Darmstädter Tagblatt 1912


01. Juli 1912

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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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den Annoncen=Expeditionen. Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dieustags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 28 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Bei der Reichstags=Stichwahl in Hage=
now
=Grevesmühlen erhielt Sivkovich (Fortſch.
Vpt.) 9119 und Pauli (konſ.) 6573 Stimmen. Sivko=
vichs
Wahl iſt geſichert.
ImReichsamt des Innern fand die erſte Sitzung
des Vereins zur Errichtung einer deutſchen Verſuchs=
Anſtalt für Luftſchiffahrt ſtatt.
Die beiden Kammern des elſaß= lothringi=
ſchen
Landtages wurden bis zum 14. Januar ver=
tagt
.
Das Luftſchiff Viktoria Luiſe wird Mitte
Auguſt eine Fahrt nach Kopenhagen antreten.
Eine ſehr ſchwierige Ballonlandung
mußten wegen Gewitters 3 Berliner Luftſchiffer bei
Roſtock vornehmen. Alle drei wurden ſchwer verletzt.
Ein Großfeuer vernichtete in der hiſtoriſchen Feſte
Spangenberg bei Kaſſel zwölf Häuſer.
In Heckenbeck erbeuteten Einbrecher im
Pfarrhauſe 45 000 Mark in Wertpapieren.
Das öſterreichiſche Herrenhaus hat das
Wehrgeſetz und das Landwehrgeſetz in allen drei
Leſungen angenommen.
Beim Rennen um den Grand prix hippique
wurde Houli erſter, Wagram zweiter, Deviris dritter.
Der Führer des kubaniſchen Aufſtandes,
Eſtimos, iſt mit etwa 100 Anhängern geſtern in einem
Kampfe bei Micara gefallen.
Bei einem Wolkenbruch in Guanajuato
(Mexiko) ſollen Hunderte von Menſchen umgekommen
ſein.

Hetzereien gegen Deutſchland.

** Die Verhaftung des ruſſiſchen Hauptmanns
Koſtewitſch wegen Spionageverdachts gibt einem Teile
der ausländiſchen Preſſe wieder einmal willkommene
Gelegenheit, ihr Mütchen an Deutſchland zu kühlen. Was
iſt in den vier Jahrzehnten des Beſtehens des Deutſchen
Reiches nicht ſchon verfucht worden, uns in den Augen
der Welt bloßzuſtellen, uns zu verdächtigen und Miß=
trauen
gegen uns zu ſäen! Die harmloſeſten Dinge wur=
den
förmlich an den Haaren herangezogen, wenn es galt,
eine Hetzerei gegen Deutſchland in Szene zu ſetzen, und
beſonders erfinderiſch haben ſich in dieſer Beziehung
ruſſiſche, franzöſiſche, engliſche und amerikaniſche Blätter
gezeigt. Wenn jetzt die ruſſiſche Preſſe, allen voran die
Nowoje Wremja, den Fall Koſtewitſch benutzt, um über
uns herzufallen, ſo wollen wir ihr das verzeihen, zu verwer=
fen
aber iſt es, daß noch weit mehr einzelne franzöſiſche
Blätter ſich für den Hauptmann ins Zeug kegen und aus
ſeiner Verhaftung eine große Staatsaktion konſtruieren,
von der ſie eine nachteilige Wirkung auf die internatio=
nalen
Beziehungen Deutſchlands vorausſehen, d. h. er=
hoffen
.
Daß mit dieſer Auffaſſung weit übers Ziel hinaus=
geſchoſſen
wird, brauchen wir wohl kaum beſonders zu
betonen, das zeigt ja auch die abwartende Haltung,
welche die Petersburger Regierung beobachtet. Ohne
dringenden Verdacht wird bei uns niemand verhaftet,
insbeſondere nicht ein aktiver Offizier einer uns befreun=
deten
Macht. Vielleicht ſtellen ſich die Gründe, welche
zur Verhaftung des Hauptmanns führten, bei der wei=
teren
Unterſuchung als hinfällig heraus, aber zunächſt
beſteht der Verdacht, und dem muß im Intereſſe der
Sicherheit des Reiches Rechnung getragen werden. Wir
haben wahrhaftig keine Urſache, vertrauensvoll zu ſein
und von vornherein milde zu urteilen in ſolchem Falle,
wo der Verdacht einer Spionage vorliegt. Die zahl=
reichen
, in letzter Zeit vor dem Reichsgericht zur Ver=
handlung
gekommenen Affären: Brandon, Trench, Lux,
Schultz uſw., haben gezeigt, wie wir auf der Hut ſein
müſſen gegen Verſuche, die Sicherheit des Reiches zu
gefährden. Selten haben ſich in einem ſo kurzen Zeit=
raum
die Ermittelungen und Ueberführungen von Spio=
nen
derart gehäuft, wie in den letzten zwel Jahren, und
es vergeht faſt kein Monat, ohne daß nicht ein ſolcher
Fall vor dem Reichsgericht anhängig iſt. Unter dieſen
Umſtänden ſollten wir nicht jedem neuen Verdachte
ſtreng nachgehen, ſollten Schonung walten laſſen, wo ſie
vielleicht gar nicht angebracht iſt? Rußland würde in
letzter Linie einen Anſpruch auf Rückſichtnahme haben,
denn ſeine Behörden gehen gegen verdächtige Ausländer
meiſtens geradezu brutal vor, und der Fall Dreßler hat
erſt kürzlich gezeigt, daß man an der Newa auch keine
Rückſicht kennt, ſelbſt wo ein Verdacht auf ſchwachen

Füßen ſteht. In Deutſchland iſt es nicht Sitte, eine In=
haftierung
auch nur um eine Stunde länger, als ein Ver=
dacht
vorliegt, aufrechtzuerhalben, und der Hauptmann
Koſtewitſch kann feſt darauf bauen, daß er, wenn ſich ſeine
Schuldloſigkeit erweiſt, ſofort aus der Haft entlaſſen
werden wird.
Die Hetzereien der ausländiſchen Preſſe können die
deutſchen Behörden in dem, was Rechtens iſt, nicht be=
irren
, ebenſowenig vermögen das Drohungen irgend
welcher Art. Darüber ſollte man im Auslande längſt
nicht mehr im Zweifel ſein.

Die Stellung von Gnadenanträgen aus Anlaß
der Abänderung des Strafgeſetzbuches.

* Das Großh. Miniſterium der Juſtiz hat unterm
25. I. Mts. folgendes Ausſchreiben an die Straf=
vollſtreckungsbehörden
ergehen laſſen:
1. Das Geſetz, betreffend Aenderung des Strafgeſetz=
buches
vom 19. Juni 1912 ſieht folgende Milderungen
vor: 1. Bei einer Anzahl von Vergehen, nämlich Amts=
ſiegelbruch
(§ 136), Pfandbruch (§ 137), Freiheitsberau=
bung
(§ 239 Abſ 1) Vollſtreckungsvereitelung (§ 288),
Verletzung der Schutzmaßregeln gegen Verbreitung von
menſchlichen Krankheiten (§ 327 Abf. 1) oder von Bieh=
ſeuchen
(§ 328 Abſ. 1), ferner beim Vorhandenfein mil=
dernder
Umſtände für die Vergehen der Beamtennöti=
gung
(§ 114 Abſ. 2) und der Entführung (§ 235 Abſ. 2)
wird neben der bisher allein angedrohten Gefängnis=
ſtrafe
wahlweiſe Geldſtrafe zugelaſſen. 2. Das Ver=
gehen
des Hausfriedensbruchs, das gegenwärtig, wenn
es von einer mit. Waffen verſehenen Perſon oder von
mehreren gemeinſchaftlich verübt wird, mit Gefängnis
nicht unter 1 Woche zu beſtrafen iſt, wird in allen Fäl=
len
mit Geldſtrafe an erſter Stelle oder mit Gefängnis=
ſtrafe
von 1 Tage an bedroht. Zugleich wird die Straf=
verfolgung
, die bisher bei ſchwerem Hausfriedensbruch
von Amts wegen einzutreten hatte, in allen Fällen von
der Stellung eines Strafantrages abhängig gemacht und
die Zurücknahme des Antrages für zuläſſig erklärt,
3. Der Diebſtahl, die Unterſchlagung und der Betrug
werden, falls ſie aus Rot begangen ſind und es ſich um
geringwertige Gegenſtände handelt, in den §§ 248a und
264a mit milderer Strafe als der Regelſtrafe des Dieb=
ſtahls
, der Unterſchlagung und des Beſtrugs bedroht,
und zwar an erſter Stelle mit Geldſtrafe; auch finden
die Beſtimmungen über den ſchweren Diebſtahl und
über den Rückfall (§§ 243, 244, 245, 264) keine Anwen=
dung
; der Verſuch iſt nur bei der betrigeriſchen Täu=
ſchung
, nicht aber bei der Entwendung und der Unter=
ſchlagung
ſtrafbar und die betrügeriſche Täuſchung, wenn
ſie gegen einen Verwandten abſteigender Linie oder ei=
nen
Ehegatten begangen iſt, ſtraflos, wie unter derſel=
ben
Vorausſetzung der Diebſtahl und die Unterſchla=
gung
ſchon nach bisherigem Rechte ſtraflos waren. End=
lich
wird die Strafverfolgung dieſer Vergehen allge=
mein
von einem Strafantrage des Verletzten abhängig
gemacht und die Zurücknahme des Antrages für zuläſſig
erklärt. Der Entwendung von Nahrungs= oder Genuß=
mitteln
in geringer Menge oder von unbedeutendem
Werte zum alsbaldigen Verbrauch wird auch deren Un=
terſchlagung
, und den Nahrungs= und Genußmitleln
werden auch andere Gegenſtände des hauswirtſchaft=
lichen
Verbrauchs gleichgeſtellt, ſodaß insbeſondere Ent=
wendungen
kleinerer Mengen Kohlen oder Holz zu als=
baldiger
Verwendung nunmehr nur als Uebertretung
(§ 370 Nr. 5) ſtrafbar ſind,
2. Dieſe Milderungen der ſeitherigen Strafbeſtim=
mungen
geben Anlaß, in ſolchen Fällen, in denen die
vor dem Erlaß des neuen Geſetzes erkannten Strafen
noch nicht oder nicht vollſtändig verbüßt ſind, eine den
neuen Beſtimmungen entſprechendel Milderung oder
auch Aufhebung der Strafen durch einen Gnadenakt in=
ſoweit
eintreten zu laſſen, als nicht die perſönlichen Ver=
hältniſſe
der Verurteilten und die beſonderen Umſtände
der Tat einer Begnadigung entgegenſtehen.
3. Wir empfehlen deshalb den Strafvollſtreckungs=
behörden
, ſämtliche noch nicht durch Vollſtreckung erle=
digten
Fälle, auf die die erwähnten Beſtimmungen an=
zuwenden
geweſen wären, wenn das neue Geſetz bereits
zur Zeit der Aburteilung gegolten hätte, darauf zu prü=
fen
, ob nach Maßgabe dieſer Vorſchriften eine mildere
Strafe namentlich ſtatt der Gefängnisſtrafe Geldſtrafe
zu verhängen geweſen wäre oder eine Beſtrafung nicht
hätte ſtattfinden dürfen. Hierbei ſind die Fälle, in de=
nen
bereits ein Gnadenakt ſtattgefunden hat, nicht zu
berückſichtigen.
4. Läßt die Prüfung einen Gnadenerweis als an=
gängig
erſchenen, ſo iſt entſprechender Antrag an uns
zu richten, wobei das in unſerem Amtsblatt Nr. 10 von
1910 vorgeſchriebene Formular, mit der nötigen hand=
ſchriftlichen
Abänderung, zu verwenden iſt. In zwei=
felhaften
Fällen ſind die Akten beizuſchließen.
5. Die Strafvollſtreckung iſt bei allen Verurteilten,
bezüglich deren ein Antrag geſtellt wird, aufzuſchieben.
Hat die Volſtreckung einer Freiheitsſtrafe bereits
begonnen, ſo iſt ſie zu unterbrechen, ſofern hinſichtlich der
zu erwartenden Genehmigung des Antrages keine
Zweifel beſtehen. Falls Zweifel beſtehen, iſt die An=
tragſtellung
tunlichſt zu beſchleunigen und die Angele=

genheit durch einen geeigneten Vermerk als Eilſache zu
bezeichnen.
6. Im übrigen wird noch folgendes bemerkt: 1. Han=
delt
es ſich um die Verurteilung wegen einer Straftat,
deren Verfolgung nunmehr an das Erfordernis eines
Strafantrages geknüpft iſt, ſo iſt in Spalte 8 des Ver=
zeichniſſes
anzugeben, ob nach dem Inhalte der Akten
der zur Stellung des Strafantrages Berechtigte zu er=
kennen
gegeben hat, daß er die Beſtrafung nicht wünſcht.
2. Ob die Einſtellung einer wegen Dliebſtahls oder
Betrugs im Rückalle verurteilten Perſon in das Ver=
zeichnis
zu erfolgen hat, enkſcheidet ſich lediglich nach
der der Verurteilung zuarunde liegenden Tat: der Um=
ſtand
, daß eine der früheren Beſtrafungen einen Tat=
beſtand
betrifft, der unter die mildernden Beſtimmun=
gen
des jetzigen Geſetzes fällt, bleibt außer Betracht.
3 Soweit für die Beurteilung etwaige Vorſtrafen in
Betracht kommen, ſind ſie in Spalte 8 zu erwähnen. Auch
auf etwaige Gnadengeſuche, die den Verzeichniſſen beizu=
fügen
ſind, iſt in dieſer Spalte zu verweiſen.

Deutſches Reich.

Bei der Rleichstagsſtichwahl im
Wahlkreiſe Hagenow=Grevesmühl emn
wurden bis 2 Uhr morgens gezählt für Pauli (konſ.)
6573, für Sivkovich (Fortſchr. Vp.) 9119 Stimmen. Es
fehlen noch einige Ortſchaften.
Ueber den Beſuch des italieniſchen
Botſchafters Panſa ſchreibt die Voſſ. Ztg.:
Der italieniſche Botſchafter Panſa ſtattete dem
Reichskanzler von Bethmann Hollweg einen Beſuch ab.
Im Zuſammenhang damit erfahren wir, daß ſich Herr
Panſa von Berlin nach Kiſſingen begeben hat, um mit
dem dort zur Kur weilenden Staatsſekretär des Aus=
wärtigen
von Kiderlen=Wächter zuſammenzutreffen.
Beide Beſuche des Botſchafters, ſowohl beim Reichs=
kanzler
als auch beim Staatsſekretär werden nach der
von den beteiligten Kreiſen ausgegebenen Lesart als
Abſchiedsviſiten bezeichnet, da Herr Panfa, wie unſere
Leſer wiſſen, von ſeinem Poſten ſcheidet. Allein vor
dem Spätherbſt wird Herr Panſa, wie von vornherein
beſtimmt war, ſein Amt in Berlin nicht niederlegen.
Man iſt deshalb berechtigt, ſeiner Begegnung mit den
beiden deutſchen Staatsmännern die Deutung zu geben,
die am nächſten liegt, daß es ſich um eine Erörterung
der allgemeinen politiſchen Lage im Hinblick auf den
tripolitaniſchen Krieg, ſowie auch der Beſtrebungen der
Mächte zur Herbeiführung des Friedens handelt. Das
iſt um ſo wahrſcheinlicher, als ſich Herr Panſa von Kiſ=
ſingen
direkt nach Rom begibt, von wo aus er in etwa
3 Wochen nach Berlin zurückzukehren gedenkt.
Zu dem großen polniſchen Güter=
ankauf
in Pommern wird den Morgenblättern aus
Stettin gemeldet: Die ſeit Jahrhunderten in Händen
des deutſchen Hochadels befindliche Fideikommißherr=
ſchaft
Naſſenheide iſt auf dem Wege der Zwangsver=
ſteigerung
für 4 200300 Mark von dem Hamburger
Kaufmann N. Müller erworben worden. Wie wir dazu
erfahren, iſt die Herrſchaft aber nicht für ſeine Rechnung
gekauft, ſondern für Rechnung der von dem bekannten
polniſchen Güteragenten Biedermann vertretenen In=
tereſſenten
. Es iſt alſo ein uraltes pommerſches Stück
Erde unter polniſche Herrſchaft gekommen. Beſitzer des
Gutes waren ehedem Graf Henckel von Donnersmarck,
Graf Arnim, der Schwager Bismarcks u. a.
Neuer Zuſammenſchluß der Arbeit=
geber
im Baugewerbe. In den Kammerſälen
zu Berlin iſt am 28. Juni nach längeren Vorbereitun=
gen
, die bis zum Dezember vorigen Jahres zurückrei=
chen
, eine Vereinigung der Reichsarbeitgeberverbände
des eigentlichen Baugewerbes (Hochbau) und der Bau=
nebengewerbe
unter dem Namen Reichsbund bauge=
werblicher
Arbeitgeberverbände gegründet worden.
Ihren Beitritt haben bereits erklärt: der Deutſche Arbeit=
geberbund
für das Baugewerbe, Sitz Berlin, der Zen=
tralverband
der Gipſer, Stuckateure und Verputzermei=
ſter
Deutſchlands, Sitz Karlsruhe, der Hauptverband
Deutſcher Arbeitgeberverbände im Malergewerbe, Sitz
Berlin, der Arbeitgeberſchutzverband für das deutſche
Holzgewerbe, Sitz Berlin, der Zentralverband ſelbſtän=
diger
Inſtallateure, Klempner und Kupferſchmiede, Sitz
Düſſeldorf, der Zentralverband Deutſcher Dachdecker=
meiſter
, Sitz Neuwied a. Rh., der Reichsverband für
das Steinſetz=, Pflaſterer= und Straßenbaugewerbe.
Sitz Leipzig. Weitere Beitritte ſtehen bevor. Zweck des
Reichsbundes, der den angeſchloſſenen Zentralverbän=
den
vollſtändige Selbſtändigkeit läßt, iſt die gemeinſame
Wahrnehmung der Arbeitgeberintereſſen, insbeſondere
beim Abſchluß von Tarifverträgen.
Die beiden Kammern des elſäſſi=
ſchen
Landtages ſind auf Befehl des Kaiſers mit

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Nummer 152

Zuſtimmung des Landtages bis zum 14. Januar nächſten
Jahres vertagt worden. In der letzten Sitzung der
Zweiten Kammer wurde die erſte Leſung der Steuer=
reform
beendet und die Geſetzentwürfe an eine 20 glie=
drige
Kommiſſion überwieſen.
Keine ſozialdemokratiſchen Bür=
germeiſter
. Die letzte Sitzung des bayeriſchen
Landtages war inſofern von Bedeutung, als der Mi=
niſter
des Innern, Frhr. v. Soden, erklärte, daß in Zu=
kunft
nicht mehr die Beſtätigung eines ſozialdemokrati=
ſchen
Bürgermeiſters geprüft werden ſolle, ſondern daß
generell und grundſätzlich jede Beſtätigung von ſozial=
demrkratiſchen
Bürgermeiſtern ausgeſchloſſen ſei. Auch
bezüglich der Feuerbeſtattung ſtellte der Miniſter
ſich auf einen durchaus ablehnenden Standpunkt.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Das Herrenhaus nahm das Landwehr=
geſetz
an. Damit ſind die Wehrreformvorlagen von
beiden Häuſern des Landtags erledigt. In den Erör=
terungen
widerlegte der Landesverteidigungsminiſter
den Vorwurf, daß die Offiziere die Sprache der Mann=
ſchaften
nicht genug beherrſchten. Er betonte weiter die
unbedingte Notwendigkeit der deutſchen Dienſtſprache,
deren Beſeitigung geradezu kataſtrophal wäre. Die
deutſche Dienſtſprache ſei durchaus unentbehrlich für die
Ausbildung, ſowie für den Verkehr der Offiziere, ebenſo
für den Verkehr der Militärbehörden, für Führung und
Leitung im Frieden wie im Kriege. Da die Begriffe
der Dienſtſprache und Kommandoſprache von einander
nicht getrennt und die gegenſeitigen Grenzen nicht feſt=
geſtellt
werden können, habe er in den Wehrvorlagen
zu dem Wort Kommandofprache noch das Wort
Dienſtſprache hinzugefügt, einzig und allein zu dem
Zwecke, um eine größere Klarheit zu ſchaffen. Er habe
jedoch die Ueberzeugung gewonnen, daß, wenn er auf
die Einfügung des Wortes Dienſtſprache beſtanden
hätte, eine Zweidrittelmehrheit höchſt zweifelhaft und
das Zuſtandekommen des Landwehrgeſetzes unter Um=
ſtänden
in Frage geſtellt geweſen wäre. Er habe da
leider an etwas gerührt, was vielleicht beſſer geweſen
wäre, nicht zu berühren, da dieſe Frage im Abgeord=
netenhauſe
zu einem Politikum geworden ſei, während
die Armee nicht politiſieren könne und wolle und nicht
politiſch beurteilt werden dürfe. Er ſei jedoch überzeugt,
ſchließlich, wie die Abſtimmnug im Abgeordnetenhauſe
deutlich zeigte, im Intereſſe der Verabſchiedung der Wehr=
vorlagen
taktiſch richtig gehandelt zu haben. Der Red=
folgten
lebhafter Beifall und Händeklatſchen. Der Mini=
ſter
wurde lebhaft beglückwünſcht.
Die deutſchradikale Vereinigung be=
ſchloß
, da ſich ihre Auffaſſung von der Teilnahme des
Unterrichtsminiſters an den Sokolfeierlichkeiten zu Prag
nach den inzwiſchen eingetroffenen Mitteilungen als rich=
tig
erwieſen hat, nicht für das Budgetproviſorium zu
ſtimmen, um dadurch der Regierung ihre allerſchärfſte
Mißbilligung für ihr Vorgehen auszudrücken.
Frankreich.
Die Wahlreform. Nach Meldungen aus par=
ramentariſchen
Kreiſen ſteht die Mehrheit des Senats
dem gegenwärtig von der Kammer zur Beratung
ſtehenden Wahlreformentwurf entſchieden feindlich ge=
genüber
, namentlich Clemenceau habe in ſcharfer Weiſe
gegen den Entwurf Stellung genommen. Das Echo de
Paris ſagt: Wenn die Vorlage jetzt an den Senat ge=

langen würde, dann würde ſie keine 60 Stimmen auf
ſich vereinigen. Man glaube, daß der Geſetzentwurf noch
vor den Ferien von der Kammer erledigt und ſofort
dem Senat unterbreitet würde, der wahrſcheinlich ohne
Verzug einen Ausſchuß zur Prüfung der Wahlreform
einſetzen werde. Dieſer Ausſchuß werde zweifellos in
ſeiner Mehrheit aus Gegnern der Verhältniswahl be=
ſtehen
.
Die Marokkopolitik. In der Kammer ge=
dachte
Long der tragiſchen Ereigniſſe von Fez und der
Opfer auf franzöſiſcher Seite und ſagte: Frankreich
werde in Marokko die hochherzige Politik der Zivili=
ſation
verfolgen. (Beifall.) Jaurés verlangte die Zu=
rückziehung
des Protektoratsvertrages, um über ein
neues Abkommen zu verhandeln, das die Empfindlich=
keit
des Sultans weniger bedroht. Er ſchloß: Es würde
gefährlich ſein, eine, größere Truppenzahl in Marokko
ſtändig zu halten. Frankreich ſolle dies Volk reſpek=
tieren
und ihm nicht ein ſolches Protektorat auferlegen.
(Beifall auf der äußerſten Linken.)
Spanien.
Die Kammer hat über die Geſetzesvorlage be=
raten
, wonach den benachbarten Provinzen das Recht zu=
geſtanden
werden ſoll, zur Ausführung der öffentlichen
Arbeiten und Förderung der gemeinſamen Intereſſen
eine Art Konſortium zu bilden. Die Vorlage ſcheint bei
vielen Abgeordneten der Regierungspartei auf Wider=
ſtand
zu ſtoßen, was den Miniſterpräſidenten veranlaßte,
einer Gruppe von Zeitungsberichterſtattern zu erklären,
falls die Gruppe der liberalen Abgeordneten gegen die
Vorlage ſtimme, wiſſe er, was ihm zu tun übrig bleibe.

* Poksdam, 29. Juni. Der Kaiſer traf heute
morgen um 6 Uhr im Sonderzug von Kiel kommend auf
der Station Wildpark ein und begab ſich zu Fuß ins
Neue Palais.
* Wien, 28. Juni. Der Kaiſer empfing heute
vormittag den bisherigen deutſchen Generalkonſul in
Budapeſt Graf v. Brockdorff=Rantzau, der zum
Geſandten in Kopenhagen ernannt wurde, in Abſchieds=
audienz
.
* Verlobungsgerüchte. Aus Gmunden
verlautat, daß die deutſche Kaiſertochter ſich dem=
nächſt
mit dem Prinzen Ernſt Auguſt von Cum=
berland
und Prinzeſſin Olga von Cumberland mit
einem preußiſchen Prinzen verloben wird. Das Ber=
liner
Tageblatt erinnert daran, daß Prinz Ernſt Auguſt
von Cumberland erſt vorigen Monat dem Kaiſer in
Potsdam aus Anlaß des Automobilunglücks von Frie=
ſack
, bei dem ſein älteſter Bruder den Tod fand, einen
kurzen Beſuch abgeſtattet hat. Das Projekt einer Ver=
lobung
iſt aber offenſichtlich wie ſo viele vorangegan=
genen
Phantaſiemeldungen aus der Luft gegriffen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Juli.

