Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt.
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Hauptperſon der an dem Diebſtahl
der Kaiſerkette beteiligten Spitzbuben konnte in
Köln feſtgenommen werden. Es iſt der berüchtigte
Einbrecher Franz Beier, ein 40jähriger Mechaniker,
der ſchon viele Strafen wegen Diebſtahls verbüßte.
Bei der Hauptkaſſe der Dresdener Bank
in Berlin ließ der Kaſſenbote Brüning 260000
Mark in Papiergeld in einem unbeobachteten
Augen=
blick verſchwinden und entfernte ſich.
Das engliſche Königspaar hat London
ver=
laſſen, um ſich nach Südweſt=England zu begeben.
Sämtliche Dockarbeiter in London, die die
Arbeit wieder aufgenommen hatten, ſind von neuem
in den Ausſtand getreten, ſodaß die Bewegung wieder
eine große Ausdehnung angenommen hat.
Das ſchwediſche Königspaar wird in der
zwei=
ten Hälfte des Juli dem ruſſiſchen Kaiſerpaar einen
Beſuch abſtatten.
Bei einem Bootsunglück in Herlöfjord (
Nor=
wegen) ſind ſieben Perſonen ertrunken.
Die ſerbiſche Skupſchtina hat die
außerordent=
liche Kreditvorlage über 21½ Millionen angenommen,
Bei Conſtanza iſt der rumäniſche Dampfer „
Köni=
gin Eliſabeth” verbrannt. 25 Paſſagiere
ſind umgekommen.
Bei der Wahl zum Vorſitzenden des
demo=
kratiſchen Konvents in Baltimore unterlag
Bryan dem Richter Parker.
Der neue ruſſiſche Botſchafter in Berlin.
— Das Rätſel, wer nach dem Tode des Grafen Oſten=
Sacken in das ruſſiſche Botſchaftspalais Unter den
Lin=
den in Berlin ſeinen Einzug halten werde, iſt nanmehr
gelöſt. Man riet hin und her, nannte eine ganze Reihe
von Namen und das Ende vom Lied iſt, daß ein völliger
Außenſeiter als Sieger aus dem Rennen
hervorgegan=
gen iſt. Der Geſandte in Athen, Swerbejew, iſt,
wie amtlich bekannt gemacht wurde, zum Botſchafter in
Berlin ernannt worden. Ein ſeltſames Spiel des
Zu=
falles will es, daß zwei Mächtevertreter aus Athen mit
einflußreichen Botſchafterpoſten faſt gleichzeitig betraut
worden ſind. Der deutſche Geſandte, Freiherr von
Wangenheim, iſt nach Konſtantinopel gerufen
wor=
den und ſein ruſſiſcher Kollege geht nach Berlin.
In dieſem Zuſammenfallen wollen Pariſer Blätter
einen inneren Zuſammenhang erblicken, was wohl aber
doch kaum anzunehmen iſt. Wir in Deutſchland können
mit der Wahl durchaus zufrieden ſein, denn in ihr zeigt
ſich, daß der Einſluß des Deutſchland durchaus
wohl=
wollenden ruſſiſchen Miniſter des Aeußern Saſonow
keineswegs geſchwunden iſt und daß er es verſteht, ſich
trotz aller Intrigen Iswolskis und ſeiner Freunde zu
halten. Sein Beſtreben iſt es auch, im Intereſſe der
Aufrechterhaltung guter Beziehungen, Rußland bei den
Dreibundmächten nur durch ſolche Perſönlichkeiten
ver=
treten zu laſſen, die nicht Anhänger einer gegneriſchen
Politik ſind; aus dieſen Erwägungen heraus iſt auch
die Entſendung Krupenskis nach Rom erfolgt.
Der neue Berliner Botſchafter hat, ſeitdem Saſonow,
mit dem er eng befreundet iſt, die auswärtige Politik
leitet, eine recht ſchnelle Karriere gemacht, während er
früher ziemlich im Hintergrund gehalten wurde. Seine
Sporen hat er ſich zu einer überaus kritiſchen Zeit
ver=
dient, nämlich zur Zeit des Konfliktes zwiſchen
Oeſter=
reich mit Serbien und Rußland. Er war damals erſter
Botſchaftsrat in Wien und leitete die Geſchäfte an Stelle
des erkrankten Botſchafters Fürſten Uruſow. Er bewies
damals ungemein viel Takt und Gewandtheit, er gab
gute und zutreffende Berichte, die es vielleicht
mitbewirk=
ten, daß Rußland angeſichts der vorliegenden Situation
ſchließlich einlenkte. Der neue ruſſiſche Botſchafter
ge=
hört zu jenen Kreiſen, die, gleich Saſonow, von
pan=
ſlaviſtiſcher Politik nichts wiſſen wollen. Die Auswahl
dieſes Mannes iſt um ſo bedeutungsvoller, als wichtige
Verhandlungen mit Rußland bevorſtehen, und wenn ſich
dieſe auch nur auf das wirtſchaftliche Gebiet erſtrecken,
ſo iſt ihnen doch ein gewiſſer politiſcher Charakter nicht
abzuſprechen, und ſie werden ſich um ſo glatter vollziehen,
wenn im Berliner Botſchaftspalais eine Perſönlichkeit
ſitzt, die von Wohlwollen für Deutſchland erfüllt und ſich
bewußt iſt, daß beide Länder aufeinander angewieſen
ſind.
Deutſchland und Schweden.
Bpt. An Sven Hedins und P. Fahlbecks
gegen Rußland gerichtete Warnungsrufe anknüpfend,
empfehlen die Grenzboten Schweden den Anſchluß an
den Dreibund, Als Glied des Dreibundes würde
Schwe=
den mindeſtens vor der äußerſten Gefahr ſicher ſein, von
der Landkarte getilgt zu werden. Wie würde
anderer=
ſeits Deutſchlands Lage durch eine Aufnahme Schwedens
in den Dreibund — unter gegenſeitiger Verpflichtung
zum bewaffneten Beiſtand, ſobald einer der Verbündeten
von einer Großmacht angegriffen wäre — ſich geſtalten?
Die Grenzboten antworten hierauf mit einer Aufzählung
folgender Vorteile: „Erſtens: eine ſehr fühlbare
Lahm=
legung Rußlands und damit Entlaſtung der Oſtgrenze;—
denn ſichere Vorausſetzung bei einem deutſch=
ſchwediſch=
ruſſiſchen Krieg iſt ein beiſpielloſer Aufſtand zum
min=
deſten Finnlands, das immer noch mit leidenſchaftlicher
Sehnſucht der ſchwediſchen Zeit gedenkt. — Dann: eine
mindeſtens teilweiſe Entlaſtung der deutſchen Oſtſeeflotte
und damit Stärkung des Nordſeegeſchwaders ließe ſich
erreichen, wenn Schweden durch den Druck ſeiner
militä=
riſchen Uebermacht Dänemark zur Einhaltung der
Oſt=
ſeedeklaration von 1908, d. h. zur Sperrung des Sundes
und der Belte gegen außerbaltiſche Flotten nötigt; daß
ſich eine ſolche Sperrung auch gegen überlegene Gegner
mit Hilfe von Minen, ſchwediſcher und däniſcher
Torpedo=
boote und der älteren deutſchen Schlachtſchiffe
durchfüh=
ren ließe, zeigt heute das Beiſpiel der Dardanellen.
Und ſchließlich: Deutſchland wäre ſicher davor, eines
Tages einem ruſſiſchen Skandinavien, d. h. einer zum
größten Teil ruſſiſchen Oſtſeeküſte gegenüber zu ſtehen,
und außerdem auch im nördlichen Atlantik künftig mit
den Flotten zweier Großmächte rechnen zu müſſen, ſtatt
mit nur einer, wie bisher.”
Ein Vorſchlag zur Einführung einer
Wehrſteuer.
* In den Berl. N. N. macht Oberſt a. D. Gans
Edler Herr zu Putlitz folgende beachtenswerte
Vorſchläge:
In weiten Kreiſen der Bevölkerung wird die
Wehr=
ſteuer als eine gerechte und erträgliche Steuer angeſehen,
die möglichſt bald zur Einführung gelangen müſſe, nur
über die Art und Weiſe ihrer Erhebung iſt noch kein
Vor=
ſchlag gemacht worden, der auf vielſeitige Zuſtimmung
zu rechnen hätte.
Um der Steuer den Anſchein eines Loskaufens vom
Dienſt zu nehmen, die Zahlung der Steuer den vom
Dienſt Befreiten ſelbſt aufzuerlegen und dem Reiche eine
nennenswerte Einnahme zuzuführen wird nun
folgen=
der Modus der Beſteuerung in Vorſchlag gebracht:
Durch ein Reichsgeſetz müßten alle männlichen
An=
gehörigen des Deutſchen Reiches vom Beginn des 33. bis
zur Vollendung des 44. Lebensjahres zu einer jährlichen
Wehrſteuer verpflichtet werden. Von der Zahlung
der=
ſelben wären diejenigen zu befreien, die aktiv und in
der Reſerve des Heeres oder der Marine die in der
Wehrordnung vorgeſchriebene Dienſtzeit abgeleiſtet
ha=
ben, ferner die auf Grund von Invalidität oder
Dienſt=
beſchädigung aus dem Dienſt entlaſſen werden mußten,
ſowie die Militärbeamten, wenn ſie im ſtaatlichen Dienſt
7 Jahre geſtanden hatten. Wer nicht 7 Jahre aktiv und
in der Reſerve oder als Militärbeamter gedient hätte,
müßte für jedes daran fehlende Jahr vom Beginn des
33. Lebensjahres die Wehrſteuer entrichten, doch könne
für eine jedesmalige Folge der Einberufung zur
Dienſt=
leiſtung im Reſerve=, Erſatzreſerve= oder Landwehr=
Ver=
hältnis dem zur Wehrſteuer Verpflichteten ein Jahr der
Zahlung erlaſſen werden.
Die Steuer müßte im Deutſchen Reiche nach
ſteigen=
dem, prozentualem Verhältnis der Einkommenſteuer
entrichtet werden und durch ein Reichsgeſetz die Höhe
derſelben in gewiſſen Zeiträumen beſtimmt, ſo auch bei
einer Mobilmachung und in Kriegszeiten, desgleichen
die Steuerfreiheit für das niedrigſte Einkommen
feſtge=
ſetzt werden.
Wie bei der Einzahlung der Matrikularbeiträge für
das Deutſche Reich dieſe nach der Kopfzahl ihrer
Ein=
wohner von den Bundesſtaaten entrichtet werden, ohne
daß in deren Finanzhoheit eingegriffen wird, ſo könnte
die Wehrſteuer fußend auf die Höhe des Einkommens
jedes Angehörigen eines Bundesſtaates für einen
Wehr=
fonds dem Reiche zugehen, der zur Entlaſtung der
Aus=
gaben für den Militär=Etat nutzbringend in Anwendung
gelangen könnte und in der Jetztzeit zur Förderung der
Wehrvorlage dienen dürfte.
Die Wehrſteuer erſcheint in dieſer angeführten
Faſ=
ſung nicht als ein Loskaufen von der Dienſtpflicht,
ſon=
dern mehr als ein Benefizium für diejenigen, die ihrer
Dienſtpflicht genügt haben, da ihre Entrichtung mit dem
Zeitpunkt des Alters für die Nichtgedienthabenden
be=
ginnt, wo jene aus der Landwehr 1, Aufgebots aus=
ſcheiden und dieſe in der Befreiung von der Wehrſteuer
einen Erſatz für die während ihrer Dienſtzeit ihnen
ent=
ſtandenen Ausgaben und erlittenen wirtſchaftlichen
Nach=
teile anſehen dürſten
Die Steuer wird nicht von den Angehörigen der
noch unvermögenden jungen Leute bei ihrer
nichterfolg=
ten Einſtellung in Her oder Marine gelegentlich der
Aushebung gleichſam als ein Loskaufen bezahlt,
ſon=
dern in den Jahren von ihnen ſelbſt entrichtet, in denen
ſie durch ihren Beruf zu gewinnbringender Tätigkeit
ge=
langt ſind und nun auch ſteuern können.
Die Einnahme des Reiches durch dieſe Steuer müßte
nach Feſtſtellung dieſes Geſetzes ſofort vollwertig
begin=
nen und würde eine bedeutend größere ſein, weil 12
Jahrgänge gleich ſteuern könnten, wenn auch=durch Tod
und Auswanderung eine gewiſſe Zahl der
Nichteingeſtell=
ten ausfiele, die das 32. Jahr nicht erreicht haben, als
durch die Beträge der vom Dienſt Befreiten, die durch
ein etwaiges Geſetz zur Entrichtung der Wehrſtener bei
der Aushebung verpflichtet würden, wobei zunächſt nur
ein Jahrgang in Betracht käme, denn dieſem Geſetze
dürfte eine rückwirkende Kraft auf frühere Jahrgänge
kaum auferlegt werden können. Die Feſtſtellung kr
gänzlichen oder teilweiſen Befreiung von dieſer Steuer
müßte für alle Staatsbürger, die gedient haben, auf
Grund ihrer Militärpapiere erfolgen, und wenn
denſel=
ben ſolche abhanden gekommen ſind, auf Grund der
Liſten der Bezirkskommandos geſchehen. Da für dieſe
Kommandos wie für die Steuerbehörden zur erſten
Auf=
ſtillung der zu. Beſteuernden, auch zur Feſtſtellung der
Höhe ihrer Steuer eine größere Arbeitslaſt entſtehen
würde, weil nach Einführung eines ſolchen Geſetzes der
Wehrſteuer im erſten Jahre 12 Jahrgänge, in ſpäteren
Jahren vornehmlich aber immer nur ein hinzutretender
Jahrgang zu berückſichtigen wäre, ſo könnten dieſen
Be=
hörden dazu Hilfskräfte zugebilligt werden, die teils es
als Ehrenamt übernehmen oder die diätariſch
heran=
gezogen werden müßten
Die Liſten für die Einkommenſteuer würden bei
Ver=
anlagung zur Wehrſteuer eine hinreichende Unterlage
und Begründung ergeben.
Da ſich gewiß Perſonen finden würden, die wie bei
Feſtſtellung ihrer Einnahmen, ſich auch hierbei
Unter=
ziehungen zuſchulden kommen laſſen dürften, ſo ſollten
folche Betrüger gerichtlich zu 1bjähriger bis
lebensläng=
licher Zahlung der Wehrſtener zu veranlaſſen ſein, und
wenn ſie verſucht hätten, durch falſche Angaben oder
zeit=
weiſes Verlaſſen des Reiches ſich von der Zahlung
die=
ſer Steuer zu befreien, ihnen begreiflich gemacht werden,
daß man nicht ungeſtraft ein Geſetz verletzen dürfte, das
dem Deutſchen Reiche bei geordneter und umfaſſender
Ausnutzung Millionen von Mark eintragen müßte.
Deutſches Reich.
— Geburtenrückgang in Baden. Aehnlich
wie in Preußen iſt auch in Baden ſeit einigen Jahren
ein relativer Rückgang der Geborenen zu beobachten.
In den 70er Jahren kamen auf 1000 Einwohner 44
Ge=
borene, in den 80er Jahren 36, in den 90er Jahren 34,
im letzten Jahrzehnt 33 und 32. Im Jahre 1911 iſt
zum erſten Male auch ein abſoluter Rückgang der
Gebur=
tenziffer, und zwar um mehr als 3000, zu verzeichnen.
Auf 1000 Einwohner gerechnet wurden im letzten Jahre
nur noch 28,6 Kinder geboren, die niedrigſte Zahl in
den letzten hundert Jahren. Die Eheſchließungsziffer,
die ſeit Ende der 70er Jahre von 6,7 langſam auf. 8
Pro=
zent geſtiegen war, zeigt in den letzten 4 Jahren wieder
einen langſamen Rückgang. Im Jahre 1907 wurden in
Baden noch 16 666, im letzten Jahre dagegen nur
noch 15338 Ehen geſchloſſen. Zu ernſten Bedenken gibt
der Geburtenrückgang bis jetzt noch keinen Anlaß, da ſeit
einigen Jahren die Sterblichkeit in ſehr erfreulicher Weiſe
zurückgeht. Im Durchſchnitt des letzten Jahrzehnts
be=
trägt der Geburtenüberſchuß in Baden rund
25000 im Jahr. Dazu kommt noch die ſehr ſtarke
Zu=
wanderung nach Baden aus anderen Ländern,
beſon=
ders aus Preußen. Nach dem Ergebnis der letzten
Volkszählung waren über 15 Prozent der
Geſamtbevöl=
kerung des Landes außerhalb Badens geboren.
— Die Bekämpfung der Zigeunerplage
iſt jetzt, wie die Neue Politiſche Korreſpondenz mitteilt,
auf Anordnung des Miniſters für Preußen durch
einheit=
liche Polizeiverordnungen der Oberpräſidenten erfolgt.
Danach iſt Zigeunern und nach Zigeunerart
umherziehen=
den Perſonen das Zuſammenreiſen in Horden auf
öffent=
lichen Wegen, Straßen und Plätzen verboten. Als
Horde gilt eine Vereinigung mehrerer Familien oder
eine Vereinigung einzelner Perſonen mit einer Familie,
zu der ſie nicht gehören, es ſei denn, daß es ſich um
Per=
ſonen handelt, deren Mitführung durch Vermerk in einem
Wandergewerbeſchein ausdrücklich erlaubt iſt.
Zuwider=
handlungen werden mit Geldſtrafen bis zu 60 Mark oder
Haft bis zu 14 Tagen beſtraft werden. Die Regierungen
der übrigen Bundesſtaaten beabſichtigen, Verordnungen
gleichen Inhalts zu erlaſſen. Damit wird ein einheitliches
Vorgehen gegen das Zigeunerunweſen für das ganze
Reichsgebiet geſichert.
— Die Kopra=Ausfuhr Deutſch=
Neu=
guineas. Das Amtsblatt für Deutſch=Neuguineg
ver=
öffentlicht über die Kopra=Ausfuhr des Schutzgebietes
(das Inſelgebiet ausgenommen) eine vergleichende
Sta=
tiſtik, die eine ziemlich ununterbrochene Steigerung des
Abſatzes dieſes wichtigſten Ausfuhrartikels erkennen läßt.
In den Jahren 1904—1911 hat nämlich die Kopra=
Aus=
fuhr betragen: 4,4 Millionen Kg., bezw. 4,9 Mill. Kg.,
bezw. 4,3 Mill. Kg., bezw. 5,6 Mill. Kg., bezw. 6,2 Mill.
Kg., bezw. 8,6 Mill. Kg., bezw. 9,3 Mill. Kg., bezw.
9,5 Mill. Kg. Dem Geldwert nach ſtellte ſich die Ausfuhr
in dem angegebenen Zeitraum auf rund 937000 Mark,
bezw. 1,2 Mill. Mark, bezw. 1,4 Mill. Mark, bezw. 1,8
Mill. Mark, bezw. 1,5 Mill. Mark, bezw. 2,1 Mill. Mark,
bezw. 3 Mill. Mark, bezw. 3,3 Mill. Mark. Da die
Ge=
ſamtausfuhr Deutſch=Neuquineas im Jahre 1911 einen
Wert von 4 Millionen Mark hatte, veranſchaulichen die
vorſtehenden Zahlen die Wichtigkeit der Rolle, die die
Kopra für den Ausfuhrhandel des Schutzgebietes ſpielt,
beſonders wirkſam.
Ausland.
Frankreich.
Die Wahlreform. Die Kammer ſetzte die
Be=
ratung über die Wahlreform fort und zwar über den
Zuſatzantrag des Abg. Javal, der beabſichtigt, in den
Departements die Baſis der Wahlkreiseinteilung zu
ver=
wenden. Abg. Grouſſier, Berichterſtatter der Kommiſſion
bekämpfte dieſen Antrag. Miniſterpräſident Polncare
erklärte, alle Bemühungen der Regierung zielten ſtändig
darauf ab, ſo viel als möglich unter den Republikanern
die Einigkeit wieder herzuſtellen. (Beifall.) Er
appel=
lierte an dieſe Einigkeit und fügte hinzu, daß die
Abän=
derungen und Zuſätze unter der Bedingung, daß ſie nicht
das allgemeine Prinzip des Geſetzes berührten, ihm
hin=
zugefügt werden könnten und betonte nachdrücklich die
Notwendigkeit der Annahme der Wahlquotienten.
Weiter=
hin wies der Miniſterpräſident auf die
Unzuträglichkei=
ten hin, die aus einer zu großen Abhängigkeit der
Ge=
wählten von den Wählern ſich ergeben. Mehrere
Gegen=
redner wollten ihn unterbrechen, wurden aber am Reden
durch das Zentrum, die Rechte und die äußerſte Linke
gehindert. Der Miniſterpräſident wies ſodann darauf
hin, daß die Wahlreform eine Verwaltungsreform im
Gefolge haben müſſe und ſchloß mit der Bitte, den Text
der Kommiſſion anzunehmen. (Lebhafter Beifall.)
Dar=
auf wurde der erſte Teil des Zuſatzantrages Javak, der
beſagt, daß jedes Departement einen Wahlkreis bilden
ſolle, mit 298 gegen 261 Stimmen angenommen, den
zweiten Teil ſeines Antrages zog Javal zurück.
Die Kammer nahm einen Betrag von 1373545 Fr
für die militäriſchen Operationen in Marokko an.
Eine Abordnung von hervor
ragen den Eingeborenen Al
ge=
riens iſt in Paris eingetroffen, die dem
Miniſterpräſidenten ein Geſuch um Abänderung des
jüngſten Erlaſſes über die Einführung der allgemeinen
Wehrpflicht, ſowie um die Gewährung gewiſſer Rechte
an die Eingeborenen als Entſchädigung für den
Mili=
tärdienſt überreichen wird.
England.
Die ſeltene Szene der zeitweiligen
Ausweiſung eines Abgeordneten ereignete
ſich im Unterhauſe. Der Premierminiſter gab auf eine
Anfrage, ob man die noch im Gefängnis befindlichen
Suffragettes nicht ſofort freilaſſen könne, die Antwort,
daß allen Verurteilten die ſofortige Haftentlaſſung
ge=
währt würde, falls ſie das verlangte Verſprechen, ſich
weiterer Manifeſtationen zu enthalten, abgäben.
Hier=
auf ſprang der ſozialiſtiſche Abgeordnete Lansbury, ein
heftiger Vorkämpfer des Frauenſtimmrechts, auf, und
rief erregt, dies ſei ein Skandal, da es eine Beleidigung
ſei, Derartiges von den Damen zu verlangen. Da
As=
quith ſeine Ruhe vollkommen bewahrte, lief Lansbury
auf ihn zu, um ihm zuzurufen, er morde Frauen und
verdiene, aus dem öffentlichen Leben verjagt zu werden.
In dem nachfolgenden Lärm konnte ſich der Sprecher des
Hauſes erſt nicht verſtändlich machen und forderte dann
Lansbury auf, das Haus zu verlaſſen. Da der
Abge=
ordnete ſich weigerte, dem mehrmals wiederholten
Ver=
langen des Präſidenten zu entſprechen, ſo drohte die
peinliche Szene der gewaltſamen Entfernung, doch
ge=
lang es ſchließlich den anderen Abgeordneten der
Ar=
beiterpartei, Lansbury, der in nervöſer Aufregung
Trä=
nen vergoß, zum Verlaſſen des Saales zu bewegen. Die
Ausweiſung gilt zunächſt nur für einen Tag.
Norwegen.
Organifation des
Vſertſeſdſigungs=
wieſens. Die vereinigte Militär= und
Budgetkom=
miſſion des Storthing erſtattete Bericht über die
Ord=
nung des Verteidigungsweſens. Die Mehrheit, beſtehend
aus Mitgliedern der Rechten, den Freiſinnigen und drei
Mitgliedern der Linken, beantragte Bewilligung von 20
Millionen Kronen für die Befeſtigungsanlagen und für
den Bau von zwei neuen Panzerſchiffen. Die
Minori=
tät, beſtehend aus vier Mitgliedern der Linken,
bean=
tragte Bewilligung von 16½ Millionen, da ſie nur ein
Panzerſchiff für erforderlich hielt. Die
Sozialdemokra=
ten ſtimmten gegen beide Vorſchläge.
Rußland.
Das Wahlrecht der Juden. Der Senat hat
ſich dahin ausgeſprochen, daß außerhalb der jüdiſchen
Anſäſſigkeitszone nur ſolche Juden das Wahlrecht beſitzen,
die das Wohnrecht im ganzen Reiche haben. Diejenigen
denen laut den in letzter Zeit erlaſſenen geſetzlichen
und adminiſtrativen Verfügungen ein ſſolches
Wohn=
recht nur zeitweilig bis zur Reviſion des Judengeſetzes
gewährt worden iſt, ſollen des Wahlrechts verluſtig ſein.
Marokko.
Frankreich und Spanien. Das Reuterſche
Bureau erfährt, daß die Hauptpunkte in den
Marokko=
verhandlungen zwiſchen Frankreich und Spanien als
ent=
ſchieden betrachtet werden dürfen. Hieraus folge noch
nicht, daß ein vollſtändiges Uebereinkommen
unmittel=
bar bevorſtehe. Eine Reihe techniſcher und rechtlicher
Einzelheiten, die wegen ihrer ſekundären Bedeutung
bisher zurückgeſtellt worden waren, ſind noch zu
erle=
digen. Die Frage des Uerga=Tales iſt im allgemeinen
gelöſt worden. Von großer Bedeutung iſt der Bau einer
Bahn von Tanger nach Fez, die nach dem deutſch=
fran=
zöſiſchen Abkommen vom vorigen Jahre vor allen
Bahn=
ſtrecken in Marokko hergeſtellt werden muß. Frankreich
vünſcht den Bau möglichſt bald in. Angriff zu nehmen,
ber einige Fragen harren noch der Entſcheidung. Was
die Stellung des Sultans in der franzöſiſchen Zone an
betrifft, ſo iſt man übereingekommen, daß ein Khalif
eingeſetzt werden ſoll, der den Sultan in der ſpaniſcher
Zone vertreten wird. Einzelheiten wie der Modus de
Ernennung des Khalifen und ſeiner Nachfolger ſind no
nicht erledigt. Fragen von allgemein rechtlicher Beder
tung, wie Beſtimmungen über den Bergbau, ſind im ein
zelnen noch nicht ausgearbeitet. Ebenſo fehlt es noch
an Beſtimmungen über die Anleihen, die der Sultan
kontrahiert hat. Gegenwärtig befaſſen ſich die Verhand
lungen mit der Frage der Internationaliſierung von
Tanger; es iſt eine Munizipalverfaſſung ins Auge
faßt, in der einerſeits die Vertreter der verſchiedene
Mächte, anderſeits die Stadt Tanger vertreten
ſollen.
