Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
ononatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
uren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
zu. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
chriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Kaifer Wilhelm trat am Samstag abend die
Rückreiſe von Baltiſchport nach
Swine=
münde bezw. Potsdam an.
Der Reichskanzler traf geſtern in Petersburg
ein und verbleibt dort bis Mittwoch.
Am Samstag begann in Düſſeldorf der erſte deutſche
Marinekongreß ſeine Verhandlungen.
Das ſpaniſche Parlament wurde bis auf
weiteres vertagt.
Die Olympiſchen Spiele haben am Samstag
in Stockholm begonnen.
In der Nähe von Ligonſer (Pennſylvanien) fuhr
ein Güterzug auf einen Perſonenzug. 31
Perſonen wurden getötet und 30 verletzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Der erſte deutſche Marinekongreß.
*⁎* Eine in ihrer Art bisher in Deutſchland einzig
naſtehende Veranſtaltung iſt am Samstag in Düſſeldorf
gröffnet worden: Dererſte deutſche Mar in e=
Kongreß. Er vereinigt bis zum 8. d. Mts. eine große
Zahl ehemaliger und aktiver Angehöriger der deutſchen
Marine, viele Freunde derſelben und Vertreter von
Han=
del und Induſtrie und legt Zeugnis dafür ab, daß das
Intereſſe für die Flotte ſich nicht mehr auf die
Küſten=
ſriche beſchränkt, ſondern auch im Binnenlande bis
Finunter bis zu den bayeriſchen Alpen Platz gegriffen hat.
Durch eine ſeltſame Verkettung von Umſtänden war
unſer Volk, das einſt an der Spitze der ſeetüchtigen
Nationen geſtanden hatte, inſofern in ſeinen
Seeintereſ=
ſon geſchädigt worden, als ſeine Handelsflotte lange
Leit hindurch durch keine Kriegsſchiffe gedeckt wurde.
Gis in die ſechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
länein blieb der Deutſche in der Fremde in ſeinem
Schutz=
verhältnis auf die Großmut und den guten Willen
emderer Völker angewieſen. Durch die Taten von 1870
reurde dieſe Periode mit jähem Ruck unterbrochen, wir
ſuhen den Traum unſerer Vorfahren in Erfüllung gehen
und eine deutſche Kriegsflotte erſtehen, die im Laufe
der Zeit ſich mächtig entfaltet hat. Die Erkenntnis brach
ſich Bahn, daß in der Weltpolitik die Macht den
Vor=
rang hat, die über die ſtärkſte Flotte verfügt. Und wenn
wir in dieſer Beziehung auch nicht an die erſte Stelle
treten können, ſo verſchafft uns unſere Flotte doch ſchon
je tzt eine achtbare und angeſehene Stellung in der
Welt=
politik, ſie bietet aber auch den deutſchen See=Intereſſen,
de ſich beſonders in unſerm Welthandel verkörpern,
§ alt und Schutz. Das Deutſche Reich iſt nun einmal
ene Weltmacht und ein Welthandelsſtaat geworden;
beides iſt für uns unzertrennlich. Mit Stolz können wir
die Tatſache verzeichnen, daß die deutſche Handelsflotte
im den Handelsmarinen der Welt nur noch von der
eng=
liſchen übertroffen wird, und in vieler Hinſicht, was z. B.
E icherheit und Schnelligkeit anlangt, ſteht ſie an der erſten
Etelle. Mehr und mehr iſt aber auch, namentlich mit der
Erwerbung der Kolonien, das Verſtändnis für die Not=
An endigkeit einer ſtarken Marine in immer weitere Kreiſe
gedrungen, und heute gibt es kaum noch objektiv
Ur=
ktilende, die nicht den Wert und die Bedeutung unſerer
Marine für die Geſamtintereſſen Deutſchlands zu
wür=
ti gen wiſſen.
Unter ſolchen Umſtänden iſt es nicht verwunderlich,
daß dem Marinekongreß im ganzen Reiche ein lebhaftes
Intereſſe entgegengebracht worden iſt. Er ſoll eine
große nationale Kundgebung der ehemaligen
Angehöri=
gen der kaiſerlichen Marine ſein. Die Veranſtaltung
verfolgt das Ziel, noch mehr als bisher den
Flotten=
gedanken in die weiteſten Kreiſe des Volkes zu tragen
und einen Zuſammenſchluß der Marineangehörigen her=
Wbeizuführen. Seit dem Jahre 1910 ſteht ſchon die
Ab=
haltung des Kongreſſes zur Erörterung, ſtädtiſche, Zivil=
und Militärbehörden wirkten bei der Verwirklichung
des Gedankens mit. Der Kaiſer hat dem Kongreſſe das
lebhafteſte Intereſſe entgegengebracht, auf ſeinen Befehl
ind die Torpedoboote S. 177, S. 178 und S. 179 mit dem
Chef der 11. Halbflottille, Kapitänleutnant v. Laffert,
lnach Düſſeldorf beordert, um bis zum 11. Juli auf dem
Rhein Anker zu werfen. Daß hierdurch die
Anziehungs=
raft des Kongreſſes eine erhebliche Steigerung erfährt,
iſt klar.
Die Kaiſerbegegnung bei Baltiſchport
hat den herzlichen Verlauf genommen, der der
überlie=
ferten Freundſchaft beider Herrſcherfamilien entſpricht.
Daß die politiſche Tragweite dieſer
Monarchenzuſam=
menkunft nicht überſchätzt werden dürfe, iſt wohl der
Zweck einer halbamtlichen Kundgebung in der Köln.
Ztg. geweſen. In der Tat iſt eine Aenderung der
gro=
ßen Politik Europas von der Kaiſerbegegnung bei
Bal=
tiſchport nicht zu erwarten, Es geſchah vermutlich auf
Grund beſtimmter Abſichten, wenn unmittelbar vor der
Monarchenzuſammenkunft der Chef des ruſſiſchen
Gene=
ralſkabes und der Chef des ruſſiſchen Admiralſtabes auf
franzöſiſchem Boden zu Beſprechungen mit dem
Gene=
ralſtabe Frankreichs ſowie zur Beſichtigung franzöſiſcher
Heereseinrichtungen und Truppen eintrafen. Wird
hier=
mit das Feſthalten Rußlands am franzöſiſchen Bündnis,
vielleicht auch an der Politik der Ententemächte,
bekun=
det, ſo beweiſen andererſeits die Vorgänge bei
Baltiſch=
port, daß der Draht zwiſchen Berlin und St.
Peters=
burg nicht zerriſſen iſt. Außerdem verfehlt der
freund=
ſchaftliche Verkehr des Kaiſers mit dem Zaren nicht
ſei=
nen Einfluß auf die öffentliche Meinung Rußlands.
Selbſt die ausgeſprochen panflaviſtiſche Preſſe, die
lei=
der von Vorurteilen gegen die deutſche Politik erfüllt
iſt und oft genug in blöden Hetzereien gegen Deutſchland
ſich ergeht, ſpiegelt den beſänftigenden und
gewinnen=
den Eindruck der Monarchenzuſammenkunft wider. So
wird letztere auch von dieſer Seite zum Hebel einer
Friedenspolitik, deren Bedeutung angeſichts des
italie=
niſch=türkiſchen Krieges um ſo weniger unterſchätzt
wer=
den kann, je eifriger der Panſlavismus auf eine
Stö=
rung der Balkanruhe zu drängen pflegt.
Deutſches Reich.
— Eine Kolonialreiſe des
Kronprin=
zen? Als die Reiſe des Kronprinzen nach Oſtaſien vor
faſt zwei Jahren bekannt wurde, wurde der Wunſch
aus=
gedrückt, daß dieſe Reiſe in die Ferne auch nach dem
deutſchen Ueberſeeland ausgedehnt oder eine ſolche
Reiſe bald folgen möge. Dieſer Vorſchlag fand die
Un=
terſtützung eines großen Teiles der Preſſe und ſchließlich
auch des Reichstags, ſodaß Staatsſekretär von Tirpitz
eine Kolonialreiſe des Kronprinzen in nahe Ausſicht
ſtellte. Dieſer Plan ſcheint nunmehr ſeiner Ausführung
näher zu rücken; denn wie die Rhein.=Weſtf. Ztg.
mit=
teilt, ſollen die maßgebenden Kreiſe in Oſtafrika
beab=
ſichtigen, den Kaiſer zu bitten, zur Eröffnung der
Zen=
tralbahn bis zum Tanganjika=See Anfang des Jahres
1914 den Kronprinzen zu entſenden. Da es ſich hier
um die Beendigung eines bedeutenden Kulturwerkes
han=
delt, ſo werden von der Kolohie große
Eröffnungsfeier=
lichkeiten geplant. Vor allem ſoll bei dieſer Gelegenheit
eine Ausſtellung der landwirtſchaftlichen und
gewerb=
lichen Produkte der Kolonie in Daresſalam veranſtaltet
werden. — Selbſtverſtändlich wäre zu wünſchen, daß eine
ſolche Reiſe des künftigen deutſchen Kaiſers auch auf
an=
dere deutſche Schutzgebiete ausgedehnt würde.
— Beſuch des Reichskanzlers in
Pe=
tersburg. Zu Ehren des am Sonntag in
Peters=
burg eintreffenden deutſchen Reichskanzlers gibt der
Miniſterpräſident Kokowzew ein Galadiner, zu dem auch
der deutſche Botſchafter und die Herren der Botſchaft
eingeladen wurden. Saſonow läßt Einladungen zu
ei=
nem Frühſtück ergehen. Der Reichskanzler wird mit
Graf Mirbach in der deutſchen Botſchaft abſteigen, die
ſeit etwa einem Jahre bis zur Fertigſtellung des neuen
Botſchaftergebäudes in dem Palaſt des verſtorbenen
Großfürſten Alexis untergebracht iſt. Dort wird der
Reichskanzler ebenfalls ein großes Diner für die
ruſſi=
ſchen Würdenträger geben.
— Ein kolonialer Nachtragsetat in der
Höhe von einer halben Million Mark ſoll dem
Reichs=
tage bei ſeinem Wiederzuſammentritt zugehen. Es
han=
delt ſich um die Koſten der deutſchen Expedition zur
Feſt=
ſetzung der neuen Kamerungrenze. Die Beratungen der
Kongo=Kamerun=Konferenz dürften bald beendigt ſein,
und im Herbſte werden die deutſchen und franzöſiſchen
Expeditionsteilnehmer zuſammentreffen, um die
Abgren=
zung zwiſchen dem deutſchen und franzöſiſchen
Kongo=
gebiet vorzunehmen. Angeſichts der Schwierigkeiten
der Abgrenzungsarbeiten dürften vorausſichtlich mehrere
Expeditionen ausgeſandt werden. Die franzöſiſche Kam=
mer hat zu demſelben Zwecke ſchon eine halbe Million
Franken bewilligt.
Ausland.
Frankreich.
Pflege der guten Beziehungen zu
Ita=
lien. Im Senatspalaſt zu Paris fand eine
Verſamm=
lung von hervorragenden Politikern aller Richtungen,
Gelehrten, Schriftſtellern und Induſtriellen ſtatt, in der
beſchloſſen wurde, eine Vereinigung „France Italie” zu
gründen, die mit allen Mitteln danach ſtreben wird, einen
verſöhnlichen Einfluß auf die beiden Völker auszuüben,
die Beziehungen zwiſchen beiden Ländern gut und
dauerhaft zu geſtalten und der Tätigkeit des
gegenwär=
tigen Italien zu einer beſſeren Würdigung iin
Frank=
reich zu verhelfen. Der neuen Vereinigung ſind u. a. der
frühere Präſident der Republik Loubet, ferner
Clemen=
ceau, Pichon, de Selves, Barthou, Etienne, Denys,
Co=
chin und General Delarroix beigetreten. Eine ähnliche
Ziele verfolgende Vereinigung wird auch in Italien
ge=
bildet werden.
Frankreich und die Lage in Marokko.
In der Sitzung des Senatsausſchuſſes, in der der das
marokkaniſche Protektorat betreffende Vertrag genehmigt
wurde, richtete der Obmann Ribot an den
Miniſterpräſi=
denten Poincaré die Frage, ob er gleich dem Obmann
des Kammerausſchuſſes für Auswärtige Angelegenheiten
Barthou die Lage in Marokko für „ſchlecht” halte.
Mini=
ſterpräſident Poincaré erwiderte, ſeiner Anſicht nach
könne man die Lage in Marokko richtiger mit dem Wort
„ernſt” bezeichnen. Das Unternehmen, das Frankreich in
Marokko durchzuführen habe, werde lange Zeit erfordern;
man brauche ſich nicht übermäßig zu beunruhigen, aber
man dürfe auch nicht glauben, daß alles ganz einfach
ſein werde. Heiterkeit rief es hervor, als Poincaré ein
Scherzwort Mulay Hafids mitteilte, der angeblich geſagt
habe: Ich möchte gern nach Paris kommen, um meinen
ausgezeichneten Herrn Poincaré, meinen Verteidiger in
Frankreich, zu ſehen.
Die Verhandlungen mit Spanien. Das
Echo de Paris meldet: Die Hoffnung, daß die
franzö=
ſiſch=ſpaniſchen Verhandlungen, betreffend Marokko, am
15. d. Mts, beendet ſein würden, dürfte ſich nicht erfüllen;
wenn auch an dem Zuſtandekommen der Verſtändigung
nicht mehr gezweifelt werden kann, ſo ſind doch noch
viele Einzelheiten zu regeln, die lange Beſprechungen
erfordern werden. Es iſt deshalb wahrſcheinlich, daß
das Abkommen erſt in zwei Monaten unterzeichnet
wer=
den wird.
England.
Der Mannſchaftsmangel in der
eng=
liſchen Flotte. Der Marine=Berichterſtatter der
Daily Mail ſchreibt: „Die teilweiſe Mobiliſierung der
Reſerveſchiffe von Portsmouth, Devonport und
Cha=
tham hat aufs klarſte bewieſen, welchen Mangel wir an
Mannſchaften haben. Etwa 10000 Reſervemannſchaften
wurden eingeſchifft. Aber von ihnen gehörte ein
Drit=
tel tatſächlich der aktiven Marine an, nur daß ſie
zeit=
weiſe in Depots Dienſt getan hatten. Die übrigen
wa=
ren Reſerviſten und Freiwillige. Um die nötigen
Mann=
ſchaften heranzuziehen, hatte man die Depots von
Cha=
tham und Portsmouth einfach „entvölkern” müſſen.
Fer=
ner hat man Leute von anderen Marine=Inſtituten „
bor=
gen” müſſen, und das, obwohl 150 Kriegsſchiffe aller
Gattungen überhaupt nicht zu den Manövern
herange=
zogen werden. Einige dieſer Schiffe haben drei Fünftel,
andere nur ein Fünftel ihrer Beſatzung, und einige
überhaupt gar keine. Nehmen wir an, daß dieſe 150
Schiffe im Durchſchnitt ein Drittel ihrer Mannſchaften
haben — in Wirklichkeit haben ſie das nicht — ſo zähs
len wir 9600 Mann. Um ſie aber kriegstüchtig zu
ma=
chen, müßten ſie weitere 19400 Mann haben. Die
Hei=
matflotte zählt 53 Schlachtſchiffe, aber für die
bevor=
ſtehenden Manöver konnten nur 44 Schlachtſchiffe unter
Zuhilfenahme von 6000 Reſervemannſchaften mobiliſiert
werden. Neun Schlachtſchiffe konnten nicht bemannt
werden. Wenn dem ſo iſt, wie wird es erſt ſein, wenn
wir 65 ſtatt 53 Schlachtſchiffe haben! Es hat keinen
Zweck, neue Schiffe auf Kiel zu legen, wenn die
Be=
mannung nicht mindeſtens 3 Jahre im voraus
vorbe=
reitet wird. Wir brauchen nur zwei Jahre, um ein
Schlachtſchiff zu bauen, aber fünf Jahre, um die Leute
auf die Kanonen und die Maſchinerie einzuüben.”
Griechenland.
Schiffsbeſtellungen in Deutſchland.
Die Regierung iſt jetzt fleißig an der Arbeit, die
ver=
altete Flotte Griechenlands nach den verfügbaren
finan=
ziellen Mitteln auf eine der Neuzeit entſprechende Höhe
zu bringen. Nachdem im Jahre 1910 der Panzerkreuzer
„Georgios Averow” angeſchafft worden war, ſoll nun
die griechiſche Kriegsflotte durch einen weiteren
Panzer=
kreuzer von dem gleichen Typ, ſowie durch ſechs
Torpedo=
boote und zwei Torpedobootzerſtörer eine weſentliche
Verſtärkung erfahren. Während die endgültige
Ent=
ſcheidung über die Vergebung des Panzerkreuzers noch
ausſteht, iſt, wie gemeldet, für den Bau der
kleineren Kriegsfahrzeuge der Zuſchlag ſoeben einer
deutſchen Werft, dem Vulkan, erteilt worden. Die
Tor=
pedoboote ſollen eine Waſſerverdrängung von 125
Ton=
nen und eine Geſchwindigkeit von 25 Meilen haben und
mit zwei 5,7 cm=Schnellfeuergeſchützen und drei
Torpedo=
rohren ausgerüſtet ſein. Der Preis für jedes Schiff
be=
trägt 572816 Franken; das erſte iſt lieferbar nach ſieben
Monaten, die übrigen fünf in Zwiſchenräumen von
einem Monat. Die Torpedobootzerſtörer werden eine
Waſſerverdrängung von 750 Tonnen (bei der Probefahrt
700 Tonnen bei voller Belaſtung), eine Geſchwindigkeit
von 32½ Meilen haben und mit vier 8,8 cm=
Schnell=
feuergeſchützen und zwei Torpedorohren ausgerüſtet ſein.
Die Koſten für einen Zerſtörer ſtellen ſich auf 1985000
Franken. Die beiden Schiffe ſind nach drei bezw. vier
Monaten abzuliefern. Gleichzeitig beabſichtigt die
Re=
gierung, noch zwei Torpedoboote bei einer der
einheimi=
ſchen kleinen Werften in Bau zu geben und hat den
Vul=
kan verpflichtet, Fachleute ſeiner Fabrik zur
Beaufſich=
tigung dieſer Bauten nach Griechenland zu ſenden. Die
(Zahl der ſich um den Kreuzer bewerbenden Firmen
be=
trägt 12; darunter ſind ſechs engliſche, je eine italieniſche,
franzöſiſche und amerikaniſche, ſowie drei deutſche
Werf=
ten (Vulkan=, Schichau= und Germaniawerft).
Spanien.
Vertagung der Cortes. Im Senat verlas
Miniſterpräſident Canalejas ein Dekret, durch das die
Cortes bis auf weiteres vertagt werden. Das gleiche
Dekret gab Canalejas auch in der Kammer bekannt, die
den Geſetzentwurf über den Zuſammenſchluß
benachbar=
ter Provinzen zur Ausführung öffentlicher Arbeiten
an=
genommen hat.
Norwegen.
Die Flottenpläne. Im Storthing begann
die Beratung des großen Flottenplanes. 15 Millionen
ſollen zum Bau zweier Küſtenpanzerſchiffe verwendet
werden, von denen 1 im Lande gebaut werden ſoll.
Dies wäre der erſte Verſuch, Kriegsſchiffe in Norwegen
zu bauen.
Vereinigte Stqaten.
Der Senat hat mit 43 gegen 12 Stimmen für
zwei erſtklaſſige Kriegsſchiffe je 30 Millionen Mark
be=
willigt als Amendement zu der Vorlage des
Abgeord=
netenhauſes, welche keines bewilligte. Es iſt jetzt
Aus=
ſicht für die Bewilligung wenigſtens eines
Schlachtſchif=
fes vorhanden, da der demokratiſche Konvent ſich für
genügende Flottenprotektion erklärt hat.
* Karlsruhe 5. Juli. Der Landesverband
badiſcher Redakteure bittet um Aufnahme
fol=
gender Erklärung: Bei der gelegentlich der Tagung des
badiſchen Militärvereinsverbandes in Konſtanz
ſtatt=
gehabten Feier im Stadthauſe am Sonntag, den 30. Juni,
ſind die zur Feier miteingeladenen Vertreter der Preſſe
ohne Angabe der Gründe im Auftrag des Präſidenten
des Verbandes ausgewieſen worden. Die Ausweiſung
vollzog ſich öffentlich und in der ſchroffſten Form. Die
Vertreter der Preſſe haben daraufhin die
Berichterſtat=
tung über die Tagung eingeſtellt. Eine öffentliche
Ent=
ſchuldigung ſeitens des Präſidenten des Verbandes iſt
bis jetzt nicht erfolgt. — Der unterzeichnete Verband
er=
klärt ſich angeſichts dieſer auffallenden Brüskierung der
Preſſe mit den betreffenden Konſtanzer Journaliſten
ſolidariſch und erhebt gleichzeitig den ſchärfſten Proteſt
gegen das vom Verbandspräſidenten geübte Verfahren.
Die Ausweiſung der im Dienſte der Oeffentlichkeit
täti=
gen Berichterſtatter erſcheint ſachlich durch nichts
begrün=
det. Die Form, in der ſie erfolgte, muß geradezu als
ungehörig bezeichnet werden. Der badiſchen
Zeitungs=
welt iſt zu empfehlen, in Zukunft die Berichterſtattung
über die Veranſtaltung ſolcher Verbände zurückzuweiſen,
die jenes Maß von Achtung und Entgegenkommen
ver=
miſſen laſſen, das die Preſſe zu verlangen hat.
* Hannover, 5. Juli. Die ſtreikenden
und ausgeſperrten Arbeiter in der
Me=
tallinduſtriie haben, ſoweit ſie gewerkſchaftlich
organiſiert ſind, geſtern und heute in vier
Verſammlun=
gen zu dem erneuten Angebot der Arbeitgeber Stellung
genommen. In geheimer Abſtimmung wurde dieſes
An=
gebot mit 4168 gegen 768 Stimmen abgelehnt. Die
chriſtlichen Gewerkſchaftler, die nur einen geringen
Pro=
zentſatz der hieſigen Metallarbeiter ausmachen, haben
das Angebot der Arbeitgeber angenommen und die
Ar=
beit bereits wieder aufgenommen. Die neuen
Bedin=
gungen der Arbeitgeber gewähren eine wöchentliche
Ar=
beitszeit von 57 Stunden und 3 Pfennig pro Stunde
Lohnzulage. Für die Verkürzung der Arbeitszeit
kom=
men 1,8 Pfennig in Abzug, ſodaß als tatſächliche
Lohn=
erhöhung 1,2 Pfennig in Betracht kommen.
