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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
2Der deutſche Botſchafter Freiherr v.
Wan=
genheim iſt in Konſtantinopel eingetroffen
und hat die Geſchäfte der Botſchaft übernommen.
DDas Luftſchiff „Schütte=Lanz” hat am
Sams=
tag ſeine Fahrt von Gothanach Berlin
fort=
geſetzt, wo es nach fünfſtündiger Fahrt landete.
DDer Aviatiker Fiſcher und der Monteur Kugler ſind
bei Moſach mit einem Doppeldecker
abge=
ſtürzt und ums Leben gekommen.
2Der öſterreichiſche Miniſter des Aeußern Graf
Berch=
told hat ſeine Karlsbader Reiſe
aufgege=
ben und ſich zur Kur nach Kaltenleutgeben bei Wien
begeben, weil die Ereigniſſe in der Türkei ſeine
An=
weſenheit in Wien erſordern.
2Der Londoner Hafenſtreik iſt durch eine
Erklä=
rung des Streikkommitees des engliſchen
Transport=
arbeiterverbandes nach zehnwöchiger Dauer beendet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Eine Arbeitsloſenverſicherung durch das
Reich?
* Bei den Verhandlungen im Badiſchen Landtag
ſoll nach Zeitungsmeldungen Miniſter Freiherr von
Wodman die Mitteilung gemacht haben, daß
Bun=
desrat und Reichskanzler ſich mit der Frage der
Arbeits=
loſenverſicherung befaßten, daß die Angelegenheit alſo
auf dem Marſche ſei. Wenn man ſich vergegenwärtigt,
tvelche Stellungnahme die Reichsregierung noch in
die=
em Winter durch ihren berufenen Vertreter zum Aus=
Oruck bringen ließ, ſo muß man zu der Ueberzeugung
kommen, daß die Aeußerungen des badiſchen Miniſters
nicht ſo gelautet haben können, wie ſie in der
Preſſe wiedergegeben ſind. Bei den Etatsberatungen
des Reichsamts des Innern hat der Staatsſekretär Dr.
Delbrück die Erklärung abgegeben, daß ſich an dem
Standpunkt der Reichsregierung, wie er in den
vorher=
igehenden Jahren wiederholt zum Ausdruck gebracht hat,
michts geändert habe. Der Staatsſekretär erklärte aus=
Orücklich daß nach ſeiner Anſicht die
Arbeitsloſenver=
ſicherung, wenn ſie überhaupt in Angriff genommen
wer=
den ſollte, jetzt und bis auf weiteres nur dugch
Kommunen in Angriff genommen werden könne. In
ſsieſer Ueberzeugung ſei er bisher noch nicht irre
gewor=
isen. Die Frage hänge ſo eng zuſammen mit einer
Reihe von Aufgaben der Kommunen, ſie ſei auch ſo
ab=
hängig von den beſonderen wirtſchaftlichen Verhältniſſen
imnerhalb der einzelnen Gemeinden, daß an eine andere
Leöſung als auf kommunaler Grundlage vorläufig nicht
zu denken ſei. Dem Einwande, daß ſelbſt bei einer
Lö=
ſung der Frage auf kommunaler Grundlage doch das
Reich geſetzgeberiſch eingreifen könne, begegnete der
Staatsſekretär mit dem Bemerken, daß für eine ſolche
geſetzliche Regelung gegenwärtig noch alle erforderlichen
mnterlagen fehlten. Ehe die Dinge in den einzelnen
Krommunen nicht weiter gefördert ſeien, wäre das Reich
völlig außerſtande, dieſer Frage im Wege eines
Reichs=
geſetzes irgendwie näher zu treten.
Hiernach darf es als ausgeſchloſſen gelten, daß der
Bertreter einer Bundesregierung im Parlament die
Er=
rärung abgegeben hat, daß die Arbeitsloſenverſicherung
auf reichsgeſetzlicher Grundlage „auf dem Marſche ſei”.
Türkiſche Militärdiktatur.
— In der Türkei verſchieben und verſchlimmern ſich
tie Verhältniſſe mit jedem Tage. Während in
Alba=
rien die Aufſtändiſchen immer größere Erfolge
errin=
gen, ſcheint die Hauptſtadt vor einer Kataſtrophe zu
ſeehen, deren Folgen unabſehbar wären. Nicht nur das
noch unvollſtändige neue Kabinett iſt ſtark gefährdet,
auuch das Parlament und die Verfaſſung ſtehen ſcheinbar
tor ihrem Ende. Mahmud Mukhtar Paſcha, der Soyn
dees jetzigen Großweſirs, der bei der Gegenrevolution
roon 1909 ein ausgeſprochener Parteigänger des
jung=
türkiſchen Komitees war, mußte als erſter dem Anſturm
der Militärliga weichen und das ihm übertragene
Porte=
feuille als Marineminiſter wieder abgeben. Mit
Per=
ſoonalveränderungen im Kabinett allein gab ſich die
Mi=
lntärliga nicht zufrieden, ſie ſtellte der Kammer ein
Ulti=
matum, daß die Auflöſung des Parlaments innerhalb
in Stunden zu erfolgen habe. Im anderen Falle werde
ſiee erzwungen werden. Natürlich rief dieſes Ultimatum
in der Kammer ungeheure Aufregung hervor und
veran=
laßte ſie, aufs ſchärfſte gegen die Liga Stellung zu
neh=
men. Die Kammer erklärte, lieber mit dem Parlamente
ſterben als nachgeben zu wollen. Man darf geſpannt
ſein, wie weit die Widerſtandskraft der verfahrenen
Staatsmänner im Kabinett dieſem Vorgehen der
Mili=
tärliga gegenüber, das einem Staatsſtreich ungemein
ähnlich ſieht, reichen wird, und vor allen Dingen, ob die
Gerüchte ſich beſtätigen werden, daß der Sultan
abdan=
ken wolle. Möglicherweiſe wird das Endreſultat der
Offiziersbewegung dem Thronfolger Juſſuf Effendi zu
gute kommen, der von den Plänen der Offiziersliga
Kenntnis haben dürfte.
In dem ganzen Vorgehen der Militärliga kommt der
gewaltige Haß gegen das jungtürkiſche Komitee zum
Ausdruck. Bekanntlich ſetzt ſich dieſe Militärliga aus
den=
jenigen Elementen des Offizierkorps zuſammen, die nach
der Revolution im April 1909 und der Vertreibung des
Sultans Abdul Hamid den Jungtürken, die nun ans
Ruder kamen, verdächtig blieben und von den Vorteilen
des neuen Regimes ausgeſchloſſen wurden. Ihre
Mit=
glieder avancierten nicht und alle einflußreichen Poſten
wurden mit Anhängern des Komitees beſetzt. Das
er=
bitterte ſie immer mehr und aus dem jetzt
veröffentlich=
ten Manifeſt der Militärliga klingt die Zurückſetzung
deutlich durch. Die Offiziere der Militärliga haben nach
dem Sturz des Kabinetts Said Paſchas geſehen, daß
es mit der Macht des Jungtürkentums bergab geht. Ihr
Mut iſt derart gewachſen, daß ſie ſich ſchon kräftig genug
fühlen, zu einem entſcheidenden Schlage gegen ihre
Gegner ausholen zu können. Einſtweilen ſind ſie beim
Parlament auf Widerſtand geſtoßen, aber ſie werden ſich
vorausſichtlich nicht abſchrecken laſſen, auf das Ziel
los=
zuſteuern, das ſie ſich geſteckt haben. Immerhin iſt nicht
zu überſehen, daß im Offizierkorps auch eine Strömung
beſteht, die das Jungtürkenkomitee unterſtützen wird.
Auf alle Fälle ſind die Dinge ſo geſpannt, daß in der
Hauptſtadt Blutvergießen zu gewärtigen iſt, während
draußen die Albaneſen marſchbereit ſtehen.
Oberherrſchaft Rußlands über die Mongolei?
* Das in Moskau erſcheinende Blatt Rußkoje Slowo
veröffentlicht die ſenſationelle Nachricht, daß zwiſchen der
ruſſiſchen Regierung und der Mongolei ein
Vertrag abgeſchloſſen worden iſt, deſſen Hauptpunkte
folgende ſeien:
1. Rußland verpflichtet ſich, die Mongolei gegen von
anderen Staaten erhobene Anſprüche, die von der
Mongolei, als ungerechtfertigt bezeichnet werden, zu
ſchützen.
2. Die Mongolei verpflichtet ſich, Anleihen nur
in Rußland aufzunehmen.
3. Rußland erhält das Vorzugsrecht, die
Aus=
beute der mongoliſchen Bergwerke vorzunehmen.
4. Die Mongolei verpflichtet ſich, keinem
ande=
ren Staate als Rußland Konzeſſionen für den
Bau von Eiſenbahnen zu gewähren.
5. Die Einmiſchung Chinas in die
Selbſtän=
digkeit der Mongolei wird als unzuläſſig erklärt 2d
Rußland hat die Verpflichtung, die Mongolei gegen
etwaige Ueberfälle von chineſiſcher Seite zu ſchützen.
Ob die Meldung des ruſſiſchen Blattes richtig iſt
oder ob ſie den Ereigniſſen vorauseilt, bleibe
dahin=
geſtellt. Ein ſolcher Vertrag würde die tatſächliche
Los=
löſung der Mongolei von China und die Schaffung einer
Art ruſſiſchen Protektorats über die Mongolei bedeuten.
Verſuche nach dieſer Richtung hin ſind ſchon ſeit langer
Zeit gemacht worden, Rußland hatte ſich aber bisher
ablehnend verhalten.
Die Deutſche Tageszeitung meldet aus Petersburg:
Ruſſiſchen Blättern wird aus Tokio berichtet, daß das
ruſſiſch=japaniſche Abkommen über die Mandſchurei und
die äußere Mongolei am 16. Juli vom Kaiſer von
Ja=
pan unterzeichnet worden ſei. Die britiſche Regierung
ſei vorher verſtändigt worden. Ob der oben erwähnte
Vertrag darin einbegriffen iſt, iſt aus der kurzen
Faſ=
ſung der Meldung nicht zu erſehen.
Deutſches Reich.
— Die geſetzliche Regelung des
Zigeu=
nerweſens. Die früher beabſichtigte Regelung des
Zigeunerweſens durch Reichsgeſetzgebung iſt, wie der
Staatsſekretär Dr. Delbrück bei der diesjährigen
Bera=
tung ſeines Etats im Reichstage mitteilte, endgültig
aufgegeben worden; der Staatsſekretär wies den Weg
der Verſtändigung unter den Einzelſtaaten über gewiſſe
gemeinſchaftliche Maßnahmen. Nunmehr haben auf
Veranlaſſung der bayeriſchen Regierung erneute
Bera=
tungen über gemeinſchaftlich zu ergreifende Maßnahmen
ſtattgefunden, und man iſt auch zu einer Verſtändigung
über das Vorgehen zur Verhütung der Zigennerplage
gekommen. In erſter Linie wird es ſich dabei um
über=
einſtimmende Anordnungen über die Behandlung der
Zigeuner an der Reichsgrenze handeln, ferner um die
Einrichtung eines gemeinſamen Nachrichtendienſtes für
die Polizeibehörden und die Staatsanwaltſchaften.
Wei=
terhin ſollen die geſundheitspolizeilichen Maßnahmen,
die Kontrolle der Ausweispapiere, die Erteilung von
Wandergewerbeſcheinen nach gleichen Grundſätzen in
allen Bundesſtaaten geregelt werden. Da ſich in
Preu=
ſen eine ſtändige polizeiliche Begleitung der
herum=
ziehenden Horden als beſonders wirkſam gezeigt hat,
dürfte dieſe Maßnahme auch in anderen Bundesſtaaten
durchgeführt werden. In einer Reihe von
Bundes=
ſtaaten iſt das hordenweiſe Umherziehen der Zigeuner
im Wege der Polizeiverordnung verboten; da dieſes
Ver=
bot von Erfolg begleitet geweſen iſt, ckann man
an=
nehmen, daß auch in den anderen Bundesſtaaten gleiche
Polizeiverordnungen ergehen werden.
— Eine Denkſchrift über
Abonnenten=
verſſicherung. Wie mitgeteilt wird, hat die
Reichsregierung im Verfolg der Debatten über die
Abonnentenverſicherung durch Zeitungen im Reichstage
bei den verbündeten Regierungen eine Umfrage
veran=
ſtaltet, die ein umfaſſendes Material zur Beurteilung
dieſer Frage geliefert hat. Auf Grund der erhaltenen
Materialien, die ſich aus der Beantwortung einer Reihe
eingehend ſpezialiſierter Fragen ergeben haben, wird
eine Denkſchrift ausgearbeitet, die nach Fertigſtellung,
wahrſcheinlich zur kommenden Reichtagstagung, dem
Reichstage vorgelegt werden wird. Die Materialien der
Denkſchrift verſprechen, ausreichende Klarheit darüber zu
geben, ob ein geſetzliches Eingreifen in dieſer Frage
not=
wendig ſein wird.
— Die Elbeſchiffahrt und ihre
Aus=
ſichten. Aus Dresden wird berichtet: Der Waſſerſtand
der Elbe hat ſich in den letzten Tagen ganz überraſchend
gebeſſert. Der Waſſerzuwachs betrug in den letzten fünf
Tagen faſt zwei Meter. Unter den beteiligten
Geſell=
ſchaften hat dieſer Stand natürlich allgemeine
Zufrie=
denheit hervorgerufen. Der Perſonenverkehr iſt zurzeit
ſtark. Die Höhe der Frachtraten iſt normal, und die
Aus=
ſichten ſind nicht ſchlecht, da Böhmen eine große
Zucker=
ernte aufzuweiſen hat. Man hat daher in den
beteilig=
ten Kreiſen nicht nur die Hoffnung, daß der Verkehr in
dieſem Jahre, im Gegenſatz zu 1911, nicht unterbrochen
zu werden braucht, ſondern man rechnet auch mit
be=
friedigenden Geſchäftsabſchlüſſen, die angeſichts des
vor=
jährigen traurigen Ergebniſſes allerdings auch ſehr zu
wünſchen ſind.
— Reichskonferenz liberaler Arbeiter.
Eine Reichskonferenz liberaler Arbeiter, die erſte in ihrer
Art, iſt für Samstag, den 10. und Sonntag, den 11.
Auguſt nach Leipzig einberufen. Die Hauptſitzung findet
am Sonntag ſtatt. Nach der vorläufigen
Tagesord=
nung wird Arbeiterſekretär Erkelenz (Berlin) über
Not=
wendigkeit, Grundlage und Form einer liberalen
Ar=
beiter= und Angeſtelltenbewegung, Karl Elbel (
Wilmers=
dorf) über die Aufgaben eines Reichsausſchuſſes der
liberalen Arbeiter= und Angeſtelltenbewegung referieren.
Ausland.
Frankreich.
Beſuch kanadiſcher Miniſter. Der
kana=
diſche Marineminiſter Hazen, der in Paris eingetroffen
iſt, wird mit Delcaſſé eine beſondere Unterredung
ha=
ben. Gleichzeitig mit Hazen kommen der
Premiermini=
ſter Borden und der Juſtizminiſter Doherty nach Paris.
Der Miniſter für Poſt und Telegraphie Pelletier weilt
bereits ſei einigen Tagen in Paris. Der Pariſer Daily
Mail ſchreibt: Der Beſuch der kanadiſchen Miniſter in
Paris bilde ein Zeichen dafür, daß Kanada an der
Lei=
tung der Geſchäfte des britiſchen Reiches einen größeren
Anteil nehmen ſolle als bisher. Sowohl vom
Geſichts=
punkt der Geſchichte wie von dem der Stammesver=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Juli 1912.
Nummer 176.
wandtſchaft aus ſeien die Franzoſen nach den
Englän=
dern diejenige Nation, mit denen die Kanadier die
eng=
ſten Beziehungen unterhielten. Es ſei natürlich, daß,
wie der Poſtminiſter Pelletier erklärte, die kanadiſchen
Miniſter die Gelegenheit benutzten, um mit den
leiten=
den Perſönlichkeiten der franzöſiſchen Republik genauer
bekannt zu werden.
Spanien.
Das Verhältnis Spaniens zu Port
u=
gal. In politiſchen Kreiſen wird das augenblickliche
Verhältnis Spaniens zu Portugal ziemlich peſſimiſtiſch
beurteilt. Wie bereits gemeldet, ſcheint Portugal die
Ausweiſung der in das Landesinnere übergeführten
Ro=
yaliſten zu verlangen. Dem kann aber die ſpaniſche
Re=
gierung nicht ſtattgeben, weil bei den wenigſten Leuten
feſtſteht, ob ſie ſich zu einem Einfall in Portugal auf
ſpaniſchem Boden bewaffnet haben, ferner, weil
Maſſen=
ausweiſungen gegen den völkerrechtlichen Brauch
ver=
ſtoßen, und endlich, weil das in der vorgeſchlagenen
Maßnahme ausgedrückte Mißtrauen als mit der Würde
Spaniens unvereinbart angeſehen wird. Man erblickt
in den fortgeſetzten Reiſen von Führern der ſpaniſchen
Republikaner nach Portugal und in deren Auftreten im
Parlament den Beweis einer gemeinſamen
ſrepublika=
niſchen Werbearbeit, die Spanien, das dem
republika=
niſchen Gedanken fremd gegenüberſteht, in keiner Weiſe
zugeben kann.
Bereinigte Staaten.
Die Reviſion des Zolltarifs. Die Bill
des Senators Lafollette über die Reviſion des Zolltarifs
iſt vom Senat anſtelle der demokratiſchen Bill
angenom=
men worden, welche das Repräſentantenhaus bereits
angenommen hatte. Die Annahme erfolgte mit 47 gegen
20 Stimmen. Zehn fortſchrittliche Republikaner
ſtimm=
ten dafür. Die Bill des Senators Lafollette iſt mit der
Vorlage identiſch, gegen die Präſident Taft 1911
Ein=
ſpruch erhoben hatte.
Marokko.
Die Abdankung Mulay Hafids. Der
Sonderberichterſtatter des „Temps” ſchreibt aus Rabat:
Im Hinblick auf die wahrſcheinlich Mitte Auguſt dieſes
Jahres erfolgende Abdankung Mulay Hafids beſchäftigt
man ſich mehr mit der Nachfolgerfrage. Mulay Hafid
möchte ſeinen Thron einem ſeiner noch im Knabenalter
ſtehenden Söhne übertragen. Dieſe Wahl wäre für das
franzöſiſche Protektorat nicht ungünſtig, da man die
Re=
gentſchaft zum Beiſpiel dem Vertreter des Maghzen
in Caſablanca, El Mrani, einem Frankreich ſehr
er=
gebenen Manne, übertragen könnte. Aber vielleicht iſt es
beſſer, eine Perſönlichkeit von größerem Anſehen zum
Nachfolger Mulay Hafids zu ernennen, zum Beiſpiel
Mulay Juffuf oder ſogar den früheren Sultan Abdul
Aſis. Bezüglich des Wohnortes Muhay Hafids für den
Fall ſeiner Abdankung muß ſich die franzöſiſche
Regie=
rung von der Erwägung leiten laſſen, daß die
übelwol=
lende Geſinnung des Sultans gegenüber Frankreich
nunmehr außer Zweifel ſteht. Er dürfte weder im
eigent=
lichen Protektoratsgebiet noch in Tanger wohnen, denn
in der letzten Stadt würde er ſehr bald zum Mittelpunkt
aller gegen das franzöſiſche Protektorat gerichteten Ränke
werden. Dies, ſo ſchließt der Korreſpondent, ſei die
Ueberzeugung aller derjenigen, die in der letzten Zeit
Gelegenheit hatten, dem Sultan näherzutreten.
China.
Die Miniſterliſte. Die Nationalverſammlung
beriet die zweite von Yuanſchikai eingereichte Liſte der
Miniſterkandidaten und beſtätigte fünf. Einer der
Vor=
geſchlagenen, ein Mitglied der ſüdchineſiſchen Partei,
wurde abgelehnt. Chineſen und Ausländer betrachten das
Ergebnis als einen Triumph Yuanſchikais Die eine
Ablehnung wird als unwichtig angeſehen. Die drohende
Kriſis iſt dadurch vermieden worden.
* Kimberley 26. Juli. Staatsſekretär Dr. Solf
und Gemahlin ſind heute als Gäſte der Debeers=Company
hier eingetroffen. Morgen werden ſie die Anlagen
beſich=
tigen, am Sonntag ſetzen ſie ihre Reiſe nach Norden fort.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Juli.
