Darmstädter Tagblatt 1912


06. August 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl, verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenkuren und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 14 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Der Reichskanzler hat ſich von Hohenfinow nach
Swinemünde zum Vortrag beim Kaiſer begeben.
Zum ſächſiſchen Juſtizminiſter wurde der
Reichsanwalt beim Reichsgericht Dr. Nagel ernannt.
Geſtern wurde der 48. deutſche Anthropologen=
tag
in Weimar eröffnet.
Unter Vergiftungserſcheinungen erkrankt
iſt in Sparchen bei Kufſtein die Familie des Grafen von
Schwerin.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Poincaré iſt geſtern
nach Rußland abgereiſt.
DDie türkiſche Kammer wurde auf Grund des
Artikels 43 der Verfaſſung für aufgelöſt erklärt.
Die Kammer ſprach der Regierung ihr Mißtrauen aus
und vertagte ſich auf unbeſtimmte Zeit.

Arbeitgeber= und Arbeitnehmer=Organiſation.

* Immer mehr zeigt ſich in unſerem Wirtſchafts=
leben
heute das Beſtreben der einzelnen Klaſſen, ſich zu
großen, mächtigen Verbänden zuſammenzuſchließen. Wie
die Arbeitnehmer ſchon jahrelang mit Erfolg be=
müht
ſind, ihre Verbände durch weiteren Ausbau zu im=
mer
bedeutenderen wirtſchaftlichen Machtfaktoren auszu=
geſtalten
, ſo hat auf der anderen Seite in den Kreiſen
der Arbeitgeber auch in den letzten Jahren der
Organiſationsgedanke immer mehr an Ausbreitung ge=
wonnen
. Eine Statiſtik dieſer Organiſationen zeigt nach
dem Reichs=Arbeitsblatt in faſt allen Teilen eine große
numeriſche Steigerung gegenüber den Vorjahren. Im
Jahre 1910 hatten wir in Deutſchland an Verbänden
der Arbeitgeber 2613, im Jahre 1911 2928 und 1912 be=
reits
3085. Die meiſten Verbände ſtellt das Baugewerbe
mit 1280, dann folgt die Metallverarbeitung, Induſtrie
der Maſchinen uſw. mit 294, Bekleidungsgewerbe mit
224, Holz= und Schnitzſtoffinduſtrie mit 183, Handels= und
Verkehrsgewerbe mit 148 Verbänden uſw. Von den 3085
Arbeitgeberverbänden haben nur 2019 Angaben über die
Anzahl ihrer Mitglieder gemacht, die 132485 beträgt;
und nur 1547 haben Angaben gemacht über die von den
in ihren Verbänden organiſierten Arbeitgebern beſchäf=
tigten
Arbeiter; deren Zahl beträgt 4378 275.
Auch die Aufſtellung der Verbände der Privat=
angeſtellten
zeigt eine erhebliche Zunahme der Mit=
glieder
in den einzelnen Verbänden. Die Mitglieder=
zahl
der 5 beſtehenden Verbandsgruppen ſtieg von 785 471
im Dezember 1910 auf 822 604 im Dezember 1911. Die
Zunahme der weiblichen Mitglieder beträgt in derſelben
Zeit 6000, von 60376 auf 66377. Die größte Mitglie=
derzahl
weiſen die kaufmänniſchen Verbände auf mit
511 491, dann folgen die Technikerverbände mit 132 255,
Verbände der Bureaubeamten mit 21 702 (hier zeigt ſich
eine Abnahme von ungefähr 2000), Verbände landwirt=
ſchaftlicher
Beamten mit 22072 und verſchiedene Verbände
mit 75 084 Mitgliedern.
Beſonders beachtenswert iſt die Statiſtik der
Arbeitnehmerorganiſationen, die zugleich
auch Angaben über das Vermögen, die Geſamteinnahmen
und Ausgaben wie folgt enthält:
Geſamt=
Geſamt= Vermögen
Verbände einnahme 1911 ausgabe 1911 Ende 1911
Mk.
Mk.
Mk.
Freie Gewerk=
ſchaften

72086957 60 025080 62 105821
Hirſch= Duncker=
ſche
Gewerkver. 2623215 2304 289 4 273354
Chriſtliche Ge=
werkſchaften
. 6243 642 5 299781 7082942
Unabhängige
Vereine
2514 433 2066 985 6 386605
Wirtſchaftsfried=
liche
Vereine . 1472675 1182568
1185513
Den höchſten Stand an Mitgliedern zeigen die
freien (ſozialdemokratiſchen) Gewerkſchaften, deren
Mitgliederzahl Ende 1910 2128021 und Ende 1911
2400 118 (Zunahme 12,7 Prozent) betrug. Die chriſt=
lichen
Gewerkſchaften ſtiegen zur gleichen Zeit von
316115 auf 350 574, (Zunahme 10,9 Prozent), die unab=
hängigen
Vereine von 711177 auf 763935 (Zunahme
77,4 Prozent) und die wirtſchaftsfriedlichen
Vereine von 121126 auf 162262 Mitglieder. (Zunahme
33,9 Prozent.) Letztere zeigen den bei weitem größten
prozentualen Zuwachs. Eine auffällige Abnahme der

Mitgliederzahl zeigen dagegen die Hirſch= Duncker=
ſchen
Gewerkvereine, die Ende 1910 122571 und
Ende 1911 nur 107743 Mitglieder (Abnahme 12,1 Pro=
zent
) hatten. Die Summe der Ende 1911 organiſierten
Arbeiter beträgt 3 791665 gegen 3399010 Ende 1910.
(Zunahme 11,5 Prozent.) Davon gehören 56 Prozent
den ſog. freien Gewerkſchaften an.

England und die Brüſſeler Zuckerkonvention

** Die Ankündigung der britiſchen Regierung, von
der Brüſſeler Zuckerkonvention zurückzutreten, hat in den
vom Zuckerexport beteiligten deutſchen Kreiſen eine ge=
wiſſe
Beſtürzung hervorgerufen, was inſofern begreiflich
erſcheint, als rund 75 Prozent unſerer geſamten Zucker=
ausfuhr
nach Großbritannien geht und mit deſſen Aus=
ſcheiden
aus der Konvention der Gefahr ausgeſetzt wird,
mit einem indirekten Schutzzoll belegi zu werden.
Ob England den Schritt nun auch tatſächlich unter=
nimmt
und unter Bruch des internationalen Abkommens,
durch welches die Brüſſeler Zuckerkonvention bis zum 1.
September 1918 verlängert ward, ſchon im Jahre 1913
von dieſer zurücktritt, ſteht noch keineswegs feſt, zumal
eine ſolche Ankündigung auch im Sommer 1907 erfolgte,
ohne daß ſie verwirklicht worden wäre. Daß die britiſche
Regierung keine überzeugte Anhängerin der Konvention
iſt, war nie ein Geheimnis, und die engliſchen Liberalen
haben das Abkommen, in welchem ſich die beteiligten
Staaten verpflichten, keine Ausfuhrprämien für Zucker zu
gewähren und nur einen beſtimmten Einfuhrzoll davon
zu erheben, andererſeits Zucker aus ſolchen Ländern, die
noch weiter Prämien zahlen, mit Strafzöllen zu belegen,
von jeher lebhaft bekämpft, weil die Abſchaffung der
Prämien notwendigerweiſe eine Verteuerung des Zuckers
in England zur Folge haben mußte. Ueber dieſen wirt=
ſchaftlichen
Motiven ſind für Englands Haltung jetzt auch
ſolche politiſcher Natur maßgebend. Man will in Lon=
don
zwei Fliegen mit einer Klappe ſchlagen, nämlich
durch eine unbeſchränkte ruſſiſche Zufuhr billigen Zucker
haben und gleichzeitig aus politiſchen Gründen ſich Ruß=
land
gefällig erweiſen. Wer weiß, welche Pläne England
im Schilde führt und inwieweit es hierzu die Geneigt=
heit
des Zarenreichs nötig hat!
Letzteres iſt mit ſeinem beſchränkten Ausfuhrkontingent
gleichfalls bis zum 1. September 1918 an die Konvention
gebunden. Aber wenn es England fertig bringt, unter
Nichtachtung der Verträge aus der Konvention auszu=
ſcheiden
, weshalb ſoll dann Rußland nicht dasſelbe tun,
wenn es die Ueberzeugung hat, durch völlige Eroberung
des engliſchen Markts ſeine Intereſſen beſſer wahrzu=
nehmen
! Man ſollte erwarten, daß die übrigen Vertrags=
mächte
, insbeſondere Deutſchland, gegen jede Verletzung
der Konvention entſchieden Verwahrung einlegen.

Die Auflöſung der türkiſchen Kammer.

* Der türkiſche Senat hat in geheimer Sitzung den
Beſchluß gefaßt, Artikel 43 der Verfaſſung in der Weiſe
auszulegen, daß die Legislaturperiode der
Kammer als geſchloſſen anzuſehen ſei. Das
Dekret über die Schließung der Kammer und die Vor=
nahme
der Neuwahlen wird alsbald erlaſſen werden.
Der Beſchluß des Senats erfolgte mit 28 gegen 5 Stim=
men
. Alle Mitglieder der Union für Freiheit und Fort=
ſchritt
und der ehemalige Kriegsminiſter Mahmud Schef=
ket
Paſcha enthielten ſich der Abſtimmung.
Der Beſchluß des Senats, womit die Legislatur=
periode
geſchloſſen wird, beruht in der Hauptſache auf
Artikel 43 der Verfaſſung, der nach einem Antrag des
Kabinetts Said in der Richtung abgeändert werden ſollte,
daß infolge einer Auflöſung die neue Kammer ſich zu
einer außerordentlichen Seſſion zu verſammeln habe, die
zwei Monate dauern ſoll. Dieſe von der Kammer ange=
nommene
Abänderung iſt bisher im Senat nicht erledigt
worden. Jetzt wurde ſie von ihm im dringenden Wege
in die Verhandlung gezogen und der gemeldete Beſchluß
gefaßt. Der Beſchluß des Miniſterrates, den Senat zu
einer außerordentlichen Sitzung einzuberufen, wurde ſo
geheim gehalten, daß bis zum Nachmittag niemand, nicht
einmal die Deputierten, wußten, daß der Senat tage. Die
Geheimſitzung war außerordentlich intereſſant und be=
wegt
, doch wird von den Senatoren das größte Still=
ſchweigen
beobachtet. Der Beſchluß der Regierung wird
als ein geſchicktes Manöver angeſehen, das die unmittel=

bare Auflöſung der Kammer ſicher ſtellt, während man
auf dem bisher verfolgten Wege dazu noch über einen
Monat hätte brauchen müſſen. Der Senatsbeſchluß wird
die Kammer, die für Montag einberufen war, überraſchen.
Ihr ſtürmiſcher Proteſt wird erwartet. Wie weiter ge=
meldet
wird, wurde der Entſchluß der Miniſter, auf der
ſofortigen Schließung der Kammer zu beſtehen, auf
Grund von Telegrammen der nach Albanien ge=
ſandten
Sonderkommiſſion gefaßt, die beſagten,
daß im Falle der Verzögerung der Auflöſung
ernſte Verwickelungen in Albanien zu befürch=
ten
ſeien. Die Arbeit des Senats war äußerſt mühſam.
Zuerſt nahm der Senat die Abänderung des Artikels 43
der Verfaſſung an, der darauf an die Kommiſſion zu=
rückverwieſen
wurde. Zum Schluß nahm der Senat die
von der Regierung geforderte Auslegung einiger Artikel
der Verfaſſung an. Die Auflöſung der Kammer wurde
ſofort nach Albanien gemeldet, nachdem der Sultan das
betreffende Jrade unterzeichnet hatte.

Deutſches Reich.

Neukamerun. Die Norddeutſche Allg. Ztg. be=
merkt
zu der vom Kolonialamt veranlaßten Veröffentli=
chung
über Neukamerun noch: Die Hauptinformations=
quellen
waren bisher die franzöſiſchen Reiſeberichte, die
in zahlreichen franzöſiſchen und belgiſchen Zeitſchriften
verſtreut ſind und daher der Allgemeinheit ſchwer zugäng=
lich
waren. Für ein endgültiges Urteil bildet die vorläu=
fige
Zuſammenſtellung der Ergebniſſe dieſer. Berichte
keine genügenden Unterlagen. Die verſchiedenen deutſchen
Expeditionen, die demnächſt zur Feſtlegung der Grenze
ausreiſen werden, werden reichlich Gelegenheit haben,
authentiſches Material für die endgültige Bildung des
Urteils an Ort und Stelle zu ſammeln. Daraus könne
ſich leicht die Notwendigkeit ergeben, ſpäter dieſe oder
jene Angaben des Buches zu berichtigen.
Ueber den Stand der Etatarbeiten
für das Jahr 1913 erfährt die Tägl. Rundſchau, daß die
Forderungen der einzelnen Reſſorts ſchon im Reichsſchatz=
amt
eingelangt ſind. Es finden erſt ſchriftliche und dann
mündliche Verhandlungen zwiſchen den beteiligten Stel=
len
ſtatt, um die notwendige Uebereinſtimmung der
Reſſorts zu erzielen. Der Etat wird vorausſichtlich zu
Anfang Oktober dem Bundesrat zugehen. Ueber den
Marineetat verlautet, daß er keine über den Rahmen
des Flottengeſetzes und der neuen Novelle hinausgehende
Forderung enthält. Damit entfällt die von einem eng=
liſchen
Blatte gebrachte Senſationsnachricht von weiteren
Verſtärkungen der deutſchen Flotte als Antwort auf den
engliſchen Nachtragsetat. Die von ſachverſtändigen Krei=
ſen
als dringend notwendig bezeichnete Verſtärkung
unſerer großen Kreuzer iſt alſo vorerſt weiter hinausge=
ſchoben
. Die großen Kreuzer waren in einem der erſten
Entwürfe der kürzlich verabſchiedeten Flottennovelle ſchon
enthalten, ſind aber daraus wieder entfernt worden. Dieſe
Streichung fällt zeitlich mit der Anweſenheit Lord Hal=
danes
in Berlin zuſammen.
Die ReichstagserſatzwahlinPPfarrrkir=
chen
. Auf geſtern war im bayeriſchen Wahlkreiſe Pfarr=
kirchen
die Reichstagswahl angeſetzt, die der Tod des
bisherigen Vertreters des Kreiſes, des bauernbündleri=
ſchen
Abgeordneten Bachmeier, erforderlich gemacht hat.
Nur zwei Kandidaten ſtehen ſich im Wahlkampf gegen=
über
! für den Bauernbund der Oekonom Bauer, für das
Zentrum Bürgermeiſter Gerauer. Die Liberalen treten
gleich im erſten Wahlgang für Bauer ein, während die
Sozialdemokraten Stimmenthaltung proklamiert haben
mit dem ausdrücklichen Zuſatz: Keine Stimme dem
Zentrum! Bei der Hauptwahl am 12. Januar waren
auf Bachmeier 9882 und auf den Zentrumskandidaten
7722 Stimmen entfallen, während für den ſozialdemokra=
tiſchen
Mandatsbewerber 1228 Wähler eingetreten waren.
Die Liberalen hatten ſchon damals für den Kandidaten
des Bauernbundes geſtimmt.
Zum ſächſiſchen Juſtizminiſter wurde
der Reichsanwalt beim Reichsgericht Leipzig Dr. Nagel
vom König ernannt.
Einfuhr von Schlachtvieh aus den
Kolonien. Die Allg,. Fleiſcher=Ztg. hat eine Rund=
frage
an die Reichstagsabgeordneten gerichtet, welche
Stellung ſie zu der Frage der Einfuhr von Schlachtvieh
aus unſeren deutſchen Kolonien einnehmen. Die bisher
veröffentlichten Antworten lauten durchweg zuſtimmend,

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Nummer 185.

wenn auch mehr oder weniger zurückhaltend. Von ver=
ſchiedenen
Seiten wird die Frage aufgeworfen, ob die
Ausfuhr für die ſüdweſtafrikaniſchen Farmer, an die man
zunächſt denkt, bei den hohen Frachtkoſten lohnend ſein
werde.

Ausland.

Italien.
Friedensverhandlungen. Anläßlich der
Schweizer Friedensgerüchte erinnert der offiziöſe Popolo
Romano daran, daß Italien niemals die Verzichtleiſtung
der Türkei auf Tripolis verlangt habe. Wenn die Mächte
die italieniſche Souveränität in Tripolitanien anerkenn=
ten
und die Türkei ihre Truppen aus dem Annektions=
gebiet
zurückziehe, ſo werde Italien ſogleich den Krieg
als beendet anſehen und normale diplomatiſche Beziehun=
gen
zu der Pforte wieder aufnehmen. Wie der Secolo
meldet, iſt Hoffnung vorhanden, daß die jetzt gepfloge=
nen
Friedensverhandlungen demnächſt eine ſichere Grund=
lage
für ein vorläufiges Uebereinkommen ſchaffen
werden.
Frankreich.
Das Rettungsweſen auf Kriegsſchiffen.
Ein Erlaß des Marineminiſters Delcaſſé beſchäftigt ſich
mit der Organiſation des Rettungsweſens an Bord der
Kriegsſchiffe und der mit der Perſonenbeförderung be=
faßten
franzöſiſchen Staatsdampfer. Bisher hatten nur
die Tordepojäger je einen Rettungsgürtel pro Mann an
Bord, alle anderen Schiffe hatten nur eine kleine Anzahl
dieſer Apparate für die Rettungsboote. Der Marine=
miniſter
ordnete nun an, daß alle Kriegsſchiffe und Trans=
portdampfer
Rettungsgürtel in genügender Zahl mit ſich
führen müſſen, und zwar ſollen, wie der Erlaß ausdrück=
lich
betont, dieſe Gürtel nicht, wie es gewöhnlich zu ge=
ſchehen
pflegt, in einem der Bunker untergebracht wer=
den
, ſondern in den von den Mannſchaften bewohnten
Räumen.
Rußland.
Zum Marine=Abkommen. Die Nowoje
Wremja ſchreibt in einem Leitartikel, daß das Marine=
Abkommen das franzöſiſch=ruſſiſche Bündnis wenn nicht
erweitere, ſo doch feſtige. In den erſten Jahren des
Zweibundes habe das Gefühl über den Verſtand vorge=
herrſcht
; dieſe Tage ſeien vorübergegangen, und die Ent=
täuſchungen
, die Rußland während des Krieges mit Ja=
pan
, die Frankreich während der Marokkofrage erlebten,
hätten den Vorteil gebracht, daß das Unmögliche vom
Schwierigen ſcharf getrennt worden ſei. Die Zeitung
ſtimmt der Agence Havas zu, daß das techniſche Marine=
Abkommen an dem Bündnis nichts ändere, und ſieht in
dem Abſchluß zurzeit, da eine ruſſiſche Flotte noch nicht
vorhanden iſt, ein Zeichen des franzöſiſchen Vertrauens.
Die Birſchewija ſchreibt, daß das Abkommen Deutſchland
nicht zu beunruhigen brauche, da es rein defenſiven Cha=
rakter
habe. Es gewinne nur dann Bedeutung, wenn
die Diplomatie des Dreibundes die freie Ausfahrt der
ruſſiſchen Flotte aus dem Schwarzen Meere erreichen
würde.
Vereinigte Staaten.
Auf dem erſten Konvent der neuen
fortſchrittlichen Partei, der in Chicago eröffnet
wird, um Rooſevelt zum Präſidentſchaftskandidaten zu
nominieren, werden 47 Staaten vertreten ſein. Nur Süd=
Karolina iſt nicht vertreten, weil es darauf beſtand, Neger
als Delegierte zu entſenden. Die Kommiſſion, die die
Beglaubigungen der Delegierten zu prüfen hat, hatte be=
reits
Neger, die als Vertreter von Alabama gewählt
waren, zurückgewieſen. Es wird wahrſcheinlich bei allen
Südſtaaten ſo verfahren, dagegen werden Neger als Ver=
treter
der Nordſtaaten zugelaſſen werden. Viele Frauen
ſind als Delegierte zum Konvent gewählt. Rooſevelt
wollte am Montag in Chicago eintreffen.
China.
Der neue Ratgeber des Präſidenten,
Dr. Morriſon, der bisherige Pekinger Korreſpondent der

Times, iſt als politiſcher Beirat des Präſidenten
Yuanſchikai, ſozuſagen als Nachfolger des verſtorbenen
Sir Robert Hart, angeſtellt worden. Die Anſtellung geht
weit über die Bedeutung einer perſönlichen Ehrung hin=
aus
. Sie iſt ein Symptom für die bedeutſame Entwick=
lung
der chineſiſchen Politik, zumal nach einer Depeſche
der Times aus Peking noch andere Fremde genannt
werden, die ähnliche Stellungen bekommen ſollen. Die
dienſte der von Yuanſchikai ſelbſt ausgewählten Fremden
werden alſo voll ausgenutzt werden. Offenbar will der
Präſident alle weſtlichen Erfahrungen in der Staatsver=
waltung
nutzbar machen und ein ſtarkes Bindeglied
zwiſchen dem neuen China und den fremden Staaten
ſchaffen. Nach Reuter wird Morriſons Anſtellung, der
ſeinen Poſten am 1. Otober antritt, von allen Chineſen
freudig begrüßt. Morriſon vereint die Geſchicklichkeit
eines Staatsmannes mit einer ganz überlegenen Kennt=
nis
der chineſiſchen Verhältniſſe, die er in achtzehn Jahren
erworben hat. Morriſon ſpielte 1900 bei der Belagerung
der Geſandtſchaften in Peking eine hervorragende Rolle
Mehr als einmal wurden im Laufe der Jahre ſeine De=
peſchen
im Unterhaus dementiert, um nach ein paar Ta=
gen
Beſtätigung zu finden. Seine Ernennung zum Bei=
rat
Yuanſchikais wird zweifellos den engliſchen Einfluß
in Peking ſtärken, und zwar zu ungunſten des deutſchen,
den Morriſon ſchon als Times=Korreſpondent unausge=
ſetzt
bekämpfte. Der Daily Telegraph meldet aus Pe=
king
vom 4. Auguſt: Mit der Ernennung des Times=
Korreſpondenten Dr. Morriſon zum politiſchen Berater
der chineſiſchen Regierung iſt ein Poſten wieder beſetzt
worden, der eine reine Sinekure war und keinem Reſſort
angegliedert iſt. Das chineſiſche Auswärtige Amt lehnt
jede Verbindung damit ab. Die Pekinger Preſſe fragt,
was eigentlich hinter dieſer Ernennung ſtecke, die ſie bit=
ter
beklagt. Der frühere Inhaber dieſes Poſtens war
der Sinologe Sir Walter Hillier, der ſeit 1867 in China
gelebt hat. Dieſer wurde im Jahre 1908 zum Ratgeber
der chineſiſchen Regierung ernannt und trat nach einiger
Zeit wieder zurück, da er fand, daß er nichts zu tun hatte.
* Der Kaiſer und Krupp. Deutſchlands größ=
tes
in Privathänden befindliches induſtrielles Werk,
die Firma Friedrich Krupp, kann gegenwärtig auf ein
hundertjähriges Beſtehen zurückblicken. Aus dieſem An=
laß
findet in dieſen Tagen eine glanzvolle, mehrtägige
Feier ſtatt, zu der eine große Anzahl illuſtrer Gäſte, an
ihrer Spitze der deutſche Kaiſer, erſcheinen werden. Wie
es heißt, ſoll der Kaiſertoaſt die Beziehungen des Kai=
ſers
zu der Firma Krupp ausführlich erörtern. Die Be=
ziehungen
des Kaiſers zur Firma Krupp gehen bis auf
das Jahr 1878 zurück. Damals war Prinz Wilhelm
Student in Bonn. Am 20. Juni beſuchte er mit zwei
Begleitern zum erſten Male die Kruppſche Fabrik, ließ
ſich von Friedrich Alfred Krupp die Werke in allen, auch
den kleinſten Einzelheiten zeigen und übernachtete auf
dem Hügel‟ Der zweite hiſtoriſche Beſuch des Kaiſers
erfolgte genau 12 Jahre ſpäter, am 20. Juni 1890. Der
Kaiſer empfing in den Fabrikanlagen eine Deputation
von 700 Arbeitern und richtete an ſie eine Anſprache. Der
nächſte Beſuch fand im Jahre 1890 ſtatt. Der Kaiſer
mußte im Auguſt wegen Unpäßlichkeit eine nach Ruhrort,
Weſel und Eſſen geplante Reiſe aufgeben: die Kaiſerin
und Prinz Heinrich vertraten ihn. Der Kaiſer traf dann
ſelbſt am 27. Oktober bei Geheimrat Krupp ein. Sechs
Jahre ſpäter, am 20. Juli 1902, weilte das Kaiſerpaar
wieder auf der Villa Hügel. Von größter politiſcher
Wirkung war die Kundgebung des Kaiſers beim tragiſchen
Tode Alfred Krupps. Schmutzige Angriffe der ſozial=
demokratiſchen
Preſſe auf die Perſon Krupps waren vor=
angegangen
und wurden vielfach in urſächlichen Zuſam=
menhang
mit dem raſchen Tode gebracht. An der Bei=
ſetzung
nahm der Kaiſer ſelbſt teil. Vor ſeiner Abreiſe
von Eſſen verſammelte er im Warteſaale des Bahnhofs
die Mitglieder des Direktoriums und die Vertreter der
Arbeiterſchaft um ſich und richtete eine längere Rede an
ſie, in der er u. a. ſagte: Ich habe häufig mit meiner
Gemahlin die Gaſtfreundſchaft im Kruppſchen Hauſe ge=
noſſen
und den Zauber der Liebenswürdigkeit des Ver=
ſtorbenen
auf mich wirken laſſen. Im Lauſe der Jahre
haben ſich unſere Beziehungen ſo geſtaltet, daß ich mich
als einen Freund des Verewigten und ſeines Hauſes be=
zeichnen
darf. Die beſonderen Umſtände, welche das
traurige Ereignis begleiteten, ſind mir zugleich Veran=

laſſung geweſen, mich als das Oberhaupt des Deutſchen
Reiches hier einzufinden, um den Schild des deutſchen
Kaiſers über dem Hauſe und dem Andenken des Verſtor=
benen
zu halten.
* Der Bericht der Titanie= Kommiſ=
ſion
, die bereits gekennzeichnet iſt, wird von dem Lon=
doner
Korreſpondenten des Berliner Lokalanzeigers C.
von Zedlitz einer vernichtenden Kritik unterworfen. In
einem längeren Aufſatz Mohrenwäſche ſchreibt er u. a.:
Wer ein halbwegs gutes Gedächtnis hat, wußte, was die
Glocke geſchlagen hatte, als zum Vorſitzenden der eng=
liſchen
Titanic=Kommiſſion Lord Merſey ernannt
wurde; denn er entſann ſich, daß der edle Lord vor 18
Jahren, damals noch als ſimpler Juſtizrat Bigham, zu
den Mitgliedern des famoſen Südafrika=Ausſchuſſes ge=
hörte
, der ſeine Vertuſchungsaufgabe in Bezug auf den
Jameſonſchen Raubzug ſo muſterhaft zu löſen verſtand.
Für ſeine verſtändnisinnige Mitwirkung bei dieſem heik=
len
Geſchäft wurde Bigham alsbald mit einem hohen
Richteramt belohnt, aus dem er ſpäter gar zum Präſiden=
ten
des Marineſenates beim Reichsgericht und ſchließlich
als Peer ins Oberhaus aufrückte. Das Mißtrauen derer,
die ſich durch den äußeren Glanz ſolcher Würden nicht
blenden ließen, rechtfertigte Lord Merſey gleich zu Be=
ginn
der von ihm geleiteten Unterſuchung, indem er die
Rechtsvertretung der durch die Kataſtrophe des Schiffes
Geſchädigten vor der Kommiſſion ſo viel wie möglich ein=
zuſchränken
ſuchte. Vollends ſein Bericht über die Un=
terſuchungsergebniſſe
macht zwar ſeinem patriotiſchen Be=
ſtreben
, die für das fürchterliche Unglück verantwortlichen
engliſchen Männer und Einrichtungen möglichſt rein zu
waſchen, alle Ehre, ſeiner richterlichen Unbefangenheit
aber leider gar keine. Fachmänniſches, moraliſches, ja,
kriminelles Verſchulden ignoriert und beſchönigt er nach
beſten Kräften und ſetzt neben jeden Schatten in dem
fürchterlichen Bilde, das die Kommiſſionsverhandlungen
entrollt haben, einen hellen Lichtfleck, wenn nötig, auf
Koſten mindeſtens der objektiven Wahrheit. Nicht Dinge,
Menſchen ſind es, die auf das Unerhörteſte verſagt ha=
ben
. Angehörige der Nation, die den Vorrechtsanſpruch
auf Weltmeerbeherrſchung erhebt, haben den Elementar=
gewalten
des Ozeans den größten Triumph verſchafft,
die ſchwerſte Schiffskataſtrophe verſchuldet, von denen
wir wiſſen und vielleicht wäre eine beherzte Anerkennung
dieſes widerſpruchsvollen Phänomens den engliſchen
Schiffahrtsintereſſenten am Ende dienlicher, als eine voll=
kommen
vergebliche Mohrenwäſche.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Auguſt.

