Abonnementspreis
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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer hat geſtern von Swinemünde aus ſeine
Nordlandsreiſe angetreten.
Dile Kaſſerin iſt geſtern auf Schloß
Wälhelms=
höhle bei Kaſſel eingetroffen.
Durch eine Feuersbrunſt wurden die
Triko=
tagenfabrik Manz u. Kaller und die Möbelfabrik
Guſtav Bühler in Spaichingen (Württemberg)
voll=
ſtändig zerſtört.
Nach den letzten Nachrichten beträgt die Ziahl der
Opfer bei der Gaubenkataſtrophe in
Cadeby 75, von denen 69 als Leichen geborgen ſind.
Der chineſiſche Finanzmüniſter hat den
Pro=
vinzen mitgeteilt, daß es ihm unmöglich ſei, eine
An=
lethe zu erhalten und er den Provinzen kein Geld
leihen könne.
Die Lage des deutſchen Kleinhandels.
sh. Einen intereſſanten Ueberblick über die Lage
des deutſchen Kleinhandels gibt der
Ge=
ſchäftsbericht des Verbandes der Rabattſparvereine
Deutſchlands, den der Generalſekretär Beythien=
Hannover der dieſer Tage in Stettin ſtattfindenden
Jahresverſammlung erſtattet. Es heißt darin u. a.:
Unſer Wirtſchaftsleben hat ſich im Berichtsjahre,
wie die ſtatiſtiſchen Aufnahmen über die Ein= und
Aus=
fuhr, die Geldumſätze und das Verkehrsweſen zeigen,
weiter günſtig entwickekt und es iſt nicht zu leugnen,
daß an dieſer Aufwärtsbewegung ein erheblicher Kreks
des Detailhandels günſtig beteiligt war. So zeigen
die Aeußerungen z. B. aus der Mode= und Luxusbranche,
ferner aus dem Bekleidungs= und Ausſtattungsgeſchäft
durchweg Zufriedenheit mit der wirtſchaftlichen Lage.
Infolge der Steigerung der Preiſe mancher
Lebensmüt=
tel, die durch unzureichende Ernte ungünſtig
beinträch=
tigt waren, trat allerdings auch in den genannten
De=
tctlhandelszweigent ein gewiſſer Rüchſchlag ein, weil,
veranlaßt durch vermehrte Aufwendungen für
Nahrungs=
mittel andere Klaufbedürfniſſe zurückgeſtellt wurden
Er=
heblich war dieſer Rückſchlag jedoch nicht. Der Sommer
1911 brachte eine Periode der Hätze und Dürre, die im
Verlaufe vieler Generatiorken faſt beiſpiellos daſteht.
Von dieſer Erſcheinung wurde jedoch nicht nur unſer
Land betroffen, ſondern ſaſt alle ausländiſchen Striche,
die für die Produktion dieſer Zeitperſode in Frage
kom=
men, und ſo war auch durch Erläichterung der Einfuhr
eine Abſtellung des zweifelloſen Mißſtandes nichſt zu
erreichen. Die notwedige Folge war eine erhebliche
Preisſteigerung mancher Bodenerzeugniſſe, und es mag
auch zutreffen, daß die in glücklicherer Latze
befind=
lichen Produzenten nach Möglichkeit die Situatior
aus=
genutzt haben. Nach dem 4. Jahresbericht der Kammer
für Kleinhandel Bremen war es nichts ſeltenes, daß
kohl=
bauende Landleute, z. B. der holſteiniſchen Marſchen,
für ihre diesjährigen Ernten Einnahmen erzielten, die
den Bodenwert ſelbſt überſtiegen. Sodann bemächſitate
ſich raſch die Speklulation der Lage, übertrieb
durch alarmierende Zeitungsmeldungen die Kalamität
und zog aus dieſer Verwirrung übermäßige Gewinne.
Als letztes Glied der Kette von der Produktion bis
zum Verkauf ſteht nun der Detailhandel dem
Publikum gegenüber. De große Maſſe kann in
volks=
wivtſchaftlichen Dingen nur laienhaft denken und blickt
in ihrer Unkenntnis zu Zeiten tatſächlicher oder
über=
trieben dargeſtellter Not auf den letzten, an den ſie für
Waren zu des Lebens Unterhalt Zahlungen zu leiſton
hat. Und mit dem naiven Aerger deſſen, der nur die
Oberfläche der Dinge betrachtet, richtet ſich ihr Zorn ſauf
den ihr am nächſten Stehenden. In dieſem Falle war
dies der Kleinhandel, der gerade in der Berichtszeit
wie felten zuvor das Objekt bitterſter Vorwürfe und
ungerechter Beurteilung war. Aber leider war es nicht
nur die vorurteilsloſe Menge die ſo vorging, ſondern
ſtheoretiſierende Volkswirtſchaftler, Beamte in allen
(Stellungen und nicht zuletzt die Gegner des
ſelbſtän=
digen Detoilhandels an ſich vereinigten ſich in dem Ruf:
Der Zwiſchenhandel erſt ſchafft den Notſtand. Beſonders
verderblich war die Ausnutzung der Lage durch die
Konſumvereine, die ganz unberechtiat bei der
Bevöl=
kerung den Glauben zu erwiecken ſuchten, durch Anſchluß
an ihre Bewegung könne auch den Schäden einer ſolchen
Zeit wirkſam begegnet werden, während nirgends
feſt=
zuſtellen war, daß die Konfumvereine billiger lieferten,
als der ſelbſtändige Handel.
Die rückſichtsloſe Ausbeutung der teil.
weiſen Teuerung zu tendenziöſen Zwecken führte
zu unerhörten Uebertreibungen. Eine allgemeine
Teue=
rung herrſchte durchaus nicht, denn die Getreideernte war
beſſer als früher, und eine Mißernte in Kartoffeln gab
es nicht. Das Brot war erheblich billiger als im Jahre
1907.
Friedensverhandlungen?
— Wieder einmal taucht die Nachricht auf, daß ein
baldigay friedlicher Ausgleich km
italie=
niſch=türkiſchen Kriegee zu erwarten ſei. Sehr
glaubwürdig klingt die Meldung, die diesmal aus
Kon=
ſtantinopel kommt, keineswegs, denn von ernſtlichen
Friedensverhandlungen hat man in der letzten Zeit
we=
nig gehört. Richtig iſt nur, daß man in Italien an die
Kaiſer=Entrevue in Baltiſchport große Erwartungen
ge=
knüpft hatte. Es beſtand die Hoffnung, daß die beiden
Monarchen ein Mittel finden würden, wodurch der
ita=
lieniſch=türkiſche Krieg beendet werden könnte.
Schließ=
lich aber haben auch die Italiener eingeſehen, daß die
Vorausſetzungen dazu fehlen und infolgedeſſen dürften
ſie auch nicht allzu ſehr enttäuſcht geweſen ſein, daß lalle
Friedensgerüchte wieder verſtummten.
Der Krieg zwiſchen Italien und der Türkei wird in
der offizöſen Mitteilung, die über das Ergebnis der
Begegnung von Baltiſchport veröffentlicht worden iſt,
mit keinem Worte erwähnt. Geſagt wird nur darin, daß
ſich die Ausſprache auf alle Tagesfragen erſtreckt hat.
Man kann alſo ohne weiteres annehmen, daß ſowohl
die Monarchen, wie auch die leitenden Staatsmänner
ſich über den italieniſch=türkiſchen Krbeg unterhalten
ha=
ben. Dieſe Vermutung wird ſogar durch eine von
maß=
gebender Petersburger Stelle herrührende Information
beſtätigt, wonach die deutſchen und die ruſſiſchen
Mini=
ſter von jeder Friedensvermittelung abſehen, in
Anbe=
tracht des Standpunktes, den die kämpfenden Partekdn
einnehmen, daß Italien die Oberhoheit der Türkei in
Tripolis nicht anerlennt und die Türkei nicht geſonnen
iſt, eine Provinz abzutreten, weil ſie ſich für nicht beſiegt
hält. So wünſchenswert ein baldiger Friedensſchluß
auch wäre, ſei aus dieſen Gründen von allen
Vermitte=
lungsverſuchen der Mächte abgeſehen worden. Es
unter=
liegt gar keinem Zweifel, daß die italieniſche Regierung
einen nicht wieder gut zu machenden Fehler begangen
hat, als ſie Tripolis annektierte und durch Geſetz zur
italieniſchen Provinz ſtempelte, ohne ſich wirklich ſeiner
bemächtigt zu haben. Einſichtige Männer kommen
all=
mählich auch in Italien zu der Ueberzeugung, daß man
noch weit davon entfernt iſt, die Türken bezw. die
Ara=
lter aus Tripolis vertrieben zu haben.
Wie dieſem unglückfeligen Kriege din Ende ggmacht
werden ſoll, das weiß haute allerdings niemand. Keine
der beiden kriegführenden Parteien will nachgeben und
daran mußten naturgemäß bisher alle
Friedensver=
mittelungen ſcheitern. Der kürzlich nach London
über=
geſiedelte Botſchafter Frhr. von Marſchall hat ſich ſchan
vor Monaten in Konſtantinopel die größte Mühe
gege=
ben, einen Modus zu finden, durch den die
Feindſelig=
keiten beendigt werden könnten. Dem gewiegten Di.
plomaten iſt es aber nicht gelungen, die Pforte zum
Nachgeben zu bewegen und auch in Rom ſind alle
Ver=
ſuche, dle von den verſchiedenſten Seiten unternommen
wurden, am Widerſtande der leitenden Männer
geſchei=
tert. Unter dieſen Umſtänden ſind die neuerlichen
Mel=
dungen über eine angeblich bevorſtehende friedliche
Beilegung des Krieges mit der größsen Vorſicht
auf=
zunehmen.
Deutſches Reich.
Deutſchland und Rußland., Der ruſſiſche
Miniſterträſident Kokowzow erklärte einem deutſchen
Preſſevertreter, er habe bei der Kaiſerbegegnung in
Bal=
tiſchport die Ueberzeugung von der aufrichtigſten
Frie=
densliebe und der warmen Freundſchaft des deutſchen
Staatsoberhauptes für Rußland, ſowie von der
Offen=
heit und Ehrlichkeſſt der deutſchen Politik gewhamen.
Die perſönliche Annäherung der Monarchen und der
Staatsmänner, ſowie die erſchöpfenden Ausſprachen
hätten dauernd zur Feſtigkeit des gegenſeitigen
Ver=
trauens und der achtungsvollen Freundſchaft geführt.
Die Erbſchaftsſteuer. Die hochoffiziöſen
Bärliner Politiſchen Nachrichten bringen eine
Mittei=
lung über die Wiedereinbringung der
Erbſchaftsſteuer=
vorlage, worin es heißt, man wird in der Annahme nicht
fehl gehen, daß das Reichsſchatzamt den Verbündeten
Regierungen einen Entwurf einer
Reichsvermögens=
ſteuer mit verſchiedenen Vakrianten:
Vermögenszuwachs=
ſteuer und dergleichen Nebenentwürfe für die
Einfüh=
rung von Erbſchaftsſteuern zur Beſchlußfaſſung
unter=
breiten wird. Aus der Mktbeilung geht ferner hervox,
daß die Regierung es wahrſcheinlich ablehnen dürfte,
eine Dividendenſteuer vorzulegen, ſowie die
Beſitzſteuer=
vorlage der Landesgeſetzgebung zuzuweiſen.
— Das liberale Wahlabkommen in
Württemberg. Das Wahlabkommen, das zwiſchen
den beiden liberalen Parteien iſi Württemberg, der
Fortſchrittlichen Volkspartoi und den Nationalliberalen,
getroffen worden iſt, wird nunmehr im Wortlaut
ver=
öffentlicht. Es erſtreckt ſich auf 66 Wahlbezirke. In 35
Bezirken werden die Kandidaten der Fortſchrittlichen
Volkspartei von den Nationalliberalen unterſtützt und
in 31 Bezirken werden nationallibedale Kandidaten
auf=
geſtellt, für die auch die Volkspartei eintritt. Die beſden
Partcien werden ihre beſonderen Kandidaten
nach=
drücklich unterſtützen, keine der beiden Parteien wird
ein Abkommen mit einer anderen Partei treffen. Die
nationalliberale Partel hat ſich nur vorbehalten. eine
in dem Bezirk Leonberg dem bisherſigen Abgeordneten
gegebene Zuſage einzulöſen. Die Entſchließung der.
beiden Parteien gilt für die von ihnen aufgeſtellten
Kandidaten im erſten und zweiten Wahlgange. Zieht
eine der beiden Parteien nach dem erſten Wahlgange
ihren Kandidaten zurück oder wird die Kandidatur von
ihr nicht in der Abſicht der Durchſetzung des eigenen
Kandidaten aufrecht erhalten, ſo haben beide Parteien
für den Wahlgang freie Hand.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die öſterreichiſchen
Heeresfonderun=
gen. Der gemeinſame Miniſterrat zur Beratung des
Heeresbudgets hat ſeinen Abſchluß gefunden. Die
Mehr=
forderungen, die von dem Kriegsminiſter für die
Aus=
geſtaltung der Artillerie und der Luſtflotte aufgeſtellt
worden waren, wurden abgelehnt, trotzdem ſich der
Mi=
niſter des Aeußern Graf Berchthold dafür
ausgeſpro=
chen hat. Die geſtellten Mehrforderungen beliefen ſich
auf 250 Millionen Kronen. Die Forderungen
ſcheiter=
ten an dem Widerſpruch der Vertreter Ungarns.
Frankreich.
Das Mittelmeer=Abkomm en. Die
Pari=
ſer Blätter fahren in der Beſprechung des Artikels des
Daily Graphic über das angeblich geplante Mittelmeer=
Abkommen zwiſchen Italien einerſeits und Frankreich
und England anderſeits fort, wobei ſie durchweg zu
demſelben Schluß kommen wie der Temps.
Der Matin iſt in ſeinen Angaben womöglich noch
beſtimmter. Die Information des engliſchen Blattes,
ſo ſchreibt er, iſt, was man bereits eine intelligente
Antizipation kommender Erekgniſſe genannt hat, aber ſie
iſt im Augenblick wenigſtens vollſtändig unrichtig und
enthält auf alle Fälle ſchwere Irtümer. Es iſt richtig,
daß in letzter Zeit ein Meinungsaustauſch über die
Vor=
teile ſtatigefunden hat, die elne feſte Abmachung zur
Aufrechterhaltung des Status quo im Mittelmeer bringt
und zwar auf die Inithative von Asquith hin, nicht auf
die von Poincaré. Dieſer Meinungsaustauſch hat, wie
alle, die in den letzten Jahren zwiſchen England und
Frankreich gepflogen ſind, ſehr raſch gezeigt, daß zwiſchen
den beiden Ländern eine vollkommene
Gemeinſchaftlich=
keit der Ideen ſund Geſichtspunkte, ja ſelbſt der Pläne
herrſcht, aber alles hat ſich auf eine Konverſation
be=
ſchränkt, und es iſt angenblicklich dieſe Konverſation
nicht auf Italien ausgedehnt worden. Es laufe allen
internationalen diplomatiſchen Regeln zuwider, wolle
man mit einer Macht, die ſich im Kriegszuſtande befinde,
eine Lage regeln, die erſt geregelt werden könne, wenn
der Frieden geſchloſſen ſei. Der Meinungsaustauſch
zwiſchen Frankrekch und Enakand entbehre demnach jeder
praktiſchen Sanktion, und könne erſt dann eine Wirkung
haben, wenn der Frieden neder hergeſtellt ſei.
Die Lage in Marokko. Die
Senatskommiſ=
ſion für den Geſettntwurf über den marokkaniſchen
Pro=
tektoraſtsvertrag billigte den Bericht Baudins und ſetzte
die Erörterung über den Bericht an die Spitze der
Tages=
ordnung der Senatsſitzung am Donnerstag. Der Bericht
des Senators Baudin ſchließt mit der Bemerkung, daß
die Lage in Marokko geeignet ſei, Frankreich noch ernſte
Sorgen aufzuerlegen. Aber alle Schwierigkeiten ſeien
wohl vorausgeſehen worden und die Regierung ſei in
der Lage, jeder Eventualität die Stirne zu bieten. Die
zviltſatoriſche Aufgabe, welche Frankreich ſeit acht
Jah=
ren in Marokko verfolge, werde noch manches Opfer
er=
heiſchen, und es werde viel Geduld und Konſequenz
dazu gehören, um dieſe Aufgabe zu einem guten Ende
zu führen.
Die Wahlreform. Die Kammer ſetzte die
Be=
ratung über die Wahlreform fort. Namentlich wurde
die Beſtimmung angenommen, die jedem Wähler ſo viel
Stimmen gewährt, als der Wahlkreis Deputierte
ent=
ſendet. Der Vorſtand der demokrakiſchen Linken und
der republikaniſchen Vereinigung des Senats, an deren
Spitze die Gegner des Proportionalwahlſyſtems
Com=
bes und Rabier ſtehen, haben ihre Mitglieder für
näch=
ſten Montag zu einer Verſammlug einberufen, in der die
Frage der Verhältniswahl erörtert und ein „Ausſchuß
zur Verteidligung des allgemeinen Stimmrechts”
einge=
ſetzt werden ſoll. — Die radikale Lanterne, die das
Pro=
portionalwahlſyſtem mit unermüdlichem Eifer bekämpft
hat, ſchreibt:
Es iſt nunmehr eine beſchloſſene Sache. Das
Ver=
hältniswahlſyſtem wird zum mindeſten von der
Kam=
mer angenommen werden. Wird dies auch der Senat
tun? Nach allem, was man hört, dürſte dies nicht der
Fall ſein. Zwiſchen Senat und Kammer würde es dann
zu einem Zwiſt kommen, deſſen Folgen gefährlich ſein
könnten. Es wäre wahrlich viel weiſer geweſen, eine ſo
ernſte Frage, die geradezu die verfaſſungsmäßlgen
Grundlagen der Republik berührt, den beiden in
Ver=
ſailles zu einem Kongreß vereinten Körperſchaften zur
Entſcheidung vorzulegen.
Belgien.
Senat und Kammer ſind nach der Neuwahl
zu elner außerordentlichen Tagung zum Zweck von
Mandatsprüfungen zuſammengetreten.
England.
Flottenrevue. Das Parlament ſtattete anz
Dienstag der Flotte in dem Hafen von
Spit=
head einen offiziellen Beſuch ab. 239 Kriegsſchiffe
aller Art präſentierten ſich in einer Länge von beinahe
60 Kilometern den Parlamentsmitgliedern. Die geſamte
Preſſe weiſt mit Stolz auf das imponierende Schauſpiel
hin, verſchließt aber keineswegs die Augen vor der
Tatſache, daß dieſe Anſammlung nur durch die
Ent=
blößung anderer Meere von britiſchen Schiffen
ermög=
licht wurde.
Rußland.
Die Wiederherſtelllung der
Kriegs=
flotte. Das Reſkript an den Marin4minkſter hebt die
Bedeutung der Anweiſung einer halben Milliarde zur
Wiederherſtellung der Kriegsflotte hervor. Möge der
Tag der Sanktionierung des Geſetzes, ſagt das Reſkript,
nicht nur ein Tag großer Hoffnung für Rußland ſein,
ſondern auch ein Tag großer Verantwortlichkeit für das
Marindreſſort. Die ſchweren Wunden, die im letzten
Kriege unſerer Flotte, der früher Niederlagen unbekannt
waren, geſchlagen wurden, müſſen geheilt werden. Dee
Flotte muß in ihrer Kraft und Macht, die der Würde
und dem Ruhm Rußlands entſprechen, wieder
herge=
ſtellt werden. Doch dieſe Wunden als eine von der
Vor=
ſehung geſandte Prüfung dürfen nicht vergeſſen werden
Ihrer eingedenk muß danach getrachtet werden,
künf=
tighin Unvollkommenheiten und Fehler der jüngſten
Vergangenheit zu vermeiden. Das Reſkript zählt die in
den letzten Jahren im Marinereſſort vorgenommenen
Reformen hin, die nur Vorbereitungsmaßregeln
gewe=
ſen ſeien zur Erreichung des Hauptzweckes, nämlich der
Schaffung einer Flotte, die an Zahl der Schiffe und
an Stärke den Bedürfniſſen Rußlands entſpräche. Das
Reſkript wendet ſich zum Schluß an das Pflichtgefühl
aller Verkreter der Marine und ſpricht den Wunſch aus,
daß alle Vorwürfe, die wiederholt durch die Tätigkeit
des Marinereſſorts hervorgerufen worden ſeien,
nun=
mehr der Vergangenheit angehören möchten und daß
das Streben, das ruhmvolle Vermächtnis der Gründer
der ruſſiſchen Flotte, zu neuem Leben erwecken und im
Marinereſſort erſtarken möge. Das Reſkript iſt
gezeich=
net: Ihr Sie achtender Nikolai.
China.
Chinas Geldverlegenheit. Die Note, die
der Finanzmiäſter den ausländiſchen Bankiers
über=
reicht hat, läßt nur noch cine ſehr geringe Möglichkeit
für weitere Unterhandlungen offen. Der
Finanzmini=
ſter hat in einem Telegramm an die Provinzen ſeine
Haltung gegen die Banken begründet. Sein Vorgehen
entſpreche den Wünſchen der Provinzen. Es ſei ihm
un=
ter dieſen Umſtähiden unmöglich, eine Anleihe zu
erhal=
ten und er könne daher den Provinzen kein Geld liefern.
Er überlaſſe daher die weiteren Schritte den Provinzen.
Die Regierung hat einige Millionen Taels zur
unmittel=
baren Verfügung, aber einige Provinzen ſind in großer
Geldnot. Meutereien der nicht entlöhnten Truppen ſind
nicht unwahrſcheinlich. In jedem Falle dürften ſich die
Provinzen genötigt ſehen, ihre Truppen aufzulöſen und
ihrerſeits Steuern aufzuerlegen. Bbidgs hat bisher die
größten Schwierigkeiten der Regierung gebildet. Die
fremden Geſandten haben dem Miniſter die
Bedingun=
gen für eine europäiſche Anleihe auseinandergeſetzt und
ihn auf die Folgen aufmerkſam gemacht, die ein Abbruch
der Verhandlungen für den Kredit Chinas habe.
* Hannover, 9. Juli. Zu dem Kampf in
der Metallinduſtrie iſt weiter mitzuteilen, daß
diie hieſigen Metalbinduſtriellen beſchloſſen haben, den
lrbeitern anzubieten, die wöchentliche Arbeitszeit vom
1. Juli 1913 auf eine weitere halbe Stunde zu
verkür=
zen, ohne daß jedoch der hierdurch entſtehende
Lohnaus=
fall vergütet wird. Ueber dieſes Angebot wird
mor=
gen und übermorgen von den Arbeitnehmern beſchloſſen.
* Petersburg, 10. Juli. Der
Reichskanz=
lier beſuchte nach dem Diner beim Miniſterpräſidenten
das Volkshaus. Vormittags arbeitete der Reichskanzler
nud beſuchte das Winterpalais. Abends findet ein
Ab=
ſchiedsdiner in der deutſchen Botſchaft ſtätt, wozu der
Kommandant und einige Offiziere des Schulſchiffes
„Hanſa.”, der dautſche Generalkonſul und die Spitzen
der deutſchen Kolonie geladen ſind. Um 11 Uhr reiſte
der Reichskanzler nach Moskau ab.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. Juli.
Eugen Bracht=Ausſtellung.
* Nachdem nunmehr die für die Ausſtellung
einge=
forderten Bilder größtentails eingelaufen ſind, darf
ge=
ſagt werden, daß eine Veranflaltung von
hervorragen=
der künſtleriſcher Bedeutung geboten werden wird. Es
werden insgeſamt über 400 Werke des Künſtlers gezeigt
werden, die jedoch nur eine Ausleſe aaus dem ungemein
reichen Lebenswerk des auch heute noch in der Vollkraft
künſtleriſchen Schaffens ſtehenden Meiſters bilden. Da
aber in Fühlung mit dem Künſtler nur die
hervor=
ragendſten Kunſtwerke aller Schaffensperioden, vom
Be=
ginn der 60er Jahre bis zum heutigen Tage, zu der
Ausſtellung kommen, wird dieſe in markanter Weiſe den
künſtleriſchen Werdegang Eugen Brachts wiedergeben.