Ein Gedenktag.
** Am heutigen Montag ſind fünfzig Jahre ver=
floſſen
, ſeitdem in Osborne die Vermählung des da=
maligen
Prinzen Ludwig von Heſſen, ſpäteren Groß=
herzogs
Ludwig IV., mit der Prinzeſſin Alice von Groß=
britannien
, Tochter der Königin Viktoria, ſtattfand. Die
Trauung vollzog der Erzbiſchof von York. Da der eng=
liſche
Hof noch unter dem Eindrucke des ſechs Monate
vorher erfolgten Ablebens des Prinzgemahls ſtand, ſo
war von größeren Feſtlichkeiten abgeſehen worden und
die Feier vollzog ſich in aller Stille. Die Prinzeſfin,
ſpäter Großherzogin Alice, welche ſchon nach 16jähriger

Ehe dahinſcheiden mußte, lebt im Herzen des heſſiſchen
Volkes fort, das ſicherlich heute, wo vor fünfzig Jahren
das fürſtliche Paar verbunden wurde, desſelben beſon=
ders
innig gedenken wird.

* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herr=
ſchaften
begaben ſich am Freitag vormittag 7½ Uhr
mit Gefolge im Auto nach dem Truppenübungsplatz und
wohnten daſelbſt der Beſichtigung der 25. Kavallerie=
Brigade bei. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Großherzog
empfingen am Samstag den Oberarzt Dr. Schmeel
von Alzey, den Sylveſter Schäffer von Großköris, den
Hoflieferant May, den Oberlehrer Profeſſor Vollhardt
von Worms, den Amtsrichter Wahl von Herbſtein, den
Seminarlehrer Oßwald von Lich, den Kreisaſſiſtenzarzt
Dr. Wagner von Bad Salzhauſen, den Oberbürger=
meiſter
Mecum von Gießen, den Pfarrer Renner;
zum Vortrag den Finanzminiſter Dr. Braun, den Vor=
ſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Kreisamtmann bei dem Kreisamte Fried=
berg
Regierungsrat Theodor Muhl zum Rat bei der
Provinzialdirektion Rheinheſſen und Zweiten Beamten
des Kreisamts Mainz, ſowie den Kreisamtmann bei dem
Kreisamte Schotten Dr. Oskar Probſt zum Kreisamt=
mann
bei dem Kreisamte Friedberg, beide mit Wirkung
vom 1. Oktober 1912 an; ferner den Reviſionskontrolleur
bei dem Hauptſteueramt Mainz Finanzamtmann Richard
Schnupp, z. Zt. zu Gießen, zum Oberſteuerinſpektor
des Hauptſteueramts Worms und den Steuerkontrolleur
Finanzaſſeſſor Georg Serth zu Friedberg zum Re=
viſionskontrolleur
bei dem Hauptſteueramt Mainz.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Zugführer
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Ludwi)
Ewald zu Mannheim auf ſein Nachſuchen.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 24 vom
29. Juni hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung,
Anſchlußgleis der Firma Wilhelm Mahr zu Darmſtadt
betreffend. 2. Bekanntmachung, die Abänderung des
Regulativs über die Reinigung der Schornſteine vom
26. Januar 1875 betreffend. 3. Bekanntmachung, Neu=
einteilung
der Bezirke der Kontrollbeamten für die Lokal=
kaſſen
betreffend. Berichtigung.
g. Strafkammer. Wegen Brandſtiftung hatte ſich am
Samstag der 14jährige Zwangszögling Viktor Huther
aus Münſter vor der hieſigen Strafkammer zu verant=
worten
. Der Junge hatte aus Rache für eine körperliche
Züchtigung die Scheune ſeiner Pflegeeltern in Brand ge=
ſteckt
, und zwar nahm er dazu, während die Pflegeeltern
auf dem Felde arbeiteten, aus dem Küchenherd glühende
Kohlen, die er auf das in der Scheune lagernde Stroh
ſchüttete. Die Scheune brannte vollſtändig nieder, wo=
durch
ein Schaden von etwa 4000 Mark entſtanden iſt.
Das Gericht verurteilte den jugendlichen Brandſtifter zu
8 Monaten Gefängnis. Der 22jährige Schrei=
ner
Heinrich Gehbauer von hier hatte im Mai dieſes
Jahres mehrere hieſige Uhren= und Goldwarengeſchäfte
durch raffiniert ausgeführte Diebſtähle um etwa 200
Mark geſchädigt, indem er als Käufer in den Laden trat,
ſich Uhren und Goldwaren vorlegen ließ und hierbei ſich
einzelne Stücke aneignete. Er entfernte ſich dann ge=
wöhnlich
mit dem Bemerken, er werde wieder kommen.
Die geraubten Gegenſtände verſetzte er immer ſofort. Er
wird wegen Rückfalldiebſtahls zu 1 Jahr 6 Monaten
Gefängnis verurteilt. Wegen Verbrechens nach
§ 176,3 Str.=G.=B. wird der 25jährige Steinhauer Georg
Kindinger aus Reichenbach zu 6 Monaten Ge=
fängnis
verurteilt.
* Jungliberaler Verein. Die Verſammlung des
Jungliberalen Vereins, die über den Anſchluß an die
Freie Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler
beſchließen ſollte, war, wie die Blätter melden, von fünf=
zehn
Perſonen beſucht, von denen vier nicht abſtimmen
durften, weil ſie die Altersgrenze überſchritten hatten.
Vier Mitglieder enthielten ſich der Abſtimmung, vier
waren gegen den Anſchluß, ſechs dafür, der dadurch be=
ſchloſſen
iſt. Sechs Mitglieder (die vier Gegner des An=
ſchluſſes
und zwei andere) erklärten ihren Austritt aus
dem Verein, da ſie, wenn ſie auch nicht zur Heylſchen
Richtung ſich bekennten, doch nicht die Partei durch
Sonderorganiſationen gefährden wollen. Der Austritt
wäre nicht erfolgt, wenn man den Anſchluß den

Himmelserſcheinungen im Juli.

A. K. Während der Nacht vom 4. zum 5. Juli, gerade
zu Mitternacht, erreicht die Erde in ihrer elliptiſchen
Jahresbahn den größten Abſtand von der Sonne, das
Aphel, in dem ſie 151,99 Millionen Kilometer von der
Sonne entfernt iſt, während ſie ihr in der vor einem hal=
ben
Jahre erreichten Sonnennähe, dem Perihel, bis auf
146.97 Millionen Kilometer nahe kam. Infolge der um
½o des mittleren Abſtandes differierenden Entfernung
ſchwankt auch der ſcheinbare Durchmeſſer der Sonne um
einen entſprechenden Betrag: am 4./5. Juli iſt er gleich 31½
27.64, wogegen er am 3./4. Januar gleich 32' 32.04 war.
Der wirkliche Durchmeſſer des Sonnenkörpers, der uns
alſo in der rieſigen Entfernung unter dem kleinen Winkel
eines halben Bogengrades erſcheint, beträgt 1391080 Kilo=
meter
, iſt mithin 3.6mal ſo groß wie die Entfernung des
Mondes von der Erde; ſeine Oberfläche übertrifft die der
Erde (510 Millionen Quadratkilometer) um das 11919, und ſein körperlicher Inhalt (Volumen) iſt ſo ge=
waltig
, daß daraus 1301 200 Kugeln von der Größe unſe=
rer
doch ſchon recht anſehnlichen Erdkugel geformt werden
könnten. Und dieſer für das menſchliche Vorſtellungs=
vermögen
ſchier unfaßbar große Ball ſtrahlt auf ſeiner
geſamten Oberfläche mit einer abſoluten Temperatur von
7000 C.! Die Erde hat alſo wenigſtens für die kleine
Ewigkeitsſpanne von 100 Millionen Jahren, gerade die
richtige Entfernung von dieſer Hölle gewählt denn
hier, in 150 Millionen Kilometer Abſtand, iſt’s noch eben
gemütlich für uns Menſchen. Mit unſerer irdiſchen At=
moſphäre
in Marsentfernung verſetzt, würden wir bald
ſchwer unter der Kälte zu leiden haben oder gar erfrieren,
und ebenfalls mit unſerer Atmoſphäre in Venusentfern=
ung
verſetzt, würden wir in kurzer Zeit gekocht oder ge=
braten
ſein.
Schon auf unſerem Planeten ſind große Extreme vor=
handen
, ſie hängen aber von dem Winkel der Einſtrahlung
ab: da, wo die Sonne ſenkrecht herabſtrahlt, am Aequa=
tor
, herrſcht ſchon bedeutende Hitze, und da, wo ſie ganz
flach ſtrahlt, an den Polen, liegt alles unter Eis; ebenſo
zur Zeit des Sommers und Winters in unſerer gemäßig=
ten
Zone. Am 21. Juni, dem Sommersanfang, hatte die
Sonne ihre nördlichſte Deklination 23 27' 16 am
1. Juli hat ſich dieſe um den geringen Betrag von reich=
lich
19' verringert, denn ſie beträgt an dieſem Tage noch
23% 7 58.1; am 31. Juli hingegen iſt ihr Werr nur noch
18 19 10.8. Daraus ergeben ſich folgende Mittags=

höhen der Sonne: für den Parallel von 54 ( Nord=
deutſchland
) 59." 8' am 1. und 54 19' am 31. Juli, für den
Parallel von 51 (Mitteldeutſchland) 62 8' am 1. und 570
19' am 31. Juli, endlich für den Parallel von 48 ( Süd=
deutſchland
und Oeſterreich, etwa die Breite von Wien)
65% 8' am 1. und 60% 19' am 31. Juli. Die Verkleinerung
der Tagbogen der Sonne bewirkt eine Abnahme der
Tageslänge von 17 auf 15½ Stunden im nördlichen
Deutſchland, von 16½ auf 15¼ Stunden im mittleren
Deutſchland und von 16 auf 15 Stunden im ſüdlichen
Deutſchland, in der Schweiz und in Oeſterreich. Durch die
langen Dämmerungen wird die Tageshelligkeit aber noch
weſentlich verlängert.
Die Periode der hellen Nächte, die um die Zeit
der Sommerſonnenwende in allen Gegenden nördlich des
Parallels von 48 32' etwa der Breite von Straßburg i. E
herrſchen, geht in dieſen Wochen allmählich zu Ende, und
zwar in der ſüdlichen Zone ſchon Anfang des Monats,
in Mitteldeutſchland etwa Mitte Juli und in Norddeutſch=
land
Ende Juli und Anfang Auguſt.
Am 23. Juli beginnt die Zeit der Hundstage, die
ihren Namen vom Hundsſterne, dem Sirius, tragen und
bis zum 23. Auguſt währen. Die Sonne weilt während
dieſer Zeit im Bilde des Löwen das bei den Alten als
das Symbol der heißeſten Zeit aufgefaßt wurde. Auch
bei uns redet man allerwärts von Hundstagshitze, obgleich
das ſommerliche Wärmemaximum in unſerer Gegend etwas
vor die Hundstage fällt.
Der Geſtaltwechſel des Mondes vollzieht ſich im
Juli zu folgenden Zeiten: Letztes Viertel am 7., um 5 Uhr
47 Min. nachmittags, Neumond am 14., um 2 Uhr 13 Min.
nachmittags, Erſtes Viertel am 21., um 6 Uhr 18 Min.
vormittags, und Vollmond am 29., um 5 Uhr 28 Min. vor=
mittags
. Der Mond befindet ſich am 2. Juli, um 1 Uhr
vormittags in Erdferne bei einem Abſtande von 63.7 Erd=
halbmeſſern
, am 15. Juli, um 1 Uhr vormittags, in Erd=
nähe
bei einem Abſtande von 56.0 Erdradien und am 29.
Juli, um 6 Uhr vormittags, wieder in Erdferne bei einem
Abſtande von 63.7 Erdhalbmeſſern à 6378 Kilometer. Im
Juli finden zwei Sternbedeckungen durch den
Mond ſtatt: am 3. Juli tritt der Stern Epſilon des Stein=
bocks
(Größe 4.7) für den Horizont von Berlin um 2 Uhr
21.1 vormittags in die Mondſcheibe ein und um 3 Uhr
35.7 Min. vormittags, alſo nicht lange vor Sonnenauf=
gang
, wieder aus; am 18. Juli tritt der Stern Beta der
Jungfrau (Größe 3.5) für Berlin um 9 Uhr 38.1 Min.
nachmittags ein und um 10 Uhr 31.3 Min., d. h. erſt kurz

nach Monduntergang, wieder aus. Neben den bei Ge=
legenheit
der Planetenerſcheinungen gleich zu beſprechenden
Konjunktionen des Mondes mit Planeten hat er noch ſtarke
Annäherungen am 12. Juli, 2 Uhr nachmittags, an den
Fixſtern Beta des Stiers und am 24. Juli, 11 Uhr vor=
mittags
, an den Stern Alpha des Skorpions (Antares)
Zur Beobachtung der großen Planeten bietet
ſich auch im Juli wenig Gelegenheit; nur der Jupiter bleibt
den größten Teil der Nacht ſichtbar, und ſein Nachbar im
Weltraume, Saturn, erſcheint am frühen Morgenhimmel.
Merkur, der am 25. Juli, um 4 Uhr nachmittags, ſeine
größte öſtliche Ausweichung von der Sonne, 27% 5 erreicht,
bleibt trotzdem für das bloße Auge unſichtbar, da er in
den Strahlen der hellen Abenddämmerung ſteht. Er nähert
ſich der Erde von 1.22 Erdbahnhalbmeſſern à 149.48 Mil=
lionen
Kilometer am 1. auf 0.78 Erdbahnhalbmeſſer am
31. Juli, wobei ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 5.5 auf
8.5 zunimmt. Am 25. Juli, 12 Uhr mittags hat Merkur
Konjunktion mit Regulus im Löwen; der Planet bewegt
ſich 1 38 ſüdlich an dem Fixſtern vorüber. Venus
gelangt am 6. Juli, um 3 Uhr vormittags, in ihre obere
Sonnenkonjunktion, bleibt daher ganz unſichtbar. Il)
Erdabſtand beträgt dann 1.74 Erdbahnradien, am Monats=
ſchluſſe
noch 1.71 ſolcher Einheiten, und ihr Scheibendurch=
meſſer
ſchrumpft (rechneriſch) auf 9."7 zuſammen. Am
13. Juli, um 9 Uhr nachmittags, hat Venus mit Neptun,
der bald darauf ebenfalls in Sonnenkonjunktion kommt,
Konjunktion; Venus ſteht 1 27' nördlich vom Neptun.
Mars hält ſich im Sternbilde des Löwen in der hellen
Abenddämmerung verborgen. Sein Erdabſtand wächſt von
2.29 auf 2.44 Einheiten (Erdbahnradien), und ſein ſchein=
barer
Durchmeſſer nimmt ab von 4.1 auf 3.8. Am 14.
Juli, um 12 Uhr mittags kommt Mars mit Regulus in
Konjunktion, er ſteht dabei 42 nördlich von dem Fixſterne.
Jupiter bewegt ſich rückläufig im Bilde des Skor=
pions
iſt anfangs noch während der ganzen Nacht als
hellſtes Geſtirn tief am ſüdlichen Himmel zu beobachten,
geht aber zuletzt bald nach Mitternacht im Südweſten
unter. Seine Entfernung von der Erde nimmt zu von
4.43 auf 4.76 Einheiten, ſein ſcheinbarer Durchmeſſer nimmt
daher ab von 45.1 auf 41.9; Fernrohrbeobachtungen die=
ſes
größten aller Planeten ſind auch jetzt noch ſehr loh=
nend
. Am 24. Juli, um 7 Uhr vormittags (nach Unter=
gang
), hat der Mond mit Jupiter Konjunktion, während
der Nacht erblickt man die zunehmende Phaſe noch ſüd=
weſtlich
(rechts unten) vom Jupiter. Saturn, der
ſeit April unſichtbar geweſen iſt, erſcheint Anfang Juli

[ ][  ][ ]

Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.
Seite 3.

Mitgliedern freigeſtellt hätte, ſtatt ihn korporativ zu be=
ſchließen
.
Deutſche Gaſtſtätten. Angeſichts der jetzt ein=
ſetzenden
Reiſezeit ſei darauf aufmerkſam gemacht, daß
ſauch in dieſem Jahre das Verzeichnis Deutſche und
deutſchfreundliche Gaſtſtätten in den deut=
iſchen
Sprachinſeln, ſprachlichen Grenz=
gebieten
und ſprachlich gemiſchten Gegen=
den
Südtirols neu erſchienen iſt. Das Verzeichnis,
das nun zum 10. Male vom Alldeutſchen Verbande her=
ausgegeben
wird, ſoll keinen Reiſeführer im eigentlichen
Sinne des Wortes darſtellen und gibt daher auch über
Güte der Matratzen, der Speiſefolgen und Weine keine
Ratſchläge. Es iſt aus dem Beſtreben entſtanden,
nationalgeſinnten Deutſchen, die ſich bei ihren Wan=
derungen
in den genannten Gegenden ihrer deutſch=
völkiſchen
Pflichten bewußt bleiben, einen Dienſt zu er=
weiſen
, ſie vor Schaden und Aerger, zugleich aber auch
vor der Gedankenloſigkeit zu bewahren, daß ſie ihr
deutſches Geld Leuten zutragen, von denen es mittelbar
oder unmittelbar zum Nachteil für unſere deutſchen
Intereſſen verwendet wird. Wer daher in dieſer Richtung
bei einer beabſichtigten Reiſe in jene Gegenden Auskunft
wünſcht, dem ſei das Verzeichnis, das in dem Geſchäfts=
raume
des Verkehrsvereins, Ernſt=Ludwigsplatz, koſten=
los
abgegeben wird, beſtens empfohlen.
Warnung vor einem Schwindelinſtitut. Das In=
ſtitut
G. A. Mann in Paris, 15 Rue du Louvre, verſpricht
in marktſchreieriſchen Anpreiſungen alle möglichen Krank=
heiten
auf ſchriftlichem Wege zu heilen. G. A. Mann,
der früher als Präſident des Inſtituts of radiopathy
ffigurierte, iſt in Paris wegen Kurpfuſcherei mit 6 Mo=
naten
Gefängnis und 3000 Francs Geldbuße beſtraft
worden. Trotzdem iſt es ihm gelungen, noch zahlreiche
Perſonen in Deutſchland zum mindeſten an ihrem Ver=
mögen
zu ſchädigen. In Mainz wurden, laut Bekannt=
machung
des dortigen Polizeiamts, einem armen Ar=
beiter
mit einem Wochenlohn von 20 Mark durch das
Inſtitut Mann in kurzer Zeit 160 Mark abgenommen.
Für nichtsſagende Behandlungsbriefe und einige
Zuckerplätzchen mit Eiſen, Mangan und Anis erhebt das
Inſtitut jedes Mal 40 Mark durch Nachnahme. Der Orts=
geſundheitsrat
in Karlsruhe und das Berliner Polizei=
präſidium
haben bereits vor dem ſchwindelhaften Trei=
ben
des Inſtituts Mann gewarnt. Wer ſein Geld nicht
unnütz verlieren will, hüte ſich vor der Ausbeutung durch
dieſen Schwindelbetrieb.
* Städtiſcher Saalbau. Am Dienstag, den 2. Juli,
findet im Saalbau ein großes Sommerfeſt, ver=
bunden
mit Réunion, ſtatt. Es hat zu dieſer Veran=
ſtaltung
jedermann gegen einen mäßigen Eintrittspreis
Zutritt. Zu der Réunion ſoll eine Frangaiſe im Freien
arrangiert werden. Der muſikaliſche Teil wird von der
ganzen Kapelle des Großh. Art.=Korps unter Leitung
des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley mit einem ge=
wählten
Programm zur Ausführung gebracht. (Näheres
ſiehe im Anzeigeteil.)
H. Eine brave Tat. Man ſchreibt uns: Wir
wollen es nicht unterlaſſen, einer braven Tat eines
jungen Mannes Erwähnung zu tun. Freitag abend
gegen 7 Uhr wurde im großen Woog durch den Eiſen=
bahn
=Zivilſupernumerar Henze von Darmſtadt=Oſt ein
19jähriger junger Mann vom Tode des Ertrinkens
unter eigener Lebensgefahr gerettet. Der junge Mann
hatte ſich, ohne des Schwimmens genügend kundig zu
ſein, an den weißen Häuschen gebadet und verſank als=
bald
nach verſchiedenen Hilferufen in die Tiefe; ohne
ſich zu beſinnen, ſprang der gerade beim Ankleiden be=
griffene
Henze ins Waſſer, tauchte unter und brachte
den halb Bewußtloſen glücklich aufs Trockene. Die an=
weſenden
Badegäſte, welche dem Vorgang zuſahen, be=
glückwünſchten
den Retter ſowohl wie den Geretteten.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Ex=
pedition
, Rheinſtraße 23, ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Die Viktoria Luiſe bei der
Kieler Woche; zum Kampf um die Präſidentſchaft der
Vereinigten Staaten von Amerika; von der öſterreichi=
ſchen
Alpenfahrt, die Kraftwagen auf der Jaufenpaß=
höhe
; der Münchener Hans Braun gewinnt in Stam=
ford
Bridge die Meiſterſchaft im Laufen über eine halbe
engliſche Meile gegen die beſten engliſchen Mitbewer=
ber
.

§ Feſtgenommen. Eine 38 Jahre alte Frau und
ein 24 Jahre alter Mann, beide von hier, ſind wegen
Meineid, beziehungsweiſe Verleitung hierzu, in Unter=
ſuchungshaft
genommen worden.

Offenbach, 29. Juni. Verſchiedene Städte in Ober=
heſſen
, wie Friedberg, Lich, Büdingen, Alsfeld hatten ſich
beworben als Garniſon für das zu errichtende 3. Batail=
lon
des Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168. Wie jetzt
bekannt wird, iſt die Errichtung dieſes Bataillons nicht
geplant, dagegen wird eine neue Maſchinenge=
wehr
=Kompagnie errichtet werden, die Offenbach
vorausſichtlich als Standort erhält.
Seligenſtadt, 29. Juni. Das zehnjährige Schulmäd=
chen
Anna Reuß iſt nach dem Genuß von Klatſch=
mohnblättern
an Opiumvergiftung geſtorben.
Rüſſelsheim, 29. Juni. Der Großherzog hat
aus Jagdſchloß Wolfsgarten an die Inhaber der
Opelwerke anläßlich des glänzenden Erfolges der
Opelwagen bei der Alpenfahrt nachſtehendes Tele=
gramm
gerichtet: Ich freue mich von Herzen über
den neueſten Erfolg des Opels, möge es immer ſo blei=
ben
. Ernſt Ludwig. Die öſterreichiſche Alpenfahrt hat
mit einem glänzenden Sieg der Opelwerke geendet. 22
Wagen haben die äußerſt ſchwierige Bergfahrt vunktfrei
abſolviert, von dieſen allein als Team geſchloſſen die
3 Opelwagen Nr. 17 (Fahrer Fritz Opel), Nr. 18 ( Fah=
rer
Robert Koch) und Nr. 19 (Fahrer Karl Jörns), die
ſomit den Mannſchaftspreis gewannen und zwar gegen
die ſehr ſtarke und ſehr gute öſterreichiſche Konkurranz.
Beim Ausſchachten einer Pfuhlgrube in einem Neu=
bau
fand man in 2 Meter Tiefe im angeſchwemmten
Boden den Stoßzahn eines Maſtodons. Aehn=
liche
Funde hat man in früheren Jahren auch in den
Eppelsheimer Sanden bei Alzey gemacht.
Bad Nauheim, 29. Juni. Das Roſenfeſt nahm,
vom ſchönſten Wetter begünſtigt, einen glänzenden Ver=
lauf
. Die Terraſſe, mit Blumengirlanden und bunten
Lampions geſchmückt, gewährte einen ſehr feſtlichen Ein=
druck
. In der Mitte der Terraſſe waren zwei Blumen=
pavillons
errichtet. Hier verkauften an der Spitze die
Herzogin von Mecklenburg=Strelitz und die Fürſtin Salm=
Dyk als Ladies patroneſſes die Damen des Feſt=
komitees
Frau von Rauch=Neuſtrelitz, Frau von Stuckrad,
Lady Campbell=Buenos Aires, Frau Oberſt von Fran=
kenberg
=Proſchlitz, Frau Geheimerat Dr. Eſer, Baronin
Neſſelrode, Frau Profeſſor Schott, Frau Dr. Grödel,
Frau Dr. Kayſer und Fräulein Lejeune Roſen und er=
zielten
glänzende Einnahmen. Gleichzeitig verkaufte
eine Anzahl duftiger Mädchengeſtalten in roſengeſchmück=
ten
Roben an die Beſucher die Königin der Blumen
und mußte ein Beweis, wie anregend das Feſt auf
das Publikum wirkte den Inhalt der Körbe beſtändig
erneuern. Noch ſtärker geſtaltete ſich das feſtliche Getrieb=
am
Abend unter dem magiſchen Eindruck der zahlreichen
Beleuchtungskörper, die durch ihren Farbenreichtum einen
eigenen Reiz bieten. Während des ganzen Feſtes ſpiel=
ten
ununterbrochen die Kurkapelle (Winderſtein=Orcheſter)
und die Kapelle der Darmſtädter Leibdrogoner. Eine
beſondere muſikaliſche Attraktion bildete am Abend der
von dem Kapellmeiſter Alfred Steinmann komponierte
und dirigierte Kaiſerin Auguſte Viktoria= Huldigungs=
marſch
unter Mitwirkung des von Friedberger und Bad
Nauheimer Damen verſtärkten Butzbacher Damenchors
(Dirigent Marguth) und des Bad Nauheimer Männer=
chors
(Dirigent Bechtolsheimer). Dank der umſichtigen
Regieführung des Kurdirektors Tauſende von Men=
ſchen
füllten die Terraſſen und die Alleen des Parkes
verlief das Feſt ohne Mißton und Unfall. Aus der Rein=
einnahme
können dem evangeliſchen und dem katholiſchen
Kirchenfonds je über 1000 Mark zugewieſen werden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 29. Juni. Ein gewal=
tiger
Brand wütete auf einem Baumaterialienlager=
platz
in der Schloßſtraße in Schöneberg. Das Feuer ent=
ſtand
vermutlich durch Funkenflug aus einer Lokomotive.
In wenigen Minuten hatte es eine große Ausdehnung
gewonnen und drohte den geſamten Lagerplatz, ſowie einen
angrenzenden Kohlenlagerplatz zu vernichten. Bei der

