
Alzey, 14. Aug. Von Mainz waren hier wegen der
Mordaffäre Lang erſchienen der Unterſuchungs=
richter
, der Staatsanwalt und ein Gerichtsſchreiber. Die
Obduktion wurde durch die beiden Kreisärzte von Alzey
und Bingen in Gegenwart des durch die Schutzleute her=
beigebrachten
Täters vorgenommen. Durch einen un=
glücklichen
Zufall fiel geſtern abend ein 18jähriger Hand=
lungsgehilfe
aus dem zweiten Stock ſeiner elter=
lichen
Wohnung. Der junge Mann erlitt eine Gehirn=
erſchütterung
.
Heidesheim, 14. Aug. Die Ernte der Haus=
zwetſchen
nimmt jetzt langſam ihren Anfang. Der
überreiche Behang der hier maſſenhaft angepflanzten
Bäume wird dieſes Jahr Tauſende von Zentnern
dieſer Obſtſorte hier liefern. Der Zentner wird zurzeit
mit 10 Mark bezahlt.
Ingelheim, 14. Aug. Ein Anſchlag auf einen
Zug der Selztalbahn konnte noch im letzten Augenblick
zunichte gemacht werden. Von mutwilligen Hän=
den
wurden auf der Strecke der Bahn in der
Nähe der Layenmühle an einer Stelle, an der
die Gleiſe ein großes Gefälle aufweiſen, große
Steine auf die Schienen gelegt, die, wenn
ſie nicht bemerkt worden wären, den Zug zur Ent=
gleiſung
gebracht haben würden. Es gelang im letzten
Augenblick, den Zug zum Stehen zu bringen und das
HHindernis zu beſeitigen. Wie die ſofort eingeleitete Un=
iterſuchung
ergeben hat, iſt der 19 Jahre alte Dienſtknecht
Friedrich Hahner aus Elsheim der Schuldige.
Frei=Weinheim, 14. Aug. Berechtigtes Aufſehen
erregt die Mitteilung, daß die Halteſtelle der Köln=
Düſſeldorfer Dampfer=Linie in Frei=Weinheim vom
11. Oktober d. J. ab aufgehoben und die hieſige Lande=
brücke
nach Oeſtrich verlegt werden ſoll. Damit
würde die letzte heſſiſche Station auf der Dampferſtrecke
Mainz-Bingen verſchwinden und der Verkehr auf die=
iſer
Linie ganz auf die rechtsrheiniſche Seite verlegt
werden. Dieſe Maßnahme erſcheint um ſo unbegreif=
licher
, als damit auch das ganze, ſehr volksreiche Selz=
italbahngebiet
, das hier endet, von dem Dampferverkehr
losgelöſt würde. Wie verlautet, ſollen energiſche Schritte
unternommen werden, um die Aufhebung der Halteſtelle
zu verhindern.
Gießen, 14. Aug. Die Vorarbeiten für die vom Land=
wirtſchaftskammer
=Ausſchuß und dem Verbande Mittel=
deutſcher
Rotviehzüchter geplante landwirtſchaft=
liche
Kreisſchau zu Gießen ſind in vollem Gang.

Die Ausſtellung umfaßt als Kreisſchau ſämtliche Tier=
gattungen
, wie Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen
und Geflügel; ferner Erzeugniſſe des Ackerbaues und des
Obſtbaues, landwirtſchaftliche Maſchinen, Geräte und
Hilfsſtoffe, milchwirtſchaftliche Erzeugniſſe und wiſſen=
ſchaftliche
Arbeiten. Sie wird alſo ein getreues Bild von
dem derzeitigen Stande der Landwirtſchaft im Kreiſe
Gießen und der Leiſtungsfähigkeit der Landwirtſchaft trei=
benden
Bevölkerung liefern. Die Veranſtaltung wird
jedoch weit über die Kreisgrenzen hinaus das Intereſſe
vieler Fachleute in Anſpruch nehmen, weil zum erſten
Male die verſchiedenen Rotviehſchläge Deutſchlands ſich
zu einem Wettbewerbe zuſammenfinden werden. Die
Anmeldebogen ſind bei den Vertrauensmännern der Land=
wirtſchaftskammer
, den Zuchtvereinen und in den Orten,
wo dieſe nicht vorhanden ſind, auf den Bürgermeiſtereien
erhältlich.
Nieder=Mörlen, 14. Aug. Zur Errichtung eines
Katholiſchen Schweſternhauſes in Verbindung mit einer
Kleinkinderſchule ſtiftete das P. J. Möbsſche Ehe=
paar
von Friedberg eine Summe von 100000 Mk.
Zu dem Schweſternhaus findet das alte Pfarrhaus Ver=
wendung
.
Alsfeld, 13. Aug. Die beiden großherzoglichen
Prinzen, die zur Zeit im Romroder Schloſſe verwei=
en
, kamen heute früh im Kraftwagen hierher und machten
in einem Spielwarenladen Einkäufe. Auch die hohen
Eltern der Prinzen werden in den nächſten Tagen Rom=
rod
beſuchen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 13. Aug. Die franzöſi=
ſchen
Gäſte haben heute in zwei Sonderzügen Berlin
verlaſſen. Sie folgen zunächſt der Einladung der Städte=
bau
=Ausſtellung Düſſeldorf. Heute beſichtigten ſie das
Virchow=Krankenhaus und den Zentral=Viehhof. Wie
die Nationalzeitung hört, hat die Staatsanwaltſchaft
heute die Verhaftung der Kontoriſtin Kunze ver=
fügt
, die in den verſchiedenen Prozeſſen gegen Martin
Ball als wichtige Zeugin figurierte und vor allem in dem
Strafverfahren gegen den ehemaligen Direktor der
Lortzing=Oper, Max Garriſon, der Verhandlung vor der
Strafkammer durch ihre unter Eid gemachte Ausſage eine
derart entſcheidende Wendung gab, daß die Verurteilung
Garriſons wegen verſuchter Verleitung zum Meineid zu
einem Jahre Zuchthaus folgte. Die Kunze hatte vor
einiger Zeit bereits öffentlich erklärt, daß ſie in dem Pro=
zeß
gegen Garriſon infolge von Beeinfluſſung nicht die
Wahrheit geſagt habe. Wie die B. Z. am Mittag er=
fährt
, iſt geſtern auf Antrag der Staatsanwaltſchaft in
den Bureauräumen des verſchwundenen Rechts=
anwalts
Bredereck eine Hausſuchung vorgenommen
worden. Dabei iſt die Beſchlagnahme der Akten über jene
Pflegſchaften erfolgt, die Rechtsanwalt Bredereck er=
halten
hatte, damit man feſtſtellen kann, ob Depot= Unter=
ſchlagungen
vorgekommen ſind. Ueber die Wechſel=
Verbindlichkeiten des Rechtsanwalts Bredereck erfährt die
B. Z. noch Folgendes: Bredereck hat Wechſelreitereien im
Großen betrieben. Er war auch mit dem berüchtigten
Geldgeber Heinrich Pariſer in Verbindung getreten, von
dem er ein Darlehen von über 100000 Mark erhalten hat.
Ueber den jetzigen Aufenthaltsort des flüchtigen An
walts iſt bisher noch nichts bekannt geworden. Es ſcheint
indeſſen, daß er den Weg ins Ausland über die Schweiz
geſucht hat. Inzwiſchen werden bereits ſeine Spuren
verfolgt.
Frankfurt, 14. Aug. Die Unterſuchung über die
Vorgänge bei der Ziehung der Frankfurter
Luftſchiffahrts=Lotterie, bei der Unregelmäßig=
keiten
vorgekommen ſein ſollen, nimmt ihren Fortgang.
Heute wurde der Düſſeldorfer Lotteriekollekteur der bei
der Ziehung mitwirkte, und ein Frankfurter Lotteriekol=
lekteur
, ſowie der Waiſenknabe, der bei der Ziehung die
Losnummern aus dem Rade zu nehmen hatte, vernommen.
Auch der Notar, unter deſſen Leitung die Ziehung ſtatt=
fand
, ſoll als Zeuge vernommen werden.
Laudenbach (Amt Weinheim), 13. Aug. Auf der
Bahnſtrecke zwiſchen hier und Heppenheim wurde heute
früh auf den Schienen die völlig verſtümmelte Leiche
eines Mannes gefunden. Die alsbald angeſtellten Er=
mittelungen
haben ergeben, daß der Tote identiſch iſt mit
dem 32jährigen Geiſteskranken Johannes Poy, der ſeit
vier Jahren ſich in der Landesheil= und Pflegeanſtalt zu
Heppenheim befand und in vergangener Nacht von dort
entſprungen war. Der Unglückliche hatte ſich unmittel=
bar
vor Ankunft des Frühzuges auf die Schienen ge=
worfen
und wurde zermalmt.
Kronberg i. T., 13. Aug. Die Kronprinzeſſin
von Griechenland iſt heute mittag aus England
zu längerem Aufenthalt auf Schloß Friedrichshof ein=
getroffen
.

Köln, 14. Aug. Die Strafkammer ging geſtern
über den Antrag des Staatsanwalts, einen Heirats=
ſchwindler
zu zwei Jahren Zuchthaus zu verurtei=
len
, hinaus und verurteilte den Angeklagten zu drei
Jahren Zuchthaus.
Dortmund, 14. Aug. Die Firma Lotz u. Co. teilt mit,
daß keiner ihrer Arbeiter bei dem Unglück der Ge=
ſellſchaft
Höſch in Mitleidenſchaft gezogen wurde.
Die Arbeiten an der Halde werden überhaupt nicht von
ihr ausgeführt. Der im Krankenhaus liegende Schwer=
verletzte
iſt inzwiſchen verſtorben, ſo daß die Zahl der
Toten im ganzen elf beträgt.
Lüneburg, 14. Aug. Der 24jährige Bankbeamte Joſ.
Weiterer, ein Angeſtellter der hieſigen Bankfiliale
der Hannoverſchen Bank, der am Silveſterabend nach Un=
terſchlagung
von 36000 Mark geflüchtet und im März in
Nizza verhaftet worden war, wurde von der Straf=
kammer
zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Hamburg, 14. Aug. Als geſtern abend in der Manege
des Zirkus Buſch eine Quadrille, die von ſechs
Damen und fünf Herren geritten wurde, beendet war
und die Darſteller die Manege verlaſſen wollten, brach
plötzlich die Brücke zwiſchen einer Verſenkung zuſam=
men
. Sieben gerade über die Verſenkung hinwegreitende
Darſteller ſtürzten mit ihren Pferden in die Tiefe. Unter
dem Publikum entſtand eine Panik. Es wurden ſofort
Rettungsmaßregeln getroffen, wodurch es gelang, die
Abgeſtürzten und die Pferde bald nach oben zu bringen.
Vier Perſonen, zwei Damen und zwei Herren, erlitten
ſchwere Verletzungen. Wie berichtet wird, wird der Unfall
darauf zurückgeführt, daß die Flaſchenzüge, die die Ver=
ſenkungsbrücke
halten, nachgegeben haben.
Kiel, 14. Aug. Die wackeren blauen Jungen
die bei dem Brückeneinſturz von Binz ſo tat=
kräftig
Hilfe geleiſtet haben, ſollen für ihr braves Ver=
halten
mit Ordensauszeichnungen bedacht werden. Die
Erhebungen, die zu dieſem Zwecke veranſtaltet wurden,
ſind nun zum Abſchluß gelangt. Es ſind insgeſamt ſechs
Mann zur Ordensverleihung vorgeſchlagen worden, die
nach den Erhebungen nicht weniger als 44 Menſchen
das Leben gerettet haben. An erſter Stelle ſteht
der Obermatroſe Margot von der Preußen der die
ſtattliche Anzahl von 10 Lebensrettungen aufzuweiſen
hat. An zweiter Stelle folgt der Matroſe Marquart von
der Pommern dem 9 Menſchen heute ihr Leben zu
verdanken haben. Den Ruhm, 8 Menſchenleben gerettet
zu haben, können zwei Mann in Anſpruch nehmen, der
Wachtmeiſter der Maſchinengewehrabteilung aus Hagenau
Römer und der Matroſe Boska von der Preußen‟ Der
Matroſe Roſe von der Preußen hat außer fünf Lebens=
ettungen
noch das Lob erhalten, daß er ſich ganz her=
vorragend
bei Tauchverſuchen betätigt und dadurch zum
Gelingen des Rettungswerkes viel beigetragen habe End=
lich
wird noch der Matroſe von der Preußen Scheidert
zur Verleihung der Rettungsmedaille vorgeſchlagen wer=
den
, da er vier Menſchen das Leben gerettet hat. Aber
auch die anderen Matroſen, denen es nicht gelungen war,
ſo viel Menſchen den Fluten zu entreißen, haben in
hervorragender und aufopfernder Weiſe ihr Leben für
die Verunglückten aufs Spiel geſetzt und einer weiteren
großen Anzahl Verunglückter das Leben gerettet.
Eckernförde, 14. Aug. Die hieſige Freiwillige Feuer=
wehr
und die Feuerwehr der Königl. Baugewerkſchule,
ſowie die Sanitätskolonne brachten geſtern abend dem
Prinzen Heinrich auf deſſen Sommerſitz Hemmel=
mark
einen Fackelzug dar. Hauptmann Sauer hielt
eine Anſprache, in der er auf die ſtete Hilfsbereitſchaft des
Prinzen, namentlich bei dem letzten verheerenden Brande
in Eckernförde, hinwies. Der Prinz erwiderte mit herz=
lichen
Dankesworten und ſagte, daß die von ihm geleiſtete
Hilfe nichts anderes als ſeine Pflicht geweſen ſei. Er er=
licke
in der dargebrachten Ehrung den Ausdruck des
Patriotismus und der Anhänglichkeit an das Herrſcher=
haus
.
Wien, 14. Aug. Die Gattin des wegen der Gift=
mord
=Attentate zu zwanzig Jahren Kerker verurteilten
hemaligen Oberleutnants Hofrichter hat ſich an die=
ſen
wiederholt mit der Bitte gewandt, in die Scheidung
zu willigen. Hofrichter lehnte es bisher ab, dieſem
Wunſche nachzukommen. Seine Frau hat nunmehr die
Scheidungsklage eingebracht. Da Hofrichter auf ſeinem
Recht, perſönlich zu den vom Geſetz vorgeſchriebenen
rei Verſöhnungsverſuchen zu erſcheinen, beſteht, hat das
Linzer Landgericht das Bezirksgericht in Baden bei Wien
ingewieſen, die Sühnetermine anzuſetzen.
Paris, 14. Aug. Im Departement Gironde hat in
voriger Nacht ein heftiger Sturm gewütet. Insbeſon=
dere
iſt die Küſte bei Arcachon ſtark mitgenommen wor=
en
. 150 Fiſcherboote wurden zerſtört, auch fürchtet man,
dem Auſternpark großer Schaden zugefügt wor=
den
iſt.

Feuilleton.

