Darmstädter Tagblatt 1912


01. August 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
rwärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
uuren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen= Expeditionen. Bei
fäür Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſichriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Oer Kaiſer iſt geſtern morgen 11 Uhr von Bale=
ſtrand
nach Bergen abgefahren, wo er um 6 Uhr
abends erwartet wurde.
Iin der bayeriſchen Kammer der Reichsräte
fand geſtern eine erregte Jeſuitendebatte ſtatt.
20er Erzbiſchof von Köln, Kardinal Dr.
Fiſcher iſt Dienstag nacht geſtorben.
Wie Fahrt der Hanſa von Friedrichshafen nach
Hamburg findet früheſtens in der Nacht von Don=
nerstag
zum Freitag ſtntt.
Oer König von Spanien iſt über Frankreich nach
England abgereiſt.
ehie türkiſche Kammer hat dem Kabinett ihr
Vertrauen mit 113 gegen 45 Stimmen ausge=
ſprochen
.

Deutſchland und Japan.

** Inwieweit der in Japan durch den Tod des
kraiſers Mutſuhito eingetretene Thronwechſel die inter=
In ationale Politik des oſtaſiatiſchen In=
ſtelreiches
beeinfluſſen wird, läßt ſich vorläufig nicht
bsſtimmt ſagen, doch iſt wohl anzunehmen, daß ſie kaum
lerne weſentliche Veränderung zu erwarten hat nach all
den Erfolgen, die ihr geblüht haben.
Unter der Regierung des verſtorbenen Kaiſers iſt
apan bekanntlich aus ſeiner früheren Abgeſchloſſenheit
berausgetreten; ausländiſche Staaten haben ſich in dem
Inſelreiche Eingang verſchafft, und andererſeits ſind
Dapaner in ſtets wachſender Zahl nach Europa gekom=
men
, um die Errungenſchaften weſtlicher Kultur ſich zu
ſley gen und damit ihrem Vaterlande zugänglich zu
machen. Nachdem in den fünfziger Jahren des letzten
J ahrhunderts Nordamerika, England, Frankreich, Hol=
llund
und Rußland mit Japan in Handelsbeziehungen
getreten waren, geſchah dies auch ſeitens Deutſch=
llands
, und am 11. Dezember 1859 ging ein preußiſches
G eſchwader von Neufahrwaſſer nach Oſtaſien ab in der
lantsgeſprochenen Abſicht, in erſter Linie Deutſchland den
lsettbewerb, den die übrigen Seemächte in
Iapan begonnen hatten, gleichfalls zu ermöglichen.
llei ie Expedition ſollte nicht ausſchließlich preußiſchen,
Aſundern den geſamten deutſchen Intereſſen dienen und
dem Zollvereinshandel einen neuen Abſatzmarkt öffnen,
zin welchem Zwecke ihr eine ſorgfältige Auswahl deut=
ſcher
Erzeugniſſe mitgegeben wurde. Der Erfolg blieb
nicht aus, eine im Jahre 1862 in Deutſchland weilende
ic paniſche Geſandtſchaft knüpfte offizielle Beziehungen
am, und ſpäter ſchloß Preußen für ſich und den Zoll=
veerein
einen Handelsvertrag ab, der uns die=
ſalben
Vorteile ſicherte, die ſchon die obengenannten
lettaaten in Japan genoſſen. Dieſer erſte Vertrag hatte
Japan eigentlich nur Pflichten auferlegt und wenig
Rechte gewährt, da es ja noch als inferiorer Staat galt.
Ait dem Aufſchwunge aber, den das Land nahm, war es
ganz erklärlich, daß ſich in Tokio der Wunſch nach einem
ſſamnderen Vertrage, in welchem namentlich die Konſular=
Agerichtsbarkeit ausgemerzt wurde, bemerkbar machte.
Eün im Jahre 1889 zwiſchen der deutſchen und der japa=
niſchen
Regierung vereinbarter neuer Vertrag ſtieß
ſawer in Japan auf heftigen Widerſtand und trat nicht
in Kraft, erſt im Jahre 1896 kam ein ſolcher zuſtande,
der den berechtigten japaniſchen Intereſſen Rechnung trug,
wofür Japan ſich verpflichtete, ſein ganzes Gebiet den
Ausländern zu öffnen. Dieſem Vertrage iſt im letzten
Jahre ein neuer gefolgt, in welchem der Uebergang des
Iriſelreiches zur Hochſchutzzollpolitik Ausdruck fand.
In der Entwickelung Japans hat Deutſch=
Alund eine ganz beſondere Rolle geſpielt, und es erfreute
Aſich dort einer außergewöhnlichen Beliebtheit. Deutſch=
Aland war hauptſächlich das Ziel vieler Japaner, die bei
ums auf den verſchiedenſten Gebieten zu lernen ſuchten.
Tüe japaniſche Armee iſt vollſtändig nach deutſchem
Muſter organiſiert und ausgebildet; auch an der geiſti=
gen
Regeneration hat die deutſche Wiſſenſchaft ganz her=
sorragenden
Anteil gehabt, die moderne ärztliche Kunſt
Japan iſt faſt ausſchließlich aus deutſchen Hörſälen
umd Kliniken hervorgegangen. Im japaniſchen Er=
ziehungsweſen
, im Verkehrsweſen, überall begegnet man
dam deutſchen Vorbilde Die neue bürgerliche und die

Handelsgeſetzgebung Japans iſt nach deutſchem Muſter
eingerichtet, das ja auch für viele Zweige der japaniſchen
Verwaltung maßgebend wurde. Alles dieſes wurde in
Japan dankbar anerkannt, man wußte es auch zu wür=
digen
, daß Deutſchland in erſter Reihe für die Auf=
hebung
der Exterritorialität der Ausländer eingetreten
war. Wir würden auch heute noch den erſten Platz im
Herzen der Japaner einnehmen, wenn nicht die im Ver=
ein
mit Frankreich und Rußland von Deutſchland unter=
nommene
Intervention gegen die im Vertrage von
Shimonoſeki feſtgeſetzte Abtretung der Halbinſel Liao=
tung
an Japan einen Umſchwung in den Gefühlen für
uns hervorgerufen hätte. Daß Rußland bald darauf
Port Arthur und wir Kiautſchou pachteten, wirkte
nicht verſöhnlicher, und es hat ſehr lange gedauert, bis
die ernſtliche Verſtimmung gegen Deutſchland, die uns
manche wirtſchaftlichen Nachteile zufügte, nach und nach
ſchwand. In den letzten Jahren ſind die Beziehungen
wieder herzlicher geworden, und dieſe zu pflegen und
uns dadurch den uns gebührenden Platz an der oſtaſiati=
ſchen
Sonne zu ſichern, iſt eine der wichtigſten Aufgaben
der deutſchen Diplomatie namentlich angeſichts der
noch in China zu erwartenden Ereigniſſe.
Zur Pflege der Handelsbeziehungen zwi=
ſchen
Deutſchland und Japan beſteht ſeit An=
fang
1911 in Berlin ein deutſch=japaniſcher Ver=
kehrsausſchuß
, und im Sommer vorigen Jahres
wurde in Tokio eine neue deutſch=japaniſche Geſellſchaft
unter Mitwirkung des Fürſten Katſura und vieler an=
derer
hervorragender Männer Japans begründet zu dem
ausgeſprochenen Zweck einer Vertiefung der freund=
ſchaftlichen
, wiſſenſchaftlichen und ſozialen Beziehungen
zwiſchen beiden Ländern.

Ein Gleichnis über die Lage in China.

* Die in Schanghai erſcheinende Schipau brachte
vor kurzem in ihrem Unterhaltungsteil die folgende Pa=
rabel
, die politiſche Wahrheiten enthält, die
aber, in Leitartikeln darzuſtellen, ein Teil der chineſiſchen
Preſſe noch nicht den Mut findet.
Was ein Tonfigurenverkäufer erzählt.
In einer Straße pflegt ein Handwerker, der es mei=
ſterbaft
verſteht, niedrige Figuren aus Ton zu verfer=
tigen
, ſeine Erzeugniſſe auszuſtellen. Jeder, der die Fi=
guren
ſieht, geré: in Entzücken. Denn die Farve und
Züge des Geſichts, die gemalten Kleider ſind von ſel=
tener
Naturtreue; meiſt ſtellen die Figuren berühmte
Männer aus alten Zeiten dar Die Geſchicklichkeit des
Handwerkers iſt ſo weit berühmt, daß ſich ſtets vor ſei=
ner
Werkſtatt ein großer Volkshaufe anſammelt, um ſeine
Fertigkeit zu bewundern. Ich kaufte eine der entzücken=
den
Figuren; ſie ſtellte deir trefflichen Staatsbeamten
und Gelehrten Wangſchetſchi aus der Tſindynaſtie (um
300 v. Chr.) dar Dann machte ich mich mit der Figur
auf den Heimweg. Unterwegs war ich nicht vorſichtig
und ließ die Figur fallen; ſie zerſchellte krachend auf dem
Boden. Von dem ſchönen entzückenden Aeußeren, 68.
dem ich vorher ſo geblendet wurde, war nichts mehr) a
ſehen. Nur Lehm, Schmutz und allerlei Unrat lag auf
der Stelle, wo die Figur entzwei ſchlug. Darüber war
ich aufs höchſte erſtaunt und ging eilig zu dem Hand=
werker
zurück den ich ob ſeines Betruges zur Rede
ſtellte. Der Handwerker aber lachte und ſprach:
Betrug und Falſchheit ſind auf dieſer Erde nicht
gering. Weshalb willſt du mich armen Handwerker des
Betrugs bezichtigen. Denke einmal tief über deine An=
klage
nach und du wirſt mir recht geben müſſen, daß ich
nicht betrügeriſch handelte. Blicke doch nur auf unſere
ſtolzen Landsleute, wie ſie ſich in ihren prunkenden Ge=
wändern
bewegen, wie alles nach äußerem Schein ſtrebt,
wenn auch der innere Kern faul und zernagt iſt Gleicht
dies nicht meiner Tonfigur? Wie leicht wurden von
der Geſellſchaft der Autoritätsverwerfer die Mandſchu
über den Haufen gerannt. Wie ein geſchäftiger Bienen=
ſchwarm
tauchten Tauſende neuer Männer, die Reform=
kräſte
in ſich zu haben glaubten, auf, wenn es auch noch
Männer gibt, die in ſelbſtloſer Zurückgezogenheit, wie
der große der Hſiadynaſtie, auf Rang und Würde
verzichten. Neun Monate ſind ſeit der Revokution ins
Land gegangen, und noch immer iſt die Lage im Innern
nicht gefeſtigt Der Miniſterpräſident iſt davongelanfen:
von allen Seiten wird die Lage gefährdet. Sie gleicht
einem Vogelneſt auf ſchwankendem Baum, deſſen junge
Brut vernichtet wird, wenn der Wind das Reſt herunter=
weht
. Wohin man blickt, herrſcht Chaos. Auch nicht eine
Regierungsangelegenheit iſt zur Zufriedenheit des Vol=
kes
durchgeführt. Und gleicht dies nicht auch der Ton=
figur
, wenn man 9 Monate zurückdenkt wo die neue
Ordnung verkündet wurde? Man ſagt zwar heute noch
ſtolz: Die Mandſchu ſind verdrängt, kräftige Männer
ſtehen an der Spitze des Reiches. Das Alte veraina; es
wird Grund zu Neuem gelegt. Wenn erſt das Schlechte

vollends ausgeſchieden und das Gute zurückbehalten iſt,
dann wird das Reich blühen. Man ſagt, die fünf Erd=
teile
hegten für China Sympathie, die zehntauſend Staa=
ten
wünſchten dem Reich Wohlergehen. Das klingt ſchön.
Aber blicke auf unſere Beamten, die ſich äußerlich als
große Könner gebärden. Will nicht jeder von ihnen
nach eigenem Gutdünken handeln, weil er glaubt, daß
nur ſeine Methode die beſte wäre um China zum Reich=
tum
und zu Taten zu führen? Was den Beamten aber
fehlt, iſt die Zuſammenarbeit für ein gemeinſames, feſtes
Ziel. Trifft dieſer. Vergleich nicht auch auf meine Ton=
figur
zu? Werden nicht nach außen ſchöne Worte gere=
det
, und wie ſteht es mit dem Innern? Die Republik iſt
errichtet; das alte Regiment iſt geſtürzt. Die beſten der
Vertreter des Volkes ſtehen aufrecht und gerade im geſetz=
gebenden
Ausſchuß wie Bäume im Walde. Dieſe Män=
ner
ſollen die Bürgſchaft für die Blüte des Reiches ſein.
Nach außen gewährt der geſetzgebende Ausſchuß ein ſchö=
nes
Vild. Aber ſchaue im Innern; iſt dort der Hader
der Parteien nicht ebenſo ſchmutzig wie das Innere mei=
ner
äußerlich ſchönen Lehmfigur? Es heißt: Nord und
Sid ſind geeint. Ein ſchönes Wort. Ein Teil des Vol=
kes
(wörtlich: ein dummer Mann, eine dumme Frau, ein
unwiſſendes Kind und die Greiſe) deutet mit den Fin=
gern
ſelbſtzufrieden auf das Hirn und erfreut ſich des
ſcheinbarcn Friedens. Aber haben in Sutſchau und
Peking nicht die Soldaten gemeutert? Können nicht
täglich überall neue Meutereien ausbrechen? Die Ord=
nung
des Volkes iſt geſtört; die Armen ſchlafen auf nack=
ter
Erde Wo ſind die Beamten, die helfen? So, nun
darfſt du nicht mehr ſagen, ich ſei ſchlecht. Blicke nur
auf die Lage im Reich.
Ich konnte keine Antwort auf die Worte des Hand=
werkers
finden. Ich dachte im Stillen nach und mußte
ihm Recht geben. Als ich den Handwerker ſo geiſtvoll
ſprechen hörte, wurde ich unwillkürlich an Tunafang=
tſcheng
aus der Hſiandynaſtie erinnert, der ein Meiſter im
Erzählen von Parodien auf das Reich war.

Deutſches Reich.

Deutſchland und England. Nach einer
Meldung der Agence Fournier aus London iſt am
Dienstag im Unterhauſe des Komitee für auswärtige
Angelegenheiten der liberalen Partei zuſammengetreten.
Es wurde eine Reſolution angenommen, in der die Re=
gierung
über die Wichtigkeit notwendiger Maßregeln
aufmerkſam gemacht wird, die erforderlich ſeien, um den
ſchlechſten Eindruck zu verwiſchen, der in Deutſchland
wegen der Haltung Englands dem Deutſchen Reiche ge=
genüber
vorhanden iſt. Das Komitee iſt der Anſicht,
daß die Berechtigung des Wunſches Deutſchlands, eine
Kolonialmacht zu werden, anerkannt werden muß. Eng=
land
müſſe es als ſeine Aufgabe zu betrachten haben,
dieſer Nation zu zeigen, daß das Beſtehen eines herz=
lichen
Einvernehmens in keiner Weiſe herzliche Be=
ziehungen
zwiſchen den beiden europäiſchen Mächtegrup=
pen
ausſchließt. Das Komitee hat einen weiteren Be=
ſchluß
gefaßt, in dem es ſein Bedauern und ſeine Be=
fürchtungen
über die gegenwärtige Lage in Perſien zum
Ausdruck bringt.
Franzöſiſche Quertreibereien. Berner
und Züricher Blätter melden, daß bei den Schweizer
Banken ſtarke Rückgänge in den Depotgeldern franzö=
ſiſcher
Kapitaliſten ſtattfinden ſollen, bei einer Züricher
Großbank allein bereits in Höhe von 9 Millionen Frs.
Als Grund für dieſes Vorgehen franzöſiſcher Kapitaliſten
wird die Abſicht angegeben, gegen den Beſuch Kaiſer
Wilhelms zu demonſtrieren.
Die Zukunft Deutſch= Südweſt=
afrikas
. Staatsſekretär Dr. Solf ſagte bei einem ihm
zu Ehren veranſtalteten Bankett im Deutſchen Klub zu
Johannesburg, er kehre mit der Gewißheit nach Deutſch=
land
zurück, daß Deutſch=Südweſtafrika eine große Zu=
kunft
habe. In Britiſch=Südafrika habe er geſehen, wie
die Zukunft Deutſch=Südweſtafrikas ſein werde. Dr.
Solf betonte den Wert harmoniſcher Beziehungen zwi=
ſchen
der deutſchen Kolonie und der ſüdafrikaniſchen
Union.
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe.
Der Deutſche Handwerks= und Gewerbekammertag hat
in einem umfaſſenden Gutachten die Wünſche des Hand=
werks
geäußert zu dem Entwurf eines Geſetzes betreffend
die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Darin ſpricht
ſich der Kammertag im allgemeinen nicht gegen eine ge=
wiſſe
Beſchränkung der ſonntäglichen Verkaufszeit aus,
hält aber eine weitgehende Berückſichtigung der beſon=
dern
Verhältniſſe im Handwerk für notwendig. So be=
zeichnet
er es z. B. als unumgänglich erforderlich, für
Orte, in denen die Bevölkerung aus der weitern Um=
gegend
an Sonn= und Feſttagen die offenen Verkaufsſtel=

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 179.

len aufzuſuchen genötigt iſt, eine Beſchäftigung, nicht
wie es der Geſetzentwurf vorſieht, bis zur Dauer von
vier Stunden, ſondern bis zu fünf Stunden zuzulaſſen.
Schließlich empfiehlt das Gutachten, vor der Feſtſtel=
lung
von Ausnahmen von der Regel vorher die zuſtän=
dige
Standesvertretung, die Handels=, Handwerks= oder
Gewerbekammer zu hören. Außerdem iſt der Kammer=
tag
der Meinung, möglichſt die Verſchiedenartigkeit der
Verhältniſſe in den einzelnen Gewerben und Gegenden
zu berückſichtigen, da die Regelung der Sonntagsruhe
keine ſchematiſche Ordnung vertrage.
Kündigung der vereinbarten Ver=
bands
=Gütertarife ſeitens Rumäniens.
Man ſchreibt uns: Der Verband Südweſtdeutſcher In=
duſtrieller
(Verband Badiſcher Induſtrieller, Sektionen
Rheinpfalz, Rheinheſſen und Elſaß=Lothringen) richtete
am 24. Juni d. J. an das Kaiſerliche Auswärtige Amt,
an das Reichsamt des Innern und an die ſüddeutſchen
bundesſtaatlichen Regierungen in obiger Angelegenheit
dringende Vorſtellungen. Er wies darauf hin, daß
Rumänien, das mit aller Macht dahin ſtrebt, ſich eine
eigene Induſtrie zu ſchaffen, obwohl im Lande ſelbſt viel=
fach
die hierfür nötigen Vorausſetzungen fehlen, die ver=
traglich
vereinbarten Ermäßigungen der Güter=Tarife für
den Verkehr Deutſchlands mit Rumänien auf den 1. Juli
ds. Js. kündigen wolle. Bisher beſtanden, ſo hieß es
in den Eingaben, bekanntlich auf Grund einer zwiſchen
Deutſchland, Oeſterreich=Ungarn und Rumänien im
Eiſenbahnverkehr getroffenen Vereinbarung Ausnahme=
tarife
für eine große Zahl von Erzeugniſſen, durch
welche der deutſche Export nach Rumänien weſentlich er=
leichtert
wurde. Die ermäßigten Tarife galten natürlich
aber auch für beide Parteien, ſodaß nicht nur der deutſche
Export nach Rumänien, ſondern auch umgekehrt der
rumäniſche Export nach Deutſchland eine beträchtliche
Verbilligung erfuhr. Durch die Kündigung der Ver=
bands
=Gütertarife ſeitens Rumäniens würden daher
namentlich auch die Tarifermäßigungen für die Erzeug=
niſſe
der ſüdweſtdeutſchen Maſchinen=Induſtrie, der ſüd=
weſtdeutſchen
Walzwerke, der ſüdweſtdeutſchen Röhren=
Induſtrie etc, beim Export nach Rumänien in Wegfall
kommen, falls es dem Kaiſerlichen Auswärtigen Amt
nicht gelingen ſollte, Rumänien zu einer Zurücknahme
der Kündigung zu bewegen, oder neue tarifliche Ver=
einbarungen
mit Rumänien deutſcherſeits zu treffen.
Den erfreulichen energiſchen Vorſtellungen der Reichs=
regierung
iſt es nunmehr zunächſt gelungen, wie uns der
Verband Südweſtdeutſcher Induſtrieller mitteilt, einen
Aufſchub der rumäniſcherſeits geplanten Maßnahme zu
erzielen; denn nach einer Mitteilung der Kaiſerlich
Deutſchen Geſandtſchaft in Bukareſt hat die General=
direktion
der rumäniſchen Staatseiſenbahnen ihr Ein=
verſtändnis
damit erklärt, daß die Aufhebung der Aus=
nahmetarife
3 (für Eiſen und Eiſenwaren), 4 (für Ma=
ſchinen
) nicht zum 1. Auguſt ds. Js., ſondern zum 1.
Januar n. Js. veröffentlicht werden ſoll.

Ausland.

Italien.
Frieden mit der Türkei? Einer Meldung
aus Rom zufolge beſprachen 50 Deputierte, die anläßlich
der Kirchenfeier am Jahrestage der Ermordung König

Humberts in der Hauptſtadt eintrafen, die Frage des
Friedensſchluſſes mit der Türkei. Allgemein hörte man
die Anſicht, daß ein Friedensſchluß nahe bevorſtehe. Man
erzählte ſich, daß der Miniſterpräſident vor wenigen Ta=
gen
zu einem Deputierten geſagt hat: der Olivenzweig
beginne wieder zu grünen. Auch wies man darauf hin,
daß Giolitti kürzlich eine längere Unterredung mit dem
öſterreichiſch=Ungariſchen und dem ruſſiſchen Botſchafter
im Quirinal hatte.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen Verhand=
lungen
. Das Echo de Paris ſchreibt über die noch
immer dauernden Verhandlungen zwiſchen Frankreich
und Spanien: Man hat es peſſimiſtiſch gefunden, daß
wir vor ungefähr zwei Wochen eine noch lange Dauer
der Verhandlungen zwiſchen Frankreich und Spanien in
Ausſicht ſtellten. Unglücklicherweiſe ſcheinen unſere Pro=
phezeiungen
jedoch nicht übertrieben geweſen zu ſein
Es herrſcht noch kein Einverſtändnis über die Frage der
Franziskaner, über die Frage des Khalifats und über
die Frage der Grenzen am Muluya. Endlich iſt auch
das künftige internationale Statut für Tanger noch nicht
fertig. Unter dieſen Umſtänden ſcheint es ſchwierig, daß
alles, wie man es gewünſcht hatte, beendet ſein wird.
bevor Miniſterpräſident Poincaré ſich nach Petersburg
begibt. Während ſeiner Abweſenheit werden die Ver=
handlungen
unter der Leitung ſeines Stellvertreters
Herrn Briand fortgeſetzt.
Frankreichs Beziehungen zu Kanada.
Bei dem Feſtmahl, welches das Komitee France= Améri=
que
zu Ehren der in Paris anweſenden kanadiſchen
Miniſter gab und an dem auch Miniſterpräſident
Poincaré teilnahm, wurden in mehreren Reden die
gegenſeitigen Sympathien beider Länder betont und auf
die Stammesverwandtſchaft beider Völker ſowie auf die
franzöſiſch=engliſche Entente hingewieſen. Der kanadiſche
Premierminiſter Pelletier ſagte, die Kanadier ſeien nicht
nach Paris gekommen, um hier Geſchäfte zu machen. Wir
werden unſere rechte Hand vertrauensvoll in die Hand
Englands legen und unſere Linke wird die Hand Frank=
reichs
drücken. Poincaré erklärte in ſeiner Rede, das
Mißverſtändnis zwiſchen Frankreich und England ſei jetzt
verſchwunden; es herrſche ein glückliches Einvernehmen
zwiſchen den beiden Nationen. Es ſei darum heute für
Kanada und Frankreich noch leichter, ihrer vielhundert=
jährigen
Freundſchaft Ausdruck zu verleihen.
Türkei.
Die Verleſung der Regierungser=
klärung
in der Kammer. Kurz vor Beginn der
Dienstag=Sitzung der Kammer entfernten ſich die Trup=
pen
, die vor dem Eingang des Parlamentsgebäudes auf=
geſtellt
waren, deren Gegenwart die Veranlaſſung von
Klagen der Deputierten gegeben hatte. Die Sitzung
wurde gegen 1 Uhr eröffnet. Alle Mitglieder des Kabi=
netts
waren anweſend.
Der Großweſir verlas ſodann das Programmatiſche
der Regierungserklärung, in der hervorgehoben wird,
daß die Regierung die Macht inmitten großer Schwierig=
keiten
und in einem kritiſchen Augenblick der türkiſchen
Geſchichte übernahm. Es wird die Hoffnung ausgedrückt,
daß die Nation die Aufgabe der Regierung durch ruhige
Haltung unterſtütze. Als Urſache der gegenwärtigen
Lage werden folgende vier Punkte bezeichnet: Erſtens
ungeſetzliche Eingriffe und Umtriebe von Beamten bei

den Wahlen, zweitens Eintritt von Offizieren und Be= in verſchiedene politiſche Parteien, drittens Ver=
letzung
der Geſetze, die über die Beſetzung öffentlichen
Stellen beſtehen, viertens in der Anwendung von Mit=
teln
, die mit dem konſtitutionellen Prinzip und der Ver=
faſſung
nicht zu vereinbaren ſind. Die Erklärung teilt mit:
die Regierung ordnete eine Unterſuchung der Wahlen
an und werde ſich nach dem Ergebnis derſelben richten,
Um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu zerſtreuen,
werde die Regierung jede ungeſetzliche Einmiſchung im
die öffentlichen Angelegenheiten zu verhindern ſuchen,
Ueber den Krieg mit Italien und die auswärtige Politik
ſagt die Regierungserklärung: Wie Sie wiſſen, führe
wir ſeit zehn Monaten Krieg mit Italien. Wir ſchätze
die außerordentlichen Opfer der Truppen und einge=
borenen
Mitkämpfer, unſerer Brüder in Tripolis und
Benghaſi für die Verteidigung des Vaterlandes hoch
ein. Wir werden mit göttlichem Beiſtand und Unter
ſtützung der Opferwilligkeit der ottomaniſchen Nation
fortfahren, unſer Recht zu verteidigen, bis die Grund=
lagen
für den Frieden gefunden ſein werden, die mit
unſeren Rechten, unſerer Ehre und unſerer Würde ver=
einbar
ſind. Was die auswärrige Politik anbetrifft, ſe
werden wir die unmittelbar nach der Aenderung des
Regimes eingeleitete Politik nachdrücklich fortſetzen, die
bis Ende 1909 mit vielem Erfolg befolgt und mehrmals
von der Kammer gebilligt worden iſt, weil ſie dene=
fühlen
und den Intereſſen der ottomaniſchen Nation en=
ſpricht
und von den Großmächten gut aufgenommen
wird. Die Grundlage unſerer Beziehungen zu allen
Mächten iſt Aufrichtigkeit.
Nach Verleſung der Regierungserklärung begam
eine lebhafte Geſchäftsordnungsdebatte. Die Kammn
beſchloß darauf die Sitzung bis zur Drucklegungden
Regierungserklärung aufzuheben. Um 5 Uhr wurde
Sitzung wieder aufgenommen. Da ſich die Debatte
die Länge zu ziehen drohte, erklärte Huſſein Hilm
Paſcha im Namen des Kabinetts, eine lange Diskuſſic
ſei überflüſſig. Das Kabinett, das der Sitzung mit An
nahme des Kriegsminiſters und Kiamil Paſchas vollzät
lig beiwohnte, zog ſich zur Beratung zurück. Die Sitzun
wurde unterbrochen. Die Unterbrechungen der Sitzun
waren durch leidenſchaftliche Erörterungen in
Wandelgängen ausgefüllt. In der erſten Pauſe trat
jungtürkiſche Partei zuſammen und erörterte die Lag
und beſchloß, der Regierung ein Tadelsvotum zu
teilen. Während der zweiten Pauſe vollzog ſich ind
ein Umſchwung in der Stimmung, der für die Regierun
eine Mehrheit von 113 gegen 45 Stimmen herbeiführt
In parlamentariſchen Kreiſen heißt es, die Regierung
halte die Majorität nicht für ausreichend und werde
ihre Demiſſion geben.
Vereinigte Staaten.
Maßregeln gegen mexikaniſche Rebe
len. Staatsſekretär Knox teilte dem Führer der mexis
kaniſchen Rebellen, General Orozco mit, daß die Ueber=
fälle
und Angriffe auf Amerikaner und amerikaniſches
Eigentum in Nordamerika ſofort aufhören müßten, oder
die Vereinigten Staaten würden vorbeugende Maßregeln
ergreifen. Der Präſident Madero erklärte, es ſeien bez
reits Truppen nach dem Norden Mexikos abgeſandt
worden, um die Unruhen zu unterdrücken. Wie
weiter gemeldet wird, beabſichtigen die Vereinigten
Staaten gegenwärtig keine bewaffnete Intervention in
Mexiko. Mit der Warnung an den Rebellenführer Orozco
haben die Vereinigten Staaten nur die Warnung der
Beeinträchtigung amerikaniſcher Bürger wiederholt, die

Himmelserſcheinungen im Auguſt.

