Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Großherzog von Sachſen erließ anläßlich
der Geburt eines Thronfolgers eine
weit=
gehende Amneſtie.
Beim Einſturz der Binzer Seebrücke kamen
der letzten Meldung zufolge 21 Perſonen ums
Leben.
Fürſt Katſura iſt am Sonntag von Petersburg
wie=
der abgereiſt.
Eine Maſſenverſammlung der ſtreikenden
Lon=
doner Dockarbleiter beſchloß einſtimmig, dem
von der Streik=Kommiſſion gefaßten Beſchluß, die
Ar=
beit wieder aufzunehmen, nicht ſtattzugeben, ſondern
den Ausſtand fortzuſetzen.
Der Generalreſident für Marokko,
Liau=
tey, iſt aus Fez in Rabat eingetroffen.
Unſer Verhältnis zu England.
* Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
itung beſpricht in ihrer zweiten Sonntagsausgabe, wie
allwöchentlich, die Ereigniſſe auf dem Gebiete der äußeren
Politik während der vergangenen Woche. Sie beſpricht
die Debatten im engliſchen Unterhauſe über
den Ergänzungsetat für die Kriegsflotte und ſchreibt:
„Die Ausführungen Winſton Churchills wurden von
der deutſchen Preſſe ruhig aufgenommen,
twie es der Sachlage durchaus entſpricht. Es iſt bekannt,
ldaß gewiſſe Vertreter ausländiſcher Blätter bei uns ſtän=
Idig auf der Lauer liegen, um jedes temperamentvolle
Wort einzelner deutſcher Zeitungen als Beweis für eine
nnervöſe Stimmung in Deutſchland, ja für angebliche
ſkriegeriſche Neigungen gegen fremde Staaten
aufzugrei=
ffen und in alle Richtungen der Windroſe zu verbreiten.
AAus den Berichten ausländiſcher Preßorgane über den
)Eindruck, den die Darlegungen des britiſchen
Marine=
miniſters in Deutſchland hinterlaſſen haben, iſt deutlich
izu erkennen, daß die betreffenden Berichterſtatter nicht
gauf ihre Koſten gekommen ſind.
Dann wendet ſich das Regierungsblatt den
Aeufb=
rrungen Asquiths über die deutſch=engliſchen
Beziehungen zu und ſagt:
„Dieſe an Deutſchland gerichteten freundlichen Worte
des engliſchen Premierminiſters werden bei uns gern
ggehört. Sie bilden eine willkommene Ergänzung zu den
Ausführungen der britiſchen Regierungsvertreter in der
Flottenfrage. Sie weiſen darauf hin, daß durch
Erör=
lerungen, wie ſie bei Veratung des Marine=Etats
vor=
kommen können, das allgemeine politiſche Verhältnis
zwiſchen Deutſchland und England und die auch von
uns gewünſchten freundlicheren Beziehungen nicht
beein=
lrächtigt werden ſollen, und daß in gegebenen
Einzel=
fällen die beiden Regierungen eine Verſtändigung ſuchen
nind finden können, unbeſchadet des Rechts, das ſie ſich
wvechſelſeitig nicht beſtreiten, ihren Flottenbau nach den
Sicherheits= und Schutzbedürfniſſen des eigenen Landes
zzu regeln.”
Zu der Wendung der Dinge in Konſtantinopel
ſchreibt das offizioſe Blatt: Was die Grundrichtung
wes neuen Kabinetts in der auswärtigen Politik anlangt,
ſo wird es als englandfreundlich bezeichnet. Wir haben
keinen Anlaß, aus dieſem Umſtand für Deutſchland
un=
wünſtige Schlüſſe zu ziehen, wie es hier und da geſchehen
igt. Die Vertreier dieſer Auffaſſung gehen von der
Vor=
usſetzung aus, daß zwiſchen Deutſchland und
Großbritannien in der Orientpolitir ein
Gegen=
ſatz obwalte, eine Vorausſetzung, die ſich auf keinerlei
Tatſachen zu ſtützen vermag. Was namentlich die
Frie=
ensfrage und die an erſter Stelle in Betracht
kommen=
den wichtigen inneren Fragen anlangt, ſo muß unter
allen Freunden des ottomaniſchen Reiches
Uebereinſtim=
riung in dem Wunſche herrſchen, die Türkei von den
Hemmniſſen befreit zu ſehen, die ihrer ruhigen
Ent=
wickelung entgegenwirken.
Schließlich, ſo heißt es in dem Artikel, möchten wir
rus der Antwort, die der britiſche Staatsſekretär des
Aeußern auf Ausführungen des Abg. Ponſonby erteilt
hat, folgenden Satz hervorheben: „Man darf den einen
ſeehr einleuchtenden möglichen Grund für die Erbauung
der deutſchen Flotte nicht überſehen, nämlich den, daß
eine wachſende Nation wünſcht, mächtig zu ſein, ohne
daß ſie doch notwendigerweiſe Angriffsabſichten verfolgt,
noch auch eine beſtimmte Gefahr abwehren will.‟ In
dieſen Worten ſind unſere Seerüſtungen vorurteilsfrei
gewürdigt.
Bevölkerungsbewegung in Deutſchland,
Großbritannien und Frankreich.
* Deutſchlands Bevölkerung betrug nach der
Volks=
zählung vom 1. Dezember 1910 nahezu 65 Millionen
Einwohner, die Großbritanniens um die Mitte des
Jah=
res 1911 laut Zählung rund 45 und die Frankreichs
gleichzeitig 40 Millionen. Im Jahre 1871 bezifferte ſich
die Bevölkerung des Deutſchen Reiches auf 41,
Großbri=
tanniens auf 31, die Frankreichs auf 36 Millionen
Köpfe. Der Bevölkerungszuwachs war ſomit
am ſtärkſten in Deutſchland, am ſchwächſten in
Frankreich, wo bekanntlich der Geburtenrückgang den
be=
denklichſten Umfang angenommen und letzthin zeitweiſe
ſogar eine Bevölkerungsabnahme zur Folge hatte. Die
durchſchnittliche jährliche Bevölkerungszunahme betrug
in Deutſchland 852 400, in Großbritannien 375800, in
Frankreich dagegen nur 69000 Perſonen. Auf 1
Geviert=
kilometer entfallen Einwohner: in Deutſchland 120, in
Großbritannien 133 und in Frankreich 73. Die
bevöl=
kertſten Länder auf dem europäiſchen Kontinent ſind
Bel=
gien mit 227 und die Niederlande mit 177 Köpfen; danach
folgen Großbritannien und Deutſchland.
Die Zahl der Großſtädte mit mehr als 100000
Einwohnern betrug in Deutſchland nach der Zählung
von 1910 ſchon 47, wozu noch die frühere Landgemeinde
Hamborn kommt, der inzwiſchen das Städterecht
ver=
liehen worden iſt; in Großbritannien gibt es 41, in
Frankreich nur 15 Großſtädte.
Die Einwohnerzahl von London (
Grafſchafts=
bezirk) betrug 4 529961, die von Paris 2888110 und
einſchließlich der mit der Stadt verwachſenen
Vorort=
gemeinden 3 350000. Berlins Einwohnerſchaft, die
ſeit einer Reihe von Jahren nur verhältnismäßig
lang=
ſam wächſt, beziffert ſich zurzeit auf etwa 2080000
Köpfe; dagegen zählt die Volkszahl Groß=Berlins
im Sinne des Zweckverbandsgeſetzes rund 3930000
Köpfe, hat alſo Paris bereits erheblich überflügelt und
dürfte in nicht ferner Zeit auch Londons Rieſenziffer
er=
reicht haben. Deutſchland hat weiterhin —— außer
Ber=
lin — ſechs Städte mit mehr als einer halben Million
Einwohner, nämlich Hamburg mit 940000, Leipzig mit
6i0 000, München mit 609 008, Dresden mit 560000, Köln
mit 530000 und Breslau mit 520000; Großbritannien
dagegen deren außer London nur drei: Liverpool mit
750000, Mancheſter mit 720000 und Birmingham mit
530000; Frankreich außer Paris nur Marſeille und
Lyon. Außer dieſen Städten hat Deutſchland noch 16,
England 12 und Frankreich nur 2 Städte (Bordeaux und
Lille) mit über 200000 Einwohnern.
Deutſches Reich.
Die Kolonien und der Kolonials
gerichtshof. Eine bemerkenswerte Uebereinſti
mung herrſcht in allen Kolonien hinſichtlich des
Kolo=
nialgerichtshofes. Man wünſcht unter keinen Umſtänden
Berlin als Sitz dieſes neuen Gerichts und würde in
die=
ſem Falle lieber auf das ganze Reichskolonialgericht
ver=
zichten, als eine Inſtanz zu erhalten, deren Abhängigkeit
vom Reichskolonialamt um ſo größer ſein wird, je mehr
Verwaltungsbeamte mit Rechtſprechung in dieſem
Ber=
liner Gerichtshofe betraut werden. Um ſo größer iſt
allerſeits die Freude, daß nach den Ergebniſſen der
letz=
ten Reichstagsverhandlungen die Ausſichten für
Ham=
burg im Steigen ſind. Das Reichskolonialgericht ſoll
im Intereſſe der Kolonien eingerichtet werden, um
Fehl=
ſprüche der mit der Rechtſprechung betrauten
Verwal=
tungsbeamten zu korrigieren, und dieſer Uebelſtand
kann nur dann gemildert werden, wenn jeder Einfluß
der Verwaltungsdehörde ausgeſchaltet wird. Gleiche
Gründe waren ſeinerzeit für die Verlegung des
Reichs=
gerichts nach Leipzig entſcheidend.
— Die ſinkenden Staatsanleihen. Wie
die Braunſchweigiſche Landeszeitung erfährt, ſchweben
bereits ſeit Monaten zwiſchen den Bundesregierungen
Verhandlungen über Maßnahmen gegen die zunehmende
Entwertung der veutſchen Reichs= und Staatsanleihen. Sachſen=Weimar. Ssie bereits mitgeteilt, wurde
Die Dringlichkeit dieſer Frage hat ſich ja durch die
ſtär=
kere Fortſetzung der Erſcheinung in den letzten Wochen
noch erhöht.
— Der preußiſche Geſandte am
Vati=
kan beim Reichskanzler. Wie offiziell
gemel=
det wird, hat der Reichskanzler am Samstag in
Hohen=
finow den Beſuch des Geſandten beim Vatikan, v.
Mühl=
berg, empfangen. Vor wenigen Tagen war die
Mel=
dung durch die Preſſe gegangen, Herr von Mühlberg
habe mit Kardina! Kopp von Breslau, dem eifrigen
Pro=
tektor der ſtrengkonfeſſionellen Berliner Richtung im
Zen=
trum, eine Beſprechung gehabt. Die Nachricht iſt bisher
unbeſtätigt und unbeſtritten geblieben. Trifft ſie zu, ſo
liegt nunmehr der Schluß nahe, daß man an den
zuſtän=
digen Stellen in Berlin ſich mit dem Gedanken trägt, in
den Streit im klerikalen Lager irgendwie einzugreifen.
Darüber werden wohl die nächſten Tage Klarheit bringen.
Ausland.
Frankreich.
Die Wahlreform. Der frühen:
Miniſterprä=
ſident Caillaux hielt vor ſeinen Wählern in Gesnes
(Departement Sarthe) eine Rede, in der er die Hoffnung
ausſprach, daß die Regierung bezüglich der Wahlreform
eine einfache, klare und allen Wählern leicht verſtändliche
Formel finden werde, um die Einigkeit und Feſtigkeit der
republikaniſchen Partei wieder herzuſtellen, die angeſichts
der Umtriebe und der Zuverſicht der Gegner der
Repu=
blik notwendiger denn je ſei.
Türkei.
Dasneue Kabinett beabſichtigte, ſich am
Mon=
tag der Kammer vorzuſtellen. Dabei ſollte die
pro=
grammatiſche Regierungserklärung verleſen werden.
Wenn die Kammer dieſer Erklärung zuſtimmt, wird das
Kabinett eine Anzahl ſtrenger Maßnahmen in Vorſchlag
bringen, die die Kammer höchſtwahrſcheinlich ablehnt.
Das Kabinett demiſſioniert ſodann. Es heißk ſodann
weiter, der Sultan werde dasſelbe Kabinett wieder
er=
nennen. Das Kabinett werde zur Auflöſung der
Kam=
mer ſchreiten.
Der ehemalige Großweſir Ferid Paſcha iſt zum
Präſidenten des Senats ernannt worden. Der
Finanz=
miniſter Zia Paſcha hat das Miniſterium des Innern
übernommen. An ſeine Stelle im Finanzminiſterium iſt
das Mitglied der Finanzreformkommiſſion Abdul
Rahma getreten.
Vereinigte Staaten.
Die Befeſtigung des Panamakanals.
Wie aus den zuletzt von den Amerikanern in Angriff
ge=
nommenen Arbeiten deutlich hervorgeht, ſoll jetzt die
Be=
feſtigung des Kanals erheblich weiter ausgedehnt
wer=
den, als anfänglich beabſichtigt war und allgemein
be=
kannt ſein dürfte. In letzter Zeit iſt beſchloſſen worden,
den Kanal auf ſeinem ganzen Laufe zu befeſtigen, ſodaß
die für derartige Anlagen ausgeworfenen Summen
wohl nicht annähernd ausreichen dürften. Namentlich
die Beherrſchung der Schleuſenanlagen bei Pedrot
Mi=
guel und bei Miraflores durch moderne Batterien mit
Panzerſchutz iſt ins Auge gefaßt worden. An den
Ein=
gängen des Kanals ſind die ſtärkſten Befeſtigungen in
Ausführung begriffen. Die Beſatzung der Kanalzone
ſollte urſprünglich aus 12 Kompagnien Küſtenartillerie,
4 Regimentern Infanterie, einer Abteilung Feldartillerie
und einer Eskadron Kavallerie, zuſammen etwa 5800
Mann, beſtehen. Es iſt aber anzunehmen, daß dieſe
Truppen eine Verſtärkung erfahren werden angeſichts
der geplanten weiteren Ausdehnung der
Befeſtigungs=
anlagen. Was die Armierung der Werke anbetrifft, ſo
ſoll außer Geſchützen geringeren Kalibers die 35,6
Zen=
timeter=Kanone der Bethlehem Steel Company (
Kaliber=
länge 45), das gegenwärtig wirkſamſte Küſtengeſchütz in
der Union, in allen Anlagen von Bedeutung aufgeſtellt
werden, und neben ihr ſoll vornehmlich ein 30
Zenti=
meter=Mörſer wirken.
Der britiſche Geſchäftsträger hat dem Staatsſekretär
Knox mitgeteilt, daß die Regierung von Großbritannien
ihrer Note über den Panamakanal, die am 8. Juli
über=
reicht wurde, nichts hinzuzufügen habe. Das wird
da=
hin ausgelegt, da; die britiſche Regierung vorläufig
keine weiteren Schritte betreiben will.
* Die Geburt eines Thronfolgers in.
[ ← ][ ][ → ]Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Juli9 112.
Nummer 177.
em Großherzogspaar von Sachſen=Weimar am
Sonn=
tag der erſte Sehn und damit der Thronfalger geboren
Seit dem Jahre 1878, alſo ſeit 34 Jahren, iſt in der
Großherzoglichen Familie kein Prinz mehr geboren
worden. Der damals geborene jüngere Bruder des
re=
gierenden Eroßherzogs iſt vor einigen Jahren jung
ge=
ſtorben. Der jetzt im 37. Lebensjahre ſtehende
Großher=
zog war in erſter Ehe mit der liebreizenden Prinzeſſin
Karoline von Reuß ä. L. vermählt, die aber ſchon nach
nicht zweijähriger Ehe ſtarb er iſt ſeit dem Jahre 1910
wieder vermählt mit der Prinzeſſin Feodora von
Sach=
ſen=Meiningen, eine Enkelin des Herzogs von
Sach=
ſen=Meiningen. Der Ehe entſtammen eine im März 1911
geborene Tochter und der jetzt geborene Erbgroßherzog.
* Baleſtrand, 28. Juli. Am Vormittag hielt der
Kaiſer auf der „Hohenzollern” Gottesdienſt ab und
un=
ternahm am Nachmittag einen Spaziergang an Land,
wobei er. Profeſſor Dahl beſuchte.
* London, 27. Juli. In einer Verſammlung von
30000 Dockarbeitern. Leichtermännern, Stauern
und Matroſen wurde einſtimmig beſchloſſen, morgen
nicht zur Arbeit zurücktzukehren, da keine
Sicherheit dafür vorhanden ſei, daß die Arbeitgeber die
früheren Abmachungen aufrecht erhalten würden, die vor
dem Streik beſtanden haben. Es wurde mitgeteilt, daß
genügende Mittel vorhanden ſeien, um Frauen und
Kin=
der weitere drei Wochen zu ernähren.
* Petersburg, 28. Juli. Fürſt Katſura iſt
heute von hier abgereiſt.
* Tokio, 28. Juli. Die Temperatur des Kaiſers
betrug heute früh 38 Grad Celſius, Puls 105, Atmung 32,
ſehr unregelmäßig. Der Kaiſer verbrachte die Nacht
ſchlaflos. Es iſt zweifelhaft, ob eine Beſſerung, die ſich
geſtern bemerkbar machte, anhält. Die Bulletins von
heute nachmittag geben die Temperatur auf 39,3 Grad
Celſius an und bezeichnen den Zuſtand als ſehr
kritiſch.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Juli.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften begaben ſich Sonntag abend 8 Uhr mit
Ge=
folge im Auto nach Frankfurt, wohnten im Polo=Klub
einem Eſſen bei und kehrten hierauf nach Jagdſchloß
Wolfsaarten zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Pfarrverwalter Guſtav Römheld
zu Dreieichenhain die evangeliſche Pfarrſtelle daſelbſt
übertragen.
* Lehrerperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den Oberlehrer an dem Landgraf
Ludwigs=Gymnaſium zu Gießen, Profeſſor Dr. Georg
Clemm, auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner
treu geleiſteten Dienſte, mit Wirkung vom 1. Auguſt
1912 in den Ruheſtand verſetzt. — Beſtätigt wurde der
von dem Herrn Grafen zu Erbach=Fürſtenau auf die
erledigte Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Ober=
Hainbrunn, Kreis Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant
Georg Büchler aus Brensbach, Kreis Dieburg, für
dieſe Stelle und der von dem Herrn Grafen zu Erbach=
Fürſtenau auf die erledigte Lehrerſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Steinbuch, Kreis Erbach, präſentierte
Schul=
amtsaſpirant Leonhard Ripper aus Pfaffen=
Beer=
furth, Kreis Erbach, für dieſe Stelle.— In den Ruheſtand
verſetzt wurde die Lehrerin an der Volksſchule zu Mainz
Eliſe Toſtmann auf, ihr Nachſuchen, unter
Aner=
kennung ihrer langjährigen treuen Dienſte, vom 1. Auguſt
1912. an.
* Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Reviſionskontrolleur bei dem
Hauptſteueramt Mainz, Karl Carl zu Mainz, zum
Steuerkontrolleur ernannt. — Der Hilfsdiener bei der
Landes=Hypothekenbank Otto Hammer zu Darmſtadt
wurde zum Bureau= und Kaſſediener bei dieſer Bank
ernannt.
Se. Exzellenz der Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach hat einen mehrwöchigen
Urlaub angetreten.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 28 enthält:
1. Geſetz, die Dienſtbezüge der
Staats=
beamten und Volksſchullehrer und ihrer
Hinterbliebenen, ſowie die Deckungsmittel betreffend.
2. Geſetz zur Aenderung des Geſetzes, die Erhebung von
Zuſchlägen zur Reichserbſchaftsſteuer betreffend, vom
30. März 1907. 3. Geſetz, die Abänderung des Geſetzes
über den Urkundenſtempel vom 12. Auguſt 1899 in der
Faſſung der Bekanntmachung vom 24. März 1910
be=
treffend. 4. Geſetz über die Tilgung der Staatsſchuld.