Aus dem Atelier des Künſtlers allein ſind annähernd
300 zum Teil noch nicht öffentlich gezeigte Werke
einge=
laufen, die er ſelbſt für die Ausſtellung ausgewählt und
beſtimmt hat. Daneben iſt eine namhafte Zahl ſeiner
hervorragendſten, in Galerie= oder Privatbeſitz
befind=
lichen Bilder von dem Künſtler deſ Ausſtellungsleitung
namhaft gemacht und eingefordert worden. Dankbar
muß anerkannt werden, daß deren Eigentümer auch
zum weitaus größten Teil der Bitte um Einſendung in
entgegenkommender Weiſe entſprochen haben. Gerade
dieſe Werke werden einen Hauptanziehungspunkt der
Ausſtellung um deswillen bilden, weil die Gelegenheit
ſie in ihrer Geſamtwirkung zu ſehen, erſtmlig geboten
wird. Nach alledem ſteht mit Beſtimmtheit zu erwarten,
daß die zur Ehrung unſeres großen Landsmannes
ver=
anſtaltete Eugen Bracht=Ausſtellung weit über unſere
Hakmat hislaus Intereſſe und Beachtung finden wird.
Die Ausſtellung wird mit einer Feier, zu der Seine
Königliche Hoheit der Großherzog ſein Erſcheinen
zugeſagt hat, am 20. Juli im Städtiſchen
Ausſtellungs=
gebäude auf der Mathildenhöhe eröffnet werden.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Rittmeiſter
à la suite der Armee Leopold Prinz zu Iſenburg und
Büdingen=Birſtein, den Landgerichtsrat Dr. Güngerich,
den Bürgermeiſter Stöpler von Lauterbach (Oberheſſen),
den Schriftſteller Stockhauſen, den Amtsrichter Dr. Liebing
von Mainz; zum Vortrag den Präſidenten des
Ober=
konſiſtoriums D. Nebel, den Vorſtand des Kabinetts
Ge=
heimerat Römheld.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den ordentlichen Profeſſor an der Techniſchen
Hochſchule zu Darmſtadt Geheimen Baurat Georg
Wickop für die Zeit vom 1. September 1912 bis
31. Auguſt 1913 zum Rektor dieſer Hochſchule.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm Riebel
zu Nauheim, Kreis Groß=Gerau, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Neu=Iſenburg, Kreis Offenbach;
ferner der Schulamtsaſpirantin Emilie Donde aus
Worms eine Lehrerinſtelle an derſelben Schule.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen: dem Hauptmann a. D.
Hedemann, ſeither Kompagniechef im Infanterie=
Regiment Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118; das
Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift: „Für
Ver=
dienſte”, dem Vizewachtmeiſter a. D. Mahnkopp,
ſeither Trompeter im Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, dem Direktor der Zentrale für
Mutter=
ſchutz und Säuglingsfürſorge, Regierungsrat Ernſt
Piſtor zu Darmſtadt, das Ernſt=Ludwig=Eleonoren=
Kreuz für Verdienſte in der Wohlfahrtspflege.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den nachgenannten
Perſonen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen
der ihnen von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer und König
von Preußen verliehenen Orden erteilt: Sr. Exz. dem
Miniſter der Finanzen Dr. Dr.=Ing. Braun zu
Darm=
ſtadt den Roten Adler=Orden 1. Klaſſe, dem Geheimen
Oberbaurat Kilian zu Darmſtadt den Königlichen
Kronen=Orden 3. Klaſſe und dem Regierungsrat Dr. jur.
Schneider, Mitglied der Eiſenbahndirektion zu Mainz,
den Roten Adler=Orden 4. Klaſſe.
* Perſonalnachrichten der Eiſenbahndirektion
Mainz. Ernannt: die komm. Eiſenbahnſekretäre
Buch, Hamann, Maurer, Moog, Zior in Mainz zu
Eiſenbahn=Oberſekretären; die Lokomotipheizer Gehbauer
in Mainz, Mügge in Bingerbrück, Korten, Göb,
Fiſch=
bach, Vogel in Alzey zu Lokomotivführern; die Schaffner
Amann in Darmſtadt, Strackbein in Biſchofsheim,
Schmitt in Biebrich zu Zugführern; die
Weichen=
ſteller Heßel und Schmitt I. in Gau=Algesheim zu
Weichenſtellern 1. Klaſſe; die Stationsgehilfen Wagner
in Wiesbaden, Kröller in Rüdesheim, Bahnwärter
Emrich in Babenhauſen zu Eiſenbahngehilfen;
Hilfs=
bahnwärter Fachinger in Trechtingshauſen zum
Bahn=
wärter; Hilfsſchaffner Fries in Biſchofsheim zum
Schaffner. Dem Eiſenbahnaſſiſtenten Irle in Darmſtadt
iſt der Titel „Oberbahnaſſiſtent” beigelegt worden.
Verſetzt: Eiſenbahn=Betriebsingenieur Granatowicz
von Mainz nach Frankfurt (Oder) Dir.=Bez. Poſen;
die Bahnmeiſter 1. Klaſſe Sahlfeld von Bingen nach
Hetzbach, Lauen von Hetzbach nach Bingen;
Gütervor=
ſteher Thomas von Darmſtadt nach Rüdesheim; die
Eiſenbahnaſſiſtenten Ganß von Bingen nach
Guſtavs=
burg, Schmunk von Darmſtadt nach Zwingenberg,
Zachow von Geiſenheim nach Danzig (Dir.=Bez. Danzig),
Frey von Mainz nach Bodenheim; die
Bahnhofsauf=
ſeher Sattler von Kailbach nach Klein=Umſtadt, Wolf
von Klein=Umſtadt nach Kailbach; techn.
Bureau=
aſſiſtent Karnatz von Finſterwalde (Dir.=Bez. Halle)
nach Darmſtadt; die Lokomotivführer Lehr von Worms
nach Boppard, Stamm von Hanau nach Wiesbaden;
die Zugführer Metz von Bingerbrück, Hergenhahn von
Mainz, Doß von Worms nach Wiesbaden; Kanzliſt
Roſe von Mainz nach Hannover (Dir.=Bez. Hannover);
Werkführer Reidel von Mainz nach Bingen; bad.
Reſerve=Lokomotivführer Schweinfurth von Heidelberg
ach Weinheim; die Lokomotivheizer Georgen von
Gau=Odernheim nach Alzey, Baum von Alzey nach
Gau=Odernheim, Leuther von Coblenz nach
Niederlahn=
ſtein, Steeg von Boppard nach Bingerbrück; die
Weichenſteller Metzger von Klein=Auheim nach Zell=
Kirchbrombach, Schmidt von Zell=Kirchbrombach nach
Klein=Auheim, Wießner von Monsheim nach
Oppen=
heim; Eiſenbahngehilfe Vogel von Alzey nach
Gunders=
heim; die Schaffner Pommerenke von Worms nach
Iſchl.
Die Sommerreſidenz Franz Joſefs.
Von Dr. Hans Wantoch=Wien.
Andere Orte haben eine entſchieden hübſchere Lage,
ſie ſind von blinkenden Firnen umgrenzt und gelten als
Dorado der Touriſtik, ſie haben ein geſünderes, friſcheres
Klima und eine zuverläſſigere Witterung, ſie prunken mit
mondänen Hotels und verſammeln jene internationale
Ge=
ſellſchaft, die durch ihr buntes, exotiſches Durcheinander
faſziniert. Iſchl hat einen anderen Reiz. Er iſt offenbar
geheim, denn man kann ihn nicht angeben. Und nur ſo
viel ſteht feſt, daß alle Leute, die im Juli und Auguſt ſich
zuſchwören: „Nie mehr im Leben!” bereits im nächſten
Juni an eines der alten, bürgerlich ſoliden Hotels in Iſchl
drahten: „Reſerviert zwei Zimmer.” Und dies wäre ja
immerhin eine Erklärung dafür, warum der Wiener ſtets
wieder in dieſem Bergtal den Sommer verbringt: er kann
ſich dort ſo hübſch ärgern, daß er doch hergekommen iſt.
Und dieſes Raiſonnement, dieſes Raunzen iſt das Salz
ſeiner Freude. Man wird verlegen, wenn man einen guten
Bekannten auf der Eſplanade längs der träg hinfließenden
Traun trifft. Man kann ihn auch wirklich hier nicht
ver=
muten können, da er, wie man ſelber, bei ſeinem Leben
be=
teuert hat: „Nie wieder.” aber nun ſind ſie alle Beide,
trotz ihrem eidlich bekräftigten Vorſatz, doch wieder hier
und fühlen ſich verpflichtet, ſich voreinander zu
entſchul=
digen. „Wiſſen Sie,” meinte der Eine, „es iſt ſo bequem
gelegen, der Mittelpunkt des Salzkammerguts. Wo haben
Sie das ſonſt, daß Sie gleich nach Gmunden oder nach
Ausſee, mit der Lokalbahn nach St. Wolfgang, nach
Mond=
ſee, oder gar zu den Muſikfeſten nach Salzburg fahren
kön=
nen?‟ Der Engbeteiligte denkt, es ſei nicht eden der
größte Vorzug eines Ortes, wenn man möglichſt raſch nach
allen Windrichtungen zu entrinnen vermag und die
Sehn=
ſucht nach Muſik oder nach einem Seebad könnte an Ort
und Stelle ungleich bequemer und ausgiebiger befriedigt
werden. Die zwei behäbigen Herren ſehen auch garnicht
wie Muſikenthuſiaſten oder Schwimmatadore aus. Aber
ſchon Bauernfeld läßt den alten Brummbären in „
Bürger=
ich und Romantiſch” die merkwürdig feine Bemerkung
un: Es genüge für einen Genuß, daß man ihn parar
daß man ihn gleich bei der Hand weiß; das enthebt einen
der Strapaz, ihn erſt durchzukoſten. So ungefähr ſteht es
auch mit dem Ueberall=hinkönnen von Iſchl aus. Die
Beiden ſind einig, ihr Hierſein genügend entſchuldigt zu
haben, und weil es verhältnismäßig früh am Morgen iſt,
wandeln ſie mit einer herkömmlichen Selbſtverſtändlichkeit
ohne Gleichen die Traun aufwärts, den Laufner Weg.
Brütendes Sonnenlicht brennt auf alle Berge. Die
haben hier keine individuell profilierte Phyſiognomie.
Lauter maſſive Klötze ſind es, die Kathrein, der Jainzen,
die Hohe Schrott. Waldrieſen, denen man den Kopf
abge=
hauen hat; ſonſt hätte er in die Schneeregion vielleicht
hineingeragt. So etwas gibts aber hier nicht; es gehört
ſich nicht für Iſchl; denn hier iſt alles hübſch bürgerlich
temperiert. Keine beunruhigenden Senſationen in der
Na=
tur ſind da, keine gellende Hotelglocke ſchreckt einen abends
aus dem Geſpräch über die heutigen Konjunkturen, weil
ge=
rade die Sonne mit einem blutroten Alpenglühenphänomen
die Felſen umſtrahlt. Alles iſt hier ſo fürchterlich bequem.
Man geht ſeinen Laufner Weg gemächlich, langſam, denn
er hat den hübſchen Vorteil, daß man ohne weitercs
über=
all umkehren kann, weil ſein Ende genau ſo iſt, wie ſein
Anfang und jeder Punkt in der Mitte. Ein Auf= und
Nieder heller Sommeranzüge, verlockend rauſchender
Li=
bertykoſtüme und tauſendmal verſpotteter Dirndltrachten,
die man zum tauſendſtenmal doch wieder anzieht; es iſt
mit ihnen wie mit dem Iſchler Aufenthalt, ſie ſind ſein
Symbol. Langſam kommt man weiter denn alle
Augen=
blicke hält einen ein Bekannter an. Alle bis zur Raſerei
un=
ausſtehlichen Menſchen, von denen man mit erleichtertem
Aufatmen in der Stadt für vier oder acht Wochen Abſchied
genommen hat: ſie haben ſich hier ein hinterliſtiges
Stell=
dichein gegeben Sie ſind auch hier, Gott ſei Dank. Denn
ſchon während der ſechsſtündigen Bahnfahrt hat man ſich
beunruhigt, mißgelaunt und im Tiefſten verſtört gefragt,
mit wem man ſeine gewohnte Tarockpartie ſpielen, mit
wem man über Mebl Baumwolle oder Eiſen fachſimpeln,
über wen man ſich zu Tod ärgern und wen man „
ausrich=
ten” wird. Aus ſeiner Iſchler Reiſe macht nämlich jeder,
ein verſchämtes Geheimnis. Und ſchließlich ſind alle „Auch”
da So gibt es alſo zu all dieſen unentbehrlichen
Amüſe=
ments die ſchönſte Gelegenheit.
Unterſeeiſch rattert in der Sommerfriſche die
Arbeits=
maſchine. Hunderte kommen nach Iſchl, nicht um ſeiner
ſelber willen, ſondern weil die Andern herkommen. Es iſt
eine Etappe in der Karriere, die mancher zurückgelegt hat,
deſſen Name in ganz Europa heute vollen Klang beſitzt.
Hier fahnden die Theaterdirektoren auf den Spuren
Hein=
rich Laubes, und Laube ſelber hat hier eines der
menſch=
lichſten Talente unſerer Bühne entdeckt. Er engagierte
einen ſprühjungen Komiker von der Iſchler Sommerſzene
in ſein neu begründetes Stadttheater, und der junge
Spaß=
macher wurde ſpäter Alexander Girardi. Wie in
pietätvollem Gedenken kommt er jedes Jahr her. Da
wohnt er in der kleinen ſchmucklos ſchlichten Villa ſeines
Schwiegervaters deſſen Name und deſſen Werk auch einen
guten Klang haben. Ein wenig abſeits vom Iſchler
Kor=
ſoweg, in Steinfeld, von wo der Blick mitten in die
dunk=
len Wälder des kaiſerlichen Jagdreviers dringt, da liegt
das Landhaus Ludwig Böſendorfers. Seinem
Schwieger=
ſohn aber begegnet man meiſt in Altiſchl. Dort, wo die
kleinen, ſchüchternen Häuſer von anno dazumal ſtehen, wo
die alte Kirche der Kaiſerin Maria Thereſia liegt, das
Hotel Poſt, das Kleine Theater mit der außen
angebrach=
ten Holzſtiege zur Garderobe der Artiſten und das
Thea=
ter=Café. Vor dem lehnt gewöhnlich das Zweirad
Girar=
dis. Und drinnen, hinter dem Haus, da ſitzen die
Libret=
tiſten, Komponiſten, die Rekordgewinner der 100., 500.,
1000. Aufführung. Man ſieht die breite Phyſiognomie
Leo Falls und das helle Offiziersgeſicht des
Kapell=
meiſters Franz Lehar. Manchmal taucht Viktor Leon
mit dem lockigen Krauskopf auf. Und ringsum iſt ein
Flüſtern, ein Tuſcheln, ein ängſtliches Heranwollen und
ſchüchternes Warten all der Kleinen, die das Seſamwort
in das Land der Operette noch nicht gefunden haben. Hier
iſt ihr Dorado, das ſommerliche Gegenſtück zum
winter=
lichen Café Dobner, neben dem Theater an der Wien. Hier
Oſthofen, Jeckel von Oſthofen nach Worms, Kremer
von Oberlahnſtein nach Troisdorf (Dir.=Bezirk Cöln),
Baumann von Biebrich nach Worms; die Bahnwärter
Böhm und Koch von Oeſtrich nach Erbach (Rhg.) bezw.
Hattenheim, Gundlich von Erbach (Rhg.) nach Mainz=
Kaſtel, Ihrig von Mainz nach Rüſſelsheim, Thur von
Alzey nach Laubenheim (Nahe), Frieſenhahn von St.
Goar nach Werlau, Krauß von Gonſenheim nach
Guntersblum, Sehnert von Harreshauſen nach Dieburg,
Mölbert von Lampertheim nach Mannheim=Waldhof.
Penſioniert: Bahnhofsvorſteher Auguſt Mönch in
Pfeddersheim; Bahnmeiſter 1. Klaſſe Adam Roes in
Mannheim; die Lokomotivführer Heinrich Mauer in
Niederlahnſtein, Franz Dotter, Bernhard Menz in
Mainz=Kaſtel; die Zugführer Paul Höckendorf in
Biſchofsheim, Peter März in Wiesbaden; die
Weichen=
ſteller 1. Klaſſe Chriſtian Karſt in Münſter a. St.,
Martin Engel in Bingerbrück.
Nachtrag zur Tagesordnung der 7. Sitzung
der Stadtverordneten=Verſammlung am 11. Juli:
a) Befeſtigung des Fußſteiges in der Landgraf=
Georgs=
ſtraße vor der 3=Häuſergruppe zwiſchen Großer
Kap=
laneigaſſe und Sackgaſſe. b) Die Einziehung von
Schul=
vorführungsgebühren. e) Die Erteilung von
Schwimm=
unterricht an Kinder der Volksſchulen.
-g. Strafkammer. Wegen ſchweren
Rückfalldieb=
ſtahls hatte ſich geſtern vor der hieſigen Strafkammer
der 23 jährige Portefeuiller Friedrich Buſch aus
Offen=
bach zu verantworten. Er unterhielt mit einer von
ihrem Mann getrennt lebenden Frau ein Verhältnis.
Als dieſe wegen Krankheit ins Krankenhaus mußte,
er=
brach er einen Koffer und plünderte ihn aus. Im
März d. Js. verübte er dann eine Reihe von
Manſarden=
diebſtählen, bei denen ihm Wäſche, Kleidungsſtücke und
Schmuckſachen in die Hände fielen. Die erbeuteten
Sachen verſetzte er dann im Pfandhaus. Das Gericht
verturteilte den Angeklagten nach dem Antrage des
Staatsanwalts zu 3 Jahren 6 Monaten
Zuch=
haus, ſowie 10 Jahren Ehrverluſt. Von der
Unter=
ſſuchungshaft wird ihm ein Monat angerechnet. — Der
Gaſtwirt Adolf Merck aus Offenbach war vom
Schöffengericht mit noch zwei Genoſſen wegen
Ruhe=
ſſtörung zu 1 Woche Haft und wegen Bedrohung des
Tapeziers Zitter zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt
worden. Die Verurteilung wegen Ruheſtörung nahm
Merck an, gegen die Verurteilung wegen der Bedrohung
legte er Berufung ein. Durch die Zeugenvernehmung
kann das Gericht nicht als erwieſen anſehen, daß Merck
eine Drohung ausgeſtoßen hat und ſpricht den
An=
geklagten wegen dieſes Delikts frei.
Prozeß Schapiro. Der von der Strafkammer zu
4 Monaten Gefängnis verurteilte Redakteur Hirſch
wird gegen das Urteil beim Reichsgericht Reviſion
einlegen.
* Ausſtellung „Der Menſch” in Darmſtadt. Wie
bekannt, findet die Ausſtellung im Großh. Reſidenzſchloß
ſtatt. Die Räume werden eben von dem bekannten
Archi=
tekten Max Hans Kühne künſtleriſch ausgeſtattet.
Sämtliche Räume werden eine ſtimmungsvolle
Umrah=
mung der berühmten Sammlung „Der Menſch” abgeben.
Die Renovierungs=Arbeiten ſind in vollem Gang und
ſchon ſo weit vorgeſchritten, daß die Eröffnung in den
erſten Tagen des Auguſt in ſicherer Ausſicht ſteht.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Der von dem
Ortsgewerbeverein Darmſtadt in der Handwerkerſchule
zu Darmſtadt abgehaltene 10. Vorbereitungskurſus für die
theoretiſche Meiſterprüfung im Handwerk wurde am
Mittwoch nachmittag geſchloſſen. Als Lehrer für
Ge=
werberecht und ſoziale Geſetzgebung war
Handwerks=
kammer=Syndikus Engelbach, für Buch= und
Rechnungs=
führung ꝛc. W. Gerbig, Lehrer an der obligatoriſchen
Fortbildungsſchule Darmſtadt, gewonnen.
Fürſorgeſtelle für Lungenkranke. Nach einer in
der heutigen Nummer enthaltenen Bekanntmachung des
Oberbürgermeiſters finden die Sprechſtunden in der
Fürſorgeſtelle für Lungenkranke (Wilhelminenſtr. 34) jetzt
wieder Mittwochs, nachmittags von 1½—3½ Uhr, ſtatt.
* Den Segen der gemeinnützigen Rechtsauskunft
ſpüren mehr und mehr auch die Gerichte; denn die
Rechtsauskunftsſtellen halten ihnen einen Deil
aus=
ſichtsloſer Sachen fern, ſie beugen in zahlreichen Fällen
durch außergerichtliche Aufklärung und gütliche
Vermitt=
lung der Prozeßführung vor, ſie geben ſchließlich auch,
wenn die Anrufung des Gerichts nicht zu vermeiden iſt,
ihrem Eingaben und Anträgen eine Form, die den
Be=
ſtimmungen der Geſetze Rechnung trägt, den Gerichten
einen ſchnellen Ueberblick über den Sachſtand ermöglicht
und ſo die Prozeßführung vereinflcht. Die Gerichte
ſelbſt erkennen denn auch die fegensreiche Tätigkeit,
die die gemeinnützige Rechtsauskunft im Dienſte der
Rechtspflege, wie auch zu Gunſten der minderbemitt lten
Volkskreiſe leiſtet, unumwunden an. So führt noch jüngſt
der Jahresbericht eines größeren Gewerbegerichtes
(Charlottenburg) aus: „Von den ſchriftlich eingereichten
Klagn war ein nicht geringer Teil von
Rechtskonſu=
lenten oder derartigen, Rechtsangelegenheiten
geſchäfts=
mäßig wahrnehmenden Perſönlichkeiten verfaßt. Wie
durch Befragen der betreffenden Parteien feſtgeſtellt
wurde, mußten ſie für Anfertigung dieſer Schriftſätze
oft nicht geringe Mittel (1,50 bis 4 Mk.) aufwendem.
Dieſe Schriftſätze werden zumeiſt ohne die erforderliche
Rechtskunde derart abgefaßt, daß im Falle des
Aus=
bleibens der Gegenpartei nicht einmal Verſäumnisurteil
erlaſſen werden konnte, da das mündliche Vorbringen
dieſer Kläger den ſchriftlichen Klageantrag nicht
recht=
fertigte. Oefters war auch das angerufene Gericht gar
nicht zuſtändig. Wiederholt mußten die Rechtſuchenden
im eigenen Intereſſe darauf hingewieſen werden, ſlich
in Streitfällen an die Gezichtſchreiberei oder an
die gemeilnnützige Rechtsauskunftsſtelle
zu wenden. An dieſen Stellen erhalten ſie koſtenfrei
ſachgemäße Rechtsauskunft und werden Klagen und
Schriftſätze richtig und unentgeltlich aufgenommen.”
Die hieſige Rechtsauskunftsſtelle, die
durchaus in dem gleichen Sinne zu wirken ſucht,
befin=
det ſich Waldſtrüße 6, I. Stock. Sprechzeit: vorm.
9—12½ Uhr, nachm. 3—5 Uhr, außer Mittwoch= und
Samstagnachmittag.
* Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”
hält, wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, heute abend
im Fürſtenſaal (Grafenſtr.) ihre Monatsverſammlung
ab. Auch werden den Preisträgern die Diplome des
kürzlich in König i. Od. ſtattgefundenen Bezirks=
Wett=
ſchreibens ausgehändigt, worauf ganz beſonders
hin=
gewieſen ſei.
— Der Zweigverband Heſſen des Zentralverbandes
Deutſcher Bäcker=Innungen hielt am Dienstag und
Mitt=
woch im „Kaiſerſaal” ſeinen erſten Verbandstag
unter dem Vorſitze des Obermeiſters Weber=Darmſtadt
ab. Zwei Geſangschöre leiteten die Veranſtaltung ein,
worauf Obermeiſter Weber die Ehrengäſte und die aus
allen Teilen des Großherzogtums erſchienenen Innungs=
Vertreter, den Vorſitzenden des Deutſchen
Zentral=
verbandes und die Vertreter der Mitteldeutſchen,
Badi=
ſchen und Pfälziſchen Verbände begrüßte. Auf die
An=
ſprache erwiderten: Regierungsrat v. Werner im
Na=
men des Miniſteriums, des Kreisamtes und der Polizei;
Herr Rockel im Namen der Handwerkskammer und der
Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft; die
Landtagsabgeord=
meten und Stadtverordneten Dr. Oſann und
Hen=
rich; ferner Vertreter der Nachbarverbände. Der vom
Vorſitzenden erſtattete Geſchäftsbericht ſtellt eine
erfreu=
liche Entwickelung des Zweigverbandes feſt. Der zweite
Vorſitzende Finger erſtattete den Kaſſenbericht, aus
dem hervorgeht, daß der Verband bereits ein Vermögen
von zirka 1700 Mark hat. Ueber die neue Geſetznovelle
betr. die weitere Beſchränkung der Sonntagsruhe referiert
Obermeiſter IIckſtadt=Mainz. Eine Reſolution, die
zum Ausdruck bringt, daß man ſich gegen jede weitere
Einſchränkung der Sonntagsarbeit energiſch wehren
werde, wurde hierauf angenommen. Finger=
Darm=
ſtadt gab dann ein Bild über die neue Bäckereiverordnung
und gab dem Wunſche Ausdruck, daß von den Behörden
eine möglichſt milde Handhabung der neuen
Beſtimmun=
gen, die verſchiedene Härten bringen, gewährleiſtet werde.