Die internationale Kommiſſion zum Studium de
marokkaniſchen Finanzfrage hat ihre Arbei
ten beendet und beſchäftigt ſich jetzt mit der Aufſetzungde
Wortlautes der von ihr getroffenen Entſcheidungen, di
ſodann der ſpaniſchen und der franzöſiſchen Regierun
ſobald wie möglich mitgeteilt werden ſollen.
Der ſpaniſche Miniſter des Aeußern Garcia Prietg
erklärte in einem Interview, daß gegenwärti
noch vier wichtige Punkte Anlaß
Meinungsverſchiedenheiten gebeng
ſei jedoch davon überzeugt, daß der Vertrag zwi
ſchen Frankreich und Spanien noch vor Mitte Juli
unter=
zeichnet werden würde.
China.
Die Anleihe. Wie das Reuterſche Bureaue
fährt, haben ſich die Mächte, die an der
chineſiſchenAn=
leihe beteiligt ſind, vorbehalten, von dem Vertrage zu
rückzutreten, falls ein Teil des geliehenen Geldes
einer Weiſe verwendet würde, die ihren Intereſſen
widerlaufe. In einem ſolchen Falle würden die anderen
Mächte berechtigt ſein, ihrerſeits an dem Anleihevertrage
feſtzuhalten, Vorzugsrechte werden keiner Macht
ein=
geräumt.
Der Temps will wiſſen, das Konſortium habe zwar
in ſeiner Konferenz wegen deren rein finanziellem
Cha=
rakter den von den Vertretern der ruſſiſchen und japam
ſchen Gruppe geltend gemachten Bedingungen und Vor
behalten keine offizielle Zuſtimmung erteilen können, döch
hätten ihre Forderungen, gegen die kein Einwand erhe
ben worden ſei, eine allgemeine ſtillſchweigende
Geneh=
migung gefunden. Die ruſſiſche Regierung habe in
Paris ihre Befriedigung und ihren Dank für die in der=
Angelegenheit des Anleihekonſortiums erzielſte Löſun
ausſprechen laſſen.
Das Staatsdepartement in Waſhington erfährt, de
China die Sechsmächte=Anleihe von 300 Millionen Dol
wahrſcheinlich wegen der Forderung ausländiſcher=Kon
trolle der Ausgaben ablehnte. Auch der Vorſchlag ein
ausländiſchen Verwaltung des Salzmonopols wurde
abgelehnt.
* Bern, 25. Juni Nach dem bisher
ausgearbei=
teten Programm für den Empfang des
deut=
ſchen Kaiſers iſt folgendes in Ausſicht genommen
Der Kaiſer betritt in Baſel den Boden der Schweiz und
trifft in Zürich am 3. September gegen 6 Uhr ein.
Hier iſt ein eventueller Beſuch des Landesmuſeums ge
plant. Am 4. September nimmt der Kaiſer an den
Ma=
tövern teil, abends ſoll ein Nachtfeſt am See veranſtaltet
verden. In Bern erfolgt der offizielle Empfang.
Das Buch des Kronprinzen.
* Soeben erſchien bei der Deutſchen Verlags=Anſtalt
in Stuttgart und Berlin ein Buch, das mit Spannung
erwartet wurde. „Aus meinem Jagdtagebuch”,
ſo nennt der deutſche Kronprinz eine bunte Reihe
von Schilderungen und Erlebniſſen, die er in ſchlichter
und anmutiger Form erzählt. Der handliche Band in
moosgrünem Gewande trägt auf dem Umſchlag nur ein
W” in Goldpreſſung und die Krone darüber, und unten
den Titel; auf der erſten Buchſeite erſcheinen im
Fakſi=
mile die charakteriſtiſchen Schriftzüge „Wilhelm,
Kron=
prinz”, und das nächſte Blatt enthält die Widmung: „Der
Herzogin Karl Theodor in Bayern in Dankbarkeit und
Liebe gewidmet.‟ Ein Geleitwort, vierzehn Jagdbilder
und eine „Schlußbetrachtung” bilden den Inhalt, der
durch eine größere Zahl von Photographien, viele nach
Aufnahmen des Verfaſſers ſelbſt, einige nach Aufnahmen
der Kronprinzeſſin, intereſſant illuſtriert wird. Schon
beim erſten flüchtigen Durchblättern des Buches erkennt
man, wie jede dieſer Tagebuchſeiten von einer ſtarken
Liebe zum edlen Weidwerk, von einem frohen, tatkräftigen
Weltgefühl erfüllt iſt. Der kaiſerliche Jäger führt uns in
die Dſchungeln Indiens und ins ſchottiſche Hochland, in
die Alpen, in ſein idylliſches Jagdſchloß von Klein=Ellgut
und nach Johannisberg, in die ſchleſiſchen Wälder; er
ſchildert uns Treibjagden auf den Tiger und den
Stein=
bock, erzählt von dem eigenartigen „Schweineſtechen” in
Indien und der ſchwierigen Jagd auf das ſchottiſche
Moorhuhn, von der Pirſch auf den Hirſch und dem
ge=
fährlichen Nachklettern hinter dem Gemsbock. Wir erleben
es mit, wie er zum erſten Male dem Elefanten
gegenüber=
tritt, wie er den erſten Auerhahn erlegt, wie ein ſtolzer
Vierzehnender ſeine Beute wird und wie gar ein „
Ge=
ſpenſterhirſch” ihn ſchon manches Jahr genarrt und geneckt
hat. Beim indiſchen Maharadſcha und beim König von
Italien, beim Kardinal Kopp und auf engliſchen
Herren=
ſitzen iſt der Kronprinz zu Gaſte. Aber auch als
Jagd=
herrn auf eigenem Grund und Boden lernen wir ihn
kennen, im idylliſchen Zuſammenleben mit ſeiner Frau
und wenigen Intimen, im Verkehr mit ſeinen Förſtern
und Jägern. Es fehlt nicht an ſpannenden Abenteuern,
an gefährlichen Wagniſſen, an luſtigen Ueberraſchungen
und ärgerlichen Enttäuſchungen. Die Leidenſchaft des
Jägers aber verbindet ſich für ihn mit einem ſtarken
Ge=
fühl für die Schönheit der Natur, das eine Fülle
präch=
tiger Landſchaftsbilder hervorzuzaubern weiß.
Eine friſche, impulſive Perſönlichkeit ſpricht ſich in
dieſem Werke aus ein warm fühlender Menſch, der ſeine
eie Art hat, die Dinge zu ſehen, und ſeinen eigenen
und natürlichen Ton, ſie auszudrücken. Den Jäger wird
es feſſeln, von Jagden zu hören, die nicht jeder Anhänger
des edlen Weidwerks zu erleben Gelegenheit hat. Aber
manchem Leſer wird der Geſamteindruck des Buches
wich=
tiger ſein. Es iſt ſehr anſchaulich geſchildert, wie der
König des Dſchungels in Indien gejagt wird, und doch
ſind Randlinien um das Bild gezogen, an denen viele
Augen noch intereſſierter haften werden, weil in ihnen
das Wechſelſpiel der Stimmungen, die den Jäger
be=
wegten, unmittelbar aufgefangen iſt. So, wenn er im
Aufbruch zur Tigerjagd die Frage aufwirft, ob im
indi=
ſchen Märchenlande die Morgen= oder die Abendſtunden
die ſchöneren ſind, und wenn auch der Zauber des
indi=
ſchen Abends den Preis erhält; jetzt, beim Einatmen der
herrlichen Morgenluft: „wenn man entzückt lauſchte, wie
die Vögel ſangen und in den Zweigen Hunderte munterer
Tauben im Geäſt zärtlich gurrten, und wenn man den
Fluß ſilbern zum geblendeten Auge herüber ſchimmern
ſah, war man wahrhaftig — wie wir ſagen — „gerne
Soldat” Eine lange Wartezeit, eine „ſchier unerträgliche
Zeit in Licht und Glut bei dieſer unausgeſetzten
Anſpan=
nung aller Sinne” vergeht, bis endlich der „ſehnlich
er=
wartete‟ Tiger zum Vorſchein kommt. Und dann lieſt
man: Ich war ſo vollkommen in dem Anblick des
herr=
lichen Tieres verſunken, daß ich faſt vergaß, die Büchſe zu
heben. Die Mündung ſchwankte ganz erheblich, aber
end=
lich krachte der Schuß ‟ Das ganze Jagdbild jedoch
gipfelt im folgenden Schluß:
„Dieſer heiße indiſche Jagdtag wird mir für mein
ganzes Leben unvergeßlich bleiben. Oft, wenn ich jetzt
meine gute Doppelbüchſe in die Hand nehme, ſteigt ſein
Bild vor mir auf. Grelle, weiße Sonne, Hunderte
brau=
ner Kerle, ein ſcharfer fremder Geruch, wie man ihn nur
dort findet, ſo ein Duftgemiſch von Knoblauch,
Sandel=
holz und Holzkohle, und endlich das ſamtweiche, gelbe
Fell des Königs der Dſchungeln.
Und dann kommt der Heimritt durch die abendliche
Stille! Eine angenehme Kühle erfüllt die klare Luft. Die
Sonne verſinkt in einem Meer von violetten und roſa
Wölkchen. Und aus unzähligen Hütten ſteigt der
fried=
liche Rauch des indiſchen Nachtmahls.
Solchen Ritt, ſolche Bilder, ſolche Stimmungen
ver=
gißt man nicht. Und das zieht einem wie Heimweh
wie=
der zurück.
Der Engländer nennt das „the Call of the East‟
Auch ich kenn' ihn jetzt, den Ruf
Das iſt ein knappes, ſcharf umriſſenes Bild. Eine
ſtarke Empfindung iſt einprägſam ausgedrückt. Dieſer
Eindruck bleibt. Solche Töne ſind oft angeſchlagen in
dem Buch, reich und mannigfallig, von dichteriſcher An=
ſchaulichkeit getragen, bald von einem markigen Ernſt
durch=
weht, bald von humoriſtiſchen Bildern glücklich belebt
Bekenntniſſe ſind darin, die über das Sachliche
hinaus=
gehen und die ſtärker feſſeln wegen der Perſönlichkeit, die
daraus ſpricht. Man forſcht weiter in dem Buch nach
ſolchen Zügen, und man gewinnt ein Bild, das man gern
nachzeichnet .
„Gibt es auf Erden ein Paradies, ſo iſt es hier, ſſo iſt
es hier!‟ Dieſen Spruch, den die Mogulkaiſer über ihre
Burg in Agra ſchrieben, führt der Kronprinz an, um
die Gefühle anzudeuten, die ihn bei abendlichen
Pirſch=
gängen durch die ſchöne Gottesnatur oft beſeligten. Nicht
daß er ſein Jägerparadies in ſchwärmeriſchen Tönen b
ſingt! Das ſachliche Intereſſe des paſſionierten Sports
mannes ſteht an erſter Stelle, und ſo mancher Eindruck
verrät den Fachmann, verrät auch den Soldaten, der oft
auch wie auf dem Manövergelände ſchnell ein
erläutern=
des Kroki auf das Blatt wirft. Die ſtarke Freude am
Weidwerk gibt den Grundton des Buches. Aber der
Kronprinz verſteht unter Jagd eigentlich nur die „Pirſch”
und dieſe iſt ihm eine „wunderbare Verbindung von
Kampf, Naturgenuß, Selbſtbetrachtung” Bei dieſer
Auf=
faſſung hat eine Treibjagd für ihn nie denſelben Reiz;
er „ſpricht ihr nur eine Berechtigung als Schießübung,
aber keine weidmänniſche” zu. Mit Bedauern ſchreibt er
davon, daß der perſönliche gefährliche Kampf mit dem
Tier durch unſere ſtetig wachſende Kultur faſt ausgeſchal
tet iſt. „So muß die der Jägernatur eingeborene Freude
am Kampf in der körperlichen Anſtrengung der Pirſch, im
Ertragen der Unbill der Witterung, im Ueberliſten des
Wildes und ſchließlich im guten Schuß einen Erſatz fin
den.” Friſch=fröhlicher Wagemut kommt in dieſen
Blät=
tern oft zum Ausdruck. Das Gefährliche und Spannende
gefällt ihm an einer Reitjagd, wie dem engliſchen „Pie
ſticking”, das „kein eigentliches Weidwerk” iſt, aber: „we
Gott, das iſt Sport! Und kein Sport für alte Jungfern.
Gilt es die Verfolgung des Zieles, da hört er nur ungern
von Rückſichten, die er eigentlich auf ſein Leben nehmen
müßte. Der erſte Elefant iſt angeſchoſſen, aber er hat ſich
auf und davon gemacht. Der eine Begleiter will den
kronprinzen nicht weitergehen laſſen; „denn ein
ange=
ſchweißter Elefant ſei kein Spaß. Wir erwiderten ihl
ruhig, er könne dann zurückbleiben, was er ablehnte.
zogen wir alle auf der Schweißfährte nach . . .
erlegter Gemsbock iſt auf eine alte Lawine geſtürzt und
es iſt höchſt gefährlich, da hinabzuſteigen. Der begleitende
Jäger macht ein bedenkliches Geſicht: „Ich quäle ihn;
wird ſchon gehen” und ſo geht denn die Wanderung
wirklich über die trügeriſche Schneedecke, nahe am Tod
vorbei.
dlant iſt ferner eine Tour in das Berner Oberland über
die Kleine Scheidegg mit der Wengernalpbahn, unter
Umſtänden ein Abſtecher mit der Jungfraubahn und
dann eine Fahrt über den Brünigpaß nach Luzern. Dort
verabſchiedet ſich der Kaiſer von der Schweizer
Regie=
eung.
* Paris, 25. Juni. Offiziös verlautet, daß die
Manöver der Mittelmeerflotte vom 15. bis
30. Juli, die des dritten Geſchwaders in den Gewäſſern
von Breſt und Cherbourg vom 2. bis 14. Auguſt
ſtattfin=
den werden.
* Brüſſel, 26. Juni. Der Chef des
General=
tabs und perſönliche Adjutant des Königs, General
Jungbluth, tritt in einigen Tagen von ſeinen
Funk=
ionen zurück, weil er die Altersgrenze erreicht hat. An
eine Stelle wurde General Dufour zum Chef des
Ge=
teralſtabes ernannt. General Jungbluth verbleibt aber
n den Dienſten des königlichen Hofes.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. Juni.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
ſerzog dem Brandmeiſter und Kreisfeuerwehr=Inſpektor
karl Müller zu Friedberg das Ritterkreuz 2. Klaſſe
es Verdienſtordens Philipps des Großmütigen, den
Zug=
ührern Fritz Bechſtein und Jakob Kolmarſchlag,
owie den Feuerwehrmännern Albert Stark, Philipp
Döpp und Johannes Thomas I., ſämtlich zu
Fried=
erg, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für
reue Dienſte‟
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Wolff aus Berſtadt, Kreis Büdingen, eine
Zehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Nieder=Ohmen,
kreis Alsfeld.
* Keine Erkrankung des ruſſiſchen Thronfolgers.
Die „Darmſt. Ztg.” iſt von der hieſigen Kaiſerlich
Kuſſiſchen Geſandtſchaft ermächtigt, die Meldung
ſon einer angeblichen tuberkulöſen Erkrankung des
uſſiſchen Thronfolgers als vollſtändig
inbegründet und der Wahrheit nicht entſprechend
u dementieren.
* Der Kaiſerlich Ruſſiſche Miniſterreſident van
ſer Vliet hat am Dienstag einen mehrwöchigen
Erholungsurlaub angetreten. Während der Dauer
ſer Beurlaubung werden die Geſchäfte der Kaiſerlich
Ruſſiſchen Geſandtſchaft durch Legationsſekretär Grafen
ſon Kotzebue Baron Pilar von Pilchau als
beſchäftsträger geführt werden. (Darmſt. Ztg.)
-g. Strafkammer II. Geſtern hatte ſich vor der
Strafkammer II. der 32jährige Zwicker Jakob Jakob
zen. Fuhrmann aus Saargemünd, zuletzt in
Offen=
ach wohnhaft, wegen Verleitung zum Meineid und
Rückfalldiebſtahls zu verantworten. Jakob iſt verheiratet,
ebt aber von ſeiner Frau getrennt. Er aß bei einer
Witwe zu Mittag und beide fanden mit der Zeit derart
Hefallen aneinander, daß Jakob zu ihr zog. Von ſeinem
rüheren Logiswirt, dem Fabrikarbeiter Ferd. Kircher,
rahm er bei ſeinem Auszug acht Grammophonplatten
nit, um ſie der Witwe für ihr Grammophon zu
ver=
hren. Als ihm Entdeckung und als rückfälliger Dieb
ine harte Strafe drohte, erſuchte er mehrere Bekannte,
ie ſollten vor Gericht beſchwören, er hätte die Platten
von ihnen gekauft. Dieſe lehnten jedoch das Anſinnen
von Jakob ab und zeigten den Angeklagten wegen
Ver=
eitung zum Meineid an. Im Mai wurde J.
feſt=
zenommen und da er geſchlechtskrank war, in das hieſige
Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf flüchtig ging,
edoch kam nächſten Tage ſchon bei der Witwe
feſt=
zenommen werden konnte. Das Gericht ſah Verleitung
zum Meineid nicht als erwieſen an und verurteilte
den Angeklagten zu 9 Monaten Gefängnis und
5 Jahren Ehrverluſt. Der Staatsanwalt hatte 1 Jahr
.0 Monate Zuchthaus beantragt.
— Malerkurſus für Studierende. Herr
Kunſt=
naler H. J. Nover, der Leiter der alljährlich in der
Landesbaugewerkſchule ſtattfindenden Malerkurſe,
zat ebendaſelbſt einen mit beſtem Erfolg geleiteten Kueſus
deendet, der vornehmlich für die Studierenden der
Archi=
ekturabteilung der Techniſchen Hochſchule beſtimmt war.
Herr Nover ſprach in dieſem aus ſieben Demon=
ſtrationsvorträgen beſtehenden Kurſus über die wichtigſten
im Maler= und Vergoldergewerbe vorkommenden
Tech=
niken und Materialien. Der Kurſus war von nahezu
40 Herren beſucht, die mit großem Intereſſe den
Aus=
führungen und Demonſtrationen folgten und wiederholt
ihre Anerkennung ausſprachen.
* Sonderzug Frankfurt-Hamburg. Der Heſſiſche
Landesausſchuß des Deutſchen Flottenvereins,
Darm=
ſtadt, gibt eine beſchränkte Anzahl von Fahrkarten für
den von ihm veranſtalteten Sonderzug, der am 18. Juli
8 Uhr 35 Min. vormittags in Frankfurt abgeht, 7 Uhr
8 Min. nachmittags in Hamburg ankommt, zu
er=
mäßigten Preiſen ab und zwar auch an Nichtmitglieder
(2. Klaſſe 14,40 Mk., 3. Klaſſe 9,80 Mk. einſchließlich
Fahr=
plan und Zuſendungsfranko). Ausgabe von heute an
vormittags: Heinrichſtraße 99, nachmittags:
Wald=
traße 1. Es handelt ſich nur um die Hinfahrt.
Schutzverein für entlaſſene Gefangene Der geſtrige
Bericht über die Hauptverſammlung enthält infolge
mangelhafter Berichterſtattung einige
Unrichtigkei=
ten. So muß es heißen: Der Vorſitzende
General=
ſtaatsanwalt Dr. Preetorius begrüßte uſw. Weiter
unten: Neu eingeführt ſei auch das Pollard=Syſtem.
Dann bei der Vorſtandswahl: Geh. Regierungsrat
Kayſer=Worms, Landgerichtspräſident
Theobald uſw.
* Maſſenkonzert im Saalbau. Bei ſehr günſtigem
Wetter fand am Dienstag das Maſſenkonzert der hieſigen
Militärkapellen zum Beſten des „Invalidendank”
im gut beſetzten Saalbaugarten ſtatt. Der erſte Teil
brachte künſtleriſch vollwertige Darbietungen der
einzel=
nen Kapellen unter Leitung ihrer Muſikmeiſter; der
zweite Teil, das Zuſammenwirken der ſämtlichen
Kapel=
len, das bei einigen beſonders geeigneten Nummern
außerordentlich effektvoll war. So erzielten Wagners
Lohengrinfragmente (Königsgebet und die Fanfaren der
Edlen aus dem dritten Aufzug), von Obermuſikmeiſter
Mickley geleitet, und das Tannhäuſervorſpiel, unter
Obermuſikmeiſter Hauskes ſchwungvoller Direktion,
ſtarken Erfolg. Obermuſikmeiſter Weber brachte
da=
zwiſchen Melodien aus „Hoffmanns Erzählungen”
Muſikmeiſter Mittelſtädt und Obermuſikmeiſter
Rühlemann ſchloſſen mit militäriſchen Tongemälden
den ſchönen Abend, der ſich allgemeinen Beifalls erfreute,
wirkſam ab.
* Rheiniſche Zeltmiſſion. Man ſchreibt uns
Heute Donnerstag abend findet ein beſonderer Vortrag
über das Thema: Weltzwecke” ſtatt. Einige aktuelle
Fragen unſerer Zeit, wie: „Woher kommt der Menſch”
„Zu was iſt der Menſch” Wohin geht der Menſch” und
„Für was iſt die Welt da” ſollen eingehend beſprochen
werden. (Näheres Anzeige.)
* Waldfeſt am Bismarckturm. Die Beſſunger
Vereine: Turngemeinde, Männerquartett, Bürgerverein,
Orthſches Männer=Quartett, Männergeſangverein
veran=
ſtalten am kommenden Sonntag ein gemeinſames
Wald=
feſt am Bismarckturm mit Maſſenchören, Konzert,
turneriſchen Spielen, Tanz ꝛc., das, nach den
Vorbe=
reitungen zu ſchließen, gerade an dieſem wie dazu
ge=
ſchaffenen Platze ein echtes, rechtes Volksfeſt zu werden
verſpricht. (Siehe Anzeige.)
§ Feſtgenommen. Ein 20 Jahre alter Portefeuiller
aus Kirn iſt wegen Diebſtahlverſuchs hier feſtgenommen
worden.
Nieder=Modau, 26. Juni. Soeben wird bekannt
ge=
geben, warum jedes der 196 Mitglieder der Spar= und
Darlehnskaſſe um 200000 Mark gepfändet worden iſt.
Der Fehlbetrag beziffert ſich auf 1600000 Mark. Von
den Mitgliedern iſt ein Teil vermögenslos, andere
be=
ſitzen nur ein geringes Vermögen. Nur ein Mitglied
wird auf 200000 Mark geſchätzt. Da nach genauer
Be=
rechnung das Geſamtvermögen aller Mitglieder zur
Deckung des Fehlbetrages nicht ausreicht, ſo war es nach
dem Geſetz erforderlich, die Zuſchüſſe der Mitglieder ſo
hoch zu berechnen, als das Vermögen des reichſten
Mit=
glieds der Kaſſe beträgt, weil nach dem Geſetz bei
Kaſ=
ſen mit unbeſchränkter Haftung jedes Mitglied mit
ſei=
nem ganzen Vermögen haftbar iſt. Hätte das Gericht die
Haftſumme geringer eingeſetzt, ſo wären die vielen
Un=
bemittelten um ihr ganzes Vermögen gekommen,
wäh=
rend die wenigen reichen Mitglieder Zeit gefunden hät=
ten, ihr Vermögen in Sicherheit zu bringen. Die
Ver=
luſte der 1000 Spareinleger wären alsdann um ſo
grö=
ßer geworden. Es wäre nun gewiß auch intereſſant zu
wiſſen, wie hoch ſich die Pfändungskoſten belaufen, da
alſo 196 Mitglieder je um 200000 Mark gepfändet
wor=
den ſind, was doch eine Geſamtſumme von 39200000
Mark ausmacht.
V. Ginsheim, 25. Juni. Frau Adam Rauch V.
hatte vor 33 Jahren ihren Ehering verloren und
konnte ihn damals nicht mehr finden. In den letzten
Tagen ging nun ihr jüngſter Sohn ins Feld, um
Kar=
toffeln zu hacken und bei dieſer Arbeit fand er den ſo
lange vermißten Ring wieder Name und Jahreszahl
auf demſelben ſind noch deutlich zu leſen.
Offenbach, 25. Juni. Zu einer blutigen Meſ
ſerſtecherei kam es geſtern abend gegen 11 Uhr im
Großen Biergrund Als ein Arbeiter eine Wirtſchaft
verließ, wurde er von einer Anzahl Marktſteher, die ſich
auf der Straße zuſammengerottet hatten und dem
Arbei=
ter auflauerten, angerempelt und zu Boden geworfen.
Ein Kollege des Ueberfallenen, der 41 Jahre alte
Mau=
rer Johann Monat, eilte dieſem zu Hilfe. Bei dem
nunmehr entſtehenden Handgemenge erhielt Monat
ei=
nen Stich über dem linken Auge, ſodaß er
zuſammen=
brach. Der Verletzte wurde nach dem Krankenhaus
ge=
führt. Der Meſſerheld konnte noch nicht feſtgenommen
werden.
Niedernhauſen, 26. Juni. Das große Holz= und
Ofen=
lager der Firma Klaus ſteht ſeit geſtern abend in
Flam=
men. Sechs Feuerwehren aus der Umgebung ſind mit
den Löſchungsarbeiten beſchäftigt, doch war es bisher noch
nicht möglich, des Feuers Herr zu werden. Der Schaden
beträgt über 300000 Mark.
— Mainz, 26. Juni. Die Jahresverſammlung der
Gutenberg=Geſellſchaft findet am Sonntag, den 30. Juni,
vormittags 11¼ Uhr, im Stadthauſe zu Mainz ſtatt. Den
Feſtvortrag wird Herr Dr. Johannes Schinnerer,
Direktor des Buchgewerbemuſeums in Leipzig, über „Neue
deutſche Buchkunſt” halten. Die Verſammlung iſt öffentlich.
* Mainz, 26. Juni. Die 45jährige Frau Minna des
Landwirts Kaſpar Schollmayer III. in Koſtheim
wurde wegen Mordverſuches vom hieſigen
Schwur=
gericht nach zweitägiger Verhandlung, zu der 77 Zeugen
geladen waren, zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Frau
Schollmayer hatte aus Eiferſucht im Dezember vorigen
Jahres den 35 Jahre alten Schloſſer Klausfelder, deſſen
drei Kinder und ſeine damalige Braut durch Strychnin zu
vergiften verſucht.
