Inſerafe
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Präſident Taft und Kaiſer Wilhelm haben
aus Anlaß des deutſchen Flottenbeſuches in Amerika
herzliche Telegramme gewechſelt.
Im ungariſchen Abgeordnetenhaus ließ der
Präſident 40 lärmende Abgeordnete durch die
Po=
lizei aus dem Sitzungsſaale ſchaffen.
Die Mehrheit der Klerikalen in der
belgi=
ſchen Kammer beträgt 16 Stimmen. (101 gegen 85.)
Das portugieſiſche Kabinett beſchloß
zurückzu=
treten.
Die Aufnahme des deutſchen Geſchwaders
in Amerika
läßt ſchon jetzt, bevor die Ankunft in New=York
er=
ffolgt iſt, wo die Begrüßungsfeierlichkeiten ihren
Höhe=
punkt erreichen werden, an freudigen Kundgebungen der
offiziellen Kreiſe und der Bevölkerung der zunächſt
be=
rührten Plätze nichts zu wünſchen übrig. Der
Be=
ſuch, den das deutſche Geſchwader jetzt in den
Vereinig=
ten Staaten abſtattet, iſt bekantlich eine Erwiderung der
Anweſenheit eines ſtattlichen amerikaniſchen
Geſchwa=
ders in Kiel im Juni vorigen Jahres, das Kopenhagen,
Stockholm und Kronſtadt beſucht hatte und dann zu
neuntägigem Aufenthalte nach unſerem Kriegshafen an
der Oſtſee gekommen war, wo der Kaiſer zur Kieler
Woche weilte und den Amerikanern große
Aufmerkſam=
keiten erwies. Der Geſchwaderkommandant Admiral
Badger war damals ganz begeiſtert von der
Gaſtfreund=
ſchaft, die ihm in Kiel zu Teil geworden war, und er
drückte den Wunſch aus, bald Gelegenheit zu haben, die
Gaſtfreundſchaft erwidern zu können.
Die Begrüßung des deutſchen Geſchwaders bei der
Ankunft in Norfolk durch den Präſidenten Taft iſt ein
Zeichen der beſonderen Wertſchätzung, die Deutſchland
bei den leitenden Kreiſen Amerikas genießt, und wir
haben Urſache, uns deſſen zu freuen. Immerhin dürfen
wir auch im Angeſichte der großartigſten Ovationen, die
der Deutſchen noch im Laufe der nächſten Tage harren,
nicht vergeſſen, daß der Amerikaner, ſoweit er nicht etwa
deutſcher Abſtammung iſt, uns nicht liebt. Mit Recht
war die ſog, gelbe Preſſe berüchtigt wegen ihrer
uner=
müdlichen Verſuche, Deutſchland in den Augen der Welt
bei jeder ſich nur bietenden Gelegenheit herabzuſetzen, es
zu verleumden und zu verdächtigen. Daß es auch
her=
vorragende Perſönlichkeiten jenſeits des Atlantic an
Ausfällen gegen Deutſchland nicht fehlen ließen, hat ſei=
Inerzeit Admiral Dewey bewieſen, auch der Senator
Aldrich und erſt noch im vorigen Jahre der Commander
Sims in ſeiner Rede in der Londoner Guildhall. Wir
wollen niemanden die Genugtuung über die Ehrungen,
die der deutſchen Kriegsflotte in Amerika zu Teil
wer=
den, vergällen, glauben aber doch, davor warnen zu
müſſen, die politiſche Bedeutung der
Freundſchaftskund=
gebungen, die ſich in dieſen Tagen an der atlantiſchen
Küſte Amerikas abſpielen, zu überſchätzen. Unſere
Kraft, die großartige Entwickelung, die Deutſchland
er=
fahren hat, imponiert allein den Yankees, und daß ſie
Zeugen dieſer Kraft jetzt kennen lernen, darin liegt
viel=
leicht nicht zum mindeſten die Bedeutung des deutſchen
Beſchwaderbeſuches.
Der Zwiſt in den katholiſchen
Arbeiter=
vereinen.
* In der ſchon erwähnten Erklärung des
Ge=
ſamtverbandes der chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften wird betont, daß die katholiſchen
Arbeiterver=
eine des Kartellverbandes für Weſt=, Süd= und Oſt=
Deutſch=
land, die den chriſtlichen Gewerkſchaften freundlich und
fördernd gegenüberſtehen, bereits über 300000 Mitglieder
zählen, im Gegenſatz dazu gehe der Verband der
katholi=
ſchen Arbeitervereine, mit dem Sitz in Berlin, mit ſeinen
Fachabteilungen andauernd zurück; ſeine Einnahmen
ent=
ſprächen einer Mitgliederzahl von höchſtens 100b0. Die
Fachabteilungsidee habe ſich in zehnjähriger angeſtrengter
Arbeit mit großem Aufwand an Geldmitteln nicht
durch=
ſetzen können. Um einen vollſtändigen Zuſammenbruch der
Berliner Syſteme vorzubeugen, habe deſſen Vertreter in
den letzten Tagen über den Kopf der deutſchen Biſchöfe
hin=
weg, in Rom die Beanſtandung der chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften für den katholiſchen Arbeiter zu erwirken geſucht.
Dieſem Zweck diente die ſogenannte
Huldigungs=
adreſſe an den Papſt, die auf dem Delegiertentag
des Verbandes katholiſcher Arbeitervereine, Sitz Berlin,
Pfingſten 1912, bekannt gegeben wurde. Im Anſchluß an
die Huldigungsadreſſe ſollte der Papſt nicht bloß die
Ar=
beitervereine, Sitz Berlin, belobt, ſondern ſich gleichzeitig
in einer Weiſe über die anderen Arbeiterorganiſationen
ausgeſprochen haben, die im Zuſammenhang mit der
vor=
erwähnten Adreſſe und dem geſamten Verhalten des
Ber=
liner Verbandes vor, der Oeffentlichkeit als eine
Ver=
urteilung der chriſtlichen Gewerkſchaften gedeutet wurde
und zweifellos vom Berliner Verband ſelbſt auch als ſolche
ausgenutzt werden ſollte. Noch nie ſei das Oberhaupt der
katholiſchen Kirche über Weſen und Charakter der
chriſt=
lichen Arbeiterbewegung Deutſchlands ſo getäuſcht
worden, wie in dieſer Huldigungsadreſſe. Sie ſei die
Krönung eines jahrelangen
Verleumdungsfeld=
zuges des Berliner Verbandes gegen die chriſtlichen
Ge=
werkſchaften. Dagegen erhöben die chriſtlichen
Ge=
werkſchaften den ſchärfſten Proteſt. In
Deutſch=
land ſei eine leiſtungsfähige, nicht ſozialdemokratiſche
Ge=
werkſchaftsbewegung, eine unabweisbare Notwendigkeit,
wenn der nach Millionen zählende Arbeiterſtand einen
an=
gemeſſenen Anteil an den Erfolgen der produktiven Arbeit
erhalten und die gläubige chriſtlich=national denkende
Ar=
beiterſchaft nicht der Sozialdemokratie überantwortet
wer=
den ſollte. Alſo ſei ein einheitliches gewerkſchaftliches
Zu=
ſammenarbeiten aller chriſtlich=nationalen Arbeiter
unver=
meidlich. Jede Gewerkſchaftsorganiſation, die ſich auf
anderer Grundlage aufbauen würde, müßte zur
Unfrucht=
barkeit verdammt ſein, wie das die Entwickelung der
Ber=
liner Fachabteilungen ſchlagend beweiſe.
Die Polizei im ungariſchen
Abgeordneten=
hauſe.
* Die unterbrochene Sitzung des ungariſchen
Abge=
ordnetenhauſes wurde am Dienstag nachmittag um
4 Uhr wieder eröffnet. Faſt alle Abgeordnete waren
er=
ſchienen. Es herrſchte große Erregung.
Präſident Tisza wurde bei ſeinem Erſcheinen von
der Majorität mit ſtürmiſchen Ovationen empfangen,
während die Oppoſition einen ohrenbetäubenden
Lärm erhob. Kindertrompeten und allerlei
Inſtru=
mente ertönten, ſodaß es dem Präſidenten unmöglich
war, ſich Gehör zu verſchaffen. Er blieb mit eiſiger
Ruhe ſitzen und ſah gleichmütig auf die tobenden
Abge=
ordneten hinab. So oft er die‟ Glocke berührte,
ver=
ſtärkte ſich der Lärm. Nachdem die heilloſe Unruhe
un=
gefähr eine Viertelſtunde gedauert hatte, war der
Prä=
ſident genötigt, die Sitzung aufzuheben. Nach
zehn Minuten erſchien Tisza wieder auf der
Präſiden=
ten=Eſtrade, ſeitens der Oppoſition mit Schmnährufen
und Verwünſchungen, von der Majorität mit lebhaften
Ovationen empfangen. Die Oppoſition begann den
Lärm in derſelben Weiſe von neuem, ſodaß die Sitzung
wieder unterbrochen wurde. Vor dem Parlament war
eine Abteilung Gendarmerie und eine
Abtei=
lung Huſaren aufgeſtellt.
Nachdem der Präſident vergeblich dreimal verſucht
hatte, den Vorſitz zu führen, erſchienen im Sitzungsſaal
unter Führung zweier Polizeikommiſſare ungefähr 60
Poliziſten, die mit Pfuiruſen empfangen wurden.
Einzelne Abgeordnete verſuchten durch Reden auf ſie
ein=
zuwirken, doch vergebens. Die Poliziſten wollten zuerſt
den Agrarier Grafen Michael Karolyi
hinaus=
führen, der ſie leidenſchaftlich anfuhr und ermahnte,
nicht die Hand an Abgeordnete zu legen Jedoch ließen
dieſe ſich nicht beirren und führten 21 Abgeordnete
von der Juſth= und Koſſuthpartei aus dem Saale. Die
meiſten Abgeordneten fügten ſich reſigniert in ihr
Schick=
ſal und verließen, von zwei Poliziſten am Arme geführt,
den Sitzungsſaal. Die Abgeordneten der Oppoſition
brachten Ovationen dar, auch die Mitalieder der
Journa=
liſtentribüne applaudierten, nur der Abgeordnete Juſt jr.,
ein Sohn des Parteiführers, leiſtete Widerſtand. Er
ſchlug wütend um ſich und konnte nur unter heftigem
Sträuben aus dem Saale entfernt werden. Im ganzen
wurden gegen 40 Abgeordnete aus dem Saale geſchafft.
Unter den ausgeſchloſſenen Abgeordneten befanden
ſich der Parteiführer Juſth und der ehemalige
Juſtiz=
miniſter Polonhi. Die Weggeführten riefen beim
Ver=
laſſen des Saales aus: Schmach! Schande!
Verfaſſungs=
bruch! Während der Szenen waren nur wenige
Mit=
glieder der Regierungspartei im Sitzungsſaal anweſend.
Nachdem die Ausſchließung der Abgeordneten erfolgt
war, erſchien Tisza, um den Präſidentenſitz einzunehmen.
Die Mitglieder der Oppoſitionspartei empfingen ihn
wiederum mit Tumult. Sie ballten die Fäuſte und
ſchrien: Verräter! Hinaus mit ihm! Auch Graf Apponyi
ſchrie in höchſter Erregung, doch waren ſeine Worte
voll=
kommen unverſtändlich. Die Sitzung wurde
aber=
mals aufgehoben.
Nachdem die Sitzung wieder eröffnet worden war,
verließ die geſſamte Oppoſition demonſtrativ
unter leidenſchaftlichen Ausrufen den Saal.
Präſi=
dent Tisza ſagte, das Abgeordnetenhaus iſt der
Schauplatz trauriger Szenen geweſen, welche diejenigen
kläglich charakteriſieren, die ſolche kindiſchen Streiche
ver=
übt haben. (Stürmiſcher Beifall.) Die Schöpfer, der
Hausordnung des Abgeordnetenhauſes haben den Fall
gar nicht vorgeſehen, daß ungariſche Abgeordnete ſich zu
ſolchen Ausſchreitungen hinreißen laſſen könnten. Ich
mußte die Hausordnung, die keine ſpezielle
Verfügun=
gen für den Fall ſyſtematiſcher Ruheſtörungen enthält,
ergänzen und Anordnungen treffen, die meinem
Pflicht=
gefühl und meiner Achtung für das Anſehen und den
guten Ruf des Parlaments entſpringen. Ich wäre
un=
würdig für die Stellung eines Präſidenten geweſen,
wenn ich vor der Verantwortung zurückgeſchreckt wäre,
die mir durch die pflichtgemäße Aufrechterhaltung der
Ordnung während der Sitzung auferlegt wird.
