Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Aus Petersburg wird gemeldſet, daß Kaiſer
Wilhelm und der Zar in der erſten Juli=Woche
in den Finniſchen Schären zuſammentreffen werden.
Die bulgariſche Königsfamilie iſt geſtern
aus Berlin wieder abgereiſt.
Das deutſche Beſuchsgeſchwader iſt in New=
York eingetroffen und feſtlich empfangen worden.
Der Präſident des preußiſchen
Abgeord=
netenhauſes, Frhr. v. Erffa, iſt geſtern
ge=
ſtorben.
Der Flieger Hirth, der bei dem Fernflug
Berlin- Breslau -Wien als erſter in Wien
anlangte, hat die Strecke von Breslau bis Wien in
2 Stunden 56 Minuten zurückgelegt.
Deutſchland und Italien.
— Obwohl die Staatsraiſon Italien an
Deutſch=
land bindet, weil auf dieſer Seite der Vorteil ein weit
größerer iſt, ſo hat es im Apenninenreiche nicht an
Vor=
gängen gefehlt, die dartaten, daß man auch gelegentlich
zu Seitenſprüngen geneigt iſt. Fürſt Bülow hat dafür
das ſchöne Wort von den „Extratouren” geprägt, die die
Mitglieder des Dreibundes ſich leiſten könnten, ohne daß
dieſer dadurch erſchüttert würde. Andererſeits weiß man
aber zur Genüge, daß die Neigungen des italieniſchen
Volkes zu einem nicht unbeträchtlichen Teile weniger
nach Deutſchland gerichtet ſind, und daß man ſich vor
allen Dingen das eifrige Liebeswerben Frankreichs ſehr
gern hat gefallen laſſen: Auch ſind Ereigniſſe zu
verzeich=
nen geweſen, bei denen Italien die eigenen Wege ging
und ſogar in Gemeinſchaft mit anderen den deutſchen
Abſichten entgegenarbeitete. Es ſei in dieſer Hinſicht nur
an die Konferenz von Algeciras erinnert und auch
gele=
gentlich der vorigen großen Balkankriſis, als die Gefahr
eines großen Weltkrieges drohte, hinkte Italien mit
ver=
mittelnden Schritten gar ſehr nach, und es hätte ſicherlich
im Ernſtfalle die Oeſterreicher im Stiche gelaſſen, um
ſel=
ber im Trüben zu fiſchen.
Sehr auffallend ſind jetzt die im Verlaufe des
tür=
kiſch=italieniſchen Krieges fortwährend
auf=
tauchenden Verdächtigungen Deutſchlands, in denen
ge=
wiſſe Blätter jenſeits der Alpen ſich geradezu als Meiſter
entpuppen. Man weiß, daß Deutſchland gerade durch
dieſen Krieg in eine ſehr mißliche Poſition gekommen
iſt, auf der einen Seite das Bündnis mit Italien, auf der
anderen Seite die freundſchaftlichen Beziehungen zur
Türkei. Gleichwohl hat Deutſchland den Schutz der
Ita=
liener in der Türkei übernommen und erntet jetzt dafür
den Dank, daß man tagtäglich den Vorwurf zu hören
bekommt, Deutſchland kümmere ſich nicht um die
italie=
niſchen Schutzbefohlenen. Es iſt bekanntlich darüber
ſo=
gar zu einer Interpellation in der Kammer gekommen,
wo man uns gegenüber ſich nicht ſehr freundlicher Worte
bediente. Die Regierung trat dieſem Treiben nicht
nach=
drücklich entgegen, ſondern gab nur nachher eine kleine
offiziöſe Notiz heraus mit der Mitteilung, daß
Deutſch=
land ſeinen Verpflichtungen durchaus nachkomme. Dieſe
ſeltſame Haltung hat nicht bloß ſcharfe Erwiderungen
in deutſchen Zeitungen hervorgerufen, ſondern es hat
auch den Anſchein, als ob auch eine Verſtimmung bei
unſeren leitenden Stellen eingeriſſen iſt, und mit Recht.
Seit einiger Zeit nimmt man wahr, daß merkwürdig
oft in der Norddeutſchen Allgemeinen Zeitung Dementis
gegenüber italieniſchen Anſchuldigungen veröffentlicht
werden, die nicht immer eine ganz höfliche Sprache
ein=
ſchlagen. So wird eben erſt wieder eine italieniſche
Blättermeldung über das Verhalten des deutſchen
Kon=
ſuls in Smyrna richtiggeſtellt und dabei betont, daß dieſe
Beſchuldigung auch in der Kammer erwogen worden ſei,
ohne daß ihr dort ein Dementi entgegengeſetzt
wor=
den wäre, das heißt mit anderen Worten, die Polemik
richtet ſich weniger gegen die Verbreiter der italieniſchen
Lügennachricht, als gegen die italieniſche Regierung
ſelbſt, die ſich Deutſchland gegenüber nicht in der
wün=
ſchenswerten korrekten Weiſe benommen hat.
Deutſches Reich.
— MMonarchenbegegnun g. Die Berliner Blätter
melden aus Berlin: Zu den regelmäßig um die Zeit der
in Sicht kommenden Nordlandsreiſe des Kaiſers
auf=
tauchenden Gerüchten gehört das von einer
Zuſammen=
kunft unſeres Kaiſers mit dem Kaiſer von Rußland in
den Finniſchen Schären. Es heißt, die Zuſammenkunft
werde in der erſten Woche des Juli ſtattfinden, Mitte
des Monats werde dann König Georg von England
mit dem Kaiſer Nikolaus eine Begegnung haben.
Deutſchland und Holland. Die
Nord=
deutſche Allgemeine Zeitung ſtellt feſt, daß man im
Deut=
ſchen Reiche überall den Beſuch der Königin Wilhelmine
in Paris mit Intereſſe und Sympathie verfolgt habe,
und fährt dann fort:
Wenn die Königin dabei auch ihrer Abſtammung
aus franzöſiſchem Blut gedachte und dem Andenken ihres
Ahnherrn, des großen Coligny, eine beſondere Ehrung
widmete, ſo fand ſie damit hier umſo mehr Verſtändnis,
als auch Seine Majeſtät der deutſche Kaiſer die
Erinne=
rung an Coligny und die großen Oranier, die er
gleich=
falls und zwaremit dem gleichen Anteil des Blutes wie
Königin Wilhelmine zu ſeinen Ahnen zählt, ſtets
hochge=
halten und in bekannter Weiſe auch wiederholt zum
Aus=
druck gebracht hat. Es läge daher gar keine Veranlaſſung
vor, an den Beſuch der niederländiſchen Königin
irgend=
welche Beſprechungen oder politiſche Erörterungen zu
knüpfen, wenn nicht einige franzöſiſche Preßorgane dieſe
Vorgänge als Zeichen des Umſchwunges in der
auswär=
tigen Politik der Niederlande gedeutet hätten. Die
ge=
ſamte deutſche Preſſe hat demgegenüber den guten
Ge=
ſchmack gezeigt, ſich ſolcher Deutungen ganz und gar zu
enthalten. Ihre Kommentare gehen vielmehr von der
unanfechtbaren Tatſache aus, daß die Beziehungen
zwiſchen Deutſchland und den Niederlanden nicht nur
ungetrübt, ſondern auch ausgeſprochen
freundſchaft=
lich ſind. Auch die leitende holländiſche Preſſe ſpiegelt
hinſichtlich der Abſichten ihrer Regierung dieſelbe
Auf=
faſſung wieder, die auch wir hegen; ſie betont die
Neu=
tralität und die unabhängige Stellung, die Holland
zwiſchen den Großmächten einnimmt, und dieſe Stellung
entſpricht zugleich dem Standpunkt, den die deutſche
Politik für richtig erkannt hat. Es braucht nicht
beſon=
ders erwähnt zu werden, daß die deutſche Regierung
niemals verſucht hat, einen unberechtigten Einfluß auf
die niederländiſche Regierung auszuüben. Niemals,
weder direkt oder indirekt, iſt von deutſcher Seite die
Abſicht verfolgt worden. an Holland mit Anerbietungen
heranzutreten, die für dieſen unſeren Nachbarſtaat eine
Minderung ſeiner Unabhängigkeit zur Folge gehabt
hätten. Wenn in der Oeffentlichkeit vereinzelte Stimmen
niederer Art laut geworden ſind, ſo iſt das ohne jeden
Zuſammenhang mit den verantwortlichen Stellen und
den Ueberzeugungen dier politiſch denkenden Mehrheit
des Deutſchen Reiches geſchehen und hat keine politiſche
Bedeutung. Wenn ein holländiſches Blatt dieſer Tage
geſchrieben hat, daß der Pariſer Beſuch der Königin
Wil=
helmine nur die Freundſchaft bezeuat hat, die die
Hollän=
der jedem erweiſen wollen, der ihnen freundſchaftliche
Geſinnung entgegenbringt, ſo beſtätigt dieſes Wort nur
die Auffaſſung, daß man ſich auch in Deutſchland über
dieſen Beſuch nicht gewundert hat.
Die Verteidigung der chriſtlichen
Gewerkſchaften. Aus Köln wird gemeldſet:
Gegenüber den Meldungen, daß die deutſchen Biſchöfe
der gegenwärtigen Gewerkſchaftsentwicklung untätig
zu=
fehen, kann verſichert werden, daß Beſtrebungen im Gange
ſind, die dahinzielen, daß das deutſche Epiſkopat
dem=
nächſt entſprechende Schritte beim Papſte unternehmen
werde. Der Chriſtliche Metallarbeiterverband erläßt
eine Erklärung, in der er gegen die fortgeſetzten
Beun=
ruhigungen und Verdächtigungen der chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften nachdrücklichſt Verwahrung einlegt. Er erklärt,
daß die chriſtlichen Gewerkſchaften ſich von jeher der
Zu=
ſtimmung und Aufmunterung von hohen chriſtlichen
Wür=
denträgern beider Konfeſſionen erfreuten. Wiederholt
haben ſich die deutſchen Biſchöfe für ihre Unterſtützung
ausgeſprochen. Die chriſtlichen Metallarbeiter, ob
katho=
liſch oder evangeliſch, würden unentwegt fernerhin feſt
zuſammenſtehen und in Treue verbunden bleiben. Die
Vorſitzenden der katholiſchen Arbeitervereine der
Erz=
diözeſe Köln waren Freitag in Düſſeldorf
zuſammengetre=
ten, woſelbſt gleichfalls eine ſcharfe Erklärung in Sachen
der Gewerkſchaftsfrage gefaßt wurde.
— Kampf in der Metallinduſtrie. Die
Berliner Blätter vom 10. Juni melden: Von neuen
Lohnbewegungen ſteht beſonders wieder eine
Metall=
arbeiterausſperrung in Sicht. Die
Eiſenkonſtruktions=
arbeiter haben im vergangenen Jahre 5 Wochen im
Streik geſtanden und ſich ſchließlich mit den
Metallindu=
ſtriellen geeinigt, da ſonſt eine allgemeine Ausſperrung
erfolgt wäre. Jetzt liegen die Verhältniſſe genau ſo
wie vor Jahresfriſt. Vor drei Wochen haben die
Eiſen=
konſtruktionsarbeiter erneut die Einführung
dersneun=
ſtündigen Arbeitszeit und Erhöhung der Anfangslöhne
um 10 Prozent gefordert. Die Arbeitgeber haben nun
dieſe Wünſche abgelehnt und nur in einigen
nebenſäch=
lichen Punkten Entgegenkommen gezeigt. Am letzten
Sonntag waren über zwanzigtauſend der in
Betracht kommenden Arbeiter in Berlin
ver=
ſammelt. Obgleich von den Führern der Bewegung
mitgeteilt worden war, daß bei Aufrechterhaltung der
Forderungen die Arbeitgeber erklärt häkten, nicht mehr
länger zu zögern, ſondern unverzüglich eine Ausſperrung
im weiteſten Umfange vorzunehmen, beſchloß die
Ver=
ſammlung, die Forderung der neunſtündigen Arbeitszeit
aufrecht zu erhalten. Am nächſten Mittwoch treten die
Beauftragten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer
noch=
mals zur Beratung zuſammen, und von deren Ergebnis
wird Krieg oder Frieden in der Metallinduſtrie
ab=
hängen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der Kampf gegen die Obſtruktion in
Ungarn. Die nationale Arbeitspartei Ungarns richtet
ein Manifeſt an die Nation, in dem die Notwendigkeit
eines parlamentariſchen Kampfes gegen die Obſtruktion
damit begründet wird, daß das Beſtehen der Nation
und die Verfaſſung in höchſtem Maße gefährdet ſei. Die
Partei habe bisher ſchen mehrere wichtige Geſetze
ge=
ſchaffen, ſo die Wehrreform, die die Großmachtſtellung
der Monarchie geſichert habe. Die Majorität werde
bal=
digſt an die Durchführung einer demokratiſchen
Wahl=
reform gehen, wobei ſie auch weiterhin auf die
Unter=
ſtützung der Nation hoffe.
Frankreich.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Ver=
handlungen wird aus Madrid gemeldet, daß Garcia
Prieto nunmehr die zwiſchen Paris und London
verein=
barte Note erhalten habe, durch die den Forderungen
Spaniens betreffend die Verbindungen zwiſchen dem
Gharb= und dem Rifgebiet entſprochen wird. Dem Figaro
zufolge erhebt Spanien jedoch für die Frankreich im
Uergatal gemachten Zugeſtändniſſe neue
Entſchädigungs=
anſprüche, insbeſondere bezüglich des Isnigebietes und
verſchiedener finanzieller Fragen, ſodaß eine neue
Ver=
zögerung möglich ſei.
Belgien.
Die Provinzialratswahlen haben keine
weſentliche Aenderung in der allgemeinen Lage
herbei=
geführt. Sie haben überall den Sieg der Katholiken
beſtätigt. Nur in Brabant, Hennegau und Lüttich haben
die antiklerikalen Parteien ihre Sitze zu behaupten
ver=
mocht.
Rußland.
Flottenban. Die Budgetkommiſſion der
Reichs=
duma nahm mit 26 gegen 19 Stimmen den
Beſetzent=
wurf betreffend die Anweiſung einer halben Milliarde
für das kleine Flottenbauprogramm 1912 bis 1916 an.
Perſien.
Die Kabinettskriſis dauert noch an. Der
Miniſter des Auswärtigen iſt zurückgetreten, wie man
vermutet, aus Antipathie gegen das bachtiariſche
Ele=
ment im Kabinett. Ein Nachfolger iſt noch nicht
gefun=
den. Der Regent will am Dienstag ſeine Reiſe nach
Europa antreten.
Japan.
Die diplomatiſchen Beziehungen zu
Rußland. Der frühere Premierminiſter Fürſt
Katſura wird in Begleitung des ehemaligen Miniſters,
Baron Getet, am 6. Juli eine Reiſe nach Petersburg,
Berlin, Paris und London und vielleicht auch nach
Amerika antreten. Nach amtlicher Erklärung wird die
Reiſe nur zum Beſuch von Sehenswürdigkeiten
unter=
nommen, doch findet dieſe Erklärung in der Preſſe
keinen Glauben. Aſahi Shimbun ſagt in einem Artikel:
Zweck der Reiſe iſt es, die diplomatiſchen Beziehungen
Japans zu Rußland zu regeln. Wir müſſen uns daran
erinnern, daß Katſura der Führer der auswärtigen
Politik Japans iſt, die auf das Bündnis mit Groß=
Britannien gegründet iſt. Dies entſpricht nicht mehr
den Bedürfniſſen der beiden Nationen. Es iſt
zweifel=
haft, ob Japan auf dieſem Wege das Ziel ſeiner Politik
erreicht. Selbſt Katſura kann ſeine alte Begeiſterung
für das Bündnis nicht mehr neu beleben. Es iſt immer
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Juni 1912.
Nummer 135.
Grund zur Annahme vorhanden, daß der Zweck der Reiſe
in Petersburg zu ſuchen iſt.
* Die Eidesleiſtung der Großherzogin
von Luxemburg auf die Verfaſſung iſt vom 14.
auf den 18. Juni verlegt worden. Die Großherzogin
iſt nämlich am 14. Juni 1894 abends 9 Uhr geboren, wäre
alſo um ½4 Uhr, der vorgeſehenen Stunde, zur
Eides=
leiſtung noch nicht 18 Jahre alt und deshalb im Sinne
des Staatsrechts nicht mündig. Darum wird der feierliche
Akt in der nächſtfolgenden Kammerſitzung ſtattfinden.
* Wien, 10. Juni. Der König von
Mon=
tenegro verabſchiedete ſich geſtern vom Kaiſer und
ſeiner Familie, wobei der König dem Kaiſer für den
glänzenden Empfang und die Verleihung des Regiments
dankte. Der König reiſte heute früh um 8 Uhr nach
Trieſt ab, von wo er an Bord der öſterreichiſchen Jacht
„Gaea” nach Montenegro zurückkehrt.
* London, 10. Juni. Der Bürgermeiſter von
Marylebone gab geſtern ein Diner, bei dem der
Kriegs=
miniſter Lord Haldane Ehrengaſt war und eine
Rede hielt. Darin betonte Lord Haldane die
Nützlich=
keit und Notwendigkeit ſtarker Rüſtungen. Was die
Flotte angehe, ſo müſſe England unbedingt die
Herr=
ſchaft zur See haben. Bald würde die Zeit kommen, wo
die Kolonien zu Lande und zu Waſſer ſich ſelbſt
vertei=
digen würden. Dann würden die England zur
Ver=
fügung ſtehenden Streitkräfte für die Verteidigung der
eigenen Heimat frei werden und das ſollte England in
kurzer Zeit zur mächtigſten Land= und Seemacht machen,
die es jemals gegeben habe. Im Ganzen glaube er, ſei
England auf dem richtigen Wege mit den Reformen der
Landesverteidigung.
** Chinas neues Strafgeſetzbuch. Auf
dem Wege der Reformen wird das moderne China in
allernächſter Zeit eine wichtige neue Etappe erreichen:
das alte, komplizierte und unüberſichtliche Strafrecht
wird abgeſchafft und an ſeine Stelle tritt ein neues,
ein=
heitliches Strafgeſetzbuch. Dieſes neue chineſiſche
Straf=
recht kennt als Strafen fortan nur noch Gefängnis auf
Lebenszeit oder auf beſtimmte Zeitdauer, Schadenerſatz
bezw. Geldſtrafen, den Verluſt der bürgerlichen
Ehren=
rechte, Konfiszierung des Eigentums und ſchließlich die
Todesſtrafe, die Hinrichtung, die künftig nicht mehr
öffentlich ſtattfinden wird und zu deren Ausführung
das Geſetz als Werkzeug die Guillotine vorſchreibt.
Ver=
brechen und Vergehen gegen das Strafgeſetzbuch werden
in Wiederholungsfällen durch Verdoppelung oder durch
Verdreifachung der bei der erſten Geſetzesverletzung
ver=
hängten Strafe geahndet. Mit dieſem neuen Strafrecht
ſollen endgültig alle die mannigfachen alten Strafmittel
der chineſiſchen Juſtiz verſchwinden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. Juni.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen von
Schlitz genannt von Görtz auf die Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Hemmen, Kreis Lauterbach,
präſen=
tierte Schulamtsaſpirant Georg Dürkes aus
Becht=
heim, Kreis Worms, für dieſe Stelle; ferner der von
dem Herrn Grafen zu Erbach=Erbach auf die
Lehrer=
ſtelle an der Gemeindeſchule zu Groß=Gumpen, Kreis
Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant Wilhelm Johann
Schaffnit aus Wenings, Kreis Büdingen, für dieſe
Stelle.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 22 enthält:
1. Bekanntmachung, den gewerbsmäßigen Handel mit
ländlichen Grundſtücken betreffend. 2. Bekanntmachung,
die „Kleyer Stiftung” betreffend. 3. Bekanntmachung,
den Uebergang der Konzeſſionen für die Nebenbahnen
Darmſtadt-Eberſtadt, Darmſtadt -Griesheim (Artillerie=
Schießplatz) und Darmſtadt-Arheilgen, ſowie der
Kon=
zeſſionen für die ſtädtiſchen elektriſchen Straßenbahnen
zu Darmſtadt auf die Heſſiſche Eiſenbahn=
Aktiengeſell=
ſchaft zu Darmſtadt betreffend. — 4. Bekanntmachung,
Anſchlußgleis der Firma Lippmann May zu Darmſtadt
betreffend.
g. Schwurgericht. Das Schwurgericht verhandelte
geſtern gegen den am 26. Juni 1881 zu Hungen geborenen
früheren Bahnſteigſchaffner Wilhelm Kraft von
Sprend=
lingen=Buchſchlag wegen Verbrechen im Amt. Vertreter
der Staatsanwaltſchaft iſt Aſſeſſor Ahl, Vertreter des
Beſchuldigten Rechtsanwalt Carnier I. Der
Ange=
klagte iſt beſchuldigt, in drei Fällen durch
Fahrkartenfälſch=
ung und Betrug den Eiſenbahnfiskus um 14,75 Mark
ge=
ſchädigt zu haben. Der Angeklagte leugnete
urſprüng=
lich, hat aber im Verlauf der Unterſuchung die
Fahrkarten=
fälſchung und den Betrug zugegeben, nur beſtreitet er, ihm
in ſeiner Eigenſchaft als Beamter anvertraute Gelder
unterſchlagen zu haben. Der Angeklagte iſt Anfang 1908
als Militäranwärter zur Stationsverwaltung
Sprend=
lingen=Buchſchlag gekommen, April 1908 wurde er als
Beamter angeſtellt. Seit 1901 iſt er verheiratet.
An=
fangs dieſes Jahres trennten ſich beide Ehegatten, wo=
bei ſie ſich gegenſeitig Ehebruch vorwarfen. Als die
Ehe=
frau eines Tages von dem Bruder des Angeklagten in
deſſen Wohnung mißhandelt wurde, brachte ſie die
Miß=
handlung zur Anzeige und bei dieſer Gelegenheit zeigte
ſie auch die dem Angeklagten jetzt zur Laſt gelegten Fälle
an. Am 7. Juni 1907 ſtellte der Angeklagte dem
Hilfs=
rangierer Schliffer von Buchſchlag für einen Verwandten
eine Fahrkarte für zwei Perſonen, darunter ein Kind,
nach der Station Renzendorf in Oberheſſen aus. Er
be=
nutzte dazu eine Blankokarte und füllte dieſe mit Pauſe
bis auf den Fahrpreis und die Perſonenzahl aus. Die
Fahrkarte ſtellte er dann auf 1½ Perſonen aus, während
er auf dem zur Kontrolle zurückbleibenden Stamm nur
eine Perſon angab. Den Fahrpreis vermerkte er
dem=
entſprechend auf der Karte mit 4,35 Mark, während er auf
dem Kontrollblatt den Betrag von 2,90 Mark notierte.
