Abchnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadl,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. cntgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme, von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt am Samstag abend in
Swine=
münde eingetroffen.
Das Zeppelin=Luſtſchiff „Hanſa” iſt
Frei=
tag nacht 12 Uhr in Friedrichshafen zu ſeiner Fahrt
nach Hamburg aufgeſtiegen, wo es am Samstag
nachmittag 2 Uhr eintraf.
Die Zahl der bei dem Bauunglück in Nürnberg
ums Leben gekommenen Perſonen beträgt nach
den letzten Feſtſtellungen 11.
In Stuttgart iſt der einſt vielgefeierte Tenoriſt
Hein=
rich Sontheim im 93. Lebensjahre geſtorben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Die Erweiterung des Zweibundvertrages.
*⁎* Welche Bedeutung der zwiſchen Rußland
und Frankreich beſchloſſenen Ergänzung des
Zwieibundvertrages beigemeſſen werden ikann,
läßt ſich nur vermuten, nicht aber feſtſtellen, da weder
jener Vertrag ſelbſt in ſeinen einzelnen Beſtimmungen
bekannt iſt, noch auch über die jetzigen Vereinbarungen
etwas veröffentlicht wird. Wir ſerinnern daran, daß
ſchon im Januar vorigen Jahres der damalige Miniſter
des Aeußern Pichon in der Deputiertenkammer bei
ei=
ner Auseinanderſetzung über die auswärtige Politik,
wobei ein gewiſſes Mißtrauen gegen Rußland zu Tage
trat, erklärte, der Zar habe nie aufgehört, Frankreich
Beweiſe ſeiner Freundſchaft zu geben. Die franzöſiſche
Regierung behalte ſich vor, beſtimmte beſondere
Abmachungen nach Bedürfnis noch zu
ver=
vollkommnei, ihre Diplomatie arbeite emſig und
ohne Lärm fort. Vielleicht hat Pichon damals die
nun=
mehr zum Abſchluß gelangte Erweiterung des
Zwei=
bundvertrages im Auge gehabt.
Daß die Ergänzung der zwiſchen Rußland
und Frankreich beſtehenden
Militärkonven=
tion durch ein Abkommen über das Zuſammenwirken
der beiderſeitigen Flotten im Falle eines Krieges erfolgt
iſt, kann eigentlich nicht überraſchen, ja man müßte ſich
wundern, daß das nicht ſchon längſt geſchehen war. Darf
man es unter ſolchen Umſtänden Deutſchland verdenken,
wenn es dieſen Fall ſchon immer vorgeſehen hat und ſich
bei ſeinen Rüſtungen zur See nicht an das Geſchrei der
Engländer kehrt? Unſere Regierung wird ſich ja
nie=
mals einem Zweifel darüber hingegeben haben, daß der
Zweibund ſich gegen das Deutſche Reich richtet, daß
we=
nigſtens Frankreich beim Abſchluſſe der Allianz
Revanche=
gedanken gehegt hat. Letztere ſind ja infolge der
Abnei=
gung des Zaren und dank unſerer ſteten
Kriegsbereit=
ſchaft bisher nicht in Erfüllung gegangen, aber im
Stil=
len hofft man an der Seine doch noch weiter. Gewiſſe
franzöſiſche Kreiſe ſind durch den Zweibund enttäuſcht
worrden, ſie hatten ſich eine ganz andere Wirkung von
ihm vorgeſtellt, und zuweilen kam der Unmut über die
Enttäuſchung auch zum Durchbruch. Man wies darauf
hin, daß der franzöſiſche Markt mit vielen Milliarden
ruſſiſcher Papiere überſchwemmt ſei, ohne daß Frankreich
jemals von Rußland einen Gegendienſt erhalte. In
der Tat hat ſich die Republik wohl hauptſächlich mit der
moraliſchen Wirkung des Bündniſſes mit dem
Zaren=
reiche begnügen müſſen. Wenn ſie ſich jetzt gewiſſe
ma=
terielle Vorteile, wie z. B. größere Berückſichtigung ihrer
Induſtrie bei Beſtellungen der ruſſiſchen Kriegsmarine,
geſichert hat, ſo wird das natürlich bei den Franzoſen
einen guten Eindruck machen und ſie die vielen Opfer,
die ſie ſchon dem Zweibunde gebracht haben, vergeſſen
laſſen.
Wenn davon die Rede iſt, daß Frankreich quaſi als
Gegenleiſtung dem Zarenreiche die
Dardanellendurch=
fahrt erwirken will, ſo beruht das wohl auf
Kombi=
nation. Dieſe heikle Frage läßt ſich nicht übers Knie
brechen, und zu ihrer Löſung haben auch andere Mächte,
insbeſondere die Türkei, ein Wort mitzuſprechen.
Die franzöſiſche Preſſe iſt wieder gleich voll der
über=
ſchwenglichſten Hoffnungen und begeht die Taktloſigkeit,
Rußland gegen Deutſchland auszuſpielen. So ſchreibt
die Lanterne:
„Gerade jetzt, wo die deutſche Politik wieder einen
Mißerfolg in ihren Annäherungsverſuchen an England
zu verzeichnen zu haben ſcheint, haben dieſe Abmachungen
mit Rußland einen ganz beſonderen Wert für uns:
Das Echo de Paris läßt ſich aus London melden, daß dort
die neuen franzöſiſch=ruſſiſchen Abmachungen ſehr
ſym=
pathiſch begrüßt wurden. Man gebe der Freude
Aus=
druck, daß die engliſcheFlotte jetzt nicht mehr einenDruck auf
England ausüben würde, wie dies von vielen Seiten nach
der Kaiſerzuſammenkunft von Baltiſchport befürchtet
wor=
den ſei. Das Echo de Paris glaubt die politiſche
Bedeut=
ung dieſes Abkommens ganz beſonders hervorheben zu
müſſen und erklärt ausdrücklich, daß die ruſſiſche Flotte
in abſehbarer Zeit fähig ſein werde, gegen einen
Teil der deutſchen Seemackt anzukämpfen.
Im Jahre 1917 habe Rußland in d.l Oſtſee über 48
Pan=
zer, Panzerkreuzer und Dreadnoughts, ganz abgeſehen
von den acht Einheiten geringeren Tonnengehalts. Ferner
weiſt das Blatt darauf hin, daß auch die ruſſiſche
See=
macht im Schwarzen Meer eines Tages berufen ſein
könnte, im Mittelmeer eine Rolle zu ſpielen. — Der
Gau=
lois meint dagegen, man brauche dem neuen Paragraphen
der ruſſiſchen Allianz keine allzu große Bedeutung
beizu=
legen. Das Zuſammenarbeiten der beiden Flotten könne
gegenwärtig nur einen ganz nebenſächlichen Wert haben,
da einerſeits die Tätigkeit der franzöſiſchen Marine ſich
faſt ausſchließlich auf das Mittelmeer erſtrecke, wo
Ruß=
land keine Flotte unterhalte, und da andererſeits die
Marineinrichtungen, die Frankreich in den nördlichen
Meeren unterhalte, für die Verteidigung der ruſſiſchen
Küſte nicht in Frage kommen könnten. Außerdem ſei die
Flotte des ruſſiſchen Verbündeten noch nicht zahlreich
ge=
nug, um der Marineoffenſive Deutſchlands ſtandhalten zu
können. — Der Temps ſagt, daß die franzöſiſch=ruſſiſche
Marine=Konvention in der Hauptſache deshalb wichtig
ſei, weil ſie beweiſe, daß Rußland entſchloſſen iſt, ſeine
Marine wieder leiſtungsfähig zu machen und auch auf
der See diejenige Machtſtellung zu erobern, deren es zur
Erhaltung des Gleichgewichts unter den Großmächten
be=
dürfe. Es ſei zu verwundern daß dieſe Marine=
Kon=
vention, welche die natürliche Ergänzung des
Zweibun=
des bilde, nicht ſchon längſt abgeſchloſſen worden ſei.
Auch das Journal des Débats hält es im Intereſſe des
europäiſchen Gleichgewichts für unerläßlich, daß
Ruß=
land ſeine Kriegsflotte wieder ausbaue. Sämtliche
Zeit=
ungen geben ohne Widerſpruch die Information der
Frankfurter Zeitung wieder, daß die Regierung des
Deutſchen Reiches von den auf den Abſchluß der
Konven=
tion abzielenden Verhandlungen unterrichtet worden war.
Bayriſcher Partikularismus.
* Anläßlich der vielerörterten
Jeſuitendebat=
ten in der bayeriſchen Reichsratskammer
ſchreibt die National=Zeitung:
Graf Törring, der Gemahl einer Tochter des Herzogs
Karl Theodor in Bayern und daher der Schwager des
künftigen bayeriſchen Thronfolgers, iſt der Ueberzeugung.
daß der Hertlingſche Jeſuitenerlaß nicht zu Recht beſteht.
und er hat, da er einen anderen Ausweg nicht ſieht, die
Reichsregierung angerufen, dieſe möge dafür Sorge
tra=
gen, daß das geltende Reichsrecht in Bayern durchgeführt
werde, dem die eigene bayeriſche Regierung den
entſpre=
chenden Schutz verſagt. Und er ſprach die Hoffnung aus,
daß dieſer Appell nicht vergeblich ſein werde. Mit dieſen
Worten hat er nur den verfaſſungsmäßigen Tatſachen
Rechnung getragen. Um ſo befremdlicher war das
Auf=
treten ſeines nahen Verwandten aus dem Königshauſe,
des Prinzen Georg von Bayern, eines Enkels des Prinz=
Regenten, der es für aut befand, dieſe Anrufung der
Reichsleitung als einen Vorgang zu bezeichnen, der in
der Geſchichte ſeines Hauſes bisher keinen Präzedenzfall
habe. Und emphatiſch rief dieſer Reichsrat aus dem
Wittelsbacher Hauſe: „Ich denke von der geſchichtlichen
Selbſtändigkeit Bayerns viel zu hoch, als daß ich es für
nötig halte, die Reichsleitung um Schutz anzugehen.” In
dieſen Worten liegt eine Verkennung des Tatbeſtandes,
der an und für ſich für die Entwicklung der Dinge
irrele=
vant iſt: aber bezeichnend bleibt für die beim geringſten
Anlaß ſich meldende partikulariſtiſche Empfindlichkeit, die
ſelbſt in dieſen Regionen noch immer lebendig iſt. Keines
der bayeriſchen Sonderrechte, die ja alle durch die
Ver=
faſſung von dem ſtärkſten Wall beſchützt ſind, wird auch
nur im entfernteſten dadurch angetaſtet, daß dem
unleid=
lichen Zuſtand ein Ende bereitet wird, der ſich ergibt,
wenn ein Reichsgeſetz innerhalb der Reichsgrenzen außer
Kraft geſetzt wird. Und darüber gibt es wohl heute keine
Diskuſſion mehr, daß „die geſchichtliche” Selbſtändigkeit
Bayerns modifiziert iſt und modifiziert bleibt durch die
heiligen und unverbrüchlichen Verträge, die die deutſchen
Fürſten zu Gunſten der Reichseinheit miteinander aus
freiem Willen abgeſchloſſen haben. Das wenig erfriſchende
bayeriſche Stimmungsbild erhält noch eine Ergänzung,
wenn der Reichsrat Fürſt zu Löwenſtein=Wertheim=
Roſen=
berg ſich dagegen verwahrt, daß eine „andere Regierung
gegen die eigene zu Hilfe gerufen werde”. Man erſchrickt
förmlich über dieſe Gegenüberſtellung, als hätte ſie irgend
ein der deutſchen Zuſtände unkundiger Ausländer
ge=
bracht. Denn 41 Jahre nach der Gründung des Deutſchen
(Reiches ſollte man doch glauben, daß es keinen Deutſchen
mehr gibt, der nicht die Einheit empfindet, die in allen
ſſolchen Angelegenheiten die betreffende bundesſtaatliche
Regierung mit der Reichsregierung bildet. Bismarck hat
immer die Schonung der partikulariſtiſchen
Empfindun=
gen empfohlen, und auch wir ſind immer für ſie
eingetre=
ten. Dieſe Empfindungen dürfen aber nicht ſich gegen
Grundlinien des großen nationalen Gedankens kehren,
und als ſelbſtverſtändlichesKorrelat derHochachtung der
ver=
brieften Sonderrechte müſſen alle Deutſchen die
Hochacht=
ung und Schonung des Reichsempfindens verlangen.
Wir ſelbſt wollen alles vermeiden, was ataviſtiſche
Gegen=
ſätze, unter denen das deutſche Volk jahrhundertlang
ſchwer gelitten hat, neu vertiefen könnte. Aber in dieſem
Falle kann man nicht über die Peinlichkeit ſolcher
partiku=
lariſtiſcher Demaskierung hinwegſehen. Und Freiherr
von Hertling ſelbſt wird nicht ohne Schauder erkennen,
welche Sorgen ſich dem Wege nachwinden, den er
ge=
ſchritten iſt.
Deutſches Reich.
— Die Kaiſerreiſe nach derSchweiz. Das
Programm für die Kaiſerreiſe hat jetzt die kaiſerliche
Ge=
nehmigung gefunden und wird vorausſichtlich ſchon in
nächſter Zeit veröffentlicht werden. An zuſtändiger Stelle
wird zu der Meldung von der Kündigung
fran=
zöſiſcher Gelder mitgeteilt, daß es ſich hier um Gelder
franzöſiſcher Kongregationen handelt, die während der
Trennung des Staates von der Kirche in Frankreich
in=
folge der herrſchenden Unſicherheit ihr Geld bei
Schwei=
zer Banken angelegt haben. Noch bevor die Kaiſerreiſe
feſt ſtand, hat die „Tote Hand” den betreffenden Banken
von ihrer Abſicht, die Gelder zu kündigen, Mitteilung
gemacht, da ein Bedenken, die Summen wieder bei
franzöſiſchen Banken anzulegen, nicht mehr beſteht. Ein
Zuſammenhang zwiſchen der Kaiſerreiſe und der
Kün=
digung der franzöſiſchen Gelder iſt demgemäß nicht
vor=
handen.
Der Reichskanzler begibt ſich anfangs
Sep=
tember im Anſchluß an ſeine Gaſteiner Kur zum
Be=
ſuch des öſterreichiſch=ungariſchen Miniſters des Aeußern,
Grafen Berchtold, auf deſſen Güter in Ungarn.
— Betriebskrankenkaſſen und
Reichs=
verſicherungsordnung. Nach einer in dieſen
Tagen ergangenen kaiſerlichen Verordnung wirken die
Betriebskrankenkaſſen vorläufig noch auf der beſtehenden
Grundlage weiter. Am 1. Januar 1914 müſſen ſie ihre
Tätigkeit auf Grund der neuen
Reichsverſicherungsord=
nung beginnen. Vorausſetzung iſt hierbei, daß die
Firmen, welche für ihre Fabriken Betriebskrankenkaſſen
haben, den Antrag auf Zulaſſung der Kaſſen bis zum
31. Dezember 1912 bei ihrem Verſicherungsamt geſtellt
haben. Dem Antrag iſt ein Protokoll beizufügen, daß
Verſicherte darüber gehört worden ſind; dabei kommt
es nicht darauf an, ob die Verſicherten ſich zuſtimmend
oder unter dem Einfluſſe der Sozialdemokratie ablehnend
geäußert haben. Dem Antrag muß Folge geleiſtet
wer=
den, wenn die geſetzlichen Vorausſetzungen (mindeſtens
100 Verſicherte, Gleichwertigkeit der Leiſtungen mit denen
der allgemeinen Ortskrankenkaſſe) erfüllt ſind. Im
Spät=
herbſt wird die amtliche Muſterſatzung für
Betriebs=
krankenkaſſen erſcheinen, welche die einzelnen Kaſſen
ihren neuen Satzungen zu Grunde legen können. Die
Verſicherungsämter werden den einzelnen
Betriebskran=
kenkaſſen noch beſtimmte Zeitpunkte angeben, bis zu
denen die Entwürfe der neuen Satzung zur
Genehmi=
gung einzureichen ſind. Dies kann erſt geſchehen, wenn
die allgemeinen Orts= und Landkrankenkaſſen nach der
Reichsverſicherungsordnung gebildet ſind und ſie ihre
Satzungen aufgeſtellt haben. Die Betriebskrankenkaſſen
können alſo in Ruhe ihre Verhältniſſe entſprechend dem
neuen Geſetze umgeſtalten.
Frankreich.
Poincarés Reiſe nach Petersburg. Der
Journaliſt Marcelhutin erklärt im „Echo de Paris”, daß
Miniſterpräſident Poincaré bei ſeinem Beſuch in
Peters=
burg mit den ruſſiſchen Staatsmännern behandeln werde:
1. Die Frage des endgültigen Abſchluſſes der
Marinekon=
vention zwiſchen Rußland und Frankreich, 2. die
ana=
toliſche Eiſenbahn, 3. das Konſortium für die chineſiſche
Anleihe, 4, den italieniſch=türkiſchen Krieg, 5. die Lage
auf dem Balkan und 6. Fragen betr. das europäiſche
Gleichgewicht. — Das Programm für den Beſuch
Poin=
carés in Petersburg iſt übrigens durch feſtliche
Veran=
ſtaltungen bei Hofe, Paraden uſw., außerordentlich ſtark
ausgefüllt.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Auguſt 1912.
Nummer 182.
Frankreichs Zuckerproduktion. Der
Matin ſchreibt in Bezug auf die Folgen, die die
Auf=
löſung der Brüſſeler Zuckerkonvention infolge des
Rück=
tritts Englands haben können: Seit einigen Jahren iſt
die franzöſiſche Zuckerproduktion wenig lohnend. Viele
Fabriken ſind geſchloſſen, andere haben ſich in
Spiritus=
brennereien umgewandelt, Gegenwärtig reicht unſere
Produktion in mittleren Erntejahren gerade für den
Kon=
ſum hin. Man kann alſo ſagen, daß, falls nicht bald
eine Hebung der Preiſe erfolgt, Frankreich binnen kurzem
ein Zuckereinfuhrland werden wird, was es tatſächlich
ſeit einigen Jahren ſchon wirklich iſt infolge
mangel=
hafter Rübenernte. Die durchſchnittliche
Jahresproduk=
tion an Zucker kann bei der gegenwärtigen Rübenſaat
auf rund 730000 Tonnen geſchätzt werden. Aus unſeren
Kolonien importierten wir rund 110000 Tonnen; der
Konſum im Inland beträgt 700000 Tonnen. Es bleiben
uns für die privilegierte Ausfuhr nach unſeren
afrika=
niſchen Kolonien 141000 Tonnen. Unſer Intereſſe wird
daher nicht dadurch berührt, ob England aus der
Kon=
vention austritt oder weiter in ihr verbleibt.
England.
Der Rücktritt Englands von der
Zuckerkonvention. Ein Telegramm aus Glasgew.
meldet, daß der Rücktritt Englands unter den
Zucker=
händlern Glasgows und Weſtſchottlands Beunruhigung
hervorgerufen habe. Die Händler behaupten, ſie
wür=
den durch das Vorgehen der Regierung großen
Scha=
den erleiden. Die Konditoren jedoch ſind zufrieden, da
ſie eine weſentliche Herabſetzung der gegenwärtigen
Preiſe erwarten. Die Zuckerraffineure ſind der Anſicht,
daß Rückkehr zum früheren Verfahren die britiſche
Zuckerraffinerie ruinieren werde, da der Prämienzucker
den Markt überſchwemmen werde.
Vereinigte Staaten.
