Inſerafe
werden angenommen in Darmſtadt.
175. Jahrgang
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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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ſowie von unſeren Agenturen und
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
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u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer ernannte an Stelle des vor kurzem
zu=
rückgetretenen Admirals Schröder den Konteradmiral
Jakobſen zum Kommandant der Inſel
Helgoland.
Staatsſekretär von Kiderlen=Wächter
wird demnächſt in Petersburg eintreffen.
Eine Genoſſenſchaft m. b. H. für den Bau,
den Verkauf und den Betrieb von
Flug=
zeugen hat ſich unter dem Namen „Flugzeugbau
Friedrichshafen” begründet.
Ueber 50 Perſonen in Elberfeld ſind an
Ver=
giftungserſcheinungen nach dem Genuß von
Pferdefleiſch erkrankt.
Der Berliner Mörder Zinke wurde in Leipzig
1 feſtgenommen.
Ein Güterzug mit Remontepferden der
Kü=
raſſiere, die ſich auf dem Transport von Oſtpreußen
nach Köln befanden, hatte gerade die Station Schlebuſch
paſſiert, als der Zug entgleiſte. Ein Wagen ſtürzte
um, wobei ein Küraſſier getötet wurde, einer ſchwer
und einer leicht verlett wurde.
Das Stickputzereigebäude E. Rogelet,
Manufaktur, in Bühl, iſt eingeſtürzt,
wobei drei Perſonen, zwei Männer und eine Frau,
getötet und neun Perſonen, darunter zwei ſchwer,
ver=
letzt wurden.
Ein ſchweres Eiſenbahn=Unglück, bei dem
7 Perſonen getötet und 24 ſchwer verletzt wurden,
ereig=
nete ſich geſtern abend in unmittelbarer Nähe von
Leipzig.
Ein Revancheflug Wien-Berlin iſt für
näch=
ſtes Jahr feſtgeſetzt worden.
Der Ausſtand der Seeleute in
Southamp=
ton iſt beendet.
Der Generalſtreik der eingeſchriebenen Seeleute in
Algier iſt erklärt worden.
Die Regierung von Peru hat beſchloſſen, die
be=
ſtehende franzöſiſche Militärmiſſion im Oktober durch
eine andere zu erſetzen.
Die Regattarede des Kaiſers.
*⁎* Im Kreiſe des Norddeutſchen Regattavereins.
in dem der Kaiſer alljährlich um dieſe Zeit einen Tag
zu verbringen pflegt, hat der Monarch ſchon manches
vortreffliche Wort geſprochen, ſchon manchem
bedeut=
ſamen Gedanken Ausdruck verliehen. Die Gelegenheit
fordert ja geradezu heraus, von dem Weltverkehr, der
Seegeltung, von den überſeeiſchen Verbindungen, von
der Handels= und Kriegsmarine zu reden. Auch nach
der diesjährigen Regatta war der Kaiſer Gaſt des
Ver=
eins und bei dem an Bord eines Hapagdampfers
ſtatt=
gehabten Diner wurden zwiſchen dem Hamburger erſten
Bürgermeiſter und dem Kaiſer wieder Reden
ausge=
tauſcht, deren Inhalt wir bereits wiedergegeben haben.
Wie im Vorjahre ſo wies der Kaiſer auch am
letz=
ken Dienstag darauf hin, daß der Schutz des Reiches
in erſter Linie dem deutſchen Handel zugute gekommen
ſei; alsdann aber ging er zu bemerkenswerten
Aeuße=
rungen über, die neuerdings einen Einblick geſtatten in
die Grundſätze, von denen ſich der Kaiſer in der
inter=
nationalen Politik leiten läßt. Mit Genugtuung kann
man da konſtatieren, daß der Kaiſer nicht nur gewillt
iſt, ein treuer Hüter der deutſchen Flagge zu ſein und
deren Ehre jederzeit zu wahren, ſondern daß in ihm
auch die Ueberzeugung lebt, die Flagge dürfe nicht
un=
nötig entfaltet werden und jedenfalls nur dann, wenn
die Gewißheit vorhanden iſt, ſie verteidigen zu können.
Und die weiteren Ausführungen über dieſen Gedanken
zeigen mit noch größerer Deutlichkeit, daß das
Reichs=
oberhaupt jeder Abenteurerpolitik abhold iſt und ſich
von niemandem beeinfluſſen laſſen wird, ſeine
beſon=
nene Haltung in allen Fragen unſerer auswärtigen
Po=
litik aufzugeben.
Man darf wohl annehmen, daß der Kaiſer nicht ohne
Abſicht dieſe Ausführungen gemacht hat. Es iſt noch in
friſcher Erinnerung, wie die Reſerve, die ſich
Deutſch=
land in der Marokkofrage auferlegte, von manchen
Sei=
ten ſcharf kritiſiert wurde und wie es gewiſſe Kreiſe
be=
dauerten, daß wir nicht mit Frankreich einen Krieg um
Marokko begonnen haben. Auch unſer Maßhalten mit
den Rüſtungen zu Lande und zu Waſſer gehört hierher,
unbeſonnenes Drauflosrüſten wäre einer leichtſinnigen
Entfaltung der Flagge gleichzuachten, von der der
Kai=
ſer ſprach und die er verurteilte. Die Rede des Mon=
archen ſtellt ſich ſomit als eine bedeutſame Kundgebung
dar, die geeignet iſt, das Vertrauen in unſeren Kaiſer
weiter zu feſtigen und uns in der Gewißheit zu
beſtär=
ken, daß wir unter ſeiner Führung die friedlichen Wege
fortſetzen werden, die Deutſchland zu einer ſo großartigen
wirtſchaftlichen Entwickelung geführt haben.
Internationale Arbeiterſchutz=Konferenz
in London.
Bpt. Reber die Arbeitszeit in Induſtrien
mit ununterbrochenem Betrieb hat am 11.
und 12. d. M. in London eine internationale Konferenz
verhandelt, deren Verlauf und Ergebnis von einem
Teil=
nehmer, dem Berliner Privatdozenten Dr. W.
Zim=
mermann, in der Sozialen Praris ausführlich
geſchildert wird. Einberufen auf Grund früherer
Be=
ſchlüſſe der Internationalen Vereinigung für geſetzlichen
Arbeiterſchutz, war die Konferenz von 13
Landes=
abteilungen der Vereinigung, darunter ſämtliche
führenden Induſtrieſtaaten, mit 34 Delegierten
be=
ſchickt. Unter den Delegierten waren mehrere als
amt=
liche Vertreter der Regierungen ihrer Länder anweſend.
Die deutſche Delegation war vom vortragenden Rat im
Reichsamt des Innern, Geheimrat Dr. Lehmann und
vom Gewerberat Matthiolius=Bonn als
Spezialſachver=
ſtändigen begleitet.
Bei den Verhandlungen machte die Mitteilung, daß
die britiſche Hochofeninduſtrie zum größten Teil das
Dreiſchichtenſyſtem zu je acht Stunden nicht nur mit gutem
ſozialen Erfolge, ſondern auch ohne wirtſchaftliche
Ein=
buße bereits durchgeführt habe, beſonders Eindruck.
Das Gleiche war der Fall in bezug auf die Mitteilung
des Berichterſtatters für die Vereinigten
Staa=
ten: der Stahltruſt ſei zu dem Entſchluß gelangt, in
abſehbarer Zeit vom Zwölfſtunden=Schichtſyſtem zur
Achtſtundenſchicht überzugehen. Die deutſchen
Dele=
gierten führten aus, daß in der deutſchen Eiſeninduſtrie
die Ausſichten auf eine baldige freiwillige Einführung
des Achtſtundenſchichtſyſtems gering ſeien, daß aber der
geſetzliche Arbeiterſchutz nach der hygieniſchen Seite hin
allem Anſchein nach in den deutſchen Hüttenwerken beſſer
als in England und in Amerika gepflegt werde. Die
allgemeine Frage nach der beſten Schichteinteilung wurde
von der Konferenz zugunſten der Achtſtundenſchicht
be=
antwortet, obwohl man ſich den zumal von öſterreichiſcher
und von deutſcher Seite vorgebrachten Bedenken, daß die
Aufſtellung eines Ideals noch keinen Weg zu ſeiner
Ver=
wirklichung weiſe, was für die Arbeit der
Internatio=
nalen Vereinigung die Hauptaufgabe bleibe, nicht
ver=
ſchloß. Von dieſem allgemeinen Standpunkte aus hat
die Konferenz die Achtſtundenſchicht für die Arbeiter an
den Hochöfen und in den Hütten=, Stahl= und
Walzwer=
ken als in erſter Linie notwendig bezeichnet und die
In=
ternationale Vereinigung aufgefordert, die Regierungen
um die Einberufung einer internationalen Konferenz zu
bitten, die eine Verſtändigung über die Einführung der
Achtſtundenſchicht in der Eiſen= und Stahlinduſtrie
an=
ſtreben ſoll.
Außerdem einigte ſich die Konferenz auf den Beſchluß,
daß die nationalen Sektionen die Einführung des
Acht=
ſtundentages oder einer entſprechenden
Höchſtarbeits=
woche in ſolchen Induſtrien mit ununterbrochenem
Be=
triebe vorbereiten ſollen, in denen die Arbeitszeit
inner=
halb 24 Stunden 10 Stunden überſchreitet oder in denen
die Belegſchaften je mehr als 7 Arbeitsſchichten leiſten.
Für die Glasinduſtrie aber wurde anſtatt einer
be=
ſtimmten einheitlichen, täglichen Normalarbeitsſchicht
eine 56ſtündige Höchſtarbeitswoche und eine
ununter=
brochene wöchentliche Ruhepauſe von 24 Stunden
gefor=
dert. Es geſchah dies beſonders mit Rückſicht auf die
Darlegungen der deutſchen Delegierten, die eine
gleich=
mäßige Regelung der Arbeitszeit für die verſchiedenen
Funktionen im Glashüttenbetriebe als undurchführbar
erachteten.
Deutſches Reich.
Ob die Fahrt des Kaiſers nach den
finniſchen Schären von Kiel oder von Danzig
ausgeht, iſt noch nicht bekannt. In Kiel wird das kleine
Geſchwader formiert und ausgerüſtet, das die ruſſiſchen
Gewäſſer aufſucht. Man nimmt an, daß die „
Hohen=
zollern”, wie bei früheren Zuſammenkünften des Kaiſers
und des Zaren, außer dem „Sleipner” ein moderner
Panzerkrexzer und ein kleiner Turbinenkreuger begleiter.
— v. Kiderlen=Wächter. Der Wiener Neuen
Freien Preſſe zufolge wird der Staatsſekretär des
Aus=
wärtigen von Kiderlen=Wächter in Petersburg einen
Beſuch abſtatten.
— Unter den Kandidaten für den
ruſ=
ſiſchen Botſchafterpoſten in Berlin ſoll nach
der Petersburger Börſenzeitung der jetzige ruſſiſche
Vertreter in London Graf Benckendorff die beſten
Aus=
ſichten haben. Das Blatt verſichert nach einem
Privat=
telegramm des Berliner Tageblattes, daß deſſen
Ernen=
nung nahe bevorſtehe.
— Die Verkehrseinnahmen deutſcher
Eiſen=
bahnen betrugen im Mai 1912 nach der im
Reichseiſen=
bahnamt aufgeſtellten Ueberſicht im Perſonenverkehr
82 747232 Mk. (das iſt ein Mehr gegen das Vorjahr von
Mk. 15 994 136 im ganzen oder von 22.48 Proz. auf einen
Kilometer), im Güterverkehr 160 978115 Mark (das iſt
ein Mehr gegen das Vorjahr von 7990092 Mark im
ganzen oder von 3.90 Proz. auf einen Kilometer). Bei
Beurteilung des Ergebniſſes iſt die Lage des
Pfingſt=
feſtes in Betracht zu ziehen (1911 Juni, 1912 Mai).
Der bayeriſche Miniſterpräſident
Frhr. v. Hertling, der Mittwoch mittag kurz nach
12 Uhr in Begleitung des Geſandten Grafen von Moy
in Karlsruhe eintraf, wurde abends ½8 Uhr vom
Groß=
herzog in Audienz empfangen. Anſchließend fand um
8 Uhr bei dem Großherzogspaar im Palais Tafel ſtatt.
Nachmittags war Frhr. v. Hertling und Graf v. Moy
einer Einladung des Staatsminiſters Frhrn. v. Duſch
zur Frühſtückstafel gefolgt. Der Karlsruher Zeitung
zufolge hat der Großherzog dem bayeriſchen
Miniſter=
präſidenten Frhrn. v. Hertling das Großkreuz des
Or=
dens Bertholds I. verliehen,
— In der badiſchen Zweiten Kammer
legte Finanzminiſter Dr Reinbold den zweiten
Nach=
trag vom Staatsvoranſchlag für die Jahre 1912/13 vor.
Die beiden Jahre ſchließen mit einem Fehlbetrag von
6 259 693 Mark ab, wovon aus dem Ueberſchuß des
um=
laufenden Betriebsfonds 4572610 Mark gedeckt werden,
ſodaß ein Defizit von 1 687083 Mark verbleibt, das,
ſo=
weit Deckungsmittel nicht unmittelbar hierfür verfügbar
ſind, von der Amortiſationskaſſe zu übernehmen ſein
wird. Die Budgetperiode 1910/11, die bekanntlich als
eine ſchlechte galt, ſchloß mit einem Fehlbetrag von
1997456 Mark, ſodaß ſich der gegenwärtige Voranſchlag
von zirka 310000 Mark günſtiger ſtellt, wobei aber zu
berückſichtigen iſt, daß der vorliegende unter erner
Ver=
mehrung der Einnahme um 1787000 M. aus dem
Lotterie=
geſetz und dem Zuſchlag zur Kreiswirtſchaftsſteuer
zu=
ſtande kam. Der Reinertrag der Eiſenbahnverwaltung
reduziert ſich um 1361900 Mark auf 29012000 Mark,
während ſich der Eiſenbahnbauaufwand um 632400 Mark
auf 64 182317 Mark erhöht. Der Miniſter betont, daß
auch in Zukunft in der Finanzgebarung äußerſte Vorſicht
geboten ſei, wenn auch die Finanzlage zu Bedenken
kei=
nen Anlaß gebe. Weitere Forderungen über den
gegen=
wärtigen Etat hinaus glaubt aber der Miniſter nicht
vertreten zu können.
Große Schiffahrtsſtraße Weſer=
Main. Prinz Ludwig von Bayern ſprach ſich in
ſeiner Eröffnungsrede zum Bamberger Schiffahrtshafen
in Gegenwart des Herzogs von Koburg=
Gotha und unter Bezugnahme auf deſſen beſonderes
Intereſſe für den Bau eines Werra=Main=Kanals
ab Hann.=Münden über Meiningen nach Bamberg als
der „kürzeſten und beſten Verbindung” von
Bremen bis Nürnberg und zur Donau unter allſeitiger
Zuſtimmung aus. Von Herrn Regierungsbaumeiſter
Contag=Berlin ließ der Prinz ſich den Plan zur
Ueberſchreitung der niedrigſten Waſſerſcheide zwiſchen
Nord= und Süddeutſchland (nur 310 Meter über dem
Meeresſpiegel) vorlegen und gab der Hoffnung auf
bal=
dige Ausführung im Zuſammenwirken der ſechs
beteilig=
ten Bundesſtaaten (Bremen, Preußen, Sachſen=Weimar=
Eiſenach, Sachſen=Meiningen, Sachſen=Koburg=Gotha und
Bayern) lebhaften Ausdruck. Der „Verein zur
Hebung der Fluß= und Kanalſchiffahrt
in Bayern” faßte im Beiſein des Prinzen Ludwig
auf Grund eines Berichtes des Landtagsabgeordneten
Dr. Wendlandt=Berlin über eine Weſer=Main=
Ver=
bindung auf Antrag des „Vereins zur
Schiffbar=
machung der Werra” einſtimmig den Beſchluß, in
Anbetracht der hohen wirtſchaftlichen.
militäriſchen und politiſchen Bedeutung
die Schaffung einer Großſchäffahrts=
Seite Be
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Inni 1912.
Nummer 1.
ſtraße zur Verbindung von Weſer=Werra
mit dem Main nach Kräften zu fördern.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Wehrvorlagen im
Abgeordneten=
hauſe. Der Berichterſtatter Dr. Sommer verwies in
der Einleitung der Verhandlung über die Wehrvorlagen
darauf, daß Oeſterreich=Ungarn 1914, wo das Geſetz in
Wirkſamkeit treten werde, vor der Erneuerung der
Bündnisverträge ſtehen werde, alſo vor hochpolitiſchen
Aktionen, wobei nicht bloß die Sympathien und
Anti=
pathien, ſondern in erſter Linie die realen Grundlagen
der Wehrmacht der einzelnen Staaten eine große Rolle
ſpielen. Er zweifle nicht, daß auch im Jahre 1914 wie
heute in Oeſterreich=Ungarn die Meinung allgemein ſein
werde, daß die Sicherheit des Staates nur an der Seite
Deutſchlands verbürgt ſei. Die Lebensnotwendigkeiten
der beiden Staaten zwinge beide ſchon heute zu einer
entſprechenden Ausgeſtaltung der Wehrmacht. Während
dies in Deutſchland mit einer Vornehmheit und
Selbſt=
verſtändlichkeit geſchehe, wie dort große politiſche
Aktio=
nen immer zu geſchehen pflegten, könne dies hier nur
unter ſchweren Erſchütterungen und großen Schmerzen
geſchehen. Er empfahl, die Beratung zu beginnen. Dr.
Groß erklärte, der deutſche Nationalverband werde für
die Vorlage ſtimmen, da durch ſie die Armee ſehr
ge=
ſtärkt — und anderſeits der Bevölkerung zahlreiche
Er=
leichterungen durch die zweijährige Dienſtzeit gewährt
würden. Lange genug ſei die notwendige Entwickelung
der Armee hinausgeſchoben worden. Hauptſächlich
in=
folge der Verwickelungen in der anderen Reichshälfte
Nicht allein aus Selbſterhaltungstrieb müßte für die
Entwickelung des Heeres vorgeſorgt werden, es ſei auch
dem Bundesgenoſſen, dem Deutſchen Reiche gegenüber
eine Dankespflicht zu erfüllen. (Lebhafter Beifall.) Redner
fuhr fort: Wir haben die Bündnispflicht zu erfüllen,
weil wir nicht beanſpruchen können, ein Bundesgenoſſe
eines ſtarken Reiches zu ſein, wenn wir nicht erſtreben,
die gleichen Kräfte, die er zur Verfügung ſtellt, auch zur
Verfügung zu ſtellen. Wir haben die Dankespflicht
ab=
zutragen für die tatkräftige Unterſtützung, die uns das
Deutſche Reich und ſein Kaiſer in ſchweren Tagen
ge=
währt hat. (Lebhafter Beifall.)
Der einheitliche Tſcheſchenkliub, dem
ſämtliche 83 bürgerlichen Tſchechen angehören, beſchloß
mit 41 gegen 22 Stimmen, für die Wehrvorlagen zu
ſtimmen und lehnte mit 39 gegen 17 Stimmen den
An=
trag der Tſchechiſch=Radikalen auf Ablehnung ab. Die
einheitlichen Klubs der Tſchechiſch=Radikalen erklärten
ihren Austritt aus dem Klub.
Frankreich.
Marinegeiſtliche. Der konſervative
Abgeord=
nete de Lavrignais teilte unter Hinweis auf die zumeiſt
der ſtrenggläubigen Bretagne angehörigen Opſer des
„Vendémiaire” dem Marineminiſter mit, daß er bei der
Beratung des Marinebudgets den Antrag auf
Wieder=
anſtellung der Marinegeiſtlichen einbringen werde.
Rußland.
Eine neue Flotte. Auf der Tagesordnung der
Reichsduma ſſtand die Geſetzesvorlage, betreffend das
Schiffsbauprogramm. Der Referent der Kommiſſion für
die Landesverteidigung, Chwaſchtſchinsky, erklärte, die
geforderten 502 Millionen ſeien für folgenden Bedarf
notwendig. Für den Bau einer Kriegsflotte 392
Milli=
onen Rubel. Dieſe Flotte ſoll umfaſſen: vier
Panzer=
kreuzer mit Geſamtkoſten von 182 Millionen, acht leichte
Kreuzer, davon vier für das baltiſche Meer, zwei für das
Schwarze Meer und zwei für den Stillen Ozean, ferner
36 Torpedobootszerſtörer für die baltiſche Flotte mit
einem Koſtenaufwand von 92 Millionen, 18 Unterſeeboote
davon 12 für die baltiſche Flotte, ſechs für den Stillen
Ozean mit einem Koſtenaufwand von 33 Millionen.
Außerdem ſeien erforderlich 16400000 Rubel für
Hilfs=
ſchiffe, 13 133 000 Rub. für ſchwimmende Hafeneinrichtungen
70 900000 Rubel für den Ausbau der Häfen Reval,
Kron=
ſtadt, Sweaborg, Sebaſtopol, Nikolajewsk und
Wladi=
woſtok. Der geſamte Hafenbau erfordert 112 Millionen
und wird 1923 abgeſchloſſen ſein. Von den für das
be=
ſtehende Quinquenat geforderten 70900000 Rubel
ent=
fallen 40 Millionen auf den Hafen von Reval, außerdem
ſind für die Erweiterung und Vervollkommnung der
bal=
tiſchen Admiralitäts=Schiffswerften 10654000
Ru=
bel erforderlich. In das Budget des
Quin=
quenats ſollen eingetragen werden für 1913 114
Millio=
nen, für die folgenden Jahre je 101 Millionen, für 1917
82 Millionen. Aus den für 1912 bewilligten Summen
ſollen 15 Millionen für den Beginn der Schiffsbauten
Verwendung finden. Es iſt geplant, in der Oſtſee eine
neue Operationsbaſis zu ſchaffen, was bis 1923 70
Milli=
onen erforderlich macht. Eine zweitklaſſige Baſis für
kleinere Schiffe ſoll Sweaborg bilden. Der Referent wies
darauf hin, daß die Reichskaſſe den Anforderungen der
Landesverteidigung durchaus gewachſen ſei und die
ver=
langten Summen ohne Staatsanleihen gedeckt werden
könnten. Weiter benötige das Marineminiſterium 783
Millionen zur Vollendung der im Bau begriffenen
Schiffe und laufende Ausgaben. Die Geſamtſumme
werde ſich im Quinquenat auf 1285 Millionen belaufen.
Am Schluſſe forderte der Referent die Duma auf,
auch das Schiffsbauprogramm anzunehmen. Sie werde
damit eine Pflicht gegen das Vaterland und das erlauchte
Oberhaupt der ruſſiſchen Kriegsmacht erfüllen.
Milju=
kow erklärte, die Kadettenpartei ſei nicht grundſätzlich
gegen die Flotte, wohl aber gegen die Ausdehnung des
Flottenbauprogramms und gegen die Feſſelung der
Volksvertretung auf Jahre hinaus Die Furcht vor der
Möglichkeit eines deutſchen Ueberfalls ſei das Produkt
einer kranken Phantaſie. Die ruſſiſche Diplomatie ſtellte
in der letzten Zeit vielfach Ultimas, die Rußland durch
ſeine Macht nicht zu unterſtützen vermochte. Die aggreſſive
ruſſiſche Diplomatie werde nach der Annahme der
Marinevorlagen noch ungezwungener handeln. Die
Majorität, die das Flottenprogramm annehme, trage die
Verantwortlichkeit für die Möglichkeit eines nahen
Krieges.
Die Reichsduma nahm in geſchloſſener Sitzung die
Geſetzvorlage betreffend die Vergrößerung der
alljähr=
lichen Kreditanweiſungen des Marine=Etats für
Geheim=
ausgaben von 90000 auf 200000 Rubel an.
Serbien.
Miniſterkriſſe. Wegen der ſtürmiſchen Kritik
in der Begnadigung eines wegen Verführung
Verurteil=
ten nahm der Juſtizminiſter in Beantwortung einer
Interpellation im Parlament die Verantwortlichkeit für
dieſe Maßnahme auf ſich und reichte ſeine Entlaſſung ein.
Montenegro.