Dieſe Betrügereien gibt der Angeklagte zu, gibt jedoch
an, er hätte von dem Schliffer auch nur den Betrag von
2,90 Mark erhalten, wie es auf dem Kontrollblatt
ange=
geben iſt. Der Schliffer ſei zu ihm gekommen und hätte
ihm geſagt, er möchte eine Fahrkarte für eine Perſon
aus=
ſtellen, das Kind werde gemogelt. Der Zeuge Schliffer
macht in der Verhandlung von ſeinem
Zeugnisverweiger=
ungsrecht Gebrauch, ſodaß alſo in dieſem Falle der
Tat=
beſtand des Verbrechens im Amt nicht nachweisbar iſt.
Die zwei anderen ihm zur Laſt gelegten Straftaten hat er
dadurch begangen, daß er am 23. September 1911 ſeiner
Ehefrau, die nach ihrem Heimatsort Lich fahren wollte, einen
Fahrſchein zweiter Klaſſe nach Hungen ausgeſtellt hat und
den Betrag nicht an die Stationskaſſe abgeführt hat. Er
hat hier, um die Entdeckung zu vermeiden, das
Kontroll=
blatt, den ſogen. Stamm, beſonders ausgefertigt, und
zwar als Fahrkarte nach Erzhauſen im Betrage von
40 Pfennig. Da die Fahrt nach Hungen 7,05 Mark koſtet,
hat er alſo den Eiſenbahnfiskus um 6,65 Mark geſchädigt.
Die Karte hatte er darum bis Hungen ausgeſtellt, damit
ſeine Frau die Karte in Lich, einer Vorſtation von
Hun=
gen, nicht abzugeben brauchte, daß alſo eine Feſtſtellung
des Betruges nicht möglich iſt. Die Frau hat jedoch die
Karte nicht vernichtet, wie ihr vom Angeklagten geſagt
wurde, ſondern behalten, ſodaß eine nachträgliche
Feſt=
ſtellung ermöglicht wurde. Der Angeklagte hat dann auf
dieſelbe Weiſe am 3. Oktober eine gleiche Karte
ausgefer=
tigt und, mit dem Stempel „Rückfahrt” verſehen, ſeine
Ehefrau nach Lich mit der Poſt zugeſchickt. Dieſe gab
aus Verſehen die Karte in Frankfurt ab, worauf ſie vom
Angeklagten veranlaßt wurde, zurückzufahren und die
Karte zu verlangen, um dieſelbe zu vernichten. Nach den
Ausführungen des Vertreters des Eiſenbahnfiskus iſt es
wahrſcheinlich, daß noch mehr ähnliche Betrügereien
ge=
ſchehen ſind, denn es lagen der Kontrollſtelle mehrere
Kontrollblätter über Fahrkarten zweiter Klaſſe nach
Erz=
hauſen und Egelsbach im Betrage von 40 Pfennig vor,
es ſeien aber in dieſen beiden Dörfern keine Perſonen
er=
mittelt, die zweiter Klaſſe fahren; auch ſind dort niemals
Fahrſcheine zweiter Klaſſe von Buchſchlag abgeliefert
worden.
Die Geſchworenen bejahten die Schuldfragen nach
Be=
trug in drei Fällen und verneinten die Fragen nach
mil=
dernden Umſtänden. Der Staatsanwalt beantragte
Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den
Ange=
klagten zu 2 Monaten 1 Woche Gefängnis.
* Frhr. Weſterweller von Anthoni F. Am
Soan=
tag iſt Se. Exzellenz Paul Frhr. Weſterweller von
Anthoni, General der Infanterie z. D. und General=
Adjutant à I. s. Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs,
im 85. Lebensjahre geſtorben. In Darmſtadt
geboren, begann General Frhr. von Weſterweller ſeine
militäriſche Laufbahn am 1. Juli 1843 im Großh. Heſſ.
2. Infanterie=Regiment, machte 1848 als Leutnant den
Ausmarſch nach Baden mit und wurde 1859 nach
Stutt=
gart zum Generalſtab des 8. Armeekorps, im folgenden
Jahre jedoch zur Dienſtleiſtung beim Prinzen Ludwig
kommandiert. Im Jahre 1862 begleitete er den Prinzen
Ludwig auf deſſen Reiſe nach England, wo ſich der
Prinz mit der Prinzeſſin Alice vermählte, und erhielt
1864 ein Patent als deſſen Hofmarſchall und perſönlicher
Adjutant. 1866 begleitete er den Prinzen in den Feldzug
nd wohnte dem Gefecht bei Aſchaffenburg bei. Als
Major machte er den Feldzug 1870/71 mit, nahm an den
Schlachten bei Gravelotte und St. Privat, an der
Ein=
ſchließung von Metz, den Schlachten von Noiſſeville und
Orleans und mehreren Gefechten teil und erhielt das
Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe. Am 1. Januar 1872 wurde
Major Weſterweller von Anthoni in den Verband der
preußiſchen Armee aufgenommen, 1876 zum Oberſten
befördert und 1877 Flügeladjutant des Großherzogs mit
dem Range als Regimentskommandeur. Fünf Jahre
darauf ernannte ihn der Großherzog zu ſeinem
General=
djutanten und verlieh ihm 1884 das Prädikat Exzellenz.
Am 22. März 1887 erfolgte ſeine Beförderung zum
Generalleutnant, worauf er am 5. Mai 1889 in den
Ruheſtand trat. Nachdem er dann noch am 27. April
1890 den Charakter als General der Infanterie erhalten
hatte, nahm er am 24. Dezember 1906 ſeinen Abſchied
als Oberhofmarſchall. Am 12. Januar 1907 wurde der
General vom Großherzog in Anerkennung der Verdienſte
im den Großherzog und das Großherzogliche Haus in den
erblichen Freiherrnſtand erhoben. — Die Beerdigung
findet in aller Stille, von der Friedhofskapelle aus, an
Mittwoch, den 12. Juni, 11 Uhr, vorm. ſtatt. Der Trauer
gottesdienſt iſt in der St. Ludwigs=Pfarrkirche ar
Donnerstag, den 13. Juni, um 8¼ Uhr vorm. R. i. p.
* Im Großh. Muſeum iſt die in Vorbereitun
begriffene Gruppe „Nord=Oſt=Europa” am Mittwoc
nachmittag und Freitag vormittag für die Beſucher zu
gänglich gemacht. Dadurch wird dieſen die Gelegenhei
geboten, von der Entſtehung einer ſolchen Zuſammen
ſtellung eine richtige Vorſtellung zu gewinnen.
* Lutherfeſtſpiel. Die angemeldeten Damen ſeier
nochmals auf die heute (Dienstag) nachmittag 5 Uhr in
Gemeindehauſe, Kiesſtraße 17, ſtattfindende Verſammlung
aufmerkſam gemacht, in der die Auswahl der bein
Nonnenchor mitwirkenden Damen vorgenommen werder
ſoll. Herr Stadtorganiſt Borngäſſer, der die Einſtudierung
aller in dem Feſtſpiel vorkommenden Chöre gütigſt über
nommen hat, wird zugegen ſein.
* Sektion Darmſtadt Deutſcher und Oeſterreichiſche
Alpenverein. Mit einem einfachen Abendeſſen verbun
den fand im Vereinszimmer bei Sitte die letzt
Monatsverſammlung vor der beginnenden
Reiſezeit ſtatt. Dabei gelangte der vom Schriftführer
Herrn Dr. Tenner zuſammengeſtellte Wanderbericht
der Mitglieder vom Jahre 1911 zur Vorkage. Mannig
faltig wie immer waren Beſteigungen und Wanderungen,
die ſchwerſten Felsklettereien eines Baumeiſter ſtehen
neben dem behaglichen Spaziergang des Jochfinken:
bei=
des eine reiche Quelle für Stärkung von Körper und
Geiſt zum Kampf mit der nervenzerſtörenden Berufs
tätigkeit des Alltags. Die Darmſtädter Hütte im
Moos=
tal wird Ende Juni wieder bewirtſchaftet ſein, ein neuer
mächtiger Mantelofen wird die Behaglichkeit im
Speiſe=
raum erhöhen, die Anbringung von Rettungsſtrickleitern
an den Fenſtern des Obergeſchoſſes und die Aufſtellung
ſelbſttätiger Feuerlöſchapparate werden zur größeren
Sicherheit der Gäſte beitragen. Selbſtverſtändlich ſind,
wie es alljährlich im Gebirge notwendigerweiſe zu
ge=
ſchehen pflegt, die Weganlagen im Hüttengebiet
nach=
geſehen und ausgebeſſert, ſowie Markierungen und
Weg=
weiſertafeln geprüft und ergänzt worden. Die
Melde=
ſtelle für Mitteilung von Unglücksfällen befindet ſich
wie=
der in der Adler=Apotheke des Herrn Dr. Tenner, wo
auch Karten abgeſtempelt und Ausweiſe für Ehefrauen
der Mitglieder in Empfang genommen werden lönnen.
Auf die von der Providentia=Wien eingerichtete
Reiſe=
verſicherung wurde beſonders hingewieſen. Und nun
Friſch auf ins Hochgebirge!
* Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”
hielt ihre Monatsverſammlung ab. Nachdem das Proto
koll verleſen und eine große Reihe von Eingängen be
kannt gegeben worden war, konnte zur allgemeinen
Freude als Ergebnis der Werbetätigkeit der
vergange=
nen 4 Wochen feſtgeſtellt werden, daß 29 Anmeldungen
vorliegen und daß damit die Mitgliederzahl 217 erreicht
worden iſt. Ein Transparent mit der leuchtenden 200,
von Girlanden getragen, hatte man auf der Bühne
ange=
bracht. Der Vorſitzende, Herr Sekretär
Kratzſchſchil=
derte den Entwickelungsgang der Vereinigung und
über=
reichte dem 200. Mitgliede, Herrn Reis, einen
Blumen=
ſtrauß. Herr Reis ſprach die Hoffnung aus, daß es dem
Werbefleiß der Mitglieder gelingen möge, recht bald die
300 zu erreichen. Für Werbefleiß konnte die ſilberſe
Nadel an Fräulein Keller und Herrn Wüſt, die goldene
Nadel Herrn Bonin verliehen werden. Die an mehrern
Wochentagen ſtattfindenden Uebungen zeigen eine weiter
ſteigende Beſucherzahl, ſodaß für vermehrte
Sitzgelegen=
heit geſorgt werden muß. Nachdem noch über die
Ver=
anſtaltungen im Mai und den Bezirkstag in König und
die dabei erzielten Preiſe berichtet worden war, wurde
die Preisverteilung von dem Wettſchreiben der
Ver=
einigung vorgenommen. Für ſehr gute Arbeiten in den
Abteilungen 60—200 Silber wurden 37 Diplome und für
die beſten Arbeiten 14 Ehrenpreiſe unter dem lebhaften
Beifall der Anweſenden verteilt. Herr Naumann hielt
einen Vortrag über die Tätigkeit der Gabelsbergerſchen
Stenographen im heſſiſchen Landtage. Dem regen Eifer
der Mitglieder, die an ihrer ſtenographiſchen Ausbildung
arbeiten, wurde vom Vorſitzenden beſondere Anerkennung
geſpendet.
* Einziehung der Zeitungsgelder. Es wird darauf
hingewieſen, daß die Einziehung der Zeitungsgelder durch
die Briefträger in der Zeit vom 15. bis einſchl. 25. des
etzten Monats im Vierteljahr koſtenlos erfolgt; die
Brief=
träger uſw. ſind zur vollgültigen Quittungsleiſtung über
die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Die Vorteile, die
die Einrichtung für das Publikum bietet, ſpringen in die
Augen, wenn man berückſichtigt, daß der regelmäßige
Fort=
bezug der Zeitungen geſichert, der Gang zur Poſt und das=
Warten an den Schaltern, die am Vierteljahrsſchluſſe
be=
ſonders ſtark in Anſpruch genommen ſind, erſpart wird.
* Siegreiche Sänger. Man ſchreibt uns: Der Ges
ſangverein „Teutonia‟=Darmſtadt errang auf dem
Nationalen Geſangwettſtreit zu Nieder=Roden in ſtarker
Konkurrenz im Klaſſenſingen (2. Klaſſe) mit 236 Punkten,
der höchſten Punktzahl ſämtlicher Klaſſen, den 1.
Klaſſen=
preis 150 Mk. in bar, ſowie einen wertvollen Kunſt=
Vom ägyptiſchen Pompeji.
** Während der letzten Tage des Oktobers im Jahre
130 n. Chr. fuhr die Staatsbarke des Weltbeherrſchers
Ha=
drian den Nil hinauf; ſie führte den Sarg des
Bithy=
niers Antinous, des kaiſerlichen Lieblingsſklaven und
„ſchönſten der Männer” der ſich in den Fluten des heiligen
Stromes ertränkt hatte. Unerhörte Ehren plante der
Herrſcher zu Ehren ſeines toten Lieblings, und ſo gründete
er zu ſeinem Gedenken eine ganze Stadt, die er nach
griechiſchem Muſter anlegte und mit Hellenen bevölkerte.
In ihrer Mitte erhob ſich das Grabmal des zum Gott
ge=
wordenen Sklaven, mit ſeinen Obelisken und Sphinxen
der gewaltigen Bauwerke würdig, die dereinſt zu Ehren
der alten Pharaonen errichtet worden waren. Antinoé
die neue Gründung, blühte durch mehrere Jahrhunderte.
Dieſes Zentrum ſpätantiker Kultur, das unter dem
trockenen Wüſtenſande vergraben, dem Zahn der Zeit
widerſtanden und faſt unverſehrt geblieben iſt, hat nun in
wichtigen Teilen der franzöſiſche Archäologe Gayet in
ſiebzehnJahren mühevoller Arbeit ausgegraben.
Jean=Paul Lafitte, der dieſer Wiederauferweckung einer
hochintereſſanten Vergangenheit in der Nature einen
um=
faſſenden Aufſatz widmet, nennt Antinoé das „ägyptiſche
Pompeji” ſpricht dieſer Stadt aber noch eine größere
Be=
deutung für die Altertumskunde zu, als dem italieniſchen
Ort. Die Kunſt Pompejis iſt die einer Provinzſtadt und
ſteht völlig unter griechiſchem Einfluß, während die Welt.
die ſich in Antinoé offenbart, einen grandioſen
geſchicht=
lichen Hintergrund hat und uns ein ganz einzigartiges
Denkmal bietet von dem Glanz der ſterbenden Antike, in
dem ſich ägpptiſche, griechiſche und römiſche Strömungen
zu ener neun aufs Hächſte verfeinerten Schönheit ver=
einigten und über dieſem wunderſamen Chaos der
Reli=
gionen und Stile das Chriſtentum triumphierend
empor=
ſtieg. In Antinoé ſtehen wir gleichſam perſönlich an
einem der wichtigſten Zeitpunkte der Menſchengeſchichte.
Noch lebt die Tradition des älteſten Kulturreiches überall
fort; die Herrſchaft der Pharaonen iſt zwar der der Römer
gewichen; aber Aegyptens Vermächtnis an die
kommen=
den Reiche treibt hier auf heimiſchem Boden die
wunder=
vollſten Blüten. Und mit dieſer äyptiſchen Kultur
verbin=
det ſich nun die Grazie des ſterbenden Griechentums,
um=
geformt und gewandelt durch den erſchlaffenden
Römer=
geiſt, deſſen Männlichkeit vergiftet iſt von den Laſtern und
abergläubiſchen Kulten des Orients. Die Antinous=
Ver=
ehrung entwickelt ſich zunächſt unter der Form des
alt=
ägyptiſchen Oſiris=Kultus. Gayets Ausgrabungen haben
hier Momentbilder von glühender Myſtik und üppig
prunkender Leidenſchaft heraufbeſchworen in den Mumien
der Prieſter und Prieſterinnen, die ihre Geſänge zu
Ehren des abgeſchiedenen Gottes ertönen ließen, die die
Geſchichte ſeiner Leiden und ſeiner Auferſtehung in
feier=
lichen Tänzen oder in Marionettenſpielen auf winzigen
Bühnen darſtellten; ſie erzählen uns von der Zauberin
Myrithis, die die Werkzeuge ihrer geheimnisvollen
Hexenkunſt mit ins Grab genommen hat, von der Prieſterin
Slythias, die die Bilder der Götter in goldfunkelnde
Ge=
wänder kleidete, von Iſidora, der Führerin der
Klage=
weiber bei den Leichenfeierlichkeiten des Gottes, von der
Frau, die den myſtiſchen Spiegel bei den Feſten trug. Mit
dem Bilde des Oſiris=Antinous verſchmilzt das des
griechiſchen Bacchus. Wie eine dumpf drohende Melodie
aber klingt hinein in den Rauſch dieſer letzten religiöſen
Orgien der Antike der Hymnengeſang des ſiegenden
Chriſtentums. Alexandrien iſt nahe, wo die Kirchenpäter
ihre Lehre predigen; zahlreich ſind die Gräber der
Gno=
ſtiker, und ſeit 315 iſt die ganze Bevölkerung von Antindé
chriſtlich. Unter Diokletian iſt die frühere Hochburg des
Heidentums ein Schauplatz der Martyrien; ſie wird nach
dem Sieg der Kirche unter Konſtantin der Mittelpunkt
frommer Pilgerfahrten; Kirchen, Klöſter, Einſiedeleien
er=
heben ſich rings umher, und Antinoé hat ſeine Heiligen
und ſeine Ketzer.
All dies lebt in den Funden, die Gayet gelungen ſind.
Aber der wichtigſte Teil von Antinoé ſchlummert noch
unter der ſchützenden Sanddecke; die Bauten ſind zum
größ=
ten Teil noch nicht freigelegt, noch harrt die Krone des
Ganzen, das Grabdenkmal des Antinous, der Aufdeckung.
Die geringen Mittel, die dem Archäologen bisher zur
Ver=
fügung ſtanden, ſind daran ſchuld, daß ſo Vieles noch zu
tun iſt. Nach langen Studien iſt es ihm gelungen, die
Stelle genan zu beſtimmen, an der der Sarg des
Kaiſer=
lieblings ruht, aber dazu ſind gewaltige Sandmengen
ab=
zutragen. Dann müſſen die beiden großen
Triumph=
ſtraßen, die in der Welt nicht ihresgleichen hatten,
frei=
gelegt werden, damit die ſtolzen Tore und Hallen mit
ihrem Wald von Säulen wieder im Tageslicht leuchten.
Es iſt die höchſte Zeit, daß das „ägyptiſche Pompeji” in
ſeiner ganzen Pracht für die Geſchichte gerettet wird, denn
das konſervierende Element all dieſer Reichtümer iſt die
Trockenheit des darüber liegenden Sandes, und wenn die
in Ausſicht genommene Bewäſſerung der Nilufer durch
Erhöhung des Flußniveaus durchgeführt wird, dann
wird zwar der Ackerbau des weiten Gebietes aufblühen,
aber der noch im Schoß der Erde ruhende Teil von
An=
tinoé wird durch den feuchten Boden für immer zerſtört
werden.
Nummer 135.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Inni 1912.
Seite 3.
egenſtand und Ehrendiplom. Die Preiſe ſind in den
ächſten Tagen in dem Schaufenſter der Thiesſchen
ſuſikalienhandlung (L. Schutter), Eüſabethenſtraße,
aus=
eſtellt.
Der Männergeſangverein „Sängerluſt”=Arheilgen
rrang unter Herrn Wilhelm Etzolds Leitung unter
arker Konkurrenz in der 2. Klaſſe mit 233 Punkten den
Preis und mit 577 Punkten die zweithöchſte
Punkt=
ihl des geſamten Preisſingens.
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Der gute Beſuch, der
ei den Konzerten auf Hugenſchütz’ Felſenkeller zu
ver=
richnen iſt, beweiſt, daß ſtets etwas außerordentlich Gutes
eboten wird. So findet heute, Dienstag abend,
iederum ein großes Streichkonzert der Kapelle des
eibgarde=Infanterie=Regiments Nr. 115 ſtatt. (Siehe
nzeige und Plakate.)
Immobilienverkehr. Bei Großh. Ortsgericht
Darm=
adt II (Beſſungen) wurden im Monat Mai folgende
Kauf=
erträge abgeſchloſſen: 7 bebaute Grundſtücke zum
Ge=
amtpreis von 380 500 Mk., 4 unbebaute Grundſtücke zum
beſamtpreis von 26572 Mk. Mitgeteilt durch das
Im=
nobilienbureau von C. W. Braun, Martinſtraße 74.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
ition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bil=
ſer ausgeſtellt: Der Beſuch des Königs von Bulgarien
n Wien; Zu den Kravallen im ungariſchen Parlament;
in Flugapparat bei der Kaiſerparade auf dem
Tem=
lhofer Feld in Berlin; Königin Wilhelmina von
volland in Paris als Zuſchauerin bei einem
Geſchütz=
xerzieren.
g. Im Gerichtsſaal verhaftet wurde am Samstag
der Former Ludwig Eckardt von hier während einer
inter Ausſchluß der Oeffentlichkeit verhandelten
Privat=
eleidigungsklage, die der Feſtgenommene gegen eine
Frau angeſtrengt hatte. Die Frau hatte ihm ein
Sitt=
ichkeitsvergehen vorgeworfen, für das ſich nachher in der
Verhandlung die größte Wahrſcheinlichkeit ergab.
§ Schlägerei. Am Sonntag abend gegen 12 Uhr
ge=
ieten, wie ſchon kurz berichtet, in der Alexanderſtraße ein
kürſchner und ein Fahrburfche in Streit, in deſſen
Verlauf der erſtere dem letzteren einen Schuß in den
kopf beibrachte. Nach der Tat verletzte ſich der Täter
elbſt durch einen Schuß, worauf beide in das Städtiſche
Krankenhaus verbracht wurden.
Hierzu wird uns von anderer Seite noch mitgeteilt:
Der Kürſchner Rechenberg war mit einigen Soldaten
jegenüber der Alexander=Kaſerne wegen eines Mädchens
n Streit geraten, als Rühl hinzukam und einige
Be=
nerkungen machte. Daraufhin wandte ſich Rechenberg
von den Soldaten ab und feuerte aus einem älteren
ſechs=
äufigen Revolver vier oder fünf Schüſſe auf den Rühl ab,
ind zwar aus etwa einem halben Meter Entfernung,
wo=
bei er direkt in deſſen Geſicht zielte. Ein Schuß ging durch
die linke Stirn, ein zweiter traf anſcheinend die Bruſt. Die
Soldaten hatten ſich ſchleunigſt aus dem Staube gemacht,
ebenſo Rechenberg, als er die Ladung ſeines Revolvers
verſchoſſen hatte. Er wurde jedoch bald von den
empör=
ten Zeugen des Vorfalles eingeholt und fürchterlich
ge=
lyncht. Er wurde zu Boden geſchlagen und ſchrecklich
zu=
gerichtet. Er hat drei ſchwere Schädelverletzungen erlitten.
die jedoch nicht lebensgefährlich ſind. Einen Schuß hat
r ſich nicht beigebracht. Die Rettungswache war bald auf
der Stelle der Schlägerei erſchienen und ſorgte für die
Ueberführung ins Krankenhaus. Der lebensgefährlich
verletzte Rühl befindet ſich auf dem Wege der Beſſerung.