* Goldenes Jubiläum. Herr
Hofſtallmagazins=
verwalter H. Kircher begeht am 1. Auguſt ſein
50 jähriges Dienſtjubiläum.
* Kriegerverein Darmſtadt. Von herrlichem Wetter
begünſtigt, fand am Sonntag der Sommerausflug des
Vereins ſtatt. Ein Extrazug führte die Mitglieder,
welche ſich in ſtattlicher Zahl eingefunden hatten, die
Bergſtraße hinauf bis Auerbach. Hier wurde der Zug
verlaſſen, um unter Vorantritt einer mitgebrachten
Muſikkapelle einen Gang durch Auerbach nach dem
Fürſtenlager anzutreten. Im Fürſtenlager wurde
kurz Halt gemacht und der Weg durch die
herr=
lichen Anlagen nach dem Schönberger Schloß verfolgt.
Im Burghof bei dem Schloß wurde nochmals eine kurze
Raſt gemacht. Hier im prächtig angelegten Schloßhof
bietet ſich ein herrlicher Blick nach dem tief unten im
Tale liegenden Schönberg, weiter ſchweifend erblickt das
Auge die Berge und Täler des Odenwaldes. Die
Kapelle verſchönte noch den Aufenthalt durch einige
Muſikſtücke. Wir verlaſſen wieder den Burghof, um
nach kleinem Abſtieg und nach weiterer Talwanderung
die Schönberger Straße entlang das uns geſteckte Endziel
„Hotel Deutſches Haus” in Bensheim zu erreichen. Im
ſchön angelegten Garten laſſen wir uns nieder, uns bei
Konzert und einem guten Trunk friſch belebend. Ein
plötzlich eintretender Regenguß nötigt die Teilnehmer
zum Aufenthalt in dem Gartenſaale, wo nun, zur Freude
der Jugend, der Tanz beginnt. Der Extrazug brachte
die Teilnehmer nach 10 Uhr wieder nach Darmſtadt
zurück.
* Steuern zahlen! Wir machen unſere Leſer darauf
aufmerkſam, daß das zweite Ziel der Gemeindeſteuern
für 1912 bis ſpäteſtens Mittwoch, den 31. Juli,
vor=
mittags, an die Stadtkaſſe entrichtet werden muß.
* Preisgekrönte Schützen. Der Schützenklub „
Darm=
ſtadt” errang ſich bei dem vom Schützenklub „Feurio”
veranſtalteten Gruppenſchießen unter ſehr ſtarker
Kon=
kurrenz den dritten Ehrenpreis mit 123 Ringen.
*Bürgerkeller. Man ſchreibt uns: In kurzer Zeit
hat ſich das Künſtler=Enſemble „Nordſtern” unter Leitung
von Frau Elly Karger einen großen Ruf erworben. Wie
kürzlich ſchon berichtet, ſind faſt ſeden Abend alle Stühle
beſetzt. Leider ſind es nur noch zwei Tage, Dienstag und
Mittwoch, an denen dieſe Kapelle konzertiert. Für
dieſen Abend iſt ein ganz beſonders ausgewähltes
Pro=
gramm zuſammengeſtellt, wobei mehrere Stücke auf der
amerikaniſchen Orgel zum Vortrag kommen.
Saalbaukonzert. Es ſei an dieſer Stelle
noch=
mals auf das heutige Dienstag=Konzert, beſonders auf
das gewählte Programm, hingewieſen.
Hugenſchütz’ Felſenkeller. Am Dienstag, den
30. Juli, abends, konzertiert wieder die verſtärkte Kapelle
des Garde=Dragoner=Regiments unter Herrn
Mittel=
ſtädts Leitung. Wie aus der Anzeige erſichtlich, iſt
das Programm ein ganz vorzügliches. Neben klaſſiſcher
Muſik ſind auch leichtere, heitere Stücke berückſichtigt
worden, ſowie verſchiedene Soloſtücke für Tubus,
Com=
panaphon und Trompete, zwei elſäſſiſche Bauerntänze,
und zwei belebende Schlager, Potpourris von P. Lincke.
(Siehe Anzeige.)
§ Meſſerhelden. Am Sonntag abend gegen 11 Uhr
entſtand an der Ecke Langegaſſe und Kleine
Kaplanei=
gaſſe zwiſchen einem Tagelöhner und einem Metzger ein
Wortwechſel, wobei der Metzger dem Tagelöhner mit
einem Meſſer zwei Stiche in den Kopf und Leib
bei=
brachte. Der Verletzte iſt ſofort in das Städtiſche
Krankenhaus verbracht worden. Der Metzger wurde
feſtgenommen.
Offenbach 29. I. Eine ſchwere Bluſtat
verübte am Sonntag nachmittag gegen 6 Uhr der ledige
Taglöhner Chriſtian Kern, der mit dem wie er in den
dreißiger Jahren ſtehenden Keſſelſchmied Georg Raqué
in dem Hauſe Frühlingsauſtraße 13 wohnt. Kern und
Raqué, die im Laufe des Tages getrunken hatten, waren
aus geringfügigem Anlaß in Streit geraten, in deſſen
Verlauf Kern ein langes dolchartiges Meſſer zog und
ſeinen Gegner auf der Straße direkt vor ſeiner
Woh=
nung niederſtach, Raqué erhielt mehrere Stiche in den
Kopf, wovon der eine das Naſenbein durchbohrte. Er
brach zuſammen und wurde ſchwer verletzt ins
Städ=
tiſche Krankenhaus gebracht.
* Jugenheim a. d. B. 29. Juli. Im Hotel zur
gol=
denen Krone findet am Mittwoch, den 31. Juli, nachm.,
großes Militär=Konzert, ausgeführt von der Kapelle des
Drag.=Regts. Nr. 23, ſtatt. (Näh. ſiehe Anzeige.)
Groß=Bieberau, 29. Juli. In dieſen Tagen waren
es 600 Jahre, daß zu gleicher Zeit mit Katzenelnbogen
auch die beiden heſſiſchen, ehemals katzenelnbogenſchen
Orte Lichtenberg und Groß=Bieberau durch Heinrich VII.
zu Reichsſtädten erhoben wurden; beide ſind längſt
wie=
der Landgemeinden geworden. Groß=Bieberau iſt aber
auch heute noch ein anſehnliches Dorf. Das Schloß
Lich=
tenberg, das ausgezeichnet erhalten iſt, dient u. a. als
Erholungsſtätte für die Beamten der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften in Heſſen.
A Beerfelden, 28. Juli. Die abgeſchloſſene Woche
hat nun auch den Höhen den Anfang der
Getreide=
ernte gebracht. Die Ergebniſſe an Körnern und
Stroh=
ſind ſehr gute, nur der Stand des Hafers läßt zu
wün=
ſchen übrig, den Herbſtfrüchten hat der Regen von
neu=
lich fröhliche Weiterentwicklung gebracht; Kartoffeln
Dickwurz, Kohlrabi und Kraut ſtehen ausgezeichnet,
auch den zweiten Futterſchnitt hat das reichliche Naß ges
rettet. Infolge der Hitze fing das junge Gras ſchon an
abzuſterben. Wie im Feld ſtehen auch die Gewächſe im
Garten ſehr befriedigend. Die Obſternte verſpricht auf
den Höhen eine gute mittlere zu werden. Seit ſich die
Früchte entwickeln, ſieht man erſt, daß die Bäume ſehr
gut behangen ſind es mußten vielfach Stützen
ange=
bracht werden. Alles in allem, im Garten wie Feld
ſteht alles aufs beſte!
Mainz, 29. Juli. Geſtern vormittag unternahm ein
junger Mann in einem Mietsnachen eine Kahnfahrt,
Durch die vor dem Eingang zum Winterhafen herrſchende
ſtarke Strömung wurde das Boot vor die am oberen
Ende der Ohausſchen Badeanſtalt befindlichen Balken
getrieben, kenterte, und der jugendliche, des Schwimmens
unkundige Nachenfahrer fiel ins Waſſer. Obwohl an der
Stelle des Unfalls durch Wirbel innerhalb der Strömung
jedes Schwimmen unmöglich iſt, ſprang doch der
Bade=
meiſter der Ohausſchen Badeanſtalt, Oskar Ebel, ſofort
nach, umklammerte den bereits Bewußtloſen und hielt
ihn unter Aufbietung aller Kräfte ſo lange über Waſſer
bis Rettung durch einen herbeieilenden Nachen gebracht
wurde. — Die Sektkellerei Chr. Ad.
Kupfer=
berg u. Cie, kaufte durch Vermittelung des Senſal
Cahn die Alexanderkaſerne auf der
Mathilden=
terraſſe mit einem Flächeninhalt von zirka 10000 Quads
ratmeter für die Summe von 255000 Mark.
Boſenheim in Rheinheſſen, 28. Juli. Ein Flieger=
Unfall ereignete ſich geſtern in der Nähe hieſiger
Ge=
meinde. Von Weſten her kam in raſender
Geſchwindig=
keit ein FFlugapparat über die Gemarkung Boſenheim, als
plötzlich der Aeroplan ſehr ſchnell in ſchiefer Bahn ſich
ab=
wärts wandte, um mit einem heftigen Anprall auf einem
abgeernteten Kornacker zu landen. An dem Apparat war
ein Motordefekt eingetreten, der den Führer zum Landen
nötigte. Bei dem Niedergang wurde auch der eine
Pro=
peller ſtark beſchädigt. Die Inſaſſen des Flugzeuges,
zwei Offiziere vom Infanterie=Regiment Nr. 131 zu Metz,
kamen ohne Unfall davon. Die Ausbeſſerung des Appas
rates hatte einen Aufenthalt von über einem Tag zuk
Folge
(*) Gießen, 28. Juli. Die Stadt prangt im Schmuck
der blaurot= goldenen Fahnen, denn die
Burſchen=
ſchaft „Alemannia” feierte ihr 50jähriges
Stiftungsſeſt, das am Freitag ſeinen Anfang
nahm. Bei der Begrüßungsfeier im Alemanen=Haus
be=
grüßte der 1. Sprecher Alias die etwa 150 Alten Herrn
mit einem Salamander. Geſtern war großer Feſtkonvent
auf dem Hauſe; der erſte Sprecher Alias und der
Char=
gierte Schindler hielten Begrüßungsanſprachen. Das
Feſt=
eſſen fand in Steins Garten ſtatt. Der Kommers wurde
in den Räumen des Geſellſchaftshauſes veranſtaltet,
Heute bewegte ſich ein farbenprächtiger Feſtzug durch die
Stadt. Zu der Feſtlichkeit haben alle befreundete
Bur=
ſchenſchaften der deutſchen Univerſitäten ihre Vertreter
entſandt. Beſonders herzlich wurde der Vertreter der
deutſchen Univerſität Prag begrüßt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Juli. Das
Thermo=
meter zeigte heute 36 Grad im Schatten. Die Folge der
großen Hitze war, daß viele Perſonen von Hitzſchlag
betroffen wurden, darunter mehrere tödlich. Beim Baden
ſind verſchiedene Perſonen ertrunken. — Ein ſeltſamer
Unfall ereignete ſich heute früh bei dem Bau der Hoch=
und Untergrundbahn in der Schönhauſer Allee am
Ring=
bahnhof. Zur Verlegung der großen eiſernen Träger,
die dort von einem der gemauerten Steinſockel zum
an=
deren hinüberführen, wird an jener Stelle ein 10 Meter
hohes eiſernes Gerüſt benützt, das ſich auf Schienen
be=
findet, die neben denjenigen der elektriſchen Straßenbahn
herlaufen. Dieſes Gerüſt ſollte nun nach der anderen
Seite der Straße herübergebracht werden. Einer von den
an ſeinem oberen Ende zu Befeſtigungszwecken ange
brachten Stahldrähten riß aber plötzlich und geriet mit
Der Stadtbaumeiſter von Berlin.
Zum 60. Geburtstage Ludwig Hoffmanns,
30. Juli.
Von Paul Weſtheim.
Ludwig Hoffmann der Berliner
Stadtbau=
meiſter, der im Jahre 1852 in Darmſtadt geboren
worden iſt, rückt am 30. Juli in das 60. Lebensjahr. Es
wird Ehrungen, Glückwünſche, Adreſſen geben;
wahr=
ſcheinlich wird auch manch einer ſich an ſolchem Tage die
Frage durch den Kopf gehen laſſen, was es denn
ſchließ=
lich heißt, der Stadtbaumeiſter einer ſo großen Kommune
zu ſein, was eigentlich ein ſolcher Mann in vielen
Amts=
jahren zu planen und zu bauen hat.
Man weiß, er hat zehn oder noch mehr Jahre an dem
neuen Rathaus gebaut, das vor einigen Monaten feierlich
eingeweiht worden iſt, weiß, daß das ſtimmungsvolle
Gehäuſe des Märkiſchen Muſeums von ſeiner Hand
ſtammt, daß das in aller Welt bekannte Virchow=
Kran=
kenhaus von ihm angelegt worden, und man hat vielleicht
auch bei einer gelegentlichen Fahrt durch den Oſten oder
Norden Berlins ein ſehr anſtändiges Bauwerk: eine
Schule, geſehen und dann erfahren, daß Hoffmann
eben=
falls der Urheber iſt. Man mag von all dem etwas gehört
haben, und man hat trotzdem noch gar keinen Begriff von
der Vielzahl der Aufgaben, die ein Stadtbauamt von
dieſer Größe zu bewältigen hat. Jene weithin weiſenden
Gebäude ſind gewiſſermaßen nur die Feiertagsleiſtungen
des Stadtbaumeiſters in die hinein er all ſein Können
und alle künſtleriſche Sorgfalt legt; weiß er doch, daß er
ſich mit ihnen für alle Zeiten in die Phyſiognomie ſeiner
Stadt einſchreibt.
Der Alltag verlangt unendlich mehr von ihm. Räume
ſollen geſchaffen werden für alle die Einrichtungen, die die
Bürgerſchaft von ihrer Stadtverwaltung zu fordern ein
Recht hat. Außer den repräſentativen Anlagen und den
mannigfachen Verwaltungsgebäuden, den Steuerkaſſen,
den Sparkaſſen, den Verwaltungsämtern, den Bureaus,
in denen das Heer der Stadtſchreiber ſeine Aktenfaszikel
füllt, ſind Schulen, Leſehallen, Bäder, Parks, Spielplätze,
Markthallen, Schlachthäuſer. Gas= und Waſſerwerke,
Feuer= und Polizeiwachen, Kranken= und Irrenhäuſer,
Altersheime, Standesämter und Friedhöfe anzulegen.
Alle die kulturellen, ſozialen, wirtſchaftlichen oder
hygie=
niſchen Verwaltungsaufgaben der Kommune münden
irgendwie und irgendwo einmal im Stadtbauamt und
wollen umgeſetzt werden in Architektur. Und zwar bei der
rieſigen Bevölkerungszunahme unſerer Großſtädte nicht
nur einmal. Hoffmann hat in etwa 12 Amtsjahren 40
und noch mehr große Schulen bauen müſſen, jede in einer
anderen Stadtgegend und jede auch im Ausdruck der Lage
entſprechend geſtaltet. Nach Dutzenden mögen die
Feuer=
wachen, die Standesämter, die Badeanſtalten zählen, die
er ſo im Laufe der Jahre errichtet hat. Wie überhaupt
einmal rein äußerlich auf Mark und Kubikmeter hin
be=
betrachtet — für das architektoniſche Oeuvre eines ſolchen
Mannes beinahe alle Vergleichsmöglichkeiten fehlen.
Ge=
wiß, es gab bauluſtige Fürſten, die ein Ergötzen daran
fanden, ſich Schlöſſer und Siedelungen aller Art herrichten
zu laſſen; aber wie viele von ihnen ſind in der Lage
ge=
weſen, Summen aufzubringen, wie ſie Jahr für Jahr
durch das Bauamt einer ſo großen Kommune fließen,
wie wenige nur waren imſtande, Bauwerke in ſo
beträcht=
licher Zahl aus dem Boden ſtampfen zu laſſen, wie der
Bedarf ſie hier verlangt. Man übertreibt nicht, wenn
man in einzelnen der Anlagen, die Hoffmann zu ſchaffen
hatte, geradezu neue Kolonien, Tochterſtädte der alten
Gemeinde, erblickt. In früheren Zeiten wenigſtens wären
das dem Berliner Magiſtrat gehörige Städtchen Buch
oder der Bezirk des Virchow=Krankenhauſes ſo aufgefaßt
worden.
Beide wären ſoziale Kolonien, Gründungen eines
philantropiſch beſorgten Gemeinſinns für die in Not und
Krankheit geratenen Mitbürger. Die Anſtalt, die den
Namen des berühmten Berliner Arztes trägt, hat nur
eine entfernte Aehnlichkeit mit dem, was man ſo unter
einem „Krankenhaus” zu verſtehen pflegt. Keine Spur
mehr von dem Lazarett alten Schlages, wo die Betten wie
in dem Schlafſaal einer Kaſerne neben= und
übereinander=
gereiht ſind. Nirgends mehr die hohen, düſteren Mauern,
zwiſchen denen der Kranke ſich wie in einem Gezängnis
fühlen mußte. Die neue Idee des Pavillonſyſtems, des
Verteilens der einzelnen Abteilungen in kleine, ſchmucke
Häuschen, hat Hoffmann zu nutzen gewußt, um für die
Patienten geradezu eine Gartenſtadt anzulegen.
Verwal=
tungsgebäude, Krankenpavillons, Operationsſäle, Küchen
und Waſchhäuſer, die Apotheke, die Kapelle und das
Kraftwerk mit den dazwiſchen liegenden Hof= und
Garten=
flächen ſind ſo gruppiert, daß das Auge von jedem Punt
aus ein gefälliges Architekturbild genießt. Alle Anforden
rungen, die der Arzt zu ſtellen hatte, ſind erfüllt worden
und darüber hinaus hat der Baumeiſter ſich das Ziel
geſetzt, auch durch ſeine Kunſt etwas beizutragen zu dem=
Wohlbehagen der kranken Menſchen, die hier Geneſung
ſuchen. Wie man Kranken durch frohe Mienen und
legentlich durch muntere Muſik aufzuheitern ſucht, hat
ſie durch gefällige Architekturgruppen erfreuen wollen un
damit eigentlich der Gemeinnützigkeit die in einemſ
chen ſtädtiſchen Inſtitut ausgedrückt iſt, die rechte Glo
gegeben. Nicht anders iſt es mit Buch, dem kleinen
Städt=
chen im Norden Berlins, das der Magiſtrat aufgeka
und allmählich umgebaut hat. Von früher her ſind au
dem alten Gutshof, der zur Sommerreſidenz des O
bürgermeiſters geworden iſt, nur ein paar Bauernha
chen da, in denen die hier ſehr notwendigen Sargmag
zine ſich angeſiedelt haben. Alles andere iſt Hoffman
Werk; die von Rieſenmauern umzogenen Irrenhäuſer, die
Lungenheilſtätte, die wie ein vornehmes Herrenhaus
zwi=
ſchen den Wipfeln eines alten Parks herausblinkt, die
Kraftwerke, Apotheken, Friedhofsanlagen und ſchließlich
jenes ſchönſte Dokument des bürgerlichen Gemeinſinns,
das Alt=Leute=Heim, hergerichtet für jene im
Daſeins=
kampf Entgleiſten, denen die Stadt für den Lebensabend
ein Aſyl bieten möchte. Man nannte derlei Anſtalten
vordem Siechenhäuſer. Ein Name voller Schrecken und
Demütiaungen. Wie das Wort aufgegeben wurde,
ſo hat Stadtbaumeiſter Ludwig Hoffmann nicht weniger
reſolut aufgeräumt mit der architektoniſchen Kargheit, in
die man dieſe Veteranen hineinzwängte. Eine Anzahl
kleiner Häuſer von Grün und Blumen umrahmt, geziert
mit Figuren von Taſchner, umplätſchert von allerlei
luſtigen Springbrunnen, wurde angelegt, als ob durch die
Nummer 177.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Juli 1912.
