Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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ärts nehmen die Poſtämter u. die
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ren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
er Reichskanzler iſt wieder in Berlin
einge=
troffen.
er deutſche Dampfer „Quinta” iſt bei der
Pa=
racel=Inſel an der chineſiſchen Küſte geſtrandet. Die
Beſatzung wurde von dem franzöſiſchen Dampfer Pera
gerettet.
ie öſterreichiſche Alpenfahrt iſt mit der
letz=
ten Etappe Graz-Wien beendet worden. 74 Wagen
erreichten das Ziel, von denen Gutmann erſter wurde.
wiſchen Fiſchern, Anhängern und
Gegnern der Nachtfiſcherei kam es in
Vigo zu Zuſammenſtößen, an denen etwa.
zweitauſend Perſonen beteiligt waren. Die Polizei
mußte mit blanker Waffe einſchreiten. Zahlreiche
Per=
ſonen wurden verwundet.
m Eingange des Weißen Meſeres iſt
neuer=
dings Eis angetrieben, wodurch die Schiffahrt ſehr
erſchwert iſt.
jei Forge explodierte die Lokomotive
eines Laſtzuges. Der Lokomotivführer und der
Hei=
zer ſollen dabei den Tod gefunden haben.
Schwere Erdbeben haben in Coſta Rica
meh=
rere Ortſchaften teilweiſe zerſtört 35 Perſonen ſollen
getötet und 400 verletzt worden ſein.
die Strafbarkeit des untanglichen Verſuchs.
* Auf keinem anderen Gebiete fällt unſere
Recht=
prechung ſo „befremdliche” Urteile wie auf dem im
litel gekennzeichneten. Hier zeigt ſich ein Doktrinarismus,
er oft genug ins Unbegreifliche, ja Lächerliche führt.
m Juliheft des Türmers beleuchtet M. Conrad dieſe
Frage in einem Artikel, dem wir folgendes entnehmen:
Der Juriſt unterſcheidet zwiſchen tauglichem und
un=
auglichem Verſuch eines Verbrechens. Der erſte iſt der
ewöhnliche Verſuch, der nur inſolge eines
unvorher=
ehbaren dazwiſchentretenden Ereigniſſes nicht zur
Voll=
ndung der Straftat gelangt (Einbrecher werden
ver=
cheucht, das einer Speiſe heigemiſchte Giſt wird
recht=
eitig entdeckt) Hier beſteht natürlich über die
Straf=
arkeit des Verſuches kein Zweifel. Der untaugliche
Verſuch iſt eine Handlung, die nach der Art und Weiſe,
vie ſie unternommen wurde, von vornherein unmöglich
u dem beabſichtigten verbrecheriſchen Erfolge führen
onnte, und die nur der Irrtum, die Unkenntnis oder
Torheit des Handelnden überhaupt für einen Verſuch
alten konnte (Abtreibung an einer Nichtſchwangeren;
Hiebſtahl der eigenen Sache; jemand ſchießt in der Wut
nit einer ſtatt eines Revolvers ergriffenen Kinderpiſtole
luf einen Kartoffelſack den er im Dunkeln für den
Ver=
olgten hält; jemand ſchickt an Stelle eines
Erpreſſerbrie=
es einen von ſeinem Komplizen geſchriebenen
Liebes=
drief ab) Ob und wie weit dieſer untaugliche Verſuch
zu beſtrafen iſt, darüber herrſcht unter den Juriſten Streit
ſeit den Zeiten der Römer. Das Strafgeſetzbuch hat
leine Beſtimmung hierüber. Seine Schöpfer wollten die
Frage nicht entſcheiden, ſondern dies der Wiſſenſchaft
und Praris überlaſſen. Im Laufe der Zeiten ſind
zahl=
reiche juriſtiſche Theorien aufgeſtellt worden. Wenn wir
ſie alle überblicken, ſo macht ſich bei den meiſten das
Be=
ſtreben geltend, zwiſchen den Fällen des untanglichen
Verſuches eine Unterſcheidung zu machen, die harmloſen
oder gar lächerlichen von der Strafbarkeit auszuſchließen,
die ernſteren aber zu verfolgen. Eine ſolche
Unterſchei=
dung erſcheint auch durchaus geboten; denn wenn es auch
dem Gerechtigkeitsgefühl widerſtrebt, den
Kartoffelſack=
ſchützen mit der Kinderpiſtole oder einen Don Quirote,
der Windmühlen für Rieſen hält, wegen verſuchten
Tot=
ſchlages oder Mordes ins Zuchthaus zu werfen, ſo gibt
es doch Fälle, die ſo nahe an dem tauglichen Verſuch
lie=
gen, daß es bedenklich erſcheinen würde, ſie ſtraffrei zu
laſſen. Man denke an den planmäßig auflauernden
Mör=
der, der ſein Opfer nur deshalb nicht tötet, weil ſein
Gewehr verſehentlich mit einer Platzpatrone geladen iſt.
Es mag Schwierigkeiten haben, hier eine geeignete
juri=
ſtiſche Formel zu finden. Am zweckmäßigſten ſcheint mir
die gegenwärtig herrſchende Theorie (v Liſzt u. a.):
Strafbar iſt nur der gefährliche ſuntaugliche Verſuch,
wobei die Gefährlichkeit durch die nahe Möglichkeit des
verbrecheriſchen Erfolges bedingt wird. Anders das
Reichsgericht. Es hat ſich eine neue Theorie geſchaffen,
oder vielmehr der Reichsgerichtsrat v. Buri hat ſie
ge=
ſchaffen und das Reichsgericht hat ſich ihm angeſchloſſen.
Auf Grund einer gelehrten logiſchen Dedultion wird
aus der Natur des Kauſalzuſammenhanges und des
Irr=
tums gefolgert, daß nicht nur eine Unterſcheidung
zwiſchen den verſchieden gearteten Fällen des
untaug=
lichen Verſuches, ſondern überhaupt eine Scheidung
zwiſchen tauglichem und untauglichem Verſuche
unzu=
läſig ſei; und folglich ſei jeder, auch der untanglichſte,
Verſuch zu beſtrafen, da einmal das Strafgeſetzbuch eine
Strafe für den Verbrechensverſuch kennt. Und dieſen
Standpunkt hat das Reichsgericht nunmehr über dreißig
Jahre hindurch feſtgehalten, ohne ſich durch die
unglaub=
lichen Härten die er in der Praxis gezeitigt hat, irre
machen zu laſſen.
Man könnte kaum ein beſſeres Beiſpiel finden, um
dem, der es noch nicht weiß, klar zu mächen, was
Doktri=
narismus im Rechtsleben iſt: Aus fernabgelegenen
theoretiſchen Geſichtspunkten die mit dem praktiſchen
Leben und ſeinen Bedürfniſſen nichts zu tun haben, wird
eine wiſſenſchaftliche Lehre aufgebaut und dieſe dann
dem Leben aufgezwängt, wenn ſie auch in der Mehrzahl
der Fälle, die ſie trifft, nicht paßt. Und zugrunde liegt
der alte ſcholaſtiſche Irrtum, als könne man aus der
rei=
nen Logik die Frage entſcheiden, ob eine Handlung
Strafe verdient oder nicht. Das läßt ſich
nicht aus logiſchen, ſondern nur aus ethiſchen
Geſichtspunkten und den Bedürfniſſen des
prak=
tiſchen Lebens beſtimmen. Aber noch gilt einer
gro=
ßen Anzahl von Juriſten das Urteilen aus
Gerechtig=
keitserwägungen heraus als etwas Verpöntes,
Unjuri=
ſtiſches. Wo der Buchſtabe des Geſetzes nicht ausreicht,
treibt dann der Doktrinarismus ſeine Blüten. Und paßt
die Doktrin nicht, ſo heißt es oft: Fiat iustitia, pereat.
mundus (Gerechtigkeit muß geübt werden, wenn ſelbſt
die Welt darüber zugrunde geht). Dieſer Grundſatz iſt
allerdings ſo wahr und notwendig, daß das Land, das
ihn aufgeben wollte, damit ſelbſt den Keim des Verfalls
in ſein Rechtsleben pflanzen würde. Nur darf man nicht
Juſtitia mit Doktrinarismus verwechſeln; denn dieſer
hat mit Gerechtigkeit höchſt ſelten etwas zu tun.
Aber auch die Zauberei wird wieder in den Kreis
der ſtrafbaren Handlungen gezogen. v. Buri findet ſich
in einer ſeiner die Theorie begründenden Schriften
aus=
drücklich mit dieſer Konſequenz ab! Er ſpricht vom
ſoge=
nannten „Totbeten” (einer Art Hexen) und erklärt: Das
Totbeten iſt prinzipiell nicht ſtraflos.‟ Das
Reichsge=
richt muß alſo noch heute die „Here”, die um Mitternacht
unter Hokuspokus Katzenhaare, Mauſedreck und
Eulen=
ſpeck in die Kohlenglut wirft und dabei den Namen
ihres Feindes verwünſcht, in der Hoffnung, ihn dadurch
vom Leben zum Tode zu befördern, das Reichsgericht
muß dieſe Here wegen verſuchten Mordes mit Zuchthaus
beſtrafen, wenn es ſeiner Theorie treu bleiben will.
Man ſieht, der einzige Unterſchied zwiſchen dem
miß=
achteten Mittelalter und der Gegenwart würde dann
darin liegen, daß man damals die Hexe aus
Aberglau=
ben beſtrafte, weil man wirkich Zaluberei für ein
ſtraf=
bares Verbrechen hielt, heute aber aus Doktrinarismus,
obwohl man „Hexen” nicht mehr für eine ſtrafwürdige
Tat hält, obwohl man alſo von der Ungerechtigkeit des
Urteils überzeugt ſein würde und unter allen Umſtänden
die Verurteilte ſofort der Begnadigung empfehlen würde.
Daß bisher derartige Urteile nicht gefällt ſind —
wenig=
ſtens iſt mir ein ſolches nicht bekannt — liegt wohl nur
daran, daß der gemeine Mann und die unteren Organe
der Polizei ſich nicht in den Sinn kommen laſſen, daß
hier eine ſtrafbare Handlung in Frage kommt. Vielleicht
verdanken wir es aber auch dem Takte der
Staatsanwalt=
ſchaft, die vermeidet, allzu kraſſe Fälle zur Anklage zu
bringen. Denn daß tatſächlich im Volke noch heute
Tot=
beten, Beſprechen, Verheren mindeſtens eben ſo oft
vor=
kommt, wie in den gebildeten Kreiſen das Geſundbeten.
kann nicht gut bezweifelt werden.
Die Bevölkerungsbewegung in Deutſchland.
* In ihren Rückblicken beſpricht die Norddeutſche
Allgemeine Zeitung des längeren das Verhältnis
zwi=
ſchen der Verminderung der Sterblichkeit und dem
Ge=
burtenrückgang in Preußen und Deutſchland. Sie
er=
wähnt u. a. den Erlaß des preußiſchen Miniſteriums
des Innern an die Regierungspräſidenten, ſie ſollten
Erhebungen über die Urſachen des Geburtenrückganges
in Preußen anſtellen, und kommt dann zu folgenden
all=
gemeinen Betrachtungen:
Es laſſen ſich über die allgemeinen Urſachen des
Ge=
burtenrückganges aus der Kenntnis des praktiſchen
Le=
bens einige Mutmaßungen hegen. In erſter Linie dürfte
das Problem ſozialer nicht phyſiologiſcher Natur ſein.
An eine einſetzende Erſchöpfung der Raſſe zu denken,
liegt keinerlei Anhaltspunkt vor Man hat ein ſoziales
Geſetz formuliert, wonach ſteigender Wohlſtand von
ſin=
kenden Geburtenziffern begleitet iſt. Ebenſo lehrt die
geſchichtliche Erfahrung, daß die höhere Ziviliſation und
Kultur den Drang des Individuums zu ſelbſtändiger
und möglichſt unbeengter Entfaltung, und zwar häufig
auf Koſten der Fortpflanzung ſteigert. Das Anwachſen
der Anſprüche an das Leben in idealer Konkurrenz mit
der zunehmenden Kompliziertheit und Unſicherheit des
Lebens mag dazu führen, den Zuwachs der Familie als
Laſt zu empfinden. Wir brauchen bloß einen Blick auf
die Wohnungsverhältniſſe der Großſtädte zu werfen,
in denen viele Hausbeſitzer aus Eigennutz und
Bequem=
lichreit Kinderloſigkeit oder geringe Kinderzahl oſt
ge=
nug als Vorausſetzung bei Abſchluß des Mietkontrakts
machen. Um die Schwierigkeiten zu erkennen, die
kinder=
reichen Familien bei dem engen Zuſammenwohnen in
den Städten auf Sch==
Tritt begegnen, ſo iſt das
Wohnungsweſen, dieſes ebente ſchwierige wie wichtige
ſoziake Problem, ſicherlich in hervorragendem Maße auch
an der Frage des Geburtenrückganges beteiligt.
Aller=
dings beruht das ſogenannte Zweikinderſyſtem, wie es
in Frankreich in ſo verhängnisvoller Weiſe um ſich
ge=
griffen hat, nicht bloß auf ſozialen und ökonomiſchen,
ſondern auch auf ethiſchen und pſychologiſchen Urſachen.
Wer dieſe zu beſeitigen oder einzuſchränken wüßte, würde
auch der Folgeerſcheinung der abſichtlichen
Kinder=
beſchränkung, erfolgreich zu Leibe gehen.
Erfahrungs=
gemäß iſt ſolchen allgemeinen Erſcheinungen der
Bevöl=
kerungsbewegung mit den doch immerhin beſchränkten
ſtgatlichen Mitteln nicht leicht beizukommen. Die
Ge=
fahr liegt nahe, daß nur auf Symptome kuriert, das
Uebel aber nicht an der tiefer ſitzenden Wurzel erfaßt
wird. Jedenfalls aber dürften ſich für den Fall der Not
zwei Reihen von Abwehrmaßnahmen als notwendig
er=
weiſen, ſolche ökonomiſcher und ſozialer Natur und
ſolche der Belehrung und Volkserziehung, wozu auch eine
ſcharfe Ueberwachung mancher Anpreiſungen von
Geheim=
mitteln und eine ſyſtematiſche Propaganda gegen
mal=
thuſianiſche Tendenzen gehören dürfte. Die Statiſtik
legt die Vermutung nahe, daß an dem Sinken der
Ge=
burtenziffer in erſter Linie die ſtädtiſche Bevölkerung
die Schuld trägt. So tritt hier die Leutenot und die
Abwanderung vom Lande in die Stadt in anderer Form
rs Bevölkerungsproblem wieder auf, und die
Zweck=
mäßigkeit, ja Notwendigkeit der inneren
Koloniſation=
tritt auch hier in den Vordergrund. Für die Großſtädte
aber wäre in erſter Linie durch Förderung der
Garten=
ſtadtbewegung, gemeinnütziges Bauweſen, Ausbildung
der Verkehrsmittel Abhilfe anzuſtreben. Zur
Vervoll=
ſtändigung iſt noch darauf hinzuweiſen, daß nicht bloß
die Fruchtbarkeit der Ehen, ſondern auch die Häufigkeit
der Eheſchließungen ſeit 1906 eine fortdauernde
Vermin=
derung erfahren hat.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung verbreitet ſich
dann über die Bevölkerungsſorgen Frankreichs und der
Vereinigten Staaten von Nordamerika und die
vorbeu=
genden und heilenden Maßnahmen, die man insbeſondere
in Frankreich gegen die Entvölkerung anwenden will.
Sie ſchließt:
Die heutigen Rezepte franzöſiſcher Politiker,
Hygie=
niker und Nationalbkonomen erinnern in ihrer
Künſt=
lichkeit nur zu ſehr an die Ehegeſetze der römiſchen
Kaiſerzeit, die durch Strafbeſtimmungen und
Belohnun=
gen wie lex Julia et Papia Poppaea der erſchreckenden
Zunahme der Entvölkerung, freilich vergeblich zu ſteuern
ſuchten. Dieſe kraſſen Beiſpiele aber zeigen erſtlich, wie
zerſtörend das Uebel wirkt, wenn es um ſich geariffen
hat, zweitens wie wenig in ſolchem Falle durch
äußer=
liche Mittel ohne eine Reform an Haupt und Gliedern,
ohne eine innerliche Volkserneuerung erreicht werden
kann.
Deutſches Reich.
Gnadenanträge. Der Reichsanzeiger
ver=
öffentlicht eine allgemeine Verfügung des
Juſtizmini=
ſters über die Stellung von Gnadenanträgen anläßlich
der Abänderung des Strafgeſetzbuches für ſolche Fälle,
in denen jetzt eine mildere Beſtrafung eintritt. Die
Ver=
fügung des Juſtizminiſters beſagt u. a.: Der Kaiſer und
König haben mich zu ermächtigen geruht, Gnadenanträge
in ſolchen Fällen zu ſtellen, in denen es der Billigkeit
entſpricht, die durch das neue Geſetz eingeführten
Milde=
rungen auch ſolchen Verurteilten zuteil werden zu laſſen,
die vor dem Inkrafttreten des Geſetzes verurteilt worden
ſind und ihre Strafe noch nicht verbüßt haben.
— Die Kaiſerrede. Die Norddeutſche
Allge=
meine Zeitung ſchreibt:
Beſonders eindrucksvoll und bedeutſam waren die
Worte, mit denen kürzlich der Kaiſer anläßlich der
Veranſtaltungen des Norddeutſchen
Regatta=
vereins bei dem Feſtmahl an Bord des Hapag=
Dampfers „Viktoria Luiſe” in Brunsbüttelkoog den
Trinkſpruch des Hamburger Bürgermeiſters Burchard
erwiderte. Die Rede fand überall im Inlande und
Aus=
lande ein ſtarkes Echo und wurde überall in ihrer
politi=
ſchen Bedeutung gewürdigt. In den kaiſerlichen Worten
iſt eine Vereinigung von friſcher, freudiger
Unterneh=
mungsluſt, kraftbewußter Bereitſchaft zum Feſthalten und
maßvoller Beſonnenheit in der Wahl der Ziele
enthal=
ten, die ſie in gleicher Weiſe als Zeugnis unbeirrbaren
nationalen Fortſchreitens wie als großartige
Friedens=
kundgebung erſcheinen laſſen. So wird die Rede auch
im Auslande aufgefaßt, ſo wird ſie vor allem bei uns
als Denkmal der völligen Uebereinſtimmung zwiſchen
dem deutſchen Volke und ſeinem Kaiſer im Gedächtnis
bewahrt werden.
— Als Nachruf für Freiherrn v. Erffa
veröffentlicht der Vorſtand des Berliner deutſch=
konſer=
vativen Wahlvereins eine von ihm gefaßte
Entſchlie=
ßung, in der es heißt:
Wir bedauern tief das viel zu frühe Hinſcheiden
unſeres hochverehrten Abgeordnetenhauspräſidenten
Frei=
herrn v. Erffa. Seine unermüdliche Wirkſamkeit im
Par=
lament und außerhalb desſelben für unſere konſervative
Sache und ſein vorbildliches Streben und ſeine ſtete
Site 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Jnni 1912.
Pflichterfüllung ſichern ihm einen Ehrenplatz in unſeren
Gedächtnis. Wenn er nach ſo kurzer Zeit das irdiſche
Daſein hat enden müſſen, ſo kann es für uns keinem
Zweifel unterliegen, daß ihm die Aufregung über das
ſchamloſe und pöbelhafte Verhalten der
ſozialdemokrati=
ſchen Sechsmänner=Fraktion im preußiſchen
Abgeord=
netenhauſe ſeine Geſundheit untergraben hat. Er ruhe
ſich in Frieden von ſeinen Lebenswerken und Wirken aus
Mögen aber alle, die es ernſt meinen mit unſerem
Vater=
land, ſich zuſammenſchließen, um die auf das ſchwerſte
zu bekämpfen, welche jedem vornehm denkenden Mann
die Betätigung am politiſchen Leben verleiden könnten.
In dieſem Sinne ſoll das Andenken an den Verblichenen
uns ein ſtetes Mahnwort zum Aushalten im Kampfe
gegen den Umſturz ſein.
Ausland.
Frankreich.
Vom Mülitärflugweſen. Bei einer
Feſt=
verſammlung, die in Sorbonne anläßlich der von
Mili=
tärſchülern dem Militärfonds zugeführten Spende von
über 100000 Francs ſtattfand, hielt der Leiter des
Militärflugweſens Oberſt Hirſchauer eine Rede, in der
er mitteilte, daß die Zahl der Militärflieger zunehme,
es ſeien bisher im ganzen 1800 Anſuchen von Offizieren,
Unteroffizieren und Soldaten um Aufnahme in das
Fliegerkorps eingelaufen.
Drohende Hungersnot. Die Bäcker von
Toulouſe richteten an die Bevölkerung von Tonlouſe
einen Aufruf, in dem ſie ankündigten, daß ſie, falls ihre
infolge der Getreide= und Mehlteuerung unternommenen
Schritte erfolglos bleiben ſollten, von morgen ab ihre
Backofen den Behörden zur Verfügung ſtellen, damit
dieſe ſelbſt für die 150000 Einwohner von Toulouſe das
erforderliche Brot liefern könnten.
Was man den Kirchen und Klöſtern
nahm. Einem Bericht des Finanzminiſters iſt zu
ent=
nehmen, daß in Durchführung des Geſetzes über die
Trennung der Kirche vom Staat von den unter Sequeſter
geſtellten 68 551 kirchlichen Anſtalten bis zum Schluß des
vorigen Jahres 67425 vollſtändig liquidiert waren und
den Wohltätigkeitsanſtalten der Gemeinden und
De=
partements hieraus 335 Millionen zugewandt werden
konnten. Mit Hinzurechnung der noch ausſtehenden
Summe dürften dieſe Wohltätigkeitsanſtalten im ganzen
an 400 Millionen erhalten.
Spanien.
In der Kammer gab der Miniſter des Aeußern
auf eine Anfrage zu, daß ſich im April ernſte Schwierig
keiten in den ſpaniſch=franzöſiſchen Verhandlungen
erge=
ben haben, die zu der Vermittelung einer befreundeten
Macht geführt hätten. Daher rühre die Verzögerung
Der Miniſter erklärte weiter, Tanger werde
internatio=
naliſiert. Er proteſtierte gegen die Anklagen in der
fran=
zöſiſchen Preſſe. Nicht von Spanien hänge die ſchleunige
Unterzeichnung des Vertrages ab. Wir verzögerten ſie
nicht zum Vergnügen, erklärte der Miniſter, aber wir
werden ſie auch nicht in leichtſinniger Weiſe zum
Scha=
den der Intereſſen des Landes beſchleunigen.
England.
Lord Haldane. Der Premierminiſter Asquith
hat, einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers zufolge,
Lord Haldane erſucht, Mitglied des Komitees der R
ichs=
verteidigung zu werden.
Schweden.
Die Regierung beſchloß in einer Sitzung des
Staatsrats die Einſetzung einer Kommiſſion zur
Unter=
ſuchung der Verkehrsſicherheit auf den ſchwediſchen
Eiſenbahnen und zur Einreichung von Vorſchlägen zur
Erreichung der größtmöglichſten Verkehrsſicherheit.
Rußland.
Ein kaiſerlicher Ukas vertagt die
Ar=
beiten der Reichsduma bis zum Erlaß eines neuen
Ukaſes über die Neuwahlen der Reichsduma.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. Juni.
* Vom Hofe. Sonntag nachmittag ½5 Uhr waren
die Mitglieder des Komitees und des Patronats der
Elizabeth Duncan=Schule, ſowie eine Anzahl Teilnehmer
am dortigen Sommerfeſt von J. Königl. Hoheiten dem
Großherzog und der Großherzogin im
Reſidenz=
ſchloß zum Tee geladen. (Darmſt. Ztg.)
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Rat bei der Provinzialdirektion
Rhein=
heſſen, Regierungsrat Ernſt Krug von Nidda zu
Mainz zum Direktor des Oberverſicherungsamts zu
Darm=
ſtadt und den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Darmſtadt,
Regierungsrat Dr. Ferdinand Wüſt unter Belaſſung des
Charakters als Regierungsrat zum Mitglied des
Ober=
verſicherungsamts zu Darmſtadt, beide mit Wirkung vom
Tage der Errichtung des Oberverſicherungsamts an.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Philipp Ferbert aus Hofheim i. R., Kreis Bensheim,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Oſthofen,
Kreis Worms.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Regierungsbaumeiſter Heinrich Koch,
Mitglied der Eiſenbahndirektion zu Altona, den Charakter
als „Regierungs= und Baurat” dem Lademeiſter in
der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Heinrich
Schornſtheimer zu Mainz aus Anlaß ſeiner
fünfzig=
jährigen Dienſtzeit das Silberne Kreuz des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen und dem Bahnwärter
Ruhl zu Nieder=Ingelheim aus Anlaß ſeiner Verſetzung
in den Ruheſtand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
Inſchrift „Für treue Dienſte‟.
* Militär=Dienſtnachrichten. General der Infanterie
und Direktor der Kriegsakademie Frhr. v. Manteuffel
(früher im Generalſtab der 25. Diviſion) vom 17. bis 24.
Juli d. J. auf ein Schiff der Hochſeeflotte nach Anordnung
von deren Chef kommandiert. Major Eitner,
Ba=
taillonskommandeur im Infanterie=Regiment Nr. 88 (in
Mainz) mit der geſetzlichen Penſion zur Dispoſition
ge=
ſtellt und zum Kommandeur des Landwehrbezirks Stolp
in Pommern ernannt. (Derſelbe gehörte früher dem
In=
fanterie=Regiment Nr. 168 an.) Major z. D. Frhr.
v. Hövel in Wiesbaden (früher im Leibgarde=
Infan=
terie=Regiment Nr. 115), =uletzt Bezirksoffizier beim
Land=
wehrbezirk Frankfurt a. M., mit der Erlaubnis zum
fer=
neren Tragen der Uniform des Königin Auguſta=Garde=
Grenadier=Regiments Nr. 4 der Abſchied bewilligt.