Miniſterwechſel. Das Kabinett Tomanowitſch
iſt zurückgetreten. Der König nahm den Rücktritt an
und beauftragte mit der neuen Kabinettsbildung
Gene=
ral Martinowitſch.
Marokko.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Marokko=Verhandlungen wird aus
Madrid neuerdings gemeldet, daß nun auch
in der Frage bezüglich der Stellung Tangers
Schwierig=
keiten aufgetaucht ſeien. Die ſpaniſche Regierung erhebe
jetzt den Anſpruch, daß die internationale Hafenſtadt
Tanger unter die Befugnis des Sultanvertreters des
ſpaniſchen Zone geſtellt werde und daß dieſer auch di
Zolleinnahmen einkaſſiere. Ferner verlangt das Ma
drider Kabinett, daß das neutrale Gebiet um Tanger zu
Gunſten der ſpaniſchen Zone auf ein Mindeſtmaß be
ſchränkt werde. Auch bezüglich des Gebietes von
Isni=
ferner in der Eiſenbahnfrage, in der Zollfrage und ir
der Angelegenheit betreffs der Stellung der ſpaniſchen
Franziskaner=Mönche fordere Spanien mehr als bisher
Die Hoffnung, daß die Verhandlungen einen raſcher
Verlauf nehmen werden, ſei nunmehr vollſtändig=
ge=
ſchwunden.
China,
Tangſchaoyi rüſtet ſich zur Abreiſe nach
Hong=
kong. Der Unterrichtsminiſter Tſaiyuenpai, ein Anhänd
ger Tangſchaoyis, iſt nach Tientſin abgereiſt. Man
nimm=
an, daß er nicht wieder zurückkehren wird. Weitere
Aus=
tritte aus dem Kabinett werden nicht erwartet.
Sämt=
liche übrige Kabinettsmitglieden haben beſchloſſen,
Juanſchikai zu unterſtützen. Man erörtert eifrig de
Frage, wer der nächſte Premierminiſter ſein wird. Eine
wachſende Gruppe begünſtigt die Ernennung Wuting
fangs, denn man glaubt, daß er ein ſtarkes Band zwi
ſchen Nord und Süd ſein werde. Dagegen drängt die
Nationalverſammlung auf Abſchaffung des Amtes des
Premierminiſters, das eine ſtete Quelle von Friktionen
geweſen ſei und die Machtbefugniſſe des Präſidenten
be=
ſchränke.
* Hamburg, 19. Juni. Der Kaiſer hatte
geſtern auf dem Dampfer „Viktoria Luiſe” nach dem
Diner eine lange Unterredung mit dem früheren
Chef=
konſtrukteur der britiſchen Marine, Sir William
White und dem Erbauer der „Titanic‟ Lord
Pirrie, über die aus der Kataſtrophe der „Titanic” für
die Schiffahrt zu ziehenden Konſequenzen.
* Wien, 19. Juni. Miniſterpräſident Graf
Stürgkh gab heute abend zu Ehren der Teilnehmer
des Berufsvormündertages im Parkhotel zu
Schönbrunn einen Teeabend. In Vertretung des
Mini=
ſterpräſidenten empfing der Miniſter des Innern Frhr.
von Heinold die Gäſte. Unter den Gäſten beſanden
ſich mehrere Miniſter, der deutſche Botſchafter v. Tſchirſchky
und der Botſchaftsrat Prinz zu Stolberg=
Werni=
gerode.
* Paris, 20. Juni. Auf der deutſchen Botſchaft
fand ein Empfangsabend ſtatt, zu dem ſich eine
ungewöhnlich große Zahl von Gäſten eingefunden hatten,
darunter die Infantin Eulalia, Großfürſt Paul mit=
Ge=
mahlin, Gräfin von Hohenfels, der Infant Louis
Fer=
nando, Miniſterpräſident Poincaré, Kriegsminiſter Mille
rand, Kolonialminiſter Lebrun, Senatspräſident Duboſſt
Kammerpräſident Deschanel, der frühere Miniſterpräſſ
dent Caillaux, Polizeipräfekt Lépine, das diplomatiſch
Korps und die ehemaligen Botſchafter Crozier und Graſ
d’Aulnay, ferner zahlreiche Mitglieder des franzöſiſchen
Adels, Angehörige von Kunſt= und Wiſſenſchaft und
Mit=
glieder der deutſchen Kolonie. Das Feſt verlief
äußerſt=
glanzvoll und in angeregteſter Stimmung.
* London 19. Juni. Der Marineminiſter=
Churchill gab in der Admiralität zu Ehren der deutſchen=
Delegierten der Internationalen
funkentele=
graphiſchen Konferenz einen Empfang, zu dem
luch die Mitglieder der Regierung, ſowie die höheren
Beamten der Admiralität und des Kriegsamts erſchienen,
Swakopmund 19. Juni. Der Staatsſekretäu
im Kolonialamt Dr. Solf iſt hier angekommen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 21. Juni.
Vom Landesmuſeum.
D In der geologiſch=mineraldgiſchen Abteilung ſind
jetzt wieder mehrere Gegenſtände von allgemeinerem
Intereſſe neu aufgeſtellt worden. 1. In Saal IDein
geologiſch koloriertes Relief des Albaner Gebirges oder
Die Bedeutung der neuen pompejaniſchen
Wändgemälde.
OD Vor einiger Zeit unternahm der Inhaber eines
bekannten Hotels in Pompeji, Aurelio Item, mit
Erlaub=
nis der Regierung, aber auf eigene Koſten und Gefahr,
Ausgrabungen auf einem Grundſtück nordweſtlich von der
begrabenen Stadt und hatte das Glück, auf eine ſchöne
Villa zu ſtoßen, in der augenſcheinlich ein reicher römiſcher
Herr die Sommermonate verlebt hatte. Bald ging die
Kunde durch die Welt, daß ſich im Speiſeſaale dieſes
Landhauſes herrliche Wandgemälde gefunden hätten.
Seitdem iſt es um dieſe Entdeckung wieder ſtill
gewor=
den. Von der Villa iſt etwa nur ein Drittel ausgegraben;
der Staat aber trat in Verhandlungen mit dem Beſitzer
um den Grund und Boden zu erwerben und ſo die
koſt=
haren Kunſtwerke zu ſeinem Eigentum zu machen.
Wäh=
rend dieſer geſchäftlichen Beſprechungen, die ſich
gewöhn=
lich unendlich lange hinziehen, da die Regierung einen
möglichſt geringen Preis zahlen will, ruhen die
Grabun=
gen und niemandem iſt der Zutritt zu der Villa geſtattet.
Da man ſich auf gütlichem Wege nicht einigen konnte,
ſchwebt gegenwärtig ein Prozeß, und ſo wird wohl der
Reſt der Villa noch lange in der Erde ſchlummern müſſen
und die Herrlichkeiten antiker Kunſt, die bereits das Licht
des Tages wieder erblickt haben, werden der
Oeffentlich=
keit unzugänglich bleiben. Unter den Wenigen, die
bis=
her die Schätze genauer beſichtigen und ſtudieren konnten.
befand ſich der ausgezeichnete deutſche Archäologe Prof.
Paul Hartwig, der in einem Aufſatz des Seientific
American die Wandgemälde zum erſten Male beſchreibt
und ihre hohe Bedeutung für unſere Kenntnis der
klaſſi=
ſchen Malerei darlegt. Es ſind bisher einige kleine
Wohnräume eine ſehr große Küche mit Nebengelaß und
ein Teil des von doriſchen Säulen getragenen Periſtyls
aufgedeckt; außerdem ein Teil der ebenfalls mit Säulen
geſchmückten Terraſſe, die einen herrlichen Blick nach dem
Meer hat, und der große, acht Meter lange und acht Meter
breite Speiſeſaal, der die Malereien enthält. Man
be=
tritt dieſe Halle von der Terraſſe aus durch eine breite
Tür und ſteht nun unter der hohen, gewölbten, gut
erhal=
tenen Stuckdecke inmitten der leuchtenden Pracht
herr=
licher Fiarges, Die rechte Wand iß in der Mitte von
einer vier oder fünf Meter hohen Oeffnung durchbrochen,
die augenſcheinlich zur Ventilation des Eßſaales diente.
Dieſe fenſterartige Oeffnung führt zu einem Korridor, der
wahrſcheinlich durch eine Portiere abgeſchloſſen war.
Die Gemälde befinden ſich auf zwei kleinen Flächen
rechts und links vom Eingang, dann auf der durch keine
Oeffnung unterbrochenen linken Wand die dem Eingang
in ihrer ganzen Ausdehnung gegenüberliegt, und auf zwei
Flächen rechts und links von der Oeffnung an der rechten
Wand, von denen jede etwa zwei Meter breit iſt. Der
untere Teil der ganzen Wandfläche iſt etwa einen Meter
breit mit einem farbigen Streifen bedeckt, und darüber
ſind nun die Bilder gemalt, die zwei Meter hoch ſind,
ſo daß die Knie der Figuren mit dem Kopf eines
ſtehen=
den Mannes in gleicher Höhe erſcheinen. Ueber den
Ge=
mälden führt ein Fries von reichen Inkruſtationen aus
bemaltem Marmor rund um den Raum an der Decke.
Der untere Streifen und der Fries ſind in dunklen Farben
gehalten, bei denen Schwarz dominiert. Die
Umriß=
linien der Figuren ſtehen in einem ſtarken farbigen
Ge=
genſatz zu den Gemälden; ſie leuchten faſt feurig in einem
tiefen Terrakotta=Rot. Die einzelnen Felder werden
durch eine Scheinarchitektur von vierzehn anmutigen
Pi=
laſtern in grünlicher Farbe umrahmt, die ſich aber in
keiner Weiſe hervordrängen, ſondern nur die
Gruppier=
ung der Geſtalten erleichtern. Die Bilder ſind
ungewöhn=
lich gut erhalten; nur an einer einzigen Stelle, in der
Mitte der langen Wand iſt ein ſchwerer Schaden; ſonſt
leuchten ſie in ihren glänzenden Farben mit ſiegreicher
Friſche hernieder und bieten einen überwältigenden
Ein=
druck von der Pracht antiker Malerei. Der Schwerpunkt
der ganzen Dekoration liegt natürlich in der großen
Wand, die wie ein Tryptichon drei verſchiedene
Figuren=
gruppen enthält. In der Mitte zeigt ſich uns ein junger,
nackter Gott, der im Schoße einer bekleideten Frau liegt.
Es iſt unzweifelhaft der ermüdete Dionyſos, der
Tyrſos=
ſtab und Sandalen abgelegt und hier Ruhe gefunden hat.
Die Frau, die ihn mütterlich umfängt, iſt wahrſcheinlich
Demeter, hinter der noch dienende Frauen ſtehen. Doch iſt
hier die beſchädigte Stelle, ſo daß wenig zu erkennen iſt.
Rechts von dieſem Bild kniet eine matronenhafte
Frauen=
geſtalt, die ein Tuch von einem Gegenſtand lüftet und
da=
mit eine jener myſtiſchen Zeremonien vollbringt, die den
Kult der Demeter auszeichneten. Sie wendet ſich mit=
ihrem Opfer zu einer wundervollen Gruppe von fünf weibe
lichen Figuren, deren Körper die reife Schönheit antiker
Kunſt atmen und deren zarte Anmut der Bewegungenan
Boticelli gemahnt. Eine ſitzende Frau tröſtet ein junges
Mädchen, das Kopf und Arme in ihrem Schoß verbir
Davor ſteht eine geflügelte Frau, mit goldenen Schuhel,
einen violetten Schleier umgeſchlungen, deren große
ſchwarze Flügel den roten Hintergrund des Bildes
ſchatten.
Der lichte Fleiſchton, erhöht durch das Wallen gele
Schleier, läßt zwei andere weibliche Figuren ahnen.
der größeren Fläche an der Fenſteröffnung iſt die Toilete
eines Mädchens dargeſtellt, der ein geflügelter Knabe
einen Spiegel vorhält und die wohl zum Dienſt der
De=
meter bräutlich geſchmückt wird; die ſchmalere Fläche auf
der anderen Seite nimmt wieder ein geflügelter Knabe
ein. Die linke Seite der Hauptwand nimmt eine Gruppe
von fünf männlichen Figuren ein: es iſt ein dicker Silen,
von jungen Satyrn umgeben. Die anderen Bilder zeigen
eine thronende Frau, dann eine entzückende Gruppe von
Opfernden und Gebete Leſenden und eine Gruppe von
reich bewegten Mänaden, von denen eine Geſtalt eine
Nachahmung einer der Töchter der Niobiden iſt. Der
Vor=
ſtellungskreis der Darſtellungen bewegt ſich augenſcheinlich
in den Symbolen und Formen des Demeter=Kultes. Was
aber dieſen Kunſtwerken ihren unbeſchreiblichen Reiz
ver=
leiht das iſt die zarte und ſeeliſch intime Realiſtik der
Darſtellung, die den Gedanken aufdrängt es müſſen hier
Porträts gegeben ſein. Während aber ſonſt die
pompe=
janiſchen Bildniſſe mit ihren weitgeöffneten ſtarren Augen
aus einer anderen Welt zu kommen ſcheinen, haben dieſe
Geſtalten einen lieblichen Zug irdiſcher Natürlichkeit. Ihr
Ausdruck zeigt eine große Feinheit und Beſeeltheit, ihre
koſtbar beringten, wundervoll geformten Hände haben ſo
ſprechende Bewegungen, daß ſie an die Kunſt Leonardos
im Abendmahl erinnern. Vielleicht hat der Künſtler die
Bewohner dieſer großen und ſchönen Villa ſelbſt zu
Mo=
dellen genommen, um in ihrem Bilde die Heiligkeit des
alten Kultes darzuſtellen. Die Technik, in der die Werke
ausgeführt ſind, iſt die bekannte Wachsmalerei der Antike,
auf einen trockenen, glatten und ſoliden Untergrund mit
einem heißen Inſtrument aufgetragen.
Nummer 144.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Juni 1912.
Seite 3.
es Vulcano Laziale bei Rom, einer typiſchen
Vulkan=
indſchaft. Dasſelbe hat neben dem geologiſchen Relief
es Veſuvs Aufſtellung gefunden, damit der Beſchauer
ie Möglichkeit hat, die beiden Vulkane, deren
geolo=
iſcher Aufbau viel Aehnlichkeit aufweiſt, miteinander zu
ergleichen. Im übrigen ſei auf den gleichlautenden
Ar=
kel des Verfaſſers in dieſem Blatte verwieſen. 2. An
en Pfeilern hinter der Eingangshalle die Blattabdrücke
weier foſſiler Palmen. Das größere, in Rahmen
be=
ndliche Stück, zeigt den faſt 1,50 Meter langen Wedel
iner Fiederpalme, Phoenieites veronensis, das aus den
ocänen Kalken des Monte Bolca bei Verona (
Ober=
ſtalien) ſtammt, das kleinere gegenüber, das 70
Zenti=
ter hohe, noch nicht ganz entfaltete Blatt einer
Fächer=
alme, Sabal major, aus dem oligocänen
Blätterſand=
ein von Münzenberg in der Wetterau. 3. Im Aufſatz
on Schrank 40 im palaeontologiſchen Saal (Nordſeite)
er bis zu den Augenhöhlen vorzüglich erhaltene Schädel
ines Krokodiles aus der Braunkohle von Meſſel bei
armſtadt. Er gehört dem Alligator Darwini an und iſt
er größte Kopf, der bisher dort gefunden wurde, mißt
Urdoch ohne Hinterhaupt 40 Zentimeter und ein einzelner
fangzahn 8 Zentimeter, was auf ein Tier von ungefähr
½ Meter Länge ſchließen läßt. Der Schädel iſt aus
ielen Stücken wieder zuſammengeſetzt und am rechten
berkiefer iſt der äußere Teil nicht angefügt, um die
jarakteriſtiſche Einfügung der Zähne in Alveolen
ſicht=
ar zu laſſen. Der Fund wurde ſchon im Jahre 1886
emacht und von dem Direktor der Gewerkſchaft Meſſel,
derrn Dr. Spiegel dahier, dem Muſeum als Geſchenk
berwieſen.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
erzogin empfingen am Mittwoch vormittag im
keſidenzſchloß Frau Staatsminiſter Dr. Ewald Exz.,
rau Staatsminiſter Rothe Exz., den Geheimerat Beſt,
wie die Majore Ritter und Edler von Braun und
Frei=
errn von Preuſchen im Infanterie=Leibregiment „
Groß=
erzogin‟ Nr. 117. (Darmſt. Ztg.)
Erlaubnis zur Annahme von Ordeu. Se
önigl. Hoheit der Großherzog haben dem
Vor=
tagenden Rat im Miniſterium des Innern, Abteilung
ir öffentliche Geſundheitspflege, Geheimen
Ober=
tedizinalrat Profeſſor Dr. Lorenz zu Darmſtadt die
rlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von
pr. Maj. dem deutſchen Kaiſer und König von Preußen
erliehenen Roten Adlerordens III. Klaſſe erteilt.
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
erzog den Bildhauer Albert Burghardt zum
Haupt=
hrer und Dirigenten der Fachſchule für
Elfenbein=
hnitzerei und verwandte Gewerbe zu Erbach.
* Militärdienſtnachricht. Geppert (Ernſt),
Ober=
eutnant im Feldartillerie=Regiment Nr. 61, zum Beſuch
es I. (89.) Lehrgangs der Feldartillerie=Schießſchule
ommandiert.
* Die Betriebseinnahmen der Preußiſch=
Heſ=
ſchen Staatseiſenbahnen im Mai 1912 betrugen
egenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im
Per=
onenverkehr 12,4 Millionen Mark — 24,235 v. H.,
m Güterverkehr 7,3 Millionen Mark — 6,07 v. H.,
nsgeſamt mit Einſchluß der Mehreinnahmen aus
onſtigen Quellen 20,2 Millionen Mark — 11,07 v. H.
nehr. Bei der Beurteilung der Ergebniſſe iſt zu
berück=
ichtigen, daß das Pfingſtfeſt 1912 in den Mai (1911 aber
n den Juni) gefallen iſt.
* Ueberlandzentrale. Am Dienstag fand auf
Ein=
adung Großh. Kreisamts Darmſtadt im Sitzungsſaal
es Kreis= und Provinzialausſchuſſes eine Verſammlung
er Vertreter der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktiengefellſchaft
nd der Gemeinden des Kreiſes Darmſtadt, ſoweit ſie
och kein eigenes Elektrizitätswerk beſitzen (im ganzen
2 Gemeinden), ſtatt. Der dieſen Gemeinden von der
beſellſchaft zugeſandte, vom Kreisamte geprüfte Vertrag
degen des Anſchluſſes an das Darmſtädter Werk wurde
utgeheißen. Einige kleinere Anſtände fanden durch die
lusſprache ihre Erledigung. Im Kreiſe Dieburg haben
benfalls eine größere Anzahl von Gemeinden den
An=
chluß an die Ueberlandzentrale bereits beſchloſſen.
* Flugpoſt am Rhein und Main. Die Flugpoſt iſt,
vie bekannt, bis Sonntag, den 23. Juni, verlängert.
Alle Luftpoſtkarten, die bis Samstag abend 12 Uhr in
den Briefkaſten kommen, werden in der nächſten Woche,
vorausſichtlich am Montag, durch die Luft befördert und
ils Luftpoſtkarten geſtempelt. Der letzte Flug des „
Gel=
den Hund” findet Samstag ſtatt. Er kommt Samstag
rüh an und fliegt abends zurück. Die am Sonntag
auf=
gegebenen „Gelben Hunde” können nicht mehr durch
Flug=
zeug befördert werden, ſondern werden ausnahmsweiſe
dem Poſtſchiff mitgegeben.
Ausſtellung. In der Bilderauskage der
Hofbuch=
handlung Waitz in der Eliſabethenſtraße iſt zurzeit eine
Kollektion Aquarelle von dem einheimiſchen Künſtler
Profeſſor Dr. Phil. Brückel ausgeſtellt. Mehrere der
hübſchen Arbeiten ſind nach Motiven aus unſerer Gegend
entſtanden. Reizvolle Szenerien aus der Nähe von
Klin=
genberg, Roßdorf, Ziegelbuſch (Mondaufgang und
Abend) aus Darmſtadt ſelbſt, darunter der Schnampelweg
Ginſterweg und dergleichen. Die Bilder ſind meiſt in
lebhaftem, friſchen und farbenfrohen Kolorit gehalten
und treffen in dieſem meiſt mit beſtem Erfolg das
Cha=
rakteriſtikum der Waſſerfarben. Sie zeugen gleichzeitig
von in ſich gefeſtigter Naturbeobachtung und von
ausge=
prägtem Farbenſinn. Sie ſind nicht alle künſtleriſch
gleich=
wertig und es ſcheint, als ſeien die Bilder aus Italien,
meiſt aus der Gegend bei Mentone, Lugano, Kap Martin
und vor allem ein ungemein reizvolles Bild „Oliven von
St. Anunciata” künſtleriſch reifer. Sie wirken, da ſie
vor der Natur ſelbſt erſtanden, unmittelbar und ſind zum
Teil ganz entzückende kleine Kunſtwerke, in denen ſicheres
techniſches Können mit vornehmem Künſtlertum gepaart,
die Landſchaft erſchaut und wohl naturaliſtiſch, aber in
eigener ſympathiſcher Auffaſſung und in wirkungsvollen
Bildausſchnitten feſtgehalten hat
* In der Elizabeth Duncan=Schule findet
Samstag das Sommerfeſt ſtatt, zu dem die Mitglieder
des Komitees, des Patronats und des Vereins, die
Förderer der Schule und zahlreiche hervorragende
Per=
ſönlichkeiten Deutſchlands und des Auslandes geladen
ſind. Sonntag vormittag werden die Mitglieder des
Komitees ſich zu einer Sitzung verſammeln und
nach=
mittag einer Einladung Ihrer Königlichen Hoheiten ins
Neue Palais Folge leiſten. Den Feſtteilnehmern wird
die in einigen Wochen im Verlage Eugen Diederichs,
Jena, erſcheinende, von der Hofbuchdruckerei H.
Hoh=
mann, Darmſtadt, gedruckte und vornehm ausgeſtattete
Broſchüre und Feſtſchrift als Geſchenk überreicht.
A Beſichtigung des Krankenhauſes. Geſtern
nachmit=
tag hat eine Beſichtigung des Städt. Krankenhauſes durch die
Stadtverordneten ſtattgefunden. Bekanntlich wird
die Erweiterung und der Ausbau des Krankenhauſes auf
Grund des kürzlich erfolgten Beſchluſſes der
Stadtver=
ordnetenverſammlung nunmehr fortgeſetzt durch Umbau
des Haupteingangs Unterbringung der Apotheke, der
pathologiſchen Abteilung und der Schweſternzimmer,
Her=
richtung von Dienſtwohnungen, Erweiterung der
Keſſel=
anlage durch Aufſtellung zweier neuer Dampfkeſſel uſw.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vergl. Nr 119
dieſes Blattes vom 22. Mai.) Der verfloſſene Mai
ver=
diente die Bezeichnung „Wonnemonat” nur mit
Ein=
ſchränkungen, da unvermittelter Wechſel zwiſchen warmen
und kalten Tagen ſich häufig bemerkbar machte. Im
all=
gemeinen war jedoch der Monat gegenüber dem
lang=
jährigen Durchſchnitt nicht unerheblich zu warm. Das
Mittel der Temperatur ſchwankte zwiſchen 15,1 Grad
Celſius in Mainz und 11,9 in Lauterbach (Darmſtadt:
14,6). Den höchſten Thermometerſtand hatte diesmal
Alzey mit 30,5 Grad am 12. zu verzeichnen, an welchem
Tag ein ſtürmiſcher Südweſt im ganzen Lande
ungewöhn=
lich hohe Temperaturen mit ſich brachte. Selbſt Schotten
und Neunkirchen wieſen damals Werte von 27,1 Grad auf.
Die tiefſten Thermometerſtände fielen faſt durchgängig
auf den 2. Dabei ergibt ſich zwiſchen Mainz mit 2,2 und
Lauterbach mit — 6,7 Grad der gewaltige Unterſchied
von faſt 9 Graden. Die Bewölkung entſprach im
allge=
meinen der Jahreszeit. Die Gegenſätze bilden hier
Lau=
terbach mit 69 und Darmſtadt mit 56 Prozent.