Rechenberg ſoll ſtark betrunken geweſen ſein.
V Groß=Gerau, 10. Juni. Bei dem Ausfahren des
vom hieſigen Radfahrerverein geſtifteten
Wander=
preiſes legte Joh. Hirſch zum zweiten Male die
50 Kilometer lange Strecke als erſter in 1 Stunde 34 Min.
34 Sek zurück. Als zweiter paſſierte Adam Veith in
1 Stunde 34 Min. 44 Sek. das Zielband.
Rüſſelsheim, 10. Juni. Der Bademeiſter am
Opel=
bad, der an ſtarker Nervoſität litt und zu ſeiner Heilung
nach dem Philippshoſpital bei Crumſtadt verbracht wurde,
verſtarb kurz nach ſeinem Eintreffen an
Morphium=
vergiftung. Vor ſeiner Abreiſe nahm er eine
grö=
ßere Doſis Morphium zu ſich, als ihm vom Arzt
verord=
net worden war, was den Tod zur Folge hatte.
Offenbach, 10. Juni. In dem Dampfſäge= und
Hobelwerk der Firma Philipp Forſter u. Söhne
brach am Sonntag morgen ein Großfeuer aus. Das
Feuer war morgens gegen ½5 Uhr in dem in der Nähe
des Mains gelegenen Sägewerk zum Ausbruch
gekom=
men und fand an den reichen Holzvorräten ſolche
Nahr=
ung, daß das Gebäude alsbald in hellen Flammen ſtand.
Auch das angrenzende Maſchinenhaus wurde ergriffen,
das völlig ausbrannte. Das Sägewerk, das ein
Fach=
gebäude war, wurde völlig eingeäſchert. Große Stöße
Holz gingen ebenfalls in Flammen auf. Die Feuerwehr
traf mit dem Automobillöſchzug und der Dampfſpritze
auf der Brandſtätte ein. Die Situation war
ge=
fährlich, da die durch einen etwa 6 Meter breiten Gang
getrennte Bauſchreinerei ebenfalls von dem Brande
er=
griffen zu werden drohte. Ebenſo waren die
gewal=
tigen Holzlager, ſowie mehrere Schuppen und die
übrigen Gebäude ſtark gefährdet. Mit 8
Schlauch=
leitungen, die durch die Dampfſpritze aus dem der
Fa=
brik gehörigen Holzhafen, der direkt mit dem Main in
Verbindung ſteht, geſpeiſt wurden, wurde dem Brande
energiſch zu Leibe gerückt; außerdem ging man noch mit
4 weiteren Schlauchleitungen vor, die von den
Hydran=
ten geſpeiſt wurden. Mit gewaltigem Getöſe ſtürzten
die im Maſchinenhaus untergebrachten mächtigen
Waſſer=
reſervoirs in die Tiefe, die dabei eine 40 Zentimeter
ſſtarke Betondecke durchſchlugen. Den
ange=
ſtrengten Bemühungen der Feuerwehr gelang es
ſchließ=
lich nach vierſtündiger Tätigkeit, den Brand
auf ſeinen Herd zu beſchränken. Gegen 9 Uhr konnte der
Automobillöſchzug die Brandſtätte verlaſſen, während die
Dampfſpritze noch bis gegen Mittag zu tun hatte, um die
hier und da auflodernden Flammen gänzlich zu erſticken.
Die Brandſtätte bietet ein wüſtes Chaos, ein Bild der
Verwüſtung bietet das Keſſel= und Maſchinenhaus, in dem
die 220 PS. ſtarke Dampfmaſchine ſtand. Auch ſie wurde
unbrauchbar, ebenſo verhält es ſich mit den übrigen
Be=
triebsmaſchinen, die ſämtlich vernichtet wurden. Da die
Maſchinenanlage völlig zerſtört iſt, wird der Betrieb auf
einige Zeit lahm gelegt werden müſſen, wodurch
ſämt=
liche bei der Firma beſchäftigt geweſenen Arbeiter
arbeits=
los werden. Der Brandſchaden, der durch
Ver=
ſſicherung gedeckt iſt, wird auf mehrere hunderttauſend
Mark geſchätzt. Die Entſtehungsurſache iſt unbekannt.
Offenbach, 10. Juni. Zwölf Gläubiger, die
in dem Millionenkonkurs der Firma Augenthaler
verwickelt ſind, haben einen
Gläubigerſchutzver=
band, G. m. b. H., gebildet mit dem Sitz in Offenbach,
der den Zweck verfolgt: Ankauf, Verwaltung und
Ver=
wertung von Grundſtücken, Immobilien und Hypotheken,
die zu dem Vermögen der in Konkurs geratenen Firma
gehören. Das Stammkapital, das bereits eingezahlt iſt,
beträgt 20000 Mark.
Mainz, 10. Juni. In vielen Städten Deutſchlands
und auch in Mainz wurde nach Inkrafttretung des
Reichsgeſetzes über die Aufhebung von Oktroigebühren
für Lebensmittel für eingeführtes Wild und
Geflü=
gel noch ſo lange Oktroierhoben, bis durch
Recht=
ſprechung des Reichsgerichts entſchieden worden iſt, daß
die Städte nicht dazu berechtigt ſeien. Nachdem ſich nun
die Wild= und Geflügelhändler an die Stadt Mainz
ge=
wendet hatten mit dem Erſuchen, ihnen das für lange
Zeit zu viel bezahlte Oktroi zurückzuvergüten,
hat die Bürgermeiſterei entſchieden, den Petenten das von
denſelben nachweislich zu viel bezahlte Oktroi
zurückzuvergüten, obwohl man der Anſicht war,
daß den fraglichen Händlern das von denſelben
angeb=
lich zu viel bezahlte Oktroi bei der Feſtſtellung des
Ver=
kaufspreiſes des von denſelben verkauften Wildes und
Geflügels von den Käufern derſelben
mit=
bezahlt worden iſt. Verſchiedene Großhändler
erhalten durch dieſe Rückvergütung ganz erhebliche
Summen.
Wörrſtadt. 10. Juni. Samstag früh ertrank beim
Baden im Rhein bei Gau=Algesheim der Binger
Tech=
niker Gottfried Groſch, ein Sohn unſeres Ortes. Der
jähe Tod des gut veranlagten, ſtrebſamen und
beſcheide=
nen jungen Mannes erregt tiefgehende Teilnahme.
Biebesheim, 10. Juni. In Lebensgefahr ſchwebten
der Maurermeiſter Adam Molter und der
Zimmer=
mann Jakob Wedel, die beide Arbeit an einem neuen
Hauſe verrichteten, wobei Molter an die elektriſche
Leitung griff und ſich nicht mehr befreien konnte. Der
Zimmermann Wedel wollte Molter von der Leitung
abreißen, blieb aber ſelbſt an M. hängen. Endlich ſprang
der Maurermeiſter Heinrich Schäfer hinzu, durchſchlug
mit einer Arxt den Leitungsdraht und konnte ſo die beiden
aus ihrer gefährlichen Lage befreien.
Gießen, 10. Juni. Im Hotel Viktoria fand eine
Be=
ſprechung der Bahnintereſſenten von Wetzlar bis
Biedenkopf=Hattenberg einerſeits und aus dem Biebertal,
dem Verstal und dem Salzbödetal andererſeits ſtatt, in
der über eine Vereinigung der beiderſeitigen Intereſſen
und gemeinſame Betreibung des Bahnprojektes
ver=
handelt wurde. Es iſt, lt. Gieß. Anz., auch gelungen, eine
Einigung auf der Grundlage zu erzielen, daß ein
ge=
meinſamer Ausſchuß von 25 Perſonen gebildet
werden ſoll, zu dem Wetzlar, Gladenbach, Biedenkopf und
Battenberg zuſammen 15, Gießen, das Bieber= und das
Verstal zuſammen 10 entſenden ſollen. Die
Linienführ=
ung iſt ſo gedacht, daß das urſprüngliche Wetzlarer
Pro=
jekt bis Hohenſolms beſtehen bleibt. Die Bahn ſoll dann
nicht über Mudersbach weiter gehen, ſondern nach Oſten
zu ins Verstal abweichen. Die Linie von Gießen würde
ſich bei Hohenſolms mit der Wetzlarer Linie vereinigen.
Den Vertretern des Biebertales und des Verstales, denen
naturgemäß mehr an einer Bahn nach Gießen wie an
einer Verbindung nach Wetzlar liegt, fällt nunmehr die
Aufgabe zu, bis zur nächſten, in etwa vier Wochen
ſtatt=
findenden Ausſchußſitzung die Zuſtimmung von Gießen
zu dieſem Abkommen einzuholen und die techniſchen und
wirtſchaftlichen Unterlagen für die Ausführbarkeit dieſer
Linienführung zu liefern.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Juni. Die
ſchwedi=
ſchen Städtevertreter haben Berlin wieder
ver=
laſſen. Sie wurden vom Bürgermeiſter Dr. Reicke und
Mitgliedern des Magiſtrats ſowie der Stadtverordneten=
Verſammlung unter Führung des
Stadtverordneten=
vorſteher=Stellvertreters Geh. Rat Caſſel zum Stettiner
Bahnhof geleitet, wo ſich die Mitglieder der ſchwediſchen
Geſandtſchaft, der Preſſe und der ſchwediſchen Kolonie
zum Abſchied eingefunden hatten. Wie aus den
Aeuße=
rungen der ſchwediſchen Gäſte zu entnehmen war, ſind die
großen Erwartungen, mit denen ſie nach Berlin
gekom=
men ſind, noch bei weitem übertroffen worden. —
Tele=
phonzellen auf der Straße ſind neuerdings
in mehreren der weſtlichen Vororte Berlins aufgeſtellt
worden und erfreuen ſich ebenſo wie in anderen Städten,
wo ſie eingeführt wurden, großer Beliebtheit. — Geſtern
abend wies der Gaſtwirt Köhler zwei Gäſte wegen
Zechprellerei aus ſeinem Schanklokal. Nach
eini=
gen Stunden hielt vor dem Hauſe ein Kraftwagen, dem
6 Männer entſtiegen, unter ihnen die beiden Zechpreller.
Sie zertrümmerten die große Schaufenſterſcheibe und
drangen in das Lokal ein, wo ſie alles demolierten.
Köhler, deſſen Sohn und Tochter und mehrere Gäſte
wur=
den von den Exzedenten mit Meſſern, Schlagringen und
Stuhlbeinen angegriffen. Es entſpann ſich eine
förm=
liche Schlacht. Die Polizei entſandte ſofort eine Anzahl
Schutzleute an den Tatort. Zwei Rowdies fuhren
ſchleu=
nigſt davon, der dritte wurde auf dem Dache des Hauſes
feſtgenommen, der vierte in einem anderen Schanklokal,
zwei wurden in der Köhlerſchen Wirtſchaft ergriffen. —
Der Kaufmann Reger=Charlottenburg fuhr
in der Nacht zum Sontag mit ſeinem Schwager Herrn
Halfter von Breslau nach Reichenbach im Automobil.
Herr Halfter ſteuerte. Etwa vier Kilometer von
Jor=
dansmühle verlor der Führer die Gewalt über den
Wa=
gen. Das Automobil überſchlug ſich in der
Längsrich=
tung und begrub den Kaufmann Reger unter ſich. Halfter
wurde hinausgeſchleudert und blieb gänzlich unverletzt.
Reger fand ſofort den Tod. Der ſchwere Wagen
hatte ihm das Rückgrat gebrochen und den Unterleib
aufgeriſſen. Die herbeigerufene Polizei und der Arzt
fanden, als ſie an der Unfallſtelle ankamen, nur noch einen
rauchenden Trümmerhaufen vor. Das Benzin war in
Brand geraten und der große Behälter explodierte Der
ganze Wagen ſowie die Leiche des Kaufmanns Reger
waren vollſtändig verbrannt.
Frankfurt, 10. Juni. Ueber die Feſtnahme des
Mörders Rupp wird noch mitgeteilt: Die
Recher=
chen der Kriminalpolizei in dem Falle Veſter hatten bei
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Hoftheater und
Warenhaus. Unter dieſem Stichwort meldete die
Frankf. Zeitung folgendes: Von gut unterrichteter Seite
wird uns mitgeteilt, daß die Intendanz der Stuttgarter
Hofoper zwei Drittel der Plätze für die im Oktober
ſtatt=
findende Erſtaufführung von Richard Strauß’ neueſtem
Werk „Ariadne auf Naxos” an ein großes Berliner
Waren=
haus vergeben hat. Wie das Stuttgarter Neue Tagblatt
von maßgebender Seite erfährt, trifft die Nachricht
aller=
dings zu. Das Berliner Warenhaus von Wertheim hat
zwei Drittel der Plätze für alle drei Aufführungen von
Richard Strauß’ „Ariadne auf Naxos” die 50 Mark koſten,
übernommen und zwar gegen gewiſſe Garantien, ſo daß
die großen Koſten der Aufführung zu zwei Drittel gedeckt
ſind. Das weitere Drittel der 50 Mark=Plätze befindet
ſich noch in den Händen der Hoftheater=Kaſſe und ſteht den
Stuttgartern zur Verfügung. Sollten darüber hinaus
noch Karten von Stuttgartern verlangt werden, ſo hat
Wertheim die Verpflichtung, auch weiteren Anſprüchen
durch Herausgabe von Karten ohne Preisaufſchlag
nach=
zukommen.
Die Ausſtellung des Verbandes der
Kunſtfreunde in den Ländern am Rhein
in Metz dauert bis zum 31. Juli. Als nächſter
Aus=
ſtellungsort wurde Eſſen beſtimmt. Unter den Preisträgern
befinden ſich u. a. Oskar Obier aus Stuttgart, der den
erſten Preis von 2500 Mark (Ernſt Ludwig=Preis) für
ein Oelgemälde „Das Modell” erhielt, ferner Hans Sprung
aus Karlsruhe, der den zweiten Preis von 1500 Mark für
ein Oeldgemälde „Moſelkern bei Koblenz” errang, ſowie
Emil Hub=Frankfurt a. M., dem für eine Marmorbüſte
„Pariſerin” der dritte Preis von 1000 Mark zufiel.
Die Gründung des Germaniſchen
Mu=
ſeums in Boſton wird in Amerika allgemein als
be=
deutſame Errungenſchaft bezeichnet, die viel dazu beitragen
werde, die deutſch=amerikaniſchen Beziehungen noch enger
zu geſtalten. Das Muſeum wird nach ſeiner Vollendung
ohne Frage das bedeutendſte Spiegelbild deutſcher Kultur
auf fremdem Boden ſein. Zur Errichtung des Muſeums
hat Adolphus Buſch im ganzen dreihunderttauſend
Dol=
lars geſtiftet. Das Muſeumsgebäude, das nach den
Plä=
nen des Dresdener Baumeiſters Prof. Beſtelmayer errichtet
wird, wird in romaniſchem Stil gehalten ſein und drei
große Räume enthalten: je einen für germaniſche,
roma=
niſche und Renaiſſanee=Kurſt. Die erſten Geſchenſe für
das Muſeum ſtiftete der deutſche Kaiſer, ſeinem Beiſpiel
folgend machten unter anderem der König von Sachſen,
der Prinz=Regent von Bayern, der Herzog von
Braun=
ſchweig Stiftungen.
Spielplan der Frankfurter Theater. 1.
Opernhaus. Dienstag, 11. Juni: „Rigoletto”
Mitt=
woch, 12.: „Der Freiſchütz‟ Donnerstag, 13.: „Eva” Von
Freitag, 14. Juni bis Samstag, 13. Juli inkluſive bleibt
das Opernhaus geſchloſſen. Wiedereröffnung der
Opern=
ſaiſon: Sonntag, 14. Juli 1912. 2. Schauſpielhaus.
Dienstag, 11. Juni: „Alt=Frankfurt” Mittwoch, 12.: „Alt=
Frankfurt‟ Donnerstag, 13.: „Jungfrau von Orleans”
Freitag, 14.: „Bürl”. Samstag, 15.: „Freund Fritz”.
Sonntag, 16.: „Freund Fritz” Montag, 17.: „Alt=
Frank=
furt‟ Dienstag, 18.: „Freund Fritz”
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
nal=Theaters Mannheim. Dienstag, 11. Juni:
„Tosca”. Mittwoch, 12.: „Die Maienkönigin”, „Der
Schau=
ſpieldirektor”‟. Donnerstag, 13.: „Nathan der Weiſe‟
Freitag, 14.: „Das Rheingold” Samstag, 15.: „
Wallen=
ſteins Lager, Piccolomini, Wallenſteins Tod” Sonntag,
16.: „Walküre”. Montag, 17.: „Pentheſilea”, „Der
zer=
brochene Krug”
P. Münchener Künſtlertheater. Am Freitag, den 7.
Juni, ließ das Münchener Künſtlertheater das zweite
Stück der diesjährigen Spielzeit folgen. War es in „Circe‟
die Welt des Barock, welche die Leute vom Münchener
Künſtlertheater zur Darſtellung reizte, ſo galt es diesmal,
die Wunder des Orients vor uns erſtehen zu laſſen.
„Kismet” nennt ſich das groteske Traumſpiel aus 1001
Nacht, welches Karl Lindau nach dem engliſchen
Ori=
ginal von Ed. Knoblauch bearbeitet hatte. Im loſen
Zuſammenhang einer Traumphantaſie, die durch den echt
orientaliſchen Typus des Träumers, des Bettlers Hadſchi,
ein fortlaufend ſpannendes Intereſſe erhält, tritt die
Mär=
chenwelt des Orients mit ihrem jähen Glückswechſel, ihrem
ganzen Farben= und Stimmungszauber uns vor Augen.
Laute Marktſzenen wechſeln mit ſpomphaften Aufzügen
des Kalifen, Liebesſzenen von lyriſchem Zauber mit
üppi=
gen Haremsbildern. Den Höhepunkt bilden die Tänze:
javaniſche und ſiameſiſche Tänze und beſonders der
Schlan=
gentanz von Madame Tortola Valencia. Ernſt
Stern hatte Koſtüme von wundervoller Farbenpracht
entworfen und ſich als ſchier unerſchöpflich erwieſen in
Variationen und Farbenzufammenſtellungen. Die Muſik
von Joſeph Guſtav Mraczek trat nicht ſonderlich
hervor, leitete aber geſchickt über von Bild zu Bild. Die
Aufnahme der Novität warzſehr gut,befenders=Ludwig
Hartau als Bettler Hadſchi und Madame Tortola
Valencia wurden gefeiert.
— „Jack, der Eremit‟. Die Umgegend von New=York
iſt um eine originelle Sehenswürdigkeit ärmer: in ſeiner
Holzhütte bei Crawford iſt nun, nach vierzigjähriger
Ein=
ſamkeit, der engliſche Jack” geſtorben, der Eremit der
Landſtraße. Ein rührendes Idyll von Not und Liebe war
die Vorgeſchichte dieſes rätſelhaften Mannes, deſſen
wirk=
lichen Namen nie jemand erfahren hat. Man wußte nur,
daß Jack in London geboren war und daß er als kleiner
Junge hilflos und allein, verwaiſt in der Welt
zurück=
blieb. Troſtlos, hungrig und weinend wanderte er
da=
mals durch die Straßen der Rieſenſtadt; hier traf er ſein
Schickſal: ein kleines fünfjähriges Mädchen, das ſich
ver=
laufen hatte. Jack half der Kleinen, ihren Vater
wieder=
zufinden, und von dieſem Tage an waren die beiden
Kin=
der unzertrennlich. Der Vater der kleinen Mary, ein
See=
mann namens Simmonds verſchaffte dem Waiſenknaben
uf ſeinem Schiffe eine Stelle, und nach einer Reihe von
Reiſen wohnte er bei ſeinem Pflegevater und mit der
kleinen Mary im Hauſe. Dann zog er aus zu ſeiner letzten
Fahrt; nach ſeiner Heimkehr wollte er Mary zum Altar
führen. Er blieb ein Jahr lang fort; als er wiederkehrte
und die Schule aufſuchte wo Mary untergebracht war,
mußte er erfahren, daß ſeine kleine Braut wenige Tage
vorher vom Tode dahingerafft worden war. Von dieſem
Tage an wurde der junge lebensfrohe Mann ein anderer
Menſch. Er kehrte der Welt den Rücken, verließ London,
verließ England, um den Stätten zu entgehen, in denen
ſein Glück hatte erblühen ſollen; er ging nach Amerika,
landete in New=York, durchſchritt die Stadt, marſchierte
einen Tag lang aufs Gradewohl ins Land hinein und
machte dann in der Nähe einer Landſtraße Halt. Aus ein
paar Brettern zimmerte er ſich eine Hütte oder richtiger
eine kleine Zelle, und hier verbrachte er den Reſt ſeines
Lebens in ſtiller, ſinnender Betrachtung. Vierzig Jahre
lang hat hier Jack, der Einſiedler, gehauſt, weitum im
Lande kannte man den ſtillen Eremiten, und hin und
wieder kamen kranke oder verzweifelte, vom Glück betrogene
Menſchen zu dem alten Einſiedler, der ihnen dann mit
ſeinem weiſen, milden Rat half und manche gebrochene
Seele wieder aufgerichtet hat. Denn in ſeiner Einſamkeit
hatte Jack ſich eine Art von Philoſophie zurechtgelegt, die
alle Wirklichkeit als Traum und jeden Traum als
Wirk=
lichkeit betrachtete. Und in dieſer myſtiſchen
Gedanken=
welt lebte er friedlich dahin, bis nun der Tod ihn von
ſeinem irdiſchen Daſein erlöſte.
der Vernehmung des Profeſſors Schwarz, des
Dienſt=
herrn der Getöteten, die Tatſache ergeben, daß vor kurzer
Zeit die Wohnung neu hergerichtet worden war. Es
ergab ſich nun für die Behörde die Notwendigkeit, von
allen Perſonen, die in der Wohnung gearbeitet hatten,
Fingerabdrücke zu nehmen, um feſtzuſtellen, ob ſie mit
dem Täter, der einen deutlichen) Fingerabdruck ſeiner
linken Hand an der niedrigen Wand der Manſarde
hin=
terlaſſen hatte, identiſch ſeien. Da auch der 19jährige
Weißbindergeſelle Joſeph Rupp unter den betreffenden
Arbeitern war, ſo wäre die Polizei auch auf ſeine Spur
gekommen, am Samstag abend lieferte aber ein
be=
ſonderer Zufall ihn in die Hände der Behörde. In der
Wirtſchaft Kellermann in der Gartenſtraße erſchien am
Samstag abend gegen 11 Uhr ein junger Mann, der
ſeit=
her noch nie dort verkehrt hatte, Er beſtellte ſich etwas zu
eſſen und verſuchte, nachdem er ſeine Mahlzeit beendet
hatte, ohne Zahlung ſich heimlich zu drücken. Das
miß=
lang ihm. Die Wirtin holte die Polizei des betreffenden
Reviers und ließ den Zechpreller feſtnehmen, der zunächſt
von dem Schutzmann Schmidt nach der Polizeiwache in
der Cranachſtraße und dann mit dem Wagen in das
Polizeigefängnis transportiert wurde. Dem Beamten
des Aufnahmebureaus, Gefangenwärter Grob, der die
Perſonalien feſtſtellte, fiel es auf, daß der
Feſtgenom=
mene neben einem Dachdeckerhammer ein feſtſtehendes
Meſſer bei ſich führte, das in einer neuen Scheide ſteckte,
die aus dem Blech eines photographiſchen Apparates
hergeſtellt war. Sofort ſtieg dem Beamten der Verdacht
auf, daß der Feſtgenommene mit der Bluttat in der
Königswarterſtraße in Zuſammenhang ſtehe, und ohne
weiteres ſagte er ihm auf den Kopf zu, daß er die Frieda
Veſter umgebracht habe. Zufällig war
Kriminalſchutz=
mann Mielke, der in der Veſterſchen Sache tätig iſt,
zu=
gegen, und er eröffnete ein Verhör mit dem Rupp, in
deſſen Verlauf dieſer, in die Enge getrieben, ein
umſaſſen=
des Geſtändnis ablegte. Der Abdruck ſeiner linken Hand
wurde dem Gerichtschemiker Dr. Popp zugänglich
ge=
macht, der ſchon, ohne von dem Geſtändnis etwas zu
wiſſen, bei oberflächlicher Prüfung die Identität mit dem
Abdruck an der Wand in der Manſarde in der
Königs=
warterſtraße erkannte. Eine eingehende Vergleichung
der beiden Abdrücke veranlaßte Dr. Popp zu der
Erklä=
rung, daß man es zweifellos mit der Hand des Täters
zu tun habe. Darauf wurde ihm von Seiten des
Exe=
kutivbeamten die Mitteilung gemacht, daß die in Frage
kommende Perſon bereits die Bluttat eingeſtanden hätte
Köln, 10. Juni. Beim Einſturz der
Beton=
decke der neuen Badeanſtalt in Köln=Ehrenfeld waren
u. a. zwei badende Schüler ſchwer verletzt worden. Einer
von ihnen iſt geſtern ſeinen Verletzungen
er=
legen, ſodaß das Unglück zwei junge Menſchenleben
ge=
fordert hat. Bei dem anderen Schwerverletzten ſoll keine
Lebensgefahr mehr beſtehen.
