Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl, verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenkuren und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Reichskanzler hat ſich von Hohenfinow nach
Swinemünde zum Vortrag beim Kaiſer begeben.
Zum ſächſiſchen Juſtizminiſter wurde der
Reichsanwalt beim Reichsgericht Dr. Nagel ernannt.
Geſtern wurde der 48. deutſche
Anthropologen=
tag in Weimar eröffnet.
Unter Vergiftungserſcheinungen erkrankt
iſt in Sparchen bei Kufſtein die Familie des Grafen von
Schwerin.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Poincaré iſt geſtern
nach Rußland abgereiſt.
DDie türkiſche Kammer wurde auf Grund des
Artikels 43 der Verfaſſung für aufgelöſt erklärt.
Die Kammer ſprach der Regierung ihr Mißtrauen aus
und vertagte ſich auf unbeſtimmte Zeit.
Arbeitgeber= und Arbeitnehmer=Organiſation.
* Immer mehr zeigt ſich in unſerem
Wirtſchafts=
leben heute das Beſtreben der einzelnen Klaſſen, ſich zu
großen, mächtigen Verbänden zuſammenzuſchließen. Wie
die Arbeitnehmer ſchon jahrelang mit Erfolg
be=
müht ſind, ihre Verbände durch weiteren Ausbau zu
im=
mer bedeutenderen wirtſchaftlichen Machtfaktoren
auszu=
geſtalten, ſo hat auf der anderen Seite in den Kreiſen
der Arbeitgeber auch in den letzten Jahren der
Organiſationsgedanke immer mehr an Ausbreitung
ge=
wonnen. Eine Statiſtik dieſer Organiſationen zeigt nach
dem „Reichs=Arbeitsblatt” in faſt allen Teilen eine große
numeriſche Steigerung gegenüber den Vorjahren. Im
Jahre 1910 hatten wir in Deutſchland an Verbänden
der Arbeitgeber 2613, im Jahre 1911 2928 und 1912
be=
reits 3085. Die meiſten Verbände ſtellt das Baugewerbe
mit 1280, dann folgt die Metallverarbeitung, Induſtrie
der Maſchinen uſw. mit 294, Bekleidungsgewerbe mit
224, Holz= und Schnitzſtoffinduſtrie mit 183, Handels= und
Verkehrsgewerbe mit 148 Verbänden uſw. Von den 3085
Arbeitgeberverbänden haben nur 2019 Angaben über die
Anzahl ihrer Mitglieder gemacht, die 132485 beträgt;
und nur 1547 haben Angaben gemacht über die von den
in ihren Verbänden organiſierten Arbeitgebern
beſchäf=
tigten Arbeiter; deren Zahl beträgt 4378 275.
Auch die Aufſtellung der Verbände der
Privat=
angeſtellten zeigt eine erhebliche Zunahme der
Mit=
glieder in den einzelnen Verbänden. Die
Mitglieder=
zahl der 5 beſtehenden Verbandsgruppen ſtieg von 785 471
im Dezember 1910 auf 822 604 im Dezember 1911. Die
Zunahme der weiblichen Mitglieder beträgt in derſelben
Zeit 6000, von 60376 auf 66377. Die größte
Mitglie=
derzahl weiſen die kaufmänniſchen Verbände auf mit
511 491, dann folgen die Technikerverbände mit 132 255,
Verbände der Bureaubeamten mit 21 702 (hier zeigt ſich
eine Abnahme von ungefähr 2000), Verbände
landwirt=
ſchaftlicher Beamten mit 22072 und verſchiedene Verbände
mit 75 084 Mitgliedern.
Beſonders beachtenswert iſt die Statiſtik der
Arbeitnehmerorganiſationen, die zugleich
auch Angaben über das Vermögen, die Geſamteinnahmen
und Ausgaben wie folgt enthält:
Geſamt=
Geſamt= Vermögen
Verbände einnahme 1911 ausgabe 1911 Ende 1911
Mk.
Mk.
Mk.
Freie
Gewerk=
ſchaften
72086957 60 025080 62 105821
Hirſch=
Duncker=
ſche Gewerkver. 2623215 2304 289 4 273354
Chriſtliche
Ge=
werkſchaften . 6243 642 5 299781 7082942
Unabhängige
Vereine
2514 433 2066 985 6 386605
Wirtſchaftsfried=
liche Vereine . 1472675 1182568
1185513
Den höchſten Stand an Mitgliedern zeigen die
freien (ſozialdemokratiſchen) Gewerkſchaften, deren
Mitgliederzahl Ende 1910 2128021 und Ende 1911
2400 118 (Zunahme 12,7 Prozent) betrug. Die
chriſt=
lichen Gewerkſchaften ſtiegen zur gleichen Zeit von
316115 auf 350 574, (Zunahme 10,9 Prozent), die
unab=
hängigen Vereine von 711177 auf 763935 (Zunahme
77,4 Prozent) und die wirtſchaftsfriedlichen
Vereine von 121126 auf 162262 Mitglieder. (Zunahme
33,9 Prozent.) Letztere zeigen den bei weitem größten
prozentualen Zuwachs. Eine auffällige Abnahme der
Mitgliederzahl zeigen dagegen die Hirſch=
Duncker=
ſchen Gewerkvereine, die Ende 1910 122571 und
Ende 1911 nur 107743 Mitglieder (Abnahme 12,1
Pro=
zent) hatten. Die Summe der Ende 1911 organiſierten
Arbeiter beträgt 3 791665 gegen 3399010 Ende 1910.
(Zunahme 11,5 Prozent.) Davon gehören 56 Prozent
den ſog. „freien” Gewerkſchaften an.
England und die Brüſſeler Zuckerkonvention
*⁎* Die Ankündigung der britiſchen Regierung, von
der Brüſſeler Zuckerkonvention zurückzutreten, hat in den
vom Zuckerexport beteiligten deutſchen Kreiſen eine
ge=
wiſſe Beſtürzung hervorgerufen, was inſofern begreiflich
erſcheint, als rund 75 Prozent unſerer geſamten
Zucker=
ausfuhr nach Großbritannien geht und mit deſſen
Aus=
ſcheiden aus der Konvention der Gefahr ausgeſetzt wird,
mit einem indirekten Schutzzoll belegi zu werden.
Ob England den Schritt nun auch tatſächlich
unter=
nimmt und unter Bruch des internationalen Abkommens,
durch welches die Brüſſeler Zuckerkonvention bis zum 1.
September 1918 verlängert ward, ſchon im Jahre 1913
von dieſer zurücktritt, ſteht noch keineswegs feſt, zumal
eine ſolche Ankündigung auch im Sommer 1907 erfolgte,
ohne daß ſie verwirklicht worden wäre. Daß die britiſche
Regierung keine überzeugte Anhängerin der Konvention
iſt, war nie ein Geheimnis, und die engliſchen Liberalen
haben das Abkommen, in welchem ſich die beteiligten
Staaten verpflichten, keine Ausfuhrprämien für Zucker zu
gewähren und nur einen beſtimmten Einfuhrzoll davon
zu erheben, andererſeits Zucker aus ſolchen Ländern, die
noch weiter Prämien zahlen, mit Strafzöllen zu belegen,
von jeher lebhaft bekämpft, weil die Abſchaffung der
Prämien notwendigerweiſe eine Verteuerung des Zuckers
in England zur Folge haben mußte. Ueber dieſen
wirt=
ſchaftlichen Motiven ſind für Englands Haltung jetzt auch
ſolche politiſcher Natur maßgebend. Man will in
Lon=
don zwei Fliegen mit einer Klappe ſchlagen, nämlich
durch eine unbeſchränkte ruſſiſche Zufuhr billigen Zucker
haben und gleichzeitig aus politiſchen Gründen ſich
Ruß=
land gefällig erweiſen. Wer weiß, welche Pläne England
im Schilde führt und inwieweit es hierzu die
Geneigt=
heit des Zarenreichs nötig hat!
Letzteres iſt mit ſeinem beſchränkten Ausfuhrkontingent
gleichfalls bis zum 1. September 1918 an die Konvention
gebunden. Aber wenn es England fertig bringt, unter
Nichtachtung der Verträge aus der Konvention
auszu=
ſcheiden, weshalb ſoll dann Rußland nicht dasſelbe tun,
wenn es die Ueberzeugung hat, durch völlige Eroberung
des engliſchen Markts ſeine Intereſſen beſſer
wahrzu=
nehmen! Man ſollte erwarten, daß die übrigen
Vertrags=
mächte, insbeſondere Deutſchland, gegen jede Verletzung
der Konvention entſchieden Verwahrung einlegen.
Die Auflöſung der türkiſchen Kammer.
* Der türkiſche Senat hat in geheimer Sitzung den
Beſchluß gefaßt, Artikel 43 der Verfaſſung in der Weiſe
auszulegen, daß die Legislaturperiode der
Kammer als geſchloſſen anzuſehen ſei. Das
Dekret über die Schließung der Kammer und die
Vor=
nahme der Neuwahlen wird alsbald erlaſſen werden.
Der Beſchluß des Senats erfolgte mit 28 gegen 5
Stim=
men. Alle Mitglieder der Union für Freiheit und
Fort=
ſchritt und der ehemalige Kriegsminiſter Mahmud
Schef=
ket Paſcha enthielten ſich der Abſtimmung.
Der Beſchluß des Senats, womit die
Legislatur=
periode geſchloſſen wird, beruht in der Hauptſache auf
Artikel 43 der Verfaſſung, der nach einem Antrag des
Kabinetts Said in der Richtung abgeändert werden ſollte,
daß infolge einer Auflöſung die neue Kammer ſich zu
einer außerordentlichen Seſſion zu verſammeln habe, die
zwei Monate dauern ſoll. Dieſe von der Kammer
ange=
nommene Abänderung iſt bisher im Senat nicht erledigt
worden. Jetzt wurde ſie von ihm im dringenden Wege
in die Verhandlung gezogen und der gemeldete Beſchluß
gefaßt. Der Beſchluß des Miniſterrates, den Senat zu
einer außerordentlichen Sitzung einzuberufen, wurde ſo
geheim gehalten, daß bis zum Nachmittag niemand, nicht
einmal die Deputierten, wußten, daß der Senat tage. Die
Geheimſitzung war außerordentlich intereſſant und
be=
wegt, doch wird von den Senatoren das größte
Still=
ſchweigen beobachtet. Der Beſchluß der Regierung wird
als ein geſchicktes Manöver angeſehen, das die unmittel=
bare Auflöſung der Kammer ſicher ſtellt, während man
auf dem bisher verfolgten Wege dazu noch über einen
Monat hätte brauchen müſſen. Der Senatsbeſchluß wird
die Kammer, die für Montag einberufen war, überraſchen.
Ihr ſtürmiſcher Proteſt wird erwartet. Wie weiter
ge=
meldet wird, wurde der Entſchluß der Miniſter, auf der
ſofortigen Schließung der Kammer zu beſtehen, auf
Grund von Telegrammen der nach Albanien
ge=
ſandten Sonderkommiſſion gefaßt, die beſagten,
daß im Falle der Verzögerung der Auflöſung
ernſte Verwickelungen in Albanien zu
befürch=
ten ſeien. Die Arbeit des Senats war äußerſt mühſam.
Zuerſt nahm der Senat die Abänderung des Artikels 43
der Verfaſſung an, der darauf an die Kommiſſion
zu=
rückverwieſen wurde. Zum Schluß nahm der Senat die
von der Regierung geforderte Auslegung einiger Artikel
der Verfaſſung an. Die Auflöſung der Kammer wurde
ſofort nach Albanien gemeldet, nachdem der Sultan das
betreffende Jrade unterzeichnet hatte.
Deutſches Reich.
— Neukamerun. Die Norddeutſche Allg. Ztg.
be=
merkt zu der vom Kolonialamt veranlaßten
Veröffentli=
chung über Neukamerun noch: Die
Hauptinformations=
quellen waren bisher die franzöſiſchen Reiſeberichte, die
in zahlreichen franzöſiſchen und belgiſchen Zeitſchriften
verſtreut ſind und daher der Allgemeinheit ſchwer
zugäng=
lich waren. Für ein endgültiges Urteil bildet die
vorläu=
fige Zuſammenſtellung der Ergebniſſe dieſer. Berichte
keine genügenden Unterlagen. Die verſchiedenen deutſchen
Expeditionen, die demnächſt zur Feſtlegung der Grenze
ausreiſen werden, werden reichlich Gelegenheit haben,
authentiſches Material für die endgültige Bildung des
Urteils an Ort und Stelle zu ſammeln. Daraus könne
ſich leicht die Notwendigkeit ergeben, ſpäter dieſe oder
jene Angaben des Buches zu berichtigen.
— Ueber den Stand der Etatarbeiten
für das Jahr 1913 erfährt die Tägl. Rundſchau, daß die
Forderungen der einzelnen Reſſorts ſchon im
Reichsſchatz=
amt eingelangt ſind. Es finden erſt ſchriftliche und dann
mündliche Verhandlungen zwiſchen den beteiligten
Stel=
len ſtatt, um die notwendige Uebereinſtimmung der
Reſſorts zu erzielen. Der Etat wird vorausſichtlich zu
Anfang Oktober dem Bundesrat zugehen. Ueber den
Marineetat verlautet, daß er keine über den Rahmen
des Flottengeſetzes und der neuen Novelle hinausgehende
Forderung enthält. Damit entfällt die von einem
eng=
liſchen Blatte gebrachte Senſationsnachricht von weiteren
Verſtärkungen der deutſchen Flotte als Antwort auf den
engliſchen Nachtragsetat. Die von ſachverſtändigen
Krei=
ſen als dringend notwendig bezeichnete Verſtärkung
unſerer großen Kreuzer iſt alſo vorerſt weiter
hinausge=
ſchoben. Die großen Kreuzer waren in einem der erſten
Entwürfe der kürzlich verabſchiedeten Flottennovelle ſchon
enthalten, ſind aber daraus wieder entfernt worden. Dieſe
Streichung fällt zeitlich mit der Anweſenheit Lord
Hal=
danes in Berlin zuſammen.
— Die
ReichstagserſatzwahlinPPfarrrkir=
chen. Auf geſtern war im bayeriſchen Wahlkreiſe
Pfarr=
kirchen die Reichstagswahl angeſetzt, die der Tod des
bisherigen Vertreters des Kreiſes, des
bauernbündleri=
ſchen Abgeordneten Bachmeier, erforderlich gemacht hat.
Nur zwei Kandidaten ſtehen ſich im Wahlkampf
gegen=
über! für den Bauernbund der Oekonom Bauer, für das
Zentrum Bürgermeiſter Gerauer. Die Liberalen treten
gleich im erſten Wahlgang für Bauer ein, während die
Sozialdemokraten Stimmenthaltung proklamiert haben
mit dem ausdrücklichen Zuſatz: Keine Stimme dem
Zentrum! Bei der Hauptwahl am 12. Januar waren
auf Bachmeier 9882 und auf den Zentrumskandidaten
7722 Stimmen entfallen, während für den
ſozialdemokra=
tiſchen Mandatsbewerber 1228 Wähler eingetreten waren.
Die Liberalen hatten ſchon damals für den Kandidaten
des Bauernbundes geſtimmt.
— Zum ſächſiſchen Juſtizminiſter wurde
der Reichsanwalt beim Reichsgericht Leipzig Dr. Nagel
vom König ernannt.
— Einfuhr von Schlachtvieh aus den
Kolonien. Die Allg,. Fleiſcher=Ztg. hat eine
Rund=
frage an die Reichstagsabgeordneten gerichtet, welche
Stellung ſie zu der Frage der Einfuhr von Schlachtvieh
aus unſeren deutſchen Kolonien einnehmen. Die bisher
veröffentlichten Antworten lauten durchweg zuſtimmend,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
Nummer 185.
wenn auch mehr oder weniger zurückhaltend. Von
ver=
ſchiedenen Seiten wird die Frage aufgeworfen, ob die
Ausfuhr für die ſüdweſtafrikaniſchen Farmer, an die man
zunächſt denkt, bei den hohen Frachtkoſten lohnend ſein
werde.
Ausland.
Italien.
Friedensverhandlungen. Anläßlich der
Schweizer Friedensgerüchte erinnert der offiziöſe Popolo
Romano daran, daß Italien niemals die Verzichtleiſtung
der Türkei auf Tripolis verlangt habe. Wenn die Mächte
die italieniſche Souveränität in Tripolitanien
anerkenn=
ten und die Türkei ihre Truppen aus dem
Annektions=
gebiet zurückziehe, ſo werde Italien ſogleich den Krieg
als beendet anſehen und normale diplomatiſche
Beziehun=
gen zu der Pforte wieder aufnehmen. Wie der Secolo
meldet, iſt Hoffnung vorhanden, daß die jetzt
gepfloge=
nen Friedensverhandlungen demnächſt eine ſichere
Grund=
lage für ein vorläufiges Uebereinkommen ſchaffen
werden.
Frankreich.
Das Rettungsweſen auf Kriegsſchiffen.
Ein Erlaß des Marineminiſters Delcaſſé beſchäftigt ſich
mit der Organiſation des Rettungsweſens an Bord der
Kriegsſchiffe und der mit der Perſonenbeförderung
be=
faßten franzöſiſchen Staatsdampfer. Bisher hatten nur
die Tordepojäger je einen Rettungsgürtel pro Mann an
Bord, alle anderen Schiffe hatten nur eine kleine Anzahl
dieſer Apparate für die Rettungsboote. Der
Marine=
miniſter ordnete nun an, daß alle Kriegsſchiffe und
Trans=
portdampfer Rettungsgürtel in genügender Zahl mit ſich
führen müſſen, und zwar ſollen, wie der Erlaß
ausdrück=
lich betont, dieſe Gürtel nicht, wie es gewöhnlich zu
ge=
ſchehen pflegt, in einem der Bunker untergebracht
wer=
den, ſondern in den von den Mannſchaften bewohnten
Räumen.
Rußland.
Zum Marine=Abkommen. Die Nowoje
Wremja ſchreibt in einem Leitartikel, daß das Marine=
Abkommen das franzöſiſch=ruſſiſche Bündnis wenn nicht
erweitere, ſo doch feſtige. In den erſten Jahren des
Zweibundes habe das Gefühl über den Verſtand
vorge=
herrſcht; dieſe Tage ſeien vorübergegangen, und die
Ent=
täuſchungen, die Rußland während des Krieges mit
Ja=
pan, die Frankreich während der Marokkofrage erlebten,
hätten den Vorteil gebracht, daß das Unmögliche vom
Schwierigen ſcharf getrennt worden ſei. Die Zeitung
ſtimmt der Agence Havas zu, daß das techniſche Marine=
Abkommen an dem Bündnis nichts ändere, und ſieht in
dem Abſchluß zurzeit, da eine ruſſiſche Flotte noch nicht
vorhanden iſt, ein Zeichen des franzöſiſchen Vertrauens.
Die Birſchewija ſchreibt, daß das Abkommen Deutſchland
nicht zu beunruhigen brauche, da es rein defenſiven
Cha=
rakter habe. Es gewinne nur dann Bedeutung, wenn
die Diplomatie des Dreibundes die freie Ausfahrt der
ruſſiſchen Flotte aus dem Schwarzen Meere erreichen
würde.
Vereinigte Staaten.
Auf dem erſten Konvent der neuen
fortſchrittlichen Partei, der in Chicago eröffnet
wird, um Rooſevelt zum Präſidentſchaftskandidaten zu
nominieren, werden 47 Staaten vertreten ſein. Nur Süd=
Karolina iſt nicht vertreten, weil es darauf beſtand, Neger
als Delegierte zu entſenden. Die Kommiſſion, die die
Beglaubigungen der Delegierten zu prüfen hat, hatte
be=
reits Neger, die als Vertreter von Alabama gewählt
waren, zurückgewieſen. Es wird wahrſcheinlich bei allen
Südſtaaten ſo verfahren, dagegen werden Neger als
Ver=
treter der Nordſtaaten zugelaſſen werden. Viele Frauen
ſind als Delegierte zum Konvent gewählt. Rooſevelt
wollte am Montag in Chicago eintreffen.
China.
Der neue Ratgeber des Präſidenten,
Dr. Morriſon, der bisherige Pekinger Korreſpondent der
„Times”, iſt als politiſcher Beirat des Präſidenten
Yuanſchikai, ſozuſagen als Nachfolger des verſtorbenen
Sir Robert Hart, angeſtellt worden. Die Anſtellung geht
weit über die Bedeutung einer perſönlichen Ehrung
hin=
aus. Sie iſt ein Symptom für die bedeutſame
Entwick=
lung der chineſiſchen Politik, zumal nach einer Depeſche
der „Times” aus Peking noch andere Fremde genannt
werden, die ähnliche Stellungen bekommen ſollen. Die
dienſte der von Yuanſchikai ſelbſt ausgewählten Fremden
werden alſo voll ausgenutzt werden. Offenbar will der
Präſident alle weſtlichen Erfahrungen in der
Staatsver=
waltung nutzbar machen und ein ſtarkes Bindeglied
zwiſchen dem neuen China und den fremden Staaten
ſchaffen. Nach Reuter wird Morriſons Anſtellung, der
ſeinen Poſten am 1. Otober antritt, von allen Chineſen
freudig begrüßt. Morriſon vereint die Geſchicklichkeit
eines Staatsmannes mit einer ganz überlegenen
Kennt=
nis der chineſiſchen Verhältniſſe, die er in achtzehn Jahren
erworben hat. Morriſon ſpielte 1900 bei der Belagerung
der Geſandtſchaften in Peking eine hervorragende Rolle
Mehr als einmal wurden im Laufe der Jahre ſeine
De=
peſchen im Unterhaus dementiert, um nach ein paar
Ta=
gen Beſtätigung zu finden. Seine Ernennung zum
Bei=
rat Yuanſchikais wird zweifellos den engliſchen Einfluß
in Peking ſtärken, und zwar zu ungunſten des deutſchen,
den Morriſon ſchon als „Times”=Korreſpondent
unausge=
ſetzt bekämpfte. Der Daily Telegraph meldet aus
Pe=
king vom 4. Auguſt: Mit der Ernennung des Times=
Korreſpondenten Dr. Morriſon zum politiſchen Berater
der chineſiſchen Regierung iſt ein Poſten wieder beſetzt
worden, der eine reine Sinekure war und keinem Reſſort
angegliedert iſt. Das chineſiſche Auswärtige Amt lehnt
jede Verbindung damit ab. Die Pekinger Preſſe fragt,
was eigentlich hinter dieſer Ernennung ſtecke, die ſie
bit=
ter beklagt. Der frühere Inhaber dieſes Poſtens war
der Sinologe Sir Walter Hillier, der ſeit 1867 in China
gelebt hat. Dieſer wurde im Jahre 1908 zum Ratgeber
der chineſiſchen Regierung ernannt und trat nach einiger
Zeit wieder zurück, da er fand, daß er nichts zu tun hatte.