Seite 3.
den Drähten der elektriſchen Leitung in Berührung, als
egerade ein Wagen der Linie 45 darunter hindurchfuhr. Es
entſtand ſofort Kurzſchluß, und der elektriſche Strom
teilte ſich dem Eiſengerüſt mit, ſo daß es unmöglich war,
dieſes noch weiter feſtzuhalten. Langſam ſenkte ſich das
Gerüſt auf das Dach des Anhängewagens. Die Wucht
des Aufſchlages wurde glücklicherweiſe noch durch die
Drähte der Straßenbahn abgeſchwächt, ſo daß nur das
Dach beſchädigt und zum Teil eingedrückt wurde. Die
Fahrgäſte flohen auf die Straße. Nachdem die elektriſche
Verbindung zwiſchen der Leitung der Straßenbahn und
dem Gerüſt unterbrochen war, wurde letzteres
emporge=
rwunden und die Betriebsſtörung der Straßenbahn nach
neiner halben Stunde beſeitigt. — Ein Statiſtiker, der viel
Zeit hat, hat ſich die Mühe gemacht, feſtzuſtellen, wieviel
Prozent der Großberliner Bevölkerung
Theaterbeſucher ſind. Wie feſtgeſtellt wurde, gibt
des in Großberlin 58000 Theaterplätze. Im Durchſchnitt
werden die Theater täglich von 25000 Perſonen beſucht.
Für den Platz werden 4 Mark bis 4,50 Mark gezahlt.
Be=
rückſichtigt man die Ferien, ſo bleiben für das Jahr etwa
nacht Millionen Beſucher, von denen aber rund 25 Proz.
auf den Fremdenverkehr zu verrechnen ſind. Es
verblei=
ben alſo für die Dreimillionenſtadt 6000000
Theaterbe=
fſucher. Jeder Berliner müßte demnach jährlich zweimal
fins Theater gehen.
Frankfurt, 29. Juli. In der Nacht von Samstag auf
Sonntag um 1 Uhr unternahm der Schriftſetzer Karl
OEmmel mit drei Freunden auf der Nidda eine
Kahn=
ffahrt. Das Boot kippte um und die Inſaſſen fielen ins
Waſſer. Emmel ertrank, während die anderen ſich
eretten konnten.
Fulda, 29. Juli. Der Zigeuner Ernſt Ebender,
öder mit ſeinem Bruder Wilhelm Ebender und noch einem
ganderen Zigeuner wegen Ermordung des Förſters
(Romanus in Fulda ſchon ſeit mehreren Monaten
ſteck=
bbrieflich verfolgt wird, wurde am Samstag nachmittag in
Alshauſen bei Gandersheim in Braunſchweig im
Wirts=
hhaus durch den dortigen Gendarmen verhaftet. Der
Gendarm war von dem bevorſtehenden Beſuche Ebenders
ſin Alshauſen von dritter Seite benachrichtigt worden.
ZZugleich war der Beamte aber auch vor Ebender gewarnt
ſworden, da dieſer einen geladenen Revolver und einen
ſſcharf geſchliffenen Dolch bei ſich trüge. Der Gendarm
be=
ggab ſich in Zivilkleidung und von einigen herzhaften,
ſſtarken Männern begleitet, in die Wirtſchaft, um dort die
Alnkunft Ebenders abzuwarten. Kurze Zeit ſpäter ſtellte
ſſich Ebender auch ein und bot ſeine ſelbſtgefertigten
Blumentiſche zum Kaufe an. Es gelang, den
Nichts=
rahnenden zu überwältigen, zu feſſeln und abzuführen,
vohne daß er nach einer Waffe greifen konnte. Dolch und
ſRevolver wurden bei ihm vorgefunden, ebenſo noch eine
ggroße Zahl von Patronen, die ihm ſofort abgenommen
wwurden. Ebender wurde zunächſt in das
Amtsgerichts=
ggefängnis nach Gandersheim verbracht, wo er die Nacht
tüber verblieb. Am Sonntag erfolgte die Ueberführung
Un das Landgerichtsgefängnis in Fulda, wo Ebender in
Begleitung zweier Gendarmen am Sonntag abend 5 Uhr
ſeintraf. Der Verhaftete leugnet entſchieden, der Mörder
des Förſters Romanus zu ſein. Er ſchiebt die ganze
Schuld auf ſeinen jüngeren Bruder Wilhelm Ebender.
Dieſe Ausſage deckt ſich auch mit der Ausſage, die die
Früher verhafteten Frauen der Ebender und die Mutter
ſoer Ebender gemacht haben.
München, 27. Juli. Zu Ehren des aus allen Gauen
wes Deutſchen Reiches, dann aus Oeſterreich, der Schweiz,
England, Amerika und Braſilien nach München zu dem
won der Gewerbeſchau veranſtalteten Bayern=Tag
ge=
ſommenen bayeriſchen Landsleuten wurde heute in dem
Kieſenſaal des Löwenbräu=Kellers ein Begrüßungs=
Albend abgehalten, den auch Prinz Ludwig von Bayern
wurch ſein perſönliches Erſcheinen auszeichnete. Dem
Prin=
den Ludwig wurde von der faſt tauſendköpfigen
Feſtver=
ſſcammlung eine jubelnde Huldigung bereitet. Im Verlaufe
mes Abends übergaben Burſchen und Mädel aus
Berchtes=
maden dem Prinzen einen großen Alpenroſenkranz. Am
morgigen Sonntag huldigen vor der Reſidenz die
aus=
wärtigen Bayern dem Prinzen Ludwig als dem Stell=
Lwertreter des Regenten.
Karlsruhe, 29. Juli. Dem hieſigen Polizeibericht
zu=
foolge ſind Samstag nachmittag um ½6 Uhr im hieſigen
ſHauptbahnhof zwei Rangierabteilungen zuſammen=
4 eſtoßen. Der Reſerveheizer Bolg wurde dabei
einge=
llemmt und durch ausſtrömenden Dampf tödlich
ver=
letzt während der auf der Maſchine befindliche
Loko=
motivführer Herzog ſich noch im letzten Augenblick durch
Abſpringen retten konnte und nur leichte Brandwunden
an der rechten Hand erlitt.
Köln, 29. Juli. Die Kölniſche Volkszeitung meldet
uus Neuenahr: In dem Befinden des Kardinals Dr.
Fiſcher der ſeit voriger Woche hier im Kloſter
Maria=
hilf zur Erholung weilt, iſt unerwartet eine bedenkliche
Verſchlimmerung eingetreten, ſodaß er auf ſeinen
Wunſch heute früh mit den Sterbeſakramenten verſehen
worden iſt. Ein Karfunkel, der ſich am Kopfe gebildet
hatte, machte einen operativen Eingriff nötig, der geſtern
durch Sanitätsrat Dr. Brohl vorgenommen wurde. Das
vorhandene, wenn auch nicht hohe Fieber läßt bei dem
großen Schwächezuſtand das Schlimmſte befürchten.
Magdeburg, 29. Juli. Geſtern nachmittag lief in der
alten Elbe ein mit vier jungen Leuten beſetztes Boot
gegen ein Drahtſeil eines am Ufer liegenden Schiffes
und ſtürzte um. Die Inſaſſen fielen ins Waſſer. Zwei
Mädchen und ein junger Mann ertranken.
Königswuſterhauſen, 28. Juli. Die beiden polniſchen
Schnitter Miela und Mucha, die auf dem Rittergut Zeeſen
bei Königswuſterhauſen beſchäftigt waren, gerteten aus
geringfügigen Urſachen in Streit, in deſſen Verlauf Mucha
ſeinem Gegner einen wuchtigen Schlag mit einem dicken
Stock über den Kopf verſetzte. Miela ſtürzte
beſinnungs=
los zu Boden, während Mucha ruhig ſein Bett aufſuchte.
Wenige Minuten ſpäter wurde Miela tot
aufgefun=
den. Die Königswuſterhauſener Polizei entſandte einen
Beamten nach dem Tatort, der einen Polizeihund
dorthin mitnahm und den Hund auf die Fährte ſetzte.
Dieſer ſtellte den Mucha, der aber alles ableugnete, bis der
Hund den Stock, mit dem Miela totgeſchlagen war, aus
ſeinem Verſteck aufſtöberte. Es war der Stock des Mucha.
Da erſt legte der Täter ein Geſtändnis ab und wurde in
Haft genommen.
Königsberg i. Pr., 29. Juli. Geſtern abend kurz vor
9 Uhr ſind in der Nähe des Bahnhofes Metgethen die
Züge Nr. 205 und 206, beides Metgethener Ausflugszüge,
aber nicht ſtark beſetzt, zuſammengeſtoßen. Beide
Lokomotiven und ſieben Wagen wurden ſtark beſchädigt.
Ein Schaffner erlitt einen Beinbruch, eine Frau einen
Nervenchok. Beide wurden nach Königsberg gebracht.
Stubbenkammer auf Rügen, 28. Juli. Nach einer
Meldung der Voſſiſchen Zeitung iſt der Mörder des
Paſtors Vermehren und deſſen Gattin, die vor drei
Jahren ermordet und beraubt aufgefunden wurden, aller
Wahrſcheinlichkeit nach in der Perſon eines
herunterge=
kommenen Schlächters feſtgenommen worden. Die
Uhr mit dem eingravierten Namen „Vermehren” iſt bei
ihm gefunden worden.
Wien, 28. Juli. Oberleutnant Blaſchke der
be=
kannte Offizierflieger, der während der Wiener
Flug=
woche einen Höhenrekord mit einem Paſſagier
aufge=
ſtellt hat, hat ſeit langer Zeit den Wunſch, mit ſeiner
Braut, Fräulein v. Cſakay, unter deren Namen er den
Flug Berlin=Wien mitmachte, ſich zu verehelichen, doch
fehlte ihm hierzu die nötige Heiratskaution. Blaſchke
hat nun um ein Jahr Urlaub nachgeſucht. Vor einigen
Tagen war er beim Kaiſer in Audienz. Der Kaiſer
frage ihn: „Es iſt Ihr Wunſch zu heiraten?” Blaſchke
erwiderte darauf, daß das allerdings ſein ſehnlichſter
Wunſch ſei, daß es aber nicht möglich wäre. Der
Kai=
ſer erwiderte, er werde dafür ſorgen, daß es möglich
werden würde. Nun hat Blaſchke aus der
Militärkabi=
nettskanzlei die Mitteilung erhalten, daß der Kaiſer die
Heiratskaution für ihn erlegt hat.
Mailand, 27. Juli. Jeder Italienreiſende pflegt die
unangenehme Erfahrung zu machen, daß in dem ſchönen
Lande, wo man die Sprache Dantes ſpricht, ſehr viel
falſches Geld im Umlauf iſt. Er lächelt darüber,
wenn er unter den Kupſermünzen argentiſche oder
grie=
chiſche Zehnzenteſimi=Stücke findet, ärgert ſich ein wenig,
wenn ihm eine Lira aus dem Jahre 1862, die ihren
Münzwert verloren hat, in die Hände geſpielt wird, zieht
wohl die Stirne in ernſtere Falten, wenn ihm ein
päpſt=
licher oder bourboniſcher Scudo, der außer Kurs iſt,
an=
gehängt wird, beginnt aber erſt dann in nicht gerade
freundlichen Ausdrücken über das italieniſche Papiergeld
koszuziehen, wenn er mit einem falſchen Fünfziglice=
Schein betrogen wurde. Eine amtliche Statiſtik
des italieniſchen Schatzminiſteriums für das Jahr 1911
berichtet, daß in ganz Italien 6274 Staats= und
Bank=
noten und Silber= Nickel= und Bronze=Münzen im
Be=
trage von 603 438 Lire von den Behörden als verdächtig
beſchlagnahmt wurden. Die Prüfung dieſer Geldſorten
ergab, daß der Verdacht für 31800 Lire Staatsnoten
und 199 300 Lire Banknoten und für 400000 Lire
Hart=
geld begründet war. Für die ſchlechte Ausführung der
italieniſchen Scheine zu 5, 10 und 25 Lire und der Noten
der „Banca d’Italia” bekanntlich der größten Zettelbank
Italiens, iſt es bezeichnend, daß die meiſten Fälſchungen
eben dieſe Geldſcheine betrafen, während die Noten des
„Banco di Napoli” nur in verſchwindend kleinem Maße
gefälſcht wurden und für jene des „Banco di Sicilia‟
nicht ein einziger Fälſchungsfall aufzuweiſen war. Die
Fälſchungen wurden, ſoweit die Nachforſchungen der
Be=
hörden zur Entdeckung der Fälſcher führten, in zwei
Banknotenfabriken und acht Werkſtätten für die
Erzeu=
gung von falſchen Münzen betrieben. 288 Perſonen
wur=
den als verdächtig verhaftet, von denen 198 zu
Gefäng=
nisſtrafen von einem Monat bis zu neun Jahren
ver=
urteilt wurden. 90 mußten wegen mangelnder
Be=
weiſe freigelaſſen werden. Mit Genugtuung ſtellt der
Be=
richt des Schatzminiſteriums feſt, daß der Geſamtbetrag
der Münz= und Papiergeld=Fälſchungen im Vergleich mit
früheren Jahren in ſteter Abnahme begriffen ſei.
Der Fremde, der es ſich zum Grundſatz macht, in Italien
mit einem Kreditbriefe einer einheimiſchen Bank zu
reiſen und größere Banknoten nur von den
Zahlungs=
ſtellen in den bedeutendern italieniſchen Städten in
Empfang zu nehmen, wird gegen unangenehme
Ueber=
raſchungen gefeit ſein und gleichzeitig der Gefahr
ent=
gehen, daß ihm ſein ganzes Reiſegeld von
Taſchendie=
ben geſtohlen wird. Seine Erinnerungen an Italien
werden dann nicht durch unangenehme Zwiſchenfälle, wie
ſie die Entdeckung einer falſchen Hundertlire=Note oder
einer leeren Bruſttaſche darſtellen, getrübt ſein.
Brüſſel, 27. Juli. Auf dem Bahnhof Brügge
ſtieß ein von Brüſſel nach Blankenberghe gehender Zug
auf leere Waggons. Sechs Perſonen wurden bei dem
Zuſammenſtoß verletzt. Einer der Verletzten iſt aus
Aachen.
Paris, 29. Juli. Im Hafen von Bordeaux wurde
geſtern abend ein mit ſechs Perſonen beſetztes Boot von
einem Raddampfer angerannt und in den Grund
gebohrt. Fünf der Bootsinſaſſen ertranken.
London, 29. Juli. Die Direktion der weltbekannten
Schiffswerft von Harland u. Wolff in
Bel=
faſt, eine der größten im Vereinigten Königreich,
er=
läßt eine Bekanntmachung, worin es heißt, daß das Werk
durch das rigoroſe und rückſichtsloſe Vorgehen der
ſtrei=
kenden Arbeiter gezwungen worden ſei, mehrere
Betriebe ſtillzulegen. Die Fortdauer dieſes
Zuſtandes mache es jetzt nötig, weitere Betriebe zu
ſchlie=
ßen, und es ſei wahrſcheinlich, daß das ganze
Unterneh=
men zum Stillſtand kommen werde.
London, 28. Juli. Die Kriminalpolizei
ver=
haftete geſtern den bekannten Boxer Kid Mac Coy,
den früheren Leichtgewichts=Champion, der im
Ver=
dacht ſteht, an dem Diebſtahl der Juwelen einer
Prinzeſſin von Thurn und Taxis in Oſtende
beteiligt geweſen zu ſein. Er verlangte gegen Stellung
einer Kaution in Freiheit geſetzt zu werden, doch wurde
dies abgelehnt.
Quebek, 29. Juli. Der Dampfer „Empreß of
Britain” der Canadian Pacific=Bahn ſtieß in der
Nähe von Kap Magdalen, drei Meilen von Quebek
ent=
fernt, auf der Reiſe nach Liverpool am Samstag abend
mit dem engliſchen Kohlendampfer „Helvetia” im
Nebel zuſammen. Die „Helvetia” ſank. Die
Mann=
ſchaft wurde gerettet. Die „Empreß of Britain” kehrte
unter eigenem Dampf beſchädigt nach Quebek zurück.
Newyork, 28, Juli. Der Oberſt Rogwette,
einer der Helden aus dem Burenkriege, iſt geſtern
mor=
gen in ſeiner Wohnung ermordet aufgefunden
wor=
den. Es handelt ſich um einen Raubmord, denn alles
Geld und ſämtliche Wertgegenſtände, die ſich in der
Wohnung befanden, ſind geraubt worden.
Kanton (Ohio), 28. Juli. Der
Fallſchirmkünſt=
ler Flick fiel aus einer Höhe von 1000 Fuß, nachdem ein
Seil des Trapezes am Fallſchirm geriſſen war, ab. Flick
war ſofort tot.
8. Deutſches Sängerbundesfeſt.
— Nürnberg, 27. Juli. Die feſtlichen
Veranſtal=
tungen des 8. Deutſchen Sängerbundesfeſtes
nahmen heute mit dem Einzug der deutſchen
Sängerſchaft in Nürnbergs Mauern ihren
An=
fang. Die alte Stadt iſt wundervoll geſchmückt. Von
Haus zu Haus ziehen ſich friſche grüne Girlanden, und
überall wehen die Fahnen von Häuſern und Türmen in
den Reichs= und bayeriſchen Landesfarben. Auch die
Zollernburg, die ſtaatlichen und die ſtädtiſchen Gebäude
und die Kirchen, vor allem die alte Sebalduskirche, in der
die Meiſterſinger im Mittelalter ihre Zuſammenkünfte
abhielten, zeigen feſtlichen Schmuck. Ganze Straßenzüge
ſind von der Nürnberger Künſtlerſchaft einheitlich
deko=
riert worden. Beſonders groß iſt die Zahl der individuell
herausgeputzten Häuſer in der Hauptſtraße der Stadt,
der Karolinenſtraße.
Ein ungeheuerer Verkehr herrſcht ſeit den frühen
Morgenſtunden in den Straßen der Stadt. Sind doch
Leunſt wett gemacht werden ſollte, was das Leben dieſem
Armen ſchuldig geblieben iſt.
Solch ſoziales Verſtändnis, das bei Hoffmann immer
wieder ſpürbar wird, iſt gewiß keine der ſchlechteſten
Eigenſchaften für einen modernen Stadtbaumeiſter.
Viel=
leicht iſt er ohne das garnicht denkbar. Hoffmann fehlt es
aber auch nicht an dem künſtleriſchen Verſtändnis, das
tüelen ebenſowenig entbehrlich erſcheint. Gewiß, ein
Mann in ſolcher Amtsſtellung und vor ſo unzählig vielen
Lufgaben kann kaum einmal ein künſtleriſcher
Experimen=
intor großen Stiles ſein. Man verlangt von ihm
Sicher=
keeit des Inſtinktes, vorbildliche Reife, erleſenen Geſchmack.
Hoffmann iſt — darüber beſteht kaum ein Zweifel — wohl
deer geſchmackvollſte Baumeiſter unſerer Tage, In allen
feinen Kulturen weiß er Beſcheid und das Feinſte verſteht
er mit nie verſagendem Gefühl in ſeinen Bauten wieder
lebendig zu machen. Steckt nicht in dem mit unendlicher
Welikateſſe geformten Märkiſchen Muſeum der ganze
Cha=
rakter der Mark, ſoweit er irgendwie Kunſt geworden!
Iſt ſein neues Rathaus nicht ähnlich den Schöpfungen der
früheren Berliner Baumeiſter, der Knobelsdorff, Gontard,
Laanghans, Schinkel, durchglutet von der Sehnſucht nach
dem klaſſiſchen Wohllaut italieniſcher Architekturen! Und
dieſen erleſenen Geſchmack, dieſe um höchſte Harmonie
beſorgte Regiekunſt hat er noch bei der kleinſten Aufgabe
bewährt. Irgendwo zwiſchen ſchaurigen Mietskaſernen,
droben in dem entlegenſten Proletariernorden, ſteht eine
kleeine Feuerwache oder ſonſt ein Stückchen Architektur, das
die Sinne wie eine famoſe Tafelüberraſchung genießen.