Gegen den Stahltruſt. Dem
Repräſentan=
tenhauſe iſt der Bericht der demokratiſchen
Majori=
tät des mit der Unterſuchung des Stahltruſtes
betrau=
ten Ausſchuſſes unterbreitet worden. Der Bericht
er=
hebt allgemeine Anklagen gegen die United States Steel
Corporation und legt ihr Ueberkapitaliſierung und eine
ungeſetzmäßige politiſche Tätigkeit zur Laſt und klagt die
Großaktionäre an, einen „mächtigen und ſchädlichen
Ein=
fluß auf das Geſchäftsleben der Vereinigten Staaten
ausgeübt zu haben.‟ Der Bericht tritt nicht für eine
Kontrolle der Korporationen durch die Bundesregierung
ein, empfiehlt aber geſetzgeberiſche Maßregeln, die der
geſchädigten Partei das Recht geben, einen Prozeß
an=
zuſtrengen, um Kombinationen und eine Beſchränkung
des Handels zu verhindern, ferner den Angeklagten der
Korporation Beweislaſt dafür aufzuerlegen, daß ſie den
Handel nicht beſchränke, und ſchließlich gegen den
Zuſam=
menſchluß von Induſtriellen und Eiſenbahngeſellſchaften
Vorſorge zu treffen, damit Handel, Produktion und
Transport durchaus getrennt und geſchieden ſeien. — Die
republikaniſche Minderheit des Ausſchuſſes hat
gleich=
falls einen Bericht vorgelegt, der für „geſetzliche
Maß=
nahmen zur Regelung der Verhältniſſe der großen
in=
duſtriellen Konzerns und für die Schaffung einer
zwi=
ſchenſtaatlichen Induſtriekommiſſion eintritt, die die
Be=
fugnis haben ſoll, die Preiſe zu regulieren und eine
angemeſſene Höhe feſtzuſetzen.
Die Monroe=Doktrin. Der Senat hat nach
dreiſtündiger geheimer Sitzung die Reſolution des
Senators Lodge angenommen, daß die Regierung die
Monroe=Doktrin von neuem bekräftigen möge.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. Auguſt.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag die Oberleutnants
Potthof vom Feld=Artillerie=Regiment Nr. 52, Schwarz
vom Infanterie=Regiment Nr. 23 und Kühne vom
Eiſen=
bahn=Regiment Nr. 3, ſämtlich kommandiert von der
Kriegsakademie zur Dienſtleiſtung beim Garde=Dragoner=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23; die Leutnants Parcus,
Merck (Louis), v. Neufville, Canel, v. Baumbach,
Krog=
mann und Felix, von der Reſerve des Garde=Dragoner=
Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, ſowie den Leutnant
der Landwehr=Kavallerie I Parcus, letztere acht zur
8wöchigen Uebung bei vorgenanntem Regiment
einge=
zogen; die Leutnants Berg, Buck, Falkenroth, Voigt,
Riedeſel Frhrn. zu Eiſenbach, Schmeltzer und Scheibler,
von der Reſerve des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, letztere ſieben eingezogen zur 8wöchigen
Uebung; den Profeſſor Vogt von Gießen, den
Bank=
direktor Stein, den Rechtsanwalt Dr. Hoffmann, den
Medizinalrat Dr. Heinricy von Lauterbach; zum Vortrag
den Finanzminiſter Braun, den Geheimen Staatsrat
Krug v. Nidda, den Ordenskanzler Oberſt z. D. Frhrn.
Röder v. Diersburg, den Kabinettsſekretär Dr. Wehner.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den nachfolgenden Arbeitern
der Tabakfabrik Theodor Köſter & Co. in Alsfeld das
Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue
Arbeit” zum 1. Auguſt 1912 verliehen: Heinrich Fink,
Johannes Hanitſch VIII. und Georg Bücking VII.
zu Alsfeld, Heinrich Weiß zu Liederbach, Johannes
Hill und Georg Schopbach II. zu Alsfeld.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Adam Storck
zu Rai=Breitenbach, Kreis Erbach, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Eberſtadt, Kreis Darmſtadt; dem
Schulamtsaſpiranten Juſtus Merſchroth aus Hahn,
Kreis Darmſtadt, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule
zu Arheilgen, in demſelben Kreiſe; dem
Schulamts=
aſpiranten Martin Sames aus Dorf=Güll, Kreis Gießen,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Nieder=
Ramſtadt, Kreis Darmſtadt; der Schulamtsaſpirantin
Marie Rückert aus Eberſtadt, Kreis Darmſtadt, eine
Lehrerinſtelle daſelbſt.
* Das Großh. Heſſiſche Regierungsblatt Nr. 30
vom 3. Auguſt 1912 enthält die Verordnung, die
Aus=
führung des Jagdſtrafgeſetzes, insbeſondere Ausdehnung
der Hegezeit für Muffelwild (Ovis Musimon) betreffend.
pl. Ferienſtrafkammer. Wegen Vergehens gegen
das Nahrungsmittelgeſetz wurden der Milchhändler
Karl Börger aus Offenbach und ſein bei ihm
be=
dienſteter Bruder Ernſt Börger vom Schöffengerichte
Offenbach in Strafe genommen. Hiergegen legten die
Angeklagten Berufung ein und die
Beweisauf=
nahme geſtaltet ſich inſofern günſtig für die
An=
geklagten, als zunächſt dem Karl Börger, welcher ſeinen
Bruder inzwiſchen aus dem Geſchäfte entfernt hat, eine
Beteiligung an der Milchpantſcherei nicht nachgewieſen
werden konnte. Ebenſo glücklich ſchneidet ſein Bruder
Ernſt ab, der wohl vom Polizeiwachtmeiſter mit einer
Kanne minderwertiger Milch betroffen, aber durch das
vorzeitige Erſcheinen des Kriminalbeamten, bei deſſen
Anblick der Angeklagte ſamt ſeiner Kanne Milch umfiel,
am Verkaufe der entrahmten Milch gehindert wurde.
Es blieb alſo nur bei einem ſtrafloſen Verſuch des
Ver=
kaufs. Das Urteil lautete auf Freiſprechung der
beiden Angeklagten und Auferlegung der Koſten auf
die Staatskaſſe. — Zwei leichtſinnige Bürſchchen, der
17jährige Schloſſerlehrling Gerfelder aus Zellhauſen
und der 18jährige Taglöhner Joſef Huber aus
München werden, erſterer wegen zu Zellhauſen verübten
Diebſtahls von 80 Zigarren, letzterer wegen zu Dorndiel
verübtem Diebſtahl einer Uhr mit Kette im Werte von
7 Mark, zu Gefängnisſtrafen von ſieben, bezw. fünf
Monaten, abzüglich je ein Monat Unterſuchungshaft,
verurteilt.
Nachtrag zur Tagesordnung für die Sitzung
der Stadtverordneten=Verſammlung am 8. Auguſt
1912. 5. Geſuche um Befreiung von baulichen
Beſtim=
mungen: f) der §§ 32 und 33 der Baupolizei=Ordnung
und § 56 der Ausführungs=Verordnung zur Allgemeinen
Bauordnung für Ernſt=Ludwigsplatz 2. 6. Chauſſierung
des Dornheimer Wegs, weſtlich der neuen Bahnanlagen.
* Der Führer durch die Ausſtellung „Der Menſch”.
Darmſtadt 1912. Der gedruckte Führer durch die
Ausſtellung iſt fertiggeſtellt worden und
heraus=
gekommen. Es iſt ein recht handliches, mit Bildern
reichlich ausgeſtattetes Büchlein, das nicht allein über
alles, was die Ausſtellung betrifft, gut orientiert, ſondern
auch für den Fremden ein willkommener Führer durch
die Sehenswürdigkeiten der Reſidenzſtadt Darmſtadt
ſein wird. Er enthaß zunächſt die Namen des
Ehren=
ausſchuſſes und der’Mitglieder der Ausſtellungsleitung
und eine Verkehrsordnung. Wie bereits mitgeteilt
wurde, ſoll die Ausſtellung den ganzen Tag über, von
9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends, geöffnet ſein. Die
Ausdehnung über die Abendſtunden, die durch die
Inſtallation einer elektriſchen Lichtanlage ermöglicht iſt,
wird ganz beſonders freudig begrüßt werden, da ſie auch
allen denen den Beſuch der Ausſtellung ermöglicht, die
tagsüber nicht die nötige Zeit dazu finden. Da das
Anſchauungsmaterial nach eigenen Methoden
zurecht=
gemacht iſt, die zumeiſt auf langjährigen Studien und
Experimenten beruhen, iſt zum Schutze der Originalität
eben dieſer Methoden eine Beſtimmung der
Verkehrs=
ordnung gerechtfertigt, die das Photographieren, Ab= oder ſonſtige Nachbilden von
Ausſtellungs=
gegenſtänden, ſowie das Abnehmen von Maßen
ver=
bietet. Der Eintrittspreis iſt einheitlich auf 1 Mk.
feſt=
geſetzt worden. Kinderkarten werden nicht ausgegeben;
überhaupt dürfen Kinder unter zwölf Jahren nur unter
Begleitung Erwachſener, die die Verantwortung für ſie
übernehmen, die Ausſtellung betreten. Ermäßigte‟
Tageseintrittskarten werden für Vereine bei
Kollektiv=
beſuchen ausgegeben. Ueber Zweck und Ziel der
Aus=
ſtellung unterrichtet ein längerer Aufſatz, in dem die
Bedeutung der Hygiene für das allgemeine Volkswohl
eingehend geſchildert wird. Den breiteſten Raum nimmt in
dem Führer natürlich die Einführung in die Anordnung
und Topographie der Ausſtellung ein. Ein Führer
durch die Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt, in dem‟
alles für den Fremden Wiſſenswerte enthalten iſt und
der auch für den Einheimiſchen recht leſenswert erſcheint,
iſt angehängt.
* Bilder vom Tage. Die Bilderauslage in unſerer
Expedition, Rheinſtraße 23, bringt von heute ab eine
intereſſante Anſicht einer Rieſenwerkſtatt der Firma
Krupp, nämlich die Kanonenwerkſtatt I, aus Anlaß der
Hundertjahrfeier; ferner ein hübſches Gruppenbild aus
dem Feſtzug des 8. Deutſchen Sängerbundesfeſtes in
Nürnberg, die Deutſchamerikaner im Feſtzug; eine
An=
ſicht des nun ſeiner Vollendung entgegengehenden
deutſchen Rieſendampfers „Imperator” von der
Sicher=
heitsprobe des Schiffes und endlich eine Aufahme von
der Unfallſtelle des Unglücks in Binz, den gebrochenen
Balken mit der Unglücksbrücke.
* Saalbaukonzert. Am Dienstag, den 6. Auguſt,
wird wieder ein großes Militärkonzert, ausgeführt von
der ganzen Kapelle des Großh. Art.=Korps, unter
per=
ſönlicher Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley,
ſtattfinden. Das Programm, das wegen ungünſtiger
Witterung am vergangenen Dienstag nicht geſpieltt
werden konnte, kommt unverändert zur Ausführung.
Das Konzert findet bei jeder Witterung ſtatt, und zwar
bei ungünſtiger Witterung mit Streichorcheſter im Saal.
Es wird beſonders aufmerkſam gemacht, daß
Dutzend=
karten der Donnerstagskonzerte ſchon in Anbetracht der
vorgerückten Konzertſaiſon Gültigkeit haben.
* Ludwigshöhe. Das in Ausſicht genommene
Kinderfeſt findet nun Dienstag, den 6. Auguſt,
nach=
mittags 4 Uhr, ſtatt. Viele Ueberraſchungen ſind
vor=
geſehen, ſo ſteigt ein Zeppelin=Luftkreuzer auf, es findet
ein Kinderfeſtzug ſtatt und ſonſt noch vieles. Außerdem
wird die Kapelle der 6ler beſonders noch dazu beitragen,
unſeren lieben Kleinen ſchöne Stunden zu bereiten.
Mittwoch abend findet Turmbeleuchtung mit Reunion
ſtatt. Näheres folgt.
§ Einbruchsdiebſtahl. In der Nacht von
Mitt=
woch auf Donnerstag wurde eine an der
Heidelberger=
ſtraße ſtehende Arbeiterhütte erbrochen und daraus
ver=
ſchiedene Gebrauchsgegenſtünde entwendet.
§ Feſtgenommen. Eine 48 Jahre alte Frau von
hier iſt wegen Kuppelei feſtgenommen worden.
sd. Beerfelden, 3. Aug. In der letzten Nacht
wurde hier an drei verſchiedenen Plätzen eingebrochen.
An erſter Stelle, bei dem Bäcker Georg Eckhardt, fiel
dem Täter nur ein Laib Brot in die Hände, während
er am zweiten, Platz bei der Witwe Hofmann, 100 Mark
entwendete. Bei dem Metzger und Wirt Philipp Neuer
wurde der Einbrecher durch das Erwachen der Frau
Neuer geſtört und entkam durch ein Fenſter. Frau Neuer
behauptet, es ſei ein großer, ſtarker Mann geweſen,
Süddeutſche Bismarck=Erinnerungen
aus kritiſcher Zeit.
** Briefe eines ſüddeutſchen Diplomaten, der in
Berlin unter Bismarcks Aegide zum preußiſchen
Staats=
mann heranreifte, werden von Veit Valentin in der
Deutſchen Revue (Deutſche Verlagsanſtalt) veröffentlicht
und laſſen die Geſtalt des großen Kanzlers in
intereſſan=
ter Beleuchtung hervortreten. Karl v. Hofmann
hat dieſe Briefe als Vertreter Heſſen=
Darm=
ſtadts in Berlin an den Staatsminiſter v. Dalwigk
geſchrieben.
Mannhaft und charakterfeſt hat Hofmann in dieſer
kritiſchen Zeit und kritiſchen Lage ſeine echt
deutſch=
patriotiſche, das Heil in Preußen ſehende Geſinnung nach
beiden Fronten hin bewahrt; Bismarck erkannte ſeine
tüchtige Art, machte ihn nach der Reichsgründung zum
preußiſchen Miniſter und Staatsſekretär von Elſaß=
Lothringen; der alte Kaiſer wollte ihm beſonders wohl.
Ein Beweis dafür iſt die Art, in der er Hofmann, der
ſchon öfters den Adel abgelehnt hatte, ſchließlich doch
mit dieſer Ehrung freundlich überrumpelte. Bei einer
Hoftafel in Wiesbaden 1882 wandte er ſich plötzlich
lächelnd an ihn und ſagte: „Nun iſt es einmal nicht
an=
ders, lieber von Hofmann; ich habe Sie ſoeben geadelt.”
Hofmann war es vergönnt, aus perſönlichen Eindrücken
heraus zu empfinden, wer die wirkliche Großmacht in
jenen ſchwierigen Verhältniſſen war: Das Genie
Bis=
marcks hat er früh erkannt und ſich ihm willig gebeugt,
ob es ihm nun drohend und grollend oder weiſe
über=
legen begegnete.
In ſeinen Berichten tritt die Perſönlichkeit des
gro=
ßen Mannes zweimal beſonders bezeichnend und mit der
unverkennbaren Geſte des überlegenen Geiſtes hervor.
1867 trifft Hofmann mit ihm bei einem Diner, das der
Finanzminiſter von der Heydt gibt, zuſammen. „Nach
dem geſtrigen Diner bei von der Heydt begab man ſich
in den prächtigen Garten, der die Villa des
Finanzmini=
ſters umgibt, um Luft zu genießen und eine Zigarre zu
rauchen. Bei dieſer Gelegenheit hatte ich ein
intereſſan=
tes Geſpräch mit dem Grafen von Bismarck, wobei ſich
dieſer mit ſeiner bekannten. ungezwungenen
Geſprächig=
keit über die durch das Salzburger Ereignis geſchaffene
Situation vernehmen ließ. In dem Geſpräch, das
Hof=
mann dann wiedergibt, entfaltet Bismarck unmittelbar
tach dem Kriege mit Oeſterreich, während noch die friſchen
Wunden bluten, mit der ruhigen Sicherheit des klugen
Arztes, der dieſe Wunden wieder zu heilen verſteht, als
das leitende Ziel der Zukunft: die Freundſchaft zwiſchen
Preußen und Oeſterreich. „Preußen hege kein Feindſchaft
gegen Oeſterreich; die Erhaltung der öſterreichiſchen
Mon=
archie in ihrem jetzigen Beſtande gelte vielmehr auch für
Preußen als ein Bedürfnis der europäiſchen Politik. Acht
Tage vor Ausbruch des vorjährigen Krieges habe er,
Graf Bismarck, der Kaiſerlich öſterreichiſchen Regierung
anbieten laſſen, das dämalige Bundesreformprojekt
Preu=
ßens in der Weiſe auszuführen, daß Oeſterreich (ſtatt
Bayern) an die Spitze von Süddeutſchland trete.
Oeſter=
reich habe dieſen Vorſchlag abgelehnt. Nachher habe auf
preußiſcher Seite ein Motiv für den raſchen Abſchluß des
Friedens darin beſtanden, daß der Krieg, wenn er
fort=
dauerte, zur Gefährdung des Beſtandes der
öſterreichi=
ſchen Monarchie habe führen können.” Zu der „ſehr
ge=
mäßigten Sprache” die Bismarck hier führt, ſteht eine
andere Begegnung Hofmanns mit dem
Miniſterpräſiden=
ten in ſchroffem Gegenſatz. Es iſt in den kritiſchſten
Ta=
gen von Bismarcks Leben. Soeben hat er dem Reichstag
von der franzöſiſchen Kriegserklärung Mitteilung
ge=
macht, da lädt er den heſſiſchen Bevollmächtigten zu einer
Beſprechung in ſein Konferenzzimmer. Sein Zorn
ent=
lädt ſich in draſtiſcher Weiſe. Er wendet ſich dagegen, daß
im Publikum durch heſſiſche Beamte bei den jetzigen
Zu=
ſtänden falſche alarmierende Nachrichten verbreitet
wür=
den. Graf Bismarck fügte noch bei, daß in dem
jetzi=
gen Augenblick, wo es ſich für Deutſchland um „Hals und
Kragen” handle, mit der größten Energie gegen
diejeni=
gen eingeſchritten werden müſſe, deren Tätigkeit ſich als
dem Siege der nationalen Sache hinderlich erweiſe, und
er werde nötigenfalls zu militäriſchen Mitteln ſeine
Zu=
flucht nehmen, um ſolche Schwierigkeiten zu beſeitigen.
Auf die Gegenvorſtellungen Hofmanns fällt dann das
drohende Wort von der Proklamierung des „
Kriegszu=
ſtandes” im Großherzogtum.
Obwohl Hofmann das alles in möglichſt reſervierter
und zurückhaltender Form ſeinem Vorgeſetzten berichtet,
ſchwebt doch der Geiſt einer großen hiſtoriſchen Stunde
über ſeinem Bericht und man glaubt die Geſtalt des
don=
nernden Olympiers vor ſich zu ſehen, der jeden
Wider=
ſacher ſeiner großen weltbewegenden Ziele mit dem
nie=
derſchmetternden Strahle bedroht.
Das Adamskoſtüm.
* Unter dieſer Ueberſchrift ſchreibt die Kölniſche
Zeitung: Die Hitze, die in den Straßen Berlins brütet,
treibt die Bewohner zu Tauſenden hinaus in die kühlen
Gewäſſer der Seen, mit denen die Umgebung der
Reichs=
hauptſtadt ſo reich geſegnet iſt. Was noch vor wenigen
Jahren als gröbliche Tugendgefährdung betrachtet
wor=
den wäre, iſt heute ein von allen verſtändigen Leuten
ge=
billigter, von den Behörden geförderter Brauch: im
Weſten und Oſten ziehen ſich Frei= und Familienbäder
an geeigneten Uferſtrecken hin. Da die Gewohnheit, ſich
der Umwelt in nur leicht eingeſchränktem Adamskoſtüm
zu zeigen, hier und da ſich etwas gar freimütig
entfal=
tete, hat der Vorſtand des Königlichen Waſſerbauamtes
nach einer Mitteilung des Lokal=Anzeigers einen Ukas
erlaſſen, der das nackte Umherſtehen an den Ufern und
den nackten Aufenthalt in Booten ausdrücklich verbietet
und mit Geldſtrafen oder entſprechender Haftſtrafe
be=
droht. In der ereignisloſen Sommerzeit ſchlägt dieſer
Ukas einige Wellen, und es fehlt nicht an Leuten, die ihn
als eine lächerliche Prüderie verſpotten. Es iſt in der
Tat nicht abzuſehen, wie er in den Freibädern, wo
Hun=
derte von Menſchen in knappſter Bekleidung
promenie=
ren, ſich im Sande wälzen oder ihr Mittagsſchläfchen
halten, durchgeführt werden ſoll ohne die ärgerlichſten
Krakeele zwiſchen dem Publikum und den
Aufſichts=
beamten. Aber inſofern möchten wir der Verfügung
Er=
folg wünſchen, daß ſie die Adamiterei auf Freibäder
be=
ſchränkt. Wenn in einer lauſchigen, einſamen Bucht Leute
ins Waſſer ſteigen, ſo iſt auch dagegen nicht viel
einzu=
wenden, außer daß die Gefahr des Ertrinkens größer
iſt, aber in der Umgebung Berlins entwickeln ſich
zu=
weilen dicht an vielbegangenen Spazierwegen
para=
dieſiſche Idyllen. Die fröhlichen Fettmaſſen älterer
Her=
ren ſchmoren, nur durch ein rotes Feigenblatt=
Schwimm=
höschen beſchönigt, auf ſonniger Wieſe, während die
Gattin in Unterrock und Hemd Kaffee kocht oder
Bier=
flaſchen in den kühlen Sand des Ufers einbuddelt;
male=
riſch hingegoſſen liegen antike Jünglinge im Schoße
ihrer Schönen, die ſich ebenfalls, ſoweit es ihr dehnbarer
Anſtandsbegriff irgend zuläßt, entblättert haben.