* Der Kaiſer und Krupp. Deutſchlands
größ=
tes in Privathänden befindliches induſtrielles Werk,
die Firma Friedrich Krupp, kann gegenwärtig auf ein
hundertjähriges Beſtehen zurückblicken. Aus dieſem
An=
laß findet in dieſen Tagen eine glanzvolle, mehrtägige
Feier ſtatt, zu der eine große Anzahl illuſtrer Gäſte, an
ihrer Spitze der deutſche Kaiſer, erſcheinen werden. Wie
es heißt, ſoll der Kaiſertoaſt die Beziehungen des
Kai=
ſers zu der Firma Krupp ausführlich erörtern. Die
Be=
ziehungen des Kaiſers zur Firma Krupp gehen bis auf
das Jahr 1878 zurück. Damals war Prinz Wilhelm
Student in Bonn. Am 20. Juni beſuchte er mit zwei
Begleitern zum erſten Male die Kruppſche Fabrik, ließ
ſich von Friedrich Alfred Krupp die Werke in allen, auch
den kleinſten Einzelheiten zeigen und übernachtete auf
dem „Hügel‟ Der zweite hiſtoriſche Beſuch des Kaiſers
erfolgte genau 12 Jahre ſpäter, am 20. Juni 1890. Der
Kaiſer empfing in den Fabrikanlagen eine Deputation
von 700 Arbeitern und richtete an ſie eine Anſprache. Der
nächſte Beſuch fand im Jahre 1890 ſtatt. Der Kaiſer
mußte im Auguſt wegen Unpäßlichkeit eine nach Ruhrort,
Weſel und Eſſen geplante Reiſe aufgeben: die Kaiſerin
und Prinz Heinrich vertraten ihn. Der Kaiſer traf dann
ſelbſt am 27. Oktober bei Geheimrat Krupp ein. Sechs
Jahre ſpäter, am 20. Juli 1902, weilte das Kaiſerpaar
wieder auf der Villa Hügel. Von größter politiſcher
Wirkung war die Kundgebung des Kaiſers beim tragiſchen
Tode Alfred Krupps. Schmutzige Angriffe der
ſozial=
demokratiſchen Preſſe auf die Perſon Krupps waren
vor=
angegangen und wurden vielfach in urſächlichen
Zuſam=
menhang mit dem raſchen Tode gebracht. An der
Bei=
ſetzung nahm der Kaiſer ſelbſt teil. Vor ſeiner Abreiſe
von Eſſen verſammelte er im Warteſaale des Bahnhofs
die Mitglieder des Direktoriums und die Vertreter der
Arbeiterſchaft um ſich und richtete eine längere Rede an
ſie, in der er u. a. ſagte: „Ich habe häufig mit meiner
Gemahlin die Gaſtfreundſchaft im Kruppſchen Hauſe
ge=
noſſen und den Zauber der Liebenswürdigkeit des
Ver=
ſtorbenen auf mich wirken laſſen. Im Lauſe der Jahre
haben ſich unſere Beziehungen ſo geſtaltet, daß ich mich
als einen Freund des Verewigten und ſeines Hauſes
be=
zeichnen darf. Die beſonderen Umſtände, welche das
traurige Ereignis begleiteten, ſind mir zugleich Veran=
laſſung geweſen, mich als das Oberhaupt des Deutſchen
Reiches hier einzufinden, um den Schild des deutſchen
Kaiſers über dem Hauſe und dem Andenken des
Verſtor=
benen zu halten.”
* Der Bericht der „Titanie”=
Kommiſ=
ſion, die bereits gekennzeichnet iſt, wird von dem
Lon=
doner Korreſpondenten des Berliner Lokalanzeigers C.
von Zedlitz einer vernichtenden Kritik unterworfen. In
einem längeren Aufſatz „Mohrenwäſche” ſchreibt er u. a.:
Wer ein halbwegs gutes Gedächtnis hat, wußte, was die
Glocke geſchlagen hatte, als zum Vorſitzenden der
eng=
liſchen „Titanic”=Kommiſſion Lord Merſey ernannt
wurde; denn er entſann ſich, daß der edle Lord vor 18
Jahren, damals noch als ſimpler Juſtizrat Bigham, zu
den Mitgliedern des famoſen Südafrika=Ausſchuſſes
ge=
hörte, der ſeine Vertuſchungsaufgabe in Bezug auf den
Jameſonſchen Raubzug ſo muſterhaft zu löſen verſtand.
Für ſeine verſtändnisinnige Mitwirkung bei dieſem
heik=
len Geſchäft wurde Bigham alsbald mit einem hohen
Richteramt belohnt, aus dem er ſpäter gar zum
Präſiden=
ten des Marineſenates beim Reichsgericht und ſchließlich
als Peer ins Oberhaus aufrückte. Das Mißtrauen derer,
die ſich durch den äußeren Glanz ſolcher Würden nicht
blenden ließen, rechtfertigte Lord Merſey gleich zu
Be=
ginn der von ihm geleiteten Unterſuchung, indem er die
Rechtsvertretung der durch die Kataſtrophe des Schiffes
Geſchädigten vor der Kommiſſion ſo viel wie möglich
ein=
zuſchränken ſuchte. Vollends ſein Bericht über die
Un=
terſuchungsergebniſſe macht zwar ſeinem patriotiſchen
Be=
ſtreben, die für das fürchterliche Unglück verantwortlichen
engliſchen Männer und Einrichtungen möglichſt rein zu
waſchen, alle Ehre, ſeiner richterlichen Unbefangenheit
aber leider gar keine. Fachmänniſches, moraliſches, ja,
kriminelles Verſchulden ignoriert und beſchönigt er nach
beſten Kräften und ſetzt neben jeden Schatten in dem
fürchterlichen Bilde, das die Kommiſſionsverhandlungen
entrollt haben, einen hellen Lichtfleck, wenn nötig, auf
Koſten mindeſtens der objektiven Wahrheit. Nicht Dinge,
Menſchen ſind es, die auf das Unerhörteſte verſagt
ha=
ben. Angehörige der Nation, die den Vorrechtsanſpruch
auf Weltmeerbeherrſchung erhebt, haben den
Elementar=
gewalten des Ozeans den größten Triumph verſchafft,
die ſchwerſte Schiffskataſtrophe verſchuldet, von denen
wir wiſſen und vielleicht wäre eine beherzte Anerkennung
dieſes widerſpruchsvollen Phänomens den engliſchen
Schiffahrtsintereſſenten am Ende dienlicher, als eine
voll=
kommen vergebliche Mohrenwäſche.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Auguſt.
— Vom Hofe. Pfarrer Mahr aus Langsdorf
hielt am Sonntag den Gottesdienſt in der
Bonifacius=
kapelle in Jaadſchloß Wolfsgarten ab. (Darmſt. Ztg.)
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Mittwoch, den 7. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen und Vorträge
ent=
gegennehmen.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Adam Lehr aus Bullau, Kreis Erbach, die Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Kölzenhain, Kreis Schotten.
Perſonalnachrichten der Kaiſerlichen Ober=
Poſtdirektion in Darmſtadt. Verſetzt wurde
Poſt=
inſpektor Roos von Hanau nach Darmſtadt. —
Ueber=
tragen wurde dem Poſtinſpektor Kraft aus Darmſtadt
die Poſtdirektorſtelle in Ruhla. — Beſtanden haben
die Poſtreferendarprüfung: Eleve Heberer in Mainz; die
Poſtſekretärprüfung: die Poſtaſſiſtenten König in
Darm=
ſtadt und Reidel in Mainz; die Poſtaſſiſtentenprüfung:
die Poſtgehilfen Feigk in Rüſſelsheim, Keller in
Darm=
ſtadt, Krämer in Laubach, Seibert in Stockheim, Weil
in Lampertheim und Zinſer in Bodenheim; die
Tele=
graphenaſſiſtentenprüfung: der Telegraphenanwärter
Steller in Mainz. — Angenommen wurden zum
Poſt=
gehilfen der Oberrealſchüler Heil in Darmſtadt; zur
Poſt=
gehilfin: Mittenbecher in Darmſtadt; zur
Telegraphen=
gehilfin: Blum in Offenbach; zu Poſtagenten: Kaufmann
Meinhard Curth in Staden und Gaſt=und Landwirt Müller
in Götzenhain. — In den Ruheſtand tritt:
Poſt=
ſekretär Schmitt in Oſthofen. — Fre iwillig
aus=
geſchieden ſind die Poſtagenten Hermann Curth in
Staden und Streb in Götzenhain. — Geſtorben iſt
Poſtſekretär Becker in Darmſtadt.
* Militärverein Germania II. Am Samstag hatte ſich
der Verein mit Damen bei Kamerad Treuſch am
Kapell=
platz zuſammengefunden, um dem neu ernannten
Ehren=
vorſitzenden, Herrn Oberleutnant a. D. Lotheißen, eine
entſprechende künſtleriſch ausgefertigte Ehrenurkunde zu
überreichen. In ſeiner Anſprache führte der 1. Vorſitzende,
Kamerad Seibel, aus, daß die ſtete kameradſchaftliche
Bereitwilligkeit des Herrn Oberleutnant Lotheißen, ihm
und dem Verein bei Feſtlichkeiten zur Seite zu ſtehen, ſchon
vor zwei Jahren dazu Veranlaſſung gegeben habe, ihn
zum Ehrenmitglied zu ernennen. Stolz auf ihr Ehrenmit=
Richard Strauß neueſtes Werk.
Die Schauſpielmuſik zu Moliéres „Bürger als Edelmann”
K.B. Richard Strauß hat ſoeben, wie Kunſt und
Bühne erfährt, ſein neueſtes Werk beendet. Es iſt eine
Schauſpielmuſik zu Moliéres „Der Bürger als Edelmann”
in der Bearbeitung von Hugo von Hofmannsthal.
Bekanntlich hat Richard Strauß zu dieſer Komödie ein
Nachſpiel „Ariadne auf Naxos” geſchrieben, das den
In=
tentionen Moliéres entſprechend als einaktige Oper gefaßt
iſt. Aber ſchon in der Komödie ſelbſt verlangt der Dichter
an den verſchiedenſten Stellen Muſik. Das Stück, das
ur=
ſprünglich fünf Akte umfaßt, iſt von Hofmannsthal auf
zwei Akte konzentriert worden. Dieſe Zuſammenziehung
war ohne Schwierigkeiten möglich, da der „Bürger als
Edelmann” im Original ein ſcharfes Tendenzſtück iſt, in
dem außer dem Hauptmotiv — einem auf den Umgang
mit Adligen verſeſſenen reichen Bürger inmitten ſeiner
Verwandten, die ihn in jeder Weiſe rupfen — eine
weit=
ausgeſponnene Reihe ſatiriſcher Beziehungen auf damals
bekannte Perſonen, Gewohnheiten und Verhältniſſe
ent=
halten iſt, die man heute kaum noch verſtehen würde.
Bei ſeiner Bearbeitung hat Hofmannsthal nun die
meiſten Stellen, die Muſik verlangen, beibehalten. Richard
Strauß hat zunächſt zu jedem Akt eine kleine
Ouver=
türe geſchrieben. Sodann hat er die Auftritte der
ver=
ſchiedenen Hauptperſonen muſikaliſch illuſtriert. So wird
der Bürger Jourdain, der in allen Dingen ſo gern den
Edelmann nachahmt, durch eine großſpurige
Trompeten=
fanfare angekündigt. Auch andere Gelegenheiten, eine
Reihe luſtiger und höchſt charakteriſtiſcher Muſiknummern
zu ſchreiben, hat Strauß ſich nicht entgehen laſſen. Es
gibt da ein Menuett, das Jourdain mit ſeinem
Tanz=
meiſter ausführt, und ebenſo begleitet die Muſik den
Aus=
tritt des Fechtmeiſters und die Fechtſtunde, die ſich daran
anſchließt. In einem naiven Liedchen von einem „Kätz=
chen und Schätzchen” will Jourdain ſeine muſikaliſchen
Fähigkeiten glänzen laſſen; er gerät aber an einer Stelle
völlig aus der Tonart. Wichtig ſind noch ein
Schäfer=
duett und ein Tanz der Schneider, der eine
um=
fangreiche Ballettſzene bildet. Am Schluß des erſten Aktes
hört man plötzlich, als die Türen aufgeriſſen werden, das
Hausorcheſter Jourdains die Ouvertüre aus „Ariadne auf
Naxos” ſtudieren, eine äußerſt witzige Muſiknummer, bei
der es klingt, wie wenn die ſchwierigſten Stellen zu
glei=
cher Zeit auf jedem Inſtrument geübt würden.
Die Inſtrumentation dieſer Schauſpielmuſik iſt
unge=
fähr die die zu Moliéres Zeit in Gebrauch war. Sie
benutzt Flöte, Oboe, Fagott, Hörner, eine Trompete,
ſel=
ten Streichquartett, das gelegentlich durch das
Hinzutre=
ten einiger weiterer Spieler verſtärkt wird und Klavier,
das wie das frühere Cembalo verwendet iſt. Klarinette
und Poſaune, die Strauß ebenfalls vorſchreibt, waren
da=
mals wohl ſchon bekannt, wurden jedoch im Orcheſter noch
nicht verwendet, jedenfalls nicht in der heutigen Art, —
was bei der Klarinette auf allerlei früher nicht zu
beſei=
tigende Unvollkommenheiten zurückzuführen ſein dürfte.
Dieſe Schauſpielmuſik, die erſte, die Richard Strauß
geſchrieben, wird bei der Uraufführung im Stuttgarter
Hoftheater zum erſtenmal erklingen. Die Premiere und
ihre erſten beiden Wiederholungen wird Strauß ſelbſt
dirigieren, während Max Reinhardt die Regieführung hat.
Das Schauſpielerenſemble ſetzt ſich für dieſe Aufführungen
zum größten Teil aus Mitgliedern des deutſchen Theaters
zuſammen, von denen Arnold den Jourdain ſpielen
ſoll. Alle drei Aufführungen werden als Feſtvorſtellungen
veranſtaltet, an die ſich unmittelbar ein Zyklus ſämtlicher
Opern von Richard Strauß anſchließt. Bei dieſen
wer=
den dann ausſchließlich Kräfte der Stuttgarter Hofoper
unter der Leitung von Max Schillings und der Regie
von Gerhäuſer mitwirken.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Wie Reinhardt
Ritter der Ehrenlegion wurde erzählt der
Figaro in einem Brief des bekannten Theaterdirektors
Andre Antoine, in welchem dieſer folgendes mitteilt:
Ge=
legentlich des Banketts, das wir zu Ehren des Direktors
des Deutſchen Theaters, Profeſſor Max Reinhardt aus
Berlin, veranſtalteten, kam mir der Gedanke, im
Mini=
ſterium des Innern anzuregen, ob es nicht angezeigt wäre,
Max Reinhardt zum Ritter der Ehrenlegion zu ernennen.
Ich ſagte damals zum Miniſterpräſident Poincaré, eine
ſolche Auszeichnung des verdienken deutſchen
Theatar=
direktors ſei eine geeignete Antwort auf die zahlreichen
Liebenswürdigkeiten, die der deutſche Kaiſer gerade
fran=
zöſiſchen Künſtlern erwieſen habe. Daraufhin ſei denn
auch Reinhardt zum Ritter der Ehrenlegion ernannt
worden.
Spielplan der Frankfurter Theater. 1.
Opernhaus. Dienstag, 6. Aug.: Cavalleria ruſticana,
Der Bajazzo. Mittwoch, 7. Aug.: Der Roſenkavalier.
Donnerstag, 8. Aug.: Der Prophet. Freitag, 9. Aug.:
Alt=Wien. Samstag, 10. Aug.: Carmen. Sonntag, 11.
Aug.: Tiefland. Montag, 12. Aug.: Fräulein Teufel.
2 Schauſpielhaus. Mittwoch, 7. Aug.,
Wieder=
eröffnung des Schauſpielhauſes: Alt=Heidelberg.
Don=
nerstag, 8. Aug.: Alt=Frankfurt. Freitag, 9. Aug.:
Jung=
frau von Orleans. Samstag, 10. Aug.: Der Biberpelz.
Sonntag, 11. Aug.: Das Tänzchen. Montag, 12. Aug.:
Zapfenſtreich. Dienstag, 13. Aug.: Der Biberpelz.
C K. Ein internationaler Taubſtummen=Kongreß. Das
Amphitheater Richelieu in Paris bietet in dieſen Tagen
einen unvergeßlichen Anblick. Angehörige aus aller Herren
Länder drängen ſich in großer Zahl durcheinander und
führen erregte Unterhaltungen, ohne daß ein einziger Laut
ertönt: der dritte internationale Taubſtummen=Kongreß
Nummer 183.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
Seite 3.
glied, das ihnen wieder im letzten Jahre einen ſo ſchönen
Lichtbildervortrag gehalten habe, freue es ihn, namens
des Vereins heute die Urkunde der Ernennung zum
Ehren=
vorſitzenden überreichen zu dürfen mit dem Wunſche, als
ſolchen ihn lange an der Spitze des Militärvereins
Ger=
mania zu ſehen. Nach einem dreifachen Hoch auf den
Ehrenvorſitzenden überreichten die Damen des Vereins
durch Frl. Seibel einen prachtvollen Blumenkorb. Der
Gefeierte dankte in herzlichen, beredten Worten unter der
Verſicherung, daß er ſtets gerne zur Stelle ſein wolle, wo
der Verein ſeiner bedürfe, und ſchloß mit einem
drei=
fachen Hoch auf Se. Majeſtät den Kaiſer und Se. Königl.
Hoheit den Großherzog. Angeregt verlief der Abend,
be=
gleitet von Muſik und Tanz.
* Die Stenographen=Vereinigung Gabelsberger hielt
im Fürſtenſaal ihre gut beſuchte Monatsverſammlung ab.
Der 2, Vorſitzende Herr Schneider, begrüßte die zahlreich
erſchienenen Gäſte und betrachtete es als ein Zeichen guter
Weiterentwickelung, daß wiederum 17 neue Mitglieder
aufgenommen werden konnten. Zu dem am 7. September
ſtattfindenden Stiftungsfeſte werden große Vorbereitungen
getroffen, namentlich wird eine ſtenographiſche Ausſtellung
für Stenographen und Laien von beſonderem Intereſſe
ſein. Nachdem noch verſchiedene Fragen geſchäftlicher
Natur ihre Erledigung gefunden hatten, hielt Tänz und
Geſang die Anweſenden noch lange in vergnügter
Stim=
mung beiſammen.
* Ein Schützenjubilar. Bei dem 17. Deutſchen
Bundes= und Goldenen Jubiläums=Schießen hat der
Jubilar von 1862, Herr Stationsaſſiſtent i. P. Georg
Mylius hier, Mitglied der Darmſtädter privilegierten
Schützengeſellſchaft, auf der Jubiläums=Scheibe einen
guten Treffer erzielt und ſich damit einen wertvollen
Preis erſchoſſen. Auch wurde ihm von Sr. Königl.
Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preußen die
Goldene Jubiläums=Medaille für 1862/1912 nebſt Diplom
überreicht.
* Preis=Schießen. Bei dem vom Kanarienklub
Darmſtadt veranſtalteten Preis=Schießen erhielten die
Herren Martin Müller den 1. Preis mit 34 Ringen,
Lange den 2. Preis mit 33 Ringen, Gg. Keil den 3. Preis
mit 33 Ringen, Georg Hahn den 4. Preis mit 32 Ringen
und=Stapf den 5. Preis mit 32 Ringen.
* Der Velociped=Klub Darmſtadt hat, ſo ſchreibt man
uns, wiederum glänzende Erfolge zu verzeichnen. Aus
Anlaß des 29. Deutſchen Radfahrerbundesfeſtes, das vom
2. bis 6. Auguſt in Braunſchweig ſtattfand, beſtritt die
aus den Herren Rud. Schmitt, C. Göttmann, L. Hax,
O. Hans, J. Seibert, Ernſt Damus, Georg Wittich und
W. Zimmermann beſtehende 1. Mannſchaft des Klubs
unter Leitung ihres Fahrwartes, Herrn H. Schlitt, die
Stab=Schmuckreigenkonkurrenz und erzielte dabei den
1. Preis. Dieſer Sieg bedeutet für den Velociped=Klub
Darmſtadt einen beſonderen Erfolg und ſtellt neben der
Tüchtigkeit der Mannſchaft dem leitenden Fahrwart ein
gutes Zeugnis aus.
* Darmſtädter Wochenmarkt. Für Landfuhrwerke
zum Wochenmarkt iſt eine Bekanntmachung des
Ober=
bürgermeiſters im heutigen Tagblatt von Intereſſe, das
die Aufſtellung der Wagen neu regelt.
§ Brand. Am Samstag abend gegen 10 Uhr iſt im
Hauſe Martinſtraße Nr. 53 ein Zimmerbrand
aus=
gebrochen, welcher durch die herbeigerufene
Feuerwehr=
wache alsbald wieder gelöſcht wurde.
