Darmstädter Tagblatt 1912


02. Juli 1912

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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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angenommen in Darmſtadt,
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

In Gießen wurde am Sonntag ein von den Turn=
vereinen
errichtetes Jahn=Denkmal enthüllt.
Der Kaiſer hat ſich geſtern abend von Potsdam nach
Danzig begeben.
Die Begegnung zwiſchen dem deutſchen
Kaiſer und dem Zaren findet am 4. Juli in
Baltiſchport ſtatt.
Die Tripolis=Expedition des Deutſchen
Roten Kreuzes iſt nach ſechsmonatiger Abweſen=
heit
nach Berlin zurückgekehrt.
Auf der Strecke Breslau-Glogau fuhr ein
Perſonenzug in einen vollbeſetzten K remſer
hinein. 8 Perſonen wurden getötet und
1 ſchwer verletzt.
Der portugieſiſche Senat nahm die Vorlage
über die Anleihe für den Ausbau der Kriegs=
fleſtte
an.
Vom ruſſiſchen Reichsrat iſt die Wehrpflichtvor=
lage
in der Faſſung der Duma genehmigt worden.
Der ſerbiſche Miniſterpräſident Milo=
wanowitſch
iſt geſtern geſtorben.
Der türkiſche Miniſterrat hat der Kammer
einen Geſetzentwurf zugehen laſſen, durch den
den Offizieren und Angehörigen der Armee unter=
ſagt
wird, ſich mit Politik zu beſchäftigen.

Die Monarchen=Begegnung in den Schären.

** Nachdem Kaiſer Wilhelm von der Kieler Woche
auf kurze Zeit nach dem Neuen Palais in Potsdam zu=
rückgekehrt
war, begibt er ſich nunmehr über Danzig, wo
er das Leibhuſarenregiment beſichtigt, auf der Jacht
Hohenzollern nach den Finniſchen Schären, um dort
mit dem Zaren zuſammenzutreffen. Dieſes Ereignis iſt
ſchon in den letzten Wochen Gegenſtand lebhafter Erörte=
rungen
in der deutſchen und ausländiſchen Preſſe gewe=
ſen
und man hat ihm, da die beiderſeitigen leitenden
Staatsmänner der Begegnung beiwohnen, eine ganz
außerordentliche Bedeutung in Bezug auf gewiſſe aktuelle
Fragen der internationalen Politik beigemeſſen. Dem=
gegenüber
ſei geſagt, daß auch ohne das Vorhandenſein
ſolcher Fragen die Begegnung ſtattgefunden hätte; nicht
um hohe Politik zu treiben, kommen die beiden Herrſcher
zuſammen, ſondern, um ſich einmal wieder zu ſehen, wie
es auch andere treue Freunde zu tun pflegen. Aber bei
dieſer Gelegenheit ſoll eventuell über einzelne im Vor=
dergrunde
des Intereſſes ſtehende Punkte der Weltpolitik,
wie z. B. der türkiſch=italieniſche Krieg, die Lage in
China, Perſien uſw., geſprochen und die ihnen gegen=
über
einzunehmende Haltung erörtert, ſowie feſtgeſtellt
werden, ob noch dieſelbe Uebereinſtimmung in den Richt=
linien
der internationalen Politik des Deutſchen und
des Ruſſiſchen Reiches herrſcht, wie im November 1910.
Wenn wir auch nicht glauben, daß bei der bevor=
ſtehenden
Entrevue der Monarchen und Staatsmänner
irgendwelche Abkommen vereinbart werden, ſo braucht
darum das Ereignis, welches ſich in den nächſten Tagen
im Finniſchen Golf abſpielt, jeglicher politiſcher Bedeu=
tung
nicht zu entbehren. Dieſe erblicken wir ſchon darin.
daß das unverändert freundſchaftliche Verhältnis
zwiſchen Kaiſer Wilhelm und dem Zaren vor aller Welt
offenbart wird in einem Augenblick, wo alle möglichen
Pläne von Mächtekonſtellationen erörtert werden, an
denen das Deutſche Reich nicht beteiligt iſt. Auch im
vorigen Jahre hat ſich gezeigt, wie die guten Beziehun=
gen
, welche uns mit Rußland verbinden, durch deſſen
Allianzen und ſonſtige Freundſchaften nicht beeinflußt
werden. Man wird ſich erinnern, daß das deutſch= ruſſi=
ſche
Abkommen, welches der Zarenbeſuch in Potsdam zur
Folge hatte, unterzeichnet und veröffentlicht wurde zu
einer Zeit, wo unſer Verhältnis zu dem ruſſiſchen Alli=
ierten
, Frankreich, ziemlich kritiſch war. Dieſe Haltung
Rußlands konnte als eine praktiſche Beſtätigung der Er=
klärung
des Herrn v. Bethmann Hollweg im Reichstage
aufgefaßt werden, daß beide Regierungen, die deutſche
und die ruſſiſche, ſich in keinerlei Kombinationen ein=

laſſen würden, welche eine aggreſſive Spitze gegen den
andern Teil haben könnten.
Zwiſchen Kaiſer Wilhelm und dem Zaren Nikolaus
hat ſtets ein recht lebhafter perſönlicher Verkehr ſtatt=
gefunden
, der nun in den Schären, wo ſchon im Sommer
1905 und 1909 eine Zuſammenkunft erfolgte, fortgeſetzt
werden ſoll. Die letzte Begegnung der beiden Monar=
chen
liegt nun bereits eindreiviertel Jahr zurück, aber
inzwiſchen weilte das deutſche Kronprinzenpaar am Peters=
burger
Hofe, wo es eine überaus herzliche Aufnahme
fand. Die neue Beſiegelung der Freundſchaft der beiden
Herrſcher iſt enne wertvolle Garantie für die Fortdauer
des europäiſchen Friedens, ſie kann auch durch noch ſo
temperamentvolle Ausfälle panflaviſtiſcher Blätter aus
Anlaß der Affäre Koſtewitſch nicht beeinträchtigt werden.

Die kleine Strafgeſetznovelle.

Kn. In dem am 21. Juni ausgegebenen Reichs=
geſetzblatt
ſind die erſten Ergebniſſe der im Gange be=
findlichen
Strafgeſetzreform veröffentlicht, die am 6. Juli
dieſes Jahres Geſetzeskraft erlangen werden. Die No=
velle
bringt nur den kleinſten Teil des Reformwerks
unſeres vielleicht reformbedürftigſten Geſetzes zum Ab=
ſchluß
und kommt damit wenigſtens einigen der aller=
dringendſten
Wünſche entgegen.
Außer einigen ſtrafmildernden Vorſchrif=
ten
in den Strafparagraphen über Nötigung gegen
Behörden und Beamte, Siegelbruch, Pfandbruch, Pfand=
verſchleppung
und Verletzung ſeuchenpolizeilicher Maß=
regeln
, in denen an Stelle der bisher allein möglichen
Gefängnisſtrafen nunmehr auch auf Geld=
ſt
rafen erkannt werden kann, ſind insbeſondere
einige neue Vorſchriften von Intereſſe.
Schon lange wurden die ſtrengen Strafvor=
ſchriften
des Diebſtahls, der Unterſchlagung und des Be=
trugs
in ſolchen Fällen als allzu hart empfunden, wo
der Täter aus Not vielleicht um ſeinen oder ſeiner
Familie Hunger oder dringendſten Bedürfniſſe zu erfül=
len
eine der genannten Straftaten beging. In der
Regel handelte es ſich in ſolchen mehr oder minder
entſchuldbaren Fällen noch dazu um Gegenſtände von
geringfügigem Wert, deren Verluſt dem Beſtohlenen
oder Betrogenen nicht hart ankam und den er, unter
Verzicht auf Beſtrafung des Täters, vielleicht gar nicht
empfunden hatte.
Trotzdem bot das bisherige Geſetz keine Möglichkeit,
ſolchen Fällen die gerechte Milde angedeihen zu laſſen:
war der Tatbeſtand des Diebſtahls erfüllt, ſo mußte un=
weigerlich
auf Gefängnisſtrafe erkannt werden, trotz=
dem
der Beſtohlene ſelbſt vielleicht erklärte, daß er dem
Täter, der in Not gehandelt hatte, längſt verziehen und
keine Beſtrafung wünſche
Die Novelle trägt alledem in gerechter Weiſe Rech=
nung
, indem ſie für ſolche Fälle des Diebſtahls, der
Unterſchlagung und des Betrugs, in denen es
ſich um eine wirkliche Notlage des Täters und um
geringwertige Gegenſtände handelt, eine leichtere
Strafe (Geldſtrafe von 3 bis 300 Mark oder Ge=
fängnis
bis 3 Monate) androht. Außerdem ſoll die Be=
ſtrafung
von dem Antrag des Beſchädigten
abhängen, den dieſer jederzeit zurückziehen kann.
Eine ähnliche mildere Beleuchtung hat das häufig
vorkommende Delikt des Hausfriedensbruchs
erfahren. Der gemeinſame Hausfriedensbruch (durch
mehrere Perſonen gleichzeitig) oder durch eine mit
Waffen verſehene Perſon, der bisher auch ohne Zutun
des Hausberechtigten beſtraft wurde, ſoll fortan
ebenſo wie der einfache Hausfriedensbruch nur auf
Antrag geſtraft werden; auch ſoll der Antrag jeder=
zeit
zurücknehmbar ſein. An Stelle der bisher recht har=
ten
Strafe für den gemeinſamen Hausfriedensbruch
(mindeſtens eine Woche Gefängnis bis zu einem Jahr)
iſt in erſter Linie Geldſtrafe bis zu 1000 Mark oder
Gefängnis von einem Tag bis zu einem Jahr ge=
treten
.
Einzelne Strafgeſetze mußten nach den gemachten
Erfahrungen eine Erweiterung erfahren, um nicht Täter,
deren Delikte dem Rahmen der bisherigen Strafnormen
nicht entſprach, der Strafe entgehen zu laſſen. So
iſt insbeſondere die K in der miß han dlung
(boshafte oder grauſame Mißhandlung anvertrauter

Perſonen unter 18 Jahren oder wehrloſer Kranker)
unter die gleiche Strafe geſtellt worden, wie die mittelſt
Waffen oder gefährlichen Werkzeugs begangene Körper=
verletzung
(Gefängnis von mindeſtens 2 Monaten
bis zu 5 Jahren). Hier tritt die Verfolgung natürlich
von Amtswegen ein, ſobald die Tat zur Kenntnis der
Strafbehörden kommt, ohne daß der Mißhandelte einen
Antrag zu ſtellen brauchte.
Daß der ſtrafrechtliche Schutz des Telegramm=
geheimniſſes
auch dem Fernſprechverkehr
nicht verſagt werden durfte, hat die Novelle in einer Zu=
ſatzbeſtimmung
zu § 355 ebenfalls mit Recht ausgeſpro=
chen
.
Auch den ſog. Mundraub (Diebſtahl von Genuß=
mitteln
in geringer Menge zum alsbaldigen Verbrauch)
mußte man von dem bisher engen Standpunkte auf
andere Verbrauchsgegenſtände der Haus=
wirtſchaft
(z. B. Streichhölzer) ausdehnen, wenn
anders man den Abſurdidäten aus dem Wege gehen
wollte, die ſich bei der ungleichen Behandlung der Diebe
ergaben, von denen der eine im Laden 2 Zigarren, der
andere 2 Streichhölzer ſtahl: Der erſte kam (als Min=
deſtſtrafe
) mit 1 Mark Geldſtrafe davon (Zigarre iſt Ge=
nußmittel
), der andere mußte mindeſtens 1 Tag Ge=
fängnis
bekommen. Der erſte konnte nur auf Antrag
des Beſtohlenen beſtraft werden, der zweite mußte ge=
ſtraft
werden, auch wenn der Beſtohlene ausdrücklich
bat, davon abzuſehen.
Ein Teil der Wünſche und Erwartungen, die das
Reformwerk begleiten, oſt ſomit in dankenswerter Weiſe
erfüllt: der größere Teil der Aufgaben harrt noch der
Vollendung. Möge auch er im gerechten, modernem
Sinne einer zielbewußten Strafrechtspolitik in nicht
allzuferner Zeit ſeine Erledigung finden, vielleicht wird
dann auch der Tag kommen, wo dem berechtigſten aller
Wünſche nach einer gerechten Regelung der Gel d=
ſtrafe
, bemeſſen nach der Leiſtungsfähigkeit (nach
Steuerquartalen) , der bisher leider noch nicht im Re=
formprogramm
aufgenommen, Genüge geſchieht.

Deutſches Reich.

Die Freie Vereinigung heſſiſcher
Nationalliberaler. Am Sonntag fand in
Frankfurt die endgültige Gründungsverſammlung der
Freien Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler ſtatt, die
aus allen Teilen Heſſens zahlreich beſucht war. Nach
längerer, von großer Einmütigkeit getragener Ausſprache
wurde folgender Aufruf einſtimmig angenommen:
Eine große Anzahl der Nationalliberalen Partei
des Großherzogtums Heſſen angehöriger Organiſationen
und Einzelperſonen hat ſich zu einer Freien Vereinigung
heſſiſcher Nationalliberaler zuſammengetan. Grund
dieſes Zuſammenſchluſſes war die Ueberzeugung: Die
Nationalliberale Partei müſſe eine einheitliche, von außen
unbeinflußte Politik treiben: es ſei die Pflicht der Par=
teimitglieder
, die Führung der Partei und die Reichs=
tagsfraktion
, vorbehaltlich ſachgemäßer, parteigenöſſiſcher
Kritik, zu unterſtützen und ihr nicht in den Rücken zu
fallen. Zweck dieſer Vereinigung iſt organiſatoriſche
Tätigkeit auf dem Boden des nationalliberalen Partei=
programms
, Bekämpfung unberechtigter Einflüſſe wirt=
ſchaftlicher
Verbände auf die Politik und die Organi=
ſation
der Nationalliberalen Partei, Schaffung einer
Finanz= und Arbeitsgemeinſchaft zur Erreichung dieſer
Zwecke, Schaffung einer gemeinſchaftlichen Geſchäftsſtelle
und Korreſpondenz. Darüber hinaus ihre Mitglieder
politiſch zu binden oder auf ihre politiſche Stellung=
nahme
einzuwirken, lehnt die Freie Vereinigung aus=
drücklich
ab Sie ſteht auf dem Stamdpunkte, daß es
engherzig wäre, politiſche Splitterrichterei zu treiben, ſie
will allein nationalliberal arbeiten, rein nationalliberale
Organiſationen ſchaffen. Der Zuſammenſchluß zu grä=
ßerer
Arbeitsgemeinſchaft ſoll erfolgreiche Arbeit in die=
ſem
Sinne ermöglichen. Parteifreunde Heſſens! Wir
fordern Euch zum Beitritt zu dieſer Vereinigung auf!
Wir wollen keine Kampforganiſation ſein, wir wollen
ruhige ſachliche Arbeit ohne Streit und Zank leiſten,
unabhängig und unbeirrt von rechts und links, zum
Wohl der Partei, zum Wohl des Vaterlandes.
Unterzeichnet iſt der Aufruf von dem erweiterten
Arbeitsausſchuß: Bach, Hauptlehrer und Landtagsabge=
ordneter
, Mainz, Vergheimer, Rechtsanwalt, Alsfeld,
Theodor Boehm, Fabrikant, Offenbach, Casper, Land=
wirt
und Bürgermeiſter, Niederbreidenbach (Oberheſſen).
Dr. Cratz, Handelskammerſyndikus, Offenbach. Götzin=
ger
, Landwirt, Heinzenklingen (Starkenburg), Heck, Vor=
ſteher
der Landwirtſchaftlichen Winterſchule und Mit=
glied
des Reichstages, Alsfeld. Klingſpor, Kommerzien=
rat
und Fabrikant, Gießen, Dr. Pagenſtecher, Rechts=
anwalt
und Stadtverordneter, Mainz, Ritzert, Dipl.=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Nummer 153

Ingenieur, Darmſtadt, Scior, Fabrikant, Erbach i. Oden=
wald
, Emil Stallmann, Landwirt, Wald=Uelversheim
(Rheinheſſen), Adam Steinmann, Landwirt, Grasellen=
bach
(Starkenburg), Trautwein, Oberamtsrichter, Lam=
pertheim
, Velte, Lehrer, Weickertshain (Oberheſſen).
Die Reiſedispoſitionen des Kaiſers
und die Kaiſerzuſammenkunft. Die Ankunft
des Kaiſers in Danzig erfolgt heute, Dienstag, früh
7.30 Uhr. Militäriſcher Empfang findet nicht ſtatt. Der
Kaiſer begibt ſich im Automobil zum großen Exerzier=
platz
, beſichtigt die 1. Leibhuſaren und nimmt dann eine
Parade über die Danziger Garniſon ab. Vormittags
findet ein Frühſtück bei den Leibhuſaren ſtatt, nachmit=
tags
ein Diner in der kronprinzlichen Villa. Die Hohen=
zollern
verläßt am Dienstag abend mit dem Kaiſer an
Bord Danzig zur Reiſe nach den Finniſchen Schären.
Am 8. Juli in früher Morgenſtunde trifft der Kaiſer mit
der Hohenzollern vor Swinemünde ein. Noch an dem=
ſelben
Tage gedenkt der Monarch, ſeine Nordlandreiſe
anzutreten. Die Kaiſerentrevue findet, wie eine Peters=
burger
Meldung beſtätigt, in Baltiſchport, einem kleinen
Hafen im Norden von Eſthland, am 4. Juli ſtatt. Es wird
ein ſehr feierlicher Empfang vorbereitet. Kaiſer Wil=
helms
Wiborgſches Infanterie=Regiment iſt ſchon teil=
weiſe
in Baltiſchport eingetroffen. Nach der Kaiſer=
zuſammenkunft
begibt ſich der Zar zuerſt nach Reval und
dann wahrſcheinlich in die Finniſchen Schären, wo er
einige Zeit verbleiben will. Nach einer Kieler Meldung
iſt der kürzlich nach Amerika entſandt geweſene Panzer=
kreuzer
Moltke am Sonntag abend nach Danzig ab=
gefahren
. Er ſoll auf Befehl des Kaiſers die Reiſe der
Hohenzollern nach den Finniſchen Schären mitmachen.
Das Gefamt=Wahlreſultat der Stich=
wahl
in Hagenow=Grevesmühlen iſt Fol=
gendes
: Sivkovich (Fortſchr. Vp.) 9456, Pauli (konſ.)
7153 Stimmen. Sivkovich iſt demnach mit einer Mehr=
heit
von 2303 Stimmen gewählt.
Der Streit um die chriſtliche Gewerk
ſchaft. In der chriſtlichen Gewerkſchaftsfrage iſt auf
das Gebot des Papſtes hin ziemlich raſch die Stille
nach dem Sturm eingetreten. Dieſe Schweigſamkeit
deutet die Nordd. Allg. Ztg. in ihrem Wochenrückblick
folgendermaßen:
Eine endgültige Regelung der Streitfrage zwiſchen
Köln und Berlin iſt bisher nicht erfolgt. Weder hat
bisher die ſoziale Kommiſſion der preußiſchen Biſchöfe
ihre in Hildesheim in einem Telegramm an einen Ge=
werkſchaftsführer
präziſierte Stellungnahme, wie ange=
kündigt
, der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht, noch hat
der Papſt neue Richtlinien über die Gewerkſchaftsfrage
verkündet. Man könnte alſo theoretiſch wohl ſagen: Die
Katholiken innerhalb der chriſtlichen Gewerkſchaften ha=
ben
ſich löblich unterworfen, ſie haben ihre Sache nicht
bis zu Ende durchgefochten, die Berliner Richtung hat
geſiegt oder wird ſiegen, wenn nicht eben doch in der
mächtigen Bewegung, die weite katholiſche Kreiſe gegen
die Einmiſchungspolitik erfaßt hat, eine gewiſſe Stütze
für die Ueberzeugung läge, daß der Angriff der Berliner
Richtung abgeſchlagen iſt und auf ein ferneres Vorgehen
gegen die chriſtlichen interkonfeſſionellen Gewerkſchaften
ſeitens des päpſtlichen Stuhles verzichtet werden dürfte‟

Ansland.

Frankreich.
Schlechte Ausſichten der Wahlreform=
vorlage
. Nach Meldungen aus parlamentariſchen
Kreiſen ſteht die Mehrheit des Senats dem Wahlreform=
entwurf
entſchieden feindlich gegenüber, namentlich Cle=
menceau
habe in ſchärfſter Weiſe gegen den Geſetzentwurf
Stellung genommen. Das Echo de Paris ſagt, wenn
die Vorlage jetzt an den Senat gelange, ſo würde ſie
keine ſechzig Stimmen auf ſich vereinigen. Man glaubt,

daß der Geſetzentwurf noch vor den Ferien von der Kam=
mer
erledigt und ſofort an den Senat überwieſen werden
wird, der wahrſcheinlich ohne Verzug einen Ausſchuß
zur Prüfung der Wahlreform einſetzen werde. Dieſer
Ausſchuß werde zweifellos in ſeiner Mehrheit aus Geg=
nern
der Verhältniswahl beſtehen.
Spanien.
Der Gang der parlamentariſchen Ver=
handlungen
. In einem Miniſterrat wurde der
Gang der parlamentariſchen Verhandlungen erörtert.
Miniſterpräſident Canalejas erklärte, über ſeine Unter=
redung
mit dem König ſich in der Kammer am Montag
ausſprechen zu wollen.
Portugal.
Ausbau der Kriegsflotte. Der Senat
nahm die Vorlage über die Anleihe von 5830 Kontos
Reis für den Ausbau der Kriegsflotte an.
Rußland.
Die Wehrpflichtvorlage wurde vom
Reichsrat in der Faſſung der Duma angenommen.
Türkei.
Gegen die politiſche Betätigung der
Offiziere. In der Kammer teilte der Präſident mit,
der Miniſterrat habe in ſeiner letzten Sitzung einen
dringlichen Geſetzentwurf ausgearbeitet, durch den es
den aktiven Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten
unterſagt werde, ſich mit Politik zu beſchäftigen. Ein
Schriftführer verlas darauf den Geſetzentwurf, der dem
Militärſtrafgeſetzbuch angegliedert werden ſoll. Mit Ge=
fängnis
von zwei bis vier Monaten und mit Verabſchie=
dung
werden diejenigen Offiziere beſtraft, die ſich an
politiſchen Verſammlungen beteiligen; ferner mit Ge=
fängnis
von vier bis ſechs Monaten und mit Entlaſſung
aus der Armee diejenigen Offiziere, die den politiſchen
Parteien angehören. In der Begründung zum Geſetz=
entwurf
legt der Kriegsminiſter dar, die Politik hindere
die Offiziere daran, ernſtlich ihren militäriſchen Pflich=
ten
obzuliegen, und zeitige ſchlimme Folgen, wie die
Vorfälle von Monaſtir bewieſen. Die Kammer beſchloß
die Dringlichkeit des Entwurfs. Dieſer wurde alsdann
einem Ausſchuſſe überwieſen, der ihn am Montag der
Kammer wieder vorlegen ſollte.

* Die deutſchen Schuhe im engliſchen
Unterhauſe. Im engliſchen Unterhauſe gab es die=
ſer
Tage eine ziemlich erregte Unterhaltung darüber, daß
die Schuhe der Matroſen der britiſchen Marine zum
Teil aus deutſchem Leder angefertigt werden. Herr
Macnamara, der Sekretär der Admiralität, hatte ſeine
liebe Not, den Abgeordneten klar zu machen, daß keines=
wegs
Gleichgültigkeit gegen die Intereſſen der britiſchen
Induſtrie oder gar eine Mißachtung ſtrategiſcher Ge=
ſichtspunkte
den Gebrauch deutſchen Leders veranlaßt
haben, ſondern nur die vorzügliche Beſchaffenheit dieſes
Leders, das zu dem gleichen Preiſe in England heute ſo
gut noch nicht hergeſtellt werden kann. Ein recht miß=
vergnügter
Abgeordneter fragte den Sekretär, welche Be=
weiſe
er denn dafür habe, daß das deutſche Leder ſo vor=
züglich
ſei, worauf Herr Macnamara antwortete: Das
Leder iſt viel weicher und angenehmer, und wenn der
Herr Abgeordnete in mein Zimmer kommen will, dann
will ich ihm ein Paar dieſer Schuhe zeigen und anziehen.
Es wird ihm gehen wie mir, er wird recht neidiſch wer=
den
. Dann wollte derſelbe Abgeordnete wiſſen, ob
denn dies angenehme Leder auch ſo lange halte, wie das
engliſche, worauf er die Antwort erhielt, daß die Sach=
verſtändigen
der Marine es geprüft und auch in dieſem
Punkte untadelig befunden hätten. Schließlich wollte ein
Abgeordneter noch wiſſen, ob denn die Matroſen ſelbſt,
die den Preis der Schuhe zum Teil zu erlegen haben,
nichts dagegen einzuwenden hätten, mit deutſchem Le=
der
herumzulaufen, worauf Herr Macnamara nur zu ſa=

gen wußte: Unſere Matroſen lieben die neuen Schuhe
ſo, daß ſie abgehen wie heiße Semmeln. Darauf wuß=
ten
denn die Abgeordneten nichts mehr zu ſagen. Die
Morning Poſt aber macht die Schmerzen, die ſie ihren
Leſern durch dieſe Mitteilungen bereitet, noch größer, in=
dem
ſie hinzufügt, daß an demſelben Tage die Stadt
Hull beſchloſſen habe, die Schienen ihrer Straßenbahn in
Hamburg zu kaufen. Es handelt ſich um die hübſche
Summe von 160000 Mark.
* Lord Haldanes Rede über den Kai=
ſer
. Der Eindruck der Rede, den Lord Haldane auf dem
Diner des deutſchen Hoſpitals in Dolſton hielt, würde
unvollkommen ſein, wenn man den charakteriſtiſchen
Schluß fortließe, der der Lobrede auf den deutſchen Kai=
ſer
folgte. Haldane ſchloß nämlich ſeine Rede mit den
Worten: Uns aber muß es eine beſondere Freude und
Genugtuung ſein, ſagen zu können, daß dieſer Mann
ein halber Engländer iſt!
* Zur Verhaftung des Hauptmanns
Koſtevitſch werden von verſchiedenen Berliner Blät=
tern
Meldungen veröffentlicht, nach denen die Entlaſſung
aus der Haft alsbald erfolgen ſoll. Auch Telegramme aus
Petersburg wiſſen darüber zu berichten. Aber an eine
Haftentlaſſung iſt vorläufig nicht zu denken, da die Unter=
ſuchung
immer noch nicht abgeſchloſſen iſt. Ein Teil der
Akten iſt bereits nach Leipzig geſandt worden. Ein anderer
Teil befindet ſich noch in Berlin, da ihre Ergänzung durch
zur Zeit, im Gange befindliche Erhebungen erſt erfolgen
muß.
* Helſingfors, 30. Juni. Das deutſche
Schulſchiff Hertha iſt hier eingetroffen. Alle
Zeitungen begrüßen die deutſchen Gäſte. Die deutſche
Kolonie hat ein Bankett veranſtaltet.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 2. Juli.