Sommer=
tage fehlten nur in Neunkirchen, während Mainz als
wärmſte Station 5 notierte (Darmſtadt: 4). Froſttage
wies Lauterbach als kälteſte Station 4 auf, wogegen
Darmſtadt, Mainz, Worms und merkwürdigerweiſe auch
Neunkirchen froſtfrei blieben. Die Niederſchlagsmengen
richteten ſich im allgemeinen nach der Gewitterhäufigkeit.
Am regenreichſten war der Felsberg mit 114,7 Millimeter,
am trockenſten Mainz mit nur 22.1. In Darmſtadt
wur=
den 42,5 Millimeter gemeſſen, alſo nur zwei Drittel des
Durchſchnitts. Schneefälle wurden ſelbſt in den
Gebir=
gen nicht mehr beobachtet und auch Hagelfälle gehörten
zu den Seltenheiten. Der Waſſerſtand des Rheins und
Mains blieb abermals erheblich hinter dem
ſechzigjähri=
gen Maidurchſchnitt zurück.
* Die Rentenanſtalt und Lebensverſicherungsbank zu
Darmſtadt, die unter dem Protektorat Sr. Kgl. Hoheit
des Großherzogs Ernſt Ludwig von Heſſen und bei Rhein
ſteht, gibt ſoeben ihren 68. Rechenſchaftsbericht
für das Jahr 1911 heraus, aus dem wir Folgendes
ent=
nehmen: Die Anzahl der Rentenverſicherten für ſteigende
Renten betrug zu Ende des Jahres 1910 6458 Mitglieder
mit 12 407 Einlagen, Ende 1910 6437 Mitglieder mit 12645
Einlagen. Der Vermögensſtand der Rentenverſicherten
beträgt: Ende 1911 a) im Rentenkapitalienfonds 3 240 565
Mark 88 Pfg., b) im Kapitalauflöſungsfonds 592 452 Mk.
28 Pfg., c) im Reſervefonds 273 728 Mark 97 Pfg.; im
ganzen mithin4 106 747 Mark 13 Pfg. Das Einlagekapital
der in 1911 abgegangenen 183 Rentenverſicherten mit 314
Einlagen betrug 108 135 Mark 38 Pfg., wovon die
ſtatu=
tenmäßige Rückvergütung gewährt wurde mit 1196,46 Mk.,
und der Reſt den überlebenden Mitgliedern der
betreffen=
den Altersklaſſen und Jahresgeſellſchaften erblich
anheim=
gefallen iſt mit 106 938 Mark 92 Pfg. Von dieſem
Erban=
fall kommen im Jahre 1912 101694 Mk. 18 Pfg. zur
Ver=
teilung, während der Betrag von 5244 Mk. 74 Pfg. in
dem oben erwähnten Reſervefonds zu verbleiben hat.
Auf die vollen Einlagen wurden für 1911 bar ausbezahlt
reſp. zurückgeſtellt im ganzen 224452 Mark 80 Pfg. Bei
der Depoſitenkaſſe betrug die Summe der hinterlegten
Gelder Ende 1910 397210 Mk. 57 Pfg., Ende 1911 338 484
Mark 31 Pfg. Der Beſtand der Lebensverſicherungen auf
den Todesfall zu Ende 1910 betrug 4432 Perſonen mit
14053 685 Mark 66 Pfg.; Zugang im Jahre 1911 469
Per=
ſonen mit 1445 200 Mark, ſo daß im ganzen verſichert
waren 4901 Perſonen mit 15 498885 Mark 66 Pfg.
Hier=
von ſind ausgeſchieden zuſammen 211 Perſonen mit
689 442 Mark 92 Pfg., ſo daß der Beſtand Ende 1911 4699
Perſonen mit 14809 442 Mark 74 Pfg. betrug. Der Stand
der Ausſteuer= und Alters=Verſicherungen am 31.
Dezem=
ber 1910 betrug 69 Perſonen mit 101470 Mark, der
Be=
ſtand am 31. Dezember 1911 60 Perſonen mit 88070 Mark
Verſicherungskapital. Die Leibrenten=Verſicherungen
be=
trugen Ende 1910 350 Polizen für 230 Perſonen mit 89535
Mark 10 Pfg. Jahresrente, Ende 1911 347 Polizen für 229
Perſonen mit 90 294 Mark 86 Pfg. Der
Ueber=
ſchuß aus dem Jahre 1911 beträgt im ganzen 134 445
Mark 94 Pfg. Den Rentenverſicherten ſind von dieſem
Ueberſchuß 32020 Mk. 86 Pfg. zu überweiſen, während
für die mit Gewinnanteil Verſicherten der Betrag von
102 425,08 Mark der Dividendenreſerve zuzuführen iſt.
An die mit Teilnahme am Geſchäftsgewinn Verſicherten
gelangen für das Jahr 1913 23 Prozent ihrer
Jahres=
prämien als Dividende zur Verteilung. Der Anteil der
Rentenverſicherten von 32020 Mark 86 Pfg. iſt der
Ge=
winnreſerve zuzuweiſen und gemäß der Satzung 5 Jahre
lang als Sicherheitsfonds zu reſervieren und dann dem
Reſervefonds der Rentenverſicherten zu überweiſen. Im
ganzen belaufen ſich hiernach die als beſondere
Sicher=
heitsfonds zurückgeſtellten Gewinnreſerven auf 145975,06
Mark und die Dividendenreſerve für die mit
Gewinnan=
teil Verſicherten auf 253 540,15 Mark. Das geſamte
Ver=
mögen der Anſtalt (gleich dem Guthaben der einzelnen
Fonds) belief ſich Ende 4911 auf 10545353 Mark 17 Pfg.
Der geſamte Zinsertrag des Vermögens
be=
trug 415772 Mark 15 Pfg. Der durchſchnittliche Zinsfuß
des geſamten verzinslich angelegten Kapitalvermögens
betrug im Jahre 1911 4,11 Prozent. Die Koſten für
die Verwaltung, Agenturproviſionen, Organiſation
und Steuern haben im Jahre 1911 im ganzen 124192 Mk.
57 Pfg. — 1,18 Prozent des geſamten Vermögens der
An=
ſtalt, betragen.
A Ein neues Geſchäftshaus. Soeben findet die Nie
derlegung des Schloſſerſchen Hauſes am Marktplatz ſtatt
Auf dem Platze ſoll demnächſt ein modernes Geſchäftshaus
entſtehen. Die Firma Kaſpar Schloſſer war eines der
älteſten und angeſehenſten Geſchäfte der Tertilbranche in
unſerer Stadt.
* Der „Darmſtädter Ausſchuß für Hebung des
Kinematographenweſens” veranſtaltet am Mittwoch,
den 26. Juni. wieder Schülervorführungen im
Reſidenz=
theater am Wißen Turm. Die Programmnummern
ſind derart ausgewählt, daß ein Abendbeſuch auch
Er=
wachſenen empfohlen werden kann.
* Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht
„Ornis” hielt ſeine Monatsverſammlung ab, die der
1. Vorſitzende, Herr Schömer, mit Begrüßung der
er=
ſchienenen Mitglieder eröffnete. Die verleſenen
Nieder=
ſchriften wurden nicht beanſtandet. Die vorläufige
Feſt=
ſtellung des diesjährigen Zuchtergebniſſes ergab
höchſt=
erfreuliche Zahlen. Sind doch bis jetzt rund 850 Hühner,
65 Enten, 30 Gänſe, 25 Puten und 220 Tauben gezüchtet.
Der 1. Vorſitzende bemerkte hierzu, daß in dieſem Jahre
die höchſte Zahl an Fußringen (Klubringen) ſeit
Be=
ſtehen des Vereins ausgegeben worden ſeien. Gewiß
ein glänzender Beweis von dem Züchterfleiß der
„Ornis”=Mitglieder. Wegen der Kürze der Zeit mußte
der Vortrag über rationelle Geflügelzucht zurückgeſtellt
werden. Nach einer kurzen Schilderung der am letzten
Sonntag in Eberſtadt abgehaltenen Geflügel= und
Kaninchenausſtellung wurde ein erſtklaſſiger Stamm
Jas ſechſte Deutſche Bachfeſt in Breslau.
II.
Die ſchwere Wucht der großen Kantaten beim erſten
Orcheſter= und Kirchenkonzert machte am abſchließenden
Abend der heiteren Muſe des genialen Thomaskantors
Platz, nachdem ſchon im Kammermuſikkonzert ein
vermit=
telnder Uebergang hergeſtellt worden war. Chor
Orcheſter und Soliſten zeigten ſich nochmals in beſter
Ver=
faſſung. Das „Kyrie” aus der G=dur=Meſſe klang friſch
und herzhaft, „nach oben ſtrebend” wie die Pfeiler einer
gotiſchen Kirche; in der Orcheſterſuite in D=dur taten ſich
beſonders die erſten Oboenbläſer hervor, und in dem
ent=
zückenden F-moll Konzert für Cembalo bewies Frau
Landowska (leider zum letzten Male für dieſes Feſt)
wiederum ihre hohe Meiſterſchaft auf dem behagliche
Stimmung erweckenden Altväter=Inſtrument. Das
Publi=
um ließ nicht eher von ſeinem begeiſterten Beifallsrufen
ab, bis Frau Landowska eine Zugabe gewährte und in
den Saal klang das wunderſame erſte Präludium aus
dem wohltemperierten Klavier hinein. In der Suite
klingt und ſingt es von Freude und Uebermut, hüpfen die
Figuren der Streicher, necken ſich die Oboen mit dem
Fagott, ſtürmen die Trompeten mit burſchikoſer
Ausgelaſ=
ſenheit einher und reißen das ganze Orcheſter — nach
einer zierlichen Gavotte und anmutig bewegten
Menuett=
ſchritten — zu der „Réjouiſſance” des letzten Satzes fort.
Das Cembalo=Konzert zwingt zur Bewunderung durch
ſeine knappe, gedrängte Form, innerhalb deren Feſſeln ſo
viel geſagt iſt und ſo viel Poeſie liegt und die Wirkung
von Kontraſten aufs glücklichſte ausgenützt wird. Am
Schluß des Programms ſtand die weltliche Kantate:
„Der zufriedengeſtellte Aeolus”. Man weiß
daß dies eine Gelegenheitskompoſition iſt, zu der die
Leip=
ziger Studenten die Anregung gaben, als ſie im Jahre
1725 den Namenstag eines ihrer beliebten Dozenten, des
Doktors der Philoſophie Auguſt Friedrich Müller, feſtlich
begehen wollten. Bach ſelbſt bezeichnete das Werk
is ein „Dramma per musica” obgleich natürlich von
einer Bühnenaufführung nie die Rede ſein konnte.
Präch=
tig rauſchen die beiden Chöre, am Beginn der der einge=
Werrten Winde, am Ende ein freudig frohlockender, dahin
und laſſen jedes Unbehagen verſchwinden. Lieblich
wer=
den die Klagen des Zephyrus von zwei Geigen, einer
Viola dlamore und einer Viola da gamba, begleitet,
hübſch die Arie des Pallas von Figuren einer Solovioline
umrankt: gefällig hauchen Flöten „Blumendüfte” und
elegiſch bläſt eine Oboe dkamore in der Arie der Pomana
von (vergeblicher?) Hoffnung auf Früchteſegen. Das alles
iſt wirkliche Stimmungsmalerei, die trotz ihrer Naivität
durchaus auf moderner Höhe ſteht. Daneben läßt Bach
auch ſeiner derben Komik die Zügel ſchießen, ſcherzt und
karikiert weidlich und lacht ſich ſelber heimlich herzlich
aus. Wenn er den Johannes Meſchaert als Aeolus
hätte hören können, wäre er ihm ſicherlich um den Hals
gefallen, ſo fein ironiſch und natürlich=komiſch ſang dieſer
begnadete Künſtler die Partie des Aeolus. Am Ende des
Abends gab es Lorbeerkränze und zahlreiche herzliche
Her=
vorrufe, die beſonders dem fleißigen und unermüdlichen
Dirigenten Georg Dohrn aber auch allen anderen
Mitwirkenden galten.
Hermann Kretzſchmar=Berlin gedachte am
Be=
ginn der Mitgliederverſammlung der Neuen Bach=
Geſell=
ſchaft, der auch der hohe Protektor des Feſtes, Prinz
Friedrich Wilhelm von Preußen, beiwohnte, mit Recht der
beiden dahingeſchiedenen Mitglieder Rochus v.
Lilien=
cron und Guſtav Mahler und berichtete dann von der
baulichen Erweiterung des Bach=Muſeums in Eiſenach,
die durch private Stiftungen geſichert ſei. Einen
Haupt=
anteil an dieſen Schenkungen hätte der deutſche
Kai=
ſer. Als Ort für das ſiebente Deutſche Bachfeſt im Jahre
1914 wurde Wien gewählt, nachdem ſich auch Berlin,
Bonn, Eſſen und Leipzig beworben hatten. Schon im
nächſten Jahre ſoll jedoch in Eiſenach als dem geeignetſten
Sammelpunkte für die Bachfreunde, eine kleine Bach=Feier
ſtattfinden. Max Schneider=Berlin ſprach ſodann
über „Vorſchläge und Bemerkungen zur Bachpraxis”
(Orcheſterpraxis Ausſetzung des Continuo u. a. m.) und
Dr. Werner Wolffheim=Berlin konnte von einem
hochintereſſanten neuen Bachfund Mitteilung machen:
es handelt ſich um einen Deſſauer
Manuſkript=
band von 1700, in dem nicht nur Bachſche
Kompoſitio=
nen, ſondern auch eine eigenhändige Niederſchrift des
Meiſters während ſeines Aufenthaltes in Weimar ſich
befinden.
Dr. M. E.
Feuilleton.
* Denkmalſchutz in der Türkei. Mit dem neuen
Re=
gime in der Türkei ſind im Lande des Halbmondes auch
Beſtrebungen erwacht, die zielbewußt darauf zuſtreben, die
Denkmäler und Bauten der Vergangenheit für die Nach
welt zu erhalten. Nach europäiſchem Beiſpiel hat ſich
bereits vor einiger Zeit in Konſtantinopel eine Geſellſchaft
gebildet, die es ſich zum Ziele geſetzt hat, für den Schutz
und die Erhaltung der heimiſchen Altertümer und
Monu=
mente zu wirken. Im kaiſerlichen Muſeum von Stambul
hat ſoeben unter dem Vorſitz des Prinzen Said die erſte
Sitzung dieſer Geſellſchaft für Denkmalſchutz ſtattgefun
den, und der Generalſekretär Wahid Bei konnte bereits
einen Ueberblick über die Erfolge geben, die ſeit der am
2. Februar dieſes Jahres erfolgten Gründung der
Geſell=
ſchaft erzielt wurden. In dem kurzen Zeitraum von vier
Monaten iſt es gelungen, eine Umänderung der
geplan=
ten neuen Fluchtlinien von zwei großen Straßen zu
er=
reichen; die Ausführung des urſprünglichen Planes hätte
die berühmten alten mohammedaniſchen Hochſchulen, die
Medreſſen Feizullah Effendis in Tſchirtſchir und die Ebul
Fasl Mahmuds bei Schehſahde zerſtören müſſen. Au
Betreiben des Vereins hat die Stadtverwaltung von
Kon=
ſtantinopel auch ſchwere Strafen über alle Perſonen
ver=
hängt, die den alten Mauern von Stambul durch
Stein=
raub Schaden zufügen; zugleich wurden die Agenten der
Kaiſerlichen Tabakregie, deren Arbeitsſtellen an dieſen
alten Mauern liegen, amtlich mit der Ueberwachung und
dem Schutze der Wälle betraut. Durch die berühmte Linie
der orientaliſchen Eiſenbahnen war auch das berühmte
Haus, das dem Juſtinian zugeſchrieben wird, in ſeiner
Erhaltung bedroht, aber der Einſpruch des Vereins hat
eine Aenderung des Planes hervorgebracht. Auch das
Haus des Keuprulus und die Mauern von Rumehliſſar
waren Gegenſtand der Fürſorge. Wie das Journal des
Débats mitteilt, bereitet die Geſellſchaft für Denkmalſchutz
auch die Herausgabe eines amtlichen Reiſeführers für
Konſtantinopel vor, in dem Kunſtliebhaber alle
weſent=
lichen Aufſchlüſſe über die Sehenswürdigkeiten der
türki=
ſchen Hauptſtadt finden ſollen. Die Geſellſchaft verfügt
bereits über 140 Mitglieder und über ein Vermögen von
445 türkiſchen Pfund.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Juni 1912₰
Nummer 144
Hühner verloſt und die Verſammlung gegen 12 Uhr
geſchloſſen.
* Brauerei=Ausſchank Fay eröffnet heute mit
einem großen Konzert ſeine Gartenlokalitäten. Der
der=
zeitige Reſtaurateur beabſichtigt, die Konzerte alle Woche
einmal ſtattfinden zu laſſen. (Siehe Anzeige.)
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Freitag, den 21. Juni,
kommt ein außergewöhnliches Programm zur Aus
führung. Der 2. Teil des Programms enthält eine
Richard Wagner=Abteilung, während der 3. Teil nur
Kompoſitionen (Walzer) von Johann Strauß vorſieht.
Es iſt ſomit jedem Kunſtfreund Gelegenheit geboten
ſich gegen ein geringes Eintrittsgeld einige genußreiche
Stunden zu verſchaffen. (Siehe Anzeige und Plakate.)
— Eberſtadt, 19. Juni. Gauturnfeſt. Nach den
zurzeit einlaufenden namentlichen Anmeldeliſten für die
Freiquartiere trifft eine außergewöhnlich große Anzahl
Turner bereits Samstags hier ein. Bekanntlich findet
an dieſem Tage von 9 Uhr abends ab die große
Jubi=
läumsfeier ſtatt, beſtehend aus Feſtrede,
Geſangsvorträ=
gen, turneriſchen Darbietungen und dergleichen mehr.
Auch die Turngemeinde Darmſtadt wird durch Stellen
einer Fechterriege hierbei mitwirken. Wegen Einlegung
eines Extrazuges nach Darmſtadt in ſpäter Abendſtunde
ſind Verhandlungen mit der Straßenbahnverwaltung im
Gange. Für genügende Fahrgelegenheit am Feſtſonntag
wird ebenfalls geſorgt ſein. Recht hübſch und
abwechs=
lungsreich wird ſich der Feſtzug geſtalten. Etwa 40
Ver=
eine bringen ihre Spielleute, teilweiſe auch Muſikkapellen
mit. Fanfarenbläſer zu Pferde (Kapelle Weber) werden
den Zug eröffnen und Herolde in hiſtoriſcher Tracht die
einzelnen Turnbezirke führen. Auch die alte Ortsfahne
wird im Zuge nicht fehlen. Nachmittags und abends
dürfte dann das Feſt ſeinen Höhepunkt erreichen. Montags
folgt großes Volksfeſt, bei dem u. a. die oberen
Schul=
klaſſen ihr Können auf turneriſchem Gebiete zeigen
wer=
den. Zu allem gehört natürlich gutes Wetter. Wollen
wir hoffen, daß ſolches nicht ausbleiben wird. Uebrigens
ſind auch zum Schutz gegen die Unbill der Witterung
Vorkehrungen getroffen; denn der geſamte
Wirtſchaftsbe=
trieb ſpielt ſich in gedeckten Hallen ab.
h- Jugenheim, 20. Juni. Das Mettaſche
Fa=
brikanweſen am Eingang in das hübſche Balkhäuſer
Tal, das der Pfälzer Bank zufiel, beabſichtigt letztere als
Erholungsheim für ihre Beamten umzubauen und
ein=
zurichten. Das Anweſen hat großen, hübſchen Garten
und eignet ſich für dieſen Zweck ganz vorzüglich. — Die
Maurerarbeiten der neuen katholiſchen Kirche
wurden Herrn Maurermeiſter Kämmerer hier übertragen.
Mit dem Bau wird Anfang des nächſten Monats
be=
gonnen werden. — Der Turnverein beabſichtigt, eine
Turnhalle zu errichten. Zwei Säle für die
Zeichen=
ſchule des Gewerbevereins ſollen damit verbunden
wer=
den. — Intereſſieren dürfte weite Kreiſe, daß der
frü=
here Oelmüller und Gaſtwirt Ph. Göriſch im „Kühlen
Grund” am Balkhäuſer Tal mit Frau und Tochter nach
Amerika ausgewandert iſt.
Bensheim, 19. Juni. Erſchoſſen hat ſich in
ſei=
ner Wohnung der 39 Jahre alte Weinhändler und
Bäcker=
meiſter Hch. Voß in einem Anfall geiſtiger Umnachtung.
-h- Von der Bergſtraße, 20. Juni. Bei den
Heu=
grasverſteigerungen werden durchgehend um
ein Drittel höhere Preiſe als im Vorjahre erzielt.
Lindenfels, 19. Juni. Die Poſtkartenwoche
er=
brachte hier eine Einnahme von 228,70 Mark. — Herr
Johannes Keil auf dem benachbarten Bauernhofe
Geſäß” iſt geſtern freiwillig aus dem Leben geſchieden.
Er war ein biederer, derber Charakter und unter dem
Namen „Geſäß=Hannes” überall bekannt. In weitem
Umkreiſe fehlte er bei keinem Leichenbegängniſſe. Keil
erlitt vor einem Jahre einen Hitzſchlag und hat
wahr=
ſcheinlich im Affekt gehandelt.
Hirſchhorn, 19. Juni. Im hieſigen Walde wurde die
Leiche eines Mannes gefunden, der etwa 30 Jahre alt
geweſen ſein mag. Bei der Leiche gefundene Papiere
deuten darauf hin, daß der Tote der Inhaber der
Zigar=
ren= und Tabakinduſtrie in Weinheim, Friedrich Wilhelm
Graf, iſt. Ferner fand man bei ihm auf den Namen
Jakobine Stupp lautende Papiere. Geld wurde bei der
Leiche nicht gefunden.
Offenbach, 20. Juni. Die Offenbacher Geſellſchaft
hatte ſich am Mittwoch in der Villa Löwenruhe auf
Ein=
ladung der Frau Geh. Kommerzienrätin Krafft zu
einem Fünf=Uhr=Tee eingefunden, der den
Cha=
rakter einer Wohltätigkeitsveranſtaltung
trug. Die Veranſtaltung war von der hieſigen
Orts=
gruppe des Frauenvereins des Roten
Kreu=
zes inſzeniert, deren rührige Vorſitzende Frau Krafft iſt.
Eine auserwählte Geſellſchaft hatte ſich neben den Spitzen
der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden, mit Oberſt
Neu=
hauß und Oberbürgermeiſter Dr. Dullo an der Spitze,
eingefunden. Fröhliche Weiſen der Militärkapelle
empfin=
gen die Gäſte, die an den auf dem grünen Raſen
aufge=
ſtellten Tiſchen zwanglos ihren Tee einnahmen. Dann
gabs Unterhaltung in Hülle und Fülle, in deren
Mittel=
punkt das Auftreten der Darmſtädter Duncan=
Schule unter Leitung des Direktors Merz ſtand. Im
weiteren Verlauf wurde das von der Großherzogin
ein=
gelaufene Begrüßungstelegramm durch Oberſt Neuhauß
verleſen. Beſondere Beachtung fand die in einem
Garten=
pavillon untergebrachte kleine Kunſtausſtellung, die eine
reizende Kollektion von Oelgemälden, Radierungen,
Pa=
ſtellen und Holzſchnitten von Ralph Tanin (Frau
Kom=
merzienrat Krafft=Schramm) enthielt. Zum Schluß
ver=
gnügte man ſich auf dem im Garten hergerichteten
Po=
dium beim Tanze. Man wird wohl nicht fehlgehen in
der Annahme, daß der Reinertrag nicht gering iſt,
zu=
mal ſämtliche Unkoſten von der Gaſtgeberin beſtritten
wurden.
C. Mainz, 19. Juni. Der bisherige Vorſtand des
Landesausſchuſſes der heſſiſchen
Zentrums=
partei wurde heute durch Akklamation wiedergewählt.