Worms, 26. Juni. Von dem beim Abwaſchen von
Wänden und Decken im ſtädtiſchen Krankenhaus
am 22. ds Mts, von einem Leitergerüſt abgeſtürzten
beiden auswärtigen Arbeitern iſt heute nacht auch der
zweite im Krankenhaus ſeinen Verletzungen
erle=
gen. Der zuletzt Geſtorbene iſt 43 Jahre alt und ſtammt
aus Rußland — Die von Herrn Buſch (Lichtſpielhaus)
hergeſtellte, ſehr gut gelungene
kinematographi=
ſche Aufnahme der erſten Luftpoſt in
Worms, die hier während ihrer Vorführung im
Licht=
ſpielhaus allgemeinen Beifall fand, wird zur Zeit in
Paris gezeigt. Herr Buſch hat den Film an die
be=
kannte Filmfabrik Pathé Frères verkauft, die ihn nun
zur weiteren Verbreitung bringt.
Worms, 25. Juni. Bei der heute früh kurz vor
7 Uhr erfolgten Abfahrt des Köln=Düſſeldorfer
Perſo=
nenboots nach Mainz, das von Mannheim um halb
7 Uhr hier eintrifft, wurde der Kapitän des Dampfers
vom Schlaganfall betroffen, was zur Folge hatte,
daß das Schiff umkehrte und am Wormſer
Landungs=
platz ärztliche Hilfe abwartete. Der Arzt konnte nur den
ſofort eingetretenen Tod des Kapitäns feſtſtellen.
Sprendlingen (Rheinh.), 26. Juni. Dem hier zur
Firmung anweſend geweſenen Biſchof Dr Kirſtein
von Mainz iſt. wie die Mainzer Volksztg. ſchreibt, in der
Sakriſtei der hieſigen Kirche während des Gottesdienſtes
die goldene Uhr geſtohlen worden. Der Pfarrer
machte von der Kanzel aus bekannt, daß geſetzliche
An=
zeige erfolge, wenn die Uhr nicht ſchleunigſt dem Biſchof
wieder zugeſtellt werde. Der Dieb hat aber bis jetzt noch
nichts von ſich hören laſſen.
Gießen, 26. Juni. Ein etwa 12jähriger Junge ſchoß
geſtern mittag mit einem Terzerol am Philoſophen=
„Auf einmal — es kommt urplötzlich — gibt es einen
polternden, knirſchenden Ton . . . Ich ſehe, wie mein
Jäger wie der Blitz zurück unter mich hinſpringt, und vor
meinen Füßen nicht mehr als drei Meter vom Platz, wo
ich ſtehe, rutſcht die ganze Schneemaſſe zu Tal. Eine
weiße Fläche, ſo groß wie der Fußboden eines großen
Zimmers. Es war eine hohlgefrorene alte Lawine. Ganz
feſt ſchien ſie, und doch war die ganze Geſchichte reſtlos
Labgerutſcht. Der graue Grasboden des Berghanges lag
bloß.
Das war der Tod, der weiße Tod, der da wenige
Meter von uns vorbei gefahren war und uns gegrüßt
hatte.
Ich glaube, jeder von uns hat ein kurzes, aber
echt=
gemeintes Gebet für ſich geſprochen
Seine Auffaſſung der Jagd, die ihn auf die „
ver=
achtenswerten Schießer” herabblicken läßt, läßt ihn auch
noch andere Reize erleben; er freut ſich über das „
wun=
dervolle Training” wenn er ſtundenlang völlig durchnäßt,
nur im Hemde durch den hüfttiefen Schnee aufwärts geht,
ſo iſt er beglückt, wenn er nach der „langſamen Folter
des Wartens und Lauſchens” nach mancher Enttäuſchung
oder einem bitter empfundenen Fehlſchuß einen guten
Treffer macht; er „umarmt faſt” ſeinen Schikari, er
ſchüt=
telt dem Forſtmeiſter gerührt die Hand. Prägnant iſt die
Stimmung beim Erlegen des erſten Auerhahns
geſchildert:
Plötzlich zeigte mir der Jäger mit wortlos
vorge=
ſtrecktem Arm etwas Dunkles. Einen ſchwarzen Klumpen,
ſo ſchien mir’s, der auf dem Schnee einen abſonderlichen
Tanz aufführte.
Der Hahn!
Stumm und vorſichtig ſchlichen wir weiter, mit gro=
Ber Mühe uns durch den tiefen Schnee arbeitend. Dann
2—3mal tief Atem geholt, die Flinte entſichert, der Schuß
kracht und der eben noch ſo tolle Tänzer, der lebensluſtige
Minneſänger, ſinkt zuſammen im Schnee.
Noch im Tode bietet er einen ſtolzen Anblick in der
Pracht ſeines bunten Gefieders, umrahmt von den
purpur=
nen Flocken, die ſein Schweiß auf die glitzernde
Schnee=
decke verſtreut hat. Einen ſchönen Tod hat er gehabt, der
ſtolze Kerl, aus dem vollen Liebeswerben heraus direkt
in die ewigen Jagdgründe!”
Ihr beſonderes Kennzeichen erhält dieſe Luſt an der
Jagd jedoch durch das tiefe Naturgefühl das alle
Schilderungen bewegt. In ſeiner Schlußbetrachtung
ſpricht ſich der Kronprinz direkt darüber aus: „Das große
Buch der herrlichen Gottesnatur öffnet ſich willig und
ganz von ſelbſt dem echten Weidmann. Im glühenden
Aufgehen der Sonne oder im müden, lautloſen
Mittags=
ſchlaf der Natur, im ſanften Abend, der ſeinen Frieden
über Wald und Feld breitet, im wilden, ſtöhnenden Föhn
im Gebirge redet die große, herrliche Natur mit immer
verſchiedenen, immer gewaltigen Stimmen zu uns einſam
pirſchenden Jägern und ſingt uns das hohe Lied des
Schöpfers.” Und im Anſchluß daran lieſt man dieſes
be=
merkenswerte Bekenntnis:
„Ueber religiöſe Gefühle und Auffaſſungen zu
ſpre=
chen iſt eine diffizile Sache. Ich weiß nur das eine: ich,
dem die Maxime des großen Ahnherrn: „In meinem
Staate kann ein jeder nach ſeiner Faſſon ſelig werden”
aus innerſter Seele geſprochen iſt, hab mich meinem
Gotte nie näher gefühlt, als wenn ich — die Büchſe
über den Knien — in der goldenen Frühe des einſamen
Hochgebirges oder in der rührenden Stille des
abend=
lichen Forſtes ſaß.”
„Das beſcheidene Gefühl der eigenen Kleinheit und
Nichtigkeit im Vergleich zur ewigen, unendlichen Natur
und im Angeſicht der Werke unſeres Schöpfers — nenne
man ihn, wie man wolle —, das träumeriſch Ausruhende
und die Gelegenheit zu ſtiller Betrachtung im Wechſel mit
ehrlicher Anſtrengung und Anſpannung des Körpers und
Geiſtes zur Ueberliſtung des Wildes, dies alles erfährt
vielleicht keiner ſchöner und beſſer als der echte Jäger.”
Die „herrliche, wilde und großartige
Alpenland=
ſchaft” entzückt den Kronprinzen ebenſo wie die „
anhei=
melnde, liebliche Hügellandſchaft” am Fuß der Sudeten.
Er ſchildert einen Sommermorgen im
Hoch=
gebirge: „Die Luft iſt ſo klar und leicht, und
tau=
ſend bekannte Kräuter und Blumen geben ihr ein ganz
beſonders würziges Aroma. Und dann übergießt die
liebe Sonne wundervoll alle Spitzen der Berge mit
Gold. Tief unten aber die Täler ſind noch in
nächt=
liches Dunkel gehüllt. Der Nebel liegt in dicken Wolken
auf den Wieſengründen, und der Rauch ſteigt ſenkrecht
in dünner Säule aus den Hüttenſchloten ‟ Da
pre=
digt’s ihm die Natur eindringlich: „Es iſt eine Freude,
zu leben.” Oder, wie er ein ander Mal ſagt: „An ſo
einem hellen Morgen auf gutem Pferde fühlt man ſich
zum Bäumeausreißen aufgelegt.‟ Nachdenkliche und
fromme Gedanken ſteigen in ihm auf: „Und ich grüße ihn
jedesmal, dankbar meinen Schöpfer, daß er mich dies
alles ſchauen und empfinden läßt. Wie viel Tauſende
armer Menſchenkinder ſind doch verurteilt, ihr Leben
hinter den Mauern der Städte und Fabriken zu
ver=
bringen! Ach, könnte man ihnen ab und zu die Friſche
eines ſolchen jungen Gebirgsmorgens in ihren errſten
Beruf hineintragen, wie gut würde das Leib und Seele
tun!”
Beſonders ſtarke Natureindrücke hat in dem
Kron=
prinzen ſeine „unvergleichlich ſchöne Reiſe” ins „
farben=
reiche Märchenland” Indien hinterlaſſen. Wie gern
er=
zählt er vom Elefanten, dieſem „intelligenteſten Tiere
der Schöpfung” vom Reiten auf dieſem Tiere, das für
den Europäer allerdings kein Genuß iſt. „Der Elefant
gehört zum Bilde Indiens wie das Aufziehen der Wache
zu Berlin, das Bier zu München, der Kaffee zu Sachſen
oder das Eiswaſſer und der Kaugummi zum
Ameri=
kaner.‟ Die exotiſchen Bilder des bunten Orients ſtehen
in einem anmutigen Gegenſatz zu den idylliſchen von
ſeinem „geliebten Jagdhaus” in Klein=Ellgut. „Als
Junggeſelle hab ich mir’s gebaut — vor einer Reihe von
Jahren — aber doch ſchon im Gedanken, einmal die
eigene Frau hineinführen zu können.” „Ganz einfach,
aber ſehr gemütlich iſt das Häuschen eingerichtet, und
ein tiefer, unſtörbarer Friede umgibt den, der ſich abends
am Kaminfeuer behaglich im tiefen Korbſtuhl
nieder=
läßt, den Rauch einer Zigarette gegen die rohgezimmerte
Balkendecke bläſt und ſeinen Gedanken nachhängt. Und
die Gedanken hier am Kamin kehren immer wieder zu
der Einſicht zurück: wie herrlich doch eine ſolche
Waldes=
einſamkeit iſt im Vergleich zum nie ruhenden Getriebe
und der nervöſen Haſt der Großſtadt.” Alljährlich fährt
er mit der Kronprinzeſſin und mit einem guten
Freunde hinaus. „Oftmals begleitet mich Cécile zur
Pirſch. Sie teilt meine glühende Verehrung für Natur
und Jagd, und ihre ſcharfen Augen ſtehen denen des
Förſters nicht nach.” Hier kennt der Kronprinz jeden
Baum und Strauch; mit dem Oberförſter ſpricht er
ein=
gehend über alle Einzelheiten der Verwaltung. Unter
den Bauern, denen er begegnet, iſt „manch lieber alter
Bekannter‟ Die Jagd iſt dem Kronprinzen auch ein
Band der Freundſchaft. „Wenn am Abend das
helle Kaminfeuer brennt, und wenn dann, in großen
Lederſtühlen behaglich hingeſtreckt, fröhliche Waidmänner,
eine Zigarette zwiſchen den Zähnen, die Blicke auf die
Trophäen an den Wänden gerichtet, ſich gegenſeitig
er=
innern: „Weißt du noch, wie wir damals auf den Hirſch
pirſchten?” ſo gibt das eine ſelbſtverſtändliche
Kamerad=
ſchaft und. ich kann’s nicht anders ausdrücken, ein ſtark
inneres Glückgefühl zugleich .
Vielgeſtaltige und farbenreiche Bilder drängt ſo der
Kronprinz auf den Blätkern ſeines Jagdtagebuches
zu=
ſammen, alle zur Einheit geſchloſſen durch die helle und
echt fühlende Perſönlichkeit des Erzählers.
waldwege und jagte dabei einem Dienſtmädchen die
Ku=
gel in den Arm. Zum Glück war es nur ein
Streif=
ſchuß und die Verletzung unbedeutend.
Bad Nauheim, 25. Juni. Ein großes
Roſen=
feſt findet am Donnerstag, den 27. Juni, nachmittags
4 Uhr, auf der Kurhausterraſſe bei Doppelkonzert der
Kurkapelle und des Muſikkorps der Leibdragoner ſtatt.
Zahlreiche junge Damen der Kurgeſellſchaft werden
hier=
bei als Verkäuferinnen mitwirken. Die Terraſſe wird an
dieſem Tage in reichem Blumen= und Bannerſchmuck
glänzen. Im Konzert der Kurkapelle gelangt zum erſten
Male der von Kapellmeiſter Steinmann komponierte
Kaiſerin Auguſte Viktoria=Huldigungsmarſch für
gemiſch=
ten Chor (30 Herren und 50 Damen) zur Aufführung.
Vilbel, 26. Juni. Die Hauptverſammlung der
hie=
ſigen Bezirksſparkaſſe „Mathildenſtift” hat den
Entſchluß gefaßt, den in dem 27 Gemeinden umfaſſenden
Kaſſenbezirk wohnenden 85 Kriegsteilnehmern
eine außerordentliche Unterſtützung von je 20 Mark zu
gewähren.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 25. Juni. Auf den 8. Juli
tſt vom Staatsanwalt Termin gegen die
ſozialdemo=
kratiſchen Mitglieder des Abgeordnetenhauſes,
Bor=
chardt und Leinert, anberaumt worden. Der
nationalliberale Abgeordnete Schifferer iſt als Zeuge
ge=
laden. — Ueber die großen Unterſchlagungen
des Tuchagenten Georg Kaim, die ſeinerzeit
ſo großes Aufſehen erregt haben, begann am Dienstag
die Verhandlung vor der 4. Strafkammer unter Vorſitz
des Landgerichtsdirektors Dr. Gayer. Der Angeklagte,
der von den Rechtsanwälten Dr. Halpert und Bahn
ver=
teidigt wird, iſt einige Monate in Unterſuchungshaft
ge=
weſen und ſchließlich gegen eine Sicherheitsſtellung von
10000 Mark aus der Haft entlaſſen worden. Ihm
wer=
den, wie bekannt, zahlreiche Fälle des Betruges, der
Unterſchlagung, der Urkundenfälſchung, bei denen es ſich
um die ungeheure Geſamtſumme von zirka 2 Millionen
Mark handelt, außerdem Konkursvergehen zur Laſt
ge=
legt. Die beiden wegen gewerbsmäßiger Hehlerei und
Wuchers mitangeklagten Kaufleute Heinrich und Martin
Salomon, die nach der Behauptung des Angeklagten
ſeine böſen Geiſter geweſen ſein ſollen, ſind ſeinerzeit
gleichfalls in Haft genommen worden, wurden dann
gegen Kaution von je 150000 Mark auf freien Fuß
gge=
ſetzt und haben dieſe Rieſenſumme im Stich gelaſſen
und in England Aufenthalt genommen. — Eine große
Einbrecher= und Diebes=Geſellſchaft, die
ſich zu dem ſcheinbar harmloſen Mundharmonika=Verein
„Lyra” zuſammengetan hatte, wurde von der
Kriminal=
polizei in Moabit aufgehoben. Die „Lyra” verſammelte
ſich jeden Mittwoch und Samstag bei einem Schankwirt
in der Wiclefſtraße zu Mundharmonikavorträgen, in
denen ſie es zu einer gewiſſen Kunſt gebracht hatte. Sie
beſtand aus 20 Mitgliedern. Jeder Mann hatte ſein
be=
ſonderes Inſtrument und alle 20 waren zu einer
harmo=
niſchen Wirkung gut abgeſtimmt. An den Sitzungen
nahmen in der Regel auch „Damen” teil. Alles ſchien ſo
harmlos zu ſein, daß niemand ſich bei den
Veranſtalt=
ungen der „Lyra” etwas Böſes denken konnte. Nur die
Mitalieder ſelbſt wußten Beſcheid. Vor und nach den
muſikaliſchen Veranſtaltungen und zwiſchendurch, in den
Pauſen, tauſchten die Mitglieder, zum größten Teil
ehe=
malige Fürſorgezöglinge, aber auch junge Handwerker,
Schloſſer, die keine Luſt zum Arbeiten haben, ihre
täg=
lichen Erfahrungen über Diebes= und Baldowerfahrten
aus und ſchmiedeten Pläne für Einbrüche aller Art. Der
erſte Präſident, den die „Lyra” hatte, ein gewiſſer
Roſen=
feld, wurde kürzlich nach Verübung von Schankwirts=
und Wohnungseinbrüchen, ſowie Ladendiebſtählen
ab=
gefaßt. Für die „Damen” war „Herr Roſenfeld” von
Berlin nach auswärts verzogen. Präſidium und
Vor=
ſtandsmitglieder, die alle ähnlichen Berufen nachgingen,
hielten ſtreng auf Ordnung und Beachtung der
Satz=
ungen. Die Beute aus den Wirtſchafts=, Geſchäfts= und
Wohnungseinbrüchen der Bande wurde in ihren
Be=
kanntenkreiſen verkauft oder bei Pfandleihern verſetzt.
Ihre „Damen” erhielten von dem Erlös zarte Spenden,
Süßigkeiten uſw. Aber endlich machte die
Kriminal=
polizei der Vereinsharmonie ein Ende. Die „Lyriker”
wurden feſtgenommen, ferner Einbruchswerkzeuge und
die Mundharmonikas beſchlagnahmt, weil ſie durchweg
geſtohlen ſind. Die „Vereinsdamen” blieben auf freiem
Fuß, weil ſie ihre Unſchuld nachdrücklich beteuerten.
Hammelburg, 26. Juni. Vom
Truppenübungs=
platz des zweiten bayeriſchen Armeekorps, Hammelburg,
wird der Morgenpoſt gemeldet: Die Angehörigen der 5.
Infanterie=Brigade, beſtehend aus den in der Pfalz
garniſonierenden Infanterie=Regimentern Nr. 22 und
23 und dem 2. Jägerbataillon, ſind einer großen
Gefahr entgangen. Am Montag früh begann um
6 Uhr das Exerzieren im Brigadeverband, das um 9 Uhr
an jedem Tage beendet ſein mußte, damit der Platz
voll=
ſtändig geräumt ſei, da punkt 9 Uhr das Scharfſchießen
der Artillerie beginnt. Als nun die Brigade dieſe Woche
früh 8,45 Uhr nach dem etwa ½ Stunde entfernten Lager
abrückte, ertönte plötzlich Artilleriefeuer und ein
ſchar=
fer Schußſchlug zirka 300 Meterhinter den
Truppen ein. Ein Offizier hatte die
Geiſtesgegen=
wart, ſofort „Marſch! Marſch!” zu kommandieren, und
die Truppen mußten im Laufſchritt der gefahrvollen
Feuerzone der Artillerie enteilen. Eine nähere
Unterſuch=
ung über dieſen Vorfall iſt im Gange.
Kirchhain bei Kaſſel, 25. Juni. Die ſeither geführten
Ermittelungen über den Pretioſen=Diebſtahl
im Schweinsberger Schloſſe haben ergeben, daß
kein internationaler Dieb und auch kein Angeſtellter des
Hauſes als Täter in Betracht kommt. Man glaubt, daß
der Diebſtahl von einem Einbrecher ausgeführt
wor=
den iſt, der in der letzten Zeit in der dortigen Gegend
ſchon mehrere Einbruchsdiebſtähle begangen hat. Er
hatte es offenbar weniger auf die Pretioſen, als auf
Geld abgeſehen.
Trier, 26. Juni. Auf der Landſtraße bei Mülheim
an der Moſel ſchlug der Blitz während eines Gewitters
in das Rad eines auf der Fahrt befindlichen
Rad=
fahrers. Das Rad wurde zerſchmettert und der
Rad=
fahrer zu Boden geworfen. Er war beſinnungslos und
konnte erſt mit ärztlicher Hilfe wieder ins Leben
zurück=
gerufen werden.
Köln, 25. Juni. Die Kriminalpolizei verhaftete
heute nachmittag den Einbrecher Franz Beyer. Beyer
kommt bei dem Raub der Kaiſerkette des Kölner
Männergeſangvereins aus der Eigelſteiner Torburg,
ſo=
wie bei dem kürzlich begangenen Einbruch in das
Poſt=
amt in der Aachenerſtraße unzweifelhaft in Frage. Er
wurde außerdem noch wegen verſchiedener anderer
Ein=
brüche geſucht.
Horrem im Rheinl. 26. Juni. Bei einer Exploſion
im Laboratorium des Kunſtfeuerwerkers Röller wurde
dieſer getötet und ſein Gehilfe tödlich verletzt. Das
Gebäude iſt größtenteils zerſtört.
Blankenburg i. Thür., 25. Juni. Infolge
Durch=
gehens des Pferdes auf einer Spazierfahrt wurde die
Frau Dr. Weißenſtein aus Petersburg vom Wagen
geſchleudert und getötet, zwei andere ruſſiſche Damen,
die ſie begleiteten, wurden ſchwer verletzt. Der Kutſcher
brach den Fuß.
Hamburg, 26. Juni. Nach dem Berliner Tageblatt
hat der Hamburger Rennklub wegen ſeines
ſchar=
fen Vorgehens gegen ein Mitglied des Unionklubs eine
entſchuldigende Erklärung abgegeben, womit
ſich der Unionklub als befriedigt erklärte.
Stralſund, 26. Juni. Heute morgen explodierte
in der Chemiſchen Waſchanſtalt und Dampffärberei Wegner
ein Benzinbehälter. Sechs Perſonen wurden ſchwer
ver=
letzt, darunter der Beſitzer. Der ſeinen Vater begleitende
12jährige Sohn iſt bald darauf geſtorben.
Lübtheen, 25. Juni. Die mecklenburgiſche
Gewerk=
ſchaft „Friedrich Franz” teilt mit: Durch am
Mon=
tag nachmittag plötzlich eingetretenen verſtärkten
Waſſereinbruch in die Grubenbaue der
Kaliſalz=
werke Jeſſenitz, der innerhalb einiger Stunden die noch
waſſerfreien Baue und den Schacht bis 40 Meter unter
Tage mit Waſſer erfüllt hat, wurde das Grundwaſſer
der Umgebung gewaltſam entzogen. Infolgedeſſen
traten in einem Umkreiſe bis zu 2½ Kilometern
wieder=
holt Erdſtöße ein, die in den umliegenden Ortſchaften
Probſt=Jeſar und Trebs und auch nahe bei Lübtheen
mehrfach Erdfälle und Bodenſenkungen zur Folge hatten.
Auch der Werkshof des Kaliwerks „Friedrich Franz”
wurde von den Erdſenkungen betroffen, die an mehreren
Betriebsgebäuden Beſchädigungen hervorgerufen haben.
Der Schacht und die Grubenbaue ſind vollſtändig
unver=
ſehrt. Die Schachtförderung ruht infolge der
Beſchädig=
ungen an dem Rauchkanal des Keſſelhauſes und an der
elektriſchen Zentrale für einige Tage, wird jedoch bald
wieder aufgenommen werden.
Wien, 26. Juni. In den Dolomiten wurde die Leiche
eines Touriſten gefunden, die zwei Schußwunder
aufwies und der der Schädel eingeſchlagen war. Eine
Ge=
richtskommiſſion ſtellte feſt, daß Mord vorliegt. Von
den Mördern fehlt jede Spur. Der Ermordete iſt ein
italieniſcher Touriſt.
Paris, 26. Juni. Wie aus Oran gemeldet wird,
überfiel ein Korporal der Fremdenlegion, namens
Cro=
mer, den Sergeanten Pietri im Schlafe und tötete
ihn durch zwei Gewehrſchüſſe. Der Mörder, der erſt nach
heftigem Widerſtand feſtgenommen werden konnte,
er=
klärte, er habe ſich an Pietri rächen wollen, da dieſer ihn
immerzu beſtraft habe, damit er nicht Unteroffizier
werde.
Calais, 25. Juni. In der hieſigen
Artillerie=
ſchule wurde beim Laden eines Geſchützes ein
Ver=
ſchlußſtück nicht vollſtändig feſtgemacht, infolgedeſſen der
Schuß hinten herausging. Er verletzte drei Artilleriſten
und einen Unterleutnant ſchwer.
London, 26. Juni. Das Handelsamt hat durch
Vermittelung des Auswärtigen Amts zwei goldene
Uhren erhalten, die der deutſche Kaiſer dem Kapi
tän und dem Erſten Offizier des Dampfers „Raven
ſtone von Newcaſtle in Tyne zum Geſchenk gemacht
hat in Anerkennung ihrer Dienſte bei der Rettung zweier
Leute der Mannſchaft des Dampfers „Chios” der am
8. Dezember im nördlichen Atlantik untergegangen iſt.
Warſchatt, 25. Juni. In einer Anwandlung von
Geiſtesſtörung ſchoß der Hauptmann Gaſarow auf
den Regimentskommandeur Baron von Brinken und
ver=
letzte ihn ſchwer, jedoch nicht lebensgefährlich. Alsdann
brachte er ſich ſelbſt eine tödliche Kopfwunde bei.
New=York, 25. Juni. Alfred Seligman, der
Bru=
der Jſaak Seligmans, in dem Bankhauſe J. und
Seligman und Ko., iſt bei einem Automobilunfall
um=
gekommen.
New=York, 25. Juni. In dem Prozeß derRe
gierung gegen den Atlantiſchen Dampfer
truſt wurde der Paſſagieragent der Holland-Amerika=
Linie, Nyland, über die Tätigkeit des Komitees von
1908 vernommen, das angeblich ſogenannte „
Kampf=
ſchiffe” gegen die Konkurrenzlinien eingeſtellt hätte,
Nyland ſagte aus, daß die Kampfſchiffe gegen die
Ruſ=
ſiſch=Aſiatiſche Linie, gegen die Uranium=Linie und gegen
andere Dampferlinien gerichtet geweſen ſeien, und gah
widerſtrebend zu, daß das Komitee ermächtigt geweſen
ſei, die Raten der Kampfſchiffe zu regulieren.
New=York, 26. Juni. Geſtern war New=York der=
Schauplatz ungewöhnlicher Ereigniſſe. Infolge der ſtarken
Steigerung der Fleiſchpreiſe hat ſich
derBe=
völkerung eine große Erregung bemächtigt, die geſtern in
einem impoſanten Umzug der Hausfrauen ihren Ausdrück
fand. Dabei ſteigerte ſich die Wut der Frauen ſoweit, daß
ſie mehrere Fleiſcherläden ſtürmten, die
anweſen=
den Käufer verjagten und das Fleiſch unbrauchbar machten,
indem ſie Petroleum darauf ſchütteten.
Der Berndt=Schapiro=Prozeß.