* Vom Hofe. Prinzeſſin Friedrich Karl
von Heſſen nebſt den Prinzen Richard und
Chriſtoph, ſowie Pfarrer Hartmann aus Egelsbach
nahmen am Sonntag an der Frühſtückstafel im Jagd=
ſchloß
Wolfsgarten teil. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Privatdozenten Dr. Ernſt Vogt in Gießen
zum außerordentlichen Profeſſor bei der philoſophiſchen
Fakultät der Landesuniverſität.
* Erteilt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
dem Notar a. D. Karl Wolf in Alzey den
Charakter als Juſtizrat.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Johann Zimmermann aus Pleitersheim, Kreis Alzey,
die Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Reichlos,
Kreis Lauterbach.
* In den Ruheſtand verſotzt wurde der Weichen=
ſteller
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Jakob Gölzenleuchter zu Wolfskehlen.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 6. Juli, vormittags
9½ Uhr, lautet: Antrag auf Entziehung des dem Ernſt
Heinrich Maurer zu Darmſtadt erteilten Führerſcheins
für Kraftfahrzeuge. Antrag auf Unterſagung des Ge=
werbebetriebs
des Philipp Mai in Zwingenberg. Des=
gleichen
der Firma Landzettel & Rückert in Roßdorf.
Wirtſchaftsbetrieb des Martin Graber V. in Heppen=
heim
a. d. B.
-g. Strafkammer II. Der bereits mehrfach vorbe=
ſtrafte
18 jährige Fabrikarbeiter Johann Heinrich Meier
aus Offenbach hatte ſich geſtern wegen Diebſtahls zu
verantworten. In ſeinen früheren Verurteilungen war
bedingte Begnadigung eingetreten, trotzdem ließ er ſich
wiederum mehrere Straftaten zu ſchulden kommen. Am
14. Mai half er in Offenbach beim Kooksabladen, wobei
er aus der Weſte eines Arbeitskollegen deſſen Uhr und
Kette entwendete. In der folgenden Nacht brach er in
das verſchloſſene Kaſperletheater des Ludwig Hildebrandt
ein, angeblich um dort zu nächtigen, er nahm jedoch am
andern Morgen ein Paar Stiefel und eine Sportmütze
mit. Das Gericht ſah nur deshalb von einer Zuchthaus=
ſtrafe
ab, weil der Angeklagte zur Zeit der Straftaten
noch nicht 18 Jahre alt war und verurteilte ihn zu
9 Monaten Gefängnis, ein Monat wurde durch
die Unterſuchungshaft als verbüßt erachtetk Wegen
Diebſtahls bezw. Hehlerei hatten ſich die Taglöhner
Karl Weider, Karl Gilbert Anton Ott und
Jakob Jonas, ſämtlich aus Offenbach, zu verant

Frankenthaler Porzellan=Ausſtellung
in Heidelberg.
Von Fritz Krauß=Heidelberg.

Galante Kunſt, mehr Künſtchen zu nennen, iſt das.
Das tänzelt und wiegt ſich adrett und modeſt. Gravitätiſch
ſtolzieren bezopfte Kavaliere, den Dreimaſter keck auf dem
Köpfchen ſchaukelnd mit geſtickten Jabots und bunten
Jäckchen und Fräckchen, in ſeidenen Höschen, weißen
Strümpfen und Schnallenſchuhen. Sie beugen ſich, ver=
neigen
ſich, bieten graziös den Arm der Liebſten und
lächeln Die Reifrockdämchen ſenken die Köpfchen, die
Blicke ſchielen, es ſpitzt ſich das Mündchen; ſie lächeln.
Man ſäuſelt leiſe, denn ſo gehört ſichs, nur bürgerlich
Grobzeug trumpft laut auf. Man courteſiert, entreteniert,
ſpielt und ſpaziert dann Göttinnen, welche ſich läſſig
ſchmiegen; gelangweilt ſtehen die Allegorien. So drängt
ſich denn alles kunterbunt unter den blankblinkenden Glas=
gehäuſen
. Denk dir dies alles in zierlichen Zimmerchen,
feinen Boudouirs, des Ancien régime, wo amoureuſe Kava=
liere
und Maiträſſen von Gottes Gnaden von Liebe natür=
lich
von Liebe, trillern. Rings prachtvolle Spiegel, Kron=
leuchter
aus Bergkriſtall und Wandleuchter aus vergoldeter
Bronze. Ein herrlicher Standſpiegel über einem Kamine aus
weißem Marmor, der mit kleinen Vierecken aus chineſi=
ſchem
Porzellan ausgelegt iſt, worauf nackte Liebespaare
abgebildet ſind wie das Caſanova uns ſchildert.
Allein ich will dieſer Ausſtellung Franken=
thaler
Porzellane aus Heidelberger Pri=
vatbeſitz
in den Städtiſchen Sammlungen
zu Heidelberg welche vom 1. Juli bis 31. Auguſt
ſtattfindet, durchaus nicht unrecht tun. Auch ihre Umgebung
iſt ſtilvoll. So ſtilvoll, wie man ſichs für eine ſolche Ver=
anſtaltung
vielleicht kaum beſſer wünſchen kann. Es
kommt dieſer Ausſtellung ſehr zu ſtatten, daß das Gebäude
der Heidelberger Sammlung ein altes Patrizierhaus aus
dem 18. Jahrhundert iſt. So zeigen die drei Räume, in
denen die Porzellane aufgeſtellt ſind, in der Verkleidung
von Wänden und Decken noch ganz den Charakter des
Jahrhunderts der Aufklärung. Ein wenig ſpäter, in die
Zeit des klaſſiziſtiſchen Geſchmacks, welcher ja die Por=
zellankunſt
zum Welken gebracht hat, fallen die Wandmale=
reien
des erſten, des ſogenannten pompejaniſchen
Zimmers. Die Wandtapeten ſind von Friedrich Deue

rer einem Heidelberger Künſtler, 1804 gemalt worden.
So bieder ſie auch gemacht ſind, ſo kann man ſich doch recht
gut vorſtellen, wie etwa damals ein Mann, wie der alte
Johann Heinrich Voß in Heidelberg, ſeinen ehrlichen Spaß
an dieſer hinkenden Neuantike gehabt haben mag.
Gleich beim Eintritt iſt in zwei hohen Vitrinen rechts
und links ein ordentlich Pracht= und Renommierſtück der
Sammlung aufgeſtellt. Es iſt ein ungeheuer umfangreiches,
vollſtändiges Tafelgedeck, ein Geſchenk Carl Theodors an
einen römiſchen Kardinal, wie es heißt. Da kann man ſich
wohl vorſtellen, daß es viele dieſer Herren unter 50
Gängen bei einer Mittagstafel überhaupt nicht taten.
Vom Grafen Brühl wird uns berichtet, daß er bei
ganz hohen Feſtivitäten ſogar 100 Gänge auftragen ließ
Von dieſen 172 Tellern und Platten gleicht auch nicht ein
Stück dem andern im Dekor. Das iſt das Großartige.
Unter dem mit allerhand Früchten bemalten Geſchirr fällt
beſonders ein Teller mit einem ſo zart und friſch behandel=
ten
weißen Rettich auf.
Die Aufſtellung der Porzellane in der Reihe der
übrigen Glaskäſten iſt nahezu chronologiſch; nur hie und
da iſt mit Rückſicht auf die dekorative Wirkung der ge=
ſchichtliche
Zuſammenhang etwas verborgen worden. Man
muß mit der erſten Vitrine links beginnen. Hier trifft man
auf lauter Genreſzenen, wie ſie in der Hauptſache dem
erſten Modelleur der Frankenthaler Fabrik, den Paul
Hannong 1755 bei der Gründung mit von Straßburg
herübergebracht hatte, Johann Wilhelm Lanz, angehören.
Er iſt der vollſaftigſte und raſſigſte unter allen Künſtlern
Frankenthals. In ſeiner zuweilen etwas groben und zu=
packenden
Formengebung hat ihn an urſprünglicher Aus=
druckskraft
keiner ſeiner Nachfolger mehr erreicht. Man
merkt es, er kommt noch vom vollblütigen Barock her; bei
ihm iſt nichts affektats, alles naturelle‟. Ihm eignen
Stücke wie die Senſenwetzerin das Rechenmädchen und
die keifende Bäckerin. Die beiden Letzten zählen zu den
50 Neuentdeckungen welche der neue Konſervator, Herr
Karl Lohmeyer bei Arrangieren dieſer Ausſtellung
gemacht hat. Ein kouragiertes Frauenzimmer den Brot=
leib
unterm rechten Arm, ſteht die keifende Bäckerin da,
wirklich ein Prachtkerl. Man begreift wohl, daß der Ent=
decker
auf dieſes Stück am meiſten ſtolz iſt. Ein Schwarz=
wälder
und eine Schwarzwälderin (ebenfalls ein neues
Modell!) fallen durch die ſatte, warme Bemalung auf. Auf
der andern Seite der Vitrine ſtoßen wir auf eine ganze

Reihe von Kavalieren, in dieſer Vollſtändigkeit auch einzig
daſtehend. Auf dem Kamin links ſind in einem kleineren
Gehäuſe drei Prunkſtücke Apoll und die Künſte in zwei
Faſſungen und Muſizierende Putten vereinigt, welche
mehr durch Umfang und bombaſtiſche Aufmachung als
durch künſtleriſche Qualität hervorragen. Sie ſind ver=
wandt
mit jenen ebenfalls weißglaſierten Figuren des
allererſten Glaskaſtens in der rechten vorderen Ecke dieſes
Zimmers. Ich meine die Bacchantengruppe aus dem Be=
ſitze
des Herrn Guido Schmidt und die Pendantfiguren
eines jugendlichen Gottes und einer Göttin, welche, vor
ſich hindöſend, an ein Poſtament gelehnt ſind. Hier
ſtoßen wir auf den Kreis des vielgefeierten Hofbildhauers
Konrad Link welcher auch die beiden Denkmäler auf der
Heidelberger alten Brücke geſchaffen hat. Als er 1762 von
Carl Theodor nach Frankenthal berufen wurde, da lief
gerade wieder eine antikiſche Strömung durch die Mode=
welt
, die allerdings mit dem Jahrzehnte ſpäter einſetzen=
den
theoretiſch bewußten Hellenismus eines Thorwaldſen
nichts zu tun hat. Es war nur eine Ermüdungserſchein=
ung
in dieſem Kunſtgekräuſel des Rokoko. Man wollte
mal wieder einfach ſein à la grecque. Deshalb bildete
Konrad Link ſeine Allegorien von Welt= und Lebens=
altern
nicht als kokette Rokokodämchen, ſondern als hehre
Göttinnen in klaſſiſchem, hohlem Faltenwurf. Ein Stück,
wie die Allegorie auf die Verlegung der kurfürſtlichen Re=
ſidenz
von Mannheim nach München war ſo recht nach
dem Goüt dieſes Herrn.
Im zweiten Zimmer, deſſen Wände mit feinen
Stuckreliefs geziert ſind, begegnen wir zuerſt rechts den
Jagdmodellen des kunſterfahrenen Pouſſierers des
eigentlichen Meiſters der Kleinkunſt Karl Gottlieb Lück.
Neben dem alten Unikum der Heidelberger Sammlung,
dem Jäger aus Kurpfalz, entzückt vor allem eine Neu=
erwerbung
, der Piqueur durch ſeine ſaubere Modellier=
ung
. Zwei Kannen mit Schlachtenbildern von Bernhard
Magnus verdienen ebenfalls beſondere Erwähnung.
Die letzte Vitrine bringt Schäferſzenen von Adam
Bauer, dem Lehrer des berühmten Dannecker. Sich bal=
gende
Kinder, einen Schäfer mit einem Schäfchen unterm
Arm trifft man hier; ein anderer Schäfer bläſt den Dudel=
ſack
, während ſeine Geſpielin im geblümelten Kleide,
einen Korb mit Früchten und ein Kränzlein in der Hand,
herantänzelt. Bauers Kunſt iſt ſo eine Art verbauerter
Lück. Seine Figuren ſind dicker und gröher und ungefügen

[ ][  ][ ]

Nummer 153.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Seite 3.

worten. Weider und Gilbert waren beim ſtädtiſchen
Elektrizitätswerk Offenbach beſchäftigt und Weider hatte
ſich im April und Mai, als Kabelreſte verbrannt wurden,
aus der Aſche das geſchmolzene Blei und Kupfer ange=
eignet
. Die drei andern Angeklagten hatten das Metall
an einen Althändler verkauft. Sie wollen das Metall
als wertlos und herrenlos angeſehen haben. Als Erlös
erhielten ſie etwa 10 Mk. Das Gericht verurteilte den
Angeklagten Weider zu 3 Monaten Gefängnis
abzüglich einem Monat der Unterſuchungshaft, die drei
andern Angeklagten zu je 5 Mk. Geldſtrafe.
* Eugen Bracht=Ausſtellung. Die Vorarbeiten für die
Ausſtellung ſind inzwiſchen derart gefördert worden, daß
der auf den 20. d. Mts. feſtgeſetzte Eröffnungstermin
aller Vorausſicht nach wird eingehalten werden können.
Die Ausſtellung trägt den offiziellen Namen Eugen=
Bracht=Ausſtellung Darmſtadt 1912 und bildet die
ziebente Ausſtellung der Freien Vereinigung Darm=
ſtädter
Künſtler, veranſtaltet zur Feier des 70. Geburts=
tages
ihres Ehrenmitgliedes. Dem Ehrenausſchuß, der
unter dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des
Großherzogs ſtehenden Ausſtellung, gehören die folgen=
den
Herren an: Juſtizrat Dr. Bender, Finanzminiſter
Dr. Braun, Staatsminiſter Dr. Ewald, Provinzialdirek=
tor
Fey, Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, Generalmajor
à 1. s. Freiherr von Heyl, Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach, Hofrat Alexander Koch, Oberbürger=
meiſter
Köhler, Oberpoſtdirektor Milkau, Stadtkomman=
dant
Generalmajor von Randow, Oberſtallmeiſter Riedeſel
Freiherr zu Eiſenbach, Kommerzienrat Röder, Ge=
heimerat
Römheld, Graf Schlitz gen. von Görtz, Hof=
marſchall
Freiherr von Ungern=Sternberg, Geheime Bau=
rat
Profeſſor Wickop.
* Unſer Truppenübungsplatz wird in dieſem Jahre
erſt ſpät ſeinem urſprünglich alleinigen Zweck, den Ar=
rillerie
=Schießübungen, überlaſſen. Am 1. Juli beginnt die
riahezu dreiwöchige Schießübung der unter Generalmajors
Kluge Kommando ſtehenden 22. Feldartillerie=Brigade
(Stabsquartier Kaſſel). Zur Brigade gehört das 1. Kur=
heſſiſche
Feldartillerie=Regiment Nr. 11
unter Oberſtleutnant Frhrn. v. Preuſchen (geborener
Darmſtädter und aus dem Großherzoglichen Artillerie=
Korps Nr. 25 hervorgegangen). Es beſteht aus dem
Stabe, der I. und II. Abteilung zu je drei Batterien zu
je ſechs Feldgeſchützen mit Standort Kaſſel und der Reiten=
den
Abteilung zu zwei Batterien zu je ſechs Geſchützen mit
Standort Fritzlar und das 2. Kurheſſiſche Feld=
artillerie
=Regiment Nr. 47. Es iſt, ohne Reitende
Abteilung, ebenſo zuſammengeſetzt wie Regiment Nr. 11,
hat Fulda, die alte Bonifaziusſtadt, zum Standort und
ſteht unter dem Kommando des Oberſten Neugebauer.
Die Brigade, die vor Errichtung des XVIII. Armeekorps
rnit dem Feldartillerie=Regiment der jetzigen 21. und 25.
Diviſion die 11. Feldartillerie=Brigade bildete, hielt bis da=
hin
ihre Schießübung regelmäßig hier ab, während dies
in den letzten Jahren meiſt auf dem Truppenübungsplatz
Alten=Grabow im Bereiche des IV oder auf dem Truppen=
übungsplatz
Senne im Bereiche des VII. Armeekorps
geſchah.
* Die von der Landwirtſchaftskammer für das Groß=
herzogtum
Heſſen für dieſes Jahr vorgeſehene Studien=
reiſe
nach Dänemark und Schweden findet in den Tagen
vom 1.10. Juli ſtatt. Eine größere Zahl heſſiſcher Land=
wirte
hat am Sonntag abend die Reiſe unter Führung
von Dr. Hamann=Darmſtadt angetreten. Der Zweck der
Reiſe iſt das Studium der landwirtſchaftlichen Verhältniſſe
in Dänemark und Schweden.
Vortragsabend. Zu dem vom Verein deutſcher
Studenten auf Mittwoch abend veranlaßten Vor=
tragsabend
, an dem Herr Dr. jur. Reimers=Berlin
über: Die Jugendpflege und die Gebildeten ſprechen
wird, ladet der Verein für Verbreitung von Volks=
bildung
ſeine Mitglieder und Freunde ergebenſt ein.
* Die Sprechſtunden der ſtädtiſchen Rechtsaus=
kunftsſtelle
, Waldſtraße 6 (Telefon 2516), ſind nunmehr
feſtgeſetzt auf vormittags 9 bis 12½ Uhr, nachmittags
3 bis 5 Uhr. Mittwoch= und Samstagnachmittag iſt
geſchloſſen.
* Ausſtellung. Im Schaufenſter der Buchhandlung
Carl Köhler, Schulſtraße 10, iſt zur Zeit eine intereſſante
Serie von Kolonialbildern für Schule und Haus aus=
geſtellt
.
* Liederzweig. Vom beſten Wetter begünſtigt ver=
lief
das von dem Geſangverein Liederzweig im Saalbau
abgehaltene Sommerfeſt in ſchönſter Weiſe. Der Ver=
einschor
bot die gewohnten trefflichen Leiſtungen, die
Kapelle des Leibg.=Regts, erfreute durch ihre prächtigen
Darbietungen. Am Abend fand im feſtlich beleuchteten
Garten Konzert ſtatt, während im Saale die Jugend
dem Tanze huldigte. Das Feſt war ſehr gut beſucht

und bedeutet für den veranſtaltenden Verein wiederum
einen vollen Erfolg.
* Reklame, die ſtark an Schwindel grenzt. Man ſendet
uns ein Extrablatt zu aus Homburg v. d. H., den 28.
Juni, abends 10.20 Uhr, mit folgendem Text: Gaſtſpiel,
Zirkus May nochmals verſchoben! In Darm=
ſtadt
lautet täglich die Deviſe: Ausverkauft.
Ob nachmittags oder abends müſſen noch tauſende von
Schauluſtigen umkehren, da keine Eintrittskarten mehr zu
erlangen ſind. Deshalb mußte das dortige Gaſtſpiel um
einige Tage verlängert werden und findet die hieſige
Premiere erſt am Montag, 1. Juli, abends 8¼ Uhr, ſtatt.
Der fragliche Zirkus hat überhaupt noch keine Vor=
ſtellung
in Darmſtadt gegeben!
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Heute Dienstag
abend 8 Uhr, findet ein großes Militärkonzert der
Kapelle des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23 unter
Herrn Muſikmeiſter Albert Mittelſtädts Leitung ſtatt
und ſei an dieſer Stelle nochmals darauf hingewieſen.
(Siehe Anzeige und Plakate.)
* Ludwigshöhe. Am Mittwoch, den 3. Juli, findet
abends im Anſchluß an das Kurkonzert großes Abend=
konzert
mit Réunion und Lampionspolonaiſe unter Voran=
tritt
der Muſik ſtatt. Nachmittags und abends kon=
zertiert
die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61
nach einem beſonders gewählten Programm.
-gs. Unfall. Geſtern vormittag verletzte ſich ein in
der Saalbauſtraße beſchäftigter Metzgergeſelle dadurch,
daß er beim Fleiſchſchneiden mit dem Meſſer aus=
fuhr
und ſich hierbei die Schlagader des rechten
Unterſchenkels durchſchnitt. Der Verletzte wurde
durch die alsbald herbeigerufene Rettungswache in das
Städtiſche Krankenhaus gebracht.
* Erſchoſſen hat ſich ein das neue Gymnaſium be=
ſuchender
Oberprimaner aus Goddelau.