Wer das Freibad beſucht, weiß im voraus, daß er
derartigen Bildern begegnen wird, aber vielen Spaziers,
gängern, die noch nicht die hehren Höhen der Nacktkultug
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Auguſt 1912.
Seite 3.
Die Gendarmerie iſt eifrig mit Nachforſchungen
be=
ſchäftigt und es wird auch noch ein Polizeihund von
Darmſtadt erwartet.
Lindenfels, 2. Aug. Die Einnahmen des
dies=
jäbrigen Burgfeſtes belaufen ſich auf 2100 Mk., ſo
daß ein Reinertrag von etwa 1000 Mk. zu erwarten
iſt. — Die kürzlich verſtorbene Frau Juſtizrat Schenck
hat in ihrem Teſtamente einen Betrag von 500 Mk. für
die hieſigen Armen beſtimmt. — Die Kurzeit hatte in
dieſer Woche ihren Höhepunkt erreicht. Anweſend waren
über 500 Kurgäſte.
Offenbach, 3. Aug. Der bereit in zahlreichen
krimi=
naliſtiſchen Fällen verwickelt geweſene Offenbacher
Anarchiſtenführer Willi Eiſenreich wurde,
der Offb. Ztg. zufolge, kürzlich in Nürnberg abermals
ver=
haftet. Die Verhaftung erfolgte, als Eiſenreich einen
Einbruch in eine Wohnung unternahm, deren Bewohner
er durch die herabgelaſſenen Jalouſien für abweſend hielt.
Die Vorplatztür der Wohnung hat er mit Sperrhaken
ge=
öffnet. In ſeinem Beſitze haben ſich eine Ledertaſche und
Werkzeug und Inſtrumente vorgefunden. Durch
vor=
handene Eindrücke dieſer Inſtrumente hat man Eiſenreich
überführen können, in Nürnberg in der Zeit vom 10. bis
15. und am 21. Juni je in eine Wohnung mit
herabge=
laſſenen Jalouſien mit Sperrhaken eingedrungen zu ſein
und aus den im Innern zum Teil erbrochenen
Behält=
niſſen eine große Anzahl von Schmuckſachen,
Silber=
geräten, Kleidungs= und Wäſcheſtücken, Schuhen und ein
Fahrrad im Geſamtwerte von 2000 Mark entwendet zu
haben. Da der Dieb von den geſtohlenen Sachen nicht das
Geringſte bei ſich hat, iſt zu vermuten, daß er die
Diebes=
beute ſofort an Helfershelfer abgeſchoben hat.
Beſchlag=
nahmt iſt bei Verwandten des Eiſenreich ein von ihm dort
hinterlegtes Opernglas mit der Aufſchrift „Lemair
Fabt. Paris”, das ſicherlich von einem Einbruchsdiebſtahl
herrührt. Eiſenreich iſt 1,65 Meter groß, ſchlank, hat
dunkelblondes Haar, mittelblonden, ins Rötliche
gehen=
den Schnurr= und Knebelbart, blaſſe, jedoch geſunde
Ge=
ſichtsfarbe, blaugraue Augen und aufrechte Haltung.
Gießen, 3. Aug. Geſtern morgen kam hier auf dem
Bahnhofe ein etwa 13jähriger Junge an, der von
Siegen hierher im Güterwagen mitgefahren war.
Er hatte in Siegen Leuten beim Verladen geholfen und
war, während er noch auf einen anderen Wagen wartete,
der auch verladen werden ſollte, in dem Güterwagen
ein=
geſchlafen und ſo nach Gießen gekommen. Er wurde auf
die Station gebracht und dort löſte man ihm ein Billett,
womit er dann mit dem Perſonenzuge wieder von ſeiner
unfreiwilligen Reiſe nach Gießen in ſeine Heimat
zurück=
fuhr.
Mainz, 3. Aug. Die Geſchäftsſtelle zur
Er=
richtung eines Bismarck=Nationaldenkmals teilt mit:
Die vorbereitenden Arbeiten für die Errichtung
des Bismarck=Nationalden k mals auf
der Eliſenhöhe ſind auch in der Zwiſchenzeit
rüſtig gefördert worden. Um hiervon Kenntnis zu geben
und in erhebender Feier ſich um die Fahne des großen
nationalen Werkes zu ſammeln wird nach einem Beſchluß
des Geſchäftsführenden Ausſchuſſes in einer neuerlichen
Sitzung, an der auch der Oberpräſident der Rheinprovinz,
Herr Staatsminiſter Freiherr von Rheinbaben teilnahm,
am 18. Oktober 1912 eine Feſtſitzung in der
Stadt=
halle hier abgehalten werden. Sie wird zunächſt
da=
durch eine beſondere Bedeutung erlangen, daß die
Pro=
feſſoren Kreis und Lederer ihre umgearbeiteten
Ent=
würfe für das Denkmal zur Ausſtellung bringen und durch
Lichtbildervorträge exläutern werden. Dieſe
Verſamm=
lung wird der Vorſitzende des Geſchäftsführenden
Aus=
ſchuſſes, Abgeordneter Dr. Beumer=Düſſeldorf, leiten.
Er=
öffnet wird der vaterländiſche Tag mit einer bei Bingen
beginnenden Rheinfahrt, auf der zunächſt vom Dampfer
aus die Eliſenhöhe beſichtigt wird und die dann
ſtromauf=
wärts nach Mainz führt. Dort wird im Anſchluß an die
Vorträge ein Feſtmahl in der Stadthalle ſtattfinden,
an dem, ebenſo wie an der ganzes Veranſtaltung
teilzu=
nehmen die heſſiſchen Miniſter des Innern und der
Finanzen, von Hombergk zu Vach, und Braun,
ſowie der Oberpräſident der Rheinprovinz, Staatsminiſter
Freiherr von Rheinbaben bereits zugeſagt haben.
Letzte=
rer wird dabei in einer Anſprache der Bedeutung des 18.
Oktober, wie der nationalen Aufgabe gedenken, ein
Ehren=
mal der Dankbarkeit des ganzen deutſchen Volkes für den
Eiſernen Kanzler der Vollendung entgegenzuführen. Wir
ſind gewiß, daß der ſich an alle Freunde und
Freun=
dinnen der Bismarckſache richtenden Einladung aus allen
deutſchen Gauen entſprochen werden und daß ſich der 18.
Oktober zu einem der großen Idee würdigen Feiertage
am deutſchen Rheinſtrom geſtalten wird.
Mainz, 3. Aug. Aus Koſtheim wird berichtet: Auf
der Tagesordnung der geſtrigen denkwürdigen
Gemeinde=
ratsſitzung ſtand die Eingemeindung von
Koſt=
heim in die Stadt Mainz. Zunächſt teilte
Bür=
germeiſter Leſſel mit, daß ſich die hieſige
Eingemein=
dungs=Kommiſſion am letzten Dienstag nach Mainz be=
geben habe, um die Wünſche der hieſigen Bürgerſchaft
wegen Erlangung günſtigerer Bedingungen bei
Steuer=
laſten, Oltroi, Beerdigungsweſen, Bauordnung,
Schlacht=
hauszwang uſw. bei der ſtädtiſchen Verwaltung zu
ver=
treten und eine gemeinſame Beratung mit der Mainzer
Eingemeindungs=Kommiſſion herbeizuführen. Leider ſeien
aber alle Unterhandlungen ergebnislos verlaufen. In
einem an die Bürgermeiſterei Koſtheim gerichteten
Schrei=
ben bedauert Oberbürgrmeiſter Dr. Göttelmann unter
Hinweis auf den bereits erfolgten endgültigen Beſchluß
der Mainzer Stadtverordnetenverſammlung und mit
Rückſicht auf die von der Stadt Mainz ſchon in den
näch=
ſten Jahren für Koſtheim zu bringenden großen Opfer,
alle Anträge der Koſtheimer Bürgerſchaft ablehnen zu
müſſen. Gemeinderat Porta verlas ſchließlich folgende
Erklärung: „Die Gemeindevertreter ſtimmen der
Eingemeindung von Koſtheim in Mainz zu, bedauern
aber, daß die hieſige Eingemeindungskommiſſion zur
An=
hörung der Koſtheimer Wünſche nicht ein einziges Mal zur
Beratung in der Eingemeindungsfrage hinzugezogen
wor=
den iſt. Für die hieraus etwa ſpäter entſtehenden
Diffe=
renzen lehnen die Gemeindevertreter jede Verantwortung
ab.‟ — Herr Porta bat um Aufnahme dieſer Erklärung in
das Gemeinderatsprotokoll. Sein Antrag fand Annahme.
In namentlicher Abſtimmung wurde darauf die
Ein=
gemeindung von Koſtheim in Mainz von dem
Gemeinderat einſtimmig angenommen.
Mainz, 3. Aug. In einer Fabrik auf der Ingelheimer
Aue riß geſtern die Kette eines Keſſels und ſtürzte
herab. Das Eiſengewicht fiel dem 22jährigen ledigen
Zuſchläger Lorenz Wilh. Batz aus Weiſenau auf den
Kopf und verurſachte einen ſchweren Schädelbruch. Der
Verletzte kam ins Hoſpital, wo er ſtarb.
Worms, 3. Aug. Im Mai verunglückte die Frau
des Schneiders Ludwig Klemens zu Hofheim in der
Kämmererſtraße vor der Ahlſchen Weinhandlung, indem
ſie ein von der Gauſtraße kommender Wagen der
elektri=
ſchen Straßenbahn erfaßte und ſie ſamt ihrem 2jährigen
Kinde, das ſie auf dem Arme trug, zur Seite ſchleuderte,
wo ſie beſinnungslos liegen blieb Frau Klemens, die
ſeit der Zeit des Unglücksfalles leidend iſt, hat gegen
die Sladt eine Entſchädiigungsklagſe
ange=
ſtrengt.
Worms, 3. Aug. Geſtern mittag durchfuhr eine
ruſſi=
ſche Reiſegeſellſchaft die Kämmererſtraße und
hielt mit ihrem Auto vor dem Café Weiß. Da bemerkte
ein Herr der Geſellſchaft einen Wormſer Jungen, der
bar=
fuß im Regen herumlief. Der Herr fragte den Knaben,
ob er nicht friere, was der Kleine bejahte. Nun lief der
Ruſſe mit dem Kleinen ſchnell in einen Laden und kaufte
Strümpfe, in einem anderen Laden beſorgte er Schuhe.
Der Vorfall hatte viele Neugierige herbeigelockt. — Der
liebenswürdige Fremde iſt der ruſſiſche Geſandte in
Brüſſel, Prinz Jean Goudachef, der nebſt Gemahlin im
Hotel Kaiſerhof abgeſtiegen iſt. (W. Vz.)
Hofheim, 3. Aug. Die hieſige Gemeindevertretung
hat mit dem heutigen Tage die beſtimmte Ablieferung
von getöteten Hamſtern und Mäuſen in hieſiger
Gemarkung plötzlich unterſagt. Anlaß hierzu gaben
die ſog. Hamſterjäger, die ihre Praxis bis weit über die
Grenzen unſerer heimatlichen Fluren ausdehnten und die
angrenzenden Gemarkungen Nordheim, Wattenheim,
Biblis, Bobſtadt, Bürſtadt und Lampertheim von dieſer
Plage auf Koſten des Gemeindeſäckels befreien halfen.
Vielen iſt die Hamſterjagd zur alltäglichen Gewohnheit
geworden, da das leicht ergreifbare Geſchäft immerhin
einen hübſchen Verdienſt abwirft.
* Bad Nauheim, 3. Aug. Bis zum 1. Auguſt 1912
ſind 26 649 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 7842 anweſend waren. Bäder wurden bis
zum 1. Auguſt 1912 — 328 935 abgegeben.
(*) Alsfeld, 2. Aug. Ihr hundertjähriges
Beſtehen feierte geſtern die Tabakfabrik
Theo=
dor Köſter. An der Feier nahmen außer den Beamten
und Arbeitern der Fabrik teil der Regierungsvertreter
Kreisrat Dr. Heinrichs und der Vertreter der Stadt
Bei=
geordneter Weitz. Kreisrat Dr. Heinrichs überbrachte der
Firma die Glückwünſche der Behörde und überreichte den
Arbeitern Heinrich Fink, Heinrich Weiß, Georg Bücking,
Georg Schopbach, Joh. Hanitſch VIII. und Joh. Hill III.
die ihnen vom Großherzog verliehene
Vordienſtauszeich=
nung für langjährige treue Dienſte. Die Glückwünſche der
Stadt überbrachte Beigeordneter Weitz.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. Aug. Der Miniſter des
Innern Herr von Dallwitz, der ſchon im vorigen
Vinter ein ſchweres Ohrenleiden hatte, war neuerdings
mehrere Wochen in einem Sanatorium und iſt dort
zwei=
mal operiert worden. Das Leiden hat ſich gebeſſert;
der Miniſter iſt wieder in ſeinem Hauſe, wird aber erſt in
einiger Zeit die Amtsgeſchäfte wieder voll aufnehmen. —
Mit dem Bau der neuen Fernſprechleitung
Berlin=Mailand, die als Kabel durch den Simplon=
Tunnel gelegt wird, iſt begonnen worden. — Eine
Por=
tiersfrau in der Werftſtraße hatte vorgeſtern die
monat=
lichen Mieten im Betrage von etwa 1000 Mark
ein=
kaſſiert und wollte das Geld, das ſie in einem Beutel trug,
dem Hauswirt überbringen. Auf der Treppe fühlte ſie
plötzlich eine Hand an ihrem Halſe und wurde ſo
ge=
würgt, daß ſie nicht um Hilfe rufen konnte. Blitzſchnell
wurde ihr das Geld entriſſen. Sie erhielt noch einen ſo
kräftigen Stoß, daß ſie bewußtlos liegen blieb. Ehe ſie
wieder zu ſich kam, war der Räuber verſchwunden.
Man hat ſchon davon gehört, daß einer nach Jahr und
Tag die Reize der Schwiegermutter entdeckt hat und mit
ihr auf und davon ging; daß aber einer mit der
Toch=
ter ſeiner Verlobten die Flucht ergriff,
dürfte kaum ſchon dageweſen ſein. Das zweifelhafte
Ver=
dienſt, dieſen Präzedenzfall geſchaffen zu haben, gebührt
einem liebesluſtigen Berliner Schloſſergeſellen, der ſeine
43jährige Braut, eine Witwe, treulos verließ und ihre
jüngſte Tochter ſamt 2000 Mark mit ſich nahm. Die Frau,
die Mutter von drei Töchtern iſt, richtete ihrem Geliebten,
dem Schloſſergeſellen, ein Zigarrengeſchäft ein und
ver=
lobte ſich vor einiger Zeit mit ihm. Die Heirat war
be=
reits für die nächſte Zeit feſtgeſetzt. Im letzten
Augen=
blick wandte jedoch der Bräutigam ſeine Gunſt der 17 hübſchen Tochter ſeiner Braut zu und verließ
mit dem jungen Mädchen heimlich Zigarrenladen und
Braut. Um ſich Mittel zur Flucht zu verſchaffen, fälſchte
er eine Quittung und hob von dem Bankguthaben ſeiner
Verlobten die Summe von 2000 Mark ab.
Wiesbaden, 2. Aug. Der Brooklyner
Sänger=
bund iſt heute hier zum Beſuche eingetroffen und wird
mehrere Tage in Wiesbaden bleiben. Im Feſtſaale des
Badehauſes fand die offizielle Begrüßung ſtatt.
Bür=
germeiſter Gläſſing hielt eine Anſprache, in der er die
Gäſte willkommen hieß und die wechſelſeitigen
Beziehun=
gen zwiſchen Deutſchland und Amerika hervorhob und
mit einem Hoch auf die Vereinigten Staaten ſchloß. Der
Präſident des Brooklyner Sängerbundes, Mr. Aug. Nebel,
dankte. Heute abend findet zu Ehren der Gäſte ein von
dem Sängerchor des Turnvereins veranſtaltetes Konzert
und morgen ein Nachtfeſt im Kurhaus ſtatt. Am Sonntag
geben die Gäſte ein Konzert im Kurhaus.
Stuttgart, 3. Aug. Der Kammerſänger Heinr.
Sontheim der von 1851 bis 1892 am hieſigen
Hof=
theater gewirkt hat, iſt geſtern nachmittag im Alter von
92 Jahren geſtorben.
Köln, 3. Aug. Heute morgen um 8 Uhr begann die
feierliche Beiſetzung der Leiche des Kardinals
Fiſcher. Erſchienen waren als Vertreter des Kaiſers
Staatsminiſter Freiherr von Schorlemer, zahlreiche
Bi=
ſchöfe, die Spitzen der Behörden, darunter auch
Oberprä=
ſident Freiherr von Rheinbaben, viele Vertreter von
Kor=
porationen uſw. Der Trauerzug bewegte ſich vom
erz=
biſchöflichen Palais nach dem Dom, wo er ungefähr um
9¼ Uhr ſein Ende fand. Der Biſchof Schulte aus
Pader=
born hielt die Gedächtnisrede.
Eſſen, 3. Aug. Mit dem heutigen Tage beginnen die
aus Anlaß der Kruppſchen Hundertjahrfeier
veranſtalteten Feſtlichkeiten, zu denen monatelange
Vor=
bereitungen getroffen wurden. Heute werden die
Krupp=
ſchen Jubilare geehrt, deren Zahl aus den beiden in
Be=
tracht kommenden Jahrgängen 1911 und 1912 etwa 800
beträgt. Während ſonſt dieſe Ehrung der Jubilare an
dem Sonntag erfolgt, der dem 17. Februar, dem
Ge=
burtstage des dritten Krupp, Friedrich Alfred, vorangeht
oder folgt, hat die Firma ſie in dieſem Jahre in den
Rah=
men der Jubiläumsfeier einbezogen und ſie bedeutſamer
und feierlicher geſtaltet, wie es ſſonſt üblich war. Sie alle
ſind zur Villa Hügel geladen, wo in der großen Feſthalle
Herr Krupp von Bohlen und Halbach und ſeine
Gemah=
lin die Gäſte empfangen und bewirten werden. Am
6. Auguſt wird dann im Städtiſchen Saalbau zu Eſſen
ein Bankett als Feier der Kruppſchen Arbeitsgemeinſchaft
gegeben werden, während am 8. Auguſt die
Jubiläums=
feier im Hauptverwaltungsgebäude in Gegenwart S. M.
des Kaiſers ſtattfindet. Dieſer offiziellen Feier werden
ſich dann auf dem Hügel zu Ehren des Kaiſers und der
geladenen Gäſte beſondere Veranſtaltungen anſchließen.
Halle a. S., 3. Aug. Im Alter von 54 Jahren iſt
geſtern der hervorragende Theologe Profeſſor Paul
Gott=
fried Drews geſtorben.
Fulda, 3. Aug. Der geſtern nachmittag aus
Roſen=
hal eingelieferte Zigeuner iſt nicht Hermann
Ebender, ſondern ein gewiſſer Anton Dewis. Er iſt
bereits wieder in Freiheit geſetzt worden. — Ernſt
Ebender wurde heute in ſeiner Zelle verhört. Zeugen
gegenüber gab er zu, daß er bei der Zigeunerſchlacht bei
Kämmerzell am 15. Februar d. J. mehrere ſcharfe Schüſſe
bgegeben habe, doch ſei dies nur in Notwehr geſchehen.