Nach=
dem das ohrenbetäubende Lärmen jede Beratung
un=
möglich gemacht hatte, war ich genötigt, die bewafſnete
Macht anzurufen und die Ruheſtörer aus dem Saale
ent=
fernen zu laſſen. (Stürmiſcher Beifall.) Weiterhin
er=
ſuchte der Präſident das Haus, gegen 36
Abgeord=
nete der Oppoſition, die mittels Lärminſtrumenten die
Beratung geſtört hatten, Maßregeln zu
ergrei=
fen und ſie an einen Ausſchuß zu überweiſen. Gegen
den Abgeordneten Grafen Michgel Karolyi ſoll
vorge=
gangen werden, weil er den Polizeimannſchaften
wäh=
rend der Amtshandlung Widerſtand entgegenſetzte. Die
Rede des Grafen Tisza wurde wiederholt durch
ſtür=
miſche Beifallskundgebungen unterbrochen.
Hierauf faßte das Haus einen Beſchluß, in dem
erklärt wird, daß in der Beſtimmung über die
Wehr=
votlage unzweifelhaft die Anſchauung des
Abgeordneten=
hauſes zum Ausdruck gebracht und in dem das Vorgehen
des Präſidenten gebilligt wird. Der Präſident hatte
während der Beratung dieſes Beſchluſſes den Vorſitz an
den Vizepräſidenten Beöthy abgetreten. Darauf ſchritt
das Abgeordnetenhaus zur Verhandlung der Vorlage
über die Erhöhung der Präſenzſtärke der Honved=
Land=
wehr, die angenommen wurde. Die Sitzung wurde
un=
ter lebhaften Ovationen für den Grafen Tisza und den
Miniſterpräſidenten Lukacs geſchloſſen.
Der Oberſtadthauptmann gibt bekannt, daß die
Po=
lizei und die übrige bewaffnete Macht, falls
Demon=
ſtranten Verwüſtungen anrichten ſollten, mit der
größten Energie eintreten wird. Die bewaffnete
Macht werde, falls ſie dem geringſten Angriff ausgeſetzt
ſein ſollte, nach dem warnenden Trompetenſignal ſofort
mit der Schußwaffe die öffentliche Ordnung wieder
her=
ſtellen. — Abg. Szuba, einer der von der Polizei aus dem
Saal geſchafften Ruheſtörer, der vor Erregung
ohnmäch=
tig geworden war, hat ſich vor der Polizei unter der
Beſchuldigung zu verantworten, daß er im Sitzungsſaal
einem Polizeioberinſpektor einen Kopfhieb verſetzt und
ihm die Mütze vom Kopf geſchlagen habe. Bei ſeiner
Vernehmung erklärte der Abgeordnete unter Berufung
auf ſeine Immunität als Abgeordneter, er verweigere
jede Ausſage, er werde aber dem Abgeordnetenhauſe
von der Verletzung ſeiner Immunität Mitteilung machen
und gegen die Polizei Strafanzeige wegen Mißbrauchs
der Amtsgewalt erſtatten.
Deutſches Reich.
— Keine Mandatsniederlegung des
Reichstagspräſidenten. Wie eine
parlamen=
tariſche Korreſpondenz mitteilt, wird der
Reichstags=
präſident Kaempf ſein angefochtenes Mandat für den
Reichstag nicht niederlegen, ſondern das Ergebnis der
Beweiserhebungen abwarten. Man rechnet allerdings
in parlamentariſchen Kreiſen mit der Möglichkeit einer
Ungültigkeitserklärung der Wahl, die Neuwahl in
Ber=
lin 1 würde aber erſt im nächſten Winter ſtattfinden.
— Handwerkerkonferenz. Die im
Reichs=
amt des Innern begonnene Handwerkerkonferenz wird
geleitet von Exz. Caſpar, Direktor im Reichsamt des
In=
nern. Vertreter haben entſandt auf Seiten der
Indu=
ſtrie der Bund der Induſtriellen, der Deutſche
Handels=
tag und der Zentralverband Deutſcher Induſtrieller, auf
Seiten des Handwerks der Deutſche Handwerks= und
Gewerbſkammertag, die Mittelſtandsvereinigung und
der Zentralausſchuß der Vereinigten Innungsverbände
Deutſchlands. Die Konferenz wird im Gegenſatz zu
ihrer Vorgängerin ſich weniger mit der Streitfrage von
Seite 3.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Nummer 131.
Fabrik und Handwerk beſchäftigen, als verſuchen, eine
praktiſche Zuſammenarbeit von Fabrik und Handwerk
auf denjenigen Gebieten zu erreichen, auf denen gemein
ſame Aufgaben vorhanden ſind. Dies gilt vor allen
Dingen von der Ausbildung des gewerblichen
Nachwuch=
ſes. Ein Zuſammengehen von Fabrik und Handwerl
bei den Prüfungen der gelernten Arbeiter iſt ſchon jetzt
notwendig und durch die Vorſchriften der
Reichsgewerbe=
ordnung geboten. Es ſteht zu hoffen, daß ein Weg
ge=
funden wird, auf dem auch die Fabrikinduſtrie ſich an
den Koſten des Lehrlings= und Prüfungsweſens im
Handwerk beteiligen kann. Es wird weiter möglich ſein,
der Induſtrie auch einen Einfluß auf das
Prüfungs=
weſen der Handwerkskammern einzuräumen.
— In der Erſten Kammer des elſaß
lothringiſchen Landtages führte bei der
Be=
ratung des Initiativgeſetzentwurfs der Zweiten Kammer
betreffend die Aufhebung der Strafbeſtimmungen über
die aufrühreriſchen Abzeichen und Rufe Graf Andlau
aus, daß die Meinungen der Mitglieder der Erſten
Kam=
mer hinſichtlich des Regierungsſtandpunktes ſehr geteilt
ſeien. Er ſei dafür, daß nach 40 Jahren, in denen ſich
unzweifelhaft die Bevölkerung ruhig und beſonnen
ge=
zeigt habe, das Geſetz aufgehoben werde. Die
Auf=
hebung ſei ſchon zur allgemeinen Beruhigung
wün=
ſchenswert. Er beantragte ſchließlich, den ganzen
Ent=
wurſ einer Spezialkommiſſion zur Prüfung zu
über=
weiſen. Nachdem ſich die Abgeordneten Blumenthal und
Ruhland im gleichen Sinne geäußert hatten, ſtimmte
die Kammer dem Antrage Andlau zu und wählte eine
zwölfgliedrige Spezialkommiſſion.
— Sozialdemokratiſche Obſtruktion
im reußiſſchen Landtage. Aus Gera (Reuß)
wird gemeldet: In der Landtagsſitzung ſetzten die
So=
zialdemokraten bei der Abſtimmung über das
Landtags=
wahlgeſetz mit einer Obſtruktion ein, ſodaß das Geſetz
nicht verabſchiedet werden konnte. Der Landtag nahm
dann einen Antrag an, daß die Regierung ſich beim
Bun=
desrat gegen die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes
aus=
ſprechen ſolle. Die Regierung ſagte Erfüllung zu.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Durch die Annahme der Wehrreform in
Ungarn werden nunmehr zum Präſenz=Waffendienſt
33000 Mann mehr als bisher ausgehoben werden. Die
beſchleunigte Erledigung der Wehrvorlagen in Oeſterreich
wird vorausſichtlich die Unterſtützung der
Parlaments=
mehrheit finden. Wenn auch die Anſchauungen über die
Art der Durchbringung der Wehrvorlage geteilt ſind, ſo
herrſcht doch in parlamentariſchen Kreiſen Oeſterreichs
Be=
friedigung darüber, daß die Vorlage Geſetz geworden iſt.
Dies drückt ſich in dem Beſtreben der Mehrheitspartei aus,
die die Erledigung der Wehrvorlage auch im öſterreichiſchen
Abgeordnetenhauſe zu beſchleunigen ſucht. Die
Sitzung des Wehrausſchuſſes wurde nicht vertagt,
ſon=
dern auf den 11. Juni anberaumt, offenbar, um eine
Klär=
ung der Situation abzuwarten.
Frankreich.
Die Wahlreform in der Kammer. Der
von den Gegnern der Verhältniswahl am letzten
Diens=
tag begründete Antrag zur Wahlreform, der bezweckt,
daß das Geſetz erſt vier Jahre nach der Veröffentlichung
in Kraft treten ſoll, wurde von der Kammer vorläufig
zurückgezogen. Mit 347 gegen 210 Stimmen wurde der
Artikel angenommen, welcher beſtimmt, daß das Geſetz
bei dem nächſten Zuſammentritt der Kammer in Kraft
treten ſoll. Der Sozialiſt Briten, ein Gegner der
Ver=
hältniswahl, forderte die Zurückziehung der Dringlich=
keit. Miniſterpräſident Poincaré erklärte ſich mit der
Zurückziehung der Dringlichkeit einverſtanden und fügte
hinzu: Diejenigen, welche die Wahlreform unterdrücken
wollen, müßten damit anfangen, uns zu ſtürzen. Der
Antrag auf Zurückziehung der Dringlichkeit wurde mit
558 gegen 5 Stimmen angenommen. Darauf wurde mit
462 gegen 84 Stimmen beſchloſſen, in die zweite Leſung
einzutreten. Zu der von dem Miniſterpräſidenten in
der Wahlreformangelegenheit geſtellten
Vertrauens=
frage wird in parlamentariſchen Kreiſen verſichert, daß
die Regierung ſich nicht mit der gewöhnlich als
aus=
reichend erachteten Kammermehrheit begnügen werde;
entſprechend der ſchon früher abgegebenen Erklärung des
Miniſterpräſidenten muß der von der Regierung
ange=
kündigte Wahlreformentwurf eine rein republikaniſche
Mehrheit erlangen, die ſich aus den den
linksrepublika=
niſchen Gruppen angehörenden 350 Deputierten
zuſam=
menſetzt, andernfalls werde Poincaré ſofort zurücktreten.
Die neue franzöſiſch=deutſche
Kongo=
grenze. Wie offiziös verlautet, wird die Regierung
demnächſt eine Kreditvorlage zur Beſtreitung der Koſten
für die Beſtimmung der neuen franzöſiſch=deutſchen
Kongogrenze einbringen. Die mit dieſer Arbeit betraute
Miſſion, die eine etwa 5000 Kilometer lange Grenze
feſt=
ſetzen ſoll, wird aus elf Offizieren, ſechs Unteroffizieren,
zwei Aerzten und zwei Funkentelegraphiſten beſtehen.
An Ort und Stelle angelangt, wird ſich die Miſſion in
zwei Gruppen teilen, von denen die eine die
Abgren=
zungsarbeiten zwiſchen dem Atlantiſchen Ozean und der
Vereinigung des Likwala= und des Meſſaka=Fluſſes mit
dem Kongo, die andere die zwiſchen dem letzteren Punkte
und dem Tſchadſee durchführen ſoll.
England.
Das Unterhaus trat nach den Pfingſtferien
wieder zuſammen. Der Liberale King fragte Sir
Ed=
ward Grey, ob er in der Lage ſei, zu ſagen, ob neuerlich
Verhandlungen ſtattgefunden haben, um den italieniſchen
Krieg beizulegen. Grey erwiderte, informatoriſche
Er=
örterungen hätten ſtattgefunden, uum eine annehmbare
Grundlage zur Beilegung ausfindig zu machen, aber
es ſei noch kein endgültiges Ergebnis
zufriedenſtellen=
der Natur erreicht worden. Im weiteren Verlaufe der
Sitzung richtete King die Frage an Sir Edward Grey,
ob er in Bezug auf den letzten Beſuch des
Kriegsmini=
ſters Haldane in Berlin irgend welche Mitteilungen
machen könne. Grey entgegnete: Es tut mir ſehr leid,
daß ich Mitteilungen, wie King ſie wünſcht, nicht machen
kann, da Haldane während ſeines Urlaubs überhaupt
nicht nach Berlin gegangen iſt. (Heiterkeit.) Allerdings
hat er gemäß ſeiner langjährigen Gewohnheit auch
ſei=
nen diesjährigen Urlaub in Deutſchland verbracht, aber
er ſtand dort weder in mündlichem noch in ſchriftlichem
Verkehr mit irgend einer politiſchen Perſon. Sein
Ur=
laub war tatſächlich ohne jeden politiſchen Anſtrich.
Belgien.
Das offizielle Ergebnis der
Kammer=
wahlen iſt jetzt fertiggeſtellt worden. Danach
wur=
den gewählt: 101 (gegen früher 85) Katholiken, 44 (45)
Liberale, 39 (34) Sozialiſten und 2 (1) Chriſtliche
Demo=
kraten.
Portugal.
Demiſſion des Miniſteriums. In der
De=
putiertenkammer wurde gegen den Miniſter des Innern
wegen ſeiner Haltung in der Volksſchulunterrichtsfrage ein
Mißtrauens=Votum eingebracht. Der Miniſterpräſident
erklärte, er könne ſich nicht dazu äußern, bevor nicht der
Miniſterrat über die Frage der Solidarität beſchloſſen habe.