Es geht uns dazu folgender offizieller Brandbericht
zu: Am Samstag abend 9 Uhr 30 Min. wurde der
Feuerwache gemeldet: „Feuer in dem Hauſe Ecke der
Martin= und Ohlyſtraße‟ Dort war in dem Vorraum
zur Manſardenwohnung Feuer entſtanden, welches die
Treppe nach dem Dachboden ergriff, ſich von hier nach
dem Bodenraum ausdehnte und das Dachgebälk zum
Teil in Flammen ſetzte. Der Angriff erfolgte mit einer
Schlauchleitung durch das Treppenhaus. Durch ſehr
ſtarken Rauch und Hitze war den Feuerwehrleuten ein
Vordringen ſehr erſchwert, nur unter Nichtbeachtung
aller Gefahren war es möglich, den Brand zu löſchen
und den Dachſtuhl zu erhalten. Als Reſerve wurde eine
zweite Schlauchleitung in das Innere ausgelegt, die
Schiebleiter außen aufgerichtet und eine dritte Leitung
fertiggeſtellt. Beide Leitungen kamen nicht in Tätigkeit.
Die Räumungsarbeiten erforderten noch längere Arbeit.
Die Urſache war nicht ſogleich feſtzuſtellen. Es entſtand
insbeſondere Gebäudeſchaden. Die Feuerwache war
zu=
rück um 11 Uhr 15 Minuten.
§ Naturalverpflegungsſtation. Im Juli wurde
die Hilfe der hieſigen Naturalverpflegungsſtation von
154 mittelloſen Durchreiſenden in Anſpruch genommen.
Im vorhergehenden Monat Juni ſind 142 (oder weniger
12) Perſonen unterſtützt worden.
§ Aſyl für Obdachloſe. Im Juli wurde in dem
im Lokale des zweiten Polizeireviers in der
Alexander=
ſtraße errichteten Aſyl für Obdachloſe 262 Perſonen und
in demjenigen im Lokale des fünften Polizeireviers in
der Ludwigshöhſtraße 11 Perſonen, zuſammen 273
Per=
ſonen, Obdach gewährt.
* Von einem Automobil überfahren wurde geſtern
in der Rheinſtraße eine Frau, die vor einem Wagen der
elektriſchen Straßenbahn die Straße überqueren wollte
und dabei, ohne auf die Zurufe eines Schutzmannes und
des Publikums zu hören, geradenwegs in das Automobil
hineinlief. Sie wurde zu Boden geworfen und erlitt
er=
hebliche Verletzungen, u. a. einen Oberſchenkelbruch. Den
Führer des Autos, der die Verletzte ins Krankenhaus
brachte, trifft keine Schuld.
§ Unfall. Am Sonntag vormittag kurz nach 6 Uhr
wurde dem 33 Jahre alten Hilfsweichenſteller Peter
Germann, hier, auf dem Oſtbahnhof beim Abſtoßen von
zwei Eiſenbahnwagen in ein Nebengeleis der rechte Fuß
vom Knöchel abgefahren. Der Verletzte iſt durch die
Sa=
nitätswache mittels Räderbahre alsbald in das ſtädtiſche
Krankenhaus verbracht worden.
§ Herzſchlag. Sonntag nachmittag kurz nach 12 Uhr
wurde der Lokomotivführer Valentin Werkmann,
hier, am Ernſt=Ludwigsplatz von einem Herzſchlag
betrofſen und war ſofort tot. Die Leiche iſt nach dem
ſtädtiſchen Friedhof verbracht worden.
* Ludwigshöhe. Ein Jubeltag für unſere Jugend
findet heute beim Kinder= und Familienfeſt ſtatt. Onkel
Willy aus dem Harz wird den lieben Kleinen viel
Freude machen. Vergnügen aller Art werden geboten
und zum Schluß iſt Preisverteilung. Die Kapelle
der 61er unter Herrn Webers Leitung konzertiert. (Siehe
Anzeige.)
* Reſtaurant Rummelbräu am neuen Bahnhof.
Heute Dienstag, den 6. Auguſt, abends 8 Uhr, findet
das zweite Dienstags=Konzert der Kapelle des Großh.
Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Herrn Webers Leitung
ſtatt. Wie bereits bekannt, ſollen die Konzerte
regel=
mäßig ſtattfinden und bei ungünſtiger Witterung durch
Streichmuſik im großen Saal erſetzt werden.
Dutzend=
karten haben auch zu den im Winter ſtattfindenden
Sonntags=Nachmittags=Konzerten Gültigkeit. (Siehe
Anzeige.)
* Reſidenztheater am Weißen Turm. Von heute ab
wird der große Frankfurter Schützenfeſtzug gezeigt. Neben
dieſem die beiden ſenſationellen Dramen „Der
Unglücks=
ſtein” und „Was die Titanie” lehrte. Für Heiterkeit
ſor=
gen die beiden humoriſtiſchen Films „Der ſchlaue
Kapi=
tän Jenks” und „Familie Luſtig auf dem Waſſer‟ Der
belehrende und wiſſenſchaftliche Teil iſt durch die
Natur=
aufnahmen der Wochenchronik des Reſidenztheaters und
„Das Dorf auf der Inſel Borneo” vertreten. (S. Anz.)
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Am Dienstag, den
6. Auguſt, abends, konzertiert wieder die verſtärkte
Kapelle des Garde=Dragoner=Regiments unter Herrn
Mittelſtädts Leitung. Wie aus der Anzeige erſichtlich,
iſt das Programm ein ganz vorzügliches. Neben
klaſſiſcher Muſik ſind auch leichtere, heitere Stücke
berück=
ſichtigt worden, ſowie verſchiedene Soloſtücke für Tubus,
Companaphon und Trompete, zwei elſäſſiſche
Bauern=
tänze und zwei belebende Schlager, Potpourris von
P. Lincke. (Siehe Anzeige.)
* Heſſiſcher Hof. Morgen Mittwoch, den 7. Auguſt,
wird das Muſikkorps des Leibgarde=Regiments nach
14tägiger Abweſenheit die üblichen Konzerte wieder
aufnehmen. Das Programm iſt ſorgfältig gewählt,
ſo daß einige angenehme Stunden geſichert ſind. (Siehe
auch Anzeige.)
C. Pfungſtadt, 4. Aug. Heute morgen nahm Herr
Dekan Dr. Elz=Darmſtadt die Benediktion unſerer
neuen katholiſchen Kapelle unter großer
Be=
teiligung der hieſigen Gemeinde und auswärtiger Gäſte
vor. Das feierliche Hochamt zelebrierte Herr Kaplan
Moſer=Darmſtadt, während Herr Dekan Dr. Elz die
eindrucksvolle Feſtpredigt hielt. Das Großh. Kreisamt
war durch Herrn Regierungsrat v. Werner vertreten,
neben dem die meiſten Gemeinderatsmitglieder anweſend
waren, während Herr Bürgermeiſter Lang von Bad
Nauheim aus ein herzliches Glückwunſchtelegramm
ſandte. Am Nachmittag weihte Herr Kanzleidirektor
Geiſtl. Rat Moſer=Mainz die neuen Kreuzwegſtationen
ein. Am Abend ſchloſſen ſich in drei Lokalen
Feſtver=
ſammlungen an. Erwähnt ſei dabei beſonders die
Feſt=
rede des Herrn Pfarrkurat Daus=Eberſtadt und die
Mitwirkung des Darmſtädter katholiſchen Männer= und
Arbeitervereins. Die ſchöne Feier wird der katholiſchen
Gemeinde unvergeßlich bleiben.
tt. Dieburg, 5. Aug. Bei dem diesjährigen deutſchen
Athleten=Verbandsfeſt in Frankfurt a. M.
beteiligten ſich auch die Gebrüder Otto von hier. In
den Wurf= und Stoßübungen leiſteten ſie Vorzügliches.
Vor allem iſt zu bemerken, daß in ſämtlichen Uebungen
die Meiſterſchaft von Deutſchland ausgefochten wurde.
So errang Joſeph Otto verſchiedene
Meiſter=
ſchaften. Für die höchſte Punktzahl erhielten die
Gebrü=
der Otto den Großen Preis der Stadt. rankfurt a. M.
im Werte von 400 Mark. Franz Klein, der ſich auch an
den Wettkämpfen beteiligte, errang die 3. und 4.
Meiſter=
ſchaft, je eine ſilberne Medaille.
A Beerfelden, 3. Aug. Verfloſſene Nacht wurde hier
an drei Stellen eingebrochen: bei Wirt und
Bäcker Eckhardt, bei Metzger und Wirt Neuer zur Glocke,
und bei Witwe Hofmann, Spezereigeſchäft. An
erſt=
genanntem Orte fand der Einbrecher nur Backwaren. Er
ſchnitt ſich ein tüchtiges Stück von einem Laib ab, wickelte
es ſäuberlich in die neueſte Nummer der St. Pr. und
verlor das angebiſſene Stück beim Ueberſteigen eines
Tores beim dritten Einbruch. Bei Neuer zur Glocke
ge=
riet der Burſche ins Schlafzimmer; ganz in der Nähe der
Betten war er an der Giebelſeite des Hauſes
eingeſtie=
gen. Die erwachende Frau verſcheuchte ihn und er
ent=
wich durch das Fenſter. Bei der Witwe Hofmann ſtieg er
auch an der Giebelſeite ein, erbrach die Kommode und ſtahl
etwa 100 Mark in Silbergeld; das Kleingeld in der
Ladenkaſſe, etwa 3 Mark, fand ſich noch vor. Der letzte
Einbruch geſchah kurz vor 4 Uhr. Der Dieb ſtellte die
Uhr um dieſe Zeit, um das Schlagen zu vermeiden. Es
ſcheint ein ganz abgefeimter Spitzbube zu ſein. Die
Fußeindrücke beim Ein= und Ausſteigen vermied er durch
Unterlegen eines Lappens bezw. eines Stückes vom
Fenſtervorhang, den er zu dieſem Zweck abriß. Der von
Darmſtadt requirierte Polizeihund konnte leider eine
Fährte nicht aufnehmen. Bis jetzt fehlen alle
Anhalts=
punkte, die zur Ergreifung des frechen Diebes führen
könnten.
S. Bensheim, 4. Aug. Auf Einladung des Vorortes
Bad Nauheim fand heute hier eine Sitzung des
Ver=
bandes heſſiſcher Verkehrsvereine ſtatt.
Die Verhandlungen wurden um 10,45 Uhr durch den
erſten Vorſitzenden Rechtsanwalt Stahl=Bad Nauheim
mit einer Brgrüßungsanſprache eröffnet. Des verſtorbenen
Kommerzienrats R umpler wurde durch Erheben von den
Sitzen ehrend gedacht. Herbſt=Worms entbot der
Verſammlung den Gruß des Verkehrsvereins Worms,
Regierungsraſt Du. Löslein=Bensheim und
Regie=
rungsaſſeſſor Pabſt=Darmſtadt begrüßten die
Ver=
ſammlung, erſterer namens des Kreisrats, letzterer im
Auftrage des Provinzialdirektors, die am Erſcheinen
ver=
hindert waren. Für die Stadt Bensheim begrüßte
Bei=
geordneter Schumann, Geh. Schulrat Geiger in
Vertre=
tung des Vorſitzenden des Bensheimer
Ver=
ſchönerungsvcreins die Gäſte. Wallimann=
Bad Nauheim verlas den Geſchäftsbericht, der
über die innere Tätigkeit Aufſchluß gibt.
Stadtverordneter Stemmer=Darmſtadt riet zu
korpo=
rativem Beitritt zum Bunde deutſcher Verkehrsvereine.
Herbſt=Worms verwies demgegenüber auf den November=
Beſchluß, demzufolge das Verhältnis ſo bleiben ſolle wie
es iſt. Stoll=Bad Nauheim legte als Schatzmeiſter die
Rechnung ab. Hiernach betragen die Einnahmen 545,72
Mark, die Ausgaben 269,62 Mark, ſodaß ein
Kaſſen=
beſtand von 276,10 Mark vorhanden iſt. Auf
mehrſei=
tigen Antrag wurde der Verkehrsausſchuß der Bergſtraße
für die nächſten zwei Jahre als Vorort beſtimmt. Bei
dieſer Gelegenheit fand die Großzügigkeit der geleiſteten
Arbeit dieſes Ausſchuſſes allerſeits Anerkennung.
Sie=
ben=Auerbach referierte über die Zweckmäßigkeit von
Kollektiv=Annoncen, deren Vorteile in erheblicher
Verbil=
ligung für den einzelnen Ort liegen, während ſie
ander=
ſeits die gemeinſamen Vorzüge der ganzen Gegend in
unparteiiſcher Weiſe dem großen Publikum regelmäßig
hält ſeine Tagungen. Aus den Vereinigten Staaten ſind
ewa ein Dutzend Delegierte da, 40 aus England. Die
Deutſchen, Oeſterreicher, Italiener, Belgier, Skandinavier,
Spanier, Portugieſen, Schweizer und Japaner ſind
ver=
treten. Der Kongreß erhält dies Jahr ſeine beſondere
Be=
deutung durch die Feier des 200. Geburtstages des Abbé
de l'Epée, des großen Taubſtummenlehrers, der das
fran=
zöſiſche Syſtem der Erziehung durch Zeichenſprache
begründet hat. Die Sitzungen wurden durch eine Rede des
franzöſiſchen Staatsſekretärs Morel eröffnet, deren
tönende Worte aber wirkungslos verhallten, bis der
Dol=
metſcher Omnés ſie mit erſtaunlicher Geſchwindigkeit in die
Zeichenſprache übertragen hatte. Da erſt wurde in der
ſeltſam ſtillen Verſammlung wieder und wieder ſtarker
Applaus durch Händeklatſchen laut. Die meiſten
An=
ſprachen vollzogen ſich in lautloſer Stille. Die
Delegier=
ten redeten in der Zeichenſprache und der Beifall ihrer
Schickſalsgenoſſen kündete ihnen an, daß ſie auch ohne
Worte verſtanden wurden. Die tiefe Ruhe, die in den
Diskuſſionen dieſes Kongreſſes herrſcht, wird nur
bis=
weilen in ſeltſamer Weiſe durch die unartikulierten Laute
unterbrochen, in denen Taubſtumme gelegentlich mit ſich
ſelbſt reden. Beſonders die Anſprache eines türkiſchen
Taubſtummen, die mit außerordentlicher Ruhe der Geſte
höchſte Klarheit verband, war ein Triumph pantomimiſcher
Kunſt und erregte die Bewunderung der andern. Das
Hauptthema der Verhandlung war die Erörterung der
Vorzüge und Nachteile der Zeichenſprache. Sie gewährt
ein wundervolles Mittel für die Taubſtummen, um ſich
untereinander zu verſtändigen, aber ſie ſchließt ſie von der
redenden Umwelt ab. Deshalb hat man geſagt: „das
Zeichen iſt ein Unglück für den Taubſtummen.” Auf dem
Kongreß wurde eine Methode vorgeführt, durch die die
Taubſtummen lernen, ſich mit dem Munde verſtändlich zu
machen und das Wort von den Lippen der andern
abzu=
leſen.
* Schlupfweſpen für Amerika. In der Köpenicker
Forſt am Müggelſee ſammelte in letzter Zeit, wie das
Dampfboot berichtet, ein junger amerikaniſcher
Forſt=
efliſſener, der von der Forſtakademie Eberswalde kam,
mit behördlicher Genehmigung Inſekteneier ein. Es
han=
delte ſich um die Eier (Kokons) der Schlupfweſpe, die nach
lmerika geſchickt werden. Die Wälder und
Park=
anlagen im Lande des Dollars leiden ſchwer unter der
Plage des Schwammſpinners. Alle Mittel zur
Bekämpf=
ung des Schädlings waren bisber erfolglos; man will es
daher jetzt mit der Schlupfweſpe verſuchen, die zu dieſem
Zwecke in großen Mengen gezüchtet werden ſoll. Die
Schlupfweſpe ſticht die Raupe oder Puppe anderer
In=
ſekten an, beſonders die des Schwammſpinners, um in
dem Leibe des Tieres ihre Eier abzulegen. Die Raupe
oder Puppe ſtirbt dann ab — von den Larven
aufge=
zehrt — und an ihrer Stelle ſieht man nach dem Abfall
der Hülle ein Häufchen weißglänzender
Schlupfweſpen=
kokons. Um dieſe Brut zu gewinnen, hat die Union
er=
hebliche Mittel ausgeworfen. Wie am Müggelſee, ſo ſind
auch in anderen deutſchen Forſtgebieten Beauftragte der
Union mit dem Eierſammeln beſchäftigt. Mit Einführung
der Schlupfweſpe in Amerika würde Deutſchland den
Yankees das „Geſchenk” des Kartoffelkäfers und der
Reb=
laus in edelſter Weiſe vergelten.
Wenn Homer ſchläft. Seine umfangreiche
Sammlung von Entgleiſungen und unfreiwilligen Witzen
der Dichter und Schriftſteller ſetzt Albert Cim in der Revue
fort, und zwar kreidet er diesmal den Romanſchriftſtellern
allerlei Gedankenloſigkeiten an. Der ältere Alexander
Dumas hat mit ſeiner fixen Feder ſo unendlich vielen
Ausſtellungen Anlaß gegeben; aber noch ſind Stelletz ſelten
wie die aus dem „Halsband der Königin,” wo ein
geheim=
nisvoller Fremder in einer aufregenden Situation ſich
fol=
gendermaßen äußert: „Oh! Oh! murmelte Don Manuel
portugieſiſch.” Balzac ſchreibt in „Couſine Bette‟ Der
Polizeikommiſſär antwortete ſchweigend: Sie iſt nicht
wahnſinnig.‟ Ein andermal läßt er einer Perſon, der die
Augen feſt verbunden ſind, ſodaß ſie nicht ſehen kann,
fol=
genden ſeltſamen Rat erteilen: „Paſſen Sie gut auf,
ver=
lieren Sie keins meiner Zeichen aus dem Auge.” Noch
unmöglicher ſind Sätze wie die folgenden: „Der blinde
König von Hannover mußte mit anſehen, wie ſein
König=
reich Preußen einverleibt wurde” (aus einer Erzählung
von John Lemoine) und: Ginibre, ein ehrlicher
Blin=
der wirft einen melancholiſchen Blick auf die leere
Flaſche” (aus „Pécaire” von Pouvillon). „Der
Groß=
rabbiner von Frankreich, Iſidor, obwohl durch einen Anfall
von Paralyſe zur Stummheit verdammt, wollte doch nicht
unterlaſſen, ſeine Stimme im Gebet zu Gott zu erheben,
heißt es in einem andern Roman. Sehr zahlreich ſind die
Entgleiſungen in Murgers „Zigeunerleben” „Die
ſchönſte Stellung eines menſchlichen Weſens,” heißt es da
z. B., „iſt die des Mannes, der ſich über ſein Werk beugt,
um vor ſich ſelbſt aufrecht zu ſtehen.” Bei einer
Billard=
ſzene erzählt Alfred Aſſolant: „Sie traten zuſammen und
hielten die Queues in der Hand, um beſſer zu hören.”
Trotz ſeines unnermüdlichen Feilens ſind auch
Flau=
bert eine große Menge ſolcher Faux=Pas paſſiert. Den
Anzug eines Prieſters in „Bouvard und Péouchet”
ſchil=
dert er folgendermaßen: „Sein Meßgewand von
apfel=
grüner Farbe, mit Lilien reich beſtickt, war himmelblau.”
In „Madame Bovary” werden einmal 75 Frs. in lauter
40 Sous=Stücken ausgezahlt; aber die Erklärung dafür iſt
uns der Dichter ſchuldig geblieben, wie man 75 Frs. in 2
Frs.=Stücken bezahlen kann. Daudet ſchreibt im „
Tar=
tarin de Tarascon” den Arabern phänomenale Kinnbacken
zu: „4000 Araber liefen hinterher, mit nackten Beinen,
heftig geſtikulierend, ſinnlos lachend, und ließen in der
Sonne ihre 600000 weißen Zähne leuchten.‟ Dabei
kämen auf jeden Araber gerade 150 Zähne. Kühn iſt es,
wenn Ferdinand Fabre in „Barnabé” ſchreibt: „Der Stoff
zu lebhaft geſpannt, ſtieß einen Schrei aus.” Frangois
Coppée erzählt: „Sie ſaß zwiſchen ihren Töchtern, zwei
Zwillingen, von denen der eine wie der andere 18 Jahre
alt waren.‟ Im Mannequin d’oſier” entſchlüpft
Ana=
tole France folgender hinkender Vergleich: „Du ſiehſt
die Republik zwiſchen den Mächten ſchwimmen, wie ein
Perlhuhn zwiſchen einer Schar Möwen,” wobei der
Dich=
ter augenſcheinlich das Perlhuhn für einen Seevogel hält.
Zu ergötzlichen Mißverſtändniſſen hat die Venus von
Milo den Dichtern Anlaß gegeben. Nicht nur, daß einer
den Fundort Milo für „einen Künſtler, deſſen Ruhm die
Jahrhunderte überdauert,” erklärt, auch die Hände und
Arme der armloſen Statue haben oft zu ſchönen
Ver=
gleichen herhalten müſſen. So ſchreibt Amédée de Baſt:
Er drückte auf ihre Hand, weiß und weich wie die der
Venus von Milo, den ehrerbietigſten der Küſſe.” Und
Jules de Gaſtyne: Sie hob ihren weißen Arm, geformt
wie der Arm der Venus von Milo, leuchtend wie der
Marmor.‟ Derſelbe Autor läßt „einen Neger erblaſſen.”
Die Schlankheit der Taille ſeiner Heldin ſchildert Charles
Mérouvel: „Eine Männerhand hätte ſie mit ihren zehn
Fingern umſpannen können.” Andere ſolcher Stilblüten
ſind: „Daniel antwortete nicht; es war das erſte Mal, daß
er ſo zu ſeinem Vater ſprach.” Sie ſchnarchten, wie nur
die reinen Herzen ſchnarchen.” „Er war 70 Jahre und ſah
doppelt ſo alt aus.”