Vom Hofe. Pfarrer Mahr aus Langsdorf
hielt am Sonntag den Gottesdienſt in der Bonifacius=
kapelle
in Jaadſchloß Wolfsgarten ab. (Darmſt. Ztg.)
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
werden am Mittwoch, den 7. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen und Vorträge ent=
gegennehmen
.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Adam Lehr aus Bullau, Kreis Erbach, die Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Kölzenhain, Kreis Schotten.
Perſonalnachrichten der Kaiſerlichen Ober=
Poſtdirektion in Darmſtadt. Verſetzt wurde Poſt=
inſpektor
Roos von Hanau nach Darmſtadt. Ueber=
tragen
wurde dem Poſtinſpektor Kraft aus Darmſtadt
die Poſtdirektorſtelle in Ruhla. Beſtanden haben
die Poſtreferendarprüfung: Eleve Heberer in Mainz; die
Poſtſekretärprüfung: die Poſtaſſiſtenten König in Darm=
ſtadt
und Reidel in Mainz; die Poſtaſſiſtentenprüfung:
die Poſtgehilfen Feigk in Rüſſelsheim, Keller in Darm=
ſtadt
, Krämer in Laubach, Seibert in Stockheim, Weil
in Lampertheim und Zinſer in Bodenheim; die Tele=
graphenaſſiſtentenprüfung
: der Telegraphenanwärter
Steller in Mainz. Angenommen wurden zum Poſt=
gehilfen
der Oberrealſchüler Heil in Darmſtadt; zur Poſt=
gehilfin
: Mittenbecher in Darmſtadt; zur Telegraphen=
gehilfin
: Blum in Offenbach; zu Poſtagenten: Kaufmann
Meinhard Curth in Staden und Gaſt=und Landwirt Müller
in Götzenhain. In den Ruheſtand tritt: Poſt=
ſekretär
Schmitt in Oſthofen. Fre iwillig aus=
geſchieden
ſind die Poſtagenten Hermann Curth in
Staden und Streb in Götzenhain. Geſtorben iſt
Poſtſekretär Becker in Darmſtadt.
* Militärverein Germania II. Am Samstag hatte ſich
der Verein mit Damen bei Kamerad Treuſch am Kapell=
platz
zuſammengefunden, um dem neu ernannten Ehren=
vorſitzenden
, Herrn Oberleutnant a. D. Lotheißen, eine
entſprechende künſtleriſch ausgefertigte Ehrenurkunde zu
überreichen. In ſeiner Anſprache führte der 1. Vorſitzende,
Kamerad Seibel, aus, daß die ſtete kameradſchaftliche
Bereitwilligkeit des Herrn Oberleutnant Lotheißen, ihm
und dem Verein bei Feſtlichkeiten zur Seite zu ſtehen, ſchon
vor zwei Jahren dazu Veranlaſſung gegeben habe, ihn
zum Ehrenmitglied zu ernennen. Stolz auf ihr Ehrenmit=

Richard Strauß neueſtes Werk.

Die Schauſpielmuſik zu Moliéres Bürger als Edelmann
K.B. Richard Strauß hat ſoeben, wie Kunſt und
Bühne erfährt, ſein neueſtes Werk beendet. Es iſt eine
Schauſpielmuſik zu Moliéres Der Bürger als Edelmann
in der Bearbeitung von Hugo von Hofmannsthal.
Bekanntlich hat Richard Strauß zu dieſer Komödie ein
Nachſpiel Ariadne auf Naxos geſchrieben, das den In=
tentionen
Moliéres entſprechend als einaktige Oper gefaßt
iſt. Aber ſchon in der Komödie ſelbſt verlangt der Dichter
an den verſchiedenſten Stellen Muſik. Das Stück, das ur=
ſprünglich
fünf Akte umfaßt, iſt von Hofmannsthal auf
zwei Akte konzentriert worden. Dieſe Zuſammenziehung
war ohne Schwierigkeiten möglich, da der Bürger als
Edelmann im Original ein ſcharfes Tendenzſtück iſt, in
dem außer dem Hauptmotiv einem auf den Umgang
mit Adligen verſeſſenen reichen Bürger inmitten ſeiner
Verwandten, die ihn in jeder Weiſe rupfen eine weit=
ausgeſponnene
Reihe ſatiriſcher Beziehungen auf damals
bekannte Perſonen, Gewohnheiten und Verhältniſſe ent=
halten
iſt, die man heute kaum noch verſtehen würde.
Bei ſeiner Bearbeitung hat Hofmannsthal nun die
meiſten Stellen, die Muſik verlangen, beibehalten. Richard
Strauß hat zunächſt zu jedem Akt eine kleine Ouver=
türe
geſchrieben. Sodann hat er die Auftritte der ver=
ſchiedenen
Hauptperſonen muſikaliſch illuſtriert. So wird
der Bürger Jourdain, der in allen Dingen ſo gern den
Edelmann nachahmt, durch eine großſpurige Trompeten=
fanfare
angekündigt. Auch andere Gelegenheiten, eine
Reihe luſtiger und höchſt charakteriſtiſcher Muſiknummern
zu ſchreiben, hat Strauß ſich nicht entgehen laſſen. Es
gibt da ein Menuett, das Jourdain mit ſeinem Tanz=
meiſter
ausführt, und ebenſo begleitet die Muſik den Aus=
tritt
des Fechtmeiſters und die Fechtſtunde, die ſich daran
anſchließt. In einem naiven Liedchen von einem Kätz=

chen und Schätzchen will Jourdain ſeine muſikaliſchen
Fähigkeiten glänzen laſſen; er gerät aber an einer Stelle
völlig aus der Tonart. Wichtig ſind noch ein Schäfer=
duett
und ein Tanz der Schneider, der eine um=
fangreiche
Ballettſzene bildet. Am Schluß des erſten Aktes
hört man plötzlich, als die Türen aufgeriſſen werden, das
Hausorcheſter Jourdains die Ouvertüre aus Ariadne auf
Naxos ſtudieren, eine äußerſt witzige Muſiknummer, bei
der es klingt, wie wenn die ſchwierigſten Stellen zu glei=
cher
Zeit auf jedem Inſtrument geübt würden.
Die Inſtrumentation dieſer Schauſpielmuſik iſt unge=
fähr
die die zu Moliéres Zeit in Gebrauch war. Sie
benutzt Flöte, Oboe, Fagott, Hörner, eine Trompete, ſel=
ten
Streichquartett, das gelegentlich durch das Hinzutre=
ten
einiger weiterer Spieler verſtärkt wird und Klavier,
das wie das frühere Cembalo verwendet iſt. Klarinette
und Poſaune, die Strauß ebenfalls vorſchreibt, waren da=
mals
wohl ſchon bekannt, wurden jedoch im Orcheſter noch
nicht verwendet, jedenfalls nicht in der heutigen Art,
was bei der Klarinette auf allerlei früher nicht zu beſei=
tigende
Unvollkommenheiten zurückzuführen ſein dürfte.
Dieſe Schauſpielmuſik, die erſte, die Richard Strauß
geſchrieben, wird bei der Uraufführung im Stuttgarter
Hoftheater zum erſtenmal erklingen. Die Premiere und
ihre erſten beiden Wiederholungen wird Strauß ſelbſt
dirigieren, während Max Reinhardt die Regieführung hat.
Das Schauſpielerenſemble ſetzt ſich für dieſe Aufführungen
zum größten Teil aus Mitgliedern des deutſchen Theaters
zuſammen, von denen Arnold den Jourdain ſpielen
ſoll. Alle drei Aufführungen werden als Feſtvorſtellungen
veranſtaltet, an die ſich unmittelbar ein Zyklus ſämtlicher
Opern von Richard Strauß anſchließt. Bei dieſen wer=
den
dann ausſchließlich Kräfte der Stuttgarter Hofoper
unter der Leitung von Max Schillings und der Regie
von Gerhäuſer mitwirken.

Feuilleton.

* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Wie Reinhardt
Ritter der Ehrenlegion wurde erzählt der
Figaro in einem Brief des bekannten Theaterdirektors
Andre Antoine, in welchem dieſer folgendes mitteilt: Ge=
legentlich
des Banketts, das wir zu Ehren des Direktors
des Deutſchen Theaters, Profeſſor Max Reinhardt aus
Berlin, veranſtalteten, kam mir der Gedanke, im Mini=
ſterium
des Innern anzuregen, ob es nicht angezeigt wäre,
Max Reinhardt zum Ritter der Ehrenlegion zu ernennen.
Ich ſagte damals zum Miniſterpräſident Poincaré, eine
ſolche Auszeichnung des verdienken deutſchen Theatar=
direktors
ſei eine geeignete Antwort auf die zahlreichen
Liebenswürdigkeiten, die der deutſche Kaiſer gerade fran=
zöſiſchen
Künſtlern erwieſen habe. Daraufhin ſei denn
auch Reinhardt zum Ritter der Ehrenlegion ernannt
worden.
Spielplan der Frankfurter Theater. 1.
Opernhaus. Dienstag, 6. Aug.: Cavalleria ruſticana,
Der Bajazzo. Mittwoch, 7. Aug.: Der Roſenkavalier.
Donnerstag, 8. Aug.: Der Prophet. Freitag, 9. Aug.:
Alt=Wien. Samstag, 10. Aug.: Carmen. Sonntag, 11.
Aug.: Tiefland. Montag, 12. Aug.: Fräulein Teufel.
2 Schauſpielhaus. Mittwoch, 7. Aug., Wieder=
eröffnung
des Schauſpielhauſes: Alt=Heidelberg. Don=
nerstag
, 8. Aug.: Alt=Frankfurt. Freitag, 9. Aug.: Jung=
frau
von Orleans. Samstag, 10. Aug.: Der Biberpelz.
Sonntag, 11. Aug.: Das Tänzchen. Montag, 12. Aug.:
Zapfenſtreich. Dienstag, 13. Aug.: Der Biberpelz.
C K. Ein internationaler Taubſtummen=Kongreß. Das
Amphitheater Richelieu in Paris bietet in dieſen Tagen
einen unvergeßlichen Anblick. Angehörige aus aller Herren
Länder drängen ſich in großer Zahl durcheinander und
führen erregte Unterhaltungen, ohne daß ein einziger Laut
ertönt: der dritte internationale Taubſtummen=Kongreß

[ ][  ][ ]

Nummer 183.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Seite 3.

glied, das ihnen wieder im letzten Jahre einen ſo ſchönen
Lichtbildervortrag gehalten habe, freue es ihn, namens
des Vereins heute die Urkunde der Ernennung zum Ehren=
vorſitzenden
überreichen zu dürfen mit dem Wunſche, als
ſolchen ihn lange an der Spitze des Militärvereins Ger=
mania
zu ſehen. Nach einem dreifachen Hoch auf den
Ehrenvorſitzenden überreichten die Damen des Vereins
durch Frl. Seibel einen prachtvollen Blumenkorb. Der
Gefeierte dankte in herzlichen, beredten Worten unter der
Verſicherung, daß er ſtets gerne zur Stelle ſein wolle, wo
der Verein ſeiner bedürfe, und ſchloß mit einem drei=
fachen
Hoch auf Se. Majeſtät den Kaiſer und Se. Königl.
Hoheit den Großherzog. Angeregt verlief der Abend, be=
gleitet
von Muſik und Tanz.
* Die Stenographen=Vereinigung Gabelsberger hielt
im Fürſtenſaal ihre gut beſuchte Monatsverſammlung ab.
Der 2, Vorſitzende Herr Schneider, begrüßte die zahlreich
erſchienenen Gäſte und betrachtete es als ein Zeichen guter
Weiterentwickelung, daß wiederum 17 neue Mitglieder
aufgenommen werden konnten. Zu dem am 7. September
ſtattfindenden Stiftungsfeſte werden große Vorbereitungen
getroffen, namentlich wird eine ſtenographiſche Ausſtellung
für Stenographen und Laien von beſonderem Intereſſe
ſein. Nachdem noch verſchiedene Fragen geſchäftlicher
Natur ihre Erledigung gefunden hatten, hielt Tänz und
Geſang die Anweſenden noch lange in vergnügter Stim=
mung
beiſammen.
* Ein Schützenjubilar. Bei dem 17. Deutſchen
Bundes= und Goldenen Jubiläums=Schießen hat der
Jubilar von 1862, Herr Stationsaſſiſtent i. P. Georg
Mylius hier, Mitglied der Darmſtädter privilegierten
Schützengeſellſchaft, auf der Jubiläums=Scheibe einen
guten Treffer erzielt und ſich damit einen wertvollen
Preis erſchoſſen. Auch wurde ihm von Sr. Königl.
Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preußen die
Goldene Jubiläums=Medaille für 1862/1912 nebſt Diplom
überreicht.
* Preis=Schießen. Bei dem vom Kanarienklub
Darmſtadt veranſtalteten Preis=Schießen erhielten die
Herren Martin Müller den 1. Preis mit 34 Ringen,
Lange den 2. Preis mit 33 Ringen, Gg. Keil den 3. Preis
mit 33 Ringen, Georg Hahn den 4. Preis mit 32 Ringen
und=Stapf den 5. Preis mit 32 Ringen.
* Der Velociped=Klub Darmſtadt hat, ſo ſchreibt man
uns, wiederum glänzende Erfolge zu verzeichnen. Aus
Anlaß des 29. Deutſchen Radfahrerbundesfeſtes, das vom
2. bis 6. Auguſt in Braunſchweig ſtattfand, beſtritt die
aus den Herren Rud. Schmitt, C. Göttmann, L. Hax,
O. Hans, J. Seibert, Ernſt Damus, Georg Wittich und
W. Zimmermann beſtehende 1. Mannſchaft des Klubs
unter Leitung ihres Fahrwartes, Herrn H. Schlitt, die
Stab=Schmuckreigenkonkurrenz und erzielte dabei den
1. Preis. Dieſer Sieg bedeutet für den Velociped=Klub
Darmſtadt einen beſonderen Erfolg und ſtellt neben der
Tüchtigkeit der Mannſchaft dem leitenden Fahrwart ein
gutes Zeugnis aus.
* Darmſtädter Wochenmarkt. Für Landfuhrwerke
zum Wochenmarkt iſt eine Bekanntmachung des Ober=
bürgermeiſters
im heutigen Tagblatt von Intereſſe, das
die Aufſtellung der Wagen neu regelt.
§ Brand. Am Samstag abend gegen 10 Uhr iſt im
Hauſe Martinſtraße Nr. 53 ein Zimmerbrand aus=
gebrochen
, welcher durch die herbeigerufene Feuerwehr=
wache
alsbald wieder gelöſcht wurde.
Es geht uns dazu folgender offizieller Brandbericht
zu: Am Samstag abend 9 Uhr 30 Min. wurde der
Feuerwache gemeldet: Feuer in dem Hauſe Ecke der
Martin= und Ohlyſtraße‟ Dort war in dem Vorraum
zur Manſardenwohnung Feuer entſtanden, welches die
Treppe nach dem Dachboden ergriff, ſich von hier nach
dem Bodenraum ausdehnte und das Dachgebälk zum
Teil in Flammen ſetzte. Der Angriff erfolgte mit einer
Schlauchleitung durch das Treppenhaus. Durch ſehr
ſtarken Rauch und Hitze war den Feuerwehrleuten ein
Vordringen ſehr erſchwert, nur unter Nichtbeachtung
aller Gefahren war es möglich, den Brand zu löſchen
und den Dachſtuhl zu erhalten. Als Reſerve wurde eine
zweite Schlauchleitung in das Innere ausgelegt, die
Schiebleiter außen aufgerichtet und eine dritte Leitung
fertiggeſtellt. Beide Leitungen kamen nicht in Tätigkeit.
Die Räumungsarbeiten erforderten noch längere Arbeit.
Die Urſache war nicht ſogleich feſtzuſtellen. Es entſtand
insbeſondere Gebäudeſchaden. Die Feuerwache war zu=
rück
um 11 Uhr 15 Minuten.

§ Naturalverpflegungsſtation. Im Juli wurde
die Hilfe der hieſigen Naturalverpflegungsſtation von
154 mittelloſen Durchreiſenden in Anſpruch genommen.
Im vorhergehenden Monat Juni ſind 142 (oder weniger
12) Perſonen unterſtützt worden.
§ Aſyl für Obdachloſe. Im Juli wurde in dem
im Lokale des zweiten Polizeireviers in der Alexander=
ſtraße
errichteten Aſyl für Obdachloſe 262 Perſonen und
in demjenigen im Lokale des fünften Polizeireviers in
der Ludwigshöhſtraße 11 Perſonen, zuſammen 273 Per=
ſonen
, Obdach gewährt.
* Von einem Automobil überfahren wurde geſtern
in der Rheinſtraße eine Frau, die vor einem Wagen der
elektriſchen Straßenbahn die Straße überqueren wollte
und dabei, ohne auf die Zurufe eines Schutzmannes und
des Publikums zu hören, geradenwegs in das Automobil
hineinlief. Sie wurde zu Boden geworfen und erlitt er=
hebliche
Verletzungen, u. a. einen Oberſchenkelbruch. Den
Führer des Autos, der die Verletzte ins Krankenhaus
brachte, trifft keine Schuld.
§ Unfall. Am Sonntag vormittag kurz nach 6 Uhr
wurde dem 33 Jahre alten Hilfsweichenſteller Peter
Germann, hier, auf dem Oſtbahnhof beim Abſtoßen von
zwei Eiſenbahnwagen in ein Nebengeleis der rechte Fuß
vom Knöchel abgefahren. Der Verletzte iſt durch die Sa=
nitätswache
mittels Räderbahre alsbald in das ſtädtiſche
Krankenhaus verbracht worden.
§ Herzſchlag. Sonntag nachmittag kurz nach 12 Uhr
wurde der Lokomotivführer Valentin Werkmann,
hier, am Ernſt=Ludwigsplatz von einem Herzſchlag
betrofſen und war ſofort tot. Die Leiche iſt nach dem
ſtädtiſchen Friedhof verbracht worden.
* Ludwigshöhe. Ein Jubeltag für unſere Jugend
findet heute beim Kinder= und Familienfeſt ſtatt. Onkel
Willy aus dem Harz wird den lieben Kleinen viel
Freude machen. Vergnügen aller Art werden geboten
und zum Schluß iſt Preisverteilung. Die Kapelle
der 61er unter Herrn Webers Leitung konzertiert. (Siehe
Anzeige.)
* Reſtaurant Rummelbräu am neuen Bahnhof.
Heute Dienstag, den 6. Auguſt, abends 8 Uhr, findet
das zweite Dienstags=Konzert der Kapelle des Großh.
Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Herrn Webers Leitung
ſtatt. Wie bereits bekannt, ſollen die Konzerte regel=
mäßig
ſtattfinden und bei ungünſtiger Witterung durch
Streichmuſik im großen Saal erſetzt werden. Dutzend=
karten
haben auch zu den im Winter ſtattfindenden
Sonntags=Nachmittags=Konzerten Gültigkeit. (Siehe
Anzeige.)
* Reſidenztheater am Weißen Turm. Von heute ab
wird der große Frankfurter Schützenfeſtzug gezeigt. Neben
dieſem die beiden ſenſationellen Dramen Der Unglücks=
ſtein
und Was die Titanie lehrte. Für Heiterkeit ſor=
gen
die beiden humoriſtiſchen Films Der ſchlaue Kapi=
tän
Jenks und Familie Luſtig auf dem Waſſer‟ Der
belehrende und wiſſenſchaftliche Teil iſt durch die Natur=
aufnahmen
der Wochenchronik des Reſidenztheaters und
Das Dorf auf der Inſel Borneo vertreten. (S. Anz.)
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Am Dienstag, den
6. Auguſt, abends, konzertiert wieder die verſtärkte
Kapelle des Garde=Dragoner=Regiments unter Herrn
Mittelſtädts Leitung. Wie aus der Anzeige erſichtlich,
iſt das Programm ein ganz vorzügliches. Neben
klaſſiſcher Muſik ſind auch leichtere, heitere Stücke berück=
ſichtigt
worden, ſowie verſchiedene Soloſtücke für Tubus,
Companaphon und Trompete, zwei elſäſſiſche Bauern=
tänze
und zwei belebende Schlager, Potpourris von
P. Lincke. (Siehe Anzeige.)
* Heſſiſcher Hof. Morgen Mittwoch, den 7. Auguſt,
wird das Muſikkorps des Leibgarde=Regiments nach
14tägiger Abweſenheit die üblichen Konzerte wieder
aufnehmen. Das Programm iſt ſorgfältig gewählt,
ſo daß einige angenehme Stunden geſichert ſind. (Siehe
auch Anzeige.)

C. Pfungſtadt, 4. Aug. Heute morgen nahm Herr
Dekan Dr. Elz=Darmſtadt die Benediktion unſerer
neuen katholiſchen Kapelle unter großer Be=
teiligung
der hieſigen Gemeinde und auswärtiger Gäſte
vor. Das feierliche Hochamt zelebrierte Herr Kaplan
Moſer=Darmſtadt, während Herr Dekan Dr. Elz die
eindrucksvolle Feſtpredigt hielt. Das Großh. Kreisamt
war durch Herrn Regierungsrat v. Werner vertreten,
neben dem die meiſten Gemeinderatsmitglieder anweſend

waren, während Herr Bürgermeiſter Lang von Bad
Nauheim aus ein herzliches Glückwunſchtelegramm
ſandte. Am Nachmittag weihte Herr Kanzleidirektor
Geiſtl. Rat Moſer=Mainz die neuen Kreuzwegſtationen
ein. Am Abend ſchloſſen ſich in drei Lokalen Feſtver=
ſammlungen
an. Erwähnt ſei dabei beſonders die Feſt=
rede
des Herrn Pfarrkurat Daus=Eberſtadt und die
Mitwirkung des Darmſtädter katholiſchen Männer= und
Arbeitervereins. Die ſchöne Feier wird der katholiſchen
Gemeinde unvergeßlich bleiben.
tt. Dieburg, 5. Aug. Bei dem diesjährigen deutſchen
Athleten=Verbandsfeſt in Frankfurt a. M.
beteiligten ſich auch die Gebrüder Otto von hier. In
den Wurf= und Stoßübungen leiſteten ſie Vorzügliches.
Vor allem iſt zu bemerken, daß in ſämtlichen Uebungen
die Meiſterſchaft von Deutſchland ausgefochten wurde.
So errang Joſeph Otto verſchiedene Meiſter=
ſchaften
. Für die höchſte Punktzahl erhielten die Gebrü=
der
Otto den Großen Preis der Stadt. rankfurt a. M.
im Werte von 400 Mark. Franz Klein, der ſich auch an
den Wettkämpfen beteiligte, errang die 3. und 4. Meiſter=
ſchaft
, je eine ſilberne Medaille.
A Beerfelden, 3. Aug. Verfloſſene Nacht wurde hier
an drei Stellen eingebrochen: bei Wirt und
Bäcker Eckhardt, bei Metzger und Wirt Neuer zur Glocke,
und bei Witwe Hofmann, Spezereigeſchäft. An erſt=
genanntem
Orte fand der Einbrecher nur Backwaren. Er
ſchnitt ſich ein tüchtiges Stück von einem Laib ab, wickelte
es ſäuberlich in die neueſte Nummer der St. Pr. und
verlor das angebiſſene Stück beim Ueberſteigen eines
Tores beim dritten Einbruch. Bei Neuer zur Glocke ge=
riet
der Burſche ins Schlafzimmer; ganz in der Nähe der
Betten war er an der Giebelſeite des Hauſes eingeſtie=
gen
. Die erwachende Frau verſcheuchte ihn und er ent=
wich
durch das Fenſter. Bei der Witwe Hofmann ſtieg er
auch an der Giebelſeite ein, erbrach die Kommode und ſtahl
etwa 100 Mark in Silbergeld; das Kleingeld in der
Ladenkaſſe, etwa 3 Mark, fand ſich noch vor. Der letzte
Einbruch geſchah kurz vor 4 Uhr. Der Dieb ſtellte die
Uhr um dieſe Zeit, um das Schlagen zu vermeiden. Es
ſcheint ein ganz abgefeimter Spitzbube zu ſein. Die
Fußeindrücke beim Ein= und Ausſteigen vermied er durch
Unterlegen eines Lappens bezw. eines Stückes vom
Fenſtervorhang, den er zu dieſem Zweck abriß. Der von
Darmſtadt requirierte Polizeihund konnte leider eine
Fährte nicht aufnehmen. Bis jetzt fehlen alle Anhalts=
punkte
, die zur Ergreifung des frechen Diebes führen
könnten.
S. Bensheim, 4. Aug. Auf Einladung des Vorortes
Bad Nauheim fand heute hier eine Sitzung des Ver=
bandes
heſſiſcher Verkehrsvereine ſtatt.
Die Verhandlungen wurden um 10,45 Uhr durch den
erſten Vorſitzenden Rechtsanwalt Stahl=Bad Nauheim
mit einer Brgrüßungsanſprache eröffnet. Des verſtorbenen
Kommerzienrats R umpler wurde durch Erheben von den
Sitzen ehrend gedacht. Herbſt=Worms entbot der
Verſammlung den Gruß des Verkehrsvereins Worms,
Regierungsraſt Du. Löslein=Bensheim und Regie=
rungsaſſeſſor
Pabſt=Darmſtadt begrüßten die Ver=
ſammlung
, erſterer namens des Kreisrats, letzterer im
Auftrage des Provinzialdirektors, die am Erſcheinen ver=
hindert
waren. Für die Stadt Bensheim begrüßte Bei=
geordneter
Schumann, Geh. Schulrat Geiger in Vertre=
tung
des Vorſitzenden des Bensheimer Ver=
ſchönerungsvcreins
die Gäſte. Wallimann=
Bad Nauheim verlas den Geſchäftsbericht, der
über die innere Tätigkeit Aufſchluß gibt.
Stadtverordneter Stemmer=Darmſtadt riet zu korpo=
rativem
Beitritt zum Bunde deutſcher Verkehrsvereine.
Herbſt=Worms verwies demgegenüber auf den November=
Beſchluß, demzufolge das Verhältnis ſo bleiben ſolle wie
es iſt. Stoll=Bad Nauheim legte als Schatzmeiſter die
Rechnung ab. Hiernach betragen die Einnahmen 545,72
Mark, die Ausgaben 269,62 Mark, ſodaß ein Kaſſen=
beſtand
von 276,10 Mark vorhanden iſt. Auf mehrſei=
tigen
Antrag wurde der Verkehrsausſchuß der Bergſtraße
für die nächſten zwei Jahre als Vorort beſtimmt. Bei
dieſer Gelegenheit fand die Großzügigkeit der geleiſteten
Arbeit dieſes Ausſchuſſes allerſeits Anerkennung. Sie=
ben
=Auerbach referierte über die Zweckmäßigkeit von
Kollektiv=Annoncen, deren Vorteile in erheblicher Verbil=
ligung
für den einzelnen Ort liegen, während ſie ander=
ſeits
die gemeinſamen Vorzüge der ganzen Gegend in
unparteiiſcher Weiſe dem großen Publikum regelmäßig

hält ſeine Tagungen. Aus den Vereinigten Staaten ſind
ewa ein Dutzend Delegierte da, 40 aus England. Die
Deutſchen, Oeſterreicher, Italiener, Belgier, Skandinavier,
Spanier, Portugieſen, Schweizer und Japaner ſind ver=
treten
. Der Kongreß erhält dies Jahr ſeine beſondere Be=
deutung
durch die Feier des 200. Geburtstages des Abbé
de l'Epée, des großen Taubſtummenlehrers, der das fran=
zöſiſche
Syſtem der Erziehung durch Zeichenſprache
begründet hat. Die Sitzungen wurden durch eine Rede des
franzöſiſchen Staatsſekretärs Morel eröffnet, deren
tönende Worte aber wirkungslos verhallten, bis der Dol=
metſcher
Omnés ſie mit erſtaunlicher Geſchwindigkeit in die
Zeichenſprache übertragen hatte. Da erſt wurde in der
ſeltſam ſtillen Verſammlung wieder und wieder ſtarker
Applaus durch Händeklatſchen laut. Die meiſten An=
ſprachen
vollzogen ſich in lautloſer Stille. Die Delegier=
ten
redeten in der Zeichenſprache und der Beifall ihrer
Schickſalsgenoſſen kündete ihnen an, daß ſie auch ohne
Worte verſtanden wurden. Die tiefe Ruhe, die in den
Diskuſſionen dieſes Kongreſſes herrſcht, wird nur bis=
weilen
in ſeltſamer Weiſe durch die unartikulierten Laute
unterbrochen, in denen Taubſtumme gelegentlich mit ſich
ſelbſt reden. Beſonders die Anſprache eines türkiſchen
Taubſtummen, die mit außerordentlicher Ruhe der Geſte
höchſte Klarheit verband, war ein Triumph pantomimiſcher
Kunſt und erregte die Bewunderung der andern. Das
Hauptthema der Verhandlung war die Erörterung der
Vorzüge und Nachteile der Zeichenſprache. Sie gewährt
ein wundervolles Mittel für die Taubſtummen, um ſich
untereinander zu verſtändigen, aber ſie ſchließt ſie von der
redenden Umwelt ab. Deshalb hat man geſagt: das
Zeichen iſt ein Unglück für den Taubſtummen. Auf dem
Kongreß wurde eine Methode vorgeführt, durch die die
Taubſtummen lernen, ſich mit dem Munde verſtändlich zu
machen und das Wort von den Lippen der andern abzu=
leſen
.