Ein Antrag, der den Rücktritt aller Miniſter verlangte,
wurde mit 73 gegen 37 Stimmen abgelehnt. Das Mini=
ſterium beſchloß, zurückzutreten. Die Demiſſion wird heute
dem Präſidenten unterbreitet.
Rußland.
Das Schiffbauprogramm. Die
Landes=
verteidigungskommiſſion der Reichsduma hat die
Ge=
ſetzesvorlage betreffend die Anweiſung von 502
Milli=
onen Rubel für das Schiffbauprogramm 1912/16 (
an=
genommen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Juni.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Dienstag vormittaa 9 Uhr
30 Min. im Neuen Palais den Konſul v. Paſſavant
aus Frankfurt a. M. — Die Fürſtin=Mutter zu
Erbach=Schönberg nahm an der Frühſtückstafel im
Neuen Palais teil. — Nachmittags 5 Uhr 38 Min.
trafen Fürſt und Fürſtin zu Solms=Lich zum
Beſuch im Neuen Palais ein und reiſten abends 8 Uhr
5 Min. wieder ab.
Das Großherzogliche Hoflager iſt geſtern
nach Jagdſchloß Wolfsgarten verlegt worden. Die
Großherzogliche Familie iſt geſtern gegen Abend nach
Wolfsgarten übergeſiedelt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Bureauvorſteher bei dem Kreisamt
Schotten Karl Wingefeld zum Bureauvorſteher bei
dem Kreisamt Friedberg.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Klein aus Schaafheim, Kreis Dieburg, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Klein=Karben,
Kreis Friedberg.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se.
Königl. Hoheit der Großherzog haben
nach=
benannten Beamten die Erlaubnis zur Annahme und
zum Tragen der ihnen von Sr. Maj. dem Deutſchen
Kaiſer und König von Preußen verliehenen
Auszeich=
nungen erteilt: dem Poſtdirektor Flaſchenträger
in Bad Nauheim des Roten Adler=Ordens 4. Klaſſe,
dem Poſtinſpektor Kleinſteuber in Bad Nauheim
des Kronen=Ordens 4. Klaſſe.
* Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Königlich Preußiſchen
Diviſions=
pfarrer Paul Liedtcke von der 4. Diviſion in
Gneſen, nachdem er als Diviſionspfarrer der Großh.
Heſſ. (25.) Diviſion nach Darmſtadt verſetzt worden iſt,
auf Grund der „Feſtſetzungen zur Regelung der
evan=
geliſchen militärkirchlichen Verhältniſſe innerhalb des
Großherzogtums Heſſen‟ Dekret erteilt; ferner den von
der Dekanatsſynode des Dekanats Oppenheim für den
Reſt der laufenden Wahlperioden vollzogenen Wahlen
des evangeliſchen Pfarrers Johannes Weiß zu Selzen
zum Dekan und des evangeliſchen Pfarrers Heinrich
Klingenſchmidt zu Alsheim zum Stellvertreter des
Dekans des Dekanats Oppenheim die Beſtätigung erteilt,
ſowie den von Sr. Erl. dem Grafen zu Solms=Laubach
auf die evangeliſche Pfarrſtelle zu Wohnbach, Dekanat
Hungen, präſentierten Oberpfarrer Albert Waldeck zu
Beerfelden für dieſe Stelle beſtätigt.
— Poſtdienſtnachrichten aus der Oberpoſtdirektion
Darmſtadt. Verſetzt: Die Poſtaſſiſtenten Carle von
Flonheim nach Hannover und Pfaff von Hannover nach
Bad Nauheim; die Telegraphengehilfin Luiſe Dorn von
Wiesbaden nach Gießen. — Etatsmäßig
ange=
ſtellt: die Telegraphengehilfinnen Sophie Heß in
Darm=
ſtadt und Helene Schmucker in Offenbach (Main).
Beſtanden: die Poſtſekretärprüfung der
Oberpoſtaſſi=
ſtent Görke in Mainz; die Poſtaſſiſtentenprüfung die
Poſt=
gehilfen Anſchütz in Sprendlingen (Kr. Offenbach, Main),
Fleiſcher in Gernsheim, Ihrig, Klemmrath, Ohl in
Darm=
ſtadt, Karl Ripper in Höchſt und Rühl in Eberſtadt. —
Angenommen: als Eleve der Gymnaſialabiturient
Herbſt in Bensheim; als Poſtgehilfen der
Oberrealſchul=
abiturient Seipel, Realſchulabiturient Altmannſperger,
die Gymnaſiaſten Burk und Keil, die Realgymnaſiaſten
Jäger und Völſing, die Oberrealſchüler Bernet,
Freuden=
macher und Seip und der Volontär Storck in Darmſtadt,
der Volontär Röhrig in Gießen, die Oberrealſchüler Koch
in Laubach und Vogt in Wendelsheim und der
Realſchü=
ler Zinn in Ober=Ramſtadt; als Telegraphengehilfen:
die Oberrealſchüler Heil und Schäffner und der
Realgym=
naſiaſt Jenſch in Darmſtadt; als Telegraphengehilfinnen:
Elſe Glöckner in Alzey, Hedwig Granholm in Gießen,
Pauline Metzger in Bingen und Anna Schweickerdt in
Die geſchichtlichen Grundlagen der
Darmſtädter Sage von der unheimlichen
Gräfin.
Von Stadtpfarrer D. Dr. Diehl.
Unter den vielen wiſſenſchaftlich und praktiſch hervor
ragenden Männern, die in der Zeit der Regierung des
Landgrafen Ernſt Ludwig (1688—1739) in dem
heſſendarm=
ſtädtiſchen Staatsweſen eine führende Stellung
ein=
nahmen, war einer der tüchtigſten Wilhelm Ludwig
von Maskowsky. Er iſt am 10. Januar 1675 zu
Göp=
pingen in Württemberg als Sohn des hochfürſtlich
Würt=
tembergiſchen Rats und Leibmedikus Martin
Mas=
kowsky geboren, wirkte nach vollendeten Studien und
Studienreiſen zuerſt im württembergiſchen Staatsdienſt und
trat dann 1709 als Geheimerat in den heſſiſchen
Staats=
dienſt über. Nach 22jährigem Dienſte verſtarb er in
Darm=
ſtadt am 19. Dezember 1731 als „Ihro römiſchen
kayſer=
lichen Majeſtät würcklicher Reichshofrath, Seiner
hoch=
fürſtlichen Durchlaucht zu Heſſen=Darmſtadt hochverordneter
erſter Geheimbde Rath, Etats= und Univerſitätscantzlar,
ſo=
dann Lehen=Probſt, auch Ober=Ambtmann zu Braubach,
Embs und der Niedern=Grafſchaft Catzenelnbogen.”
Um das Sterben dieſes Mannes, dem der heſſiſche
Staat — wie bei Strieder, „Grundlage zu einer
Heſſi=
ſchen Gelehrten und Schriftſteller Geſchichte” Band 8, nach
geleſen werden kann — ganz ausgezeichnete Leiſtungen
verdankt, hat die Sage ihre Schleier geworfen. Es ſoll
ganz merkwürdig beim Tode des Geheimbden Rates
Mas=
kowsky hergegangen ſein. Wie Walther in ſeinen
„Hiſtoriſchen Kleinigkeiten” mitteilt, und wie der demnächſt
herauskommende zweite Band heſſiſcher Sagen, bearbeitet
von K. Bader (Band 12 der Heſſiſchen Volksbücher) wieder
darſtellen wird, ſpielt in Maskowsky’s Tod, wie in dem
Tod ſeines Herrn, des Landgrafen Ernſt Ludwig, die
Sage von der unheimlichen Gräfin herein.
Dieſe Sage berichtet uns folgendes.
Am 19. Dezember im Jahre 1731 hatte der Landgraf
Ernſt Ludwig in ſeinem Hauſe auf dem Markte, der
früheren Hofapotheke, welches er ſeit dem großen
Schloß=
brand zu bewohnen pflegte, eine Abendgeſellſchaft um ſich
verſammelt, wie es ſeine Gewohnheit war. Die Geſellſchaft
war heute ganz beſonders zuſammengeſetzt; ſie beſtand aus
Damen und Herren, welche mit dem Landgrafen mehr oder
weniger ſeine Neigung, ſich mit geheimnisvollen und
über=
natürlichen Dingen zu beſchäftigen, teilten. Er war ein
großer Freund ſolcher Beſchäftigungen, und gar manchem
Schwindler gelang es, aus dieſer Neigung Nutzen zu
ziehen. Beſonders war das der Fall von ſeiten ſolcher, die
ſich rühmten mit Hilfe der Alchemie Gold und Silber
machen zu können, und mit denen er in ſeinem auf dem
Schloſſe ehedem ſtehenden Laborierhauſe zu arbeiten pflegte.
Er glaubte wirklich das Geheimnis gefunden zu haben, und
im Kabinettsmuſeum ſind im Reliquienzimmer noch einige
Kreuzer zu ſehen, die aus dem angeblichen alchemiſtiſchen
Silber gemacht ſind.
An der Spitze der Schwindler, welche den Landgrafen
ausbeuteten, ſtand ein Baron in Homburg, und derſelbe war
ſtets bemüht, den greiſen Fürſten in ſeinen Täuſchungen zu
beſtärken. Darum empfahl er häufig Perſonen hierher, die
ſich mit Goldmachen und Prophezeiungen und ähnlichen
übernatürlichen Dingen abgaben und darin Erfahrungen
gemacht zu haben vorgaben.
Veranlaſſung zu der heutigen Abendgeſellſchaft hatte
eine von dem Baron hierher empfohlene angebliche Gräfin
gegeben, welche als eine in die Geheimniſſe der
übernatür=
lichen Welt äußerſt Eingeweihte galt. Während des Spiels,
womit ſich nach dem Abendeſſen die Geſellſchaft unterhielt,
drehte ſich das Geſpräch ſtets um ſolche Dinge, die mit
Uebernatürlichem zuſammenhängen und mit denen ſich die
menſchliche Phantaſie lebhafter in der Stille der Nacht
be=
ſchäftigt als am hellen lichten Tage, an dem man alle
Dinge klarer in ihrer Wirklichkeit ſieht. Die Stimmung der
Geſellſchaft war nach und nach in Folge ſolcher Geſpräche
ganz ernſt geworden, und ſie wurde geradezu feierlich, als
allen noch unerwartet das nahe Glockenſpiel die zwölf
Schläge der Mitternacht ertönen ließ. Da erhob ſich der
Kanzler von Maskowsky, der trotz ſeiner hohen geiſtigen
Bildung und ſeines aufgeklärten Denkens ein großer
Freund geheimer Wiſſenſchaften war und an den
Ge=
ſprächen des Abends den lebhafteſten Anteil genommen
hatte. Er bedauerte, von dem Landgrafen ſich eine
Be=
urlaubung erbitten zu müſſen, weil er für eine morgen
ſtattfindende Geheimerats=Sitzung noch einen Vortrag aus
zuarbeiten habe.
Als der Kanzler den Saal verließ, ſah ihm die Gräfin,
die bei einem marmorbleichen Geſichte dunkelſchwarze
Augen hatte, mit einem wehmütigen Blicke nach, und kaum
hatte er den Saal verlaſſen, ſo brach ſie in die Worte aus:
„Da geht er hin, der geſunde ſtarke Mann und hat keine
Ahnung, daß er ſchon in ſehr kurzer Zeit nicht mehr unter
den Lebenden ſein wird.‟ Dieſe Worte durchſchauerten
be=
greiflicherweiſe die ganze zurückbleibende Geſellſchaft,
ver=
anlaßten aber den Landgrafen zu der Frage, ob ſie deſſen ſo
gewiß ſei, daß er ſeinen Kanzler ſo bald verlieren werde.
„Ich bin deſſen ganz ſicher, Euer hochfürſtliche
Durch=
laucht” war die raſch erfolgende Antwort, und mit
weh=
mütigem Tone fügte dann die Gräfin hinzu: „Beklagen
Sie mich, Durchlaucht, daß mir dieſe Gabe der Vorahnung
verliehen iſt! Sie hat mich leider ſchon allzu oft
unglücklich=
gemacht!
Die Unterhaltung der Geſellſchaft hatte durch die
Be=
mühung des tiefergriffenen Landgrafen kaum wieder
be=
gonnen, da trat der dienſttuende Lackai mit verſtörtem
Ge=
ſichte in den Saal und meldete, daß der Herr Kanzler, als
er vor einigen Minuten in ſein Arbeitszimmer eingetreten
war, vom Schlage getroffen niedergeſtürzt und an eine
Wiederbelebung nicht zu denken ſei.
Beſtürzt hob der Landgraf die Abendgeſellſchaft auf,
und die bleiche Gräfin fuhr nach ihrer Wohnung in den.