*Jules Maſſenet *. Der Komponiſt Jules Maſſenet
iſt am Dienstag vormittag im Alter von 70 Jahren in
Paris geſtorben. Jules Emile Frédérice Maſſenet war
geboren am 12. Mai 1842 zu Montaud bei St. Etienne
(Loire). Er erhielt ſeine Ausbildung auf dem Pariſer
Konſervatorium von Ambroiſe Thomas, Laurent und
Reber, worauf er im Alter von einundzwanzig Jahren
mit der Kantate David Rizzio 1863 den Rom=Preis er=
hielt
. Von 1878 bis 1896 bekleidete er als Nachfolger Ba=
izins
die Profeſſur für Kompoſition am Pariſer Konſer=
vatorium
. Am bekannteſten geworden ſind ſeine Opern
Cid, Manon, Werther und vor allem Der Gaukler
unſerer lieben Frau. Im vorigen Jahre komponierte er
ſſeine letzte Oper Don Quichotte‟ Der Tod Jules Maſſe=
inets
kommt ziemlich unerwartet. Er war ſeit einigen
Tagen etwas leidend und kam, um ſeinen Arzt zu konſul=
ſtieren
, von ſeinem Schloſſe d'Egreville nach Paris. Sein
Zuſtand war durchaus nicht beunruhigend; nachts ver=
ſchlimmerte
ſich derſelbe aber ganz unvorhergeſehen und
um 6 Uhr trat der Tod ein. Das Datum der Bei=
ſetzung
iſt noch nicht feſtgeſetzt. Maſſenet hinterläßt eine
große Anzahl unfertiger Werke, ſo ein dreiaktiges Drama
Panurge, das im Jahre 1913 in der Gaite lyrique auf=
geführt
werden ſollte, eine Oper Cleopatra in 5 Akten
und eine Oper Amades in 4 Akten, ſowie mehrere un=
vollendete
Oratorien. Man nimmt an, daß Maſſenet ein
beträchtliches Vermögen hinterläßt.
C) Was fühlt man beim Sturz in der Flugmaſchine.
Der einzige Berufsjournaliſt Italiens, der zugleich aktiver
Flieger iſt Adone Noſari, der bereits vier Stürze mit der
Flugmaſchine durch eine gütige Fügung des Schickſals
uberleben durfte, erzählt jetzt im Mattino von ſeinem
Sturze während des toskaniſchen Fluges von Lucca.
Noſari begleitete damals als Paſſagier den Flieger Marra.
Das Flugzeug war bereits emporgeſtiegen und glitt im
ſſicheren Fluge, zwiſchen langſam hinziehenden Wolken,
dden Gebirgskuppen von San Giuliano entgegen. Plötz=

lich will mir ſcheinen, als ob der Apparat bedenklich zu
wanken beginnt. Wir fliegen 100 Meter über dem Boden
und ich ſehe, wie die Wieſe unter uns raſch emporzuſteigen
ſcheint. Wir ſtürzen, ſage ich mir und ich fühle, dieſer
Wind, der da aus der Tiefe emporzuſchlagen ſcheint: das
iſt der Wind des Todes. Die Tragödie die ſich nun
vollziehen muß, wirkt nur einen Augenblick auf meine
Nerven; und ich frage mich: Werde ich’s überleben oder
nicht? Und doch, auch im Beichtſtuhl müßte ich es be=
kennen
: in jenem Augenblicke geiſtiger Todesangſt erſchien
mir der Tod beinahe wie etwas wunderlich Erwünſchtes.
Mein Auge gleitet nach rechts und nach links und befragt
die allernächſte Zukunft, während das Ohr ſchon das Ge=
töſe
des Aufpralles erwartet. Die Maſchine ſtürzt ohne
Schwanken mit herabgebeugter Seite. Es iſt aus, Leben,
fahr wohl! Der Pilot zerrt vergeblich mit der Rechten
am Hebel, mit der Linken ſchlägt er ſich in Verzweiflung
gegen die Stirn, während ich, feſt in das Gehäuſe einge=
klammert
, mit klopfendem Herzen warte. Endlich ſchlägt
die Maſchine auf. Eine unſichtbare Hand ſcheint mich am
Nacken zu packen und ſchleudert mich gegen den Körper
Marras, der ſeinerſeits nach vorne geworfen wird. Ein
paar Sekunden bin ich betäubt. Dann erwache ich, befreie
mich von den Trümmern und Drähten. Marra liegt mit
blutendem Geſicht wie tot. Ich rufe ihn, ſchüttele ihn,
und dann iſt auch ſchon die lärmende Menge um uns.
Wir waren beide verwundet, aber wir lebten
Eine Märtyrerin der hygieniſchen Frauentracht.
Die für eine Reform der Frauenkleidung kämpfenden
Amerikanerinnen haben endlich eine Anhängerin gefunden,
die den in ſolchen Fällen immer gern vermiedenen Schritt
von der Theorie zur Praxis gewagt hat: Mrs. Nina Put=
nam
, eine bekannte New=Yorker Schriftſtellerin, die tapfer
ihre Ueberzeugung in die Tat umſetzte, anſtatt ihr nur
literariſch Ausdruck zu geben. Aber die Erfahrungen, die
ſie dabei machte, waren bitter und nicht ermutigend. Die
junge, anmutige Frau Putnam entwarf ein Kleid, das
den Ideen der Kleidungsreformerinnen entſprach. Nun
hat ſie mit der Führerin der Bewegung, Miß Ida Barbell,

ihre Erfahrungen in einem Briefe mitgeteilt. In meinem
neuen Gewande bin ich von Kopf bis zu den Füßen ge=
kleidet
, ohne all jene zehn oder zwanzig unbequemen, häß=
lichen
und überflüſſigen Garderobenſtücke anlegen zu müſſen
und ohne die Formen der modernen Mode zu verball=
hornen
. Das Kleid ſteht mir ſehr gut, wenn es auch mit
den herrſchenden ungeſunden Moden nicht völlig überein=
ſtimmt
. Aber wo ich auch erſcheine: ich werde Gegenſtand
höhniſcher Ovationen. In der Oper, wo ich ſicher die am
meiſten bekleidete Frau war, ſtarrt man mich an wie ein
wildes Tier und ringsum ſchwirrt die Luft von Bemerk=
ungen
: Wie komiſch! Wie peinlich! Einige liebe alte
Damen haben den Verkehr mit mir abgebrochen, weil ſie
mein Kleid für unanſtändig anſehen. Meine männlichen
Bekannten halten mir vor, ich ſei exzentriſch. Ueberall
gelte ich als eine Paria und werde als Kurioſität ange=
ſtaunt
. Die Beichte der Märtyrerin hat natürlich eine
Reihe von Journaliſten der New=Yorker Zeitungen zu dem
Opfer ſeiner Ueberzeugungen getrieben: es zeigte ſich, daß
das Kleid aus einem Stück gearbeitet iſt, ganz aus Seide,
mit weiten Falten. Auch Herr Putnam will ſeine Frau
bewegen, ihr neues Gewand wieder abzulegen, ſie aber
will ſtandhaft bleiben und ihren Kelch auskoſten bis zur
bitteren Neige.
* Maulbeerbäume. Wir leſen in der Köln. Ztg.: Zu
den fremdländiſchen Bäumen, die vor Jahrzehnten in
manchen Gegenden des Niederrheins eine gewiſſe Rolle
geſpielt haben, zählen die Maulbeerbäume. Augenblicklich
ſchrumpft ihr Beſtand ſehr ſtark zuſammen, denn niemand
denkt mehr an neue Anpflanzungen dieſer Baumart.
Die wenigen Exemplare, die man beiſpiels=
weiſe
in der Gegend der alten Grafſchaft Mörs
findet erinnern an eine denkwürdige Ange=
legenheit
, nämlich an die Zucht der Raupe des Seiden=
ſpinners
, die das friſche Laub dieſer Bäume zu ihrer Er=
nährung
bedarf. Im Mörſer Lehrerſeminar ſind ſolche
Aufzuchtverſuche noch in der zweiten Hälfte des ver=
floſſenen
Jahrhunderts gemacht worden. Ein ehemaliger,
jetzt penſionierter Seminaxlehrer dieſer Anſtalt erzählte

[ ][  ][ ]

Paris, 14. Aug. An Bord des Panzerſchiffes
Verité im Hafen von Toulon brach geſtern eine Pa=
nik
aus. Man hatte unter einem der Schiffskeſſel Feuer
angezündet. Infolgedeſſen entwickelte ſich dicker Rauch,
welcher durch die Pulverkammern abzog. Die Matroſen
welche dies bemerkten, gerieten in großen Schrecken und
250 Mann ſprangen ins Meer. Die an Bord Gebliebenen
ſetzten die Apparate, welche zum Füllen der Pulverkam=
mern
dienen, in Bewegung und erſäuften einen großen
Teil der Munition. An Bord der in der Nähe befind=
lichen
Schiffe Diderot und Republique bemächtigte
ſich gleichfalls der Mannſchaft große Unruhe. Es gelang
jedoch den Offizieren, die Leute auf ihren Poſten zu hal=
ten
. Die 250 Mann von der Verité ſchwammen an das
Ufer und wurden ſpäter von dort zurückgebracht.
Dover, 14. Aug. Da rauhes Wetter in der Nordſee
herrſcht, iſt man über das Schickſal der vor einigen Tagen
in Eckernförde freigelaſſenen fünf Engländer, die
dort wegen Spionageverdachts verhaftet worden waren,
in Sorge. Die Silver Crescent mit der ſie die Rück=
reiſe
antraten, iſt ſeit mehreren Tagen überfällig.
London, 13. Aug. Von einem Diebſtahl iſt die
Schweſter des Deutſchen Kaiſers, die Prinzeſſin
Friedrich Karl von Heſſen betroffen worden.
Auf der Station Viktoria, als ſich die Prinzeſſin auf der
Fahrt nach dem Landgut des Duke of Fife befand, ſind
unbekannte Täter in das Abteil der Prinzeſſin gedrun=
gen
. Sie ſtiegen von der entgegengeſetzten Seite ein und
es gelang ihnen, ein ſchwarzes Handtäſchchen zu ent=
wenden
, das mit Gold beſchlagene Täſchchen, Privat=
paviere
und eine ihr von dem Kaiſer Wilhelm geſchenkte
Bibel enthielt. Von den Dieben hat man keine Spur.
Madrid, 14. Aug. Von der Nordküſte Spaniens lau=
fen
ſehr beunruhigende Unwettermeldungen ein.
200 Fiſcher wurden auf hoher See vom Sturm überraſcht.
Die Schleppdampfer in Bilbao und in den anderen Häfen
ſind außerſtande, den Fiſchern Hilfe zu bringen. Meh=
rere
Boote ſind bereits verloren.
Konſtantinopel, 14. Aug. Unter der von dem Erd=
beben
heimgeſuchten Bevölkerung iſt eine
große Hungersnot ausgebrochen. Die entſandten
Hilfsleiſtungen ſind unzureichend. Ein Hilfskomitee ward
gebildet. Das griechiſche Patriarchat wird von der Re=
gierung
die Verhängung des Belagerungszuſtandes und
die Entſendung ausreichender Truppen verlangen.

Kongreſſe und Verbandstage.

Bingen, 14. Aug. Im hieſigen Bahnhofs=
gebäude
tagte eine Konferenz, die ſich mit der Frage
der evangeliſch=kirchlichen Fürſorge für
die Flußſchiffer beſchäftigte. Wie zu erwarten
war, hatte die Einladung zu dieſer Tagung freudigen
Widerhall gefunden, ſo daß aus Nord und Sud Freunde
der Flußſchiffer zuſammengekommen waren. Schiffer=
paſtor
Jentzſch hielt ein Referat, in dem er ausführte,
daß der Rhein, obwohl er mehr Güterumſatz habe als
ſämtliche deutſchen Waſſerſtraßen, doch in der Fürſorge
für die Schiffer am weiteſten zurück ſei. Der Schiffer=
beruf
bringe beſondere Gefahren und Notſtände mit ſich
(Unzucht, Trunkſucht, erſchwerte Kindererziehung), des=
halb
müſſe auch beſonders für ihn geſorgt werden. Dies
könnte geſchehen durch Einrichtung von Schifferheimen
und Schifferſtuben, Errichtung von Schifferkinderhorten,
perſönliche ſeelſorgeriſche Beeinfluſſung, Schriftenver=
breitung
. Fürſorgevereinigungen und Schiffervereine
müßten die Arbeit tragen und unterſtützen. Auf anderen
Waſſerſtraßen ſeien die Erfolge gut, auf dem Rhein
könnten ſie nicht ausbleiben. Dem Referat ſchloß ſich
eine lebhafte Beſprechung an, die ſich beſonders mit
Fragen der Organiſation und Schriftenverbreitung be=
faßte
. Es kam zur Gründung einer ſtändigen Konferenz
für Flußſchifferfürſorge am Rhein, zu deren Vorſitzen=
den
Pfarrer Kopfermann in Kaub gewählt wurde.
Die Konferenz hat ſich zur Aufgabe geſtellt, alle Arbeit,
die dem Schifferſtand religiöſe und ſoziale Hilfe leiſten
will, zu fördern, und zu neuer Arbeit anzuregen. Man
hofft, daß alle, die für den Schifferſtand etwas übrig
haben, der genannten Vereinigung beitreten (Beitrag
nach Belieben). Nähere Auskunft erteilt der Vorſitzende,
Pfarrer Kopfermann=Kaub, und Schiffermiſſionar
Bauer=Ruhrort, welch letzterer einſtweilen mit dem
Amt eines Sekretärs betraut wurde.

Der Kyffhäuſerverband der Ver=
eine
Deutſcher Studenten, der zurzeit über 5000
Mitglieder zählt, hielt ſeine diesjährige (32.) Ver=
bandstagung
in der Zeit vom 4. bis 10. Auguſt in
Kelbra (am Kyffhäuſer) ab. Im Mittelpunkte der
Beratungen ſtanden diesmal Fragen der Organiſation
und der Pertiefung der inneren Vereinsarbeit (der ſyſte=
matiſchen
nationalen Erziehung der Mitglieder). Ein
Vortrag über Die Vereine Deutſcher Studenten als
Träger eines neuzeitlichen deutſchen Studententums und

Beratungen über zahlreiche ſtudentiſche und nationale
Einzelfragen boten wertvolle Anregungen. Es wurde
u. a. beſchloſſen, dem Deutſchen Wehrverein als
körperſchaftliches Mitglied beizutreten, indem gleichzeitig
der Erwartung Ausdruck gegeben wurde, daß außerdem
auch die einzelnen Vereine Deutſcher Studenten und ihre
Mitglieder den Wehrverein und ſeine Beſtrebungen tat=
kräftig
fördern würden. Die Frage der nationalen
Jugendpflege, die bereits ſeit längerer Zeit in den
Vereinen Deutſcher Studenten lebhaftes Intereſſe und
tätige Mitarbeit gefunden hat, wurde eingehend er=
örtert
: es wurde den Vereinen zur Pflicht gemacht, ihre
Mitglieder möglichſt vollzählig zu praktiſcher Betätigung
in der Jugendpflege oder auf einem ſonſtigen Gebiete
der nationalen Kleinarbeit heranzuziehen; im einzelnen
wurden hierzu zahlreiche beſtimmte Vorſchläge gemacht.
Auch in dieſem Jahre waren die befreundeten deutſch=
öſterreichiſchen
Studentenverbindungen ſtark vertreten.
Die unter dieſen öſterreichiſchen Verbindungen neuerdings
hervortretenden Einigungsbeſtrebungen wurden freudig
begrüßt. Die Feſtlichkeiten anläßlich der Verbands=
tagung
nahmen trotz des trüben Wetters einen würdigen
und eindrucksvollen Verlauf, ſo namentlich die Bismarck=
Feier an der flammenden Bismarckſäule, die von den
Vereinen Deutſcher Studenten auf der Rothenburg er=
richtet
worden iſt. Alles in allem legte die diesjährige
Verbandstagung ein frohes Zeugnis ab von der inneren
eſchloſſenheit und der großen nationalen Arbeits=
freudigkeit
, mit der die Vereine Deutſcher Studenten den
Aufgaben der Zukunft entgegengehen.