* Schlupfweſpen für Amerika. In der Köpenicker
Forſt am Müggelſee ſammelte in letzter Zeit, wie das
Dampfboot berichtet, ein junger amerikaniſcher Forſt=
efliſſener
, der von der Forſtakademie Eberswalde kam,
mit behördlicher Genehmigung Inſekteneier ein. Es han=
delte
ſich um die Eier (Kokons) der Schlupfweſpe, die nach
lmerika geſchickt werden. Die Wälder und Park=
anlagen
im Lande des Dollars leiden ſchwer unter der
Plage des Schwammſpinners. Alle Mittel zur Bekämpf=
ung
des Schädlings waren bisber erfolglos; man will es

daher jetzt mit der Schlupfweſpe verſuchen, die zu dieſem
Zwecke in großen Mengen gezüchtet werden ſoll. Die
Schlupfweſpe ſticht die Raupe oder Puppe anderer In=
ſekten
an, beſonders die des Schwammſpinners, um in
dem Leibe des Tieres ihre Eier abzulegen. Die Raupe
oder Puppe ſtirbt dann ab von den Larven aufge=
zehrt
und an ihrer Stelle ſieht man nach dem Abfall
der Hülle ein Häufchen weißglänzender Schlupfweſpen=
kokons
. Um dieſe Brut zu gewinnen, hat die Union er=
hebliche
Mittel ausgeworfen. Wie am Müggelſee, ſo ſind
auch in anderen deutſchen Forſtgebieten Beauftragte der
Union mit dem Eierſammeln beſchäftigt. Mit Einführung
der Schlupfweſpe in Amerika würde Deutſchland den
Yankees das Geſchenk des Kartoffelkäfers und der Reb=
laus
in edelſter Weiſe vergelten.
Wenn Homer ſchläft. Seine umfangreiche
Sammlung von Entgleiſungen und unfreiwilligen Witzen
der Dichter und Schriftſteller ſetzt Albert Cim in der Revue
fort, und zwar kreidet er diesmal den Romanſchriftſtellern
allerlei Gedankenloſigkeiten an. Der ältere Alexander
Dumas hat mit ſeiner fixen Feder ſo unendlich vielen
Ausſtellungen Anlaß gegeben; aber noch ſind Stelletz ſelten
wie die aus dem Halsband der Königin, wo ein geheim=
nisvoller
Fremder in einer aufregenden Situation ſich fol=
gendermaßen
äußert: Oh! Oh! murmelte Don Manuel
portugieſiſch. Balzac ſchreibt in Couſine Bette‟ Der
Polizeikommiſſär antwortete ſchweigend: Sie iſt nicht
wahnſinnig. Ein andermal läßt er einer Perſon, der die
Augen feſt verbunden ſind, ſodaß ſie nicht ſehen kann, fol=
genden
ſeltſamen Rat erteilen: Paſſen Sie gut auf, ver=
lieren
Sie keins meiner Zeichen aus dem Auge. Noch
unmöglicher ſind Sätze wie die folgenden: Der blinde
König von Hannover mußte mit anſehen, wie ſein König=
reich
Preußen einverleibt wurde (aus einer Erzählung
von John Lemoine) und: Ginibre, ein ehrlicher Blin=
der
wirft einen melancholiſchen Blick auf die leere
Flaſche (aus Pécaire von Pouvillon). Der Groß=
rabbiner
von Frankreich, Iſidor, obwohl durch einen Anfall
von Paralyſe zur Stummheit verdammt, wollte doch nicht
unterlaſſen, ſeine Stimme im Gebet zu Gott zu erheben,
heißt es in einem andern Roman. Sehr zahlreich ſind die
Entgleiſungen in Murgers Zigeunerleben Die
ſchönſte Stellung eines menſchlichen Weſens, heißt es da
z. B., iſt die des Mannes, der ſich über ſein Werk beugt,
um vor ſich ſelbſt aufrecht zu ſtehen. Bei einer Billard=
ſzene
erzählt Alfred Aſſolant: Sie traten zuſammen und

hielten die Queues in der Hand, um beſſer zu hören.
Trotz ſeines unnermüdlichen Feilens ſind auch Flau=
bert
eine große Menge ſolcher Faux=Pas paſſiert. Den
Anzug eines Prieſters in Bouvard und Péouchet ſchil=
dert
er folgendermaßen: Sein Meßgewand von apfel=
grüner
Farbe, mit Lilien reich beſtickt, war himmelblau.
In Madame Bovary werden einmal 75 Frs. in lauter
40 Sous=Stücken ausgezahlt; aber die Erklärung dafür iſt
uns der Dichter ſchuldig geblieben, wie man 75 Frs. in 2
Frs.=Stücken bezahlen kann. Daudet ſchreibt im Tar=
tarin
de Tarascon den Arabern phänomenale Kinnbacken
zu: 4000 Araber liefen hinterher, mit nackten Beinen,
heftig geſtikulierend, ſinnlos lachend, und ließen in der
Sonne ihre 600000 weißen Zähne leuchten. Dabei
kämen auf jeden Araber gerade 150 Zähne. Kühn iſt es,
wenn Ferdinand Fabre in Barnabé ſchreibt: Der Stoff
zu lebhaft geſpannt, ſtieß einen Schrei aus. Frangois
Coppée erzählt: Sie ſaß zwiſchen ihren Töchtern, zwei
Zwillingen, von denen der eine wie der andere 18 Jahre
alt waren. Im Mannequin d’oſier entſchlüpft Ana=
tole
France folgender hinkender Vergleich: Du ſiehſt
die Republik zwiſchen den Mächten ſchwimmen, wie ein
Perlhuhn zwiſchen einer Schar Möwen, wobei der Dich=
ter
augenſcheinlich das Perlhuhn für einen Seevogel hält.
Zu ergötzlichen Mißverſtändniſſen hat die Venus von
Milo den Dichtern Anlaß gegeben. Nicht nur, daß einer
den Fundort Milo für einen Künſtler, deſſen Ruhm die
Jahrhunderte überdauert, erklärt, auch die Hände und
Arme der armloſen Statue haben oft zu ſchönen Ver=
gleichen
herhalten müſſen. So ſchreibt Amédée de Baſt:
Er drückte auf ihre Hand, weiß und weich wie die der
Venus von Milo, den ehrerbietigſten der Küſſe. Und
Jules de Gaſtyne: Sie hob ihren weißen Arm, geformt
wie der Arm der Venus von Milo, leuchtend wie der
Marmor. Derſelbe Autor läßt einen Neger erblaſſen.
Die Schlankheit der Taille ſeiner Heldin ſchildert Charles
Mérouvel: Eine Männerhand hätte ſie mit ihren zehn
Fingern umſpannen können. Andere ſolcher Stilblüten
ſind: Daniel antwortete nicht; es war das erſte Mal, daß
er ſo zu ſeinem Vater ſprach. Sie ſchnarchten, wie nur
die reinen Herzen ſchnarchen. Er war 70 Jahre und ſah
doppelt ſo alt aus.
B.B. Die Hotelinſpektorin hat ſich im Hotelweſen
überaus ſchnell eingebürgerk. Diefer Frauenberuf ttrat
vor drei Jahren zum erſten Male in die Erſcheinung und

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Nummer 183.

vor Augen führen. Kommerzienrat Schmahl=Mainz be=
richtete
unter Ablegung der Rechnung über die Heſſen=
Sondernummer der Leipziger Illuſtrierten Zeitung. Es
wurden zu dieſem Zwecke 5534 Mark ſeitens der Ver=
eine
, Kreiſe, Städte und Intereſſenten aufgebracht, wo=
von
4343 Mark verbraucht ſeien. Der Ueberſchuß redu=
ziere
ſich noch durch Rückvergütungsanſprüche, ſodaß
etwa 800900 Mark verbleiben würden. Webel=Mainz
berichtete über die Haupt=Jahresverſammlung des Bun=
des
deutſcher Verkehrsvereine in Kaſſel und gab ein Bild
von der Tätigkeit des Bundes und deſſen finanziellen
Standes. Sieben=Auerbach berichtete über die Tätigkeit
des Verkehrsausſchuſſes der Bergſtraße, deſſen nach den
modernſten Grundſätzen durchgeführte Organiſation durch
die erzielten Erfolge vielfach vorbildlich wirke. Weid=
mann
=Neu=Iſenburg ſprach namens des Bezirksvereins
Weſtend, dem Vorort des Verkehrsverbandes der Strecke
Frankfurt-Darmſtadt. Kommerzienrat Schmahl=Mainz
verbreitete ſich über die innere Tätigkeit des Verkehrs=
vereins
Mainz, die er zahlenmäßig erläuterte. Stemmer=
Darmſtadt bat der vorgerückten Zeit halber von ſeinem
Bericht über den Darmſtädter Verkehrsverein Abſtand zu
nehmen. Hauptlehper Chantre berichtete als Vertreter des
Geſchichts= und Verkehrsvereins Dreieichenhain. Wallmann=
Bad Nauheim berichtete über das zur Zeit in Bad
Nauheim ausgeſtellte Diorama. Es wurde vorgeſchla=
gen
, dasſelbe in Bad Nauheim ſo lange als möglich zu
belaſſen, dem Arbeitsausſchuß ſoll ſpäter die Verwen=
dung
desſelben überlaſſen bleiben. Zum letzten Punkt
der Tagesordnung Verſchiedenes empfahl der Vor=
ſitzende
, die Zeitſchrift Deutſchland zu Inſertionszwecken.
Dr. Weißmann=Lindenfels und Geh. Schulrat Geiger=
Bensheim kamen noch zum Wort, letzterer gedachte der
Staub= und Schnakenplage, ſowie der Beläſtigung durch
Lärm und regte deren Unterbindung an. Dr. Koppe=
Seeheim wünſchte auch in den Schriften und Verhandlun=
gen
der Verkehrsvereine Weglaſſung aller Fremdwörter.
Damit ſchloſſen die Verhandlungen um 2 Uhr. Der
Sitzung folgte ein gemeinſchaftliches Eſſen. Die Stadt
Bensheim hatte anläßlich der Tagung reichen Flaggen=
ſchmuck
angelegt.
* Oppenheim, 4. Aug. Nächſten Sonntag, 11. Auguſt,
ſoll hier das Jahresfeſt der Inneren Miſſion
für Rheinheſſen ſtattfinden. Im Feſtgottesdienſt
nachmittags 2 Uhr wird Pfarrer Durſt=Armsheim
die Predigt halten. In der Nachfeier, die bei ſchönem
Wetter auf der Landskrone ſtattfinden ſoll, will Pfarrer
Glock über die Anſtalten der Inneren Miſſion in Nie=
der
=Ramſtadt und Liz. Gengnagel, Vereinsgeiſt=
licher
der Inneren Miſſion, über die Mitarbeit der Ge=
meinden
, insbeſondere der Frauen am kirchlichen Ge=
meindeleben
, reden. Sowohl beim Feſtgottesdienſt als
auch bei der Nachfeier werden der Chorverein und der
Poſaunenchor von Oppenheim mitwirken. Zu recht zahl=
reichem
Beſuch des Feſtes ſind alle Freunde der Inneren
Miſſion herzlich eingeladen.
Nieder=Mörlen, 5. Aug. Vor über 8 Tagen wurde
im Frauenwalde die Leiche eines jungen Mannes
mit einem Schuſſe in der linken Bruſtſeite aufgefunden
und nach Beſichtigung durch den Kreisarzt auf dem
hieſigen Friedhofe beerdigt. Nach den angeſtellten Er=
mittlungen
hat ſich ergeben, daß der Tote ein Bankbeam=
ter
aus Köln iſt und beauftragt war, mit einem Zwei=
ten
einen Geldbetrag von 70000 Mark nach Straßburg
zu bringen. Die Reiſeroute war den Leuten vorge=
ſchrieben
von Köln nach Gießen-Frankfurt-Kreuznach=
Straßburg. In Bad Nauheim ſtiegen ſie aus, um ſich die
Stadt anzuſehen. Von dieſer Zeit an iſt der Begleiter
des Erſchoſſenen verſchwunden und mit ihm die 70000
Mark. Da der hier weilende Vater annimmt, daß an
ſeinem Sohn ein Verbrechen begangen worden iſt, wur
von dem Amtsgericht Antrag auf Ausgrabung der
Leiche bei der Staatsanwaltſchaft zu Gießen geſtellt.
Mainz, 5. Aug. In der letzten Sitzung der
Stadtverordneten wurden die beiden neuge=
wählten
beſoldeten Beigeordneten Gündert und Dr.
Külb, nachdem ſie die Beſtätigung der Regierung
erhalten, in ihre Aemter eingeführt und eidlich ver=
pflichtet
. Die Stadtv. Zeeh und Heerdt interpellierten
wegen eines in der Stadt verbreiteten Gerüchts, wo=

nach Herr v. Waldthauſen neuerdings verſuche, ſein
Beſitztum im Gonſenheimer Wald zu vergrößern. Die
Redner waren der Anſicht, daß die Stadtverwaltung
alles aufbieten müſſe, damit der einzige Wald, den
Mainz beſitze, nicht geſchmälert werde. Wie der Ober=
bürgermeiſter
und Juſtizrat Dr. Schmitt erklärten, will
Herr v. Waldthauſen die Kreisſtraße verlegt haben, um
nicht den zudringlichen Beobachtern an ſeinem Schloſſe
ausgeſetzt zu ſein. Der Vorſitzende verſprach, die Verſamm=
lung
auf dem Laufenden zu halten. Für die Erbauung der
proviſoriſchen Kläranlage am ehemaligen Rheintor
wurden, nachdem die Regierung ihre Genehmigung
dazu erteilt, 60000 Mk. bewilligt. Für den geplanten
Bau einer neuen katholiſchen Kirche in der
Neuſtadt wurde ein Bauplatz im Werte von 207700 Mk.
gratis zur Verfügung geſtellt. Es wurde dabei be=
ſchloſſen
, daß in Zukunft keiner Konfeſſion, gleichviel
welcher, mehr Bauplätze gratis überlaſſen werden.
Mainz, 5. Aug. Am Mittwoch abend um ½10
Uhr marſchierte das Infanterie=Regiment Nr.
87 zu einer nächtlichen Uebung aus. Im Gonſenheimer
Wald, bei dem Schloſſe des Frhrn. v. Waldthauſen, be=
gann
der Kriegszuſtand: feindliche Truppen machten die
Gegend von Mombach und Gonſenheim unſicher. Durch
Patrouillen wurde feſtgeſtellt, daß der Feind die Gaſtell=
ſche
Fabrik und die Mombacher Plantage beſetzt hielt
und ſich durch Drahthinderniſſe geſichert hatte. Während
die Bataillone im Gonſenheimer Wald am Rande des
Großen Sandes in gedeckter Stellung lagen, wurden
die Drahthinderniſſe im Schutze der Nacht zerſtört, ſo
daß gegen 3 Uhr morgens zum Angriff über den Großen
Sand geſchritten werden konnte. Kaum hatte aber der
böſe Feind dieſe ſchlechte Abſicht bemerkt, als er ſofort
das Gelände mit Leuchtraketen und Scheinwerfern ab=
leuchtete
, ein Schauſpiel, das trotz der nächtlichen Stunde
zahlreiche Zuſchauer aus Gonſenheim auf den Sand
lockte. Ohne einen Schuß abzugeben, wurde aber die
vorher von Patrouillen abgeſteckte Sturmſtellung einge=
nommen
und von dort aus mit lautem Hurra in glän=
zendem
Sturmlauf der Feind über den Haufen gerannt
Gegen 5 Uhr kehrte das Regiment wieder zur Kaſerne
zurück.
Weiſenau, 4. Aug. Heute nacht gegen 12 Uhr wurde
der Heizer Scholles in bewußtloſem und ſchwer ver=
letztem
Zuſtande an der Rheiniſchen Brauerei aufgefun=
den
; er iſt anſcheinend die 5 Meter hohe Umfaſſungs=
mauer
herabgeſtürzt. Scholles hatte ſchwere Kopf=
verletzungen
und ſtarb auf dem Wege Zum Hoſpital.
Nierſtein, 5. Aug. Der Altpolizeidiener Rudolph
ſtürzte von einer Leiter, brach ein Bein und war auf
der Stelle tot. Da man ſonſt keine Verwundungen
finden konnte, nimmt man an, daß er, als er auf der
Leiter ſtand, plötzlich einen Schlaganfall erlitt. Der
Verunglückte war 77 Jahre alt.
(*) Vom Vogelsberg, 4. Aug. Der älteſte Einwoh=
ner
im Vogelsberg, Herr Heinrich Bläſer, iſt in
Maar im Alter von faſt 100 Jahren geſtorben.

iſt jetzt in den größeren Hotels etwas Selbſtverſtändliches
Durch die Flucht der großen Korridors ſieht der Hotelgaſt,
wenn er zufällig ein Frühaufſteher iſt, ſchon beim Mor=
gengrauen
eine Dame wandeln, die mit kritiſchem Blick
die Arbeit der Stubenmädchen und Hoteldiener muſtert.
Das iſt die Frau Hotelinſpektorin, deren Tätigkeit ſchon
bei Nacht beginnt und die für die innere Einrichtung der
Zimmer verantwortlich iſt. Will ein Hotelgaſt ſein auf
längere Zeit gemietetes Zimmer nach beſonderen Wün=
ſchen
ausgeſtattet haben, ſo iſt es die Frau Hotelinſpek=
torin
, die mit feinem weiblichen Gefühl das Richtige trifft.
Hierzu kommt, daß es den weiblichen Hotelgäſten ange=
nehmer
iſt, Spezialwünſche einer Frau als einem Manne
zu offenbaren. Während des ganzen Tages muß die Hotel=
inſpektorin
ſelbſtverſtändlich die Kontrolle über das Per=
ſonal
ausüben. Zu dieſem Zweck löſt ſie ſich mit einer
Kollegin ab. Die Wertſchätzung dieſer Dame erhellt auch
daraus daß der Internationale Verband der Hotelbeſitzer
einen beſonderen Stellennachweis für dieſe Hoteldamen
eingerichtet hat.
* Dresden=Germany. Im Vogelsberg erſcheint
ſeit etwa einem Vierteljahre eine Monatsſchrift Friſch=
auf
. Das hübſche kleine Blättchen wird gedruckt in
Schotten und redigiert in Laubach. Es iſt in erſter
Linie ja wohl faſt ausſchließlich für die Mitglieder des
Vogelsberger Höhenklubs beſtimmt. Friſch=
auf
hat auch einen Anzeigenteil und in dieſem findet ſich
in letzter Nummer die Anzeige einer Dresdener Firma
H., die echte Straußenfedern empfiehlt, dabei ihre Adreſſe
mit Dresden 179, Germany angibt. Das ausge=
rechnet
den biederen Bewohnern des Vogelsberges und
den Wanderern, die ſeine Höhen und Täler lieben, echte
Straußenfedern angeboten werden, iſt ſchließlich Sache
der Firma H daß dieſe ſich aber verpflichtet hält, die=
ſelben
Vogelsberger und dieſelben Wanderer, durch
Sperrdruck dahin zu belehren, daß die ganz unbekannte
Stadt Dresden nicht etwa in Deutſchland, ſondern
in Germany liegt, verdient ſicher höchſte Anerken=
nung
. Inſofern die Sache nicht auch ſo zu erklären ſein
könnte, daß die Firma H. in Dresden=Germany der
Meinung iſt, unſer lieber alter urheſſiſcher Vogelsberg
ſei eine engliſche Kolonie, So weit geht unſere Ver=
brüderungsſehnſucht
mit den lieben Vettern denn doch
noch nicht.
* Kein Alibi. Die Angeklagte ſo ſagt der Vertei=
diger
mit Betonung, kann beweiſen, daß zu der Zeit, wo
das Verbrechen begangen wurde, das Mädchen ihr Haar
kämmte. Das, erwiderte der Richter, wäre nur ein
Alibi für ihr Heax aber nicht für ſie ſelbſt.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 4. Aug. Einen Aus=
flug
von Franzoſen nach Berlin, für den ſich
in Paris und anderen franzöſiſchen Städten eine große
Beteiligung kundgab, veranſtaltet in der kommenden
Woche das hier erſcheinende Journal d’Allemagne. Die
Anmeldungen weiſen über 2000 Perſonen auf, aber die
preußiſche Eiſenbahndirektion ſowohl als auch die Nord=
bahngeſellſchaft
zu Paris erklärten, nicht mehr als drei
Sonderzüge nach Berlin jetzt in der Reiſezeit einlegen
zu können, ſo daß man zurzeit nur 1200 Perſonen be=
fördern
kann. Die Sonderzüge treffen am Freitag, 9.
Auguſt, morgens zwiſchen 7 und 8 Uhr, in Berlin ein.
An der Reiſe nehmen zahlreiche Deputierte, Senatoren,
Univerſitätsprofeſſoren, Induſtrielle, Kaufleute, Architek=
ten
und Aerzte teil. Vorausſichtlich findet Ende Auguſt
ein zweiter Maſſenbeſuch ſtatt. Großes Aufſehen er=
regen
Unterſchlagungen, die bei einer der bekann=
teſten
Organiſationen vaterländiſcher Stiftungen verübt
worden ſind. Der Geſchäftsführer Rolf der deutſchen
Kanzlei, die u. a. die Bismarck= und Felix Dahn= Stift=
ung
umfaßt, entpuppte ſich als ein raffinierter
Schwindler, der in Wirklichkeit Rudolf Lenzer heißt
und mit Zuchthaus vorbeſtraft iſt. Der Vorſitzende der
deutſchen Kanzlei, Notar Dr. Hahn, ſtellte feſt, daß Rolf
Urkundenfälſchungen und Unterſchlagungen begangen hat.
Er übergab die Angelegenheit der Staatsanwaltſchaft
und es ſtellte ſich heraus, daß Rolf bereits eine verbreche=
riſche
Vergangenheit hat. Die genaue Höhe der Unter=
ſchlagungen
ſteht noch nicht feſt. Es ſoll ſich um 3040000
Mark handeln, um welche die zur Kanzlei gehörenden
Vereine geſchädigt ſind.
München, 5. Aug. In Reutrain, ſüdlich des Tegern=
ſees
, wird demnächſt mit dem Bau eines Schloſſes
für Herzog Luitpold in Bayern begonnen. Das
Schloß kommt 160 Meter über dem See auf eine ausge=
ſprengte
Terraſſe der Ringſpitze zu ſtehen (910 Meter
über dem Meere). Nach den Plänen, die zum Teil vom
Bauherrn ſelbſt entworfen wurden, gruppiert ſich der
Schloßbſau quadratiſch um einen Architekturgarten. Dem
Bauquadrat iſt gegen die von Südweſt kommende Auf=
fahrt
ein maſſiger Turm (mit Motiven von der Traus=
nitz
) vorgelagert. Das Schloß wird aus Bruchſteinen
vom Bauplatz errichtet und ſoll heuer noch unter Dach
kommen.
Leipzig, 5. Aug. Der wegen Spionage ver=
haftete
ruſſiſche Oberſt Nikolski, der in Be=
ziehungen
zu dem Hauptmann Koſtewitſch ſtehen ſoll,
wurde am Samstag abend gegen eine Kaution von 5000
Mark aus der Haft entlaſſen.
Wetzlar, 5. Aug. Geſtern nachmittag um 5 Uhr
wurde auf der Steindörfer Chauſſee das ſechsjährige
Mädchen des Metzgermeiſters Löb von einem Auto=
mobil
überfahren und ſofort getötet. Den
Chauffeur trifft keine Schuld.
Eckernförde, 5. Aug. Zu der Verhaftung der
Engländer wird noch gemeldet: Die Jacht iſt ſchon
am Freitag auf der Außenförde von Eckernförde bemerkt
worden. Sie trägt keinen Namen und hat auch keine
Nummer. Sie führt nur ein kleines, unſcheinbares und
bisher nicht bekanntes Klubabzeichen. Sie iſt nach Art
der Nordſee=Fiſcherkutter gebaut und hat eine Dampf=
maſchine
. Die Kollbeamten wurden auf die Jacht auf=
merkſam
, als ſie am Samstag abend die Zoll=Linie paſ=
ſierte
, ohne ſich vorſchriftsmäßig anzumelden. Die ver=
hafteten
fünf Leute geben ſich als Sportsleute aus und
gehören offenbar zur guten Geſellſchaft. Einer will
Rechtsanwalt, einer Photograph, einer Marinemaler,
einer Arzt und der fünfte Ingenieur ſein. Bei der Durch=
ſuchung
der Jacht, die am Samstag vormittag im Bei=
ſein
des Staatsanwalts vorgenommen wurde, ſollen ſich
außer den Schiffs= und Küſtenforts=Aufnahmen Photo=
graphien
der im Bau befindlichen Schleuſen von Bruns=

büttel und Holtenau mit der Anſicht eines Spezialſchiffes
der deutſchen Marine befinden. Gegenwärtig liegt die
Jacht unter Bewachung am Bollwerk in Eckernförde.
Binz, 5. Aug. Das bei dem Brückeneinſturz
gerettete Fräulein Aßmann aus Dresden, deſſen Mutter
ertrunken iſt, iſt geſtern an den Folgen des Unfalles ge=
ſtorben
. Die Dame hatte ſich eine Lungen= und Bauch=
fell
=Entzündung zugezogen; auch war ihr Geiſt ſeit dem
Unfall getrübt.
Innsbruck, 5. Aug. Die Nachforſchungen nach dem
vermißten Dresdener Studenten Karl v. Kirchbach
haben ergeben, daß der Genannte am 15. Juli in Pufels
genächtigt hat, um den Puflatſch zu beſteigen und auf
dieſer Strecke zu den Seiſer Alpen zu kommen. Da
v. Kirchbach dort nicht eingetroffen iſt, kann er nur in den
ſteilen Hängen des Berges verunglückt ſein.
Rom, 5. Aug. Am Sonntag vormittag 6 Uhr begann
ſich vom nordweſtlichen Gipfel des Aetna eine dicke
Rauch= und Flammenſäule zu entwickeln, die von ſtar=
kem
Aſchenregen und Lava begleitet war. Wie die Unter=
ſuchung
ergab, hat ſich ein großer neuer Krater gebildet.
In Catania wurde ein ziemlich heftiger Erdſtoß mit
unterirdiſchem Grollen verſpürt, der unter der Bevölker=
ung
eine Panik hervorrief, ohvohl irgend ein Schaden
nicht angerichtet wurde.
Krakau, 4. Aug. In der Nähe von Krakau wurden
vor zwei Tagen aus den hochgehenden Fluten der Weich=
ſel
die Leichen zweier gutgekleideter alterer Mäd=
chen
herausgezogen. Zwei Ingenieure, die eine Kahn=
partie
gemacht, hatten die mit Stricken zuſammengebun=
denen
Leichen bemerkt und geborgen. Am Freitag ge=
lang
es, die Identität der Selbſtmörderinnen feſtzuſtellen.
Es ſind zwei Schweſtern Hedwig und Johanna Wylckz=
lowska
, 40 und 42 Jahre alt. Die beiden unglücklichen
Mädchen waren vor einigen Jahren aus Ruſſiſch=Polen
nach Lemberg gekommen und hatten den Reſt ihres elter=
lichen
Vermögens einige tauſend Kronen einem
Verwandten zur Verwaltung übergeben. Dieſer unter=
ſchlug
ihr Geld, und nun ſtanden die beiden Schweſtern
vor der bitterſten Not. Anfangs wurden ſie von Ver=
wandten
unterſtützt, als aber die Quellen verſiegten,
litten die beiden alternden Mädchen buchſtäblich Hunger.
Wiederholt nahmen ſie die öffentliche Mildtätigkeit in
Anſpruch, und ſchließlich gingen ſie ſogar von Haus zu
Haus, Unterſtützungen erbittend. Vor einigen Tagen
wurden ſie nun von der Polizei wegen Bettelns
feſtgenommen und am Montag hätte eine Gerichts=
verhandlung
gegen ſie ſtattfinden ſollen. In wahnſinni=
ger
Angſt vor dieſer Verhandlung beſchloſſen ſie, gemein=
ſam
in den Tod zu gehen. Für die letzten erbettelten
Kronen fuhren ſie nach Krakau, gingen ans Ufer der vom
Hochwaſſer angeſchwollenen Weichſel, banden ihre Kör=
per
mit Stricken aneinander und ſtürzten ſich in die
Fluten.
Paris, 4. Aug. Der ſchlaue Engländer, der
geſtern auf der engliſchen Botſchaft ein Gemälde über=
brachte
, das angeblich die geſtohlene Gioconda
darſtellt, hat nunmehr erklärt, das Bild in London vor
einiger Zeit für 2756 Francs erworben zu haben.
Paris, 5. Aug. Der 89jährige, ſehr reiche Gold=
ſchmied
Jean Baptiſte Odiot, ein Urenkel des be=
rühmten
Claude, Hofgoldſchmieds Napoleons I., hat ſich
geſtern in St. Germain erſchoſſen, weil ſein Augen=
licht
abnahm und er ſich vor dem Erblinden fürchtete. Der
Verſtorbene, der vor zehn Jahren das ſeit mehr als
eineinhalb Jahrhunderten in der Familie befindliche Ge=
ſchäft
verkaufte, hat das berühmte ſilberne Tafelſervice
angefertigt, das die franzöſiſche Republik dem Zaren
Alexander III. zum Geſchenk gemacht hat.
Madrid, 4. Aug. Ein Teil der Juwelen der frü=
heren
Königin Maria Pia von Portugal ſind
in einem Hotel in Liſſabon dem Spanier Joſe Cruz, der
die Juwelen im Auftrage der Bank von Portugal zu
verſteigern hatte, geſtohlen worden. Die Verſteiger=
ung
hatte bis jetzt zirka 1 Million Mark erbracht. Von
den noch nicht verſteigerten Juwelen ſind folgende geſtoh=
len
worden: Ein Diadem aus Diamanten im Werte von
240000 Mark und ein Armband mit zwei koſtbaren Dia=
manten
und Perlen im Werte von 120000 Mark. Der
Verdacht, den Diebſtahl begangen zu haben, iſt auf eine
junge Frau gefallen.
London, 4. Aug. Bei Leysdown auf der Inſel
Sheppey kenterte ein Segelboot das 23 Boy=
Scouts und fünf Männer an Bord hatte. Die Küſtenwache
rettete 5 Männer und 16 Jungen, von denen einer bald
ſtarb. 7 Boy=Scouts ertranken. Ein anderer Unfall, bei
dem 4 Bon=Scouts umkamen, ereignete ſich im SeebadRot=
tingdean
bei Brighton. Beim Baden ertranken drei
Boy=Scouts, als ſie einem unterſinkenden Kameraden hel=
fen
wollten.
London, 5. Aug. In England iſt ein ſtarker Tem=
eraturſturz
eingetreten. Aus verſchiedenen Teilen
Nord=Enalands werden Schneefälle gemeldet. In der
Grafſchaft Derbyſhire haben Nachtfröſte erheblichen Scha=
den
angerichtet.
Tiflis, 4. Aug. Auf der Straße zwiſchen Tiflis und
dem Sommeraufenthalt Kodſchory ſtürzte in der Finſter=
nis
ein Automobilomnibus einer franzöſiſchen
Geſellſchaft von einem zehn Meter hohen Abhang herab.
Vier Paſſagiere wurden ſchwer verletzt.