B.B. Die Hotelinſpektorin hat ſich im Hotelweſen
überaus ſchnell eingebürgerk. Diefer Frauenberuf ttrat
vor drei Jahren zum erſten Male in die Erſcheinung und
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
Nummer 183.
vor Augen führen. Kommerzienrat Schmahl=Mainz
be=
richtete unter Ablegung der Rechnung über die Heſſen=
Sondernummer der Leipziger Illuſtrierten Zeitung. Es
wurden zu dieſem Zwecke 5534 Mark ſeitens der
Ver=
eine, Kreiſe, Städte und Intereſſenten aufgebracht,
wo=
von 4343 Mark verbraucht ſeien. Der Ueberſchuß
redu=
ziere ſich noch durch Rückvergütungsanſprüche, ſodaß
etwa 800—900 Mark verbleiben würden. Webel=Mainz
berichtete über die Haupt=Jahresverſammlung des
Bun=
des deutſcher Verkehrsvereine in Kaſſel und gab ein Bild
von der Tätigkeit des Bundes und deſſen finanziellen
Standes. Sieben=Auerbach berichtete über die Tätigkeit
des Verkehrsausſchuſſes der Bergſtraße, deſſen nach den
modernſten Grundſätzen durchgeführte Organiſation durch
die erzielten Erfolge vielfach vorbildlich wirke.
Weid=
mann=Neu=Iſenburg ſprach namens des Bezirksvereins
Weſtend, dem Vorort des Verkehrsverbandes der Strecke
Frankfurt-Darmſtadt. Kommerzienrat Schmahl=Mainz
verbreitete ſich über die innere Tätigkeit des
Verkehrs=
vereins Mainz, die er zahlenmäßig erläuterte. Stemmer=
Darmſtadt bat der vorgerückten Zeit halber von ſeinem
Bericht über den Darmſtädter Verkehrsverein Abſtand zu
nehmen. Hauptlehper Chantre berichtete als Vertreter des
Geſchichts= und Verkehrsvereins Dreieichenhain. Wallmann=
Bad Nauheim berichtete über das zur Zeit in Bad
Nauheim ausgeſtellte Diorama. Es wurde
vorgeſchla=
gen, dasſelbe in Bad Nauheim ſo lange als möglich zu
belaſſen, dem Arbeitsausſchuß ſoll ſpäter die
Verwen=
dung desſelben überlaſſen bleiben. Zum letzten Punkt
der Tagesordnung „Verſchiedenes” empfahl der
Vor=
ſitzende, die Zeitſchrift Deutſchland zu Inſertionszwecken.
Dr. Weißmann=Lindenfels und Geh. Schulrat Geiger=
Bensheim kamen noch zum Wort, letzterer gedachte der
Staub= und Schnakenplage, ſowie der Beläſtigung durch
Lärm und regte deren Unterbindung an. Dr. Koppe=
Seeheim wünſchte auch in den Schriften und
Verhandlun=
gen der Verkehrsvereine Weglaſſung aller Fremdwörter.
Damit ſchloſſen die Verhandlungen um 2 Uhr. Der
Sitzung folgte ein gemeinſchaftliches Eſſen. Die Stadt
Bensheim hatte anläßlich der Tagung reichen
Flaggen=
ſchmuck angelegt.
* Oppenheim, 4. Aug. Nächſten Sonntag, 11. Auguſt,
ſoll hier das Jahresfeſt der Inneren Miſſion
für Rheinheſſen ſtattfinden. Im Feſtgottesdienſt
nachmittags 2 Uhr wird Pfarrer Durſt=Armsheim
die Predigt halten. In der Nachfeier, die bei ſchönem
Wetter auf der Landskrone ſtattfinden ſoll, will Pfarrer
Glock über die Anſtalten der Inneren Miſſion in
Nie=
der=Ramſtadt und Liz. Gengnagel,
Vereinsgeiſt=
licher der Inneren Miſſion, über die Mitarbeit der
Ge=
meinden, insbeſondere der Frauen am kirchlichen
Ge=
meindeleben, reden. Sowohl beim Feſtgottesdienſt als
auch bei der Nachfeier werden der Chorverein und der
Poſaunenchor von Oppenheim mitwirken. Zu recht
zahl=
reichem Beſuch des Feſtes ſind alle Freunde der Inneren
Miſſion herzlich eingeladen.
Nieder=Mörlen, 5. Aug. Vor über 8 Tagen wurde
im Frauenwalde die Leiche eines jungen Mannes
mit einem Schuſſe in der linken Bruſtſeite aufgefunden
und nach Beſichtigung durch den Kreisarzt auf dem
hieſigen Friedhofe beerdigt. Nach den angeſtellten
Er=
mittlungen hat ſich ergeben, daß der Tote ein
Bankbeam=
ter aus Köln iſt und beauftragt war, mit einem
Zwei=
ten einen Geldbetrag von 70000 Mark nach Straßburg
zu bringen. Die Reiſeroute war den Leuten
vorge=
ſchrieben von Köln nach Gießen-Frankfurt-Kreuznach=
Straßburg. In Bad Nauheim ſtiegen ſie aus, um ſich die
Stadt anzuſehen. Von dieſer Zeit an iſt der Begleiter
des Erſchoſſenen verſchwunden und mit ihm die 70000
Mark. Da der hier weilende Vater annimmt, daß an
ſeinem Sohn ein Verbrechen begangen worden iſt, wur
von dem Amtsgericht Antrag auf Ausgrabung der
Leiche bei der Staatsanwaltſchaft zu Gießen geſtellt.
Mainz, 5. Aug. In der letzten Sitzung der
Stadtverordneten wurden die beiden
neuge=
wählten beſoldeten Beigeordneten Gündert und Dr.
Külb, nachdem ſie die Beſtätigung der Regierung
erhalten, in ihre Aemter eingeführt und eidlich
ver=
pflichtet. Die Stadtv. Zeeh und Heerdt interpellierten
wegen eines in der Stadt verbreiteten Gerüchts, wo=
nach Herr v. Waldthauſen neuerdings verſuche, ſein
Beſitztum im Gonſenheimer Wald zu vergrößern. Die
Redner waren der Anſicht, daß die Stadtverwaltung
alles aufbieten müſſe, damit der einzige Wald, den
Mainz beſitze, nicht geſchmälert werde. Wie der
Ober=
bürgermeiſter und Juſtizrat Dr. Schmitt erklärten, will
Herr v. Waldthauſen die Kreisſtraße verlegt haben, um
nicht den zudringlichen Beobachtern an ſeinem Schloſſe
ausgeſetzt zu ſein. Der Vorſitzende verſprach, die
Verſamm=
lung auf dem Laufenden zu halten. Für die Erbauung der
proviſoriſchen Kläranlage am ehemaligen Rheintor
wurden, nachdem die Regierung ihre Genehmigung
dazu erteilt, 60000 Mk. bewilligt. Für den geplanten
Bau einer neuen katholiſchen Kirche in der
Neuſtadt wurde ein Bauplatz im Werte von 207700 Mk.
gratis zur Verfügung geſtellt. Es wurde dabei
be=
ſchloſſen, daß in Zukunft keiner Konfeſſion, gleichviel
welcher, mehr Bauplätze gratis überlaſſen werden.
Mainz, 5. Aug. Am Mittwoch abend um ½10
Uhr marſchierte das Infanterie=Regiment Nr.
87 zu einer nächtlichen Uebung aus. Im Gonſenheimer
Wald, bei dem Schloſſe des Frhrn. v. Waldthauſen,
be=
gann der Kriegszuſtand: feindliche Truppen machten die
Gegend von Mombach und Gonſenheim unſicher. Durch
Patrouillen wurde feſtgeſtellt, daß der Feind die
Gaſtell=
ſche Fabrik und die Mombacher Plantage beſetzt hielt
und ſich durch Drahthinderniſſe geſichert hatte. Während
die Bataillone im Gonſenheimer Wald am Rande des
Großen Sandes in gedeckter Stellung lagen, wurden
die Drahthinderniſſe im Schutze der Nacht zerſtört, ſo
daß gegen 3 Uhr morgens zum Angriff über den Großen
Sand geſchritten werden konnte. Kaum hatte aber der
böſe Feind dieſe ſchlechte Abſicht bemerkt, als er ſofort
das Gelände mit Leuchtraketen und Scheinwerfern
ab=
leuchtete, ein Schauſpiel, das trotz der nächtlichen Stunde
zahlreiche Zuſchauer aus Gonſenheim auf den Sand
lockte. Ohne einen Schuß abzugeben, wurde aber die
vorher von Patrouillen abgeſteckte Sturmſtellung
einge=
nommen und von dort aus mit lautem Hurra in
glän=
zendem Sturmlauf der Feind über den Haufen gerannt
Gegen 5 Uhr kehrte das Regiment wieder zur Kaſerne
zurück.
Weiſenau, 4. Aug. Heute nacht gegen 12 Uhr wurde
der Heizer Scholles in bewußtloſem und ſchwer
ver=
letztem Zuſtande an der Rheiniſchen Brauerei
aufgefun=
den; er iſt anſcheinend die 5 Meter hohe
Umfaſſungs=
mauer herabgeſtürzt. Scholles hatte ſchwere
Kopf=
verletzungen und ſtarb auf dem Wege Zum Hoſpital.
Nierſtein, 5. Aug. Der Altpolizeidiener Rudolph
ſtürzte von einer Leiter, brach ein Bein und war auf
der Stelle tot. Da man ſonſt keine Verwundungen
finden konnte, nimmt man an, daß er, als er auf der
Leiter ſtand, plötzlich einen Schlaganfall erlitt. Der
Verunglückte war 77 Jahre alt.
(*) Vom Vogelsberg, 4. Aug. Der älteſte
Einwoh=
ner im Vogelsberg, Herr Heinrich Bläſer, iſt in
Maar im Alter von faſt 100 Jahren geſtorben.
iſt jetzt in den größeren Hotels etwas Selbſtverſtändliches
Durch die Flucht der großen Korridors ſieht der Hotelgaſt,
wenn er zufällig ein Frühaufſteher iſt, ſchon beim
Mor=
gengrauen eine Dame wandeln, die mit kritiſchem Blick
die Arbeit der Stubenmädchen und Hoteldiener muſtert.
Das iſt die Frau Hotelinſpektorin, deren Tätigkeit ſchon
bei Nacht beginnt und die für die innere Einrichtung der
Zimmer verantwortlich iſt. Will ein Hotelgaſt ſein auf
längere Zeit gemietetes Zimmer nach beſonderen
Wün=
ſchen ausgeſtattet haben, ſo iſt es die Frau
Hotelinſpek=
torin, die mit feinem weiblichen Gefühl das Richtige trifft.
Hierzu kommt, daß es den weiblichen Hotelgäſten
ange=
nehmer iſt, Spezialwünſche einer Frau als einem Manne
zu offenbaren. Während des ganzen Tages muß die
Hotel=
inſpektorin ſelbſtverſtändlich die Kontrolle über das
Per=
ſonal ausüben. Zu dieſem Zweck löſt ſie ſich mit einer
Kollegin ab. Die Wertſchätzung dieſer Dame erhellt auch
daraus daß der Internationale Verband der Hotelbeſitzer
einen beſonderen Stellennachweis für dieſe Hoteldamen
eingerichtet hat.
* Dresden=Germany. Im Vogelsberg erſcheint
ſeit etwa einem Vierteljahre eine Monatsſchrift
Friſch=
auf. Das hübſche kleine Blättchen wird gedruckt in
Schotten und redigiert in Laubach. Es iſt in erſter
Linie ja wohl faſt ausſchließlich für die Mitglieder des
„Vogelsberger Höhenklubs” beſtimmt.
Friſch=
auf hat auch einen Anzeigenteil und in dieſem findet ſich
in letzter Nummer die Anzeige einer Dresdener Firma
H., die echte Straußenfedern empfiehlt, dabei ihre Adreſſe
mit Dresden 179, „Germany” angibt. Das
ausge=
rechnet den biederen Bewohnern des Vogelsberges und
den Wanderern, die ſeine Höhen und Täler lieben, echte
Straußenfedern angeboten werden, iſt ſchließlich Sache
der Firma H daß dieſe ſich aber verpflichtet hält,
die=
ſelben Vogelsberger und dieſelben Wanderer, durch
Sperrdruck dahin zu belehren, daß die ganz unbekannte
Stadt Dresden nicht etwa in Deutſchland, ſondern
in „Germany” liegt, verdient ſicher höchſte
Anerken=
nung. Inſofern die Sache nicht auch ſo zu erklären ſein
könnte, daß die Firma H. in Dresden=Germany der
Meinung iſt, unſer lieber alter urheſſiſcher Vogelsberg
ſei eine — engliſche Kolonie, So weit geht unſere
Ver=
brüderungsſehnſucht mit den lieben Vettern denn doch
noch nicht.
* Kein Alibi. „Die Angeklagte” ſo ſagt der
Vertei=
diger mit Betonung, „kann beweiſen, daß zu der Zeit, wo
das Verbrechen begangen wurde, das Mädchen ihr Haar
kämmte.” „Das”, erwiderte der Richter, „wäre nur ein
Alibi für ihr Heax — aber nicht für ſie ſelbſt.”
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Aug. Einen
Aus=
flug von Franzoſen nach Berlin, für den ſich
in Paris und anderen franzöſiſchen Städten eine große
Beteiligung kundgab, veranſtaltet in der kommenden
Woche das hier erſcheinende Journal d’Allemagne. Die
Anmeldungen weiſen über 2000 Perſonen auf, aber die
preußiſche Eiſenbahndirektion ſowohl als auch die
Nord=
bahngeſellſchaft zu Paris erklärten, nicht mehr als drei
Sonderzüge nach Berlin jetzt in der Reiſezeit einlegen
zu können, ſo daß man zurzeit nur 1200 Perſonen
be=
fördern kann. Die Sonderzüge treffen am Freitag, 9.
Auguſt, morgens zwiſchen 7 und 8 Uhr, in Berlin ein.
An der Reiſe nehmen zahlreiche Deputierte, Senatoren,
Univerſitätsprofeſſoren, Induſtrielle, Kaufleute,
Architek=
ten und Aerzte teil. Vorausſichtlich findet Ende Auguſt
ein zweiter Maſſenbeſuch ſtatt. — Großes Aufſehen
er=
regen Unterſchlagungen, die bei einer der
bekann=
teſten Organiſationen vaterländiſcher Stiftungen verübt
worden ſind. Der Geſchäftsführer Rolf der deutſchen
Kanzlei, die u. a. die Bismarck= und Felix Dahn=
Stift=
ung umfaßt, entpuppte ſich als ein raffinierter
Schwindler, der in Wirklichkeit Rudolf Lenzer heißt
und mit Zuchthaus vorbeſtraft iſt. Der Vorſitzende der
deutſchen Kanzlei, Notar Dr. Hahn, ſtellte feſt, daß Rolf
Urkundenfälſchungen und Unterſchlagungen begangen hat.
Er übergab die Angelegenheit der Staatsanwaltſchaft
und es ſtellte ſich heraus, daß Rolf bereits eine
verbreche=
riſche Vergangenheit hat. Die genaue Höhe der
Unter=
ſchlagungen ſteht noch nicht feſt. Es ſoll ſich um 30—40000
Mark handeln, um welche die zur Kanzlei gehörenden
Vereine geſchädigt ſind.
München, 5. Aug. In Reutrain, ſüdlich des
Tegern=
ſees, wird demnächſt mit dem Bau eines Schloſſes
für Herzog Luitpold in Bayern begonnen. Das
Schloß kommt 160 Meter über dem See auf eine
ausge=
ſprengte Terraſſe der Ringſpitze zu ſtehen (910 Meter
über dem Meere). Nach den Plänen, die zum Teil vom
Bauherrn ſelbſt entworfen wurden, gruppiert ſich der
Schloßbſau quadratiſch um einen Architekturgarten. Dem
Bauquadrat iſt gegen die von Südweſt kommende
Auf=
fahrt ein maſſiger Turm (mit Motiven von der
Traus=
nitz) vorgelagert. Das Schloß wird aus Bruchſteinen
vom Bauplatz errichtet und ſoll heuer noch unter Dach
kommen.
Leipzig, 5. Aug. Der wegen Spionage
ver=
haftete ruſſiſche Oberſt Nikolski, der in
Be=
ziehungen zu dem Hauptmann Koſtewitſch ſtehen ſoll,
wurde am Samstag abend gegen eine Kaution von 5000
Mark aus der Haft entlaſſen.
Wetzlar, 5. Aug. Geſtern nachmittag um 5 Uhr
wurde auf der Steindörfer Chauſſee das ſechsjährige
Mädchen des Metzgermeiſters Löb von einem
Auto=
mobil überfahren und ſofort getötet. Den
Chauffeur trifft keine Schuld.
Eckernförde, 5. Aug. Zu der Verhaftung der
Engländer wird noch gemeldet: Die Jacht iſt ſchon
am Freitag auf der Außenförde von Eckernförde bemerkt
worden. Sie trägt keinen Namen und hat auch keine
Nummer. Sie führt nur ein kleines, unſcheinbares und
bisher nicht bekanntes Klubabzeichen. Sie iſt nach Art
der Nordſee=Fiſcherkutter gebaut und hat eine
Dampf=
maſchine. Die Kollbeamten wurden auf die Jacht
auf=
merkſam, als ſie am Samstag abend die Zoll=Linie
paſ=
ſierte, ohne ſich vorſchriftsmäßig anzumelden. Die
ver=
hafteten fünf Leute geben ſich als Sportsleute aus und
gehören offenbar zur guten Geſellſchaft. Einer will
Rechtsanwalt, einer Photograph, einer Marinemaler,
einer Arzt und der fünfte Ingenieur ſein. Bei der
Durch=
ſuchung der Jacht, die am Samstag vormittag im
Bei=
ſein des Staatsanwalts vorgenommen wurde, ſollen ſich
außer den Schiffs= und Küſtenforts=Aufnahmen
Photo=
graphien der im Bau befindlichen Schleuſen von Bruns=
büttel und Holtenau mit der Anſicht eines Spezialſchiffes
der deutſchen Marine befinden. Gegenwärtig liegt die
Jacht unter Bewachung am Bollwerk in Eckernförde.
Binz, 5. Aug. Das bei dem Brückeneinſturz
gerettete Fräulein Aßmann aus Dresden, deſſen Mutter
ertrunken iſt, iſt geſtern an den Folgen des Unfalles
ge=
ſtorben. Die Dame hatte ſich eine Lungen= und
Bauch=
fell=Entzündung zugezogen; auch war ihr Geiſt ſeit dem
Unfall getrübt.
Innsbruck, 5. Aug. Die Nachforſchungen nach dem
vermißten Dresdener Studenten Karl v. Kirchbach
haben ergeben, daß der Genannte am 15. Juli in Pufels
genächtigt hat, um den Puflatſch zu beſteigen und auf
dieſer Strecke zu den Seiſer Alpen zu kommen. Da
v. Kirchbach dort nicht eingetroffen iſt, kann er nur in den
ſteilen Hängen des Berges verunglückt ſein.
Rom, 5. Aug. Am Sonntag vormittag 6 Uhr begann
ſich vom nordweſtlichen Gipfel des Aetna eine dicke
Rauch= und Flammenſäule zu entwickeln, die von
ſtar=
kem Aſchenregen und Lava begleitet war. Wie die
Unter=
ſuchung ergab, hat ſich ein großer neuer Krater gebildet.
In Catania wurde ein ziemlich heftiger Erdſtoß mit
unterirdiſchem Grollen verſpürt, der unter der
Bevölker=
ung eine Panik hervorrief, ohvohl irgend ein Schaden
nicht angerichtet wurde.
Krakau, 4. Aug. In der Nähe von Krakau wurden
vor zwei Tagen aus den hochgehenden Fluten der
Weich=
ſel die Leichen zweier gutgekleideter alterer
Mäd=
chen herausgezogen. Zwei Ingenieure, die eine
Kahn=
partie gemacht, hatten die mit Stricken
zuſammengebun=
denen Leichen bemerkt und geborgen. Am Freitag
ge=
lang es, die Identität der Selbſtmörderinnen feſtzuſtellen.
Es ſind zwei Schweſtern Hedwig und Johanna
Wylckz=
lowska, 40 und 42 Jahre alt. Die beiden unglücklichen
Mädchen waren vor einigen Jahren aus Ruſſiſch=Polen
nach Lemberg gekommen und hatten den Reſt ihres
elter=
lichen Vermögens — einige tauſend Kronen — einem
Verwandten zur Verwaltung übergeben. Dieſer
unter=
ſchlug ihr Geld, und nun ſtanden die beiden Schweſtern
vor der bitterſten Not. Anfangs wurden ſie von
Ver=
wandten unterſtützt, als aber die Quellen verſiegten,
litten die beiden alternden Mädchen buchſtäblich Hunger.
Wiederholt nahmen ſie die öffentliche Mildtätigkeit in
Anſpruch, und ſchließlich gingen ſie ſogar von Haus zu
Haus, Unterſtützungen erbittend. Vor einigen Tagen
wurden ſie nun von der Polizei wegen Bettelns
feſtgenommen und am Montag hätte eine
Gerichts=
verhandlung gegen ſie ſtattfinden ſollen. In
wahnſinni=
ger Angſt vor dieſer Verhandlung beſchloſſen ſie,
gemein=
ſam in den Tod zu gehen. Für die letzten erbettelten
Kronen fuhren ſie nach Krakau, gingen ans Ufer der vom
Hochwaſſer angeſchwollenen Weichſel, banden ihre
Kör=
per mit Stricken aneinander und ſtürzten ſich in die
Fluten.
Paris, 4. Aug. Der ſchlaue Engländer, der
geſtern auf der engliſchen Botſchaft ein Gemälde
über=
brachte, das angeblich die geſtohlene Gioconda
darſtellt, hat nunmehr erklärt, das Bild in London vor
einiger Zeit für 2756 Francs erworben zu haben.
Paris, 5. Aug. Der 89jährige, ſehr reiche
Gold=
ſchmied Jean Baptiſte Odiot, ein Urenkel des
be=
rühmten Claude, Hofgoldſchmieds Napoleons I., hat ſich
geſtern in St. Germain erſchoſſen, weil ſein
Augen=
licht abnahm und er ſich vor dem Erblinden fürchtete. Der
Verſtorbene, der vor zehn Jahren das ſeit mehr als
eineinhalb Jahrhunderten in der Familie befindliche
Ge=
ſchäft verkaufte, hat das berühmte ſilberne Tafelſervice
angefertigt, das die franzöſiſche Republik dem Zaren
Alexander III. zum Geſchenk gemacht hat.