Katholikentag in Aachen.
IV.
* Aachen, 13. Aug. In der Feſthalle tagte heute
morgen die Generalverſammlung des Volks=
vereins
für das katholiſche Deutſchland
München=Gladbach. Die Gedächtnisrede auf Windthorſt
hielt Fabrikbeſitzer Franz Brandt, der des hundertſten
Geburtstages Windthorſts gedachte und ſein Verhältnis
zum Volksverein ſchilderte. Der nächſte Redner war
Direktor Hohn vom Volksverein, der den Jahresbericht
des Vereins erſtattete. Der Verein hat danach eine Mit=
gliederzahl
von 726000 Perſonen. Juſtizrat Trimborn
gab über das Verhältnis des Volksvereins zur Kirche
ſund zum deutſchen Epiſkopat eine Schilderung. Hier=
auf
ſpendete Weihbiſchof Müller den Segen. Graf
Praſchma erörterte alsdann den Zuſammenſchluß der
deutſchen Intereſſen im Volksverein. Er ſei ſtolz dar=
auf
, daß die deutſche Sozialpolitik von führenden katho=
liſchen
Männern geſchaffen ſei. Nunmehr wurde zur
Vorſtandswahl geſchritten. Die ausſcheidenden Vor=
ſtandsmitglieder
wurden wiedergewählt.
Zur dritten geſchloſſenen Verſamm=
lung
, welche um 11 Uhr vormittags im großen Kur=
hausſaal
ſtattfand, war der Andrang außerordentlich
ſtark. Vor Eintritt in die Tagesordnung überbrachte
Domkapitular Dr. Ludwig=Köln die Grüße und Wünſche
des Kölner Epiſkopats. Ein Antrag, welcher die
Tätigkeit der Miſſionen anerkennt und die
Unterſtützung der Ordensprovinzen, der Miſſionshäuſer
und der Miſſionsvereine empfiehlt, wurde durch Juſtiz=
rat
Karl Bachem vertreten. In der Diskuſſion befür=
wortete
Landrat Freiherr von Dallwigk, der als Land=
rat
in Deutſch=Oſtafrika tätig war, die Unterſtützung der
Miſſionen gegen den Islam; insbeſondere müſſe der
katholiſche Adel, vor allem der Malteſerorden, ſich am
Kampfe gegen den Islam beteiligen. Reichstagsabgeord=
neter
Fürſt Löwenſtein ſprach ſich im Sinne Dallwigks
aus. Reichstagsabgeordneter Dr. Erzberger rief eben=
falls
zum Kampf gegen den Islam auf und empfahl der
Laienwelt den Beitritt zum Verein für Islamkunde. Von
beſonderer Bedeutung ſei die Anſiedelung von gläubigen
Bauern und die vollſtändige Abſchaffung der Haus=
ſklaverei
.
Die zweite öffentliche Verſammlung
wurde von dem erſten ſtellvertretenden Vorſitzenden,
Graf Henckel von Donnersmarck, heute nachmittag er=
öffnet
. An erſter Stelle ſprach Gymnaſialdirektor
Werra=Münſter über Die wiſſenſchaftliche
Betätigung und Aufgaben der deutſchen
Katholiken‟ Der Anteil der deutſchen Katholiken
an dem akademiſchen Berufe entſpreche nicht der Verhält=
niszahl
. Das liege aber nicht daran, daß die katholi=
ſchen
Schüler weniger begabt als die nichtkatholiſchen
wären. Auch in der Religion liege der Grund nicht, denn
die Religion habe keine Furcht vor der Wiſſenſchaft. Aber
die Säkulariſation habe den Katholiken tauſend Bildungs=
möglichkeiten
geraubt. Immerhin werde es jetzt beſſer,
wenn z. B. auf dem Gebiete der Realſchulen noch manche
Mängel zutage treten. Erfreulich ſei die Hilfe des Alber=
tus
Magnus=Vereins und für die weibliche Jugend die
des Hildegardus=Vereins. Abgeordneter Mayer= Kauf=
beuren
behandelte das Thema: Pflicht der Katho=

liken zur wirkſamen Betätigung auf
volkswirtſchaftlichem Gebiete‟ Er führte
aus, daß die große Wirtſchaftspolitik, die den Auf=
ſchwung
der deutſchen Volkskraft ermöglicht hat, der
führenden Mitarbeit der deutſchen Katholiken zu dan=
ken
ſei. Von der von mancher Seite prophezeiten Ver=
armung
der Katholiken iſt bis heute nichts zu bemerken,
wenn auch die Vermögensverteilung für die Katholiken
eine günſtige nicht genannt werden kann und die deut=
ſchen
Katholiken in den einträglicheren Erwerbsarten,
Handel und Induſtrie, unverhältnismäßig zurückſtehen.
Angeſichts dieſer Tatſachen dürfen die Katholiken die
Hände nicht in den Schoß legen. Alle Inſtanzen müſſen
mitarbeiten, damit die Katholiken allmählich in den Platz
einrücken, der ihnen gebührt.
An letzter Stelle ſprach Profeſſor Mausbach=
Münſter über das Thema: Der Kampf gegen die
moderne Sittenloſigkeit‟ Es laſſe ſich nicht
leugnen, daß eine Reaktion der Volksſeele gegen die un=
heimlich
wachſende Macht der Unſittlichkeit eingetreten
iſt. Aber noch heute laſſe ſich eine breite Mittelſchicht von
Durchſchnitts= und Gewohnheitsmenſchen in ihrer Ruhe
und Genußfähigkeit gar nicht erſchüttern. Gewiß ſei auch
früher gegen das 6. Gebot geſündigt worden, aber nicht
in dem Umfange wie jetzt. Leider verzeichnen wir in
Deutſchland alljährlich ſchon 15000 Eheſchließungen.
Kinderreichtum iſt ein Segen, aber keine Laſt, und wo 10
bis 12 Kinder zuſammen in der Familie arbeiten und
ſpielen, da iſt auch die gemeinſame Erziehung durch=
geführt
, beſſer als an den höheren Schulen. Der Redner
wandte ſich an die Frauen, die Prieſterinnen der morali=
ſchen
Reinheit ſeien und ſich daher nicht der äußeren
Prachtliebe ergeben dürften. Möchte ſich daher die chriſt=
liche
Frauenbewegung auch die Tyrannei der Mode nicht
mehr gefallen laſſen.
Darauf wurde die Verſammlung geſchloſſen. Für
den nächſten Katholikentag ſoll Metz in Ausſicht genom=
men
werden.
* Aachen, 14. Aug. Die heutige geſchloſſene
Verſammlung nahm einen Antrag an, der die Auf=
merkſamkeit
auf die Wahrnehmung und Förde=
rung
der Wirtſchafts=Intereſſen lenkt und
verlangt, daß ſtrebſame, beſonders befähigte Männer
dem kaufmänniſchen Stande und induſtriellen Betrieben
zugeführt werden. Der katholiſchen Preſſe wird die Be=
richterſtattung
aus Handel Gewerbe und Induſtrie nahe=
gelegt
. Hinſichtlich der Privatangeſtellten=Frage wurde
die Unterſtützung der Angeſtellten=Beſtrebungen durch den
Ausbau der ſozialen Geſetzgebung empfohlen. Ein An=
trag
des Caritas=Ausſchuſſes warnt vor den Gefahren
der Berufsvormundſchaft der Gemeinden und bevorzugt
gehörig angeleitete Einzelvormünder, ſowie die konfeſ=
ſionelle
, caritative Sammelvormundſchaft. Weiter Wer=
den
empfohlen Frauenvereine für das katholiſche Deutſch=
tum
des Auslandes, der Joſephs=Miſſionsverein und der
Zentralverband katholiſcher Kinderhorte. In der heute
vormittag tagenden, allgemeinen Miſſionsverſammlung
entwarf der Vorſitzende, Reichstagsabgeordneter Fürſt
Löwenſtein, ein Bild von den Miſſionsorganiſationen.
Lehrer Janßen=Ohligs ſprach über Miſſionsgedanken in
der Schule und bei der Jugend. Biſchof Geyer=Chartum
beſchrieb die Miſſionäre in den Kolonien.

13. Deutſcher Handwerks= und Gewierbe=
kammertag
.
II.
Würzburg, 13. Aug. Nachdem bereits geſtern
eine geſchloſſene Vorverſammlung ſtattgefunden hatte, trat
heute vormittag hier der 13. Deutſche Handwerks=
und Gewerbekammertag zu ſeiner erſten Haupt=
verſammlung
zuſammen. Nach dem ſchon mitgeteil=
ten
Bericht des Generalſekretärs des Handwerks= und Ge=
werbekammertages
, Dr. Menſch=Hannover, beſchäftigte ſich
die Verſammlung mit Mißſtänden im Submiſſions=
weſen
. Die mitgeteilte Reſolution der Referenten ge=
langte
nach kurzer Diskuſſion zur Annahme. Hierauf be=
ſchäftigte
ſich die Verſammlung mit dem zweiten Thema
des Tages, der Frage der Arbeitstarifvertrage.
Die Referate hierüber hatten die Handwerkskammern
Bromberg und Düſſeldorf übernommen. Sie legten eben=
falls
gemeinſam eine Reſolution vor, in der die Frage der
Tarifverträge für eine überaus wichtige erklärt wird im
Intereſſe der Herſtellung und Erhaltung eines gedeih=
lichen
Verhältniſſes zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitneh=
mern
, weil durch einen Arbeitstarifvertrag die Herſtellung
und Erhaltung des Friedens zwiſchen Arbeitgebern und Ar=
beitnehmern
auf eing gewiſſe Zeit durchgefeihrt werden könne.
Da nur kräftige Organiſationen das Zuſtandekommen und
den Erfolg der Tarifverträge gewährleiſten, ſo empfiehlt
es ſich, daß ſich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Verbän=
den
zuſammenſchlöſſen. Weiter bringt die Reſolution noch
eine ganze Reihe von Einzelvorſchlägen. Nach längerex
Debatte wurden die Verhandlungen auf morgen vertagt.

Handel und Verkehr.

*Frankfurt a. Main. 14. Aug. Dem länd=
lichen
Genoſſenſchaftsweſen ſcheinen neue wichtige
Wandlungen bevorzuſtehen. Wie die Frankfurter Zei=
tung
mitteilt, wird die Reichsgenoſſenſchafts=
bank
in Frankfurt a. Main, die eine Geldzentrale für
die ländlichen Genoſſenſchaften bilden ſollte, in eine Art
ſtille Liquidation treten, nachdem ſie das
mehrfache ihres Aktienkapitals in Engagements der Land=
wirtſchaftlichen
Kreditbank in Frankfurt a. Main feſt=
gelegt
hat und ihre Tätigkeit künftig darauf beſchränken
muß, dieſe Engagements zu liquidieren. Die der Reichs=
genoſſenſchaftsbank
angeſchloſſenen Unterverbände ſchei=
nen
an die Preußiſche Zentralgenoſſen=
ſchaftskaſſe
in Berlin Anſchluß zu ſuchen. Schon
jetzt veröffentlicht die Landwirtſchaftliche Ge=
noſſenſchaftsbank
in Darmſtadt, die als
Zentralkaſſe für das Großherzogtum Heſſen fungierte, ein
dahingehendes Rundſchreiben. Die Landwirtſchaft=
liche
Kreditbank in Frankfurt a. Main ſoll, nachdem ſie
ihre mit dem Hypothekengeſchäft nicht zuſammenhängenden
Engagements an die Reichsgenoſſenſchaftsbank übertra=
gen
hat, in ein hauptſächlich dem kleinbäuerlichen Ge=
noſſenſchaftsweſen
dienendes ſolides Hypothekeninſtitut
umgewandelt werden.
Das oben erwähnte Rundſchreiben der Landwirt=
ſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank in Darmſtadt lautet:
Wir bitten, davon Kenntnis nehmen zu wollen, daß wir
uns nach Verſtändigung mit der Reichsgenoſſenſchafts=
bank
und den übrigen beteiligten Verbandskaſſen der
Preußiſchen Zentral=Genoſſenſchaftskaſſe zu Berlin an=
geſchloſſen
haben. Dieſes zur Förderung des genoſſen=
ſchaftlichen
Perſonalkredits vom preußiſchen Staat ins
Leben gerufene, auf gemeinwirtſchaftlicher Baſis aufge=
baute
Staatsinſtitut unterſteht der Aufſicht und Leitung
des Staates; es iſt von dieſem mit einem Grundkapital

uns einmal, daß früher in den Sommerferien immer eine
Anzahl Seminariſten zur Wartung und Fütterung der
Seidenraupen im Seminar bleiben mußte. Bis vor
wenigen Jahren befand ſich noch hinter dem Seminar=
gebäude
in einem Garten ein kleiner Wald von Maulbeer=
bäumen
. Jetzt ſind ſie alle verſchwunden. Die Zucht der
Seidenraupe, die man wegen des Kokons zum Zweck der
Rohſeidengewinnung betrieb, iſt, wie überall in Deutſch=
land
, auch am Niederrhein aufgegeben worden, weil man
zu der Ueberzeugung gelangt iſt, daß ſich unſer Klima für
ſolche Zucht nicht eignet. Das Intereſſe an den Maul=
beerbäumen
iſt infolgedeſſen mehr und mehr geſchwunden.
Es wäre jetzt an der Zeit, daß die wenigen ſtattlichen
Exemplare dieſer Baumart vom Naturſchutz mehr beachtet
würden. Die bedeutendſte Anpflanzung von Maul=
beerbäumen
am Niederrhein befindet ſich ſüdlich von
Mörs in der Nähe des Dorfes Kapellen. Dort befindet
ſich am Wege nach Peterhof eine Allee von etwa 30 recht
ſtattlichen weißen und ſchwarzen Maulbeerbäumen, die
allherbſtlich eine Unmenge wohlſchmeckender Früchte
zeitigen.
* Vanderbilts Krawattennadel. Eine hübſche Ge=
ſchichte
, deren Held Vanderbilt junior war, erzählt die
Etoile belge. Der amerikaniſche Millionär langweilte ſich
in den Spielſälen eines bekannten Seebades (den Namen
verſchweigt das Brüſſeler Blatt, man darf aber annehmen,
daß Oſtende gemeint iſt), als er plötzlich die Entdeckung
machte, daß ſeine Krawattennadel, eine Perle im Werte
von 40000 Francs, verſchwunden war. In übler Laune
ſchilderte er ſein Mißgeſchick einem mit der Ueberwachung
des Kaſinos betrauten Geheimpoliziſten; die Nadel, ſagte
er, ſei ein teures Andenken geweſen, und er würde dem,
der ſie ihm wiederbrächte, gern eine hohe Belohnung
geben Zehn Minuten ſpäter erſchien der Geheim=
poliziſt
mit einem vornehm gekleideten Herrn, der den
Amerikaner um eine Unterredung unter vier Augen bat.
Vanderhilt folgte dem Fremden in den Garten, und der

