Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
rwärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
uuren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen= Expeditionen. — Bei
fäür Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſichriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Oer Kaiſer iſt geſtern morgen 11 Uhr von
Bale=
ſtrand nach Bergen abgefahren, wo er um 6 Uhr
abends erwartet wurde.
Iin der bayeriſchen Kammer der Reichsräte
fand geſtern eine erregte Jeſuitendebatte ſtatt.
20er Erzbiſchof von Köln, Kardinal Dr.
Fiſcher iſt Dienstag nacht geſtorben.
Wie Fahrt der „Hanſa” von Friedrichshafen nach
Hamburg findet früheſtens in der Nacht von
Don=
nerstag zum Freitag ſtntt.
Oer König von Spanien iſt über Frankreich nach
England abgereiſt.
ehie türkiſche Kammer hat dem Kabinett ihr
Vertrauen mit 113 gegen 45 Stimmen
ausge=
ſprochen.
Deutſchland und Japan.
*⁎* Inwieweit der in Japan durch den Tod des
kraiſers Mutſuhito eingetretene Thronwechſel die inter=
In ationale Politik des oſtaſiatiſchen
In=
ſtelreiches beeinfluſſen wird, läßt ſich vorläufig nicht
bsſtimmt ſagen, doch iſt wohl anzunehmen, daß ſie kaum
lerne weſentliche Veränderung zu erwarten hat nach all
den Erfolgen, die ihr geblüht haben.
Unter der Regierung des verſtorbenen Kaiſers iſt
apan bekanntlich aus ſeiner früheren Abgeſchloſſenheit
berausgetreten; ausländiſche Staaten haben ſich in dem
Inſelreiche Eingang verſchafft, und andererſeits ſind
Dapaner in ſtets wachſender Zahl nach Europa
gekom=
men, um die Errungenſchaften weſtlicher Kultur ſich zu
ſley gen und damit ihrem Vaterlande zugänglich zu
machen. Nachdem in den fünfziger Jahren des letzten
J ahrhunderts Nordamerika, England, Frankreich,
Hol=
llund und Rußland mit Japan in Handelsbeziehungen
getreten waren, geſchah dies auch ſeitens
Deutſch=
llands, und am 11. Dezember 1859 ging ein preußiſches
G eſchwader von Neufahrwaſſer nach Oſtaſien ab in der
lantsgeſprochenen Abſicht, in erſter Linie Deutſchland den
lsettbewerb, den die übrigen Seemächte in
Iapan begonnen hatten, gleichfalls zu ermöglichen.
llei ie Expedition ſollte nicht ausſchließlich preußiſchen,
Aſundern den geſamten deutſchen Intereſſen dienen und
dem Zollvereinshandel einen neuen Abſatzmarkt öffnen,
zin welchem Zwecke ihr eine ſorgfältige Auswahl
deut=
ſcher Erzeugniſſe mitgegeben wurde. Der Erfolg blieb
nicht aus, eine im Jahre 1862 in Deutſchland weilende
ic paniſche Geſandtſchaft knüpfte offizielle Beziehungen
am, und ſpäter ſchloß Preußen für ſich und den
Zoll=
veerein einen Handelsvertrag ab, der uns
die=
ſalben Vorteile ſicherte, die ſchon die obengenannten
lettaaten in Japan genoſſen. Dieſer erſte Vertrag hatte
Japan eigentlich nur Pflichten auferlegt und wenig
Rechte gewährt, da es ja noch als inferiorer Staat galt.
Ait dem Aufſchwunge aber, den das Land nahm, war es
ganz erklärlich, daß ſich in Tokio der Wunſch nach einem
ſſamnderen Vertrage, in welchem namentlich die Konſular=
Agerichtsbarkeit ausgemerzt wurde, bemerkbar machte.
Eün im Jahre 1889 zwiſchen der deutſchen und der
japa=
niſchen Regierung vereinbarter neuer Vertrag ſtieß
ſawer in Japan auf heftigen Widerſtand und trat nicht
in Kraft, erſt im Jahre 1896 kam ein ſolcher zuſtande,
der den berechtigten japaniſchen Intereſſen Rechnung trug,
wofür Japan ſich verpflichtete, ſein ganzes Gebiet den
Ausländern zu öffnen. Dieſem Vertrage iſt im letzten
Jahre ein neuer gefolgt, in welchem der Uebergang des
Iriſelreiches zur Hochſchutzzollpolitik Ausdruck fand.
In der Entwickelung Japans hat Deutſch=
Alund eine ganz beſondere Rolle geſpielt, und es erfreute
Aſich dort einer außergewöhnlichen Beliebtheit. Deutſch=
Aland war hauptſächlich das Ziel vieler Japaner, die bei
ums auf den verſchiedenſten Gebieten zu lernen ſuchten.
Tüe japaniſche Armee iſt vollſtändig nach deutſchem
Muſter organiſiert und ausgebildet; auch an der
geiſti=
gen Regeneration hat die deutſche Wiſſenſchaft ganz
her=
sorragenden Anteil gehabt, die moderne ärztliche Kunſt
Japan iſt faſt ausſchließlich aus deutſchen Hörſälen
umd Kliniken hervorgegangen. Im japaniſchen
Er=
ziehungsweſen, im Verkehrsweſen, überall begegnet man
dam deutſchen Vorbilde Die neue bürgerliche und die
Handelsgeſetzgebung Japans iſt nach deutſchem Muſter
eingerichtet, das ja auch für viele Zweige der japaniſchen
Verwaltung maßgebend wurde. Alles dieſes wurde in
Japan dankbar anerkannt, man wußte es auch zu
wür=
digen, daß Deutſchland in erſter Reihe für die
Auf=
hebung der Exterritorialität der Ausländer eingetreten
war. Wir würden auch heute noch den erſten Platz im
Herzen der Japaner einnehmen, wenn nicht die im
Ver=
ein mit Frankreich und Rußland von Deutſchland
unter=
nommene Intervention gegen die im Vertrage von
Shimonoſeki feſtgeſetzte Abtretung der Halbinſel
Liao=
tung an Japan einen Umſchwung in den Gefühlen für
uns hervorgerufen hätte. Daß Rußland bald darauf
Port Arthur und wir Kiautſchou „pachteten”, wirkte
nicht verſöhnlicher, und es hat ſehr lange gedauert, bis
die ernſtliche Verſtimmung gegen Deutſchland, die uns
manche wirtſchaftlichen Nachteile zufügte, nach und nach
ſchwand. In den letzten Jahren ſind die Beziehungen
wieder herzlicher geworden, und dieſe zu pflegen und
uns dadurch den uns gebührenden Platz an der
oſtaſiati=
ſchen Sonne zu ſichern, iſt eine der wichtigſten Aufgaben
der deutſchen Diplomatie — namentlich angeſichts der
noch in China zu erwartenden Ereigniſſe.
Zur Pflege der Handelsbeziehungen
zwi=
ſchen Deutſchland und Japan beſteht ſeit
An=
fang 1911 in Berlin ein deutſch=japaniſcher
Ver=
kehrsausſchuß, und im Sommer vorigen Jahres
wurde in Tokio eine neue deutſch=japaniſche Geſellſchaft
unter Mitwirkung des Fürſten Katſura und vieler
an=
derer hervorragender Männer Japans begründet zu dem
ausgeſprochenen Zweck einer Vertiefung der
freund=
ſchaftlichen, wiſſenſchaftlichen und ſozialen Beziehungen
zwiſchen beiden Ländern.
Ein Gleichnis über die Lage in China.
* Die in Schanghai erſcheinende Schipau brachte
vor kurzem in ihrem Unterhaltungsteil die folgende
Pa=
rabel, die politiſche Wahrheiten enthält, die
aber, in Leitartikeln darzuſtellen, ein Teil der chineſiſchen
Preſſe noch nicht den Mut findet.
Was ein Tonfigurenverkäufer erzählt.
In einer Straße pflegt ein Handwerker, der es
mei=
ſterbaft verſteht, niedrige Figuren aus Ton zu
verfer=
tigen, ſeine Erzeugniſſe auszuſtellen. Jeder, der die
Fi=
guren ſieht, geré: in Entzücken. Denn die Farve und
Züge des Geſichts, die gemalten Kleider ſind von
ſel=
tener Naturtreue; meiſt ſtellen die Figuren berühmte
Männer aus alten Zeiten dar Die Geſchicklichkeit des
Handwerkers iſt ſo weit berühmt, daß ſich ſtets vor
ſei=
ner Werkſtatt ein großer Volkshaufe anſammelt, um ſeine
Fertigkeit zu bewundern. Ich kaufte eine der
entzücken=
den Figuren; ſie ſtellte deir trefflichen Staatsbeamten
und Gelehrten Wangſchetſchi aus der Tſindynaſtie (um
300 v. Chr.) dar Dann machte ich mich mit der Figur
auf den Heimweg. Unterwegs war ich nicht vorſichtig
und ließ die Figur fallen; ſie zerſchellte krachend auf dem
Boden. Von dem ſchönen entzückenden Aeußeren, 68.
dem ich vorher ſo geblendet wurde, war nichts mehr) a
ſehen. Nur Lehm, Schmutz und allerlei Unrat lag auf
der Stelle, wo die Figur entzwei ſchlug. Darüber war
ich aufs höchſte erſtaunt und ging eilig zu dem
Hand=
werker zurück den ich ob ſeines Betruges zur Rede
ſtellte. Der Handwerker aber lachte und ſprach:
Betrug und Falſchheit ſind auf dieſer Erde nicht
gering. Weshalb willſt du mich armen Handwerker des
Betrugs bezichtigen. Denke einmal tief über deine
An=
klage nach und du wirſt mir recht geben müſſen, daß ich
nicht betrügeriſch handelte. Blicke doch nur auf unſere
ſtolzen Landsleute, wie ſie ſich in ihren prunkenden
Ge=
wändern bewegen, wie alles nach äußerem Schein ſtrebt,
wenn auch der innere Kern faul und zernagt iſt Gleicht
dies nicht meiner Tonfigur? Wie leicht wurden von
der Geſellſchaft der „Autoritätsverwerfer” die Mandſchu
über den Haufen gerannt. Wie ein geſchäftiger
Bienen=
ſchwarm tauchten Tauſende neuer Männer, die
Reform=
kräſte in ſich zu haben glaubten, auf, wenn es auch noch
Männer gibt, die in ſelbſtloſer Zurückgezogenheit, wie
der große Fü der Hſiadynaſtie, auf Rang und Würde
verzichten. Neun Monate ſind ſeit der Revokution ins
Land gegangen, und noch immer iſt die Lage im Innern
nicht gefeſtigt Der Miniſterpräſident iſt davongelanfen:
von allen Seiten wird die Lage gefährdet. Sie gleicht
einem Vogelneſt auf ſchwankendem Baum, deſſen junge
Brut vernichtet wird, wenn der Wind das Reſt
herunter=
weht. Wohin man blickt, herrſcht Chaos. Auch nicht eine
Regierungsangelegenheit iſt zur Zufriedenheit des
Vol=
kes durchgeführt. Und gleicht dies nicht auch der
Ton=
figur, wenn man 9 Monate zurückdenkt wo die neue
Ordnung verkündet wurde? Man ſagt zwar heute noch
ſtolz: „Die Mandſchu ſind verdrängt, kräftige Männer
ſtehen an der Spitze des Reiches. Das Alte veraina; es
wird Grund zu Neuem gelegt. Wenn erſt das Schlechte
vollends ausgeſchieden und das Gute zurückbehalten iſt,
dann wird das Reich blühen.” Man ſagt, die fünf
Erd=
teile hegten für China Sympathie, die zehntauſend
Staa=
ten wünſchten dem Reich Wohlergehen. Das klingt ſchön.
Aber blicke auf unſere Beamten, die ſich äußerlich als
große Könner gebärden. Will nicht jeder von ihnen
nach eigenem Gutdünken handeln, weil er glaubt, daß
nur ſeine Methode die beſte wäre um China zum
Reich=
tum und zu Taten zu führen? Was den Beamten aber
fehlt, iſt die Zuſammenarbeit für ein gemeinſames, feſtes
Ziel. Trifft dieſer. Vergleich nicht auch auf meine
Ton=
figur zu? Werden nicht nach außen ſchöne Worte
gere=
det, und wie ſteht es mit dem Innern? Die Republik iſt
errichtet; das alte Regiment iſt geſtürzt. Die beſten der
Vertreter des Volkes ſtehen aufrecht und gerade im
geſetz=
gebenden Ausſchuß wie Bäume im Walde. Dieſe
Män=
ner ſollen die Bürgſchaft für die Blüte des Reiches ſein.
Nach außen gewährt der geſetzgebende Ausſchuß ein
ſchö=
nes Vild. Aber ſchaue im Innern; iſt dort der Hader
der Parteien nicht ebenſo ſchmutzig wie das Innere
mei=
ner äußerlich ſchönen Lehmfigur? Es heißt: Nord und
Sid ſind geeint. Ein ſchönes Wort. Ein Teil des
Vol=
kes (wörtlich: ein dummer Mann, eine dumme Frau, ein
unwiſſendes Kind und die Greiſe) deutet mit den
Fin=
gern ſelbſtzufrieden auf das Hirn und erfreut ſich des
ſcheinbarcn Friedens. Aber haben in Sutſchau und
Peking nicht die Soldaten gemeutert? Können nicht
täglich überall neue Meutereien ausbrechen? Die
Ord=
nung des Volkes iſt geſtört; die Armen ſchlafen auf
nack=
ter Erde Wo ſind die Beamten, die helfen? — So, nun
darfſt du nicht mehr ſagen, ich ſei ſchlecht. Blicke nur
auf die Lage im Reich.
Ich konnte keine Antwort auf die Worte des
Hand=
werkers finden. Ich dachte im Stillen nach und mußte
ihm Recht geben. Als ich den Handwerker ſo geiſtvoll
ſprechen hörte, wurde ich unwillkürlich an
Tunafang=
tſcheng aus der Hſiandynaſtie erinnert, der ein Meiſter im
Erzählen von Parodien auf das Reich war.
Deutſches Reich.
Deutſchland und England. Nach einer
Meldung der Agence Fournier aus London iſt am
Dienstag im Unterhauſe des Komitee für auswärtige
Angelegenheiten der liberalen Partei zuſammengetreten.
Es wurde eine Reſolution angenommen, in der die
Re=
gierung über die Wichtigkeit notwendiger Maßregeln
aufmerkſam gemacht wird, die erforderlich ſeien, um den
ſchlechſten Eindruck zu verwiſchen, der in Deutſchland
wegen der Haltung Englands dem Deutſchen Reiche
ge=
genüber vorhanden iſt. Das Komitee iſt der Anſicht,
daß die Berechtigung des Wunſches Deutſchlands, eine
Kolonialmacht zu werden, anerkannt werden muß.
Eng=
land müſſe es als ſeine Aufgabe zu betrachten haben,
dieſer Nation zu zeigen, daß das Beſtehen eines
herz=
lichen Einvernehmens in keiner Weiſe herzliche
Be=
ziehungen zwiſchen den beiden europäiſchen
Mächtegrup=
pen ausſchließt. Das Komitee hat einen weiteren
Be=
ſchluß gefaßt, in dem es ſein Bedauern und ſeine
Be=
fürchtungen über die gegenwärtige Lage in Perſien zum
Ausdruck bringt.
Franzöſiſche Quertreibereien. Berner
und Züricher Blätter melden, daß bei den Schweizer
Banken ſtarke Rückgänge in den Depotgeldern
franzö=
ſiſcher Kapitaliſten ſtattfinden ſollen, bei einer Züricher
Großbank allein bereits in Höhe von 9 Millionen Frs.
Als Grund für dieſes Vorgehen franzöſiſcher Kapitaliſten
wird die Abſicht angegeben, gegen den Beſuch Kaiſer
Wilhelms zu demonſtrieren.
Die Zukunft Deutſch=
Südweſt=
afrikas. Staatsſekretär Dr. Solf ſagte bei einem ihm
zu Ehren veranſtalteten Bankett im Deutſchen Klub zu
Johannesburg, er kehre mit der Gewißheit nach
Deutſch=
land zurück, daß Deutſch=Südweſtafrika eine große
Zu=
kunft habe. In Britiſch=Südafrika habe er geſehen, wie
die Zukunft Deutſch=Südweſtafrikas ſein werde. Dr.
Solf betonte den Wert harmoniſcher Beziehungen
zwi=
ſchen der deutſchen Kolonie und der ſüdafrikaniſchen
Union.
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe.
Der Deutſche Handwerks= und Gewerbekammertag hat
in einem umfaſſenden Gutachten die Wünſche des
Hand=
werks geäußert zu dem Entwurf eines Geſetzes betreffend
die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Darin ſpricht
ſich der Kammertag im allgemeinen nicht gegen eine
ge=
wiſſe Beſchränkung der ſonntäglichen Verkaufszeit aus,
hält aber eine weitgehende Berückſichtigung der
beſon=
dern Verhältniſſe im Handwerk für notwendig. So
be=
zeichnet er es z. B. als unumgänglich erforderlich, für
Orte, in denen die Bevölkerung aus der weitern
Um=
gegend an Sonn= und Feſttagen die offenen Verkaufsſtel=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Nummer 179.
len aufzuſuchen genötigt iſt, eine Beſchäftigung, nicht
wie es der Geſetzentwurf vorſieht, bis zur Dauer von
vier Stunden, ſondern bis zu fünf Stunden zuzulaſſen.
Schließlich empfiehlt das Gutachten, vor der
Feſtſtel=
lung von Ausnahmen von der Regel vorher die
zuſtän=
dige Standesvertretung, die Handels=, Handwerks= oder
Gewerbekammer zu hören. Außerdem iſt der
Kammer=
tag der Meinung, möglichſt die Verſchiedenartigkeit der
Verhältniſſe in den einzelnen Gewerben und Gegenden
zu berückſichtigen, da die Regelung der Sonntagsruhe
keine ſchematiſche Ordnung vertrage.
— Kündigung der vereinbarten
Ver=
bands=Gütertarife ſeitens Rumäniens.
Man ſchreibt uns: Der Verband Südweſtdeutſcher
In=
duſtrieller (Verband Badiſcher Induſtrieller, Sektionen
Rheinpfalz, Rheinheſſen und Elſaß=Lothringen) richtete
am 24. Juni d. J. an das Kaiſerliche Auswärtige Amt,
an das Reichsamt des Innern und an die ſüddeutſchen
bundesſtaatlichen Regierungen in obiger Angelegenheit
dringende Vorſtellungen. Er wies darauf hin, daß
Rumänien, das mit aller Macht dahin ſtrebt, ſich eine
eigene Induſtrie zu ſchaffen, obwohl im Lande ſelbſt
viel=
fach die hierfür nötigen Vorausſetzungen fehlen, die
ver=
traglich vereinbarten Ermäßigungen der Güter=Tarife für
den Verkehr Deutſchlands mit Rumänien auf den 1. Juli
ds. Js. kündigen wolle. Bisher beſtanden, ſo hieß es
in den Eingaben, bekanntlich auf Grund einer zwiſchen
Deutſchland, Oeſterreich=Ungarn und Rumänien im
Eiſenbahnverkehr getroffenen Vereinbarung
Ausnahme=
tarife für eine große Zahl von Erzeugniſſen, durch
welche der deutſche Export nach Rumänien weſentlich
er=
leichtert wurde. Die ermäßigten Tarife galten natürlich
aber auch für beide Parteien, ſodaß nicht nur der deutſche
Export nach Rumänien, ſondern auch umgekehrt der
rumäniſche Export nach Deutſchland eine beträchtliche
Verbilligung erfuhr. Durch die Kündigung der
Ver=
bands=Gütertarife ſeitens Rumäniens würden daher
namentlich auch die Tarifermäßigungen für die
Erzeug=
niſſe der ſüdweſtdeutſchen Maſchinen=Induſtrie, der
ſüd=
weſtdeutſchen Walzwerke, der ſüdweſtdeutſchen Röhren=
Induſtrie etc, beim Export nach Rumänien in Wegfall
kommen, falls es dem Kaiſerlichen Auswärtigen Amt
nicht gelingen ſollte, Rumänien zu einer Zurücknahme
der Kündigung zu bewegen, oder neue tarifliche
Ver=
einbarungen mit Rumänien deutſcherſeits zu treffen.
Den erfreulichen energiſchen Vorſtellungen der
Reichs=
regierung iſt es nunmehr zunächſt gelungen, wie uns der
Verband Südweſtdeutſcher Induſtrieller mitteilt, einen
Aufſchub der rumäniſcherſeits geplanten Maßnahme zu
erzielen; denn nach einer Mitteilung der Kaiſerlich
Deutſchen Geſandtſchaft in Bukareſt hat die
General=
direktion der rumäniſchen Staatseiſenbahnen ihr
Ein=
verſtändnis damit erklärt, daß die Aufhebung der
Aus=
nahmetarife 3 (für Eiſen und Eiſenwaren), 4 (für
Ma=
ſchinen) nicht zum 1. Auguſt ds. Js., ſondern zum 1.
Januar n. Js. veröffentlicht werden ſoll.
Ausland.
Italien.