„Engel”, welcher zum Logieren von Gäſten des Hofs
be=
nutzt wurde.
Soweit die Sage! Wir fragen natürlich: was
iſt an ihr geſchichtlich? Um eine Antwort auf dieſe Frage
brauchen wir nicht verlegen zu ſein. Es liegt uns nämlich
in der Schrift: „Hochverdientes Ehren=
Denck=
mahl, welches dem weyland Reichs=Frey=
Hoch=Wohlgebohrnen Herrn, Herrn
Wil=
helm Ludwig von Maskowsky.. . zu deſſen
unſterblichem Nachruhm aufgerichtet
wor=
den” (Frankfurt 1732) neben dem Abdruck der von dem
Darmſtädter Hofprediger Friedrich Wilhelm
Berchelmann bei der Beiſetzung am 22. Dezember 1731
und, zu Maskowskys Gedächtnis an deſſen Geburtstag
(10 Januar 1732) in der Darmſtädter Stadtkirche
gehalte=
nen Leichenpredigten, ſowie dem Abdruck der von dem
Oberramſtädter Pfarrer Johann Konrad
Lichten=
berg gedichteten Texte zur Trauermuſik für den
Gedächt=
nisgottesdienſt und einer großen Zahl von
Trauer=
gedichten eine Beſchreibung des Lebenslaufs
des Kanzlers vor, die einen ausführlichen Bericht über
Maskowskys Ende enthält und über die Eigenart ſeiner
Perſönlichkeit wertvolle Aufſchlüſſe gibt. In dieſem „Be=
Nummer 131.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Seite 3.
Mainz; als Poſtagent: Prokuriſt Bergmann in
Hirzen=
hain. — Freiwillig ausgeſchieden: Poſtagent
Soelle in Hirzenhain; die Telegraphengehilfinnen
Eliſa=
beth Beer in Mainz und Lina Schmidt in Butzbach.
g. Schwurgericht. Geſtern verhandelte das
Schwur=
gericht gegen drei Taglöhner aus Worms, den 33
jähri=
gen Wilhelm Illig, den 39jährigen Karl Theis und
den 28jährigen Jakob Pfeiffer wegen eines in der
Nacht zum 1. April auf der rechten Rheinſeite bei Worms
in der Gemarkung Lampertheim gemeinſam verübten
Sittlichkeitsverbrechens nach § 177 des Strafgeſetzbuches.
Nach der Verhandlung, die unter Ausſchluß der
Oeffent=
lichkeit ſtattfand, wurde Urteil dahin verkündet, daß
Illig und Theis zu je 4 Jahren, Pfeiffer
zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus verurteilt
werden. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihnen auf
die Dauer von fünf Jahren abgeſprochen.
g. Strafkammer. Wegen fortgeſetzter
Urkunden=
fälſchung, durch die die Allgemeine Ortskrankenkaſſe
Offenbach um mehr als 2000 Mark geſchädigt wurde, hatte
ſich geſtern vor der hieſigen Strafkammer der im Jahre
1860 zu Kowno in Ruſſiſch=Polen geborene Optiker
Benjamin Frohmann zu verantworten. Der
Ange=
klagte hatte nach ſeiner eigenen Schilderung im Jahre
1902 die Lieferungen für die Ortskrankenkaſſe nur dadurch
erhalten, daß er die Preiſe außerordentlich niedrig ſtellte.
Er hatte für ſich bei den Lieferungen einen
monat=
lichen Bruttogewinn von etwa 200 Mark
heraus=
gerechnet, da er annahm, er würde alleiniger Lieferant.
Die Kaſſe betraute jedoch auch nach Abſchluß des
Ver=
trages mit Frohmann noch andere Firmen mit
Liefer=
ungen, ſodaß ſich nach ſeinen Berechnungen für ihn nur
ein Bruttogewinn von etwa 800 Mark im Jahre ergab.
Um nun dem drohenden Ruine zu entgehen, gab er den
Patienten beſſere Bruchbänder und ſonſtige Apparate
und Heilmittel, die infolge ihres höheren Preiſes einen
höheren Gewinn für ihn ergaben. Damit der Kaſſe dieſe
Manipulationen nicht bemerkbar wurden, änderte er die
ärztlichen Rezepte durch Zuſätze und Raſuren in
ent=
ſprechende Heilmittel, um die höheren Preiſe zu erhalten.
So lieferte er z. B. in den meiſten Fällen teuere
Spezial=
bruchbänder nach anatomiſchen Grundſätzen, und um
der Kaſſe keinen Anlaß zu Reklamationen zu geben,
än=
derte er die Rezepte in doppelſeitige Bruchbänder um,
die nach ſeiner Angabe ungefähr denſelben Preis haben,
wie die anatomiſchen Bänder. Einen Vorteil hätte er
hierbei nicht gehabt. Bei Augengläſern änderte er die
Sehſchärfen in andere Nummern, die ihm höhere
Ein=
nahmen einbrachten. Inbezug auf Lieferung von
Bruch=
bändern und Leibbinden war ihm von der Kaſſe
zu=
gegeben worden, nach Bedarf von den ärztlichen Rezepten
abzugehen und teuerere Heilmittel zu liefern. Durch
Zufall kam die Kaſſe hinter die Rezeptfälſchungen.
Froh=
mann ſtellte ſich auch ſofort der Staatsanwaltſchaft und
gab die ihm zur Laſt gelegten Handlungen zu. Der
Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisſtrafe von acht
Monaten. Das Gericht erkannte auf ſechs Monate
Gefängnis, abzüglich drei Monaten der
Unterſuch=
ungshaft.
Zwei Offenbacher Jungen, der 16jährige
Weißbinder=
lehrling Otto U. und der 12jährige Schüler Ernſt H.
hat=
ten ſich wegen eines ſchweren Diebſtahls zu
verantwor=
ten. Sie waren Anfangs März in eine offene Halle der
Händlerin Wagner eingeſtiegen und hatten eine dort
lie=
gende Roßhaarmatratze der Roßhaare beraubt und
die=
ſelben einem Althändler verkauft. Am 21. März ſtiegen
ſie abermals ein und entwendeten einen kupfernen Keſſel.
Den Erlös, insgeſamt 5 Mk. 40 Pfg., verbrauchten ſie
zum Beſuche des Kinematographen. Das Gericht
ver=
urteilte den Angeklagten U. zu zwei Monaten
Ge=
fängnis, wobei es ſtrafſchärfend berückſichtigte, daß
ihm eine frühere Strafe bedingt erlaſſen wurde. Der 12 H. wurde zu drei Wochen Gefängnis
verurteilt.
Unter der Anklage, ein unrichtiges Wahlergebnis
her=
beigeführt und das Ergebnis wiſſentlich verfälſcht zu
haben (Vergehen nach §§ 108,2 und 47 St. G. B.) ſtanden
der 37jährige Dienſtknecht Joſeph Stephan Haas und
der 40jährige Steindruckergehilfe Peter Joſeph Sturm,
beide aus Klein=Auheim, vor der Strafkammer. Der
An=
geklagte Sturm wurde am Tage der Reichstagswahl, am
12. Januar, vom Vorſitzenden der ſozialdemokratiſchen
Organiſation erſucht, den Dienſtknecht Leonhard
Hoh=
mann zur Wahl zu veranlaſſen. Auf dem Wege zu deſſen
Arbeitsſtelle traf er den Dienſtknecht Haas. Nach Sturms
Angabe wurde er nun von Wählern darauf aufmerkſam
gemacht, daß dies Hohmann ſei. Er forderte ihn zur
Wahl auf und führte ihn im Wahllokal als Hohmann vor.
Haas gibt an, Sturm hätte ihm auf ſeinen Einwand,
daß er Haas heiße, geantwortet, das wiſſe ja keiner, er
ſolle nur auf den Namen Hohmann ſeine Stimme
ab=
geben. Er hätte ihm auch 1 Schoppen Bier und 1 Zigarre
ſpendiert. Nach dem Gutachten des Herrn Geh.
Medizi=
nalrats Pfannmüller ſei der Angeklagte Haas, deſſen
Glaubwürdigkeit und Zurechnungsfähigkeit von der
Ver=
teidigung des Sturm bezweifelt wurde, wohl dumm, doch
gehe dieſer Zuſtand nichts ins Pathologiſche über; ein
Strafausſchließungsgrund nach § 51 ſei nicht gegeben.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten Haas zu drei
Wochen und den Sturm zu drei Monaten
Ge=
fängnis wobei erſchwerend ins Gewicht gezogen
wurde, daß St. als ein mit dem Wahlrecht vertrauter
Mann, beſonders vorſichtig hätte vorgehen und ſich ganz
genau vergewiſſern hätte müſſen, ob der betreffende
Wäh=
ler auch mit dem in der Liſte ſtehenden Namen
iden=
tiſch iſt.
* Handwerkskammer. Am Freitag, den
7. Juni, findet eine Vorſtandsſitzung der
Handwerkskammer zu Darmſtadt ſtatt,
in welcher die Vorbereitung der 17. Plenarſitzung
erfolgen wird. In Ausſicht genommen iſt die
Voll=
verſammlung am 25. Juni, vormittags 11 Uhr, im
Sitzungsſaal der Stadtverordneten=Verſammlung im
Rathaus. Für die Tagesordnung ſind vorgeſehen:
1. Mitteilungen. 2. Einführung der neugewählten
Kammermitglieder. 3. Bericht über die Tätigkeit des
Vorſtandes. 4. Bericht über die Tätigkeit im
Aus=
ſchuß des deutſchen Handwerks= und
Gewerbekammer=
tags. 5. Ergänzung der Kammer nach § 5 des Statuts.
Die Punkte 6—8 behandeln die erforderlich werdenden
Neuwahlen und Ergänzungswahlen zum Vorſtand und
den Ausſchüſſen. 9. Prüfung und Abnahme der
Rech=
nung des Etatsjahres 1911. 10. Feſtſtellung des
Haus=
haltsplans für das Etatsjahr 1913. 11. Errichtung
neuer Geſellenprüfungsausſchüſſe. 12. Die
Geſellen=
prüfungen im Kammerbezirk. 13. Errichtung einer
Ein=
ziehungsgenoſſenſchaft für das Großherzogtum Heſſen.
14. Die Lehrſtellenvermittlung im Kammerbezirk. 15.
Ver=
ſchiedenes.
* Die Jahresverſammlung des „Darmſtädter
Jugendſchriftenausſchuſſes” findet am Freitag,
nach=
mittags 5 Uhr, in der Viktoriaſchule ſtatt und ſind hierzu
die Mitglieder des Geſamtausſchuſſes eingeladen.
* Der Vorſtand des Vereins für Verbreitung
von Volksbildung ladet ſeine Mitglieder und
ange=
ſchloſſenen Körperſchaften zu dem
Lichtbilder=
vortrag ein, den Herr Stadtbaurat Buxbaum am
Freitag abend im Saalbau über das Thema halten
wird: „Der neue Friedhof an der Breiten Allee‟. Der
Eintritt iſt frei.
* Fürſorgeſtelle für Lungenkranke. Nach einer in
der heutigen Nummer enthaltenen Bekanntmachung des
Oberbürgermeiſters werden die Sprechſtunden in der
Fürſorgeſtelle für Lungenkranke (Wilhelminenſtraße 34)
vom 6. Juni bis einſchließlich 4. Juli d. Js. nicht
Mittwochs, ſondern Donnerstags, von 3 bis 5 Uhr
nach=
mittags abgehalten.
* Das Feſt der Silberhochzeit begehen heute der
Bureaudiener Friedrich Freiling und Frau.
* Grundſtücksverkehr. Bei Großh. Ortsgericht
Darm=
ſtadt I wurden im Monat Mai 1912 folgende
Kauf=
verträge abgeſchloſſen: 8 über bebaute Grundſtücke
Kaufpreis 393800 Mk., 3 über unbebaute Grundſtücke,
Kaufpreis 20063 Mk., zuſammen 413863 Mk. (Mitgeteilt
vom Darmſtädter Hausbeſitzerverein, E. V.)
C. 1004 Mark Ueberſchuß. Das am vorigen
Sonn=
tag zum Beſten des Kirchenbaus in Arheilgen in der St.
Eliſabethenkirche veranſtaltete Kirchenkonzert hat den
namhaften Reingewinn von 1004 Mark ergeben.
* Luftpoſtmarke. Exemplare der Marken der vom
9. Juni ab in Kraft tretenden erſten deutſchen Luftpoſt
ſind in der Bilderauslage unſerer Expedition Rheinſtraße
Nr. 23 ausgeſtellt.
* Der neue Friedhof. Auf den am Freitag abend
im großen Saale des Städtiſchen Saalbaus
ſtattfinden=
den Lichtbildervortrag des Herrn Stadtbaurat
Buxbaum über den neuen Friedhof ſei hiermit
noch=
mals hingewieſen. Der Eintritt iſt frei.