A. K. Schon um einen recht erheblichen Betrag nimmt im
Laufe des Monats Auguſt die nördliche Abweichung der
Sonne vom Aequator ab, während ſie am 1. noch 180
4 16.0 beträgt, hat ſie am 31. nur noch den Wert 80 42
20.3. Die Mittagshöhen der Sonne vermindern
ſich dementſprechend für den Parallel von 54 ( Norddeutſch=
land
) von 54 am 1. auf 44¾ am 31., für den Parallel
von 510 (Mitteldeutſchland) von 570 am 1. auf 47½‟ am 31.
und für den Parallel von 48' (Süddeutſchland und Oeſter=
reich
, etwa die Breite von Wien) von 60 am 1. auf 50½0
am 31. Auguſt. Daraus ergibt ſich eine Abnahme der
Tageslänge im nördlichen Deutſchland von 15½ auf
13¾ Stunden, im mittleren Deutſchland von 15½ auf 13½
und im ſüdlichen Deutſchland, in der Schweiz und in
Oeſterreich von 15 auf 13½ Stunden. Durch die Morgen=
und Abenddämmerung, deren Dauer im Auguſt ebenfalls
ſchon weſentlich kürzer wird, erfährt die Tageshelligkeit
im Norden zuerſt noch eine Verlängerung von beinahe 1¾,
zuletzt nur eine ſolche von kaum 1½ Stunden; im Süden
beträgt dieſe Verlängerung anfangs noch 2, am Schluſſe
nur 14 Stunden.
Mit dem Uebertritt der Sonne aus dem Kalender=
zeichen
des Löwen in das der Jungfrau am 23. Auguſt,
um 2 Uhr nachmittags, erreicht die Zeit der Hundstage,
die am 23. Juli begonnen hat, ihr Ende. Der Hundsſtern,
d. i. der Sirius, dem ſie ihren Namen verdankt, geht nun
vor der Sonne (heliakiſch) immer früher auf, um in den
Wintermonaten während des größten Teiles der Nacht
den ſüdlichen Himmel zu ſchmücken.
Der Geſtaltwechſel des Mondes vollzieht ſich im
Auguſt zu folgenden Zeiten: Letztes Viertel am 6., um
5 Uhr 18 Min. vormittags, Neumond am 12., um 8 Uhr
58 Min. nachmittags, Erſtes Viertel am 19., um 5 Uhr
57 Min. nachmittags, und Vollmond am 27., um 8 Uhr
59 Min. nachmittags. Der Mond befindet ſich am 12
Auguſt, um 10 Uhr 6 Min. vormittags, in Erdnähe bei
einem Abſtande von 56.05 Erdhalbmeſſern à 6378 Kilo=
meter
und am 25. Auguſt, um 9 Uhr 6 Min. vormittags,
in Erdferne bei einem Abſtande von 63.68 Erdhalbmeſſern.
Sternbedeckungen des Mondes finden im Auguſt nicht
ſtatt, dagegen nähert ſich der Mond dreimal ſehr hellen
Fixſternen bis auf einen geringfügigen Abſtand, nämlich
am 8., um 11 Uhr abends dem Sterne Beta des Stiers
(der abnehmende Mond iſt nur morgens ſichtbar), am 17.
um 3 Uhr vormittags dem Sterne Alpha der Jungfrau,
Spica (der zunehmende Mond iſt nur abends ſichtbar),
und am 20., um 5 Uhr nachmittags dem Sterne Alpha des
. Antares (dieſe Kenjunktion iſt gut ſichthar)

Die Beobachtung der großen Planeten geſtaltet
ſich im Auguſt noch weiter ziemlich ungünſtig, auch Jupiter
ſt nur noch am frühen Abendhimmel ſichtbar, dagegen
ſtrahlt Saturn reichlich die ganze zweite Nachthälfte hin=
durch
am öſtlichen und ſüdlichen Firmament. Merkur,
der am 22. Auguſt, um 10 Uhr vormittags, ſeine untere
Sonnenkonjunktion durchläuft, bleibt verborgen. Er nähert
ſich der Erde von 0.77 auf 0.74 Erdbahnhalbmeſſer à 149.48
Millionen Kilometer; ſein ſcheinbarer Durchmeſſer erreicht
zur Zeit der Sonnenkonjunktion den Wert 10.8.
Venus, die erſt am 6. Juli in oberer Sonnenkonjunktion
ſtand, bleibt ebenfalls in der Dämmerung verborgen. Ihre
Entfernung von der Erde nimmt von 1.71 auf 1.64 Erd=
bahnradien
ab, woraus eine Vergrößerung ihres ſchein=
baren
Durchmeſſers von 9.8 auf 10.2 folgt. Am 11.
Auguſt, um 8 Uhr vormittags, hat Venus mit Regulus
(Alpha des Löwen), dem ſie ſich bis auf 1 3' nördlich
nähert, Konjunktion. Mars weilt im Bilde des =
wen
in der hellen Abenddämmerung, iſt daher unſichtbar.
Sein Erdabſtand wächſt von 2.44 auf 2.54 Einheiten ( Erd=
bahnradien
), und ſein Scheibendurchmeſſer beſitzt nur den
Wert 3.8 und 3."7. Jupiter geht im Bilde des
Skorpions täglich früher, am Monatsſchluſſe bereits
gegen 10 Uhr abends im Südweſten unter; in der letzten
Woche kulminiert er ſchon gegen 6 Uhr abends, doch wegen
ſeiner ſtark ſüdlichen Deklination (faſt 21) in geringer
Höhe. Am 30. Auguſt, um 1 Uhr nachmittags, befindet
er ſich in Quadraturſtellung zur Sonne. Seine Entfernung
von der Erde nimmt von 4.77 auf 5.22 Einheiten zu, ſein
ſcheinbarer Durchmeſſer von 41.8 auf 38.2 ab. Trotz der
ungünſtigen tiefen Stellung Jupiters während der dies=
jährigen
Oppoſition iſt doch der ſogenannte Rote Fleck in
ſeiner ſüdlichen Aequatorialzone mehrfach beobachtet und
gemeſſen worden. Es iſt dabei auch die ſchon lange be=
kannte
Beſchleunigung im Vorrücken des Roten Flecks auf
der Oberfläche des Planeten wieder beſtätigt worden. Am
20. Auguſt, um 2 Uhr nachmittags, hat der Mond mit Ju=
piter
Konjunktion, man erblickt daher am Abende das noch
erheblich ſüdlicher ſtehende Erſte Viertel ſchon ſüdöſtlich
vom Jupiter. Saturn, der in den nächſten Monaten
am vorteilhafteſten zu beobachtende Planet, erſcheint im
Bilde des Stiers anfänglich gegen Mitternacht, zu=
letzt
bald nach 10 Uhr abends über dem nordöſtlichen Ho=
rizonte
, um gegen Monatsſchluß ſchon um 6 Uhr früh zu
kulminieren. Infolge ſeiner ſtark nördlichen Deklination,
am 1. 18 40', am 31. 18 54' beſchreibt er ſehr hohe
Bogen am nächtlichen Himmel im mittleren Deutſchland
kulminiert er in 58 Höhe. Am 27. Auguſt, um 11 Uhr
vormittags gelangt Saturn in Quadraturſtellung zur
Sonne. Sein Abſtand von der Erde vermindert ſich von
9.46 auf 8.97 Einheiten, während ſein Scheibendurchmeſſer
von 17.2 auf 18.1 wächs. Die große Achſe ſeiner von

Süden aus ſichtbaren, jetzt ſchon ſehr weit geöffneten
Ringellipſe mißt Mitte des Monats 40.8, die kleine Achſe
17.2, die ſcheinbare Breite des Ringſyſtems erreicht alſo
faſt die des Saturnkörpers. Am 7. Auguſt, um 6 Uhr nach=
mittags
, hat der Mond mit Saturn Konjunktion; nach
Aufgang der Geſtirne vor Mitternacht weilt das Letzt
Viertel ſchon nordöſtlich vom Saturn. Uranus, rüch
läufig im Steinbock kulminiert abends zuerſt um 11
zuletzt ſchon um 9½ Uhr in geringer Höhe über dem Ha=
rizont
, iſt daher im Fernrohre mehrere Stunden as
Sternchen 5. Größe zu beobachten. Seine Oerter ſind
am 1. Auguſt AR (Rektaſzenſion) 20h 14m 10s und
(Deklination) 20 30 am 31. Auguſt AR 20h 9m45
und D 20% 43'. Die Erde entfernt ſich vom Uranus
von 18.77 auf 18.97 Einheiten; der ſcheinbare Durchmeſſel
des Planeten iſt 4.4, zuletzt nur 4.3. Neptun gehl
im Bilde der Zwillinge morgens immer früher im Nord=
oſten
auf; er kulminiert in bedeutender Höhe anfangs kunz
nach 11 Uhr, ſchließlich kurz nach 9 Uhr vormittags. Seine
Oerter ſind für ſtärkere, parallaktiſch montierte Inſtru=
mente
am 1. Auguſt AR 7h 43m 37s und D 208
am 31. Auguſt AR 7h 47m 48s und D 20% 38. Sein
Erdabſtand vermindert ſich von 30.96 auf 30.71 Einheiten,
ſein ſcheinbarer Durchmeſſer beträgt nur 2.5.
Der Glanz des Fixſternhimmels nimmt im
Auguſt mit der Dunkelheit und Dauer der Nächte zu, muk
im letzten Drittel wirkt das Licht des zunehmenden Mon
des abends ſtörend. Richten wir unſeren Blick gegen0
Uhr nach oben, ſo ſehen wir die ſchimmernde Sternen=
ſpirale
unſeres ungeheueren galaktiſchen Syſtems,die
Milchſtraße, von Nordnordoſten nahe am Zenit vorh
zum Südſüdweſten ziehen; ihren Weg ſchmücken in
ſelben Richtung die Bilder Fuhrmann mit Capella u
Perſeus mit Algol, höher im Nordoſten das W
Caſſiopeja und Cepheus beim Zenit Schwan mit
Deneb und Leier mit Wega, dann abwärts zum Süden=
Adler mit Atair, Schlangenträger und Schlange‟
endlich am Horizont Schütze und Skorpion mit An=
tares
. Hoch im Oſten ſteht der Pegaſus im Nordoſten
unter der Caſſiopeja die Andromeda mit dem großen
Spiralnebel, einem anderen fernen Milchſtraßenſyſtem,
und am Horizont der Widder Am Weſthorizont funkelt
Spica in der Jungfrau darüber Arctur im Bootes
und wieder nahe darüber die diademgeſchmückte Krone.
Den Zwiſchenraum zwiſchen dieſer und der Leier (beim
Zenit) füllt der Herkules aus. Den nördlichen Him=
melspol
bezeichnet der Polarſtern im Kleinen Bären
darunter im Nordweſten breitet ſich der Große Bär
mit ſeinen ſieben Hauptſternen aus, und tief am Horizonte
tauchen gerade die Geſtirne des Löwen mit Regulus,
dem Königlichen, hinab.

[ ][  ][ ]

Nummer 179.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Seite 3.

Abe am 14. April ſowohl der mexikaniſchen Regierung wie
den Rebellen hatten zugehen laſſen.
China.
Gründung einer neuen Bank. Sunyatſen
und General Huangſing, der frühere Kommandant von
Ranking, die beide ſeit einigen Wochen in Schanghai
neilen, ſtellten das Programm für die Gründung der
Assoreign and Chineſebank feſt. Das Kapital von zwei
Millionen Pfund Sterling iſt bereits, wie gemeldet, in
geineſiſchen Shares gezeichnet. Man glaubt, daß den Reſt
auropäiſche Firmen zeichnen. Es ſteht feſt, daß die
sank nicht gegründet wird, wenn eine auswärtige An=
leihe
zu Stande kommt, es wird aber aus gewiſſen An=
zrichen
geſchloſſen, daß die Verhandlungen wegen einer
ſcemden Anleihe ſcheitern.
Japan.
Der Thronwechſel. Der Landtag iſt zu einer
außerordentlichen Sitzung einberufen worden, um der kai=
ferrlichen
Familie das Beileid auskuſprechen und die
Ausgaben für die Beſtattung des Kaiſers zu bewilligen.
Soer neue Kaiſer zog ſich in den Aoyama=Palaſt zurück,
neo er die Miniſter, Räte und andere Würdenträger
ernpfängt. Der geheime Rat ſchlägt vor, die neue Aera
Tai Soi oder die Große Rechtlichkeit zu nennen. Die
Jeſtattung des Kaiſers erfolgt in Tokio gemäß einem
Gseſetz, das allerdings von dem Kaiſer Mutſuhito nicht
Ungehr unterzeichnet iſt. Unmittelbar nach der Zeremonie
der Thronbeſteigung des neuen Kaiſers wurde der kai=
ſterliche
Ahnentempel nach dem Chinto=Ritus ausge=
ſthmückt
und Opfergaben an Lebensmitteln wurden auf
dem Altar niedergelegt.

* Köln 31. Juli. Der Erzbiſchof von
* öln, Kardinal Fiſcher iſt heute Nacht 11 Uhr 20
Minuten in Neuenahr geſtorben. Kardinal Fiſcher
iſt am 30. Mai 1840 in Jülich geboren und hat ſomit
en Alter von 72 Jahren erreicht. 1889 wurde er zum
Weihbiſchof von Köln, 1902 zum Erzbiſchof, 1903 zum
H ardinal und 1904 zum Mitglied des preußiſchen Herren=
mauſes
ernannt.
* Paris, 31. Juli. Heute treffen hier aus je
10) Mitgliedern beſtehende Delegationen der im
Cötreik befindlichen eingeſchriebenen
Ceeleute aus den Häfen Dünkirchen, Havre, Bor=
deaur
und Marſeille ein. Dieſe Delegationen
hie vom Allgemeinen Arbeiterverband empfangen wer=
den
, haben um Audienz beim Miniſter des Innern nach=
geſucht
. Sie werden ſich im Laufe des heutigen nach=
mittags
im geſchloſſenen Zuge, dem ſich auch viele Mit=
ei
ieder des Arbeiterverbandes anſchließen, in das Mini=
ſterium
des Innern begeben. Das Nationalkomitee der
Sttreikenden erklärt in einem Briefe an den Miniſter des
Imnern Steeg, es handle ſich um eine friedliche Kund=
gebung
, deren Zweck nur ſei, dem Miniſter die Wünſche
er Streikenden mitzuteilen und mit ihm die Mittel zur
Löſung des ſchwebenden Konfliktes zu beraten.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Auguſt.

* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herr=
goaften
begaben ſich am Dienstag früh 3¼ Uhr im
Unto auf Jagd nach Jägersburg und kehrten um 10 Uhr
ſtoch Jagdſchloß Wolfsgarten zurück. Nachmittags 4 Uhr
gaben ſich Se. Königl. Hoheit der Großherzog
t Gefolge zum Poloſpiel nach Frankfurt; die
Rlückkehr nach Jagdſchloß Wolfsgarten erfolgte um
½ Uhr. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
rzog
emfingen geſtern den Oberſtleutnant Zierold,
Kommandeur des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großh.
öfſſ.) Nr. 24, den Rittmeiſter und Eskadronchef Rogalla
Bieberſtein, den Oberleutnant Riedeſel Frhrn. zu Eiſen=
bacch
(Johann) und den Leutnant v. Boetticher von dem=
elben
Regiment, die Oberleutnants Schmid vom Feld=
Uttillerie=Regiment Nr. 15 und Oertel vom Infanterie=
Lib=Regiment Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117,
ornmandiert von der Kriegsakademie zur Dienſtleiſtung
beam Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24, den Rechtsanwalt

Dr. Bopp, den Bürgermeiſter Appel und den Präſidenten
des Kriegervereins Kaufmann Block von Nieder=Ramſtadt,
den Bildhauer Scholl, den Pfarrer Wagner, den Geh.
Kirchenrat Profeſſor Dr. Krüger von Gießen, den Rektor
Will von der Volksſchule in Erbach im Odenwald: in
beſonderer Audienz den Königl. Preuß. außerordentlichen
Geſandten und bevollmächtigten Miniſter Frhrn. v. Jeniſch;
zum Vortrag den Finanzminiſter Braun, den Geheimen
Staatsrat Krug v. Nidda, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Oberleutnant Boſſe an der Unteroffizierſchule in Jülich,
ſeither im Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In=
ſchrift
Für Verdienſte dem Vizefeldwebel a. D. Bues,
ſeither Hoboiſt im Infanterie=Regiment Prinz Carl
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Otto Müller aus Mainz eine Lehrerſtelle an der
höheren Bürgerſchule zu Grünberg, Kreis Gießen, mit
Wirkung vom 1. Auguſt d. J. an.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Rangier=
meiſter
Karl Staudt in Mannheim=Waldhof und der
Pförtner Ludwig Roth in Groß=Gerau, beide in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, vom 1. Ok=
tober
d. J. an.
* Beſichtigung außerheſſiſcher Gemüſebaubetriebe. Die
Landwirtſchaftskammer für das Großherzogtum Heſſen
will den heſſiſchen Gemüſezüchtern Gelegenheit geben, ſich
einmal den bedeutenden und alten Gemüſebau von
Bamberg und Würzburg nebſt Umgebung
anzuſehen. Sie veranſtaltet daher bei genügender Be=
teiligung
am 16. und 17. Auguſt eine Beſichtigungsreiſe
dorthin unter Führung von Obſt= und Weinbauinſpektor
Pfeiffer=Darmſtadt. Bayeriſche Fachleute ſtehen bereit=
willigſt
zur Verfügung. Die Abfahrt erfolgt am 15. Aug.
mittags 11 Uhr 37 Min. ab Darmſtadt, die Rückreiſe am
17. abends, ſo daß die meiſten Teilnehmer noch an dieſem
Abend ihren Wohnort erreichen können. Beſichtigt wer=
den
Gemüſekulturen in Würzburg, Veitshöchheim, Etwas=
hauſen
, Albertshofen, Baiersdorf, Effeltrich und Bam=
berg
, darunter auch Frühgemüſekulturen. Die Teilneh=
mer
wollen ſich bis längſtens 10. Auguſt bei der Land=
wirtſchaftskammer
, Rheinſtraße 34, melden, worauf den=
ſelben
weitere Mitteilung zugehen wird.
* Evangeliſcher Bund. Die Vorbereitungen zur 25.
Landesverſammlung in Darmſtadt am 27.
und 28. Oktober haben gedeihlichen Fortgang genommen.
Das Programm ſteht jetzt feſt. Eingeleitet wird das Feſt
durch die erſte Aufführung des Devrientſchen Lutherfeſt=
ſpieles
im Städtiſchen Saalbau am 25. Oktober. Am
Vormittag des 27. Oktober ſind Feſtgottesdienſte vorge=
ſehen
in allen Kirchen der Stadt und der umliegenden
Orte. Namhafte Führer des Bundes ſind als Prediger in
Ausſicht genommen. Für den Nachmittag ſind Volksver=
ſammlungen
geplant in der Turnhalle am Woogsplatz
und im Kaiſerſaal Vom Zentralvorſtand hat der erſte
Vorſitzende, General v. Leſſel Exzellenz, ſeine Teilnahme
und eine Anſprache zugeſagt. Das Thema der Volksver=
ſammlungen
iſt: Unſer evangeliſcher Glaube und unſere
heſſiſche Heimat. Es wird in zwei Anſprachen behandelt.
In der erſten wird Stadtpfarrer D. Dr. Diehl=Darmſtadt
die Frage beantworten: Die Reformation und das Heſ=
ſenland
was verdanken beide einander? Die zweite
Anſprache wird durch den Vorſitzenden des Hauptvereins,
Pfarrer D. Waitz=Darmſtadt, Antwort geben auf die Frage:
Der Evangeliſche Bund und das heſſiſche Volk was
haben ſich beide einander gegeben und was haben beide
von einander zu erwarten? Den erſten Feſttag wird eine
Begrüßungsverſammlung in der Turnhalle und die zweite
Aufführung des Lutherfeſtſpieles beſchließen. Der zweite
Feſttag bringt nach der Abgeordneten= und Mitglieder=
verſammlung
im Fürſtenſaal um 11 Uhr die Hauptver=
ſammlung
im Kaiſerſaal mit dem Hauptvortrag: Der
Proteſtantismus ein Erzieher des deutſchen Volkes zur
Kraft Für den Vortrag iſt einer unſerer bedeutendſten
Forſcher und Redner gebeten. Gemeinſames Mittageſſen
und, wenn möglich, gemeinſamer Waldſpaziergang, wer=
den
die Tagung beſchließen. Man bringt dieſer Jubi=
läumsverſammlung
des um das proteſtantiſche Volks=
bewußtſein
und das evangeliſche Gemeindeleben hochver=
dienten
Heſſiſchen Hauptvereins im ganzen Lande großes
Intereſſe entgegen. Die Teilnahme, zu der bereits einige
Sonderzüge gemeldet ſind, wird eine ſehr ſtarke und die
Feier ſelbſt, bei der mitzuwirken auch die Kirchengeſang=
vereine
gebeten werden, den Vorbereitungen nach eine
glänzende werden.

C. Aus Wald und Feld. Während in früheren
Jahren unſere Eichenwälder hauptſächlich von dem
Eichenwickler heimgeſucht wurden, dem die jungen
Blätter, Blüten und Knoſpen alter Bäume zum Opfer
fielen, findet man in dieſem Sommer vielfach junges
Eichengebüſch vom Mehltau befallen. Namentlich in der
Nähe der Ludwigshöhe gibt es Bäumchen, die über und
über mit weißem Staub bedeckt ſind, ſo daß man meinen
könnte, daß ſie mit Mehl überſtreut ſeien. Die Urſache
dieſer Erſcheinung iſt in einem Pilz zu ſuchen. Der
Haſelſtrauch, der in unſerem Klima, abgeſehen von
den in Gärten angepflanzten edleren Sorten, ſelten eine
Ernte liefert, verſpricht heuer einen guten Ertrag. Die
Urſache liegt darin, daß die Blüteperiode, die meiſt
ſchon in den Februar fällt, völlig froſtfrei war. Auch
die Walnußbäume ſind ſtellenweiſe gut behangen.
* Sommernachtfeſt. Die Abteilung Geſelligkeit der
Kaufmänniſchen Stenographen= Geſell=
ſchaft
Gabelsberger veranſtaltet, wie aus der
Anzeige erſichtlich, am Samstag, den 3. Auguſt, in den
vollſtändig renovierten und auf das modernſte aus=
geſtatteten
Räumen des Rummelbräu (Allee) ihr dies=
jähriges
Sommerfeſt mit Tanz. Für den konzert=
lichen
Teil iſt die Kapelle des Dragoner=Regiments Nr. 23
unter Herrn Mittelſtädts Leitung verpflichtet, ſo daß den
Beſuchern in dem ſchönen Garten des genannten
Etabliſſements angenehme Stunden in Ausſicht ſtehen.
Bei ungünſtiger Witterung findet die Veranſtaltung im
Saale ſtatt. Beſondere Einladungen ergehen nicht.
* Städtiſcher Saalbau. Das zehnte Donnerstags=
Konzert am 1. Auguſt wird von der geſamten Kapelle
des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Herrn
Webers Leitung ausgeführt. Vielfache Wünſche berück=
ſichtigend
, iſt im Programm nochmals eine Richard
Wagner=Abteilung vorgeſehen, wobei das unvergleichlich
ſchöne Vorſpiel zu Parſifal und der Ring des
Nibelungen (Rheingold, Walküre und Siegfried) be=
ſondere
Berückſichtigung finden werden. Auch ſoll aber
die leichte Muſe nicht fehlen und bringen Vogel=
händler
und Graf von Luxemburg ſowie ein beſonders
reizendes Stück aus der Poſſe Autoliebchen ange=
nehme
Abwechslung im Programm. (Siehe Anzeige.)
Heſſiſcher Hof. Von heute bis einſchließlich
Samstag gelangt das ſehr ſchmackhafte Bockbier zum
Ausſchank und finden an allen drei Abenden Militär=
konzerte
ſtatt. Der Abwechslung halber konzertieren
heute Donnerstag die Trompeter des Großh. Heſſ.
Train.=Bat. Nr. 18 unter Leitung des Muſikmeiſter=
Aſpiranten Herrn Willy Klein, Freitag Militär=
Konzert bei freiem Eintritt, und am Samstag wird
Herr Obermuſikmeiſter Weber mit ſeiner Kapelle ver=
treten
ſein. (Siehe auch Anzeige.)
Schützenhof. Am Freitag, den 2. Auguſt, gibt
das rühmlichſt bekannte Kilianſche Männer=
Sextett im Schützenhof einen Konzert= und Lieder=
abend
. Das Sextett iſt zuſammengeſetzt aus Mitgliedern
erſter Hof= und Stadttheater und ſind die Leiſtungen
laut vielfachen Zeitungsberichten vortrefflich. Freunde
des Männergeſanges ſeien auf dieſe Veranſtaltung be=
ſonders
hingewieſen. (Siehe Anzeige.)
Schuls Felſenkeller. Heute, Donnerstag, den
1. Auguſt, abends 8 Uhr ab, findet, wie im Anzeigen=
teil
erſichtlich, ein großes Kellerfeſt, wie ſolche ſchon
in früheren Jahren arrangiert waren, ſtatt. Es dürfte
ſich bei großer Illumination des Kellers, Gartens uſw. ein
richtiges volkstümliches altherkömmliches Feſt zu einem
wirklichen amüſanten Abend geſtalten. Die Konzert=
muſik
wird von der Kapelle des Artilleriekorps unter
Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley bei einem
ſchwungvollen Programm ausgeführt.
Singſpielhaus Metropole nennt ſich ab heute
das Alexanderſtraße 5 befindliche Café Metropole‟.
Dem Inhaber dieſes, Herrn A. Holz, iſt es gelungen für
den Monat Auguſt die rühmlichſt bekannte Original=
Tiroler=Jodler= und Schuhplattlertruppe d’Inntaler
aus Innsbruck zu engagieren. Wie aus den Anzeigen
und Plakaten erſichtlich, iſt das Programm vielſeitig
und dürfte das Publikum zufriedenſtellen. Die großen
ſchönen Lokalitäten bieten einen angenehmen Aufenthalt.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
§ Tod eines Unbekannten. Am Dienstag nach=
mittag
gegen 7 Uhr iſt ein etwa 13 Jahre alter unbe=
kannter
Junge von einem Güterzug der Odenwaldbahn
zwiſchen Roßdörferſtraße und Schnampelweg über=
fahren
und getötet worden. Der Junge war
barfuß, hat kurzgeſchnittenes Haar. Bekleidet iſt er
mit weißleinernem Hemd, grauer Hoſe, Hoſenträger,
blaugeſtreifter Waſchbluſe, dunkelem Klappmützchen und
iſt im Beſitze von zwei roten Taſchentüchern. Die
Leiche wurde in die Leichenhalle des ſtädtiſchen Fried=

Feuilleton.

Die Reſidenz des Mikado. Um die hohen, aus
ntaderblöcken gefügten Mauern des Kaiſerpalaſtes von
Laks drängte ſich in dieſen Tagen eine vieltauſendköpfige
Nenge zuſammen, in unruhiger Erwartung und trauri=
lte
Spannung. Da ſtanden Bauern, aus fernen Gegen=
em
herbeigeeilt, neben Soldaten in ihrer ſchmucken Uni=
ſo
m. alle die Köpfe entblößt und im Gebet gebeugt.
itthymnen tönten gen Himmel. Hinter den dunklen,
tſam geformten Pinien, die ihre ungewiſſen Schatten
eſterhaft in den breiten Waſſergräben ſpiegelten, lag
uff dem Sterbebette der Gott, Herrſcher und Vater des
r aniſchen Volkes. Dem Weltgetriebe entrückt, liegt im
ligentlichen Kern Tokios, auf der Schiro=Inſel, die
aiſerliche Reſidenz, lauter einſtöckige, echt japa=
iiche
Gebäude, eingebettet in einen prächtigen Park. Und
lings um das kaiſerliche Quartier ſcharen ſich, einem
burtel gleich, die Häuſer der fremden Geſandtſchaften,
Paläſte der Miniſter und hohen Staatsbeamten, auch
wie die Reſidenz, von Mauer und Wallgraben
ungsartig umgeben. Urſprünglich lagen hier die Bur=
en
der Daimiozeit, rings um das Schloß der Schogu=
en
herum, die 1590 Jeddo zu ihrem Sitz erhoben hatten.
Namals entwickelte ſich unter der Herrſchaft der Toku=
awas
das Fiſcherdorf. zum Zentrum japaniſchen Lebens,
lnd die prunkenden Wunder altjapaniſchen Rittertums
nffalteten ſich in dem ſtolzen Burggebiet. Aks dann der
ti geſtorbenen Mikado nach der Umwälzung von 1868
ſer Stadt den Namen Tokio gab und ſie zu ſeiner Reſi=
lenz
erkor, da war das alte Schloß der Schogune, da
baren viele der Daimiopaläſte in den jüngſten blutigen
ſämpfen, durch die der Mikado ſein kaiſerliches Recht
Dieder erworben hatte, in Flammen aufgegangen. Heute
d nur noch wenige dieſer alten Gebäude erhalten. Die
rlichſten Denkmäler der Glanzzeit Altjeddos ſind uns
r in den Grabhäuſern der Tokugawas erhalten,
in den Tempelhainen von Ujeno im Norden und
Echiba im Süden liegen. Graf Hans von Königsmarck
uns das ſchönſte dieſer Grabmäler, das des zweiten
ch ogunen Hitedada, geſchildert, deſſen unſcheinbares
Leußese in überraſchendem Gegenſatz zu der blendenden

Pracht des Innern ſteht: Aus dem granitenen Kelch
einer Lotusblume erhebt ſich, ein goldenes Wunder, das
achteckige Grabmal, deſſen kaſſettenförmige Lackeinlagen
berühmte chineſiſche und japaniſche Landſchaften, wech=
ſelnd
mit Löwenfiguren und Päonien, darſtellen. In
den teils mit bemalten Schnitzereien bedeckten, teils
Lackvergoldung erglänzenden Wänden der Halle verbi
den Bronzeeinlagen die ſanften Töne ihrer Patina mit
der glühenden Farbenſchönheit dieſer überreichen Aus=
ſchmückung
. Das Dach tragen Säulen von vergoldetem
Kupfer, die das von getriebenen Ziermotiven umgebene
Wappen des Tokugawageſchlechts aufweiſen, drei Blät=
ter
inmitten eines Kreiſes, die ſich mit den Spitzen be=
rühren
.
Um den mittleren Ring, den älteſten Teil Tokios,
legt ſich nun im breiten Umkreis das graue Meer der ein=
ſtöckigen
Holzhäuschen, in dem hier und da als grüne
Inſeln ein Park, ein Friedhof oder ein Tempelgarten
auftauchen. Die ganze Stadt iſt wieder umrahmt von
einer anmutigen Hügellandſchaft, in der ſich üppige Fel=
der
mit maleriſchen Dörfchen breiten. Mit all ſeinen
Vororten und Stadtvierteln bedeckt das neue Tokio einen
Flächenraum, der größer iſt als London, aber die Mi=
kado
=Stadt hat nur 1½ Millionen Einwohner, deren
kleine, langgeſtreckte Behauſungen ſich ſo weit hin aus=
dehnen
. Die wichtigſte Straße der Stadt geht von der
Nippon=baſchi, der Japan=Brücke, aus, die ſich über einen
der Waſſergraben wölbt, von denen das kaiſerliche
Quartier umgeben iſt. Von dieſer Brücke des Sonnen=
aufganges
aus werden alle Entfernungen amtlich be=
meſſen
. Dort mündet der Tokaido, jene uralte Ufer=
ſtraße
, die die öſtliche und die weſtliche Kaiſerſtadt, Jeddo
und Kioto, miteinander verbindet. An ihr liegen all die
Landſchaftsſchönheiten, die die japaniſche Kunſt zu feiern
nie müde geworden iſt, der Fudſchi=jama, der Fluß Oi,
der Biwaſee. Innerhalb der Stadt hat ſich die alte Ufer=
ſtraße
zu der belebteſten Geſchäftsavenue entwickelt,
der Ginza, deren ſüdliches Ende der Schimbaſchi
(Bahnhof) bildet. Von hier gelangt man nach dem neuen
Hafen Tokios, nach Jokohama.
ml. Die verkehrsreichſten Straßen der Welt. Den
ſtärkſten Strabenperkehr bat, wenigſtens für fünf Tage

von Montag früh bis Samstag mittag das Viertel
der Londoner City, das von der Börſe, der Bank von
England, und dem Manſion Houſe begrenzt wird. Dort
paſſieren täglich 500000 Fußgänger und 50000 Wagen,
und die Zahl der Fußgänger beträgt pro Stunde
4550 000 Perſonen. Was die anderen Großſtädte Euro=
pas
betrifft, ſo ſind die verkehrsreichſten Punkte die
Friedrichſtraße in Berlin, die durchſchnittlich pro Stunde
30000 Fußgänger und pro Tag 300000 paſſieren, der
Graben in Wien, auf dem täglich 275000 Perſonen ge=
zählt
werden, und der Wladimirski=Proſpekt in Peters=
burg
, den pro Tag rund 300000 Menſchen paſſieren. Den
erſten Platz mit Bezug auf den Wagenverkehr und den
zweiten mit Bezug auf den Perſonenverkehr nimmt in
Europa aber der Opernplatz in Paris ein, den Tag für
Tag ein Strom von 63000 Wagen und 450000 Fuß=
gängern
durchflutet. 350000 Menſchen bevölkern in den
24 Stunden des Tages und der Nacht die Puerta del Sol
in Madrid, in die 10 große Straßenzüge münden. New=
York übertrifft indeſſen mit ſeinem Verkehr auf den
Broadways den der übrigen Großſtädte um ein Be=
trächtliches
. Zwar bleibt die Tagesziffer der dort paſ=
ſierenden
Fußgänger unter dem Niveau von 50000, da=
für
beträgt aber die Zahl der Perſonen, die in Automo=
bilen
und Straßenbahnwagen ihren Weg über die Haupt=
verkehrsſtraße
New=Yorks nehmen, mehr als 700000.
* Kampf gegen die Fliegen. In New=York hat die
Reinigungswoche ihren Anfang genommen. Namentlich
der gemeinen Fliege iſt der Krieg erklärt worden. Sämt=
liche
Zeitungen und Journale bringen Abbildungen dar=
über
und erteilen Ratſchläge, auf welche Weiſe die Flie=
gen
ausgerottet werden können. Kinder ſeien dazu am
beſten geeignet und, um ſie zu ermutigen, werden für die
meiſten toten Fliegen Theaterbilletts und Preiſe für ſie
verabreicht. Kinematographentheater zeigen in Gratis=
vorſtellungen
die Entwickelung der Fliege und die Art
und Weiſe, mit welcher dieſe unſere tägliche Nahrung
durch Uebertragung von Bazillen vergiften. So heftig
iſt der Haß gegen die Fliege, daß viele angeſehene Bür=
ger
mit Schildern in der Stadt herumgehen, die die Auf=
ſchrift
tragen: Fangt die Fliegen!