Dr. Hoppe, Oberſtabsarzt z. D., dienſttuender
Sanitäts=
offizier beim Bezirkskommando Elberfeld, mit der
Er=
laubnis zum ferneren Tragen ſeiner bisherigen Uniform
der Abſchied bewilligt. (Derſelbe ſtand vormals beim
In=
fanterie=Regiment Nr. 168.)
g. Strafkammer. Vor der StrafkammerII wurde geſtern
gegen den 44jährigen früheren Akuariatsaſſiſtenten Karl
Michael Gabelmann vom Amtsgericht Groß=Gerau
wegen Unterſchlagung von Nachlaßgeldern,
Wechſelfälſch=
ungen und ähnlichen Betrügereien verhandelt. G. wurde
im Jahre 1909 mit einem Anfangsgehalt von 2400 Mark
beim Amtsgericht Groß=Gerau angeſtellt; zuletzt erhielt er
2700 Mark und 150 Mark Wohnungsgeld. Er hatte
außer=
dem verſchiedene Nebeneinnahmen, ſodaß er alſo ein gutes
Einkommen hatte. Der verheiratete Angeklagte unterhielt
jedoch noch ein Verhältnis mit der 43jährigen, in
Offen=
bach wohnhaften geſchiedenen Dorothea Uhrig aus
Friedberg, und dies Verhältnis brachte ihn in
Geldver=
legenheiten, weshalb er zunächſt Nachlaßgelder, die er in
Verwahrung hatte, unterſchlug. Um dieſe ſpäter zu decken,
ſtellte er gefälſchte Wechſel in Höhe von 1000 Mark aus,
und ließ die Uhrig unterzeichnen. Außerdem hate er zwei
Briefmarkenhändler um etwa 1000 Mark geſchädigt,
in=
dem er auf Abzahlung gekaufte Albums verpfändete. Als
Entdeckung dieſer Betrügereien drohte, ging der
Ange=
lagte flüchtig, ſtellte ſich jedoch ſpäter ſelbſt der Behörde.
Das Gericht verurteilte den geſtändigen Angeklagten zu
wei Jahren Gefängnis und Verluſt der
bürger=
lichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Die
Uhrig wurde freigeſprochen, da ihr eine bewußte
Beteilig=
ung nicht nachgewieſen werden konnte.
nn. Ein Lehrer=Veteran. Am 16. Juli begeht Herr
Lehrer Karl Fölſing ſein 50jähriges
Dienſt=
jubiläum und die hieſige Müllerſchule, an der der
Jubilar ſchon viele Jahre ſegensreich wirkt, rüſtet ſich,
dieſen Ehrentag feſtlich zu begehen. Nach dem „
Schul=
bote für Heſſen” beſuchte Herr Lehrer Fölſing von
1860—62 das Friedberger Lehrerſeminar. Der Jubilar
wirkte anfangs zu Holzhauſen im Kreis Biedenkopf und
ſpäter in Ulrichſtein. Bei einem Anfangsgehalt von 180
Gulden pro Jahr hatte er in einklaſſigen Schulen 140 bis
160 Kinder zu unterrichten. Er wurde 1866 bei
Abtre=
tung des heſſiſchen Hinterlandes an Preußen ſeinem
Fürſten nicht untreu. Dreimal verweigerte er vor
der preußiſchen Schulbehörde den
Dienſt=
eid. Im Jahre 1877 wurde er von Ulrichſtein nach
Darmſtadt verſetzt. Recht erſprießlich und ſegensreich
wirkte Herr Fölſing 11 Jahre lang als Armenpfleger
in der Martinsgemeinde und über 20 Jahre gehört er
dem Kirchenvorſtand dieſer Gemeinde an. Zweimal
wurde der Jubilar durch Ordensverleihungen
ausge=
zeichnet. Möge dem Jubilar beſchieden ſein, noch recht
lange in geiſtiger Friſche ſeines ſchweren Amtes zu
walten.
* 82. Geburtstag. Man bittet uns, mitzuteilen:
Geſtern Montag feierte unſer Mitbürger Konrad Heß
ſeinen 82. Geburtstag. Obgleich er ſchon 35 Jahre blind
und unterleibsleidend iſt, lebt er gern, hat geiſtige Friſche
und Humor.
* Guido von Liſzt=Geſellſchaft. Als erſte deutſch
Stadt iſt jüngſt Wunſiedel, die namentlich durch
ſchönes Losburg=Feſtſpiel und das Naturwunder des
Luiſenburg=Felſenlabyrinths weitbekannte Stadt=
Fichtelgebirges, der Guido von Liſzt=Geſellſchaft als Mit
glied beigetreten. Dieſe Geſellſchaft hat bekanntlich der
Zweck, die für Geſchichts= Vorgeſchichts= und Heimat
forſchung, für Mythen= und Sagendeutung, für Wappen
kunde und germaniſche Symbolik bahnbrechenden Werke
des Wiener Forſchers Guido von Liſzt zu verbreiten
Auch für unſere Gegend ſind dieſe Werke voll der wert
vollſten Anregungen, die nicht unbeachtet bleiben ſollten
Verſchiedene weitere Städte planen, wie wir vernehmen
den Beitritt zu der Geſellſchaft, desgleichen heimatkund
liche Vereinigungen. Auch an unſſere
Stadt=
gemeinde ſoll eine Anregung in dieſem Sinne e
gangen ſein.
* Der Heſſiſche gemeinnützige Verein zur Vermittelung
von Land= und Kuraufenthalten in Darmſtadt hat zun
5. Male das Verzeichnis der Sommerwoh
nungen im Odenwald, Vogelsberg und benachbarte
Gebieten und zwar im Einvernehmen und mit pekuniäre
Unterſtützung des Odenwaldklubs und des Vogelsberge
Höhenklubs herausgegeben. Neben der Vervollſtändigun
und Verbeſſerung des Textes zeichnet ſich das diesmalig
grüne Heft durch 47 hervorragend ſchöne, von dem Kunſt
verlag Wilhelm Gerling in Darmſtadt auf Kunſtdruch
papier hergeſtellte Illuſtrationen aus, welche gewiß dazu
beitragen werden, die Aufmerkſamkeit weiter Kreiſe au
die reizenden Sommerfriſchen im Odenwald und
Vogels=
berg hinzulenken. Während im Schwarzwald, Harz und
Thüringerwald kaum irgendwo Penſionen unter 5—7
Mar=
pro Tag zu finden ſind, iſt der Odenwald und Vogelsberg
noch verhältnismäßig billig. Hier ſind für 3,50 Mark
be=
ſcheidene, aber gute, für 4 Mark bis höchſtens 5 Mark ſehr
komfortable Kuraufenthalte noch zu finden. Das Verzeich
nis iſt 7 Bogen ſtark und enthält alle nennenswerten
Pen=
ſionen im Vereinsgebiete. Gleichzeitig ſind im
Inhalts=
verzeichniſſe die Badeorte mit Heilquellen, die Mineral=
und Salzquellen, die Luftkurorte mit größeren Hotels und
Anlagen, die Höhenorte, die Villenkolonien und die
Luft=
kurorte, die im Wald oder dicht am Wald gelegen ſind, be
ſonders benannt. Allen Erholungsbedürftigen dürfte dahen
das Verzeichnis für die bevorſtehende Ferienzeit als
Rat=
geber ſehr willkommen ſein. In allen Buchhandlungen
Verkehrsbureaus und bei dem Geſchäftsführer des
Ver=
eins, Herrn Rechnungsrat Harth in Darmſtadt, Wieners
ſtraße 42, iſt das Heft für den Preis von 30 Pfennig,die
zur teilweiſen Deckung der Herſtellungskoſten verwende
werden, erhältlich.
* Akademiſches Turn= und Sportfeſt am
Sonntag=
den 21. Juli zu Darmſtadt. Der Akademiſche Ausſchuß
für Leibesübungen der Großh. Techniſchen Hochſchule zu
Darmſtadt erläßt folgenden Aufruf: In allen
Schichten=
unſeres Volkes ringt ſich die Ueberzeugung durch, daß
die Erziehung unſerer Jugend allzu ſehr auf einſeitige
Schulung des Geiſtes ausginge. Mehr als bisher gilt
es, die Kräfte des Körpers zu ſtählen, friſche Männen
heranzubilden, die den großen Zukunftsaufgabendes
deutſchen Volkes gewachſen ſind. Die akademiſche
gend, aus deren Reihen die geiſtigen Führer der Nation
hervorgehen, muß in erſter Linie um die Erreichungdie
ſes hohen Zieles kämpfen. Der Landesherr ſelbſt, Sg
Königliche Hoheit, unſer Großherzog, ebenſo dieshöchſte
Behörde des Landes ſchenken unſeren Beſtrebungenähre
Gunſt. Wir wollen uns dankbar dafür erweiſen durch
den Eifer, mit dem wir unſere Aufgabe erfaſſen. Kommia
litonen von Darmſtadt, Gießen und Heidelberg!Wit
laden Euch ein zu einem Turn= und Sportfeſt in unſeren
Muſenſtadt. In brüderlichem Ringen wollen wir
dort=
werben für unſere gute Sache. Wir hoffen, daß Eure
rege Teilnahme uns helfen wird, aus dieſem
kleinenshe=
ſcheidenen Anfang eine fruchtbringende
gemeinſameAr=
beit zu entwickeln, uns ſelbſt zur Ehre, dem=Ganzen zu
dauerndem Gewinn.
Anmeldung neuer Fernſprechauſelllüſſe. Im
Intereſſe möglichſt frühzeitiger Inangriffnahme der
Arbeiten zum weiteren Ausbau der
Fernſprech=
anlagen iſt es erforderlich, daß die Anmeldungen
neuer Fernſprechanſchlüſſe ſpäteſtens bis zum
25. Juli den Kaiſerlichen Telegraphenanſtalten
vor=
liegen. Verſpätet angemeldete Anſchlüſſe, die
infolgedeſſen außerhalb des Bauplans nur mit
Mehr=
aufwendungen (z. B. durch beſondere Entſendung einer
Baukolonne uſw.) herzuſtellen ſind, werden in dem
laufenden Bauabſchnitt nur dann ausgeführt, wenn die=
Antragſteller zu den entſtehenden Mehrkoſten
einen=
ſchuß von 15 Mk. leiſten oder, wenn dieſe
Mehrkoſten=
den Betrag von 30 Mk. überſteigen, den wirklich
auf=
gewendeten Koſtenbetrag erſtatten.
* Ländliches Feſt der Freien Studentenſchaft. Am=
Sonntag morgen um 8,50 Uhr verſammelten ſich an 10
Perſonen, um die gemeinſame Fahrt mit der Dampf=
Die Ausgrabung eines verſunkenen
Waldes.
ck. Umrahmt von Hügeln, liegt etwa zwanzig
eng=
liſche Meilen ſüdlich von Auckland auf Neu=Seeland das
weit ſich dehnende große Papakura=Tal, flach wie ein
Billard, ſich viele Tauſend Morgen hin in der blauen
Dämmerung des Horizonts verlierend. Dieſes Tal iſt
eigentlich ein rieſiger Torfſumpf, der zum Teil,
wahrſchein=
lich durch natürliche Verdampfung, ausgetrocknet iſt. An
dieſen Stellen und an anderen, die künſtlich entwäſſert
ſind, breiten ſich freundliche Anſiedlungen auf fettem
Weideland, und in kurzer=Zeit werden auch die
Mvor=
flächen durch die Arbeit fleißiger Viehzüchter in üppige
Wieſen verwandelt ſein. Gegenwärtig aber ſind dieſe
Sümpfe der Schauplatz einer Tätigkeit und einer
Indu=
ſtrie, wie ſie in dieſer Art und in dieſem Umfang einzig
in der Welt daſteht: ein ungeheuerer verſunkener Wald
wird ausgegraben. Unter der Oberfläche des Torfmoores,
da, wo der Boden durch Trocknen zerriſſen oder bereits
teilweiſe weggeſchafft iſt, bieten ſich dem Auge in Reih
und Glied die Stämme unzähliger Dammarafichten dar.
Vor Jahrhunderten ſind ſie in dem halbflüſſigen Moor
verſunken und haben ſo Zweige und Kronen verloren. Nur
das ſolide Kernholz der mächtigen Stämme iſt übrig
ge=
blieben, und dieſe gewaltigen Schäfte ſind von dem zähen
Boden ſorgfältig eingewickelt und jahrhundertelang
be=
graben worden, in einer ſo regelmäßigen Reihenfolge, wie
die Stäbe eines Staketenzauns.
Die Urſachen für die einzigartige Symmetrie, in der
die Dammarafichten des Papakura=Tals in der Erde ruhen,
ſind nicht genügend aufgeklärt. Dr. W. O. Fagan, der
ſich in Chambers Journal mit der Entſtehung dieſes
ver=
ſunkenen Waldes beſchäftigt, vermutet, daß die Bäume in
prähiſtoriſchen Zeiten ganz plötzlich durch irgend eine
ge=
waltſame Naturerſcheinung überflutet wurden und daß ſie
dann in ihrem unterirdiſchen Grabe in derſelben
Stel=
lung erhalten wurden, in der ſie einſt ſtolz ihre Wipfel
gen Himmel gereckt hatten. Die Wiedergewinnung und
Nutzbarmachung begrabenen Holzes iſt ja auch ſonſt ſchon
in allen Moorgegenden betrieben worden, aber nirgends
fand man die Holzſchätze in ſo ungeheuerer Maſſe und ſo
regelmäßig gelagert, als in dieſem Tal von Neu=Seeland.
Nirgends hat auch die Verwandlung eines ſolchen
prä=
hiſtoriſchen Waldes in wertvolles Nutzholz einen annähernd
ſo bedeutenden Gewinn gebracht; zur Ausnutzung der
Schätze von Papakura hat ſich eine Geſellſchaft gebildet,
die das Material dieſer Tauſende von Akres ſyſtematiſch
ausnutzt und eine blühende Induſtrie daraus entwickelt.
Die Dammara=Fichte ſtammt aus der gleichen Familie
wie unſere Nadelhölzer, aber ſie iſt ein viel höherer, ſich
gewaltig ausbreitender Baum, der nicht nur Zweige und
Krone kräftig in die Nachbarſchaft ausſtreckt, ſondern auch
unter der Erde reiche Wurzeln entfaltet. Wie rieſig und
mächtig müſſen die Bäume, deren Stämme nun ſo kahl in
der Erde liegen, in jenen fernen Zeiten, da ſie noch ihren
ganzen Schmuck trugen, geweſen ſein. Manche der Stämme
haben einen Umfang von über ſechzig Fuß und eine Länge
von 80—90 Fuß; als durchſchnittlichen Umfang kann man
vierzig Fuß annehmen. Das früher ſo ſtille Papakura=Tal
iſt jetzt erfüllt von dem Lärmen und Fauchen großer
Ma=
ſchinen, von dem eifrigen Gewimmel einer Menge
Ar=
beiter. Die Bäume werden dergeſtalt ausgegraben, daß
zunächſt zu beiden Seiten der Stämme Gruben in den Torf
geſtochen werden, in denen dann die Holzſäger arbeiten,
die jeden Schaft in Teile von zwölf bis zwanzig Fuß
zer=
legen. Mit Drahtſeilen oder Eiſenketten werden dieſe
Stücke darauf aus der feſten Umklammerung befreit, in
der die Erde ihre jahrhundertjährige Beute hält.
Das Holz dieſer begrabenen Dammara=Fichten iſt von
ausgezeichneter Qualität; es unterſcheidet ſich von dem
heutigen Dammaraholz nur durch eine dunkelrote
maha=
goniähnliche Färbung. Seine Vorzüge machen es bereits
heute auf dem Weltmarkt zu einer hochbegehrten Ware.
Wann dieſer Wald verſank, läßt ſich nach den geologiſchen
Berechnungen ungefähr angeben. Das Torfmoor, das
heute das Tal füllt, muß wenigſtens vor etwa tauſend
Jahren ſich gebildet haben; da die Dammara=Fichte ſehr
langſam wächſt, ſo darf man annehmen, daß ſie tauſend
Jahre brauchte, bevor die aufgefundenen Stämme ihre
volle Größe erreichten. Jedenfalls ſind viele, viele
Jahr=
hunderte vergangen, ſeit dieſer Wald ſich entwickelte. Neben
dem koſtbaren Holz macht noch ein anderer Schatz die
Ge=
biete des Papakura=Tals zu wahren Goldfeldern. Es iſt
der foſſile Gummj, der von den Bäumen durch
Jahrhun=
derte abgeſchieden worden iſt und von dem ſchon fünf
ver=
ſchiedene Schichten in verſchiedenen Tiefen unter der
Oberfläche aufgefunden worden ſind. Das Harz der
Dam=
mara= oder Kauri=Fichte, das als Kaurikopal auf den
Markt kommt, iſt ein wichtiger Artikel und das foſſile Halz
ſteht dem heutigen nicht nach. Bei dieſem Reichtum des
Bodens iſt es nicht verwunderlich, daß für das Recht der
Ausbeutung auf einen Acker tauſend Mark gezahlt werden=
und der glückliche Beſitzer hat die ſchöne Ausſicht, ſein Land
entwäſſert und ausgerodet zur Bebauung und Benutzung
wieder zu erhalten.
Nummer 147.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Inni 1912.
Seite 3.
raßenbahn nach Eberſtadt anzutreten. Nachdem ſich hier
och Frankfurter und Heidelberger Gäſte angeſchloſſen
rtten, wurde die gemeinſame Wanderung nach dem
rankenſtein angetreten. Das herrliche Wetter hob
na=
rlich die Stimmung außerordentlich und die
Anſtren=
ingen des Bergſteigens wurden durch die ſchöne
Aus=
ht von der Burgruine belohnt. Nach einer kurzen
uhepauſe wurde der Marſch auf der Höhe entlang zum
liſabethenturm angetreten. Auch von hier konnte man
e wundervolle Ausſicht auf die nähere und weitere
mgebung genießen. Für die Jugend recht nett, für die
teren Herrſchaften vielleicht ein wenig anſtrengend
ar der Abſtieg nach dem Schweizer Loch, der quer
urch den Wald gemacht wurde, um einen Umweg von
eiviertel Stunden zu ſparen. Das Mittagsmahl, das
er mitten im Walde eingenommen wurde, war in der
rt eines Picknicks arrangiert und verlief ganz
groß=
itig. Die Muſikkapelle, die ſchon für Unterhaltung
ährend des Mittags geſorgt hatte, begleitete den Zug
im Bahnhof Seeheim, um noch etwa 60
Nachmittags=
iſte dort abzuholen. Bei der gemeinſamen Kaffeetafel
n Hotel Hufnagel hieß der erſte Vorſitzende die Gäſte
illkommen. Der Nachmittag wurde dann mit
Vor=
ägen, Aufführungen und Tanz in angenehmer Weiſe
erbracht. Einen Hauptanziehungspunkt bildete
ent=
hieden eine Lotterie, zu der auch Gewinne von den
chokoladenfabriken Hauswaldt (Magdeburg) und
eichardt (Wandsbek) und den Zigarettenfabriken Yenidze
dresden) und Manoli (Berlin S.=O.) geſtiftet worden
aren. Großen Zuſpruch fanden auch Poſtkarten, die
ils Originale, teils ſelbſt gedruckt waren. Ein Teil
er Gäſte fuhren nicht mit dem Zuge 9,24, wie
vorge=
hen, ſondern erſt 10,26 Uhr nach Darmſtadk zurück. Das
eſt iſt zur allgemeinen Zufriedenheit verlaufen.
* Ferienaufenthalt für Schüler und Schülerinnen
iherer Lehranſtalten. Der Wormſer Verein für
Er=
lungspflege von Schulkindern beabſichtigt, in den
ommerferien eine Erholungskur von et wa
tägiger Dauer — bei Bedarf auch zwei — für
chüler und Schülerinnen höherer
Lehr=
nſtalten in dem Erholungsheim auf dem Hohen
arsberg bei Neckar=Steinach einzurichten. Der
Be=
nn der Kur iſt für Ende Juni 1912, eventuell Mitte
ſer Ende Juli vorgeſehen. Der tägliche Penſionspreis
trägt 2,50 Mk. Für gute und ſtändige Aufſicht iſt
ge=
rgt. Die Verköſtigung iſt reichlich und gut bürgerlich
beſteht aus erſtem Frühſtück (Milch), zweitem
Früh=
ick, Mittageſſen, Nachmittagsbrot und Abendeſſen.
iejenigen Eltern, die ihre Kinder an dieſer
mehr=
öchigen Erholung in der reinen Gebirgswaldluft des
eimes teilnehmen laſſen wollen, werden gebeten, dies
Uldmöglichſt der Geſchäftsſtelle des Vereins — Worms,
athaus, Zimmer 41 — anzuzeigen. Zu jeder weiteren
uskunft iſt dieſe gerne bereit.
* Muſikmeiſter Weber wurde laut Allerhöchſter
abinettsorder vom 19. Juni von Sr. Maj. dem Kaiſer
m Obermuſikmeiſter befördert. Nach einer
Ver=
gung vom 15. Dezember 1908 können Muſikmeiſter
ich fünfjähriger Tätigkeit als ſolche und bei einer
kindeſtdienſtzeit von zwanzig Jahren zum
Obermuſik=
eiſter befördert werden. Herr Weber bekleidet heute
reits 12 Jahre das Amt eines Militärmuſikmeiſters
oraus hervorgeht, daß Herr Weber alſo mit
ſieben=
hriger Dienſtzeit bereits die Leitung unſerer 61er
apelle übernahm, was einen Ausnahmefall darſtellt.
errn Weber und ſeiner muſikaliſch auf höchſt
aner=
nnenswerter Stufe ſtehenden Kapelle war es dann auch
rgönnt, ſich nach und nach die volle Sympathie des
ublikums zu erwerben, ſo daß heute die „Kapelle
Jeber” eine bevorzugte Stellung einnimmt.
* Förderung des Vogelſchutzes. Den auf den
Bahn=
recken der Preußiſch=Heſſiſchen
Eiſenbahnverwal=
ung beſchäftigten Bedienſteten, die ſich auf ihren
Bahn=
recken beſondere Verdienſte umden Vogelſchutz
worben haben, beſonders durch Gewährung geeigneter
iſtgelegenheit, ſollen durch die Bahnverwaltung
ange=
eſſene Belohnungen dafür überwieſen werden. Die
fahnmeiſtereien ſind erſucht worden, bis zum 15. Juli
ieſes Jahres über die zum Schutze der Vögel getroffenen
forkehrungen zu berichten.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Am Sonntag fand
er Ausflug des Ortsgewerbevereins nach Rüſſelsheim
att. Herrliches Wetter hatte zirka 100 Wanderinnen
nd Wanderer veranlaßt, ſich einzufinden, um mit
hinaus=
uwandern in die Wälder links vom Obermain. Von
kauheim führte die Tour an der herrlichen Ufereiche
vor=
ei (Umfang 8,57 Meter) über das untere Königſtädter
forſthaus durch Wald und Wieſen nach Schloß
Mönch=
ruch. Nach gemütlicher Frühſtücksraſt und Beſichtigung
es Schloſſes Mönchbruch, die Herr Forſtmeiſter Schäfer
ein Darmſtädter) freundlichſt geſtattete, gings nun weiter
auf lauſchigen Waldpfädchen an der Mühl= und Schönen
Eiche vorbei nach der Dachenau, einem der ſchönſten
Waldſchläge. Dann unter heißer Sonne nach
Rüſſels=
heim. Von Herrn Sturmfels (Vorſitzender des
Rüſſels=
heimer Heimatvereins) freundlichſt begrüßt, wurde unter
ſeiner Leitung und Erklärung die alte Feſtung beſichtigt.
Nach Begrüßung des Vorſitzenden der
Ausflugskommiſ=
ſion und Bekanntgabe, daß Herr Kommerzienrat Opel
die Beſichtigung des ganzen Werkes geſtattete, wurden
die Teilnehmer (zirka 50 hatten ſich noch direkt per Bahn
eingefunden) in einzelne Gruppen verteilt, die in
liebens=
würdigſter Weiſe von den Herren Oberwerkmeiſtern
ge=
führt wurden. Die Fabrik machte einen gewaltigen
Ein=
druck auf alle. Nach der hochintereſſanten Beſichtigung
des Werkes fand im Rüſſelsheimer Hof ein gemütliches
Beiſammenſein ſtatt. Der Führer der Tour, Herr
Maler=
meiſter Kraus, dankte der Firma für ihr
freundſchaft=
liches Entgegenkommen und ſein Hoch galt der Firma
und Familie Opel. Auch den Oberwerkmeiſtern für ihre
lehrreiche Führung, dem Vorſtand des Heimat= und
Orts=
gewerbevereins von Rüſſelsheim ſprach er Dank aus für
ihre Bemühungen. Gemütliche Unterhaltung würzte die
kurze Zeit. Um 7,59 Uhr brachte die Bahn die Teilnehmer
wieder in ihre Heimatſtadt.
* Verein der Detailliſten von Darmſtadt (E. V.).
Die hieſigen Detailliſten ſeien hiermit auf die heutige
Anzeige des Detailliſten=Vereins, betr. Saiſon= und
In=
ventur=Ausverkäufe, hingewieſen.
— Preisgekrönte Schützen. Bei dem am Sonntag
ſtattgefundenen Preisſchießen im „Goldenen Faß”
errang der Schützenklub Immergrün den erſten, ſowie
drei weitere Preiſe.
§ Schlägerei. Am Sonntag abend gegen 9 Uhr
entſtand in der Dieburgerſtraße zwiſchen einem
Metzger=
gehilfen und zwei Bäckergehilfen eine Schlägerei,
wobei der Metzgergehilfe Verletzungen am Kopfe
davontrug.