* Der Bezirksverein Beſſungen ladet die Mitglieder
zu dem am Freitag ſtattfindenden Lichtbilder=Vortrag
des Herrn Stadtbaurat Buxbaum über den neuen
Waldfriedhof ein.
* Zeltmiſſion. Man ſchreibt uns von maßgebender
Seite, daß die ſogen. Rheiniſche Zeltmiſſion nicht, wie
durch Veröffentlichungen der Anſchein erweckt werden
könnte, kirchlichen, ſondern widerkirchlichen, ſektiereriſchen
Beſtrebungen dient.
* Der Brieftaubenklub „Gut Flug‟ Darmſtadt=
Beſſungen veranſtaltete Dienstag mit einjährigen
Tauben ſeinen erſten diesjährigen Preisflug. Der Flug
ſollte bereits am Sonntag ab Sangerhauſen — 257 km
ſtattfinden. Die Tiere konnten aber Sonntag und
Montag wegen der überall herrſchenden ſtürmiſchen,
gewitterreichen Wetterlage nicht auf die lange Reiſe
ge=
ſchickt werden und mußten in ihren Reiſekörben
ver=
bleiben. Endlich Dienstag früh kam das lang erſehnte
Telegramm des Begleiters, daß ſich das Wetter in
Sangerhauſen gebeſſert und die Tauben aufgelaſſen
würden. Trotzdem wir hier noch ſtarken Südweſt, alſo
Gegenwind, zu verzeichnen hatten, kamen die Tauben
in raſcher Reihenfolge von 10½ Uhr ab hier an, ſo daß
bis zum Nachmittag nahezu alle ausgeſetzten Preiſe
ver=
geben werden konnten. Es erhielten: H. Horſt den 1.,
Fr. Weigold den 2., L. Vollhardt den 3., Fr. Stein
den 4., W. Wittmann den 5., Ph. Haun den 6. und L.
Erbes den 7. Preis.
* Ein Novitäten=Abend wird heute im
Hotel Heß veranſtaltet, bei dem wieder einige für
Darmſtadt neue Stücke zur Vorführung gelangen. (Siehe
Anzeige.)
K. Heppenheim a. d. B., 4. Juni. In der geſtern
hier abgehaltenen Generalverſammlung des Kredit= und
Vorſchußvereins Heppenheim wurden Direktor Dorn und
Rechner Höhn abgeſetzt und an ihre Stelle Profeſſor
Rupp=Heppenheim zum Direktor und Georg Neher=
Straßburg zum Rechner gewählt. Die Urſache dieſer
Maß=
nahme beſtand in Unregelmäßigkeiten, die dem bisherigen
Rechner zur Laſt gelegt wurden, und zwar ließ er ſich gegen
den Willen des Aufſichtsrates in Wechſelgeſchäfte ein. Die
dadurch entſtandenen Verbindlichkeiten, welche die Summe
von 12000 Mark nicht überſchreiten, ſind indeſſen durch
Gegenwerte ausreichend gedeckt, ſodaß der Kredit= und
Vorſchußverein dabei keinen Schaden erleidet. Die
Gene=
ralverſammlung iſt in durchaus ruhiger Weiſe verlaufen.
Offenbach, 5. Juni. Von der Straßenbahn
erfaßt und zu Boden geſchleudert wurde geſtern der
16jährige Konrad Meßner. Meßner erhielt eine
klaf=
fende Wunde und zog ſich außerdem eine
Gehirnerſchüt=
terung zu. Die Rettungswache am Wilhelmsplatz leiſtete
die erſte Hilfe und überführte den Verunglückten ins
Krankenhaus.
R. Mainz, 4. Juni. Heute abend fand hier eine von
über 200 Perſonen beſuchte Verſammlung zur Organiſation
der Beſtrebungen „Jungdeutſchland” ſtatt. Anweſend
waren der Gouverneur von Mainz, Graf v. Schlieffen,
Provinzialdirektor von Rheinheſſen, Geheimerat Dr.
Brei=
dert, Oberbürgermeiſter Dr. Göttelmann,
Eiſenbahn=
präſident Dr. Michaelis, eine Anzahl
Landtagsabge=
ordnete, Stadtverordnete, Offiziere und zahlreiche Lehrer
und Turner. Stark vertreten war auch die Provinz
Rheinheſſen und die angrenzenden Teile von Starkenburg
und Heſſen=Naſſau. Ferner war die Mainzer Geiſtlichkeit
vertreten. Nach kurzer Begrüßung durch den
Provinzialdirek=
tor nahm General a. D. Freiherr von Heyl das Wort zu
einigen orientierenden Ausführungen. Sodann hielt
Land=
gerichtsrat Dr. Jungk=Mainz die Werbe= und
Programm=
rede. Eine Anzahl von Vertretern von Sommer= und
Winterſportvereinen, konfeſſionellen Jugendvereinen, ſowie
die ſtädtiſchen, ſtaatlichen und militäriſchen Behörden
ſag=
ten ihre Unterſtützung der Jungdeutſchland=Beſtrebungen zu.
Mainz, 5. Juni. In der geſtrigen Sitzung des
Provinzialausſchuſſes wurde eine auch für andere Städte
wichtige Entſcheidung getroffen. Ein
Mom=
bacher Hausbeſitzer, deſſen Haus in der Kleiſtſtraße im
Jahre 1897 erbaut wurde, war nach dem erſt 1903
erlaſſe=
nen Ortsſtatut wie andere Bewohner der Stadt Mainz zu
Straßenbaukoſten herangezogen worden. Der
Kreisausſchuß hatte ſeinerzeit die Hausbeſitzer zu den
Straßenbaukoſten verurteilt, wogegen Rekurs beim
Pro=
vinzialausſchuß eingelegt wurde. Hier wurde feſtgeſtellt,
griff des Heſſen=DarmſtädtiſchenGeheimden Raths und
Cantzlars von Maskowsky Lebens=Lauff” leſen wir:
„Seinen Tod und Sterbens=Tag hat er weder
ge=
wünſcht, noch gefürchtet. Wohl aber desſelben Anmarſch
und Annäherung ſchon vor geraumer Zeit gantz gelaſſen
entgegen geſehen, ſich auch dahero zu deſſen täglicher
Be=
trachtung und Erinnerung einen düſtren Todten=
Kopff mit der anredenden Umſchrift: „Ich bin auch ein
Lebendiger und eben ſo ein eitler Menſch geweſen, wie
du uſw.” einen Todten=Sarg, mit einer darauf
ge=
ſetzten beynahe ausgeloffenen Sand=Uhr, sub
inscrip-
tione (— mit der Inſchrift): „Der Reſt meines elenden
Lebens uſw.”, ſodann einen Grab=Stein mit der
In=
ſcription folgender Verſe:
Leſer! in dem Lauff des Lebens,
Sucheſt du die Ruh vergebens,
Dieſer Stein der giebet Ruh,
Nirgends iſt ſie ſonſt zu haben,
Willſt du dich mit Ruhe laben,
Schließ mit dir die Augen zu,
In ſeinem Garten mahlen laſſen, ſondern auch
an einen guten Freund, als Er ihn zur Wiederannehmung
convenabler Dienſte in ſeinem Vatterland disponieren
wollen, kürtzlich geantwortet: Daß er durch die Ihme
noch gantz kurtz gethane Gnaden=Bezeugungen bereits
ge=
nugſam conſoliert, und aus ſeines gnädigſten Fürſten und
Herrn, welcher Ihn vor 22 Jahren ſo gracieuſement
auf=
genommen, Dienſten zu gehen, aller ſonſt ſeinem
Vatter=
land tragender natürlicher Obligation (— Verpflichtung)
ohnerachtet, ohne deſſen Conſens (— Erlaubnis) zu
quit=
tieren, oder in ſeine erſtere Dienſte zurück zu tretten
nimmermehr geſinnet ſeye, da er zumal aus der
Schwäch=
lichkeit ſeiner Conſtitution und andern praeſagiis (—
Ahn=
ungen) bey ſich genugſam verſpühret, und überzeuget ſeye,
daß der liebe Gott ihn bald in ein anderes weit beſſeres
Vatterland vociren und aufnehmen werde wohin Er ihm,
als ſeinem Schöpffer und Erlöſer hertzlich gern folgen
wolte. Unter ſeinen vermengten Collectaneis (—
geſam=
melten Papieren) findet ſich von ihm um gleiche Zeit
fol=
gender Abſchieds=Gedancke:
Du liebes Darmſtadt dieſer Zeiten,
Fahr hin, ich weiß ein beſſer Land,
O kurtze Freud! o ſchöner Tand!
Dort oben hängt das güldne Pfand,
Daran Gott ſelbſt ſein Blut gewandt,
Das ich bald hoffe zu erſtreiten.
Welche von ihm offt verſpürte und an gute Freunde
ge=
äußerte Voranzeigen ſich endlich leyder! dahin
veri=
ficirt (— bewahrheitet), daß aller gebrauchter dienſamer
vieler Medicamenten und Medicorum ohngeachtet es ſich mit
der Ihm von Gott zugeſchickten beſchwerlichen Kranckheit
der Waſſerſucht zu keiner Beſſerung anlaſſen wollen,
wie=
wohl der Höchſte dem ſeelig=verſtorbenen den im Leben
öffters gethanen hertzlichen Wunſch ſo weit erfüllet, daß Er
ihn nicht mit einem plötzlichen Tod überfallen,
ſondern Ihm mehr als eine vierteljährige Friſt zu
Beſtell=
ung ſeines Hauſes übrig gelaſſen, von welchem in der faſt
ausgeloffenen Uhr ſeines Lebens annoch übrig gebliebenen
wenigen Reſt ſeiner Zeit er dermaßen wohl zu profitiren
gewußt, daß, wie er ſeit einigen Jahren ſein ihm nah
be=
vorgeſtandenes Lebens=Ende mit verſchiedenen ſehr
erbau=
lichen Sinnbildern ſich nachdrücklich vorgebildet, alſo
der=
ſelbe vornehmlich auch das ihm durch göttliche
Barmhertzig=
keit übrig gelaſſene Spatium inter vitam, negotia et
mor-
tem (— Zwiſchenzeit zwiſchen Leben, Geſchäften und Tod)
hauptſächlich zu Betrachtung des Todes und Anſchickung
zur Reiß in das ewige Vatterland höchſt erbaulich
ange=
wendet.”
Die eben mitgeteilten Stellen aus Maskowskys
Lebenslauf beweiſen daß alles, was die Sage über des
Kanzlers Ende mitteilt, ungeſchichtlich iſt. Er iſt nicht
plötz=
lich, ſondern nach längerem Leiden geſtorben. Er war in
ſeinen letzten Lebensjahren nie ein „geſunder, ſtarker”
Mann, ſondern eine durchaus kränkliche Perſönlichkeit. Es
iſt auch nicht richtig, daß er kurz vor ſeinem Ende im Schloß
war. Wie die Perſonalien weiter mitteilen, hat er vor
ſeinem Tode in mehreren Tagen ſeine Wohnung nicht
ver=
laſſen. Er hat zwar bis zu ſeinem vorletzten Lebenstage
noch an einem Gutachten gearbeitet, dann aber am letzten
Tag die Arbeit aufgeben und ſich damit begnügen müſſen,
„das höchſt erbauliche Lied: „Jeſus meine Zuverſicht” mit
in=
brünſtiger Andacht ſelbſt annoch vollkommen aus zu ſingen
und mit Beten, Singen und geiſtlichem Zuſpruch ſo lang
anzuhalten, bis er nach überhand genommenem innerlich
kaltem Brand ſeinen edlen Geiſt durch einen ſanfft. und
ſeeligen Tod dem Geiſt und Schöpffer aller Geiſter auf= und
zurückgegeben, ſo geſchehen Mittwoch als den 19ten Monats
Decembris Abends zwiſchen 8 und 9 Uhr.”