Achter Verhandlungstag.
g. Zeuge Landgerichtsrat Altendorf bekundet,
daß ihm Polizeirat Obſtfelder geſprächsweiſe nach einer
Vernehmung geſagt habe, er könne gegen Frau
Schapiry=
nichts machen, ſie reiße alles an ſich. Es ſei auch
mög=
lich, daß er dies ſpäter dem Angeklagten gegenüber
ein=
mal geäußert habe. Er habe aber bei dieſem Ausdruck
des Polizeirats nichts beſonderes gefunden. Es’ſei
ganz natürlich, daß ſich Frau Schapiro mit Feuereifer
in ihr Wirken geſtürzt habe, während der Herr
Polizei=
rat wohl nicht mit einem ſolchen Eifer an die Arbei
gehe. Er habe dies auch deshalb nicht ſo aufgefaßt, als
ob Frau Sch. gegen den Willen des Herrn Polizeirats
gearbeitet habe. Frau Sch. ſei auch am Anfang ihrer
Tätigkeit von den Leuten direkt überlaufen worden.
Die von ihr weitergegebenen Anzeigen ſeien wohl ſehr
oft eingeſtellt worden, was aber nicht gegen Frau Sch
ſpreche, denn das käme ſehr häufig vor, insbeſondere
ſeien in derartigen Verfahren die Zeuginnen ganz
unzu=
verläſſig, weshalb ſich das ganze Bild immerfort
voll=
ſtändig ändert. Die Polizei habe jede erſtattete Anzeige
an die Staatsanwaltſchaft weiterzugeben, deshalb
könn=
ten aus der Zahl der eingeſtellten Verfahren, keine
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Direktor
Birrenkoven, der bekanntlich die neue Oper in
Bochum übernommen hat, ſteht zurzeit mit dem
Kompo=
niſten und Dirigenten Oskar Fried in Unterhandlung,
um Fried als muſikaliſchen Leiter der Oper zu gewinnen.
Wenn die Stadt Bochum Frieds Forderung hinſichtlich
eines an Zahl und Qualität ausreichenden Orcheſters
be=
willigt, dürfte der Vertrag mit Fried zum Abſchluß
ge=
langen.
In Wiesbaden iſt, wie gemeldet, der engliſch=
hollän=
diſche Maler Sir Laurens Alma=Tadema in der
Nacht vom Montag auf Dienstag an einem Magenleiden,
das eine Operation nötig machte, geſtorben. Alma=
Tadema war am 8. Januar 1836 zu Dronrijp im
hollän=
diſchen Friesland geboren. Seine Studien machte er
vor allem in Antwerpen. Selbſtändig trat er zuerſt 1861
mit einem Gemälde „Die Erziehung der Söhne
Klothil=
des” auf. Das hiſtoriſch=archäologiſche Genrebild war
fortan das Gebiet des Künſtlers, der ſeit 1870 in
Lon=
don lebte. Vor allem entnahm er dem römiſchen
Alter=
tum ſeine Stoffe. Alma=Tadema, der in England
hei=
miſch geworden war, hat vor allem in ſeinem Adoptiv=
Vaterlande reiche Anerkennung und Ehrungen
erfah=
ren. 1899 wurde ihm der Baronetstitel verliehen.
Letzter Tage fanden Beſprechungen ſtatt, die zu dem
Entſchluß führten, gegen die Freigabe von Richard
Wagners „Parſival” einen Proteſt des
ge=
ſamten deutſchen Volkes vorzubereiten.
Ein intereſſantes Preisausſchreiben.
Der Verein „Recht und Wirtſchaft” E. V., der ſich die
För=
derung zeitgemäßer Rechtspflege und Verwaltung zur
Aufgabe geſtellt hat, erläßt ein Preisausſchreiben über
fol=
gendes Thema: „Das Verhältnis der Preſſe zur Juſtiz
unter beſonderer Berückſichtigung der Berichterſtattung
durch die Preſſe und ihrer geſetzlichen Verantwortlichkeit.”
Die beſte Arbeit erhält den Preis von 1000 Mark. Das
Preisgericht beſteht aus den Herren:
Oberlandesgerichts=
präſident Dr. Börngen in Jena, Reichsgerichtsrat
Eber=
mayer in Leipzig, Dr. jur. Faber, Vorſitzendem des
Ver=
eins der Deutſchen Zeitungsverleger in Magdeburg,
Ver=
lagsbuchhändler Georg Kreyenberg, Schriftführer des
Börſenvereins der Deutſchen Buchhändler in Berlin,
Chef=
redakteur Marx, I. Vorſitzendem des Reichsverbandes
Deut=
ſcher Preſſe in Berlin, Geh. Regierungsrat Witting in Ber=
lin. Die Arbeiten ſollen einen Umfang von mindeſtens 5,
höchſtens 10 Druckbogen haben. Die gekrönte Arbeit wird
in den „Schriften des Vereins „Recht und Wirtſchaft”
ver=
öffentlicht. Die Einlieferung hat bis zum 1. Juli 1913 an
die Geſchäftsſtelle des Vereins „Recht und Wirtſchaft”
Berlin W. 15, Meinekeſtraße 7, zu erfolgen, die auch einen
vollſtändigen Abzug der Bedingungen für den Wettbewerb
auf Wunſch koſtenlos verſendet und Anfragen und
Mit=
teilungen entgegennimmt.
ck. Die Rieſenſchlange als Opfer der Mode. Während
Reiher und Paradiesvogel, Eisfuchs und Alligator ihr
Leben ſchon lange dahingeben müſſen, um der modernen
Frau ſchöne und koſtbare Hüte, Pelze und Gürtel zu
ſchen=
ken, ereilt nun auch die in weltabgeſchiedenen
undurchdring=
lichen Wäldern hauſenden Rieſenſchlangen das
ſchmeichel=
hafte, aber bittere Schickſal, als neueſtes Opfer auf dem
Altar der Mode, der Schönheit und der Laune der Dame
zu enden In Chambers Journal weiſt E. L. Arnold
darauf hin, daß die neueſte Mode der prächtig geſchuppten
Haut der Rieſenſchlange einen beſonderen Ehrenplatz
ein=
räumen will; die Frau, die allen lebenden Reptilien ſo oft
mit den Schauern einer unheimlichen Angſt ausweicht, will
ſich mit Kleidungsſtücken aus Schlangenhaut ſchmücken.
Ob dieſe neuen Roben jenen künſtleriſchen Reiz aufweiſen
werden, den man von ihnen erhofft, wird erſt der kommende
Herbſt lehren, aber die Eingeborenen ferner Länder, die
dank dieſer neuen Laune ihre Wälder in kurzer Friſt von
den gefährlichen Reptilien befreit ſehen werden, werden
gewiß die kapriziöſen Sprünge europäiſchen Geſchmacks
preiſen und ſegnen. Schon heute wird die Haut der
Rie=
ſenſchlangen in großem Maßſtabe zu Automobiltoiletten
und Automobilmänteln verarbeitet. Das Material iſt ſelten
und koſtſpielig wie kaum eines, und nur die mit
Glücks=
gütern beſonders reich bedachten Töchter Evas werden das
Vergnügen auskoſten können, ſich mit der Haut des
furcht=
baren Reptils zu ſchmücken. Große Rieſenſchlangen
kön=
nen nicht täglich erlegt werden. Schon jetzt iſt der Preis
für Schlangenhäute infolge der neuen Mode in Borneo,
auf Sumatra und dem ganzen malaiiſchen Archipel
gewal=
tig in die Höhe gegangen, und überall dringen dort
ein=
geborene Jäger tief in das Geſtrüpp des Urwaldes, um
die verlockenden Angebote der großen Pariſer und
Lon=
doner Modepropheten und Schneider auszunutzen. Im
malaiiſchen Archipel iſt der ſogenannte Netzpython — die
Eingeborenen nennen ſie die Reisſchlange —, das größte
der jagdbaren Reptilien, und die eingeborenen Jäger haben
eine eigenartige Jagdmethode entwickelt, um möglichſt
ge=
fahrlos dieſe Rieſenſchlange zu erlegen. Die Spuren, dien
das Reptil bei ſeinen nächtlichen Raubzügen hinterläßt,
ſind leicht erkundet. Auf dieſer Fährte erbauen die Jäger
dann ein ſtattliches Gerüſt aus Rohr; die Falle gleicht im
weſentlichen der bei uns üblichen, viel kleineren, Aalfalle,
Durch einen Köder, irgend ein kleineres Tier, angelockt,
geht die Rieſenſchlange den Jägern ins Netz, kann nicht
mehr flüchten und ſtirbt hier dann den Hungertod. Der
freie Fang von Rieſenſchlangen iſt ungewöhnlich gefährlich
und aufregend und hat nur Ausſicht auf Erfolg, wenn die=
Hautjäger eine Schlange unmittelbar nach einer üppigen
Mahlzeit ſchlafend entdecken. Dann wird ein aus ſtarken
Seilen geſchnürtes Netz über das Reptil geworfen, und
bald beginnt ein furchtbarer Kampf; denn die
Rieſen=
ſchlange verfügt über die Kraft eines Pferdes und hört erſt
auf zu kämpfen, wenn ihre Muskeln völlig erſchöpft ſind.
Ein Dutzend Jäger ſind dann nötig, um das Netz zu halten
und das Tier ſchließlich zu feſſeln. Aber die Modeſchöpfer
decken ihren Bedarf an Schlangenhäuten nicht nur in
öſt=
lichen Ländern: in jüngſter Zeit werden auch in
Süd=
amerika, insbeſondere am Amazonenſtrom und in den
Sümpfen Braſiliens große Schlangenjagden abgehalten.
Braſilien hat ſeine Boa Conſtrictor, in anderen Gegenden
treibt die von den Eingeborenen faſt abergläubiſch
gefürch=
tete, Waſſer liebende Anaconda ihr Weſen; gerade dieſe
Schlange, die oft eine Länge von mehr als vier Metern
erlangt, wird ihrer ſchönen Rückenzeichnung wegen von den
Pariſer Koſtümkünſtlern beſonders geſucht. Man will in
der kommenden Saiſon die Schlangenhaut nicht nur zu
Bluſen und Mänteln verarbeiten, ſondern auch zu Muffs,
Echarpes, und einen beſonderen Erfolg verſprechen ſich die
Pariſer Modiſtinnen von derLancierung von
Schlangenhand=
ſchuhen. Es iſt nicht zu leugnen, daß die Schlangenhaut
an ſich ſchön iſt, aber ihre Seltenheit wird der Ausbreitung
dieſer Mode ſchnell einen natürlichen Riegel vorſchieben.
ml. Die Hölle der Frauen. Wenn man dem Bericht
eines Engländers, der von einer volkswirtſchaftlichen
Stu=
dienreiſe durch Portugal nach London zurückkehrte,
Glau=
ben ſchenken darf, ſind die Portugieſinnen der arbeitendeſ
Volksklaſſen wahrlich nicht auf Roſen gebettet. Nach
die=
ſem Bericht wird in Portugal ¾ der Arbeit von Frauen
verrichtet. Bei der Bewirtſchaftung der Weinberge und
Olivenpflanzungen, die die wichtigſte Erwerbsquelle d.
Schlüſſe auf das Wirken der Frau Schapiro gezogen
wer=
en. — Zeuge Kaufmann Karl Ulrich bekundet, daß
eine Frau eines Abends gegen 8 Uhr von der Frau Sch.
efragt wurde, ob in dem Hauſe Offiziere wohnen, es
ei eben ein junges Mädchen hineingegangen. Frau
llrich bekundet dasſelbe, doch könne ſie in Frau Sch. nicht
ſie Frau wiedererkennen. Sie wiſſe nur, daß ſich die
Frau als Polizeiaſſiſtentin vorgeſtellt habe. — Zeuge
Landgerichtsrat Altendorf ſagt noch aus, daß mit
iner einzigen Ausnahme alle von ihm vernommenen
Zeugen bekundeten, daß ſie bei der Unterſuchung von
derrn Berndt in keiner Weiſe beeinflußt worden ſeien.
Sämtliche Zeugen hätten das beſtätigt, was von Herrn
Zerndt protokolliert wurde, nur Frau Schmidt meinte, ſie
ätte mehr geſagt, als im Protokoll ſteht. Bei dem
In=
alt der Protokolle mit den vielen lobenden Ausſprüchen
ür die Frau Sch. habe er ſich auch gewundert, daß ſich
tachher alles beſtätigte. Es ſei deshalb jedenfalls
anzu=
iehmen, daß Hirſch im guten Glauben geweſen ſei, Herr
Berndt wäre bei der Vernehmung parteiiſch
vor=
gegangen.
Zeuge Apotheker Seiler hatte ein Verhältnis,
veshalb er, bezw. das Mädchen, des öfteren vorgeladen
vurde. Dem Mädchen ſei gleich zu Anfang einmal
be=
deutet worden, ſie ſei Animierkellnerin und dürfe in
Mainz nicht mehr in Stellung gehen. Ob dies von Frau
Schapiro geſagt worden ſei, könne Zeuge nicht angeben.
Er habe ſich daraufhin beim Polizeirat beſchwert, worauf
die Androhung als unbegründet aufgehoben wurde. Es
habe jedoch ſpäter ſich Frau Schapiro mit einem
Schutz=
nann in ſeiner Wohnung ſeingefunden und nach dem
Mädchen gefragt. Er mußte deshalb wiederholt die
Wohnung wechſeln. Frau Sch. habe ihm auch einmal
gelegentlich geſagt, er könne ſeine Wohnung ſo oft
wech=
eln, wie er wolle, die Polizei dulde in Mainz ſolche
Ver=
hältniſſe nicht. — Frau Schapiro gibt an, daß ſie auch
n dieſem Falle nur auf Erſuchen des Polizeirats mit
dem Schutzmann gegangen ſei, weil anzunehmen war,
daß das Mädchen noch im Bette lag, alſo nur um das
Mädchen zu ſchützen. Das Einſchreiten der Polizei ſei
erfolgt, weil immer wieder Beſchwerden der
Nachbar=
ſchaft eingelaufen waren. Aktiv ſei ſie in dieſer Sache
tiemals geweſen, alles ging immer vom Bezirk aus.
Zeuge Privatdetektiv Meckel war bis vor kurzem
Polizeiwachtmeiſter und hat im Auftrage des
Angeklag=
ten Material geſammelt. Er gibt zunächſt bezüglich
ſei=
ner Tätigkeit als Detektiv an, daß er keinerlei
Feind=
ſeligkeit gegen Herrn Berndt oder Frau Schapiro hege.
Er habe als Wachtmeiſter an der Konferenz der
Revier=
vorſtände und deren Stellvertreter teilgenommen, die
vom Beig. Berndt nach der Straſkammerverhandlung in
Mainz einberufen worden war. Hierbei ſei geſagt
wor=
den, daß bei Feſtnahmen und Siſtierungen in Zukunft
mit größerer Vorſicht vorgegangen werden müſſe. Die
Vorſtände ſollten ihre Schutzleute dahingehend inſtruieren,
insbeſondere dürften Liebespärchen wegen
Umher=
treibens nicht mehr feſtgenommen werden. Hierbei habe
auch Kommiſſar Scholle Klage darüber geführt, daß Frau
Schapiro in ſeiner Abweſenheit einem Schutzmann einen
Auftrag gegeben hat. Den Auftrag habe der Schutzmann
nicht ausgeführt, und als dem Kommiſſar Scholle der
Auftrag bekannt wurde, habe er ſich bei dem Polizeirat
darüber beſchwert, daß die Frau Sch. Aufträge erteile;
es ſei ihm auch vom Polizeirat recht gegeben worden
und beſtätigt, daß die Frau Sch. keine Aufträge zu
er=
teilen hat. Zeuge Meckel gibt weiter an, daß bei der
Konferenz angeordnet wurde, daß auch Feſtnahmen auf
den bloßen Verdacht der Gewerbsunzucht hin nur nach
eingehender Beweisaufnahme erfolgen dürften. Es ſei
ſchließlich geſagt worden, daß über Einzelfälle in einer
ſpäteren Konferenz geſprochen werden könne. Zeuge iſt
auch anweſend geweſen bei der Beſchuldigung eines
Amtsverbrechens des Beig. Berndt durch den
Schütz=
mann Reeg dem Kriminalkommiſſar Neumer gegenüber.
Reeg habe damals zu Neumer geſagt, wenn er die
Wacht=
meiſterſtelle nicht bekomme, würde Herr Berndt am
läng=
ſten Beigeordneter geweſen ſein. Auf die Antwort des
Herrn N., er ſpreche da ein großes Wort gelaſſen aus,
antwortete Reeg, er habe die Recherchen bei dem
Ein=
bruch in die Wohnung des Herrn Berndt vorgenommen.
Er habe da feſtgeſtellt, daß als Täter eine Kellnerin
in Frage komme, die es auf Briefe abgeſehen hatte. Herr
Berndt habe geſagt, das ſei doch lediglich eine
Vermut=
ung, er ſolle nur berichten, der Täter ſei nicht ermittelt.
Dieſes Geſpräch hat Zeuge auch dem Angeklagten erzählt.
— Beig. Berndt gibt zu, daß dieſer Zeuge ſeine Worte
auf der Konferenz mißverſtanden haben könne, da er
nicht in der Sittenpolizei tätig war. Für ihn war der
Zweck der Konferenz nur der, daß die Inſtruktionen
ge=
nau eingehalten würden. Er habe nur das Beſtreben
gehabt, Mainz vor einem ähnlichen Prozeß auf alle
mög=
liche Weiſe in Zukunft zu behüten. Eine Aenderung der
bis dahin beſtehenden Praxis habe er nie angeordnet,
dies konnte er ja auch nicht, da er mit der techniſchen
Handhabung der Polizei nichts zu tun hatte, das ſei
Sache des Polizeirats.
Zeuge Meckel gibt noch an, zu ihm habe einmal
der Schutzmann Belzer geſagt, er ſei neugierig, wie die
Razzien der Frau Schapiro mit dem jungen Bruder
noch ausgehen würden. — Rechtsanwalt
Pagen=
ſtecher fragt den Zeugen, ob er verſucht habe, von
Schutzleuten Material für Hirſch zu erlangen, obwohl er
wußte, daß dieſe ihm das Material nur unter Bruch der
Amtsverſchwiegenheit geben konnten, und ob er den
Schutzleuten dabei ſein Ehrenwort gegeben habe, daß er
Diskretion üben würde. — Zeuge Meckel ſtellt dies ganz
anders dar, er ſei zu den Schutzleuten lediglich als
Privatperſon gegangen und habe ſie nicht überredet, ihm
etwas zu ſagen, was ſie verſchweigen mußten.
Frau Alter aus Mombach, Inhaberin einer
Wirt=
ſchaft, bekundet, daß ſie Oſtern 1910 von Frau Schapiro
vorgeladen wurde. Als ſie ſich dahin begab, habe ihr die
Frau Sch. erklärt, ſie ſtände unter dem Verdachte der
Ge=
werbsunzucht und müſſe ſich unterſuchen laſſen. Als ſie
ſich weigerte, erklärte Frau Schapiro, ſie werde ſchon noch
etwas hören. Sie ſei dann noch zweimal vorgeladen,
aber nur einmal hingegangen; dann ſei ſie ſehr krank
ge=
worden, und zwar durch die Aufregung. Im Herbſt
mußte ſie in eine Anſtalt gebracht werden. Sie habe
ſpä=
ter erfahren, daß das Pfarramt aufgrund der lügenhaften
Angaben ihres Sohnes beim Amtsgericht den Antrag
geſtellt habe, ihre Kinder aus dem Hauſe zu nehmen.
Alles, was behauptet wurde, in ihrer Wirtſchaft wären
Orgien aufgeführt worden und die Verhältniſſe in ihrem
Hauſe ſeien anſtoßerregend geweſen, ſeien unwahr.
Zeuge Arzt Kolliſchon aus Mombach hat von dem
Sohn der Zeugin Alter die durchaus glaubwürdigen
An=
gaben erhalten. Die Verhältniſſe waren ihm danach ſo
für die jüngeren Kinder gefährdend erſchienen, daß er
dem Pfarrer und Frau Schapiro, ſowie Herrn Berndt
ſofort Mitteilung machte. — Zeuge Arzt Dr. Fuld
be=
kundet, daß Frau A. hochgradig nervös war, als ſie in
ſeine Behandlung kam, und daß er Schweres für ſie
ge=
fürchtet habe. — Der Wirtſchaftsbeſitzer Richter von
Mainz bekundet, daß Frau Schapiro ſich bei ihm als
Kell=
nerin vermieten wollte. Er will ſie beſtimmt wieder
er=
kennen und bleibt auch auf wiederholtes Vorhalten durch
den Vorſitzenden auf ſeiner Behauptung beſtehen. Zeuge
gibt weiter zu, daß er dies dem Angeklagten erzählt habe,
Fräulein W. war mit einer Freundin auf der Meſſe
geweſen, wo ſie auch von Herrn Bruder angeſprochen
wurde. Am anderen Tage ſchon erhielt ſie und ihre
Freundin eine Vorladung ſie ſſeien ſofort
hinge=
gangen. Frau Schapiro habe ſie mit den Worten
empfan=
gen: Fräulein, Sie haben ſich geſtern auf der Straße ſo
auffallend betragen, daß ich Luſt hätte, Sie zu verhaften.
— Frau Schapiro gibt an, ſie habe die beiden Mädchen
auf Veranlaſſung des Schutzmanns Belzer, der Anſtoß
an dem Verhalten der beiden Mädchen nahm, vorgeladen
und ſie verwarnt. Die angebliche Aeußerung ſei in dem
Sinne beſtimmt nicht von ihr gebraucht. — Um
feſtzuſtel=
len, ob ein geſetzlicher Grund zur Vorladung vorlag, ſtellt
Juſtizrat Bernſtein den Antrag, den Vater des Mädchens,
der ſich auch auf der Meſſe aufhielt, und den betreffenden
Schutzmann, der Frau Schapiro die Meldung machte, zur
Beweisaufnahme zu laden. — Das Gericht gibt dem
An=
trage ſtatt.
Zeugin Frau K. gibt an, ſie habe ſich an ihren
Bru=
der um Unterſtützung gewendet, da ſie in anderen
Um=
ſtänden war und deshalb nicht mehr in der Lage war,
ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihr Bruder habe
jedoch einen Brief an die Staatsanwaltſchaft geſchrieben,
und eines Morgens um halb 8 Uhr wurde ſie vom
Schutz=
mann Belzer zur Frau Schapiro geholt. Hier blieb ſie
bis zum Abend in einer Zelle und ſei dann ſpäter ohne
ihre Zuſtimmung ärztlich unterſucht und in das
Cäcilien=
heim nach Wiesbaden gebracht worden. Ihr damaliger
Bräutigam habe ſie inzwiſchen geheiratet.— Frau Sch.
gibt zu dem Falle an, daß die Mutter ihr erklärt habe ſie
kümmere ſich nicht mehr um die verwahrloſte Tochter. Da
der Bräutigam erſt 16½ Jahre alt war, und ſie inzwiſchen
erfahren hatte, daß die Zeugin verſchiedene Male in der
Nacht aufgegriffen worden ſei, habe ſie auf Grund ihrer
Fürſorgetätigkeit eingegriffen. — Zeugin K. gibt noch an,
ſie habe einen gleich nach ihrer Einlieferung in das
Cäci=
lienheim verübten Selbſtmordverſuch deshalb gemacht,
weil Frau Schapiro an ihren jetzigen Mann einen Brief
geſchrieben hatte, in dem ſie als ſchlecht und lügenhafk
bezeichnet wurde. In die Zelle habe ſie Frau Schapiro
am Tage der Unterſuchung ſelbſt eingeſperrt; die Zelle
war verſchloſſen und ſie konnte nicht heraus. — Frau Sch.
gibt die Möglichkeit zu, da die Zeugin ſchon einmal
durch=
gebrannt ſei. Das Recht habe ſie dazu, da es ſich um eine
Jugendliche handelte, die eventuell in Zwangserziehung
kommen konnte.
Fräulein B. bekundet, daß ſie von Frau Schapiro
vorgeladen worden ſei, weil ſie mit einigen Freundinnen
ſpazieren gegangen ſei. Hier ſei ſie dann von Frau Sch.
gefragt worden, ob ſie Verkehr mit Herren habe. Als
ſie dies verneinte, habe Frau Schapiro geantwortet, ſie
wiſſe es aber, und hinzugeſetzt, ſie könne ſie unterſuchen
laſſen. Sie ſei auch eines Abends von Herrn Bruder
an=
geſprochen worden. Er habe ihr geſagt, ſie habe ſein Amt
verlacht; wenn das noch einmal vorkomme, könnte er ſie
durch einen Schutzmann mit zur Wache nehmen laſſen.
Als auch hier Frau Schapiro angibt, ſie ſei von jemand
auf das Fräulein B. aufmerkſam gemacht worden, wer
das aber war, könne ſie nicht angeben, beanſtandet Herr
Juſtizrat Bernſtein wiederum, daß darüber niemals
Notizen gemacht worden ſind, insbeſondere, daß die
Eltern überhaupt nicht benachrichtigt worden ſind bezw.
daß man ſich gar nicht nach ihnen erkundigte. Auf eine
Frage des Vertreters der Frau Schapiro Rechtsanwalt
Löwenberg, ob es nicht auffällig ſei, wenn ein
Mäd=
chen abends zwiſchen 8 und halb 9 Uhr zwiſchen dem
Europäiſchen Hof und der Rheinpromenade auf und ab
gehe, antwortet ganz unvorſchriftsmäßig einſtimmiges
ſpontanes Gelächter aus dem ganz außergewöhnlich ſtark
beſetzten Zuſchauerraum. — Gegen 7 Uhr wurde die
Ver=
handlung auf heute früh vertagt.
Kongreſſe und Verbandstage.
68. Jahresverſammlung des Heſſiſchen
Hauptvereins der Guſtav=Adolf=Stiftung.
— Laubach (Oberheſſen), 25. u. 26. Juni. Zum
erſten Male ſeit dem Beſtehen des Heſſiſchen Hauptvereins
der Guſtav=Adolf=Stiftung fand deſſen Jahresfeſt in
Lau=
bach ſtatt. Darum wurde der Verein mit beſonderer Freude
aufgenommen. Von 4 Uhr ab hielt der aus dem Vorſtand
und den Abgeordneten der Zweigvereine beſtehende
Ver=
waltungsrat in der vor dem Portal des Friedhofs
ge=
legenen neuen Kavelle eine Sitzung ab. Nach Choralgeſang
und Gebet des Pfarrers Volp=Laubach wurden die
Ver=
handlungen durch den Vereinsvorſitzenden, Pfarrer
Din=
geldey=Darmſtadt, eingeleitet. Er gedachte zunächſt des
Verluſtes, den der Vorſtand und Verein durch den Tod des
Ehrenmitgliedes des Vorſtandes, Profeſſor Dr. W.