außerordentlichen Hitze, die das brennende Holz entwickelte,
und dem ſehr unangenehm empfundenen Qualm, mußten
die tapfer vorgehenden Feuerwehrleute immer wieder raſch
abgelöſt werden. Faſt zwei Stunden währte der Kampf
mit dem entfeſſelten Element, bis deſſen Gewalt ge=
brochen
wurde. Geſtern nachmittag erſchoß der Händ=
ler
Kobelt in ſeiner Wohnung in der Kaiſerſtraße nach
kurzem Wortwechſel ſeine Geliebte und jagte ſich dann eine
Kugel in den Kopf. In bedenklichem Zuſtande wurde er
als Unterſuchungsgefangener in die Charité eingeliefert.
In der neuen Königſtraße wurde heute morgen auf dem
Hausflur der Lehrling Rasmack von der Samthandlung
Bärwald Nachfolger, von einem 17jährigen Burſchen
überfallen und durch vier Stiche am Kopfe verletzt.
Es gelang ihm nicht, den Lehrling, der etwa 1500 Mark
bei ſich hatte, zu berauben. Der Lehrling Rasmack erlitt
eine ſehr tiefe Verletzung an der linken Schläfe. Der
Täter iſt geflüchtet; ſeine Spur wurde bisher nicht ge=
funden
.
Höchſt a. M., 28. Juni. Bei der heute abend ſtatt=
gefundenen
Wahl eines beſoldeten Beigeord=
neten
für die Stadt Höchſt wurde Magiſtratsaſſeſſor
Dr. Hog=Frankfurt a. M. mit 20 von 36 abgegebenen
Stimmen auf die Dauer von 12 Jahren gewählt.
Kaſſel, 29. Juni. Durch ein in der Feſte Spangen=
berg
geſtern durch Selbſtentzündung entſtandenes
Feuer wurden in kurzer Zeit 12 Häuſer eingeäſchert,
darunter ſolche, die dem Stadtbild das hiſtoriſche Ge=
präge
verliehen.
Metz, 29. Juni. Der wegen Majeſtätsbeleidigung
verhaftete Fabrikbeamte Schatz iſt gegen eine Kaution
von 50000 Mark in Freiheit geſetzt worden.
Metz, 29. Juni. Die Verkäuferin Stein wurde
heute blutüberſtrömt auf der Landſtraße bei Noveant
aufgefunden. Die ärztliche Unterſuchng hat ergeben,
daß das Mädchen drei Meſſerſtiche in der Kehle hatte,
die ſeinen ſofortigen Tod herbeſigeführt hatten. Der
Mörder iſt bisher noch nicht ermittelt.
Metz, 29. Juni. Der mutmaßliche Mörder der
Emilie Stein heißt, wie jetzt feſtgeſtellt iſt, Peter
Stein und ſtammt aus Tegel bei Berlin. Er iſt ein
Oheim der Ermordeten. Beide ſollen ſtark betrunken ge=
weſen
ſein. Die Leiche war mit Gras überdeckt und nach
den Spuren ſcheint ein heftiger Kampf ſtattgefunden zu
haben.
Straßburg, 28. Juni. In der Rupprechtsaue
feuertte der 46jährige Schreiner Klemins Bieth
heute nachmittag auf ſeine Schwägerin Magdalena
Oberſt einige Schüſſe ab, die dieſe ſchwer verletzten.
Hierauf flüchtete er und verſuchte ſich in der Nähe des
Pontaleſchen Gutes zu ertränken und als ihm dies nicht
gelang, brachte er ſich drei Schüßſe in die Schläfe bei,
denen er kurze Zeit darauf erlag.
Saaargemünd, 29. Juni. Die Strafkammer ver=
handelte
geſtern gegen den Kaufmann Jeanty, in
deſſen Räumen ſich am 13. Dezember vorigen Jahres die
ſchwere Benzinexploſion ereignete, bei der vier Perſonen
den Tod fanden. Jeanty wurde zur geringſt zuläſſigen
Strafe von einem Monat Gefängnis verurteilt. In dem
Urteilstenor heißt es, es ſei feſtgeſtellt, daß der Ange=
klagte
die im Verkehr mit Benzin erforderliche Sorgfalt
in verſchiedener Hinſicht außer Acht gelaſſen habe.
Oberndorf a. N., 28. Juni. Einer der führenden Mäns
ner der deutſchen Induſtrie, der deren Ruhm weit über
Deutſchlands Grenzen hinaus auch ins Ausland getragen
hat, feierte in dieſen Tagen ein ſeltenes Arbeitsjubiläum.
Der Geheime Kommerzienrat Paul Mauſer, der Be=
ſitzer
der weltbekannten Waffenfabriken, beging den Tag,
an dem er als einfacher Büchſenmacherlehrling in die da=
mals
noch Königlich=württembergiſche Militärfabrik Obern=
dorf
eintrat. Die Arbeiterſchaft des Werkes, die heute
zirka 1700 Köpfe zählt, ſtiftete aus dieſem Anlaß einen
Gedenkſtein mit dem Porträtrelief des Jubilars. Bei einer
intimen Feier gelangte ein Schreiben zur Verleſung, in
welchem der verſtorbene Bruder Paul Mauſers, Wilhelm
Mauſer, einmal ſelbſt die Entwickelung der Familie ge=
ſchildert
hat. Darin heißt es: Unſere Familie ſtammt
aus Sontheim, Oberamt Heilbronn, und kommt dort unſer
Name ſchon im Jahre 1676 vor. Unſer Vater Franz Mau=
ſer
iſt im Jahre 1794, den 17. Auguſt, geboren und kam
im September 1812, eingeteilt zur Arbeiter=Kompagnie,

wieder am frühen Morgenhimmel, gegen 2 Uhr, gegen
Monatsſchluß geht er ſchon gleich nach Mitternacht im
Oſten auf. Er iſt inzwiſchen aus dem Bilde des Wid=
ders
in das des Stiers gewandert. Da ſich die Erde
ihm von 9.86 bis auf 9.47 Erdbahnradien nähert, wächſt
ſein Scheibendurchmeſſer von 16.5 auf 17."2; die große
und kleine Achſe der Ringellipſe meſſen Mitte Juli 38.8
und 16.3. Da der Mond am 11. Juli, um 5 Uhr vor=
mittags
, mit Saturn Konjunktion hat, ſieht man die ab=
nehmende
Sichel vorher noch etwa 6 ſüdweſtlich von dem
Planeten. Uranus im Sternbilde des Schützen,
gelangt am 24. Juli, um 8 Uhr nachmittags, in Oppo=
ſition
, kulminiert dann alſo um Mitternacht. Bis zu die=
ſer
Zeit nähert ſich die Erde dem Planeten von 18.83 bis
auf 18.76 Einheiten, entfernt ſich aber nachher bis zum
Monatsende ein wenig wieder. Uranus hat jetzt nur einen
Scheibendurchmeſſer von 4.4, man bedarf deshalb ſchon
eines ſtarken Fernrohrs, um ihn als kleine Fläche zu ſehen.
Genaue Orte des Planeten ſind am 1. Juli Rektaſzenſion
20h 19m 11s und Deklination 20 13' am 31. Juli
Rektaſzenſion 20 h 14m 20s und Deklination 20 29½
Neptun befindet ſich 16. Juli, 12 Uhr mitt., in Sonnen=
konjunktion
, bleibt daher vorläufig für alle Inſtrumente
unſichtbar. Seine Entfernung von der Erde beträgt am
Anfang und Ende des Monats 30.96, Mitte Juli 30.99
Erdbahnhalbmeſſer.
Sternſchnuppen begegnen der Erde von nun an
wieder in größerer Zahl, wir nähern uns ſchon dem Maxi=
mum
der Meteorfälle im Auguſt. Beſonders gegen Ende
Juli werden die Sternſchnuppen häufiger; die meiſten der
leuchtenden kosmiſchen Raketen ſtrahlen in der Gegend
des Sternbildes des Schwanes, das abends in mitt=
lerer
Höhe im Oſten ſteht, aus.
Der Glanz des Firſternhimmels wird im Juli
beſonders durch die hellen Nächte, im letzten Monatsdrittel
noch durch das Mondlicht geſchmälert. Der unendlich weite
Sternengürtel der Milchſtraße läuft abends gegen 10 Uhr
in ziemlich hohem, zum Oſten geneigten Bogen vom Nord=
zum
Südhorizont, geſchmückt wird ſein zarter Schimmer
in gleicher Richtung von den Bildern Fuhrmann, Per=
ſeus
, Caſſiopeja, Schwan (hoch im Oſten), Adler
und Schütze‟. Der Tierkreis zieht ſich ſehr flach vom
Südoſten zum Weſtnordweſten, ihn bezeichnen die Kon=
ſtellationen
Steinbock, Schütze, Skorpion, Wage,
Jungfrau und Löwe‟ Hoch im Weſten funkelt Arctur
im Bootes hoch im Oſten, unweit des Zenits, Wega in
der Leier‟ Den Großen Bären gewahrt man hoch im
Nordweſten, darunter tief am Horizont die beiden Haupt=
ſterne
der Zwillinge‟, Caſtor und Pollux.

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchuft und Leben. Herr Sandro
Menges, ein Darmſtädter, der ſeine Ausbildung bei
Kammerſänger Fahr=Darmſtadt und Profeſſor Herrmann=
München genoſſen hat, wurde unter ſehr günſtigen Be=
dingungen
als Heldentenor auf drei Jahre an das Stadt=
theater
in Barmen engagiert.
Mannheimer Hoftheater. Die Vormerkun=
gen
für den Abſchiedsabend Fritz Vogelſtroms ſind ſo
zahlreich eingegangen, daß die verfügbaren Sitzplätze
bereits überzeichnet ſind. Der Künſtler ſingt außerdem
noch zweimal, am 5. und 9. Juli, den Rienzi in der Neu=
einſtudierung
. Die Vorſtellung am 5. Juli findet außer
Abonnement ſtatt; die Feſtvorſtellung zu Großherzogs
Geburtstag im Abonnement B.
Wie ſchützt mnn ſeine Wohnung vor Hitze? Die
ungewöhnliche Hitzeperide des vorigen Sommers, die
nach den Vorausſagungen erfahrener Meteorologen ſich
in dieſem Sommer wiederholen ſoll, hat dem Problem
des Kampfes gegen die Wärme eine beſondere Dringlich=
keit
verliehen und die moderne Hygiene ſinnt mehr denn
je nach Mitteln zur Abhilfe. Wie kann man ſich nun im
Hochſommer im Hauſe gegen große Hitze ſchützen? Dieſe
Frage beantwortet der bekannte Berliner Hygiene= Pro=
feſſor
C. Flügge in einem Aufſatz der Deutſchen Revue.
Für die Wohnungstemperatur kommt beſonders ein Mo=
ment
in Betracht, das eine ganz bedeutende Abweichung
von der Temperatur im Freien bedingt: die Beſtrahlung
der Mauern durch die Sonne und die durch dieſe Iſola=
tion
in die Mauern übergeführte Wärme. Während man
ſich gegen den Strahleneinfall durch Jalouſien, Markiſen
uſw. ſchützen kann, werden durch die maſſiven Teile der
Wände, beſonders durch die fenſterloſen Giebelwände,
große, nachhaltige und ſchwer zu beſeitigende Wärme=
reſervoire
geſchaffen. Die Wände wirken dann wie
ungeheuere Steinöfen. Die Höhe der Erhitzung hängt
von der Himmelsrichtung ab; am ſchlimmſten ſind Oſt=
und Weſtwände, während die Südwände durch die ſchräg
auffallenden Strahlen weniger erhitzt werden. Dünne
Fachwerkwände erhitzen ſich ſtärker, verlieren aber die
Wärme leichter; maſſive Mauern haben zwar eine niedrie=
gere
Temperatur, aber ſpeichern die Wärme ſehr lange
auf. Bei ihnen iſt auch die zeitliche Verſchiebung ſehr un=
angenehm
, die die an der Außenfläche erzielte Temperatur
beim Durchgang durch die Mauer erfährt. Während die
Oſtwand des maſſiven Hauſes um 9 Uhr abends die Maxi=
maltemperatur
an der Innenfläche hat, erreicht die Weſt
wand ihre größte Hitze erſt um 3 Uhr morgens, ſo daß

ihre Wärme erſt zur Nachtzeit fühlbar wird. Durch dieſe
Wärmereſervoire der Mauern erhält die Wohnung eine
Eigentemperatur, die in der Höhe und dem zeit=
lichen
Verhalten von der Außentemperatur ſtark abweicht
und namentlich in höheren Stockwerken und bei ungünſti=
gen
Wohnungsverhältniſſen viel höher iſt als die Tem=
peratur
im Freien. Konnte man doch in Dresdener Klein=
wohnungen
Höchſttemperaturen beobachten, die bis 33
Grad und 36 Grad gingen und das Temperaturmaximum
im Freien erheblich übertrafen! Unter den Abhilfemaß=
regeln
wird gewöhnlich am ſtärkſten die Lüftung be=
tont
, die ja auch das einfachſte Mittel iſt. Aber damit wird
bei Ueberwärmung der Wohnung nicht allzu viel erreicht.
Nur ſo lange reichliche Mengen kühlerer Luft in das
Zimmer dringen, wird die Wärmeabgabe des menſch=
lichen
Körpers erleichtert. In den Hitzeperioden iſt aber
am Tage die Außenluft ſo warm, daß ihre Einführung
die Temperatur wenig ändert. Künſtliche Lüftung, etwa
durch elektriſch betriebene Ventilatoren, könnte weit beſſer
wirken, namentlich, wenn die zugeführte Luft noch durch
kaltes Waſſer oder kalte Salzlöſung und dergleichen ge=
kühlt
wird; aber ſie iſt ſehr teuer. Auch einfache Kühl=
öfen
, die von kaltem Leitungswaſſer durchfloſſen wer=
den
, richten wenig aus, und große Kältezentralen wie
ſie in verſchiedenen amerikaniſchen Städten eingerichtet
worden ſind, ſind zu koſtſpielig. Andere billigere Küh=
lungsmittel
für Wohnungen, wie Waſſerverdunſtung und
Eisſchmelzen, ſind nicht recht wirkſam und für Kleinwoh=
nungen
gar nicht verwendbar. Das einzige Radikalmit=
tel
gegen die Hochſommerhitze beſteht in Veränderungen
beim Bau der Häuſer. Da laſſen ſich einfache Ab=
hilfen
mit wenig Koſten durchführen: ſo die Ausſtattung
exponierter Fenſter auch in Kleinwohnungen mit guten
Jalouſien, dann möglichſter Erſatz der Küchenherde durch
Gasöfen, Iſolierung der Küchenkamine durch einen Man=
telraum
, in dem Luft zirkuliert und die Wärme fortführt;
endlich Vermeiden von Wohnungen direkt unter dem
Dach. Dadurch wird aber gegen die Wärmeausſtrahlung
der Mauern noch wenig getan. Es müßten alſo mehr
als bisher Vormauern hergeſtellt werden, die aus
Holz, Rohrgeflecht oder Matten, am einfachſten aus ran=
kenden
Gewächſen, beſtehen könnten und ausgezeichneten
Schutz gegen die Wärme bieten. Die wirkſamſte Abwehr
der Hitze aber wird durch eine viel durchgreifendere Woh=
nungsreform
geſchaffen, nämlich durch den Bau von
kleinen ein= oder zweiſtöckigen Häuſern für die weniger
bemittelten Klaſſen, in der Form von Arbeiterkolonien,
Gartenſtädten u. a. Freilich wird es aber noch lange
dauern, bevor dieſe Wohnungsreformen allgemein durch=

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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Nummer 152.

nach Oberndorf, da zur ſelben Zeit die hieſige Königliche
Gewehrfabrik errichtet wurde. Er hatte das Schuſter=
handwerk
erlernt und wurde in der Gewehrfabrik zur
Fabrikation der ledernen Säbelſcheiden verwendet. Später
erlernte er die Fabrikation für Kavallerieſäbel, welches Ge=
ſchäft
er viele Jahre betrieb, ſich auch mit der Arbeit für
Gewehre vertraut machte und ſchließlich ein ganz guter
Büchſenmacher wurde. In dieſer Weiſe wirkte er 47 Jahre
in der Fabrik, bis er im Jahre 1859 penſioniert wurde.
Unſer Vater verheiratete ſich im Jahre 1819 mit einer hie=
ſigen
Bürgerstochter, Agatha Heim, aus welcher Ehe 13
Kinder hervorgingen, von denen jetzt noch 8 am Leben und
wir Wilhelm und Paul, die jüngſten ſind. Die 5 jetzt noch
lebenden Brüder erlernten alle ihr Geſchäft beim Vater,
4 Söhne ſind hier in Oberndorf und ſind außer uns beiden
noch zwei in unſerem Geſchäft. Der 5. iſt im Jahre 1853
nach Amerika und ſeit 18 Jahren bei Remington in Ilyon
im Geſchäft. Wir, Wilhelm und Paul, beſuchten die hie=
ſige
Elementarſchule und nahmen Privatunterricht in Zeich=
nen
und Geometrie. In das Geſchäft traten wir nach
zurückgelegtem 14. Lebensjahre. Wir wurden zuerſt bei
der Säbelfabrikation verwendet, ſpäter für Schloßmacherei,
Viſierarbeit und dann zu Muſterarbeiten und Einrichtun=
gen
, wie ſolche in der Fabrik vorkamen. Unſere erſte Idee
für Hinterladung führten wir im Jahre 1860 bis 1861 aus
und zwar in einem Modell für Hinterladungskanonen.
Die Frage, wer der eigentliche Erfinder der Hinterlad=
ungswaffen
iſt, Paul oder Wilhelm Mauſer, beantwortet
der Briefſchreiber wie folgt: Der gegenſeitige Anteil von
uns beiden iſt gleichberechtigt, da wir vom Eintritt in das
Geſchäft ſtets neben= und miteinander arbeiteten, bei Aus=
führung
der verſchiedenen Modelle unſere Ideen aus=
tauſchten
und vom Guten ſtets das Beſte nahmen, woraus
nach jahrelanger harter Arbeit, Mühe und Entbehrung,
das Modell 71 hervorging. In der Feſtrede des Ver=
treters
der Arbeiterſchaft war die Mitteilung enthalten,
daß der Fabrik in den letzten 25 Jahren vom Auslande
mehr als 100 Millionen Mark für gelieferte Waffen und
Munition zugefloſſen ſind. Anläßlich des Jubiläums
wurde Geheimrat Mauſer das Ehrenkreuz des Ordens der
württembergiſchen Krone verliehen, womit der perſönliche
Adel verbunden iſt. Der König von Württemberg und
der württembergiſche Kriegsminiſter hatten Glückwunſch=
telegramme
geſandt.
Leipzig, 29. Junj. Der nach Unterſchlagungen in
Höhe von 100000 Mark geflüchtete Kaſſierer der Buch=
binder
=Innung Göhre wurde, als er heimlich nach
Leipzig zurückkehrte, verhaftet.
Braunſchweig, 28. Juni. Eine zum mindeſten originelle
Anſchauung von der Heiligung des Sonntags entwickelte
das Schöffengericht Stadtoldendorf, das den Lehrer
Enkhardt wegen Uebertretung der Vorſchriften be=
treffend
die Sonntagsruhe zu drei Mark Geldſtrafe ver=
urteilt
hatte. Der Lehrer iſt, wie viele ſeinesgleichen,
ein eifriger Sammler von Mineralien, Inſekten und an=
deren
Objekten der Naturgeſchichte. U. a. hatte er ſich
ein Aquarium beigelegt, in dem er junge Molche züch=
ten
wollte. Er hatte auch das Glück, daß aus dem Laich
die jungen Tiere ausſchlüpften. Unglücklicherweiſe ſind
junge Molche in ihrem Nahrungsbedürfnis etwas ſehr
anſpruchsvoll, ſie kaprizieren ſich auf Waſſerflöhe.
Der glückliche Beſitzer der Molche bewaffnete ſich alſo
mit einem Köſcher und begab ſich eines Sonntags mor=
gens
nach einem Teiche, um für ſeine hungrigen Molche
Waſſerflöhe zu fangen. Dabei beobachſtete ihn aber ein
eifriger Kirchenbeſucher, der an dieſem Treiben Anſtoß
nahm und ihn anzeigte. Das Schöffengericht ſtellte ſich
auf den Standpunkt, daß das Fangen von Waſſerflöhen
eine öffentlich wahrnehmbare Arbeit ſei, die gegen das
Verbot betr. die Sonntagsheiligung verſtoße und ver=
urteilte
daher den Angekagten. Dieſer legte Berufung
ein, mit der ſich nunmehr die zweite Strafkammer in
Braunſchweig zu befaſſen hatte. In der Verhandlung
erklärte der Rechtsbeiſtand des Angeklagten, daß er die
Sache mehreren Geiſtlſichen unterbreitet habe, die aber
mit ihm der Anſicht ſeien, daß von einer Sonntagsent=
heiligung
keine Rede ſein könne. Der Gerichtshof ſtellte
ſich auf den gleichen Standpunkt und ſprach den Ange=
klagten
frei. Die Koſten wurden der Staatskaſſe auf=
erlegt
.
Hamborn, 28. Juni. Auf der Gewerkſchaft Deut=
ſcher
Kaiſer ereignete ſich heute eine Teerexplo=
ſion
, wobei ein Ingenieur und ein Arbeiter ſchwere
Verletzungen erlitten. Der Arbeiter iſt bereits an den
erlittenen Verletzungen im Krankenhauſe geſtorben.
Brüſterort, 28. Juni. Das Torpedoboot G. 7"
iſt um 5 Uhr losgekommen und von einem an der
Unfallſtelle befindlichen Dampfer aus Danzig ins

Schlepptau genommen worden. Außer dem Verluſt der
Schrauben erlitt das Torpedoboot anſcheinend keine
ernſtlichen Beſchädigungen.
Peſt, 29. Juni. Das hieſige Senſationsblatt Azeſt
meldet folgenden Vorfall, für deſſen Richtigkeit das
Blatt die Verantwortung tragen muß: Der vor kurzem
zum Korpskommandanten von Kaſchau ernannte
Feldmarſchalleuknant v. Boreiwitſch beſichtigte
geſtern die Garniſon von Munkaez. Nach dem Zap=
fenſtreich
reichte er ſämtlichen Offizieren die Hand Als
er zum Oberſtleutnant Hirthl kam, gab er ihm nicht die
Hand und ſagte: Den Herrn Oberſtleutnant enthebe
ich von dem Beſuch des zu meinen Ehren veranſtalteten
Feſtmahls. Oberſtleutnant Hirthl wurde leichenblaß
und ging nach Hauſe. Als einige Stunden ſpäter die
Offiziere beim Bankett ſaßen, meldete ein Kellner beim
Korpskommandanten, daß ihn eine Dame zu ſprechen
wünſche. Boreiwitſch ging in das Vorzimmer, wo eine
junge Dame wartete, die ihm nach wenigen Woiten
gine Ohrfeige verſetzte. Es war dies die Tochter des
Oberſtleutnants Hirthl. Sie war, als ſie von der ihrem
Vater zugefügten Schmach hörte, direkt in das Gaſthaus
geeilt und forderte den Korpskommandeur zur Rechen=
ſchaft
. Die, Urſache des peinlichen Zwiſchenfalles ſoll
darin gelegen haben, daß es Boreiwitſch dem Oberſtleut=
nant
Hirthl übel nahm, daß er eine nicht zur Geſell=
ſchalt
gehörende Dame geheiratet hatke. Die zweite
Frau des Oberſtleutnants war angeblich bei ihm früher
Wirtſchafterin.
Paris, 28. Juni. In einer unter dem Vorſitz Jean
Richepins in der Sorbonne abgehaltenen Feſtſitzung zu
Ehren Rouſſeaus veranſtalteten Royaliſten zwei=
mal
lärmende Proteſtkundgebungen. Die
Ruheſtörer wurden aus dem Saale entfernt.
London, 29. Juni. Als der König mit der Köni=
gin
geſtern im offenen Automobil durch Cardäff
fuhr, ſprang in einem der ärmeren Stadtteile ein Mann
auf den Herrſcher zu und ſtreckte die Hand aus. Er
wurde von den umſtehenden Perſonen feſtgehalten, ehe
er dem König nahe kam. Der Mann hatte ſcheinbar
nur die Abſicht, dem König die Hand zu ſchütteln. Die
Barrieren in den Straßen waren fortgenommen wor=
den
und jeder Menſch konnte ohne Schwierigkeit an das
Herrſcherpaar herankommen.
Havanna, 28. Juni. Eſtimos, der Führer der
Aufſtändiſchen, iſt mit etwa 100 ſeiner Anhänger geſtern
im Kampfe bei Micara gefallen.
New=York, 28. Juni. Aus Mexiko wird gemeldet:
Durch einen Wolkenbruch wurden in der Stadt
Guanajuato große Verheerungen angerichtet. Hunderte
von Menſchen ſollen umgekommen ſein.
Santlago de Chile, 29. Juni. Die Aufſichtsbehörde
für Arbeiterwohnungen prüft gegenwärtig franzöſiſche
und engliſche Vorſchläge, welche dahin gehen, 20 Mil=
lionen
zum Bau von Arbeiterwohnhäu=
ſern
auf Grund der Zinsgarantie von jährlich 6 Pro=
zent
auf die Geſamtſumme des aufzuwendenden Kapitals
zu bewilligen.