— Belgrad, 6. Juli. Die Regierung will
auf jeden Fall die Veröffen tlichun g
der Milowanowitſchſchen Memoiren über
die Annexionskriſe verhindern, die angeblich für die
Radikalen ſehr belaſtend ſein ſolle. Daher ſei ein
Ver=
trauensmann noch in der Nacht vor dem Tode des
Mini=
ſters in ſein Haus geſchickt worden mit der Aufgabe,
ſofort ſim Moment des Ablebens ſeine ſämtlichen
Pa=
piere zu verſiegeln.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Juli.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften folgten am Freitag einer Einladung des
Prinzen und der Prinzeſſin Franz Joſeph
von Battenberg zum Mittageſſen. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Poſtſekretär Jakob Bangert in Worms
das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen und dem Poſtſchaffner Johann Reeb
in Mainz, ſowie dem Landbriefträger Georg Keller
in Ernſthofen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
In=
ſchrift „Für langjährige treue Dienſte” das Ehrenzeichen
für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren an Heinrich
Kumpf zu Beerfelden.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Keller aus Rockenberg, Kreis Friedberg, die
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Leidhecken, Kreis
Büdingen; ferner dem Lehrer Adolf Wall zu
Lind=
heim, Kreis Büdingen, die zweite Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Hirzenhain, in demſelben Kreiſe.
g. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich in ſeiner
Sitzung am Samstag mit dem Antrag des Kreisamtes
auf Entziehung des dem Ernſt Heinrich Maurer zu
Darmſtadt erteilten Führerſcheins für Kraftfahrzeuge. M.
hatte am 28. Oktober 1911 vom Kreisamt Groß=Gerau
den Führerſchein für Kraftfahrzeuge erhalten und ihn
hier in Darmſtadt benutzt. Am 29. Nov. 1911 morgens
gegen 6 Uhr hatte er den bekannten Zuſammenſtoß mit
dem Krankenautomobil der Sanitätskolonne verſchuldet,
durch den der Führer des Kranken=Autos Griesheimer
verletzt und beide Autos ſtark beſchädigt wurden. Er
wurde daraufhin vom Schöffengericht wegen
Körperver=
letzung und Verſtoß gegen das Geſetz für den Verkehr mit
Kraftfahrzeugen zu 14 Tagen Gefängnis und 5 Mk.
Geld=
ſtrafe verurteilt. Auf Grund dieſer Verurteilung, die das
Verſchulden des Maurer feſtſtellte, reichte das Kreisamt
Darmſtadt auf Anſuchen des Polizeiamtes den Antrag
beim Provinzialausſchuß ein, dem Maurer den
Führer=
ſchein dauernd oder auf längere Zeit zu entziehen. Der
25jährige Maurer habe auch verſchiedene Vorſtrafen
auf=
zuweiſen. M. bittet, von einer Entziehung Abſtand zu
nehmen, da er durch eine längere Arbeitsloſigkeit ſchon
genügend beſtraft worden ſei und er Gefahr laufe, ſeine
jetzige Stelle auch zu verlieren. Der„Provinzialausſchuß
beſchließt, dem Antrag des Kreisamtes ſtattzugeben und
dem Maurer den Führerſchein für dauernd zu entziehen.
— Es wird ſodann über das Geſuch des Privatiers
Hein=
rich Becker zu Nieder=Ramſtadt um Erteilung der
Kon=
zeſſion zum Betriebe einer Kaffeewirtſchaft und für den
Ausſchank alkoholfreier Getränke in der Frankenberger
Mühle verhandelt. Das Geſuch beſchäftigte zu
wieder=
holten Malen die Inſtanzen und war zuletzt vom
Kreis=
ausſchuß aus baupolizeilichen und Sicherheitsgründen
abgelehnt worden. Der Provinzialausſchuß hatte ſich
nunmehr mit dem Rekurs zu beſchäftigen, der ſich
beſon=
ders auf die Tatſache ſtützt, daß der Kreisausſchuß ſein
Urteil aufgrund nicht richtiger Größenangaben fällte,
Insbeſondere ſeien die Nebenräume nicht 1.67 Meter,
ſondern 2,67 Meter hoch. Dieſe Behauptung wird auch
tatſächlich als richtig feſtgeſtellt. Der Provinzialausſchuß
beſchließt, Beweis darüber zu erheben, ob ſich für die
Trinkerheilſtätte Burgwald Mißſtände durch die
Erteil=
ung ergeben können, ſowie den Vorſtand des
Gaſtwirte=
bereins über die Bedürfnisfrage zu vernehmen und ein
erneutes baupolizeiliches Gutachten zu erheben. — Aus
einer Strafgerichtsverhandlung wegen Kuppelei gegen
Frau Graber hatte das Kreisamt entnommen, daß der
Wirt Martin Graber V in Heppenheim a. d. B. ein
dem Trunk ſtark ergebener Menſch ſei, der ſich um die
Wirtſchaftsführung nicht kümmere, aber trotzdem dafür
verantwortlich iſt. Es wurde ferner feſtgeſtellt, daß dieſe
Wirtſchaft eine Animierkneipe im ſchlimmſten Sinne des
Wortes ſei. Es ſei in dieſer Verhandlung feſtgeſtellt
worden, daß Frau Graber von dem Treiben Kenntnis
gehabt haben müſſe. Das Strafverfahren endete wegen
Mangels an Beweiſen mit Freiſprechung. Das
Kreisamt ſtellte nunmehr den Antrag beim
Provin=
zialausſchuß, dem Martin Graber die
Wirtſchaftskonzeſ=
ſion zu entziehen. Der Vertreter des G., Rechtsanwalt
Dr. Fulda, beantragt eine umfangreiche
Zeugenverneh=
mung; dem widerſpricht der Vertreter des Kreisamtes,
da durch das Strafkammer=Urteil feſtgeſtellt worden ſei,
daß dieſe Uebertretungen vorgekommen ſind, und dafür
ſei der Konzeſſionsinhaber auch verantwortlich, wenn er
es auch wirklich nicht gewußt hat. Der
Provinzialaus=
ſchuß beſchließt, den Beweisbeſchluß am Samstag, den
13. Juli, zu verkünden.
Auf den Bericht eines ſtädtiſchen
Baupolizei=
beamten hin ſtellte das Polkzeiamt Darmſtadt an
das Kreisamt das Erſuchen, der Firma
Land=
zettel und Rückert in Roßdorf die
Kon=
zeſſion als Tiefbauunternehmer zu entziehen. In
dem Bericht wird geſagt, daß bei
Ausſchachtungsarbei=
ten durch Verſchulden der Leitung ein Teil eines
Gra=
bens eingeſtürzt ſei, wobei es nur einem äußerſt
glück=
lichen Zufall zuzuſchreiben ſei, daß nicht drei Arbeiter
ſchwer verunglückt ſind. Die Firma legt gegenwärtig
für das ſtädtiſche Waſſerwerk ein altes
Waſſerleitungs=
rohr auf der Mathildenhöhe frei. Das Rohr liegt 3.10
bis 3.20 Meter unter der Oberfläche. Ein Meter oder
mehr iſt der Boden dort aufgefüllt. Trotzdem wurde
die ausgeſchachtete Erde direkt neben den Graben
aufge=
ſchichtet, ohne daß irgend eine Abſteifung der Grube
vor=
genommen wurde. Die Böſchung des aufgeworfenen
Grabens war äußerſt gering. Infolgedeſſen ſtürzte dieſer
eines Nachmittags, als die Arbeiter gerade nach einer
anderen Arbeitsſtelle gehen wollten, auf eine Länge von
5 Metern ein, gleichzeitig auch ein etwa 2 Meter hoher
Fundamentpfeiler des früheren Ausſtellungsgebäudes.
Die Sohle des ausgehobenen Grabens lag
mehr=
als ein Meter unter dem unteren Ende des
Fundament=
pfeilers. Aus dieſen Feſtſtellungen ginge hervor, daß
die Firma nicht die nötige Sorgfalt bei der Arbeits= anwende, die zur Sicherheit der Arbeiter
angewendet werden müſſe, deshalb ſei zu beantragen, der
Firma den Gewerbebetrieb zu unterſagen. Der
Pro=
vinzialausſchuß beſchloß, in einem noch
anzuberaumen=
den Termin Zeugen zur Feſtſtellung des Sachverhalts
zu vernehmen. — Einem wiederholten Geſuch des
Ar=
chitekten Karl Schulz von hier um Erteilung der
Win=
ſchaftskonzeſſion für ſein Haus in der Dornheimerſtraß
wurde die Genehmigung unter verſchiedenen Bedingung
gen in Bezug auf Einrichtung und Faſſadenherſtellung
des Hauſes erteilt.
Von der Techniſchen Hochſchule. Die Diplom=
Ingenieure Georg Geyer aus Bamberg und William
Rafn aus Bergen haben ſich an der hieſigen Techniſchen
Hochſchule der mündlichen Doktor=Ingenieur=Prüfung
im Bauingenieurfache bezw. Elektrochemiſchen Fachermit
Erfolg unterzogen. William Rafn hat die Prüfung mit
„gut” beſtanden.
* Die kaufmänniſche Stenographengeſellſchaft „
Ga=
belsberger” hielt im Vereinslokal „Heſſiſcher Hof” ihre
Juli=Mitgliederverſammlung ab. Es wurden mehrere
Einladungen befreundeter Vereine und eine größere
An=
zahl Aufnahmegeſuche zur Verleſung gebracht. Ueber
den vor 14 Tagen in Mainz ſtattgefundenen
Verbands=
tag des Main=Rhein=Verbandes „Gabelsberger” wurdel
ausführlich berichtet, die Namen der Preisträger des
Wettſchreibens bekannt gegeben und die Mitglieder zu
regem Unterrichtsbeſuch aufgefordert. Auf die
ſyſtema=
tiſche Fortbildung der Mitglieder legt die Abteilung
Unterrichtsweſen großes Gewicht. Sie will die
Unter=
richtsbeſucher zu brauchbaren Geſchäftsſtenographen
her=
anbilden. So ſind durch den vermehrten Beſuch des
Amerikas neuer Mann.
C) „Dr. Weodrow Wilſon, der Kandidat der
demokratiſchen Partei für die
Präſident=
ſchaft der Vereinigten Staaten, hat ſich
raſcher und erfolgreicher einen Namen gemacht und mit
ſchlichteren Mitteln, als irgend ein Amerikaner unſerer
Tage. Heute ſteht er da als der weitaus ſtärkſte Mann,
den ſeine Partei in den Kampf ſchicken konnte.” Mit
die=
ſen Worten beginnt ein ausführliches und markantes
Charakterbild, das die Daily Mail von dieſer „neuen
Kraft in Amerikas Politik”, von dieſem kommenden
Mann entwirft, der beſonders, ſeit viele Anhänger der
Rooſevelt=Partei für ihn eintreten, begründete Ausſicht
auf das höchſte Amt in den Vereinigten Staaten hat.
„Wilſon iſt eine für Amerika ganz neue Erſcheinung.
Er gehört viel eher in die Klaſſe der Schriftſteller, wie ſie
in England auf hohe politiſche Poſten gerückt ſind
man denke an Lord Morley, an Balfour und Brice
als zu jener Klaſſe, die bisher faſt völlig Amerikas
Ge=
ſchicke lenkte. Er iſt vor allem ein Mann der
Wiſſen=
ſchaft ein Gelehrter, ein politiſcher Philoſoph, ein
kraft=
voller, ſcharfſinniger und völlig unbeeinflußter Kritiker
und Beobachter der Regierungs= und Staatsformen
durchaus nicht das, was der Amerikaner mit unbewußter
Ironie „einen praktiſchen Staatsmann” nennt. Von den
55 Jahren ſeines Lebens ſind 30 im Hörſaal verfloſſen.
Er hat die beſte „Geſchichte des amerikaniſchen Volkes”
geſchrieben, die bisher erſchienen iſt; ſein Buch über die
„Kongreß=Regierung” vor etwa 25 Jahren veröffentlicht,
war der erſte Verſuch eines Amerikaners, von den
For=
men und Theorien der Verfaſſung zu ihrer tatſächlichen
Verwirklichung in der Gegenwart durchzudringen, und
in ſeiner Art noch immer nicht überholt. Kein
Ameri=
kaner hat mehr dafür getan, um die Weltanſchauung zu
verhreiten, daß Taten und nicht Theorien, Wirklichkeiten
undnicht Formalitäten die entſcheidenden Dinge ſind und
dag) der endgaltige Erkolg aller rolitiſche Leittungen
in ihrem praktiſchen Gelingen liegt. Die Schwäche der
meiſten amerikaniſchen Staatsmänner liegt darin, daß
ihre politiſche Bildung keine rechte Grundlage hat. Es
iſt Wilſons Stärke, daß er nicht nur als Gelehrter auf
den Grund der Dinge herabgeſtiegen iſt, nicht nur als
Schriftſteller und Profeſſor die Maßnahmen und
Ereig=
niſſe mit ſtrenger Kritik und klarſter Einſicht verfolgt hat,
ſondern daß er auch als Präſident der Princeton=
Univer=
ſität von 1902 bis 1910 ſich eine allumfaſſende und
voll=
kommene Erfahrung in dem Tagewerk der Verwaltung
erworben hat.”
So war denn Wilſon bis vor zwei Jahren eine
Zierde der amerikaniſchen Wiſſenſchaft, einer der
bedeu=
tendſten Führer der geiſtigen Kultur Amerikas, der ſein
hoyes Wiſſen und ſein geniales Organiſationstalent ganz
für die Leitung der „wiſſenſchaftlichen Republik”
ein=
ſetzte, die ſeine Univerſität darſtellte. Da geſchah es im
Herbſt 1910, daß die Demokraten von New=Jerſey ſich
durch einige wenige einſichtige Männer dazu bewegen
ließen, Wilſon für den Gouverneurpoſten in ihrem Staate
aufzuſtellen. Viele zweifelten, ob ein Profeſſor und
Büchermenſch fähig ſein werde, die Aufgaben der „
prak=
tiſchen Politik” zu erfüllen. Zudem waren die
Verhält=
niſſe in New=Jerſey damals ſo korrupt, daß man glaubte,
der Kandidat ſtehe im Dienſte jener rückſichtsloſen
Inter=
eſſengemeinſchaft, die in ganz Amerika herrſcht ind
nir=
gends ſchlimmer geherrſcht hat, als damals im Staate
New=Ierſey. Aber Wilſons Wahlkampagne überzeugke
alle, daß hier ein neues Phänomen auf dem Gebiete der
Politik erſchienen war, ein Mann, der alle krummen
Wege verſchmähte, der nicht den Inſtinkten der großen
Maſſe ſchmeichelte, ſondern an das Gewiſſen und die
Ver=
nunft ſeiner Wähler appellierte. „In einer Sprache, die
auch der Ungebildetſte verſtehen mußte, die der
Wider=
willigſte anerkannte und von der der Trägſte aufgerüttelt
war, mit unzähligen glücklichen Schlaglichtern von Humor
und Witz belegt, eine wundervolle Gedankenkultur mit
edler Gemeinverſtändlichkeit und hohem Ernſt verbin=
dend, ſo legte Dr. Wilſon die Mißbräuche dar, die in die
Politik und in die induſtriellen Organiſationen New=
Jerſeys eingeriſſen waren, umriß ſcharf ſein
Reform=
programm und forderte von allen, denen an dem guten
Ruf ihres Staates gelegen wäre, Unterſtützung, um feine
Ideen durchzuführen. Er ſchreckte, es iſt nicht zu viel
ge=
ſagt, ein ſchlafendes Volk aus ſeiner Lethargie empor=
Er brachte New=Jerſey zum erſten Male zum
Bewußt=
ſein ſeiner ſelbſt und der tiefen Erniedrigung, in die es
als der am meiſten vom Truſt ausgeſogene, von den
Boſſes beherrſchte Staat der Union geſunken war.E
flößte ſogar den vielen Tauſenden von Börſenleuten
den Männern, die in New=Jerſey leben und in New=
York ihr Geſchäft machen — ein Gefühl von
Verantwort=
lichkeit für die Verwaltung New=Jerſeys ein. Ein
Morgenrot patriotiſcher Begeiſterung ſtieg leuchtend auf
über dem ganzen Land; Republikaner und Demokraten
drängten ſich zu den Verſammlungen dieſes
Univerſitäts=
präſidenten, der ſo klar ſprach und urteilte, und das, was
er vorſchlug, ſo freimütig und beſcheiden bekannte;
Re=
publikaner und Demokraten vereinigten ſich bei der Wahl
und brachten dieſem Demokraten eine Majorität von
50000 Stimmen in einem Staat, in dem zwei Jahre
vor=
her die republikaniſchen Stimmen für Taft ein halbmal
mehr geweſen waren. als früher.”
Als Wilſon Gouverneur von New=Jerſey wurde,war
es einer der verdorbenſten und reaktionärſten Staaten
der Union; heute hat ſich ein gewaltiger Umſchwung
voll=
zogen und ein Geiſt der Ordnuna, der Geſetzlichkeit
durch=
weht die ganze Regierung. „Dr. Wilſon iſt der erſte
Amerikaner in leitender Stellung, der die Einſicht und
den Mut für das Bekenntnis hat, daß die gegenwärtige
Regierung in den Vereinicten Staaten ausgeſpielt hatz
daß die alten Parteien aufgehört haben, lebensfähig
und ſinnvoll zu ſein und daß =ie rückſichtsloſe,
Reform=
des politiſchen Syſtems und der Werkzeuge der
Regier=
ung nötig iſt.”
Unterrichts neue Abteilungen und ſonſtige
einſchnei=
dende Aenderungen nötig geworden, die den mehr als
1750 Unterrichtsbeſuchern des letzten Halbjahres zu gute
kommen. Im Anſchluß hieran referierte der erſte
Vor=
nſitzende über die derzeitige ſtenographiſche Lage im
all=
ngemeinen und den Wettbewerb der einzelnen Schulen
im beſonderen. An die anregend verlaufene
Verſamm=
lung ſchloß ſich ein gemütlicher Teil.
* Eine Bitte der Poſt an die
Fernſprechteil=
mehmer, die in die Sommerfriſche reiſen, hat
Folgenden Wortlaut: Aus Anlaß der Reiſeſaiſon
em=
fiehlt es ſich daß diejenigen Fernſprechteilnehmer,
twelche verreiſen, hiervon dem Fernſprechamte Mitteilung
nnachen. Das würde eine außerordentliche Entlaſtung
Der Fernſprechbeamtinnen herbeiführen und außerdem
twäre der Anrufende infolge der bezüglichen Mitteilung
Durch die Beamtin ſofort orientiert und könnte ſich ein
rweiteres Anrufen ſparen. Nach der Rückkehr iſt nur
eine kurze Mitteilung notwendig, um die Herſtellung
der Verbindungen wieder zu veranlaſſen.
* Sarraſani kommt! Man ſchreibt uns: Das
Gaſt=
nſpiel des Zirkus Sarraſani rückt nunmehr in nächſte
Nähe. Sarraſani kommt nach Darmſtadt und mit ihm
blernen wir das größte Zirkusunternehmen Europas
ken=
inen. Sarraſani iſt ein Zirkus von eigenartigem,
groß=
zügigem Charakter, er iſt nicht nur der Zirkus, der mit
einem Marſtall von 200 edlen Pferden die Rekorde aller
kreinen und einſeitigen Pferdezirkuſſe ſchlägt, er iſt eine
twahre „Wektſchau” die die artiſtiſchen Künſte und die
Tiere aller Länder in ſich vereinigt. Sarrafani zeigt
raußer ſeinen 200 Pferden ganze Herden von Elefanten,
Löwen, Tigern, Renntieren, Seelöwen, indiſchen
Büf=
ffeln, er zeigt die ſeltſamſten exotiſchen Tiere, die einen
uunermeßlichen Schatz darſtellen, darunter Nilpferde,
Känguruhs und Tapire. Sarraſani führt ein Perſonal
lvon 400 Mann mit ſich. Er beſitzt mehr denn 100
Wa=
igen und 10 eigene Straßenlokomotiven, ſein Rieſen=
Zirkus faßt mehr denn 6000 Plätze. Er baut nicht
we=
miger als 25 Zeltanlagen auf. Sarraſani iſt der
erfolg=
wgewohnte Zirkus der europäiſchen Haupt= und
Welt=
ſſtädte, er hat in Berlin und Dresden ſeine ſtändigen,
ffeſten Gebäude, und er wird den kommanden Winter als
verſter deutſcher Zirkus nach 15 Jahren in London
ver=
übringen.
Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Fxpedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: An der Trümmerſtätte der
Kataſtrophe des Zeppelin=Luftſchiffes „Schwaben” bei
Düſſeldorf. Das zerſtörte Ozean=Luftſchiff „Acron” und
bein Führer: Prinz Heinrich von Preußen als Segler
oei den Kieler Regatten; Porträts vom Tage.
— Heppenheim, 6. Juni. Von beſtunterrichteter
Seite wird uns geſchrieben: Der Vorſchuß= und
Kreditverein Heppenheim hat durch das
Werſchwinden des früheren Rechners keine Verluſte
eerlitten. Die Höhe der Summen, welche der Rechner
entnommen hatte, um damit eigene Geſchäfte zu
trei=
ben, wurde feſtgeſtellt, als er noch anweſend war Für
alle Wechſel, die ſich im Umlauf befinden, ſind genügend
Sicherheiten vorhanden.