Gentleman nahm hinter einer Taxuswand aus der
Innentaſche ſeines Smokings wohl ein Dutzend Kra=
wattennadeln
, die er in aller Ruhe dem Millionär vorlegte,
indem er ſagte: Entſchuldigen Sie, mein Herr, ich er=
innere
mich nicht mehr ganz genau Hier ſind meine
Nadeln von heute abend. Wenn Sie die Güte haben
wollten, ſich Ihre herauszuſuchen? Vanderbilt ſah den
Meiſterdieb voll aufrichtiger Bewunderung an und hatte
eine Minute ſpäter ſeine Perle wieder.
* Der Soldat im Kochtopf. Eine ergötzliche Geſchichte
erzählt der Temps von einem Angehörigen der grande
armée: Un soldat dans le bouillon. Es iſt in Vitré,
einer kleinen Garniſon. Am Samstag abend fehlt beim
Appell ein Mann. Es wird feſtgeſtellt daß er kurz vor=
her
die Kaſerne betreten und nicht wieder verlaſſen hat.
Wo iſt der Mann? Die abgeſandte Runde ſucht ihn an den
verſchwiegenſten Plätzen vergeblich. Endlich bringt der
Zufall eine ſeltſame Aufklärung. Die Runde tappt beim
Schein einer Laterne gerade durch die Küche, da gerät
der das Licht haltende Soldat ins Stolpern. Er verliert
den Halt und taucht mit der Hand in den großen Kochtopf.
Mit einem Schrei fährt er zurück. Der Sergeant tritt
hinzu; was ſehen Sie? Mitten zwiſchen Kartoffeln und
Kohl hockt im Waſſer ein ſplitternackter Menſch. Ob er
etwas von den lapins de choux geleſen, die Alphonſe
Daudet in ſeinen Lettres de mon moulin ſo treffend
ſchildert, oder ob er an den Ausſpruch Heinrichs IV. ge=
dacht
hat, kurz und gut er wurde überraſcht wie ein
ſchlafender Haſe und wäre geſotten wie ein ausgekochtes
Huhn, wenn der Koch ſchon Feuer gemacht hätte. Schnell,
wie Betrunkene ſind, wenn ſie plötzlich der Schreck er=
nüchtert
, ergreift er die Flucht. Wer den Schaden hat,
braucht für den Spott nicht zu ſorgen. Ihm ſchadet es
veiter nichts, auch die drei Tage Mittelarreſt nicht; den
Schaden trägt die Kantinenverwaltung, die einen neuen
Kochtopf anſchaffen muß, da die Soldaten ſich weigern,
aus der Badewanne zu eſſen.

[ ][  ][ ]

don 75 Millionen Mark ausgeſtattet und hat jetzt ein
eigenes Kapital von 83,3 Millionen Mark. Infolge der
mit dieſem Inſtitut getroffenen Vereinbarung ſind wir
in der Lage, die von Verbandsgenoſſenſchaften bei uns
eingereichten Wechſel bis zum Betrag des von uns feſt=
geſetzten
Normalkredits zur Diskontierung bei der Preu=
ßiſchen
Zentral=Genoſſenſchaftskaſſe hereinzunehmen und
bis auf weiteres proviſionsfrei zum Satz von 4½ Proz.
abzurechnen.
Die Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank in Darm=
ſtadt
hat alſo bei dem preußiſchen Staatsinſtitut die
Rückenſicherung für alle Fälle geſucht und gefunden, deren
ſie angeſichts der Unglücksfälle von Ober=Mockſtadt und
Nieder=Modau bedarf.
* Siegen, 13. Aug. In der Hauptverſammlung des
Roheiſen=Verbandes berichtete der Vorſtand über
die Marktlage. Die Inlandabnehmer haben für das
laufende Jahr ihren Bedarf vollſtändig gedeckt, trotzdem
kommen noch immer Kaufanträge auf Zuſatzmengen heraus.
Da der Verkauf für 1913 noch nicht eröffnet iſt, wird An=
trägen
auf Zuſatzmengen für Lieferungen 1912 nur in
ſoweit ſtattgegeben, als es ſich wirklich um diesjährigen
Bedarf handelt. Der Abruf der inländiſchen Abnehmer
iſt ſehr gut. Im Juli betrug der Verſand rund 90 Pro=
zent
der Beteiligung. Das Auslandsgeſchäft liegt infolge
günſtiger amerikaniſcher Nachricht und ſtarker Preisſteige=
rung
am engliſchen Markt ſehr feſt. Indeſſen haben auch
die Auslandsabnehmer im großen und ganzen ihren bis=
herigen
Bedarf gedeckt, vereinzelt treten ſchon Nachfragen
für die nächſtjährigen Lieferungen an den Verband heran.
Die Vorräte ſind weiter zurückgegangen. Bezüglich des
Verkaufs für 1913 ſind noch keine Beſchlüſſe gefaßt. Die
Hauptverſammlung genehmigte ferner das mit den Wer=
ken
der Birlenbacher Hütte, der Dreisbacher Hütte, der
Grünbacher Hütte und der Altherdorfer Hütte vereinbarte
Abkommen, betreffend den Anſchluß der Hütten an den
Verband.

Erdbeben in der Türkei.

* Konſtantinopel, 14. Aug. Heute morgen
wurde in Bigha und im Innern der Dardanellen ein
Erdſtoß verſpürt. Der Schaden iſt unbedeutend. In
Karabigha weiſen einige Häuſer Riſſe auf. In Dimotika
liſt ein Teil einer Moſchee eingeſtürzt. In Rodoſto
dauern die Erdſtöße fort; eine Moſchee, vier
Minaretts, das Mauſoleum, ein Uhrturm, vierzehn Häu=
ſer
und ſechs Kaufläden ſind eingeſtürzt. Eine Frau iſt
getötet, vierzehn Perſonen verletzt worden. Der Mi=
niſterrat
beſchloß, den Evkafminiſter mit einem neuen
Kredit von 1500 Pfund in die vom Erdbeben betroffenen
Ortſchaften zu ſenden. Der Miniſter iſt bereits abgereiſt.
Der Miniſterrat beſchloß weiter, für die Hinterbliebenen
der Opfer des Gemetzels von Kotſchana 5000 Pfund
zu=bewilligen.

Die franzöſiſch=ruſſiſche Marinekonvention.

* Paris, 14. Aug. Der Vertreter des Figaro in
Petersburg hatte eine Unterredung mit dem Admiral
Bubnow dem Gehilfen des Marineminiſters. Dieſer
gab über die Marinekonvention folgende Erklär=
ung
ab: Zweifellos hätten ſich die verbündeten Flotten
im Falle eines Konfliktes auch ohne Konvention wechſel=
ſſeitig
Hilfe geleiſtet; aber es iſt bei weitem vorzuziehen,
daß ihre Aktion durch ein genaues Dokument geregelt iſt,
ſwelches keinen Mißverſtändniſſen Raum läßt. Dieſes iſt
ſta der Zweck der gegenwärtigen Konvention. Wir be=
ſtrachten
ſie nicht allein als wünſchenswert, ſondern als
motwendig, infolge der ungeheueren Entwickelung, welche
die deutſche Flotte in den letzten Jahren genommen hat.
Ich betrachte die Zukunft mit großem Vertrauen und ver=
ſſichere
, daß wir in 12 Jahren die deutſche Flotte eingeholt
und ſie noch übertreffen werden, ſelbſt wenn man an=
nimmt
, daß die Deutſchen jedes Jahr vier Dreadnoughts
bauen. Jedenfalls werden wir 1913 unſere vier erſten
Dreadnoughts in Dienſt geſtellt werden, und in fünf
Jahren werden wir in der Oſtſee 48 Torpedobootszer=
ſtörer
und 14 kampfbereite Linienſchiffe haben. In dem
Schwarzen Meere halten wir uns im Augenblick an die
drei im Bau befindlichen Dreadnoughts. Aber das wird
nicht unter letztes Wort ſein.

Die türkiſche Kriſe.

* Konſtantinopel, 14. Aug. Das Miniſte=
frium
des Innern richtete an die Behörden der
Wilajets ein Rundſchreiben, worin es auffordert,
lam 14. Auguſt mit den Vorbereitungen der Neuwahlen
zzu beginnen. Die Wahlkollegien ſollen am 14. Oktober
igebildet ſein. Die Deputierten haben am 14. November
ſin Konſtantinopel einzutreffen. In dem Rundſchreiben
des Großweſirrats wird den Beamten der Auftrag er=
ſteilt
, die Wahlen in voller Freiheit und Unparteilichkeit
ſtattfinden zu laſſen. Diejenigen Beamten, die verſuchen
ſſollten, die Abſtimmung zu beeinfluſſen, würden verfolgt
werden. Die Polizei verhaftete einen Bulgaren, der
fals Albaneſe verkleidet war, unter dem Verdacht der
Spionage. Der Verhaftete ſoll ein Bandenführer ſein.
Bezüglich der Demiſſion des Miniſters des
Innern Zia Paſcha herrſcht die Anſicht, daß es ſich
um Antagonismus zwiſchen den beiden im Kabinett durch
Kiamil Paſcha und Hilmi Paſcha vertretenen Strömun=
gen
handelt. In dem Demiſſionsſchreiben gab der Mi=
niſter
Geſundheitsrückſichten als Grund des Rücktritts an.

Literariſches.

Die Stadt Leipzig hat in der Geſchichte der deut=
ſchen
Literatur und Wiſſenſchaft, des deutſchen Handels
und Kunſthandels eine hervorragende Rolle geſpielt
eine lange Reihe namhafter Perſönlichkeiten bezeichnet
dieſen Ruhmesweg und zeugt für die Bedeutung der
Stadt Es war ein glücklicher Gedanke, aus den Schätzen
der ſtädtiſchen Sammlungen und der alten Patrizierhäu=
ſer
zuſammenzutragen, was an Bildniſſen bekannter
Leipziger Bürger und Bürgerinnen der Vergangenheit
etwa noſch vorhanden war, eine weiſe Maßnahme, ſich
auf die Hauptperiode der Leipziger Bildniskunſt, alſo
auf die Zeit von 1700 bis 1850, zu beſchränken. Ein
feſſelnder Artikel von Julius R. Haarhaus faßt unter
dem Titel Intereſſante Bildniſſe auf der Leipziger Por=
trätausſtellung
die Ergebniſſe dieſer eigenartigen Ver=
anſtaltung
in Heft 28 der Gartenlaube zuſammen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Karlsruhe 14. Aug. Hier ſind 2 Perſonen
Ater dem Verdachte der Spionage ver=
haftet
worden, die ſich an Perſonen des Soldatenſtan=
ſdes
herangemacht hatten, um ſich militäriſch geheimzu=
ſultende
Gegenſtände zu verſchaffen und dieſe an Frank=
ch
zu verkaufen. Wie man erfährt, handelt es ſich um

verheiratete Taglöhner, 30 und 40 Jahre alt, von denen
einer in der Fremdenlegion gedient hat. Die Beiden haben
ſich in verſchiedenen hieſigen Wirtſchaften an einen Unter=
offizier
herangemacht und ihn durch Verſprechen zu be=
wegen
geſucht, ſich geheimzuhaltende Waffenteile und Mu=
nitionsgegenſtände
zu verſchaffen, die nach Frankreich zu
hohen Preiſen verkauft werden ſollten. Der Unteroffizier
machte hiervon ſeiner vorgeſetzten Behörde Meldung.
Die Unterſuchung wird von dem hieſigen Landgericht ge=
führt
und die Vorlage des Tatſachenmaterials an den
Oberreichsanwalt ſteht unmittelbar bevor.
* Säckingen, 14. Aug. Bei dem Brande eines
Wohnhauſes in dem zur Gemeinde Altenſchwand ge=
hörigen
Ortsteil Glashütten fanden fünf Per=
ſonen
den Tod in den Flammen, als ſie ihre Hab=
ſeligkeiten
retten wollten. Der Beſitzer des Hauſes,
Hottinger, Vater von 10 Kindern, der Gemeinderat
Joſeph Fölkle, Martin Fölkle und Friedrich Gersbach,
ſämtlich aus Glashütten, kamen bei Rettungsarbeiten in
den Flammen um, während ein Otto Mott, ebenfalls
aus Glashütten, ſo ſchwere Verletzungen davontrug, daß
er ebenfalls ſtarb.
* Hemmelmark, 14. Aug. Dem Prinzen Hein=
rich
gingen anläßlich ſeines 50. Geburtstages zahlreiche
Glückwunſchtelegramme zu, darunter vom Kaiſer, vom
Magiſtrat in Kiel, deſſen Ehrenbürger der Prinz iſt. Die
Feier wird im engſten Familienkreis abgehalten. Heute
morgen brachten die perſönliche Umgebung des Prin=
zen
, die Beamten und Arbeiter des Gutes Hemmelmark
ihre Glückwünſche dar. Heute nachmittag konzertierte die
Kapelle der erſten Matroſen=Diviſion Kiel. Die Zei=
tungen
Schleswig=Holſteins widmen dem Prinzen aus=
führliche
, teils mit Bildern geſchmückte Feſtartikel.
* Paris, 14. Aug. Die Agence Havas meldet aus
Rabat vom 13. Auguſt: Muley Juſſuf iſt zum
Sultan proklamiert worden.
* London, 14. Aug. Die Königin reiſte heute mit
der Prinzeſſin Mary nach Dover ab, um ſich nach Neu=
Strelitz zu begeben.
* Moskau, 14. Aug. Miniſterpräſident Poincaré
iſt heute hier eingetroffen.
Berlin, 14. Aug. Die Mitteilung konſervativer
Blätter, daß die ſächſiſche Regierung im Bundesrat
den Antrag geſtellt habe, im Reichstage eine Vorlage
zum beſſeren Schutz der Arbeitswilligen ein=
zubringen
, ſind, wie das Berliner Tageblatt erfährt, falſch.
Weder die ſächſiſche Regierung noch eine andere Bundes=
regierung
haben bisher einen derartigen Antrag geſtellt.
Heudeber (Harz), 14. Aug. Heute morgen wur=
den
auf dem Feldberg bei einem Grad Kälte und
20 Zentimeter Schneehöhe die erſten Skitouren unter=
nommen
.
H.B. Kiel, 14. Aug. Die Stadtverordneten beſchloſſen
geſtern abend den Bau eines Handelshafens am
Kaiſer=Wilhelm=Kanal in unmittelbarer Nähe der neuen
Hochbrücke bei Holtenau. Die Herſtellung einer Eiſenbahn=
verbindung
zwiſchen dem Hauptbahnhof in Kiel und dem
neuen Handelshafen iſt bereits ſichergeſtellt.
H.B. Paris, 14. Aug. Von allen Orten der fran=
zöſiſchen
Weſt= und Nordküſte treffen Nach=
richten
über heftigen Sturm ein. An den felſigen
Küſten der Bretagne ſind zahlreiche Fiſcherboote zer=
ſchellt
, deren Beſatzungen wahrſcheinlich umgekommen
ſind. Ein Rettungsboot von Trouville hatte zwei
Fiſcher gerettet, konnte aber nicht zum Hafen zurückfah=
ren
und verſuchte, nach Dover zu gelangen. Eine mäch=
tige
Grundwelle drehte das Boot um. Die 12 Mann
konnten ſich aber an den Kiel klammern und wurden
zwei Stunden lang in dem aufgewühlten Meer umher=
getrieben
, bis der Wind das Wrack auf die Landſpitze
von Cabourg trieb. Die Badeplätze haben ſehr, unter
dem Sturm gelitten. Bei Arcachou ſind 150 Fiſcherboote
untergegangen.