geführt ſind, und doch iſt die Hitze eine ſchwere Gefahr,
der vor allem die Säuglinge ausgeſetzt ſind. Heiße
Sommer fordern in Berlin faſt 2000, in den größe=
ren
Städten Deutſchlands zuſammen mehr als 10000
Säuglingsleben über die Zahl in kühleren Sommer hin=
aus
zum Opfer. Deshalb regt Profeſſor Flügge an, daß
künſtlich ernährte Säuglinge, die ſchon gewiſſe Darmſtör=
ungen
zeigen und in extrem heißen Wohnungen leben, die
alſo vor allem gefährdet ſind, unbedingt in ein kühleres
Milieu gebracht werden müſſen. Dafür wären einfach Er=
holungsſtätten
zu errichten, aber auch die Parterreräume
von geeignet gelegenen Schulen könnten während der
Sommerferien, in die ja die bedenklichſten Hitzeperioden
fallen, verwendet werden.
C) Ein Engländer über die deutſche Ausländerei
Anknüpfend an das Eintreffen eines neuen deutſchen Bot=
ſchafters
in London gibt ein in Berlin weilender eng=
liſcher
Journaliſt im Daily Graphic eine Schilderung des
neuen Deutſchland. Er beginnt mit Berlin. Man glaubt
im Ausland, daß das Nationalgefühl in Deutſchland viel
ſtärker entwickelt ſei, als in jeder anderen Nation; aber
das trifft nicht ganz zu. Der Engländer berichtet, daß
wohl in keinem Land ſo viele Geſellſchaften zur Stärkung
des Nationalgefühles gegründet würden, aber ſelbſt
Deutſche geben ſchmerzvoll zu, daß dieſe Inſtitutionen
weniger dazu dienen ſollen, ein geſundes Nationalgefühl
zu ſtärken, als offenkundige Mängel des Nationalgefühls
zu beſeitigen. Der Deutſche hat eine faſt perverſe Vor=
liebe
für alles Fremde, gleichviel ob es gut oder ſchlecht
ſei, und das iſt ſeine hiſtoriſche Schwäche. Und Berlin iſt
die Metropole der Ausländerei Seine Bürger ſprechen
in einer entſetzlichen engliſch=franzöſiſch=deutſchen Sprache,
die nicht etwa nur ein Ausdruck der Vorliebe für fremde
Worte iſt, ſondern auch ein Ausdruck der Vorliebe für
fremde Dinge. Die Zeitungen ſtrotzen von Anzeigen, die
in dieſer häßlichen Sprache abgefaßt ſind, und man ſucht
die Kunden anzulocken, indem man ausdrücklich darauf
hinweiſt, daß die angebotenen Waren nicht deutſch ſind.
Ich greife zu irgend einer der großen Berliner Tags; und leſe die Annoncen. Ein Smoking=Anzug
auf franzöſiſcher Seide nach engliſcher Mode, elegant,
ſchik! Oder Engliſche Zigaretten, oder Kravatten, wie
König Georg V. ſie trägt. Selbſt in den Arbe ervierteln,

die nie ein Fremder betritt, iſt alles engliſch oder fran=
zöſiſch
. Die Deutſchen opfern mit Vergnügen Tradition
und Echtheit für irgendeinen ausländiſchen, großartig
klingenden Ausdruck. Das größte Café heißt Picadilly
Die Laufjungengeſellſchaft ſchreibt über jede Tür ihrer
Filialen auf engliſch Meſſenger=Boys Und als jetzt in
einer der größten Straßen eine prächtige Hotel=Penſion
nach New=Yorker Muſter errichtet wurde, ſuchten die Un=
ternehmer
nach einem eleganten und fremden Titel und
fanden den ſchönen engliſchen Namen The Boarding.
house‟. Und dieſe Ausländerei beſchränkt ſich nicht auf
England, ſie will auch franzöſiſch ſein. Kleidung, Ein=
richtung
, das häusliche Leben ſtrotzen von verſtümmelten
franzöſiſchen Worten. Was in Berlin nicht engliſch iſt,
iſt franzöſiſch. Aber dieſes Franzöſiſch wird ein Franzoſe
im Laden ſchwerer verſtehen, als ein reines Deutſch. Die=
ſer
Mangel an Achtung vor der eigenen Kultur iſt das
Haupthindernis für die Ausbreitung des deutſchen Ein=
fluſſes
. Er iſt wohl auch der Grund dafür, daß die ger=
maniſche
Raſſe, die einſt Europa von der iberiſchen Halb=
inſel
bis zum Schwarzen Meer beherrſchte, heute auf ein
ſchmales Gebiet in Mitteleuropa beſchränkt iſt
ck. Eine halbe Million für Gravuren. Aus London
wird berichtet: Bei Sotheby wurden am Mittwoch 92
Mezzotinten von Graveuren des 18. Jahrhunderts ver=
ſteigert
und die Blätter, die ſeinerzeit bei ihrer Veröffent=
lichung
im höchſten Falle 20 Mark, meiſtens aber weniger
koſteten, erzielten zuſammen einen Erlös von weit über
500000 Mark. Ein Mezzotinto von Green nach Reg=
naulds
berühmten Bild der Herzogin von Rutland wurde
mit 27000 Mark bezahlt, was ſelbſt in den Londoner Auk=
tionsſälen
als ein bisher noch nicht dageweſenes Ereignis
bezeichnet wurde. Und den gleichen Rieſenpreis erzielte
ein Blatt von Ward nach Hoppners Porträt der Schwe=
ſtern
Frankland. Dieſes Blatt erzielte bei der Verſteiger=
ung
Huth im Jahre 1895 7600 Mark, der Preis hat ſich
alſo im Laufe von 17 Jahren nahezu vervierfacht. Für
ein Blatt Greens nach Regnaulds Herzogin von Devon=
ſhire
wurden im weiteren Laufe der Verſteigerung 23000
Mark bezahlt, für einen Stich von Smith nach Romneys
Familie Cower 24000 Mark und für ein Blatt von der
Hand Watſon nach Regnaulds Lady Bampfylde 21000
Mark.

Die Vernichtung der Schwaben

Die Viktoria Luiſe in Gefahr.
* Dem Unglück, dem ſoeben das Zeppelin=Luftſchiff
Schwaben in Düſſeldorf zum Opfer gefallen iſt, ging
wie jetzt bekannt wird eine kritiſche Situation des Luft=
ſchiffes
Viktoria Luiſe in Hamburg voraus, die aber
glücklicherweiſe ohne ernſte Folgen verlief. Die Landung
der Viktoria Luiſe die die große Fernfahrt über Helgo=
land
nach Norderney ausgeführt hatte, ſollte um 2,50 Uhr
in Fuhlsbüttel erfolgen. Als die Mannſchaft das Luft=
ſchiff
bereits ſo weit herabgezogen hatte, daß Dr. Eckener
die vordere Gondel verlaſſen konnte, erfaßte eine Nord=
weſtbö
das Schiff und trieb es ab. Es war in Gefahr,
mit dem Vorderteil aufzuſtoßen. Die Leute konnten das
Fahrzeug aber halten. Nach Wiederanſtellen der Maſchi=
nen
wurde es in die richtige Lage gebracht und darauf
in die Halle gezogen.
Die Urſachen des Unglücks.
Die alsbald vielfach eingeholten Meinungsäußerun=
gen
von Sachverſtändigen beſtätigen unſere erſte Dar=
ſtellung
, daß die ungenügende Hallenfrage an den
meiſten großen Unfällen der Z.=Schiffe ſchuld iſt. Nach
dem wendet man ſich der Prüfung der Gasfrage zu
da wieder Selbſtenzündung durch Reibung uſw.
vorzuliegen ſcheint.
Der zurzeit in Berlin weilende Direktor der Delag
Colsmann, teilt zu der Kataſtrophe des Luftſchiffes
Schwaben folgendes mit: Die Schwaben wurde

heute mittag durch Brand zerſtört, während ſie vor der
Halle lag, in die ſie wegen des ſtarken Querwindes niche
eingefahren werden konnte. Die Urſachen des Brandes
ſcheinen ähnliche zu ſein, wie die des Brandes in Fried=
richshafen
, deſſen Unterſuchung folgendes ergab: Bei der
Entleerung des Luftſchiffes wurden die Zellen, nachdem
ſie faſt vollſtändig von Gas entleert waren, nach unten
aus dem Gerippe des Luftſchiffes herausgezogen. Da=
durch
rieben ſich die gummierten Innenflächen einer Gas=
zelle
gegen einander. Verſuche ergaben, daß hierbei unter
gewiſſen atmoſphäriſchen Bedingungen Funken ent=
ſtehen
können, die imſtande ſind, das in der Zelle noch
vorhandene Gas zu entzünden. Dieſes Entleer=
ungsverfahren
wird deshalb in Zukunft nicht mehr ange=
wendet
. Auch bei der Schwaben ſcheinen, nachdem
durch die Verletzung des Luftſchiffes infolge einer ſtar=
ken
die Zellen geriſſen waren und Gas ausſtrömte,
durch eine gewaltſame Bewegung des Ballonſtoffs eine
Reibung und eine Funkenbildung entſtanden zu ſein.
Während der Fahrt des Luftſchiffes iſt, da
die Gaszellen gefüllt ſind, eine Reibung
des Stoffes nicht möglich und ein ſolches
Unglück ausgeſchloſſen.
Die Voſſiſche Zeitung ſieht die eigentliche Urſache
des Unglücks der Schwaben in der verkehrten
Konſtruktion unſerer Luftſchiffhallen.
Ueber den Unfall des Luftſchiffs ſelbſt
werden folgende Einzelheiten gemeldet: Das Luftſchiff
lag wegen des quer zur Halle ſtehenden Windes, der ein
Einbringen in ſie unmöglich machte, auf dem Landungs=
platz
ungefähr 30 bis 40 Meter von der Halle entfernt
von 9 Uhr 45 Minuten vormittags bis 1 Uhr 22 Minu=
ten
nachmittags, wo es außer von den Stahltroſſen der
Anker noch von etwa 50 Soldaten an Haltetauen gehal=
ten
wurde. Plötzlich bemerkte man am zweiten Ballo=
nett
an der Spitze eine leicht aufzüngelnde Flamme die
man der Selbſtentzündung des bei der an dem Tage
herrſchenden großen Hitze ſtark ausſtrömenden Gaſes zu=
ſchreibt
. Damit war das Unglück ſchon geſchehen. Mit
lautem Knall ging das Luftſchiff in eine einzige rieſige
Feuerſäule auf, die weithin geſehen wurde. Sprachloſes
Entſetzen auf allen Geſichtern! Da man auf Grund frü=
herer
Erfahrungen das Luftſchiff jetzt nie ohne Bedien=
ungsmannſchaften
in der Gondel läßt, um jederzeit in das
Element zu gehen, wo die Zeppeline ſich am ſicherſten
fühlen, in die Luft, waren auch jetzt in der Gondel noch
Mannſchaften, in der vorderen Gondel der Führer des
Luftſchiffes ſelbſt, Diplom=Ingenieur Dörr, der, ſtarr
über den Untergang des ihm anvertrauten Luftſchiffes,
mit Gewalt aus der Gondel hervorgezogen werden
mußte. Doch ſind ſeine Verletzungen nur leichter Art.
Schlimm kamen vom Fahrperſonal der Ingenieur Schuh
und der Monteur Kiefer davon. Sie haben recht
ſchwere Brandwunden erlitten. Der Kellner des Luft=
ſchiffes
Kubis, der ſich in der Fahrgaſtkabine aufhielt,
iſt ebenfalls ſehr ſchwer verletzt. Von den das Luftſchiff
haltenden Soldaten erlitten 32 leichte Verletzungen. Die
ſchnell herbeigeeilte Feuerwehr konnte ſich nur noch der
Verwundeten annehmen, die größtenteils im Kranken=
haus
und im Militärlazarett untergebracht wurden. Auf=
fallend
iſt, daß die Verletzungen meiſt im Genick ſich be=
finden
. Man erklärt das damit, daß, als man die Explo=
ſion
kommen ſah, ſich alles ſchnell bückte. Das am Mor=
gen
noch ſo ſtolze Luftſchiff bildet in ſeiner ganzen Länge
einen wüſten Trümmerhaufen, aus dem das Aluminium=
geſtell
troſtlos hervorſtarrt. Die äußere Hülle iſt bis auf
wenige Fetzen weggebrannt, mit denen der noch herr=
ſchende
Wind ſein Spiel treibt. Sonſt iſt alles Brenn=
bare
verbrannt, nur das Aluminiumgeſtell und die Gon=
deln
ſind übrig geblieben. Durch den Druck der Explo=
ſion
wurden auf der öſtlichen Seite der Halle einige Schei=
ben
eingedrückt, ſonſt iſt die Halle ganz unverſehrt.
Wie der Laie, ſo ſteht auch der Führer des Luft=
ſchiffes
, Diplom=Ingenieur Dörr, wie er ſich in einer
Unterredung äußerte, einem völligen Rätſel
gegenüber. Das Luftſchiff, das ordnungsgemäß
und feſt verankert war, wurde um die Zeit des Unglücks
beſonders heftig von ſeitlichen Böen hin= und her=
geworfen
. Die Stöße wurden immer ſtärker, ſodaß das
Luftſchiff in ſeinem vorderen Teil, an dem es verankert
war, anfing, zu brechen. Die Fahrtleitung hatte ſchon
damit gerechnet, daß der vordere Teil des Luftſchiffes
ganz abbrechen und der übrige Teil mit den zwei Gon=
deln
fortfliegen würde. Der Führer wollte ſchon das
Kommando zum Abfahren geben, als er über ſich Feuer
bemerkte. Da die Flamme in dieſem Teil entſtand, iſt
wohl durch das Abbrechen auch ein Gasballonett geriſſen
und das ausſtrömende Gas möglicherweiſe an der Bruch=
ſtelle
, wo die gebrochenen Teile oder Drähte ſich rekben,
entzündet worden. Tatſache iſt, und das ſoll beſonders
hervorgehoben werden, das niemand die geringſte Schuld
an dem Unglück trifft. Ferner muß anerkannt werden,
daß die Bedienungsmannſchaft und auch das Militär bei
und nach der Exploſion nicht kopflos auseinander ſtürzte,
ſondern ruhig und beſonnen trotz ſelbſt erlittener
Verletzungen auf die Rettung beſonders Gefährdeter be=
dacht
war.
Die Verletzten.
Unter den bei der Zerſtörung des Luftſchiffes Schwa=
ben
ſchwer verletzten Perſonen befinden ſich der Bau=
monteur
Frütz aus Straßburg, der Baumonteur Kie=
fer
aus Friedrichshafen und der Luftſchiffkellner
Kubis. Der Führer des Luftſchiffes, Oberingenieur
Dörr, hat nur leichte Brandwunden an den Händen
und im Geſicht erlitten. Die übrigen Leichtverletzten ſind
in der Hauptſache Soldaten vom Düſſeldorfer Füſi=
lier
=Regiment und Hilfsarbeiter. Erfreulich iſt, daß es
allen Verletzten verhältnismäßig beſſer geht. Im Kran=
kenhauſe
befinden ſich nur noch zwei Mann.
Der materielle Schaden.
Das Luftſchiff Schwaben hat 550000 Mark ge=
koſtet
. Der Schaden, den die Delag erleidet, iſt zum
größten Teil, zu vier Fünfteln, bei Lloyds und einigen
anderen engliſchen Verſicherungs=Geſellſchaften gedeckt
Es iſt übrigens der erſte Schaden, der die Delag ſelbſt
betrifft, alle früheren Kataſtrophen gingen auf Rechnung
des Luftſchiffbau Zeppelin.
Die Delag erhielt bereits nachmittags von einer
Reihe von Luftſchiffern und Luftſchiffverbänden, dar=
unter
Schütte=Lanz, Beileidstelegramme,
Wenn man den Unfall anrechnet, von dem jüngſt
das Militärluftſchiff Z. 3 in Friedrichshafen betroffen
wurde, iſt dies die ſiebente ſchwere Kaka=
ſtrophe
, welche Zeppelin=Luftſchiffe heimgeſucht hat.
Im Auguſt 1908 ward das Z.=Schiff bei Echterdingen
durch Feuer zerſtört. Verhängnisvoll war das Jahr 1910.
Am 25. April dieſes Jahres entfloh der Militärballon
Z. 2 von ſeinem Ankerplatz bei Limburg und zer=
ſchellte
am Webersberg bei Weilburg. Am 28. Juni 1910
wurde L. Z. 7 die Deutſchland kaum daß ſie in
Düſſeldorf ſtationiert war, um von dort aus Paſſagier=
jahrten
zu unternehmen, im Teutoburger Walde ver=

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Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Seite 5.

nichtet. Am 14. September 1910 zerſtörte in wenigen
Minuten Feuer den L. Z. 6 in der Halle bei Baden=
Oos. Das fünfte Opfer war im Mai vorigen Jahres
Erſatz Deutſchland und jetzt folgte dem Unfall des
Militärluftſchiffes, der aber nur einen Teil des Schiffes
zerſtörte, die vollſtändige Vernichtung der Schwaben.

* Düſſeldorf, 30. Juni. Der hier weilende
Direktor der Delag, Colsmann, teilt uns zu der
Kataſtrophe der Schwaben noch folgendes mit:
Die Unterſuchung hat beſtätigt, daß die Entzündung durch
Reibung des Gummiſtoffes entſtanden iſt, welche entweder
durch Ausſtrömen des Gaſes oder durch Einknickung eini=
ger
Aluminiumträger erfolgte. Eine Exploſion hat
nicht ſtattgefunden, mit Ausnahme von einem
leeren Benzinfaß, in dem augenſcheinlich noch Benzin=
dämpfe
geweſen ſind. Die Exploſion fand aber erſt län=
gere
Zeit nach dem Beginn des Brandes ſtatt. Das Gas
des Luftſchiffes brannte ohne Exploſion, wie ſtets in die=
ſen
Fällen, ruhig aber ſehr ſchnell ab, ſo daß, wie ſchon
bereits gemeldet, dem Perſonal kaum Zeit blieb, ſich zu
retten. Die Schnelligkeit des Brandes wurde noch durch
den plötzlich ſtark auftretenden Wind vermehrt. Das
Schiff hatte in nicht beſonders ſtarkem Winde ruhig vor
Anker gelegen, als bei heiterem Himmel eine ſtarke ſeit=
liche
Böe, die eine dicke Sandwolke vor ſich her trieb, das
Schiff erfaßte. Es brachen ganz ähnlich, wie vor kurzem
bei der Viktoria Luiſe einige Streben durch einen Druck;
allein es war ein ſonderlicher Schaden nicht entſtanden.
Der Führer hatte bereits das Kommando zum Anwerfen
des Motors in der vorderen Gondel und zum Loslaſſen
des Schiffes gegeben, als das Feuer bemerkt wurde. Es
muß auch bei dieſem Unfall wieder darauf hingewieſen
werden, daß zur Sicherheit der Zeppelin=Luftſchiffe un=
bedingt
Hallen erforderlich ſind, in welche
die Luftſchiffe bei jedem Winde hinein
können denn während der Fahrt und in der Halle
ſind die Luftſchiffe gegen ſolche Unfälle ſicher. Auf dem
Düſſeldorfer Platz ſind die meteorologiſchen Verhältniſſe
beſonders ungünſtig, da dort erfahrungsgemäß die Winde
plötzlich umſpringen, ohne daß ſich im allgemeinen die
Wetterlage geändert hat. Es mag dies durch den großen
Temperaturunterſchied auf der großen Sandfläche des
Platzes hervorgerufen werden und an der hügeligen Be=
ſchaffenheit
der Umgegend liegen. Ohne eingehendes
Studium der lokalen Verhältniſſe läßt ſich dieſe eigentüm=
liche
Erſcheinung nicht erklären. Es iſt anzunehmen, daß
die Entſtehung der Entzündung des Gaſes genau auf die=
ſelben
Urſachen zurückzuführen iſt, wie bei dem Unfall bei
Echterdingen. Es haben darüber in den letzten Wochen
in Friedrichshafen eingehende Verſuche ſtattgefunden, die
noch nicht beendet ſind. Das Luftſchiff war vorſchrifts=
mäßig
verankert und das Perſonal trifft keine
Schuld.
Der Führer des Luftſchiffes, Diplom=Ingenieur
Doerr, welcher durch das Herabdrücken des Luftſchiff=
ſteges
augenſcheinlich betäubt war, konnte ſich ſelbſt nicht
aus der Gondel befreien und wurde von ſeinem Kollegen
Heinen, der bereits die Gondel verlaſſen hatte mit eigener
Lebensgefahr aus ſeiner verzweifelten Lage befreit. Die
Brandwunden, die er erlitt, ſind ſchmerzhaft, doch unge=
fährlich
. Herr Doerr wird bereits in einigen Tagen wie=
der
ſeinen Dienſt aufnehmen können, um ſich auf die
Uebernahme des Luftſchiffes Hanſa vorzubereiten,
welches etwa Ende Juli in Dienſt geſtellt werden kann.
Von dem übrigen Perſonal iſt befonders der Luftſchiff=
kellner
ſchwer verletzt, doch ſind deſſen Brandwunden
durchaus unbedenklich; nur der Monteur Kiefer der
ſich in der hinteren Gondel befand, hat anſcheinend durch
einen Sturz eine Gehirnerſchütterung und innere Verletz=
ungen
erlitten. Er befindet ſich jedoch außer Lebensgefahr.
Die Delag hofft, daß ſie ihr Unternehmen, deſſen
Wert für die Entwickelung der Luftſchiffahrt allgemein an=
erkannt
iſt, mit zwei Luftſchiffen aufrecht erhalten und daß
ſie dadurch weitere Erfahrungen ſammeln kann, um die
Entwickelung der Luftſchiffahrt weiter zu fördern, damit
der große Vorſprung, den ſie vor dem Ausland beſitzt,
ihr erhalten bleibe. Sie hofft dabei auf die Unterſtützung
des Reiches und des ganzen Volkes, die ihr auch bisher
in ſo reichem Maße zuteil wurde.
* Berlin 29. Juni. Der Reichskanzler von
Bethmann Hollweg ſprach, der Norddeutſchen All=
gemeinen
Zeitung zufolge, dem Grafen Zeppelin in
einem herzlichen Telegramm ſeine Trauer darüber aus,
daß die Schwaben mit der er ſelbſt eine ihm unver=
geßliche
Fahrt gemacht habe, ein Opfer ihres gefahrvollen
Berufes geworden ſei. Die Lufteroberung, in der Graf
Zeppelin bahnbrechend vorangegangen ſei, werde durch
keinen Verluſt, ſo ſchwer er auch ſei, aufgehalten werden
können. Graf Zeppelin, der heute in Berlin weilte,
ſtattete dem Reichskanzler einen Beſuch ab und dankte für
die Teilnahme.

Luftfahrr.

* Mülhauſen i. Elſ., 29. Juni. Heute morgen
um 5 Uhr ſtürzte der Flieger Schadt bei der Napoleons=
inſel
mit ſeinem Flugzeug ab. Er war ſofort tot.
Der Pilot war mit einem zur Ablieferung an die
Militärverwaltung fertigen Apparat Aviatik zur
vorſchriftsmäßigen Proberunde bis zu 300 Meter Höhe
mit verpackter Ladung und gegen 300 Kilogramm Be=
triebsſtoff
auf dem Flugplatz Habsheim aufgeſtiegen.
Bei der Napoleonsinſel ſoll er, wie Augenzeugen be=
richten
, die Kurve zu kurz genommen haben, wobei er
aus einer Höhe von 250 Meter in den Wald abſtürzie.
* Halle a. S., 29. Juni. Die beiden Militär=
flieger
Leutnant Kaſtner und Oberleutnant Kau=
piſch
, die geſtern abend gegen 7 Uhr den Weiterflug nach
Weimar antreten wollten, unternahmen zuvor einen
Probeflug. Dabei ſetzte der Motor aus und die
Flieger waren gezwungen, auf freiem Felde zu landen,
wobei der Apparat beſchädigt wurde, ſodaß der Weiterflug
aufgegeben werden mußte.
* Altona, 28. Juni. Am heutigen zweiten Tage
der Flugveranſtaltungen auf der Bahrenfel=
der
Rennbahn wurde der vom Hamburger Fremdenblatt
geſtiftete Stafetten=Preis, bei dem es ſich um eine Sta=
fette
, die Erfüllung einer militäriſchen Aufgabe, be=
ſtehend
in dem Einholen von Nachrichten mit Ueberflie=
gen
einer von feindlichen Truppen beſetzten Zone mit
einer Zwangszwiſchenlandung mit einer Geſamtentfer=
nung
von 100 Kilometer handelt, ausgetragen. Den
erſten Preis errang Krüger mit 1 Stunde 23 Minuten,
den zweiten Hartmann mit 2 Stunden 3 Minuten, die
Zwiſchenlandung im Lockſtedter Lager eingerechnet.
* Paris, 29. Juni. Der Matin teilt mit, daß der
von ihm veranſtaltete Aeroplan=Wettflug
Peking-Paris, der urſprünglich für den Septem=
ber
dieſes Jahres in Ausſicht genommen war, bis zum
Mai 1913 verſchoben werden mußte.

* Einen Flug im brennenden Aeroplan
vollführte der bekannte franzöſiſche Aviatiker Vedri=
nes
, der erſt vor kurzem von ſeinen bei einem Sturz
erlittenen ſchweren Verletzungen geneſen war. Der
Flieger war früh morgens in Limoux zum Fluge nach
Argant aufgeſtiegen, wo er gegen 7,30 Uhr eintraf.
Nachdem Vedrines von dort wieder mit dem Ziel Paris
aufgeſtiegen war, paſſierte ihm in der Nähe von Bor=
deaux
das Unglück, daß ſeine Maſchine infolge eines
Vergaſerbrandes Feuer fing. Der Pilot ließ den Appa=
rat
ſchnell zu Boden gleiten und ſprang dicht über der
Erde hinaus. Vedrines blieb glücklicherweiſe unver=
etzt
, während die Flugmaſchine vollſtändig verbrannte.