Sprendlingen, 6. Juli. Ein Unglücksfall
er=
eignete ſich geſtern vormittag in der Möbelfabrik von
J. G. Schmidt hier. Der Tagelöhner Adam
Sieben=
worn zu Sprendlingen war mit dem Transport von
Möbeln beſchäftigt. Die Möbel waren aufeinander
ge=
ttapelt und Siebenborn ſtand auf dem Wagen, um die
Möbel herabzulaſſen. Plötzlich kam die Ladung ins
Rutſchen, die Möbel ſtürzten um und begruben im
Fal=
en den Siebenborn unter ſich. Nur mit großer Mühe
konnte er unter den Möbeln befreit werden, wo er
be=
finnungslos liegen geblieben war Siebenborn trug
chwere Verletzungen davon. — In der
Darm=
ſtädter Straße hatte ſich der 5jährige Sohn des
Tage=
öhners Philipp Diener III. an den Wagen des
Hau=
fierers Johann Georg Bach von Langen, der hier
Bür=
iten verkaufte, gehängt. Der Junge kam mit einem
Bein in ein Hinterrad, fiel hnunter und trug eine
chwere Verletzung am Kopfe davon.
Mainz, 6. Juli. Nachdem die letzte Hälfte der alten
Eiſenbahnbrücke fertiggeſtellt worden iſt und auch dieſer
Teil die Belaſtungsprobe ausgezeichnet beſtanden hat,
wur=
den geſtern die erſten Züge über die Brücke gelaſſen.
Der erſte Bahnzug wurde durch eine mit friſchem Grün
ge=
thmückte Lokomotive befördert, doch war die Brücke zu
ähren des dahingegangenen Präſidenten des
Eiſenbahn=
ärektionsbezirks, Dr. Michaelis, nur auf Halbmaſt
ge=
laggt. Aus dem gleichen Grunde waren auch alle weiter
vorgeſehenen Ausſchmückungen und ſonſtige Feſtlichkeiten,
ie aus Anlaß der Vollendung der Eiſenbahnbrücke in
usſicht genommen waren, unterblieben.
* Worms, 6. Juli. Beim Rangieren geriet der
Hilfs=
ſchhaffner Karl Weiß aus Bechtheim zwiſchen die Puffer
ziveier Eiſenbahnwagen. Er erlitt ſchwere Quetſchungen
und iſt im Krankenhauſe bald darauf geſtorben. Weiß
war verheiratet.
Dalheim, 6. Juli. Geſtern mittag 3½ Uhr
enk=
gleiſte der Zug der Nebenbahn von Undenheim nach
Nierſtein vor der Station Dalheim. Ein Wagen fiel zur
Seite, der Weichenſteller konnte ſich noch retten, indem er
raſch zur Seite ſprang. Von Nierſtein wurde eine
Hilfs=
maſchine nebſt Perſonal nach Dalheim zur Freimachung
des Gleiſes verlangt.
Guntersblum, 6. Juli. Verunglückt iſt hier ein
Monteur der Schuckertwerke. Als er vom Ständer eines
Wagens abſpringen wollte, kam der junge 25jährige
Mann unter den Wagen und wurde überfahren.
Er erlitt ſehr ſchwere Verletzungen. Nach Anlegung
eines Notverbandes kam er ins Krankenhaus.
Friedberg, 5. Juli. Seit einigen Tagen weilt laut
Offenb. Ztg. Staatsanwalt Wehner von Gießen hier,
da eine Unterſuchung gegen den Direktor der
Landwirt=
ſchaftlichen Hauptgenoſſenſchaft, Männel, wegen
Bi=
lanzverſchleierung eingeleitet iſt. Die Anzeige
erfolgte anonym. Bereits der frühere Direktor Hirſchel
hatte ſich wegen Untreue vor Gericht zu verantworten
und war zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden,
wurde aber vom Großherzog begnadigt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Juli. Der Kaſſenbote
Haaſe von der American Expreß Company, der vor
mehreren Wochen 100000 Mark unterſchlug, ſtellte ſich
ſelbſt der Polizei. Nach ſeiner Angabe hielt er ſich
14 Tage in Teupitz auf, nachdem ihm in der erſten Nacht
94000 Mark von einem Mädchen geſtohlen wurden. Die
Polizei ſteht dieſen Angaben mißtrauiſch gegenüber und
nimmt an, daß er das Geld irgendwo ſicher deponiert hat.
Geſtern kam er von Köln hier an und fuhr im Automobil
zum Polizeipräſidium; die letzten 30 Mark will er für dieſe
Fahrt verwandt haben. — Geheimrat Profeſſor Keilhak
hat durch Unterſuchung feſtgeſtellt, daß das Sinken des
Waſſerſpiegels in den ſchönen waldumſäumten Seen des
Grunewalds und in der Umgebung der
Reichshaupt=
ſtadt auf das Pumpwerk des Charlottenburger
Waſſer=
werks zurückzuführen iſt. Infolgedeſſen erwägen das
Charlottenburger und das Berliner Waſſerwerk einen
Plan, um aus dem Wannſee durch Rohrleitungen die
Grunewald=Seen wieder aufzupumpen. — Geſtern
ereig=
nete ſich wieder eine Familientragödie. Die
25jährige Frau des Kutſchers Sehling in der
Schliemann=
ſtraße verſuchte geſtern nachmittag aus Nahrungsſorgen
ſich und ihre beiden Kinder durch Gas zu vergiften. Das
jüngſte Kind war, als man in die Wohnung eindrang,
ſchon tot. Frau Sehling wurde mit dem älteſten Kinde
nach dem Krankenhauſe gebracht, wo beide ſchwer
danieder=
liegen.
Mannheim, 6. Juli. Das Schwurgericht verurteilte
heute mittag nach zweitägiger Verhandlung den 21 Jahre
alten Maler Albert Hofherr aus Heidelberg wegen Mordes
zum Tode. Der Angeklagte hatte im März dieſes
Jahres in Heidelberg das Dienſtmädchen Anna Büchel,
mit der er ein Verhältnis hatte, das nicht ohne Folgen
blieb, in ſchwangerem Zuſtande in ſpäter Abendſtunde bei
einem Spaziergange in den Neckar geworfen. Der Grund
zur Tat war ein neues Verhältnis und weil er der
Er=
mordeten überdrüſſig war.
Leipzig, 5. Juli. Im Spionſageprozeß
Ei=
lers=Kling wurde heute nachmittag nach 4 Uhr das
Urteil verkündet. Eilers wurde wegen verſuchten
Verbrechens gegen den § 3 des Spionagegeſetzes zu vier
Jahren Zuchthaus Ehrverluſt und Zuläſſigkeit
von Polizeiaufſicht verurteilt, unter Anrechnung von
5 Monaten Unterſuchungshaft. Die Mitangeklagte Kling
iſt wegen Unterlaſſung der Anzeige gegen Eilers zu
ſechs Monaten Gefängnis verurteilt worden,
die durch die Unterſuchungshaft als verbüßt gelten.
Ei=
lers hatte auf Helgoland einen Fremden kennen gelernt,
dem er verſprach, geheim zu haltende Angaben zu
lie=
fern. Nach längerer Korreſpondenz hat er zwei
Zeich=
nungen auf Helgoland angefertigt und wollte ſie dem
Fremden übergeben, worauf er 100 Mark erhalten ſollte,
er wurde aber vorher in Berlin feſtgenommen. Die
Zeichnungen hatte er in der Wohnung der Mutter ſeiner
Braut, Olga Kling, aufbewahrt, wovon dieſe Kenntnis
erhielt, es aber unterließ, Anzeige zu erſtatten.
Oberhauſen, 5. Juli. Den Witwen der bei der
Schlagwettexexploſion auf der Zeche Oſterfeld
getöteten Bergleute hat die Direktion der Gute
Hoff=
nungshütte je ein Sparkaſſenbuch über 1000 Mark
über=
reicht.
Magdeburg, 5. Juli. Bei der Maſchinenfabrik R.
Wolf in Buckau ſind größere Unterſchlagungen
ines Kaſſenbeamten entdeckt worden, der
Spe=
kulationsverluſte erlitten, und dieſe durch
Kaſſenſchieb=
ungen verſchleiert hatte. Wie ein hieſiges Blatt angibt,
ſollen dieſe Unterſchlagungen 250000 Mark betragen, nach
einer Mitteilung der Firma ſelbſt ſind ſie bedeutend
nied=
riger.
Neubrandenburg, 6. Juli. Bei Gertzendorf wurde ein
auf den Schienen ſpielendes zweijähiges Kind eines
Bahnwärters geſtern nachmittag von einem D=Zuge
erfaßt und tot gegen die Böſchung geſchleudert.
Reichenberg in Böhmen, 6. Juli. Das Automobil
des Ritters Selchow aus Rudnig (Kreis Ratibor),
über=
fuhr in Bad=Wurzelsdorf im Iſergebirge einen Knaben,
der bald darauf ſeinen Verletzungen erlag. Gegen Selchow
wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Kiew, 5. Juli. Im Ritualmordprozeß
an=
nullierte der Appellhof gemäß dem Antrag des
Bezirks=
gerichts den Beſchluß, gegen den Juden Beilis Anklage zu
erheben, und ordnete eine neue Unterſuchung des Mordes
an dem Knaben Juſchtſchinski an.
Latrobe (Pennſylvania), 6. Juli. In der Nähe von
Ligonier fuhr ein Güterzug der Ligonier Valley=
Eiſenbahn auf einen Perſonenzug. 18
Perſo=
nen wurden getötet. Die übrigen wurden bis
auf einen verletzt, darunter mehrere lebensgefährlich.
VIII. ordentliche evangeliſche Landesſynode.
13. Sitzung.
St. Darmſtadt, 6. Juli.
Die 13. Sitzung wird durch ein von Dekan Jaudt
geſprochenes Gebet eingeleitet.
Präſident D. Stamm macht vor Eintritt in die
Tagesordnung Mitteilungen über die Geſchäftslage.
Da=
nach wird die Tagung bei jeglicher Ausnutzung der Zeit
bis zum Donnerstag nächſter Woche dauern.
Erſter Gegenſtand der heutigen Sitzung iſt „Die
Herausgabe einer heſſiſchen
Kirchen=
kunde.” Syn. Wagner begründet eingehend die
Vor=
lage. Den Wert einer Kirchenkunde, wie ſie bisher für
einzelne deutſche Landeskirchen ſchon erſchienen iſt, auch
für die evangeliſche Landeskirche des Großherzogtums
Heſſen, erkennt der Ausſchuß mit Großh. Oberkonſiſtorium
vollſtändig an. Eine ſolche Darſtellung des geſamten
kirchlichen Lebens nach ſeiner hiſtoriſchen Entwickelung
und tatſächlichen Geſtaltung dürfte bei richtiger Auswahl
und Darbietung des Stoffes nicht bloß den Theologen,
namentlich den jüngeren, ſpeziell auch für Lehrzwecke des
Prediger=Seminars, gute Dienſte leiſten, ſondern könnte
auch ein Buch der Belehrung für jeden ſein, der für das
kirchliche Leben Heſſens ſich intereſſiert oder pflichtmäßig
zur Mitarbeit daran berufen iſt.
Der Ausſchuß beantragt deshalb: „Die
Sy=
node wolle aus den Ueberſchüſſen der Rechnungsperiode
1910/14 für die Herausgabe einer Kirchenkunde für die
evangeliſche Landeskirche des Großherzogtums Heſſen
eine Zuwendung von 1000 Mark bewilligen.” — Der
An=
trag wird ohne Debatte angenommen.
Der Syn. Marx ſtellt den Antrag: „Die
Landes=
ſynode wolle Großh. Oberkonſiſtorium erſuchen, die
Her=
ausgabe eines Geſangbuches vorzubereiten,
das durch beſſeres Papier, ſchöneren Druck und
Bild=
ſchmuck den geſteigerten äſthetiſchen Anſprüchen unſerer
Zeit genügt und die Freude am Geſangbuche in unſerem
Volke zu erhöhen geeignet iſt.”
Das Oberkonſiſtorium hat ſich ſehr eingehend zu dem
Antrag geäußert, und zwar in zuſtimmendem Sinne unter
Erörterung aller Rückſichten, die beſonders in finanzieller
Hinſicht zu nehmen ſind, wenn man die Freude am
Ge=
ſangbuch in unſerem Volke erhöhen will. In der
ein=
gehenden Beſprechung, an der auch der Antragſteller
teilnahm, wurde allgemein die Verbeſſerungsbedürftigkeit
der heutigen Geſangbuchsausgabe anerkannt. Auch
be=
züglich des Umfanges der erforderlichen Verbeſſerungen
war man im allgemeinen einig; es ſoll nicht eine
Prunk=
ausgabe geſchaffen werden, vielmehr ſollen ſich die
Aen=
derungen im weſentlichen auf Papier und Druck, vielleicht
mit in beſcheidenen Grenzen gehaltenem Buchſchmuck,
be=
ſchränken, womöglich aber künftig nur Ausgaben mit
Noten veranſtaltet werden. Eine weſentliche Erhöhung
des Preiſes ſoll unbedingt vermieden werden. Indeſſen
erachtet ſich der Erſte Ausſchuß nicht zuſtändig, der
Lan=
desſynode ins einzelne gehende Vorſchläge zu machen, hat
vielmehr — mit Zuſtimmung Großh. Oberkonſiſtoriums
— beſchloſſen, zu beantragen: „Hohe Synode wolle
einen Sonderausſchuß mit der Prüfung „und endgültigen
Entſcheidung” der Angelegenheit beantragen.”
Auf Antrag des Syn. Eger werden die Worte „und
endgültige Entſcheidung” geſtrichen, damit der Synode
ſelbſt das letzte Wort zu ſprechen bleibt. — Der Antrag
wird im übrigen angenommen.
Zur Einführung des Einzelkelches in
der Paulusgemeinde Darmſtadt und in der
Evangliſchen Gemeinde Friedberg liegen der Synode
die diesbezüglichen Statuten zur Genehmigung vor. In
dem Statut der Paulusgemeinde heißt es u. a.:
1. Die ſeitherigen Abendmahlsfeiern mit dem ſogen.
ge=
meinſamen Kelch bleiben von der Einführung des
Einzel=
kelches unberührt. 2. Vorläufig ſollen zwei weitere Feiern
Feuilleton.
ml. Von der „drahtloſen Telegraphie” der
Kongo=
reger. Im Kongoſtaat iſt, wie gemeldet, in dieſem
Früh=
juhr ein radiographiſches Netz geſchaffen worden, das
die durch Hunderte von Meilen Sümpfe und Urwald
ge=
trennten Stationen der Europäer mit Hilfe der
draht=
loſen Telegraphie verbindet. Die Eingeborenen ſind
be=
kanntlich ſchon längſt im Beſitze eines Syſtems der
draht=
loſen Verſtändigung, der ebenſo einfachen wie praktiſchen
„Trommelſprache” die gerade im Kongogebiet zu
beſon=
derer Vollendung gediehen iſt. Franzöſiſche
Forſchungs=
reiſende haben zuerſt beobachtet und beſchrieben, wie
Neuigkeiten aus dem Innern in kürzeſter Zeit den
Han=
delshäfen an der Küſte übermittelt wurden. Die Neger
bedienen ſich zu dieſem Zwecke der verſchiedenſten
Inſtru=
nente wie Hörner, Tamtams und Pfeifen. Die Hörner
ſutd ausgehöhlte Elefantenzähne, bei denen an der Seite
ein Mundſtück angebracht iſt. Dieſe Trompeten ſind
ge=
wöhnlich ſehr lang; es laſſen ſich auf ihnen ſieben
verſchie=
dene Töne hervorbringen, indem man das Mundſtück mit
Korken von unterſchiedlicher Länge zupfropft. Das
ge=
wöhnliche Tamtam iſt ein ausgehöhltes Stück Holz, über
das ein Ziegenfell geſpannt wird. Einige Beiſpiele
mögen die Leiſtungen illuſtrieren, zu denen die Neger mit
Hilfe ihrer „drahtloſen” Telegraphie fähig ſind. Der
Poſt=
kommandant von Stanley Falls erhielt einmal von dem
Bewohner eines benachbarten Dorfes die Mitteilung, daß
zwei Tage zuvor ein Proviantzug 180 Meilen den Kongo
abwärts angegriffen worden ſei. Als die Karawane eine
Woche ſpäter eintraf, konnte ſie die Nachricht teilweiſe
be=
ſtätigen. Sie hatte ſich tatſächlich zu der angegebenen Zeit
an dem betreffenden Orte aufgehalten; aber die Schüſſe
die von den Negern als ein Kampf mit einer
Räuber=
bande ausgelegt worden waren, hatten nur vier Anti=
lopenherden gegolten. Als einige Zeit darauf ein
Be=
amter des Kongoſtaates in der Nähe der Fälle einen
Un=
all erlitt, gelangte die Nachricht davon ſchon am nächſten
Morgen bis zu einem 186 Meilen entfernten Ort. Der
Bengala=Stamm bedient ſich einer Art von Kylophon mit
vier Noten, mit deſſen Hilfe die Eingeborenen auf viele
Meilen telegraphiſche Geſpräche führen. — Unter den
Ba=
ſutos beobachtete endlich ein amerikaniſcher Miſſionar
daß ein Häuptling dem anderen Botſchaften über Sieg
oder Niederlage auf telegraphiſchem Wege zu ſenden
ver=
mochte. Die Baſutos höhlen dazu einen großen Kürbis
aus und laſſen ihn gründlich trocknen. Dann ſpannen ſie
ein Ziegenfell, das ſo hart und dünn iſt wie Pergament,
iber die Höhlung. Wenn das Inſtrument mit einem
Trommelſtock geſchlagen wird, gibt es einen Ton, der bis
zu einer Entfernung von fünf bis acht Meilen deutlich zu
ernehmen iſt. In jedem Dorf exiſtiert eine Anzahl
Kund=
chafter, die mit dem Gebrauch der Kürbistrommel
Be=
ſcheid wiſſen. Es exiſtiert ein richtiges afrikaniſches
„Morſe=Alphabet” in dem jeder Laut durch eine gewiſſe
Kombination von Tönen ausgedrückt werden kann. Der
Schall der Trommel geht über die Täler und Schluchten
bis ins nächſte Dorf, wo ein anderer Kundſchafter ihn
auffängt und deutet. Soll die Nachricht einem noch
wei=
ter entfernten Ort übermittelt werden, dann wiederholt er
ie auf ſeiner Trommel, und ſo wird die Meldung immer
weiter gegeben, bis ſie in verhältnismäßig ſehr kurzer
Zeit, ihr Ziel erreicht hat.
C. K. Der größte Bauſtein der Welt. Zu Baalbec in
Syrien, in der Nähe des alten Sonnentempels, liegt ein
rieſiger Steinblock, der den Anſpruch erheben darf, der
größte Bauſtein zu ſein, der jemals behauen worden iſt.
Der gewaltige Monolith, deſſen Gewicht auf 1500 Tonnen
geſchätzt wird, iſt 69 Fuß lang, 14 Fuß breit und 17 Fuß
hoch. Die Archäologen nehmen an, daß dieſer Rieſenſtein
on den Baumeiſtern des Altertums dazu beſtimmt war,
den nun in Trümmern liegenden Sonnentempel zu zieren.
In den mächtigen Mauerwerken des Baues befinden ſich
noch heute Steine von ähnlichen Dimenſionen, die nach
ſorgfältigen Meſſungen 63 Fuß Länge und 13 Fuß Höhe
haben. Freilich, an den einſamen Steingiganten, der
heute inmitten der großartigen Trümmer als der ſtolzeſte
Zeuge antiken Baugeiſtes ruht, reicht keiner heran. Mit
dieſen Rieſenſteinen ſind merkwürdige Probleme der
Technik des Altertums verknüpft. Die Steine ſind in den
Mauern in einer Höhe von 19 Fuß über dem Erdboden
angebracht; aber keine Spur von irgend welcher
Zemen=
tierung kann man entdecken; die Steine ſind ſo ſorgfältig
behauen und geglättet, daß die Fugen erſt nach einem
minutenlangen Suchen entdeckt werden können; ſo eng
liegen die Steine aufeinander, daß es nicht möglich iſt,
die Schneide eines ſchmalen Meſſers dazwiſchen zu
brin=
gen. Wie dieſe Blöcke heraufgeſchafft, wie dieſe Bauten
gefügt wurden, das iſt ein noch ungeklärtes Geheimnis,
das die Architektur der Antike der Gegenwart aufgibt.
— Das feinſte Zimmer. Ein Pariſer Bild aus der
Reiſezeit: Das Hotel iſt das eleganteſte und luxuriöſeſte
Rendezvous der vornehmen Welt, das es in der „
Licht=
ſtadt” gibt. Ein Auto mit dem Sternenbanner fährt vor;
der reiche Amerikaner, der ihm entſteigt, iſt reicher als alle
anderen. Er wünſcht ein Appartement und erklärt kurz:
„Das Beſte, was Sie haben.” Man zeigt ihm das Beſte.
Preis? 500 Francs. „Haben Sie nichts Teureres . 2=
„Aber gewiß.” „Wieviel?” . 800 Francs.” „Nehme
ich.‟ Das Apartement für 800 Francs iſt die getreue
Wie=
derholunng deſſen für 500. Es war eben das Beſte. Aber
das zweite war teurer. Und das war entſcheidend für
den Millionär. Es gibt eben eine Nuance der Feinheit,
die dem gewöhnlichen Sterblichen abgeht und die dem
reichen Amerikaner im Blute liegt: das Feinſte iſt das
Teuerſte.
mit Einzelkelch zugefügt werden, eine im Herbſt und eine
zweite kurz vor oder nach der Konfirmationsfeier. Doch
behalten ſich Kirchenvorſtand und Gemeindevertretung
vor, je nach Bedürfnis die Zahl der Feiern mit
Einzel=
kelch zu vermehren. 3. Die erforderlichen Kelche werden
von der Gemeinde angeſchafft und ſollen nach Form,
Größe und Ausſtattung gleich ſein. Kelche aus
Privat=
beſitz werden nur zugelaſſen, wenn ſie den im Beſitze der
Kirche befindlichen gleich ſind.