Freiburg i. B., 10. Juni. In Reichenbach überfuhr
ein Automobil einen Wagen, deſſen Beſitzer
ge=
tötet und ſeine Frau ſchwer verletzt wurde. Die
Auto=
inſaſſen blieben unverletzt.
Freiburg i. B., 10. Juni. Bei Ebnet ſtießen geſtern
abend ½11 Uhr zwei vollbeſetzte Automobile
zu=
ſammen, das eine, dem Dr. Neder=Freiburg gehörig,
ge=
riet in Brand und wurde vollſtändig zerſtört. Die
In=
ſaſſen erlitten Brandwunden. Das andere Auto wurde
ſtark beſchädigt.
Le Havre, 9. Juni. In dem Augenblick, wo der
Ozeandampfer „France” nach New=York
abfah=
ren wollte, forderten 550 Heizer, Kohlenträger und
Matro=
ſen eine Lohnerhöhung um 30 Francs monatlich für
Hei=
zer und um 20 Francs für Kohlenträger und Matroſen.
Als dieſe Forderung abgelehnt wurde, gingen ſie an das
Land, ſodaß die Abfahrt der „France” verſchoben wurde.
Die eingeſchriebenen Seeleute von Le Havre erklärten ſich
mit den Streikenden ſolidariſch und beſchloſſen in einer
geſtern abend in der Arbeitsbörſe abgehaltenen
Verſamm=
lung einmütig den ſofortigen Geſamtausſtand.
Witka (Alaska), 9. Juni. Hier geht vulkaniſche
Aſche aus dem 700 Meilen entfernten aleutiſchen
Vul=
kangebiet nieder. Die Sonne iſt verſchleiert. Nach
tele=
graphiſchen Berichten ſind mehrere Vulkane in Tätigkeit.
Die Gegend iſt hier dünn bevölkert. In Katmai leben
viele Lachsfiſcher und Arbeiter, die Lachſe in
Blechbüch=
ſen verpacken; ferner liegen dort zahlreiche
Indianer=
dörfer.
New=York, 9. Juni. Endlich iſt es der New=Yorker
Polizei gelungen, einige der Revolverhelden
feſt=
zunehmen, die ſeit einiger Zeit die Bewohner der Stadt
in Angſt und Schrecken verſetzen. Es handelt ſich um
die Mitglieder zweier verſchiedener Apachenbanden,
zwi=
ſchen denen ſcheinbar ein heftiger Konkurrenzſtreit
ausge=
brochen war. Die Verbrecher waren in der letzten Zeit
in Automobilen einander nachgefahren und haben
ver=
ſucht, ſich gegenſeitig aus der Welt zu ſchaffen durch ein
richtiges Feuergefecht, das ſich immer bei ihrer
Begeg=
nung entwickelte. Zahlreiche Mitglieder der Banden,
man ſpricht von 12 Perſonen waren auf dieſe Weiſe ſchon
ums Leben gekommen und noch immer ruhte der Streit
unter den Rivalen nicht. Die Polizei veranſtaltete eine
große Streife, ſperrte ganze Straßenzüge ab und
durch=
ſuchte dann mit großer Sorgfalt die Häuſer. Endlich
fand man in einem Keller unter einer früheren
Opium=
höble ein Verſteck, in dem ſich gerade 8 Verbrecher
auf=
hielten. Erſt nach einem mit großer Hartnäckigkeit
ge=
fführten Kampfe, bei dem drei Poliziſten verwundet und
zwei Verbrecher getötet und einer verwundet
wur=
den, gelang es, die Apachen zu überwältigen. Unter
ihnen befanden ſich viele der Polizei wohlbekannte
Größen aus der Verbrecherwelt. In dem Verſteck wurde
ein ganzes Lager geſtohlener Gegenſtände vorgefunden,
das mit Beſchlag belegt wurde.
Kongreſſe und Verbandstage.
Die Tagung des Bundes Deutſcher
Militäranwärter.
* Stuttgart, 8. Juni. Am Abend des 6. Juni
hatte der feſtgebende Landesverband Württemberg des
Bundes Deutſcher Militäranwärter und beſonders der
Verein Stuttgart die Delegierten des Bundestages zu
einem Feſtabend in der Liederhalle in Stuttgart
ein=
geladen. Der Verbandsvorſitzende des Landesverbandes
Württemberg, Herr Müller=Stuttgart, begrüßte zunächſt
die Vertreter der Spitzen der erſchienenen Behörden und
Truppenteile, wie auch die Delegierten, deren Damen und
die Kameraden Württembergs mit ihren zahlreich
erſchie=
nenen Angehörigen. Die Feſtrede hielt der
Ehrenvor=
ſitzende des Bundes, Herr Generalmajor von Klöden.
Später nahm auch noch der Vorſitzende des
feſtgeben=
den Vereins, Herr Schramm, das Wort. um die
Erſchie=
nenen in temperamentvoller und intereſſanter Weiſe
na=
mens des Vereins Stuttaart zu begrüßen.
Zu den Ausführungen des Bundesvorſitzenden,
Rech=
nungsrat Pertſch, zum Jahresbericht, die darin
ausklan=
gen, daß der Bund auf treu nationalem Boden ſtehend,
im Intereſſe der Reichs= und Staatsbehörden verſuche,
den Unteroffiziererſatz dadurch zu heben, daß der Abgang
der alten Unteroffiziere regelrecht verlaufe, nahmen, wie
noch nachzutragen iſt, die Herren Vertreter aller Landes=
und Provinzialverbände das Wort. Aus ihren
Darlegun=
gen leuchten wie immer Kernpunkte hervor. Dieſe ſind die
Anrechnungsfrage in den Kommunen, die Diätarfrage,
die Unterbeamten= und Kanzleibeamtenfrage. Von den
Vertretern der Bundesſtaaten beſonders der ſüddeutſchen
Staaten wurde lebhaft betont, daß nach wie vor
Schwie=
rigkeiten beſtänden, den berechtigten Wünſchen der
Mili=
täranwärter Gehör zu verſchaffen. Nur aus Bayern
hörte man ſeit einigen Jahren, daß es vorwärts geht.
Dagegen ſind es namentlich die Behörden von
Württem=
berg, Baden, Bremen, Hamburg, Heſſen, Elſaß=
Lothrin=
gen und der thür. Staaten, die es zu vermeiden wiſſen,
daß Militäranwärter in die beſſeren Stellen gelangen
Das Beſtreben des Bundesvorſtandes werde deshalb nicht
erlahmen dürfen. Im übrigen wurde die Tätigkeit des
Bundesvorſtandes allſeitig anerkannt. Es wurden neue
Wege gezeigt, wie in Zukunft gearbeitet werden ſolle.
Insbeſondere kam zum Ausdruck, daß die Kameraden
des Bundes ſich mehr wie bisher im öffentlichen Leben
beteiligen möchten, dann werde man auch den Nutzen
un=
ſerer Arbeit anerkennen. Im übrigen wurden allgemeine
Fragen des Bundes und ſeiner Organiſatkon beſprochen.
Geſtern wurden die Beratungen fortgeſetzt. Durch
Be=
ſchluß der Verſammlung wurde Gera als Ort für den
Bundestag 1913 beſtimmt. Der Geſamtbundesvorſtand,
deſſen Vorſitzender der Rechnungsrat Pertſch iſt, wurde
ein=
ſtimmig wiedergewählt. Der Nachmittag war den
Be=
ratungen der einzelnen Kommiſſionen vorbehalten und
zwar wurden zur Vorberatung der zahlreichen Anträge
fünf Kommiſſionen gebildet. Heute verbreiteten ſich die
einzelnen Berichterſtatter der einzelnen Kommiſſionen im
Plenum über die Stellungnahme ihrer Kommiſſion zu
den Anträgen. Als Kernpunkt ragen noch immer aus
der Menge der unerledigten Wünſche hervor: 1. Die
An=
rechnung eines Teiles der Militärdienſtzeit auf das
Beſol=
dungsdienſtalter der Militäranwärter=Kommunalbeamten.
2. die Diätarfrage, 3. die Kanzleibeamtenfrage und 4. die
Unterbeamtenfrage. Nach Beendigung der Beratungen
wurde der Bundestag mit einem begeiſtert aufgenommenen
Hoch auf den Bund Deutſcher Militäranwärter geſchloſſen.
* Stuttgart, 10. Juni. Die 53.
Hauptver=
ſammlung des Vereins Deutſcher
Inge=
nieure wurde heute durch den Präſidenten, Reichsrat
Dr. v. Miller, eröffnet. Im Namen der württembergiſchen
Staatsregierung begrüßte Staatsminiſter Dr. v. Piſchek
die Verſammlung. Weitere Begrüßungsanſprachen hielten
Oberbürgermeiſter Lautenſchlager namens der Stadt,
Rek=
tor Profeſſor Bantlin für die Techniſche Hochſchule,
Pro=
feſſor Dr. Wislicenus für die Univerſität Tübingen,
Direk=
tor Sorge im Namen verſchiedener techniſcher
Vereinig=
ungen. Der Verein beſchloß einſtimmig, die Grashoff=
Medaille dem Geheimen Kommerzienrat Dr. Paul Mauſer=
Oberndorf zu verleihen. Um elf Uhr erſchien der König,
um den Vorträgen beizuwohnen.
* Weimar, 10. Juni. In Anweſenheit des
Groß=
herzogs von Sachſen=Weimar, ſowie des ſächſiſchen
Staats=
miniſteriums wurde hier unter dem Vorſitz des
Groß=
admirals von Köſter die zweite Hauptverſammlung
des Deutſchen Flottenvereins abgehalten. Der
Flottenverein ſprach ſich für den weiteren Bau von
Pan=
zerkreuzern aus. In ſeiner einleitenden Rede betonte
Großadmiral von Köſter die Notwendigkeit einer ſtarken
Flotte und die Wichtigkeit der Pflege der nationalen
In=
tereſſen. Die nächſte Tagung findet in Bremen ſtatt.
Luftfahrt.
Vom „Z. III.‟
Friedrichshafen, 9. Juni. Das
Luft=
ſchiff „2 3” nahm ſeinen Weg von Frankfurt über
Darmſtadt Heidelberg, Maulbronn, Tübingen,
Sig=
maringen, Heiligenberg nach Friedrichshafen. Um 8 Uhr
bewegte es ſich in der Nähe von Tübingen, um 8.55
wurde Sigmaringen paſſiert, um 9.30 traf es beiſtarkem
Wind über Friedrichshafen ein, beſchrieb mehrere große
Kreiſe, um eine dynamiſche Landung zu erreichen, und
landete um 10 Uhr glatt vor der Halle. In Friedrichshafen
hatte ſich eine große Menſchenmenge zum Empfang
an=
geſammelt, da heute die neue Uferſtraße, ſowie die beiden
neugebauten Häfen, der Gondel= und der Jachthafen,
im Beiſein des Königs von Württemberg eingeweiht
wer=
den ſollen. Graf Zeppelin, deſſen Gemahlin ſich von
Stuttgart ebenfalls zum Empfang in Friedrichshafen
eingefunden hatte, wurde vom Publikum mit brauſendem
Jubel begrüßt.
Das Wetter war während der ganzen Fahrt
ziem=
lich windig, wolkig, aber trocken. Ueber den Verlauf
der Fahrt wird berichtet, daß ſie in allen Teilen
tadel=
los von ſtatten gegangen ſei. Aus der insgeſamt
42 ſtündigen Fahrt von Friedrichshafen nach Hamburg
und zurück iſt noch beſonders die ununterbrochene und
völlig einwandfreie Tätigkeit der drei neuen
Baybach=
motoren hervorzuheben, die faſt die geſamte Fahrzeit
über in voller Tätigkeit waren.
Eine intereſſante Epiſode ſpielte ſich an der
Bergſtraße ab, wo vom Zeppelinſchen Schiff aus das
Luftſchiff „Schütte=Lanz” in der Ferne erſpäht
wurde. Graf Zeppelin ließ ſein Luftſchiff wenden
und fuhr auf das Lanzſche Luftſchiff zu, erreichte
es binnen 25 Minuten und begleitete es eine gute
Strecke auf ſeiner Fahrt, indem es ſeine
ſämt=
lichen Manöver mitmachte. Sodann überholte der
Zeppelinſche Kreuzer das Lanzſche Luftſchiff in raſcher
Fahrt, fuhr vor deſſen Bug vorüber, paſſierte die
an=
dere Seite des „Schütte=Lanz” und ſetzte die Fahrt nach
Friedrichshafen fort.
Fernflug Berlin-Wien.
* Johannisthal, 10. Juni. Krieger
mußte wegen ſtarken Regens bei Groß=Brieſen bei Guben
landen. Er beabſichtigt, morgen den Flug fortzuſetzen.
* Johannisthal, 10. Juni. Der Flieger
Krieger der geſtern in der Nähe von Guben wegen
ſtarken Regens landen mußte, und ſich dabei den rechten
Armverletzte, muß den Weiterflug wegen der
ſchmerz=
haften Verletzung aufgeben.
* Flugplatz Johannisthal, 10. Juni.
Stiploſchek, der heute zu dem Flug nach Breslau
ſtartete, beſchädigte ſeine Maſchine und mußte den Flug
aufgeben.
* Berlin 10. Juni. Auf dem Flugplatz
Johan=
nisthal wollte geſtern abend Wiencziers einen
Probe=
flug machen. Gleich nach dem Start aber berührte die
Maſchine mit dem linken Flügel den Boden, überſchlug
ſich vollſtändig und wurde zertrümmert. Wienc
ziers iſt damit endgültig aus der Reihe der Bewerbe
ausgeſchieden.
* Berlin, 10. Juni. Das Ergebnis des erſter
Tages des Fernfluges Berlin-Wien iſt dahir
feſtzuſtellen, daß von den elf am Samstag abgenommener
Flugzeugen im Laufe des geſtrigen Tages formell 10
ge=
ſtartet ſind. Auf den Start verzichtet hatte nur der
Oeſter=
eicher Sablatnig. Von den formell geſtarteten ſind acht
Teilnehmer abgeflogen und zwar die Deutſchen Hirth,
Frhr. v. Thüna, Robert Thelen und Krieger und die
Oeſterreicher Oberleutnant Bier, Oberleutnant Blaſchke,
Rudolf Stanger und Oberleutnant Miller. Von dieſen
havarierten Thüna bereits auf dem Flugplatz
Johannis=
thal, die beiden Oberleutnants Bier und Stanger mußten
unterwegs wegen ſchwerer Havarien aus dem Wettflug
ausſcheiden. Drei Flieger erreichten das Ziel der erſten
Etappe=Breslau, Hirth, Blaſchke und Miller. Alle drei
wollten heute früh von Breslau weiterfliegen. In
Jo=
hannisthal beabſichtigten am Montag früh noch zu ſtarten,
Stiploſchek, Wiencziers und der nach Johannisthal
zurück=
gekehrte Thelen. Frhr. v. Thüna hofft Dienstag nachfliegen
zu können. Es ſind ſomit noch acht Flieger in
Kon=
kurrenz.
* Berlin, 10. Juni. Den Fliegern Hirth=
Czakay und Bergmann wurde einer Meldung des
Berliner Lokalanzeigers zufolge von der Flugleitung
der Rat erteilt, den Flug nach Wien geſtern nicht
fort=
zuſetzen wegen der außerordentlich ungünſtigen
Witte=
rungsverhältniſſe und des ungünſtigen Zuſtandes des
durch die Regengüſſe aufgeweichten Flugplatzes in
Aſpern bei Wien, der eine Landung ſehr erſchweren
würde. Außerdem würde auch vom Altvater, der auf dem
kürzeſten Weg nach Wien liegt, Gewitter gemeldet.
* Breslau, 10. Juni. Oberleutnant
Berg=
mann mußte bei Plehe in der Nähe von Strehlen
lan=
den. Er beſtellte von Breslau telegraphiſch Monteure
und Werkzeug.
* Breslau, 10. Juni. Czekay, der um 3 Uhr 9
Minuten aufgeſtiegen war, mußte wegen Motordefekts
wieder landen. Bei der Landung beſchädigte er ſeine
Maſchine, er erwartet Erſatzteile aus Johannisthal, nach
deren Eintreffen er weiter fliegen will. Bergmann iſt um
3 Uhr 50 Minuten abgeflogen.
* Flugplatz Aſpern, 10. Juni. Der
Flie=
ger Hirth paſſierte mit Leutnant Keller um 6 Uhr
1 Minute die Ziellinie und landete um 6 Uhr 3 Min.
glatt.
* Wien, 10. Juni. Bei der Landung Hikths
mit ſeinem Paſſagier Leutnant Keller waren außer
Ka=
pitänleutnant Kayſer und offiziellen Zeitnehmern nur
ſehr wenig Perſonen anweſend, da die Ankunft der Flieger
nicht ſo zeitig erwartet wurde. Kurz vor ſechs Uhr wurde
in der Luft ein Sauſen vernehmbar. Punkt ſechs Uhr
er=
blickte man in einer Höhe von dreihundert Metern über
dem Dorf Aſpern die Flieger. Um 6 Uhr 1 Minute
paſ=
ſierte Hirth die Ziellinie und ging hierauf in elegantem
Bogen unter ruhigem Gleitflug knapp hundert Meter vor
dem Zielband nieder. Ueber die Fahrt erzählen beide
Flieger, es ſei ihr Beſtreben geweſen, ſich
möglichſt=
hoch über den Wolken zu halten, um ſo von allen=
Windſtrömungen und anderen Zufälligkeiten
unabhängig=
zu ſein. „Wir flogen deshalb im allgemeinen in einer
Höhe von 2100 Metern. Hierbei orientierten wir
uns=
hauptſächlich nach der Sonne, ſpäter nach dem
Altvaſer=
gebirge, dann nach den Tälern der Neiſſe und anderen
Flüſſen, die wir paſſierten. Marchfeld ließen wir links
liegen. Gegen 5 Uhr 45 Minuten glaubten wir in der
Nähe von Aſpern zu ſein und gingen auf 600 Meter
her=
unter, kamen jedoch bis über Gänſerndorf hinaus und
ge=
wannen die Richtung erſt wieder, als wir uns nach den
Geleiſen der Nordbahn richteten. Der Motor ging
aus=
gezeichnet, der Apparat iſt vollkommen in Ordnung.”
Beide Aviatiker befinden ſich in vorzüglicher Verfaſſung.
Später erſchienen offizielle Perſönlichkeiten, darunter Graf
v. Kageneck von der deutſchen Botſchaft.
Der Flieger Hirth der heute früh 3 Uhr 7 Minuten
in Breslau aufgeſtiegen war und um 6 Uhr 1 Minute in
Aſpern landete, legte die Strecke Breslau-Wien in
zwei Stunden 54 Minuten zurück.
* Wien 10. Juni. Nach ſeiner Ankunft hat Hirth
ſeine brave Maſchine liebkoſt. Der Flug iſt vollkommen
glatt verlaufen, Hirth und ſein Paſſagier, Huſarenleutnant
v. Schöller äußerten ſich entzückt über die ſchöne
ge=
nußreiche Fahrt.
* Baden=Oos, 10. Juni. Die „Schwaben”
iſt heute morgen kurz nach 8 Uhr zu einer zweiſtüng
digen Rundfahrt aufgeſtiegen. An Bord
befin=
den ſich u. a. die Königin Viktoria von
Schwe=
den und Prinz Rangſit von Siam.
* Baden=Oos, 10. Juni. Die „Schwaben”
hat auf der Rückfahrt zur Halle nochmals das Schloß
Baden überflogen und iſt um 10 Uhr 20 Minuten wieder
gelandet. Außer der Königin von Schweden
und dem Prinzen Rangſit von Siam befanden ſich
noch ſieben Perſonen in der Gondel.