* Vom Hofe. Gräfin Luitgarde zu Solms=
Laubach iſt zum Beſuch in Jagdſchloß Wolfsgarten
eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Generalmajor
à la suite Freiherrn v. Heyl, den Leutnant Coudray im
Eiſenbahn=Regiment Nr. 3 und den Leutnant Chriſt im
Fuß=Artillerie=Regiment Nr. 2, beide kommandiert von
der Militär=techniſchen Akademie zur Dienſtleiſtung beim
Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=
Regiment Nr. 25; die Leutnants Roſſié, Schwieder,
Freiherrn v. Senarclens=Grancy, v. Hahn, Haßlacher und
Imhof, ſämtlich von der Reſerve des Großh. Artillerie=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiments Nr. 25,
eingezogen zur Ableiſtung einer Uebung; den Juſtizrat
Wolf von Alzey, den Pfarrer Marx, den
Obermedizinal=
rat Dr. Balſer, den Ingenieur Kreiß von Hamburg;
zum Vortrag den Finanzminiſter Braun, den Geheimen
Staatsrat Krug v. Nidda, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
s. Provinzialausſchuß. In der am Samstag unter
Vorſitz des Provinzialdirektors Geheimerat Fey
abgehal=
tenen öffentlichen Sitzung wurde der Rekurs des
Althänd=
lers Bernhard Meiborg von Offenbach gegen die
Ent=
ziehung der Konzeſſion durch Kreisausſchußentſcheidung
verhandelt. Letztere war damit begründet, daß M. das
eingeſchriebene Trödlerbuch unordentlich geführt und in
dem Geſchäftsbetrieb ſeinen wegen Hehlerei mit
Zucht=
haus beſtraften Stiefvater W. verwendet habe. Im
frag=
lichen Buch war eine größere Anzahl Blätter aus
unbe=
kanntar Urſache herausgeriſſen, während die ſonſtigen
Mängel des Buches geringfügig ſind. W. war nur wenige
Tage zur Aushilfe während der Abweſenheit M.s tätig und
übte damals, von der Polizei unbeanſtandet, ein eigenes
Trödlergeſchäft aus. Dem durch Rechtsanwalt Dr. Maurer
(Neuſchäffer) vertretenen Rekurs wurde jetzt ſtattgegeben
und die angefochtene Entſcheidung aufgehoben. — Ein
Geſuch um Erlaubnis zum Wirkſchaftsbetrieb für den
Neubau Weiterſtädterweg Nr. 35 hier war von dem
Bau=
unternehmer und Weißbindermeiſter Wilhelm
Dill=
mann geſtellt und erfuhr koſtenfällige Abweiſung. Gegen
dasſelbe hatten ſich übereinſtimmend das Polizeiamt, die
Wirtſchaftsdeputation der Stadtvertretung und der
Gaſt=
wirteverein ausgeſprochen, weil beim Vorhandenſein von
vier gleichen Lokalen in nahem Umkreis ein Bedürfnis
nicht beſtehe. Dieſer Auffaſſung ſchloß ſich der
Provin=
zialausſchuß an. — Gleiches Schickſal hatte das Geſuch
des Jakob Schäfer hier um Erlaubnis zum
Wirtſchafts=
betrieb für Pankratiusſtraße Nr. 48 und zwar aus den
nämlichen Erwägungen nach Verneinung des Bedürfniſſes
durch die erwähnten Faktoren. Es war zwar in
frag=
lichem Lokal ſchon früher Wirtſchaft geführt worden, doch
hatten jene Vorgänger keinen Erfolg, und für den
gering=
fügigen Umfang ſpricht neben dem kleinen Bierverbrauch
der Umſtand, daß Geſuchſteller das Ofenputzergewerbe
ausübt und der Betrieb nur nebenbei durch ſeine Ehefrau
bewirkt werden ſollte. — Ein weiteres, von der Ehefrau
Eliſabeth Hahn eingereichtes Wirtſchaftsgeſuch betrifft
das Haus Rhönring Nr. 35, und auch hier war das
Be=
dürfnis allſeitig verneint. Die durch Juſtizrat Hallwachs
vertretene Geſuchſtellerin beſtritt dieſe Auffaſſung und
brachte eine Anzahl Zeugen bei, welche den fraglichen
Be=
trieb für wünſchenswert erklärten zumal ein erfolgreicher
Betrieb durch die neue Inhaberin zu erwarten ſei und
es an einem geeigneten Lokal mangele. Die Wirtſchaft
beſteht ſeit 1903 und hat ſeitdem fünfmal den Inhaber
gewechſelt, auch Frau Hahn ſelbſt hatte ſie einmal mehrere
Jahre inne und gab ſie damals auf; ſeit 1910 ſteht das
Lokal leer. Polizeiamtmann Lauteſchläger begründete
den ablehnenden Standpunkt der Behörde. Das Geſuch
wurde koſtenfällig abgewieſen. — Das Geſuch der Johann
Loos Ehefrau in Offenbach um Erteilung eines
Wan=
dergewerbeſcheins wurde mangels feſten Wohnſitzes
zu=
rückgewieſen.
s. Ferienſtrafkammer. Der 36 Jahre alte,
diebſtahls=
rückfällige Bierbrauer Johann Leonhard Stuy in Unter=
Schönmattenwag wurde in der Samstagsverhandlung)
wegen Diebſtahls mit mildernden Umſtänden zu 5 Mo= Gefängnis, abzüglich 1 Monat
Unterſuch=
ungshaft, verurteilt. Er hatte in einer Wirtſchaft der
Altſtadt hier übernachtet und einem ſchlafenden
Zimmer=
genoſſen 12 Mark entwendet. Es trieb ihn dabei anſchei
nend keine Not, denn er verzechte ſofort den größten Tei
des Geldes mit anderen, ſodaß der Beſtohlene nur 3 Man
zurückerhielt. — Gleich ihm war auch der bisher undg
ſtrafte 48 Jahre alte Schneider Heinrich Lenhardt
Lampertheim geſtändig und erhielt mildernde Umſtäh
zugebilligt. Ihm fallen zwei Unterſchlagungen nebſt ein
Unkundenfälſchung zur Laſt, und er wurde hierfür in ei
Geſamtſtrafe von 5 Wochen Gefängnis, abzüglic
3 Wochen Unterſuchungshaft, verurteilt. Der eine ve
untreute Betrag von 50 Mark war ihm ſeitens einer nach
her verſtorbenen Frau zur Bezahlung einer Rechnung
eingehändigt worden. L. verbrauchte den Betrag fürſic
und legte eine gefälſchte Quittung vor. In dem andere
Fall unterſchlug er 38 Mark, den ihm ein Kunde zum An
kauf von Anzugsſtoffen anvertraut hatte. — Verſchieden
noch anberaumte Sachen waren ausgefallen.
pl. Verein Braunshardter Heim, E. V. Unter dem
Vorſitze Ihrer Durchlaucht der Fürſtin zu Erbach=Schön
berg fand am Samstag nachmittag im Neuen Gerichts
gebäude eine außerordentliche Mitgliederven
ſammlung ſtatt, deren aus zwei Punkten beſtehend
Tagesordnung wie folgt erledigt wurde: 1. Wahl eines
Ausſchußmitgliedes. Mit großem Bedauer
nahm die Verſammlung von der Bitte des Herrn Land
gerichtsrates v. Pfiſter Kenntnis, ihn von der Mitwirl
ung im Ausſchuſſe zu entbinden und wählte an ſein
Stelle Herrn Hofprediger Quack=Schönberg. 2. Di
Aenderung der Satzungen hängt mit dem erſten
Punkt der Tagesordnung inſofern zuſammen, als de
§ 5 Abſatz 3 der Statuten beſtimmt, daß jedes Ausſchußt
mitglied des ſeinen Sitz in Darmſtadt habenden Verein
in Darmſtadt wohnhaft ſein muß. Dieſer Paſſus wirdge
ſtrichen. Eine durch Schreiben des Herrn Provinzial
direktors Fey bekannt gegebene Zuwendung der Provin
zialkaſſen in Höhe von 650 Mark für die gemeinnützigel
Beſtrebungen des Vereins wird mit allſeitigem Dan
entgegengenommen. Zum Schluſſe dankt die Fürſtin Hern
Pfarrer Kleberger für die ſeitherige verdienſtvolle
ſchäftsführung, welche derſelbe unter Verbleib im Vor
ſtande an Herrn Hofprediger Quack=Schönberg abgibt
Mit Dank ſeinerſeits für die gütigen Worte der Fürſtiſſ
ſowie für freundliches Erſcheinen der Teilnehmer namens
der Fürſtin ſchließt Herr Pfarrer Kleberger hierauf die
Verſammlung, an welche ſich eine Beſprechung internen
Angelegenheiten anreihte. Anweſend war auch Herl
Major und Schloßhauptmann Baur=Schönberg, deſſen
uneigennütziges Wirken im Intereſſe des Vereins lobend
hervorgehoben zu werden verdient.
* Das ſtädtiſche Hallenſchwimmbad läßt nach einen
neueren Bekanntmachung mit Wirkung vom 1. Auguſt l.₰
ab eine Ermäßigung der Badepreiſe für die
Damenſchwimmhalle eintreten, und zwar koſtet dag
Bad für Erwachſene anſtatt ſeither 40 Pfg. künftignur
30 Pfg. und für Kinder anſtatt ſeither 20 Pfg. künftit
nur 15 Pfg. Außerdem werden für das
Damenſchwimm=
bad billige Monatskarten zum Preiſe von 2 Mk. 75 Pf
neu eingeführt. Sicherlich wird dieſes außerordentlich
Entgegenkommen der Stadtverwaltung allgemeine Ans
erkennung finden und zu einer weſentlichen Hebung des
Beſuches des Damenbades führen.
V.V. Von der „Elektriſchen‟. Erfreulicher Weiſe
werden auf allen Linien der elektriſchen Straßenbahn
vom heutigen Montag an zu den Frühzügen
Wagen gefahren, welche weſentliche Verbeſſerung unſerer
hieſigen Verkehrsverhältniſſe freudigſt zu begrüßen iſt.
*Der Verein der Detailliſten macht darauf auf
merkſam, daß alle diejenigen Firmen, welche ihren Aus
verkauf am Montag, den 1. Juli, begonnen haben, ihn
am Samstag abend beenden mußten. Das Geſetz
er=
laubt die Saiſon=Ausverkäufe nur während der Dauek
von 4 Wochen, nicht während der Dauer eines Monats
Wer daher einen Ausverkauf bis 31. Juli anzeigt, ſetzt
ſich der Gefahr aus, beſtraft zu werden. Gleichzeitig
wird darauf aufmerkſam gemacht, daß Ankündigungen
wie: Von heute ab Preisermäßigung auf
Sommer=
waren”, oder „Billiger Ausverkauf der Reſtbeſtände von
„Kino‟
* Unter dieſem Titel veröffentlicht Hauptmann Bayer
in der Beilage zu der bekannten Jugendzeitſchrift „Der
Pfadfinder” (Leipzig, Otto Spamer) die folgenden
be=
achtenswerten Ausführungen.
Es iſt augenblicklich Mode, gegen das Kino zu
ſchrei=
ben. Die Wirkung genoſſener Entrüſtungsartikel gegen
das „verflachende, ſenſationshungrige
Lichtbildtheaſter=
macht ſich ſelbſt dem Unbefangenſten dadurch bemerklich,
daß er ſchon beim Leſen des Wortes „Kino” oder gar
„Kientopp” in eine unbehagliche Gedankenverbindung
gerät.
Es iſt immer ein undankbares Geſchäft, gegen den
all=
gemeinen Strom zu ſchwimmen, — Dinge zu ſagen, die
ſich mit der Tagesanſicht nicht decken. Aber die Billigkeit
verlangt, daß man die Schlagwörter und Angriffe gegen
das Kind kühl und ſachlich auf ihre Berechtigung prüft.
Denn es ſcheint, dieſe Angriffe haben längſt über das
Ziel hinausgeſchoſſen. Wegen einiger Auswüchſe fordern
ſie gar das Verbot der ganzen Einrichtung. Das geht zu
weit.
Zunächſt muß man freilich zugeben, daß die
Be=
fehdung der Kinos nicht ſo ganz grundlos iſt. Mitunter
bekommt man im Kino Dinge zu ſehen, die ſich mit dem
guten Geſchmack in keiner Hinſicht vertragen. Es
unter=
liegt fernerhin keinem Zweifel, daß mit dieſer neuen und
wirkungsvollen Vorführungsart arger Mißdrauch
ge=
trieben werden kann. Und den Theatern kann man es nicht
verdenken, wenn ſie über die unliebſame Konkurrenz wenig
erfreut, und daher beſtrebt ſind, ſich ihrer Kunſt und ihres
Geldbeutels zu wehren.
Aber daß man dem Kino gleich einen Teil der
heu=
tigen „Sittenverderbnis” zur Laſt legt, ihm die Verrohung
der Jugend, oder gar die Zunahme an Kapitalverbrechen
aufs Konto ſchreibt, — das heißt Urſache und Wirkung
verwechſeln. Wenn die „Kientöppe” allabendlich
vollbe=
ſetzt ſind, wenn ihre überſchwenglichen oder zu draſtiſchen
Dramen ein beifallsfreudiges Publikum finden, ſo iſt
lei=
der daraus nur zu ſchließen, daß ſie (ſchauerlich zu ſagen)
— einem „tiefgefühlten Bedürfnis” entſprechen. Wen
trifft aber dann die Schuld? — Der Kinobeſitzer iſt von
Verufes wegen kein Erzieher des Volkes. Er will
ſeden, ſein Brat verdienen, wie andere Wezſchen auch
Im Beſtreben, eine gute Einnahme zu erzielen, bringt er
das was die Beſucher verlangen. Will man alſo das Kino
beſſern, müßte man erſt die Menſchen beſſern, die
hinein=
gehen. Alſo nicht das Kino erzeugt die Verderbnis,
ſon=
dern die „Verderbnis” iſt da, und das Kino ſteuert ihr
nicht. Vielleicht kommt es auch mitunter der
Senſations=
luſt allzu willfährig entgegen. Aber, ernſt geſprochen, kann
man vom Kino heute verlangen, daß es ſich zur
Volks=
erziehungsanſtalt aufwirft? Zu erziehen, vor allem auf
den guten Geiſt der Jugend zu wirken, iſt anderer Leute
Sache. Und dieſe ſollten den nutzloſen, weil über das
Ziel ſchießenden Vernichtungskampf gegen das Kino
auf=
ſtecken und dieſes lieber ihren Abſichten anpaſſen,
ihren Zwecken nutzbar machen.
Das Problem vor dem wir damit ſtehen, iſt ein
ähn=
liches, wie kürzlich beim Kampfe gegen die
Schund=
literatur. Auch da ging’s heiß her. Und als erſt einmar
der Vernichtungskrieg gegen die „Kolportage=Literarur”
die „Schmutzliteratur” die „Indianerſchmöker” ausgerufen
war, verwiſchte philiſtröſer Uebereifer bald die rechten
Grenzen. Ganz vernünftige Menſchen vergaßen plötzlich,
mit welcher Wonne ſie ſelber in ihrer Jugend allerlei böſe
„Indianerbücher” verſchlungen hatten, ohne daß es ihnen
das geringſte geſchadet hätte. Ja ſogar unſere Klaſſiker
der Jugendliteratur, ein Robinſon Cruſoe ein
Leder=
ſtrumpf, Bücher von Dumas und Kapitän Marryat
ge=
rieten mit ins Kreuzfeuer; und ich las ſogar einmal, daß
Grimms herrliche Märchen als die „Phantaſie zu ſehr
er=
regend” bezeichnet wurden. — Als ob man die Phantaſie
der Jugend eindämmen könnte! Nicht bremſen ſoll man,
ſondern nur ins rechte Geleiſe fahren. Dem fahrenden
Zug nicht in die Räder fallen, ſondern ihm die Weichen
richtig ſtellen. — So hat man’s denn auch ſchließlich
ge=
macht. Und auf dem Gebiete der Literatur iſt dann eine
„Jugendlektüre” entſtanden, die den „Indianerſchmökern”
ihre Kunſtgriffe abſieht — die packenden Titel, die
fort=
laufende Spannung in der Handlung, die lebendige
Illuſtrierung, — und dabei ganz unmerklich alles das
bie=
tet, was der Jugend wirklich frommt.
Uebertragen wir dieſes Beiſpiel auf das Kino, ſo iſt
die Löſung unſerer Aufgabe eigentlich gar nicht ſchwer.
Sind wir uns erſt bewußt, daß es gar nichts nützt, der
Jugend die Lichtbildertheater zu verbieten, weil ſolch
Verbot nur zur Umgebuns drängt, die Neugierde erregt.
die Phantaſie erſt recht erhitzt, — ſo haben wir nicht
weiter zu tun, als das Kino, unter Beibehaltung der von
der Maſſe verlangten äußeren Form, in ethiſche Werie
umzumünzen.
In dieſem Sinne wendeten wir uns an den Dir
tor des Olympia=Kino=Theaters in Berlin zugunſten einer
Vorführung für die Pfadfinder. Der Direktor war ſofon
für den Plan begeiſtert, kam in jeder Weiſe entgegen.D
Eintritt wurde auf 25 Pfg. feſtgeſetzt wobei freilich kaum
die Selbſtkoſten gedeckt wurden. Aber der Beſitzerdes
Kinos war ſelber ſo erfreut, einmal zeigen zu können
wie Gutes ſein Inſtitut bieten könne, daß er kein
Mühen und Koſten ſcheute.
Eine Prüfung der zur Verfügung ſtehenden
Films=
rollen ergab eine geradezu erſtaunliche Fülle von vortret
lichem, einwandfreiem Material.
Schließlich wurde folgendes Programm feſtgeſtellt;
1. Faſanenzucht (eine Darſtellung der Faſanenzüchterel
2. Tauſend Inſeln im St. Lorenz=Strom (Landſchat
bilder).
3. Flüſſige Luft (phyſikaliſche Verſuche in rein ie
ſchaftlichem Stil).
4. Seideninduſtrie in Kambodſcha (vollſtändige Da
ung vom Seidenwurm bis zum geſponnenen Tuche
5. Holztransport aus Kadore (Landſchaftsbilder, von
wärtsgetriebenen Floß aus geſehen).
6. Generalfeldmarſchall v. d. Goltz hält die Heerſchau üher
die Deutſchen Pfadfinder ab.
7. Der Simplonpaß (Landſchaft und Eiſenbahnbau).
8. Die Sinnpflanze (eine ſeltſame naturgeſchichtliche
Wahrnehmung der Empfindlichkeit einer Pflanze für
Berührung und Wärme).
9. Ein Käferſpiel (heitere, harmloſe Komödie, nebenbei:
Ein Wunder von kinematographiſcher Kunſt).
10. Waſſeraeroplane gegen Motorboote (ein Beweis, für
die Fortſchritte der Aviatik).
11. Der Siebenſchläfer (naturgeſchichtliche Vorführung).
12. Der kleine Spion (Geſchichte eines 12jährigen Jungen,
der durch Geſchicklichkeit und Entſchloſſenheit ſeinen
Vater und deſſen Truppe vor dem Anſchlag des
Feindes rettet).
Die Pfadfinder waren mit ihren Eltern
einge=
laden. Außerdem waren die Lehrerkollegien aufgefordert
Nummer 178.
Darmſtadter Tagblatt, Montag, den 29. Jult 1912.
Seite 3.
SSommerwaren” u. a. nach einer Gerichtsentſcheidung
laals Fortſetzung der Saiſon=Ausverkäufe anzuſehen und
Daher nicht geſtattet ſind.
V.V Telephon=Verkehr mit Karlsbad. Auf eine
Eingabe des Verkehrs=Vereins, eine Telephonverbindung
Zwiſchen hier und Karlsbad herzuſtellen, teilt die
Ober=
woſtdirektion mit, daß dieſe Einrichtung ſchon ſeit Monaten
Beſtände, was als ein erfreulicher Fortſchritt zu begrüßen iſt.
— Zeppelin=Freifahrten. Der nach einer
Neuorga=
miſation nunmehr in das Vereinsregiſter in Stuttgart
eingetragene „Verein für Zeppelinfahrten”, deſſen
Geſchäftsſtelle ſich in Frankfurt a. M. befindet, hat eine
Ausloſung unter ſeinen derzeitigen Mitgliedern von
Frankfurt und Umgebung vorgenommen, wobei auch
Zwei Darmſtädter das Glück hatten, eine Freifahrt
n einem Zeppelin=Luftſchiff zu gewinnen, nämlich die
Herren Dr. Carl Loewer und stud. mach. Eugen Faatz.
— Aerztliche Beratungsſtelle Feldbergſtraße 69.
Alm 31. Juli d. Js. eröffnet die Großh. Zentrale für
Mutter= und Säuglingsfürſorge eine neue
Beratungs=
ſtelle Feldbergſtraße 69. Sie findet jeden Mittwoch von
½5—½6 Uhr ſtatt. (Kranke Säuglinge ſind nicht in
Die Beratungsſtelle zu bringen.) Die Bewohner des
Mord=Weſt=Bezirkes werden auf dieſe Einrichtung
auf=
merkſam gemacht.
* Bilder vom Tage. Unſere Bilderauslage in der
Expedition, Rheinſtraße 23, bringt von heute ab eine
Gruppenaufnahme von der Nordlandreiſe des Deutſchen
Raiſers, ein Gruppenbild der Kaiſerlich Japaniſchen
Fa=
milie nach einer Zeichnung, eine Gruppe aus dem
Feſt=
nuge des deutſchen Sängerfeſtes in Philadelphia und
Kartenſkizzen zum Angriff der Italiener auf die
Dar=
wanellen.
— Die filberne Hochzeit feiern der
Straßenreinigungs=
tauffeher Heinrich Meyer und deſſen Ehefrau Anna Meyer
am Dienstag, den 30. Juli.