Frieden mit der Türkei? Einer Meldung
aus Rom zufolge beſprachen 50 Deputierte, die anläßlich
der Kirchenfeier am Jahrestage der Ermordung König
Humberts in der Hauptſtadt eintrafen, die Frage des
Friedensſchluſſes mit der Türkei. Allgemein hörte man
die Anſicht, daß ein Friedensſchluß nahe bevorſtehe. Man
erzählte ſich, daß der Miniſterpräſident vor wenigen
Ta=
gen zu einem Deputierten geſagt hat: „der Olivenzweig
beginne wieder zu grünen”. Auch wies man darauf hin,
daß Giolitti kürzlich eine längere Unterredung mit dem
öſterreichiſch=Ungariſchen und dem ruſſiſchen Botſchafter
im Quirinal hatte.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Das Echo de Paris ſchreibt über die noch
immer dauernden Verhandlungen zwiſchen Frankreich
und Spanien: Man hat es peſſimiſtiſch gefunden, daß
wir vor ungefähr zwei Wochen eine noch lange Dauer
der Verhandlungen zwiſchen Frankreich und Spanien in
Ausſicht ſtellten. Unglücklicherweiſe ſcheinen unſere
Pro=
phezeiungen jedoch nicht übertrieben geweſen zu ſein
Es herrſcht noch kein Einverſtändnis über die Frage der
Franziskaner, über die Frage des Khalifats und über
die Frage der Grenzen am Muluya. Endlich iſt auch
das künftige internationale Statut für Tanger noch nicht
fertig. Unter dieſen Umſtänden ſcheint es ſchwierig, daß
alles, wie man es gewünſcht hatte, beendet ſein wird.
bevor Miniſterpräſident Poincaré ſich nach Petersburg
begibt. Während ſeiner Abweſenheit werden die
Ver=
handlungen unter der Leitung ſeines Stellvertreters
Herrn Briand fortgeſetzt.
Frankreichs Beziehungen zu Kanada.
Bei dem Feſtmahl, welches das Komitee France=
Améri=
que zu Ehren der in Paris anweſenden kanadiſchen
Miniſter gab und an dem auch Miniſterpräſident
Poincaré teilnahm, wurden in mehreren Reden die
gegenſeitigen Sympathien beider Länder betont und auf
die Stammesverwandtſchaft beider Völker ſowie auf die
franzöſiſch=engliſche Entente hingewieſen. Der kanadiſche
Premierminiſter Pelletier ſagte, die Kanadier ſeien nicht
nach Paris gekommen, um hier Geſchäfte zu machen. Wir
werden unſere rechte Hand vertrauensvoll in die Hand
Englands legen und unſere Linke wird die Hand
Frank=
reichs drücken. Poincaré erklärte in ſeiner Rede, das
Mißverſtändnis zwiſchen Frankreich und England ſei jetzt
verſchwunden; es herrſche ein glückliches Einvernehmen
zwiſchen den beiden Nationen. Es ſei darum heute für
Kanada und Frankreich noch leichter, ihrer
vielhundert=
jährigen Freundſchaft Ausdruck zu verleihen.
Türkei.
Die Verleſung der
Regierungser=
klärung in der Kammer. Kurz vor Beginn der
Dienstag=Sitzung der Kammer entfernten ſich die
Trup=
pen, die vor dem Eingang des Parlamentsgebäudes
auf=
geſtellt waren, deren Gegenwart die Veranlaſſung von
Klagen der Deputierten gegeben hatte. Die Sitzung
wurde gegen 1 Uhr eröffnet. Alle Mitglieder des
Kabi=
netts waren anweſend.
Der Großweſir verlas ſodann das Programmatiſche
der Regierungserklärung, in der hervorgehoben wird,
daß die Regierung die Macht inmitten großer
Schwierig=
keiten und in einem kritiſchen Augenblick der türkiſchen
Geſchichte übernahm. Es wird die Hoffnung ausgedrückt,
daß die Nation die Aufgabe der Regierung durch ruhige
Haltung unterſtütze. Als Urſache der gegenwärtigen
Lage werden folgende vier Punkte bezeichnet: Erſtens
ungeſetzliche Eingriffe und Umtriebe von Beamten bei
den Wahlen, zweitens Eintritt von Offizieren und Be= in verſchiedene politiſche Parteien, drittens
Ver=
letzung der Geſetze, die über die Beſetzung öffentlichen
Stellen beſtehen, viertens in der Anwendung von
Mit=
teln, die mit dem konſtitutionellen Prinzip und der
Ver=
faſſung nicht zu vereinbaren ſind. Die Erklärung teilt mit:
die Regierung ordnete eine Unterſuchung der Wahlen
an und werde ſich nach dem Ergebnis derſelben richten,
Um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu zerſtreuen,
werde die Regierung jede ungeſetzliche Einmiſchung im
die öffentlichen Angelegenheiten zu verhindern ſuchen,
Ueber den Krieg mit Italien und die auswärtige Politik
ſagt die Regierungserklärung: Wie Sie wiſſen, führe
wir ſeit zehn Monaten Krieg mit Italien. Wir ſchätze
die außerordentlichen Opfer der Truppen und
einge=
borenen Mitkämpfer, unſerer Brüder in Tripolis und
Benghaſi für die Verteidigung des Vaterlandes hoch
ein. Wir werden mit göttlichem Beiſtand und Unter
ſtützung der Opferwilligkeit der ottomaniſchen Nation
fortfahren, unſer Recht zu verteidigen, bis die
Grund=
lagen für den Frieden gefunden ſein werden, die mit
unſeren Rechten, unſerer Ehre und unſerer Würde
ver=
einbar ſind. Was die auswärrige Politik anbetrifft, ſe
werden wir die unmittelbar nach der Aenderung des
Regimes eingeleitete Politik nachdrücklich fortſetzen, die
bis Ende 1909 mit vielem Erfolg befolgt und mehrmals
von der Kammer gebilligt worden iſt, weil ſie
dene=
fühlen und den Intereſſen der ottomaniſchen Nation
en=
ſpricht und von den Großmächten gut aufgenommen
wird. Die Grundlage unſerer Beziehungen zu allen
Mächten iſt Aufrichtigkeit.
Nach Verleſung der Regierungserklärung begam
eine lebhafte Geſchäftsordnungsdebatte. Die Kammn
beſchloß darauf die Sitzung bis zur Drucklegungden
Regierungserklärung aufzuheben. Um 5 Uhr wurde
Sitzung wieder aufgenommen. Da ſich die Debatte
die Länge zu ziehen drohte, erklärte Huſſein Hilm
Paſcha im Namen des Kabinetts, eine lange Diskuſſic
ſei überflüſſig. Das Kabinett, das der Sitzung mit An
nahme des Kriegsminiſters und Kiamil Paſchas vollzät
lig beiwohnte, zog ſich zur Beratung zurück. Die Sitzun
wurde unterbrochen. Die Unterbrechungen der Sitzun
waren durch leidenſchaftliche Erörterungen in
Wandelgängen ausgefüllt. In der erſten Pauſe trat
jungtürkiſche Partei zuſammen und erörterte die Lag
und beſchloß, der Regierung ein Tadelsvotum zu
teilen. Während der zweiten Pauſe vollzog ſich ind
ein Umſchwung in der Stimmung, der für die Regierun
eine Mehrheit von 113 gegen 45 Stimmen herbeiführt
In parlamentariſchen Kreiſen heißt es, die Regierung
halte die Majorität nicht für ausreichend und werde
ihre Demiſſion geben.
Vereinigte Staaten.
Maßregeln gegen mexikaniſche Rebe
len. Staatsſekretär Knox teilte dem Führer der mexis
kaniſchen Rebellen, General Orozco mit, daß die
Ueber=
fälle und Angriffe auf Amerikaner und amerikaniſches
Eigentum in Nordamerika ſofort aufhören müßten, oder
die Vereinigten Staaten würden vorbeugende Maßregeln
ergreifen. Der Präſident Madero erklärte, es ſeien bez
reits Truppen nach dem Norden Mexikos abgeſandt
worden, um die Unruhen zu unterdrücken. Wie
weiter gemeldet wird, beabſichtigen die Vereinigten
Staaten gegenwärtig keine bewaffnete Intervention in
Mexiko. Mit der Warnung an den Rebellenführer Orozco
haben die Vereinigten Staaten nur die Warnung der
Beeinträchtigung amerikaniſcher Bürger wiederholt, die
Himmelserſcheinungen im Auguſt.
A. K. Schon um einen recht erheblichen Betrag nimmt im
Laufe des Monats Auguſt die nördliche Abweichung der
Sonne vom Aequator ab, während ſie am 1. noch 180
4‟ 16.‟0 beträgt, hat ſie am 31. nur noch den Wert 80 42
20.‟3. Die Mittagshöhen der Sonne vermindern
ſich dementſprechend für den Parallel von 54‟ (
Norddeutſch=
land) von 54‟ am 1. auf 44¾” am 31., für den Parallel
von 510 (Mitteldeutſchland) von 570 am 1. auf 47½‟ am 31.
und für den Parallel von 48' (Süddeutſchland und
Oeſter=
reich, etwa die Breite von Wien) von 60‟ am 1. auf 50½0
am 31. Auguſt. Daraus ergibt ſich eine Abnahme der
Tageslänge im nördlichen Deutſchland von 15½ auf
13¾ Stunden, im mittleren Deutſchland von 15½ auf 13½
und im ſüdlichen Deutſchland, in der Schweiz und in
Oeſterreich von 15 auf 13½ Stunden. Durch die Morgen=
und Abenddämmerung, deren Dauer im Auguſt ebenfalls
ſchon weſentlich kürzer wird, erfährt die Tageshelligkeit
im Norden zuerſt noch eine Verlängerung von beinahe 1¾,
zuletzt nur eine ſolche von kaum 1½ Stunden; im Süden
beträgt dieſe Verlängerung anfangs noch 2, am Schluſſe
nur 14 Stunden.
Mit dem Uebertritt der Sonne aus dem
Kalender=
zeichen des „Löwen” in das der „Jungfrau” am 23. Auguſt,
um 2 Uhr nachmittags, erreicht die Zeit der Hundstage,
die am 23. Juli begonnen hat, ihr Ende. Der Hundsſtern,
d. i. der Sirius, dem ſie ihren Namen verdankt, geht nun
vor der Sonne (heliakiſch) immer früher auf, um in den
Wintermonaten während des größten Teiles der Nacht
den ſüdlichen Himmel zu ſchmücken.
Der Geſtaltwechſel des Mondes vollzieht ſich im
Auguſt zu folgenden Zeiten: Letztes Viertel am 6., um
5 Uhr 18 Min. vormittags, Neumond am 12., um 8 Uhr
58 Min. nachmittags, Erſtes Viertel am 19., um 5 Uhr
57 Min. nachmittags, und Vollmond am 27., um 8 Uhr
59 Min. nachmittags. Der Mond befindet ſich am 12
Auguſt, um 10 Uhr 6 Min. vormittags, in Erdnähe bei
einem Abſtande von 56.05 Erdhalbmeſſern à 6378
Kilo=
meter und am 25. Auguſt, um 9 Uhr 6 Min. vormittags,
in Erdferne bei einem Abſtande von 63.68 Erdhalbmeſſern.
— Sternbedeckungen des Mondes finden im Auguſt nicht
ſtatt, dagegen nähert ſich der Mond dreimal ſehr hellen
Fixſternen bis auf einen geringfügigen Abſtand, nämlich
am 8., um 11 Uhr abends dem Sterne Beta des „Stiers”
(der abnehmende Mond iſt nur morgens ſichtbar), am 17.
um 3 Uhr vormittags dem Sterne Alpha der „Jungfrau”,
Spica (der zunehmende Mond iſt nur abends ſichtbar),
und am 20., um 5 Uhr nachmittags dem Sterne Alpha des
. Antares (dieſe Kenjunktion iſt gut ſichthar)
Die Beobachtung der großen Planeten geſtaltet
ſich im Auguſt noch weiter ziemlich ungünſtig, auch Jupiter
ſt nur noch am frühen Abendhimmel ſichtbar, dagegen
ſtrahlt Saturn reichlich die ganze zweite Nachthälfte
hin=
durch am öſtlichen und ſüdlichen Firmament. Merkur,
der am 22. Auguſt, um 10 Uhr vormittags, ſeine untere
Sonnenkonjunktion durchläuft, bleibt verborgen. Er nähert
ſich der Erde von 0.77 auf 0.74 Erdbahnhalbmeſſer à 149.48
Millionen Kilometer; ſein ſcheinbarer Durchmeſſer erreicht
zur Zeit der Sonnenkonjunktion den Wert 10.‟8. —
Venus, die erſt am 6. Juli in oberer Sonnenkonjunktion
ſtand, bleibt ebenfalls in der Dämmerung verborgen. Ihre
Entfernung von der Erde nimmt von 1.71 auf 1.64
Erd=
bahnradien ab, woraus eine Vergrößerung ihres
ſchein=
baren Durchmeſſers von 9.‟8 auf 10.‟2 folgt. Am 11.
Auguſt, um 8 Uhr vormittags, hat Venus mit Regulus
(Alpha des „Löwen”), dem ſie ſich bis auf 1‟ 3' nördlich
nähert, Konjunktion. — Mars weilt im Bilde des „
Lö=
wen” in der hellen Abenddämmerung, iſt daher unſichtbar.
Sein Erdabſtand wächſt von 2.44 auf 2.54 Einheiten (
Erd=
bahnradien), und ſein Scheibendurchmeſſer beſitzt nur den
Wert 3.‟8 und 3."7. — Jupiter geht im Bilde des
„Skorpions” täglich früher, am Monatsſchluſſe bereits
gegen 10 Uhr abends im Südweſten unter; in der letzten
Woche kulminiert er ſchon gegen 6 Uhr abends, doch wegen
ſeiner ſtark ſüdlichen Deklination (faſt — 21‟) in geringer
Höhe. Am 30. Auguſt, um 1 Uhr nachmittags, befindet
er ſich in Quadraturſtellung zur Sonne. Seine Entfernung
von der Erde nimmt von 4.77 auf 5.22 Einheiten zu, ſein
ſcheinbarer Durchmeſſer von 41.‟8 auf 38.‟2 ab. Trotz der
ungünſtigen tiefen Stellung Jupiters während der
dies=
jährigen Oppoſition iſt doch der ſogenannte Rote Fleck in
ſeiner ſüdlichen Aequatorialzone mehrfach beobachtet und
gemeſſen worden. Es iſt dabei auch die ſchon lange
be=
kannte Beſchleunigung im Vorrücken des Roten Flecks auf
der Oberfläche des Planeten wieder beſtätigt worden. Am
20. Auguſt, um 2 Uhr nachmittags, hat der Mond mit
Ju=
piter Konjunktion, man erblickt daher am Abende das noch
erheblich ſüdlicher ſtehende Erſte Viertel ſchon ſüdöſtlich
vom Jupiter. — Saturn, der in den nächſten Monaten
am vorteilhafteſten zu beobachtende Planet, erſcheint im
Bilde des „Stiers” anfänglich gegen Mitternacht,
zu=
letzt bald nach 10 Uhr abends über dem nordöſtlichen
Ho=
rizonte, um gegen Monatsſchluß ſchon um 6 Uhr früh zu
kulminieren. Infolge ſeiner ſtark nördlichen Deklination,
am 1. — 18 40', am 31. — 18 54' beſchreibt er ſehr hohe
Bogen am nächtlichen Himmel im mittleren Deutſchland
kulminiert er in 58‟ Höhe. Am 27. Auguſt, um 11 Uhr
vormittags gelangt Saturn in Quadraturſtellung zur
Sonne. Sein Abſtand von der Erde vermindert ſich von
9.46 auf 8.97 Einheiten, während ſein Scheibendurchmeſſer
von 17.‟2 auf 18.‟1 wächs. Die große Achſe ſeiner von
Süden aus ſichtbaren, jetzt ſchon ſehr weit geöffneten
Ringellipſe mißt Mitte des Monats 40.‟8, die kleine Achſe
17.‟2, die ſcheinbare Breite des Ringſyſtems erreicht alſo
faſt die des Saturnkörpers. Am 7. Auguſt, um 6 Uhr
nach=
mittags, hat der Mond mit Saturn Konjunktion; nach
Aufgang der Geſtirne vor Mitternacht weilt das Letzt
Viertel ſchon nordöſtlich vom Saturn. — Uranus, rüch
läufig im „Steinbock” kulminiert abends zuerſt um 11
zuletzt ſchon um 9½ Uhr in geringer Höhe über dem
Ha=
rizont, iſt daher im Fernrohre mehrere Stunden as
Sternchen 5. Größe zu beobachten. Seine Oerter ſind
am 1. Auguſt AR (Rektaſzenſion) 20h 14m 10s und
(Deklination) — 20 30 am 31. Auguſt AR 20h 9m45
und D — 20% 43'. Die Erde entfernt ſich vom Uranus
von 18.77 auf 18.97 Einheiten; der ſcheinbare Durchmeſſel
des Planeten iſt 4.‟4, zuletzt nur 4.‟3. — Neptun gehl
im Bilde der „Zwillinge” morgens immer früher im
Nord=
oſten auf; er kulminiert in bedeutender Höhe anfangs kunz
nach 11 Uhr, ſchließlich kurz nach 9 Uhr vormittags. Seine
Oerter ſind für ſtärkere, parallaktiſch montierte
Inſtru=
mente am 1. Auguſt AR 7h 43m 37s und D — 208
am 31. Auguſt AR 7h 47m 48s und D — 20% 38‟. Sein
Erdabſtand vermindert ſich von 30.96 auf 30.71 Einheiten,
ſein ſcheinbarer Durchmeſſer beträgt nur 2.‟5.
Der Glanz des Fixſternhimmels nimmt im
Auguſt mit der Dunkelheit und Dauer der Nächte zu, muk
im letzten Drittel wirkt das Licht des zunehmenden Mon
des abends ſtörend. Richten wir unſeren Blick gegen0
Uhr nach oben, ſo ſehen wir die ſchimmernde
Sternen=
ſpirale unſeres ungeheueren galaktiſchen Syſtems,die
Milchſtraße, von Nordnordoſten nahe am Zenit vorh
zum Südſüdweſten ziehen; ihren Weg ſchmücken in
ſelben Richtung die Bilder „Fuhrmann” mit Capella u
„Perſeus” mit Algol, höher im Nordoſten das W
„Caſſiopeja” und „Cepheus” beim Zenit „Schwan” mit
Deneb und „Leier” mit Wega, dann abwärts zum Süden=
„Adler” mit Atair, „Schlangenträger” und „Schlange‟
endlich am Horizont „Schütze” und „Skorpion” mit
An=
tares. Hoch im Oſten ſteht der „Pegaſus” im Nordoſten
unter der „Caſſiopeja” die „Andromeda” mit dem großen
Spiralnebel, einem anderen fernen Milchſtraßenſyſtem,
und am Horizont der „Widder” Am Weſthorizont funkelt
Spica in der „Jungfrau” darüber Arctur im „Bootes”
und wieder nahe darüber die diademgeſchmückte „Krone”.
Den Zwiſchenraum zwiſchen dieſer und der „Leier” (beim
Zenit) füllt der „Herkules” aus. Den nördlichen
Him=
melspol bezeichnet der Polarſtern im „Kleinen Bären”
darunter im Nordweſten breitet ſich der „Große Bär”
mit ſeinen ſieben Hauptſternen aus, und tief am Horizonte
tauchen gerade die Geſtirne des „Löwen” mit Regulus,
dem Königlichen, hinab.
Nummer 179.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Seite 3.
Abe am 14. April ſowohl der mexikaniſchen Regierung wie
den Rebellen hatten zugehen laſſen.
China.
Gründung einer neuen Bank. Sunyatſen
und General Huangſing, der frühere Kommandant von
Ranking, die beide ſeit einigen Wochen in Schanghai
neilen, ſtellten das Programm für die Gründung der
Assoreign and Chineſebank feſt. Das Kapital von zwei
Millionen Pfund Sterling iſt bereits, wie gemeldet, in
geineſiſchen Shares gezeichnet. Man glaubt, daß den Reſt
auropäiſche Firmen zeichnen. Es ſteht feſt, daß die
sank nicht gegründet wird, wenn eine auswärtige
An=
leihe zu Stande kommt, es wird aber aus gewiſſen
An=
zrichen geſchloſſen, daß die Verhandlungen wegen einer
ſcemden Anleihe ſcheitern.
Japan.
Der Thronwechſel. Der Landtag iſt zu einer
außerordentlichen Sitzung einberufen worden, um der
kai=
ferrlichen Familie das Beileid auskuſprechen und die
Ausgaben für die Beſtattung des Kaiſers zu bewilligen.
Soer neue Kaiſer zog ſich in den Aoyama=Palaſt zurück,
neo er die Miniſter, Räte und andere Würdenträger
ernpfängt. Der geheime Rat ſchlägt vor, die neue Aera
Tai Soi” oder die „Große Rechtlichkeit” zu nennen. Die
Jeſtattung des Kaiſers erfolgt in Tokio gemäß einem
Gseſetz, das allerdings von dem Kaiſer Mutſuhito nicht
Ungehr unterzeichnet iſt. Unmittelbar nach der Zeremonie
der Thronbeſteigung des neuen Kaiſers wurde der
kai=
ſterliche Ahnentempel nach dem Chinto=Ritus
ausge=
ſthmückt und Opfergaben an Lebensmitteln wurden auf
dem Altar niedergelegt.
* Köln 31. Juli. Der Erzbiſchof von
* öln, Kardinal Fiſcher iſt heute Nacht 11 Uhr 20
Minuten in Neuenahr geſtorben. Kardinal Fiſcher
iſt am 30. Mai 1840 in Jülich geboren und hat ſomit
en Alter von 72 Jahren erreicht. 1889 wurde er zum
Weihbiſchof von Köln, 1902 zum Erzbiſchof, 1903 zum
H ardinal und 1904 zum Mitglied des preußiſchen
Herren=
mauſes ernannt.