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donuerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 179,

hofs hier verbracht. Mitteilung über die Perſon des
Jungen bittet man der hieſigen Kriminalpolizei zu=
kommen
zu laſſen.
§ Feſtgenommen. Ein 22 Jahre alter Hausburſche
aus Reichelsheim i. O. iſt wegen Diebſtahl hier feſtge=
nommen
worden.
* Pfungſtadt, 30. Juli. Man ſchreibt uns: Am näch=
ſten
Sonntag, den 4. Auguſt, wird unſere neue Katho=
liſche
Kapelle eingeweiht. Die kirchliche Feier
beginnt vormittags um halb 10 Uhr und nachmittags um
4 Uhr. Auch kann in der neuen Kapelle am Tage der
Einweihung der Portiunkula=Ablaß genommen werden.
Nahmittags um 5 Uhr iſt Feſtverſammlung bei Gaſtwirt
Vetter. Die neue Katholiſche Kapelle, die in unmittel=
barer
Nähe des Bahnhofes nach den Plänen des Diöze=
ſan
=Baumeiſters Profeſſor Becker=Mainz im Barockſtil
erbaut wurde, findet einſtimmiges Lob und gereicht der
ganzen Gemeinde zur Zierde. Die Arbeiten wurden aus=
geführt
von den vereinigten Maurermeiſtern Pfungſtadts,
von Schloſſermeiſter Weingärtner, Spenglermeiſter Bauer
und Glaſermeiſter Spalt: in Pfungſtadt, von Zimmer=
meiſter
Nix=Dieburg, Stukkateur= und Weißbindermeiſter
Zabel=Darmſtadt und den Steinmetzmeiſtern Weis=Hering
und Schambach=Eberſtadt, ſowie Schreinermeiſter Fließ=
Eberſtadt. Ganz Pfungſtadt und die Katholiken der Um=
gegend
nehmen vorausſichtlich regen Anteil an der Ein=
weihung
unſerer neuen Katholiſchen Kapelle.
Offenbach, 31. Juli. Mit der Frage der Errichtung
einer Ueberlandzentrale im Kreiſe Offenbach und
einigen Ortſchaften des Kreiſes Dieburg beſchäftigte ſich in
ſeiner geſtrigen kombinierten Sitzung der ſtädtiſche Ver=
faſſungsausſchuß
und die Betriebsdeputation. Man er=
klärte
ſich im Prinzip mit der Errichtung der Ueberland=
zentrale
, die nach dem Projekt der Berliner A. E.=G. aus=
geführt
werden ſoll, einverſtanden. Der Ausbau des
Offenbacher Elektrizitätswerkes zu der Ueberlandzentrale
erfordert einſchließlich der geſamten Anlage einen Koſten=
aufwand
von 1431 200 Mark, die in 4 Raten aufgebracht
werden ſollen. Zunächſt ſoll die Strecke der Main= Neckar=
talbahn
entlang in Angriff genommen werden, die 484 390
Mark Koſten verurſacht. Der Anlage liegt eine Rentabili=
tätsberechnung
von 6½ Prozent des Anlagekapitals zu
Grunde.
Mainz, 31. Juli. Einen großen Uie bſungs=
ritt
hat heute das Magdeb. Dragoner=Regiment Nr. 6
angetreten. Von jeder Schwadron wurden zunächſt je
34 Mann dazu kommandiert. Weitere Mannſchaften fol=
gen
morgen nach. Der Ritt erfolgt über Groß=Gerau,
Darmſtadt, die Bergſtraße entlang bis Heidelberg und
von dort bis nach Karlsruhe. Heute bezogen die Offi=
ziere
und Mannſchaften in Groß=Gerau das erſte Quar=
tier
. Als weitere Quartierorte ſind Eberſtadt und Hei=
delberg
vorgeſehen. Die Uebung erſtreckt ſich auf eine
Dauer von nahezu zwei Wochen Die an dem Uebungs=
ritt
nicht teilnehmenden Mannſchaften rücken am 5.
Auguſt zu den großen Pionierübungen am Rheine ab.
Wie die Kinematographenbeſitzer die Po=
lizeiverordnung
zu umgehen wiſſen, zeigte eine Ver=
handlung
gegen den Kinobeſitzer Gg. Dambach aus Haß=
loch
, wohnhaft hier. Die §§ 2 und 3 der Polizeiverord=
nung
von 1909 ſchreiben vor, daß Schulkinder nur in
Begleitung Elrwlachſener Kinematographen
und Wirtſchaften beſuchen dürfen. Selbſtverſtändlich
verſteht man darunter nur die Eltern, Verwandten oder
Vormünder der Kinder und nicht jeden beliebigen Frem=
den
. Da dies aber nicht ausdrücklich in der Polizeiver=
ordnung
niedergelegt iſt, ergreifen die Kinobeſitzer dieſe
Gelegenheit, um Kindern Billette zu verabfolgen und
wenn ein Erwachſener kommt, dieſen zu bitten, die Kin=
der
in das Lokal zu begleiten. Auf dieſe Weiſe kommt
es vor, daß ein erwachſener Beſucher enes Kinos das
Vergnügen hat, 6 bis 8 Kinder auf einmal in das Thea=
ter
einzuführen. Dieſe Umgechung der Polizeiverord=
nung
ließ ſich auch der Dambach zu Schulden kommen
und erhielt deshalb einen Strafbefehl von 50 Mark,
wogegen er Einſpruch erhob Das Schöffengericht Mainz
beließ es bei der im Strafbefehl feſtgeſetzten Geldſtrafe
Worms, 31. Juli. Der Lutherbaum in Pfiff=
ligheim
iſt heute früh ½7 Uhr von ſchwerem Unheil
betroffen worden. Um dieſe Zeit ſtürzte die eine Hälfte
des Baumes, der gewaltige Aſt nach der Alzeyer Straße
zu, mit mächtigem Getöſe nieder. Dieſer mächtige Aſt
grünte gerade in dieſem Jahre auffallend ſchön; aber die
innere Fäulnis hatte ſchon längſt mit einer Kataſtrophe
gedroht. Vermutlich haben ſich die Eiſenſtäbe, die dem
Aſte Halt gaben, im Laufe der Jahre gelockert, und die
letzten ſtarken Winde haben dann das Werk der Zerſtör=
ung
beſchleunigt. Im Augenblick des Niederpraſſelns be=
fand
ſich ein Fuhrmann mit ſeinem Gefährt an dieſer
Stelle; er konnte im letzten Augenblick ſein Pferd zurück=
reißen
und weiteres Unheil vermeiden. Der Baum wird
polizeilich bewacht, da Viele ſich anſchickten, den Aſt ſtück=
weiſe
davonzuſchleppen, um eine Erinnerung an den
Lutherbaum zu haben. Es wird angenommen, daß der
Baum im Jahre 1521 gepflanzt worden iſt, als Luther
ſich hier vor dem Reichstag verteidigte. In ſeiner Be=
hauſung
, Oberes Belgrad, erſchoß ſich geſtern nachmit=
tag
gegen 4 Uhr der 60 Jahre alte Tünchermeiſter M. von
hier. Der Beweggrund hierzu ſoll ein langwieriges Lei=
den
ſein.
Alzey, 31. Juli. Nach langer Pauſe ertönte heute nacht
um 2 Uhr die Sturmglocke. Es brannte in dem
Café Deutſches Haus und in zwei Nachbargebäu=
den
auf dem Fiſchmarkt. Der Beſitzer des Deutſchen
Hauſes Herr Berlet, nebſt Frau und Dienſtmädchen,
konnten nur das nackte Leben retten, da das Feuer mit
raſender Schnelligkeit um ſich griff. Nur dem raſchen Ein=
ſchreiten
der Feuerwehr iſt es zu danken, daß der Brand
keine größere Ausdehnung genommen hat. Frau Berlet
ſtürzte vor dem Hauſe bewußtlos zuſammen und mußte
durch die Sanitätskolonne fortgebracht werden. Das Feuer
ſoll in dem Hauſe der Geſchwiſter Süßkind entſtanden ſein,
was jedoch durch die Unterſuchung erſt feſtgeſtellt werden
muß. (Zum Glück waren die beiden Kinder der Familie
Berlet infolge der Ferien nicht anweſend.
Bad Nauheim, 31. Juli. Hier findet vom 5. bis 8.
Auguſt ein großes Golf=Turnier ſtatt. Es iſt be=
kannt
, daß Bad Nauheim in letzter Zeit alles aufbietet,
um auch auf dem Gebiete des Sports mit anderen großen
Bädern in die Schranken treten zu können, und man darf
ſagen, daß die Bemühungen bereits von beſtem Erfolg ge=
krönt
ſind. Der Bad Nauheimer Golfplatz iſt herrlich ge=
legen
, trefflich inſtand gehalten und ein äußerſt ange=
nehmer
Aufenthaltsort ſowohl für die Spielenden als
auch für Nichtſpielende. Das bevorſtehende Turnier wird
ſich gewiß einer regen Beteiligung erfreuen, denn es
weilen augenblicklich ſehr viele Freunde und Anhänger
dieſes geſunden Sports bei uns, die das Turnier mit den
zu erwartenden hervorragenden Spielern ohne Zweifel in=
tereſſant
und zu einem Saiſon=Ereignis geſtalten werden.

Wald=Uelversheim, 31. Juli. Ein ganzer doppel=
ſpänniger
, mit Korn beladener Wagen geriet während
der Abfuhr vom Felde in Brand. Mit knapper Mühe
konnten noch die Pferde ausgeſpannt werden. Die ganze
Frucht ſamt dem Wagen, dem Oekonomen Emil Stall=
mann
gehörig, brannte vollſtändig nieder. Der Schaden
iſt durch Verſicherung gedeckt.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 30. Juli. Die Affäre zwi=
ſchen
dem Bürgermeiſter Dr. Reicke und der
Berliner Sezeſſion iſt nun endlich glücklich be=
glichen
. Der Vorſtand der Berliner Sezeſſion veröffent=
licht
heute folgende Erklärung: Die zwiſchen der Sezeſ=
ſion
und Herrn Bürgermeiſter Dr. Reicke ſchwebende Dif=
ferenz
hat ihre gütliche Erledigung gefunden. Dr. Reicke
hat dem Bevollmächtigten der Sezeſſion, Juſtizrat Jonas,
mündlich und ſchriftlich erklärt, daß es ihm ferngelegen
habe, der Ehre der Vorſtandsmitglieder zu nahe zu tre=
ten
und verſichert, daß er im Gegenteil ſehr freundlich
über ſie denke. Es iſt deshalb von einer Klage gegen
Bürgermeiſter Dr. Reicke Abſtand genommen worden.
Berlin, 30. Juli 1912. Der Vorſtand der Sezeſſion.
Wieder in den Beſitz ſeiner Stradivarius=
geige
gelangt iſt ein in Friedenau wohnhafter
Künſtler. Wie berichtet, hatte er das Inſtrument, das
einen Wert von 60000 Mark darſtellt, vor einiger Zeit in
der Stadtbahn liegen gelaſſen. Jetzt hat der Finder, der
ſich durch den Verkauf der Geige zu verraten fürchtete,
dieſe auf dem Bahnhof Friedrichſtraße hinterlegt und
dem Künſtler den Hinterlegungsſchein zugeſandt. Aller=
dings
hatte der Finder es für angezeigt gehalten, die in
dem Geigenkaſten liegende Geldſumme von 1900 Mark als
Lohn zurückzubehalten. Ein beſonders gutes Geſchäft
hat er hierbei nicht gemacht, da der Künſtler dem Werte
der Geige entſprechend eine erheblich höhere Belohnung
gezahlt hätte.
Potsdam, 30. Juli. Ein Rieſenbrand brach
heute mittag kurz vor ½2 Uhr auf dem eiſenbahnfis=
kaliſchen
Gelände vor dem Lokomotivſchuppen in
der Saargemünderſtraße aus. Das Feuer entſtand in dem
etwa 80 Meter langen Schuppen, den der Darmhändler
Bruſchky vom Eiſenbahnfiskus gepachtet hatte. Der ganze
Verkehr in den angrenzenden Straßen wurde gehemmt.
Die Feuerwehrmannſchaften wurden unterſtützt durch
Bahnbeamte, Offiziere und Fähnriche der Kriegsſchule, ſo=
wie
der Schwimmlehrer des erſten Garderegiments. Ein
in der Nähe des Schuppens befindliches Kohlenlager von
etwa 1000 Tonnen konnte gerettet werden. Als Urſache
wird Selbſtentzündung angenommen.
Hemsbach, 31. Juli. Der 25jährige, ſehr kräftige und
ſolide Fabrikarbeiter Engelbert Brauch von hier begab
ſich vorgeſtern morgen um 6 Uhr anſcheinend noch ge=
ſund
nach Weinheim zur Arbeit. Aber ſchon um 9 Uhr
kam er ſo ſchwer krank per Bahn zurück, daß er nicht
mehr allein den Weg nach Hauſe bewerkſtelligen konnte.
Der ſofort herbeigerufene Arzt ſtellte Vergiftung feſt,
umſomehr, da auch Frau Brauch über heftige Leib=
ſchmerzen
zu klagen anfing. Der junge Mann ſtarb
bereits um 12 Uhr nachmittags und der Zuſtand der
Frau verſchlimmerte ſich ſo rapid, daß ſie zurzeit hoff=
nungslos
daniederliegt. Man nimmt an, daß die Leute
durch Genuß von Eis letzten Sonntaa mittag ſich die
Vergiftung zugezogen haben. (M. J.)
Fulda, 31. Juli. Auf dem Amtsgericht ſtellte ſich der
Zigeuner Wagner aus Braunſchweig mit der Bitte ein,
man möge ihm die auf die Ergreifung des Zigeuners
Ebender ausgeſetzte Belohnung von dreitauſend Mark
auszahlen. Da auch er verdächtig erſchien, wurde er feſt=
gehalten
.
Fulda, 31. Juli. Der am Samstag abend verhaftete
Zigeuner Ebender hat geſtanden, einer der Mör=
der
des Förſters Romanus zu ſein. Er hat ſich ſchon ſeit
Wochen in der Umgegend von Oſterode a. H. herum=
getrieben
und hatte ſich in voriger Woche der Bande an=
geſchloſſen
, die das alte Amt Weſterhof und die benachbarten
braunſchweigiſchen Gebiete unſicher machte. Vorher hatte
er die Lüneburger Heide durchſchweift und zu den Zigeu=
nertrupps
gehört, die in den Kreiſen Uelzen und Gifhorn
ihr Unweſen trieban. In der Oſteroder Gegend konnte
er ſich ſicherer fühlen, weil die Banden mit Leichtigkeit
über die braunſchweigiſche oder hannoverſche Grenze ge=
langen
konnten, wenn ſie auf preußiſchem oder braun=
ſchweigiſchem
Boden verfolgt wurden. Der braunſchwei=
giſche
Gebietszipfel, in dem das Dorf Ahlshauſen liegt,
bietet ihnen die beſte Gelegenheit, ohne Mühe den Nach=
forſchungen
der Gendarmprie auszuweichen. Der ver:
haftete Ebender war am Samstag mit zwei anderen Zi=
geunern
nach Ahlshauſen gekommen und in der Wirtſchaft
von Ernſt eingekehrt. Einem ſeiner Genoſſen war es auf=
gefallen
, daß er ein Merkmal trug eine Narbe vom
Ohr bis zum Mundwinkel das in dem Sig=
nalement
genannt war. Dieſer Zigeuner ward Ebenders
Verräter. Er ging zum Gemeindevorſteher und teilte
ihm ſeine Mutmaßung mit. Jedoch wollte der Gemeinde=
vorſteher
nicht gegen Ebender vorgehen, weil er an der
Richtigkeit der Angaben zweifelte. Dagegen telephonierte
der Wirt Ernſt, als er von dem Zigeuner über ſeinen Gaſt
unterrichtet war, ſofort an den Gendarmen Adlung in
Kreienſen, der auch bald eintraf. Adlung war ſo klug, in
Zivilkleidung zu erſcheinen. In Uniform wäre er wahr=
ſcheinlich
ſofort niedergeſchoſſen worden. Der Gendarm
verſtändigte ſich ſogleich mit den beiden Begleitern Eben=
ders
und ſetzte ſich mit ihnen an den Tiſch zu dem Mör=
der
. Adlung ſprach mit ihm und tat ſo, als wolle er ein
Stuhlgeflecht kaufen. Auf ein verabredetes Zeichen wurde
der Räuber plötzlich am Kragen und an den Händen ge=
faßt
. Ebender hatte aber noch Zeit gefunden, einen mit
ſechs Patronen geladenen Armeerevolver aus einer
Taſche zu ziehen. Er wurde an Händen und Füßen ge=
feſſelt
und ergab ſich ſchließlich in ſein Schickſal indem er
ſeinem Gefährten zurief: Martin, Du haſt mich verraten!
Du ſollſt es büßen!
Nürnberg, 30. Juli. Trotzdem eine große Anzahl
Sänger das alte Noris bereits verlaſſen hat, hatte
die heutige zweite Hauptaufführung einen unge=
wöhnlich
großen Umfang. Die Sängertribüne war dicht
beſetzt; alle Geſangsvorträge wurden exakt und ſchön aus=
geführt
, ſo daß viele wiederholt werden mußten. Einge=
leitet
wurde die Aufführung durch das Deutſche Lied
dirigiert von Karl Hirſch. Darauf wurden zwei Vorträge
des niederöſterreichiſchen Sängerbundes Im Winter
vorgeträgen, dirigiert von Bundeschormeiſter Viktor
Keldorfer und St. Michael dirigiert von Bundeschor=
meiſter
Adolf Kirchl. Beſonderen Beifall verdienten die
Vorführungen der freien Vereinigung der ſächſiſchen
Sängerbünde In der Fremde dirigiert vom Kompo=
niſten
Wohlgemuth und An die Mägdelein dirigiert
vom Komponiſten Jüngſt. Weiter iſt hervorzuheben der
Geſangsvortrag des Wagnerſchen Pilgerchor dirigiert
von Guſtav Wohlgemuth. Nicht unerwähnt ſollen bleiben

die Vorträge des Weſtfäliſchen Provinzial=Sängerbundes
Loreley und Lützows wilde Jagd, dirigiert von
Muſikdirektor Robert Lange=Hagen, die ungewöhnlichen
Beifall erzielten. Den Schluß bildeten altniederländiſch=
Volkslieder. Abends findet der dritte Kommers ſtatt.
Saarbrücken, 31. Juli. In Pongau bei Rinteln wurd
durch Blitzſchlag ein Bauerngut ein geäſchert. Sechs
Perſonen konnten ſich nicht mehr aus dem brennendem
Hauſe retten und verbrannten.
Köln, 30. Juli. In der Generalverſammlung den
Genoſſen wurde zum Konkurs des ſozialiſtiſchem
Volkshauſes in Köln mitgeteilt, daß die Schwierig=
keiten
nicht darin zu ſuchen ſeien, daß das Volkshaus
ſchlecht gewirtſchaftet habe, ſondern in der Ueberkapitali=
ſierung
des Unternehmens. Das Grundſtück und die Bau=
ten
haben ungefähr eine Million gekoſtet, amortiſiert ſind
57000 Mark. Die Zinſenlaſt habe ſich als unerſchwinglichh
erwieſen. Die freien Gewerkſchaften, die bisher 120000
Mark für Amortiſierung und Erneuerung verwandt hät=
ten
, ſeien fernerhin nicht mehr in der Lage, derartige Mit=
tel
für das Volkshaus aufzubringen, ohne wichtige Auf=
gaben
zu beeinträchtigen. Die Erhöhung der Anteilſcheine
ſei von einer frühere Generalverſammlung abgelehnt.,
Die Verſammlung wählte den bisherigen Vorſtand und
Aufſichtsrat wieder.
Köln, 31. Juli. Unter Vergiftungs= Erſchein=
ungen
erkrankten in Deutz ein Bäckermeiſter, deſſen Frau,
zwei Kinder, zwei Geſellen, ein Lehrling und ein Dienſt=
mädchen
. Es handelt ſich um eine Vergiftung, die durch
den Genuß von grünen Büchſenbohnen herbeige=
führt
wurde. Der Lehrling und das Dienſtmädchen muß=
ten
ins Hoſpital gebracht werden.
Halle a. d. S., 31. Juli. Durch Selbſtentzündung ent=
ſtand
heute nacht auf dem großen Lagerplatz der Ein= und
Verkaufs=Genoſſenſchaft des Landwirtſchaftlichen Bauern=
Vereins in Halle ein Großfeuer. Das geſamte wen=
volle
Lager an landwirtſchaftlichen Maſchinen ꝛc. wurde
vernichtet. Das auf dem gleichen Grundſtück unterges
brachte Getreide= und Futtermittel=Lager der Firma
Kreutzberg wurde ebenfalls in Aſche gelegt. Der Schaden
wird auf etwa 400000 Mark geſchätzt.
Breslau, 31. Juli. Als geſtern der Maſchinen
Reiſende Nitecky und Frau aus Charlottenburg mit ſeine
Schwiegermutter Frau Rummler nach Silberberg fuhn
ſcheuten die Pferde. Die drei Inſaſſen ſtürztg
heraus. Frau Rummler wurde auf der Stelle getöten
während Nitecky und ſeine Frau lebensgefährliche Verleizn
ungen erlitten.
Wien, 30. Juli. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Linz: In der vergangenen Nacht wurde ein Bauerngu
in der Gemeinde Goldegg durch einen Blitzſchlag ein
geäſchert. Sechs Perſonen ſind dabei verbrannt.
Karlsbad, 31. Juli. König Ferdinand von
Bulgarien traf geſtern unerwartet im Automobil von
Bayreuth hier ein. Er begab ſich ſofort zu zwei Aerzten,
die eine baldige Trinkkur als dringend notwendig
empfahlen.
Rom, 31. Juli. In Appelline iſt geſtern eine Pul=
verfabrik
in die Luft geflogen. Die geſamten
Gebäulichkeiten wurden vernichtet. Man ſpricht von vier
Toten und zahlreichen Verletzten. Einzelheiten fehlen
noch.
Paris, 31. Juli. Vom 1. Mai bis 5. Juli mußten 441
Perſonen, die durch Ueberfahren in den
Straßen von Paris verletzt worden waren, in die
Hoſpitäler geſchafft worden. Das macht über 12 Per=
ſonen
pro Tag. 248 wurden Opfer der Automobile, 58
wurden von Straßenbahnen und 135 von Pferdefuhr=
werken
überfahren. In dieſen Zahlen ſind jedoch nicht die
Leichtverletzten einberechnet, die nur in den Hoſpi=
tälern
verbunden werden mußten.
London, 30. Juli. In dem Urteil, betreffend die
Kataſtrophe der Titanic ſagt Lord Merſey
weiter: Die Umſtände überzeugten ihn davon, daß das
von der Californian geſichtete Schiff die Titanic ge=
weſen
ſei. Die Nacht ſei klar und die See ruhig geweſen
Wenn die Californian die die Notraketen der Titanie
geſehen habe, durch das Eis hindurchgefahren wäre, was
ſie ohne Gefahr hätte tun können, ſo hätte ſie wahrſcheinlich
viele wenn nicht alle Leben der Titanie gerettet. Das
Urteil empfiehlt ſodann Verbeſſerungen der Schottenein
richtung und betont, daß das Handelsamt die Ermächtig=
ung
bekommen müßte, den Grundriß und den Koſten
anſchlag der Schiffe bei Beginn des Baues zu prüfen.
erklärt, daß der Ausrüſtung des Schiffes mit Rettungs
booten und Notflößen nicht der Tonnengehalt, ſondernd
Paſſagierzahl zu Grunde gelegt werden müßte.
London, 30. Juli. Große Beunruhigung erregt
Marine= und Militärkreiſen ein bedenklicher Unfall,de
freilich diesmal noch gut abgelaufen iſt. Frühmorgen
am Samstag flog plötzlich eine Granate in dase
lände des königlichen Marinehoſpitals Hasla
in der Nähe von Portsmouth hinein, das faſt 1000 Kranke
beherbergt. Das Krankenhaus liegt unmittelbar ande
Bucht und beſteht aus einer Anzahl von Gebäuden und
ausgedehnten Wieſen und Parkanlagen. Glücklicherweiſe
traf die Granate keines der Gebäude, ſondern fiel auf
einen Raſen, und da die Erde ſehr weich war, ſo vergruh
das Geſchoß ſich, ohne zu platzen. Der Unfall ereignets
ſich, als es noch dunkel war, doch hörten einige der Krau=
ken
das Pfeifen des Geſchoſſes. Bei Tagesanbruch en=
deckte
ein Wärter die Furche, die es gezogen hatte, als
die großen Wurzeln eines Baumes durchſchlagen hatle
Das Geſchoß muß nur wenige Meter über die Gebäuſe
hinweggeflogen ſein; wären dieſe getroffen worden,e
wäre die Folge ſicher eine ſchwere Kataſtrophe geweſen
In der Nacht hatten die Befeſtigungswerke von Ports
mouth Scheibenſchießen, aber nur auf 300 Meter; man=
nimmt
an, daß entweder mit einer Kanone viel zu o
gefeuert worden iſt, oder auch, daß dieſer Fehlſchuß
Ergebnis eines ſeltſamen Rückſchlags war. Vor kur
hatten ſich auch ſchon Geſchoſſe verirrt, freilich keine
ladenen.
Petersburg, 31. Juli. An einem Neubau in der
gowoſtraße ſtürzten nachts eiſerne Tragbalken
der Betondecken ein. Die in dem Neubau übernachten
den Arbeiter werden vermißt, ihre Zahl iſt noch nicht feſt=
geſtellt
. Rettungsarbeiten ſind im Gange.
New=York, 31. Juli. Die in der Mordſache
Roſenthal verhafteten Spieler machten drei Polizei=
inſpektoren
und andere Perſonen namhaft, die alle von
den Spielhöllenbeſitzern Beſtechungsgelder angenommen
haben ſollen. Der Chef des Detektivbureaus erklärte, er
und der Hilfspolizeichef hätten ſchon ſeit einer Woche ge=
wußt
, wer die Ermordung Roſenthals angeſtiftet hat. Sie
hätten aber das Geſtändnis der Spieler abwarten wollen,
bevor ſie zur Verhaftung ſchritten. Nunmehr wird be=
kannt
, daß auch mehrere andere hohe Beamte in die Roſen=
thalſche
Affäre verwickelt ſind, deren Verhaftung unmittel=
bar
bevorſteht. Bürgermeiſter Gaynor kündigt an, daß er
eine Sonderſitzung des Stadtrates einberufen wird, um

[ ][  ][ ]

179.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Seite 5.

eine Unterſuchung über die Zuſtände in der Polizeiver=
waltung
und deren Beziehungen zu den Spielern einzu=
leiten
.

Die bayeriſche Kammer der Reichsräte
und der Jeſnitenerlaß.