Reſtaurant Rummelbräu. Man ſchreibt uns:
Won Dienstag, den 30. Juli, ab, will der neue
(Reſtaurateur Herr Emil Ekey regelmäßige Konzerte
Einführen, bei welchen der hübſche Garten (Platanen),
welcher ſeit der kürzlich ſtattgefundenen Renovierung
ſich bürgerlich gediegen präſentiert, ſehr zu ſtatten
hwmmt. Außerdem wird auch die bereits als vorzüglich
ekannt gewordene Küche des Herrn Ekey zu einem
gahlreichen Beſuche beitragen. Das Konzert wird
aus=
eführt von der Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts.
Nr. 61 unter Herrn Webers Leitung. Zu den
Konzerten werden Familienkarten (10 Karten 1,50 Mk.)
a usgegeben, welche auch zu den im Winter wieder
negelmäßig an Sonntag=Nachmittagen ſtattfindenden
Konzerten Gültigkeit haben.
n. Offenbach, 27. Juli. Der in den Mühlheimer
Farbwerken beſchäftigte 23jährige Fabrikarbeiter Emil
Wandrer aus Lahr in Baden hatte eine andere
Ar=
beeit im Betrieb erhalten ſollen und war deshalb
ausge=
ureten. Hierfür machte er den Werkführer Douvier
ver=
antwortlich und wollte ſich rächen. Als Letzterer am
ge=
trannten Tage bei der Mittagspauſe auf dem Fahrrad
im ſeine Wohnung fuhr, gab Wandrer, der ihm
aufge=
kauert hatte, vier Revolverſchüſſe ab. Keine der
Kugeln traf, dagegen verletzte ſich der Täter ſelbſt beim
Schießen leicht. Er flüchtete, hat ſich aber in vergangener
Nacht ſelbſt der hieſigen Polizei geſtellt. W. wird ſich vor
vem Schwurgericht zu verantworten haben.
n. Lindenfels, 27. Juli. Der geſtern von Bensheim
gemeldete Fall der Feſtnahme des
Geſchäfts=
füührers B. hat ſich in ſeinen etwas eigenartigen,
zu=
erſt ziemlich dunklen Umſtänden inzwiſchen aufgeklärt.
Nach ſeiner Vernehmung vor der Darmſtädter
Staatsan=
waltſchaft wurde der Betreffende wieder auf freien Fuß
geſetzt. Er hatte, wie er angibt, anläßlich eines
Vor=
kommniſſes kurzer Hand jene Stellung gelöſt, eine
ſchrift=
liche Mitteilung auf dem Bureau zurückgelaſſen und der
voon ihm geführten Kaſſe für Gehaltsanſprüche 380 Mark
erttnommen, womit er die erwähnte Automobilfahrt
an=
trat. Inzwiſchen war das Fehlen des Geldes entdeckt
umd Diebſtahlsanzeige erſtattet worden.
Gießen, 27. Juli. Der Taglöhner G. ſtürzte in
verfloſſener Nacht aus dem Fenſter ſeiner im zweiten
Ettock belegenen Wohnung in den Hof und ſtarb eine
Ertunde ſpäter infolge der erlittenen Verletzungen. G.
waar dem Trunke ergeben und kam geſtern abend betrunken
nach Hauſe. Ob Unfall vorliegt oder Selbſtmord, bedarf
noch weiterer Aufklärung.
* Bad Salzhauſen, 27. Juli. Juſtizrat und Notar
Friedrich Kraft aus Büdingen, der hier bei Verwandten
Az Beſuch weilte, fiel am Montag abend über eine Mauer
und brach den Wirbelknochen. Der Verletzte, der im 77.
Labensjahr ſteht, iſt an den Folgen des Sturzes
ge=
ſtorbeu.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. Juli. Der von Berlin
nach Hinterlaſſung einer Schuldenlaſt von mehr als einer
Million Mark geflüchtete Kaufmann Arnold Koghen
iſt, wie gemeldet, in Paris verhaftet und an
Deutſchland ausgeliefert worden. Im Herbſt 1911
er=
öffnete Koghen in der Friedrichſtraße ein großes
Ziga=
rettengeſchäft, und nach und nach wurden in
an=
deren belebten Hauptſtraßen vier Zweiggeſchäfte errichtet,
die bald durch ihre reklamenhafte Inſzenierung viel von
ſich reden machten. Eines Tages erhielt z. B. jeder
Käu=
fer unentgeltlich ein Billet zum Metropoltheater, denn
Koghen hatte das Theater für einen Abend zum Preiſe
von 6000 Mark gepachtet. Durch falſche Angaben wurde
eine in Charlottenburg wohnende Frau veranlaßt, 750000
Mark ins Geſchäft zu ſtecken, und desgleichen gelang es
Koghen und ſeinen Mitarbeitern, einen aktiven ſächſiſchen
Oberleutnant zu überreden, für die von der Firma
Hei=
nicke geſtellten Ladeneinrichtungen eine Bürgſchaft in der
Höhe von 250000 Mark zu übernehmen. Den
Rieſen=
ausgaben der fünf Geſchäfte entſprachen jedoch die
Ein=
nahmen keineswegs, vielmehr waren ſie ſehr gering.
Dazu kam noch, daß Koghen perſönlich großen Aufwand
trieb, und ſo ſah er ſich denn auch nach kaum
halbjähri=
gem Geſchäftsbetriebe veranlaßt, am 20. März Berlin
heimlich zu verlaſſen. Hinter Koghen erließ der
Staats=
anwalt einen Haftbefehl, doch alle Nachforſchungen
nach ſeinem Aufenthalt ſchienen erfolglos verlaufen zu
ſollen, bis die Auffindung eines unerlaubten
Briefwech=
ſels mit der Frau eines Freundes dem Flüchtigen
ver=
hängnisvoll wurde, und der Unterſuchungsrichter durch
einen höchſt tragikomiſchen Vorfall den Zufluchtsort
Koghens erfuhr. Er hatte ſich nämlich nach Paris
ge=
wandt und dort bei einem langjährigen Bekannten,
einem Warenhausbeſitzer, gaſtliche Aufnahme gefunden.
Seinen liebenswürdigen Gaſtgeber bat er nun, nach
Ber=
lin zu fahren und ihm von der
Gepäckaufbewahrungs=
ſtelle des Bahnhofs Friedrichſtraße zwei dort noch
lagernde Koffer abzuholen, deren
Hinterlegungs=
ſchein und Schlüſſel er ihm aushändigte. Er ſollte,
ſo=
bald er die Gepäckſtücke hätte, ſie öffnen, einige darin
ent=
haltene Briefſachen herausnehmen und zur Poſt bringen.
Tatſächlich ſetzte ſich der Warenhausbeſitzer aus
Freund=
ſchaft für ſeinen Schützling auf die Bahn und dampfte
nach Berlin. Die Koffer hatte er ſchnell eingelöſt und
im Hotelzimmer geöffnet, um die fraglichen Poſtſachen
zu entnehmen. Was aber lag unter der Wäſche? Die
Schrift kam dem guten Warenhausbeſitzer merkwürdig
bekannt vor: Liebesbriefe ſeiner eigenen Frau aus Paris
an ſeinen Freund und Auftraggeber Koghen! Der Zorn
wallte in ihm auf, und einige Stunden ſpäter war den
deutſchen Behörden der Aufenthaltsort des geſuchten
doppelten Betrügers bekannt. Bald darauf erfolgte die
Verhaftung Koghens in Paris; die Einleitung des
Auslieferungsverfahrens folgte und bald mußte der
Zigarettenhändler in unfreiwilliger Begleitung eines
franzöſiſchen Kriminalbeamten ſeinen Einzug in Berlin
halten, auf dem nämlichen Bahnhof, wo er einige
Mo=
nate vorher ſein Schickſal unvorſichtigerweiſe einem
Hand=
koffer anvertraut hatte. — Mehrere Studenten
hatten geſtern einen Ausflug nach dem Weddinſee
unternommen, um zu baden. Einer der Kameraden
über=
ſchätzte ſeine Kräfte, wagte ſich zu weit in den See
hin=
aus und verſank plötzlich in den Fluten. Die Leiche
konnte bis ſpät abends noch nicht gefunden werden. —
Bei einem großen Dachſtuhlbrand in der
Emſer=
ſtraße, der drei Stunden zu ſeiner Bewältigung in
An=
ſpruch nahm, verunglückten drei Feuerwehrleute.
Aſchaffenburg, 27. Juli. Die Leutnants Dobmayer
von hier und Funkler, beide vom 10. bayeriſchen
Feld=
artillerie=Regiment, haben am 17. Juli eine Hochtour in
den Tauern unternommen und ſind ſeitdem ſpurlos
verſchwunden. Bereits am 24. Juli hätten die
bei=
den Offiziere wieder in ihrer Garniſon eintreffen können.
Eine ausgeſandte Hilfsexpedition hat von den Vermißten
bis geſtern abend keine Spur entdeckt. Man fürchtet, daß
ſie umgekommen ſind.
Mannheim, 27. Juli. Die Intendan tenfrage,
die infolge des plötzlichen Rücktritts des
In=
tendanten Gregori eine raſche Löſung
erforf=
derte, iſt vom Stadtrat in folgender Weiſe geregelt
wor=
den: Bis zur definitiven Anſtellung eines neuen
Inten=
danten wird dem Oberregiſſeur Emil Reiter die Leitung
der Schauſpiele, dem erſten Kapellmeiſter Adolf Bodanzky
die Leitung der Oper übertragen. Die Leitung der
Ge=
ſchäfte beſorgt bis auf weiteres Stadtſyndikus Landmann.
München, 27. Juli. Die Kammer der Abgeordneten
genehmigte den neuen Lokalbahn=
Geſetzent=
wurf, nach welchem fünf neue Lokalbahnen
gebaut werden ſollen. Die Geſamtkoſten belaufen ſich mit
Reſerven und Verwaltungskoſten auf 7883700 Mark.
München, 27. Juli. Geſtern ſind bei einer Tour auf
die Zugſpitze zwei Touriſten im Höllental
abge=
ſtürzt und ſofort tot geblieben. Ein anderer Touriſt
iſt in der Höllentalklamm vom Blitzſchlag getroffen
wor=
den. Die Perſönlichkeit der Abgeſtürzten konnte bisher
noch nicht feſtgeſtellt werden.
Köln, 27. Juli. In Solingen und Umgegend ſind 15
Perſonen an Typhus erkrankt. Die Kranken
muß=
ten in der Baracke des Solinger Krankenhauſes
unter=
gebracht werden. Da die Baracke nur 9 Betten hat, ſo
mußte ſofort zum Bau einer neuen Baracke geſchritten
werden.
Seelow, 27. Juli. Ein ſchwerer Aut
omo=
bilunfall ereignete ſich geſtern in der Nähe unſerer
Stadt. Ein von Berlin kommender Kraftwagen, der nach
Warſchau wollte und in dem die Beſitzer, die ruſſiſchen
Grafen Leon und Onifri Rynski, Graf Brzewski und der
Chauffeur ſaßen, kam auf der abſchüſſigen Chauſſee ins
Gleiten. Dabei fuhr er gegen einen Baum. Die
In=
ſaſſen wurden herausgeſchleudert. Während der
Chauf=
feur und der eine der beiden Grafen Rynski mit leichten
Verletzungen davonkamen, wurden der andere Graf
Rynski und Graf Brzewski ſchwer verletzt. Mit Hilfe
herbeigerufener Aerzte erfolgte die Ueberführung ins
Lutherſtift in Frankfurt a. d. Oder.
Peſt, 27. Juli. In der Nähe des Badeortes Koriz iſt
ein mit fünf Perſonen beſetztes Automobil gegen
einen Baum geſchleudert worden und umgeſchlagen. Von
den Inſaſſen wurden zwei ſchwer verletzt, die anderen
kamen mit leichteren Verletzungen davon. Unter den
Schwerverletzten befindet ſich ein Straußenfeder=Reiſender
aus Alexandrien.
Oſtende, 27. Juli. Die verhafteten Perſonen, die
be=
ſchuldigt ſind, den Juwelendiebſtahl bei der
Prin=
zeſſin von Thurn und Taxis ausgeführt zu haben, ſind in
das Unterſuchungsgefängnis in Brügge übergeführt
wor=
den. Bei einer Durchſuchung der Hotelzimmer, die die
Verhafteten bewohnt haben, wurden zahlreiche chiffrierte
Depeſchen gefunden, die unzweideutig ergaben, daß darin
von Diebſtahl die Rede war.
Eaſtbourne, 27. Juli. Zurzeit iſt man damit
beſchäf=
tigt, das Wrack der untergegangenen „
Oze=
ana” das eine Gefahr für die Schiffahrt bildet, mit
Sprengſtoff auseinander zu reißen. Die
Sprengſtoffoperationen ſind eine der Sehenswürdigkeiten
von Eaſtbourne geworden, und täglich macht eine große
Anzahl von Touriſten die 12 Kilometer lange Bootfahrt
nach der Unglücksſtelle hinaus. Die „Oceana führte eine
große Anzahl von Weinfäſſern an Bord, die durch die
Sprengung zerſchmettert werden, ſo daß das Waſſer in
weitem Umfange rötlich gefärbt iſt, was, wie ein
ſentimentaler Seemann meinte, ausſähe, als ob die
„Oceana” ſich verblute. Bei der zweiten Sprengung
wur=
den von den Tauchern 80 Pfund Tonit gelegt und die
Ex=
ploſion warf das Waſſer 30 Fuß hoch. Der Effekt war
der einer rieſenhaften Luftblaſe, die das Waſſer
kuppel=
förmig hochhob bis ſie zerplatzte. Beſonders fatal iſt die
Exploſion den Fiſchen, von denen jedesmal eine große
An=
zahl getötet wird. Von den Bootsleuten werden die Fiſche
als gute Priſe aufgefiſcht und mit nach Hauſe genommen.
Die Sprengungsarbeiten dürften noch über einen Monat
in Anſpruch nehmen, ehe die „Oceana” gänzlich vernichtet
iſt. Wäre ſie aus Holz gebaut, ſo wäre die
Zerſtörungs=
arbeit ſchon längſt erledigt, aber die ſchweren Stahlplatten
bieten den modernſten Sprengſtoffen energiſchen
Wider=
ſtand.
London, 27. Juli. Der Standart meldet aus New=
York vom 26. Juli: In Paint Creek, dem Bergbaubezirk
Weſtvirginias, kam es zu wilden Aufruhrſzenen,
bei denen ein Detektiv getötet und der Chef der
De=
tektivs des Kohlenreviers tödlich verwundet wurde. Die
Unruhen ſind noch immer im Gange. Die Bergleute haben
die Telegraphen= und Telephondrähte durchſchnitten und
es iſt deshalb unmöglich, genaue Nachrichten zu erhalten,
doch glaubt man, daß die Unruhen ernſter Natur ſind. Es
wurde verſucht, Truppen auf den Schauplatz zu bringen,
doch wurden die Züge nicht abgelaſſen, da man fürchtet,
ſie würden in die Luft geſprengt werden. Die wildeſten
Gerüchte ſind im Umlauf, bedürfen jedoch der Beſtätigung.
Nach der Evening Sun ſollen Detektivs verſucht haben,
ein Maſchinengewehr aufzuſtellen, die Bergleute brachten
aber eine Bombe zur Exploſion, die eine ſchreckliche
Ver=
heerung anrichtete.
Liſſabon, 27. Juli. Die Juwelen der
Exköni=
gin Maria Pia von Portugal, die jetzt in
Liſſa=
bon verſteigert werden, beſtehen aus 367 Stücken, die einen
großen Wert darſtellen. Die Hauptgegenſtände ſind: ein
Haarſchmuck aus Diamanten im Werte von mehreren
hunderttauſend Francs, ferner ein Perlenkollier, aus 324
Perlen beſtehend, das 150000 Francs gekoſtet hat, ſowie
ein anderes Perlenkollier mit 274 Perlen. Der Ueber=
worden, ſowie alle, die irgendwie ſachliches Intereſſe an
Adar Vorführung haben konnten. Im übrigen aber war die
Vorſtellung als „geſchloſſene” Veranſtaltung durchgeführt,
Adann auch hierin frommt Vorſicht.
Vielleicht mutet unſer Programm ein wenig zu ernſt,
u ſehr aufs Lehrhafte geſtimmt, an. In Wirklichkeit
Amerkte man davon nichts. Die mit Muſikbegleitung
vor=
gefführten Lichtbilder wirkten flott und anregend. Die
Juingen folgten von Anfang bis zu Ende mit geſpannter
Aufmerkſamkeit und brachen höchſtens nach mancher
be=
ſonders ſchönen Nummer in begeiſterten Beifall aus. Am
Schluſſe drangen ſie in mich, noch recht oft ſo einen „
Kien=
ppp” zu veranſtalten. Und dann gingen ſie hinaus, froh
ſund vergnügt, ein bißchen an anſchaulichem Wiſſen reicher,
für Naturſchönheiten begeiſterter; vielleicht und hoffentlich
ſiuch weniger erpicht auf törichte und flache
Senſations=
ilme. Dieſe würden verſchwinden, wenn die Zahl derer
Feringer würde, die nach ihnen verlangen. Das Kino ſelbſt
hat kein Intereſſe daran, die Senſationsfilmen zu erhalten,
lie öden ja deren Direktoren mindeſtens ebenſo an, wie
jeden Menſchen von gutem Geſchmack. Von dieſer Seite
vird alſo einer Beſſerung ſicher kein Hindernis in den
Veg gelegt. Man verlange nur ein gutes Programm, und
nan wird es erhalten. Denn jeder ſitzt in dem Kino,
zen er verdient.
Feuilleton.
Ein ergebnisreiches Interview. Am Mittwoch iſt
Pierpont Morgan auf der Heimkehr von ſeiner
Europa=
ſeiſe in New=York eingetroffen und hat vollbracht, was
isher noch keinem ſeiner Landsleute gelang: er wurde
nit den Interviewern fertig, ohne etwas zu ſagen. Allen
Bemühungen der ſtürmiſchen Reporter ſetzte der
be=
fühmte Multimiklionär mit wahrhaft ſanfter Milde
mmer wieder den einen Satz entgegen: „Nichts zu
lagen”. Einer der Interviewer fuhr ſich verzweifelt
furch die Haare, er rief, er ſchrie, nein er brüllte ſchließlich
Moxgan entgegen: „Sie ſind der einzige Menſch Ameri=
kas, der ſich weigert, den Reportern etwas zu ſagen”
Und Morgan ſah den Troſtloſen ſchweigend an und
öffnete ſchließlich warmherzig die Lippen zu dem
Be=
kenntnis: „Nichts zu ſagen‟. Ein zweiter Reporter
fal=
tete flehend die Hände: „Mr. Morgan, ich habe erſt jetzt
geheiratet, wenn Sie mir etwas erzählen, erhalte ich
eine Zulage‟ Und Morgan ſah den ehrgeizigen
Ehe=
mann an und meinte: „Lieber zahle ich die Zulage ſelbſt“
Aber er tat es ſchließlich doch nicht. Auch in dieſ=
Punkte hatte er weiter nichts zu ſagen. „Was ſagen Sie
zu Churchills neuer Flottenforderung und dazu, daß er
endlich in ſeinen Aeußerungen über Deutſchland alle
diplomatiſche Heimlichtuerei beiſeite ſetzt?” Und Morgan
ſah den Frager an: „Wie meinen Sie?‟ Er ſchien ſehr
intereſſiert und ließ ſich von dem Reporter die ganze
Rede Churchills erklären. Und als er alles erfahren
hatte, nickte er befriedigt und erwiderte: „Nichts zu
ſagen”. „Aber Sie kommen doch aus Deutſchland, Mr.
Morgan, Sie waren mit dem Kaiſer zuſammen, Sie
müſſen doch etwas darüber wiſſen?‟ Da löſte ſich
end=
lich die Zurückhaltung Morgans und er erklärte dem
Frageſteller kurz: „Das iſt mir bekannt, aber der Kaiſer
hat mir nichts geſagt. Er hat mir nicht geſagt, daß er
mit England Krieg führen wolle‟. Ein anderer
Jour=
naliſt wies darauf hin, daß Morgans Abreiſe nach
Enropa ſeinerzeit mit einer Sicherheitsleiſtung bei
Ge=
richt zuſammenhing. Morgan ſah den Mann an und
er=
klärte: „Nichts zu ſagen” „Was hakten Sie von dem
Elchhirſch?‟ Elchhirſch? Ich weiß nichts vom Elchhirſch”
„Aber der Elchhirſch, das iſt doch Rooſevelts neue
Fort=
ſchrittspartei, ſo heißt die dritte neue Partei”. „Was
weiß ich von Rooſevelt?‟ Die Mitreiſenden erzählen, daß
der Multimillionär während der Ueberfahrt ſtets ſehr
vergnügt, freundlich und in beſter Laune geweſen ſei;
erſt als die Ankunft in New=York näher rückte und das
Geſpenſt der Interviewer auftauchte, ſank der Barometer
ſeiner Lebensfreude ſichtlich. Das Luſtigſte aber iſt, daß
die amerikaniſchen Zeitungen jetzt dem mißglückten
Inter=
view mit Mr. Morgan ganze Spalten widmen. Die Re=
porter haben ſich wenigſtens nicht umſonſt ausfragen
laſſen und ganz Amerika nimmt mit lebhaftem
Inter=
eſſe davon Kenntnis, daß Pierpont Morgan „nichts zu
ſagen” hat.