Mord habe ihm ferngelegen.
Hamburg, 2. Aug. Die in London verbreitete
Meld=
ung, daß der Hamburger Senat den Boy=
erklommen haben, iſt es namentlich in Begleitung von
Damen und Kindern keine angenehme Ueberraſchung, bei
einer Biegung des Weges plötzlich eine ſolche naive
Rück=
kehr zur Natur beobachten zu müſſen. Sie ſollen
ein=
fach nicht hinſehen” ſagen moderne Rouſſeaus, aber mit
dieſem Argument könnte man es auch rechtfertigen, wenn
im Tiergarten, der ja bekanntlich Mangel an
Monu=
menten leidet, Priaposhermen aufgeſtellt würden. Nein,
wer ſolchen Sport treibt, ſoll die Plätze aufſuchen, die
dafür beſtimmt ſind, und ſeine blanke Leiblichkeit nicht
Leuten aufdrängen, die dadurch peinlich berührt werden.
Es iſt freilich in weiten Kreiſen Mode, die Freibäder
nicht nur wegen ihres unbeſtreitbaren hohen Wertes für
die Volksgeſundheit, ſondern auch als Stätten
morali=
ſchen und äſthetiſchen Aufſchwungs zu preiſen. Da müſſen
natürlich zuerſt die alten Griechen herhalten — ungefähr,
als wenn die Maſſe unſterblicher Kunſtwerke, alles, was
uns an Hellas entzückt, hauptſächlich daraus entſtamme,
daß die Bewohner vielfach nackt herumgelaufen ſeien.
Für die griechiſchen Frauen trifft das, von Sparta
abge=
ſehen, keineswegs zu, wenigſtens nicht für die ehrbaren
Frauen, die meiſt ein ſehr zurückgezogenes Haremsleben
führten. Außerdem kann uns der Durchſchnitts=Grieche
der Antike nicht als ſittliches Vorbild dienen; es waren
in Hellas Laſter im Schwange, die vielleicht nicht gegen,
aber auch ſicher nicht für den behaupteten veredelnden
Einfluß des Adamskoſtüms ins Feld geführt werden
können, ganz abgeſehen davon, daß Vergleiche zwiſchen
zwei ſo weit voneinander entfernten Zeiten und
Kul=
turen auf beiden Beinen hinken. In einem Aufſatz, der
gegen angebliche Prüderie ſtreitet, finden wir ſogar das
fromme Mittelalter als Schutzzeugen für das Freibad
ngeführt. Die mittelalterlichen Badeſtuben und
Geſund=
brunnen waren aber leider meiſt Neſter unverhüllter
Un=
zucht. Ferner wird die ſchöne Zeit der Minneſänger
zitiert, die auch im Baden ſehr ungeniert geweſen ſei.
Der halbwegs Geſchichtskundige weiß, wie es mit der
Moral der Minneſänger ſtand, und daß ihre zarte Poeſie
durchweg einen ſehr realen Lohn von den
angeſchwärm=
ten Damen erhoffte, die meiſt mit einem unpoetiſchen
Philiſter verheiratet waren.
Wie die heutige Großſtadtbevölkerung nun einmal
iſt, braucht man die ſittlichen Gefahren der Freibäder
wohl nicht allzu ſchwarz zu ſehen, auf der anderen Seite
iſt es Phraſendreſcherei, von ihnen irgendwelche
Veredel=
ung zu erwarten. Die Schichten, die vorzugsweiſe dem
Freibad huldigen, kranken im Durchſchnitt durchaus nicht
an einem Uebermaß von Prüderie — freilich nennen
manche ſtarke Geiſter ſchon eine normale, der heutigen
Geſittung entſprechende Wohlanſtändigkeit Prüderie, wie
ſie ſtatt Humanität gern das Wort Humanitätsduſel
ge=
brauchen. Von einer Erziehung zum Schönen, zur Kunſt,
kann man ernſtlich auch kaum ſprechen.
Merkwürdiger=
weiſe nehmen da zuweilen ſolche Leute den Mund recht
voll, die die ſcheuſäligſten Verunſtaltungen der
menſch=
lichen Formen, wie wir ſie haufenweiſe in
vorgeſchritte=
neren Ausſtellungen finden, wohlwollend beurteilen. Das
läßt ſich nur ſo zuſammenreimen, daß ſie vom Freibad
eine Aufklärung des Publikums darüber erhoffen, wie
häßlich ein Menſch ohne Kleidung ſein kann.
Muſter=
beiſpiele hierfür braucht man nicht lange zu ſuchen, man
begegnet ihnen auf Schritt und Tritt. Wie viele mögen
unter den Tauſenden von Freibädlern überhaupt imſtande
ſein, eine lebendige Nudität mit irgend welchem Nutzen
für die Ausbildung ihres Schönheitsgefühls zu
betrach=
ten? Zeitlebens ſehen ſie den blauen Himmel, der ſich
in den Seen ſpiegelt, Kiefernwälder und grüne Felder
— wenn in einem Schaufenſter das Bild einer märkiſchen
Landſchaft und daneben ein abgeſchmacktes Genrebildchen
hängt, ſo wenden ſie ihre Aufmerkſamkeit nur dem
letz=
teren zu. Und wenn ſie ſich für den unausgezogenen
Menſchen in Natur oder Bild lebhafter intereſſieren, iſt
das Wohlgefallen meiſt ganz anderer als künſtleriſcher Art.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Ein neuer
Weinbaufeind. Die Kgl. Bayr. Verſuchsanſtalt für
Wein= und Obſtbau in Neuſtadt a. d. H. erteilt folgende
Informationen über die Frage des Auftretens eines neuen
Weinbaufeindes in Frankreich: Es handelt ſich um die
Blattwanze Nyſus Senecionis, die als
Schäd=
ling ſchon aus Algier bekannt war. Sie lebt ſonſt an
Cruciferen, geht aber von dieſen auf die Reben der
Jung=
felder über. Ihr gegenwärtiges beſonders ſtarkes
Auf=
treten an vielen Orten in Aude und Hérault erklärt man
ſich aus der verſpäteten Entfernung des Unkrauts infolge
der ungewöhnlichen Inanſpruchnahme der Winzer im
Kampfe gegen die Peronoſpora. Dazu kommt, daß
neuer=
dings wieder beſonders viel Neuanlagen geſchaffen
wer=
den und ſo dem Schädling mehr Gelegenheit zur
Aus=
breitung geboten wird. Aeltere Weinſtöcke werden
nie=
mals von Nyſus Senecionis angegriffen. Im ganzen
handelt es ſich um eine ſchwere, aber vorübergehende und
lokale Schädigung der jungen Kulturen.
Von Japans Preſſe. Die japaniſche Preſſe hat
es nicht zum wenigſten der Anregung und tatkräftigen
Unterſtützung des verſtorbenen Kaiſers Mutſuhito zu
danken, daß ſie ſich zu einer achtunggebietenden Stellung
emporgearbeitet hat. Die beiden älteſten Zeitungen
Ja=
pans ſind Mai Nitchi und der Tokio Nitchi, die vor 36
Jahren gegründet wurden. Sie erſcheinen in einer
Auf=
lage von je 130000 Exemplaren und koſten im Monat nach
unſerem Gelde 1,20 Mark. Für dieſen Preis erhält der
Abonnent täglich zehn große, auf grobes Papier eng
gedruckte Textſeiten und eine illuſtrierte Beilage. Die
Setzer arbeiten für einen feſten Tagelohn von 1.35 Mark.
Was die Illuſtrationen anbetrifft, einfache Federſkizzen,
in denen die Künſtler im Reiche der aufgehenden Sonne
bekanntlich Glänzendes leiſten, ſo erhält man dieſe für ein
Butterbrot, zuweilen auch ganz umſonſt. Von den zehn
Teite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Auguſt 1912.
Nummer 182.
Scouts, welche heute auf Beſuch hier
einge=
troffen ſind, urſprünglich die Landung verboten
habe, wird von zuſtändiger amtlicher Stelle als
vollſtändig unbegründet bezeichnet. Ebenſo
un=
begründet ſind die Nachrichten, daß die Polizei
dem Durchzug der Boy=Scouts durch die Stadt irgend
welche Schwierigkeiten bereitete. Die falſchen Meldungen
ſind vermutlich darauf zurückzuführen, daß dem Wunſche
der Boy=Scouts, in der Kaſerne des Infanterie=Regiments
Hamburg Nr. 76 ein Unterkommen zu finden, vom
Gene=
ralkommando zur Zeit nicht ſtattgegeben werden konnte,
da kein Platz vorhanden iſt. Die Boy=Scouts fanden bei
ihrem Eintreffen überall den freundlichſten Empfang.
Heute nachmittag wurde von ihnen die innere Stadt
be=
ſichtigt.
Paris, 3. Aug. Nach einer Meldung des Journal
erſchien am Donnerstag ein Mann von etwa 50 Jahren
in der engliſchen Botſchaft in Paris und
er=
klärte, er ſei engliſcher Untertan und überbvinge von
Lon=
don die aus dem Loupre im vorigen Jahr geſtohlene
Gioconda. Er überreichte ein großes Paket, in dem
ſich in der Tat ein die Gioconda darſtellendes Gemälde
befand. Der Mann, der ſeinen Namen nicht angeben
wollte, verlangte die auf die Wiederbringung des Bildes
ausgeſetzte hohe Geldſumme. Man behielt das Bild in
der Botſchaft und bat den Mann, wiederzukommen.
In=
zwiſchen wurde die franzöſiſche Polizei verſtändigt. Am
Freitag nachmittag kam der Unbekannte wieder. Das
Bild wurde ihm ausgehändigt. Als er das Palais
ver=
laſſen hatte, wurde er auf der Straße verhaftet und mit
dem Bilde in Gewahrſam geführt. Bisher iſt nicht
feſt=
geſtellt, ob das Bild in der Tat die im Louvre geſtohlene
Gioconda von Lionardo da Vinci iſt, oder ob es ſich um
eine Fälſchung handelt, die zu dem Zweck hergeſtellt
wor=
den iſt, die auf die Wiederbringung des Bildes ausgeſetzte
hohe Belohnung zu erlangen.
Trient, 3. Aug. Seit einigen Tagen wurde der Sohn
des Landgerichtspräſidenten von Kirchbach in
Dres=
den, Student Karl von Kirchbach, der von St. Ulrich aus
eine Partie in die Tiroler Alpen unternommen hatte,
ver=
mißt. Es wurde zuerſt angenommen, daß er in den
Ber=
gen abgeſtürzt ſei. Eine Rettungskolonne konnte ihn
nicht finden. Geſtern iſt nun die Leiche des jungen
Man=
nes im Gebirge in der Nähe von Trient aufgefunden
worden. Der Tote hatte eine Schußverletzung in der
Bruſt. Die Nachforſchungen ergaben, daß der junge Mann
von einem Tiroler Schützen bei einer militäriſchen
Ueb=
ung, der er als Zuſchauer beiwohnte, anſcheinend aus
Unvorſichtigkeit erſchoſſen worden iſt.
Seiten des Blattes bleiben drei für Inſerate beſtimmt,
drei enthalten den Leitarikel, Korreſpondenzen und
Tele=
gramme, zwei literariſche und künſtleriſche Nachrichten,
den Gerichtsbericht und die faſt immer illuſtrierte
Bei=
lage, Nachrichten aus dem Induſtrie= und Geſchäftsleben
und lokale und vermiſchte Notizen.
* Vom heiligen Bureaukratius. Die Petite République
erzählt ein angeblich wahres Geſchichtchen, das von der
franzöſiſchen Bureaukratie einen ſchönen Begriff gibt. In
Ruheſtand verſetzte Beamten und Beamtenwitwen, welche
Penſion beziehen, müſſen in Frankreich, wenn ſie ihre
Penſion erheben wollen, ſich amtlich beſcheinigen laſſen,
daß ſie wirklich noch am Leben ſind. Nun geſchah es, daß
eine Beamtenvitwe ſich am 31. März dieſes Jahres ihre
Penſion nicht auszahlen laſſen konnte, weil ſie ſich auf
Keiſen befand. Am 30. Juni nun erſchien ſie an der Kaſſe,
die ihre Penſion auszuzahlen hatte, um die
Penſionsſum=
men für das erſte und das zweite Vierteljahr dieſes
Jah=
res abzuholen; nach Ausweis der amtlichen
Beſcheinig=
ung, die ſie vorlegte, war ſie an beſagtem 30. Juni am
Leben. Der Kaſſenbeamte ſah die Beſcheinigung an und
legte der Dame dann den Penſionsbetrag für das zweite
Vierteljahr hin. „Und das erſte Vierteljahr?” fragte die
überraſchte Dame. — „Laſſen Sie ſich beſcheinigen, daß
Sie auch am 31. März am Leben waren, dann
bekommen Sie auch die Penſion für das erſte Vierteljahr,”
ſagte der Beamte mit unerſchütterlicher Ruhe und ſchloß
den Schalter. So etwas ſoll übrigens nicht nur in
Frank=
reich vorkommen!
* Ein Dorf entdeckt. In ſibiriſchen Blättern macht
gegenwärtig eine ſeltſame Geſchichte die Runde. Vor
wenigen Wochen wurde acht Kilometer von Chabarowſt
ein großes, blühendes Dorf Oſſipowka entdeckt, von
deſ=
ſſen Beſteben die ruſſiſche Verwaltung gar keine Ahn=
ung hatte. Die Entdeckung erfolgte nicht auf dem Wege
geographiſcher Forſchung, ſondern durch einen Zufall.
Die Bewohner des 8000 Seelen zählenden Ortes wandten
ſich mit einer Bittſchrift an die Verwaltung, worauf ſie
den überraſchenden Beſcheid erhielten, daß ihr Geſuch
abſchlägig beſchieden werden müſſe, weil gar keine
Be=
weiſe für das Vorhandenſein dieſes Dorfes vorlägen.
Das Komiſche an dieſer Entdeckung iſt die Tatſache, daß
das Dorf ſeit zwei Jahrzehnten beſteht und gleich
ande=
ren Dörfern ſeinen Dorfſchulzn und die übrigen
Amts=
perſonen beſitzt, die von der Regierung beſtätigt werden.
Das Dorf iſt auf keiner ruſſiſchen Karte verzeichnet,
da=
gegen findet man es auf japaniſchen, auf denen man es
als bedeutenden Flecken eingetragen finden kann. Jetzt
fragt es ſich vor allem, in weſſen Taſchen die Steuern
dieſes weltvergeſſenen Dorfes gefloſſen ſind; ſie ſind
näm=
lich pünktlich entrichtet worden.
ml. Die fätſelhafte Inſchrift. Eine ergötzliche
Ge=
ſchichte, die an Pickwicks berühmten Abſtecher ins Gebiet
der Archäologie gemahnt, wird von der Petite République
erzählt. Wurde da jüngſt bei Schachtarbeiten ein
ver=
witterter Stein ans Licht befördert, der folgendes
rätſel=
haftes Inſchriftfragment zeigte: Res Er Vo Jr. — Nach
langem Kopfzerbrechen war es den Gelehrten der
fran=
zöſiſchen Akademie endlich gelungen, Licht in das Dunkel
zu bringen. Man hatte es offenſichtlich hier mit dem
Bruchſtück einer römiſchen Inſchriftentafel zu tun, die in
Erwägung der fehlenden Buchſtaben augenſcheinlich den
Satz ergab: Respublica Eriquit Voluit Ad Irrigandum.
Das klang ſehr ſchön und plauſibel; leider machte der
wiſſenſchaftlichen Hypotheſe ein Bauer mit der
verblüf=
fenden Erklärung ein Ende, daß die Inſchrift nichts
an=
deres als das Wort „Reſervoir” beſagen will.
Handel und Verkehr.
* Patent=Anmeldungen, mitgeteilt von Dipl.=
Ing. Clemens Herszberg u. Co., Darmſtadt. 30 h. M.
45 492. Verfahren zur Gewinnung von Heilſerum gegen
epileptiſche und epileptiforme Krämpfe. Firma E. Merck,
Darmſtadt. 24. Auguſt 1911. — Gebrauchsmuſter. 3b.
516 981. Damenhuthalter, beſtehend aus
Befeſtigungs=
nadeln mit Gummiband und abnehmbaren Zierknöpfen.
Marg. Huppert, geb. Grüning, Mainz=Kaſtel. 22. April
1912. H. 55 512. — 45b. 516676. Sämaſchine für
Hand=
betrieb. J. Weyer, Nieder=Ingelheim. 2. Juli 1912.
W. 37 206. — 45b. 516677. Vorrichtung für Sämaſchinen
für Handbetrieb, welche die Mitnahme größerer Mengen
des Saatgutes in die Sämaſchine geſtattet. J. Weyer,
Nieder=Ingelheim. 2. Juli 1912. W 37 207. — 54b.
516 727. Merkblatt für Reiſen und Wanderungen.
Otto=
mar Dunger, Mainz, D. v., Yſenburgſtraße 15. 28. Juni
1912. D. 22803.
Sport.
* Leichtathletik. Man ſchreibt uns: Die lebhafte
Anteilnahme nleiter Kreiſe Deutſchlands an den
Er=
eigniſſen, die ſich vor einigen Wochen in Stockholm
zu=
trugen, legt beredtes Zeugnis davon ab, daß endlich
auch in unſerem deutſchen Vaterlande der klaſſiſche Sport
der Griechen eine Heimſtätte und eine
begeiſterungsfreu=
dige Gemeinde gefunden hat. Nachdem die Erregung,
die von Stockholm ausging, allmählich mehr einem
ruhi=
gen Nachdenken, einem beſonnenen Verarbeiten all der
verſchiedenen Eindrücke Platz gemacht hat, fängt man
an, ſich wieder den verſchiedenen Veranſtaltungen
zuzu=
wenden, die in der nächſten Zeit bis zum Ende der
dies=
jährigen Saiſon den Gedanken des Sports in
Deutſch=
land propagieren ſollen. Die Meiſterſchaften der
ver=
ſſchiedenen Verbände, die allgemeinen deutſchen
Meiſterſchaften und verſchiedene ſonſtige größere
Veranſtaltungen laſſen die Leichtathletik=Saiſon
in ihrem letzten Monat Auguſt ihren Höhepunkt
erreichen. Zu den Vereinen, die zum Schluſſe noch
ein=
mal, ehe Diskus, Speer und Lauſſchuhe
Winterquar=
tiere beziehen, die Sportgemeinde gaſtfreundlich
willkom=
men heißen wird, gehört auch der F.=K. Olympia=
Darm=
ſtadt, der am 25. Auguſt auf ſeinem Sportplatz an der
Heidelberger Straße ſeine 2. OlympiſchenSpiele
veranſtalten wird. Der genannte Verein, auf deſſen
Sportplatz ſchon den ganzen Sommer über ein reger
ſportlicher Betrieb herrſcht, ſieht ſich nach dem ſchönen
Verlauf der vorjährigen Spiele veranlaßt, die diesjährige
Veranſtaltung in noch größerem Maßſtabe vorzunehmen.
Dazu ermutigt ihn vor allem auch der Umſtand, daß
durch großes Entgegenkommen und Unterſtützung der
Stadt Darmſtadt der ſchön gelegene Sportplatz nach
Wiederherſtellung und Vergrößerung der Tribünen und
Sitzlpätzel, UUmfriedigung uſw. ſchon jetzt eine
wir=
kungsvolle, gediegene Umrahmung des Feſtes ſichert, wie
es ja auch bei dem kürzlich auf demſelben
ſtattgefun=
denen akademiſchen Olympia trotz des ſchlechten
Wet=
ters zum vollen Ausdruck kam.
* Olympiſche Spiele. Vor ungefähr 2000 Perſonen
fanden geſtern in Frankfurt die internationalen
olym=
piſchen Wettkämpfe ſtatt. Auch hier bewieſen die
Leicht=
thletiker vom F.=C. Olympia ihre glänzende Form.