* München, 31. Juli. In der heutigen Sitzung
der Reichsräte, in der der Etat des Miniſteriums
des Innern zur Beratung ſtand wurde u. a. auch die
Frage des bayeriſchen Jeſuitenerlaſſies jund
die Nichtbeſtätigung ſozialdemokratiſcher Bürgermeiſter
in die Debatte gezogen. Im Laufe derſelben erklärte
Reichsrat Graf v. Törring=Jettenbach, er ſtehe
auf dem Standpunkt, daß der Jeſuitenerlaß ein großer
taktiſcher Fehler der Staatsregierung geweſen ſei. Der
Erlaß bedeute auch eine bedeutende Blamage für die
Staatsregierung und ganz Bayern, und zwar von dem
Augenblick an, wo die Staatsregierung zugeben mußte,
daß ſie nicht berechtigt war, den Erlaß herauszugeben,
ohne vorher die Anſicht der Reichsregierung gehört zu
haben. Er bedauere, daß die Regierung wiederholt ver=
ſuchte
, die Schuld an dem Erlaß dem früheren Kultus=
miniſter
in die Schuhe zu ſchieben. Die Regierung erwies
Bayern mit dem Jeſuitenerlaß einen recht ſchwachen
Dienſt. Die große Majorität der bayeriſchen Bevölkerung
glaube, es ſei beſſer, wenn das Tor, das zwiſchen ihm und
den Jeſuiten errichtet ſei, geſchloſſen bleibe, weil dadurch
zweifellos der konfeſſionelle Friede gewahrt werde. Ein
bedeutender Teil des katholiſchen Klerus teile die Anſicht,
daß es beſſer ſei, den konfeſſionellen Frieden zu wahren.
Dieſe allgemeine Volksmeinung ignorierte die Staats=
regierung
bisher. Sie müſſe daher begreifen, wenn viele
Leute, die ſich bisher abwartend verhielten, ſich abge=
wandt
haben. Wir wiſſen jetzt, ſchloß der Redner, was
wir in dieſen Fragen von Ihnen zu erwarten haben. Es
wird uns deshalb nichts übrig bleiben, als Hilfe auf der
anderen Seite zu ſuchen. Wir wenden uns daher an die
Reichsregierung, daß ſie uns den Schutz gewähre, der uns
von der näherſtehenden Regierung verſagt bleibt. Ich
hoffe, daß der Appell nicht verſagt.
Miniſterpräſident v. Hertling erklärte, ob die Re=
gierung
mit dem Jeſuitenerlaß einen Bock geſchoſſen
habe, müſſe er der Beurteilung anderer überlaſſen. Er
glaube bis jetzt, daß ſie richtig gehandelt habe. Der Mi=
niſterpräſident
kam dann auf die Urſachen zurück, die die
Regierung veranlaßten, den Auguſterlaß des vergangenen
Miniſteriums zu mildern. Dieſer Auguſterlaß habe in
weiten Kreiſen der katholiſchen Bevölkerung große Er=
rregung
hervorgerufen. Wir fanden aber zugleich Vorbe=
reitungen
zu dem neuen Jeſuitenerlaß vor, der im weſent=
lichen
beſtimmt war, den Auguſterlaß zurückzunehmen.
So ſtanden wir vor der Frage: Was iſt zu tun? Wenn
uman überzeugt ſei, daß das Geſetz von 1872 ein Aus=
nnahme
= und ein Kampfgeſetz ſei und wem man erwäge,
daß der Reichsrat in wechſelvoller Zuſammenſetzung der
Parteien zu verſchiedenen Malen die Aufhebung des gan=
izen
Geſetzes verlangte, ſo war für die Regierung die
Frage naheliegend, ob ſie nicht im Sinne des ſchon vor=
bereiteten
milderen Erlaſſes vorgehen ſollte. Wenn die
Rgierung überzeugt war, daß das Geſetz von einem gro=
ißen
Teil der Bevölkerung ſchwer empfunden würde, dann
konnte es nicht unzuläſſig ſein, wenigſtens für die Mil=
derung
der Ausführung einzutreten. Da der Bundesrat
keine authentiſche Interpretation der Ordenstätigkeit der
JJeſuiten gab, konnte es keiner Bundesregierung verwehrt
twerden, das Geſetz ſo auszulegen, wie ſie es für rich=
iig
hält.
Prinz Georg von Bayern billigte die Stel=
llungnahme
der Regierung in der Jeſuitenfrage und er=
lklärte
, die Anrufung der Reichsregierung durch den Gra=
ffen
Törring ſei ein in der Geſchichte dieſes Hauſes völlig
meuer, tief bedauerlicher und bedenklicher Vorfall. Er
denke über die Selbſtändigkeit Bayerns viel zu hoch, als
daß er es für nötig halten würde, den Schutz der Reichs=
rregierung
gegen die bayeriſche anzuflehen. Der Miniſter
des Innern, Freiherr von Soden, meinte, das Vor=
ggehen
des Grafen Törring ſei unerhört und noch nie da=
ggeweſen
.

Luftfahrt.

* Friedrichshafen, 30. Juli. Heute nachmit=
ſag
5 Uhr 20 Min. unternahm das Luftſchiff Hanſa
zeinen zweiten Aufſtieg, an welchem ebenſo wie heute
wormittag Graf Zeppelin ſelbſt teilnahm. Die Nach=
rmittagsfahrt
diente zu einer Geſchwindigkeitsprüfung.
EEs ſteht noch nicht beſtimmt feſt, daß das Luftſchiff am
Donnerstag die Fahrt nach Hamburg antreten wird. Auf
jeden Fall iſt die Nachricht unrichtig, daß das Luftſchiff
Zzunächſt nach Frankfurt a. M. überſiedeln wird.
* Frankfurt, 31. Juli. Die Viktoria
Luiſe unternahm heute früh eine Fahrt über Kreuz=
mach
ins Nahetal nach Idar. Die Ueberführung des
Wuftſchiffes nach Baden=Baden iſt verſchoben worden;
ſſie wird nicht vor Donnerstag oder Freitag erfolgen. Die
Fahrt der Hanſa von Friedrichshafen nach Hamburg
ffindet früheſtens in der Nacht von Donnerstag zu Frei=
tag
ſtatt.

Sport.

* Golf. Bei dem Internationalen Golf=
Turnier, das der Badener Golf=Klub auf ſeinem
Wolflinks in Oos veranſtaltete, ſiegte am Dienstag im
Mooſevelt=Pokal Mr. Yers=New=York gegen Baron von
Tanfani.

Das Bootsunglück bei Neumünſter.

* Neumünſter, 30. Juli. Von den heute auf dem
Einfelderſee verunglückten Perſonen war
his in der ſpäten Abendſtunde noch niemand geborgen.
Am Rettungswerk beteiligten ſich in beſonderem Maße
z wei Primaner denen auch die Rettung der drei
Werſonen hauptſächlich zu danken iſt.
* Neumünſter, 31. Juli. Zu dem ſchweren Boots=
uenglück
auf dem Einfelderſee wird weiter ge=
mieldet
: Es war ein Glück, daß die beiden Primaner, von
denen bisher nur der Name des einen, Hermann, bekannt
ift, ſich in der Nähe befanden und vier Perſonen retteten,
ſconſt wäre nicht eine einzige Perſon von den dreizehn,
die ſich hinausgewagt hatten, mit dem Leben davon=
gekommen
. Nicht einer von der ganzen Geſellſchaft war
des Segelns beſonders kundig. Der Einfelderſee iſt ein
beſonders ſchwieriges Segelrevier, weil er auf einer Seite
nollſtändig von Wald umgeben iſt. Es kommt öſters vor,
daß die Segelboote, ſobald ſie außerhalb des Waldreviers
gelangen, von heftigen Böen erfaßt werden.
H. B. Neumünſter, 31. Juli. Zu dem ſchweren
Bootsunglück auf dem Einfelder See, bei dem 9
Perſonen den Tod durch Ertrinken fanden, wird noch
gemeldet: Die heute morgen neuerdings unternommenen
verſuche zr Bexgung der Leichen ſind bisher

ohne Erfolg geblieben. Die Haupturſache des Un=
glücks
iſt wohl darin zu ſuchen, daß das Segelboot nicht
die genügende Tragfähigkeit und Stabilität beſaß, um 13
Perſonen aufzunehmen. Die Kataſtrophe ſpielte ſich
innerhalb eines Zeitraumes von 2 Minuten ab.

Das Strandunglück bei Binz.

* Greifswald, 30. Juli. Obwohl keine
Toten mehr in der Oſtſee gefunden worden ſind, wer=
den
noch aus Greifswald vermißt: die Studenten
der Medizin Thiem, Marian und Scenic, ſowie die Stu=
dierende
Margarete Grabowski. Die Geretteten aus
Greifswald haben an das Kommando der vor Binz lie=
genden
Hochſeeflotte folgendes Telegramm gerichtet:
Im Auftrage einer großen Anzahl von Damen und
Herren Greifswalds, die bei dem Brückeneinſturz in Binz
durch das heldenmütige Eingreifen unſerer Seeleute ge=
rettet
wurden, geſtatten wir uns, den beteiligten Offizie=
ren
und Mannſchaften für die tatkräftige und auf=
opfernde
Hilfeleiſtung unſeren herzlichſten und tief=
gefühlteſten
Dank auszuſprechen.
* Binz, 30. Juli. Die Kaiſerin hat aus Anlaß
des Unglücks in Binz an die Badeverwaltung folgendes
Telegramm geſandt: Schloß Wilhelmshöhe. Ihre Maje=
ſtät
die Kaiſerin haben mich beauftragt, allerhöchſt ihr
herzlichſtes Beileid zu dem ſchweren Unglück auszuſpre=
chen
, das die Badeverwaltung betroffen hat, und laſſen
um telegraphiſchen Bericht bitten. Kabinettsrat Freiherr
von Spitzemberg.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der=Einſender verantwortlich.)

In Hausbeſitzerkreiſen wird mit Recht über die
ungleiche Erhebung des Waſſergeldes geklagt, ohne daß
man den betreffenden Kaſſebeamten Vorwürfe machen
kann; dieſelben walten meiſtens ihres Amtes mit größter
Zuvorkommenheit. Die Sache liegt an der Stadtver=
waltung
. So wurde zum Beiſpiel in dem Blumenthal=
Viertel Anfangs Juli das Waſſergeld für Juni angefor=
dert
und erhoben, und vom 24. Juli ab wurde bei den
Hausbeſitzern, die mit ihrer Zahlung im Rückſtand waren,
mit der Schließung der Waſſerleitung begonnen. In
anderen Stadtvierteln, ſo zum Beiſpiel in der Heidel=
berger
Straße, wurde erſt am 29. Juli das Waſſergeld für
den Monat Juni erhoben, und es kam ſogar in anderen
Stadtteilen vor, daß von den Hausbeſitzern zehn Monate
lang kein Waſſergeld verlangt wurde. Es ſollte hier glei=
ches
Maß gehalten werden, und es wäre richtig, daß der
monatliche Waſſerverbrauch mittelſt Zettel an den Haus=
eigentümer
feſtgeſtellt wird und dann müßte jeder Haus=
beſitzer
ſein Waſſergeld bis längſtens am 20. jeden Monats
an der Stadtkaſſe bezahlen. Die gegenwärtige Erhebung
iſt koſtſpielig und für die Hausbeſitzer rückſichtslos, da
nicht jeder Hausbeſitzer immer in der Lage iſt, ſofort den
Kaſſenboten zu befriedigen; es handelt ſich hier öfter um
größere Summen.

Vermiſchtes.

Heſſiſcher Gautag der techniſchein=
duſtriellen
Beamten. Der Gau Heſſen des Bun=
des
der techniſch=induſtriellen Beamten veranſtaltet am
Sonntag, den 22. September, in Frankfurt a. M. ſeinen
dritten ordentlichen Gautag. Es werden Delegierte aus
allen Teilen des Gaues Heſſen, zu dem das Großherzog=
tum
Heſſen, das Fürſtentum Waldeck und die Provinz
Heſſen=Naſſau gehören, an der Tagung teilnehmen. Am
21. September ſoll eine öffentliche Verſammlung in Frank=
furt
a. M. ſtattfinden, in der ein aktuelles ſozialpolitiſches
Thema behandelt werden ſoll.
Im Zoologiſchen Garten zu Frank=
furt
wird vom 2. bis 18. Auguſt täglich um 4 Uhr und
6 Uhr der bekannte Tierbändiger Havemann ſeine
Raubtierſchule vorführen, ohne daß für dieſe
Schauſtellung erhöhtes Eintrittsgeld erhoben würde.
Havemann war der Erſte, der die moderne Art der Raub=
tier
=Dreſſur anwendete und bewunderungswürdige Er=
folge
damit erzielte. Viele von uns werden ſich noch der
wilden Szenen früherer Tierbändiger erinnern, bei
denen, unter wüſtem Geſchrei, mit Peitſchenhieb und
Piſtolenknall, die zähnefletſchenden Beſtien einige Augen=
blicke
herumgehetzt, durch Reifen geprügelt und mit Hilfe
der doppelzinkigen eiſernen Gabel wieder zur Türe hin=
ausbefördert
wurden. Von eigentlicher Dreſſur konnte
dabei kaum die Rede ſein. Havemann erſt hat gezeigt,
daß man durch Ruhe, feſten, ausdauernden Willen und
liebevolles Eingehen auf die Charaktereigentümlichkeiten
jedes Tieres, weit beſſere Ergebniſſe erreicht. Raubtier=
Schule nennt er ſeine Vorführung, und in der Tat ver=
kehrt
er mit Löwen und Tigern wie ein verſtändnisvoller
Pädagoge mit ſeinen Kindern. Die weitverbreitete An=
ſicht
geht dahin, daß der Löwe großmütig, der Tiger blut=
dürſtig
und tückiſch ſei. Beides iſt nur ſehr bedingt rich=
ig
. Auch bei dieſen wehrhaften und durch ihren Körper=
bau
auf Kampf und Raub angewieſenen Fürſten
Wildnis finden ſich ſo feine pſychologiſche Unterſchill 2,
wie bei unſeren Haustieren. Die Kunſt des Dreſſeurs
eſteht darin, ſie individuell zu behandeln und ihnen im
Menſchen zwar den überlegenen Herrn, aber auch den
liebevollen Freund und Pfleger zu zeigen. Nur durch
olche Behandlung wird es Havemann möglich, ſeine
wahrhaft erſtaunlichen Dreſſur=Erfolge zu erzielen. Natur=
wiſſenſchaftlich
intereſſant ſind die beiden Kreuzungspro=
ukte
, die zur Tiergruppe gehören. Sie ſind die erſten
von einem Tigervater aus einer Löwenmutter Gezüchteten.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 31. Juli. Die Ruhr in Döberitz iſt,
wie von zuſtändiger Stelle mitgeteilt wird, auf das dor=
tige
Arbeitskommando, wo die erſten Fälle vorgekommen
ſind, beſchränkt geblieben. Auf das eigentliche Lager
griff die Krankheit bisher nicht über. Im ganzen ſind
bis jetzt 11 Fälle feſtgeſtellt worden, die ſämtlich leicht
verlaufen ſind.
* Berlin, 31. Juli. In der Putzfedernfabrik von
Pohl ereignete ſich aus unaufgeklärter Urſache eine Ben=
zinexploſion
. Zwei Arbeiter ſind getötet
worden.
* Fulda, 31. Juli. Ferdinand Ebender, der jün=
gere
der beiden Brüder, iſt in Roſenthal bei Frankenberg
verhaftet worden.
* Breslau, 31. Juli. Heute mittag vergiftete
ſich der 42jährige Opernſänger der Vereinigten Bres=
lauer
Theater, Georg Berg, mit Morphium. Der
Grund zu der Tat iſt unbekannt.
* Tilſit, 31. Juli. Aus Ragnit wird der Tilſiter
Zeitung gemeldet, daß geſtern abend neue Unruhen
ausgebrochen ſind. Auch die erſte Komsagnte des

Infanterie Regiments Nr. 41 iſt hier ein=
getroffen
, ſodaß jetzt zwei Kompagnien für die Aufrecht=
erhaltung
der Ordnung ſorgen.
* Drontheim, 31. Juli. Sechs Teilnehmer der deut=
ſchen
arktiſchen Expedition ſind hier eingetrof=
fen
. Ebenſo ſind die Ausrüſtungsgegenſtände und der
Proviant für die Expedition angekommen. Der Leiter
der Expedition, Leutnant Schröder, wird heute hier er=
wartet
. Das Expeditionsſchiff Herzog Ernſt geht An=
fang
Auguſt nach der Nordoſtküſte von Spitzbergen.
* Paris, 31. Juli. Der König von Spanien
iſt um 9,35 Uhr in Paris eingetroffen. Er wurde von
franzöſiſchen und ſpaniſchen hervorragenden Perſönlich=
keiten
begrüßt und unterhielt ſich einige Minuten mit
den ihm vorgeſtellten Perſonen. Um 9,45 Uhr reiſte der
König nach London weiter.
* London, 31. Juli. Heute morgen ereigneten ſich
an verſchiedenen Stellen des Hafens ernſte Unruhen.
Drei Perſonen wurden durch Revolverſchüſſe ernſtlich
verletzt.
* London, 31. Juli. Die Unruhen auf den
Docks wurden hervorgerufen durch Angriffe früherer
Streikender auf Nichtunioniſten, wobei Steine, Knüppel
und Revolver als Waffen verwendet wurden. Viele
Perſonen ſind durch Steinwürfe verletzt worden. Die
Schutzleute gingen wiederholt mit Knitteln vor.
* Konſtantinopel, 30. Juli. Der ökumeniſche Patriarch
Joachim iſt zurückgetreten.
* New=York, 31. Juli. Ein im Zuſammenhang mit
der Ermordung Roſenthals verhafteter Spie=
ler
ſagte unter Eid aus, daß drei Polizeibeamte der
Stadt New=York unter ſich 2½ Millionen Dollars geteilt
hätten, die ſie im vergangenen Jahre von Spielhöllen und
anderen geſetzwidrigen Unternehmungen bezogen.
* Mexiko, 31. Juli. Seit drei Tagen findet zwiſchen
Regierungstruppen und Aufſtändiſchen 45 Meilen von der
Hauptſtadt ein Kampf ſtatt. Die Verluſte der Regie=
rungstruppen
ſollen 50 bis 150 Mann betragen.

EH. B. Berlin, 31. Juli. Durch die Preſſe ging geſtern
die Meldung, die deutſche Regierung beabſich=
tige
, die marokkaniſchen Behörden für die Ermordung
des Deutſchen Opitz in vollem Umfange haftpflichtig
zu machen. Die Verhandlungen mit Frankreich, als der
Protektionsmacht über Marokko, ſeien bereits aufgenom=
men
worden. Wie an amtlicher Stelle mitgeteilt wird,
iſt das Auswärtige Amt noch nicht in der Lage, irgend
welche Forderungen zu ſtellen. An die deutſchen Kon=
ſularbehörden
in Marokko iſt die Aufforderung ergan=
gen
, Nachforſchungen anzuſtellen, um den genauen Tat=
beſtand
zu ermitteln. Auch bei der franzöſiſchen Regier=
ung
ſind die nötigen Schritte zur Ermittelung eingeleitet
worden.
H. B. Neapel, 31. Juli. Im hieſigen Hafen traf geſtern
das Militär=Transportſchiff Ville de Ca=
tano
ein, an deſſen Bord ſich eine Summe von 1250000
Lire in engliſchem Gelde befand, die im Roten
Meer an Bord des ägyptiſchen Dampfers Ismalia be=
ſchlagnahmt
worden waren. Das Geld war für die tür=
kiſchen
Truppen in Arabien beſtimmt.
Meaux, 31. Juli. In einem Nachbardorfe ſchoß
ein erſt kürzlich aus der Irrenanſtalt entlaſſener Gewohn=
heitsſäufer
auf ſeinen 82 Jahre alten Vater. Als er
verhaftet werden ſollte, verbarrikadierte er ſich und ſchoß
auf die Gendarmen. Es entwickelte ſich ein Feuer=
gefecht
, das 5 Stunden dauerte. Schließlich erlitt der
Verbrecher zwei ſchwere Verletzungen und konnte ver=
haftet
werden.
Petersburg, 31. Juli. Die in Südrußland gele.
gene Stadt Kriwoi ſteht in Flammen. Die Be=
völkerung
flüchtet.
Moskau, 31. Juli. Der Fürſtin Schachowska=
Straſchnow wurden aus ihrem in der Nähe von
Moskau gelegenen Schloſſe Juwelen im Werte von
1½ Millionen Rubel geſtohlen. Ein Teil der
Koſtbarkeiten iſt bereits ermittelt worden, doch fehlt noch
der wertvollſte Teil.
New=York, 31. Juli. Der Paſſagierdampfer
Rockland und der Dampfer Chiſholm kollidierten
um Mitternacht bei Long Island Es entſtand eine
wilde Panik, bei der Frauen und Kinder niedergetre=
ten
wurden. Doch gelang es, die 300 Paſſagiere auf
den Chiſholm die meiſten in Nachtkleidern, zu retten.

Holche wunderbare Wandlung
erzielt Bioſon! Infolge einer ſchweren Krankheit geriet
ich in einen bedenklichen Schwächezuſtand, verbunden mit
großer Appetitloſigkeit. Jedoch bald nach Beginn des Bio=
ſontrinkens
konnte ich zu meiner größten Freude konſtatieren,
daß ſich bei mir eine bedeutende Beſſerung des Allgemein=
befindens
u. friſcheres Ausſehen einſtellte. Während ich noch
vor einigen Monaten von vielen aufgegeben war, fühle ich
mich jetzt wieder ſehr gekräft. u. werde kein anderes Stärkungs=
mittel
mehr gebrauchen als Bioſon, denn ich habe die volle
Gewißheit, daß ich Ihrem Präparat viel zu verdanken habe.
Emil Rabe, Landsberg a. W., 29. Jan. 1912, Neueſtr. 27.
Unterſchrift beglaubigt: Dr. Binting, Kgl. Notar. Bioſon,
hergeſtellt unter Benutzung des D. R. P. 171371, iſt das beſte
u. billigſte Nähr= u. Kräftigungsmittel ſeiner Art, Doſe
ca. ½ Kilo) 3 Mk., in Apotheken, Drogerien. (16272D

Bei heißem Wetter verlieren die Kinder
oft den Appetit. Dann verlangen ſie leichte
und wohlſchmeckende Speiſen, die das Blut
abkühlen, wie z. B.

Mondamin-Aunauf
mit Milch, Eiern, Zucker und Mondamin
gekocht. Dies mit Fruchtſaft oder Schlagſahne
ſerviert, wird von den Kindern allem anderen
vorgezogen. Das Rezept dazu iſt mit 23 weiteren
Rezepten für Sommerſpeiſen im B=Büchlein zu finden,
gratis und franko erhältlich vom Mondamin=Kontor,
Berlin C 2. Schreiben Sie ſofort darum, Sie könnten
es ſonſt vergeſſen.
(VI15529

der ideale poröse Wäschestoff für Herrenhemden
bester Schutz gegen Erkältungen
vorrätig in
Baumwolle Halbleinen Flanet!
empfiehtt
Ferdinand Carl Winter
Hoflieferent Sr. Köntol Hloheit des Grossherzogs
M3300
S.o
or
8739a

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 125.

eine ſchöne
Einnehmend, reizend wirkt weiße Haut.
Wollen Sie eine ſolche erzielen oder erhalten, dann ver=
wenden
Sie bitte nur Naumann’s Fauſtring Lanolin=
ſeife
. Paket à 5 Stück 95 Pfg. Einzelſtück 20 Pfg. 1(14176M

Frader Kleider
für Damen und Mädchen
in grösster Auswahl.
Aenderungen sofort.
Schwarze Blusen und Röcke
sehr preiswert.

Telephon 2539.
Ludwigstrasse 5.

G. m. b. H.

(12044a

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß von Randwirbeln des nordweſt=
lichen
Tiefs fielen geſtern vielfach Regen. Auch heute
morgen iſt es in Deutſchland wolkig. Die Temperaturen
liegen bei weſtlichen Winden etwas tiefer als ſeither.
Es iſt keine weſentliche Witterungsänderung zu erwarten.
Ausſichten für Donnerstag, den 1. Auguſt 1912:
Wechſelnd bewölkt, ohne erhebliche Niederſchläge, Tem=
peratur
wenig verändert.

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer innigſtgeliebtes, gutes Töchterchen und
Schweſterchen
(*2483
Therese
nach vierwöchentlichem ſchwerem Leiden im
Alter von 10½ Jahren heute nacht um 4 Uhr
zu ſich zu rufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
V. Laubner, Schneidermeiſter,
und Familie.
Darmſtadt, den 31. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 2. Auguſt,
nachmittags ½4 Uhr, vom Sterbehauſe Karl=
ſtraße
46 aus, ſtatt.

Verſteigerungslalender.
Freitag, 2. Auguſt

Acker= und Wieſe.=Verſteigerung des Heinrich
Jacoby um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr in der
Ludwigshalle‟.
Obſt=Verſteigerung um 9 Uhr an der Straße vom
Bahnhof Roſenhöhe bis Meierei.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der Ar=
tillerieKaſerne
(Regt. Nr. 61).

Todes=Anzeige.
Nach ſchweren Leiden verſchied heute unſer
Sohn
(*2516
Johannes.
Die Beerdigung findet Freitag nachmittag
4 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Darmſtadt, 31. Juli 1912.
In tiefer Trauer:
Familie Arthur Sittig.

Tageskalender.

Eugen Bracht=Ausſtellung auf der Mathil=
denhöhe
(geöffnet von 106 Uhr).
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. Schuls Felſenkeller
um 8 Uhr. Singſpielhaus Metropol um 8 Uhr.
Heſſiſcher Hof um 8 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Fleiſchmann, ſämt
lich in Darmſtadt. Für den redaktionellen Teil ha=
ſtimmte
Mitteilungen ſind an die Redaktion des Tag=
blatts
zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.

wird seit Jahrzehnten mit glänzendem Erfolge zur
Haustrinkkur bei Nierengriess, Gicht, Stein,
Eiweiss und anderen Nieren- und Blasenleiden verwandt.
Sie ist nach den neuesten Forschungen auch dem
Zuckerkranken vor allen anderen Mineralwässern zu
empfehlen, um den tüglichen Kalkverlust, der ein sehr

wesentliches Moment seines Leidens hildet, zu ersetzen.
Für werdende Mütter und Kinder in der Entwicklung ist sie
für den Knochenaufbau von höchster Bedeutung. Die He-
lenenquelle
ist die Hauptauelle Wildungens und steht
in ihrer überaus glücklichen Zusammensetzung einzig in
der Welt da. Man überzeuge sich hiervon selbst durch

Vergleich der Analysen, wenn Ersatzquellen empfohlen
werden, und achte im eigenen Interesse genau auf den Namen
Helenenquelle. Zu haben in allen Apotheken und Progerien.
Fürstliche Wildunger Mineralquellen, Bad Wildungen.
Flaschenversand 1911: 2071167.
Badegäste 1911: 13 598.

Verſteigerungs-Anzeige.

Donnerstag, den 1. Auguſt 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16, zwangsweiſe gegen
Baarzahlung:
2 Diwans, 2 Schreibtiſche, 1 runden Tiſch, 1 Waſchkommode,
4 Kleiderſchränke, 1 Schrank, 1 Antoinettentiſch, 1 Kanapee,
2 Seſſel, 1 Flügel, 1 Marmorſäule, 2 Betten und verſchie=
dene
andere Gegenſtände.
Darmſtadt, 31. Juli 1912.
(16313
Rollenhagen,
chtsvollzieher
in Darmſtadt, Kaſinoſtraße 24.

Wichtig für die Einmachzeit.
Echr Fergamlentpapter
in Bogen und in Rollen, nur erſtklaſſige Qualität, kaufer
Wiederverkäufer billigſt
296

Jakob Skurnik
Spezialhaus für Papierwaren
Wendeistadtstrasse 28
Telefon 1791.

Nächste Verlosungen.
Rote Kreuz-Geldlotterie, Los 1 M.
Ziehung 24. Auguſt 12;
Künstler-Wohlfahrtslotterie, 1 M.
Ziehung 11. u. 12. Sept. 12;
Klsfelder Geldlotterie, Los 1 M.
Ziehung 11. u. 12. Sept. 12;
empfiehlt und verſendet
Philipp J. Schmidt
Königl. Preuß. Lotterie= Ein=
nehmer
, Darmſtadt, Rhein=
ſtraße
33, Tel. 127. (16293a

Mlehte
Schrey’sche
Stenograph.-
Verein
Unterricht,
Fortbild. De-
battenschr
.
Uebung Freitags, abends 8½ Uhr.
Hessischer Hof. Wilhelminenstr. 1.
Sprach-Lehr-Institut
Herderstrasse 3.
Französisch (B159s2
Direkte Methode.
Vorbereitung für alle Prüfungen.
Grammatik, Conversation, Literatur.
Prospekte frei. Probelektion gratis.

Fur uie

empfiehlt

Reise-Luftkissen
Reise-Badewannen
Reise-lrrigatore
Reise-Wärmeflaschen
Gummi- u. Toilette-Schwäme

Schwammbeutel
Badehauben
Seifendosen
Trinkbecher
Gummi-Wäsche

Billige neue
Möbel!
Hochf. Schlafzimmer, hell nußb.,Enlgländerin Unterricht zu er=
ſtatt
470 Mk. nur 400 Mk., Speiſe= teilen Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
zimmer, eiche, nur 400 Mk., Küche,
pitſch=pine, ſtatt 200 Mk. nur 165 Mk.
einige Diwaus, Chaifelongne, A Spanischer Unterricht
Schreibtiſch (Diplomat), Aus=W von geb. Spanier geſucht.
ziehtiſche, Trumeauſpiegel, Flur= Off. mit Preisang. bei 3 Std.
ſtänder, Waſchkommode, lack., i wöchentl. u. F3 Exped. (*2444
zur Zeit ſpottbillig
(*2509
Mathildenplatz 8.
gegenüber Wer das Tanzen noch zu den
Auf dem Marlt der Wirt=Kirchweihen lernen will, wende ſich
ſchaft Hippler trifft Donnerstag gefälligſt an Philipp Scholl, Tanz=
eine
große Sendung Falläpfel ein, lehrer, Mühlſtr. 26, II. (Privatſtdn.
per Pfd 7 Pfa. Döderlein. (*2506 zu jeder Tageszeit.) Damit jeder=
mann
dasſelbe erlernen kann, koſtet
d. Kurſus für Damen 5 Mark,
verloren
(*2502 Herren 10 Mark.
eine goldene Nadell In der Kochschule

winſcht englich
Tanzkursus

Neueste
Schlager
in Zonophon-Platten
AR. A.2U!

mit Brillant.
Abzugeben geg. gute Belohnung ſtr. 51, 2. Stock, können wieder
Heidelbergerſtraße 28. (B16296 einige junge Damen eintreten.

in grösster Auswahl billigst (15152a

Herm. Hennaner platz.
Erstes Gummi-Spezial-Geschäft am Platze.