CK. Der Damenſtreik im Badeort. Es ſcheint, daß
die liebreizenden Töchter Kaliforniens, die in den
Som=
mermonaten am Strande des Ozeans Erholung ſuchen,
bei ihrer Badereiſe nicht nur von dem egoiſtiſchen
Ge=
fühl geleitet ſind, ſich von den Strapazen der winterlichen
Geſelligkeit zu erholen. Im Gegenteil, ſie ſind altruiſtiſch
geſinnt, und bei der Fahrt ins Seebad erfüllt ſie die
Hoffnung und der Wunſch, einen Mann zu finden, den ſie
auf einige Zeit, wenn möglich, lebenslänglich beglücken
können. Das zeigt jedenfalls ein nicht alltäglicher
Vor=
fall, von dem die Daily News berichten und der ſich in
dem faſhionablen kaliforniſchen Badeort Long=Beach
er=
eignet hat. Ein böſer Zufall wollte es, daß in dieſem
Jahre die Zahl der jungen Damen ſehr groß wurde,
während die jungen, heiratsfähigen oder wenigſtens
flirtfähigen Männer durch ihre Abweſenheit auffielen.
Nach einer gewiſſen, durch den Anſtand gebotenen
Warte=
zeit taten ſich die jungen Damen zuſammen und das
Er=
gebnis war, daß den Hoteliers und den Penſionsbeſitzern
m gleichen Tage von den meiſten Damen ein energiſches
Ultimatum geſtellt wurde: entweder ihr ſorgt dafür, daß
binnen einer Woche genügend Herren da ſind, die einen
zum Strand begleiten, Tennis ſpielen und für
Unter=
haltung ſorgen, oder wir reiſen ſofort nach Ablauf der
geſetzten Friſt ab. In ihrer Verzweiflung blieb den
Gaſt=
hofbeſitzern und Penſionsinhabern nur noch ein
Gewalt=
mittel übrig, um keinen Preis konnten ſie ſich ihre Saiſon
ruinieren laſſen. Zwei Tage ſpäter gingen Hunderte von
Zirkularen an bekannte junge Herren ab, in denen die
mildtätigen Wirte die Männer in ihrem eigenſten
Inter=
eſſe beſchworen, doch auf einige Wochen in Long=Beach
Zaſt zu ſein. Und zwar Gaſt im ſchönſten Sinne des
Wortes, geladener Gaſt, ohne Rechnung, ohne
Verpflicht=
ung zum Bezahlen. Und wirklich kamen noch vor Ablauf
der Friſt eine ganze Reihe von praktiſch gefinnten jun=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Juli 1912.
Nummer 176.
ſchuß der Verſteigerung, der auf eine Million geſchätzt
wird, geht auf den Herzog von Oporto, den Onkel des
Exkönigs Manuel, über. Der König von Italien, der
ein Neffe der Exkönigin Maria Pia iſt, ſoll die Abſicht
haben, die meiſten der Kleinodien anzukaufen.
Petersburg, 27. Juli. Großes Aufſehen erregt hier
die Ermordung des bekannten Millionärs und
Vorſitzenden der Induſtrie=Fabrikanten=Geſellſchaft
Bol=
jaof durch ſeine Geliebte, die Frau des Staatskapitäns
Bogdanowitſch. Nach heftiger Eiferſuchtsſzene erſchoß die
Bogdanowitſch den ſpät heimkehrenden Millionär.
Akuroyri (Island), 26. Juli. Der in Jſafjord
be=
heimatete Fiſchkutſter „Silden” iſt untergegangen.
Die Beſatzung von elf Mann iſt ertrunken.
Algier, 27. Juli. Die Erdſtöße in der Umgebung
von Oran dauern noch an, beſonders in Arzew. Die
Stöße ſind von heftigem unterirdiſchem Getöſe begleitet.
Die Einwohner, von Panik ergriffen, lagern unter freiem
Himmel. Einige Wohnhäuſer ſind ſtark beſchädigt
wor=
den, desgleichen die Kaſernen der Schützenregimenter.
Militäriſches.
Ein großer Mangel an Militärmuſikern
macht ſich ſchon ſeit einigen Jahren bemerkbar, ohne
daß darüber etwas in die Oeffentlichkeit gedrungen
wäre. Die Kapellmeiſter ſind deshalb vielfach in großer
Verlegenheit, denn es iſt oft unmöglich, eine geeignete
Beſetzung herbeizuführen. Der Mangel wird treffend
illuſtriert durch die letzte Nummer der „Deutſchen
Militärmuſiker=Zeitung” welche nicht weniger als acht
große Seiten offener Stellen bekanntgibt. Nach allen
Inſtrumenten iſt Nachfrage. Die meiſten offenen Stellen
entfallen auf die Infanterie, aber auch die
Trompeter=
korps der Kavallerie und Artillerie ſind mangelhaft
beſetzt. Bei der Garde ſind die Muſiketats vollzählig.
Man ſchätzt die Zahl der fehlenden etatsmäßigen
Militärmuſiker auf über tauſend. Die Erſcheinung iſt
nach fachmänniſchem Urteil unſtreitig auf die Tätigkeit
der Zivilmuſikerverbände zurückzuführen, die es nach
jahrelangem Kampf endlich dahin brachten, daß ihr
Tarif auch für die Militärmuſiker Gültigkeit erhielt.
Da auch das Spielen der Militärmuſiker in Uniform
nur ausnahmsweiſe geſtattet iſt, ſo werden die
Zivil=
kapellen immer mehr zu Konzerten herangezogen.
Da=
durch iſt bedingt, daß für die Militärmuſiker oft flaue
Zeit herrſcht und der Nebenverdienſt ausfällt.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 27. Juli.
Börſenwochen=
bericht. Wenn auch augenblicklich eine größere
Ge=
ſchäftsſtille vorherrſchend iſt, ſo kann doch von einer feſten
Stimmung geſprochen werden. Beobachten die
Spekula=
tion ſowie Privatpublikum momentan eine gewiſſe
Zu=
rückhaltung, ſo ſtellt ſich doch immer mehr heraus, welch
ſtarke Anregung Induſtrie, Handel und Börſe ſchon von
der bloßen Ausſicht auf eine günſtige Ernte empfangen.
In den meiſten Induſtrien rüſtet man ſich für große
Auf=
träge aus den Kreiſen der Landwirtſchaft, da die
Er=
fahrung langer Jahre gelehrt hat, daß bei Ueberſchuß
in der landwirtſchaftlichen Bevölkerung auch große
Be=
ſtellungen, beſonders in Maſchinen und Bedarfsartikeln
erfolgen. Auch in der Induſtrie ſcheint die Lage äußerſt
befriedigend, nachdem Preiserhöhungen nicht nur in
Deutſchland, ſondern auch im Auslande eintreten
konn=
ten. Ebenſo ſind die Juni=Einnahmen der deutſchen
Eiſenbahnen wieder ſehr erfreulich. Eine Nachbeſtellung
von 4000 Güterwagen für die preußiſche Staatsbahn=
Verwaltung darf als bemerkenswert erwähnt werden.
Schließlich geſtaltet ſich die Ultimoregulierung äußerſt
leicht, da Geld zu Prolougationszwecken bis 4 Prozent
reichlich vorhanden iſt. Der Privatdiskont hat ſich eine
Nuance (3½—3¾ Prozent) erhöht, aber die Geldlage
iſt andauernd befriedigend Der Status der Reichsbank
hat in der dritten Juliwoche ſich weiter gebeſſert,
beſon=
ders in der Zunahme des Goldbeſtandes, wegen des
ſehr bald beginnenden Herbſtbedarfes. Es liege, nach
den Aeußerungen des Bankpräſidenten, keine
Veranlaſ=
ſung vor, eine Aenderung im offiziellen Diskontſatz
vor=
zunehmen.
Am deutſchen Rentenmarkt war, nach zeitweiſer
Er=
mattung (3 Prozent Reichs= und 3 Prozent preußiſche
Konſols gingen auf 79½ zurück) war größere Kaufluſt
und damit Preiserholung vorhanden. Bei den engliſchen
Konſols erfolgte Preisdruck bis 73¾ um 74½ zuletzt zu
notieren. Wie ſchon im vorigen Bericht erwähnt,
be=
ginnt im engliſchen Volk allmälig intenſivere
Verſtim=
mung ſich geltend zu machen, denn die ſeit Jahren
er=
folgte Rückwärtsbewegung dieſes Papiers von 114 auf
gen Herren, die ſich dieſe koſtenloſe Sommerfriſche nicht
entgehen laſſen wollten und jetzt in Long=Beach logieren,
ohne einen Pfennig Penſion zu zahlen.
* Die ſieben modernen Weltwunder. Eine Zeitſchrift
in Chicago hat an genau tauſend der bedeutendſten
Män=
ner der Neuen wie der Alten Welt eine Umfrage gerichtet,
und zwar ſollten ſich die Berühmtheiten darüber äußern,
welche ſieben unter 56 modernen Erfindungen und
Ent=
deckungen aller Gebiete ſie für „Weltwunder” hielten. Das
Ergebnis iſt für uns Deutſche inſofern intereſſant, als
deutſche Denker und Forſcher am beſten abgeſchnitten
haben. Von den ſieben Weltwundern können mindeſtens
drei als Erfolg deutſchen Geiſtes bezeichnet werden. Die
ſieben modernen Errungenſchaften, welche die meiſten
Stimmen erhielten, ſind folgende: 1. die drahtloſe
Tele=
graphie, 2. das Telephon, 3. das Flugzeug, 4. das
Ra=
dium, 5. die antiſeptiſchen Mittel und Antitoxine, 6. die
Spektralanalyſe, 7. die X=Strahlen. Daß es bei der
Ab=
ſtimmung „kair” zugegangen iſt, unterliegt wohl keinem
Zweifel. Die 1000 Gelehrten, die um eine Aeußerung
gebeten wurden, waren von der „amerikaniſchen Akademie
der Naturwiſſenſchaften” hierzu auserwählt worden.
* So geſchehen im Jahre 1912! In einer Zeitung in
Freiberg in Sachſen ſteht wörtlich folgendes Inſerat zu
leſen: „Ehrenerklärung. Wegen der von mir
ausge=
ſprochenen Beſchuldigung, daß Frau E. Hpt. in Br. ſchuld
daran ſei, daß meine Kuh keine Milch mehr gebe und von
ihr behext worden ſei, bitte ich Frau E. Hpt. hiermit
öffentlich um Entſchuldigung und Verzeihung. Br., 22.
Juli 1912. Ernſt J.”
* Sie iſt da! Miß Rider Haggard berichtet dem
„Daily Telegraph”, daß ſie in der Nähe von Loweſtoft eine
Seeſchlange geſehen habe. Das Ungeheuer, ſagte ſie,
erſchien wie eine große Reihe von rieſigen Kraken und
durchſchnitt mit großer Geſchwindigkeit die Wellen.
Plötz=
lich verſank es, und ich glaube, daß es mindeſtens 40 Fuß
lang war und ungefähr eine Meile in der Minute
zurück=
legte. Eine Anzahl Perſonen unterſtützten den Bericht
von Miß Rider Haggard.
den jetzigen Standpunkt, hat das engliſche
Privatver=
mögen um ganz immenſe Summen reduziert.
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren die
Oeſterreichiſch=ungariſchen ſtärker gefragt, auch Ruſſen,
Türken und Rumänier lagen recht feſt, während
Chine=
ſen und Javaner etwas niedriger notieren; letztere
in=
folge der ſchweren Erkrankung des Kaiſers von Japan
Von Transportwerten wurden Südd Eiſb.=Geſellſchaft
vielfach gekauft, auch Hamburger Paketfahrt, ſowie
Nordd. Lloyd wieder ſtärker bevorzugt. Man ſprach
da=
von, daß letztere vielleicht bis zu 8 Prozent verteilen
könnten. Erwähnenswert ſind die großen Bewegungen
in den „Hanſa”=Aktien, eines Schiffahrtspapieres, die
bis 321 getrieben wurden, um zuletzt 297 zu notieren.
Es ſcheint ſich hier hauptſächlich um einen Kampf um die
Majorität zu handein. Und zwarr findet dieſe
Aus=
einanderſetzung ſtatt, zwiſchen der Gruppe der Hamburg=
Amerika=Linie, die bisher die Majorität in Händen hielt
und einem Konſortium, an deſſen Spitze die Bremer
Bankfirma Schröder und Weyhanſen ſteht.
Der Bankenmarkt blieb im ganzen ſtill, bei mäßig
ver=
änderten Kurſen; nur Pfälzer Bank bis 127 nachgebend.
Am Montanmarkt dokumentierte ſich größere Feſtigkeit,
beeinflußt durch den guten Bericht der Bochumer
Geſell=
ſchaft, die 14 Prozent (gegen 12½ Prozent im Vorjahre)
zur Ausſchüttung bringt; auch Deutſch=Luxemburger höher,
nachdem die neuen Aktien anſcheinend untergebracht ſind.
Harpener und Phönix verkehrten ebenfalls bei lebhaftem
Geſchäft zu anziehenden Kurſen. Elektrizitätsaktien
ſchlie=
ßen gut behauptet; in Akkumulatoren erfolgten weiterhin
größere Schwankungen, zwiſchen 527—547—538.
Am Kaſſainduſtriemarkt war zu Beginn der Woche
wieder ſtarker Verkehr in Automobilaktien; es erfolgten
ſpäterhin bedeutende Realiſationen, die indes wenig an
den erfolgten Kursſteigerungen änderten. Kleyer waren
zuletzt 567½, Daimler 345, Bielefelder 529½, Benz 232.
Chemiſche Altien feſt geſtimmt, Deutſche Gold= und Silber=
Scheideanſtalt etwas ruhiger, 665¾, Höchſter 653½,
Ba=
diſche Anilin 522½, Holzverkohlung 324,80, Kunſtſeide 120.
Schwächer ſchließen Naphta (300), Gummi=Peter 122½
und die beiden Zuckerfabriken (Waghäuſel 228,
Franken=
thal 435), Weſteregeln Alkali weiter bis 202 anziehend,
auf die Steigerung des Abſatzwertes. Der Verein
Deut=
ſcher Oelfabriken Mannheim gibt 9½ Prozent Dividende,
gegen 9 Prozent im Vorjahre, bei einem Kursſtand von
181. Im freien Verkehr wurden die Aktien der Augsburg=
Nürnberger Maſchinenfabrik höher bezahlt, angeblich auf
die bevorſtehende Einführung, aber auch auf Angaben
über gute Beſchäftigung und den Eingang bedeutender
Aufträge.
Von Loſen notieren: Augsburger 34,10,
Braun=
ſchweiger 197, Pappenheimer 65 B, Genuaer 205,
Tür=
kiſche 171,60, Freiburger 70 B, Ungariſche 365,
Meinin=
ger 34,90, Venediger 42,90, Mailänder 45 Fr.=Loſe 151
nominell, Raab=Grazer Anr.=Sch. 36,50, Mailänder
10 Fr.=Loſe 30.90 in Reichsmark, Gothaer Prämie II 117,
Madrider 74,50, Donau=Regulierung 152B in Prozent;
ferner ſchließen: 4proz. Reichs (unkündbar bis 1918)
100,90, 3½proz. Reichs 90, 3proz. Reichs 80, 4proz. Heſſen
von 1899 100, 4proz. Heſſen von 1906 100 G, 4proz. Heſſen
von 1908/09 100,20 G, 4proz. Heſſen (unkündbar bis 1921)
100,50, 3½proz. Heſſen 88,30, 3proz. Heſſen 77,60, 4proz.
Darmſtädter 99, 3½proz. Darmſtädter 88,80, 4proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—23) 99,90 G, 4proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 24—25) 100 G, 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 3—5) 88,80 G, 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 88,90 G, 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12) 99,90G, 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 13—14) 100 G, 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 896, 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 88,90, Darmſtädter Bank
121,50, Südd. Eiſenb.=Geſ. 124 G, Südd. Immobil.=Geſ.
(Mainz) 71B. Lederwerke vorm. Spicharz (
Offen=
bach a. M.) 71 B, Schantungbahn 130½, South=Weſt=
Afrika 141, Otavi=Anteile 90,75, Otavi=Genußſcheine 62,
4½proz. Ruſſen 100,50 B, 4proz. 1880er Ruſſen 90 G,
4proz. 1902er Ruſſen 90,70, 3¼oproz. Ruſſen 88,20, 3½proz.
Ruſſen 82.75, 3proz. Ruſſen 80,75, 4proz. unifiz. Türken
89.30 G, 4proz. Adminiſt.=Türken 82 G, 4proz. Bagdad=
Türken 83,80, 4proz. konvert. Türken 1905/11 80,70,
5proz. Chineſen 99.70, 4½proz. Chineſen 93,70, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 98 B, 4½proz. Japaner 94,40
4proz. Japaner 88,25, 3proz. Buenos Aires 70½,
Schramms Lack=Fabr. 271 B, Chemiſche Mülheim a. M.
62,75.
Luftfahrt.
* Ueber die Landung der beiden
Mili=
tärflieger in Frankreich werden noch folgende
Einzelheiten bekannt: Leutnant Pretzell befand ſich in
grauer Felduniform, während Leutnant Roth die alte
Infanterieuniform trug. Beide Offiziere blieben in
No=
meny über Nacht. Unterdeſſen hatte ſich auch der
fran=
zöſiſche Grenzkommiſſar der beiden Flieger in
liebens=
würdiger Weiſe angenommen und dafür geſorgt, daß ein
Gendarm und mehrere Leute die Nacht über bei dem
Apparat zurückblieben. Der Kommiſſar telegraphierte auf
Wunſch der Offiziere an das preußiſche Kriegsminiſterium,
an die Militärbehörden in Straßburg und an das
fran=
zöſiſche Kriegsminiſterium und fuhr ſogar noch in der
Nacht nach Nancy zum Präfekten, um die Freilaſſung der
Flieger in die Wege zu leiten. Das Fahrzeug blieb ganz
unbeſchädigt. Die beiden Flieger hatten nach Metz nach
einem neuen Ventil telephoniert. — Aus Paris wird noch
berichtet: Die franzöſiſchen Grenzbehörden waren
den Meldungen zufolge durchaus korrekt, ja
zuvor=
kommend gegenüber den deutſchen Flugoffizieren
Pretzell und Roth, die in dem kleinen Orte Nomeny bei
Nancy übernachteten, weil infolge eines kleinen
Motor=
ſchadens eine Reparatur nötig wurde. Die Offiziere
er=
ſetzten den durch die Landung entſtandenen Flurſchaden,
brauchten aber keine Gebühren für Flugzeugimport zu
zahlen. Die Bevölkerung dagegen war höchſt
unfreundlich, namentlich auch gegenüber den
deut=
ſchen Schauluſtigen, die aus Neugier die Grenze
über=
ſchritten. Dieſe mußten ſchließlich den Aeroplan bis zu
der 150 Meter entfernten Grenze ſchieben, da die
Fran=
zoſen die Hilfeleiſtung verweigerten.
Sr. Der große weſtamerikaniſche
Aero=
plan=Rundflug, der im Anſchluß an das Gordon=
Bennett=Rennen der Flugmaſchinen vom Aeroklub der
Vereinigten Staaten in Ausſicht genommen war, iſt jetzt
aufgegeben worden, weil die notwendigen Geldmittel
nicht aufgebracht werden konnten. Man hoffte eine
Summe von 400000 Mark von den Städten, die bei dem
Rundfluge berührt werden ſollten, zu erhalten. Größere
Summen haben aber nur Chicago mit 100000 Mark,
Day=
ton, die Vaterſtadt der fliegenden Brüder Wright, mit
40000 Mark, gegeben, ſodaß im ganzen nur ca. 200000
Mark einliefen.
* Mannheim, 27. Juli. Wie die hieſige
Luftſchiff=
halle mitteilt, hat das Luftſchiff Schütte=Lanz” von
der Luftſchiffhalle Gotha aus heute früh 4.20 Uhr die
Fernfahrt nach Berlin fortgeſetzt. Bereits um
6.15 Uhr wurde das Luftſchiff über Halle geſehen.
* Berlin, 27. Juli. Das Luftſchiff „Schütte=
Lanz”, das heute früh 4 Uhr 20 Min. in Gotha
auf=
geſtiegen iſt, iſt um 9 Uhr 10 Min. auf dem Flugplatz
Johannisthal glatt gelandet. Der Führer
des Luftſchiffes iſt Diplom=Ingenieur Hunold.
Außer=
dem waren fünf Mitfahrer an Bord. Das Luftſchif
bleibt einige Tage zur Beſichtigung in der Luftſchiffhalle,
* Metz, 27. Juli. Auch heute früh unternahm das
Militärluftſchiff „Z. 3‟ gegen ¾6 Uhr einen
Auf=
ſtieg. Um ¼7 Uhr wurde das Luftſchiff über Saarbrücken
geſichtet, in der Richkung nordoſtwärts ſteuernd.
* Zweibrücken, 27. Juli. Das Militärluft
„Z. 3” erſchien heute früh 7 Uhr 45 Min. über Zwei
brücken, führte eine 10 Minuten lange Schleifenfahrt aus
und ſetzte dann den Weiterflug über die Pfalz in
nörd=
licher Richtung fort. Es verlautet, daß das Reiſeziel
Frankfurt a. M. ſein ſoll.
* München, 27. Juli. Heute früh ſind auf dem
Gelände zwiſchen Feldmoching und Moſach der Aviatiker
Fiſcher von den Otto=Werken und der Monteur
Kug=
ler mit einem Doppeldecker aus beträchtlicher Höhe
abe=
geſtürzt. Beide waren ſofort tot. Wie der Abſturz
erfolgt iſt, ſteht vorläufig noch nicht feſt, doch dürfte Fiſcher
während eines Gleitfluges abgeſtürzt ſein.