Hans Schröck gewann nach prachtvollem Endſport ſicher
den 1000 Meter Seniorenlauf. Den Clou des Tages
bildete der Sieg der Darmſtädter in dem 3000 Meter
Stafettenlaufen. Unter ungeheurem Jubel paſſierten als
erſte Darmſtadt das Ziel, nachdem die beiden Schlußleute
über 50 Meter Verluſt durch hrvorragendes Laufen
wieder eingeholt hatten. Am Schluß unternahm der
Amerikaner Berner einen neuen Weltrekordverſuch über
3000 Meter. Es dienten ihm als Schrittmacher H. Schröck,
J. Schröck und der Frankfurter Larſen. Doch mißglückte
der Verſuch. Er brauchte für die Strecke 9 Min. 13 Sek.
Bei den internationalen olympiſchen Spielen
ge=
lang es Herrn Gg. Merkel vom Darmſtädter
Sport=
klub 1905 im 3000 m Lauf den 2. Preis zu erringen.
30. Mittelrheiniſches Kreisturnfeſt (Deutſche Turnerſchaft)
in Aſchaffenburg.
** In Aſchaffenburg begann am Samstag das 30.
Kreisturnfeſt des Mittelrheinkreiſes. Die Stadt war auf
das prächtigſte geſchmückt und der am Nachmittag
ein=
getroffene größere Teil der Turner fand herzliche
Auf=
nahme. Nach vorausgegangener Kreisausſchuß=Sitzung
hielt am Nachmittag auch das Kampfgericht die übliche
Sitzung ab, um über die verſchiedenen Wettkämpfe zu
be=
raten. Der Feſtplatz iſt herrlich gelegen, inmitten
des=
ſelben erhebt ſich die Feſthalle, die Raum für einige
Tau=
ſend Feſtbeſucher bietet. Nebenan liegt der Turnplatz,
der ſeine muſtergültige Einteilung den Angaben des
Kreisturnwarts Volze verdankt. Zur Einleitung des
Feſtes begann um 7 Uhr abends in der Feſthalle ein
aka=
demiſcher Feſtakt, dem um 9 Uhr der Feſtkommers folgte.
Den Reigen der Reden eröffnete der 1. Vorſtand des
Turnvereins Aſchaffenburg, Herr Rothenbach, welcher im
Namen des geſchäftsführenden Ausſchuſſes die Turner
willkommen hieß und ein Gut Heil” auf das Gelingen
des Feſtes ausbrachte. Alsdann ergriff Herr
Bürger=
meiſter Dr. Madt das Wort, der die Willkommensgrüße
der Bürgerſchaft überbrachte. Sein „Gut Heil” galt dem
Kaiſer, Prinzregent Luitpold und Großherzog Ernſt
Ludwig.
Der Gauvertreter des Main=Speſſart=Gaues, Herr
Engelhardt=Aſchaffenburg, grüßte im Namen ſeines
Gaues und überreichte dem Kreisausſchuß eine
Tiſch=
ſtandarte. Nunmehr übergab der Vorſitzende des
ge=
ſchäftsführenden Ausſchuſſes das Feſt der Kreisleitung,
die der Kreisvertreter, Herr Schulrat Schmuck=Darmſtadt,
mit Worten des Dankes übernahm. Er begrüßte die
erſchienenen Turner, namentlich die Gäſte aus Bremen,
Danzig, Eſſen, ebenſo den Pariſer Turnverein.
(In formvollendeter Rede ſchilderte Redner das
Ver=
hältnis der deutſchen Turnerſchaft zum Vaterland. Sein
begeiſtert aufgenommenes Gut Heil” galt dem deutſchen
Vaterlande. Als letzter Redner gedachte Herr
Bürger=
meiſter Andreano von Kreuznach des letzten Kreisfeſtes
und überreichte die Grüße der Kreuznacher Turnerſchaft.
(Zwei Chöre der Aſchaffenburger Geſangvereine,
Muſik=
ſtücke der Jäger=Kapelle und ſehr gute turneriſche
Auf=
führungen bildeten den Inhalt des Programms.
Der Feſtſonntag wurde durch den Weckruf
einge=
leitet. Früh 6 Uhr begann das Riegenturnen, ſowie das
Wetturnen der volkstümlichen Uebungen für den Sechs=
und Zwölfkampf. ebenſo die Turnſpiele. Nachmittags
2 Uhr bewegte ſich der Feſtzug durch die Hauptſtraßen
der Feſtſtadt, der ſich durch hiſtoriſche Gruppen
auszeich=
nete; faſt ſämtliche Kreisvereine waren mit ihren Fahnen
vertreten, ebenſo die Vereine Aſchaffenburgs. Auf dem
Turnplatz traten dann ungefähr 4000 Turner zu
den allgemeinen Freiübungen an, die vorzüglich nach
Zählen und dem Takte der Muſik geturnt wurden.
Nach=
dem die Freiübungen beendet waren, traten über 100
Turner der Altersriegen an, die zuerſt Freiübungen, dann
an den Geräten, Barren und Pferd, turnten. In der
Feſthalle fanden turneriſche Vorführungen der
auswär=
tigen Vereine, namentlich der Damenxiegen und
Feſt=
riegen, ſtatt.
Luftfahrt.
Die „Hanſa”=Fahrt nach Hamburg.
* Friedrichshafen, 2. Aug. Das Luftſchiff
„Hanſa” iſt nachts 12 Uhr zu ſeiner Fernfahrt nach
Hamburg aufgeſtiegen. Es hat die Richtung nach Ulm
eingeſchlagen.
* Mergentheim, 3. Aug. Das Zeppelin=
Luft=
ſchiff „Hanſa” hat um 2 Uhr 35 Minuten Aalen,
3 Uhr 15 Minuten Crailsheim, um 4 Uhr
Wei=
kersheim und um 4 Uhr 30 Minuten Würzburg
paſſiert, wo es mit Kanonenſchüſſen begrüßt wurde.
* Kaſſel, 3. Aug. Die „Hanſa” hat um 6 Uhr
30 Minuten Hersfeld überflogen. Göttingen wurde um
8 Uhr 10 Minuten paſſiert.
* Bielefeld, 3. Aug. Die „Hanſa” hat um 10
Uhr 45 Minuten die Stadt paſſiert.
* Fulda, 3. Aug. Die „Hanſa” hat Fulda um
6 Uhr 10 Minuten früh paſſiert.
* Hannover, 3. Aug. Nachdem das Zeppelin=
Luftſchiff „Hanſa” in Göttingen mehrere
Schleifenfahr=
ten vollführt hatte, fuhr es um 8 Uhr 15 Minuten weiter.
Um 10 Uhr war es über Detmold, 10 Uhr 30 Minuten
Bielefeld, 10 Uhr 45 Minuten Herford. In
Ham=
burg dürfte es gegen 1 Uhr eintreffen.
* Hamburg, 3. Aug. Das Luftſchiff
„Hanſa”, das kurz vor Mitternacht in Friedrichshafen
zur Fahrt nach Hamburg aufſtieg, iſt heute nachmittag
3 Uhr 5 Minuten vor der hieſigen Luftſchiffhalle glatt
gelandet. Die „Hanſa” durchflog Deutſchland von
Süden nach Norden und paſſierte zunächſt Württemberg,
flog über Würzburg (4 Uhr 30 Minuten), Hersfeld,
Göttingen (8 Uhr 10 Minuten), bog dann nordweſtlich
ab, überflog Detmold, Bielefeld, Herford. Um 11 Uhr
30 Minuten paſſierte ſie die Porta Weſtfalica, kurz
dar=
auf Minden. Um zwei Uhr erreichte das Luftſchiff
Hamburg, wo nach längerer Schleifenfahrt die
Land=
ung erfolgte.
* Hamburg, 3. Aug. Nach Mitteilungen des
Füh=
rers der „Hanſa” war die Fahrt des Luftſchiffes durch
ſehr ſtarken Gegenwind bis Göttingen ſtark behindert.
Trotzdem wurde die Stadt ſchon um 7½ Uhr früh erreicht.
In Bielefeld Bad Oeynhauſen und Minden wurden
Schleifenfahrten ausgeführt. Die Fahrt zeigte, daß die
„Hanſa” mit 22 Sekundenmetern das ſchnellſte
Luft=
ſchiff der Welt iſt. Wäre die Fahrt auf geradem
Wege zurückgelegt worden, ſo hätte die „Hanſa” ſchon
mittags 11½ Uhr Hamburg erreicht.
* Hamburg, 3. Aug. Ueber die heutige Fahrt
des Luftſchiffes „Hanſa” von Friedrichshafen nach
Hamburg wird uns noch gemeldet: An der Fahrt nahmen
teil Dr. Eckener, Oberingenieur Dörr und außer den
Ingenieuren und Monteuren noch ſechs Paſſagiere,
ſowie Frau Dr. Eckener mit ihrer Tochter. Die Fahrt
ging von Friedrichshafen über Ulm, Aalen, Crailsheim,
wo ſich ſtarke Nebel einſtellten Würzburg, Fulda, Bebra,
Göttingen, Lage, Detmold, Bielefeld, Herford, Minden
und Nienburg nach Hamburg. Schon in Würzburg wurde
das Luftſchiff trotz der frühen Morgenſtunde mit
lebhaf=
ten Kundgebungen begrüßt, die ſich an allen Orten, die
das Luftſchiff berührte, wiederholten. Die Fahrt verlief
bei wechſelnden Winden) die anfangs ſchwächer waren
und ſpäter an Stärke zunahmen. Die Orientierung war
in der Gegend von Crailsheim infolge des ſtarken Nebels
ſehr erſchwert. Die Fahrt erfolgte mit einer
Geſchwin=
digkeit von 22,2 bis 23,3 Sekundenmetern, in Höhen von
600 bis 800 Metern.
In Würzburg hatten ſich ſchon am frühen Morgen
auf den Straßen und Hausdächern unzählige Leute
einge=
funden, die den Luftkreuzer begrüßen wollten. Als um
1 Uhr 30 Min. die „Hanſa” über dem Häuſermeer der
Stadt kreuzte, erhob ſich ein ungeheuerer Jubel, und die
auf dem Exerzierplatz übende Artillerie empfing das
Luft=
ſchiff mit Kanonendonner. Gegen ½7 Uhr erſchien der
„Zeppelin” über Herzfeld und überflog eine Viertelſtunde
ſpäter in etwa 500 Meter Höhe Bebra. Einen prächtigen
Empfang hatte die „Hanſa” in Göttingen, wo ſie um 7¾
Uhr ankam. Von faſt ſämtlichen Häuſern wehten Fahnen,
die Glocken der Kirchen wurden geläutet, und auf den
Straßen, Plätzen und ſonſtigen erhöhten Stellen hatten
ſich Tauſende von Einwohnern eingefunden, um das
Luftſchiff zu begrüßen. Die „Hanſa” machte eine Schleife
über der Stadt und ſetzte dann die Fahrt nach Hamburg
fort. Bei der letzten Schleifenfahrt über Haamburg, wo
es ſich darum handelte, zur Erleichterung der Landung
vom Luftſchiffe ſchlechtes Gas abzulaſſen, wurde eine Höhe
von 1800 Metern erreicht. Der Empfang auf dem
Flug=
latz Fuhlsbüttel war ſehr herzlich. Der Vorſtand der
Hamburger Luftſchiffhallengeſellſchaft begrüßte den
Füh=
rer des Luftſchiffes, Dr. Eckener, und die übrigen Herren,
enen das Publikum zujubelte.
Frankfurt a. M., 3. Aug. Heute früh 6 Uhr
4 Min. iſt die Viktoria Luiſe” mit mehreren
Paſſa=
gieren an Bord nach BadenOos aufgeſtiegen.
* Baden=Oos, 3. Aug. Die „Viktoria Luiſe‟
die um ½9 Uhr Karlsruhe paſſiert hatte, traf um 9.15
Uhr über der Halle ein und wurde um 9.25 Uhr in dieſe
eingebracht.
* Hildesheim, 3. Aug. Das
Militärflug=
zeug „A. 7/11” iſt um 5 Uhr morgens zur Rückfahrt nach
Döberitz aufgeſtiegen. Es erhob ſich bald bis 1000
Meter Höhe.
* Metz 3. Aug. Das Luftſchiff „Z. 3” iſt heute
früh 6.25 Uhr aufgeſtiegen zu einer Fahrt nach Merzig.
Dort wurde es um 8.15 Uhr geſichtet. Zwiſchen dem
Huns=
rück und der Saarbahn wandte es ſich dann nach Trier
und kehrte von dort um 8.30 Uhr zurück.
sr. Erfolgreiche Verſuche mit einem
fliegenden Fahrrad wurden jetzt nach den erſten
Verſuchen in Frankreich auch in Deutſchland erzielt. In
Leipzig gelang es dem Monteur Lange, mit einem nach
Zeichnungen von Poſſelt konſtruierten fliegenden
Fahr=
rad einen Sprung von über 6 Metern in einer Höhe von
faſt einem Meter auszuführen. Dieſe Leiſtung übertrifft
die erſten Sprünge, die in Frankreich erzielt wurden, bei
weitem. Man darf hoffen, daß bei weiteren Verſuchen
bald günſtigere Reſultate erzielt werden.
* London, 3. Aug. Der Flieger Lindſay=
Campbell iſt bei Brookland mit ſeinem Eindecker
tödlich abgeſtürzt.
Das Bauunglück in Nürnberg.
* Nürnberg, 2. Aug. Nach den letzten
Feſt=
ſtellungen des ſtädtiſchen Nachrichtenamts beträgt die Zahl
der bei dem geſtrigen Unglück auf dem Großkraftwerk
Franken Getöteten 11, die der Verletzten 33; vermißt
werden noch vier Arbeiter. Zuletzt wurden noch zwei
Ar=
beiter unverſehrt aus den Trümmern geborgen. Ein
Ar=
beiter, der noch unter den Trümmern lag, rief heraus
daß er unverletzt ſei. Das Nachrichtenamt weiſt darauf
hin, daß nicht die Maſchinenhalle ſelbſt eingeſtürzt iſt,
viel=
mehr iſt ein darin aufgeſtelltes Gerüſt zuſammengebrochen.
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Anguſt 1912.
Seite 5.
Zum Krieg um Tripolis.
* Konſtantinopel, 4. Aug. Der Miniſterrat
hält auf der Pforte eine Beratung ab, welcher große
Be=
deutung beigemeſſen wird. — Aus jungtürkiſcher Quelle
verlautet, es wurde ein Komplott gegen den früheren
Miniſter Talaat entdeckt. Ein Parlamentsdiener iſt
ver=
haftet worden. — Der Kommandant von Monaſtir,
Dſchavid Paſcha, iſt mittags hier eingetroffen.
Jung=
türkiſche Offiziere bereiteten ihm einen demonſtrativen
Empfang. — Die Südalbaneſen ſind bereits ſeit einer
Woche in Fieri verſammelt. Nach Mitteilungen
albane=
ſiſcher Deputierter verlangen ſie nicht die Auflöſung der
Kammer, ſondern ſtellen Forderungen, welche auf die
Erlangung einer Art Autonomie hinzielen.
Konſtantinopel, 4. Aug. Jungtürkiſche
Offi=
ziere, die geſtern an einer Verſammlung teilgenommen
haben, werden einzeln nacheinander verhaftet. Bisher
ſind zwanzig Verhaftungen erfolgt.
Konſtantinopel, 4. Aug. Das Blatt „Hakk”
ver=
öffentlicht Depeſchen der Offiziere zweier
Ba=
taillone von Strumnitza und Iſchtip, ſowie von 50
Offi=
zieren aus Uesküb, endlich Depeſchen von dem Komitee
angehörigen Klubs, in welchen gegen die Militärliga
Stellung genommen wird.
Konſtantinopel, 4. Aug. Der Obmann der
liberalen Entente, Hair Eddin, iſt zum Muteſſarif
von Ipek ernannt worden.
Konſtantinopel, 4. Aug. Der Miniſterrat
hat dem Vernehmen nach den türkiſch=bulgariſchen
Bahn=
anſchluß Kumanowo=Küſtendil genehmigt.
*Konſtantinopel, 4. Aug. Wie die Blätter melden,
griffen Montenegriner und Maliſſoren Seltſche und
Moi=
kowatz an und zerſtörten die Wachttürme dieſer
Ort=
ſchaften. Die Türken entſandten dorthin Verſtärkungen.
Seit geſtern mittag iſt ein allgemeines Gewehrfeuer
längs der montenegriniſchen Grenze im Gange. Bei
Kolaſchin ſollen heftige Kämpfe ſtattfinden.
* Konſtantinopel, 4. Aug. Auf dem Freiheitshügel
verſammelte ligafeindliche Offizigre unterzeichneten
fol=
gende Erklärung, die dem Kriegsminiſter heute
unter=
breitet werden ſoll: Wir Endesunterzeichneten ſind
voll=
kommen darin einig, daß die Offiziere weder an politiſchen
Komitees noch an anderen Vereinigungen mit politiſchen
Zwecken teilnehmen dürfen, noch ſich überhaupt mit
Fra=
gen der Politik, die außerhalb der militäriſchen Pflichten
liegen, beſchäftigen und ſich in die
Regierungsangelegen=
heiten und die Grundrechte der Nation einmiſchen dürfen,
Wir werden alle Beſchlüſſe und Maßregeln zur
Ausführ=
ung bringen, die zur Sicherung der geſetzlichen Ordnung
und Unparteilichkeit der Armee getroffen ſind und
zu=
künftig getroffen werden.
Literariſches.
* Dr. Bernh. Beyer: Die Beſtrebungen zur
Reform des Irrenweſens. Halle, Marholds
Verlag, 1912. 668 Seiten. — Eine verdienſtvolle Arbeit
aus irrenärztlicher Feder, die ſich bemüht, unter
Beſprech=
ung zahlreicher Fälle angeblicher ungerechtfertigter
In=
ternierung die Pſychiatrie und ihre Vertreter von dem
Odium zu befreien, das leider immer noch, ſogar von
ſeiten vieler Gebildeter, ihnen entgegen gebracht wird.
Sicher iſt im letzten Jahrzehnt das Vorurteil, gegen
wel=
ches die Irrenärzte zu kämpfen hatten, geringer geworden.
Die Notwendigkeit der Internierung und Aſyliſierung
vieler Minderwertiger und antiſoziale Tendenzen
Ent=
wickelnder aus Gründen der ſozialen Hygiene drängt ſich
doch in unſerer Zeit zunehmender wirtſchaftlicher
Schwie=
rigkeiten auch weniger Einſichtigen immer gebieteriſcher
auf. Aber es gibt immer noch Menſchen, die ſich in einer
ſyſtematiſchen Verhetzung des irrenärztlichen Standes
gefallen und an tendenziöſen Angriffen das
Menſchen=
mögliche leiſten. Man braucht nur einen Blick in die in
Heidelberg erſcheinende Irrenrechtsreform zu werfen, um
die Beſtätigung dafür zu erhalten. — Wir erachten es im
Sinne des Verfaſſers für die Pflicht einer anſtändigen
Preſſe, allen zugetragenen antipſychiatriſchen Artikeln
gegenüber mit äußerſter Vorſicht zu verfahren,
insbeſon=
dere in ſenſationellen Fällen nichts ohne fachärztlichen
Kommentar zu bringen, und von jeder Stellungnahme
in rebus non judicatis Abſtand zu nehmen. Zu den
Aerz=
ten, welchen der Staat ſeine mit erheblichen Opfern
er=
richteten Anſtalten anvertraute, dürfen wir unſererſeits
das Vertrauen haben, daß ſie objektiv ſind in allem, was
ihre Pfleglinge angeht, mögen dieſe freiwillig gekommen
oder mögen ſie wider ihren Willen den Anſtalten
zuge=
führt ſein. Allen Intereſſenten, insbeſondere auch denen
aus juriſtiſchen Kreiſen, ſei die Lektüre des Beyerſchen
Buches empfohlen.
— Mit Gott für König und Vaterland.
Gedenkbuch an die Zeit der Befreiungskriege 1813—1815
von Theodor Rehtwiſch. Mit 42 Abbildungen nach
zeit=
genöſſiſchen Vorlagen. 80 S. Lexikonoktav, ſehr vornehm
kartoniert. Pris 1 Mk. Leipzig, Verlag von Georg
Wigand. Es iſt ein echtes, rechtes Volksbuch, in ſeiner
Knappheit erſchöpfend und glänzend illuſtriert.