§ Feſtgenommen. Ein 17 Jahre alter
Bäcker=
gehilfe aus Lichtenthal iſt hier wegen Diebſtahl
feſtgenommen worden.
Wixhauſen, 23. Juni. Der Verkehrs=Verband
der Strecke Frankfurt a. M.=Darmſtadt hielt
unter dem Vorſitze des Kaufmanns Philipp Werner=
Langen in Wixhauſen ſeine ſechſte Wanderverſammlung ab
Der Schriftführer, Magazinverwalter Weidmann=Neu=
Iſenburg, berichtete zunächſt über die Tätigkeit des
Vor=
ſtandes ſeit der letzten Verbandsſitzung. In der vorigen
Verſammlung wurde geklagt, daß die Schranken der
Straßen, die an den Stationsgebäuden vorbeiführerſ zu
lange geſchloſſen ſeien und dadurch der Verkehr mehr als
nötig gehemmt ſei. Nachdem der Verband bei der
Eiſen=
bahn=Direktion Mainz vorſtellig geworden, iſt dieſem
Uebelſtande abgeholfen worden. Alsdann wurden die
Ant=
worten der Eiſenbahn=Direktion Mainz, die auf die im
März abgeſandte Eingaben des Verbandes, über
allge=
meine Wünſche des Publikums eingelaufen waren,
ver=
leſen und die jetzigen Wünſche beziehungsweiſe berechtigte
Beſchwerden des Publikums vorgebracht, die in Form
einer neuen eingehenden Eingabe an die Eiſenbahn=
Direk=
tion abgehen ſollen. Ueber den derzeitigen Stand der
projektierten elektriſchen Bahn Offenbach=
Langen bezw. Egelsbach und eventuell Fortſetzung bis
Darmſtadt berichtete eingehend Kaufmann Werner=Langen.
— Die Verſammlung beſchloß, in Gemeinſchaft mit den
Gemeindevertretungen der in Frage kommenden Orte eine
Beſchleunigung der fraglichen Angelegenheit
herbeizu=
führen. In der Diskuſſion wurde noch zum Ausdruck
ge=
bracht, daß die Frage der Erbauung nun hinreichend
ge=
klärt ſei und die Erteilung der Vorkonzeſſion nunmehr
bald erfolgen müßte, damit nicht wieder die günſtige
Ge=
legenheit, eine lokale Verbindung mit Offenbach bezw.
Frankfurt zu erhalten, verpaßt würde. Gemeinderat
Jung=Arheilgen erörterte alsdann die Haltung der
Heſſi=
ſchen Elektr.=Akt.=Geſ. gegenüber der Gemeinde Arheilgen.
Nachdem noch verſchiedene innere Verbandsangelegenheiten
erledigt waren, wurde beſchloſſen, die nächſte Verſammlung
am 3. Auguſt in Arheilgen abzuhalten.
V. Groß=Gerau, 22. Inni. Geſtern kam ein junger
Mann in eine hieſige Fahrradhandlung, um ein neues
Fahrrad zu verkaufen. Dem Händler kam die Sache
verdächtig vor, und erkundigte ſich ſofort telephoniſch bei
dem Fahrradhändler, von dem das Rad gekauft ſein
ſollte. Es ſtellte ſich heraus, daß man es mit einem
Fahrraddieb zu tun hatte und ließ ihn ſofort
ver=
haften.
V. Geinsheim, 23. Juni. Der 18jährige Jean Leſch
ging am Samstag abend mit ſeinem älteren Bruder
nach den Tongruben der Benygen=Ziegelei, um zu
ba=
den. Er ſprang ins Waſſer und kam nicht mehr zum
Vorſchein. Sein Bruder holte ſofort Hilfe, doch konnte
man den jungen Mann nur als Leiche bergen.
Luerbach, 24. Juni. Der Beſchluß des
Vorſtan=
des des Verſchönerungs= und Kurvereins Auerbach, am
Sonntag, den 30 Juni, auf unſerem herrlichen
Auer=
bacher Schloß ein Volksfeſt in größerem Stile,
unter Mitwirkung aller Vereine Auerbachs zu
veranſtal=
ten, und damit eine alte Sitte unſeres Ortes wieder
aufleben zu laſſen, hat das größte Intereſſe weiter Kreiſe
wachgerufen. Es iſt deshalb zu erhoffen, daß die weiten
Räume mit freudigen Menſchen voller Feſtesſtimmung
gefüllt werden, die reiche Tombola (1000 Gewinne),
Vor=
träge der Geſang= und Turnvereine, Militärkonzert,
Sacklaufen, Wurſtſchnappen, Italieniſche Nacht,
Fackel=
polonäſe, Tanz in der Halle und die Schloßbeleuchtung
werden für beſte Unterhaltung ſorgen. Auch das
In=
tereſſe für die Trachtenprämiierung wird immer größer
und reger. Es ſtehen 10 Ehrenpreiſe zur Verfügung.
Das Feſtprogramm lautet: 3 Uhr Aufſtellung des
Feſt=
zuges in der Darmſtädter Straße, Ecke Bahnhofſtraße
mit Fahnen und Muſik, 3,15 Uhr Abmarſch, 4,30 Uhr Be
ginn des Feſtes, 6 Uhr Verteilung der Ehrenpreiſe für
die echteſten und beſten Trachten und Beginn des Tanzes.
Bensheim, 24. Juni. Heute nacht ging ein ſchweres
Gewitter über unſerer Stadt nieder. Um 1½ Uhr
ſchlug ein Blitzſtrahl in das Ernſt Ludwig=
Semi=
nar ein und ſetzte das Dach des Baues in Brand der
den ſüdlichen Teil des Hauptgebäudes mit den
Schlaf=
räumen der Seminariſten und dem Turnſaal verbindet.
Nach einer etwa 1ſtündigen Tätigkeit der Hydranten des
Hauſes konnte das Feuer gelöſcht werden. Nur ein kleiner
Teil der Dachſparren fiel dem Feuer zum Opfer.
A Vom ſüdlichen Odenwald, 24. Juni. Die
Heidel=
beerernte hat begonnen, etwas früher als in den
Vorjahren, zu früh mit Rückſicht auf die vielen unreifen
Früchte, die umgetreten werden und darum nicht mehr
reifen können. Allerdings werden die erſten Früchte pro
Pfund mit 20 Pfg. bezahlt. Dieſer Preis wurde die
ganze Woche erlöſt, doch ſorgt die geringere Ausbeute
bei der mangelnden Reife dafür, daß der Tagesverdienſt
nicht zu hoch wird. Einzelne Gemeinden ſuchen das allzu
frühe Pflücken dadurch zu vereiteln, daß die
Bürgermeiſte=
reien das Betreten der Gemeindewaldungen vor einem
beſtimmten Termin verbieten. Vor einigen Jahren ging
die Hauptausfuhr über Hamburg nach England. Unſer
Gebirge war der erſte Lieferant, und es war von
Wichtig=
keit, zuerſt zu liefern, da ſpäter die mehr nördlich
gelege=
nen Gebirge billiger liefern konnten infolge der
geringe=
ren Fracht. Gegenwärtig hat das frühe Ernten jene
Be=
deutung nicht mehr, daher wäre es für die Quantität
der Ernte von Bedeutung, daß nicht mehr zu früh
ge=
erntet würde. — Die Heuernte iſt im beſten Gang.
Die letzten Tage dörrten das Heu zu ausgezeichneter
Güte auch die Menge iſt eine ſehr befriedigende.
Offenbach, 24. Juni. Der Veterinärarzt Dr. Heinrich
Monnart fuhr mit ſeinem von ihm ſelbſt geſteuerten
Automobil, in dem ſich vier Inſaſſen befanden, auf
einer Vergnügungstour in der Nähe von Mörfelden
gegen einen Baumſtamm. Der Anprall war ſo
heftig, daß ſich das Auto überſchlug und ſämtliche
Inſaſ=
ſen herausgeſchleudert wurden. Während dieſe
mit dem bloßen Schrecken davonkamen, erlitt der
Auto=
lenker ganz erhebliche Verletzungen ſo daß er
im Krankenwagen in das Darmſtädter Krankenhaus
ge=
bracht werden mußte. Der Autoſchaden iſt nicht
uner=
heblich.
Groß=Umſtadt, 24. Juni. Vor einiger Zeit wurden
die Gemarkungen Groß=Umſtadt und noch weitere
acht benachbarte Gemarkungen von einem
verheeren=
den Hagelwetter heimgeſucht und dabei die
Frucht=
felder derart beſchädigt, daß der größte Teil derſelben
um=
gebrochen werden muß. Da nun die meiſten geſchädigten
Landwirte hilfsbedürftig ſind, ſo hat der
landwirtſchaft=
liche Ausſchuß beſchloſſen, dieſelbe durch billiges
Pflanzenmaterial zu unterſtützen.
M. Stockſtadt, 24. Juni. Schon wieder hat der
Alt=
rhein ein Opfer gefordert. Geſtern nachmittag ertrank beim
Baden ein 18jähriger Elektromonteur, der aus Baden
ge=
bürtig iſt. Trotzdem dieſer des Schwimmens nicht ganz
kundig war) ging er aus der hieſigen Badeanſtalt in den
freien Rhein, der durch das letzte Hochwaſſer noch ziemlich
raſche Strömung hat. Er trieb ab und ging, ehe Hilfe da
war, in den Fluten unter. Bis jetzt konnte die Leiche
noch nicht geländet werden.
Viernheim, 24. Juni. Der ſiebenjährige Sohn des
Maurers Georg Buſalt von hier wurde auf der
Wein=
heimer Straße durch ein Automobil angefahren und ſehr
ſchwer verletzt. Der Kleine wollte dem
daherkom=
menden Auto ausweichen und lief in dasſelbe hinein.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Aus Bad
Rergentheim a. d. Tauber ſchreibt man uns: Am 22.
Suni ſang Frau Elſa Laura von Wolzogen=
Darm=
adt im überfüllten Saale des Kurhauſes internationale
tieder zur Laute. Das Programm war außerordentlich
llücklich gewählt und das Publikum begeiſterte ſich an der
kunſt dieſer eigenartigen Frau.
CK. Das Licht in den Meerestiefen. Ueber die
in=
ereſſanten Beobachtungen, die Helland=Hanſen während der
ürzlich vollendeten Forſchungsreiſe des „Michael Sars”
üdlich und öſtlich der Azoren unternommen hat, berichtet
die Natur einige feſſelnde Einzelheiten. Die
Unterſuch=
ingen erſtreckten ſich auf den Widerſtand, den das
Meer=
vaſſer den Lichtſtrahlen entgegenſetzt und auf
Feſtſtellun=
ſen der Tiefe, bis zu der das Licht durch das Waſſer dringt.
Es zeigte ſich dabei, daß die Lichtſtrahlen im Meereswaſſer
ine viel größere Tiefe erreichen, als man bisher allgemein
innahm. Die verſchiedenen Ausſtrahlungen, aus denen
las weiße Sonnenlicht ſich zuſammenſetzt, wurden von dem
Waſſer ſehr ungleichmäßig aufgeſogen. Bis zu einer Tiefe
von 100 Meter ſind noch alle Lichtelemente feſtzuſtellen,
da=
dei zeigt ſich aber, daß die roten Strahlen ſtärker
hervor=
reten, als die blauen und violetten. In 500 Meter Tiefe
sagegen iſt das Rot von den oberen Waſſerſchichten bereits
öllig aufgeſogen, während die blauen und violetten
Strah=
en mit Hilfe der photographiſchen Platte noch deutlich
vahrgenommen werden können. In tauſend Meter Tiefe
rber ſind nur die violetten und ultravioletten Strahlen
roch feſtſtellbar. Von 1700 Meter Tiefe ab konnten auch
die geringſten Lichtſpuren nicht mehr feſtgeſtellt werden.
In dieſen Tiefen wird der Ozean nur noch durch die
Aus=
trahlungen laichtender Seetiere erhellt.
C) Vögel im Sturm. Die Beobachtung des
Vogel=
luges hat ſchon jahrhundertelang Naturforſcher gefeſſelt
aber eine ſtreng wiſſenſchaftliche Unterſuchung iſt erſt
mög=
ich geworden, ſeit alle Einzelheiten des Fluges durch den
kinematographiſchen Apparat bis ins Kleinſte feſtgehalten
werden können. Aus der Fülle der ſo gemachten
Be=
obachtungen teilt Georg Henner in Ueber Land und Meer
einige intereſſante Beiſpiele mit. Obwohl der Vogel den
plötzlichen Windſtoß faſt momentan pariert, ſo wagt er ſich
doch faſt nie während eines Sturmes in die Lüfte. Auch
er hat, wenngleich er unendlich vollkommener gebaut iſt,
als die beſte Flugmaſchine, in dem Chaos der Luftwirbel
einen ſchweren Stand. Mehrfach ſind Flugunglücke
von Vögeln verzeichnet worden. Ein Volk Hühner, das in
einen Windwirbel geraten war, hatte ſo heftige
Zuſammen=
ſtöße auszuſtehen, daß einzelne Tiere tot zur Erde fielen.
Manche Vögel, ſo beſonders die Möwen, ſcheinen
ſtürmi=
ſches Wetter bereits eine Stunde vorher zu ahnen und
bringen ſich in Sicherheit, ehe der Wind mit vollen Backen
losbläſt. Von einem intereſſanten Beiſpiel hierfür erzählt
der engliſche Ornithologe Kearton. Auf den Hebriden=
Inſeln wütete ein Sturm von ſolcher Stärke, daß die Giſcht
der Brandung hunderte von Metern landeinwärts
ge=
trieben wurde. Die unzähligen Seemöwen, die ſich vorher
luſtig über den Wogen herumgetummelt hatten, die
ſchnel=
len Meerſchwalben und anderen Vögel, ſie alle waren
ver=
ſchwunden. Der Forſcher ſuchte nun die Schlupfwinkel
der Tiere auf und fand, daß ſich die Seemöwen ſorgfältig
in den Klippen verſteckt, die Meerſchwalben ſich hinter
Kieſelſteinen in Sicherheit gebracht hatten. Das
über=
raſchendſte Bild bot ſich ihm, als er in ziemlicher Höhe in
einer Klippenhöhle auf etwa einhalb Hundert Felſentauben
ſtieß. Unter ihnen ſaß ihr gefürchtetſter Feind, ein
Wan=
derfalke, den die gleiche Not zu friedlicher Gemeinſchaft
mit der ſonſt ſo grauſam verfolgten Beute gezwungen
hatte. Als Kearton in die Höhle trat, in der Tauben und
Falken in traulichem Heim ſicher zuſammenſaßen, ſchoß der
Falk wie ein Pfeil davon, die Tauben aber fürchteten den
Menſchen weniger als den Sturm und blieben ruhig in
der Höhle. Mit einem ſehr ſtarken Wind im Rücken fliegt
kein Vogel gern, da er ihm die Federn zerzauſt. Dagegen
fliegen Vögel, insbeſondere ſolche, die kurze Schwingen
haben, faſt immer nur gegen den Wind auf, der ihnen das
Hochkommen erleichtert. Ein verhältnismäßig ſchwerer
Vogel, wie unſer Storch, muß erſt ein paar Luftſprünge
machen, um ſo den nötigen Raum zur Entfaltung ſeiner
Schwingen zu gewinnen. Ebenſo hat man ſo manche
Flugmaſchinen mit Stelzen verſehen, um den Abflug von
der Stelle aus, ohne vorheriges Anlaufen vom Boden, zu
ermöglichen.
* Der Papſt im Kino. Papſt Pius X. hängt
bekannt=
lich mit einer rührenden Heimatliebe an ſeiner Geburtsſtadt
Venedig, und mehr als einmal hat er Freunden
melancho=
liſch geklagt, wie gern er ſeine geliebte Lagunenſtadt
wie=
derſehen möchte. Als er noch Patriarch in Venedig war,
hatte er feſt zugeſagt, der feierlichen Einweihung des
neu=
erbauten Campanile beizuwohnen, aber da das Schickſal
ihn inzwiſchen auf den Heiligen Stuhl berufen hatte,
mußte der Plan fallen gelaſſen werden. Die Einweihung
des neuen Campanile hat Pius X. nun doch geſehen; wenn
auch nicht in der Wirklichkeit, ſo doch wenigſtens in der
Wiedergabe des Kinematographen. Es iſt das erſte Mal,
daß der Kinematograph in den Räumen des Vatikan ſeine
Künſte entfalten konnte. Am Mittwoch abend war der
Konſiſtoriumsſaal in ein regelrechtes
Kinematographen=
theater umgewandelt, und hier ließ ſich der Papſt den Film
vorführen, der die Feierlichkeiten in Venedig wiedergab.
Es war zugleich zum erſten Male, daß Pius X. eine
kine=
matographiſche Vorführung ſah.
ck. Engliſche Studentenſtreiche. Während in
Deutſch=
land der induſtrielle Geiſt der modernen Zeit Schritt um
Schritt die alte Burſchenherrlichkeit einengt und den
Ueber=
mut der fröhlichen akademiſchen Jugend immer mehr auf
wenige kleine Univerſitätsſtädte begrenzt, ſind bei den
Studenten Englands, ganz beſonders aber in Cambridge,
luſtige Streiche noch heute an der Tagesordnung, und am
meiſten amüſiert ſich das heitere Volk der Muſenjünger,
wenn es dabei gelingt, die würdige Obrigkeit einmal
gründlich hineinzulegen. Von einem ſolchen
wohgelunge=
nen Streiche der Studenten von Cambridge berichtet
Sil=
via Braghi im Emporium. Der Fall liegt bereits einige
Seite 4
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Juni 1912.
Mainz, 23. Juni. Heute nachmittag verletzte der
37jährige Obſt= und Gemüſehändler Ochs in der
Heidelbergerfaßgaſſe ſeine Frau und ſein Söhnchen durch
Meſſerſtiche ſo ſchwer, daß beide in bedenklichem
Zuſtand ins Rochushoſpital gebracht werden mußten.
Ochs lebte häufig in Unfrieden mit ſeiner Familie. —
Sprengübungen finden am 26. Juni von 7 Uhr
morgens bis 12 Uhr mittags an der Hochheimer
Eiſen=
bahnbrücke ſtatt. Die Uebungen werden von einer
Ab=
teilung der 21er Pioniere ausgeführt; es nehmen 3
Offi=
ziere, 12 Unteroffiziere und 80 Mann daran teil.
Oppenhein, 24. Juni. Eine ſchöne
Sonnenwend=
feier veranſtalteten der Deutſch=nationale
Handlungs=
gehilfenverband und der Alldeutſche Verband Samstag
nacht auf der Landskrone. Mächtig hoch ſchlugen
die Feuergarben und waren in der ganzen Umgegend zu
ſehen. Bei Muſik und Geſang entwickelte ſich bald echt
rheiniſches feucht=fröhliches Treiben.
Nierſtein, 22. Juni. In der am rechten Rheinufer
ſtehenden Baggermaſchine des Schiffers J. Lerch
platzte heute Nacht der Keſſel, und die ganze
Ma=
ſchine ſtand im Augenblick in Flammen. Der SSchiffer
Adam Keſſel, der auf der Maſchine war, erlitt ſchwere
Brandwunden. Die Maſchine ſank. Der Schaden beträgt
etwa 16000 Mark.
Gaulsheim, 24. Juni. Nachdem bei den
Bohrar=
beiten für die neue Eiſenbahnbrücke
Gauls=
heim=Geiſenheim vor einiger Zeit einige ſtarke Quellen
angebohrt wurden, iſt man jetzt bei der Fortſetzung der
Bohrarbeiten auf ſilberführendes Geſtein
ge=
ſtoßen. Die ſilberhaltigen Steine wurden in der Nähe der
Ilmenaue gefunden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. Juni. Die Berliner
Morgenpoſt meldet: Ein Mitarbeiter ſuchte geſtern die
Frau des verhafteten Hauptmanns
Koſti=
vitfch in ihrem Hotel auf. =Wie die Frau Koſtivitſch
erzählt, iſt ihr Mann Artillerieoffizier und im großen
Generalſtab in Petersburg tätig. Er erhielt von dem
ruſſiſchen Kriegsminiſterium den Auftrag, eine 4 Monat
lange Studienreiſe durch mehrere europäiſche Staaten,
u. a. durch Deutſchland, Oeſterreich=Ungarn, Frankreich
und Belgien zu unternehmen. Hauptmann Koſtivitſch
und ſeine Frau halten ſich ſeit etwa 4 Wochen in Berlin
auf. Frau Koſtivitſch erzählt weiter, daß ihr Mann
ſich mit großen Fabriken in Verbindung geſetzt habe
und um die Erlaubnis zur eingehenden Beſichtigung bat.
Näher darüber befragt, behauptet ſie, nicht zu wiſſen,
daß ihr Mann Spionage getrieben habe. Ihr Mann
habe bei ſeinem Verhör auf dem Polizeipräſidium
ge=
beten, daß ein Dolmetſcher hinzugezogen werde, da er
der deutſchen Sprache nicht ganz mächtig ſei. Dieſes
An=
ſuchen ſei aber abgelehnt worden. Sämtliche Aufzeichnungen
und Tagebücher des Hauptmanns ſind nach der
Verhaf=
tung beſchlagnahmt worden. Da ſie in ruſſiſcher Sprache
abgefaßt ſind, iſt ein Dolmetſcher damit beauftragt
wor=
den, ſie zu überſetzen. Mit ihrem Mann hat Frau
Ko=
ſtivitſch bisher nicht ſprechen können. Es iſt ihr aber in
Ausſicht geſtellt worden, dies in der nächſten Zeit im
Unterſuchungsgefängnis zu verſuchen, um dort eine
Aus=
ſprache zu gewähren. Sie hat die Intervention des
ruſ=
ſiſchen Militärattachés in Anſpruch genommen, die ihr
auch bereitwilligſt gewährt worden iſt. — In der Nacht
zum Sontag ſtieß auf dem Wannſee unweit der
Pfauen=
inſel ein mit SSchülern dicht beſetzter Sterndamp
fer mit einem Motorboot zuſammen. Der Anprall
war ſo heftig, daß das Motorboot geſpalten wurde. Die
Inſaſſen, etwa 25 bis 30 Mitglieder und Gäſte der
Ber=
lin=Wilmserdorfer Eſperantozentrale, ſtürzten ſämt
lich ins Waſſer. Auf dem Dampfer entſtand
in=
folge der Hilferufe der Verunglückten eine panikartige
Aufregung. Die Mannſchaft des Dampfers und mehrere
Fahrgäſte ſtellten ſofort Rettungsverſuche an, die auch
Erfolg hatten. Nur eine Dame und ein Herr wurden
nach Beendigung des Rettungswerkes vermißt. Die
Schuld an dem Unglück dürfte nach den bisherigen
Er=
mittelungen den Führer des Motorbootes treffen. Der
Kapitän des Sterndampfers hat zweimal Notſignale
ge=
geben. Trotzdem habe das Motorboot plötzlich den Kurs
geändert, ſodaß ein Zuſammenſtoß unvermeidlich
gewe=
ſen ſei. — Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich geſtern
auf dem Bahnhof Fürſtenbrunn dadurch, daß der
Bahn=
bofsvorſteher, als ein Zug ſich ſchon in Bewegung geſetzt
batte, bemerkte, daß an einem Abteil die Tür offen ſtand
Er ſchwang ſich auf das Trittbrett, alitt aus und kam
unter die Räder des Zuges. Außer ſchweren
Verletzun=
gen, die er am Kopf und Bruſt davontrug, wurde ihm
der rechte Arm abgefahren. — Die am Samstag erfolgte
Unterſchlagung von 120000 Mark durch den
Kaſſenboten Zubell einer Genoſſenſchaftsbank rechnete
mit der Gepflogenheit der Reichsbank, über die
eingezahl=
ten Beträge in einem der einzahlenden Bank gehörigen
Buche zu quittieren, das früheſtens am nächſten Tage,
im vorliegenden Falle alſo erſt am Montag
zurückgege=
ben wird. Durch einen Zufall wurde die Unterſchlagung
aber ſchon geſtern entdeckt. Als Zubell geſtern nicht in
ſeine Wohnung, in der er mit ſeiner Braut zuſammen
wohnte, zurückgekehrt war, begab ſich die Braut zur Bank,
um zu erfahren, ob man dort etwas von ihm wiſſe.
Dort wurde man dann ſtutzig und wandte ſich an die
Reichsbank, welche mitteilte, daß der Betrag nicht
einge=
zahlt ſei. Nach einer anderen Verſion werden die
Quit=
tungsbücher der einzahlenden Firma durch die Poſt
zu=
geſchickt und durch das Ausbleiben des Buches geſtern
iſt man der Sache auf die Spur gekommen. Der
Kaſſen=
bote war ſeit eineinhalb Jahren im Dienſte der
Genoſſen=
ſchaftsbank. Er iſt wahrſcheinlich nach der Schweiz
ge=
flohen. Die Bank hat auf ſeine Ergreifung eine
Beloh=
nung von 2000 Mark und außerdem 5 Proz, der wieder
herheigeſchafften Summe ausgeſetzt.