In der ſich hier anſchließenden Debatte wurden zahlreiche
Klagen über die bisherige Handhabung des Geſetzes
vor=
gebracht. Ueber die Invaliditäts= Alters= und Witwen=
Penſionskaſſe des Germania=Verbandes referierte
Ober=
meiſter Deibel=Gießen, der die Vorzüge dieſer Kaſſe,
welche jetzt ein Vermögen von über 500000 Mark beſitze,
hervorhob und zum Beitritt aufforderte. Nach Bericht
von Herrn Flick=Gießen wird die Gründung einer
Heſſiſchen Sterbekaſſe beſchloſſen und die
Ver=
treter von Gießen mit den Vorarbeiten beauftragt. An
die Verhandlungen ſchloß ſich ein gemeinſames Feſteſſen,
an dem nahezu 400 Perſonen teilnahmen. Während des
Eſſens wurde ein Antwort=Telegramm des Großherzogs
verleſen. Der Abend vereinigte die zahlreichen Gäſte mit
ihren Damen in dem Garten des „Fürſtenſaales” zu einer
Italieniſchen Nacht, verbunden mit Ball und Konzert. Die
Beratungen wurden geſtern um 11 Uhr fortgeſetzt mit
einem Referat des Herrn Finger über den
Arbeitgeber=
ſchutzverband. Herr Kramer ſprach über die Schädigung
des Bäckereigewerbes durch Außenſeiter, Brotfabriken
und Konſumvereine; ferner Herr Heinz über Verkauf
der Backwaren in getrennten Räumen.
* Gartenvorſtadt Nieder=Ramſtadt-Traiſa.
Er=
freulicherweiſe ſetzt nunmehr auch in dem Trautheimer
Villenviertel die Bautätigkeit wieder ein. Zwei
ſchöne Grundſtücke ſind bereits verkauft; auf dem einen
beabſichtigt der Darmſtädter Innenarchitekt Hill ſich
ein kleines vorbildliches Künſtlerheim zu errichten.
* Keine Verlegung des Marktes. Der
Bezirks=
verein Altſtadt hielt am 9. Juli eine
Vorſtands=
ſitzung ab, deren Tagesordnung faſt ausſchließlich der
Marktverlegung galt. Herr Stadtverordnete Link gab
bekannt, daß die nachgeſuchte Beſprechung mit dem
Herrn Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing ſtattgefunden
habe und wohnten derſelben außer dem Herrn
Stadt=
verordneten Link noch der Herr Beigeordnete Schmitt,
ſowie zwei Vorſtandsmitglieder des Bezirksvereins
Alt=
ſtadt bei. Nach eingehender Behandlung der für die
Altſtadt und für alle Hausbeſitzer und Geſchäftstreibende
am Markt und deſſen Umgebung ſo äußerſt wichtigen
Angelegenheit wurden wir von dem Herrn
Oberbürger=
meiſter Dr. Gläſſing ermächtigt, zur Beruhigung der
durch haltloſe Mitteilungen aufgeregten Gemüter
nach=
folgende Erklärung zu veröffentlichen: Der Markt
bleibt nach wie vor, auch während des Baues der
elektriſchen Bahn nach dem Oſtbahnhof an ſeiner
der=
zeitigen Stelle und es wird überhaupt nicht daran
gedacht, eine Verlegung des Marktes vorzunehmen.
— Dentſcher Turnerbund — Deutſchvölkiſcher
Turnverein „Jahn‟ Darmſtadt. Man ſchreibt uns: Unter
Bezugnahme auf die frühere Mitteilung unter „Sport”
weiſen wir darauf hin, daß auch in Darmſtadt ein
Verein dieſes Bundes beſteht, der ſich die angeführten
edlen Beſtrebungen als höchſtes Ziel geſetzt hat. Jedem
Freund reindeutſcher Geſinnung und echter Körperpflege
iſt Gelegenheit gegeben zur Betätigung an den
Turn=
abenden Dienstags und Freitags in der Turnhalle,
Soderſtraße 30. Da im Sinne Jahns auch das
Wandern zum Turnen gehört, ſo findet mindeſtens
jeden Monat eine Wanderung ſtatt, welche mit der
größten Einfachheit durchgeführt wird. Könnte doch
jeder Wanderluſtige einmal unſere Burſchen beim
Zupf=
geigenklang, beim Brotzeln des Mittagsſchmauſes, den
ganzen Tag über in fröhlichſter Stimmung beobachten
oder mitmachen, er würde gerne bereit ſein, in unſeren
Reihen zu wandeln. In dieſem Sinne weiſen wir auf
unſere heutige Anzeige hin über Wanderung von
Auer=
bach nach Laudenbach. Näheres Kennzeichen
ſchwarz=
rot=goldenes Fähnchen.
* Die Gas=Jahrhundert=Nummer der Leipziger
Illuſtrirten Zeitung wurde uns heute von derſtädtiſchen
Gaswerks=Verwaltung zur Einſichtnahme zugeſtellt. Wie
uns mitgeteilt wird, ſoll ſie an mehreren, der
Oeffent=
lichkeit zugänglichen Stellen (Leſehalle,
Hallenſchwimm=
bad uſw.) aufgelegt werden. Das außerordentlich reich
ausgeſtattete Sonderheft iſt einſchließlich der
feuilletoniſti=
ſchen Darſtellungen aus der Induſtrie über 100 Seiten
ſtark und mit wirkungsvollem Bilderſchmuck — darunter
8 farbigen, ganzſeitigen Kunſtblättern — ausgeſtattet.
Welchen Siegeslauf das Gas in den 100 Jahren ſeit der
Gründung der erſten Gasgeſellſchaft, der Gaslight and
Coke Company in London genommen hat, wie
mannig=
faltig heute ſeine Verwendungsarten in der Oeffentlichkeit
und im Haushalt, in Induſtrie und Gewerbe ſind,
wel=
chen erheblichen Teil unſerer Volkswirtſchaft die für die
Erzeugung und Verwendung des Gaſes und ſeiner
Neben=
produkte arbeitenden Induſtrien darſtellen — darüber
unterrichtet dieſe für Fach= und Laienkreiſe gleich
inter=
eſſante Denkſchrift. Wir können eine Durchſicht des
Heftes beſtens empfehlen und ſind überzeugt, daß ſich
daraufhin mancher Leſer auch zur Anſchaffung der
preis=
werten Veröffentlichung entſchließen wird.
* Zu dem Automobilunfall wird uns vom
V. Polizeirevier nachträglich mitgeteilt, daß der Metzger
H. Pauly doch in Begleitung des Schutzmanns Koch
auf dem V. Polizeirevier erſchienen war, daß aber die
Meldung von dem Unfall von letzterem erſtattet
worden iſt.
* Brauerei Fay. Freitag findet wieder Konzert
im Garten=Reſtaurant des Brauerei=Ausſchanks ſtatt.
Die Konzerte werden, da ſie ſich großer Beliebtheit
er=
freuen und ſtets ſehr gut beſucht ſind, jeden Freitag
veranſtaltet. (Siehe Anzeige.)
Eberſtadt, 10. Juli. Auf dem Feſtplatz ereignete ſich
am Montag nachmittag ein bedauerlicher
Unglücks=
fall. Ein an der Schiffsſchaukel beſchäftigter
Arbeiter wollte dem ſchnellen Fahren der Inſaſſen Einhalt
gebieten. Als das Schiff im Schwung von oben herunter
kam, fuhr es dem Bedauernswerten mit aller Wucht an
den Kopf und zertrümmerte ihm die rechte
Stirnſeite. Der Verunglückte iſt noch am Abend
ſeinen Verletzungen erlegen.
verſammelt ſich die zweite Schicht von Erwerbsjägern, die
unter dem Deckmantel Kurgaſt in Iſchl und ſeiner
Um=
gebung, in Pfandl, Gries, Egelmoos wohnt. Kleine
Ka=
pellmeiſter, Tenore, die es an guten Tagen bis zum
zwei=
mal geſtrichenen C bringen, Naive, die jeden Don Juan
in die Lehre zu nehmen vermöchten. Immerhin, es
kommt nur auf das Stichwort an, auf das man im
rich=
tigſten Augenblick mit überzeugender Kraft einfällt. In
dem kleinen, ſeltſam verbauten Theater da drüben, hat
Karl Muck zuerſt den Taktſtock geführt. Und jeden Tag
beinahe, entfaltet auf dieſer ſchmalbrüſtigen Bühne ein
er=
lauchtes Genie ſeine Kunſt. Iſchl hat ſeine Geſchichte.
Heimelig rührt es einen an, wenn man am Bahnhof
ausſteigt Keine Bergrieſen reißen einen auf. Man geht
glatte, feingekieſte Wege ſtundenweit zwiſchen Föhren und
Fichten. Längs der Traun, längs der Iſchl, rinnen ſie hin,
flach wie ein Billardbrett. Etwas Molliges hat dieſes Tal,
etwas Sanftes und Mildes haben dieſe Wälder. Man
fühlt ſich traulich angerührt, es ſind Wiener Menſchen, die
man trifft, es iſt die öſterreichiſche Alpenlandſchaft, die
einem aufnimmt, es iſt der Kurort von
Oeſter=
reich, in dem man weilt. Und in langſamem Trab, den
flachkrempigen Steirer Hut auf dem Kovf, in Lederhoſe
und Lodenjoppe, fährt der alte Kaiſer vorüber. Drunten
auf den weißen Gedankenſtrich der Ebenſeer Straße, die
aus ſeinem Jagdrevier am Offenſee oder Langbathſee
kommt. Auf dem Gſtöttnerweg, dem
Nachmittagsſpazier=
gang von Iſchl, 5 Meter über der Straße erhöht, ſtehen
die Leute Spalier. Ein ſanftes Grüßen hinunter, ein
leich=
tes Hutlüften hinauf. Ganz ſtill, ganz ohne trommelnden
Prunk und aufjagenden Lärm geht das vor ſich. Es iſt
jene gedämpfte Nobleſſe, jene patriarchaliſche Anmut, die
öſterreichiſch iſt, die Franz Joſef heißt und: Iſchl. Dies
Altſein, dieſes Sicherſein und dieſes ſelbſtverſtändliche
Wirken: das iſt der Reiz von Iſchl, dem Kurort
Oeſter=
reichs. Man kommt hierher, weil man vor 50 Jahren
hier=
her gekommen iſt, und vor 80, im Nachmärz, in der
Bie=
dermeierzeit und ſogar ſchon nach dem Kongreß.
Un=
definierbar liegt dieſe Bedeutſamkeit in der Luft. Sie
drückt ſich aus in der verhaltenen Bauweiſe der Hotels,
die wirklich nicht mit allem Komfort der Neuzeit ausge=
ſtattet ſind, die nur ihre Gediegenheit für ſich haben, ihr
Renomee. Sie drückt ſich aus in den Erinnerungstafeln,
denen man auf Schritt und Tritt begegnet, in den
Stra=
ßennamen, den Landſchaftsbenennungen und da und dort
an einem alten Brauch, den eine andere Zeit
hinwegzu=
fegen vergeſſen hat. Noch ſtehen vor dem Hotel Eliſabeth
die Sänften mit ihren Seſſelträgern, die der alte
Erzher=
zog Franz Karl, des Kaiſers Vater, benützt hat. Heute
mietet ſie keiner mehr, trotzdem ſind ſie immer noch da.
Sie träumen von der guten alten Zeit, wie die jungen
Iſchler Mädchen von einem Grafen träumen, der wirklich
einmal eine von ihnen gefreit hat. Es war ein Graf
Kinsky. Und wie in Iſchl alles beim Alten bleibt, ſo war
es auch mit dem Iſchler Blut in den jungen Grafen. Die
haben wiederum Bürgerliche gefreit: Zwei Künſtlerinnen
vom Theater, Marie Renard und Ilka Palmay. Ein
patriarchales Land, ein patriarchaler Ort. Das
Sturm=
jahr 1848 jagte an ihm ſpurlos vorüber. In Gmunden
hielt der Bauernbefreier Hans Kudlich eine flammende
Rede. Nach Iſchl zog er nicht. „In das ſchwarzgelbe
Neſt” wie er ſich ausgedrückt hat, vorahnungsvoll.
Der Kaiſer, das iſt die große Senſation von Iſchl.
Senſation, das paßt nicht gut, man ſollte lieber das
in=
timere, tiefer wurzelnde Wort Bedeutung wählen. Im
zivilen Steirerkoſtüm lebt er hier und ſein perſönlichſtes
Leben iſt mit dieſem Ort unlösbar verknüpft. Vielleicht
bis in das Myſterium ſeiner Geburt. Denn als die Ehe
Franz Karls mit der Prinzeſſin Sophie fürs erſte
kinder=
los war, da hat ihr der Doktor Malſatti Solbäder von
Iſchl verſchrieben, und 3 Jahre ſpäter kam Franz Joſef
zur Welt. 82mal hat er hier ſeinen Geburtstag gefeiert.
Seine Braut lernte er hier kennen, und hier ſetzte die
Ver=
brüderung Oeſterreichs und Deutſchlands nach dem
Bru=
derkrieg von 1866 ein. Hoch über Iſchl weht die Fahne
auf dem gewaltigen Hotel Bauer. Die Reichsfarben neben
den ſchwarz=gelben. Schon ſeit einer Stunde ſteht das
hiſtoriſche Glas Champagner mit Selterwaſſer bereit.
Da ſprengt die Karoſſe die Bergſtraße empor. Kaiſer
Wilhelm und Kaiſer Franz Joſef ſitzen darin und der
wun=
derſchöne Kronprinz Friedrich. Im Theater gab es anno
1871 Feſtvorſtellung mit dem Liebling des alten Kaiſers.
Die Lukka ſang in dem Photographenatelier; auf der
Eſplanade in Iſchl wird noch ein angegilbtes
Doppelpor=
trät als Reliquie bewahrt: Wilhelm I. und dieſe Königin
des Kehlkopfs. Große Tage waren das. Es wimmelte
von Miniſtern, von Botſchaftern und Geſandten. Auf der
Eſplanade flog das Witzwort auf: „Bismarck beißt
Schmer=
ling.” Aber die beiden Kaiſer, die über das deutſche Volk
regieren, hatten einander gefunden.
Damals auch wurde die Kaiſervilla gaſtlich erweitert.
Am Eingang von Iſchl liegt ſie, ganz ins Grün eines
mächtigen Parkes verſteckt. Ein zierlicher Bau mit
creme=
farbenem Anſtrich, darinnen freundliche, weiße
Fenſter=
kreuze blinken. Der Garten aber hat den eleganten
eng=
liſchen Stil, den Eliſabeth ſo ſehr geliebt hat. Nur vor
den Fenſtern des Kaiſers, gegen Weſten, hebt ein
kunter=
buntes Blumenbeetblühen an, rote, blaue, gelbe, lila und
weiße Fuchſien; in allen Größen und Spielarten iſt die
Lieblingsblume des Kaiſers vertreten. Von Weſten aus
führt auch eine kleine Tür ins Freie. Da ſieht man den
Kaiſer täglich in taufriſcher Morgenfrühe ſeine Villa
ver=
laſſen. Langſam ſchreitet er den Fußpfad hinauf. Nur
Sonntags geht er nicht dieſen täglichen Gang. Da ſchreitet
er, begleitet von ſeinem Leibjäger, der das goldgezierte
Gebetbuch trägt, die Straße in den Markt, die
Kirchen=
ſtufen empor. Brauſend ſetzt der Choral ein, die Orgel
dröhnt. Die Orgel, die einſt Bruckner zur Hochzeit Marie
Valeries geſpielt hat. Sein Rivale in der Kunſt der
Wie=
ner Muſikanten hat damals in Lindau gewohnt, dieſem
ländlicheren Vorort von Iſchl, wo es ganz ſtill und dem
Kurorttreiben entrückt iſt. Felder wogen, rings auf Berge
gekrümmt. Immer klingt hier „Die Feldeinſamkeit” die
hier entſtand, von Brahms geſchaffen wurde. Und Strauß
war hier und Lenau und Bauernfeld und die anderen
Künſtler des Nachmärz: Saphir, Grillparzer und die ganze
Garde des alten Burgtheaters; ſie alle, ihr Publikum und
er Kaiſer dazu, haben in dem Kurort von Oeſterreich
gelebt. Weiß man jetzt, warum er keinen, der einmal dort
war und ein öſterreichiſches Herz hat, mehr losläßt? Ein
öſterreichiſcher Ort und eine öſterreichiſche Landſchaft.
Offenbach, 10. Juli. Der verſtorbene Rektor Wilhelm
Schramm hat der Stadt teſtamentariſch rund 800000
Mark zur Errichtung eines Altenheims vermacht,
das nunmehr an der Grenze der Stadt, dicht am
Frank=
furter Stadtwald, nach den Plänen des Architekten Hugo
Eberhart in landſchaftlich und geſundheitlich gleich
her=
vorragender Gegend aufgeführt werden ſoll. Mit den
Bauarbeiten wird bereits in den nächſten Tagen
begon=
nen werden.
Mainz, 10. Juli. Nach ſiebentägiger Verhandlung
vor dem hieſigen Schwurgericht bejahten geſtern die
Ge=
ſchworenen bei dem Angeklagten Schober die Fragen der
fortgeſetzten Wechſelfälſchung mit Betrug und verneinten
die mildernden Umſtände. Ferner bejahten ſie die Frage
der Begünſtigung von Gläubigern und billigten mildernde
Umſtände zu. Bei der Frau Schober wurden nur die
Fragen zweier Urkundenfälſchungen bejaht und mildernde
Umſtände zugebilligt. Die Frage der Begünſtigung wurde
bei dem Steffan bejaht. Das Gericht verurteilte den
Schober zu 4 Jahren 6 Monaten Zuchthaus,
ſeine Frau zu 5 Monaten und Steffan zu 14 Tagen
Gefängnis. Bei der Frau Schober und dem Steffan
wurde die Strafe für verbüßt erklärt und letzterer aus der
Haft entlaſſen. Die Frau Sch. wurde wegen des kürzlich
geleiſteken Meineides erneut unter Haftbefehl geſtellt. —
Der am Samstag vormittag bei Drais verunglückte
Vize=
wachtmeiſter Blaſchke von der vierten Batterie und
der Gefreite Proeſcholt von der ſechſten Batterie
be=
finden ſich außer Lebensgefahr.
R. Mainz, 10. Juli. Der in dem Vorort
Koſt=
heim anſäſſige Tüncher Martin Wilhelm iſt bei einer
Tüncherarbeit von einem Umfprmerhäuschen in
Rüſſels=
heim abgeſtürzt und war ſofort tot.
Wil=
helm ſtand bei dem Tünchermeiſter Klös in Rüſſelsheim
in Dienſten, war 45 Jahre alt und hinterläßt Frau und
6 Kinder.
Eich, 10. Juli. Dem von der Strafkammer Mainz
ſeinerzeit zu zwei Monaten Gefängnis verurteilten
Oeko=
nom v. Buengner, der während eines Aufenthalts auf
dem väterlichen Gute bei Eich in einem dortigen
Wirts=
hauſe einen Schuhmacher bei Erklärung eines Revolvers
fahrläſſigerweiſe tötete, wurde die Gefängnisſtrafe
in Feſtungshaft umgewandelt. Der Witwe des
Getöteten wurden von der Familie v. Buengners 10000
Mark zugewieſen.
Ibersheim, 10. Juli. Einen erbitterten Kampf gegen
die Feldmäuſe führt ſoeben unſere Gemeinde. Die
Tiere ſind in unſerer Gemarkung in ſo unheimlicher Zahl
aufgetreten, daß ſie die Ernte der Halm= und der
Hack=
früchte zu vernichten drohen. Die Gemeinde zahlte
anfäng=
lich für das Stück 2 Pfennig, infolge der maſſenhaften
Ab=
lieferung aber jetzt nur mehr einen Pfennig. An einem
Tage lieferte beiſpielsweiſe ein einzelner Mann 1400
Stück Mäuſe ab. Es bietet jetzt einen eigenartigen Anblick,
die Felder unſerer Gemarkung von einer ganzen Anzahl
von Mäuſejägern belebt zu ſehen, ſcheint doch dieſes
Ge=
ſchäft zurzeit noch ein recht lohnendes zu ſein.
Friedberg, 10. Juli. Der Arbeiter Müller,
gebür=
tig aus Deckenbach, zuletzt auf einem Gute bei Friedberg=
Fauerbach beſchäftigt, woſelbſt ihm vor einigen Tagen
gekündigt wurde, verſuchte geſtern morgen in total
be=
trunkenem Zuſtande ſein 4jähriges Töchterchen
in der Uſa zu ertränken. Einige Friedberger, welche
dies bemerkten, mußten ihn gewaltſam von ſeinem
Vor=
haben zurückhalten und brachten ihn nebſt dem weinenden
Kinde auf die Polizeiwache. Müllers Frau iſt erſt vor
einigen Wochen geſtorben. Man nimmt an, daß er wegen
ſchlechter finanzieller Verhältniſſe ſich und ſein Kind aus
dem Leben ſchaffen wollte.
Friedberg, 10. Juli. Im hieſigen Rathauſe fand eine
Vorſtandsſitzung der Landwirtſchaftl.
Haupt=
genoſſenſchaft für Oberheſſen ſtatt, der der
Unterſuchungsrichter Geh. Rat Wehner beiwohnte. In
dieſer wurden die Verfehlungen des Direktors
Mällel von der Hauptgenoſſenſchaft beſprochen. Die
Ermittelungen haben bis jetzt ergeben, daß Direktor M.
perſönlich nichts veruntreut hat; die
Genoſ=
ſenſchaft hat aber ſeit längerer Zeit unter ſeiner Leitung
mit Nichtgenoſſen erhebliche Geſchäftsabſchlüſſe vollzogen,
ſo ganz beſonders im vorigen Herbſt, wo ſie den
Kartof=
felbezug aus Norddeutſchland und Holland ungeheuer
ausdehnte und große Quantitäten auf den Frankfurter
Markt warf. wodurch bedeutende Beträge
ver=
loren wurden.
Alten=Buſeck, 9. Juli. Geſtern abend war anſcheinend
durch Fahrläſſigkeit in einer Scheuer ein
Brand ausgebrochen, der ſich raſch auf die
Nachbar=
gebäude ausdehnte. Die Scheuern nebſt Stallungen der
Landwirte Phil. Becker II., Hch. Freund II. und
Kaſ=
par Kahl wurden eingeäſchert. Das Feuer fand in den
vorhandenen großen Heuvorräten reiche Nahrung.
Men=
ſchen wurden nicht verletzt und auch das Vieh konnte
ſämt=
lich gerettet werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Juli. Das
Reichs=
gericht verwarf die Reviſion des Hauptmanns Buies
und des Grafen Wolff=Metternich welche das
Landgericht Berlin am 30. März wegen Betrugs zu 2½
Jahren bezw. zu einer Woche Gefängnis verurteilte. —
Von den gerichtlichen Sachverſtändigen wurde feſtgeſtellt,
daß der Defraudant Haaſe in hohem Grade
hyſte=
riſch iſt. Er ſoll einer 14tägigen Beobachtung unterworfen
werden. — Der Geigenkünſtler Bergowitz aus Friedenau
ließ in einem Abteil zweiter Klaſſe der Stadtbahn, mit der
er von Weſtend nach Halenſee gefahren war, ſeine
wert=
volle Stradivari=Geige liegen, (!) die aus dem
Jahre 1713 ſtammt und einen Wert von 60000 Mark hat.