Zim=
mermann=Darmſtadt, erlitten hat. Nach der üblichen
Ehr=
ung und einem kurzen Grußwort wurden Pfarrer Engel=
Obbornhofen und Pfarrer Schaad=Klein=Karben zu
Schrift=
führern beſtellt und je ein Geiſtlicher der drei Provinzen,
Pfr. Rheinfurth=Gau=Odernheim, Vogel=Gernsheim und
Schmidt=Grünberg, mit der Reviſion der Rechnung des
Jahres 1911 betraut. Auf Antrag dieſer Kommiſſion
wurde gegen Schluß der Verhandlung dem Rechner
Ent=
laſtung erteilt. Nach kurzen Mitteilungen über die
Haupt=
einnahme= und Ausgabepoſten der Rechnung und deren
Vergleich mit den Ergebniſſen des Vorjahres wurde die
Erſatzwahl des Vorſtandes vorgenommen und durch
Wie=
derwahl der 4 ausſcheidenden Mitglieder ſchnell erledigt.
Zu dem weiteren Punkt der Tagesordnung: Feſtſtellung
des Unterſtützungsplanes für 1912, gab der Schriftführer,
Dekan Bayer=Raunheim, die notwendigen
Erläuterun=
gen und begründete die Vorſchläge des Vorſtandes einzeln
und ausführlich. Zu dem Unterſtützungsplan ſprachen
mehrere Abgeordnete. Hierauf wurden die Vorſchläge des
Vorſtandes unverändert angenommen, wonach die gleiche
Summe wie im Vorjahre, 34500 Mark, verteilt und
hier=
von dem Zentralvorſtand in Leipzig 6000 Mark, der
Dig=
ſpora außerhalb Heſſens 6600 Mark und den 34 heſſiſchen
Pfleglingen zugewendet werden ſollen.
Vor der Beſchlußfaſſung über die Konfirmandengabe
des Jahres 1912 gab der Vorſitzende die Gründe an, welche
den Vorſtand veranlaßt haben, in 1911 zum erſten Male zu
dieſer Sammlung, und zwar für Guſtavsburg a. M.,
anzu=
regen. Für 1912 bringe der Vorſtand dem Verwaltungsrat
die Gemeinden Bieber, Budenheim und Groß=Steinheim
in Vorſchlag. Nachdem die Vorſchläge gutgeheißen waren,
referierte Pfarrer Wagner=Bensheim im Auftrage des
Vorſtandes über die Entwicklung, die gegenwärtige Lage
und die Zukunftsaufgaben dieſer Gemeinden ausführlich.
Die Abſtimmung erkennt die Gemeinde Bieber bei
Offenbach mit ihrem Pfarrhausneubau als die zur Zeit
be=
dürftigſte an und weiſt ihr die Konfirmandengabe für
1912/13 zu, wofür der Ortsgeiſtliche, Pfarrverwalter Weiß,
herzlichſten Dank ausſpricht. Für die Zinſen des
Huben=
ſchen Legats aus 1911 und 1912 (je 105 Mark) hat der
Vor=
ſtand die Gemeinden Bretzenheim und Frei=Weinheim, als
Empfänger der Zweigvereinsfeſtkollekten für 1913 die
Ge=
meinden Affolterbach (Kirchbauſchuld), Groß=Steinheim
(Pfarrhausbaufonds) und Koſtheim (Kirchbauſchuld)
vor=
geſchlagen. Der Verwaltungsrat ſtimmt zu. Aus ſeiner
Mitte wird vorgeſchlagen, zu der diesjährigen
Hauptver=
ſammlung des Geſamtvereins in Poſen außer dem
Vor=
ſitzenden und Schriftführer das Vorſtandsmitglied Pfarrer
Wagner=Bensheim zu delegieren. Dieſem Antrag gemäß
wird beſchloſſen. Von Bensheim a. d. Bergſtr. liegt die
Einladung vor, die nächſte Jahresverſammlung dort
abzu=
halten. Die Einladung des Kirchenvorſtandes wird
an=
genommen und hierauf die Sitzung von dem Vorſitzenden
geſchloſſen.
Abends 8½ Uhr fand ſich eine zahlreiche
Feſtverſamm=
lung in dem ſchönen, geräumigen Saale des Hotels
„Solmſer Hof” ein. Aus dem reichhaltigen, gedruckt
vor=
liegenden Programm heben wir den ſchön geſprochenen
Prolog, die Liedergaben des Männergeſangvereins
Har=
monie, Dirigent Reallehrer Gerhard, und des unter der
Leitung des Lehrers Döll ſtehenden Chors hervor. Die
Feſtverſammlung wurde von Dekan Hainer=Hungen,
dem Vorſtandsmitglied des Heſſ. Hauptvereins, geleitet und
mit einer kurzen Anſprache und der Ueberreichung einer
Feſtgabe des Solmſer Zweigvereins im Betrage von 350
Mark eröffnet. Den Gruß der Feſtgemeinde überbrachte
Pfarrer Nebel=Laubach nebſt einer Feſtgabe von 210 Mark.
den Gruß der theologiſchen Fakultät in Gießen
Prof. D. Schian. Im Namen des Laubacher Zweigvereins
des evangeliſchen Bundes begrüßte Pfarrer Volp=Laubach
den Guſtav=Adolf=Verein. Den Bericht über die Arbeit
des Heſſ. Hauptvereins im Jahre 1911 erſtattete der
Schriftführer, Dekan Bayer. Die Geſamteinnahmen ſind
in 1911 ſo beträchtlich angewachſen, daß der Diaſpora
ins=
geſamt 84997 Mark, d. h. 7146 Mark mehr als in 1910,
zu=
gewendet werden konnten. Nach einem gemeinſam
ge=
ſungenen Lied richteten die Vertreter befreundeter
aus=
wärtiger Hauptvereine kurze Anſprachen an die
Feſtver=
ſammlung. Nachdem noch Diaſporapfarrer Roſt=
Hüningen aus der Guſtav=Adolf=Arbeit im Elſaß erzählt
und geſchildert, wie dort der Verein 56 Diaſporagemeinden
erſorgen hilft und unentbehrliche Dienſte leiſtet, wurde
die anregend verlaufene Feſtverſammlung mit einem
kur=
zen Dankeswort des Vorſitzenden des Heſſ. Hauptvereins,
Pfarrer Dingeldey=Darmſtadt, geſchloſſen.
Die ordentliche Hauptverſammlung der
Verſicherungskaſſen des Deutſchen
Pri=
vat=Beamten=Vereins in Magdeburg
fand daſelbſt am 22. und 23. Juni unter Beteiligung
einer großen Reihe von Abgeordneten aus ganz
Deutſch=
land ſtatt. Die Geſchäftsberichte und Rechnungsabſchlüſſe
wurden nach kurzer Diskuſſion einſtimmig genehmigt und
der Verwaltung Entlaſtung erteilt. Die Ueberſchüſſe ſind
wiederum bei allen Kaſſen ſehr günſtige. Sie betragen
insgeſamt für die Penſionskaſſe, Witwenkaſſe,
Waiſen=
kaſſe und Begräbniskaſſe 511 230.37 Mk. An Renten bezw.
Begräbnisgeldern wurden im vergangenen Jahre
ins=
geſamt 532 936.22 Mk. gezahlt. Der Neuzugang an
Ver=
ſicherungen war ebenfalls ein günſtiger, es wurden
ins=
geſamt in allen 4 Kaſſen 6712 Verſicherungen mit 24955
Anteilen abgeſchloſſen. Infolge der günſtigen Ergebniſſe
onnten wieder die bisherigen erheblichen
Gewinnzu=
ſchüſſe zu den Renten bezw. die Dividende von 6 Prozent
er Prämienreſerve bei der Kapitalverſicherung gewährt
werden. Einige Anträge auf Satzungsänderungen
wur=
den bis zu den Verſammlungen im Herbſt zurückgeſtellt,
in denen allgemeine Satzungsänderungen beraten und
beſchloſſen werden ſollen, die infolge der ſtaatlichen
An=
geſtelltenverſicherung nötig werden. Ueber letzteres
Thema referierte eingehend der Generaldirektor des
Vereins und knüpfte ſich an das Referat eine ſehr
aus=
gedehnte Ausſprache. Hieraus ging hervor, daß über
viele Unklarheiten und Unebenheiten des Geſetzes auch
jetzt noch kein Aufſchluß gegeben werden kann und daß
in weiten Kreiſen der Angeſtellten immer mehr die
Un=
zulänglichkeit der ſtaatlichen Zwangsverſicherung erkannt
wird. Die Verſammlung billigte mit Einſtimmigkeit die
bisher in dieſer Angelegenheit getroffenen Maßnahmen
es Direktoriums und beauftragte dasſelbe, mit aller
Energie für die weitere Wahrung der wohlerworbenen
Rechte der ſchon zum Teil ſeit Jahrzehnten und vielfach
unter Mithilfe von Arbeitgebern verſicherten Angeſtellten
einzutreten. Man war allgemein der Anſicht, daß das
Geſetz ausgeſprochenermaßen den ſozialen Zweck hat, die
Landes ausmacht, bleibt den Frauen die ſchwere Arbeit zu
tun, unter der Oberaufſicht der Männer, die ſich bequem im
Schatten der Olivenbäume ausſtrecken und zuſehen, wie ſich
die armen Weiber in der Sonnenglut abrackern. Die
Frauen arbeiten auch in den Steinbrüchen und ſind dazu
verurteilt, die ſchweren Laſten zu Fuß zu karren und dort
zu verladen. Kurz, alle Laſt der Arbeit iſt den Frauen
auf=
gebürdet, denen dafür als Entgelt wahre Hungerlöhne
ge=
zahlt werden.
* Das Omen. Der Lahrer Zeitung wird folgendes
hübſche Geſchichtchen erzählt: In einer Sitzung des
Auf=
ſichtsrats einer Lokalbahn, die von der Rekordhaſcherei
ihrer Kolleginnen auf den Hauptſtrecken noch nicht
ange=
kränkelt iſt, wurde kürzlich der Beſchluß gefaßt, drei neue
Lokomotiven anzuſchaffen, da die alten die Schienen allzu
oft verlaſſen hatten. Bei der Beratung darüber, wie die
Maſchinen zu benennen ſeien, ſchlug einer der Aufſichtsräte
die Namen „Iſolani”, „Luther” und „Galilei” vor und
be=
gründete ſeinen Antrag folgendermaßen: „Iſolani” (in
Schillers „Wallenſtein”): „Spät kommt Ihr, doch Ihr
kommt!“ — „Luther” (vor dem Reichstag in Worms):
„Hier ſteh’ ich, ich kann nicht anders!“ — „Galilei” (vor
dem Inquiſitions=Tribunal): „Und ſie bewegt ſich doch!”
Dem Antrage wurde nicht ſtattgegeben.
* Verdiente Rüge. Eine Anzahl Studenten der Leland
Stanford=Univerſität beſuchte auf einer Fahrt nach Italien
den Veſuv. Sie kletterten bis hart an den Kraterrand,
blickten in die ſchaurige Tiefe und einer bemerkte: „
Da=
gegen iſt die Hölle das reine Kinderſpiel.” Neben dem
naſeweiſen Herrchen ſtand eine Engländerin, die ihn von
oben bis unten anſah und dann ſehr laut und vernehmlich
zu ihrer Begleiterin ſagte: Iſt es nicht bemerkenswert, wo
dieſe Amerikaner ſchon überall geweſen ſind?“
* Luſtiges. Die Kompagnie hat Kirchgang. Zwecks
Einteilung kommandiert der Feldwebel: „Evangeliſche
links heraus, Katholiſche rechts heraus.” Ein Mann bleibt
ſtehen. „Nanu, was ſind Sie denn?” „Ich bin
altkatho=
liſch, Herr Feldwebel.” Was iſt denn das?” „Wir
glau=
ben nicht an die Unfehlbarkeit des Papſtes, Herr
Feld=
webel.” Feldwebel: „Das glauben die Evangeliſchen
auch nicht, lirks heran.”
Angeſtellten zu ſchützen und ihre bezw. ihrer Angehörigen
Zukunft zu ſichern, und daß unbedingt die bereits
vor=
handenen Verſicherungen weitgehendſten Schutz
verdie=
nen. Schließlich wurden noch Wahlen vorgenommen
und die bevorſtehende Ausdehnung der
Verſicherungsein=
richtungen des Vereins durch Schaffung neuer Tarife in
Anpaſſung an die ſtaatliche Verſicherung beſprochen.
Deutſcher Kunſtgewerbetag München 1912.
Den Verhandlungen der Delegierten folgte der deutſche
Kunſtgewerbetag, den der Verband deutſcher
Kunſtgewerbe=
vereine einberufen hatte. Geh. Regierungsrat Dr.
Muthe=
ſius bewillkommte die zahlreich Erſchienenen und betonte
die erfreuliche Tatſache, daß Deutſchland nunmehr in der
kunſtgewerblichen Entwickelung an der Spitze ſtehe. Weiter
begrüßte Miniſterialdirektor v. Meinel, die Verſammlung
im Namen der bayeriſchen Regierung, und
Oberbürger=
meiſter Dr. v. Borſcht, im Namen der Stadt. Grüße
über=
brachten die Vertreter der Univerſität, der
Tech=
niſchen Hochſchule, der Handelskammer und der
Aus=
ſtellungsleitung. Hierauf ſprach Geh. Hofrat Profeſſor Dr.
v. Thierſch über die Erziehung des Kunſthandwerkes.
Dieſe müſſe die Gegenſätze ausgleichen zwiſchen Kunſt,
Handwerk und Induſtrie. Auf allen Gebieten muß ſich
die Qualitätsarbeit durchſetzen. Hier gibt die
Gewerbe=
ſchau Vorbild und Beiſpiel. Die Internationaliſierung
der Entwickelung läßt ſich freilich nicht aufhalten. Es wäre
zu wünſchen, daß ſich alle unſere deutſchen Kunſtakademien
die Umwandlung der Leipziger Kunſtakademie in eine
Akademie für graphiſche Künſte, und Buchgewerbe vor
Augen halten würden. Als zweiter Redner ſprach Dr.
Hans Stegmann, Direktor des bayeriſchen
National=
muſeums, über altes Kunſtgewerbe und ſeinen Mißbrauch
als Vorbild. Es zeige ſich eine gewiſſe Ueberſchätzung der
hiſtoriſchen Kunſtwerke. Das wirkliche Kunſtwerk wird im
Werte und in der Schätzung immer höher ſteigen, aber die
Ueberſchätzung der minder guten Altertümer erzeugt ein
gewiſſes Verlangen bemittelter Kreiſe, wenn ihnen ſelbſt
nichts gutes Altes eigen iſt, ſolches zu erwerben und wenn
es auch nur Fälſchungen ſeien, die ſelbſtverſtändlich aufs
üppigſte blühten. Der Hauptſchädling aber iſt die falſche
Anlehnung an die alten Vorbilder dadurch, daß manchen
Gegenſtänden die alte Form aufgeprägt wird, obwohl ſie
für ſie gar nicht angebracht iſt. Wir wollen unſerer Väter
Werke ehren, aber nicht durch ihre ſklaviſche Nachahmung,
ſondern dadurch daß wir unſere Vorfahren nachahmen in
der Anpaſſung und Berückſichtigung unſerer Bedürfniſſe.
Darum müſſen wir trachten, unſeren Vorbildern
gleichzu=
kommen. Das dritte Referat hatte Profeſſor Dr. Theodor
Fiſcher übernommen. Er ſprach über Ausſtellungen und
erläuterte, wie man in München dazu kam, die
Gewerbe=
ſchau gerade ſo auszugeſtalten, wie ſie ſich dem Beſchauer
präſentiert. In der Diskuſſion gegebene Anregungen
wer=
den den nächſten Delegiertentag beſchäftigen. Hierauf ſchloß
Geh. Regierungsrat Dr. Mutheſius den Kunſtgewerbetag,
indem er allen Rednern und Teilnehmern beſten Dank
aus=
ſprach und noch hervorhob, daß die Gewerbeſchau neue
Wege gezeigt habe, die im Ausſtellungsweſen eine
Geſun=
dung herbeizuführen geeignet wären.
* München 25. Juni. Der deutſche Verein der
Gas= und Waſſerfachmänner begann heute
vor=
mittag im Feſtſaal der Tonhalle ſeine bis 27. Juni wäh=
Frende 53. Jahresverſammlung mit einer Feſtſitzung. Außer
zahlreichen Mitgliedern aus allen Teilen Deutſchlands
er=
ſchienen als Ehrengäſte Vertreter der Staatsregierung, der
ſtädtiſchen Behörden, der Techniſchen Hochſchule und
wiſ=
ſenſchaftlicher Korporationen. Der Vorſitzende des
Ver=
eins, Kordt=Düſſeldorf, begrüßte die Verſammlung und
teilte mit, daß der Verein Bunſen eine Pettenkofer=
Me=
daille dem Geheimrat Gärtner=Jena verliehen habe.
Wei=
tere Begrüßungsanſprachen hielten Miniſterialrat v.
Re=
verdy, namens des Staatsminiſters des Innern,
Ober=
bürgermeiſter Borſcht namens der Stadt München, ferner
der Rektor der Techniſchen Hochſchule, Profeſſor Günther,
und Bürgermeiſter Genter=Augsburg. Der Vorſitzende
Kordt=Düſſeldorf hielt ſodann einen Vortrag über die
Be=
deutung der Gas= und Waſſerverſorgung in den Städten.
Direktor Haſe=Lübeck ſprach über ein Thema aus dem
Wirtſchaftsleben der ſtädtiſchen Verſorgungsbetriebe,
Direk=
tor Ries=München machte Mitteilungen über das neue
Gaswerk an der Dachauerſtraße. Generalſekretär Dr.
Bunte=Karlsruhe referierte über das Thema: Einfluß der
Gasbeſchaffenheit, nach deſſen Beendigung Bauamtmann
Henle=München Mitteilungen machte über die Münchener
Waſſerverſorgung.
Lnftfahrt.
* Major von Parſeval über die
natio=
nale Bedeutung der Luftſchiffahrt. Zu
Gunſten der National=Flugſpende hielt im Tiergartenhof
in Berlin Major z. D. Prof. Dr. v Parſeval vor dem
Verein deutſcher Studenten einen Vortrag über das
Thema: „Die nationale Bedeutung der Luftſchiffahrt”
Der Redner ſchilderte zunächſt die Entwickelung der
lenk=
baren Luftſchiffe und gedachte dabei, ſeine eigenen
Ver=
dienſte um die Luftſchiffahrt in beſcheidener Weiſe
zu=
rückſtellend, in begeiſterten Worten des Grafen Zeppelin
Dann ſchilderte er den Werdegang des Flugweſens von
den erſten Flugverſuchen Santos Dumonts an bis zu
dem letzten großen Erfolge Hirths auf dem Fernflug
Berlin-Wien. Dann ging Redner näher auf die
mili=
täriſche Bedeutung der 5. Waffe ein; Luftſchiffe ſowohl
als Flugzeuge können nach ſeiner Anſicht in einem
Zu=
kunftskriege in Bezug auf Erkundung und Beobachtung
des Gegners ganz außerordentliche Dienſte leiſten. Sehr
wenig verſpricht ſich Major von Parſeval aber vom
Bombenwerfen von Flugzeugen aus, da die
Treffwahr=
ſcheinlichkeit äußerſt gering ſei und der Schütze außer
mit ſeiner eigenen auch noch mit der Wind= und
Fall=
geſchwindigkeit rechnen müſſe. Dagegen erſcheine es nicht
ausgeſchloſſen, durch Bomben größeren Kalibers vom
Luftſchiff aus feindliche Poſitionen zu zerſtören. Der
Kampf von Luftſchiffen und Flugzeugen gegeneinander
ſei techniſch ſehr wohl als durchführbar zu bezeichnen,
aber praktiſch, aus naheliegenden Gründen, noch nicht
erprobt. Ein weites Feld der Tätigkeit biete ſich
ſo=
wohl den Luftſchiffen als auch den Flugzeugen bei der
Beförderung von Poſtſachen, auch vielleicht im Kriege
nach belagerten Feſtungen, und vor allen Dingen für
geographiſche Zwecke zur Erforſchung unbekannter
Ge=
genden, wie es Graf Zeppelin beabſichtige. Zum Schluß
ſeines feſſelnden Vortrages, der durch Lichtbilder
erläu=
tert wurde, kam Major von Parſeval noch auf die
awecke der National=Flugſpende zu ſprechen. Nicht zum
Ankauf von neuen Militär=Flugzeugen ſolle die Spende
verwendet werden, das ſei Sache der Reichsregierung,
ſondern zur Ausbildung tüchtiger Piloten, zur Verſor=
gung ihrer Hinterbliebenen und für ſportliche
Veranſtal=
tungen mit hohen Preiſen zur Steigerung der
Leiſtungs=
fähigkeit unſerer ſchwer kämpfenden Flugzeuginduſtrie.
* Altona, 26. Juni. Nordmarkenflug.
Zu der Etappe Heide-Altona, bei der
Zwiſchenlan=
dungen in Itzehoe und Elmshorn vorzunehmen ſind,
ſtarteten heute morgen ab 4 Uhr in Heide die Flieger
Krüger, Hartmann, Baierlein und Horn. Auf dem
Flugplatze in Bahrenfeld bei Altona iſt als erſter
Hart=
mann um 6.17 Uhr, Baierlein um 6,19 Uhr und Krüger
um 7,20 Uhr gelandet. Horn landete vorzeitig um
6 Uhr einige hundert Meter vom Flugplatz in Itzehoe
entfernt. Die Maſchine wurde leicht beſchädigt, Horn
blieb unverletzt. Er beabſichtigt, am Nachmittag weiter
zu fliegen.
* Paris, 26. Juni. Der Flieger Leutnant
Etienne, der jüngſt in Guyancourt abſtürzte, iſt im
Krankenhauſe zu Verſailles den erlittenen Verletzungen
erlegen.
Sport.
* Pferdeſport. Rennen zu Düſſeldorf. Erſtes
Rennen. 1. Oberleutnant (E. Francke), 2. Rutland Arms
(Voigt), 3. Lichtenſtein (Mac Kenzie). Tot. 94:10. Zweites
Rennen. 1. Lisnarharvey (Lt. v. Egan=Krieger), 2.
Gua=
temala (Lt. Stellbrink), 3. Kohinoor II (Lt. Krauſe). Tot.
36:10. Drittes Rennen. 1. Fälſcher (Torke), 2. Para
(Gehrke), 3. Diana (Voigt). Tot. 21110. Pl. 14, 30110
Unpl.: Kaſtanie, Forſt, Wilkina, 2½—3 Lg. — Viertes
Rennen. 1. Longfellow (Shurgold), 2. Stigma (Evans),
3. Oranier (Schläfke). Tot. 57110. Fünftes Rennen. 1
Nickelkönig (Lt. Kneel), 2. Old Rum (Beſitzer), 3.
Haus=
frau (Lt. Freyr). Tot. 22:10. Sechſtes Rennen. 1.
Chateau=
ert (v. Weſternhagen), 2. La Faridondaine (Lt. Gräf),
3. Diſcharged (Lt. v. Moßner). Tot. 44110. Siebentes
Rennen. 1. Paradox (Evans), 2. Poucette (Lovegrove), 3.
Bezzentä (G. Winkler). Tot. 41:10.
Von der Kieler Woche.
* Kiel, 25. Juni. Zu der Abendtafel bei dem
Kaiſer an Bord der „Hohenzollern” waren geladen:
Marquis of Angleſey, der däniſche Geheime
Konferenz=
rat Baron Reetzthott („Nurdug 2‟), der ſchwediſche
Ober=
ſtallmeiſter Platen (Getingen), der Vizepräſident des
fran=
zöſiſchen Jachtklubs Glandaz, Lord Lyvenden, Admital
Sie William Kennedey, Admiral Montague, Mr. Almeric
Paget (Araguaya), Mr. Theo Pim (Roſabelle), Mr. Rich.
Henneſſy (Corona), Mr. Hamilton, Benn Greta, Admiral
Sir George, Atkinſon=Willes=Dotterel, Geſandter v. Waldtg
hauſen, Fregattenkapitän Widemann, die Vorſtandsmitz
glieder des deutſchen Segelverbandes, Juſtizrat Kamm,
Sanitätsrat Appel, Konſul Kiehl, Botſchaftsrat v.
Kühl=
mann. Abends fand im Hotel „Bellevue” Preisverteilung
und Herrenabend des Norddeutſchen Regatta=Vereins
ſtatt. Im Kaiſerlichen Jachtklub gaben die Prinzen der
Königlichen Hauſes einen Ball. In der Marine=Akademie
var Tanzabend des Marine=Offizierkorps der
Oſtſee=
ſtation.
* Labos, 26. Juni. Heute vormittag begannen
die zweiten internationalen Europa=
Weitt=
fahrten veranſtaltet vom Deutſchen Seglerverbande
unter dem Protektorat des Kaiſers auf der Kieler Bucht
und der Kieler Föhrde. Es ſtarteten über 100 Jachten
Zahlreiche Begleitfahrzeuge wohnten der Wettfahrt bei.
Zu der Veranſtaltung ſind über 80 Preiſe geſtiftet. Zum
Mitſegeln an Bord des „Meteor” ſind vom Kaiſer
ge=
laden: Großadmiral v. Köſter, Generaloberſt v. Keſſel,
Bürgermeiſter Burchard=Hamburg, Bürgermeiſter
Stadt=
länder=Bremen, Miniſter v. Schorlemer, Handelsminiſter
Sydow, Graf Wilding=Königsbrück, Botſchafter v. Mumm,
Pierpont Morgan, der Präſident des Norddeutſchen
Lloyds, Achelis.
* Kopenhagen, 26. Juni. Der Kaiſer ſandte
geſtern von Bord der „Fionia” an den König von
Dänemark ein Funkentelegramm folgenden
Wortlauts: „Ich bin an Bord der „Fionia” und beeile
mich, Dir meine Glückwünſche zu ſenden zu der trefflichen
Leiſtung der däniſchen Techniker. Das Schiff bedeutet
einen ganz neuen Abſchnitt des Schiffbaues, der
Bewun=
derung verdient. Die däniſchen Ingenieure können ſich
mit Recht den Ruhm zuſchreiben, den erſten praktiſch
gelungenen Schritt auf neuer Bahn getan zu haben als
Lehrmeiſter für alle.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 25. Juni. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt beſtand, bei vermindertem
Angebot, für Landweizen ſtärkere Nachfrage, ſodaß die
Preiſe zum Teil etwas anziehen konnten. Landroggen
blieb behauptet. Ausländiſche Brotfrüchte eher williger,
aber ruhig. In Hafer hält die Kaufluſt für den Konſum
an, doch ſind die Angebote unverändert gegen die
Vor=
woche. Gerſte ohne Handel. Mais ruhig und
preishal=
tend. Futterartikel ſtetig. Die Umſätze in Mehl ſind ſehr
ſtill und ohne Preisänderung. Der Mannheimer
Ge=
treidemarkt iſt unverändert. An der Berliner
Produktenbörſe war die Haltung für Getreide ſchwach,
da das fruchtbäre Wetter die Käufer zurückhält und aus
der Provinz Verkaufsaufträge eintrafen. Hafer per Juli
matt auf Realiſationen. Die ausländiſchen Offerten
blie=
ben unverändert. Nach den letzten Kabelnachrichten von
en amerikaniſchen Getreidemärkten (New=
York und Chicago) war Weizen auf das trockene, heiße
Wetter im Nordoſten von Kanada in feſter Haltung, noch
unterſtützt durch Deckungen und Operationen der Hauſſiers.