Frankfurt, 24. Juni. Die Direktion des Zirkus
Albert Schumann hat der Redaktion der
Volks=
ſtimme das Paſſepartout entzogen. Die
Ur=
ſache iſt, wie das Blatt mitteilt, eine Kritik der
Erſtauf=
führung des neuen Ausſtattungsſtückes „Das
Motor=
pferd‟ Das ſozialdemokratiſche Blatt meint, die Sache
ſei von prinzipieller Bedeutung nicht nur für die
Volks=
ſtimme, ſondern für die geſamte Frankfurter Preſſe, und
„überläßt es den anderen hieſigen Zeitungen, wie ſie ſich
mit der von Herrn Schumann beliebten Auslegung der
Hergabe von Paſſepartouts an die Preſſe abfinden‟. Die
F. Ztg. ſchreibt dazu: Obgleich die Volksſtimme überall,
auch in journaliſtiſchen Dingen, die Gemeinſchaft mit der
bürgerlichen Preſſe zurückweiſt, ſehen wir uns im
Inter=
eſſe einer unbeeinflußten öffentlichen Kritik veranlaßt,
auf eine Berichterſtattung über den Zirkus Schumann
bis zur Beilegung des Konflikts mit der Volksſtimme zu
verzichten, und haben der Direktion des Zirkus unſer
Paſſepartout zur Verfügung geſtellt. Die
Redaktion der Kleinen Preſſe teilt mit, daß ſie in gleicher
Weiſe vorgehen wird.
Frankfurt, 24. Juni. Seit einem Monat fahndete
die Kriminalpolizei auf den Fürſorgezögling Philipp
Mäuſer der im Verdacht ſteht, an dem Kronberger
Mord beteiligt zu ſein. Mäuſer iſt am 21. Mai aus
Mohrſtadt bei Bremen entſprungen und hält ſich ſeit drei
Wochen in Frankfurt bei ſeiner Mutter auf. Als ihn am
17. Juni ein Kriminalſchutzmann in der Wohnung der
Mutter feſtnehmen wollte, zog er ſeinen Dolch ſprang
aus dem erſten Stock und entkam. Am Samstag ſollte
er in Bornheim von zwei Beamten feſtgenommen
wer=
den, doch hielten ſeine Freunde die Schutzleute auf.
Mäuſer flüchtete, nachdem er vorher einen Schuß aus
dem Revolver abgegeben hatte. Bei einer zweiten,
mehrere Stunden ſpäter verſuchten Feſtnahme auf dem
Feldweg hinter der Peſtalozziſchule erhielt der
Schutz=
mann Mauch von Mäuſer einen Streifſchuß an den
Arm. Am Sonntag abend glückte endlich die Feſtnahme
Mäuſers. Er flüchtete, von einem Kriminalbeamten
ver=
folgt, in die „Lilie” und eilte die Treppe zum Tanzſaal
hinauf. Dabei ging ſein Revolver los und er erhielt
einen Schuß in den Oberſchenkel. Bei ſeiner heute
vor=
mittag erfolgten Vernehmung erklärte Mäuſer, daß er
für den Mordtag in Kronberg ſein Alibi beibringen
könne, da er damals mit drei Freunden in Koblenz
ge=
weſen ſei.
Mannheim, 23. Juni. Der Pſychologe Leo
Moyſe=
wicz, genannt Leo Erichſen, hielt am 6. März d. J.
im Kaſinoſaal einen Vortrag über das Thema: „An der
Grenze des Ueberſinnlichen‟ Der Redakteur J. Witte
vom Mannheimer General=Anzeiger unterzog dieſen
Vortrag einer ſcharfen Kritik, in der er dem Vortragenden
jeden wiſſenſchaftlichen und künſtleriſchen Charakter
ab=
ſprach. Erichſen verſtehe es, ſich mit einem
wiſſenſchaft=
lichen Nimbus zu umgeben, der in dem Publikum den
Glauben erwecke, daß es ſich um wiſſenſchaftliche
Experi=
mente handele, während in Wirklichkeit die ganze Sache
Erichſens nur auf Geldverdienen berechnet ſei. Am Schluſſe
des Artikels heißt es: Gehe in ein Varieté und trage den
heiligen Namen der Wiſſenſchaft nicht in eine Schaubude‟
Der Vortragende fühlte ſich durch dieſen Artikel beleidigt
und reichte Beleidigungsklage gegen den verantwortlichen
Feuilletonredakteur J. Witte vom Mannheimer General=
Anzeiger ein, die vor dem hieſigen Schöffengericht zum
Austrag gelangte. Der Angeklagte erklärte, daß ihm jede
Abſicht einer Beleidigung fern gelegen habe. Der Privat=
kläger Leo Erichſen, der perſönlich nicht erſchienen war
ließ durch ſeinen Vertreter mehrere anerkennende Schrei
ben dem Gericht überreichen, worunter ſich auch ein ſol
ches von Profeſſor Ernſt Haeckel=Jena befindet, das di
ſtrenge Wiſſenſchaftlichkeit der Experimente Erichſens het
vorhebt. Nach längerer Beratung ſprach das Gericht de
Angeklagten frei, da dieſer ein Recht hatte, die wiſſer
ſchaftlichen Leiſtungen Erichſens nach ſeinem Eir
druck zu kritiſieren. Daraus, daß er etwa
nich=
das Richtige getroffen habe in ſeiner
Kritz=
könne ihm kein Vorwurf gemacht werden und di
Abſicht der Beleidigung ſei nicht erwieſen. Erichſen
hal=
auch ſtatt eines ſtreng wiſſenſchaftlichen Vortrages, wi
er angekündigt hatte, einen populär .wiſſenſchaftliche
Vortrag gehalten, der ſich mehr für ein Varieté geeigne
hätte. Jedenfalls ſtand daher dem Angeklagten das
Red=
der Kritik zu und er war daher freizuſprechen.
Mannheim, 24. Juni. Aus Eiferſucht hat
geſter=
abend 9¼ Uhr der 36 Jahre alte Fabrikarbeiter Johan
Schneider von Waldhof ſeine 36 Jahre alte Ehefra=
Mutter von fünf Kindern, in ſeiner Wohnung, Spiege
fabrik Nr. 144, durch einen Dolchſtich in den Halsge
tötet. Der Täter wurde noch in der gleichen Nacht ve
haftet.
Bernau (bad. Schwarzwald), 23. Juni. Die Han
Thoma=Feier geſtaltete ſich zu einer impoſante
Kundgebung des Schwarzwaldes. Es waren weit übe
2000 Gäſte anweſend, unter anderen Exzellenz v. Nikolaſ
Karlsruhe. Zahlreiche Telegramme und Glückwünſch
aus allen Gauen Deutſchlands waren eingelaufen, dan
unter von der Großherzogin Luiſe. Der Begrüßungs
chor von 70 Perſonen wirkte mächtig. Bei der Denkmals
enthüllung hielt Dr. Beringer=Mannheim eine form
vollendete Feſtrede. Hieran ſchloß ſich die Einweihun
der Altarbilder durch Stadtpfarrer Lamy=St. Blaßen
Es folgte ein Feſtzug, der ſich großartig geſtaltete. Nag
einer Anſprache des Altmeiſters wollte der Jubel un
die Begeiſterung kein Ende nehmen. Am Abend wa
bengaliſche Beleuchtung der Berge und Feuerwerk.
München, 24. Juni. Wie die Münchener Neueſter
Nachrichten melden, hat die Münchener Polizei eine
muſterhaft organiſierten Handel mitge
ſchmuggeltem Sacharin entdeckt, der ſichübg
Bayern, Böhmen und die Schweiz erſtreckte. Sieben Per
ſonen wurden bereits verhaftet. Das Haupt der Band
die ſich aus etwa 20 Händlern und Schmugglern zuſammer
ſetzte, führte in Zürich ein Engroswarenlager. Für Bayer
und Böhmen waren zwei Generalvertreter, beide au
Zürich, beſtellt. Sie nahmen ihren Wohnſitz in München
und richteten hier und in Eger Zweigniederlaſſungenm
Sacharinlagern ein. Die Abnehmer holten dannet
München und Eger die Ware ab. Unter den Verhaftete
befindet ſich auch der Inhaber eines Baugeſchäftes, un
zwar einer der Generalvertreter, während ſein Kompliz
ſich in die Schweiz flüchten konnte. Das Sacharin wurd
größtenteils von Frauen über die Grenze geſchmuggelt.
Pirmaſens, 24. Juni. Auf dem geſtern hier ſtattgt
habten Verbandstag der Schuh= und Schäfte
fabrikanten wurde einſtimmig eine Reſolution
genommen, nach welcher für die Folge in Anbetrachtde
fortwährend ſteigenden Preiſe für Rohmaterial eineEr
höhung der Schuhpreiſe eintreten müſſe.
Eybach (Oberamt Geislingen), 24. Juni. Reallehne
Prinz aus Heidenheim, 24 Jahre alt und gebürtiga
Leutkirch, wollte geſtern nachmittag im oberen Roggenig
den Nadelfelſen beſteigen. Er ſtürzte ab und brach da=
Genick, ſodaß nach wenigen Minuten der Tod eintrat.l
einem Fuhrwerk wurde er in die Leichenhalle des Geis
linger Bezirkskrankenhauſes übergeführt.
Eſſen a. d. R., 23. Juni. Anläßlich der
Jahr=
hundertfeier des Kruppſchen Werkes wurd
in dem durch Anbau vergrößerten Kunſtmuſeum der Stadt
Eſſen die unter der Bezeichnung „Die Induſtrie in den
bildenden Kunſt” veranſtaltete Gemäldeausſtel
lung eröffnet, an der die hervorragendſten Meiſter,die
ſich mit dem Problem des Induſtriebildes befaßt haben
teilnehmen. Die Beſitzer der bedeutendſten Induſtrie
bilder, an der Spitze der Kaiſer, ferner die Berlinen
Nationalgalerie, das Darmſtädter Muſeum, der Berlinen
Magiſtrat uſw. haben Bilder zu der Ausſtellung, die bis
zum 18. Auguſt geöffnet iſt, hergeliehen. Herr und Frau=
Krupp von Bohlen=Halbach haben der Sammlung des
Eſſener Muſeums das Hauptwerk Leonhards Sandrocks
„Auf der Helling” als Geſchenk überwieſen.
Braunſchweig, 23. Juni. Die Schweſterſtädte
Braun=
ſchweig und Wolfenbüttel befinden ſich in dieſen Tagen
im Kriegszuſtande. Etwa 300 bewaffnete Reiſige
berfielen am 21. Juni zunächſt die Stadt Braunſchweig,
nahmen ſie im Sturm und nach einem lebhaften
Feuer=
gefecht in den Straßen Braunſchweigs und vor der alten
Jahre zurück und ereignete ſich während des Aufenthalts
des Sultans von Sanſibar in London. Eines Tages
er=
hielten die Univerſitätsbehörden, ſowie der Bürgermeiſter
die Nachricht, daß der Sultan inoffiziell der berühmten
Univerſitätsſtadt einen Beſuch abſtatten wolle. Sofort kam
haſtiges Treiben in das ſonſt ſo gemächliche Leben des
alten Cambridge, Rektor und Bürgermeiſter überboten ſich
an aufgeregtem Eifer, und man organiſierte ſchleunigſt
einen würdigen Empfang der afrikaniſchen Majeſtät. Eine
Muſikkapelle begann zu proben, ein Frühſtück im
Rats=
hauſe wurde vorbereitet, man appelierte an die
Begeiſter=
ungsfähigkeit der Studenten, die aufgefordert wurden, nach
Kräften zu einem würdigen Empfange des erlauchten
Gaſtes beizutragen. Und dann kam der große Tag:
ge=
nau zur feſtgeſetzten Stunde traf die ſchwarze Majeſtät, von
zwei Sekretären und einem Dolmetſch begleitet, in
Cam=
bridge ein, wurde mit Muſik empfangen, beſtieg unter dem
Jubel der Menge die bereitſtehende Equipage und dankte
für alle Kundgebungen durch eine merkwürdig tiefe
Ver=
neigung des ganzen Oberkörpers. Man lud den Sultan
auch ein, einem Gottesdienſt in der Kapelle des Kings
Col=
lege beizuwohnen, aber der Herrſcher von Sanſibar ſchien
dieſe Einladung nicht günſtig aufzunehmen; der
Dolmet=
ſcher erklärte dann, es vertrage ſich nicht mit den
Ueber=
zeugungen Seiner Majeſtät, als Beſucher die heiligen
Tempel von Gläubigen einer anderen Religion zu betreten.
Dieſe taktvolle Anſchauung des Sultans rührte den
Bür=
germeiſter tief. Am Abend reiſte der hohe Herr dann
unter den Jubelrufen der Bevölkerung ab. Wie groß aber
war am nächſten Morgen der Schrecken und die Empörung
des würdigen Herrn Bürgermeiſters und der ehrbaren
Herren Stadtväter von Cambridge, als ſie aus Londoner
Blättern erſahen, daß der echte Sultan von Sanſibar an
dem betreffenden Tage als Gaſt in einem der königlichen
Schlöſſer geweilt hatte. . .
ck. Wenn der Tempel von Philä nach New=York
aus=
wandert Pierpont Morgan, der Multimillionär und
Großkunſtſammler, ſoll zur Krönung ſeiner gewaltigen
Triumphe auf dem Kunſtmarkt eine in den Annalen des
einzigastige Tat planen: die Ueberführung
der herrlichen ägyptiſchen Tempel von der Inſel Philä
nach New=York. Das American Magazine, das dieſe
überraſchende Kunde bringt, erzählt, daß der Kröſus den
letzten Winter in Aegypten verbracht und dabei nicht etwa
bloß koptiſche Manuſkripte gekauft, ſondern die Inſel
Philä genau beſichtigt und dabei ſeine großartige Idee
näher ins Auge gefaßt habe. Bekanntlich ſind die ſchönen
Tempel von Philä, von denen erſt jüngſt Pierre Loti eine
begeiſterte dichteriſche Schilderung entworfen hat, dem
allmählichen Untergange geweiht, denn durch die
Erricht=
ung des Nildammes bei Aſſuan wurde das Niveau des
Fluſſes ſo gehoben, daß die Fundamente der Bauten vom
Waſſer überflutet wurden. Immer höher ſteigen langſam
die Wellen des heiligen Stromes, zernagen den weichen
Stein und die Säulen und bereiten ſo die Vernichtung
dieſer Wunderwerke der Kunſt vor. Die Tempel ſtehen
unter der Hoheit der ägyptiſchen Regierung, die wieder
von der britiſchen abhängig iſt. Da keiner dieſer beiden
Staaten bisher Anſtalten getroffen hat, dieſe ſchönſte
Ruinengruppe der Welt vor dem Untergange zu
bewah=
ren, ſo glaubt man, daß es einem einflußreichen Manne
gelingen werde, die Erlaubnis zum Abbau” der Tempel
zu erhalten, und wem könnte das wohl eher gelingen, als
Pierpont Morgan mit ſeinen Millionen und ſeinen
gro=
ßen Beziehungen? Die Koſten der Ueberführung werden
auf die runde Summe von acht Millionen Dollars
be=
rechnet. Da keine Regierung der Welt ſo viel dafür
aus=
geben kann, meint das amerikaniſche Blatt, warum ſollte
man dem Dollarkönige nicht dieſe koſtſpielige Freude
gön=
nen? Die Auswanderung der Tempel wird ſich in
ver=
hältnismäßig einfacher Weiſe vollziehen. Die oberen
Teile bieten keine Schwierigkeiten. Die Steine werden
genau numeriert, ihr urſprünglicher Platz wird bezeichnet,
dann werden ſie mit Eiſenbahnen zu einer Stelle
unter=
halb des Aſſuandammes befördert, auf Barken bis zu
einem Hafen an der Nilmündung gebracht und dann nach
New=York verladen. So etwa einhundert Fahrten eines
Ozeandampfers von 20000 Tons werden die Tempel
glücklich in die neue Welt bringen. Die Rettung und die
Transportierung der Fundamente ſchließt ſchon größere
Schwierigkeiten in ſich; das iſt ein Problem für Inge=
nieure, die einen Fangdamm um die Bauten anlegen müſs
ſen, um den Schlamm und das Waſſer, die ſich in den Funs
damenten befinden, herauszupumpen. Aber hat man erſt
einmal den berühmten Iristempel mit ſeinem
großart=
gen Portal, ſeiner herrlichen Säulenhalle und den and
ren Bauten da, dann iſt den Yankees ein Anſchauung
material geliefert, wie man es ſonſt nirgends finden kann.
Der beſte Ort für die Aufſtellung wäre der Central=Park
in der Nähe des Kunſtmuſeums. Die Ruinen müſſen
natürlich dem Publikum zugänglich gemacht werden, ſo
daß Spaziergänger hier kühlen Schatten und Schutz vor
Regen finden und dabei zugleich Anſchauungsunterricht
in der alten Geſchichte nehmen können. Auch im Bronx=
Park würden ſich die Tempel recht gut ausnehmen. Man
beſäße hier eine wundervolle Szenerie für große
Schau=
ſtellungen, in denen die Myſterien der Iſis und die
Zere=
monien der altägyptiſchen Religion dargeſtellt werden
könnten; Cleopatra könnte hier als Heldin eines
Theater=
ſtücks erſcheinen und die Schulkinder würden ſich die
Ge=
ſchichten aus dem Altertum, die man ihnen davor erzählte,
gewiß gut merken. Ja, ſchön wär’s, wenn die Tempel
von Philä auf Morgans Geheiß nach New=York
aus=
wanderten . . .
* Der Hund mit dem Gewehr in der Hand. Ueber
die kürzlich erfolgte Jagd auf die falſchen Gebrüder
Eben=
der berichtete ſehr ſchön die Augsburger Abendpoſt in Nr.
157. Nachdem man den beiden Zigeunern in der Nähe von
Rüſſelsheim auf die Spur gekommen war, „wurden ſie von
dem Hunde eines Bauunternehmers geſtellt, der ſie dam
mit dem Gewehr in der Hand bis Rüſſelsheim transpor
tierte, wo ihre Verhaftung erfolgte‟. Wir nehmen aſt,
daß der Hund im Beſitz eines Waffenſcheins war.
— Via Aſpern. Der Flieger Hirth fuhr nach ſeiner
Ankunft mit der Elektriſchen von Aſpern nach Wien. Im
Hotel fragte ihn einer ſeiner Freunde, wie ihm die Fahrt
Berlin-Wien bekommen ſei, worauf Hirth zur Antwort
gab: „Von Berlin bis Aſpern geht’s ja, aber dann zieht
ſich’s halt!“
Nummer 145.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Juni 1912.
Seite 5.
Belfenburg Dankwarderode mußte die Braunſchweiger
fürgerwehr die Waffen ſtrecken und den kühnen
Erobe=
ern die Schlüſſel Braunſchweigs ausliefern. Der
Er=
berungzug hat ſich à la Ueberfall des Schuſters Voigt
uf das Köpenicker Rathaus abgeſpielt und war auch
iesmal wieder in Berlin ausgeheckt worden, nur mit
em Unterſchiede, daß man diesmal keinen Anlaß hat,
ch über die Vertrauensſeligkeit der Stadtväter Braun
hweigs luſtig zu machen. Denn ſie waren rechtzeitig
tformiert worden, daß die Pankgrafen aus Berlin die
ſtadt in dieſen Tagen überfallen werden, und ſie haben
lles getan, um die gewaltige Kriegsmacht in ihren
kauern ſo freundlich als nur möglich aufzunehmen. Die
Jankgrafen, die ihren Urſprung auf das kriegeriſche Jahr
381 zurückführen und deren Urſprungsſitz der Wedding
n der Panke iſt, ſind in Wirklichkeit eine harmloſe
Ber=
ner Wohltätigkeitsgeſellſchaft, die alljährlich einen
ge=
teinſamen Ausflug veranſtaltet, der aber durchaus in
iegeriſcher Form gehalten iſt. Die Pankgrafen legen
uf dieſen Kriegsfahrten eine beſondere Rüſtung an, bei
er auch Speer und Fehdehandſchuh nicht fehlen. Sie
eiſen gemeinſchaftlich in einem Sonderzug, den eine
Ber=
ner Militärkapelle zu begleiten pflegt. Der zu
beſuchen=
en Stadt wird vorher die Fehde angeſagt, der
Fehde=
andſchuh überſandt und auf Grund origineller
Schuld=
riefe und Verſchreibungen von der betreffenden Stadt
in Löſegeld gefordert, das dieſe in ebenſo origineller
lntwort zu zahlen ſich weigert. Die Pankgrafen
erſchei=
en dann bewaffnet mit Spießen und Stangen, ſowie
lit einem mittelalterlichen Feuergeſchütz und fingieren
ine vergnügliche Schlacht mit dem für ſolche Scherze
be=
londers empfänglichen Teil der Bürgerſchaft. Die
Be=
eitwilligkeit zur Mitwirkung iſt in allen Fällen groß,
eil es ſich, wie geſagt, um eine
Wohltätigkeitsveranſtalt=
ng handelt, die den Armen zugute kommt. So hat in
ieſem Jahre denn auch Braunſchweig die Ritter von der
Panke durchaus wohlgefällig aufgenommen. Die von 12
ann bediente „Faule Mette” jagte den ehrſamen
Braun=
hweigern derartige Furcht ein, daß ſie bei der Ankunft
er 271 Pankgrafen ſofort in wilder Flucht davoneilten.
in der Nähe des Altſtadt=Rathauſes wurden ſie jedoch
on den Pankgrafen eingeholt und vor den klirrenden
ellebarden und Schwertern der kriegeriſchen Berliner
reckten ſie alsbald die Waffen. Ein Parlamentär bot
en Kriegern allerlei Braunſchweiger Leckerbiſſen an, wie
spargel, Braunſchweiger Würſte, Mumme und
Honig=
ichen, worauf die Pankgrafen ſich erweichen ließen und
n Altſtadt=Rathaus einen ehrlichen Frieden ſchloſſen, der
nter Teilnahme der ſtädtiſchen Behörden und der heiter
eſtimmten Männern und Frauen im Feſtſaal mit einem
eſteſſen und einem Gelage gefeiert wurde. Von
Braun=
hweig zogen die Berliner dann nach dem benachbarten
Volfenbüttel, das ebenfalls eingenommen wurde. Den
Schluß bildete die Eroberung von Hann.=Münden an der
Veſer, wo ſich dann der fröhliche Zug der Berliner
uflöſte.
Hamburg, 24. Juni. Ein peinlicher
Zwiſchen=
all ereignete ſich während des geſtrigen Derby=Tages.
der frühere Herrenreiter Graf von Königsmark geriet in
einer Loge, angeblich weil er während des Verlaufes
es Rennens auf dem Stuhl geſtanden und ein Verbot
es Rennklubs nicht beachtet hatte, mit dem
Vorſtands=
titglied Dr. Kämmerer in Zwieſpalt. Kämmerer warf
em Grafen Ungebührlichkeit vor und da dieſer von ſeiner
Jerſon keine Notiz nahm, machte das Vorſtandsmitglied
on ſeinem Hausrecht Gebrauch und ließ den Grafen
urch einen Poliziſten von der Bahn bringen. Unter den
nweſenden Mitgliedern des Unionklubs, dem Graf
königsmark angehört, herrſchte infolge des Vorfalles
roße Erregung. Im Auftrage des Grafen Königsmark
berbrachte ein Mitglied des Unionklubs eine
Forder=
ing an ſämtliche Vorſtandsmitglieder des
Zamburger Rennklubs.
Lübteen, 24. Juni. Die Mecklenburgiſchen
Kaliſalz=
derke Jeſſenitz teilen mit: Nach der von den Behörden
rteilten Genehmigung erfolgte geſtern eine Befahrung
es Schachtes und der Grubenbaue. Dieſe ergab, daß die
lbſicht, den Schacht ſelbſt bis ungefähr 500 Meter Teufe
n dem bisherigen unverſehrten trockenen Zuſtande zu
er=
alten und von hier aus den Abbau in den unverritzten
üdlichen Teilen des Feldes weiterzuführen, mit größter
Vahrſcheinlichkeit gelingen wird, ſo daß ſomit in abſehbarer
Zeit an die Wiederaufnahme der
Salzgewinn=
ing und der Förderung gedacht werden kann.
Prag, 22. Juni. Bei dem Ausladen einer als
Pa=
dier deklarierten Sendung wurde durch zufälliges
Reißen der Verpackung der Inhalt als 600
Kilo=
rramm Sacharin erkannt, welches aus Baſel über
Deutſchland nach Prag geleitet worden war. Der Adreſſat,
in Prager Spediteur, wurde verhaftet.
Paris, 23. Juni. Einer Zeitungsmeldung zufolge
zerurteilte das Zuchtpolizeigericht von Belfort
den 18jährigen Kadettenſchüler Kipp wegen Spionage
zu zwei Jahren Gefängnis und 1000 Francs Geldſtrafe.
Paris, 24. Juni. Wie aus Caen gemeldet wird,
wurde der Leiter einer Pariſer Beerdigungsanſtalt,
H. de Bornion, in der Nähe von Mezidon auf dem
Eiſenbahndamm in lebensgefährlich verletztem Zuſtande
aufgefunden. Man glaubte anfangs, daß ein Unfall
vor=
liege, aber die Nachforſchungen ergaben, daß Bornion im
Schnellzug Paris-Caen von zwei Strolchen
über=
fallen, ſeiner Börſe und ſeiner Uhr beraubt und dann
auf den Bahndamm geworfen worden iſt.
Der Berndt=Schapiro=Prozeß.
Sechſter Verhandlungstag.
g. Zu Beginn der geſtrigen Verhandlung gab der
Vorſitzende zunächſt bekannt, daß dem Beweisantrag des
Rechtsanwalts Pagenſtecher betr. die Einbruchsgeſchichte
beim Beig. Berndt vom Gericht ſtattgegeben worden ſei.
Verbandsdirektor Volk gibt zu, daß er den zweiten
lobenden Artikel geſchrieben hat und daß ihn Hirſch ohne
weiteres und ohne etwas zu ſtreichen aufgenommen hat. Er
habe daraus erſehen, daß Hirſch nur im Intereſſe der
Oeffentlichkeit gehandelt habe, er könne auch nicht ſagen,
daß der N. A. ein Senſationsblatt ſei. Er habe noch vor
der Strafkammerverhandlung Vergleichsverhandlungen
geführk, doch habe Herr Berndt jeden Vergleich abgelehnt.