Madrid, 4. Aug. Ein Teil der Juwelen der
frü=
heren Königin Maria Pia von Portugal ſind
in einem Hotel in Liſſabon dem Spanier Joſe Cruz, der
die Juwelen im Auftrage der Bank von Portugal zu
verſteigern hatte, geſtohlen worden. Die
Verſteiger=
ung hatte bis jetzt zirka 1 Million Mark erbracht. Von
den noch nicht verſteigerten Juwelen ſind folgende
geſtoh=
len worden: Ein Diadem aus Diamanten im Werte von
240000 Mark und ein Armband mit zwei koſtbaren
Dia=
manten und Perlen im Werte von 120000 Mark. Der
Verdacht, den Diebſtahl begangen zu haben, iſt auf eine
junge Frau gefallen.
London, 4. Aug. Bei Leysdown auf der Inſel
Sheppey kenterte ein Segelboot das 23 Boy=
Scouts und fünf Männer an Bord hatte. Die Küſtenwache
rettete 5 Männer und 16 Jungen, von denen einer bald
ſtarb. 7 Boy=Scouts ertranken. Ein anderer Unfall, bei
dem 4 Bon=Scouts umkamen, ereignete ſich im
SeebadRot=
tingdean bei Brighton. Beim Baden ertranken drei
Boy=Scouts, als ſie einem unterſinkenden Kameraden
hel=
fen wollten.
London, 5. Aug. In England iſt ein ſtarker
Tem=
eraturſturz eingetreten. Aus verſchiedenen Teilen
Nord=Enalands werden Schneefälle gemeldet. In der
Grafſchaft Derbyſhire haben Nachtfröſte erheblichen
Scha=
den angerichtet.
Tiflis, 4. Aug. Auf der Straße zwiſchen Tiflis und
dem Sommeraufenthalt Kodſchory ſtürzte in der
Finſter=
nis ein Automobilomnibus einer franzöſiſchen
Geſellſchaft von einem zehn Meter hohen Abhang herab.
Vier Paſſagiere wurden ſchwer verletzt.
Sport.
Vom 30. Mittelrheiniſchen Kreisturnfeſt in Aſchaffenburg.
An dem Muſterriegenturnen beteiligten ſich 200
Ver=
eine mit etwa 3000 Turnern; anſchließend folgte das
Wetturnen in volkstümlichen Uebungen für den Zwölf=
und Sechskampf, ſowie die Turnſpiele. Den Glanzpunkt
des Tages bildete der Feſtzug, der ſich nachmittags durch
die reichgeſchmückten Straßen der Stadt bewegte.
Spitzenreiter eröffneten den Zug, der durch eine große
Anzahl künſtleriſch ausgeſtatteter Feſtwagen verſchönt
wurde. Nach dem Feſtzug traten etwa 4000 Turner
unter Leitung des Kreisturnwarts Volze=Frankfurt zu
den gemeinſamen Freiübungen an, die ein glänzendes
Bild von turneriſcher Ausbildung boten. Dann wurde
das Einzelwetturnen fortgeſetzt. Gegen 8 Uhr wurde
vom Kreisturnwart Volze=Frankfurt die Preisverteilung
vorgenommen.
Im Muſterriegenturnen wurden u. a.
fol=
gende Auszeichnungen zuerkannt: Eine erſte
Aus=
zeichnung mit ſehr gut erhielten u. a. folgende
Ver=
eine: Turngeſellſchaft Offenbach (47 Turner), Frankfurter
Kurn= und Fechtklub (43), Turnverein Wiesbaden (41),
Männerturnverein Wiesbaden (36), Turngeſellſchaft
Wiesbaden (34), Turngemeinde Hanau (30), Turnverein
Fechenheim (29), Turngemeinde Bornheim (28),
Turnver=
ein Frankfurt a. M. (28), Turngemeinde Worms (28),
Turnverein Ginnheim (14), Turnverein „Jahn”=Mainz
(13), Turnverein Bodenheim (13), Turnverein Amöneburg
bei Mainz (11), Turngeſellſchaft Kaſtel (10),
Turngeſell=
ſchaft Biebrich (10), Turnverein Koſtheim (10), Turnver=
Nummer 183.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Anguſt 1912.
Seite 5.
ein Groß=Gerau (10), Turnverein Budenheim (9),
Turn=
verein Alzey (7). — Eine zweite Auszeichnung
erhielten: Turngemeinde Darmſtadt (27 Turner),
Turn=
verein Offenbach (27), Turnverein Biſchofsheim (18),
Turngeſellſchaft Mainz (15), Turnverein Kaſtel (11), Turn=
und Fechtklub Koſtheim (9), Turnverein Undenheim (9),
Turnverein von 1817=Mainz (8), Turngemeinde
Unden=
heim (8), Turnverein Mombach (7), Turn= und Fechtklub
Mainz (7).
* Der geſtrige Montag begann mit dem
Einzelwett=
turnen an den Geräten zum Neun= und Zwölfkampf,
Fortſetzung der Wettſpiele, ſowie dem Wettfechten in loſer
Stellung. (Mittags 1 Uhr fand ein Feſteſſen ſtatt, dem
um 4 Uhr das Wettſchwimmen und die
Mannſchafts=
kämpfe im Tauziehen folgten. Die geübteren Turner des
Kreiſes hielten um 5 Uhr ein Probeturnen unter der
Leit=
ung Meller=Bockenheim an langgeſtreckten Pferden für
das zwölfte Deutſche Turnfeſt in Leipzig ab. Auf dem
Feſtplatz herrſcht noch reges Leben bei Konzert und Tanz.
In der Feſthalle zeigten am Abend der Turnverein
Aſchaffenburg Gruppenſtellungen und der Turnverein
Jahn=Hanau einen Fahnenreigen. Ein Brillantfeuerwerk
auf dem Feſtplatz und Beleuchtung des Kgl. Schloſſes
und des Pompejanum bildeten den Schluß des
Ta=
ges. Beim Vereinsriegenturnen erhielten die
Turnge=
meinde Darmſtadt, Lehrlingsabteilung des
Werkſtätten=
amtes II=Darmſtadt, Turngemeinde Beſſungen 2.
Aus=
zeichnungen und der Turnverein Darmſtadt eine 3.
Aus=
zeichnung.
Luftfahrt.
sr. Roſenfahrt des „Schütte=Lanz” über
Berlin. Der Reichshauptſtadt wurde am Sonntag
morgen durch das Luftſchiff „Schütte=Lanz” eine ſehr
innige und zarte Ueberraſchung zuteil. Gegen 8 Uhr
überflog das Schiff unter Leitung von Profeſſor Schütte
die Stadt und ließ unzählige rote und weiße Roſen
herabfallen. Beſonders wurden das Königliche Schloß,
Rathaus, Brandenburger Tor und Reichstagsgebäude
bedacht. Das Schiff kam von der Döberitzer Heerſtraße,
nachdem es um 7 Uhr 25 Minuten in Johannisthal
auf=
geſtiegen war und über Köpenick, Halenſee,
Charlotten=
burg gekreuzt hatte. Führer war Luftſchiffkapitän
Honold, aſſiſtiert von den Diplomingenieuren Chriſtians,
Bleiſtein und dem Meteorologen Helfferich. Als Gäſte
befanden ſich an Bord Kapitän zur See von Puſtau, der
bekannte Luftſchiffer Oberleutnant Stelling,
Marinebau=
meiſter Peterſen vom Reichsmarineamt und Direktor
Schenkow der Firma Heinrich Lanz. Die Fahrt verlief
zur größten Zufriedenheit aller Teilnehmer und endete
um 9 Uhr 18 Minuten vor der Halle in Johannisthal.
Luzern, 5. Aug. Auf den geſtern mittag hier
aufgeſtiegenen Freiballon „Theodor Schaeck”
des Schweizer Aeroklubs wurden bei Wolfenſchießen 22
Schüſſe abgegeben. Die Ballonhülle wurde
durch=
löchert, ſo daß der Ballon landen mußte. Die Inſaſſen,
die unverletzt blieben, wurden feſtgenommen.
Kongreſſe und Verbandstage.
Zubſläumstlagung des Verbandes
Deut=
ſcher Bureaubeamten in Leipzig.
Die diesjährige Generalverſammlung des Verbandes
Deutſcher Bureaubeamten, verbunden mit der Feier des
25jährigen Beſtehens desſelben, hat am Sonntag, den 4.
Auguſt, in den Räumen des Kriſtallpalaſtes zu Leipzig
ſſeinen Anfang genommen Der Eröffnung des
Verbands=
tages ging am Samstag abend ein glänzend verlaufener
Kommers voraus. Am Sonntag, den 4. Auguſt, fand
vor=
mittags 11 Uhr zunächſt ein Feſtaktus ſtatt, der in
über=
aus zahlreicher Weiſe von Delegierten von Behörden und
befreundeten Angeſtelltenverbänden beſucht war.
Sonn=
tag mittag 1 Uhr begannen dann die eigentlichen
Verhand=
lungen. An erſter Stelle ſprach der Verbandsvorſitzende,
Herr Emil Schöwitz=Leipzig, über „Die Stellung
der Bureaubeamten in der
Privatange=
ſtellten=Bewegung” Seine von reichem Beifall
(belohnten Ausführungen gipfelten in folgender
Reſo=
klution: „Die Tagung des Verbandes Deutſcher
Bureau=
beamten zu Leipzig kann eine richtige und wirkſame
Stan=
desvertretung der deutſchen Bureaubeamten nur in einem
nicht paritätiſchen, auf gewerkſchaftlicher Grundlage
auf=
gebauten, parteipolitiſch aber neutralen Verbande erſehen.
Den unverſöhnlichen Klaſſenkampfſtandpunkt lehnt er mit
faller Entſchiedenheit ab. Die Entwickelung der
Privat=
angeſtelltenbewegung zeigt, daß die Ueberzeugung von der
Notwendigkeit gewerkſchaftlicher Betätigung auch der
Pri=
vatangeſtellten=Organiſationen ſich immer mehr Bahn
bricht, daß die Bewegung jedoch den Weg zur freien
Ge=
werkſchaft vermeiden wird. Standesintereſſen gebieten dem
ſdeutſchen Bureaubeamten, ſich organiſatoriſch nicht
außer=
ſhalb der Geſamtheit der Privatangeſtellten zu ſtellen,
ſon=
dern Schulter an Schulter mit den übrigen
Privatange=
iſtellten=Gruppen für die gemeinſamen Intereſſen der
Pri=
fnatangeſtellten einzutreten.”
An zweiter Stelle behandelte der Geſchäftsführer des
Verbandes, Herr Dr. Georg Jahn=Leipzig, in
ausführ=
flicher Weiſe „Die Gehaltsfrage der
Bureau=
beamten”. Seine interefſanten, zielklaren
Ausführun=
igen laſſen ſich etwa in folgender Weiſe zuſammenfaſſen:
„Die bisherigen Statiſtiken über die Gehalts= und
An=
ſtellungsverhältniſſe der Bureaubeamten haben
einwand=
ffrei bewieſen daß die große Mehrzahl der Gehälter der
Bufreauvorſteher wie der Gehilſen unzulänglich ſind,
Zwar iſt in beiden Gruppen im letzten Jahrzehnt eine
Erhöhung der durchſchnittlichen Gehälter eingetreten;
je=
doch wird dieſelbe durch die ſtarke Verteuerung der
Le=
benshaltung, insbeſondere der Lebensmittel und der
Woh=
nungsmieten, aufgewogen Eine allgemeine Erhöhung
der Gehälter iſt deshalb nach wie vor dringendes
Bedürf=
nis. Eine allgemeine Steigerung von Gehältern kann
imur durch eine energiſche Beeinfluſſung der auf dem
Ar=
beitsmarkte bei der Gehaltsbildung wirkſamen Faktoren
im Wege der Selbſthilfe herbeigeführt werden. Ueberall
dort, wo die Gehaltsverhältniſſe nachweislich ungenügend
ſind, ſind deshalb Verhandlungen mit den Arbeitgebern
bezw. ihren Vereinen anzuknüpfen. Werden dieſelben
ab=
gelehnt oder ſcheitern ſie, ſo iſt unter Anwendung
gewerk=
ſchaftlicher Mittel auf Durchführung und Annahme der
Forderungen zu dringen.‟ Es wurde eine
dementſpre=
chende Reſolution angenommen. — Den Schluß der
Sonntagsverhandlungen bildete ein Vortrag des zweiten
Vorſitzenden, Herrn Paul Stengel=Gera, über: „Die
Ausbildung der Bureaubeamten und die
Fachſchulfrage‟ An die Vorträge knüpfte ſich eine
lebhafte Diskuſſion, in der die volle Uebereinſtimmung der
Verbandsdelegierten und Mitglieder mit den
Ausführun=
gen der Referenten zum Ausdruck kam.
48. Deutſcher Anthropologentag.
— Weimar, 4. Aug. Mit einem Begrüßungsabend
„rhruſt” bagannen hier die Verhandlungen des
48. Deutſchen Anthropologentages, zu dem
eine große Anzahl von Vertretern der einſchlägigen
Wiſſen=
ſchaften aus Deutſchland und Oeſterreich eingetroffen ſind.
Zur Vorbereitung der Tagung hatte ſich ein
Ehrenaus=
ſchuß gebildet, der unter dem Vorſitz von Staatsminiſter
Dr. Rothe ſteht. Die eigentlichen Beratungen werden
morgen ihren Anfang nehmen. Sie ſtehen unter dem
Vorſitz von Profeſſor Dr. Luſchan=Berlin. Man rechnet,
daß der erſten Sitzung auch der Großherzog beiwohnen
wird. Die Tagesordnung der Veranſtaltung umfaßt alle
Wiſſensgebiete der Anthropologie. Es konite nicht
feh=
len, daß auch der Heros des Ortes, Goethe, in ſeinen
Be=
ziehungen zur Anthropologie unterſucht wurde. So lautet
denn ein Vortrag von Profeſſor Dr. Semper „Diluvium
und prähiſtoriſche Menſchheit bei Goethe und ſeinen
Zeit=
genoſſen”. Profeſſor Dr. Neuhauß=Berlin hat ſich ein
gegenwärtig ſehr aktuelles Thema gewählt: „Schillers
Schädel und Totenmaske” Verſchiedene der angemeldeten
Vorträge beziehen ſich auf die Ergebniſſe von
Forſchungs=
reiſen und bringen Mitteilungen über Sitten und
Ge=
bräuche einiger Naturvölker.
Die Lage in der Türkei.
* Konſtantinopel, 5. Aug. Abends nach der
Abſtimmung im Senat traten die Miniſter zu einer
Beratung zuſammen. Sie bereiteten einen Bericht
vor, den ſie im Palaſt dem Sultan überreichten. Der
Be=
ſchluß des Senats wurde von dem Sultan ſofort
ſank=
tioniert. Die jungtürkiſche Preſſe greift den Beſchluß
des Senats an und ſtellt ihn als einen Streich dar.
* Konſtantinopel, 5. Aug. Auf Vorſchlag
Dſchavid Paſchas ſprach die Kammer der Regierung
ihr Mißtrauen aus und vertagte ſich dann auf
unbeſtimmte Zeit.
* Konſtantinopel, 5. Aug., 2,35 Uhr. (Kammer).
In Gegenwart von 11 Deputierten und 6 Senatoren
ver=
las der Großweſir ein Dekret, wodurch die Kammer,
deren Mandat auf Grund der geſtrigen Beſchlüſſe des
Senats abgelaufen iſt, aufgelöſt wird.
* Konſtantinopel, 5. Aug. Nach der
Ab=
ſtimmung in der Kammer entſtand ein
unbe=
ſchreiblicher Wirrwarr. Einige Albaneſen fühlten ſich
durch die Worte der Jungtürken beleidigt und wollten
ſich auf dieſe ſtürzen. Es entſtand ein Handgemenge.
Der Deputierte Rahmi zog den Revolver, ſchoß aber
nicht. Das Durcheinander dauerte einige Minuten, dann
wurde die Ruhe wieder hergeſtellt. Der Präſident
wie=
derholte den Beſchluß der Kammer und erklärte, die
Ver=
handlungen ſeien auf unbeſtimmte Zeit vertagt.
* Tromſö, 5. Aug. Die Vorexpeditionnach
Spitzbergen der deutſchen arkliſchen Expedition
Schröder=Stranz verläßt heute den hieſigen Hafen.
Das angekaufte Schiff Sterling” iſt mit Genehmigung
des regierenden Herzogs von Sachſen=Altenburg in
An=
weſenheit des deutſchen und des öſterreichiſchen Konſuls,
des Generaldirektors Ballin, der Teilnehmer und des
Leiters der deutſchen arkiſchen Expedition, Leutnant
Schröder=Stranz, ſowie anderer bekannter
Perſönlichkei=
ten „Herzog Ernſt” getauft worden. Bei dieſer
Gelegen=
heit trat Generaldirektor Ballin dem Ehrenkomitee der
deutſchen arktiſchen Expedition bei.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ.=2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Schreiber dieſes machte am Samstag einen
Spazier=
gang nach dem als einen der ſchönſten Plätze des
Ober=
waldes bekannten „Rücksbrünnchen” mußte aber leider
wahrnehmen, daß dasſelbe kein Waſſer gab, während
gleichzeitig das Bächelchen, ſtarrend vor Schmutz, Reiſig
und ſonſtigem Unrat, nur ſpärlich lief. Woher kommt
das? Es hat doch bislang genügend geregnet! Iſt
vielleicht die Leitung ſchadhaft geworden oder iſt das
Brünnchen überhaupt verſiegt? Abhilfe, bezw. Antwort
iſt dringend geboten.
Es iſt gewiß kein Vergnügen, bei großer Hitze an
den Kohlen zu arbeiten. Aber zur Qual wird es, wenn
man nicht einmal Gelegenheit hat, ſeinen Durſt zu
löſchen. Es iſt ein Fehler, daß an den neuen
Kohlen=
lagern nicht für Trinkwaſſer geſorgt iſt. So viel ſollte
doch kſtändige Behörde für uns übrig haben, daß
ſie für =ouſſerleitung ſorgt. Ein Kohlenarbeiter.
Vermiſchtes.
Der Deutſchen Geſellſchaft für
Kauf=
manns=Erholungsheime ſind wiederum eine
Reihe von Stiftungen und Beiträgen zugefloſſen, u. a.
von Dr. Wilhelm Merton=Frankfurt a. M. außer den
geſtifteten 10000 Mark ein Beitrag von 3000 Mark, ferner
ſtifteten: Frankenthaler Zuckerfabrik 5000 Mark, Degginger
u. Heß=München 5000 Mark, Abgeordneter Cahensly=
Lim=
burg 5000 Mark, Kommerzienrat Wilhelm Simon=Kirn
5000 Mark. Insgeſamt ſind ſeit etwa Monatsfriſt der
Geſellſchaft ca. 80000 Mark an Stiftungen und
Geſchen=
ken gewährt worden.
Literariſches.
In der Sammlung der Ullſtein=Bücher (Preis
jeden Buches 1 Mk.) Verlag von Ullſtein und Co. Berlin
SW. 68, erſchienen weiter: Gewitter im Mai/ Der
Beſondere. Von Ludwig Ganghofer. Wie ein Hauch
erfriſchender Gebirgsluft ſelbſt ſind dieſe beiden
Ge=
ſchichten aus dem Volksleben des oberbayeriſchen
Berg=
landes. Keiner hat wie Ganghofer, der heimatfrohe Jäger
und fröhliche Sohn des Hochgebirges, den Weg zum
Ge=
fühlsleben und dem goldenen Humor ſeiner Landsleute
zu finden verſtanden. — Thomas Kerkhoven.
Ro=
man von Korfiz Holm. In den erzählenden Werken
des baltiſchen Dichters Korfiz Holm vereinigt ſich echter
Dichterſinn mit einem glänzenden, ſiegreichen Humor. Die
Irrungen und Wirrungen eines Künſtlerlebens werden
hier erzählt und die Läuterung zur vollen Höhe ſeines
ſtolzen Berufes. — Georg Bangs Liebe. Roman
von Karl Rosner. Selten wohl iſt die Geſchichte
einer Jugend mit ſolch herzlicher Innigkeit und ebenſo
tiefer als feiner Empfindung erzählt worden wie in
die=
ſem Buche Karl Rosners. Ein liebenswürdiger Humor
vergoldet die anmutreiche Erzählung.
Geheimniſſe und Löſungen,
verſchie=
dene Anwendungen der Gedächtniskunſt von Heinrich
Rühl in Darmſtadt, Heinrichſtraße 105. 2. Heft. Preis
1 Mark. Selbſtverlag. Tatſächlich gibt es viele Syſteme
und Methoden, das Gedächtnis künſtlich zu unterſtützen
und zu außerordentlichen Leiſtungen zu befähign. Vor
uns liegt z. B. ein Buch, deſſen Verfaſſer Heinrich Rühl
alle Syſteme und Methoden zur Stärkung des
Gedächt=
niſſes erklärt und die vraktiſche Anmendungederſehen
vor Augen führt. Es ermöglicht dem Lernenden ſchon
nach einigen Uebungen, ſchwierige
Gedächtnisoperatio=
nen ſchnell und gewandt auszuführen. Verſchiedene
An=
wendungen der Gedächtniskunſt auf wiſſenſchaftlichem
Gebieten ſowie im praktiſchen Leben für einzelne
Be=
rufsarten werden an Experimenten gezeigt.
Fremde Sprachen und ihre Erlernung.
So betitelt ſich eine Broſchüre, die von der bekannten
Langenſcheidtſchen Verlagsbuchhandlung (Prof. G.
Langen=
ſcheidt) in Berlin=Schöneberg zur Aufklärung über das
Wie der Sprachenerlernung herausgegeben wird. Die
Broſchüre iſt mit vielen mehrfarbigen Karten, zahlreichen
Illuſtrationen, ſtatiſtiſchen Angaben uſw. ausgeſtattet.
Wer Intereſſe für fremde Sprachen hat, verlange dieſe
Broſchüre unter Bezugnahme auf unſer Blatt vom Verlag.
Wie dieſer uns mitteilt, verſendet er eine beſchränkte
An=
zahl der Broſchüre an Intereſſenten völlig koſtenlos.