So war es eine Selbſtverſtändlichkeit, daß man bei
dem plötzlichen Tod Alfred Meſſels ihn, den
Ver=
trauten, den Freund des genialen Künſtlers, das
noch nicht einmal fundamentierte deutſche Muſeum weiter
bauen ließ. Wer hätte beſſer das Vermächtnis des großen
Architekten (deſſen ſogenannte Schüler ſich mit jedem neuen
Bau ohnmächtiger erweiſen) verwalten können! Und
dieſe Rieſenaufgabe nimmt ein Mann auf ſich an der
Sichwelle des 60. Lebensjahres, nimmt ſie zu den
gigan=
ſiſchen Anforderungen, die ohnehin an den Berliner
Stadt=
bammeiſter geſtellt werden.
Feuilleton.
* Ueber den Umfang des Schundliteratur=Verkaufs
veröffentlicht Profeſſor Dr. Karl Brunner=Berlin
einen Aufſatz in der Köln. Zeitung, in dem es heißt:
Durch eine Reihe von Blättern geht in den letzten Wochen
eine vom Zeitungsverlag übernommene Mitteilung über
den Rückgang des Schundliteratur=Verkaufs. Mit
er=
ſtaunlicher Sicherheit wird hier von Rieſenſummen des
Umſatzes geſprochen, die den Kenner der Verhältniſſe
ſelt=
ſam berühren müſſen. Als der Kampf gegen die
Schunk=
literatur im Jahre 1908 mit großer Lebhaftigkeit einſetzte,
tauchte mit einem Male die Behauptung auf, das
deut=
ſche Volk gebe für dieſe Art von Geiſtesnahrung jährlich
nicht weniger als 50 Millionen Mark aus. Weder die
Quelle dieſer Angabe, noch die ſtatiſtiſchen Grundlagen,
auf denen ſie beruhte, wurde mitgeteilt. Einige Zeit
ſpäter ging die Notiz durch die Preſſe, der Umſatz an
Schundliteratur ſei auf 60 Millionen Mark geſtiegen.
Wieder konnte niemand prüfen, woraus dieſe
ungeheu=
ren Zahlen ſich ergeben hätten. Und nun kommt die
Mel=
dung vom Rückgang des Schundliteraturverkauf;s auf
rund 55 Millionen Mark im Jahr 1909/10, im folgenden
Jahre um weitere 10 Millionen. Wie ſteht es nun mit
den wirklichen Zahlenverhältniſſen? Nach Angabe
desBuch=
händler=Börſenblattes beläuft ſich der Geſamtumſatz aller
in den Handel kommenden Druckſchriften in Deutſchland
zurzeit auf etwa 180 Millionen Mark im Jahre. Davon
kommen, wie glaubwürdig von berufener Seite
mitge=
teilt wird, auf die Gattung, die man mit „
Schundlitera=
tur” bezeichnet, etwa 1,5—2 Millionen Mark. Aus
den Kreiſen der Schundliteratur=Verleger ſelbſt ſtammt
eine Erklärung, die vor etwa zwei Jahren den Umſatz
auf höchſtens 5—6 Millionen Mark bezifferte. Das iſt
etwa der zehnte oder gar nur der dreißigſte Teil jener
Rieſenſumme. Bei näherem Zuſehen ſind auch das noch
recht unheimliche Zahlen; insbeſondere iſt dabei zu
be=
rückſichtigen, daß die Hefte durchweg 10 und 20 Pfg.
koſten, daß ſomit eine gewaltige Zahl von Abnehmern
auch bei nur wenigen Millionen Mark in Betracht kommt.
Der Umſatz von beiſpielsweiſe 20 Millionen Zehnpfennig=
Heften oder gar von 50 bis 60 Millionen im Jahr, iſt ſo
gewaltig, daß eine Bewegung zur Eindämmung dieſer
Hochflut von ſchädlichem Leſeſtoff gar nicht nachdrücklich
und tiefgreifend genug geführt werden kann. Somit
recht=
fertigt ſich der Kampf, der ſeit einigen Jahren entbrannt
iſt, vollauf, auch angeſichts einer 10= oder gar 30fach
ver=
ringerten Umſatzſumme der Schundliteratur.
* Der verräteriſche Farbenanſtrich oder der Ehemann
auf Abwegen. Ein Eiferſuchtsdrama, wie es wohl nicht
alle Tage vorkommen dürfte, hat ſich in Berlin auf der
Frankfurter Allee abgeſpielt. Die in der Weberſtraße
wohnende Verkäuferin Z. hatte abends auf einem
Spa=
ziergang die Bekanntſchaft eines Herrn gemacht. Der
letztere, der Fabrikant G., iſt verheiratet, doch war er
Strohwitwer und geriet auf Abwege. So beſtellte er ſich
Fräulein Z., eine hübſche Blondine, zu einem
Rendez=
vous. Das Rendezvous kam auch zuſtande und die beiden
Leute fuhren nach dem Müggelſee hinaus. Abends
ſuch=
ten ſie dann ein Gartenlokal auf, und da ihnen die vielen
Menſchen im Garten „läſtig” wurden, zogen ſie ſich etwas
zurück und ließen ſich auf einer Ruhebank, die durch ein
Seil abgeſperrt war, nieder. Hätte das Pärchen geahnt,
aus welchem Anlaß das Seil um die Bank herumgezogen
war, es hätte ſich ſicher nicht dorthin geſetzt. Auch die
ſchadenfrohen Blicke ſo manches Ausflüglers auf der
Rückfahrt beachteten die Beiden nicht in ihrem Glück. Die
Ehefrau des G. kehrte wieder heim. Die Begrüßung war
äußerſt herzlich. Kaum hatte ſich die Gattin wieder
hei=
miſch gefühlt, ſo ging es wieder an die Arbeit. Da
er=
ſchien ſie plötzlich mit dem Beinkleid und dem Jackett
ihres Mannes vor dieſem und deutet, bedenklich mit dem
Kopfe ſchüttelnd, auf große braune Farbenflecke, die ſich
auf dem Rücken des Jacketts und auf einer gewiſſen Stelle
des Hoſenbodens befanden. Vergeblich ſuchte die geſtrenge
Herrin über die Herkunft dieſer Kleckſe etwas zu erfahren.
G. ſann und grübelte, doch vergeblich. Die
Kleidungs=
ſtücke wanderten gleich zur Reinigungsanſtalt. Frau G.
brachte ſie ſelbſt hin. Soeben wollte ſie den Laden
wie=
der verlaſſen, als ein hübſches junges Mädchen eintrat,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Juli 1912.
Nummer 177.
nicht weniger als 40000 Sänger mit Frauen und
Kin=
dern, ſowie Verwandten und Freunden aus dem ganzen
Reiche und aus dem Auslande eingetroffen. Für den
großen Feſtzug ſind nunmehr 28000 Teilnehmer mit
über 1500 Fahnen angemeldet.
Um halb 9 Uhr begann in der Städtiſchen Feſthalle
die Begrüßungsfeier des 8. Deutſchen Sänger=
Bundesfeſtes. Nach dem „Einzug der Gäſte” aus
Tann=
häuſer begannen zunächſt die muſikaliſchen Vorträge.
Hierauf nahm als Vertreter des Nürnberger Sänger=
Ausſchuſſes Schulrat Reiß (Nürnberg) das Wort, der
die Sangesbrüder aus Nord und Oſt, aus Süd und Weſt
willkommen hieß. Darauf entbot Oberbürgermeiſter
Ritter v. Schuh den Sängern den Willkommengruß.
Es folgte noch eine Reihe von muſikaliſchen Darbietungen.
Den Schluß machten Szenen aus der „Walküre” die das
verſtärkte Philharmoniſche Orcheſter zum Vortrag brachte.
An die offizielle Begrüßungsfeier ſchloß ſich eine große
Fidelitas auf dem Feſtplatze. Es herrſchte bis in die
ſpäten Nachtſtunden ein überaus lebhaftes und
frohbe=
wegtes Treiben, da die Nürnberger Polizei für alle
Ver=
anſtaltungen des Sängerfeſtes die Polizeiſtunde
aufge=
hoben hat.
* Nürnberg, 28. Juli. Heute vormittag um 10
Uhr fand, wie ſchon gemeldet, in Anweſenheit des
Her=
zogs von Sachſen=Koburg=Gotha, in deſſen Reſidenz vor
50 Jahren der Deutſche Sängerbund gegründet worden
iſt, und des Prinzen Alfons von Bayern als des
Ver=
treters des Prinzregenten eine Gedenkfeier an die
vor 50 Jahren erfolgte Gründung des Deutſchen
Sänger=
bundes ſtatt, die einen impoſanten Verlauf nahm. Der
Feſtzug geſtaltete ſich zu einem wirklichen
Triumph=
zug des deutſchen Liedes durch die prächtig geſchmückten
Straßen Nürnbergs, die von Hunderttauſenden dicht
um=
ſäumt waren. Aus allen Fenſtern bis in die oberſten
Dachluken jauchzten frohe Menſchen unermüdlich und
war=
fen Blumenſträuße und Bonbons den Sängern zu, die
durch kurze Serenaden, meiſt durch den melodiöſen
deut=
ſchen Sängergruß dankten. Etwa drei Stunden dauerte
der Vorbeizug der Sänger, und dies bei einer
Siede=
hitze von 30 Grad im Schatten. Prinz Alfons von Bayern
nahm den Vorbeimarſch des Zuges vom Balkon des
Grand Hotels, der Herzog von Sachſen=Koburg=Gotha
von dem alten Patrizierhaus Leykauff aus ab Neben
der Sebalduskirche ließ ſich Hans Sachs, umgeben von
den Größen ſeiner Zeit, huldigen. Im Feſtzug waren
von erſten Künſtlern reizvolle Koſtümgruppen geſchaffen
worden, die in der reſtloſen Erſchöpfung der Idee:
Ver=
körperung der verſchiedenen Gattungen des derßſchen
Liedes, allgemein Bewunderung fanden. Am ſtärkſten
waren die Badener, Bayern, Böhmen, Oeſterreicher,
Sachſen, zum Teil mit reizvollen Emblemen, Schleſier
und Schwaben (aus Bayern und Württemberg)
ver=
treten. Lebhaftes Intereſſe fanden die ausländiſchen
Vereine aus Amerika, Rußland, Rumänien uſw. Abends
fand bei ausverkauftem Haus in der Rieſen=Feſthalle der
erſte Sängerkommers ſtatt, der in der Hauptſache
von den ausländiſchen Vereinen beſtritten wurde.
um einen Rock ſowie eine Bluſe, die merkwürdigerweiſe
die gleichen braunen Auszeichnungen enthielten, zum
Reinigen abzuliefern. Da wurde Frau G. ſtutzig. Auf
der Straße erkundigte ſie ſich teilnahmsvoll nach der
Her=
kunft des braunen Anſtrichs, und ahnungslos erzählte
Fräulein Z. das ganze Liebesabenteuer. Auf Wunſch
der Begleiterin beſchrieb ſie auch den Geliebten eingehend.
Da erhob Frau G. plötzlich ihren Schirm und hieb
er=
barmungslos auf das junge Mädchen ein. Die
Mißhan=
delte, die aufſchrie, glaubte es mit einer Irrſinnigen zu
tun zu haben, doch als die Angreiferin rief: „Elende, Sie
haben meinen Mann verführt!” ging ihr ein Licht auf.
Die Szene, die ſich dann in der Wohnung des Ehepaares
abſpielte, wollen wir lieber nicht näher beſchreiben. Nicht
allein die Z. mußte wegen der ihr zugefügten
Mißhand=
lungen ärztliche Hilfe in Anſpruch nehmen, ſondern auch
der ungetreue Ehemann.
* Ein Froſch der Frau King. Eine richtige
Hunds=
tagsgeſchichte erzählt der New=York Herald: Frau King
von Deanwood in den Vereinigten Staaten hat faſt ein
Jahr lang einen lebendigen Froſch in ihrem
Magen getragen und mit ſchönem Eſſen groß gefüttert.
Im Auguſt des vorigen Jahres ſchwamm die King eines
Tages, nichts Böſes ahnend in einem Fluſſe, als ihr
plötzlich mit einem Schluck Waſſer ein Fröſchlein in den
Magen geriet. Zuerſt machte ſie ſich darum nicht viel
Sorge; bekümmert wurde ſie erſt, als der Froſch im
Magen immer größer wurde und, wahrſcheinlich von
lenzlichem Liebesdrang beſeelt, Anſtalten traf, aus
ſei=
nem dunklen Gefängnis ans Licht der Sonne zu
ge=
langen. Er pochte energiſch an die Magenwände der
Frau King und ſuchte den kürzeſten Weg nach der
Speiſe=
röhre; dieſes Gebaren verurſachte ſeiner Gaſtgeberin
heftige Schmerzen, die die Aerzte auf eine
Magenver=
ſtimmung zurückführten. Frau King magerte inzwiſchen
ſichtlich ab. Vor zwei Monaten erklärte ſie, daß der
Froſch zu quaken beginne. Die Aerzte ſchüttelten un=
gläubig lächelnd den Kopf; da jedoch die Patientin zu
einem Skelett abgemagert war, ſchickten ſie ſie vor
eini=
gen Tagen in ein Krankenhaus. Sie wurde behorcht,
und die Krankenhausärzte ſtellten in der Tat feſt, daß
der Froſch quakend ſeine Freiheit heiſche. Man
be=
ſchloß, das Tier mittels einer Pumpe aufzuſaugen, und
die Operation gelang vollſtändig, wenigſtens für Frau
King, während der in ein Gefäß mit Waſſer beförderte
Froſch ſchon nach zehn Minuten aus dem Leben ſchied.
Das Uebermaß des Glückes hat ihn getötet, und er hat
ſich der heiß erſehnten Freiheit nicht lange erfreuen
kön=
nen. Zur ewigen Erinnerung wird er aber in Spiritus
aufbewahrt; er iſt, genau gemeſſen, 17 Zentimeter lang.
— Das alles verſichert das genannte Blatt unter heiligen
Schwüren; wenn wir aber nicht irren, ſind wir dem
Froſch der Frau King auch ſchon in früheren heißen
Som=
mern begegnet.
* Verminderung der Pariſer Spatzen. Seit einigen
Jahren wird in Paris eine Verminderung der
Vogelwelt und beſonders der Sperlinge beobachtet,
die von den Gelehrten als eine Folge des zunehmenden
Automobilverkehrs betrachtet wird. Der
Sper=
ling iſt nämlich ein Paraſit des Pferdes und iſt darauf
angewieſen, deſſen Kot zu durchſtöbern. Die Spuren,
die das Automobil in den Straßen zurückläßt, bieten dem
Sperling nichts und verletzen ſein Geruchsorgan.
* Ein Café, das während 150 Jahre nicht eine
ein=
zige Stunde geſchloſſen war! Im Jahre 1762, alſo vor
150 Jahren, wurde zu Venedig am Markusplatz das
große Café Florian eröffnet, und ſeit dieſer Zeit,
wäh=
rend der ganzen 150 Jahre iſt das Café nicht eine
ein=
zige Stunde geſchloſſen geweſen. Es hat ſtets den Gäſten
offen geſtanden, gleichgültig, zu welcher Zeit des Tages
oder der Nacht ſie auch erſcheinen mochten. Es iſt das
ſicherlich ein Rekord eigener Art, der ſo leicht nicht
gebro=
chen werden dürfte.
Das Münzkabinett des Großherzoglichen
Landesmuſeums.
Das Münzkabinett des Großh. Muſeums verdankt
ſeine Begründung wie die übrigen Teile der Sammlungen
dem hohen Kunſtſinn des Großherzogs Ludewig I. Einen
anſehnlichen Zuwachs erfuhr auch dieſer Zweig der
Samm=
lungen durch die Einverleibung des vordem in Köln
be=
findlichen Kabinetts des Baron von Hübſch, das dem
Großherzog im Jahre 1805 durch Erbſchaft zugefallen
war. Auch durch Ankäufe iſt die Münzſammlung
fortge=
ſetzt erweitert worden; beiſpielsweiſe wurden allein in
den Jahren 1810 bis 1812 für den Ankauf von Münzen
1126 Gulden 34 Kreuzer, eine für die damalige Zeit ſehr
erhebliche Summe, verausgabt, ebenſo im Jahre 1840 für
den Ankauf der von Hoftaxator Neuſtadt im Laufe von
30 Jahren zuſammengebrachten Sammlung heſſiſcher
Mün=
zen 2000 Gulden. Der damalige Hof= und
Kabinettsbiblio=
thekar Dr. Walther, der den Altertumsſammlungen des
Muſeums verſtändnisvolles Intereſſe widmete, ließ
das=
ſelbe auch dem Münzkabinett angedeihen. Von Walthers
Hand rühren die bis in die 40er Jahre des vorigen
Jahr=
hunderts fortgeſetzten Anfänge eines Katalogs her von ihm
waren die früher in Schaukaſten aufgelegten Stücke
ge=
ordnet und erläutert worden. Als das ſeit 635 Jahren
ausgeübte heſſiſche Münzrecht aufgegeben, die Darmſtädter
Münze nach 310jähriger Tätigkeit 1882 geſchloſſen wurde,
gingen die vom Münzamt zuſammengebrachte
Münzſamm=
lung, ſowie 358 Münz= und Medaillenſtempel von teilweiſe
hohem künſtleriſchem Werte an das Muſeum über.
Profeſſor Dr. Julius Scriba in Tokio überwies dem
Muſeum ſeiner Vaterſtadt eine von ihm mit erheblichen
Opfern an Zeit und Geld zuſammengebrachte umfangreiche
Sammlung japaniſcher, chineſiſcher und koreaniſcher
Mün=
zen als Geſchenk.
Einen Zuwachs von faſt unſchätzbarem Wert erhielt
die Sammlung jedoch dadurch, daß Frau Prinzeſſin von
Battenberg, in Uebereinſtimmung mit ihren Kindern, die
von ihrem Gemahl, dem Prinzen Alexander von Heſſen
in langjähriger Sammeltätigkeit zuſammengebrachte
Sammlung heſſiſcher Münzen und Medaillen in
Ausfüh=
rung eines letztwilligen Wunſches dem Lande zum
Ge=
ſchenk gemacht hatte.
Richard Freiherr von Hilgers hatte ſich in den 90er
Jahren in dankenswerter Weiſe der Aufgabe unterzogen,
die Beſtände des Großh. Muſeums an antiken Münzen
neu zu ordnen und zu katalogiſieren. Leider war dabei
unterlaſſen worden, die zahlreich vorhandenen
Nachbil=
dungen und Fälſchungen griechiſcher und römiſcher
Mün=
zen auszuſcheiden. Dieſe Scheidung mußte vorgenommen
werden; da ferner die vielen neuerworbenen Stücke
ein=
zureihen waren und der Umzug vielerlei Verwirrung
an=
gerichtet hatte, wurde eine vollſtändige Durcharbeitung
nötig.
Das „heſſiſche Münzkabinett” war durch den
zwei=
maligen Umzug ebenfalls in Unordnung geraten, die
zahl=
reichen Stempelverſchiedenheiten mußten zuverläſſig
ge=
ordnet, die vorhandenen Beſtände des Großh. Muſeums
eingereiht werden. Kurz, auch hier mußte jedes einzelne
Stück mit dem Katalog verglichen und zur richtigen Stelle
gebracht werden.
Bei den Münzen und Medaillen des Mittelalters und
der Neuzeit, die von Grund aus neu zu ordnen und zu
beſtimmen waren, ergab ſich ein ganz auffallender Mangel
an Kleinmünzen. Wenn auch durch Ankauf der an
Klein=
münzen etwa 10000 Stück enthaltenden Kichlerſchen
Samm=
lung dieſem Mangel etwas abgeholfen wurde, ſo fehlt es
an geſchloſſenen Reihen doch noch faſt überall.