Mais verkehrte ohne Anregung, aber bei ſtetigen Preiſen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer, 23,75—24, norddeutſcher
23,75—24,— kurheſſiſcher 23,75—24,— ruſſiſcher 23,50 bis
25,50, Kanſas 22,75—24,—, rumäniſcher 23,50—25,50, La
Plata 22,50—24,— Manitoba 22,50—23,75, Redwinter 22,75
bis 24,—, Walla Walla 22,75—24,25; Roggen, hieſiger,
20,75—21,— bayeriſcher (Pfälzer) 20,30—21,—, ruſſiſcher
20,75—21, —, amerikaniſcher —, —, rumäniſcher 20,75—21,
Hafer, hieſiger, 21,75—22,— bayeriſcher 21,80—22,
ruſſiſcher 20,50—22,50, rumäniſcher 20,50—22,50,
amerikani=
ſcher 20—20,50; Mais, mixed, 17,80—18,— ruſſiſcher 18
bis 18,25, Donaumais 17,75—18,—, rumäniſcher 17,75 bit
18,25, La Plata 17,75—18,—, weißer Mais 18—18,25,
Weizenſchalen 11,50—12,—, Weizenkleie 11,75—12,—
Rog=
genkleie 13,75—14,25, Futtermehl 14—16,— Biertreber, ge
trocknet, 14—14,50; Weizenmehl, hieſiges (Baſis ab Mann
heim) Nr. 0 31,25—31,50, feinere Marken 31,75—32,—
Nr. 1 30,25—30,50, feinere Marken 30,75—31,—, Nr. 2
28,75—29,—, feinere Marken 29,25—29,50, Nr. 3 26,25 bis
26,50, feinere Marken 26,75—27,—, Nr. 4 24,50—24,75,
feinere Marken 25—25,25; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0
26,25—26,50, Nr. 1. 24,75—25,—, Nr. 2 21,75—22,—
Streik und drohende Teuerung in Frankreich
* Paris, 26. Juni. Aus Toulouſe wirdg
meldet: Hier hat der Streik der Bäckermeiſte
unter der Bevölkerung, namentlich unter der Arbeiter
ſchaft, eine gewiſſe Erregung hervorgerufen. Da die Brot
erzeugung geſtern eine unzulängliche war, beſchloß der
Bürgermeiſter ſich an die Militärbäckereien in Tarbes
und Albi, ſowie an die Genoſſenſchaftsbäckerei in
Limo=
ges und die in Bordeaux zu wenden. Man hofft, zum
mindeſten die Hälfte des normalen Brotbedarfes von
70000 Kilogramm decken zu können. Die Gemeindever
tretung von Bordeaux, wo ſich die Brotverteuerung ſehr
fühlbar macht, hat ihre Deputierten erſucht, die Regie
ung ſchleunigſt aufzufordern, daß eine Mindeſtmenge vo
fünf bis ſechs Millionen Pfund Getreide zollfrei eingela
ſen und auf alle Häfen Frankreichs entſprechend verteilt
werde.
* Paris, 26. Juni. Im Senat fand eine
Dis=
kuſſion über den Geſetzentwurf ſtatt, der die zeitwei
lige zollfreie Zulaſſung von Weizen regeſt
und ſchon in der Kammer angenommen wurde.
Handelsminiſter gab folgende Erklärung ab: Die peſſ
miſtiſchen Informationen der Zeitungen ſind vollſtänd
ungenau. Bis zur Ernte, die ſehr befriedigend wird, feh
Frankreich weder Brot noch Weizen oder Mehl. Wi
beſitzen Weizen für alle Bedürfniſſe der Bevölkerung
Nichts rechtfertigt die Panik. Die Regierung beſchäftigt
ſich ſchon vorher damit, zur Vervollſtändigung der Be
ſtände ausländiſches Getreide nach den Hauptpunkten des
Konſums zu ſchaffen. Der Miniſter bekämpfte infolge
deſſen die Beſeitigung des Zolles von ſieben Franes, Der
Senat ſpendete dem Miniſter Beifall und nahm den
ſetzentwurf an.
* Paris, 26. Juni. Die Vertreter des National
Ausſchuſſes der eingeſchriebenen Seeleute
wurden heute nachmittag von dem Miniſter des Innern
empfangen. Sie erklärten, ſich dem von der Regierung
vorgeſchlagenen Schiedsgericht unterwerfen zu wollen
Die eingeſchriebenen Seeleute verlangen, die ſtrittigen
Punkte ſollen von ſechs Vertretern der eingeſchriebenen
Seeleute und ſechs Vertretern der Reedereien geprüft wer
den. Den Vorſitz ſoll ein Mitglied der Regierung über
nehmen, das bei Stimmengleichheit den Stichentſcheid
geben ſolle.
* Paris 26. Juni. Zu dem Seemannsſtreik wird
offiziös gemeldet, daß die Verhandlungen zwiſchen der
Regierung und den Reedern fortgeſetzt werden. Ange
ſichts der neuen Vorſchläge der eingeſchriebenen Seeleute
hoffe man, daß das Schiedsgericht zuſtande kommen
werde und hält unter dieſen Umſtänden eine baldige Be
endigung des Streiks für möglich.
* Marſeille, 25. Juni. Das Seegericht hat 28
Sceleute, Kohlenarbeiter und Heizer des Dampfers
„Salta” wegen Deſertion zu 14 Tagen
Gefängnis=
mit Strafaufſchub verurteilt. Sämtliche Verurteilte
hat=
ten das Schiff infolge des Ausſtandes verlaſſen.
* Paris, 26. Juni. Die eingeſchriebenen
Seeleute hielten geſtern abend eine Verſammlung in
der Arbeitsbörſe ab, wo ſie gegen das Urteil des
See=
gerichts, durch das 28 Matroſen wegen Deſertion
ver=
urteilt worden waren, heftig Einſpruch erhoben,
* Madrid 25. Juni. Der Miniſter der
öffentlichen Arbeiten erklärte auf Anfrage im
Senat, daß die Regierung mit der Möglichkeit eines
all=
gemeinen Eiſenbahnerausſtandes rechne
und=
alle notwendigen Maßnahmen getroffen habe.
Zum Krieg um Tripolis.
* Konſtantinopel, 25. Juni. Der Tanin
be=
faßt ſich mit der Frage des Friedensſchluſſes
und weiſt den Gedanken zurück, daß der Friede
deshalb=
nicht geſchloſſen worden ſei, weil Italien für Tripolis
nicht in das Regime habe einwilligen wollen, das dem
in Aegypten und Tunis analog wäre. Das Blatt fährt
fort: Die Türkei ſucht keine Ausflüchte, um aus der
Tripolisaffäre herauszukommen. Wir vergießen kein
Blut für eine Schattenſouveränität, ſondern verteidigen
eine wirkliche Souveränität. Italien könnte nur dann
mit Recht eine Eroberung von Tripolis beanſpruchen,
wenn es ganz Tripolis beſetzt hätte; dann könnten
wir=
auch nach einem Weg für eine Verſtändigung ſuchen,
Heute kann Italien ein Eroberungsrecht bloß für dier
von ihm beſetzten Punkte an der Küſte beanſpruchen. Die=
Verhandlungen könnten ſich bloß mit der Souveränität
für dieſe beſetzten Punkte befaſſen.
* Konſtantinopel, 26. Juni. Nach den letzten
Meldungen aus Monaſtir ſoll die Zahl der
fahnen=
flüchtigen Soldaten 200 überſchreiten. Der
Rangälteſte der deſertierten Offiziere iſt der albaneſiſche
Hauptmann Tajar Bey. Die Deſerteure, die angeblich
einige Maſchinengewehre beſitzen, ſollen ſich in dem
Ge=
birgsgebiete bei Demir Hiſſar, 30 Kilometer nördlich von
Resna, befinden, Tajar Bey hinterließ ein Schreiben n
den Kommandanten von Monaſtir, in dem er erklärt, die=
Bewegung ſei nicht gegen das Vaterland, ſondern gegen
die Herrſchaft des Jungtürkiſchen Komitees gerichtst.
Zwei Bataillone ſind zur Beobachtung der Deſerteure,
mit denen die Alttürken ſympathiſieren ſollen, abgeſandt
worden. Südlich von Skutari fanden am 23. Jun
zwiſchen Regierungstruppen und Maliſſoren
Zuſam=
menſtöße ſtatt. Auf beiden Seiten gab es einige Tote=
und Verwundete.
H. B. Rom 26. Juni. Alle Anzeichen deuten darauf
hin, daß die italieniſche Regierung eine neue Aktiön
im ägäiſchen Meer einzuleiten gedenkt. 65 Schiffe
der italieniſchen Handelsmarine ſind nach den
verſchiede=
nen Häfen abgegangen, wo ſie augenblicklich vor Anker
iegen und den Befehl haben, ſich bereit zu halten, um
ge=
gebenenfalls vier Diviſionen nach Afrika und eine
Bri=
gade nach den Inſeln des ägäiſchen Meeres zu bringen.
Amerikas Präſidentenwahl.
* Baltimore 25. Juni. Bryan hat im Kampfe
um die Kontrolle des Nationalkonvents ſeine erſte
Nieder=
lage erlitten. Der Konvent wählte den früheren Richter
Parker, mit 579 Stimmen zum zeitweiligen Vorſitzenden,
während Bryan, der ſelbſt für das Amt des Vorſitzenden
kandidierte 506 Stimmen erhielt. Vor der Abſtimmung
herrſchte wildeſte Unruhe. Bryan erklärte dieſelben
räuberiſchen Intereſſen, die den Chicagoer Konvent zu
einer Farce geſtaltet hätten, ſeien jetzt auch hier tätig.
Der Delegierte von Texas Johnſon erklärte, es handle
ſich um einen Kampf gegen Wallſtreet. Infolge der großen
Unruhe und der Ermüdung der Delegierten, ſowie der
Zu=
ſchauer wurde der Konvent bis heute Abend vertagt=
H. B. New=York, 26. Juni. Bryans ſchwere
iederlage auf dem demokratiſchen Konvent bei der
jahl des proviſoriſchen Vorſitzenden dürfte
gleichbedeu=
nd ſein mit der Ausmerzung Bryans als Kandidat für
e Präſidentſchaft. Dagegen ſind die Chancen Clarks
er=
eblich geſtiegen. Auch die Konſervativen ſind jetzt für
e Wahl eines Fortſchritts=Kandidaten. Bryans
Ein=
uß iſt immer noch groß genug, um die Wahl eines ihm
icht genehmen Kandidaten zu verhüten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Wiesbaden, 26. Juni. Der Kaiſer hat den Grafen
hilipp Rudolf von Ingelheim zum
Erz=
mmerer des Herzogtums Naſſau ernannt.
München, 26. Juni. In der Kammer ereignete
ch bei der Beratung des Etats des Innern ein
Zwi=
chenfall. Segitz (Sozialdemokrat) kritiſierte die
ätigkeit des Miniſteriums und nannte die
Nichtbeſtätig=
ng ſozialdemokratiſcher Bürgermeiſter, Adjunkten und
ſeigeordneter einen glatten Verfaſſungsbruch. Der
amtie=
ende Vizepräſident Frank rief den Abgeordneten
des=
egen zur Ordnung, und da der Abgeordnete die
Aeußer=
ng wiederholt gebrauchte, noch zweimal zur Ordnung
nd entzog ihm nach dem dritten Ordnungsruf gemäß
er Geſchäftsordnung das Wort. Die Linke forderte
dar=
uf die Entſcheidung des Hauſes ob die Ordnungsrufe
nd die Wortentziehung rechtmäßig ſeien. In
nament=
cher Abſtimmung beſchloß das Haus mit 54 gegen 42
itimmen, daß die Ordnungsrufe und die
Wortentzieh=
ng ſeitens des Vizepräſidenten rechtmäßig ſeien.
* Aſchaffenburg, 26. Juni. Heute früh vergiftete
ch in einem hieſigen Hotel eine aus Frankfurt a. M.
ngekommene junge Dame, die aus Bockenheim bei
Frank=
irt a. M. ſtammen ſoll. Ihre Perſonalien konnten noch
icht feſtgeſtellt werden, da ſie keine Ausweispapiere bei
ch führte. Die Unbekannte hinterließ einen Zettel, in dem
e angibt, wegen ſchlechter Familienverhältniſſe ſich das
eben zu nehmen.
* Greiz, 26. Juni. Der Verband der
Sächſiſch=
hüringiſchen Webereien, dem 297 Mitglieder
tit 35020 Webſtühlen angehören, beſchloß in ſeiner
eſtrigen Generalverſammlung, eine Lohnerhöhung
is zu 20 Prozent eintreten zu laſſen. Die erſte
Lohn=
ahlung nach dem neuen Tarif erfolgt am 4. Oktober.
* Paris, 26. Juni. Aus Fez wird unterm 25. Juni
emeldet: General Dalbiez hatte am 23. dieſes Monats
in ſehr lebhaftes Gefecht bei Riba mit den Bem Mtir und
en Sidi Raho, die zurückgeworfen wurden. Auf ſeiten
er Franzoſen wurden drei eingeborene Soldaten getötet
nd 13 Mann verwundet. Wahrſcheinlich trifft General
Jouraud Anfang Juli in Fez ein. Einige feindliche
Ab=
eilungen boten ihre Unterwerfung an.
* Konſtantinopel, 26. Juni. Der Tanin verſichert,
ie Vorkommniſſe in Monaſtir hätten keine
be=
ondere Bedeuſtung. Von den deſertierten
Sol=
taten ſeien 26 zurückgekehrt. 19 fehlen noch. Die
Rück=
ehr der zwölf Offiziere werde als wahrſcheinlich
ange=
ehen. Die Regierung traf militäriſche Maßnahmen, um
ine größere Aufſtandsbewegung zu verhindern. Die
An=
elegenheit dürfte in einigen Tagen gütlich beigelegt ſein.
H.B. Berlin, 26. Juni. Die Dresdener Bank hatte
zeute früh, wie jeden Tag bei Geſchäftsbeginn, zwei
Mil=
ionen Mark in Gold, Silber und Papiergeld durch 12
Boten von der Reichsbank holen laſſen. Die 12 Boten ſind
ruch vollzählig mit dem Gelde von der Reichsbank
zu=
ückgekommen und haben es im Zimmer des Kaſſierers
auf=
rezählt. Bei der Ablieferung an dieſen gelang es einem
der Boten, namens Bruning, unbemerkt mit 260000
Mark aus dem Bankgebäude zu
verſchwin=
den. Obwohl ſich ſchon mehrere Kaſſenboten entfernt
hatten, vermutete man ſofort mit Recht, daß der Kaſſen=
bote Bruning derjenige ſei, der das Geld entwendet
hatte. Bisher iſt es trotz eifrigen Bemühens nicht
ge=
lungen, ſeiner habhaft zu werden. Er iſt 40 Jahre alt,
verheiratet und ſeit 5 bis 6 Jahren bei der Bank tätig.
* Berlin, 26. Juni. Die Dresdener Bank teilt
über die Unterſchlagung folgendes mit: In den
Vormittagsſtunden wurde, wie gewöhnlich, von der
Reichsbank Geld geholt, was für die nächſten Stunden
zur Auszahlung dienen ſollte. Es waren zwei Millionen
Mark in Gold, Silber und Scheinen; der Betrag wurde
von 12 Boten geholt. Da der Kaſſierer den Betrag ſelbſt
nicht zählen kann, zählen die Kaſſenboten den Betrag, den
ſie geholt haben, ſelbſt durch und machen, beiſpielsweiſe
auf einem Päckchen von Kaſſenſcheinen, ihr Zeichen, das
beſagen ſoll, daß ſie den Betrag durchgezählt haben und
dieſer ſtimmt. Darauf übergeben ſie den Betrag dem
Kaſſierer. Als der Betrag von zwei Millionen Mark an
den Kaſſierer abgeliefert wurde, fehlten 260000 Mark. Es
vurde ſofort nachgeſehen und feſtgeſtellt, daß ein Bote
fehlte. Der Bote Bruning hatte ſich während des
Zählens des Geldes unbemerkt davongeſchlichen.
Per=
ſonalbeſchreibung: Name: Bruning, unterſetzte Figur,
ſchwerfällige Sprache mit holſteiniſchem Dialekt etwas
T=Beine, aber kaum merklich, unverheiratet, hat aber ein
Verhältnis.
— Berlin, 26. Juni. In einem Prozeß vor dem
Schwurge richt des Landgerichts I ſollte feſtgeſtellt
werden, ob der Angeklagte auch mit der linken Hand
ſchießen könne. Als nach der Probe von dem Beſitzer der
Piſtole einem Kriminalſchutzmann der
Patronen=
rahmen wieder eingeführt wurde, krachte plötzlich ein
Schuß. Die Kugel ging nur einige Zentimeter an einem
in der Nähe ſtehenden Gerichtsdiener vorbei, und blieb in
der Wand im Saale ſtecken. Der Schuß rief große
Auf=
regung hervor. — In der in der Holzmarktſtraße gelegenen
Federnfabrik Iſrael, brach heute mittag Feuer
aus. Die Flammen griffen ſo ſchnell um ſich, daß von etwa
100 Arbeitern die Hälfte in Lebensgefahr geriet, da die
Treppen in kurzer Zeit verqualmt waren, ſodaß die
Be=
nutzung unmöglich wurde. Es gelang alle Perſonen in
Sicherheit zu bringen.
— Charlottenburg, 26. Juni. Der 17jährige
Ober=
ſekundaner Ulrich Lothar beging aus bisher noch
nicht aufgeklärter Urſache Selbſtmord.
H.B. Leipzig, 26. Juni. Auf Erſuchen der
Dresde=
ner Polizei verhaftete heute früh die Leipziger
Kriminalpolizei zwei Leipziger Studenten.
Der eine iſt ein 26 Jahre alter Student der Landwirtſchaft
und unterhielt mit der Tochter eines Dresdener
Geſchäfts=
inhabers ein Liebesverhältnis. Er ſoll das Mädchen dazu
veranlaßt haben, aus der Geſchäftskaſſe des Vaters
grö=
zere Beträge zu entnehmen und ſie ihm zuzuwenden. Als
dieſe Summe ſchließlich die Höhe von 15000 Mark erreicht
hatte, kam die Sache an den Tag. Der Student hatte das
Geld mit einem zweiten Verhältnis in Leipzig verjubelt.
Die zweite Verhaftung betrifft einen rumäniſchen
Stu=
denten, der ſich ſeit einiger Zeit in Dresden aufhielt und
ſich als Student der Techniſchen Hochſchule unter dem
falſchen Namen Rawali ausgegeben hat. Er verſtand es,
ſich in den beſten Geſellſchaftskreiſen einzuführen und
be=
nutzte die Bekanntſchaft dazu, verſchiedenen Leute größere
Summen abzunehmen. Außerdem wird ihm ein
Sitt=
lichkeitsvergehen zur Laſt gelegt.
H. B. Paris, 26. Juni. Bei einem
Straßenrad=
ennen bei Nauvollon in der Bretagne hat ſich geſtern
ein ſchwerer Unfall zugetragen, dem 2
Menſchen=
leben zum Opfer gefallen ſind. Bei einem
Rennen für Veteranen ſah der an der Spitze liegende
Fahrer Hemanin plötzlich ſeinen Weg durch einen leichten
Wagen verſperrt, mit dem er in voller Wucht
zuſammen=
rannte. Hemanin ſtürzte ſo unglücklich, daß er auf der
Stelle tot war. Der zweite gleich darauf folgende
Rad=
fahrer ſtürzte ebenfalls und erlitt ſchwere Verletzungen.
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Um dem Satz der aus obigen Anläſſen in unſerer
Ausgabe vom
Samstag, den 29. Juni er.,
erſcheinenden Anzeigen die gebührende Sorgfalt
widmen zu können, erbitten wir uns die Manuſkripte
hierfür bis ſpäteſtens
Donnerstag,
den. Fumer„, abends.
Darmſtädter Tagblatt
Expedition.
Familiennachrichten.
Die glückliche Geburt
eines Töchterchens
zeigen hocherfreut an
(*15580
Hanns Decke
und Frau Grete, geb. Wolff.
Miſſion, 25. Juni 1912.
Texas.
Unterfertigter C. C. erfüllt hiermit die
traurige Pflicht, ſ. l. A. H. A. H. und i. a. C. B.
i. a. C. B. von dem am 29. Mai 1912 zu
John=
ſtown (Amerika) erfolgten Ableben ſ. I. A., H.
M. Buhl CC 20 1ot
(13919
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Der C. C. der „Hassia‟ zu Darmstadt
J. A.:
E. Poräk X.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres Onkels und
Schwieger=
vaters
Herrn Friedrich Becker
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Wagner für ſeine troſtreichen Worte am Grabe,
auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
Im Namen der Verwandten:
Ph. Risch II.
Darmſtadt, den 26. Juni 1912. (B13900
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Jeilnahme,
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden beim
Hinſcheiden unſerer lieben, guten Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter und Tante
Frau Anna Sulzmann
geb. Wald
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Beringer für die troſtreiche Grabrede, dem
Geſang=
verein „Liederkranz” für den erhebenden
Grab=
geſang, ſowie dem Männerchor „Schubert=
Quar=
tett” unſeren aufrichtigſten Dank.
(13895
Die trauernden Hinterbliebenen:
Karl Sulzmann und Frau,
Emil Sulzmann und Frau,
Auguſt Sulzmann und Frau.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Deutſchland iſt der Druck etwas gefallen.
Randwirbel brachten in unſerem Gebiet geringe
Nieder=
ſchläge. Die Morgentemperaturen liegen etwas tiefer als
ſeither. Das Hochdruckgebiet wird wieder an Stärke
gewinnen, ſo daß wir mit Aufklärung und Nachlaſſen
der Niederſchläge zu rechnen haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
27. Juni: Wechſelnd bewölkt, nur unerhebliche
Nieder=
ſchläge, mäßig warm; Weſtwinde.
Tageskalender.
Volkstümliche chriſtl. Vorträge um 8½ Uhr im
Rhein. Miſſionszelt an der Lindenhofſtraße. —
Bibel=
ſtunde um 4 Uhr daſelbſt.
Zuſammenkunft hier anſäſſiger Bayern um 9 Uhr
im Reſtaurant „Zur Sonne‟.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Gardiſtenſtr. 6. (13514a
Junge Dachshunde
gelb, zu verkfn. Eberſtadt b. D.,
Müllerſtraße 11.
(13907dfs
edelſter Ab=
Bernhardinerrnde ſtammung,
aus berühmt. Zwinger Dr. Baumann,
Roßdorf, prämiiert, billig zu verk.
Näh. in der Exp. (*15371ids
Gelber Boxer
mit Stammbaum, 1¾ Jahre alt,
zu verk. Alois Endres,
Pfung=
ſtadt, Bahnhofſtr. 64. (13754imd
Grüner Papagei, ſehr zahm,
etwas ſprechend, kerngeſund,
für 35 Mk. zu verkaufen
Eliſa=
bethenſtraße 12, 2. St. (*15533
Kurſe vom 26. Juni 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Ttſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,80
3
do.
80,10
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols
89,80
3 do. do.
79,90
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,40
do.
93,10
3
do.
84,75
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,75
3½
do.
88,00
3
do.
78,80
4 Hamburger Staatsanl. 100,20
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,20
4 do. do. (unk. 1918) 99,30
do.
88,25
3
do.
77,70
3 Sächfiſche Rente . . . . 80,00
4 Württemberger v. 1907 100,20
3½
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,60
Griechen v. 1887 . . 55,60
Italiener Rente . . 96,90
Oeſterr. Silberrente 90,50
do. Goldrente . . . 95,90
4 do. einheitl. Rente 87,80
3 Portug. unif. Serie I 63,70
3 do. unif. Ser. III 66,00
3 do. Spezial
. 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,10
4 do. v. 1890
4 do. v. 1905
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,50
4 do. v. 1902
90,50
4½ do. v. 1905
. 100,50
31 Schweden . . .
94,40
4 Serbier amort. v. 1895 85,50
4 Türk. Admin. v. 1903 82,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,50
4 Ungar. Goldrente . . . 90,30
4 do. Staatsrente . . . 88,60
Jf.
In Proz.
5 Argentinier
. 101,20
4
do.
86,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,00
Chineſ. Staatsanleihe . 98,80
½
do.
93,30
4½ Japaner
94,60
5 Innere Mexikaner.
95,00
do.
60,50
4 Gold=Mexikaner v. 1904 88,00
Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 70,90
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . .141,00
5Nordd. Lloyd . . . . . 116,25
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,80
3 Baltimore und Ohio . 106,79
½ Schantungbahn . . . 131,20
3½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,90
6 Pennſylvania R. R. . 120,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
75,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . 505,50
4 Chem. Fabrik
Gries=
heim
244,50
30 Farbwerke Höchſt . . 619,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 350,00
10 Cement Heidelberg . . 147,80
30 Chem. Werke Albert 452,30
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . .. 309,80
4 Lahmeper . . . . . . . 123,00
Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 155,80
12 Siemens & Halske . 235,75
5 Bergmann Electr. . . 140,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 168,00
0 Gummi Peter . . . . 125,70
0 Kunſtſeide Frankfurt 165,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer
. 503,90
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 135,90
15 Zellſtoff Waldhof . . 231,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 216,75
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,00
3 Südd. Immobilien 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede .
. 186,50
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
228,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
.174,50
10 Gelſenkirchener .
. 186,25
8 Harpener
183,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 259,20
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
81,80
4 Laurahütte . . . . . . 173,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 193,00
7½ South Weſt Africa 144½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,80
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,00
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,80
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 94,10
3
do.
78,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,80
In Proz.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 78,00
do.
26
53,40
3 Raab=Oedenburg
76,60
4 Kronprinz Rudolfbahn 94,25
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,00
4½ Moskau=Kaſan . .
do.