Der Dritte Ausſchuß beantragt nach dem
Bericht des Syn. Herrmann: 1., nachdem er durch
Er=
klärung des Pfarramtes der Paulusgemeinde in
Darm=
ſtadt feſtgeſtellt hat, daß unter den in § 3 des Statuts als
„Kelche aus Privatbeſitz” bezeichneten Abendmahlsgefäßen
ſolche gedacht ſind, die zwar von einzelnen
Gemeindeglie=
dern geſtiftet wurden, aber nach Material und Form
ge=
nau den von der Gemeinde ſelbſt beſchafften entſprechen,
kein beſonderes Erkennungszeichen tragen, nicht für den
alleinigen Gebrauch des Stifters reſerviert ſind, und in
Verwahrung der Gemeinde gehalten werden: die Synode
wolle das Gemeindeſtatut der Paulusgemeinde betreffend
Einführung des Einzelkelches genehmigen; — 2.
desglei=
chen der Gemeindeordnung der Evangeliſchen Gemeinde
Friedberg in gleichem Betreff die Genehmigung erteilen.
Nach kurzer Debatte ſtimmt die Synode zu.
Debattelos ſtimmt die Synode zu den Vorlagen des
Oberkonſiſtoriums betr. Errichtung einer zweiten
evange=
liſchen Pfarrſtelle in Langen, Ablöſung der Gemeinden
Harbach und Lindenſtruth von Veitsberg, und
Errichtung einer ſelbſtändigen Filialgemeinde
Würz=
berg im Filialverhältnis zu Michelſtadt.
Die Vorlage des Oberkonſiſtoriums betr. die
Er=
richtung einer Pfarrei an den
Krankenan=
ſtalten zu Gießen, die auch der Großherzog
geneh=
migt hat, erfährt eine eingehende Begründung durch den
Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel und
Oberkonſiſtorial=
rat D. Peterſen. — Berichterſtatter iſt Syn. D.
Herr=
mann:
Die Stadt Gießen zählt über 25000 evangeliſche
Ein=
wohner, die in vier Gemeinden von ebenſo vielen
Pfar=
rern bedient werden. Daß dieſe neben ihren Predigt=
Unterricht= und Seelſorgeverpflichtungen und der
ſonſti=
gen intenſiven Gemeindearbeit, wie ſie ſtädtiſche
Verhält=
niſſe erfordern, nicht auch noch die in der Zahl von
jähr=
lich zirka 8000 in den Kranken= und Pflegeanſtalten
der Stadt weilenden Evangeliſchen mitverſorgen können,
wie dies früher bei den kleineren Verhältniſſen möglich
war, iſt klar. Die Arbeit des Anſtaltspfarrers iſt ſchon
jetzt ſo umfangreich, daß die Tatſache eines dauernden
Bedürfniſſes nicht mehr beſtritten werden kann. Der zur
Zeit amtierende Geiſtliche hat im Jahre 1908/09 für die
in den Kliniken und im Siechenhaus im durchſchnittlichen
Beſtand von täglich 850 ſich aufhaltenden Evangeliſchen
133 Gottesdienſte und 66 Bibelſtunden gehalten; er hat
ferner etwa 400 Taufen in der Entbindungsanſtalt und
zirka 50 Beerdigungen, dazu eine ſeine Pfleglinge
betref=
fende Korreſpondenz von über 200 Nummern — alles in
allem alſo eine Arbeit, die eine volle Kraft dauernd
be=
anſprucht, und die die Verpflichtungen vieler
Gemeinde=
pfarrer weit überſteigt. Die Notwendigkeit der Schaffung
einer beſonderen Pfarrei an den Gießener Kranken= uſw.
Anſtalten darf an der Frage der Fundierung dieſer Stelle
nicht ſcheitern. Die Gemeinde Gießen hat ſich ihrer Pflicht
gegen die zu gründende Pfarrei, die immerhin eine
Pfar=
rei ihres Ortes ſein und auch zahlreichen ihrer eigenen
Glieder dienen wird, nicht entzogen und einen jährlichen
Zuſchuß zur Verfügung geſtellt. Das gleiche haben der
Staat und die Provinz getan. Wenn nun trotzdem die
Hauptlaſt auf der Landeskirche ruhen wird, ſo handelt ſich
es eben auch um eine Pfarrei mit Ausnahmecharakter,
die den Gliedern einer jeden einzelnen Gemeinde des
gan=
zen Landes zu dienen berufen ſein kann. Der Dritte
Ausſchuß beantragt daher in Uebereinſtimmung
mit der oberſten Kirchenbehörde:
„Die Synode wolle der Errichtung einer Pfarrei an
den Krankenanſtalten in Gießen ihre Zuſtimmung
erteilen.”
An der ausgedehnten Debatte beteiligen ſich die Syn.
D. Schloſſer, D. Eger, der Ueberweiſung an den
Geſetzgebungsausſchuß beantragt, was abgelehnt wird,
Präſident D. Nebel, nochmals der Berichterſtatter
D. Herrmann, Dr. Dieckmann, Widmann,
Marx, Jacob, und mehrere Zweitredner. Dann
wird Antrag auf Schluß der Debatte geſtellt und
angenommen. Danach wird der Ausſchußantrag
angenommen mit einem vom Finanzausſchuß
eingebrach=
ten und vom Dritten Ausſchuß übernommenen
Vor=
behalt, nach dem der vom Staat geleiſtete Zuſchuß für
zu gering erachtet wird und eine Erhöhung mindeſtens bei
einer Vergrößerung der Kliniken erwartet wird.
Ueber die Vorlage Großh. Oberkonſiſtoriums, die
Gründung einer Pfarrei Deckenbach betr.,
erſtattet Synonaldabgeordn. Schmidt=Schlitz Bericht.
Der Ausſchuß beantragt unter Bezugnahme auf
die Darlegung Großh. Oberkonſiſtoriums und in
Ueber=
einſtimmung mit dieſer: „Hohe Synode wolle in die
Auf=
teilung der Pfarrei Ober=Ofleiden in zwei Pfarreien in
der Art einwilligen, daß 1. die Pfarrei Ober=Ofleiden
künftig aus den Gemeinden Ober=Ofleiden, Nieder=
Oflei=
den, Gondershauſen und Haarhauſen; 2. die Pfarrei
Deckenbach künftig aus den Gemeinden Deckenbach,
Hön=
ingen, Büßfeld und Schadenbach beſteht.” — Die Synode
ſtimmt dem zu.
Ueber die Vorlage Großh. Oberkonſiſtoriums,
Tren=
nung der Gemeinde Herchenrode von dem
Kirchſpiel Neunkirchen und Zuteilung
der=
ſelben zu dem Kirchſpiel Ernſthofen betreffend
erſtattet Synodalabgeordn. D. Dr. Diehl Bericht. Der
Dritte Ausſchuß hat durch die Darlegungen Großh.
Ober=
konſiſtoriums vom 3. Juni dieſes Jahres die
Ueberzeug=
ung gewonnen, daß die beantragte Aenderung im
Inter=
eſſe der beſſeren Befriedigung der kirchlichen Bedürfniſſe
der Gemeinde Herchenrode wünſchenswert erſcheint und
beantragt da rechtliche oder tatſächliche Bedenken
nicht obwalten: „Hohe Synode wolle der Trennung der
Gemeinde Herchenrode von dem Kirchſpiel Neunkirchen
und ihrer Zuteilung zu dem Kirchſpiel Ernſthofen die
Ge=
nehmigung erteilen.” — Auch dem ſtimmt die Synode
debattelos zu.
Ueber die Vorlage Großh. Oberkonſiſtoriums, die
Bildung einer ſelbſtändigen, im
Filial=
verhältnis zu Burg=Gräfenrode ſtehenden
Kirchengemeinde Ilbenſtadt betr., berichtet
Synodalabg. Sack: Da mit der Bildung einer
ſelbſtändi=
gen Evangeliſchen Kirchengemeinde der evangeliſche
Pfarrer Sitz und Stimme im Gemeindeſchulvorſtand hat,
ein Recht, das in einer überwiegend katholiſchen
Ge=
meinde auch von Bedeutung werden kann, ſo beantragt
unter Würdigung all dieſer Gründe der Dritte Ausſchuß
in Uebereinſtimmung mit Hoher Kirchenbehörde: „Die
Synode wolle der Bildung einer ſelbſtändigen
Kirchen=
gemeinde Ilbenſtadt im Filialverhältnis zu Burg=Grä=
fenrode ihre Zuſtimmung erteilen.” — Der Antrag wird
angenommen.
Ein Antrag des Synodalabgeordn. Marx, die
Epiphaniaskollekte betreffend, lautet: „Hohe
Landesſynode wolle beſchließen: Großh. Oberkonſiſtorium
zu erſuchen, das Beſtimmungsrecht über die Zuwendung
der Epiphaniaskollelte an eine Miſſionsgeſellſchaft in
Zu=
kunft, wie es in anderen Landeskirchen auch der Fall iſt,
den Kirchenvorſtänden der gebenden Gemeinden zu
über=
laſſen. Die Einſammlung und Verteilung der Kollekte
ſoll wie ſeither durch die Dekanate und das
Oberkonſiſto=
rium geſchehen.”
Syn. Marx begründet ſeinen Antrag eingehend.
Oberkonſiſtorialrat Euler vertritt den
ablehnen=
den Standpunkt der Kirchenbehörde, die dabei von
fol=
genden Erwägungen ausgeht: Hat der Kirchenvorſtand
das Beſtimmungsrecht über die Verwendung der
Epipha=
niaskollekte, ſo wird naturgemäß in den weitaus meiſten
Fällen der Ortsgeiſtliche — als hauptſächlicher
Trä=
ger und Förderer des Miſſionsſinnes in der
Ge=
meinde — je nach ſeinem Standpunkt oder
ſei=
ner Neigung ſeinen beſtimmenden Einfluß
gel=
tend machen. Die Geiſtlichen aber kommen und gehen,
auch die Zuſammenſetzung des Kirchenvorſtandes wechſelt,
und es iſt darum zu befürchten, daß ſich eine gewiſſe
Un=
ſtetigkeit geltend machen wird; ja, daß vielleicht das
Miſ=
ſionswerk, das für die Heidenwelt ein Werk des Friedens
ſein ſoll, zur Partei= und Kampfesſache werden kann.
Von einem auf die Gemeinden ausgeübten Zwang
kann nicht gut geredet werden, da es ja nach
den Beſtimmungen des Ausſchreibens vom 11.
No=
vember 1864 jedem Geber völlig freiſteht, ſeine
Gabe der Miſſionsanſtalt zuzuwenden, für die er
beſon=
deres Intereſſe hat. Der Ausſchuß, für den Syn.
Wahl=Schlitz referiert, erachtet es zur Zeit nicht für
empfehlenswert, eine Aenderung der beſtehenden
Einrich=
tung herbeizuführen. Der Ausſchuß iſt mit dem
Oberkon=
ſiſtorium der Anſicht, daß das Miſſionswerk ein Werk des
Friedens ſein ſoll, das möglichſt unabhängig von der
wechſelnden Stimmung der Geiſtlichen und der von ihnen
geführten und beeinflußten Gemeinden als ein Werk des
Herrn betrieben werden muß. Die Konfeſſion und
Eigen=
art der Miſſionsanſtalten und der von ihnen
ausgeſand=
ten Miſſionare darf ſchon ohne Gefährdung des
Miſſions=
zweckes eine verſchiedenartige ſein; aber es würde den
Miſſionsſinn in den chriſtlichen Gemeinden nicht beleben
und fördern, wenn je nach dem Standpunkt und der
Neig=
ung der wechſelnden Geiſtlichen den Gemeinden bald
dieſe, bald jene Miſſionsanſtalt als beſonders
ünterſtütz=
ungsbedürftig empfohlen werden würde. Der
Aus=
ſchuß beantragt daher, Synode wolle den Antrag
Marx ablehnen.
Zu der Debatte ſprechen die Syn. Hainer
D. Schloſſer Wahl. — Der Ausſchußantrag wird
angenommen. Ein neuer Antrag des Syn. Walter,
eine zweite jährliche Landeskirchen=Kollekte für
die Heidenmiſſion anzuordnen, wird vom
Oberkonſiſto=
rialrat Euler ablehnend behandelt, doch will das
Ober=
konſiſtorium der Tendenz des Antrages Rechnung tragen,
indem ſie auf Erſuchen des Kirchenvorſtandes lokale
Kol=
lekten bewilligt. — Damit ſchließt die Sitzung.
Nächſte Sitzung Montag 9 Uhr.
Parlamentariſches.
* Die Erſte Kammer der Stände tritt
Mittwoch, den 10. Juli, vormittags 10 Uhr, zu
ihrer ſechſten Sitzung zuſammen. Auf der
Tagesord=
nung ſtehen folgende Gegenſtände: 1. Regierungsvorlage
über die Dienſtbezüge der Staatsbeamten und
Volksſchul=
lehrer und ihrer Hinterbliebenen, ſowie die
Deckungs=
mittel betreffend, insbeſondere a) Geſetzentwurf, die
Dienſtbezüge der Staatsbeamten und Volksſchullehrer und
ihrer Hinterbliebenen, ſowie die Deckungsmittel betreſſend,
b) Geſetzentwurf, die Abänderung des Geſetzes vom 21.
Juli 1900 und 30. Oktober 1905 über die Witwen= und
Waiſenkaſſe der Volksſchullehrer, e) Geſetzentwurf zur
Ab=
änderung des Geſetzes, die Erhebung von Zuſchlägen zur
Reichserbſchaftsſteuer vom 30. März 1907, d)
Geſetzent=
wurf, die Abänderung des Geſetzes über den
Urkunden=
ſtempel vom 12. Auguſt 1899 in der Faſſung der
Bekannt=
machung vom 24. März 1910 betreffend, e)
Regierungsvor=
lage, die Erhöhung der Zivilliſte Seiner Königlichen
Ho=
heit des Großherzogs betreffend, k) Initiativanrrag
be=
treffend Entwurf eines Geſetzes über die Abänderung des
Geſetzes, die Beſoldungen der Staatsbeamten vom 9. Juni
1898 betreffend; 2. Regierungsvorlage, betreffend
Geſetzent=
wurf über die Tilgung der Staatsſchuld; 3.
Regierungs=
vorlage, betreffend Abtretung von Wegparzellen des
Großherzogtum=Landeseigentums in der Gemarkung
Gernsheim; 4. Regierungsvorlage, betreffend Summariſche
Ueberſicht der Einnahmen und Ausgaben der
Staatsſchul=
denverwaltung für 1908; 5. Regierungsvorlage, betreffend
Summariſche Ueberſicht der Einnahmen und Ausgaben
der Großh. Landeskreditkaſſe in der Finanzperiode 1906
und 1907; 6. Regierungsvorlage, Verkauf eines
Gelände=
ſtreifens des Großherzogtum=Landeseigentums an die Stadt
Groß=Umſtadt betreffend; 7. Regierungsvorlage, Verkauf
des fiskaliſchen Hofgutes Neu=Ulrichſtein betreffend.
* Der Zweiten Kammer iſt eine
Regier=
ungsvorlage, betreffend Geſetzentwurf, den Bau
einer Verbin dungsbahn von Rüdesheim
(Geiſenheim) nach Sarmsheim (Ockenheim),
zuge=
gangen. Danach ſoll die Regierung ermächtigt werden,
den Betrag von 2018000 Mark für den Bau einer
zwei=
gleiſigen Eiſenbahnſtrecke zu verwenden, die von der
rechts=
rheiniſchen Bahn bei Rüdesheim abzweigt, den Rhein mit
einer feſten Brücke überſchreitet und bei Sarmsheim in die
Rhein=Nahebahn einmündet, ſowie mit der Bahn Gau=
Algesheim=Münſter am Stein bei Ockenheim verbunden
wird. Der genannte Betrag ſoll im Sinne der Vorſchrift
des Staatsvertrags zwiſchen Heſſen und Preußen über die
gemeinſchaftliche Verwaltung des beiderſeitigen
Eiſen=
bahnbeſitzes vom 23. Juni 1896 der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemeinſchaft zur Verfügung geſtellt werden.
Die ganze Strecke Rüdesheim-Sarmsheim wird 8,8
Kilo=
meter lang, wovon 5,9 Kilometer auf heſſiſches und 2,9
Kilometer auf preußiſches Gebiet zu liegen kommen. Die
Abzweigung bei Ockenheim wird 2 Kilometer, diejenige
bei Geiſenheim 0,95 Kilometer lang. Die Koſten der
pro=
jektierten Bahnanlagen haben vorerſt nur auf Grund
all=
gemeiner Vorarbeiten ermittelt werden können und
betra=
gen danach für die Stammlinie Rüdesheim-Sarmsheim
9863000 Mark. Von dieſem Betrag fallen nach dem oben
angegebenen Maßſtab auf das Reich 7397000 Mark und
auf Heſſen und Preußen zuſammen 2 466000 Mark. Dem
Anteil jedes der beiden Staaten treten für Heſſen die
Koſten für die Kurve bei Ockenheim mit 850000 Mark und
für Preußen diejenige der Kurve bei Geiſenheim mit
835000 Mark noch hinzu.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Düſſeldorf, 6. Juli. Der erſte deutſche
Marinekongreß in Düſſeldorf wurde heute
vormit=
tag um 9 Uhr unter ſtarker Beteiligung mit dem 22.
Ab=
geordnetentage der Vercſinigung deutſcher
Marinever=
eine im Ritterſaale der Städtiſchen Tonhalle eröffnet,
Der erſte Vorſitzende der Vereinigung, Konteradmiral
z. D. Thiele eröffnete die 22. Tagung mit einer
An=
ſprache und brachte ein dreimaliges Hipp=Hipp=Hurral
auf den Kaiſer dar An den Kaiſer wurde telegraphiſch
eine Ergebenheitsadreſſe geſandt. Vertreten waren, wie
der Namensaufruf ergab, 150 Vereine mit 247 Stimmen.
Nach dem Jahresbericht beträgt die Zahl der
angeſchloſ=
ſenen Marinevereine 229 mit 12945 ordentlichen und
5316 außerordentlichen Mitgliedern. Unterſtützung wurde
an die Hinterbliebenen verſtorbener Kameraden in Höhe
von 30 250 Mark gewährt. Das Vermögen iſt von 18000
auf 65500 Mark angewachſen. Die Erhebung einer
Extraumlage war nicht erforderlich. Der Bericht beton
die Tätigkeit der Marinevereine auf dem Gebiete der
Ingendpflege, der Rekrutenfürſorge und der
Reſerviſten=
gewinnung und ſtellt das beſte Einvernehmen im Verkehr
mit den oberſten Organen der kaiſerlichen Marine, des
Kriegervereinswieſans und aller Behörden feſt.
Be=
ſchloſſen wurde u. a., daß der Vorſtand hilfsbedürftigen
Mitgliedern und Hinterbliebenen Unterſtützungen bis zu
250 Mark gewähren und auch außerordentlichen Mitglien
dern Beihifen zuwenden kann, ſoweit Mittel vorhanden
ſind.
* Düſſeldorf, 7. Juli. Heute vormittag fand
die Hauptverſammlung des geſchäftsführenden Aus
ſchuſſes des Deutſchen Flottenvereins für die
Rheinprovinz ſtatt. Großadmiral von Köſter führte in
einer längeren Rede aus, er ſei zu der Ueberzeugung ges
kommen, daß auch die Luftſchiffahrt in immer engere
Beziehungen zur deutſchen Marins trete. Der
Flotten=
verein halte unentwegt an ſeinem Programm feſt, das
eine ſtrikte Durchführung des Flottengeſetzes von 1910
bedeute. Am Nachmittag fand unter dem Befehl des
Konteradmirals Thiele eine glänzende Parads von 215
Marinevereinen mit 10000 Mitgliedern ſtatt, wobel
Köſter eine zündende Anſprache hielt. Abends
verſam=
melten ſich die Teilnehmer zu dieſem Feſtakt in der
Ton=
halle.
Luftfahrt.
H. B. Berlin, 6. Juli. Der bekannte Flieger
Hirth iſt heute früh vom Flugplatz Johannisthal mit
ſeinem Freunde Ende als Paſſagier um 3,45 Uhr zu
einem Ueberlandflug aufgeſtiegen und
um 5,25 Uhr auf dem Flugplatz Lindenthal bei Leipzig
glatt gelandet. Am morgigen Sonntag gedenkt Hirth
von Leipzig nach Dresden zu fliegen, wo er an
Schau=
flügen teilnehmen will.
* Cannſtatt, 6. Juli. Die beiden Straßburger
Offiziersflieger, die vorgeſtern auf einer Rumpler=Taube
hierher geflogen waren und geſtern früh durch den Nebel
an der Fortſetzung ihres Fluges nach München
verhin=
dert worden waren, ſind geſtern abend ¾47 Uhr auf dem
Exerzierplatz wieder aufgeſtiegen, obgleich ein
ziem=
lich heftiger Oſtwind wehte. Sie nahmen die Richtung
auf das Neckartal und über die Alb und paſſierten um
Uhr Gosbach mit der Richtung auf Ulm. Ihren Plan
nach Ulm zu fliegen und auf der Friedrichsau zu landen
konnten die Flieger jedoch nicht ausführen, da ſie infolge
Motordefektes gezwungen waren, eine Notlandung von
zunehmen. Die Landung erfolgte ohne Unfall 3 Kilometel
ſüdlich von Türkheim (Oberamt Geißlingen). Einer der
beiden Flieger erklärte heute früh, daß die Landung glatt
erfolgt ſei und ohne jeden Unfall in einem Kornfelde von
ſtatten ging. Die Maſchine hakte ſich auf dem Felde feſt,
wurde aber nur ganz leicht beſchädigt. Das Befinden der
Flieger, die die Nacht in Türkheim zubrachten, iſt vorzüg
lich. Ob das Flugzeug heute wieder flugbereit iſt, kann
zur Zeit noch nicht geſagt werden. Von Stuttgart wurden
ſchon geſtern abend die begleitenden Monteure nach
Türk=
heim beordert, um den Motorſchaden gründlich zu unter
ſuchen. Erſt wenn dies geſchehen iſt, wird der Zeitpunkt
für die Fortſetzung feſtgeſetzt werden können.