Die Sage enthält alſo keinerlei geſchichtliche Züge. Wie
iſt aber dann ihre Entſtehung zu erklären? Ich glaube, daß
ich den Schlüſſel für die Erklärung gefunden habe. Die
unheimliche Gräfin, die alles voraus weiß.
aber nur ungern ihre Kenntniſſe anderen
mitteilt iſt ein verzerrtes Bild der
Zeich=
nung, die die Perſonalien von Maskowskys
Vater entwerfen. Dieſer Mann war ein ganz
eigen=
tümlicher Herr. „Seiner darzu jederzeit verſpürten
natür=
lichen Inclination (— Neigung) nach” hatte er ſich ſchon
als junger Mann „auf mathematiſche, phyſiſche und andere
curioſe Wiſſenſchaften dergeſtalt applicirt (— gelegt), daß
Er nicht ſowohl aus geſammleten Manuſcripten und guten
Büchern als vielmehr aus denen von Ihme biß in ſein
hohes Alter continuirten (— fortgeſetzten) Obſervationibus
(—Beobachtungen) der Conſtellation, Liniamenten (—
Ge=
ſichtszüge) und anderer Marques (— Kennzeichen) derer
entweder ſehr glück= oder unglückſeelig=gewordener
Men=
ſchen in judicando (— in der Beurteilung) gar ſelten
ge=
fehlet.‟ Er war alſo im Beſitz einer Geheimwiſſenſchaft,
die ihm in die Geheimniſſe des einzelnen Menſchenlebens
einen Blick gewährte, der dem gewöhnlichen Menſchen ſonſt
verſagt iſt. Er hatte die Fähigkeit der unheimlichen
Gräfin! Aber ſeine Wiſſenſchaft verwandte er auch in
der=
ſelben Weiſe wie ſie. Denn in den Perſonalien heißt es
von Maskowskys Vater weiter: „er habe ſelbſt dieſe
ver=
meyntliche Scientien (— Wiſſenſchaft) nur pro
conjeeturali-
bus (— für Mutmaßungen) gehalten, ſei auch damit
nirgends als gegen gute Freunde heraus
gegangen” Ganz wie es die unheimliche Gräfin im
Kreiſe der Schloßfreunde tat!
Nimmt man zu dieſen merkwürdigen Sätzen über des
alten Maskowsky „große Kunſt” die mit dem ganzen
„Ehrendenkmal” vielen Darmſtädtern vor das Geſicht
kamen und — dem Geiſt der Zeiten entſprechend — mit
einem heiligen Schauer geleſen wurden, noch die andere
Tatſache, daß auch an dem Sohn Maskowsky — man denke
nur an die merkwürdige Ausſtattung ſeines Gartens!
vieles rätſelhaft und geheimnisvoll war, ſo kann man es
wohl begreifen, wie die Sage von der unheimlichen Gräfin
entſtehen konnte. Daß die Sage beim Tod des Kanzlers
nicht ſtehen blieb, ſondern auch auf den Landgrafen Ernſt
Ludwig überſprang, deſſen Todestag bis auf die Stunde
dieſe weiſe Dame ja auch voraus bekannt gegeben haben
ſoll, das iſt dem durchaus verſtändlich, der die Entwicklung
anderer Sagenſtoffe ſchon einmal ſich angeſehen hat.
Jeden=
falls haben wir hier ein äußerſt intereſſantes Beiſpiel der
Entſtehung „geſchichtlicher Sagen” vor uns.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Nummer 131.
daß die Stadt nicht nachträglich berechtigt war,
die Koſten zu erheben. Mit ſämtlichen Koſten, auch den
Rechtsanwaltskoſten des Rekurrenten, wurde die Stadt
Mainz belaſtet.
Mainz, 4. Juni. Ein ſchwerer
Einbruchsdieb=
ſtahl wurde in dem Warenhaus von Chriſt. Wald in
Mombach in einer der letzten Nächte ausgeführt. Die
Spitzbuben drangen in das Geſchäftslokal ein und
nahmen eine ganze Menge wertvoller Gegenſtände mit,
ſo eine goldene Uhr, mehrere fertige Anzüge, Hemden,
Pfeifenköpfe, Zigaretten und viele andere Dinge. Die
im Laden ſtehende Kaſſette vermochten ſie nicht zu öffnen,
weshalb ſie dieſe mit dem Inhalte fortſchleppten. Ihren
Raub verpackten die Gauner in aller Seelenruhe in
einer gegenüberliegenden Gartenwirtſchaft. Der zur
Stelle gebrachte Polizeihund verlor auf der Straße bald
die Spur, da in aller Frühe ſchon der Sprengwagen
darüber hinweggegangen war. Der Polizei gelang
in=
des doch noch die Ermittelung der Diebe. Der
Haupt=
täter wurde bereits feſtgenommen.
Mombach, 5. Juni. Die Polizei verhaftete
4 Burſchen im Alter von 17—20 Jahren, die die letzten
großen Diebſtähle im hieſigen Stadtteile
aus=
führten. Zwei von ihnen hatten mehrere hundert Meter
Bleirohr der neu angelegten Gaſtellſchen Waſſerleitung
aus der Erde herausgeholt und verkauft. Bei der
Ver=
haftung fragt der eine der beiden Diebe den Schutzmann
ganz naiv, ob nun auch ſchon die Diebe feſtgenommen
worden ſeien, die den Einbruch im Waldſchen
Waren=
haus verübt hätten. Der Schutzmann ſtellte ſich, als
wiſſe er von dem Einbruch noch gar nichts, und nun
er=
eiferte ſich der Burſche derart, daß der Schutzmann bald
den ganzen Zuſammenhang des zweiten Diebſtahls
wußte. Er ließ die beiden Mitſchuldigen der Bleidiebe
ſofort holen und hatte von ihnen auch bald das volle
Geſtändnis. Alle vier Burſchen wurden ſofort in
Unter=
ſuchungshaft abgeführt. Bei dem einen fand man die
bei Wald geſtohlene goldene Uhr in der Taſche. Die
ſämtlichen anderen geſtohlenen Gegenſtände wie Anzüge,
Hemden, Zigarren uſw. wurden in einem Gebüſch am
neuen Promenadeweg auf dem Hardenberg aufgefunden.
Mit Ausnahme des mit der Kaſſette geſtohlenen
Bar=
betrages erhielt der Beſtohlene alle Gegenſtände im Werte
von 350 Mark zurück.
Kaſtel, 5. Juni. Bei dem hier liegenden
Pionier=
bataillon Nr. 21 iſt mit dem Beginn dieſes Monats das
Infanterielehrkommando des 18.
Armee=
korps eingetroffen, um bei dieſem Pionierbataillon den
Pionierdienſt zu erlernen. Es ſind von jedem Infanterie=
Regiment dieſes Armeekorps je ein Offizier mit 6
Unter=
offizieren. Der Dienſt für dieſes Kommando hat bereits
begonnen. Am Vormittag iſt praktiſcher Dienſt auf dem
Uebungsplatz und am Nachmittag iſt Unterricht. Die
Offiziere ſind in Bürgerquartieren und die Unteroffiziere
in der Erzherzog Wilhelm=Kaſerne einquartiert.
Oppenheim, 5. Juni. Zur Anſammlung eines
Fonds für die durch die großen Verfehlungen des
Notars Juſtizrat Hubert geſchädigten Perſonen iſt
heute dem Landtagsabgeordneten Rechtsanwalt Dr.
Winkler durch die Heſſiſche Regierung ein weiterer
Staatsbeitrag von 5000 Mark ausbezahlt
worden, ſo daß nun vom Staate 8000 Mark
beige=
ſteuert worden ſind.
Oſthofen, 4. Juni. Am zweiten Pfingſtfeiertag
nachts wurde der etwa 40 Jahre alte Tünchergeſelle
Abel aus Hardt, zurzeit bei Tünchermeiſter Trundt in
Oſthofen beſchäftigt, in bewußtloſem Zuſtande auf der
Straße liegend aufgefunden. Er war an dieſem Abend
in einer Wirtſchaft in der Salzgaſſe und wurde hier
be=
trunken. Die anweſenden Gäſte ſchütteten ihm Kognak
in das Bier, was den Abel in große Aufregung brachte.
Mit den Gäſten kam er deshalb in Streit und ſchließlich
packten ihn einige Rohlinge und warfen ihn zur Türe
hinaus auf die Straße, wo er beſinnungslos liegen
blieb. Als er nach drei Tagen nicht zur Beſinnung
ge=
kommen war, brachte man Abel in das Krankenhaus nach
Worms, wo er am Sonntag, ohne die Beſinnung wieder
erlangt zu haben, geſtorben iſt. Inwieweit dritte
Perſonen an dem Tode ſchuldig ſind, wird die inzwiſchen
eingeleitete Unterſuchung aufklären.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Juni. Der Kaiſer
wird, wie jetzt feſtſteht, am 13. d. M. in Hannover
eintref=
ſen und am 14., morgens halb 7 Uhr, auf der
Fahrenwal=
der Heide ſein Königs=Ulanen=Regiment beſichtigen, dann
das Frühſtück im Kaſino der Ulanenkaſerne einnehmen
und Hannover nachmittags halb 2 Uhr wieder verlaſſen.
Der Kaiſer weicht diesmal von ſeinem üblichen
Reiſepro=
gramm ab, das ihn ſonſt von Hannover im Auto durch die
Lüneburger Heide führte, und kehrt direkt nach Berlin
zu=
rück. — Es gilt für ſicher, daß der Diebſtahl in dem
Spandauer Artilleriedepot nur von einem
Mitglied des jetzigen Perſonals verübt ſein kann, da die
geſtohlenen Zeichnungen erſt vor 10 Tagen in Spandau
eingetroffen waren und davon nur das zur Zeit dort
be=
ſchäftigte Perſonal Kenntnis hatte. — Einen
ſchreck=
lichen Tod fand heute die 5jährige Tochter eines
Ar=
beiters Schmidt aus der Elbeſtraße. Spielende Kinder
hatten Reiſig zuſammengetragen und dieſes angezündet.
Die kleine Schmidt kam den Flammen zu nahe und ihre
Kleider fingen Feuer. Das Kind erlitt ſo ſchreckliche
Brandwunden, daß es bald darauf ſtarb. — Ein
ſchwar=
zer Räuber iſt in der Elſaſſer Straße feſtgenommen
worden. Der 28 Jahre alte aus Weſtafrika ſtammende
Neger Richard Dougan verlangte von einem Händler an
der Ecke der Hamburger und Elſaſſer Straße Ware, die
dieſer ihm jedoch nicht geben wollte. Darüber erboſt, fiel
der Schwarze über den Mann her und ſchlug ihn zu
Bo=
den, entriß ihm die Ware und verſuchte damit zu
ent=
kommen. Vorübergehende hatten aber den Vorfall
be=
obachtet und ſetzten dem Neger nach. Sie ergriffen ihn
auch bald und übergaben ihn einem Schutzmann. Dieſer
brachte den ſchwarzen Räuber zunächſt nach der
Revier=
wache und von dort ſpäter nach dem Polizeipräſidium.
Hier ſtellte ſich der Verhaftete, als ob er kein Wort Deutſch
verſtehe.
Reutlingen, 5. Juni. Drei hieſige junge Leute machten
mit einer Cafékellnerin eine Vergnügungsfahrt
Zit einem Automobil eines Fabrikanten aus
Metzingen, das der Chauffeur unbefugterweiſe fortnahm.
Auf der Rückfahrt hierher geriet das Automobil bei
Pful=
lingen in den Straßengraben und überſchlug ſich. Der
Chauffeur iſt tot, die Kellnerin lebensgefährlich verletzt.
Die drei jungen Leute kamen mit leichteren Verletzungen
davon.
Dresden, 4. Juni. Vor etwa zwei Wochen
ver=
ſchwanden, wie ſchon kurz gemeldet, zwei junge
Damen aus Dresden, von denen die eine Tochter eines
reichen Automobilbeſitzers und die andere Tochter eines
Mannes in hervorragender geſellſchaftlicher Poſition iſt.
Die Mädchen, die im 15. und 17. Lebensjahre ſtehen,
waren mit ihren Eltern ins Theater gegangen, hatten
ſich aber während der Vorſtellung entfernt. Ran
ver=
mutete zuerſt, daß ſie durch ſchlechte Geſellſchaft nach
Berlin verſchleppt worden waren. Jetzt ſtellt ſich
her=
aus, daß ſie von Mädchenhändlern entführt
wor=
den ſind. Zurückgelaſſene Briefe deuten darauf hin, daß
die Mädchenhändler die beiden jungen Mädchen durch
hypnotiſche Mittel beeinflußt haben. Ein Schreiben war
an den Bräutigam des einen Mädchens eingelaufen und
enthielt die Mitteilung, ſie, ſeine Braut, liebe ihn zwar,
doch habe ſie ihn unter einem „unwiderſtehlichen Zwange‟
verlaſſen. Dieſer Brief bot der Polizei die erſte
Hand=
habe. Der Poſtſtempel wies als Aufgabeort Abazzia
aus. Daraus ſchloß die Polizei, daß die jungen Damen
in Fiume ſich nach Amerika eingeſchifft hätten. Die
Fiumer Polizei ſtellte feſt, daß die Verſchwundenen mit
dem Dampfer „Pannonia” in Geſellſchaft eines
ver=
dächtigen Herrn Fiume verlaſſen hatten. Daraufhin
wurde das deutſche Konſulat in Gibraltar erſucht, die
jungen Mädchen in Gibraltar feſtzuhalten, wohin die
Eltern aus Dresden kommen würden. Das Konſulat
hat dieſem Wunſche auch entſprochen und die beiden
jun=
gen Mädchen in Obhut genommen. Die Namen der
bei=
den Mädchen ſind noch nicht bekannt, von der Polizei
wurden nur die Anfangsbuchſtaben angegeben. — Die
Geſchichte klingt geradezu unglaublich!