Erſter Vorſitzender bleibt Landtagsabgeordneter Dr.
Schmitt, zweiter Landtagsabgeordneter von Brentano,
Schriftführer Landtagsabgeordneter Molthan und Kaſſier
Kommerzienrat Haffner.
Mainz, 20. Juni. Im Urnenhain am Krematorium
nahe am Eingangstor, geht neuerdings wieder ein
großes Projekt ſeiner Verwirklichung entgegen, das eine
größere Ausnutzung des vorhandenen Geländes für
Be=
ſtattungsſtellen anſtrebt. Es handelt ſich um eine
monu=
mental gehaltene Urnenwand, aus gelbem Pfälzer
Sandſtein, die, durch Pfeiler geſchmackvoll gegliedert,
eine große Anzahl von verſchiedenen Niſchen und
Grab=
kammern zur Aufnahme von Aſchenurnen enthält. Die
geſamte Anlage, deren Ausführung dem Bildhauer Dr.
Daniel Greiner in Jugenheim a. d. B. übertragen
wurde, iſt terraſſenförmig angeordnet und paßt ſich
voll=
kommen dem ſanft anſteigenden Gelände an. Die
Mittel=
pfeiler, die einen Treppenaufgang flankieren und von
großen Urnen gekrönt ſind, tragen einen figürlichen
Schmuck, ferner iſt ein ornamentaler Abſchluß der rechten
Terraſſe am Friedhofsportal, ſowie ein figürlicher
Ab=
ſchluß der linken Terraſſenmauer angebracht. Die
vor=
geſehenen Grabkammern werden durch Bronzeplatten
ab=
geſchloſſen, während die offenen Urnenniſchen durch
Bronzeplaketten bezeichnet werden. Die geſamte
An=
lage, die augenblicklich im Bau begriffen iſt, ſoll in
etwa vier Wochen fertiggeſtellt ſein.
Monsheim, 20. Juni. Geſtern morgen gegen 6 Uhr
fuhr die auf hieſiger Station rangierende
Güterzug=
maſchine gegen den Prellbock, entgleiſte und
wurde ziemlich beſchädigt. Das Perſonal blieb unverletzt.
Nieder=Salulheim, 20. Juni. Die Kinder des
Bahn=
arbeiters Höfler hier vergnügten ſich in Abweſenheit der
Eltern damit, auf einem ſogen. Sportwägelchen,
wie ſie die Kinder vielfach gebrauchen, von einem
hoch=
gelegenen Wege die abſchüſſige Bahn hinabzufahren.
Dieſes hier unter dem Namen „Autofahren”
be=
kannte Spiel ſollte leider dem 7 Jahre alten Mädchen
Höflers das Leben koſten. Das Kind jagte mit anderen
in ſchnellſtem Tempo den Abhang herunter, wobei es die
Herrſchaft über das Wägelchen verlor und mit voller
Wucht gegen den Maſt der elektriſchen
Lichtleitung geſchleudert wurde. Zwiſchen Maſt
und Gartenzaun eingepreßt, blieb das bedauernswerte
Mädchen, aus Mund und Naſe blutend, liegen. Obwohl
man alsbald für ärztliche Hilfe ſorgte, ſtarb das Kind
doch ſchon nach einigen Stunden.
Bingen, 20. Juni. Eine willkommene Mitteilung
machte Bürgermeiſter Neff der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung. Ganz nachträglich und ohne daß bis jetzt
etwas davon bekannt war, hatte der
Teſtamentsvoll=
ſtrecker des verſtorbenen Rittergutsbeſitzers Karl
Puri=
celli, Herr Giersberg, der Stadt Bingen die Mitteilung
gemacht, daß der Verſtorbene ihn beauftragt habe, im
Falle ſeines Ablebens der Stadt Bingen die Summe
von 100 000 Mark auszubezahlen. Wie der
Vorſitzende mitteilte, ſoll dieſe Summe als Karl
Puri=
celliſche Stiftung feſtgelegt werden. Die Zinſen dieſes
Legates ſollen für die öffentlichen Anlagen der Stadt
ver=
wandt werden.
Bad Nauheim, 20. Juni. Ein Zeichen von der hohen
Wertſchätzung, welche die Heilquellen des Bades in der
ganzen Welt genießen, iſt der Umſtand, daß trotz des
ſchlechten Wetters der letzten Zeit die Zahl der täglich
ankommenden Kurgäſte ſtändig im Wachſen iſt und die
Frequenz am 13. Juni bereits auf der Ziffer 18398
an=
gelangt iſt und die Zahl des 13. Juni vorigen Jahres
um 1195 überſteigt; auch beträgt die Zahl der Bäde
ſchon 147725. Die Unterhaltungsmittel des Bades ſin
aber auch ſo mannigfaltig und abwechſelungsreich, da
die Kurgäſte, auch wenn die Natur in der Saiſon einme
ihre „Schuldigkeit” nicht tut, reichlich auf ihre Koſten kon
men. Am letzten Samstag fand ein herrliches Künf
lerkonzert der Kurkapelle, des Winder
ſtein=Orcheſters, unter Mitwirkung des Klavier
virtuoſen Profeſſor Friedberg=Köln ſtatt. Am fo.
genden Sonntag konzertierte nachmittags und abend
der bewährte Bad Nauheimer Geſangverein „
Frohſinn=
unter Leitung ſeines tüchtigen Dirigenten Bechtols
heimer auf der Terraſſe und im Konzertſaal und
err=
tete wegen ſeiner feinſinnigen Ausführung der einzelne
Chöre (es ſei unter vielen nur erwähnt der ſchwierig
und wirkungsvolle Männerchor „Rudolf von Werder
berg”) nach jedem Vortrag ſtets den lebhafteſten Beifal=
Im Theaterſaal fand am gleichen Tage eine Vorſtellun
der graziöſen erſten Tänzerin Zoula de Boncza vo
der Opére Comique in Paris, mit der choreograph
ſchen Wiedergabe Chopinſcher und Straußſcher Tonſtück
vor ausverkauftem Hauſe ſtatt, und am Mittwoch
hiel=
die heitere Operetten=Muſe mit Johann Strauß! „Ein=
Nacht in Venedig” ihren Einzug in den Theaterſaal fü
die Dauer der Saiſon. Rechnet man dazu die dreimali
gen Konzerte täglich, die Terraſſen= und Parkbeleuchtun
gen, ſo ergibt ſich eine Fülle von Abwechſelungen, be
denen jeder Geſchmack auf ſeine Rechnung kommt.
Zwe=
große ſportliche Attraktionen: ein Golfturnier
un=
ein Allgemeines Tennisturnier, zu dem der
Groß=
herzog von Heſſen einen Preis geſtiftet hat, werden vor
der Kurdirektion im Juli und Auguſt veranſtaltet. Dre
Kurgäſte konnten durch Ueberreichung von Blumenſpen
den ausgezeichnet werden, da ſie zum 25. Male das Baſ
aufſuchten.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 19. Juni. Der Miniſte
der öffentlichen Arbeiten hat ſich der
Reſolu=
tion des Landtages entſprechend mit den Vorſtänden des
Verbandes der Deutſchen Architekten= und
Ingenieurver=
eine, wie des Bundes Deutſcher Architekten in
Verbind=
ung geſetzt und im Einverſtändnis mit ihnen folgende
Architekten aufgefordert, auf Grund eines
verallgemeiner=
ten Programms Entwurfsſkizzen für das neut
Opernhaus gegen ein Honorar von je 3000 Mark bis
zum 21. Oktober dieſes Jahres einzureichen: Profeſſon
Billing=Karlsruhe, W. Brurein=Charlottenburg, Profeſſor
Duelfer=Dresden, Profeſſor Theodor Fiſcher=München
Profeſſor Frentzen=Aachen, Loſſow und Kühne=Dresden
Dr.=Ing. March=Charlottenburg, Profeſſor Möhring=
Ber=
lin, Regierungsbaumeiſter Moritz=Köln, Profeſſor Bruno=
Schmitz=Charlottenburg. — Geſtern abend gegen 8 Uhr
gerieten in der Maſchinenhalle der Allgemeinen
Elektrizitäts=Geſellſchaft in der
Brunnen=
ſtraße durch eine infolge Kurzſchluſſes entſtandene
Stich=
flamme die Kleider des in großer Höhe befindlichen, den
Laufkran bedienenden Führers Hanſen in Brand.Den
im Betriebe noch in großer Anzahl beſchäftigten Arbeiten
war es nicht gleich möglich, dem lichterloh Brennendeni
Hilfe zu eilen. Dieſer bemühte ſich vergeblich, ſich
brennenden Kleider vom Leibe zu reißen. Erſt
nachHe=
beiſchaffung einer Ausziehleiter konnte dem
Schwere=
letzten Hilfe geleiſtet werden und ſeine Ueberführung nach
dem Krankenhauſe erfolgen. — Ein eigenartige
Ueber=
raſchung wurde den Beteiligten einer Verhandlung=vor
dem Schöffengericht Berlin=Mitte zuteil. Wegen
Körper=
verletzung war der frühere Schloſſer, jetzige Artiſt Ernſt
Mittenſtedt angeklagt. Bei Aufruf der Sache trat eine
junge Dame in einem eleganten blauen „Tailor=made=
Koſtüm” und wallender Pleureuſe in den Saal und ging
ſofort in die Anklagebank hinein. Das ſcheinbare
Miß=
verſtändnis der jungen „Dame” klärte ſich bald auf, den
es ergab ſich, daß die junge „Dame” der Angeklagte
war. Auf die Frage des Vorſitzenden, weshalb er in
weiblicher Kleidung erſcheine, erwiderte der Angeklagteg
daß er ſeit mehreren Jahren in Frauenkleidung gehe und
die Polizei hiervon auch Kenntnis habe, da er in Män= ſehr auffalle, während dies nicht der Fallſſei
wenn er in Frauenkleidern gehe. Da dies in
einemBe=
richt des Kriminalkomiſſars Dr. Kopp beſtätigt wurden
hatte das Gericht keinen Anlaß, den Angeklagten etwa
wegen Ungebühr zu beſtrafen. In der Sache ſelbſt
han=
delte es ſich um eine nächtliche Szene, bei welcherdie
„junge Dame” bewieſen hatte, daß ſie auch ſehr ſchlag
fertig ſein konnte, wenn irgend jemand „ihrer” Ehrezu
nahe trat. Rechtsanwalt Dr. Coßmann beantragtedie
Freiſprechung des Angeklagten, da dieſer der Meinung
ſein konnte, einen unberechtigten Angriff mit Gewaltah
wehren zu müſſen. Das Gericht erkannte auch in dieſen
ck. Die elegante Pariſerin ohne Hut. Der Pariſer
Flaneur, der die regenfreien ſonnigen Junimorgen dazu
benutzt, um mit einem Spaziergang im Bois dem guten
Tone der Tradition der Pariſer Geſellſchaft zu dienen,
wird ſeit einigen Tagen der Zeuge eines merkwürdigen
bisher ungewohnten Anblicks. Auf den Wegen wandeln
die eleganten Schönen der Seineſtadt und zeigen ihre
raffi=
nierteſte Sommertoilette viele von ihnen entzücken auch
durch den tadelloſen Schnitt und durch die elegant
fließenden Linien eines meiſterhaften Taylor made das
Auge des Kenners: aber nur eines läßt die Herren
un=
willkürlich ſtehen bleiben. Was iſt geſchehen? Sind alle
dieſe Damen vielleicht nur auf wenige Augenblicke dem
Automobil entſtiegen, das irgendwo in der Nähe halten
muß? Denn die mondänen Pariſerinnen wandeln
bar=
haupt durch den Bois, die raffinierte Kompoſition der
Modiſtin, die ſonſt das Haupt der Dame ſchmückte, iſt
nir=
gends zu ſehen, ja nicht einmal ein Schleier deckt die
ko=
kett arrangierte Friſur gegen die Zudringlichkeit der
Sonne oder die Unhöflichkeit eines plötzlichen
Regen=
ſchauers. Was der Beobachter hier mit zweifelndem
Staunen ſieht, iſt die neueſte Modelaune der Töchter der
Seineſtadt: die Pariſerin geht dieſen Sommer ohne Hut und
freut ſich, wenn der Morgenwind in ihren und der anderen
Haaren ſpielt. Noch halten ſich einige konſervative
Ge=
müter ängſtlich zurück, aber wenn die ſchönen und
elegan=
ten Vorkämpferinnen ihrem friſch aus Amerika
impor=
tierten neuen Prinzip treu bleiben, dann wird in den
Ateljers der Hutmacherinnen bald Heulen und Wehklagen
ausbrechen, denn de Pariſerin verzichtet auf das, was
ſonſt ihrer Toilette die letzte und höchſte Vollendung gab:
die Pariſerin entſagt dem Hute.
C) Der „gute Onkel.‟ Ein kleines Bild aus dem
Pa=
riſer Straßenleben, das er ſeinen Leſern nicht vorenthalten
will, hat ein Pariſer Journaliſt beobachtet. Vor einem
Café auf dem Boulevard des Italiens ſitzt ein Herr in
ſchwarzen Kleidern an einem der Steintiſche und ſchaut
ruhig, friedlich vor ſich hin. Am Nebentiſch hat eine Dame
mit einem kleinen ſechsjährigen Jungen Platz genommen,
und der Knabe kann, wie nun einmal Jungen ſind, nicht
ſtill ſitzen. Er wackelt mit ſeinem Stuhl, ſtößt an den Tiſch
und gießt dadurch ein Glas Bier über die Kleider des
Nachbarn. Die Mutter iſt außer ſich, ſie verſetzt dem
Bengel einige Klapſe; der Herr in Schwarz tröſtet den
Jungen, ſtreichelt ihn und kauft ihm, damit er wieder
luſtig wird, einen kleinen Pudel, den ein fliegender
Händ=
ler feilbietet. Unterdeſſen iſt unſer Journaliſt
herange=
treten und begrüßt den Herrn. Dieſer dankt, zahlt und
geht fort. Der Journaliſt lacht, und die Mutter ſchimpft
weiter auf den Jungen, der ſich nunmehr entrüſtet
ver=
teidigt: „Er war ja gar nicht böſe. Es war ja ſo ein
guter Onkel, er hat mir ſogar ein Hundchen gekauft.” „Ja,
das war ein netter, lieber Herr,” ſagt die Dame. Der
Journaliſt lacht weiter. „„Wollen Sie den Namen des
guten Onkels wiſſen?” fragt er. „Nun, wer wars?” Mr.
Deibler, der Henker.”
* Der Frack als Befähigung für den Einjährig=
Frei=
willigendienſt. Der ſogenannte Künſtlerparagraph der
deutſchen Wehrordnung wird neuerdings immer mehr auch
den Handwerkern gegenüber in Anwendung gebracht, die
nicht dem ſpeziellen Kunſthandwerk angehören. So iſt jetzt
dem Schneiderlehrling Michel in Osnabrück, der für die
tadelloſe Anfertigung eines Frackes bei einem Wettbewerb
für Lehrlingsarbeiten den erſten Preis erhielt, auf Grund
des Künſtlerparagraphen die Berechtigung zum Einjährig=
Freiwilligendienſt zuerkannt worden.
* Der Löwe beim Zahnziehen. Ein donnerndes
Löwengebrüll dröhnte vor einigen Tagen durch die
Lon=
doner „Weiße Stadt” dem bekannten Vergnügungsplatz
in dem das „Boſtock=Jungle” die Herrlichkeiten und
Wun=
der Indiens aufbaut. Die Beſucher hoben erſchreckt die
Köpfe, aber wer beim Löwenzwinger anfragte erhielt die
beruhigende Antwort: der junge Brutus war beim
Zahn=
ziehen. Brutus iſt ein gewaltiger junger Löwe, der ſich
mit Aufbietung all ſeiner Kräfte ſträubte, als man ihm die
Füße und Nacken mit Seilen band. Man wollte bei der
Operation kein Betäubungsmittel verwenden; aber ſein
gewaltiges Raſen erſchreckte doch ſelbſt die Wärter ſo, daß
ſie bereuten, ihn nicht durch Lachgas unſchädlich gemacht
zu haben. Endlich war er bewältigt und lag nun fauchend
und zitternd und furchtbar brüllend da. Nun öffneteſicht
die Tür des Zwingers und herein ſchritt Dr. Watt eiſ
bekannter Tierarzt des Weſtens der eine Rieſenzange mite
gebracht hatte. Der Arzt kniete nieder, dem mächtigen
Tiere wurden die Kinnbacken gewaltſam aufgeriſſen, kaſch
fuhr die Zange auf einen Zahn im unteren Kiefelllos
ein gewaltiger Ruck, und das wochenlange Weh des alſen
Brutus war im Nu beendet. Der Arzt ſprang zurück ohne
ſeinem Patienten ein Glas warmes Waſſer zum
Mund=
ausſpülen zu offerieren. Brutus wurde losgebunden und
kroch vergnügt und friedlich in ſeinen Käfig zurück.
Augenſcheinlich waren ihm die Vorbereitungen zur
Ope=
ration viel unangenehmer geweſen, als die Nachwirkung.
Das Albaner Gebirge bei Rom.?)
Eine geologiſche Skizze
von Muſeumskuſtos Dr. O. Haupt.
Wer von den Beſuchern Roms kennt nicht das Albaner
Gebirge, das in bläulicher Ferne über die
ſonnendurch=
glühte Campagna zur ewigen Stadt herübergrüßt;
ver=
ſpricht es doch erquickende Ruhe und lieblichen Schatten.
Hierhin zogen ſich ſchon zur Römerzeit die Vornehmſten,
unter ihnen ein Cicero, auf ihr ſtilles Landgut zurück, und
auch heute noch befinden ſich bei Frascati, dem alten
Tusculum, die Villen der reichen Römer mit ihren
herr=
lichen Gärten. Hier, fern von dem haſtenden Getriebe der
alten Hauptſtadt, mögen viele der formvollendeten Reden
des Cicero ihre Entſtehung gefeiert haben und auf den
ſonſt ſtillen Kraterſeen hielten die römiſchen Kaiſer
prunk=
volle Feſte ab und ließen ſich wohl auch, wie im Cireus
Maximus, künſtliche Seeſchlachten vor Augen führen.
Doch, wo heute üppige Gärten und Rebhügel, Oliven=
und Orangenhaine mit prächtigen Wäldern von
Edel=
kaſtanien, Eichen und Buchen wechſeln, und wo liebliche
*) Zur Einführung in die Betrachtung des im Großh.
Landesmuſeum neu aufgeſtellten geologiſchen Reliefs
dieſes Gebirges. Man vergleiche die Mitteilung vom
Landesmuſeum in der heutigen Nummer dieſes Blattes=
Nummer 144.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Juni 1912.
Seite 3.
Sinne auf Freiſprechung, und ſeiderauſchend verließ „der
oder die” Angeklagte den Gerichtsſaal.
Stuttgart, 20. Juni. Geſtern abend 5 Uhr iſt auf
einer Automobilfahrt vom Schwarzwald nach Stuttgart
der frühere Präſident des württembergiſchen
Kriegerbun=
des, Generalleunant z. D. von Greiff, plötzlich
ver=
ſtorben.
München, 19. Juni. Den Abſchluß des
Preſſe=
tages bildete heute eine Fahrt nach dem Wendelſtein,
an der ſich gegen 300 Perſonen beteiligten. Die
Eiſen=
bahndirektion München hatte einen Sonderzug zur
Ver=
fügung geſtellt und ebenſo hatte der Direktor der
Wendel=
ſteinbahn, Kommerzienrat Steinbeis, in liebenswürdiger
Weiſe den Gäſten drei Wagen zur Verfügung geſtellt.
Gegen 8 Uhr abends kehrten die Preſſevertreter von der
ſehr gelungenen Fahrt nach München zurück.
Speyer, 20. Juni. Unter dem dringenden Verdacht,
den Feldhüter Becker erſchoſſen zu haben, ſind
Vater und Sohn Peter Dörr aus Bergheim bei Speyer
verhaftet worden. Die Täterſchaft ſteht ziemlich
außer Zweifel.
Köln, 19. Juni. Im Gebüſch an der Militärringſtraße
wurde heute mittag die Leiche eines 35jährigen Mannes
gefunden. Schwere Verletzungen am Kopf und im Geſicht
und ein um den Hals gelegter Strick laſſen ein Verbrechen
wahrſcheinlich erſcheinen.
Düſſeldorf, 20. Juni. (Amtliche Meldung.)
Heute nacht um 12 Uhr 3 Min. entgleiſten auf
Bahn=
hof Schlehbuſch beim Rangieren zwei Wagen des
Eil=
güterzuges 6040 infolge vorzeitiger Weichenſtellung,
wo=
bei ein Wagen umſtürzte. Der Küraſſier Flick vom
Küraſſierregiment Nr. 8 wurde getötet, der Küraſſier
Krummes vom gleichen Regiment erlitt eine ſchwere
Ge=
hirnerſchütterung. Ein weiterer Küraſſier wurde leicht
verletzt. Der Bahnbetrieb wurde nur unweſentlich geſtört.
Duisburg, 20. Juni. Geſtern abend gab der Schloſſer
Robert Jodorf auf ſeine Geliebte die 18jährige
Ar=
beiterin Antoinette Kolaſch, drei Revolverſchüſſe
ab wodurch das Mädchen ſchwer verletzt wurde. Hierauf
richtete er die Waffe gegen ſich ſelbſt und verletzte ſich durch
einen Schuß in die Schläfe lebensgefährlich. Das Motiv
der Tat liegt in der Weigerung der Eltern des Mädchens,
das Verhältnis ihrer Tochter mit dem Arbeiter fortſetzen
zu laſſen. Die beiden Schwerverletzten wurden ins
Krankenhaus geſchafft.
Beuthen i. Oberſchl., 19. Juni. Nach zweitägiger
Verhandlung vor dem Schwurgericht wurde der
Fleiſcher Kaczy aus Zawodzi bei Kattowitz und der
Flei=
ſchergeſelle Kondziolea, die am 6. November den jüdiſchen
Handelsmann Chapper aus Bendzin (Ruſſiſch=Polen)
er=
mordeten, beraubten und im Gieſchewalde vergruben,
wegen Mordes zum Tode verurteilt. Frau Kaczy
er=
hielt wegen Beihilfe drei Jahre Gefängnis.
Landsberg a. d. Warthe, 19. Juni. Eine
Wind=
hoſe richtete in Altkurkowſchbruch (Kreis Friedberg in
der Neumark) furchtbare Verwüſtungen an. Die Gebäude
wurden ſtark beſchädigt; mehrere Dächer abgedeckt. Eine
Obſtplantage wurde vernichtet. Ueberall liegen Trümmer
verſtreut.
Bühl bei Gebweiler, 19. Juni. Heute mittag kurz
nach 3 Uhr ſtürzte ein Teil des Webereigebäudes der
Firma Rogelet ein und begrub etwa 60 Arbeiter
unter ſeinen Trümmern, die in dieſem Teile des
Gebäu=
des beſchäftigt waren. Getötet wurden vier Perſonen,
zwei Männer und zwei Frauen; verletzt wurden 16
Per=
ſſonen, davon zwei oder drei ſchwer. Mit den
Aufräum=
ungsarbeiten wurde ſofort begonnen. Es waren
Feuex=
wehren von Bühl, Gebweiler, ſowie verſchiedene
Sani=
tätsabteilungen gleich zur Stelle. Die Verwundeten
wurden teils in ihre Wohnungen, teils in das Spital
ge=
bracht. Ueber die Urſache des Unglücks ſteht noch nichts
genaues feſt.
Leipzig, 20. Juni. Vor dem Reichsgericht
be=
gann heute vormittag der Spionageprozeß gegen
den Bildhauer Anton Nicolas aus Metz, der angeklagt iſt,
im Juni 1912 verſucht zu haben, Schriften und
Zeich=
nungen, die ſich auf einen Teil der Befeſtigungswerke Metz
beziehen, ſich zu verſchaffen, um ſie einer fremden
Regier=
ung auszuliefern. Auf Antrag des Reichsanwalts iſt die
Oeffentlichkeit für die ganze Dauer der Verhandlung
aus=
geſchloſſen.