Briefkaſten.

Anfrage. Iſt ein Geſchäft verpflichtet, dem
Publikum Waren für den Preis zu verkaufen, der im
Schaufenſter bei den betreffenden Artikeln angegeben
iſt, und wie iſt die Ausrede, daß die Artikel augenblicklich
vergriffen ſeien ꝛc. juriſtiſch zu bewerten? Juſtus.
Antwort: Die Warenauslage im Schaufenſter
mit Preisbezeichnung ſtellt kein den Kaufmann binden=
des
Verkaufsangebot dar, ſondern eine an das vorüber=
gehende
Publikum gerichtete Anzeige, daß in dem Laden
Waren, dieſer Art zu den angegebenen Preiſen verkauft
werden. Eine Verpflichtung zur Abgabe von Waren an
irgend einen Kaufliebhaber, insbeſondere der ausgelegten
Waren beſteht nicht. Sollte ſich herausſtellen, daß die
Preisangabe, da ſehr gering, nur darauf abzielt, Kunden
nzuziehen, ſo könnte gegen den Ladeninhaber lediglich
wegen unlauteren Wettbewerbs ſtrafrechtlich vorgegangen
wverden.
O. G. Die aufgeworfene Frage iſt zu bejahen. Die
Heranziehung erfolgt auf Grund des Heſſiſchen Geſetzes
betreffend das Beſteuerungsrecht der Kirchen= und
Religionsgemeinſchaften vom 23. April 1875, bezw. der
Abänderung dieſes Geſetzes vom 30. März 1901. Analog
den Beſtimmungeu der heſſiſchen Staats= bezw. Ge=
eindeſteuergeſetze
gilt als Ort der Beſteuerung die
Wohn= oder Aufenthaltsgemeinde.

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Bi0soll abgeſpannt, nervös, marode fühlen, oder nach
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gesunden Töchterchens
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zeigen hocherfreut an
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Otto Borck, Dipl.-Ing.,
und Frau Else, geb. Steinmetz.
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Heute früh entſchlief ſanft nach langem,
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Frau
Henriette Klipstein
geb. Knispel
Witwe des Oberſtabsarztes a. D.
Dr. Klipſtein
im 72. Lebensjahre.
(17171
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. A.:
Willy Hartung, Geheimer Kriegsrat,
Dr. Ludwig Klipſtein, Oberſtabsarzt.
Darmſtadt, Sachſenhauſen, Mainz,
14. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Aug.,
vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des Darm=
ſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Vaters
Herrn Geors Leuchner
ſprechen wir hiermit Allen unſeren innigſten Dank
aus. Beſonders dem Herrn Pfarrer Vogel für
ſeine troſtreichen Worte und ſeinen Herren Vor=
geſetzten
des ſtädtiſchen Tiefbauamtes. (*3578
Die trauernden Hinterbliebenen:
Valentin Leuchner.
Darmſtadt, den 13. Auguſt 1912.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Ueber der Nordſee liegt ein Tiefdruckgebiet, deſſen
Randwirbel die Witterung Deutſchlands beeinfluſſen.
Bei uns wehen kühle Weſtwinde, die trübes, regneriſches
Wetter bringen. Die Temperaturen liegen tief. Ueber
Deutſchland ſteigt der Druck, während er über England
und Skandinavien fällt. Die Depreſſion dürfte daher
nach Nordoſten abziehen; ein Reſt bleibt über England
liegen. Es ſteht zu erwarten, daß der Hochdruckeinfluß
bei uns die Oberhand gewinnt.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
15. Auguſt: Aufheiternd, meiſt trocken, etwas milder.

Tageskalender.

Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der Mathil=
denhöhe
(geöffnet von 106 Uhr).
Ausſtellung des Deutſchen Holzarbeiter=Verbandes
Grafenſtraße 30.
Monatsverſammlung der Kaufm. Stenographen=
Geſellſchaft Gabelsberger um 8 Uhr im Fürſtenſaal.
Bibliſcher Vortrag um 8½ Uhr im Zelt an der
Lindenhofſtraße.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. Singſpielhaus
Metropol um 8 Uhr. Perkeo um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Herr
und Frau Krupp von Bohlen und Halbach; vom Ein=
ſturz
des Kraftwerks Franken bei Nürnberg; die An=
kunft
des erſten Zuges auf der Station Jungfraujoch;
die Heimkehr des Nordpolfahrers Mikkelſen.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Kans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die Redaktion des Tagblatts zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind beizu=
fügen
; nachträgliche werden nicht berückſichtigt. Un=
verlangte
Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt=

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[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Polizeiverordnung über den Beſuch öffentlicher kinemato=
graphiſcher
Vorführungen durch jugendliche Perſonen bringen wir hiermit zur
Kenntnis.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Polizeiverordnung für den Kreis Darmſtadt,
betreffend den Beſuch öffentlicher kinematographiſcher Vorführungen durch
ingendliche Perſonen.

Auf Grund des Artikels 64 der Kreis= und Provinzial=Ordnung wird unter
Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des
Innern für den Kreis Darmſtadt folgende Pplizeiverordnung erlaſſen:
§ 1.
Kinder unter ſechs Jahren dürfen zum Beſuche kinematographiſcher Vor=
führungen
nicht zugelaſſen werden.
§ 2.
Ingendliche Perſonen unter fünfzehn Jahren ohne Begleitung von Aufſichts=
verſonen
(§ 2 Abſ. 2) dürfen nur zu kinematographiſchen Vorführungen zugelaſſen wer=
den
, welche als Jugendvorſtellungen im Sinne dieſer Polizeiverordnung (§ 3) gelten.
Sie dürfen zu ſonſtigen Vorführungen nur in Begleitung ihrer Eltern, Vor=
rnünder
, Pfleger oder anderer Perſonen, denen ein Aufſichtsrecht über den Jugend=
lichen
zuſteht, zugelaſſen und nur bis ſpäteſtens 10 Uhr abends dort geduldet werden.
§ 3.
Ingendvorſtellungen müſſen ſpäteſtens um 8 Uhr abends beendet ſein.
Sie ſind durch Aushang am Eingang und an der Kaſſe als ſolche kenntlich zu
rnachen und bedürfen der ſchriftlichen Genehmigung der Ortspolizeibehörde, in Land=
gemeinden
des Kreisamts, auf Grund eines mindeſtens 3 Tage vorher vorgelegten
Spielplanes. Ein bereits genehmigter Spielplan bedarf bei unveränderter Wieder=
Holung an demſelben Orte einer nochmaligen Genehmigung nicht. Die Genehmigung
znuß dem revidierenden Polizeibeamten jederzeit auf Verlangen vorgelegt werden.
§ 4.
Mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark wird beſtraft:
1) der Unternehmer oder Leiter kinematographiſcher Vorführungen, der einen
nach § 1, 2, 3 Abſ. 1 unzuläſſigen Beſuch einer Vorführung duldet;
2) der Unternehmer oder Leiter kinematographiſcher Vorführungen, der den
Vorſchriften über die Anmeldung, Ankündigung und Genehmigung der
Jugendvorſtellungen zuwiderhandelt
3) Perſonen die ohne zu den in § 2 Abſ. 2 genannten Aufſichtsperſonen zu
gehören, Jugendliche in kinematographiſche Vorführungen mitnehmen, die keine
Jugendvorſtellungen ſind;
4) Perſonen, die Kinder unter 6 Jahren zu kinematographiſchen Vorführungen
mitnehmen.
§ 5.
Die Verordnung tritt am 1. September 1912 in Kraft. Entgegenſtehende Vor=
ſchriften
ſind mit dem gleichen Tage aufgehoben.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie des Kreiſes.
Wir machen Sie auf die Vorſchriften der vorſtehenden, am 1. September d. J.
An Kraft tretenden Polizeiverordnung aufmerkſam. Die Ueberwachung des Befolgs
Der Vorſchriften wollen Sie ſich beſonders angelegen ſein laſſen.
Sonderabdrücke der Polizeiverordnung werden wir Ihnen zur Behändigung an
die Beſitzer von Kinematographentheatern demnächſt zugehen laſſen.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(17127ds

Bekanntmachung,
betreffend die Wahl der Vertrauensmänner und Erſatzmänner (§§ 145 ff. des
Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte).

Die Wahl der Vertrauensmänner und Erſatzmänner für die Angeſtellten=
verſicherung
findet ſtatt:
a) für die Arbeitgeber
am Sonntag, den 6. Oktober 1912, von 9 Uhr vormittags bis 11 Uhr vor=
mittags
,
b) für die Angeſtellten
am Sonntag, den 6. Oktober 1912, von 11¼ Uhr vormittags bis 12½ Uhr
mittags,
für den Wahlkreis Darmſtadt Land, umfaſſend ſämtliche Landgemeinden des Kreiſes
Darmſtadt.
Gewählt wird in Darmſtadt im Sitzungsſaal des Kreisausſchuſſes, Neckarſtraße 3.
Es ſind zu wählen 6 Vertrauensmänner und 12 Erſatzmänner.
Die Vertrauens= und Erſatzmänner werden je zur Hälfte aus den verſicherten
Angeſtellten, die nicht Arbeitgeber ſind, und aus den Arbeitgebern der verſicherten
Angeſtellten gewählt. Es wählen alſo die verſicherten Angeſtellten 3 Vertrauens=
männer
und 6 Erſatzmänner und ebenſoviel Vertrauens= und Erſatzmänner die Arbeit=
geber
der verſicherten Angeſtellten.
Die Vertrauens= und Erſatzmänner aus den Arbeitgebern werden von den
Arbeitgebern der verſicherten Angeſtellten, die übrigen von den verſicherten Angeſtellten
gewählt.
Wahlberechtigt ſind volljährige Deutſche, männlichen und weiblichen Geſchlechts,
ſofern ſie zu den verſicherten Angeſtellten oder deren Arbeitgebern gehören und im
Bezirke der Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt wohnen.
Wahlberechtigt als Arbeitgeber ſind wenn ſie nicht als Angeſtellte wahl=
berechtigt
ſind auch:
1 die geſetzlichen Vertreter geſchäftsunfähiger und beſchränkt geſchäftsfähiger
natürlicher Perſonen,
2. bei juriſtiſchen Perſonen die Mitglieder des Vorſtandes, bei Geſellſchaften mit
beſchränkter Haftung die Geſchäftsführer bei anderen Handelsgeſellſchaften
die perſönlich haftenden Geſellſchafter, ſoweit ſie nicht von der Vertretung
ausgeſchloſſen ſind. Sind hiernach für eine juriſtiſche Perſon oder Geſellſchaft
mehrere wahlberechtigte Perſonen vorhanden, ſo darf nur eine von ihnen das
Wahlrecht ausüben.
Wählbar ſind nur Verſicherte, die nicht Arbeitgeber ſind, und Arbeitgeber der
verſicherten Angeſtellten, die im Bezirke der Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt
wohnen oder beſchäftigt werden oder ihren Betriebsſitz haben.
Wählbar als Arbeitgeber ſind wenn ſie nicht als Angeſtellte wählbar
ſind auch:
1. die geſetzlichen Vertreter geſchäftsunfähiger und beſchränkt geſchäftsfähiger
natürlicher Perſonen,
2. die Mitglieder des Vorſtandes einer juriſtiſchen Perſon die Geſchäftsführer
einer Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung, die perſönlich haftenden Geſell=
ſchafter
bei anderen Handelsgeſellſchaften, ſoweit ſie nicht von der Vertretung
ausgeſchloſſen ſind,
3. die bevollmächtigten Betriebsleiter.
Weder wahlberechtigt noch wählbar iſt, wer:
1. infolge ſtrafgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffent=
licher
Aemter verloren hat oder wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das
den Verluſt dieſer Fähigkeiten zur Folge haben kann, verfolgt wird, falls gegen
ihn das Hauptverfahren eröffnet iſt,
2. infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ſein Vermögen
beſchränkt iſt.
Angeſtellte, die nach § 390 des Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte von der
Beitragsleiſtung befreit ſind, ſind ſowohl wahlberechtigt als auch wählbar.
Gewählt wird ſchriftlich nach den Grundſätzen der Verhältniswahl.
Die Wahlberechtigten werden aufgefordert, Vorſchlagsliſten für die Wahl bis
ſpäteſtens drei Wochen vor dem Wahltag (Sonntag, den 15. September 1912) bei dem
unterzeichneten Wahlleiter, Kreisamtmann Dr. Michel in Darmſtadt, einzureichen.
Die Vorſchlagsliſten ſind für die Arbeitgeber und die verſicherten Angeſtellten
getrennt aufzuſtellen. Jede Vorſchlagsliſte ſoll mindeſtens ſo viel Namen enthalten,
als Vertrauensmänner und Erſatzmänner zu wählen ſind; ſie darf höchſtens die
doppelte Zahl ſolcher Namen aufweiſen.