Flugpoſt am Rhein und Main.
(Nachdruck verboten.)

Löſung eines intereſſſanten Preis=
rätſels
.
Bekanntlich hatte, die Geſchäftsſtelle der Flugpoſt
zum Abſchluß derſelben noch eine neue Marke heraus=
gegeben
, die den geheimnisvollen Aufdruck trug: E. EL. P.
Die Löſung dieſer rätſelhaften Inſchrift hat außerordent=
lich
ſtarkes Intereſſe beanſprucht. Denn dem glück=
lichen
Löſer der Aufgabe winkte als Lohn eine Fahr=
karte
im Werte von 250 Mark für eine
Zeppelinfahrt.
Es gingen vorſchriftsmäßig durch die Luftpoſt
über 600 Löſungen ein. Die Prüfung dieſer Löſungen
hatte nun ein überraſchendes Ergebnis:
Die richtige Löſung der auf die Schlußausgabe
der roten Marken aufgedruckten Buchſtaben E. EL. P.
wurde von ca. 600 Löſungen nur einmal und
zwar von Fräulein Lilli Eiermann in
Nürnberg, auf dem Luftweg mit Flugſtempel
Frankfurt, 23. Juni 1912, eingeſandt. Die Geſchäfts=
ſtelle
erſucht nun Fräulein Eiermann, ihre genaue
Adreſſe anzugeben, da ſie nicht zu leſen war. Die
Anweiſung auf eine Freifahrt in Höhe
von 250 Mark wird Fräulein Eiermann mit der
Bitte zugeſtellt, eine andere Luftfahrtgelegenheit zu
benutzen, nachdem die beklagenswerte Kataſtrophe die
tapfere Schwaben vernichtet hat (oder auf Erſatz
Schwaben zu warten).
Von den vielen Löſungen, die eingeſandt wurden,
ſeien folgende erwähnt:
Erſte Luftpoſt (El L): eine elend langſame
Poſt; Eleonoren=Ernſt=Ludwig=Poſt. (Poſtkartenwoche
Preis=Poſtmarke=Protektorat=) Zeppelin=Poſt, endlich
eine Luftpoſt, erſte erfolgreiche Luftpoſt, erſte Eil= Luft=
poſt
, erſte Europäiſche Luftpoſt, erſte Eleonoren Luftpoſt,
erſtrebe, erringe luftigen Preis. Die richtige Löſung
der Buchſtaben E. EL. P. iſt: ex est Luftpoſt.
Es war notwendig, eine etwas komplizierte Löſung
zu deponieren, damit möglichſt nur Wenige ſie finden.
Dieſer Zweck iſt erreicht worden.

Sport.

* F.=C. Olympia‟ Darmſtadt gewinnt die 3000=Meter
Stafette in Karlsruhe. Die A=Stafette über 3000=Meter
des Fußballklub Olympia‟ Darmſtadt ſtartete geſtern bei
den internationalen olympiſchen Spielen des Karlsruher
Fußballvereins und wurde gegen hervorragende Mann=
ſchaften
aus Mannheim, Baden=Baden und Karlsruhe
erſter in der ganz vorzüglichen Zeit von 8 Min. 42 Sek.
Ein koſtbarer Ehrenwanderpreis geſtiftet von Ihrer
Kaiſerl. Hoheit der Prinzeſſin Wilhelm von Baden, lohnte
die hervorragende ſportliche Leiſtung. Im 1000=Meter
Juniorlaufen wurde Hans Schröck zweiter, während im
100=Meter Juniorlaufen H. Wenzel vierter wurde. Im
1500=Meter Laufen belegte J. Schröck gegen hervorragende
Konkurrenz den IV. Platz.

Von der Kieler Woche.

* Travemünde 28. Juni. Der Kaiſer ver=
blieb
an Bord des Meteor welcher um 10 Uhr in den
Hafen eingeſchleppt wurde, wo er an ſeinem alten Lager=
platz
feſtmachte. Der Kaiſer reiſte um 11 Uhr 10 Min. mit
Sonderzug nach Wildpark ab, wo die Ankunft für morgen
früh 6 Uhr vorgeſehen iſt.
* Travemünde, 28. Juni. Nach 8 Uhr abends
trafen die erſten Jachten ein, unter ihnen Ger=
manig
ſpäter Meteor‟ Die Hohenzollern kam
ſchon früher an, ebenſo die Jacht Lenſahn mit dem
Großherzog von Oldenburg an Bord. Der Kaiſer gedenkt
ſich von hier um 11 Uhr 10 Min. zu einem kurzen Beſuch
zur Kaiſerin nach Wildpark zu begeben. Am 2. Juli wird
der Kaiſer die Leibhuſaren in Danzig beſichtigen und ſich
von da nach den Finniſchen Schären begeben.
* Kiel 29. Juni. Reſultate der Seewett=
fahrt
Kiel nach Travemünde am 28. Juni:
15=Meter=R=Klaſſe: Erſte Paula 2 zweite Sophie
Eliſabeth; 12=Meter=R=Klaſſe: Erſte Magda 9: 10=Meter=
R=Klaſſe: Erſte Pampere zweite Poſa dritte Kitty
vierte Tarüen 2 9=Meter=R=Klaſſe: Erſte Regina 4
8=Meter=R=Klaſſe: Erſte Antwerpja 4 zweite Lucie 4
dritte Toni 9 vierte Speſa A. I=Klaſſe: Erſte Ger=
mania
, zweite Meteor A II=Klaſſe: Erſte Komet.

Kongreſſe und Verbandstage.

* Berlin 28. Juni. Im Reichsamt des Innern
trat heute der Verein zur Errichtung einer deutſchen Ver=
ſuchsanſtalt
für Luftfahrt zu ſeiner erſten Sitzung zu=
ſammen
. An der Verſammlung nahmen unter andern teil
Oberſt Schmiedecke, Chef des Stabes der Generalinſpek=
tion
des Militärflugweſens, Kommerzienrat Viſcher=
Stuttgart und Kommerzienrat Stilke=Berlin als vorläu=
figer
Vorſtand des Vereins, ferner als Vertreter des
Reichsamts des Innern Geh. Oberregierungsrat Albert,
Major und Abteilungschef im Kriegsminiſterium Oſch=
mann
, ſowie die Begründer des Vereins und die Mitglie=
der
ſeines Verwaltungs= und techniſchen Ausſchuſſes, da=
runter
Graf Zeppelin, Major Parſeval, Prof. Schütte und
Geheimrat Prof. Hergeſell. Miniſterialdirektor Dr. Le=
wald
begrüßte die Verſammlung im Namen der Reichs=
leitung
, indem er den Verbänden und einzelnen Perſönlich=
keiten
, die die Mittel zur Errichtung der Anſtalt aufge=
racht
, ſowie allen denen, die ſich in ihren Dienſt geſtellt

haben, den Dank des Reichskanzlers übermittelte. Indem
er an den ſchmerzlichen Verluſt, den Graf Zeppelin und
ſein großes Werk durch die Vernichtung des Luftſchiffes
Schwaben erlitten, anknüpfte, ſprach er die Hoffnung aus,
daß die wiſſenſchaftliche und techniſche Forſchung, der ſich
die Anſtalt widmen müſſe, auch zur Verringerung der=
artiger
zur Zeit noch unerklärlicher Unglücksfälle beitragen
werde. Es wurde alsdann zum Leiter der Anſtalt
Dr.=Ing. Bendemann berufen. Die Verträge mit der
Flugplatzgeſellſchaft Johannisthal wegen Ueberlaſſung des
für die Errichtung der Anſtalt erforderlichen Geländes
wurden genehmigt, auch der Vorſchlag des Präſidiums ge=
billigt
, zunächſt nur diejenigen Einrichtungen zu ſchaffen,
welche für die Durchführung des Wettbewerbs um
den Kaiſerpreis für den beſten deutſchen Flugzeug=
motor
erforderlich ſind.
* Heidelberg, 29. Juni. In Gegenwart des
Großherzogs wurde heute vormittag der 13. Kongreß
für Volks= und Jugendſpiele in der feſtlich
geſchmückten Stadthalle durch ſeinen ehrwürdigen Vor=
ſitzenden
, Dr. v Schenckendorf=Görlitz, eröffnet. Nach
verſchiedenen Begrüßungsanſprachen folgten Referate
über körperliche Uebungen und Stählungen.
* Heidelberg, 30. Juni. Der geſtrige erſte Tag
des 13. Kongreſſes für Volks= und Jugend=
ſpiele
endete mit einem glänzend verlaufenen Feſt=
bankett
in der Stadthalle. Die zweite öffentliche Sitzung
des Kongreſſes begann heute vormittag. Zum nächſt=
jährigen
Verſammlungsort wurde Stettin gewählt. Nach
Erledigung des geſchäftlichen Teiles erſchien Prinz Mar
von Baden und Kultusminiſter Böhm in der Verſamm=
lung
, erſtere mit ſtürmiſchem Beifall begrüßt. Erſter
Redner war Generalfeldmarſchall Freiherr v. d. Goltz.
Er verhandelte über den Zweck und die Eigenart des
im vorigen Jahre gegründgten Jungdeutſchen Bundes.
Als zweite Rednerin ſprach Fräulein Dr. med. Alice
Profé über die Tüchtigkeit der Mädchen. An den Vor=
trag
ſchloß ſich eine lange und rege Diskuſſion an. Heute
nachmittag fanden auf dem Feſtplatz zu beiden Seiten
des Neckars Spiel= und Turnübungen aller Art ſtatt.
Auf dem Neckar ſelbſt war Wettſchwimmen und Ruder=
regatta
. Heute abend iſt Schloßbeleuchtung.
* Prag. 29. Juni. Im Laufe des geſtrigen Tages
trafen die meiſten Teilnehmer des Sokol= Kongreſ=
ſes
ein, darunter Vertreter aus Berlin, Leipzig und
Dresden. Die Geſamtzahl der angemeldeten Gäſte be=
trägt
5600 Männer und 750 Frauen.

Feſtbankett für das deutſche Hoſpital
in London.

* London, 29. Juni. Der Lordkanzler Haldane
präſidierte dem Bankett, das geſtern abend für das
deutſche Hoſpital ſtattfand. Unter den Anweſenden
befand ſich Freiherr Marſchall v. Bieberſtein,
Vertreter der italieniſchen und der öſterreichiſchen Botſchaft,
der deutſche Generalkonſul und die führenden Perſönlich=
keiten
der deutſchen Kolonie. Lord Haldane brachte Toaſte
auf Kaiſer Wilhelm und auf Kaiſer Franz Joſef aus. Der
deutſche Kaiſer, ſagte er, iſt etwas mehr als ein Charakter.
Er iſt ein Mann und ein großer Mann. Er iſt von den
Göttern mit den höchſten Gaben beſchenkt worden, die ſie
verleihen können. Er beſitzt Geiſt, er iſt ein wahrer Führer
ſeines Volkes, ein Führer ſowohl im Geiſt als in der Tat.
Er hat das deutſche Volk faſt ein Vierteljahrhundert ge=
leitet
, er hat den Frieden unverletzt bewahrt. Nach allen
Richtungen hin iſt ſeine Betätigung bemerkenswert ge=
weſen
; er hat ſeinem Lande die vorzügliche Flotte gegeben
und wir Engländer, die wir etwas vom Flottenweſen ver=
ſtehen
, bewundern dieſe. Er hat die Traditionen der größ=
ten
Armee der Welt bewahrt. Er iſt nicht minder groß in
den Künſten des Friedens, zum Beiſpiel im Unterrichts=
weſen
und in der Sozialpolitik. Die Geſchichte wird auf
ſeine Regierung als auf eine Epoche zurückſchauen, die für
die deutſche Nation in jeder Richtung intellektueller und
moraliſcher Tätigkeit bemerkenswert war. In den letzten
Jahren, fuhr Haldane fort, ſind Deutſchland und England=
einander
viel ähnlicher geworden. Auch Deutſchland iſt
eine große handeltreibende Nation geworden. Es hat die
praktiſchen Eigenſchaften entwickelt, die die engliſche Raſſe
auszeichnen und indem die beiden Völker einander näher
kamen, entſtand ein gewiſſes Maß von Friktionen und
von Rivalitäten. Dieſe Rivalitäten ſollten keinen Stachel
haben, ſie ſollten dazu dienen, die Welt beſſer zu machen.
Das iſt eine Auffaſſung, die vom Kaiſer durchaus geteilt
wird. Lord Haldane gedachte ſodann des ehrwürdigen
Herrſchers auf dem öſterreichiſchen Throne, der ſich als
Werkzeug der Vorſehung zur Wahrung des Friedens er=
wieſen
und der den Einfluß ſeines Reiches zum allgemei=
nen
Beſten vermehrt habe. Der Toaſt auf die beiden
Kaiſer wurde mit großer Begeiſterung aufgenommen.
Die diesjährige Sammlung für das deutſche Hoſpital über=
ſteigt
alle früheren Sammlungen und beziffert ſich auf
mehr als 100000 Mark. Unter den Beiträgen befindet ſich
ein Geſchenk Kaiſer Wilhelms von 4000 Mark und ein
ſolches des Kaiſers Franz Joſef von 2000 Mark.
Nachdem Bankdirektor Schröder einen Trinkſpruch=
auf
Haldane ausgebracht hatte, der mit großer Begeiſte=
rung
aufgenommen wurde, ergriff dieſer nochmals das
Wort. Er habe, ſagte er, einen beträchtlichen Teil ſeines
Lebens zum Studium der deutſchen Literatur, der deutſchen
Philoſophie und der deutſchen Inſtitutionen verwandt.
und bisher habe er häufig Deutſchland beſuchen können,
ziemlich ungebunden, wenn auch nicht ganz unbeobachtet,
aber doch in aller Bequemlichkeit. Nach engliſcher Tra=
dition
würde er, ſo lange er Großſiegelbewahrer ſei, nicht
außer Landes gehen können und er würde warten müſſen,
bis die große und gute Regierung, deren Mitglied er ſei,
wie andere menſchliche Einrichtungen zu Falle käme.
(Heiterkeit.) Er habe aber den Troſt, daß er dann wieder
Deutſchland beſuchen dürfe, für das er eine große Anhäng=
lichkeit
beſitze. Beim Verlaſſen des Saales wurden
Lord Haldane ſtürmiſche Ovationen dargebracht.

Die Exploſion auf der Jules Michelet

* Paris, 29. Juni. Nach einer Blättermeldung
aus Toulon habe der zur Unterſuchung der Kataſtrophe
auf dem Panzerkreuzer Jules Michelet eingeſetzte
Ausſchuß ermittelt, daß das bei der Schießübung verwen=
dete
Pulver desſelben Urſprungs ſei, wie die ſeinerzeit
den Dreadnoughts gelieferten Pulverſorten, die auf Be=
fehl
des Admirals Boué de Lapeyrere als gefährlich
ausgeſchifft worden waren. Dieſe Feſtſtellung habe gro=
ßes
Aufſehen hervorgerufen. Der Unterſuchungs= Aus=
ſchuß
habe das Marineminiſterium erſucht, das vom
Jules Michelet ausgeſchiffte Pulver ſofort analyſieren
zu laſſen.
* Toulon, 28. Juni. Die Kommiſſion zur Unter=
ſuchung
der Pulverexploſion an Bord des =Iules Miche=

[ ][  ][ ]

Seire 6.

Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

let hat die Entfernung der geſamten Pul=
vorräte
an Bord des Schiffes angeordnet und die noch
vorhandene Uebungsmunition verſiegeln laſſen.

Streiks.

* Paris, 29. Juni. Die Vertreter der Dock=
und Hafenarbeiter ſind zuſammengekommen und
haben beſchloſſen, falls nicht binnen kurzem die For=
derungen
der eingeſchriebenn Seeleute erfüllt werden,
ihren Verbänden Vollmacht zu erteilen, alle erforderlich
ſcheinenden Maßnahmen zu treffen.
* Paris, 29. Juni. Wie aus Marſeille ge=
meldet
wird, haben die Küſtenſchiffahrtskapitäne und
die Offiziere der Handelsmarine des Mittelmeers in
einer Verſammlung einen Beſchlußantrag angenommen,
in dem ſie die Forderungen der eingeſchriebenen See=
leute
als durchaus begründet anerkennen.
Gleichzeitig beſchloſſen ſie, bei den Geſellſchaften Schritte
zu unternehmen, um eine Gehaltserhöhung für die Offi=
ziere
aller Grade durchzuſetzen.
* Borde aux, 28. Juni. Die eingeſchriebe=
nen
Seeleute der Meſſageries Maritimes beſchloſ=
ſen
, auf den Vorſchlag der Einſetzung eines Schieds=
gerichtes
zu antworten, ſie würden das Schiedsgericht
annehmen, aber mit der Wiederaufnahme der Arbeit
warten, bis ſie den Schiedsſpruch erfahren haben.
* London, 29. Juni. Fünf große Firmen haben
in einer Zuſchrift an den Premierminiſter erklärt, ſie
müßten ihre Werke ſchließen, da ſie infolge des
Streiks im Londoner Hafen kein Rohmaterial erhal=
ten
könnten. Die Leute ſeien bereit, zu arbeiten, müß=
ten
aber entlaſſen werden. Die Schuld trage die Ein=
ſchüchterung
der Arbekitswilligen.
* New=York, 29. Juni. Infolge der Weigerung
von ſieben Küſtenſchiffahrtsgeſellſchaften
nur organiſierte Seelente zu beſchäftigen, verkündeten die
Führer des Arbeiterſyndikats den Generalſtreik.
Sie hoffen, daß ſich mehr als 35000 Heizer und Matro=
ſen
und 40000 Hafenarbeiter in New=York und in ande=
ren
Häfen den Ausſtändigen anſchließen werden.

Präſidentenwahl in Amerika.

* Baltimore, 28. Juni. Nach der Sitzung, die
die ganze Nacht angedauert hatte, begann der demokra=
tiſche
Konvent um 7 Uhr morgens mit der Abſtim=
mung
über die Wahl des Präſidentſchaftskandidaten.
Die erſte Abſtimmung blieb ergebnislos. Clark erhielt
441, Wilſon 324, Underwood 117 und Harmon 148 Stim=
men
. Der Konvent vertagte ſich bis heute nachmittag.
Die Beſtimmung, daß für die Nomination des demo=
kratiſchen
Präſidentſchaftskandidaten Zweidrittel= Majo=
rität
erforderlich ſein ſoll, iſt nach wie vor in Kraft.
Bryans Antrag in der vergangenen Nachmittagsſitzung,
dieſe Beſtimmung aufzuheben, war lediglich ein taktiſches
Manöver, um eine ſofortige Erörterung ſeiner Reſolu=
tion
herbeizuführen, in welcher er den Ausſchluß der
Delegierten verlangt, die Vertreter der nach Privilegien
jagenden Klaſſen ſeien.
* Baltimore, 28. Juni. In der zweiten,
ebenfals unentſchiedenen Abſtimmung des
demokratiſchen Nationalkonvents, welcher um 4 Uhr nach=
mittags
wieder zuſammentrat, erhielt Clark 446, Wilſon
339, Harmon 141, Underwood 11, Marſhall 31 und Bald=
win
14 Stimmen.
* Baltimore 29. Juni. Der geſtrige Angriff
Bryans auf Wallſtreet hat die konſervativen De=
mokraten
ſehr überraſcht und ihren Plan umgeſtoßen,
Bryan durch nominelle Zugeſtändniſſe zu verſöhnen, ohne
aber die wirkliche Kontrolle des Konvents aufzugeben.
Bryan iſt unverſöhnlich in ſeinem Entſchluß, die demo=
kratiſche
Partei zu radikaliſieren. Seine Wege und Ziele
bilden das Rätſel der Lage. Die Entſcheidung liegt nun
bei James Clark und Wilſon. Heute früh ſtimmte Bryan
für Clark; er hat ſich aber bis jetzt auf keinen Kandidaten
außer in höchſt allgemeinen Wendungen verpflichtet. Es
iſt nicht ſicher, für wen er bei der endgültigen Nominier=
ung
eintreten wird.
* Baltimore 29. Juni. Wie beſtimmt ver=
rutet
, ſoll dem Konvent heute oder morgen eine Plat=
form
vorgelegt werden, worin die hohen Eingangs=
völle
als Haupturſache der ungleichen Verteilung des
Wohlſtandes, der gegenwärtigen hohen Preiſe und der
Unterhaltungskoſten bezeichnet werden. Die Platform
tritt für die ſofortige Herabſetzung der Zölle, beſonders
terjenigen bei Lebensbedürfniſſen ein. Die Herabſetzung
ſill nach und nach bewerkſtelligt werden, damit nicht be=
rechtigte
Induſtrien vernichtet werden. Die Platform
ſpricht ſich ferner für ein kräftiges Straf= und zivilrecht=
liches
Vorgehen gemäß der Antitruſtgeſetze und den
etwaigen Zuſatzgeſetzen aus, die notwendig ſeien, um
Privatmonopole zu beſeitigen und eine Verwäſſerung
der Aktien zu verhindern. Sie verurteilt die republi=
kaniſche
Regierung wegen ihres Zuſammengehens mit
der Standard Oil Company und dem Tabaktruſt. Die
Platform erklärt ſich für eine einmalige Präſidentſchafts=
ptriode
, eine wirkſame Ueberwachung der Tarife der
Eiſenbahnen, der Packetpoſtgeſellſchaften, der Telegraphen=
und Telephongeſellſchaften, für eine Abſchätzung des
Eigentums der letzteren durch die Interſtate Commiſſion
und für eine Reviſion der Bankgeſetze, die bezwecken ſoll,
in den Zeiten finanzieller Knappheit eine zeitweilige
Erleichterung zu ſchaffen. Das Parteiprogramm tritt
weiter für das Studium des europäiſchen landwirtſchaft=
lichen
Genoſſenſchaftsweſens ein, um feſtzuſtellen, ob
derartige Genoſſenſchaften auch für die amerikaniſchen
Verhältniſſe paſſen und empfiehlt ſchließlich den Ab=
ſchluß
eines neuen Handelsvertrages mit Rußland, der
den Rechten ruſſiſche Gebiete bereiſender amerikaniſcher
Staatsbürger vollen Schutz gewährt.
* Baltimore, 30. Juni. Der demokratiſche
Konvent vertagte geſtern abend um 11 Uhr ſeine
Sitzung auf Montag, nachdem 26 Abſtämmun=
gen
kein entſcheidendes Reſultatlergaben.
Beim letzten Wahlgange erhielten Champ Clark 167 und
Wilſon 405 Stimmen; mehrere Delegierte von Maryland
ſtimmten für Wilſon. Die Vertagung erfolgte auf die Nach=
richt
hin, daß Champ Clark nach Baltimore unterwegs ſei
und in der Beſorgnis, daß er im Konvent zu reden per=
ſuchen
würde, um ſich gegen Bryan zu verteidigen, der
geſtern Morgen erklärte, die Zunahme der Stimmen für
Clark ſei nur dem Eintreten Murphys, des Vertreters der
kapitaliſtiſchen Intereſſen, zu verdanken.

Zum Krieg um Tripolis.

* Berlin, 29. Juni. Die hieſige türkiſche Bok=
chaft
teilt gegenüber den Nachrichten von einem ita=

lieniſchen Siege bei Sidi Said mit: Nach
einem Telegramm des Kommandanten von Tripolis grif=
fen
die Italiener in drei Kolonnen das türkiſche Lager
und die Verſchanzungen Sidi Saids an. Nach 7 ſtündi=
gem
erbitterten Kampfe wurden die Italiener bis an das
Meer zurückgeworfen, wobei ſie zahlreiche Tote und Ver=
wundete
hatten.
* Tripolis, 29. Juni. Luftſchiffe und
Aeroplane ſtellten feſt, daß die Lage im allgemeinen
unverändert iſt. Ein Luftſchiff bombardierte mit ſicht=
barem
Erfolge das Lager der Türken und Araber bei Fon=
duc
el Tokar und Suani ben Aden.
* Rom, 30. Juni. Die Agenzia Stefani meldet aus
Buchamez unterm 29. d. M.: Heute früh unternahm
der Flieger Sacerdoti einen Flug, um feſtzuſtellen, in
welcher Richtung der Feind nach der geſtrigen Niederlage
abgezogen iſt. Als Sacerdoti ſich in einer Höhe von 900
Metern ungefähr 20 Kilometer ſüdweſtlich von Buchamez
befand, wurde er durch Beſchädigung des Motors ge=
zwungen
, im Gleitfluge niederzugehen. Er lan=
dete
ohne Unfall auf der zweiten Karawanenſtraße. Der
Flieger ließ den Apparat zurück. Eine Truppenabteilung
rückte ſofort aus, um die Flugmaſchine zu holen, die in
das Lager zurückgebracht wurde, ohne daß die Truppe
Spuren vom Feinde entdeckte. Die Truppen ſetzten die
Befeſtigung der eroberten Stellungen fort.

Vermiſchtes.