Sport.

Vom 30. Mittelrheiniſchen Kreisturnfeſt in Aſchaffenburg.
An dem Muſterriegenturnen beteiligten ſich 200 Ver=
eine
mit etwa 3000 Turnern; anſchließend folgte das
Wetturnen in volkstümlichen Uebungen für den Zwölf=
und Sechskampf, ſowie die Turnſpiele. Den Glanzpunkt
des Tages bildete der Feſtzug, der ſich nachmittags durch
die reichgeſchmückten Straßen der Stadt bewegte.
Spitzenreiter eröffneten den Zug, der durch eine große
Anzahl künſtleriſch ausgeſtatteter Feſtwagen verſchönt
wurde. Nach dem Feſtzug traten etwa 4000 Turner
unter Leitung des Kreisturnwarts Volze=Frankfurt zu
den gemeinſamen Freiübungen an, die ein glänzendes
Bild von turneriſcher Ausbildung boten. Dann wurde
das Einzelwetturnen fortgeſetzt. Gegen 8 Uhr wurde
vom Kreisturnwart Volze=Frankfurt die Preisverteilung
vorgenommen.
Im Muſterriegenturnen wurden u. a. fol=
gende
Auszeichnungen zuerkannt: Eine erſte Aus=
zeichnung
mit ſehr gut erhielten u. a. folgende Ver=
eine
: Turngeſellſchaft Offenbach (47 Turner), Frankfurter
Kurn= und Fechtklub (43), Turnverein Wiesbaden (41),
Männerturnverein Wiesbaden (36), Turngeſellſchaft
Wiesbaden (34), Turngemeinde Hanau (30), Turnverein
Fechenheim (29), Turngemeinde Bornheim (28), Turnver=
ein
Frankfurt a. M. (28), Turngemeinde Worms (28),
Turnverein Ginnheim (14), Turnverein Jahn=Mainz
(13), Turnverein Bodenheim (13), Turnverein Amöneburg
bei Mainz (11), Turngeſellſchaft Kaſtel (10), Turngeſell=
ſchaft
Biebrich (10), Turnverein Koſtheim (10), Turnver=

[ ][  ][ ]

Nummer 183.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Anguſt 1912.

Seite 5.

ein Groß=Gerau (10), Turnverein Budenheim (9), Turn=
verein
Alzey (7). Eine zweite Auszeichnung
erhielten: Turngemeinde Darmſtadt (27 Turner), Turn=
verein
Offenbach (27), Turnverein Biſchofsheim (18),
Turngeſellſchaft Mainz (15), Turnverein Kaſtel (11), Turn=
und Fechtklub Koſtheim (9), Turnverein Undenheim (9),
Turnverein von 1817=Mainz (8), Turngemeinde Unden=
heim
(8), Turnverein Mombach (7), Turn= und Fechtklub
Mainz (7).
* Der geſtrige Montag begann mit dem Einzelwett=
turnen
an den Geräten zum Neun= und Zwölfkampf,
Fortſetzung der Wettſpiele, ſowie dem Wettfechten in loſer
Stellung. (Mittags 1 Uhr fand ein Feſteſſen ſtatt, dem
um 4 Uhr das Wettſchwimmen und die Mannſchafts=
kämpfe
im Tauziehen folgten. Die geübteren Turner des
Kreiſes hielten um 5 Uhr ein Probeturnen unter der Leit=
ung
Meller=Bockenheim an langgeſtreckten Pferden für
das zwölfte Deutſche Turnfeſt in Leipzig ab. Auf dem
Feſtplatz herrſcht noch reges Leben bei Konzert und Tanz.
In der Feſthalle zeigten am Abend der Turnverein
Aſchaffenburg Gruppenſtellungen und der Turnverein
Jahn=Hanau einen Fahnenreigen. Ein Brillantfeuerwerk
auf dem Feſtplatz und Beleuchtung des Kgl. Schloſſes
und des Pompejanum bildeten den Schluß des Ta=
ges
. Beim Vereinsriegenturnen erhielten die Turnge=
meinde
Darmſtadt, Lehrlingsabteilung des Werkſtätten=
amtes
II=Darmſtadt, Turngemeinde Beſſungen 2. Aus=
zeichnungen
und der Turnverein Darmſtadt eine 3. Aus=
zeichnung
.

Luftfahrt.

sr. Roſenfahrt des Schütte=Lanz über
Berlin. Der Reichshauptſtadt wurde am Sonntag
morgen durch das Luftſchiff Schütte=Lanz eine ſehr
innige und zarte Ueberraſchung zuteil. Gegen 8 Uhr
überflog das Schiff unter Leitung von Profeſſor Schütte
die Stadt und ließ unzählige rote und weiße Roſen
herabfallen. Beſonders wurden das Königliche Schloß,
Rathaus, Brandenburger Tor und Reichstagsgebäude
bedacht. Das Schiff kam von der Döberitzer Heerſtraße,
nachdem es um 7 Uhr 25 Minuten in Johannisthal auf=
geſtiegen
war und über Köpenick, Halenſee, Charlotten=
burg
gekreuzt hatte. Führer war Luftſchiffkapitän
Honold, aſſiſtiert von den Diplomingenieuren Chriſtians,
Bleiſtein und dem Meteorologen Helfferich. Als Gäſte
befanden ſich an Bord Kapitän zur See von Puſtau, der
bekannte Luftſchiffer Oberleutnant Stelling, Marinebau=
meiſter
Peterſen vom Reichsmarineamt und Direktor
Schenkow der Firma Heinrich Lanz. Die Fahrt verlief
zur größten Zufriedenheit aller Teilnehmer und endete
um 9 Uhr 18 Minuten vor der Halle in Johannisthal.
Luzern, 5. Aug. Auf den geſtern mittag hier
aufgeſtiegenen Freiballon Theodor Schaeck
des Schweizer Aeroklubs wurden bei Wolfenſchießen 22
Schüſſe abgegeben. Die Ballonhülle wurde durch=
löchert
, ſo daß der Ballon landen mußte. Die Inſaſſen,
die unverletzt blieben, wurden feſtgenommen.

Kongreſſe und Verbandstage.

Zubſläumstlagung des Verbandes Deut=
ſcher
Bureaubeamten in Leipzig.
Die diesjährige Generalverſammlung des Verbandes
Deutſcher Bureaubeamten, verbunden mit der Feier des
25jährigen Beſtehens desſelben, hat am Sonntag, den 4.
Auguſt, in den Räumen des Kriſtallpalaſtes zu Leipzig
ſſeinen Anfang genommen Der Eröffnung des Verbands=
tages
ging am Samstag abend ein glänzend verlaufener
Kommers voraus. Am Sonntag, den 4. Auguſt, fand vor=
mittags
11 Uhr zunächſt ein Feſtaktus ſtatt, der in über=
aus
zahlreicher Weiſe von Delegierten von Behörden und
befreundeten Angeſtelltenverbänden beſucht war. Sonn=
tag
mittag 1 Uhr begannen dann die eigentlichen Verhand=
lungen
. An erſter Stelle ſprach der Verbandsvorſitzende,
Herr Emil Schöwitz=Leipzig, über Die Stellung
der Bureaubeamten in der Privatange=
ſtellten
=Bewegung Seine von reichem Beifall
(belohnten Ausführungen gipfelten in folgender Reſo=
klution
: Die Tagung des Verbandes Deutſcher Bureau=
beamten
zu Leipzig kann eine richtige und wirkſame Stan=
desvertretung
der deutſchen Bureaubeamten nur in einem
nicht paritätiſchen, auf gewerkſchaftlicher Grundlage auf=
gebauten
, parteipolitiſch aber neutralen Verbande erſehen.
Den unverſöhnlichen Klaſſenkampfſtandpunkt lehnt er mit
faller Entſchiedenheit ab. Die Entwickelung der Privat=
angeſtelltenbewegung
zeigt, daß die Ueberzeugung von der
Notwendigkeit gewerkſchaftlicher Betätigung auch der Pri=
vatangeſtellten
=Organiſationen ſich immer mehr Bahn
bricht, daß die Bewegung jedoch den Weg zur freien Ge=
werkſchaft
vermeiden wird. Standesintereſſen gebieten dem
ſdeutſchen Bureaubeamten, ſich organiſatoriſch nicht außer=
ſhalb
der Geſamtheit der Privatangeſtellten zu ſtellen, ſon=
dern
Schulter an Schulter mit den übrigen Privatange=
iſtellten
=Gruppen für die gemeinſamen Intereſſen der Pri=
fnatangeſtellten
einzutreten.
An zweiter Stelle behandelte der Geſchäftsführer des
Verbandes, Herr Dr. Georg Jahn=Leipzig, in ausführ=
flicher
Weiſe Die Gehaltsfrage der Bureau=
beamten
. Seine interefſanten, zielklaren Ausführun=
igen
laſſen ſich etwa in folgender Weiſe zuſammenfaſſen:
Die bisherigen Statiſtiken über die Gehalts= und An=
ſtellungsverhältniſſe
der Bureaubeamten haben einwand=
ffrei
bewieſen daß die große Mehrzahl der Gehälter der
Bufreauvorſteher wie der Gehilſen unzulänglich ſind,
Zwar iſt in beiden Gruppen im letzten Jahrzehnt eine
Erhöhung der durchſchnittlichen Gehälter eingetreten; je=
doch
wird dieſelbe durch die ſtarke Verteuerung der Le=
benshaltung
, insbeſondere der Lebensmittel und der Woh=
nungsmieten
, aufgewogen Eine allgemeine Erhöhung
der Gehälter iſt deshalb nach wie vor dringendes Bedürf=
nis
. Eine allgemeine Steigerung von Gehältern kann
imur durch eine energiſche Beeinfluſſung der auf dem Ar=
beitsmarkte
bei der Gehaltsbildung wirkſamen Faktoren
im Wege der Selbſthilfe herbeigeführt werden. Ueberall
dort, wo die Gehaltsverhältniſſe nachweislich ungenügend
ſind, ſind deshalb Verhandlungen mit den Arbeitgebern
bezw. ihren Vereinen anzuknüpfen. Werden dieſelben ab=
gelehnt
oder ſcheitern ſie, ſo iſt unter Anwendung gewerk=
ſchaftlicher
Mittel auf Durchführung und Annahme der
Forderungen zu dringen. Es wurde eine dementſpre=
chende
Reſolution angenommen. Den Schluß der
Sonntagsverhandlungen bildete ein Vortrag des zweiten
Vorſitzenden, Herrn Paul Stengel=Gera, über: Die
Ausbildung der Bureaubeamten und die
Fachſchulfrage‟ An die Vorträge knüpfte ſich eine
lebhafte Diskuſſion, in der die volle Uebereinſtimmung der
Verbandsdelegierten und Mitglieder mit den Ausführun=
gen
der Referenten zum Ausdruck kam.
48. Deutſcher Anthropologentag.
Weimar, 4. Aug. Mit einem Begrüßungsabend
rhruſt bagannen hier die Verhandlungen des

48. Deutſchen Anthropologentages, zu dem
eine große Anzahl von Vertretern der einſchlägigen Wiſſen=
ſchaften
aus Deutſchland und Oeſterreich eingetroffen ſind.
Zur Vorbereitung der Tagung hatte ſich ein Ehrenaus=
ſchuß
gebildet, der unter dem Vorſitz von Staatsminiſter
Dr. Rothe ſteht. Die eigentlichen Beratungen werden
morgen ihren Anfang nehmen. Sie ſtehen unter dem
Vorſitz von Profeſſor Dr. Luſchan=Berlin. Man rechnet,
daß der erſten Sitzung auch der Großherzog beiwohnen
wird. Die Tagesordnung der Veranſtaltung umfaßt alle
Wiſſensgebiete der Anthropologie. Es konite nicht feh=
len
, daß auch der Heros des Ortes, Goethe, in ſeinen Be=
ziehungen
zur Anthropologie unterſucht wurde. So lautet
denn ein Vortrag von Profeſſor Dr. Semper Diluvium
und prähiſtoriſche Menſchheit bei Goethe und ſeinen Zeit=
genoſſen
. Profeſſor Dr. Neuhauß=Berlin hat ſich ein
gegenwärtig ſehr aktuelles Thema gewählt: Schillers
Schädel und Totenmaske Verſchiedene der angemeldeten
Vorträge beziehen ſich auf die Ergebniſſe von Forſchungs=
reiſen
und bringen Mitteilungen über Sitten und Ge=
bräuche
einiger Naturvölker.

Die Lage in der Türkei.

* Konſtantinopel, 5. Aug. Abends nach der
Abſtimmung im Senat traten die Miniſter zu einer
Beratung zuſammen. Sie bereiteten einen Bericht
vor, den ſie im Palaſt dem Sultan überreichten. Der Be=
ſchluß
des Senats wurde von dem Sultan ſofort ſank=
tioniert
. Die jungtürkiſche Preſſe greift den Beſchluß
des Senats an und ſtellt ihn als einen Streich dar.
* Konſtantinopel, 5. Aug. Auf Vorſchlag
Dſchavid Paſchas ſprach die Kammer der Regierung
ihr Mißtrauen aus und vertagte ſich dann auf
unbeſtimmte Zeit.
* Konſtantinopel, 5. Aug., 2,35 Uhr. (Kammer).
In Gegenwart von 11 Deputierten und 6 Senatoren ver=
las
der Großweſir ein Dekret, wodurch die Kammer,
deren Mandat auf Grund der geſtrigen Beſchlüſſe des
Senats abgelaufen iſt, aufgelöſt wird.
* Konſtantinopel, 5. Aug. Nach der Ab=
ſtimmung
in der Kammer entſtand ein unbe=
ſchreiblicher
Wirrwarr. Einige Albaneſen fühlten ſich
durch die Worte der Jungtürken beleidigt und wollten
ſich auf dieſe ſtürzen. Es entſtand ein Handgemenge.
Der Deputierte Rahmi zog den Revolver, ſchoß aber
nicht. Das Durcheinander dauerte einige Minuten, dann
wurde die Ruhe wieder hergeſtellt. Der Präſident wie=
derholte
den Beſchluß der Kammer und erklärte, die Ver=
handlungen
ſeien auf unbeſtimmte Zeit vertagt.
* Tromſö, 5. Aug. Die Vorexpeditionnach
Spitzbergen der deutſchen arkliſchen Expedition
Schröder=Stranz verläßt heute den hieſigen Hafen.
Das angekaufte Schiff Sterling iſt mit Genehmigung
des regierenden Herzogs von Sachſen=Altenburg in An=
weſenheit
des deutſchen und des öſterreichiſchen Konſuls,
des Generaldirektors Ballin, der Teilnehmer und des
Leiters der deutſchen arkiſchen Expedition, Leutnant
Schröder=Stranz, ſowie anderer bekannter Perſönlichkei=
ten
Herzog Ernſt getauft worden. Bei dieſer Gelegen=
heit
trat Generaldirektor Ballin dem Ehrenkomitee der
deutſchen arktiſchen Expedition bei.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ.=2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Schreiber dieſes machte am Samstag einen Spazier=
gang
nach dem als einen der ſchönſten Plätze des Ober=
waldes
bekannten Rücksbrünnchen mußte aber leider
wahrnehmen, daß dasſelbe kein Waſſer gab, während
gleichzeitig das Bächelchen, ſtarrend vor Schmutz, Reiſig
und ſonſtigem Unrat, nur ſpärlich lief. Woher kommt
das? Es hat doch bislang genügend geregnet! Iſt
vielleicht die Leitung ſchadhaft geworden oder iſt das
Brünnchen überhaupt verſiegt? Abhilfe, bezw. Antwort
iſt dringend geboten.
Es iſt gewiß kein Vergnügen, bei großer Hitze an
den Kohlen zu arbeiten. Aber zur Qual wird es, wenn
man nicht einmal Gelegenheit hat, ſeinen Durſt zu
löſchen. Es iſt ein Fehler, daß an den neuen Kohlen=
lagern
nicht für Trinkwaſſer geſorgt iſt. So viel ſollte
doch kſtändige Behörde für uns übrig haben, daß
ſie für =ouſſerleitung ſorgt. Ein Kohlenarbeiter.

Vermiſchtes.

Der Deutſchen Geſellſchaft für Kauf=
manns
=Erholungsheime ſind wiederum eine
Reihe von Stiftungen und Beiträgen zugefloſſen, u. a.
von Dr. Wilhelm Merton=Frankfurt a. M. außer den
geſtifteten 10000 Mark ein Beitrag von 3000 Mark, ferner
ſtifteten: Frankenthaler Zuckerfabrik 5000 Mark, Degginger
u. Heß=München 5000 Mark, Abgeordneter Cahensly= Lim=
burg
5000 Mark, Kommerzienrat Wilhelm Simon=Kirn
5000 Mark. Insgeſamt ſind ſeit etwa Monatsfriſt der
Geſellſchaft ca. 80000 Mark an Stiftungen und Geſchen=
ken
gewährt worden.

Literariſches.

In der Sammlung der Ullſtein=Bücher (Preis
jeden Buches 1 Mk.) Verlag von Ullſtein und Co. Berlin
SW. 68, erſchienen weiter: Gewitter im Mai/ Der
Beſondere. Von Ludwig Ganghofer. Wie ein Hauch
erfriſchender Gebirgsluft ſelbſt ſind dieſe beiden Ge=
ſchichten
aus dem Volksleben des oberbayeriſchen Berg=
landes
. Keiner hat wie Ganghofer, der heimatfrohe Jäger
und fröhliche Sohn des Hochgebirges, den Weg zum Ge=
fühlsleben
und dem goldenen Humor ſeiner Landsleute
zu finden verſtanden. Thomas Kerkhoven. Ro=
man
von Korfiz Holm. In den erzählenden Werken
des baltiſchen Dichters Korfiz Holm vereinigt ſich echter
Dichterſinn mit einem glänzenden, ſiegreichen Humor. Die
Irrungen und Wirrungen eines Künſtlerlebens werden
hier erzählt und die Läuterung zur vollen Höhe ſeines
ſtolzen Berufes. Georg Bangs Liebe. Roman
von Karl Rosner. Selten wohl iſt die Geſchichte
einer Jugend mit ſolch herzlicher Innigkeit und ebenſo
tiefer als feiner Empfindung erzählt worden wie in die=
ſem
Buche Karl Rosners. Ein liebenswürdiger Humor
vergoldet die anmutreiche Erzählung.
Geheimniſſe und Löſungen, verſchie=
dene
Anwendungen der Gedächtniskunſt von Heinrich
Rühl in Darmſtadt, Heinrichſtraße 105. 2. Heft. Preis
1 Mark. Selbſtverlag. Tatſächlich gibt es viele Syſteme
und Methoden, das Gedächtnis künſtlich zu unterſtützen
und zu außerordentlichen Leiſtungen zu befähign. Vor
uns liegt z. B. ein Buch, deſſen Verfaſſer Heinrich Rühl
alle Syſteme und Methoden zur Stärkung des Gedächt=
niſſes
erklärt und die vraktiſche Anmendungederſehen

vor Augen führt. Es ermöglicht dem Lernenden ſchon
nach einigen Uebungen, ſchwierige Gedächtnisoperatio=
nen
ſchnell und gewandt auszuführen. Verſchiedene An=
wendungen
der Gedächtniskunſt auf wiſſenſchaftlichem
Gebieten ſowie im praktiſchen Leben für einzelne Be=
rufsarten
werden an Experimenten gezeigt.
Fremde Sprachen und ihre Erlernung.
So betitelt ſich eine Broſchüre, die von der bekannten
Langenſcheidtſchen Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langen=
ſcheidt
) in Berlin=Schöneberg zur Aufklärung über das
Wie der Sprachenerlernung herausgegeben wird. Die
Broſchüre iſt mit vielen mehrfarbigen Karten, zahlreichen
Illuſtrationen, ſtatiſtiſchen Angaben uſw. ausgeſtattet.
Wer Intereſſe für fremde Sprachen hat, verlange dieſe
Broſchüre unter Bezugnahme auf unſer Blatt vom Verlag.
Wie dieſer uns mitteilt, verſendet er eine beſchränkte An=
zahl
der Broſchüre an Intereſſenten völlig koſtenlos.
Als größte Neuheit für die Frauenwelt finden die
Favorit=Schnitte für Selbſtverfertigung, ſowie
Moderniſierung aller Arten Kleidungsſtücke eine immer
ſteigende Verwendung. Die Vorteile, die dieſe vorzüg=
lich
paſſenden, leicht verwendbaren Schnitte bieten, ſind
aber auch ſo in die Augen ſpringende, daß keine Frau,
die ſie kennen lernte, ferner darauf verzichten will. Die
Auswahl der Schnitte erfolgt nach dem großartig aus=
geſtatteten
Favorit=Moden=Album, welches viele Hun=
derte
neueſter Modelle enthält, alſo mehr bietet, als das
Abonnement einer Modenzeitung, und nur 60 Pfg.,
franko 70 Pfg., koſtet. Zu beziehen iſt dasſelbe durch die
Internationale Schnittmanufaktur, Dresden=N. oder
deren Agenturen.
An den Altmeiſter Wilhelm Buſch erinnert ſo=
wohl
durch die Technik wie auch durch die Genialität der
Auffaſſung ein überaus reizvoll ausgeſtattetes Bilder=
werk
, das Franz Jüttner, der bekannte Zeichner und
Mitarbeiter der Luſtigen Blätter, unter dem Titel Er,
Sie, Es, Franz Jüttner=Album ſoeben im
Verlag der Luſtigen Blätter in Berlin SW. 68 erſchei=
nen
läßt. Auf 100 Seiten ſind hier ca. 130 Kabinettſtücke
aus dem Humor des täglichen Lebens vereinigt, die in
ſcharfer, aber doch immer künſtleriſcher und gemäßigter
Form die menſchlichen Schwächen verſpotten. Der ſon=
nige
Humor Jüttners wird manche Eiſenbahnfahrt ver=
kürzen
, manchen Regentag verſchönen und manchen ein=
ſamen
Feriennachmittag beleben.
In der R. Herroſéſchen Verlagsbuchhandlung in
Wittenberg iſt ſoeben eine neue Schrift Bürger und
Staat erſchienen, die ihrer Eigenart wegen verdient,
beſonders beachtet zu werden. Es handelt ſich um ein
bürgerkundliches Lehrbuch, das in erſter Linie für Fort=
bildungsſchüler
und =ſchulen beſtimmt iſt. Es will die
Schüler in das ſchwierige Gebiet der Bürgerkunde ein=
führen
, ſie auf den Unterricht ſo weit vorbereiten, daß
ſie mit einigen Vorkenntniſſen an ihn heran= und dem
Lehrer hier und da ſchon als Frageſteller gegenübertreten
können. Das Buch ſtellt einen beachtenswerten Verſuch
dar, den Schülern den bürgerkundlichen Stoff zugäng=
lich
zu machen. Seinen eigentlichen Zweck kann es aber
erſt erfüllen, wenn es ſich in der Hand jedes Schülers
befindet. Um ihm die Anſchaffung möglich zu machen,
iſt der Preis äußerſt niedrig auf 80 Pfg. pro Exemplar
feſtgeſetzt.

Darmſtadt, 6. Auguſt.
D. Von der Techniſchen Hochſchule. Der Doktor=
Ingenieur=Prüfung haben ſich die Diplom=
Ingenieure Eugen Bretſch aus Langen und Otto Mies
aus Köln a. Rh. unterzogen, jener in Chemie, dieſer in
Maſchinenbau. Beide haben das Prädikat Gut beſtanden
erworben. Für das Winterſemeſter 1912/13 iſt der Beginn
der Vorleſungen und Uebungen auf den 22. Oktober feſt=
geſetzt
. Die Einſchreibungen finden in der Zeit vom 18.
Oktober bis einſchließlich 18. November ſtatt. In den
allgemeinen Ausſchuß der Studierenden
ſind für das folgende Semeſter nachgenannte Herren ge=
wählt
worden: Fr. Düvel (Alemannia) 1. Vorſitzender,
R. Roeder (Ghibellinige) 2. Vorſitzender, Fr. Wolff ( nicht=
inkorporiert
) 1. Schriftführer, R. Hebert (nichtinkorporiert)
2. Schriftführer, H. Wigand (Kaſſenwart). Die drei erſt=
genannten
Herren bilden die Ferienvertretung. An der
nächſten Diplom=Vorprüfung die im Oktober
dieſes Jahres abgehalten wird, beteiligen ſich insgeſamt
135 Kandidaten, wovon 38 Nachprüfungs= und zwei Er=
gänzungsprüfungs
=Kandidaten ſind. Die Geſamtzahl
verteilt ſich auf die einzelnen Fachgebiete wie folgt: Hoch=
baufach
21, Bauingenieurweſen 33, Kulturingenieurweſen
einer, Maſchinenbaufach 41, Papierfabrikation 5, Elektro=
techniſches
Fach 27, Chemiſches Fach 7.
* Darmſtadt im Blumen= und Pflanzenſchmuck. Die
diesjährige Prämiierungsrundfahrt der Preis=
richter
hat dieſer Tage ſtattgefunden und ein äußerſt gün=
ſtiges
Reſultat gezeigt. Es wurde wiederum feſtgeſtellt,
daß die auf eine Verſchönerung und Belebung des
Straßenbildes hinzielneden Beſtrebungen des Komitees in
weiten Kreiſen unſerer Stadt feſten Fuß gefaßt haben und
in allen Schichten der Bevölkerung von Jahr zu Jahr
mehr gepflegt werden. Die Zahl der zum Wettbewerb
Gemeldeten beträgt 350, doch iſt die Zahl derer, die ſich an
der Schmückung außer Konkurrenz beteiligen, weitaus
größer. Ein Gang durch die Straßen unſerer Stadt zur
Beſichtigung der Schmückung iſt äußerſt lohnend und
bieten die ſchönen Dekorationen jedem Naturfreund einen
hohen Genuß.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Swinemünde, 5. Aug. Der Kaiſer hörte heute
vormittag auf der Hohenzollern die Vorträge des
Chefs des Zivil=, des Militär= und des Marinekabinetts.
Der Reichskanzler hat ſich zum Vortrag von Hohen=
finow
hierher begeben.
* Hopfreben, 5. Aug. Der Kronprinz iſt heute
hier eingetroffen.
* München, 5. Aug. Der Kronprinz ſtattete
geſtern nachmittag auf der Reiſe nach Hopfreben dem
Prinzregenten einen Beſuch in Hohenſchwangau ab.
* Lötzen, 5. Aug. Die Lötzener Zeitung meldet: Ein
Gefreiter der Maſchinengewehrabteilung Nr. 5 brachte
gegen das ausdrückliche Verbot vom Truppenübungs=
platz
Arys einen ſogenannten Blindgänger mit, Als
er verſuchte, ihn auf der Kaſernenſtube auseinanderzu=
ſchrauben
, explodierte der Zünder. Dem Gefreiten
wurde die linke Hand abgeriſſen; mehrere Kameraden
wurden leicht verletzt.
* Paris, 5. Aug. Miniſterpräſident Poincaré iſt
heute morgen mach Dünkirchen abgereiſt, von wo
er an Bord des Panzerkreuzers Condé nachs Rußland
reiſt.
Maſſaua, 5. Aug. Die Agenzia Stefani=gibt zu dem
amz27. Sußt erfolgten Bombarament. de Stürki=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Nummer 183.