Als er den Verluſt bemerkte und nun den Zug durchſuchen
ließ, war die Geige verſchwunden. In dem Kaſten, in dem
ſich die Geige befand, lagen außerdem noch 1900 Mark in
barem Geld und eine koſtbare Krawattennadel. — Ein
ge=
waltiges Feuer das heute nacht bald nach
Mitter=
nacht zum Ausbruch kam, zerſtörte die Müllerſche
Bade=
anſtalt in Niederſchöneweide. Der angerichtete Schaden
wird auf 40000 Mark beziffert, iſt aber durch Verſicherung
gedeckt. Die Entſtehungsurſache des Feuers konnte noch
nicht ermittelt werden. — Ein ſchrecklicher Anblick
bot ſich geſtern auf dem Gelände des früheren
Johannis=
ſtiftes Plötzenſee. Dort hat neben anderen Schauſtellern
auch die Dompteuſe Frau Marto ihre Zwinger
unter=
gebracht. Geſtern nachmittag ſollte von ihren großen
Raubtieren eine photographiſche Aufnahme gemacht
wer=
den Ein leichter, transportabler Zwinger, in dem die
Beſtien untergebracht waren, wurde für dieſen Zweck ins
Freie gebracht. Der Photograph hatte eben ſeine
Vor=
bereitungen für die Aufnahme begonnen, als ein
Foxter=
rier, der einem der Zuſchauer gehörte, in die unmittelbare
Nähe des Käfigs lief. Kaum war das Tier von einem der
Tiger bemerkt worden, als dieſer mit ſeiner Tatze durch
das Eiſengitter hindurchlangte, den Hund niederſchlug und
durch die Eiſenſtäbe hindurchzuziehen verſuchte. Der
Augenzeugen bemächtigte ſich eine große Aufregung, die
ſich noch vergrößerte, als die übrigen Käfiggenoſſen des
Tigers gleichfalls unruhig wurden. Es koſtete große Mühe,
den Hund den Tatzen der Beſtie zu entreißen. Das kleine
Tierchen hatte jedoch ſo ſchwere Verletzungen erlitten, daß
es alsbald einging.
Frankfurt, 10. Juli. Geſtern nachmittag wurde durch
die Polizei ein junger Mann verhaftet, der einen
Dieb=
ſtahl begangen hatte und ſeiner Feſtnahme heftigen
Wi=
derſtand entgegenſetzte. Nachdem er überwältigt und zur
Wache gebracht war, ſtellte es ſich heraus, daß der
Ver=
haftete ein Deſerteur namens Dämer vom 87.
In=
fanterie=Regiment in Mainz iſt. Dämer wurde zunächſt
zur Beobachtung ſeines Geiſteszuſtandes nach der
Irren=
anſtalt übergeführt.
D Frankfurt, 10. Juli. Für die Zeit vom 7. bis 28.
Juli wird in Frankfurt auf dem Feſtplatz des 17.
Deut=
ſchen Bundes= und goldenen Jubiläums=
Schießens eine Poſt= und
Telegraphen=
anſtalt mit öffentlichen Fernſprechſtellen als
Zweig=
ſtelle des P.=A. 9 (Hauptbahnhof) in Wirkſamkeit treten.
Außerdem wird für die Zeit vom 14. bis 21. Juli eine
beſondere Zweig=Poſt= und Telegraphenanſtalt mit
öffentlichen Sprechſtellen im Schützenamt auf dem
Feſt=
platz eröffnet werden. Dieſe Poſtanſtalten erhalten
fol=
gende Befugniſſe: 1. Verkauf von Poſtwertzeichen, 2.
An=
nahme von eingeſchriebenen Briefſendungen, 3. Annahme
von Telegrammen, 4. bei der Zweigſtelle im
Schützen=
amt: Ausgabe von poſtlagernden gewöhnlichen und
ein=
geſchriebenen Briefſendungen, von poſtlagernden
Poſt=
anweiſungen und von poſtlagernden Telegrammen,
ſo=
wie von Benachrichtigungszetteln über poſtlagernde
Pa=
kete. Dieſe ſelbſt ſind bei dem P.=A. 9 in der
Poſt=
ſtraße, dem Hauptbahnhof gegenüber, abzuholen. 5. Bei
dem Poſtamt in der Feſthalle: Beſtellung von
gewöhn=
lichen und eingeſchriebenen Briefſendungen,
Poſtanwei=
ſungen (auch telegraphiſchen) mit den zugehörigen
Be=
trägen und von Telegrammen, ſofern ſie mit näherer
An=
gabe, wo der Empfänger auf dem Feſtplatz anzutreffen
iſt, verſehen ſind, und 6. Bedienung der öffentlichen
Sprechſtellen. Für die Zeit vom 7. bis 13. und vom 22.
bis 28. Juli ſind die Schalterdienſtſtunden auf die Zeit
von 8 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags, für den
Fernſprechverkehr außerdem von 8 Uhr vormittags bis
10 Uhr nachmittags, für die Zeit vom 14. bis 21. Juli für
beide Poſtanſtalten auf die Zeit von 7 Uhr vormittags
bis 8 Uhr nachmittags, außerdem für den Telegraphen=
und Fernſprechverkehr, ſowie für die Ausgabe von
poſt=
lagernden Sendungen von 8 bis 11 Uhr nachmittags
feſt=
geſetzt worden. Die für Empfänger auf dem Feſtplatz
beſtimmten Poſtſendungen müſſen den Vermerk „
Frank=
furt (Main), 17. Deutſches Schützenfeſt poſtlagernd”
tra=
gen oder mit Angaben verſehen ſein, die den beſtellenden
Boten das Auffinden auf dem Feſtplatz ermöglichen.
Oberlahnſtein, 10. Juli. Wie die Wiesbadener Ztg.
aus Oberlahnſtein meldet, fuhr geſtern abend, als eine
berittene Abteilung des Feldartillerie=
Regiments Nr. 23 aus Koblenz auf einem
Uebungs=
ritt den Bahnübergang bei Koppelſtein paſſierte, der
Hilfszug Frankfurt-Köln, der in Oberlahnſtein
im 7 Uhr 31 Min. eintrifft, in den hinteren Teil der
Marſchkolonne. Ein Pferd wurde getötet, drei leicht
ver=
letzt. Ein Kanonier erlitt erhebliche Verletzungen am
Kinn. Er wurde nach Anlegung eines Notverbandes in
das Garniſonlazarett Ehrenbreitſtein überführt.
München, 9. Juli. Der Prozeß gegen die
Nackttänzerin Villany kam geſtern vor der
Be=
rufungskammer des Landgerichts nochmals zur
Verhand=
lung. Gegen das Urteil des Schöffengerichts, das die
Tänzerin, ihren Impreſario und den Direktor Robert
vom Münchener Luſtſpielhaus, früher in Berlin, von der
Anklage eines Vergehens gegen die Gewerbeordnung
frei=
ſprach, hatte der Amtsanwalt Berufung eingelegt. Das
Verfahren wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit war
früher ſchon eingeſtellt worden. Auch in der geſtrigen
Verhandlung bekundeten hervorragende Münchener
Künſtler und Schriftſteller, wie die Maler und Profeſſoren
Albert von Keller, Hans von Peterſen, Präſident der
Münchener Künſtlergenoſſenſchaft, Freiherr von
Haber=
mann, Präſident der Münchener Sezeſſion, Fritz v.
Kaul=
bach (dieſer ſchriftlich), der Dichter Max Halbe und andere,
daß die Nackttänze der Villany einen durchaus
künſtleri=
ſchen Eindruck gemacht und einen hohen äſthetiſchen
Ge=
nuß geboten, ferner, daß auch anweſende Damen keinen
Einwand dagegen erhoben hätten und daß für die
ge=
ſchloſſenen Vorſtellungen der Tänzerin tatſächlich ein
höheres Kunſtintereſſe obgewaltet habe. Das Urteil lautete
für den allein erſchienenen Angeklagten Direktor Dr.
Ro=
bert auf Freiſprechung. Die Nackttänzerin Villany
und Rütgen wurden wegen Vergehens gegen die
Ge=
werbeordnung zu je 30 Mark Geldſtrafe oder ſechs
Tagen Haft verurteilt mit der Begründung, daß die Tänze
der Villany künſtleriſch geweſen ſein mögen, die
Darſtel=
lung des nackten Körpers jedoch nicht. Die Tänze ſeien ſo
gut wie öffentlich geweſen, da die Einladungen zu den
ſogenannten geſchloſſenen Vorſtellungen einfach nach dem
Adreßbuch verſchickt worden ſeien.
Landau, 10. Juli. Leutnant Donath vom 5.
Chevauleger=Regiment in Saargemünd wurde vom
Kriegsgericht Landau wegen Betrugs und
Unterſchlag=
ung zu vier Wochen Gefängnis und Entfernung aus dem
Heere verurteilt.
Hagen, 10. Juli. Der wegen Giftmordes, begangen
an ſeinem Vater, dem Beſitzer des Schwelmer
Tageblat=
tes, vom Schwurgericht zum Tode verurteilte Kaufmann
Rudolf Miethe wurde heute morgen hingerichtet,
nachdem die Wiederaufnahme des Verfahrens abgelehnt
worden war.
Breslau, 10. Juli. Die beiden 12 und 14 Jahre alten
Gymnaſiaſten Schreiber, Söhne des Poſtvorſtehers in
Betſche, badeten geſtern abend in einem in der Nähe
gelegenen Teich. Dabei geriet der ältere in eine moraſtige
Stelle und rief um Hilfe. Sein Bruder eilte hinzu und
wurde von dem Ertrinkenden mit in die Tiefe gezogen.
Beide fanden den Tod.
Pilſen, 10. Juli. Laut Pilſener Tageblatt erwartet
Prinz Adalbert von Preußen, der ſeit vorgeſtern in
Marienbad zur Kur weilt, in drei Wochen den Beſuch der
Kaiſerin und der Prinzeſſin Viktoria Luiſe.
Mailand, 9. Juli. Zwiſchen Genua und Voltri war
ein Straßenbahnwagen durch Kurzſchluß in
Brand geraten. Von den Paſſagieren, die ſich durch
Abſpringen von dem mit großer Geſchwindigkeit
dahin=
fahrenden brennenden Wagen zu retten ſuchten, wurden
12 ſchwer, darunter 3 tödlich, verletzt. Einer von
ihnen ſtarb auf dem Wege zum Hoſpital.
Genf, 9. Juli. Das Komitee für die Errichtung
eines Reformationsdenkmals erhielt vom
deutſchen Kaiſer 10000 Mark.
Paris, 10. Juli. Der Juwelenhändler
Bou=
vier erſtattete der Polizei vorgeſtern die Anzeige, daß
aus ſeinem eiſernen Schrank ihm Schmuckſachen im Werte
von etwa 100000 Francs geſtohlen worden ſeien. Die
Widerſprüche, in die ſich Bouvier verwickelte, erregten
jedoch den Verdacht des Polizeikommiſſars und nach
einem ſcharfen Verhör geſtand Bouvier, daß er ſelbſt
den Einbruchsdiebſtahl ausgeführt habe,
um eine Verſicherungsſumme von 350000 Francs zu
er=
halten. Bouvier wurde verhaftet. Es heißt, daß außer
mehreren franzöſiſchen Firmen auch ein deutſches Haus
Bouvier vor einiger Zeit Schmuckſachen im Werte von
120000 Francs zum Verkauf kommiſſionsweiſe anvertraut
habe.
London, 9. Juli. Der Spieler Stallmann, der
gegen das vom Polizeigericht gegen ihn ergangene
Aus=
weiſungsurteil Reviſion eingelegt hatte, wurde geſtern
vom Zivilgericht freigeſprochen und aus der Haf’
entlaſſen. Sein Anwalt trug nochmals die ganze
Ge=
ſchichte des Ausweiſungsantrages dem Richter vor. Er
erklärte, daß ſein Klient auf der Reiſe nach Kalkutta auf
dem Dampfer verhaftet worden ſei und vor Gericht
ge=
ſtellt wurde, von dem zuerſt dem Ausweiſungsantrag
Folge gegeben wurde. Er appellierte in Kalkutta und
wurde freigeſprochen. Er reiſte ſodann über Berlin nach
London, wo er wiederum verhaftet wurde. Der Anwalt
hob hervor, daß ſein Klient in London unter einer
An=
klage ſtand, in der er bereits in Kalkutta freigeſprochen
worden war. Er beantragte deshalb
Nichtigkeitserklär=
ung des Urteils. Ohne jeden Kommentar entſprach der
Richter dieſem Antrag.
Kertſch, 9. Juli. Durch einen heute
niedergegange=
nen Wolkenbruch wurde ein Drittel der Stadt
überſchwemmt. Das Poſtgebäude und die Kanzlei
des Stadthauptmanns ſtehen unter Waſſer. Dank den
Sicherheitsmaßnahmen ſind keine Menſchenverluſte zu
be=
klagen. Der Sachſchaden iſt erheblich, beſonders in der
Landwirtſchaft und den Gärtnereien. Es wurde ein
Hilfskomitee organiſiert. Bei dem heftigen Sturm ſind
auf der See drei Barkaſſen geſunken, ſechs Mann
er=
tranken. Aus Simferopol wird berichtet, daß die letzte
Ueberſchwemmung auf der Krim 1½ Millionen Rubtl
Schaden verurſachte.
New=York, 10. Juli. Die nunmehr über eine Woche
andauernde furchtbare Hitze legt alles Geſchäft
lahm. Die Hitzſchläge mehren ſich. Die Anlagen ſind
überfüllt und die Leiden in den Mietskaſernen groß. Es
gibt noch kein Anzeichen für eine Aenderung.
Feuilleton.
VIII. ordentliche evangeliſche Landesſynode.
16. Sitzung.
E. Darmſtadt, 10. Juli.
Die heutige Sitzung wird 9 Uhr 25 Min. mit einem
vom Syn.=Abg. Loos geſprochenen Gebet eröffnet.
Prä=
ſident D. Stamm gibt eine Ueberſicht über die
Ge=
ſchäftslage, nach der er die Geſchäfte am Freitag zu Ende
zu führen hofft. Eine Reihe von Anträgen iſt noch
einge=
gangen, deren Beratung jedoch erſt auf der
Synodal=
tagung im Herbſt ſtattfinden kann.
Die Synode fährt in der Beratung der Vorlage
Groß=
herzoglichen Oberkonſiſtoriums, die Verhältniſſe
und Zuſtände der evangeliſchen
Landes=
kirche in der Synodalperiode 1905/1909
betreffend, fort. Zu der Frage des Verhältniſſes
der Kirche zum Staat iſt von den Syn.=Abgg.
Fritſch, Jaudt, Brill und Schmidt folgender
Initiativ=Antrag eingelaufen: „Großh. Oberkonſiſtorium
wolle baldmöglichſt die nötigen Schritte tun, daß die in§ 2
der Verfaſſung in Ausſicht geſtellte Neuregelung
der Vermögensverwaltung im Sinne einer
größeren Selbſtändigkeit der Kirche und der
Kirchenge=
meinde herbeigeführt werde, unter Berückſichtigung der
Großherzoglichem Oberkonſiſtorium eingereichten Vor=
ml. Eine lohnende Beſchäftigung. Intereſſante
Auf=
klärungen über die mannigfachen Einnahmequellen, über
die ein ſogenannter Hotel=Clerk verfügt, erbrachte eine
Alimentationsklage, die die Frau eines ſolchen
Angeſtell=
ten vor dem New=Yorker Saw Courts gegen ihren
pflicht=
vergeſſenen Gemahl angeſtrengt hatte. Wie die Klägerin
erklärte, bezog ihr Mann als Clerk einer der größten und
vornehmſten der New=Yorker Hotels Proviſionen für ſeine
Empfehlung, die ein recht anſehnliches Einkommen
dar=
ſtellen. Vom Hotel erhielt er allerdings für ſeine
Tätig=
keit nur das beſcheidene Jahresgehalt von 7200 Mark;
da=
für bezog er aber von einer Weinfirma Schmiergelder
von 2400 Mark, von vier europäiſchen Hotels, die die
Klägerin nannte, à Conto ſeiner Empfehlungen
Proviſio=
nen in Höhe von 9600 Mark, und 4800 Mark für die
glei=
chen Dienſte von deutſchen Schiffahrtslinien. Alles in
allem ſtellten ſich nach der Beweisführung der indiskreten
Ehefrau ſeine feſten Nebeneinkünfte auf rund 24000 Mk.,
wobei die gelegentlichen Trinkgelder noch außer Anſatz
bleiben, die der Clerk von Automobilverleihern,
Juwelie=
ren, Schneidern und anderen Gewerbetreibenden für die
Zuführung von Hotelgäſten erhält. Aehnliche Stellen ſoll
es auch in Berlin geben.
* Papier und Tinte im Berliner Rathapts.
Rieſen=
mengen von Schreibmaterialien werden jährlich in dem
Berliner Rathaus verbraucht. Im letzten Rechnungsjahr
wurden allein rund 1,5 Millionen Kuverts, 3000 Bogen
Kuveripabler, 85 Millonen Bogen gewöhnliches
Kon=
zeptpapier, 4,3 Millionen Bogen gewöhnliches
Schreib=
bapier, 3,7 Millionen Bogen großes Konzeptpapier,
866000 Bogen großes Schreibpapier, 94000 Bogen
Brief=
papier, 266000 Bogen Aktendeckel den Beamten geliefert,
zuſammen rund 17¼ Millionen Bogen. Dazu kommen
4000 Liter Tinte, 9000 Gros Stahlfedern, 2 Bund
Feder=
poſen, 17400 Stück Stahlfederhalter, 40750 Stück
Blei=
ſtifte, 15 600 Stück farbige Stifte, 1250 Flaſchen
Stempel=
farbe, 4600 Stück Radiergummi, 500 Stück Federmeſſer,
80 Stück Lineale und 4400 Heftnadeln.
* Die verräteriſche Uhr. Als der verſtorbene
Dänenkönig aufgebahrt war, hatte die königliche
Familie verboten, irgend welche photographiſche
Aufnah=
men zu machen. Trotzdem ſind im Handel Poſtkarten
er=
ſchienen, die die Aufbahrung in der Photographie zeigten.
Natürlich iſt eine Unterſuchung angeſtellt worden, um
feſt=
zuſtellen, wer von den Perſonen, die die Leichenwache
hielten. Photographen eingelaſſen hätte. Die
Photogra=
phie ſelbſt hat hierüber Aufſchluß gegeben. Auf dem
Ka=
mine des Zimmers ſtand nämlich während der Aufnahme
eine Weckuhr; ihre Zeiger zeigten auf dem Bild 2½ Uhr.
Es ließ ſich leicht feſtſtellen, daß um 2½ Uhr ein
Pionier=
leutnant den Befehl im Zimmer hatte, und als man ihn
befragte, gab er auch zu, er habe aus Gutmütigkeit einen
Photographen eingelaſſen.
* Geiſtesgegenwart. Autler (der in einen Laden
ge=
fahren iſt): „Meine Frau möchte gern den Hut da in der
Ecke!”
ſchläge.” Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel ſagt
Er=
füllung dieſes Wunſches zu; jedoch erfordere die Frage ſo
eingehende Erörterungen und Verhandlungen, daß eine
Vorlage für die Synodaltagung im Herbſt noch nicht in
Ausſicht geſtellt werden könne.
Man geht über zur Beratung der allgemeinen
Verhältniſſe der Landeskirche, und zwar
zu=
nächſt zur Frage der Austritte und der
Ueber=
tritte. Der Ausſchußbericht führt dazu folgendes aus:
Der allmähliche Rückgang der Altlütheraner und
der Freiproteſtanten, die ihr Entſtehen einer
beſtimmten geſchichtlichen Situation verdanken, die in
dieſer Weiſe nicht weiter wirkt, iſt ebenſo begreiflich, als
das Wachstum der Sekten um nahezu 1000 Mitglieder
und das langſame Zunehmen der Austritte aus
der Landeskirche ohne Uebertritt. Die Gründe
dafür liegen offen zutage. Aber wenn die Austritte ohne
Uebertritt in der Mehrzahl der Fälle durchaus
unerfreu=
lich ſind, darf man bei der Regſamkeit der Sekten doch
nicht außer acht laſſen, daß trotz aller wenig erfreulichen
Züge, die ihnen anhaften, ſich darin auch religiöſes Leben
offenbart, und vielfach auch ſolches geweckt wird. Der
Anſporn, der darin für unſere Kirche, ihre Diener und
Glieder, liegt, doppelt treu an der Pflege des religiöſen
Gemeindelebens zu arbeiten, kann auf das Leben unſerer
Kirche nur heilſam wirken. Daß die Zahl der
Ueber=
tritte von der katholiſchen zur
evangeli=
ſchen Kirche (729) die umgekehrten (15) dauernd ſoweit
überwiegen, iſt ein erfreuliches Zeichen dafür, daß die
römiſche Kirche trotz ihrer vielen ſo imponierenden
politi=
ſchen und religiöſen Machtentfaltung gerade in dem
heuti=
gen Stadium ihrer Entwickelung die früher wohl ſtärker
geweſene Anziehungskraft auf Andersgläubige verloren
hat.
Es ſpricht dazu Syn.=Abg. D. Schloſſer (als
Be=
richterſtatter). Oberkonſiſtorialrat Euler erklärt, daß die
Kirchenbehörde die wichtigeFrage derAustritte ſtets ſehr im
Auge behalte. Nach den neueſten eingelaufenen ſtatiſtiſchen
Berichten könne er aber ſagen, daß dieſe Ziffern Anlaß
zu irgend welcher Beunruhigung nicht böten. Es ſprechen
weiter die Syn.=Abgg. Hartmann, Walter,
Wag=
ner, Widmann, Schaub, Jaudt und D. Dr.
Diehl. Der Ausſchußbericht fährt fort:
Daß das Großh. Oberkonſiſtorium es ſich bei
Bil=
dung neuer Kirchengemeinden und
Be=
gründung neuer Pfarrſtellen in ſorgſamer
Weiſe hat angelegen ſein laſſen, neu auftauchenden
Be=
dürfniſſen zu entſprechen, erkennen wir dankbar an, und
ſſtimmen vor allem auch vollkommen den bezüglich der
Behandlung der Pfarraſſiſtenten aufgeſtellten
Grund=
ſätzen zu. Beſonders unterſtreichen möchten wir die
Anregung, daß die Gemeinden bei Zieiten auf
Samm=
lung der entſprechenden Fonds bedacht ſein möchten.
Es ſprechen dazu die Syn.=Abgeordneten Wehſarg
und Loos, ſowie Oberkonſiſtorialrat Euler. Es heißt
in dem Bericht dann weiter:
Angeſichts der immer ſchroffer und ausſchließlicher
werdenden Haltung der römiſchen Kirche gegenüber der
evangeliſchen Kirche gewinnen alle Maßnahmen zum
Schutz und zur Pflege der evangeliſchen Minderhekten
in In= und Ausland erhöhte Bedeutung. Wir ſchließen
uns dem Dank an den Guſtav Adolf=Verein
für ſeine geſegnete Arbeit an und ſprechen den Wunſch
aus, daß die Landeskirche, ſoweit es ihre finanziellen
Verhältniſſe irgend erlauben, auf dem Wege weiter
ſchreiten möge, dem Verein, dem auswärts immer
grö=
ßere und ſchwierigere Aufgaben zunlachſen, in der
Pflege der auf heimiſchen Boden beſtehenden und
im=
mer neu ſich bildenden kleinen Gemeinden mit
über=
wiegender katholiſcher Bevölkerung zu entlaſten.
Die Syn.=Abgeordneten Dingeldey, Bayer,
Schloſſer, Diehl, Widmann, Hainer,
Hart=
mann, Wagner, Lucius, Jacob u. Bril
lbean=
tragen dazu folgende Refollution: „Synode hält
es für dringend notwendig, daß in den nächſten
Vor=
anſchlag für den evangeliſchen Zentrallirchenfonds der
Dispoſiſtionsfonds für ſachliche Zwecke
von 10000 Mark auf 20000 Mark erhöht wird behufs
kräftiger Unterſtützung hilfsbedürftiger heſſiſcher
Kirchen=
gemeinden, insbeſondere der Diaſpora.‟ Es ſprechen
dazu die Syn.=Abgeordneten Dingielldey, Bayer,
und Oberkonſiſtorialpräſident I. Nebel, der
ver=
ſpricht, die Reſollution werde vom Oberkonſiſtorium in
wohlwollende Erwägung gezogen werden und Syn.=Abg.
Wagner. Die Reſolution wird dann gegen 1 Stimme
angenommen.
Die Syn.=Abgeordneten Schmeckenbecher,
Loos, Wagner, Jacob, Fritſch und Liz. Dr.
Dieckmann benntragen folgende Beſchlußfaſſung der
Landesſynode: „Im deutſchen Reichstag und
Bundes=
rat ſind Anträge geſtellt worden, welche darauf
hinzie=
len, die Jeſuiten zu einer völlig oder faſt
uneinge=
ſchränkten Ordenstätigkeit wieder zuzulaſſen. Die
Laindesſynode erblickt in dem erneuten Vorſtoß zugunſten
dieſer enkſchiedenſten Vertreter der politiſchen
Macht=
anſprüche des Papſttums und Bekämpfer des
Proteſtan=
tismus eine Herausforderung und eine ſchwere
Ge=
fährdung des konfeſſionellen Friedens, wie der
Kuktur=
errungenſchaften des deutſchen Proteſtantismus. Sie
richtet daher an das Großh. Oberkonſiſtorium die Mitte,
bei dem deutſchen evangeliſchen Kirchenausſchuß dahin
wirken zu wollen, daß er bei dem Bundesrat
gegen die beantragte Aufhbung und gegen eine
beab=
ſichtigte Durchlöcherung der noch beſtehenden
Paragna=
phen 1 und 3 des Reichsgeſetzes vom 4. Juli 1872, den
Orden der Geſellſchaft Jeſu betreffend, vorſtellig werde.