* Baden=Oos, 10. Juni. Die Königin von
Schweden die heute vormittag an einer Fahrt des
Zeppelin=Luftſchiffes „Schwaben” teilnahm, hat ſich
über dieſe Fahrt ſehr anerkennend ausgeſprochen. Bei
der Rückkehr des Luftſchiffes zur Halle, wobei, es über
dem Schloß hinwegfuhr, warf die Schwedenkönigin ihrer
Mutter, der Großherzogin Luiſe, Blumen hinab=
* Metz, 9. Juni. Leutnant Braun, der heute
abend gegen 7 Uhr in Zweibrücken mit ſeinem Taube=
Eindecker zum Rückflug nach Metz aufgeſtiegen war, iſt
gegen 8 Uhr hier glatt gelandet. Er hat die ganze
Strecke in nur 55 Minuten zurückgelegt.
* Metz, 10. Juni. Leutnant Reinhardt iſt heute
morgen gegen 5 Uhr in nördlicher Richtung in ſehr
gro=
ßer Höhe nach Straßburg aufgeflogen.
* London, 9. Juni. Zu dem Rundflug=um
London, der über 81 Meilen beträgt, ſtarteten ſieben
Flieger. Sopwith wurde mit 84 Minuten erſter,
jedoch wegen des unvorſchriftsmäßigen Paſſierens der
Merkzeichen disqualifiziert. Dadurch wurde Hamel erſter
mit 100 Minuten, zweiter Moorhouſe, dritter Valentine.
Luftjahrerwarnungsdienſt.
Vom 1. Juni an begann der neue
Luftfahrer=
warnungsdienſt mit weſentlich verbeſſerter Organiſation.
Außer der früheren Zentrale des Königl. Preuß.
Aero=
nautiſchen Obſervatoriums in Lindenberg iſt für den
Weſten des Reiches eine neue Zentrale in
Frank=
furt a. M. eingerichtet worden, die mit der
Wetterdienſt=
ſtelle Frankfurt a. M. (Phyſikaliſcher Verein) verbunden
iſt. Dieſe Zentralen ſollen an alle Intereſſenten
Mitteil=
ungen über die Witterungsverhältniſſe und Wetternar=
Nummer 155.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Juni 1912.
Seite 5.
herſagen mit beſonderer Berückſichtigung der
Luftfahrts=
zwecke abgeben. Die beiden Zentralen Lindenberg und
Frankfurt bekommen — außer dem
Beobachtungsmate=
rial, auf das die gewöhnlichen Wetterprognoſen baſiert
ſind — täglich vormittags zwiſchen 8 und 9 Uhr
tele=
graphiſch von 15 deutſchen und vielleicht auch einigen
aus=
ländiſchen Stationen Nachrichten über die
Windverhält=
niſſe. Sie bekommen ferner von 600 Poſtanſtalten des
Deutſchen Reiches vor oder bei Ausbruch eines Gewitters
oder einer Sturmböe telegraphiſche Meldungen hierüber
aus denen der Charakter und die
Fortſchreitungsricht=
ung dieſer atmoſphäriſchen Störungen zu erſehen iſt. Die
Zentralen ſind dadurch in den Stand geſetzt, ſchon etwa
eine halbe Stunde, nachdem ſich innerhalb Deutſchlands
ein Gewitter bildet oder ein Gewitter in den Bereich des
Beobachtungsnetzes tritt, telegraphiſche Warnungen
er=
gehen zu laſſen. In erſter Linie werden die
Wetterdienſt=
ſtellen von dem Auftreten der Gewitter benachrichtigt,
ſo=
daß auch ſie die zu ihrem Bereich gehörenden Luftfahrer
warnen können. Der Luftfahrerwarnungsdienſt iſt im
ausſchließlichen Intereſſe der Flugplätze, Luftſchiffhäfen,
Luftfahrtgeſellſchaften, Luftfahrervereine uſw. eingerichtet
worden. Ihnen ſoll Gelegenheit gegeben werden —
ſo=
weit es möglich iſt — Luftfahrer und Luftfahrzeuge gegen
atmoſphäriſche Ueberraſchungen zu ſchützen. Es liegt
da=
her in ihrem Intereſſe, entweder bei der nächſten
Wetter=
dienſtſtelle oder direkt bei den oben genannten Zentralen
Lindenberg oder Frankfurt auf regelmäßige
Benachrich=
tigungen über die Witterungsvorgänge zu abonnieren.
Dieſe Benachrichtungen können auf verſchiedene Art
er=
folgen: 1. durch täglich zwei= oder dreimalige
telegra=
phiſche Prognoſen, die ſich immer nur auf die nächſten
Stunden beziehen und deswegen mit großer
Genauig=
keit gegeben werden können; 2. durch gelegentliche
Be=
nachrichtigungen über bevorſtehende Witterungsumſchläge
oder ſonſtige atmoſphäriſche Störungen; 3. auf
gelegent=
liche Anfragen der Abonnenten vor Antritt einer
Luft=
fahrt, beſonders wenn größere Ueberlandreiſen
beabſich=
tigt ſind; 4. durch Gewitterwarnungen. Die
Wetter=
dienſtſtelle Frankfurt a. M. als weſtliche Zentrale des
Luftfahrerwarnungsdienſtes iſt zu näheren Auskünften
gerne bereit.
* Poſtſtationen der Delagſchiff e. Nach
Mitteilungen der Luftſchifferwerft in Friedrichshafen
werden ſämtliche Delagſchiffe jetzt mit Poſtſtationen
verſehen. Der jeweilige Verwalter einer Delag=Station
wird zum Poſtverwalter ernannt. Der Stempel erhält
die Aufſchrift „Luftpoſt Luftſchiff (Name des
betreffen=
den Luftſchiffes)” und das Datum. Die verſchiedenen
Luftſchiffpoſtämter werden der Oberpoſtdirektion in
Frankfurt am Main unterſtellt. Außerdem werden
nun=
mehr ſämtliche Zeppelin=Luftſchiffe mit
drahtloſer Telegraphie ausgerüſtet.
Sport.
* Fernfahrt Rund um Frankfurt. Einen
beachtens=
werten Erfolg erzielte am Sonntag das Mitglied
des Velozipedklubs Darmſtadt, Herr Stud.
W. Zimmermann der die 236 Kilometer lange
Fern=
fahrt „Rund um Frankfurt a. M.” gegen 90 Konkurrenten
in der glänzenden Zeit von 9 Stunden 2 Minuten gewann
und damit die vorjährige Zeit bedeutend verbeſſerte. Die
Strecke führte über Frankfurt a. M., Darmſtadt, Roßdorf,
Dieburg, Babenhauſen, Hanau, Friedberg, Uſingen,
Frank=
furt a. M. Herr Zimmermann beteiligte ſich an den
bei=
den letzten Sonntagen ebenfalls an großen Fernfahrten,
nämlich an „Rund um Speſſart und Rhön” und
Straß=
burg-Darmſtadt, mußte aber beidemale wegen Defekte
uſw. in ausſichtsreichſter Poſition aufgeben.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung:
ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
ßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich
Darmſtädter Marktplatz und
Markthallen=
frage.
Durch die Durchführung der elektriſchen Straßenbahn
nach dem Oſtbahnhof wird auch der jetzige Marktplatz mit
in Anſpruch genommen, da die Schienengleiſe der
Elektri=
ſchen quer über den Schillerplatz geführt werden müſſen.
Dadurch wird aber der jetzige Marktplatz zu klein, denn
er genügt jetzt ſchon kaum den Anſprüchen der
Marktver=
käufer in der Saiſonzeit. Wie ich nun aus zuverläſſiger
Quelle erfahren habe, ſoll dem Uebel dadurch abgeholfen
werden, daß der Marktplatz geteilt wird und auf
verſchie=
dene Plätze verlegt würde. Das iſt nun meiner Anſicht
nach und ich glaube, wohl auch nach Anſicht der meiſten
Marktbeſucher, der größte Fehler, der gemacht werden
könnte. Dazu iſt doch Darmſtadt noch zu klein. Wir
können doch nicht, wie in Großſtädten, einen Obſtmarkt,
einen Gemüſemarkt, einen Buttermarkt und einen
Blu=
menmarkt auf verſchiedenen Plätzen der Reſidenzſtadt
haben. Das würde für die Käufer einen koloſſalen
Zeit=
verluſt bedeuten, auf den verſchiedenen Plätzen ihre
Ein=
käufe zu beſorgen, und es würde für die Verkäufer von
größtem Schaden ſein. Durch die Teilung des
Markt=
platzes würde ein Drittel weniger gekauft werden, wie zur
jetzigen Zeit. Es iſt doch wohl nicht von der Hand zu
weiſen, daß Viele nur noch etwas kaufen, weil es ihnen
gerade vor die Augen geführt wird. Und das würde
weg=
fallen, wenn der Markt geteilt würde; denn es iſt kaum
anzunehmen, daß jeder Marktbeſucher an einem Tage die
verſchiedenen Plätze beſuchen würde. Was dadurch
ge=
fördert würde, wäre nur der Hauſierhandel. Und das iſt
der größte Krebsſchaden für die Verkäufer des
Wochen=
marktes und einer Haupt= und Reſidenzſtadt unwürdig.
Auch haben wir ja keine geeigneten Plätze zum Abhalten
des Wochenmarktes. Der Paradeplatz kann doch kaum in
Frage kommen, denn er iſt viel zu klein. Hier könnte
nur eins helfen und würde den Wünſchen aller Darmſtädter
entſprechen: der Bau einer Markthalle. Durch die
Verlegung des Hauptbahnhofes haben wir das ganze
Ge=
lände der heſſiſchen Ludwigsbahn frei, das wäre der
ge=
eignetſte Platz für eine Markthalle. Der Platz iſt groß
ge=
nug und hat eine ſehr bequeme und ſchnelle Verbindung
vom neuen Bahnhof. Wenn dann der übrige Platz noch
mit Bäumen bepflanzt und dem Ganzen das
Ge=
präge einer Anlage gegeben würde, ſo könnte das nur zur
Verſchönerung unſerer Stadt beitragen. Wahrſcheinlich
wird ſich die Stadt in den nächſten Jahren nach dieſer
Seite hin am meiſten ausdehnen. Auch nach Arheilgen zu.
Und ſo würde vielleicht in zwanzig Jahren die
projek=
tierte Markthalle doch im Mittelpunkt der Stadt ſtehen.
Ein Wochenmarktverkäufer.
Alle Uhren an den alten Hauptbahnhöfen ſind
zum größten Leidweſen aller Vorübergehenden und
An=
wohner vexſchwunden. Eine Uhr, die nach=der Wiedrich
ſtraße zeigt, iſt bis jetzt geblieben, aber ſie zeigt ſchon ſeit
Wochen unverändert ein und dieſelbe Zeit, was gewiß
ſchon Irrtümer, die mitunter unangenehme Folgen
haben, hervorgerufen hat. Als Ironie erſcheint es, daß
man dieſe ſtillſtehende Uhr des nachts beleuchtet.
Die Elektriſche „Schloßgartenplatz=Rheintor”
hält in ihrer altgewohnten Weiſe immer noch am alten
Main=Neckar=Bahnhof, wo doch alles ausgeſtorben iſt und
kein Menſch Grund hat, da ein= oder auszuſteigen,
ſon=
dern wer dies an dieſer Stelle tut, unbedingt einen
un=
nötigen Weg von oder zu dieſer Halteſtelle machen muß.
Warum dieſe Schildbürgerei? Die Elektriſche könnte doch
ebenſo gut an der Darmſtädter Bank, wo früher eine
H. M.
Halteſtelle war, halten.
Handel und Verkehr.
* Im Reichspoſtgebiet iſt die Zahl der Konto=
Inha=
ber im Poſtſcheckverkehr Ende Mai 1912 auf 67576
geſtiegen. (Zugang im Monat Mai allein 905.) Auf
die=
ſen Poſtſcheckkonten wurden im Mai gebucht 1282
Millio=
nen Mark Gutſchriften und 1284 Millionen Mark
Laſt=
ſchriften. Das Geſamtguthaben der Konto=Inhaber
be=
trug im Mai durchſchnittlich 151 Millionen Mark. Im
Verkehr der Reichspoſtſcheckämter mit dem
Poſtſparkaſſen=
amt in Wien, der Poſtſparkaſſe in Budapeſt, der
luxem=
burgiſchen und belgiſchen Poſtverwaltung und den
ſchwei=
zeriſchen Poſtſcheckbureaus wurden 6,8 Millionen Mark
umgeſetzt und zwar auf 2680 Uebertragungen in der
Rich=
tung nach und auf 12 400 Uebertragungen in der Richtung
aus dem Auslande.
Der deutſche Flottenbeſuch in Amerika.
* New=York, 9. Juni. Die deutſchen
Kriegs=
ſchiffe ſind heute vormittag, von dem Governor von
Island mit Salut begrüßt, hier eingetroffen und um 11
Uhr vor Anker gegangen. Drei amerikaniſche
Schlachtſchiffe gaben den deutſchen Schiffen das Geleit. In
New=York erwartet die Offiziere und Mannſchaften als
Gäſte der Stadt eine Reihe glänzender Feſtlichkeiten und
Veranſtaltungen.
* New=York, 10. Juni. Das deutſche
Be=
ſuchsgeſchwader wurde auf dem Wege nach New=
York außer von vier Schlachtſchiffen von fünf
Torpedo=
booten eskortiert. Graf Bernſtorff fuhr dem Geſchwader
auf Cornelius Vanderbilts Jacht „North=Star” entgegen.
Viele Tauſende wohnten der Ankunft am Ufer bei. Das
Empfangskomitee, in dem ſich u. a. Bürgermeiſter Low,
Morgan jr., der Verleger der New=Yorker Staatszeitung
Midder und der Polizeichef Waldo befanden, hießen den
Kontreadmiral v. Rebeur=Paſchwitz im Namen der Stadt
herzlichſt willkommen. Bürgermeiſter Low erklärte in
einer Anſprache, die Bevölkerung von New=York hoffe.
daß der Aufenthalt der Schiffe in New=York
zu den angenehmſten Erinnerungen der Beſuchsfahrt
zäh=
len möge. Das Komitee verblieb eine halbe Stunde an
Bord des „Moltke” Später waren Vanderbilt, Graf
Bernſtorff und andere Gäſte des Kontreadmirals zum
Tee. Nachmittags von 4—6 Uhr war der „Moltke” zum
Beſuch des Publikums freigegeben. Tauſende drängten
ſich, um das Schiff zu beſichtigen. Abends beſuchten die
Mannſchaften das Theater. Ueberall wurden die
Deut=
ſchen herzlichſt begrüßt. v. Rebeur=Paſchwitz erklärte, der
Empfang der deutſchen Flotte ſei glänzend und die
ameri=
kaniſchen Offiziere unbeſchreiblich liebenswürdig. Abends
fand ein Diner der deutſchen Offiziere im Deutſchen
Ver=
ein ſtatt, nachdem v. Rebeur=Paſchwitz den Deutſchen
Krie=
gerbund empfangen hatte.
Vermiſchtes.
* Abſtinenz und körperliche
Leiſtungs=
fähigkeit. Herr Dr. Vidal, Vorſitzender des
Orts=
vereins Darmſtadt des Deutſchen Alkoholgegnerbundes,
er=
ſucht uns um Aufnahme folgender Berichtigung (die
aller=
dings manches berichtigt, was von uns gar nicht behauptet
worden war): Die in Ihrer geſchätzten Zeitung und einem
großen Teil anderer deutſcher Blätter gebrachten
Mitteil=
ungen über den letzten Dresdener Armee=Gepäck=
Wettmarſch entſprechen nicht im entfernteſten der
Wahrheit, ſo daß wir Sie dringend erſuchen müſſen, ſie
zu berichtigen. Es iſt vor allem nicht wahr, daß der „
be=
kannte preisgekrönte Emerich Rath (Vegetarier und
Ab=
ſtinent) erſchöpft und ausgepumpt durchs Ziel ging”
ſon=
dern er kam zwar infolge ſchlechten Schuhwerkes erſt als
18. Teilnehmer, ſonſt aber durchaus wohl an und gewann
acht Tage ſpäter die Deutſche Boxmeiſterſchaft im
Schwer=
gewicht. Es iſt ferner unwahr, daß erſt drei, dann „weitere
ſieben Teilnehmer, ebenfalls Abſtinenten und Vegetarier”
ungefähr auf halbem Wege ausgeſchieden ſeien, daß man
„Automobile requirieren mußte, um die Erſchöpften dem
Krankenhauſe zuzuführen” nachdem ſie „vorher mit Kognak
und Sekt geſtärkt” worden ſeien. Es nahmen im ganzen
nicht mehr als 9 Vegetarier (die zugleich Abſtinenten ſind)
am Marſche teil, davon erreichten 7 — 77,7 Prozent
inner=
halb des Wettbewerbes, die beiden anderen aber ſpäter
ohne jede fremde Hilfe das Ziel, während von den
Nicht=
vegetariern nur etwa ein Viertel ordnungsgemäß ankam
Von den erkrankten Marſchteilnehmern (es ſollen nur 3
ge=
weſen ſein) konnte feſtgeſtellt werden, daß ſie keinen Alkohol
erhielten und am anderen Morgen wieder wohlauf waren.
Am wichtigſten iſt aber folgende Tatſache: Unter den fünf
zu=
erſt Angekommenenwaren vier (auchabſtinentlebende)
Vege=
tarier, ſodaß die Dresdener Nachrichten ſchreiben konnten:
„Die Vegetarier können mit dem Ergebniſſe des Marſches
wieder ſehr zufrieden ſein, denn von den 7 Ehrenpreiſen
entfallen 4 auf ihre Anhänger.”
Literariſches.
60 Jahre heſſiſcher
Eiſenbahnpoli=
tik, 1836—1896. Ein Beitrag zur Geſchichte des
deut=
ſchen Eiſenbahnweſens von Dr. phil. H. Dröll. (
Leip=
zig, Duncker u. Humblot, broſch. 7 Mk.) In einem zirka
400 Seiten umfaſſenden Bande gibt der Verfaſſer in
leichtverſtändlicher Darſtellung eine ſehr eingehende,
intereſſante Geſchichte unſeres geſamten Eiſenbahnweſens
mit Betrachtungen über die verkehrsgeographiſche Lage
des Großherzogtums u. v. a. Der erſte Abſchnitt des
Buches behandelt die erſten Bahnen des
Großherzog=
tums (Taunusbahn, Main=Neckarbahn, Frankfurt-
Offenbacher Lokalbahn, Main=Weſerbahn und heſſiſche
Ludwigsbahn) ſowie verſchiedene Projekte und die
Stel=
lung der heſſiſchen Regierung. Der zweite Abſchnitt iſt
der Entſtehung der Eiſenbahnverbände, der dritte der
Konzentrationsbewegung im deutſchen Eiſenbahnweſen
und der ganzen wirtſchaftlichen Entwickelung, der vierte
bis ſiebte Abſchnitt den preußiſchen Staatsbahnen, den
Nebenbahnen, der Liquidation und endlich dem
preu=
ßiſch=heſſiſchen Staatsvertrag gewidmet. Das Buch
birgt eine unerſchöpfliche Fülle von Nachſchlagematerial
für Eiſenbahnpolitiker.
Das Kaiſer Friedrich=Muſeum in Ber=
Lim: 260 ganzleitige Kunſtdrucke nach eigenen Originae
aufnahmen zuſammengeſtellt und mit einleitendem Text
verſehen vonn Dr. Oskar Fiſchel. Lexikon=Oktav. 76
Seiten Text und 260 ganzſeitige Abbildungen. In Leinen
gebunden 12 Mk. (Hanfſtaengls Malerklaſſiker Bd. 8.)
Hanfſtaengls Malerklaſſiker ſind für jeden Kunſtfreund,
Kenner und Forſcher ſchon längſt ein äußerſt brauchbares
Hilfsmittel und ſchätzenswertes Nachſchlagewerk
gewor=
den. Als neueſter 8. Band liegt als ſoeben erſchienen
„Das Kaiſer Friedrich=Muſeum in Berlin” vor. Damit
iſt die Sammlung der Meiſterwerke der bedeutendſten
Galerien Europas um einen äußerſt wertvollen Band
be=
reichert, denn das Kaiſer Friedrich=Muſeum iſt in ſeinem
Inhalt durch zielbewußtes Sammeln ſo vervollkommnet,
daß es die Entwickelungsperioden der Kunnſt in
gerade=
zu einziger Abgeſchloſſenheit vor Augen führt, wie kaum
eine andere Staatsſammlung es vermag.
— Technikerberuf. Ein Ratgeber für
Mittel=
ſchultechniker bei der Wahl einer Lebensſtellung. Auf
Grund amtlichen Materials bearbeitet von Georg
Heid=
mann Regierungsbauſekretär. Zweite, erweiterte
Auf=
lage. Preis 1,80 Mk., geb. 2,50 Mk. (Leipzig, 1912. Dr.
Max Jänecke, Verlagsbuchhandlung.) Der erſten Auflage
dieſes Ratgebers iſt die 2. überraſchend ſchnell gefolgt.
Das Buch iſt ein unentbehrliches Nachſchlagewerk für den
jungen Techniker geworden, der nach Verlaſſen der
Fach=
ſchule ſich einen Lebensweg wählen muß. Es gibt ihm
in überſichtlicher und ausführlicher Weiſe Auskunft über
ſämtliche Fragen. Auch für diejenigen Techniker, die ihr
Fortkommen in den freien Berufen ſuchen, bieten die
wei=
teren Abſchnitte des Buches wichtige Fingerzeige.
Poſtkartenwoche der Großherzogin.