* Paris, 31. Juli. Heute treffen hier aus je
10) Mitgliedern beſtehende Delegationen der im
Cötreik befindlichen eingeſchriebenen
Ceeleute aus den Häfen Dünkirchen, Havre,
Bor=
deaur und Marſeille ein. Dieſe Delegationen
hie vom Allgemeinen Arbeiterverband empfangen
wer=
den, haben um Audienz beim Miniſter des Innern
nach=
geſucht. Sie werden ſich im Laufe des heutigen
nach=
mittags im geſchloſſenen Zuge, dem ſich auch viele
Mit=
ei ieder des Arbeiterverbandes anſchließen, in das
Mini=
ſterium des Innern begeben. Das Nationalkomitee der
Sttreikenden erklärt in einem Briefe an den Miniſter des
Imnern Steeg, es handle ſich um eine friedliche
Kund=
gebung, deren Zweck nur ſei, dem Miniſter die Wünſche
er Streikenden mitzuteilen und mit ihm die Mittel zur
Löſung des ſchwebenden Konfliktes zu beraten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Auguſt.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
goaften begaben ſich am Dienstag früh 3¼ Uhr im
Unto auf Jagd nach Jägersburg und kehrten um 10 Uhr
ſtoch Jagdſchloß Wolfsgarten zurück. Nachmittags 4 Uhr
gaben ſich Se. Königl. Hoheit der Großherzog
t Gefolge zum Poloſpiel nach Frankfurt; die
Rlückkehr nach Jagdſchloß Wolfsgarten erfolgte um
½ Uhr. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
rzog emfingen geſtern den Oberſtleutnant Zierold,
Kommandeur des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großh.
öfſſ.) Nr. 24, den Rittmeiſter und Eskadronchef Rogalla
Bieberſtein, den Oberleutnant Riedeſel Frhrn. zu
Eiſen=
bacch (Johann) und den Leutnant v. Boetticher von
dem=
elben Regiment, die Oberleutnants Schmid vom Feld=
Uttillerie=Regiment Nr. 15 und Oertel vom Infanterie=
Lib=Regiment Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117,
ornmandiert von der Kriegsakademie zur Dienſtleiſtung
beam Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24, den Rechtsanwalt
Dr. Bopp, den Bürgermeiſter Appel und den Präſidenten
des Kriegervereins Kaufmann Block von Nieder=Ramſtadt,
den Bildhauer Scholl, den Pfarrer Wagner, den Geh.
Kirchenrat Profeſſor Dr. Krüger von Gießen, den Rektor
Will von der Volksſchule in Erbach im Odenwald: in
beſonderer Audienz den Königl. Preuß. außerordentlichen
Geſandten und bevollmächtigten Miniſter Frhrn. v. Jeniſch;
zum Vortrag den Finanzminiſter Braun, den Geheimen
Staatsrat Krug v. Nidda, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Oberleutnant Boſſe an der Unteroffizierſchule in Jülich,
ſeither im Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
In=
ſchrift „Für Verdienſte” dem Vizefeldwebel a. D. Bues,
ſeither Hoboiſt im Infanterie=Regiment Prinz Carl
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Otto Müller aus Mainz eine Lehrerſtelle an der
höheren Bürgerſchule zu Grünberg, Kreis Gießen, mit
Wirkung vom 1. Auguſt d. J. an.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Rangier=
meiſter Karl Staudt in Mannheim=Waldhof und der
Pförtner Ludwig Roth in Groß=Gerau, beide in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, vom 1.
Ok=
tober d. J. an.
* Beſichtigung außerheſſiſcher Gemüſebaubetriebe. Die
Landwirtſchaftskammer für das Großherzogtum Heſſen
will den heſſiſchen Gemüſezüchtern Gelegenheit geben, ſich
einmal den bedeutenden und alten Gemüſebau von
Bamberg und Würzburg nebſt Umgebung
anzuſehen. Sie veranſtaltet daher bei genügender
Be=
teiligung am 16. und 17. Auguſt eine Beſichtigungsreiſe
dorthin unter Führung von Obſt= und Weinbauinſpektor
Pfeiffer=Darmſtadt. Bayeriſche Fachleute ſtehen
bereit=
willigſt zur Verfügung. Die Abfahrt erfolgt am 15. Aug.
mittags 11 Uhr 37 Min. ab Darmſtadt, die Rückreiſe am
17. abends, ſo daß die meiſten Teilnehmer noch an dieſem
Abend ihren Wohnort erreichen können. Beſichtigt
wer=
den Gemüſekulturen in Würzburg, Veitshöchheim,
Etwas=
hauſen, Albertshofen, Baiersdorf, Effeltrich und
Bam=
berg, darunter auch Frühgemüſekulturen. Die
Teilneh=
mer wollen ſich bis längſtens 10. Auguſt bei der
Land=
wirtſchaftskammer, Rheinſtraße 34, melden, worauf
den=
ſelben weitere Mitteilung zugehen wird.
* Evangeliſcher Bund. Die Vorbereitungen zur 25.
Landesverſammlung in Darmſtadt am 27.
und 28. Oktober haben gedeihlichen Fortgang genommen.
Das Programm ſteht jetzt feſt. Eingeleitet wird das Feſt
durch die erſte Aufführung des Devrientſchen
Lutherfeſt=
ſpieles im Städtiſchen Saalbau am 25. Oktober. Am
Vormittag des 27. Oktober ſind Feſtgottesdienſte
vorge=
ſehen in allen Kirchen der Stadt und der umliegenden
Orte. Namhafte Führer des Bundes ſind als Prediger in
Ausſicht genommen. Für den Nachmittag ſind
Volksver=
ſammlungen geplant in der Turnhalle am Woogsplatz
und im „Kaiſerſaal” Vom Zentralvorſtand hat der erſte
Vorſitzende, General v. Leſſel Exzellenz, ſeine Teilnahme
und eine Anſprache zugeſagt. Das Thema der
Volksver=
ſammlungen iſt: „Unſer evangeliſcher Glaube und unſere
heſſiſche Heimat”. Es wird in zwei Anſprachen behandelt.
In der erſten wird Stadtpfarrer D. Dr. Diehl=Darmſtadt
die Frage beantworten: „Die Reformation und das
Heſ=
ſenland — was verdanken beide einander?‟ Die zweite
Anſprache wird durch den Vorſitzenden des Hauptvereins,
Pfarrer D. Waitz=Darmſtadt, Antwort geben auf die Frage:
„Der Evangeliſche Bund und das heſſiſche Volk — was
haben ſich beide einander gegeben und was haben beide
von einander zu erwarten?‟ Den erſten Feſttag wird eine
Begrüßungsverſammlung in der Turnhalle und die zweite
Aufführung des Lutherfeſtſpieles beſchließen. Der zweite
Feſttag bringt nach der Abgeordneten= und
Mitglieder=
verſammlung im Fürſtenſaal um 11 Uhr die
Hauptver=
ſammlung im Kaiſerſaal mit dem Hauptvortrag: „Der
Proteſtantismus — ein Erzieher des deutſchen Volkes zur
Kraft” Für den Vortrag iſt einer unſerer bedeutendſten
Forſcher und Redner gebeten. Gemeinſames Mittageſſen
und, wenn möglich, gemeinſamer Waldſpaziergang,
wer=
den die Tagung beſchließen. Man bringt dieſer
Jubi=
läumsverſammlung des um das proteſtantiſche
Volks=
bewußtſein und das evangeliſche Gemeindeleben
hochver=
dienten Heſſiſchen Hauptvereins im ganzen Lande großes
Intereſſe entgegen. Die Teilnahme, zu der bereits einige
Sonderzüge gemeldet ſind, wird eine ſehr ſtarke und die
Feier ſelbſt, bei der mitzuwirken auch die
Kirchengeſang=
vereine gebeten werden, den Vorbereitungen nach eine
glänzende werden.
C. Aus Wald und Feld. Während in früheren
Jahren unſere Eichenwälder hauptſächlich von dem
Eichenwickler heimgeſucht wurden, dem die jungen
Blätter, Blüten und Knoſpen alter Bäume zum Opfer
fielen, findet man in dieſem Sommer vielfach junges
Eichengebüſch vom Mehltau befallen. Namentlich in der
Nähe der Ludwigshöhe gibt es Bäumchen, die über und
über mit weißem Staub bedeckt ſind, ſo daß man meinen
könnte, daß ſie mit Mehl überſtreut ſeien. Die Urſache
dieſer Erſcheinung iſt in einem Pilz zu ſuchen. — Der
Haſelſtrauch, der in unſerem Klima, abgeſehen von
den in Gärten angepflanzten edleren Sorten, ſelten eine
Ernte liefert, verſpricht heuer einen guten Ertrag. Die
Urſache liegt darin, daß die Blüteperiode, die meiſt
ſchon in den Februar fällt, völlig froſtfrei war. Auch
die Walnußbäume ſind ſtellenweiſe gut behangen.
* Sommernachtfeſt. Die Abteilung Geſelligkeit der
Kaufmänniſchen Stenographen=
Geſell=
ſchaft „Gabelsberger” veranſtaltet, wie aus der
Anzeige erſichtlich, am Samstag, den 3. Auguſt, in den
vollſtändig renovierten und auf das modernſte
aus=
geſtatteten Räumen des „Rummelbräu” (Allee) ihr
dies=
jähriges Sommerfeſt mit Tanz. Für den
konzert=
lichen Teil iſt die Kapelle des Dragoner=Regiments Nr. 23
unter Herrn Mittelſtädts Leitung verpflichtet, ſo daß den
Beſuchern in dem ſchönen Garten des genannten
Etabliſſements angenehme Stunden in Ausſicht ſtehen.
Bei ungünſtiger Witterung findet die Veranſtaltung im
Saale ſtatt. Beſondere Einladungen ergehen nicht.
* Städtiſcher Saalbau. Das zehnte Donnerstags=
Konzert am 1. Auguſt wird von der geſamten Kapelle
des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Herrn
Webers Leitung ausgeführt. Vielfache Wünſche
berück=
ſichtigend, iſt im Programm nochmals eine Richard
Wagner=Abteilung vorgeſehen, wobei das unvergleichlich
ſchöne Vorſpiel zu „Parſifal” und der Ring des
Nibelungen (Rheingold, Walküre und Siegfried)
be=
ſondere Berückſichtigung finden werden. Auch ſoll aber
die leichte Muſe nicht fehlen und bringen „
Vogel=
händler” und Graf von Luxemburg” ſowie ein beſonders
reizendes Stück aus der Poſſe „Autoliebchen”
ange=
nehme Abwechslung im Programm. (Siehe Anzeige.)
Heſſiſcher Hof. Von heute bis einſchließlich
Samstag gelangt das ſehr ſchmackhafte Bockbier zum
Ausſchank und finden an allen drei Abenden
Militär=
konzerte ſtatt. Der Abwechslung halber konzertieren
heute Donnerstag die Trompeter des Großh. Heſſ.
Train.=Bat. Nr. 18 unter Leitung des Muſikmeiſter=
Aſpiranten Herrn Willy Klein, Freitag Militär=
Konzert bei freiem Eintritt, und am Samstag wird
Herr Obermuſikmeiſter Weber mit ſeiner Kapelle
ver=
treten ſein. (Siehe auch Anzeige.)
Schützenhof. Am Freitag, den 2. Auguſt, gibt
das rühmlichſt bekannte Kilianſche Männer=
Sextett im Schützenhof einen Konzert= und
Lieder=
abend. Das Sextett iſt zuſammengeſetzt aus Mitgliedern
erſter Hof= und Stadttheater und ſind die Leiſtungen —
laut vielfachen Zeitungsberichten — vortrefflich. Freunde
des Männergeſanges ſeien auf dieſe Veranſtaltung
be=
ſonders hingewieſen. (Siehe Anzeige.)
Schuls Felſenkeller. Heute, Donnerstag, den
1. Auguſt, abends 8 Uhr ab, findet, wie im
Anzeigen=
teil erſichtlich, ein großes Kellerfeſt, wie ſolche ſchon
in früheren Jahren arrangiert waren, ſtatt. Es dürfte
ſich bei großer Illumination des Kellers, Gartens uſw. ein
richtiges volkstümliches altherkömmliches Feſt zu einem
wirklichen amüſanten Abend geſtalten. Die
Konzert=
muſik wird von der Kapelle des Artilleriekorps unter
Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley bei einem
ſchwungvollen Programm ausgeführt.
„Singſpielhaus Metropole” nennt ſich ab heute
das Alexanderſtraße 5 befindliche „Café Metropole‟.
Dem Inhaber dieſes, Herrn A. Holz, iſt es gelungen für
den Monat Auguſt die rühmlichſt bekannte Original=
Tiroler=Jodler= und Schuhplattlertruppe d’Inntaler
aus Innsbruck zu engagieren. Wie aus den Anzeigen
und Plakaten erſichtlich, iſt das Programm vielſeitig
und dürfte das Publikum zufriedenſtellen. Die großen
ſchönen Lokalitäten bieten einen angenehmen Aufenthalt.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
§ Tod eines Unbekannten. Am Dienstag
nach=
mittag gegen 7 Uhr iſt ein etwa 13 Jahre alter
unbe=
kannter Junge von einem Güterzug der Odenwaldbahn
zwiſchen Roßdörferſtraße und Schnampelweg
über=
fahren und getötet worden. Der Junge war
barfuß, hat kurzgeſchnittenes Haar. Bekleidet iſt er
mit weißleinernem Hemd, grauer Hoſe, Hoſenträger,
blaugeſtreifter Waſchbluſe, dunkelem Klappmützchen und
iſt im Beſitze von zwei roten Taſchentüchern. Die
Leiche wurde in die Leichenhalle des ſtädtiſchen Fried=
Feuilleton.
— Die Reſidenz des Mikado. Um die hohen, aus
ntaderblöcken gefügten Mauern des Kaiſerpalaſtes von
Laks drängte ſich in dieſen Tagen eine vieltauſendköpfige
Nenge zuſammen, in unruhiger Erwartung und
trauri=
lte Spannung. Da ſtanden Bauern, aus fernen
Gegen=
em herbeigeeilt, neben Soldaten in ihrer ſchmucken
Uni=
ſo m. alle die Köpfe entblößt und im Gebet gebeugt.
itthymnen tönten gen Himmel. Hinter den dunklen,
tſam geformten Pinien, die ihre ungewiſſen Schatten
eſterhaft in den breiten Waſſergräben ſpiegelten, lag
uff dem Sterbebette der Gott, Herrſcher und Vater des
r aniſchen Volkes. Dem Weltgetriebe entrückt, liegt im
ligentlichen Kern Tokios, auf der Schiro=Inſel, die
aiſerliche Reſidenz, lauter einſtöckige, echt
japa=
iiche Gebäude, eingebettet in einen prächtigen Park. Und
lings um das kaiſerliche Quartier ſcharen ſich, einem
burtel gleich, die Häuſer der fremden Geſandtſchaften,
Paläſte der Miniſter und hohen Staatsbeamten, auch
wie die Reſidenz, von Mauer und Wallgraben
ungsartig umgeben. Urſprünglich lagen hier die
Bur=
en der Daimiozeit, rings um das Schloß der
Schogu=
en herum, die 1590 Jeddo zu ihrem Sitz erhoben hatten.
Namals entwickelte ſich unter der Herrſchaft der
Toku=
awas das Fiſcherdorf. zum Zentrum japaniſchen Lebens,
lnd die prunkenden Wunder altjapaniſchen Rittertums
nffalteten ſich in dem ſtolzen Burggebiet. Aks dann der
ti geſtorbenen Mikado nach der Umwälzung von 1868
ſer Stadt den Namen Tokio gab und ſie zu ſeiner
Reſi=
lenz erkor, da war das alte Schloß der Schogune, da
baren viele der Daimiopaläſte in den jüngſten blutigen
ſämpfen, durch die der Mikado ſein kaiſerliches Recht
Dieder erworben hatte, in Flammen aufgegangen. Heute
d nur noch wenige dieſer alten Gebäude erhalten. Die
rlichſten Denkmäler der Glanzzeit Altjeddos ſind uns
r in den Grabhäuſern der Tokugawas erhalten,
in den Tempelhainen von Ujeno im Norden und
Echiba im Süden liegen. Graf Hans von Königsmarck
uns das ſchönſte dieſer Grabmäler, das des zweiten
ch ogunen Hitedada, geſchildert, deſſen unſcheinbares
Leußese in überraſchendem Gegenſatz zu der blendenden
Pracht des Innern ſteht: „Aus dem granitenen Kelch
einer Lotusblume erhebt ſich, ein goldenes Wunder, das
achteckige Grabmal, deſſen kaſſettenförmige Lackeinlagen
berühmte chineſiſche und japaniſche Landſchaften,
wech=
ſelnd mit Löwenfiguren und Päonien, darſtellen. In
den teils mit bemalten Schnitzereien bedeckten, teils
Lackvergoldung erglänzenden Wänden der Halle verbi”
den Bronzeeinlagen die ſanften Töne ihrer Patina mit
der glühenden Farbenſchönheit dieſer überreichen
Aus=
ſchmückung. Das Dach tragen Säulen von vergoldetem
Kupfer, die das von getriebenen Ziermotiven umgebene
Wappen des Tokugawageſchlechts aufweiſen, drei
Blät=
ter inmitten eines Kreiſes, die ſich mit den Spitzen
be=
rühren.”
Um den mittleren Ring, den älteſten Teil Tokios,
legt ſich nun im breiten Umkreis das graue Meer der
ein=
ſtöckigen Holzhäuschen, in dem hier und da als grüne
Inſeln ein Park, ein Friedhof oder ein Tempelgarten
auftauchen. Die ganze Stadt iſt wieder umrahmt von
einer anmutigen Hügellandſchaft, in der ſich üppige
Fel=
der mit maleriſchen Dörfchen breiten. Mit all ſeinen
Vororten und Stadtvierteln bedeckt das neue Tokio einen
Flächenraum, der größer iſt als London, aber die
Mi=
kado=Stadt hat nur 1½ Millionen Einwohner, deren
kleine, langgeſtreckte Behauſungen ſich ſo weit hin
aus=
dehnen. Die wichtigſte Straße der Stadt geht von der
Nippon=baſchi, der Japan=Brücke, aus, die ſich über einen
der Waſſergraben wölbt, von denen das kaiſerliche
Quartier umgeben iſt. Von dieſer „Brücke des
Sonnen=
aufganges” aus werden alle Entfernungen amtlich
be=
meſſen. Dort mündet der Tokaido, jene uralte
Ufer=
ſtraße, die die öſtliche und die weſtliche Kaiſerſtadt, Jeddo
und Kioto, miteinander verbindet. An ihr liegen all die
Landſchaftsſchönheiten, die die japaniſche Kunſt zu feiern
nie müde geworden iſt, der Fudſchi=jama, der Fluß Oi,
der Biwaſee. Innerhalb der Stadt hat ſich die alte
Ufer=
ſtraße zu der belebteſten Geſchäftsavenue entwickelt,
der Ginza, deren ſüdliches Ende der Schimbaſchi
(Bahnhof) bildet. Von hier gelangt man nach dem neuen
Hafen Tokios, nach Jokohama.
ml. Die verkehrsreichſten Straßen der Welt. Den
ſtärkſten Strabenperkehr bat, wenigſtens für fünf Tage
— von Montag früh bis Samstag mittag — das Viertel
der Londoner City, das von der Börſe, der Bank von
England, und dem Manſion Houſe begrenzt wird. Dort
paſſieren täglich 500000 Fußgänger und 50000 Wagen,
und die Zahl der Fußgänger beträgt pro Stunde
45—50 000 Perſonen. Was die anderen Großſtädte
Euro=
pas betrifft, ſo ſind die verkehrsreichſten Punkte die
Friedrichſtraße in Berlin, die durchſchnittlich pro Stunde
30000 Fußgänger und pro Tag 300000 paſſieren, der
Graben in Wien, auf dem täglich 275000 Perſonen
ge=
zählt werden, und der Wladimirski=Proſpekt in
Peters=
burg, den pro Tag rund 300000 Menſchen paſſieren. Den
erſten Platz mit Bezug auf den Wagenverkehr und den
zweiten mit Bezug auf den Perſonenverkehr nimmt in
Europa aber der Opernplatz in Paris ein, den Tag für
Tag ein Strom von 63000 Wagen und 450000
Fuß=
gängern durchflutet. 350000 Menſchen bevölkern in den
24 Stunden des Tages und der Nacht die Puerta del Sol
in Madrid, in die 10 große Straßenzüge münden. New=
York übertrifft indeſſen mit ſeinem Verkehr auf den
Broadways den der übrigen Großſtädte um ein
Be=
trächtliches. Zwar bleibt die Tagesziffer der dort
paſ=
ſierenden Fußgänger unter dem Niveau von 50000,
da=
für beträgt aber die Zahl der Perſonen, die in
Automo=
bilen und Straßenbahnwagen ihren Weg über die
Haupt=
verkehrsſtraße New=Yorks nehmen, mehr als 700000.
* Kampf gegen die Fliegen. In New=York hat die
Reinigungswoche ihren Anfang genommen. Namentlich
der gemeinen Fliege iſt der Krieg erklärt worden.
Sämt=
liche Zeitungen und Journale bringen Abbildungen
dar=
über und erteilen Ratſchläge, auf welche Weiſe die
Flie=
gen ausgerottet werden können. Kinder ſeien dazu am
beſten geeignet und, um ſie zu ermutigen, werden für die
meiſten toten Fliegen Theaterbilletts und Preiſe für ſie
verabreicht. Kinematographentheater zeigen in
Gratis=
vorſtellungen die Entwickelung der Fliege und die Art
und Weiſe, mit welcher dieſe unſere tägliche Nahrung
durch Uebertragung von Bazillen vergiften. So heftig
iſt der Haß gegen die Fliege, daß viele angeſehene
Bür=
ger mit Schildern in der Stadt herumgehen, die die
Auf=
ſchrift tragen: Fangt die Fliegen!
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donuerstag, den 1. Auguſt 1912.