Sie ſpricht zugleich die Erwartung aus, daß die Großh.
Heſſiſche Staatsregierung ihren Ueberlieferungen getreu
im gleichen Sinne ihre Stimmen im Bundesrat geltend
machen werde.” Syn.=Abg. Schmeckenbecher wird
zum Referenten über dieſen Antrag beſtellt.
Auf eine Anfrage des Syn.=Abg. D. Schloſſer
nach dem Stande der von der Kirchenbehörde in
Aus=
ſicht geſtellten Revliſion der
Verfaſſungs=
geſetze erpidert der Oberkonſiſtokialpräſident, daß
eine Form, in welcher die Verſaſſungsreviſion
vorzu=
nehmen iſt, bis jetzt im Oberkonſiſtorium noch nicht
ge=
funden worden ſei. Nötig ſei, daß vorher noch die Frage
der Aenderung der örtlichen kirchlichen
Vermögensver=
waltung erledlgt werde.
Man beſpricht ſodann die Tätigkeit der
Dekanats=
fynoden, wobei mancherlei Anregungen für eine
Er=
weiterung ihrer Tätigkeit und ihrer Pflichten gegeben
werden, deren Beachtung von dem
Oberkonſiſtorialprä=
ſidenten zugeſagt wird.
Es follgt eine längere Erörterung über die
Reiſe=
ſtipendilem und die Dekanatsbibliotheken.
Schluß der Sitzung 1,15 Uhr. Nächſte Sitzung
Don=
nerstlag vormittag 9 Uhr.
Luftfahrt.
Hamburg, 9. Juli. Das Luftſchiff „Viktoria
Luiſe” iſt heute früh 7.23 Uhr nach Lübeck aufgeſtiegen,
wo es „kurz nach 9 Uhr eintraf und einige Fahrten von
Lübeck aus nach Travemünde, Niendorf uſw. unternahm.
Die Abfahrt erfolgte 11.40 Uhr von Lübeck nach Hamburg,
wo die Landung um 2.55 Uhr glatt erfolgte.
Sport.
* Automobilſport. Die Preistourenfahrt
des Frankfurter Automobilklubs, zu der
23 Meldungen abgegeben waren, fand jetzt ihren Abſchluß.
Es waren im ganzen 20 Wagen geſtartet, von denen 17
die vorgeſchriebenen Bedingungen erfüllten, während
drei aufgaben. In Klaſſe I, in der die Beſitzer ihre
Wa=
gen ſelbſt zu ſteuern hatten, gewann den erſten Preis,
geſtiftet vom Frankfurter Automobilklub, Heinrich Opel=
Rüſſelsheim auf Opel, den zweiten Preis, geſtiftet von
der Firma Peters Union Fritz Opel auf Opel, den dritten
Preis, geſtiftet vom Frankfurter Rennklub, Ed. Engler
auf Opel, den vierten Preis, geſtiftet von Direktor Becker
Oppenheimer auf Opel, den fünften Preis geſtiftet von
Fritz Opel, Oskar Wenske auf Opel, den ſechſten Preis
geſtiftet vom Frankfurter General=Anzeiger, Dyckerhoff
auf Benz, den ſiebenten Preis, geſtiftet vom Oberheſſiſchen
Automobilklub, Kommerzienrat Wilhelm Opel auf Opel,
den achten Preis, geſtiftet vom Kommerzienrat Karl Opel,
Rechtsanwalt Dr. K. Weber auf Adler. Ein Troſtpreis
fiel in dieſer Klaſſe ferner noch Direktor Mertens auf
Benz und ein ſilberner Klubbecher an Georg Müller auf
Mercedes=Knight. In Klaſſe II, in der die Wagen von
Chauffeuren gefahren werden konnten, erhielt den erſten
Preis, geſtiftet vom Frankfurter Automobilklub Joe
Li=
vingſton auf Adler, den zweiten Preis, geſtiftet vom
Kaiſerlichen Automobilklub, Dr. E. Weber auf Mercedes,
den dritten Preis, geſtiftet von Alfred Teeres, Eduard
Engler auf Opel, den vierten Preis, geſtiftet von den
Herren Bandel, Engler und Oppenheimer, Auguſt Röver
auf Opel.
* Schießſport. Die Meiſterſchaft im
Wurf=
taubenſchießen für Deutſchland wurde am
Montag zu Neumannswalde=Neudamm auf Veranſtaltung
des Schießvereins deutſcher Jäger (Hauptverein Sitz
Neu=
damm) ausgeſchoſſen. Bedingungen 100 Tauben auf 14
bis 20 Meter. Reſulat: Freiherr v. Zedlitz, Meinerdingen,
88 Tauben; Albert Preuß, Wilmersdorf, 84 Tauben;
Horſt Göldel, Halenſee, 83 Tauben; Koch, Derneburg, 80
Tauben; Möller, Klemzig, 78 Tauben; Lorenz, Tützpatz,
7 Tauben; A. Göldel, Bronikowen, 77 Tauben;
Beth=
mann, Fürſtenau, 77 Tauben; Lüttich, Berlin, 76 Tauben;
Merten, Treptow 74 Tauben; König, Grünbaum, 71
Tau=
ben; Sack, München, 65 Tauben. Meiſterflugſchütze von
Deutſchland für 1912/1913 alſo Herr Freiherr von
Zedlitz, Meinerdingen.
Die Meiſterſchaft für Kugelſchießen auf
laufende Wildſcheiben für Deutſchland
wurde am Dienstag zu Neumannswalde=Neudamm auf
Veranſtaltung des Schießvereins deutſcher Jäger (
Haupt=
verein Sitz Neudamm) ausgeſchoſſen. Bedingungen 32
Schuß auf laufende Wechſelſcheiben (Keiler, Hirſch,
Reh=
bock, Fuchs). Reſultat: Göldel, Halenſee, 114 Punkte:
Lorenz, Tützpatz, 115 Punkte; Grothe, Stendal, 117 Punkte;
Vogel, Schlettſtadt, 119 Punkte; Koch, Derneburg, 122
Punkte; Collath, Frankfurt, 123 Punkte; Regler,
Neu=
damm, 124 Punkte; Evers, Stennewitz, 134 Punkte; Dr.
Quittenbaum, Hohenbarnekow, 140 Punkte; Sack,
Mün=
chen, 141 Punkte; Göldel Bronikowen, 154 Punkte; Ulbrich,
Spiegel, 155 Punkte. Meiſterſchütze im Kugelſchießen auf
laufende Wildſcheiben von Deutſchland für 1912/1913 alſo
Herr Göldel, Halenſee.
* Stockholm, 9. Juli. Olympiſche Spiele.
Im Speerwerfen mit der rechten und linken Hand
gewan=
nen alle drei Preiſe die Finnen. Im Stafettenlaufen
ge=
wann die engliſche Mannſchaft den erſten, die ſchwediſche
den zweiten Preis. Die deutſche Mannſchaft
wurde disqualifiziert weil der
Stafettenaus=
tauſch nicht innerhalb der feſtgeſetzten Grenze ſtattfand.
Handel und Verkehr.
Poſtſcheckverkehr. Im Reichspoſtgebiet iſt
die Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende
Juni 1912 auf 68 532 geſtiegen. (Zugang im Monat Juli
allein 956.) Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden im Juni
gebucht 1171 Millionen Mark Gutſchriften und 1194
Mil=
lionen Mark Laſtſchriften. Das Geſamtguthaben der
Kontoinhaber betrug im Juni durchſchnittlich 140
Mil=
lionen Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheckämter mit
dem Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſtſparkaſſe in
Peſt, der luxemburgiſchen und belgiſchen Poſtverwaltung,
ſowie den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus wurden 6,6
Millionen Mark umgeſetzt, und zwar auf 2520
Uebertrag=
ungen in der Richtung nach und auf 12 220
Uebertragun=
gen in der Richtung aus dem Auslande.
— Patentanmeldungen. G. 26537.
Ver=
fahren zur Herſtellung eines Bindemittels aus
eingedick=
ter Ablauge der Sulfit=Telluloſe. Darſtellung nach
An=
ſpruch 2 des Patentes 246 289. Gewerkſchaft Eduard,
Langen (Bezirk Darmſtadt). Sch. 37 443. Vorrichtung an
ſelbſttätigen Laufgewichtswagen, welche nur Wägungen
zuſtande kommen läßt, wenn die zu wiegenden Laſten
in=
nerhalb beſtimmter Gewichtsgrenzen liegen. C. Schenck,
Eiſengießerei und Maſchinenfabrik, G. m. b. H.,
Darm=
ſtadt. S. 34 642. Umſteuerungseinrichtung für
ſelbſt=
tätige doppelte Flüſſigkeitswagen, Sabel u. Scheurer,
Oberurſel bei Frankfurt. R. 34 293. Elaſtiſche
Radbereif=
ung mit einem durch zwei Klemmringe ſpannbaren
Lauf=
mantel. Wilhelm Rößler, Darmſtadt, Mollerſtraße 31.
H. 54 067. Schloß mit Oeffnung durch mehrere ſich
gegen=
ſeitig ſperrende Drucktaſten. Jakob Heil III., Eberſtadt
bei Darmſtadt. — Patenterteilungen. 249 497.
Vorrichtung zur Einführung einer Löſung von Soda oder
dergleichen in das Keſſelwaſſer. Theodor Bruſt,
Darm=
ſtadt, Landgraf=Philipp=Anlage 60. 249 615. Vorrichtung
zum ſelbſttätigen Ausgleichen der beim Auf= und
Ab=
wickeln von Papier= oder Stoffbahnen zwiſchen
Stoff=
führungs= und Arbeitsorganen und Wickelſtab in der
Stoffbahn auftretender Spannungsunterſchiede. Jean
Goebel, Darmſtadt, Griesheimer Weg 25. —
Ge=
brauchsmuſtereintragungen. 514519.
Fahr=
radſtänder, Hermann Fritſch und Agnes Reinhard geb.
Klöpper, Schwanheim a. M. 513823. Kleiderſchutznetz
für Damenräder. Emilie Herrmann geb. Michel,
Darm=
ſtadt, Grafenſtraße 8. 514177. Deckel für Behälter zur
Aufnahme heißer Flüſſigkeiten. Agnes Sedlmair geb.
Ewel, Münſter bei Darmſtadt. 514 401. Elaſtiſches
Hut=
band aus feſtem Stoff. A. Roſenthal u. Co., Darmſtadt.
514 285. Durch eine Zunge geſchloſſene Doppelpoſtkarte
mit Anſichten und anhängendem in die Doppelpoſtkarte
eingeſchlagenen Plan (Landkarte). Hans Rußler, Darm=
ſtadt, Ahaſtraße 59. 514474. Sicherheitsdruckplatte für
Steinbrecher. Karl Stein und Alexander Conrad,
Roß=
dorf bei Darmſtadt. 513 760. Anſteckbares
Blumenfläſch=
chen, Karl Stautz, Darmſtadt, Gutenbergſtraße Nr. 62.
513 583. Sicherheitsbroſche. Berta Pizzala, Darmſtadt,
Steinackerſtraße 9. 513389. Mit Köderhaken verſehene
Gehäuſewand für Tierfallengehäuſe. Michael Jaeger,
Darmſtadt, Liebigſtraße 46.
Landwirtſchaftliches.
L. K. In Verbindung mit dem am 15. und 16. Juli
ieſes Jahres von der Stadt Beerfelden
abzuhalten=
den Pferde=, Fohlen= und Zuchtviehmarkt veranſtaltet der
Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für Starkenburg eine
Zuchtpferde= und Fohlenſchau, verbunden
mit Prämiierung. Die zur Prämiierung vorgeführten
Stuten und Fohlen müſſen mindeſtens fünf Monate im
Beſitze des Züchters bezw. Landwirts ſein. Händler
kön=
nen in den Prämiierungsklaſſen nicht mitkonkurrieren.
Die Anmeldungen von Stuten und Fohlen zur
Prämiier=
ung haben bis ſpäteſtens 14. Juli I. Js. an Herrn
Bei=
geordneten Heß in Beerfelden zu geſchehen. Bei der
An=
meldung von Stuten iſt anzugeben: Schlag, Alter und
Farbe; ferner Bezeichnung des Hengſtes, von welchem
das zugehörige Fohlen abſtammt. Bei der Anmeldung
von 2= bezw. 3jährigen Fohlen iſt anzugeben: Schlag,
Alter und Farbe, ferner Bezeichnung des Hengſtes, von
welchem das Fohlen abſtammt. Deckſcheine ſind
vorzu=
legen. Stuten und Fohlen unbeſtimmter Abſtammung
(Kreuzungsprodukte) werden zur Prämiierung nicht
zu=
gelaſſen. Beginn der Schau am 15. Juli, vormittags 9½
Uhr. Zu allen weiteren Auskünften wende man ſich
an das Pferdemarktkomitee in Beerfelden.
Vermiſchtes.
C. K. Eine Eheſcheidungsſtatiſtik. Nach den
neuen ſoeben veröffentlichten ſtatiſtiſchen Angaben über die
Zahl der Eheſcheidungen in Europa marſchiert die Schweiz
in der Zahl der aufgelöſten Ehen an der Spitze: auf 100.000
Einwohner entfallen jährlich nicht weniger als 43
Schei=
dungen. Es folgen dann der Reihe nach Frankreich mit 33
Scheidungen auf 100000 Einwohner, Dänemark mit 27,
Preußen mit 21, England mit 17, Norwegen mit 15,
Hol=
land und Belgien mit 14, Bayern mit 13, Schweden mit 10,
Oeſterreich mit 8 und Finnland mit 6 Eheſcheidungen.
In der Schweiz iſt die Heirat beinahe mit größeren
Umſtän=
den verknüpft als die Scheidung, die verhältnismäßig leicht
und ſchnell bei geringen Koſten durchzuſetzen iſt. Eine
Schei=
dung in der Schwelz verurſacht durchſchnittlich 40 Mk.
Aus=
agen. Das neue Schweizer Zivilrecht, das in dieſem
Jahre in Kraft tritt, bringt weitere Erleichterungen der
Scheidungen und der Ehetrennungen.
* Eine Waſſerſtoff=Fernleitung. Der
uftſchiffhafen zu Frankfurt a. M. hat eine Waſſerſtoff=
Fernleitung erhalten — die erſte dieſer Art in
Deutſch=
land —, die ihn von Griesheim aus mit Waſſerſtoff der
Chemiſchen Fabrik Griesheim=Elektron verſorgt. Faſt die
ganze 4,5 Kilometer lange Leitung wurde autogen
ge=
ſchweißt und nur in größeren Abſtänden durch Muffen
verbunden. Sie iſt ſo bemeſſen, daß bequem 1000
Kubik=
meter Gas täglich hindurchgehen können, wobei das Gas
unter einem Druck von annähernd 1000 Millimeter
Waſ=
ſerſäule ſteht. Im Luftſchiffhafen mündet die Leitung
in einen 6000 Kubikmeter faſſenden Gasbehälter. Von da
gelangt das Gas in unterirdiſchen Leitungen in die Halle,
in deren Zementboden ſich 18 Schächte mit den
Gasenr=
nahmeſtellen befinden, die durch Schläuche mit den
ein=
zelnen Gaszellen des Luftſchiffes verbunden werden. Der
Waſſerſtoff wird in Griesheim als Nebenprodukt bei der
elektrochemiſchen Herſtellung von Aetznatron und Chlor
nach dem Diaphragmenverfahren erzeugt und geht auch
heute noch zum größten Teil unbenutzt in die Luft. Die
drei Werke der genannten Fabrik in Griesheim,
Bitter=
feld und Rheinfelden erzeugen täglich 18000 bis 20000
Kubikmeter Waſſerſtoff; eine Menge, die ausreichen
würde, um täglich ein Zeppelin=Luftſchiff friſch zu füllen.
B. B. Eiſenbahnwagen als Unterkunft für
Jugen dwanderer. Die Unterkunft jugendlicher
Ferienwanderer ſtößt oftmals dadurch auf große
Schwie=
igkeiten, daß die unangemeldeten Gäſte alle Logis beſetzt
finden. Nachdem die Militärverwaltung das
Jugend=
wandern dadurch fördert, daß ſie die Einquartierung und
Verpflegung von Jugendwanderer=Abteilungen in
Kaſer=
nen genehmigt hat, hat nun auch die Eiſenbahnverwaltung
ich dieſem Vorbilde angeſchloſſen, indem ſie für dieſen
Zweck bereitwilligſt alte ausrangierte Eiſenbahnwagen
zur Verfügung ſtellt. Vorausſetzung iſt, daß von privater
Seite die wohnliche Ausſtattung der Wagen übernommen
wird. In dieſem Sommer dienen etwa achtzig derartige
Sommerwohnungen während der Ferienzeit wandernden
Schülern unentgeltlich zum vorübergehenden Aufenthalt=
Es handelt ſich natürlich nur um ſolche Jugendabteilungen.
ie der nationalen Jugendbewegung angeſchloſſen ſind.
Literariſches.
Das neue Lieferungswerk „Die Wunder der
Welt” (Großartige Naturſchöpfungen und ſtaunenswerte
Menſchenwerke aller Zeiten in Wort und Bild. Meiſt nach
eigener Anſchauung geſchildert von Ernſt von Heſſe=
Wartegg. 952 Seiten Text mit über 1000 Abbildungen
und 30 mehrfarbigen Kunſtbeilagen. Vollſtändig in 34
Lieferungen zu je 60 Pfennig. Union Deutſche
Verlags=
geſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig) bringt einen
Artikel über „Ein Sandmeer der Sahara‟ Einige
hun=
dert Kilometer ſüdlich von Tlemcen breitet ſich die
unge=
heure Sandwüſte des Erg aus, einem in der Bewegung
plötzlich erſtarrten Meere gleich in Wellen geworfen,
un=
abſehbar, ohne irgendeine Unterbrechung, trocken und tot.
Keine Fliege, kein noch ſo kleines Inſekt, kein Grashalm
iſt in dieſen fürchterlichen, von der Sonne durchglühten
Einöden zu finden. Eiſen roſtet nicht, und Menſchen wie
Tiere, die hier zugrunde gehen, vermodern nicht. Kommt
der Wind, dann wirbelt er den Sand hoch in die Lüfte,
macht langſam die Sandwellen zu Tälern, die Täler zu
Wellen, wirft Dünen auf, die wandern, ſolange er bläſt,
begräbt die Leichname, die Opfer der Wüſte, deckt andere,
längſt vertrocknete, wieder auf. Sobald der Wind
auf=
hört, herrſcht wieder die Stille des Todes, nur zeitweilig,
bei großen Dünen, unterbrochen durch das eigentümliche
Singen des Sandes, vielfach zu Donner anſchwellend,
der allmählich wieder verklingt.
— Emil Sandt, Das Lichtmeer. Roman. (Vita,
Deutſches Verlagshaus, Berlin=Ch.) Preis broch. Mk. 4, —
eleg. geb. Mk. 5,—. Wie Emil Sandt in ſeinen Romanen
„Cavete” und „Im Aether, der Entwickelung der
Luft=
ſchiffahrt und Aviatik in raſchem Gedankenflug
voraus=
eilte und mit ſtarkem Sinn von neuen Bahnen aus neue
Perſpektiven für die Menſchen eröffnete, ſo wendet er ſich
in ſeinem Werk „Das Lichtmeer” einem neuen Gebiet der
Technik zu, das vorläufig zwar noch als unüberſehbares
Brachfeld vor uns iiegt, auf das aber ſchon morgen
viel=
leicht ein kühner Erfinder den Fuß ſetzen wird. Es gilt
nichts Geringeres als die Ausnutzung der Energie, die die
Sonne jeden Tag der Erde in ungeheuren Mengen znſendet.
Gelingt es erſt, dieſe Kräfte ſo umzuformen, daß wir ſie
zum Antrieb all unſerer Maſchinen verwenden können,
dann ſtehen wir vor einer ſo alles umfaſſenden
Umwäl=
zung, wie ſie in der Geſchichte der Menſchheit noch
nie=
mals verzeichnet ward. Die Kohle wird überflüſſig! Dieſer
eine Satz bedeutet den Beginn einer neuen Zeit, einer
neuen Kultur!
— Als größte Neuheit für die Frauenwelt finden die
„Favorit=Schnitte” für Selbſtverfertigung ſowie
Moder=
niſierung aller Arten Kleidungsſtücke eine immer ſteigende
Verwendung. Die Vorteile, die dieſe vorzüglich
paſ=
ſenden, leicht verwendbaren Schnitte bieten, ſind aber
auch ſo in die Augen ſpringende, daß keine Frau, die ſie
kennen lernte, ferner darauf verzichten will. Die Auswahl
der Schnitte erfolgt nach dem großartig ausgeſtatteten
„Favorit=Moden=Album” welches viele Hundert neueſte
Modelle enthält, alſo mehr bietet, als das Abonnement
einer Modenzeitung, und nur 60 Pf., franko 70 Pf.
ko=
ſtet. Zu beziehen iſt dasſelbe durch die „Internationale
Schnittmanufaktur, Dresden=N.” oder deren Agenturen.
— Während die oberen Zehntauſend bereits ſeit
Wo=
chen den Strapazen der Großſtadt entflohen ſind, rüſtet
die bürgerliche Frau erſt jetzt zum Ausflug ins Gebirge,
in den Kurort oder an die See. Raſch wird das
Feh=
lende für die Sommergarderobe noch beſchafft; die
leich=
ten Batiſt= und Foulardkleider, deren Ausführungen heuer
ſo ſimpel ſind, werden mit Hilfe der im Preiſe
erſchwing=
lichen Schneiderin zuſammengeſtellt. Das eben erſchienene
Heft 20 der „Wiener Mode” trägt dem Rechnung.
denn es veröffentlicht eine Fülle einfachſter und doch
apar=
ter Hochſommerkleider, die leicht und raſch herſtellbar ſind
und nicht viel Koſtenaufwand beanſpruchen. Sehr
in=
ſſant ſind die ebenfalls in dieſem Hefte abgebildeten
Vorhängearrangements im Biedermeierſtil, die ſicher ſo
mancher Hausfrau willkommen ſein dürften, ſowie die
der Saiſon angepaßte praktiſche Rubrik.
Großfeuer.
* Spaichingen, 10. Juli. Heute nacht um ½2
Uhr brach in der Trikotagenfabrik von Manz u. Haller
am Bahnhof Feuer aus, das ſich auf die nebenan
liegende Möbelfabrik von Guſtav Bühler ausdehnte und
innerhalb zweier Stunden die beiden Fabriken
vollſtän=
dig zerſtörte. Etwa 300 Arbeiter ſind brotlos
ge=
worden. Der Schaden beläuft ſich auf mehrere
Hundert=
tauſend Mark. Man vermutet, daß das Feuer in dem in
die Trikotagenfabrik eingebauten Elektrizitätswerk, das
einen Teil der Stadt mit Licht und Kraft verſorgt, durch
eine defekte Leitung ausgebrochen iſt. Auch dieſes Werk
wurde vollſtändig vernichtet. In einer der Fabriken fand
eine Benzinexploſion ſtatt, die aber außerhalb des
Brand=
verdes keinen Schaden anrichtete.
Die Grubenkataſtrophe zu Cadeby.
*London, 10. Juli. Die Grubenkataſtrophe
zu Cadeby hat in der Folge noch ſchweren Umfang
angenommen und vielen von der tapferen Rettungsſchar
das Leben gekoſtet. Um die Mittagszeit fand eine neue
furchtbare Exploſion ſtatt, der ein Nachſturz im
Schachte folgte. Durch dieſe wurde eine ſtarke Abteilung
der Rettungsmannſchaft abgeſchnitten. Die Zahl der
ins=
geſamt Verunglückten beträgt mindeſtens 65. Mehrere
der Rettungsmannſchaften ſind bereits als Leichen
zu=
tage gefördert worden, darunter zwei Grubeninſpektoren
und der Geſchäftsführer der Grube. Das Feuer im
Schacht dauert fort. Im ganzen fanden bisher fünf
Ex=
ploſionen ſtatt. Die erſte geſtern früh 2 Uhr tötete 30
Mann, die in dem betreffenden Schacht arbeiteten. Der
Tod iſt bei dieſen Opfern nach ärztlichem Ausſpruch
augenblicklich eingetreten. Viele waren ſchrecklich
verſtüm=
melt und verkohlt. Der König und die Königin ſandten
ein Beileids=Telegramm für die Familien der Opfer.