Nieder=Ramſtadt, 1. Juli. Der Bezirksverband Darm=
ſtadt
des Heſſiſchen Landesgewerbevereins
hielt geſtern eine gut beſuchte Verſammlung ab, der als
Vertreter der Handwerkskammer Herr Stadtverordneter
Sames beiwohnte. Nach kurzen Begrüßungsworten
des Vorſitzenden, Herrn Wallauer, und nach Beſichtig=
ung
der ausgeſtellten Zeichnungen und Schülerarbeiten der
Sonntags=Zeichenſchule erſtattete Herr Sames ein ein=
gehendes
Referat über die Unfallverſicherung, wie ſie jetzt
nach der neuen Reichsverſicherungsordnung in Geltung iſt.
In 1½ſtündigen Ausführungen gab der Vortragende
einen Einblick in das Weſen der Unfallverſicherung nach dem
dritten Buche der neuen Reichsverſicherungsordnung, wo=
für
ihm der Dank der Verſammlung durch reichen Beifall
zuteil ward. Mit welch großem Intereſſe die Anweſen=
den
den Vortrag verfolgten, konnte aus der ſich daran an=
ſchließenden
Beſprechung erſehen werden, in der noch
mancherlei Fragen nach eingehender Erörterung geklärt
wurden. Als Ort der nächſten Verſammlung wurde Erz=
hauſen
beſtimmt.
S. Auerbach, 1. Juli. Das erſte Burgfeſt, veran=
ſtaltet
vom hieſigen Verſchönerungs= und Kurverein, hatte
mindeſtens 2000 Perſonen aus nah und fern herbeigezogen;
beſonders waren auch Darmſtadt, Frankfurt und die fer=
ner
liegenden großen Städte ſtark vertreten. Es herrſchte auf
der Burg ein ungeheuerer Trubel. Um 3¼ Uhr bewegte
ſich ein großer Feſtzug, welcher von ſämtlichen Vereinen
Auerbachs und einer großen Zahl Damen in Odenwälder
Tracht gebildet war, zum Schloßberg hinan. Den Mittel=
punkt
der feſtlichen Veranſtaltung bildete die Prämiierung
von 14 der echteſten Odenwälder Trachten, zu welcher unter
anderen Spenden höchſt wertvoller Gegenſtände J. D. die
Fürſtin zu Erbach=Schönberg einen erſten und einen Ehren=
preis
geſtiftet hatte. Als Preisrichter fungierte neben an=
deren
Herren Prof. H. Metzendorf=Bensheim. Nach Ein=
bruch
der Dunkelheit bewegte ſich eine großartig verlaufene
Fackelpolonäſe, an welcher ſich etwa 300 Perſonen betei=
ligten
, durch die Schloßruine. Dem 1. Vorſitzenden des
Vereins, Herrn Paul Sieben, wurde am Schluſſe des Feſtes
durch einen Sprecher für ſeine Bemühungen beſonderer
Dank ausgeſprochen. Die Schloßruine erſtrahlte gegen
10 Uhr auf ein Kanonenſchußzeichen in einem prachtvoll
wirkenden roten bengaliſchen Licht. In der geräumigen
Halle der Wirtſchaftsräumlichkeiten wurde fleißig getanzt.
Das Feſt nahm nach 11 Uhr ſein Ende.
Heppenheim, 30. Juni. In Wurths Garten
fand die ordentliche Generalverſammlung des Vorſchuß=
und Kreditvereins Heppenheim, e. G. m. u. H., ſtatt. Die
Verſammlung war von etwa 100 Mitgliedern beſucht.
Nach dem Geſchäfts= und Rechenſchaftsbericht ſtellt ſich
der Reingewinn für das Geſchäftsjahr 1911 auf 28 725

Mark 13 Pfg. Es wurde beſchloſſen, eine Dividende ion
5½ Prozent auf die am 31. Dezember 1911 eingezahlten
Geſchäftsanteile zu gewähren und dem Reſervefonds
2900 Mark zuzuweiſen. In den Aufſichtsrat wurden
wiedergewählt Schloſſermeiſter Franz Saul und Küfer=
meiſter
J. G. Strauch; neugewählt Kaufmann Joſef
Seibt und Weinhändler Valentin Kohl. Die Verwal=
tungsorgane
des Vereins wurden von der Generalver=
ſammlung
beauftragt, geeignete Schritte zur Beſchaffung
eines eigenen Heims für den Verein zu unternehmen.
Heppenheim, 1. Juli. Wie ſoeben das Großh. Land=
gericht
Darmſtadt, Strafkammer 2 bekannt gibt, iſt das
ſämtliche, im ganzen Deutſchen Reich ſich befindliche Ver=
mögen
des flüchtigen hieſigen Kreditkaſſenrechners
Frz. Höhn wegen Steuerhinterziehung mit Beſchlag
belegt. Bekanntlich hat die Familie Höhn der geſchädigten
Kaſſe gegenüber Erſatzpflicht übernommen. Inwieweit
die Kaſſe geſchädigt iſt, ſoll ſich immer noch nicht genau
feſtſtellen laſſen, da noch große Wechſel in Umlauf ſein
ſollen, von denen man noch nicht weiß, ob ſie eingelöſt wer=
den
oder nicht. Auf der geſtrigen Generalverſammlung
wurde die Bilanz veröffentlicht. Sie weiſt in Aktiva und
Paſſiva 1810703 Mark auf, mit einem letztjährigen Rein=
gewinn
von 28725 Mark. Dividenden werden 5½ Prozent
ausbezahlt. Am Schluſſe des Jahres zählte die Kaſſe 1279
Mitglieder.
B. Knoden, 30. Juni. Heute fand hier das Oden=
wälder
Volks= und Trachtenfeſt ſtatt, das die
Ortsgruppe Bensheim des Odenwaldklubs veran=
ſtaltet
hatte; im Vorjahre hatte bei der Feier des 25 jähri=
gen
Beſtehens des Ernſt Ludwigs=Turmes ein ſolches
Trachtenfeſt ſo viel Gefallen gefunden, daß die Sektion
Bensheim öfter ſolche heimatlichen Feſte veranſtalten will.
Nun iſt ja wohl im Odenwald für alle Zeit die Tracht des
Volkes verſchwunden, ein künſtliches Wiedereinführen
widerſpricht dem ganzen Geiſt unſerer Zeit; allein bei
Feſtlichkeiten mag die ſchöne bunte weibliche Tracht noch
recht lange das Auge erfreuen! Leider ſchien das Wetter,
das die letzten Tage vorher ſo ſchön ſonnig und warm ge=
weſen
war, gerade am Sonntag Morgen dem Feſt einen
Strich durch die Rechnung machen zu wollen, denn ohne
wiederholt eintretende Regengüſſe kamen die aus der
weiteren Ferne erſchienenen Teilnehmer nicht ab, und das
mag vielleicht den Beſuch etwas beeinträchtigt haben ,
auch das Auerbacher Schloßfeſt am gleichen Tage abſor=
bierte
einen Teil des Intereſſes auf dem verhältnismäßig
ſehr kleinen Landſchaftsgebiet ; aber am Nachmittag
klärte ſich der Himmel erfreulicherweiſe auf und das
Feſt ſelbſt verlief ohne himmliſchen Segen. Zur Teil=
nahme
erſchien vor allem die feſtgebende Sektion Bens=
heim
, dann Lindenfels, deren Damen alle in farbenfrohen=
eigenen
Odenwälder Koſtümen erſchienen, Fürth, Wein=
heim
, Vertreter von Darmſtadt, Wald=Michelbach uſw.;
auch der Zentralausſchuß des Odenwaldklubs war ver=
treten
. Beſonders zahlreich war aber die Landbevölker=
ung
, Kinder, Mädchen und Frauen, in der alten heſſiſchen
Tracht, zuſammengekommen. Knoden, Schannenbach und
Seidenbuch, die drei Orte auf der Hochfläche der impoſan=
ten
Seidenbucher Höhe, ſtellten das Hauptkontingent der
Beſucher. Dazu kamen noch die Schlierbacher aus dem
Tal. Die Schulkinder, die Mädchen und die Männer die=
ſer
Orte trugen mit ihren hübſchen Geſängen unter Leit=
ung
der Herren Lehrer Schmidt, Beyerer und Rinn viel
zu dem ſchönen Eindruck des Feſtes bei. Ein Feſtzug
führte zum Ernſt Ludwigs=Turm, wo der Vorſitzende der
Ortsgruppe Bensheim, Herr Buchhändler Erhard, die
Erſchienenen begrüßte; Herr Bureaudirektor Daub von
Darmſtadt ſprach für den Zentralausſchuß und Herr Gym=
naſialdirektor
Kieſer=Bensheim dankte den Kinder und
Erwachſenen für die ſchönen Geſangsdarbietungen. Aller=
lei
Beluſtigungen ſorgten dann für die Unterhaltung auf
dem Feſtplatze.
Klein=Auheim, 1. Juli. In dem Doppelwohnhaus
des Rangierers Winter und des Silberſchmelzers
Gunkel brach am Samstag nachmittag auf unaufge=
klärte
Weiſe Feuer aus, das das ganze Anweſen
vernichtete ohne daß das Geringſte hätte gerettet
werden können. Der 70 Jahre alten Mutter des Gunkel,
die ſich im oberen Stockwerk des Hauſes befand, wurde
von dem Feuer der Weg ins Freie abgeſchnitten. Mich.
Sattler und Peter Gieles brachten die alte Frau, deren
Kleider ſchon lichterloh brannten, durch das Fenſter, das
ſie auf einer Leiter erreichten, in Sicherheit. Die Frau
trug jedoch ſchwere Brandwunden am ganen
Körper davon.
Worms, 1. Juli. Kommerzienrat Klemens
Trumpler iſt heute früh im Alter von 72 Jahren ge=
ſtorben
. Trumpler war erſter Vorſitzender der national=
liberalen
Partei des Wahlkreiſes Worms=Heppenheim=

als die ſeines Vorgängers Lück. In derſelben Vitrine
haben wir noch eine Chineſenfrau, die verzückt die Laute
ſpielt, von Johann Peter Melchior. Der war wohl der
bedeutendſte Künſtler Frankenthals. Das zeigen neben
ſeinem Porzellanmedaillon Karl Theodors, zu dem auch
(als Unikum!) die Vorlage in Marmor von der Hand Kon=
rad
Links da iſt, ſeine beiden Porträts des Ge=
heimen
Rates J. von Geiger und deſſen Frau. Das ſind
zwei kernig feſte Bildniſſe von echtem Schrot und Korn.
Des Raummangels wegen kann ich das Kaffeeſervice mit
holländiſierender Bemalung und das Teeſervice, welches
mit galanten Szenen im Watteaugeſchmack geziert iſt, zwei
ganz einzigartige Stücke, bei deren Betrachten dem Ken=
ner
das Waſſer im Munde zuſammenläuft, nur ſtreifen.
Das dritte Kabinett iſt dann ganz im Zeitſtil
gehalten. Die großgeblumte Seidentapete nebſt den
Fürſtenbildniſſen ſtammt, wie die hier aufgeſtellten Por=
zellane
, aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts.
Die faſt gleichzeitigen Kommoden, der bergiſche Glas=
ſchrank
und die Rokokoſtühle mit den altorientaliſchen Tep=
pichüberzügen
vervollſtändigen das Milieu. Hier ſind die
Figürchen loſe, nach rein dekorativen Grundſätzen aufge=
ſtellt
: Ein Dejeuner aus dem Beſitze des Prinzen von
Sachſen=Weimar, faſt ein ganzer Sévresſatz mit einer gold=
gerieften
Urnenvaſe, Freiherrn von Waldberg gehörig, und
zwei blaue Deckelvaſen, mit denen Inſpektor Feylner
das Bleu Royal von Sévres herauszubringen verſuchte.
Zum Schluß noch eine artige Zuſammenſtellung mehrerer
Figürchen zu einer tanzenden Gruppe.
Mit ihren über 1000 Nummern (ein Katalog iſt erſt im
Erſcheinen begriffen) übertrifft die Heidelberger Aus=
ſtellung
die Mannheimer von 1899 ums Doppelte und iſt
etwa halb ſo umfangreich als die 1908 in München ver=
anſtaltete
. Doch muß in Betracht gezogen werden, daß die
Münchener Ausſtellung damals alles an Frankenthaler
Porzellan heranzog, was ihr überhaupt von Petersburg
bis Rom zu erreichen möglich war, während die Heidel=
berger
Veranſtaltung nur Stücke aus einheimiſchem Beſitz,
und dabei in Auswahl, bringt. Und wie geſagt, 50 Neu=
entdeckungen
! Es iſt wahrlich eine Leiſtung.

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Beſuch der
deutſchen Univerſitäten im Sommer 1912.
Die Zahl der Studentenſchaft an den 21 Univerſitäten des
Reichs iſt auch dieſen Sommer wieder geſtiegen und hat
jetzt die Höhe von 59560 erreicht; gegenüber dem Vorjahr
ein Mehr von 2330. Von der Geſamtzahl der deutſchen
Univerſitätsbeſucher ſind 56 602 männlichen und 2958 weib=
lichen
Geſchlechts gegen 54678 und 2552 im Vorjahre;
reichsangehörig ſind zurzeit etwa 54500 (gegen etwa
52300); aus dem Ausland ſtammen gegen 5000. Im Ver=
gleich
mit dem vorjährigen Sommer haben alle Studien=
fächer
, ausgenommen Mathematik und Naturwiſſenſchaften
und die Pharmazie, an dem Aufſchwung geringeren oder
größeren Anteil. Verhältnismäßig am ſtärkſten iſt die Zu=
nahme
bei den evangeliſchen Theologen; weiteren beträcht=
lichen
Zufluß hatten ſodann die Mediziner, die jetzt in der
Geſamtzahl die Juriſten überholen, die vor fünf Jahren
noch doppelt ſo ſtark waren. Von den Studenten ſind
30 692 an den zehn preußiſchen Univerſitäten eingeſchrieben
(gegen 28981 im Vorjahr); an den drei bayeriſchen befin=
den
ſich 9515 (gegen 9495), an den zwei badiſchen 5925
(gegen 5532) und an den übrigen einzelſtaatlichen, ein=
ſchließlich
Straßburg, 13 428 (gegen 13 222). Was die Be=
ſuchszahlen
der einzelnen Hochſchulen betrifft, ſo ſteht wie
immer die Univerſität Berlin an der Spitze; dann folgen
München, Leipzig, Bonn, Freiburg, Halle uſw. Die Fre=
quenzziffern
der einzelnen Univerſitäten ſind folgende:
Bonn 4704, Berlin 12 508, Breslau 3012, Erlangen 1254,
Freiburg i. Br. 3413, Gießen 1505, Göttingen 2846, Greifs=
wald
1500, Halle 3015, Heidelberg 2814, Jena 2063, Kiel
2375, Königsberg 1713, Leipzig 5925, Marburg 2347, Mün=
chen
7568, Münſter, 2252, Roſtock 1067, Straßburg 2173, =
bingen
2202, Würzburg 1512.
Der Kampf um den Schädel Schillers.
In der Sitzung der Berliner Anthropologiſchen Geſellſchaft
berichtete Profeſſor Dr. Neuhaus über den bekannten
Schädelfund des Tübinger Anatomen Profeſſor v. Froriep.

Profeſſor Neuhaus kam nach eingehenden Darlegungen zu
dem Schluß, daß nicht der jetzt von Profeſſor v. Froriep ge=
fundene
Schädel der echte Schädel Schillers ſei, ſondern der
in der Fürſtengruft aufbewahrte, der auch bisher für den
Schädel Schillers gegolten hat. Um die ſo entſtandene Streit=
frage
einwandfrei zu entſcheiden, ſchlug Neuhaus vor, die
beiden Schädel einer Kommiſſion von Anatomen und An=
thropologen
vorzulegen; er hat bereits im Mai bei der
Großh. Regierung den Antrag geſtellt, daß einer Kom=
miſſion
von Anthropologen die Erlaubnis gegeben werde,
den im Sarge der Fürſtengruft liegenden Schädel zu
unterſuchen und genau zu meſſen. Ein Beſcheid iſt bisher
noch nicht erfolgt.
Sehr richtig bemerkt hierzu die Tägl. Rund=
ſchau
: Wir meinen, daß die ganze Angelegenheit des aus=
gegrabenen
Schiller=Schädels ſchon längſt die Grenzen des
guten Geſchmacks verlaſſen hat. Die Herren Anthropologen
und Anatomen ſcheinen durchaus zu vergeſſen, daß ſie doch
ein geeigneteres Objekt finden könnten, ihre Wiſſenſchaft
glänzen zu laſſen. Vielleicht finden ſich Männer von Ein=
fluß
, Geſchmack und Idealismus, die den Unfug, der mit
den Gebeinen Friedrich Schillers getrieben wird, abſtellen.
Wir haben genug von dieſem unerquicklichen Streit, genug
von dieſen Verhandlungen der Fachgelehrten, die in dieſer
Angelegenheit nur an das Intereſſe ihres Fachs denken.
Die Hannoverſche Schauburg im Kon=
kurs
. Das jüngſte Theaterunternehmen Hannovers hat
ſeine Zahlungen eingeſtellt. In den nächſten Tagen wird
der Konkurs über die Geſellſchaft beantragt werden. Die
Schauburg, 1910 erbaut und im Mai v. J. eröffnet, pflegte
neben dem modernen Schauſpiel auch die Operette. Sie
hatte indes nur in den erſten Monaten ihres Beſtehens
gute Einnahmen ſpäter ſind ſie zurückgegangen. Die
Kontraktverbindlichkeiten betragen etwa 60000 Mark, doch
ſind die Mitglieder durch eine Hinterlegungsſumme von
25000 Mark, die der Magiſtrat bei der Konzeſſions=
erteilung
verlangte, wenigſtens vor der größten Not ſicher.
In den letzten Tagen wollten noch einige Theaterfreunde
150000 Mark zur Weiterführung des Theaters zur Ver=
fügung
ſtellen, haben aber ihre Zuſage wieder zurückge=

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Nummer 153.

Wimpfen, Vorſitzender des Aufſichtsrats der Vereinsbank,
Präſident der Muſikgeſellſchaft und der Liedertafel und ge=
hörte
noch zahlreichen anderen Vereinen als Vorſtands=
mitglied
an.
Worms, 1. Juli. In dem Hauſe des Schweinemetz=
gers
Koch in der Andreasſtraße wurde Samstag abend
gegen 7¼ Uhr ein Einbruchsdiebſtahl verübt. Es
konnte noch nicht feſtgeſtellt werden, ob ein oder mehrere
Täter in Betracht kommen. Der Meiſter und ſeine Frau
befanden ſich im Laden; die Wohnung blieb in dieſer Zeit
unbeachtet. Der oder die Diebe ſind durch ein Parterre=
fenſter
von der Bismarck=Anlage aus in das Wohn=
zimmer
eingedrungen. Anſcheinend ſind ſie mit
der Oertlichkeit vertraut geweſen, da ſie die Schlüſſel, die
em Waſchtiſch lagen, benutzt haben. Sie öffneten Verti=
kow
und Kleiderſchrank und durchwühlten beides. Als die
Frau zufällig einmal in die Stube ſah, bemerkte ſie den
Einbruch und benachrichtigte die Polizei.
* Gießen, 30. Juni. Heute nachmittag um 3 Uhr fand
die Enthüllung des von den beiden hieſigen Turn=
vereinen
errichteten Jahn=Denkmals ſtatt. Nach
dem Geſang eines Schülerchors hielt Redakteur Ernſt
Heß die Weiherede, worauf Oberbürgermeiſter Mecum
das Denkmal in den Schutz der Stadt übernahm. An
die Einweihungsfeierlichkeiten ſchloß ſich ein großes
Schülerturnfeſt auf dem Feſtplatz für das am nächſten
Sonntag ſtattfindende Jubiläumsturnfeſt des Gaues
Heſſen. Das Denkmal beſteht aus einem mächtigen, 150
Zentner ſchweren Nagelfluh=Findling von Münzenberg
in Oberheſſen; es trägt auf der Vorderſeite ein Relief
Jahns in Bronze und iſt mit Waſſerkünſten ausgeſtattet.
Gießen, 1. Juli. Die Stadtverordnetenver=
ſammlung
bewilligte 2000 Mark zu den Koſten des
goldenen Jubelfeſtes des Turngaues Heſſen,
das in den nächſten Tagen hier abgehalten wird. Ferner
wurde beſchloſſen, unterhalb des jetzigen Viehmarktplatzes
auf einer vollkommen von der Lahn umſpülten Inſel
einen neuen Viehmarktplatz anzulegen. Die Inſel
umfaßt über 100000 Quadratmeter Fläche, hat einen be=
quemen
Zugang von der Hammſtraße aus und ſoll mit
einer rampenartigen Ueberbrückung die Wieſeck direkt mit
dem Verladegleis des Güterbahnhofes in Verbindung ge=
bracht
werden.
Alsfeld, 1. Juli. Die Hiſtoriſchee Kommiſ=
ſion
für Heſſen hielt, wie die Darmſt. Ztg. be=
richtet
, hier am letzten Samstag unter dem Vorſitz Sr.
Exz. des Herrn Miniſters des Innern v. Hombergk
zu Vach ihre Hauptverſammlung ab. Am Vor=
abend
hatte der Geſchichts= und Altertumsverein der
Stadt Alsfeld ein zwangloſes Zuſammenſein in der
Krone veranſtaltet. Die faſt vollzählig erſchienenen
Kommiſſionsmitglieder begrüßte im Namen des Vereins
deſſen Vorſitzender, Fabrikant Guſtav Ramſpeck. Exz.
von Hombergk dankte für die Einladung und für
die Begrüßung, die auch in der am gleichen Tage erſchie=
nenen
Nummer der Mitteilungen des Vereins der
Kommiſſion entboten worden war. Pfarrer Dr. Becker
hielt darauf einen Vortrag aus der Geſchichte der Stadt:
Bilder aus dem Volksleben der Alsfelder im Mittel=
alter‟
. Der Vortrag, der ausſchließlich auf ungedruck=
tem
Material des Stadtarchivs beruhte, fuhr nicht das
ſchwere Geſchütz der Wiſſenſchaft auf, ſondern ſchilderte
Szenen aus dem mittelalterlichen Stadtleben, darunter
manche recht draſtiſche nächtliche Straßenereigniſſe,
Wirtshaus= und Badeſtubeſzenen. Nach dem Vortrag
blieben die Kommiſſionsmitglieder und die Alsfelder
Herren noch lange in angeregter Stimmung beieinander
und beſuchten dann zur nächtlichen Stunde noch den
Marktplatz, um ihn mit ſeinem Rathaus in ſeiner gan=
zen
romantiſchen Schönheit zu bewundern. Am Morgen
fand um ½9 Uhr unter ſachverſtändiger Leitung eine
Führung durch die Stadt ſtatt, wobei beſonders die Kir=
chen
, das Muſeum und das Rathaus beſichtigt wurden.
Die Mitglieder der Kommiſſion freuten ſich an den
ſchönen Städtebildern, an denen Alsfeld ſo reich iſt. Im
herrlichen Sitzungsſaale des Rathauſes fand dann um
10 Uhr die Hauptverſammlung ſtatt, an der auch Se.
Durchlaucht der Fürſt zu Solms=Hohenſolms=Lich als
Vertreter des Vereins der Standesherren teilnahm. Exz.
von Hombergk, der zum erſten Male die Leitung der
Hauptverſammlung perſönlich führte, begrüßte die Kom=
miſſionsmitglieder
, beſonders Fürſt Solms=Lich und die
geladenen Gäſte. Fürſt Lich ſprach im Auftrage des
Vereins der Standesherren der Kommiſſion deren leb=
haftes
Intereſſe an ihren Arbeiten aus, das ja auch
durch Zahlung eines namhaften Zuſchuſſes deutlichen
Ausdruck gefunden hat. Bürgermeiſter Dr. Völſing dankte
der Kommiſſion dafür, daß ſie Alsfeld zum Tagungsort
erwählt hatte und begrüßte ſie im Namen der Stadt in
deren Räumen. Sodann begannen die eigentlichen Ver=
handlungen
. Die Berichte der verſchiedenen Ausſchüſſe
ergaben ein ſchönes Bild von der großen Arbeit, die auf
allen von der Kommiſſion in Angriff genommenen Ge=
bieten
geleiſtet wird. Geh. Rat Dr. Haupt=Gießen konnte
das erſte Probeheft der Heſſiſchen Biographien vorlegen.

Bei verſchiedenen anderen der großen Arbeiten ſteht die
Zeit unmittelbar bevor, in der die erſten Bände und
Halbbände druckbeif vorliegen. Ein Antrag, der die
Zulaſſung und Gewinnung von Patronen und Stif=
tern
der Kommiſſion bezweckt, fand nach längerer Aus=
ſprache
Annahme. Ebenſo wurde ein Antrag angenom=
men
auf Inangriffnahme eines Heſſiſchen Adels= und
Wappenbuchs. Dieſes, deſſen Bedürfnis aus dem heſſi=
ſchen
Ortsnamenbuch herausgewachſen iſt, ſoll nicht ein
geneologiſches Buch ſein auch dies wird einmal kom=
men
, aber es wird ſehr umfangreiche Vorarbeiten ver=
langen
ſondern es ſoll ein Matrikel aller in Heſſen
beſtehenden und erloſchenen Familien werden, vor allem
des Adels, aber auch des Patriziats in den Städten.
Nach den harmoniſch verlaufenen Verhandlungen nahm
mit einem zwangloſen gemeinſamen Eſſen in der
Krone die Hauptverſammlung ihr Ende.
Utphe, 1. Juli. Als Täter des vor einigen Tagen
bei Gaſtwirt Tag hier verübten Einbruchsdieb=
ſtahls
wurde von der Gendarmerie ein 18jähriger hie=
ſiger
Burſche ermittelt, der nach anfänglichem Leugnen
eingeſtand, in Abweſenheit der Bewohner vom Hofe aus
in das Gebäude eingeſtiegen zu ſein und einen größeren
Geldbetrag entwendet zu haben, um damit eine Teilzah=
lung
auf ein Fahrrad zu leiſten. Die Höhe der entwende=
ten
Summe konnte nicht genau feſtgeſtellt werden.
(*) Hungen, 1. Juli. Das 29. Bundesfeſt des
Lahntalſängerbundes wurde geſtern in Ver=
bindung
mit dem 75jährigen Jubelfeſte des Ge=
ſangvereins
Eintracht in dem feſtlich geſchmückten
Hungen abgehalten. Den Ehrenvorſitz hatte Fürſt Georg
von Solms=Braunfels übernommen. Die beiden 1806
und 1807 niedergeriſſenen Stadttore waren in naturge=
treuer
Nachbildung errichtet. Bürgermeiſter Fendt
begrüßte die Gäſte, Bundespräſident Storch=Butzbach
überbrachte die Glückwünſche des Bundes. Das Wett=
ſingen
der Bundesvereine fand im Darmſtädter Hof
ſtatt. Um halb 3 Uhr bewegte ſich ein Feſtzug mit 60
Abteilungen durch die Stadt.

zogen, wodurch das Schickſal der Schauburg endgültig be=
ſiegelt
iſt.
Spielplan des Stadttheaters Frank=
furt
a. M. Dienstag, 2. Juli: Zapfenſtreich. Mittwoch,
3.: Zapfenſtreich. Donnerstag, 4., halb 8 Uhr: Alt= Frank=
furt
. Freitag, 5., halb 8 Uhr: Alt=Frankfurt. Samstag,
6., und Sonntag, 7.: Frau Warrens Gewerbe. Von Mon=
tag
, den 8. Juli bis Dienstag, den 6. Auguſt einſchließlich
bleibt das Schauſpielhaus geſchloſſen.
Der Braten=Thermometer‟ Die Hausfrau, die in
Augenblicken des Zweifels das Kochbuch zu Rate zieht,
findet hier ſtets alle erwünſchten Angaben über die Zuſam=
menſetzung
und die Zubereitung des Bratens oder des
Fleiſchgerichtes, das am Mittag die Tafel zieren ſoll, aber
dieſe willkommenen Unterweiſungen enden faſt immer mit
einem Satze, der das wichtigſte und ſchwierigſte Problem
mehr umſchreibt als löſt. Da ſteht denn zu leſen: Man
koche nun das Ganze, bis es gar iſt oder man laſſe das
Fleiſch nun braten, bis es zart und weich iſt‟. Es iſt nicht
möglich, für die Herſtellung eines Bratens eine abſolut ge=
naue
Zeitgrenze anzugeben. Hier ſetzt die Aufmerkſamkeit,
die Erfahrung, das Gefühl, kurz das angeborene kulina=
riſche
Talent ein, und nicht jeder Frau hat an der Wiege
eine gute Fee dieſe wichtige Begabung als Lebensgeſchenk
geſpendet. Um dieſen Mangel zu beſeitigen, hat ein Er=
finder
nach den Angaben einer engliſchen Zeitſchrift jetzt
einen ſinnreichen Apparat konſtruiert, der allen Hausfrauen
bei der Herſtellung eines Bratens einen Alb der Sorge
von der Seele nehmen ſoll. Dieſer Bratenthermometer
iſt ſehr einfach, er beſteht aus einer Art Gabel, die auf
das Fleiſch geſteckt wird. In dem Maße wie der Braten
mun ſeine Zähigkeit verliert und weicher wird, dringen die
Zinken dieſer Gabel tiefer in das Fleiſch ein, und die
Fortſchritte werden an einem kleinen Zifferblatt am oberen
Ende der Gabel automatiſch regiſtriert. Erreicht die durch

ihre eigene Schwere allmählich immer tiefer in das Fleiſch
ſinkende Gabel einen gewiſſen Punkt, ſo iſt der Braten gar,
und dann ſpringt ſelbſttätig an dem Bratenthermometer
eine kleine Klappe hervor, die mit ruhiger Sicherheit der
ſorgenvollen Hausfrau das erlöſende Wort Fertig ver=
kündet
. Der Apparat läßt ſich nahezu bei allen Fleiſch=
gerichten
verwenden, ſoll ſehr billig ſein und leicht an jedem
Kochtopf und an jeder Bratenpfanne befeſtigt werden
können.
C) Der Hochzeitsbeſuch mit der Flugmaſchine. Zu der
Trauung des bekannten engliſchen Fliegers Graham
White, die am Donnerstag in Chelmsford ſtattfand, er=
ſchienen
drei Hochzeitsgäſte mit der Flugmaſchine; ſowohl
der Aviatiker Hucks als der Pilot Verrier und Miß A.
Chriſtitch, Redaktrice an einem viel geleſenen Londoner
Blatt, ließen es ſich nicht nehmen, die Reiſe von London
nach Chelmsford im Flugzeug zu abſolvieren. Nach einer
Fahrt von 40 Minuten landete das Flugzeug glücklich auf
dem Gute, bei dem die Trauung ſtattfinden ſollte. 47 eng=
liſche
Meilen waren in dieſer Zeit zurückgelegt worden.
Die junge Journaliſtin war von ihrem Fluge begeiſtert,
aber es iſt doch eine Marter, in einem Rock ein Flugzeug
zu beſteigen. Der Farmanſche Zweidecker iſt nicht äuf
Damenbeſuch eingerichtet und der Wind ſprang mit mei=
nen
Röcken recht rückſichtslos um. Dann wurde der
Braut Graham Whites der durch die Lüfte gekommene
Roſenſtrauß feierlich überreicht.
* Das beſte Mittel. Um dem Reklamemarkenunfug und
der Beläſtigung der Geſchäftsleute durch Kinder und
Sammler entgegenzutreten, hat ſich ein deutſcher Anti=
Reklamemarkenverband (D. A. R. V.) gebildet. Die Mit=
tel
zur Propagierung ſeiner Ideen ſollen durch eine von
Profeſſor Pemſelmann entworfene Werbemarke aufgebracht
werden. (Fl. Blätter.)