Die Pargeſchlagenen ſind nach Vor= e Siand u und
Wohnort zu bezeichnen und in erkennbarer Reihenfolge aufzuführen. Mangels anderer
ausdrücklicher Erklärung wird angenommen, daß die an erſter Stelle Aufgeführten
als Vertrauensmänner vorgeſchlagen werden.
Die Vorſchlagsliſten müſſen von mindeſtens fünf Wahlberechtigten unter Be=
nennung
eines für weitere Verhandlungen bevollmächtigten Vertreters unter=
ſchrieben
ſein.
Die Vorſchlagsliſte ſoll die Wählervereinigung, von der ſie ausgeht, nach unter=
ſcheidenden
Merkmalen kenntlich machen.
Hat ein Wähler mehrere Vorſchlagsliſten unterzeichnet, ſo wird ſeine Unter=
ſchrift
auf allen Vorſchlagsliſten geſtrichen.
Die Vorſchlagsliſten ſind ungültig, wenn ſie verſpätet eingereicht werden oder
wenn ſie nicht vorſchriftsmäßig unterſchrieben ſind und der Mangel nicht rechtzeitig
behoben wird.
Zwei oder mehr Vorſchlagsliſten können in der Weiſe miteinander verbunden
werden, daß ſie den Vorſchlagsliſten anderer Wählervereinigungen gegenüber als eine
einzige Vorſchlagsliſte gelten. In dieſem Falle müſſen die Unterzeichner der Vorſchlags=
liſten
oder die bevollmächtigten Vertreter übereinſtimmend ſpäteſtens bis zum Ablauf
des elften Tages vor dem Wahltag die Erklärung abgeben, daß die Vorſchlagsliſten
miteinander verbunden ſein ſollen Andernfalls iſt die Erklärung über die Verbindung
ungültig.
Wird von den Arbeitgebern oder von den verſicherten Angeſtellten bis zum
15. September 1912 nur eine Vorſchlagsliſte eingereicht, ſo findet für die betreffende
Gruppe keine Wahl ſtatt. Die in der Vorſchlagsliſte gültig verzeichneten Perſonen
gelten dann in der für den Wahlbezirk erforderlichen Zahl in der Rrihenfolgel des
Vorſchlags als von dieſer Gruppe gewählt.
Die Wähler haben ſich über ihre Wahlberechtigung auszuweiſen. Für die ver=
ſicherten
Angeſtellten dient die Verſicherungskarte als Ausweis, für die Arbeitgeber
eine von der Großh. Bürgermeiſterei des Betriebsſitzes ausgeſtellte Beſcheinigung.
Die Arbeitgeber werden aufgefordert, ſich die Beſcheinigung ausſtellen zu laſſen. Ein
Muſter hierfür iſt unten abgedruckt.
Das Wahlrecht wird in Perſon und durch Abgabe eines Stimmzettels ausgeübt.
Die Stimmzettel dürfen nicht unterſchrieben ſein und keinen Proteſt oder Vorbehalt
enthalten. Sie ſind außerhalb des Wahlraums handſchriftlich oder im Wege der Ver=
vielfältigung
herzuſtellen.
Den Arbeitgebern iſt es geſtattet, an Stelle der perſönlichen Stimmabgabe ihren
Stimmzettel dem Wahlleiter unter Beifügung des Ausweiſes über ihre Wahlberech=
tigung
brieflich einzuſenden. Die erforderlichen Umſchläge erhalten die Arbeitgeber
auf Verlangen von dem Vorſteher der Wahl in dem Wahllokal ausgehändigt. Der
Brief muß ſpäteſtens am 3. Oktober 1912 bei dem unterzeichneten Wahlleiter ein=
gegangen
ſein. Nachträglich eingehende Stimmzettel ſind ungültig.
Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme. Arbeitgeber, die mehr als fünfzig, aber
nicht mehr als hundert verſicherte Angeſtellte beſchäftigen, haben zwei Stimmen. Für
je weitere angefangene hundert verſicherte Angeſtellte erhöht ſich die Zahl um eine
Stimme. Kein Arbeitgeber hat mehr als zwanzig Stimmen.
Hat ein Arbeitgeber mehrere Stimmen, ſo hat er jeden Stimmzettel in einem
beſonderen Umſchlag zu verſchließen.
Enthält ein Umſchlag mehrere Stimmzettel, ſo gelten ſie als ein Stimmzettel,
wenn ſie gleichlautend ſind; andernfalls ſind ſie ungültig.
Der Wahlberechtigte darf ſein Wahlrecht nur in dem Wahlkreis, in dem er wohnt,
ausüben.
Es kann nur für unveränderte Vorſchlagsliſten geſtimmt werden; auch die
Reihenfolge der Vorgeſchlagenen in der Vorſchlagsliſte darf nicht geändert werden.
Ungültig iſt die Wahl einer Perſon, die zurzeit der Wahl nicht wählbar war.
Ungültig iſt ferner die Wahl einer Perſon, von der oder zu deren Gunſten von
Dritten die Wahl rechtswidrig (§§ 107 bis 109. 240, 339 des Reichsſtrafgeſetzbuchs) oder
durch Gewährung oder Verſprechung von Geſchenken beeinflußt worden iſt, es ſei denn,
daß dadurch das Wahlergebnis nicht verändert worden iſt.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1912.
Der Wahlleiter.
Dr. Michel.
(17116dsi

Muſter
für die Beſcheinigung der Arbeitgeber gemäß § 149 des Verſicherungsgeſetzes
für Angeſtellte.

Dem
zu .
, . . , ,
Der (Name des Arbeitgebers)
er regelmäßig mindeſtens einen (mehr als . .
.,
wird beſcheinigt, daß ſie
.. .) verſicherteln) Angeſtellteln) nach dem Verſicherungs=
aber
nicht mehr als
geſetze für Angeſtellte vom 20. Dezember 1911 beſchäftigt.
19 . .
. . den
(L. 8.)
(Unterſchrift der Gr. Bürgermeiſterei.)

Bekanntmaehung.

Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
(15644a
Darmſtadt, den 12. Juli 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Aebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 12. bis 19. Auguſt 1912.

Dauer der
Die Abſperrung
Abſperrung
Truppenteil
Tag
Datum
erſtreckt ſich
von 1 bis
Ueber das ganze
Feldartillerie
. 1000
12. Aug. Montag
Abſperr=Gelände
13. Aug. 1 Dienstag
14. Aug. 1 Mittwoch
Bis zum Land=
Infanterie
16. Aug. 1 Freitag
graben
17. Aug. 1 Samstag
19. Aug. 1 Montag

Bekanntmachung.

Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß das Großh. Proviantamt
Darmſtadt den Ankauf von Roggenſtroh aufgenommen hat. Der Heuankauf wird
fortgeſehzt.
(17112ds
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V. v. Werner.

Valentin Köhler von Darmſtadt wurde am 31. Juli d. Js. als Jagdaufſeher
(17144
für die Gemeindejagd Eich verpflichtet.

Bekanntmachung.

Wir machen wiederholt auf das vorausſichtlich am 1. Januar 1913 in Kraft
tretende Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte (Reichsgeſetzblatt von 1911 S. 989) auf=
merkſam
und verweiſen auf unſere Bekanntmachung vom 5. Juni 1912 ( Amtsverkün=
digungsblatt
Nr. 69) Ziffer 8 Abf 1.
Hiernach hat der zu Verſichernde die Abgabe einer Aufnahme= und Verſiche=
rungskarte
bei der für ihn zuſtändigen Ausgabeſtelle zu beantragen und die Auf=
nahmekarte
ſelbſt auszufüllen.
Durch Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern vom 11. Juli 1912
ſind als Ausgabeſtellen beſtimmt:
a) für Verſicherte, die nach dem Vierten Buch der Reichsverſicherungs=
ordnung
verſichert ſind, diejenigen Stellen, die für die Ausſtellung der
Onittungskarten zuſtändig ſind (die zur Zeit noch beſtehenden Gemeinde=
krankenverſicherungen
, Orts=, Betriebs= und Innungsfrankenkaſſen),
b) für alle übrigen Verſicherten die Großh. Bürgermeiſtereien.

[ ][  ][ ]

Wir ſorderm alle in Betracht kommenden Verſcherungspflichtige auf, bei der
für ſie zuſtändigen Ausgabeſtelle eine Aufnahmekarte, der eine kurze Belehrung über
die Ausfüllung der Aufnahme= und Verſicherungskarte beigefügt werden wird, abzu=
holen
und nach deren Ausfüllung zum Zweck der Ausſtellung einer Verſicherungs=
karte
der Ausgabeſtelle wieder zurückzugeben.
Es empfiehlt ſich für die Verſicherten, ſich alsbald Verſicherungskarten zu be=

ſorgen, da zu den in Monat Ottober ſtatfindenden Wahlen der Vertrauensmämen
der Angeſtelltenverſicherung nur ſolche Verſicherte zugelaſſen werden, die im Beſitz
einer Verſicherungskarte ſind.
(16880sig
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.

Antliche Rachrichten des Groſch. Polzeiamts Darmſadt=

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
(17142
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Großherzogliches Hoftheater.
Abonnement für 1912/13.

Den vorjährigen Abonnenten bleiben ihre ſeitherigen Plätze bis
zum 17. Auguſt reſerviert, nach dieſer Zeit wird darüber ſeitens der
Direktion anderweitig verfügt.
Alle Intereſſenten werden daher erſucht, die bereits erhaltenen
Formulare für Abonnements=Anmeldungen, ſoweit dies nicht ſchon
geſchehen, bis zum genannten Tage an die Hauptkaſſe einſenden
zu wollen.
Für die neu hinzutretenden Abonnenten wird das Abonnement
am 23. und 24. Auguſt aufgelegt.
Das Nähere hierüber wird noch bekannt gegeben. (17108
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1912.
Großh. Hoftheater= und Hofmuſtk=Direktion.

Aufrak au diehauteſher anſtalt

Die Anforderungen an die Leiſtungsfähigkeit der Haus=
beſitzer
dauern unvermindert fort; ſie haben zum Teil ſogar eine
Verſchärfung erfahren. Es muß auf Mittel zur Abhilfe geſonnen
werden, wenn die Hausbeſitzer nicht unter den Laſten zuſammen=
brechen
ſollen. Ueber eine Reihe wichtiger Fragen iſt in der nächſten
Zeit zu verhandeln und ſo zu erledigen, daß die Intereſſen der Haus=
beſitzer
nicht vernachläſſigt werden. Das kann nur erreicht werden,
wenn ſich alle Hausbeſitzer zuſammenſchließen. In dem Darm=
ſtädter
Hausbeſitzer=Verein e. V., deſſen über 900 Mitglieder ſeit
Jahren für die Verbeſſerung der Lage eintreten, iſt der Grundſtock
zur Organiſation gegeben. Es wird jeder Hausbeſitzer, der noch nicht
Mitglied iſt, eingeladen, dieſem Verein alsbald beizutreten. Jahres=
(17154dmd
beitrag 3 Mark.
Darmſtadt, den 13. Auguſt 1912.
Der Vorſtand des Darmſtädter Hausbeſitzer=Vereins e. V.
Wilhelminenſtraße 19, I. Stock.

Anläßlich der jetzt beginnenden
Wangen= u. Gewichtsreviſionen
empfehlen wir unſer großes Lager
fertiger Waagen und Gewichte aller Art,
ſowie unſere
Waagen-Reparaturwerkstätten.
Fachmänniſche, raſche und prompte Bedienung.
Darmstädter Eisengießerei, Maschinen-
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Annahme, Lager und Verkaufsſtelle auch Darmſtraße 10 bei
(17169a
Geppert.

hir teilen unſeren werten Mitgliedern, ſowie ſämtlichen Pferde=
beſitzern
mit, daß wir an Stelle des verſtorbenen Herrn Adam
Parr in Darmſtadt
Herrn J. Söhngen
Grafenſtraße Nr. ½I.
In Darmſtadt zum General-Agenten unſerer Geſellſchaft für das
Großherzogtum Heſſen ernannt haben.
(*3530
Stuttgart, den 1. Auguſt 1912.
Stuttgarter Pferde=Verſicherungs=Geſellſchaft a. G.
Die Direktion: Heinr. Rapp.

Großer Maſſen=Eiſch=Verkauf
auf dem Markte (Schillerplatz).
Jeden Donnerstag, Freitag und Samstag
reffen wieder größere Sendungen lebendfriſcher
Fluß= und Seefiſche zum billigſten Preiſe ein.
17168)
J. V.: A. Poth.

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2 mode, 1 Waſchſchränkch., verſch.
Stühle, 3Biedermeierſtühle, 1 Noten=
ſtänd
., 1Chaiſelong., 1 Kinderw., 1alte
Kaſtenuhr, 1kl. Gash., 1kl. Schreibtiſch
1ſtumm. Diener, 1 Bücherbr., 1 kl. Ka=
napee
, lgeſchl. Anricht, verſch. Tiſche b.
abzug. Mühlſtr. 23, Hof l. (*3581
von
Aufarbeiten Polſtermöbel
wird in und außer dem Hauſe zu
den billigſten Preiſen ausgeführt
Kranichſteinerſtr. 8. (*3592

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* Rolläden, 2 Eingangstüren
mit Rolläden, 2 Stubentüren
u. Fenſter, 1 Toilette= u. Waſch=
tiſch
für Friſeur, 1 Schrank mit
Glasturmaufſatz, ein einfacher
Schreibtiſch, verſchiedene Gas=
lampen
ꝛc.
(17165a
Nieder=Ramſtädterſtr. 55.

bill. z.
Schöner Küchenſchrauk verk.
*3583)
Blumenthalſtr. 69.

Bekanntmachung.
Freitag, 6. Sevtember I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Johann Schnell Witwe
und deren Kindern dahier zuge=
chriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
22 51¾/100 129 Hofreite Blu=
menthalſtr
.
Nr. 91,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K34/12
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 9. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V17114

Bekanntmachung.

Donnerstag, 29. Auguſt l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Ewald da=
hier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 284 124 Hofreite Ober=
gaſſe
Nr. 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K31/12
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, den 15. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V15527

Bekanntmachung.

Freitag, 20. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Förſter i. P. Jakob
Simon Eheleuten dahier zuge=
ſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 853¾/10 193 Hofreite Nied.=
Ramſtädter=
ſtraße
,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
erſteigert werden. (K67/12
Darmſtadt, 9. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V17115

Dünger=Verkauf.
Am Samstag, den 17. Auguſt
1912, von 9¾ Uhr vormittags
ab, wird auf dem vorderen Hofe
der alten Kavallerie=Kaſerne in
Darmſtadt die Matratzenſtreu von
einer Eskadron öffentlich meiſtbie=
(17113df
tend verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.

Nächste Verlosungen.
Rote Kreuz-Geldlotterie, Los 1 M.
Ziehung 24. Auguſt 12;
Künstler-Wohlfahrtslotterie, 1 M.
Ziehung 11. u. 12. Sept. 12.
Alsfelder Geldlotterie, Los 1 M.
Ziehung 11. u. 12. Sept. 12;
empfiehlt und verſendet
Philipp J. Schmidt
Königl. Preuß. Lotterie= Ein=
nehmer
, Darmſtadt, Rhein=
ſtraße
:33, Tel. 127. (16293a

Zur Hühnerjagd
Brauntiger, 3 Jahre alt, vorzügl.
Naſe, guter Apporteur, wegen
Jagdaufgabe ſofort zu verkaufen.
Näheres Hans Brunner, Nieder=
Ramſtädterſtraße 13, II. (*3603

wenig gebr., erſtkl.
Fabr., ſofort zu
10n verkaufen. Off. u.
H 94 an die Exped. (*3606ds

Pferdemiſt abzugeben
Kaute wilhelminenplatz 15. (*3568

Deutſche Dogge
(Prachteremplar)
9 Monate alt, iſt preiswert abzu=
geben
in Griesheim bei Philipp
Höhl, Zum Chauſſeehaus. (17150ds

mit
1deutſcher Schäferhund pr.
Stammb., welch. ſch. a. Ausſtellung.
Preiſe erzielt hat, iſt in gute Hände
bill. abzug. Griesheim b. Darmſt.,
Neue Darmſtädterſtr. 9. (17020imd

junge, ſchöne Ia Dober-
& mann billig abzugeben Turn=
halle
(Woogsplatz)
(*3507md

gſprungfähig
2jg. Ziegenböcke zu verkauf.
Ludw. Pfaff III., Wixhausen. (*3320id

ſprungſübg,
Jg. Ziegenbock zu verkaufen.
Chr. Fiedler, Wixhausen. (*3319id

Lliiige
Pleischwaren
Blutwurst, geräuchert . . . Pfund 60
. Pfundk 70
Rotwurst .
Leberwurst, geräuch, westt., Pfund 75
z. Kochen u.
Westliul. Teitwuist Rohessen, Pfd. 100
Vbolrheisch und Spech . Pfund 105
Gesalzenes
Schweierleischd
Bäuche mit Rippen
Pfund
fg.
garantiert rein
Pfund 75, 70
Schweineschmalz,
feinste Ware in
Schwemleschmulz, Blasen . Pfund 65
garantiert reines Rinderfett
Pfund 60
Sackfett
Mohaldrkaffee- und
Lobenstintiehlaus
Darmstadt, obere Rheinstr. 5.
Telephon 1558.
(17166

des Verbandes pfälz. Frauen=
Wirtschaftliche Frauenschule intereſſen=Vereine zu
Für Töchter gebildeter Stände. Ordl. Ausbildung
Frankenthäl, in allen Zweigen der Hauswirtſchaft, in Garten=
bau
und Geflügelzucht. Beginn der Kurſe: April, Oktober. Der
Lehrgang iſt einjährig mit abſchließender Prüfung. Es werden auch
für wirtſchaftl. Lehrerinnen mit
Halbjahrsſchülerinnen
Scminal ſtaatl. Prüfung. Ausbildungszeit
aufgenommen.
zweijährig. Eintritt nur Oktober. Penſion mit Unterricht. Pfälzer=
innen
800 Mk. Nichtpfälzerinnen 1000 Mk. Proſpekte durch die
Vorſteherin der Wirtschaftlichen Frauenschule Franken-
(3948MI
thal (Rheinpfalz).