* London, 10. Juli. Bisher ſind auf der Grube
Cadeby 65 Tote geborgen worden. Die 35 bei der
erſten Exploſion Getöteten konnten bereits ſämtlich
iden=
tifiziert werden. Die letzten Meldungen beſtätigen, daß
die erſten 40 bis 50 Mann zählende Rettungsmannſchaft
von einer weiteren ſchweren Exploſion betroffen
wur=
den. Geſtern abend ſind vier weitere
Rettungsmannſchaf=
ten eingefahren. 30 Leichen von der erſten
Rettungs=
kolonne waren bis 6 Uhr abends geborgen. König Georg
iſt geſtern nachmittag in die im gleichen Bezirke liegende
Elſocar=Grube eingefahren und hat das Kohlenbergwerk
im vollen Betriebe beſichtigt.
* London, 10. Juli. Nach den letzten Nachrichten
ſtellt ſich nunmehr die Zahl der Opfer bei der
Gru=
ben=Kataſtrophe in Cadeby auf 75, von denen 69 als
Lei=
chen geborgen wurden.
* London, 9. Juli. Der König und die
Köni=
gin beſuchten heute abend Cadeby um aus Anlaß
der Grubenkataſtrophe perſönlich ihre Teilnahme zum
Ausdruck bringen zu können. Von der trauernden Menge,
die am Gruben=Eingang auf die neueſten Nachrichten von
dem Unglück wartete, wurden ſie ehrerbietigſt begrüßt.
Die Unruhen in Portngal.
H.B, Liſſabon, 10. Juli. Der Kabinettschef
er=
klärte in der geſtrigen Kammerſitzung, daß die
Ord=
nung in dem Unruhe=Gebiet wieder hergeſtellt
ſei, mit Ausnahme von Cabeceira de Caſtos, wohin
Ver=
ſtärkungen entſandt worden ſind. Der Kriegsminiſter
teilt mit, daß Conceiro bei Chaves mit großen Verluſten
zurückgeſchlagen wurde. Hauptmann Almeida, einer der
Haupt=Offiziere der Royaliſten, iſt gefangen genommen
worden. In der Kammer wurde ein Geſetz
angenom=
men, wonach die Verſchwörer, die mit der Waffe
feſtge=
nommen würden, als Meuterer kriegsgerichtlich
abge=
urteilt werden ſollen. Die Regierung hat die vor
Kur=
zem entlaſſenen Reſerviſten wieder unter die Fahnen
ge=
ruſen. Der Kreuzer „Admiral Reis” iſt mit
Landungs=
truppen nach dem Süden abgedampft. Unter dem
Ver=
dacht, der Urheber des geſtrigen Dynamit=Attentats in
Liſſabon, bei dem der Eigentümer des Hauſes getötet
wurde, zu ſein, iſt ein Marine=Offizier verhaftet
wor=
den.
H.B. Liſſiabon 10. Juli. Der Krauzer Sao
Galbriel der ſich augenblicklich vor den Azoren
auf=
hält, iſt telegraphiſch zurückberufen worden. Auch aus
Porto ſind Truppen nach dem Norden
abge=
gangen. Der Panzer Admiral Reis, der auf Grund
geraten war, iſt wieder flvtt geworden.
H.B. Liſſabon 10. Juli. 150 Monarchiſten
begaben ſich nach Chaves. In der Nähe der Stadt
wur=
den über 40 Leichen gefunden. In Braga ſollen viele
Verhaftungen von Monarchiſten vorgenommen worden
ſein. Geſtern nachmittag wurde in Liſſabon auf einem
öffentlichen Platz der Leutnant Albert Scares von
repu=
blikaniſch geſinnten Bürgern erſchoſſen.
* Paris, 10. Juli. Aus Madrid wird über den
Putſchverſuch der portugieſiſchen
Mo=
narchiſten gemeldet, man ſei ſelbſt überzeugt, daß
die verunglückte Expedition nur unternommen wurde,
um die Verwendung der von monarchiſtiſchen
Kapita=
lliſten hergegebenen Geldſummen zu rechtfertigen. Die
portugieſiſchen Aufrührer ſeien zweifellos von den
Kar=
ſliſten unterſtützt worden. Die Tatſache, daß die
portu=
gieſiſchen Monarchiſten mit Waffen ausgerüſtet waren,
die aus den Fabriken von Moledo und Oviedo ſtammen,
ſei damit zu erklären, daß dieſe Fabriken die
Be=
ſteller für Vertreter einer amerikaniſchen Republik hielten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Juli. Der Kaiſer ſtellte den Prinzen
Eitel Friedrich à la suite des zweiten
Seebatail=
lons.
* Berlin, 10. Juli. Aus Deutſch=Neuguinea
meldet ein Telegramm des Gouverneurs, daß auf Kaiſer
Wilhelmsland der Paradiesvogeljäger Peterſen mit drei
farbigen Arbeitern von Eingeborenen in der oberen
Go=
golebene ermordet worden iſt. Eine Strafexpedition
iſt bereits unterwegs. Die Mordtat trug ſich in einem
unerſchloſſenen, dem Einfluß der Verwaltung bis jetzt
noch nicht zugänglichem Gebiet im Innern des
ſogenann=
ten Feſtlandes Neuguineas zu.
* Wilhelmshöhe, 10. Juli. Die Kaiſerin, die
Prinzeſſin Viktoria Luiſe und Prinz Oskar ſind heute
morgen 8 Uhr hier eingetroffen.
* Swinemünde, 10. Juli. Der Kaiſer hat kurz
nach 8 Uhr an Bord der „Hohenzollern” unter dem Salut
der Feſtung die Nordlandreiſe angetreten. Als
Begleit=
ſchiffe dienen der Kreuzer „Breslau” und das
Depeſchen=
boot „Sleipner”.
* Bergen, 10. Juli. Die Ankunft des Kaiſers
wird morgen vormittag 9 Uhr erwartet.
* Wien, 10. Juli. Die Verhandlungen in der letzten
gemeinſamen Miniſterkonferenz gaben
Veran=
laſſung zu den verſchiedenſten, oft abenteuerlichen und
unrichtigen Kommentaren, darunter auch von ſolchen
über die Minderwertigkeit der Feldartillerie.
Demgegen=
über ſei konſtatiert, daß die Feldartillerie qualitativ und
der techniſchen Ausgeſtaltung nach den zeitgemäßen
An=
forderungen entſpricht, daß insbeſondere das
Rohmate=
rial vollkommen einwandfrei und ſpeziell für den
Feld=
gebrauch vorzüglich geeignet iſt.
* Paris, 10. Juli. Die Agence Havas meldet aus Fez
vom 9. Juli: Die Aufſtändiſchen von Sefru verſuchten
wieder einen Handſtreich gegen die Stadt. Die Garniſon
machte einen Ausfall, um der Stadt Luft zu ſchaffen.
* Le Havre, 10. Juli. Die Dockarbeiter haben die
Ar=
beit wieder aufgenommen.
* Kalkutta, 10. Julſ. Nach Gerüchten, die hier
um=
laufen, wurden Abgeſandte des Dalai Lama in
Lhaſſa von Freunden der Chineſen ermordet Wie
Statesman meldet, wurden ſie in den Klöſtern von
Prieſtern niedergemacht. Ferner meldet der Engliſhman,
der Dalai Lama ſei durch dieſe Nachrichten ſo erregt,
daß er ſich nach Indien zurückbegeben will.
— Berlin, 10. Juli. Zu dem Streit zwiſchen der
Berliner Sezeſſion und dem Bürgermeiſter Reicke
wird gemeldet, daß der Bürgermeiſter noch einmal zur
Zurücknahme ſeiner Aeußerung erſucht werden ſoll. Wenn
ieſe Vermittelung fehlſchlägt, will der Vorſtand der
Sezeſſion Beleidigungsklage einreichen.
Straßburg, 10. Juli. Der frühere Profeſſor an der
Straßburger Univerſität Schirmer, der von New=York
aus ein Strafverfahren gegen ſich wegen ſittlicher
Verfehl=
ungen beantragte, wurde heute von der Strafkammer in
zwei Fällen freigeſprochen, in einem weiteren Fall
rfolgte Vertagung zwecks weiterer Zeugenladung.
H. B. Bad Kiſſingen, 10. Juli. Der
Staatsſekre=
ſtär von Kiderlen=Wächter beging heute hier
die Feier ſeines 60. Geburtstages. Der Magiſtrat
überbrachte durch eine Deputation die Glückwünſche der
Stadt unter gleichzeitiger Ueberreichung eines Blumen=
Arrangements. Zahlreiche Glückwunſch=Telegramme
trafen aus dem In= und Auslande ein.
H. B. Braunſchweig, 10. Juli. Der bei der
land=
wirtſchaftlichen Zentral=Darlehenskaſſe beſchäftigte
28 Jahre alte Kaſſenbote Albrecht iſt, wie die
Br. N. N. melden, heute vormittag nach Unterſchlagung
von 35000 Mark flüchtig geworden. In den Beſitz
des Geldes hat ſich Albrecht durch gefälſchte
Unterſchrif=
ten bei Poſtbeſcheinigungen über Geldſendungen, die an
die Darlehenskaſſe gerichtet waren, zu ſetzen gewiußt.
Die Polizei hat bereits alle Maßnahmen zur Ergreifung
des Defraudanten getroffen.
H. B. Konſtantinopel, 10. Juli. Heute Nacht hat der
Generaliſſimus und Kriegsminiſteer M ah m u d
Schewket Paſcha dem Sultan ſeine Demiſſion
überreicht. Der Sultan nahm das Rücktrittsgeſuch an
und betraute interimiſtiſch den Marineminiſter Hurſchid
Paſcha. mit dem Portefeuille des Krieges. Jetzt ſcheint
die albaneſiſche Bewegung den Mann, den man als den
militäriſchen Halt der Komitee=Herrſchaft anſah,
ge=
ſtürzt zu haben. Aber auch die Beſtrebungen, der
Frie=
densfreunde in der Türkei dürften zu ſeinem Rücktritt
beigetragen haben. Hurſchid Paſcha war früher
Gene=
raladjutant des Sultans und iſt einer der wenigen
Ver=
trauten.
H. B. New=York, 10. Juli. Zu den
Streikun=
ruhen wird gemeldet: Geſtern kam es zwiſchen
ſtreiken=
den Seeleuten und Hafenarbeitern zu ſchweren
Zuſam=
menſtößen. Letztere ſind gegen die Ausſtändigen ſehr
aufgebracht. Große Polizei=Aufgebote mußten in New=
York und Brooklin die Ordnung aufrecht erhalten.
Während eines Zuſammenſtoßes wurden ein Streikender
und zwei Poliziſten tötlich verwundet. Die Zahl der
Verletzten iſt groß.
Der äußerſt günſtige Einſtuß des Bioſon
auf den geſchwächten Körper zeigt ſich ſchon in kürzeſter
Zeit. Gern teile ich Ihnen mit, daß meine Frau mit
Ihrem Bioſon ſehr gute Erfolge erzielt hat. Sie nahm es
zur Stärkung bei allgemeiner Mattigkeit und konnte ſchon
nach Verbrauch von einer Doſe die günſtige Wirkung
kon=
ſtatieren. Denn ſie bekam bald eine friſche Geſichtsfarbe
u. nahm an Körpergewicht zu. Rob. Nöprick, Berlin,
22. Febr. 1912, Calvinſtraße 25. Unterſchrift beglaubigt:
Juſtizrat Cohn, Kgl. Notar. Bioſon, hergeſtellt unter
Benutzung des D. R. P. 171371, iſt das beſte und billigſte
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Darmstädter Tagblatt
nach allen Orten des Deutſchen Reiches und des
Auslandes. Die Nachſendung kann überallhin
durch Kreuzband erfolgen. Poſtüberweiſungen
ſind nur im Deutſchen Reiche zuläſſig u. empfehlen
ſich dann, wenn der Aufenthalt an einem Platze
länger als 3 Wochen dauert und zu Anfang
eines Monats beginnt.
Die tägliche Zuſendung durch Kreuzband
koſtet innerhalb Deutſchland u. Oeſterreich=Ungarn
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Die Ueberweiſungsgebühr beträgt pro Monat
25 Pfg.; die Zuſtellungsgebühr im Betrage von
14 Pfg. pro Monat hat der Zeitungsempfänger dem
Beſtellpoſtamte direkt zu erſtatten, bezw. werden
von dem betreffenden Briefträger ſtillſchweigend
kaſſiert. Für jeden angefang. Monat iſt die
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weiſungs= und Zuſtellungsgebühr voll zu
entrich=
ten. Anträge auf Ueberweiſung erbitten wir uns
einige Tage vor der Abreiſe
unter genauer Angabe der Adreſſe, weil dadurch
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terbrechungen im Abonnement vermieden bleiben.
Poſtabonnenten unſeres Blattes müſſen die
Ueberweiſung bei ihrem zuſtändigen Poſtamte
beantragen.
Darmstädter Tagblatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet hat ſich oſtwärts verlagert.
Unter ſeiner Herrſchaft hatten wir vielfach heiteres,
trockenes Wetter. Die Morgentemperaturen liegen bei
wechſelnden Winden zwiſchen 15% bis 20‟ Ueber
Eng=
land und ebenſo im Weſten des Reiches beginnt der
Druck ſchon wieder zu fallen, ſo daß zu erwarten iſt, daß
die weſtliche Depreſſion wieder mehr Einfluß auf unſere
Witterung gewinnt. Wir hätten alſo wolkiges Wetter
mit Regenſchauern zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
11. Juli: Wechſelnd bewölkt, kühl, Regenſchauer.
Tageskalender.
Monatsverſammlung der Stenographen=
Ver=
einigung „Gabelsberger” um 9 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Prinz
Heinrich von Preußen als Segler bei der Kieler
Re=
gatta; das zerſtörte Zeppelinluftſchiff Schwaben” das
Ozean=Luftſchiff „Acron” und ſein Führer; Porträts
vom Tage.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 12. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Jakob Huck (
Heidel=
bergerſtraße 61) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Hofreite=Verſteigerung des Hch. Philipp Jakoby
(Parkusſtraße 7) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Auskand: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Aus dem Programm. Beethoven: Fidelio=Ouvertüre.
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nod: Cavatine aus „Fauſt”. Rich. Strauß: Zum erſten Male:
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Der gerade Weg.
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(Nachdruck verboten.)
Waren die Toten, die ſo ſtill ihrer Wege gegangen
waren, wirklich groß geweſen in ihrer Güte und in ihren
Pflichten? Suſanne mußte es glauben, ſie las die
Be=
ſtätigung in den Geſichtern der Umſtehenden, da war
keiner, der daran zweifelke, auch der Großvater nicht,
dem Voß 50 Jahre treu gedient hatte. Er ſtand ihr
gerade gegenüber, und ſie bemerkte, daß er in großer
Erregung war.
Warum war ſie den Toten in dieſer
weltabgeſchie=
denen Einſamkeit eine Fremde geblieben? Ein Kind
iſt doch ſo leicht zu gewinnen, der Beweis waren Dörthe
und Johann. Dort ſtanden die beiden Alten und
blick=
ten zu beredt zu ihr hin, als ob ſie ihr etwas zu ſagen
hätten.
Das letzte Wort war gefallen, Weinhardt ſprach den
Segen, dann warf er die Erde hinab, er bat Suſanne,
dasſelbe zu tun. Die Gruft füllte ſich raſch und man
deckte den Hügel mit den Kränzen, dann erſt fühlte
Su=
ſanne ſich frei. Ohne ſich nach dem Großvater oder ihrem
Verlobten umzuſehen, floh ſie wie gejagt dem Schloß
zu, kaum daß die erſten Bäume des Parks ſie d .
Sie mußte allein ſein. Die Worte der Grabrede
zitterten noch in ihr nach. Es war ſo viel
Geheimnis=
volles darin, oder ſchien es nur ihr ſo? Ob ſie Friedrich
Wilhelm danach befragte?
Dort lag das einfache, ſchlichte Inſpektorhaus, es
trug noch ein Strohdach, und nicht weit davon kam das
ſtolze Schloß zum Vorſchein mit ſeinem hehen
Mittel=
bau, der den Turm trug, und ihm zur Seite die beiden
ausgedehnten Flügel, die nach Bedarf dem
Haupt=
gebäude angebaut waren. Die Sonne ſpiegelte ſich in
en Scheiben der geſchloſſenen Fenſterreihe, die zu ihrer
zukünftigen Wohnung gehörte. Suſanne war noch
nie=
mals dort geweſen und fühlte plötzich den dringenden
Wunſch, hier Umſchau zu halten. Ganz allein, ohne
Zeugen wollte ſie die Zimmer zuerſt betreten.
Johann, rief ſie dem ſoeben hinter ihr her
kommen=
den Diener zu, wiſſen Sie, wo die Schlüſſel zu den
Räu=
men des rechten Flügels ſind?
Ja, gnädiges Fräulein. Ich werde ſie beim
Kaſtel=
lan holen. Soll es gleich ſein?
Wenn es ſein kann, Johann. Ich werde in der Halle
auf Sie warten.
Der Diener kam bald darauf mit einem großen
Schlüſſel zurück. Dieſer ſchließt die Zugangstür auf,
znädiges Fräulein, die Zimmer ſind unverſchloſſen.
Suſanne ſchritt voraus und ließ ihm die ſchwere
Eichentür öffnen, die im Treppenhaus den Zugang zu
dem rechten Flügel bildete. Ich werde wieder hinter mir
zuſchließen, da ich ungeſtört zu bleiben wünſche.
Sehr wohl, gnädiges Fräulein. Wenn die Herren
fragen, werde ich ſagen, daß gnädiges Fräulein ſich auf
ihr Zimmen zurückgezogen haben, um etwas zu
ruhen.
Das junge Mädchen gab keine Antwort, aber ſie
widerſprach auch nicht, eine verzehrende Ungeduld trieb
ſie vorwärts. Die ſchweren Türen ſchlugen mit lautem
Schall zu, und Suſanne drehte den Schlüſſel um. Sie
atmete auf, nun war ſie vor jedem unberufenen
Ein=
dringling geſichert.
Sie ſchritt von Zimmer zu Zimmer. Hier hatten
die Urgroßeltern gewohnt, und es ſchien alles
unver=
ändert geblieben zu ſein. Urväterhausrat, koſtbar und
altmodiſch, aber anheimelnd in der Schlichtheit ſeiner
Formen und den ſatten Farben der damaligen Zeit. Ob
es Friedrich Wilhelm gefallen würde?
Die Prachträume lagen hinter ihr, ſie trat in das
letzte Zimmer, an das ſich nach hinten ein runder
An=
bau anſchloß, der ſich von außen wie ein angeklexter
niedriger Turm ausnahm, ungeſchickt und plump. Wenn
nicht gerade dort die Reſte des alten Burggrabens
ge=
legen hätten mit dem ſtillen Waſſer und der Wildnis
rankender Schlinggewächſe, die die Mauern ganz über=
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wuchert hatten, ſie wäre als Kind nicht ſo oft in dieſen
Teil des Parks gekommen, namentlich zur Geißblatt=
und Roſenblüte.
Bei dieſem Winkel hörte die Kunſt des
Schloßgärt=
ners auf, hier durfte wachſen, was da wollte, nur die
Wege wurden ſauber gehalten. In jungen Jahren
hatte ſie es einmal verſucht, an dem Gerank
emporzu=
klettern, ſie wollte durchaus einen Blick in die Fenſter
des Turmes werfen, und glaubte, dort müſſe die
Prin=
zeſſin aus dem Märchen wohnen. Dörthe war darüber
zugekommen und hatte ſie heruntergeholt, ſie ſchalt und
erzählte ihr, daß hinter den Mauern eine Hexe lauere.
Suſanne hatte ſich eine ganze Zeit lang nicht mehr
dort=
hin getraut.
Jetzt lagen alle Märchenträume und Herengeſchichten
weit hinter ihr, und doch trieb ſie ein unerklärliches
Verlangen hierher auf heimlichem Wege, ſie, die ſich ſo
ſtolz rühmte, immer auf dem geraden zu ſchreiten. Sie
ſchob den Vorhang zur Seite, der die Tür verhüllte. Der
Schlüſſel ſteckte im Schloß, ſie öffnete und trat ein.
Die Ranken hatten die Fenſter dicht zugeſponnen,
und in der grauen Dämmerung ſah alles, was ſie
er=
blickte, noch geheimnisvoller aus. Eine innere Stimme
ſagte ihr, hier hat meine Mutter gelebt. Die Einrichtung
war die eines jungen Mädchenſtübchens. Zierliche
Mö=
bel, mit hell geblümter Seide überzogen, in der tiefen
Fenſterniſche ein kleiner Schreibtiſch, dort ein paar
be=
queme Seſſel, ein Ruhebett, ein runder Tiſch in der
Mitte mit Büchern. An dem zweiten Fenſter ein
Näh=
tiſchchen, auf dem eine angefangene Arbeit lag, als ſie
eben fortgeworfen worden.
Scheu trat ſie näher und hob ſie auf — es war ein
Kinderkleidchen. Ihre zitternden Hände ließen es 4allen,
als habe ſie ſich verbeannt. Ihre Augen glühten, ſie
hatte eine Tapetentür entdeckt, die in einen Nebenraum
führte und ſchritd auf ſie zu, ſie zu öffnen.
Hatte ſie ſo geſchrien? Das Echo lief an dem
Halb=
rund der Wände entlang und kehrte flüſternd wieder.
Was hatte ſie denn ſo Wunderbares geſehen? Da ſtand
ein breites Bekt und daneben eine Wiege. Warum
wurde es ihr zur Gewißheit, daß es ihr Geburtszimmer
war, das ſie betrat? Heute abend noch wollte ſie Dörthe
danach fragen.
Warum nur hatte man an nichts gerührt? War es
aus Pietät geſchehen oder aus Scheu vor der Tragödie,
die hier ihr Ende gefunden hatte.
Mutter! Suſanne fiel vor der Wiege nieder und
bettete die überſtrömenden Augen in den veichen Kiſſen.
Als ſie ſich ausgeweint hatte, ging ſie noch einmal
umher, um Abſchied zu nehmen. Sie fühlte, daß ſie
dieſes alles nicht wiederſehen würde. Die Tür dort
würde das nächſte Mal abgeſchloſſen ſein, und wenn ſie
ſich ihr ſpäter öffnete, ſah es hier anders aus.
Groß=
vater machte keine halbe Arbeit, er hatte es bisher nur
zu gut verſtanden, mit der Vergangenheit fertig zu
werden.
In Suſanne erwachte der Trotz, ſie hatte ein Recht
auf dieſe Erinnerung, man durfte ſie ihr nicht rauben.
Sie ſchritt zum Schreibtiſch und öffnete die ſämtlichen
Gefächer, die unverſchloſſen waren. Wenn ſie glaubte,
ein hinterlaſſenes Schriftſtück zu finden, ſo ſah ſie ſich
getäuſcht, alles war leer. Sie ſuchte weiter mit
fieber=
hafter Haſt, es mußte ihr ein Zeichen werden. Sie
ver=
gaß darüber, daß die Zeit fortſchritt, bis die Dämmerung
ſo ſtark wurde, daß ſie erſchreckt die Uhr zog.
2 Uhr! — Wig lange ſie ſchon hier war. Ke
würde bereits unruhig nach ihr ausſchauen. Schon
wollte ſie eilig den Rückweg antreten, als ſie
aufhor=
chend ſtehen blieb. Kam da nicht jemand gegangen?
Einen Augenblick jagte es ſie wie Geſpenſterfurcht, aber
ſchon öffnete ſich die Tür des Schlafzimmers und das
gute Geſicht Dörthes blickte zu ihr hin.
Dachte ich mir es doch, daß ich Sie hier finden
würde. Ich habe tüchtig mkt Johann geſcholten, daß
er Ihnen den Schlüſſel gab. Wenn der alte Herr es
erfährt, geht es uns ſchlecht.
Dörthe, hier hat meine Mutter gelebt?
Ich darf nichts ſagen, Fräulein Suſanne.
Das junge Mädchen packte ſie beim Arm und zog ſie
zum Schlafzimmer und deutete auf die Wiege: Und
hier bin ich geboren, Sie können es nicht leugnen,
Dörthe?
Bringen Sie mich nicht ins Unglück. Ich habe das
letzte M=l, als ich hier rein machte, den Schlüſſel ſtecken
laſſen, ſonſt hätten Sie das alles nicht geſehen.
Aber nun es einmal geſchehen iſt, können Sie wir
die Antwort nicht ſchuldig bleiben.
Neini, Fräulein SSuſanne, ich habe ſchwören müſſen
bei m ſner ewigen Seligkeit. Ich ſchweige wie das
Grab. Später werden Sie wohl alles erfahren. Und
nun kommen Sie, Fräulein Suſanne, wir gehen die
Turmtreppe hinunter, der Johann erwartet uns ſchon
unten, es iſt ihm himmelengſt wegend es Schlüſſels
er hat ihn dem Kaſtellan heimlich fortgenommen, Ihnen
zu Gefallen.