— Als größte Neuheit für die Frauenwelt finden die
„Favorit=Schnitte” für Selbſtverfertigung, ſowie
Moderniſierung aller Arten Kleidungsſtücke eine immer
ſteigende Verwendung. Die Vorteile, die dieſe
vorzüg=
lich paſſenden, leicht verwendbaren Schnitte bieten, ſind
aber auch ſo in die Augen ſpringende, daß keine Frau,
die ſie kennen lernte, ferner darauf verzichten will. Die
Auswahl der Schnitte erfolgt nach dem großartig
aus=
geſtatteten „Favorit=Moden=Album”, welches viele
Hun=
derte neueſter Modelle enthält, alſo mehr bietet, als das
Abonnement einer Modenzeitung, und nur 60 Pfg.,
franko 70 Pfg., koſtet. Zu beziehen iſt dasſelbe durch die
„Internationale Schnittmanufaktur, Dresden=N.” oder
deren Agenturen.
— An den Altmeiſter Wilhelm Buſch erinnert
ſo=
wohl durch die Technik wie auch durch die Genialität der
Auffaſſung ein überaus reizvoll ausgeſtattetes
Bilder=
werk, das Franz Jüttner, der bekannte Zeichner und
Mitarbeiter der „Luſtigen Blätter”, unter dem Titel „Er,
Sie, Es, Franz Jüttner=Album” ſoeben im
Verlag der „Luſtigen Blätter” in Berlin SW. 68
erſchei=
nen läßt. Auf 100 Seiten ſind hier ca. 130 Kabinettſtücke
aus dem Humor des täglichen Lebens vereinigt, die in
ſcharfer, aber doch immer künſtleriſcher und gemäßigter
Form die menſchlichen Schwächen verſpotten. Der
ſon=
nige Humor Jüttners wird manche Eiſenbahnfahrt
ver=
kürzen, manchen Regentag verſchönen und manchen
ein=
ſamen Feriennachmittag beleben.
In der R. Herroſéſchen Verlagsbuchhandlung in
Wittenberg iſt ſoeben eine neue Schrift „Bürger und
Staat” erſchienen, die ihrer Eigenart wegen verdient,
beſonders beachtet zu werden. Es handelt ſich um ein
bürgerkundliches Lehrbuch, das in erſter Linie für
Fort=
bildungsſchüler und =ſchulen beſtimmt iſt. Es will die
Schüler in das ſchwierige Gebiet der Bürgerkunde
ein=
führen, ſie auf den Unterricht ſo weit vorbereiten, daß
ſie mit einigen Vorkenntniſſen an ihn heran= und dem
Lehrer hier und da ſchon als Frageſteller gegenübertreten
können. Das Buch ſtellt einen beachtenswerten Verſuch
dar, den Schülern den bürgerkundlichen Stoff
zugäng=
lich zu machen. Seinen eigentlichen Zweck kann es aber
erſt erfüllen, wenn es ſich in der Hand jedes Schülers
befindet. Um ihm die Anſchaffung möglich zu machen,
iſt der Preis äußerſt niedrig — auf 80 Pfg. pro Exemplar
— feſtgeſetzt.
Darmſtadt, 6. Auguſt.
D. Von der Techniſchen Hochſchule. Der Doktor=
Ingenieur=Prüfung haben ſich die Diplom=
Ingenieure Eugen Bretſch aus Langen und Otto Mies
aus Köln a. Rh. unterzogen, jener in Chemie, dieſer in
Maſchinenbau. Beide haben das Prädikat „Gut beſtanden”
erworben.— Für das Winterſemeſter 1912/13 iſt der Beginn
der Vorleſungen und Uebungen auf den 22. Oktober
feſt=
geſetzt. Die Einſchreibungen finden in der Zeit vom 18.
Oktober bis einſchließlich 18. November ſtatt. — In den
allgemeinen Ausſchuß der Studierenden
ſind für das folgende Semeſter nachgenannte Herren
ge=
wählt worden: Fr. Düvel (Alemannia) 1. Vorſitzender,
R. Roeder (Ghibellinige) 2. Vorſitzender, Fr. Wolff (
nicht=
inkorporiert) 1. Schriftführer, R. Hebert (nichtinkorporiert)
2. Schriftführer, H. Wigand (Kaſſenwart). Die drei
erſt=
genannten Herren bilden die Ferienvertretung. — An der
nächſten Diplom=Vorprüfung die im Oktober
dieſes Jahres abgehalten wird, beteiligen ſich insgeſamt
135 Kandidaten, wovon 38 Nachprüfungs= und zwei
Er=
gänzungsprüfungs=Kandidaten ſind. Die Geſamtzahl
verteilt ſich auf die einzelnen Fachgebiete wie folgt:
Hoch=
baufach 21, Bauingenieurweſen 33, Kulturingenieurweſen
einer, Maſchinenbaufach 41, Papierfabrikation 5,
Elektro=
techniſches Fach 27, Chemiſches Fach 7.
* Darmſtadt im Blumen= und Pflanzenſchmuck. Die
diesjährige Prämiierungsrundfahrt der
Preis=
richter hat dieſer Tage ſtattgefunden und ein äußerſt
gün=
ſtiges Reſultat gezeigt. Es wurde wiederum feſtgeſtellt,
daß die auf eine Verſchönerung und Belebung des
Straßenbildes hinzielneden Beſtrebungen des Komitees in
weiten Kreiſen unſerer Stadt feſten Fuß gefaßt haben und
in allen Schichten der Bevölkerung von Jahr zu Jahr
mehr gepflegt werden. Die Zahl der zum Wettbewerb
Gemeldeten beträgt 350, doch iſt die Zahl derer, die ſich an
der Schmückung außer Konkurrenz beteiligen, weitaus
größer. Ein Gang durch die Straßen unſerer Stadt zur
Beſichtigung der Schmückung iſt äußerſt lohnend und
bieten die ſchönen Dekorationen jedem Naturfreund einen
hohen Genuß.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Swinemünde, 5. Aug. Der Kaiſer hörte heute
vormittag auf der „Hohenzollern” die Vorträge des
Chefs des Zivil=, des Militär= und des Marinekabinetts.
Der Reichskanzler hat ſich zum Vortrag von
Hohen=
finow hierher begeben.
* Hopfreben, 5. Aug. Der Kronprinz iſt heute
hier eingetroffen.
* München, 5. Aug. Der Kronprinz ſtattete
geſtern nachmittag auf der Reiſe nach Hopfreben dem
Prinzregenten einen Beſuch in Hohenſchwangau ab.
* Lötzen, 5. Aug. Die Lötzener Zeitung meldet: Ein
Gefreiter der Maſchinengewehrabteilung Nr. 5 brachte
gegen das ausdrückliche Verbot vom
Truppenübungs=
platz Arys einen ſogenannten Blindgänger mit, Als
er verſuchte, ihn auf der Kaſernenſtube
auseinanderzu=
ſchrauben, explodierte der Zünder. Dem Gefreiten
wurde die linke Hand abgeriſſen; mehrere Kameraden
wurden leicht verletzt.
* Paris, 5. Aug. Miniſterpräſident Poincaré iſt
heute morgen mach Dünkirchen abgereiſt, von wo
er an Bord des Panzerkreuzers „Condé” nachs Rußland
reiſt.
Maſſaua, 5. Aug. Die Agenzia Stefani=gibt zu dem
amz27. Sußt erfolgten Bombarament. de Stürki=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
Nummer 183.
ſchen Lagers und der un dasſelbe liegenden
beſeſitg=
ten Schanzen bei Hodeida folgende Einzelheiten bekannt:
Bei der Exploſion des Pulvermagazins verloren die
Tür=
ken drei Millionen Patronen und faſt die geſamte
Artil=
lerie=Munition. Sehr zahlreiche Gewehre, wie auch eine
große Pulvermenge verbrannten im Lager, das durch die
Schüſſe der Italiener in Brand geſetzt worden war. Der
Geſamtwert der vernichteten Munition überſchreitet 1½
Millionen Francs. Das Bombardement verurſachte auf
der türkiſchen Seite beträchtliche Verluſte an
Menſchen=
leben.
* Almeria, 4. Aug. Die
Eiſenbahnangeſtell=
ten haben beſchloſſen, in den Ausſtand zu treten.
— Kolberg, 5. Aug. In dem Oſtſeebad Bodenhagen
ertrank geſtern die 13jährige Tochter Wally des
Steuer=
einnehmers Badce aus Berlin. Das Kind war von einer
Sturzwelle erfaßt worden.
— Warnemünde, 5. Aug. Vom Molenkopf ſtürzte
das 9jährige Töchterchen eines Badegaſtes ins Waſſer.
Rittmeiſter Köckritz vom 3. Ulanen=Regiment in
Pots=
dam rettete das Kind unter eigener Lebensgefahr.
Gneſen, 5. Aug. Beim Baden ſind der 30jährige
Malergehilfe Cabanski und zwei neunjährige
Schul=
knaben ertrunken.
— Kufſtein, 5. Aug. Die ganze Familie des Grafen
von Schwerin, der in Sparchen bei Kufſtein eine
Villa beſitzt, iſt nach dem Genuß ſelbſtgepflückter
Pilze unter Vergiftungserſcheinungen erkrankt. Von
den vier Erkrankten gilt das ſechsjährige Söhnchen
für verloren.
H.B. London, 5. Aug. Das engliſche
Königs=
paar hat der Londoner Hafenverwaltung 10000 Mark
zur Verteilung an die notleidenden Docker zur
Verfügung geſtellt. Etwa 70 Prozent der Hafenarbeiter
haben die Arbeit wieder aufgenommen.
Die Sommerhitze bringt große Gefahr für alle mit
Milch ernährten Säuglinge und es treten
Darm=
krankheiten und Brechdurchfälle in erſchreckender Weiſe
auf. Wer ſeinen Liebling dieſer großen Gefahr nicht
ausſetzen will, beuge vor und verabfolge dem Kinde eine
gleichbleibende, die Verdauung nicht ſtörende Nahrung.
Die beſte Gewähr bietet hierin das ſeit Jahren
alt=
bewährte Neſtle’ſche Kindermehl, weil dasſelbe nur mit
Waſſer zubereitet zu werden braucht. Probedoſe koſtenlos
durch: Neſtle=Geſellſchaft, Berlin W. 57.
(16573M
Der Geſamtauſtage heutiger Ausgabe liegt
ein Proſpekt der Städtiſchen Polytechniſchen
Lehranſtalt Friedberg (Heſſen) bei, worauf hiermit
(16594M
hingewieſen wird.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Georg Schott, Diviſionsküſter i. P.
findet am Dienstag, den 6. Auguſt,
nachmit=
tags 5 Uhr, vom ſtädt. Krankenhauſe aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Lahr
bis Probſt, ſowie des 6. Bezirks, ſich dort zu
(16588
verſammeln.
Der Vorſtand.
Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt
In dem vor einigen Tagen nach längerem
Leiden verſtorbenen
(16591
Herrn Simon Vogel
verlieren wir eines unſerer älteſten u. treueſten
Mitglieder. Ohne an die Oeffentlichkeit zu
treten, hat der Verblichene ſtets in kräftigſter
Weiſe die Beſtrebungen des Vereins unterſtützt
und zu fördern geſucht. Mit tiefer Trauer
ſtehen wir an ſeinem Grabe, über das hinaus
wir ihm ein dankbares und ehrendes Andenken
bewahren.
Die Beerdigung unſeres
Kame=
raden Herrn
(16586
Valentin Werkmann
Lokomotivführer
findet Dienstag, den 6. Auguſt,
nach=
mittags 3½ Uhr, in Egelsbach ſtatt. Abfahrt
2 Uhr 56 Minuten Hauptbahnhof.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Zwiſchen Hochdruckgebieten über Nordoſt= und
Süd=
weſteuropa erſtreckt ſich eine Furche tiefen Drucks über
Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn. Ueber England liegt
eine ſtarke Depreſſion mit nicht weniger als 745 mm. Die
Morgentemperaturen liegen heute zwiſchen 14” und 21" in
Deutſchland. Niederſchläge ſind beſonders in
Süddeutſch=
land gefallen. Unter dem Einfluß der Randgebilde der
weſtlichen Depreſſion haben wir weiterhin unbeſtändiges
Wetter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 6. Auguſt
Wechſelnd bewölkt, vereinzelt Regenfälle, mäßig warm,
ſpäter langſam aufheiternd.
Tageskalender.
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Großes Kinder=und
Familienfeſt.
Städtiſcher Saalbau um 8 Uhr. — Reſtaurant
Rummel=
bräu um 8 Uhr. — Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8½ Uhr
im „Darmſtädter Hof”.
Bilder vom Tage: Zur Brückenkataſtrophe in Binz,
Vom Bau des Rieſendampfers „Imperator”, Vom 8.
Deutſchen Sängerbundesfeſt in Nürnberg, Zur
Hundert=
jahrfeier des Hauſes Krupp.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 7. Auguſt,
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Städtiſches Hallenſchwimmbad,
Mühl=
ſtraße 33 (geöffnet an Werktagen von 7 Uhr morgens
bis 8½ Uhr abends, Sonntags von 7—12½ Uhr
morgens).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Fleiſchmann,
ſämt=
lich in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil
be=
ſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
Tag=
blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
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mit 4 Zim.=Wohn., in guter Lage,
1800 M. Reingewinn, n. bedeutend
ausbaufäh., evtl. a. Nebenerwerb v.
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Gefl. Off. unt. G 4 Exp. (*2834
iſt einzig und allein
das ſichtbare Gedeihen ihres Lieblings. Die nach der Entwöhnung oder bei gänzlichem Fehlen der
Mutter=
milch in Frage kommende Nahrung iſt bekanntlich nur die Tiermilch (Kuh= und Ziegenmilch). Der
außer=
ordentlich hohe Gehalt an Caſeln macht dieſe Milch jedoch dem zarten Säuglingsmagen ſchwer verdaulich
und ſind hierdurch Verdauungsſtörungen insbeſondere in der heißen Jahreszeit bei kleinen Kindern häufig
wahrnehmbar. Nur der epochemachenden Erfindung des Dr. med. Lahmann, der in ſeiner vegetabilen Milch
das einzigſte Mittel ſchuf, die Tiermilch in ein ganz feines zartflockiges Gerinnſel zu zerlegen und ſomit dem
Säuglingsmagen genehm und leicht verdaulich zu machen, iſt es gelungen, den erwähnten Erkrankungen und
ſomit der Säuglingsſterblichkeit mit Erfolg zu begegnen. Es ſollte daher keine Mutter verſäumen, ſchon im
zarteſten Kindesalter ihres Lieblings die Dr. Lahmanns vegetabile Milch zu verwenden und ſprechen die bereits
ſeit über 30 Jahren damit erzielten überraſchenden Erfolge für die hohe Bedeutung dieſes Präparats. Auch
magenſchwachen Perſonen, denen der Genuß der unpräparierten Tiermilch verſagt iſt, kann der Gebrauch der
vegetabilen Milch nicht warm genug empfohlen werden. Erhältlich in all. Apotheken, Drogen u. einſchl. Geſchäften.
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für Kunst und Wissenschaft von Sachsen-Meiningen,
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St. Louis und vielen anderen Städten; letzte
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Dampfer „Cincinnati”, nach New=
York, 2. Auguſt 6 Uhr 15 Minuten
abends von Hamburg. — Dampfer
„Cleveland‟ 3. Auguſt 5 Uhr
15 Minuten morgens von
Ply=
mouth. — Dampfer „Corcovado‟
von Mexiko und Havana kommend,
2. Auguſt 4 Uhr nachmittags von
Santander. — Dampfer „König
Friedrich Auguſt”, ausgehend,
2. Auguſt 2 Uhr nachmittags in
Montevideo. — Dampfer „
Kron=
prinzeſſin Cecilie” vierte
Nord=
landfahrt, 2. Auguſt 7 Uhr abends
von Bergen. —
Vergnügungs=
dampfer „Meteor” ſiebente
Nord=
landfahrt, 3. Auguſt 9 Uhr
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gens von Hamburg.
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teilen Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
Nachh. in hatein u. Friech. ert. Ober=
Alehrer. Steinackerſtr. 10, p. (15342a
Wer leiht 150 M.
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Zinſen? Gefl. Off. F93 Exp. (*2808
eſucht 2. Hypother 10 000
bis 15000 M., 60% Taxe,
auf 1. Geſchäftshaus. Offert. unt.
F 98 an die Exped. (*2796
erhalten Beamte,
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Nummer 183.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
Seite 7.
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Heute Dienstag, den 6. August, abends 8 Uhr
Grosses Miiitar Konzert
von der ganzen Kapelle des Grossh. Art.-Corps
Leitung Herr Obermusikmeister F. Mickley.
Programm u. a.: Ouverture zur Oper „Die diebische Elster‟,
von Rossini. Grosse Fantasie aus „Die Hugenotten” von
Meyer-
beer. Spanischer Tanz Nr. 2 von Moskowski. Divertissement
aus „Die Walküre” von Wagner. 2 Quartette a) die „Hamkehr‟,
b) „Was wohl die Liab is”, von Koschat. Fantasie aus „Hänsel
und Gretel”, von Humperdinck. Angereihte Stücke aus „Der
Trompeter von Säkkingen” von Nessler. Einige Vortragsstücke
aus der Operette „Der liebe Augustin” von Fall.
Eintritt 30 Pfg.
Eintritt 30 Pfg.
Dutzendkarten von Donnerstagskonzerten haben Gültigkeit.
N. B. Bei ungünstiger Witterung Streichkonzert im Saal. (16601
Isehticher 1of
Mittwoch, den 7. Auguſt 1912, abends 8 Uhr,
Eiitar konzert
der Kapelle des Leibgarde-Regiments.
Dirigent: Obermuſikmeiſter H. Hauske.
Eintritt 20 Pfg.
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Ludwigshöhe.
Heute Dienstag, den 6. Auguſt, nachmittags 4 Uhr,
Grosses Kinder u. Tammentest
Ein Jubeltag für unſere Jugend.
Zur Aufführung gelangen: Kinderfeſtzug (Glückskinder),
Kinder=
polonaiſe, Aufſteigen eines Ballons, Preisverteilung uſw. (B16580
Feſtſpielleiter: Onkel Willy.
KONZERT
der Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61.
Leitung: M. Weber.
Eintritt 25 Pfg., Kinder 20 Pfg.
Restadrunt Ramhelerau.
Allee
Heute Dienstag, 6. Auguſt, abends 8 Uhr,
II. Dienstags=Konzert
Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61.
Leitung: M. Weber.
Im Programm: Opern, Operetten und moderne Muſik, Piſton=
(16579
Soli, diverſe Einlagen.
Eintritt 25 Pfg., 10 Karten Mk. 1.50. Karten haben auch zu
den im Winter ſtattfindenden Sonntag=Nachmittag=Konzerten
Gültigkeit.
Bei ungünſtiger Witterung Saal=Konzert.
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Dienstag, den 6. Auguſt, abends 8 Uhr:
Grosses Militär-Konzert
der verſtärkten Kapelle des Garde=Drag.=Regts. Nr. 23,
Leitung: Muſikmeiſter Alb. Mittelſtädt.
Aus der Vortragsfolge: Ouvertüren: „Maurer und Schloſſer”
von Auber und „Das Glöckchen des Eremiten” von Maillart.
Fan=
taſien aus „Hoffmanns Erzählungen” von Offenbach und „Walküre‟
von Rich. Wagner. „Zwei Seelen, ein Gedanke” Solo für Tubus
Campanaphon, vorgetragen von Herrn Rud. Ebeling. „Die Poſt im
Walde‟ Echoſtück für Solotrompete (Herr Wehlan) von Schäffer.
Auf vielſeitigen Wunſch: Walzer aus „Der Graf von Luxemburg”
von Lehär, ſowie zwei zündende Schlager=Potpourris von P. Linke.
(*2822
(Alles ſingt und lacht.)
Eintritt mit Programm 10 Pfg.
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W0o gehen wir während der
hitze gegen Abend hin?
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Soeben eingetroffen:
August-
Neuaurhanmen
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Grammophon-Platten.
Enrico Caruso
MI 2.052064 Wohl drang aus
ihrem Herzen, aus „„Der
Liebes-
trank” von Donizetti.
In der von inniger Wärme
durchfluteten Kantilene mit ihren
Hebungen und Senkungen
kom=
men Weichheit wie Kraft der
Tongebung,
bewunderungswür=
dige Ausgeglichenheit der
Re=
giſter und plaſtiſche
Ausgeſtal=
tung zu blühender Geltung.
II 2.052066 Holde Alda aus
„Alda” von Verdi.
Der ergreifende
Huldigungs=
geſang des Rhadames an die
Schönheit Aldas zählt zu den
Glanznummern im Repertoire
Caruſo’s; eine wahre Fülle
be=
rückenden Wohllauts dringt auf
den Hörer ein und fordert helle
Begeiſterung heraus.
MI 2-052067 Tarantella Sincera.
Von den feurigen Pulſen des
Tarantellen=Zeitmaßes getragen,
gleitet dieſes Volkslied flüchtig
wie eine farbenſattefata morgana
vorüber: jede der drei Strophen
geſtaltet die immenſe
Vielſeitig=
keit Caruſo’ſcher
Auslegungs=
kunſt anders, und jede iſt ein
Poem für ſich.
Obige Aufnahmen sind in
ita-
lienischer Sprache gesungen.
C 4-2205 Love is Mine, von
Gartner.
Dem ſchwärmeriſchen Liedchen,
das verwandtſchaftliche Züge
mit den iriſchen Volksweiſen
zeigt, iſt durchweg die
Schlicht=
heit des Ausdruckes gewahrt,
die lyriſche Stimmung feiert
wahre Feſte, ohne auch nur an
einer Stelle in Sentimentalität
zu verfallen.
Obige Aufn. ist in engl. Spr. ges.
Mattia Battistini.
I 052309 Come il romito flor,
5 Akt, aus „Hamlet” v. Thomas.
Der ſchwärmeriſche Zug der
Melodie mit ihrem ruhigen
Fort=
ſchritt bietet den piano= und
Kopfton=Regiſtern beſte
Gelegen=
heit zur Entfaltung! Battistinis
Geſang bedeutet die abgeklärte
Schönheit im Bunde mit den
feinſt. muſikaliſchen Intenſionen.