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 30. Juni. Die Kaiſerin
wird vorausſichtlich bereits am 15. Juli mit Prinzeſſin
Viktoria Luiſe in Wilhelmshöhe eintreffen und dort etwa
vier Wochen Sommeraufenthalt nehmen. Die Witwe
Hermann, deren Mann ein Opfer der Moabiter Stra=
ßenunruhen
geworden iſt, hat gegen den Fiskus einen Pro=
zeß
auf Zahlung einer Rente angeſtrengt, weil ſie behaup=
tet
, daß ihr Gatte ohne jedes eigene Verſchulden, lediglich
infolge der Aufregung und des blinden Eifers der Poli=
zei
, zu Tode gekommen ſei. Der Prozeß ſchwebt gegen=
wärtig
in der Berufungsinſtanz vor dem Kammergericht;
den Schutzmann, der den Hermann getötet hat, hat man
bisher noch nicht entdecken können. Vor einigen Wochen
hat nun die Witwe Hermann eine einſtweilige Verfügung
erwirkt, auf Grund deren der Fiskus an ſie bis zur Ent=
ſcheidung
des Hauptprozeſſes wöchentlich 10 Mark Rente
zu zahlen hat. Der Fiskus hatte dieſe einſtweilige Ver=
fügung
angefochten, hat aber dieſe Anfechtungsklage nicht
durchſetzen können. Das Landgericht I beſtätigte heute
die einſtweilige Verfügung. Heute nachmittag wurde
zwiſchen Schmargendorf und Halenſee auf den vorüber=
fahrenden
Wannſeezug geſchoſſen. Die Kugel durch=
ſchlug
die Fenſterſcheibe eines Abteils zweiter Klaſſe und
verletzte einen Mann leicht am rechten Auge. Von den
Tätern fehlt jede Spur. Die Damen, die geſtern nach=
mittag
in einer Konditorei am Kurfürſtendamm
bei Kaffee oder Schokolade ſaßen, wurden nicht wenig in
Schrecken verſetzt, als plötzlich ein Bienenſchwarm
in das Lokal flog und ſich dort häuslich niederließ. Die
ſchwirrenden Tierchen taten ſich an den ſützen Leckereien
gütlich, ſehr zum Verdruß der Gäſte, die in aller Eile das
Lokal verlaſſen wollten. Da kam ein Retter in der Not
in Geſtalt eines Gärtners, der die Bienen, die ſich inzwi=
ſchen
in die Gaskrone zurückgezogen hatten, in einen Sack
einzog und mitnahm.
Frankfurt, 1. Juli. Heute früh kurz nach 6 Uhr fuhr
eine vom Bahnhof kommende und in die Kronprinzen=
ſtraße
einbiegende Automobildroſchke in raſchem
Tempo gegen einen Straßenbahnwagen. Das
Automobil wurde zertrümmert und der Chauffeur
leicht verletzt, während ein neben dieſem auf dem Bock
ſitzender Mann eine ſchwere Kopfwunde davontrug, ſo=
daß
er von der Rettungswache nach dem Krankenhaus
verbracht werden mußte. Der Trambahnwagen wurde
ebenfalls beſchädigt, doch kamen die Inſaſſen mit dem
Schrecken davon.
Dresden, 1. Juli. Der Schöpfer und Leiter des
Körnermuſeums Peſchel iſt hier geſtorben.
Celle, 30. Juni. Die drei Brüder Zigeuner
Ebender, die vor kurzer Zeit den königl. Förſter Ro=
manus
erſchoſſen und einen Gendarm und zwei
Bauern angeſchoſſen haben, ſollen ſich, wie der Gendar=
merie
gemeldet wurde, im Landkreiſe Celle aufhalten.

Trotz aller erdenklichen Maßnahmen iſt es bisher nicht
gelungen, der Mörder habhaft zu werden. Die Gendar=
merie
im Kreiſel Celle erhielt amtlich die Nachricht, daß
ein angeblicher Zigeuner Laubinger in Dröckel, Kreis
Celle, Poſtſachen poſtlagernd erwartet und daß der Be=
treffende
der Geſuchte ſein müſſe. Die Gendarmerie
ſtellte feſt, daß der Zigeuner die Poſtſachen bereits ab=
geholt
hat. Der Verdächtige iſt auch mit einem anderen
Zigeuner in einer Wirtſchaft geſehen worden, wo die bei=
den
zuſammen kneipten. Sie verübten ſpäter in der
Wirtſchaft einen Einbruch und ſchlugen den Nachtwächter,
der ſich ihnen entgegenſtellen wollte, nieder. Das Dolch=
meſſer
und der Hut des einen der beiden Einbrecher iſt
am Tatorte aufgefunden worden. Ein gewaltiges Gen=
darmerieaufgebot
hat die Verfolgung der Verbrecher auf=
genommen
.
Wismar, 1. Juli. Geſtern unternahmen drei junge
Leute eine Segelfahrt nach Travemünde. In
der Nähe von Boltenhagen kenterte das Boot infolge der
böigen See. Nur einer der Inſaſſen konnte gerettet
werden.
Wien, 1. Juli. Während der Zielſcheibenkon=
kurrenz
auf dem Flugfelde verurſachte der Franzoſe
Nieuport einen ſchweren Unfall durch Herabwerfen
eines Sandſackes. Bereits die erſte Sandbombe, die er
aus beträchtlicher Höhe herabgeworfen hatte, war in un=
mittelbarer
Nähe der Zielrichtertribüne niedergegangen.
Es wurde ihm zugerufen, er möge das Werfen einſtellen.
Der Pilot überhörte die Warnungsrufe und warf weiter
Bomben, von denen eine ins Publikum fiel und einem
Herrn Jakob Schwarz den Unterarm zerſchlug.
Gitſchin, 30. Juni. Geſtern fand eine Gedenkfeier,
verbunden mit Einweihung zweier Marmor=Gedenktafeln
für die im Jahre 1866 gefallenen preußiſchen Soldaten
des Infanterie=Regiments Nr. 48 im Oſſarium des Mili=
tärfriedhofes
in Kobelnitz ſtatt. Anweſend waren Ver=
treter
der Gitſchiner Militärbehörde und eine Abordnung
der Offiziere des preußiſchen Regiments, Vertreter der
ſtaatlichen Behörden und der Stadtgemeinde und ein nach
Tauſenden zählendes Publikum. Nach den Feſtrednern
ſprach der Kommandant des Gitſchiner Landwehr= Infan=
terieregiments
Nr. 11. Oberſt Jeſſer, namens des preußi=
ſchen
Regiments Oberſtleutnant Bacmeiſter, namens des
Zentralvereins zur Erhaltung der Kriegerdenkmäler Böh=
mens
Prinz Schaumburg=Lippe (Nachod). Bei den ent=
hüllten
Gedenktafeln wurden zahlreiche Kränze nieder=
gelegt
.
Rom, 1. Juli. In Grottaminarda ſollten bei
einer Hochzeitsfeier Freudenſchüſſe abgefeuert
werden. Infolge einer vorzeitigen Exploſion wurde der
junge Ehemann, ein Großgrundbeſitzer, und viele Hoch=
zeitsgäſte
lebensgefährlich verwundet. Einer iſt bereits
ſeinen Verletzungen erlegen.
Zürich, 30. Juni. Der Pontonierfahrverein trat
nachts um 3 Uhr auf dem großen Langweidling die
Waſſerfahrt nach Straßburg mit 35 Mann
an Bord an. Die ſtarke Strömung warf das Schiff an
einen Pfeiler des Fabrikſtegs über die Limmat bei
Hoenyg unterhalb von Zürich. Das vordere Drittel des
Weidling brach ab. Zwei Mann ertranken.
Paris, 1. Juli. Der Matin berichtet aus Luneville:
In der verfloſſenen Nacht ſind Diebe in die Wohnung
des Generals d’Haupoule eingedrungen. Sie brachen in
die Bibliothek ein, in der ſich Dokumente befanden,
welche die Mobiliſierung der franzöſiſchen Armee betref=
fen
. Ein Teil der Korreſpondenz, die ſeit der dreitägigen
Abweſenheit des Generals eingelaufen iſt, war auch ver=
ſchwunden
. Die ſofort eingeleitete Unterſuchung hat bis=
her
noch zu keinem Ergebnis geführt. Wegen der Ab=
weſenheit
des Generals konnte nicht feſtgeſtellt wer=
den
, wie viele Dokumente verſchwunden ſind man
glaubt jedoch, daß der General keine beſonders wichtigen
Dokumente in dem Schrank aufbewahrt hat.
Belfort, 30. Juni. Das hieſige Gericht verurteilte
den Deutſchen Berghoff aus Eſſen (Ruhr) wegen
Spionage zu einem Jahr Gefängnis und 1000 Francs
Geldſtrafe.
Konſtantinopel, 30. Juni. Der Düſſeldorfer
Kaufmann Geb der im vorigen Jahre nach Unter=
ſchlagung
von 200000 Mark nach der Türkei geflohen war
und ſich dort mit Frau und Kind zum Islam bekannte, iſt
jetzt auf der Inſel Principe verhaftet worden und geſtern
an Deutſchland ausgeliefert worden. Die Verhaft=
ung
gab zu dem Gerücht Anlaß, der Berliner Kaſſenbote
Bruning, der bei der Dresdener Bank 260000 Mark unter=
ſchlua
, ſei in Konſtantinopel verhaftet worden.
Winnipeg, 1. Juli. Ein Wirbelſturm ver=
wüſtete
Regina, die Hauptſtadt der Provinz Saskatſche=
wan
. 50 Menſchen ſind umgekommen. Der Sachſchaden
wird auf eine Million Dollar geſchätzt.

Der Berndt=Schapiro=Prozeß.

Zehnter Verhandlungstag.
g. In der fortgeſetzten Beweisaufnahme wurde geſtern
als erſter Zeuge der Kaufmann Rückershäuſer ver=
nommen
, der bekundet, daß er eines Abends mit ſeiner
Braut auf einer Bank auf der Rheinpromenade ſaß, wo
hinter ihm zweimal mit Laternen geleuchtet wurde. Ob
dies Frau Schapiro geweſen ſei, könne er nicht ſagen, da
er niemand erkennen konnte. Zeuge Wenzel Expe=
dient
bei Hirſch, ſagt aus, daß eines Tages der Zeuge
Rückershäuſer zu ihm ins Geſchäft gekommen ſei und ihm
geſagt habe, er habe etwas Wichtiges für Herrn Hirſch.
Daraufhin erzählte er, die Frau Schapiro habe ihm, als
er mit ſeiner Braut eines Abends über den
Schloßplatz ging, mit einer Laterne ins Geſicht
geleuchtet. Daraufhin habe er ihr die Laterne ins Geſicht
geſchlagen. Zeuge R. beſtreitet das und hält ſeine Dar=
ſtellung
aufrecht. Polizeikommiſſär Neumer wird
nochmals über die Unterredung mit dem Wachtmeiſter
Reeg befragt. Er kann ſich nur erinnern, daß ihm Reeg
erzählt hat, er habe bei dem Einbruch beim Beig. Berndt
ermittelt, daß eine Frauensperſon als Täter in Frage
kam. Es ſei jedoch nichts weiter erfolgt. Zeuge Reeg
gibt an, er habe dort lediglich erzählt, was er im Hauſe
bei ſeinen Recherchen gehört habe. Zeuge Schutzmann
Knußmann gibt an, Reeg habe auf dem Bezirk er=
zählt
, er habe den Täter ermittelt. Zeuge Kaufmann
Wallau der Vater des Mädchens, das wegen ihres
Verhaltens auf der Meſſe vor Frau Schapiro geladen
wurde, gibt an, er ſei an dem Abend auch auf der Meſſe
geweſen und habe nicht bemerkt, daß ſich ſeine Tochter
auffällig benommen habe. Er wäre in dem Falle auch
von ſelbſt eingeſchritten. Frau Schapiro ſoll die 12 jäh=
rige
Tochter der Frau Horn vorgeladen haben, ohne daß
die Mutter benachrichtigt wurde. Es wird jedoch durch
Schutzmann Neumüller feſtgeſtellt, daß die Mutter bei
einer vorhergehenden Verwarnung ſich dankbar äußerte
und darum gebeten hat, die Tochter noch ausdrücklich zu
verwarnen. Es folgt hierauf die Verleſung der verſchie=

[ ][  ][ ]

Nummer 153.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Seite 5.

denen als Beweisſtücke benannten Zeitungsartikel, die
mehr als eine Stunde in Anſpruch nahm.
In der fortgeſetzten Zeugenvernehmung ſagte die
Frau St. aus, ſie ſei vor etwa 3 Jahren zu Polizeikom=
miſſar
Neumer vorgeladen worden, weil der Beig.
Berndt die Zeugin als Schreiberin eines ihn beleidi=
genden
anonymen Briefes im Verdacht hatte. Herr N.
häbe ihr mitgeteilt, Herr Berndt ſei willens, gegen ſie
Strafantrag zu ſtellen. Hierbei habe ſie verſtanden, ſie
würde der Staatsanwaltſchaft ausgeliefert werden, wenn
ſie nicht eingeſtehen würde, den anonymen Brief ge=
ſchrieben
zu haben. Zeuge Neumer gibt an, er ſei
vom Beig. Berndt erſucht worden, Recherchen nach dem
Schreiber jenes Briefes anzuſtellen. Gleichzeitig habe
Herr Berndt ihm mitgeteilt, daß er die Frau St. im
Verdacht habe. Er habe daraufhin die Frau vorgeladen,
und ſie vernommen. Aus der Vernehmung und der
Schriftprobe ſei er überzeugt worden, daß Frau St. nicht
die Schreiberin ſei. Er habe demgemäß Herrn Berndt
berichtet und dieſer habe daraufhin von der Stellung
des Strafantrages abgeſehen. Die Drohung mit der
Auslieferung an die Staatsanwaltſchaft, die die Zeugin
gehört haben will, habe er nicht gebraucht. Zeuge
Bürgermeiſtereiſekretär Trappler iſt bei der Unter=
ſuchung
des vom Angeklagten Hirſch eingereichten Ma=
terials
durch Herrn Beig. Berndt zugegen geweſen und
kann nur bekunden, daß die Zeugen durchaus freundlich
und unbeeinflußt vernommen worden ſind. Auch das
Protokoll ſei durchaus mit der Ausſage übereinſtimmend
gefaßt worden. Zeuge iſt auch bei der Konferenz der
Schutzleute anweſend geweſen, die durch Herrn Beig.
Berndt nach dem Hirſchprozeß einberufen wurde und
kann ſich erinnern, daß Herr Berndt auch hier wie ſtets
für Vorſicht und Milde eingetreten ſei. Er habe nicht
geſagt, daß jetzt milder verfahren werden müſſe als
bisher.
Zeuge Polizeirat Obſtfelder bekundet, daß Frau
Sch. lediglich auf ſeine Anregung hin an den nächtlichen
Razzien teilgenommen hat, um auch in den äußeren
Dienſt eingeweiht zu werden. Bei dieſen Razzien hatte
ſtets der Dienſtälteſte die Führung. In der Fürſorge
ſei Frau Sch. ſelbſtändig, dagegen war ſie in der ſitten=
polizeilichen
Tätigkeit nur auf ſeine Anweiſungen vor=
gegangen
. In der erſten Zeit habe Frau Sch. einen gro=
ßen
Zulauf von Frauen gehabt, ſodaß ſie gar nicht alle
Arbeit bewältigen konnte. Frau Sch, ſei ſehr eifrig in
ihrem Dienſt geweſen, doch habe ſie ſtets die Fälle an
ſich herankommen laſſen, niemals habe ſie ſeines Wiſ=
ſens
einer Sache nachgeſpürt. Auf dem Gebiet der Für=
ſorge
habe ſie viel Gutes gewirkt, ſie habe viele Mäd=
chen
wieder auf den rechten Weg zurückgeführt. Auf Anre=
gung
der Frau Sch. ſei insbeſondere auch die Handhabung
der körperlichen Unterſuchung milder geworden. Es ſei
ſtets davon Abſtand genommen worden, wenn die Mäd=
chen
eine geordnete Stellung inne hatten. Auch auf eine
Anregung der Frau Sch, werde ſeitdem bei Ladungen
nicht mehr bemerkt, in welcher Sache und ob der Betref=
fende
als Beſchuldigter oder als Zeuge geladen wird.
Ueber das Wirken der Frau Schapiro habe er niemals
Klagen gehört.
Nach 6 Uhr wurde die Verhandlung auf heute früh
vertagt.

Kongreſſe und Verbandstage.

13. Kongreß für Volks= und Jugendſpiele.
Heidelberg, 30. Juni. In Anweſenheit des
Großherzogs von Baden trat heute der 13. Deutſche
Kongreß für Volks= und Jugendſpiele zu
ſeinen Verhandlungen zuſammen. Außer den zahlreichen
Delegierten waren erſchienen Prinz Wilhelm von Sachſen=
Weimar, Generalfeldmarſchall v. d. Goltz, Generalleut=
nant
v. Jägerſchmidt, General Neuber, Geheimrat Jolly,
die Bürgermeiſter Walz und Wielandt (Heidelberg), ſo=
wie
zahlreiche Vertreter der Univerſität und der ſtudenti=
ſchen
Turnerverbindungen. Ferner waren anweſend
Kultusminiſter v. Böhm und Oberbürgermeiſter Wilkens
(Heidelberg). Der Vorſitzende Abgeordneter Dr. Frhr.
v. Schenkendorff begrüßte die Verſammlung, indem
er zunächſt den Wert einer Friſcherhaltung der Kräfte her=
vorhob
. Der Zentralausſchuß für Volks= und Jugend=
ſpiele
ſei beſtrebt, Geiſt und Körper zu üben und zu kräfti=
gen
im Intereſſe der Lebenserhaltung des Volkes und der
Kulturentwickelung, aber auch im Intereſſe der Erhaltung
der Wehrkraft. Er hebt die Verdienſte des jetzigen Reichs=
kanzlers
von Bethmann Hollweg hervor, der durch Auf=
nahme
der ſtaatlichen Jugendpflege einen neuen Faktor in
dieſe Bewegung hereingeſetzt habe. Dann erwähnte er
die Verdienſte des Generalfeldmarſchalls Frhrn. von der
Goltz, des Gründers und Förderers des Jung= Deutſch=
land
=Bundes. Durch den Erlaß des preußiſchen Kultus=
miniſteriums
vom 18. Januar 1911 ſei erſt ein Anfang
gemacht, da nur für die ſchulentlaſſene männliche Jugend
geſorgt ſei. Es fehle vor allem die Mitwirkung der Schule,
ſowie die Fürſorge für die weibliche ſchulentlaſſene
Jugend. Dies wird vor allem der nächſte Schritt zur Er=
weiterung
der ſtaatlichen Jugendpflege ſein müſſen. Es
handele ſich aber nicht nur darum, die deutſche Jugend zu
körperlich und geiſtig tüchtigen Menſchen heranzuziehen,
ſondern auch darum, ſie zu guten Deutſchen zu erziehen,
die ihr Vaterland lieben.
Nach den Begrüßungen wurde in die Tagesordnung
eingetreten. Das erſte Referat hielt Profeſſor Dr. Kaub
(Charlottenburg) über die Ertüchtigung unſerer
erwerbstätigen Jugend‟. Er erörterte zunächſt
an Hand einer eingehenden Statiſtik die Geſundheitsver=
hältniſſe
der Schuljugend und verglich damit die der er=
werbstätigen
Jugend. Er kam dabei zu dem Schluß, daß
gerade die erwerbstätige Jugend, die meiſt tagsüber in
einſeitiger Arbeit beſchäftigt ſei, mehr zur körperlichen Er=
tüchtigung
herangezogen werden müſſe. An zweiter
Stelle ſprach Univerſitätsprofeſſor Dr. Partſch ( Bres=
lau
) über die Deutſchen Hochſchulen und die
Leibesübungen‟. Er gab eine Ueberſicht über die
Leiſtungen und Erfolge der deutſchen Hochſchuliugend auf
dieſem Gebiete.

Zur Vernichtung der Schwaben

* Düſſeldorf, 30. Juni. Die Trümmer des
Luftſchiffes Schwaben liegen immer noch auf der Un=
glücksſtätte
. Mit den Aufräumungsarbeiten wird erſt
begonnen werden, wenn man über die Höhe des Scha=
dens
, d. h. über die Verwendbarkeit einzelner Teile, wo=
für
in erſter Linie die Motoren in Betracht kommen,
einig geworden iſt. Die Kommiſſion der Verſicherungs=
geſellſchaften
, bei denen das Luftſchiff mit vier Fünfteln
Entſtehungskoſten von ungefähr 550000 Mark verſichert
iſt, hat bereits am Samstag nachmittag mit der Feſtſtel=
lung
des Schadens begonnen und wird morgen wahr=
ſcheinlich
damit fertig werden. Es war klar, daß das

Publikum, das ſchon am Unglückstag ſelbſt und geſtern
dem Düſſeldorfer Luftſchiffhafen zuſtrebte, heute, beim
Ruhen der Geſchäfte, erſt recht zur Golzheimer Heide
hinausſtrömte, um die Ueberreſte der ſo oft begrüßten
Schwaben zu ſehen. Aber der feſte Zaun, der in wei=
ſtem
Bogen um das Luftſchiffgelände führt, hält auch
heute die Leute vor allzu weitem Vordringen ab. Wage=
mmutige
Kletterer würden einige Berittene wieder über
die gezogenen Schranken zurückweiſen. Die Teilnahme
die die Bevölkerung ſchon beim Bekanntwerden der
Unglücksbotſchaft bekundete, wird beim Anblick der
Trümmer, wenn er ſich auch nur aus weiter Ferne bietet,
von neuem wach. Bedauernde Ausrufe miſchen ſich
in eifrige Diskuſſionen darüber, wie man in Düſſesdorf
die Verhältniſſe ſo verbeſſern kann, damit derartige Un=
fälle
ſich hier nicht noch öfter ereignen. Daß ein Zeppe=
lin
auch in Zukunft wieder hierher kommen muß und
kommen wird, das hält man für gewiß. Die führenden
Herren der Luftſchiffbaugeſellſchaft Zeppelin, Direktor
Colsmann und Oberingenieur Dürr, haben unter Führ=
ung
des verletzten Führers, Diplom=Ingenieur Dörr,
während des ganzen geſtrigen Vormittags die Vorgänge
geprüft und haben heute Düſſeldorf wieder verlaſſen. Den
Verletzten, ſelbſt dem ſchwer verletzten Monteur Kiefer,
geht es weiter gut.