Wien, 19. Juni. In einem Eiſenbahnzug der
Süd=
bahn wurde geſtern ein Liebespaar aufgefunden.
Die Dame, die einen Bruſtſchuß erhalten hatte, war tot.
Der Herr verletzte ſich durch einen Schuß in die Schläfe
lebensgefährlich. Es handelt ſich um die dreißigjährige
Komteſſe Alice Alberti und den ungariſchen Baron Laſzlo
Kuerthy, der 22 Jahre alt, und Student der Preßburger
Rechtsakademie iſt. Das Motiv iſt unbekannt.
Paris, 20. Juni. Bei Arangueuet (Ober=Pyrenäen)
ſtürzte ein im Bau begriffener Tunnel, durch den die
Waſſermaſſen eines Sturzbaches der elektriſchen Zentrale
der Südbahngeſellſchaft zugeführt werden ſollen, ein und
begrub vier Arbeiter.
Paris, 20. Juni. Die Unterſuchung über den jüngſt
im hieſigen Hauptpoſtamt verübten Diebſtahl hat
er=
geben, daß der verhaftete Buchmacher Rouſſet nur ein
Helfershelfer geweſen iſt. Man glaubt, daß zwei
Poſt=
beamte die ſeit einigen Tagen verſchwunden ſind, die
eigentlichen Urheber des Diebſtahls ſind.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
uehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
* Zum Kayßler=Fehdmer=Gaſtſpiel im
Saalbautheater. Friedrich Kayßler der in dem
Tolſtoiſchen Drama „Und das Licht ſcheinet in
der Finſternis” die Rolle des Nikolai Sarynow in
der Maske Tolſtois ſpielt äußert ſeine Anſicht über das
Stück wie folgt: „Hier iſt ein Kunſtwerk, ob als ſolches
gewollt oder nicht, ob geformt oder nicht. Tiefſte und
reinſte menſchliche Güter: Wahrheitsliebe und
Selbſtent=
äußerung von der Hand eines großen Dichters dargeboten,
mit dem Blick und der Gebärde eines Kindes. Ob er nach
des einen oder anderen Anſicht recht hat oder nicht, darauf
kommt es nach meinem Gefühl weniger an. Das Große
und Tragiſche iſt, daß hier ein Menſch mitten in unſer
Zeitalter der techniſchen Kompliziertheiten hereintritt und
ohne das, was die Welt ihre „Erungenſchaften” nennt
nur eines Blickes zu würdigen, uralte nackte Rechte
for=
dert. Es iſt eine Erſchütterung ohnegleichen, zu ſehen,
wie einer in der Schlacht ſteht und alle Waffen, die ihm
ſeine Zeit bietet, verſchmäht, um mit der bloßen Fauſt
zu kämpfen. Es ſei daher nochmals auf das
hervor=
ragendſte Gaſtſpiel von Friedrich Kayßler und Helene
Fehdmer am Freitag, den 21. und am Samstag, den 22
Juni im Darmſtädter Saalbautheater nachdrücklichſt
hin=
gewieſen. Der alleinige Vorverkauf findet nur im
Ver=
kehrsbüro, Wartehalle am Ernſt Ludwigsplatz ſtatt.
Der Berndt=Schapiro=Prozeß.
Dritter Verhandlungstag.
g. Die geſtrige Verhandlung begann mit der
Zeugen=
vernehmung des Herrn Oberbürgermeiſters Göttelmann.
Er beſtätigt ebenfalls, daß in der
Stadtverordnetenver=
ſammlung Einſtimmigkeit für die Anſtellung der
Frau Schapiro und des für ſie aufgeſtellten
Arbeitsprogramms geherrſcht habe, nur wurde
bezüglich der Durchführung desſelben bezweifelt, ob
eine Frau alles das würde leiſten können. Er
ſo=
wohl wie Herr Beig. Berndt ſeien bei der Auswahl der
Bewerberinnen um den Poſten ganz unabhängig auf die
Perſon der Frau Schapiro gekommen. Soweit er
Kennt=
nis von dem Wirken der Frau Schapiro bekommen hat,
habe er nur das allerbeſte Zeugnis für ſie ſie habe ein
wahrhaft mütterliches Intereſſe für ihre Pflegebefohlenen
gehabt. Anſtände hatten ſich nur inſofern in geringem
Maße ergeben, als manche Maßnahmen die Stadt
finan=
ziell zu ſehr belaſtet hätten. Dies könne aber niemals
eine Klage über ihr Wirken ſein. Zwiſchen ihm und
Herrn Berndt ſei ebenfalls Uebereinſtimmung ſtets
ge=
weſen und beſonders das Vorgehen in dem Falle gegen
den Neueſten Anzeiger ſei mit ſeinem Einverſtändnis
er=
folgt, denn auch er war ſehr empört über die
Beſchuldig=
ungen der Frau Schapiro. Er habe geraten, eine ſcharfe
Berichtigung zu ſchreiben, während Herr Berndt
anfäng=
lich ſich nicht auf eine Preßfehde einlaſſen wollte. Nach
ſeinem Dafürhalten habe Herr Beig. Berndt ganz mit
Recht in der Stadtverordnetenverſammlung eine
Ver=
trauensfrage daraus gemacht, daß ihm als Dezernenten
die Unterſuchung übertragen werde. Nach der
Unterſuch=
ung habe er die ganzen Akten durchgeſehen, und er habe
den Eindruck und die Ueberzeugung gehabt, daß Herr
Berndt vollſtändig unparteiiſch vorgegangen ſei.
Trotz=
dem die Polizei den Stadtverordneten nicht
verantwort=
lich iſt, ſei dem Seniorenkonvent das geſamte Material
zur Prüfung vorgelegt worden und hier ſowie ſpäter in
der Stadtverordnetenverſammlung war man ſich völlig
einig darüber, daß an der Frau Schapiro nichts hängen
geblieben ſei. Für ihn und Herrn Berndt habe die feſte
Abſicht beſtanden, nach der Stadtverordnetenverſammlung
die ganze Sache zu begraben, aber nach dem Artikel Lex
Berndt im Neueſten Anzeiger ſei es eine Ehrenpflicht
ge=
weſen, gegen weitere Verleumdungen vorzugehen.
Da des weiteren der Herr Oberbürgermeiſter angibt,
daß er den Eindruck gehabt habe, Hirſch ſei von der
Rich=
tigkeit ſeines Materials vollſtändig überzeugt geweſen,
regt der Herr Vorſitzende an, dieſen Teil der
Beweisauf=
nahme ſich zu ſchenken, denn dann ſtände ja feſt, daß Hirſch
bezüglich dieſes Teils der Anklage im guten Glauben
ge=
handelt habe. Dem widerſprechen die Vertreter der
Nebenkläger, da ſich dieſer Teil nicht von der ganzen An=
klage trennen ließe. Bezüglich des Neueſten Anzeigers,
den er nicht regelmäßig leſe, könne Oberbürgermeiſter
Göttelmann nur ſagen, daß er in Mainz allgemein als
Senſationsblatt gilt. Aber er habe auch ſchon Artikel
ge=
leſen, mit denen er ganz einverſtanden geweſen ſei.
Bezüglich des Ausdrucks mit den Jagdgründen könne er
nur ſagen, daß er dieſen nie und nimmer weder auf Herrn
Horch noch auf Herrn Hirſch bezogen hätte. Wenn dieſe
Aeußerung vor zehn Jahren gefallen wäre, hätte er es
eher für möglich gehalten.
Zeuge Juſtizrat Schmitt gibt an, auch er ſei in
der Stadtverordnetenverſammlung dagegen geweſen,
dem Beig. Berndt die Unterſuchung übergeben werde,
aber lediglich darum, weil er es für angezeigt hielt, daß
auch nur der Schein der Parteilichkeit vermieden werde,
aber nicht etwa daß er den Beig. Berndt für unfähig hielt,
die Unterſuchung unparteiiſch führen zu können. Auf
die Frage ſeitens des Gerichts ob er der Meinung
ge=
weſen ſei, daß Hirſch die Artikel geſchrieben habe, um der
Oeffentlichkeit zu dienen oder um Senſation zu machen,
antwortete Zeuge, das könne er aus eigener
Anſchauung nicht ſagen, denn er leſe den Neueſten
Anzeiger nicht, aber im allgemeinen heiße es, der
Neueſte Anzeiger ſei ein Senſationsblatt. — Zeuge
Rechts=
anwalt Schrohe ſagt zu dem Fall Kraft aus den Hirſch
zum Gegenſtand der Behauptung der unbefugten
Ein=
miſchung gemacht habe, die Eheleute Kraft lebten
ge=
trennt und die Frau hatte die Kinder in ihrer Obhut. Als
beide von Mainz nach Wiesbaden zogen, ſandte Frau
Schapiro durch den Ehemann Kraft dem
Bürgermeiſterei=
ſekretär in Wiesbaden einen Brief, in dem Frau Kraft als
Dirne bezeichnet wurde, die unter Kontrolle geſtellt
wer=
den müſſe. Sie erſuchte ihn, dem Ehemann behilflich zu
ſein, die Kinder in ſeine Obhut zu bekommen. Herr Kraft
hatte ſich verpflichtet, die Kinder in gute Hände zu geben.
Dieſen Brief verwandte nun der Ehemann Kraft in ſeinem
Eheſcheidungsprozeß. Dies wurde der Frau Schapiro
vom Angeklagten als unberechtigte Einmiſchung
vorge=
worfen. — Zeuge Rechtsanwalt Schmitt beſtätigte die
Berechtigung zu den Behauptungen, die Frau Schapiro
in dem Brief gemacht hatte. — Pfarrer B. ſchildert einen
Fall, in dem auf ſeine Veranlaſſung hin Frau Schapiro
dafür ſorgte, daß ein 16jähriger Knabe der Obhut ſeiner
Mutter entnommen wurde weil ſelbſt der Sohn Anſtoß
an dem unſittlichen Treiben ſeiner Mutter genommen
habe.
In der Nachmittagsſitzung wurde zunächſt die
Be=
weisaufnahme unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit
fort=
geſetzt. Nach Wiederherſtellung der Oeffentlichkeit teilte
der Vorſitzende mit, daß es ſich empfehlen würde, bis zum
nächſten Donnerstag die Beweisaufnahme zu beenden.
Da Freitag und Samstag ſitzungsfrei ſein ſoll, könnte
demnach am Montag mit den Plaidoyers begonnen
wer=
den. Die Vertreter der Parteien ſind mit dem Vorſchlag
einverſtanden. — Zeuge Reſtaurateur Schmitt, der
Schwager der Witwe A., bekundet: Seine Schwägerin ſei
54 Jahre alt und betreibt in Mombach eine Wirtſchaft.
Auf das Erſuchen des Pfarrers B. wurden ihre
Stief=
ſöhne von der Frau Schapiro von ihr genommen mit der
Begründung, ihr Lebenswandel biete Anlaß zu Klagen.
Eines Tages kam ſie in furchtbarer Erregung zu ihm und
erzählte ihm, ſie hätte eine Vorladung von Frau Schapiro
erhalten, ſich unterſuchen zu laſſen. Sie ſei ſehr erregt
geweſen und habe Selbſtmordgedanken geäußert.
Die Vertreter der Nebenkläger behaupten, daß dieſer Fall
dem Angeklagten beim Schreiben ſeiner Artikel nicht
be=
kannt geweſen ſei, denn er wäre nicht in ſeinem Material
enthalten geweſen. Auch ſei die ganze Schilderung völlig
falſch. — Beig. Berndt gibt an, daß er ſelbſt das
Ein=
ſchreiten der Frau Schapiro in dieſem Fall veranlaßt
habe. — Frau Schapiro ſagt aus, die Witwe A. ſei nach
dieſen Vorfällen mehrmals zu ihr gekommen, habe ſie um
Rat und Beiſtand gefragt, und ſie hätten durchaus
freund=
ſchaftlich verkehrt. Es ſei alſo ganz unwahrſcheinlich, daß
ſie erregt geweſen ſei. — Es wird feſtgeſtellt, daß die
Vor=
ladung im März erfolgt ſei, dagegen ſeien ihre
Selbſt=
mordgedanken erſt im Herbſt hervorgetreten, ſodaß ſie
hiernach wegen Geiſteskrankheit in eine Heilanſtalt
unter=
gebracht werden mußte. Dieſer Tatbeſtand iſt alſo
eben=
ſo falſch, wie er heute vor dem Zeugen ausgeführt wurde,
damals dem Angeklagten Hirſch gemacht worden.
Dem Anheimſtellen des Staatsanwalts, wenigſtens in
dieſem völlig klargeſtellten Fall zuzugeben, daß die Frau
Schapiro kein Verſchulden treffe, wird von der
Verteidig=
ung des Angeklagten nicht ſtattgegeben.
Gegen 7 Uhr wurde die Verhandlung auf heute früh
vertagt.
Kongreſſe und Verbandstage.
Sechſte Konferenz der Zentralſtelle für
Volkswohlfahrt.
S.u. H. Danzig, 19. Juni. Am dritten
Verhand=
lungstage fanden verſchiedene Abteilungsſitzungen ſtatt.
Die eine befaßte ſich mit der weiblichen Jugendpflege,
wobei Geh. Rat Dr. Hintze vom Kultusminiſterium
darauf hinwies daß der Miniſter die weibliche
Jugend=
pflege ebenſo fördere wie die männliche und daß auch
ſchon entſprechende Arbeiten im Kultusminiſterium in
Vorbereitung ſeien. Das zweite Thema behandelte „
Ver=
einigungen im Anſchluß an die Mädchenvolksſchulen und
die Mädchenfortbildungsſchulen‟ Das einleitende
Re=
ferat hielt Frl. Deutſch=Charlottenburg, die für die
Volksſchülerinnen Wander= Schwimm=, Turn=, Spiel=
und Sportvereine empfahl. — Die Zentralſtelle zur
Be=
kämpfung der Schundliteratur trat ebenfalls zu einer
Sitzung zuſammen. Das einleitende Referat über das
Thema „Was kann Gemeinde und Schulverwaltung zur
Bekämpfung der Schundliteratur tun?” hielt
Bürger=
meiſter Dr. Weinreich=Neukölln, der darauf hinwies,
daß es eine Ehrenpflicht der Gemeinden ſei, mehr Mittel
als bisher für die Geiſteskultur der Bevölkerung und vor
allem der Jugend aufzuwenden, und nachwies wieviel
auf dieſem Gebiete ſchon mit geringen Mitteln geleiſtet
werden könne, wenn die Verwaltungen und der für die
Volksbildung intereſſierte Teil der Bevölkerung, vor allem
die Lehrerſchaft, in dieſer Frage Hand in Hand gehen.
Nachmittags fand wiederum eine Sitzung der
Jugend=
pflege=Konferenz unter Vorſitz von Profeſſor Albrecht
Berlin ſtatt. Es ſprachen Paſtor Zurhellen=
Frank=
furt a. M. über das Thema „Die Heranbildung von
Ju=
gendlichen zur Mitarbeit in der Jugendpflege” und D
jur. Reimes=Berlin über „Jugendheime” An die
ein=
zelnen Vorträge, die in den verſchiedenen Abteilungen
ge=
halten wurden, ſchloſſen ſich eingehende Erörterungen, in
denen manche dankenswerte Anregungen zu weiterem
erfolgreichen Arbeiten gegeben und manche intereſſante
Mitteilungen gemacht wurden, ſo teilte u. a. ein Vertreter
des Berliner Polizeipräſidiums mit, daß für den
Reichs=
tag eine Vorlage zur Bekämpfung der Schundliteratur in
Ausſicht ſtehe. Bei dieſer Vorlage handele es ſich vor
allem um die Frage, den Begriff der Schundliteratur feſt=
Seen an Bläue den italieniſchen Himmel zu übertreffen
wetteifern, da herrſchten in grauer Vorzeit die entfeſſelten
Naturkräfte des Erdinnern. Nicht wie im nahen Apennin
ſind die Geſteine der Albaner Berge ein Niederſchlag aus
dem ewigen Kreislauf des Waſſers, ſondern Vater
Vul=
kan hat aus ſeiner Eſſe hier Aſchen, Schlacken und
Lava=
ſtröme zu Tage gefördert und in mehrfachem Wechſel
auf=
einander getürmt. So entſtand das Albaner Gebirge oder
der Vulcano Laziale, nach der alten Landſchaft Latium
alſo benannt. Zwar ſchlummern hier jetzt die
unterirdi=
iſchen Kräfte, aber ſeine Entſtehungsgeſchichte gleicht in
vielen Punkten der des bekannteſten Vulkans der Erde,
des Veſuv. Zu Beginn der Diluvialzeit, als auch in
Deutſchland und Frankreich (Eifel und Auvergne) die
vul=
kaniſchen Kräfte von neuem ſich regten, mögen die erſten
Ausbrüche an der Stelle der heutigen Albaner Berge
ſtatt=
gefunden haben. Damals bedeckte wohl noch die ganze
Campagna das Meer und die erſten Eruptionen fanden
wie am Veſuv unterſeeiſch ſtatt, wie die Reſte von
See=
muſcheln in den vulkaniſchen Tuffen beweiſen. Bald ent
ſtand eine Inſel mit ringförmigem Kraterwall, der aber
an beiden Vulkanen nur zum Teil uns erhalten geblieben
iſt, ſo am Veſuv der Ringwall der Somma, am Vulcano
Laziale der viel größere Kraterwall, der bei Frascati
be=
ginnend, über Rocca Priora und Mte. Ceraſo zum Mte.
Artemiſio ſich hinzieht, wo er über dem Nemi=See plötzlich
endet; denn von hier ab iſt der Wall gegen Weſten gleich
dem Sommawall gegen Süden offen, weil beide durch
eine ſpätere Eruption zerſtört wurden, der im Albaner
Gebirge die vier Kraterbecken oder Maare ihre Entſtehung
verdanken. Es ſind dies der Albaner= und Nemi=See,
ſo=
wie der ehemalige See von Aricia und Laghetto, welch”
letztere beide durch einen künſtlichen Durchſtich der
Kra=
terwand gänzlich trocken gelegt und ſomit dem Ackerbau
gewonnen ſind. Längſt war die Campagna dem Meere
als feſtes Land entſtiegen, als von den Flanken des
Ge=
birges ſich gewaltige Lavaſtröme in der Richtung auf
das heutige Rom herabwälzten, von denen man den
SStirnrand des einen noch heute unfern des Grabdenkmals
der Caecilia Metella an der Via Appia, dreiviertel Stun=
den vor Rom, ſehen kann, und es iſt nicht
unwahrſchein=
lich, daß die Ureinwohner Italiens dieſem erhabenen
Naturſchauſpiel ſchon zugeſchaut haben. Später verlegte
ſich der Sitz der vulkaniſchen Kraft wie bei dem Veſuv in
die Mitte des großen Ringwalls, dort den Aſchenkegel,
hier einen zweiten, viel kleineren Ringwall bildend, der
das ſogenannte Campo Hannibale einſchließt, in deſſen
Mitte ſich nochmals ein kleiner Kegel, der Mte. Vescovo,
erhebt. Der höchſte Punkt des Gebirges, der 954 Meter
hohe Mte. Cavo, der Mons Albanus der Römer, liegt
auf der Weſtſeite dieſes kleineren Ringwalles. Von dem
maleriſchen, aber ſchmutzigen Rocca di Papa führt ein
ſchattiger Weg durch prächtigen Eichen= und
Buchenhoch=
wald hinauf zu ſeinem Gipfel, der an Stelle des alten
Jupitertempels heute ein Kloſter trägt. Von hier genießt
man eine herrliche Rundſicht. Wer an einem Maientag
hier oben ſeine Raſt hält, wie es dem Verfaſſer im Jahre
1908 vergönnt war, dem werden dieſe Stunden
unvergeß=
lich bleiben. Ueber die im üppigen Grün prangenden
Albaner Berge hinweg ſchweift das Auge nach Oſten zu
en ſchneebedeckten Gipfeln des Apennin, und
unwill=
kürlich kommt dem Beſchauer die Ode des Horaz:
Vides ut alta stet nive candidum Soracte” ins
Ge=
dächtnis, in der er ein ähnliches Bild beſchreibt. Nach
Nor=
den öffnet ſich der Blick auf die dunſtige Campagna mit
der ewigen Stadt in der Ferne, aus der die Kuppel von
St. Peter herüberglänzt, und nach Weſten auf das im
Sonnenlicht flimmernde Meer. Hat man ſich ſatt geſehen
an dieſen Bildern mit ihren leuchtenden Farben, dann
läßt ſich im Schatten einer wohl 100jährigen Buche gar
lieblich träumen von längſt vergangenen Zeiten, wenn
dazu die Grillen laut zirpen im Graſe und
Kuckucksruf=
aus dem nahen Walde erſchallt, bis brennender Durſt uns
wieder an die Wirklichkeit gemahnt und raſch den Becher
mit Albaner Wein, der ſchon zu Horaz’ Zeiten als guter
Tropfen bekannt war, füllen und leeren läßt. Dies iſt
in kurzen Zügen die Geſchichte des Albaner Gebirges, das
mit Recht als eine Perle in der Krone Italiens gilt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Juni 1912.
Nummer 144.
zuſtellen was allerdings außerordentlich ſchwierig ſei.
Damit hatte die diesjährige Tagung ihr Ende erreicht.
Luftfahrt.
* Ausrüſtung des Luftſchiffes „Schütte=
Lanz” mit Abwehrgeſchützen. Wie mitgeteilt
wird, beſteht die Abſicht, das Luftſchiff „Schütte=Lanz”
das in der letzten Zeit durch große Fahrten
ausgezeich=
nete Beweiſe ſeiner Brauchbarkeit gegeben hat,
probe=
weiſe zu armieren. Es ſollen an den Flanken des
ſtar=
ren Luftſchiffkörpers gepanzerte Plattformen angebracht
werden, auf denen Abwehrgeſchütze aufgeſtellt werden
ſollen. Bei den neueren Zeppelinluftſchiffen iſt
bekannt=
lich auf der Oberſeite des Tragkörpers eine durch einen
Schacht von der Gondel aus zu erreichende Plattform
an=
gebracht, auf der ein Abwehrgeſchütz Platz finden kann.
Beim „Schütte=Lanz” ſoll der Verſucht gemacht werden,
ſeitliche Plattformen zu verwenden. Die aufgeſtellten
Ge=
ſchütze hätten alſo ein völlig freies Schußfeld nach jeder
Seite. Derartige Vorrichtungen ſind naturgemäß nur
an ſtarren Luftſchiffkörpern moglich. Bei unſtarren
Luft=
ſchiffen kann wohl die Gondel armiert werden; dieſer
Platz iſt aber wenig geeignet, da ſo die unſtarre
Ballon=
hülle, die das Ziel nach oben verdeckt, durch die eigenen
Geſchoſſe gefährdet wird. Man darf auf die Verſuche mit
dem „Schütte=Lanz” ſehr geſpannt ſein.
CK. Die Flugdrachen=Abteilung im
franzöſiſchen Heer. Bereits ſeit zwei Jahren
arbeitet die franzöſiſche Heeresverwaltung in der Stille
an der Vervollkommnung eines Syſtems von Flugdrachen,
das der Hauptmann Saconné ſchon damals mit
über=
raſchend günſtigen Erfolgen in Boulogne=ſur=Mer
vor=
führen konnte. Das Syſtem beſteht in einer
Aneinander=
reihung einer ganzen Anzahl von Flugdrachen, die dann
imſtande ſind, einen Beobachtungsoffizier in
unverhält=
nismäßig kurzer Zeit bis zu Höhen von 1200 Metern in
die Lüfte emporzuführen. Die Marine iſt bereits mit
einer Reihe dieſer Flugdrachen ausgerüſtet; nun iſt auch
im Heere eine beſondere Flugdrachenabteilung geſchaffen,
die einſtweilen ihren Sitz an der Oſtgrenze erhalten hat.