ſchen Lagers und der un dasſelbe liegenden beſeſitg=
ten
Schanzen bei Hodeida folgende Einzelheiten bekannt:
Bei der Exploſion des Pulvermagazins verloren die Tür=
ken
drei Millionen Patronen und faſt die geſamte Artil=
lerie
=Munition. Sehr zahlreiche Gewehre, wie auch eine
große Pulvermenge verbrannten im Lager, das durch die
Schüſſe der Italiener in Brand geſetzt worden war. Der
Geſamtwert der vernichteten Munition überſchreitet 1½
Millionen Francs. Das Bombardement verurſachte auf
der türkiſchen Seite beträchtliche Verluſte an Menſchen=
leben
.
* Almeria, 4. Aug. Die Eiſenbahnangeſtell=
ten
haben beſchloſſen, in den Ausſtand zu treten.
Kolberg, 5. Aug. In dem Oſtſeebad Bodenhagen
ertrank geſtern die 13jährige Tochter Wally des Steuer=
einnehmers
Badce aus Berlin. Das Kind war von einer
Sturzwelle erfaßt worden.
Warnemünde, 5. Aug. Vom Molenkopf ſtürzte
das 9jährige Töchterchen eines Badegaſtes ins Waſſer.
Rittmeiſter Köckritz vom 3. Ulanen=Regiment in Pots=
dam
rettete das Kind unter eigener Lebensgefahr.
Gneſen, 5. Aug. Beim Baden ſind der 30jährige
Malergehilfe Cabanski und zwei neunjährige Schul=
knaben
ertrunken.
Kufſtein, 5. Aug. Die ganze Familie des Grafen
von Schwerin, der in Sparchen bei Kufſtein eine
Villa beſitzt, iſt nach dem Genuß ſelbſtgepflückter
Pilze unter Vergiftungserſcheinungen erkrankt. Von
den vier Erkrankten gilt das ſechsjährige Söhnchen
für verloren.
H.B. London, 5. Aug. Das engliſche Königs=
paar
hat der Londoner Hafenverwaltung 10000 Mark
zur Verteilung an die notleidenden Docker zur
Verfügung geſtellt. Etwa 70 Prozent der Hafenarbeiter
haben die Arbeit wieder aufgenommen.

Die Sommerhitze bringt große Gefahr für alle mit
Milch ernährten Säuglinge und es treten Darm=
krankheiten
und Brechdurchfälle in erſchreckender Weiſe
auf. Wer ſeinen Liebling dieſer großen Gefahr nicht
ausſetzen will, beuge vor und verabfolge dem Kinde eine
gleichbleibende, die Verdauung nicht ſtörende Nahrung.
Die beſte Gewähr bietet hierin das ſeit Jahren alt=
bewährte
Neſtle’ſche Kindermehl, weil dasſelbe nur mit
Waſſer zubereitet zu werden braucht. Probedoſe koſtenlos
durch: Neſtle=Geſellſchaft, Berlin W. 57.
(16573M

Der Geſamtauſtage heutiger Ausgabe liegt
ein Proſpekt der Städtiſchen Polytechniſchen
Lehranſtalt Friedberg (Heſſen) bei, worauf hiermit
(16594M
hingewieſen wird.

Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres Mit=
glieds
und Feldzugskameraden
Herrn Georg Schott, Diviſionsküſter i. P.
findet am Dienstag, den 6. Auguſt, nachmit=
tags
5 Uhr, vom ſtädt. Krankenhauſe aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Lahr
bis Probſt, ſowie des 6. Bezirks, ſich dort zu
(16588
verſammeln.
Der Vorſtand.

Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt

In dem vor einigen Tagen nach längerem
Leiden verſtorbenen
(16591
Herrn Simon Vogel
verlieren wir eines unſerer älteſten u. treueſten
Mitglieder. Ohne an die Oeffentlichkeit zu
treten, hat der Verblichene ſtets in kräftigſter
Weiſe die Beſtrebungen des Vereins unterſtützt
und zu fördern geſucht. Mit tiefer Trauer
ſtehen wir an ſeinem Grabe, über das hinaus
wir ihm ein dankbares und ehrendes Andenken
bewahren.

Die Beerdigung unſeres Kame=
raden
Herrn
(16586
Valentin Werkmann
Lokomotivführer
findet Dienstag, den 6. Auguſt, nach=
mittags
3½ Uhr, in Egelsbach ſtatt. Abfahrt
2 Uhr 56 Minuten Hauptbahnhof.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Zwiſchen Hochdruckgebieten über Nordoſt= und Süd=
weſteuropa
erſtreckt ſich eine Furche tiefen Drucks über
Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn. Ueber England liegt
eine ſtarke Depreſſion mit nicht weniger als 745 mm. Die
Morgentemperaturen liegen heute zwiſchen 14 und 21" in
Deutſchland. Niederſchläge ſind beſonders in Süddeutſch=
land
gefallen. Unter dem Einfluß der Randgebilde der
weſtlichen Depreſſion haben wir weiterhin unbeſtändiges
Wetter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 6. Auguſt
Wechſelnd bewölkt, vereinzelt Regenfälle, mäßig warm,
ſpäter langſam aufheiternd.

Tageskalender.

Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Großes Kinder=und
Familienfeſt.
Städtiſcher Saalbau um 8 Uhr. Reſtaurant Rummel=
bräu
um 8 Uhr. Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8½ Uhr
im Darmſtädter Hof.
Bilder vom Tage: Zur Brückenkataſtrophe in Binz,
Vom Bau des Rieſendampfers Imperator, Vom 8.
Deutſchen Sängerbundesfeſt in Nürnberg, Zur Hundert=
jahrfeier
des Hauſes Krupp.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 7. Auguſt,

Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.

Städtiſches Hallenſchwimmbad, Mühl=
ſtraße
33 (geöffnet an Werktagen von 7 Uhr morgens
bis 8½ Uhr abends, Sonntags von 712½ Uhr
morgens).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Fleiſchmann, ſämt=
lich
in Darmſtadt. Für den redaktionellen Teil be=
ſtimmte
Mitteilungen ſind an die Redaktion des Tag=
blatts
zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.

Her

mit 4 Zim.=Wohn., in guter Lage,
1800 M. Reingewinn, n. bedeutend
ausbaufäh., evtl. a. Nebenerwerb v.
Familienmitgl. leicht z. beſorgen, f.
3000 M. ſof. od. ſpät. zu übernehm.
Gefl. Off. unt. G 4 Exp. (*2834

iſt einzig und allein

das ſichtbare Gedeihen ihres Lieblings. Die nach der Entwöhnung oder bei gänzlichem Fehlen der Mutter=
milch
in Frage kommende Nahrung iſt bekanntlich nur die Tiermilch (Kuh= und Ziegenmilch). Der außer=
ordentlich
hohe Gehalt an Caſeln macht dieſe Milch jedoch dem zarten Säuglingsmagen ſchwer verdaulich
und ſind hierdurch Verdauungsſtörungen insbeſondere in der heißen Jahreszeit bei kleinen Kindern häufig
wahrnehmbar. Nur der epochemachenden Erfindung des Dr. med. Lahmann, der in ſeiner vegetabilen Milch
das einzigſte Mittel ſchuf, die Tiermilch in ein ganz feines zartflockiges Gerinnſel zu zerlegen und ſomit dem
Säuglingsmagen genehm und leicht verdaulich zu machen, iſt es gelungen, den erwähnten Erkrankungen und
ſomit der Säuglingsſterblichkeit mit Erfolg zu begegnen. Es ſollte daher keine Mutter verſäumen, ſchon im
zarteſten Kindesalter ihres Lieblings die Dr. Lahmanns vegetabile Milch zu verwenden und ſprechen die bereits
ſeit über 30 Jahren damit erzielten überraſchenden Erfolge für die hohe Bedeutung dieſes Präparats. Auch
magenſchwachen Perſonen, denen der Genuß der unpräparierten Tiermilch verſagt iſt, kann der Gebrauch der
vegetabilen Milch nicht warm genug empfohlen werden. Erhältlich in all. Apotheken, Drogen u. einſchl. Geſchäften.

Einfamilienhaus 10 Zim. enth.
mit großem Garten zu verkaufen.
Gefl. Anfragen u. F20 Exp. (B16310

Haus mit 2 Läden, gut gehende
Geſchäfte, iſt für den billigen Preis
von 48000 Mk., bei geringer An=
zahlung
zu verkaufen. Off. unter
F 79 an die Exp.
(B16551

Ausführliche Broſchüren verſenden die alleinigen Fabrikanten:
Hewel & Deithen, Eöln und Wien
Kaiſerl. Königl. Hoflieferanten.

(8772f

Feldbergstrasse
Haus mit Kolonialwarengeſchäft,
Werkſtatt u. großem Hof zu verk.
Gefl. Anfragen u. F 19 Exp. (16309a

SEEEgéééée
Seése
S Se

eueröffnung des Ateliers im
Hause Pöllot
Hügelstrasse 59s Telephon 463

Fwin

Aupp

Hofphotograph
Seiner Hoheit des Herzogs Georg von Sachsen-Meiningen,
Ihrer Hoheit der Frau Herzogin Paul zu Mecklenburg-
Schwerin,
Inhaber des Verdienstkreuzes und der Goldenen Medaille
für Kunst und Wissenschaft von Sachsen-Meiningen,
Höchst-Auszeichnung auf den Welt-Ausstellungen Paris,
St. Louis und vielen anderen Städten; letzte Auszeich-
nung
: Heidelberg, Goldene Medaille. (16592a

Mikoholfreier Apfeltrank
wohlbekömmlich. (B16599
Fenlri Hauptniederlage: Rudolf Schäfer Nachf.
Martinſtraße 95. Telefon 77.
Für längere Zeit
Kornloſe, gute Ziege zu kauf. geſ.

Garten zu mieten
geſucht. Offerten unter F 71
an die Expedition. (*2726oim

Klein. Küchenſchrank u. 1 Fell=
Pferd zu verkaufen Wieners=
traße
49, 3. Stock.
(*2844

Off. m. Pr. u. G 6 Exp. (*2850

Jübſches junges Angorakätzchen
(16554oi
zu verkaufen

Hohlerweg 34.

Kichhörnchen mit Käſig
billig abzugeben (*2770im
Langegaſſe 27, Hth., 3. St.

Das Büro
der Stellenvermittlung des kath.
Mädchenſchutz=Vereins Nieder=
Ramſtädterſtraße 30, iſt ferienhalb.
bis z. 16. Auguſt geſchloſſ. (*2771
Wettſtelle mit Patentmatratze
billig zu verkaufen (*2780
Schloßgartenſtr. 49, 1. St.
Tandmähute
ſowie Stroh= und Filzhüte für
Damen, Herren und Kinder wer=
den
gereinig und gewaſchen und
nach den neueſten Formen um=
faſſoniert
. Erſte belgiſche Stroh=
und Filzhut=Wäſcherei Supper
Fouarge, 10 Kirchſtr. 10. (*2839

Kaute Mist zu verk.
Schröder, Sandſtr. 40. (*2800id

Im Auftrage
zu Taxationspreiſen habe abzu=
geben
Magdalenenſtraße Nr. 7,
vorm. 10 bis 12, nachm. 3 bis
7 Uhr: 2 kompl. Betten, nußb.,
m. Roßhaareinl., Waſch= u. Nacht=
tiſch
mit Marmor u. Spiegel, einz.
Betten, 4 Diwans, 5 Chaiſelon=
ques
, 4 Sofas, Tiſche u. Stühle a.
Art, Kleiderſch., Kommode, Küchen=
ſchr
., 5 Trumeauxſpiegel, 3 Teppiche
u. Läufer, 1 kompl. Wirtſchafts=
büfett
, 1 leichte Federrolle, 6 Fahr=
räder
, 1 kl. Obſtkelter, 5 Einricht.
für Kolonialw., 1 Glasſchrank m
Schiebetüren, Bilder u. v. Unge=
nannt
. Johannes Krummeck,
Auktionator u. Taxator, Wohn.:
Grafenſtr. 4. Tägl. Eing. v. Möbel
durch alle Rubriken. (*2801
Violinlehrer oder Lehrerin
von Muſikinſtitut für 23 volle
Nachmittage wöchentlich dauernd
geſucht. Offerten unter F 90 an
die Exped. d. Bl.
(*2811im

Schiffsbericht. Hamburg=Ame=

rika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Hrn. Adolf Rady, Darm=
ſtadt
, Zimmerſtraße 1.
Dampfer Cincinnati, nach New=
York, 2. Auguſt 6 Uhr 15 Minuten
abends von Hamburg. Dampfer
Cleveland‟ 3. Auguſt 5 Uhr
15 Minuten morgens von Ply=
mouth
. Dampfer Corcovado‟
von Mexiko und Havana kommend,
2. Auguſt 4 Uhr nachmittags von
Santander. Dampfer König
Friedrich Auguſt, ausgehend,
2. Auguſt 2 Uhr nachmittags in
Montevideo. Dampfer Kron=
prinzeſſin
Cecilie vierte Nord=
landfahrt
, 2. Auguſt 7 Uhr abends
von Bergen. Vergnügungs=
dampfer
Meteor ſiebente Nord=
landfahrt
, 3. Auguſt 9 Uhr mor=
gens
von Hamburg.

Wer hat in od. bei Wiesbaden
Haus, Bauplatz od. Hyp. abzug.
geg. kl. Haus in Darmſtadt ? Off. an
Poſtlagerk. 26, Wiesbaden I. (16461a
Villa in Darmstadt
herrſchaftlich, mit allem Komfort,
in landſchaftl. prachtv. geſündeſter
u. ſtaubfreier Lage, äußerſt preis=
wert
zu verkaufen. Das Haus iſt
ſolid erbaut, maſſiv, enthaltend
9 Herrſchaftszimmer u. mehrere
Nebenräume. Schöner Zier=, Ge=
müſe
u. Obſtgarten mit verſchied.
Edelobſt. Der Flächeninh. beträgt
6133 qm. Näh. Auskunft erteilt
C. W. Braun, Martinſtr. 74. (B15907
rößeres Geſchäftshaus, für
kleinen Fabrikbetrieb paſſend,
billig zu verkauf. oder geg. kleines
Landhaus zu vertauſchen. Off. u.
F 82 an die Exp. (*2774id

Meeting to-night at 8½
O’elock punetually. Mr. Gaert-
ner
will entertain us with some
capital reading. Guests are wel-
come
. Meeting as usual at the
Darmstaedter Hof, Grafenstr. (*2837
wünſcht engliſch
Engländerm Unterricht zu er=
teilen
Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
Nachh. in hatein u. Friech. ert. Ober=
Alehrer. Steinackerſtr. 10, p. (15342a

Wer leiht 150 M.
gegen monatl. Rückzahlung u. gute
Zinſen? Gefl. Off. F93 Exp. (*2808
eſucht 2. Hypother 10 000
bis 15000 M., 60% Taxe,
auf 1. Geſchäftshaus. Offert. unt.
F 98 an die Exped. (*2796
erhalten Beamte,
Darlehen Private, Geſchäfts=
leute
durch J. Hett, Vertreter
H. Huber, Karlſtr. 41, 1. St. (*2817
Shv.=Geld auf nur prima
II. Stelle leihe ſelbſt ſofort
aus. Off. u. F 50 Exp. (16462a
ſtill od. tätig, mit
Teilhaber 25000 M. Einlage,
für rentables Unternehmen geſucht.
Mindeſteinkommen 6000 M. jährl.
garantiert. Branchekenntniſſe nicht
erforderlich. Off. F99 Exp. (*2814im

[ ][  ][ ]

Nummer 183.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Seite 7.

Auf vielfachen Wunsch verlängern wir unsern
Grossen Inventur-Ausverkauf

von

Bildern und Plastiken
(16598P
noch um 5 Tage.
Am Samstag, den 10. August, unwiderruflich
Schluß des Ausverkaufs.
Mlaner Tkufe
Elisabethenstraße 5
Elisabethenstraße 5
Beachten Sie unsere Schaufenster!

Stäunscher Saaisauf
Heute Dienstag, den 6. August, abends 8 Uhr
Grosses Miiitar Konzert
von der ganzen Kapelle des Grossh. Art.-Corps
Leitung Herr Obermusikmeister F. Mickley.
Programm u. a.: Ouverture zur Oper Die diebische Elster‟,
von Rossini. Grosse Fantasie aus Die Hugenotten von Meyer-
beer
. Spanischer Tanz Nr. 2 von Moskowski. Divertissement
aus Die Walküre von Wagner. 2 Quartette a) die Hamkehr‟,
b) Was wohl die Liab is, von Koschat. Fantasie aus Hänsel
und Gretel, von Humperdinck. Angereihte Stücke aus Der
Trompeter von Säkkingen von Nessler. Einige Vortragsstücke
aus der Operette Der liebe Augustin von Fall.
Eintritt 30 Pfg.
Eintritt 30 Pfg.
Dutzendkarten von Donnerstagskonzerten haben Gültigkeit.
N. B. Bei ungünstiger Witterung Streichkonzert im Saal. (16601

Isehticher 1of
Mittwoch, den 7. Auguſt 1912, abends 8 Uhr,
Eiitar konzert
der Kapelle des Leibgarde-Regiments.
Dirigent: Obermuſikmeiſter H. Hauske.
Eintritt 20 Pfg.
(16595

Ludwigshöhe.
Heute Dienstag, den 6. Auguſt, nachmittags 4 Uhr,
Grosses Kinder u. Tammentest
Ein Jubeltag für unſere Jugend.
Zur Aufführung gelangen: Kinderfeſtzug (Glückskinder), Kinder=
polonaiſe
, Aufſteigen eines Ballons, Preisverteilung uſw. (B16580
Feſtſpielleiter: Onkel Willy.
KONZERT

der Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61.
Leitung: M. Weber.
Eintritt 25 Pfg., Kinder 20 Pfg.

Restadrunt Ramhelerau.

Allee
Heute Dienstag, 6. Auguſt, abends 8 Uhr,
II. Dienstags=Konzert
Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61.
Leitung: M. Weber.
Im Programm: Opern, Operetten und moderne Muſik, Piſton=
(16579
Soli, diverſe Einlagen.
Eintritt 25 Pfg., 10 Karten Mk. 1.50. Karten haben auch zu
den im Winter ſtattfindenden Sonntag=Nachmittag=Konzerten
Gültigkeit.
Bei ungünſtiger Witterung Saal=Konzert.

Winterkohlpflanzen
und blühende
Zwergaſtern
empfiehlt
Gärtnerei Loos, Teieph. 2119
am iſr. Friedhof.
(B16604

ein Sofa und
Für Brautleute 2 Seſſel wegen
Platzmangel, ſowie ein Backenſeſſ.
ſehr billig zu verkaufen (*2826id
Schwanenſtr. 20, 2. St. I.

Woog, am 5. Auguſt 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3,53 m.
Luftwärme 16½ C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 210C.
Woog=Polizei=Wache.

R. 4.
am
weißen

Turm

Abheute- Der große
Schurzen
Testzug!

Original

Pistole. Neuestes Modell.
Kaliber 6,35 mit dreifacher
mechanischer Sicherung.
bei Teilzhlg.
mit 10%
Aufschlag,
Auf Wunsch 6 Tage zus Ansicht, ohns-Kaufzwang.
Femer empfehlen Jagdgewehre
aller Art, Kameras, Ferngläser,
Reiseartikel, Rohrplattenkoffer etc.
Spezialkataloge kostenfrei.
KöhleréCo., Breslau5
Postfach 208

Original-Fabrikpreis Mk. 36.
Monatzrt 311

Gebr. einf. Kinderſportwagen
zuſammenlegbar für 5 Mk. abzug.
Mathildenplatz 8, Hof. (*2827

vom Lande, ohne
Witwe Kinder, 46 Jahre
alt, evangeliſch, wünſcht ſich mit
einem Unterbeamten oder beſſeren
Handwerker zu verheiraten. Ver=
mögen
vorhanden. Anonym oder
Vermittler ausgeſchloſſen. Off. unt.
P 97 an die Exp. d. Exp. (*2816

Handwerker
26 Jahre alt, mit einem gr. Bar=
vermögen
, ſucht die Bekanntſchaft
eines Dienſtmädchens mit etwas
Vermögen zwecks ſp. Heirat. Off.
unt. F 84 an die Exp. (*2776

Tücht. Landwirt, 30 000 M., Ver=
mögen
, wünſcht Einheirat.
Frau Schäfer, Worms a. Rh.,
Burkardtſtraße 23. (*2787

Ernstgemeint!
Sol. ſelbſt. Mann, 34 Jahre alt,
ev. ſucht ſich alsbald mit bravem,
fleiß. Dienſtmädchen im Alter von
2834 Jahr. mit etw. Verm. zu
verheiraten, Witwe nicht ausgeſchl.
Strengſte Diskr. zugeſ. Off. u. K. B.
1878 postl. Darmstadt. (*2685imd

Fräulein, in Stell, m. etw. Ver=
mög
., w. anſtänd. Herrn, n. u. 35 J.
in guter, w. mögl. penſionsberecht.
Stell. kennen z. lern., zwecks Heirat.
Vermittl. verb. Off. u. M. R. 117
hauptpostlagernd Darmstadt. (*2832

vermittelt
Heiraten ſtreng reell
Frau Schäfer, Worms a. Rh.,
Burkardtſtraße 23.
(*2786

Damen

(16375a

für diskr. Aufnahme, k. Heimbericht.
Th. Fürste, Hebamme,
Sprendlingen bei Offenbach.

würde 2 Kinder (Ge=
Wer ſchw.) in Pflege nehm.?
Näheres Ahaſtr. 14, Hth., II. (*2803

Achtung!
Wer mir mein geſtohlenes
Diamant-Rad, Fabrik=Nr. 94231,
Polizei=Nr. 3214, wiederbringt, er=
hält
gute Belohnung.
(*2821
Adam Hofmann
Obſt= und Gemüſehändler,
Beſſungerſtraße 34.

eieren entet it
Portemonnaies enth. 80 Mk.
Gegen gute Belohnung abzugeben
aſelbſt im Laden.
(*2843

Verl. a. d. Wege z. Ludwigshöhe
2 am27. Juli vergold. Armband
n. ſchw. Emailleeinlage. Geg. Bel.
abzug. Aliceſtr. 20½, II. (*2819

Ludwigsnöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.

Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B14217

Hugenschütz Felsenkeller
(Telephon 1445)
Dienstag, den 6. Auguſt, abends 8 Uhr:
Grosses Militär-Konzert
der verſtärkten Kapelle des Garde=Drag.=Regts. Nr. 23,
Leitung: Muſikmeiſter Alb. Mittelſtädt.
Aus der Vortragsfolge: Ouvertüren: Maurer und Schloſſer
von Auber und Das Glöckchen des Eremiten von Maillart. Fan=
taſien
aus Hoffmanns Erzählungen von Offenbach und Walküre‟
von Rich. Wagner. Zwei Seelen, ein Gedanke Solo für Tubus
Campanaphon, vorgetragen von Herrn Rud. Ebeling. Die Poſt im
Walde‟ Echoſtück für Solotrompete (Herr Wehlan) von Schäffer.
Auf vielſeitigen Wunſch: Walzer aus Der Graf von Luxemburg
von Lehär, ſowie zwei zündende Schlager=Potpourris von P. Linke.
(*2822
(Alles ſingt und lacht.)
Eintritt mit Programm 10 Pfg.
Hans Tod, Restaurateur.

W0o gehen wir während der
hitze gegen Abend hin?
Hahaus Fondem.
Anls Un

Für
Grammophon-Besitzer.
Soeben eingetroffen:
August-
Neuaurhanmen
in
Grammophon-Platten.
Enrico Caruso
MI 2.052064 Wohl drang aus
ihrem Herzen, aus Der Liebes-
trank
von Donizetti.
In der von inniger Wärme
durchfluteten Kantilene mit ihren
Hebungen und Senkungen kom=
men
Weichheit wie Kraft der
Tongebung, bewunderungswür=
dige
Ausgeglichenheit der Re=
giſter
und plaſtiſche Ausgeſtal=
tung
zu blühender Geltung.
II 2.052066 Holde Alda aus
Alda von Verdi.
Der ergreifende Huldigungs=
geſang
des Rhadames an die
Schönheit Aldas zählt zu den
Glanznummern im Repertoire
Caruſo’s; eine wahre Fülle be=
rückenden
Wohllauts dringt auf
den Hörer ein und fordert helle
Begeiſterung heraus.
MI 2-052067 Tarantella Sincera.
Von den feurigen Pulſen des
Tarantellen=Zeitmaßes getragen,
gleitet dieſes Volkslied flüchtig
wie eine farbenſattefata morgana
vorüber: jede der drei Strophen
geſtaltet die immenſe Vielſeitig=
keit
Caruſo’ſcher Auslegungs=
kunſt
anders, und jede iſt ein
Poem für ſich.
Obige Aufnahmen sind in ita-
lienischer
Sprache gesungen.
C 4-2205 Love is Mine, von
Gartner.
Dem ſchwärmeriſchen Liedchen,
das verwandtſchaftliche Züge
mit den iriſchen Volksweiſen
zeigt, iſt durchweg die Schlicht=
heit
des Ausdruckes gewahrt,
die lyriſche Stimmung feiert
wahre Feſte, ohne auch nur an
einer Stelle in Sentimentalität
zu verfallen.
Obige Aufn. ist in engl. Spr. ges.
Mattia Battistini.
I 052309 Come il romito flor,
5 Akt, aus Hamlet v. Thomas.
Der ſchwärmeriſche Zug der
Melodie mit ihrem ruhigen Fort=
ſchritt
bietet den piano= und
Kopfton=Regiſtern beſte Gelegen=
heit
zur Entfaltung! Battistinis
Geſang bedeutet die abgeklärte
Schönheit im Bunde mit den
feinſt. muſikaliſchen Intenſionen.
MI 052322 Mia sposa Ia mia
bandiera, Lied von Rotoli.
Ein typiſch italieniſches Lied,
im erſten Teile mit ſchwermüti=
gen
Akzenten leicht untermiſcht,
im zweiten Teile das volle
Stimmvolumen über eine Stei=
gerung
zur Geltung bringend,
geſungen mit unvergleichlichem
Charme und ſüdländiſchem
Temperament.
MI 052324 La Gondola nera,
Lied von Rotoll.
Das Leben Italiens mit all'
ſeiner Farbenglut ſpricht aus
dieſen Tönen, bald von ſtür=
miſchen
Empfindungen getragen,
bald verträumt und entrückt in
weiten Fernen verloren, auf den
Grundrythmen der Gondoliera
aufgebaut.
(16567
Mario Sammarco.
M 2-u52042 Dort vergiss leises
Flehen, aus Figaros Hoch-
zeit
von Mozart.
Theodor Schaljapin.
MI 052354 Arie des Basilio:
Die Verleumdung ist ein
Lüftchen aus Barbier
von Sevilla v. Rossini.
Frieda Hempel.
MI 053289 Komm‟, Geliebter,
Arie der Elviria, aus
Die Puritaner von
Bellini.
Nelli Melba.
MI 2-053027 Ihr, die ihr Triebe
des Herzens kennt, aus
Figaros Hochzelt von
Mozart.
Caruso, Alda, Jacobi
und Journet.
M 2-054030 Nur näher, blöde
Mädchen aus Martha‟
von Flotow.
M 2-054031 Spinn-Quartett,
I. Teil, dto.
II 2-054032 dto., II. Teil.
K. Jäger
Georgenstrasse 11
Aeltestes und grösstes
Spezialgeschäft dieser
Branche am Platze.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Nummer 183.

Soeder’s

SUEDER

Sücfel!

mitdem Herz

aller Saisen-SchunWaren!
Untenstehend einige Ausnahme-Preise. mangelt es an Platz.

Alle anzuführen,

KINDER DAMEN HERREN Farb. u. schwarze Schnürstiefel
No. 19/22,
bisher 2.20
jetzt 1.7 Boxcalf- u. Cherr.-Knopf- u. Schnürstiefel
Rahmenarbeit,
bisher 12.50 .
jetzt 7.80 Boxc.-Herr.-Agr.. 12.50
Stief. jetzt 6.90 Denleihen ron ilblir.
Boxcalf und Chevreaux,
bisher 4.50 .
jetzt 2.8 9 Desgl. Ia Cherreaux und Boxcalf
Rahmenarbeit,
bisher 16.50
jetzt 3.0 trüh. 21250
Desgleichen in Cherreauk
jetzt 6.80
früher 16.50 . . . jetzt 9.80
jetzt 11.80
früher 18.50 Ia echt Cherreauz-Knopfstiefel mit Flec
No. 21/22,
bisher 7.50 . .
jetzt 3.50 k Desgleichen in braun
bisher 12.50 .
jetzt 7 Boxcalf-Agraffen-Stiefel
Rahmenarbeit,
bisher 16.50
jetzt 11.50 Cherreauz- und Boxcalf-Oesenstiefel
No. 27/30, bisher 8.00
. jetzt 4.50
jetzt 5.50
No. 31/35, bisher 9.00 Desgl. Ia Chenreaux und Boxcalf
Rahmenarbeit,
bisher 16.50
jetzt 6o Desgleichen in braun . . . . jetzt 9.80
Rahmenarbeit. . jetzt 12.50 Braun Ziegenleder-Oesenstiefel
No. 31/35,
bisher 7.50
,
jetzt 1.50 Deigleiten ſate, lte.
braun Chevreaux,
bisher bis 26.50
jetzt 15.0 Ein Posten Damen-Spangenschuhe
No. 36/37, früher 5.50 . jetzt 2.00 Mehe Mldleler-Luopt. u Schnltreiel
Marke=HERZe, No. 2123½,
bisher 9.50
,
jetzt 3.50 el (bisher bis zu Mk. 18.50)
in allen mögl. Ausführ. und
Haisschune Formen, braun u. schwarz,
Preise jetzt Mk. 3.50, 4.80, 5.50, 6.80 etc. Herren- u. Dam.-Lasting-Halbsch. 2.00
Damen-Lasting-Zugstiefel No. 36/38 1.00

Keine
Auswahl-Sendungen
während des
Saison-Ausverkaufs

Sehamaus Frieurich Uoeder

Hoflieferant

Ludwigstrasse 12.