Frl. W. iſt von der Frau Schapiro als 14jähriges
Mäd=
chen im März nach 10 Uhr abends betroffen worden, als
ſie mit einem 16jährigen Zwangszögling ſich in den
Rheinanlagen herumtrieb. Sie ſei von der Frau Schapiro
mütterlich verwarnt worden und habe dies nicht als
Drohung aufgefaßt. — Der Vater dieſes Mädchens
be=
kundet, daß er vollſtändig mit dem Vorgehen der Frau
Schapiro einverſtanden war. — Zeuge Schutzmann
Meier hat an jener Streife teilgenommen und hat
nie=
mals bemerkt, daß die Frau Schapiro zuerſt vorgegangen
ſei, vielmehr immer erſt nach dem Eingreifen der
Schutz=
leute. — Bezirkskommiſſär Korn gibt an, die Mutter
eines Leutnants habe ſich an ihn gewendet, weil ihr Sohn
mit einem Mädchen zuſammenwohnte, und derentwegen
ſich in große Schulden ſtürzte. Er habe ſie an Frau
Scha=
piro geſchickt. — Von Juſtizrat Bernſtein wird an den
Zeugen die Frage gerichtet, ob er in dieſem Fall der
Meinung geweſen ſei, daß auch Offiziere unter der
Für=
ſorge der Frau Schapiro ſtänden. Zeuge meint, er hätte
hier nicht nur als Beamter, ſondern auch als Menſch der
beſorgten Mutter den Rat gegeben, ſich an Frau Schapiro
zu wenden; als ein unbefugtes Einmiſchen in
Privatver=
hältniſſe habe er dies nicht empfunden, zumal es ſich hier
eventuell auch um verſchiedene kriminelle Vergehen handeln
konnte, da ſich das Mädchen als Frau Leutnant ausgab.
Der frühere Polizeikommiſſär=Aſpirant Bruder hat
Frau Sch. auf 2 nächtlichen Streifzügen begleitet. Hierbei
hätte er mehrere Mädchen, die auffällig durch ihre
Kleid=
ung und ihr Benehmen waren, angeſprochen. Er habe
dies aber nicht im Auftrage oder auf Anregung der Frau
Schapiro getan, ſondern aus eigener Initiative. Er habe
auch niemals mit den Mädchen kokettiert oder ſie angelacht,
ſondern er habe ſie nur dienſtlich angeſprochen;
insbeſon=
dere habe er niemals Lockſpitzelei getrieben. Zeuge
wünſcht ſchließlich, daß der Vorſitzende dafür Sorge
tra=
gen möge, daß ihn die Preſſe nicht wieder ſo behandeln
möge wie bei der letzten Strafkammerverhandlung,
wor=
auf der Vorſitzende bemerkt, daß er auf die Preſſe keinerlei
Einfluß habe; aber es ſei wohl an und für ſich
anzuneh=
men, daß die Preſſe objektiv berichte. Juſtizrat Bernſtein
richtet an den Zeugen die Frage, ob er einem Mädchen,
das zu einer Geldſtrafe verurteilt worden war, das Geld
gegeben habe, wie dieſes behaupte. Dies beſtreitet der
Zeuge. — Frau Schapiro gibt an, daß es des öfteren
vorgekommen ſei, daß von ihr dieſen Mädchen Geld
ge=
geben worden ſei, um ſie, wenn möglich, vor der
Haft=
ſtrafe zu bewahren. Das Geld habe ſie zum Teil aus
Fonds entnommen, die ihr von privater Seite für
Für=
ſorgezwecke zur Verfügung geſtellt worden ſeien. — Bei
der nun folgenden Vernehmung mehrerer Zeugen in dem
Falle S. wurde die Oeffentlichkeit bis zum Schluß der
geſtrigen Verhandlung ausgeſchloſſen.
Die Deutſche Freie Architektenſchaft.
— Man ſchreibt uns: Eine Bewegung, die des
freudigen Beifalls aller Gebildeten und namentlich aller
Kunſtfreunde ſicher iſt, hat in der letzten Zeit in den
Kreiſen der ſelbſtändigen Architekten begonnen.
Ein=
geweihten iſt es ja ſchon längſt bekannt, daß auch auf
dieſem Gebiet künſtleriſchen Schaffens ſich in der
Neu=
zeit die Produktionsverhältniſſe vielfach verändert haben
und daß auch hier eine Mechaniſierung und
Induſtria=
liſierung der Arbeitsweiſe ſich immer mehr geltend
macht. Wenn in der alten Zeit ein Bauherr oder auch
eine Stadtgemeinde größere oder kleinere Gebände
er=
richten wollte, ſo wählte man für die Aufgabe einen
tüch=
tigen Baumeiſter und in ſtetem Zuſammenarbeiten
zwi=
ſchen dem Bauherrn und dem Architekten wurde der Bau
entworfen und hergeſtellt. Den alten Bauten merkt man
dieſe eingehende und hingebende perſönliche Arbeit der
Beteiligten auch an. Jedes dieſer Häuſer hat ein
eige=
nes Geſicht, ein ſtreng umriſſenes, perſönliches
We=
ſen, das kräftig und geſchloſſen vor uns ſteht, kein
Maſ=
ſenprodukt, dem man Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit
der Planung ſchon von weitem anſieht.
Heute dagegen iſt es in manchen Gegenden,
nament=
lich in Preußen, ſchon ſo weit gekommen, daß in weiten
Gebieten der Stand der ſelbſtändigen Baumeiſter faſt
verſchwunden iſt. Die Bauplanung iſt in die Hände
ein=
zelner großer Zentralen gelangt, die offiziell als
Bau=
beratungsſtellen den Aemtern oder den
Landwirtſchafts=
kammern angegliedert ſind Hier herrſcht dann eine
ganz andere Arbeitsweiſe bei der Bauplanung. Dutzende
von jungen Leuten, Bautechniker und Zeichner,
bearbei=
ten die Entwürfe unter der Oberaufſicht eines
Baubeam=
ten und wenn man auch für dieſe Oberleitung natürlich
einen tüchtigen Fachmann gewinnen wird, ſo iſt die ganze
Produktionsweiſe doch in den Hauptzügen durchaus
fabrikartig und es iſt kein Wunder, wenn bei ſolcher
Arbeit etwas wirklich Selbſtändiges und Eigenartiges
nur in Ausnahmefällen geſchaffen werden kann,
während die meiſten Entwürfe eben
Dutzend=
arbeit ſind, die vielleicht im großen und ganzen
recht praktiſch und zweckmäßig durchgebildet ſind,
die aber doch jedes Eingehen auf die Beſonderheiten
des einzelnen Falles und auf die Lebensgewohnheiten
und Anſprüche des Bauherrn vermiſſen laſſen. Denn
das Bauprogramm, das der Bauherr aufſtellt und einer
ſolchen Planfabrik vorlegt, iſt natürlich ſtets
unvollſtän=
dig, weil dem Laien der Einblick in viele Einzelheiten
fehlt, und weil er erſt bei dem Zuſammenarbeiten bei
der Bauplanung durch einen tüchtigen, erfahrenen
Fach=
mann die Möglichkeiten und Vorteile in allen den
ein=
zelnen Fragen überblicken lernt, ſo daß er ſich dann für
das zweckmäßigſte entſcheiden kann.
Alle wahren Kunſtfreunde beklagen längſt dieſen
Wechſel in der Arbeitsweiſe bei der Bauplanung. Wenn
man die Gegenüberſtellungen ſchlechter und guter
Bau=
werke in den „Kulturarbeiten” SSchultze=Naumburgs
durchſieht oder diesbezügliche Veröffentlichungen des
Kunſtwarts lieſt, ſo wird man überall beobachten, daß
dieſe häßlichen und ſinnloſen Formen auf ſolch
oberfläch=
liche, fabrikmäßige Produktionsweiſe zurückzuführen ſind,
bei der unerfahrene junge Leute, die als Hilfsarbeiter auf
großen Planfertigungsanſtalten oder bei
Bauunterneh=
mern arbeiten, die geiſtigen Urheber der Baupläne ſind.
Es ſind zweifellos unberechenbare Werte, und zwar nicht
nur künſtleriſche, ſondern auch wirſtſchaftliche unſerem
Volke verloren gegangen, die unzweckmäßiges, unſolides,
unwirtſchaftliches und kurzſichtiges Bauen vernichtet
haben, weil unüberlegte Sparſamkeit oder kleinlicher
Unternehmergeiſt die Bauplanung und Ausführung
voll=
ſtändig unfähigen Kräften übertrug.
Wenn auch heute in unſerer ſchnellebigen Zeit die
Lebensdauer der Bauten namentlich in den Städten
nicht mehr ſo hoch anzuſetzen iſt wie früher, weil
Ver=
änderungen im Stadtcharakter, im Verkehr und in den
Gewohnheiten des Publikums viel raſcher als früher zu
Neu= und Umbauten drängen, ſo iſt doch auch heute noch
meiſt der Schaden, der durch unzweckmäßige
Baugeſtal=
tung entſteht, ſehr bedeutend und ein ſolches Haus iſt
auf Jahrzehnte hinaus für den Beſitzer eine Quelle von
Aerger und von Verluſten und erregt ſogar bei jedem
Beſchauer Verdruß und Aergernis. Die Bauplanung
und Bauleitung iſt eben nach ihrem ganzen Eharakter
kein Schaffensgebiet, das ſich ohne großen Schaden
in=
duſtrialiſieren ließe, oder in dem man durch
Maſſen=
arbeit billigerer Kräfte unter fachlicher Aufſicht etwas
gutes und brauchbares hervorbringen könnte. Hier iſt
es noch heute nochwendig, daß ſich der Bauherr vor
Be=
ginn des Bauens über alle Einzelheiten perſönlich berät,
und daß ſo im Zuſammenarbeiten zwiſchen dem Beſteller
und ſeinem Architekten alle Einzelfragen ſorgfällig gelöſt
werden, gleichgültig, ob es ſich um einen großen oder
kleinen, einen ſtädtiſchen oder ländlichen Bau, eine
Fa=
brik oder ein Geſchäftshaus handelt.
Grade weil mit der beruflichen Tätigkeit des
ſelb=
ſtändigen Architekten ſolche Rückſichten auf das
Allgemein=
wohl, auf ſoziale, volkswirtſchaftliche und künſtleriſche
Fragen verbunden ſind, liegt es im Intereſſe der
All=
gemeinheit, dieſem Stand ſeine Unabhängigkeit zu
er=
halten, ihn nicht zum Werkzeug des kapitaliſtiſchen
Unternehmertums herunterſinken zu laſſen, und ihm auch
den Behörden gegenüber eine gewiſſe Selbſtändigkeit
zu ſichern. Dies ſind die wichtigſten Geſichtspunkte, die bei
dem kürzlich in Hannover erfolgten Zuſammenſchluß der
deutſchen freien Architektenſchaft maßgebend und
eini=
gend waren. Der Umſtand, daß ſich ſofort, ohne daß
eigentliche Werbearbeit vorausgegangen wäre, weit über
tauſend deutſche Architekten der Bewegung anſchloſſen,
läßt darauf ſchließen, wie notwendig und berechtigt ein
ſolcher Zuſammenſchluß war, und daß wir es hier mit einer
mächtigen Organiſation zu tun haben werden, die in
den angedeuteten Fragen fördernd, aufklärend und
ver=
mittelnd zu wirken berufen ſein wird. Auf einer am
Sonntag, den 9. Juni, in Offenbach abgehaltenen
Haupt=
verſammlung hat der ſeit einigen Jahren beſtehende
Verband heſſiſcher Privatarchitekten einſtimmig
beſchloſ=
ſen, ſich mit ſeinen ca. 50 Mitgliedern dieſem großen
Verband der deutſchen freien Architektenſchaft (D. F. A.)
anzuſchließen.
Kongreſſe und Verbandstage.
— Köln, 23. Juni. Die am 21. und 22. Juni in
Köln tagende diesjährige Hauptverſammlung des
Ver=
bandes deutſcher Parfümerie=
Fabrikan=
ten, dem alle führenden Firmen der Branche nahezu
ausnahmlos angehören, gab einmütig der Ueberzeugung
Ausdruck, daß die durch die deutſche
Branntweinſteuer=
geſetzgebung geſchaffene Machtſtellung der Spiritus=
Zen=
trale die Konkurrenzfähigkeit der deutſchen Parfümerie=
Induſtrie gegenüber dem Auslande auf das äußerſte
ge=
fährde. Unter dem Privatmonopole der Spiritus=
Zen=
trale hat der Grundpreis für Spiritus in Deutſchland
gegenwärtig eine ſolche Höhe erreicht, daß die
auslän=
diſche Parfümerie=Induſtrie mit einem um 40 Mark pro
Hektoliter billigeren Rohmaterial arbeiten kann. Bei
Fortdauer derartiger Unterſchiede würde die deutſche
Parfümerie=Induſtrie gezwungen ſein, die für den
Export notwendige Fabrikation ins Ausland zu verlegen.
Die Verſammlung ſprach die beſtimmte Erwartung aus,
daß dieſer bedauerlichen Notwendigkeit durch geeignete
Maßnahmen der Reichsregierung vorgebeugt werden
möge. Die hierzu notwendigen Schritte wurden
ein=
gehend erwogen.
Die geraubte Kaiſerkette.
* Bis zur Stunde hat die Polizei in ihren Nachforſche
ungen über den Verbleib der Kölner Kaiſerkette noch keine
Reſultate erzielt. Wohl wieſen Verdachtsmomente darauf
hin, daß zwei junge Leute als Täter in Betracht kommen
könnten, von denen der eine bei einem Uhrmacher auf
dem Eigelſtein ſich erkundigte, ob er geſchmolzenes Gold
am nächſten Morgen umſetzen könnte, das ihm von
argen=
tiniſchen Verwandten geſchenkt worden ſei. Auch in
Mont=
joie ſprach ein junger Mann vor, der geſchmolzenes Gold
verkaufen wollte. Wenn es ſich in beiden Fällen um
die=
ſelbe Perſon handelte, ſo kann man wohl annehmen, daß
ſich der Dieb nach Belgien geflüchtet hat. Doch beſitzt die
Behörde auch hier keinerlei beſtimmte Anhaltspunkte.
Gegenüber auch auswärts verbreiteten Gerüchten, daß
man den Dieben der Kaiſerkette auf der Spur ſei, iſt zu
bemerken, daß die Behörde bisher noch keine Spur
beſitzt, um den Spitzbuben beizukommen. Bisher liegt
auch keine Aeußerung des Kaiſers vor, ob eine neue Kette
nach den vorhandenen Modellen angefertigt werden ſoll.
Der Männergeſangverein, der diesbezüglicher kaiſerlicher
Anordnungen harrte, verteidigt ſich unterdeſſen in einer
öffentlichen Erklärung gegen den von einem Kölner Blatt
erhobenen Vorwurf, er habe es gegenüber dem Berliner
Lehrergeſangverein, der ſeine Kaiſerkette im Treſor der
Königlichen Seehandlung aufbewahrte, an der nötigen
Vorſicht fehlen laſſen. Der Berliner Verein habe vielleicht
Gründe gehabt, die Kette unſichtbar aufzubewahren. Für
Köln träfen ſolche Gründe nicht zu. Der Kölner
Männer=
geſangverein ſei ſtolz auf das kaiſerliche Kleinod, er wolle
es beſchauen laſſen iund ſich daran erfreuen können.
* Köln, 24. Juni. Die Kölner Kriminalpolizei hat
nunmehr eine beſtimmte Fährte aufgedeckt, die,
wie ſie annimmt, wahrſcheinlich zur Ergreifung der Diebe
der Kaiſerkette führen wird. Weiteres wird zurzeit nicht
mitgeteilt, um den Gang der Unterſuchung nicht zu ſtören.
Es ſteht indeſſen feſt, daß der Unbekannte, der 200 Gramm
geſchmolzenes Gold einem Kölner Juwelier anbot, mit
dem Diebſtahl nichts zutunhat. Desgleichen hat ſich
das Gerücht, die Kölner Kette ſei in Montjoie zu einem
geringen Preis von einem Unbekannten zum Ankauf
an=
geboten worden, als unwahr erwieſen. — Die Fährte
der an dem Diebſtahl der Kaiſerkette beteiligten
Spitz=
buben weiſt nach Lüttich. Dorthin iſt bereits ein
Kri=
minalkommiſſar mit Schutzleuten abgereiſt. Es handelt
ſich um 3 berüchtigte Einbrecher, von denen einer, Franz
Beyer, der früher für geiſteskrank erklärt worden iſt, als
Anſtifter gilt; die beiden anderen heißen Rademacher und
Hochgeſchurz. Die drei haben nach dem Diebſtahl die
Kette einem hieſigen Juwelier vergeblich zum Kauf
an=
geboten und ſind dann über die Grenze geflüchtet.
— Köln 24. Juni. Die Polizei will in Lüttich
die Spur von drei Verbrechern entdeckt haben, die
an dem Diebſtahl der Kaiſerkette des Kölner
Männer=
geſangvereins beteiligt ſind. Es handelt ſich um die drei
berüchtigten Verbrecher Beyer, Rademacher und
Goſch=
gowskow. Gleich nach dem Diebſtahl hatten ſie einem
Juwelier in Köln die Kette angeboten und waren dann
geflüchtet.
* Köln, 23. Juni. Die fortgeſetzten Unterſuchungen
über die in der Eigelſtein Torburg geraubten
Wertgegen=
ſtände haben ergeben, daß auch noch ein dritter
Köl=
ner Männergeſangverein, das Kölner
Männer=
quartett, ſchweren Verluſt erleidet. Dieſem Verein
wurde die anläßlich der Thronbeſteigung des jetzigen
Kai=
ſers geſtiftete goldene Kaiſermedaille zuerſt verkiehen.
Außer dieſer Medaille fehlt noch eine Anzahl anderer
wertvoller Gegenſtände. Dem Verein wurden vor zehn
Jahren in einem Reſtaurant an der Breiteſtraße
gleich=
falls ſämtliche Preiſe, darunter ein von der Kaiſerin
Auguſta geſtifteter Pokal, geſtohlen. Die Bemühungen
der Kriminalpolizei, der Spitzbuben habhaft zu werden,
waren bisher erfolglos. Von den in Betracht kommenden
Vereinen und Behörden iſt der Kaiſer von den
Diebſtäh=
len unterrichtet worden.
Seite 6e
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Juni 1912.
Nummer 147.
Luftfahrt.
Der Nordmarkenflug.
* Am Samstag morgen hat der Aufflug zu der erſten
Strecke Kiel-Flensburg ſtattgefunden. Das Wetter war
außerordentlich ungünſtig, da dichter Nebel über dem
Bo=
den lag, ſo daß die Flieger von Anfang größere Höhen
aufſuchen mußten, um nicht in die Gefahr zu geraten, in
den Baumkronen des nahe gelegenen Waldes zu ſtranden.
Als erſter verließ Leutnant Krüger auf Harlan=Eindecker
den Platz. Ihm folgten Schauenburg auf einem
Doppel=
decker der Allgemeinen Fluggeſellſchaft, Hartmann auf
Wright, Stöffler auf Luftverkehrs=Doppeldecker und
Baier=
lein auf Otto=Doppeldecker. Krüger landete
wohlbehal=
ten auf dem vor der Stadt Flensburg gelegenen Platze.
Er erzählte, daß er durchſchnittlich eine Höhe von 1000
Meter innegehalten habe. Auf dem erſten Teil der Fahrt
bis nach Rendsburg, wo eine Zwiſchenlandung gemacht
werden mußte, herrfchte ſo ſtarker Nebel, daß die Flieger
ſich nur mit Hilfe des Kompaſſes orientieren konnten.
Einige Zeit ſpäter trafen auch Hartmann und
Baier=
lein, ſowie Stöffler ein, die unterwegs Windſtärken
bis zu 10 Meter getroffen hatten und ſehr erſchöpft waren.
Krieger, der als Letzter in Kiel geſtartet war, mußte
in Schleswig eine Notlandung vornehmen, da der Motor
nicht genügend durchzog und der Eindecker keine größeren
Höhen zu erreichen vermochte. Der Nebel iſt zwei
Flie=
gern verhängnisvoll geworden. Auf der erſten Etappe
von Kiel nach Rendsburg geriet Schmidt mit ſeinem
Paſſagier in ſo dichten Nebel, daß jede Orientierung
un=
möglich wurde. Er ging im Gleitflug nieder, geriet jedoch
in die Baumkronen eines Waldes und erlitt leichte
Ver=
letzungen. Ingold, auf Aviatik=Eindecker, ſtürzte in der
Nähe von Brenjahn nahe bei Rendsburg ab, wobei ſein
Paſſagier ſchwer verletzt wurde. Caſpar landete
außer=
halb des Flugplatzes in Rendsburg und beſchädigte die
„Taube” ſo ſchwer, daß er den Weiterflug aufgibt. Am
ſchlimmſten wurde Schauenburg von dem dichten
Ne=
bel mitgeſpielt. Er überflog den Rendsburger Flugplatz
und landete auf einer Wieſe, wobei ein Knabe von der
Maſchine erfaßt und verletzt wurde.
* Tondern, 24. Juni. Auf dem Flugplatz Tondern
ſtarteten: Krüger 9 Uhr 47 Min. 15 Sek., Hartmann
9 Uhr 52 Min. 12 Sek., Steffler 9 Uhr 40 Min. 37
Sek., Horn 10 Uhr 44 Min. 13 Sek.
* Huſum, 24. Juni. In Huſum ſind
gelan=
det: Krüger 10¼ Uhr, Stöffler 10½ Uhr,
Hart=
mann 10¾ Uhr. Baierlein nahm zwiſchen Apenrade
und Tondern eine Notlandung vor und ſtieg alsbald
wie=
der zur Weiterfahrt auf. Der Start zur Fortſetzung des
Fluges erfolgt wahrſcheinlich nachmittags von 5 Uhr ab.
* Wien, 23. Juni. Heute nachmittag begann die
Wiener Internationale Flugwoche auf dem
Flugfelde von Aſpern in Anweſenheit mehrerer Mitglieder
des Kaiſerhauſes, der Miniſter und einer nach Tauſenden
zählenden Menſchenmenge. An dem Flugmeeting
betei=
ligten ſich Piloten aus Belgien, Deutſchland, Frankreich
Italien, Oeſterreich, Rumänien, Rußland, der Schweiz und
Peru. Gleich beim Anflug ſtürzte der öſterreichiſche
Aviatiker Rudolf Stanger mit ſeinem Etrich=
Mono=
plan ab. Der Flieger blieb unverletzt, der Apparat wurde
zertrümmert. Aus einer Höhe von 20 Metern ſtürzte
der Franzoſe Leon Ehrmann mit ſeinem Borell=
Ein=
decker ab. Der Flieger wurde ſchwer verletzt und der
Apparat zertrümmert. Aus der gleichen Höhe ſtürzte
der Belgier Willy de Rot mit ſeinem Borell=Eindecker
ab. Der Apparat wurde zertrümmert, der Pilot erlitt
einen Beinbruch und Verletzungen im Geſicht.
* Wien, 23. Juni. Der Eindecker „Schwalbe‟
ein neues Flugzeug des Malers Burrian, das bei der
Flugwoche in Wettbewerb treten ſollte, ſtürzte beim
erſten Flug auf dem Wiener=Neuſtädter Flugfeld mit dem
Flieger Kreiner aus 80 Meter Höhe ab. Der Apparat
wurde zertrümmert, der Flieger verletzt.
Sport.
* Fußball. Am Sonntag, den 23. d. M., ſpielte die
erſte Mannſchaft des Turnvereins Eberſtadt gegen die
gleiche der Turngemeinde Beſſungen um die Meiſterſchaft
des Rhein=Maingaues und blieb letztere mit 210 Sieger.
Der Turnverein Aſchaffenburg=Damm, der Gaumeiſter
des Speſſartgaues, trat nicht an, und ſo wurde Beſſungen
ohne Spiel auch Bezirksmeiſter des Mittel=Rheingaues.
* Radrennen. Die Dresdener Radrennen
gingen am Sonntag bei ſchönem Wetter und gutem
Be=
ſuch vor ſich. Im Hauptfahren feierte Lorenz einen
leich=
ten Sieg über Henry Mayer, Neumer=Dresden endete als
Dritter. Ferner gewann Lorenz das Prämienfahren vor
Neumer und Süßmilch. Den Roſenpreis ein
Dauer=
rennen in zwei Läufen über 20 und 35 Kilometer, wurde
beide Male von dem Berliner Riesner in 11 Minuten
23,2 Sekunden bezw. 24 Minuten 36,2 Sekunden vor
Oſtian gewonnen.
Im Entſcheidungsſpiel um die
Fußball=
meiſterſchaft des Gardekorps die in dieſem
Jahre zum erſten Male zum Austrag gelangte, ſtanden
ſich am Sonntag vor einer großen Zuſchauermenge auf
dem B. S. C.=Sportplatze am Kurfürſtendamm die beiden
Abteilungsſieger, das vierte Garderegiment und das
Gardefüſilierregiment, gegenüber. Die beiden
Mannſchaf=
ten lieferten ſich einen ſehr erbitterten Kampf, der erſt
nach einer zweimal 15 Minuten verlängerten Spielzeit
von dem Favoriten, dem vierten Garderegiment zu Fuß,
mit 211 knapp gewonnen wurde. Bis zur erſten Pauſe
lieferten die Füſiliere das beſſere Spiel und konnten auch
in der zehnten Minute ein Tor erzielen. Nach dem
Sei=
tenwechſel ſpielte dagegen das vierte Garde=Regiment
überlegen, doch ließ der gegneriſche Torwächter nur in der
61. Minute einen langen Schuß des Mittelſtürmers zu.
Da weitere Tore bis zum Schluß ausblieben, mußte der
Kampf um zweimal 15 Minuten verlängert werden. Die
erſten 15 Minuten verliefen wiederum ohne Erfolg; erſt
acht Minuten vor Schluß konnte der Mittelſtürmer des
vierten Garde=Regiments durch einen ſchönen Schuß ein
Tor plazieren und damit für ſein Regiment die
Meiſter=
ſchaft gewinnen. Die ſiegreiche Mannſchaft erhielt den
vom Verband Brandenburgiſcher Ballſpiel=Vereine
ge=
ſtifteten Wanderpokal und außerdem jeder einzelner
Spie=
ler beider Mannſchaften einen ſilbernen Becher. Die
Kom=
mandeure beider Regimenter wohnten mit zahlreichen
Offizieren dem Entſcheidungskampfe bei.