Bisher wurden die Drachen zerlegt auf gewöhnlichen
Fuhrwerken befördert. Die neue Abteilung verfügt über
einen eigenen Automobilpark: über einen Motorwagen
von 24 HP., an dem ſich das Windewerk für das Seil der
Flugdrachenkette befindet. Dem Automobil iſt ein
An=
hängerwagen angegliedert, der die zuſammengelegten
Drachen mit ſich führt. Zu jedem Drachen gehört eine
Mannſchaft, beſtehend aus einem Offizier und zwanzig
Mann. Der Automobilzug mit den Drachen legt in der
Stunde 25 Kilometer zurück; das Fertigmachen der
Dra=
chen zum Aufſtiege währt nur drei Minuten. Ein
beſon=
derer Vorteil des Automobils iſt die Möglichkeit, bei
ſchwachem Winde oder bei plötzlichem Abflauen des
Windes das Niederholen des Drachens ſicherer zu
geſtal=
ten, der Kraftwagen beginnt zu fahren und kann ſo auf
der Fahrt mechaniſch den Drachen mit dem
Beob=
achtungsoffizier einholen. Den erſten praktiſchen
Ma=
növern dieſer neuen Abteilung, die dieſer Tage in der
Nähe von Belfort ſtattfanden, wohnte eine Reihe
fran=
zöſiſcher Generalſtabsoffiziere bei. Die Aufſtiege
voll=
zogen ſich in kürzeſter Zeit ohne den geringſten
Zwi=
ſchenfall.
* Frankfurt, 19. Juni. Der Großherzog
von Mecklenburg=Schwerin hat über den vom
Deutſchen Fliegerbund in der Zeit vom 29. Auguſt bis
September dieſes Jahres geplanten erſten deutſchen
Waſſerflugmaſchinen=Wettbewerb das
Protektorat übernommen und einen Ehrenpreis
ge=
ſtiftet. Dem Ehrenausſchuß iſt der Vorſitzende des
Baye=
riſchen Automobilklubs Prinz Georg von Bayern
beige=
treten; auch ſind von privater Seite verſchiedene
Ehren=
preiſe für den Waſſerflugmaſchinen=Wettbewerb geſtiftet
worden. Für das in Gotha am 17., 18. und 19. Auguſt
ſtattfindende Aeroplan=Turnier hat der Chef der
Landes=
aufnahme einen Geldpreis für den Wettbewerb für
photo=
graphiſche Aufnahmen aus der Luft geſtiftet.
* Friedrichshafen, 20. Juni. Mit einem
Ka=
pital von 372000 Mark wurde hier eine Genoſſenſchaft
mit beſchränkter Haftung für den Bau, den Verkauf
und den Betrieb von Flugzeugen unter dem
Namen „Flugzeugbau Friedrichshafen”
ge=
gründet. Vorſitzender iſt Fabrikbeſitzer Chillingworth=
Nürnberg. Stellvertreter Graf Zeppelin und Geſchäftsfüh=
Ingenieur Kober.
* Köln, 20. Juni. Heute morgen iſt der
Drachen=
ballon von der Feſtungsluftſchiffertruppe in Köln ohne
Bemannung in öſtlicher Richtung davon geflogen.
Mitteilungen über die Auffindung werden an den
Ver=
kehrsoffizier vom Platz Köln erbeten.
* Kiel, 19. Juni. Ganz vorzügliche
Leiſtun=
gen vollbrachte der Flieger Caſpar auf ſeiner Taube.
Er erreichte eine Höhe von 3250 Meter, Hirt h vollführte
einen zweiten Höhenflug ohne Paſſagier und erreichte
2900 Meter Höhe. Beide Flieger murden bei ihrer
Lan=
dung von dem Publikum mit jubelndem Beifall begrüßt.
* Breslau, 19. Juni. Wie zuverläſſig verlautet,
wurde für nächſtes Jahr ein Revancheflug Wien-
Berlin feſtgeſetzt. Wieder ſoll bei der Flugſtrecke die
Zwiſchenlandung in Breslau ſtattfinden. Veranſtalter
ſind der öſterreichiſche Aeroklub, der Reichsflugverein und
Breslauer luftfahrttreibende Vereine.
* Paris, 19. Juni. Nach dem Bericht von
Augen=
zeugen ereignete ſich der Unglücksfall auf dem
Flugfelde von Douai dadurch, daß die beiden Flieger, die
trotz des Nebels mit ihren Zweideckern aufgeſtiegen
wa=
ren, aufeinander zuflogen und um dem Zuſammenſtoß
auszuweichen, übereinander wegfliegen
woll=
ten, doch führten ſie dieſes Manöver gleichzeitig aus,
ſodaß die Flügel ineinander gerieten und die Flugzeuge
ſenkrecht mit raſender Geſchwindigkeit abſtürzten.
* Madrid, 19. Juni. Der Aviatiker Mauvais
verſuchte geſtern einen Rundflug und fuhr um Madrid
als der Flugapparat durch einen Schwarm
Heu=
ſchrecken überfallen wurde und aus 20 Meter
Höhe abſtürzte. Mauvais blieb unverletzt.
* London, 20. Juni. Der Flieger Hucks, der
geſtern morgen in Iſſy les Moulineaux aufgeſtiegen war,
um nach Argelot Plage zu fliegen, hat den
Aermel=
kanal glücklich überflogen, nachdem er in Eaſt
Church eine Zwiſchenlandung vorgenommen hatte. Der
Flieger landete in Hendon bei London geſtern nachmittag
glatt.
Handel und Verkehr.
§ 5prozentige ſteuerfreie, all pari
rück=
zahlbare Goldpfandbriefe der
Chileni=
ſcher Hopotbekas=Kreditkaſſe. Dieſe Hypo=
thekenbank iſt ein gemeinnütziges öffentliches Inſtitut, das
im Jahre 1855 durch Chileniſches Staatsgeſetz errichtet
wurde. Es iſt alſo ein ſeit 57 Jahren unter ſtaatlicher
Kontrolle vorſichtig geleitetes, gut proſperierendes
In=
ſtitut, deſſen Pfandbriefe bei allen Chileniſchen,
öffent=
lichen Kaſſen als mündelſichere Anlage zugelaſſen ſind
Dieſe wurden am 18, dieſes Monats an der Berliner
Börſe zum Kurſe von 96,25 eingeführt und lebhaft
gehan=
delt. Die Pfandbriefe eignen ſich zu höher verzinslichen
Anlagen. Wir machen auf das Inſerat unſerer heutigen
Nummer aufmerkſam, laut welchem die Pfandbriefe von
der Bankfirma Hermann Wertheim, Filiale Darmſtadt,
erhältlich ſind.
Eiſenbahnunglück bei Leipzig.
* Leipzig, 19. Juni. Heute abend kurz nach ½8
Uhr fuhr in der Nähe von Gaſchwitz der 7,25 Uhr vom
hieſigen bayeriſchen Bahnhof abgegangene
Perſonen=
zug 2406 einem Güterzug in die Flanke. Soweit
bisher feſtgeſtellt iſt, wurden fünf Perſonen
ge=
tötet und zwölf bis fünfzehn verletzt. Der
Material=
ſchaden iſt bedeutend. Wie ſpäter gemeldet wird, iſt das
Eiſenbahnunglück bei Gaſchwitz dadurch veranlaßt
wor=
den, daß der Zug 2406 mit dem von Borna kommenden
Perſonenzug, der das Halteſignal überfahren hatte,
zu=
ſammenſtieß. Unter den Toten befindet ſich der
Zugfüh=
rer des Bornaer Zuges. Die Schwerverletzten wurden
mittels eines Krankenautomobils nach Leipzig gebracht.
In das hieſige Krankenhaus wurden zwei Tote
einge=
liefert, der Zugführer des Bornger Zuges, Erler, und
eine unbekannte Frau. Die Zahl der weniger oder ſchwer
Verletzten beträgt 19
* Leipzig, 19. Juni. Von den bei dem
Eiſen=
bahnunglück bei Gaſchwitz ſchwer Verletzten ſind auf dem
Transport drei weitere Perſonen geſtorben
ſodaß die Zahl der Toten jetzt ſieben beträgt. Die Namen
von ſechs Toten ſind noch nicht ermittelt.
* Leipzig, 20. Juni. Amtlich. Geſtern abend
gegen 8 Uhr fuhr in Gaſchwitz, wahrſcheinlich infolge
Nichtbeachtung des Halteſignals, der von Leipzig
kom=
mende Perſonenzug Nr. 214 in Gaſchwitz dem
ausfah=
renden Perſonenzug Nr. 2599 in die Flanke. Drei
Per=
ſonen wurden getötet, darunter der Zugführer Erler=
Leipzig. Etwa 19 Perſonen ſind ſchwer und minder
ſchwer verletzt worden. Ein Hilfszug mit Aerzten und
Samaritern war ſchnell zur Stelle. Die Unterſuchung iſt
eingeleitet. Der Verkehr zwiſchen Gaſchwitz und Leipzig=
Connewitz wird eingleiſig aufrecht erhalten.
* Leipzig, 20. Juni. Die amtliche
Unter=
ſuchung ergab, daß der geſtrige Eiſenbahnunfall auf
das Ueberfahren der Halteſignale auf Bahnhof Gaſchwitz
durch den Zug 214 zurückzuführen iſt. Der Zugführer
iſt noch nicht vernehmungsfähig. Zwei Wagen ſind völlig
zertrümmert, beide Maſchinen beſchädigt. Auf ſämtlichen
Gleiſen war heute morgen die Betriebsſtörung wieder
behoben. Von den ins Leipziger Krankenhaus
Eingelie=
ferten iſt niemand geſtorben. Der Zuſtand mehrerer
Ver=
letzter iſt ſehr ernſt.
* Leipzig, 20. Juni. Außer dem Präſidenten der
ſächſiſchen Staatseiſenbahnen ſind heute mittag noch der
ſächſiſche Finanzminiſter und Geheimrat Petri vom
Reichseiſenbahnamt Berlin hier eingetroffen und haben
ſich an die Unfallſtelle begeben. Der
Lokomotiv=
führer des Zuges 214, den die Schuld trifft, iſt geſtern
vernommen und vorläufig wieder entlaſſen worden.
Streiks.
* Paris, 19. Juni. Die Dockarbeiter von
Dünkirchen werden morgen die Arbeit wieder
auf=
nehmen. In Marſeille haben mehrere Poſtdampfer
nicht auslaufen können, da die Mannſchaften ſie nach
24 Stunden vorher erfolgter Kündigung verlaſſen hatten.
Die eingeſchriebenen Seeleute von Bordeaux ſetzten den
partiellen Streik fort und wollen morgen verſuchen, die
Bewegung weiter auszudehnen.
* Paris, 19. „Juni. Die eingeſchriebenen
See=
leute ſtreiken nicht. In Cherbourg, Lorient und
St. Nazaire wurde ein 24ſtündiger Streik erklärt, an dem
mehrere Hundert eingeſchriebene Dock=Kohlenarbeiter
teilnehmen.
* Paris, 20. Juni. In der geſtrigen Generalver
ſammlung der Aktionäre der Compagnie
Transatlanti=
que erklärte der Präſident der Geſellſchaft Charlus Rour.
die Haltung der ausſtändigen Seeleute ſei
um ſo unbegreiflicher, als die
Schiffahrtsgeſell=
ſchaften erſt im vergangenen Monat eine Lohnerhöhung
bewilligt hätten, die für die Compagnie Transatlantique
allein eine jährliche Mehrausgabe von 600000 Francs
bedeute. Die Compagnie Transatlantique ſei
entſchloſ=
ſen, geduldig zu warten in der Hoffnung, daß die
ausſtän=
digen Seeleute den moraliſchen Wert der Streikhetzer
er=
kennen und dann an Bord ihrer Schiffe zurückkehren
wür=
den. Die Ausſtandsbewegung ſei eine ausgeſprochen
re=
volutionäre und werde durch Geldmittel unterſtützt, deren
Urſprung unbekannt ſei. Die Aktionäre ſprachen ihre
Zu=
ſtimmung zu der Haltung der Leitung der Geſellſchaft
aus.
* London, 19. Juni. Der Ausſtand der
See=
leute in Southampton iſt beendet. Die Arbeiter kehren
b edingungslos zur Arbeit zurück.
* London. 19. Juni. Heute nachmittag
arbei=
teten nach Feſtſtellung der Londoner Hafenbehörde in
den hieſigen Docks 10879 Arbeiter auf 134 Schiffen.
Zum Krieg um Tripolis.
Friedensvermittelungen?
* Der römiſche Korreſpondent der Perſeveranza will
der Voſſiſchen Zeitung zufolge, aus beſter Quelle
erfah=
ren haben, daß in allernächſter Zeit neue internationale
Friedensvermittelungen eröffnet werden ſollen. Die
letz=
ten Kämpfe in Libyen werden den Mächten dazu dienen,
der Pforte die Zweckloſigkeit weiteren Widerſtandes
dar=
zutun. Die Frage der Inſeln des Aegäiſchen Meeres
könne nur in der Form gelöſt werden, daß eine beſondere
autonome Vereinigung der Inſeln unter der Aufſicht
Italiens gebildettwerde. Die Türkei werde für dieſe
Verluſte durch einen großen Geldbetrag entſchädigt
werden.
Der Standpunkt Deutſchlands zur
Ver=
mittelungsfrage wird in einem neuen Artikel von Wilh.
v. Maſſow in der Tägl. Rundſchau folgendermaßen
dargelegt: An einer Vermittelung kann ſich
Deutſch=
land als neutre! Nacht nur beteiligen, wenn der Wunſch
und die Bereitwilligkeit, eine Vermittelung anzunehmen,
auf beiden Seiten der Kriegführenden beſteht. Bis heute
iſt dazu noch keine Ausſicht vorhanden. Für eine
Kon=
ferenz käme außerdem noch in Betracht, daß ein genaues
Programm aufgeſtellt würde, welche Fragen erörtert und
welche ausgeſchloſſen werden ſollen. Von einer
Gegner=
ſchaft gegen eine Konferenz=kann natärlich nicht die Rede
ſein, ſolange ein ſolches Programm überhaupt nicht
vor=
handen, ja nicht einmal in Ausſicht genommen iſt. Man
kann wohl Gegner beſtimmter Vorſchläge, aber nicht eine
Begriffes ohne Inhalt ſein. Sollten jedoch die Vor
bedingungen erfüllt werden, unter denen allein etwas
Wirkſames und Vernünftiges für die Wiederherſtellung
des Friedens getan werden kann, ſo wird auch
Deutſch=
land unbefangen und loyal der Frage näher treten.
* Konſtantinopel, 20. Juni. Die Pro
vin=
zialkongreſſe des jungtürkiſchen Komitees in Sa
loniki erließen eine Proklamation, in der ſie die
Regier=
ung zu ihrer feſten Haltung im italieniſchen Kriege
be=
glückwünſchen und die Fortſetzung des Krieges
als den Wunſch der Nation bezeichnen.
Rooſevelt und Taft.
* Chicago, 19. Juni. Der republikaniſch
Nationalkonvent wurde mit einer Debatte üben
den Antrag Hadley eröffnet. Hadley erklärte, die
Frage bedeute mehr als irgend eine Kandidatur, da ſi
die Exiſtenz der republikaniſchen Partei in ſich ſchließe
Er trat ausdrücklich dafür ein, daß die Delegierten, deren
Wahl angefochten iſt, über den Antrag nicht mit
abſtim=
men, weil niemand in eigener Sache Richter ſein könne=
Weitere Redner waren für den Antrag, andere dagegen
was zeitweilig Unruhe hervorrief.
* Chicago, 19. Inni. Die Führer der Anhänger
Rooſevelts und Tafts haben drei Stunden lang über den
Antrag des Gouverneurs Hadley beraten, der 9 der
angefochteten Taftdelegate aus der Liſte
ſtreichen und ſie durch Anhänger Rooſevelts erſetzen
will. Als Watſon, der Führer der Anhängerſchaft Taſts
die Debatte ſchloß, wurden Hadley ohrenbetäubende
Ovationen dargebracht. Die Rooſevelt=Anhänger zogen
umher und ſchrien ſich vor Begeiſterung faſt heiſer. Als
eine Dame dann von der Galerie herab ein Bild
Rooſe=
velts ſchwenkte, wuchs der Tumult ins grenzenloſe. Die
Dame wurde von einigen Delegierten in den Saal geholt
und auf Schultern zur Rednertribüne getragen. Aus
dem Höllenlärm ertönten abwechſelnd die Rufe: Wir
wol=
len Rooſevelt! Wir wollen Hadley!
Der Lärm hielt dreiviertel Stunden an. Die
Sitzung=
mußte während einer Zeit unterbrochen werden. Sobald=
Hadley ſich wieder Gehör verſchaffen konnte, beantragte
er, daß ſeine Reſolution der Kommiſſion zur
Prüfung=
der Beglaubigungsſchreiben der Delegaten
überwieſen=
werden ſoll. Gouverneur Deneen (Illinois) brachte einen
Zuſatzantrag ein, daß kein Delegat, deſſen Mandat
be=
ſtritten worden ſei, ſich an der Abſtimmung beteiligen
dürfe. Hierauf beantragte Watſon, das Amendement=
Deneens unberückſichtigt zu laſſen. Der Antrag Watſon
wurde mit 564 gegen 510 Stimmen angenommen. Die
Annahme bedeutet einen Triumph für Taft. Die
Abſtim=
mung zeigt, daß Taft ſeit der geſtrigen Abſtimmung ſechs
Stimmen gewonnen hat. Die Angelegenheit der
ange=
fochtenen Mandate wurde ſodann unter
Beifallskund=
gebungen der Anhänger Tafts dem Prüfungsausſchuß
überwieſen und die Sitzung wurde vertagt.
* Chicago, 19. Juni. Rooſevelt und ſeine
hauptſächlichſten Anhänger erklärten, ſie würden die
zeſſion unter keinen Umſtänden gutheißen.
II. B. Chicago, 20. Juni. Geſtern abend wurd
ein zweiter Sieg Tafts errungen, indem der Na= die Delegierten Rooſevelts, deren Mandat
angezweifelt worden war, aus der Verſammlung
hinaus=
warf. Es ſpielten ſich hierbei wieder die heftigſten Szenen
ab. Um 10½ Uhr abends berief Rooſevelt ſeine
Anhänger zu ſich und erklärte, daß er heute eine neue
fortſchrittliche Partei gründen werde, die ihn ſelbſt als
Präſidentſchaftskandidaten nominieren ſoll. Man hatte
ur=
ſprünglich geglaubt, daß Rooſevelt mit ſeinen ganzen
an=
erkannten und nicht anerkannten Delegierten zuſammen
eine Rumpf=Konvention bilden würde. Das iſt aber nichts
der Fall, denn Rooſevelt erklärte nach Mitternacht in einer
von ſeinen Anhängern gehaltenen Rede, daß er
keines=
wegs die Abſicht habe, eine ſolche Rumpfkonvention
zu=
ſammentreten zu laſſen, ſondern es würde heute mittad
bei Zuſammentritt des Nationalkonvents zu einem
drit=
ten Sitzungstage verſucht werden, ſich der Kontrolle
des Konvents zubemächtigen, wenn nötig, auch
mit Gewalt. In Cbicago hat naturgemäß dieſer
Ge=
danke das größte Aufſehen erregt. Die Spannung nimmt
ſtändig zu. Man hat für irgend welchen anderen
Gedan=
ken kein Intereſſe, ſondern erwartet die weitere
Entwick=
lung dieſes noch nie mit ſolcher Schärfe
hervor=
getretenen Konfliktes Das Parlament. in dem der
Natio=
nalkonvent ſeine Sitzungen abhält, iſt Tag und Nacht von
einer großen Menſchenmenge belagert.
Vermiſchtes.
* Drahtloſe Telegraphie im Nordſe
bäder=Dienſt. Von den im Nordſeebäder=Dienſta
ſchäftigten Dampfern des Norddeutſchen Lloyd, Breui
iſt der Dampfer „Seeadler” ſchon ſeit längerer Zeit
einer Einrichtung für drahtloſe Telegraphie verſehn
Nunmehr ſollen auch die Dampfer „Najade” und
welche in den Sommermonaten den Verkehr zwiſche
Bremerhaven=Helgoland und Norderney aufrecht erhalteh
ebenfalls mit drahtloſer Telegraphie ausgerüſtet werden=
Wenngleich mit Rückſicht auf die Sicherheit dieſer
Schiffe=
das Vorhandenſein einer Station für drahtloſe
Tele=
graphie an Bord wohl kaum als unbedingt notwenndig
zu=
erachten iſt, da ſie ſich im regelmäßigen Verkehr nur wenige
Meilen von der Küſte entfernen, ſo hat der Norddeutſche
Lloyd doch geglaubt, auch für dieſe Schiffe Gebrauch
davon=
machen zu ſollen. Durch die Einrichtung einer Station
für=
drahtloſe Telegraphie wird natürlich nicht nur die
Sicher=
heit des Schiffes erhöht, ſondern es wird den Paſſagieren
auch gleichzeitig die gewiß vielfach erwünſchte Gelegenheit
gegeben, zu jeder Zeit von See aus Nachrichten oder
tele=
graphiſche Grüße in die Heimat zu ſenden.
Literariſches.
Allen Damen, welche ſchöne Handarbeiten lieben,
wird das vor kurzem im Verlag der Internationalen
Schnittmanufaktur zu Dresden=N. 8, Nordſtr. 29/31,
er=
ſchienene Handarbeits=Lehrbuch „Favorit” höchſt
will=
kommen ſein. In klarer, leicht verſtändlicher Weiſe und
einer ſeltenen Reichhaltigkeit gibt es treffliche
Anleitun=
gen zu den verſchiedenſten modernen
Handarbeitstech=
niken. Das ſehr empfehlenswerte Werkchen koſtet nur=
Mk. 1.— und iſt durch den Verlag Internationale
Schnitt=
manufaktur in Dresden=N. 8, deren überall befindliche
Verkaufsſtellen oder die Buchhandlungen zu beziehen.
Darmſtadt, 21. Juni.
Gründung einer Ortsgruppe Darmſtadt des
Ver=
bandes mitteldeutſcher Induſtrieller. Im Hotel Heß fand
geſtern abend eine zahlreich beſuchte, vom Verband mit=
Nummer 144.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Juni 1912.
Seite 7.
kdeutſcher Induſtrieller und einigen hieſigen
Induſtriel=
n einberufene Verſammlung unter dem Vorſitz des Han=
Askammerſyndikus Dr. Human ſtatt. Nach einem
eferat des Syndikus des Bundes deutſcher Induſtrieller
r. Schneider=Berlin wurde eine Ortsgruppe
armſtadt des am 28. Oktober 1911 gegründeten
Ver=
rndes mitteldeutſcher Induſtrieller (der dem Bund
deut=
zer Induſtrieller angehört) gegründet. Der
neuge=
ründeten Ortsgruppe traten ſofort zahlreiche Induſtrielle
m Darmſtadt und Umgegend bei.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Kiel, 20. Juni. Der Kaiſer hörte heute
vor=
ittag den Vortrag des Staatsſekretärs v. Tirpitz. Er
eſichtigte dann in Begleitung des Reichskanzlers und
en Herren des Gefolges die kaiſerliche Werft und ſah
abei auch S. M. S. „Kaiſer” Später machte der Kaiſer
iederum in Begleitung des Reichskanzlers und den
Her=
in des Gefolges auf einer Anzahl ausländiſcher Jachten
eſuche. Um 12,45 Uhr kehrte der Kaiſer an Bord der
Hohenzollern” zurück, wo er militäriſche Meldungen
ent=
egennahm. Zur Frühſtückstafel auf der „Hohenzollern”
aren geladen: die Vizeadmirale Pohl, v. Ingenohl,
achmann, v. Dombrowski, die Konteradmirale Lans,
aß und Koch, der großbritanniſche Marineattaché
Wat=
m, der ruſſiſche Marineattaché v. Berens, der
kaiſerlich=
inigliche Korvettenkapitän Graf v. Colloredo, der
fran=
öſiſche Fregattenkapitän Vicomte de Faramond und der
tpaniſche Fregattenkapitän Graf Sano.
* Kiel, 20. Juni. Anſtelle des Vizeadmirals
chröder wurde Konteradmiral Jacobſon zum
ommandanten von Helgoland und der Kommandant der
acht „Hohenzollern” Kapitän zur See Karpf, unter
elaſſung in dieſer Stellung zum Flügeladjutanten des
aiſers ernannt.