* Johannisthal, 27. Juli. Heute morgen ſtieg
der Flieger Roſenſtein mit zwei Paſſagieren auf
Bei der Landung geriet der Apparat an einen Schuppen,
fuhr bis zur Hälfte in den Schuppen und wurde ſtarl
beſchädigt. Ein Paſſagier wurde am Kopfe ſchwer
verletzt ins Krankenhaus gebracht. Roſenſtein trug eing
ſenkrechte Fleiſchwunde an der Stirn davon und eine
Verletzung am Auge. Der zweite Paſſagier iſt
unver=
letzt.
* Johannisthal, 28. Juli. Heute morgen
6 Uhr 25 Min. ſtieg Oberleutnant Bertram mit
Leut=
nant Schlegel als Paſſagier von dem letzt ausgeführten
Ueberlandflug Johannisthal=Schwerin wieder in
Schwe=
rin auf, um nach Johannisthal zurückzukehren. Nach drei
Stunden 15 Minuten ununterbrochener Fahrt landete
Bertram glatt auf dem Flugplatz Johannisthal.
* Wenden, 27. Juli. Infolge Bruches der
Motor=
walze, der in 1200 Meter Höhe bei einer
Fluggeſchwindig=
keit von 125 Werſt in der Stunde erfolgte, mußte der
Flieger Abramowitſch 130 Werſt von Riga entfernt
landen. Die Landung erfolgte glatt.
Unwetter.
* Dresden, 27. Juli. In der ſächſiſchen
Schweiz bei Schandau brach ein Unwetter aus, das
bei den Gäſten des Hotels und unter der Bevölkerung
eine wahre Panik hervorrief. Von den Höhen ſtürzten
Waſſermaſſen ins Tal und riſſen alles mit ſich, was ſich
ihnen entgegenſtellte. Der ſonſt ruhige Kirnitzſchbach
wurde in wenigen Minuten zu einem reißenden Strom
und wälzte auf ſeinem Rücken entwurzelte Bäume, aus
den Gärten und Häuſern entführte Tiſche und Stühle
und andere Gegenſtände mit ſich. In den Straßen des
engen Tales ſtand nach fünf Minuten das Waſſer 1½
Meter hoch, ſo daß die Menſchen aus den niedrig
gelege=
nen Wohnungen unter Lebensgefahr flüchten mußten,
Der allgemeine Schrecken wurde durch den Eintritt
voll=
ſtändiger Finſternis noch erhöht. Nach etwa einer
Stunde hörte das Unwetter auf. Man ſah ein von
Steingeröll und anderen Gegenſtänden überſätes
Trüm=
merfeld.
* Halle a. d. S., 27. Juli. Geſtern nachmittag
wurden infolge eines Wolkenbruches auf der
Strecke Berlin-Dresden zwiſchen Elſterwerda und
Hohen=Leipiſch beide Bahngeleiſe auf mehrere Tage
un=
fahrbar gemacht. Der Perſonenverkehr wird durch
Um=
ſteigen aufrecht erhalten.
* Kaſſel, 27. Juli. Ein ſchweres Unwetter
hat geſtern abend in Oberhauſen gewütet, das großen
Schaden anrichtete. Durch Blitzſchlag ſind mehrere
Feuersbrünſte entſtanden und auch mehrere Perſonen
ge=
tötet worden. Ein Wirbelſturm in der Gegend von
Witzenhauſen und Heiligenſtadt hat große Zerſtörungen
angerichtet.
* Brüſſel, 27. Juli. Während des vorgeſtrigen
ſchweren Gewitters ſchlug der Blitz ſechsmal in
das königliche Schloß in Ciergnon, wo zurzeit das
bel=
giſche Königspaar mit ſeinen Kindern, ſowie der
Prinz=
gemahl der holländiſchen Königin ſich befinden. Die
Herrſchaften ſaßen gerade zu Tiſch, als der Blitz
ein=
ſchlug. Die Dienerſchaft war ſehr erregt und mußte von
dem Königspaar beruhigt werden. Nennenswerten
Schaden iſt nicht angerichtet worden. Aus Brabant
lau=
fen weitere Meldungen ein, nach denen bei dem letzten
Gewitter mehrere Perſonen durch Blitzſchlag getöten
worden ſind.
* Belgrad, 27. Juli. Seit 8 Tagen wüten in den
meiſten Gebieten Serbiens Unwetter, die großen
Schaden anrichten. Aus 200 Gemeinden werden
Hagel=
ſchäden von über 10 Millionen Francs gemeldet. In
mehreren Gemeinden wurde auch durch Hochwaſſer
gr=
ßer Schaden angerichtet. Teilweiſe herrſcht Hungersnot
Das Ende des Londoner Hafenſtreiks.
* London, 27. Juli. Das Streikkomitel
des Transportarbeiter=Verbandes
klärte heute nachmittag den Londoner Hafenſtreil
nach zehnwöchiger Dauer für beendigt; es empfiehlt
die ſofortige Aufnahme der Arbeit. Der Streik hat mit
einem völligen Mißerfolg geendigt. Die Mehrzahl der
Arbeiter dürfte Montag in die Docks zurückkehren.
* London, 27. Juli. Das Manifeſt des
Streikkomitees in dem die Beendigung des
Hafen=
ſtreiks empfohlen wird, beſagt, zehn Wochen hindurch hätte
ſich das Komitee zähe bemüht, die Beilegung des Streiks
durch eine verſöhnliche Haltung zu fördern. Die mächtigſte
Waffe der Kapitaliſten ſei die Aushungerung. Dieſe ſei
ohne Gewiſſensbiſſe angewendet worden. Das Komitee
erkenne den Mut der Arbeiter und die Hingebung an die
Sache der Gewerkſchaften an. Da jedoch alle angemeſſenen
Mittel zu einer Löſung erſchöpft ſeien, habe ſich das
Ko=
mitee für das gegenwärtige Vorgehen entſchieden und
for=
dere die Arbeiter auf, die Arbeit wieder aufzunehmen.
Das Komitee erkläre, daß alle aus der Zeit vor dem Streik
ſtammenden Abmachungen in vollem Umfang
aufrechter=
halten werden müßten. Die dauernde Weigerung der
Arbeitgeber, den Streik beizulegen oder mit Billigkeit
vor=
zugehen, weiſe darauf hin, daß ihre Abſichten nicht nur
Nummer 176.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Juli 1912.
Seite 5
gegen den Transportarbeiterverband, ſondern auch gegen
verſchiedene Gewerkſchaften gerichtet ſeien.
Sport.
Rad= und Motor=Rennen in Darmſtadt.
Die vom Velozipedklub Darmſtadt geſtern
ver=
anſtalteten Rad= und Motor=Rennen auf der Rennbahn
an der Heidelberger Straße hatten ſich ungewöhnlich
zahl=
reichen Beſuches zu erfreuen, was den Veranſtaltern nach
den letzten beiden Fehlſchlägen infolge Verregnens wohl
zu gönnen war. Leider mußten auch diesmal die Rennen
vorzeitig abgebrochen werden, da nach Anfangs
prächti=
gem Wetter gegen 6 Uhr ein plötzlicher Gewitterregen
ein=
ſetzte, der die weitere Benutzung der Bahn unmöglich
machte. Ein intereſſantes Motor=Rennen von 20 Runden
mußte dadurch in der achten Runde abgeläutet werden,
und ein Tandem=Rennen fiel ganz aus. In dem
genann=
ten Motor=Rennen ereignete ſich auch ein Doppelſturz, der
ſehr gefährlich ausſah, für die Beteiligten aber noch
ziem=
lich glücklich ablief. In der achten Runde kam Michel=
Frankfurt in der rechten Kurve ins Rutſchen und fiel. Der
direkt hinter ihm liegende Köllner=Frankfurt mußte,
um ihn nicht zu überfahren, zu hoch hinauf und wurde
über die Kurve hinausgetragen, die glücklicherweiſe an
der Stelle keine Barriere hat, ſonſt wäre wohl ſchweres
Unheil entſtanden. So kam Köllner mit Quetſchungen
und ſtark blutenden Hautabſchürfungen davon. Michel
blieb faſt unverketzt. — Die Reſultate der einzelnen
Rennen waren folgende:
Erſtfahren; 1000 Meter — 2 Runden. Drei
Ehrenpreiſe im Werte von 15, 10, 8 Mark. Es ſtarten die
beiden Erſten der drei Vorläufe: 1. Georg Sehring=
Langen 1,52 Min., 2. Rud. Schmitt=Darmſtadt, 3. Herm.
Schmidt=Frankfurt.
Hauptfahren; 2000 Meter — 4 Runden. Drei
Ehrenpreiſe im Werte von 40, 30, 20 Mark. Es ſtarten
die beiden Erſten der drei Vorläufe. 1. Chr. Rode=
Mainz 3,49 Min., 2. Ernſt Damus=Darmſtadt, 3. P. Cohn=
Frankfurt.
Klubvorgabefahren; 2000 Meter — 4
Run=
den. Offen für Mitglieder des Velozipedklubs Darmſtadt.
Drei Ehrenpreiſe. Es ſtarten: Damus 0 Meter Vorgabe,
Zimmermann 10, Walkenhorſt 40, Schmitt 70, Proeſer 90
Meter Vorgabe. 1. Damus 3,12 Min., 2.
Zimmer=
mann, 3. Walkenhorſt, ſämtlich von Darmſtadt.
Motorfahren für Straßenmotoren; 15
Kilometer — 30 Runden. Drei Ehrenpreiſe im Werte
von 35, 25, 15 Mark. 1. Otto Glöckler=Frankfurt a. M.
13,23 Min., 2. Michel=Frankfurt, eine halbe Runde zurück,
3. Köllner=Frankfurt, eine Runde zurück.
Vorgabefahren; 2000 Meter — 4 Runden.
Drei Ehrenpreiſe im Werte von 30, 20, 15 Mark. Es
ſtar=
ten je die ſechs Erſten der beiden Vorläufe. 1. Schmidt=
Frankfurt (120 Meter Vorgabe) 3,50 Min., 2.
Olber=
mann=Frankfurt (80 Meter Vorgabe), 3. Rode (0 Meter
Vorgabe).
Preis vom Odenwald. Dauer=Rennen mit
Straßenmotorführung. 20 Kilometer — 40 Runden:
1. Alfr. Köllner= Frankfurt 28,32 Min., 2. Glöckler
(*4 Runde zurück), 3. Ed. Schätzlein=Frankfurt (1½ Rd.
zzurück).
Gauverbands=Vorgabefahren für
Mo=
ttorräder; 10 Kilometer — 20 Runden. Offen für
Mit=
glieder des Gaues 9 (Frankfurt a. M.) des Deutſchen
Radfahrer=Bundes. Drei Ehrenpreiſe im Werte von 35,
225, 15 Mark. Das Rennen mußte in der achten Runde
ſabgebrochen werden wegen infolge des Regens erfolgter
SStürze. 1. Glöckler (4,15 Min.), 2. Hobeck=Fulda.
Das zur Verloſung gelangende Rad gewann Herr
Siſchler, Beſitzer des „Schloß=Café” mit der Nr. 2000.
* Leichtathletik. Große Erfolge errangen am
geſtri=
gen Sonntag bei den Verbands=Meiſterſchaften in
Frank=
ffurt a. M. die Leichtathleten des Fußballklubs „
Olym=
ſpi a‟=Darmſtadt. Es gewann gegen ſcharfe Konkurrenz
fin glänzender Zeit J. Schröck die 800= und 1500 Meter=
Meiſterſchaft.. Der 3000 Meter=Juniorlafette gelang es,
mach ſcharfem Kampfe, gegen vier weitere Stafetten zu
ſſiegen.
Vermiſchtes.
* Achter Jahresbericht des
Rechtsſchutz=
kverbandes für Frauen 191 1—1912. Der
Schutzverband ſchloß im vergangenen Jahre mit einer
Mitgliederzahl von 84, heute von 91 Vereinen ab. Hinzu
ktraten die inzwiſchen neugegründeten Vereine und
Stel=
llen: Bocholt, Baden=Baden, Merſeburg, Königsberg,
Oppeln, Hamburg (ein zweiter Verein), Plauen,
Bar=
rmen, Riga, Lörrach und Regensburg. Danach wären es
jetzt 95 Vereine, wenn nicht vier Vereine aus den
ver=
fſchiedenſten Gründen hätten austreten reſp. ihre Arbeit
ſeinſtellen müſſen. Kürzlich ſind in Petersburg, Riga und
Mopenhagen Rechtsſchutzſtellen gegründet worden. Ein
kbedauerlicher Stillſtand iſt in Oeſterreich eingetreten,
two die verwickelten politiſchen Verhältniſſe große
Schwierigkeiten bereiten. Im Entſtehen begriffen und
zzum Teil ſchon an der Arbeit ſind Rechtsſchutzſtellen in
Torgau, Altenburg, Köthen, Kolberg, Pernau in
Ruß=
kland, Nürnberg, Graz und Wernigerode. Im letzten
Jahre ſind von den Verbandsvereinen 31625 Rechtsfälle
igegen 29725 im Jahre 1910—1911 erledigt worden. Im
Oktober 191 wohnten außer dem Vorſtande auch
verſchie=
idene Vertreterinnen der Rechtsſchutzſtellen der dritten
Weneralverſammlung des Verbandes der deutſchen
ge=
rmeinnützigen und unparteiiſchen Rechtsauskunftsſtellen
ſin Leipzig bei. Die zweite Vorſitzende, Frau Salinger=
Dresden, wurde als zweites weibliches Mitglied in den
Vorſtand gewählt. Die Arbeit entwickelt ſich ſtetig und
der Verband darf befriedigt auf das letzte
Geſchäfts=
fahr zurückblicken. Auch ſein Verbandsorgan, das
zwei=
mal vierteljährlich erſcheint, gibt Kunde von dem
In=
kereſſe für unſere oft ſchwierige und mühſame
Auf=
gabe, von der ſelbſtloſen Hingabe zur Erreichung der
Ziele: 1. Rechtsrat und Rechtshilfe für unſere
unbemit=
telten, im Exiſtenzkampfe ſtark ringenden
Geſchlechts=
wenoſſinnen, 2. Verbreitung der ſo unbedingt
notwen=
digen Rechtskenntniſſe, ſodaß wir mit Vertrauen in die
Zukunft blicken dürfen.
— Der Heſſiſche Volksſchriften=Verein,
per nach § 1 ſeiner Satzung den Zweck hat, das im Volke
wvorhandene Leſebedürfnis in geſunder Weiſe zu fördern
und der Verbreitung von Schmutz= und Schundliteratur
entgegen zu arbeiten, iſt im letzten Winter eifrig an der
Arbeit geweſen. In zahlreichen Gemeinden unſeres
Heſſenlandes wurde die Bevölkerung durch Gemeinde=
Kolportage auf gute Bücher hingewieſen. Das beſondere
Kennzeichen dieſer Kolportage beſteht darin, daß eine
Auswahl guter Bücher und Bilder von Haus zu Haus
orgezeigt und auf Grund dieſer Auswahl eine feſte
Be=
ſellung entgegen genommen wird. Neu eingerichtet bat
der Heſſiſche Volksſchriften=Verein auf Veranlaſſung von
Lehrer Haſſinger in Alzey eine Wanderausſtellung
guter Volks= und Jugendſchriften, die etwa
1200 Bände der beſten deutſchen Unterhaltungsliteratur
umfaßt. Durch Pfarrer und Lehrer war ſie an vielen
Orten ausgeſtellt, und überall wurde ihr lebhaftes
Inter=
eſſe entgegengebracht. Mit der Ausſtellung war immer
ein Vortrag verbunden, der ſich faſt jedes Mal eines
guten Beſuches erfreute. Der bei dieſer Gelegenheit
aus=
geſtreute Samen hat in den nachfolgenden Beſtellungen
gute Früchte getragen, denn überall wurde dadurch die
Luſt zum Beſitz von eigenen Büchern geweckt. Hand in
Hand mit der Verbreitung guter Bücher ging die
Auf=
klärung über das Weſen, die Wirkung und die
Verbreit=
ung der Schundliteratur. Dies geſchah einerſeits durch
die mit den Ausſtellungen verbundenen Vorträge und
dann durch Flugſchriften. Die Satzung erfuhr eine
Um=
änderung, und der ganze Verein wurde neu organiſiert.
Das Amt des erſten Vorſitzenden hat
Oberlandesgerichts=
rat Lang in Darmſtadt übernommen. Dem Vorſtand
ſteht ein Vorſtandsbeirat, aus Vertretern der drei
Pro=
vinzen gewählt, zur Seite. Aufruf und Satzung ſind
von dem erſten Schriftführer des Vereins, Herrn Lehrer
Haſſinger in Alzey, zu beziehen, der bereitwilligſt
jede gewünſchte Auskunft erteilt.
Literariſches.
— Politik und Maſſenmoral von Dr. A.
Criſtenſien, Charlotſtenlund. (Dänemark). IIV u.
211 S.) 8. geh. Mk. 3, geb Mk. 3.60. Verlag von B. G.
Teubner, Leipzig und Berlin. Unſere Zeit beginnt ſchon
wieder die der Antipolitik zu werden Man beginnt ihrer
überdrüſſig zu ſein und man fragt, ob jene Mißſtände
im Weſen der Pölitik oder in der menſchlichen Pſyche
be=
gründet ſeien. Darum wird bei Politikern und
Anti=
politikern auf das lebhafteſte Intereſſe ein Buch wie
das vorliegende rechnen können, das jene Grundfragen
der Politik zu beantworten, eine weitere Auffaſſung vom
Weſen der Politik zu begründen und Verſtändnis zu
wecken ſucht für ihren Zuſammenhang mit dem
See=
lenleben des Volkes und des Einzelnen. Frei von
Dog=
men und Illuſionen, in objektiven, von keinen
Partei=
anſichten gebundenen Beobachtungen und an Hand eines
ungemein reichen Materials aus der
Gegenwartsge=
ſchichte faſt aller Kulturvölker will es als eine
Philo=
ſophie der Politik gewiſſermaßen einen jeden zum
ſelbſt=
ſtändigen Nachdenken über die politiſchen Probleme
unſerer Zeit veranlaſſen. Das Buch, das den ganzen
Umfang der politiſchen Probleme der Gegenwart
behan=
delt (der Parteityrannei und des Weltfriedens), dürfte
von Intereſſe für jeden politiſch intereſſierten Gebildeten
ſein, darüber hinaus aber auch dem Hiſtoriker wertvolle
Anregung bieten, wie als wichtiger Beitrag zu der
Frage der ſtaatsbürgerlichen Erziehung gelten.
* Neu erſchienene Broſchüren. Die
Ner=
voſität, die Modekrankheit unſerer Zeit, ihre Urſachen,
die Selbſtvergiftung und ihre Heilung durch ein
erprob=
tes naturgemäßes Entgiftungsverfahren. Von Dr. med.
Walſer. Vierte Auflage. 1.50 Mark. Hof=Verlag von
Edmund Demme=Leipzig. — Allerlei Wiſſenswertes für
Auswanderer nach den deutſch=afrikaniſchen Kolonien.
Geſammelt und herausgegeben von Hans Winterfeld.
Charlottenburg=Berlin, Verlag Hans Winterfeld. 1912.
— Faſtenkuren und Lebenskraft. Ein Führer für den
methodiſchen Gebrauch. Von Dr. med. Guſtav Riedlin,
praktiſcher Arzt in Freiburg i. Br. Preis 75 Pfg.
Ver=
lag „Lebenskunſt=Heilkunſt” Berlin SW. 11. — Der kranke
Handlungsgehilfe in der Rechtspraxis. Von Dr. jur Br.
Majus. Verlag „Geiſtiges Eigentum” (Friedrich Huth)
Charlottenburg 4. — Populäres Recht. Sammlung
ge=
meinverſtändlicher rechts= und ſtaatswiſſenſchaftlicher
Schriften. 1. Bändchen: Was muß der deutſche
Staats=
bürger von der Verfaſſung des Deutſchen Reiches wiſſen?
Gemeinverſtändliche Einführung in das deutſche
Reichs=
ſtaatsrecht von Dr. Julius Kahn, Rechtsanwalt in Mainz.
(50 Pfg.) Mainz, 1912. Verlag von Karl Schlicher.
Das Vaterland in Gefahr! Denkſchrift über die Nachteile
der Elektriſierung der Staatseiſenbahnen. Von Oskar
Kreſſe. (1 Mark.) John Schwerins Verlag,
Aktiengeſell=
ſchaft, Berlin O. 27, Holzmarktſtraße 4. — Die
Schama=
droſſel. Mit beſonderer Berückſichtigung ihrer
naturge=
mäßen Ernährung, Verpflegung, ihres Geſanges, ihrer
Zucht und ausführlich beſchriebenen Krankheiten, ſowie
deren Behandlungsweiſe nach modernen Grundſätzen.
Nebſt Anhang: Ueber die naturgemäße Fütterung unſerer
einheimiſchen Weichfutterfreſſer. Von Dr. med. W. Otto.
Leipzig=Plagwitz. Preis broſch. 1,50 Mk., gebunden 2 Mk.
1912, Hermann Barsdorf, Verlag in Berlin.