Nummer 179,
hofs hier verbracht. Mitteilung über die Perſon des
Jungen bittet man der hieſigen Kriminalpolizei
zu=
kommen zu laſſen.
§ Feſtgenommen. Ein 22 Jahre alter Hausburſche
aus Reichelsheim i. O. iſt wegen Diebſtahl hier
feſtge=
nommen worden.
* Pfungſtadt, 30. Juli. Man ſchreibt uns: Am
näch=
ſten Sonntag, den 4. Auguſt, wird unſere neue
Katho=
liſche Kapelle eingeweiht. Die kirchliche Feier
beginnt vormittags um halb 10 Uhr und nachmittags um
4 Uhr. Auch kann in der neuen Kapelle am Tage der
Einweihung der Portiunkula=Ablaß genommen werden.
Nahmittags um 5 Uhr iſt Feſtverſammlung bei Gaſtwirt
Vetter. Die neue Katholiſche Kapelle, die in
unmittel=
barer Nähe des Bahnhofes nach den Plänen des
Diöze=
ſan=Baumeiſters Profeſſor Becker=Mainz im Barockſtil
erbaut wurde, findet einſtimmiges Lob und gereicht der
ganzen Gemeinde zur Zierde. Die Arbeiten wurden
aus=
geführt von den vereinigten Maurermeiſtern Pfungſtadts,
von Schloſſermeiſter Weingärtner, Spenglermeiſter Bauer
und Glaſermeiſter Spalt: in Pfungſtadt, von
Zimmer=
meiſter Nix=Dieburg, Stukkateur= und Weißbindermeiſter
Zabel=Darmſtadt und den Steinmetzmeiſtern Weis=Hering
und Schambach=Eberſtadt, ſowie Schreinermeiſter Fließ=
Eberſtadt. Ganz Pfungſtadt und die Katholiken der
Um=
gegend nehmen vorausſichtlich regen Anteil an der
Ein=
weihung unſerer neuen Katholiſchen Kapelle.
Offenbach, 31. Juli. Mit der Frage der Errichtung
einer Ueberlandzentrale im Kreiſe Offenbach und
einigen Ortſchaften des Kreiſes Dieburg beſchäftigte ſich in
ſeiner geſtrigen kombinierten Sitzung der ſtädtiſche
Ver=
faſſungsausſchuß und die Betriebsdeputation. Man
er=
klärte ſich im Prinzip mit der Errichtung der
Ueberland=
zentrale, die nach dem Projekt der Berliner A. E.=G.
aus=
geführt werden ſoll, einverſtanden. Der Ausbau des
Offenbacher Elektrizitätswerkes zu der Ueberlandzentrale
erfordert einſchließlich der geſamten Anlage einen
Koſten=
aufwand von 1431 200 Mark, die in 4 Raten aufgebracht
werden ſollen. Zunächſt ſoll die Strecke der Main=
Neckar=
talbahn entlang in Angriff genommen werden, die 484 390
Mark Koſten verurſacht. Der Anlage liegt eine
Rentabili=
tätsberechnung von 6½ Prozent des Anlagekapitals zu
Grunde.
Mainz, 31. Juli. Einen großen Uie
bſungs=
ritt hat heute das Magdeb. Dragoner=Regiment Nr. 6
angetreten. Von jeder Schwadron wurden zunächſt je
34 Mann dazu kommandiert. Weitere Mannſchaften
fol=
gen morgen nach. Der Ritt erfolgt über Groß=Gerau,
Darmſtadt, die Bergſtraße entlang bis Heidelberg und
von dort bis nach Karlsruhe. Heute bezogen die
Offi=
ziere und Mannſchaften in Groß=Gerau das erſte
Quar=
tier. Als weitere Quartierorte ſind Eberſtadt und
Hei=
delberg vorgeſehen. Die Uebung erſtreckt ſich auf eine
Dauer von nahezu zwei Wochen Die an dem
Uebungs=
ritt nicht teilnehmenden Mannſchaften rücken am 5.
Auguſt zu den großen Pionierübungen am Rheine ab.
Wie die Kinematographenbeſitzer die
Po=
lizeiverordnung zu umgehen wiſſen, zeigte eine
Ver=
handlung gegen den Kinobeſitzer Gg. Dambach aus
Haß=
loch, wohnhaft hier. Die §§ 2 und 3 der
Polizeiverord=
nung von 1909 ſchreiben vor, daß Schulkinder nur in
Begleitung Elrwlachſener Kinematographen
und Wirtſchaften beſuchen dürfen. Selbſtverſtändlich
verſteht man darunter nur die Eltern, Verwandten oder
Vormünder der Kinder und nicht jeden beliebigen
Frem=
den. Da dies aber nicht ausdrücklich in der
Polizeiver=
ordnung niedergelegt iſt, ergreifen die Kinobeſitzer dieſe
Gelegenheit, um Kindern Billette zu verabfolgen und
wenn ein Erwachſener kommt, dieſen zu bitten, die
Kin=
der in das Lokal zu begleiten. Auf dieſe Weiſe kommt
es vor, daß ein erwachſener Beſucher enes Kinos das
Vergnügen hat, 6 bis 8 Kinder auf einmal in das
Thea=
ter einzuführen. Dieſe Umgechung der
Polizeiverord=
nung ließ ſich auch der Dambach zu Schulden kommen
und erhielt deshalb einen Strafbefehl von 50 Mark,
wogegen er Einſpruch erhob Das Schöffengericht Mainz
beließ es bei der im Strafbefehl feſtgeſetzten Geldſtrafe
Worms, 31. Juli. Der Lutherbaum in
Pfiff=
ligheim iſt heute früh ½7 Uhr von ſchwerem Unheil
betroffen worden. Um dieſe Zeit ſtürzte die eine Hälfte
des Baumes, der gewaltige Aſt nach der Alzeyer Straße
zu, mit mächtigem Getöſe nieder. Dieſer mächtige Aſt
grünte gerade in dieſem Jahre auffallend ſchön; aber die
innere Fäulnis hatte ſchon längſt mit einer Kataſtrophe
gedroht. Vermutlich haben ſich die Eiſenſtäbe, die dem
Aſte Halt gaben, im Laufe der Jahre gelockert, und die
letzten ſtarken Winde haben dann das Werk der
Zerſtör=
ung beſchleunigt. Im Augenblick des Niederpraſſelns
be=
fand ſich ein Fuhrmann mit ſeinem Gefährt an dieſer
Stelle; er konnte im letzten Augenblick ſein Pferd
zurück=
reißen und weiteres Unheil vermeiden. Der Baum wird
polizeilich bewacht, da Viele ſich anſchickten, den Aſt
ſtück=
weiſe davonzuſchleppen, um eine Erinnerung an den
Lutherbaum zu haben. Es wird angenommen, daß der
Baum im Jahre 1521 gepflanzt worden iſt, als Luther
ſich hier vor dem Reichstag verteidigte. — In ſeiner
Be=
hauſung, Oberes Belgrad, erſchoß ſich geſtern
nachmit=
tag gegen 4 Uhr der 60 Jahre alte Tünchermeiſter M. von
hier. Der Beweggrund hierzu ſoll ein langwieriges
Lei=
den ſein.
Alzey, 31. Juli. Nach langer Pauſe ertönte heute nacht
um 2 Uhr die Sturmglocke. Es brannte in dem
Café „Deutſches Haus” und in zwei
Nachbargebäu=
den auf dem Fiſchmarkt. Der Beſitzer des „Deutſchen
Hauſes” Herr Berlet, nebſt Frau und Dienſtmädchen,
konnten nur das nackte Leben retten, da das Feuer mit
raſender Schnelligkeit um ſich griff. Nur dem raſchen
Ein=
ſchreiten der Feuerwehr iſt es zu danken, daß der Brand
keine größere Ausdehnung genommen hat. Frau Berlet
ſtürzte vor dem Hauſe bewußtlos zuſammen und mußte
durch die Sanitätskolonne fortgebracht werden. Das Feuer
ſoll in dem Hauſe der Geſchwiſter Süßkind entſtanden ſein,
was jedoch durch die Unterſuchung erſt feſtgeſtellt werden
muß. (Zum Glück waren die beiden Kinder der Familie
Berlet infolge der Ferien nicht anweſend.
Bad Nauheim, 31. Juli. Hier findet vom 5. bis 8.
Auguſt ein großes Golf=Turnier ſtatt. Es iſt
be=
kannt, daß Bad Nauheim in letzter Zeit alles aufbietet,
um auch auf dem Gebiete des Sports mit anderen großen
Bädern in die Schranken treten zu können, und man darf
ſagen, daß die Bemühungen bereits von beſtem Erfolg
ge=
krönt ſind. Der Bad Nauheimer Golfplatz iſt herrlich
ge=
legen, trefflich inſtand gehalten und ein äußerſt
ange=
nehmer Aufenthaltsort ſowohl für die Spielenden als
auch für Nichtſpielende. Das bevorſtehende Turnier wird
ſich gewiß einer regen Beteiligung erfreuen, denn es
weilen augenblicklich ſehr viele Freunde und Anhänger
dieſes geſunden Sports bei uns, die das Turnier mit den
zu erwartenden hervorragenden Spielern ohne Zweifel
in=
tereſſant und zu einem Saiſon=Ereignis geſtalten werden.
Wald=Uelversheim, 31. Juli. Ein ganzer
doppel=
ſpänniger, mit Korn beladener Wagen geriet während
der Abfuhr vom Felde in Brand. Mit knapper Mühe
konnten noch die Pferde ausgeſpannt werden. Die ganze
Frucht ſamt dem Wagen, dem Oekonomen Emil
Stall=
mann gehörig, brannte vollſtändig nieder. Der Schaden
iſt durch Verſicherung gedeckt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. Juli. Die Affäre
zwi=
ſchen dem Bürgermeiſter Dr. Reicke und der
Berliner Sezeſſion iſt nun endlich glücklich
be=
glichen. Der Vorſtand der Berliner Sezeſſion
veröffent=
licht heute folgende Erklärung: „Die zwiſchen der
Sezeſ=
ſion und Herrn Bürgermeiſter Dr. Reicke ſchwebende
Dif=
ferenz hat ihre gütliche Erledigung gefunden. Dr. Reicke
hat dem Bevollmächtigten der Sezeſſion, Juſtizrat Jonas,
mündlich und ſchriftlich erklärt, daß es ihm ferngelegen
habe, der Ehre der Vorſtandsmitglieder zu nahe zu
tre=
ten und verſichert, daß er im Gegenteil ſehr freundlich
über ſie denke. Es iſt deshalb von einer Klage gegen
Bürgermeiſter Dr. Reicke Abſtand genommen worden.
Berlin, 30. Juli 1912. Der Vorſtand der Sezeſſion”.
Wieder in den Beſitz ſeiner
Stradivarius=
geige gelangt iſt ein in Friedenau wohnhafter
Künſtler. Wie berichtet, hatte er das Inſtrument, das
einen Wert von 60000 Mark darſtellt, vor einiger Zeit in
der Stadtbahn liegen gelaſſen. Jetzt hat der Finder, der
ſich durch den Verkauf der Geige zu verraten fürchtete,
dieſe auf dem Bahnhof Friedrichſtraße hinterlegt und
dem Künſtler den Hinterlegungsſchein zugeſandt.
Aller=
dings hatte der Finder es für angezeigt gehalten, die in
dem Geigenkaſten liegende Geldſumme von 1900 Mark als
Lohn zurückzubehalten. Ein beſonders gutes Geſchäft
hat er hierbei nicht gemacht, da der Künſtler dem Werte
der Geige entſprechend eine erheblich höhere Belohnung
gezahlt hätte.
Potsdam, 30. Juli. Ein Rieſenbrand brach
heute mittag kurz vor ½2 Uhr auf dem
eiſenbahnfis=
kaliſchen Gelände vor dem Lokomotivſchuppen in
der Saargemünderſtraße aus. Das Feuer entſtand in dem
etwa 80 Meter langen Schuppen, den der Darmhändler
Bruſchky vom Eiſenbahnfiskus gepachtet hatte. Der ganze
Verkehr in den angrenzenden Straßen wurde gehemmt.
Die Feuerwehrmannſchaften wurden unterſtützt durch
Bahnbeamte, Offiziere und Fähnriche der Kriegsſchule,
ſo=
wie der Schwimmlehrer des erſten Garderegiments. Ein
in der Nähe des Schuppens befindliches Kohlenlager von
etwa 1000 Tonnen konnte gerettet werden. Als Urſache
wird Selbſtentzündung angenommen.
Hemsbach, 31. Juli. Der 25jährige, ſehr kräftige und
ſolide Fabrikarbeiter Engelbert Brauch von hier begab
ſich vorgeſtern morgen um 6 Uhr anſcheinend noch
ge=
ſund nach Weinheim zur Arbeit. Aber ſchon um 9 Uhr
kam er ſo ſchwer krank per Bahn zurück, daß er nicht
mehr allein den Weg nach Hauſe bewerkſtelligen konnte.
Der ſofort herbeigerufene Arzt ſtellte Vergiftung feſt,
umſomehr, da auch Frau Brauch über heftige
Leib=
ſchmerzen zu klagen anfing. Der junge Mann ſtarb
bereits um 12 Uhr nachmittags und der Zuſtand der
Frau verſchlimmerte ſich ſo rapid, daß ſie zurzeit
hoff=
nungslos daniederliegt. Man nimmt an, daß die Leute
durch Genuß von Eis letzten Sonntaa mittag ſich die
Vergiftung zugezogen haben. (M. J.)
Fulda, 31. Juli. Auf dem Amtsgericht ſtellte ſich der
Zigeuner Wagner aus Braunſchweig mit der Bitte ein,
man möge ihm die auf die Ergreifung des Zigeuners
Ebender ausgeſetzte Belohnung von dreitauſend Mark
auszahlen. Da auch er verdächtig erſchien, wurde er
feſt=
gehalten.
Fulda, 31. Juli. Der am Samstag abend verhaftete
Zigeuner Ebender hat geſtanden, einer der
Mör=
der des Förſters Romanus zu ſein. Er hat ſich ſchon ſeit
Wochen in der Umgegend von Oſterode a. H.
herum=
getrieben und hatte ſich in voriger Woche der Bande
an=
geſchloſſen, die das alte Amt Weſterhof und die benachbarten
braunſchweigiſchen Gebiete unſicher machte. Vorher hatte
er die Lüneburger Heide durchſchweift und zu den
Zigeu=
nertrupps gehört, die in den Kreiſen Uelzen und Gifhorn
ihr Unweſen trieban. In der Oſteroder Gegend konnte
er ſich ſicherer fühlen, weil die Banden mit Leichtigkeit
über die braunſchweigiſche oder hannoverſche Grenze
ge=
langen konnten, wenn ſie auf preußiſchem oder
braun=
ſchweigiſchem Boden verfolgt wurden. Der
braunſchwei=
giſche Gebietszipfel, in dem das Dorf Ahlshauſen liegt,
bietet ihnen die beſte Gelegenheit, ohne Mühe den
Nach=
forſchungen der Gendarmprie auszuweichen. Der ver:
haftete Ebender war am Samstag mit zwei anderen
Zi=
geunern nach Ahlshauſen gekommen und in der Wirtſchaft
von Ernſt eingekehrt. Einem ſeiner Genoſſen war es
auf=
gefallen, daß er ein Merkmal trug — eine Narbe vom
Ohr bis zum Mundwinkel — das in dem
Sig=
nalement genannt war. Dieſer Zigeuner ward Ebenders
Verräter. Er ging zum Gemeindevorſteher und teilte
ihm ſeine Mutmaßung mit. Jedoch wollte der
Gemeinde=
vorſteher nicht gegen Ebender vorgehen, weil er an der
Richtigkeit der Angaben zweifelte. Dagegen telephonierte
der Wirt Ernſt, als er von dem Zigeuner über ſeinen Gaſt
unterrichtet war, ſofort an den Gendarmen Adlung in
Kreienſen, der auch bald eintraf. Adlung war ſo klug, in
Zivilkleidung zu erſcheinen. In Uniform wäre er
wahr=
ſcheinlich ſofort niedergeſchoſſen worden. Der Gendarm
verſtändigte ſich ſogleich mit den beiden Begleitern
Eben=
ders und ſetzte ſich mit ihnen an den Tiſch zu dem
Mör=
der. Adlung ſprach mit ihm und tat ſo, als wolle er ein
Stuhlgeflecht kaufen. Auf ein verabredetes Zeichen wurde
der Räuber plötzlich am Kragen und an den Händen
ge=
faßt. Ebender hatte aber noch Zeit gefunden, einen mit
ſechs Patronen geladenen Armeerevolver aus einer
Taſche zu ziehen. Er wurde an Händen und Füßen
ge=
feſſelt und ergab ſich ſchließlich in ſein Schickſal indem er
ſeinem Gefährten zurief: „Martin, Du haſt mich verraten!
Du ſollſt es büßen!“
Nürnberg, 30. Juli. Trotzdem eine große Anzahl
Sänger das alte Noris bereits verlaſſen hat, hatte
die heutige zweite Hauptaufführung einen
unge=
wöhnlich großen Umfang. Die Sängertribüne war dicht
beſetzt; alle Geſangsvorträge wurden exakt und ſchön
aus=
geführt, ſo daß viele wiederholt werden mußten.
Einge=
leitet wurde die Aufführung durch das „Deutſche Lied”
dirigiert von Karl Hirſch. Darauf wurden zwei Vorträge
des niederöſterreichiſchen Sängerbundes „Im Winter”
vorgeträgen, dirigiert von Bundeschormeiſter Viktor
Keldorfer und „St. Michael” dirigiert von
Bundeschor=
meiſter Adolf Kirchl. Beſonderen Beifall verdienten die
Vorführungen der freien Vereinigung der ſächſiſchen
Sängerbünde „In der Fremde” dirigiert vom
Kompo=
niſten Wohlgemuth und „An die Mägdelein” dirigiert
vom Komponiſten Jüngſt. Weiter iſt hervorzuheben der
Geſangsvortrag des Wagnerſchen „Pilgerchor” dirigiert
von Guſtav Wohlgemuth. Nicht unerwähnt ſollen bleiben
die Vorträge des Weſtfäliſchen Provinzial=Sängerbundes
„Loreley” und „Lützows wilde Jagd”, dirigiert von
Muſikdirektor Robert Lange=Hagen, die ungewöhnlichen
Beifall erzielten. Den Schluß bildeten altniederländiſch=
Volkslieder. Abends findet der dritte Kommers ſtatt.
Saarbrücken, 31. Juli. In Pongau bei Rinteln wurd
durch Blitzſchlag ein Bauerngut ein geäſchert. Sechs
Perſonen konnten ſich nicht mehr aus dem brennendem
Hauſe retten und verbrannten.
Köln, 30. Juli. In der Generalverſammlung den
Genoſſen wurde zum Konkurs des ſozialiſtiſchem
Volkshauſes in Köln mitgeteilt, daß die
Schwierig=
keiten nicht darin zu ſuchen ſeien, daß das Volkshaus
ſchlecht gewirtſchaftet habe, ſondern in der
Ueberkapitali=
ſierung des Unternehmens. Das Grundſtück und die
Bau=
ten haben ungefähr eine Million gekoſtet, amortiſiert ſind
57000 Mark. Die Zinſenlaſt habe ſich als unerſchwinglichh
erwieſen. Die freien Gewerkſchaften, die bisher 120000
Mark für Amortiſierung und Erneuerung verwandt
hät=
ten, ſeien fernerhin nicht mehr in der Lage, derartige
Mit=
tel für das Volkshaus aufzubringen, ohne wichtige
Auf=
gaben zu beeinträchtigen. Die Erhöhung der Anteilſcheine
ſei von einer frühere Generalverſammlung abgelehnt.,
Die Verſammlung wählte den bisherigen Vorſtand und
Aufſichtsrat wieder.
Köln, 31. Juli. Unter Vergiftungs=
Erſchein=
ungen erkrankten in Deutz ein Bäckermeiſter, deſſen Frau,
zwei Kinder, zwei Geſellen, ein Lehrling und ein
Dienſt=
mädchen. Es handelt ſich um eine Vergiftung, die durch
den Genuß von grünen Büchſenbohnen
herbeige=
führt wurde. Der Lehrling und das Dienſtmädchen
muß=
ten ins Hoſpital gebracht werden.
Halle a. d. S., 31. Juli. Durch Selbſtentzündung
ent=
ſtand heute nacht auf dem großen Lagerplatz der Ein= und
Verkaufs=Genoſſenſchaft des Landwirtſchaftlichen Bauern=
Vereins in Halle ein Großfeuer. Das geſamte
wen=
volle Lager an landwirtſchaftlichen Maſchinen ꝛc. wurde
vernichtet. Das auf dem gleichen Grundſtück unterges
brachte Getreide= und Futtermittel=Lager der Firma
Kreutzberg wurde ebenfalls in Aſche gelegt. Der Schaden
wird auf etwa 400000 Mark geſchätzt.
Breslau, 31. Juli. Als geſtern der Maſchinen
Reiſende Nitecky und Frau aus Charlottenburg mit ſeine
Schwiegermutter Frau Rummler nach Silberberg fuhn
ſcheuten die Pferde. Die drei Inſaſſen ſtürztg
heraus. Frau Rummler wurde auf der Stelle getöten
während Nitecky und ſeine Frau lebensgefährliche Verleizn
ungen erlitten.
Wien, 30. Juli. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Linz: In der vergangenen Nacht wurde ein Bauerngu
in der Gemeinde Goldegg durch einen Blitzſchlag ein
geäſchert. Sechs Perſonen ſind dabei verbrannt.
Karlsbad, 31. Juli. König Ferdinand von
Bulgarien traf geſtern unerwartet im Automobil von
Bayreuth hier ein. Er begab ſich ſofort zu zwei Aerzten,
die eine baldige Trinkkur als dringend notwendig
empfahlen.