Schulstr. 1
am Ludwigs-

Verreist do
bis 2. September
Dr. Johannaschmidt
Vertretung durch die Herren
San.-Rat Dr. Kotb und Dr. Vidal.

Carl Pr. Eps
Dentist (B16124
D. pareist.

v. Frau Auguſte Klein, Wieners=
Daſelbſt auch Eſſen über die
Straße.
(675a
Rochsrande.
Herrn paſſ. Alters. Nicht anonyme September Einmachereien jeder
(*2510dod
entgegen.
Frankfurter-
wünſcht
mit einer Dame zw. ſpät. jo. Friedrich, strasse 74, I.
Omeren geshte
(*2485 Freundliche 3=Zimmerwohn.
mit Zub., gute Lage f. ält. Dame
mit Mädchen zum Herbſt geſucht.
Offert. nebſt Preisang. unt. E 54
(*2247imd
an die Exped.
Damen und Herren all. Stände
iſt ſtets Gelegenheit geboten, ſich 12 leere Zimmer
zu verheiraten, durch erſt. Heirats=
Vermittlungs=Bureau in Darm=zum Aufſtellen von Möbeln in der
tadt unt. ſtrengſter Verſchwiegen= Nähe der alten Bahnhöfe geſucht.
heit. Offerten unter F 10 an die Größe der Zimmer angeben. Off.
(*2486df u. E 72 a. d. Exp. erbet. (16170mdf
Expedition ds. Bl.

Gebildete Witwe
Ende 40er, evang., 2 K., mit ſch.
Haushalt, wünſcht zwecks Heirat
Bekanntſch. m. Beamt. od. gutſit. Gute bürgerl. Küche. Auguſt,
Off. u. F11 an die Exp. erb. (*2493 Art. Anmeldungen nehme täglich
Besserer Herr
Heirat
in Verbindung zu treten. Off. unt.
M. S. 5840 poſtl.
Heirat!

Sen

uf 15. Auguſt wird helles
möbl. Zimmer mit ſeparat.
Eingang geſucht.
ſachh. in Latein u. Griech. ert. Ober= Offerten mit Preis unter E 94
lehrer. Steinackerſtr. 19, p. (15342a an die Exn. ds. Bl. (*2432dfs

Blau Veilchen‟ Marzurka-
Caprice.
Die Fantom-Brigade‟
Oberbayrische Gebirgslieder
mit Gesang u. Jodler, Dachauer
Bauernkapelle-München.
Partenkirchner Ländler‟.
Seehaupter Klarinettenländler‟
Hinterseer Klarinettenländler‟
Seefelder Klarinettenländler‟.
Dachauer Moosländler‟
Original Heitauer Plattler.
Mariechen-Polka‟ (Mariette).
Mariechen, du liebes Viehchen‟
(Tubaphone).
Aus Hamburgs Vergangenheiten
und Gegenwart‟, I. bis II. Teill
(Orchester).
Hopsa, Bärbele, hol’s nauf!
Freund, ich bins zufrieden‟
(Orchester).
Grossmütterchen Ländler‟
von G. Langer.
Barcarole aus Hoffmanns Er-
zählungen‟
(Violin-Duett mit
Klavierbegleitung).
Parade der Zinnsoldaten‟.
Hosenrock-Rheinländer‟ (mil
Gesang und Orchester).
Warum mach’ die Bäcke die
Wecke so klof‟.
Fräulein, könn’n Sie links ru
tanzen? Walzer aus
Autoliebchen‟.
Two-Step tanzt man heut
I. bis II. Teil.
Das haben die Mädchen 0
gerne‟.
Das Lied vom Autoliebchen‟.
K. Jäger
Georgenstrasse 11.
Aeltestes und grösstes
Spezialgeschäft dieser
Branche am Platze.

[ ][  ][ ]

Nummer 179.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Seite 7.

Zu nochmals herabgesetzten

Inn

Preisen!

Nur solange
Vorrat!

Um mit der noch vorhandenen Wasch-Konfektion schnellstens und radikal
zu räumen, haben wir die Preise zum grössten Teil so fabelhaft billig an-
gesetzt
, dass sie in keinem Verhältnis zum wirklichen Wert der Waren
3,
327
und zum früheren Preise stehen.
3-,

Beachten
Sie gefl. unser
Fenster!

Weisse Bauistblusen jetzt jedes Stück zum Ausuchen 24
Farbige wäsch-Blusen jetzt jedes Stück zum Ausuchen
Schwarze Satin-Blusen
Knaben-Wasch-Blusen
Knaben-Wasch-Anzüge
Weisse Rostüm-Röcke
Weisse Stickerei-Kleider jetzt jetes sitet zun Ansneten 9
Farbige Mädchen-Kleider
Morgen-Röcke ner nereste Mechesten
uni, gestreift und türkisch gemustert.
Hussenkittel

mit gesticktem Vorderteil
jetzt jedes Stück zum Aussuchen 6-

jetzt jedes Stück
zum Aussuchen
jetzt jedes Stück
zum Aussuchen
jetzt jedes Stück
zum Aussuchen

jetzt jedes Stück zum Aussuchen H-

Weisse Knaben-Blusen
Wasch-Unterröcke

aus gutem Satin-Drell

mit schönen Bordüren
jetzt jedes Stück zum Aussuchen 2-

jetzt jedes Stück
zum Aussuchen C

990
190
45
5
5
25
60 60 45
090 990
95
45
Z
15
190 990
7
50
N
für des Alter von 614 J. passend 4990 990
90
90
jetzt jedes Stück zum Aussuchen
25
jetzt jedes Stück zum Aussuchen 1 66 50
65
45
jetzt jedes Stück zum Aussuchen 1-
925
50
)0

Enlglische Damen- aletots
Weisse Woll-Batist u.
itzen-Blusen
90
3
4
jetzt jedes Stück zum Aussuchen U-

16221)

Wrenker Scarnlachf.

[ ][  ][ ]

Gisenbettstellen

Gisenbetfstellen

für Erwachsene
braun mit Rost, 80X185 cm
von

für Kinder
weiss lackiert mit Spiral-
Matratze . . von

weiss lackiert
mit Patent-Matratze

weiss lackiert mit Spiral-
Matratze und doppelt
abschlagbaren Seiten-
teilen
. . . von

von

Deckbetten mit 6 Pfd. Federn:
10.00 12.2. 17.80 19.20 21.50

aus rotem Barchent

aus rotem Barchent
mit 2 Pfd. Federn:

Mitglied des
Rabatt-Sparvereins.

Markt

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 179.

Kurſe vom 31. Juli 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
8f.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
do.
80,00
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
3½ do. Conſols . . . 89,90
80,00
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100, 10
do.
93,20
3½
86,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,25
88,00
do.
3½
78,25
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,10
4 do. do. (unk. 1918) 100,10
do.
88,00
½½
do.
77,80
3 Süchfiſche Rente.
.80,00
4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 89,80
4 do. Goldrente . . . 96,10
4 do. einheitl. Rente 86,80
3 Portug. unif. Serie I 64,50
3 do. unif. Ser. III 67,50
3 do. Spezial
10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,30
4 do. v. 1890 . . 95,90
4 do. v. 1905 . . 92,20
4 Ruſſen v. 1880
90,00
4 do. v. 1902
90,30
4½ do. v. 1905
100,50
3½ Schweden .
93,00
4 Serbier amort. v. 1895 84,40
4 Türk. Admin. v. 1903 82,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,40
4 Ungar. Goldrente .
90,40
4 da. Staatsrente. . . 88,00,

In Proz.
Zf.
.100,80
5 Argentinier
4
do.
86,30
4½ Chile Gold=Anleihe . 90,30
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
do.
½
4½ Japaner . . . .
94,70
5Innere Mexikaner . . . 95,00
3
do.
60,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,30
5 Gold=Mexikaner . . . . 100, 10
3 Buenos Aires Provinz 70½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 145,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 122,90
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,0
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,00
8 Baltimore und Ohio . 108½
½ Schantungbahn . . . 131,30
64 Luxemb. Prince Henri 158,00
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18½
6 Pennſylvania R. R. . 122,10
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
73,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.. 523,00
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

.349,00
30 Farbwerke Höchſt . . 658,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 349,00
10 Cement Heidelberg . . 151,50
30 Chem. Werke Albert 463,20
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 321,00
4 Lahmeyer . . . . . .126,00

Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 162,00
12 Siemens & Halske . 242,25
5 Bergmann Electr. . . 140,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 171,20
0 Gummi Peter . . . . 120,10
0 Kunſtſeide Frankfurt 128,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 566,25
10 Maſchinenf. Badenia 169,00
6 Wittener Stahlröhren 218,50
8 Steana Romana Petr. 141,25
15 Zellſtoff Waldhof . . 242,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
.226,25
häuſel . .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,50
3 Südd. Immobilien
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 191,60
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
.. 237,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 176,50
10 Gelſenkirchener . . . . 194,40
.. 195,30
8 Harpener
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 266,75
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
81,25
Caro. .
4 Laurahütte . . . .
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 205,00
11
7½ South Weſt Africa 140,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,70
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,00
. 75,50
3 Prag=Duxer
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,30
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,80
76,80
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,60

In Proz.
Bf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,25
53,40
2%
do.
77,30
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,70
do.
88,00
4 Wladichawchas . . . .
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,50
90,00
do.
24) Livorneſer . . . . . 69,00
3 Salonique=Monaſtir
83,60
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,80
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,40
4 Northern=Paciſic . .
4 Southern=Paciſic . . . 95,00
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,70
5 Tehuantepec . . . . . . 98,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 197,50
7 Bergiſch=Märkiſche
.150,20
Bahn . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,50
6½ Darmſtädter Bank . 121,25
12½ Deutſche Bank . . . 255,75
6 Deutſche Vereinsbank 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,20
10 Diskonto=Kommandit 186,60
8½ Dresdener Bank . . 154,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,30
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,60
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,50
5.86 Reichsbank . . . . 135,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,80
½ Wiener Bankverein . 134,60
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 M 17 . . . 98,20

B. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 97,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
do.
88,00
½
4 Hefſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
8½
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
99,40
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
99,60
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68
89,00
S. 35
88,80
S. 911
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
9½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . .
-
8½ do.
4 Frankfurt.
100,10
9½ do.
95,30
4 Gießen
98,60
8½ do.
89,90
4 Heidelberg
3½ do.
-
4 Karlsruhe
-
8½ do.
88,70
4 Magdeburg
99,10
8½ do.
4 Mainz
98,40
8½ do.
90,00
4 Mannheim
99,20
3½ do.
4 München .
99,90
3½ Nauheim
4 Nürnberg
100,00
3½ do.
88,50
4 Offenbach
-

In Prog
3½ Offenbach .
7 100,20
4 Wiesbaden .
3½ do.
89,20
4 Worms .
98,20
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 173,60a
3½ Cöln=Mindner , 100 133,40
8 Holl. Komm. . fl. 100 108,70
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 173,50
3 Oldenburger . . . . . . 126,00
2½ Raab=Grazer fl. 159 113,20
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 35,20
Braunſchweiger Tlr. 20 198,00
Fs. 15
Freiburger .
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10
do.
ſl. 7 340
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 5190
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl. 100 360,00
Benediger . . . . Fs. 30
Fs. 400 170,60
Türkiſche .
Gold, Silber und
Banknoten.
20,43
Engl. Sovereigns .
16,28
20 Franks=Stücke.
Amerikaniſche Noten. 4,18%
20,46
Engliſche Noten
81,10
Franzöſiſche Noten.
.169,70
Holländiſche Noten.
80,20
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,05
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,20
Reichsbank=Diskonto.
Rrichsbaul=Lombard 9 5

[ ][  ][ ]

Nummer 179.

Serie I

Serie II

Serie III

Serie IV

Serie V

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Seite 9.

beginnen heute Donnerstag, 1. August.
Von bedeutenden Schürzenfabriken kaufte ich grosse Posten Damen- und Kinder-
schürzen
weit unter Preis. Diese Schürzen sind aus guten Stoffen hergestellt
und zeichnen sich ganz besonders durch Ia Verarbeitung, tadellosen Sitz und
neueste Fassons aus. Der Verkauf bezweckt, jede Dame von der Leistungsfähigkeit
meiner Schürzen-Abteilung zu überzeugen u. bietet eine nicht sobald wiederkehrende
hervorragend günstige Kaufgelegenheit.
Bliisen-Schürzenl, Ia Siamosen, mit Blenden besetzt, Volant und Tasche.
Haus-Schürzenl, aus gutem Siamosen, mit Volant und Tasche .
Zier-Schürzen mit Träger, weiss und farbig
Mieder-Schürzen aus hübschen gestreiften Stoffen, mit Besatz
C0.

Servier-Schürzen, weigs, Träger mit hübscher Stickerei-Garnitur, Volant und Tasche
Blusen-Schürzell aus gutem gestreiften Siamosen, schön verarbeitet
Haus-Schürzen aus Ia Stoffen, extra weit, hübscher Besatz .
Zierschürzell, mit Träger, weiss und farbig, aus neuesten Stoffen hergestellt .
Prinzess-Schürzen, gestreift. Siamosen, mit breiten Borden besetzt
Blusen-Schürzenl, aus prima Siamosen, extra weit
Batist-Schürzenl, Prinzessform. mit reizenden Stickerei-Einsätzen
Mieder-Schürzen, Träger mit breiten Blenden garniert, gute Stoffe
Reform-Schürzen, volle Weite, mit Volant und Tasche
Prinzess-Schürzenl, modernste Formen. mit hübscher Paspel-Garnitur
, , ,
Blusen-Schürzen, extra weit, mit elegantem Blenden-Besatz
,,,,
Empire-Schürzeil, aus gestreiften Siamosen, mit Stickerei-Einsatz garniert .
Servier-Schürzen, Blusenform, volle Weiten, mit Stickerei .
Blusen-Schürzenl, aus hübschem, türkischem Satin, oder gestr. Siamosen, neueste Verarbeitung
Reform-Schürzenl, aus bestem Siamosen, mit uni Blendenbesatz
Prinzess-Schürzen, Ia Siamosen, hell und dunkel, mit breiter Blend and Volant

aus gutem Siamosen, volle Weiten, mit Tasche, zum Aus-
Besonders billig
. . jedes Stück
Hausschürzen suchen

Knaben-Schürzen
aus solidem Siamosen, grösstenteils mit gewebter Borde, mit Spiel-
taschen
, Blenden Garnitur, Länge 45 bis 55 om

Serie I
48

Serie II
58

Serie III
68

Mädchen-Schürzen
aus gestreiftem Siamosen und hübschen türkischen Stoffen, grössten-
Steils mit Falten-Volant, reich garniert, Länge 45 bis 75 cm

Serie I
85

Serie II

Serie III

Serie IV

1.30
1.50
1.10

2040% unter Preis!
Grosse Posten Wasch-Unterröcke
.
16289
Darmstadt
Kaumaus Aul. Cehfleider Anigstr. 2. Fetehirchet.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Nummer 179

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Tuberkuloſe=Bekämpfung im Mittel=
ſtande
.

* Die Frage der Bekämpfung der Tuber=
kuloſe
im Mittelſtande iſt in letzter Zeit von neuem
in Fluß gekommen. Am 5. Januar I. J. fand im Reichs=
amt
des Innern eine Beſprechung ſtatt, deren Hauptzweck
darin beſtand, Mittel und Wege zu finden, wie die Heil=
ſtättenbehandlung
, die mit ihrer günſtigen Wirkung ſeit=
her
hauptſächlich dem durch die ſozialen Verſicherungs=
geſetze
zwangsweiſe verſicherten Arbeiterſtand zugute ge=
kommen
iſt, auch dem Mittelſtande zugängig gemacht wer=
den
könne. Zur Klärung der ganzen Frage wurde die
Bildung eines Organiſationsausſchuſſes empfohlen, der
engſten Anſchluß an das Deutſche Zentralkomitee zur Be=
kämpfung
der Tuberkuloſe in Berlin ſuchen und omit ihm
zuſammen die Löſung der Frage in Angriff nehmen ſolle.
Bei der diesjährigen Generalverſammlung des Deutſchen
Zentralkomitees wurde die Frage der Tuberkuloſe= Be=
kämpfung
im Mittelſtande auf die Tagesordnung geſetzt
und der Vorſitzende des Vorſtandes der Landesverſicher=
ungsanſtalt
Großh. Heſſen, Geheime Regierungsrat Dr.
Dietz, zum Referenten beſtellt. In dieſem Referat wurde
einleitend darauf hingewieſen, daß das Deutſche Zentral=
komitee
wie auch alle Landes= und Lokalvereine gleicher
Richtung den Zweck verfolgen, nicht nur die Tuberkuloſe
im Arbeiterſtand zu bekämpfen, ſondern ihr Augenmerk
auch auf den großen Mittelſtand zu richten, der der
ſozialen Fürſoxge vielfach nicht weniger
bedürfe, als der Arbeiterſtand. Nach dem Re=
ferat
ſind alle Perſonen dem Mittelſtande zuzurechnen, die
nicht in der Lage ſind, teuere Privatſanatorien aufzuſuchen.
Es gehören hierher nicht nur untere und mittlere Staats=
und Gemeindebeamte, kaufmänniſche, techniſche und indu=
ſtrielle
Angeſtellte mit kleineren oder mittleren Einkommen,
kleine Handwerksmeiſter, Kaufleute, Landwirte, ſondern
auch die große Menge akademiſch gebildeter Perſonen,
alſo Juriſten, Geiſtliche, Lehrer, Aerzte, die nicht über
Privatvermögen verfügen. Daß in dieſen Kreiſen die
Tuberkuloſe in erheblichem Maße verbreitet iſt, iſt eine
allgemeine Erfahrung und bedarf eines zahlenmäßigen
Nachweiſes nicht. Für einen Teil dieſes Mittelſtandes
iſt zurzeit bereits inſofern geſorgt, als eine Reihe von
Perſonenklaſſen des Mittelſtandes, z. B. Betriebsbeamte,
Werkmeiſter, Handlungsgehilfen und elehrlinge, Gehilfen
und Lehrlinge in Apotheken, Bühnen= und Orcheſtermit=
glieder
, Lehrer und Erzieher, Schiffer alle ſofern ihr
regelmäßiger Jahresverdienſt 2000 Mark nicht überſteigt ,
invalidenverſicherungspflichtig ſind. Für dieſe Perſonen
und nach neueſter Beſtimmung auch für ihre Witwen
können die Landesverſicherungsanſtalten im Erkränkungs=
falle
eintreten. Der Kreis dieſer Perſonengwird außer=
dem
in Kürze vermehrt durch das Verſicherungsgeſetz für
ihre Angeſtellten, das die angegebenen Perſonenklaſſen
mit einem Jahresarbeitsverdienſt bis zu 5000 Mark in
die Verſicherung einbezieht. Zu beachten iſt außerdem,
daß die genannten Perſonen, ſofern ihr. Jahresarbeits=
verdienſt
mehr als 2000 Mark, aber nicht über 3000 Mark
beträgt, ſich freiwillig bei den Landesverſicherungsanſtal=
ten
verſichern können, ebenſo unter gewiſſen Vorausſetz=
ungen
die kleinen Gewerbetreibenden und andere Be=
triebsunternehmer
. Von dieſer freiwilligen Verſicherung,
die ebenfalls das Eintreten der Verſicherungsanſtalten im

Erkrankungsfall ermöglichen würde, wird leider aber nur
ein verſchwindend geringer Gebrauch gemacht.
Soweit für den Mittelſtand alſo nicht bereits durch
die Verſicherungsanſtalten geſorgt wurde, iſt er in der
Hauptſache auf Selbſthilfe angewieſen. Von der
Heilſtättenbehandlung hat auch der Mittelſtand bisher
ſchon Gebrauch gemacht, wenn auch zu einem recht ge=
ringen
Teil. An der Heilſtättenbehandlung muß aber
nach der überwiegenden Anſicht der Fachmänner vorerſt
bei der Tuberkuloſe feſtgehalten werden. Es fragt ſich da=
her
, ob für den Mittelſtand weitere Tuberkuloſe= Heil=
ſtätten
gebaut werden ſollen, oder ob die vorhandenen
Heilſtätten genügen. Ueber dieſe Frage ſind die Anſichten
geteilt. Der Referent glaubte jedoch, daß bezüglich der
Errichtung weiterer Heilſtätten mit großer Vorſicht vor=
gegangen
werden müſſe, und daß man zunächſt einmal den
Verſuch machen ſolle, mit den vorhandenen Heilſtätten
auszukommen. Um aber weitere Heilſtätten zu bauen,
um Heilſtättenkuren und alle ſonſtigen Maßnahmen, wie
ſie die Bekämpfung der Tuberkuloſe erfordert, durchzu=
führen
, dazu gehört ſo führte der Referent zum Schluſſe
aus Geld, Geld und nochmals Geld. Dieſe Geld=
mittel
zu beſchaffen iſt in einer Zeit, in der ſo große An=
forderungen
an Staat, Gemeinden und Private geſtellt
werden, ſicherlich nicht leicht, und doch zeigt ſich bei man=
chen
Gelegenheiten aufs neue, daß auf dem Wege der
freiwilligen Leiſtungen noch etwas zu erreichen iſt. Der
Mittelſtand könnte und müßte vor allem mehr zur Selbſt=
hilfe
greifen. Dieſen Standpunkt vertritt z. B. auch ein
Aufruf, den Dr. med. Weißmann, prakt. Arzt in Linden=
fels
, bereits im September 1908 im Bergſträßer Anzeige=
blatt
veröffentlicht hat, und in dem er um Mitglieder für
einen Verein wirbt, der die Erbauung eines Sanatoriums
für Lungenſtranke aus dem Mittelſtande in Heſſen be=
zwecken
ſolle. Tatſächlich iſt die große Maſſe des Mittel=
ſtandes
bis jetzt den Vereinigungen zur Bekämpfung der
Tuberkuloſe noch faſt vollſtändig ferngeblieben, ohne zu
bedenken, daß ihm die Geldmittel und ſonſtigen Einrich=
tungen
dieſer Vereinigungen im gegebenen Fall wieder
zugute kommen.
In Heſſen iſt es der Heilſtättenverein für
das Großherzogtum Heſſen, der ſich die Be=
kämpfung
der Tuberkuloſe insbeſondere auch im Mittel=
ſtand
, zur Aufgabe geſtellt hat. Wenn dieſem Verein in
größerem Umfang wie bisher Perſonen des Mittelſtandes
beitreten, dann wird es dem Verein ermöglicht, durch
Anſammlung von Unterſtützungsfonds, durch Einrichtung
von Freibetten, oder durch Erwirkung von Preisermäßig=
ungen
in Mittelſtandsheilſtätten den Intereſſen des Mit=
telſtandes
in viel nachdrücklicherer Weiſe als ſeither zu
dienen. Möge darum die Erkenntnis von der Notwen=
digkeit
und Erſprießlichkeit dieſer Selbſthilfenorganiſation
in weitere Kreiſe des Mittelſtandes dringen und dem
Heilſtättenverein immer zahlreichere Mitglieder zuführen,
denn dann wird auch in unſerem engeren Vaterland die
Tuberkuloſebekämpfung im Mittelſtand einen neuen An=
trieb
erhalten, und es wird auch bei uns auf dieſem wich=
tigen
Gebiet ein bedeutungsvoller Schritt vorwärts ge=
tan
werden können. Beitrittserklärungen zum Heil=
ſtättenverein
ſind zu richten an deſſen Vorſtand, Darm=
ſtadt
, Wilhelminenſtraße 34. Der Mindeſt=Jahresbeitrag
beträgt nur 2 Mark.

Vermiſchtes.

* Die Erreger der Schlafkrankheit. Zahlreich ſink=
in
den letzten Monaten die Erörterungen über die
Schlafkrankheit geweſen, die in dem durch den deutſch=
franzöſiſchen
Marokkovertrag an Deutſchland gekom=
menen
Teil des Kongogebiets beſonders ſtark zu Hauſe=
ſein
ſoll. Man weiß darum allgemein, daß nach dem
übereinſtimmenden Urteil der Tropenforſcher die Schlaf=
krankheit
die unheimlichſte und gefährlichſte aller Krank=
heiten
der warmen Länder darſtellt. Es bedeutet des=
halb
die Auffindung des Erregers dieſes Leidens, die=
1901 denEngländern Forda und Dutton in Gambien ge=
lang
, einen beſonderen Markſtein in ſeiner Geſchichte.
Man hat dieſem Krankheitserreger den Namen=
Trypanoſoma gambienſe gegeben und bald darauf auch
entdeckt, daß die Trypanoſomen ſich nicht nur in den an
der Oberfläche des Körpers verlauſenden Blutgefäßen
aufhalten, ſondern auch in den Lymphdrüſen und in der
Rückenmarksflüſſigkeit. Später erkannte man, daß die=
Schlafkrankheit das zweite Stadium einer durch
Trypanoſomen verurſachten Infektionskrankheit iſt, und
daß die Uebertragung durch eine Art der Tſetſefliege ge=
ſchieht
. Die eigentliche Urſache der Schlafkrankheit ſind=
alſo
die Trypanoſomen das ſind, wie Oberlehrer J
Kammerer, der Schriftführer des deutſchen Inſtituts für
ärztliche Miſſion in Tübingen, in einem Die Schlaf=
krankheit
und ihre Bekämpfung betitelten Aufſatz in der
Zeitſchrift Ueber Land und Meer ausführt, Flagel=
laten
oder Geißeltierchen, ſo genannt nach einem dün=
nen
, geſchlängelten, geißelartigen Anhängſel an einem
Leibesende. Sie haben eine längliche, beinahe fiſch=
förmige
Geſtalt und übertreffen hinſichtlich der Länge den
Durchmeſſer eines roten Blutkörperchens um das Dop=
pelte
und Dreifache, Auffallend iſt eine dem Körper auf
einer Seite anhaftende, wellenförmig geſchlängelte Mem=
bran
, die in die Geißel ausläuft. In der Blutflüſſigkei
bewegen ſich die Tierchen äußerſt lebhaft und zwar in
der Richtung des Geißelfortſatzes, wodurch man zu der
Annahme gelangte, daß dieſe Geißel das vordere Ende
des Körpers darſtelle. Die Vermehrung des Trypano
ſomen erfolgt durch Längsteilung oder auf geſchlecht=
lichem
Wege im Darm der Tſetſefliege. Neuere Fon
ſchungen haben ergeben, daß die Trypanoſomen auch di
Erreger verſchiedener gefährlicher Tierkrankheiten ſind
Die Uebertragung der Trypanoſomen auf Menſch und
Tier erfolgt, ſoweit feſtgeſtellt, ausſchließlich durch ein
beſondere, Gloſſina palpalis genannte Art der Tſetſe
fliege, die wenig größer als unſere Stubenfliege iſt, und
ſich ausſchließlich in unmittelbarer Nähe des Waſſers und
zwar wiederum nur da, wo dunkſer Beſchwald iſt, auf=
hält
. Die Gloſſinen der Schlafkrankheit ſtechen nur
Sonnenſchein, der Stich iſt aber nur wenig ſchmerzhaft
Eine beſondere Eigentümlichkeit der Tſetſefliege iſt, daß
die Weibchen keine Eier legen, ſondern weißliche Larven
zur Welt bringen und zwar zwei= bis dreimal im
Monat je eine. Für die erfolgreiche Bekämpfung der
Schlafkrankheit wird darum in erſter Linie die allmähliche
Ausrottung der Gloſſina palpalis durch Vernichtung
ihrer Schlupfwinkel und Aufenthaltsſtätten erforderlich
ſein, was einesteils wohl ſeine erheblichen Schwierig=
keiten
hat, anderſeits aber deshalb nicht unmöglich iſ
weil die Gloſſinen höchſtens bis zu 300 Meter von ihrem
Standort abzufliegen vermögen.

heißt die Loſung des modernen Eu=
ropäers
, ſolange er inmitten der Er-
werbsjagd
die Nerven durch Reiz-
mittel
, von denen eins zum Ausgleich
ſtets das andere nötig macht, zu
immer größerer Anſtrengung aufzu=
peitſchenſtrebt
. Mehr Luft und Natur!
heiſcht er, von dieſer Ueberſpannung
erſchöpft, ſobald im Sommer das be=
rufliche
Haſten nachläßt. Dieſe Periode
natürlicherer Lebensweiſe ſollte auch
mit natürlicher Ernährung verbunden
ſein. Wer in ſolcher Zeit ſtark wir=
kende
Genußmittel wie den Morgen-
kaffee
ausſchaltet und ſich dafür dem

-Kakao zuwendet, wird die angeneh-
me
Entdeckung machen, daß dieſer in
gleichem Maße anregt, ohne die Ner=
ven
zu erregen und anzugreifen. Man
wird dann den dauernden Gewinn
davon tragen, nicht wieder dem Hange
nachallerleiimmer ſtärkerenReizmitteln
zu verfallen. Da Reichardt=Kakao nicht
überall erhältlich iſt und viele an-
dere
Fabrikate nicht dauernd behagen,
verſorge man ſich für den Ferien-
Bedarf in der nächſten Reichardt-
Filiale. Eine ſolche befindet ſich in

Darmstadt: Ludwigsplatz 6

Fernſprecher 1627.

(162670

Landschaftsgartnerei und Gartenarchtektur.

Neuanlage von Zier- und Obstgärten jeden Stiles,
sowie Unterhaltung von Gärten. (*2426
Billige Preise. : : Pläne und Voranschläge kostenlos,
Rudalf Hank, Moosbergstrasse 24, part.

Jetzt ist die
-beste Zeit-

zur Aufarbeitung Ihrer
Matratzen und Feder-
betten
. Wenn Sie dann
aus der Sommerfrische
zurückkehren, werden
Sie dieselben wie neu
hergericht vorfinden.
Preisberechnung reell u.
billig.
Spezial-Geschäft
Ludwig Schwab
Ernst-Ludwigstrasse 23.