* Laufſport. Hanns Braun zum dritten
Male Sieger in der Engliſchen Meiſterſchaft. Es iſt
dem Münchener Hanns Braun zum dritten Mal gelungen,
ſeinen Meiſterſchaftstitel in London im Laufen über eine
halbe engliſche Meile (804 Meter) gegen die beſten
eng=
liſchen Läufer zu gewinnen. H. Braun ſiegte in 1 Minute
58,2 Sekunden und ſchlug den Engländer Souter
über=
legen im Endlpurt mit drei Meter.
Von der Kieler Woche.
* Kiel, 23. Juni. Für Samstag abend hatte der
Kaiſer an 250 Einladungen auf die „Hohenzollern” zu
Tee und Tanz ergehen laſſen. Der Kaiſer empfing ſelbſt
die Gäſte. Anweſend waren der Kronprinz und die
Kronprinzeſſin, Prinz und Prinzeſſin Eitel Friedrich, die
Prinzen Adalbert und Joachim, die Kronprinzeſſin von
Griechenland und Prinzeſſin Helene von Griechenland,
die geſtern vormittag eingetroffen waren, Prinz
Hein=
rich und Gemahlin, ſowie der Reichskanzler. Von den
Geladenen ſeien ferner genannt: der amerikaniſche
Bot=
ſchafter Loiſhman Ludwig Delbrück und Gemahlin,
von Gwinner mit Gemahlin, Töchtern und Sohn,
Ge=
neralkonſul Dr. von Schwabach und Gemahlin,
General=
direktor Ballin und Gemahlin. Der Kaiſer hielt heute
morgen Gottesdienſt an Bord der „Hohenzollern” und
begab ſich ſpäter auf „Meteor” um an der Wettfahrt des
Norddeutſchen Regattavereins nach Eckernförde
teilzu=
nehmen. Geſtern abend iſt Pierpont Morgan auf ſeiner
Jacht „Corſoir” hier eingetroffen.
Der Reichskanzler verließ heute morgen die
„Hohenzollern” um durch den Kaiſer Wilhelm=Kanal zu
fahren. Seine Ankunft in Brunsbüttel erfolgt heute
abend, die Ankunft in Berlin morgen früh.
Das Luftſchiff „Viktoria Luiſe” das
heute vormittag über der Holſteiniſchen Schweiz, von
Hamburg kommend, eingetroffen war, unternahm nach
einem Paſſagierwechſel zunächſt eine zweiſtündige
Kreuz=
fahrt über See zur Begleitung der Regatta. Alsdann
kehrte es zurück und landete. Bald nach 1 Uhr wurde ein
erneuter Aufſtieg zu einer Fahrt in die Nordmark
unter=
nommen, bei der Flensburg, Schleswig und Rendsburg
beſucht wurden. Um 6 Uhr abends landete die „Viktoria
Luiſe” wieder glatt in Hamburg.
* Eckernförde, 23. Juni. Reſultate der
Seewettfahrt Kiel=Eckernförde. In der
A I.=Klaſſe gewann die „Germania” den erſten Preis,
den Herausforderungspreis und den Preis der Kaiſerin,
„Meteor” den zweiten, in der A II.=Klaſſe „Komet” den
erſten Preis. In der 23 Meter=R=Klaſſe „White
Heatherl II‟ den erſten, in der 19 Meter=R=Klaſſe „
Mori=
quita” den erſten, „Corona” den zweiten, im Handikap
ffür alte Jachten von 90 Tonnen „Iduna” den erſten, „
Na=
mara” den zweiten, alte Jachten von 40—90 Tonnen
„Ingeborg” den erſten, „Undine” den zweiten, in der
15 Meter=R=Klaſſe „Iſtria” den erſten und den
Großher=
zogin=Preis, „Hiſpania” den zweiten, Sophie
Eliſa=
beth” den dritten, in der 12 Meter=R=Klaſſe „Magda IX”
den erſten, „Irene” den zweiten, in der 10 Meter=R=Klaſſe
„Pampero” den erſten, „Tarpon” den zweiten, „Peſa” den
dritten, „Kitty” den vierten, in der 9 Meter=R=Klaſſe „
Re=
gina VI” den erſten, in der 8 Meter=R=Klaſſe
„Adriane III” den erſten und den
Herausforderungs=
preis, „Johanna VIII” den zweiten, „Sogalinda V” den
dritten, „Mariechen” den vierten und „Toni IX” den
fünften Preis. (es herrſchte Oſtwind.
* Eckernförde, 23. Juni. Der Kaiſer kam
heute abend um 8 Uhr, von einem überaus zahlreichen
Publikum begrüßt, an Land zur Teilnahme an einem
Herrenabend des Kaiſerlichen Jachtklubs im Hotel
Marien=Luiſenabend in Borby bei Eckernförde.
Heer und Flotte.
O Ein Schiff zum Transport von
Unter=
ſeebooten. Die franzöſiſche Unterſeeboots=Induſtri
befindet ſich im raſchen Aufſtiege, bei der Geſellſchaft
Schneider & Co., ſind eine ganze Reihe von ſubmarinen
Kriegsfahrzeugen für fremde Länder in Bau, für
Griechen=
land, für Japan und auch für Peru. Das für Griechenland
beſtimmte Boot wird demnächſt die Probe ſeiner
See=
tüchtigkeit ablegen: die „Delphine” ſoll durch eigene Kraft
und mit eigenen Mitteln Griechenland erreichen.
Schwie=
riger aber geſtaltet ſich das Problem, wie die in Frankreich
gebauten Unterſeeboote weiter entfernte überſeeiſche
Be=
ſtimmungsländer erreichen ſollen. Die franzöſiſchen
In=
genieure haben nun in der Konſtruktion eines eigenartigen
neuen Schiffes dieſe Schwierigkeiten überwunden. Auf
den Werften an der Gironde in Bordeaux iſt dieſes neue
Schiff, das ſpeziell zum Transport von Unterſeebooten
konſtruiert iſt, gegenwärtig in Bau, und in der Nature
macht der franzöſiſche Fregattenkapitän Jourdan einige
feſſelnde Angaben über dieſes eigenartige Fahrzeug. Dies
Schiff, das den Namen „Känguruh” erhalten hat, nimmt
das ganze Unterſeeboot in ſeinem Schiffsraum auf. Das
erſte Boot das auf dieſe Weiſe über den Ozean geführt
werden ſoll, wird das Unterſeeboot „Ferre” ſein, das für
Peru beſtimmt iſt. Die „Känguruh” die eine Länge von
93 Meter bei einer Breite von 11,95 Meter und einen
Tief=
gang von 5,54 Meter haben wird, iſt mit einer
Waſſerver=
drängung von 5540 Tons im Grunde ein regelrechtes
Schwimmdock, dem die Ingenieure jedoch die Form eines
Seeſchiffes gegeben haben. Eine Maſchine, die 850
Pferde=
kräfte entwickelt, wird dieſem Fahrzeug eine
Durchſchnitts=
geſchwindigkeit von 11 Knoten geben. Am Vorderteil der
„Känguruh” befindet ſich ein beweglicher Vorderſteven.
Wenn dieſer Vorderſteven gehoben oder beſeitigt wird,
öffnet er damit automatiſch den Zugang zu einer Art
Tunnel, der zu einem 59 Meter langen Schiffsraum führt.
Dieſer Raum nimmt den ganzen Mittelteil des „
Kängu=
ruh” für ſich in Anſpruch. An den Seitenwänden und am
unteren Schiffsrumpf ſind genau wie bei den Schwimmdocks
Waſſerräume vorgeſehen, die durch ein Syſtem von
Schleu=
ſen und Pumpen teilweiſe oder ganz mit Waſſerballaſt
ge=
füllt oder geleert werden können. Die Einladung des
Unterſeebootes vollzieht ſich ſehr einfach. Die hinteren
Waſſerräume der „Känguruh” werden mit Waſſerballaſt
ge=
füllt, worauf ſich der Bug des Schiffes emporhebt. Der
Vorderſteven wird gehoben und der Eingang zum Tunnel
iſt frei. Dann wird auch der Vorderteil der „Känguruh”
ge=
ſenkt, das Waſſer fließt durch den Tunnel ein und füllt den
ganzen Schiffsraum, worauf das Unterſeeboot einfährt
und hier ſofort durch Stützen befeſtigt wird. Dann wird
aus den Waſſerräumen des Vorderteils der Ballaſt
ausge=
pumpt, die Tür geſchloſſen, der Vorderſteven herabgelaſſen,
worauf dann auch das Waſſer aus dem mittleren
Schiffs=
raum ausgepumpt wird, ſo daß das Unterſeeboot
voll=
ommen im Trocknen ruht. Durch Entleerung der
hinte=
ren Waſſerbehälter wird die Lage des Fahrzeuges dann
reguliert, und die „Känguruh” kann ihre Reiſe antreten)
Die Entladung erfolgt in derſelben Weiſe. Wenn die
„Känguruh” keine Unterſeeboote transportiert, wird ſie bei
ihrem großen mittleren Schiffsraum imſtande ſein,
Ladungen aufzunehmen, die ſonſt von Dampfern gern
vermieden werden: Lokomotiven, Keſſel, Turbinen und
dergleichen.
Handel und Verkehr.
Telegrammverkehr. Vom 1. Juli ab
gilt die Worttaxe für Telegramme nach dem europäiſchen
Rußland auch für Telegramme nach dem aſiatiſchen
Rußland und nach Bokhara; ſie beträgt nunme
für das geſamte Rußland im direkten Verkehr
Deutſchland 20 Pf. Die bisherige Worttaxe von 75
für das aſiatiſche Rußland und Bokhara wird demne
um faſt 75% ermäßigt.
Die Poſtanſtalt in Abong=Mbang (Kameru
nimmt fortan am Poſtanweiſungs= und Nachnahn
dienſte teil.
— Stand der Darmſtädter Volksbank, e.
m. b. H., am 31. Mai 1912. Aktiva. 1. a) Kaſ=
Sorten und Kupons M. 80 991.81; b) Guthaben bei
Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 23401.57.
M. 104 393.38. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 392397
3. Bankverkehr=Konto M. 499 310.78. 4. Lombard=Kor
M. 346211.87. 5. Effekten=Konto M. 475 194.94. a) inlä
diſche Staatspapiere Nom. M. 305 400.—; b)
ſonſti=
bei der Reichsbank und anderen deutſchen
Notenbank=
beleihbare Wertpapiere M. 161 400.—; c) ſonſtige We
papiere M. 60 500.—. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämt
gedeckt) M. 2978542.03. 7. Vorſchuß= u. Vorſchußwech
Konto M. 901 785.25. 8. Haus= und Immobilien=Kor
M. 346 902.15. 9. Mobilien=Konto M. 725.20. 10. Schrat
fächer=Konto M. 1.— 11. Haus= u. Immobilien=Unt
haltungskoſten=Konto M. 1014.40. 12. Verwaltungskoſte
Konto M. 27382.60. Zuſ. M. 6073 860.90. — Paſſiv
1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1462857.20. 2. Reſervefond=
Konto I M. 337 238.18. 3. Reſervefonds=Konto II u
Immobilienreſerve M. 80350.47. 4. Delkredere=Kon
M. 50000.− 5. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=Kon=
M. 180545.20. 6. Hypotheken=Konto M. 66000.—. 7. 2
zeptationen= u. Aval=Konto M. 64740.—. 8. Bankverkel=
Konto M. 21366.49. 9. Konto=Korrent=Konto M. 90 384.
10. Sparkaſſen= und Scheck=Konto M. 3657 393.25. 11.2.
vidende=Konto M. 6147.43. 12. Zinſen=Konto M. 41 838.)
13. Jubiläumsfonds M. 15 000.—. Zuſ. M. 6 073860.8
Umſchlag im Mai M. 4907798.83. Zahl der Mitglied
am 31. Mai 1982.
Unwetter und Gewitterſchäden.
Sonntag und geſtern gingen zahlreiche
Gewit=
mit erheblichem Regen über unſere Gegend nieder. ?
ſonders heftig waren die Entladungen am
Sonnt=
gegen Abend, die von wolkenbruchartigem Regen begle
tet waren und vielfach Schäden anrichteten. Im
Krani=
ſteiner Wald raſte zudem ein merkwürdigerweiſe
ſo=
nicht bemerkter Sturm vermutlich eine Windhoſe,
in den Waldbeſtänden am Kranichſteiner Schloß furch
bare Verwüſtungen anrichtete. Von der
Gege=
am Schloß bis nach Meſſel zu bieten ſich Bilder f.
grauenhafter Verheerungen. Rieſige alte Bäume ſi
teils gebrochen, teils durch die Gewalt des Sturm
mit den Wurzeln aus dem vom Wolkenbruch an
gewühlten Waldboden geriſſen und umgeworfen,
manchen Stellen ſieht es furchtbar aus. Andere
Gege=
den weiſen keine Spuren von Sturmſchäden auf.
* Wörrſtadt, 24. Juni. Ein heftiges
Gewitte=
begleitet von einem ſehr ergiebigen Regen, entlud
geſtern nachmittag zwiſchen 6 und 7 Uhr über Wörrſtal
wobei der Blitz in eine Scheune einſchlug und zün
dete, ſodaß das Gebäude mit angrenzenden
Stallung=
in Flammen aufging.
* Marburg, 24. Juni. Geſtern abend tobte hi=
und in der Umgegend ein heftiges
Gewitte=
wobei es an mehreren Stellen der Gegend einſchlu
In dem Dorfe Kappel fuhr der Blitz in ein Haus,
welchem gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Das Hau
ſtand ſofort in Flammen und die Gäſte wurden ſämtli
betäubt. Das Haus brannte zur Hälfte ab. Von de
Inſaſſen hat niemand einen ernſtlichen Schaden davon
getragen.
Straßburg, 24. Juni. Durch das geſtül
Hagelwetter bei dem ſtellenweiſe Hagelkörner
der Größe von Taubeneiern fielen, wurden im
Straß=
burger Münſter 60 Fenſter zertrümmert, darunter vie
wertvolle Glasmalereien.
* Homburg (Pfalz), 24. Juni. Bei einem geſter
abend gegen 8 Uhr über der hieſigen Gegend niederge
gangenen kurzen, aber ſchweren Gewitter ſchlug di
Blitz in Bayeriſch=Kohlhof in das Anweſen des
Hütten=
arbeiters Jung, der in der Küche ſtehend die von
do=
hinunterführende Treppe hinabgeſchleudert wurde
un=
dabei das Genick brach. Er war ſofort tot. Der Bli
fuhr dann in den Stall und tötete hier zwei Kühe, ei
Rind und eine Ziege. Der Verunglückte hinterläßt Fra
und fünf Kinder.
Streiks.
* Berlin, 23. Juni. Die angedrohte allge
meine Ausſperrung in der Groß=Berliner
Metal=
induſtrie iſt durch den Beſchluß einer von mehreren tauſen
Metallarbeitern beſuchten Verſammlung, in der die
Ver=
einbarungen der Kommiſſion der Arbeitgeber und
Arbeil=
nehmer angenommen wurden, vermieden worden.
* Marſeille, 23. Juni. Die Proviantmeiſten
Maate und Oberheizer haben beſchloſſen, ſich dem
Aus=
ſtand von morgen ab anzuſchließen. Die Hafen
arbeiter haben über die mit Matroſen der
Kriegsmarin=
bemannten Handelsſchiffe den Boykott verhängt.
* Marſeille, 23. Juni. Heute nachmittag wurd
der Generalſekretär der Dockarbeiter Molinari ver
haftet. Die Anklage lautet auf Beſchränkung der Ar
beitsfreiheit. Nach einem Verhör wurde Molinari einſt
weilen entlaſſen.
* Paris, 24. Juni. Der Ausſchuß der einge
ſchriebenen Seeleute veröffentlicht eine Erklärung
in der er ſagt: daß ſeine auf den Schiedsgerichtsvorſchlag
der Regierung erteilte Antwort unrichtig ausgelegt wor
den ſei. Er habe mit einem Vorſchlag geantwortet, de
von dem Wunſche eingegeben worden ſei, den Zwiſt au
friedlichem Wege zu regeln. Niemals habe er daran ge
dacht, daß ſein Vorſchlag unabänderlich ſei. Er habe in
Gegenteil die Abſicht gehabt, dadurch die Wege zur Ver
ſöhnung zu ebnen. Es ſei erſtaunlich, daß man ſich die
ſes Vorſchlages bediene, um die unverſöhnliche und zwei
deutige Haltung der Rheder zu rechtfertigen.
* London, 24. Juni. Geſtern fand im Hyde:
Park eine Demonſtration ausſtändiget
Dockarbeiter ſtatt, bei der der Führer mitteilte, daß
der König eingewilligt habe, eine Adreſſe der Leichterleut
anzunehmen. Wie die Zeitungen erklären wird die
Adreſſe ein Geſuch um Beibehaltung des Monopols der
Leichterleute enthalten.
* Petersburg, 24. Juni. Einen großet
Ueberlandflug zur Durchquerung Rußlands por
Süden nach Norden trat ein Offizier der Sewaſtopole=
Fliegerſchule an. Nach zwei Zwiſchenlandungen erreichte
er am 18. Juni Charkow. Bisher hat er eine Strecke urt
Nummer 147.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Juni 1912
Seite 7.
Kilometer mit einer Stundengeſchwindigkeit von 105
ometer ohne beſondere Vorbereitungen zurückgelegt.
r Offizier flog in der Richtung nach Moskau und
tersburg weiter. Er hat Kursk (nördlich von Charkow)
eits überflogen. Der Flieger klagt über die große
zwierigkeit, in ſumpfigen Waldgebieten einen
Land=
xsplatz und ein Unterkommen zu finden. Er mußte bei
n bisherigen achttägigen Flug meiſt im Freien
näch=
en. Den Fahrgaſt, den er von Anfang an mitgenommen
te, hat er unterwegs abgeſetzt. Streckenweiſe mußte in
er Höhe von 1000 Meter geflogen werden. Ein anderer
fizier flog die Strecke von 400 Kilometer über das Meer
r Sewaſtopol nach Odeſſa. Beide benutzten
Nieuport=
rdecker.
Taft und Rooſevelt.
* Chicago, 24. Juni. Von gut unterrichteter
ite wird erklärt, daß Rooſevelts
Parteipro=
amm von Grund aus fortſchrittlich ſein werde.
; wird in ihm verlangt, daß die Regierung wieder in
* Hände des Volkes übergehen ſollte, ſtatt in den
Hän=
n einiger weniger bevorzugten Perſonen zu bleiben.
z wird ſich für das Stimmrecht ausſprechen für
Pri=
irwahlen für die Präſidentſchaft und direkte Wahl der
enatoren, Tarifreviſion unter Leitung des Tarifamtes,
Introlle der Truſts durch eine nationale Kommiſſion
d ſtraffere Handhabung der Geldumlaufgeſetze ohne
intraliſierung des Kredits, welch letzteres als
ungün=
g für den Aldrichſchen Entwurf eines
Geldumlaufge=
zes angeſehen wird.
* In den Vereinigten Staaten hat man, wie die
eutſche Tageszeitung wiſſen will, jetzt mit drei
Kan=
daten für die bevorſtehende Wahl zu rechnen. Das
d Taft, Rooſevelt und der Kandidat der
demokrati=
en Partei. Wer bei dem in der nächſten Woche
zuſam=
mtretenden demokratiſchen Konvent nominiert werden
ird ſteht noch nicht einmal feſt, da auch in der
demo=
rtiſchen Partei tiefgehende Unſtimmigkeiten herrſchen.
ie Demokraten werden die Gunſt der Lage ſehr ſchlecht
greifen, wenn ſie ſich die gute Ausſicht durch
inner=
litiſche Streitigkeiten oder womöglich durch eine
Spal=
ng verſchlechtern würde. Wenn je, ſo hat diesmal der
ige Kandidat Bryand Ausſicht, als lachender
Drit=
e der Urne zu entſteigen. Wie die Entſcheidung fallen
ird, iſt noch nicht vorauszuſehen, das wird von der
oßen Lungenkraft in wirkſamer Reklame und von dem
ößeren Geldbeutel der einzelnen Kandidaten abhängen.
ir Deutſchland hat der Ausgang nur ein ſehr
nachgeord=
tes Intereſſe.
* Chicago, 23. Juni. Präſident Taft erhielt
fir 21 Stimmen mehr, als zur Nomination notwendig
weſen wären, wenn die Anhänger Rooſevelts an der
bſtimmung ſich beteiligt hätten. Eine für ihn inſzenierte
emonſtration flaute ab, bevor ſie noch eigentlich
be=
mnen hatte. Die Delegierten gingen auseinander, wie
ner ſich ausdrückte, mit der Ueberzeugung, daß ein
egräbnis erſter Klaſſe bevorſtehe.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 24. Juni. Der Reichskanzler iſt
ute vormittag hier eingetroffen.
* Berlin, 24. Juni. Der Reichskanzler benutzte
nen Aufenthalt in Kiel zu verſchiedenen Beſichtigungen.
: nahm unter anderem an einer Unterſeebootfahrt teil
d beſuchte auf der Durchfahrt durch den
Nordoſtſee=
nal die Erweiterungsbauten, namentlich in Rendsburg,
wie zuletzt in Brunsbüttelkoog, wo er insbeſondere für
le neu angelegten Beamten= und Arbeiterwohnhäuſer
bhaftes Intereſſe zeigte.
* Leipzig, 24. Juni. Vor dem vereinigten zweiten
id dritten Strafſenat des Reichsgerichts begann
ute vormittag unter dem Vorſitze des
Senatspräſiden=
n Dr. Menge der Spionageprozeß gegen den
ngenieur und Kaufmann Wilhelm Lichtenberger,
boren am 11. September 1881 zu Mannheim. Der
An=
klagte iſt am 21. September 1911 in Germersheim in
r Pfalz verhaftet worden, als er verſuchte, ſich von einem
oldaten ein Artilleriegeſchoß neueſter Konſtruktion zu
rſchaffen. Außerdem wird er beſchuldigt, den Verſuch
macht zu haben, das Signalbuch der deutſchen Marine
wie andere geheim zu haltende Gegenſtände ſich zu
ver=
haffen, um es an eine fremde Macht zu verraten.
Er=
zienen ſind ſieben Zeugen und ſechs Sachverſtändige,
rrunter Geheimrat Flechſig, der den Geiſteszuſtand des
ngeklagten in den letzten ſechs Wochen unterſuchte.
So=
rt nach Verleſung des Eröffnungsbeſchluſſes wurde die
effentlichkeit ausgeſchloſſen.
* Streſa, 24. Juni. Der König von Sachſen
nd Prinz Georg ſind heute morgen nach Laveno
abge=
eiſt, von wo ſie die Reiſe nach Brunnen fortſetzen.
* Belfort, 23. Juni. Die Strafkammer in Belfort hat
en Schüler der Kadettenſchule in Berlin,
rthur Kipp, der erſt im 19. Lebensjahre ſteht, wegen
ſpionage zu zwei Jahren Gefängnis und 1000
rancs Geldſtrafe verurteilt.
* London, 24. Juni. Feldmarſchall Georg White,
er Verteidiger von Ladyſmith. iſt geſtorben.
* Buffalo, 24. Juni. Die Landungsbrücke bei
Frand=Island am Niagara, auf welcher eine von einem
lusflug zurückkehrende Geſellſchaft auf einen Dampfer
sartete, der ſie wieder nach Buffalo bringen ſollte, iſt
ingeſtürzt. 150 Perſonen fielen in den Fluß. 15
is 20 ſollen ertrunken ſein.
— Hamburg, 24. Juni. Im Krankenhaus Bethanien”
arb heute der bekannte Großinduſtrielle Albert
Frei=
err v. Oppenheim im 58 Lebensjahre.
Innsbruck, 24. Juni. Der Lithograph Willi
fürzte von der Stubaigruppe aus einer Höhe von 300
Neter ab. Er wurde zerſchmettert.
— Venedig, 24. Juni. Bei den Ausſcheidungsrennen
ür die Olympia Stockholm kam es zu
Zuſam=
nenſtößen zwiſchen den Mannſchaften zweier
Ruder=
lubs. Beide Mannſchaften ſchlugen mit ihren Rudern
rufeinander los. Ein Boot ging infolge eines Lecks
inter; die Ruderer konnten gerettet werden.
Eine Panne iſt ein kleines Uebel,
vergleicht man ſie mit den Scherereien, die einem
aus einer ernſten Erkältung erwachſen, wie ſie
bei einer Autofahrt immer möglich iſt. Man
ſollte darum immer auch eine Schachtel Fays
ächter Sodener Mineral=Paſtillen mitnehmen,
wenn man zu einer Autofahrt rüſtet. Die Paſtillen
halten die Schleimhäute geſchmeidig, beugen
Affektionen vor und ſchützen gegen die immenſe
Gefahr, die der Staub immer bedeutet. Man
bekommt Fays Sodener in allen Apotheken,
Drogerien ꝛc. für 85 Pfg. pro Schachtel. (122910
Aus dem Geſchäftsleben.
g. Die Firma Rittershaus hat am Samstag
nach umfangreichen Umbauten ihr Geſchäft im Eckhaus
am Ludwigsplatz wieder eröffnet. Ein lichter und
freundlicher Raum wurde aus dem früheren Lokal
ge=
ſchaffen und die ihm zu Teil gewordene großſtädtiſche
Innenausſtattung tut ein übriges, dem Käufer die Wahl
ſo bequem wie möglich zu machen. In freundlichen
Glas=
käſten, dem Käufer von allen Seiten zugänglich, ſind die
Waren überſichtlich angeordnet, für jede Gattung ein
beſonderer Kaſten. Ganz neuartig iſt die Beleuchtung
des Raumes durch viele einzeln hängende elektriſche
Glühbirnen, die dem Ganzen einen intimen Reiz gibt.