2. Tag.
St. Der zweite Tag, der äußerſt erfolgreich begonnenen
Poſtkartenwoche der Großherzogin, brachte als
Hauptereig=
nis die Flugzeugpoſt mit dem „Gelben Hund‟. Ein
Ereignis, das viele Tauſende auf die Beine brachte, die
ſchon vom frühen Nachmittag ab nach dem Exerzierplatz
wanderten, wo das Flugpoſtamt errichtet war. Nach
einem Militärkonzert von 12—1 Uhr mittags auf dem
Luiſenplatz, zogen nachmittags gegen 4 Uhr ſämtliche
Militärkapellen der Garniſon mit Muſik, voran berittene
Poſtillone in Gala=Uniform, durch die Straßen nach dem
Exerzierplatz, wo um 4 Uhr das Flugpoſtamt
er=
öffnet wurde. Große gelbe Briefkäſten waren vor dem mit
Girlanden geſchmückten Flug=Poſtamt und auf dem Platz
verſtreut aufgeſtellt, die Verkaufsſtände mit Bildern und
namentlich Poſtlarten waren fortgeſetzt belagert und
dau=
ernd ergoſſen ſich neue Scharen von Beſuchern auf den
durch Militär und Schutzmannſchaft ſtreng abgeſperrten
Platz, wo das Publikum bei dem Monſtrekonzert ſämtlicher
Kapellen luſtwandelte. Leider ging nachmittags ein
Regen nieder, doch hellte das Wetter ſich wieder auf und
blieb bis zum Abend ſehr ſchön. Vor dem Regen ſchon
waren die beiden Heſſenprinzen auf dem Platz und ſie
erſchienen bald nach dem Regen zum zweiten Male; es
hatte ihnen in dem Trubel ſichtlich gefallen. Kurz vor 7
Uhr verkündeten Hörnerſignale der berittenen Poſtillone
(Kapelle Weber) das Nahen der Autos des
Groß=
herzogspaares mit Beſuch und Gefolge. Das
Groß=
herzogspaar und Prinzenpaar Viktor zu Erbach=
Schönberg kamen in einem ganz neuen 100pferdigen
Auto von auffallender Bauart. Die hohen Herrſchaften
ergingen ſich längere Zeit auf dem Platz und unterſchrieben
vielfach Anſichtskarten.
Um 7¼ Uhr ging eine Bewegung durch die
harren=
den Tauſende und alle Blicke richteten ſich nach oben,
Richtung Frankfurt. Irgend einer wollte die erſte
deutſche Flugpoſtmaſchine kommen ſehen. Und richtig
erſchien etwa in der Größe eines Raben, nur an der
äußeren Form erkennbar, in rieſiger Höhe der „gelbe
Hund” und kam, langſam größer werdend, auf den
Platz zu, der ſchnell in der Mitte zur Landung frei
gemacht und abgeſperrt war. In 1400 Meter Höhe
langte Leutnant Hiddeſſen über dem Platz an und
zog noch etwa. ¼ Stunde lang ſeine ſtolzen Kreiſe bis
über Darmſtadt, ehe er ſich auss der Höhe
herunter=
geſchraubt hatte. Endlich ſchritt er unter
tauſendſtimmi=
gen Hurrarufen zur Landung, die aber erſt beim
zweiten Male gelang und leider nicht ganz glatt.
Durch Zerreißen eines Drahtes war es dem Piloten
nicht möglich geweſen, den Motor abzuſtellen, um im
Gleitflug nieder zu gehen und er mußte mit ſauſenden
Propellern zur Landung ſchreiten. Nach dem erſten
Auf=
ſtoß machte der Apparat noch einen gewaltigen Satz und
dann erſt gelang die Landung, bei der die Kufe unter
dem Seitenſteuer brach. Die hohen Herrſchaften
be=
gaben ſich ſofort zum Landungsplatz und
beglückwünſch=
ten Leutnant von Hiddeſſen zu dem glänzenden Flug
Er hatte zu der Fahrt von Frankfurt nach
hier nur 14 Minuten gebraucht. Schnell
wur=
den die Poſtſäcke mit der erſten deutſchen Flugpoſt
aus=
geladen und von den Reichspoſtbeamten in Empfang
genommen.
Amtlich
erhalten wir ſoeben von der Ober=Poſtdirektion die
Mitteilung, daß der Euler=Flugapparat unter Führung
des Leutnant von Hiddeſſen die erſte Flugpoſt von
Frankfurt (Main) im Gewicht von über 40 Kilogramm nach
hier befördert hat. Etwa 10000 Flugpoſtkarten
ſind mit dieſer Luftpoſt angekommen. Für die erſte
Luft=
poſt gewiß eine erfreuliche Leiſtung.
Die Beſichtigung des Flugzeuges ergab, daß der kleine
Defekt an dem Weiterflug nicht hinderte. So wurde
denn die Darmſtädter Flugpoſt — jedenfalls nicht
geringer als die Frankfurter — amtlich eingeladen, nicht
ohne daß dieſe bedeutungsvollen Momente durch Frl.
Homann mehrfach im Bilde feſtgehalten wurden. Dann
gings an die Reparatur des „gelben Hundes” deſſen
Schwanzkufe geſchient wurde. Gegen 8¼ Uhr erhob ſich
der „Gelbe Hund” unter erneuten ſtürmiſchen Hoch=Rufen
wieder und entſchwand in der Richtung nach
em Rhein die Darmſtädter Poſt weitertragend. Das
Großherzogspaar hatte kurz vorher den Flugplatz verlaſſen.
Es dürfte beſonders intereſſieren, daß die Poſtkarten,
die die Heſſenprinzen im Kreiſe der ruſſiſchen
Verwandten zeigen, nach Photographien hergeſtellt
wur=
den, die in Livadia von der Großherzogin
ſelbſt aufgenommen worden ſind. Von dieſen
Aufnahmen der Großherzogin wird in den nächſten
Tagen vorausſichtlich noch eine neue Karte erſcheinen,
die die Heſſenprinzen in Koſaken=Uniform
zeigen. Endlich dürfte noch intereſſieren, daß die ſich
als ſo ungeahnt erfolgreich erwieſene Idee Luftſchiff
und Flugzeug in die Poſtkartenwoche mit hineinzuziehen,
von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog ſelbſt ſtammt
Sämtliche Wohlfahrtskarten ſind berleits ausverkauft
und geſtern ſchon wurden 200000 Stück nachbeſtellt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Juni 1912.
Nummer 135.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Juni. Anläßlich des Untergangs
des „Vendémiaire” ließ der Kaiſer dem
hie=
ſigen franzöſiſchen Botſchafter durch ſeinen
Flügeladju=
tanten, Kapitän zur See von Bülow, ſeine Teilnahme
ausſprechen. Der deutſche Marineattaché in Paris,
Frei=
herr von Bibra, begab ſich in das
Marinemini=
ſterium, um das Beileid des Staatsſekretärs v. Tirpitz
zum Ausdruck zu bringen.
* Berlin, 10. Juni. Geſtern abend beſuchten der
Kö=
nig und die Königin der Bulgaren in
Begleit=
ung der Prinzen und des Miniſterpräſidenten Geſchow
mit Gefolge die bulgariſche Geſandtſchaft, wo ihnen die
hieſige bulgariſche Geſandtſchaft vorgeſtellt wurde. — Die
Königin von Bulgarien iſt heute vormittag um
8 Uhr 45 Min. vom Stettiner Bahnhof nach Langhagen
abgefahren. — Der König von Bulgarien ſtiftete
anläßlich ſeines hieſigen Beſuches für die Berliner Armen
10000 Mark.
* Berlin, 10. Juni. Der König von
Bulga=
rien iſt mit den Prinzen heute vormittag 11 Uhr von
Berlin abgereiſt.
* Pößneck, 10. Juni. Der Präſident
despreu=
ßiſchen Abgeordnetenhauſes Freiherr von
Erffa iſt heute mittag halb 1 Uhr auf dem Schloſſe
Wernburg im Alter von 66 Jahren geſtorben. Die
Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag ſtatt.
* Wien, 10. Juni. Der Wiener Neuen Freien Preſſe
wird aus militäriſchen Kreiſen mitgeteilt: Man vermutet.
auf Grund der näheren Begleitumſtände, daß die Urſache
der Exploſion in Wöllersdorf auf einen
ver=
brecheriſchen Anſchlag zurückzuführen iſt. Es
wurden Reſte einer Zündſchnur gefunden, auch ſah man
nach der Exploſion einen verdächtigen Mann davonlaufen.
Leider iſt es nicht gelungen, des mutmaßlichen Täters
habhaft zu werden. Die Vermutung, daß die Exploſion
auf Zerſetzung des Pulvers zurückzuführen ſei,
iſt unhaltbar.
* London, 10. Juni. Dem Reuterſchen Bureau wird
aus Konſtantinopel gemeldet, daß ſich der Khedive am
Mittwoch nach England begeben wird, um dem König in
Windſor ſeine Aufwartung zu machen.
* Sofia, 10. Juni. Bei den geſtrigen
Ergänz=
ungswahlen zur Sobranje wurde an Stelle eines
Miniſteriellen der frühere Sozialiſtenführer Zakiſoff
gewählt. Bisher waren die Sozialiſten in der Sobranje
nicht vertreten.
* Havanna, 10. Juni. Ein ſtrömender Regen
hat am Sonntag die Stadt vor dem drohenden
vollſtän=
digen Aufruhr bewahrt. Abgeſehen von dem
patrouil=
lierenden Militär waren die Straßen völlig menſchenleer.
Berlin, 10. Juni. In vergangener Nacht erbeuteten
Einbrecher in dem Bijouteriegeſchäft von Oskar
Zucker in der Oranienburgerſtraße 15 30000 Mark
bares Geld.
H. B. Danzig, 10. Juni. Während der Ueberfahrt
über die Friſche Nehrung nach dem an der Mündung der
Paſſarge liegenden Orte gleichen Namens wurde das
Ueberſetzboot von einer Gewitterböe
über=
raſcht. Das Fahrzeug kenterte und drei Mädchen, die ſich
darin befanden, ertranken. Der Bootsführer und
einige andere Inſaſſen konnten gerettet werden.
Kolberg, 10. Juni. Geſtern abend wurde der
Hotelbeſitzer Rohde mit ſeinem Fuhrwerk vom Zuge
überfahren und getötet.
Lama, (Prov. Lecce), 10. Juni. Ein Geiſtlicher
der hieſigen Kirche, der vom Amt ſuſpendiert worden war,
verſuchte den Biſchof während des Gottesdienſtes zu
erſchießen. Die Dienerſchaft entwaffnete den Atten=
H. B. Paris, 10. Juni. Aus Petersburg wird
gemel=
det, daß Kaiſer Wilhelm und der Zar in den
Finniſchen Schären in der erſten Juli=Woche
zuſammen=
treffen werden. Ueber den Zeitpunkt der Begegnung des
Zaren mit dem König von England iſt noch keine
defini=
tive Entſcheidung getroffen.
H. B. London, 10. Juni. Seit einigen Tagen ſind hier
Gerüchte über eine ernſte Erkrankung des Königs
Georg in Umlauf. Dieſer leide ſeit einigen Tagen an
einem Magenübel und iſt gezwungen, die ſtrengſten
Diät=
vorſchriften ſeines Leibarztes zu befolgen.
Amtlicher Weiterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß tiefen Druckes fielen in
Süd=
deutſchland geringe Regen; der Norden war trocken. Die
Morgentemperaturen liegen im Reiche zwiſchen 150 und
20% Von Weſten her fällt der Druck, ſo daß wolkiges
Wetter mit leichten Regenfällen in Ausſicht ſteht.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 11. Juni:
Meiſt trüb, Gewitter und Regen, etwas kühler; windig.
Tageslalender.
Volkstümliche chriſtl. Vorträge um 8½ Uhr im
Rhein. Miſſionszelt an der Lindenhofſtraße. —
Bibel=
ſtunde um 4. Uhr daſelbſt.
Konzerte: Hugenſchütz! Felſenkeller um 8 Uhr.
„Perkeo” um 8 Uhr.
Bilder vom Tage: (Auslage Rheinſtraße 23): Beſuch
des Königs von Bulgarien in Wien; zu den Krawallen
im ungariſchen Parlament; ein Flugapparat bei der
Kaiſerparade auf dem Tempelhofer Feld in Berlin;
Königin Wilhelmine von Holland in Paris.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 12. Juni.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟
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GDas Kaſein der Kuhmlilch gerinnt in ſchwer
verdau=
liche Klumpen, die der Säuglingsmagen zu
bewäl=
tigen kaum imſtande iſt. Tritt zu dieſem Nachteil noch
der Umſtand, daß die Milch im Sommer leicht ſäuert,
ſo rückt die Gefahr der Magen= und Darmkrankheiten
immer näher. Die in Neſtle’s Kindermehl
ent=
haltene Milch der geſunden Alpenkühe iſt bei der
Fabri=
kation ſo behandelt, daß ſie feinflockig gerinnt, derartige
Krankheiten verhütet und vom zarteſten Säuglingsmagen
(127430f
vollſtändig verdaut und vertragen wird.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto=Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den=Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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Betenernen
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſeres
unvergeßlichen Sohnes und Bruders
(12783
Herrn Georg Edelmann
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Dingeldey, den Vorgeſetzten und Mitarbeitern
vom Werkſtätteamt II, dem Geſangverein „
Froh=
ſinn” für ſeinen erhebenden Grabgeſang, dem
Rauchklub „Viktoria” ſowie dem Geſangverein
„Liederkranz”=Hiltersklingen für die ſchönen
Kranz=
ſpenden, unſeren tiefgefühlten herzlichen Dank.
Die trauernden Eltern u. Geſchwiſter.
Danksagung.
Für alle Beweise herzlicher
Teil-
nahme bei dem Hinscheiden meines
teuren Gatten, unseres geliebten
Vaters
(B12777.
0
Herrn Ernst Berger
Kaiserlicher Postdirektor a. D.,
Ritter des roten Adlerordens IV. Kl.
und des Kronenordens III, KI.,
sagen wir hiermit unseren
tiefge-
fühlten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Emma Berger.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines guten, unvergeßlichen
Gatten, unſeres lieben Vaters, Sohnes, Bruders,
Schwagers und Onkels
(*14328
Herrn Heinrich Alles
Wachtmeiſter u. Stationsführer des
Großher=
zoglich Heſſiſchen Gendarmerie=Korps
ſagen wir Allen, die ihm die letzte Ehre erwieſen,
insbeſondere dem Großherzoglich Heſſiſchen
Gen=
darmerie=Korps, unſeren herzlichen Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen
Kätchen Alles u. Kinder.
Dankſagung.
Für die uns bei dem ſo plötzlich eingetretenen
Tod meines innigſtgeliebten Mannes, unſeres
Sohnes, Bruders, Schwagers und Neffen (12799
Georg Edelmann
Schmied bei der Staatsbahn=Hauptwerkſtätte2,
bewieſene Teilnahme, ſowie für die ſo überaus
zahlreiche Beteiligung an ſeiner Beerdigung, ſagen
wir allen Teilnehmern, insbeſondere den Herren=
Beamten und Arbeitern der Eiſenbahn=Hauptwer
ſtätte 2, dem Geſangverein Frohſinn für denſen
hebenden Liedervortrag, dem Rauchklub im
Reſtau=
rant Roſengarten und den in ſo großer Anzahl
erſchienenen Freunden und Bekannten aus dem
fernen Heimatsdorf Hiltersklingen, ſowie auch dem
Herrn Pfarrer Dingeldey für die troſtreiche
An=
ſprache unſeren innigſten und herzlichſten Dank=
Beſonderen Dank noch den oben genannten
Körper=
ſchaften für die ſchönen, wertvollen Kranzſpenden,
Darmſtadt, den 10. Juni 1912.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Gatten, unseren lieben
Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager, Onkel und Vetter
Seine Exzellenz
Paul Freiherr Westerweller von Anthoni
General der Infanterie z. D. und General-Adjutant à I. s. Sr. Königl. Hoheit des
Grossherzogs von Hessen und bei Rhein, Ritter höchster Orden
wiederholt gestärkt durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente, im 85. Lebensjahre indes
ewige Leben abzurufen. Wir empfehlen den teuren Verstorbenen einem frommen Gedenken
Anna Freifrau Westerweller von Anthoni, geb. Gräfin Seinsheim.
Grossh. Hess. Schlüsseldame,
August Freiherr Westerweller von Anthoni, Rittmeister und
Es-
kadronchef im Garde-Dragoner-Regiment (1. Grossh. Hess.) Nr. 23,
Marie Freifrau von Biegeleben, geb. Westerweller von Anthoni,
Marie Charlotte Freifrau Westerweller von Anthoni, geb. Freiin
von Gise,
Josef Freiherr von Biegeleben, Königl. Bayer. Kämmerer und
Ober-
landesgerichtsrat,
und zwei Enkelkinder,
Darmstadt. den 9. Juni 1912.
(12781
Die Beerdigung findet in aller Stille, von der Friedhofskapelle aus, am Mittwoch, den 12. Juni,
11 Uhr vormittags, statt. Der Trauergottesdienst ist in der St. Ludwigs-Pfarrkirche am Donnerstag,
den 13. Jun, un 8¼ Uhr vormittags. Blumenspenden sind nicht im Sinne des Verstorbenen.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Juni 1912.
Seite 7.
Sareee
Blaof
weisse
Daust-basoh
2
zu beispiellos billigen Preisen.
Wir kauften einen grossen Posten weisse Batist-Blusen unter Preis ein und bringen
diese verbunden mit unserem Lager zu folgenden sehr billigen Preisen in den Verkauf:
1190
3.90
2100
1.90
Mrosse Tosten
9r- kauefhor
Da
zu bedeutend herabeesetzten Preisen
S0
30₰
1.1
1.00
10
Sämtiche Putzartikel sind im Preise ermäsigt.
SCorkaeh
Dronker
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gewinnt die Union. Verſuchsrennen der Stuten;
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Gra=
ditz’ Grille (Oleijnik), 2. Vanitas (Schläfke), 3.
Schlag=
werk (Dye). Tot. 12:10. Drei liefen. Verhalten ¾4—3 Lg.
Seeſchlacht=Rennen; 3800 Mark, Diſtanz 1600 Meter:
1. Herrn E. Walters Bleibtreu II (Bleuler), 2. Roſa
(Scheffer), 3. Roſenberg (Fritſche). Tot. 47110, Pl. 16,
22, 16410. Unpl. Abelard (4), Phönix, Kaſſander (blieb
ſtehen), Norton, Lizzi. Sicher 1—1 Lg. — Union=Rennen;
40 000 Mark, Diſtanz 2200 Meter: 1. Kgl. Hauptgeſtüt
Gra=
ditz Matterhorn (Lane), 2. Septimus (Spear), 3.
Octo=
pus (Fox). Tot. 25310, Pl. 16, 19110. Unpl.: Quartus,
Kanter 5—½—1 Lg. — Verſuchs=Rennen der Hengſte; 5000
Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Hrn. E. S. Godfroys Seneca
(Weatherdon), 2. Jacob (Schläfke). Tot. 19:10. Zwei
liefen. Ueberlegen 3 Lg. — Silbernes Pferd; 13 000 Mark,
Diſtanz 2400 Meter: 1. Herren K. und A. Uetzſchneiders
Kairo (Archibald), 2. Nonſens (O. Müller), 3. Hüon
(Lane). Tot. 42110, Pl. 19, 38, 34:10. Unpl.: Banderilla
(4), Laps (5), Haſcham, Pamina, Labrador, Pfefferminz.
Sicher ¾—1—1½ La. — Münchsheimer=Handikap; 5000
Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Herrn G. v. Lippas
Ghis=
laine (Spear), 2. Bode (Bleuler). 3. Teſta (Fox). Tot.
158:10, Pl. 38, 19, 30:10. Unpl.: Peking, Monſalvat
Ab=
dul Hamid, Dakota, Eilbote, Cockney, Apelles. Sicher
½—3 Lg. — 6. Klaſſen=Erſatz=Preis; 5000 Mark, Diſtanz
2000 Meter: 1. Herrn R. Haniels Royaliſt (T. Rice), 2.
Mansfeld (Evans), 3. Vorſpiel (Schläfke). Tot. 24110,
Pl. 14, 15.10. Unpl.: Farneſe, Frau Holle. Ueberlegen
3½—5 Lg.
Rennen zu Leipzig. Erſtes Rennen: 1. Panna
(Naſh), 2. Hendred (Buchholz), 3. North Eſat (
Yeo=
mans). Tot 68:10, Pl. 19, 15.10. Unpl.: Väterchen, Fair
Dorothy. 34—2½ Lg. — Zweites Rennen: 1. Poucette
(Beſ.), 2. Triglav (Beſ.), 3. Orſini (Beſ.). Tot. 20:10,
Pl. 11, 12.10. Unpl.: Ring Star. 2 Lg.-Kopf. — Drittes
Rennen: 1 Argile (Lovegrove) 2. Mansfield (H.
Teich=
mann), 3. Beau Manvir (Jentzſch). Tot. 26:10, Pl. 13,
20, 16:10. Unpl.: Silver Rays, Miß Tree, Pottage, Luchs.
2—1 Lg. — Viertes Rennen: 1. Laertes (Dr. Rieſe), 2.
Mikado IV (Leutn. von Wangenheim), 3. Covent
Gar=
den II (Herr Herfeldt). Tot. 17110. Drei liefen. 2 Lg. —
Fünftes Rennen: 1. Hongrie (H. Teichmann), 2. Drakon
(Buchholz), 3. Fair Dorothy (Streit). Tot. 17110. Drei
liefen. Hals-1½ Lg. — Sechſtes Rennen: 1. Colette (Lt.
von Kramſta), 2. Heilige Waffe (Herr Herfeldt), 3. Alike
(Beſ.). Tot. 22:10, Pl. 16, 23:10. Unpl.: Na alſo,
Ano=
nymus. 6—2 Lg.
Bei den Rennen zu Kreuznach ſiegten am
Sonntag: Oſſer (13:10), I hope ſo (14:10), Canard II
(21:10) Graphit und Beethoven totes Rennen (7110
Gra=
phit, 20:10 Beethoven) Jödler (30110) und Lovely Grace
(16310). — Bei den Rennen zu Stettin ſiegten am
Sonntag Lotto (27110) Kiriquette (18:10), Nena Sahib
(17:10), Mark Gamp (20:10), Rothaut (24:10), Magiſter
(28:10).
Rennen zu Horſt=Emſcher. Preis von
Hoppegarten; 4000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn
Reventlows Sultan Saladin (Smith), 2. Kakadu I (M.
Aylin), 3. Traviata (Torke). Tot. 38.10, Pl. 16, 22, 21:10.
Unpl.: Ingraban (4), Headwind, Schneekoppe, Bravo,
Hyppolita. Sehr leicht 3—1½ La — Preis von
Karls=
horſt; 3000 Mark Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn
Gold=
ſchmidts Blue Dragee (Weishaupt), 2. Firſt Flutter
(Gehrke), 3. Dainty For (R. Johnſon). Tot. 26110, Pl. 11,
21, 13110. Unpl.: Highland Fling, Rowdy (4), Grosvenor
Garden, Vibrona. Leicht 1½—½ Lg. — Preis von
Werne; 2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Graf Bylandts
Chalabre (Gehrke) 2. Sand Bay (Torke), 3. Bodger II
(Mew). Tot. 17110. Drei liefen. — Kampf, Hals 21 Lg.