* Amerikaniſche Automobile für Deutſch=
land
. Die amerikaniſche Automobilinduſtrie leidet offen=
bar
an Ueberproduktion und muß beſtrebt ſein, neue
Abſatzgelegenheiten im Auslande zu ſuchen. Zurzeit
ſcheint man Deutſchland für Ankauf amerikaniſcher Wagen
aufnahmewillig machen zu wollen. Beweis hierfür ſind
die jetzt häufig in Fachzeitungen zu findenden Reklamen
für amerikaniſche Wagen mit der faſt regelmäßig wieder=
kehrenden
Bemerkung: Zahlungskräftige Vertreter ge=
ſucht‟
Hierzu bemerkt ſehr zutreffend die in BerlinW 62
erſcheinende Fächzeitſchrift Auto: Wir ſind weit davon
entfernt, behaupten zu wollen, daß nicht in Amerika auch
vorzügliche Wagen gebaut werden, möchten aber In=
tereſſenten
für den Ankauf eines Automobils doch darauf
aufmerkſam machen, ſich durch die verhältnismäßig
billigen Preiſe nicht blenden zu laſſen. Selbſt wenn
man in Betracht zieht, daß in den amerikaniſchen
Fabriken Automobile in großen Serien gebaut werden,
kann ein amerikaniſcher Wagen nicht billiger ſein als
ein gleichſtarker deutſcher Wagen von gleicher Aus=
ſtattung
, falls für den Amerikaner gleich erſtklaſſiges
Material verarbeitet wird, wie dies in deutſchen Fabriken
jetzt Regel iſt. Bisher hat kein amerikaniſcher Wagen
auf die Dauer in Deutſchland feſten Fuß faſſen können,
die Bertretungen ſind immer wieder eingegangen und die
deutſchen Käufer amerikaniſcher Wagen können dann,
wenn überhaupt, nur unter unendlichen Schwierigkeiten
Erſatzteile uſw. geliefert erhalten.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Sehr überraſcht haben uns diesmal die hieſigen
Schweinemetzgermeiſter mit ihrem neuen Fleiſchauf=
ſchlag
, indem ſie, ohne das Publikumorher zu ver=
ſtändigen
, plötzlich am Samstag die Fleiſchpreiſe für
Schweinefleiſch und Wurſt erhöht haben. Es wäre doch
mindeſtens am Platze geweſen, daß die beſchloſſene
Preiserhöhung rechtzeitig vorher durch entſprechende
Inſerat=Bekanntmachung dem Publikum mitgeteilt wor=
den
wäre, wie dies ja auch in früheren Fällen geſchehen
iſt und auch ſonſt im allgemeinen üblich ſein ſoll. Nur
aus der üblichen Wochennotiz, die das Darmſtädter
Tagblatt am Samstag vormittag brachte, war zu er=
ſehen
, was das Fleiſch jetzt koſtet.
Was man von dieſem neuen Geſchäftgebaren zu
halten hat und weiter, wie man ſich zu der Frage der
neuen Fleiſchverteuerung zu ſtellen hat, wollen wir dem
Urteil eines Jeden ſelbſt überlaſſen.

Darmſtadt, 1. Juli.
Ausſtellung Der Menſch von Lingner. Die
Vorbereitungen zur Ausſtellung ſind im Gang. Exzellenz
Lingner wird die Ausſtellung, die bekanntlich der Clou
der Hyaiene=Ausſtellung in Dresden war, mit ſeinen
Hilfskräften nach Darmſtadt bringen und aufſtellen.
Man weiß offenbar im Ausland von dieſem Ereignis
faſt ſchon mehr als in Heſſen. Wir hören zufällig, daß
eine große Anzahl von Anfragen aus dem Ausland über
den Beginn und Anderes eingelaufen ſind. Als Kurioſum
ſei erzählt, daß derartige Auskünfte ſchon von zehn
Aerzten aus Nord= und Südamerika erbeten
wurden. Die Ausſtellung wird im Auguſt eröffnet.
* Die Handwerkskammer zu Darmſtadt hat zum
Geſetz über die Sicherung der Bauforderungen be=
ſchloſſen
und den Antrag geſtellt, die Bedeutung des
I. Teils des Geſetzes dadurch zu heben, daß eine
ſtrenge Kontrolle der Baubücher durch die
Ortspolizeibehörde eingeführt werde. Bei Großh.
Miniſterium hat die Kammer deshalb den Antrag ge=
ſtellt
, daß die Kreisämter den Ortspolizeibehörden zur
Pflicht machen, ſich regelmäßig zu überzeugen, ob ein
Baubuch geführt wird und ob es die geſetzlich vor=
geſchriebenen
Eintragungen ſämtlich enthält.
A Von der Ludwig= und Aliceſtiftung. Heute am 1.
Julid. J. ſind 50 Jahre verfloſſen, daß die Vermähl=
ung
unſeres hochſeligen Großherzogs
Ludwig IV von Heſſen mit ſeiner hochſeligen Ge=
mahlin
Großherzogin Alice ſtattfand. Dieſe Ver=
mählungsfeier
des hohen Fürſtenpaares war auch der An=
laß
zur Gründung der heute noch ſo ſegensreich wir=
kenden
Ludwig= und Aliceſtiftung. Der heſſiſche
Lehrerſtand wollte ſeiner Anhänglichkeit an das heſſiſche
Fürſtenhaus auch dadurch ein äußeres Zeichen der Liebe
und Verehrung Ausdruck geben, daß er zum Beſten und
Schutz der Hinterbliebenen verſtorbener Standesgenoſſen
eine Stiftung ins Leben rief, welche den Namen des hohen
Fürſtenpaares im heſſiſchen Lehrerſtand und in dem
Heſſenvolk für alle Zeiten feſthalten ſollte. Eine am 8. Ok=
tober
1862 zu Vilbel abgehaltene Lehrerverſammlung be=
ſchloß
die Gründung der Stiftung, und nach Erteilung der
ſtaatlichen Genehmigung im Oktober 1863 übernahm das
hohe Paar das Protektorat über dieſe ſegensreiche Anſtalt.
Daher ſoll auch die eigentliche Gründungsfeier ge=
legentlich
der diesjährigen Hauptverſammlung am 8. Ok=
tober
d. J. ſtattfinden. Für die heſſiſche Lehrerſchaft be=
deutet
aber der 1. Juli 1912 ein Tag erhebender Erinner=
ung
und Dankbarkeit für die zahlreichen Beweiſe fürſt=
licher
Huld, welche die hohen Protektoren während ihrer
Lebenszeit der Stiftung zu Teil werden ließen, die auch
ihr erhabener Nachfolger Großherzog Ernſt Ludwig unter
ſeinen landesväterlichen Schutz geſtellt hat. Ueber die

ſegensreiche Wirkſamkeit der Ludwig= und Aliceſtiftung
gibt der von dem Vorſtand heute veröffentlichte Jahres=
bericht
intereſſante Nachweiſe.
Der Darmſtädter SC., die Vereinigung der
fünf Corps an der hieſigen Techniſchen Hochſchule, beging
Samstag und Sonntag hier die Feier ſeines 40jährigen
Stiftungsfeſtes unter Beteiligung zahlreicher be=
freundeter
akademiſcher Verbindungen. Schon am Frei=
tag
abend war im Gartenſaal in der Vereinigten Geſell=
ſchaft
Empfangsabend, zu welchem ſich über 200 Aktive
und A. H. mit ihren Damen eingefunden hatten. Die
Feſtlichkeiten am Samstag begannen vormittags 10 Uhr
mit einer Auffahrt der Corps und der befreundeten Ver=
bindungen
, die unter Führung des präſidierenden Corps
Obotitia in 35 Wagen ſtattfand. Am mittag war
dann großer offizieller Frühſchoppen in der Vereinigten
Geſellſchaft und am abend Feſtkommers im Kaiſerſaal
und geſtern abend fand ein Feſteſſen im großen Saal
der Traube ſtatt, womit die offiziellen Feſtlichkeiten
ihren Abſchluß erhielten.
* 25jähriges Dienſtjubiläum. Am Dienstag, den
2. Juli, ſind es 25 Jahre, daß Herr Adam Weimar
bei der hieſigen Schutzmannſchaft als Hilfsſchutzmann
eintrat. Zuerſt war er bei dem 2. Polizeirevier tätig
und ſeit Eröffnung des 7. Polizeireviers iſt er daſelbſt
ſtationiert.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. Juni. Der Botſchafter a. D Eber=
hard
Graf zu Solms=Sonnenwalde am
2. Juli 1825 in Kotitz (Sachfen) geboren, iſt verſtorben.
* Potsdam, 29. Juni. Im Prozeß des Paſtors
Luther gegen den Arzt Dr. Eckert wurde heute vor
der Potsdamer Strafkammer die von Luther als Neben=
kläger
eingelegte Berufung gegen die Freiſprechung
Eckerts verworfen und die Koſten dem Nebenkläger
auferlegt. Das Gericht erachtete ebenſo wie das Schöf=
fengericht
den Wahrheitsbeweis als im allgemeinen ge=
führt
. Eckert behauptete bekanntlich, Luther habe ſich
wegwerfend über die chriſtliche Religion und beleidigend
über das Konſiſtorium der Provinz Brandenburg ge=
äußert
.
* Frankfurt a. M., 29. Juni. Die von dem Deut=
ſchen
Weinbauverein auf heute nachmittag einberufene
Konferenz der Weinbauintereſſenten zwecks Herbei=
führung
eines Zuſammenſchluſſes aller deutſchen
Weinbaugebiete iſt vorläufig nicht zu einer Einig=
ung
gelangt. Die verſchiedenen Vermittelungsvorſchläge
wurden den verſchiedenen Organiſationen zur weiteren
Beratung überwieſen, um einer ſpäteren Konferenz, die
im Dezember tagen ſoll, vorgelegt zu werden. Den
Vorſitz bei der Verſammlung hatte Rechtsrat Dr. Buhl=
Deidesheim inne.
* Köln, 1. Juli. Geſtern nachmittag überfuhr
das Auto eines Krefelder Fabrikanten einen Motorrad=
fahrer
, der ſchwer verletzt wurde. Das Auto rannte in
den Straßengraben. Eine zehnjährige Tochter des Be=
ſitzers
war ſofort tot, ſeine Frau und eine ſiebenjährige
Tochter wurden ſchwer verletzt er ſelbſt, ſeine
Schwägerin und der Chauffeur wurden leichter verletzt.
* Düſſeldorf, 29. Juni. Die Rheiniſch= Weſt=
fäliſche
Städte=Ausſtellung wurde heute
mittag durch einen Feſtakt in der Kuppelhalle des Kunſt=
palaſtes
feierlich eröffnet. Hierzu hatten ſich die Vertre=
ter
der Behörden der beiden weſtlichen Provinzen einge=
funden
. Oberbürgermeiſter Dr Oehler bemerkte in
ſeiner Begrüßungsrede, daß die Ausſtellung aus den un=
mittelbaren
Bedürfniſſen der Zeiten entſtanden ſei, nicht,
weil man eine Ausſtellung wollte, ſondern weil man
mußte, habe man den Plan dazu gefaßt und ſchließlich
in großem Umfange durchgeführt. Der Oberpräſident
der Rheinprovinz Frhr. v. Rheinbaben, der als Vertre=
ter
des Protektors der Ausſtellung, des Prſinzen Auguſt
Wilhelm von Preußen, erſchienen war, wies in ſeiner
Rede auf die inzwiſchen im Städtebau erreichten Fort=
ſchritte
, beſonders auf ſanitärem Gebiete, hin. Beide
Redner gedachten auch des geſtrigen Unglücks der
Schwaben und der Vorſchlag des Oberpräſidenten, den
greiſen Erfinder Graf Zeppelin einen telegraphiſchen
Gruß zu übermitteln, wurde freudigſt aufgenommen.
Sodann brachte Frhr. v. Rheinbaben das Kaiſerhoch
aus und erklärte die Ausſtellung für eröffnet. Hieran
ſchloß ſich ein Rundgang durch die Ausſtellung. Prinz
Auguſt Wilhelm hatte ſein Fernbleiben bei der heutigen
Eröffnungsfeier entſchuldigt.
* Weimar, 29. Juni. Auf der Straße von Kranich=
feld
nach Dinſtedt wurde geſtern abend, der Weimariſchen
Zeitung zufolge, der Großherzoglich ſächſiſche Gendar=
meriewachtmeiſter
Zuckelohr, von einem Auto=
mobil
überfahren und zu Tode geſchleift. Die In=
ſaſſen
ſchleppten den Toten an den Straßenrand und be=
deckten
ihn mit ſeinem Dienſthelm. Die Staatsanwalt=
ſchaft
fahndet eifrig nach den Tätern.
* Weimar, 30. Juni. Die Meldung der Weimariſchen
Zeitung, daß auf der Landſtraße Kranichfeld=Dinſtedt
ein Gendarmeriewachtmeiſter von einem Automohil
überfahren und getötet worden ſei, beſtätigt ſich nach
einem Privattelegramm der Leipziger Neueſten Nach=
richten
nicht. Der Wachtmeiſter wurde auf ſeinem
Reviergang nachts vom Schlage getroffen und
morgens von einem Arbeiter tot aufgefunden.
* Hamburg, 29. Juni. In der Aufſichtsratsſitzung
der Mecklenburgiſchen Kaliwerke in Jeſſenitz
wurde mitgeteilt, daß nach verſchiedenen Richtungen
Verhandlungen angebahnt wurden, die bezwecken, den
Schacht zu halten. Bis zum Abſchluß der Ver=
handlungen
wurden weitere Beſchlüſſe ausgeſetzt.
* Lübeck, 29. Juni. An dem Regatta= Früh=
ſtück
im Germaniſtenſaale des Ratsweinkellers, das auf
Einladung des Lübecker Jachtklubs ſtattfand, nahm
Prinz Heinrich von Preußen und eine große
Zahl von Seglern, darunter der Herzog Paul
Friedrich zu Mecklenburg, teil. Nach Beginn
des Eſſens begrüßte Bürgermeiſter Eſchenburg=Lübeck
die Segler mit einer Anſprache, die mit einem Hoch
auf den Kaiſer ſchloß. Prinz Heinrich erwiderte mit
einem Hoch auf den Senat und die Bürgerſchaft Lübecks.
* Hagenow, 30. Juni. Nach den bis jetzt vor=
liegenden
vorläufigen Zahlen aus allen Bezirken bei der
Reichstagsſtichwahl vom 28. Juni ſind für Seminar=
oberlehrer
Sivkovich (fortſchrittlich) 9456, Tiſchler=
meiſter
Pauli (konſervativ) 7153 Stimmen abgegeben
worden.
Ferrol, 30. Juni. Der erſt kürzlich vom Stapel
gelaufene Panzer Eſpana ſchwebte geſtern in der
Gefahr, unterzugehen, da durch mehrere offene
Bodenventile große Waſſermaſſen in das Schiff ein=

[ ][  ][ ]

gebrungen waren. Es gelang rechtzeitig, das Waſſer
herauszupumpen. Wie es heißt, handelt es ſich um
eine Nachläſſigkeit.
Paris, 30. Juni. Präſident Falliéres weihte
in Anweſenheit der Miniſter und des diplomatiſchen
Korps im Pantheon das Denkmal Rouſſeaus
ein. Als der Präſident das Pantheon verließ, riefen
Camelots du Roy: Es lebe der König! und pfiiffen.
Sechzig wurden verhaftet.
Madrid, 30. Juni. Auf der Nordbahn wurde
durch große Steine, die anſcheinend in böswilliger Ab=
ſicht
auf die Gleiſe gewälzt worden ſind, ein Poſtzug
zur Entgleiſung gebracht. Es wurde niemand
verletzt.
Madrid, 30. Juni. Der vorgeſtern mit ſeinem
Flugapparat abgeſtürzte Hauptmann Bayo iſt an den
Verletzungen geſtorben.
* San Sebaſtian, 30. Juni. Bei Andoain
ſtießen zwei Straßenbahnwagen zuſammen;
23 Perſonen wurden mehr oder weniger ſchwer verletzt.
* Athen, 29. Juni. Die Morgenblätter veröffent=
lichm
die amtliche Mitteilung, daß der Miniſter=
rat
auf den Bericht des Marineminiſters beſchloſſen habe,
auf der Vulkanwerft zwei Torpedobootszer=
ſtörer
von 700 Tonnen und einer Geſchwindigkeit von
32½ Seemeilen und ſechs Torpedoboote mit einer
Geſchwindigkeit von 25 Seemeiken zu beſtellen. Das
erſte Torpedoboot ſoll in ſieben Monaten geliefert wer=
den
. In einem Expoſé ſetzt der Marineminiſter die
Gründe für die Bevorzugung der Vulkanwerft gegen=
über
den anderen Konkurrenzfirmen auseinander. Dieſe
beſtänden in einer größeren Schnelligkeit, einem größe=
ren
Aktionsradius und einer ſchnelleren Lieferung bei
faſt gleichen Preiſen.
* Saloniki, 29. Juni. Die Un ter han dl un=
gen
von Monaſtir über die Rückkehr der Meuterer
ſind ergebnislos geblieben. Die Meuterer beſtehen
darauf, daß die mißliebigen Miniſter entfernt werden.
Der Kriegsminiſter ſoll geneigt ſein, für den Erlaß einer
Jrade, betreffend die Amneſtie der Meuterer, zu wirken,
falls die Offiziere verſprechen, ihrer politiſchen Betätigung
zu entſagen und an ihre Rückkehr keinerlei Bedingungen
knüpfen. Zekki Paſcha iſt nach Konſtantinopel zur Bericht=
erſtattung
abgereiſt.
Tunis, 30. Juni. Das Urteil im Prozeß wegen
der Ruheſtörungen auf dem mohammedaniſchen
Friedhof im November 1911 lautet gegen 17 Angeklagte
auf Todesſtrafe, gegen fünf auf Zwangsarbeit von 5 bis
20 Jahren und gegen 20 auf Gefängnisſtrafen. 36 wurden
freigeſprochen.

H. B. Berlin, 29. Juni. Die Verlobung der
jungen Großherzogin von Luxemburg mit dem
21jährigen älteſten Sohne des Fürſten Wilhelm
von Hohenzollern Friedrich Viktor ſteht, wie ver=
lautet
, nahe bevor. Der junge, in der Berliner und Pots=
damer
Geſellſchaft bekannte Erbprinz ſteht als Leutnant
im 1. Garderegiment in Potsdam. Die Großherzogin iſt
eine der reichſten europäiſchen Fürſtinnen.
Nürnberg, 29. Juni. Die Möbel= und Parkett=
fabrik
Georg Moſer iſt heute morgen niederge=
brannt
. Durch das Feuer wurden auch zahlreiche Tele=
phonleitungen
zerſtört.
Jena, 29. Juni. In der vergangenen Nacht ſind
aus der Irrenanſtalt in Jena zwei Geiſteskranke
entwichen und ſtürzten ſich in die Saale. Der Kauf=
mann
Georg Hahn, der mit ſeiner Braut im Boot vor=
überfuhr
, verſuchte die mit den Wellen Ringenden zu
retten. Dabei ſchlug das Boot um; alle vier Per=
ſonen
ertranken.
Wie die Fft. Ztg. hierzu meldet, iſt der Handlungs=
gehilfe
Hahn aus Darmſtadt und das Dienſtmäd=
chen
Anna Dietzel aus Brunnhardtshauſen.
Ob derHandlungsgehilfe Hahn dem Ertrinkenden Hilfe
leiſten wollte, oder ob dieſer in ſeinem Verzweiflungs=
kampf
die ahnungslos im Boot Sitzenden überraſchte
und das Boot zum Kentern brachte, dürfte wohl kaum
aufgeklärt werden. Um dieſelbe Zeit hat noch ein zweiter
aus der Irrenanſtalt entwichener Geiſteskranker den Tod
in der Saale geſucht und gefunden. Die Leichen der vier
Perſonen konnten noch nicht geborgen werden.
Hildesheim, 29. Juni. Bei einem Einbruch in
das Pfarrhaus in Heckenbeck ſind 45000 Mark in Wert=
papieren
geſtohlen worden.
Petersburg, 29. Juni. In einem Hotel wurde der
griechiſche Vizekonſul in Wladiwoſtock, von
Bamplo, erſchoſſen aufgefunden. Man vermutet, daß.
Mord aus Eiferſucht vorliegt.

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Familiennachrichten.

Als Vermählte grüßen:
Ludwig Greif u. Frau

Ida, geb. Hirsch.

Darmstadt, 30. Juni 1912.

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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſeren lieben Sohn
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Georg Hahn

infolge eines Unglücksfalles am 28. Juni 1912
zu Jena im Alter von 22 Jahren zu ſich in
die Ewigkeit abzurufen.

Um ſtille Teilnahme bittet
Familie J. Hahn

Kiesſtraße 64.
Darmſtadt, 30. Juni 1912.

Die Beerdigung findet ſpäterer Bekanntgabe
zufolge ſtatt.

Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Anzeige.)

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten guten
Mann, unseren treu besorgten Vater, unseren lieben Sohn, Bruder, Schwieger-

sohn, Schwager und Onkel

Apotheker Josef Janßen

heute früh sanft und unerwartet im 40. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit
abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Adele Janßen, geb. Wahler
und 3 Kinder.
Darmstadt, den 29. Juni 1912.

Die Beerdigung findet Montag, den 1. Juli 1912, nachmittags 5¼ Uhr, vom Sterbehause,
Bismarckstrasse 41, aus, statt; das Seelenamt am Dienstag, den 2. Juli 1912, um 6½ Uhr
vormittags, in der St. Elisabethenkirche.
(14180

Sonntag früh 7 Uhr entſchlief im Alter
von 67 Jahren nach längerem Leiden meine
liebe Frau, unſere gute Mutter, Schwieger=
mutter
, Schwägerin und Großmutter (14201

Frau

Christine Hettinger
geb. Hegemann
was hiermit ſchmerzerfüllt anzeigen

die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Hettinger,
Friedr. Beſt u. Frau, geb. Hettinger,
Gg. Hettinger u. Frau, geb. Peter,
Karl Hettinger.

Darmſtadt, den 30. Juni 1912.
(Fuhrmannſtraße 8.)

Die Beerdigung findet Dienstag ½4 Uhr vom
Friedhof aus ſtatt.

Todes=Anzeige.

Heute verſchied nach langem, ſchwerem
Leiden unſer guter Vater, Schwiegervater und
Großvater

Herr Adam Reinhardt

(14200

Schneidermeister
im 69. Lebensjahre.
Um ſtilles Beileid bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.

Darmſtadt, den 29. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 1.
nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle aus

Darmſtädter Sportklub 1905.

Nachruf.

Am Freitag Nachmittag verſchied nachlangem
ſchwerem Leiden unſer treues Mitglied

Ludwig Adam

in Alter von 23 Jahren. Allen, die ſeinen
biederen Charakter ſchätzen lernten, wird er
unvergeßlich bleiben.
14137
Der Vorstand:
Fritz Schmitt, 1. Vorsitzender.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe der Liebe und Teil=
nahme
, die uns bei dem Heimgange unſeres lieben
Gatten und Vaters
Herrn Kaufmann

Fritz Chelius

entgegen gebracht wurden, ſagen wir tiefgefühlteſten
Dank.
Darmſtadt, 1. Juli 1912.
(14202

Die tieftrauernden Hinterbliebenen.

Tageskalender.

Gartenbauverein: Beſichtigung von Gartenan=
lagen
uſw. (Zuſammenkunft um 3 Uhr am Eingang der
Großh. Hofgärtnerei Roſenhöhe am Seitersweg).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Bilder vom Tage, Auslage Rheinſtraße 23: Die
Viktoria Luiſe bei der Kieler Woche; zum Kampf
um die Präſidentſchaft der Vereinigten Staaten von
Nordamerika; von der öſterreichiſchen Alpenfahrt; ein
deutſcher Sieg in England.

Onck und Derlear 4. e. Wilicſcſe Saltuchunchent.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Htreeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nick t berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Nummer 152.

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Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Seite 9.

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Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt. Montag, den 1. Juli 1912.

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Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Nummer 152.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Pinſcher, 1 Pudel, 1 Kriegshund. Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(14148

Die Sparkasse In eistieh Heilt.

Aufgabe der Sparkaſſe iſt es, den
Sparſinn nach jeder Richtung hin zu
heben und zu fördern. Die Gelegen=
heit
zum Sparen muß allen Kreiſen,
insbeſondere der Jugend ſo leicht
und bequem wie nur möglich gemacht
t
werden.
Wir haben deshalb mit Geneh
migung der Stadtverordneten= Ver=
ſammlung
beſchloſſen,

einzuführen. Durch ſie kann zu jeder Zeit auch der kleinſte Betrag,
der im Augenblick den Weg zur Sparkaſſe nicht verlohnt, ſicher ver=
wahrt
werden. Der Sparer wird dadurch abgehalten, ihn in unwirt=
ſchaftlicher
Weiſe zu verausgaben.
Die Heimſparbüchſe wird leihweiſe unentgeltlich abgegeben,
wenn auf das dazu gehörige Sparkaſſenbuch mindeſtens 3 Mark ein=
gezahlt
ſind. Jeder Einleger erhält dabei die darüber beſtehenden
beſonderen Beſtimmungen.
Ganz beſonders empfehlen ſich die Heimſparbüchſen zu Paten=,
Konfirmations=, Weihnachts= und Geburtstagszwecken.
Folgende Tabelle zeigt, was bei täglicher Rücklage ſelbſt der
kleinſten Summe geſpart werden kann:

Jeden Ergibt mit Zins und Zinſeszins zu 3½% nach:
Tag 1 Jahr 5 Jahren! 10 Jahren 15 Jahren 20 Jahren 25 Jahren
geſpart: 1 Mark Mark Mark Mark Mark Mark
10 Pfg. 1 36.45 195.40 427.40 702.94 1030.22 1414.92
72.90 390.80 854.80 1405.88 1 2060.44 2829.84
20
109.35 586.20 1282.20 2108.82 3090.66 4244.76
30
145.80 781.60 1709.60 2811.76 4120.88 5659.68
40
182.25 977. 1 2137. 1 3514.70 1 5151.10 7074.60
50
218.70 1172.40 2564.40 1 4217.64 6181.32 8489.52
60
255.15 1367.80 2991.80 1 4920.58 7211.54 9904.44
291.60 1 1563.20 1 3419.20 1 5623.52 8241.76 1 11319.36
328.05 1 1758.60 3846.60 6326.46 9271.98 12734.28
364.50 1954. 1 4274. 1 7029.40 1 10302.20 14149.20
1 Mk.