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Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung von Schießtagen auf dem
Truppenübungs=
platz Darmſtadt im Laufe des Monats Juli bringen wir hierdurch zur allgemeinen
Kenntnis.
(14000
Darmſtadt, den 22. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
F. V.; von Werner.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 11. bis 19. Juli 1912.
Dauer der
Die Abſperrung
Datum
Tag
Truppenteil Abſperrung
erſtreckt ſich
von bis
11. Juli 1 Donnerstag
100 V.
12. Juli 1 Freitag
900
13. Juli 1 Samstag
1000P
Ueber das ganze
Feldartillerie
16. Juli 1 Dienstag
300 B.
Abſperr=Gelände
18. Juli Donnerstag
00 V.
19. Juli Freitag
V. 1009
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Truppenteilen des
XVIII. Armeekorps am 11., 12., 16., 18., 19., 22., 23., 25., 26., 29., 30. Juli, 1., 2., 5.,
12. Auguſt e 7 Uhr abende Schiehen mit
ſcharfer Munition auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
. Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909).
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(13886a
Das Großh. Miniſterium des Innern hat dem Badiſchen Landesverein vom
Roten Kreuz die Erlaubnis erteilt, 6000 Loſe einer in der Zeit vom 20. bis 24. Auguſt
1912 zu veranſtaltenden Geldlotterie (III. Serie) innerhalb des Großherzogtums zu
vertreiben.
Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan der in
Frage kommenden III. Serie dürfen 120 00 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum
Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe
gelangen.
(15061
Während der Zeit des Vertriebs der Loſe zur 1. Klaſſe einer Königl.
Preußi=
ſchen Lotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ſinden ſich: 1 ſchottiſcher Schäferhund. 1 Spitzhund, 1 Pinſcher.
1 Pinſcher, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(15080
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Heidenreichſtraße zwiſchen der Soder= und Roßdörferſtraße vom
11. bis zum 27. Juli ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſperrt. (15079
Bekanntmachung.
Da in letzter Zeit wiederholt über Beläſtigungen des
Publi=
kums durch Ball= und andere Spiele auf der Straße Beſchwerde
geführt worden iſt, ſehen wir uns veranlaßt, darauf hinzuweiſen, daß
nach Art. 292 des Polizeiſtrafgeſetzbuches und § 366,7 des
Reichsſtrafgeſetzbuches derienige mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk.
oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft wird, der auf Straßen
oder öffentlichen Plätzen mit Steinen oder anderen Gegenſtänden
wirft, wodurch Menſchen beſchädigt oder verunreinigt werden
können. Unter dieſen Tatbeſtand fallen insbeſondere auch Spiele
mit Hartgummibällen.
Iſt die mit Strafe bedrohte Handlung von Kindern begangen
worden, ſo werden nach Art. 44 des Polizeiſtrafgeſetzbuches die
Eltern oder andere aufſichtspflichtige Perſonen, die es an der
er=
forderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen, beim erſten Fall
poli=
zeilich verwarnt, im Wiederholungsfalle mit Geldſtrafe bis zu einem
Drittel der auf die Uebertretung ſelbſt angedrohten Strafe belegt.
Bei eintretenden Körperverletzungen können außerdem nach
§§ 823 ff., 832 des Bürgerlichen Geſetzbuches für den Täter und
auf=
ſichtspflichtige drite Perſonen (Eltern uſw.) weitgehende
zivilrecht=
liche Schadenerſatzverpflichtungen entſtehen.
Darmſtadt, den 8. Juli 1912.
(15006md
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Oktroi für Wein.
Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und
Obſt=
wein (auch Johannisbeer= und Stachelbeerwein) unterliegt der
Oktroi=
abgabe.
Wer Wein oder Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
Kelterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen
unter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung
be=
gonnen und beendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine
Be=
ſcheiniguug erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit
der Aufſicht beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
zu jeder Zeit bereitwillig zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteten
Moſtes, ſowohl im Kelterhaus, als im Keller feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
entfernt werden.
Nach beendeter Kelterung wird der Oktroi von dem hergeſtellten
Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhaben.
Hier=
bei werden von der durch die Aufnahme ermitelten Geſamtmenge
5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom
30. November 1903, betreffend den Oktoitarif, vorgeſehene
Erleichte=
rung für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach Anleitung
der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in das die
Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft
einzuſchreiben=
iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen eigenhändig
unter=
ſchriebenen Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung zuzuſtellen.
Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung des
Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben
vor=
geſchriebenen Kelteregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
entweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
Hinterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von
(13904a
2 Mark bis 30 Mark geahndet.
Darmſtadt, den 21. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Schmitt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 11. Juli 1912, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
a) 1 Diwan, 1 Schreibtiſch, 1 runden Tiſch, 1 Waſchkommode
mit Marmorplatte, 3 Kleiderſchränke, 2 Sofas, 3 Gaslüſter,
1 Badewanne, 1 Gaslampe, 1 Vertiko, 1 viereckigen Tiſch
und 1 Bücherſchrank:
b) ferner nachmittags 4 Uhr an Ort und Stelle Lichten=
Fergſtraße:
1 Büfett mit Preſſion, 1 Gläſerſchrank, 8 Tiſche und
50 Stühle.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber für dieſe Gegenſtände
eben=
falls Rundeturmſtraße 16.
(15087
Darmſtadt, den 10. Juli 1912.
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.
Abbruch=Arbeiten.
Die bei Niederlegung der
ſtädti=
ſchen Gebäude Kranichſteinerſtraße
Nr. 20 und eines Teiles der
Lager=
ſchuppen Pallaswieſenſtraße Nr. 54,
vorkommenden Abbrucharbeiten
ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Montag, den 15. Juli 1912,
vormittags 10 Uhr,
(14871od
einzureichen.
Darmſtadt, am 6. Juli 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Städtiſche Leſe= und
Bücherhalle.
Wegen Prüfung der
Bücherbe=
ſtände ſind alle aus der ſtädtiſchen
Bücherhalle entliehenen Bücher, mit
Ausnahme der
Unterhaltungslite=
tur, bis ſpäteſtens
Samstag, den 13. Juli ds. Js.,
zurückzuliefern.
Vom 15. bis 27. Juli
einſchließ=
lich bleibt die Bücherhalle
ge=
ſchloſſen.
Von Montag, den 29. Juli an,
können wieder Bücher entliehen
werden.
(13065a
Darmſtadt, 25. Juni 1912
Der Oberbürgermeiſter.
J. B.: Schmitt.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
J teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Heſſiſche Bank,
Aktien=
geſellſchaft, Darmſtadt.
Der Liquidator Alfred
Sig=
mund iſt ausgeſchieden und
ſo=
mit deſſen Vertretungsbefugnis
beendet.
(15066
Darmſtadt, 6. Juli 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Konkursverfahren.
Ueber den Nachlaß des Arthur
Elaus von Eberſtadt wurde
geſtern, am 9. Juli 1912,
vormit=
tags 10¾ Uhr, das
Konkursver=
fahren eröffnet.
Der Gerichtsvollzieher i. P.
Reibſtein in Darmſtadt wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
31. Juli 1912 bei dem Gerichte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen
Ver=
walters, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände und zur Prüfung der
angemeldeten Forderungen auf
Mittwoch, 7. Auguſt 1912,
vormittags 9½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Neues Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß,
Zimmer Nr. 114, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur
Konkurs=
maſſe etwas ſchuldig ſind, wird
aufgegeben, nichts an den
Nach=
laß zu verabfolgen oder zu
leiſten, auch die Verpflichtung
auf=
erlegt, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache
abgeſon=
derte Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 31. Juli 1912 Anzeige zu
(15082
machen.
Großherzogliches Amtsgericht II
zu Darmſtadt.
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Donnerstag, den 11. Juli 1912, nachmittags 4 Uhr,
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öffent=
lich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) für beſtimmt: 1 Fahrrad, 1 Pfandſchein u. 2
Hirſch=
geweihe;
b) vorausſichtlich: 6 Sofas, 3 Vertikos, 2 Diwans,
1 Ladeneinrichtung, 2 Fahrräder, 1 Spiegelſchrank, 1
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kommode, 2 Kleiderſchränke, 1 Ausziehtiſch, 2 Spiegel, 1
Tep=
pich. 1 Grammophon, 1 Kommode, 1 Küchenſchrank, 1
Kon=
trolkaſſe, 1 Schreibpult, 3 Stühle po.;
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6. Sitzung.
St. Darmſtadt, 10. Juli.
Am Regierungstiſch: Finanzminiſter Braun Exz.,
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach,
Ge=
heimer Staatsrat Krug von Nidda, Geheimeräte Dr.
Becker Dr. Beſt, Süffert, Legationsrat Dr.
Neid=
hart Geh. Oberfinanzrat Seip, Oberfinanzrat
Bal=
ſer, Finanzrat Ulrich.
Vizepräſident Fürſt Karl zu Solms=
Hohen=
ſolms=Lich eröffnet die Sitzung um 10½ Uhr und
gibt eine Anzahl Entſchuldigungen bekannt. Weiter gibt
der Präſident Kenntnis von einem Schreiben Sr. Exzellenz
des Herrn
Staatsminiſters Ewald,
der mitteilt daß er zu ſeinem Bedauern durch Krankheit
verhindert ſei, an den Verhandlungen der Erſten
Kam=
mer teilzunehmen. Der Präſident fügt hinzu, die Erſte
Kammer habe mit großem Bedauern Kenntnis genommen
davon, daß Se. Exz. der Herr Staatsminiſter erkrankt ſei.
Wir hoffen, daß es ſein Zuſtand dem Herrn Staatsminiſter
bald wieder erlauben wird, an unſeren Sitzungen
teil=
zunehmen und überhaupt die Staatsgeſchäfte wieder in
vollem Umfang zu übernehmen.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten Das
Haus beginnt die Beratung der Regierungsvorlage über
die Dienſtbezüge der Staatsbeamten und
Volksſchullehrer und ihrer
Hinterbliebei=
nen, ſowie die Deckungsmittel
und die dazu gehörigen Geſetzesvorlagen. Erſter Redner
der Generaldebatte iſt
Fürſt zu Iſenburg=Birſtein:
Wenn ich zu den einzelnen Poſitionen in der
General=
debatte übergehe, ſo möchte ich zunächſt die
Regierungs=
vorlage über die Zivilliſte Seiner Königlichen
Hoheit des Großherzogs zur Sprache bringen.
Der Ausſchuß empfiehlt die Erhöhung um 75000 Mark
in der von der Großh. Regierung vorgeſchlagenen Weiſe
und zwar vom 1. April 1912 ab unbeſchränkt auf die Dauer
der Regierungszeit; zu dem weiteren Beſchluß verehrlichen
Zweiten Kammer bezüglich der Domanialjagden hat der
Ausſchuß Beitritt beantragt.
Ich komme nunmehr zu dem Geſetzentwurf, betr. die
Dienſtbezüge der Staatsbeamten und
Volks=
ſchullehrer und ihrer Hinterbliebenen,
ſo=
wie die Deckungsmittel hierzu. Die Großh.
Re=
gierung ſchlägt vor: als Verbeſſerung der Bezüge der
Statsbeamten prozentuale Zuſchläge auf die dermaligen
Dienſteinkommen, ſowie eine andere Bemeſſung des
Woh=
nungsgeldzuſchuſſes; für die Volksſchullehrer, da ihnen
bereits geſetzlich freie Wohnung zuſteht, lediglich eine
11prozentige Erhöhung ihres Gehaltes; weiter eine
Er=
höhung des Dispoſitionsfonds (zur Aufbeſſerung der
Be=
züge der vorhandenen Penſionäre und Hinterbliebenen
von Beamten und Volksſchullehrern) von 50000 Mark
um 125000 Mark auf 175000 Mark; endlich zur
Aufbeſſe=
rung der Bezüge der Staatsdienſtanwärter eine Summe
von 130000 Mark. Dies alles hätte, mit den übrigen
in der Vorlage vorgeſehenen Einſtellungen, einen Bedarf
für das Jahr 1912 von 2340 230 Mark notwendig gemacht.
Als Deckungsmittel ſieht die Großh. Regierung hierfür
vor: eine Aenderung des Urkundenſtempelgeſetzes mit
einem finanziellen Ergebnis von 123750 Mark; die
Aende=
rung des Geſetzes über die Erhebung von Zuſchlägen zur
Reichserbſchaftsſteuer mit 170000 Mark; weiter aus den
bisherigen Erſparniſſen in der Staatsverwaltung 52500
Mark, ſowie endlich aus Eiſenbahnüberſchüſſen und
Etats=
überſchüſſen 460 220 Mark. Der Reſtbetrag mit 1 533 760
Mark ſoll aus dem Reſtefonds entnommen werden.
Eine umſtrittene Frage war die Aufbringung des
Be=
trages von 277000 Mark, die nach dem Vorſchlag der
Re=
gierung durch die Gemeinden zur Verbeſſerung der Bezüge
der Lehrer aufgebracht werden ſollten. Weiter erhöhte
verehrliche Zweite Kammer die Verbeſſerung der Bezüge
der Lehrer von 11 Prozent auf 15 Prozent, wodurch ſich
mit den vorerwähnten 277000 Mark ein Mehrbedarf von
465000 Mark ergab. Hierzu kommt noch der Wegfall von
230 000 Mark vorgeſehene Deckung der Regierung, die
durch andere Regulierung der Beitragspflicht der
Gemein=
den zu den Koſten der höheren Schulen aufgebracht
wer=
den ſollten. Hierdurch ergibt ſich eine Mehrbelaſtung von
695000 Mark gegenüber den Vorſchlägen der Regierung.
Da ſich die Deckungsmittel um dieſen erheblichen Betrag
verminderten und andererſeits der Staatskaſſe noch weitere
Zubußen zugemutet wurden, ſo konnte der Ausſchuß dem
hohen Hauſe nur eine Erhöhung der Bezüge der
Staats=
beamten in Höhe von 90 Prozent der Regierungsvorſchläge
und eine Erhöhung der Lehrergehalte von 11 Prozent in
Vorſchlag bringen, um im Rahmen der uns verfügbaren
Mittel zu bleiben, nur eine Erhöhung der Bezüge der
Staatsbeamten in Höhe von 90 Prozent der
Regierungs=
vorlage in Vorſchlag bringen.
Die 11prozentige Erhöhung der Lehrergehalte ſtellt
die Regierungsvorlage dar. Der Ausſchuß hat von einer
gleichmäßigen Kürzung um 10 Prozent bei dieſer Erhöhung
Abſtand genommen und iſt damit den Wünſchen der
Leh=
rer und den Beſtrebungen verehrlicher Zweiter Kammer,
dieſen zu entſprechen, nach Möglichkeit entgegen gekommen.
Das von dem Ausſchuß dem hohen Hauſe empfohlene
Proviſorium ſoll für diejenigen, die ſeit langer Zeit mit
Rückſicht auf die bevorſtehenden Gehaltsverhältniſſe mit
ihren Penſionierungsgeſuchen zurückgehalten haben, kein
Hinderungsgrund ſein, ihr Vorhaben zur Ausführung zu
bringen. Es iſt deshalb die rückwirkende Kraft des
dem=
nächſtigen Definitivums vom 1. April 1912 ab in Abſ. 3
des Art. 1 des Geſetzentwurfs vorgeſehen. Eine redak=
kionele Aendernung dieſes Arilelts in jedoch noch
noiwen=
dig geworden: ich ſchlage deshalb namens des Ausſchuſſes
folgenden Wortlaut für dieſen Artikel vor:
Der Ruhegehalt eines zwiſchen dem 1. April 1912 und
dem 31. März 1913 in den Ruheſtand tretenden Beamten
beſtimmt ſich nach den bisher geltenden Vorſchriften. Nach
der endgültigen Verabſchiedung der künftigen
Beſoldungs=
ordnung erhält der Penſionär diejenigen Bezüge, die ihm
zukommen würden, wenn zur Zeit ſeines Uebertritts in
den Ruheſtand die Vorſchriften der künftigen
Beſoldungs=
ordnung gegolten hätten. Der Unterſchied zwiſchen dem
etwaigen ſpäteren Ruhegehalt und des nach den bisher
geltenden Vorſchriften gewährten Ruhegehalts iſt in
die=
ſem Falle nachzuzahlen. Die vorſtehenden Beſtimmungen
finden bei Todesfällen auf die Anſprüche der Witwen und
Waiſen entſprechende Anwendung.
Indem ich mich auf das hier Geſagte beſchränke,
ge=
ſtatte ich mir, namens des Ausſchuſſes dieſes hohen Hauſes
die Bitte auszuſprechen, hohe Kammer wolle ſich den
Er=
wägungen ſeines Ausſchuſſes anſchließen, da wir
wei=
tergehende Vorſchläge nicht machen können.
In der Nichtannahme unſerer Vorſchläge
liegt für uns die Ausſichtsloſigkeit, die
Vorlage zuſtande zu bringen. (Beifall.)
Finanzminiſter Braun Exz.:
Die Großh. Regierung begrüßt es dankbar, wenn auch
dieſes hohe Haus es als eine der dringlichſten Aufgaben
des Staates anſieht, die Bezüge der Beamten,
Volksſchul=
lehrer uſw. zeitgemäß aufzubeſſern und bereit iſt, alle
ver=
fügbaren Mittel zu einer ſolchen Aufbeſſerung zu
ver=
wenden. Die Großh. Regierung hat in den bisherigen
Verhandlungen ſtets betont, daß mindeſtens die in ihren
Vorlagen vorgeſehenen Beträge für eine angemeſſene
end=
gültige Erhöhung der Bezüge der Beamten,
Volksſchul=
lehrer uſw. notwendig ſeien. Sie hat aber ebenſo immer
hervorgehoben, daß ſie der Verwendung von Staatsmitteln
für den vorliegenden Zweck nur inſoweit zuſtimmen könne,
als die Deckung der aufzuwendenden Beträge dauernd
geſichert ſei. In den Vorſchlägen des Finanzausſchuſſes
hoher Erſter Kammer geſchieht dies in einer den Rückſichten
auf die Staatsfinanzen erhöht Rechnung tragenden Weiſe.
Die Großh. Regierung bedauert zwar, daß
ſich dies Ziel nur auf dem Wege einer
Kürz=
ung der von ihr vorgeſchlagenen Zulagen
hat erreichen laſſen. Unter den
obwalten=
den Umſtänden ſtimmt ſie aber den
Vor=
ſchlägen des Finanzausſchuſſes der Erſten
Kammer zu. Sie kann dies umſo eher, weil damit
die allſeits als notwendig anerkannte organiſche Regelung
der Bezüge der Beamten uſw. erleichtert und für ſie
Deckung ſicherer vorbereitet wird Die Großh. Regierung
iſt daher bereit, entſprechende Beſchlüſſe des Plenums
die=
ſes hohen Hauſes in der Zweiten Kammer zur Annahme
zu empfehlen, zumal anzunehmen iſt, daß die Beamten,
Lehrer uſw. nur auf dieſe Weiſe davor bewahrt werden
können, ihre berechtigten Hoffnungen für das Jahr 1912
völlig ſcheitern zu ſehen.
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Zu dieſer. algemeinen Erilſtrung habe ſch noch einige
kleinere Fragen zu ſtellen, die je nach ihrer
Beant=
wortung von Bedeutung ſein können.
Nach der Faſſung der Ausſchußanträge ſcheint es
zweifelhaft, ob bei den nunmehr zu bewilligenden Zulagen
die Vorſchriften der beiden Regierungsvorlagen über
Sterbquartale, die ſeitherigen Stationszulagen und die
Be=
amten der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Gel=
tung erhalten ſollen. Man könnte dies annehmen, wenn
man dem Art. 1 Abſ. 1 der Ausſchußanträge eine ſehr
weite Auslegung geben will. Dort heißt es: „Die
Staats=
beamten erhalten für 1912 Zulagen (ev. mit 90
Prozent), wie ſie ſich aus der Regierungsvorlage . . . . .
ergeben”
1. Nach den Regierungsvorlagen iſt das Mehr an
Wohnungsgeldzuſchuß (Art. IV des Entwurfs) und die
Gehaltszulage (Art. 3) bei dem Sterbquartal zu
berück=
ſichtigen.
2. Nach den Vorlagen (Art. V der
Wohnungsgeldvor=
lage und Art. 4 der Gehaltsvorlage) ſollen die ſeither
ge=
währten Mietentſchädigungen, Wohnungsvergütungen,
Stations=, Lokal= und Teuerungszulagen, ebenſo
Gehalts=
teile, die über den regelmäßigen Gehalt hinausgehen, um
die Mehrbeträge an Wohnungsgeld und Gehalt gekürzt
werden.
3. Nach Art. 5 der Gehaltsvorlage können die heſſiſchen
Beamten der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
die Zulagen nicht erhalten.
Die Vorſchriften unter vorſtehenden Ziffern 1 und 3
wird man wohl unter die Ausſchußbeſchlüſſe unterbringen
können, da ſie ſich, wie die Ausſchußbeſchlüſſe ſelbſt, auf
die Zulagen beziehen, „die ſich nach den
Regierungsvor=
lagen ergeben”
Die Vorſchriften unter vorſtehender Ziffer 2 dagegen
beziehen ſich nicht auf die neuzugewährenden Zulagen
ſelbſt, ſondern auf Kürzung jetziger Nebenbezüge.
Hier=
über aber ſagen die Ausſchußberichte nichts Beſtimmtes.
Um jeden Zweifel zu beſeitigen, möchte ich namentlich
den Herrn Ausſchuß=Berichterſtatter fragen, ob die ſoeben
unter Ziffer 1—3 genannten Vorſchriften der
Regierungs=
vorlagen auch bei den jetzt zu gewährenden Zulagen
gelten ſollen.
Fürſt Iſenburg=Blirſtein: Der Ausſchuß iſt
dem Herrn Finanzminiſter dankbar dafür, daß er dieſe
Frage hier alsbald zur Erörterung bringt und kann
er=
klären, das er der Auffaſſung der
Regie=
rung vollkommen beipflichtet.
Geheimerat Dr Schmidt: Der Ausſchuß habe in
den letzten Tagen eine Arbeit geleiſtet, für die ihm
An=
erkemung und Dank gebührt. Die noch beſtehenden
Meinungsverſchiedenheiten dürften nicht hindern, die
Vorlage, auf die die Beamten ſchon mit Recht ſo Nange
warten, zuſtande zu bringen. Die Hauptſache iſt, daß
mun endlich etwas geſchaffen wird, und wenn man auch
gewünſcht hätte, daß die vollen Sätze den Beamten
be=
willigt worden wären, ſo müſſe mkn jetzt angeſichts der
anerkannten Unmöglichkeit, weitergehende Wünſche
zu=
rückſtellen, um die Vorklage nicht zu gefährden. Dabei
möchte Redner der Hoffnung Raum geben, daß alsbald
die Vorarbeiten zur endgültigen Riegelung der
Beſol=
dung in Angriff genommen werden und daß dieſe ſchon
im nächſten Jahre den Beamten die Sätze bringen wird,
die die Regierungsvorlage vorgeſehen hat.
Landgerichtspräſident Dr Han gen möchte
ſauch ſeinerſeits dem Ausſchuß Anerkennnna
ſausſprechen und ſeiner Genugturmng darüber
(Ausdruck geben, daß nun endlich, die
Be=
ſſoldungsvorlage zuſtande kommt. Auch er hätte
ge=
wünſcht, daß den Beamten die vollen Sätze gewährt
werden, doch müßte man, da es eben ſonſt nicht mögsich
iſt, die Vorlage zuſtande zu bringen, darauf verzichten.
— Graf zu Erbach=Fürſtenau danſt für die dem
Ausſchuß gezollte Anerkennung. Der Ausſchuß ſei nach
eingehenden ernſten Beratungen zu ſeinem Entſchluß
ge=
kommen, da es eine Pflicht der Säaatserhaltung iſt, nicht
mehr zu bewilligen, als billia verlangt werden kann.
Fürſt zu Liningen bittet nochmals, alle
Sonder=
wünſche zurückzuſtellen, damit eine möalbchſt einſtimmige
Annahme des Geſetzes erfolge, was für die Beratung
im anderen Hauſe wichtig ſei.
Damit ſchließt die Generaldebatte, es folgt die
Speziallberat un g.
Zu Artikel 1 beantragt Landgerichtspräſident Dr.
Hangen einen Zuſatz zu Abſ. 1 dahin, wenn die
Be=
tzüge mehr als 90 Prozent vor der Schaffung der
Beſol=
dungsvorlage betrugen, dieſe für 1912 nachzuzahlen.