Auch die Schaufenſter=Beleuchtung iſt auf das
Vorteil=
hafteſte eingerichtet. Alles in allem macht das neue
Ge=
ſchäft einen durchaus großſtädtiſchen Eindruck. Zur Feier
der Eröffnung war der Raum durch Blumenarrangements
auf das ſchönſte geſchmückt. Auf einem Tiſche iſt ein
Prunkgedeck im Stile Louis XVI. im Werte von 10000
Mark ausgebreitet, eine wahrhaft fürſtliche Zier jeder
Tafel.
Familiennachrichten.
Statt Karten.
Mally Loeb
Siegmund Guckenheimer
VERLOBTE
Landau (Pfalz)
*15382)
Hanau a. M.
Darmstadt
Frankfurterstr. 24..
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden beim
Hinſcheiden unſerer lieben, guten Schweſter,
Schwä=
gerin und Tante
Fräulein
Maadalene Walter
ſagen wir Allen, ſowie insbeſondere Herrn Pfarrer
Velte für die troſtreiche Grabrede, unſeren auf=
(13762
richtigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt und Babenhauſen, 24. Juni 1912.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme an dem uns betroffenen ſchweren
Ver=
luſt, ebenſo für die troſtreichen Worte des
Herrn Pfarrers Beringer und die zahlreiche
Blumenſpende, ſagen wir unſeren innigſten
Dank.
(13713
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Max Renn,
Irma Renn.
Hamburg, Darmſtadt, München,
Kempten, 24. Juni 1912.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere innigſtgeliebte Mutter, Schwiegermutter
und Tante
(13731
Frau Anna Sulzmann
geb. Wald
im 59. Lebensjahre zu ſich zu rufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Karl Sulzmann und Frau,
Emil Sulzmann und Frau,
Anguſt Sulzmann und Frau.
Darmſtadt, 24. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, 5¼ Uhr
nach=
mittags, vom Eliſabethenſtift aus, ſtatt. Die
Einſegnung eine halbe Stunde vorher.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
für die Blumen= und Kranzſpenden bei dem Hin=
(13744
ſcheiden meiner lieben Mutter
Maadalene Euler Wwe.
geb. Fritz
ſage hiermit meinen innigſten Dank.
Heinrich Euler.
Darmſtadt, den 23. Juni 1912.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Geſtern abend gingen in unſerer Gegend vielfach
Gewitter nieder, die zum Teil erheblichen Regen brachten.
Heute morgen liegen die Temperaturen bei 20‟. Von
Frankreich fehlen die Nachrichten, ſo daß die Wetterlage
nicht ſicher zu erkennen iſt; iedoch werden wir vorläufig
noch unter dem Hochdruckeinfluß bleiben.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 25. Juni:
Meiſt heiter, trocken, warm; Gewitterneigung.
Tageslalender.
Vortrag von J. Tews um 4¼ Uhr im Hörſaal 330 der
Techniſchen Hochſchule (Volksbildungsverein).
Verſammlung des Heſſiſchen Schutzvereins für
ent=
laſſene Gefangene um 4¼ Uhr im Rathaus zu
Bens=
heim.
Militär=Maſſenkonzert um 8 Uhr im Saalbau
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 26. Juni.
Hofreite=Verſteigerung des Philipp Adam
(Heinheimerſtraße 75) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Todes-Anzeige.
Am 22. ds. Mts. verschied sanft und unerwartet in Lugano mein lieber,
guter, treusorgender Gatte, unser Vater, Bruder, Schwager, Schwiegersohn und
Onkel
Herr Louis Lange
im 46. Lebensjahre.
Elektro-Ingenieur
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmstadt, Cassel, Egelsbach, Halle, Apolda i. Thür.
Schulstr. 6.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr,
Portale des Darmstädter Friedhofes aus, statt.
vom
(13724
[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
Darmſtadter Tagblatt, Dienstag, den 25. Jum 1912.
Prachtpressen
Saftbeutel
Buttermaschinen
Mes ing-Einkoch- Rettigschneider und
Gurkenhobel
kessel
Kochkistentöpfe Eismaschinen und
Alle Arten Haarsiebe Formen
Passiermaschinen Spirit s- und Petrol-
Universal-Rührtopf he de
Einkochapparate Aermelbügelbretter
A ndt’scher Frucht- Plätt-, Stahl-,
Spiri-
saftapparat
tus- u. Kohleneisen
Einmachgläser mit Glühstoffeisen Dalli‟
Patentverschluss Metall-Fliegen-
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allen Grössen Fliegenfänger und
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ſtadt, Groß=Gerau (13702im
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Be=
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wigs=Promenade 14.
am Donnerstag
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wald kl. Rehpinſcher. Gegen gute
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mit Gartenwirtſchaft, auf Hekt. zu
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eingetr. Mitgl. gibt jedem nei
zugel. Mitglied Kredit b. 1500 M.
(13265.
Proſp. gratis.
Kurſe vom 24. Jnni 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Jf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
do.
3
80,10
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 89,90
80,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,30
93,00
3½
do.
3
84,70
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,75
3½
do.
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,40
4 do. do. (unk. 1918) 99,50
do.
3½
87,90
3
do.
78,00
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,00
4 Württemberger v. 1907 100,40
31
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
13‟ Griechen v. 1887 .
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 91,00
4 do. Goldrente .
96,10
4 do. einheitl. Rente 89,90
3 Portug. unif. Serie I 63,40
3 do. unif. Ser. III 66,00
3 do. Spezial
9,80
5 Rumänier v. 1903 . . 101,50
4 do. v. 1890
4 do. v. 1905 .
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,50
4 do. v. 1902 . . . . 90,60
4½ do. v. 1905 . . . . 100,30
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 85,60
4 Türk. Admin. v. 1903 82,20
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,50
4 Ungar. Goldrente . . . 90,70
4 de. Staatsvente: . . 8320
Zf.
In Proz.
5 Argentinier
..101,20
4
do.
85,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,30
5 Chineſ. Staatsanleihe: 99,80
4½
do.
93,40
4½ Japaner .
94,60
5 Innere Mexikaner . . . 94,90
3
do.
60,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,80
3 Buenos Aires Provinz 70,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 140,60
5 Nordd. Lloyd . . . . . 116,50
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,25
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,80
8 Baltimore und Ohio . 106,90
6½ Schantungbahn . . . 130,80
64 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,00
6 Pennſylvania R. R. . 120,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
75,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.. 505,80
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
..244,75
30 Farbwerke Höchſt . . 614,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 350,00
10 Cement Heidelberg . . 148,00
30 Chem. Werke Albert 452,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 307,25
4 Lahmener . . . . . . .123,00
Eeizte
Iupreol.
Divid.
71 Schuchert, Nürnberg 156,10
12 Siemens & Halske . 235,00
5 Bergmann Electr. . . 142,75
10 Deutſch.Ueberſee Electr. 169,00
0 Gummi Peter . . . . 127,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 165,25
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 502,00
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 194,50
8 Steana Romana Petr. 136,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 230,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel.
.. 217,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,80
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 188,50
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
227,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . .
.176,50
10 Gelſenkirchener . . . . 187,75
8 Harpener . . . . . . . 184,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 257,25
O Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
81,80
4 Laurahütte
. . 174,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 194,25
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,80
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,25
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,50
5 Oeſterr. Staatsbahn . 104,20
4 Oeſterr. Staatsbahn 94,50
3
do.
77,70
5 Oeſterr. Sädb. (Lomb.) 99,504
Zer
3t.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 78,00
do.
53,50
3 Raab=Oedenburg
76,50
4 Kronprinz Rudolfbahn 94,60
4 Ruſſ. Südweſt.
. 88,10
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,70
do.
88,70
4 Wladichawchas
88,10
4 Rjäſan Koslow
.88,90
3 Portugieſ. Eiſenb.
75,20
do.
24/0 Livorneſer . . .
67,40
3 Salonique=Monaſtir . 63,50
4 Bagdadbahn .
84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,40
4 Miſſouri=Pacific.
71,80
4 Northern=Pacific . . . 100,20
4 Southern=Pacific .
95,30
5 St. Louis und San
Francisco.
87,20
5 Tehuantepec . . . . . . 98,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,90
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 150,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 165,10
6½ Darmſtädter Bank . 121,40
12½ Deutſche Bank . . . 253,50
6 Deutſche Vereinsbank . 123,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,70
10 Diskonto=Kommandit 184,20
8½ Dresdener Bank . 153,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 136,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,10
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 123,50
Wiener Bankverein . 133,10
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 38,50
Zupro.
Bf. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19.
. . . 89,30
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,25
8½
do.
88,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
8½
do.
89,50
4 Hefſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,90
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,95
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,30
S. 3—5 .
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
8½
do.
88,60
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,90
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Br.=Pf. 99,90
do.
8½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
8½ do.
89,60
4 Frankfurt.
99,60
3½ do.
93,00
4 Gießen
98,40
3½ do.
90,50
4 Heidelberg
98,00
8½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
88,70
4 Magdeburg
99,00
3½ do.
4 Mainz
98,50
3½ do.
90,10
4 Mannheim . . . . . . 98,60
3½ do.
4 München .
100,00
3½ Nauheim .
4 Nürnberg . . . . . . . 100,00
3½ do.
89,70
4 Offenbas . . .
3n
9t.
3½ Offenbach .
.7
4 Wiesbaden . . . . . 7 100,0
89,0
3½ do.
4 Worms .
88,6
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 „ 796.
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 1347
3 Holl. Komm. . fl. 100.
3 Madrider . . Fs. 100 739
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,7
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,0
3 Oldenburger . . . . . . 124,50
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 197,1
Freiburger . . . . Fs. 15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. .. . . F8.10
Meininger . . . . . ſl. 7
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 528,0l
do. v. 1858 fl. 100 451,8
Ungar. Staats fl.100
Venediger . . . . Fs. 30 43,9
Türkiſche . . . . Fs. 400 169,60
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Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke . . . . 16,25
Amerikaniſche Noten . . . 4,18
Engliſche Noten . . . . . 20,44
Franzöſiſche Noten, . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 16935
Italieniſche Noten . . . . 8015
Oeſterr.=Ungariſche Noten 34,7a
Ruſſiſche Noten . . ..
Schweizer Noten . . . . . 80,81
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wigſtr. 8. (*15374im
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an die Exp. (*15383
Il.
ilfsſtelle geſucht
dwigshöhſtr. 34.
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Haus=
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(*15428
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Serie II
195
Weisse
Batist-Blusen
mit Stickerei- oder
imit. Leinen-Eins.
Serie III
995
ganz aus
Stickerei-
stoff, mit Tüll-Passe
u. Einsätzen garn.
Serie IV
50
Weisse
Batist-Blusen
mit Klöppel- und
Stickerei-Einsätzen
Serie V
S 75
Weisse
Schoss-Blusen
nz auf
Stickereistoff.
Serie VI
250
Serie VII
50
Serie VIII
1550
Blusen
weiss oder farbige Wasch-Voile
oder Stickereistoff.
Blusen
aus Stickerei-Stoff oder Batist mit
feinen Fältchen und Einsätzen garn.
Weisse Blusen
Wasch-Voile oder Batist, mit und
ohne Schoss.
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Tarbige Waschblusen
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Dessins mit farb.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Juni 1912.
Seite 10₰
Sport.
* Fußball. Am Sonntag ſpielte der Fußball=
Klub „Germania”=Arheilgen gegen den
Fuß=
ball=Klub „Phönix‟=Darmſtadt=Beſſungen
und endete das Spiel zugunſten des letzteren mit 15:0
Toren. Halbzeit 6:0.
* Pferdeſport. Rennen zu Hamburg. Pokal
vom Jahre 1908; Ehrenpreis und 5000 Mark, Diſtanz 1000
Meter: 1. Kgl. Hauptgeſtüt Graditz’ Grita (F. Bullock)
2. Lombardei (Evans), 3. Five o’clock (O. Müller). Tot.
16:10. — Eilbecker=Handikap; 10000 Mark, Diſtanz 1600
Meten: 1. Herrn F. Caßlers Mars (Archibald), 2. Jack
Horner (Cleminſon), 3. Buſſang (F. Bullock). Tot. 77110.
Gyldenſteen=Erinnerungs=Rennen; Ehrenpreis und
5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herren E. und G.
Bug=
genhagens Santuzza (Leutn. Graf Strachwitz), 2. Hades
(Dr. Rieſe), 3. Gernot (Herr Jahrmarkt). Tot. 93110.
Deutſches Derby; 125000 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1.
Königl. Hauptgeſtüt Graditz’ Gulliver II (F. Bullock), 2.
Kokoro (Janek), 3. Lom (Winkfield). Tot. 15:10. —
Graditzer Geſtüts=Preis; 7000 Mark, Diſtanz 1000 Meter:
1. Herrn W. Lindenſtädts Rahana (Evans), 2. Vanitas
(Schläfke), 3. Strohblume (F. Bullock). Tot. 33:10.
Eſpoir=Handikap; 20000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1.
Herrn J. v. Ujvarys Senechal (Winkfield), 2. Saint
Cloud (Spear), 3. Blumenflor (Shurgold). Tot. 132:10.
— Marienthaler=Rennen; 4000 Mark, Diſtanj 2100 Meter:
1. Herrn G. Nettes Thereſe (Blades), 2. Loretta (
Clemin=
ſſon), 3. Barbaroſſa (F. Bullock). Tot. 16:10.
Rennen zu Düſſeldorf. Kaiſerpreis=Jagd=
Rennen; 2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Rittm. G.
von Schierſtädts Liebesritter (Leutn. v. Bock und Polach),
2. Myrrhie (Beſ.), 3. Pyramide (Leutn. v. Görne). Tot.
42110. — Hardt=Flachrennen; Ehrenpreis und 2000 Mark,
Diſtanz 2600 Meter: 1. Herrn L. Whites Highland Fling
Leutn. v. Görne), 2. Charper (Leutn. Kneel), 3.
Marca=
ſite (Leutn. v. Raven). Tot. 47110. — Hofgarten=Jagd=
Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn H.
Weſtens Para (Martin), 2. Pelta (Gehrke), 3. Sprudel.
(R. Franke). Tot. 18:10. — Haus Morsbroiche=Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 3600 Meter:
1. Herrn P. Schroeders La Baridondaine (Leutn. v. Bock
und Polach), 2. Ragot (Herr v. Weſternhagen), 3. Don
Juan (Leutn. Kneel). Tot. 52:10. — Düſſeldorfer Jagd=
Rennen; 10000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Leutn. F.
v. Zobeltitz’ Bavarde (H. Brown), 2. Mainau II (
Mar=
tin), 3. Meluſine (Gehrke). Tot. 26:10. — Heltorf=Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 3600 Meter:
1. Herrn Aldags Little Ben (Leutn. Kneel), 2. Vologeſe
(Leutn. Graf Holck), 3. Fleche (Leutn. v. Raven). Tot.
32110.
Hammer=Hürden=Rennen; 3000 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Herrn H. Weſtens Wilkina (Dittmar),
2. Bellevue (Torke), 3. Sea Sick (Gehrke). Tot. 64:10.
Rennen zu Leipzig. Pamina=Hürden=Rennen;
4000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn G. Nettes
Miasma (Printen), 2. Lord Mayor (T. Baſtian), 3.
Cu=
ſtozza (Kuttke). — Gohliſer Jagdrennen; Ehrenpreis und
3000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Rittm. Keyſers Alike
(Beſ.), 2. Bravo II (Lt. Streſemann), 3. Imker (Beſ.).
Tot. 70:10. — Florham=Jagdrennen; 3500 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Herrn H. v. Oertzens Jubilee Juggins (Lt.
Streſemann), 2. Saint Mihiel (Rittm. Keyſer), 3.
Cha=
noine (Beſ.). Tot. 146:10. — Verloſungs=Jagd=Rennen;
3500 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Freiherrn E. von
Bud=
denbrocks Mir auch mal (Graf Hohenau), 2. Fifth Ace (Lt.
v. Mitzlaff), 3. Mrs. Dot. Tot. 84:10. — Verkaufs=
Hür=
denrennen; 3000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn R.
Müllers Ranulphus (Weishaupt), 2. Medicis Pride (
Ne=
wey), 3. Lucky Wave (Wiſchek). Tot. 53:10. — Edelmann=
Jagdrennen; 4000 Mark. Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn
H. v. Oertzens Bocskoros (Streit), 2. Goldwährung
(Weishaupt), 3. Reveuſe (Wiſchek). Tot. 30:10.
Die Grand Steeple=Chaſe de Paris das
wertvollſte Hindernisrennen Frankreichs, ging am
Sonn=
tag in Auteuil vor ſich. Auch Präſident Fallisres
wohnte mit ſeiner Gemahlin der Entſcheidung des 125000
Francs=Rennens bei. Dreizehn Pferde fanden ſich am Start
des über 6500 Meter führenden Jagdrennens ein. Nach
glattem Start übernahm L’Argentiere die Führung vor
Sea Lord, Kumamoto und Pyrrhus. Die letzte Hürde
ſprangen Sea Lord und Hopper gemeinſam als Erſte.
Zwiſchen den beiden entſpann ſich die ganze Gerade
her=
unter ein aufregender ſcharfer Kampf, aus dem der von
Lancaſter geſteuerte Hopper des Monſ. Guerlains in den
letzten Sprüngen um einen Kopf als Sieger über Sea
Lord (R. Sauval) hervorging. Drei Längen zurück beſetzte
Pyrrhus den dritten Platz, durch vier Längen von Primat
getrennt. Dann kamen als nächſte Trudon und
Amphy=
trion. Tot. 68:10.
* Radſport. Rennen zu Berlin. Preis
Ver=
heyen, Flieger=Match. Klaſſement: 1. Rütt 3. Punkte,
2. Ellegaard 8 Punkte, 3. Perchicot 3 Punkte, 4. Peter 11
Punkte; Arend und Carapezzi erzielten je 16 Punkte.
Kleines goldenes Rad, 1 Stunde: 1. Tommy Hall 78,310
Kilometer, 2. Gnilka 77,530 Kilometer, 3. Lange 69,240
Kilometer, 4. Rudel 68,570 Kilometer. — Großes
golde=
nes Rad, 100 Kilometer: 1. Janke 1116:09, 2. Seres 2005
Meter, 3. Walthour 5420 Meter, 4. Stellbrink 8170 Meter,
5. Miquel 8740 Meter zurück. — Heimann=Mulack=Preis,
Tandemfahren: 1. Arend=Ellegaard, 2. Rütt=Peter, ½ Lg.,
3. Carapezzi=Perchicot 1 Lg.
Rennen zu Hannover. Großer Preis der
Induſtrie, 100 Kilometer. Geſamtklaſſement: 1. Goor
98,740 Kilometer, 2. Ryſer 94,720 Kilometer, 3. Demke
91,450 Kilometer, 4. Galvin 90,370 Kilometer. — Preis
von Pleefeld, 25 Kilometer: 1. Großmann 20220,1,
2. Brenneke 1610 Meter, 3. Schön=München 3040 Meter,
4. Louis=Hannover 3590 Meter zurück. — Hauptfahren:
1. Oſtermeyer, 2. Bremer ½ Lg., 3. Hatteſohl, 4. Moritz.
Breslauer Radrennen. Großer Fernflug=
Preis. Geſamtklaſſement: 1. Scheuermann, 2. Thomas,
3. Huybrechts, 4. Collins. Die beiden Fliegerrennen
brachte Pawke an ſich, und zwar das Hauptfahren vor
Finn und Kudela und das Prämienfahren vor Tadewald
und v. Natzmer.
Eſſener Radrennen.
Fünfundzwanzigkilo=
meterlauf: 1. Schelling 17 Min. 2,4 Sek., 2. Arens 2100
Meter, 3. Somers 5800 Meter, 4. Wißmann 6000 Meter
zurück. — Großer Preis der Induſtrie, 50 Kilometer:
1. Schelling 42 Min. 51,4 Sek. 2. Wißmann 4000 Meter,
3. Arens 5800 Meter zurück. —
Hauptfahren: 1. Otto
Meyer, 2. Bettinger eine halbe Länge zurück, 3. Roſenfeld,
4. Heidemann. — Tandem=Hauptfahren: 1. Otto Meyer-
Bettinger, 2. Bauch-Brinkſchmidt 1 Länge zurück, 3.
Roſenfeldt-Heidemann. — Tandem=Vorgabefahren: 1.
Otto Meyer-Bettinger (mal), 2. Roſenfeldt-Heidemann
(20 Meter), 3. Engemann-Rauch (70 Meter)
Die Pariſer Prinzenparkbahn brachte ein=
Stunden=Rennen zur Entſcheidung, das Darragon mit 75
Kilometer 25 Meter gewann vor Leon Didier 2 Runden,
Parent 5 Runden, Contenet 6 Runden, Bouhours 8
Run=
den und Jacquelin 20 Runden zurück. Die beiden
Flie=
gerrennen gewann Paul Didier, und zwar das
Hauptfah=
ren vor Stefani und Boutellier und das Prämienfahren
vor Bey und Appelhans.
* Frankfurter Ruder=Regatta. Um den Deutſchen
Ruder=Verbands=Preis ſtarteten der Mainzer
Ruderver=
ein, der Ludwigshafener Ruderverein und „Germania”=
Hamburg. Die Mainzer übernahmen ſofort die Spitze
und führten bis ungefähr 1500 Meter, wo Ludwigshafen
vorgeht. Die Mainzer überraſchen jedoch ihre Gegner im
Endſpurt und landen nach 6 Min. 4,8 Sek. mit halber
Länge einen ſchönen Sieg vor dem Ludwigshafener
Ruderverein. Die Hamburger kamen abgeſchlagen etwa
fünf Längen zurück als Dritte ein. Nach dieſem Ergebnis
wurde ſowohl der Mainzer Ruder=Verein, wie der
Lud=
wigshafener Ruder=Verein für die Vertretung der
deut=
ſchen Intereſſen in Stockholm beſtimmt.
Alles Eingemachte und ſiorvn
nach Dr. Oetker’s Einmache-Rezepten
und mit
Dr. Oetker’s
Jede Hausfrau erhält Dr. Oetker’s vorzügliche Rezepte für Erdbeerſaft, Himbeerſaft, Kirſchen,
Stachelbeer=Marmelade, Johannisbeer=Himbeergelee, Heidelbeeren, Preißelbeeren, Zwetſchen,
Zwetſchenmus, Apfelgelee, Kürbis, rote Rüben und verſchiedene Gurken umſonſt in den Geſchäften.
Wenn vergriffen, ſchreibe man eine Poſtkarte an
Einmache-Hülfe
Aus der Feder des Arztes
Dr. med. M. Mader erſchien bei der unterzeichneten
Verlagsbuchhand=
lung folgendes Werk:
Di. Gasserkur und
Gas Lunbad
in ihrer Bedeutung für die Körperpflege.
Arztliche Ratſchläge von
Dr. med. M. Mader, Kurarzt.
Stichworte aus dem Inhalt: Bäder als Vorbeugungsmittel von
Krankheiten. — Hautreize. — Kaltwaſſeranwendung. — Prießnitz=Kneipp=
Waſſerbehandlung und Naturheilverfahren. — Krankheitsſtoffe und ihre
Anſammlung an einem beſtimmten Orte des Körpers. — Die
Anwen=
dung heißen Waſſers. — Indikationen für Kaltwaſſerbehandlung: Fieber,
Entzündung, Blutandrang. — Herzſchwäche. — Anregung der
Herz=
tätigkeit durch kaltes Waſſer. — Kalte Füße bei Gichtikern. — Ubermäßige
Mengen von Harnſäure in Blut und Geweben. — Die Arterioſkleroſe
als Urſache von kalten Füßen. — Die Ausſcheidung der Krankheitsſtoffe
durch den Körper. — Ausgebliebene Schweiße. — Krebs. — Tuberkuloſe.
— Hauttuberkuloſe. — Die Ausführung der Waſſerkur. — Kneipps
Waſſertreten. — Kalte Packungen. — Das naſſe Laken. — Die
Anwen=
dung wechſelwarmen Waſſers. — Das Luftbad. — Freiluftbad. —
Sonnenbad. — Die Abhärtung durch Luftbäder. — Freiluftgymnaſtik. —
Die Hautkultur. — Das Luftbad zu Heilzwecken. — Die Haut als
Aus=
ſcheidungsorgan. — Selbſtgifte. — Schweißfüße. — Die Löslichkeit von
Krankheitsſtoffen. — Die Anwendung von Luftbädern bei Gicht und
Rheuma. — Das Lichtbad. — Das Sonnenbad. — Das
Naturſonnen=
bad. — Die Kleidung im Sonnenbade. — Die Sonnenkur. — Löſung
vorhandener Krankheitsſtoffe durch das Sonnenbad. — Sonnenekzem. —
Löſung von Schleim und Harnſäure durch das Sonnenbad. — Schweiße.
— Das Heißluftbad. — Dampfbäder. — Herzbeklemmungen. — Löſende
Wirkungen des Heißluftbades.
Nierenerkrankungen. — Maſſage. —
Luft= und Sonnenkuren. — Die kombinierten Kuren. — Kombination
von Luftbad und Gymnaſtik. — Kombination von Sonnenkur und
Hungerkur. — Kombination von Waſſeranwendungen ſund Diät (
Schrot=
kur) uſw.