Luftfahrt.

* Pforzheim 30. Juni. Bei den heutigen
Schauflügen mußte der Flieger Senge mit einem
Hübner=Eindecker nach 9 Minuten Fahrt eine Notlandung
vornehmen, wobei der Apparat drei Bäume abriß. Der
Apparat wurde vollſtändig zertrümmert, während der
Flieger, der vorher abſprang, nur ein Fleiſchwunde am
linken Oberſchenkel davontrug. Der Wrightflieger Mehns
mußte nach einer Rundfahrt von 10 Minuten Dauer die
Fahrt aufgeben, weil eine Zahnradkette geriſſen war.
* Altona, 30. Juni. Der Flieger König iſt
heute nachmittag bei einer Landung in Eitelſtedt ſo
ſchwer verletzt worden, daß an ſeinem Aufkommen
gezweifelt wird.
* Altona, 1. Juli. Der ſchwer verletzte Flieger
König iſt heute Nacht im Krankenhauſe geſtorben.

Sport.

* Darmſtädter Sportklub 1905. Den Leichtathleten
des Darmſtädter Sportklubs 1905 iſt es gelungen, bei den
am Sonntag in Fechenheim bei Frankfurt a. M. ſtatt=
gefundenen
olympiſchen Spielen bei ſtarker Konkurrenz
folgende Preiſe zu erringen: 1. Kretzſchmar: 1. Preis
400 Meter=Lauf, 3. Preis 800 Meter=Lauf, 3. Preis Weit=
ſprung
; 2. Ackermann: 1. Preis Schleuderballwerfen,
2. Preis Kugelſtoßen, 3. Preis Diskuswerfen; 3. Göbel,
Georg: 2. Preis Fußballweitſtoß; 4. Merkel: 2. Preis
3000 Meter=Lauf.
* Radfernfahrt Wien-Berlin. Die vierte
Fernfahrt Wien-Berlin endete mit einem neuen Siege
des Schweizers Franz Suter, der mit 24 Stunden 23 Min.
Sek. für die 598,1 Kilometer lange Strecke einen neuen
hervorragenden Rekord aufſtellte. Auch in der Klaſſe der
Amateure erzielte der Sieger Främming=Steglitz bei Ber=
lin
mit 25 Stunden 33 Min. 47 Sek. ein ausgezeichnetes
Reſultat, das ebenfalls einen Rekord bedeutet.
Die große Radfernfahrt Rund durch
Frankreich nahm am Sonntag früh in Paris mit der
Etappe Paris-Dünkirchen über 351 Kilometer ihren An=
fang
. Als Sieger ging der Franzoſe Croupelandt nach
11 Stunden 42 Minuten hervor. Als Zweiter langte eine
Minute ſpäter Tiberghien ein, dem 10 Minuten ſpäter
Brocco vor Loman, Albini und Salmon folgte.
Rennen zu Vincennes. Aus den acht Vor=
läufen
um den Grand Prix gingen Ellegaard, Friol, Wal=
ther
Rütt, Perchicot, Dupre, Pouchois, Hourlier und Ve=
drine
als Sieger hervor. Im MMeilen=Handikap um den
Prix Charenton ſiegte Houlier (5 Meter) vor Ellegaard
(Mal) mit knapper halber Länge. Dritter Schürmann
(25 Meter), Vierter Boutellier (50 Meter). Im Prämien=
fahren
feierte ſchließlich Rütt einen Sieg über Appelhans
und Fournous.

Handel und Verkehr.

Patentbericht, Mitgeteilt vom Patent= und
Techniſchen=Büro, Conrad Köchling Ing., Mitglied des
Verbandes deutſcher Gutachterkammern (Sitz Berlin),
Mainz, Bahnhofſtraße 3, Telephon 2754. Patentan=
meldungen
B. 62329. Aus Eiſenblechen zuſammengeſetzte
Korne für Induktionsſpulen, welche zur Verminderung der
ſchädlichen Wirkung der Kapazität von Leitungen nach
den Pupiſchen oder Tompſonſchen Verfahren dienen.
Friedrich Auguſt Becker, Darmſtadt, Roßdörferſtraße 78.
B. 62 574. Elektriſche Leitung, in welche zur Verringerung
der Dämpfung in regelmäßigen Abſtänden Induktanz=
quellen
eingeſchaltet ſind. Friedrich Auguſt Becker, Darm=
ſtadt
, Roßdörferſtraße 78. N. 12 560. Verſtellbarer Kleider=
bügel
aus zwei Drahtbügelhälften mit ſelbſttätig ſich auf=
richtendem
Tragbacken. Georg Friedrich Nau, Biebes=
heim
(Heſſen). St. 15860. Sicherheitsdruckplatte für
Steinbrecher. Carl Stein und Alexander Conrad, Roß=
dorf
bei Darmſtadt. Patenterteilungen 249201.
Zange zum Eingreifen von entfernt gelegenen Gegen=
ſtänden
, insbeſondere von Schaufenſteranlagen. Philipp=
Wiſotzky. Eberſtadt bei Darmſtadt. 249318. Selbſt=
tätige
Laufgewichtswage mit einem einzigen ſtarren
Wagebalken mit mehreren von beſonderen, von einander
abhängigen Antriebsvorrichtungen bewegten Laufgewich=
ten
. Carl Schenck, Eiſengießerei und Maſchinenfabrikk,
Darmſtadt, G. m. b. H., Darmſtadt. Gebrauchs=
muſtererteilung
512717. Abgeſchrägter Stollen an
Cutterdeckeln zum Schutze des zu verarbeitenden Fleiſches.
Heinrich Wedel, Darmſtadt, Arheilgerſtraße 59.

Eiſenbahnunglück.

* Breslau, 1. Juli. Geſtern abend 11,40 Uhr über=
fuhr
Zug 674 der Strecke Breslau-Glogau bei
Poſten 4 einen mit einer Anzahl Perſonen beſetzten
Kremſer. Fünf Tote ſind geborgen, vier
Schwerverletzte wurden mit einem Hilfszuge, der
gleich nach 1 Uhr an der Unfallſtelle war, nach Breslau
geſchafft. Die Leichtverletzten wurden von dem Arzte,
der im Zuge war, verbunden und fuhren mit anderen
Kremſern nach Breslau. Die Anzahl der Leichtverletzten
iſt unbekannt. Die Schuld trifft die Unaufmerkſamkeit
des Schrankenwärters.
* Breslau, 1. Juli. Die Breslauer Omni=
bus
=Geſellſchaft teilt mit: Am Sonntag machte
der hieſige Skat=Klub eine Vergnügungsfahrt
und kehrte ſpät abends in Kremſern zurück. Bei Deutſch=
Liſſa mußten die Ausflügler über ein Eiſenbahngleiſe
fahren. Die Schranke war offen. Kaum befand ſich der
ungefähr mit 20 Perſonen, Männer, Frauen und

Kindern, dicht beſetzte Kremſer auf den Schienen, als der
Schnellzug heranbrauſte und den Kremſer überfuhr. Der
Zug befand ſich in voller Fahrgeſchwindigkeit.
Der Breslauer Zeitung wird von anderer Seite noch
mitgeteilt, daß der Zug, der das Unglück verurſachte,
auf dem Hauptbahnhof um 11 Uhr 52 Minuten eintrefſen
ſollte. Die Eiſenbahnſchranke am Chauſſeeüber=
gang
Schmiedefeld ſoll durch Verſehen eines Bahn=
wärters
zu ſpät geſchloſſen worden ſein. Die Pferde des
Kremſers, der ein Opfer der Eiſenbahnkataſtrophe wurde,
kamen noch heil über die Schienen. Der hintere Teil des
Kremſers aber wurde von dem heranbrauſenden Zuge
erfaßt und total zertrümmert. Fünf Inſaſſen war
ſofort tot, vier weitere wurden ſchwer verletzt. Eine An=
zahl
Männer und Frauen wurden leicht verletzt. Der
zertrümmerte Kremſer liegt noch an der Unfallſtelle,
ebenſo die Leichen der bei der Kataſtrophe tödlich Ver=
unglückten
. Die Fortſchaffung kann erſt erfolgen, nach=
dem
die ſofort benachrichtigte Gerichtskommiſſion in
Breslau eine Lokalinſpektion vorgenommen hat.
* Breslau, 1. Juli. Von den bei Schmiede=
feld
ſchwer Verletzten ſind bis jetzt drei geſtorben.
Die Zahl der Toten erhöht ſich damit auf acht.

Deutſchfeindliche Exzeſſe in Prag.

* Prag, 30. Juni. Der allſlawiſche Sokolo=
Kongreß, der gegenwärtig in Prag ſtattfindet, hat
heute ſeinen Höhepunkt in einem großen Umzug durch
die Stadt erreicht. Dabei ſind die von früheren Jahren
her nur allzu bekannten Gewalſttaten gegen die
deutſchen farbentragenden Studenten
nicht ausgeblieben: Das große Entgegenkommen der
deutſchen Studenten, die mit Rückſicht auf den Feſtzug
ihren traditionellen Bummel auf dem Graben ausnahms=
weiſe
auf die Zeit nach Beendigung des Umzuges ver=
legt
hatten, iſt vollſtändig wirkungslos geblieben. Zu
dem erſten Zuſammenſtoß kam es, als gegen 12 Uhr,
während der Zug noch den Graben paſſierte, ſich eine
Gruppe von 15 Kuleurſtudenten aus einer Seitengaſſe
ins Deutſche Haus begeben wollte. Sie wurden von
einer Menge halbwüchſiger Burſchen umringt und unter
einem Hagel von Stockſchlägen und Fauſthieben wurden
ihre Kappen und Bänder heruntergeriſſen. Die Polizei
nahm die Studenten in die Mitte und drängte ſie in das
Deutſche Haus. Die gleichen Szenen wiederholten ſich
kurz darauf, als eine große Anzahl von Kuleurſtudenten,
die aus dem Deutſchen Hauſe den Ueberfall auf ihre
Kollegen mit angeſehen hatten, ihnen zu Hilfe kommen
wollten. Auch ſie wurden von der Menge angegriffen.
Diesmal kam es zu bedenklichen Szenen. Nachdem die
Kappen der Studenten in Fetzen zerriſſen waren, ver=
ſuchten
die Angreifer die Reihe der Studenten aus=
einander
zu ſprengen. Ein Mitglied der Burſchenſchaft
Frankonia wurde zu Boden geſtoßen und übel zuge=
richtet
. Der Student ſcheint ſchwere innere Verletzungen
erlitten zu haben. Aus den umliegenden Gaſſen ſtröm=
ten
nun Tauſende und Abertauſende auf den Graben
ein, wo ſie eine Demonſtration gegen das Deutſche Haus
veranſtalteten. Lieder wurden geſungen, es wurde ge=
pfiffen
und randaliert. Mit Mühe gelang es einem ſtar=
ken
Polizeiaufgebot, einen Angriff auf das Kaſino zurück=
zuweiſen
.
Die Exzeſſe gegen die deutſchen Studenten ent=
ſtammen
, wie feſtgeſtellt werden muß, nicht den Inten=
tionen
der Veranſtalter des Sokolo=Kongreſſes. Wäh=
rend
der Ausſchreitungen ſelbſt verſuchte eine große An=
zahl
von Ordnern, darunter tſchechiſche Reichstags=
abgeordnete
, die Angriffe von den Deutſchen abzuhalten,
allerdings mit negativem Erfolg. Im ganzen wurden,
abgeſehen von den ſchweren Verletzungen des Frankonen,
Inſultierungen von 32 Studenten durch Stockſchläge und
Fauſthiebe konſtatiert. Die Studentenſchaft hat ein Tele=
gramm
an den deutſchen Nationalverband abgeſandt,
worin ſie von den Angriffen während des Sokolo= Kon=
greſſes
, an dem in Vertretung der Regierung der öſter=
reichiſche
Arbeitsminiſter und der Unterrichtsminiſter
Huſſarek teilnehmen, Mitteilung macht und um Schutz
erſucht.

Die Marokkodebatte in der franzöſiſchen
Kammer.

* Paris, 1. Juli. Die Kammer ſetzte die Ver=
handlungen
über die Interpellationen und den Marokko=
vertrag
fort. Barthou, der Vorſitzende der Kom=
miſſion
für die auswärtigen Angelegenheiten widerlegte
die kürzliche Rede Jaurés indem er deſſen Behauptungen
zahlreiche Zeugniſſe der Tapferkeit und der Menſchlichkeit
der franzöſiſchen Truppen gegenüberſtellte. Was die von
uns begangenen Irrtümer betrifft, fügte Barthou hinzu,
ſo muß man bei der Beurteilung unvorhergeſehene Ereig=
niſſe
berückſichtigen, die jede Beſchuldigung überflüſſig
machen. Um darüber Rechenſchaft abzulegen, genügt es,
auf die vor ſieben Jahren in Tanger gehaltene Rede hin=
zuweiſen
, in der der deutſche Kaiſer erklärte, daß er den
Sultan von Marokko als einen unabhängigen Souverän
anſehe, ferner auf die Klauſel des Vertrages von 1911, wo
Deutſchland ausſchließlich Handelsfreiheit forderte. Nie=
mand
vergaß den Preis, den Frankreich für die Ablöſung
der deutſchen Intereſſen zahlte. Jaurés ſelbſt anerkannte
in einer Rede am 20. November 1903, daß Frankreich In=
tereſſen
erſten Ranges in Marokko beſäße, die ihm gewiſſe
Rechte einräumten. Andererſeits brachte Frankreich ge=
nügend
große Opfer, um dort Rechte zu erlangen, die nie=
mand
ableugnen könne. Weshalb überließ es England in
Aegypten, Italien in Tripolis volle Freiheit, weshalb
überließ es Spanien die marokkaniſche Zone und Deutſch=
land
das ſchmerzlich aufgegebene Kongogebiet, wenn nicht
darum, um Frankreichs Rechte an Marokko als unantaſt=
bar
anerkannt zu ſehen?!
Darauf ergriff Miniſterpräſident Poincaré das
Wort. Er ſprach zunächſt in wärmſter Weiſe dem Gene=
ral
Liautey, deſſen Namen allein ein Programm der Kolo=
nialpolitik
bedeute, ſeine Anerkennung und ſein Vertrauen
aus. Sodann polemiſierte Poincaré gegen die von Jau=
rés
an der Marokkopolitik und am Protektoratsvertrag ge=
übte
Kritik. Er erklärte, Frankreich werde in Marokko
ſein, was es in Algier und Tunis ſei: eine große ziviliſato=
riſche
Nation. Jaurés habe die Regierung aufgefordert,
mit Marokko einen neuen Vertrag abzuſchließen, welcher
der Würde des Sultans und des marokkaniſchen Volkes
mehr Rechnung tragen ſollte. Wie, fragt Poincaré, wir
ſollten die langwierige Konferenz von Algeciras durch=
gemacht
haben, das Abkommen mit Deutſchland von 1909
und dann jenen ſchmerzlichen Vertrag vom 4. November
1911 abgeſchloſſen und einen Teil von unſerem Kongo ab=
getreten
haben, und das alles ſoll umſonſt geweſen ſein?
Ja, noch mehr! Wir ſollten vielleicht einer anderen Na=
tion
den Platz räumen? Da wir die Protektoren ſind,
können wir nicht auf Gnade und Ungnade dem Maghzen
preisgegeben bleiben. Wir müſſen Mgrokko beſetzen und

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Nummer 153.

alle erforderlichen Maſnahmen treſſn. Aber es handelt
ſich nicht darum! Sodann erörterte Poincaré ausführlich
die wirtſchaftlichen und kulturellen Aufgaben, welche Frank=
reich
in Marokko zu erfüllen habe. Er betonte unter an=
derem
, daß die franzöſiſche Verwaltung in Marokko das
ſcherifiſche Poſt= und Telegraphenmonopol einführen, die
Frage der fremden Schützlinge regeln und die Mißbräuche
mit der Terrain=Spekulation beſeitigen müſſe. Wir wollen
in Marokko trotz des blutigen Aufſtandes von Fez keine
Politik der Repreſſalien verfolgen wir wollen die mit
unſerer Macht vereinbarte Milde üben und die moraliſchen
Eroberungen in Marokko vollziehen durch Achtung der
Sitten und Gebräuche und der Religion der Muſelmanen.
Unſere moraliſche Macht muß ſich aber auf eine ſtets bereite
militäriſche Macht ſtützen. (Lebhafter Beifall.)

Der italieniſch=türkiſche Krieg.

* Berlin, 1. Juli. Aus Tripolis zurückge=
kehrt
ſind geſtern die Mitglieder der Expedition,
die zu Anfang dieſes Jahres das Zentralkomitee vom
Roten Kreuz nach bem Kriegsſchauplatz entſandt
hatte. Von 15 Hinausgezogenen kehrten jetzt 11 heim,
nachdem 2 ſchon früher die Rückreiſe angetreten hatten,
während 2 im fremden Lande vom Tode ereilt wurden.
Die Teilnehmer der Expedition hatten hauptſächlich mit
der Pflege Typhuskranker zu tun, von denen durchſchnitt=
lich
80 im Lazarett lagen. Zurückgekehrt iſt die Expe=
dition
, wie ſchon mitgeteilt, weil keine Anzeichen für
einen baldigen Abſchluß der Feindſeligkeiten vorliegen
und anderſeits die Sommerszeit mit ihrem mörderiſchen
Klima Leben und Geſundheit der Leute bedroht.
* Rom, 29. Juni. Zu der Meldung einiger aus=
wärtiger
Blätter, daß die italieniſche Regierung die
Vertreter der Bewohner der Inſeln des Aegä=
iſchen
Meeres nach Rom berufen habe, er=
klärt
die Agenzia Stefani, die Meldung ſei falſch.
Eine Perſönlichkeit, die verſicherte, der Vertreter der be=
treffenden
Bevölkerung zu ſein, ſei aus eigenem Antriebe
nach Rom gekommen, aber weder vom Miniſter des
Aeußern noch von anderen Mitgliedern der Regierung
empfangen worden.

Literariſches.

Muſik für Alle. Das neueſte Heft der Muſik für
Alle bringt die Oper Figaros Hochzeit in den ſchönſten
Szenen zum Abdruck. Man ſchwelgt in den zarten Melo=
dein
und in der nie verſagenden Fröhlichkeit dieſer herr=
lichen
Muſik. Die einzelnen Szenen ſind wiederum durch
Inhaltsangabe des Werkes verbunden und geben ebenſo
wie bei dem Don=Juan=Heft ein faſt vollkommenes Bild
der Oper. Das Figaro=Heft der Muſik für Alle iſt zum
Preiſe von 50 Pfennig in allen Buch= und Muſikalien=
handlungen
, ſowie direkt vom Verlage Ullſtein & Co.,
Berlin SW 68, Kochſtraße 23=24, zu beziehen.
Nachdem im vergangenen Jahr der Verlag der be=
liebten
Knabenbibliothek Spiel und Arbeit ein Bändchen
über die Selbſtherſtellung einer Buchdruckmaſchine heraus=
gab
, bringt er in dem ſoeben neu erſchienenen Bändchen
Zinkkliſchee eine genaue Anleitung, wie ſich jeder Knabe
ſeine Druckſtöcke ſelbſt verfertigen kann. Dieſes Bändchen
iſt ganz beſonders zu empfehlen, da die Herſtellung von
Kliſchees für jeden Jungen eine äußerſt intereſſante und
lehrreiche Arbeit iſt. In einem Anhang wird auch auf die
verſchiedenen Verfahren hingewieſen und wertvolle beleh=
rende
Winke gegeben. Ein Vorlagebogen mit verſchiedenen
Zeichnungen iſt dem Bändchen (Preis Mk. 1,20) beigegeben
Verlag von Otto Maier in Ravensburg.
Marie=Madeleine, Unſchuld. Novellen. Preis
Mk. 3,50, geb. Mk. 4.50. (Verlag von B. Eliſcher Nachf.
in Leipzig.) Im vorliegenden Bande, für den wiederum
Meiſter Bayros mit keckem Stift ein in ſeinem modernen
Barock ſelten graziöſes Gewand ſchuf, ſetzt Marie= Made=
leine
ihren temperamentvollen Kampf gegen der Welt
zerbrechliche Idole fort, den ſie jüngſt in den heilichſten
Gütern mit ſoviel Anmut und Elan begonnen.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 1. Juli. Der Reichstagsabgeordnete
Bachmeier, Vertreter des Wahlkreiſes Nieder=
bayern
, iſt der Germania zufolge geſtorben, Bach=
meier
gehörte dem bayeriſchen Bauernbund an, ſchloß
ſich aber im Reichstage keiner Partei an.
* Leipzig, 1. Juli. Vor dem zweiten und dritten
Strafſenat des Reichsgerichts begann heute vormittag
der Spionageprozeß gegen die Buchhalterin Elſe
Pfitzner, zuletzt wohnhaft in Poſen. Die Angeklagte
wurde am 26. November 1911 im Poſener Haupthahn=
hof
verhaftet, als ſie nach Rußland fahren wollte, an=
ſcheinend
, um Feſtungspläne zu veräußern, die ſie aus
der Wohnung ihres Geliebten, des Feſtungsbaufeld=
webels
Schröder, entwendete. Die Oeffentlichkeit wurde
für die ganze Sitzung ausgeſchloſſen.
* Travemünde, 1. Juli. An Bord des Dampfers
Bremen vom Norddeutſchen Lloyd wurde geſtern
abend ein Bordfeſt veranſtaltet, das einen glänzenden
Verlauf nahm. An dem Feſt nahmen teil der Großher=
zog
von Oldenburg, Prinz Heinrich von Preußen, Prinz
und Prinzeſſin Eitel Friedrich, Bürgermeiſter Eſchen=
burg
=Lübeck, Mitglieder des Senats und die Spitzen der
Behörden der Stadt Lübeck, ſowie viele geladene Damen
und Herren aus Lübeck und Umgebung und aus den
Seglerkreiſen. Das Schiff war glänzend illuminiert.
* London, 1. Juli. Lloyd George ſprach vor
einer Verſammlung von über 5000 Perſonen in Wood=
ford
. Während ſeiner Rede wurden 10 Anhängerinnen
des Frauenſtimmrechts mit Gewalt entfernt und übel
zugerichtet. Lloyd George ſprach über das Kranken=
verſicherungsgeſetz
und über den Wider=
ſtand
der gegen ſein Inkrafttreten organiſiert werden
ſoll. Es ſei eine Feigheit, die Dienſtboten zum Wider=
ſtand
gegen das Geſetz aufzufordern und mit Lohnkürzun=
gen
und Entlaſſungen zu drohen. Dieſe Leute ſcheinen
zu glauben, die Geſetze würden gemacht, um ihr Eigen=
tum
, ihre Privilegien und ihren Sport zu ſchützen und
um die Arbeiterklaſſe in Ordnung zu halten. Gerade die
gegenwärtige Zeit ſei ein gefährlicher Zeitpunkt, um
eine ſolche Lehre zu predigen. Lloyd George kündigte
eine neue Landpolitik an. Er ſagte, das iſt die ſchwerſte
Aufgabe, die die Demokratie bisher in England übernom=
men
hat. Wir müſſen das Land befreien (Lauter Bei=
fall
), das Land, das bis zur Stunde mit den Ketten des
Feudalismus gefeſſelt iſt. Das Verſicherungsgeſetz iſt
ein Anfang, gebe Gott, daß es nur ein Anfang iſt.