Rom, 31. Juli. In Appelline iſt geſtern eine
Pul=
verfabrik in die Luft geflogen. Die geſamten
Gebäulichkeiten wurden vernichtet. Man ſpricht von vier
Toten und zahlreichen Verletzten. Einzelheiten fehlen
noch.
Paris, 31. Juli. Vom 1. Mai bis 5. Juli mußten 441
Perſonen, die durch Ueberfahren in den
Straßen von Paris verletzt worden waren, in die
Hoſpitäler geſchafft worden. Das macht über 12
Per=
ſonen pro Tag. 248 wurden Opfer der Automobile, 58
wurden von Straßenbahnen und 135 von
Pferdefuhr=
werken überfahren. In dieſen Zahlen ſind jedoch nicht die
Leichtverletzten einberechnet, die nur in den
Hoſpi=
tälern verbunden werden mußten.
London, 30. Juli. In dem Urteil, betreffend die
Kataſtrophe der „Titanic” ſagt Lord Merſey
weiter: Die Umſtände überzeugten ihn davon, daß das
von der „Californian” geſichtete Schiff die „Titanic”
ge=
weſen ſei. Die Nacht ſei klar und die See ruhig geweſen
Wenn die „Californian” die die Notraketen der „Titanie”
geſehen habe, durch das Eis hindurchgefahren wäre, was
ſie ohne Gefahr hätte tun können, ſo hätte ſie wahrſcheinlich
viele wenn nicht alle Leben der „Titanie” gerettet. Das
Urteil empfiehlt ſodann Verbeſſerungen der Schottenein
richtung und betont, daß das Handelsamt die
Ermächtig=
ung bekommen müßte, den Grundriß und den Koſten
anſchlag der Schiffe bei Beginn des Baues zu prüfen.
erklärt, daß der Ausrüſtung des Schiffes mit Rettungs
booten und Notflößen nicht der Tonnengehalt, ſondernd
Paſſagierzahl zu Grunde gelegt werden müßte.
London, 30. Juli. Große Beunruhigung erregt
Marine= und Militärkreiſen ein bedenklicher Unfall,de
freilich diesmal noch gut abgelaufen iſt. Frühmorgen
am Samstag flog plötzlich eine Granate in dase
lände des königlichen Marinehoſpitals Hasla
in der Nähe von Portsmouth hinein, das faſt 1000 Kranke
beherbergt. Das Krankenhaus liegt unmittelbar ande
Bucht und beſteht aus einer Anzahl von Gebäuden und
ausgedehnten Wieſen und Parkanlagen. Glücklicherweiſe
traf die Granate keines der Gebäude, ſondern fiel auf
einen Raſen, und da die Erde ſehr weich war, ſo vergruh
das Geſchoß ſich, ohne zu platzen. Der Unfall ereignets
ſich, als es noch dunkel war, doch hörten einige der
Krau=
ken das Pfeifen des Geſchoſſes. Bei Tagesanbruch
en=
deckte ein Wärter die Furche, die es gezogen hatte, als
die großen Wurzeln eines Baumes durchſchlagen hatle
Das Geſchoß muß nur wenige Meter über die Gebäuſe
hinweggeflogen ſein; wären dieſe getroffen worden,e
wäre die Folge ſicher eine ſchwere Kataſtrophe geweſen
In der Nacht hatten die Befeſtigungswerke von Ports
mouth Scheibenſchießen, aber nur auf 300 Meter;
man=
nimmt an, daß entweder mit einer Kanone viel zu o
gefeuert worden iſt, oder auch, daß dieſer Fehlſchuß
Ergebnis eines ſeltſamen Rückſchlags war. Vor kur
hatten ſich auch ſchon Geſchoſſe „verirrt”, freilich keine
ladenen.
Petersburg, 31. Juli. An einem Neubau in der
gowoſtraße ſtürzten nachts eiſerne Tragbalken
der Betondecken ein. Die in dem Neubau übernachten
den Arbeiter werden vermißt, ihre Zahl iſt noch nicht
feſt=
geſtellt. Rettungsarbeiten ſind im Gange.
New=York, 31. Juli. Die in der Mordſache
Roſenthal verhafteten Spieler machten drei
Polizei=
inſpektoren und andere Perſonen namhaft, die alle von
den Spielhöllenbeſitzern Beſtechungsgelder angenommen
haben ſollen. Der Chef des Detektivbureaus erklärte, er
und der Hilfspolizeichef hätten ſchon ſeit einer Woche
ge=
wußt, wer die Ermordung Roſenthals angeſtiftet hat. Sie
hätten aber das Geſtändnis der Spieler abwarten wollen,
bevor ſie zur Verhaftung ſchritten. Nunmehr wird
be=
kannt, daß auch mehrere andere hohe Beamte in die
Roſen=
thalſche Affäre verwickelt ſind, deren Verhaftung
unmittel=
bar bevorſteht. Bürgermeiſter Gaynor kündigt an, daß er
eine Sonderſitzung des Stadtrates einberufen wird, um
179.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Seite 5.
eine Unterſuchung über die Zuſtände in der
Polizeiver=
waltung und deren Beziehungen zu den Spielern
einzu=
leiten.
Die bayeriſche Kammer der Reichsräte
und der Jeſnitenerlaß.
* München, 31. Juli. In der heutigen Sitzung
der Reichsräte, in der der Etat des Miniſteriums
des Innern zur Beratung ſtand wurde u. a. auch die
Frage des bayeriſchen Jeſuitenerlaſſies jund
die Nichtbeſtätigung ſozialdemokratiſcher Bürgermeiſter
in die Debatte gezogen. Im Laufe derſelben erklärte
Reichsrat Graf v. Törring=Jettenbach, er ſtehe
auf dem Standpunkt, daß der Jeſuitenerlaß ein großer
taktiſcher Fehler der Staatsregierung geweſen ſei. Der
Erlaß bedeute auch eine bedeutende Blamage für die
Staatsregierung und ganz Bayern, und zwar von dem
Augenblick an, wo die Staatsregierung zugeben mußte,
daß ſie nicht berechtigt war, den Erlaß herauszugeben,
ohne vorher die Anſicht der Reichsregierung gehört zu
haben. Er bedauere, daß die Regierung wiederholt
ver=
ſuchte, die Schuld an dem Erlaß dem früheren
Kultus=
miniſter in die Schuhe zu ſchieben. Die Regierung erwies
Bayern mit dem Jeſuitenerlaß einen recht ſchwachen
Dienſt. Die große Majorität der bayeriſchen Bevölkerung
glaube, es ſei beſſer, wenn das Tor, das zwiſchen ihm und
den Jeſuiten errichtet ſei, geſchloſſen bleibe, weil dadurch
zweifellos der konfeſſionelle Friede gewahrt werde. Ein
bedeutender Teil des katholiſchen Klerus teile die Anſicht,
daß es beſſer ſei, den konfeſſionellen Frieden zu wahren.
Dieſe allgemeine Volksmeinung ignorierte die
Staats=
regierung bisher. Sie müſſe daher begreifen, wenn viele
Leute, die ſich bisher abwartend verhielten, ſich
abge=
wandt haben. Wir wiſſen jetzt, ſchloß der Redner, was
wir in dieſen Fragen von Ihnen zu erwarten haben. Es
wird uns deshalb nichts übrig bleiben, als Hilfe auf der
anderen Seite zu ſuchen. Wir wenden uns daher an die
Reichsregierung, daß ſie uns den Schutz gewähre, der uns
von der näherſtehenden Regierung verſagt bleibt. Ich
hoffe, daß der Appell nicht verſagt.
Miniſterpräſident v. Hertling erklärte, ob die
Re=
gierung mit dem Jeſuitenerlaß einen Bock geſchoſſen
habe, müſſe er der Beurteilung anderer überlaſſen. Er
glaube bis jetzt, daß ſie richtig gehandelt habe. Der
Mi=
niſterpräſident kam dann auf die Urſachen zurück, die die
Regierung veranlaßten, den Auguſterlaß des vergangenen
Miniſteriums zu mildern. Dieſer Auguſterlaß habe in
weiten Kreiſen der katholiſchen Bevölkerung große
Er=
rregung hervorgerufen. Wir fanden aber zugleich
Vorbe=
reitungen zu dem neuen Jeſuitenerlaß vor, der im
weſent=
lichen beſtimmt war, den Auguſterlaß zurückzunehmen.
So ſtanden wir vor der Frage: Was iſt zu tun? Wenn
uman überzeugt ſei, daß das Geſetz von 1872 ein
Aus=
nnahme= und ein Kampfgeſetz ſei und wem man erwäge,
daß der Reichsrat in wechſelvoller Zuſammenſetzung der
Parteien zu verſchiedenen Malen die Aufhebung des
gan=
izen Geſetzes verlangte, ſo war für die Regierung die
Frage naheliegend, ob ſie nicht im Sinne des ſchon
vor=
bereiteten milderen Erlaſſes vorgehen ſollte. Wenn die
Rgierung überzeugt war, daß das Geſetz von einem
gro=
ißen Teil der Bevölkerung ſchwer empfunden würde, dann
konnte es nicht unzuläſſig ſein, wenigſtens für die
Mil=
derung der Ausführung einzutreten. Da der Bundesrat
keine authentiſche Interpretation der Ordenstätigkeit der
JJeſuiten gab, konnte es keiner Bundesregierung verwehrt
twerden, das Geſetz ſo auszulegen, wie ſie es für
rich=
iig hält.
Prinz Georg von Bayern billigte die
Stel=
llungnahme der Regierung in der Jeſuitenfrage und
er=
lklärte, die Anrufung der Reichsregierung durch den
Gra=
ffen Törring ſei ein in der Geſchichte dieſes Hauſes völlig
meuer, tief bedauerlicher und bedenklicher Vorfall. Er
denke über die Selbſtändigkeit Bayerns viel zu hoch, als
daß er es für nötig halten würde, den Schutz der
Reichs=
rregierung gegen die bayeriſche anzuflehen. Der Miniſter
des Innern, Freiherr von Soden, meinte, das
Vor=
ggehen des Grafen Törring ſei unerhört und noch nie
da=
ggeweſen.
Luftfahrt.
* Friedrichshafen, 30. Juli. Heute
nachmit=
ſag 5 Uhr 20 Min. unternahm das Luftſchiff „Hanſa”
zeinen zweiten Aufſtieg, an welchem ebenſo wie heute
wormittag Graf Zeppelin ſelbſt teilnahm. Die
Nach=
rmittagsfahrt diente zu einer Geſchwindigkeitsprüfung.
EEs ſteht noch nicht beſtimmt feſt, daß das Luftſchiff am
Donnerstag die Fahrt nach Hamburg antreten wird. Auf
jeden Fall iſt die Nachricht unrichtig, daß das Luftſchiff
Zzunächſt nach Frankfurt a. M. überſiedeln wird.
* Frankfurt, 31. Juli. Die „Viktoria
Luiſe” unternahm heute früh eine Fahrt über
Kreuz=
mach ins Nahetal nach Idar. Die Ueberführung des
Wuftſchiffes nach Baden=Baden iſt verſchoben worden;
ſſie wird nicht vor Donnerstag oder Freitag erfolgen. Die
Fahrt der „Hanſa” von Friedrichshafen nach Hamburg
ffindet früheſtens in der Nacht von Donnerstag zu
Frei=
tag ſtatt.
Sport.
* Golf. Bei dem Internationalen Golf=
Turnier, das der Badener Golf=Klub auf ſeinem
Wolflinks in Oos veranſtaltete, ſiegte am Dienstag im
Mooſevelt=Pokal Mr. Yers=New=York gegen Baron von
Tanfani.
Das Bootsunglück bei Neumünſter.
* Neumünſter, 30. Juli. Von den heute auf dem
Einfelderſee verunglückten Perſonen war
his in der ſpäten Abendſtunde noch niemand geborgen.
Am Rettungswerk beteiligten ſich in beſonderem Maße
z wei Primaner denen auch die Rettung der drei
Werſonen hauptſächlich zu danken iſt.
* Neumünſter, 31. Juli. Zu dem ſchweren
Boots=
uenglück auf dem Einfelderſee wird weiter
ge=
mieldet: Es war ein Glück, daß die beiden Primaner, von
denen bisher nur der Name des einen, Hermann, bekannt
ift, ſich in der Nähe befanden und vier Perſonen retteten,
ſconſt wäre nicht eine einzige Perſon von den dreizehn,
die ſich hinausgewagt hatten, mit dem Leben
davon=
gekommen. Nicht einer von der ganzen Geſellſchaft war
des Segelns beſonders kundig. Der Einfelderſee iſt ein
beſonders ſchwieriges Segelrevier, weil er auf einer Seite
nollſtändig von Wald umgeben iſt. Es kommt öſters vor,
daß die Segelboote, ſobald ſie außerhalb des Waldreviers
gelangen, von heftigen Böen erfaßt werden.
H. B. Neumünſter, 31. Juli. Zu dem ſchweren
Bootsunglück auf dem Einfelder See, bei dem 9
Perſonen den Tod durch Ertrinken fanden, wird noch
gemeldet: Die heute morgen neuerdings unternommenen
verſuche zr Bexgung der Leichen ſind bisher
ohne Erfolg geblieben. Die Haupturſache des
Un=
glücks iſt wohl darin zu ſuchen, daß das Segelboot nicht
die genügende Tragfähigkeit und Stabilität beſaß, um 13
Perſonen aufzunehmen. Die Kataſtrophe ſpielte ſich
innerhalb eines Zeitraumes von 2 Minuten ab.
Das Strandunglück bei Binz.
* Greifswald, 30. Juli. Obwohl keine
Toten mehr in der Oſtſee gefunden worden ſind,
wer=
den noch aus Greifswald vermißt: die Studenten
der Medizin Thiem, Marian und Scenic, ſowie die
Stu=
dierende Margarete Grabowski. Die Geretteten aus
Greifswald haben an das Kommando der vor Binz
lie=
genden Hochſeeflotte folgendes Telegramm gerichtet:
Im Auftrage einer großen Anzahl von Damen und
Herren Greifswalds, die bei dem Brückeneinſturz in Binz
durch das heldenmütige Eingreifen unſerer Seeleute
ge=
rettet wurden, geſtatten wir uns, den beteiligten
Offizie=
ren und Mannſchaften für die tatkräftige und
auf=
opfernde Hilfeleiſtung unſeren herzlichſten und
tief=
gefühlteſten Dank auszuſprechen.
* Binz, 30. Juli. Die Kaiſerin hat aus Anlaß
des Unglücks in Binz an die Badeverwaltung folgendes
Telegramm geſandt: „Schloß Wilhelmshöhe. Ihre
Maje=
ſtät die Kaiſerin haben mich beauftragt, allerhöchſt ihr
herzlichſtes Beileid zu dem ſchweren Unglück
auszuſpre=
chen, das die Badeverwaltung betroffen hat, und laſſen
um telegraphiſchen Bericht bitten. Kabinettsrat Freiherr
von Spitzemberg.”
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der=Einſender verantwortlich.)
In Hausbeſitzerkreiſen wird mit Recht über die
ungleiche Erhebung des Waſſergeldes geklagt, ohne daß
man den betreffenden Kaſſebeamten Vorwürfe machen
kann; dieſelben walten meiſtens ihres Amtes mit größter
Zuvorkommenheit. Die Sache liegt an der
Stadtver=
waltung. So wurde zum Beiſpiel in dem Blumenthal=
Viertel Anfangs Juli das Waſſergeld für Juni
angefor=
dert und erhoben, und vom 24. Juli ab wurde bei den
Hausbeſitzern, die mit ihrer Zahlung im Rückſtand waren,
mit der Schließung der Waſſerleitung begonnen. In
anderen Stadtvierteln, ſo zum Beiſpiel in der
Heidel=
berger Straße, wurde erſt am 29. Juli das Waſſergeld für
den Monat Juni erhoben, und es kam ſogar in anderen
Stadtteilen vor, daß von den Hausbeſitzern zehn Monate
lang kein Waſſergeld verlangt wurde. Es ſollte hier
glei=
ches Maß gehalten werden, und es wäre richtig, daß der
monatliche Waſſerverbrauch mittelſt Zettel an den
Haus=
eigentümer feſtgeſtellt wird und dann müßte jeder
Haus=
beſitzer ſein Waſſergeld bis längſtens am 20. jeden Monats
an der Stadtkaſſe bezahlen. Die gegenwärtige Erhebung
iſt koſtſpielig und für die Hausbeſitzer rückſichtslos, da
nicht jeder Hausbeſitzer immer in der Lage iſt, ſofort den
Kaſſenboten zu befriedigen; es handelt ſich hier öfter um
größere Summen.
Vermiſchtes.
— Heſſiſcher Gautag der
techniſchein=
duſtriellen Beamten. Der Gau Heſſen des
Bun=
des der techniſch=induſtriellen Beamten veranſtaltet am
Sonntag, den 22. September, in Frankfurt a. M. ſeinen
dritten ordentlichen Gautag. Es werden Delegierte aus
allen Teilen des Gaues Heſſen, zu dem das
Großherzog=
tum Heſſen, das Fürſtentum Waldeck und die Provinz
Heſſen=Naſſau gehören, an der Tagung teilnehmen. Am
21. September ſoll eine öffentliche Verſammlung in
Frank=
furt a. M. ſtattfinden, in der ein aktuelles ſozialpolitiſches
Thema behandelt werden ſoll.
Im Zoologiſchen Garten zu
Frank=
furt wird vom 2. bis 18. Auguſt täglich um 4 Uhr und
6 Uhr der bekannte Tierbändiger Havemann ſeine
Raubtierſchule vorführen, ohne daß für dieſe
Schauſtellung erhöhtes Eintrittsgeld erhoben würde. —
Havemann war der Erſte, der die moderne Art der
Raub=
tier=Dreſſur anwendete und bewunderungswürdige
Er=
folge damit erzielte. Viele von uns werden ſich noch der
wilden Szenen früherer Tierbändiger erinnern, bei
denen, unter wüſtem Geſchrei, mit Peitſchenhieb und
Piſtolenknall, die zähnefletſchenden Beſtien einige
Augen=
blicke herumgehetzt, durch Reifen geprügelt und mit Hilfe
der doppelzinkigen eiſernen Gabel wieder zur Türe
hin=
ausbefördert wurden. Von eigentlicher Dreſſur konnte
dabei kaum die Rede ſein. Havemann erſt hat gezeigt,
daß man durch Ruhe, feſten, ausdauernden Willen und
liebevolles Eingehen auf die Charaktereigentümlichkeiten
jedes Tieres, weit beſſere Ergebniſſe erreicht. Raubtier=
Schule nennt er ſeine Vorführung, und in der Tat
ver=
kehrt er mit Löwen und Tigern wie ein verſtändnisvoller
Pädagoge mit ſeinen Kindern. Die weitverbreitete
An=
ſicht geht dahin, daß der Löwe großmütig, der Tiger
blut=
dürſtig und tückiſch ſei. Beides iſt nur ſehr bedingt
rich=
ig. Auch bei dieſen wehrhaften und durch ihren
Körper=
bau auf Kampf und Raub angewieſenen Fürſten
Wildnis finden ſich ſo feine pſychologiſche Unterſchill 2,
wie bei unſeren Haustieren. Die Kunſt des Dreſſeurs
eſteht darin, ſie individuell zu behandeln und ihnen im
Menſchen zwar den überlegenen Herrn, aber auch den
liebevollen Freund und Pfleger zu zeigen. Nur durch
olche Behandlung wird es Havemann möglich, ſeine
wahrhaft erſtaunlichen Dreſſur=Erfolge zu erzielen.
Natur=
wiſſenſchaftlich intereſſant ſind die beiden
Kreuzungspro=
ukte, die zur Tiergruppe gehören. Sie ſind die erſten
von einem Tigervater aus einer Löwenmutter Gezüchteten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 31. Juli. Die Ruhr in Döberitz iſt,
wie von zuſtändiger Stelle mitgeteilt wird, auf das
dor=
tige Arbeitskommando, wo die erſten Fälle vorgekommen
ſind, beſchränkt geblieben. Auf das eigentliche Lager
griff die Krankheit bisher nicht über. Im ganzen ſind
bis jetzt 11 Fälle feſtgeſtellt worden, die ſämtlich leicht
verlaufen ſind.
* Berlin, 31. Juli. In der Putzfedernfabrik von
Pohl ereignete ſich aus unaufgeklärter Urſache eine
Ben=
zinexploſion. Zwei Arbeiter ſind getötet
worden.
* Fulda, 31. Juli. Ferdinand Ebender, der
jün=
gere der beiden Brüder, iſt in Roſenthal bei Frankenberg
verhaftet worden.
* Breslau, 31. Juli. Heute mittag vergiftete
ſich der 42jährige Opernſänger der Vereinigten
Bres=
lauer Theater, Georg Berg, mit Morphium. Der
Grund zu der Tat iſt unbekannt.
* Tilſit, 31. Juli. Aus Ragnit wird der Tilſiter
Zeitung gemeldet, daß geſtern abend neue Unruhen
ausgebrochen ſind. Auch die erſte Komsagnte des
Infanterie Regiments Nr. 41 iſt hier
ein=
getroffen, ſodaß jetzt zwei Kompagnien für die
Aufrecht=
erhaltung der Ordnung ſorgen.
* Drontheim, 31. Juli. Sechs Teilnehmer der
deut=
ſchen arktiſchen Expedition ſind hier
eingetrof=
fen. Ebenſo ſind die Ausrüſtungsgegenſtände und der
Proviant für die Expedition angekommen. Der Leiter
der Expedition, Leutnant Schröder, wird heute hier
er=
wartet. Das Expeditionsſchiff „Herzog Ernſt” geht
An=
fang Auguſt nach der Nordoſtküſte von Spitzbergen.