Erhöhung des Einkommens
3943H) durch Versicherung von Leibrente bei der
Preussischen Renten-Versicherungs-Anstalt.
Beispiel für Männer (Frauen erhalten weniger):
Sofort beginnende gleichbleibende Rente für 1000 M. Einlage:
Eintrittsalter (Jahre): 50 55 60 65 70 75
Jahresrente: Mark 72.48 82.44 96.12 114.96 141.96 181.20
laufende Renten: 7½ Millionen Mark.
Ende 1911
vorhandene Aktiva: 122 Millionen Mark.
Prospekte und sonstige Auskunft durch:
Chr. Emil Derschow in Frankfurt a. M., Kaiserstr. 14, Kaiserplatz.

Karolne Von Hossch Darmstädt
die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
Von E. Mentzel.
(16785
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Zu beziehen in der Expedition des Tagblatts u. durch
alle Buchhandlungen.

[ ][  ][ ]

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4

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Angenehmer Familien-Aufenthalt
Stets freier Eintritt
Es ladet höflichst ein
(*3572
A. Holz, Inhaber.

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u. Küchenſchrank billig zu ver= billig zu verkaufen Beſſunger=

ur die Jagd!

Vereinigte Kriegervereine
Darmſtadts.
Sonntag, 18. Auguſt 1912, vorm. 8 Uhr
Gedächtnisfeier
auf dem Darmſtädter und Beſſunger Friedhof
an den Gräbern der gefallenen ꝛc. Krieger von 1870/71,
wozu wir höflichſt einladen. Die Gedächtnisreden werden gehalten:
Auf dem Darmſtädter Friedhof von Herrn Pfarraſſiſtent Lauten=
ſchläger
, auf dem Beſſunger Friedhof von Herrn Pfarrer Wagner.
Sammlung am Eingang des Darmſtädter Friedhofs.
Orden, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorstand.
NB. Nach Beendigung der Feier gemeinſamer Frühſchoppen in
der Turnhalle am Woogsplatz.
(17155
Kilegerserein Darmsſahl.
Sonntag, den 18. Auguſt:
Familien-Spaziergang
mit Muſik (Gravelottefeier).
Abmarſch 3¼ Uhr nachmittags vom Kapellplatz, durch den
Oberwald nach Schloß Kranichſtein; hier Beſichtigung der Hirſch=
geweihſammlung
uſw., ſodann nach dem Heiligenkreuz. Daſelbſt
Konzert, Feſtanſprache, Tanz und Verleihung der Haſſia=Abzeichen
für 25 bezw. 40 jährige Mitgliedſchaft.
Unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen werden zu
zahlreicher Beteiligung erſucht. Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorstand.
17156)
NB. Bei ungünſt. Witterung v. Kapellplatz direkt nach dem Heiligenkreuz.

Leinen-Anzüge
Loden-Anzüge

imprägniert, mit kurzen
und langen Hosen.
leicht u. imprägniert, mit
urzen und langen Hosen.

praktische, neue Formen,
aus leichten reinwollenen
Loden-Mänte
Loden, in allen Grössen.
mit Wachstucheinlage, sehr ge-
Rücksacke -eignet für die Hühnerjasd.
Gamaschen Jagdstöcke Hüte

Städtlicher Sadwau.
Heute, den 15. August, abends 8 Uhr:
12. Den
stugs Konzert
ausgeführt von der
ganzen Kapelle des Grossh. Leibgarde-Regiments
unter Leitung des Obermusikmeisters H. Hauske.
Aus der Vortragsordnung. Ch. Gounod: Ouvertüre zu
Mireillet. E. Humperdinck: Motive aus Hänsel und Gretele.
R. Strauss: Liebesszene aus Feuersnotz. O. Kockert: Valse
chromatiques. Richard Wagner: Gralszene aus Parsifalc.
L. Delibes: Ballettmusik aus sCoppélias u. a. m.
Eintritt 50 Pfg., Militär u. Studierende 30 Pfg.
Dutzendkarten zu 4 Mk. im Verkehrsbüro u. abends an der Kasse.
NB. Bei ungünstiger Witterung Streichkonzert
im Saale nach besonderem Programm.
(17110
vereinigte Gesellschaft.
Freitag, den 16. Auguſt, abends 7½ Uhr:

WillySchwab
Ludwigsplatz
Sete sehusrese. IGarten-Konzert

sbildung
Garten=

geffentliche
Beil-Vorkrage

finden auf dem Zeltplatz an der Lindenhofſtraße ſtatt.
Thema für Donnerstag, 15. Auguſt: (B17138
Ein Pragramm göttlicher Weltregierung
dazu Lichtbilder.
Freitag, 16. Aug: Die Lehre von der Wiederkunft Chriſti.
Jedermann willkommen. Eintritt frei.

Donnerstag, den 15. Auguſt 1912
6
PERKEO-

Zu Ehren der zum Beſuch der Ausſtellung Der Menfch
hier weilenden Fremden
Große Fremden= und Feſt=Vorſtellung
in den feſtlich geſchmückten Sälen des Sommer=
(*3607
Etabliſſements
Alexander-
Alexander-
strasse
12 P ERKE0 strasse 12.
ohll
Samstug)
Freltus!
Wiener Soeh
Brauerei Schul
Schlossgasse 25. (*3557) Diebargerstrasse 85.

(17157
Kaufmännische
Stenographen-Gesellschaft
Gabelsberger‟
Wander-Abteilung
Sonntag, den 18. August
6. Wanderung
Heppenheim, Lörzenbach,
Fürth, Lindenfels, Reichels-
heim
(17109
Abfahrt 6½ nach Heppenheim
Marschzeit ca. 7 Stunden
Führer: P. Kadel
Fahrkosten 1,30 Mk.
gäste stets willkommen.
Smpfehle
Eſch. friſche Falläpfel
10 Pfd. 50 Pfg. Jacob Klein,
Saalbauſtr. 38, Teleph. 1476. (*3589
usbeſſern von Kleidern und
Wäſche wird angenommen
in und außer dem Hauſe.
*3524) Herdweg 13, II. links.
Federn werden ſchön gekräuſelt.
*3550) E. Weil, Riedeſelſtr. 68, III.
entflogen.
Grüner Dapagel Abzug. geg.
Belohn. Bismarckſtr. 54, part., oder
zu melden Polizeiamt. (*3569

ausgeführt von der Kapelle des Grossh. Artilleriekorps.
Bei ungünſtigem Wetter findet das Konzert in den oberen
Geſellſchaftsräumen ſtatt.
(17128

Anzüge werden ausgebeſſert, ge=
reinigt
und gebügelt. (*3559dfs
Wilh. Dietz, Mauerſtr. 27, II., I.

Woog, am 14. Auguſt 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3,56 m.
Luftwärme 11½ C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 16½ C.
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empfohlen: Wöchentlich 2maliges
Waſchen des Haares mit Zuckers
kombiniertem Kräuter- Sham-
poon
(Pak. 20 Z), daneben möglichſt
tägliches kräftiges Einreiben des
Haarbodens mit Zucker’s Orig.=
Kräuter-Haarwasser (Fl. 1.25),
alsdann gründliches Maſſeren der
Kopfhaut mit Zucker's Spezial=
Kräuter-Haarnährfett (Doſe
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Der gerade Weg.
Roman von Inlia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
*39

Als ſie an der Seite des Großvaters durch die herr=
liche
Sommernacht fuhr, inmitten ſchlafender Wälder, und
der alte Herr ein wenig eingenickt war, fühlte ſie ſich wie=
der
ſo verlaſſen wie in alten Zeiten. Wenn ſie auch auf
die Rechte und die Selbſtändigkeit der neuen Frau ge=
pocht
hatte, was vermochte ſie gegen Hachfeld auszurich=
ten
, der freier Herr ſeiner Beſchlüſſe und Wünſche war.
Dieſe Unklugheit von ihr, ihn, den gefährlichen Mann,
alſo zu reizen! Ja, ja, der gerade Weg! Es war ihr nicht
gegeben, als echte Tochter Evas von all den Mitteln Ge=
brauch
zu machen, die Anna ſpielend beherrſchte, wann
und wo es ihr beliebte. Hatte ſie doch auch den Groß=
vater
derart bezauhert, daß er in ihrer Gegenwart blind
und taub für ihre kleinen Ränke und Bosheiten war,
und nur fern von ihr, beſonders jetzt, da die ehrliche Su=
ſanne
wieder um ihn war, gewann er den klaren Blick
und die große Menſchenkenntnis früherer Zeiten wieder.
Doch ſein Gehirn arbeitete ſchwerfälliger, er liebte ſeine
Ruhe und das behagliche Genießen der kleinen Freuden
des Alters.
Suſanne blickte das vom Mond hell erleuchtete Grei=
ſenantlitz
prüfend an nein, bei Großvater fand ſie
kkeine Hilfer

Aber was nt beinters Den ſolil und konie ſe
Anna zur Seite ſtellen, um ihrem Leichtſinn zu wehren?
Friedrich Wilhelm! Der war der Letzte, wenn er ſich
auch hätte losmachen können. Sollte ſie dem Mann ihrer
Liebe, den ſie um einer Wronka willen aufgegeben hatte,
ſagen, daß ſie in ihrer törichten Vermeſſenheit ſich zu
Unrecht zum Führer ſeines Schickſals gemacht hatte und
in ihrer Miſſion kläglich geſcheitert war?
Aber hatte ſie denn aus niedrigen Beweggründen alſo
gehandelt? War es nicht des Kindes wegen geſchehen
und nur des Kindes wegen?
Sie wurde ganz wirr von allen dieſen Fragen, deren
brennendſte die blieb: Wie ſchütze ich Anna vor dieſem
gefährlichen Mann? Suſanne ſchlief wenig in dieſer Nacht,
und auch die folgenden Tage vergingen ihr in bleierner
Schwere. Unluſtig erfüllte ſie ihre Pflichten, die Kinder
erkannten ihr Pflegemütterchen nicht wieder, und Dörthe,
ſowie Johann flüſterten heimlich miteinander, ſie ſorgten
ſich um ihre geliebte Herrin.
Nur der Kammerherr bemerkte nichts, vielleicht war
ihm dieſe ruhige, wortkarge Suſanne lieber als die der
erſten Zeit. Es ging dem alten Herrn einige Tage nicht
beſonders gut, und ſo beſchloß er, wegen einiger wich=
tiger
Beſorgungen nach der Kreisſtadt zu fahren, um zu=
gleich
den Arzt zu konſultieren.
Das junge Mädchen blickte dem Wagen nach und
ſeufzte dann tief auf, als ſei ſie ihrer Freiheit froh. Nun

vurſte ie dech ungeſte ihien iſder Gchante nchdon=
gen
. Schon wollte ſie den Weg zum Turm einſchlagen,
als ſie an ihre Kinder dachte.
Pfui, wie pflichtvergeſſen ich bin, ſchalt ſie ſich laut.
Mit einem Ruck richtete ſie ſich auf und ſtieg in die Küche
hinab. Sie mußte lachen über die langwierige, ein=
gehendg
Beſprechung, die ſie mit dem Koch hatte und mit
welcher Wichtigkeit ſie das heutige Menü zuſammenſtellte.
Galt es doch, ihren Pfleglingen ein Feſtmahl zu bereiten,
aber wer konnte ſagen, ob ſie ihren Geſchmack richtig ge=
troffen
hatte.
Um zwölf Uhr wurde auf einem ſchattigen Platz im
Park, ganz nahe dem Schloß, eine lange Tafel gedeckt,
denn Suſanne gedachte die Kinder der Gutsangehörigen
gleich mitzubewirten. Die geſamte Dienerſchaft wurde
zum Dienſt befohlen, und dieſe kamen aus Liebe zu ihrem
gnädigen Fräulein bereitwillig ihrem Wunſche nach.
Gerade hatte man Platz genommen, Suſanne oben
am Tiſch, und in der Mitte zu beiden Seiten die Schnei=
derinnen
, die jetzt wie echte Landmädchen ausſahen, ſo
eingebrannt waren ſie, als ein Wagen vor dem Schloß
vorfuhr.
Nur jetzt keinen Beſuch! dachte Suſanne, als Johann,
der davongeeilt war, den Gaſt zu empfangen, auf ſie
zukam.
Er reichte dem jungen Mädchen eine Karte und mel=
dete
: Ich habe den Herrn einſtweilen in die Halle geführt.

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Han der Bagebats ias ſe halbiat und beriene=
Als Herr von Bagewitz erfuhr, daß die Herren beide
nicht zu Hauſe ſind und hier große Kindergeſellſchaft ab=
gehalten
wird, wollte er mich gleich begleiten. Ich glaube,
gnädiges Fräulein, dort kommt der Herr ſchon.
Laſſen Sie ihn nur ruhig kommen Johann, wir wer=
den
uns ſchon verſtehen. Sorgen Sie nur noch für ein
Gedeck und einen Stuhl.
Glauben gnädiges Fräulein, daß der Herr hier mit=
halten
wird ?
Daran zweifle ich durchaus nicht. Aber ſorgen Sie
noch raſch für das Getränk, Waſſer wollen wir dem Herrn
Vetter allerdings nicht vorſetzen.
Hans von Bagewitz war inzwiſchen näher gekommen,
und Suſanne ging dem unbekannten Vetter in heiterſter
Stimmung entgegen und begrüßte ihn herzlich, zugleich
ihre Verwunderung ausſprechend, daß er von China ſchon
zurück ſei.
Das kommt davon, wenn man überraſchen will, Herr
von Bagewitz. Sie haben erfahren, daß Friedrich Wil=
helm
ſeine Dienſtleiſtung zum Rittmeiſter macht?
Bagewitz blickte ſie prüfend an, dann ſagte er: Sie
nennen Friedrich Wilhelm vertraulich mit Namen, warum
tun Sie an mir, ſeinen Bruder, nicht desgleichen.
Suſanne wurde verlegen, denn ſein Blick ruhte noch
immer ſo ſonderbar forſchend auf ihr.
Darf ich Suſanne und Du ſagen? Er ſtreckte ihr mit
ſo unwiderſtehlicher Herzlichkeit die Hand entgegen, daß
ſie einſchlug. Und nun hoffe ich, kein Störenfried zu ſein.
Das iſt ja das reine Gaſtmahl, ich bekomme doch die Er=
laubnis
, mitzutun.
Wenn es Dir wirklich Freude macht, ſonſt kann der
Stag 25

mihtn de, Sifane wiheſonen, nitgängen ſent
das Sprichwort, und hier ſoll doch nur mitgegeſſen wer=
den
. Den üblichen Reisbrei, was?
Nein, zuerſt ſüße Bouillon mit Reis und Roſinen.
Köſtlich, dagegen ſind die Leibſpeiſen der Söhne des
Reiches der Mitte nichts.
Du mußt Dich ſpäter am Schweinebraten ſchadlos
halten.
Bagewitz ſetzte ſich neben Suſanne und tafelte mit, als
ob er als Waiſenvater auf die Welt gekommen wäre und
ließ kein Gericht ungegeſſen vorbeigehen. Dabei trieb er
Kurzweil mit den Kindern und beteiligte ſich ſpäter noch
mit Hingabe bei den kindlichen Spielen, arrangierte Topf=
ſchlagen
, Sacklaufen und ließ zuletzt die größeren Jungen
an einer mit Seife beſchmierten Stange emporklettern.
Einige bei dem Krämer geholte Gewinne erhöhten den
Reiz der Sache ungemein. Um 5 Uhr wurde wieder zum
Futtern geblaſen, es gab Schokolade und Berge von Ku=
chen
, von denen die Reſte mitgenommen werden durften.
Zu dieſem Zweck lag neben jedem Teller ein neues buntes
Taſchentuch. Das war der Gipfelpunkt der Freuden und
der Schluß des Feſtes. Jeder gab Suſanne und Hans
noch eine Patſchhand, und die vielen glänzenden Kinder=
augen
dankten ihnen reichlich für alle gehalte Mühe und
Arbeit. Singend zog die frohe Schar durch den Park dem
Dorfe zu.
So, das wäre geſchafft, wie mein Freund der luſtige
Bayer zu ſagen pflegt, wenn er ſich mal hat ſehr plagen
müſſen.
Und jetzt kommſt Du zur wohlverdienten Ruhe, Hans.
Ja, nun können wir endlich miteinander plaudern.
Ich habe ſo vick zu fragen.