Des starken Andrangs
halber bitten wir die
Vormittags-Stund. zum
Einkauf zu benutzen.
16600

Obere Elisabethenstr. 4, II.,
(Pension Mink). Wohn= u. Schlaf=
zimmer
, ſowie Einzelzimmer mit
guter Penſion von 70 Mk. an
aufwärts zu vermieten. (16312a Saalbauſtr. 38, 2. St., möbl.
(*2645soi
Zimmer zu verm. Waldſtr. 15, part., frdl. möbl.
Zimmer zu verm. (*2650soi Stifſtſtr. 79, II., einf. möbl.
Zim. an Herrn od. Frl. billig zu
(*2740oi
verm. Schäfer. Tannenſtr. 37 2 geräum. Zim.
mit od. ohne Möbel an Herrn
od. Frau. Es kann Gaskochein=
richtung
und Keller dazu gegeben
werden.
(*2735oi Karlſtr. 65, Hth., 1. St. r., möbl.
Zimmer billig zu verm. (B15782id Wendelſtadtſtr. 31, I., großes
ruhig., fein möbl. Zim., aufmerkſ.
Bedienung, ſofort zu vm. (16129if Taunusſtraße 25, 1. St., ſchön
möbl. Zimmer, event. Wohn= und
Schlafzimmer, an gebildeten Herrn
in ruh. Hauſe zu verm. (12335if Frdl. möbl. Zimmer mit Schreib=
tiſch
ſofort zu vermieten. Näheres
Kahlertſtr. 1, II.
(15982if part., gut möbl.
Gartenſtr. 17, Wohn=u. Schlaf=
zimmer
zu vermieten. (16609t Luiſenſtr. 32, II., b. Gg. Wedel,
einf. möbl. Zim. m. Penſ. (16593a Schwanenſtr. 72, II., 3 ſein
möbl. Zim. an ſol. Herrn. (*2818ims Schützenſtr. 8, Vdh., II.r., möbl.
Zimmer für anſt. Arbeiter. (*2835 Soderſtr. 44½, I., möbl. Zim.
m. ſep. Eing. zu verm. (*2815ifs Kaſinoſtr. 17, Stb., 1. St., möbl.
Manſardenz. bill. zu verm. (*2781 Ludwigsplatz 4, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer zu verm. (*2795id Hölgesſtr. 1, 1. St., ſchön möbl.
Zimmer m. Penſ. an beſſ. Herrn bis
15. Aug. od. 1. Sept. (16584omds mit oder ohne Koſt
Schlafstelle wienerstr. 73, II. (1289st Waldſtraße 39 ſchön möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*2769 Roßdörferſtr. 28, Manſarde,
möbl. Zimmer ſofort. (16606a Luiſenſtraße 30, part., ſchönes
möbl. Zimmer an ſoliden Herrn od.
Fräul. b. kinderl. Fam. ſof. (*2851id

Soderſtr. 90, Ecke Beckſtraße,
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör als=
bald
billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (16323t

Bleichſtr. 46, Hinterb., 2=Zim.=
Wohn. zu vermieten. (*2565sid

Kiesſtr. 77, Neubau, I. u. II.
Stock je 5 Zimmer, III. Stock
3 Zimmer mit Zubeh. per 1. Ok=
ſtober
zu vermieten. (16348if

Schöne 4 Zimmerwohnung
mit oder ohne Laden im Zentrum
der Stadt, Nähe des Marktes, per
1. Sept. reſp. 1. Okt zu vm. Näh.
Schuſtergaſſe 19, Laden. (15954t

mit Bal=
4 Zimmerwohnung kon, Gas
ſu. Waſſerleitung per 1. Okt. l. J.
zu verm. Näheres Pankratius=
ſtraße
2¼, Laden.
(16307t

Liebigstr. 65, II. Stock
4 Zimmerwohnung mit allem Zub.
per 1. Okt. Näh. part. (14917ids

Zimmer

Manſ., frdl.
Stiftstr. 52, II. 3 Zimmer=
wohnung
m. Gas p. ſofort. (16364t

Hofstallstr. 8, I. Stock
kleine 3=Zimmerwohn. per 1. Sept.
zu vermieten. Einzuſehen von
114 Uhr nachmittags. (16297t

Fankrahusstr. 7
große, freundliche 3=Zimmerwohn.
mit allem Zubehör ſofort zu
vermieten.
(*2590soi

Mathildenplatz 11, Seitenb.,
3=Zimmerwohnung mit Zubeh. zu
erm. Zu erfr. 1. Stock. (16504t
Neue Niederſtr. 11 hübſche
8 Zimmer=Manſard.=Wohnung per
1. Sept. zu verm.
(B16452
Neue Niederſtr. 11 hübſche
3 Zimmerwohnungen per ſofort
und 1. Oktober. Weber. (B15784

Bleichſtraße 17 2=Zim.=Wohn.
zu vermieten.
(16415t
Kiesſtr. 77, Neubau, Hinterh.,
X2=Zimmerwohn. mit Gas und
ſabgeſchloſſenem Vorplatz per 1. Ok=
ſtober
zu vermieten.
(16349if

Drangerie=Allee 17 ſchöne
2=Zimmerwohnung per 1. Septbr.
(B16491ids
zu vermieten.

Kapellplatz 14, 2. St., unmöbl.
(15796t
Zimmer zu verm.

Klappacherstr. 76
eine ſch. Manſ. z. verm. (B15358i

Uerte elueh

Zu vermieten.
Reizendes Landhaus mit groß.
Zimmern, Bad, Garten u. ſ. w.,
10 Minuten von Darmſtadt, ſofort
günſtig zu verm. Dasſelbe eignet
ſich für 2 Familien. Off. erb. unter
F 25 an die Exp. ds. Bl. (16337t

Eberstadt b. D.
Moderne 5 Zim.=Wohnung,
Gas, Kalt= und Warmwaſſer=
leitung
, Veranda, in nächſter
Nähe der Straßenbahn, per
1. Okt. d. J. zu verm. (14616t
Darmſtädterſtr. 35.
12 Zimmer mit od. ohne Küche
u. Zubehör an alleinſtehende Frau,
Fräulein oder ruhige Leute zu
vermieten. Eberstadt, Neue
Schwanenſtraße 29. (*2434dsi

Schulſtraße 10
Büroräume zu vermieten.
Magazin, auch als Werkſtatt
verwendbar, Keller können
dazu gegeb. werd. (13345imds

In beſter Geſchäftslage
Laden
mit großen Lagerräumen, zirka
125 qm, 2 Schaufenſter, mit oder
ohne Wohnung, mit oder ohne
Kellereien, ſofort od. ſpät. zu vm.
L. Lange. (16115a
Elektrotechnisches Institut, Schulstraße 6.

Schöner, heller Laden
für jed. Geſchäft geeignet, per Okt.
event. auch früher zu vermieten
Näh. Gr. Ochſengaſſe 2. (*2573sic
Heidelbergerstr. 1
(Marienplatz) iſt der
Friſenr=Laden
mit Einrichtung per ſof. zu
verm. Näh. 1. Etage. (15794is
Im Zentrum der Stadt in
beſter verkehrsreicher Geſchäfts=
ſtraße
iſt ein
(16326if
Laden
mit und ohne 4 Zimmerwohnung
ſof. zu verm. Näh. Schuſtergaſſe 19.

Ecke Grafen= u. Waldſtr. 11
kleiner Laden, auch als Bureau,
billig zu vermieten. (16131if

Bleichſtr. 19, 1. St., ein groß.
unmöbl. Zimmer zu vm. (13951ids
Möbl. Wohn.=u. Schlafzimmer
nahe Juſtizgebäude zu verm. Näh.
Landwehrſtr. 7, part. (13342ids

Karlſtr. 30, Htb., 3. St. lks.,
ſchön. Zim., ſep. Eing. (16156a

Grafenſtraße 24, 1. St., gut
möbl. Wohn= u. Schlafz. (15359is
Eliſabethenſtr. 22, II., ſch. m. Z. a.
ſol. H. o. Frl. b. kinderl. Fam. (16300a
Karlſtraße 10, 2. Stock l., ein
freundlich möbliertes Zimmer
ſofort zu vermieten. (*2591sif

Karlſtr. 31, II., gr. gut möbl.
Zimmer per ſofort. (16409ids

Einfach möbl. Zim. mit Penſion
an beſſ. Herrn Kiesſtr. 47, p. (*2574si
Waldſtr. 15, III., möbl. Zim.
p. Monat 16 Mk. per ſof. (16175t

möbl. Z., 3.50
Liebtrauenstr. 89, II., m. Kaff. (*230i

Luiſenplatz 7, II., ſchön. möbl.
Zim. an ſol. Herrn z. vm. (15407t
Landwehrſtraße 13, II., ſchön
möbl. Zim. mit oder ohne Penſ.
per ſof. od. 1. Aug. z. vm. (15837t

Karlſtr. 65, Hinterb., 1. Stock
links, ein möbliertes Zimmer ſo=
fort
zu vermieten. (B15906t
Ecke Schul= und Kirchſtr. 27,
möbl. Zimmer z. vermieten. (16053t
Luiſenſtr. 6, III., ſchön möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (161044

Eberstadt. Möbl. Zimmer,
Nähe der Straßenbahn, zu verm.
Darmſtädterſtraße 10. (*2606sid

Marktpl. 1, II., ſchön möbl.
2 Fenſter=Zimmer ſof. zu v. (16201t
Grafenſtr. 8, II., ſchön möbl.
Manſ.=Zim. die Woche 3 M. (*2846

Schuchardſtr. 15, II., gut möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*2799im

In einem feinen Hauſe
findet ein gebildeter älterer
Herr ſchönes gemütliches
Heim u. beſte Verpflegung
zum Preiſe von jährlich
Mk. 3000.. Offerten unter
W71 an die Exp. (B14903if
der Viktoriaſch. findet
Schülerin freundliche Aufnahme
*2783im) Heinrichſtr. 92, part.

Zeten gescht

ſucht Kneip=
Korporation lokal ſpäteſt.
für Oktober. Offert. unt. F 72
an die Exped. ds. Bl. (*2725oi

Einj.=Freiw. ſucht per 1. Oktob.
m. Kaffee
möbl. Zimmer in der
Nähe der 25er Artillerie=Kaſerne.
Off. unt. G 3 an die Exp. (*2829id

Volle Penſion
für 9 und 11jährige Mädchen ge=
ſucht
. Gediegene Koſt bei er=
zieheriſcher
, ſorgſamer Pflege Vor=
bedingung
. Gefl. Offerten und
Referenzen unter F 44 an die
Expedition ds. Blattes. (16463a

Für Jäger!
Mehrere Jagdgemälde, künſt=
leriſch
u. weidmänniſch wertvoll. bill.
zu verk. Zu erfr. in der Exp. (*2812

(gerahmt)
4 neue Gelgemäldt werd. zu
jedem annehmbaren Preis verkauft.
Näh. in der Exp. ds. Bl. (*2853

Von der Reise zurück
Fac Meswahdr
Zahnarzt
Wilhelminenstrasse 29.
Telef. 1659. (16359soim

Verreist
Anna Bauer
Dentistin. (*2730oi

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

34 95.
Dienstag, 6. Auguſt.
1912.

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 12. Juli 1912.
(15644a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 5. bis 8. Auguſt 1912.

Dauer der
Die Abſperrung
Tag
Datum
Abſperrung
Truppenteil
erſtreckt ſich
von bis
5. Aug. 1 Montag
1200 M.
6. Aug. 1 Dienstag
Ueber das ganze
7 Feldartillerie
7. Aug. Mittwoch
Abſperr=Gelände
8. Aug. 1 Donnerstag
5

Bekanntmachung.

Den nachſtehenden Auszug aus den für die Führer von Kraftfahrzeugen
geltenden Vorſchriften bringen wir wiederholt in Erinnerung.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(16568
Fey.

Auszug aus den Beſtimmungen der Verordnung des Bundesrats
vom 3. Februar 1910 über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.

Beſondere Pflichten des Führers.
§ 17. Der Führer iſt zu beſonderer Vorſicht in Leitung und Bedienung ſeines
Fahrzeuges verpflichtet. Er darf von dem Fahrzeuge nicht abſteigen, ſolange es in
Bewegung iſt, und darf ſich von ihm nicht entfernen, ſolange die Maſchine oder der
Motor läuft; auch muß er, falls er ſich von dem Fahrzeuge entfernt, die Vorrichtung
in Wirkſamkeit ſetzen, die verhindern ſoll, daß ein Unbefugter das Fahrzeug in Be=
trieb
ſetzt.
Der Führer iſt verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß eine nach der Beſchaffen=
heit
des Kraftfahrzeuges vermeidbare Entwickelung von Geräuſch, Rauch, Dampf oder
üblem Geruch in keinem Falle eintritt.
Das Oeffnen etwa vorhandener Auspuffklappen iſt verboten.
§ 18. Die Fahrgeſchwindigkeit iſt jederzeit ſo einzurichten, daß Unfälle und Ver=
kehrsſtörungen
vermieden werden und daß der Führer in der Lage bleibt, unter allen
Umſtänden ſeinen Verpflichtungen Genüge zu leiſten.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile darf die Fahrgeſchwindigkeit von 15 Kilo=
meter
in der Stunde nicht überſchritten werden. Bei Kraftfahrzeugen von mehr
als 5.5 Tonnen Geſamtgewicht beträgt die überhaupt zuläſige Höchſtgeſchindigkeit
12 Kilometer in der Stunde; ſie kann vorbehaltlich der Vorſchrift in Satz 1 bis
auf 16 Kilometer geſteigert werden, wenn wenigſtens die Triebräder mit Gummi bereift
ſind. Auf unüberſichtlichen Wegen, insbeſondere nach Eintritt der Dunkelheit
oder bei ſtarkem Nebel, beim Einbiegen aus einer Straße in die andere, bei
Straßenkreuzungen, bei Straßeneinmündungen, ſcharfen Straßenkrümmungen,
bei der Ausfahrt aus Grundſtücken, die an öffentlichen Wegen liegen, und bei
der Einfahrt in ſolche Grundſtücke, bei der Annäherung an Eiſenbahnüber=
gänge
in Schienenhöhe, ferner beim Paſſieren enger Brücken und Tore, ſowie
ſchmaler oder abſchüſſiger Wege, ſowie da, wo die Wirkſamkeit der Bremſen
durch die Schlüpfrigkeit des Weges in Frage geſtellt iſt, endlich überall da, wo
ein lebhafter Verkehr herrſcht, muß langſam und ſo vorſichtig gefahren werden,
daß das Fahrzeug ſofort zum Halten gebracht werden kann.
§ 19. Der Führer hat entgegenkommende, zu überholende, in der Fahrtrichtung
ſtehende oder die Fahrtrichtung kreuzende Menſchen, ſowie die Führer von Fuhrwerken,
Reiter, Radfahrer, Viehtreiber uſw. durch deutlich hörbares Warnungszeichen recht=
zeitig
auf das Nahen des Kraftfahrzeuges aufmerkſam zu machen; auf die Notwendig=
keit
, das Warnungszeichen abzugeben, iſt in beſonderem Maße an unüberſichtlichen
Stellen zu achten.
Das Abgeben von Warnungszeichen iſt ſofort einzuſtellen, wenn Pferde oder
andere Tiere dadurch unruhig oder ſcheu werden.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile ſind Warnungszeichen mit der vorgeſchriebenen
Huppe abzugeben. Außerhalb geſchloſſener Ortsteile kann das Warnungszeichen auch
mit einer Fanfarentrompete abgegeben werden; dies Signalinſtrument darf auch loſe
im Kraftfahrzeuge mitgeführt und unter Verantwortung des Führers auch durch eine
andere, im Fahrzeug beförderte Perſon angewendet werden. Das Abgeben lang=

Feuerſgnalen haben, ſowie die Ver=
wendung
anderer Signalinſtrumente iſt nicht ſtathaft.
§ 20. Merkt der Führer, daß ein Pferd oder ein anderes Tier vor dem Kraft.
fahrzeuge ſcheut, oder daß ſonſt durch das Vorbeiſahren mit dem Kraftfahrzeuge
Menſchen oder Tiere in Gefahr gebracht werden, ſo hat er langſam zu fahren, ſowie
erforderlichenfalls anzuhalten und die Maſchine oder den Motor außer Tätigkeit
zu ſetzen. Auf den Haltruf oder das Haltzeichen eines als ſolcher kenntlichen Poligei=
beamten
hat der Führer ſofort anzuhalten. Zur Kenntlichmachung eines Polizei=
beamten
iſt auch das Tragen einer Dienſtmütze ausreichend.
§ 21. Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer
Wendung, nach links in weitem Bogen zu fahren. Dieſe Vorſchrift gilt entſprechend
für das Durchfahren von ſcharfen oder unüberſichtlichen Wegekrümmungen.
Der Führer hat entgegenkommenden Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern, Rad=
fahrern
, Viehtransporten oder dergleichen rechtzeitig und genügend nach rechts
auszuweichen oder, falls dies die Umſtände oder die Oertlichkeit nicht geſtatten, ſolange
anzuhalten, bis die Bahn frei iſt.
Das Vorbeifahren an eingeholten Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern, Rad=
fahrern
, Viehtransporten oder dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen.
An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf den vorſtehenden Auszug aus den Beſtimmungen der Ver=
ordnung
des Bundesrats vom 3. Februar 1910 über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen
wiederholt nachdrücklich hin. Insbeſondere iſt die Beachtung der Vorſchriften über
die Fahrgeſchwindigkeit genau zu überwachen und jede Ueberſchreitung der zuläſſigen
Geſchwindigkeit unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen.
Ein beſonderes Augenmerk iſt auf das Befahren der Kreisſtraßen durch Ver=
ſuchsautomobile
(ſogenannte Probefahrten) zu richten, bei denen Ueberſchreitungen der
Vorſchriften des § 18 der Bundesratsverordnung vom 3. Februar 1910 ſich erfahrungs=
gemäß
beſonders häufig zu ereignen pflegen. Hier empfiehlt ſich die ſchärfſte Kontrolle,
damit jede Zuwiderhandlung gegen die beſtehenden Vorſchriſten zur Anzeige gelangt.
Da die Vorſchriften über das Mitführen von Anhängewagen (§ 25 der Bundes=
ratsverordnung
vom 3. Februar 1910) ebenfalls häufig nicht beachtet werden, lenken
wir Ihre Aufmerkſamkeit auch auf dieſe, nachſtehend noch abgedruckten Beſtimmungen.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
§ 25 der Bundesratsverordnung vom 3. Februar 1910.
Soll von einem polizeilich zugelaſſenen Kraftfahrzeug ein Anhängewagen mie=
geführt
werden, ſo genügt die Anzeige bei der höheren Verwaltungsbehörde (§ 5), ſo=
fern
den nachſtehenden Bedingungen entſprochen wird:
1. der Anhängewagen muß verſehen ſein:
a) mit einer ſicher wirkenden Bremſe:
b) fnit einer zuverläſſigen, auf die Fahrbahn wirkenden Vorrichtung, die beim
Befahren von Steigungen die unbeabſichtigte Rückwärtsbewegung ver=
hindert
(Bergſtütze);
2. die Radkränze des Anhängewagens dürfen keine Unebenheiten beſitzen, die
geeignet ſind, die Fahrbahn zu beſchädigen:
3. die Verbindung der Lenkvorrichtung des Anhängewagens mit dem Kraft=
fahrzeuge
muß ſo beſchaffen ſein, daß die Räder des Anhängewagens auch
in Krümmungen möglichſt auf den Spuren der Räder des Kraftfahrzeugs
laufen:
4. zwiſchen dem Anhängewagen und dem Kraftfahrzeuge muß außer der Haupt=
kuppelung
noch eine Sicherheitskuppelung (Notkuppelung) vorhanden ſein.
Der Anzeige hat der Eigentümer die Zulaſſungsbeſcheinigung für das Kraſt=
fahrzeug
ſowie das Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverſtändigen darüber
beizufügen, daß den Vorſchriften des Abſ. 1 genügt iſt; ein Vermerk über die Anzeige
iſt von der höheren Verwaltungsbehörde in die Liſte und in die Zulaſſungsbeſcheinigung
(§ 6 Abſ. 2) aufzunehmen.
Der Führer iſt dafür verantwortlich, daß der Anhängewagen ſich in verkehrs=
ſicherem
Zuſtand befindet und daß das Geſamtgewicht des Anhängewagens mit Nutz=
laſt
das jeweilige Geſamtgewicht des Kraftfahrzeugs mit Nutzlaſt nicht überſchreitet.
Falls die Bremſe des Anhängewagens nicht vom Führerſitze des Kraftfahrzeugs aus
bedient werden kann, muß auf dem Anhängewagen ein Bremſer mitfahren; in dieſem
Falle muß eine Verſtändigung zwiſchen Führer und Bremſer möglich ſein.
Das Mitführen von mehr als einem Anhängewagen iſt nur auf Grund polizei=
licher
Erlaubnis zuläſſig; das gleiche gilt bezüglich des Mitführens von einem An=
hängewagen
, ſofern den Bedingungen im Abſ. 1 Nr. 1 bis 4 nicht genügt iſt. In
dieſen Fällen iſt der Erlaubnisſchein bei der Fahrt mitzuführen und den Polizei=
beamten
auf Verlangen vorzuzeigen.
Werden Anhängewagen mitgeführt, ſo muß das dem Kraftfahrzeuge zugeteilte
polizeiliche Kennzeichen (88 Abſ. 3) an der Rückſeite des Schlußwagens angebracht ſein.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
ſteigerung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(16587

Darmſtädter Wochenmarkt.

Mit der Verlegung der elektriſchen Straßenbahn nach dem
Oſtbahnhof wurde heute begonnen. Während des Baues der Bahn=
ſtrecke
Kleine Bachgaſſe-Langgaſſe kann der frühere Schlachthaus=
platz
zur Aufſtellung der Landfuhrwerke nicht in dem ſeitherigen
Umfange benuht werden. Die hier, ſowie am Schloßgraben nicht
unterzubringenden Wagen müſſen auf dem Gelände weſtlich des
Hallenſchwimmbades Aufſtellung finden. Die Zufahrt zu dieſem
Gelände hat durch die Holzſtraße, Langgaſſe und Kleine Kaplanei=
(16597im
gaſſe zu erfolgen.
Den Anweiſungen des Marktmeiſters und der Polizeiorgane
iſt Folge zu leiſten.
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.

Verwertung von altem Eiſen, Kupfer pp.

Die am 30. Juli ſtattgefundene Verſteigerung iſt nicht ge=
nehmigt
worden
Die betreffenden Altmaterialien, und zwar ca. 10 000 kg Guß=
eiſen
, 3000 kg Schmelzeiſen, 450 kg Kupfer, 300 kg Meſſing und
120 kg Rotauß werden hiermit zur anderweiten Vergebung aus=
geſchrieben
.
Angebote ſind ſchriftlich bis Donnerstag, den 8. Auguſt,
vormittags 11 Uhr, verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift ver=
ſehen
, einzureichen.
Die Bedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, zur
Einſicht offen.
Die Beſichtigung der Altmaterialien kann am Dienstag, den 6.
und Mittwoch, den 7 Auguſt, je nachmittags zwiſchen 2 und 6 Uhr,
im alten ſtädtiſchen Lagerhaus ſtattfinden.
(16543oi
Darmſtadt, den 2. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.

Straßenaufbruch= und
Erdarbeiten.

Die bei Verlegung von Poſt=
kabelkanälen
in verſchiedenen
Straßen auszuführenden Straßen=
aufbruchs
= und Erdarbeiten ſollen
verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungen
liegen bei dem unter=
Leichneten Amte, Zimmer Nr. 2.

zur Einſicht offen. Auch werden
dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 9. Auguſt l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(16550oi
reichen.
Darmſtadt, 3. Auguſt 1912.
Städt. Tiefbauamt.
Keller.

An unſer Handels=Regiſter, Ab=
I teilung A, wurden folgende

Einträge vollzogen:
Am 24. Juli 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Tapetenfabrik
Wilhelm Ehrhardt, Darm=
ſtadt
.
Die Firma iſt geändert in:
Wilhelm Ehrhardt.
Am 3. Auguſt 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Erſte Darmſtädter Lack=
und Firniß=Fabrick Georg
Liebig, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma iſt auf
Joſef Janſſen, Apotheker, Witwe
Adele, geb. Wahler, in Darmſtadt
übergegangen.
(16566
Die Prokura der Joſef Janſſen
Ehefrau, Adele, geb. Wahler, in
Darmſtadt iſt erloſchen.
Darmſtadt, 3. Auguſt 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Bekanntmachung.

Dienstag, 27. Auguſt 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Jakob Weicker Ehe=
leuten
zu Darmſtadt, in der Ge=
markung
Beſſungen gelegenen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
IV 52¾/10 1306 Acker im
Soder,
IV 23/100 393 Werkſtättem.
Hofraum,
Triedhof=
Allee,
in unſerem Geſchäftszimmer Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
ſteigert
werden.
Die Genehmigung der Verſteige=
rung
wird auch dann erfolgen, falls
ein der Schätzung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 13. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V16570

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, 7. Auguſt 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Zur Roſenhöhe‟)
verſchiedene Möbel, darunter:
Vertikos, Sofatiſche, Plüſchgarnitur, Kleiderſchränke, Tru=
meauſpiegel
, Pianinos, Waſchkommode, Nachtſchränkchen,
Spiegelſchränke, Diwans, geſchnitzter Tiſch und Seſſel, ferner
Ladenkontrollkaſſe, Grammophon, Theke mit Schubladen,
1 Geſtell mit Marmorplatte, 1 Pferd und eine Partie Ge=
rüſtſtangen
und Diele
(16607
zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.

Oeffentliche Impfung.

Unentgeltliche Impf= und Nach=
ſchautermine
finden, ſolange Be=
dürfnis
, jeden Mittwoch, nach=
mittags
von 5 Uhr ab, im Schul=
haus
in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
ſtatt.
(13179a
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.

Bekanntmachung.

Dienstag, 27. Auguſt I. Js.,
pormittags 10 Uhr,
ſoll die den Steinmetzmeiſter Jakob
Weicker Eheleuten dahier zuge=
ſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. am
II 949¾/10 304//10 Hofreite Nied.=
Ramſtädter=
ſtraße
Nr. 50,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K142/11
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nichtentgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Dermſtadt, den 12. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V16569

Packſtroh zu verk.
*2782)
Eliſabethenſtraße 1.

Vergebung von Abbruch=
Arbeiten.

Die Erd= nnd Abbruch=Arbeiten
zur Beſeitigung des Dammes der
verlaſſenen Odenwaldbahn in
Darmſtadt ſollen öffentlich ver=
dungen
werden.
Die Angebote ſind poſt= und
beſtelgeldfrei und verſiegelt mit
der Aufſchrift: Angebot auf Aus=
führung
von Erd= und Abbruch=
Arbeiten bis zum 20. Auguſt
ds. Js., vormittags 11 Uhr, an
die Großh. Heſſ. Eiſenbahn= Bau=
abteilung
Darmſtadt, Dornheimer
Weg, einzuſenden.
Die Eröffnung der Angebote
erfolgt zu dem bezeichneten Zeit=
punkte
im Konferenzzimmer des
neuen Hauptbahnhofes Darmſtadt.
Zuſchlagsfriſt 3 Wochen.
Die Angebotsformulare mit
Zeichnungen und Bedingungen
können auf dem Büro der Bau=
abteilung
eingeſehen und gegen
poſtfreie Einſendung von 50 Pfg.
in bar bezogen werden. (716585
Darmſtadt, 1. Auauſt 1912.
Großh. Heſſ. Eiſenbahn=
Bauabteilung.

Gbſtbäume, auch Spalierobſt,
hochſt. Beeren ꝛc., weg. Umbau
bill. abzug. Wienersſtr. 77. (*2840

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Nummer 183.

Mitteilung-

Der Verkauf der Restbestände unseres Detailwarenlagers findet nun-
mehr
in unserem Fabriklokal Schulstrasse 2, Hinterhaus, statt.
Die Waren werden
zu jedem annehmbaren Preis
abgegeben. Es sind noch in reicher Auswahl vorrätig:
Elegante Herren- und Knaben-Anzüge, Jünglings-Anzüge,
Sport-Anzüge, Gehrock-Anzüge und einzelne Gehröcke, Ueberzieher
und Ulster, Pyjacks, Sonntags- und Werktagshosen, Knabenhosen,
Knabenblusen und-Waschanzüge, Sommer- und Winterjoppen in
allen Grössen, Berufskleidung alter Art etc.
Buckskinstoffe für Herren- und Knaben-Anzüge, für Damen-
(14612a
kostüme und-Röcke etc.
Kleiderstoffe in einfarbig und gemustert, Bettzeuge, Baum-
wollflanelle
für Röcke, Jacken, Hemden und Kleider; Schürzenstoffe
u. fertige Schürzen aller Art, Trikotagen, Kinderkleider, Vorhangstoffe.
Oppenheimer &Co.

Schulstrasse 2 Hinterhaus.