MI 052322 Mia sposa Ia mia
bandiera, Lied von Rotoli.
Ein typiſch italieniſches Lied,
im erſten Teile mit
ſchwermüti=
gen Akzenten leicht untermiſcht,
im zweiten Teile das volle
Stimmvolumen über eine
Stei=
gerung zur Geltung bringend,
geſungen mit unvergleichlichem
Charme und ſüdländiſchem
Temperament.
MI 052324 La Gondola nera,
Lied von Rotoll.
Das Leben Italiens mit all'
ſeiner Farbenglut ſpricht aus
dieſen Tönen, bald von
ſtür=
miſchen Empfindungen getragen,
bald verträumt und entrückt in
weiten Fernen verloren, auf den
Grundrythmen der Gondoliera
aufgebaut.
(16567
Mario Sammarco.
M 2-u52042 Dort vergiss leises
Flehen, aus „Figaros
Hoch-
zeit” von Mozart.
Theodor Schaljapin.
MI 052354 Arie des Basilio:
Die Verleumdung ist ein
Lüftchen aus „Barbier
von Sevilla” v. Rossini.
Frieda Hempel.
MI 053289 Komm‟, Geliebter,
Arie der Elviria, aus
„Die Puritaner” von
Bellini.
Nelli Melba.
MI 2-053027 Ihr, die ihr Triebe
des Herzens kennt, aus
Figaros Hochzelt” von
Mozart.
Caruso, Alda, Jacobi
und Journet.
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Mädchen aus „Martha‟
von Flotow.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
Nummer 183.
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Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 5. bis 8. Auguſt 1912.
Dauer der
Die Abſperrung
Tag
Datum
Abſperrung
Truppenteil
erſtreckt ſich
von bis
5. Aug. 1 Montag
1200 M.
6. Aug. 1 Dienstag
Ueber das ganze
7 Feldartillerie
7. Aug. Mittwoch
Abſperr=Gelände
8. Aug. 1 Donnerstag
5
Bekanntmachung.
Den nachſtehenden Auszug aus den für die Führer von Kraftfahrzeugen
geltenden Vorſchriften bringen wir wiederholt in Erinnerung.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(16568
Fey.
Auszug aus den Beſtimmungen der Verordnung des Bundesrats
vom 3. Februar 1910 über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.
Beſondere Pflichten des Führers.
§ 17. Der Führer iſt zu beſonderer Vorſicht in Leitung und Bedienung ſeines
Fahrzeuges verpflichtet. Er darf von dem Fahrzeuge nicht abſteigen, ſolange es in
Bewegung iſt, und darf ſich von ihm nicht entfernen, ſolange die Maſchine oder der
Motor läuft; auch muß er, falls er ſich von dem Fahrzeuge entfernt, die Vorrichtung
in Wirkſamkeit ſetzen, die verhindern ſoll, daß ein Unbefugter das Fahrzeug in
Be=
trieb ſetzt.
Der Führer iſt verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß eine nach der
Beſchaffen=
heit des Kraftfahrzeuges vermeidbare Entwickelung von Geräuſch, Rauch, Dampf oder
üblem Geruch in keinem Falle eintritt.
Das Oeffnen etwa vorhandener Auspuffklappen iſt verboten.
§ 18. Die Fahrgeſchwindigkeit iſt jederzeit ſo einzurichten, daß Unfälle und
Ver=
kehrsſtörungen vermieden werden und daß der Führer in der Lage bleibt, unter allen
Umſtänden ſeinen Verpflichtungen Genüge zu leiſten.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile darf die Fahrgeſchwindigkeit von 15
Kilo=
meter in der Stunde nicht überſchritten werden. Bei Kraftfahrzeugen von mehr
als 5.5 Tonnen Geſamtgewicht beträgt die überhaupt zuläſige Höchſtgeſchindigkeit
12 Kilometer in der Stunde; ſie kann — vorbehaltlich der Vorſchrift in Satz 1 — bis
auf 16 Kilometer geſteigert werden, wenn wenigſtens die Triebräder mit Gummi bereift
ſind. Auf unüberſichtlichen Wegen, insbeſondere nach Eintritt der Dunkelheit
oder bei ſtarkem Nebel, beim Einbiegen aus einer Straße in die andere, bei
Straßenkreuzungen, bei Straßeneinmündungen, ſcharfen Straßenkrümmungen,
bei der Ausfahrt aus Grundſtücken, die an öffentlichen Wegen liegen, und bei
der Einfahrt in ſolche Grundſtücke, bei der Annäherung an
Eiſenbahnüber=
gänge in Schienenhöhe, ferner beim Paſſieren enger Brücken und Tore, ſowie
ſchmaler oder abſchüſſiger Wege, ſowie da, wo die Wirkſamkeit der Bremſen
durch die Schlüpfrigkeit des Weges in Frage geſtellt iſt, endlich überall da, wo
ein lebhafter Verkehr herrſcht, muß langſam und ſo vorſichtig gefahren werden,
daß das Fahrzeug ſofort zum Halten gebracht werden kann.
§ 19. Der Führer hat entgegenkommende, zu überholende, in der Fahrtrichtung
ſtehende oder die Fahrtrichtung kreuzende Menſchen, ſowie die Führer von Fuhrwerken,
Reiter, Radfahrer, Viehtreiber uſw. durch deutlich hörbares Warnungszeichen
recht=
zeitig auf das Nahen des Kraftfahrzeuges aufmerkſam zu machen; auf die
Notwendig=
keit, das Warnungszeichen abzugeben, iſt in beſonderem Maße an unüberſichtlichen
Stellen zu achten.
Das Abgeben von Warnungszeichen iſt ſofort einzuſtellen, wenn Pferde oder
andere Tiere dadurch unruhig oder ſcheu werden.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile ſind Warnungszeichen mit der vorgeſchriebenen
Huppe abzugeben. Außerhalb geſchloſſener Ortsteile kann das Warnungszeichen auch
mit einer Fanfarentrompete abgegeben werden; dies Signalinſtrument darf auch loſe
im Kraftfahrzeuge mitgeführt und unter Verantwortung des Führers auch durch eine
andere, im Fahrzeug beförderte Perſon angewendet werden. Das Abgeben lang=
Feuerſgnalen haben, ſowie die
Ver=
wendung anderer Signalinſtrumente iſt nicht ſtathaft.
§ 20. Merkt der Führer, daß ein Pferd oder ein anderes Tier vor dem Kraft.
fahrzeuge ſcheut, oder daß ſonſt durch das Vorbeiſahren mit dem Kraftfahrzeuge
Menſchen oder Tiere in Gefahr gebracht werden, ſo hat er langſam zu fahren, ſowie
erforderlichenfalls anzuhalten und die Maſchine oder den Motor außer Tätigkeit
zu ſetzen. Auf den Haltruf oder das Haltzeichen eines als ſolcher kenntlichen
Poligei=
beamten hat der Führer ſofort anzuhalten. Zur Kenntlichmachung eines
Polizei=
beamten iſt auch das Tragen einer Dienſtmütze ausreichend.
§ 21. Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer
Wendung, nach links in weitem Bogen zu fahren. Dieſe Vorſchrift gilt entſprechend
für das Durchfahren von ſcharfen oder unüberſichtlichen Wegekrümmungen.
Der Führer hat entgegenkommenden Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern,
Rad=
fahrern, Viehtransporten oder dergleichen rechtzeitig und genügend nach rechts
auszuweichen oder, falls dies die Umſtände oder die Oertlichkeit nicht geſtatten, ſolange
anzuhalten, bis die Bahn frei iſt.
Das Vorbeifahren an eingeholten Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern,
Rad=
fahrern, Viehtransporten oder dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen.
An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf den vorſtehenden Auszug aus den Beſtimmungen der
Ver=
ordnung des Bundesrats vom 3. Februar 1910 über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen
wiederholt nachdrücklich hin. Insbeſondere iſt die Beachtung der Vorſchriften über
die Fahrgeſchwindigkeit genau zu überwachen und jede Ueberſchreitung der zuläſſigen
Geſchwindigkeit unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen.
Ein beſonderes Augenmerk iſt auf das Befahren der Kreisſtraßen durch
Ver=
ſuchsautomobile (ſogenannte Probefahrten) zu richten, bei denen Ueberſchreitungen der
Vorſchriften des § 18 der Bundesratsverordnung vom 3. Februar 1910 ſich
erfahrungs=
gemäß beſonders häufig zu ereignen pflegen. Hier empfiehlt ſich die ſchärfſte Kontrolle,
damit jede Zuwiderhandlung gegen die beſtehenden Vorſchriſten zur Anzeige gelangt.
Da die Vorſchriften über das Mitführen von Anhängewagen (§ 25 der
Bundes=
ratsverordnung vom 3. Februar 1910) ebenfalls häufig nicht beachtet werden, lenken
wir Ihre Aufmerkſamkeit auch auf dieſe, nachſtehend noch abgedruckten Beſtimmungen.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
§ 25 der Bundesratsverordnung vom 3. Februar 1910.
Soll von einem polizeilich zugelaſſenen Kraftfahrzeug ein Anhängewagen
mie=
geführt werden, ſo genügt die Anzeige bei der höheren Verwaltungsbehörde (§ 5),
ſo=
fern den nachſtehenden Bedingungen entſprochen wird:
1. der Anhängewagen muß verſehen ſein:
a) mit einer ſicher wirkenden Bremſe:
b) fnit einer zuverläſſigen, auf die Fahrbahn wirkenden Vorrichtung, die beim
Befahren von Steigungen die unbeabſichtigte Rückwärtsbewegung
ver=
hindert (Bergſtütze);
2. die Radkränze des Anhängewagens dürfen keine Unebenheiten beſitzen, die
geeignet ſind, die Fahrbahn zu beſchädigen:
3. die Verbindung der Lenkvorrichtung des Anhängewagens mit dem
Kraft=
fahrzeuge muß ſo beſchaffen ſein, daß die Räder des Anhängewagens auch
in Krümmungen möglichſt auf den Spuren der Räder des Kraftfahrzeugs
laufen:
4. zwiſchen dem Anhängewagen und dem Kraftfahrzeuge muß außer der
Haupt=
kuppelung noch eine Sicherheitskuppelung (Notkuppelung) vorhanden ſein.
Der Anzeige hat der Eigentümer die Zulaſſungsbeſcheinigung für das
Kraſt=
fahrzeug ſowie das Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverſtändigen darüber
beizufügen, daß den Vorſchriften des Abſ. 1 genügt iſt; ein Vermerk über die Anzeige
iſt von der höheren Verwaltungsbehörde in die Liſte und in die Zulaſſungsbeſcheinigung
(§ 6 Abſ. 2) aufzunehmen.
Der Führer iſt dafür verantwortlich, daß der Anhängewagen ſich in
verkehrs=
ſicherem Zuſtand befindet und daß das Geſamtgewicht des Anhängewagens mit
Nutz=
laſt das jeweilige Geſamtgewicht des Kraftfahrzeugs mit Nutzlaſt nicht überſchreitet.
Falls die Bremſe des Anhängewagens nicht vom Führerſitze des Kraftfahrzeugs aus
bedient werden kann, muß auf dem Anhängewagen ein Bremſer mitfahren; in dieſem
Falle muß eine Verſtändigung zwiſchen Führer und Bremſer möglich ſein.
Das Mitführen von mehr als einem Anhängewagen iſt nur auf Grund
polizei=
licher Erlaubnis zuläſſig; das gleiche gilt bezüglich des Mitführens von einem
An=
hängewagen, ſofern den Bedingungen im Abſ. 1 Nr. 1 bis 4 nicht genügt iſt. In
dieſen Fällen iſt der Erlaubnisſchein bei der Fahrt mitzuführen und den
Polizei=
beamten auf Verlangen vorzuzeigen.
Werden Anhängewagen mitgeführt, ſo muß das dem Kraftfahrzeuge zugeteilte
polizeiliche Kennzeichen (88 Abſ. 3) an der Rückſeite des Schlußwagens angebracht ſein.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(16587
Darmſtädter Wochenmarkt.
Mit der Verlegung der elektriſchen Straßenbahn nach dem
Oſtbahnhof wurde heute begonnen. Während des Baues der
Bahn=
ſtrecke Kleine Bachgaſſe-Langgaſſe kann der frühere
Schlachthaus=
platz zur Aufſtellung der Landfuhrwerke nicht in dem ſeitherigen
Umfange benuht werden. Die hier, ſowie am Schloßgraben nicht
unterzubringenden Wagen müſſen auf dem Gelände weſtlich des
Hallenſchwimmbades Aufſtellung finden. Die Zufahrt zu dieſem
Gelände hat durch die Holzſtraße, Langgaſſe und Kleine Kaplanei=
(16597im
gaſſe zu erfolgen.
Den Anweiſungen des Marktmeiſters und der Polizeiorgane
iſt Folge zu leiſten.
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Verwertung von altem Eiſen, Kupfer pp.
Die am 30. Juli ſtattgefundene Verſteigerung iſt nicht
ge=
nehmigt worden
Die betreffenden Altmaterialien, und zwar ca. 10 000 kg
Guß=
eiſen, 3000 kg Schmelzeiſen, 450 kg Kupfer, 300 kg Meſſing und
120 kg Rotauß werden hiermit zur anderweiten Vergebung
aus=
geſchrieben.
Angebote ſind ſchriftlich bis Donnerstag, den 8. Auguſt,
vormittags 11 Uhr, verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift
ver=
ſehen, einzureichen.
Die Bedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, zur
Einſicht offen.
Die Beſichtigung der Altmaterialien kann am Dienstag, den 6.
und Mittwoch, den 7 Auguſt, je nachmittags zwiſchen 2 und 6 Uhr,
im alten ſtädtiſchen Lagerhaus ſtattfinden.
(16543oi
Darmſtadt, den 2. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.
Straßenaufbruch= und
Erdarbeiten.
Die bei Verlegung von
Poſt=
kabelkanälen in verſchiedenen
Straßen auszuführenden
Straßen=
aufbruchs= und Erdarbeiten ſollen
verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem unter=
Leichneten Amte, Zimmer Nr. 2.
zur Einſicht offen. Auch werden
dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 9. Auguſt l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(16550oi
reichen.
Darmſtadt, 3. Auguſt 1912.
Städt. Tiefbauamt.
Keller.
An unſer Handels=Regiſter, Ab=
I teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 24. Juli 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Tapetenfabrik
Wilhelm Ehrhardt,
Darm=
ſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Wilhelm Ehrhardt.
Am 3. Auguſt 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Erſte Darmſtädter Lack=
und Firniß=Fabrick Georg
Liebig, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma iſt auf
Joſef Janſſen, Apotheker, Witwe
Adele, geb. Wahler, in Darmſtadt
übergegangen.
(16566
Die Prokura der Joſef Janſſen
Ehefrau, Adele, geb. Wahler, in
Darmſtadt iſt erloſchen.
Darmſtadt, 3. Auguſt 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Dienstag, 27. Auguſt 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Jakob Weicker
Ehe=
leuten zu Darmſtadt, in der
Ge=
markung Beſſungen gelegenen
Lie=
genſchaften:
Flur Nr. qm
IV 52¾/10 1306 Acker im
Soder,
IV 23/100 393 Werkſtättem.
Hofraum,
Triedhof=
Allee,
in unſerem Geſchäftszimmer
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung wird auch dann erfolgen, falls
ein der Schätzung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 13. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V16570
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 7. Auguſt 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 („Zur Roſenhöhe‟)
verſchiedene Möbel, darunter:
Vertikos, Sofatiſche, Plüſchgarnitur, Kleiderſchränke,
Tru=
meauſpiegel, Pianinos, Waſchkommode, Nachtſchränkchen,
Spiegelſchränke, Diwans, geſchnitzter Tiſch und Seſſel, ferner
Ladenkontrollkaſſe, Grammophon, Theke mit Schubladen,
1 Geſtell mit Marmorplatte, 1 Pferd und eine Partie
Ge=
rüſtſtangen und Diele
(16607
zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und
Nach=
ſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch,
nach=
mittags von 5 Uhr ab, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
ſtatt.
(13179a
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Bekanntmachung.
Dienstag, 27. Auguſt I. Js.,
pormittags 10 Uhr,
ſoll die den Steinmetzmeiſter Jakob
Weicker Eheleuten dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
II 949¾/10 304//10 Hofreite Nied.=
Ramſtädter=
ſtraße Nr. 50,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K142/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nichtentgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Dermſtadt, den 12. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V16569
Packſtroh zu verk.
*2782)
Eliſabethenſtraße 1.
Vergebung von Abbruch=
Arbeiten.
Die Erd= nnd Abbruch=Arbeiten
zur Beſeitigung des Dammes der
verlaſſenen Odenwaldbahn in
Darmſtadt ſollen öffentlich
ver=
dungen werden.
Die Angebote ſind poſt= und
beſtelgeldfrei und verſiegelt mit
der Aufſchrift: „Angebot auf
Aus=
führung von Erd= und Abbruch=
Arbeiten” bis zum 20. Auguſt
ds. Js., vormittags 11 Uhr, an
die Großh. Heſſ. Eiſenbahn=
Bau=
abteilung Darmſtadt, Dornheimer
Weg, einzuſenden.
Die Eröffnung der Angebote
erfolgt zu dem bezeichneten
Zeit=
punkte im Konferenzzimmer des
neuen Hauptbahnhofes Darmſtadt.
Zuſchlagsfriſt 3 Wochen.
Die Angebotsformulare mit
Zeichnungen und Bedingungen
können auf dem Büro der
Bau=
abteilung eingeſehen und gegen
poſtfreie Einſendung von 50 Pfg.
in bar bezogen werden. (716585
Darmſtadt, 1. Auauſt 1912.
Großh. Heſſ. Eiſenbahn=
Bauabteilung.
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hochſt. Beeren ꝛc., weg. Umbau
bill. abzug. Wienersſtr. 77. (*2840
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
Nummer 183.
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Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
31)
Hachfeld freute ſich daran, er hatte großen Farbenſinn
pinſelte ein wenig unnd war zugleich ein Künſtler in der
Photographie. Er ſog heute mit allen ſeinen Sinnen
die vielfachen Eindrücke ein, die auf ihn einſtürmten.
Da war zum Beiſpiel die junge Frau. Sie ſah heute
ideal und ſchön aus in dem gelblichen Kleid von
ſchim=
mernder Seide, aus dem ſich Nacken und Hals in
unver=
gleichlicher Schönheit hoben. Eine dreireihige Perlenkette
ſchmückte ihn, ein Teil des Bagewitzer Familienſchmuckes.
Anna hatte ſie dem Kammerherrn eines Tages
abge=
ſchmeichelt, als er beſonders gut gelaunt war.
Friedrich Wilhelm, der Frau Rauch führte und ſeiner
Frau gegenüber ſaß, konnte ſich heute ſelber des Eindruckes
nicht entziehen, den Annas Schönheit auf alle machte. Er
hörte die bewundernden Worte ſeiner Nachbarin und ſah
das gute Einvernehmen, das zwiſchen Hachfeld und ſeiner
Frau beſtand. Kein Blick, den die beiden wechſelten,
ent=
ging ihm. Ach, er kannte ja all die Teufelskünſte zu gut,
mit denen ſie ihn ſelber eingefangen hatte. Er erriet die
Worte, die ſie ſprach, wenn ſie ſich dem Grafen zuneigte.
War er ihr Freund geweſen, als ſie noch auf den Brettern
emhergaukelte?
Anna glaubte ihn eiferſüchtig und verſuchte ihn noch
mehr zu reizen. Sie war nervös, das verliebte Hin und
Her zwiſchen den jungen Eheleuten, die erſt wenige
Mo=
nate verheiratet waren, ſtachelte ihr Blut. Sie war
ver=
worfen worden in ihrer Liebe, und doch glaubte ſie heute
die erſten Anzeichen zu ſpüren, daß Friedrich Wilhelms
Poſe erkünſtelt war. Sie mußte ihn ſich wiedergewinnen.
gewinnen.
Der Kammerherr hob die Tafel auf, der Kaffee ſollte
in ſeinem Zimmer genommen werden. Die Tür, die auf
die Terraſſe führte, ſtand weit offen, und die Gäſte folgten
dem alten Herrn, um einen Blick in die ſinkende Herbſtnacht
zu werfen, die ſich ſchon in ihren Sternenmantel hüllte.
Friedrich Wilhelm ſtand am Schreibtiſch, um die
Zi=
garren hervorzuholen, und als er ſich wandte, erblickte er
Anna unter dem Kronleuchter, ſie brauchte das flutende
Licht nicht zu ſcheuen, das wie eine ſchimmernde Garbe auf
ſie niederfiel.
Friedrich Wilhelm! Sie bog ſich ihm entgegen, in
ihren Augen brannte ein ſüßes Begehren.
Was ſoll’s?
Du haſt noch kein Wort mit mir geſprochen. Iſt es
dir nicht recht, daß wir Gäſte haben?
Nein. Es ſind übrigens nicht die unſrigen.
Warum ſollen wir uns ſo abſchließen?
Die Frage beantwortet ſich mit einer andern, Was
für Augen, glaubſt du, würde dieſes junge Paar wohl
machen, wenn es die Geſpenſter der Vergangenheit
kennte?
Ach — du biſt ein Schwarzſeher — ein Spielverderber.
Wer weiß noch von den alten Geſchichten.
Nein, ich ſage nur die Wahrheit. Du wirſt mir recht
geben, wenn dieſe Oberförſters, die Graf Hachfeld hierher
gebracht hat — warum, begreife ich nicht recht — eines
Tages ausbleiben.
Pfui, du biſt abſcheulich in deinem Mißtrauen.
Ich kenne die Welt, Anna. Laß dir doch an
Alten=
werder genügen, ich dächte, daran hätteſt du genug für
dein langes Leben. Wir brauchen die anderen Menſchen
nicht.