* Geislingen, 6. Juli. Bei den beiden Fliegern,
Oberleutnant Hantelmann und Palmer, die geſtern
bei Türkheim eine Notlandung vornehmen mußten, ſind
heute morgen die beorderten Monteure eingetroffen. Eine
genaue Unterſuchung der Rumpler=Taube ergab, daß bei
der Landung in dem Kornfeld ein Propellerflügel
ſchwe=
rere Beſchädigungen erlitten hat, als zuerſt angenommen
wurd. Auf freiem Felde iſt die Reparatur nicht
vorzu=
nehmen und die Piloten ſind daher gezwungen, ihr
Flug=
zeug durch ein von den Daimler=Werken in Cannſtatt
requiriertes Laſtautomobil dorthin ſchaffen zu laſſen und
ihre Flugpläne vorläufig aufzugeben.
* Hannover, 7. Juli. Das Luftſchiff „Viktorig
Luiſe”, auf der Fahrt von Hamburg nach Hannover,
landete um 9 Uhr 55 Minuten nach einer großen
Schlei=
fenfahrt über der Stadt und der Eilenriede auf dem
vor=
geſehenen Landungsplatz, dem Großen Bult. Das
Luft=
ſchiff ſtieg in Hamburg um 6 Uhr 20 Minuten unter
Führung des Kapitäns Blew auf. In der Gondel
be=
fanden ſich noch Kapitänleutnant Panne, vier Monteure,
zwei Steuerleute und ſechs Paſſagiere. Die Fahrt ging
über Bremen, Hoya und Nienburg. Das Luftſchiff ſtieg
um 10 Uhr 12 Minuten mit zehn Paſſagieren zur
Rück=
fahrt nach Hamburg wieder auf. Es ſchlug nach einer
Schleifenfahrt die Richtung nach dem Norden ein. Unter
den Paſſagieren befanden ſich Polizeipräſident v.
Becke=
rath, Major v. Hertell, Oberſt v. Engelbrecht und
Ober=
regierungsrat Budde. Das Luftſchiff „Viktoria Luiſet
berührte auf der Rückfahrt Lehrte, Celle, Münſter und
Winſen, traf um 12 Uhr 30 Minuten über Hamburg
ein und landete um 12 Uhr 45 Min. glatt vor der
Halle. Bei der Rückfahrt hatte das Luftſchiff gegen
Vertikalböen, hervorgerufen durch die heiße Beſtrahlung
der Erde, anzukämpfen. Im übrigen iſt die Fahrt
glän=
zend verlaufen.
* Leipzig, 5. Juli. Während der Leipzigel
Flugwoche machte heute abend 7,15 Uhr der Flieger
Schifrmziſtier mit vier Paſſagieren einen Flug
von 33 Minuten 42 Sekunden Dauer und brach damit
den Dauerweltrekord.
sr. Erfolge des fliegenden Fahrrades=
Gabriel Poulain, der bekannte franzöſiſche Radrenn
fahrer und Aviatiker, hat auf dem Flugfelde von
Ju=
viſy unter offizieller Kontrolle ganz hervorragende
Lei=
ſtungen mit dem fliegenden motorloſen Fahrrad, der ſog,
„Aviette” zu verzeichnen gehabt und durch ſeine Erfolge
den von der großen franzöſiſchen Fahrrad= und
Automobilfirma Peugeot ausgeſetzten 10000 Franken=
Preis erworben. Es gelang dem Radweltmeiſter von
1905, eine Strecke von 3,60 Meter in über 10 Zentimeter
Höhe auf ſeiner Aviette bei Rückenwind zu
durchflie=
gen und eine 30 Zentimeter kürzere Diſtanz bei
Gegen=
wind in ebenfalls 10 Zentimeter Höhe zurückzulegen.
Es ſind dies die erſten Erfolge, die bisher mit einem
ſog. motorloſen Fahrrade erzielt worden ſind.
Sport.
* Stockholm, 6. Juli. Die Olympiſche Woche
hat heute bei ſchönſtem Sommerwetter begonnen. In
ffrüher Morgenſtunde ſtrömte eine große Anzahl Zuſchauer
mach dem Stadion. Um 10 Uhr ordneten ſich die
Sport=
ſeilnehmer der verſchiedenen Nationen auf dem Oeſteralm=
Sportplatz zum feierlichen Einzug ins Stadion. Das
in=
kernationale Komitee für die olympiſchen Spiele empfing
das Königspaar nebſt den Gäſten und die übrigen
Mitglieder der Königsfamilie bei ihrer Ankunft im
Sta=
dion. Oberſt Balck brachte ein Hoch auf den König aus,
wwelches von Fanfaren und Hurrarufen der verſammelten
Menge beantwortet wurde. Unmittelbar darauf zogen die
Kampfteilnehmer nach Nationen geordnet, ein, von den
Wertretern der fremden Nationen mit ſtürmiſchem Beifall
begrüßt.
Nachdem der Aufmarſch im Stadion beendet
wwar, traten die verſchiedenen Abteilungen mit ihren Na=
Lionalflaggen vor die Arena mit der Front der
Königs=
oge. Hofprediger Ahlfeldt ſprach auf Schwediſch ein
kur=
ßes Gebet, worauf das Publikum „Eine feſte Burg iſt
unſer Gott” ſang. Der Kronprinz betrat die Arena
und hielt mit lauter Stimme eine Rede, in der er die
Be=
eutung der Körperkultur für das Leben und die Nationen
hervorhob. Der Kronprinz ſchloß, indem er den König
bat, die Olympiſchen Spiele für eröffnet zu erklären. Dann
Sprach der König, der u. a. ſagte, daß es für Schweden
eine große Ehre ſei, daß die fünften olympiſchen Spiele
mach Stockholm verlegt worden ſeien. Er hieß alle
Sports=
ffreunde und Sportsleute bei einem friedlichen Kampfe der
Mationen willkommen und ſchloß: Möge der
hochge=
ſſtimmte Gedanke, der in den olympiſchen Spiele der
An=
tike ausgedrückt iſt, auch in der Gegenwart empfunden
uverden, damit dieſe Kämpfe kraftvoll beitragen, die
phy=
ſiſche Geſundheit und die Entwickelung der Völker zu för=
Dern. Damit erkläre ich die Olympiſchen Spiele in Stockholm
ffür eröffnet. Hierauf brachte der Kronprinz ein Hoch auf
den König aus, das mit einem vierfachen Hurra
beant=
wortet wurde.
Die Begegnung in Baltiſchport.
* Baltiſchport, 5. Juli. Der Kaiſer begab
nich mit dem Prinzen Adalbert und dem Gefolge gegen
55 Uhr an Bord des „Moltke” wo er kurz darauf den
ZZaren empfing. Die beiden Monarchen beſichtigten den
„Moltke” unter Führung des Kommandanten Kapitän
Mitter v. Mann eingehend über eine Stunde. Zum
Schluß nahmen ſie einen Imbiß in der Kajüte. Kaiſer
Wilhelm geleitete dann den Zaren zur „Standart” Um
7 Uhr empfing er auf der „Hohenzollern” die Vertreter
der reichsdeutſchen Kolonie von Reval mit Konſul Koch
an der Spitze. Botſchafter Graf Pourtalés ſtellte die
Herren vor, die eine Adreſſe überreichten und vom
Kai=
ſſer ſelbſt mit Ordensauszeichnungen bedacht wurden;
auch der Reichskanzler zog die deutſchen Herren ins
Ge=
ſpräch.
Der Kaiſer und der Zar verliehen heute eine
wei=
bere große Anzahl von Orden, Medaillen und
Geſchen=
ken an die Begleitung, die Offiziere der Schiffe und die
Mannſchaften. U. a. dekorierte Kaiſer Wilhelm den
Gouverneur von Eſtland, Koroſtowetz, und den
Adels=
marſchall Baron Bellinghauſen.
* Baltiſchport, 6. Juli. Abends um 8 Uhr
rvar Tafel auf der „Hohenzollern” Kaiſer Wil=
Helm empfing den Kaiſer und die Kaiſerin von
Rußland und die Prinzeſſinnen=Töchter am Fallreep
utnd geleitete die Kaiſerin in den Speiſeſaal, wo die
Tafel mit reichem Tafelſchmuck und herrlichen
dunkel=
roten Nelken dekoriert war. Rechts von Kaiſer
Wil=
helm ſaßen zunächſt die Kaiſerin von Rußland Prinz
Adalbert, Großfürſtin Tatjana, Botſchafter Graf
Pour=
kalés, Großfürſtin Anaſtaſia und General von
Tatiſch=
bſchew, links Großfürſtin Olga, Großfürſt Nikolaus
Nikolajewitſch Großfürſtin Maria, Oberhofmarſchall
Graf Eulenburg, Hofdame Fürſtin Obelenski und
Wirk=
licher Geheimer Rat von Valentini. Gegenüber dem
Kaiſer ſaß der Kaiſer von Rußland; rechts folgten
zu=
mächſt der Reichskanzler von Bethmann Hollweg,
Mini=
ſſterpräſident Kokowtzew Generaladjutant Freiherr von
Lyncker, Miniſter des Aeußern Saſonow und
General=
adjutant Baron von Meyendorff, links Generaloberſt
von Pleſſen, Hausminiſter Baron Fredericks, Admiral
won Müller, Kriegsminiſter General Szuchemlinow und
Marineminiſter Admiral Grigorowitſch. Die Kapelle der
„Hohenzollern” konzertierte. In dem Programm
befan=
den ſich Stücke von Tſchaikowski, Glinka und Ganne. Die
ruſſiſchen Herrſchaften verließen die „Hohenzollern” gegen
11 Uhr. Nach dem Diner fanden kinematographiſche
Vor=
führungen durch den Photographen Jürgenſen ſtatt,
wo=
bei u. a. Szenen von der Nordlandreiſe des Kaiſers im
Jahre 1911 und von der Mittelmeerreiſe 1910 gezeigt
wurden.
* Baltiſchport, 6. Juli. Geſtern abend nach
dem Diner hielten die Majeſtäten ein Cerele ab bei
dem die Monarchen mit einander eine angeregte
Unter=
haltung pflogen und bei dem der Kaiſer von Rußland
den Reichskanzler, wie ſchon in den erſten Tagen,
aber=
mals in ein längeres Geſpräch zog. Heute vormittag
10½ Uhr empfing der Kaiſer auf der „Hohenzollern” das
Offizierkorps des Regiments Nr. 7. Den Herren
wur=
den Erfriſchungen gereicht, während die Kapelle der
„Hohenzollern” konzertierte. Die
Abſchiedsfrüh=
ſtückstafel war an Bord der „Standart” Nach der
Tafel ging die „Hohenzollern” mit den
Begleitungs=
ſchiffen in See nach Swinemünde. Der Kaiſer
ge=
denkt ſich am Montag vormittag zu kurzem Aufenthalt
nach dem Neuen Palais zu begeben und am Dienstag
nach Swinemünde zurückzukehren und von dort die
Nord=
landsreiſe anzutreten. Der Reichskanzler mit dem
Wirk=
lichen Legationsrat Grafen von Mirbach=Harff und
Adju=
tant Freiherr von Soll begibt ſich heute von hier über
Reval nach Petersburg.
* Baltiſchport, 6. Juni. Eine offiziöſe
Mitteilung beſagt: Die Begegnung des
deutſchen Kaiſers mit dem Kaiſer von
Rußland trug einen beſonders herzlichen Charakter
und bildete einen neuen Beweis für die
Freundſchafts=
beziehungen, die die beiden Herrſcher ſeit langen Jahren
verbinden. Der Gedankenaustauſch, der aus dieſem
An=
laß zwiſchen den in Begleitung des Monarchen
befind=
lichen Staatsmännern ſtattgefunden hat, ergab aufs neue
den feſten Entſchluß, die zwiſchen beiden Ländern
be=
ſtehenden althergebrachten Traditionen hochzuhalten. Die
politiſchen Ausſprachen, die ſich auf ſämtliche
Tagesfragen erſtreckten, befeſtigten beiderſeits die
Ueber=
zeugung, daß es für die Intereſſen der beiden
Nachbar=
reiche und des allgemeinen Friedens dauernd von der
höchſten Bedeutung bleibt, die wechſelſeitige, auf
gegen=
ſeitigem Vertrauen beruhende Fühlungnahme
aufrecht=
zuerhalten. Es konnte ſich weder um neue Abmachungen
handeln, da hierzu ein beſonderer Anlaß nicht vorlag,
noch auch darum, irgend welche Aenderungen in der
Gruppierung der europäiſchen Mächte herbeizuführen,
deren Wert für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts
und des Friedens ſich bereits erprobt hat. Die
Begeg=
nung in Baltiſchport kann daher mit vollem Recht
allent=
halben mit Genugtuung begrüßt werden. Während ſie
einerſeits eine feſte, dauernde Freundſchaft zwiſchen
Deutſchland und Rußland bezeugt, bedeutet ſie
anderer=
ſeits auch einen beredten Ausdruck der friedlichen
Grundrichtungen, die die Politik beider Reiche in
gleichem Maße beſtimmen.
* Berlin, 7. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: In dem Geiſt, wie ſie geplant war, iſt
die Kaiſerzuſammenkunft vor
Baltiſch=
port verlaufen. Schöne Tage ungetrübten
Beiſammen=
ſeins wurden unſerem Kaiſer durch die Gaſtfreundſchaft
des Kaiſers Nikolaus in den ruſſiſchen Gewäſſern
berei=
tet. Sie verliefen in herzlichem verwandtſchaftlichem
Ver=
kehr zwiſchen den Mitgliedern der beiden
Herrſcherhäu=
ſer und boten Gelegenheit zu offener und
ver=
trauensvoller Beſprechung der
politi=
ſchen Fragen durch die Monarchen und ihre
Mini=
ſter. Ueberraſchungen ſollten dabei nicht vorbereitet
werden. Der Wert der Ausſprache liegt darin, daß ſich
auf beiden Seiten der Wille gefeſtigt hat, dauernde
Füh=
lung zwiſchen Deutſchland und Rußland in den großen
Tagesfragen zur Wahrung des europäiſchen Friedens
zu unterhalten. Die vor Baltiſchport ausgebauſchten
deutſch=ruſſiſchen Freundſchaftskundgebungen ſind in der
Preſſe entſtehenden Deutungsverſuchen weniger
ausge=
ſetzt geweſen als frühere Zuſammenkünfte. Wir möchten
namentlich mit dem Ausdruck der Befriedigung darüber
nicht zurückhalten, daß bei der Ankunft Kaiſer Wilhelms
in den ruſſiſchen Gewäſſern die ruſſiſche Preſſe viele
Aeußerungen einer freundlichen oder unbefangenen
Ge=
ſinnung gegen Deutſchland gebracht hat. Daß wir dieſe
Geſinnung erwidern. bedarf keiner Verſicherung.
* Rom. 7. Juli. Popolo Romano betont in ſeiner
Wochenrundſchau, die Wichtigkeit der
Zuſammen=
kunft vor Baltiſchport beſtehe in der
Konſtatier=
ung des lebhaften Wunſches nach einem allgemeinen
Frieden und gegenſeitiger Freundſchaft
zwiſchen den mächtigen Nordreichen, die verſchiedenen
Allianzſyſtemen angehören. Der bevorſtehende Beſuch
des Reichskanzlers in Petersburg beweiſe den Wunſch
Rußlands, die guten Beziehungen mit Deutſchland nicht
zurückzuſetzen gegenüber den Intereſſen der Allianz mit
Frankreich, die durch den bevorſtehenden Beſuch des
Mini=
ſterpräſidenten Poincaré in Petersburg und des
Mini=
ſters des Aeußern Saſonow in Paris geſchützt würden
Literariſches.
Mathematiſche Bibliothek.
Gemein=
verſtändliche Darſtellungen aus der Elementar=
Mathe=
matik für Schule und Leben, herausgegeben von Dr. W.
Lietzmann und Dr. A. Witting. R. 4.=O. Meißner,
Wahr=
ſcheinlichkeitsrechnung. Verlag von B. G. Teubner,
Leipzig und Berlin. Preis 80 Pfg. Das Büchlein
bietet eine knappe und leicht verſtändliche Einführung in
dieſes wichtige Gebiet. So dürfte dieſes kleine Werk bei
dem ſehr beſcheidenen Preiſe nicht nur unter den
Schü=
lern der höheren Lehranſtalten, ſondern auch bei jedem
für mathematiſche Fragen intereſſierten Laien ein
dank=
bares Leſepublikum finden.
Antikatholiſche Demonſtrationen in Belfaſt.
* London, 6. Juli. In Belfaſt, wo ſchon ſeit
einiger Zeit Demonſtrationen gegen die Katholiken
ſtatt=
finden und katholiſche Arbeiter aus den Fabriken
ver=
trieben werden, zogen in der Donnerstag=Nacht 4000
Mann aus einem unioniſtiſchen Klub deren Zahl durch
Parteianhänger bald auf 10000 verſtärkt wurde, durch
das katholiſche Viertel, beſchädigten die Läden und
Ge=
ſchäfte der Katholiken und warfen die Fenſter an der
katholiſchen Schule, der katholiſchen Kirche, dem
Pfarr=
haus und der nationaliſtiſchen Zeitung ein. Die Polizei
war machtlos. Die katholiſchen Arbeiter, die im Laufe
der Woche aus den Fabriken vertrieben worden waren
und ſich geſtern ihren Lohn abholen wollten, wurden
an=
gegriffen und mißhandelt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Das Eingeſandt, betr. der ſtädtiſchen Steuern vom
Mittwoch, den 3. d. M., war ganz am Platze und beſprach
einmal wieder die Verhältniſſe der ſtädtiſchen Steuerkaſſe,
welche dringend einer Aenderung bedürfen. Zweifellos
iſt es für eine größere Stadt wie Darmſtadt zum
minde=
ſtens eigentümlich, daß die Kaſſe für die Steuerentrichtung
nur am Vormittag geöffnet iſt. Es ſind doch nicht alle
Steuerzahler, welche ihre Steuer perſönlich entrichten
wollen, in der Lage, ihren Beruf im Stiche zu laſſen und
abſolut vormittags zu erſcheinen. Warum nimmt ſich die
ſtädtiſche Kaſſe nicht den ſtaatlichen Betrieb des
Finanz=
amts zum Muſter und öffnet ihre Pforten wenigſtens an
zwei Nachmittagen der Woche? (Den freien Samstag=
Nachmittag hat man vielleicht dem ſtaatlichen Vorbild
entnommen.) Bei gutem Willen wären 2 Kaſſe=
Nachmit=
tage techniſch nicht unausführbar und die Ueberträge in
die Heberegiſter kämen dadurch nicht ins Wanken.
In=
tereſſierte ſich übrigens nicht einmal ein Stadtverordneter
für die Verhältniſſe der Stadtkaſſe der Haupt= und Reſi=
Ein anderer C.
denzſtadt?
Darmſtadt, 8. Juli.
Durch die Neuformationen des Heeres uſw.
zum 1. Oktober 1912 aus Anlaß der Ergänzung des
Reichs=
haushaltsetats für 1912 ſind bei der Großh.
Heſſi=
ſchen (25.) Diviſion vorläufig keine Aenderungen
eingetreten, da bei Abgabe an neu zu errichtende
Truppen=
teile im Bereich des XVIII. Armeekorps nur preußiſche
Truppenteile in Betracht kommen. Das am 1. Oktober
1912 neu aufzuſtellende Jäger=Regiment zu Pferde
Nr. 7 (zugeteilt der 15. Kavallerie=Brigade) in Trier,
er=
hält als vorläufigen Standort den
Truppenübungs=
platz Darmſtadt (vorausſichtlich vom 1. Oktober 1913 ab
Trier). Denſelben vorläufigen Standort erhält die
II. Abteilung des am 1. Oktober 1912 aufzuſtellende
Feldartillerie=Regiment in Straßburg i. Elſ. (30.
Feld=
artillerie=Brigade). Es werden neu errichtet zum 1. Okt.
1912: 1 Armee=Inſpektion — die Siebente — in
Saar=
brücken, 1 Armeekorps — das XX. —, Sitz des
General=
kommandos in Allenſtein, 1 Armeekorps — das XXI.—,
Sitz des Generalkommandos in Saarbrücken. Die zum
1. Juli 1912 befohlene Errichtung einer
Flieger=
ſtation mit Fliegertruppe auf dem Truppenübungsplatz
Darmſtadt iſt noch nicht erfolgt, weil die hierzu
erforder=
lichen Flugzeuge uſw. noch nicht fertig geſtellt ſind.
* Mainz, 7. Juli. Ein ſchweres Unglück
er=
eignete ſich geſtern gelegentlich einer Erkundigungsübung
der 2. Abteilung des 2. Naſſ. Feld=Art. Regts. Nr. 63,
Frankfurt a. M., beim Vororte Drais. Durch
Mücken=
ſtiche wurden die Pferde eines Vizewachtmeiſters und
eines Einjährigen ſcheu. Der Vizewachtmeiſter wurde
vom Pferde geſchleudert, mehrere Meter geſchleift und
kam mit einem Armbruch davon. Der Einjährige rannte
mit ſeinem Pferd wider eine Mauer; das letztere war
ſofort tot, während der Reiter außer anderen leichten
Verletzungen eine ſchwere Gehirnerſchütterung erlitt.
Die beiden Verletzten wurden in einem Kratwagen ins
hieſige Garniſonlazarett überführt.
(*) Gießen, 7. Juli. Das Jubiläums= und
Gaufeſt des Gaues Heſſen nahm geſtern abend
ſeinen Anfang. Die erſten Turner und Kampfrichter
trafen nachmittags 5 Uhr ein, im Hotel Großherzog war
Kampfrichterſitzung. Um ½8 Uhr marſchierte der kleine
Feſtzug nach dem Feſtplatz und in der Feſthalle nahm
alsbald der Feſtakt des 50jährigen Jubiläums ſeinen
Anfang. Oberbürgermeiſter Mekum übermittelte
na=
mens der Stadt und der Bürgerſchaft dem Gau Heſſen
herzliche Worte zum goldenen Jubiläum. Er hob
her=
vor, daß der heutige Feſtplatz für die Turner hiſtoriſcher
Boden ſei, da ſchon 1816 die Stadt den ſog. Gießener
„Schwarzen” dieſen Teil des Triebs als Turnplatz
über=
wieſen habe, auf dem ſchon 1818 das erſte größere
Turn=
feſt ſtattfand. Nach den Zeiten der Reaktion blühte auch
in Gießen wieder die Turnerei auf, ſie gewann für die
Erziehung des Volkes eine hohe Bedeutung. Redner
ſchloß mit einem Gut Heil auf den Gau Heſſen.