Die Schränke 1 bis 6 des nunmehr dem Beſuche
zu=
gänglich gewordenen Münzkabinetts enthalten die
Mün=
zen und Medaillen von Heſſen vor der Teilung, von
Heſſen=Kaſſel, Heſſen=Darmſtadt, Heſſen=Homburg, Hanau=
Münzenberg und Hanau=Lichtenberg, einſchließlich aller
Seitenlinien. Bei Heſſen=Darmſtadt ſind die Reihen bis
auf die neueſte Zeit fortgeführt, während ſie bei den
wei=
ter aufgeführten Fürſtenhäuſern mit dem Erlöſchen
der=
ſelben ihren naturgemäßen Abſchluß finden.
Aus der großen Zahl (weit über 4000) der
ausge=
ſtellten heſſiſchen Münzen und Medaillen ſoll nur auf ganz
Weniges beſonders hingewieſen werden. In Schrank 1
findet ſich in der 3. Reihe eine gemeinſame kleine
Denk=
münze des Herzogs Boguslaw X. von Pommern und
des Landgrafen Wilhelm I. von Heſſen vom Jahre 1492
Eine Seltenheit erſten Ranges iſt auch der Taler des
Landgrafen Philipp II. zu Heſſen=Rheinfels. Er iſt alter
Muſeumsbeſitz und man kennt nur dieſes eine Stück.
Von den Münzen und Medaillen Philipps des
Groß=
mütigen laſſen erſtere in künſtleriſcher Beziehung vieles,
letztere ſo ziemlich alles zu wünſchen übrig, und doch iſt
es von hohem Reiz, zu beobachten, wie Familienzüge ſich
durch die lange Reihe heſſiſcher Fürſten, insbeſondere der
Darmſtädter Linie, fortgepflanzt haben.
Von den ſogenannten Gnadenmedaillen, die zu
Ehren=
geſchenken an verdiente Perſonen verwendet wurden, zeigt
Schrank 1 zwei beachtenswerte Stücke, die geſchnittene
ovale Goldmedaille Wilhelms V. (1627—1637) und die in
Gold geſchnittene, emaillierte und mit edlen Steinen
be=
ſetzte Medaille ſeiner Gemahlin Amalie Eliſabeth. Unter
der großen Menge der Münzen Wilhelms V. lenkt ein
Stück mit dem Gegenſtempel des Zaren Alexis
Michaelo=
witſch von Rußland die Aufmerkſamkeit auf ſich. Die
Kriege gegen Joh. Caſimir von Polen erforderten große
Summen, Einrichtungen zur Talerprägung beſtanden aber
in Rußland noch nicht. So entſchloß man ſich, die bei
den Zollämtern eingehenden ausländiſchen Taler mit dem
Kopekenſtempel (reitender Zar mit geſenkter Lanze) und
der eingeſchlagenen Jahreszahl 1655 zu überprägen und
dann als Rubel auszugeben. Von dem prachtliebenden
Landgrafen Friedrich I. von Heſſen=Kaſſel, der durch ſeine
zweite Vermählung mit Ulrike Eleonore von Schweden
neben ſeiner heimiſchen Landgrafſchaft noch den
ſchwedi=
ſchen Königsthron erworben hatte, ſind zahlreiche
Me=
daillen ausgegangen.
Unter den Nachfolgern Friedrichs II. iſt wohl noch
manches ſchöne Prägeſtück entſtanden, ſo die prächtige große
Silbermedaille (Schrank 3, Reihe 5). Der ſeit 1789 in
Frankreich wütenden Revolution wegen wurde Landgraf
Wilhelm IX. (ſpäter Kurfürſt Wilhelm I) beauftragt, zum
Schutze der 1790 in Frankfurt a. M. ſtattfindenden Wahl
und Krönung des Kaiſers Leopold II. ſeine heſſiſchen
Truppen bei Bergen in einem Lager zuſammenzuziehen.
Nach der Krönung beehrten der Kaiſer und ſeine Familie
den Landgrafen mit ihrem Beſuch. Dieſe Vorgänge ſind
in der von Holtzemer in Hanau gravierten großen
Me=
daille in künſtleriſcher Weiſe feſtgelegt worden.
Von Georg I., dem Begründer des heſſen=
darmſtädti=
ſchen Hauſes ſind keine Porträtmünzen bekannt. Unſere
Sammlung beſitzt von dem überaus ſeltenen Reichstaler
Georgs I. drei Stücke, und als Unikum den Abſchlag des
Groſchenſtempels auf einer Talerplatte (Schrank 3, unten).
Der gegoſſene ſilberne Gnadenpfennig des zweiten
Landgrafen Ludwigs V. erſcheint beſonderer Beachtung
wert, da er wohl die älteſte Münze iſt, die das Bild eines
Fürſten des heſſen=darmſtädtiſchen Hauſes trägt.
Auf=
fällig groß iſt auch die Zahl der Gepräge, die Ludwigs V.
jüngſter Sohn Friedrich, der als Kardinal=Biſchof von
Breslau verſtarb, ausgehen ließ.
Von Georg II. (1626—1661) ſind eine ganze Anzahl
höchſt charakteriſtiſcher Porträtmedaillen in Geſtalt
gol=
dener und ſilberner Gnadenpfennige vorhanden (Schrank 4,
oben), ebenſo von Ludwig VI. (1661—1678)
Gnaden=
pfennige und Schauſtücke, zu denen — ſoweit ſie geprägt
und nicht gegoſſen ſind — ſich die Stempel in der heſſiſchen
Münze erhalten und in der Sammlung der Münzſtempel
(in dem kleinen Nebenraum) Aufſtellung gefunden haben,
Unter Ludwig VI. iſt auch die große ſilberne Gußmedaille
auf die 1664 erfolgte Grundſteinlegung des
Glockenſpiel=
baues im Darmſtädter Reſidenzſchloß entſtanden.
Unter des prunkliebenden Ernſt Ludwig mehr als 60 Regierung ſind eine gänze Anzahl ſchöner
Me=
daillen entſtanden. Während ſich dabei dieſer Fürſt auf
wichtige oder bemerkenswerte Vurkommniſſe beſchränkte,
mußte bei ſeinem nicht minder prunkliebenden Sohne
Lud=
wig VIII. ſo ziemlich jedmöglicher Umſtand den Vorwand
zu einer Medaillenprägung geben. Zum Andenken an die
Zuſammenkunft des Landgrafen mit Kaiſer Franz I. und
dem römiſchen König Joſeph II. im Walde bei
Heuſen=
ſtamm, wobei der Kaiſer den Landgrafen „ſeinen beſten
Freund” genannt haben ſoll, ließ der Landgraf zwei
Me=
daillen prägen. Die große Prachtmedaille iſt nur in ganz
wenigen Exemplaren, die kleinere Medaille eigentlich
überhaupt nicht ausgeprägt worden, weil die Stempel
ſchon bei den Probeabdrücken zerſprangen. Dazu kommen
die durch des Landgrafen nicht minder koſtſpielige
Jagd=
leidenſchaft veranlaßten Jagdmedaillen (Schrank 5), in
lebensvoller Auffaſſung und Darſtellung des Wildes mit
das Beſte, was auf dieſem Felde je geleiſtet wurde. Unſeren
Sammlung zeigt nahezu 300 Medaillenabſchläge aus
Lud=
wigs VIII. Regierungszeit.
Von Ludwig IX., dem in Pirmaſens reſidierenden
Soldatenfreund, dem Gemahl der „großenLandgräfin”, ſind
ſo gut wie keine Medaillen vorhanden. Von Landgraf
Lud=
wig X., dem nachmaligen Großherzog Ludewig I., dem
eigentlichen Begründer des heutigen Staates Heſſen=
Darm=
ſtadt, ſieht man die von der Landesjudenſchaft zu ſeinem
Regierungsantritt wie zu ſeiner Vermählung geſtifteten
Medaillen ausgeſtellt, ferner die ſchöne Medaille auf dier
Erbauung der Freimaurerloge zu Darmſtadt und die
Me=
daillen zur Feier ſeiner goldenen Hochzeit.
Die Zeiten glänzender numismatiſcher Betätigung
hatten einſtweilen für Heſſen ihren Abſchluß gefunden um
erſt jetzt, faſt ein Jahrhundert ſpäter, unter des
kunſt=
ſinnigen und kunſtverſtändigen Großherzogs Ernſt
Lud=
wig Schutz neue Belebung und Förderung zu erfahren.
Der in Schrank 5 den Beſchluß bildenden Medaillen
auf den Prinzen Alexander von Heſſen, den hohen Stifter
des heſſiſchen Münzkabinetts, und der in Schrank 6 den
Anfang bildenden vollſtändigen Folge der Münzen und
Medaillen ſeines großen Sohnes, des einſtmaligen Fürſten
Alexander von Bulgarien, ſei noch beſonders gedacht.
Schrank 7 bringt die Münzen und Medaillen der für
Heſſen in Betracht kommenden geiſtlichen Fürſten: Mainzg=
Worms, Fulda, Lorſch, Hersfeld, Arnſtadt, Fritzlar und
Eſchwege ſowie der Städte Mainz und Worms.
Schrank 8 enthält die Münzen und Medaillen der
fürſtlichen und gräflichen Häuſer von Erbach, Iſenburg
und Solms, von Friedberg, Münzenberg und Ziegenhain,
Es folgen die Münzen heſſiſcher Städte, darunter eine
in=
tereſſante Suite von Medaillen auf die Landesuniverſität
Gießen und ihre Jubiläen.
In Schrank 9 ſetzt ſich die Reihe der heſſiſchen
Städte=
münzen fort. Sie ſchließt mit einer vollſtändigen
Samm=
lung der Marken der ehemaligen freien Reichsſtadt
Wimpfen. Die Medaillen auf heſſiſche Privatperſonen
bil=
den den Beſchluß des heſſiſchen Münzkabinetts.
Angefügt iſt endlich noch eine Zuſammenſtellung der
vor Einführung der Reichswährung in Deutſchland
um=
laufenden deutſchen und außerdeutſchen Münzforten.
(Schluß folgt.)
Einſturz der Seebrücke bei Binz.
* Binz (Rügen), 28. Juli. Beim Anlegen eines
Ver=
gnügungsdampfers an der Binzer Seebrücke brach
das Geländer des Steges. Fünfzig bis ſechzig
Perſonen ſtürzten in die Oſtſee. Durch das Eingreifen der
Mannſchaften der dritten Diviſion des zweiten
Hochſee=
geſchwaders, welches vor Binz ankerte, ſind faſt alle ges
rettet worden. Fünf Perſonen ſind wahrſcheinlich e
trunken.
* Binz, 28. Juli. Das Unglück iſt geſchehen
abends 7 Uhr der Dampfer „Kronprinz Wilhelm” anlegen
wollte. Ueber 200 Perſonen warteten am Anlegeſteg. Ehe
der Dampfer anlegte, brach der Steg. Ueber 60 Perſonen
ſtürzten in die Oſtſee. Ein auf der Brücke befinde
licher Seeoffizier gab ſofort den Schiffen „Preußen
„Heſſen”, „Pommern” und „Schleſien” Notſignale.
Matroſen eilten ſofort herbei. Beſonders die Mannſchaft
der „Pommern” rettete viele. Die Zahl der Toten iſt noch
nicht feſtgeſtellt. Viele der Verunglückten waren
wußtlos.
Das Einſtürzen der Landungsbrücke
auf den großen Verkehr anläßlich der Anweſenſih
der Kriegsſchiffe zurückgeführt. Die ſechshundert Me
lange Brücke gilt als Lieblingsaufenthalt der Badegäſſe=
Die ungeheure Verwirrung, die infolge der Kataſtrophe
zunächſt eintrat, läßt ſich ſchwer beſchreiben. Im Waſſer
trieben vor Schreck halb wahnſinnige Leute und
klammer=
ten ſich an Trümmer der Brücke an. Am Lande drängte
die Menge mit wilden Schreien nach dem
ſtehengebliebe=
nen Teil der Brücke. Es ſah einige Minuten aus, als
ob der Tod vieler Perſonen im Waſſer gewiß ſei. Im
Augenblick der höchſten Gefahr erſchienen die Matroſen des
Flaggſchiffs „Preußen” von der dritten Diviſion des in
Binz vor Anker liegenden Hochſeegeſchwaders mit Booten
zur Hilfeleiſtung.
* Binz auf Rügen, 29. Juli. Die Seebrücke war
geſtern von über 1000 Perſonen beſetzt, welche den
Damp=
fer erwarteten. Das Geländer zerbrach. Ueber 100
Per=
ſonen ſtürzten in die See. Sie wurden
größten=
teils gerettet. Bis heute früh ſind 14 Leichen geborgen
worden, zumeiſt Kurgäſte.
* Binz auf Rügen, 29. Juli. Das Unglück iſt
größer als zuerſt angenommen wurde. Bis heuterfrüh
Nummer 177.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Juli 1912.
Seite 5.
um 7 Uhr ſind 14 Leichen geborgen, Männer, Frauen
und Kinder. Die Namen konnten noch nicht feſtgeſtellt
werden, da es ſich größtenteils um Ausflügler handelt, die
am Vormittag in Binz zu dem Pferderennen eingetroffen
waren. Die meiſten ſind vermutlich Kurgäſte aus Sellin,
Göhren, Thieſſow und Greifswald. Der durchgebrochene
Dampferſteg befindet ſich am äußerſten Oſtende der Prinz
Heinrichbrücke und iſt ungefähr 10 Meter lang und 2,50
Meter breit. Die Brücke ſelbſt war von über 1000
Per=
ſonen beſetzt, die Bruchſtelle von etwa 200, von denen im
Augenblick des Zuſammenbruchs etwa die Hälfte in die
See ſtürzten.
* Binz, 29. Juli. Marineboote und
Tau=
cher ſuchen die Unfallſtelle und die Umgebung ab. Von
den Geretteten ſind mehrere verletzt, die in Hotels,
Pen=
ſionen und bei Badeärzten untergebracht ſind, da ein
Krankenhaus nicht vorhanden iſt.
HB. Binz (Rügen), 29. Juli. Bis heute mittag
waren 21 Leichen geländet, die noch nicht ſämtlich
rekognosziert ſind, da es ſich zum größten Teile um
Ausflügler handelt, die am Vormittag in Binz zu dem
Pferderennen eingetroffen waren. Es wird befürchtet,
daß noch mehr Leichen zwiſchen den Balken und
Trüm=
mern im Waſſer liegen.
* Greifswald 29. Juli. Nach der von der Firma
Heinrich Sputh=Greifswald gegebenen Darſtellung iſt die
von ihr im Jahre 1905 erbaute Binzer Brücke durch
Eistreiben im vergangenen Winter beſchädigt worden.
Eine Abnahme der Reparaturarbeiten durch die
Waſſer=
bauinſpektion, die geſetzlich nicht vorgeſchrieben iſt, hat
nicht ſtattgefunden. Durch die Nordſtürme der letzten
Tage iſt die Brücke vermutlich ſchadhaft geworden. Einige
Bolzen haben ſich wahrſcheinlich gelöſt, ſodaß der dem
Anſchein nach in Frage kommende Mittelbalken nur an
einem Bolzen gehangen haben kann. Infolge des
geſt=
rigen großen Andranges dürfte der Bolzen nachgegeben
haben, wodurch das Unglück herbeigeführt wurde.
* Greifswald, 29. Juli. Ein Augenzeuge des
Binzer Unglücks, der Direktor der
Landwirtſchaft=
llichen Schule in Eldera, Dr. Koch, erzählt: Ich war auf
idem Dampfer „Kronprinz Wilhelm”. Als der Dampfer
an der Brücke anlegte, begrüßte ich einige Bekannte.
Plötz=
llich hörte man einen furchtbaren Krach. Man ſah große
Holzſplitter und zahlreiche Menſchen im Waſſer. Im
rnächſten Augenblick waren alle verfügbaren
Rettungsmit=
ttel von den Mannſchaften und dem Publikum
herange=
lbracht. Wegen der großen Zahl der ins Waſſer Gefallenen
rreichten die Stangen und Haken nicht aus, ſo daß viele
ider im Waſſer Treibenden mit der Hand herausgezogen
twerden mußten. Die Verunglückten klammerten ſich in
Todesangſt aneinander und wurden dadurch in die Tiefe
ggezogen. Ich ſah, wie eine Frau an der Hand
emporge=
izogen wurde, dann aber ins Waſſer zurückfiel.
Vermut=
llich hatte ein Herzſchlag ihrem Leben ein Ende gemacht.
OEin junger Mann aus Greifswald rettete mehrere
Per=
vonen. Viele Menſchen ſtanden dabei, ohne helfen zu
kön=
mmen. Alles war vollgepfropft mit Leuten, beſonders auf
ddem unteren Teil der Brücke. Bisher war es üblich, daß
mman das Publikum beim Anlegen des Dampfers auf dem
wberen Teil warten ließ. Vermutlich trug man geſtern
dem ſtarken Verkehr Rechnung und gab auch den unteren
Teil der Brücke frei. Die direkte Urſache des Unglücks
mag geweſen ſein, daß der mittlere Balken zwiſchen den
beiden Stützen durchbrach.
Nach Meldung des hieſigen Kreisblattes befindet ſich
uinter den bei der Landungsbrücke bei Binz ertrunkenen
Perſonen auch der Polizeibeamte Paeper, der das
Ein=
lind Ausſteigen überwachte. Eine Mutter, die ihren
ein=
zigen 16jährigen Sohn verlor, wurde wahnſinnig. Von
den geretteten Perſonen trugen viele ſchwere Verletzungen
vavon. Die Badeverwaltung vermutet, daß alle Leichen
geborgen ſind. Sämtliche Ertrunkene ſind in die Leichen=
Halle gebracht worden. Der Unfall dürfte nach Anſicht der
Badeverwaltung auf den Bruch eines Balkens
zurückzu=
führen ſein, der vor ſechs Wochen von einer Greifswalder
FFirma neu eingeſetzt war. Gerichtliche Unterſuchung iſt
eingeleitet.
Sport.
(*) Gießen, 28. Juli. Die 16. Gießener
Ruder=Regatta, zugleich 6. Regatta des Lahn=
Regatta=Verbandes fand heute bei ſehr ſtarker
Be=
neiligung der Vereine und äußerſt zahlreichem Beſuch der
Sportfreunde auf der Lahn ſtatt. Geſtern abend und heute
vormittag waren bereits die Vorrennen abgehalten
wor=
den. Es beteiligten ſich 20 Vereine mit 55 Booten und 255
Ruderern. Als Ehrengäſte waren die Spitzen der
Be=
görden erſchienen, darunter Univerſitätsrektor Profeſſor
Dr. König, Provinzialdirektor Dr. Uſinger,
Landgerichts=
vräſident Dr. Güngerich, Oberbürgermeiſter Mecum,
Re=
gierungsrat Dr. Merck u. a.
— 30. Mittelrheiniſches Kreisturnfeſt. Aus
Ulſchaffenburg, der Stadt des 30. Mittelrh. Kreisturnfeſtes,
deas in den Tagen vom 3. bis 6. Auguſt dort ſtattfindet,
wird uns geſchrieben, daß alles gerüſtet iſt, ein ſchönes,
acht turneriſches Feſt zu feiern. Auf dem linken Mainufer
erhebt ſich in der Mitte des großen, geräumigen Feſtplatzes
eine feſtſtehende Halle von ſchönen, architektoniſchen
For=
men, die wohl während der Feſttage ein buntes, bewegtes
Treiben ſehen wird. Ein großer Feſtzug, in dem alle
Ver=
eine, Innungen und Korporationen Aſchaffenburgs
ver=
ureten ſein werden, wird ſich am Sonntag durch die
Feſt=
ſtadt bewegen, und Feſtwagen, koſtümierte Gruppen ꝛc.
werden demſelben ein buntes, abwechslungsreiches Bild
geben. So gehen alſo unſere mittelrheiniſchen Turner
fröhlichen Tagen entgegen und es iſt dem Feſte wohl in
allen Teilen ein gutes Gelingen zu wünſchen.