(16288

erren=Halbſchuhe, nur einige
Male getr., Neupreis 16 Mk.,
für 10 Mk. zu verkaufen (*2489
Pallaswieſenſtraße 7, part.

gbewährt ſich nun=
Jahre mehr Retter’s
Haarwaſſer (München)
ſtaatl. gepr. u. begutachtet.
Z. h. um 40 u. 1.10 bei
M. W. Prassel, Schulstr. 10 (3373H

I. Hess. Versich. geg. Ungeziefer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461

Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.

Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (14191a

o

(16306

Damcn, Horren- u. Kinder Wasche
Dett risch und Kuchen wasche
mit 10 Prozent bis zu 25 Prozent Rabatt.
Ferner grosse Posten zurückgesetzter
und trübgewordener
Damenhemden, Beinkleider, Nachtjacken und
Nachthemden, Kinderwasche u. Herrenwäsche
zu jedem annehmbaren Preis.
Untertaillen
Serie I75 Pfg. Serie II Mk. 1.. Serie III Mk. 1.25.
Ausrangierte Krawatten und Selbstbinder
Serie I 40 Pfg. Serie II 60 Pfg.
1 Posten Touristen-Hemden
ohne Rücksicht auf den früh. Preis Stck. Mk. 3.50
Sehr günstiger Einkauf für Ausstattungen und sonstigen Bedarf.
Keine Auswahlsendungen. Preise gegen bar.
Heintricn Dader f.
Tel. 1740 1 Ludwigsplatz 1 Tel. 1740
Soeeoe9

Mehme noch einige
Damen z. Frisieren an
auch empfehle ich mich im Anfer=
tigen
aller vorkommenden Haar=
arbeiten
. Ausgekämmte, ſowie ab=
geſchnittene
Haare kaufe ſtets zu
den höchſten Preiſen. (B15933
Hans Müller, Friſeur
Beſtungerſtraße. 99.

Für Erfinder!
Mechaniſche Werkſtätte empfiehlt
ſich zur Anfertigung v. Patenten
u. ſonſt. Arb. u. ſtrengſt. Diskretion.
(*2454
Off. unt. F 4 Exped.

Herrenpaletots für Herbſt u.
Winter, ein weißer Herren=

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

N 90.

Dannerstag, 1. Auguſt.

1912.

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 12. Juli 1918.
(15644a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Aebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 29. Juli bis 3. Auguſt 1912.

Dauer der
Die Abſperrung
Truppenteil Abſperrung
Datum
Tag
erſtreckt ſich
von 1 bis
300 V. 1200 M.
29. Juli 1 Montag
800 V. 1200 M.
30. Juli 1 Dienstag
800 V. 120 m
Ueber das ganze
31. Juli Mittwoch
1. Aug. 1 Donnerstag Feldartillerie 8e0 P. 120P
( Abſperr=Gelände
V. 1200 M.
2. Aug. Freitag
80 V. 200 N.
3. Aug. 1 Samstag

Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Truppenteilen des
XVIII. Armeekorps am 1., 2., 5., 6., 8., 9., 12., 13. Auguſt 1912 von 7 Uhr
wormittags bis 7 Uhr abends Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz
zpei Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
michtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Meſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,

im Siden Forſhaus Steinacker.=Steinhlagel ausſchliehlich.
Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=
wieſe
-Sauwieſe-Schreibertswieſe==Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. ( Polizeiver=
ordnung
Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20. Sep=
tember
1909).
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(13886a

Bekanntmachung.

Für Teilnehmer an militäriſchen Unternehmungen in den Schutzgebieten
iſt durch Allerhöchſte Ordre die Verleihung einer Kolonialdenkmünze beſchloſſen
worden. Diejenigen Perſönlichkeiten, welche glauben, Anſpruch auf die Denkmünze zu
haben, wollen ſich unter Vorlage des Militärpaſſes oder ſonſtiger Unterlagen beim
Hauptmeldeamt 1 Darmſtadt bezw. Militär=Meldeamt Offenbach melden. Für die
Teilnahme an den kriegeriſchen Ereigniſſen in Oſtaſien in den Jahren 1900/01
und für die Teilnahme an der Niederwerfung des Aufſtandes in Südweſtafrika
in den Jahren 1904/08, für die bereits beſondere Denkmüngen geſtiſtet ſind, wird
die Denkmünze nicht verliehen.
Darmſtadt, den 26. Juli 1912.
(16260
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Das Großh. Miniſterium des Innern hat der Leitung der Allgemeinen Deutſchen
Photographiſchen Ausſtellung Heidelberg 1912 die Erlaubnis erteilt, 600 Loſe einer
im September d. Js. zu veranſtaltenden. Lotterie (2 Geldgewinne und 2082 Gegen=
ſtandsgewinne
) innerhalb des Großherzoatums zu vertreiben.
Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen
60 000 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit
dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
(16250
Während der Zeit des Vertriebs der Loſe zur I. Klaſſe einer Königl. Preuß.
Lotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
üicher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 36 be=
unden
ſich: 1 Pinſcher, 1 Dachshund, 1 Jagdhund. 1 ſchotiſcher
Schäferhund, 1 Pinſcher, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde
Ennen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dorl=
lelbſt
jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(16265

Polizei=Verordnung

füür die Stadt Darmſtadt, die Beaufſichtigung der Hunde betr.
Nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung wird mit
Gbenehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 20 Juli
1912 zu Nr. M. d. J. II, 3562 auf Grund des Artikels 129b Abſ. II,
Jeiff. 1 der Städteordnung hierdurch folgendes verordnet:
I.
Die §§ 2 und 15 Abſ. 2 der Polizei=Verordnung, die Beauf=
ſichtigung
der Hunde betreffend, vom 24. März 1909 werden aufge=
Loben und durch folgende neue Vorſchriften erſetzt:
§ 2. Alle Hunde ſind an der Leine zu führen
1. in den dem Publikum geöffneten Großherzog=
lichen
Hofgärten,
2. in den Anlagen weſtlich der früheren Main=
Neckar=Bahn,
3. in den neuen Bahnhofsanlagen zwiſchen Allee,
Stirn= und Dornheimer Weg.
4. in den Bahnhöfen,
5. in Wirtſchaften und Wirtsgärten.
1§ 15 Abſ. 2. Die Polizei=Verordnung für den Kreis Darmſtadt
vom 29. November 1911, das Fahren mit Hunden
betreffend, wird durch die Vorſchriften dieſer Polizei=
Verordnung nicht berührt.
II.
Dieſe Polizei=Verordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung im
Darmſtädter Tagblatt in Kraft.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
(16266ds
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.

Soeben gelangte zur Ausgabe:
Juli=Heft 1912
der
Heſſiſchen Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Oberlehrer und Stadtarchivar F. Dreher: Die Beziehungen der
Senckenberg und anderer Frankfurter Familien zu Friedberg i. d. Wetterau.
Dr. Hans Braun: Frauenmünſter. Lehrer A. Deggau: Stamm=
Lafel derer von Storndorf. Rektor K. Wehrhan: Vom Mäuſeturm
Hei Bingen und anderem alten Aberglauben unſerer Gegend. Stadt=
pfarrer
D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Wormſer reformierte Militär= und
Flüchtlingsgemeinde. Profeſſor Karl Raupp: Aus den Erinnerungen
eines deutſchen Malers. Mit Abbildungen. Dr. L. Schuſter: Der
Seligenſtädter Geleitslöffel. Mit Abbildungen. Stadtpfarrer D. Dr.
Wilhelm Diehl: Ein Vorfahre Lilli Schönemanns. Profeſſor Dr. Auguſt
Roeschen: Goldmacher in der Pfalz. Bücherſchau. Aus Zeit=
ſchriften
. Umfragen. Nachrichten.

Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der Heſſiſchen Chronik‟
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
(16202.

Verrenrad m. Freiſ. (Herich
für 50 Mk. zu verk. (*2435df
Soderſtraße 48.

Stadt. Hahdeis-Hochsehule Com.
Das Vorlesungs-Verzeichnis für das Winter-Semester 1912/13 ist
erschienen und durch das Sekretariat, Claudiusstrasse 1, zu beziehen.
Die Vorlesungen und Uebungen beginnen am 24. Oktober.
Der Studiendirektor:
Professor Dr. Chr. Eckert.
I15905)

Regugeh. Kanaper 6 Seſi
50 M., 1 Küchenſchr. 12 M., 1r.
Tiſch 5 M. Beckſtr. 71, 1. St. (*2436

Hessische Handels-Lehranstalt
Fernsprecher 923. Darmstadt Rheinstrasse 6
Neue Kurse beginnen Dienstag, 13. August.
Während des Umbaues halte ich Montag bis Frei-
tag
, 1112 und 35 Uhr
(18025a
Rheinstr. 8, III., Sprechstunden ab.
Wilheim Siedersleben, Diplom-Handelslehrer.

Bekanntmachung.

Donnerstag, 15. Auguſt 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Heinrich Butterfaß
Witwe, Marie, geb. Strehl, zu
Darmſtadt, und deren Kindern zu=
geſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. am
V 622871/1000g 92 Hofreite Pallas=
wieſenſtraße

Nr. 32,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K35/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 26. Zuni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (114536

Bekanntmachung.

Donnerstag, 29. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Ewald da=
hier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
II 284 124 Hofreite Ober=
gaſſe
Nr. 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K31/12
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, den 15. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V15527

erſteſite

Donnerstag, 8. Anguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Philipp Adam und
dem Philipp Wilhelm Adam zu
Nieder=Modau, im Grundbuch hie=
ſiger
Gemarkung zugeſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
29 1 1523 Acker rechts dem
Judenbrunnen,
29 4 2322 Hofreite ( Lager=
plat
) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (B21/15
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, den 12. Juli 1912.,
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V15526

Pferde=Verkauf.

Freitag, den 2. Auguſt 1912,
um 11 Uhr vormittags,
wird im Hofe der Artilleriekaſerne
am Beſſunger Weg ein zum Mi=
litärdienſt
nicht geeignetes ſechs=
jähriges
Remontepferd öffentlich
und meiſtbietend gegen Barzah=
(16276
lung verſteigert.
Darmſtadt, im Auguſt 1912.
I. Abteilung Feldartillerie=
Regiments Nr. 61.

Legen Veränderung werden
W perk.; ein faſt neuer Spiegel=
ſchrank
, 1 Trumeauſp., 2 Kommod.,
1 Sofa, 6 Stühle, Schränke, 1 Bett,
Tiſche Müllerſtraße 14. (*2439dm

Wollen

Bauer’s Buchführung
sofort in Gebrauch nehmen! (*2214id
Nikolaus Bauer, Arheilgen, Darmstädterstr. 50
Geschäftsbücher-Organisations- u. Revisions-Institut.

Zweigstelle: Elisabethenstr. 28.

Wenngenügend Inter-
eſſenten
ſich melden
ſo beabſichtige ich, jedoch nur zum Kaufe am
Südbahnhof oder am Hauptbahnhof, die Er=
richtung
von kleinen Gruppen= und Einzel=
häuſern
, eventuell auch für zwei Familien in
neuzeitlicher Bauweiſe. Garten.
Zwecks Vorlage von Plänen und Mittei=
lung
der näheren Bedingungen wende man ſich
unter E 44 an die Expd. ds. Bl. (16125imd

Bohnen und Abzichen von
Parkettboden
Reinigen von
Linoleumbelage

wird prompt und billigst ausgeführt.
(4432a
Ibel & Lotz, G. m. b. H., Schuchardstr. 14. Tel. 461.
billg zu
Ein Kinderwagen verkaufen Erbbegräbnis
Müllerſtraße 5. Man:
*9460für 3 Perſonen auf dem Darm=

Zin 2ſchläſ. Bett, nur einige
Mte. gebr., weg. Abreiſe bill. z.
verk. Landwehrſtr. 43, pt. (*2459

ſtädter Friedhof zu kaufen geſucht.
Off. mit Angabe des Platzes unt.
E 99 an die Exp. d. Bl. (*16256

[ ][  ][ ]

Sekte 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 17

Gasverkauf Gegen-Aitdad
Um die noch vorhandenen Vorräte an Sommerwaren gänzlich zu räumen, haben wir die Preise
nockmats bedeutend ermässigt.
Der beschränkte Raum dieser Anzeige gestattet nur eine begrenzte Angabe weniger Artikel:
4 Serien Batistblusen
2 Serien Wasenstole

I. B’woll-Mousselines und Cotelés
jetzt 20
früher bis 75 Pfg.
H. Wollmousselines u. B’wollmousselin.
jetzt 95
früher bis 90 Pfg.
III. Waschseide, Zephyr und Leinen
jetzt 45
früher bis 2.10 Mk.
IV. Wollmousselines und Leinen

früher bis 1.70 Mk.

jetzt

I. Weisse Batistblusen
Kimonofacon, mit Entredeux
jetzt
II. Weisse Batistblusen
Kimonofacon, mit Stickerei und Entredeux . . jetzt
III. Weisse Batistblusen
Kimonofacon, mit Entredeux, reich garniert . . jetzt
IV. Weisse Batistblusen
jetzt
mit hübscher Stickereigarnitur

50 g
1.90
1.90
2.00

Leinenkostüme, Leinenröcke, Garnierte Kleider und Seidenmäntel
bis zur Hälfte des seitherigen Preises ermässigt.
10 Prozent Sonderrabatt auf alle dem Ausverkauf unterstellten Waren mit Ausnahme der mit ) bezeichneten
obigen 4 Serien.
(16279
15 Prozent Rabatt auf alle übrigen Waren.

Gebrader Geuf

Durch den Umbau sind unsere Verkaufslokalitäten,
die vollständig staubfrei sind, in keiner Weise
in Mitleidenschaft gezogen. Vorübergehend be-
findet
sich der Eingang zu denselben durch die
:: :
Haustüre.
2
*

550
Einheitspreis 12
Salamander
1650
Luxus-Ausführung

Alle nur ördenklichen
.. Ausführungen

vornehmster Gesellschaftsstiefel

11747a)

SALAMANDER
(e
EAuEMATS 8.C2
Luldwigsstrasseih!

Büfett

noch gut erhalten, 2 Jahre im
Gebrauch, für kleinere Wirtſchaft
ſehr geeignet, wegen Geſchäftsauf=
gabe
preiswert zu verk. H. Noth=
nagel
IV., Griesheim, Groß=
Gerauerſtraße 20. (16236md
Lehrock=, Frack=, Smoking= An=
züge
, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (12036a
Mein Kind hatte eine
Flechte,
die allen Mitteln trotzte, wohl auch
verſchwand, aber immer wieder auf=
trat
. Zuletzt verſuchte ich Zuckers
Salnderma und bin erſtaunt, wie
ſchnell u. gründl. das Uebel dadurch
beſeitigt wurde. C. Jeſen. Doſt
50 Pf. u. 1 M. (ſtärkſte Form) bei
Frdr. Schäfer, Ludwigspl. 7, Chr.
Schwinn, Hofl., Rheinſtr. 8, u. Gg.
Frz. Frank, Parfümerie. (104995

Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
27,

Zu dieſer Stunde öffnete ſie das Inſtrument nicht, ob=
wohl
ſie es gewohnt war, den Morgen mit einem ſchönen
Lied feierlich zu begrüßen. Sie ging weiter in das freund=
liche
Frühſtückszimmer, wohin Dörthe ſoeben den Kaffee
brachte.
Ein weiter Weg iſt es von der Küche bis hierher,
Dörthe.
Wir wollen es mit der Zeit anders einrichten, gnä=
diges
Fräulein, ſagte die alte Dienerin. Der kleine Raum
dicht neben der Treppe ließe ſich ſehr gut zur Küche machen.
Ein Schornſtein iſt da.
Ich will es mit dem Großvater beſprechen.
Der alte Herr ſagt zu allem ja. Dörthe ſtrahlte über
das ganze Geſicht. Wiſſen Sie, was er geſtern abend zu
Johann und mir geſagt hat?
Nad
Wenn der alte Herr einmal nicht mehr ſind Gott
möge ihn noch lange leben laſſen dann ſollen der Johann
und ich in den Turm aufs Altenteil ziehen. Er macht es
teſtamentariſch, gnädiges Fräulein, die Zimmer hier
drunter, die mit den vergitterten Fenſtern, die ſollen uns
gehören bis an unſeren Tod. Und wenn das gnädige
Fräulein hier einkehren, ſoll ich ſchon unten wohnen und
ganz für Sie ſorgen. Es wird alles eingerichtet, und die
Möbel werden ſpäter unſer Eigentum. Ach, du mein
Herrgott, welchen Segen bringt der liebe kleine Junker
füber unſer Haus. Der alte Herr iſt nicht mehr wieder=
zuerkennen

m r er er e rcher
es iſt.
Nur, daß Sie fort wollen, Fräulein Suſanne. Ich
kanns ja verſtehen, aber mit der Zeit, der Menſch ge=
wöhnt
ſich an ſo vieles dann kommen Sie wieder, und
ich darf für Sie ſorgen.
Gewiß, Sie alte, treue Seele, und ich werde dem
Großvater auch noch danken, daß er euch ſo bedacht hat.
Nun braucht ihr nicht von Altenwerder fort, wenn der alte
Herr ſtirbt und
Es mit der Gnädigen und uns nicht gehen ſollte. Ja
ja es iſt ein rechter Segen, daß wir verſorgt ſind.
Sein Erſpartes hat man ja, daß man beſcheiden davon
leben kann.
Und die Suſanne tut noch etwas hinzu, daß es nicht
zu beſcheiden zu ſein braucht.
Dörthe lachte gerührt vor ſich hin und küßte die Hand
Suſannes.
So, und nun will ich frühſtücken. Iſt der Stellmacher
beſtellt, um die Bilder aufzuhängen?
Er wird gleich hier ſein. Auch trifft es ſich gut, daß
die Tapezierer im rechten Flügel arbeiten, da können ſie
gleich hier die Vorhänge anmachen.
Das iſt ein guter Gedanke, Dörthe. So werden wir
bis zum Abend fix und fertig.
Was wird der alte Herr für Augen machen.
Der Vorabend der Hochzeit brach an. Kammerherr
von Bagewitz war ſchon abgereiſt, und morgen ſollte Su=
ſanne
folgen. In ſchweren Gedanken ſaß ſie in ihrer
Mutter Zimmer und vertiefte ſich in die alten Papiere.
Ob ſie ſie mitnehmen ſollte? Nein die Vergangen=
beit
durfte ſe nicht hinausbegleiten in ihr neues Leben.

ön den Piaiſ der Darnherzigtit woſle ſe ireten, 1
dazu gehört ein ganzes Herz, das ſich von allem andem
losgeſagt hat. So mußte einer Novize zu Sinne ſein am
Vorabend ihrer Einkleidung.
Suſanne ſchloß die Briefſchaften ein und drehte den
Schlüſſel mit einem energiſchen Ruck um, als könne ſie da=
mit
allen Erinnerungen wehren. Sie hörte nicht den
ſchweren Schritt, der die Turmtreppe emporkam, aber der
ſchrille Ton der Klingel ſchreckte ſie empor. Sie öffneie
ſelber, da Dörthe fortgegangen war, ihr auf ihre Bitte
den Tee hier zu ſervieren.
Paſtor Weinhardt ſtand vor ihr.
Darf ich ein Stündchen hier einkehren, gnadiges Frä
lein?
Wie gut von Ihnen, Sie wußten, wie allein ich heile
bin.
Ich bringe Ihnen gute Geſellſchaft, Suſanne. Laſiel
Sie mich nach alter Gewohnheit Sie noch einmal bei
ſem Namen nennen.
Das junge Mädchen drückte ihm herzlich die Rechte
und ſah dabei forſchend auf das dicke Paket, das er im
Arm trug.
Das kommt ſpäter an die Reihe, Suſanne. Zuerſt
wollen wir ein wenig plaudern.
Sie trinken eine Taſſe Tee und nehmen eine kleine Er=
friſchung
an, Herr Pfarrer. Ich höre Dörthe ſchon neben=
an
hantieren. Nehmen Sie Platz und entſchuldigen Sie
mich einen Augenblick.
Wenn es Ihnen Freude macht, bleibe ich gern. Der
Weg war heiß.
Sie ſind zu Fuß gekommen?

[ ][  ][ ]

Nummer 179.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Donnerstag

i erier in n ernier ntrete
ſſa nders gut.
So befand ſich die Einſame nunmehr in der lieben
Geſellſchaft des vertrauten alten Seelſorgers, und ſie
nahmen miteinander das einfache Mahl ein, das Johann
ſervierte, während Dörthe ab= und zutrug.
Ein Wunder von Gemütlichkeit! meinte Weinhardt,
als ſie ſpäter in dem Wohnzimmer ſaßen, in dem er vor
langer Zeit mit der verzweifelten Seele einer Unglück=
ſelligen
gerungen hatte, bis ſie zum Gottesfrieden eingehen
durfte. Hier hatte er ihr Kind in ſeine Arme genommen
als letztes Vermächtnis, dasſelbe Kind des Hauſes, das
vor ihm ſaß und morgen in die Welt wandern wollte, weil
ihmn die Heimat genommen war.
Er war alt geworden, und mit dem Alter kam die
Milde, das Verzeihen. Er richtete nicht mehr, ſondern er
ſtützte das Schwache, das da kämpfen oder ſterben mußte.
Ungefragt begann er zu erzählen. An das, was
ruhen ſollte, rührte er nicht, es war tot und ſollte tot blei=
bem
. Aber von dem, was vor der Schuld lag, davon be=
richtete
er. Von Suſannes Mutter und von dem klugen
ſtüchtigen Inſpektorſohn, der dem Leben entfloh, als er
es nicht mehr bezwingen konnte.
Suſanne wurde nicht müde zu lauſchen. Sie ſah in
die Rauchwölkchen, die zur Decke ſtiegen, oder durch die
weit geöfneten Fenſter hinauszogen, dorthin, wo die
Vögel ihr Abendlied ſangen. Sie ſchenkte das Glas wie=
den
voll goldigen Weins, wenn es geleert war, und hielt
ime neue Zigarre hin, wenn die alte zu Aſche verzehrt war.
Nur kein Ende! Wer konnte wiſſen, ob eine ſolche
Ktunde jeweils wiederkehren würde

Der Miaet dich beſhmie, der üihte Sanepſtatt
huſchte in das Fenſter, die beiden verſchiedenartigen
Menſchenkinder grüßend, die ſo traulich zuſammen ſaßen
da erhob ſich der greiſe Seelſorger.
So ziehen Sie denn hin, Suſanne, und werden Sie
eine tüchtige Streiterin und Helferin in der guten Sache,
der wir alle dienen. Mein alter Duzfreund, Pfarrer Rei=
mer
, wird Sie in ſeine Hut nehmen, bis Sie ſich ſelbſtändig
genug fühlen, Ihren Weg allein zu finden. Sie haben
bisher ſtark und zielbewußt Ihr Lebensſchifflein geführt,
möchte man ſpäter dasſelbe von Ihnen ſagen können)
wenn Sie berufen ſind, das Schickſal anderer zu leiten, die
liebevolles Verſtändnis und kräftiger Unterſtützung be=
dürfen
, damit ſie nicht im Elend verſinken. Dieſer letzte
Abend aber, den Sie in Ihrer Heimat verleben, möge
noch ganz Ihnen ſelbſt gehören. In dieſem Paket finden
Sie alles, was ich an Erinnerungen an Ihre Eltern zu=
ſammengetragen
habe. Die Familie Voß iſt meinen
Wünſchen mit größter Bereitwilligkeit entgegengekommen,
ich habe ſelbſt die alten Papiere durchblättern dürfen, und
die Andenken, die ich als für Sie wertvoll hielt, ſind
Ihnen gern überlaſſen worden. Leben Sie wohl, liebe
Suſanne, und kehren Sie heim, ſo gehen Sie nicht an
unſerm Pfarrhaus vorüber. Inzwiſchen laſſen Sie ein=
mal
von ſich hören.
Noch ein Händedruck, ein herzlicher Gruß, und Wein=
hardt
ſchrit davon in die dämmernde Mondnacht. Suſanne
blickte ihm noch eine Weile nach, dann entzündete ſie die
Lampe, und ließ ſich an dem Schreibtiſch nieder. Mit zit=
ternden
Händen entfernte ſie die Hülle, bis der bunte In=
halt
ver ihr lag.

Sudef Sieſchries laut hinas und bilte ſch ſhan
um, als das Echo das Halbrund der Wand entlang lief.
Der Vater! Als Kind als Schüler und zuletzt als
Studierender auf der landwirtſchaftlichen Hochſchule. Und
hier die Mutter! Wie war ſie ſchön in ihrer jungen Liebe.
Dieſe ſtrahlenden Augen, der lächelnde Mund! Ob Groß=
vater
das Bild kennt? Sie legte die Bilder der Eltern
nebeneinander und vertiefte ſich in die Züge. Vom Vater
hatte ſie den Mund, das andere von der Mutter. Nur war
bei ihr alles herb und ernſt, was bei der Toten ſtrahlende
Luſt geweſen war. Das Schickſal hatte Suſanne zu hart
gepackt, wie ſollte dabei fröhliche Lebensluſt gedeihen.
Sie blätterte in den Papieren. Hier Gedichte! Das
erſte Stammeln aufkeimender Liebe im Jünglingsalter.
Dann kurze Briefe, aus denen man hätte das Kommende
weisſagen können. Die Poeſie der Kindheit lag noch über
dieſer erſten Regung einer zarten Neigung. Nicht die
ſchwüle Leidenſchaft fordernder Liebe offenbarte ſich hier.
Nichts verletzte das Empfinden Suſannes, es waren An=
denken
, die in ihrer rührenden Einfakt etwas Heiliges
hatten.
Was ſpäter kam, das ſtand auf einem anderen Blatt,
und das hielt die Hand der Tochter nicht und würde es
niemals wenden. Laßt ſie ſchlafen, die Schickſale der
Toten, denn ſie ruhen in Gottesfrieden!
Träumend ſtand das junge Mädchen an dem Fenſter
und blickte in die Mondnacht. Es zog ſie hinaus. Drun=
ten
ſaß der treue Johann und hütete die Pforte.
Ich gehe noch ein wenig hinaus, Johann, erwarten
Sie mich.
(Fortſetzung folgt.)

Die

letzten Tage unseres

Aor!

Verkauf!

16274)

Mainver- Warenhaus
Markt 77
Guggenheim & Marx
Markt 7

Aafer-Autos

Gediegenste Marke der Welt!
(12059a
Keine kostspieligen Reparaturen!
Absolut zuverlässig und sparsam im Betrieb!
Müller & Ober
Inh.: A. Ober, Großh. Hoflieferant, Karlstr. 30, Tel. 651
Größte Garage. Benzin. Oel. Pneumatiks.

aſt neuer Liegſportwag. Glicel=
geſtell
) billig zu verk. (*2442ds
Frankenſteinſtraße 50, 2. St.

Holen Sie nur
1 Doſe von dem
vorzüglichen
Fußbodenlack
pracht v. Farbe, von
Anton Fischer
Frankturterstr. 12/14-

D. R. P. Paten-
tiert
in allen
Kaldstris Hutrstasten.
Intern. Hygiene-
Aussteftung Dresden 1914: Zilberne Medaille.
Idealer Korsettersatz
ohne Einsehnüren in der Taifte, macht der herrschenden Mode ent-
sprechende
schlanke Figur. Unübertroff. Leibbinde für Kranke
aller Art. Kinder-Kalasiris. Kalasiris-Wäsche nach neuen
hygienischen Grundsätzen. Auskunft u. illustr. Broschüre
kostenlos durch Kalasiris-Spezialgeschäft (Inh. Frau
E. Spreng) Darmstadt, Schulstrasse 12, 1. Stock. (9305a

Weg. Unz. bilig zu verkaufen:
1 Sekretär, 1 Sofa, 2 Kleiderſchr.,
1 Bettſtelle m. Matr., 1 Sitzbade=
wanne
. Kiesbergstr. 64, pt. (*2242md

1 Speiſezim., 2 gebr. Sofa, Diwan,
1 Chaiſelonque, Vorplatz= Garde=
robe
, Trumeaur, Stühle bill. z. verk.
L. Menger, Bleichſtr. 1. (16025a

Dwei gut erhaltene Bettſtellen
mit Matratzen und 1 Sport=
wagen
billig zu verkaufen
*2433df)
Kiesſtr. 67, part.

N. S. U. Motorrad 3 Ps.
mit Leerlauf, tadellos erh., billig
zu verk. Hochſtraße 22. (16253a

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 179.

heisennann S Saisen-Ausverkauf

zu staunend billigen Preisen
beginnt

(16281

Gen SrAuuust
Nicht wiederkehrendes Angebot!

Weiblich
mitſehr g. Zeug=
Haushälterin niſſen ſucht Stel=
lung
zur Führung des Haushalts.
Näh. Marthahaus, Stiftſtr. 14. (*24
ſucht Stelle
Jüngere Dame als Sekretärin,
Vorleſerin in feinem Hauſe. Adreſſe
zu erfr. i. d. Expedition. (*2466

Fräukein, in Stenogr. u. Ma=
ſchinenſchreiben
bewandert, ſucht
Stellung. Offerten unter F 14
(*2495
an die Expedition.