Nordhauſen, 4. Juni. Der Sägemühlenbeſitzer Nierat
aus Elbingerode, der unter dem Verdachte verhaftet
wor=
den iſt, den Forſtlehrling Klie erſchoſſen zu haben,
egte ein volles Geſtändnis ab. Er geſtand ein, den
Lehrling, der ſich am 23. Mai abends bei Elbingerode auf
den Rehbockſtand begeben hatte und dabei auf drei
Wil=
derer geſtoßen ſei, durch zwei Schüſſe niedergeſtreckt zu
haben. Seine Gefährten bei der Mordtat, zwei Arbeiter,
wurden gleichfalls verhaftet.
Prag, 4. Juni. Wie die Bohemia meldet, ſind in der
Ortſchaft Haj bei Troppau mehr als 700 Perſonen,
faſt alle Bewohner, nach dem Genuß von Fleiſch einer
kranken Kuh erkrankt. Vier Perſonen ſind bereits
geſtorben.
London, 5. Juni. Als im Militärlager zu Alderſhot
ein Pferd in die Schwemme geritten wurde, ſtürzte
das Pferd mit einem Huſaren vom 19. Regiment. Ein
Kamerad ſchwamm ihm zu Hilfe. Beide erhielten von dem
wildgewordenen Pferd Hufſchläge und gingen unter.
Ein Sergeant ging ebenfalls unter; ein Leutnant, der nach
en Geſunkenen untertauchte, bemühte ſich ohne Erfolg.
Als er auftauchte, war er bewußtlos und erholte ſich erſt
nach Anwendung künſtlicher Atmung.
Konſtantinopel, 4. Juni. Zu dem Brande in
Stambul, der ſchlimmer geweſen iſt, als anfänglich
berichtet wurde, werden folgende Einzelheiten gemeldet:
Nach der erſten Unterſuchung brach das Feuer in einem
ſeubau aus, der für den Abteilungschef des
Unterrichts=
miniſteriums errichtet wird. Hier gerieten Hobelſpäne
in Brand. Die widerſprechenden Ausſagen der
feſtge=
nommenen Arbeiter laſſen Brandſtiftung als Urſache
vermuten. Waſſermangel begünſtigte die Ausbreitung
es Feuers. Das Juſtizminiſterium und das
Verwalt=
ungsgebäude des Vilajets Konſtantinopel ſchwebten in
großer Gefahr. Bei den Rettungsarbeiten waren die
meiſten Miniſter zugegen. Die meiſten eingeäſcherten
Häuſer gehören den ärmeren Volksklaſſen und ſind
un=
verſichert. Der Brand dauerte 12 Stunden. Sechs
Moſcheen, fünf mohammedaniſche Schulen, drei
Bade=
anſtalten, das Gebäude der theologiſchen Hochſchule und
die Moſchee des Sultans Achmed ſind abgebrannt. Das
Hauptgebäude der tierärztlichen Schule wurde gerettet,
nur das chemiſche und bakteriologiſche Laboratorium
und einige Nebengebäude ſind abgebrannt. Der
Schie=
nenweg der Orientbahn iſt bis zur Station Konkapu
durch Trümmer geſperrt. Die Obdachloſen verbrachten
die Nacht bei Freunden, unter Zelten oder unter freiem
Himmel. Von den Behörden wurden die erſten
Hilfs=
mittel verteilt. Die Polizei verhaftete zahlreiche Diebe,
die gerettete Gegenſtände zu ſtehlen verſuchten. Die
Ver=
luſte der Verſicherungsgeſellſchaften betragen, ſoweit
bis=
her ermittelt worden iſt, 3½ Millionen Francs, von
denen eine halbe Million auf die Aſſicurazioni Generali
in Trieſt entfällt. Die Zahl der zerſtörten Häuſer wird
auf 2300 geſchätzt, die der Obdachloſen auf 15000. Die
Offiziere und Mannſchaften des deutſchen
Stations=
ſchiffes „Loreley” beteiligten ſich tatkräftig an den
Löſch=
arbeiten.
New=York, 5. Juni. Dem neuen amerikaniſchen
Dreadnought „Arcanſas” der bei der Probefahrt
auf ein unterſeeiſches Riff ſtieß, wurden 45 Fuß ſeines
Bodens aufgeriſſen. Nur der doppelte Boden
ver=
hinderte den ſofortigen Untergang des Schiffes.
New=York, 5. Juni. Im Speiſeſaal der Effektenbörſe
ſtreikten geſtern mittag vierzig Kellner, während 125
Mitglieder beim Speiſen waren. Einige jüngere
Börſen=
agenten ſervierten hierauf für ihre Millionärkollegen. Am
letzten Weihnachtsfeſt erhielten die Kellner von den
Bör=
ſenmitgliedern zehntauſend Dollars Weihnachtsgeſchenk.
Quebeck, 5. Juni. Die Herzogin von
Con=
naught, geborene Prinzeſſin Luiſe von Preußen,
Toch=
ter des verſtorbenen Prinzen Friedrich Karl von Preußen,
iſt ernſtlich an Blinddarmentzündung erkrankt und
wurde ins Hoſpital von Montreal gebracht.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 5. Juni. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer hielt heute
vor=
mittag gemeinſam mit der Regierung, für die die Herren
Staatsminiſter Ewald, Finanzminiſter Braun,
Mi=
niſter des Innern von Hombergk zu Vach, die
Geheimeräte Dr. Becker, Süffert u. a. erſchienen
waren, eine abermalige Beratung über die
Regierungs=
vorlagen, betr. die Beſoldungsreform, ab, in der
eine Anzahl neuer Vorſchläge zur Aufbringung der
Deckungsmittel uſw. zur Erörterung kamen. In den=
Verhandlungen, die bis nachmittags 2 Uhr andauerten,
wurde jedoch eine endgültige Verſtändigung noch nicht
erzielt. Die gemeinſamen Beratungen zwiſchen Ausſchuß
und Regierung ſollen deshalb in einer am nächſten
Freitag vormittag ſtattfindenden neuen Sitzung des
Finanzausſchuſſes fortgeſetzt werden.
Stadtverordneten=Verſammlung.
5. Sitzung.
St. Darmſtadt, 5. Juni.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet um 4 Uhr
die Sitzung und macht vor Eintritt in die Tagesordnung
folgende
Mitteilungen:
Der Landesverband der Hausbeſitzer=
Vereine im Großherzogtum Heſſen beantragt, das
Waſſergeld für die Folge nicht mehr von den
Hausbe=
ſitzern, ſondern von den einzelnen Mietern zu erheben.
Die Eingabe geht an die Bürgermeiſterei.
Der Vorſitzende weiſt an Hand ihm zur Verfügung
geſtellten Materials nach, daß die dem Städtiſchen
Be=
amtenverein und dem Städtiſchen
Arbeiterver=
ein bewilligten Beiträge ſatzungsgemäß zu
Unterſtütz=
ungszwecken Verwendung finden.
Die Bewohner der Niederſtraße bitten, von
der Verlegung des Beſſunger Faſelſtalls in die Hofreite
Niederſtraße 13 abzuſehen.
Die Arbeitnehmerbeiſitzer des Gewerbegerichts
bitten, daß ihnen die Zeitſchrift Das Gewerbe= und
Kauf=
mannsgericht auf Koſten der Stadt geliefert wixd.
Der Fechtverein Waiſenſchutz lädt zu
ſei=
ner Landesverſammlung am Sonntag, den 23. d. Mts.,
ein.
Zu dem Vortrag des Stadtbaurats Buxbaum über
Friedhöfe uſw. werden die Stadtverordneten
ein=
geladen.
Stadtv. Stemmer erſucht wiederholt, die erſten
Elektriſchen von der Landskronſtraße ſo zeitig
ab=
zulaſſen, daß ſie zu den Frühzügen am Bahnhof ſind. —
Beig. Ekert ſagt zu, daß die Angelegenheit nochmals
geprüft werden ſoll, und wenn das Material des Stadtv.
Stemmer richtig ſei, werde man der Sache wohl
näher=
treten. Die ſtattgehabten Zählungen haben allerdings
ſehr geringe Benutzung der Frühzüge bezw. Elektriſchen
ergeben.
Stadtv. Hüfner erſucht, auf dem Bahnhofsplatze
bezw. am Griesheimer Weg einige ſtilvolle Häuschen für=
Verkaufszwecke oder Erfriſchungen uſw. zu errichten,
da=
mit die derzeitigen unſchönen Verkaufsbuden fliegender
Händler verſchwinden. — Der Vorſitzende teilt mit
daß dieſe Frage längſt erörtert wird. Man wird zunächſt
probeweiſe das derzeitige Oktroihäuschen an der
Kunſthalle dort aufſtellen. — Stadtv. Nodnagel hält
Feuilleton.
— Die Gedächtnisuhr der Pariſerin. Den eleganten
Schönen von Paris, die ſich in der Fülle ihrer
Rendez=
vous und Verabredungen nicht mehr auskennen, iſt die
ſtets erfinderiſche Induſtrie zu Hilfe gekommen und hat
ihnen eine Art von Gedächtnisuhr geſchenkt, die ſie mit
minutiöſer Genauigkeit an ihre Stelldicheins erinnert.
Dieſe Uhr gleicht völlig einer der gewöhnlichen kleinen
Taſchenuhren, wie ſie die Damen tragen, ſie hat aber,
ähnlich wie die großen Wecker, ein Repetierwerk, das
man mit Hilfe eines kleinen Hebels auf eine beliebige
Stunde und Minute einſtellen kann. Hat z. B. die
Be=
ſitzerin der Uhr eine beſtimmte Verabredung getroffen,
ſo braucht ſie, falls ſie ſich ſpäter der verabredeten Stunde
nicht mehr genau entſinnt, nur den Hebel zu berühren,
worauf ihr die Uhr mit einigen leichten Glockenſchlägen
die gewünſchte Stunde angibt. Eine andere Abart der
Uhr weckt die Trägerin zu der Stunde und Minute, auf
die ſie die Uhr eingeſtellt hat, und ſie ſchlägt ſo laut, daß
der Mahnruf überall, auch im Straßenlärm, vernehmlich
wird. Für die ganz Vergeßlichen aber gibt es noch eine
dritte Variation: dieſe Uhr läßt, wenn ſie auf eine
be=
ſtimmte Stunde eingeſtellt iſt, alle 15 Minuten ihren
Warnruf erſchallen und erinnert ſo die Trägerin
uner=
müdlich an die Verabredung, bis der Hebel ausgeſchaltet
wird. Die Pariſerinnen, die eine ſolche Uhr nötig haben,
ſind natürlich von ihr entzückt.
C.K. Die Stadt des Verbrechens. Der Chef der
Rew=Yorker Geheimpolizei, William Flynn, erfreut ſeine
Mitbürger jetzt mit der Feſtſtellung, daß New=York die
größte Verbrecherſtadt der Welt iſt. In keiner Stadt
gibt es ſo große und mächtige Verbrecherorganiſationen,
die Pariſer Apachen können ſich mit den New=Yorker
Geheimbünden nicht meſſen, und London iſt im Vergleich
mit der amerikaniſchen Metropole faſt eine Stadt
ſchnee=
weißer Unſchuld. Nach den Angaben Flynns ſind die
Pariſer Apachen nur jugendliche Abenteurer im
Ver=
gleich mit ſolchen Koryphäen des Verbrechens, wie ſie
etwa in New=York die Bande Lupomurellos darſtellt;
jahraus, jahrein reihen ſich hier Erpreſſungen und
Mord=
taten aneinander, es gibt eine regelrechte amerikaniſche
„Mafia”, die nach den genauen Informationen Flynns
bereits mehr als 60 Mordtaten verübt hat, ohne zur
Ver=
antwortung gezogen werden zu können. „
Durchſchnitt=
lich wird in jeder Woche ein Menſch ermordet, und es
gibt keine Schurkerei, die nicht zur Ausführung käme.
Meiſt findet man die Opfer dieſer Bande in Fäſſern oder
Kanälen, aber ſie beſitzen auch einen eigenen Kirchhof.”