* Paris, 31. Juli. Der König von Spanien
iſt um 9,35 Uhr in Paris eingetroffen. Er wurde von
franzöſiſchen und ſpaniſchen hervorragenden
Perſönlich=
keiten begrüßt und unterhielt ſich einige Minuten mit
den ihm vorgeſtellten Perſonen. Um 9,45 Uhr reiſte der
König nach London weiter.
* London, 31. Juli. Heute morgen ereigneten ſich
an verſchiedenen Stellen des Hafens ernſte Unruhen.
Drei Perſonen wurden durch Revolverſchüſſe ernſtlich
verletzt.
* London, 31. Juli. Die Unruhen auf den
Docks wurden hervorgerufen durch Angriffe früherer
Streikender auf Nichtunioniſten, wobei Steine, Knüppel
und Revolver als Waffen verwendet wurden. Viele
Perſonen ſind durch Steinwürfe verletzt worden. Die
Schutzleute gingen wiederholt mit Knitteln vor.
* Konſtantinopel, 30. Juli. Der ökumeniſche Patriarch
Joachim iſt zurückgetreten.
* New=York, 31. Juli. Ein im Zuſammenhang mit
der Ermordung Roſenthals verhafteter
Spie=
ler ſagte unter Eid aus, daß drei Polizeibeamte der
Stadt New=York unter ſich 2½ Millionen Dollars geteilt
hätten, die ſie im vergangenen Jahre von Spielhöllen und
anderen geſetzwidrigen Unternehmungen bezogen.
* Mexiko, 31. Juli. Seit drei Tagen findet zwiſchen
Regierungstruppen und Aufſtändiſchen 45 Meilen von der
Hauptſtadt ein Kampf ſtatt. Die Verluſte der
Regie=
rungstruppen ſollen 50 bis 150 Mann betragen.
EH. B. Berlin, 31. Juli. Durch die Preſſe ging geſtern
die Meldung, die deutſche Regierung
beabſich=
tige, die marokkaniſchen Behörden für die Ermordung
des Deutſchen Opitz in vollem Umfange haftpflichtig
zu machen. Die Verhandlungen mit Frankreich, als der
Protektionsmacht über Marokko, ſeien bereits
aufgenom=
men worden. Wie an amtlicher Stelle mitgeteilt wird,
iſt das Auswärtige Amt noch nicht in der Lage, irgend
welche Forderungen zu ſtellen. An die deutſchen
Kon=
ſularbehörden in Marokko iſt die Aufforderung
ergan=
gen, Nachforſchungen anzuſtellen, um den genauen
Tat=
beſtand zu ermitteln. Auch bei der franzöſiſchen
Regier=
ung ſind die nötigen Schritte zur Ermittelung eingeleitet
worden.
H. B. Neapel, 31. Juli. Im hieſigen Hafen traf geſtern
das Militär=Transportſchiff „Ville de
Ca=
tano” ein, an deſſen Bord ſich eine Summe von 1250000
Lire in engliſchem Gelde befand, die im Roten
Meer an Bord des ägyptiſchen Dampfers „Ismalia”
be=
ſchlagnahmt worden waren. Das Geld war für die
tür=
kiſchen Truppen in Arabien beſtimmt.
— Meaux, 31. Juli. In einem Nachbardorfe ſchoß
ein erſt kürzlich aus der Irrenanſtalt entlaſſener
Gewohn=
heitsſäufer auf ſeinen 82 Jahre alten Vater. Als er
verhaftet werden ſollte, verbarrikadierte er ſich und ſchoß
auf die Gendarmen. Es entwickelte ſich ein
Feuer=
gefecht, das 5 Stunden dauerte. Schließlich erlitt der
Verbrecher zwei ſchwere Verletzungen und konnte
ver=
haftet werden.
— Petersburg, 31. Juli. Die in Südrußland gele.
gene Stadt Kriwoi ſteht in Flammen. Die
Be=
völkerung flüchtet.
— Moskau, 31. Juli. Der Fürſtin Schachowska=
Straſchnow wurden aus ihrem in der Nähe von
Moskau gelegenen Schloſſe Juwelen im Werte von
1½ Millionen Rubel geſtohlen. Ein Teil der
Koſtbarkeiten iſt bereits ermittelt worden, doch fehlt noch
der wertvollſte Teil.
New=York, 31. Juli. Der Paſſagierdampfer
„Rockland” und der Dampfer „Chiſholm” kollidierten
um Mitternacht bei Long Island Es entſtand eine
wilde Panik, bei der Frauen und Kinder
niedergetre=
ten wurden. Doch gelang es, die 300 Paſſagiere auf
den „Chiſholm” die meiſten in Nachtkleidern, zu retten.
Holche wunderbare Wandlung
erzielt Bioſon! Infolge einer ſchweren Krankheit geriet
ich in einen bedenklichen Schwächezuſtand, verbunden mit
großer Appetitloſigkeit. Jedoch bald nach Beginn des
Bio=
ſontrinkens konnte ich zu meiner größten Freude konſtatieren,
daß ſich bei mir eine bedeutende Beſſerung des
Allgemein=
befindens u. friſcheres Ausſehen einſtellte. Während ich noch
vor einigen Monaten von vielen aufgegeben war, fühle ich
mich jetzt wieder ſehr gekräft. u. werde kein anderes
Stärkungs=
mittel mehr gebrauchen als Bioſon, denn ich habe die volle
Gewißheit, daß ich Ihrem Präparat viel zu verdanken habe.
Emil Rabe, Landsberg a. W., 29. Jan. 1912, Neueſtr. 27.
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Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Nummer 125.
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Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß von Randwirbeln des
nordweſt=
lichen Tiefs fielen geſtern vielfach Regen. Auch heute
morgen iſt es in Deutſchland wolkig. Die Temperaturen
liegen bei weſtlichen Winden etwas tiefer als ſeither.
Es iſt keine weſentliche Witterungsänderung zu erwarten.
Ausſichten für Donnerstag, den 1. Auguſt 1912:
Wechſelnd bewölkt, ohne erhebliche Niederſchläge,
Tem=
peratur wenig verändert.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer innigſtgeliebtes, gutes Töchterchen und
Schweſterchen
(*2483
Therese
nach vierwöchentlichem ſchwerem Leiden im
Alter von 10½ Jahren heute nacht um 4 Uhr
zu ſich zu rufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
V. Laubner, Schneidermeiſter,
und Familie.
Darmſtadt, den 31. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 2. Auguſt,
nachmittags ½4 Uhr, vom Sterbehauſe
Karl=
ſtraße 46 aus, ſtatt.
Verſteigerungslalender.
Freitag, 2. Auguſt
Acker= und Wieſe.=Verſteigerung des Heinrich
Jacoby um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Obſt=Verſteigerung um 9 Uhr an der Straße vom
Bahnhof Roſenhöhe bis Meierei.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der
Ar=
tillerieKaſerne (Regt. Nr. 61).
Todes=Anzeige.
Nach ſchweren Leiden verſchied heute unſer
Sohn
(*2516
Johannes.
Die Beerdigung findet Freitag nachmittag
4 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Darmſtadt, 31. Juli 1912.
In tiefer Trauer:
Familie Arthur Sittig.
Tageskalender.
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — Schuls Felſenkeller
um 8 Uhr. — Singſpielhaus „Metropol” um 8 Uhr.
Heſſiſcher Hof um 8 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Fleiſchmann, ſämt
lich in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil
ha=
ſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
Tag=
blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
wird seit Jahrzehnten mit glänzendem Erfolge zur
Haustrinkkur bei Nierengriess, Gicht, Stein,
Eiweiss und anderen Nieren- und Blasenleiden verwandt.
Sie ist nach den neuesten Forschungen auch dem
Zuckerkranken vor allen anderen Mineralwässern zu
empfehlen, um den tüglichen Kalkverlust, der ein sehr
wesentliches Moment seines Leidens hildet, zu ersetzen.
Für werdende Mütter und Kinder in der Entwicklung ist sie
für den Knochenaufbau von höchster Bedeutung. Die
He-
lenenquelle ist die Hauptauelle Wildungens und steht
in ihrer überaus glücklichen Zusammensetzung einzig in
der Welt da. — Man überzeuge sich hiervon selbst durch
Vergleich der Analysen, wenn Ersatzquellen empfohlen
werden, und achte im eigenen Interesse genau auf den Namen
Helenenquelle. Zu haben in allen Apotheken und Progerien.
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Caprice.
„Die Fantom-Brigade‟
„Oberbayrische Gebirgslieder
mit Gesang u. Jodler, Dachauer
Bauernkapelle-München.
„Partenkirchner Ländler‟.
„Seehaupter Klarinettenländler‟
„Hinterseer Klarinettenländler‟
„Seefelder Klarinettenländler‟.
„Dachauer Moosländler‟
Original Heitauer Plattler.
„Mariechen-Polka‟ (Mariette).
„Mariechen, du liebes Viehchen‟
(Tubaphone).
„Aus Hamburgs Vergangenheiten
und Gegenwart‟, I. bis II. Teill
(Orchester).
„Hopsa, Bärbele, hol’s nauf!‟
„Freund, ich bins zufrieden‟
(Orchester).
„Grossmütterchen Ländler‟
von G. Langer.
„Barcarole aus Hoffmanns
Er-
zählungen‟ (Violin-Duett mit
Klavierbegleitung).
„Parade der Zinnsoldaten‟.
„Hosenrock-Rheinländer‟ (mil
Gesang und Orchester).
„Warum mach’ die Bäcke die
Wecke so klof‟.
„Fräulein, könn’n Sie links ru
tanzen?‟ Walzer aus
Autoliebchen‟.
„Two-Step tanzt man heut
I. bis II. Teil.
„Das haben die Mädchen 0
gerne‟.
„Das Lied vom Autoliebchen‟.
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Nummer 179.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Seite 7.
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Um mit der noch vorhandenen Wasch-Konfektion schnellstens und radikal
zu räumen, haben wir die Preise zum grössten Teil so fabelhaft billig
an-
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3—,
327
und zum früheren Preise stehen.
3-,
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jetzt jedes Stück
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jetzt jedes Stück
zum Aussuchen
jetzt jedes Stück
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190
45
5
5
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090 990
95
45
Z
15
190 990
7
50
N
für des Alter von 6—14 J. passend 4990 990
90
90
jetzt jedes Stück zum Aussuchen
25
jetzt jedes Stück zum Aussuchen 1— 66 ₰ 50 ₰
65
45
jetzt jedes Stück zum Aussuchen 1-
925
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Weisse Woll-Batist u.
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90
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Nummer 179.
Kurſe vom 31. Juli 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
8f.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
do.
80,00
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
3½ do. Conſols . . . 89,90
80,00
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100, 10
do.
93,20
3½
86,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,25
88,00
do.
3½
78,25
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,10
4 do. do. (unk. 1918) 100,10
do.
88,00
½½
do.
77,80
3 Süchfiſche Rente.
.80,00
4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 89,80
4 do. Goldrente . . . 96,10
4 do. einheitl. Rente 86,80
3 Portug. unif. Serie I 64,50
3 do. unif. Ser. III 67,50
3 do. Spezial
10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,30
4 do. v. 1890 . . 95,90
4 do. v. 1905 . . 92,20
4 Ruſſen v. 1880
90,00
4 do. v. 1902
90,30
4½ do. v. 1905
100,50
3½ Schweden .
93,00
4 Serbier amort. v. 1895 84,40
4 Türk. Admin. v. 1903 82,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,40
4 Ungar. Goldrente .
90,40
4 da. Staatsrente. . . 88,00,
In Proz.
Zf.
.100,80
5 Argentinier
4
do.
86,30
4½ Chile Gold=Anleihe . 90,30
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
do.
½
4½ Japaner . . . .
94,70
5Innere Mexikaner . . . 95,00
3
do.
60,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,30
5 Gold=Mexikaner . . . . 100, 10
3 Buenos Aires Provinz 70½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 145,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 122,90
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,0
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,00
8 Baltimore und Ohio . 108½
½ Schantungbahn . . . 131,30
64 Luxemb. Prince Henri 158,00
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18½
6 Pennſylvania R. R. . 122,10
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
73,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.. 523,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.349,00
30 Farbwerke Höchſt . . 658,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 349,00
10 Cement Heidelberg . . 151,50
30 Chem. Werke Albert 463,20
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 321,00
4 Lahmeyer . . . . . .126,00
Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 162,00
12 Siemens & Halske . 242,25
5 Bergmann Electr. . . 140,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 171,20
0 Gummi Peter . . . . 120,10
0 Kunſtſeide Frankfurt 128,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 566,25
10 Maſchinenf. Badenia 169,00
6 Wittener Stahlröhren 218,50
8 Steana Romana Petr. 141,25
15 Zellſtoff Waldhof . . 242,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
.226,25
häuſel . .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,50
3 Südd. Immobilien
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 191,60
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
.. 237,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 176,50
10 Gelſenkirchener . . . . 194,40
.. 195,30
8 Harpener
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 266,75
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
81,25
Caro. .
4 Laurahütte . . . .
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 205,00
11
7½ South Weſt Africa 140,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,70
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,00
. 75,50
3 Prag=Duxer
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,30
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,80
76,80
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,60
In Proz.
Bf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,25
53,40
2%
do.
77,30
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,70
do.
88,00
4 Wladichawchas . . . .
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,50
90,00
do.
24) Livorneſer . . . . . 69,00
3 Salonique=Monaſtir
83,60
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,80
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,40
4 Northern=Paciſic . .
4 Southern=Paciſic . . . 95,00
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,70
5 Tehuantepec . . . . . . 98,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 197,50
7 Bergiſch=Märkiſche
.150,20
Bahn . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,50
6½ Darmſtädter Bank . 121,25
12½ Deutſche Bank . . . 255,75
6 Deutſche Vereinsbank 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,20
10 Diskonto=Kommandit 186,60
8½ Dresdener Bank . . 154,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,30
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,60
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,50
5.86 Reichsbank . . . . 135,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,80
½ Wiener Bankverein . 134,60
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 M 17 . . . 98,20
B. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
do.
88,00
½
4 Hefſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
8½
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
99,40
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,60
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,00
S. 3—5
88,80
S. 9—11
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
9½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . —
-
8½ do.
4 Frankfurt.
100,10
9½ do.
95,30
4 Gießen
98,60
8½ do.
89,90
4 Heidelberg
3½ do.
-
4 Karlsruhe
-
8½ do.
88,70
4 Magdeburg
99,10
8½ do.
4 Mainz
98,40
8½ do.
90,00
4 Mannheim
99,20
3½ do.
4 München .
99,90
3½ Nauheim
4 Nürnberg
100,00
3½ do.
88,50
4 Offenbach
-
In Prog
3½ Offenbach .
7 100,20
4 Wiesbaden .
3½ do.
89,20
4 Worms .
98,20
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 173,60a
3½ Cöln=Mindner , 100 133,40
8 Holl. Komm. . fl. 100 108,70
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 173,50
3 Oldenburger . . . . . . 126,00
2½ Raab=Grazer fl. 159 113,20
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 35,20
Braunſchweiger Tlr. 20 198,00
Fs. 15
Freiburger .
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10 —
do.
ſl. 7 340
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 5190
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl. 100 360,00
Benediger . . . . Fs. 30 —
Fs. 400 170,60
Türkiſche .
Gold, Silber und
Banknoten.
20,43
Engl. Sovereigns .
16,28
20 Franks=Stücke.
Amerikaniſche Noten. —4,18%
20,46
Engliſche Noten
81,10
Franzöſiſche Noten.
.169,70
Holländiſche Noten.
80,20
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,05
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,20
Reichsbank=Diskonto.
Rrichsbaul=Lombard 9ℳ 5
Nummer 179.
Serie I
Serie II
Serie III
Serie IV
Serie V
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Seite 9.
beginnen heute Donnerstag, 1. August.
Von bedeutenden Schürzenfabriken kaufte ich grosse Posten Damen- und
Kinder-
schürzen weit unter Preis. Diese Schürzen sind aus guten Stoffen hergestellt
und zeichnen sich ganz besonders durch Ia Verarbeitung, tadellosen Sitz und
neueste Fassons aus. Der Verkauf bezweckt, jede Dame von der Leistungsfähigkeit
meiner Schürzen-Abteilung zu überzeugen u. bietet eine nicht sobald wiederkehrende
hervorragend günstige Kaufgelegenheit.
Bliisen-Schürzenl, Ia Siamosen, mit Blenden besetzt, Volant und Tasche.
Haus-Schürzenl, aus gutem Siamosen, mit Volant und Tasche .
Zier-Schürzen mit Träger, weiss und farbig
Mieder-Schürzen aus hübschen gestreiften Stoffen, mit Besatz
C0.
Servier-Schürzen, weigs, Träger mit hübscher Stickerei-Garnitur, Volant und Tasche
Blusen-Schürzell aus gutem gestreiften Siamosen, schön verarbeitet
Haus-Schürzen aus Ia Stoffen, extra weit, hübscher Besatz .
Zierschürzell, mit Träger, weiss und farbig, aus neuesten Stoffen hergestellt .
Prinzess-Schürzen, gestreift. Siamosen, mit breiten Borden besetzt
Blusen-Schürzenl, aus prima Siamosen, extra weit
Batist-Schürzenl, Prinzessform. mit reizenden Stickerei-Einsätzen
Mieder-Schürzen, Träger mit breiten Blenden garniert, gute Stoffe
Reform-Schürzen, volle Weite, mit Volant und Tasche
Prinzess-Schürzenl, modernste Formen. mit hübscher Paspel-Garnitur
, , , „
Blusen-Schürzen, extra weit, mit elegantem Blenden-Besatz
,,,„,
Empire-Schürzeil, aus gestreiften Siamosen, mit Stickerei-Einsatz garniert .
Servier-Schürzen, Blusenform, volle Weiten, mit Stickerei .
Blusen-Schürzenl, aus hübschem, türkischem Satin, oder gestr. Siamosen, neueste Verarbeitung
Reform-Schürzenl, aus bestem Siamosen, mit uni Blendenbesatz
Prinzess-Schürzen, Ia Siamosen, hell und dunkel, mit breiter Blend and Volant
aus gutem Siamosen, volle Weiten, mit Tasche, zum Aus-
Besonders billig
. . jedes Stück
Hausschürzen suchen
Knaben-Schürzen
aus solidem Siamosen, grösstenteils mit gewebter Borde, mit
Spiel-
taschen, Blenden Garnitur, Länge 45 bis 55 om
Serie I
48₰
Serie II
58₰
Serie III
68₰
Mädchen-Schürzen
aus gestreiftem Siamosen und hübschen türkischen Stoffen, grössten-
Steils mit Falten-Volant, reich garniert, Länge 45 bis 75 cm
Serie I
85₰
Serie II
Serie III
Serie IV
1.30
1.50
1.10
20—40% unter Preis!
Grosse Posten Wasch-Unterröcke
. „
16289
Darmstadt
Kaumaus Aul. Cehfleider Anigstr. 2. Fetehirchet.
Seite 10.
Nummer 179
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Tuberkuloſe=Bekämpfung im
Mittel=
ſtande.
* Die Frage der Bekämpfung der
Tuber=
kuloſe im Mittelſtande iſt in letzter Zeit von neuem
in Fluß gekommen. Am 5. Januar I. J. fand im
Reichs=
amt des Innern eine Beſprechung ſtatt, deren Hauptzweck
darin beſtand, Mittel und Wege zu finden, wie die
Heil=
ſtättenbehandlung, die mit ihrer günſtigen Wirkung
ſeit=
her hauptſächlich dem durch die ſozialen
Verſicherungs=
geſetze zwangsweiſe verſicherten Arbeiterſtand zugute
ge=
kommen iſt, auch dem Mittelſtande zugängig gemacht
wer=
den könne. Zur Klärung der ganzen Frage wurde die
Bildung eines Organiſationsausſchuſſes empfohlen, der
engſten Anſchluß an das Deutſche Zentralkomitee zur
Be=
kämpfung der Tuberkuloſe in Berlin ſuchen und omit ihm
zuſammen die Löſung der Frage in Angriff nehmen ſolle.
Bei der diesjährigen Generalverſammlung des Deutſchen
Zentralkomitees wurde die Frage der Tuberkuloſe=
Be=
kämpfung im Mittelſtande auf die Tagesordnung geſetzt
und der Vorſitzende des Vorſtandes der
Landesverſicher=
ungsanſtalt Großh. Heſſen, Geheime Regierungsrat Dr.
Dietz, zum Referenten beſtellt. In dieſem Referat wurde
einleitend darauf hingewieſen, daß das Deutſche
Zentral=
komitee wie auch alle Landes= und Lokalvereine gleicher
Richtung den Zweck verfolgen, nicht nur die Tuberkuloſe
im Arbeiterſtand zu bekämpfen, ſondern ihr Augenmerk
auch auf den großen Mittelſtand zu richten, der der
ſozialen Fürſoxge vielfach nicht weniger
bedürfe, als der Arbeiterſtand. Nach dem
Re=
ferat ſind alle Perſonen dem Mittelſtande zuzurechnen, die
nicht in der Lage ſind, teuere Privatſanatorien aufzuſuchen.