Perf. Schneiderin, geſetzl. ge=
prüft
, gar. f. gut. Sitz, empfiehlt
ſich in u. außer d. Hauſe. Berta
Frenzel, Eliſabethenſtr. 35, II. (*2488

II. Arbeiterin für
Modes! feinen Genre ſucht
Stellung. Off. u. F 5 Exp. (*2456ds
Tücht. Büglerin empf. ſich in
u. auß. d. Hauſe Mathildenpl. 15, I.,
Ecke Bismarckſtr., Waliher. (*1963fdd

Tücht. Schneiderin empfiehlt
ſich in u. außer dem Hauſe Eliſa=
bethenſtr
. 49, Htb. II. (*2256id

Geb. Frl. geſ. Alt., i. Haush. u.
Pflege erf., ſ. e. Wirkungsk. A. I.
b. allſt. Dame o. Herrn, w. a.
leidend, wo n. Hilfe vorh. Mäß.
Gehaltsanſp. Off. u. B 80 an
die Expedition d. Bl. (*2365md

Kinderfrl., Kinderm., Landm.
ſ. in Darmſtadt. St. Prau Beria Ness-
ling
, Ludwigsſtr. 8, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin. (*2333md

Unabh. Mädchen ſ. Lauſdienſt für
d. ganz. Tag. Langegaſſe 2. (*2446df

20 Jahre,
Junges Mädchen, welches
ſchon in beſſerem Hauſe tätig war,
ſucht Stellung zum 1. Sept. als
Hausmädchen. Gute Zeugniſſe
vorhanden. Offerten unter B 96
an die Expedition d. Bl. (*2457df
Ige. Frau ſucht morgens Lauf=
ſtelle
Fuhrmannſtr. 6, Stb. (*2473
Stellen ſuchen: mehr. Landm.,
u. tücht. Mädchen ſucht Aushilfe in
Wirtſchaft ſof. durch Johannette
Weißmantel, gewerbsmäßige Stel-
Ienvermittlerin, Kasinostr. 17. (*2491

Fräul. ſucht Stelle bei Kindern
od. als Stütze. Dieſelbe hat die
Haushaltungsſchule beſucht u. iſt im
Nähen u. Bügeln bewand. Off. u.
L. 302 an D. Frens, Mainz. (Fr16271

Zuverläſſige Frau n. Kunden
zum Waſchen und Putzen an
Ballonplatz 9, Hinterb., I., I. (*2503

Mädchen ſ. Laufſtelle morgens
u. mittags 2 Std. ſofort Pan=
kratiusſtr
. 26½, Manſ. (*2441

Mädchen ſ. Laufſt. 3 Std. morg.,
2 St. nachm. Kahlertſtr. 5¼1, M. (*2446

Jg, ſaub. Frau ſucht Laufdienſt
vorm. Wienersſtr. 66, III. (*2429

Junges Mädchen ſucht nach=
mittags
zu Kindern od. ſonſt. Be=
ſchäftig
. Inſelſtr. 19, Htb., p. l. (*2427

Männiien

B Kaufmann 20
verh., mit Buchhaltung, ſowie
Expedition und Lager durchaus 11. Stock
vertraut, geſtützt auf la Referenzen,
wünſcht anderweitig Stellung per
ſofort oder ſpäter. Off. u. P 6
an die Expedition d. Bl. (*2468 geſucht Karlſtraße 1.
Uebernehme ſchriftliche Arbeit
aller Art in und außer dem
Hauſe. Gefl. Anerbieten u. F 7
an die Expedition d. Bl. (*2467
29 Jahre alt,
Junger Mann, verhetratet,
ſ. dauernde Stellung als Kaſſierer,
Bürodiener, Magazinier oder
ſonſtiges, mit Büroarb. vertraut.
Hefl. Off. u. E 93 Exp. (*2428df

Junger Mann, verheiratet!
(22 Jahre), militärfrei, Schreiner
u. Beizer, kann auch Anſchlag=
arbeiten
verrichten, wünſcht Stel=
lung
als Hausverwalter oder
dergl., kann alle vorkommenden
Schreiner= u. Glaſerarbeiten aus=
führen
. Off. u. P 17 Exp. (*2500 e Weiblich Meite
Verkäuferin
per ſof. geſ. Gefl. Off. m.
Gehaltsanſpr., Zeugn., bish.
Tätigk. u. E 64 Exp. 16162imd. Tüchtige, gewandte
Verkauferm
per ſofort geſucht (16284ds
D. Faix & Söhne. Papier=
arbeiterinnen

geſucht. (16298
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei. Mädchen
für Falzarbeiten geſucht
H. Uhde, Buchdruckerei
Schulſtraße 9. (16258 Zuverläſſige, ſaub. Köchin
die ſelbſtändig gut bürgerlich kochen
kann und Hausarbeit mitüber=
nimmt
, zu ſofortigem Eintritt geſ.
16155a) Wendelſtadtſtraße 6, I. Tüchtiges Servierfräulein
ſofort geſucht 8 Ober=
gaſſe
3 (Ratskeller). (*2401md Servierfräulein geſucht
Hochſtraße 10. (*2462 Aelteres,
erfahrenes Kindermädchen
oder einfaches Fräulein bei gut.
Lohn geſucht. Landwehrſtraße 4,
1. Stock.
(16275 Unabhäug. Frau od. Mädch.,
welch. ein wenig kochen kann, von
früh bis nachmittags 1½, Uhr in
kleinen Haushalt ſofort geſucht.
Anzufragen bis 12 Uhr Liebia=
ſtraße
17, I. Etage.
(*2476 Geſucht, kräftig., ordentl., jung.
Laufmädchen
für dauernd vormittags, ſpäter
länger. Näheres in der Exped.
dieſes Blattes.
(B16294 Junges Laufmädchen tggsüber
geſ. Waldſtr. 26 b. Klein. (*2499 Braves, ſchulentlaſſenes
Mntdchien
für vormittags per ſofort geſucht.
Heinheimerſtr. 8, rechter Aufgang,
(*2510dfs Saudere Daus= und Zimmer=
mädchen
, welches bügein kann, Tichl. Sansmedch, e ner ie
Herſch. H. war,geſ.Larolnabek,ge
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtraße 22, II. (*2508

eilfe Dame
gut bedient u. nicht pflegebedürft.,
ſucht gebild., ältere Hausgenoſſin.
Näh. Fuchsſtr. 18, II. (*2481

Männlich

Für das eConstruetiensbureau
einer Fabrik für Eisenbau wird ein
Techniker
mit Jängerer Erfahrung im Eisen-
Hechbau, fotter Statiker
gesucht. (16216)d
Gefl. Offerten unt. F. N. P. 833
an Rudolf Mosse. Frankfurt a. H.
Junger Maun
mit guter Schulbildung, kauf=
männiſch
gebildet, gewandter
Stenograph u. Maſchinenſchreiber,
zum ſofortigen Eintritt geſucht.
Offerten unter E 97 an die
Expedition d. Blattes. (16255df

20 Mark täglich
verdient Jeder, der den Vertrieb
mein. konkurrenzl. Maſſenartikel
an Private und Geſchäfte über=
nimmt
. Ausweispap. w. beſchafft.
Muſt. grat. Auch als Nebenbeſchäft.
können 10 Mk. u. mehr tägl. ver=
dient
werden. Louis Klöckner,
Erbach i. Weſterwald. (132695f

34 Mark

(14090a

täglich bietet ſich jedermann durch
häusliche Schreibarbeiten. Einzig
der Art, ſtreng reell, kein Schwindel.
Altes Nähere gegen Rückm. durch
Friedr. A. Wilsdorf. Straßburg. Els.

In all. Städten werd. Vertret. als
Alleinverkäufer
für ſehr lohnende Artikel geſucht.
Off. unt. H. A. 8309 beförd.
Rndolf Mosse, Hamburg. (162705f

Gute Existenz.
Größere Firma ſucht für hieſigen
Platz einen redegewandten, zuver=
läſſigen
Mann für ihren gut einge=
führten
, leicht verkäuflichen Artikel
gegen gute Bezahlung für dauernde
Stellung; außer dem Verkauf hat
der Betreffende auch bei den Kun=
den
zu kaſſieren. Bewerber mit
guten Empfehlungen, welche kleine
Kaution ſtellen können, belieben
Offerten mit Angaben der bis=
herigen
Tätigkeit zu richten unter
F16 an die Exped. d. Bl. (16301dfs

M G e
20
Welbbindelgeschaft
ſucht tüchtigen, energiſchen
Werführer
6 Offerten u. F. O. R. 354 an
Rudolf Mosse, Frankfurt a. M.

Suche 1. u. 2. Herrſchaftsdie=
ner
, jüngere große Leute, bürgerl.
einfache Köchin u. Hausmädch.,
Mädchen zu zwei Leuten, ſowie
in gute Geſchäftshäuſer. Frau Berta
Ressling, Ludwigsſtr. 8, gewerbs=
mäßige
Stellenvermittlerin. (*2322md

Gewandter, jünger. Schloſſer
für Fabrikgeſchäft geſucht. (*2474
Hermann Joſeph,
Pallgswieſenſtraße 153.

Heeeier
in jeder
Mre
Gusführung
Sedeisorte

Ventangen Sie nur dieseMNarken
Alleinverkeuf Oel.
Schamlaus E Upier
1 Louisenplatz 1.
(16303

e für Mie=
Schloſſer paraturarbeiten
*2267imd) Landwehrſtraße 79.

Spengler= u. Inſtallateurge=
hilfe
ſofort geſucht. Karl Zahrt,
(*2496df
Hofſtallſtraße.

geſucht (16286df
Buchbinder A. Leinberger.

Meige

Tagle
ſofort geſucht. Anfangslohn 35 Pf.
pro Stunde.
(16277dso
Wolf Strauss,
Sortieranſtalt,
Gräfenhäuſerweg 75.

Saiter Hhantäuſe
geſucht. Zu erfr. i. d. Exp. (*2504

Tüchtiger nüchterner
Fuhrmann
welcher mit Pferden umzugehen
verſteht und gute Zeugniſſe auf=
zuweiſen
hat, zu ſofortigem Ein=
tritt
geſucht. Gebrüder Roeder,
Herdfabrik.
(16203md

Stellensuchende und Prinzipale
benutzen mit bestem Erfolge unsere
anerkannt leistungsfähige Stellenver-
mittlung
, die 74278 Stellen ver-
bis
Ende 1911
mittelt.
Verlangen Sie kostenlos Zusendung
des Prospekts 120
Kaufmänniseher Verein, Frankfurt a. M.

Bezirksverein: Darmstadt.

Jungerer Hausburſche
(Radfahrer) geſ. Näh. Exp. (*2406mdf

in die Lehre
Lordentl. Jungen geſucht
H. Brunner
Installationsgeschäft u. Bauspenglerei
Eliſabetherſtr. 33. (*24524f4

Sauberes fleiß. Ehepaal
erbietet ſich zu Hausarbeiten jeder
Art. (Das Reinigen von Parketi
böden wird fachm. ausgeführt)
Beſtellungen unter Chiffer E 51
an die Expedition ds. Bl. (16142ids

Holz u. Zink,
Waſchmaſchine, zu verkaufen
Taunusſtr. 45, III. Aubert. (15928a

Gebrauchte Möbel.
Pol. Herrenſchreibtiſch, faſt neu
gek. 140 M., für 70 M., Vertikos
32 M., vollſt. Schlafzimmer mit
Patent=u. Wollmtr., ganz kurz gebr
220 M., pol. Kommod. 20 M., Waſch
kommod. 14 M., Nachtſchr., Tiſch
all. Art., Küchenſchr. 18 M., billie
u. beſſ. Betten, Trumeau, Flm=
garderoben
, Wandſpieg., Seſſel
Zinkbadewanne u. verſch. Andere
(*2472
billig abzugeben
Alexanderſtraße 3, part.

Spiegelschrank

zweitür., pol. mit Kriſtallglas 75 ,
Bücherſchrank und Diplomat weit
(*2480
unter Preis.
Verſch. Schlafzimmer,
Kompl. Herrenzimmer,
Speiſezimmer und Küchen,
denkb. bill. beſſ. Diwans, Büfetts,
Salonſchr., Flurgarderob., Kleider=
ſchr
., Trumeauſpiegel, Waſchkom.,
Tiſche, Bettſtellen, Matraßen nur
prima Arbeit mit Garantie Eliſa=
(1831M1 bethenſtraße 46.

[ ][  ][ ]

beginnt Donnerstag, den 1. August.
Aus allen Lägern unseres Warenhauses haben wir grosse Warenposten aussortiert, welche teilweise
16290
unter der Hälfte des bisherigen Verkaufspreises

abgegeben werden. Deshalb

Werveterkauff, Sparr Vier teid!

Merren-Steh-und Umiegekragen
etwas trüb geworden
8
jedes Stück nur

Herren-Oberhemden
Stickereikragen

aus weiss Hemdentuch mit Einsatz
jetzt Stück 6
Ein großer Posten
Cravatten:
in allen Fassons und Farben
regulärer Verkaufswert bis 2.00
jetzt
Serie III
Serie II
Serie I
45
10
25,

weiss, darunter beste Qualitäten
Serie II 38 Z., Serie 1 nur

Macco-Herrenhemden
in soliden Waren, mit elegantem Einsatz
statt 2.25 jetzt nur
Damen-Handschuhe

Sente 18
Serie V

durchbrochen
zum Aussuchen .

60

75

3

im Posten Knaben-
und Määchen.- SFohhlare
raisse Matlotformen . . . jetzt per Stück

M
Kinder-Stickerei-Häubchen
jetzt jedes Stück nur 28
EREAEEEEEEEEEEEE
Für Hutgarnituren empfehlen:
Flügel u. Fantusies
jetzt zu jedem annehmbaren Preis.

1 Partie
Metal-Photographie-Rahmen
in div. Gröss. u. Formaten jetzt jedes Stück 18
Reisetaschen-Hüllen
grau Leinen
in verschied. Grössen . . jetzt jedes Stück 18
Maerame-Kragen
nur beste Gualititen in Baru
Verkaufswert bis 4.75 j. Stück zum Aussuchen 4

Ein
Posten

Damen-Gürtel

in Samt, Fantasie etc.
jetzt Serie II 42 , Serie I

. . Serie III Mtr. 25 , Serie II Mtr. 18 , Serie I Mtr.
weiss, creme, ecru und schwarz, worunter hochfeine Qualität . . .

gewaltiger
Posten Cull=Spißen u. eul=einsaßze

Geschwister

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 179.

E7§

vom 1. bis 10. August

SomnelSatsohotdsverkau

beginnt ſieute!

Dieses Angebot ist nur ein kleiner Teil unserer kolossalen Warenposten und empfehlen wir
deshalb eine Besichtigung unserer Extra-Auslagen ohne jede Kaufverbindlichkeitz

Macco-Hosen
Serie 1 Macco-Hosen
alle Grössen, nur fehler-
freie
Ware
1.
reg. Wert bis 2.10
Serie II Macco-Hosen
alle Grössen,
beste Fabrikate,
1.
reg. Wert bis 2.75

Macco-Hemden

Fabrik-

Serie I Serie II Serie III
Lagerposten 1.65 2.25 2.75
Diese Qualitäten entsprechen alle einem weit
höheren Wert.

Weisse Damenhemden
mit eleganter Stickerei und Feston
nur prima Stoffe u. Verarbeitung
Serie I II III IV
1.50 1.95 2.50 2.90

Hausschürzen
Ein Posten
breite Druckschürzen
mit Tasche
schwerste Druckware
95

Grosser Gelegenheitskauf!

Ein Posten
Kinder-Aermelschürzen
Ersatz für Kleid, Grösse 5085
reg. Wert bis 2.20

1.29

Eine Muster-Kollektion
Kinderkleidchen

Panamia und Cöperstoffe,
waschecht, hübsch verziert,
Grösse 4550 . . . von

Gelegenheitskauf!

6 Paar Herrensocken
grau . ... .
6 Paar Herrensocken
grau ....

Prozent
Rabatt

auf alle
nicht reduzierten Waren.

Farb. Oberhemden
Serie
2.75
4.25 5.25
nur moderne, neue Dessins
in allen Halsweiten.

Weisse Damen-Beinkleider
mit reicher Stickerei, Knie u. lang. Fassons,
nur beste Fabrikate

II
Serie I
III

IV

1.25 1.50 1.95 2.25

Besonders billig!
Ein Posten
gestr. Waschröcke
nur solide, wachechte Ware . 10

Besonders preiswert!
Ein Posten
grosser Aermelschürzen
nur prima waschechte Qualität
Gr. 30125, reg. Wert bis 3. 1.7

Eine Muster-Kollektion
Russenkittel
hübsch verziert,
nur waschechte Qualitäten,
Grösse 45 50 . . . von 1.29

Damen-Strümpfe
m II
Ein Serie I
Posten
45 70 95 1.15
in allen Grössen, in schwarz und lederfarbig

Minten Foliten
Einsatz-Hemden
Serie I Einsatz-Hemden
Ia Maccogarne, darunter
Stücke im Werte bis
1.95
3 25, alle Grössen .
Serie II Einsatz-Hemden
beste Maccoware, darunter
Stücke im Werte bis
5.00, alle Grössen . .20

Herren-Krawatten
Diplomats, Regaits und Selbstbinder
Serie I
II III IV
25 40 65 95
darunter die neuesten Fassons.

Damen-Korsetts
Muster-Kollektion
in allen Weiten und Fassons vorrätig
Serie I II III IV
95 1.70 2.25 2.90

Extra billig!
Ein grosser Posten
Badehandtücher
92
schwere Ware

Kinderschürzen
zu besonders billigen
Preisen.

Ein grosser Posten
Damengürtel
schw. Samt- und Goldstoffe
Stückt 445

REST-LAGER
in garnierten
Damen- u. Kinderhüten
mit 50 Prozent Rabatt.

Jelepfion
2553

Mitglied des Rabatt-Sparver

Gebrüder Anger

Ludwigs-
strasse
9

eins.

16262

Mitglied des Rabatt-Sparvereins.

[ ][  ][ ]

36 175.

Samstag, den 3. August, von abends 8 Uhr ab
in sämtlichen auf das modernste ausgestatteten
u. unter bewährter Leitung stehenden Räumen des
z: :: Rummelbräu‟ Allee z: z:
Sommer-Nachtfest
I. Teil: KONZERT
der vollständigen Kapelle des Grossh. Hess. Garde-
Dragoner-Regiments Nr. 23, unter persönlicher Leitung
ihres Musikmeisters, Herrn Albert Mittelstädt.
II. Teil: TANZ
im grossen Saale des Rummelbräu‟.
Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung im
Saalestatt. Mitglieder geniessen nurgegen Vorzeigung
der Mitgliedskarte freien Eintritt. Besondere Ein-
ladungen
ergehen für diese Veranstaltung nicht.
Eintritt für Nichtmitglieder 25 Pfg.
Kaufmänn. Stenographen-Gesellschaft Gabelsberger‟
Abteilung Geselligkeit.
(16128id

Donnerstag, 1. Auguſt.

Stadtischer Saalbau.
haute Donnerstag, den 1. Auguſt, abends 8 Uhr:
10. Donnerstags-Konzert
ptlamte Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung: M. WEB ER.
Aus dem Programm: W. A. Mozart: Ouvertüre zu
Zauberflöte‟ G. Verdi; Tonbilder aus La Traviata.
iz. Lehär: Walzer aus Der Graf von Luxemburg. Carl Zeller:
ſſetodien aus: Der Vogelhändler.
ſiſt. Taif: Richard Wagner:
Vorſpiel zu Parſifal, Der Ring des Nibelungen ( Rhein=
d
. Walküre und Siegfried); ferner ein neues reizendes Stückchen
s der Poſſe Autoliebchen: Und das haben die Mädchen ſo
Une u. a. m.
Eintritt 50 Pfg., Studierende und Militär 30 Pfg.
zutzendkarten zu 4 Mk. im Verkehrsbureau und
abends an der Kaſſe.
(16251

bessischer Hof.
Vom 1. bis 3. August
Bock im Ausstoss

verbunden mit

Grossen Militär-Konzerten

Konnerstag

7ausgeführt von Trompetern des Großh. Heſſ.
Train=Bataillons Nr. 18.
Leitung: Muſikmeiſter=Aſpirant W. Klein.
Eintritt mit Programm 10 Pfg.

Militär-Konzert.
Fentag
Eintritt frei.
Eintritt frei.
ausgeführt von der Kapelle des Großh. Heſſiſchen
Haanstag
Artillerie=Regiments Nr. 61.
Leitung: M. Weber.
ratt mit Programm 20 Pfg., Dutzendkarten Mk. 1.50. Dutzend=
karten
haben auch Donnerstag Gültigkeit.
(16261.

Wo gehen wir während der
Hitze gegen Abend hin?
s Oberwaldhaus Londeln!

Dunkel

Mlaschenbiel

in stets frischer Füllung
aus der (B13414
Brauerei zum goldenen Anker
C. Näumarn r.

Karlstr. 60.

Telef. 1515.

gut erhaltene
erer, gut erhaltener Kaſſen=
Zu verkaufen Möbel aller
hrank zu kaufen geſucht.
ferten mit Preisangabe unt. Art wegen Auflöſung eines Haus=
(*2494halts, auch Betten uſw. (B16299
5 an die Exped.

Mappſfportwagen
güllehalten, ſof. zu kaufen geſucht.
Oolletem mit Preis an Rost,
(B16302
Kolltraße 65½, III.
älie eine Srahlmatratze
sigmund, Mühlſtr. 7. (V16311

Schießhausſtraße 7, Manſ.

2 Eisſchränke
Zu verkaufen:
(*2482
Simon, Gardiſtenſtr. 18.

amm=Klavierſchule, gebraucht,
zu kaufen geſucht. Offert. unt.
(*2497
F 12 an die Exped.

Eine Anzahl Pianos
aus Miete zurückgekommene Instrumente darunter Schiedmayer, Heinrich Arnold, habe
zum Verkauf gestellt und bietet sich hier Gelegenheit, ein wirklich erstklassiges Instrument zu
mässigem Preise unter Garantie des Verkäufers zu erwerben.
(16259ds
Heinrich
Arnold
Hof-Pianofortefabrik Darmstadt
Mühlstrasse 13
9 Wilhelminenstrasse 9
direkt neben dem Militärlazaret.
Musikalien, Musikinstrumente.
fernsprecher 640, 691.
Mittagstiſch
wird gut und preiswert gegeben; daher ſpeiſen täglich
viele Gäſte, auch Abonnenten, im
Brauerei=Ausſchank Heß, Kirchſtraße.
14761a

Billige
Ferien-
Reisen zur 5e0

mittelst
erst-

Lieva-Dampfern.

7. August: ca. 12 Tage,
19. August: ca. 11 Tage.
PROsPEKTE unentgeltlich

durch

16090sid

Anton Fischer
Darmstadt
Frankfurterstrasse 12/14
Telephon 186.

ZONOPHO

Dieestes
Edoppelseifiges

läffeneFeichnis

K. Jäger
Georgenstrasse 11
Fernsprecher 2579.
(15138a)

toße Seidungen Taſelbienen
ſpottbillig zu haben Moller=
ſtraße
36 im Laden.
(*2501

Schiffsbericht. Hamburg=Ame=

rika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Hrn. Adolf Rady, Darm=
ſtadt
, Zimmerſtraße 1. Dampfer
Pennſylvania, nach New=York,
29. Juli 12 Uhr mittags Cuxhaven
paſſiert. Dampfer Preſident
Lincoln, von New=York kommend,
30. Juli 5 Uhr 30 Minuten mor=
gens
in Hamburg. Dampfer
Patagonia, von Weſtindien kom=
mend
, 29. Juli 11 Uhr abends in
Havre. Dampfer Schaumburg‟
von Weſtindien kommend, 29. Juli
9 Uhr abends von Havre.
Dampfer Kronprinzeſſin Cecilie‟
vierte Nordlandfahrt, 29. Juli
10 Uhr morgens in Merok. Ver=
gnügungsdampfer
Meteor, fünfte
Nordlandfahrt, 29. Juli 8 Uhr
morgens in Bergen.

Woog, am 31. Jult 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3,54 m.
Luftwärme 15½‟ C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 20½ C
Woog=Polizei=Wache

NEUI
NEU!
Singspielhaus
Iikerropele
5 Alexanderstraße 5

Ab heute täglich große
Vorſtellungen und Konzerte
der
Original-Tiroler Jodler-, Sänger-,
Possen- und Schuhplattlertrappe

Witz
Humor
Gaudi
Hetz


Inktatef

aus Innsbruck.

Witz
Humor
Gaudi
Hetz

5 Madl’n!

4 Buam!

Die Truppe hatte die hohe Ehre vor höchſten Herr=
ſchaften
zu konzertieren u. a. vor Sr. Maj. dem Kaiſer Franz
Joſef zu Innsbruck, vor Sr. Maj. dem König von Württem=
berg
zu Schloß Bebenhauſen und anderen Fürſtlichkeiten.
Rezenſionen und Zeugniſſe von größeren Städten und ver=
eidigten
Sachverſtändigen, ſowie Kunſtſchein vorhanden.
Zum Vortrag gelangen u. a.:
Chor=, Quartett=, Duett= und Sologeſänge
ſowie humoriſtiſche Gebirgs= u. Duoſzenen.
Täglich Auftreten der Jodl=Königin Mirzl
Volkmann ausInnsbruck u desSchuhplattler=
tänzers
u. Stegreif=Dichters Rudolf Polſter.
Nur erſtklaſſiges dezentes Familien-Programm.
Sonntag Anfang 4 Uhr.
Stets freier Eintritt! Stets freier Eintritt!
Zu zahlreichem Beſuche ladet höflichſt ein (*2498
Adolf Holz, zuhaber.
NEUI
NEU!

Volksschauspiel Oetigheim
Elmar, Falk vom Habichtshof (nach Dreizehnlinden)
Aufführung: Jeden Sonntag bis 13. Oktober, ferner am
15. Auguſt (Maria Himmelfahrt), 28. Auguſt und 11. Septem=
ber
, auf großer Naturbühne im Wald.
Zuſchauerraum mit 3500 Sitz= und 500 Stehplätzen, ganz gedeckt.
Anfang: 2½ Uhr, Ende 6½ Uhr.
Preiſe der Plätze: Stehplatz 50 Pfg., Sitzplatz 1 Mk., 2 Mk. u. 3 Mk.,
nebſt einigen Logenplätzen zu 5 Mk.
(12837a
Beſte Zugverbindung: für Hinfahrt ab Darmſtadt Eilzug 11 Uhr,
Rückfahrt ab Oetigheim 70½ 755 Uhr.
Vorverkauf: Oetigheim, Theaterbureau, Telephon Nr. 61, Raſtatt.

für 20 Mk. zu
1 Damenrad verkaufen
2471) Mühlſtr. 37, Seitenbau.

ntikes Biedermeier= Schränk=
chen
m. Uhr bill. zu vk. (*2475
E. Janſen, Bleichſtraße 1.

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 179.

Zahn-Créme

Mundwasser

Sport.

* Amateurphotographie. Aufnahmen an der
See. Ueber dieſes jetzt beſonders aktuelle Thema leſen
wir im neueſten Heft der Photographie für Alle‟ ( Ber=
lin
8. 61): Als ich vor einer Reihe von Jahren als An=
fänger
in der Photographie meine erſte Reiſe an die See
machte, freute ich mich ſchon im voraus auf die große An=
zahl
von herrlichen Seeſtücken, die ich mit nach Hauſe
bringen würde. Wie ich mir jedoch nach Entwickelung
der Platten das Reſultat bei Licht beſah, war die Ent=
täuſchung
keine geringe. Trotzdem ich wußte, daß die
Belichtung an der See eine kurze ſein muß, waren doch
viele Aufnahmen infolge Ueberbelichtung zu flau und
unbrauchbar. Die Belichtung von ¼ Sekunde bei
Blende 6,8 erwies ſich als erheblich zu lang. Um ſich vor
ſolchen unangenehmen Ueberraſchungen zu ſchützen, iſt es
ratſam, ſich vorher ein wenig zu orientieren. Um die
richtige Belichtungszeit feſtzuſtellen, entwickele man zu
Anfang, wenn irgend möglich, einige Platten. iſt dieſe
Möglichkeit nicht vorhanden, ſo belichte man offene See=
ſtücke
, bei hellen Wetter, von Ende Mai bis Auguſt, bei
Gebrauch hochempfindlicher orthochromatiſcher Platten
nicht länger als ¼0 Sekunde bei Blende 12. Hiernach
ſind die übrigen Belichtungszeiten zu ermitteln. Die be=
lichteten
Platten, die nicht gleich entwickelt werden, nehme
man alsbald aus den Kaſſetten und verpacke ſie, um ſie
vor der zerſetzenden feuchten Seeluft zu ſchützen, ſorg=
fältig
in Pergamentpapier reſp. einen anderen, die
Feuchtigkeit abhaltenden Stoff, Guttapercha=Papier,
Billrothbatiſt uſw. Als Aufnahmematerial benutze man
gute orthochromatiſche und lichthoffreie Platten. Die ge=
ringere
Empfindlichkeit der lichthoffreien Platten iſt ganz
erwünſcht. Nicht vergeſſen wolle man eine Gelbſcheibe,
die man bei Wolkenaufnahmen manchmal mit großem
Vorteil wird verwenden können.
* Rudern. Erneſt Barry gewinnt die
Skullerweltmeiſterſchaft. Das lang vorberei=
tete
Rudermatch um die Weltmeiſterſchaft im Einer wurde
am Montag nachmittag auf der Themſe zwiſchen dem
Herausforderer, dem engliſchen Meiſter Erneſt Barry
und dem fünfmaligen Gewinner der Meiſterſchaft, Richard
Arnſt=Neu=Seeland, entſchieden. Der Einſatz auf jeder
Seite betrug 500 Pfund Sterling (10000 Mark). Die
klaſſiſche Rennſtrecke von Putney nach Mortlake war trotz
des kalten, regneriſchen Wetters von vielen Tauſenden
von Menſchen beſetzt. Die beiden Rivalen lieferten ſich
von Anfang an einen ſpannenden Kampf, bei dem die
Spitze fortwährend wechſelte. Schließlich gab aber der
Neu=Seeländer ermüdet zirka 50 Meter vor dem Ziel
auf, ſodaß Barry als Sieger in 23 Minuten 8 Sekunden
das Ziel paſſierte. Dieſes Reſultat kommt nicht ſo über=
raſchend
, denn Arnſt, der beim Start ſehr nervös aus=
ſah
, äußerte ſelbſt, daß er ſtark übertrainiert wäre er

hate ztrkat 30 Pfund von ſeinem Körpergewicht ver=
loren
, außerdem ſagte ihm die feuchte Temperatur auf
der Themſe nicht recht zu. Die beiden Gegner ſtanden
ſich bereits ſchon einmal, im Jahre 1910, gegenüber, und
zwar auf dem Zambeſi=Fluſſe in Südafrika, wo der Neu=
Seeländer gewann. Die damals erzielte Zeit war mit
20 Minuten 14½ Sekunden bedeutend beſſer, was wohl
in den beſſeren Wetter= und Waſſerverhältniſſen zu
ſuchen iſt. Die erſte Einer=Weltmeiſterſchaft wurde am
9. September 1831 von dem Engländer C. Campbell=
Weſtminſter gewonnen, der dann, erſt ſieben Jahre ſpäter,
von ſeinem Landsmann R. Coombes herausgefordert,
ſeinen Titel erfolgreich verteidigte, um, nach acht Jahren,
1846, aufs neue herausgefordert, gegen dieſen zu unter=
liegen
. Im ganzen wurde die Weltmeiſterſchaft ſchon
57mal ausgerudert.
* Schach. In der 13. Runde des Breslauer Meiſter=
ſchafts
=Schach=Turniers waren nur drei Siege zu ver=
zeichnen
. Duras=Prag ſiegte gegen Carls=Hannover Ru=
binſtein
=Warſchau gegen Spielmann=München und Balla=
Ungarn gegen Treybal=Ungarn Remis wurden die
Partien Teichmann=Berlin- Erich Cohn=Berlin, Mar=
ſhall
=New=York-Mieſes=Leipzia, Lowtzky=Leipzig- Prze=
piorka
=München, Barrasz=Ungarn-Schlechter=Wien,
Burn=England-Breyer=Ungarn und Tarraſch= Nürn=
berg
-Lewtzky=Rußland. Auch die Hängepartie zwiſchen
Tarraſch und Rubinſtein ergab remis. Rubinſtein führt
mit 9½ Punkten vor Tarraſch und Teichmann, die je
einen halben, und Duras, Marſhall und Schlechter, die
je einen Punkt zurück folgen.
* Lawn=Tennis. Im Internationalen Lawn= Ten=
nis
=Turnier zu Warnemünde iſt das Herren= Doppel=
ſpiel
ohne Vorgabe bereits entſchieden. Dieſes wurde
nach ſpannendem Kampf von W. O. F. Gaſt=H. O. Beh=
rens
gegen N. W. Rahe=Al. Bruns mit 1210, 34,
62 75 gewonnen. Im Herren=Einzelſpiel um die
Meiſterſchaft von Warnemünde ſtehen ſich Rahe und Gaſt
in der Entſcheidung gegenüber.
Beim Internationalen Lawn=Tennis=Turnier zu
Norderney wurde das Herren=Einzelſpiel um den
Pokal von Norderney von dem Bremer Spieler Grimm
gegen Becker=Bremen gewonnen. Beide Spieler ge=
wannen
zuſammen das Herren=Doppelſpiel ohne Vor=
gabe
gegen Neumont=v. Hammacher.