So wie deine Suſanne. Ich bin aber keine Heilige
und habe auch keine Anlage dazu, je eine zu werden. Ach,
Graf, ſchön, daß Sie kommen, denken Sie, mein Mann
mutet mir allen Ernſtes zu, Jahr aus Jahr ein hier ſtill
zu ſitzen. Ich muß mir in aller Geſchwindigkeit irgend ein
Leiden ſuggerieren, damit der Arzt mir eine Reiſe in den
Süden verordnet. Ich glaube, das Modernſte heutzutage
iſt ein Lungenſpitzenkatarrh. Anna lachte ihr übermütiges
Lachen, ſo daß das junge Paar jetzt auch herbeikam mit
roten Backen und glänzenden Augen, man ſah es dem
hüb=
ſchen friſchen Mund der jungen Frau an, daß der Gatte
einen herzhaften Kuß darauf gedrückt hatte. Noch hielten
ſie ſich an den Händen gefaßt, bis Hachfeld die Nichte
iro=
niſch fixierte. Errötend ließ ſie los und ſuchte die
Haus=
frau auf.
Worüber lachen Sie ſo herzlich, gnädige Frau?
Daß ich krank werden muß, um einen plauſiblen
Grund zu einer Reiſe zu finden.
Lieben Sie das Reiſen ſo ſehr?
Ich ſehne mich danach.
Weil Sie es noch nicht kennen, fiel der Graf ein, ſo
erwarten Sie Wunder davon. Ich bin reiſemüde.
Weil Sie überſättigt ſind, Graf, rief Anna. Die
Män=
ner reiſen und ſehen ſich die Welt und Menſchen an, dann
heiraten ſie, um zu Hauſe behaglich von allem Genießen
auszuruhen.
Alles lachte, als die Hausfrau mit blitzenden Augen
um ſich ſah.
Iſt es nicht ſo, Onkel?
Es iſt viel Wahres daran, Anna. Doch warum biſt du
ſo kriegeriſch geſtimmt? Wenn dich jemand geärgert hat,
ſo bekommt er es mit mir zu tun. Wie wäre es, wenn
du uns jetzt etwas zum Beſten gäbeſt?
Sind Sie muſikaliſch veranlagt? fragte Friedrich
Wil=
helm Frau Rauch.
Nein ich bin leider gänzlich talentlos, nicht wahr,
Ernſt?
Ich ſage, Gott ſei Dank, lachte der Oberförſter.
Du biſt aber gar nicht galant. Verzeihen Sie gnädige
Frau, aber vorläufig bin ich für meinen Mann noch
fehlerlos.
Anna blickte mit einem Groll auf das junge Paar, das
ſo gar keinen Hehl aus ſeinem Glück machte. Er ein
grob=
lnochiger Bär mit den gutmütigſten blauen Augen und
einem Kopf voll blonder Borſten, ſie ein zierliches
braun=
äugiges Frauchen, das ihrem Rieſen von Herzen zugetan
war und ihm ſicherlich eine Reihe von geſunden Kindern
ſchenken würde, nichts anderes für ſich verlangend, als der
geliebte Mittelpunkt dieſes altmodiſchen Familienglücks zu
ſein.
War ſie neidiſch? Ach nein, ſo etwas vermochte ſie
nicht zu reizen, nur die Liebe ihres Mannes neidete ſie
der fröhlichen jungen Frau. Sie fing einen Blick
Fried=
rich Wilhelms auf, der mit ſeltſamem Ausdruck Frau
Rauch verfolgte, die zu ihrem Mann getreten war und ſich
reckte, um mit einem verliebten: Du mein großer Dummer
du! ihm die Schulter zu klopfen. Strahlend ſah der Hüne
zu ihr hinab, man ſah es ihm an, daß in dieſem
Augen=
blick alles um ihn her verſank, und er ſie am liebſten auf
ſeinen Arm genommen hätte, um ſie davonzutragen
dort=
hin, wo ſie ihr Neſt gebaut hatten. Dieſe fremden
Men=
ſchen waren ihm doch herzlich gleichgültig.
Hilde, rief Hachfeld ein wenig laut. Haſt du ſchon
dies Bild geſehen. Du verſtehſt ja etwas von Malerei
wenn du auch nicht ſelber pinſelſt.
Die junge Frau eilte ſofort zu ihm und blickte gehor=
ſam auf die große Landſchaft, vor der er ſcheinbar
be=
wundernd ſtand. Du mußt dich nicht ſo mit deinem Mann
iſolieren, Kind, das paßt ſich nicht. Man trägt nicht auf
ſo ſpießbürgerliche Weiſe ſein Glück auf den Markt. Das
fordert den Spott heraus.
Ach, Onkel, wenn man nun aber ſo übermenſchlich
glücklich iſt wie wir beide. Hilde ſtieß einen tiefen Seufzer
aus und ſah den Erbonkel abbittend in die ſarkaſtiſchen
Augen, in denen eine verſteckte Rührung lag.
Man braucht es aber doch nicht ſo hinausſchreien, das
weckt den Neid derer, die es nicht beſitzen.
Na, das trifft aber hier nicht zu. Wie muß Bagewitz
die ſchöne Frau lieben, ſieh nur, wie er ſie mit ſeinen
Augen verfolgt. Sind ſie ſchon lange verheiratet?
Erſt einige Monate, kleine Hilde. Aber nicht ſo viel
fragen, immer abwarten, ob die Menſchen es einem ſelber
erzählen. Beſonders nicht hier, entfuhr es ihm gegen
ſeinen Willen.
Beſonders nicht hier? Die junge Frau wiederholte
es verwundert, ſie ſollte aber bald genug an dieſe Worte
erinnert werden.
Der Graf hatte ſich wieder der Geſellſchaft zugewandt
und wiederholte die Bitte an Frau Anna, daß ſie ſingen
möchte. Er bot ſich als Begleiter an. Wie oft hatten ſie
früher ſo zuſammen geſungen. Friedrich Wilhelm glaubte
es zu erraten und ſeine Erregung ſtieg.
(Fortſetzung folgt.)
Natter 183.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
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natur pitſch pine Küche, in lackiert,
Diwans, Chaiſelongue,
Auszieh=
tiſche, Flurſtänder,
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tzen, Stühle, Sofaſpiegel, zur Zeit
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.
Nummer 183.
Sport.
* Pferderennen zu Grunewald. Rauch=Memorial;
2800 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Leutn. v. Lütckens
Si=
gismund (Beſ.), 2. Triglav (Leutn. Streſemann), 3.
Hadwiga (Leutn. v. Egan=Krieger). Tot. 45:10. Drei
liefen. Leicht, 2½—¾ Lg. — Auguſt=Handikap; 5000 Mk.,
Diſtanz 1800 Meter: 1. Hrn. H. Junks Pikkolo (Hr.
Teich=
mann), 2. Caracas (Nitſche), 3.—— Abelard (Gagelmann),
3.— Sherlock Holmes (Naſh). Tot. 51:10, Pl. 20, 44:10.
Unpl.: Bode. Petarde, Kaſander, Prinz Kuckuck. Leicht
¾ Lg.-Kopf. — Preis von Blumberg, Ehrenpreis und
4000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Dr. F. Rieſes
Rut=
lands Arms II (Beſ.), 2. Medee II (Leutn. v. Lütcken),
3. Diamond Hill (Beſ.). Tot. 19110, Pl. 11, 13, 12:10.
Un=
plaziert: Wetterwolke (gef.), Blitz (gef.), Riene, Galley,
Libellulte, Calino. Kampf, Hals-Hals. — Werder=
Preis; 4200 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn H. von
Tresckows Fiſchotter (Streit), 2. Menelik (Stübing),
3. Journal (Weishaupt). Tot. 49110, Pl. 17, 19, 28:10.
Unpl.: Fromme Helene (4), Eilige, Stelle d’Oror, La
Turbie, Fenella, Cudowa. Gegenwehr, Hals-2 Lg. —
Heyden=Linden=Erinnerungsrennen; Ehrenpreis und
15000 Mark, Diſtanz 5000 Meter: 1. Herrn H. Junks
On=
vide (Dr. Rieſe), 2. Pilis (Beſ.), 3. Taſchenſpieler (Beſ.).
Tot. 43110, Pl. 16, 20, 14:10. Unpl: Forefather
(totgef.), Fair King, Dame des Pres, Oberbayer,
Kil=
mallock, Fawkes. Sehr ſicher, 4—4—2 Lg. — Preis von
Saarburg; Ehrenpreis und 3300 Mark, Diſtanz 3500
Me=
ter: 1. Rittm. v. Roſenbergs Miß Fife (Leutn. v. Egan=
Krieger), 2. Tory Hill II (Beſ.), 3. Wedding Morn
(Beſ.). Tot. 40110, Pl. 16, 22, 21:10. Unpl.: Ahnenſchloß,
Poſſible, Puſſi, Mark Gamp. Ueberlegen, 3—2½ Lg.
Preis von Tegel; 6200 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hrn.
Bernſtorff=Gyldenſteens Gefa (Naſh), 2. Galvani (
Weis=
haupt), 3. Doppelgänger (Martin). Tot. 34:10, Pl. 16,
15:10. Unpl.: Cobden, Gardone. Sehr ſicher, 2—8 Lg.
Rennen zu Gotha. Preis von Reinhardsbrunn;
5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn W. Lindenſtädts
Elschen (Archibald), 2. Prinz=Gemahl (Schläfke), 3.
Samhara (F. Bullock). Tot. 66:10, Pl. 32, 19, 16:10.
Unpl.: Brabant, Smaragd (gef.), Wahrheit, Hexe. 1½
bis ¾ Lg. — Preis von Friedrichroda; Ehrenpreis und
3350 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Rittm. v. Kummers
Adler (Herr Purgold), 2. Alike (Herr Jahrmarkt), 3
Rohrau (Leutn. Doebel). Tot. 21110, Pl. 13, 15:10.
Un=
plaziert: Fairfax. Ueberlegen 6 Lg. — Preis von Gotha;
10 000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn Balduins
Ma=
jor Fifer (Weatherdon), 2. Sultan Saladin (Smith), 3.
Marc Aurel (F. Bullock). Tot. 47110, Pl. 17, 37, 18:10.
Unpl.: Fox, Marzipan, Oranier, Induſtrie, Tiefland,
Je=
wel, Erfinder, Sarolta. Kampf, Kopf-2 Lg. — Herzog
Ernſt=Rennen; Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz 2000
Meter: 1. Herrn G. Nettes Thereſe (Herr Dodel), 2.
Bez=
zentö (Herr Jahrmarkt), 3. Maſter (Herr Purgold). Tot.
15:10, Pl. 13, 19110. Unpl.: Lockenkopf. 3—1 Lg. — Preis
von Thüringen; 30000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Hrn.
A. und C. v. Weinbergs Metaſtaſio (Fox), 2.
Nachtſchat=
ten (J. Lane), 3. Furka (F. Bullock). Tot. 22110, Pl. 12,
19, 12:10. Unpl.: Vanitas, Aeroplan, Strohblume,
Cſar=
das, Gräfentonna. 1—1 Lg. — Prinz Philipp=
Jagdren=
nen; Ehrenpreis und 3350 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1.
Turnſtile, Ahalative, Mir, Moulan. 4—2 Lg. — Prä=
Bartels), 3. Jupiter (Herr Purgold). Tot. 30110. Drei
liefen. 3—10 Lg.
Meeting zu Neuß. Erft=Flachrennen; 3900 Mk.,
1600 Meter: 1. Herrn W. Blatts Sand (Wedgewood) 2.
Künſtler (Evans), 3. Götterſage (Davis). Tot. 26:10,
Pl. 14, 14, 19110. Unpl.: Mindenkem, Eager Girl, Satire,
Blue in Blue. 1—3 Lg. — Stadtgarten=Hürden=Rennen;
Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Hrn.
J. und G. Reimanns Lichtenſtein (Leutn. Frhr. v. Ber=
chem), 2. Erato (Leutn. v. Moßner), 3. Tirurel (Leutn.
Graf Holck). Tot. 36:10, Pl. 13, 15.10. Unpl.:
Wander=
burſch, 3—4 Lg. — Heyden=Linden=Jagdrennen;
Ehren=
preis und 3000 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Leutn.
Pau=
weis’ Tempete III (Leuen. Knel), 2. Oktavius (Leutn.
v. Moßner), 3. Delthorpe (Leutn. v. Bock und Polach).
Tot. 35110, Pl. 14, 18, 17110. Unpl.: Doubtful, Lady,
Turnſtile, Aahalative, Mir, Moulan. 4—2 Lg. —
Prä=
mie=Handikap; 6000 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn
W. Bies Paradox (Evans), 2. Samie I (Wedgewood),
3. Eiſenmenger (Jentzſch). Tot. 58:10, Pl. 20, 18, 1510.
Unpl.: Celius, Lady Iim, Narva, St. Maximim, Sharper,
Claudio, Arthus, Kings Eve, Revanche. Hals—1 Lg.
Neußer Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 10000 Mark, Diſt.
4500 Meter: 1. Hrn. J. und G. Reimanns Silver Sea
(Leutn. Frhr. v. Berchem), 2. Fleche (Leutn. Graf Holck),
3. La Faridondaine (Leutn. v. Bock und Polach). Tot.
55:10, Pl. 20, 20, 36:10. Unpl.: Coram Populo (angeh.),
Alvo, Little Ben, Delbek, La Sylvie, Dainty Fox,
Ali=
quando (gef.), Athenian, Lynch Law, Don Juan, Gay
Paris (angeh.). — Kölner Jagdrennen; 5000 Mark, D½.
32.)0 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers Grünewald (Gehrke),
2. Sonnenblick (Unterholzner), 3. Kommandant (
Krei=
ſel). Tot. 32:10, Pl. 13, 14, 15.10. Unpl.: Clou,
Ingra=
ban, Nikolaus F., Zucht. — Zolltor=Jagdrennen; 2200
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Leutn. Ritters Einbrecher
(Dyhr), 2. Pax (E. Francke), 3. Flibuſtier (Leiß). Tot.
52:10, Pl. 16, 12:10. Unpl.: Brunonia. 2½—2½ Lg.
In dem tödlich verunglückten Forefather ſcheidet
der Steepler aus dem deutſchen Rennbetriebe, der vor dem
gleichfalls in dieſem Jahre durch einen unglücklichen
Sturz ums Leben gekommenen Lord Forfar die beſte
Klaſſe unter unſeren Steeplern präſentierte. Der von
For=
farſhire ſtammende Hengſt wurde als Dreijähriger aus
England importiert und lief zuerſt in Hürden=Rennen,
machte aber durch ſeinen Charakter Schwierigkeiten. Erſt
als er in den Beſitz des Leutn. v. Sydow überging, der
ſich immer vorzüglich mit ihm abfand, traten ſeine
bedeu=
tenden Steeplerfähigkeiten zutage. Seine großen Triumphe
errang er im Jahre 1910 durch die Siege in der
Mann=
heimer Badenia, dem Großen Preis von Karlshorſt und
vielen kleineren Konkurrenzen. Im ganzen konnte der
Hengſt während ſeiner Rennkarriere in Deutſchland
131820 Mark gewinnen. Forefather war als Pferd ein
Modell von prachtvollen, regelmäßigen Formen und die
preußiſche Geſtüts=Verwaltung bot verſchiedentlich bis zu
30000 Mark für ihn, um ihn als Landbeſchäler in
Tra=
kehnen aufzuſtellen; ſein Beſitzer, Leutn. v. Sydow, wollte
ſich aber nicht von ihm trennen.
* Radrennen. Großer Preis von Europa
auf der Kölner Radrennbahn. Erſter Lauf, 50 Kilometer,
bei 36,800 Kilometer abgebrochen: 1. Linart 29 Min. 17,2
Sekunden; 2. Günther 1950 Meter, 3. Mauß 2170 Meter
zurück; 4. Lavallade, 5. Stellbrink. Zweiter Lauf, 50
Kilo=
meter, bei 55,600 Kilometer abgebrochen: 1. Stellbrink
43:35,2; 2. Linart 900 Meter, 3. Mauß 2690 Meter, 4.
La=
vallade 8550 Meter zurück; 5. Günther, nach 30 Kilometer
aufgegeben.
Die Radrennen in Erfurt wurden bei ſchönem
Wetter und gutem Beſuch ausgefahren. In den drei
Be=
fähigungsrennen über je 20 Kilometer zum Großen
Steher=Preis ſiegten Roſenlöcher in 20 Min. 14,2 Sek.,
Junghans in 20:37,2 und Ebert in 20114. In dem 60=
Kilometer=Rennen ſelbſt ſtarteten dann Ebert, Nettelbeck,
Roſenlöcher und Junghans. Während Roſenlöcher und
Junghans nie in Betracht kamen, lieferte Nettelbeck ein
hervorragendes Rennen und geriet nur durch Raddefekte
ins Hintertreffen. Ebert ſiegte ſchließlich in 1 Stunde
3 Sekunden; 2. Nettelbeck 1750 Meter, 3. Roſenlöcher 5200
Meter, 4. Junghans 6800 Meter zurück.
Großer Sommer=Preis von Chemnitz,
Dauerrennen über 100 Kilometer, van Neck ſiegte in
1 Stunde 10 Min. 28,6 Sek.; Nanke 3470 Meter, Darragon
7020 Meter, Didier 11500 Meter zurück. Der in zwei
Läufen über je 30 Kilometer ausgefahrene Kleine
Som=
mer=Preis ergab folgendes Geſamtklaſſement: 1.
Jacque=
lin 57,250 Kilometer, 2. Hall 55,070 Kilometer, 3. Zeißler
51,690 Kilometer, 4. Zargeß 47,060 Kilometer.
Preis der Stadt Hannover. 100 Kilometer.
Erſter Lauf, 40 Kilometer: 1. Guignard 30:16,4 (auf den
3. Platz diſtanziert), 2. Saldow 960 Meter, 3.
Scheuer=
mann 980 Meter, Walthour weit zurück. Zweiter Lauf,
60 Kilometer: 1. Saldow 44147,2, 2. Walthour 5 Meter,
3. Guignard 15 Meter, 4. Scheuermann 2490 Meter zurück.
Hauptfahren: 1. Peter, 2. Oſtermeyer eine Länge, 3.
We=
gener eine halbe Länge zurück; 4. Rädlein.
Prämien=
fahren: 1. Neumer, 2. Bremer eine halbe Länge, 3.
We=
gener drei Längen zurück; 4. Dettmering. Tandemfahren:
1. Oſtermeyer-Wegener, 2. Peter=Schwab 1½ Lg. zurück;
3. Bremer=Stellbrink, 4. Neumer=Süßmilch.
Die Fernfahrt „Durch die
Niederrhei=
niſche Tiefebene” wurde von 25 Fahrern beſtritten.
Das Rennen führte von Düſſeldorf über Eſſen, Duisburg=
Ruhrort, Kleve, Geldern, Krefeld nach Düſſeldorf zurück,
wo ſich das Ziel auf der Rennbahn befand. Die aus
Ro=
ſellen, Flöck und Eickholl beſtehende Spitzengruppe blieb
während des ganzen Rennens zuſammen. Der Kölner
Roſellen gewann nach 9 Stunden 40 Minuten im
End=
ſpurt überlegen mit zwei Längen gegen ſeinen
Lands=
mann Flöck. Eickholl endete eine weitere halbe Länge
zu=
rück als Dritter. 4. Steingaß=Köln 9:57, 5. Schläger=
Köln 1½ Länge zurück; 6. Mergenthaler=Chemnitz 9:57,
7. Zeeh=Hamburg 10 Stunden 12 Min., 8. Wehlitz=Berlin,
eine halbe Länge zurück.
* Der Mainzer Sportplatz öffnet am nächſten Sonntag
nach einer neunwöchigen Pauſe wieder ſeine Pforten.
Den Mittelpunkt des Programms bildet der
Jubiläums=
preis über 100 Kilometer, der in vier Läufen zum
Aus=
trag kommt. Die Konkurrenz wird, wie bei den letzten
Dauerrennen, erſtklaſſig ſein.
sr. Schach. Das Internationale
Schach=
turnier zu Breslau ergab in der letzten Runde
vorläufig noch keine Entſcheidung über die Sieger, da
noch einige Partien unbeendet blieben. Vor allem iſt
die Partie zwiſchen Teichmann=Berlin und Rubinſtein=
Warſchau noch nicht entſchieden. Siegreich waren in der
letzten Runde: Duras=Prag über Burn=England, Karls=
Hannover über Tarraſch=Nürnberg, Spielmann=München
über Lewitzky=Rußland, Mieſes=Leipzig über Breyer=
Un=
garn, während die Partien Schlechter=Wien-Erich Cohn=
Berlin. Marſhall=New=York-Treybal=Ungarn, Lewitzky=
Rußland-Balla=Ungarn und Barraß=Ungarn-
Przepi=
orka=München remis ergaben. Duras hat im
Endklaſſe=
ment 12 Punkte erreicht, Rubinſtein bisher 11½,
Teich=
mann 10½ Punkte. Rubinſtein ſowohl wie Teichmann
können noch auf 12½ Punkte kommen; der erſtere hat eine
Hängepartie gegen Teichmann, letzterer eine Hängepartie
gegen Rubinſtein. Przepiorka, Schlechter und Tarraſch
ſtehen auf 11 Punkten.
sr. Lawn=Tennis. Beim Internationalen
Lawn=Tennis=Turnier zu Pyrmont, das jetzt
beendet iſt, gewann den Pokal des Fürſten zu Waldeck=
Pyrmont im Herren=Einzelſpiel ohne Vorgabe
Lindpaint=
ner gegen Oberleutnant Seebohm 6—1 6—2 6—2. Im
Damen=Einzelſpiel um den Ehrenpreis des Fürſten zu
Waldeck und Pyrmont blieb Frau Lent mit 6—0 6—
gegen Frau Schmidt ſiegreich. Lindpaintner gewann auch
das Herren=Doppelſpiel um den Ehrenpreis der
Kurver=
waltung, indem er in der Schlußrunde Albrecht 6—4 8—6
ſchlug. Mit Seebohm als Partner gewann
Lindpaint=
ner das Herren=Doppelſpiel um den Ehrenpreis der Stadt
Pyrmont gegen Strantz-Ballhorn mit 6—2 6—3.
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