4 Wladichawchas .
.88,30
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb.
74,60
do.
24/0 Livorneſer . . . . . 67,50
3 Salonique=Monaſtir . 63,00
4 Bagdadbahn .
83,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,30
4 Miſſouri=Pacific. . . . 72,00
4 Northern=Paciſic . . . 100,30
4 Southern=Pacific
95,40
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 87,10
5 Tehuantepec . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,90
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,75
½ Darmſtädter Bank . 121,30
12½ Deutſche Bank . . . 252,90
6 Deutſche Vereinsbank . 123,40
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,00
10 Diskonto=Kommandit 184,00
8½ Dresdener Bank . . 152½
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,50
6½ Mitteld. Kreditbank 118,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,25
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 134,90
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 123,30
Wiener Bankverein . 132, 10
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98.50
In Pr
Bf. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19
. 89,30
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 97,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,25
do.
88,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
do.
8½
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,90
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,95
Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,50
S. 3—5
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,20
3½
do.
88,20
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,80
do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,40
do.
8½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
.
8½ do.
89,50
4 Frankfurt.
* 99,60
3½ do.
93,00
4 Gießen
98,20
3½ do.
90,50
4 Heidelberg
98,00
3½ do.
4 Karlsruhe
8½ do.
90,10
4 Magdeburg.
99,00
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
90,00
4 Mannheim
98,80
3½ bo.
4 München
100,00
3½ Nauheim
4 Nürnberg
100,00
3½ do.
89,70
4 Offenbach
6
-
In Proz
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . ℳ 100,00
89,80
3½ do.
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 79,10
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 172,50
3½ Cöln=Mindner 100
3 Holl. Komm. . fl. 100 106,75
3 Madrider . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,25
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,00
3 Olbenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 11540
Unverzinsliche
Aulehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20
Freiburger . . . . Fs.15 72,00
. Fs. 45
Mailänder
Fs. 10 33,90
do.
ſl. 7 —
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 523,00
do. v. 1858 fl. 100 450,00
Ungar. Staats fl.100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 169,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke . . . . 16,22
Amerikaniſche Noten . . . 4,18
Engliſche Noten . . . . . 20,44
Franzöſiſche Noten. . . . 81,05
Holländiſche Noten. . . . 169,25
Italieniſche Noten . . . . 80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,85
Reichsbank=Diskonto. . . 4½
Reichsbank=Lombarb Bsſ. 5½
Weiblich
Tüchtige Verkäuferin
1. gut. Zeugn. ſ. Stell. i. Bäckerei
rögl. m. fr. Station, übern. auch
filiale. Gefl. Offert unter U 20
n die Exped. ds. Bl. (*15541ds
Dardtt-Dame
Geſetzte, ſolide 30 jährige Witwe,
m Berufe durchaus erfahren, ſucht
er ſofort paſſende Stellung an
Züffet oder Kaſſe. Offert. unter
21 an die Exped. (*15540
Mädchen, welches etwas kochen
kann, Haushalt verſteht, ſucht für
iber Mittag od. morgens Stell.
Liebfrauenſtr. 91, III., r. (*15583
Kindergärtnerin ſucht Stellung
vährend d. Ferien. Offert. unt.
U 37 a. d. Exped. d. Bl. (*15596
Mädchen ſucht ſofort Stellung
Hardiſtenſtr. 17, Stb., 1. St. (*15598
Restaurationsköchin ſucht Stelle
5. Johannette Weißmantel,
ge=
verbsmäßige Stellenvermittlerin
Kaſinoſtraße 17.
(*15591
Suche per ſof. f. ein jung., will.
Mädchen, das bei mir a. Aushilfe
tätig, Stell. zu Kindern. Zu näh.
Ausk. gerne bereit. Baronin Riedesel
Ohlyſtraße 40, 2. Stock. (B1386
Mädchen, welch. bürgerl. kochen
u. all. Hausarb. k. mit g. Zeugn.
ſucht Stelle ſof. o. 1. Juli. 15jähr
Mädch. ſ. leicht. Stelle ſof. durch
Blisabeth Cronert, gowerbsmäßige
Stellen-
vermittlerin Mühlstrase 23. (*15570
Junge Frau ſucht für nachm
Beſchäftigung od. Büro zu reinig
Lauteſchlägerſtr. 8, II., Hth. (*15544
Junges, ſchulentlaſſenes
Mäd=
chen ſucht tagsüber Beſchäftigung
Fuhrmannſtraße 8, Hth. (*15542
Reinl., zuverl. Frau ſucht Laden
oder Büro zu reinigen. Näh. Gr.
Ochſengaſſe 31.
(*15539
Junge Frau ſucht Laufdienſt,
2 bis 3 mal in der Woche,
Darm=
ſtraße 23.
(*15536
Süchtige Büglerin
empf. ſich i. Fein= u. Glanzbügeln
*15593) Mollerſtraße 7, Manſarde.
Männlieh
Tüchtiger, zuverl. Kaufmann
mit ſchöner Handſchrift empfiehl
ſich für die Abendſtunden z.
Bei=
tragen und Inſtandhalten der
Bücher, Erledigung der
Korre=
ſpondenz ꝛc. unter Zuſicherung
ſtrengſter Diskret. Derſ. übernimmt
auch die gewiſſenhafte und
ſachge=
mäße Verwaltung v. Grundſtücken
und erteilt Rat zur vorteilhaften
Kapitalanlage. Gefl. Offert. unt.
U 26 an die Exp.
(*15550
Kaufmann
mit ſchöner, flotter Handſchrift,
ſucht ſchriftl. Arbeiten als
Heim=
arbeit zu übernehmen. Gefl. An
gab. u. U 38 a. d. Exped. (*15594
45 Jahre, ſucht
Züverl. Mann, f. nachmittags
Beſchäftigung, gleich welcher Art.
Off. unt. T81 a. d. Exp. (*15380imd
Jung. Mann, 26 Jahre, gedien.
Kavallerie, ſucht Stellung als
Herrſchaftskutſcher oder
Reit=
knecht. Prima Zeugniſſe zu Dienſt.
Off. u. T97 a. d. Exp. o. Bl. (*15448mdf
Jung. Mann, der m. Pferd. umg.
kann und gute Zeugniſſe beſitzt,
ſucht Lebensſtellung. (B13732
Näh. Ludwigshöhſtr. 34.
Geb. Herr ſ. für entſpr.
Arbeits=
leiſtung auf 14 Tage bis 3 Wocher
Unterkunft u. Verpflegung i. einem
landwirt. Betriebe i. d. Nähe
Darm=
ſtadts. Off. u. U 39 Exp. (*15602
eiblich
Putz.
Eine tücht. Zuarbeiterin ſuchen
für Winterſaiſon
(13717imd
L. & M. Fuld.
13760a) Für unſer
Putz-Atelier
ſuchen tüchtige
I. und II. Zuarbeiterin
per 1. September. Offerten
mit Zeugnisabſchr. und
Ge=
haltsanſprüchen erbitten
Gebr. Rothschild, Markt2.
Tüchtige Arbeiterin ſofort
ge=
ſucht Konfektion E. Wißmann,
Soderſtraße 84. (*15494mdf
Für unſere
Kurzwaren=Abteilung
ſuchen
Verkadfermnen
per 1. Auguſt evtl. 1. Sept.
Offert. mit Zeugnisabſchriften
u. Gehaltsanſprüchen erbitten
Gebr. Rothschild
Markt 2. (13846md
von hieſig. Engros=
Lehrmädchen Geſchäft gegen
ſo=
fortige Vergütung geſucht. Näh.
in der Expedition. (13917dfs
Angehende
Verkäuferin
möglichſt aus der Branche,
per ſofort od. 1. Juli 1912
geſucht.
(13906
Bluſen=Spezialiſt
M. Wasservogel
Wilhelminenſtraße 29.
Sauberes Mädchen ſof. geſucht,
Frankfurterſtr. 46. 1 Tr. (*15399imc
Schulentlaſſenes Mädchen
mittags zu einem Kinde geſucht
Mühlſtraße 72.
*15472md)
Eine zuverl Krankenpfegerin
ſofort geſucht. Offerten unt. T 99
an die Expedit. ds. Bl. (*15444md
Geſucht f. kl. Fam. ein zuverl.
Mädch., d. in beſſ. Häuſ. war, gut
koch, kann u. Hausarb. verrichtet
*15427ids) Rheinſtr. 31, 2. St.
Perf. Hausmädchen, das ſehr
gut ſervieren, nähen u. bügl. k., u.
langj. Zeugn. beſitzt, ſof. geſucht.
Näheres in der Exped. (*15577dfs
Frau od. Mädch., ſaub., g. empf.,
für Mittwochs u. Samstags vorm.
geſ. Erbacherſtr. 63, 2. St. (*15553
Zu jungem Ehepaar
tüchtiges Alleinmädchen geſucht.
Emma Frank, gewerbsmässige
Stellen-
vermittlerin, Karlstrasse 31. (13910
Reinl. Laufmadchen
ſofort geſucht bei M. Greib,
(*15607
Schulſtraße 9.
Tüchtiges, ehrliches Mädchen
geſucht Liebigſtr. 7, prt. (*15616df
Gewandte Köchin, die auch
etwas Hausarb. übernimmt und
langjähr. Zeugn. beſ., ſof. geſucht.
Näh. Expedition. (*15578dfs
Männlich
Jüngerer Gehilfe
auf Anwaltsbüro geſucht. Offert.
unt. T 98 an die Exp. (*15447md
an Perſonen mit flott. Schrift,
einerlei wo wohnend,
ſelbſt=
ſtändige Adreſſenſchreibarbeit,
im Hauſe zu verrichten. Es
han=
delt ſich um mehrere 100000
Adreſſen, welche zwanzig und
mehr Mal auf Kuverts, Streifen
uſw. geſchrieben werden, daher
eine dauernde Beſchäftigung.
Monatlich gute Nebeneinnahme
von 80—120 Mk.; bei regerer
Tätigkeit entſpr. mehr. Auch
durch Mithilfe geeigneter
Fa=
milienmitglieder wird Verdienſt
höher. Das Material, wie
Ku=
verts, Streifen, wird Ihnen
je=
weils franko ins Haus geſandt.
Man wolle nur dann
Bewer=
bung einſenden unter Chiffre
R 659 an Annoncen=Exped.
Haaſenſtein & Vogler, A.=G.,
Nürnberg, wenn man ſich
wirklich für dieſe Arbeit ge=
(13873
eignet fühlt.
Mark täglich. Verdienſt d.
25 Verkf. m. Patentartikel für
Herren. Neuheitenfab. Mittweida=
Markersbach Nr. 117. (8720H
Tüchtige Hodellschreiner
und mehrere
tüchtige Gussputzer
für unſere Eiſengießerei per ſofort
(13387fod
geſucht.
CARLSCHENCK
Eiſengießerei u. Maſchinenfabrik
G. m. b. H., Darmſtadt.
Selbſtändiger Tapeziergehilfe
bei dauernder Stelle. (*15465md
G. Haag, Saalbauſtraße 22.
geübter
Tüchtig. Hauz
Packer,
für gute, dauernde Stelle geſucht.
918df
Näh. Expedition.
Ordentl. Mädchen, ohne
An=
hang, das bürgerlich kochen kann
u. kleinen Haushalt zu führen
ver=
ſteht, zu zwei älteren Leuten geſucht
Grafenſtr. 18, 2. St. links. (*15595
Köchin, weiche Hausarbeit
über=
nimmt, für ſofort oder 1. Juli
geſucht. Näheres Exped. (*15604
Wir ſuchen einen tüchtigen,
zuverläſſigen, verheirateten
Hausburſchen
in dauernde Stellung.
Hoffärberei Reich,
Pallas=
wieſenſtr. 146. (*15512mdf
Ein junger, kräftiger
Fahr=
burſche geſucht
(*15554
Wienersſtraße 65.
Hausburſche mit guten
Zeug=
niſſen in Reſtaurant geſucht. Adolf
Dingeldein, gewerbsmäßiger
Stellenver-
mittter Schützenſtr. 10½. (*15615
Ein jüngerer Hausburſche
ge=
ſucht, Eintritt ſofort
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patentierten konkurrenzloſen Gebrauchsartikel von großer
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gekauft wird.
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Rouſſeau als Menſch.
(Zu Rouſſeaus 200. Geburtstag, 28. Juni.)
Von Profeſſor Dr. Paul Henſel.‟)
Um das Werk Rouſſeaus zu verſtehen, iſt es nicht
gotwendig, jeden einzelnen Vorgang ſeines reichbewegten
Lebens zu kennen, wohl aber iſt es gerade bei ihm
uner=
läßlich, zu wiſſen, wie er Leben und Menſchen anſah.
Seine Werke ſind nichts anderes, als die Folgerungen
aus ſeiner Stellung zu den Lebenswerten, und daher
muß man dieſe Stellungnahme kennen lernen, will man
die Werke nicht nur äußerlich beurteilen, ſondern
ver=
ſtehen. Die wichtigſte Hilfe hierfür hat uns Rouſſeau
ſelber in ſeinen Contessions gegeben. Dies merkwürdige
Buch, das erſt nach dem Tode des Verſaſſers im Druck
erſchien, iſt, nachdem der erſte Enthuſiasmus, den es
er=
regte, verrauſcht war, in ſeinem biographiſchen Wert
viel=
fach angezweifelt worden, aber mit Unrecht. Immer
wie=
der erneute Nachprüfungen haben ergeben, daß Rouſſeau
hier nicht nur die objektive Wahrheit über ſein Leben
geben wollte, wie die erſten Worte ſeines Buches es
aus=
ſprechen, ſondern, daß er ſehr wohl auch ſubjektiv in der
Lage war, es zu können. Namentlich iſt jedes Erlebnis,
das mit einem Gefühl in ſeiner Seele verbunden war,
mit erſtaunlicher Sicherheit im Gedächtnis feſtgehalten
und tritt mit der ganzen Friſche des unmittelbaren
Ge=
ſchehens vor den Leſer hin.
Es iſt kein Zufall, daß die Kindheitserinnerungen
einen breiten Raum in den Conkessions einnehmen. Das
Leben des Kindes iſt viel mehr Gefühl, als das des
Er=
wachſenen, und Rouſſeau konnte daher ſeine Kinderzeit
ſich ungleich lebhafter vergegenwärtigen, als es der
Durch=
ſchnittsmenſch vermag, der die Gefühle ebenſo ſchnell
ver=
gißt, wie er ſie intenſiv durchlebt.
Vor allem tritt uns hier die Liebe zur Heimat
ent=
gegen; wir müſſen uns hüten, dies Gefühl erſt als
nach=
träglich entſtanden und dann in die Erlebniſſe der
Kind=
heit zurückprojiziert zu verſtehen. Es war in dem
dama=
ligen Genf, das eingeklemmt zwiſchen Frankreich und
Savoyen, einen beſtändigen Kampf um ſeine Freiheit
und ſeinen Glauben führen mußte, ein ſtarker
Patriotis=
mus vorhanden, vergleichbar dem Verhältnis des antiken
Vollbürgers zu ſeinem Stadtſtaat. Aus dem Plutarch,
der dem beſtändig leſenden Knaben ſchon früh in die
Hände fiel und in der vorzüglichen Amyoſchen
Ueber=
ſetzung bis in ſeine letzten Tage ſein Lieblingsbuch blieb,
lernte er, dies Gefühl zu idealiſieren. Es war ſein Stolz
und ſeine Freude, als er ſpäterhin mit ſeiner
Heimat=
ſtadt ſich wieder ausgeſöhnt hatte, das „eitoyen de
Genéve” auf das Titelblatt ſeines Hauptwerks ſetzen zu
können. Kein Ereignis hat ſo tiefen Eindruck auf den
reizbaren Mann gemacht, als die Verfolgung, die von
der Regierung ſeines geliebten Genfs gegen ihn
einge=
leitet wurde.
Um ſo erſtaunlicher muß es ſcheinen, daß er dieſen
Heimatsboden, der ihm ſo viel bedeutete, verließ, das
kalviniſtiſche Bekenntnis, in dem er erzogen war, ohne
jeden ernſten Kampf abſchwor, und zwar, wie die
Confessions zeigen, durch keine erheblichen Gründe dazu
veranlaßt. Furcht vor Strafe, weil er beim
Umher=
ſchweifen in Wald und Feld die Stunde des Schließens
der Stadttore verſäumt hatte, veranlaßte ihn, den
heimi=
ſchen Boden zu meiden. Der Uebertritt zum
Katholizis=
mus war dann die faſt notwendige Folge dieſes erſten
Schrittes. Die Erklärung für ein ſo planloſes Handeln
liegt eben darin, daß die Planloſigkeit im Charakter
Rouſſeaus tief angelegt war. Immer wieder läßt er ſich
aus ſcheinbar geſicherten Wegen durch irgend ein
zufälli=
ges Geſchehen hinausdrängen. Alle ſeine Verſuche, die
er, der Stimme der Klugheit folgend, in ſeinem Leben
gemacht hat, um zu einer bürgerlich geſicherten Exiſtenz
zu gelangen, ſind geſcheitert und mußten bei ſeinem
Cha=
rakter ſcheitern. Eine Tätigkeit, die den ganzen Menſchen
täglich in Anſpruch nahm, war für ihn unmöglich, weil
eine ſolche Tätigkeit vielleicht den Verſtand, nie aber die
Phantaſie befriedigen kann. Rouſſeau blieb auch darin
ein Kind, daß ihm die Welt, in der er lebte, überwiegend
eine Welt der Träume geblieben iſt. Es iſt merkwürdig,
wie lange in ihm der kindliche Glaube fortlebte, daß das
Leben morgen beginnen werde, und es iſt durchaus
ver=
ſtändlich, daß tiefe Schatten der Verſtimmung und des
Mißmuts, die ſich zuletzt zum Wahnſinn verdichteten, in
ſein Leben fallen, als er allmählich das Trügeriſche dieſes
frohen Kinderglaubens einſieht, als es ihm deutlich wird
daß dies Leben, ſo wie es iſt, weiter gelebt werden muß
bis zum Tode.
Zu dem verhängnisvollen Entſchluß, ſeine Vaterſtadt
zu meiden, wurde Rouſſeau vielleicht auch dadurch
ge=
trieben, daß er, wie David Copperfield, aus früheren
beſſeren Verhältniſſen ſich herabgedrückt ſah in eine
nied=
rigere Sphäre des Lebens zu untergeordneten Genoſſen;
in eine Lebensſtellung, die auch für die Zukunft nichts
bieten konnte, als eine kleinbürgerliche Exiſtenz, die im
grellſten Kontraſte zu den Bildern ſtand, die ſeine durch
Romane genährte Phantaſie dem werdenden Jüngling
vorſpiegelte. Aber wir können noch einen tieferen Punkt
finden, der uns die Abneigung Rouſſeaus vor geregelter
Tätigkeit verſtändlich macht, und dieſer beſteht in einer
*) Wir entnehmen die Ausführungen dem in der
Sammlung „Aus Natur und Geiſteswelt” (Bd. 180, geh.
1 Mk., geb. 1,25 Mk.) ſoeben in 2. Auflage erſchienenen
Bändchen Paul Henſels „Rouſſeau” das nach einer
kur=
zen Charakterſkizze des großen Genfers ſeine
Geſchichts=
philoſophie, Rechtsphiloſophie, Erziehungslehre und den
von ihm neu geſchaffenen Roman und die
Religions=
philoſophie darſtellt und beſonders diejenigen Seiten
ſei=
ner Lebensarbeit hervorhebt, die für die Entwickelung
des deutſchen Idealismus und für das Verſtändnis der
Gedankenwelt Goethes, Schillers, Kants, Fichtes
not=
wendige Vorausſetzungen ſind.
eigentümlichen Trägheit, die Rouſſeau angeboren war,
und die ihn ſein ganzes Leben hindurch nicht verlaſſen
hat. Dieſe Behauptung mag paradox erſcheinen bei
einem Manne, der eine lange Reihe von Bänden
geſchrie=
ben, der über ein umfangreiches Wiſſen gebot, der Zeit
ſeine Lebens hart arbeiten mußte, und der es verſchmähte,
ſich für ſeinen Unterhalt auf die Börſe ſeiner Freunde
oder königliche Penſionen zu verlaſſen. Wer aber die
Confessions und namentlich Rouſſeaus Briefe
aufmerk=
ſam durchlieſt, wird leicht erſehen, daß trotz dieſer
ge=
waltigen Arbeitsleiſtung Trägheit den Grundzug ſeines
Charakters bildete.
Soviel ich ſehen kann, hat Rouſſeau nur an einem
Werl, der Nouvelle Heloise, mit Luſt und Liebe
gear=
beitet; bei allen ſeinen anderen Werken laſtete die Arbeit
auf ihm wie ein Alb, den er abzuſchütteln trachtete. Er
war glücklich, wenn er im Augenblick leben, im Augenblick
aufgehen konnte. Die Tätigkeit, durch die er ſeinen
Le=
bensunterhalt erwarb, das Abſchreiben von Noten, hatte
er deshalb gewählt, weil ſie ſeinem Geiſt die Freiheit ließ,
weil er bei dieſer Beſchäftigung weiterträumen konnte,
weil ſie keine größeren Anforderungen an ihn ſtellte, als
der Tag ſie verlangte, und weil ſie mit dem Tag erledigt
werden konnte. Es wäre ihm unmöglich geweſen, ſich in
den Dienſt einer großen Aufgabe zu ſtellen, die ſein ganzes
Leben in Anſpruch genommen hätte. In noch
markan=
terem Sinne als in dem Goetheſchen ſind ſeine Arbeiten
Gelegenheitsarbeiten. Das nimmt ihnen nichts von ihrem
Wert, aber es zeigt uns, wie ich glaube, das tiefſte Motiv
für Rouſſeaus Kulturfeindſchaft. Es gibt Naturvölker, die
bei Berührung mit der europäiſchen Kultur alle
Lebens=
freude, allen Willen zum Leben verlieren, die verwelken
und ausſterben, weil dieſes atemloſe Haſten und Treiben
ſie übermannt und vernichtet. Bei vielen Kulturmenſchen
iſt eine ähnliche Unterſtrömung im Bewußtſein vorhanden,
die in Zeiten der Abſpannung bedrohlich an die Oberfläche
tritt. Bei Rouſſeau war ſie dauernd Grundſtimmung ſeines
Lebens. Er erkannte die Forderungen der Geſellſchaft nicht
als berechtigt an, das ganze Syſtem, auf dem ſie baſierten,
das Syſtem ſozialer Kultur wurde ihm verhaßt, weil ein
Leben, wie er es wünſchte und erſehnte, mit zunehmender
Kultur immer unmöglicher wird. Was dem
Kulturmen=
ſchen unerträglich iſt, das tatenloſe und wunſchloſe
Hin=
dämmern des Naturmenſchen, ohne Aufgaben, die das
Leben halten und ihm die Richtung geben, gerade dies war
das Ziel der Sehnſucht Rouſſeaus.
Allerdings tritt zu dieſem negativen Begriff der
Na=
tur als Nichtkultur auch ein poſitiver, auch er tief eingebettet
in die Grundſtimmung von Rouſſeaus Seele. Wenn es
ihn freute, im zweckloſen Dahinſchlendern den Menſchen
und ihren Anforderungen zu entgehen, ſo ſprach doch noch
gewaltiger zu ihm die Schönheit der Landſchaften, die er
durchwanderte, das unmittelbare Gefühl, Gott näher zu
ſein, wenn er ſich von ſeinen Werken und nicht denen der
Menſchen umgeben ſah. So konnte Rouſſeau Schönheiten
da erkennen, wo ſeine kultivierten Zeitgenoſſen nur die
Reize der Stadt und des Ziergartens vermißten, ſo wurde
er allmählich zu einem Bewunderer und Liebhaber der
Pflanzenwelt in ihrer anſpruchsloſen und zweckloſen
Schön=
heit, ſo vermochte er von allen Schmerzen und
Enttäuſch=
ungen, die ihm das Leben brachte, und bringen mußte,
ſeine Seele immer wieder rein zu baden im wunſchloſen
Genuß der Wunder, die Gott dem Menſchen, die reines
Herzens ſind, offenbart.
Die Liebe zur Muſik, die Rouſſeau von den früheſten
Zeiten ſeiner Kindheit an bis zu ſeinem Tode durchs
Leben begleitet und das Leben verſchönt hat,
hängt mit ſeinem auf das Beſchauliche
gerich=
teten Naturell auf das innigſte zuſammen. Die
Muſik, die von allen Künſten die unmittelbarſte Beziehung
zum Gefühl hat, mußte für Rouſſeau der adäquate
Aus=
druck ſeines Verhältniſſes zu den Dingen werden, und ſo
finden wir ihn Jahre ſeines Lebens auf das eifrigſte mit
der Theorie und Praxis dieſer ſeiner Lieblingskunſt
be=
ſchäftigt. In einem eigentümlichen Kontraſt zu ſeinen
Be=
ſtrebungen für die Einführung einer neuen auf
Zahlen=
verhältniſſe gegründeten Notenſchrift ſteht ſeine Oppoſition
zu dem Rationalismus der damals herrſchenden
franzö=
ſiſchen Muſik, und doch iſt dieſer Kontraſt ein nur
ſchein=
barer. Was ihn bei Rameau und Lully abſtieß, war ihr
Beſtreben, die Kunſt zu verkünſteln, Pathos an Stelle des
Affektes, Rhetorik an Stelle der Leidenſchaft zu ſetzen.
Da=
mit war ſehr wohl vereinbar, daß Rouſſeau in der
Dar=
ſtellung der Notenſchrift den einfachſten, überſichtlichſten
Zahlenverhältniſſen vor unſeren komplizierten
Zeichen=
ſyſtemen den Vorzug gab. Der Inhalt ſollte ſo natürlich,
die Form ſo einfach wie möglich ſein. Was Rouſſeau
unter dieſem natürlichen Inhalt verſtand, das klingt bis
zum heutigen Tage aus den zu Herzen gehenden Liedern
des „Devin du village” heraus.