H. B. Braunſchweig, 1. Juli. Die Braunſchwei=
giſche
Landeszeitung meldet: Zuverläſſigem Vernehmen
zufolge iſt von dem verhafteten ruſſiſchen Spion
Nibolski ein teilweiſesGeſtändnis über die Spignage=

tätigkeit für den ruſſiſchen Offizier Koſtewitſch abgelegt
worden unter Preisgabe der Namen deutſcher Mit=
ſchuldiger
.
H. B. Poſen, 1. Juli. Heute früh wurde in Grätz
die Fleiſchersfrau Ewald von ihrem von einem Vergnü=
gen
heimkehrenden Sohne in ihrem Bett tot auf=
gefunden
. Sie war mit einem Beil erſchlagen wor=
den
. 1900 Mark werden vermißt. Dieſe Summe hatte
ihr Sohn aus Berlin, wo er früher ein Geſchäft betrieb,
am Samstag mitgebracht. Der vierjährige Enkel der
Frau, der in demſelben Zimmer ſchlief, will in der Nacht
einen Mann mit einem Beil geſehen haben.
H. B. Paris, 1. Juli. Einem Telegramm aus Kon=
ſtantinopel
zufolge gewinnt die Empörung unter
den albaneſiſchen Soldaten immer mehr an
Ausdehnung. Faſt täglich gehen türliſche Offiziere zu
den Rebellen über. In Pera wurden zwei türkiſche Offi=
ziere
ermordet, die ſich weigerten, mit den aufſtändiſchen
Albaneſen gemeinſame Sache zu machen. Ein Komitee,
das verſucht, den abgeſetzten Sultan Abdul Hamid wie=
der
auf den Thron zu bringen, läßt Broſchüren zur Pro=
paganda
für ihren Gedanken verbreiten.
H. B. Belgrad, 1. Juli. Miniſterpräſident Milo=
wanowitſch
iſt heute früh geſtorben. Der ſich in
Dresden aufhaltende Präſident des Staatsrates Paſitſch
wurde telegraphiſch zurückberufen, um die Bildung eines
neuen Kabinetts zu übernehmen.
Nach einer zweimonatigen Miniſterkriſe bekam an=
fangs
Juli 1911 Dr. Milowanowitſch, der bis dahin
3 Jahre lang die auswärtigen Angelegenheiten geleitet
hatte, den Auftrag des Königs, ein neues Kabinett zu
bilden, das ſchon am 8. Juli die Beſtätigung erhielt.
Es war aus altradikalen Männern zuſammengeſetzt, die
eines ſchweren Kampfes gegen die Oppoſition in der
Kammer gewärtig ſein mußten. Kaum hatte vor einem
Jahre Milowanowitſch den Vorſitz im Miniſterrat über=
nommen
, als er zur Kräftigung ſeiner Geſundheit einen
Erholungsurlaub antreten mußte. Ganz plötzlich kam
die Nachricht von der ſchweren Erkrankung an Urämie
und von dem Tode des ſerbiſchen Premiers.

Mein

Saison- Ausrerkauf
findet in den Tagen
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und
Freitag, 2.5. Juli, statt.
Kath. Raab
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Die Geburt eines Jungen &
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zeigen hocherfreut an
Dipl.-Ing. Gg. Hinkel
u. Frau Berta, geb. Mitze.
Darmſtadt, 1. Juli 1912.
Ogsganspsnspansnse

Heute verſchied nach kurzem Leiden mein
lieber Mann, unſer guter Vater, Schwieger=
vater
und Großvater
(14237
Herr Hofbuchhändler
August Klingelhoeffer
im Alter von 75 Jahren.
Caroline Klingelhoeffer, geb. von Rehfues
Lili von Groddeck, geb. Klingelhoeffer
Dipl.-Ing. Vietor Klingelhoeffer
Rose Klingelhoeffer, geb. Knittl
und fünf Enkelkinder.
Eſſen=Rüttenſcheid Otmarſtr. 20, Dort=
mund
, den 30. Juni 1912.
Die Beerdigung findet vorausſichtlich Donners=
tag
früh in Darmſtadt ſtatt von der Leichen=
halle
aus.

Dankſagung.
Für die herzliche Anteilnahme an dem uns
betroffenen Verluſte unſeres innigſtgeliebten, guten
Sohnes, Bruders, Neffen und Vetters (14256
Philipp Müller
Bildhauer
ſagen wir ſeinen Berufskollegen, beſonders den=
jenigen
, die ihn zum Grabe trugen, ſeinen Wan=
dergenoſſen
und Freunden, Herrn Pfarrer Kle=
berger
für die Troſtesworte, ſowie für die zahl=
reichen
Blumenſpenden, und Allen, die ihn zur
letzten Ruheſtätte begleiteten, innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Philipp Müller.
Darmſtadt, 1. Juli 1912.

Am 28. Juni verschied infolge eines Schlaganfalls im 57. Lebensjahre

unser lieber Gatte und Vater

(14225

Herr Reirich Schufz.
Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend fand die Einäscherung in
aller Stille statt.
I. A. d. Hinterbliebenen:
Heinrich Schulz.
Darmstadt, Soderstrasse 79, 1. Juli 1912.

[ ][  ][ ]

Nummer 153.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Sitee 7.

Dankſagung.
Für die aufrichtige Anteilnahme an dem mich
und unſere Familien betroffenen ſchweren Ver=
luſte
meines bis zuletzt treubeſorgten, innigge=
liebten
Mannes, unſeres herzensguten Vaters,
Schwiegervaters, Großvaters, Bruders, Schwagers
und Onkels
(14258
Herrn Wilheim Listmann
Revier-Polizei-Kommissär i. P.
ſage ich auf dieſem Wege meinen und unſer aller
tiefempfundenen Dank, insbeſondere dem Herrn
Pfarrer Vogel für die troſtreiche Grabrede, Herrn
Regierungsrat Gennes für den ſehr ehrenvollen
Nachruf am Grabe, Herrn Miniſterialrat Dr. Kratz
für die auch durch Niederlegung eines Kranzes
ausgedrückte innige Teilnahme, ebenſo den Be=
amten
des 6. Polizei=Reviers, der kameradſchaft=
lichen
Vereinigung der Schutzmannſchaft, dem
Kriegerverein, der Turngemeinde Darmſtadt und
ihren Sängern, und auch allen Verwandten, Freun=
den
und Bekannten für die überaus zahlreichen
Blumenſpenden und Beileidsbekundungen.
Frau Luise Listmann
(für die trauernden Hinterbliebenen).
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß von Teiltiefs einer nordiſchen
Depreſſion war es geſtern bei uns meiſt wolkig. Heute

nacht fielen verſchiedentlich Regen. Ueber der Nordſee
liegt jetzt eine ſtarke Depreſſion, jedoch ſteigt weſtlich der
britiſchen Inſeln der Druck wieder und haben wir für
morgen noch mit veränderlichem Wetter zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 2. Juli:
Veränderlich, ohne erhebliche Niederſchläge, kühl; Nord=
weſtwinde
.
Gewerbe=Muſeum, Neckarſtraße 3. Täglich geöffnet
v. 1112½ Uhr, Sonntags v. 111 Uhr. Eintritt frei.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betröffenen Verluſte unſeres
innigſtgeliebten Sohnes, Bruders, Schwagers und
Onkels ſagen wir allen denen, die ihm die letzte
Ehre erwieſen haben, unſeren aufrichtigen Dank,
beſonders dem Herrn Pfarrer Vogel für die troſt=
reiche
Grabrede, dem Geſangverein Sängerluſt
für den erhebenden Grabgeſang, dem Darmſtädter
Sportklub für die ſchöne Kranzſpende, ſowie den
Schweſtern vom Krankenhaus und Eliſabethen=
ſtift
für die liebevolle Pflege.
(14252
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Adam Witwe
Ferdinand Adam
Christian Landzettel und Frau
Jean Dries und Frau.
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.

Tageskalender.

Gartenbauverein: Beſuch verſchiedener Garten=
anlagen
uſw. (Treffpunkt um 4 Uhr Karlſtraße 74).
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. Per=
keo
um 8 Uhr. Bürgerkeller um 8 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
Bilder vom Tage, Auslage Rheinſtraße 23: Die
Viktoria Luiſe bei der Kieler Woche; zum Kampf
um die Präſidentſchaft der Vereinigten Staaten von
Nordamerika; von der öſterreichiſchen Alpenfahrt; ein
deutſcher Sieg in England.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 3. Juli.

Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Borchert
(Viktoriaſtraße) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr Hein=
richſtraße
90.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟
Heugras=Verſteigerung um 7 Uhr auf der
Mönchbruchmühle, um 10 Uhr auf der Mönchbruchwieſe.
Heugras=Verſteigerung um 9 Uhr an der Hahn=
wieſe
nächſt Pechofenſchneiſe, um 10 Uhr auf der Rott=
wieſe
auf der Kreuzung von Meſſeler Chauſſee und
Viehtrift.
Heugras=Verſteigerung um 4 Uhr von der Für=
ſtenwieſe
unweit der Pumpſtation des ſtädtiſchen Waſſer=
werks
.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Kurſe vom 1. Juli 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
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Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,10
80,30
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,20
3½ do. Conſols . . . 90,00
80,30
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
93,30
do.
3½
85,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
88,30
do.
3½
78,50
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 99,75
89,00
do.
3½
78,10
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,00
4 Württemberger v. 1907 99,80
do. v. 1875 95,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,70
1¾ Griechen v. 1887 55,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 99,50
4 do. Goldrente . . . 96,40
4 do. einheitl. Rente 87,70
3 Portug. unif. Serie I 64,00
3 do. unif. Ser. III 66,50
9,90
3 do. Spezial .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,00
4 do. v. 1890 . . 96,50
4 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . .
90,70
4 do. v. 1902
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,60
4 Türk. Admin. v. 1903 82,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,00
4 Ungar. Goldrente . . . 90,60
4 do. Staatsrente . . . 88,00

In Proz.
Zf.
5 Argentinier
.102,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 90,80
5 Chineſ. Staatsanleihe .
do.
4½
92,50
41 Japaner . . . . . . . 94,60
5 Innere Mexikaner . . . 95,00
3
60,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,25
5 Gold=Mexikaner . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 71,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=Paket=
.142,80
fahrt . . . .
5 Nordd. Lloyd . . . . . 119,90
16 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,75
8 Baltimore und Ohio . 107,25
6½ Schantungbahn . . . 131,70
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,50
6 Pennſylvania R. R. . 120,70
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. 507,50
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

. 246,00
30 Farbwerke Höchſt . . 621,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim .
10 Cement Heidelberg . . 150,00
30 Chem. Werke Albert 449,00
12½ Holzverkohlung Kon=
. . 308,25
ſtanz . ..
4 Lahmeyer . . . . . . . 123,20

Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 157,50
12 Siemens & Halske . 238,00
5 Bergmann Electr. . 141,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 168,50
0 Gummi Peter . . . . 127,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 140,00
30 Adler=Fahrradwerke
. . . . 506,50
Kleyer
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 136,00
15 Zellſtoff Waldhof . 231,75
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
.
. 216,30
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,90
3 Südd. Immobilien 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 187,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 228,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 176,90
10 Gelſenkirchener . . . . 189,00
. 187,50
8 Harpener .
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 259,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . ..
82,00
4 Laurahütte . . . . . . 173,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11 Weſteregeln 193,25
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,80
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,00
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 90,50
75,50
3 Prag=Duxer .
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 94,70
do.
77,75
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,80

In Proz.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 77,70
53,20
do.
76,60
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. .
88,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,10
88,30
do.
4 Wladichawchas
88,20
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,70
do.
2¼/0 Livorneſer . .
67,50
3 Salonique=Monaſtir . 63,75
83,40
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 96,75
71,80
4 Miſſouri=Pacific.
4 Northern=Pacific . . . 100,40
4 Southern=Pacific . . . 95,20
5 St. Louis und San
Francisco . .
87,20
5 Tehuantepec . . . . . . 98,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,90
7 Bergiſch=Märkiſche
..150,20
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 165,50
6½ Darmſtädter Bank . 121,40
12½ Deutſche Bank .253,40
6 Deutſche Vereinsbank 123,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,00
10 Diskonto=Kommandit 185,90
8½ Dresdener Bank . 153,70
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,50
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,75
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 133,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . 123,00
7½ Wiener Bankverein . 132,10
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,50

Bf. Pfandbriefe. InProz.
8½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,30
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
do.
88,00
8½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
do.
89,50
8½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,80
S. 14, 15, 17, 24/26
1823 .
99,90
Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
89,50
S. 35
89,30
S. 911
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,20
do.
8½
88,20
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
8½ do. (unk. 1914) . . 87,90
4 Südd. Bd.=Kr.=Br.=Pf. 99,90
do.
8½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . .
8½ do.
89,10
4 Frankfurt.
99,70
8½ do.
95,00
4 Gießen .
98,90
8½ do.
91,00
4 Heibelberg
98,80
8½ do.
88,40
4 Karlsruhe
8½ do.
89,00
4 Magdeburg
99,10
3½ do.
4 Mainz
98,50
3½ do.
90,00
4 Mannheim
98,25
3½ do.
4 München
99,90
3½ Nauheim
4 Nürnberg . .
100,00
do.
89,60
4 Offenbach . . . . . . . 100,25

Sf.
In Proz
3½ Offenbach
90,20
4 Wiesbaden .
100,00
3u
do.
89,60
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 79,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 172,80
3½ Cöln=Mindner 100 134,40
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 135,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe .
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger.
ſl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 197,10
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45
Fs. 10
do.
fl. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858fl.100
Ungar. Staats . . fl. 100 366,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,60
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Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,42
20 Franks=Stücke
16,22
Amerikaniſche Noten.
4,18
Engliſche Noten
20,44
Franzöſiſche Noten.
81,15
Holländiſche Noten. . . . 169,55
Italieniſche Noten . . . . 80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto . . . 4
Reichsbank=Lombard 99. 5½

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Nummer 153.

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[ ][  ][ ]

Nummer 153.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

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Woog, am 1. Juli 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3,71 m.
Luftwärme 15% C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 210C.
Woog=Polizei=Wache.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Nummer 153.

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2

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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

39 77.

Dienstag, 2. Zul.

1912.

Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Truppenteilen des
XVIII. Armeekorps am 1., 2., 4., 5., 8.. 9., 11., 12. Juli von 7 Uhr vormittags bis
7 Uhr abends Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz bei Meſſel ab=
gehalten
wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
. Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=
wieſe
-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. ( Polizeiver=
ordnung
Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20. Sep=
tember
1909).
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(13886a
Fey.

Bekanntmachung.

Nach § 13 des Hausarbeitsgeſetzes ſind u. a. Gewerbetreibende, die außerhalb
ihrer Arbeitsſtätte in Werkſtätten gewerbliche Arbeit verrichten laſſen, verpflichtet:
ein Verzeichnis derjenigen Perſonen, welchen ſie Hausarbeit übertragen oder
durch welche außerhalb der Arbeitsſtätte des Gewerbetreibenden die Uebertragung
erfolgt, unter Angabe der Betriebsſtätte dieſer Perſonen zu führen; das
Verzeichnis iſt auf Erfordern der Ortspolizeibehörde ſowie den Gewerbe=
aufſichtsbeamten
jederzeit zur Einſicht vorzulegen oder einzureichen.
Die entſprechende Verpflichtung liegt ſolchen Perſonen ob, die, ohne daß ſie eine
Arbeitsſtätte beſitzen, für Gewerbetreibende außerhalb deren Arbeitsſtätte Arbeit an
Hausarbeiter übertragen
Vom 1. April If. Js. ab haben ſonach zu führen:
1. ein Verzeichnis der beſchäftigren Hausarbeiter: die Unternehmer und die
Leiter von Zweigſtellen der Betriebe (32 Abſ. 1 des Geſetzes), ſoweit ſie unmittelbar,
d. h. nicht durch Zwiſchenmeiſter oder Ausgeber (Faktoren, Fergen) Hausarbeiter be=
ſchäftigen
, die ſogenannten Zwiſchenmeiſter für die von ihnen außerhalb ihrer Arbeits=
ſtätten
mit Hausarbeit beſchäftigten Perſonen oder die ſog. Ausgeber, Faktoren und
Fergen (Perſonen ohne eigene gewerbliche Arbeitsſtätte) für diejenigen Hausarbeiter,
welchen ſie für meiſt an andern Orten wohnhafte Gewerbetreibende Hausarbeit
übertragen.
2. ein Verzeichnis der beſchäftigten Zwiſchenmeiſter und Ausgeber ( Fak=
toren
, Fergen): die Unternehmer und die Leiter von Zweigſtellen der Betriebe hin=
ſichtlich
ſolcher Perſonen, durch welche außerhalb der Betriebsſtätten für die Betriebe
die Uebertragung von Arbeit an Hausarbeiter erfolgt ſeies, daß dieſe Perſonen wie
die Zwiſchenmeiſter ſelbſt zugleich an der Herſtellung der Arbeitserzeugniſſe mit=
beteiligt
ſind, oder daß ſie wie die Ausgeber (Faktoren, Fergen) in der Haupt=
ſache
nur die Ausgabe der Arbeit vermitteln.
Zwiſchenmeiſter, welche die übernommene Arbeit ausſchließlich in ihren eigenen
Arbeitsſtuben und Werkſtätten ausführen laſſen, alſo daneben nicht noch an Haus=
arbeiter
weiter übertragen, ſind in das Verzeichnis nicht aufzunehmen.
Die Verzeichniſſe müſſen den Namen der Hausarbeiter, Zwiſchenmeiſter und
Ausgeber unter Angabe der Betriebsſtätte dieſer Perſonen enthalten.
Wir weiſen die Beteiligten auf dieſe Verpflichtung zur Führung der Verzeich=
niſſe
hin und bemerken dazu noch, daß in der Stadt Darmſtadt das Großh. Polizei=
amt
, in den Landgemeinden die Bürgermeiſtereien mit Friſt bis zum 15. Juli lf. Js.
eine Abſchrift der Verzeichniſſe von ihnen einfordern werden.
(14093si
Darmſtadt, den 25. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Die Firma Wilhelm Mahr, Dampfſägewerk dahier, hat die landespolizeiliche
Abnahme der Arbeiten ihres Anſchlußgleiſes auf der Weiterſtädter Straße beantragt.
Wir bringen dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß etwaige Ein=
ſprüche
hinſichtlich der planmäßigen Ausführung der Anlagen innerhalb einer
von Dienstag, den 2. bis Dienstag, den 9. Juli einſchließlich laufenden Friſt
bei Großh. Polizeiamt dahier bei Meidung des Ausſchluſſes vorzubringen ſind.
Darmſtadt, den 29. Juni 1912.
(14253
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Betr.: Sperrung der Kreisſtraße Darmſtadt-Büttelborn behufs Einwalzen der
Fahrbahn.
Wegen Ausführung rubr. Walzarbeiteu iſt die Kreisſtraße Darmſtadt-Mainz
in km 7,09,0 (Gemarkung Büttelborn) vom 1. Juli d. Js. ab auf 3 Wochen für den
geſamten Fuhrwerks= und Automobilverkehr polizeilich geſperrt.

m
kehrt fahrenden Fuhrwerke, Automobile uſw. haben die Straße Groß=Gerau=Klein=
Gerau-Worfelden-Braunshardt-Weiterſtadt-Darmſtadt und umgekehrt zu benutzen.
Groß=Gerau, den 19. Juni 1912.
(14254
Großherzogliches Kreisamt Groß=Gerau.
Dr. Wallau.

Benannmachung.

Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig=
freiwilligen
Militärdienſt im Herbſt 1912.
Diejenigen iungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Herbſt 1912 ſtatt=
findenden
rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallſigen
Geſuche um Zulaſſung bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung
ſpäteſtens bis zum 1. Auguſt 1912
bei der unterzeichneten Kommiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum Heſſen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr
erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſtets die nähere Adreſſe angegeben wird.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber
getragen werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des
geſetzlichen Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber gegen=
über
zur Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die
Koſten von der Militärverwaltung beſtritten werden, er ſich dieſer gegen=
über
für die Erſatzpflicht des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten zur
Beſtreitung der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der
geſetzliche Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten
Verbindlichkeiten, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des
Geſetzes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder
notariellen Beurkundung.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit, oder
der vorgeſetzten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
5. In dem Geſuche iſt ferner anzugeben:
a) In welchen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch,
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) der ſich
Meldende geprüft ſein will.
b) Ob, wie oft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungs=
Kommiſſion bereits unterzogen hat.
6. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht worden,
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszeugnis bei=
zulegen
.
7. Es iſt nur zweimalige Teilnahme an der Prüfung geſtattet, eine dritte
Zulaſſung könnte ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde 3. Inſtanz genehmigt
werden.
Im weiteren weiſen wir darauf hin daß Geſuche um Zulaſſung zu einer
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militärpflichtjahres d. i. des Jahres, in
welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird ſtattfindenden Prüfung, der Genehmigung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den Erſatz=Kommiſſionen des Aufenthalts=
orts
, nicht bei uns, einzureichen ſind, welche die Geſuche der Erſatzbehörde 3. Inſtanz
vorlegen werden.
Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehlt
lich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſten
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald anhängig zu machen, andernfalls unter
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüfung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibt die
Prüfungs=Ordnung (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901) Aufſchluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfung
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüfung.
Darmſtadt, den 25. Junk 1912.
Großherzogliche Prüfungskommiſſion für Einjährig=Freiwillige.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
(14213a

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 ſchott. Schäferhund, 2 Pinſcher, 1 Zagdhund, 1 Pudel,
1 Dobermann, 1 Kriegshund. 1 Spitzhund, 1 Pinſcher (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revien
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (14234

Lieferung von Wirtſchaftsgegenſtänden für den Saalban.

Für den ſtädtiſchen Saalbau ſoll Wirtſchaftsinventar ( Kaffee=
porzellan
und Metalldeckel für Speiſeplatten) angeſchafft werden.
Die näheren Angaben und Bedingungen können im Stadthaus,
Zimmer 51, während der Dienſtſtunden eingeſehen werden.
Angebote ſind verſchloſſen und mit der Aufſchrift Angebot für
Saalbauinventar verſehen, bis 15. Juli ds. Js. bei der unterzeich=
(14108si
neten Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 26. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.

Heugrasverſteigerung.

Mittwoch, den 3. Juli I. J., nachmittags 4 Uhr,
wird das Heugras von der Fürſtenwieſe, unweit der Pumpſtation
des ſtädtiſchen Waſſerwerks bei Eſchollbrücken, in 21 Loſen, an Ort
und Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Nähere Auskunſt wird auf der Pumpſtation erteilt.
Darmſtadt, den 29. Juni 1912.
(14229im
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Ekert.

Heugrasverſteigerung.

Donnerstag, den 4. Juli I. J., vormittags 9 Uhr,
ſoll das Heugras von der Nachtweidewieſe in 40 Loſen unter den
bei der Verſteigerung bekannt zu gebenden Bedingungen meiſtbietend
verſteigert werden.
Zuſammenkunft auf der Frankfurter Straße bei Los Nr. 1.
(14230
Wirhaufen, den 30. Junk 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Pfaff.

Die Gireierſchicke

Beſſunger Straße Nr. 124
(am ehemaligen Südbahnhof)
iſt aufgehoben.
Die Einbringer oktroipflichtiger
Gegenſtände (Wein, Obſtwein,
Schaumwein, Vier, Branntwein,
Spiritus und Brennmaterialien),
ſowie friſchen Fleiſches dürfen
nunmehr den Weg durch die Stadt
erſt dann fortſetzen, wenn die Ab=
gabe
vorher an einer anderen Oktroi=
hebſtelle
lHeidelberger Straße
Nr. 112 oder Heidelberger Straße
Nr. 17 (Ecke Eſchollbrücker Straße)l
entrichtet worden iſt. (13577oi
Zuwiderhandelnde werden nach
dem Oktrol=Reglement und der
Polizeiverordnung beſtraft.
Darmſtadt, den 20. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Oeffentliche Impfung.

Unentgeltliche Impf= und Nach=
ſchautermine
finden, ſolange Be=
dürfnis
, jeden Mittwoch, nach=
mittags
von 5 Uhr ab, im Schul=
haus
in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
(13179a
ſtatt.
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.

prohl. 60 Pf.,
Brenntannäpfel beiAlbnahme
von 10 hI 50 Pf. liefert auf Be=
ſtellung
frei Haus
(51a
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61. Telephon 91.

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Schränkchen, 1 Weißzeugſchrank, verſchiedene Seſſel, da=
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Vorhänge, Spiegel u. Bilder, darunter 2 Stiche (Raphael),
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Darmſtadt, den 29. Juni 1912.
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licher.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Nummer 153.

In der Privatklageſache

des Georg Franz Lotter in Darmſtadt,
Ludwigshöhſtraße 59
gegen
den Balthaſar Ehrhardt, Privatier in Darmſtadt,
Tannenſtraße 17
die unter dem Aktenzeichen St. B. 61/62 bei dem Großh. Amtsgericht
Darmſtadt I (Schöffengericht) anhängig war, kam unter den Parteien
folgender außergerichtliche Vergleich zu Stande:
1. Der Angeklagte Ehrhardt nimmt die, in der Privatklage
behaupteten Aeußerungen, der Privatkläger ſei ein ge=
meiner
, infamer, dreckiger Kerl und ein Spitzbub, er
habe den Döring totgeſchoſſen, mit dem Ausdruck des
Bedauerns zurück.
2. Die Rücknahme=Erklärung wird in dem Darmſtädter
Tagblatt auf Koſten des Herrn Ehrhardt publiziert,
außerdem wird auf Koſten des Herrn Ehrhardt dem
Herrn Gunkel und dem Herrn Waſenmüller, die die
Aeußerungen mitanhörten, von der Rücknahme der Be=
leidigung
ſchriftlich Kenntnis gegeben.
3. Herr Ehrhardt übernimmt die ſämtlichen bis jetzt er=
(14227
wachſenen Koſten.
Für den Privatkläger Georg Franz Lotter
Kern, Rechtsanwalt.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 3. Inli 1912, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal Zur Ludwigshalle‟, Ober=
gaſſe
, öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung:
2 Trumeauxſpiegel, 1 polierten Sekretär, 1 Schreibtiſch,
1 Bank mit Rohrſitz, 2 Diwans, 1 poliertes Vertiko,
1 kleine Säule, 1 Sofa mit geblümtem Ueberzug und
4 gepolſterten Stühlen, 1 Zimmerteppich, 1 Etagere,
1 Aquarium, 1 Sofa mit Umbau, 1 Kredenz.
Ferner: 1 hochfeine, faſt neue mahagonifarbig
polierte vollſtändige Ladeneinrichtung, beſtehend in:
2 Warenſchränken mit Schiebetüren, 2 Theken mit Auf=
ſatz
, 1 Ausſtellſchrank mit 6 Glasplatten und Meſſing=
geſtäng
, 1 Tiſch mit 2 Lederſtühlen, 1 desgl. mit
Bombongeſtell, 1 Schränkchen, ſowie 1 Schirmſtänder
und 1 Geſtell.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Sachen findet
(14286
vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.