— Kommunales Auskunftsbuch,
Adreß=
buch deutſcher Stadt= und
Landgemeinde=
verwaltungen (Gemeindehandbuch für 1912/13).
Bearbeitet von Profeſſor Dr. Kettler. Berlin S. 61,
Union, Deutſche Verlagsgeſellſchaft, Zweigniederlaſſung
Berlin. (Preis geb. 15 Mark.) Der vorliegende 6.
Jahr=
gang des „Adreßbuches deutſcher Stadt= und
Landge=
meindeverwaltungen” führt als Haupttitel die
Bezeich=
nung „„Kommunales Auskunftsbuch” und drückt ſchon
da=
mit aus, daß er eine vollſtändige Neubearbeitung des
beliebten Nachſchlagewerkes über die Verhältniſſe unſerer
Gemeinden bildet. Zugleich iſt ſowohl die Zahl der darin
behandelten Orte erheblich geſtiegen (mehr als 1200=
Ge=
meinden ſind ganz neu hinzugekommen) und auch
den=
halt der einzelnen Artikel ſehr vermehrt. Das Buch
be=
ginnt die Darſtellung jedes Orts mit einer eingehenden
Bezeichnung ſeiner Belegenheit (Provinz,
Regierungs=
bezirk, Kreis, Oberamt, Amtsbezirk), behandelt dann die
Größe (Areal, Einwohnerzahl, Wachstum der
Bevölker=
ung), Konfeſſionsverteilung, ſowie die Finanzen (
Ver=
mögen, Schulden, Haushaltsplan, Steuerſatz, Ortsklaſſe).
Daran ſchließt ſich die eingehende Darſtellung der
Be=
hörden, die tunlichſt einheitlich und überſichtlich dargeſtellt
ſind, indem ſie nach den hauptſächlichſten
Zweckbeſtimm=
ungen der kommunalen Verwaltungstätigkeit gegliedert
werden. Bei vielen Gemeinden iſt ferner die amtliche
Be=
zeichnung der Stadtverwaltung angegeben. So vereinigt
das Werk in ſeiner Neubearbeitung viele Eigenſchaften,
die es wohl für alle Behörden und Verwaltungen, wie
ebenſo für alle Induſtrien, die mit Gemeinden geſchäftliche
Beziehungen unterhalten, zu einem außerordentlich
brauch=
baren Auskunftsbuche machen.
Paracelſus und der Träumer.
Drama=
tiſches Traumſpiel in 5 Akten von Arthur Müller
Ver=
lag Bernhard Wolfram (A. Müller=Fröbelhaus, Wien).
Das Stück ſelbſt ſpielt im Jahre 1521 nach dem
Pfaffen=
ſturme in Erfurt. Die berühmteſten Perſönlichkeiten der
damaligen Zeit ziehen an uns vorüber; Kardinal Albrecht
von Brandenburg, Ulrich von Hutten, Erasmus von
Rotterdam uſw. In der Traumviſion des Erfurter
Stadt=
ſchreibers tritt der verſtorbene Kaiſer Maximilian als
Herrſcher des Traumreiches auf. Im Traumreiche haben
alle Platz, die Guten wie die Böſen. Kühn iſt der Gedanke=
die ſchwere, bis in die neueſte Zeit unheilbar gebliebene
Krankheit Ulrich von Huttens auf die Bühne zu bringen.
Durch die Darſtellung der Religionskämpfe der
Refor=
mationszeit wird die Dichtung gewiſſermaßen zu einem
Gegenſtück von Schönherrs „Glaube und Heimat”
Die Kriſis in der Türkei.
* Konſtaantinopel, 26. Juli. Offiziös wiro
verſichert, Ferid Paſcha habe an den Großweſir
tele=
graphiert, er könne aus Geſundheitsrückſichten kein
Portefeuille annehmen. Die Regierung wird
ſich morgen über die Ernennung eines neuen Miniſters
des Innern ſchlüſſig werden. Man ſagt, Huſſein Hilmi
ſei gebeten worden, das Innere zu übernehmen, ſei aber
dazu nicht geneigt.
* Konſtantinopel, 27. Juli. Ein
Tages=
befehl des neuen Marineminiſters legt den
Offizieren und Mannſchaften der Marine brüderliche
Kameradſchaft und die Fernhaltung von politiſchen
Kämp=
fen ans Herz. Die Frage der Kammer=Auflöſung wird
ſtändig weiter erörtert. Ein oppoſitionelles Blatt rät der
Regierung, unverzüglich vor der Kammer zu erſcheinen
und dieſe auf Grund der ſeinerzeit der Pforte gemeldeten
Wahlexzeſſe als ungeſetzlich konſtituiert zu erklären, die
betreffenden Deputierten zur Niederlegung ihrer Mandate
aufzufordern, die Kammer aufzulöſen und die Neuwahlen
auszuſchreiben.
* Konſtantinopel, 27. Juli. Die heutige
Sitzung der Deputiertenkammer verlief ſehr
ruhig. Das Budget des Großweſirrats wurde debattelos
angenommen und darauf zur Beratung des Juſtizetats
geſchritten. Die ſummariſche Erledigung des Budgets
wird als ein Zeichen dafür angeſehen, daß die Kammer
im Einvernehmen mit der Regierung die Seſſion in
einigen Tagen zu ſchließen gedenkt.
Konſtantinopel 28. Juli. Die Ernennung
des Miniſters des Innern iſt noch nicht erfolgt.
Kiamil Paſcha hat ſich von der Unpäßlichkeit erholt. Er
begab ſich heute auf die Pforte und hatte eine Konferenz
mit dem Großweſir. Man verſichert, daß Kiamil Paſcha
auf der Auflöſung der Kammer beſteht, ſonſt würde er
demiſſionieren. Die Abreiſe des Großweſirs nach Albanien
iſt noch nicht beſchloſſen. Das ſerbiſche Senatsmitglied
Popovic und zwei ſerbiſche Deputierte ſind heute vom
Großweſir empfangen worden und ſprachen den Wunſch
aus, daß die albaniſche Kommiſſion durch ein ſerbiſches
Mitglied ergänzt werde, um auch die Klagen der ſerbiſchen
Bevölkerung des Wilajets Koſſowo entgegenzunehmen.
Der Großweſir verſprach, die Bitte dem Miniſterrat zu
unterbreiten.
Darmſtadt, 29. Juli.
C Geh. Regierungsrat von Zangen P. Am Samstag
nachmittag iſt nach längerem Krankſein Herr Geheimer
Regierungsrat Kammerherr Guſtav von Zangen im
73. Lebensjahre geſtorben. Der Verſtorbene war am 4.
April 1839 zu Darmſtadt geboren. Er hatte in S=
ſtu=
diert und war in den Staatsdienſt übergetreten. Als
Re=
gierungsrat wirkte er längere Zeit in Mainz und wurde
dann zum Kreisrat des Kreiſes Oppenheim ernannt. Am
23. Juni 1886 erfolgte ſeine Ernennung zum Großh.
Kammerherr. Am 1. Oktober 1893 trat er als Geh.
Re=
gierungsrat in den Ruheſtand. Bald nach ſeiner
Penſio=
nierung wurde Herr von Zangen in den
Oberverwaltungs=
gerichtshof berufen, dem er dann bis vor etwa 2 Jahren
als Mitglied angehörte, bis ihn zunehmendes Alter und
körperliches Leiden zur Ruhe zwang. Neben ſeiner
Tätig=
keit als Mitglied des Oberverwaltungsgerichtshofs
wid=
mete Herr von Zangen ſich mit ſegensreichem Erfolg
ge=
meinnütziger Tätigkeit. Viele Jahre hindurch war der
Verſtorbene Vorſitzender des Allgemeinen Vereins gegen
Verarmung und Bettelei. Noch in der letzten ordentlichen
Mitgliederverſammlung im Mai d. J. wurde die
lang=
jährige, ſelbſtloſe und erſprießliche, ſegensreiche Tätigkeit
dieſes Vorſitzenden rühmend betont und der von ihm
ge=
leiſtete Grundſtock zu einer „von Zangen=
Gedächtnis=
ſtiftung” auszubauen beſchloſſen. Auch als
Vorſtands=
mitglied des Alice Frauen=Vereins hat der Verſtorbene
R. i. P.
eine erſprießliche Tätigkeit entfaltet.
Turfan=Expedition. Im September wird Dr.
Albert v. Le Cog, der Leiter der früheren drei
preußi=
ſchen Turfan=Expeditionen, die dem Berliner
Muſeum für Völkerkunde eine ſo einzigartige Ausbeute
an Monumentalmalereien aus dem innerſten
Zentral=
aſien gebracht haben, zu einer neuen auf anderthalb
Jahre veranſchlagten Expedition nach Turfan aufbrechen.
Die Geldmittel hat zum einen Teil das preußiſche
Kultus=
miniſterium zur Verfügung geſtellt, zum anderen ſind ſie
von einem Turfan=Komitee von Mitgliedern der Berliner
Akademie der Wiſſenſchaften geſammelt worden.
* „Viktoria Luiſe” überflog heute morgen 7 Uhr in
raſcher Fahrt unſere Stadt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 27. Juli. Auf die von den
Kongreßmit=
gliedern des Royal Institute of Public Health an den
deutſchen Kaiſer und an den König von
Eng=
land abgeſandten Huldigungstelegramme ſind
folgende Antworttelegramme eingelaufen: Baleſtrand.
Den Mitglidern des Royal Institute of Public Health
entbiete ich meinen beſten Dank für ihre treu geſinnten
Wünſche. Mit großer Freude habe ich erfahren, daß Sie
den erſten Kongreß außerhalb Ihres eigenen Landes in
meiner Hauptſtadt abhalten, und ich bin überzeugt, daß
Ihre Bemühungen um das Wohl der Menſchheit die
vollſte Unterſtützung ſeitens meiner Landsleute erfahren
werden. Es würde mich mit größter Genugtuung
er=
füllen, wenn Sie am Schluſſe Ihres höchſt willkommenen
Beſuches die angenehmſten perſönlichen Erinnerungen
und die Ueberzeugung mit in Ihre Heimat nehmen, im
Verein mit Ihren deutſchen Kollegen Ihre wertvolle
Ar=
beit gefördert zu haben. Wilhelm. — Buckingham Palais.
Als Protektor des Royal Institute of Public Health habe
ich mit großer Freude Ihr Telegramm, das Sie mir
ge=
legentlich Ihrer einzigartigen Veranſtaltung geſandt
haben, erhalten und danke den Mitgliedern des britiſchen
Kongreſſes für den Ausdruck Ihrer treuen Geſinnung.
Ich vertraue zuverſichtlich, daß Ihre Beratungen vollen
Erfolg haben werden, und habe mit dem Kongreß den
herzlichen Wunſch, daß dieſe und ähnliche
Veranſtaltun=
gen die friedlichen Beziehungen fördern mögen, die ſtets
zwiſchen den beiden Völkern beſtanden haben.
* Frankfurt a. M., 28. Juli. Die Ausſchüſſe des 17.
Deutſchen Bundes= und Goldenen
Jubi=
läumsſchießens vereinigten ſich am Sonntag
nach=
mittag zu einem Abſchiedsbankett. Geheimer
Juſtizrat Dr. Friedleben warf während des
Feſt=
mahles einen kurzen Rückblick auf das Jubiläumsſchießen,
das in allen Teilen einen glänzenden Verlauf genommen
habe. Er brachte ſchließlich folgendes Telegramm an den
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Juli 1912.
Nummer 176.
Pringen Heinich von Freußen, dem Protektor des Feſtes,
in Vorſchlag: „Eurer Königlichen Hoheit geſtatten ſich die
am Schluß des 17. Deutſchen Bundes= und Goldenen
Jubi=
läumsſchießen verſammelten Ausſchüſſe nochmals
ehr=
erbietigſt dafür zu danken, daß Eure Königliche Hoheit
das Protektorat über das Goldene Jubiläumsſchießen zu
übernehmen geruht und durch Eurer Königlichen Hoheit
Teilnahme dieſem nationalen Feſte den weihevollen Glanz
verliehen haben. Das rege Intereſſe, welches Eure
König=
liche Hoheit der Deutſchen Schützenſache zugewandt haben,
wird ein Merkſtein in der Geſchichte des deutſchen
Schützen=
tums für immer ſein. Der Zentalausſchuß.” An
Ober=
bürgermeiſter Dr. Adickes, welcher ſich zur Zeit in Bad
Gaſtein aufhält, wurde folgendes Telegramm abgeſandt:
„Die am Schluß des Deutſchen Bundes= und Goldenen
Jubiläumsſchießen verſammelten Ausſchüſſe gedenken
Ihrer mit dem Gefühl des größten Dankes für alles
das, was Sie, hochverehrter Herr Oberbürgermeiſter, für
das Gelingen des Feſtes, ſowie namentlich während Ihrer
Amtszeit für unſere Vaterſtadt getan haben. Der
Zen=
tralausſchuß.”
* Nürnberg, 28. Juli. In Anweſenheit des Prinzen
Alfons von Bayern als Vertreter des
Prinzregen=
ten und des Herzogs von Sachſen=Koburg=Gotha,
fand heute vormittag in der eigens für das Achte
Deutſche Sängerbundesfeſt erbauten
Sänger=
halle eine Gedenkfeier anläßlich der vor 50 Jahren
erfolg=
ten Gründung des Deutſchen Sängerbundes ſtatt. Der
Vorſitzende des Deutſchen Sängerbundes,
Reichstagsab=
geordneter Rechtsanwalt Liſt=Reutlingen hielt die
Feſt=
anſprache. Es folgte dann eine Ehrung der 61 Sänger=
Veteranen, die dem Bunde ſeit der Gründung angehören.
Den Schluß der Feier bildete die Vorführung der
Schluß=
ſzene „Die Feſtwieſe” aus Wagners Meiſterſingern von
Nürnberg.
* Eiſenach, 28. Inli. Die Großherzogin von
Sachſen iſt heute nachmittag auf Schloß Wilhelmsthal
von einem Prinzen entbunden worden.
* Sülze (Mecklenburg), 27. Juli. Bei den
Brücken=
bauarbeiten in der Nähe der Station Sülze fand nachts
ein Erdrutſch ſtatt, wobei ein Arbeiter getötet und
ein zweiter ſchwer verletzt wurde. Bei den
Rettungs=
arbeiten fand ein zweiter Erdrutſch ſtatt, wobei drei
wei=
tere Arbeiter ſchwer verletzt wurden.
Poſen, 28. Juli. Herzog Karl Michael von
Mecklenburg=Strelitz hat auf der Durchreiſe auf
dem Bahnhof Skalmierzyce einen Unfall erlitten.
Als der Herzog das für ihn reſervierte Zimmer betreten
wollte, fiel ein Teil einer Glasſcheibe herab und führte
eine ſtark blutende aber ungefährliche Wunde am
Ober=
ſchenkel herbei. Der Bahnarzt Dr. Mix begleitete den
Herzog bis Oſtrowo.
* Binz (Inſel Rügen), 29. Juli. Beim Anlegen eines
Vergnügungsdampfers an der Binzer Seebrücke brach
das Geländer des Steges. 50 bis60 Perſonen
ſtärzten in die Oſtſee. Durch das Eingreifen der
Mannſchaften der dritten Diviſion des zweiten
Hochſee=
geſchwaders, das vor Binz ankert, ſind faſt alle
ge=
rettet worden. Die Zahl der Toten ſteht noch nicht
feſt. Die meiſten der Verunglückten waren bewußtlos.
Trondhjem, 27. Juli. Die Holzſchneiderei in
Meraker iſt nachts ſamt dem Holzlager völlig
abge=
brannt. Der Schaden wird auf ungefähr eine Million
Kronen geſchätzt.
* Wien, 27. Juli. Der Miniſter des Aeußern
Graf Berchtold begab ſich nach Kaltenleutgeben bei
Wien, nicht nach Karlsbad, wie urſprünglich beabſichtigt
war. Hierzu erfahren die Blätter, daß die Ereigniſſe in
der Türkei die Anweſenheit Graf Berchtolds in Wien
erfordern. Es wäre jedoch falſch, daraus den Schluß
abzuleiten, daß die politiſche Entwicklung in der Türkei
ein international bedrohliches Ausſehen erhalten hätte.
Die inneren Vorgänge in der Türkei geben keinen
An=
laß zu der Befürchtung, daß etwa die Mächte
gezwun=
gen würden, aus ihrer Paſſivität herauszutreten. Auch
hegt man das Vertrauen, daß es dem neuen türkiſchen
Kabinett gelingen wird, durch die getroffenen
Maßnah=
men Beruhigung oder doch wenigſtens eine
Abſchwäch=
ung der politiſchen Leidenſchaften im ottomaniſchen
Offi=
zierskorps herbeizuführen.
* Rom, 28. Juli. Der König nahm heute
vor=
mittag vor der Kaſerne Caſtro Pretorio die Parade
über das fünfte Askaribataillon ab, das vom
Kriegs=
ſchauplatz in Tripolis nach Erythraea zurückkehrt. Der
Parade wohnten die Miniſter, zahlreiche Diplomaten,
die Militärattachés und Botſchafter und eine große
Volksmenge bei, die dem König und den Truppen
ſtürmiſche Huldigungen bereiteten.
* Paris, 27. Juli. Im heutigen Miniſterrat
teilte Miniſterpräſident Poincare mit, daß er ſich am
5. Auguſt in Dünkirchen einſchiffen werde und am
9. Auguſt in Kronſtadt einzutreffen gedenke. —
Marine=
miniſter Delcaſſe erklärte, die Flottenmanöver,
be=
ſonders diejenigen der Unterſeeboote ſeien gut gelungen
und hätten Ausdauer und ernſten Eifer der Beſatzungen
gezeigt. Der Miniſterrat beſchloß, daß der internationale
Kongreß zur Regelung der Zollfragen im Mai 1913 in
Paris ſtattfinden ſolle. Der Kongreß würde die Frage
der Schaffung eines internationalen ſtatiſtiſchen
Zoll=
bureaus zu prüfen haben, ferner die Abfaſſung von
Be=
ſtimmungen für Handelsreiſende und ihre Proben,
weiter die Befreiung bedingsweiſe eingeführter Waren
von den Einfuhrzöllen und endlich die Frage eines
inter=
nationalen Abkommens über eine einheitliche Regelung
des Brutto= und Nettogewichts.
London, 27. Juli. In Anweſenheit von etwa
hundert Mitgliedern der unioniſtiſchen Partei des
Unter=
hauſes unter dem Vorſitz des Herzogs Marlborough
fanden in Blenheim große unioniſtiſche
Kund=
gebungen ſtatt. Der Führer der Unioniſten Bonar
Law gab einen Ueberblick über die politiſche Lage und
ſagte, die Regierung weigere ſich beſonders, die
Behand=
lung von Ulſter in der Homerule=Vorlage in Erwägung
zu ziehen. Wenn die Regierung verſuchen würde,
Truppen gegen die Leute von Ulſter zu verwenden, riefe
dies einen Bürgerkrieg hervor und erſchüttere das Reich.
Die Unioniſten würden für zwei große Reformen
ein=
treten, nämlich für die Wohnungsfrage der arbeitenden
Klaſſen und für die Unterſtützung der Landwirtſchaft
durch die Schaffung von bäuerlichen Kleinſiedelungen.
Law ſprach ſein Bedauern über die Lage des britiſchen
Kredites aus, die durch die Drohungen der Regierung
veranlaßt ſei. Er verſicherte, der Hauptpunkt des
Programms der unioniſtiſchen Plattform ſei die Reform
des Zolltarifs mit Bevorzung der Teile des Reiches.
Glasgow, 27. Juli. Die Admiraliät forderte
8 private Schiffsbaugeſellſchaften zur Einreichung von
Offerten für ſechs Panzerkreuzer mit hoher
Ge=
ſchwindigkeit und Schiffsmaſchinen von 40000
Pferde=
kräften auf mit der Maßgabe, daß die Kreuzer im
m in Dienſt geſtellt werden kännen. Die Kreuzer
ſollen kleiner, aber ſchneller ſein, als die entſprechenden
der deutſchen Flotte. Zwei andere Kreuzer ſollen auf
Regierungswerften erbaut werden.
Kriſtiania, 27. Juli. Aftenpoſten veröffentlicht
ein Interview mit dem Kapitän Mikkelſen in
Aaleſund, der jedoch nähere Auskünfte über die
Ergeb=
niſſe der Grönland=Expedition verweigerte. Er
gab nur an, daß er und Iverſen bei Shamrocks bei
74½ Grad nördlicher Breite aufgefunden worden ſeien.
Die Expedition verlief wie folgt: Am 10. April 1910
verließen Mikkelſen und Iverſen die übrigen Teilnehmer
der Expedition auf 76 Grad nördlicher Breite. Sie
gingen auf beſchwerlichen, lebensgefährlichen Wegen
zum Danmarks=Fiord, wo ſie den Bericht Mylius=
Erichſens fanden. Damit war der Hauptzweck der
Expedition erreicht. Unter furchtbaren Leiden wuroe
am 29. Mai 1910 die Rückreiſe angetreten. Die Hunde
gingen nacheinander ein. Die letzten wurden erſchoſſen
und gegeſſen. Mikkelſen und Iverſen hungerten und
froren. Am 29. November war die Shannon=Inſel
er=
reicht, wo die beiden Polarforſcher den ganzen Sommer
1911 vergebens auf norwegiſche Robbenfänger warteten.