* Bremen, 20. Juni. Die Bürgerſchaft lehnte
en ſozialdemokratiſchen Antrag, die Bürgerſchaft wolle
eſchließen, an Stelle der den heutigen veränderten
wirt=
haftlichen Verhältniſſen nicht mehr entſprechenden
Klaſ=
enwahlrechts für die Wahlen zur Bürgerſchaft, das
all=
emeine, gleiche und geheime Wahlrecht
inzuführen und den Senat um eine dahingehende
Vor=
age zu erſuchen, in namentlicher Abſtimmung mit 57
ge=
en 30 Stimmen ab. Für den Antrag ſtimmten die
Fort=
hrittlichen und die Sozialdemokraten.
* Wien, 20. Juni. Der Kaiſer empfing geſtern
achmittag auf Antrag des Kabinettschefs den Miniſter
Augosz in beſonderer Audienz. Der Kaiſer würdigte
uldvollſt die formellen Beweggründe, welche Dlugosz
eranlaßten, ſeine Bitte um Amtsenthebung
vorzu=
ringen. Der Kaiſer fand ſich angeſichts der gegebenen
Jachlage nicht beſtimmt, dieſer Bitte Folge zu geben und
erſicherte den Miniſter ſeines vollen Vertrauens.
* Wien, 20. Juni. Das Abgeordnetenhaus
tzte heute die zweite Leſung der
Wehrvor=
agen fort. Der Obmann des ukrainiſchen Klubs,
ewyckyi, erklärte, die Obſtruktion der Ruthenen ſollte
eweiſen, daß man die Ruthenen als viertgrößtes Volk
eſterreichs nicht ignorieren dürfe. Obwohl die Ukrainen
ch in der Oppoſition befinden, da ihre nationalen und
ilturellen Bedürfniſſe nicht befriedigt werden, würden
e dennoch für die Wehrvorlagen ſtimmen, um die
Ge=
ihle für den Kaiſer auszudrücken und zu beweiſen daß
hnen die Macht des Reiches am Herzen liege. (Beifall
ei den Ruthenen.) Der Pole German erklärte der
Po=
enklub würde, unbekümmert um die augenblickliche
poli=
ſche Stimmung, für die Wehrvorlagen ſtimmen, da er
ie Vorteile der Wehrvorlagen für die Bevölkerung
an=
ckenne. Mit den mit der Wehrreform verbundenen
Ver=
ältniſſen der öſterreichiſch=ungariſchen äußeren Politik
rage die Monarchie dem ihr unſtreitig gebührenden Platz
technung, um ihre Stellung als willkommenen, ſicheren
lundesgenoſſen und gefürchteten Gegner zu ſichern.
* Wien, 20. Juni. Die Wiener Zeitung veröffentlicht
ine Bekanntmachung des Ackerbauminiſteriums
om 18. Juni, durch welche wegen des Beſtehens der
Naul= und Klauenſeuche in Deutſchland die
Ein=
uhr von Klauentieren zu Zucht= und Nutzzwecken nach
deſterreich verboten wird.
* Madrid, 20. Juni. Der Miniſter des Aeußern
rklärte auf Befragen nach dem Gange der
franzö=
iſch=ſpaniſchen Verhandlungen, dieſe
mach=
en geringe Fortſchritte, ſodaß man nichts ſagen könne.
er hoffe, daß die Verhandlungen glücklich beendet
pürden.
* Petersburg, 20. Juni. Reichsduma. In der
eſtrigen Abendſitzung erklärte der Miniſterpräſident
Ko=
owzow in längerer Rede auf die Ausführungen
meh=
erer oppoſitioneller Redner, die ruſſiſche Flotte ſei
not=
vendig, nicht, wie Miljukow die Rolle der deutſchen
Flotte verſtehe, zum Schutze des Handelsverkehrs,
ſon=
dern zum Schutze der allgemeinen Intereſſen Rußlands,
owie zur Wahrung ſeiner Sicherheit und Würde. Die
von Miljukow befürwortete Haltung als tertius gaudens,
vährend andere Mächte ſich in Rüſtungen zu übertreffen
uchen, führe den Verluſt der Selbſtändigkeit herbei. Die
Befürchtungen, daß die verlangten 502 Millionen Rubel
tur der Anfang weiter wachſender Anforderungen für
die Flotte ſei, ſeien durchaus unbegründet. Im Laufe
des Quinquenats werde das Marineminiſterium keine
veiteren Kredite beanſpruchen. — Nach längeren
De=
satten wurde die Geſetzesvorlage in der Faſſung der
Budgetkommiſſion, alſo mit Streichung von 71
Milkionen für den Ausbau von Häfen,
angenom=
nen. Ferner wurde der Antrag des Oktobriſtenführers
Sutſchkow angenommen, der die Regierung auffordert,
inverzüglich den Stand der Reichswehr zu Lande und
die Bedürfniſſe der Armee zu prüfen und die nötigen
Kre=
zite zu fordern, um auch dieſen wichtigen Teil der
Reichs=
vehr auf die nötige Höhe zu bringen.
* Konſtantinopel, 20. Juni. Von der bevorſtehenden
Entrevue zwiſchen dem deutſchen Kaiſer und
dem Kaiſer von Rußland glaubt das Blatt Hakk
hoffen zu dürfen, daß die Entrevue keinerlei
Beunruhig=
ungen veranlaſſen, ſondern dazu beitragen werde, den
Status quo aufrecht zu erhalten und neuen Komplikationen
in Europa vorzubeugen. Das Blatt betont, daß auch die
Entrevue in Potsdam der Aufrechterhaltung des Status
gno auf dem Balkan gedient habe und daß man
anderer=
ſeits weder in Berlin noch in Wien Unternehmungen
be=
günſtigen werde, welche die gegenwärtige Lage auf dem
Balkan ſtören würden.
Leipzig, 20. Juni. Heute nachmittag wurde in
einer Gaſtwirtſchaft der Nordſtraße der flüchtige
Buch=
halter Zinke aus Berlin feſtgenommen. Er hatte die
Abſicht ſich das Leben zu nehmen, und hatte bei ſeiner
Feſtnahme bereits ein bedeutendes Quantum Salzſäure
zu ſich genommen. Nachdem ihm ein Schutzmann Milch
eingeflößt hatte, wurde er in das Krankenhaus
überge=
führt. Er hat ſeine Identität mit dem Gatten der
ermor=
deten Frau bereits zugegeben.
Innsbruck, 20 Juni. Der Stadthaltereirat Graf
Ceſchi Hofmeiſter des Erzherzogs Joſef Ferdinand,
fuhr geſtern abend von Goſſenſaß nach Innsbruck. Am
Brenner Paß ſtürzte der Kraftwagen um. Der
Graf wurde leicht verletzt. Seine Schwägerin erlitt
ſchwere Verletzungen und mußte nach Innsbruck
über=
geführt werden.
Paris, 20. Juni. Der bekannte frühere
Automobil=
rennfahrer und jetzige Automobilfabrikant Lamberjad
wurde geſtern bei dem Verſuch, die ihm bei der Scheidung
zugeſprochenen Möbel aus ſeiner Villa in Saint Germain
zu holen, von ſeiner Frau mit drei Revolverſchüſſen
emp=
fangen und ſchwer verletzt. Die Frau wurde verhaftet.
London, 20. Juni. Aufſehen erregt das plötzliche
Verſchwinden des Schauſpielers Galipaux, der
im „Little Theater” in der Poſſe „Der
Schlafwagenkon=
trolleur” auftrat. Das Theater ſchließt infolgedeſſen.
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Familiennachrichten.
Die glückliche Geburt eines
ſtrammen Jungen
(13407
zeigen hocherfreut an
Otto Hecht
und Frau Dorothea, geb. Hess.
Darmſtadt, 19. Juni 1912.
Todes-Anzeige.
Freunden und Bekannten hiermit die
ſchmerzliche Nachricht, daß unſere innigſtgeliebte
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Urgroß=
mutter und Tante
Frau Carolina Karn
geb. Rechel
nach langem Leiden im 84. Lebensjahre heute
ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Adam Karn, Bismarckstrasse 66.
Darmſtadt, den 20. Juni 1912. (13448
Die Beerdigung findet in aller Stille ſtatt.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne der
Entſchlafenen.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
mit die traurige Nachricht, daß meine
innigſt=
geliebte Mutter, unſere Schwiegermutter und
Tante
(13422
Frau Magdalene Luler
Witwe des Monteurs Kaſpar Euler
nach langem Leiden, im Alter von 66 Jahren,
ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Euler, Liebfrauenſtr. 56.
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 22. Juni,
vormittags 11 Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.
Nachruf.
Heute früh kurz vor 6 Uhr verſchied
in=
folge eines in Ausübung ſeines Dienſtes
er=
littenen Unfalles der
(13404
Postbote Andreas Schmidt.
Wir betrauern in dem ſo plötzlich aus dem
Leben Abberufenen einen pflichttreuen und
ge=
wiſſenhaften Untergebenen, einen lieben und
guten Kameraden, dem wir ein treues Gedenken
bewahren werden.
Darmſtadt, 19. Juni 1912.
Im Namen der Beamten u. Unterbeamten
des Poſtamts 2 (Hauptbahnhof):
Blaß, Poſtdirektor.
(756a
Unterfertigter erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ſ. I. A. H. A. H. und ia. Cb.
ja. Cb. von dem am 15. Juni 1912 in
Mon=
tigny b. Metz erfolgten Ableben ſ. I. A. H.
Friedrich Jacobe
(XXX, XX) 1869
Kaiserlicher Geheimer Baurat
und Ritter pp.
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Der C. C. der „Obotritia‟ Darmstadt
i. A.:
Eugen Zimmermann
D N
Darmſtadt, den 21. Juni 1912. (13446
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
mit die traurige Mitteilung, daß es Gott dem
Allmächtigen gefallen hat, unſeren
unvergeß=
lichen Onkel und Schwiegervater (B13440
Herrn Fr. Becker
Hofgartenarbeiter
heute im Alter von 71 Jahren zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernden Verwandten:
Philipp Risch II.
Darmſtadt, den 20. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 22. d. M.,
nachmittags 2 Uhr, von der Beſſunger
Fried=
hofshalle aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Hiermit die traurige Mitteilung, daß unſere
liebe gute Mutter, Großmutter,
Schwieger=
mutter, Schweſter und Tante
Prau Kath. Schürg
heute morgen 2½ Uhr nach längerem Leiden
im 78. Lebensjahre ſanft dem Herrn
ent=
ſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 20. Juni 1912.
Die Beerdigung findet am Samstag
nach=
mittag um 3½ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofs aus, ſtatt.
(13447
Sei
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Juni 1912.
Nummer 144.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Heinrich Schuchmann, Handarbeiter
findet am Freitag, den 21. d M., nachmittags
4 Uhr, vom Darmſtädter Friedhof aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Lahr
bis Probſt, ſowie des 6. Bezirks, ſich dort
zu verſammeln.
(13419
Der Vorſtand.
Für die vielen Beweise aufrichtiger
Teilnahme an dem uns betroffenen
herben Verluste sprechen wir unseren
herzlichsten Dank aus.
(13437
Darmstadt, Hohensülzen, Mainz,
im Juni 1912.
Im Namen
der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Am Mittwoch abend 7 Uhr entſchlief ſanft
nach langem, ſchwerem Leiden in Geduld meine
liebe Frau, unſere gute Mutter u. Großmutter
Margareta Kratsch
geb. Bohlen
im 51. Lebensjahre.
(*15154
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Franz Kratſch, Lauteſchlägerſtraße Nr. ½.
Darmſtadt u. Guſtavsburg, 19. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
3 Uhr, vom Friedhof aus, ſtatt.
Gotlesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 21. Juni:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 22. Juni:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabatt=
ausgang 9 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 22. Juni:
Vorabend 7 Uhr 40 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 9 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 23. Juni an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Weſtdeutſchland liegt ein Hoch, während das
öſtliche Reich von einem Tief bedeckt iſt. Dieſes brachte
uns heute nacht Gewitter, die von geringen Regen
be=
gleitet waren. Geſtern wurden ziemlich hohe
Maximal=
temperaturen gemeſſen. Heute morgen iſt es im
Süd=
oſten Deutſchlands am wärmſten, nach Norden und
Süden zu nimmt die Temperatur wieder etwas ab.
Wir werden vorläufig noch unter dem
Hochdruck=
einfluß bleiben, jedoch haben wir mit verbreiteter Ges
witterbildung zn rechnen.
Ausſichten für Freitag, den 21. Juni 19129
Vielfach heiter und trocken, warm; Gewitter.
Tageskalender.
Saalbautheater, Anfang 8 Uhr: „Und das Licht
ſcheinet in der Finſternis”.
Generalverſammlung der Zentralanſtalt für Arg
beits= und Wohnungsnachweis um 8½ Uhr im
Saal=
bau.
Konzerte: Hugenſchütz” Felſenkeller um 8 Uhr.
„Perkeo” um 8 Uhr. — Brauerei Fay um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Stark
des Fliegers Hirth in Johannisthal zum Fernflug
Berlin-Wien; das Großfeuer in Stambul;
Schutz=
leute vor dem Parlamentsgebäude in Budapeſt; die
Merriſonſtraße in Peking nach der Plünderung.
Beſichtigung des Großh. Reſidenzſchloſl
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt,
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Inni 1912.
Nummer 144,
Friedrich Tiſchbein, der Maler Schillers.
(Zu ſeinem 100. Todestage, 21. Juni.)
Unter den Künſtlerfamilien, die im 18. Jahrhundert
in der deutſchen Kunſtübung eine große Rolle geſpielt
haben, ſtehen die Tiſchbeins an erſter Stelle. Nicht
weni=
ger als 24 Mitglieder dieſer Familie waren in der
zwei=
ten Hälfte des 18 Jahrhunderts als Maler tätig und die
meiſten von ihnen beſaßen einen großen Ruf. Der erſte,
der dieſen Namen zu Ehren brachte war der Kaſſeler
Akademiedirektor Johann Heinrich der Aeltere, deſſen
fünf Brüder ebenfalls Maler waren. Ein Sohn des
älteſten dieſer Brüder iſt Johann Heinrich Wilhelm
Tiſch=
bein, der berühmteſte der Familie der Freund Goethes,
der ihm in Rom nahe trat und deſſen Porträt des
Dich=
iters inmitten der Campagne zu den berühmteſten Goethe=
Darſtellungen gehört. Aber es gibt noch einen anderen
Tiſchbein, deſſen Namen man wohl ebenſo eng mit dem
Schillers verknüpfen kann: das iſt Johann Friedrich
Auguſt Tiſchbein, den uns die Wiederkehr ſeines 100.
Todestages in die Erinnerung ruft. Von ihm ſtammt
ifenes berühmte Schiller=Porträt, das den Dichter in
ſcharlachroter Toga über brauner Tunika als römiſchen
Philoſophen darſtellt, mit einer Papierrolle in der Hand.
Trotz dieſer idealen Apotheoſe, die den Einfluß des
Klaſſiziſten David auf den Maler verrät, iſt der Kopf mit
ſo ſtarker realiſtiſcher Kraft gegeben, daß dies Werk zu
iden naturgetreueſten Darſtellungen Schillers gehört. Eine
beſondere Bedeutung gewinnt es noch dadurch, daß es
im Todesjahre Schillers nach der Natur begonnen und
im weſentlichen vollendet wurde. So ſteht Schillers
Ge=
ſtalt hier vor uns, ſchon verklärt in der Hoheit einer
beſſeren Welt, aber in Zügen und Haltung ganz realiſtiſch
aufgefaßt, das beſte, naturgetreueſte Bild des Tell=
Schöpfers in ſeiner höchſten Reife. Die dunkelroten Haare
ſind an der mächtig aufſteigenden Stirn ſtark gelichtet, die
blaſſen Wangen faltig trotz des leiſen Anſatzes zum
Doppelkinn; eine tiefe Furche durchſchneidet die Wangen
bis zum Kinn hinunter und auch ſonſt hat das qualvolle
ikörperliche Leiden deutliche Spuren in dies Geſicht
ein=
geſchnitten. Aber die Züge erglühen unter der weißen
ifeinen Haut in einem wundervollen ſeeliſchen Feuer. Wie
gütig iſt der Blick der leuchtenden Augen, wie beredt und
liebenswürdig der Ausdruck des Mundes, wie ſtolz und
großartig die ganze Haltung des Kopfes! Dies Bild,
das in mehreren Exemplaren vorhanden iſ, bietet uns
einen letzten unvergeßlichen Eindruck von der
wunder=
ſamen Perſönlichkeit die in Schiller auf Erden
gewan=
delt; es iſt aber auch zugleich ein gutes Leiſpiel für die
treffliche Kunſt ſeines Malers. In de/ ſicheren Linien
der Zeichnung, in den luftig=lockeren Farbentönen
offen=
bart Friedrich Auguſt Tiſchbein hier eine leichte
Kühn=
heit und ſouveräne Beherrſchung der Mittel, wie ſie
wenige Meiſter ſeiner Zeit beſaßen. Der Maler, der 1750
zu Maeſtricht geboren wurde, war ein Sohn des zweiten
Bruders des großen Tiſchbein, Johann Valentin, und,
wie faſt alle Söhne dieſer kinderreichen Familie, ein
Schü=
ler ſeines berühmten Onkels Johann Heinrich.
Ein anmutiger Geiſt und eine liebenswürdige Natur,
ffühlte er ſich nach Frankreich hingezogen und empfing,
nachdem der Onkel ihn das Handwerk gelehrt ſeine
ent=
ſcheidenden Einflüſſe von Greuze und der Mme. Vigé=
Lebrun, wandte ſich dann ſpäter auch klaſſiziſtiſchen Ein=
ftüiſen zu, wie ſie ihm ſein intimer Freund, der Maler
David, vermittelte. Bei David wohnte er auch in Rom,
weilte dann in Neapel und verkehrte viel mit ſeinem
Vetter Johann Heinrich Wilhelm, dem Freunde Goethes.
Nach Deutſchland zurückgekehrt, war er zuerſt als
Hof=
maler ſeines Gönners, des Prinzen von Waldeck, und
dann des Fürſten von Anhalt=Deſſau tätig, bis ihn 1800
der Kurfürſt von Sachſen zum Direktor der Akademie in
Leipzig ernannte. Nächſt dem Bilde Schillers iſt das
Wielands heute am bekannteſten, das den Dichter ſitzend
zeigt inmitten eines Parks mit einer Lupe in der Hand.
Tiſchbeins Porträts zeigen den feinen, techniſch ſo
glän=
zenden Rokoko=Stil der franzöſiſchen Malerei in einer
etwas unperſönlichen Form, mit leiſen genrehaften oder
klaſſiziſtiſchen Anklängen. Sie zeugen heute im
Leip=
ziger, Weimarer Braunſchweiger, Frankfurter Muſeum
und wo ſie noch die Zierde alter Schlöſſer bilden, von
dem ſicheren Geſchmack, der feinen Auffaſſungsgabe und
der liebenswürdigen Grazie ihres Schöpfers; aber teuer
iſt uns der Name dieſes Friedrich Auguſt Tiſchbein
haupt=
ſachlich deswegen, weil er uns Schillers Bild kurz vor
ſeinem Ende ſo trefflich treu und dabei ſo idealiſch groß
feſtgehalten hat.
Sport.
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(Blades), 3. Erfinder (Cleminſon). Tot. 213:10. —
Ju=
biläums=Preis; Ehrenpreis und 52000 Mark, Diſtanz
2100 Meter: 1. Monſ. Pfizers Padoue II (Hopper),
2. Cambronne (Cleminſon), 3. Lira (Winkfield). Tot.
168:10. — Tribünen=Hürden=Rennen: 12000 Mark,
Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn K. Adolfs Kriegsbruder
(M. Seiffert), 2. Pamina (Weishaupt), 3. Niſſa (Gehrke).
Tot. 70:10. — Heyden=Linden=Jagd=Rennen; 12000 Mark,
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Journal (Torke), 2. Madeleine (Ludwig), 3. Dora
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Sand=
mann), 2. Myſtic Light (Newey), 3. Milon (Atzenroth).
Tot. 438:10. — Preis von Wilkendorf; Ehrenpreis und
2000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Lt. Cornelius Angola
(Lt. v. Egan=Krieger), 2. Herzog II (Lt. v. Keller),
3. Dumbbell (Herr v. Weſternhagen). Tot. 16:10.
Preis vom Pilz; Ehrenpreis und 2700 Mark, Diſtanz 4000
Meter: 1. Frau v. Bentheims Royal Flaſh (T. Baſtian),
2. Cymbal (Wiſchek), 3. Procles (Seeliſch). Tot. 92110.
Johanni=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark,
Diſtanz 3500 Meter: 1. Herrn P. Büttners Jacobs Ladder
(Lt. Graf Strachwitz), 2. Colclough II (Lt. v. Keller),
3. Galley (Lt. v. Egan=Krieger). Tot. 136:10. —
Wald=
ſchlößchen=Hürden=Rennen: 2000 Mark, Diſtanz 2600
Me=
ter: 1. Herrn G. Nettes Miasma (E. Weber), 2.
Wacker=
los (V. Roſack), 3. Kent (Torke). Tot. 47110.
Der Royal=Hunt=Enp, das bekanne enge
liſche Spekulations=Handikap, kam am Mittwoch in=
Ascot zum Austrag. Das über 1500 Meter führende
Rennen wurde von nicht weniger als 28 Pferden
be=
ſtritten. Mr. H. P. Nickells Eton Boy (C. Trigg)
wann überlegen mit 3 Längen gegen Long Set (W.
Higs); anderthalb Längen zurück endete Matelot (Long
hurſt) als Dritter. Wetten: 100112, 911, 5011.
* Radrennen. Goldenes Rad von Mainz.
Am kommenden Sonntag, den 23. Juni, gelangt auf dem
Mainzer Sportplatz das Goldene Rad von Mainz in
einem 100 Kilometer=Dauerrennen mit
Motorſchritt=
machern zum Austrag. Die Barpreiſe betragen 1000,
600, 400 Mark. Die Beſetzung des klaſſiſchen
Dauer=
rennens iſt mit den bekannten 6=Tagefahrern Eſſer=Köln,
Kraft=Straßburg und Pongs=Köln eine ganz
hervor=
ragende. Für die Flieger ſind 5 Rennen reſerviert,
dar=
unter der von der Firma Opel=Rüſſelsheim geſtiftete
wertvolle Opel=Wanderpreis. Unter die Beſitzer der
Rennprogramme wird ein hochfeines Opelrad gratis
ver=
loſt. Die Rennen beginnen bei jeder Witterung punkt=
4 Uhr.
* Athletik. Das 9. Verbandsfeſt des
deut=
ſchen Athleten=Verbandes findet am 30. Juni
und 1. Juli in Frankfurt am Main im Hippodrom ſtatt.
Aus den bis jetzt getroffenen Vorbereitungen iſt zu
er=
ſehen, daß das diesjährige Verbandsfeſt alle
vorange=
gangenen bei weitem übertreffen wird. Bereits am
Frei=
tag, den 28. Juni, kommen die Verbandsausſchuß=
Mit=
glieder zu einer Sitzung im Saalbau „Zur Harmonie‟
in Sachſenhauſen zuſammen; am Samstag reiht ſich im
gleichen Lokale der Deutſche Athletentag an. Abends
findet ebendaſelbſt ein Begrüßungs=Kommers ſtatt.
Die Wettkämpfe beginnen Sonntag vormittag 7 Uhr im
Hippodrom.
* Amateur=Lawn=Tennis=Meiſterſchaften von London.