Es gehören hierher nicht nur untere und mittlere Staats=
und Gemeindebeamte, kaufmänniſche, techniſche und
indu=
ſtrielle Angeſtellte mit kleineren oder mittleren Einkommen,
kleine Handwerksmeiſter, Kaufleute, Landwirte, ſondern
auch die große Menge akademiſch gebildeter Perſonen,
alſo Juriſten, Geiſtliche, Lehrer, Aerzte, die nicht über
Privatvermögen verfügen. Daß in dieſen Kreiſen die
Tuberkuloſe in erheblichem Maße verbreitet iſt, iſt eine
allgemeine Erfahrung und bedarf eines zahlenmäßigen
Nachweiſes nicht. Für einen Teil dieſes Mittelſtandes
iſt zurzeit bereits inſofern geſorgt, als eine Reihe von
Perſonenklaſſen des Mittelſtandes, z. B. Betriebsbeamte,
Werkmeiſter, Handlungsgehilfen und elehrlinge, Gehilfen
und Lehrlinge in Apotheken, Bühnen= und
Orcheſtermit=
glieder, Lehrer und Erzieher, Schiffer — alle ſofern ihr
regelmäßiger Jahresverdienſt 2000 Mark nicht überſteigt —,
invalidenverſicherungspflichtig ſind. Für dieſe Perſonen
— und nach neueſter Beſtimmung auch für ihre Witwen —
können die Landesverſicherungsanſtalten im
Erkränkungs=
falle eintreten. Der Kreis dieſer Perſonengwird
außer=
dem in Kürze vermehrt durch das Verſicherungsgeſetz für
ihre Angeſtellten, das die angegebenen Perſonenklaſſen
mit einem Jahresarbeitsverdienſt bis zu 5000 Mark in
die Verſicherung einbezieht. Zu beachten iſt außerdem,
daß die genannten Perſonen, ſofern ihr.
Jahresarbeits=
verdienſt mehr als 2000 Mark, aber nicht über 3000 Mark
beträgt, ſich freiwillig bei den
Landesverſicherungsanſtal=
ten verſichern können, ebenſo unter gewiſſen
Vorausſetz=
ungen die kleinen Gewerbetreibenden und andere
Be=
triebsunternehmer. Von dieſer freiwilligen Verſicherung,
die ebenfalls das Eintreten der Verſicherungsanſtalten im
Erkrankungsfall ermöglichen würde, wird leider aber nur
ein verſchwindend geringer Gebrauch gemacht.
Soweit für den Mittelſtand alſo nicht bereits durch
die Verſicherungsanſtalten geſorgt wurde, iſt er in der
Hauptſache auf Selbſthilfe angewieſen. Von der
Heilſtättenbehandlung hat auch der Mittelſtand bisher
ſchon Gebrauch gemacht, wenn auch zu einem recht
ge=
ringen Teil. An der Heilſtättenbehandlung muß aber
nach der überwiegenden Anſicht der Fachmänner vorerſt
bei der Tuberkuloſe feſtgehalten werden. Es fragt ſich
da=
her, ob für den Mittelſtand weitere Tuberkuloſe=
Heil=
ſtätten gebaut werden ſollen, oder ob die vorhandenen
Heilſtätten genügen. Ueber dieſe Frage ſind die Anſichten
geteilt. Der Referent glaubte jedoch, daß bezüglich der
Errichtung weiterer Heilſtätten mit großer Vorſicht
vor=
gegangen werden müſſe, und daß man zunächſt einmal den
Verſuch machen ſolle, mit den vorhandenen Heilſtätten
auszukommen. Um aber weitere Heilſtätten zu bauen,
um Heilſtättenkuren und alle ſonſtigen Maßnahmen, wie
ſie die Bekämpfung der Tuberkuloſe erfordert,
durchzu=
führen, dazu gehört — ſo führte der Referent zum Schluſſe
aus — Geld, Geld und nochmals Geld. Dieſe
Geld=
mittel zu beſchaffen iſt in einer Zeit, in der ſo große
An=
forderungen an Staat, Gemeinden und Private geſtellt
werden, ſicherlich nicht leicht, und doch zeigt ſich bei
man=
chen Gelegenheiten aufs neue, daß auf dem Wege der
freiwilligen Leiſtungen noch etwas zu erreichen iſt. Der
Mittelſtand könnte und müßte vor allem mehr zur
Selbſt=
hilfe greifen. Dieſen Standpunkt vertritt z. B. auch ein
Aufruf, den Dr. med. Weißmann, prakt. Arzt in
Linden=
fels, bereits im September 1908 im Bergſträßer
Anzeige=
blatt veröffentlicht hat, und in dem er um Mitglieder für
einen Verein wirbt, der die Erbauung eines Sanatoriums
für Lungenſtranke aus dem Mittelſtande in Heſſen
be=
zwecken ſolle. Tatſächlich iſt die große Maſſe des
Mittel=
ſtandes bis jetzt den Vereinigungen zur Bekämpfung der
Tuberkuloſe noch faſt vollſtändig ferngeblieben, ohne zu
bedenken, daß ihm die Geldmittel und ſonſtigen
Einrich=
tungen dieſer Vereinigungen im gegebenen Fall wieder
zugute kommen.
In Heſſen iſt es der Heilſtättenverein für
das Großherzogtum Heſſen, der ſich die
Be=
kämpfung der Tuberkuloſe insbeſondere auch im
Mittel=
ſtand, zur Aufgabe geſtellt hat. Wenn dieſem Verein in
größerem Umfang wie bisher Perſonen des Mittelſtandes
beitreten, dann wird es dem Verein ermöglicht, durch
Anſammlung von Unterſtützungsfonds, durch Einrichtung
von Freibetten, oder durch Erwirkung von
Preisermäßig=
ungen in Mittelſtandsheilſtätten den Intereſſen des
Mit=
telſtandes in viel nachdrücklicherer Weiſe als ſeither zu
dienen. Möge darum die Erkenntnis von der
Notwen=
digkeit und Erſprießlichkeit dieſer Selbſthilfenorganiſation
in weitere Kreiſe des Mittelſtandes dringen und dem
Heilſtättenverein immer zahlreichere Mitglieder zuführen,
denn dann wird auch in unſerem engeren Vaterland die
Tuberkuloſebekämpfung im Mittelſtand einen neuen
An=
trieb erhalten, und es wird auch bei uns auf dieſem
wich=
tigen Gebiet ein bedeutungsvoller Schritt vorwärts
ge=
tan werden können. — Beitrittserklärungen zum
Heil=
ſtättenverein ſind zu richten an deſſen Vorſtand,
Darm=
ſtadt, Wilhelminenſtraße 34. Der Mindeſt=Jahresbeitrag
beträgt nur 2 Mark.
Vermiſchtes.
* Die Erreger der Schlafkrankheit. Zahlreich
ſink=
in den letzten Monaten die Erörterungen über die
Schlafkrankheit geweſen, die in dem durch den
deutſch=
franzöſiſchen Marokkovertrag an Deutſchland
gekom=
menen Teil des Kongogebiets beſonders ſtark zu
Hauſe=
ſein ſoll. Man weiß darum allgemein, daß nach dem
übereinſtimmenden Urteil der Tropenforſcher die
Schlaf=
krankheit die unheimlichſte und gefährlichſte aller
Krank=
heiten der warmen Länder darſtellt. Es bedeutet
des=
halb die Auffindung des Erregers dieſes Leidens, die=
1901 denEngländern Forda und Dutton in Gambien
ge=
lang, einen beſonderen Markſtein in ſeiner Geſchichte.
Man hat dieſem Krankheitserreger den Namen=
Trypanoſoma gambienſe gegeben und bald darauf auch
entdeckt, daß die Trypanoſomen ſich nicht nur in den an
der Oberfläche des Körpers verlauſenden Blutgefäßen
aufhalten, ſondern auch in den Lymphdrüſen und in der
Rückenmarksflüſſigkeit. Später erkannte man, daß die=
Schlafkrankheit das zweite Stadium einer durch
Trypanoſomen verurſachten Infektionskrankheit iſt, und
daß die Uebertragung durch eine Art der Tſetſefliege
ge=
ſchieht. Die eigentliche Urſache der Schlafkrankheit
ſind=
alſo die Trypanoſomen das ſind, wie Oberlehrer J
Kammerer, der Schriftführer des deutſchen Inſtituts für
ärztliche Miſſion in Tübingen, in einem „Die
Schlaf=
krankheit und ihre Bekämpfung” betitelten Aufſatz in der
Zeitſchrift „Ueber Land und Meer” ausführt,
Flagel=
laten oder Geißeltierchen, ſo genannt nach einem
dün=
nen, geſchlängelten, geißelartigen Anhängſel an einem
Leibesende. Sie haben eine längliche, beinahe
fiſch=
förmige Geſtalt und übertreffen hinſichtlich der Länge den
Durchmeſſer eines roten Blutkörperchens um das
Dop=
pelte und Dreifache, Auffallend iſt eine dem Körper auf
einer Seite anhaftende, wellenförmig geſchlängelte
Mem=
bran, die in die Geißel ausläuft. In der Blutflüſſigkei
bewegen ſich die Tierchen äußerſt lebhaft und zwar in
der Richtung des Geißelfortſatzes, wodurch man zu der
Annahme gelangte, daß dieſe Geißel das vordere Ende
des Körpers darſtelle. Die Vermehrung des Trypano
ſomen erfolgt durch Längsteilung oder auf
geſchlecht=
lichem Wege im Darm der Tſetſefliege. Neuere Fon
ſchungen haben ergeben, daß die Trypanoſomen auch di
Erreger verſchiedener gefährlicher Tierkrankheiten ſind
Die Uebertragung der Trypanoſomen auf Menſch und
Tier erfolgt, ſoweit feſtgeſtellt, ausſchließlich durch ein
beſondere, Gloſſina palpalis genannte Art der Tſetſe
fliege, die wenig größer als unſere Stubenfliege iſt, und
ſich ausſchließlich in unmittelbarer Nähe des Waſſers und
zwar wiederum nur da, wo dunkſer Beſchwald iſt,
auf=
hält. Die Gloſſinen der Schlafkrankheit ſtechen nur
Sonnenſchein, der Stich iſt aber nur wenig ſchmerzhaft
Eine beſondere Eigentümlichkeit der Tſetſefliege iſt, daß
die Weibchen keine Eier legen, ſondern weißliche Larven
zur Welt bringen und zwar zwei= bis dreimal im
Monat je eine. Für die erfolgreiche Bekämpfung der
Schlafkrankheit wird darum in erſter Linie die allmähliche
Ausrottung der Gloſſina palpalis durch Vernichtung
ihrer Schlupfwinkel und Aufenthaltsſtätten erforderlich
ſein, was einesteils wohl ſeine erheblichen
Schwierig=
keiten hat, anderſeits aber deshalb nicht unmöglich iſ
weil die Gloſſinen höchſtens bis zu 300 Meter von ihrem
Standort abzufliegen vermögen.
heißt die Loſung des modernen
Eu=
ropäers, ſolange er inmitten der
Er-
werbsjagd die Nerven durch
Reiz-
mittel, von denen eins zum Ausgleich
ſtets das andere nötig macht, zu
immer größerer Anſtrengung
aufzu=
peitſchenſtrebt. Mehr Luft und Natur!
heiſcht er, von dieſer Ueberſpannung
erſchöpft, ſobald im Sommer das
be=
rufliche Haſten nachläßt. Dieſe Periode
natürlicherer Lebensweiſe ſollte auch
mit natürlicher Ernährung verbunden
ſein. Wer in ſolcher Zeit ſtark
wir=
kende Genußmittel wie den
Morgen-
kaffee ausſchaltet und ſich dafür dem
-Kakao zuwendet, wird die
angeneh-
me Entdeckung machen, daß dieſer in
gleichem Maße anregt, ohne die
Ner=
ven zu erregen und anzugreifen. Man
wird dann den dauernden Gewinn
davon tragen, nicht wieder dem Hange
nachallerleiimmer ſtärkerenReizmitteln
zu verfallen. Da Reichardt=Kakao nicht
überall erhältlich iſt und viele
an-
dere Fabrikate nicht dauernd behagen,
verſorge man ſich für den Ferien-
Bedarf in der nächſten Reichardt-
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
N 90.
Dannerstag, 1. Auguſt.
1912.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 12. Juli 1918.
(15644a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Aebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 29. Juli bis 3. Auguſt 1912.
Dauer der
Die Abſperrung
Truppenteil Abſperrung
Datum
Tag
erſtreckt ſich
von 1 bis
300 V. 1200 M.
29. Juli 1 Montag
800 V. 1200 M.
30. Juli 1 Dienstag
800 V. 120 m
Ueber das ganze
31. Juli Mittwoch
1. Aug. 1 Donnerstag Feldartillerie 8e0 P. 120P
( Abſperr=Gelände
V. 1200 M.
2. Aug. Freitag
80 V. 200 N.
3. Aug. 1 Samstag
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Truppenteilen des
XVIII. Armeekorps am 1., 2., 5., 6., 8., 9., 12., 13. Auguſt 1912 von 7 Uhr
wormittags bis 7 Uhr abends Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz
zpei Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
michtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Meſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
im Siden Forſhaus Steinacker.=Steinhlagel ausſchliehlich.
Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe==Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909).
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(13886a
Bekanntmachung.
Für Teilnehmer an militäriſchen Unternehmungen in den Schutzgebieten
iſt durch Allerhöchſte Ordre die Verleihung einer Kolonialdenkmünze beſchloſſen
worden. Diejenigen Perſönlichkeiten, welche glauben, Anſpruch auf die Denkmünze zu
haben, wollen ſich unter Vorlage des Militärpaſſes oder ſonſtiger Unterlagen beim
Hauptmeldeamt 1 Darmſtadt bezw. Militär=Meldeamt Offenbach melden. Für die
Teilnahme an den kriegeriſchen Ereigniſſen in Oſtaſien in den Jahren 1900/01
und für die Teilnahme an der Niederwerfung des Aufſtandes in Südweſtafrika
in den Jahren 1904/08, für die bereits beſondere Denkmüngen geſtiſtet ſind, wird
die Denkmünze nicht verliehen.
Darmſtadt, den 26. Juli 1912.
(16260
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat der Leitung der Allgemeinen Deutſchen
Photographiſchen Ausſtellung Heidelberg 1912 die Erlaubnis erteilt, 600 Loſe einer
im September d. Js. zu veranſtaltenden. Lotterie (2 Geldgewinne und 2082
Gegen=
ſtandsgewinne) innerhalb des Großherzoatums zu vertreiben.
Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen
60 000 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit
dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
(16250
Während der Zeit des Vertriebs der Loſe zur I. Klaſſe einer Königl. Preuß.
Lotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
üicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 36
be=
unden ſich: 1 Pinſcher, 1 Dachshund, 1 Jagdhund. 1 ſchotiſcher
Schäferhund, 1 Pinſcher, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde
Ennen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dorl=
lelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(16265
Polizei=Verordnung
füür die Stadt Darmſtadt, die Beaufſichtigung der Hunde betr.
Nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung wird mit
Gbenehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 20 Juli
1912 zu Nr. M. d. J. II, 3562 auf Grund des Artikels 129b Abſ. II,
Jeiff. 1 der Städteordnung hierdurch folgendes verordnet:
I.
Die §§ 2 und 15 Abſ. 2 der Polizei=Verordnung, die
Beauf=
ſichtigung der Hunde betreffend, vom 24. März 1909 werden aufge=
Loben und durch folgende neue Vorſchriften erſetzt:
§ 2. Alle Hunde ſind an der Leine zu führen
1. in den dem Publikum geöffneten
Großherzog=
lichen Hofgärten,
2. in den Anlagen weſtlich der früheren Main=
Neckar=Bahn,
3. in den neuen Bahnhofsanlagen zwiſchen Allee,
Stirn= und Dornheimer Weg.
4. in den Bahnhöfen,
5. in Wirtſchaften und Wirtsgärten.
1§ 15 Abſ. 2. Die Polizei=Verordnung für den Kreis Darmſtadt
vom 29. November 1911, das Fahren mit Hunden
betreffend, wird durch die Vorſchriften dieſer Polizei=
Verordnung nicht berührt.
II.
Dieſe Polizei=Verordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung im
Darmſtädter Tagblatt in Kraft.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
(16266ds
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.
Soeben gelangte zur Ausgabe:
Juli=Heft 1912
der
Heſſiſchen Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Oberlehrer und Stadtarchivar F. Dreher: Die Beziehungen der
Senckenberg und anderer Frankfurter Familien zu Friedberg i. d. Wetterau.
— Dr. Hans Braun: Frauenmünſter. — Lehrer A. Deggau: Stamm=
Lafel derer von Storndorf. — Rektor K. Wehrhan: Vom Mäuſeturm
Hei Bingen und anderem alten Aberglauben unſerer Gegend. —
Stadt=
pfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Wormſer reformierte Militär= und
Flüchtlingsgemeinde. — Profeſſor Karl Raupp: Aus den Erinnerungen
eines deutſchen Malers. Mit Abbildungen. — Dr. L. Schuſter: Der
Seligenſtädter Geleitslöffel. Mit Abbildungen. — Stadtpfarrer D. Dr.
Wilhelm Diehl: Ein Vorfahre Lilli Schönemanns. — Profeſſor Dr. Auguſt
Roeschen: Goldmacher in der Pfalz. — Bücherſchau. — Aus
Zeit=
ſchriften. — Umfragen. — Nachrichten.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
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Das Vorlesungs-Verzeichnis für das Winter-Semester 1912/13 ist
erschienen und durch das Sekretariat, Claudiusstrasse 1, zu beziehen.
Die Vorlesungen und Uebungen beginnen am 24. Oktober.
Der Studiendirektor:
Professor Dr. Chr. Eckert.
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Wilheim Siedersleben, Diplom-Handelslehrer.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 15. Auguſt 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Heinrich Butterfaß
Witwe, Marie, geb. Strehl, zu
Darmſtadt, und deren Kindern
zu=
geſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
V 622871/1000g 92 Hofreite
Pallas=
wieſenſtraße
Nr. 32,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K35/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 26. Zuni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (114536
Bekanntmachung.
Donnerstag, 29. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Ewald
da=
hier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
II 284 124 Hofreite
Ober=
gaſſe Nr. 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K31/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 15. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V15527
erſteſite
Donnerstag, 8. Anguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Philipp Adam und
dem Philipp Wilhelm Adam zu
Nieder=Modau, im Grundbuch
hie=
ſiger Gemarkung zugeſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
29 1 1523 Acker rechts dem
Judenbrunnen,
29 4 2322 Hofreite (
Lager=
plat) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (B21/15
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 12. Juli 1912.,
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V15526
Pferde=Verkauf.
Freitag, den 2. Auguſt 1912,
um 11 Uhr vormittags,
wird im Hofe der Artilleriekaſerne
am Beſſunger Weg ein zum
Mi=
litärdienſt nicht geeignetes
ſechs=
jähriges Remontepferd öffentlich
und meiſtbietend gegen Barzah=
(16276
lung verſteigert.
Darmſtadt, im Auguſt 1912.
I. Abteilung Feldartillerie=
Regiments Nr. 61.
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Flechte,
die allen Mitteln trotzte, wohl auch
verſchwand, aber immer wieder
auf=
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„Salnderma” und bin erſtaunt, wie
ſchnell u. gründl. das Uebel dadurch
beſeitigt wurde. C. Jeſen.‟ Doſt
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Schwinn, Hofl., Rheinſtr. 8, u. Gg.
Frz. Frank, Parfümerie. (104995
Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
27,
Zu dieſer Stunde öffnete ſie das Inſtrument nicht,
ob=
wohl ſie es gewohnt war, den Morgen mit einem ſchönen
Lied feierlich zu begrüßen. Sie ging weiter in das
freund=
liche Frühſtückszimmer, wohin Dörthe ſoeben den Kaffee
brachte.
Ein weiter Weg iſt es von der Küche bis hierher,
Dörthe.
Wir wollen es mit der Zeit anders einrichten,
gnä=
diges Fräulein, ſagte die alte Dienerin. Der kleine Raum
dicht neben der Treppe ließe ſich ſehr gut zur Küche machen.
Ein Schornſtein iſt da.
Ich will es mit dem Großvater beſprechen.
Der alte Herr ſagt zu allem ja. Dörthe ſtrahlte über
das ganze Geſicht. Wiſſen Sie, was er geſtern abend zu
Johann und mir geſagt hat?
Nad
Wenn der alte Herr einmal nicht mehr ſind — Gott
möge ihn noch lange leben laſſen — dann ſollen der Johann
und ich in den Turm aufs Altenteil ziehen. Er macht es
teſtamentariſch, gnädiges Fräulein, die Zimmer hier
drunter, die mit den vergitterten Fenſtern, die ſollen uns
gehören bis an unſeren Tod. Und wenn das gnädige
Fräulein hier einkehren, ſoll ich ſchon unten wohnen und
ganz für Sie ſorgen. Es wird alles eingerichtet, und die
Möbel werden ſpäter unſer Eigentum. Ach, du mein
Herrgott, welchen Segen bringt der liebe kleine Junker
füber unſer Haus. Der alte Herr iſt nicht mehr
wieder=
zuerkennen
m r er er e rcher
es iſt.
Nur, daß Sie fort wollen, Fräulein Suſanne. Ich
kanns ja verſtehen, aber mit der Zeit, — der Menſch
ge=
wöhnt ſich an ſo vieles — dann kommen Sie wieder, und
ich darf für Sie ſorgen.
Gewiß, Sie alte, treue Seele, und ich werde dem
Großvater auch noch danken, daß er euch ſo bedacht hat.
Nun braucht ihr nicht von Altenwerder fort, wenn der alte
Herr ſtirbt und —
Es mit der Gnädigen und uns nicht gehen ſollte. Ja
— ja — es iſt ein rechter Segen, daß wir verſorgt ſind.
Sein Erſpartes hat man ja, daß man beſcheiden davon
leben kann.
Und die Suſanne tut noch etwas hinzu, daß es nicht
zu beſcheiden zu ſein braucht.
Dörthe lachte gerührt vor ſich hin und küßte die Hand
Suſannes.
So, und nun will ich frühſtücken. Iſt der Stellmacher
beſtellt, um die Bilder aufzuhängen?