Luftfahrt.
— Berlin, 29. Juli. Der Militärflieger Sergeant
Lachmann, der am Donnerstag abſtürzte, iſt
ge=
ſt orben.
Unwetter.
* Lübeck, 28. Juli. Heute nachmittag 5 Uhr
ging über die Stadt und deren Umgebung ein Gewitter
nieder, verbunden mit einem ſchweren Hagelwetter,
wobei Eisſtücke bis zu der Größe von Taubeneiern mit
einem Gewicht bis zu 15 Gramm auf die Erde
nieder=
praſſelten. Viele Menſchen und Pferde, ſowie das Vieh
auf der Weide wurden verletzt, Tauſende von
Fenſter=
ſcheiben ſind zertrümmert. In den Gärten und Feldern
wurden große Verwüſtungen angerichtet, namentlich das
Obſt iſt ſchwer beſchädigt. Das Unwetter dauerte fünfzehn
Minuten.
* Jena, 28. Juli. Ueber Stadt und Umgegend ging
heute abend ein ſchweres Unwetter mit wolkenbruch=
artigem Regen und Hagelſchlag von halbſtündiger Dauer
nieder. Viele Straßen ſind überſchwemmt. Der Schaden
in Gärten und Feldern iſt bedeutend.
Literariſches.
— Schreibers kleine Atlanten aus den
Gebie=
ten der Naturwiſſenſchaft, mit zahlreichen, prächtigen,
farbigen Abbildungen und erklärendem Text: Säugetiere,
2 Hefte à 50 Pfg. Einheimiſche Vögel, 2 Hefte à 60 Pfg.
Inſekten, 2 Hefte à 50 Pfg. Schmetterlinge und
Raupen, 2 Hefte à 60 Pfg. Pilze, 1 Heft 50 Pfg.
Heilpflanzen, 1 Heft 60 Pfg. Mineralien, 2 Hefte
à 75 Pfg. Jedes Heft iſt einzeln käuflich. Verlag von
J. F. Schreiber, Eßlingen a. N. und München. Der
Verlag J. F. Schreiber in Eßlingen iſt zu bekannt, als
daß ſeine naturwiſſenſchaftlichen Publikationen überhaupt
noch einer Empfehlung bedürften, doch in dieſen „kleinen
Atlanten” die ſich im Vohrjahre ſchon mit den Heften
über „Schmetterlinge” und „Pilze” aufs beſte eingeführt
haben, hat er ſich noch ſelbſt übertroffen. Die ſchmucken,
ſorgfältig bis zum Schlagwortregiſter bearbeiteten
Heft=
chen bieten mit ihren gegen 1000 Abbildungen auf 149
Farbendrucktafeln zu einem Pfennigpreis eine
unüber=
troffene naturwiſſenſchaftliche Sammlung für jeden
Natur=
freund, für jedes Haus, ein unerreichtes
Anſchauungs=
material, das vor allem auch unſeren Schülern von
un=
geheurem Nutzen ſein wird. Für den Naturfreund und
unſere Schuljugend läßt ſich keine beſſere Gabe denken.
* Neu erſchienene Broſchüren: Die Geſetze
gegen die Verunſtaltung von Stadt und Land. Eine
kri=
tiſche Betrachtung von Dr. Hans Lieske. Druck von
Her=
mann Klokow, Berlin S. 14. — Vorgarten= und Balkon=
Ausſchmückung von Arthur Glogau, Stadtobergärtner in
Hannover. Mit 23 in den Text gedruckten Abbildungen
und einer farbigen Umſchlag=Zeichnung. Verlag Adolf
Sponholtz, G., m. b. H., Hannover. — Chroniſch kalte
Füße, Weſen, Wirkung, Verhütung und Heilung. Von
Dr. Orlob und Dr. Walſer (0,30 Mk.). VI. Aufl. Hofverlag
von Edmund Demme, Leipzig. — Das Bismarck=National=
Denkmal. Eine Erörterung des Wettbewerbes. Von
Max Deſſoir und Hermann Mutheſius. Mit aktenmäßigen
Anlagen. 1. bis 7. Tauſend. Verlegt bei Eugen
Diede=
richs=Jena. — Unſere engliſchen Vettern und wir! Von
Alexander Burger. Leipzig 1912. Verlag von Gracklauer
(Richard Goldacker). — Holland deutſcher Bundesſtaat?
Eine mögliche techniſche Eroberung von Kgl.
Regierungs=
baumeiſter und Dipl.=Ing. Edm. Groh, Zittau i. S.
Bro=
ſchiert 1 Mk. Verlag Eckſtein und Engel, Berlin W. 62.
Entwurf eines Vertrages zwecks Gründung einer
Ge=
ſellſchaft mit beſchränkter Haftung. Nach den Bedürfniſſen
des praktiſchen Lebens bearbeitet von Max Luſtig,
kauf=
männiſcher Sachverſtändiger. Kaufmänn.=juriſt. Verlag
G. m. b. H., Mainz. Druck von E. Herzog, Mainz.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* München, 29. Juli. Geſtern ereigneten ſich in den
Bergen mehrere Unglücksfälle. Am Hohen Göll
ſtürzte der Touriſt Theunenkauf=Dresden ab Er wurde
ſchwer verletzt. Am Hochſtaufen fiel ein Dipl.=Ingenieur
des Saalach=Kraftwerkes 300 Meter tief in den Abgrund.
Er war ſofort tot. Oberlehrer Dr. Wiesling
verun=
glückte bei der Beſteigung der Roten Wand tödlich.
* Weimar, 29. Juli. Anläßlich der Geburt des
Prinzen erließ der Großherzog von Sachſen eine
umfaſſende Amneſtie.
* Luxemburg, 29. Juli. Im Großherzogtum
fanden heute zwei Kammererſatzwahlen infolge
des Ablebens der bisherigen Vertreter ſtatt. Im
Kan=
ton Dikirch wurde an Stelle des bisherigen
konſerva=
tiven Deputierten Reding der katholiſchen Kandidat
Kauf=
mann Hanſen mit 864 Stimmen gewählt gegen 583
bezw. 210 Stimmen, die auf den liberalen bezw
liberal=
ſozialiſtiſchen Bewerber entfielen. Im Kanron Eſch ergab
die Erſatzwahl noch kein definitives Ergebnis. Der
bis=
herige Vertreter war der ſozialiſtiſche Deputierte
Braſ=
ſeur. Heute erhielt der vom liberal=ſozialiſtiſchen Block
aufgeſtellte Arzt Dr. Bleſch 1920, der altliberal=
konſerva=
tive Notar Thigers 1772 und der ſozialiſtiſche Kandidat
208 Stimmen. Die engere Wahl zwiſchen den beiden
erſten findet am nächſten Montag ſtatt.
* Brüſſel, 29. Juli. Das internationale
Kolonialinſtitut iſt zu einer dreitägigen Sitzung
zuſammengetreten. Der belgiſche Kolonialminiſter Renkin
begrüßte das Inſtitut und führte u. a. aus, die belgiſche
Regierung bemühe ſich, in der Kongokolonie die Rechte
der Eingeborenen möglichſt zu wahren und ihnen die
wirtſchaftliche Entfaltung zu verleichtern. Anſchließend
hieran verteidigte der Miniſter mit Wärme die belgiſche
Bodenpolitik in der Kolonie. Belgien habe den ernſten
Willen, ſich der koloniſatoriſchen Aufgabe gewachſen zu
zeigen.
* Quebec, 29. Juli. Der bei dem
Zuſammen=
ſtoß mit der „Helvetia” beſchädigte Dampfer
„Empreß of Britain” übergab ſeine 200 Paſſagiere
an den Dampfer „Pretorian” der Allan=Linie.
* Maſſaua, 29. Juli. Geſtern bombardierten
2 italieniſche Kriegsſchiffe das feindliche
Lager und die um dasſelbe liegenden befeſtigten
Schan=
zen nördlich von Hodeida. Die am nördlichſten gele= Schanze wurde zerſtört, die mittlere Schanze i
Brand geſchoſſen. Die dort lagernden
Munitionsvor=
räte explodierten. Das feindliche Lager wurde mit gut
gezielten Schüſſen aus einer Entfernung bis zu 8000
Meter aufs wirkſamſte beſchoſſen. Ein Schuß verurſachte
die Exploſion eines anderen Pulverlagers. In der
Stadt ſelbſt und im Petroleumlager wurde kein Schaden
angerichtet.
* Tokio, 29. Juli. Das Bulletin über das
Befinden des Kaiſers um 10 Uhr nachts lautet:
Temperatur 39,9, Puls zuweilen ausſetzend, Atmung 45,
ſehr unregelmäßig, allgemeine Lähmungserſcheinungen.
Das Kabinett iſt neben dem Sterbezimmer verſammelt.
* Kanton, 29. Juli. Der
Generalgouver=
neur richtete an Juanſchikai ein Telegramm, in dem
er ſich gegen die auswärtige Anleihe wegen der
ſtrengen Bedingungen der internationalen Gruppe
aus=
ſpricht. Er rät dem Präſidenten, die Unterſtützung der
Provinzen zu ſuchen, um die auswärtige Anleihe zu
ver=
eiteln und erklärte ſich bereit, ihm 100000 Doll. nach
Peking zu ſenden.
H. B. Halle a S., 29. Juli. Die japaniſche
Regierung gab bekanntlich einer Anzahl von
Waffen=
fabriken in Suhl in Thüringen die Lieferung von
Ge=
wehren und Handfeuerwaffen in Auftrag. Da der
Auf=
trag an ſich nur gering war und die Lieferung
ſoge=
nannter Reparatur=Maſchinen zur ausdrücklichen
Bedin=
guna gemacht wurde, vermutete man hinter dem Auftrag
eine wirtſchaftliche Spionage und ein Teil der Fabriken
lehnte deshalb den japaniſchen Auftrag ſofort ab.
— Remagen, 29. Juli. Zwei Kinder eines
Godesberger Sanitätsrats, die am Rheinufer ſpielten,
wurden durch ſtarke durch einen Dampfer verurſachte
Wellen fortgeriſſen und ertranken. Ebenſo das
Dienſtmädchen, das die Kinder retten wollte.
H. B. Wien, 29. Juli. Heute mittag iſt auf einem
Neubau in der Währingerſtraße das Treppenhaus
eingeſtürzt. Zahlreiche Arbeiter wurden unter den
Trümmern begraben Polizei und Feuerwehr iſt mit den
Rettungsarbeiten beſchäftigt. Bisher wurden 12
Schwer=
verletzte, darunter 3 tödlich, aus dem Schutthaufen
her=
vorgezogen. Wieviele Verunglückte ſich noch unter den
Trümmern befinden, iſt noch nicht bekannt.
H. B. Paris, 29. Juli. Geſtern nachmittag 2,30 Uhr
ereignete ſich ein ſchwerer Unfall auf der erſt am
1. Mai dieſes Jahres eröffneten Lokalbahnlinie von
Morlaix nach Primel und Tregaſtel. Der Bahnkörper
war ſo ſchlecht gebaut, daß er ſich, vielleicht auch unter
dem Einfluß der letzten ſtarken Regengüſſe ſenkte.
In=
folgedeſſen entgleiſte ein dicht beſetzter Vergnügungszug
nahe bei der Station Ploujean. Mehrere Wagen
ſtürz=
ten um, aus deren Trümmern man ſpäter die zum Teil
ſchrecklich verſtümmelten Leichen dreier Perſonen im
Alter von 16 bis 61 Jahren holte. Außerdem erlitten
15 Perſonen zum Teil ſchwere Verletzungen, ſodaß ſich
die Totenliſte noch vergrößern dürfte.
H. B. Tanger, 29. Juli. Zu der Ermordung
eines Deutſchen wird noch gemeldet: Wie es heißt.
iſt in der Umgebung von Marrakeſch ein Deutſcher namens
Wolfgang Opitz, ein Angeſtellter der Gebrüder
Man=
nesmann, unter bisher unbekannten Umſtänden
ver=
ſchwunden, die jedoch darauf hindeuten, daß er einem
Verbrechen ſeitens aufgeregter Eingeborener zum Opfer
gefallen iſt. Am Samstag nachmittag hatte der Vermißte
die Unvorſichtigkeit begangen, die Stadt ohne jede
Be=
gleitung zu verlaſſen. Er wollte einen Ritt mit einem
Mauleſel in die Umgebung von Marrakeſch unternehmen
und gegen Abend zurückgekehrt ſein. Seitdem iſt er
ver=
ſchwunden. Alle Bemühungen, ihn aufzufinden, ſind bis
jetzt ergebnislos geblieben. Man glaubt, daß er von
Straßenräubern überfallen und ermordet worden iſt, die
es auf den Mauleſel und die Wertſachen abgeſehen hatten.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Oſten und Südweſten des Feſtlandes liegt ein
hoher Druck, während nordweſtlich von Irland eine ſtarke
Depreſſion liegt. In Deutſchland wehen daher vielfach
friſche Südweſtwinde bei mäßig hohen Temperaturen.
Niederſchläge ſind vielfach gefallen. Im Bereiche des
Hochs dürfte allmählich Aufheiterung eintreten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 30. Juli:
Wechſelnd bewölkt, ohne erhebliche Niederſchläge;
Tem=
peratur wenig verändert.
Kochen Sie
Mondamin-Fruchtflammeris
von friſchen Früchten!
Sie haben darin alle guten Eigenſchaften
des friſchen Obſtes.
Um einen natürlichen Fruchtflammeri
zu erhalten, ſchmore man die friſchen Früchte
und koche den Saft mit genügend Mondamin
zu einem leichten Flammeri!
Sie können ſich auf die Güte des friſchen
Fruchtſaftes verlaſſen, und das friſche Aroma
(VI15855
wird Sie erfreuen.
Ausführliche Rezepte gratis und franko vom
Mon=
damin=Kontor, Berlin C2. Verlangen Sie das B=Büchlein.
Aus dem Geſchäftsleben.
Ein ſehr wichtiges Kapitel für ſparſam wirtſchaftende
Hausfrauen iſt die Abendkoſt. Wieviel wertvoller und
billiger wäre es, regelmäßig des Abends eine der
40 Knorr=Suppen zu kochen, um eine kräftige,
be=
kömmliche und wohlſchmeckende Abendmahlzeit zu geben,
die auch gut ſättigt. Schon die gebotene große
Ab=
wechslung läßt den Abendtiſch einer Familie, die Knorr=
Suppen kocht, viel reicher erſcheinen.
Familiennachrichten.
ESESHESEnsgunsO
Statt Karten!
Die glückliche Geburt eines geſunden
Mädels zeigen hocherfreut an
(*2248
Lion Sternfels
und Frau Erna, geb. Berliner.
Darmſtadt, Viktoriaſtr. 52, den 27. Juli 1912.
OgaESEShSpögE
Todes=Anzeige.
Heute morgen verſchied mit Geduld ertragenem
Leiden unſere liebe Mutter, Großmutter und
(16169
Tante
Frau
Anna Dunstädter
geb. Schaller.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 28. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
4 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Juli 1912.
Nummer 177.
Heute mittag 12 Uhr entſchlief ſanft nach
langem Leiden meine innigſtgeliebte Gattin
Frau
Katharma Reinhart
geborene Best
im Alter von 59 Jahren.
(*2276
Der trauernde Gatte:
Georg Reinhart.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Auf Wunſch der Verſtorbenen findet die
Feuer=
beſtattung in aller Stille ſtatt.
Kondolenzbeſuche und Blumenſpenden dankend
verbeten.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben Gatten, unſeren guten Vater
Herrn
Heinrich Lochhaas
Eisenbahn-Assistent i. P.
nach kurzem, ſchwerem Leiden im Alter von
67 Jahren unerwartet zu ſich zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Luise Lochhaas u. Kinder.
Darmſtadt, den 28. Juli 1912.
Gutenbergſtr. 23, III.
(16127
Auf Wunſch des Verſtorbenen findet die
Be=
erdigung in aller Stille ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme=
bei dem Hinſcheiden meiner innigſtgeliebten Gattin,
unſerer lieben, treubeſorgten Mutter (16135
Frau Anna Einmermann
geb. Ruppel
ſagen wir Allen unſeren aufrichtigſten Dank.
Insbeſondere danken wir den Barmherzigen
Schweſtern für die liebevolle Pflege, dem Herrn
Pfarrer Kleberger für die troſtreiche Grabrede,
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Cl. Zimmermann u. Kinder.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Statt Karten.
Todes=Anzeige.
Schmerzerfüllt teilen wir allen Freunden
und Bekannten mit, daß heute morgen 3½ Uhr
nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden mein lieber Gatte, unſer guter Vater,
Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr
Restadratchf Kart Zubert
im Alter von 46 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten:
die tieſtrauernden Hinterbliebenen
i. d. N.:
Eliſabeth Hubert, geb. Schäfer,
Willy Hubert, Aenne Hubert,
Wilhelm Jung.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, 31. Juli,
vormittags 10 Uhr, vom Portale des ſtädt.
(16158
Friedhofes aus.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe, treubeſorgte Mutter, Tochter,
Schweſter, Tante und Schwägerin (*2257
Frau Sophie Sohn
geb. Kohler
nach langem Leiden im 30. Lebensjahre geſtern
Nacht zu ſich zu nehmen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Kohler.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittag
4 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Tageskalender.
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Vortrag von Leutnant a. D. von Herff um 8½ Uhr
Waldſtraße 18.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — Hugenſchütz’
Felſen=
keller um 8 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Ubr. —
Rummel=
bräu um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 31. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Wilh. Val.
Neu=
bauer (Große Ochſengaſſe 16) um 10 Uhr auf dem
Orts=
gericht I.
Hofreite=Verſteig erung des Friedrich Ballé und
Jakob Mohr (Dieburgerſtraße 96) um 10 Uhr auf dem
Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Fleiſchmann,
ſämt=
lich in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil
be=
ſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
Tag=
blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
Heſſenbrau
wird aus erſtklaſſigen Rohmaterialien
nach eigener Nethode hergeſtellt: hierauf
beruht der reine Geſchmack, die gute Dualität
und die Wohlbekömmlichkeit dieſes Bieres.
Wichtig für die Einmachzeit.
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Kurſe vom 29. Juli 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,30
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
80,00
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
.89,90
3½ do. Conſols
79,90
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,20
93,20
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
88,10
do.
3½
77,60
3.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,90
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
do.
88,30
3½
3
77,60
do.
80,00
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,20 Transportanſtalten.
31
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 100,50
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,90
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,40
4 do. einheitl. Rente 87,50
3 Portug. unif. Serie I 64,30
3 do. unif. Ser. III 67,10 Divid. Aktien.
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,40
4 do. v. 1890 . . 95,90
4 do. v. 1905 . . 92,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,20
4 do. v. 1902 . . . . 90,60
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
3½ Schweden
94,00
4 Serbier amort. v. 1895 84,60 10 Cement Heidelberg . . 151,50
4 Tärk. Admin. v. 1903 82,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,25
44 Ungar. Goldrente . . . 90,60
2 20. San
InProz.
Zf.
.101,00
5 Argentinier
4
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 90,30
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
do.
4½
4½ Japaner . .
94,50
5 Innere Mexikaner . . . 94,80
3.
do.
60,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,30
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,70
3 Buenos Aires Provinz 70½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 142,90
5 Nordd. Lloyd . . . . . 122,25
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,00
Aktien ausländiſcher
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,30
8 Baltimore und Ohio . 107,80
6½ Schantungbahn . . . 129,50
6½ Luxemb. Prince Henri 158,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18½
4 do. Goldrente . . . 95,906 Pennſylvania R. R. . 122,40
Letzte Induſtrie=
4 Brauerei Werger 73,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.522,00
Fabrik
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 650,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 348,50
30 Chem. Werke Albert 463,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 324,80
§8004 4 Lahmeyer . . . . . . .126,10
Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 159,90
12 Siemens & Halske . 240,00
5 Bergmann Electr. . . 140,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 170,00
0 Gummi Peter . . . . 122,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 125,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 555,50
10 Maſchinenf. Badenia 170,00
6 Wittener Stahlröhren 224,90
8 Steana Romana Petr. 140,80
15 Zellſtoff Waldhof . . 244,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
. . 227,00
häuſel. .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,00
3 Südd. Immobilien
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 189,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt..