Als das Jahr ſo weit vorgeſchritten war, daß jede
Hoffnung, fortzukommen, vergebens war, zogen die
beiden zum Ueberwintern nach Shamrock. Am 17. Juli
1912 trafen ſie den Fangkutter „Sjöblomſton”, der
ſie mitnahm.
* Kriſtiania, 28. Juli. Aftenpoſten berichtet über die
Auffindung der beiden Polarfahrer Mikkelſen und
Iverſen auf Baßrock (nicht, wie zuerſt gemeldet, auf
Shamrock) noch folgendes: Als der Fangkutter „
Sjoe=
blomſten” ſie fand, ähnelten ſie mehr Tieren als Menſchen.
Eine Holzſtange auf der Walroßinſel mit der
einge=
ſchnittenen Jahreszahl 1912 brachte den Kapitän des
Kut=
ters zuerſt auf die Spur; er folgte ihr bis zu der Hütte,
die Mikkelſen und Iverſen erbaut hatten. Als er anklopfte,
kamen beide heraus, faſt nackend, die Gewehre mit
geſpann=
tem Hahn in der Hand, weil ſie glaubten, es ſeien wilde
Tiere vor der Tür. Menſchen hatten ſie nicht erwartet.
Sie hatten reichlich Munition und konnten ſich alſo
Lebens=
mittel verſchaffen. Mikkelſen ſoll krank geweſen ſein,
ſo=
daß Iverſen ihn auf einem Schlitten über hundert Meilen
weit ziehen mußte. Die beiden Polarfahrer halten ſich jetzt
bei dem däniſchen Konſul in Oerskog auf.
* Kaſchkar, 27. Juli. In Khota iſt eine
Feuers=
brunſt ausgebrochen; es wurden über 4000 Häuſer und
faſt ſämtliche Warenhallen zerſtört. Das Feuer wurde
von Leuten der Volksmiliz angelegt, die ſämtliche aus
dem Feuer geretteten Waren raubten.
Santander, 28. Juli. Beim Beginn der
Re=
gatten, an welcher der König von Spanien
auf der Yacht „Hiſpania” und die Prinzen Karl und
Philipp von Bourbon an Bord einer anderen Jacht
teilnahmen, brach ein heftiger Sturm aus, der
das Meer aufwühlte. Der König konnte faſt ſofort ohne
Unfall in den Hafen zurückkehren. Die beiden Prinzen
Karl und Philipp wurden mit den anderen Jachten auf
die hohe See hinausgetrieben und gerieten in eine
ziem=
lich bedenkliche Lage. Den Kriegsſchiffen und
Schleppdampfern, die ihretwegen ausliefen, gelang es,
ſie wohlbehalten in den Hafen zurückzubringen. Mehrere
Jachten erlitten Havarien.
* Kimberley, 27. Juli. Von der Reiſe des
Staatsſekretärs Dr. Solf wird gemeldet: Der
Staatsſekretär kam am 23. Juli in Kapſtadt an, wo er
durch den Adminiſtrator General Hickmann im Auftrage
von Lord de Villiers empfangen wurde. Es folgte die
Beſichtigung der Gouvernements=Weinfarm Conſtanzia
in der Umgebung Kapſtadts. Abends fand ein Diner bei
dem Adminiſtrator Frederic Dewal ſtatt. Am 24. d. M.
wurde die Landwirtſchaftsſchule Elſenburg=Stellenboſch
beſucht. Abends war Bierabend. Am 25. Juli beſichtigte
der Staatsſekretär die deutſche Schule, den Botaniſchen
Garten und das Muſeum. Am 26. Juli traf er in
Kim=
berley ein.
* Tokio, 27. Juli. Das Bulletin über das
Be=
finden des Kaiſers lautet: Mittags Temperatur
37,6 Grad Celſius, Puls 100, Atmung 30. Nachts und
vormittags ſchlief der Kaiſer unruhig. Das
Allgemein=
befinden hat ſich leicht gebeſſert.
* Tokio, 28. Juli. Geſtern abend um 7 Uhr war
die Temperatur des Kaiſers 38,9 Celſius, Puls 105,
Atmung 32. Der Zuſtand ſcheint ſeit geſtern eine leichte
Beſſerung aufzuweiſen, er iſt aber immer noch ſehr ernſt.
Eine baldige Aenderung iſt nicht zu erwarten.
** Heidelberg, 28. Juli. In eine höchſt aufregende
und gefährliche Situation gerieten heute abend
die Paſſagiere eines Salondampfers der
Neckar=
ſchiffahrtsgeſellſchaft. Das Schiff „Alt Heidelberg”
hatte pünktlich um 6 Uhr die Station Neckarſteinach
ver=
laſſen, als plötzlich ein furchtbares Unwſetter
los=
brach. Der Himmel verfinſterte ſich und es ging ein ſo
heftiger Hagelſchlag nieder, wie ihn der Kapitän
noch nicht erlebt zu haben erklärte. Es fielen Hagelſtücke
bis zur Größe mittlerer Wallnüſſe und mit einer ſolchen
Heftigkeit, daß die Getroffenen laut aufſchrien und das
ganze Deck mit einer 5 Zentimeter dicken Eisſchicht
be=
deckt wurde. Dazu kam ein ſtarker Sturm, der auch auf
die unter dem Segeltuch befindlichen ca. 60 Paſſagiere
ein förmliches Schloſſenbombardement eröffnete und alles
in die kleine Kajütte trieb. Nur der Kapitän hielt wacker
auf ſeinem Poſen aus. Als das Schiff aber eine ſchaf=
Biegung zu paſſieren hatte und der dichte Hagelſchleien
jeden Blick über das Schiff hinaus unmöglich machte:,
ließ er ſcharf ſtoppen und das Fahrzeug ans grüne Ufen
werfen. Das ſchien aber das empörte Element nur noch
mehr zu reizen; denn nun wurde das Schiff vom Sturm
erfaßt und das ganze Vordeck, einſchließlich der ſchweren
Eiſenkonſtruktion losgeriſſen und teils auf die andere
Schiffsſeite, teils auf das Ufer geworfen, auch durch
andere Beſchädigungen jede Weiterfahrt unmöglich
ge=
macht. Die Eiſenſtangen fielen unmittelbar vor einer=
Anzahl weiblicher Fahrgäſte nieder, ohne glücklichen
Weiſe jemand zu treffen. Sturm und Hagel
wüteten=
unterdeſſen weiter, doch gelang es einem
Schiffsbe=
dienſteten, das Land zu erreichen und den für eine ſpä
tere Fahrt in Neckarſteinach bereit liegenden Dampfer zu
aviſieren, der dann auch nach einer halben Stunde bangen
Harrens an der Unfallſtelle erſchien und alle Paſſagiere
aufnahm; ſie wurden dann zwar ganz durchnäßt, aber
ungefährdet nach Heidelberg weiter befördert.
Briefkaſten.
Stammtiſch G. B. hier. Flaſchen werden natürlich
in einem Stück hergeſtellt (geblaſen).
Unbedingt keimfreie
in warmer Jahreszeit
zuverlässioste Nahrunge
für kleine Kinder
Für einen Verſuch ſenden
eine Probebüchſe koſtenfrei Muffler & Cie., Freiburg i. Brg
Unterichtsweſen.
Die Cölner Hochſchule für kommunale
und ſoziale Verwaltung hat ſoeben ihr
Vor=
leſungsverzeichnis für das Winterſemeſter 1912/13 herauss
gegeben. Der Kreis der Vorleſungen iſt erheblich
er=
weitert, neue Dozenten ſind gewonnen worden.
Sorg=
ſam wird auch diesmal wieder berückſichtigt, daß es
die Aufgabe der Hochſchule ſein muß, den praktiſchen
Bedürfniſſen Rechnung zu tragen, ohne daß ſie dadurch
etwas von Hochſchulcharakter aufgibt. Die Vorleſungen
und Uebungen beginnen am 24. Oktober. Das
Vor=
leſungsverzeichnis kann vom Sekretariate der Hochſchule
(Claudiusſtraße) bezogen werden.
Frader Kleider
— für Damen und Mädchen —
in grösster Auswahl.
Aenderungen sofort.
Schwarze Blusen und Röcke
sehr preiswert.
Telephon 2539.
Ludwigstrasse 5.
G. m. b. H.
(12044a
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß unſer lieber,
unvergeß=
licher Sohn und Bruder
(16118
Jean Schmidt
nach dreitägigem Krankenlager im Alter von
6½ Jahren verſchieden iſt.
Darmſtadt, den 29. Juli 1912.
Feldbergſtr. 101.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Schmidt, Schriftsetzer,
und Familie.
Die Beerdigung findet am Dienstag
nachmit=
tag um 4 Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.
Am 19. Juli 1912, um 5 Uhr morgens, entschlief sanft in Hamburg, im
Alter von 66 Jahren, mein treuer Gatte, unser innigstgeliebter Vater
Herr Max Edelmann
Vorsitzender des Aufsichtsrates und Direktor der Grande Brasserie de Koekelberg,
Inhaber des belgischen Leopoldordens u. des Ritterkreuzes I. Klasse des hessischen
Ordens Philipp des Großmütigen, Ehrenmitglied des Schillervereins u. des Verbandes
deutscher Vereine in Brüssel, Ehren-Präsident der „Créche de Koekelberg‟
Wir bitten um stille Teilnahme in unserem tiefen Schmerz:
Bertha Edelmann, geb. Welcker,
Theodora Edelmann,
Adele Edelmann,
Otto Edelmann.
Brüssed-Koekelberg, den 24. Juli 1912.
4, Avenne du Panthéen.
(16112M
Die Einäscherung hat am Montag, den 22. Juli, in Hamburg stattgefunden.
Nummer 176.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Juli 1912.
Seite 7.
Statt jeder besonderen Anzeige.
Heute vormittag 11½ Uhr entschlief sanft nach langem, mit grosser Geduld
er-
tragenem Leiden mein teuerer Bruder, unser lieber Onkel
(*2206
der Grossherz. Kammerherr, Geh. Regierungsrat und Kreisrat a. D.
Herr Gustav v. Zangen
im 74. Lebensjahr.
Darmstadt, den 27. Juli 1912.
Minna Pfarrius, geb. v. Zangen.
Hauptmann Wilhelm von Zangen.
Reinhard von Zangen.
Johanna v. Zangen, geb. Preetorius.
Beisetzung: Montag, den 29. Juli, nachmittags 6½ Uhr, vom Portale des städtischen Friedhofs aus.
Blumenspenden und Beileidsbesuche dankend verbeten.
Dankſagung.
Für die beim Hinſcheiden meiner lieben Tante
und Couſine erwieſene Teilnahme, ſowie für die
zahlreichen Blumenſpenden, ſagen wir Allen, auch
Denen, welche der Dahingeſchiedenen die letzte
Ehre erwieſen, unſeren innigſten Dank.
Hedwig Kiehle,
Gustav Braselmann.
Darmſtadt, den 27. Juli 1912. (16117
Tageskalender.
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Vortrag” von Leutnant a. D. von Herff um 8½ Uhr
Waldſtraße 18.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Ueberſichtskarte des Dardanellengebiets; Ein deutſches
Sängerfeſt in Philadelphia; Gruppenbild der
japani=
ſchen Kaiſerfamilie; Von der Nordlandsreiſe des
deut=
ſchen Kaiſers.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 30. Juli.
Altes Eiſen= Kupfer= uſw. Verſteigerung
um 11 Uhr auf dem Lagerplatz des Waſſerwerks am alten
ſtädtiſchen Lagerhaus.
Unentgektliche Veratungsſtelle für
Al=
koholkranke, Wilhelminenſtraße 34.
Sprech=
ſtunden jeden Montag von 3—5 Uhr.
Todes=Anzeige.
Schmerzerfüllt teilen wir allen Freunden
und Bekannten mit, daß heute nachmittag
7¼ Uhr unſere liebe Mutter Großmutter,
Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
(16101
Frau
Willeim- Gofer A. Miend
geb. Schaaf
im Alter von 58 Jahren infolge eines
Schlag=
anfalls ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Geyer.
Eberſtadt, Griesheim und Beſſungen,
den 26. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 29. Juli,
nachmittags 5 Uhr, in Beſſungen vom
Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Beſichtigung des Großh.
Reſidenzſchlof=
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam Jleiſchmann,
ſämt=
lich in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil
be=
ſtimmte Mitteilungen ſind an die „Redaktion des
Tag=
blatts” zu adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
ausverkauf.
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Kurſe vom 27. Juli 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,30
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
80,10
do.
4 Preuß. Schatzanweifg. 100,10
3½ do. Conſols . . . 90,20
80,00
3 do. do,
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,10
90,20
do.
3½
80,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,80
88,10
do.
3½
77,60
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 100,20
88,00
do.
3½
77,90
3
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,00
4 Württemberger v. 1907 100,20
do. v. 1875 95,00
3
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,30
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,50
4 do. Goldrente . . . 96,00
4 do. einheitl. Rente 87,60
3 Portug. unif. Serie I 64,20
3 do. unif. Ser. III 67,10
3 do. Spezial . . . . 9,70
5 Rumänier v. 1903 . . 101,40
4 do. v. 1890 . . 95,90
4 do. v. 1905 .
90,90
4 Ruſſen v. 1880 .
4 do. v. 1902 . . . . 90,50
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,00
4 Türk. Admin. v. 1903 82,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,00
4 Ungar. Goldrente . . . 90,50
4 do. Staatsrente . . . 88.10
In Proz=
3f.
.101,10
5 Argentinier
4
86,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 90,25
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,75
4½
93,75
do.
4½ Japaner . .
94,50
5 Innere Mexikaner . . . 95,10
3
do.
59,70
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 71,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=Paket=
.142,80
fahrt . . . .
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,75
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,80
8 Baltimore und Ohio . 107,50
6½ Schantungbahn . . . 130,00
6½ Luxemb. Prince Henri 158,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18½
6 Pennſylvania R. R. . 122,30
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . . 521,80
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 649,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 347,00
10 Cement Heidelberg . . 153,00
30 Chem. Werke Albert 462,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz .
.. . . 325,75
4 Lahmener . . . . . . . 126,00
Letzte
In Proz.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 158,50
12 Siemens & Halske . 240,25
5 Bergmann Electr. . . 140,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 169,70
0 Gummi Peter . . . . 122,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 120,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 560,00
10 Maſchinenf. Badenia 170,00
6 Wittener Stahlröhren 223,00
8 Steana Romana Petr. 141,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 243,00
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 243,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,00
3 Südd. Immobilien .
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 189,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 234,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 174,80
10 Gelſenkirchener .
191,50
8 Harpener . . . . . . . 189,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 264, 10
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
. . . 82,00
4 Laurahütte .
. . . 173,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 202,00
11
7½ South Weſt Africa 140,80
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,70
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,10
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,20
do.
78,90
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,60
In Proz.
Zf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,50
53,20
2½
do.
77,10
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt.
87,75
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,50
do.
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow.
3 Portugieſ. Eiſenb.
73,60
90,00
do.
. 68,80
2%0 Livorneſer .
3 Salonique=Monaſtir .
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,80
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 96,75
4 Miſſouri=Paciſic. . 271,40
9,50
4 Northern=Pacific .
4 Southern=Pacific . . . 94,80
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 87,50
5 Tehuantepec . . . . . . 98,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 197,00
7 Bergiſch=Märkiſche
.Bahn . . . . . . . 150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,25
6½ Darmſtädter Bank . 121,20
12½ Deutſche Bank .252½
6 Deutſche Vereinsbank . 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,60
10 Diskonto=Kommandit 186,20
3½ Dresdener Bank . . 153,90
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,40
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,10
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 135,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,50
7½ Wiener Bankverein . 134,40
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,30
Bf. Pfandbriefe. InProz.
8½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
88,00
do.
8½
4 Heff. Land.=Hyp.=Bank 100,00
do.
89,00
6
4 Heff. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,75
B½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,00
S. 3—5 .
88,80
S. 9—11
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
8½
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Sübd. Bd.=Kr.=Bk.=Vig 99,90
do.
5½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . 99,00
8½ do.
88,60
4 Frankfurt . . . . . . 100,00
8½ do.
95,20
4 Sießen . .
8½ do.
,90,10
4 Heidelberg
98,20
3½ do.
88,50
4 Karlsruhe
8½ do.
88,20
4 Magdeburg:
99,10
8½ do.
4 Mainz . .
3½ do.
90,00
4 Mannheim .
99,20
3½ do.
4 München .
99,90
3½ Nauheim
4 Nürnberg
100,00
3½ do.
88,30
4 Offenbach . .
Bf.
In Proz.
3½ Offenbach .
89,10
4 Wiesbaden .
7 100,20
3½ do.
89,20
4 Worms .
98,20
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Babiſche . . . Tlr. 109 172,80
3½ Cöln=Mindner , 100 134,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,70
3 Madriber . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 173,80
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
.ſt. 7
Augsburger.
Braunſchweiger Tlr. 20 199,00
Fs. 15
Freiburger .
Fs. 45 —
Mailänder
Fs. 10 —
do.
ſl. 7
Meininger
Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 514,00
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30 46,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,43
20 Franks=Stücke .
16,29
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¼
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöfiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 169,70
Italieniſche Noten . . . . 80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,00
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . 81,20
Reichsbank=Diskonto. . . 4½
Reichsbank=Lombard 34, F½
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Juli 1912.
Nummer 176,
DuderorkurrFaC
Dienstag, 30. und Mittwoch, 31. Juli
D
(16099oim
Amtliche Nachrichten des Großh. Pollzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Pinſcher, 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(16102
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Verſteigerung im ſtädliſchen Pfandhaus.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 79778 bis Nr. 100000
und Nr. 1 bis einſchließlich Nr. 13888 werden aufgefordert, die
Verſatzzeit der Pfänder verlängern zu laſſen. Bis Ende Auguſt d. J.
iſt die einfache, vom 1. bis 10. September 1912 die doppelte
Verlängerungsgebühr zu entrichten.
Alle Pfänder deren Verſatzzeit bis 10. September d. J. nicht
verlängert wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 19. Oktober d. J.,
vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 21. Oktober d. J.
(14155a
ab, werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.
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Nummer 176.
Darmſtädter Tagblätt, Montag, den 29. Jun 1912.
Seae.
Panzerkreuzer und Kanonenboot
„von der Tann”.
Von Philipp Brüchmann.
Eines der ſtattlichſten Schiffe unſerer Marine iſt der
Panzerkreuzer „von der Tann”. Erbaut auf der Werft
von Blohm und Voß zu Hamburg, wurde es am 20. März
1909 vom Stapel gelaſſen und am 1. September 1910 in
Dienſt geſtellt. Es iſt das erſte größere Schiff unſerer
Flotte mit Turbinen=Antrieb geweſen und gilt als eines
der ſchnellſten Kriegsſchiffe der Welt. Mit 19000 Tonnen
Waſſerverdrängung, 28 Knoten Höchſtgeſchwindigkeit und
einer ſchweren Armierung von acht 28=Zentimeter=
Ge=
ſchützen ſtellt es einen Typ dar, der bis jetzt nur von der
„Moltke” übertroffen wurde.
Man benennt die Panzerkreuzer unſerer Flotte nach
hervorragenden deutſchen Heerführern. Es ſind bereits
die Namen: Moltke, Blücher, Scharnhorſt, Gneiſenau,
York, Roon, Friedrich Karl vertreten. Wenn nun dieſen
der Name „von der Tann” zugefügt wurde, ſo war dazu
ein doppelter Anlaß vorhanden. Denn nicht nur in der
deutſchen Kriegsgeſchichte, auch in der Geſchichte der
deut=
ſchen Marine hat dieſer Name, wie wir gleich ſehen
wer=
den, bereits einen ehrenvollen Platz.
Im Jahre 1848 erhob ſich Schleswig=Holſtein zur
Be=
freiung von däniſcher Herrſchaft. Da ſtellte ſich der
pro=
viſoriſchen Regierung, als einer der erſten, ein junger
bayeriſcher Offizier zur Verfügung, deſſen Tüchtigkeit man
bald erkannte und ihm die Bildung eines Freikorps
über=
trug. Dieſer nunmehrige Freiſcharen=Führer war der 33
Jahre alte Ludwig von der Tann, der den bayeriſchen
Militärdienſt verlaſſen hatte, um für die ſchleswig=
holſtei=
niſche Sache zu kämpfen. In kurzer Zeit hatte er eine
Truppe von mehreren Hundert Mann beiſammen, mit
denen er den Dänen äußerſt läſtig wurde. Seinen
Haupt=
ſtreich lieferte Tann bei Hoptrup, wo er mit 350
Frei=
ſchärlern die 1500 Mann ſtarke däniſche Avantgarde
über=
fiel, ihr zwei Kanonen und ſonſtiges Kriegsmaterial
ab=
nahm und das Gros derart in Verwirrung brachte, daß
es unverzüglich das ganze nördliche Schleswig räumte.
Bei den Schleswig=Holſteinern erfreute ſich Tann
durch ſeine tollkühne Tapferkeit einer außerordentlichen
Popularität. Ein Holſteiner ſchreibt von ihm: Oft, wenn
der von der Tann, umwallt von dem weißen Reitermantel,
allen voranflog durch die braune Heide, hat er ſeine
Kriegsgefährten an die alten Tempelritter erinnert, die
mit kleinen Häuflein den Tauſenden der Sarazenen
furcht=
los entgegen gezogen.