Mittags von 12½ 2 Uhr geschlossen.

Saiamanger Eineitspreis 12a

Luxus Ausführung 16.50

Braune Offizier-Reitstiefel

mit Doppelsohlen und durchgehend Lederfutter
die meistgetragenste Marke in der Armee :. 3.

(11752a

SALAMANDER
AULAATHAS Z. Ce

Ludwigsstrasseih.

20 gespiette Plales
von Mk. 80. bis Mk. 850.
der Marken Schiedmayer, Erard,
6 Heinrich Arnold etc. etc. 6
darunter ganz wenig gespielte, nur einige Monate
vermietet gewesene Instrumente.
GARANTEEI GARANTIEI
Gegenwärtig günstigste Gelegenheit!
Heintrien-Arieid
(16346a
HOFLIEFERANT
Mühlstrasse 1-3: Wilhelminenstr. 9
:: Musikalien : :
direkt neben dem
Musik-Instrumente
: Militär-Lazaret:
FERNSPRECHER 640 u. 691.

Ende August
verlege
mein Blumengeschäff

Saisen-Ausverkauf
Montag, den 29. Juli, beginnend bis
einschl. Samstag, den 10. August.
Zum Verkaufkommen mit 1050% Rabatt:
Alle Arten Handschuhe, Damen-
Kragen, Strümpfe, Herrenwäsche,
Kravatten, Socken, Hosenträger,
Westen, Patent-Westengürtel (C.B.P.
angemeldet). Alleinverkauf für Darmstadt.

etc. etc.
(16055a

G. Hauptmann, Rheinstr. 19.

aaae

Struſchrit Stlile
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen per
ſoſort billia und gut. (14214a

Kinder=Sitz= und Liegewagen,
gut erhalten, billig abzugeben
*2722oi) Moosbergſtraße 49, I.

Ein ſolch gutes Mittel gegen
Wundens=
wie
Zucker’s Saluderma habe
ch noch nie kennen gelernt. Mein
Arm war ſtark vereitert. Nur zwei=
malige
Anwendung von Salu=
derma
beſeitigte ſofort die Ent=
zündung
und Eiterung. Helene
Stöhr.. Doſe 50 Pfg. u. 1 Mark
ſtärkſte Form). Bei F. Schaefer,
Ludwigsplatz 7, Chr. Schwinn,
Rheinſtraße 8, A. Logel, Eliſa=
bethenſtr
. u. Gg. F. Frank, Parf.

von Rheinstrasse 17
direkt schräg vis-a-vis

nach Rheinstrasse 14
in das Ph. Bechthold’sche Haus

Rheinstr.
17

§ Sp ezialgeschäft

für

(15718a
Telephon
1070
Lina Hardt
moderne Blumenbindereien.

neben das Stadthaus.

2 22.
S

Zweigstelle: Elisabethenstr. 28.

Adler-Automobil
Sportviersitzer
neueste Konstruktion
5/11 Ps., sofort lieferbar.
(16456a
Desgl. 1 Adier-Auto, 5/9 Ps, zwei-und viersitzig fahr-
bar
, wie neu hergerichtet, vorzüglich im Stand Mk. 2600.
Karlsstr. 30,
Müner &Uber, Tel. 651.

Ein ſtarkes Rad mit Freilauf
billig zu verkaufen. (*2762oim
Rhönring 83, part.

dohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
V10582) J. Müller, Kiesſtr. 20.

Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
31)

Hachfeld freute ſich daran, er hatte großen Farbenſinn
pinſelte ein wenig unnd war zugleich ein Künſtler in der
Photographie. Er ſog heute mit allen ſeinen Sinnen
die vielfachen Eindrücke ein, die auf ihn einſtürmten.
Da war zum Beiſpiel die junge Frau. Sie ſah heute
ideal und ſchön aus in dem gelblichen Kleid von ſchim=
mernder
Seide, aus dem ſich Nacken und Hals in unver=
gleichlicher
Schönheit hoben. Eine dreireihige Perlenkette
ſchmückte ihn, ein Teil des Bagewitzer Familienſchmuckes.
Anna hatte ſie dem Kammerherrn eines Tages abge=
ſchmeichelt
, als er beſonders gut gelaunt war.
Friedrich Wilhelm, der Frau Rauch führte und ſeiner
Frau gegenüber ſaß, konnte ſich heute ſelber des Eindruckes
nicht entziehen, den Annas Schönheit auf alle machte. Er
hörte die bewundernden Worte ſeiner Nachbarin und ſah
das gute Einvernehmen, das zwiſchen Hachfeld und ſeiner
Frau beſtand. Kein Blick, den die beiden wechſelten, ent=
ging
ihm. Ach, er kannte ja all die Teufelskünſte zu gut,
mit denen ſie ihn ſelber eingefangen hatte. Er erriet die
Worte, die ſie ſprach, wenn ſie ſich dem Grafen zuneigte.
War er ihr Freund geweſen, als ſie noch auf den Brettern
emhergaukelte?

Anna glaubte ihn eiferſüchtig und verſuchte ihn noch
mehr zu reizen. Sie war nervös, das verliebte Hin und
Her zwiſchen den jungen Eheleuten, die erſt wenige Mo=
nate
verheiratet waren, ſtachelte ihr Blut. Sie war ver=
worfen
worden in ihrer Liebe, und doch glaubte ſie heute
die erſten Anzeichen zu ſpüren, daß Friedrich Wilhelms
Poſe erkünſtelt war. Sie mußte ihn ſich wiedergewinnen.
gewinnen.
Der Kammerherr hob die Tafel auf, der Kaffee ſollte
in ſeinem Zimmer genommen werden. Die Tür, die auf
die Terraſſe führte, ſtand weit offen, und die Gäſte folgten
dem alten Herrn, um einen Blick in die ſinkende Herbſtnacht
zu werfen, die ſich ſchon in ihren Sternenmantel hüllte.
Friedrich Wilhelm ſtand am Schreibtiſch, um die Zi=
garren
hervorzuholen, und als er ſich wandte, erblickte er
Anna unter dem Kronleuchter, ſie brauchte das flutende
Licht nicht zu ſcheuen, das wie eine ſchimmernde Garbe auf
ſie niederfiel.
Friedrich Wilhelm! Sie bog ſich ihm entgegen, in
ihren Augen brannte ein ſüßes Begehren.
Was ſoll’s?
Du haſt noch kein Wort mit mir geſprochen. Iſt es
dir nicht recht, daß wir Gäſte haben?
Nein. Es ſind übrigens nicht die unſrigen.
Warum ſollen wir uns ſo abſchließen?
Die Frage beantwortet ſich mit einer andern, Was

für Augen, glaubſt du, würde dieſes junge Paar wohl
machen, wenn es die Geſpenſter der Vergangenheit
kennte?
Ach du biſt ein Schwarzſeher ein Spielverderber.
Wer weiß noch von den alten Geſchichten.
Nein, ich ſage nur die Wahrheit. Du wirſt mir recht
geben, wenn dieſe Oberförſters, die Graf Hachfeld hierher
gebracht hat warum, begreife ich nicht recht eines
Tages ausbleiben.
Pfui, du biſt abſcheulich in deinem Mißtrauen.
Ich kenne die Welt, Anna. Laß dir doch an Alten=
werder
genügen, ich dächte, daran hätteſt du genug für
dein langes Leben. Wir brauchen die anderen Menſchen
nicht.
So wie deine Suſanne. Ich bin aber keine Heilige
und habe auch keine Anlage dazu, je eine zu werden. Ach,
Graf, ſchön, daß Sie kommen, denken Sie, mein Mann
mutet mir allen Ernſtes zu, Jahr aus Jahr ein hier ſtill
zu ſitzen. Ich muß mir in aller Geſchwindigkeit irgend ein
Leiden ſuggerieren, damit der Arzt mir eine Reiſe in den
Süden verordnet. Ich glaube, das Modernſte heutzutage
iſt ein Lungenſpitzenkatarrh. Anna lachte ihr übermütiges
Lachen, ſo daß das junge Paar jetzt auch herbeikam mit
roten Backen und glänzenden Augen, man ſah es dem hüb=
ſchen
friſchen Mund der jungen Frau an, daß der Gatte
einen herzhaften Kuß darauf gedrückt hatte. Noch hielten

[ ][  ][ ]

ſie ſich an den Händen gefaßt, bis Hachfeld die Nichte iro=
niſch
fixierte. Errötend ließ ſie los und ſuchte die Haus=
frau
auf.
Worüber lachen Sie ſo herzlich, gnädige Frau?
Daß ich krank werden muß, um einen plauſiblen
Grund zu einer Reiſe zu finden.
Lieben Sie das Reiſen ſo ſehr?
Ich ſehne mich danach.
Weil Sie es noch nicht kennen, fiel der Graf ein, ſo
erwarten Sie Wunder davon. Ich bin reiſemüde.
Weil Sie überſättigt ſind, Graf, rief Anna. Die Män=
ner
reiſen und ſehen ſich die Welt und Menſchen an, dann
heiraten ſie, um zu Hauſe behaglich von allem Genießen
auszuruhen.
Alles lachte, als die Hausfrau mit blitzenden Augen
um ſich ſah.
Iſt es nicht ſo, Onkel?
Es iſt viel Wahres daran, Anna. Doch warum biſt du
ſo kriegeriſch geſtimmt? Wenn dich jemand geärgert hat,
ſo bekommt er es mit mir zu tun. Wie wäre es, wenn
du uns jetzt etwas zum Beſten gäbeſt?
Sind Sie muſikaliſch veranlagt? fragte Friedrich Wil=
helm
Frau Rauch.
Nein ich bin leider gänzlich talentlos, nicht wahr,
Ernſt?
Ich ſage, Gott ſei Dank, lachte der Oberförſter.
Du biſt aber gar nicht galant. Verzeihen Sie gnädige

Frau, aber vorläufig bin ich für meinen Mann noch
fehlerlos.
Anna blickte mit einem Groll auf das junge Paar, das
ſo gar keinen Hehl aus ſeinem Glück machte. Er ein grob=
lnochiger
Bär mit den gutmütigſten blauen Augen und
einem Kopf voll blonder Borſten, ſie ein zierliches braun=
äugiges
Frauchen, das ihrem Rieſen von Herzen zugetan
war und ihm ſicherlich eine Reihe von geſunden Kindern
ſchenken würde, nichts anderes für ſich verlangend, als der
geliebte Mittelpunkt dieſes altmodiſchen Familienglücks zu
ſein.
War ſie neidiſch? Ach nein, ſo etwas vermochte ſie
nicht zu reizen, nur die Liebe ihres Mannes neidete ſie
der fröhlichen jungen Frau. Sie fing einen Blick Fried=
rich
Wilhelms auf, der mit ſeltſamem Ausdruck Frau
Rauch verfolgte, die zu ihrem Mann getreten war und ſich
reckte, um mit einem verliebten: Du mein großer Dummer
du! ihm die Schulter zu klopfen. Strahlend ſah der Hüne
zu ihr hinab, man ſah es ihm an, daß in dieſem Augen=
blick
alles um ihn her verſank, und er ſie am liebſten auf
ſeinen Arm genommen hätte, um ſie davonzutragen dort=
hin
, wo ſie ihr Neſt gebaut hatten. Dieſe fremden Men=
ſchen
waren ihm doch herzlich gleichgültig.
Hilde, rief Hachfeld ein wenig laut. Haſt du ſchon
dies Bild geſehen. Du verſtehſt ja etwas von Malerei
wenn du auch nicht ſelber pinſelſt.
Die junge Frau eilte ſofort zu ihm und blickte gehor=

ſam auf die große Landſchaft, vor der er ſcheinbar be=
wundernd
ſtand. Du mußt dich nicht ſo mit deinem Mann
iſolieren, Kind, das paßt ſich nicht. Man trägt nicht auf
ſo ſpießbürgerliche Weiſe ſein Glück auf den Markt. Das
fordert den Spott heraus.
Ach, Onkel, wenn man nun aber ſo übermenſchlich
glücklich iſt wie wir beide. Hilde ſtieß einen tiefen Seufzer
aus und ſah den Erbonkel abbittend in die ſarkaſtiſchen
Augen, in denen eine verſteckte Rührung lag.
Man braucht es aber doch nicht ſo hinausſchreien, das
weckt den Neid derer, die es nicht beſitzen.
Na, das trifft aber hier nicht zu. Wie muß Bagewitz
die ſchöne Frau lieben, ſieh nur, wie er ſie mit ſeinen
Augen verfolgt. Sind ſie ſchon lange verheiratet?
Erſt einige Monate, kleine Hilde. Aber nicht ſo viel
fragen, immer abwarten, ob die Menſchen es einem ſelber
erzählen. Beſonders nicht hier, entfuhr es ihm gegen
ſeinen Willen.
Beſonders nicht hier? Die junge Frau wiederholte
es verwundert, ſie ſollte aber bald genug an dieſe Worte
erinnert werden.
Der Graf hatte ſich wieder der Geſellſchaft zugewandt
und wiederholte die Bitte an Frau Anna, daß ſie ſingen
möchte. Er bot ſich als Begleiter an. Wie oft hatten ſie
früher ſo zuſammen geſungen. Friedrich Wilhelm glaubte
es zu erraten und ſeine Erregung ſtieg.
(Fortſetzung folgt.)

Natter 183.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Seite 1I.

Unsere

Sinnelts Freise
bieten
grosse Vorteile.

Damen-Wäsche
1 weisses Damenhemd
95
1 Stickerei-Untertaille m. Bd.-Durchz. 95
1 Damen-Beinkleid mit Stickerei
95
1 farbiges Damenhemd
1.85
1 . Damenhemd mit gestickt. Passe 1.85
1 w6. Damenhemd Croise .
1.85
1 Damen-Nachthemd.
2.75
2 Nachtjacken
2.75

1 Anstandsrock
2 Wickelteppich
3 Kinderjäckchen
1 Badetuch
6 Staubtücher

risch- u. Bett-Wäsche
95
1 Tischtuch
2 gebogte Kissenbezüge
95
95
1 Tischdecke
1.85
1 Biber-Bettuch
1 Tischtuch mit 3 Servietten . . 1.85
1 Dtzd. Servietten
2.75
1 Hausmacher Bettuch
2.75

6m Handtücher 95
Weiss- und
2m Pique
95
2m Croise
95
Leinenwaren
3 mCretonne. . 95

2. Boitnel-Jalbleinen.
.. 1.85
150 cm breit .
3mDamast 190 cm breit 2.75
7m wss. Handtücher 2.75
1 Wachstuch 95

1 Damen-Direktoire-
Hose
1 Damen-Sport-Mütze
1 Bettbezug 1½schl.

2 Waschgürtel . . 95 1 Jabot

Schürzen
aus türkischem
Kinderschürze gemust. Satin 95
1 Damen-Blusenschürze 95
2 Hausschürzen
95
1 Zierträgerschürze
95
1 Refc
1.85
irze

95 1 Frauen-Korsett 95 1 Rammgarnitur . 95 1 P. Glacé-Handsch. 95
95 1 Samttasche
95 1 Auto-Schleier . 95 3 Paar Herren-Socken 1.65
Gardinen
Sommer-Vormal-Wäsche
3 m Scheibengardinen
95
2 m Congress-Stoff
95 1 Sommer-Normalhemd
95
2 Paar Brises-bises .
95 I 1 Sommer-Normaljacke
95
1 Rouleaux
1.85 1 Einsatz-Hemd
1.85
1 Paar Vitrages.
. 2.75 1 farbiges Leinenhemd
1.85
1 Paar abgepasste Gardinen . . 2.75 1 1 wb. Einsatzhemd
. 2.75

Markt
irt 2 Mhktit

Ausstellung in unserem Schaufenster am Markt.
tebr. Kornsehnu

(16605

Markt
Krtrtit 2 irtri

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Nummer 183.

Die Preise
verstehen sich nur
bis zum
15. August

11
elten aunstiges Extra-Angebot

in

Teppicnen d. Vorlagen

Die Teppiche sind in
meiner bedeutend er-
weiterten
Spezial-
Abteilung zur gefl.
Ansicht auch ohne
Kaufzwang ausgelegt.

Um meiner geschätzten Kundschaft einen überzeugenden Beweis meiner besonders grossen
Leistungsfähigkeit in Teppichen zu geben, gewähre ich bis zum 15. August auf meine
schon äusserst kalkulierten Preise einen Extra-Rabatt von 10%, bemerke zugleich, dass
sich mein enormes Lager aus nur erprobten Qualitäten und modernen Dessins zusammensetzt.

Prima Axminster
Geschmackvolle Zeichnungen
cu 15550200 om gross . . 9.00 12.00
ca 170X240 ch * 17.50 15.90 25.75
ca. 200X300 cm gross
19.75 27.50 37.50 52.00 70.00
ca.250X300
cm gross 45.00 59.00 65.00 69.50
Bettvorlagen
Perser Imitation, zweiseitig,
. nur 1.50
schwere Qualität
,
Axminster u. Tapestry 1.15 2.50
Plüsch u. Axminster
extra schwere Qualitäten
4.50 6.75 9.00
mit und ohne Fransen

Kaumaus

Prima Plüsch
Elegante Blumen- und
:. Persermuster ::
cn. 1702240 cm gross 25.00 34.00
ca. 200X300 cm
gross .
. 37.50 34.00 50.00

Wollperser

ca. 200X300 cm

gross

40.00

Besonders preiswert!
Imitation,
Perser-Teppiche zweiseits
ca. 130X200 cm gross .
5.95
ca. 17020240 cm gross . . . 9.50 13.75
ca. 200X300 cm gross . . 13.50 15.00

ca. 250X350 cm gross .

22.50 26.00

( Haar-
rima
Bouche garn)
Aparte kleine Zeichnungen,
besonders strapazierbare Qual.,
für Wohn- u. Herrenzimmer
ca. 170X240 cm gross .
. . 252.50
eu. 2002500 cm gross 37.50 46.00
Bouelé-Vorlagen 3.25 6.75
Läuferstoffe

Jute-Läufer
Meter 30 30 75 1.15 1.45 1.00
Woll- und Plüsch-Läufer

Chinamatten

eu. 50/70 60190 70ſf20oem
0.45 0.78 1.20

Meter 2.50 3.50
Bouclé-Läufer, sehr schwere Qualität, rot,
grün, blau und gold gestreift . Meter 3.50
Bouclé-Läufer, elegante Jacquardmuster
. Meter 3.25
,
Haargarn-Badevorlage
3.25

16590
Darmstaut
Ger Ludwigstr. 2, Ecke Kirchstr.

gut erhalt. Kleiderſchrank und
11 Teppich billig zu verk. (*2768
Pallaswieſenſtr. 2, 2. St.

Original Hallers

Enorm billig kaufen Sie
Vertiko, Schränke, Tiſche, Stühle,
Trumeauxſpiegel, Büffets,
Schreibtiſche, Diwan, Matratzen,
ſowie komplette Wohnungsein=
richtungen
in reicher Auswahl
und in nur prima Arbeit bei
Große Ochſen=
J. Teicher, gaſſe12. (16152a

Petroleumkocher
garant. gefahr- u. geruchlos
von 85 Pfg. an
Original Hallers
Gaskocher
sparsam im Gebrauch
von 95 Pfg. an
Spirituskocher
in bewährten Fabrikaten
von 28 Pfg. an
Nietschmann Neae
Ludwigstr. 10 Telef. 1804.

Ein echt Meißener
Porzellan=Ofen
(weiß mit Gold) wegen Dampf=
heizung
billig abzugeben (B16582
Hermannſtraße 35.

Zur Beseitigung von
oesichts u. Körperhaaren
Damenbart

ist tatsäch-
lich
das
beste Mittel
der Welt
Subito‟
weil esdie
Haare
sofort
schmersios
entkernt
radlkal mit Wurzel
e us ein Wiederwnehen
dieser Haare ausgeschlossen
ist. Reine Hautreirung und
besser alsklektrolzse. 3101.38
Garantie absol. unschädl.
sichererErfolg. Preis 3.50 A.
Freisgekröntgoid. Redalle Hielebanfschr.
Versand diskret geg. Nachn.
od. Voreinsnd. (auchBriefm.)
Friedrich Tillmann
Elisabethenstrasse 21.

Haarige

ohne Lötfuge, Flach-
u
. Kugelform in 8, 10,
14 u. 18kar. Gold d.
Paar v. 10 bis 80 Mk.
Gravierung gratis.
Alle Grössen stets vorrätig. (14899a
L. Borné, Hoflieferant,
Uhren, Gold- u. Silberwaren
25 Ernst-Ludwigstrasse 25.

Polern werd. ſch. geträut. v. Wel,
Riedeſelſtraße 68, 3. St. (*2794

Hiſerner Ofen (Dauerbrenner
Junker & Ruh) zu verkaufen
Frankfurterſtr. 17, part. (*2810

Konditorei u. Café
Spezialität:
Baum-
Ekuchen
Felix Hecker
Soderstrasse 2. Am Kapellplatz.
Telephon 122. (15780a

a: Hochſeines Pianins 2a
(kreuzſaitig) wird unter ſechsjähr.
Garantie billig abgegeben. Teil=
zahlungen
geſtattet. Nieder= Ram=
ſtädterſtr
. 31, 1. St. rechts. (*2820if

Dalat!!

rufen die Kinder, wenn
ein Pudding von
Liebigs
Puddingpulver
auf den Tisch kommt. Man
achte auf Liebigs Marke
Bäckerjunge.
(VI16571

bendtisch
Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.

Ausehant des berühmten
:: Wormser Weinmostes::

Kein Frinkzwang. (14
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, I. Stock.

e
Eröffnung
meines Geſchäfts Schloßgaſſe
2
Nr. 23
gebr. getragene Kleider, Schuhe,
ſowie allerhand alte Möbel ꝛc.
u. zahle die höchſt. Preiſe (16141a
Aleranderſtr. 15.
V. Schatl, Telephon 1924.

Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets kon=
kurrenzl
. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
(15924a
Teleſon 2097.

alteTaungehiseper lahn
Kaufe zo Pfg., Breanspitzen von
alten Brennapparaten p. St. 1.505.00 Mk.
16388a) G. Best, Ludwigshöhstr. 60, I.


. Ankauf
von nur beſſ. getr. Herren= und
Damenkleid. u. dgl. bei reeller
Bezahlung. Jetzt Donnerstag
hier. Schriftl. Off. unt. H 100
an die Exped. ds. Bl. (16476sif

ebraucht. Kaſſenſchrank ſowie
Kaſſetten zu kaufen geſucht.
Offerten u. F96 a. d. Exp. (*2802

Ltr. Vollmilch, auch
200-260 weniger, n. Oſtbahn=
hofgeſ
. Off. m. Pr. F94 Exp. (*2807im

[ ][  ][ ]

je 153.

Dienstiag, 6. Auguſt.

1912.

Ztellersruch

Weiblich Gew. Hausmädch. ſucht Stelle
i. Herrſchaftsh. z. 15. Aug., Minne
Dingelde in, gewerbsmäßige Stellenvermitt
lerin .Schützenstr. 10½, Tel. 531. (*2847 Unabh. Frau, tücht. in d. feinen
ſowie bürgerl. Küche, ſ. ſof. tagsüb.
Stelle, evtl. Aushilfe, a. liebſt. i. gr.
Betrieb. Näh. Schloßgartenstr. 3, II.(* Brav., fleiß. Mädch. ſucht morg
u. mittags je 3 Stdn. Laufdienſt.
Wirtſchaft n. ausgeſchloſſ. Grafen=
ſtraße
27, Stb., Giebenhain. (*2833 Kinderfräulein
im Haush. erfahren, zuverläſſig,
ſucht Stellung in beſſerem Hauſe
*2779) Dieburgerſtr. 17, 2. St. Jg. Frau ſ. 12 St. Laufdienſt
*2775) Woogſtr. 1, 2 St., Koch. Ein im Kochen, Hand= u. Haus=
arbeit
gut erfhr. Mädchen ſucht
Stell. Lohn 30 Mk. Off. u. F. R.
postlagernd Eberstadt. (*2836 Tücht. Frau ſucht ganze u. halbe
Tage zu waſchen und putzen
Langegaſſe 14. 1 Tr. h. (*2842 Eine Frau ſucht Laufdienſt für
morgens 2 Stunden (*2854
Kirchſtraße 17, Manſarde. Tüchtige Kochfrau gehr. aus=
helfen
in Reſtaurant, auch außer=
Lalb bei Kirchweihen (*2777
Hochſtraße 20, part. Fleißige ordentliche Frau geht
waſchen u. putzen, auch halbe Tage
*2778)
Hochſtraße 20, part. Unabh. Frau ſucht Waſch. u. Putz.
Schloßgaſſe 33, 2. Stock. (*2788 Schneiderin empfiehlt ſich
Wienersſtr. 46, part., I. (*2588soi Ferfekte Büglerin empf. ſich a. d.
Hauſe Grafenſtr. 8, 2. St. (*2845 Männlich HEE
Handſchrift, ſucht Steſlung auf
Kontor oder Lager. Offerten u.
P 38 an die Exped. (16377a

Junger licht. Reklamezeichner
ſucht auf 1. Okt. Stell. Angeb. u.
P31 an die Exped. (*2576sid

Gut empfohlener Mann
mit beſten Zeugniſſen, früher Herr=
ſchaftskutſcher
, ſucht als Portier,
Hausverwalter oder ähnl. Stell.
Off. u. A 78 a. d. Exp. (16526oim

KIKIE

(

Korserrkanern
geſucht; evtl. wird tücht. Weiß=
näherin
angelernt. Daſelbſt
Eehrmädchen
geſucht J. Müller Rippert
Nachf., Elisabethenstr. 12, II. (*2772

Mehrere Mädchen, welche die
Näheret und das Zuſchneiden
gründlich gelernt haben, per ſofort
für dauernd geſucht.
(*2684si
Oppenheimer & Co., Schulſtraße 2.

Gesucht
ordentliches Lehrmädchen aus
guter Familie für den Verkauf
Rud. Nick Nchflg.
W. Nagel
Ernſt=Ludwigſtr. 16. (16422si

Mehrere Mädchen für leichte
Näharbeit ſofort, für dauernd ge=
ſucht
Karlſtraße 41, I. (*2790

Herrſchaft ſucht wegen Verheir.
ein braves Dienſtmädchen, Mäd=
chen
, welch. bürgerl. kocht, zu 2 Leut.,
ſowie in and. gute Stell, Hausm.
in Herrſchaftsh. ſ. Fr. Berta Nebling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Ludwigſtraße 8.
(*2733oi

Zuverläſſige, ſaub. Köchin
die ſelbſtändig gut bürgerlich kochen
kann und Hausarbeit mitüber=
nimmt
, zu ſofortigem Eintritt geſ.
16155a) Wendelſtadtſtraße 6, I.

Junge Mädchen
für dauernde, lohnende Arbeit geſ.
Frommann & Morian, Spiel-
kartenfabr
., Heidelbergerstr. 27. (16563

Geſucht zum 1. Sept. oder ſpäter=
ein
gewandtes
Hausmädchen
mit guten Zeugniſſen für herrſch.
Haushalt. Hermannſtr. 35. (B16581

In der Korbotteh Arbeerrany
größere Posten gutsitzender, solider Fagons.

HHHnHHHHHGBHGHHHHHBHHHBHHHHBHHRHHnnhhhnhuHEuHHHHH
EnEuHHEnünHGEGHHHGRHHAHHHRBHEhhRhanuhnuhhhuuuhuna
60
En
E0
na
B2
D8
BB
ün
BG
EE
26
HE
50
20
BE
B0
BE
50
D2
56
50
50
B5
H0
BE
Dd
B0
GE
Hn
Gn
52
Gu
B5
Gu
BE
un
22
DB
HB
80
B5
HE
20
Bn
B0
BE
Hu
D0
B0
BB
B6
un
B6
En
un1 Frauenform
50 Frackform
Frauenform
Gn
Hu mit Spiralstäbchen 35
mit Strumpfhalter . . 1 1g
verstärkter Bau
BB
HH
nu
nn
u8 Direct.-Form
B8
Frackform
Direct.-Form 950
90
nu grau Drell . . .
mit Strumpfhalter . . & Un
weiß
02
B8
D8
un
Du
Frackform
Direct.-Form
Frackform
Au
770
750 155
Bn m. Spiral u. Strumpfh. 2 weiß mit hellblau . . 2 weiß .
22 10
B6
D8
GE
En
Zur
un Reiche Auswahl
95 1ns
2
Directoire-Form
32
B8
in besseren, eleganten
G8
extra lang, elegante Ausstattung
95
Reklame:
Fassons.
Hn :
32
mit Strumpfhalter . . . .
nu
B6
HB
Gc
Dn
Bu
Eu
D0
DH
Du
Dn
HG
Markt 2 Tan
anlGebr. Rothschid
B0
G6
DE
85
(16603 150
50
B6

HähhhuuhenanuhunuuhnßhaßunsgaphhhhahBuhhanuhhepun
HuhhunasasddauhuhäähhuhnhunuhasesenshannaäuuunaEG

Frilier=Modelle
ſolche mit blondem Haar bevorzugt.
(*2798
Zu melden am Dienstag, den 6. ds. Mts., abends von
9½ Uhr an, in unſerem Vereinslokal Hessischer Hof‟
Wilhelminenstrasse 1, I. Stock.
Damenfriſeur= und Perückenmacher=
gehilfen
=Verein.