.234,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 175,00
10 Gelſenkirchener . . . . 191½
8 Harpener . . .
.190,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263,70
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
82,00
4 Laurahütte . . . . . . 172,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 202,50
11
7½ South Weſt Africa 141,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,70
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,30
5 Oeſterr. Staatsbahn . 104,00
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,20
79,00
do.
3
A
5 Oeſterr. Südh. 4
In Proi.
Zf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,50
do.
53,40
26
77,10
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,00
4 Ruſſ. Südweſt.
87,75
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,70
do.
4 Wladichawchas
88,90
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,60
do.
90,00
2½ Livorneſer .
68,90
3 Salonique=Monaſtir
4 Bagdadbahn . .
83,70
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 96,80
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,40
4 Northern=Paciſic . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 95,00
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,75
5 Tehuantepec . . . . . . 98,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . 197,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
. 150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,00
6½ Darmſtädter Bank . 121,20
12½ Deutſche Bank . . . 253½
6 Deutſche Vereinsbank . 123,40
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,60
10 Diskonto=Kommandit 186,60
8½ Dresdener Bank . . 153½
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,40
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,10
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 135,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,80
½ Wiener Bankverein . 134,50
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S
B. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
88,00
8½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,00
do.
89,00
8½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 99,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—28 . .
99,75
Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,00
S. 8—5.
88,80
S. 9—11
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pt. 99,90
do.
9½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . 4 99,40
8½ do.
88,70
4 Frankfurt
100,20
8½ do.
95,80
4 Gießen .
-
8½ do.
90,10
4 Heidelberg
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Nummer 177.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Juli 1912.
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
N6 50.
Dienstag, 30. Zu.
1912.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 12. Juli 1912.
(1564a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 29. Juli bis 3. Auguſt 1912.
Dauer der
Die Abſperrung
Datum
Abſperrung
Truppenteil
Tag
erſtreckt ſich
von bis
29. Juli Montag
1200 M.
30. Juli 1 Dienstag
8o0 B. 120 M.
31. Juli
Mittwoch
00 V. 1200 M
Ueber das ganze
Feldartillerie
1. Aug. Donnerstag
00 V. 1200 M.
Abſperr=Gelände
2. Aug. Freitag
1200
3. Aug. 1 Samstag
800 V. 20 N
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Truppenteilen des
IXVIII. Armeekorps am 30. Juli, 1., 2., 5., 6., 8., 9., 12., 13. Auguſt 1912
von 7 Uhr vormitage bie 7 Uhr abends Schießen mit ſharfer Munitan auf dem
Schießplatz bei Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
. Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wirdwährend des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909).
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(13886a
Großh. Miniſterium des Innern hat dem Münſterbauverein zu Ueberlingen in
Baden die Erlaubnis erteilt, 10 000 Loſe einer im November 1912 auszuſpielenden
Geld=
lotterie zu Gunſten der Wiederherſtellung des St. Nicolausmünſters zu Ueberlingen
innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben. Nach dem von der zuſtändigen
Be=
hörde genehmigten Verloſungsplan dürfen 135000 Loſe à 3 Mk. ausgegeben werden.
Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene
Loſe gelangen. Während der Zeit des Vertriebs der Loſe zur I. Klaſſe einer Königl.
Preußiſchen Klaſſenlotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen
nicht geſtattet.
(16147
enter ee er hre eretet euntete
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
tlicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ffinden ſich: 1 Pinſcher. 1 ſchottiſcher Schäferhund, 1 Pinſcher, 1
Dober=
imann (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei
idem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
dausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
110 Uhr, ſtatt.
(16144
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 31. Juli 1912, nachmittags 3 Uhr,
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1 Schreibtiſch, 1 Bank mit Rohrſitz, 1 Spiegelſchrank, 1
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Binocle (Ia Jagdglas), 1 Objekiv 13X18 und 1 Metallſtativ.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände
Kindet vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
(16168
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.
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Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
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vor=
mittags von 8 bis 12½ Uhr,
hier=
her zu entrichten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 15. Juli 1912.
Die Stadtkaſſe.
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Bekanntmachung.
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ſtadt.
(16148
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Darmſtadt, 24. Juli 1912.
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Gemäß § 58 Ziffer 1 des Geſetzes betr. die G. m. b. H. veerden
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Seite 10.
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(3114a
Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
25)
Die Wronka hatte wirklich die Genugtuung,
Hach=
feld, dem ſo leicht nichts imponierte, völlig verblüfft zu
ſehen. Dann aber lachte er ſein ſpöttiſch aufreizendes
Lachen und ſagte leiſe: Meine herzlichſte Gratulation,
meine Gnädigſte, ich bewundere aufrichtig dieſen Erfolg,
den Ihre Klugheit ſich erſtritten hat. Auf die
Anweſen=
heit bei der Hochzeit muß ich leider der Trauer wegen
verzichten, aber ich werde nicht verfeheln, ſpäter in
Al=
tenwerder meine Aufwartung zu machen. Berlin iſt ja
ſſo nahe. Darf ich dann auf eine freundliche Aufnahme
ſeitens der ſchönen Schloßfrau rechnen?
Ihr Beſuch wird mir eine große Freude ſein,
Braf.
Wollen Sie die Flitterwochen in Altenwerder
ver=
lleben?
Natürlich Graf! Altenwerder eignet ſich beſonders
gut dazu, es iſt die reine Weltabgeſchiedenheit dort.
Wanz nach Friedrich Wilhelms Geſchmack.
Und der Ihrige?
Es iſt mal eine Abwechſelung, Graf, und das hat
lets ſeinen Reiz. Später allerdings —
Wir können Sie gar nicht entbehren.
Und doch werden Sie ſich darein finden müſſen,
Braf. Der alte Herr kann Friedrich Wilhelm nicht einen
Jag entbehren, er liebt ihn wie ſeinen Sohn und mein
Bubi iſt ſein Abgott. Er iſt auch ein echter Bagewitz,
havon habe ich mich mit meinen eigenen Augen
über=
zengen können. Ein Glück, daß er nichts von mir hat.
Sie ind inſich. Aus. Den ich Sie dach imner
um mich haben könnte, ich glaube, ich würde neben ihnen
immer jung bleiben. Friedrich Wilhelm iſt zu beneiden.
Wenn Sie ihn davon überzeugen wollten, wäre ich
Ihnen ſehr dankbar, Graf. Kommen Sie bald nach
Altenwerder, denn ich fürchte, Bagewitz wird ſich mehr
als notwendig der Verwaltung der Güter annehmen und
mich könnte Langeweile plagen.
Er war immer ſolch Arbeitstier.
Ja, leider. Gut, daß ich auch den Kammerherrn
habe, das iſt ein reizender alter Herr.
Hm! Hachfeld lachte ſpöttiſch.
Haben Sie etwas an ihm auszuſetzen?
Das Renommee ſeiner jüngeren Jahre wird ihn
wohl nicht ruhen laſſen.
Die Wronka lachte wieder beluſtigt auf.
Erzählen Sie mir etwas von ihm.
Und Hachfeld berichtete von allerhand galanten
Abenteuern des Kammerherrn, er hatte eine
verſtänd=
nisvolle Zuhörerin. Zuletzt ſchloß er mit der
Bemer=
kung: Das tragiſche Geſchick ſeiner beiden Kinder
machte ihn nachher raſch zum alten Mann.
Und ſchenkte ihm eine Pflegetochter.
Ich ſehe zu meiner Freude, daß Sie die
Anweſen=
heit dieſer Enkelin nicht tragiſch nehmen.
Nein. Anna lachte leiſe vor ſich hin. Ich habe
ver=
ſucht, mit ihr fertig zu werden und habe dieſe Suſanne
richtig aus dem Hauſe gegrault.
Fräulein von Bagewitz bleibt nicht in
Altenwer=
der? fragte Hachfeld noch zum Ueberfluß.
Nachdem ſie die anerkannte Verlobte Friedrich
Wil=
helms geweſen iſt? rief Anna lauter als nötig, in ihren
Augen loderte wilde Eiferſucht. Ich werde doch nicht mit
bineſen Scheien kinpien, Eine Giüe nem ſe
Friedrich Wilhelm, und mit der Sorte habe ich mich nie
vertragen können. Das iſt wie Waſſer und Feuer.
Die Wronka atmete tief auf. Wie gut das tat, ſich
einmal frei ausſprechen zu können zu einer Seele, die ſie
verſtand
Wiſſen Sie was, Anna, ſchlug, immer vertraulicher
werdend, Hachfeld vor, adeptieren Sie mich zum Onkel,
wir verſtehen uns ſo gut.
Dazu ſind Sie viel zu jung, Graf. In 20 Jahren
vielleicht, das heißt, nur, wenn Sie mir was vermachen,
Das brauchen Sie doch nicht mehr. Als Schloßfrau
von Altenwerder, ich bitte Sie.
Sie haben recht, die Verhältniſſe ſcheinen großartig
zu ſein.
Großartig! Sagen Sie fürſtlich. Seit zwan
Jahren haben die alten Herrſchaften ja wie im Kloſte
gelebt. Der Kammerherr hat ſich in die Wirtſchaft e
biſſen wie ein bösartiger Haushund, und die Gnädige
hüllte ſich in Sack und Aſche und hütete die Schlüſſel.
Von ihr beſitzt Suſanne ein kleines Kapital, das ſie
unabhängig macht.
Dieſe Sufanne ſcheint nicht Ihr Geſchmack zu ſein?
Nein, denn ſie hängt unangenehmen Dingen kein
Mäntelchen um. Immer gerade durch! Eine
ſchauder=
hafte Art.
Hm! Sie ſind ein wenig ungerecht, meine
Gnä=
digſte, dieſe Suſanne hat Ihnen doch freiwillig Platz
gemacht. Eine Frau, die es wagt, in dieſer
unvollkom=
menen Welt den geraden Weg zu gehen, beſitzt eine
Wil=
lensſtärke, um die ſie mancher Mann beneiden könnte.
Mir iſt ſie zu tugendhaft.
Nummer 177e
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Juli 1912.
Seite 11.
Ja, das glaube ich ſchon, meine Gnädigſte, ſo was
ſiegt Ihnen nicht. Doch es muß auch ſolche Frauen
ggeben. — Ah, ich glaube, da kommt Ihr Souper.
Wollen Sie nicht mittun, Graf? fragte Anna und
tzing des Kellners wegen zum Franzöſiſchen über. Es
würde mich ſtören, wenn Sie hungrig neben mir ſäßen
und mich genießen ließen. Und Ihre Gegenwart macht
mich doch ſo froh, daß ich Sie nicht ſchon verlieren
möchte.
Das iſt ein guter Gedanke, Anna. Dann müſſen
Sie aber geſtatten, daß ich mich ganz als Onkel betrachte
und Ihnen für eine Weile das vertrauliche Du gebe.
Sie meinen? Anna ſah ihn überraſcht und
ver=
wirrt an.
Es iſt beſſer ſo, beſtimmte er energiſch, einen
be=
deutſamen Blick auf den ſich wieder nähernden Kellner
werfend. Bedenken Sie Ihre jetzige Stellung, Sie
müſ=
ſen lernen, vorſichtiger zu werden. Ihre Freiheit iſt
Fin, Anna, jetzt heißt es Rückſicht zu nehmen. Darum
wollen wir bei der Diplomatenſprache bleiben, es
plau=
dert ſich ſo hübſch darin, finden Sie nicht? Und es ſteht
kaum zu befürchten, daß der Kellner uns verſteht, wir
ſprechen zu raſch.
Hachfeld wandte ſich nunmehr an den Kellner und
beauftragte ihn, ihm dasſelbe Menü zu ſervieren. Es
wird ja keine Verzögerung für gnädige Frau bedeuten?
Keineswegs, Herr Graf, antwortete der Kellner und
ſervierte Anna den Fiſch. Ich werde Ihnen ſofort
das=
ſelbe bringen.
Sie ſehen, hier bin ich Habitué, belehrte Hachfeld
ſeine Gefährtin.
Das könnte allerdings meinem Ruf ſchaden, ſcherzte
Anna und machte eine neckiſche Pauſe, ihn kokett
an=
ſehend, ehe ſie ſchloß: Wenn Sie nicht mein Onkel
wären.
Hachfeld lachte, ſich ſelbſt verſpottend, dazu, und wie
deer Blitz fuhr ſein dunkles, aufleuchtendes Auge über die
Tronka bia. Ein ſinnliches Begehren lag darin, und
Aus Wonen weieten ſch ſe wende verienen. Iir
Kavalier bemerkte ihre Verwirrung, was ihn reizte, ſein
Spiel fortzuſetzen. Er fühlte, zu dieſer Stunde war er der
Meiſter.
Entzückendes Weib! Die würde ihn nicht wieder los
werden. Wie das Blut ſo köſtlich warm durch ſeine Adern
rieſelte! Ein Jungbrunnen war ſie, dieſe Wronka. Später
würde er mit ihr noch eine Promenade durch den Garten
machen und ſie dann nach Hauſe begleiten.
Bringen Sie eine Flaſche Sekt. Welche Mxke ſoll es
ſein, Anna?
Roederer, Carte blanche, Onkel, wenn es Dir recht iſt.
Wie ſie in ſich hineinkicherte, als der Kellner gegangen
war. Sie unterhielt ſich herrlich. Hachfeld war ein
ent=
zückender Cauſeur und kein Spielverderber.
Sie hatten ſoupiert und ſaßen bei der zweiten Flaſche
Sekt. Feiner Liqueur ſtand vor ihnen und eine Taſſe
Mokka, hellgraue Rauchwölkchen umſpielten ſie, Anna hatte
eine Zigarette nicht verſchmäht.
Für die Umgebung hatten ſie keine Augen mehr, deſto
mehr aber für einander. Ausleben — noch einmal ſich
ausleben, ſo ſchrie es in Annas Seele auf. In wenigen
Wochen ſaß ſie in der Verbannung. Wie ſie ſich
verſtan=
den ſah! Hachfeld erriet ſchon ihre Gedanken, ehe ſie zu
Worten wurden.
Welch köſtliche Kühle, Anna. Ich denke, wir wandern
noch ein Stück zuſammen. Iſt es Dir recht?
Ich nehme mit Freuden Deine Begleitung an, Onkel.
Schelmiſch legte ſie den Kopf zur Seite und blickte ihn
ver=
liebt an.
Hüte Dich, meine liebwerte Nichte, oder ich küſſe
Deine roten Lippen mit dem Onkelkuß.
Ein Kuß in Ehren ſteht dem Onkel frei, ſang ſie leiſe
voller Uebermut. Sie ließ ſich immer mehr gehen, da ſich
alle Tiſche in der Runde geleert hatten.
Ich werde ihn mir ſchon holen, Du ſchönſte der Frauen,
ſekundierte Hachfeld, noch biſt Du nicht Schloßfrau in
Al=
tenwerder,
und wns damf
Dann heißt es, hübſch artig zu ſein, für Mann und
Kind leben, einen alten Mann pflegen und die Wirtſchaft
beſorgen.
Nun wirſt Du eklig, ſchmollte ſie.
Ich wills nicht wieder tun, wenn Du ſehr nett zu
mir biſt.
Das bin ich doch immer geweſen.
Bis jetzt kann ich nicht klagen, aber ſpäter.
Du wirſt mir ſtets der Alte bleiben.
Oho, der Alte?
Und ewig Junge, lachte Anna und beugte ſich mit
einer ihrer Schlangenbewegungen zu ihm hin. Ihre
glitzernden Augen waren dicht vor ſeinem Geſicht, er ſpürte
ihren Atem, der den kaum merklich geöffneten Lippen
entflog.
Du — Du Tollkopf! raunte Hachfeld ihr zu, ſeine
Bruſt flog, während ſeine heißen Augen ſich an ihr
feſt=
ſogen. Er dachte nur, was wird nun kommen? Wir wollen
gehen, Anna.
Der Ton ſeiner Stimme warnte die Uebermütige, ſie
lehnte ſich plötzlich weit zurück und trank ein Glas
Soda=
waſſer auf einen Zug aus.
So, nun bringen Sie mich zu einem Auto, Graf. Es
iſt ſpät, ich muß nach Hauſe.
Er zögerte und bat noch um ein Viertelſtündchen. Sie
ſchüttelte aber abweiſend den Kopf und erhob ſich.
Eine neue Laune, ſchoß es durch den Kopf Hachfelds.
Nur Geduld, ſie wird ſchon wiederkommen.
Galant half er ihr den Mantel umlegen, wobei ſie es
duldete, daß ſeine heiße Hand länger als nötig, den Hals
berührte, der durch die Spitzen ſchimmerte. Er bot ihr
ſeinen Arm, den ſie aber ablehnte. Sie ging ihm voraus
an all den vielen Tiſchen vorbei, und der Graf ſchritt dicht
hinter ihr, er hatte nur Augen für das vor ihm
herſchrei=
tende Weib, für das all ſeine Sinne entflammt waren.
(Fortſetzung folgt.)
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I. Teil: KONZERT
der vollständigen Kapelle des Grossh. Hess. Garde-
Dragoner-Regiments Nr. 23, unter persönlicher Leitung
ihres Musikmeisters, Herrn Albert Mittelstädt.
II. Teil: TANZ
im grossen Saale des „Rummelbräué.
Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung im
Saale statt. — Mitglieder geniessen nur gegen Vorzeigung
der Mitgliedskarte freien Eintritt. — Besondere
Bin-
ladungen ergehen für diese Veranstaltung nicht.
Eintritt für Nichtmitglieder 25 Pfg.
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Dienstag, den 30. Juli, abends 8 Uhr:
Grosses Iiilur Ronzert
Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung: M. Weber.
Im Programm: Opern, Operetten und moderne
Musik, Solosätze usw.
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Eintritt 25 Pfg., 10 Karten (Familienkarten) Mk. 1.50.
NB. Obige Konzerte sollen von jetzt ab
regelmässig an jedem Dienstag stattfinden.
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(Telephon 1445)
Dienstag, den 30. Juli, abends 8 Uhr
Grosses Militär-Konzert
der verſtärkten Kapelle des Garde=Drag.=Regts. Nr. 23,
Leitung: Muſikmeiſter Alb. Mittelſtädt.
Aus der Vortragsfolge: Ouvertüren: „Maurer und Schloſſer”
von Auber und „Das Glöckchen des Eremiten” von Meillart,
Fan=
taſien aus: „Hoffmanns Erzählungen” von Offenbach und „Walküre‟
von Rich Wagner, „Zwei Seelen ein Gedanke‟ Solo für Tubus
Campanaphon vorgetragen von Herrn Rud. Ebeling, „Die Poſt im
Walde‟ Echoſtück für Solotrompete (Herr Wehlan) von Schäffer,
Auf viekſeitigen Wunſch Walzer aus „Der Graf von Luxemburg‟ bill. zu vk. Rheinſtr. 28, III.
von Lehar, ſowie zwei zündende Schlager=Potpourries von P. Linke.
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Stets freier Eintritt.
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Grosses Militär-Konzert
ausgeführt von der ganzen Kapelle des Großh. Artillerie=
Korps. Leitung: Herr Obermuſikmeiſter F. Mickley.