Konkursverfahren.

Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hierdurch zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
Ueber den Nachlaß des am
28. März 1912 verſtorbenen Glaſer=
meiſters
Peter Günther vonDarm=
ſtadt
wird heute, am 28. Juni
1912, vormittags 9¼ Uhr, das Kon=
kursverfahren
eröffnet, da der Nach=
laß
überſchuldet iſt und der Nach=
laßpfleger
Reibſtein die Eröffnung
des Konkurſes beantragt hat.
Der Rechtsanwalt Landzettel
in Darmſtadt wird zum Konkurs=
verwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 19. Juli 1912 bei dem
Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des er=
nannten
oder die Wahl eines ande=
ren
Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigeraus=
ſchuſſes
und eintretenden Falls
über die in § 132 der Konkurs=
ordnung
bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forderungen auf
Freitag, den 26. Juli 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 217, Termin anbe=
raumt
.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird aufgege=
ben
, nichts an den Gemeinſchuld=
ner
reſp. deſſen Erben, zu verab-
folgen
oder zu leiſten, auch die
Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den
Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte Befriedig=
ung
in Anſpruch nehmen, dem Kon=
kursverwalter
bis zum 19. Juli
1912 Anzeige zu machen. (14248
Der Gerichtsſchreiber
Großh. Amtsgerichts Darmſtadt I.

Verſteigerungs=Anzeige.

Donnerstag, 4. Juli 1912, vormittags 8 Uhr,
verſteigere ich in Ober=Ramſtadt zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Den geſamten Beſtandeines Eiſenwarengeſchäfts
und zwar: Ketten, Sägen, Emailletöpfe, Rechen, Hacken,
Dunggabeln, Lampen, Schüſſeln, Schlüſſelſchrauben, Holz=
ſchrauben
, Maſchinenſchrauben, Kroppen, Eimer, Pfannen,
Senſen, Sargbeſchläge, Schlöſſer, Buttermaſchinen, Petro=
leumkannen
, Feilen, Schippen, Blummengitter, Meſſing=
ſtangen
, Türbänder, Fliegendraht, Herdringe, Ofenroſetten,
Gußtöpfe, Kratzeiſen, Zylinder, Backſchaufeln und verſchiedene
andere Gegenſtände.
Ferner: 1 Theke, 2 Regale, 1 Nähmaſchine, 1 Waſch=
maſchine
, 1 Weckeruhr, 1 Tafelwaage, ein Vorrat Brenn=
(14293
holz und Steinkohlen.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber am Schnittpunkt der Bahn=
hof
= und Nieder=Ramſtädter Straße.
Verſteigerung beſtimmt.
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.

Torſverſteigerung.

Donnerstag, den 4. Juli 1912, vorm. 10 Uhr
anfangend, werden auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt
ca. 600000 Stück Torf
meiſtbietend verſteigert.
(13937fi
Pfungſtadt, den 26. Juni 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.

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vergütungsliſte die Umtauſchſcheine mit Mitgliedsbuch folgender=
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2 Grafenſtraße 27
3.
3 Orangerieallee 17
v. 98
v. 98
Donnerstag,
4 Griesheim
5 Büttelborn
v. 98
v. 98
6 Eberſtadt
v. 98
7 Pfungſtadt mit Hahn Freitag, 5.
8 Gräfenhauſen m. Schneppenh. 5.
v. 98
v. 98
9 Nieder=Ramſtädterſtraße 16
5.
11 Weiterſtadt
v. 98
Montag, 8.
12 Liebfrauenſtraße 95
8.
v. 98
,,
13 Nieder=Ramſtadt
v. 98
8.
14 Feldbergſtraße 69
v. 98
Dienstag, 9.
15 Groß=Zimmern
v. 98
9.
Nach dem 9. Juli abgelieferte Marken können dieſes Jahr
nicht mehr mitverrechnet werden. Nicht verrechnete Marken werden
im folgenden Jahre gutgeſchrieben, ſo daß jeder Verluſt ausge=
ſchloſſen
iſt.
Der Vorſtand.
14224im)
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Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und
Hutten-Aktiengesellschaft.
Bekanntmachung
betreff. die Ausübung des Bezugsrechtes auf nom. M. 20 000 000. neue Aktien.
Die Generalversammlung vom 24. Juni cr. hat beschlossen, das Grund-
kapital
unserer Gesellschaft um nom. 30000000. durch Ausgabe von
Stück 30000 auf den Inhaber lautenden Aktien zum Nennbetrage von je
nom. 1000. zu erhöhen. Von diesen neuen Aktien sollen 10000000.
vom 1. Juli 1912 ab voll dividendenberechtigt sein, während 20000000.
an der halben Dividende des Geschäftsjahres 1912/13 teilnehmen.
Die 20000000. neuen Aktien, welche an der halben Dividende
des Geschäftsjahres 1912/13 teilnehmen, sind einem Bankenkonsortium
Tüberlassen worden mit der Verpflichtung. diese Aktien den Inhabein
der 100000000. alten Aktien zu 150% derart zum Bezuge an-
zubieten
, dass auf je 5 alte Aktien eine neue bezogen werden kann.
Demgemäss fordern wir namens und im Auftrage des Konsortiums
die Inhaber der gesamten 100000000. Aktien hiermit auf, das
ihnen zustehende Bezugsrecht unter folgenden Bedingungen geltend
zu machen:
1) auf je nom. 5000. alte Aktien kann eine neue Aktie à nom.
1000. bezogen werden.
2) Das Bezugsrecht ist bei Vermeidung des Verlustes vom 3. Juli
bis 17. Juli 1912 einschliesslich bei einer der nach-
bezeichneten
Stellen während der bei der betreffenden Anmelde-
stelle
üblichen Geschäftsstunden auszuüben:
in Berlin bei der Bank für Handel und Industrie,
bei der Direction der Disconto-Gesellschaft,
bei der Deutschen Bank,
bei der Dresdner Bank,
bei der Natlonalbank für Deutschland,
bei dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein,
sowie ausserhalb Berlins bei den Niederlassungen der
vorstehenden Banken, ferner
in Elberfeld bei der Bergisch Märkischen Bank,
in Essen bei dem Essener Bankverein,
bei der Essener Credit-Anstalt und deren Nieder-
lassungen
in Bochum und Dortmund,
bei der Rheinischen Bank und deren Nieder-
lassungen
in Duisburg u. Mülheim a. Ruhr,
in Hamburg bei der Norddeutschen Bank in Hamburg und
bei der Vereinsbank in Hamburg.
in Köln bei der Firma Sat. Oppenheim jr. & Cie.,
in Lelpzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt
und deren Abteilung Becker & Co.,
in Luxemburg bei der Internationalen Bank in Luxemburg
sowie deren Filialen in Metz und St. Johann,
in Brüssel bei der Banque Internationale de Bruxelles.
3) Bei der Anmeldung sind die Aktien, auf die das Bezugsrecht aus-
geübt
werden soll, ohne Dividendenbogen nebst zwei mit arith-
metisch
geordneten Nummernverzeichnissen versehenen Anmelde-
scheinen
zur Abstempelung einzureichen. Formulare der'Anmelde-
scheine
können beiden Bezugsstellen in Empfanggenommen werden.
4) Zugleich mit der Einreichung sind auf jede Aktie 25% plus50 %
Aufgeld 750. zuzüglich 4 % Zinsen auf 750.- vom
1. Juli 1912 bis zum Zahlungstage einzuzahlen. Schlussnöten-
stempel
hat der beziehende Aktionär nicht zu entrichten.
5) Weitere 25% sind mit 250. am 15. November 1912, weitere
25% mit 250. am 15. Februar 1913 und die restlichen 25%
mit 250. am 30. Juni 1913 franko Stückzinsen zu zahlen.
Verzugszinsen auf diese Zahlungen werden mit 5 % berechnet.
Den Zeichnern sind Vorauszahlungen gestattet. Es werden in
diesem Falle 4% Zinsen vergütet.
6) Die eingereichten Aktien werden nach erfolgter Abstempelung
zurückgegeben.
7) Für die eingezahlten Beträge werden Kassenquittungen erteilt.,
gegen welche die definitiven Aktien nach Fertigstellung und
erfolgter Vollzahlung bei denjenigen Stellen ausgehändigt werden,
bei welchen die Einzahlungen geleistet worden sind.
Bochum, im Juni 1912.
(14235Il
Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft
Knupe.
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[ ][  ][ ]

Nummer 153.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Seite 13

Mein

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frauenſtraße
89, part. (*3im

empfiehlt ſich i. Ausbeſſern
Tlüll und Aendern von Kleidern
Waldſtraße 3, 3. Stock. (*50id

Mädchen, w. d. Schneidern ge=
lernt
hat, wünſcht mit einer
Schneiderin auszugehen, od. ſonſt.
Beſchäftig. Wienersſtr. 62, Htb. (*103

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Haushalt u. Küche verſteht, nimmt,
weil Herrſchaft verreiſt, Aushilfs=
ſtelle
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Gefl. Off. u. V 8 a. d. Exp. (*15881oi

Erfahrene Kinderpflegerin m.
ſ. gut. Zeugn. ſucht Stell. bei kl.
Kinde bis z. Auguſt. Offert. unt.
U 63 a. d. Exp. ds. Bl. (*15693sid

Empf. mich im waſchen (*15710si
Fr. Schmidt, Weinbergſtr. 46, I., r.
Geb. Fräul., 23 J. alt, ſucht
Stllg. als Stütze, od. z. Kind. in
nur g. Hauſe., pr. Zgn. vorh. Off.
erb. u. V 1 an die Exp. (14147im

Fräulein ſucht Stellung zur
weit. Ausbild für feine Küche. Das=
ſelbe
iſt in ſonſtigen Hausarbeiten
tüchtig und bewandert, gegen Ver=
gütung
eines kleinen Taſchengeldes,
event. auch ohne dasſelbe. Gefl.
Off. unt. V 41 an die Exp. (*79

Eine unabh. Frau ſ. Waſchen u.
Putzen Schloßgaſſe 33, II. (*73

Junges Mädchen ſucht Lauf=
dienſt
Heinheimerſtraße 35. (*67

Junge Frau ſucht nachmittags
Beſchäftigung gleich welcher Art
Blumenthalſtr. 111, part. (*17

Zuverläſſige, ſanbere Lauffrau
ſucht vormittags 11½ Stunden
Beſchäftigung u. nachm. Spülen.
Näheres zu erfr. Rückertſtr. 13. (*27

Durchaus zuverl. Frau z. Reinigen
von Zimmern geſ. Näh. Exp. (*23

Selbſtändige ältere Köchin ſucht
Stelle in ein Herrſchaftshaus oder
Hotel=Reſtaurant, Kinderpflegerin
u. Kindermädchen, jüngere Land=
mädch
. ſuchen in Darmſtadt Stellen.
Frau Berta Neßling, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Ludwigstr. 8. (*26im

Ich empfehle mich im Waſchen
und Putzen. Frau Reinhard,
Roßdörferſtraße 1.
Frau ſucht Putz= od. Lauſtelle
nachmittags Fuchsſtraße 1. (*9
Frau ſucht Lauſtelle, geht a. z.
Aush. Karlſtr. 64, Vdh. (*86

Jg. Frau ſ. Laufd. v. waſch. u.
putz. Arheilgerſtr. 66, Stb. I. (*84
Frau ſucht morgens 2 Std. Lauf=
dienſt
Pallaswieſenſtr. 30, Stb. (*94

Junge Frau ſucht abends Laden
oder Büro zu putzen Hofſtall=
ſtraße
10, Manſarde.
(*105

Ein ſauberes, kräftiges Mädchen
ſucht Laufſtelle vor= u. nachmittags
ſofort, nimmt auch Ladenputzen
noch an Kiesbergſtr. 5. (B14266

Männlieh

Chemiker
(Dipl.-Ing.)

unt. V 22 an die Exp. (*13ids

Fuchsſtraße 1.

(*9

Ofene Stellen

Weiblich

Für ein heiges Bankhaus ein
Fräulein
geſucht, mit Kenntniſſen der Buch=
führung
und gewandt in Steno=
graphie
und Maſchinenſchreiben. von 810 Uhr Ludwigsplatz
Anerbieten mit Abſchr. von Zeug=
niſſen
, Angabe von Gehaltsanſpr.
und der Zeit des Eintritts unter Woche für morgens 2 Stunden ge=
V 4 an die Exp. d. Bl. (14209im

Erste Verkadferi
für die Kleiderſtoff=Abt. von chriſtl.
Manufakturw.=Geſchäft per ſof. od.
ſpäter geſucht. Angen. dauernde
Stellung. Nur erſte Kräfte woll.
ſich melden. Off. m. Zeugn., Bild pedition u. V 24.
u. Gehaltsanſprüchen unter V 35
an die Exv. ds. Bl.

Branchekundige
Verkäuferin
für Haushaltartikel bei hohem Ge=
halt
geſucht. Gefl. Offerten unter
V 36 an die Exp. (14271imd
13760a) Für unſer
Putz-Atelier
ſuchen tüchtige
I. und I. Zuarbeiterin
per 1. September. Offerten
mit Zeugnisabſchr. und Ge=
haltsanſprüchen
erbitten
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Gg. Heckmann-Schmidt
Ludwigsſtraße 8
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Bame

geübt in Häkelarbeiten geſucht.
Offert. erbitte unter V 15 an
die Exped. ds. Bl.

Lehrmädchen (*24ids
12 können gründlich Maſchinen=
nähen
, Kleidermachen und Zu=
ſchneiden
erlernen Wendelſtadt=
ſtraße
13, I, Frau Appfel-Einger.

Lehrmädchen für Laden u. Näh=
ſtube
gegen ſofortige Vergütung
geſucht. Näh. i. d. Exped. (*15824sid

Kaufmann
(verheir.)
ſucht Stellung als Reiſender oder
Expedient event. auch als Buch=
halter
. Brauerei oder Weinhand=
lung
bevorzugt. Mit dem Unfall=,
Krankenkaſſen= und Invaliden=
Verſicherungsweſen, ſowie in Lohn=
berechnung
auch vertraut. Eintritt
kann am 15. Juli l. Js. erfolgen.
ff. Zeugniſſe zur Verfügung. Off.
1. U 97 a. d. Exp. d. Bl. (14127soi

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kochen kann und Hausarbeit über=
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, bei gutem Lohn auf gleich
oder 15. Juli geſucht. (*15889oi
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Saub. Frau 4 mal in der Woche
2 Std. geſ. Waldſtr. 15, II. (*80

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Kaſinoſtraße 17.
(*104 Herrſchaftsköchin, Haus= u. Allein=
Vergütung) für 12 Mon. Off. mädchen geſucht f. ſof. u. 1. Auguſt.
Minna Dingeldein, gewerbsmäßige Stellen-
vermittlerin
, Schützenstr. 10½. Tel. 5 31. (*97 1 Unabhäng. ſaubere Lauffran
für vormittags geſucht (*15895
Kiesſtraße 83. Suche per ſof. bis Mitte Auguſt
Aushilfe, die kochen kann u. etwas
Hausarbeit übernimmt Wilhelm=
ſtraße
14.
(14278imd Ordentl. Laufmädchen per ſof.
geſucht. Konditorei Barth,
Waldſtraße 26.
(*66 Saubere Monatsfrau geſucht
Nr. 4, III, rechts.
(*16 Laufmädchen 34 mal in der
ſucht Kaſinoſtr. 26, 1. St. (*36 Beſſeres Fräulein
zu alter, leidender Dame zur Ge=
ſellſchaft
u. vollſtändigen Pflege
ſofort geſucht. Offerten m. Zeugn.
und Gehaltsanſprüchen von Be=
werberinnen
, welche in der Kranken=
pflege
erfahren ſind, an die Ex=
(*34 Mädchen, weiche bürgerl. kochen
(*43if können, erh. recht gute Stellen in
Privat=, ſowie in Geſchäftshäuſern.
Frau Bertha Neßling
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Ludwigſtr. 8. (*25im Mädchen
brav, ev., vom Lande, Waiſe, a. g.
Famjlie, will. u. tüchtig im Haus=
halt
, auch Luſt für Garten, als
Stütze ſof. geſ. Familienanſchluß.
Offerten mit Lebenslauf unt. V 18
an die Exp. ds. Bl. (14222 Wegen Erkrankung der ſeither.
Lauffrau, ſuche ich für ſofort eine
unabh., reinl. Frau für 3 Stund.
vormittags. Frau Apotheker Heß,
Hirſch=Apotheke.
(14228 Junges Büſettfräulein, auch
Anfängerin, ſofort geſucht. (*51
Näh. Expedition. Verein der Freundinnen
j. Mädchen.
Unſere Stellenvermittlung be=
geſucht
zum Zuarbeiten (14231imd findet ſich vom 1. Juli ab nicht
mehr Gervinusſtraße 68, ſondern
Eichbergſtraße 7, II.
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Dienstag u. Freitag 23 Uhr. Männlich Jüugerer Hanlnam
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Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Nummer 153.

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(Nachdruck verbot:n.)

Wie die Sonnenlichter über den breiten, von hohen
Linden beſchatteten Weg huſchen, der ſich durch den aus=
gedehnten
Park ſchnurgerade zum Waſſer zieht. An dem
einen Ende wird ganz in der Ferne der rote Ziegelbau
eines großen Herrenhauſes ſichtbar, und an dem anderen
winkt leuchtend und blitzend fließendes Waſſer. Die dicken
Stämme, hoch wie Kirchenpfeiler emporſtrebend, ſchließen
ihre Blätterkronen zu einer grünen Kuppel zuſammen, und
der friſche Morgenwind wiegt in ſeliger Luſt das kaum
geborene lichtgoldene Frühlingslaub hin und her.
Es iſt ein ſtiller Winkel, und gut dort in einſamen
Gedanken auf und ab zu wandern bei Morgenlicht und
Abendſchein, und Suſanne von Bagewitz hat darum den
Weg zu ihrem täglichen Spaaziergang vor allen anderen
auserkoren. Sie weiß ſich nicht mehr zu erinnern, wie
lange ſie ſchon hierhin all ihr Leiden und Freuden trägt.
Und immer wieder lockt ſie das geheimnisvoll winkende
Ende, wo der Blick weit, weit hinaus über die ſchilfum=
ſtandene
Waſſerfläche ſchweift, als ob ihr von dort die
Löſung des ſchweren Rätſels kommen müßte, das ihr jun=
ges
Leben ihr bereits aufgegeben hat.
Die Waſſerallee, wie ſie auf Altenwerder hieß, wurde
von den Schloßherrn kaum jemals betreten, denn hier
hauſte das Skelett des Hauſes und grinſte den ſtolzen, trotz
ſeines hohen Alters noch aufrecht einherſchreitenden Kam=

merherrn von Bagewitz mit unbarmherzigen Augen an.
Lief dort nicht noch die Waſſerſpur von den triefenden
Kleidern ſeiner einzigen Tochter, die man gegen ihren Wil=
len
dem Leben zurückgab, einem Leben voller Qual, bis
der Tod ſie erlöſte.
War das, was ihr ſchönes, einſames Kind hierher zog,
ihr ſelber unbewußt? Denn was wußte Suſanna von
Bagewitz von ihrer unſeligen Mutter? Ihr Großvater,
der Beſitzer von Altenwerder, würde in ſtolzer, unbeküm=
merter
Sicherheit antworten: Nichts!
Und doch, hätte er Suſanna beobachten können, wenn
ſie hier auf und ab ſchritt in ernſtem Grübeln, ſo weit ent=
fernt
von allem kindlichen Frohſinn und friſcher Jugend,
es wäre ihm doch vielleicht eine Ahnung geworden, daß
hinter der weißen Mädchenſtirn ſich abſonderliche Ideen
kreuzten. Fragen immer neue Fragen, auf die ſie die
Antwort nicht fand.
Auch heute tauchte die lichte Geſtalt, vom Schloß kom=
mend
, in der Allee auf, es war, als ob ſie ſich auf der
Flucht befände, denn ſie ſchickte von Zeit zu Zeit das Auge
zurück, angſtvoll, ſpähend, um alsdann noch raſcher aus=
zuſchreiten
. Jetzt barg ſie ſich hinter einem der dicken
Stämme, aber es war zu ſpät, der Reiter, der in den
Weg einbog, hatte ſie geſehen und ſprang ab, das Pferd
am Zügel hinter ſich herführend.
Als Suſanne ſich entdeckt ſah, gab ſie jeden weiteren
Verſuch, davonzulaufen, als ihrer unwürdig auf, ſie über=
wand
ſich ſogar, dem Nahenden entgegenzugehen.
Da finde ich Dich endlich, Suſanne. Der Gärtner hat

mir nämlich verraten, daß Du die Waſſerallee zu Deiner
Lieblingspromenade erkoren haſt.
Weil ich hier ſtets ungeſtört bin, Friedrich Wilhelm.
O weh! So wirſt Du mich wieder fortſchicken?
Dazu habe ich kein Recht, antwortete ſie ernſt und
ſtreichelte den ſchönen Kopf des Pferdes, das ſich zutraulich
an ihr rieb.
Wie gut der Fuchs Dich kennt, Suſanne. Der junge
Mann blickte entzückt auf das liebliche Bild.
Es iſt doch Großvaters Reitpferd. Der Fuchs hat
manches Stück Zucker von mir bekommen.
Du reiteſt nicht?
Nein.
Wie ſchroff Du das ſagſt.
Soll ich etwa über das jammern, was mir verweigert
wird?
So möchteſt Du gern reiten?
Es war von Jugend auf mein brennender Wunſch.
Und Du haſt es nie heimlich verſucht? Auf der Kop=
pel
gab es doch genug Pferde, und die Leute gehen ja
für Dich durch Feuer.
Heimlich? Ich ſollte heimlich tun, was mir ver=
boten
iſt! Nein, Friedrich Wilhelm, ich bin kein Freund
von Heimlichkeiten. So wie hier der gerade Weg verläuft,
ſo ſoll auch mein Leben verlaufen, offen vor aller Augen.
Ich hoffe, daß ich niemals etwas zu verbergen haben
werde.
Wie Deine Augen blitzen! Iſt das die Weisheit
Deiner zwanzig Jahre?

[ ][  ][ ]

Nummer 153.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Seite 15.

Es iſt weht das Riſnuint nuehte Erhichdng, Zeich=
rich
Wilhelrg. Ich war ſtets bei dem Großvater in der
Einſamkeit, der die Jugend, die neben dem Alter lebt,
wohl ſtets zum Opfer fällt.
Und hatteſt keine gleichaltrigen Geſpielen?
Ich habe ſie nie vermißt.
Weil Du es nicht gekannt haſt. Suſanne, die Alten
haben Dich in ihrem Egoismus um Deine Jugend be=
trogen
.
Um meine Jugend?
Ja, um die goldene, ſelige Kindheit. Iſt es wirklich
wahr, daß Du nie aus Altenwerder herausgekommen biſt,
Ja.
Jal Nicht ein Wort dazu. Wie herb Du doch alles
beantworteſt.
Wenn Dir meine Art nicht paßt, ſo laß mich ſtill
meiner Wege gehen.
Den geraden Weg! Friedrich Wilhelm lachte herzlich.
Wer weiß, Suſanne, ob Du nicht doch dereinſt die krum=
men
vorziehen wirſt. Du müßteſt kein Weib ſein, um nicht
alſo zu tun, wenn die Not Dich zwingt. Soll ich es Dich
lehren?
Ich glaube, wir werden nie dieſelbe Straße ziehen,
Friedrich Wilhelm.
Weißt Du das für gewiß?
Ja, denn wir ſind zu verſchieden.
Darum ergänzen wir uns eben.

Oder wir ſtoßen uns=ah.