Preis von Merheim; 3000 Mark. Diſtanz 1800 Meter:
1. Herrn S. Königs Dandolo (Goff), 2. Herzog (Torke),
3. Leſter Jim (Mew). Tot. 29110, Pl. 13, 18, 16310. Unpl.:
Gyges, J. H. L., St. Homme (4), Tubereuſe II
Wander=
burſch, Rekrut. Sicher ¾/—3 Lg. — Preis von Weil; 5000
Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Guatemala (Odell), 2. Don
Juan (Gehrke) 3. Kingsway (Torke). Tot. 24:10, Pl. 14,
19, 36210. Unpl.: Bobdill, Job, Lucky Jap (4),
Tem=
pete III, Geograph. Ueberlegen 5—3 Lg. — Preis von
Niederrad; 4000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herbert
(M. Aylin), 2. Boulanger (Goff), 3. Siegmund (Piplies).
Tot. 19110, Pl. 15, 128310. Unpl.: Sportsman (4),
Jour=
naliſt. Sehr leicht 4—1½ Lg.
Rennen zu Hannover. Preis von Buchholz;
2600 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn F. Dyckhoffs
Po=
lonius (Mc. Dermott), 2. Young Turk (H. Brown), 3.
Wild Nut (Kreiſel). Tot. 16:10, Pl. 13, 15, 41.10. Unpl.:
Allouette, Yſſuance, Koromaya, Horizont I. Leicht ¾—1
Lg. — Juni=Verkaufs=Jagdrennen; 2000 Mark, Diſtanz
3200 Meter: 1. Herrn H. Matenas Kaſtanie (Cartwriaht),
2. Rabenlocke (Seiffert) 3. Sceszely (Baſtian) Tot.
50:10, Pl. 31, 23110. Unpl.: Magdalena (4), Niedliche
Puppe. 4—4 Lg. — Hohenzollern=Jagdrennen:
Ehren=
preis und 3000. Mark. Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn M.
von Vorbergs Gips Boy (Leutn. v Stammer), 2. Gay
Paris (Leutn, Freyr), 3. Blondel (Beſ.) Tot. 82110, Pl.
21, 21, 61110. Unpl.: Guands Chapel, Ready, Landport,
Auſtin Friars. ¾—4 Lg. — Roſenberg=Erinnerungs=
Jagdrennen; Ehrenpreis und 10000 Mark, Diſtanz 4000
Metert 1. Hern von Baumbachs Gorbats (Deuſn. v. üt=(
ken), 2. Reine du Jour (Leutn. v. Raven), 3. Haſchiſch
(Beſ.). Tot. 52110, Pl. 22, 17, 23:10. Unpl.: Cherry Bob
(4), Medee II (5), Miß Fife (gef.), Pyramide, Thisbe,
Counterfeit, Sea Squaw, Meagher. Kampf Hals-1½ Lg.
Kurfürſten=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark,
Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn v. Durants Plutarch (Leutn.
v. Lütcken), 2. Konkordia (Leutn. v. Raven), 3.
Meer=
braut (Prinz Bentheim). Tot. 22110, Pl. 13, 17110.
Un=
plaziert: Polyerates. 2—4 Lg. — Preis von Waldhauſen;
4000 Mark, Diſtanz 3700 Meter: 1. Herrn Ravensbergs
Eſto (Seiffert), 2. Chateauvert (Lommatzſch) 3. Leſter
Aſh (Th. Baſtian). Tot. 14:10, Pl. 12, 14:10. Unpl.:
Wil=
kina. Hals—3—¾4 Lg. — Prinz Albrecht Memorial;
Ehrenpreis und 1500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Graf
Hohenaus Plan Ryan (Beſ.) 2. Kilmallock (Lt. Graf
Strachwitz) 3. General Bar (Beſ.). Tot. 18:10, Pl. 11,
12110. Unpl.: Snodowns Knigth, Pontiff. 1—2 Lg.
Der Graditzer Semmering im
Oeſter=
reichiſchen Derby unplaziert. Die Expedition
des Königlichen Hauptgeſtüts Graditz zum Wiener Derby
hat, wie alle ihre Vorgänger, mit einem Fiasko geendet.
Das „blaue Band” Oeſterreichs iſt wiederum im Lande
geblieben und die deutſchen Ställe werden viel zu tun
haben, um das eigene Derby gegen den ebenfalls
konkur=
renzberechtigten Kokoro mit Erfolg zu verteidigen. Der
Sieg des von Raeburn a. d. Juliska gezogenen
Fuchs=
hengſtes des Baron S. Uechtritz kam ziemlich überraſchend,
da man mit einem Erfolge von Acté, Azutan und Mokan
rechnete, die aber ſämtlich im geſchlagenen Felde endeten.
* Radrennen. Die Radfernfahrt Rund um
Frankfurt a. M. ſah in der Klaſſe der
Berufs=
fahrer Aberger ſiegreich. Der Berliner legte die
301 Kilometer lange Strecke in 11 Stunden 4 Minuten
zurück. Nur eine halbe Radlänge zurück endete Siewert=
Berlin. Drei Minuten ſpäter traf Ludwig=Soſſenheim
als Dritter, dicht gefolgt von Schenkel=Leipzig und
Roſellen=Köln, ein. Von 19 Geſtarteten paſſierten 18 das
Ziel. Gegen die beiden erſten wurde Proteſt eingelegt,
da ſie von Hanau ab nicht die vorſchriftsmäßige Route
gefahren ſein ſollen. Vorausſichtlich wird Ludwig als
Sieger des Rennens erklärt werden. In der Klaſſe der
Amateure, die nur eine Strecke von 236 Kilometern
durch=
fahren hatten, ſiegte unter 91 Teilnehmern, wie ſchon
ge=
meldet, Zimmermann=Darmſtadt in 9 Stunden 2
Minuten mit einer Handbreite vor Mehl=Frankfurt und
Thein=Frankfurt a. M.
Die Radfernfahrt Nürnber g-München-
Nürnberg über 366 Kilometer kam am Sonntag zur
Entſcheidung. Die Straßen waren infolge verſchiedener
Regengüſſe ſtark aufgeweicht und erſchwerten den
Kon=
kurrenten ihre Aufgabe ganz beträchtlich. Früh morgens
3 Uhr wurden 60 Teilnehmer vom Start in Nürnberg
entlaſſen. Franz Suter=Zürich ſicherte ſich gleich von
An=
fang an einen größeren Vorſprung, den er bis zum
Schluſſe durchhielt. Er erreichte den Wendepunkt München
als Erſter um 9 Uhr 20 Minuten. Die Hauptkontrolle
Ingolſtadt paſſierten auf der Hinfahrt nur 23 und auf der
Rückfahrt ſogar nur noch 12 Fahrer, von denen Hübner=
Dresden kurz darauf durch Sturz ausſchied. Sonſt
ver=
lief das Rennen ohne Zwiſchenfälle Als Erſter traf
nach=
mittags 4 Uhr 22 Minuten Franz Suter nach einer
Fahr=
zeit von 13 Stunden 22 Minuten in total ermattetem
Zu=
ſtande in Nürnberg wieder ein. Zweiter wurde Hans
Hartmann=Schwabach in 14 Stunden 47 Minuten vor
Franz=Neumark 1 Lg., Paul Suter=Zürich 2 Lg. und P.
Straßer=München 5 Stunden 12 Minuten.
Die Radmeiſterſchaften von Belgien,
die ſchon zweimal verregnet waren, konnten am Samstag
und Sonntag vor ſich gehen. In der Hundertkilometer=
Meiſterſchaft zeigte ſich A. Vanderſtuyft ſeinen Gegnern
weit überlegen, führte von 10 Kilometer ab und ſiegte in
1 Stunde 14 Min. 22,2 Sek. Goor blieb 5400 Meter,
Huy=
brechts 9200 Meter zurück; Hens gab auf. Sowohl
Huy=
brechts wie Hens hatten unter Motordefekten zu leiden.
In der Flieger=Meiſterſchaft ſiegte Otto mit 4 Punkten vor
van Bever und Wilmots mit je 7 Punkten, Catulle und
Reychler mit je 15 Punkten. van Bever gewann das Match
gegen Wilmots um den zweiten Platz.
*: Der Sportverein Nieder=Erlenbach bei
Frank=
furt a. M. veranſtaltet am 23. Juni nach den
Beſtimmun=
gen und unter Aufſicht der deutſchen Sportbehörde für
Athletik ein nationales 30 Kilometer=Gehen um einen
Goldpokal als Wanderpreis ſowie lokale olympiſche
Spiele, beſtehend in den üblichen Lauf= und
Wurſkonkur=
renzen.
. Die Segelregatta um den Eintonner=Pokal. Am
Sonntag ging auf der Kieler Förde die erſte Regatta um
den von Deutſchland nach dem vorjährigen Siege von
„Windſpiel 15" in Gothenburg (Schweden) zu
verteidigen=
den „Coupe du Cercle de la Voile de Paris”, den ſogen.
Eintonner=Pokal” vor ſich. Die Regatta erfreute
ſich einer großen Beteiligung von Begleitjachten. Auch
Prinz und Prinzeſſin Heinrich verfolgten auf „Carmen”
den Verlauf. Das genaue Reſultat war: 1. Bunty=
England 2 Stunden 9 Min. 14 Sek., 2. Quo vadis=
Nor=
wegen 2310113. 3. Windſpiel 15=Deutſchland 2110:28,
4. Nurdug II=Dänemark 213130, 5. Momo=Spanien
2114:29, 6. Niederlandia=Niederlande 214:43. 7. Vinga II=
Schweden 2115:52, 8. Finn II=Finnland 2117119.
Vermiſchtes.
* Vor 100 Jahren. Lange Zeit erfuhr man in
Deutſchland wenig von der großen Armee. Die
franzö=
ſiſchen Blätter berichteten von Siegen und Erfolgen bis
Moskau verhielten ſich aber ſchweigſam über
Einzelhei=
ten. Die Welt glaubte an das Glück des Imperators.
Da begannen dunkle Gerüchte aufzutauchen, als am 12.
Dezember die ſichere Kunde in Berlin eintraf, daß
Mos=
kau verbrannt ſei und Napoleon ſich auf dem Rückzuge
befinde. Laut und lauter wurden unheilkündende
Stim=
men, bis die Zeitungen mitteilten, der Kaiſer ſeit am 13.
in Glogau, am 14. in Dresden geweſen und fluchtartig
nach Paris weitergeeilt. Bald nachher, am 26. Dezember,
bezeugte ein Bulletin offen den Untergang der Tapferen.
Aber alle Gerüchte, Vermutungen und Schilderungen
wurden überboten durch den Augenſchein. Erſt kamen
einzelne höhere Offiziere und ungeordnete
Soldatenhau=
fen über die Grenze. Am 19, erſchien Murat mit
weni=
gen Reitern in Königsberg, und dann ſeit Anfang
Ja=
nuar 1813 vermehrten ſich die Scharen der Fliehenden.
Da wankten ſie einher, wirr durcheinander, waffenlos,
hoffnungslos, meiſtens krank, verwundet, mit
Froſtleu=
len bedeckt, bettelnd, plündernd, zuſammenbrechend.
Sol=
daten, Offiziere, ſelbſt Generale waren in Lumpen
ge=
hüllt, hohläugig, abgezehrt, dumpfe Verzweiflung im
verwitterten Geſicht. Wie ein Geiſterſpuk huſchten ſie
wortlos durch den Winternebel. Das waren die
Ueber=
bleibſel einer halben Million prunkender Krieger, die
ausgezogen, um die Welt zu erobern. Unter den
Flücht=
lingen befand ſich auch Marſchall Ney. In Gumbinnen
verabſchiedete er ſich tief ergriffen von ſeinem
zuſammen=
geſchmolzenen deutſchen Gefolge, um ſich zum General
Dumas zu begeben, der in der Stadt krank daniederlag.
Als der Leidende eine ſtruppige, pulvergeſchwärzte
Ge=
ſtalt in zerriſſenem Mantel bei ſich eintreten ſah, rief er
erſchrocken aus: „Wer ſind Sie?” „Was” erwiderte
der Kommende, „Sie kennen mich nicht? Ich bin die
Nachhut der großen Armee, der Marſchall Michael Ney!”
Furchtbar hatte das Gottesgericht gewalte:. Raſch
füll=
ten ſich Häuſer und Lazarette mit den völlig Erſchöpften,
die noch tauſendweis anſteckenden Krankheiten erlagen.
Allein in Königsberg befanden ſich 10000 Kranke. Selbſt
die Aerzte ſtarben zuweilen aus. Und um die erſchreckende
Wirklichkeit über ganz Deutſchland zu verbreiten, ſuchten
die überzählig gewordenen Offiziere und Unteroffiziere
in ihrem Jammerzuſtande die Heimat zu erreichen. Die
Wirkung dieſer Erſcheinungen des Schreckens war um ſo
ſtärker, als die Rheinbundfürſten faſt 150000 Untertanen
nach Rußland geſchickt hatten. Während der König von
Bayern die Ueberbleibſel ſeines ſchönen Heeres in
Mün=
chen einziehen ſah, drängten ſich ihm heiße Tränen in
die Augen. Weh und Wut, eine tiefe Erregung ergriffen
die Gemüter. Man hatte das Gefühl des
Zuſammen=
ſturzes des gewaltſam Gewordenen, des Anbruches einer
neuen Zeit. Laut verkündeten die Patrioten, es müſſe
gehandelt werden, jetzt oder nie. — Und in der Tat es
wurde gehandelt. Man erfuhr von einem
Waffenſtill=
ſtande des preußiſchen Hilfskorps, vernahm, daß Koſaken
am 21. Dezember unter dem Oberſten Tettenborn die
preußiſche Grenze überſchritten hätten, nicht als
plün=
dernde Feinde, ſondern als Befreier mit der
Auffor=
deruna, die Sklavenketten zu brechen.
(Aus dem ſoeben erſcheinenden Werke: 1813—1815.
Illuſtrieerte Geſchichte der
Befreiungs=
kriege. Ein Jubiläumswerk zur Erinnerung an die
große Zeit vor 100 Jahren. Von Profeſſor Dr. J. von
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der Werkbank Anleitung zur Handfertigkeit mit
beſonderer Berückſichtigung der Herſtellung phyſikaliſcher
Apparate. Für mittlere und reife Schüler. Mit 120
Figuren im Text und 44 Tafeln. Von Profeſſor E.
Gſcheidlein, Mannheim. 4‟. (IV und 60 Seiten.)
Gebd. 4 Mark. — Band 16: Unſere
Frühlings=
pflanzen. Anleitung zur Beobachtung und zum
Sam=
meln unſerer Frühlingsgewächſe. Von Dr. Fernando
Höck, Profeffor am Königl. Realgymnaſium zu
Perle=
berg. Für jüngere und mittlere Schüler. Mit 76
Ab=
bildungen. (IV und 180 Seiten.) 1912 8 Gebd. 3 Mk.
Das ſoeben erſchienene Werk von Profeſſor E. Gſcheidlein
An der Werkbank” mit 44 Tafeln, ſowie zahlreichen
Tert=
figuren und dem anſchaulichen, aus langjähriger
prakti=
ſcher Erfahrung heraus geſchriebene Text gibt dem
Schü=
ler eine ausgezeichnete Anleitung, um ſich ſelbſt einfachere
und komplizierte phyſikaliſche Apparate herzuſtellen und
dadurch neben der Uebung ſeiner Hand auch gleichzeitig
ſich ein tüchtiges phyſikaliſches Wiſſen anzueignen. Das
Büchlein von Profeſſor Dr. F. Höck „Unſere
Frühlings=
pflanzen” gibt eine feſſelnd geſchriebene Anleitung zuk
Beobachtung und zum Sammeln unſerer
Frühjahrsge=
wächſe. Dadurch, daß gleichzeitig auch auf die
allge=
meinen biologiſchen Erſcheinungen hingewieſen wird,
kann dieſes Büchlein zugleich als eine brauchbare
Ein=
führung in das Studium der Pflanzenbiologie bezeichnet
werden.
eine neuarkige Haushalkſeife
von
fabelhafter Waſchkraft.
ganz ohne Sodal
Stück 20 Pf.
Die Reinigungswirkung iſt einfach fabelhaft. Selbſt durch und durch verſchmutzte Wäſche wird mit
Kavon=Seife bei ſpielend leichter Arbeit wie neu. Empfindliche Stoffe wie Seide, Wolle, Spitzen, Gardinen uſw. bleiben
vollſtändig unverändert. Kein Einlaufen! Kein Farbenverblaſſen! Dabei billig: Bei richtiger Anwendung brauch
man von Kavon=Seife halb ſo viel Seife wie ſonſt.
Die Kavon=Seife iſt nach Zuſammenſetzung und Waſchkraft die reinſte und vollkommenſte
Haus=
ſeife, die die Seifen=Induſtrie je hervorgebracht hat.
(12019M
36 68.
Das Großh. Minikeriun des Imern hat nicht 10), ſondern 60 Pofe der am
26./27. Juni d. Js. zur Ziehung gelangenden Lotterie des Frankfurter Vereins für
(12773
Luftſchiffahrt in Frankfurt a. M. in Heſſen zugelaſſen.
Bekanntmachung.
Der § 4 des Reichsgeſetzes über die Sicherung der Bauforderungen vom 1. Juni
1909 ſchreibt vor, daß bei Neubauten der Bauleiter verpflichtet iſt, an leicht ſichtbarer
Stelle einen Anſchlag anzubringen, der den Stand, den Familiennamen und wenigſtens
einen ausgeſchriebenen Vornamen, ſowie den Wohnort des Eigentümers und, falls
dieſer die Herſtellung des Gebäudes oder eines einzelnen Teils des Gebäudes einem
Unternehmer übertragen hat, des Unternehmers in deutlich lesbarer und
unverwiſch=
barer Schrift enthalten muß. Wird der Bau von einer Fima als Eigentümer oder
Unternehmer ausgeführt, ſo iſt dieſe und deren Niederlaſſungsort anzugeben. § 7
a. a. O. ſtellt Zuwiderhandlungen hiergegen unter Strafe.
Wir machen Intereſſenten auf die vorſtehenden Beſtimmungen, die vielfach nicht
beachtet werden, aufmerkſam, empfehlen ihren genaueſten Befolg und fügen an, daß
das Aufſichtsperſonal Auftrag erhalten hat, Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen.
Darmſtadt, den 7. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf obige Bekanntmachung hin und beauftragen Sie, den
Be=
folg der Vorſchriften des Reichsgeſetzes über die Sicherung der Bauforderungen vom
1. Juni 1909 zu überwachen.
(12772
Darmſtadt, den 7. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße von Arheilgen nach Baierseich im Zuge der Kreisſtraße
Darmſtadt-Frankfurt (von Arheilgen von km 4,8 ab bis zum Waldanfang, km 7,6
bei Baierseich) mit den auf dieſe Strecke auftoßenden Querwegen (letztere dicht an
der Kreisſtraße) iſt wegen Ausführung von Kleinpflaſter von Mittwoch, den
29. d. Mts. ab auf ca. 6 Wochen für ſämtliches Fuhrwerk (Geſpanne, Automobile,
Motorräder uſw.) geſperrt.
Der Durchgangsverkehr bat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung
den aufgeſtellten Tafeln entſprechend zu erfolgen, und zwar über Darmſtadt-
Gräfen=
hauſen-Mörfelden-Langen. Nach Maßgabe des Fortſchreitens der Pflaſterarbeiten
wird die bezeichnete Teilſtrecke wieder dem Verkehr übergeben.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der
Polizei=
verordnung vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
(11830a
Darmſtadt, den 22 Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Der Philipp Spengler in Arheilgen beabſichtigt auf dem Grundſtück Flur I
Nr. 7071/10, 708¼10 und 709½0, gelegen zu Arheilgen, eine Schlächtereianlage zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes
in dem Darmſtädter Tagblatt an gerechnet. auf dem Büro der Großh. Bürgermeiſterei
Arheilgen zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
bei Großh. Bürgermeiſterei Arheilgen vorzubringen.
(42741
Darmſtadt, den 6. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
e e re e e
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(1276
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Polizeiverordnung.
Betreffend: den Betrieb der Induſtriegleisanlage in der
Weiter=
ſtädter Straße zu Darmſtadt.
Mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom
25 Mat 1912 zu Nr. M. d. J. III. 5762 wird nach Anhören der
Stadtverordnetenverſammlung auf Grund des Art. 129b der
Städte=
ordnung vom 8. Juli 1911 für den Betrieb der Induſtriegleisanlage
in der Weiterſtädter Straße zu Darmſtadt hiermit verordnet, was folgt:
§ 1. Beim Ertönen der Zugſignale haben Fußgänger,
Fuhr=
werke Kraftfahrzeuge, Reiter und Viehtransporte ſich rechtzeitig von
den Gleiſen zu entfernen und dem Zuge vollſtändig auszuweichen
oder, falls ſie ſich dem Bahngleiſe nähern, in angemeſſener
Entfer=
nung und zwar, ſofern Warnungstafeln vorhanden ſind, vor dieſen
Halt zu machen. Es iſt verboten, Fuhrwerke oder Vieh ohne
Auf=
ſicht auf oder neben den Fahrgleiſen ſtehen oder Vieh frei auf der
Bahn laufen zu laſſen. Perſonen, denen die Aufſicht über die auf
der Straße oder ſonſt in der Nähe der Bahn befindlichen Tiere
ob=
liegt, haben dafür Sorge zu tragen, daß die Tiere nicht den
Bahn=
körper betreten und daß ſie vorkommenden Falls alsbald wieder von
dieſem abgetrieben werden. Das Bahnperſonal iſt befugt, alle die
Gleiſe verſperrenden Gegenſtände von dem Bahnkörper zu entfernen.
§ 2. Pflüige, Eagen und andere Geräte, Baumſtämme und
andere ſchwere Gegenſtände müſſen beim Transport über die Bahn
entweder getragen oder auf Wagen oder untergeſchobenen Schleifen
gefahren werden.
§ 3. Jede Beſchädigung der Vahn und der dazu gehörigen
Anlügen, ſowie der Betriebsmittel nebſt Zubehör das Auflegen von
Steinen, Holz u. ſ. w. auf das Planum der Bahn, das Auf= und
Abladen von Gegenſtänden auf dem Fahrgleiſe oder näher als einen
Meter 75 Zentimeter von der äußeren Schiene, das Anbringen
ſon=
ſtiger Fahrhinderniſſe die Erregung falſchen Alarms, die Nachahmung
von Signalen, die Verſtellung von Ausweichvorrichtungen und
über=
haupt die Vornahme aller den Betrieb ſtörenden Handlungen iſt
verboten.
§ 4. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Beſtimmungen werden,
ſoweit nicht auf Grund anderweitiger Strafbeſtimmungen eine höhere
Strafe verwirkt iſt, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk. geahndet.
§ 5. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer
Ver=
kündigung im Darmſtädter Tagblatt in Kraft.
Darmſtadt, den 5. Junk 1913.
(12621si
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Anktionsſaal Magdalenenſtraße 7.