Na=
mens des geſchäftsführenden Ausſchuſſes entbot
Kom=
merzienrat Fabrikant Klingſpor den Gäſten herzlichen
Willkommengruß. Er betonte, daß das Turnen ein
not=
wendiger Beſtandteil des deutſchen Volkslebens ſei. Sein
Hoch galt den hohen Gönnern der Turnerei, dem Kaiter
und Großherzog. Darauf wurde die Nationalhymne
ge=
ſungen. Nach der Begrüßung durch den 1.
Gauvertre=
ter Stadtrat Holm wurde das Jubiläumslied von Ad.
Bindewald=Gießen geſungen. Namens der beiden
Gie=
ßener Turnvereine ſprach Rechtsanwalt Kaufmann;
er begrüßte die Vertreter der Regierung, der
Univer=
ſität, des Regiments, der Stadt und des Gerichts und
der Deutſchen Turnerſchaft und des Mittelrheinkreiſes.
Der Gau ſei aus kleinen Anfängen hervorgegangen,
heute zähle er 140 Vereine mit über 12000 Mitgliedern.
Die deutſche Turnerſchaft bildet für Heer und Marine
eine Zahl von 32000 Rekruten aus, die Arbeit gelte dem
Vaterland. Der Maſſenchor der vereinigten Gießener
Geſangvereine „Heinrich der Vogler” wurde von Herrn
Lehrer K. Storck geleitet. Er fand brauſenden Beifall.
An Kaiſer und Großherzog wurden
Huldigungstele=
gramme abgeſandt. Der Vertreter des
Mittelrheinkrei=
ſes, Roth=Frankfurt, überbrachten herzliche Grüße und
Glückwünſche. Der Gau Heſſen ſei in Bezug auf ſein
Anwachſen, ſeine turneriſche Tätigkeit und Erfolge in der
deutſchen Turnerſchaft vorbildlich geworden. Die
Tur=
nerei muß den Nachwuchs des Volkes wehrhaft machen,
der Jüngling muß deutſch denken und fühlen lernen.
Hterauf fand für den verdienſtvollen 1. Gauvertreter
Stadtrat Holm eine beſonder Ehrung ſtatt, er wurde
durch Stellvertreter Eidmann zum Ehrenvorſitzenden des
Gaues Heſſen ernannt. Dann wurden turneriſche
Auf=
führungen geboten: von den älteren Turnern dss
Gaues, vom Verein Wetzlar, von den Turnern und
Tur=
nerinnen der beiden Gießener Vereine. Den Abſchluß
bildeten Bronzegruppen des Turnvereins Gießen. Heute
rüh ſchon kurz nach 6 Uhr begann das Einzelwetturnen,
um 8 Uhr das Wettfechten. Miktags 2 Uhr ſetzte ſich ein
Feſtzug mit über 100 Gruppen und Vereinen in
Be=
wegung, auf dem Feſtplatz hielt Univerſitätsprofeſſon
Geh. Hofrat Behaghel die Feſtrede.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 7. Juli. Der frühere Oberbürgermeiſter
und ſpätere Finanzminiſter, Ehrenbürger von Berlin,
Artur Hobrecht, iſt im Alter von 88 Jahren geſtorben.
* Frankfurt a. M., 7. Juli. Die Vorwoche zu
dem vom 14. bis 21. Juli abzuhaltenden 17. Deutſchen
Bundes= und goldenes Jubiläums=Schießen
begann heute, eröffnet durch den Einzug des
Frank=
furter Schützenvereins unter Beteiligung der Schützen
vereine von Bockenheim, Offenbach, Oberrad und
Gries=
heim. Vorangetragen wurde die Fahne, die dem
Frank=
furter Verein im Jahre 1862 beim erſten Deutſchen
Bun=
desſchießen von den Schweizer Bundesbrüdern geſtiftet
worden war. Auf dem Feſtplatz eingetroffen, ſammelten
ſich die Teilnehmer zu einem Bankett in der Feſthalle,
bei welchem Geheimer Juſtizrat Dr. Friedleben die
Gäſte mit einer Anſprache begrüßte und das deutſche
Schützentum als einen Hort nationaler Einigkeit feierte.
Der Redner ſchloß mit dem Wunſche, das Feſt möge
ein Feſt der Freude und des Friedens, der Eintracht
und der Begeiſterung für das Vaterland ſein. Im
weiteren Verlaufe des Banketts ſprach Oberſchützenmeiſter
Jung auf die Stadt Frankfurt. Nach dem Bankett
fand die Eröffnung der mit dem Bundesſchießen
ver=
bundenen Hiſtoriſchen Ausſtellung ſtatt, die die
Ent=
wicklung der Feuerwaffen und des Schützensweſens zeig=
und zu der der Großherzog von Heſſen aus ſeiner Privatt
ſammlung wertvolle Waffen hergeliehen hat, ebenſo wie
eine Reihe von Muſeen und einige Regimenter, ſo das
Leib=Dragoner=Regiment zu Darmſtadt, beigeſteuert
haben. Unter den ausgeſtellten Gegenſtänden befindet
ſich auch die in Gotha im Jahre 1861 niedergelegte
Gründungs=Urkunde des Deutſchen Schützenbundes.
Mit dem Bundesſchießen iſt eine gelungene Darſtellung
Alt=Frankfurt” verbunden, in der die typiſchen
Frank=
furter Häuſer aus älterer Zeit wiedergegeben
ſind. Heute abend um 5 Uhr beginnt das Probeſchießen.
Im Laufe der Woche findet eine Reihe von feſtlichen
Veranſtaltungen ſtatt, denen am Sonntag, 14. Juli, die
Eröffnung der eigentlichen Feſtwoche folgt, beginnend
um 9 Uhr mit der Abholung des Bundesbanners im
Römer. Um 11 Uhr vormittags erfolgt der Abmarſch
des großen Feſtzuges, dem ſich um 2½ Uhr nachmittags
ein Feſtbankett anſchließt. Um 5 Uhr beginnt das
Schießen und abends um 7 Uhr ſoll die Verteilung der
90 Ehrenbecher in der Feſtballe erfolgen.
* Swinenmünde, 7. Juli. Die „Hohenzollern” mit
dem Kaiſer an Bord iſt, gefolgt von dem „Sleipner”,
heute Nachmittag unter dem Salut der Feſtung hier
eingelaufen. Das Wetter iſt herrlich. Der Kaiſer reiſt
um 6 Uhr 30 Min. abends vom Hauptbahnhof ab und
trifft um 11 Uhr 7 Min. auſ Station Wildpark ein.
Potsdam, 8. Juli. Der Kaiſer traf um 11 Uhr
6 Min. von Swinemünde kommend im Sonderzug auf
Station Wildpark ein und begab ſich ins Neue Palais.
* Frankenthal, 7. Juli. Ein ſchwerer
Auto=
mobilunfall ereignete ſich heute vormittag bald
nach 9 Uhr gelegentlich einer Vergnügungsfahrt, die der
Rheiniſche Automobilklub von Mannheim über Worms
nach Mainz unternahm, und zwar zwiſchen Frankenthal
und Bobenheim. Zwiſchen zwei dicht aufeinander
fol=
genden Automobilen wollte ein antgegenkommender
Radfahrer hindurchfahren. Um ein Unglück zu
vermei=
den, bog das zweite Automobil, das des Direktors
Diehl von den Benzwerken in Mannheim nach rechts
ſcharf aus, rannte gegen einen Baum und überſchlug
ſich. Sämtliche Inſaſſen, mit dem Chauffeur, 7 an der
Zahl, wurden herausgeſchleudert. Direktor Diehl ſelbſt
erlitt einen Armbruch, der Ingenieur Henſel von den
Benzwerken trug mehrere Luxationen und erhebliche
äu=
ßere Verletzungen am Kopfe und an den Beinen davon;
ebenſo erlitten Verletzungen Frau Henſel und der
Chauf=
feur, Am ſchwerſten mitgenommen wurde Rechtsanwalt
Dr. Seelig=Mannheim, der außer anderen Verletzungen
eine ſchwere Gehirnerſchütterung erlitt. Die Verwundeten
wurden zunächſt in ein an der Straße gelegenes
Wirts=
haus übergeführt und, nachdem die erſte ärztliche Hilfe
geleiſtet worden war, nach Frankenthal ins Krankenhaus
gebracht. Das Automobil iſt völlig zertrümmert.
* Mülhauſen, 7. Juli. Wie wir aus zuverläſſiger
Quelle erfahren, iſt der Elſäſſiſchen
Maſchinen=
bau=Geſellſchaft bereits vor einigen Tagen ihre
gewohnte Jahresbeſtellung, wie man hört 31
Loko=
motiven, von der preußiſchen Eiſenbahnverwaltung
zugeſtellt worden, ſodaß die Grafenſtadener
Affäre nunmehr als vollſtändig beigelegt betrachtet
werden kann.
Köln, 6. Juli. Die „Kölniſche Zeitung” meldet
aus Petersburg: Der Reichskanzler trifft am
Sonn=
tag in Petersburg ein, wo er bis Mittwoch in der
deutſchen Botſchaft wohnt. Am Sonntag findet beim
deutſchen Botſchafter ein Eſſen ſtatt, an dem die Miniſter
Kokowzow und Sſaſonow ſteilnehmen. Für Dienstag
lud der Miniſterpräſident den Reichskanzler und den
deutſchen Botſchafter Jebagin zu ſich. Der Reichskanzler
wird mit dem Miniſter des Aeußern im Auswärtigen
Amt konferieren.
. * Eſſen, 8. Juni. Durch eine Sprengſchuß=
Exploſion wurde auf Zeche Oberhauſen 1 Heuer
getötet und 2 Bergleute hoffnungslos verletzt.
* Latrobe, 6. Juli. Nach einer neuen Meldung über
das Eiſenbahn=Unglück von Ligenier
wur=
den 31 Menſchen getötet und 30 verletzt. Die beiden
Lokomotiven des Güterzuges durchſchnitten den letzten
voll beſetzten Wagen des Perſonenzuges Von den
In=
aſſen wurden einige zermalmt, andere in die Luft
ge=
ſchleudert.
* Hannover, 6. Juli. Zu dem Kampfe in der
Metallinduſtrie wird gemeldet, daß die
beider=
ſeitigen Kommiſſionen heute zu neuen Beratungen
zu=
ſammengetreten ſind. Während die bisherigen
Einigungs=
vorſchläge von den Arbeitgebern ausgingen, trat heute
die Kommiſſion der Arbeitnehmer mit Vorſchlägen
her=
vor, nach welchen in Zukunft eine Verkürzung der
Ar=
beitszeit eintreten ſoll. Die Metallinduſtriellen gingen
von dem bisherigen Standpunkt nicht ab. Es iſt
des=
halb vereinbart worden, am Montag eine neue
Sitzung abzuhalten, in welcher der
Arbeitnehmerkom=
miſſion andere Vorſchläge für die Beendigung des
Kampfes gemacht werden ſollen.
Haag, 7. Juli. Die Regierung beharrt auf
ihrem den Kammern vorgelegten Entwurf, nach dem im
Jahre 1913 in Vliſſingen ein ſtark gepanzertes
Linien=
ſchiff mit ſchwerer Geſchützausrüſtung erbaut werden
ſoll, um die Neutralität auf der weſtlichen Schelde
aufrechtzuerhalten und einer an der Küſte operierenden
Flotte die Benutzung des Hafens und der Reede von
Pliſſingen unterſagen zu können. Die Regierung hält
die Betonbatterien und die anderen Verteidigungswerke
für keineswegs ausreichend. Die Koſten werden auf
5 360000 Gulden beziffert.
* Kriſtiania, 6. Juli. Das Storthing bewilligte
heute in Uebereinſtimmung mit der Militär= und
Budgetkommiſſion 15 Millionen Kr. für den Bau
zweier Panzerſchiffe, 900000 Kr. für die
Be=
ſeſtigung von Lofoten, 600000 Kr. für Briſantgranaten,
eine Million für Torpedos und 1200000 Kr. für
Unter=
ſeeboote.
Petersburg, 7. Juli. Reichkanzler Dr. v.
Beth=
mann Hollweg, der Botſchafter Graf Pourtalés,
Miniſterpräſident Kokowzow und der Miniſter des
Aeußern Sſaſanow ſind heute morgen hier
ein=
getroffen.
New York, 7. Juli. Der demokratiſche
Präſident=
ſchaftskandidat Wilſon veröffentlichte eine Erklärung,
in der er die Grundſätze bekannt gibt, nach denen er den
Wahlkampf zu führen gedenkt. Wilſon folgt Rooſevelt
darin, in dem er die hohen Koſten der Lebensführung
für die brennendſte Tagesfrage anſieht und ſie dem
herrſchenden Tarif zuſchreibt.
Buenos Aires, 7. Juli. Die Leiche des in Europa
verſtorbenen Herausgebers der argentiniſchen Zeitung
„Prenſa”, Joſé Paz, iſt geſtern hier eingetroffen und
wurde mit einer großen Feierlichkeit und militäriſchen
Ehren beigeſetzt.
H. B. Koburg, 6. Juli. In dem nahe gelegenen
Neuſtadt wurde geſtern abend die Holzwarenfabrik von
Miſtmann ein Raub der Flammen. Das
Fabrik=
gebäude iſt vollſtändig niedergebrannt, der Schaden ſehr
beträchtlich.
H. B. Wien, 6. Juli. Nach Unterſchlagung von
73000 Kronen iſt der Poſtmeiſter Wimmer aus
Salz=
burg verſchwunden. Die Defraudationen wurden
erſt geſtern entdeckt, als eine Reviſion der Kaſſe
vorge=
nommen wurde. Der Flüchtige hat ſich nach
Nordame=
rika gewandt.
H. B. Peſt, 6. Juli. Der Abgeordnete
Ko=
vacs wurde nunmehr in das Unterſuchungsgefängnis
übergeführt. Dort ſollen die behandelnden Aerzte
er=
klärt haben, daß noch Komplikationen eintreten können.
H. B. New=York, 6. Juli. Zur Eiſenbahn:
kataſtrophe in Corning wird weiter berichtet:
Die Paſſagiere des Perſonenzuges kehrten von einem
Ausfluge anläßlich des Nationalfeſtes zurück. Der Zug
beſtand nur aus einem Wagen, der von einer
Lokomo=
tive gezogen wurde. Der mit zwei Maſchinen beſparmte
Güterzug wurde von hinten auf die Lokomotive des
Per=
ſonenzuges aufgeſtoßen: Der Zuſammenſtoß war ſo
heftig, daß die Paſſagiere aus dem Wagen auf die Gleiſe
geſchleudert wurden. Von der nachfolgenden Lokomotive
wurden ſie dann überfahren. Der Lokomotivführer des
Perſonenzuges wurde ſo ſchwer verbrüht, daß er nach
wenigen Augenblicken ſtarb Der Heizer ſprang ab und
wurde überfahren. Eine Kindergärtnerin, die mit ſechs
Kleinen einen Ausflug gemacht hatte, wurde ſchwer
verletzt, zwei Kinder getötet, die anderen verletzt. Einige
Streckenarbeiter und Angeſtellte einer in der Nähe
ge=
legenen Rennbahn verbanden die Verwundeten. Dieſe
wurden teilweiſe nach Pittsburg gebracht.
Mütter, gebt Euren Kindern natürliche
Fruchtflammeris ſolange es reichlich friſches
Obſt gibt. Der Saft von friſchen gekochten
Früchten, Rhabarber, Kirſchen, Stachelbeeren,
Himbeeren, Blaubeeren ꝛc. gekocht mit
Mioleanm
gibt einen köſtlichen Flammeri, der alle guten
Eigenſchaften des friſchen Obſtes beſitzt.
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Aus dem Geſchäftsleben.
Hohe Auszeichnung. Dem Inhaber der
Firma H. Underberg=Albrecht in
Rhein=
erg Rhld., Herrn Hubert Underberg, Hofl.
Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs Wilhelm II.,
Fabrikanten des Underberg=Boonekamp, iſt abermals
ine ganz beſonders hohe Ehrung zuteil geworden,
indem ihm von Seiner Majeſtät dem Kaiſer von
Oeſter=
reich, König von Ungarn, der Titel eines „
Kammer=
lieferanten Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs”
ver=
liehen worden iſt. Die Firma H. Underberg=Albrecht
iſt die erſte reichs=deutſche Firma, welcher dieſe ſeltene
Auszeichnung, mit welcher das Recht verknüpft iſt, das
perſönliche Wappen des Kaiſers zu führen, zuerkannt
wurde.
Hautjucken, das mitunter nur einzelne
Körper=
ſtellen, manchmal aber auch die ganze Haut erfaßt und
beſonders bei Kindern oftmals zum Kratzen bis aufs
Blut reizt (Prurigo), wird durch Saluderma ſehr
er=
folgreich beeinflußt. Nach Vorſchrift der
Gebrauchs=
anweiſung angewendet, bringt dieſes eigenartige Präparat
meiſt ſofortige Linderung und raſche Beſeitigung des
Juckreizes. Auch Hautausſchläge jeder Art werden durch
Saluderma, das in jeder Apotheke und Drogerie zu
haben iſt, günſtig beeinflußt und bei richtiger Anwendung
meiſt raſch beſeitigt.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
durch die ſchmerzliche Mitteilung, daß geſtern
abend 9 Uhr meine innigſtgeliebte Mutter, unſere
Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
(14874
Marie Debus
geb. Lohnes
im 51. Lebensjahre plötzlich und unerwartet
verſchieden iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Schloßgartenſtr. 53, 5. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 8. Juli,
nachmittags 5½ Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute früh entſchlief ſanft nach längerem
Leiden im 54. Lebensjahre mein innigſtgeliebter
Mann, unſer Vater, Bruder und Schwager
Herr Philipp Köhler.
In tiefer Trauer:
Anna Köhler, geb. Riedlinger.
Ludwig Köhler.
Darmſtadt, den 7. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Juli,
nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehauſe, Nieder=
Ramſtädterſtraße 3 aus, ſtatt. (14885
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten hiermit
bte traurige Mitteilung, daß am Samstag
nachmittag zu Neuſtadt i. O.
(14884
Frautcmodrcken Zammerker
nach kurzem, aber ſchmerzlichen Leiden,
ver=
ſehen mit den Tröſtungen unſerer hl. Kirche,
ſanft im Herrn entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Inspektor Anton.
Darmſtadt, 7. Juli 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, den
9. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der
Fried=
hofskapelle aus.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute mittag 6 Uhr entſchlief nach langem,
mit Geduld getragenem Leiden, meine liebe,
treubeſorgte, unvergeßliche Mutter, unſere
Schweſter und Tante
(*620
Frau Jeanette von Zangen
Witwe des Grossh. Hess. Oberst
Emil von Zangen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Lonise Schneeberger,
geb. von Zangen.
Darmſtadt, den 5. Juli 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 8. Juli,
nachmittags 4 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
Blumen= und Kondolenzbeſuche dankend
ver=
beten.
Tageskalender.
Generalverſammlung der Vereinigten
Ortskran=
kenkaſſe um 9 Uhr im Gewerkſchaftshaus.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Prinz
Heinrich von Preußen als Segler bei der Kieler
Re=
gatta; das zerſtörte Zeppelinluftſchiff Schwaben”; das
Ozean=Luftſchiff „Acron” und ſein Führer: Porträts
vom Tage.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 9. Juli.
Pferde=Verſteigerung um 9 Uhr im Großh.
Hof=
marſtall.
Großh. Landesmuſeum. Geöffnet: Sonn= und
Freitags von 10—1 Uhr, Mittwochs und Sonntags
von 3—5 Uhr, Eintritt frei; Dienstags, Donnerstags
und Samstags von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Beſichtigung des Großh.
Reſidenzſchlof=
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Gewerbe=Bibliothek u.
Vorbilderſamm=
lung. Der Leſeſaal iſt geöffnet: an allen
Wochen=
tagen von 8½—12½ u. 3—5½ Uhr (Samstag=
Mittag=
ausgenommen). — Leſeabende: Dienstags und
Frei=
tags, abends von 8—10 Uhr.
Hochzeitsturm. Turmzimmer und
Ausſtellungs=
räume, täglich geöffnet von 9—12 und 3—6 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratanteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
1 meinem
Baibor und Frenear kusrerkauf
sind diese Woche ausgelegt:
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Weiße Damaste und Bett-Satins
130 u. 160 cm breit . . jetzt Meter 1.10, 90 u. 60 ₰
Gloöse Tootell Bunte Bett-Satins und Bettzeuge
80 cm breit, nur erste Fabrikate . 60, 50 und 40 ₰
Fertige Bezüge daraus
. ℳ 3.50 u. 2.85
1 Posten
weisse Damast-Bezüge
vorz. Qual., 130X180 cm gr., ℳ
1 Posten
weisse Kissen-Bezüge
glatt, gebogt, Hohls., 80X80cm, St. 35 ₰
1 Posten Cretonne-Bettücher
150/225 cm
1 Posten Flachsleinen-Bettücher
160/240 cm
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welche vom 26. Mai bis 25. Juni 1912 bei den Darmſtädter
Sam=
melſtellen (Bank für Handel und Induſtrie, Darmſtädter Tagblatt,
Darmſtädter Täglicher Anzeiger, Darmſtädter Volksbank, Deutſche
Vereinsbank, Poſtanſtalten, Reichsbankſtelle, Hofbankier Ferdinand
Sander) eingegangen ſind.
Weitere Gaben an eine der oben genannten Stellen
werden erbeten.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Heſſen 500 M., Frl.