Tüchtiges
Pienstmädchen
für Küche und Haus in kinderloſ.
Haushalt per ſofort geſucht. Nur
durchaus empfohlene Mädchen
wollen ſich melden Eliſabethen=
ſtraße
12, II.
(*2773

Reinſ. junge Mädchen
für leichte Arbeit per ſofort geſucht.
Näheres bei Wehner & Fahr,
Schokoladenfabrik. (16564im

1 älter. Mädchen zur
Suche Führung ein. Haush.
u. mehr. and. Mädchen erh. gute
Stell. durch Johannette Weißmantel,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin,
Kaſinoſtraße 17.
(*2784

Zwei geſ. Schenkammen ſofort
geſucht Fr. Minna Dingeldein,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin, Schützen-
straße
10½, Teleph. 531. (*2848

Gewandtes und zuverläſſiges
Hausmädchen, das kinderlieb iſt,
zum 1. Oktober, evtl. früh. geſucht
Roquetteweg 4, I. (16610a

Sauberes junges Mädchen
nachm. von ½2 bis 8 Uhr geſucht
Eliſabethenſtr. 56, Laden. (*2838

Haushälterin
für älteren Herrn geſucht. Gefl.
Off. u. F 89 an die Exp. (*2813

Tücht. Lauffrau vor= u. nach=
mittags
je 2 Stunden geſucht
Viktoriaplatz 6, I.
(*2806

Mädchen=Gesuch
Tüchtiges, kinderliebes, zuverläſſ
Mädchen nach Leipzig geſucht.
(Reiſevergütung) 2 Kinder, kleiner.
beſſ. Haushalt. Off. unt. P 95
an die Expedition.
(*2805

Köchinnen, Alleinmädch.,
Suche: welche kochen und nicht
kochen können. Minna Dingeldein, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Schützenſtr. 10½, Tel. 531. (*2849

Nicht zu junges einf. Mädchen,
erfahren im Haushalt, vor= und
nachmittags einige Stunden geſ.
Hochſtraße 26, 1. Stock. (*2852

Durchaus zuverläſſ. ſauberes
Monatsmädchen od. jüng. Frau
gegen hohen Lohn zu einzelnem
Herrn mit 4=Zimmerwohnung
Beſſunger Viertel geſucht. Off.
mit genauen Angaben und
möglichſt Referenzen unt. E 36
an die Exped. ds. Bl. (16596im

zum Laden
Reinl. Frau
putzen geſucht
Rheinſtraße 12½.
(16562

Männlich

Baulechuirer
flott und ſelbſtänd. im Zeichnen,
Veranſchl. und ſtat. Berechnung,
per ſof. auf Architekturbüro geſucht.
Angeb. mit Zeugnisabſchr., Skizzen,
Gehaltsanſpr. u. Altersang. unt.
F 83 an die Exped. erb. (16577im

Gesucht
für Kaſſe und Bücher zuverläſſiger,
junger Mann oder Fräulein von
beſſerem Detalgeſchäft per bald.
Genaue Offerten mit Gehalts=
angabe
u. F 40 a. d. Exp. (16421si

Gut empfohlener, jüngerer
Kaufmann für ein
Kohlengeschäft
zum Beſuch der Stadtkundſchaft,
Lager und Kontor zum baldigen
Eintritt geſucht. Schriftl. Offert.
sub G 2 an die Expedition des
Blattes erbeten.
(*2824id

(100a
34 Mark
täglich bietet ſich jedermann durch
häusliche Schreibarbeiten. Einzig
der Art, ſtreng reell, kein Schwindel.
Alles Nähere gegen Rückm. durch
Friedr. A. Wilsdorf. Straßburg, Els.

Strebsamer Mann
für dauernd z. Uebernahme einer
Verſandſtelle in jedem Bezirk geſ.,
ganz gleich, ob in Stadt od. Land
wohnh. Kein Riſiko und ohne
Aufgabe des Berufs. Einkomm.
monatl. 350 Mk. Nur ehrl., wenn
auch einf. Leute werden berückſicht.
Anfr. u. Versandstelle,, an Daube &
(16574D
Co., Cöln a. Rhein.

Moher, reller
müheloser
Neben=
verdienst

für Bankangeſtellte, Kaſſenbeamte,
Notarſchreiber und alle mit Ka=
pitaliſten
bekannten Perſönlich=
keiten
. Gefl. Offerten unter F.
Z. W. 9421 an Rudolf Mosse,
Frankfurt a. M. (M16572

Aeltere deutsche
Lebensversicherung
mit neueſt. Tarifen u. hohen Divid.
ſucht tüchtige Mitarb. geg. hohe
Proviſion evtl. feſte Bezüge. Off.
unt. F 91 an die Exped. (*2809

Slistenz
Auskunftei (35 Büros) errich=
tet
in Darmſtadt Filiale. Be=
werber
werden durch alten Fach=
mann
eingeführt. Die Büroein=
richtung
wird geſtellt. Erford. ca.
90 Mk. Freundl. Offerten unt.
N. P. 19582 an die Annone.=
Expedition Fr. Schatz, Duis=
burg
.
(16561

alle. e
Ofene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533)

Tüchtige
Hortzontal-Bohrer
Fräſer
und Werkzeugmacher
geſetzteren Alters, zum ſofortigen
Eintritt geſucht.
Allgemeine Elektrizitäts= Ge=
ſellſchaft
, Fabrik Frankfurt a. M.,
Höchſterſtraße 45.
(16444H

Tüchtige
Werkzengmacher
für Bohrlehren, Schnitte und
Stanzen, ſowie tüchtigen Werk=
zeugſchleifer
zum ſofortigen Ein=
tritt
geſucht.
(16532f
Allgem. Elektrizitäts- Gesell-
schaft
, Fabr. Frankfurt a.M.
Höchſterſtraße 45.

Jüngere
kräftige Arbeiter
per ſof. geſucht. Näh. bei Wehner
& Fahr, Schokoladenfabrik. (16565im
Junge, 1416 Jahre alt, zur
Beſorgung von Ausgängen und
leichter Arbeit geſucht Saalbau=
ſtraße
12.
(16602a

Wir ſuchen für ſofort einen
jüngeren
Laufjungen
im Alter von ca. 16 Jahren für
leichte Arbeiten S. Wronker &
Co., Nachf.
(16578

in die Lehre
Lordentl. Jungen geſucht
H. Brunner
Installationsgeschäft u. Bauspenglerei
Eliſabethenſtr. 33. (*2452dsi

Lehrling
geſucht von hieſigem Kolonial-
waren
en gros Geschäft geg.
ſteigende Vergütung. Offerten
unter F 26 an die Expedition
ds. Bl. erbeten.
(16342a

Junge
aus guter Familie in die
Lehre geſucht.
Viel, Dentist
Rheinſtr. 123/, I. (16378sid
Lenriing
Für unſer kaufm. Büro ſuchen
wir einen jungen Mann mit Be=
rechtigung
z. Einjähr.=Freiwilligen.
Möbelfabrik Gg. Ehrhardt & Söhne
Feldbergſtraße 36. (16608a

GGebrauchtes, gut
5)

erhaltenes Pianino
gegen Barzahlung zu kauf. geſucht.
Offerten mit Preisangabe unter
F 88 an die Exp. d. Bl. (*2791

zu kaufen
Eiſ. Wendeltreppe geſ. Off.
unt. F 87 an die Exp. (*2792

Suche zu ſoforigem Eintritt:
2bis 3 selbständige
Elektromonteure
und einige Hilfsmonteure für
Stark= und Schwachſtrom. Ang.
Wilk, Elektrotechniſches Büro,
Großh. Hoflieferant, Darmſtadt,
(*2831id
Telefon 829.

Gute Vierwirtſchaft ſucht ſof
jüngeren, tüchtigen Kellner, der
an rege Tätigkeit gewöhnt iſt.
Offerten mit Zeugnisabſchr. unt.
(*2823
G 1 an die Exped.

KräftigerJunge
als Hausbursche gesucht.
Nur Sohn brav., ordl. Eltern
wird berückſichtigt. Off. unter
P 86 an die Exped. (*2789

getr. Herrenkleider,
Kaufe Stiefel, Zahngebiſſe
zu höchſten Preiſen. Komme
auch auswärts.
(*2841idso
Levy-Sonnenstrahl,
4 Kl. Ochſengaſſe 4. Karte gen.

Ge

Rillige neue Möbel
hochf. Schlafzimmer hell nußb.
poliert ſtatt 480 Mk. nur 400 Mk.
Eich. Büfett, Kredenz, Auszieh=
tiſch
, Stühle nur 400 Mk., Küche,
natur pitſch pine Küche, in lackiert,
Diwans, Chaiſelongue, Auszieh=
tiſche
, Flurſtänder, Trumeau=
ſpiegel
, Blumenkrippen, Umbau
m. Diwan, Waſchkommode mit
u. ohne Spiegelaufſatz, Matra=
tzen
, Stühle, Sofaſpiegel, zur Zeit
ſpottbillig Mathildenplatz. 8. (*2828

Mrabenen
große ausgeleſ. Ware z. Einmachen,
per Pfd. 30 Pfg., 2. Sorte 25 Pfg.
G. Bräutigam, Soderſtraße 64.
Poſtarte genügt.
(*2804

Einen vol. rund. Tiſch, 1. Sofa
u. Kommode zu verk. (*2825
Riedeſelſtraße 70,

[ ][  ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Auguſt 1912.

Nummer 183.

Sport.

* Pferderennen zu Grunewald. Rauch=Memorial;
2800 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Leutn. v. Lütckens Si=
gismund
(Beſ.), 2. Triglav (Leutn. Streſemann), 3.
Hadwiga (Leutn. v. Egan=Krieger). Tot. 45:10. Drei
liefen. Leicht, 2½¾ Lg. Auguſt=Handikap; 5000 Mk.,
Diſtanz 1800 Meter: 1. Hrn. H. Junks Pikkolo (Hr. Teich=
mann
), 2. Caracas (Nitſche), 3. Abelard (Gagelmann),
3. Sherlock Holmes (Naſh). Tot. 51:10, Pl. 20, 44:10.
Unpl.: Bode. Petarde, Kaſander, Prinz Kuckuck. Leicht
¾ Lg.-Kopf. Preis von Blumberg, Ehrenpreis und
4000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Dr. F. Rieſes Rut=
lands
Arms II (Beſ.), 2. Medee II (Leutn. v. Lütcken),
3. Diamond Hill (Beſ.). Tot. 19110, Pl. 11, 13, 12:10. Un=
plaziert
: Wetterwolke (gef.), Blitz (gef.), Riene, Galley,
Libellulte, Calino. Kampf, Hals-Hals. Werder=
Preis; 4200 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn H. von
Tresckows Fiſchotter (Streit), 2. Menelik (Stübing),
3. Journal (Weishaupt). Tot. 49110, Pl. 17, 19, 28:10.
Unpl.: Fromme Helene (4), Eilige, Stelle d’Oror, La
Turbie, Fenella, Cudowa. Gegenwehr, Hals-2 Lg.
Heyden=Linden=Erinnerungsrennen; Ehrenpreis und
15000 Mark, Diſtanz 5000 Meter: 1. Herrn H. Junks On=
vide
(Dr. Rieſe), 2. Pilis (Beſ.), 3. Taſchenſpieler (Beſ.).
Tot. 43110, Pl. 16, 20, 14:10. Unpl: Forefather
(totgef.), Fair King, Dame des Pres, Oberbayer, Kil=
mallock
, Fawkes. Sehr ſicher, 442 Lg. Preis von
Saarburg; Ehrenpreis und 3300 Mark, Diſtanz 3500 Me=
ter
: 1. Rittm. v. Roſenbergs Miß Fife (Leutn. v. Egan=
Krieger), 2. Tory Hill II (Beſ.), 3. Wedding Morn
(Beſ.). Tot. 40110, Pl. 16, 22, 21:10. Unpl.: Ahnenſchloß,
Poſſible, Puſſi, Mark Gamp. Ueberlegen, 32½ Lg.
Preis von Tegel; 6200 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hrn.
Bernſtorff=Gyldenſteens Gefa (Naſh), 2. Galvani ( Weis=
haupt
), 3. Doppelgänger (Martin). Tot. 34:10, Pl. 16,
15:10. Unpl.: Cobden, Gardone. Sehr ſicher, 28 Lg.
Rennen zu Gotha. Preis von Reinhardsbrunn;
5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn W. Lindenſtädts
Elschen (Archibald), 2. Prinz=Gemahl (Schläfke), 3.
Samhara (F. Bullock). Tot. 66:10, Pl. 32, 19, 16:10.
Unpl.: Brabant, Smaragd (gef.), Wahrheit, Hexe. 1½
bis ¾ Lg. Preis von Friedrichroda; Ehrenpreis und
3350 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Rittm. v. Kummers
Adler (Herr Purgold), 2. Alike (Herr Jahrmarkt), 3
Rohrau (Leutn. Doebel). Tot. 21110, Pl. 13, 15:10. Un=
plaziert
: Fairfax. Ueberlegen 6 Lg. Preis von Gotha;
10 000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn Balduins Ma=
jor
Fifer (Weatherdon), 2. Sultan Saladin (Smith), 3.
Marc Aurel (F. Bullock). Tot. 47110, Pl. 17, 37, 18:10.
Unpl.: Fox, Marzipan, Oranier, Induſtrie, Tiefland, Je=
wel
, Erfinder, Sarolta. Kampf, Kopf-2 Lg. Herzog
Ernſt=Rennen; Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz 2000
Meter: 1. Herrn G. Nettes Thereſe (Herr Dodel), 2. Bez=
zentö
(Herr Jahrmarkt), 3. Maſter (Herr Purgold). Tot.
15:10, Pl. 13, 19110. Unpl.: Lockenkopf. 31 Lg. Preis
von Thüringen; 30000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Hrn.
A. und C. v. Weinbergs Metaſtaſio (Fox), 2. Nachtſchat=
ten
(J. Lane), 3. Furka (F. Bullock). Tot. 22110, Pl. 12,
19, 12:10. Unpl.: Vanitas, Aeroplan, Strohblume, Cſar=
das
, Gräfentonna. 11 Lg. Prinz Philipp= Jagdren=
nen
; Ehrenpreis und 3350 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1.
Turnſtile, Ahalative, Mir, Moulan. 42 Lg. Prä=
Bartels), 3. Jupiter (Herr Purgold). Tot. 30110. Drei
liefen. 310 Lg.
Meeting zu Neuß. Erft=Flachrennen; 3900 Mk.,
1600 Meter: 1. Herrn W. Blatts Sand (Wedgewood) 2.
Künſtler (Evans), 3. Götterſage (Davis). Tot. 26:10,
Pl. 14, 14, 19110. Unpl.: Mindenkem, Eager Girl, Satire,
Blue in Blue. 13 Lg. Stadtgarten=Hürden=Rennen;
Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Hrn.
J. und G. Reimanns Lichtenſtein (Leutn. Frhr. v. Ber=

chem), 2. Erato (Leutn. v. Moßner), 3. Tirurel (Leutn.
Graf Holck). Tot. 36:10, Pl. 13, 15.10. Unpl.: Wander=
burſch
, 34 Lg. Heyden=Linden=Jagdrennen; Ehren=
preis
und 3000 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Leutn. Pau=
weis’
Tempete III (Leuen. Knel), 2. Oktavius (Leutn.
v. Moßner), 3. Delthorpe (Leutn. v. Bock und Polach).
Tot. 35110, Pl. 14, 18, 17110. Unpl.: Doubtful, Lady,
Turnſtile, Aahalative, Mir, Moulan. 42 Lg. Prä=
mie
=Handikap; 6000 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn
W. Bies Paradox (Evans), 2. Samie I (Wedgewood),
3. Eiſenmenger (Jentzſch). Tot. 58:10, Pl. 20, 18, 1510.
Unpl.: Celius, Lady Iim, Narva, St. Maximim, Sharper,
Claudio, Arthus, Kings Eve, Revanche. Hals1 Lg.
Neußer Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 10000 Mark, Diſt.
4500 Meter: 1. Hrn. J. und G. Reimanns Silver Sea
(Leutn. Frhr. v. Berchem), 2. Fleche (Leutn. Graf Holck),
3. La Faridondaine (Leutn. v. Bock und Polach). Tot.
55:10, Pl. 20, 20, 36:10. Unpl.: Coram Populo (angeh.),
Alvo, Little Ben, Delbek, La Sylvie, Dainty Fox, Ali=
quando
(gef.), Athenian, Lynch Law, Don Juan, Gay
Paris (angeh.). Kölner Jagdrennen; 5000 Mark, .
32.)0 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers Grünewald (Gehrke),
2. Sonnenblick (Unterholzner), 3. Kommandant ( Krei=
ſel
). Tot. 32:10, Pl. 13, 14, 15.10. Unpl.: Clou, Ingra=
ban
, Nikolaus F., Zucht. Zolltor=Jagdrennen; 2200
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Leutn. Ritters Einbrecher
(Dyhr), 2. Pax (E. Francke), 3. Flibuſtier (Leiß). Tot.
52:10, Pl. 16, 12:10. Unpl.: Brunonia. 2½2½ Lg.
In dem tödlich verunglückten Forefather ſcheidet
der Steepler aus dem deutſchen Rennbetriebe, der vor dem
gleichfalls in dieſem Jahre durch einen unglücklichen
Sturz ums Leben gekommenen Lord Forfar die beſte
Klaſſe unter unſeren Steeplern präſentierte. Der von For=
farſhire
ſtammende Hengſt wurde als Dreijähriger aus
England importiert und lief zuerſt in Hürden=Rennen,
machte aber durch ſeinen Charakter Schwierigkeiten. Erſt
als er in den Beſitz des Leutn. v. Sydow überging, der
ſich immer vorzüglich mit ihm abfand, traten ſeine bedeu=
tenden
Steeplerfähigkeiten zutage. Seine großen Triumphe
errang er im Jahre 1910 durch die Siege in der Mann=
heimer
Badenia, dem Großen Preis von Karlshorſt und
vielen kleineren Konkurrenzen. Im ganzen konnte der
Hengſt während ſeiner Rennkarriere in Deutſchland
131820 Mark gewinnen. Forefather war als Pferd ein
Modell von prachtvollen, regelmäßigen Formen und die
preußiſche Geſtüts=Verwaltung bot verſchiedentlich bis zu
30000 Mark für ihn, um ihn als Landbeſchäler in Tra=
kehnen
aufzuſtellen; ſein Beſitzer, Leutn. v. Sydow, wollte
ſich aber nicht von ihm trennen.
* Radrennen. Großer Preis von Europa
auf der Kölner Radrennbahn. Erſter Lauf, 50 Kilometer,
bei 36,800 Kilometer abgebrochen: 1. Linart 29 Min. 17,2
Sekunden; 2. Günther 1950 Meter, 3. Mauß 2170 Meter
zurück; 4. Lavallade, 5. Stellbrink. Zweiter Lauf, 50 Kilo=
meter
, bei 55,600 Kilometer abgebrochen: 1. Stellbrink
43:35,2; 2. Linart 900 Meter, 3. Mauß 2690 Meter, 4. La=
vallade
8550 Meter zurück; 5. Günther, nach 30 Kilometer
aufgegeben.
Die Radrennen in Erfurt wurden bei ſchönem
Wetter und gutem Beſuch ausgefahren. In den drei Be=
fähigungsrennen
über je 20 Kilometer zum Großen
Steher=Preis ſiegten Roſenlöcher in 20 Min. 14,2 Sek.,
Junghans in 20:37,2 und Ebert in 20114. In dem 60=
Kilometer=Rennen ſelbſt ſtarteten dann Ebert, Nettelbeck,
Roſenlöcher und Junghans. Während Roſenlöcher und
Junghans nie in Betracht kamen, lieferte Nettelbeck ein
hervorragendes Rennen und geriet nur durch Raddefekte
ins Hintertreffen. Ebert ſiegte ſchließlich in 1 Stunde
3 Sekunden; 2. Nettelbeck 1750 Meter, 3. Roſenlöcher 5200
Meter, 4. Junghans 6800 Meter zurück.
Großer Sommer=Preis von Chemnitz,
Dauerrennen über 100 Kilometer, van Neck ſiegte in

1 Stunde 10 Min. 28,6 Sek.; Nanke 3470 Meter, Darragon
7020 Meter, Didier 11500 Meter zurück. Der in zwei
Läufen über je 30 Kilometer ausgefahrene Kleine Som=
mer
=Preis ergab folgendes Geſamtklaſſement: 1. Jacque=
lin
57,250 Kilometer, 2. Hall 55,070 Kilometer, 3. Zeißler
51,690 Kilometer, 4. Zargeß 47,060 Kilometer.
Preis der Stadt Hannover. 100 Kilometer.
Erſter Lauf, 40 Kilometer: 1. Guignard 30:16,4 (auf den
3. Platz diſtanziert), 2. Saldow 960 Meter, 3. Scheuer=
mann
980 Meter, Walthour weit zurück. Zweiter Lauf,
60 Kilometer: 1. Saldow 44147,2, 2. Walthour 5 Meter,
3. Guignard 15 Meter, 4. Scheuermann 2490 Meter zurück.
Hauptfahren: 1. Peter, 2. Oſtermeyer eine Länge, 3. We=
gener
eine halbe Länge zurück; 4. Rädlein. Prämien=
fahren
: 1. Neumer, 2. Bremer eine halbe Länge, 3. We=
gener
drei Längen zurück; 4. Dettmering. Tandemfahren:
1. Oſtermeyer-Wegener, 2. Peter=Schwab 1½ Lg. zurück;
3. Bremer=Stellbrink, 4. Neumer=Süßmilch.
Die Fernfahrt Durch die Niederrhei=
niſche
Tiefebene wurde von 25 Fahrern beſtritten.
Das Rennen führte von Düſſeldorf über Eſſen, Duisburg=
Ruhrort, Kleve, Geldern, Krefeld nach Düſſeldorf zurück,
wo ſich das Ziel auf der Rennbahn befand. Die aus Ro=
ſellen
, Flöck und Eickholl beſtehende Spitzengruppe blieb
während des ganzen Rennens zuſammen. Der Kölner
Roſellen gewann nach 9 Stunden 40 Minuten im End=
ſpurt
überlegen mit zwei Längen gegen ſeinen Lands=
mann
Flöck. Eickholl endete eine weitere halbe Länge zu=
rück
als Dritter. 4. Steingaß=Köln 9:57, 5. Schläger=
Köln 1½ Länge zurück; 6. Mergenthaler=Chemnitz 9:57,
7. Zeeh=Hamburg 10 Stunden 12 Min., 8. Wehlitz=Berlin,
eine halbe Länge zurück.
* Der Mainzer Sportplatz öffnet am nächſten Sonntag
nach einer neunwöchigen Pauſe wieder ſeine Pforten.
Den Mittelpunkt des Programms bildet der Jubiläums=
preis
über 100 Kilometer, der in vier Läufen zum Aus=
trag
kommt. Die Konkurrenz wird, wie bei den letzten
Dauerrennen, erſtklaſſig ſein.
sr. Schach. Das Internationale Schach=
turnier
zu Breslau ergab in der letzten Runde
vorläufig noch keine Entſcheidung über die Sieger, da
noch einige Partien unbeendet blieben. Vor allem iſt
die Partie zwiſchen Teichmann=Berlin und Rubinſtein=
Warſchau noch nicht entſchieden. Siegreich waren in der
letzten Runde: Duras=Prag über Burn=England, Karls=
Hannover über Tarraſch=Nürnberg, Spielmann=München
über Lewitzky=Rußland, Mieſes=Leipzig über Breyer= Un=
garn
, während die Partien Schlechter=Wien-Erich Cohn=
Berlin. Marſhall=New=York-Treybal=Ungarn, Lewitzky=
Rußland-Balla=Ungarn und Barraß=Ungarn- Przepi=
orka
=München remis ergaben. Duras hat im Endklaſſe=
ment
12 Punkte erreicht, Rubinſtein bisher 11½, Teich=
mann
10½ Punkte. Rubinſtein ſowohl wie Teichmann
können noch auf 12½ Punkte kommen; der erſtere hat eine
Hängepartie gegen Teichmann, letzterer eine Hängepartie
gegen Rubinſtein. Przepiorka, Schlechter und Tarraſch
ſtehen auf 11 Punkten.
sr. Lawn=Tennis. Beim Internationalen
Lawn=Tennis=Turnier zu Pyrmont, das jetzt
beendet iſt, gewann den Pokal des Fürſten zu Waldeck=
Pyrmont im Herren=Einzelſpiel ohne Vorgabe Lindpaint=
ner
gegen Oberleutnant Seebohm 61 62 62. Im
Damen=Einzelſpiel um den Ehrenpreis des Fürſten zu
Waldeck und Pyrmont blieb Frau Lent mit 60 6
gegen Frau Schmidt ſiegreich. Lindpaintner gewann auch
das Herren=Doppelſpiel um den Ehrenpreis der Kurver=
waltung
, indem er in der Schlußrunde Albrecht 64 86
ſchlug. Mit Seebohm als Partner gewann Lindpaint=
ner
das Herren=Doppelſpiel um den Ehrenpreis der Stadt
Pyrmont gegen Strantz-Ballhorn mit 62 63.

Rotti=Suppen=Würfel
sind für die Sommer-Küche unentbehrlich! (1511
Binnen 20 Minuten eine wohlschmeckende nahrhafte Suppe.
Vorrätig mehr als 30 Sorten in allen besseren Kolonialwarenhandlungen.

Houssedy & Schwarz, RO TTI Gesellschaft m. b. II., München.

Seizer u. Ladwigsbrannen

Gross-Karben.
Vorzügl. Heilmineralwasser, ärztlich erprobt
gegen Katarrhe der Luftwege, des Unterleibes, Grippe,
Influenza, Diabetes und Nierenleiden.
Anerkannt ältestes u. bestes natürliches Tafelwasser.
Unübertroffen an Güte, Wohlgeschmack und Erfrischung.
Tafelgetränk Sr. Königl. Koheit des Grossherzogs Von Ressen.
Wer gesund bleiben und Freude am Leben haben
will, trinke Selzer.
(B13703
Generalvertreter für Darmstadt u. Umgebung:
Carl Naumann junior
Tel. 1515
Karlstrasse 60.

Gothaer Lebeusverſicherungsbank auf Gegenſeitigkeit.
Verſicherungsbeſtand im Mai 1912: 1049a
Eine Milliarde 107 Millionen Mark.
Bisher gewährte Dividenden:
289 Millionen Mark.
Alle überſchüſſe kommen den Verſicherungsnehmern zugute.
Unverfallbarkeit, Unanfechtbarkeit, Weltpolice.
Proſpekte und Auskunft koſtenfrei durch den Beamten der Bank:
Sebastian Eckler, Rheinstrasse 9, Telefon 243.

Aus
Geflügelfutter
zur Erzielung vieler Eier ohne
freien Auslauf, ſowie
Reform-Hundekuchen
empfiehlt
(VI13752
Wilh. Nungesser, Darmſtadt
Dieburgerſtraße.

in allen Größen
Krauthobel billigſt (*2747oi
Karl Brückner, Holzſtraße.

Wegzugs=
halber
billig zu verk.,
2 eiſ. Mädchenbetten, 3 Hand=
tuchſtänder
, Vogelkäfig, 1 Nacht=
tiſch
, 1 Triumphſtuhl, ſehr gut erh.
Dienerwaſchanzüge, Hundezwinger
mit Hütte, Kaninchenſtall, großes
Ablaufbrett, Kinder= Doppelſtoß=
ſchlitten
, Waſchbütte, Gardinen=
ſpanner
.
(*27600i
Wendelſtadtſtraße 5, part.

Adler=Rad
wie neu hergerichtet, ſehr billig ab=
zugeben
. Desgl. einige zurückge=
ſetzte
neue Räder Hoflieferant
Ober, Karlſtraße 30. (16460a

ehrock=, Frack=, Smoking= An=
züge
, Zylinder, zu verleihen
heinſtraße 5, 2. Stock. (12036a

Herren mit trockenem, ſprödem
oder dünnem Haar, das zu Kopf=
ſchuppen
, Juckreiz,

Haaraus

neigt, ſei folgendes bewährte und
billige Rezept zur Pflege des Haares
empfohlen: Wöchentlich 2maliges
gründliches Waſchen mit Zucker’s
kombiniertem Kräuter- Sham-
voon
(Pak. 20 Pf.), möglichſt täg=
iches
kräftiges Einreiben mit
Zucker’s Original=Kräuter=
Haarwasser (Fl. 1.25), außerdem
regelmäßiges Maſſieren der Kopf=
haut
mit Zucker’s Spezial=
Kräuter-Haarnährfett (Doſe
60 Pf.). Großartige Wirkung, von
Tauſenden beſtätigt. Echt bei
Chr. Schwinn, Rheinſtr. 8. (16576E

Dachpappe
ſowie Iſolierplatten billigſt bei
Hayer & Hender
Waldſtr. 35. Teleph. 670. (16434a

Dampfreinigungsanstalt
für (5949a
Bettfedernu. Daunen
Gleichzeitig empfehle für
Neue Hüllen:
Barchent, Feder-
und Daunenköper.
J. Böttinger
Hofftallſtraße 6
(nächſt dem Mathildenplatz)
Telephon 465.
Aelteſtes, beſteingerichtetes
Geſchäft dieſer Art am Platze.
Umarbeiten von Betten u.
Polſtermöbeln
gewiſſenhaft und reell in
eigener Werkſtätte.