Programm. U. a. Ouvertüre z. Op. „Die diebiſche Elſter” von
Moſſini. Große Fantaſie aus „Die Hugenotten” von Meverbeer. Reisch zuf 100
Spaniſcher Tanz Nr. 2 von Moskowski. Torcador et Andalouſe
aus „Balcoſtume” von Rubinſtein. Divertiſſement aus „Die Wal=
Süre” von Wagner. Zwei Quartette: a) „Die Hamkehr”, b) Was
mittelst
wohl de Liab is” von Koſchat. Fantaſie aus „Hänſel und Gretel”
erst-
von Humperdinck. Angereihte Stücke aus Der Trompeter von
Säkkingen” von Neßler. Die vorkommenden Solis des Burgtrom=
Klassigen
Deters werden vom Piſtonſoliſten Herrn Speier in der Entfernung
geblaſen. Einige Vortragsſtücke aus der Operette Der liebe Auguſtin‟”
von Fall, welche in der Winterſaiſon im hieſigen Hoftheater zur
Aufführung gelangt. „Zigeunerliebe” (neu), Walzer nach der gleich=
GeislLioya-Damprern.
framigen Operette von Lehär.
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7. August: ca. 12 Tage,
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Juli 1912.
Nummer 177.
Sport.
* Fußball. Am Sonntag ſpielte die erſte Mannſchaft
des Zußballubs „Alemannia” gegen die gleiche
Mann=
ſchaft des Fußball=Vereins. Das Spiel endete zugunſten
des letzteren mit 6.2 Toren.
Darmſtädter Sportklub 1905.
Leichtathle=
tik. Auch am Sonntag war es den Leichtathleten des
Darmſtädter Sportklubs 1905 vergönnt, bei den Bezirks=
Meiſterſchaftswettkämpfen des Frankfurter Verbandes
für Turnſport große Erfolge zu erzielen. Es errangen
die Meiſterſchaft im 7500 Meter=Lauf Herr Gg.
Mer=
kel, M. Ackermann im Diskuswerfen den zweiten
Preis und Gehbauer im 3000 Meter=Gehen den
vier=
ten Preis.
sr. Pferderennen. Rennen zu Grunewald.
Preis von Lilienhof: 5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter:
1. Herren A. und C. von Weinbergs Animato (Fox),
2.— Pelikan (F. Bullock), 2.— Rowdy (Shurgold). Tot.
22:10, Pl. 13, 14, 52:10. Unpl.: Blumenſegen (4), Baldur,
Kondor, Pride, Intimus, Calvados, Auſterlitz, Sunſtar.
Sehr ſicher ½ Lg. Tot. Rennen. — Graditz=Rennen; 13000
Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Herren E. und G.
Buggen=
hagens Santuzza (Schläfke), 2. Nuſcha, erklr. (Spear),
3. Colleoni (Lane). Tot. 179:10, Pl. 19, 12, 13:10. Unpl.:
Royal Blue (4), Künſtler (5), Loge, Pelleas, Theophil,
Avranches, Weatherdon. Kanter, 3—1 Lg.-Kopf.
Marketenderin=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter:
1. Herrn W. Lindenſtädts Wahrheit (Evans). 2. Die Letzte
(Shurgold), 3. Hexe (Ludwig). Tot. 46:10, Pl. 16, 15,
23:10. Unpl.: Petarde (4), Droma, Silvia, Coco,
Re=
naiſſance, Nanſen, Delila, Prinzgemahl, Importe. Leicht
½—2½ Lg. — Podbielski=Rennen; 20000 Mark, Diſtanz
2400 Meter: Königl. Hauptgeſtüt Graditz’ Semmerling
(F. Bullock), 2. Fervor (Fox), 3. Hermidad (Ted Rice).
Tot. 19110, Pl. 13, 18110. Unpl.: Carino (4), Cairo (45),
Royal Flower. Kanter ¾—2—1½ Lg. — Preis von
Walburg; 6200 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herren A.
und C. von Weinbergs Catena (For), 2. Orchidee (Lane),
3. Oceana (Jentzſch). Tot. 17110 Pk. 12, 17, 17.10. Unpl.:
Counteß Dorothy (4), Tampa, Miß Quick, Räppe,
Mies=
muſchel, Otter, Was ihr wollt, Bora. Kanter. ½ Lg. bis
Hals. — Zeppelin=Handikap: 10 000 Mark. Diſtanz 1800
Meter: 1. Herrn H. Schlöskes Maruſchka (Archibald),
2. Prinz Kuckuck (F. Bullock), 3. Lancaſter (Evans). Tot.
29110, Pl. 12, 13, 17110. Unpl.: Bode (4), Pakt, Lord
Mayor, Trumpf Aß, Helmrad, Skipper, Landvogt,
Schön=
brunn. Ueberlegen 2—½2 Lg.-Hals. — Preis von
Oelber; 5000 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Herrn E.
Grunows Hubertus (Gagelmann), 2. Papyrus (
Weather=
don), 3. Lupus (Ted Riee). Tot. 172310, Pl. 36, 15, 39210.
Unpl.: Nonſens (4), Pindar, Siam, Don Ceſar, Duzzilo,
Anker Ueberlegen ½ Lg.-Hals.
Rennen zu Breslau. 1. Rennen: 1.
Meer=
mädchen (Beſ.), 2. Verbeck (Lt. Alnok), 3. Herbſtzeitloſe
(Beſ.) Tot. 18110. Drei liefen. ½ Lg.-Weile. — 2.
Ren=
nen: 1. Nova Zembla (Herr Jahrmarkt), 2. Dahabye
(Beſ.), 3. Aurora III (Lt. Krauſe). Tot. 15110, Pl. 15,
23:10. Unpl.: Amphytrite I, Blue Beetle. 2—10 Lg.
3. Rennen: 1. Eſperanza (von Sauerma), 2. Fulla (Herr
Jahrmarkt), 3. Allgeſchwind. Tot. 121110, Pl. 27. 14310.
Unpl.: Scherz, Taj Mahal, Haarbürſte. 1—3 Lg.
4. Rennen: 1. Lady Angus (Lt. von Uechtritz), 2.
Mel=
bourne (Lt. Graf Strachwitz), 3. Cherry Bob. Tot. 47.10,
Pl. 24, 29110. Unpl.: The Gun Benzai III, Bell. 3—3 Lg.
— 5. Rennen: 1. Luzerne (Beſ.), 2. Gibſon Girl (Lt. von
Uechtritz), 3. Ritterſchlag. Tot. 12110. Drei liefen. 2 bis
8 Lg. — 6. Rennen: 1. Ehanteeler (Lt. Graf Strachwitz),
2. Triglav (Hr. Jahrmarkt), 3. Aladin (Lt. Streſemann).
Tot. 49:10, Pl. 20, 13110. Unpl.: Mandoline. 2½—6 Lg.
— 7. Rennen: 1. Germanieus (Lt. von Uechtritz),
2. Mimi II (Lt. von Sauerma) 3. Jvy Queen (Lt. von
Uechtrit). Tot. 32210, Pl. 16, 17310. Unpl.: Polichinelle.
Kopf-3 Lg.
Rennen zu Detmold 1. Rennen: 1. Kreppwör
(Lt. von Berchem), 2. Loki (Beſ.) Zwei liefen. Tot.
17110 8 Lg. — 2. Rennen: 1. Self Comtrol (Lt. von
Berchem), 2. Belfaſt (Beſ.), 3. Solid Silver (von Müller).
Tot. 1710, Pl. 11, 12110. Unpl.: Pontif. 1—2 La.
3. Rennen: 1. Wild Nut (Lt. von Berchen), 2. Vigilant II
(Lt. Winterer), 3. Hotfoot (Beſ.). Tot. 29110, Pl. 18,
21.10. Unpl. Chanoine. 2—4 Lg. — 4. Rennen: 1. Fricka
(21. von Berchem), 2. Magiſter (2t. D. von Mitzlaſ),
3. Konkordia (Lt. von Raven). Tot. 17110. Drei liefen,
Kopf.—1 Lg. — 5. Rennen: 1. Sideoff (Beſ), 2. Dere
(Lt. von Berchem), 3. Raufbold (Beſ.). Tot. 21:10. 3 Lg.
Einen vierfachen Erfolg hatte am Sonntag Lt.
Frei=
herr von Berchem bei den Rennen zu Detmold zu
ver=
zeichnen. Der 3. Garde=Ulan gewann der Reihe nach
mit Kreppwör, Self Control, Wild Nut und dann mit
Fricka in der Hauptkonkurrenz, dem Fürſt Leopold=
Ren=
nen, den Ehrenpreis des Fürſten Leopold. Bei ſeinem
fünften Ritt endlich mußte Lt. Freiherr von Berchem ſich
mit dem zweiten Platz begnügen.
Rennen zu Travemünde. Kurhaus=Rennen;
2150 Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Herr Thiels
Ferdi=
nand (H. Teichmann), 2. Oos (Gerber), 3. Ria (Blades).
Tot. 48.10. Drei liefen. 1—2½ Lg. — Kauffahrtei=Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 2150 Mark Diſtanz 3000 Meter:
1. Lt. Martins Haſchiſch (Beſ.), 2. Süßes Mädel (Lt. von
Oertzen), 3. Gondolier (Lt. von Stammer). Tot. 21110,
Pl. 12 15:10. Unpl.: Ugolino. 3—20 Lg. — Verloſungs=
Rennen; 3100 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn J.
Neumanns Badminton (H. Teichmann), 2. Ferdinand
(Me. Dermott), 3. Charbin (Gerber). Tot. 31.10, Pk. 16,
14:10. Unpl.: Klarinette. 3—3 Lg. — Preis von
Bolten=
hagen; Ehrenpreis und 2800 Mark, Diſtanz 3100 Meter:
1. Herrn von Kneſebecks Laurin (Lt. Graf Baudiſſin),
5. Grammow (Beſ.), 3. Herzog II (Lt. von Stammer).
Tot. 27110. Drei liefen. 6 Lg.—Weile. — Lübecker=
Han=
dikap; 2050 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Graf A. Henckels
Mansfield (Teichmann), 2. Konſtantin (Blades) 3.
Pfalz=
graf (Torke). Tot. 3710, Pl. 12, 1310. Unpl.: Foutzi.
4—2 Lg. — Hunters=Flach=Rennen; Ehrenpreis und 1450
Mark, Diſtanz 1300 Meter: 1. Lt. M. von Borbergs Gips
Boy (Lt. von Stammer), 2. Cnucka (Hr Hasperg) 3. Lily
(Beſ.) Tot. 26:10, Pl. 17, 16:10. Unpl.: Habsburg.
1—4 Lg. — Oſtſee=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2350
Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Herrn H. Katz Aſtree III
(Hr. Herfeld), 2. Barfield Laß (Hr. Purgold) 3. Perſian
Gate. Tot. 136:10, Pl. 41, 48, 26:10. Unpl.: Angola (4),
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½ Lg.-Kopf.
sr. Radrennen. Defraye Sieger der
Fern=
fahrt Rund durch Frankreich. Die
Rieſenfern=
fahrt Rund durch Frankreich, die am 30. Juni in Paris
begann, hat am Sonntag mit der 15. und letzten Etappe,
Le Hapre-Paris über 315 Kilometer, ihr Ende erreicht.
Nachdem am Samstag die vorletzte Etappe von
Cher=
bourg nach Le Havre mit dem Ueberraſchungsſiege des
Italieners Vorgarello geendet hatte, brachte die
Schluß=
etappe noch 42 Konkurrenten an den Start. Von dieſen
blieb eine aus 10 Fahrern beſtehende Spitzengruppe bis
vor die Tore der franzöſiſchen Hauptſtadt in Verſailles
zuſammen. Dort wurde das Rennen für die Strecke bis
zur Prinzenparkbahn neutraliſiert. Die 10 Fahrer
leg=
ten auf der 666½ Meter großen Rennbahn die letzte
Runde zurück. Der Franzoſe Jean Alavoine ging nach
10 Stunden 55 Minuten 51 Sekunden als knapper
Sie=
ger hervor, 2. van den Berghe, 3. Leonard, 4. Thys,
5. Defraye. 6. Buyſſe, 7. Tiberghien. 8. Garrigou. 9.
Bor=
garello, 10. Francois Faber. Im Geſamtklaſſement
ſiegte, wie nach den letzten Ergebniſſen feſtſtand, der
Bel=
gier Odile Defraye mit weitem Vorſprung vor den
Fran=
zoſen Chriſtophe und Garrigon, dem vorjährigen
Ge=
winner des Rennens.
Vierundzwanzigſtunden=Rennen in
Antwerpen. Das 24=Stunden=Mannſchaftsfahren um
die Goldene Schale auf der Zurenborgbahn in
Antwer=
pen wurde von 12 Mannſchaften beſtritten. Sieger
blie=
ben die Belgier van den Velde=Buyſſe mit 731,600
Kilo=
metern, denen es in der 14. Stunde gelang, nach hartem
Kampf ihre ſämtlichen Gegner zu überrunden. Zweiter
wurden die Franzoſen Charron=Rouſſeau 1 Runde
zu=
rück, die im Endſpurt de Pauw=van Lerberghe mit 2 Lg.
ſchlugen. Vierter wurde die aus Vater und Sohn
be=
ſtehende Mannſchaft Goupy 3 Runden zurück vor
Verlin=
den=Lucky und Buyle=Sales. Die deutſche Mannſchaft
Aſchoff=Sonntag gab in der 22. Stunde auf, nachdem ſie
den größten Teil der Führungsprämien gewonnen hatte.
Vermiſchtes.
* Suggeſtion. Die fabelhaften Experimente des
Hypnotismus, die der Schwede Hanſen in allen größeren
Städen vorführte, eregten allemeine Aufmerſanteit,
beſonders in der mediziniſchen Welt. Viele Aerzte
mach=
ten ſich den Hypnotismus zu Heilzwecken nutzbar. Selbſt
bedeutende Profeſſoren bedienten ſich des Hypnotismus,
um durch Suggeſtion auf wirkſame Weiſe nervöſe Leiden
zu bekämpfen. Der berühmte Kliniker Profeſſor v.
Ley=
den zu Berlin erzählt in ſeinen Lebenserinnerungen,
wie er einen ſolchen Fall geheilt hat; er ſagt:
„Es handelte ſich um einen jungen Muſiker, der durch
einen plötzlichen Schreck an Armen und Beinen bis zur
völligen Unbeweglichkeit gelähmt worden war. Als ſich
ſeine Angehörigen, beſonders ſeine temperamentvolle
Frau, über die Art ſeiner Erkrankung auszuforſchen
ver=
ſuchte, ſtellte ſich heraus, daß die jungen Gatten nicht in
ſehr harmoniſcher Ehe lebten und es viel Zwiſtigkeiten
zwiſchen ihnen gab. Als er in einer der letzten Nächtel
ſehr ſpät, oder vielmehr frühe am Morgen heimgekommen
war und ungeſehen ins Haus zu ſchlüpfen hoffte, trat ihm
ganz unerwartet und plötzlich ſeine Frau entgegen.
Mö=
gen es nun Gewiſſensbiſſe, mag es Angſt vor neuenſ
Zornausbrüchen ſeiner Frau geweſen ſein — ſo viel ſtand
feſt, er war, als er ſie erblickte, ſogleich ohnmächtig zu
Boden geſunken. Da der Patient indes trotz ſeiner
Un=
beweglichkeit keineswegs krank ausſah, und den
Umſtän=
den nach auch heiter geſtimmt ſchien, kam ich zur
Ueber=
zeugung, daß ich es hier nicht mit einer ernſtlichen orgas
niſchen Krankheit zu tun hatte, ſondern daß ein Fall von
ſogenannter hyſteriſcher oder neuraſtheniſcher Lähmung
vorliege. Aus dieſer Diagnoſe ergab ſich die
Unmöglich=
keit, der Krankheit mit Arzneien beizukommen, und ich
entſchloß mich daher, es einmal mit der Suggeſtion zu
verſuchen. Ich ließ für den Patienten eine ganz
indiffe=
rente Arznei bereiten, ſtellte ihm aber in Ausſicht, daß
nach ihrem Gebrauch die Lähmung zweifellos weichen
werde, und zwar werde er zuerſt die oberen, dann ſpäter
auch die unteren Gliedmaßen wieder bewegen können,
Das Vertrauen des Kranken zu ſeinen behandelnden
Aerzten — zu mir und meinem Aſſiſtenten — erwies ſich
in der Tat groß und die Einbildungskraft ſeiner erregten
Pſyche ſtark genug, um dieſe Pſeudowirkung der
indiffe=
renten Medizin „poſt non propter” zu erwirken. Schon
drei Tage nach ſeiner Einlieferung in meine Klinik konnte
ich den vollommen Wiederhergeſtellten, deſſen Bewegs
ungsfähigkeit wirklich mit den Armen begonnen hatte, den
erſtaunten Aerzten und Studierenden vorſtellen.
Eines ähnlichen Falles wunderbarer Heilung durch
Suggeſtion war ich Augenzeuge, und ich will ihn
wahr=
heitsgetreu hier erzählen: Ende des vorigen
Jahrhun=
derts litt ich an einem hartnäckigen Halsübel, und ich war
genötigt, nach vielen Verſuchen, die Hilfe des durch die
Krankheit des deutſchen Kronprinzen berühmt gewordenen
Profeſſors Schmidt=Metzler zu Frankfurt in Anſpruch zu
nehmen, welcher mir auch Heilung verſchaffte. Eines
Tages ſpritzte er mir zu einer Operation etwas Cocain in
den Schlund und bat mich, eine Viertelſtunde zu
verwei=
len, bis das Cocain ſeine Wirkung getan. Während
die=
ſer Zeit wurde eine Bauersfrau mit ihrer ewal
16jährigen Tochter vorgelaſſen, die aus einem Orte im
nahen Taunus waren. Die Mutter erzählte unter vielen
Tränen, daß ihre Tochter vor wenigen Tagen durch einen
Schrecken beim Ausbruch eines Brandes im Nebenhauſe
die Sprache verloren habe. Sie habe zuletzt nur noch ges
ſchrien „Ach Gott”, und habe ſonſt kein Wort mehr herg
vorgebracht.
Der Arzt befahl dem Mädchen, ſich auf dem
Kranken=
ſtuhl niederzulaſſen und ſchaute ſie recht ſcharf an. „Nung
Fräulein”, ſagte er, „erzählen Sie mir einmal, wie die
Sache war, ich weiß. Sie können es mir ſagen, ehe icht
mit meinen Inſtrumenten Ihren Hals unterſuche.‟ Das=
Mädchen geriet in eine große Aufregung; die Wangen,
glühten, und eine Art Gurgeln ging durch ihre Kehle.
„So, recht, Fräulein, nur heraus mit der Sprache;
erzäh=
len Sie nur alles, was Sie wiſſen”, ſagte der Arzt. Die
anweſenden Aſſiſtenzärzte traten aufhorchend und
war=
tend näher; da entfuhr der Kranken der Ausruf „Ach
Gott!” „Ihm ſei Dank”, rief der Arzt; „die Krankheit iſt
gehoben!” ließ der Kranken einen Schluck Wein geben
(was von ihm wunderbar war, da er ſelbſt keinen Wein,
trank), und das Mädchen konnte in ſeinem ländlichen
Dialekt den Hergang des Unglücks erzählen.
Freudeſtrah=
lend verließen unter vielen Dankſagungen Mutter undſt
Tochter die Krankenſtube des berühmten Arztes. Rb.
Sc eu Mk
Das Jachinger Waſſer iſt nicht nur den mit verſchiedenen Krankheiten
„geplagten Alenſchen die beſte Aledizin, ſondern auch ſolchen, welche ſich der beſten
V5 Mel„geſundheit erfreuen, ein Labſal. Zumal zur Sommerzeit, wenn der brennende
„Hundſtern die Leiber ausdörrt, kann man ſich kein beſſeres Betränk denken, als
„Fachinger Waſſer, entweder allein oder mit Wein gemiſcht; denn es ſtillt ausgezeichnet
„Den Durſt und hebt die durch allzu ſtarke Tranſpiration geſchwächten Kräfte faſt
„augenblicklich. Von jenem prickelnden Beſchmack werden die Durſtenden in einer
„Weiſe erfriſcht, die man viel beſſer ſelbſt empfinden als beſchreiben kann . . . . *
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