Ic michte dir ener Berching nahen. Bir ſchen
uns jetzt jeder ein Stündchen in unſer Zimmer zurück, um
um 6 oder 7 Uhr erfriſcht zum Diner wieder zu erſcheinen.
Hm! Es wird mir ſchwer, noch ſo lange warten zu
müſſen.
Ein ſchöner Diplomat, der nicht warten kann,
neckte ſie.
Du haſt recht. Und wenn Du in Deiner Fürſorge um
mich noch weiter gehen willſt, ſo befiehl, daß dem ſtau=
bigen
müden Gaſt ein erquickendes Bad bereitet werde.
Der Weg von China iſt bekanntlich ſehr weit und ſehr
ſtaubig.
Wie herzlich ſie lachen konnte und wie reizend ſie da=
bei
ausſah. Hans blickte die ſchöne Kouſine ganz ver=
liebt
an, daß ſie in ihrer Verlegenheit fragte: Du haſt
mir ja noch gar nicht geſagt, was Dich ſo überraſchend
von China zurückgeführt hat.
Weil mich die Sehnſucht, Dich kennen zu lernen, her=
trieb
.
Aber Hans, ſprich keinen Unſinn. Sage doch
St.! Du haſt uns ſelbſt Schweigen auferlegt und uns
zu Einzelhaft verurteilt. Alſo auf Wiederſehen um ſieben
Uhr.
Sie traten in die Halle ein, Suſanne geleitete ihn
ſelbſt auf ſein Zimmer und überzeugte ſich davon, daß er
gut verſorgt war, dann erſt ging ſie zum Turm. Von
dem lebhaften Treiben und der überraſchenden Ankunft
des unbekannten Vetters ungewöhnlich angeregt, trat bei
ihr bei dem Eintritt in ihr ſtilles Reich eine vollſtändige
Reaktion ein. Sie befahl Dörthe noch, ſie zur Zeit zu
wecken und warf ſich halb entkleidet auf das Ruhebett.
um ſofort und feſt einzuſchlafen.
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Athletik. Am Sonntag fand, wie man uns ver=
ſpätet
ſchreibt, in Offenbach=Bürgel ein nationaler
Athletenwettſtreit ſtatt, welcher von insgeſamt
400 Konkurrenten beſucht war. An dem Wettkampf be=
teiligte
ſich auch der Kraft=Sport=Verein
Darmſtadt 1910 und erhielten die Mitglieder des=
ſelben
21 Preiſe. Beſonders hervorzuheben iſt der
1. Vereinspreis für die höchſte erreichte Punktzahl, ſowie
der 1. Konkurrentenpreis (zwei prachtvolle Ehrenpreiſe).
Im Stemmen der Schwergewichtsklaſſe erhielt Herr
M. Hauffenmeyer den 2., Herr W. Harff den 3. Preis.
Weiter wurden noch Sieger: Dittmann, Fiſcher, Gries,
Eckerl, Menges, Jung, Schweitzer, Blum, Klös, Keil,
Koch, Poth. Von Ober=Ramſtadt erhielten Preiſe:
Georg Dittmann den 3. Preis im Stemmen ( Mittel=
gewicht
), Georg Koch den 14. Preis im Stemmen ( Leicht=
gewicht
).
* Pferdeſport. Rennen zu München=Riem.
Preis von Roſenheim; 3500 Mark, Diſtanz 1400 Meter:
1. Königl. Württ. Priv.=Geſtüt Weils Konſequenz
((Jeſſop), 2. Duzzilo (Schläfke), 3. Rubie Mc. Kie
((Breſſel). Tot. 36:10. Preis von Landshut; Ehren=
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und 1500 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Lt. von
Hutſchenreuthers Goher (Beſ.), 2. Leb Fidel (Lt. Breſſe=
mann
), 3. Princeß Cliffe (Lt. von Lotzbeck). Tot. 31110.
Subſkriptions=Preis; 10000 Mark, Diſtanz 2400 Me=
ter
: 1. Herrn Paulſens Cambronne (Breſſel), 2. Herodes
(J. Lane), 3. Samiel (Wedgewood). Tot. 78110.
Präſidenten=Preis; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz
8200 Meter: 1. Herrn M. Rannertshauſers Sonnenblick
(Lt. Frhr. von Lotzbeck), 2. Blauer Dunſt (Lt. Graf
Holck), 3. Knallgas (Lt. Streſemann). Tot. 23110.
Preis von der Iſar; 10000 Mark, Diſtanz 5000 Meter:
1. Lt. Hutſchenreuthers Mon Cherie (Unterholzner),
2. Coram Populo (H. Brown), 3. Veit (Printen). Tot.
30:10. Preis von Schwabing; 3000 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Herrn Fr. Schulze=Heins Arthus (Matz),
2. Feſttarock (J. Lane), 3. Satire (Wedgewood). Tot. 48:10.
* Radſport. Auswärtige Radrennen. Die
Radrennen zu Kopenhagen ergaben am Eröffnungs=
tage
im 800 Meter=Handikap den Sieg des Franzoſen
Jaquard (10 Meter Vorgabe) vor Nielſen (30 Meter)
und Bruno Wegener (20 Meter). Im Tandem=Handikap
über 2000 Meter landeten die als Malleute ſtartenden
Berliner Stabe=Wegener hinter Nielſen=Jenſen (55
Meter) auf den zweiten Platz vor Poulſen=Kjeldſen. Das
2000 Meter=Handikap gewann Jenſen (70 Meter) vor
Nielſen (40 Meter und Stabe (Mal) und das Punkte=

fahren Jenſen (18 Punkte) vor Stabe (14 Punkte) und
Jaquard (14 Punkte). In Charleroi wurde das
Vierſtunden=Mannſchaftsrennen von Lapize=Perraud vor
Garrigou=Beyl, Melotte=Roſard und Monſeur=Dorzee ge=
wonnen
. Der Grand Prix de Hautmont brachte
Pouchois einen Sieg über Dupré und Gardellin. Der
Große Preis von Troyes brachte dem neuen franzöſi=
ſchen
Meiſterfahrer Perchicot einen Sieg, der in beiden
Laufen Schilling, Descamps und Badoux abfertigte. Auch
das Handikap gewann Perchicot vom Mal aus gegen
Schilling (10 Meter) und Roche (80 Meter). In
Genf wurde ein Dauerrennen in drei Läufen über je
15 Kilometer ausgefahren und von dem Züricher Humann
vor Bouhours und Lehmann gewonnen. Zum zwei=
ten
Male trafen auf dem Newark=Velodrom die beiden
alten Rivalen Kramer und Friol in einem Match in
zwei Läufen über die engliſche Meile zuſammen. Friol,
der nach ſeiner erſten Niederlage Kramer zu einer neuen
Begegnung herausgefordert hatte, mußte wiederum in
beiden Läufen die Ueberlegenheit des fliegenden
Yankee anerkennen.

Vermiſchtes.

(2) Das Jubiläum eines großen Kulturwerkes. Italien
kann in dieſem Jahre das Jubiläum eines großen Kul=
turwerkes
feiern: Am 9. Auguſt waren 50 Jahre dahin=
gegangen
, ſeitdem der große Plan der Trocken=
legung
des mächtigen Sees von Fucino unweit
Roms, ſoweit verwirklicht war, daß der Abfluß der
Waſſer beginnen konnte. Der einſt ſo berühmte See hatte
einen Umkreis von nicht weniger als 52 Kilo=
meter
und ſchon Julius Cäſar beſchäftigte
ſich mit dem Gedanken, dieſe mächtige Waſſer=
fläche
auszutrocknen und der Kultur dienſtbar zu machen.
Claudius wagte ſich dann an die Ausführung dieſes
Planes: 11 Jahre lang arbeiteten nicht weniger als 30000
Sklaven an der Herſtellung des großen, 5½ Kilometer
angen Abflußkanales, der durch Felſen gebrochen werden
mnußte. Aber die Arbeit war umſonſt, ein Konſtruktions=
fehler
ließ das ganze Werk ſcheitern. Erſt die gewaltigen
Ueberſchwemmungsſchäden, ’die 1852 vom Fucinoſee aus=
gingen
, ließen den Gedanken an die Wiederaufnahme des
Planes des Claudius auftauchen, und nach vielen Mühen
gelang es auch ſchließlich, eine Geſellſchaft zu begründen.
Aber die Schwierigkeiten erwieſen ſich als ſo groß, daß
ſchon kurz darauf das Geſpenſt des Bankrottes auftauchte;
im kritiſchen Augenblick kaufte damals mit kühnem Wage=
mut
der Fürſt Aleſſandro Torlonia ſämtliche Aktien auf
und beſchloß, das Werk allein zu vollenden. Im Auguſt
1862, acht Jahre nach dem erſten Spatenſtich, keinnte der
Abfluß des Waſſers durch den Kanal beginnen. Nach
einem Jahr war der Waſſerſpiegel des Sees ſoweit ge=
fallen
, daß die Abflußöffnung wiederum vertieft werden
mußte; das wiederholte ſich noch mehrere Mal, bis end=
ich
, im Jahre 1875, nach 21jähriger Arbeit, der See von
Fucino vom Erdboden verſchwunden war. Um ein muſter=
haftes
Kulturland zu erzielen, wurde das trockengelegte
Gebiet mit einem gewaltigen Netz von Bewäſſerungs=
kanälen
überzogen; dieſe Kanäle und Graben weiſen zu=
ſammen
über 800 Kilometer Länge auf und werden durch

238 Brücken und Stege überquert. Auf der Stätte aber,
wo einſt kaum 200 Fiſcher ihren Lebensunterhalt fanden
und mit vieler Mühe für 70 bis 90000 Lire Fiſche fingen,
geben heute 14000 Hektar beſten Ackerlandes, 10000
Menſchen Arbeit, Brot und ein Auskommen. Das gewon=
nene
Gebiet wirft jährlich rund 6 Millionen Lire Pacht
ab Dem Fürſten Torlonia koſtete die Durchführung die=
ſes
großen Kulturwerkes nach einem Berichte des Meſſa=
gerc
rund 40 Millionen Lire; Claudius hatte ſeinerzeit
für ſein mißglücktes Projekt 247 Millionen geopfert.
Die Gefahren des Ohrläppchenſtechens. Die Lippen=
pflöcke
der Botokuden, die Naſenringe afrikaniſcher Natur=
völker
ſcheinen uns Kulturmenſchen als eine primitive
Abſonderlichkeit. Aber daß die Ohrringe des modernen
Europäers dieſelbe Einſchätzung verdienen, will nieman=
dem
in den Sinn. Zwar iſt eine langſame Abnahme die=
ſer
Sitte zweifellos zu konſtatieren (oder aber vielleicht
iſt dieſe Wendung auch nur das Produkt der launiſch=
wandelbaren
Mode). Jedenfalls ſinkt bei den beſſerſitu=
ierten
Klaſſen das Tragen von Ohrringen erheblich, wäh=
rend
die Minderbemittelten noch feſt an der Tradition
halten und bis zu 100 Prozent Ohrlöcher tragen, auch
dann, wenn ſie nie in der Lage ſind, ſie mit Ohrgehängen
zu ſchmücken. Nun iſt es ein durchaus überflüſſiges Be=
mühen
, den Sittenrichter zu ſpielen und aus ethiſchen
Rückſichten einen Kreuzzug gegen die Ohrringe zu predi=
gen
. Allein die Angelegenheit hat eine durchaus ernſte
Seite, auf die Prof. Epſtein in Prag in der Zeitſchrift
für Kinderheilkunde das Verdienſt hat, hinzuweiſen,
An die in früheſtem Säuglingsalter vorgenommenen
Durchſtechungen der Ohren ſchließen ſich häufig, da ſie von
unkundigen Perſonen, die jeder chirurgiſchen Sauberkeit
entbehren, vorgenommen werden, Infektionen der
Ohrmuſcheln, die zu ſchleckſt heilenden Eite=
rungen
und verunſtaltenden Narben Anlaß geben.
Bei Kindern, die, wie man früher ſagte, zu Skro=
fuloſe
, jetzt exſudativer Diatheſe neigen, entwickeln ſich
im Anſchluß an die Ohrwunde oft näſſende Ausſchläge,
die ſich über den ganzen Körper verbreiten können. Das
Wichtigſte aber iſt, daß auch die Tuberkuloſe auf dieſe
Weiſe übertragen werden kann. Prof. Epſtein berichtet
über eine nicht geringe Zahl ſolcher Infektionen, bei
denen die Tuberkuloſe durch das Ohrläppchenſtechen ge=
radezu
überimpft worden iſt. Beſonders zur Vorſicht aber
mahnen Fälle, in denen die Anſteckung von Ohrringen aus=
ging
, die aus der Hinterlaſſenſchaft verſtorbener Schwind=
ſüchtiger
ſtammten. Da nicht ſelten Schmuckſtücke jeder Art
zur Vererbung gelangen eine derartige Gefahr geht
ja nicht allein von Ohrringen aus ſei der Erbe vor=
ſichtig
und ſorge in jedem Falle vor der Benutzung für
eine gründliche Desinfektion des Schmuckes. Was aber
das Ohrringſtechen anbelangt, ſo überlege man, ob die
Gefahr, die man eingeht, in einem Verhältnis zu der
gewünſchten Wirkung ſteht. Jedenfalls unterlaſſe man es,
Neugeborene und kleine Kinder dieſer kosmetiſchen
Operation zu unterwerfen, ſondern warte damit bis auf
ſpätere Tage. Wen es im Schwabenalter noch gelüſtet,
mit einem Neukaledonier in Wettbewerb zu treten, dem
möge dies unbenommen bleiben.

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