Jeden=
falls iſt es in Inhalt und Ausſtattung ein ſehr würdiges
Gedenkbuch an die Zeit der Befreiungskriege, das
ange=
ſichts des außerordentlich billigen Preiſes von 1 Mk. ſich
zur Verbreitung in größerem Maßſtabe eignet.
Bekannt=
lich iſt das große dreibändige Werk des Verfaſſers über die
Freiheitskriege in über 1000 Exemplaren dem Preußiſchen
Herrn Kultusminiſter für die Bibliotheken höherer
Schulen zur Verfügung geſtellt worden.
* Neu erſchienene Broſchüren: E. Fiodoroff.
Die Vorbereitung der finnländiſchen Revolution 1889
bis 1905. Ueberſetzung. Petersburg, 1910.
Buch=
druckerei „Ruſſo=Frangaiſe” Offizierſtraße Nr. 6. — Die
Strecken=Reklame. Beiträge zur Klärung dieſer Frage.
Von Dr. jur. Ludwig Lindner, Mannheim, Dr. jur.
Dr. rer. pol. L. Pickardt, Berlin, Ernſt Growald
Wil=
mersdorf, Paul Funk, Berlin W — Stephan Milow:
Ein deutſcher Dichter von Joſef Karl Ratislav. Mit
einem Porträt Stephan Milows. Verlag von Ad. Bonz
u. Comp., Stuttgart. Preis 35 Pfg. — Geſundheitsregeln
für Kurgäſte von Profeſſor Dr. Whealtſtone. Autoriſierte
Ueberſetzung aus dem Engliſchen von A. von Schlieben.
Verlag von A. v. Schlieben, Seebad Cirkvenica bei
Fiume. — Probleme unſerer Zeit. Beiträge zur Geſchichte
der Gegenwart. Herausgegeben von F. W. Schroeter.
Nr. 1: Der Generalſtreik als ſoziales Kampfmittel.
Von Dr. Karl Nötzel. Preis 80 Pfg. Hans Sachs=
Ver=
lag, München=Leipzig. — Aus dem Gebiete der
Krankhei=
ten der Atmungsorgane. Populäre Skizzen von
Sanitäts=
rat Dr. M. A. Fritſche=Berlin, Spezialarzt für Naſen=,
Hals= und Lungenkrankheiten. 1.: Die kombinierte
Zimt=
ſäurebehandlung als Heilmittel bei Tuberkuloſe der
Lun=
gen und des Kehlkopfes. Mit zwei Abbildungen auf
zwei Tafeln. Im Selbſtverlage des Verfaſſers.
Kom=
miſſionsverlag von Mitſcher und Röſtell. Berlin. Preis
1 Mark. — Ueber die Grundlagen der Zuckerkrankheit und
ihrer Behandlung. Von Dr. med. et phil. Hans Lung=
witz, Spezialarzt für Zuckerkranke. Erſte Auflage. Adler=
Verlag, Berlin.
* Neu erſchienene Broſchüren:
Flugſchrif=
ten des V. S. V. Nr. 20. Zum Streit um die
Wehrfähig=
keit des deutſchen Volkes. Von Alexander Burger.
Ver=
lag des Vaterländiſchen Schriften=Verbandes, Berlin.
Preis 40 Pfg. Im Buchhandel durch die Deutſche
Kanz=
lei, Berlin SW. 11. — Gedächtnis=Meiſterſchaft.
Unter=
richtsbriefe für das Selbſtſtudium der Schnell=
Lern=
methode. 41.—50. Tauſend. Von Hugo Weber=Rumpe.
Zweite Neubearbeitung der Mnemoniſchen Unterrichts=
Briefe des Verfaſſers. Weber=Rumpes Verlag,
Fried=
land=Breslau. — Martin: Gedankenkräfte; 1,50 Mark.
Dr. Tönniges: Gegen das frühe Altern; 1 Mark. Otto
Borggold, Verlagsbuchhandlung, Leipzig. — Der Staat
und die Syndikate. Ein Beitrag zur Bergwerksfrage von
A. Pohlmann=Hohenaſpe. R. Voigtländers Verlag in
Leipzig. Preis 1 Mk. — v. Schrenck=Notzing: Die
Phä=
nomene des Mediums Linda Gazerra. Mit 13 Original=
Blitzlicht=Aufnahmen. 1,50 Mark. Verlag von Oswald
Mutze in Leipzig, Lindenſtraße 4. — Der Führer der
Gefechtsbagage, zugleich Handbuch für die Adjutanten
und die Führer der großen Bagage; zuſammengeſtellt
nach den Dienſtvorſchriften von E. Hummel, Oberleutn.
und Adjutant des Badiſchen Train=Bataillons Nr. 14.
Ernſt Siegfried Mittler und Sohn, Königliche
Hofbuch=
handlung, Berlin, Kochſtraße 68—71.
— Tanz und Tanzesluſt in Spanien ſchildert ein
feſſelnder mit Illuſtrationen reichgeſchmückter Aufſatz des
bekannten Schriftſtellers Armand Dayot, der in das
Weſen der Spanier und beſonders der Sevillaner, die ſich
nur für drei Dinge, für Frauen, Tanz und Stierkampf
intereſſieren, einen vortrefflichen Einblick bietet. Aus
dem übrigen Inhalt des ſoeben erſchienenen, reich
aus=
geſtatteten neueſten 23. Heftes der illuſtrierten Zeitſchrift
„Moderne Kunſt” (Verlag von Rich. Bong u. Co.,
Berlin W. 57 Preis des Heftes 60 Pfg.) heben wir
beſonders Dr. Oskar Anwands mit gediegenem
Bilder=
material geſchmückte Würdigung der Großen Berliner
Kunſtausſtellung und Freiherrn von Dincklages
gleich=
falls reich illuſtrierte Plauderei über die deutſche
Ver=
ſuchsanſtalt für Handfeuerwaffen hervor Für Lektüre
ſorgen die ſpannende, pſychologiſch=vornehme Erzählung
„Am Ziel” von Helene Aeckerle und Alois Ulreichs
übermütige Humoreske Ein Denkmal der Liebe‟ Der
Zick=Zack iſt wiederum reich an Beiträgen, die in Bild
und Wort originelle Ereigniſſe aus dem Bereich der
Kunſt, des Theaters und Zirkus in anregender Form
wiedergeben.
Darmſtadt, 5 Auguſt.
C Um Haaresbreite einem in ſeinen Folgen
unab=
ſehbaren Unglück entgangen ſind geſtern abend Hunderte
von Ausflüglern, die den gegen 10 Uhr hier
eintreffen=
den Zug von Nieder=Ramſtadt benutzten. Der Zug war,
wie faſt ſtets an Sonntagen, überfüllt und hatte die
eben=
falls übliche Verſpätung. Kurz vor Eintreffen des Zuges
in der Station Darmſtadt=Oſt ſind nach oder in einer
Kurve wohl Weichen zu paſſieren. Um die Verſpätung
nach Möglichkeit einzuholen, wurde mit größter
Geſchwin=
digkeit gefahren, und das war ſchließlich die Urſache der
Verhütung des Unfalles. Aus bisher nicht feſtgeſtellter
Urſache fprangen nämlich vor oder in den Weichen ein
oder mehrere Wagen aus den Schienen und
kipp=
ten und wackelten in einer Weiſe, das ein Unfall
unver=
meidlich ſchien. Zum Glück fielen die Wagen wieder in
die Gleiſe zurück, ſodaß die Paſſagiere mit einem
aller=
dings nicht gelinden Schrecken und wohl meiſt ohne ernſte
Beſchädigungen, von Fußtritten und ähnlichem
abge=
ſehen. davonkamen. Aber Kindergeſchrei und Rufe
ängſtlicher Frauen ertönten aus allen Wagen und nach
Verlaſſen des Zuges bildete die Tatſache einer eben
glück=
lich entronnenen Gefahr den Gegenſtand der
Unterhalt=
ung wohl ſämtlicher Paſſagiere.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.),
* Berlin, 3. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg.” gibt in
Rückblicken einen Auszug aus der vor einigen Tagen im
Buchhandel erſchienenen Veröffentlichung des
Reichs=
kolonialamts über das neuerworbene Gebiet in
Aequatorialafrika. Die „Nordd. Allg. Zta.
be=
merkt anſchließend: Die Veröffentlichung des
Reichs=
kolonialamts beſchönigt nichts. Einzelne Blätter
ant=
worten auf dieſe Objektivität dadurch, daß ſie der Schrift
nur die in ihr geſchilderten ungünſtigen Momente
ent=
nahmen und durch eine ſolche Zuſammenſtellung den
geringen Wert des geſamten Gebiets an Hand der
amtlichen Darſtellung erweiſen wollten. Die
Tendenz=
mache richtet ſich von ſelbſt. Wer ſich wirklich zutreffend
über Neukamerun unterrichten will, wird gut tun,
ſich nicht auf einſeitig zuſammengeſtellte Auszüge zu
verlaſſen, ſondern auf die Veröffentlichung ſelbſt
zurück=
greifen, die jede Tendenz gefliſſentlich vermeidet.
Swinemünde, 3. Aua. Die „Hohenzollern”
mit dem Kaiſer und die Begleitſchiffe „Breslau” und
Sleipner” ſind heute abend ½6 Uhr unter dem Salut
der Feſtungen und Kriegsſchiffe hier eingetroffen. Die
Beſatzungen der im Hafen liegenden Kriegsſchiffe hatten
Paradeaufſtellung genommen. Eine große
Menſchen=
menge begrüßte den Kaiſer jubelnd am Bollwerk. Das
Wetter iſt gut.
* Köln, 3. Aug. Die „Kölniſche Zeitung” meldet aus
Teheran: Gerüchten zufolge, denen allgemein geglaubt
wird, werden zwiſchen England und Rußland
geheime Verhandlungen wegen der Rückkehr des
Exſchahs geführt. Es erſcheint möglich, daß England
ſeinen Widerſtand aufgibt gegen entſprechende
Kom=
penſationen in Südperſien, ſowie gegen Garantien für
die Wiedereröffnung des Parlaments.
* Blumenthal (Oſtpreußen), 4. Aug. Der Zug Nr.
110 iſt geſtern infolge falſcher Einfahrtgebung auf den
Zug Nr. 8274 aufgefahren. Vier Reiſende und der
Lokomotivführer vom Zug Nr. 110 wurden leicht
ver=
letzt. Fünf Wagen ſind entgleiſt, drei Wagen ſchwer
be=
ſchädigt. Die Strecke war von 2 Uhr nachts wieder
fahr=
bar. Die Reiſenden vom Zug Nr. 110 ſind mit
Sonder=
zug bis Inſterburg befördert worden. Die verletzten
Per=
ſonen fanden die erſte Hilfe im Arztwagen.
* Eſſen (Ruhr), 3. Auguſt. Für heute nachmittag
waren 821 Jubilare der Kruppſchen Betriebe
aus den Jahrgängen 1911 und 1912 zum Hügel geladen,
wo in der neuerbauten Feſthalle die Feier für die Jubilare
ſtattfand. Nachdem Herr und Frau Krupp von Bohlen=
Hallbach ſich mit ihrem Sohne Alfred und die übrigen
Mitglieder des Hauſes eingefunden hatten, erklang das
Vorſpiel zur Oper „Die Meiſterſinger” Nach einer
Rezi=
tation des Feſtgedichtes „An die Jubilare” ertönte das
große „Haleluja” aus Klopſtocks „Welten” von Hummel
worauf Herr Krupp von Bohlen=Hallbach eine Rede an
die Jubilare hielt. Darauf wurden die Jubiläumsanden=
ken verteilt. Nachdem „Deutſchlands Gebet” vom
Krupp=
ſchen Männergeſangverein Gemeinwohl” vorgetragen
worden war, beſchloß man die eindrucksvolle Feier.
So=
dann fand im Feſtzelt an der Ruhr ein feſtliches
Beiſam=
menſein ſtatt, wobei der Meiſter Höſel mit einer kurzen
Anſprache namens der Jubilare dankte.
* München, 4. Aug. Der deutſche Kronprinz
iſt heute früh, von Berlin kommend, mit Freiherrn von
Zobeltitz und Freiherrn v. Frankenſtein hier eingetroffen.
Kurz nach neun Uhr fuhr der Kronprinz mit ſeinen
beiden Begleitern nach Poſſenhofen zum Beſuch der
Herzoginwitwe Karl Theodor. Er wird heute mittag die
Reiſe im Automobil durch das Allgäu nach Hopfreben
(Bregenzer Wald) fortſetzen, wo er ſich zur Jagd länger
aufhält.
* Dresden, 3. Aug. Die Blättermeldung, daß die
Leiche des in Tirol verunglückten Studenten v. Krichbach,
des Sohnes des früheren Präſidenten der
General=
direktion der ſächſiſchen Eiſenbahnen, gefunden und der
junge Mann durch einen Tiroler Schützen erſchoſſen
worden ſei, beſtätigt ſich nicht, die Leiche iſt noch nicht
gefunden worden.
* Peſt, 3. Aug. Miniſterpräſident Lukacs äußerte
zu einem Vertreter des Peſti Hirlap über die politiſche
Lage, die Beſchlüſſe der Volksverſammlungen, die ſich
gegen die Regierung richteten, ſeien nicht beweiskräftig.
Viel ſchwerer falle ins Gewicht, daß von ſechzig
Komitats=
munizipien dreiundvierzig der Regierung das Vertrauen
ausgeſprochen haben. Bezüglich der Erklärung der
Oppo=
ſition, ſie laſſe ſich mit der gegenwärtigen Regierung in
keine Verhandlungen ein, wies der Miniſterpräſident
darauf hin, daß die Regierung das Vertrauen der Krone
und der Mehrheit beſitze, was für das Schickſal der
Re=
gierung in erſter Linie entſcheidend ſei. Der
Miniſter=
präſident ſchloß, er beabſichtige nicht, Neuwahlen
auszu=
ſchreiben. Der Hauptpunkt des Arbeitsprogramms der
Herbſtſeſſion bilde die Wahlreform, die in liberalem und
demokratiſchem Sinne entworfen ſei, ſodaß die
Regie=
rung glaube, auf die Unterſtützung der öffentlichen
Mei=
nung rechnen zu können.
Paris, 3. Auguſt. Der Hoffnung, daß die
Gio=
conda von Lionaroo da Vinci wiedergefunden
worden ſei, folgte bald die Enttäuſchung. Der
Direk=
tor des Louvre hat das Gemälde, das in der britiſchen
Botſchaft abgegeben wurde, geprüft und ſofort geſehen,
daß man es nur mit einer Kopie zu tun hat, die aus der
Mitte des letzten Jahrhunderts ſtammt. Es ſei
wahr=
ſcheinlich, daß die Perſon, die das Gemälde brachte, an
ſeine Echtheit glaubte. Es iſt ebenfalls auf ziemlich
ſchad=
haftes Holz gemalt. Das Geſicht der Gioconda iſt nicht
ſchlecht gelungen, hingegen ſind die Hände und der
Hinter=
grund ſchlecht gemalt. Die engliſche Botſchaft ihrerſeits
teilt in einer Note den Sachverhalt mit, der zu den
gemel=
deten Gerüchten geführt hat. Der Engländer, der die
Gio=
conda auf die Botſchaft brachte, heißt Rachbone. Er fragte,
ob die franzöſiſche Behörde ſein Gemälde für die
Gio=
conda aus dem Louvre halte und darauf Anſpruch mache.
Die engliſche Botſchaft machte dem Miniſterium des
In=
nern Mitteilung, und am geſtrigen nachmittag ſchickte das
Unterſtaatsſekretariat der ſchönen Künſte den Direktor des
Louvre und einen anderen Beamten, um das Gemälde zu
prüfen. Als feſtgeſtellt war, daß es ſich um eine Kopie
handelt, nahm der Engländer ſein Gemälde wieder mit.
Die echte Gidconda iſt bekanntlich am 21. Auguſt vorigen
Jahres aus dem Louvre geſtohlen worden.
Nancy, 4. Aug. Heute vormittag fand in
Jarvilla die Ueberführung der Gebeine von 58 1870
gefallenen deutſchen Soldaten vom alten
nach dem neuen Kirchhof ſtatt, wo ein Denkmal für ſie
errichtet iſt. An der Feier nahmen der zur deutſchen
Botſchaft nach Paris kommandierte Rittmeiſter Frank,
der Vertreter der Präſektur, der Bürgermeiſter mit den
Beigeordneten, eine Reihe Offiziere teil. Die Kompagnie
des 79. Linienregiments, ſowie eine Huſaren= und
Artillerie=Abteilung erwieſen die militäriſchen Ehre
* Liſſabon, 3. Aug. Die Militärbehörde ließ die
Wohnung der Korreſpondentin der Daily Mail, Miß
Oram, durchſuchen. Trotz des Proteſtes des
eng=
liſchen Geſandtſchaftsſekretärs wurde Miß Oram
feſtge=
nommen und in Haft behalten. Der engliſche Geſandte
verhandelt hierüber mit dem Miniſter des Aeußern.
* Liſſabon, 4. Aug. Miß Oram iſt auf die
Inter=
vention des engliſchen Geſandten in Freiheit geſetzt
worden. Sie wird in ihrer Wohnung in Gegenwart
des Geſandten verhört.
* Sewaſtopol, 4. Aug. In einem ſchwimmenden
Gefängnis überfielen ſechs verhaftete Matroſen die
Begleitmannſchaft, ertränkten den Unteroffizier und
gingen an Land. Ein zweiter Unteroffizier feuerte und
verwundete einen der Flüchtlinge. Vier weitere Matroſen
wurden ergriffen, einer entkam.
* Tanger, 4. Auguſt. Die hieſige deutſche Vertretung
ſteht wegen des Falles Opitz durch Funkſpruch bis
Mo=
gador und von dort durch Eilboten in Verbindung mit
dem deutſchen Konſularagenten inMarrakeſch, der
dieNach=
forſchungen nach Opitz unabläſſig fortſetzt. Bisher iſt
weder eine ſichere Spur entdeckt, daß Opitz lebt, noch iſt
die Leiche gefunden worden. Von den franzöſiſchen
Be=
hörden in Marokko werden die Bemühungen des
Kon=
ſularagenten unterſtützt. Der Paſcha von Marrakeſch zeigt
beſonderen Eifer zur Aufklärung der Sache. Für den
Fall, daß Opitz einem Verbrechen zum Opfer gefallen iſt,
muß man damit rechnen, daß, da die Marrokkaner in
ſol=
chen Fällen die Spuren ſorgfältig zu verwiſchen pflegen,
die Nachforſchungen längere Zeit beanſpruchen.
* Cetinje, 4. Auguſt. U eber Kämpfe an der
montenegriniſch=türkiſchen Grenze wird
amtlich gemeldet: Geſtern Abend kam es im Gebiet von
Kolaſchine bei Moikovae zu einem blutigen Grenzkonflikt.
Die Türken errichteten vor ihrer Kule in einer Entfernung
von 200 Metern auf montenegriniſchem Gebiet eine
Ver=
ſchanzung. Trotz wiederholter Vorſtellungen ſeitens der
montenegriniſchen Regierung wollten die Türken die
Ver=
ſchanzungen nicht entfernen. Von früh an griffen die Tür
ken aus den Verſchanzungen die Wachtpoſten der
mon=
tenegriniſchen Grenzwache an. Der Kampf, der ſich
dar=
auf entſpann, dauerte bis zur ſinkenden Nacht. Die
mon=
tenegriniſche Grenzbevölkerung, die durch dieſe
Provo=
kation im höchſten Grade beſtürzt war, eilte zu den Waffen
und unterſtützte die Grenzwache. Die Verſchanzungen
wurden ſchließlich entfernt und die Kule dem Erdboden
gleichgemacht. Die Verluſte der Montenegriner betragen
10 Tote und 15 Verwundete. Die Türken ließen 60 Tote
zurück.
* Saloniki, 4. Aua. Auf dem Markt von Uesküb
ſind zwei Bomben explodiert. Zwei Juden, 4
Moham=
medaner und 32 Bulgaren wurden getötet, 3
Moham=
medaner und 11 Bulgaren verwundet.
* Catania, 4. Aug. Ueber dem Zentralkrater des
Aetna zeigte ſich eine ſchwere dunkle Rauchwolke, eine
Erſcheinung, die auf vulkaniſche Eruptionen hinzudeuten
cheint.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Auguſt 1912.