Darmſtadt, den 30. März 1912.
14114sss) Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.

Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.

Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 79778 bis Nr. 100000
und Nr. 1 bis einſchließlich Nr. 13888 werden aufgefordert, die
Verſatzzeit der Pfänder verlängern zu laſſen. Bis Ende Auguſt d. J.
iſt die einfache, vom 1. bis 10. September 1912 die doppelte
Verlängerungsgebühr zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis 10. September d. J. nicht
verlängert wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 19. Oktober d. J.,
vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 21. Oktober d. J.
ab, werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
(14155a
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.
Städtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul.

Holz-Verſteigerung.

Donnerstag, 4. Juli I. J., vormittags 8 Uhr,
werden auf dem Holzhofe dahier
1½ rm Buchen Nutzholz
öffentlich verſteigert.
(14181
Darmſtadt, 29. Juni 1912.
Großherzogliche Holzmagazins=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.

Oeffentliche Verdingung

der Schreiner= und Schloſſerarbeiten für den Neubau des
Amtsgebäudes auf dem Hauptbahnhof Darmſtadt.
Die Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen im Zim=
mer
104 unſeres Verwaltungsgebäudes Mainz, Rhabanusſtraße 1,
während der Dienſtſtunden von 8 Uhr vorm. bis 1 Uhr nachm. und
Mittwochs ausgenommen von 3½ Uhr bis 6 Uhr nachm. zur
Einſicht offen aus. Die Verdingungsunterlagen, ohne Zeichnungen,
können, ſoweit ſie zu Verkaufszwecken vervielfältigt ſind, gegen porto=
und beſtellgeldfreie Einſendung von
0,80 Mk. für Los I Schreinerarbeiten (Fußböden),
1,00 Mk.
(Türen ꝛc.),

0,80 Mk. III Schloſſerarbeiten (Geländer),
0,80 Mk. IV
(Beſchläge)
(nicht in Briefmarken) durch unſer Zentralbureau bezogen werden.
Die Angebote ſind verſchloſſen, poſtfrei und mit entſprechender
Aufſchrift verſehen, bis Montag, den 15. Juli, vorm. 10 Uhr,
zur Eröffnung einzureichen, die in Gegenwart der erſchienenen Bieter
im Zimmer 72 unſeres Verwaltungsgebäudes ſtattfindet.
Zuſchlagsfriſt: 3 Wochen.
Mainz, den 27. Juni 1912.
(I1408i
Königlich Preußiſche und Großherzoglich Heſſiſche Eiſenbahndirektion.

Bekanntmachung.

Bei der demnächſt abzuhaltenden Generalverſammlung ſollen
wieder Prämien an Dienſtboten verteilt werden. Unſere Statuten
beſtimmen hierüber folgendes:
Eine Belohnung von Dienſtboten kann nur für ſolche
Bedienſtete, die Koſt bei ihrer Herrſchaft haben, und ferner
nur dann bewilligt werden, wenn der Dienſtbote innerhalb
des Sparkaſſebezirks 4 Jahre lang ununterbrochen bei der=
ſelben
Herrſchaft gedient, während dieſer Zeit in 3 verſchie=
denen
Jahren Erſparniſſe in die Kaſſe eingelegt oder ſeine
Angehörigen unterſtützt, ſich auch während ſeiner Dienſtzeit
durch treue und ſittſame Aufführung ausgezeichnet hat.
Es ergeht an Alle, welche Prämien beanſpruchen zu können
glauben, die Aufforderung, ſich unter Vorlage der Zeugniſſe ihrer
Dienſtherrſchaften, welche beglaubigt ſein müſſen, bis zum 30. Juli
1912 bei unſerem Rechner anzumelden.
Die Großh. Bürgermeiſtereien des Sparkaſſebezirks werden er=
ſucht
, dieſer Bekanntmachung die tunlichſte Verbreitung zu geben.
Nach dem 30. Juli d. J. einlaufende Zeugniſſe und Bewerb=
ungen
müſſen unberückſichtigt bleiben.
Reinheim, den 26. Juni 1912.
(14142
Die Direktion der Bezirksſparkaſſe Reinheim.
Burmann.

Die Geſchäftszimmer

des Gewerbe= und des Kauf=
mannsgerichts
, der Sühnever=
handlungen
in Beleidigungs=
ſachen
und Friedhofsangelegen=
heiten
befinden ſich ab. 1. Juli
ds. Js. im Rathaus (Marktplatz)
(14061so
2. Stock.
Darmſtadt, den 28. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.

Konkursverfahren.

Ueber das Vermögen des Kauf=
manns
Georg Jakoby VIII. in
Ober=Ramſtadt wird heute, am
27. Juni 1912, nachmittags 54 Uhr,
das Konkursverfahren eröffnet.
Der Gerichtsvollzieher i. P.
Reibſtein in Darmſtadt wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 16. Juli 1912 bei dem
Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des er=
nannten
oder die Wahl eines ande=
ren
Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigeraus=
ſchuſſes
und eintretenden Falls
über die in § 132 der Konkurs=
ordnung
bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forderungen auf
Mittwoch, den 24. Juli 1912,
vormittags 10½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
neues Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß,
Saal 118, Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird aufgege=
ben
, nichts an den Gemeinſchuld=
ner
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und
von den Forderungen, für welche
ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen,
dem Konkursverwalter bis zum
16. Juli 1912 Anzeige zu machen.
Darmſtadt, 27. Juni 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II
zu Darmſtadt. (14112

n unſer Handels=Regiſter, Ab=
teilung
A, wurden folgende
Einträge vollzogen:

Am 25. Juni 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Guſtav Groß Nachf.,
Darmſtadt.
Die Firmeninhaberin iſt am
13. Mai 1912 verſtorben. Geſchäft
und Firma ſind mit dem genann=
ten
Tage auf ihre Erben: 1. Ger=
trud
Schäffler in Darmſtadt,
2. Johann Georg Walter Schäffler,
geboren am 25. Februar 1895,
während ſeiner Minderjährigkeit
vertreten durch ſeinen Vormund,
Georg Hoffmann in Frankfurt am
Main, übergegangen.
Am 26. Juni 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Heinrich Schmidt, Darm=
ſtadt
.
HeinrichSchmidt, Kaufmann und
Handſchuh=Fabrikant, Ehefrau
Emma, geborene Neuhaus, in
Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin be=
ſtellt
.
Am 27. Juni 1912.
Gelöſcht die Firmen:
1. Johann Schneider, Inh.:
JohannesOrtmann, Darm=
ſtadt
;
2. Philipp Schneider, Darm=
ſtadt
.
(14195
Darmſtadt, 29. Juni 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Bekanntmachung.

Montag, den 8. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Stukkateur Georg
Gerlach dahier zugeſchriebene Lie=
genſchaft
:
Flur Nr. qm
IV 2877/10 237 Hofreite Kranich=
ſteinerſtraße

Nr. 22,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K106/11
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 11. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V13141

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Donnerstag, 4. Juli l. J., vormittags 8 Uhr,
werden auf dem Holzhof dahier aus Domanialwald=Diſtrikt Böllen=
falltor

8 rm Buchen=Scheiter, 3 rm Buchen=Knüppel,
aus dem Domanialwald=Diſtrikt Beſſunger Forſthaus
4 rm Buchen=Scheiter, 4 rm Eichen=Knüppel,
deren urſprüngliche Steigerer mit Zahlung des Kaufpreiſes zurück=
geblieben
ſind, nochmals anderweitig verſteigert.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vorher einzuſehen. Die
zuerſt genannten Sorten wird der Großh. Forſtwart Klipſtein zu
Böllenfalltor, die zuletzt genannten der Großh. Forſtwart Kolb zu
Beſſunger Forſthaus vorzeigen.
(14182
Darmſtadt, 29. Juni 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.

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Montag, 12. Auguſt l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
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Eheleuten dahier zugeſchriebene
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I 856 287 Hofreite Schul=
ſtraße
Nr. 1,
I 857 163 Grabgarten Ecke
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in unſerem Bureau zwangsweiſe
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verſteigert werden.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
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Erhebung der
Gemeindeſteuern.

Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen 1. Zie=
les
der Gemeindeſteuern wurde
bis 5. Juli I. Js. erſtreckt.
Zahlung hat bei Meidung des
Beitreibungsverfahrens an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu erfolgen.
Im Intereſſe raſcheſter Ab=
fertigung
an den Zahlſchaltern
wird erſucht, die Gelder abge=
zählt
bereit zu halten.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (13571a

[ ][  ][ ]

Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

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Du haſt Recht, mein Lieb. Jetzt gilt es vor allem, der
Welt unſer Glück zu verkünden. Komm, ich führe Dich zur
Herzogin zurück dann ſpreche ich mit ihr . . .
Und er zog ihre Hand zärtlich durch ſeinen Arm und
führte ſie ins Schloß zurück.

Der Prinz hatte ſich von ſeiner Ueber,
So ſchätze ich es mir zur Ehre, ſagte
Spott, der erſte zu ſein, der Euek Exzellenzt
digen Fräulein zu dem frohen Ereignis ſeint
ausſpricht. Verzeihung, wenn ich geſtört
* Eine leichte Verbeugung dann wand
ab und entfernte ſich eilig.
Was haben Sie getan, Georg? fragte
bebender Stimme.
Meine Pflicht, wie es meine Liebe unj
entgegnete er, freudig erregt, und zog
ſtrebende in ſeine Arme. Jetzt bin ich
n7 was eir
zu tun mir gebot. Ich war ein
lange mit mir herumtrug
und wir heide unglücklich gewod
O Georg was wird die
Mutter ſagen?
Sie werden mich verſtehen und
Sie blickte mit glückſtrahlenden,
zu im empor und duldete ſeine keiß

XVII.
Als Elfriede am Arm des Grafen in den Saal trat,
Lar es ihr, als umwalle ſie ein lichtdurchtränktes Nebel=
,durch welches ſie alle Gegenſtände und Menſchen nur
undeutliche Schatten wahrnahm. Die Muſik, das Sum=
n
der Unterhaltung, Lachen und Gläſerklingen, alles
ßhien wie aus weiter Ferne zu ihr zu dringen.
Und wie ſie weiter ſchritten, da fühlte ſie, daß aller
Augen mit erſtaunten Blicken auf ſie gerichtet waren. Sie
wagte nicht, die Augen zu erheben, mit geſenktem Haupte
ging ſie an des Grafen Seite, der in ſtolzer Haltung, hoch=
erhobenen
Hauvtes, den Saal durchſchritt und in den Salon
trat, in dem die Herzogin Cerele hielt.
Ein Kreis älterer Daamen und Herren hatte ſich um
die Fürſtin geſchart, der jetzt etwas zurückwich; als der
Graf mit Elfriede näher trat.
Die Herzogin ſah dem Paar aufmerkſam entgegen.
Ihr entging die tiefe Erregung, in welcher ſich Elfriede

beſand, Gbenſeranig, vie der ſtaßſtaldige Rncdun an
dem Antlitz des Grafen.
Haben Sie ſich müde getanzt, mein Kind? fragte ſie
Elfriede freundlich. Iſt unſer lieber Graf ein ſo flotter
Tänzer?
Hoheit werden gütigſt verzeihen, nahm der Graf das
Wort, wenn ich Fräulein Wendeborn eine Zeitlang Euer
Hoheit Dienſt entzog. Ich bringe Fräulein Wendeborn
jetzt zurück und bitte Euer Hoheit ehrerbietig, mir zu ge=
ſtatten
, Euer Hoheit Fräule E=Bendeborn als meine Braut
vorſtellen zu dürfen.
Höre ich recht, Exzellenz? Meine liebe Elfriede Ihre
Verlobte?
Ja, Euer Hoheit! Wir liebten uns ſchon lange, heute
abend erſt habe ich gewagt, um Elfriedens Hand zu werben.
Mein liebes Kind . . .
Die Fürſtin ſtreckte Elfriede beide Hände entgegen, und
dieſe ſank, tief ergriffen, vor der Herzogin auf die Knie
nieder, ihre Hände mit ehrerbietigen Küſſen bedeckend.
In den Augen der Herzogin ſchimmerten Tränen; ſie
hatte ja ſchon längſt von der Liebe der beiden gewußt und
darüber nachgedacht, wie ſie die Liebenden vereinigen
könnte. Jetzt, wo ſie mit Kummer ihres Sohnes Werb=
ungen
um Elfriedens Gunſt bemerkt, machte der Graf ſelbſt
ein Ende,

[ ][  ][ ]

Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

erere enee
auf die Stirn. Dann reichte ſie dem Grafen die Hand.
Ich danke Ihnen, lieber Graf, ſprach ſie leiſe. Sie
haben mich von einer großen Sorge befreit . . . Ich werde
Ihnen das nicht vergeſſen. Aber haben Sie ſchon mit Ihrer
Frau Mutter geſprochen?
Nein, Hoheit!
So laſſen Sie mich mit ihr ſprechen. Ich glaube, wir
beiden alten Frauen werden uns ſchon verſtändigen. Und
nun kommen Sie, daß ich Sie und Elfriede dem Herzog als
glücklich Verlobte vorſtelle . . . und dann noch eine Bitte,
lieber Graf: Sie müſſen mir geſtatten, das Trouſſeau El=
friedens
zu beſorgen!
Hoheit, dieſe Gnade . . .
Ich bitte, gönnen Sie mir dieſe Freude, beſter Graf.
Der Graf verbeugte ſich ſchweigend, die Herzogin aber
nahm Elfriedens Arm, winkte dem Grafen, ihnen zu folgen,
und ſchritt auf ihren Gemahl zu, der ſich mit einigen Offi=
zieren
in ein militäriſches Geſpräch vertieft hatte.
Der Herzog war zwar etwas erſtaunt über dieſe Ver=
lobung
, aber er kannte ja ſeines Hoftheater=Intendanten
romantiſche Neigung, wie er oft mit leiſem Spott des
Grafen eigenartiges Weſen nannte. Und da ſeine Gemah=
lin
mit dieſer Verlobung einverſtanden war, ſprach er auch
ſeinen herzlichen Glückwunſch aus.
Dem fürſtlichen Paare folgte der Hof. Die adligen
Damen, die ſelbſt heiratsfähige Töchter beſaßen, freilich
mit einem ſauerſüßen Lächeln, die meiſten Herren aber
mit aufrichtiger Herzlichkeit.
Am anderen Tage flog die Nachricht von der Verlob=

ung des Grafen mit Elfriede wie ein Lauffeuer durch die
Stadt.
Aha, ſagten die klugen Leute, die alles vorher gewußt
hatten, das konnten wir uns wohl denken . . . und am
Theater meinte man: Da brauchte man auch nicht ſo ſchroff
gegen den armen Norbert aufzutreten . . .
*
Gegen mittag fuhr die Herzogin bei der alten Gräfin
vor, begleitet von Elfriede. Die Fürſtin brachte ſelbſt die
Braut des Sohnes in das Haus, und die alte Gräfin war
bald überzeugt, daß dieſe Verlobung das Glück ihres Soh=
nes
ausmache.
Ich habe Sie ſtets gern gehabt, mein liebes Kind,
ſprach ſie zu Elfriede, indem ſie ſie umarmte. Aber Sie
werden es mir gewiß nicht nachtragen, wenn ich anfings
einige Bedenken gegen dieſe Verbindung hegte. Dieſe ſind
jedoch verſchwunden, Sie ſollen meine liebe Tochter ſein. ..
Im Frühling fand die Hochzeit ſtatt, und die Herzogin
ließ es ſich nicht nehmen, dieſe in ihrem Schlößchen Mon=
repos
herzurichten. Der ganze Hof war geladen, nur Prinz
Friedrich fehlte, er befand ſich auf einer Reiſe nach dem
Orient, die ihn mehrere Monate von Neuenburg fern hielt.
Aber Herr Friedrich Wilhelm Schulze und Frau Minnck=
Schulze waren zugegen und bewegten ſich mit einer würde=
vollen
Wichtigkeit, als ſeien ſie die Hauptperſonen an die=
ſem
Tage. Der Herzog in ſeiner jovialen Weiſe amüſierte
ſich über Herrn Friedrich Wilhelm Schulze und ſeine Gat=
tin
aufs Beſte und klopfte Herrn Schulze mehrmals lachend

ſmnf die Schlier der üiſer dehein an Sanniſch in
Goldenen Löwen nicht oft genug erzählen konnte.
Selbſtverſtändlich waren auch Doktor Wendeborn, Frau
Martha, Grete und Hans zugegen
Die Herzogin unterhielt ſich lange mit Doktor Wende=
born
, und machte ihm den Vorſchlag, nach Neuenburg über=
zuſiedeln
. Der Herzog, der dem Geſpräch zuhörte, ſtimmte
lebhaft zu.
Ich habe da einen Plan, ſagte er. Unſer Sohn, der
Erbprinz, wird zum Winter nach Neuenburg kommen.
Seine militäriſche Laufbahn ſoll mit dem Diviſionskom=
mando
, welches er jetzt bekleidet, abgeſchloſſen ſein. Er
ſoll ſich hier den Regierungsgeſchäften widmen. Seine bei=
den
Söhne ſind jetzt zehn und acht Jahre alt und bedürfen
eines Erziehers. Wie wär’s, lieber Doktor, wenn Sie die
Erziehung unſerer Enkel übernähmen? Ich wüßte mir
keinen beſſeren Lehrer für ſie.
Ich bin Dir ſehr dankbar für dieſen Vorſchlag, lieber
Friedrich, ſagte die Herzogin erfreut, und ſchließe mich
demſelben voll an. Sie leiſten uns in der Tat einen Dienſt.
Profeſſor ſollen Sie auch werden, meinte der Herzog
lachend.
Und ſo wurde denn der frühere Redakteur Dr. phil.
Erich Wendeborn Profeſſor und Prinzen=Erzieher, worauf
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Erfreut wollte ſiel dieſe Neuigkeit ihrer Tochter mit=
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Seite 24.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Nummer 152.

Ludwigstr. 17

Handel und Verkehr.

H. Frankfurt a. M., 29. Juni. ( Börſen=
wochenbericht
.) Der Geſchäftsverkehr war auch in die=
ſer
Woche eingeſchränkt und nur vorwiegend für die Regu=
lierung
des Ultimos. Das ſchöne Wetter hat bereits einen
Teil der Haute finance zum Reiſen veranlaßt, ſodaß wir
jetzt etliche Wochen mit großer Lebloſigkeit zu rechnen
haben. Eine recht erfreuliche Tatſache iſt die Geldflüſſig=
keit
, welche eine Ermäßigung des Privatſatzes auf 3½ Pro=
zent
bewirkte und insbeſondere eine leichte Belebung für
deutſche Anlagewerte hervorrufen konnte; die Geſamtten=
denz
war überhaupt eine feſte, zumal auch auf politiſchem
Gebiete ſich günſtigere Momente zeigten. Zunächſt ſind es
die Verhandlungen der Sechsmächte=Gruppe wegen einer
größeren Anleihe an China, die anſcheinend bald zur Be=
endigung
gelangen. Dann glaubt man, daß die Zuſam=
menkunft
der Kaiſer von Deutſchland und Rußland dem
Frieden eine weitere Bürgſchaft bringen und ſchließlich
hofft man zuverſichtlicher denn je auf eine Verſtändigung.
zwiſchen Italien und der Türkei auf irgend einer an=
nehmbaren
Baſis. Von deutſchen Renten konnten die
ſeither gedrückten 3prozentigen Sorten wieder im Kurſe
profitieren. Sache der intereſſierten Faktoren und in
erſter Linie des Staates reſp. deren Finanzminiſter wäre
nun, den Kurs zu überwachen, reſp. auch mit Käufen bei
zeitweiſem größeren Angebot, an den Markt zu treten.
Dadurch käme das faſt verlorene Vertrauen für eine Er=
holung
wieder zur Geltung, üben doch England und
Frankreich dieſen Modus ſeit einiger Zeit ſelbſt aus, um
ihre Rentenkurſe ſtabil zu erhalten.
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren Türkiſche
Loſe bei Wochenſchluß ſtärker gefragt, ferner Mexikaner
beſſer auf das Gerücht von der Niederwerfung der Rebellen.
Die ungünſtigen Berichte über die politiſche Situation
Portugals haben einiges Material von deren Fonds an den
Markt gebracht, doch ſind die Rückgänge nur unbedeutend.
Recht feſt halten ſich Serben und Bulgaren, während Ruſ=
ſiſche
und Oeſterreich=ungariſche eher etwas nachgeben
mußten.
Bankaktien ſchließen im Ganzen zu den Preiſen der
Vorwoche. Die Schätzungen der vorausſichtlichen Halb=
jahrsabſchlüſſe
ſpielten bisher auch theoretiſch noch keine
beſondere Rolle. Die Defraudation bei der Dresdener
Bank hatte auf die Aktienbewertung keinen Einfluß. Am
Markt für Transportwerte waren Hamburger Paketfahrt
und Nordd. Lloyd am belebteſten; bei Avancen bis zu 2
Prozent; beſonders die letzteren lebhaft, da man für das
erſte Semeſter ein Mehrerträgnis von einigen Millionen
infolge des günſtigen Frachtverkehrs erwartet. Das Mon=
tangebiet
zeigte feſte Haltung auf die weitere Feſtigkeit
des engliſchen Roheiſenmarktes und die Ausführungen
des Herrn Hugo Stinnes in der Generalverſammlung der
Deutſch=Luxemburger Geſellſchaft. Ferner machte die Di=
vidende
=Schätzung für Harpener Bergbau (9 Prozent gegen
8 Prozent im Vorjahre) einen guten Eindruck. Für Phö=
nix
bleibt das Spekulationsintereſſe beſtehen. Elektrizi=
tätsaktien
lagen ruhiger. Die Verwaltung der Allg. Elek=
trizitäts
=Geſellſchaft läßt die Kapitalserhöhungsgerüchte
dementieren.
Am Kaſſainduſtriemarkt waren Deutſche Gold= und
Silber=Scheideanſtalt am regſten bei 1143; das ſeit Don=
nerstag
gehandelte Bezugsrecht ſtellte ſich auf 486 bis 492.
Mannesmann bis 221,70 gefragt, da erklärt wurde, daß
die Verhältniſſe des Unternehmens ſeit der außerordent=

lichen Generalverſammlung im März, die die Dividende
in vorjähriger Höhe ſchätze, weiter günſtige Entwicklung
erfahren habe. Matter ſtellten ſich Moenus bis 288, Kunſt=
ſeide
bis 156; höher ſind hingegen Kleyer (503,80), Ba=
diſche
Anilin (506,25), Naphtha=Nobel gut behauptet
232,60, Daimler waren lebhaft bis 288, aber ſchließlich wie=
der
280½. Das Unternehmen hat an die General=Vehicle=
Company, eine Tochter=Geſellſchaft der General=Electrie=
Company, eine Lizenz für Herſtellung von Daimler= Laſt=
wagen
erteilt, wovon man für das heimiſche Unter=
nehmen
namhaftere Vorteile erhofft.
Von Loſen notieren: Augsburger 34,25, Braunſchwei=
ger
197,10, Pappenheimer 56,, Genua 207,, Türkiſche
171,20, Freiburger 72,, Ungariſche 369,80, Meininger
34,10, Venediger 41, Mailänder 45=Francs=Loſe 143,90,
Mailänder 10=Francs=Loſe 29,50, Raab=Grazer Anrechts=
ſcheine
36,50, in Reichsmark; Gothaer Prämie II 118,,
Donau=Regulierung 173,60 (nominell), Madrider 75,50. in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (unkündbar bis
1918) 100,70, 3½proz. Reichs 90,, 3proz. Reichs 80,30,
4proz. Heſſen von 1899 99,50, 4proz. Heſſen von 1906 99,50
G., 4proz. Heſſen von 1908/09 99,50 G., 4proz. Heſſen ( un=
kündbar
bis 1921) 100,60, 3½proz. Heſſen 88,40, 3proz.
Heſſen 77,70, 4proz. Darmſtädter 98,70 G., 3½proz. Darm=
ſtädter
, 4pevz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
1823) 100 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
2425) 100,20, 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
35) 89,30 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
911) 89,40 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. Serie
10 12) 100,, 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. Serie
1314) 100,20 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
13) 89,50 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4)
89,40 G., Darmſtädter Bank 121½, Südd. Eiſenb.= Geſell=
ſchaft
124½ P., Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz)
69 B., Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.)
72,50 B., Schramms Lack= und Farbenfabriken (Offenbach
a. M.) 269 B., Chemiſche Mühlheim a. M. 68,60, Schan=
tungbahn
130,40, South=Weſtafrika 143,90, Otavi=Anteile
96,50, Otavi=Genußſcheine 65,75, 4½proz. Ruſſen 100,35,
4proz. 1880er Ruſſen 90,20 B., 4proz. 1902er Ruſſen 90,45,
3¼uproz. Ruſſen 88,25, 3½proz. Ruſſen 84,60, 3proz.
Ruſſen 81,10, 4proz. unifizierte Türken 90 B., 4proz. Ad=
miniſtrations
=Türken 82 G., 4proz. Bagdadbahn 83,40 G.,
4proz. konvertierte Türken (1905/11) 80,40 G., 5proz. Chi=
neſen
98,90 B., 4½proz. Chineſen 92,75, 5proz. Chineſen
(Tientſin=Pukow) 97,50, 4½proz. Japaner 94,45, 4proz. Ja=
paner
88,25 3proz. Buenos=Aires 71,

Sport.