In Anerkennung ſeiner Verdienſte für die
ſchleswig=
holſteiniſche Sache nannte die proviſoriſche Regierung ein
Fahrzeug ihrer kleinen Flotte nach ihm. Es war ein
Schraubenkanonenboot, das erſte ſeiner Art, von 120 To.
Gehalt, 6 Knoten Geſchwindigkeit, zwei 60pfündigen
Ka=
nonen und 28 Mann Beſatzung. Dieſes Fahrzeug hatte
ein merkwürdiges Schickſal. Es wollte in der Nacht vom
20. zum 21. Juli 1850 von Travemünde nach Neuſtadt
fah=
ren. Um nun von dem däniſchen Blockadegeſchwader nicht
geſehen zu werden, hielt es ſich der Küſte ſo nahe als
mög=
lich. So hatte es die Hälfte der Fahrt zurückgelegt, als
es von den Dänen entdeckt und unter Feuer genommen
wurde, „von der Tann” blieb die Antwort nicht ſchuldig
und es entſpann ſich ein regelrechtes Feuergefecht. Die
däniſchen Korvetten ſchleuderten einen Bomben= und
Kar=
tätſchenhagel gegen das kleine flache Fahrzeug, das jedoch
einen ſehr ungewiſſen Zielpunkt bot und deshalb ſtets
überſchoſſen wurde. Es ſchien alles gut zu gehen, zumal
der Neuſtädter Hafen bald erreicht war. Da geriet das
Kanonenboot durch die Schuld des Lotſen auf Grund und
damit war ſein Schickſal beſiegelt. Das Fahrzeug bot
nun dem übermächtigen Feinde einen feſten Zielpunkt,
und alsbald ſchlugen die däniſchen Geſchoſſe krachend in
ſeine Planken. Der Kommandant ſah keine Rettung mehr,
er beſchloß deshalb, ſein Schiff, damit es nicht in die
Hände des Feindes falle, zu vernichten. Er ſandte ſeine
Mannſchaft im Boot an die nahe Küſte, legte Feuer an die
Pulverkammer und ſprang über Bord. Als er
ſchwim=
mend ſeine Leute im Boot erreichte, flog das Schiff in die
Luft. „von der Tann” fiel mit wehender Flagge. Es war
das einzige deutſche Kriegsſchiff geweſen, das ſeit den
Zeiten der Hanſa bis heute feindlichen Geſchoſſen zum
Opfer gefallen iſt.
Als 59 Jahre ſpäter auf der Werft von Blohm und
Voß zu Hamburg ein neuer „von der Tann” vom Stapel
laufen ſollte, verſäumte man nicht, den noch lebenden
ehe=
maligen Kommandanten des alten „von der Tann”, den
Holzhändler Lange aus Altona, zur Feier zu laden. Er
wohnte in voller Rüſtigkeit dem Stapellauf bei und hielt
bei der darauf folgenden Feſttafel eine Rede, in der er
der maritimen Verhältniſſe damaliger und heutiger Zeit
gedachte.
Kehren wir nun wieder zu dem Freiſcharen=Führer
von der Tann zurück. Nach Beendigung der Kämpfe trat
er, begleitet von den Segenswünſchen eines Volkes,
wie=
der in das bayeriſche Heer zurück, deſſen 1. Korps er als
General im Feldzuge 1870/71 zu den Siegen von Wörth,
Beaumont, Sedan. Orleans und an der Loire führte.
Dieſe Taten haben von der Tann in die Reihe der erſten
deutſchen Heerführer aller Zeiten geſtellt und ihn und die
bayeriſche Armee mit unvergänglichem Ruhme bedeckt.
Am 26. April 1881 ereilte ihn plötzlich der Tod. Zu
Mün=
chen wurde er beſtattet.
Forſchen wir nach dem Geburtsort des Helden, ſo
finden wir, daß ſeine Wiege in unſerer Stadt
geſtanden hat. Er wurde am 18. Juni 1815 im Hauſe
Marktplatz Nr. 7 geboren. Sein Vater war der Freiherr
Heinrich von der Tann; die Mutter eine Tochter
des heſſiſchen Regierungspräſidenten Freiherrn von
Rath=
ſamhauſen. Hier in Darmſtadt verlebte der junge
Tann einen großen Teil ſeiner Jugend, bis er ſich dem
Soldatenſtande widmete.
Am Hauſe Marktplatz Nr. 7 beſand ſich bis zu
deſſen im Jahre 1907 erfolgten Abbruch eine
Erinnerungs=
tafel mit folgender Inſchrift: Dem Andenken des tapferen
Feldherrn Ludwig Freiherrn von und zu der Tann=
Rathſamhauſen, geboren in dieſem Hauſe am 18. Juni
1815, dem Tage der Schlacht bei Waterloo, widmet die
Stadt Darmſtadt dieſe Tafel. Dieſelbe iſt jetzt im Hofe
des Städtiſchen Muſeums untergebracht.
Sport.
* Lawn=Tennis. Im Offizier=Lawn=
Ten=
nis=Turnier zu Homburg v. d. Höhe ſiegte im
Ein=
zelſpiel um den Kaiſerpreis Leutn. E. von Haugh vom
erſten Sächſiſchen Grenadier=Regiment mit 6—2 6—2 8—6
über Leutnant Daub vom Infanterie=Regiment Nr. 118.
Der Kaiſerpreis fiel damit zum dritten Male an Leutnant
v. Haugh. Der zweite Preis fiel an Leutn. Daub und
zwei dritte Preiſe an Hauptm. von Sommerfeld und
Falkenhayn ſowie Leutn. Bartels.
* Schach. Das Breslauer Schachmeiſter=
Turnier wurde mit der zehnten Runde fortgeſetzt und
brachte Mieſes einen Sieg über Spielmann. Ferner
ge=
wann Schlechter ſeine Partie gegen Carls, Rubinſtein
gegen Treybal, Duras gegen Balla, Lowtzky gegen Cohn,
Teichmann gegen Burn, Marſhall gegen Breyer, Tarraſch
gegen Przepiorka und Barrasz gegen Lewitzky. Von den
Hängepartien wurden die Partien Tarraſch-Duras und
Tarraſch-Mieſes erledigt, die beide von Tarraſch
gewon=
nen wurden. Zwei weitere Hängepartien, Burn-Carls
und Przepiorka-Rubinſtein, wurden remis.
* Pferde=Rennen zu Travemünde. Erſtes
Ren=
nen: 1. Hongrie (H. Teichmann), 2. Konſtantin (Schläfke),
3. Blood Orange (Ward). Tot. 24:10. Pl. 13, 26, 16110.
Unpl.: Waiſenknabe, Thoe Proud Prince, Madame
Foutſi, Yazna, Singberg, Beau Manoir, Mansfield,
Moslem. ¾—1¾ Lg. — Zweites Rennen: 1. Pinion
(Mr. Anthony), 2. Gondolier (Leutn. v. Stammer), 3.
Chalk Mark (Beſ.). Tot. 26:10. Pl. 18 52:10. Unpl.:
Ballough (ausgebr.), Aſtree III, Covent Garden II. 3 bis
4 Längen. — Drittes Rennen: 1. Oos (Gerber), 2. Feſtiva
(Teichmann), 3. Roſa (Schläfke). Tot. 37110. Pl. 15,
17110. Unpl.: Mandarine. 3—1 Lg. — Viertes Rennen:
1. Radegaſt (Leutn. v. Stammer), 2. Ugolino (Leutn.
v. Keller), 3. Süßes Mädel (Herr Purgold). Tot. 31110.
Pl. 18, 19:10. Unpl.: Fairfax 6—1 Lg. — Fünftes
Ren=
nen: 1. Parador (Evans), 2. Bezzentö (W. Winkler),
3. Götterſage (Blades). Tot. 23:10. Pl. 13, 17110. Unpl.:
Morgenruf, Mortimer II. 1½—3 Lg. — Sechſtes
Ren=
nen: 1. Tucker (Mr. Anthony), 2. Perſian Gate (Leutn.
v. Witzleben), 3. Caſtle Hag (Leutn. Graf Baudiſſin).
Tot. 19110. Pl. 16, 40:10. Unpl.: Schwertleite (4), Le
Nil, Colclough II (gef.). 3—4 Lg.
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T-eus Aur Geuebade-
8
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„bebt die durch allzu ſtarke Tranſpiration geſchwächten Kräfte
„faſt augenblicklich. Von jenem prickelnden Beſchmack werden
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Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
24)
Ihre Augen brannten in heißem Licht, und einer
plötz=
lichen Eingebung folgend, fuhr ſie erſt zur Bank, um ſich
dort ein Konto zu eröffnen und ließ alsdann den
Chauf=
feur vor einem Konfektionsgeſchäft Unter den Linden
hal=
ten. Als ſie wieder heraustrat, ſchmückte ſie ein
entzücken=
der Hut, und ihr ſchlichtes Kleid hatte ſich in eins der
ele=
ganten weißen Leinenkleider gewandelt, bei deren
koſt=
baren Spitzeninkruſtation man das einfache Material, aus
dem ſie hergeſtellt waren, völlig vergaß. Ein koſtbarer
ſeidener Mantel war der drohenden Abendkühle wegen
auch gleich mitgenommen worden. Dem Geſchäftsführer,
der ſie ſelbſt zu dem herbeigerufenen Auto brachte,
ver=
ſprach ſie ein Wiederkommen am nächſten Morgen, da ſie
noch ander Einkäufe zu machen gedächte.
Den Chauffeur hieß ſie nach dem Zoologiſchen Garten
fahren, wo ſie zu ſoupieren beabſichtigte. Ein
berauſchen=
des Gefühl überkam ſie, wenn ſie daran dachte, in welch
großartigen Verhältniſſen ihr kdnftiges Leben verlaufen
würde. Und nach dem Tode des hlten Herrn — — ihr
ſchwindelte, wen ſie ſich dieſes Daſcin zu geſtalten
ver=
ſſuchte. Ihr Scharfſinn hatte bei den geſchäftlichen Abmach=
ungen einen ſicheren Einblick in die Großartigkeit des
Fa=
milienvermögens gewonnen. Schon die Höhe des
Jah=
reseinkommens und das des Witwengehaltes ließ das
deutlich erkennen. Dafür konnte man ſchon anderes
ent=
behren.
Welch Aufſehen ſie machte! Ganz vornehme Dame,
ſchritt ſie im Zoologiſchen Garten durch die Reihen der
Beſucher. Bei dem herrlichen Abend hatten ſie ſich
zahl=
reich eingefunden. Es war nur fatal, daß ihr der
Be=
gleiter fehlte. So ganz allein, das hatte doch etwas
Miß=
liches. Sie mußte ſich ſehr reſerviert geben.
Als ſie die obere Terraſſe betrat, blickte ſie um ſich,
als ob ſie jemanden ſuche. Der Geſchäftsführer eilte
ſo=
fort auf ſie zu und fragte nach ihren Wünſchen.
Ich möchte ſpäter ſoupieren, jetzt bitte ich um einen
Eiskaffee und ein Programm.
Man brachte ihr die Speiſekarte, und ſie ſtellte ein
feines Menü zuſammen, es ſollte in einer Stunde
ſer=
viert werden. Ob ſie Sekt trank? Sie fand es richtiger,
davon abzuſehen und ſuchte einen Rheinwein aus.
Behaglich lehnte ſie ſich zurück und muſterte ihre
Um=
gebung. Viel Eleganz war da, aber wenig Schönheit.
Sie beobachtete voller Genugtuung, wie raſch ſie auch
hier die Blicke auf ſich lenkte. Die Frauen kritiſierten
zuerſt die Toilette, und als ſie ſich daran ſatt geſehen
hatten, unterzogen ſie die Trägerin des auserleſenen
Geſchmack verratenden Anzuges einer eingehenden
Muſterung.
Wer war ſie? Dame oder — — —? Die Frage blieb
bei den meiſten unbeantwortet. Man wartete ab, ob
nicht noch etwas in die Erſcheinung trat, das die
Löt=
ſung des Rätſels bringen würde.
Beluſtigt bemerkte die Wronka alles. Endlich ei
mal ein wirkliches Amüſement! Das Leben war doch
ſchön, man mußte es nur zu nehmen wiſſen. Unbeküms
mert mit dem Strom obenauf ſchwimmen und der
Un=
tiefen und Riffe nicht achten — das mußte ſie lernen.
Wie ſie die gute Muſik genoß, die prickelnden Klängs
des Walzers belebten ihr Blut. Ihrer ſelbſt ganz unbe
wußt, wiegte ſie den Kopf nach den weichen Tönen hin
und her, und die Füße bewegten ſich im Takt dazu
Alles ganz unmerklich, aber doch aufreizend für einer
älteren Herrn, der in ihrer Nähe ſaß, und dem ſie ihr
Profil zuwandte. Er beobachtete das Spiel der Füße,
das Wiegen des Körpers. Da — ſie warf den Kopf
zu=
rück. Dieſe Bewegung ſollte er doch kennen.
Er erhob ſich gelaſſen und ſchritt dicht an ihrem
Tiſch vorüber, ſie dabei ſcharf ins Auge faſſend. Die
Wronka — natürlich! ziſchte er überraſcht durch ſeine
Zähne.
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Auch Anna hatte ihn erblickt. Eindn Augenblich
ſtutzke ſie, dann aber ſtreckte ſie ihm die Hand entgegen:
Ach, Graf, Sie hier? Das nenne ich eine Ueberraſchung.
Graf Hachfeld beugte ſich herab und drückte einen
etwas umſtändlichen Kuß auf die ſchöne weiße Hand, die
ſich ihm ſo bereitwillig geboten hatte. So allein, meine
Gnädigſte?
Wie Sie ſehen. Und Sie — was hält Sie denn
in Berlin feſt?
Der Tod einer alten Erbtante, der uralten Gräfin
Hachfeld, die das Alter einer Mumie zu erreichen ſchien?
Iſt ſie endlich geſtorben?
Préciſément, meine kleine Freundin. Wir halſen
ſie vor acht Tagen in das Erbbegräbnis geleitet. Ich
bin ihr einziger Erbe.
Anna beluſtigte ſich ſehr über die Vertraulichkeit des
Grafen und freute ſich ſchon auf deſſen Geſicht, wenn er
von ihrer gänzlich veränderten geſellſchaftlichen Poſition
hhören würde.
Und haben Sie viel geerbt?
Es genügt gerade zu einem ſtandesgemäßen Leben,
wenn meine Verhältniſſe geregelt ſein werden.
Der Graf blickte nun ſeinerſeits teils amüſiert, teils
üüberlegen auf die Wronka, die, wie er ſelber bei ſich
konſtatierte, noch ſchöner geworden und ganz ſüperb
ge=
kleidet war.
Sind Sie zur erſten Liebhaberin avanciert? ſetzte er
ein wenig unverſchämt in einer naheliegenden
Schluß=
folgerung hinzu.
Die Wronka reckte ſich ein wenig und war bemüht,
eine vornehme Gelaſſenheit zur Schau zu tragen,
ob=
wwohl aus ihren ſtrahlenden, lachenden Augen das
Ver=
amügen an dieſer Unterredung nur zu klar zu leſen war.
Das wohl auch, das heißt die Zukunft wird es
bringen.
Wieſo? Iſt das Engagement noch nicht
unterſchrie=
ben? — Uebrigens, wenn Sie geſtatten, ſetze ich mich
ein wenig zu Ihnen. Oder erwarten Sie jemanden?
Nein. Aſſeſſor Bagewitz, den Sie ja wohl kennen,
konnte mich nicht begleiten, er iſt zu ſeinem Regiment
abgereiſt, da er eine Uebung machen muß.
Ach, das trifft ſich gut, dann haben Sie wohl auch
mal Zeit für einen alten Bekannten.
Ich glaube kaum, antwortete Anna beluſtigt, daß
Sie von Hachfeld für die Geliebte ihres Verlobten
ge=
halten wurde. Wiſſen Sie übrigens, daß Bagewitz”
Bruder vor kurzem nach Peking gereiſt iſt, er iſt dort
bei der Botſchaft angeſtellt. Ich befand mich gerade in
Altenwerder, als die Order kam. Friedrich Wilhelm
fuhr nach Berlin, um dem Bruder Lebewohl zu ſagen.
Da die Abfahrt ſo beſchleunigt ſtattfand, konnte er nicht
mehr herüberkommen, und ſo lernte ich Bruder Hans
leider nicht kennen.
Sie waren in Altenwerder?
Schon ſeit einem Jahr, Herr Graf.
So! — — — Bagewitz iſt doch mit einer
Pflege=
tochter des Kammerherrn verlobt, und mir wurde
ge=
ſagt, er wäre zum Erben des Familiengutes auserſehen.
Er hat aber dem richtigen Erben Platz machen
müſ=
ſen, Graf, und der iſt mein Sohn.
Ihr Sohn? Hachfeld verließ jetzt alle Haltung,
er=
zählte der lachende rote Frauenmund wirklich nur
mär=
chenhafte Wahrheit.
Mein Mann hieß Wilhelm von Bagewitz.
Sie ſind die Frau dieſes Bagewitz?
Ja, Graf, und ich habe erſt lange nach ſeinem Tode
erfahren, daß er dieſen Namen trug, denn er mußte ſich
bei der Flucht aus der Heimat nach Familienbeſchluß.
Buchberg nennen.
Und durch wen erfuhren Sie den richtigen Namen?
Ein Freund ſah zufällig ſein Bild und er war mir
behilflich, alle Papiere zu beſchaffen. Ein Rechtsanwalt
wurde zugezogen und ſo trat ich wohlausgerüſtet als
Mutter meines Knaben in Altenwerder an. Mein ent=
Skender Bub gewann natürlich gleich alle Herzen,
be=
ſonders das ſeiner Tante Suſanne, die es durchſetzte,
daß Mutter und Kind in alle Rechte eingeſetzt wurden.
Und Friedrich Wilhelm ——
Iſt mein Verlobter, Graf.
Und Suſanne? fragte Hachfeld völlig verblüfft.
Trat großmütig zurück, weil ein armer Aſſeſſor doch
kein armes Mädchen heiraten kann.
Und Sie konnten ſich als Mutter des Erben den
Luxus geſtatten?
Friedrich Wilhelm iſt Vormund meines Kuaben
geworden und zugleich Verwalter von Altenwerder. Er
bezieht, bis Wilhelm mündig iſt, ein hohes Gehalt.
Fer=
ner iſt er für Lebenszeit Nutznießer von dem Rittergut
Friedrichshof geworden. Ich ſelber trete nach meiner
Verheiratung in alle Rechte der Frauen auf
Altenwer=
der ein. In einer Woche iſt die Hochzeit hier in Berlin
in einem ganz kleinen Kreiſe, und Sie ſind hiermit
herz=
lich eingeladen, Graf. Man will kein Aufſehey, wie
Sie begreifen werden. Wir verſchicken auch keine
Ver=
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Ludwig Schwan
23 Ernst-Ludwigstr. 23.
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*2205) Schröder, Karlſtraße 26.
Dr. Hof bis 25. August verreist.
Die Vertretung haben gütigſt
übernommen Herr Dr. Bönning,
Mauerſtr., (Ecke Dieburgerſtr.), Herr
San.=Rat Dr. Buchhold,
Viktoria=
ſtraße 85, Herr Dr. Dietz,
Karls=
ſtraße 85, Herr Dr. Göring,
Mühl=
ſtraße 64, (bis zu ſeiner Abreiſe)
Herr Dr. Kayser, Hügelſtr. 6, (bis
zu ſeiner Abreiſe), Herr San.=Rat
Dr. Kolb, Riedeſelſtr. 23, Herr Dr.
Langsdorf, Hügelſtr. 11. (*2078so
San. Rat Dr. Ouetsch
wird während ſeiner Abweſenheit
gütigſt vertreten von den Herrn
Dr. Dietz, (*2072som
Dr. Kayser,
Dr. Löb,
San.-Rat Dr. Markel,
Dr. Mayer,
Dr. Schneider.
Emmlaufen
Engl. Jagdhündin, (weiß mit
braunen Flecken) und ein
Kriegs=
hund. Abzugeben Olbrichweg 17.
Wiederbringer Belohnung. Vor
Ankauf wird gewarnt. (*2197
(ertoren
Freitag nachmittag auf dem Weg
vom Oberwaldhaus nach den
Hirſch=
köpfen ein ſchwarzſeidenes
Hals=
tuch. Abzug. geg. Belohng.
Land=
raf Philipp=Anlage 56. (16100
Schiffsbericht. Hamburg=Amen
rika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Hrn. Adolf Rady,
Darm=
ſtadt, Zimmerſtraße 1. Dampfer
„Cleveland‟, 25. Juli 10 Uhr
30 Minuten morgens von New=
York über Plymouth und
Cher=
bourg nach Hamburg. — Dampfer
„Frankenwald” von Mexiko und
Havana kommend, 25. Juli abends
von Las Palmas. — Dampfer „La
Plata” nach Havana und Mexiko,
25. Juli 10 Uhr abends Dover
paſſiert. — Dampfer „Naſſovia‟,
24. Juli 5 Uhr nachmittags von
Rio de Janeiro über Barbados
nach New=York. —
Vergnügungs=
dampfer „Meteor” fünfte
Nord=
landfahrt, 25. Juli 9 Uhr morgens
in Drontheim.