Nummer 182.
Peking, 4. Aug. (Reuter) Die chineſiſche
Regierung ſagte gemäß der Forderung des ruſſiſchen
Geſandten Entſchädigung für die kürzlich durch
chineſiſche Soldaten bei Khotan verübte Tötung hundert
ruſſiſcher Untertanen und Beſtrafung der Täter zu.
Der Präfekt von Khotan, der als verantwortlich erklärt
wurde, iſt abgeſetzt worden. Der chineſiſche Offizier,
der den Zuſammenſtoß veranlaßte, wird vor ein
öffent=
liches Gericht geſtellt. Der ruſſiſche Konſul von Kaſchgar
und die chineſiſchen Ortsbehörden ſetzen die Höhe der
Entſchädigung feſt.
— Eckernförde, 5. Aug. Unter dem Verdacht,
Spio=
nage getrieben zu haben wurden 5 Engländer
ver=
haftet, die von einer Jacht aus photographiſche
Auf=
nahmen längs der Schleswigholſteiniſchen Oſtküſte
ge=
macht hatten. Die Verhafteten kamen ins
Unterſuchungs=
gefängnis Kiel.
HB Zella=St. Blaſien, 3. Aug. Bei dem
Haupt=
ſchießen der hieſigen Schützen=Geſellſſchaft kam
es durch die Unvorſichtigkeit eines Schützen zu einem
Unglücksfall. Ein Schütze, Fabrikant Raſch,
be=
merkte beim Anlegen, daß am Korn ſeines Gewehres
etwas in Unordnung war. Er ſetzte das Gewehr ab und
zeigte dem hinter ihm ſtehenden Handwerksmeiſter
Barthelmes das beſchädigte Korn. Hierbei war die
Mündung des Gewehres auf die Bruſt Barthelmes
ge=
richtet. Das Gewehr entlud ſich plötzlich und Barthelmes
ſank tödlich getroffen zu Boden. Die Kugel war ihm
in die Bruſt gedrungen und am Rücken wieder
heraus=
getreten.
— Nietleben, 3. Aug. Auf der Grube „Neuglück”
wurden zwei Bergleute durch Sandmaſſen verſchüttet.
Nach zehnſtündiger Arbeit wurden beide als Leichen
ge=
borgen.
Madrid, 3. Aug. In der Pulverfabrik in
der Nähe von Corcubion entſtand geſtern infolge
Kurz=
ſchluſſes ein Brand, der das geſamte Pulverlager zur
Exploſion brachte. Mehrere Arbeiter wurden
lebens=
gefährlich verletzt. Ein Arbeiter, der verſuchte, die
elek=
triſche Leitung auszuſchalten, kam dem Draht zu nahe.
Er wurde getötet.
— London, 3. Aug. Die niederländiſche
Re=
gierung wird in der nächſten Zeit an die Mächte eine
Einladung ergehen laſſen, die zur Beſchickung eine
Welt=
konferenz auffordert. Der Zweck dieſer Konferenz
ſoll ſein, ein allgemein geltendes Schiffahrtsgeſetz zu
ent=
werfen und einzuführen, das im Sinne des engliſchen
amtlichen „Titanic”=Gutachtens eine internationale
Rege=
lung der Sicherungs= und Rettungsbeſtimmungen ſchafft.
Briefkaſten.
K. W., hier. Die preußiſchen Beſtimmungen finden
in Heſſen natürlich keine Anwendung. Maßgebend iſt
das heſſiſche Geſetz Erſatz des Wildſchadens betr. v. 1. 6.
1895 in ſeiner Faſſung vom 1. 6. 1900. Zunächſt haben
Sie ſich an die Bürgermeiſterei zu wenden, in deren
Ge=
markung der Wildſchaden eingetreten iſt.
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(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
er=
ſtatten wir die ſchmerzliche Anzeige, daß mein
lieber Mann, unſer lieber Vater,
Schwieger=
vater und Großvater
der Grossh. Divisionsküster i. P.
Georg Schott
im hohen Alter von 85 Jahren, heute mittag
12 Uhr ſanft verſchieden iſt.
Dir träuernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt und Worms, 4. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, 6. Auguſt,
nachmittags 5 Uhr, vom ſtädt. Krankenhauſe
aus, ſtatt.
(16558
Von Kondolenzbeſuchen bittet man abzuſehen.
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten hiermit die
ſchmerzliche Mitteilung, daß heute morgen
unſere geliebte, teure Schweſter und Tante
Fräulein
Marle Schmitts
nach längerem Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen
der tieftrauernden Familie:
Minna Schmitts.
Darmſtadt, Frankfurt a. M. und Stuttgart,
den 4. Auguſt 1912.
(16560
Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Auguſt,
nachmittags 5 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten hiermit die
traurige Nachricht, daß es Gott gefallen hat,
unſere liebe Schweſter, Schwägerin und Tante
Fräulein
Auguste Stumpf
nach längerem Leiden heute abend ½ 6 Uhr
im 80. Lebensjahre zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
B. Wende, geb. Stumpf.
Darmſtadt, Hochſtr. 13, 3. Aug. 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Auguſt,
nachmittags 5 Uhr, vom Portale des Friedhofs
aus, ſtatt.
(16557
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte
unſeres innigſtgeliebten, unvergeßlichen
Töchter=
chens und Schweſterchens Thereſe, ſowie für die
zahlreichen Blumenſpenden ſagen wir unſeren
innigſten Dank. Beſonders danken wir den
Barmherzigen Schweſtern für die liebevolle und
aufopfernde Pflege während der ſchweren
Krank=
heit, und auch allen Denen, die ihr das letzte
Ehrengeleite gaben.
(*2742
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Laubner.
Darmſtadt, den 2. Auguſt 1912.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute mittag 12 Uhr entſchlief ſanft nach
ſchwerem Leiden mein innigſtgeliebter Mann
und mein treubeſorgter Vater
(16559
Alexander Nell
Bankdirektor in Triberg
im 49. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 4. Auguſt 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Sidonie Nell, geb. Wolff
Josel Nell.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Auguſt,
11 Uhr vormittags, vom Sterbehauſe
Hoff=
mannſtraße 49 aus, ſtatt; die Einſegnung
da=
ſelbſt ¼ Stunde vorher.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute früh entſchlief nach längerem Leiden
meine liebe Frau, unſere gute Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
(16556
Anna Felmer
geb. Pretsch
im 62. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Bernhard Felmer u. Kinder.
Eberſtadt=Darmſtadt, den 3. Auguſt 1912.
Hölgesſtraße 8.
Die Beerdigung findet Montag, den 5. ds. Mts.,
nachmittags 4 Uhr vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die uns anläßlich des Verluſtes unſerer
lieben
(16549
Frau
Dorothea Haumbach
erwieſene herzliche Teilnahme ſage Allen,
insbe=
ſondere auch dem Herrn Pfarrer für die
troſt=
reiche Grabrede, innigen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eduard Haumbach.
Statt besonderer Anzeige.
Heute entschlief sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld
ertragenem Leiden unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Fräulein Eugenie Mav.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Dr. Machenhauer.
Darmstadt, den 3. August 1912.
(16555
Die Beerdigung findet in aller Stille auf dem Bessunger Friedhof statt.
Tageskalender.
Bilder vom Tage: Zur Brückenkataſtrophe in Binz,
Vom Bau des Rieſendampfers „Imperator” Vom 8.
Deutſchen Sängerbundesfeſt in Nürnberg, Zur
Hundert=
jahrfeier des Hauſes Krupp.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 6. Auguſt.
Verkauf von Bahnſchwellen um 10 Uhr auf
Bahnhof Kranichſtein.
Unentgeltliche ärztliche Beratungsſtelle
für Säuglingspflege, Heinheimerſtraße 21.
Sprechſtunden: Montags und Donnerstags ½5—6 Uhr,
Gewerbe=Bibliothel u.
Vorbilderſamm=
lung. Der Leſeſaal iſt geöffnet: an allen Wochen=
tagen von 8½—12½ u. 3—5½ Uhr (Samstag=Mittag
ausgenommen). — Leſeabende: Dienstags und
Frei=
tags, abends von 8—10 Uhr.
Dienstags und Freitags 4½—6 Uhr. —
Ludwigshöh=
ſtraße 4: Dienstags und Freitags 5—6 Uhr.
Druck und Verlagt z. g. Bilichſche Lafductuncken
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Htreeſe
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilunge
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Fleiſchmann,
ſämt=
lich in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil b
ſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des Tag
blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderunge
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtig=
Unverlangte Manuſkrivte werden nicht zurückgeſandt.
Nummer 182.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Anguſt
1912.
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(Nachdruck verboten.)
30
Anna hatte ſich künſtlich in dieſe Erregung
hinein=
geſteigert. Sie fühlte ſich in Wahrheit gar nicht ſo
unglück=
lich, aber bei der Unterhaltung mit Hachfeld ſtiegen die
alten frohen Zeiten goldener Freiheit auf, und ſie fand
ſich plötzlich ſehr bedauernswert.
Alſo Sie ſind einſam? Es fehlt Ihnen eben an
paſ=
ſendem Umgang?
Und da wollen Sie in die Breſche treten, Graf? Das
wäre ſehr liebenswürdig von Ihnen, und ich würde es
Ihnen danken, aber Altenwerder empfängt keine
bleiben=
den Gäſte. Können Sie ſich denken, daß Sie der erſte
ſind, der hier anklopft.
Und das auch nur für Stunden, gnädige Frau. Aber
wie iſt es, bekomme ich den verſprochenen Kuß als
Onkel, wenn ich für Sie den Verkehr mit leichtlebigen.
liebenswürdigen Menſchen anbahne?
Sie bekommen gleich zwei, Graf. Ich bin nur
neu=
gierig, wo Sie dieſe Perlen auftreiben wollen. Der
Adel der Umgegend hält ſich gänzlich ffern, man hat ja
Uebung darin Altenwerder gegenüber. Wir ſind die
Ent=
gleiſten! Das Familienſkelett geht hier nunmehr ſeit
zwanzig Jahren um. Es liegt ein Fluch über dieſem
alten Schloß, man ließ ſich allzumenſchliches zu Schulden
kommen. Es ſtreifte immer den Skandal. Auch die
Familie iſt noch nicht hier geweſen, Feierlich wurde ich
vom alten Herrn, deſſen Vetter, dem Lobowitzer, und
Onkel Erich in den Stand der heiligen Ehe geleitet, aber
dann überließen ſie mich mir ſelbſt. Nur der
Kammer=
herr hängt an mir und kann mich nicht entbehren. Le
roi ſkamuſe”, darin beſteht meine ganze Kunſt.
Eine große Kunſt, meine Gnädigſte, und daß Sie
die beſitzen, habe ich an mir ſelber erfahren. Doch ſind
Sie noch immer nicht neugierig, zu erfahren, wen ich
meine?
Nun?
Oberförſter Rauch und Frau Hilde, geborene
Hach=
feld, in der Sie zugleich meine Nichte ſehen.
Der neue Oberförſter in Rotenſande?
Sie ſehnen ſich ſchon danach, hier Beſuch zu machen.
Ich erſcheine heute gleichſam als Parlamentär. Die
Kinder ſind noch ganz fremd im Kreiſe, ſie kommen vom
Oſten.
Ach ſo! Die junge Frau beſann ſich bei dieſen mehr
als notwendig betonten Worten wieder einmal auf das,
was ſie ſo gern vergeſſen wollte, daß ſie hier im Grunde
nur die Geduldete, die Mutter ihres Kindes war.
Ich habe mich für Wochen als Gaſt auf der ſchönen
Oberförſterei angeſagt. So ein Erbonkel —
— Sie
verſtehen, meine Gnädigſte.
Anna blickte beluſtigt und in prickelnder Erwartung
auf den Grafen, bei dem wieder der Fuchs zum
Vor=
ſchein kam. Man wußte nie, weſſen man ſich bei ihm zu
verſehen hatte. Er konnte ſo amüſant unverſchämt
werden.
Sie haben ſie alſo gleichſam in der Taſche, Graf?
Sechich unchte ur eine Grinaſte und ſoine dan=
Wiſſen Sie, dieſes Gefühl, als Erbonkel angeſehen zu
werden, macht alt — uralt. Als ich mir deſſen zuerſt
bewußt wurde, war es mir, als ob eine kalte Hand in
das Genick griffe.
Man iſt nur ſo alt, wie man ſich fühlt.
Hm! Man iſt auch ſo lange Fünfziger, bis man die
Sechzig erreicht hat.
Bei der Frau ziehe ich allerdings die Zwanziger vor,
Graf, bei den Männern — der Wein gewinnt mit dem
Alter an Kraft.
Sehr ſchmeichelhaft, gnädige Frau, ich will es glau
ben, weil Sie es ſagen.
Ihnen gegenüber iſt es Wahrheit.
Sie ſahen ſich beide prüfend in die Augen, und aus
denen des Mannes loderte eine züngelnde Flamme zu
Anna hinüber, ſo daß ſie einen Augenblick die Lide
ſenkte. Wie ſie die Gegenwart dieſes Mannes belebte;
ſie war in Gefahr geweſen, ſich in der Langeweile und
dem ewigen Gleichmaß der Tage völlig zu verlieren,ſ
ſchlief ein.
Es war hohe Zeit, daß Sie kamen, Graf, ſagte ſie
jetzt tief aufatmend und erhob ſich. Und nun wollen wir
gemütlich miteinander frühſtüchen. Ich verſpüre
wirk=
lich einmal Hunger, auch der war mir ſchon abhanden
gekommen.
Johann kam auf ſie zu und meldete, daß alles bere
ſei. Am Arm des Grafen ging Anna dem Zelt zu, da
zum Schutz der kühlen Tage nahe der Hausmauer ſtand
Die Voxhänge waren zurückgeſchlagen, ſo daß nur des
dah dans der der Sane acd, eber die boſiche
Big=
des ſonnigen warmen Tages konnte ungehindert aus=
und einziehen.
Wie luſtig das ausſieht.
Wir ermöglichen uns das Draußenſein auf dieſe
Weiſe bis tief in den Herbſt hinein. Der Kammerherr
kann nie genug Luft um ſich haben, ſo iſt mein ſchönes
Zimmer nie ſo eingeräuchert, wie ſo manches andere
Herrenzimmer.
Ach, meine Gnädigſte, das gehört ſchon der Mythe an,
aber ich kenne manches Boudoir, in dem man die Luft
ſchneiden kann.”
Ich fühle mich frei von Schuld. Ich rauche hin und
wieder einmal eine Zigarette, um kein Störenfried zu ſein.
Geſchmack habe ich nie daran gefunden. Ein
Frauen=
mund und eine dampfende Zigarre —
Sind Gegenſätze, vor denen mir ſchaudert, es paßt
nicht zuſammen. Sie haben einen zu guten Geſchmack
da=
zu, meine Gnädigſte, fiel der Graf ein.
Sie tafelten vergnügt miteinander, und Hachfeld fand,
daß die Küche vollendet war.
Ja, der Koch verſteht ſeine Sache. Der Kammerherr
hält große Stücke auf ihn, er iſt ſchon ſeit zehn Jahren in
ſeinen Dienſten.
Ich möchte wohl einmal ein Diner auf Altenwerder
mitmachen.
Wenn Ihre Verwandten bei uns Beſuch machen, kann
Ihnen dieſer beſcheidene Wunſch erfüllt werden.
Darauf wollen wir anſtoßen.
Die Gläſer klangen und gaben hellen Ton, und die
Zukunft gab ihm recht. Graf Hachfeld wurde vom Kam=
mehen euſingen, und de ſeine Anter einr aite
Jugendliebe von ihm geweſen war, ſo war ſeine
Auf=
nahme eine ſehr herzliche. Er wurde gebeten, zum Eſſen
dazubleiben. Doch ſchützte er eine Verabredung vor. Der
junge Bagewitz, der auch dazugekommen war, gab ſich ſo
auffallend ſteif und Zurückhaltend, daß Hachfeld es für
klüger hielt, den Zurückhaltenden zu ſpielen.
Na, dann kommen Sie in den nächſten Tagen wieder
und bringen Oberförſters gleich mit, mein lieber Hachfeld.
Der Antrittsbeſuch ſei den jungen Leuten geſchenkt, nicht
wahr, Anna?
Ich bin ganz deiner Anſicht, Onkel. Wollen wir denn
nicht lieber gleich den Tag beſtimmen, ſchlug die junge
Frau vor, als ſie bemerkte, wie finſter der Gatte zu ihr
hinſah. Auch dieſe Abwechslung gönnte er ihr nicht. Gut,
daß der alte Herr zu beſtimmen hatte. Und dieſer griff
nur zu gern zu und meinte, halb zu Friedrich Wilhelm
hin gewendet: „Wie wäre es, wenn wir die Lobowitzer
auch herüberbäten?
Wenn du meinſt, Onkel?
Die Blicke der beiden fanden ſich in blitzartigem
Ver=
ſtehen.
Ich werde ihn nachher mal anrufen. Wir wollen
künftigen Sonntag feſthalten, Hachfeld. Sie erhalten noch
nähere Nachricht und die Einladung für unſere neuen
Nachbarn.
Es kam alles, wie es vorauszuſehen war, die
Lobo=
witzer ſagten ab, das heißt, die Damen, er kam, ignorierte
aber die Anweſenheit der Hausfrau ſo weit es anging,
ohne Friedrich Wilhelm in ſeiner Gattin zu beleidigen.
Das Ehepaar Rauch dagegen, das von nichts eine Ahnung
Fete, aud ſch aus mwbähnge and gaſc änmn
mn=
gemein. Friedrich Wilhelm verhielt ſich gegenüber dieſen
Eindringlingen, wie er ſie nannte, ſehr reſerviert.
Der Kammerherr war der Gaſtgeber in großem Stil.
Anna hatte ihn in dieſer Eigenſchaft noch nie geſehen.
Auch einige Beamten des Gutes waren geladen, da man
im kleinen Kreiſe war. Hachfeld hatte richtig prophezeit,
das Menü war tadellos und die Zuberitung der
Ge=
richte konnte gar nicht beſſer ſein. Es war alles auf der
Höhe der Zeit, denn die etwas ſteife Prachtentfaltung
von altem Silber, altem Kryſtall und altem Damaſt
ver=
mochte den Vergleich mit dem Luxus der heutigen Tage
gut auszuhalten. Ja, Hachfeld fand im Stillen, daß dieſes
beſonders vornehm wirke. Viel trug natürlich dazu die
Umgebung bei. Welch ein Eßſaal war das, in dem die
Tafel ſtand! Wie ſchön paßte ſich die Höhe der Länge und
Breite an. An der Mitte der Wand ſtand die mächtige
Kredenz mit den ſchimmernden Silberplatten, auf dem
rund umherlaufenden Sims wertvolle Gläſer und
Schüſſeln. Alte Gobelins deckten die Wand und ein
wundervolles Stillleben, in dem ſich alle leuchtenden
Far=
ben konzentrierten. Nur die Sonne, die mit ihren letzten
Strahlen in den geräumigen Erker fiel, in dem die bunten
Glasfenſter zum Teil geöffnet waren, machte ihm
Kon=
kurrenz, denn ſie malte wahllos allerhand bunte Lichter in
den Raum. Jetzt tauchte ſie gerade den ſchönen Kopf der
Schloßherrin in ſattes Rot und warf flimmernde Reflexe
über die ganze Tafel.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Auguſt 1912.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 192.
Darmſtädter Tagvlatt, Montag, den 5. Auguſt 1912.
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Jagdhund. 2 Pinſcher, 1 Dobermann (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (16529
Verwertung von altem Eiſen, Kupfer pp.
Die am 30. Juli ſtattgefundene Verſteigerung iſt nicht
ge=
nehmigt worden.
Die betreffenden Altmaterialien, und zwar ca. 10000 kg
Guß=
eiſen, 3000 kg Schmelzeiſen, 450 kg Kupfer, 300 kg Meſſing und
120 kg Rotguß werden hiermit zur anderweiten Vergebung
aus=
geſchrieben.
Angebote ſind ſchriftlich bis Donnerstag, den 8. Auguſt,
vormittags 11 Uhr, verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift
ver=
ſehen, einzureichen.