Wegen Umzug, ſowie aus einem Nachlaſſe:
1 Herrenzimmer, kompl., eich., 1 Schreibtiſch, 2 Ausziehtiſche,
2 Kommoden, pol., 1 Chaiſelongue, verſtellb., vollſt. Betten
Bett=
ſtellen mit Matratzen, 2 Sofas, Teppiche, Stehpult, Spiegel,
Fliegen=
fenſter, Rollwand, 2 Kinderwagen, Gaszuglampe, 1 Gas= u. 1 Kohlen=
Ofen, 1 Badewanne mit Ofen, 1 Obſtkelter, 1 kompl. Wirtsbüfett,
50 Wirtſchaftsſtühle u. Tiſche, 2 kompl. Ladeneinrichtungen für
Kolonialwaren, 1 Theke, ferner 2 antike Schränke u. 1 Truhe,
1 automatiſche Perſonenwage u. a. m. habe im Auftrage zu
Ver=
ſteigerungspreiſen zu verkaufen.
Johannes Krummeck
Auktionator und Taxator.
Mein Lokal iſt täglich geöffnet von vormittags 10—12 Uhr
und nachmittags von 3—6 Uhr. Täglicher Eingang von
ge=
brauchten Möbeln durch alle Rubriken.
(*14397
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 12. Inni 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Büfett, Kredenz,
Bücher=
ſchrank, Spiegel, Vertikos, Sofas, Kommoden, Diwans,
Sekretäre ferner Ladentheken, Regale, 1 Erkereinrichtung
mit 6 Stangen, 6 Glasplatten und ſämtl. Zubehör,
1 Poſtkartenſtänder, 2 Smyrnateppiche, 1 Partie
Kokos=
läufer, Matten und Teppiche, 6 Bände Meyers Konverſ.=
Lexikon, 10 Bände Goethes und Schillers Werke, 1 Anzug,
1 Gehrock, 1 Partie Zigarren, 1 Pferd (hellbraun) und an
Ort und Stelle 95 Gerüſtdielen, 300 Gerüſtſtangen,
3 zweiräder. Handkarren, 1 vierräder. Kaſtenwagen
und 1 eiſerne Speispfanne
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet
voraus=
ſichtlich ſtatt.
(12784
Berbert, Großh.
Georgenſtraße
Die Oktroierheb= und
Wiegeſtelle
an der Lagerhausſtraße iſt
auf=
gehoben.
Verwiegungen können auf der
Brückenwage in der Eſchollbrücker
Straße und demnächſt auf
der=
jenigen am Landwehrweg er=
(127160i
folgen.
Darmſtadt, den 6. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jgeger.
Bebaunngsplan
für die Tannenſtraße ſüdlich der
Landskronſtraße.
Der von der Stadtverordneten=
Verſammlung am 6. April v. J.
angenommene porbezeichnete Plan
liegt bei dem Stadtbauamt,
Gra=
fenſtraße Nr. 30, in der Zeit vom
12. bis einſchließlich 27. ds. Mts.
in den Dienſtſtunden offen.
Ein=
wendungen gegen den Plan ſind,
bei Vermeidung des Ausſchluſſes,
innerhalb dieſer Friſt bei
genann=
tem Amt anzubringen. (12740im
Darmſtadt, 8. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
J teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 24. Mai 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Siegmund Neu, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Sieg=
mund Neu, Kaufmann, Witwe
Lina, geb. Levita, in Darmſtadt
übergegangen.
Die Prokura der Siegmund Neu
Ehefrau, Lina, geb. Levita, in
Darmſtadt, iſt erloſchen.
Am 1. Juni 1912.
Gelöſcht die Firma:
Bismarck=Drogerie Jacob
Streb, Darmſtadt.
Hinſichtlich der Firma:
C. A. Stützer Nachf.,
Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Georg Riemenſchneider, Kaufmann,
Witwe Lina, geb. Keller, und
Kinder:
1. Marie Riemenſchneider, 2. Anna
Riemenſchneider, geb. 19. Oktober
1892, 3. Ludwig Riemenſchneider,
geb. 1. Januar 1895, ad 2 und 3
während ihrer Minderjährigkeit
vertreten durch ihre vorgenannte
Mutter — alle in Darmſtadt —
übergegangen.
Die Prokura der Lina, geb.
Keller Ehefrau des Georg
Rie=
menſchneider, iſt erloſchen.
Am 6. Juni 1912.
Hinſichtlich der Firmen:
1. Gebrüder Unger,
Darm=
ſtadt.
Die offene Handelsgeſellſchaft
iſt mit Wirkung vom 4. Junk 1912
aufgelöſt.
Geſchäft und Firma ſind auf
den ſeitherigen Geſelſchafter Albert
Libmann als Einzelkaufmann
übergegangen.
(12748
2. Röhm & Haas,
Darm=
ſtadt.
Carl Pfund, Kaufmann in
Darm=
ſtadt, iſt zum Einzelprokuriſten
be=
ſtell.
Darmſtadt, den 6. Juni 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Heintrie= elan
von 7 Loſen reines Futter. Wiener,
Sensfelderweg.
(*14365
für Inf.=Einjähr. zu verkaufen:
Neue u. faſt neue Waffenröcke,
Reithoſen, Unif.=Stiefel uſw.
An=
zuſehen von 5—7 Uhr.
Riedeſel=
ſtraße 23, part.
(*14362id
Leißlack. Blumenkrippe preisw.
z. vk. Waldſtr. 24, Stb. II. (*14344
Vergebung von Pflaſter= und
Shaufſierunasarbeiten
zur Herſtellung des Hofes des Beſſunger Forſthauſes.
Unter Hinweis auf den Miniſterialerlaß vom 16. Juni 1893
und die nachfolgenden Ergänzungen werden nachſtehende Arbeiten
zum Wettbewerb ausgeſchrieben:
ca. 400 am Pflaſteraufbruch, ca. 275 am Hofflächen
abzu=
heben und zu ebnen, ca. 114 am Pflaſter aus vorhandenen
Steinen, ca. 125 am Pflaſter aus neuen Steinen, ca. 160 qm
Chauſſierung, ca. 200 am Hofflächen mit Kies zu übertragen.
Die Verdingungsunterlagen liegen auf unſerem Bureau,
Paradeplatz 4b. vom 11. Juni d. J. an während der Dienſtſtunden
zur Einſicht offen. Auch werden daſelbſt die Angebotsformulare,
ſoweit der Vorrat reicht, gegen Erſtattung der Selbſtkoſten abgegeben.
Ein Verſand derſelben nach auswärts findet nicht ſtatt.
Die Angebote ſind bis 21. Juni d. J., vormittags 10 Uhr,
mit entſprechender Aufſchrift verſehen an unterzeichnete Behörde
ein=
zuſenden, woſelbſt deren Eröffnung in Gegenwart der etwaerſchienenen
Bewerber ſtattfindet.
Zuſchlagsfriſt: 14 Tage.
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Großh. Hochbauamt Darmſtadt.
Diehl.
(12794
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 12. Juni 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal zur Ludwigshalle dahier (
Ober=
gaſſe) öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung:
2 Diwans, 1 Vertiko, 1 Waſchtiſch m. Spiegel, 1
Spiegel=
ſchrank, 1 Schreibtiſch, 1 Empire=Tiſch, 1 Nachttiſch, 3 Seſſei,
3 große Spiegel, 1 Pfeilerſchränkchen 1 Schränkchen, 1
Kom=
mode, 1 Pianino, 2 Wanduhren, 1 Vorplatzgeſtell, 1 Partie
Nipp= und Spielwaren, 9 Bände Brockhaus Vexikon u. a. m.
Darmſtadt, 10. Juni 1912.
(12789
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.
Hen= u. Grummet=Gras=Verſteigerung.
Freitag, den 14. Juni I. Js., von nachm. 2 Uhr ab,
wird auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt das Gras (gutes Wieſenheu)
von eireag 145 Morgen ſtädt. Wieſen öffentlich verſteigert.
Die Feldſchützen Jäger und Rau ſind zur Auskunftserteilung
beauftragt.
(12750id
Pfungſtadt, den 8. Juni 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
AHohen ℳ
„Ringfrei‟
(526a
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Deltzäpfchen „ 2.00
Als Krankenpflegerin mit fast 30jähriger Dienstzeit würde
ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen, von dessen
Vorzügen und völliger Unschädlichkeit ich mich nicht zuvor
überzeugt hätte, Ich habe vielfach Gelegenheit gehabt, zu sehen
und zu hören, daß die Dunpräparate mit nie versagendem Erfolg
bei offenen Wunden, Katarrhen, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus,
Jschias, Lungen- und Rippenfellentzündung, Blinddarm- und
Bauchfellent-
zündung u. a. angewandt wurden. Mir selbst haben die Dunsalbe
und Dunpillen gegen Rheuma und Anschwellung der Beine treftliche
Dienste geleistet, und ich bin überzeugt, dass nur sie allein mir
das Leben gerettet haben, als ich kurz vor Weihnachten von
einem schweren Schleim-Schlaganfall getroffen worden war. (10757a
Darmstadt, 3. Juni 1910.
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1 Hühnerhaus, doppelwandig,
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Lichtenbergſtr. 69, part. (*143100i
ein noch gut erh.2 ſchläf. Bett zu
Tperk. Mauerſtr. 12, pt. (*13997dsi
In es 1e. Bohane.,MHanuakturwaren, 5152
Kunſk und Welt.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
Wer iſt jener Herr?
Graf Ellerburg.
Wie? Der Hoftheater=Intendant?
Ja.
Graf Ellerburg, an den ich mich mit einem Geſuch
um ein Engagement gewandt habe, hier! Ah, das iſt ein
glücklicher Zufall! Noch heute werde ich dem Grafen
meine Aufwartung machen. Graf Ellerburg — das ändert
allerdings die ganze Sachlage und auch meine Auffaſſung
von Ihrem Weſen, Elfriede! Jetzt verſtehe ich Sie
voll=
kommen. Und ich verdenke es Ihnen nicht, wenn Sie ſich
den Grafen durch freundliches Entgegenkommen
ver=
pflichten. Seid fromm wie die Tauben und klug wie
die Schlangen — ja, ja! So iſt es — ſo muß es ſein.
Ich hoffe nicht, Herr Norbert, daß ſie in unſerem
Verkehr mit dem Grafen egoiſtiſche Beweggründe ſuchen.
Egoiſtiſche Beweggründe? Ach, Fräulein Elfriede,
ein bischen Egoismus iſt in unſerer materiellen Zeit
durchaus notwendig.
Elfriede wandte ſich ab. Ihr war dieſes Geſpräch
unerträglich peinlich. Ihre traumhafte, glückliche
Stim=
mung war verflogen.
Ich ſehe die Herren zurückkommen, fuhr Norbert fort,
und will nicht weiter ſtören. Darf ich mich auf Ihre
Bekanntſchaft berufen, Elfriede?
Nein! Ich verbiete es Ihnen! Und — ich muß Sie
erſuchen, nicht mehr jene vertrauliche Anrede zu
gebrau=
chen, Herr Voxbert.!
Ah — Verzeihung, mein gnädiges Fräulein — ich
werde Ihrem Wunſche nachkommen, entgegnete er
ſpöt=
tiſch, verneigte ſich mit übertriebener Höflichkeit und
ent=
fernte ſich raſch.
Elfriede atmete tief auf. Aber ihre fröhliche,
unbe=
fangene Stimmung war verſchwunden, ſie konnte dem
Grafen gegenüber den richtigen Ton nicht wiederfinden
ſie blieb ſteif und förmlich, ſo daß Graf Ellerburg ſie
er=
ſtaunt anblickte und ſich nach einigen höflichen Worten
empfahl.
Ich ſah dich mit einem Herrn ſprechen, ſagte Doktor
Wendeborn.
Es war Norbert, entgegnete Elfriede mit harter
Stimme und wandte ſich zum Gehen, während ſich ihre
Augen mit Tränen des Unmuts füllten.
IX.
Graf Georg ging in froher Stimmung in ſeinem
eleganten Zimmer, das er im Strandhotel bewohnte, auf
und ab, bisweilen einen Blick durch die geöffneten
Fen=
ſter auf die im Sonnenlicht glänzende See werfend oder
einige Züge aus ſeiner Zigarre tuend und den bläulichen
Rauch behaglich in kleinen Ringen fortblaſend. Die
Unterhaltung mit Doktor Wendeborn und Elfriede hatte
ihn angeregt und die trübe Laune verſcheucht, mit der
er hier angelangt war. Seine Gedanken weilten noch bei
dem jungen Mädchen, deſſen ſtille Schönheit und tiefe
Geiſtesbildung einen ungemein ſympathiſchen Eindruck
auf ihn gemacht hatten.
Der Graf war ein Idealiſt, ein Schwärmer, wie ihn
ſeine früheren Kameraden vom Garde=Dragoner=Regiment
nannten. Schon als junger Offizies war er ſeine eigenen
Wege gegangen, und wenn er auch aus angeborenem
Pflichtgefühl den Dienſt in keiner Weiſe vernachläſſigt
hatte, ſo zog er ſich doch außer dem Dienſt mehr und mehr
von dem Kreiſe der luſtigen Kameraden zurück, um ſeinen
Studien und der Muſik zu leben. Als er dann durch den
Tod ſeines Vaters Beſitzer von Schloß Ellerburg
ge=
worden, nahm er den Abſchied aus dem Militärdienſt
und widmete ſich ganz ſeinen künſtleriſchen Neigungen.
Seine klangvollen Kompoſitionen und tiefempfundenen
Lieder erregten die Aufmerkſamkeit des Hofes; er wurde
öfter zu den intimeren muſikaliſchen Zirkeln der Kaiſerin
befohlen. Hier lernte er die regierende Herzogin von
Neuenburg kennen, die von ſeinen Liedern entzückt war
und nach einiger Zeit ihren Gemahl zu beſtimmen wußte,
dem Grafen den Poſten des Hoftheater=Intendanten in
Neuenburg anzubieten. Der Graf ging mit Freuden auf
dies Angebot ein. Das Hoftheater in Neuenburg galt
früher als eine kleine Muſterbühne und der Graf hoffte
durch ſeine Stellung in eine erſprießliche, die Kunſt
för=
dernde Tätigkeit zu gelangen. Freilich erfüllte ſich ſeine
Hoffnung nicht in vollem Maße; der Herzog beſaß wenig
Verſtändnis für wirklich edle Kunſt; er war Soldat, hatte
bis zu ſeinem Regierungsantritt im aktiven Dienſt
ge=
ſtanden und wohl wenig Gelegenheit gefunden, ſich mit
der Kunſt zu beſchäftigen. Das Aeußerliche der Kunſt
reizte ihn mehr als deren inneres Weſen. Ueber eine
gute Poſſe konnte er von Herzen lachen; eine leichte Oper
mit veralteten Späßen und glänzender Ausſtattung war
ihm lieber, als Wagner und all das”,wirre moderne
Zeug”, das er nicht verſtand, und ein hübſches Ballett
intereſſierte ihn mehr als das tiefdurchdachte und
empfun=
dene Werk eines Dichters,
Nummer 135
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Inni 1912.
Seite 18.
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So war die Stellung des Grafen — der in
künſtleri=
ſcher Beziehung der direkte Gegenſatz des Herzogs war —
keine leichte, und wenn er nicht an der Herzogin eine
Gönnerin und Stütze gefunden hätte, er würde die Laſt
ſeines Amtes kaum lange ertragen haben. Aber die
Her=
zogin verſtand ſein Streben in vollem Maße und freute
ſich, daß in das kleine Hoftheater ihrer Reſidenz von
neuem ein wahrhaft künſtleriſcher Geiſt eingezogen war.
Sie ermunterte und unterſtützte Ellerburg auf jede Art
und Weiſe, und da der Herzog vor ſeiner kklugen
Gemah=
lin große Hochachtung hatte, ſo fügte er ſich meiſtens auch
ihren Wünſchen in Bezug auf das Theater. Nur auf das
Ballett wollte er nicht verzichten; er opferte lieber aus
ſeiner Privatſchatulle eine bedeutende Summe, um das
Ballett gegenüber dem Drama und der Oper auf ſeiner
alten Höhe zu erhalten.
Dieſe Verhältniſſe bereiten dem Grafen manche böſe
Stunde. Um allem Aerger auf einige Zeit zu entfliehen,
hatte er ſich einen mehrwöchigen Urlaub erbeten und
war nach dem einſamen Oſtſeebade auf Rügen geflüchtet.
Und nun traf er hier den von ihm hochverehrten Doktor
Wendeborn und lernte in Elfriede ein ihm gleichgeſtimmtes
Weſen kennen, das ihn ſchon nach kurzer Bekanntſchaft mit
warmer Sympathie erfüllte. Die leichte Verſtimmung
heute am Schluß ihrer Unterhaltung hatte er ſchon wieder
vergeſſen. Er mußte ſich wohl getäuſcht haben, wenn er
geglaubt, ſie verſtimmt und übellaunig zu ſehen. Er ſah
jetzt nur noch das ſtrahlende Auge, das ſo froh und frei
lachende Antäitz, die feingeſchwungenen Lippen; zwiſchen
dene die weißen Zähne hervorblitzten, die hohe Stirn mit
dem goldblonden Lockengekräuſel — er ſah nur noch die
feingliedrige, edle, ſchlanke Geſtalt und dachte entzückt an
die Melodie ihrer Sprache, ihres gedämpften Lachens.
Als er ſich dabei überraſchte, wie er ſich ihr reizendes
Bild in ſeiner Phantaſie ausmalte, richtete er ſich plötzlich
mit einem energiſchen Ruck empor und lachte laut auf.
„Ich glaube gar,” ſagte er vor ſich hin, „Du ſtehſt im
Begriff, dich Knall und Fall in dieſes reizende Geſchöpf
zu verlieben. Hüte dich, alter Junge. Hier iſt weder für
eine ernſte Leidenſchaft Platz, noch für eine leichte
Liebes=
tändelei. Alſo halte deine Phantaſie etwas mehr im
Zaume. Und nun an die Arbeit.
Er ſetzte ſich an den Schreibtiſch um mehrere Briefe zu
beantworten. Er ſchrieb eifrig, als es an ſeiner Tür
klopfte und der Kellner eintrat.
Verzeihung, Herr Graf — ſind Herr Graf zu ſprechen?
Wünſcht mich jemand zu ſprechen?
Dieſer Herr da.
Der Kellner reichte dem Grafen eine goldgeränderte
Karte. Ernſt Norbert, Schauſpieler, ſtand auf derſelben.
Nicht einmal hier hatte man Ruhe, brummte der Graf,
und warf die Karte ärgerlich auf den Tiſch. Ich laſſe den
Herren bitten, wandte er ſich dann an den Kellner.
Nach wenigen Minuten trat Norbert ein, dieſes mal
ganz in Schwarz gekleidet, den Chapeau=claque in der
Hand.
Exzellenz werden verzeihen, wenn ich ſtöre . . .
be=
gani ernach einer tiefen Verbeugung
Der Titel gebührt mir nicht, unterbrach ihn Ellerburg
Was führt Sie zu mir?
Norbert machte keinen günſtigen Eindruck auf ihn, den
Grund hierfür wußte er freilich ſelbſt nicht anzugeben.
Aber er liebte dieſes unterwürfige Weſen, wie es Norbert
in übertriebener Weiſe zur Schau trug, durchaus nicht.
Ich komme mit einer ergebenſten Bitte Herr Graf . .
Ich möchte Sie daran erinnern, mein Herr, daß ich
hier zu meiner Erholung weile. Betrifft Ihre Bitte
etwas Geſchäftliches, ſo muß ich Sie erſuchen, ſich an die
Intendanz in Neuenburg zu wenden. Von dort werden
die geſchäftlichen Angelegenheiten während meiner
Ab=
weſenheit erledigt.
Ich würde nicht gewagt haben, den Herrn Grafen zu
beläſtigen, wenn ich nicht gehofft hätte, daß unſere
ge=
meinſame Bekanntſchaft . . .
Ich wüßte nicht, welche gemeinſame Bekanntſchaft wir
hätten, unterbrach der Graf ihn ſchroff.
Norbert lächelte ein wenig malitiös.
Herr Graf haben wohl kaum den Gruß bemerkt, ſagte
er dann, den ich heute bei Tiſch mit Fräulein Wendebort
austauſchte . . .
Der Graf, der ſich dem Schreibtiſche wieder
zuge=
wandt hatte, fuhr herum; eine leichte Röte ſtieg ihm in
die Stirn. Norbert bemerkte es und wußte, daß ſeine
Be=
rechnung richtig war. Der Graf intereſſierte ſich für
El=
friede und das ſollte ihn einen Schritt weiter bringen.
(Fortſetzung felgt.)
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Juni 1912.
Nummer 135.
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4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,60
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,40
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4 Wladichawchas
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4 Rjäſan Koslow..
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 76,50
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3 Salonique=Monaſtir . 64,40
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4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,00
4 Miſſouri=Pacific . . . . 96,00
4 Northern=Pacific . . . 100,20
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6½ Darmſtädter Bank . 121,25
12½ Deutſche Bank . . . 253,30
6 Deutſche Vereinsbank . 123,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,40
10 Diskonto=Kommandit 184½
8½ Dresdener Bank . . 152,75
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,50
6½ Mitteld. Kreditbank 119,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,80
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,60
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . 123,9
Wiener Bankverein . 133,75
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,60
Inpro,
Bf. Pfandbriefe.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,90
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
88,50
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
8½
do.
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
100,00
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23
99,95
½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,50
S. 3—5
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
8½
do.
89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917)
98,00
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Yf. 99,90
do.
8½
89,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
98,60
8½ do.
89,20
4 Frankfurt.
99,50
3½ do.
95,00
4 Gießen
98,10
9½ do.
90,50
4 Heidelberg
98,00
8½ do.
4 Karlsruhe
98,50
8½ do.
88,70
4 Magdeburg
99,00
3½ do.
4 Mainz
98,50
do.
3½
90,10
4 Mannheim
98,70
do.
88,90
4 München .
99,10
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
. . . . 100,00
3½ do.
90,00
4 Offenbach
Zu Pro,
9.
3½ Offenbach . . . . . . 90,10
4 Wiesbaden . . . . . . 100,00
3½ do.
98,50
4 Worms .
89,00
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 „ 79,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 135,10
3 Holl. Komm. . fl. 100 109,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,10
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,60
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
. fl. 7 35,00
Augsburger . .
Braunſchweiger Tlr. 20 197,00
F8. 15
Freiburger .
Fs. 45
Mailänder .
do.
Fs. 10 30,50
Meininger .
. fl. 7 35,00
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858fl. 100 449,00
Ungar. Staats . . fl. 100 374,00
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Holländiſche Noten. . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . . 80,15
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,85
Reichsbank=Diskonto . .
Reichsbank=Lombard 35f. 6
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Juni 1912.
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