Beck, Wilhelminenſtraße, 3 M., Profeſſor Dr. E. Bekker 10 M.,
Ober=
landesgerichtsrat Dr. Berchelmann 20 M., Frhr. v. Biegeleben 10 M.,
H. Blaul 1 M., Karl Boßelmann 50 M., L. Doms 10 M.,
Pro=
feſſor Dr. Friedrich 6 M., Regierungsrat Gennes 20 M.,
Kommer=
zienrat Heinrich Gießen 50 M., Dr. Göring 5 M., Geh. Forſtrat
Heinemann 5 M., W. Herr 1 M., Sanitätsrat Dr. Arthur Hoffmann
20 M., Oberſt v. Hohmeyer 10 M., Apotheker H. Janſon, Gernsheim
a. Rh. 10 M., Senatspräſident Dr. Keller 25 M., Prof. Kiſſinger
3 M., Prof. Dr. Koehler 10 M., Geheimer Finanzrat Krebs 10 M.,
Kapitän T. Lautenberger 5 M., Reallehrer G. Lerch 3 M.,
Rech=
nungsrat Machwirt 5 M., Architekt G. Markwort 10 M., E. Müller
1 M., Geheimerat Münch 10 M., M. Nöſinger 10 M., Offizierkorps
des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23 100 M., Offizierkorps des
Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24 100 M., Offiziere, Unteroffiziere
und Einjährig=Freiwillige des Großh. Artilleriekorps 176.04 M.,
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ſonal der Kaiſerlichen Oberpoſtdirektion 90 M., Hedwig v. Platen
5 M., Ludwig Reichenheim 10 M., Dr. Schmeel 2 M., Reichsbank=
Aſſiſtent Schnur 3 M., Dr. Schütze 3 M., Frhr. v. Teichmann 20 M.,
Prof. Thylmann 10 M., Dr. Vix 3 M., Frau Bertha v. Wedekind
10 M., Prof. H. Wegele 3 M., Weißenbruch 10 M., H. Wiegand
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Zubereit, der auf gemeinſchaftl.
Koſten beſtrittene Mahlzeiten u.
etw. Vorleſen übernimmt. Näh.
(*618
Fuchsſtr. 18, II.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Dobermann. Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(14842
Verkaufspreiſe der Kleiſch=u. Wurſtwarent. d. Haupt= u. Reſidenzſtadt Darmſtadt.
(Nach den Mitteilungen des Vorſtandes der Metzger=Innung.) (8823
per ½ kg
per½ kg
Ochſenfleiſch
96 Pfg. Speck, geräuchert
120 Pfg.
Rindfleiſch
Dörrfleiſch
90
110
Kalbfleiſch
. 100
Schinken m. Bein.
. 120
100 „ Rollſchinken
Hammelfleiſch
.140 „
60
Schweineſchmalz, roh
Bruſt
Schweinefleiſch
u. ausgelaſſen
90
86
Rippchen, Kammſtück u.
Schwartenmagen,
geſalzenes Fleiſch . . 100
Fleiſch= u. Bratwurſt . 90
Kottelets, geſchnitten 110 „ 1 Leber= u. Blutwurſt . . 70
Bekanntmachung,
betreffend: die Durchführung des Hausarbeitsgeſetzes.
Unter Bezugnahme auf die nachfolgende Bekanntmachung
Großh. Kreisamts Darmſtadt vom 25. Juni 1912 weiſen wir
ſämt=
liche Unternehmer, Leiter von Zweigſtellen, Zwiſchenmeiſter und
Aus=
geber, die nach § 13 des Hausarbeitsgeſetzes ein Verzeichnis
derjeni=
gen Perſonen führen müſſen, welchen ſie Hausarbeit übertragen
oder durch welche außerhalb der Arbeitsſtätte des Gewerbetreibenden
die Uebertragung erfolgt, bis längſtens zum 15. Juli 1912 eine
Abſchrift dieſes Verzeichniſſes den zuſtändigen Polizeirevieren ein
zureichen.
Darmſtadt, den 3. Juli 1912.
(14543ds
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Nach § 13 des Hausarbeitsgeſetzes ſind u. a. Gewerbetreibende,
die außerhalb ihrer Arbeitsſtätte in Werkſtätten gewerbliche Arbeit
verrichten laſſen, verpflichtet
ein Verzeichnis derjenigen Perſonen, welchen ſie Hausarbeit
übertragen oder durch welche außerhalb der Arbeitsſtätte
des Gewerbetreibenden die Uebertragung erfolgt, unter
An=
gabe der Betriebsſtätte dieſer Perſonen zu führen; das
Ver=
zeichnis iſt auf Erfordern der Ortspolizeibehörde ſowie den
Gewerbeaufſichtsbeamten jederzeit zur Einſicht vorzulegen
oder einzureichen.
Die entſprechende Verpflichtung liegt ſolchen Perſonen ob, die,
ohne daß ſie eine Arbeitsſtätte beſitzen, für Gewerbetreibende
außer=
halb deren Arbeitsſtätte Arbeit an Hausarbeiter übertragen.
Vom 1. April lf. Js. ab haben ſonach zu führen:
1. ein Verzeichnis der beſchäftigten Hausarbeiter: die
Unternehmer und die Leiter von Zweigſtellen der Betriebe (32 Abſ. 1
des Geſetzes), ſoweit ſie unmittelbar, d. h. nicht durch Zwiſchenmeiſter
oder Ausgeber (Faktoren, Fergen) Hausarbeiter beſchäftigen, die
ſo=
genannten Zwiſchenmeiſter für die von ihnen außerhalb ihrer
Arbeits=
ſtätten mit Hausarbeit beſchäftigten Perſonen oder die ſog. Ausgeber,
Faktoren und Fergen (Perſonen ohne eigene gewerbliche Arbeitsſtätte)
für diejenigen Hausarbeiter, welchen ſie für — meiſt an andern Orten
wohnhafte — Gewerbetreibende Hausarbeit übertragen.
2. ein Verzeichnis der beſchäftigten Zwiſchenmeiſter und
Ausgeber (Faktoren, Fergen): die Unternehmer und die Leiter
von Zweigſtellen der Betriebe hinſichtlich ſolcher Perſonen, durch
welche außerhalb der Betriebſtätten für die Betriebe die Uebertragung
von Arbeit an Hausarbeiter erfolgt, ſei es, daß dieſe Perſonen — wie
die Zwiſchenmeiſter — ſelbſt zugleich an der Herſtellung der
Arbeits=
erzeugniſſe mitbeteiligt ſind, oder daß ſie — wie die Ausgeber (
Fak=
roren, Fergen) — in der Hauptſache nur die Ausgabe der Arbeit
vermitteln.
Zwiſchenmeiſter, welche die übernommene Arbeit ausſchließlich
in ihren eigenen Arbeitsſtuben und Werkſtätten ausführen laſſen,
alſo daneben nicht noch an Hausarbeiter weiter übertragen, ſind in
das Verzeichnis nicht aufzunehmen.
Die Verzeichniſſe müſſen den Namen der Hausarbeiter,
Zwiſchen=
meiſter und Ausgeber unter Angabe der Betriebsſtätte dieſer
Per=
ſonen enthalten.
Wir weiſen die Beteiligten auf dieſe Verpflichtung zur Führung
der Verzeichniſſe hin und bemerken dazu noch, daß in der Stadt
Darmſtadt das Großh. Polizeiamt, in den Landgemeinden die
Bürger=
meiſtereien mit Friſt bis zum 15. Juli lf. Js. eine Abſchrift der
Verzeichniſſe von ihnen einfordern werden.
Darmſtadt, den 25. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut in
Er=
innerung. Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, den
Fuhrwerks=
verkehr ſtreng zu überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige
zu bringen.
Darmſtadt, den 4. Juli 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
betreffend den Verkehr von Fuhrwerken in der Haupt= und
Reſidenz=
ſtadt Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 56 Abſatz 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung betreffend vom 13. Juni 1874, wird für den Bezirk
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt nach Anhörung der
Stadt=
verordneten=Verſammlung und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 8. Februar 1904 zu Nr. 3480 in
Er=
gänzung der in dieſer Beziehung beſtehenden Beſtimmungen
ver=
ordnet, was folgt:
§ 1. Fuhrwerke müſſen innerhalb der Stadt im Schritt fahren
außer in den durch Geſetz oder Verordnung beſtimmten Fällen:
a) wenn ſie nicht auf Federn ruhen oder bei ſchneller Bewegung
ein übermäßig ſtarkes Geräuſch verurſachen würden:
b) auf Strecken, für welche das Schrittfahren von
Großherzog=
lichem Polizeiamt Darmſtadt durch öffentlichen Anſchlag an
Ort und Stelle allgemein vorgeſchrieben oder im gegebeneu
Falle durch einen zuſtändigen Polizeibeamten vorübergehend
angeordnet iſt.
§ 2. Alle Fuhrwerke haben auf den Straßen der Stadt, ſoweit
nicht örtliche Hinderniſſe entgegenſtehen, ſtets die rechte Seite der
Fahrbahn einzuhalten.
Nach der gegenüberliegenden Seite darf nur, wenn dort
an=
gehalten werden ſoll, und nicht früher als notwendig abgebogen
werden.
Das Einbiegen aus einer Straße in die andere muß nach
rechts in kurzer Wendung, nach links in weitem Bogen geſchehen.
§ 3. Die vorſtehenden Beſtimmungen beziehen ſich auf
Fuhr=
werke aller Art, insbeſondere auch auf Handkarren, Fahrräder und
Automobile.
Die Beſtimmung des § 1 Ziffer a findet jedoch auf Fahrräder
und Automobile keine Anwendung.
§ 4. Bei Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
kann von Großherzoglichem Polizeiamt die Beſtrafung der Schuldigen
auf Grund des § 366½ des R.=St.=G.=B. (mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark
oder mit Haft bis zu 14 Tagen) veranlaßt werden.
§ 5. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 1. März l. J. in Kraft.
(14843
Darmſtadt, den 20. Februar 1904.
Großherzogliches Polizeiamt.
Heugras=Verſteigerung.
Die Verſteigerung des
Heu=
graſes von der Fürſtenwieſe,
un=
weit der Pumpſtation des
ſtädti=
ſchen Waſſerwerks bei
Eſcholl=
brücken, iſt genehmigt. (14865
Die Mähſcheine ſind bei der
Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28,
vor=
mittags erhältlich und müſſen bis
zum 20. ds. Mts. abgeholt ſein.
Darmſtadt, den 4. Juli 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Abbruch=Arbeiten.
Die bei Niederlegung der
ſtädti=
ſchen Gebäude Kranichſteinerſtraße
Nr. 20 und eines Teiles der
Lager=
ſchuppen Pallaswieſenſtraße Nr. 54,
vorkommenden Abbrucharbeiten
ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Montag, den 15. Juli 1912,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(14871od
Darmſtadt, am 6. Juli 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Bekanntmachung.
Montag, 5. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Bierbrauer Georg
Diehl zu Pfungſtadt im
Grund=
buch der Gemarkung Darmſtadt
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 550 901 Hofreite Große
Bachgaſſe
Nr. 16,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K20/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V13557
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter A
wurde heute die Firma Auguſt
Rodenhäuſer in Ober=Ramſtadt,
mit dem Inhaber Auguſt
Roden=
häuſer II. daſelbſt, eingetragen.
An=
gegebener Geſchäftszweig:
Schild=
pattwarenfabrik.
(14866
Darmſtadt, 29. Juni 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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Bekanntmachung.
Im Intereſſe des ungehinderten Fußgängerverkehrs auf den
Fußſteigen iſt das Befahren der Fußſteige mit Fuhrwerken jeder
Art (auch Handwagen) bei Strafe verboten. Ausgenommen von
dieſem Verbote iſt, ſoweit hierdurch der Fußgängerverkehr nicht
ge=
hindert wird, die Beförderung von Kindern in Kinderwagen und
von Kranken in Krankenwagen (Fahrſtühlen); es dürfen jedoch
niemals 2 Kinder= oder Krankenwagen gleichzeitig nebeneinander
auf dem Fußſteig aufgeſtellt oder fortbewegt werden.
Die Schutzmannſchaft iſt zur Ueberwachung angewieſen und
wird namentlich gegen das die Fußgänger in hohem Grade
gefähr=
dende Abwärtsfahren der Kinder mit Sportwagen u. dergl. auf
den Fußſteigen ſteiler Straßen einſchreiten.
Darmſtadt, den 2. Juli 1912.
(14559do
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Störungen der Ruhe und Ordnung durch Muſizieren betreffend.
Anhaltendes Muſizieren, insbeſondere Klavierſpielen, Singen,
Spielenlaſſen von mechaniſchen Muſikautomaten (Grammophonen
und dergleichen) im Freien oder bei offenen Fenſtern bildet meiſt
eine erhebliche Beläſtigung der Nachbarſchaft und erfüllt häufig den
Tatbeſtand des § 360 Ziffer 11 des Reichsſtrafgeſetzbuchs (
ungebühr=
liche Erregung ruheſtörenden Lärms oder Verübung groben
Unfugs).
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, gegebenen Falls
einzu=
ſchreiten.
(14558do
Darmſtadt, den 2. Juli 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Verpachtung des ſtädtiſchen Oberwaldhauſes.
Die Wirtſchaft des ſtädtiſchen Oberwaldhauſes am
Stein=
brückerteich, ſowie die wirtſchaftliche Ausnutzung des
Steinbrücker=
teichs ſollen vom 1. April 1913 ab auf zunächſt 6 Jahre neuverpachtet
verden. Die näheren Bedingungen können gegen Zahlung von
50 Pfg. im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, erhoben oder gegen
Ein=
ſendung von 70 Pfg. von dort bezogen werden.
Die Bewerber müſſen eine Sicherheit von 8000 Mark
hinter=
legen können.
(14501fs
Mit den erforderlichen Unterlagen verſehene Bewerbungen
ſind bis zum 1. September ds. Js. an die unterzeichnete Stelle
zu richten.
Darmſtadt, den 3. Juli 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Schmitt.
Die Sparkasse In eigien Heit.
Aufgabe der Sparkaſſe iſt es, den
Sparſinn nach jeder Richtung hin zu
heben und zu fördern. Die
Gelegen=
heit zum Sparen muß allen Kreiſen,
insbeſondere der Jugend ſo leicht
und bequem wie nur möglich gemacht
werden.
Wir haben deshalb mit Geneh=
Mmigung der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung beſchloſſen,
ee
Heimsparbachsen
inzuführen. Durch ſie kann zu jeder Zeit auch der kleinſte Betrag,
der im Augenblick den Weg zur Sparkaſſe nicht verlohnt, ſicher
ver=
wahrt werden. Der Sparer wird dadurch abgehalten, ihn in
unwirt=
ſchaftlicher Weiſe zu verausgaben.
Die Heimſparbüchſe wird leihweiſe unentgeltlich abgegeben,
wenn auf das dazu gehörige Sparkaſſenbuch mindeſtens 3 Mark
ein=
gezahlt ſind. Jeder Einleger erhält dabei die darüber beſtehenden
eſonderen Beſtimmungen.
Ganz beſonders empfehlen ſich die Heimſparbüchſen zu Paten=,
Konfirmations=, Weihnachts= und Geburtstagszwecken.
Folgende Tabelle zeigt, was bei täglicher Rücklage ſelbſt der
leinſten Summe geſpart werden kann:
Darmſtadt, den 30. März 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
14114sss)
Bekanntmachung.
Ein zur Zucht nicht mehr brauchbarer junger Faſel=Ochs ſteht
zum Verkauf. Kauf=Angebote können bis zum 12. d. Mts., abends
5 Uhr, bei unterfertigter Stelle ſchriftlich eingereicht werden. Bis zu
dieſem Termin liegen die Verkaufsbedingungen bei unterfertigter
Stelle offen. Beſichtigung des Faſels iſt täglich während der
Füt=
terung von 5 bis 7 Uhr mittags geſtattet.
(14875
Arheilgen, den 6. Juli 1912.
Großh. Bürgermeiſterei daſelbſt.
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Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
6.
Wie eine breite ſchimmernde Brücke aus purem Gold
legte ſich der Sonnenglanz über den Strom, und ſie fuhren
mitten hinein. Vor ihnen winkten ſchon die dunklen
Wäl=
der von Altenwerder, doch die letzten Strahlen ſchienen die
glücklichen Menſchenkinder noch einmal grüßend umfangen
zu wollen, ehe der Schatten über ſie kam. Ueber dem Rohr
trieben Libellen ihr verliebtes Spiel und gaukelten unſtät
umher. Der Himmel wurde immer klarer, ſchon färbte ſich
das tiefe Blau in lichtes Grün, und das Abendrot warf in
langen Streifen von der Ueberfülle ſeiner Glut darüberhin,
als müſſe alles ſeine Farbe tragen.
Der Rohrſperling hing ſich an die höchſten Halme, ließ
ſich von den weichen Wellen hin und her wiegen und ſang
ſeine Lieder. Es erklang von hier und von dort. Die
Vögel am Ufer antworteten ihm, und zu Häupten des
Bootes ſtrich eine Schar dunkler Krähen zum Walde ab, es
wurde den Schwarzröcken bänglich in dem ſchimmernden
Glanz des erſterbenden Tages, das Dunkel der Laubkronen
war ihnen vertrauter.
Friedrich Wilhelm blickte ihnen nach und bemerkte den
aus den idenaſier auſtalchelder Schofien don=
Altenwerder. Gleich mußte die große Biegung kommen,
die die Waſſerſtraße hier machte, und an der die Behauſung
von Andreas lag.
Wir wollen beim Fiſchmeiſter landen, ſchlug er
plötz=
lich vor. Iſt es dir recht, Suſanne? Mich verlangt danach,
die Glieder zu regen.
Wie du willſt, Friedrich Wilhelm.
Durch die Waſſerallee ſchneiden wir tüchtig ab, während
wir auf dem Fluß viel Zeit mit Kreuzen verlieren würden.
Da ſteht der Andreas ſchon und hält nach uns
Aus=
ſchau. Vielleicht kann ich noch raſch bei Lena einſehen.
Aber nur ſo lange, als ich mit dem Boot zu tun
habe.
Ich laufe geſchwind voraus.
Das Boot legte ſich ſchon an den Steg, und Suſanne
ſprang auf die Bretter, ohne die Hand von Andreas zu
faſſen.
Iſt die Lena zu Hauſe?
Sie iſt fort, und den Jungen hat ſie gleich
mitgenom=
men, antwortete der Fiſchmeiſter, und ſchritt neben Suſanne
her, ohne beim Boot mit Hand anzulegen.
Fort? — Ohne mich zu fragen, Andreas?
Bei dem Weg, den die Lena gegangen iſt, fragt man
mennden, iht aun uſten derngeit übiges Fehtit,
Die Lena — mein Gott, Andreas —
Ja, es iſt nun mal nicht anders, das arme Weib hat ſich
ertränkt, und ihren Jungen hat ſie gleich mitgenommen.
Suſanne ſchrie nicht auf, ſie jammerte nicht, ſondern
ſagte traurig: Ich hätte ihr ſo gern geholfen, daß ſie von
ihrem Mann losgekommen wäre. Nun iſt es zu ſpät.
Ja, nun iſt es zu ſpät. Warum mußte auch durchaus
geheiratet werden.
Sie vergeſſen das Kind, Andreas.
Ach was, ſon Vater iſt ſchlimmer, als keinen Vater zu
haben.
Wo iſt der Möller,
Er iſt mit dem Boot fort, um Mutter und Kind zu
ſuchen.
Wann iſt es geſchehen?
Heute in der Früh, das leere Boot trieb auf dem
Waſſer, ſie hat es ernſt gemeint mit dem Sterben. Die
macht keiner mehr lebendig. Und wenn wir ſie begraben
haben, dann kann der Möller wandern, für den haben wir
keinen Platz mehr in Altenwerder.
Friedrich Wilhelm hatte alles ſchweigend angehört,
auch wie Suſanne Andreas bat, ihr Nachricht zu ſenden,
wenn die Leiche gefunden wäre.
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Ich will mit dem Pfarrer ſprechen, ſie war von
Sin=
nen, als ſie ſich mit dem Kind das Leben nahm. Er kann
ihr ein chriſtliches Begräbnis nicht weigern.
So wie ich unſern Pfarrer kenne, gnädiges Fräulein,
wird er nicht nein ſagen. Der hat ſein Herz auf dem
rech=
ten Fleck und kennt das Leben.
Wie die Toten ſich bei uns mehren.
Der Fiſchmeiſter blickte Suſanne verwundert an.
Sie wiſſen wohl noch nicht, daß Inſpektor Voß heute
früh mit dem Pferde verunglückt iſt, und ſeine Frau iſt an
dem Schrecken einige Stunden ſpäter geſtorben.
Der alte Voß? — — Nichts weiß ich davon, wir ſtecken
hier bis über die Ohren in unſerer traurigen Geſchichte.
Nicht mal die Fiſche für die herrſchaftliche Tafel ſind
ge=
lliefert worden.
Der Großvater wird es nicht merken.
Das kann man nicht wiſſen. Ich will doch noch hin
zum Schloß. Dem Möller mochte ich nicht damit kommen,
und meine Nichte iſt gerade fort zu ihren Leuten.
Laſſen Sie die Fiſche ruhig im Fiſchkaſten, Andreas,
auf meine Verantwortung hin, ſagte Friedrich Wilhelm.
Vielleicht ſind Sie hier nötig, wenn der Möller Hilfe
braucht.
Suſanne ſtimmte haſtig zu, es trieb ſie heimwärts,
ſie trug ſchwer an dem Tod von Lena Möller. Bagewitz
ſchritt ſtumm neben ihr her und noch einer — Gevatter Tod.
Er hatte mit ſeiner Senſe gewaltig ausgeholt auf
Alten=
werver. Das verſetzte den Ueberlebenden für eine Weile
den Atem, und die beiden hatten die Waſſerallee ſchon
durchwandert, als Saljannz ihrem Geliebten das hleiche
Geſicht zuwandte, und wie entſchuldigend ſagte: Du triffſt
es ſchlecht bei uns Friedrich Wilhelm. Wie lange iſt es
ſchon her, daß wir die letzte Tote begruben, zwei Jahre
ſind vergangen, ſeitdem Großmama ſtarb. Man wird alt
hier bei uns.