* Lawn=Tennis=Sport. Die Lawn=Tennis=
Meiſterſchaftendes All=England=Clubs in
Wimbledon nahmen unter ſtarker internationaler Betei=
ligung
ihren Anfang. Wohl ſelten hat ein Meiſterſchafts=
Meeting eine derartige Beſetzung gefunden, da ſich die
beſten Lawn=Tennis=Spieler der Welt, wie Wilding, De=
cugis
, Gobert, Germot, Froitzheim, Rahe, Ritchie, Gore,
C. P. Dixon ꝛc. beteiligten. Der erſte Tag hatte bei dem
prachtvollen Wetter eine große Zuſchauermenge angelockt.
Einer der intereſſanteſten Kämpfe war der zwiſchen Go=
bert
=Frankreich und J. S. Parke=England in der dritten
Runde der Herreneinzelmeiſterſchaft (Verteidiger A. F
Wilding). Der Franzoſe zeigte ſich von ſeiner beſten
Seite und beſiegte ſeinen hartnäckigen Gegner ſchließlich
63, 64, 64. Von den Deutſchen konnten bisher F.

W. Rahe=Roſtock mit 79, 63, 86, 63 über A. Hen=
dricks
=Schweden und C. Bergmann=Berlin mit 60, 06,
62, 108 über den Belgier de Bormann triumphieren,
während der neue Weltmeiſter O. Froitzheim der trotz
ſeiner geſchwollenen Hand antrat, ſich dem Auſtralier S.
N. Douſt 46, 57, 36 beugen mußte.

Literariſches.

* Neu erſchienene Broſchüren. Hermann
Niſſen. Ein Wort der Notwehr von Alex Otto, Mitglied
des Zentral=Ausſchuſſes der Genoſſenſchaft Deutſcher
Bühnen=Angehöriger. Hamburg 1912. Verlag von M.
Glogau jr. Evangeliſche Preßbeſtrebungen und Hoff=
nungen
1911. 16. Jahrbuch des Ev. Soz.=Preßverbandes
für die Provinz Sachſen. 176 S. Oktav. Steif broſch.
Preis Mk. 1.50 portofrei. Zu beziehen von der Geſchäfts=
ſtelle
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ſämtliche Arbeiten im herrſchaftl. Haushalte von Frau
Erna Grauenhorſt, Vorſteherin der Hausmädchenſchule
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in Berlin=Südende. Deutſchland und England.
Heeres= oder Flottenverſtärkung? Ein hiſtoriſch= politi=
ſcher
Vortrag von Dr. Hermann Oncken, o. 5. Profeſſor
der Geſchichte an der Univerſität Heidelberg. Heidelberg
1912. Carl Winters Univerſitätsbuchhandlung. Hilfe
gegen faule Schuldner. Nach neuem Reichsrecht, praktiſch
erörtert von Dr. jur A. Geck, Rechtsanwalt beim Königl.
Amts= und Landgericht Berlin. 29. neu bearbeitete und
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Italiens Mittelmeerpolitik und die Dreibundkriſe. Der
Krieg in Afrika und die Kriegsgefahr in Europa. Zweite,
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Joſeph Aug. Lux, mit zeitgenöſſiſchen Illuſtrationen,
Dokumenten uſw. Berlin, Verlag von Rich. Bong. Preis
4 Mk., gebd. 5 Mk. Im Mittelpunkte der Erzählung ſteht
die Geſtalt des größten Dramatikers Oeſterreichs, Grill=
parzer
, und ſeine Liebe zu dem holdſeligen, temperament=
vollen
Wiener Bürgerkinde, Katharina Fröhlich ſeiner
ewigen Braut. Das geheimnisvolle Schickſal dieſer bei=
den
Menſchen, die mit gleicher Gewalt zueinander getrie=
ben
und voneinander geſtoßen wurden, des Dichters phan=
taſtiſches
Bangen vor der Zukunft, das Abirren ſeines
Herzens zu anderen Frauen und ſein Zögern vor einem
Entſchluß, der den Poeten in ihm hätte gefährden können
all das hat der Autor in zwingender Weiſe dargeſtellt.
So gebührt ihm das Verdienſt, das Problem einer tief=
gründigen
Dichterſeele, das den Leſer ſtets aufs neue mit
magiſcher Gewalt anzieht, auf dichteriſchem Wege gelöſt
zu haben. Grillparzers und Kathis Liebe iſt ihm zu
einem Leitmotiv von berückender, wehmütiger Schönheit
geworden, das er mit dem ganzen Zauber ſeiner anmuti=
gen
, die Sinne umſchmeichelnden Erzählungskunſt zu um=
weben
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Wir beehren uns hierdurch die ergebene
Mitteilung zu machen, dass wir wegen Renovierung
und Umänderung nach den neuesten Errungen-
schaften
der Lichtspieltechnik unser Theater ab.
Mittwoch, den 3. Juli bis auf Weiteres schließen
werden. Für das uns in so reichem Maße entgegen-
gebrachte
Wohlwollen bestens dankend, bitten wir
höfl., dasselbe bei Wiedereröffnung, welche wir in
allen Tageszeitungen bekannt geben werden, uns
wieder übertragen zu wollen.
Mit aller Hochachtung
Georg Hof.
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Steinhauer in Röding, indem ſie
ſchreibt: Beeile mich, Sie zu be=
nachrichtigen
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vorzüglichen Herba=Seife ſehr zu=
frieden
bin. Selbe kann ich jeder=
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f. Hautausſchläge, Sommer=
ſproſſen
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Vertreter Hrn. Adolf Rady, Darm=
ſtadt
, Zimmerſtraße 1. Dampfer
Amerika, nach New=York, 28. Juni
5 Uhr 30 Minuten morgens Dover
paſſiert. Dampfer Kaiſerin
Auguſte Viktoria‟, 27. Juni 10 Uhr
30 Minuten morgens vom New=
York über Plymouth und Cher=
bourg
nach Hamburg. Dampfer
Pretoria von New=York kom=
mend
, 28. Juni 2 Uhr 40 Minuten
nachmittags von Bologna.
Vergnügungsdampfer Meteor.
erſte Nordlandfahrt, 27. Juni 8 Uhr
morgens in Bergen.
Schiffsbericht. Norddeutſcher
Lloyd Bremen. Mitgeteilt von dem
Vertreter Anton Fiſcher, Darm=
ſtadt
, Frankfurterſtraße 12 und 14.
Der Doppelſchrauben= Schnellpoſt=
dampfer
Kronprinz Wilhelm iſt
iſt am 27. Juni, nachmittags 4 Uhr,
in Bremerhaven angekommen.
Dampfer Kaiſer Wilhelm II.
am 25. Juni 12 Uhr mittags von
New=Yorkabgegangen. Dampfer
Kaiſer Wilhelm der Große, am
27. Juni 12 mittags in New=York
angekommen. Dampfer Kron=
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Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Seite 25.

P. P.
Hierdurch beehre ich mich, die ergebene Mitteilung zu machen, daß ich
das seither in der Rheinstraße 17, Ecke Grafenstraße unter der
Firma A. & L. Kling geführte Spenglerei- und Installationsgeschäft nach Austritt des
Heirn A. Kling ab 1. Juli 1. J. in denselben Geschäftslokalitäten unter der
handelsgerichtlich eingetragenen Firma
Ludwig Kling & Co.
Installationsgeschäft und Bauspenglerei
weiterführen werde.
Für das mir bisher entgegengebrachte Wohlwollen sage ich meinen verbind-
lichsten
Dank und bitte höflichst, dasselbe auch auf die neue Firma übertragen zu
wollen.
Hochachtungsvollst
Ludwig Kling, Installationsgeschäft und Bauspenglerei
Großh. Hess. Hoflieferant.

Höflichst Bezug nehmend auf Vorstehendes gestatten wir uns zu erwähnen,
daß wir in unser Geschäft tüchtige, erfahrene Fachmänner aufgenommen haben, die
mit allen vorkommenden Installations- und Spenglerarbeiten vollständig vertraut sind.
Das seitherige Personal ist in unsere Firma eingetreten. Unsere Werkstätte wurde
mit den neuesten maschinellen Einrichtungen versehen und vollständig neu ausgestattet.
Auch unser Musterlager ist mit allen einschlägigen Artikeln reichlich assortiert und
unterhalten wir insbesondere ein großes Lager in
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Indem wir die höfliche Bitte aussprechen, uns mit Ihren geschätzten Aufträgen
bei eintretendem Bedarf gefälligst beehren zu wollen, sichern wir im voraus prompte
und aufmerksame Bedienung zu und empfehlen uns
mit Hochachtung
Ludwig Kling & Co., Installationsgeschäft und Bauspenglerei
Rheinstraße 17, Ecke Grafenstraße Telephonruf 636. (14146a

Den titl. Behörden, meiner werten Kundschaft, den Einwohnern Darmstadts,
sowie allen Geschäftsfreunden zur gefl. Benachrichtigung, dass der unter der Firma

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geführte Geschäftsbetrieb in der seitherigen Weise und in ganzem Umfange weiter
geführt wird.
Die kaufmännische und technische Leitung ruht in langjährig bewährten
Händen und wird es auch zukünftig mein Bestreben sein, mir alle Neuerungen
dienstbar zu machen, um meinen grossen Kundenkreis zufrieden stellen zu können.
Firma L. Lange
elektrotechnisches Institut, Hoflieferant.
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merbverein Harmstadlies

Wir machen unſere Mitglieder aufmerkſam auf die
Geſellſchaftsfahrt d. Deutſchen Flotten=Vereins
(Landesverband für Heſſen), und zwar vom 18. bis
25. Juli nach Hamburg-Helgoland-Kiel und
vom 25.29. Juli nach Dänemark-Saßnitz.
Näh. Auskunft erteilt der Heſſiſche Landesaus=
ſchuß
des Deutſchen Flottenvereins, dahier, Waldſtr. 1.
14134)
Der Vorſtand.

Kriegerverein Darmſtadt.
Die Verſammlung für den Monat Juli
fällt aus.
Zugleich teilen wir mit, daß der diesjährige
Familienausflug am Sonntag, den 28. Juli,
(Abfahrt vorausſichtlich zwiſchen 12 Uhr) nach
Auerbach-Fürſtenlager-Schönberg-Bensheim ſtattfindet. Da
beabſichtigt iſt, einen Extrazug zu beſtellen, bitten wir diejenigen
Kameraden, welche ſich an dem Ausflug beteiligen wollen, dies läng=
ſtens
bis 15. Juli unter Angabe der Geſamtzahl für ſich und ihre
Familienangehörigen bei dem Schriftführer, Kameraden Junge,
Schloßgartenſtraße 45, ſchriftlich oder mündlich anzumelden.
Die Fahrkarte für die Mitglieder ſelbſt iſt frei, muß aber mit=
angemeldet
werden.
Die genaue Abfahrzeit und Kartenausgabe wird vorher noch
bekannt gegeben.
(14199
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.

Socben erschien:

Kronprinz Wilhelm.
Aus meinem Jagd-Tagebuch. Geb. 7,50.
Vorrätig bei
Karl Hess, Buchhandlung
Nachfolger Alfred Hoefer.
(14144

[ ][  ][ ]

Seite 26.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Nummer 152.

Fanrlander-Laisen-Ausverkauf
beginnt Montag, den 1. Juli, morgens 8 Uhr.
Für den immer wachſenden Betrieb meiner Confections=Abteilung haben ſich die mir in der Fahrgaſſe zur
Verfügung ſtehenden Verkaufsräume und Engros=Läger als zu klein erwieſen. Ich werde deshalb meine geſamten Damen= und
Kinder=Confektions=Läger im Herbſt dieſes Jahres nach meinem eigens für meinen Zweck erbauten
Neubau Zeil 74-76-78
verlegen, welches das
grösste Spezial-Damen-Confectionshaus
In bud- West-- und Mitteideuischland
ſein wird.
Da ich meinen Neubau nur mit neueſter Herbſtware zu eröffnen gedenke, ſehe ich mich jetzt nach bendeter Saiſon genötigt,
meine außerordentlich großen Läger in Damen= und Kinder=Confektion im Wert von mehr als
(VI14167
ooooohr4
unter allen Umſtänden zu räumen. Da meine Confection durch enorm große Partie=Einkäufe ſchon größtenteils weit unter
Preis erſtanden iſt und ich außerdem viele Stücke unter Selbſtkoſtenpreis verkaufe, ſo bietet ſich meiner Kundfchaft eine nicht
wiederkehrende Gelegenheit, außerordentlich billig einzukaufen. Die meinem diesjährigen Saiſon=Ausverkauf unterſtellten enorm
großen Warenpoſten übertreffen an Preiswürdigkeit und Quantität alles Dageweſene.
Ein großer Poſten weiße Wollbattiſt=Bluſen, ge=
füttert
in reizenden modernen Faſſons, zum
Aufschen erregend
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Sdckenlleider
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Facons .
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Hausbluſen
jetzt per Stück 75
240 Stück imit. Zephir=Bluſen mit Vorder=
ſchluß
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jetzt per Stück
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gearbeitet . . .
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90
90
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bluſen
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und farbig mit Einſähzen .. jetzt per Stück
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ſticktem
Vorderteil .
. jetzt per Stück
Großer Poſten weiße Batiſt=Bluſen mit ſchönen
Stickerei=Einſätzen . . . jetzt per Stück 2.,
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Koller und Einſatz . . jetzt per Stück 2.25,

1.25
1.30
1.35
1.40
1.75
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Schoße.
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aus Stickerei und Klöppeleinſätzen, jetzt p. Stück 3.10
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aus früheren, Saiſons, früherer Wert bis 10.
jetzt per Stück 3.
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dernen
Faſſons und Farben, reich beſtickt und
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Koller in neuen Faſſons . . jetzt per Stück 3.25
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mit ganz breit. imit. Klöppeleinſatz als Vorder=
ſtück
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farbig unterlegte Voile-Blusen
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vollen
Kurbel= und Hochſtickereien ſowie Ein=
ſätzen
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Kragengarnituren Wert bis 15. . . jetzt 6.50

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Farben und Faſſons . . .
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gefüttert, mit reicher Paſſe .

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Stickerei und Klöppel=Einſähen
Großer Poſten Batiſt=Schoß=Bluſen mit Ein=
ſätzen
und Stickerei . .
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Schoß=Bluſen, auf Seide gefüttert, mit pracht=
vollen
Stickereien
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[ ][  ][ ]

Nummer 152.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Seite 27.

Fanrlander Laison-Ausverkauf
Sabssseseseseasee Sochensasessesesssehesensesseneseaeasresesssessssneassensbeseiesesenenssegsnesssegssbossees

Mäntel u. Paletots
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früherer Preis bis 15. jetzt per Stück 2.
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Saiſons . . . . jetzt per Stück 3. und 2.

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farbig
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Paletots in hellen Farben, etwas beſtaubt
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jeizt im Preiſe weit reduziert.
350 Voile= und Spitzenmäntel jetzt im Preiſe
weit reduziert
600 Popeline=, Gloria= und Alpaeca=Mäntel
jetzt im Preiſe reduziert

Garnierte Kleider
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Taille, mit Stickereieinſatz, jetzt per Stück
Ein Poſten weißleinene Prinzeßkleider, etwas
beſtaubt, früherer Preis b. 20, jetzt per Stück
Ein Poſten wollene Taillenkleider aus früh.
Saiſons, früh. Preis b. 40, jetzt St. 10. u. 6.
Ein Poſten Leinen= und Batiſtkleider, etwas
angeſtaubt, früh. Preis bis 60., jetzt per
Stück 12., 10. und
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ganz aus Stickereiſtoffen, jetzt per Stück 9.

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kragen
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modern. aparten Faſſons mit ſchönen Ein=

ſätzen und Stickereien, zum Teiletwastrüb,
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Preis bis 35., jetzt per Stück 15. und 10.
Ein Poſten wollener Tgillenkleider aus früh.
Saiſ., Wert b. 90, jetzt p. St. 20., 15. u. 12.50
Ein Poſten farbig wollener Prinzeßkleider,
früherer Preis bis 60. . jetzt per Stück 24.-

ſGroße Poſten Seidenkleider, hochmod. Faſſ.
in Foulard, Taffet und geſtreiften Seiden=
ſtoffen
in aparten Macharten, Wert bis
Mk. 60.
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Große Poſten ſeidener Prinzeßkleider in Roh=
ſeide
, Foulard ꝛc., früherer Preis bis 70.
jetzt per Stück 25.

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Poſten Coſtumeröcke aus Stoffen engl. Art
jetzt per. Stück 1.

Ein Poſten Coſtumeröcke aus Stoffen engl. Art,
zum Teil mit kleinen Webfehlern, früherer
Wert bis 6.
jetzt per Stück 1.35
Ein Poſten weiß Leinen=Röcke, reich mit Ein=
ſätzen
verziert
jetzt per Stück 2.
Großer Poſten Röcke aus ſolid. Stoffen engl.
Art
. jetzt per Stück 2.75 u. 2.
175 Stück feine weiße Leinen=Coſtumeröcke
vornehm verarbeitet, ſeitheriger Verkaufs=
wert
6.
.. jetzt per Stück 3.
Ein Poſten Leinen=Röcke in weiß und ecru
jetzt per Stück 3.90 u. 3.35
Ein Poſten mod. gearbeitete Coſtumeröcke
aus Stoffen engl. Art, jetzt per Stück 4. u. 3.
Großer Poſten blau Alpacca= und Cheviot=
Röcke, modern gearbeitet, jetzt per Stück 3.50
Großer Poſten blaue und ſchwarze Cheviot=
Röcke, hochmodern, mit Knopfgarnitur.
jetzt per Stück 4.50
Mehrere hundert Röcke
aus la Wollſtoffen und Alpacca
jetzt 5., 6.50, 8.50 und 10.50
C
Ein Poſten reinſeidene Taffet=Röcke, hochmod.
gearbeitet, Wert bis 30., jetzt per Stück 14.
C
Servier-Kleider
C
Ein Poſten Servier=Kleider, etwas trüb,
jetzt per Stück 2.
Ein Poſten Servier=Kleider, ſehr hübſch ge=
arbeitet

. . . . jetzt per Stück

Schlafröcke
300 Stück Waſch=Schlafröcke
jetzt per Stück
300 Stück Baumwollflanell=Schlafröcke
jetzt per Stück
Ein großer Poſten Schlafröcke
jetzt per Stück 3.50 und
Großer Poſten Lammfell=Schlafröcke in ver=
ſchiedenen
Farben .
jetzt per Stück
Großer Poſten Japaniſche Kimono= Schlaf=
röcke
.
jetzt per Stück
Poſten wollener Schlafröcke, früherer Preis
bis 20..
jetzt per Stück E

Großer Poſſen reinwollne Mousell-Sellt.
röcke in den ſchönſten, allerneueſten
Faſſons u. Deſſins, hochchick verarbeitet
0. bis 25., jetzt per Stück

Ein Poſten wolne Schlafröcke frühererPreis
bis 22.
jetzt
Ein Poſten reinfeidene jap. Kimono= Schlaf=
röcke
, reichlich beſtickt . . jetzt per Stück 22.-

Matinees

Großer Poſten Kattun und Barchent= Mati=
nees

jetzt per Stück 1.25, 90 und
Großer Poſten Taſchentuch=Matinees,
türkiſche Muſter
: jetzt per Stück
Großer Poſten Lammfell=Matinees in allen
Farben
. jetzt per Stück
Großer Poſten Ia Barchent=Matinees
jetzt per Stück 2.75, 2.25 und
Großer Poſten japan. Kimono=Matinces
jetzt per Stück
Großer Poſten wollene Matinees
jetzt per Stück
Großer Poſten ſeidene Matinees
jetzt per Stück
Großer Poſten reinſeidene japan. Matinees
reich beſtickt.
jetzt per Stück

80
1.45
1.75
1.75
225
3.25
12.50

Unterröcke

150 Stück Unterröcke aus geſtreiften Waſch=
ſtoffen
, mit gaufrierter Borde, jetzt per Stück
150 Stück Unterröcke in guten geſtreiften
Waſchſtoffen . ..
. jetzt per Stück
Ein Poſten halbſeid. Atlas=Unterröcke in
modernen Farben . . . . jetzt per Stück
Ein Poſten Taffet=Unterröcke in
ſchwarz u. farbig, jetzt per Stück 8.50 und

Kinder-Kleider
500 Stück Barchent u. Kattun=Kinderkleider
in kleinen Größen
jetzt per Stück 45
500 Stück Ruſſenkittel aus geſtreiften Waſch=
ſtoffen
mit bunter Borde . jetzt per Stück 54
Große Poſten Ruſſenkittel in diverſen Waſch=
ſtoffen

jetzt per Stück 80 , 60
Kleiner Poſten Waſchkleider in kleinen Größen
jetzt per Stück 95
Große Poſten Kinderkleider aus la Waſch=
ſtoffen
bis Größe 65 . jetzt per Stück 2.25, 2.-
Große Poſten Kinderkleider aus la Waſchſtofien
für das Alter von 714 Jahren, früher bis
10.-
. jetzt per Stück 5. u.
Knaben-Waschanzüge
Große Poſten Knaben=Waſchanzüge, Größe
jet 1.20
1 bis 3.
Größe 4 bis 6
. jetzt 1.45
Große Poſten Knaben=Waſchblouſen Größe
jetzt 45
1 bis 3
Größe 4 bis 6
jetzt 65
Knaben=Waſchanzüge in guten Qualitäten,
jetz 2.-
Größe 1 bis 3
Größe 4 bis 8
jetzt 2.50
Kinder-Jacken und Capes
Großer Poſten Kinderjacken aus Stoffen engl.
Art, ſowie in blau jetzt per Stück 3. u. 2.50
Großer Poſten weiße Cheviot=Kinderjacken
etwastrüb in kleinen Größen jetzt per St. 4. u. 2.50
Ein Poſten Leinen=Kinderpaletots
jetzt per Stück 3.50
Großer Poſten blaue Kindercapes in kleinen
Größen
. jetzt per Stück 1.50
in Größe 70 bis 100 . . . jetzt per Stück 2.50
Großer Poſten Kinder=Loden=Capes in Größe
60 bis 75
in Größe 80 bis 110
Großer Poſten Damen=Loden=Capes
jetzt per Stück 6.

Obige Confection ist zum grossen Teil an Ständern zu Ausverkaufspreisen übersichtlich geordnet.
Des grossen Andranges wegen bitte ich, auch die Vormittage zum Einkauf zu benützen.
Verkauf nur gegen Baar.
Umtausch während des Ausverkaufs nicht gestattet.
VI14168
Helt. Frankurvar!
W. FanrlanderI
Fahrgasse 89-91-93.
Engros-Lager: Fahrgasse 85-95 u. 106.

[ ][  ]

Seite 28.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Juli 1912.

Nummer 152.

bisher 95 Nachtjacken bisher 95 1.15 1.25 1.95 2.25 1 Posten Untertaillen
jetzt 48 jetzt 48 58
bisher 63
18 98
24 1.13
36 45 1 Posten Erstlingshemdchen jetzt 9 12 18 23 beſter. 85 8.
75 9. 2. 115 1. 35 145 1 Posten Ainderjäckelen . jetzt 28 38
43 48 58 63 73

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bisher 12. 16
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1.65
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1.10
bisher. Preis 1.25 1.45 1.75 1.95 2.45
Damenhosen
95 1.10 1.35 1.45 1.75
bisher. Preis 75 95 1.25 1.45 1.95
Schürzen: 1 Posten div. Qual. Haus- u. Wirischaftsschürzen jetzt
55 75 95 1.25 1.75
bisher 95
1.65 1.95 2.20
1.30 1.45
Zierträgerschürzen und Mädchenschürzen
jetzt
75 55 1.10 1.25 1.45 1.75
4.80 5.75
1.45
1.75 2.35
2.75
bisher 1.25
Kleider-Schürzen
4.50 5
1.35
1.85
3.75
2.25
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bisher. Preis 1.25
.95
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195
235
16
1485 Dauen Handschufte
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1.45
95 1.25

Moderne Cravatten

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Damen-Direktoire-Trikothosen
1 Posten diverse Socken und Strümpfe

bisher 45
jetzt 30

95
75
75
55
bisher

1.00
75
95
75
2.45

jetzt 1.75
bisher 55 65
jetzt 30 46

1.25
95
1.25
95
2.95
2.15
125
95

1Post. Einsatzhemden, Frikothemden, poröse Sporthemden, Touristenhemden, Hosen u.Jacken
Serie V
Serie IV
Serie II
Serie III
Serie I
ohne Rücksicht auf höhere Preislagen
2.95 .
2.45 .
1.45 56
1.95
95
in vier Serien zur freien Auswahl:

elegante Verarbeitung, prima Stoffe, teils Satin, teils B'Schürzenzeug'
1 Posten moderne Mädchen-Hängerschürzen ohne Rücksicht auf höhere Preislagen:
Serie II: Jedes Stück in freier Auswahl 1.50
Serie I: Jedes Stück in freier Auswahl 1.00
1.00 jetzt wiederum wie voriges Jahr
Strickwolle in den Preislagen von 60, 68, 78. 86, 95 Seidenwolle unterschiedlos, jeder Doppelstrang (10 Lot) 50
Unsere
jetzt Ausverkaufspreis 3 Paar 1.00
bekannten guten Schweissocken

Leichte Sommer-Sweater und Höschen
in modernen Farben

bisher 75
jetzt 57

65

72

1.75
1.32

1.95
1.46

N. B. Des Raummangels wegen können nicht alle Posten hier aufgeführt werden. Soweit möglich, werden aber diese Sachen im
(14162
Schaufenster ausgestellt
Da wieder, wie gewöhnlich, der Andrang ein enormer sein wird, so empfehlen wir, um ruhiger und bequemer auswählen
An Wiederverkäufer wird nichts abgegeben.
zu können, die Einkäufe auch in den Vormittagsstunden vornehmen zu wollen.