Muetrich wihent nigte ſch zu ihr und ſch ir dier
ernſten, abwehrenden Mädchenaugen, die den Ausdruck
ehrlicher Ueberzeugung trugen. Iſt das Dein Ernſt, Su=
ſanne
, oder ſpielſt Du mit mir?
Spiel? Ich verſtehe Dich nicht, Vetter, wie ſchon ſo
oft nicht. Du ſprichſt eben die Sprache der Welt, aus der
Du kommſt. Es wäre mir lieb, wenn Du Dich nicht ſo
viel mit mir beſchäftigen wollteſt.
Bin ich Dir zuwider? Mit raſchem Griff hielt er ihre
beiden Hände von den ſeinen umſchloſſen und zog die
ſchlanke Geſtalt zu ſich hin, Suſanne mit ſeinen aufleuch=
tenden
blauen Augen anſchauend.
Zuwider? Das junge Mädchen atmete tief und
verſuchte ſich dem ungeſtümen Bedränger zu entziehen
Nein.
Na alſo! rief er laut, es verklang wie heimlicher Ju=
bel
. Er ließ ſie ebenfalls plötzlich los, wie er ſie einge=
fangen
hatte. Auf gute Kameradſchaft, Sufanne, ich
glaube, dazu taugſt Du beſonders gut. Und morgen be=
ginnen
wir mit dem Reitunterricht.
Reitunterricht? Ich ſoll reiten?
Wie Du mich jetzt anſchauſt! Gerade wie ein Schul=
kind
beim Schulſchluß. Auch für Dich ſind endlich die Fe=
rienwochen
angebrochen, Suſanne, wohl die erſten rich=
tigen
Deines Lebens. Komm mit, ich mache dem Fiſch=
meiſter
einen Beſuch.
Und der Fuchs? fragte Suſanne, während es in
ihren Augen aufleuchtete.

Dr iut eis Hünchet nbaher
Das Frühſtück
Wird uns nicht entgehen. Es iſt noch früh, ſchlimm=
ſtenfalls
ſetze ich Dich vor mir aufs Pferd.
Das junge Mädchen ſah ihn ſo entſetzt an, daß er
mit luſtigem Lachen übermütig hinzuſetzte: Ich wäre es
imſtande, nur um Dein Geſicht zu ſehen, wenn ich Dich
im Galopp entführte.
Das dürfte Dir ſchwer werden.
Nun fürchteſt Du Dich wohl, mir zu folgen?
Fürchten? Nein, Dich werde ich nie fürchten, aber
ich darf nicht meine Pflicht verſäumen. Großvater nimmt
den Toaſt nur aus meiner Hand.
Wie alles, Sufanne. Wie kannſt Du Dich nur ſo
knechten laſſen.
Das junge Mädchen blickte nachdenklich zu ihm hin.
Knechten! Er iſt doch mein Großvater und ein alter
Herr. Seit Großmutter tot iſt, habe ich es ja ſo vielkleich=
ter
. Ja, als die noch lebte
Die Alte muß der reine Drache geweſen ſein.
Friedrich Wilhelm!
Ach was, es iſt nur die Wahrheit, und die gehört doch
als Dein vornehmſter Begleiter neben Dich auf Deinen
geraden Weg. Mit Tante Bagewitz Willen ſtände ich noch
nicht hier auf meinem einſtigen Erbe.
(Fortſetzung folgt.)

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Inli 1912.

Nummer 153.

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36 15.

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[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

Nummer 153.

Das Submiſſionsweſen.

(Von Stadtv. Sames=Darmſtadt.)
Nach langen Verhandlungen und Beratungen der
Organiſation des Handwerks, die einige Jahre zurück lie=
gen
, hat das Großh. Miniſterium am 24. Februar 1911
einen neuen Erlaß über das Verdingungsweſen ver=
öffentlicht
, der den Wünſchen des Handwerks in dan=
kenswerter
Weiſe Rechnung trägt, und der zum Aus=
druck
bringt, daß alle nicht in organiſchem Zuſammen=
hang
einer Ausführung ſtehenden Nebenleiſtungen beſon=
ders
zu veranſchlagen und zu vergüten ſind. Es ſind auch
Beſtimmungen getroffen worden, daß Arbeitsvergebun=
gen
an Innungen und freie Vereinigungen erfolgen kön=
nen
und damit iſt eine noch ſehr eingewurzelte Anſchau=
ung
gefallen, daß bei einem Zuſammenſchluß der Hand=
werker
und Abgabe gemeinſamer Offerten von einer
Kippemacherei geredet werden darf. Kapitaliſtiſche Un=
ternehmungen
ſind längſt in Syndikate zuſammen=
geſchloſſen
, der Zuſammenſchluß und die Organiſation
geht oft ſo weit, daß auch die Produktion im Verhält=
nis
zum Bedarf geregelt wird. Auch die Arbeiterſchaft
iſt in ſtrammen Organiſationen zuſammengeſchloſſen
und kann von einer Lohndrückerei nicht mehr geredet
werden. In den meiſten Gewerben beſtehen Tarifver=
träge
, die Lohn, Arbeitszeit und =bedingungen regeln,
die kein Unternehmer ſtraffrei umgehen kann.
Wenn nun auch in Arbeitgeberkreiſen immer lauter
der Wunſch wird, auch die ihnen auferlegten Arbeits=
bedingungen
in Staat und Gemeinden und bei Pri=
vaten
zu regeln, ſo muß auch dieſer Wunſch als berech=
tigt
anerkannt werden.
Der Staat und die heſſiſchen Städte ſind mit we=
nigen
Ausnahmen vorbildlich vorgegangen
Das Reich hat ein Geſetz zur Sicherung der Bau=
forderungen
geſchaffen, deſſen Handhabung jedoch in an=
dere
Bahnen gelenkt werden muß. Baden iſt durch den
Miniſterialerlaß vom 30. Dezember 1911 vorbildlich vor=
gegangen
. Andere Regierungen haben verſucht, auf an=
deren
Wegen etwas zu erreichen. Alle dieſe Maßnahmen.
werden vom Staat und der Stadt getroffen, um dem
ſchwerbedrängten Handwerk, das mit einem großen Not=
ſtand
zu kämpfen hat, zu helfen und zu fördern.
Dieſe behördliche Maßnahmen werden auch dankbar
vom Handwerk anerkannt. Ganz andere Verhältniſſe
ſind jedoch bei den Vergebungen durch Private und
deren Organe. Es wird auch hier ausdrücklich aner=
kannt
, daß es eine große Anzahl von Privatarchitekten
gibt, die ihre Arbeits= und Vertragsbedingungen den=
jenigen
des Staates anpaſſen, es muß aber auch leider
geſagt werden, daß es Architekten gibt, die Arbeits= und
Vertragsbedingungen aufſtellen, die gegen die Verkehrs=
ſitte
verſtoßen, in denen der Handwerker vollſtändig
rechtlos gemacht iſt und in welchen demſelben Neben=
leiſtungen
aufgebürdet werden, die weder im voraus
kalkulierbar, noch zu überſehen ſind
Am kraſſeſten ſind die Mißſtände oft bei denjenigen
Architekten, die neben ihrem Architektenbureau noch das
Gewerbe des Generalunternehmers betreiben und die
ſich dadurch oft erheblichen Gewinn auf Koſten der
Handwerker ſichern, in dem dieſelben alle Nebenleiſtun=
gen
, die mit der Hauptkeiſtung abſolut nichts zu tun
haben, den Handwerkern in beſonderen Bedingungen
auferlegen. In Zeiten der Hochkonjunktur würde ja ein
derartiges Vorgehen ohne Belang ſein. In dieſen Zei=
ten
würden die Handwerker derartige Forderungen ein=
mütig
zurückweiſen, aber in Zeiten des wirtſchaftlichen
Rückganges und Tiefſtandes klammern ſich ſo vieke an
einen Faden und denken, die Auslegung wegen der
Nebenleiſtungen kann nie und nimmer im Sinne der
rigoroſen Niederſchrift gehandhabt werden. Wie täu=
ſchen
ſich die Ahnungsloſen, wenn ihnen dann bei der
Lieferung und Ausführung geſagt wird, das ſteht ja
alles im Vertrag, das alles muß unentgeltlich gemacht
werden. In dem Kaufmannsſtand hat man längſt mit
den ſog. Zugaben aufgeräumt und erklärt das Gebaren
der ſog. Zugaben für unlauteren Wettbewerb Zu
ſolcher Anſchauung muß auch das Handwerk kommen,
daß Zugaben, die mit Aufwendung der Arbeiten in kei=
nem
Zuſammenhange mit der Lieferung oder Herſtellung
ſtehen, verweigert werden. Eigentümlich muß es anmu=
ten
, wenn ein Privatarchitekt von den Handwerkern für
ſeine Bauausführung eine Kaution verlangt, einerlei in
welcher Form. Das Reich hat eingeſehen, daß der Hand=
werker
mit ſeinen Forderungen geſichert werden ſoll und
muß und hier wird verſucht, die oft ſehr geringen Be=
triebsmittel
des Handwierkers für Privatbauten noch
feſtzulegen. Oft nach Jahren wird eine derartige Kau=
tion
zurückgegeben, für die der Handwerker oft hohe
Bankzinſen zahlen muß. Wenn der Staat oder die
Stadt in gewiſſen Fällen Kaution verlanat, ſo kann das
mit Privatarbeitsvergebungen nicht veralichen werden.
Der Staat und die Stadt haben die Pflicht, alle ſeine
Bürger zu berückſichtigen, hat keine ſo freie Hand in der
Auswahl der Handwerker, dagegen ſteht Privaten das
Recht der Auswahl zu. Es ſei deshalb jedem Handwer=
ker
empfohlen, keinen Vertrag zu unterſchreiben, der von
privater Seite Kaution verlangt.

3410. Preis von Militſch; 1700 Mark, Diſtanz 330
Meter: 1. Herrn Koſchützkis Ill Bell (Lt. v. Uechtritz),
2. Water Ouzel (Beſ.), 3. Aurora III (Lt. Krauſe).
Tot. 22110.
Rennen zu Wiesbaden. 1. Rennen: 1. Lord
Mayor (Naſh), 2. Budiſſin (Piplies), 3. Mattiacum
(Wexberg). Tot. 23:10. 2. Rennen: 1. Sparkling Hock
(Dr. Rieſe), 2. Spaniſh Galleon (Krauſe), 3. Shirley
(d’Oultremont). Tot. 81:10. 3. Rennen: 1. Bröſen
(Hahlbohm), 2. Suhogo (Mew), 3. Erbin (Sindelär).
Tot. 13:10. Preis von Sonnenberg; Ehrenpreis und
6000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Geſtüt Hollands Hare=
ſtock
(Lt. Knel), 2. Dame des Pres (Lt. Graf Holck),
3. I hope ſo (Beſ.). Tot. 37110. 5. Rennen: 1. Jüdin
(Barleben), 2. Einbrecher (Dyhr), 3. Goos (Ohlmayer).
Tot. 33:10. 6. Rennen: 1. Versbau (Herr Purgold),
2. Sea Sick (Lt. Freyer), 3. Schuhplattler (Lt. Knel).
Tot. 32:10. 7. Rennen: 1. Maliſe (Dr. Rieſe), 2. Athe=
nian
(Beſ.), 3. La Sylvie (Herr Purgold). Tot. 17110.
Schloß=Preis; 4000 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Herrn Scheffers Lord Mayor (Naſh), 2. Budiſſin
(Piplies), 3. Mattiacum (Wexberg). Tot. 34:10.
Preis von Klarenthal; Ehrenpreis und 2500 Mark,
Diſtanz 3000 Meter: 1. Lt. Zeltmanns Margiana (Lt.
Graf Holck), 2. Tugela (Beſ.), 3. Kohinor II (Lt. Krauſe).
Tot. 18:10. Rheingau=Jagd=Rennen; 4600 Mark,
Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn Berkmanns Jüdin ( Pip=
lies
), 2. Fairfax (Martin), 3. Diana (Voigt). Tot. 33:10.
Preis der Stadt Wiesbaden; 10000 Mark, Diſtanz
4500 Meter: 1. Herrn Ravensbergs Fleche (v. Berchem),
2. Gay Paris (Beſ.), 3. Alvo (Graf Holck). Tot. 75:10.
Rabengrund=Jagd=Rennen; 4000 Mark, Diſtanz 3500
Meter: 1. Herrn H. Stemmlers Sturm (Wortman),
2. Erbin (Wexberg), 3. Kambaſembi (Naſh). Tot. 23:10.
Dotzheimer Hürden=Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 2700
Meter: 1. Herrn v. Waldenfels Zobten (Naſh), 2. Sea
Sick (Piplies), 3. Thilde (Chuva). Tot. 16:10. Preis
von der Platte; 3200 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn
L. Wenkes Maliſe (Lt. v. Raven), 2. Argile (Beſ.), 3. Veno
(Mr. Smith). Tot. 43:10.
Rennen zu Bremen. Horner Jagd=Rennen;
Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Heren
E. Zayns Tucker, 2. Lisnagarvey (v. Egan=
Krieger), 3. Hymen (v. Moßner). Tot. 25:10.
Hanſa=Jagd=Rennen; 4200 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Herrn H. Riegels Talmont (Newey), 2. Proud Spirit
(Fanta). Zwei liefen. Tot. 13:10. Oldenburger Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Herrn v. Lütgens Plutarch (Beſ.), 2. Meerbraut (Graf
Baudiſſin), 3. Beethoven (v. Egan=Krieger). Tot. 18:10.
Bremer Hürden=Rennen; 10000 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Herrn Lt. U. Kohtes Sandeur (H. Brown),
2. Emma Olivia (Th. Baſtian), 3. Beautiful Eve (Newey).
Tot. 17:10. Kronprinz Wilhelm=Jagd=Rennen; Ehren=
preis
und 12500 Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. Herrn W.
Biſchofs Florham (v. Moßner), 2. Turandot (Herr Pur=
gold
), 3. Taſchenſpieler (Beſ.). Tot. 113:10. Damen=
preis
=Jagdrennen; Ehrenpreis und 2600 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Herrn W. Kappes Roſy (v. Moßner), 2.
Galley (v. Egan=Krieger), 3. Doubtful Lady (Beſ.). Tot.
31:10. Lebewohl=Jagdrennen; 2600 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Hrn. H. Hubers Hacklers Beauty (Th. Baſtian),
2. Braxfield (Gerber), 3. Milon II (Newey). Tot. 36110.
Rennen zu München=Riem. Erſtes Rennen:
1. Vorſpiel (Spear), 2. Nimble Field (Archibald), 3.
Samiel (Breſſel). Tot. 21:10. Preis von Bergſtetten;
5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Prinz Ludwig von
Bayerns Helmbrecht (Spear), 2. Ludwigsfeld (Matz),
3. Ukas (Breſſel). Tot. 13:10. Drittes Rennen: 1.
Bauernfänger (Leutn. Zeltmann), 2. Tutbury (Beſ.),
3. Cogſigru (Beſ.). Tot. 12110. Bayeriſches Zucht=
Rennen; Ehrenpreis und 10000 Mark, Diſtanz 2400 Me=
ter
: 1. Herrn A. v. Schmieders Flaminio (Lane), 2. Hel=
marich
SSpear), 3. Feſttarock (Archibald). Tot. 20:10.
Fünftes Rennen: 1. Ahalative (Leutn. Frhr. v. Lotzbeck),
2. Wetterfeſt (Leutn. Frhr. v. Bonnet). Tot. 11:10.
Sechſtes Rennen: 1. Veit (Schuller), 2. Sukkurs (Böhme),
3. Sageſſe (Unterholzner). Tot. 49110.
Erſtes Rennen: 1. Bayard IV (v. Weſternhagen),
2. Couſin Ethel (v. Bonnet), 3. Cogſigru (Leutn. Zelt=
mann
). Tot. 12110. Zweites Rennen: 1. Konſequenz
(Schläfke), 2. Prinz Hermann (Jeſſop), 3. Sunna (Dietrich).
Tot. 11:10. Drittes Rennen: 1. Brother in Law (Beſ.),
2. Mercury (v. Bonnet), 3. Giborg (Beſ.). Tot. 21:10.
Viertes Rennen: 1. Bauernfänger (Böhme), 2. Fore=
runner
II (Unterholzner), 3. Geraldine (Brumme). Tot.
12:10. Fünftes Rennen: 1. Duzzilo (Leutn. v. Lotzbeck),
2. In Dubio (Leutn. v. Bonnet), 3. Omega (Herr Leib=
brand
). Tot. 56:10. Sechſtes Rennen: 1. Veit (v. Bon=
net
), 2. Girlamund (Beſ.), 3. Kneißel (Lt. Zeltmann).
Tot. 54:10.
* Radſport. Rennen zu Düſſeldorf. Weſt=
deutſches
Derby, 100 Kilometer: Geſamtklaſſement: 1.
Stellbrink, 2. van Neck 97,520 Kilometer, 3. Vanderſtuyft
93,300 Kilometer, 4. Darragon 93 Kilometer, 5. Schellink
90,300 Kilometer.
Rennen zu Nürnberg. Das mit Linart,
Guignard, Günther und Walthour beſetzte 100 Kilometer=
Rennen wurde im Geſamtklaſſement von Linart mit
99,780 Kilometer in 1 Stunde 14 Min. 43 Sek. vor Gün=
ther
99,710, Guignard 77,580 und Walthour 79,500 Kilo=
meter
gewonnen.
Radrennen zu Straßburg i. Elſ. Im Gro=
ßen
Preis von Elſaß über 15 und 20 Kilometer ſiegte im
Geſamtklaſſement Krafft in 32104,6 vor Pongs 1945 und
Rudolphe 5600 Meter zurück. Den Straßburger Mün=
ſterpreis
über 30 Kilometer gewann ebenfalls Krafft in
26 Min. 51 Sek. vor Rudolphe 4000, Pongs 4800 Meter
zurück. Ein Amateur=Rennen gewann der bekannte Ama=
teurmeiſterfahrer
Chriſtel Rohde mit einer Länge vor
Rolo.
Radrennen in Erfurt. Großer Preis von
Erfurt über 100 Kilometer. Geſamtklaſſement: 1. Saldow.
100 Kilometer, 2. Lange 99,150, 3. Thomas 98,400, 4.
Ryſer 95,410 Kilometer.

Auf weitere unberechtigte Forderungen in Sub=
miſſionsunterlagen
ſei hier noch beſonders hingewieſen.
Sehr oft wird die unentgeltliche Einfriedigung
eines Baugrundſtückes während der ganzen Bauzeit von
irgend einem Handwerker am Bau verlangt. Der Bau=
zaun
iſt Sache des Bauherrn, ſchützt nicht allein die Bau=
ſtelle
des Bauherrn, ſondern auch alle von ihm gelieferten
Materialien, auch die Materialien aller am Bau beſchäf=
tigten
Handwerker.
Läßt es ſich wirklich rechtfertigen, dieſe Herſtellung
und Unterhaltung, die oft erhebliche Koſten verurſacht
von einem Gewerbetreibenden unentgeltlich zu verlan=
gen
? Der Bauzaun iſt ein Beſtandteil des Baues und
durch Geſetz vorgeſchriebn und ſomit auch auf Koſten
des Bauherrn herzuſtellen und zu unterhalten.
Dasſelbe läßt ſich von der geſetzlich vorgeſchriebenen
Abortanlage ſagen. Es kann doch auf einer Bauſtelle
unmöglich von jedem Handwerker eine Abortanlage er=
richtet
werden. Die Errichtung und Unterhaltung nur
vom Maurer zu verlangen, iſt unbillig. Aehnliche Ver=
hältniſſe
liegen bei der Waſſerbeſchaffung am Bau vor.
Jeder Handwerker iſt verpflichtet, die für ſeine Ar=
beiten
notwendigen Vorkehrungen zu treffen, unbillig iſt
es, an Bauten die Herſtellung von Gerüſten für Speng=
ler
, Bildhauer uſw unentgeltlich etwa vom Maurer oder
Weißbinder zu verlangen, die dieſe für ihre Arbeitsver=
richtung
überhaupt nicht benötigen, deren Umfang ſie im
voraus nicht kennen. Unbillig iſt ferner, zu verlangen,
daß der Maurer oder Weißbinder alle Durchbrüche, die
durch Inſtallationsarbeiten nachträglich entſtehen, unent=
geltlich
zuzumauern oder in Tünch auszubeſſern. Ueber
den Umfang der Arbeiten hat der betreffende Unterneh=
mer
keinen Einfluß, kennt deshalb auch die Koſten der
Herſtellung im voraus nicht.
Aus dem Vorgetragenen geht hervor, daß oft un=
billiges
von Handwerkern verlangt wird und daß es
notwendig wird, nur ſolche Arbeits= und Vertrags=
bedingungen
anzuerkennen, die der Verkehrsſitte ent=
ſprechen
.
Die Unfallverhütungsvorſchriften haben den einzel=
nen
Handwerkern Laſten auferlegt, mit denen ſich jeder
abfinden muß. Dieſe Vorſchriften fordern von dem
Handwerker diejenigen Sicherheitsvorrichtungen, die für
ſeine Bauausführung erforderlich ſind.
Außergewöhnliche Sicherheitsvorrichtungen werden
von Staat und Stadt beſonders bezahlt und können von
den Handwerkern, die keinerlei Einrichtungen hierfür
haben, billigerweiſe vom Bauausführenden nicht ver=
langt
werden, ebenſowenig können ſie von einem Hand=
werker
für Arbeiten verlangt werden, die er gar nicht
herſtellt.
Die Verordnung über Arbeiterſchutz und Unfallver=
hütung
bei Hoch= und Tiefbauten vom 15. Februar 1912
legt den Bauherrn, Unternehmer, Bauleiter, Bauführer,
Aufſeher, Arbeiter und dergleichen beſondere Verpflich=
tungen
auf. Daß man auch die Bauherren und Bau=
leiter
verantwortlich gemacht hat, iſt nicht mehr wie
recht und billig. Einrichtungen, die alle am Bau be=
ſchäftigten
Handwerker und Perſonen betreffen, Einrich=
tungen
, die vom Geſetz vorgeſchrieben und von jedem am
Bau benutzt werden, hat der Bauherr zu treffen, in Fäl=
len
, wo der Bauherr einen Bauleiter für ſeine Bauaus=
führungen
beſtellt hat, iſt dieſer verpflichtet, dieſe Ein=
richtungen
auf Koſten des Auftraggebers zu beſchaffen.
Es ſoll in dieſen Ausführungen keineswegs der Verſuch
gemacht werden, die einzelnen Handwerker von ihrer
Verantwortlichkeit zu befreien, ſie ſollen jedoch dazu die=
nen
, diejenigen Auflagen, die ihnen von anderer Seite
und gelinde geſagt, ein Verſtoß gegen die guten Sitten
darſtellen, von der Hand zu weiſen.=

Sport.

Pferdeſport. Rennen zu Grunewald.
Hamilkar=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter:
1. Fürſt Hohenlohe=Oehringens Goldamſel (Rice),
2. Grete (Hughes), 3. Wahrheit (Evans). Tot. 36:10.
Stadtbahn=Handikap: 6200 Mark, Diſtanz 1600 Meter:
1. Frhrn. H. v. Reiſchachs Hirondelle (Shurgold), 2. Prinz
Kuckuck (O. Müller), 3. Maſter (Spear). Tot. 29110.
Adonis=Rennen; 10000 Mark, Diſtanz 2000 Meter:
1. Herrn U. v. Oertzens Saint Cloud (Spear), 2. Hüon
(Lane), 3. Taftjoy (Jentzſch). Tot. 18:10. Preis von
Remlin; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herren
E. und G. Buggenhagens Vanitas (F. Bullock),
1. Herrn H. Schlöskes Kröſus (W. Bullock), 3. Felſen=
burg
(Blades). Tot. 43:10. Aſſeburg=Memorial;
13000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Herrn F. C. Arnulls
Induſtrie (W. Bullock), 2. Major Fife (Weatherdon),
3. Maruſchka (Archibald). Tot. 275:10. Preis vom
Waldhaus: 5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn
Rich. Müllers Drakon (Bleuler), 2. Königsleutnant
(Teichmann), 3. Lina (Wahl). Tot. 36:10. Preis von
Charlottental; 6200 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn
v. Wallenbergs Haſard (O. Müller), 2. Marc Aurel
(Torke), 3. Marigold (Archibald). Tot. 25:10.
Rennen zu Breslau. Preis von Kleinburg;
2000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Lt. Löbbeckes Gra=
ziella
(Lt. v. Witzleben), 2. Meermädchen (Beſ.). Zwei
liefen. Tot. 11110. Sommer=Hürden=Rennen; 2000
Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Herrn E. v. Lieres Mando=
line
(Schiemann), 2. Mixed Pickles (Lüders). Zwei
liefen. Tot. 14:10. Miß Kate Jagd=Rennen; Ehren=
preiſe
, Diſtanz 3000 Meter: 1. Lt. Bocks Rhea Sylvia
(Lt. Graf Strachwitz), 2. Marcell (Beſ.), 3. Föhn (Beſ.).
Tot. 23:10. Florian=Jagd=Rennen; 3000 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Herrn Löbbeckes Freifahrt (Lt. v. Witz=
leben
), 2. Prognoſe (Lt. Graf Strachwitz), 3. Emſig I
(Lt. v. Uechtritz). Tot. 60110. Preis von Bankau;
Ehrenpreis und 1200 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn
Richthofens Benzai (Lt. v. Buddenbrock), 2. Le Nil (Lt.
Schöller), 3. Blue Beetle (Lt. v. Uechtritz). Tot. 63:10.
Verkaufs=Jagd=Rennen; 1500 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Herrn Löbbeckes Perſian Gate (Lt. v. Witzleben),
2. Mir auch mal (Beſ.), 3. Princeß Athena (Beſ.) Tot.

eine neuartige Haushaltſeife
von

fabelhafter Waſchkraft.

Stück 20 Pf.

(12289M

[ ][  ][ ]

Nummer 153.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Juli 1912.

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