Die Bedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, zur
Einſicht offen.
Die Beſichtigung der Altmaterialien kann am Dienstag, den 6.
und Mittwoch, den 7. Auguſt, je nachmittags zwiſchen 2 und 6 Uhr,
im alten ſtädtiſchen Lagerhaus ſtattfinden.
(16543oi
Darmſtadt, den 2. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Ekert.
Bekanntmachung.
Ein zur Zucht nicht mehr verwendbarer Faſelochs ſoll im
Wege des Angebots verkauft werden.
Die Verkaufsbedingungen liegen täglich während der
Geſchäfts=
ſtunden bei unterfertigter Stelle zur Einſicht offen. Angebote müſſen
ſchriftlich bis Freitag, den 9. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei
uns abgegeben ſein.
(16525
Beſichtigung des Tieres zwiſchen 7 und 8 Uhr vormittags und
4—5 Uhr nachmittags.
Arheilgen, den 2. Auguſt 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei daſelbſt.
Benz.
Das Heim Marienhof in Braunshardt
richtet an alle Freunde und Gönner der Rettungsarbeit die herzlich
warme Bitte, uns in unſerem Beſtreben, jungen Menſchenkindern
wieder auf den rechten Weg zu helfen, zu unterſtützen, indem ſie
unſerer Nähſtube und Wäſcherei Arbeit zuweiſen. Unſere Wäſcherei
iſt kein Konkurrenzbetrieb für andere =Großbetriebe, aber der
bren=
nende Notſtand, in den uns unſer ſchon ſeit langem überfülltes Haus
verſetzt, zwingt uns zu der Bitte: Helft uns, indem Ihr uns
Arbeit gebt!
Bitte, die Beſtellungen zu richten an:
Die vorſtehende Schweſter des Marienhofs
in Braunshardt bei Weiterſtadt.
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verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
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zur Einſicht offen. Auch werden
dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 9. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
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Darmſtadt, 2. Auguſt 1912.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Auguſt 1912.
Nummer 182.
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Beginn: Montag, den 5. Auqust a.c., vormittags 8 Ufr.
Die Vorteile der im Saison-Ausverkauf zum Verkauf kommenden
Waren werden das Tagesgespräch des kaufenden Publikums bilden.
Keine Auswahlsendungen.
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nur gegen Berechnung.
Verkauf nur gegen bar.
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oder aus blauen und schwarzen Kammgarn- und
Cheviotstoffen. Die Kostüme sind teils weniger oder
mehr mit elegant. Garnierungen jeder Art ausgestattet
oder ganz glatt gehalten.
Die regulären Verkaufspreise sind in den Grenzen
45.− bis 150.−
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Serie IV 45.−
Serie II 33.−
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Ein grosses Lager hervorragend schöner hocheleg.
Lingerie-Kleider, nur handgenäht und hangdestickt,
meistens mit echtem Material ausgestattet, die in
den letzten Tagen weit unter dem
Herstellungs-
preis in Paris eingekauft worden sind, werden im
Ausverkauf zu noch niemals dagewesenen billigen
Preisen, solange der Vorrat reicht, zum Verkauf
gestellt. — Die regul. Verkaufs-
preise beweg. sich zwisch. 50.−
u. 200.—, die jetzt festgesetzten v. 25.−bis 85.−
Die Kleider sind in den ersten Pariser Häusern hergestellt.
Ein grosser
Posten, getupft. u. gestr. Biberblusen
früher 4.—, jetzt 2.‟
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Posten farb. Lein.-u. Waschblusen „
früher 3.50 und 6.50, jetzt 2. u. 5.−
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Posten Batist-Hemdblusen
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Schulterkragen, auf Tüll gef., garn. mit Voile,
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Posten weisser, Gerufarb. Spitzenblusen
vom einfachsten bis zum elegantesten Genre,
weit im Preise zurückgesetzt.
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Lager Blusen in Stickerei u. Batist
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SERIE II regul. Verkaufsw. bis 7.50, jetzt 3.50
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trüb, sind um zirka ein Drittel des bisher. Preises ermässigt.
Dieses Sortiment enthält Blusen vom einfachsten Maschinen-
Genre bis zu den elegantesten Pariser Lingerie-Blusen.
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Posten eleg. Gesellschaftskleider
aus Voile. Etamine, Foullard, Seide, im
Preise bedeutend ermässigt.
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Posten Ballkleider Farben die trüb
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Posten weiss. Stick.-u. Batistkleider
mit weisser u. bunter Stickerei. Regulärer
Verkaufswert 15.−
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Einsätzen garnierte Fassons . . . jetzt
Ein grosser Posten wasch-Kostümröcke
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Ein grosser Posten weisser Leinenröcke
Regulärer Verkaufswert 7.50 P
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röcke eleg., glatte Fass. oder mit breiten
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Cheviotröcke mit Tressen garniert,
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Augnſt 1912.
Nummer 182.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 3. Aug. (
Börſenwochen=
bericht.) Der Wochenverlauf geſtaltete ſich an den
deut=
ſchen Börſen ziemlich lebhaft, wobei auch die Tendenz
eine feſte blieb. Am Geldmarkt machte ſich eine mäßige
Anſpannung geltend, die vielleicht zum Teil dem Ultimo
zuzuſchreiben war, da bei der Reichsbank ebenfalls ſtärkere
Anſprüche auftraten. Dabei blieb jedoch der
Privatdis=
kont recht ſtabil, zwiſchen 3/.—3½ Prozent. Anregend
auf die Haltung wirkten die für die veutſche Induſtrie
günſtigen Exportziffern im erſten Halbjahr 1912. Sodann
lauteten die Berichte vom amerikaniſchen Eiſen= und
Stahl=
markt äußerſt befriedigend. Danach liegt dort das
Ge=
ſchäft allgemein recht gut, die Röhrenwerke kaufen mehr
Roheiſen, und Schienen ſind im Preiſe beſſer. Für den
Export wird beſonders gefragt Bauſtahl und Brückenſtahl.
Rollmaterial iſt ſtark begehrt. Infolge Arbeitsmangel
müſſen jedoch die Werke ihre Produktion einſchränken. Zu
den Einzelheiten übergehend, waren Deutſche Renten
zeit=
weiſe mehr beachtet; aber ſchließlich ſchrumpfte das
Ge=
ſchäft wieder ein, ſodaß kleinere Abgaben für 3prozentige
Reichs und Preußen den Kurs etwas drückten. Gute
Stimmung zeigte ſich für heſſiſche Staatspapiere, die auch
recht feſt ſchließen. Von den ausländiſchen Staatsfonds
waren die ungariſchen Sorten wieder reger geſucht, auch
Ruſſen, Chineſen und Türken gut gehalten. Die Ausſichten
für einen endlichen Frieden zwiſchen Italien und der
Tür=
kei ſcheinen im Wachſen begriffen. Japaner waren mäßig
abgeſchwächt infolge des Thronwechſels in Japan, wozu
jedoch in keiner Weiſe Beſorgniſſe zu hegen ſind. Am
Ban=
kenmarkt war es ſtill, bei nur kleinen Veränderungen; auch
Schaaffhauſenſcher Bankverein gut behauptet (124½),
trotz=
dem ſich bei der Sanierung der Baufirma Kurt Berndt
wieder neue Schwierigkeiten in den Weg ſtellen.
Am Transportmarkt erfreuten ſich Süddeutſche
Eiſen=
bahn=Geſellſchaft größerer Beachtung, ferner ſchließen
Bal=
timore und Ohio, ſowie Orientbahnen höher; beide auf
gute Einnahmen. In Kanada, die in Berlin ſtark
gehan=
delt werden, erfolgte eine Aufwärtsbewegung bis 275, die
dann durch Spekulationsverkäufe wieder auf 271
zurück=
ging. Man ſprach von einer Kapitalvermehrung, aber am
hauptſächlichſten beeinflußten die guten Juni=Einnahmen.
Hamburger Paketfahrt und Norddeutſcher Lloyd waren
weiter belebt, indes ſchließlich auf Gewinſtrealiſationen
abgeſchwächt. Oeſterreichiſche Bahnen bleiben ziemlich
unverändert. Große Umſätze vollzogen ſich am
Montan=
gebiet zu teilweiſe höheren Kurſen; beſonders waren von
Kohlenwerten Gelſenkirchener und Harpener bevorzugt.
Das Intereſſe für dieſe beiden Aktien war ſehr groß und
hängt mit den kürzlich veröffentlichten, ſehr
befrisdigen=
den Ausweiſen der Kohlenzechen über das zweite
Quar=
tal 1912 zuſammen.” Ueber die Produktion der
Gewerk=
ſchaft Viktoria=Lünen, deren Kuxen ſich ſämtlich im Beſitz
der Harpener Geſellſchaft befinden, wird mitgeteilt,, daß
die Kohlenförderung der Zeche bereits eine Tagesleiſtung
von 1800 Tonnen erreicht habe und in kurzer Zeit auf
2000 Tonnen ſteigen werde. Die Kokerei ſei ſchon ſeit
Frühjahr in Betrieb, und zwar mit 150000 Tonnen
Jah=
resabſatz. Phönix waren ebenfalls in guter Tendenz;
man erwartet eine um 2 Prozent höhere Dividende (17
Prozent, gegen 15 Prozent im Vorjahr).
Elektrizitäts=
aktien waren wieder ſtärker bevorzugt, in Erwartung
gün=
ſtiger Ergebniſſe bei den Siemens u. Halske=, ſowie bei
den Schuckertwerken, die beide am 31. Juli ihr Geſchäfts=
jahr abſchließen. Nach guten Informationen iſt bei der
konſervativen Dividendenpolitik der Siemens u. Halske=
Geſellſchaft ein über den vorjährigen hinausgehender
Di=
videndenſatz (12 Prozent) nicht zu erwarten. Bei Schuckert
indeſſen kann, nachdem im Vorjahre die Dividende von
7 auf 7½ Prozent erhöht worden war, diesmal mit einer
weiteren Aufbeſſerung auf 8 Prozent gerechnet werden.
Berliner Akkumulatoren ſtiegen auf 544; man ſprach
wie=
derholt von einer unmittelbar bevorſtehenden
Kapital=
erhöhung, reſpektive von der Ausgabe von Gratisaktien.
Am Kaſſainduſtriemarkt erfreuten ſich Chemiſche
Ak=
tien größerer Kaufluſt, beſonders beſtand für ſolche
Unter=
nehmungen, die an der Herſtellung künſtlicher
Dünge=
mittel beteiligt ſind, ſtärkere Nachfrage. Höchſter
Farb=
werke verkehrten zu 660, Chemiſche Albert bis 485,
Ba=
diſche Anilin zu 531½, Deutſche Gold= und Silber=
Scheide=
anſtalt bis 685. Ruhiger waren Automobilaktien: Kleyer
559½, Daimler 339, Bielefelder Maſchinen 523½; fernen
Chemiſche Griesheim 257, Aluminium 247 und
Holzver=
kohlung 322. Kaliaktien blieben weiter bevorzugt:
Aſchers=
leben 165 und Weſteregeln 206,80; auch Zellſtoff Waldhof
konnten bis 247½ avancieren, während Kunſtſeide bis
118 und Gummi Peter bis 120½ zurückgingen.
Zucker=
aktien feſt, wenn auch zum Teil Abgabeluſt vorhanden
iſt: Frankenthal 436, Waghäuſel 227. Naphta=Aktien
hiel=
ten ſich feſt auf 303. Die Brown=Boweri=Geſellſchaft
publiziert eine Dividende von 7 Prozent.
Erwähnens=
wert iſt ſchließlich die Feſtigkeit der Goldminenaktien an
der Londoner Börſe und insbeſondere die weſentlich
höhe=
ren Kurſe für Eiſenbahnwerte am New=Yorker Markt.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,25,
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ger 197,—, Pappenheimer 65,— Genua 216,—, Türkiſche
170,80, Freiburger 71,75, Ungariſche 360,—, Meininger
34,50, Venediger 46,—, Mailänder 45=Frcs.=Loſe 140,—
nominell, Mailänder 10=Fres.=Loſe 31,50, Raab=Grazer
Anrechtsſcheine 36,80, in Reichsmark; Gothaer Prämie II
117,—, Donau=Regulierung 148,—, Madrider 75,—, in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918
un=
kündbar) 100,80, 3½proz. Reichs 89,85, 3proz. Reichs 79,95,
4proz. Heſſen von 1899 100,10 G., 4proz. Heſſen von 1906
100,20 G., 4proz. Heſſen von 1908/09 100,20 G., 3½proz.
Heſſen 88,05, 3proz. Heſſen 77,70, 4proz. Darmſtädter
99,10 G., 3½proz. Darmſtädter 89,—, 4proz. Heſſen (bis
1921 unkündbar) 100,50, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr
(Serie 18—23) 99,80 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 24—25) 99,90 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 3—5) 88,80 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 9—11) 88,90 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 10—12) 99,80 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 13—14) 99,90 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 1—3) 89,— G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
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Eiſenb.=Geſellſchaft 125,30, Südd. Immobilien=
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ſchaft (Mainz) 63½ B., Lederwerke vorm. Spicharz (
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bach a. M.) 80 B., Schramms Lack= und Farbenfabriken
(Offenbach a. M.) 271 B., Chemiſche Mühlheim a. M. 63
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Anteile 93,—, Otavi=Genußſcheine 68 G., 4½proz. Ruſſen
100,50, 4proz. 1880er Ruſſen 90 G., 4proz. 1902er Ruſſen
90,65, 3¾/oproz. Ruſſen 88,10, 3½proz. Ruſſen 83 G., 3proz.
Ruſſen 80,75, 4proz. unifizierte Türken 89,60, 4proz.
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Sport.
Deutſches Benzin für deutſche Automobiliſten. In
dem offiziellen Organ des Kaiſerlichen Automobil=Klubs
erläßt Prinz Heinrich von Preußen einen
Auf=
ruf an die deutſchen Automobilbeſitzer, künftig ſtatt
Ben=
zin Benzol zu benutzen. Prinz Heinrich führt u. a. aus,
daß die Preiſe für Benzin vom Auslande, beſonders von
Amerika, diktiert worden wären. Der deutſche
Auto=
mobilismus ſei bisher vollſtändig vom Import abhängig
geweſen. Dies bedeute eine große nationale Gefahr für
den Kriegsfall. Jeder Automobilbeſitzer ſollte deshalb
mit dazu beitragen, daß das Inlandprodukt Benzol, von
deutſchen Arbeitern und deutſchen Ingenieuren aus deut=
ſcher Kohle hergeſtellt, eine größere Verwendung finde,
da=
mit im Notfalle die Benzol=Induſtrie Deutſchland
ver=
ſorgen kann. Da Benzol nur 24 Pfg. pro Liter koſtet
gegenüber dem gegenwärtigen Benzin=Preiſe von 45 Pfg.
pro Liter, ſo bedeutet die Verwendung von Benzol
eine Erſparnis von faſt 50 Prozent. Die bisherigen
Mängel, die ſich bei der Verwendung von Benzol gezeigt
haben, wie ſtarke Verrußung und große Erhitzung der
Zylinder, ſeien durch entſprechende Aenderung der
Ver=
gaſer beſeitigt worden. Die Zentrale der Deutſchen
Ben=
zolherſtellung, die Deutſche Benzol=Vereinigung in
Bochum, hat ſich bereit erklärt, daß ſie auch bei ſtark
ſteigendem Verbrauch von Benzol in abſehbarer Zeit keine
Preisſteigerung vornehmen werde. — Zweifellos wird
der Aufruf dazu beitragen, daß intenſivere Verſuche mit
Benzol=Vergaſern angeſtellt werden, da aber vorläufig die
Beſchaffung von Benzol, namentlich auf großen Reiſen,
auf Schwierigkeiten ſtößt, wird auch nur langſam mit einer
weiteren Einführung des Benzols beim Automobilbetrieb
zu rechnen ſein.
Schach.: Im Internationalen
Schach=
meiſter Turnier zu Breslau wurde die vorletzte
Runde geſpielt, nach der der ſchließliche Sieger aber
immer noch nicht feſtſteht. Es ſiegten: Duras=Prag gegen
Barraſz=Ungarn, Tarraſch=Nürnberg gegen Lowtzky=
Leip=
zig, Carls=Hannover gegen Treybal=Ungarn, Breyer=
Un=
garn gegen Erich Cohn=Berlin, Rubinſtein=Warſchau
gegen Marſhall=Amerika, Spielmann=München gegen
Balla=Ungarn, während die Partien Schlechter=Wien-
Lewitzky=Rußland und Mieſas=Leipzig-Burn=England
remis wurden. Die Partie Teichmann=Berlin-Przepiorka=
München wurde abgebrochen, die Hängepartie Breyer=
Barraſz ergab remis. Rubinſtein ſteht mit 11½ Punkten
an erſter Stelle, es folgen Duras und Tarraſch mit je 11
Punkten und Teichmann und Schlechter mit je 10½
Punk=
ten. Teichmann kann jedoch noch durch ſeine Hängepartie
mit Przepiorka und Rubinſtein gleichziehen; die beiden
treffen dann in der letzten Runde aufeinander und von
dem Ergebnis dieſes Zuſammentreffens wird im
weſent=
lichen der Sjeg in dem Turnier abhängen. Bei einem
Remis zwiſchen Teichmann und Rubinſtein kommen
aller=
dings noch Duras und Tarraſch in Frage.
* Pferderennen. Ein neuer Turf=Skandal
in Oeſterreich=Ungarn. Nachdem bereits im
Vor=
jahre die im Nachbarlande erfolgten Doping=
Unterſuch=
ungen dazu geführt hatten, daß dem Trainer Ch.
Plan=
ner dem Leiter des ſogenannten Fürſten=Stalles, dem
auch die Pferde des Fürſten Hohenlohe=Oehringen
ange=
hörten, wegen nachgewieſenem Doping an Rennpferden die
Trainer=Lizenz entzogen worden war, liegt jetzt ein
wei=
terer Fall gegen einen hervorragenden öſterreichiſchen
Pro=
feſſional vor. Während es ſich damals um einen in Alag
in Ungarn domizilierten Rennſtall handelte und die
ganze peinliche Angelegenheit damals in erſter Linie den
Ungariſchen Jockei=Klub anging, der ſich dem Vorgehen
der benachbarten oberſten Rennbehörde nur zögernd
an=
ſchloß, will es diesmal der Zufall, daß es ſich bei der
Auf=
deckung der unlauteren Manipulationen um einen
öſter=
reichiſchen Rennſtall handelt. Wie aus Wien gemeldet
wird, haben eingehende wiſſenſchaftliche Unterſuchungen
einer Wiener Autorität das Reſultat gehabt, daß die
zwei=
jährigen Pferde des Baron G. Springer gedopt
worden ſind. Leiter des Springerſchen Rennſtalles iſt
Trainer H. Reeves, dem die Verantwortung für die
Vor=
gänge zufällt. Wenn auch noch kein definitives Urteil
ge=
fällt worden iſt, ſo liegen doch bereits öſterreichiſch=
unga=
riſche Meldungen vor, nach denen Trainer H. Reeves ſeine
Lizenz verlieren wird, während Baron G. Springer ſeinen
Rennſtall auflöſen und aus dem öſterreichiſchen Jockei=Klub
austreten wird, obwohl er an dem Vorgefallenen gänzlich
unbeteiligt iſt. Die außerordentliches Ausſehen erregende
Affäre iſt um ſo bedauerlicher, als ſie den größten und ſeit
vielen Jahrzehnten nach den vornehmſten Geſichtspunkten
geleiteten Rennſtall betrifft. Auch mit dem Deutſchen
Rennſport ſteht der Stall in enger Beziehung, da die
Springerſchen Farben ſchon im Jahre 1875 durch Palmyra
im Deutſchen Derby zu Siege getragen wurden, an
wel=
chen Erfolg ſich dann die Siege von Galifard im Jahre
1898, von Bono modo im Jahre 1903 und von Chilperic
im Vorjahre anreihten.
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Viele Jahre litt ich an einer naſſen
Wanderflechte, verſuchte vieles, aber
alls umſonſt, bis ich 190t in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kauſte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte
ob der Erfolg ein dauernder iſt. was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
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