Rouſſeaus Verhältnis zu den Wiſſenſchaften läßt ſich
nicht auf eine ſo einfache Formel bringen. Ein
ſyſtemati=
ſches Studium war mit ſeiner ganzen Naturanlage
unverein=
bar. So oft er auch den Verſuch machte, ſich die für einen
Gelehrten der damaligen Zeit faſt unumgänglich
notwen=
dige Beherrſchung der lateiniſchen Grammatik anzueignen,
ſo oft ſcheiterte er in dieſem heißen Bemühen. In keiner
einzigen Wiſſenſchaft, ſelbſt in denen nicht, die er am
mäch=
tigſten gefördert hat, kam er zu einer wirklich
fachmänni=
ſchen Beherrſchung des Details. Was ihn nicht von der
Gefühlsſeite her zu erregen vermochte, das konnte er nie
dauernd ſeinem geiſtigen Beſitzſtand einverleiben. Dafür
aber ermöglichte es ihm ſein ſcharfer Verſtand, wenn er
in den Dienſt des Gefühlsintereſſes geſtellt wurde, in
überraſchend kurzer Zeit aus einem weitſchichtigen Material
die weſentlichen Geſichtspunkte herauszuholen, neue
Frage=
ſtellungen zu formulieren, mit blendender Logik die
Argu=
mente der Gegner zu widerlegen und den eigenen
Folge=
rungen ſiegreiche Kraft zu verleihen. Niemals iſt bei
Rouſſeau ſein Wiſſen totes Beſitztum geworden, immer war
es Beſtandteil ſeines Lebens, weil es nur im Zuſammer
hang mit dem Lebensgefühl erworben und behauptet we
den konnte.
Sport.
* Radſport. Auswärtige Radrennen.
der belgiſchen Bahn in Goſſelis gab es ein Mat
Friol=Dupré=Pouchois=Fournous. Da Friol und Por
chois im Geſamtklaſſement je 4 Punkte erzielten, wurt
ein Entſcheidungslauf ausgefahren, den zwar Friol
wann, aber auf einen Proteſt ſeines Gegners hin wie
verlor. Somit ſiegte Pouchois mit 5 Punkten vor Fri
6, Fournous 7 und Dupré 9 Punkte. — In Maubeug
unterlag der Berliner Bader im „Großen Preis” knap
gegen Moſtacci, der Elſäſſer Rettich wurde Dritter vord
Neger Hedſpath. Im Hauptfahren endete Bader als
ger vor Rettich und Bournac; Rettich holte ſich ein auſtre
liſches Verfolgungsrennen und ein Marfahren. — Auf
Genfer Jonctionbahn erſtritt Emile Georget m
108,400 Kilometer einen Sieg im Dreiſtunden=Rennen ohr
Führung. Sein Landsmann Lapize endete nur eine Vor
derradlänge zurück als Zweiter vor Tribouillard un
Jove. — Ein Sechsſtunden=Rennen ohne Führung bildet
auf dem Brüſſeler Karreveld=Velodrom die Haup
nummer. In der 1. Stunde wurden von dem unverände
ten Felde 36 Kilometer zurückgelegt, in der zweiten 73,30
Kilometer. In der letzten Stunde ſicherte ſich Caraper
die Spitze, verlor ſie jedoch bald an den Belgier Va
houwaert, der mit einer Länge gegen Sales gewann.
Nächſten waren: Ronſſeau, Van Ingelgem, Vandeveld
und Lambot. Carapezzi endete an zehnter Stelle, währen
Stol aufgab. Die Spitzengruppe hatte 210,450 Kilomete
bedeckt.
Landwirtſchaftliches.
Kurzer
Getreidewochenberichk=
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 18. bis 24. Juni.
Die ſtarken Niederſchläge der Vorwoche haben das
Ge=
treide vielfach gelagert, auch hört man, daß die
Roggen=
blüte nicht überall günſtig verlaufen ſei und daß der Hafen
ſtellenweiſe dünnen Stand behalten habe. Im übrigen
lauten die Berichte über den Felderſtand in Deutſchland
durchſchnittlich befriedigend, nur wird man ſich auf ein
Verſpätung der Roggenernte gefaßt machen müſſen. Dieſer
Umſtand war umſomehr geeignet, die Stimmung zu
be=
feſtigen und Kaufluſt für greifbare Ware und im
Liefer=
ungsgeſchäft anzuregen, als die Vorräte im Inlande
ſchor=
ziemlich zuſammengeſchrumpft ſind und die Mühlen
nun=
über geringe Rohſtoffbeſtände verfügen. Beſonders
leb=
hafte Nachfrage machte ſich ſeitens Sachſens
bemerkbar=
auch Böhmen trat als Käufer für Roggen auf, ſo daß
man=
bei ſchwachem Angebot das Berliner Lager zu Hilfe
neh=
men mußte. Da die Hoffnung, im Juli ſchon neuen Rog= heranziehen zu können, nicht groß iſt, das
Andienungs=
material durch die Inanſpruchnahme des Berliner Lagers
aber eine weitere Einſchränkung erfahren hat, ſo zeigte ſich
für Juli reger Deckungsbegehr, aber auch für
September=
regte der im Verhältnis zum Juli niedrige Preisſtand
Kaufluſt an, zumal von Rußland Klagen über
Trocken=
heit vorlagen und die Offerten von dort höher
gehalten=
waren. Weizen war infolge weiterer Nachfrage
Frank=
reichs und knappem Inlandsangebot gleichfalls
feſtge=
halten. Hinzu kam, daß ausländiſcher Weizen, auf den die
Mühlen ſtärker reflektieren und auf den man auch
bezüg=
lich der Juli=Abwickelung angewieſen iſt, ſich höher im
Preiſe ſtellte. Neben den damit zuſammenhängenden Juli=
Deckungen waren aber auch vielfach Kaufaufträge für
Sep=
tember im Markte, da das Ausland ſich bereits für
Liefer=
ung neuer Ernte zu intereſſieren beginnt. Auch auf dem
Hafermarkte war die Stimmung in der Berichtswoche
etwas freundlicher, da ſich hier und da wieder etwas
Be=
darf zeigte und Schleſien infolge gebeſſerten Abſatzes
höhere Forderungen ſtellte. Infolgedeſſen war auch
Liefer=
ung zeitweiſe befeſtigt, doch war die Unternehmungsluſt
nur gering, ſo daß die Preiſe ſchließlich noch unter den
An=
fangsſtand herabgingen. Futtergerſte war anfangs durch
Deckungen befeſtigt, zum Schluß bei nachlaſſender Kaufluſt
wieder billiger. Für Mais waren die Forderungen
zu=
nächſt gleichfalls feſter, doch übten ſtärkere Zufuhren
ſchließ=
lich wieder einen Druck aus. Es ſtellten ſich die Preiſe für
inländ. Getreide am letzten Markttage wie folgt:
Roggen Hafer
Weizen
Königsberg. .233 (— 5
188 (*2 ) 195 (*
.236 (F 4
190
Danzig
.233 (* 3 ) 194 (*2
193
Stettin
Poſen
.230 (T 4.
160
198 (*4
189
Breslau
.232 (* 5 ) 201 (*
235 (* 3
)207 (*1
Berlin
201
Magdeburg .233 (*
202 (*2 ) 207
211 (*6 ) 218
237
Halle .
.234 (* 3 ) 211 (*3
215
Leipzig
.234
209
Dresden .
212 (45
.226½ (* 11
192 (*4
Roſtock
.239 (* 6
204 (44
210
Hamburg
Hannover . 230 (* 5 ) 207
212
Frankfurt a. M. 240 (* 2½) 210 (*2½)) 220
Mannheim . . 230 (*75 ) 207½
222
Straßburg . . 242½ (* 2½) 207½
225
München . . 249 (* 3
221
Weltmarktpreiſe: Weizen Berlin Juli 231,25 (*0,75)
Sept. 207,25 (3-0,25), Peſt Okt. 200,40 (—6), Liverpool
Juli 172,65 (—1,85), Paris 261,70 (— 4,90), Chicago
Juli 163,75 (—0,95), Roggen: Berlin Juli 195 (* 0,25),
Sept. 173,75 (—0,75), Hafer: Berlin: Juli 187,25 (—2,75,
Sept. 167,75 (—2), Futtergerſte: Südruſſ. frei Hamburg
unverzollt ſchwim. 152,50 (* 0,50), Mais: La Plata
Mai=Juni 111 (—1,50) Mk.
Diese Nachahmungen weise man aber
In eigenen
zurück und fordere ausdrücklich die
Dr. Geiker- Backpulver
echten Fabrikate mit dem Namen
Interesse
Dr. Oetkers Puddingpulver
„Dr. Oetker’s‟
achte man stets darauf, dass man das
erhält, wasman haben will! Es gibt viele
Ueberall zu haben!
Dr. Oetkers Vanilin-Zucker
Nachahmungen in ähnlich. Packungen v.
3 Stück 25 Pfg.
1 Päckchen 10 Pfg.
(G6162
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Truppenteilen des
IIII. Armeekorps am 1., 2., 4., 5., 8., 9., I1., 12. Juli von 7 Uhr vormittags bis
Uhr abends Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz bei Meſſel
ab=
halten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
chtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
ird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
dnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
mber 1909).
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(13886a
Fey.
ln die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Sie wollen in Ihren Gemeinden ſofort ortsüblich bekannt machen laſſen, daß
is Bedecken der Stuten durch Landgeſtütsbeſchäler mit dem 1. k. Mts, dahier
auf=
rt und dager ſpäter ankommende Stuten nicht mehr berückſichtigt werden können.
Darmſtadt, den 25. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(13893
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Bekanntmachung der Königl. Polizeidirektion Hanau bringen
wir zur Kenntnis der Intereſſenten.
(13894
Darmſtadt, den 26. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Hanau, den 21. Juni 1912.
Königliche Polizeidirektion.
r. 6543
Nach der landespolizeilichen Anordnung des Herrn Regierungspräſidenten zu
Caſſel vom 26. März d. Js. iſt alles Klauenvieh, welches aus verſeuchten
Regierungs=
bezirken oder dieſen gleichſtehenden Verwaltungsbezirken des deutſchen Reiches in den
Regierungsbezirk Caſſel auf dem Landwege eingeführt wird, bei der Einfuhr einer
amtstierärztlichen Unterſuchung zu unterziehen. Zur Ausführung dieſer
Anord=
nung beſtimme ich als Unterſuchungsſtellen für das auf dem Landweg eingebrachte
und zum Auftrieb auf die hieſigen Viehmärkte beſtimmte Vieh und zwar für das aus
Bayern eingebrachte den Schnittpunkt Leipzigerſtraße=Auheimerweg, für das aus
Heffen eingeführte Vieh die Kreuzung Steinheimerſtraße=Neue Anlage. Alles
Dieh iſt danach, ſoweit es nicht ſchon tags vorher kreistierärztlich unterſucht worden
iſt, an dieſen Kontrollplätzen am Morgen des Markttages vorläufig ſo zeitig
aufzu=
treiben, daß die amtstierärztliche Unterſuchung an dem Schnittpunkt Leipzigerſtraße=
Auheimerweg ſpäteſtens um ¾ 5 Uhr und an dem Kontrollplatz Steinheimerſtraße=
Neue Anlage ſpäteſtens 5¼ Uhr ſtattfinden kann.
Ich erſuche die Intereſſenten, insbeſondere die Viehhändler, bei Einfuhr von
Vieh am Markttage dieſe Anordnung im Intereſſe der Durchführung einer geregelten
Kontrolle ſtreng zu beachten.
(gez.) Frhr. Laur.
Autiche Rachrichen des Groß. Politeiants Daraſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
cher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
nden ſich: 1 Foxterrier, 1 Dobermann, 1 deutſche Doge. 1 Vorer
ugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
usgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
(13865
) Uhr, ſtatt.
Oktroi für Wein.
Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und
Obſt=
vein (auch Johannisbeer= und Stachelbeerwein) unterliegt der
Oktroi=
bgabe.
Wer Wein oder Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
telterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen
nter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung
be=
onnen und bendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine
Be=
heiniguug erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit
er Aufſicht beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
u jeder Zeit bereitwillig zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteten
Roſtes, ſowohl im Kelterhaus, als im Keller feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
ntfernt werden.
Nach beendeter Kelterung wird der Oktroi von dem hergeſtellten
Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben.
Hier=
ei werden von der durch die Aufnahme ermittelten Geſamtmenge
Progent für Heſe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom
30. November 1903, betreffend den Oktoitarif, vorgeſehene
Erleichte=
ung für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach Anleitung
der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in das die
Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft einzuſchreiben
iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen eigenhändig
unter=
ſchriebenen Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung zuzuſtellen.
Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung des
Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben
vor=
geſchriebenen Kelterregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
entweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
Hinterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von
(3904a
2 Mark bis 30 Mark geahndet.
Darmſtadt, den 21. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Verkauf alter Oberbaumaterialien.
Die in unſerem Bezirk lagernden, für Eiſenbahnzwecke nicht
mehr verwendbaren Oberbaumaterialien, wie Eiſen= und
Stahl=
ſchienen, eiſerne Schwellen, Weichenteile, Kleineiſenzeug, Brücken
träger, Eiſen=Guß=Stahl= und Blechſchrott ſollen öffentlich
meiſt=
bietend verkauft werden.
Verkaufsbedingungen und Angebotbogen ſind gegen porto= und
beſtellgeldfreie Einſendung von 1 Mk. in bar — nicht in
Brief=
marken — von unſerem Zentralbüro zu beziehen.
Die Angebote ſind bis zum 16. Juli 1912 an uns einzuſenden.
Eröffnungstermin 16. Juli 1912, vormittags 11 Uhr,
im Saale 72 unſeres Verwaltungsgebäudes.
Zuſchlagsfriſt 3 Wochen.
Abfuhrfriſt: 15. Oktober 1912.
Mainz, den 18. Juni 1912.
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Erhelung der
Gemeindeſteuern.
Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen 1.
Zie=
les der Gemeindeſteuern wurde
bis 5. Juli I. Js. erſtreckt.
Zahlung hat bei Meidung des
Beitreibungsverfahrens an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu erfolgen.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird erſucht, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (13571a
Bekanntmachung.
Donnerstag, 18. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Philipp Adam zu
Nieder=Modau und deſſen Sohn
Philipp Wilhelm Adam daſelbſt
im Grundbuch der Gemarkung
Darmſtadt zugeſchriebenen
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ſtücke:
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unterhalb
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rder Schneid=
20 191 787 Acker) mühle,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K4012
verſteigert werden.
Darmſtadt, den 6. Junk 1912.
Großh. Ortsgerichts Darmſtadt I.
Müller. (V12916
Bekanntmachung.
Die Firma Rudolph Vollrathi
in Darmſtadt ſoll von Amtswegen
in dem Handels=Regiſter des
unter=
zeichneten Gerichts gelöſcht werden.
Es ergeht hiermit an den
ein=
getragenen Inhaber Rudolph
Voll=
rath, zur Zeit unbekannten
Aufent=
halts, oder deſſen Rechtsnachfolger
die Aufforderung, binnen einer
Friſt von ſechs Monaten ſeinen
etwaigen Widerſpruch gegen die
beabſichtigte Löſchung geltend zu
machen, andernfalls die Firmavon
Amtswegen gelbſcht wird. (13862
Darmſtadt, 24. Juni 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 25. Juni 1912.
Erust Wolk, Amtsgerichtstaxator,
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Montag, den 1. Juli 1912, vormittags 11 Uhr,
wird auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt die Lieferung von zirka
1000 Zentner Anthracit, zirka 500 Zentner Nuß I für die
Gemeinde Pfungſtadt pro Ri. 1912 auf dem Submiſſionswege
ver=
geben.
Bedingungen liegen vom 24. Juni 1912 an, auf hieſiger
Bür=
germeiſterei zur Einſicht offen.
(13779md
Pfungſtadt, den 21. Juni 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
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Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
29.
Herr und Frau Schulze ſtanden wie erſtarrt da. Die
Oberhofmeiſterin der Herzogin, Exzellenz Gräfin von
Wattenſee, kam zu ihrer Tochter? Das machte einen
niederſchmetternden Eindruck auf die guten Leute, die ſich
ſcheu in einen Winkel zurückzogen.
Mit ſpöttiſchem Lächeln ſah Martha dieſe Wirkung
der Worte des Oberkellners. Da hatten ihre Eltern ja den
beſten Beweis, daß nicht alle Menſchen dem unſinnigen
Gerücht Glauben ſchenkten!
Ich laſſe Exzellenz bitten — ſagte ſie zu dem
Kell=
ner, der mit tiefer Verbeugung verſchwand.
Nach einigen Augenblicken, in denen im Zimmer
tiefſtes Schweigen geherrſcht, öffnete ſich die Tür und
ihre Exzellenz rauſchte herein, eine hochgewachſene Dame
mit einem etwas hochmütigen, von ſchneeweißem Haar
umrahmten Geſicht.
Frau Martha eilte ihr entgegen.
Was verſchafft mir die Ehre, Exzellenz bei mir zu
ſehen?
Die großen dunklen Augen der Oberhofmeiſterin
ſchweiften aufmerkſam durch das Gemach.
Ich ſtöre doch nicht, gnädige Frau?
Nicht im geringſten, Exzellenz. Wir befinden uns
nur in der erſten Erregung der Begrüßung, ſetzte ſie
hinzu, meine Eltern ſind ſoeben angekommen.
Dabei machte ſie eine vorſtellende Bewegung nach
Herrn und Frau Schulze, die vor Ehrfurcht faſt
zuſam=
menknickten.
So werdenſſich Ihre Eltern gleichfalls an der
Nach=
richt erfreuen können, die ich bringe, ſagte Exzellenz mit
einem verbindlichen Lächeln. Dann nahm ſie in einem
Seſſel Platz, den Elfriede ihr zuſchob.
Ich danke Ihnen, mein liebes, gnädiges Fräulein,
Meine Nachricht betrifft Sie.
Mich, Exzellenz?
Ja, ich komme im Auftrage Ihrer Hoheit, unſerer
gnädigſten Herzogin. Sie wiſſen ja, wie Hoheit ſich für
Ihre Kunſt intereſſieren, gnädiges Fräulein. Da ſich
nun aber Ihrem Engagement am hieſigen Hoftheater
einige Hinderniſſe entgegenſtellen und Ihre Hoheit Sie
doch gern hier behalten möchte, ſo bin ich beauftragt,
Ihnen den Vorſchlag zu überbringen, als
Geſellſchafts=
dame und Vorleſerin in den perſönlichen Dienſt Ihrer
Hoheit zu treten.
Exzellenz!
Wie ein unterdrückter Jubelruf klang es von den
Lippen Elfriedens. Das hatte ſie nicht erwartet — das
war ja eine Löſung aller Konflikte, die alle ihre Hoff=
nungen überſtieg! Im perſönlichen Dienſt der
liebens=
würdigen, edlen Fürſtin war ſie allen Anfeindungen
überhoben und konnte ihrer Kunſt leben und ſich
weiter=
bilden.
Ueberwältigt von ihren Empfindungen ergriff ſie
die dargebotene Hand der Oberhofmeiſterin und küßte ſie
in ehrerbietiger Dankbarkeit.
Wodurch habe ich dieſe Gnade verdient, Exzellenz?
fragte ſie mit zitternder Stimme.
Durch Ihre reine, hohe Kunſt, mein liebes gnädiges
Fräulein, durch die Sie die Seelen und Herzen der
Men=
ſchen erquicken und erheben. Alſo Sie nehmen den
Vor=
ſchlag an?
Mit tauſend Freuden und mit innigſter Dankbarkeit!
Auch auf Ihre und Ihres Gatten Zuſtimmung kann
ich wohl rechnen, gnädige Frau? wandte ſich die Gräfin
an Martha.
Nun denn, ſo will ich nicht länger ſtören — verzeihen
Sie den kurzen Beſuch.
Die Oberhofmeiſterin erhob ſich.
Kommen Sie morgen vormittag um 10 Uhr zu mir
in das Schloß, gnädiges Fräulein, fuhr ſie fort, damit
ich Sie mit Ihren Pflichten bekannt mache und Sie Ihrer
Hoheit zuführe. Auf Wiederſehen.
Sie reichte Martha und Elfriede die Hand, die die
letztere ehrfurchtsvoll küßte, nickte Herrn und Frau Schulze
Der Geſundheit
förderlich iſt ein Glas Heſſenbräu. Es erfriſcht,
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etwas gönnerhaft zu und rauſchte hinaus, von Martha
bis an die Tür begleitet.
Dann ſchloß dieſe die Tür und wandte ſich um. Ein
ſtolzes Lächeln ruhte auf ihrem immer noch ſchönen Antlitz,
Nun, Vater, Mutter — iſt euch dies noch kein Beweis
von der Nichtswürdigkeit der Verleumdung?
Frau Schulze brummte etwas Unverſtändliches vor
ſich hin, Herr Schulze aber atmete erleichtert auf und
ſagte:
Ja, das war ein ganz gemeiner Schurkenſtreich des
anonymen Briefſchreibers. Na — das werde ich mir zur
Lehre dienen laſſen! Und nun laßt uns einen dicken
Strich unter die häßliche Geſchichte machen . .
XVI.
Nun, Exzellenz, ſagte die Herzogin mit feinem
Lächeln am nächſten Abend zu dem Grafen Ellerburg,
als dieſer ſich während der Vorſtellung im Theater bei
ihr meldete, ſind Sie mit mir zufrieden?
Hoheit haben mich auf das freudigſte überraſcht .
Und Sie denken nicht mehr daran, Ihren Abſchied
zu nehmen?
Hoheit haben in ſo edelmütiger Weiſe Ihr
Verſpre=
chen eingelöſt, daß ich ſehr, ſehr undankbar ſein würde,
wollte ich das meinige nicht halten!
Nun gut, das freut mich. Ich kann auch weder Sie
noch Fräulein Elfriede für meine Pläne entbehren.
Darf ich nach dieſen Plänen Eurer Hoheit fragen?
Gewiß — ſie werden nicht lange mehr Geheimnis
bleiben. Sie kennen mein kleines Luſtſchloß Monrepos
vor dem Herzogstore? Ich werde den etwas verfallenen
Bau zu meinem Sommeraufenthalt herrichten laſſen.
Dereinſt ſoll es, wenn es des Höchſten Wille iſt, mein
Ruhe= und Witwenſitz werden.
Monrepos liegt allerdings entzückend, Hoheit.
Nicht wahr? Umgeben von einem großen Park der
bald in engliſchem, bald in franzöſiſchem Geſchmack des 18.
Jahrhunderts angelegt iſt, fern von dem Getriebe der Weltl,
abſeits von der großen Heerſtraße, mit einem prächtigen
Ausblick auf das nahe Gebirge — wahrlich, als ich neulich
eine Spazierfahrt dorthin machte, begriff ich mich ſelbſt
nicht, daß ich das Schlößchen nicht ſchon längſt bewohnte.
Eurer Hoheit Räume im Stadtſchloß ſind bequemer
und komfortabler
Dafür aber auch nichtsſagender. Aber wiſſen Sie, was
mir beſonders an dem Schlößchen gefiel? Es befindet ſich
ein Saal mit einer kleinen Bühne darin und das hat mich
auf den Gedanken gebracht, auf dieſer kleinen, ſchmucken
Bühne Vorſtellungen zu arrangieren — ganz nach meinem
Geſchmack und nur einem geladenen Publikum zugänglich.
Und da ſollen Sie, lieber Graf, und Fräulein Elfriede mir
helfen.
Ich bewundere Eure Hoheit — das iſt ein
vortreff=
licher Plan.
Unſer Hoftheater muß zuviel Rückſicht nehmen. Die
große Oper, das Ballet und das Ausſtattungsſtück nehmen
einen zu großen Raum ein, der Herzog hat ja nun
ein=
mal eine Vorliebe für dieſes Genre. Ich erfreue mich
lieber an den Perlen unſerer klaſſiſchen Dichter. Ich
möchte auch einmal die Dramen und feinen Komödien
der franzöſiſchen Klaſſiker des 18. Jahrhunderts, eines
Moliére, eines Voltaire und wie ſie alle heißenz
aufge=
führt ſeben. Dazu eignet ſich mein kleines Theater ganz
vorzüglich. Unter meinen Damen befinden ſich einige ſehr
talentvolle Dilettantinnen; die Herren ausfindig machen,
würde Ihre Sache ſein, lieber Graf. Wollen Sie mir
Ihren Beiſtand leiſten?
Hoheit haben nur zu befehlen . . .
Ich freue mich ſehr auf die Ausführung dieſes
Wun=
ſches und werde Sie in den nächſten Tagen bitten, mit mir
nach Monrepos hinauszufahren, damit Sie mir bei dem
Ausbau des Schlößchens und der Bühne raten können.
Der Graf war der Fürſtin in der Tat von Herzen
dank=
bar. Sie hatte mit kluger, ſanfter Hand den Konflikt
ge=
löſt) in den ſie alle verſtrickt geweſen waren; ſie hatte
El=
friede ein Freiſtatt gewährt, in der ſie vor allen
An=
fechtungen und Verleumdungen ſicher war. Die böſen
Zungen in der Stadt verſtummten ſofort, als die
Ernenn=
ung Elfriedens zur Geſellſchaftsdame und Vorleſerin der
Herzogin bekant wurde. An die edle Fürſtin wagte ſich
ſelbſt der keckſte Verleumdermund nicht heran; man wußte,
daß die Herzogin keiner Unwürdigen ihr Vertrauen und
ihre Freundſchaft ſchenke. Auch die Gegner und
Geg=
nerinnen Elfriedens am Theater waren zufriedengeſtellt,
da dieſe ja jetzt nicht mehr am Theater wirken konnte.
Auf=
ſehen erregte die plötzliche Entlaſſung des Schauſpielers
Norbert. Man erzählte ſich, er habe einen anonymen
Schmähbrief über den Intendanten und Elfriede
geſchrie=
ben, und dies ſei der Grund zu ſeiner Entlaſſung
gewor=
den. Bald war jedoch auch dieſes Ereignis vergeſſen und
in den Hintergrund gedrängt durch die Neuigkeit, daß die
Herzogin das Schloß Monrepos ausbauen und in ihm ein
kleines Theater einrichten laſſen wollte.
(Fortſetzung folgt.)
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Die Fragen wie: „Woher kommt der Menſch?” „Für was iſt
der Menſch?‟ „Wohin geht der Menſch ?‟ „Für was iſt die Welt
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Dichtung. Beethoven: Andante cantabile aus der C-moll-Sinfonie.
R. Wagner: Vorſpiel zu Triſtan und Iſolde und Schlußſcene des
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475 Mk., braun
1 Pianino Rosenkranz
450 Mk., schwarz
1 Pianino Gerhardt
400 Mk., schwarz
1 Pianino Schulz
380 Mk., schwarz
1 Pianino Kraft
300 Mk., schwarz
1 Pianino Kühnst
230 Mk., schwarz
1 Pianino Kühnst
200 Mk., braun
Probieren ohne
Kauf-
zwang gerne gestattet
Günstigste
Kaufgelegen-
heit in Folge Wegfalls
hoher Spesen (teuere
Ladenmiete etc.)
Kein 2. Magazin
in der Innenstadt
Beachten Sie bitte
meine 6 Schaufenster
: Pianofabrik
Piano-Großhandlung
Ecke (
Erbacherstrasse
nächst dem Hallenschimmbad.
(1395a