Um ſo beſſer, Suſanne. Wir wollen uns das Recht auf
ein langes Leben nicht nehmen laſſen. Gräme dich nicht,
was ſind uns all dieſe Toten, ſie vermögen unſer Glück nicht
zu trüben.
Die Toten nicht, Friedrich Wilhelm, aber wie iſt es mit
den Lebenden? Jetzt, wo ich Großvater bald
gegenüber=
ſtellen ſoll, wird mir ſo bange.
Aber Suſanne, es iſt doch ſein Wunſch. Wenn Du
Furcht haſt, ſo laß mich ſprechen. Morgen früh
Nein, Friedrich Wilhelm, ich ſelber werde es ihm
ſagen. Gleich heute, jetzt. Er wird in ſeinem Zimmer
ſein, ich muß allein zu ihm gehen.
Suſanne, warte doch bis morgen oder übermorgen.
Nein, ich kann nicht warten.
Denk an all das Traurige. Laß die Sterbeglocke nicht
unſer Glück einläuten.
Suſanne blickte Friedrich Wilhelm erſtaunt an, ſie
hatte ihm ſolches Zartgefühl nicht zugetraut. Sie fiel ihm
plötzlich um den Hals: Friedrich Wilhelm, wie gut du biſt.
Lange hielten ſie ſich ſo umſchlungen, dann ſagte
Bage=
witz: So wollen wir warten, bis ſich die Gräber geſchloſſen
haben.
Nein, nein, ich ſuche jetzt gleich den Großvater auf.
Gehe auf dein Zimmer, damit Johann Dich finden kann.
wern ich Dr ir ſat.
Sie eilte raſch dem Schloß zu, das ſchon im
Dämmer=
licht der kommenden Nacht lag, nur das Gemäuer des
Turmes leuchtete noch in verſchiedenem Rot des
ſcheiden=
den Tages — in dem Zimmer des Schloßherrn brannte
ſchon die Lampe, er war daheim.
Friedrich Wilhelm verhielt ſeinen Schritt, von hier
konnte er die ſchlanke Geſtalt der Liebſten verfolgen, wie ſie
ihrem Ziel zuſtrebte, unverwandt, ohne zu zögern.
Der gerade Weg, Suſanne! murmelte er vor ſich hin.
Heiß wallte es in ſeinem Herzen auf, und er gelobte ſich
zu dieſer Stunde, ihr zur Seite zu bleiben in Glück und
Unglück, über Uchte Höhen und dunkle Tiefen, wie das
Schickſal ſie führte.
Und während er hier alſo grübelnd ſtand, trat
Su=
ſanne in das Zimmer des Großvaters. Noch heute mußte
ſie die Frage ſtellen, die ihr auf dem Herzen brannte. Bis
zu deren Beantwortung kam es ihr vor, als habe ſie ſich
ihr Liebesglück heimlich erſchlichen, und es könne ihr
wie=
der genommen werden, was wie eine Sonne in ihr Leben
gefallen war und aus der armen Suſanne eine reiche
ge=
macht hatte, aus der Geduldeten eine Siegerin.
In dem hohen weiten Gemach brannte nur eine hellt.
Lampe, bei deren Schein der Kammerherr in allerhand
Papieren blätterte, die er dem Schreibtiſch entnommen
hatte, an dem er ſaß. Der große Raum lag im Dunklen,
die kunſtvoll geſchnitzten Möbel warfen das Licht nicht
zu=
rück, und die ſchweren Teppiche, die bei Tage ſo farbenfrotz
wirkten, dämpften jeden Laut. Der alte Herr hatte den
Eintritt der Enkelin garnicht bemerkt.
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Unter dieſem Panier hielt der Deutſche Turnerbund in
Plauen ſein zweites Bundesvorturnerturnen ab. Ueber
600 Vorturner waren erſchienen, ſo vor allem aus
Oeſter=
reich (Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck Reichenberg, Aſch
und Eger), aber auch aus dem Reich (Mark Brandenburg,
Berlin, Dresden, Leipzig, Thüringen uſw.). Schon beim
Begrüßungsabend ſtiegen jene wunderſchönen Lieder des
deutſch=völkiſchen Liederbuches, die den Kampf der
ger=
maniſchen Raſſe gegen ihre Feinde ſo ergreifend zu
ſchil=
dern wiſſen; namentlich das bekannte Kampflied von
Strack=Berlin zeigte, welche Summe von poetiſchen
Mo=
tiven der deutſch=völkiſche Gedanke in ſich begreift, von
denen viele der Geſtaltung noch harren. Was die
Deutſch=
völkiſchen im Gebiet der ernſten turneriſchen Arbeit leiſten,
zeigten ſie im Muſterriegenturnen und im Wetturnen;
überall Zucht, Ordnung und Ernſt, ſo beim Aufmarſch und
den Freiübungen unter Leitung von Scholz=Wien, beim
Kommen und Gehen zum und vom Gerät, im Einzelnen
wie im Auftreten der Riegen.
Es war eine höchſt erfreuliche Kraftentfaltung dieſer
„Pioniere des bewußten deutſchen Denkens”; was die
Salzburger am Tiſch mit vorgeſtellten Federbrettern, der
Mitteldeutſche Gau mit den Stützhanteln, die Plauener
Abteilung am Doppelbarren, die Berliner Damenriege mit
Kugelſtäben uſw. leiſteten, war allenthalben auf der Höhe
der Zeit. Wie bei den Wetturnen der deutſchen
Turner=
ſchaft, ſo fanden auch bei den Deutſch=völkiſchen die
Frei=
übungen ganz beſondere Pflege und zwar in dem Sinne,
wie ſie auf den großen Turnfeſten der Schweizer,
Ita=
liener uſw. gezeigt worden ſind: Ausfall, Standwage,
Ueberſchlag, Liegeſtütz, Hand= und Kopfſtehen, Rad uſw.
in unerſchöpflicher Zuſammenſtellung, auch mit Belaſtung
durch den Eiſenſtab (Sprung mit gleichen Füßen über den
wagerecht vor dem Schenkel gehaltenen Stab, welche
Ueb=
ung allerdings, ſoviel ich geſehen, nur einmal gelang).
Hier mag auch eine der Freiübungen noch beſonders
her=
vorgehoben werden: Während die meiſten Turner das jetzt
beliebte Vorfallen aus dem Stand in den Liegeſtütz
aus=
führen, indem ſie im letzten Augenblicke die Hände zum
Stütz auf dem Boden vorſpreizen, ließ ſich einer der
Tur=
ner platt auf den Leib vorlinks niederfallen — natürlich
mit koloſſaler Anſpannung der Bruſt= und
Bauchmuskula=
tur — um ſodann einen Bockſturz in derſelben Richtung
anzufügen. Es mag dahingeſtellt ſein, ob dieſe Uebung auf
alle, die ſie zum erſten Male ſehen, äſthetiſch wirkt: es iſt
und bleibt ein Kunſtſtückchen, und der betreffende Turner
führte ſeine Sache meiſterhaft aus. Das volkstümliche
Turnen brachte einen Schnellauf über 100 Meter,
Gewicht=
heben (75 Pfund beidarmig), Weitſprung, Stabhochſprung,
Tauſchnellhangeln und Gerwurf nach der Scheibe;
beſon=
ders hervorzuheben iſt in dieſem Zuſammenhange das
praktiſche (angewandte) Turnen: ein Flankenſchwung über
die bruſthohe Planke (Querbaum) und ein Tiefweitſprung
vom Tiſch, wobei 3,65 Meter erzielt wurden; beide Male
waren die Turner belaſtet mit Ruckſack (5 Kg. Gepäck) und
Eiſenſtab, in voller Kleidung und im Hut.
Die Völkiſchen prüfen ihre Wetturner auch in den
Fra=
gen, die das Volkstum, das Raſſenbekenntnis, die
Einrich=
itungen des Staates betreffen; auf dem Tiſch, um den ſich
etwa ſechs Wetturner und die prüfenden Männer
nieder=
laſſen, liegen einige Blätter, jedes mit drei Fragen
ver=
iſehen und jeder Wetturner hat eins davon aufzuheben und
die betreffenden Fragen zu beantworten. So befand ſich
auch die Frage nach der Entſtehung des Deutſchen
Turner=
bundes darunter und es erfolgte eine Ausſprache über die
rſpäter erfolgte Ausſchließung des damaligen 15. Kreiſes;
fferner gaben die Turner Auskunft über heutige und frühere
Förderer der völkiſchen Turnſache (Schönerer, Zenker uſw.).
Die in dieſer „völkiſchen Prüfung” erhaltene Punktzahl
wird mit angerechnet. Von 80 Wetturnern gingen 36 als
Sieger hervor; und zwar Demar=Innsbruck mit 63 P. als
erſter, Ulbricht=Wels in Tirol als zweiter, Franz Müller=
Eger mit 62 P. als dritter Sieger. Unter den
Sondervor=
fführungen und Muſterriegen hatten der Oſtfränkiſche Gau
(Aſch, Eger), die Salzburger und Brandenburger am beſten
abgeſchnitten. Das ganze Turnen iſt trotz der etwas kühlen
Witterung unter großer Beteiligung der Bevölkerung durch=
Stadtbehörde,
der Deutſche Sprachverein, der Deutſche Wehrverein und
die Deutſche Turnerſchaft (durch Stadtrat
Ehrengauver=
treter Th. Booz=Plauen) Das Turnen fand auf dem
Kaſernenhof und in der Exerzierhalle ſtatt; man hatte
zu=
nächſt um Ueberlaſſung der großen ſtädtiſchen Turnhalle
am Anger erſucht, der Stadtrat hatte es auch bewilligt,
aber die Völkiſchen ſollten nun ihr Geſuch noch an den
Turnhallenverwaltungsausſchuß richten, der die
Beding=
ung vorſchrieb, daß die Deutſch=völkiſchen bei dem Feſte
etwaige Kritik gegen die Deutſche Turnerſchaft unterlaſſen
ſollten. Daraufhin verzichteten die völkiſchen Turner und
erhielten vom Oberſt Freiherrn v. Falkenſtein die
Kaſer=
nenräume des 134. Inf.=Regts. zur Verfügung.
Angeſichts der Tatſache, daß die Deutſch=völkiſchen in
ihrem Kampf um die Ideale des Deutſchtums, reine
Er=
haltung deutſcher Sprache, deutſchen Rechtes, deutſcher
Schule und deutſcher Kultur die Sympathie aller
deutſch=
fühlenden Männer verdienen, iſt die Hoffnung berechtigt,
daß in nicht allzu ferner Zeit ein feſtes brüderliches
Zu=
lammengehen der beiden Turnerſchaften zu konſtatieren
ſein möge!
Im Jahre 1913 findet in Eger ein großes
Bundes=
turnfeſt der Deutſch=völkiſchen Turnerſchaft ſtatt.
* Fußballſport. England gewinnt die
Olym=
piſche Fußballmeiſterſchaft gegen
Däne=
mark 4:2. Bei prachtvollem Wetter und im Beiſein des
Königs und des Kronprinzen von Schweden, ſowie des
ruſſiſchen Großfürſten Dimitri, ging vor etwa 25000
Zu=
ſchauern das Entſcheidungsſpiel um die goldene
olym=
piſche Medaille vor ſich. Schon in der 11. Minute konnten
die Engländer durch ihren Mittelſtürmer das erſte Tor
buchen, 10 Minuten ſpäter folgte das 2. für England, dem
die Dänen nur eins in der 25. Minute entgegenſetzten.
Kurz vor Halbzeit landete dann der Ball noch zweimal
im Netz der Dänen, ſodaß mit 4:1 die Seiten gewechſelt
wurden. Da ein Spieler der Dänen bald nach
Wieder=
beginn infolge einer Armverletzung ausſchied, mußten dieſe
mit zehn Mann weiterſpielen, konnten aber trotzdem durch
einen ſchönen Durchbruch ein zweites Tor erzielen,
wäh=
rend England in der zweiten Hälfte keer ausging.
Eng=
land hatte ſomit mit 42 geſiegt und unter ſtürmiſchem
Jubel der Menge wurde zum erſten Mal bei den
dies=
jährigen olympiſchen Spielen Groß=Britanniens Flagge
am Siegesmaſt gehißt. Die ſilberne Medaille erhielt
Dänemark, die bronzene Holland nach dem überlegenen
Siege über Finnland 9:0. Der König überreichte den
Spielern perſönlich die Medaillen. Der Wanderpreis der
Engliſh Footbaal Aſſociation für die ſiegende Mannſchaft,
den Groß=Britannien nach ihrem Londoner Siege zu
ver=
teidigen hatte, verbleibt alſo auf weitere 4 Jahre in
Eng=
land.
* Bei den Olympiſchen Lawn=Tenniskämpfen gewann
Frl. Broquédis=Paris, die Gewinnerin der Weltmeiſterſchaft,
die goldene Medaille durch ihren Sieg von 4—6, 6—3, 6—4
über Frl. Koering=Dresden, der die ſilberne Medaille
zu=
fiel. Der dritte Preis fiel an Frl. Bjurſtedt=Norwegen.
Ein weiterer Erfolg fällt auf das deutſche Konto dadurch,
daß Kreuzer=Frankfurt a. M. im Kampf um die bronzene
Medaille den Oeſterreicher Zemla 6—2, 3—6, 6—3, 6—1
ſchlug. Im Herrendoppelſpiel ſiegten in der Schlußrunde
die Südafrikaner Kitſon=Winslow über die Oeſterreicher
Pipes=Zborzil 4—6, 6—1, 6—2, 6—1. Im gemiſchten
Doppelſpiel endlich qualifizierten ſich Frl. Koering=Hr.
Schomburgk durch ihren Sieg über Frl. Broquédis=Canet
zum Entſcheidungsſpiel gegen die Schweden Frau Fick=
Setterwall.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 6. Juli. (
Börſenwochen=
bericht.) Der Quartalswechſel, für welchen man
grö=
ßere Geldknappheit infolge der bedeutenden Dividenden=
und Zinſenanſprüche befürchtete iſt glatt vorübergegangen
und hat im Gegenteil den Märkten wieder beträchtliche
Summen zugeführt. Der Privatdiskont ermäßigte ſich
dementſprechend auf 3¼ Prozent; ebenſo bleibt tägliches
Geld zu 3½ Prozent und darunter erhältlich. Die Börſen
wurden dadurch recht günſtig beeinflußt und es zeigte ſich
zeitweiſe einiger Verkehr, trotz der jetzigen ſtillen Saiſon.
Zu den Einzelheiten übergehend, blieb die Haltung für
deutſche Renten eine gute, wenn auch nur unweſentliche
Avancen zu verzeichnen ſind. Der veröffentlichte
Saaten=
ſtandsbericht für Preußen, wie überhaupt die günſtigen
Ernteausſichten machen die Lage des Landes ſehr
hoff=
nungsvoll und man hofft, daß die reichen Ergebniſſe auch
viele Anlagen zeitigen dürften, die dann weſentlich den
ſoliden Rentenpapieren zugute kommen.
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren die
ruſſi=
ſchen Sorten ſehr feſt, da die Kaiſerzuſammenkunft ſicher
dem Frieden und damit dem Fortſchreiten des Landes
nur dienen kann. Regere Kaufluſt beſtand wieder für
öſterreichiſch=ungariſche Renten, deren ſeither gedrückte
Preiſe vielfach vom Privatpublikum als Anlage benutzt
wurden. Sie ſind infolgedeſſen etwa ½ Prozent höher
gegen die Vorwoche. Türken waren ruhiger, aber feſt.
Die Friedenshoftungen ſund im Bachten begriſen, da die
Anſicht ſich verſtärkt, daß man bei der Pforte weit mehr
zu Konzeſſionen geneigt ſei, als ſeither. Ferner ſind
Ar=
gentiniſche Werte beſſer. Am Markt für Transportaktien
waren nur Hamburger Paketfahrt und Nordd. Lloyd mäßig
belebt, aber wiederum höher.
Das Bankgebiet bekundete günſtige Tendenz auf die
Belebung der Induſtriepapiere; beſonders Montan=
Diskontkommandit avancieren, für welche die Einführung
der „Naphtha=Nobel” von weſentlichem Vorteil war. Der
Kurs der letzteren konnte in wenigen Tagen um faſt 30
Prozent bis 275 ſteigen. Auch „Steam Romana” bei
wel=
chem dieſes Inſtitut ebenfalls intereſſiert iſt, erhöhten ihren
Kurs auf 141. Am Montangebiet war zeitweiſe eine
un=
ſichere Tendenz vorherrſchend, da vielfach von
Unter=
bietungen am Stabeiſenmarkt geſprochen wurde; doch
ſchließt man feſter auf die Erhöhung der amerikaniſchen
Roheiſenpreiſe, ſowie auf den günſtigen Eindruck der
vor=
geſtrigen Generalverſammlung der Hohenlohe=Geſellſchaft,
weil ſie über den recht zufriedenſtellenden Kohlenmarkt in
Schleſien und ebenſo über den Zinkmarkt berichtete.
Von Kaſſainduſtriewerten waren Deutſche Gold= und
Silber=Scheideanſtalt bis 1164 erhöht auf die
bevor=
ſtehende beträchtliche Erleichterung des Kurſes infolge
Ausſcheidung des Bezugsrechtes, das zuletzt 503 notierte.
Automobilaktien waren hauſſierend; Kleyer bis 536,
Daim=
ler bis 306, Bielefelder bis 517.70 und Benz bis 213
ge=
nannt. Die Spekulation hat ſich in dieſen Werten eben
ſehr entwickelt, wobei Fuſions= uund Kapitalerhöhungs=
Gerüchte die Hauptrolle zur Favoriſierung ſpielen.
Jeden=
falls darf man dieſe Bewegung nur mit größter Vorſicht
beobachten. Von Chemiſchen Aktien ſteigen Höchſter
Farb=
werke auf 630, Albert auf 459,75, Badiſche Anilin auf
509,80, während „Kunſtſeide” bis 139½ abgegeben wurden.
In dem Rechtsſtreit der Vereinigten Kunſtſeidefabriken
gegen die Fürſt Donnersmarckſchen Kunſtſeide= und
Olca=
talwerke wegen der Patente zur Herſtellung von
Kunſt=
ſeide aus Viscoſe wurde in der erſten Inſtanz zu ungunſten
der Vereinigten Kunſtſeidefabriken entſchieden. Die (3
ſellſchaft wird gegen die Entſcheidung beim Kammergericht
Berufung einlegen, vorläufig aber die Fabrikation von
Kunſtſeide aus Viscoſe fortſetzen. Elektrizitätsaktien
ver=
kehrten zeitweiſe lebhafter; wobei als Anregung die
be=
ſonders günſtige Auslaſſung im letzten Wochenbericht der
Berliner Handelsgeſellſchaft diente, der über den
aus=
nehmend befriedigenden Geſchäftsgang und Situation n
der Elektrizitätsinduſtrie, und namentlich bei der Allgem.
Elektrizitäts=Geſellſchaft ſprach. Akkumulatoren erreichter
533,75, Allgem. Elektrizitäts=Geſellſchaft 266½, Siemen=
240½, ſchwächer ſind Gummi Peter (123), Blei= und
Silber=Hütte Braubach (122), ſowie Spinnerer
Hütten=
heim (28,60). Die „Bank für induſtrielle
Unkernehm=
ungen” Frankfurt a. M. hat für notwendige
Abſchreib=
ungen auf den Effektenbeſitz den Gewinn zum größten
Teil in Anſpruch genommen, ſodaß eine Dividende nicht
zur Verteilung kommen dürfte. Es iſt beabſichtigt, der
demnächſtigen Generalverſammlung die Liquidation
vor=
zuſchlagen. In jedem Falle dürfte aber der Wert der
Ak=
tien der Bank den gegenwärtigen Kurswert der Aktien
(75,10 Prozent) überſteigen.
Von Loſen notieren: Augsburger 34, —,
Braunſchwei=
ger 197,10, Pappenheimer 65,— Genua 210,—, Türkiſche
169,60, Freiburger 72,—, Ungariſche 366,—, Meininger
34.— Venediger 42,80, Mailänder 45=Francs=Loſe 150,—
Mailänder 10=Francs=Loſe 30,—, Raab=Grazer
Anrechts=
ſcheine 37,60, in Reichsmark; Gothaer Prämie II 117,75,
Donau=Regulierung 151,50, Madrider 73,50, in Prozent.
Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (unkündbar bis 1918)
100,75, 3½proz. Reichs 90,—, 3proz. Reichs 80,30, 4proz.
Heſſen von 1899 99,70 G., 4proz. Heſſen von 1906 99,80 G.,
4proz. Heſſen von 1908/09 100,20, 4proz. Heſſen (unkündbar
bis 1921) 100,50, 3½proz. Heſſen 88,50 G., 3proz. Heſſen
77,30 G., 4proz. Darmſtädter 99,80 G., 3½proz. Darmſtädter
890,40 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp=Pfdbr. (Serie 18—23)
100 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 24—25)
100,20, 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 3—5) 89,30
G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie (9—11) 89,40
G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12) 100,—,
4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 13—14) 100,20 G.,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 89,50 G.,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 89,40 G.,
Darm=
ſtädter Bank 121½ Südd. Eiſenb.=Geſellſchaft 124 G.,
Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 69 B., Lederwerke
vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 72,50 G., Schramms
Lack= und Farbfabriken (Offenbach a. M.) 269 B., Chemiſche
Mühlheim a. M. 67,50, Schantungbahn 132½, South=
Weſt=
afrika 146.— Otavi=Anteile 94,75, Otavi=Genußſcheine
64,75, 4½proz. Ruſſen 100,50, 4proz. 1880er Ruſſen 90,40 G.,
4proz. 1902er Ruſſen 90,75, 3¼oproz. Ruſſen 88,20, 3½proz.
Ruſſen 84,—, 3proz. Ruſſen 81,50, 4proz. unifizierte Türken
88,70, 4proz. Adminiſtrations=Türken 82,20/ G., 4proz.
Bag=
dadbahn 83,80 G 4proz. konvertierte Türken (1905/11)
80,75, 5proz. Chineſen 99,90, 4½proz. Chineſen 93,95, öproz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 9850, 40proz. Japaner 9495,
4proz. Japaner 88,75, 3proz. Buenos=Aires 71,50.
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