Geheimerat Dr Becker bittet, die Anregung
abzu=
lehnen: 1. aus ſachlichen Gründen und 2, weil es
zweck=
mäßiger ſein würde, den Antrag bei der ſpäteren
defi=
nitiven Regelung enzubringen mit rückwirkender Kraft.
Fürſt zu Iſenburg=Birſtein ſtimmt dem zu
und bittet, den Antrag abzulehnen und den
Ausſchuß=
antrag anzunehmen.
Landgerichtspräſident Dr. Hangen zieht
ſe in en Antrag, zu r ück und erklärt,
ſihn bei der definitiven Regelung der
Be=
ſoldungsreform wieder einzubringen. Der Artikel 1
wird dann angenommen.
Zu Artikel 3 gibt Prälat D Flöring zur
Erwä=
gung anheim, ob nicht doch den Volksſchulleehrern
die Erhöhung, wenn nicht von 15, ſo doch wenigſtens
13 Prozent gewährt werden kann.
Graf zu Erbach=Fürſtenau erklärt namens des
Ausſchuſſes, daß damit das Geſetz ſteht oder
fällt. Der Artikel wird dann gegen die
ß wei St im men der Herren Prälat D.
Flöring und Geheimerat Kittler
an=
genommen. Die übrigen Artikel und das ganze
Geſetz einſtimmig. Ohne Debatte angenommen
werden in der Ausſchußfaſſung der Geſetzentwurf,
die Abänderung des Geſetzes vom 21. Juli 1900 reſp.
30. Oktober 1905 über die Witwen= und Waiſenkaſſe der
Volksſchullehrer, Geſetzentwurf zur Abänderung des
Geſetzes, die Erhebung von Zuſchlägen zur
Reichserb=
ſchuftsſteuer vom 30. März 1907.
Zum Geſetzentwurf betr. die Abänderung des
Ge=
ſetzes über den Urkundenſtempel uſw. möchte
Fürſt zu Leiningen dem Ausſchuß ganz beſonders
Dank ausſprechen, weil er hier verſchiedene Sätze
gegen=
über der Vorlage der Regiereung gemildert hat.
Oberbürgermeiſter Dr. Göttelmann erklärt, auch
Der Ausſchuß habe gegen verſchiedene Punkte der Vorlage
Bedenken gehabt, doch mußte er dieſe zurückſtellen
an=
geſichts der unbedingten Notwendigkeit, die Finanzkraft
des Staates zu ſtärken. Er bittet um Annahme des
Ausſchußantrages Der Antrag wird
ange=
nommen, ebenſo das ganze Geſetz.
Die Regierungsvorlage, die Erhöhung der
Zivilliſte Seiner Königlichen Hoheit des
Großherzogs betreffend und Initiativmtrag
be=
treffend Entwurf eines Geſetzes über die Abänderung
des Geſetzes, die Beſoldungen der Staatsbeamten vom
9. Juni 1898 betreffend, werden nach den
Ausſchußan=
trägen debattelos angenommen.
Nach der Pauſe beginnt das hohe Haus die
Bera=
tung der Regierungsvorlage betr. den Geſetzentwürf
über die
Tilgung der Staatsſchuld.
Frhr. von Heyl zu Herrnsheim verweiſt
zu=
nächſt auf ſeinen Bericht als Ausſchußreferent, den er
in einigen Punkten noch ergänzt zur Begründung des
Standpunktes, daß taſächlich nicht die Möglichkeit
vor=
lag, über das vom Ausſchtß Vorgeſchlagene
hinauszu=
gehen. Wiederholt möchte Redner ſein größtes
Bedsu=
ern darüber ausdrücken, daß derartig umfangreiche
Vor=
lagen der Erſten Kammer ſp ſpät zugehen, daß ihr faſt
gar keine Zeit zur Beratung bleibt. Das bedinge auch
noch einzelne redaktionelle Aenderungen, zu denen er die
Zuſtimmung erbitte.
Das ganze Geſetz wird denn in der
Ausſchußantrag=
faſſung ohne weitere Debatte angenommen. Darauf
vertagte ſich das hohe Haus auf Donnerstag 10 Uhr.
Zweite Kammer der Stände.
36. Sitzung.
St. Darmſtadt, 10. Juli.
Am Regierungstiſch: Geheimerat Beſt,
Miniſterial=
rat Hölzinger, Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde;
ſpäter Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz., Geheimerat Dr. Becker.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 10,25
Uhr. Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein.
Erſter Punkt iſt die dringliche Anfrage des Abg. Uebel,
betreffend den
Unfallvom 23. Dezember 1911 am Bahnhof
in Ober=Roden.
Die Anfrage wurde im Wortlaut ſeinerzeit
mit=
geteilt.
Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde beantwortet die
Anfrage dahin, daß der verunglückte Adam Schwartzkopf
von Urberach lediglich das Opfer ſeiner Unvorſichtigkeit
geworden ſei. Der deshalb angeklagte Beamte ſei von
der Beſchuldigung fahrläſſiger Tötung freigeſprochen
worden. Mit den örtlichen Verhältniſſen im dortigen
Bahnhof, der durchaus genügend beleuchtet ſei, ſtehe der
Unfall laut Mitteilung der Eiſenbahndirektion
Frank=
furt a. M. in keinem Zuſammenhang. Bezüglich der
Bahnſteige liegen auf der Station Ober=Roden keine
an=
deren Verhältniſſe vor, als auf der Mehrzahl der
Bahn=
höfe im Staatsbahnbereich, auf denen die Gleiſe von
den Reiſenden im Niveau überſchritten werden müſſen.
Die Beamten und Reiſenden müßten hier aber Vorſicht
walten laſſen. Für die Bahnhöfe mit beſonders
ſchwie=
rigen Verhältniſſen wird nach und nach mit der meiſt
ſehr koſtſpieligen Anlage ſchienenfreier Zugänge zu den
Bahnſteigen vorgegangen. Dem wird man auch in Ober=
Roden näher treten.
Es wird Drucklegung der Antwort beſchloſſen und
die Beſprechung bis nach erfolater Drucklegung vertagt.
Den Antrag Ulrich, betreffend
Einteilung des Landes in Sanitätsbezirke
und die Ueberführung der Apotheken in
Gemeinde= bezw. Staatseigentum
beantragt der Ausſchuß für erledigt zu erklären.
Abg. Dr. Wolf=Gonſenheim hält die Ausführung
des Antrags mit Rückſicht auf unſere Finanzen nicht für
möglich. Dabei beklagt er die Langſamkeit der
Regier=
ung bei Konzeſſionserteilung für Apotheken an
Gemein=
den. Und dabei ſeien ſolche Konzeſſionen, z. B. in Mainz
und Bretzenheim, abſolut nötig. Bretzenheim habe mit
den umliegenden Gemeinden jetzt über 9000 Einwohner.
Auch Offenbach, Biſchofsheim und Darmſtadt bedürften
einer Apotheke.
Abg. Raab bittet, den Antrag in ſeinem ſo
wich=
tigen Grundgedanken nicht dem Papierkorb zu
über=
geben. Die Kreisgeſundheitsämter könnten unmöglich
dem Bedürfnis nach Aerzten genügen. Niemand mehr
in der Welt werde ärger ausgebeutet, als unſere kranken
Mitmenſchen. Damit müſſe endlich Schluß gemacht
werden.
Geheimerat Beſt ſchildert die Entwickelung der vom
Vorredner beſprochenen Verhältniſſe. Nunmehr übten
manche Kreisärzte keine ärztliche Praxis mehr aus. Die
Zahl der Aerzte im Lande genüge vollauf, wenn auch in
einzelnen Landesteilen vielleicht noch Lücken ſeien. Da
beſtehe die Möglichkeit einer ſtaatlichen Subvention an
ſolche Aerzte in ärmeren Gegenden. Die Ablöſung der
beſtehenden Apothekenkonzeſſionen bezw. der Ankauf durch
den Stat wirde aumnähernd 23 Milonen Matk koſten.
Uebrigens habe die Regierung bereits an verſchiedene
Gemeinden Konzeſſionen gegeben unter gewiſſen
Be=
dingungen. Auch ſollen heimfallende Konzeſſionen nur
an Gemeinden neu verliehen werden. Bei
Neukonzeſſio=
nierungen habe die Regierung ſich ausſchließlich von dem
Geſichtspunkt des Bedürfniſſes leiten laſſen.
Abg. Ulrich tritt für ſeinen Antrag ein und
be=
kämpft den Standpunkt der Regierung. Die
Konzeſſions=
bedingungen der Gemeinden, z. B. Offenbach, ſeien viel
zu rigoros. Man nehme viel zu viel Rückſicht auf die
be=
ſtehenden Apotheken. Der fortwährenden Steigerung
der Apothekenkonzeſſionen müſſe endlich entgegengetreten
werden durch ein Apothekengeſetz. Man müſſe nicht bloß
Seelſorge, ſondern auch Körperſorge treiben. Letztere
würde aber erſt geſchaffen, wenn ſein Antrag auf
Schaffung ſtaatlich angeſtellter Bezirksärzte durchgehe.
Augenblicklich aber ſei die Aufbringung der Aerztekoſten
für viele arme Leute auf dem Lande unmöglich.
Abg. Wolf=Stadecken hält die Abhilfe dieſer
Miß=
ſtände durch Bezirksärzte nicht für möglich. Der
Vor=
ſchlag betreffs der Apotheken ſei ebenfalls wegen der
Koſten unannehmbar. Uebrigens müſſe dafür geſorgt
werden, daß die Apotheken aufhörten,
Spekulations=
objekte zu ſein und dafür lediglich humanitären Zwecken
dienten.
Geheimerat Beſt polemiſiert gegen den Abg. Ulrich
und betont, daß die Regierung nach wie vor den feſten
Willen habe, unhaltbare Zuſtände zu beſſern. Das könne
aber nur allmählich geſchehen. Den Vorwurf der
Aus=
beutung des Publikums durch den Apothekerſtand weiſe
er zurück, da die Herren lediglich ſich auf die allgemein
anerkannte Arzneitaxe ſtützten.
Abg. Beſt als Berichterſtatter tritt den
Ausführun=
gen der ſozialdemokratiſchen Redner entgegen. Im
letz=
ten Grunde erſtrebe der Antrag die Anſtellung von
Armenärzten, ohne es aber deutlich zu ſagen.
Abg. Korell=Ingelheim ſpricht ſich ähnlich aus
und tritt für den Ausſchußantrag ein. Unſere Regierung
ſteht im Reiche inſofern an der Spitze, als ſie die
Aus=
wüchſe der Apothekenſpekulation aufs eifrigſte bekämpft.
Das Verſchreiben von Rezepten iſt übrigens bedeutend
zurückgegangen. Unwürdig iſt die Stellung der
Apo=
thekergehilfen. Ein geſetzliches Verkaufsrecht der
Ge=
meinden bittet er in Erwägung zu ziehen. Aus dem
Ver=
hältnis zwiſchen Arzt und Patient wünſche er im
Gegen=
ſatz zum Abg. Ulrich alles Staatliche ausgeſchieden zu
ſehen. Für Körperſorge ſei er ſtets eingetreten, was er
ebenfalls dem Abg. Ulrich gegenüber feſtſtellen möchte.
Abg. Adelung bedauert, daß der Antrag immer
noch einem Teil der Mitglieder unverſtändlich ſei. Das
Verkaufsrecht der Gemeinden ſei empfehlenswert, müſſe
aber auch ausgeübt werden können. Er wünſcht daß
die Regierung im Bundesrat auf Herabſetzung der
teueren Arneitaxe dringe. 300 Prozent Gewinn ſei doch
horrend. — Abg. Ulrich findet nach wie vor die von
der Regierung an die Gemeinden geſtellten Bedingungen
abſchreckend. Armenärzte wolle er durchaus nicht.
Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Korell=
Ingelheim und Raab wird der Ausſchußantrag
gegen die Stimmen der Sozialdemokraten
ange=
nommen.
Der Antrag des Abg. Ulrich und Genoſſen betreffs der
Arbeiter und Hilfsangeſtellten im
Staatsbetrieb
wurde für erledigt erklärt.
Desgleichen der Antrag v. Brentano und Genoſſen,
betreffend
Bekämpfung der Viehſeuchen und
Rebſchädlinge.
Die Vorſtellung des H. Döring I.=Großen=Buſeck,
betreffend
Unterſtützung der Landwirte durch
Stel=
lung von Militärpferden bei Ausbruch
der Maul= und Klauenſeuche,
wird abgelehnt.
Abg. Dr. Zuckmayer beantragt 1. die Regierung
zu erſuchen, bei der Vergebung von öffentlichen Arbeiten
und Lieferungen dahin zu wirken, daß in erſter Linie die
heſſiſchen Steuerzahler berückſichtigt werden, 2, daß bei
im übrigen gleichen Verhältniſſen diejenigen Firmen und
Arbeitgeber bevorzugt werden, die mit ihren Arbeitern
Tarifverträge geſchloſſen haben, 3. daß nicht
vorzugs=
weiſe den Mindeſtfordernden alle Arbeit oder Lieferung
übertragen wird, ſondern daß bei der Vergebung darauf
geſehen wird, daß den Uebernehmern auch bei
Verwend=
ung durchaus guten Materials noch ein entſprechender
Verdienſt bleibt.
Der Ausſchuß beantragt zu Poſ. 2 den Zuſatz
„unter Berückſichtigung der örtlichen Verhältniſſe”, im
übrigen Annahme.
Abg. Adelung wünſcht der Schmutzkonkurrenz
mancher Unternehmer ſeitens der Regierung
entgegen=
getreten zu ſehen. — Der Ausſchußantrag wird
ange=
nommen.
Der Antrag des Abg. Ulrich, betreffend
Erbauung einer Bahndurchdas Modautal,
wird für erledigt erklärt.
Die Vorſtellung des Eiſenbahn=Aſſiſtenten i. P. Ph.
Müller in Darmſtadt, Erhöhung ſeiner Penſion
betreffend wird abgelehnt.
Es folgt Beſprechung der Anfrage des Abg.
Ko=
rell=Ingelheim, betreffend
die Ausführungsbeſtimmungen zum
Reblausgeſetz.
Abg. Korell findet, daß dieſe Beſtimmungen
viel=
fach Unzufriedenheit erregt haben. Das Geſetz werde
leider in den verſchiedenen Staaten ungleich angewandt
Bingen, Kempten und Büdesheim müßten
zuſammen=
gelegt werden. Auch müßten die Unterſuchungen auf die
Ueberall tauchen Nachahmungen
davon auf. Die kluge Hausfrau
Dr. Oetker’s Backpulver
Es ist
achte beim Einkauf daher darauf,
nur die echten Fabrikate zu
er-
halten mit dem Namen
Dr. Oetker’s Puddingpulver
bekannt.
„Dr. Oetker’s‟
dass alle guten Fabrikate recht bald
ingeringerer Qualität u inmöglichst Br. Gekker Vanllin-Zucker
Ueberall zu haben!
ähnlicher Packung nachgemacht
(G7436 1 Päckchen 10 Pfg. 3 Stück 25 Pfg.
etc. etc.
werden. — So ist es auch mit
Reblaus frühzeitiger beendigt ſein. Die Handhabung
des Geſetzes ſei bei uns nicht ſo klar, als die Regierung
es darſtelle. In Ausnahmefällen ſollte letztere
Milder=
ung eintreten laſſen und nicht ſo ſtreng am Buchſtaben
des Geſetzes kleben. Beſonders über die Handhabung
der Desinfektion werde geklagt.
Miniſterialrat Hölzinger rechtfertigt die
Maß=
regeln der Regierung, insbeſondere hinſichtlich der
Zu=
ſammenlegung von Gemarkungen in Bezirke. Beſonders
in dem ſo wertvollen Binger Bezirke müßten die
Maß=
regeln aufs ſtrengſte durchgeführt werden. Es ſei auch
nicht richtig, daß ſich die Regierung ſklaviſch an den
Wortlaut des Geſetzes halte. Die Schädlichkeit der
Unter=
ſuchungen für die Weinberge laſſe ſich leider nicht
ver=
meiden. Redner begründet eingehend die unbedingte
Notwendigkeit der ſtrengen Durchführung der
Maß=
nahmen zum Schutze gegen die Ausbreitung der
Reblaus=
herde. Man hält auch in der modernſten
wiſſenſchaft=
lichen Literatur daran feſt, daß die jetzt geübte Form der
Reblausbekämpfung die einzig richtige iſt. Daß dadurch
die Betroffenen manchmal empfindlich geſchädigt
wer=
den, läßt ſich leider nicht ändern. Weitere Ausnahmen
laſſen ſich unmöglich einführen. Es iſt richtig, daß in
ein=
zelnen Bezirken Preußens die Beſtimmungen anders
gehandhabt werden. Das iſt bedauerlich, denn es wäre
beſſer, wenn eine einheitliche Durchführung möglich wäre,
was zurzeit leider nicht möglich iſt.
Abg. Soherr: Ich kann mit der Antwort der
Broßh. Regierung nicht einverſtanden ſein. Ich bin im
Gegenſatz dazu der Anſicht, daß die Maßregeln welche
bei Auffindung der Reblausherde angewendet werden,
mit Recht ſeitens der Weinbauern läſtig empfunden
wer=
den und mit Recht zur Beſchwerde Anlaß geben. Die
Ausführungsbeſtimmungen werden auch nicht mild,
ſon=
dern ſcharf gehandhabt und die Weinbergsarbeiten
da=
durch ſehr erſchwert und verteuert. Z. B. wird der
Han=
del mit Dung und Setzholz erſchwert und der Mangel
an Futter macht ſich bitter bemerkbar. Die Koſten für
Bewachung und Desinfektion uſw. betrugen für Bingen
402 Mk., für Kempten gar 184 Mk. zuzüglich 3830 Mk. und
2100 Mark. Dieſe hohen Koſten würden durch eine
Zu=
ſammenlegung der Gebiete ſehr verringert werden. Ich
vin alſo ebenfalls der Meinung, daß es ſich empfiehlt, die
drei Gemarkungen zuſammenzulegen, weil dieſe in Beſitz
und Bearbeitung ein Ganzes bilden und die
Zuſammen=
legung nach §§ 3 des Reblausgeſetzes auch geſtattet iſt.
Nicht unerwähnt will ich laſſen, daß gerade die ſcharfen
Ausführungsbeſtimmungen ſicher auch Anlaß zu dem im
März d. J. an der Binger Ecke erfolgten Winzerſtreik
ge=
weſen ſind. Ich bitte daher, die drei Gemarkungen
Bingen, Büdesheim und Kempten zuſammenzulegen,
wo=
durch die ſchweren wirtſchaftlichen Schädigungen
vermie=
den werden und die Bekämpfung der Reblaus nicht
nach=
teilig beeinflußt wird.
Miniſterialrat Hölzinger: Auch der Staat iſt mit
den Koſten ſtark belaſtet. Immerhin aber ſeien auch die
Koſten der Gemeinden gegenüber dem Wert der
Wein=
ernte nur gering.
Abg. v. Brentano kann ſich von der Vorzüglichkeit
es Reblausgeſetzes nicht überzeugen und wünſcht in
verſchiedenen Dingen ein Entgegenkommen ſeitens der
Regierung, z. B. hinſichtlich der Zuſammenlegung der
Be=
zirke Büdesheim, Kempten und Bingen, für deren
Trenn=
ung die Regierung nicht ſtichhaltige Gründe vorbringe.
Dieſelbe ſollte doch das einhellige Verlangen der Winzer
beachten und nicht Schaden der Allgemeinheit vorſchützen.
Die Beſtrafung von Büdesheimern wegen
Nichtdesinfi=
zierung ihres Schuhwerks müſſe verurteilt werden.
Jeden=
falls hätte man ihnen die Strafe nachlaſſen ſollen, das
habe ſchon Abg. Korell richtig hervorgehoben. Das ſei
kein kluges Vorgehen geweſen, und würde es jedenfalls
keine Schwäche ſein, wenn die Regierung nachträalich
Remedur eintreten laſſe.
Miniſterialrat Hölzinger rechtfertigt nochmals
das Vorgehen der Regierung.
Abg. Wolf=Stadecken bedauert die rigoroſe
Hand=
habung des Geſetzes gegenüber der preußiſchen Milde.
Die Beſprechung iſt damit erledigt. Die Sitzung
wird geſchloſſen. Nächſte Sitzung Donnerstag
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,00
80,00
do.
3 do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
93,50
do.
3½
85,50
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,20
88,20
do.
3½
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,80
4 do. do. (unk. 1918) 100,20
88,30
do.
3½
77,90
do.
80,30
3 Sächfiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,20
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,90
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 92,10
4 do. Goldrente . . . 96,40
4 do. einheitl. Rente . 88,70
3 Portug. unif. Serie I 63,75
3 do. unif. Ser. III 66,30
9,80
3 do. Spezial .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 96,00
4 do. v. 1905 . . 91,69
4 Ruſſen v. 1880. . . . . 90,80
4 do. v. 1902 . . . . 90,75
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,00
4 Türk. Admin. v. 1903 82,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 89,50
4 Ungar. Goldrente . . . 91,25
4 do. Staatsrente . . . 83,00
In Proz.
Zf.
5 Argentinier .
. .100,90
do.
87,30
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,20
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,60
4½
93,80
do.
95,00
4½ Japaner . .
5 Innere Mexikaner . . . 95,40
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,40
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,10
3 Buenos Aires Provinz 71,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 144,60
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,25
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,25
8 Baltimore und Ohio . 106,60
6½ Schantungbahn . . . 132,10
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,50
6 Pennſylvania R. R. . 121,40
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 517,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 259,50
30 Farbwerke Höchſt . . 645,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 350,00
10 Cement Heidelberg . 149,80
30 Chem. Werke Albert 462,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 315,75
4 Lahmeyer : . . . . . . 122,00
Lette
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 161,75
12 Siemens & Halske . 241,00
5 Bergmann Electr. . . 141,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 168,00
0 Gummi Peter . . . . 125,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 131,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 541,75
10 Maſchinenf. Badenia
6 Wittener Stahlröhren 197,50
8 Steana Romana Petr. 143, 40
15 Zellſtoff Waldhof . . 238,00
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 217,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 121,50
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 188,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 231,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 175,90
10 Gelſenkirchener
. 189,70
8 Harpener .
189,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 262,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 80,25
4 Laurahütte
173,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11 „ Weſteregeln 192,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 87,80
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,60
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,75
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 90,50
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,30
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn
do.
78,75
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,80
In Proſ.
2
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,60
53,20
29/10 do.
76,80
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 89,25
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,40
do.
4 Wladichawchas . . . . 89,10
4 Rjäſan Koslow.
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,60
do.
69,00
24/10 Livorneſer .
3 Salonique=Monaſtir . 63,80
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 96,90
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,50
4 Northern=Pacific . . . 100,20
4 Southern=Pacific . . . 95,20
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,60
5 Tehuantepec . . .
98,70
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,10
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
. . 150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 167,50
6½ Darmſtädter Bank . 122,00
12½ Deutſche Bank . 255,60
6 Deutſche Vereinsbank . 124,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,2
10 Diskonto=Kommandit 187,30
8½ Dresdener Bank . . 153,90
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 129,00
5.86 Reichsbank . . . . 135,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,50
Wiener Bankverein . 133,60
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,30
Bi. Pfandbriefe. InProz
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,10
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
88,00
8½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
89,20
8½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 99,80
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . .
99,90
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
89,20
S. 1 u. 2, 6—8
S. 3—5
89,00
S. 9—11
89,10
4 Meininger Hyp.=Bank 99,20
88,30
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Güdd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,40
8½ do.
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . * 100,00
95,50
8½ do.
4 Frankfurt . . . . . . . —
8½ do.
90,00
98,90
4 Gießen .
91,00
8½ do.
4 Heidelberg
99,20
8½ do.
4 Karlsruhe
8½ do.
89,00
4 Magdeburg . . .
99,10
8½ do.
4 Mainz .
98,50
3½ do.
90,00
4 Mannheim
99,00
3½ do.
88,20
4 München .
100,00
3½ Nauheim
4 Nürnberg . . . . . . . 100,00
3½ do.
4 Offenbach . .
In Proz.
8t.
3½ Offenbach . . .
99,80
4 Wiesbaden
3½ do.
89,50
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 79,25
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 134,50
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 74,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,00
3 Oldenburger . . . . . . 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 159 115,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 199,00
Freiburger
Fs. 15 74,10
Mailänder
Fs. 45
F8. 10 —
do.
ſl. 7 —
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858fl. 100 457,20
Ungar. Staats . . fl. 100 366,00
Venediger . . . . Fs. 30
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Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,20
Holländiſche Noten. . . . 169,65
Italieniſche Noten . . . . 80,30
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
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