Handel und Verkehr.

* Der Preisrückgang von amerrikani=
ſchem
Petroleum. Aus Hamburg wird der Frkf.
Ztg. geſchrieben: Die Notierungen für amerikaniſches
Petroleum an der New=Yorker Börſe, die bis zum Mai
dieſes Jahres allmählich auf 8,60 Cents per Gallone ge=
ſtiegen
und ſeitdem auf dieſer Baſis unverändert geblie=
ben
waren, erfuhren am 25. Juli eine Ermäßigung um
15 Points, ſodaß die Notierung jetzt 8,45 Cents per Gal=
lone
in Barrels beträgt. Dieſer Rückgang kam gänzlich
unerwartet, und man darf geſpannt ſein, welchen Ein=
fluß
er auf die Preiſe in Deutſchland haben
wird. Aber auch ſonſt ſpielen ſich zurzeit auf dem Petro=
leummarkte
Vorgänge ab, die das Intereſſe weiterer
Kreiſe erwecken dürften, da zu erwarten iſt, daß ihre
Nachwirkungen über kurz oder lang einen größeren Ein=
fluß
auf die Geſtaltung des Petroleummarktes in Deutſch=

land ausiben werden. Es handelt ſch um die berek.
gemeldete Tatſache, daß das nunmehr ſeit fünf Jahrog
beſtehende Vertragsverhältnis zwiſchen der Deutſch=
Amerikaniſchen Petroleum=Geſellſcha
einerſeits und der Deutſchen Petroleum= Ve=
kaufs
=Geſellſchaft G. m. b. H. anderſeits vo=,
läufig wenigſtens ſein Ende erreicht hat, indem die leit=
tere
Geſellſchaft von dem Vertrage plötzlich zurückgetre=
en
iſt. Die Deutſche (Petrolaum=Verkaufs=Geſellſchan
iſt bekanntlich ein Tochterunternehmen der Europäiſche
Petroleum=Union, deren Kapital ſich in der Hauptſackte
in engliſchem und ruſſiſchem Beſitz befindet, die jedon
auch in engerer Fühlung zu der Deutſchen Bank ſteh).
Wie es heißt, ſollen die Gründe, welche die Deutſche Pi=
troleum
=Verkaufs=Geſellſchaft für ihren Rücktritt vo=n
Vertrage anfänglich geltend gemacht hat, darin beſtas,
den haben, daß ſie der Deutſch=Amerikaniſchen Petra=
leum
=Geſellſchaft eine wenig kulante Handhabung de
Vertrages zum Vorwurf gemacht hat. Neuerdings ſot
die Deutſche Petroleum=Verkaufs=Geſellſchaft jedoch dee
Standpunkt eingenommen haben, daß der ganze Vertra=
ihrer
Anſicht nach nicht rechtsgültig ſei. Dies Vorbrim
gen müßte allerdings einiges Befremden verurſachen,ſ
der Vertrag bereits fünf Jahre beſtanden hat. Wie Mt
ferner hören, ſoll den Anſtoß zu dem jetzigen Vorgehti
der Deutſchen Petroleum=Verkaufs=Geſellſchaft der Und
ſtand gegeben haben, daß die Deutſch=Amerikaniſche
Petroleum=Geſellſchaft einige Differenzpunkte, die ühl
die Auslegung des Vertrages zwiſchen den Parteien en
ſtanden ſind und für deren Erledigung der Vertrag ein
Schiedsgericht vorſieht, einem ſolchn Schiedsgericht. Ms
terbreitet hat. Es ſeheint aber, daß der Deutſchen Pein=
leum
=Verkaufs=Geſellſchaft die Erörterung dieſer Streils
fragen durch ein Schiedsgericht nicht konveniert hat,es
halb ſie es vorgezogen hat, den Vertrag aus formaſem
juriſtiſchen Gründen anzufechten, indem ſie ſich unter ans
derem darauf beruft, daß ihre Vertreter, die den Vertrülll
vor 5 Jahren gezeichnet haben, hierzu gar nicht aulm
ſiert waren. Sie hat auch vielleicht mit der Möglichl
gerechnet, daß der Deutſch=Amerikaniſchen Petrolen
Geſellſchaft eine gerichtliche Austragung der Differen
nicht ſehr angenehm ſein würde. Dies iſt aber offenſt
nicht dr Fall, denn die letztere hat bereits eine
auf Vertragserfüllung gegen die Deutſche Petrolei=
Verkaufs=Geſellſchaft angeſtrengt. Am 12. Juli wurde
Hamburg vor dem Landgericht Kammer 7 für Handa
ſachen über den Antrag verhandelt, durch den die Deuſh
Amerikaniſche Petroleum=Geſellſchaft mit Hilfe eint
einſtweiligen Verfügung das bisherige Vertragsverhäll
nis zunächſt wieder hergeſtellt haben wollte Die dk
wähnte Kammer hat entſchieden, daß der Antrag aufen
laß einer einſtweiligen Verfügung abzuweiſen iſt, ſodaß
die Angelegenheit nunmehr die höheren Inſtanzen he
ſchäftigen wird. Man muß auf den Ausgang der Kllaſt
umſomehr geſpannt ſein, als zu erwarten iſt, daß de
Angelegenheit einen einſchneidenden Einflal
auf die weitere Geſtaltung der Petrd
leumpreiſe in Deutſchland ausüben wird, und
daß es zwiſchen den genannten Geſellſchaften zu einem.
Konkurrenzkampfe kommen wird, falls die Deutſch=Amg
rikaniſch Petroleum=Geſellſchaft mit ihrer Klage endgül
tig abgewieſen werden ſollte. Der vorſtehend erwähm
Rückgang der amerikaniſchen Notierungen dürfte zweifel=
los
ſchon im Zuſammenhang hiermit ſtehen

Großer

Ueberraschend billige zurückgesetzte Preise für

Waschstoffe, Mousseline!
Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Konfektion, Baumwollwaren, Weisswaren, Gardinen, Wäsche, Trikotagen, Handschuhe, Strümpfe,
Schürzen, Sonnenschirme, Restbestände in Spitzen, Posamenten, Tressen, Bänder zum Teil für die Hälfte des Wertes.

Weit unter Preis!
1 Posten Waschstoffe
darunter: Mousselin imit., Chemise, Batist,
Zephyr, Leinen, Foulardine, Voile etc.
jetzt Meter 18, 28, 38, 55

Extra-Angebote in
Wäsche u. Weisswaren
zu überraschend billigen Preisen!
Trübgewordene Wäsche besonders zurückgesetzt.

Weit unter Preis!
1 Posten Wollmousseline
prima Elsässer Qualitäten
zum Teil hervorragende Neuheiten
jetzt Meter 48, 70, 95 1.25

Enorme Preisermässigungen in allen Abteilungen unserer

Damen-, Herren- und Kinder-Konfektion!
teils für die Hälfte des Wertes
Waschkleider, Waschblusen, Morgenröcke, Unterröcke, Kos tümröcke, Staub- und
zu und unter Kostenpreis!
Reisemäntel, Jacken- und Taillenkleider, Jacketts, Paletots, Capes, Sonnenschirme
Durch enorme Preisreduzierungen bieten wir unübertroffene Vortelle!
Kein Umtausch.
Verkauf nur gegen Kasse.
Keine Auswahlsendungen.

S1eF
Verwaldbkaiser

Frankfurt
am Main
Zeil 99
Holzgraben 4
VI16264

[ ][  ][ ]

Nummer 179.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Seite 19.

ETe!

Efer
Ende August
DSonubsuhsorUbAusverkaufs-u
wegen vollständiger Geschäftsaufgabe.
Die Restbestände
in Herren-Anzügen Paletots Joppen Hosen Westenmodernen AnzugstoffenKonfirmanden- und
Knaben-Anzügen Kleiderstoffen Waschstoffen weiss u. ereme Gardinen Zimmerteppiche 130 cm
breit Bettdamaste Piquedecken fertige Damen-Wäsche Tuch- u. Kaffeedecken Damen u. Kinder-
schürzen
B’woll- u. Hemdenflanelle Herren-Normalhemden Besatzlüster u. Futterstoffe werden jetzt zu
jedem annehmbaren Preis ausverkauft.
(16287

Elisabethenstr. 2

Senner Ce0!

am Ludwigsplatz.

er

Mertentce
allein ausgeſpr herrſchaftl. Villa
bewohn. (6 Z.=Wohn.)? Pr. 1800 M.
Off. unt. E 67 an d. Exp. (*2318mdf

Laden

Ae

ere e e ehe
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör als=
bald
billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (14019t

Schöne 4 Zimmerwohnung
mit oder ohne Laden im Zentrum
der Stadt, Nähe des Marktes, per
1. Sept. reſp. 1. Okt zu vm. Näh.
Schuſtergaſſe 19, Laden. (15954t
Liebigstr. 65, II. Stock
4 Zimmerwohnung mit allem Zub.
per 1. Okt. Näh. part. (14917ids
mit Bal=
4 Zimmerwohnung kon, Gas
u. Waſſerleitung per 1. Okt. I. J.
zu verm. Näheres Pankratius=
(16307t
ſtraße 2½, Laden.

ertet
Kontor.


G

Schulſtraße 10
Büroräume zu vermieten.
Magazin, auch als Werkſtatt
verwendbar, Keller können
dazu gegeb. werd. (13345imds

Läller

d vemieten
Keller Kapellplatz 14, 2.

Obiere Zimmer

Manſ., frdl.
Stiftstr. 52, II. 3 Zimmer=
wohnung
m. Gas p. ſofort. (14160t
Schöne 3 Zim.-Wohn.
mit Gas u. Waſſer ſofort oder
ſpät. zu verm. Näh. Pankratius=
ſtraße
2½, Laden. (161304
Nene Riederſtr. 11 hübſche
3 Zimmerwohnungen per ſofort
und 1. Oktober. Weber. (B15784
Karlſtraße 65 eine ſehr ſchöne
3 Zimmerw. mit allem Zubeh. per
1. Okt. z. vm. Näh. part. (B14055ods
Hofstallstr. 8, I. Stock
kleine 3=Zimmerwohn. per 1. Sept.
zu vermieten. Einzuſehen von
14 Uhr nachmittags. (16297t

Langegaſſe 27, 2 Zim., Küche,
teller. zu vermieten.
(*2270id
Wendelſtadtſtr. 39, Manſarde,
Zim., daſelbſt 1 großes Zim. mit
üche ſofort zu verm. (16252a

Zhee

Kapellplatz 14, 2. St., unmöbl.
Zimmer zu verm.
(15796t
Wienersſtr. 52 12 Zim.=W.,
Werkſt. bis 1. Sept. (*2448
Forſtmeiſterplatz 5 Zimmer u.
Küche, 8 Mk., zu verm. (16178ms

Eberstadt b. D.
Moderne 5 Zim.=Wohnung,
Gas, Kalt=und Warmwaſſer=
leitung
, Veranda, in nächſter
Nähe der Straßenbahn, per
1. Okt. d. J. zu verm. (14616t
Darmſtädterſtr. 35.

Landwehrſtr. 7, part.
Saalbauſtr. 38, 2.
Zim. zu vermieten.

nhehet
Karlſtraße 41, I., fr.
mit ſev. Eing. ſof.
Karlſtr. 30, Htb.,
ſchön. Zim., ſep. Eing.

Zimmer zu verm.

ee

12 Zimmermitod. ohne Küche
u. Zubehör an alleinſtehende Frau,
Fräulein oder ruhige Leute zu
vermieten. Eberstadt, Neue
Schwanenſtraße 29. (*2434dsi

Sälenen
Nähe des Markies, per 1. Sept.
reſp. 1. Oktober zu verm. Näheres
Schuſtergaſſe 19, Laden (16113t

Eckhardtſtraße 17, I.,
freie Ausſicht in Gärten, ſchön
möbl Wohn= u. Schlafzimmer ſof.
pro Monat 30 Mk. (*2227imd
Waldſtr. 15, pt., möbl. Zimm.
(*2346mdf
zu vermieten.

Eliſabethenſtr. 30, Htb. 1. St.,
ei
1 möbl. Zimmer mit 1 auch 2
Betten billig zu verm. (*2330md Schwanenſtr. 72, II., 3fein möbl.
a Zimmer an ſol. Herrn. (*2311mdfs
er ne Aliceſtr. 8, 1. St., frdl. möbl.
n. Zimmer mit Penſion. (*2316md a Wenckſtr. 9, part., ſchön möbl.
Part.=Zim. bill. zu verm. (*2319md nebſt Magazin mit Friedrichſtr. 18, part., gut möbl.
Hell. Laden oder ohne 3 Zim.=Zimmer mit guter Penſion ſofort
n. zu vermieten.
(*2338md 8, 1 Landwehrſtr. 11, part., groß.
zuu. kl. ſep. gel. möbl. Zimmer ſofort
27
jzu vermieten.
(*2329mdf
d Lauteſchlägerſtr. 5½, 2. St.,
ſchön möbl. Wohn= u. Schlafzim.,
ev. auch einzeln zu verm. (*2325md Ernſt=Ludwigſtr. 1, III., 2 ſchön
möbl. Zim., auf W. Klav. (*2371md Grafenſtr. 4, Hinterh. 1. Stock,
ſchön möbl. Zimmer an einen beſſ.
Arbeiter zu. verm. (*2363md Schloßgartenſtr. 55, 2. Stock,
gegenüber d. Herrngart., gut möbl.
Zim. mit od. o. Penſ. (*2386md Grafenſtraße 20, 1. Treppe
links, ein gut möbliertes Zimmer!
zu vermieten.
(*2357md Ludwigſtr. 17, 2. St., 1 oder
2 möbl. freundl. Zimmer an ſolid.
Herrn billig zu verm. (*2381mdf Kiesſtr. 47, part., möbl. Z. an
beſſ. Herrn i. kinderl. Fam. (*2273imdf Landwehrſtr. 19½, II., ſchön
l.möbl. Zimm. zu verm. (*2275imd dAliceſtr. 32, I., möbl. Z. mit
ttKlavierben. ſof. zu verm. (*2258md 1 Soderſtr. 4, II., auf d. Kapellpl.
rſchön möbl. Zimmer. (*2290imd . Bleichſtr. 5, hochpart aut möbl.
5Zim. an beſſ. Herrn ſof.(2400mdt l.Eſchollbrückerſtraße 6, I., ſchön
4möbl. Zimmer, auch Wohn= und
e,Schlafzim, per ſofort oder ſpäter
n zu vermieten.
(*2415mdf Gartenſtr. 20, part., gut möbl.
3.1 Zim., alles neu, ſof. z. verm. (*2388md A Roßdörferſtraße 35, 1. Etage.
ſchön möbl. Wohn= und Schlaf=
azimmer
zu vermieten. (15909od . Wilhelmſtr. 2, II., 12 ſchön
möbl. Zimmer per ſofort zu ver=
mieten
. Einzuſehen zwiſchen
6½ 8 Uhr abends. (B13517od Mauerſtraße 32, I., I., ſchön
tmöbl. Zimmer zu verm. (*2453 Georgenſtr. 11, 2, St., ſchön
möbl. 2 Zimmer (Wohn= u. Schlafz.)
m. Schreibtiſch, Eingang ſeparat,
ſofort zu verm. Näh. part. (16278ms ſer.
Viktoriaſtr. 96, I., Wohn=
ſ
. u. Schlafzim. ſof. z. verm. (*2458dsmF Hochſtr. 10 einf. möbl. Z., ſep.n
13 Mk. monatlich.
(*246i Landwehrſtr. 46, I., hell möbl.
Z. zu vm., ſev. Eing. (*2463df Grafenſtr. 8, II., ſch. mbl. Man=H
ſardezim., wöchentl. 3 Mk. (*2464 Ludwigsplatz 4, II., großes
*gemütlich, möbl. Zim. (*2465 Eliſabethenſtr. 22, II., ſch. m. Z..
a. ſol. H. o. Frl. b. kinderl. Frau. (1320a Schützenſtr. 14, Hth., I. möbl. Z.
m. Kaffee, wöchentl. 3,50 M. (16291a

Waldſtraße 39, parterre, ſchön!
möbl. Zimmer ſof. z. verm. (*2477
Schützenſtr. 1, III., ſchön möbl.
Zimmer per ſofort zu verm. (*2478
Liebigſtr. 10 möbl. Zimmer m.
ſepar. Eingang zu vm. (*2431
Pankratigsſtr. 1½ 3 möbl. Z.
m. o. ohne Penſion z. vm. (*2451ds
Kiesſtr. 3, 2. St., möbl. Zim.
zu verm., Woche 3.50. (*2447ds
Karlſtraße 11, II., großes,
ſehr hübſch möbliertes Zimmer mit
Diplomatenſchreibtiſch, ev. auch m.
Penſion, preisw. z. verm. (16308omf Rhein-zander
Obere Elisabethenstr. 4, II.,
(Pension Mink). Wohn= u. Schlaf=
zimmer
ſowie Einzelzimmer mit
guter Penſion von 70 Mk. an
aufwärts zu vermieten. (16312a

eite Doanegteanaertie
Eliche Verrichtungen in den
Morgen= und Abendſtunden gut
möbliertes Zimmer unentgeltlich
an zuverläſſige weibliche Perſön=
lichkeit
ab. Angebote unter E 9
an die Expedition.
(16292

Ludwigſtr. 8, II., großes gut
möbl. Zimmer zu vermieten mit
Frübſtück 22 Mk. (*2355md

Marktpl. 1, II., ſchön möbl.
2 Fenſter=Zimmer ſof. zu v. (16201t
Mathildenpl. 3, Stb., II., einf.
möbl. Z., 3 Mk. m. Kaff. (16200t

Bleichſtraße 45, 1. St., ſchön
möbl. Zimmer ſofort. (16198a

Bleichſtraße 39, 3. St., ſchön
möbl. Schlafſtelle ſofort. (*2331md

Gartenſtraße 12, II., möbl. Z.
zu verm. (m. ſep. Eingang). (*2469
Eliſabethenſtr. 52, part., möbl.
Zim., Mk. 16 mit Kaffee. (*2492dfs

(Bauernbrot)
garantiert rein, empfiehlt (*2490
Bäckerei Otto Moll
Gr. Ochſeng. 32. Teleph. 847
56 Morgen
gute Aecker
(Oberfeld) zu pacht. geſucht. Off.
unt. E 98 an die Exp. (16257df

Uere

Schönes 2½X4=Zimmerhaus,
vornehme öſtliche Lage, billigſt
zu verkaufen durch Immobilien=
Bureau Fr. Hoth, Martin=
(B16233
ſtraße 101.
Villa in Darmstadt
herrſchaftlich, mit allem Komfort,
in landſchaftl. prachtv. gefündeſter
u. ſtaubfreier Lage, äußerſt preis=
wert
zu verkaufen. Das Haus iſt
ſolid erbaut, maſſiv, enthaltend
9 Herrſchaftszimmer u. mehrere
Nebenräume. Schöner Zier=, Ge=
müſe
u. Obſtgarten mit verſchied.
Edelobſt. Der Flächeninh. beträgt
6133 am. Näh. Auskunft erteilt
C. W. Braun. Martinſtr. 74. (B15907
Villenkolonie Ludwigshöhe
Einfamilienhaus 10 Zim. enth.
mit großem Garten zu verkaufen.
Gefl. Anfragen u. 2 20 Exp. (16310a

Feldbergstrasse
Haus mit Kolonialwarengeſchäft,
Werkſtatt u. großem Hof zu verk.
Gefl. Anfragen u. F 19 Exp. (16309a

Kl. Fabrikanwesen

(*2391md

Bleichſtr. 40, 2. Stock, möbl.
Zimmer zu vermieten. (*2487df
Gartenſtr. 18, 1. St., 2 hübſch
möbl. Zim. auf ſof. z. verm. (*2479

Lauteſchlägerſtraße 10. Stb.,
einfach möbl. Zimmer. (*2145df
Grafenſtr. 31, 2. St., möbl.
Zim. mit od. ohne Penſ. an Fräul.
oder Herrn zu vermieten. (*2438

Grafenſtr. 18, 4. St. lks., ſchön
möbl. Zimmer zu vm. (*2423df

Landhaus
in Arheilgen für 8500 Mark.
Verſetzungshalber verkaufe mein
Landhaus mit großem Garten ſo=
fort
unter annehmbaren Beding=
ungen
. Offert. erbitte unt. D 17
an die Exped. ds. Bl. (15866a

15965a)
Arheilgen.
Mehrere kleinere Landhäuſer
ſind billig zu verkaufen durch
Ludwig Kilian. Arheilgeu.

Für dieſe Woche empfehlen
Hochfeine
Schellfische
Nordsee
ſeahlan
Rhein-Salm
Nordsee-Rotzungen
Friſche
Sodenſee=Blaufelchen
Hochfeinen Seehecht
Heilbutt
Lebendfriſche
Rleil=Weiſche
billig, delikater Backſiſch
Lebende Karpfen, Schleien
Hale, Barben
Mulben, Karauschen
Lebende
Suppen- und Tafelkrebse
Neue Holl. Vollheringe und
Matjesheringe
Aeue Rollmops, Bismarck=
heringe
, Bratheringe
: Sardinen etl.
Tägl. friſche Räucherwaren
Jeden Tag
Friſch gebackene Fiſche
Hochfeinen
Nürnberer
Ochsenmaulsalat
sämtliche Aquarienfische
Wasserpflanzen
und Aquarien-Utensilien
Fischhalle

ngerahocherhnict
19 Eliſabethenſtraße 19
Telephon 543.
Stradiwarlus-Saion-Violine 1701 zu
d verkaufen. Anfr. unter P 18
an die Exped. ds. Bl. (*2505ds

an zwei Straßen
Baugelände, arenzend, zwiſchen
altem u. neuem Südbahnhof, per
Meter 8 Mk. zu verkaufen. O
u. E 76 a. d. Exped. (*2328md

Uea

Ca. 260 000 Mark
in 1. Hnpoth. ſof. u. auf Oktob zu
günſt. Beding. auszuleihen. Off.
unt. P 8 an die Exp. erb. (*2470dso
Wer
diskontiert
einem ſolventen Geſchäfts=
mann
2 Akzepte à 350 M.
gegen 6 pCt. Zinſen und
10 pCt. Nachlaß? Riſiko
ausgeſchloſſen.
*(*2430
Off. unt. E 95 an die Exk.

[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Auguſt 1912.

Nummer 179.

Das Wandern
ist des Müllers Lust
Es wird aber zur Wonne
durch das Tragen von
Dr. Dlenl-Stletel

Ein Stiefel, der nicht drückt!
Ein Stiefel, der beglückt!
Alleinverkauf (15769a
Heinrich Bober
3 Ludwigstrasse 3
gegenüber M. Schneider.

moderne Muſter, 30.
Steypdecken von 3 Mk. a. gef.
Karlſtraße 41, Seitenb. (14531a

Köſtliche
Erfriſchung
§ Apfelfrada pr. Flaſche 45
Cider (Apfelſaft) 50
Sendungen frei Haus!
* Johannes Horn
Alexanderſtr. 4, I. (15284
Sesssseseeeee
Dobermann
ſchönes Tier, braun, 16 Monate alt,
zu verkaufen Gartenſtr. 15. (*2425
Ein guter Jagdhund
ſtichelhaarig, weil keine Verwer=
(16295
tung, zu verkaufen
Arheilgen, Seeſtraße 9.
Für Liebhaber!
Eine große Zierhecke für Vögel
ſoder Hühner, 3 m h., 3 m l,
2m b., Helfmannſtr. 48. (*2372md

Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets kon=
kurrenzl
. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
(15924a
Teleſon 2097.
Glöcke
nicht zu klein,
(16136imd
zu kaufen gesucht.
Off. unt. E 48 beförd. die Exp.
Wegen
Eröffnung
meines Geſchäfts Schloßgaſſe
Nr. 23
gebr. getragene Kleider, Schuhe,
ſowie allerhand alte Möbel ꝛc.
u. zahle die höchſt. Preiſe (16141a
Aleranderſtr. 15.
V. Schatl, Telephon 1924.
Paufe alle Möbel, ganze Einrich=
D tung. u. Nachläſſe geg. ſof. Kaſſe
J. Lich, Alexanderſtr. 3. (13885a
Gold, Brillant., Platin, Stlb.
kauft zum höchſten Wert (14284a
A. Kurtz, Pädagogſtraße 2,
Telephon 1202.
kauft zu höchſten
Alte Flaſchen Preiſen (15413a
J. Rubin, Kaupſtraße 46.
jehr. Fusshalletiefel
Größe 41 od. 42, zu kaufen geſucht-
Off. m. Pr. u. B 79 a. d. Exp. (*2347
zin guterhaltener Gasherd zu
kaufen geſucht. Off. m. Preis
unt. F 1 an die Exped. (*2449
gebrauchtes, eiſ. Tor, 3 Mt. br.,
1zu kaufen geſucht. Offert. unt.
F 2 an die Exped. ds. Bl. (*2450ds

Blaudruck
Stück 95

Fener Sronten
Niederlage: Darmstadt
Elisabethenstr. 21.
Elisabethenstr. 21
Heute beginnen unsere
Blousenschürze Serien Tage

mit ganz besonderen Vorteilen!

. 3 Paar
Kinderstrümpfe, schwarz und Leder
2 Paar
Schulstrümpfe, schwarz und Leder
2 Paar
Damenstrümpfe, schwarz und Leder
Herrensocken für Schweißfüße
. 2 Paar
. 3 Paar
Herrensocken für Schweißfüße
. 1 Paar
Herrensocken, rein Wolle.
Mädchenschürzen, diverse Fassons und Größen .
. 1 Stück
Knabenschürzen
. 3 Stück
Blousenschürzen (Blaudruck)
1 Stück
Satinzierschürzen
Stück
Damenhemden mit handgestickter Passe u. Achselschluss 1 Stück
Untertaillen mit Stickerei
Stück
Kinderröckchen mit Stickerei
Stück
Kissenbezüge mit breiten Stickereien .
Stücl
Damentaschen mit Perlen u. imit. Leder, neue Fassons
Stück
Portemonnaies echt Leder
Stück
Taschentücher hochmoderne Farben, für Damen
6 Stück
Taschentücher Idealbattist für Herren
4 Stück
Selbstbinder, schmale
5 Stück
Selbstbinder, breite hochmoderne Farben
Stück
Sportkragen, weiche, für Herren. div. Farben
Stück
Hosenträger, extra stark, verschiedene Ausführungen . . 1 Stück
Druckknöpfe, weiß und schwarz, div. Größen
24 Dutzend
Sockenhalter für Herren
Paar
Strickwolle, schwarz .
250 Gramm
Besondere Schlager!
Damenhemden mit handgestickter Lothringer Passe
1 Stück

95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95
95

1.75 2.45, 1.95 1 Stück 1.95 per Paar 75 3.95 Serie II 2.95 1.75, 1.45 2.75

Beachten Sie unsere Schaufenster!

Sie schädigen sich selbst, wenn Sie die gebotenen
Vorteile nicht wahrnehmen.
(16273

Empfehle in lebendfriſcher
Ware: (V16283
Hochfeine Nordſee=
Schelrische
1 allen Größen

im Ausſchnitt
Nordsee-Seehecht
Ia Steinbutt
pfünd. per Pfd. Mk. 1.40
Portions-Schellfische
Schollen
Pfund 40 Pfg.
Rotzungen, Limandes
Geräuch. Schellſiſche
Lachsheringe

Fertigs
Fischhandlung
Karlstrasse 47. Telephon 641.

Kabens
Pfg.
eine Zigarre von beſonderer Güte,
liefert nur die
(15849a
Emmericher Waren-Expedition
Tel. 979. Elisabethenstr. 12.
Eigene Fabrikation. Fabrikpreis

jeder Größe
billigſt abzugeben
(16121id
Ferdinand Wolff
Weinhandlung, Rheinſtr. 46.

Kleiner gebrauchter
Röderherd
zu verk. Näh. Expedition. (16229t

Enorm billig kaufen Sie
Vertiko, Schränke, Tiſche, Stühle,
Trumeaurſpiegel, Büffets,
Schreibtiſche, Diwan, Matratzen,
ſowie komplette Wohnungsein=
richtungen
in reicher Auswahl
und in nur prima Arbeit bei
Große Ochſen=
J. Teicher, gaſſe12. (16152a
Gelegenheitskauf!
Neues, gut. Oelgemälde, 58X70cm
Goldrahmen) wird verk., Pr. 20 M.
Näh. Kranichſteinerſtr. 57, pt. (*2437
armstädter Bettfedern,
Dämpf- u. Reinigungs-
Anstaltnenest. Systems
Bleichstr. 1. Leonhard Menger, Tel. 1608.
Dämpfen, Reinigen u. Desinfizieren
aller Bettfedern. Lager in Federn,
Daunen u. Darchenki. all Preisl. (14529a