Er wird gleich hier ſein. Auch trifft es ſich gut, daß
die Tapezierer im rechten Flügel arbeiten, da können ſie
gleich hier die Vorhänge anmachen.
Das iſt ein guter Gedanke, Dörthe. So werden wir
bis zum Abend fix und fertig.
Was wird der alte Herr für Augen machen. —
Der Vorabend der Hochzeit brach an. Kammerherr
von Bagewitz war ſchon abgereiſt, und morgen ſollte
Su=
ſanne folgen. In ſchweren Gedanken ſaß ſie in ihrer
Mutter Zimmer und vertiefte ſich in die alten Papiere.
Ob ſie ſie mitnehmen ſollte? Nein — die
Vergangen=
beit durfte ſe nicht hinausbegleiten in ihr neues Leben.
ön den Piaiſ der Darnherzigtit woſle ſe ireten, 1
dazu gehört ein ganzes Herz, das ſich von allem andem
losgeſagt hat. So mußte einer Novize zu Sinne ſein am
Vorabend ihrer Einkleidung.
Suſanne ſchloß die Briefſchaften ein und drehte den
Schlüſſel mit einem energiſchen Ruck um, als könne ſie
da=
mit allen Erinnerungen wehren. Sie hörte nicht den
ſchweren Schritt, der die Turmtreppe emporkam, aber der
ſchrille Ton der Klingel ſchreckte ſie empor. Sie öffneie
ſelber, da Dörthe fortgegangen war, ihr auf ihre Bitte
den Tee hier zu ſervieren.
Paſtor Weinhardt ſtand vor ihr.
Darf ich ein Stündchen hier einkehren, gnadiges Frä
lein?
Wie gut von Ihnen, Sie wußten, wie allein ich heile
bin.
Ich bringe Ihnen gute Geſellſchaft, Suſanne. Laſiel
Sie mich nach alter Gewohnheit Sie noch einmal bei
ſem Namen nennen.
Das junge Mädchen drückte ihm herzlich die Rechte
und ſah dabei forſchend auf das dicke Paket, das er im
Arm trug.
Das kommt ſpäter an die Reihe, Suſanne. Zuerſt
wollen wir ein wenig plaudern.
Sie trinken eine Taſſe Tee und nehmen eine kleine
Er=
friſchung an, Herr Pfarrer. Ich höre Dörthe ſchon
neben=
an hantieren. Nehmen Sie Platz und entſchuldigen Sie
mich einen Augenblick.
Wenn es Ihnen Freude macht, bleibe ich gern. Der
Weg war heiß.
Sie ſind zu Fuß gekommen?
Nummer 179.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Donnerstag
i erier in n ernier ntrete
ſſa nders gut.
So befand ſich die Einſame nunmehr in der lieben
Geſellſchaft des vertrauten alten Seelſorgers, und ſie
nahmen miteinander das einfache Mahl ein, das Johann
ſervierte, während Dörthe ab= und zutrug.
Ein Wunder von Gemütlichkeit! meinte Weinhardt,
als ſie ſpäter in dem Wohnzimmer ſaßen, in dem er vor
langer Zeit mit der verzweifelten Seele einer
Unglück=
ſelligen gerungen hatte, bis ſie zum Gottesfrieden eingehen
durfte. Hier hatte er ihr Kind in ſeine Arme genommen
als letztes Vermächtnis, dasſelbe Kind des Hauſes, das
vor ihm ſaß und morgen in die Welt wandern wollte, weil
ihmn die Heimat genommen war.
Er war alt geworden, und mit dem Alter kam die
Milde, das Verzeihen. Er richtete nicht mehr, ſondern er
ſtützte das Schwache, das da kämpfen oder ſterben mußte.
Ungefragt begann er zu erzählen. An das, was
ruhen ſollte, rührte er nicht, es war tot und ſollte tot
blei=
bem. Aber von dem, was vor der Schuld lag, davon
be=
richtete er. Von Suſannes Mutter und von dem klugen
ſtüchtigen Inſpektorſohn, der dem Leben entfloh, als er
es nicht mehr bezwingen konnte.
Suſanne wurde nicht müde zu lauſchen. Sie ſah in
die Rauchwölkchen, die zur Decke ſtiegen, oder durch die
weit geöfneten Fenſter hinauszogen, dorthin, wo die
Vögel ihr Abendlied ſangen. Sie ſchenkte das Glas
wie=
den voll goldigen Weins, wenn es geleert war, und hielt
ime neue Zigarre hin, wenn die alte zu Aſche verzehrt war.
Nur kein Ende! Wer konnte wiſſen, ob eine ſolche
Ktunde jeweils wiederkehren würde
Der Miaet dich beſhmie, der üihte Sanepſtatt
huſchte in das Fenſter, die beiden verſchiedenartigen
Menſchenkinder grüßend, die ſo traulich zuſammen ſaßen
— da erhob ſich der greiſe Seelſorger.
So ziehen Sie denn hin, Suſanne, und werden Sie
eine tüchtige Streiterin und Helferin in der guten Sache,
der wir alle dienen. Mein alter Duzfreund, Pfarrer
Rei=
mer, wird Sie in ſeine Hut nehmen, bis Sie ſich ſelbſtändig
genug fühlen, Ihren Weg allein zu finden. Sie haben
bisher ſtark und zielbewußt Ihr Lebensſchifflein geführt,
möchte man ſpäter dasſelbe von Ihnen ſagen können)
wenn Sie berufen ſind, das Schickſal anderer zu leiten, die
liebevolles Verſtändnis und kräftiger Unterſtützung
be=
dürfen, damit ſie nicht im Elend verſinken. Dieſer letzte
Abend aber, den Sie in Ihrer Heimat verleben, möge
noch ganz Ihnen ſelbſt gehören. In dieſem Paket finden
Sie alles, was ich an Erinnerungen an Ihre Eltern
zu=
ſammengetragen habe. Die Familie Voß iſt meinen
Wünſchen mit größter Bereitwilligkeit entgegengekommen,
ich habe ſelbſt die alten Papiere durchblättern dürfen, und
die Andenken, die ich als für Sie wertvoll hielt, ſind
Ihnen gern überlaſſen worden. Leben Sie wohl, liebe
Suſanne, und kehren Sie heim, ſo gehen Sie nicht an
unſerm Pfarrhaus vorüber. Inzwiſchen laſſen Sie
ein=
mal von ſich hören.
Noch ein Händedruck, ein herzlicher Gruß, und
Wein=
hardt ſchrit davon in die dämmernde Mondnacht. Suſanne
blickte ihm noch eine Weile nach, dann entzündete ſie die
Lampe, und ließ ſich an dem Schreibtiſch nieder. Mit
zit=
ternden Händen entfernte ſie die Hülle, bis der bunte
In=
halt ver ihr lag.
Sudef Sieſchries laut hinas und bilte ſch ſhan
um, als das Echo das Halbrund der Wand entlang lief.
Der Vater! Als Kind — als Schüler und zuletzt als
Studierender auf der landwirtſchaftlichen Hochſchule. Und
hier die Mutter! Wie war ſie ſchön in ihrer jungen Liebe.
Dieſe ſtrahlenden Augen, der lächelnde Mund! Ob
Groß=
vater das Bild kennt? Sie legte die Bilder der Eltern
nebeneinander und vertiefte ſich in die Züge. Vom Vater
hatte ſie den Mund, das andere von der Mutter. Nur war
bei ihr alles herb und ernſt, was bei der Toten ſtrahlende
Luſt geweſen war. Das Schickſal hatte Suſanne zu hart
gepackt, wie ſollte dabei fröhliche Lebensluſt gedeihen.
Sie blätterte in den Papieren. Hier Gedichte! Das
erſte Stammeln aufkeimender Liebe im Jünglingsalter.
Dann kurze Briefe, aus denen man hätte das Kommende
weisſagen können. Die Poeſie der Kindheit lag noch über
dieſer erſten Regung einer zarten Neigung. Nicht die
ſchwüle Leidenſchaft fordernder Liebe offenbarte ſich hier.
Nichts verletzte das Empfinden Suſannes, es waren
An=
denken, die in ihrer rührenden Einfakt etwas Heiliges
hatten.
Was ſpäter kam, das ſtand auf einem anderen Blatt,
und das hielt die Hand der Tochter nicht und würde es
niemals wenden. Laßt ſie ſchlafen, die Schickſale der
Toten, denn ſie ruhen in Gottesfrieden!
Träumend ſtand das junge Mädchen an dem Fenſter
und blickte in die Mondnacht. Es zog ſie hinaus.
Drun=
ten ſaß der treue Johann und hütete die Pforte.
Ich gehe noch ein wenig hinaus, Johann, erwarten
Sie mich.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
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Leitung: M. WEB ER.
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Zauberflöte‟ G. Verdi; Tonbilder aus „La Traviata”.
iz. Lehär: Walzer aus „Der Graf von Luxemburg”. Carl Zeller:
ſſetodien aus: Der Vogelhändler”.
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Rhein=
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Havre. — Dampfer „Schaumburg‟
von Weſtindien kommend, 29. Juli
9 Uhr abends von Havre. —
Dampfer „Kronprinzeſſin Cecilie‟
vierte Nordlandfahrt, 29. Juli
10 Uhr morgens in Merok. —
Ver=
gnügungsdampfer „Meteor”, fünfte
Nordlandfahrt, 29. Juli 8 Uhr
morgens in Bergen.
Woog, am 31. Jult 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3,54 m.
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Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 20½ C
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Volkmann ausInnsbruck u
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
Nummer 179.
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Sport.
* Amateurphotographie. Aufnahmen an der
See. Ueber dieſes jetzt beſonders aktuelle Thema leſen
wir im neueſten Heft der „Photographie für Alle‟ (
Ber=
lin 8. 61): Als ich vor einer Reihe von Jahren als
An=
fänger in der Photographie meine erſte Reiſe an die See
machte, freute ich mich ſchon im voraus auf die große
An=
zahl von herrlichen Seeſtücken, die ich mit nach Hauſe
bringen würde. Wie ich mir jedoch nach Entwickelung
der Platten das Reſultat bei Licht beſah, war die
Ent=
täuſchung keine geringe. Trotzdem ich wußte, daß die
Belichtung an der See eine kurze ſein muß, waren doch
viele Aufnahmen infolge Ueberbelichtung zu flau und
unbrauchbar. Die Belichtung von ¼ Sekunde bei
Blende 6,8 erwies ſich als erheblich zu lang. Um ſich vor
ſolchen unangenehmen Ueberraſchungen zu ſchützen, iſt es
ratſam, ſich vorher ein wenig zu orientieren. Um die
richtige Belichtungszeit feſtzuſtellen, entwickele man zu
Anfang, wenn irgend möglich, einige Platten. iſt dieſe
Möglichkeit nicht vorhanden, ſo belichte man offene
See=
ſtücke, bei hellen Wetter, von Ende Mai bis Auguſt, bei
Gebrauch hochempfindlicher orthochromatiſcher Platten
nicht länger als ¼0 Sekunde bei Blende 12. Hiernach
ſind die übrigen Belichtungszeiten zu ermitteln. Die
be=
lichteten Platten, die nicht gleich entwickelt werden, nehme
man alsbald aus den Kaſſetten und verpacke ſie, um ſie
vor der zerſetzenden feuchten Seeluft zu ſchützen,
ſorg=
fältig in Pergamentpapier reſp. einen anderen, die
Feuchtigkeit abhaltenden Stoff, Guttapercha=Papier,
Billrothbatiſt uſw. Als Aufnahmematerial benutze man
gute orthochromatiſche und lichthoffreie Platten. Die
ge=
ringere Empfindlichkeit der lichthoffreien Platten iſt ganz
erwünſcht. Nicht vergeſſen wolle man eine Gelbſcheibe,
die man bei Wolkenaufnahmen manchmal mit großem
Vorteil wird verwenden können.
* Rudern. Erneſt Barry gewinnt die
Skullerweltmeiſterſchaft. Das lang
vorberei=
tete Rudermatch um die Weltmeiſterſchaft im Einer wurde
am Montag nachmittag auf der Themſe zwiſchen dem
Herausforderer, dem engliſchen Meiſter Erneſt Barry
und dem fünfmaligen Gewinner der Meiſterſchaft, Richard
Arnſt=Neu=Seeland, entſchieden. Der Einſatz auf jeder
Seite betrug 500 Pfund Sterling (10000 Mark). Die
klaſſiſche Rennſtrecke von Putney nach Mortlake war trotz
des kalten, regneriſchen Wetters von vielen Tauſenden
von Menſchen beſetzt. Die beiden Rivalen lieferten ſich
von Anfang an einen ſpannenden Kampf, bei dem die
Spitze fortwährend wechſelte. Schließlich gab aber der
Neu=Seeländer ermüdet zirka 50 Meter vor dem Ziel
auf, ſodaß Barry als Sieger in 23 Minuten 8 Sekunden
das Ziel paſſierte. Dieſes Reſultat kommt nicht ſo
über=
raſchend, denn Arnſt, der beim Start ſehr nervös
aus=
ſah, äußerte ſelbſt, daß er ſtark übertrainiert wäre — er
hate ztrkat 30 Pfund von ſeinem Körpergewicht
ver=
loren —, außerdem ſagte ihm die feuchte Temperatur auf
der Themſe nicht recht zu. Die beiden Gegner ſtanden
ſich bereits ſchon einmal, im Jahre 1910, gegenüber, und
zwar auf dem Zambeſi=Fluſſe in Südafrika, wo der Neu=
Seeländer gewann. Die damals erzielte Zeit war mit
20 Minuten 14½ Sekunden bedeutend beſſer, was wohl
in den beſſeren Wetter= und Waſſerverhältniſſen zu
ſuchen iſt. Die erſte Einer=Weltmeiſterſchaft wurde am
9. September 1831 von dem Engländer C. Campbell=
Weſtminſter gewonnen, der dann, erſt ſieben Jahre ſpäter,
von ſeinem Landsmann R. Coombes herausgefordert,
ſeinen Titel erfolgreich verteidigte, um, nach acht Jahren,
1846, aufs neue herausgefordert, gegen dieſen zu
unter=
liegen. Im ganzen wurde die Weltmeiſterſchaft ſchon
57mal ausgerudert.
* Schach. In der 13. Runde des Breslauer
Meiſter=
ſchafts=Schach=Turniers waren nur drei Siege zu
ver=
zeichnen. Duras=Prag ſiegte gegen Carls=Hannover
Ru=
binſtein=Warſchau gegen Spielmann=München und Balla=
Ungarn gegen Treybal=Ungarn Remis wurden die
Partien Teichmann=Berlin- Erich Cohn=Berlin,
Mar=
ſhall=New=York-Mieſes=Leipzia, Lowtzky=Leipzig-
Prze=
piorka=München, Barrasz=Ungarn-Schlechter=Wien,
Burn=England-Breyer=Ungarn und Tarraſch=
Nürn=
berg-Lewtzky=Rußland. Auch die Hängepartie zwiſchen
Tarraſch und Rubinſtein ergab remis. Rubinſtein führt
mit 9½ Punkten vor Tarraſch und Teichmann, die je
einen halben, und Duras, Marſhall und Schlechter, die
je einen Punkt zurück folgen.
* Lawn=Tennis. Im Internationalen Lawn=
Ten=
nis=Turnier zu Warnemünde iſt das Herren=
Doppel=
ſpiel ohne Vorgabe bereits entſchieden. Dieſes wurde
nach ſpannendem Kampf von W. O. F. Gaſt=H. O.
Beh=
rens gegen N. W. Rahe=Al. Bruns mit 12—10, 3—4,
6—2 7—5 gewonnen. Im Herren=Einzelſpiel um die
Meiſterſchaft von Warnemünde ſtehen ſich Rahe und Gaſt
in der Entſcheidung gegenüber.
Beim Internationalen Lawn=Tennis=Turnier zu
Norderney wurde das Herren=Einzelſpiel um den
Pokal von Norderney von dem Bremer Spieler Grimm
gegen Becker=Bremen gewonnen. Beide Spieler
ge=
wannen zuſammen das Herren=Doppelſpiel ohne
Vor=
gabe gegen Neumont=v. Hammacher.
Handel und Verkehr.
* Der Preisrückgang von
amerrikani=
ſchem Petroleum. Aus Hamburg wird der Frkf.
Ztg. geſchrieben: Die Notierungen für amerikaniſches
Petroleum an der New=Yorker Börſe, die bis zum Mai
dieſes Jahres allmählich auf 8,60 Cents per Gallone
ge=
ſtiegen und ſeitdem auf dieſer Baſis unverändert
geblie=
ben waren, erfuhren am 25. Juli eine Ermäßigung um
15 Points, ſodaß die Notierung jetzt 8,45 Cents per
Gal=
lone in Barrels beträgt. Dieſer Rückgang kam gänzlich
unerwartet, und man darf geſpannt ſein, welchen
Ein=
fluß er auf die Preiſe in Deutſchland haben
wird. Aber auch ſonſt ſpielen ſich zurzeit auf dem
Petro=
leummarkte Vorgänge ab, die das Intereſſe weiterer
Kreiſe erwecken dürften, da zu erwarten iſt, daß ihre
Nachwirkungen über kurz oder lang einen größeren
Ein=
fluß auf die Geſtaltung des Petroleummarktes in Deutſch=
land ausiben werden. Es handelt ſch um die berek.
gemeldete Tatſache, daß das nunmehr ſeit fünf Jahrog
beſtehende Vertragsverhältnis zwiſchen der Deutſch=
Amerikaniſchen Petroleum=Geſellſcha
einerſeits und der Deutſchen Petroleum=
Ve=
kaufs=Geſellſchaft G. m. b. H. anderſeits vo=,
läufig wenigſtens ſein Ende erreicht hat, indem die
leit=
tere Geſellſchaft von dem Vertrage plötzlich
zurückgetre=
en iſt. Die Deutſche (Petrolaum=Verkaufs=Geſellſchan
iſt bekanntlich ein Tochterunternehmen der Europäiſche
Petroleum=Union, deren Kapital ſich in der Hauptſackte
in engliſchem und ruſſiſchem Beſitz befindet, die jedon
auch in engerer Fühlung zu der Deutſchen Bank ſteh).
Wie es heißt, ſollen die Gründe, welche die Deutſche
Pi=
troleum=Verkaufs=Geſellſchaft für ihren Rücktritt vo=n
Vertrage anfänglich geltend gemacht hat, darin beſtas,
den haben, daß ſie der Deutſch=Amerikaniſchen
Petra=
leum=Geſellſchaft eine wenig kulante Handhabung de
Vertrages zum Vorwurf gemacht hat. Neuerdings ſot
die Deutſche Petroleum=Verkaufs=Geſellſchaft jedoch dee
Standpunkt eingenommen haben, daß der ganze
Vertra=
ihrer Anſicht nach nicht rechtsgültig ſei. Dies Vorbrim
gen müßte allerdings einiges Befremden verurſachen,ſ
der Vertrag bereits fünf Jahre beſtanden hat. Wie Mt
ferner hören, ſoll den Anſtoß zu dem jetzigen Vorgehti
der Deutſchen Petroleum=Verkaufs=Geſellſchaft der Und
ſtand gegeben haben, daß die Deutſch=Amerikaniſche
Petroleum=Geſellſchaft einige Differenzpunkte, die ühl
die Auslegung des Vertrages zwiſchen den Parteien en
ſtanden ſind und für deren Erledigung der Vertrag ein
Schiedsgericht vorſieht, einem ſolchn Schiedsgericht. Ms
terbreitet hat. Es ſeheint aber, daß der Deutſchen
Pein=
leum=Verkaufs=Geſellſchaft die Erörterung dieſer Streils
fragen durch ein Schiedsgericht nicht konveniert hat,es
halb ſie es vorgezogen hat, den Vertrag aus formaſem
juriſtiſchen Gründen anzufechten, indem ſie ſich unter ans
derem darauf beruft, daß ihre Vertreter, die den Vertrülll
vor 5 Jahren gezeichnet haben, hierzu gar nicht aulm
ſiert waren. Sie hat auch vielleicht mit der Möglichl
gerechnet, daß der Deutſch=Amerikaniſchen Petrolen
Geſellſchaft eine gerichtliche Austragung der Differen
nicht ſehr angenehm ſein würde. Dies iſt aber offenſt
nicht dr Fall, denn die letztere hat bereits eine
auf Vertragserfüllung gegen die Deutſche Petrolei=
Verkaufs=Geſellſchaft angeſtrengt. Am 12. Juli wurde
Hamburg vor dem Landgericht Kammer 7 für Handa
ſachen über den Antrag verhandelt, durch den die Deuſh
Amerikaniſche Petroleum=Geſellſchaft mit Hilfe eint
einſtweiligen Verfügung das bisherige Vertragsverhäll
nis zunächſt wieder hergeſtellt haben wollte Die dk
wähnte Kammer hat entſchieden, daß der Antrag aufen
laß einer einſtweiligen Verfügung abzuweiſen iſt, ſodaß
die Angelegenheit nunmehr die höheren Inſtanzen he
ſchäftigen wird. Man muß auf den Ausgang der Kllaſt
umſomehr geſpannt ſein, als zu erwarten iſt, daß de
Angelegenheit einen einſchneidenden Einflal
auf die weitere Geſtaltung der Petrd
leumpreiſe in Deutſchland ausüben wird, und
daß es zwiſchen den genannten Geſellſchaften zu einem.
Konkurrenzkampfe kommen wird, falls die Deutſch=Amg
rikaniſch Petroleum=Geſellſchaft mit ihrer Klage endgül
tig abgewieſen werden ſollte. Der vorſtehend erwähm
Rückgang der amerikaniſchen Notierungen dürfte
zweifel=
los ſchon im Zuſammenhang hiermit ſtehen”
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.
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