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wie Zucker’s „Saluderma” habe
ich noch nie kennen gelernt. Mein
Arm war ſtark vereitert. Nur
zwei=
malige Anwendung von „
Salu=
derma” beſeitigte ſofort die
Ent=
zündung und Eiterung. Helene
Stöhr.”
Doſe 50 Pfg. u. 1 Mark
(ſtärkſte Form). Bei F. Schaefer,
Ludwigsplatz 7, Chr. Schwinn,
Rheinſtraße 8, A. Logel,
Eliſa=
bethenſtr. u. Gg. F. Frank, Parf.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
1912.
Dienstag, 23. Zum.
N 74.
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße von Arheilgen nach Baierseich im Zuge der Kreisſtraße
armſtadt-Frankfurt (von Arheilgen von km 4,8 ab bis zum Waldanfang, km 7,6
Baierseich) mit den auf dieſe Strecke aufſtoßenden Querwegen (letztere dicht an
r Kreisſtraße) iſt wegen Ausführung von Kleinpflaſter von Mittwoch, den
z. d. Mts. ab auf ca. 6 Wochen für ſämtliches Fuhrwerk (Geſpanne, Automobile,
otorräder uſw.) geſperrt.
Der Durchgangsverkehr hat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung
naufgeſtellten Tafeln entſprechend zu erfolgen, und zwar über Darmſtadt-
Gräfen=
luſen-Mörfelden-Langen. Nach Maßgabe des Fortſchreitens der Pflaſterarbeiten
ird die bezeichnete Teilſtrecke wieder dem Verkehr übergeben.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der
Polizei=
rordnung vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
(11830a
Darmſtadt, den 22. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Aushebungsgeſchäft im Kreiſe Darmſtadt für 1912.
Es wird hierdurch zur Kenntnis der Beteiligten gebracht, daß nach Anordnung
er Großherzoglichen Ober=Erſatz=Kommiſſion im II. Bezirk der 49. Infanterie=Brigade
1s Aushebungsgeſchäft (Generalmuſterung) im Kreiſe Darmſtadt vom 27. Juni
is 3. Juli l. Js. im Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5 hier, ſtattfinden wird.
Es haben zu erſcheinen:
I. Donnerstag, den 27. Juni 1912, vormittags 7½ Uhr:
1. Die als dauernd untauglich bezeichneten Militärpflichtigen, ſoweit denſelben
Ladung zugegangen iſt;
2. Die zum Landſturm I. Aufgebots vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
Uhr:
Die zur Erſatz=Reſerve in Vorſchlag gebrachten Militärpflichtigen.
III. Samstag den 29. Juni 1912, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die zur Erſatz=Reſerve in Vorſchlag gebrachten Militärpflichtigen.
IV. Montag, den 1. Juli 1912, vormittags 7½ Uhr:
Die von den Truppenteilen als untauglich abgewieſenen Militärpflichtigen, welche
Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen.
Uhr:
V. Dienstag, den 2. Juli 1912, vormittags
Die für brauchbar erklärten Leute a) des Jahrgangs 1910 (1890); b) des
Jahr=
gangs 1911 (1891).
VI. Mittwoch, den 3. Juli 1912, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die für brauchbar erklärten Leute des Jahrgangs 1912 (1892).
Im übrigen wird auf die jedem Militärpflichtigen beſonders zugegangene
Ladung verwieſen.
Alle Militärpflichtigen ꝛc. haben pünktlich zu den angegebenen Zeiten zu erſcheinen
und ihre Loſungsſcheine, bezw. ſonſtige Militärpapiere vorzulegen.
Diejenigen, welche ohne genügenden. Entſchuldigungsgrund ſich vor der Ober=
Erſatz=Kommiſſion nicht ſtellen oder zu ſpät kommen, werden mit Geldſtrafe bis zu
30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen beſtraft. Auch können dieſelben unter Umſtänden
„vorweg” oder als „unſichere Dienſtpflichtige” ſofort eingeſtellt werden.
Die von der Erſatz=Kommiſſion wegen zeitiger Untauglichkeit „Zurückgeſtellten”
haben vor der Ober=Erſatz=Kommiſſion nicht zu erſcheinen.
Schließlich wird noch darauf hingewieſen, daß alle diejenigen Angehörigen von
Militärpflichtigen, welche auf Grund ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältniſſe
die Befreiung ihrer Söhne vom Militärdienſt in Antrag gebracht haben, ſich der
Ober=Erſatz=Kommiſſion an den Tagen vorzuſtellen haben, an welchen ihre Söhne bei
der Aushebung erſcheinen.
Darmſtadt, den 18. Juni 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
(13320dsi
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
Käumungsfristen bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahrswechſel bringen wir nachſtehendes
ortsſtatut wiederholt zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 20. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
Käumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
örung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzgglichen
Niniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J. 37271
olgendes Ortsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in Krafttreten.
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
ierteljahres ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
urch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des
folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des
folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im § 1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, zwei Zimmer,
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Mietverhält=
niſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen, ſo
finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
vertrags=
mäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündiat, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
neten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die Räumung
ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
(13576oms
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 28. Juni l. J., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag im Verſteigerungslokal „Zur
Ludwigshalle‟ Obergaſſe 12, nachſtehend verzeichnete Gegenſtände:
1. ſehr ſchönen gut erhaltenen Silberſchrank, auch als
Weiß=
zeugſchrank zu benutzen;
2. dazu paſſend, ebenfalls ſehr gut erhalten, 1 Bücherſchrank
mit Schreibtiſch=Einrichtung, beide Stücke ſind maſſiv
nuß=
baum, ſchwarz poliert, 1 Ziertiſch, 1 Spiegel mit geſchnitzter
Rahme, 1 ſehr ſchönen dreiarmigen Gaslüſter, ferner 1
Gas=
lüſter (dreiarmig) ganz von Prismen und 2 Wandleuchter
dazu, verſchiedene ſehr gute Bilder, 2 Sofas mit je ſechs
Stühlen und 2 Seſſeln, 1 polierten Damenſchreibtiſch,
2 Salontiſche, 2 Goldſtühle, 1 Spieltiſch, 3 Büſten mit
Säulen, 1 verſtellbaren Schreibpult, 1 Nachttiſch mit
Mar=
morplatte, verſchiedene Holz= und eiſerne Bettſtellen mit
Matratzen, 1 Kinderbettſtelle, 1 eiſernes Waſchgeſtell, 1
Zink=
badewanne, 1 Radtransportkorb und 1 Nähmaſchine
für Fußbetrieb, verſchiedene Stühle und ſonſtige kleine
Möbelſtücke, ſowie verſchiedene Lampen, Nippſachen und
Vorhänge.
(13719id
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 25. Juni 1912.
Frust Wolkk, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
D4
Serſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 26. Juni 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 („Zur Roſenhöhe‟)
verſchiedene Möbel, darunter:
Schreibtiſche, Vertikos, Kleiderſchränke, Büfett, Diwan,
Sekretär, Waſchkommode, Nachtſchränkchen, ov. Spiegel,
Spiegel mit Trumeau, Sofatiſch, Pianino, ferner 1
Muſik=
automat, 2 Hobelbänke mit Werkzeug und 30 Gerüſtdielen
zwangsweiſe verſteigert.
(13748
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet
voraus=
ſichtlich ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und
Nach=
ſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch,
nach=
mittags von 5 Uhr ab, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
(13179a
ſtatt.
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Die Gftroderſehſtle
Beſſunger Straße Nr. 124
(am ehemaligen Südbahnhof)
iſt aufgehoben.
Die Einbringer oktroipflichtiger
Gegenſtände (Wein, Obſtwein,
Schaumwein, Bier, Branntwein,
Spiritus und Brennmaterialien),
ſowie friſchen Fleiſches dürfen
nunmehr den Weg durch die Stadt
erſt dann fortſetzen, wenn die
Ab=
gabe vorher an einer anderen
Oktroi=
hebſtelle (Heidelberger Straße
Nr. 112 oder Heidelberger Straße
Nr. 17 (Ecke Eſchollbrücker Straße))
entrichtet worden iſt. (13577oi
Zuwiderhandelnde werden nach
dem Oktroi=Reglement und der
Polizeiverordnung beſtraft.
Darmſtadt, den 20. Jun: 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Erhebung der
Gemeindeſtenern.
Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen 1.
Zie=
les der Gemeindeſteuern wurde
bis 5. Juli I. Js. erſtreckt.
Zahlung hat bei Meidung des
Beitreibungsverfahrens an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu erfolgen.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird erſucht, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 20. Juni 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(13571a
Kanalbauarbeit.
Die Herſtellung eines
Rohr=
kanals in der verlängerten
Soder=
ſtraße ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tiefbau=
amt, Zimmer Nr. 7, zur Einſicht
offen. Auch werden dort die
An=
gebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, den 29. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(13751im
Darmſtadt, den 24. Juni 1912.
Städt. Tiefbauamt.
Glaſerarbeiten
bei Errichtung von
Gewächshäu=
ſern in der Knaben=Arbeits=Anſtalt
ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 2. Juli 1912,
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Darmſtadt, am 24. Juni 1912.
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In unſer Handels=Regiſter
Ab=
teilung B, iſt heute unter Nr. 92
die Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung unter der Firma:
Darmſtädter
Eiſengieße=
rei, Maſchinenfabrik und
Mühlenbauanſtalt,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter
Haftung und mit dem Sitz
in Darmſtadt,
eingetragen worden.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt: Der Betrieb einer
Eiſengieße=
rei und einer Fabrik für
Säge=
werks= und Müllerei= und ſonſtige
Maſchinen, Wagen, Gewichte,
Werk=
zeuge, ſowie der Handel mit dieſen
Objekten und von Bedarfsartikeln
für Mühlen und Sägewerke,
ins=
beſondere die Uebernahme und
Fortführung der von Herrn
Niko=
laus Knos unter der Firma
Darm=
ſtädter Eiſengießerei Nikolaus Knos
zu Darmſtadt betriebenen
Eiſen=
gießerei und des von Herrn Ale=
Lander Geppert unter der Firma
E. Geppert, Inhaber: A. Geppert,
betriebenen Fabrikationsgeſchäfts.
Das Stammkapital beträgt:
40 200 Mark.
Geſchäftsführer ſind:
Fritz Blank, Ingenieur,
Darmſtadt;
Alexander Geppert,
Kauf=
mann, Darmſtadt:
Nikolaus Knos, Kaufmann,
Darmſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
5. Juni 1912 feſtgeſtellt. Jeder
der drei Geſchäftsführer Ingenieur
Fritz Blank, Kaufmann Alexander
Geppert und Kaufmann Nikolaus
Knos iſt allein zur Vertretung der
Geſellſchaft befugt. Von den
Ge=
ſellſchaftern bringen in die
Geſell=
ſchaft ein:
1. Ingenieur Fritz Blank die ihm
von dem Stammkavital der Firma
Darmſtädter Mühlenbau=Anſtalt,
Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung in Darmſtadt, zuſtehenden
Stammanteile, wofür ihm aufſeine
Stammeinlage 10000 Mark
ange=
rechnet werden.
2. Kaufmann Alexander Geppert
das von ihm unter der Firma
E. Geppert, Inhaber A. Geppert,
zu Darmſtadt betriebene
Fabri=
kationsgeſchäft mit allen Aktiven,
unter Ausſchluß der Paſſiven, und
alle ihm gegen die Firma
Darm=
ſtädter Eiſengießerei Nikolaus Knos
zuſtehenden Anſprüche,
Forde=
rungen und Rechte, wofür ihm auf
ſeine Stammeinlage 22600 Mark
angerechnet werden.
(13696
3. Kaufmann Nikolaus Knos
das von ihm unter der Firma
Darmſtädter Eiſengießerei Nikolaus
Knos zu Darmſtadt betriebene
Geſchäft mit allen Aktiven und
Paſſiven, wofür ihm auf ſeine
Stammeinlage 7600 Mark
ange=
rechnet werden.
Darmſtadt, 21. Juni 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
I teilung B, wurde heute
hin=
ſichtlich der Firma:
Darmſtädter Herdfabrik
und Emaillierwerk,
Ge=
ſellſchaft mit beſchränkter
Haftung, Darmſtadt,
folgender Eintrag vollzogen:
Das Stammkapital iſt auf Grund
des Beſchluſſes der Geſellſchafter
vom 29. Mai 1912 um 54000 Mk.
erhöht und beträgt jetzt: 164000
Mark.
(13698
Darmſtadt, 21. Juni 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Fute alte Geige mit Kaſten und
G
1 Adreßbuch 1912 billig zu
verk. Kahlertſtr. 1, I. links. (*15386
En unſer Handels=Regiſter A
wurden folgende Einträge
voll=
zogen:
Am 20. Juni 1912.
Neu eingetragen die Firma:
Mathias Fiſcher,
Darm=
ſtadt.
Inhaber: Mathias Fiſcher,
Lohn=
kutſchereibeſitzer in Darmſtadt.
Am 21. Juni 1912.
Gelöſcht die Firmen:
1. Darmſtädter
Eiſengieße=
rei Nikolaus Knos,
Darm=
ſtadt.
2. Emil Geppert, Darmſtadt.
Am 22. Juni 1912.
Gelöſcht die Firma:
Ernſt Bauernfeind, Darm=
(13697
ſiadt.
Darmſtadt, den 22. Juni 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
hin=
ſichtlich der Firma:
Darmſtädter
Mühlenbau=
anſtalt, Geſellſchaft mit
Haftung,
beſchränkter
Darmſtadt,
folgender Eintrag vollzogen:
Durch Beſchluß der
Geſellſchaf=
ter vom 5. Juni 1912 iſt die
Ge=
ſellſchaft aufgelöſt.
Die ſeitherigen Geſchäftsführer:
Julius Stammler,
Kauf=
mann,
Fritz Blank, Ingenieur, beide
in Darmſtadt,
(13699
ſind Liquidatoren.
Jedem Liquidator ſteht die
Be=
fugnis zu, die Geſellſchaft allein
zu vertreten.
Darmſtadt, 19. Juni 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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um 11 Uhr vormittags,
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am Beſſunger Weg ein
dienſt=
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(13733
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27)
Kunſt und Welt.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
Ihre Frau Mutter war bei mir und hat mir da eine
ſeltſame Geſchichte erzählt, Exzellenz. Sie wollen Ihr
Amt niederlegen, nachdem Sie ſo hervorragende Erfolge
erzielt haben?
Hoheit werden verzeihen — innere Beweggründe
nötigen mich — ich bin gewiß für die gnädige
Anerken=
nung Eurer Hoheit Dank erfüllt
Aber Sie haben die Luſt verloren! Sie dürfen Ihre
Stellung nicht niederlegen, liebſter Graf, jetzt erſt recht
nicht. Verſtehen Sie mich? Laſſen Sie doch die Leute
ſchwatzen! Was kümmert das uns? Unſer Vertrauen
beſitzen Sie im reichſten Maße, auch der Herzog iſt mit
Ihrer Leitung ſehr zufrieden.
Hoheit ſind allzu gnädig .
Und noch eins! Da iſt dieſes Fräulein Born oder
Wendeborn — Sie wollen Sie nicht engagieren?
Ich darf es nicht! Hoheit werden mir verzeihen
ich darf es nicht um der Ehre der jungen Dame willen
Mein Nachfolger könnte ſie ohne Bedenken engagieren
und deshalb will ich ihr den Weg frei machen und meine
Entlaſſung nehmen.
Die Herzogin ſah ihn aus ihren klugen Augen
freundlich an.
Ich achte Ihren Entſchluß, der faſt einem Opfer
gleicht. Ja, ich verſtehe Sie, liebſter Graf, vielleicht beſſer
als Sie denken. Die Ehre der jungen Dame, die ich
hoch=
ſchätze, darf unter keinen Umſtänden auch nur im
gering=
ſten berührt werden. Verſprechen gegen Verſprechen,
Herr Graf! Verſprechen Sie mir, den Entſchluß, Ihr
Amt niederzulegen, aufzugeben — ſo verſpreche ich,
Ihnen und Fräulein Wendeborn eine eklatante
Genug=
tuung zu geben. Sind Sie einverſtanden?
Sie hielt ihm mit gütigem Lächeln die Hand hin,
die er ehrerbietig küßte. Ich muß wohl einer ſo gnädigen
und gütigen Herrin gegenüber
Nun denn, ſo werden Sie morgen von mir hören.
Da beginnt die Muſik wieder. Ich beurlaube Sie jetzt,
lieber Graf. Vergeſſen Sie nicht, wir ſind jetzt
Ver=
bündete.
Sie nickte ihm noch einmal freundlich zu, dann
wandte ſie ſich wieder der Bühne zu.
XV.
Berufsgeſchäfte machten die Rückreiſe Dr.
Wende=
borns nach Berlin nötig, während Elfriede mit ihrer
Mutter noch in Neuenburg blieb, da ſie ſich verpflichter
hatte, noch einige Male als Klytia aufzutreten. Sie
be=
wohnten in dem erſten Hotel der kleinen Reſidenz zwei
Zimmer, die mit behaglicher Eleganz eingerichter waren
und die Ausſicht auf den altertümlichen Burgplatz hatten.
An der einen Seite des Platzes erhob ſich das alte, jetzt
als Muſeum ausgebaute Schloß, an der anderen der
alt=
ehrwürdige Dom, den ein Vorfahr des herzoglichen
Hau=
ſes vor faſt tauſend Jahren erbaut hatte. In der Mitte
des Platzes, von Linden umſchattet, ſprudelte ein
Spring=
brunnen, auf dem die Statue des Gründers des Domes
ſtand. Da auch die übrigen am Burgplatz liegenden
Häuſer in ihrer Bauart den Charakter des vierzehnten
oder fünfzehnten Jahrhunderts trugen und ſelbſt das
neuerbaute Hotel dieſen Stil aufwies, ſo konnte man ſichin
ein Stück Mittelalter verſetzt glauben, zumal das alte
Schloß, der Dom und die Statue des Ahnherrn des
fürſt=
lichen Geſchlechts von mannigfachen Sagen umwoben
wurden.
Elfriede fühlte ſich außerordentlich angeheimelt durch
den ſtillen, träumeriſchen Frieden, der hier herrſchte.
Stundenlang konnte ſie im Erker ihrer Stube ſitzen und
hinausſchauen auf den ſtillen Platz, auf den Garten der
Dompfarre und das mit wunderlicher ſchnörkelhafter
Architektur verſehene altadelige Haus, das dem Hotel
gerade gegenüber lag. Hier herrſchte Frieden und Ruhe.
Nicht das ewige Haſten und Treiben der Weltſtadt; der
Verkehr auf den Hauptſtraßen der kleinen Reſidenz flutete
hier nur mit ſchwachen Wellen vorüber, da ſich nur einige
Kaufläden auf dem Platz befanden.
Das tiefſte Intereſſe erregte ihr das altadelige Haus
gegenüber dem Hotel, da es zum Beſitz der gräflich
Ellerburgſchen Familie gehörte und von Graf Georg und
Nummer 147.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Juni 1912.
Seite 13.
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Mit Ende dieses Monats verlege ich das
unter der Firma Adolf Kling (Inhaber A. und
L. Kling) bestehende Geschäft, das mit dem
1. Juli aufgelöst wird, nach meinem eigenen
Hause Grafenstrasse 35 unter der Firma Adolf
Kling, Hofspengler und Installations-Geschäft.
Es war seither mein ernstestes Bestreben,
meinen Kundenkreis zufrieden zu stellen, und
werde auch in Zukunft hierin meine vornehmste
Aufgabe erblicken.
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(*15369
ſeiner Mutter bewohnt wurde. Mit modernem Komfort
und Raffinement war es freilich nicht eingerichtet. Von
dem breiten, aber ſchlichten Sandſtein=Portal, das von
dem Ellerburgſchen Wappen gekrönt wurde, führte eine
Holztreppe mit wunderlich geſchnitztem Geländer, deſſen
Pfoſten abwechſelnd Löwen und Einhorne — die
Wap=
pentiere der Grafen — darſtellen, in das erſte Stockwerk,
in dem ſich die behaglichen Wohnzimmer befanden,
wäh=
rend im unteren Stock die Wirtſchaftsräume lagen und
das dritte Stockwerk die Fremdenzimmer enthielt.
Hoch=
auf ragte der Giebel und das mit faſt ſchwarz
geworde=
nen Ziegeln bedeckte Dach. Mehrere Erker, wunderliche
Schnitzereien an den Balken und altertümliche Fenſter
gaben dem Gebäude den Charakter eines
mittelalter=
lichen Patrizierhauſes. Hinter demſelben breitete ſich
ein ziemlich großer Garten aus, deſſen hundertjährige
Bäume im Winde rauſchten und von längſt vergangenen
Zeiten und Menſchen erzählten. Tiefe Stille herrſchte
hier, in die kaum ein Ton der geſchäftigen Welt
hinein=
drang.
Zur Seite des Hauſes führte ein einfaches Tor in den
Hof und zu den Stallungen.
Einmal war Elfriede in dem alten Hauſe geweſen, als
ſie mit ihren Eltern ein kleines Feſt beſuchte, welches Graf
Ellerburg ihr zu Ehren gab.
Den Eindruck, den die innere Ausſtattung des Hauſes
auf ſie machte, war tief und nachhaltig. Da war kein
Prunken mit raſch erworbenem Reichtum, keine glänzende
„ſtilvolle‟ Einrichtung einer raffinierten, modernen
Tech=
nik, da glänzte alles von gediegenem, feſtbegründetem
Reichtum, da erzählten jedes Stück Möbel, jedes Bild, jede
Statue eine Geſchichte aus längſt vergangener Zeit und er=
weckten Erinnerungen an das Leben, das Streben und die
Taten der Vorfahren, deren Porträts mit ernſten Geſichtern
aus ihren ſchwarzen Rahmen auf die modernen Menſchen
herabblickten.
In dieſem Hauſe lernte Elfriede den Grafen erſt recht
verſtehen; die Anhänglichkeit an die Traditionen ſeiner
Familie, die Verehrung ſeiner Mutter, den Gehorſam, den
er ihrem Willen entgegenbrachte — und ſeinen Entſchluß,
den Traditionen der Familie ſein Herz zum Opfer zu
bringen. In dieſer Umgebung verſchwand die
Indivi=
dualität des einzelnen Mitgliedes, hier galt nur die
Fa=
milie, deren Intereſſen bei Weitem die des einzelnen
Menſchen überragten.
Früher hatte Elfriede wohl auch gelächelt über die
„Vorurteile”, wie die moderne Welt die Satzungen und
Traditionen alter Familien nannte, jetzt verſtand ſie die
Macht und die Berechtigung derſelben und beugte ſich
ihnen wenn auch mit blutendem Herzen.
Wie ſich ihre eigene Zukunft geſtalten würde, darüber
hatte ſie freilich kaum nachgedacht. Wenn ſie jedoch an die
Schilderungen von „Künſtlers Erdenwallen” dachte, die ihr
der alte Brüggemann mit beißendem Humor zuweilen
ent=
warf, wenn ſie ſich die Intriguen und Feindſchaften, den
Neid und den Haß vergegenwärtigte, der unter den
Mit=
gliedern des Hoftheaters herrſchte — dann überlief ſie
doch ein leiſes Fröſteln bei der Vorſtellung, daß ſie als
Bühnenkünſtlerin all dieſen Widerwärtigkeiten ebenfalls
ausgeſetzt war. Schon jetzt beſaß ſie in Fräulein
Scheide=
mann, die zuerſt die Rolle der Klytia hatte ſpielen ſollen,
eine entſchiedene Feindin, und Ernſt Norbert blickt ſie mit
haßerfüllten Augen an, ſeitdem ſie eine Zudringlichkeit von
ſeiner Seite ſehr energiſch zurückgewieſen.
Soviel wußte ſie bereits, daß der Weg einer Künſt=
ſerin nißt inner dunch dunige Anenr gung, daß ſeie
Felſen, dunkle Abgründe und dornige Dickichte ſich ihr
ent=
gegen ſtellten, die nur mit Anſpannung aller Kraft
über=
wunden werden konnten. Dennoch beharrte ſie auf ihrem
Entſchluß; es blieb ihr ja nichts anderes übrig, als ſich
auf eigene Füße zu ſtellen und in ihrer Kunſt einen Erſatz
für ihre Liebe zu ſuchen.
In ſolches Sinnen verſunken überhörte ſie, daß jemand
an die Zimmertür klopfte; ſie wurde erſt durch den
Ein=
tritt eines Herrn und einer Dame aufgeſchreckt.
Mit einem Schrei des Erſtaunens ſprang ſie empor.
Großmutter — Großvater — Ihr hier? Welche
Ueber=
raſchung!
Es war in der Tat Friedrich Wilhelm (Schulze mit
ſeiner würdigen Gattin, die da breit und wuchtig an der
Tür ſtanden, ohne Miene zu machen, ihre Enkelin zu
be=
grüßen.
Frau Minna Schulze ſah vielmehr ihre Enkelin mit
unverhohlener Verachtung von oben bis unten an, und
Herr Friedrich Wilhelm Schulze ſprach in dem Bruſtton
der tiefſten Entrüſtung: „Alſo ſo müſſen wir dich
wieder=
finden, du armes, betrogenes Kind?
Elfriede konnte ſich eines Lächelns nicht erwehren; ſie
war nicht mehr das Kind von früher, das ſich ängſtlich
duckte, wenn die Großmutter oder der Großvater ſie
ſchal=
ten. Das Leben, ihre Kunſt und ihre Liebe hatte ſie feſt
und reif gemacht.
Ihr ſeid noch immer böſe, entgegnete ſie heiter, daß
ich in Papas Drama aufgetreten bin? Ich denke doch, Ihr
könnt mit dem Ruhm und der Anerkennung zufrieden ſein,
die Papa und ich errungen haben.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 14.
Gesetzlich
Sonntags ist das Atelier nur von
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