Am erſten Tage wurde trotz des Regens eine große
An=
zahl Spiele erledigt. Der intereſſanteſte Kampf, der
zwiſchen dem franzöſiſchen Champion Gobert und dem
Engländer Ritchie in der erſten Runde zur Herren=
Einzel=
meiſterſchaft von London, wurde nicht zu Ende geführt,
da ſich der Franzoſe nach dem fünften Satz
unerklärlicher=
weiſe zurückzog. Gobert ſpielte anfangs ziemlich
zer=
ſtreut, ſodaß Ritchie den erſten Satz mit 511 für ſich
bean=
ſpruchen konnte. Im zweiten Satz verlor Gobert durch
ſeine Zerſtreutheit anfangs wieder vier Spiele, rafſte
ſich dann aber zuſammen und konnte ſchließlich nach
har=
tem Kampfe, ebenſo wie den nächſten Satz, mit 715 für
ſich beanſpruchen. Im nächſten Satz gelang es Ritchie
jedoch, den Ausgleich herbeizuführen, indem er dieſen
mit 6:4 gewann, um dann ſchließlich im fünften Satz im
„walk-over” den Kampf für ſich zu entſcheiden. Von
deutſchen Spielern iſt bei dieſem Turnier der neue
Welt=
meiſter im Herren=Einzelſpiel, O. Froitzheim in
London anweſend, der in der erſten Runde des gemiſchten
Doppelſpiels mit Miß R. V. Salusbury als Partnerin
ebenfalls im „walk-over” ſiegte.
* Ruderſport. Die Skullermeiſterſchaft von=
Auſtralien für Amateure wurde auf dem Swan=River
über 2½ engliſche Meilen entſchieden. Sieger blieb der
Neu=Süd=Walſer H. Green in 16 Minuten 45 Sekunden,
der die Meiſterſchaft überlegen mit vier Längen vor F=
Coverdale=Tasmanien und einem dritten Kandidaten an
ſich brachte.
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be=
den ſich: 1 Spitzhund. Die Hunde können von den Eigentümern
dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
ht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
(13410
I 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Die Dauer des Geſindedienſtverhältniſſes betreffend.
Nach den Beſtimmungen der Artikel 6 und 7 des Geſetzes, die
ſindeordnung betreffend, vom 28. April 1877 in der Faſſung vom
Auguſt 1899 und des Ortsſtatuts für die Stadt Darmſtadt, vom
Februar 1900, gelten ſämtliche Dienſtbotenverträge, für welche
ht ausdrücklich eine beſtimmte Dienſtdauer vereinbart oder aus
n Umſtänden zweifellos zu entnehmen iſt, als auf die Dauer
ies Kalendervierteljahres abgeſchloſſen.
Wird ein ſolcher Dienſtvertrag nicht vier Wochen vor dem
blauf des Kalendervierteljahres aufgekündigt, ſo iſt er
ſtill=
weigend auf ein weiteres Kalendervierteljahr als erneut
izuſehen.
Es ergibt ſich hieraus, daß in der Stadt Darmſtadt
Dienſt=
itenverträge nur auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und
Oktober aufgekündigt werden können, und daß die Kündigung
äteſtens vier Wochen vor dem jeweiligen Termin erfolgt ſein
uß, es ſei denn, datz ausdrücklich etwas anderes zwiſchen den
arteien vereinbart oder mit Sicherheit aus den obwaltenden
Um=
inden zu entnehmen iſt.
Dies gilt auch dann, wenn der Lohn nach Monaten
be=
eſſen iſt, da der von monatlicher Lohnzahlung handelnde Abſ. 4
5 Art. 6 der Geſindeordnung mit den übrigen Beſtimmungen des
rtikel 6 durch das erwähnte Ortsſtatut außer Kraft geſetzt iſt.
Ebenſo macht es keinen Unterſchied, ob ein Dienſtverhältnis
n Anfang oder erſt im Laufe eines Kalendervierteljahres
ein=
gangen worden iſt, da ein im Laufe des Kalendervierteljahres
ngegangenes Dienſtverhältnis zunächſt bis zum Ende des
Kalender=
erteljahres und dann in der oben bezeichneten Weiſe von
Viertel=
hr zu Vierteljahr weiterläuft.
Das Kalendervierteljahr beginnt mit dem erſten Werktag eines
ierteljahres und endigt mit dem Beginn des folgenden
Kalender=
erteljahres (Ortsſtatut vom 12. Februar 1900, Abſatz 2).
(13409
Darmſtadt, den 17. Juni 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Johann Heinrich Fuhr=Stiftung.
Am 24. Oktober d. Js. wird die Verteilung der diesjährigen
nterſtützungen an Handwerksmeiſter ſtattfinden, die unverſchuldet
ihren Verhältniſſen zurückgekommen ſind. Bezugsberechtigt ſind
wohl hieſige Ortsbürger, wie auch ſolche Perſonen, die hier den
nterſtützungswohnſitz erworben haben.
Es ſind vier Unterſtützungen mit je 400 Mark zu vergeben.
Formulare für die Bewerbungen werden im Stadthaus,
Rhein=
raße 18, Zimmer 21, an Wochentagen vormittags von 10—12 Uhr,
n Intereſſenten ausgegeben. Die Formulare ſind auszufüllen und
is längſtens Mittwoch, den 10. Juli d. Js., vormittags 12 Uhr,
inzureichen. Genaueſte und wahrheitsgetreue Beantwortung der
eſtellten Fragen liegt im Intereſſe des Bewerbers. Eingaben, die
icht auf das bezeichnete Formular geſchrieben ſind oder nach dem
enannten Zeitpunkt einlaufen, können nicht berückſichtigt werden.
Eine perſönliche Vorſtellung der Bewerber findet nur auf
vor=
ängige Aufforderung ſtatt.
Darmſtadt, den 1. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
(12535a
I. V.: Mueller.
Verpachtung von Grasnutzungen.
Die Grasnutzungen an den Böſchungen der neuen
Odenwald=
fnie von km 4,4 bis 6,8 in der Gemarkung Darmſtadt ſollen
Samstag, 22. Juni d. Js., öffentlich an Ort und Stelle bis zum
1. Oktober 1914 verpachtet werden.
Mit der Verpachtung wird in km 4,4 nächſt dem
Nordbahn=
ſof an der Kreuzung des alten Arheilger Wegs um 11 Uhr vorm
egonnen. Ende gegen 12 Uhr am hohlen Weg hinter dem Orpheum.
Darmſtadt, 12. Juni 1912.
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zugelassen und lebhaft gehandelt.
Diese Hypothekenbank wurde im Jahre 1855 durch Chilenisches Staatsgesetz errichtet
und deren Pfandbriefe, denen ein gleicher Betrag in erststelligen Hypotheken als
Sicherheit verpfändet, ist, sind bei allen Chilenischen kassen für die Hinterlegung von
Kautionen und Anlagen von Mündelgeldern gesetzlich zugelassen.
Da das Institut sehr vorsichtig und nicht höher als 50 % des Wertes beleiht, ist also
doppelte Sicherheit vorhanden.
Die Stücke lauten auch in Deutscher Währung; die Coupons sind in Mark-Währung
zahlbar und von jeder jetzigen und zukünftigen Steuer befreit.
Die Tilgung erfolgt ab 1913 durch Auslosung à 100%.
Obige Pfandbriefe können also als hochverzinsliche Anlage empfohlen werden.
Ich bin, soweit Vorrat reicht, Abgeber obiger Pfandbriefe zu jeweiligen Tageskursen; z. Zt. 96,25.
Hermann Wertheim, Filiale Darmstadt
Bankgeschäft: Rheinstrasse 33.
(13424fo
Bekanntmachung.
Freitag, den 12. Juli 1912,
vormittags 10 Uhr,
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leuten dahier gehörige
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ſchaft:
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XIV 98¾/10 619 Hofreite
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bergerſtraße 61,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Die Genehmigung der
Ver=
ſteigerung wird auch dann erfolgen,
falls ein der Schätzung
entſprechen=
der Preis nicht erzielt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 17. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V13384
Bekanntmachung.
Freitag, den 12. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Kaufmann Heinrich
Philipp Jacoby dahier
zugeſchrie=
bene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
V 7232/1000 136 Hofreite
Par=
cusſtraße 7,
V 72315/1000 67 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K82/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 17. Juni 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V13383
Bekanntmachung.
Freitag, den 5. J.li 1912,
vormittags 10 Uhr,
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Lüster-
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ſollen die den Georg Hof
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leuten dahier gehörigen
Liegen=
ſchaften:
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I 405¼/10 444 Hofreite
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bergſtraße 52,
I 405¾/10 58 Grasgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Darmſtadt, 21. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Juni 1912.
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Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
24)
Elfriede trat vor. Ein ſilberſchimmerndes
griechi=
ſches Gewand umfloß ihre ſchlanke, edle Geſtalt.
Schul=
tern und Arme frei laſſend. Ein Diadem krönte ihr
Haupt, deſſen lockiges Goldhaar, mit Perlenkränzchen
durchflochten, über die Schultern niederfloß. Eine ſanfte
Röte innerer Erregung überhauchte ihr Antlitz, ihre
gro=
ßen Augen blickten in ſchwärmeriſchem Glanz.
Sie glich einer überirdiſchen, himmliſchen
Erſchei=
nung, alles Irdiſche ſchien von ihr abgeſtreift zu ſein
und ihre Füße ſchienen über den Boden dahinzuſchweben.
Meine Fee — meine ſüße, kleine Fee, flüſterte
Dok=
tor Wendeborn, tief ergriffen durch die poetiſche
Verkör=
perung ſeinre Schöpfung.
Aller Augen hingen wie gebannt an dieſer zauberhaft
ſchönen Erſcheinung und ſelbſt der ſpöttiſche Zug um den
Mund des Herzogs wich einem Ausdruck der
Bewun=
derung.
Elfrieden war es, als blickte ſie auf ein leiſe
wogen=
des, dunkles Meer. Ein Nebel legte ſich vor ihre Augen,
ſie unterſchied keine Einzelheit. Jeder Nerv ihres
Kör=
pers, jede Empfindung ihrer Seele war aufs Aeußerſte
geſpannt. Sie glaubte verſinken zu müſſen in dieſem
Rcheimen, das ſe unelte uncd unwegt. De irn
ihr Auge einen feſten Punkt — die alte Gräfin Ellerburg
neigte ſich vor und ihr ernſter Blick begegnete dem Auge
Elfriedens. Und plötzlich fand dieſe ihre Faſſung, ihren
Mut wieder. Als ſie die erſten Verſe ſprach, bebte ihre
Stimme leiſe — dann war jede Befangenheit
verſchwun=
den, ſie lebte ganz in ihrer Rolle, deren Worte ſie mit
hinreißender Gewalt und Innigkeit ſprach. Sie war
nicht mehr ſie ſelbſt, ſondern die griechiſche Königstochter,
die mit ihren Geſpielinnen fröhlich ſcherzte, die den
göttlichen Pan in die Irre führte, die von des
Sonnen=
gottes Glanz geblendet, hingebend zu Füßen
Apollos ruhte — je weiter der Gang der Handlung
ſchritt, deſto mehr fühlte ſie ſich von Neuem von den
er=
habenen Gedanken der Dichtung ergriffen, deſto mehr
vergaß ſie alles um ſich her, hatte doch die Welt des
Schönen in ihrer ganzen Herrlichkeit ſich ihr geöffnet.
Das Publikum war hingeriſſen. Schon nach dem
erſten Akte erſcholl lebhafter Beifall, der nicht nachließ,
bis ſich Elfriede vor dem Vorhang zeigte, die gewaltigſte
Wirkung brachte jedoch die Schlußſzene hervor, in der
Klytia in dem aufflammenden Meer verſinkt, nachden
Apollo, der Sonnengott, von ihr gegangen.
So mancher, der da vor der Bühne ſaß, lächelte
wohl Anfangs über dieſen „idealen Unſinn”, man war
leider an die derbe Koſt des Realismus zu ſehr
ge=
wöhnt. Aber dann zwang die Gewalt des Schönen, des
Enten Foden in heit Bemn mentes lunſdend
ſchauend ſaßen ſie da — ihr Herz erbebte unter dieſen
Zauber und ihre Seele badete ſich rein in dieſen
Flam=
mengluten des Idealen. Hinausgehoben über Zeit und
Raum, Welt und Leben wurde jeder, und als die
Glut=
wogen ſich über der poetiſchen Geſtalt Klytias ſchloſſen,
als der Sonnenball verſank und See und Himmel in ein
glühendes Flammenmeer verwandelte, da herrſchte ganz
atemloſe, tiefe Stille, die beredter ſpricht, als der
lau=
teſte Beifall.
Als ſich der Vorhang langſam ſenkte, brach ein
Bei=
fallsſturm los — brauſend, donnernd, wie ihn dieſes
Haus noch nie erlebt hatte. Da war auch nicht Einer,
der nicht in dieſen Beifall einſtimmte. Der Herzog lehnte
ſich weit über die Brüſtung ſeiner Loge und klatſchte, die
Herzogin aber vermochte die Tränen nicht
zurückzuhal=
ten, ſie winkte immer und immer wieder mit ihrem
Spitzentaſchentuche.
Kommen Sie, Fräulein — kommen Sie! rief det
Regiſſeur Elfrieden zu, die bleich und faſſungslos
da=
ſtand. Sie müſſen ſich zeigen, oder man erſtürmt die
Bühne!
Ich kann nicht — hauchte ſie atemlos, die Hand auf
das wildpochende Herz preſſend.
Herr Doktor — vor den Vorhang! Geſchwind —
ge=
ſchwind!
Wendeborn betrat mit dem Grafen die Bühne. Ihm
mer 144.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. Juni 1912.
Seite 13.
Alst Geste Gau
Freitag, den 21. Juni
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und dunkel
Mousselin, rein Wolle
15
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Pfg.
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1.23
Meter 30 Pfg.
nede Dessins . . . . Meter 95 Pfg.
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Meter 42 Pfg.
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Peiten die Trinen über die Baiges er derniechte niht
zu ſprechen.
Dank — Dank Dir, mein Kind, ſtammelte er. Dann
warf ſich Elfriede an ſeine Bruſt. In dieſem Augenblick
gab der Regiſſeur das Zeichen zum Aufziehen des
Vor=
hangs, der raſch emporrollte. Das Publikum ſah Elfrieden
in den Armen ihres Vaters liegen — ein tauſendſtimmiges
Bravo erſcholl, ein raſendes Klatſchen.
Wendeborn faßte ſich, ergriff Elfriedens Hand und trat
mit ihr an die Rampe.
Elfriede ſah und hörte nichts mehr. Ein
wildwogen=
des Meer von erhobenen Händen, von ſtrahlenden Geſichtern
umbrandete ſie. Sie war einer Ohnmacht nahe und trat
zurück, während Wendeborn noch öfter vor dem Vorhang
erſcheinen mußte.
Plötzlich ſah ſie den Grafen mit ausgeſtreckten Händen
auf ſich zukommen und eilte ihm entgegen. Ihre Knie
wankten, da ergriffen ſie die Hände Ellerburgs, die Sinne
ſchwanden ihr, in ſeinen Armen ſank ſie bewußtlos
zu=
ſammen. Er hob die leichte Geſtalt empor und trug ſie
in das Vorzimmer ſeiner Loge, wo er ſie auf eine
Chaiſe=
longue niederlegte.
Ihm war ſo freudig ſtolz und doch ſo weh ums Herz.
Als er auf das blaſſe, ſtille, liebliche Antlitz der Ruhenden
ſah, wünſchte er faſt, ſie hätte dieſen Triumph nicht gefeiert,
er ihr nicht den Weg geebnet. Denn war ſie jetzt nicht
weiter von ihm entfernt, denn je? Und doch hatte dieſer
Wbend ihnt eiſ die gange Tiſe ſeher ülbenſchaflicher
Liebe zu Elfriede enthüllt! Der Gedanke, ſie aufgeben zu
müſſen, war ihm in dieſer Stunde unfaßbar.
Er kniete neben ihrem Lager nieder, ergriff ihre ſchlaff
herabhängende Hand und preßte ſeine Lippen darauf.
Georg — ertönte da eine ernſte Stimme hinter ihm.
Er erhob ſich raſch und ſtand vor ſeiner Mutter.
Sie iſt ohnmächtig geworden, Mama — ſagte er wie
entſchuldigend.
Ich ſehe es, rufe meine Kammerfrau. Dein Platz iſt
jetzt auf der Bühne — Hoheit wird nach Dir verlangen.
Graf Georg neigte das Haupt und ging ſchweigend
hinaus. Die alte Gräfin neigte ſich über die Bewußtloſe
und betrachtete ſich eine Weile, dann betupfte ſie Elfriedens
Stirn und Schläfen mit ihrem Taſchentuch, auf das ſie Eau
de Cologne gegoſſen.
Mit einem leiſen Seufzer ſchlug Elfriede die Augen
auf und blickte erſtaunt in das mildernſte Geſicht der Gräfin.
Elfriede wollte ſich raſch emporrichten.
Bleiben Sie ruhig liegen, liebes Kind, ſagte die
Grä=
fin freundlich. Die Erregung dieſes Abends war zu groß
für Sie. Erholen Sie ſich — ich laſſe Ihre Eltern rufen.
Als die Kammerfrau eintrat, ſchickte die Gräfin ſieffort,
um Herrn und Frau Wendeborn zu benachrichtigen.
Elfriede blickte noch immer fragend auf die alte Dame.
Sie kennen mich nicht, mein liebes Fräulein? fragte
dieſe lächelnd.
Gewiß — Frau Gräfin
Ah, das ſan nich. Sie uurden ohmichtig, mon
brachte Sie hierher, in das Vorzimmer der
Intendanten=
loge. Aber da kommt ja mein Sohn zurück und auch Ihr
Herr Papa.
Wendeborn ſchloß Elfriede innig in die Arme.
Wir ſind zu dem Herzog und der Herzogin befohlen
worden, Elfriede, rief er in freudiger Erregung. Fühlſt
Du Dich ſtark genug?
Kann ich mich nicht entſchuldigen laſſen? fragte Elfriede
ſchüchtern.
Ich werde Sie entſchuldigen, Fräulein Elfriede, ſagte
der Graf raſch, doch ebenſo raſch entgegnete die alte Gräfin:
Ich würde Fräulein Born doch raten, dem Befehle
Folge zu leiſten. Wer die Bühnenlaufbahn einſchlägt,
muß auch die Pflichten voll auf ſich nehmen und die Folgen
tragen.
Die Worte klangen ſtolz und hart, ſo daß Elfriede
er=
ſchreckt zu der alten Dame hinüberblickte, die vorhir ſo
müt=
terlich=freundlich zu ihr geweſen und jetzt in vornehmer,
unnahbarer Haltung daſtand.
Haſtig ordnete Elfriede ihr in Unordnung geratenes
Haar.
Ich bin bereit — laſſen Sie uns gehen, Herr Graf,
ſagte ſie dann, ſich gewaltſam faſſend.
Stumm reichte ihr Ellerburg den Arm und führte ſie
über die Bühne in den Salon vor der Herzoglichen Loge,
wo die hoben Herrſchaften den Tee zu nehmen pflegten.
(Fortſetzung falgt.)
Bürger=Verein
Darmstädter Fecht=Elub
Fümien-Austlenis jugenheim, (Kaffeinder
Sonntag, den 23. Juni:
(13412
nach dem Frankenstein,
Ober-Beerbach, Felsberg,
„Krone‟.) Abfahrt 79 am Luisenplatz, 74 am Chausseehaus
nach Eberstadt. Bei ungünst. Witterung 8 Tage später.
Btäutscher Badibauf
Dienstag, den 25. Juni
zum beſten des „Invalidendank‟
ar-Massenkonzert
von den Kapellen des Leibgarde=Infanterie=Regiments
Nr. 115, Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23, Leib=
Dragoner=Regiments=Nr. 24, Großherzogl. Artillerie=
Korps, Feld=Artillerie=Regiments Nr. 61 und die
Trompeter des Trainbataillons Nr. 18
unter Leitung ihrer Musikmeister.
I. Teil des Programms
Einzel-Konzert
obiger Kapellen
II. Teil des Programms
Massen-Konzert
(13386fo
Anfang 8 Uhr.
Kaſſeöffnung 7 Uhr.
Großes
iar Ronzert
vollzählige Kapelle des Grossh. Hess. Art.-
Regis. Nr. 61. Leitung Herr Musikmeister M. Weber.
Im Programm: II. Teil Richard Wagner: „Der Ring des Nie
belungen‟ (Rheingold, Walküre, Siegfried), III. Teil Walzer von
Johann Strauss: „Morgenblätter” „Wiener Blut‟, „Bei uns
z’haus” und auf Wunsch: „An der schönen blauen Donau‟.
Eintritt mit Programm 10 Pfg.
Hans Tod, Restaurateur.
15164)
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Platze, welches Bier „dirckt
vom Lagerfaß” verzapft;
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Eintritt an der Kaſſe pro Perſon 1 Mk., im Vorverkauf
im Verkehrsbüro 75 Pfg.
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Brauerei Fay.
Freitag, den 21. Juni, abends 8 Uhr,
Grosses Streich-Konzert
ausgeführt von einer größeren Abkeilung der Kapelle
des Leibgarde=Regiments.
Eintritt frei. (*15182.
Eintritt frei.
Hugenschütz Feisenkeller.
Telephon 1445.
Freitag, den 21. Juni, abends 8 Uhr
Nächsten Mittwoch und Donnerstag
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do. v. 1875 95,00
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Griechen v. 1887 . . 55,40
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4½ Oeſterr. Silberrente 91,30
do. Goldrente . . . 96,00
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do. v. 1890 . . 95,70
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4 do. v. 1902
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do. v. 1905 . . . . 100,40
Schweden .
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2
do.
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5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,20
do.
4½
93,25
4½ Japaner .
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5 Innere Mexikaner . . . 94,80
do.
60,50
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5 Nordd. Lloyd . . . . . 116,70
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.-. . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,80
8 Baltimore und Ohio . 106,60
6½ Schantungbahn . . . 130,50
64 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,10
6 Pennſylvania R. R. . 120,00
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Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 75,00
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Fabrik
. . 502,50
14 Chem. Fabrik
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. . 243,50
30 Farbwerke Höchſt . . 600,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim
.350,00
10 Cement Heidelberg . . 148,00
30 Chem. Werke Albert 454,75
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz .
. . . 303,75
4 Lahmeyer . . . . . . . 125,50
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Inprot.
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10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 194,50
8 Steana Romana Petr. 137,30
15 Zellſtoff Waldhof . . 231,00
12½ Bad. Zucker=
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häuſel. .
. . 217,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,00
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12 Aumetz=Friede . . . . 188,50
12½ Bochumer Bergb. u.
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. . 228,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 176,00
10 Gelſenkirchener . . . . 189,00
8 Harpener
. . 185,00
15 Phönix Bergb. und
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4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,80
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3 Prag=Duxer . . . .
75,80
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,70
do.
77,60
5 Oeſterr. Sädb. (Lomb.) 99,60
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do.
53,50
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76,60
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt.
88,40
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,30
do.
88,20
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88,10
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3 Portugieſ. Eiſenb.
75,80
do.
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3 Salonique=Monaſtir . 63,70
4 Bagdadbahn .
84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,00
4 Miſſouri=Pacific . . . . 71,00
4 Northern=Pacific . . . 69,10
4 Southern=Pacific
. 95,30
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 87,20
5 Tehuantepec . . . .
98,70
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7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
. 150,40
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 166,00
6½ Darmſtädter Bank . 121,40
12½ Deutſche Bank . . . 253,50
6 Deutſche Vereinsbank . 123,75
6 Deutſche Effekt.= und
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Bankverein . . . . 123,00
Wiener Bankverein . 133,50
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,60
Inpre=
Sf. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
. 89,30
S. 19 .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,25
8½
do.
88,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
8½
do.
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S. 12, 13, 16
99,90
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,95
8½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—4
89,50
S. 3—5
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
8½
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88,80
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917)
97,90
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4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 134,50
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100.
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
.fl. 7
Augsburger . .
Braunſchweiger Tlr. 20 197,50
Fs. 15
Freiburger .
Fs. 45
Mailänder .
do.
. . F8. 10
.ſl. 7 35,80
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 528,00
do. v. 1858fl. 100 449,50
Ungar. Staats . . fl. 100 371,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke . . . . . 16,22
Amerikaniſche Noten . . . 4,18
Engliſche Noten . . . . . 20,44
Franzöſiſche Noten. . . . 81,0.)
Holländiſche Noten. . . . 169,10
Italieniſche Noten . . . . 80,15
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,85
Reichsbank=Diskonto . . .
Reichsbank=Lombard Z5!l.
R
Seite
Darmſtädter Tagblätt, Freitag, den 21. Juni 1912.
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