Das Schlimmſte aber iſt nach der Ausſage des Chefs der
New=Yorker Geheimpolizei die erwieſene Tatſache, daß
dieſe Erpreſſerbande Beziehungen zu den politiſchen
Par=
teien und großen Einfluß hat. „Es iſt daher unmöglich,
ſie wirklich wirkſam zu bekämpfen.” Hinter der
Verbre=
cherbande befinden ſich Perſönlichkeiten, die den politiſchen
„bosses‟ New=Yorks nahe ſtehen und daher
Verhaftun=
gen vereiteln. Die Enthüllungen Flynns machen großes
Aufſehen, eine Reviſion des Geheimpolizeiweſens wird
verlangt; zwei Italiener als Reviſoren ſind
vorgeſchla=
gen. Aber Flynn erklärt, dadurch würden nur ſeine
Ge=
währsmänner, die zu Lupomurellos Bande gehören, ver=
raten und dem Tode übergeben, wodurch die Ohnmacht
der Polizei noch ſteigen würde.
* Rooſevelts Wahlkoſten. Die New=Yorker World
veröffentlicht intereſſante Angaben über die Koſten der
Wahlkampagne Rooſevelts. So braucht das
Zentral=
komitee in Waſhington täglich 20000 Mark. Jeder
Dele=
gierte koſtet 12000 Mark, und wenn Rooſevelt die 540
Delegierten, die zu ſeiner Wahl notwendig ſind, erreichen
will, ſo werden ſich die ganzen Koſten ſeiner Wahl auf
wenigſtens 7 Millionen belaufen. Alle Koſten werden
natürlich von der Partei bezahlt, von der Briefmarke, die
für die Flugſchriften verwendet wird, bis zum
Spezial=
zug, und vom geringſten Bureaudiener bis zum
Direk=
tor des Zentralkomitees. Für Porti ſind bisher nicht
weniger als 300000 Mark ausgegeben worden. Jeder
Redner, der zugunſten Rooſevelts Kandidatur ſpricht,
erhält 400 Mark.
* Ein verſchwundener See. In der engliſchen
Graf=
ſchaft Cheſter iſt ein See von mindeſtens 5 Millionen
Liter Inhalt geheimnisvoll verſchwunden. Er begann
am Morgen des 22. Mai zu ſinken und das Waſſer war
vereits am Abend um mehr als 6 Meter gefallen. Die
Vermutung geht dahin, daß das Waſſer einen
unterirdi=
ſchen Ausgang in alten Salzbergwerken gefunden hat,
und es wird für wahrſcheinlich gehalten, daß man es
nach einiger Zeit als Salzſole aus einem der alten
Schächte wird herauspumpen können. Vor fünf Jahren
iſt bereits etwas ähnliches geſchehen, der See hatte ſich
aber damals allmählich wieder gefüllt, nachdem der
unter=
irdiſche Auslaß ſich wahrſcheinlich verſtopft hatte.
Nummer 131.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Jnni 1912.
Seite 5.
die Buden nicht für gar zu unſchön; ſie beleben ſogar die
etwas akademiſche Anlage.
Stadtv. Schäfer regt an, in einer gemeinſamen
Exkurſion einmal die ganz hervorragenden ſozialen
An=
lagen (Speiſe=, Erholungs= und Wohnkolonie) der
Werk=
ſtättenarbeiter und Beamten am neuen Bahnhof zu
be=
ſichtigen. — Stadtv. Hüfner meint, man ſollte die
ganze Anlage, die in erſter Linie techniſch hochbedeutend
iſt, einmal beſichtigen. Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſ=
ſing teilt dazu mit, daß das bereits angeregt ſei, daß
aber Herr Regierungsrat Mettegang gewünſcht habe, die
Beſichtigung ſo weit hinauszuſchieben, bis die Kolonie
einigermaßen fertig ſei.
Stadtv. Lehr bittet, das fertiggeſtellte
Obſtver=
kaufshäuschen am Erbacher Weg zu beſichtigen. Darauf
wird in die Tagesordnung eingetreten.
Baudispensgeſuche.
Der Darmſtädter Golfklub beabſichtigt, auf
dem Gelände am Kirchenweg ein Klubhaus zu errichten
und bittet um Geſtattung einer Ausnahme von der
Be=
ſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts. Das Geſuch wird
von dem Hochbau=Ausſchuß gegen Ausſtellung des
übli=
chen Reverſes zur Genehmigung empfohlen. Nach dem
Bericht des Stadtv. Wittmann ſtimmt die
Verſamm=
lung zu.
In der letzten Sitzung der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung iſt die Entſcheidung über ein Geſuch der
Firma Gebrüder Neu um Befreiung von den
Be=
ſtimmungen in § 32 Abſ. 1 und 6 und in § 33 der
Bau=
polizei=Ordnung wegen Erbauung einer Glashalle auf
dem Grundſtück Ludwigsplatz 9 zurückgeſtellt und eine
Ortsbeſichtigung durch den Hochbau=Ausſchuß beſchloſſen
worden. Die Beſichtigung hat ſtattgefunden. Der
Hoch=
bau=Ausſchuß empfiehlt, dem Geſuchſteller zu geſtatten,
ſeine offene Halle ohne Abſchluß gegen den Hofraum
zu errichten. Dem wird zugeſtimmt. Referent: Stadtv.
Markwort.
Die Firma Wolf Strauß bittet um Befreiung
von der Beſtimmung in § 30 des Ortsbauſtatuts für
Errichtung eines 3½ſtöckigen Hintergebäudes auf dem
Grundſtück Ballonplatz 3. Der Hochbau=Ausſchuß hat ſich
gegen die Genehmigung des Geſuchs ausgeſprochen.
Referent Stadtv. Schäfer empfiehlt der
Verſamm=
lung, ſich dem Antrag des Hochbau=Ausſchuſſes
anzu=
ſchließen. Man beſchließt demgemäß.
Direktor Karl Müller bittet um Befreiung von der
Beſtimmung in § 2 des Nachtrags zum Ortsbauſtatut
für die Gartenſtadt Dieburger Straße=Hohler Weg für
Errichtung eines Wohnhauſes an der Dieburger Straße.
Das Geſuch wird von dem Hochbau=Ausſchuß zur
Ge=
nehmigung empfohlen unter der Bedingung, daß der
Geſuchſteller wegen Abtretung des Straßengeländes einen
bezüglichen Revers eingeht. Nach dem Referat des
Stadtv. Sames ſtimmt die Verſammlung zu.
Die Erweiterung des Städtiſchen
Krankenhauſes.
Mit der Errichtung des Operationsgebäudes und der
Poliklinik hat die im Jahre 1903 beſchloſſene
Erweiter=
ung des Städtiſchen Krankenhauſes einen vorläufigen
Abſchluß gefunden. Schon während der Bauarbeiten hat
ſich aber gezeigt, daß eine weitere Ausdehnung der
An=
ſtalt, insbeſondere eine Vergrößerung der Bettenzahl,
un=
erläßlich iſt, wenn die Anſtalt mit der Entwickelung der
Stadt gleichen Schritt halten und den an ſie
herantreten=
den vermehrten Anforderungen genügen ſoll. Der
Er=
werb der Häuſer Bismarckſtraße 38 und 40, ſowie
Fuchs=
ſtraße 19 hat nun die Möglichkeit gegeben, das
Geſamt=
grundſtück des Krankenhauſes ſo abzurunden, daß den
geſteigerten Bedürfniſſen noch für eine lange Reihe von
Jahren genügt werden kann. Wenn die erforderlichen
Neubauten auf dem nun in ſtädtiſchem Beſitze
befind=
lichen Gelände ſpäter errichtet werden, dann kann die
Zahl der Krankenbetten, die zurzeit 500
be=
trägt, um nahezu 150 vergrößert werden. Iſt
ſo die nächſte Zukunft des Krankenhauſes ſichergeſtellt, ſo
hat ſich weiterhin bei dem Betriebe der vergrößerten
An=
ſtalt ergeben, daß noch verſchiedene Herſtellungen und
Veränderungen vorzunehmen ſind, die zum Teil
dring=
licher Natur ſind, zum Teil dazu dienen ſollen, das
er=
worbene Gelände mit den angekauften Gebäuden für die
Zwecke der Anſtalt nutzbar zu machen und verſchiedenen,
zum Teil ſehr notwendigen Bedürfniſſen abzuhelfen.
Es kommen hierbei in Betracht:
1. Der Umbau des Haupteingangs an der
Grafen=
ſtraße, die Schaffung eines Veſtibüls, eines Raumes für
eine Auskunftsſchweſter, weitere Bureauräume, die
Ver=
einigung aller Nebenräume in dem Erdgeſchoß, ſowie die
Einrichtung von 7 Wohnungen für unverheiratete Aerzte
unter Zuziehung des derzeitigen Direktorwohnhauſes.
2. Die Unterbringung der Apotheke, der
anatomiſch=
pathologiſchen und bakteriologiſchen Abteilungen und
eines unverheirateten Apothekers, ſowie eines
verhei=
rateten Apothekers in den früher Heinzerlingſchen und
Albertſchen Gebäuden an der Grafenſtraße und Anſchluß
dieſer Gebäude an das vorhandene Fernheizungsſyſtem.
3. Die Herrichtung des früher Himmlerſchen Hauſes
Bismarckſtraße 38 als Direktorwohnung.
4. Desgleichen des früher Rahnſchen Hauſes
Bis=
marckſtraße Nr. 40, und zwar des Erdgeſchoſſes als
Wohn=
ung für den Oberverwalter, des 1. Obergeſchoſſes als
Wohnungen für 10 Schweſtern, des 2. Obergeſchoſſes als
Wohnung für einen verheirateten Hilfsarzt oder als
Mietwohnung, ſolange ein verheirateter Hilfsarzt nicht
angeſtellt iſt.
5. Herrichtung des früher Rahnſchen Hauſes
Fuchs=
ſtraße 19, und zwar des Erdgeſchoſſes und der beiden
Obergeſchoſſe als Wohnungen für zuſammen 29
Schwe=
ſtern, des Dachgeſchoſſes als Wohnung für einen
verhei=
rateten Wärter und eines Raumes für eine weitere
Schweſter.
6. Einführung der lokalen Zentralheizung in die
Dunter 3—5 erwähnten Gebäude Bismarckſtraße 38 und 40
und Fuchsſtraße 19.
7. Erweiterung des Keſſelhauſes und Aufſtellung
zweier Dampfkeſſel anſtelle der beiden alten, abgängigen
Dampfkeſſel.
8. Erweiterung der Telephon= und Uhrenanlage.
9. Niederlegung der an der Grafenſtraße und auf
dem neuerworbenen Gelände liegenden, teilweiſe
bau=
fälligen Gebäude.
10. Terrainregulierungen, gärtneriſche Anlagen,
Ein=
friedigungen, Kanäle, Hof= und Gartenbeleuchtung.
Die Koſten der durch die vorliegenden Pläne
ver=
anſchaulichten Herſtellungen wurden auf zuſammen
251630 Mark veranſchlagt. Für den jetzt mit
vorge=
ſchlagenen Ausbau der Glashalle waren von der
Stadt=
verordneten=Verſammlung am 25. Juni 1908
vorbehält=
lich beſonderer Vorlage bereits 2000 Mark bewilligt,
ſo=
daß neu zu bewilligen wären 251630 Mark — 2000
— 249630 Mark oder rund 250000 Mark, und zwar
in zwei gleichen Raten für 1912 und 1913, da es zweck=
mäßig iſt, die Arbeiten auf dieſe zwei Jahre zu
ver=
teilen.
Zunächſt wären die Herſtellungen in und an den
Häu=
ſern Bismarckſtraße 38 und 40 vorzunehmen, damit der
Krankenhausdirektor, der Oberverwalter und die
Schwe=
ſtern dorthin überziehen können und deren derzeitige
Wohnungen für die geplanten Aenderungen frei werden.
Eine ſtädtiſche Anſtalt von der Art, Größe und
Be=
deutung unſeres Krankenhauſes bedarf nicht nur einer
fortlaufenden weitgehenden Unterhaltung, ſondern auch
fortgeſetzter Ergänzungen, die in erſter Linie durch die
Vergrößerung der Stadt erforderlich werden. Die
Not=
wendigkeit zur Ergänzung und Erweiterung der
Kran=
kenhäuſer tritt bei allen derartigen Anſtalten und in allen
Städten in gleicher Weiſe ein.
Ueberzeugt von der Notwendigkeit und der
Nützlich=
keit der vorgeſchlagenen baulichen Veränderungen und
Einrichtungen beantragt der
Oberbürger=
meiſter, verehrliche Stadtverordneten=Verſammlung
wolle die Genehmigung erteilen zur:
1. Vornahme der unter Ord.=Nr. 1—10 erwähnten
Herſtellungen uſw. in den Jahren 1912 und 1913 nach
Maßgabe der Pläne und Koſtenvoranſchläge und
Er=
öffnung der Bauarbeiten mit Herſtellung der Häuſer
Bis=
marckſtraße 38 und 40.
2. Aufwendung der zu dieſen Herſtellungen
erforder=
lichen Mittel von rund 250000 Mark je zur Hälfte in den
Jahren 1912 und 1913.
3. Verwendung des derzeitigen Direktorwohnhauſes,
der früher Albertſchen und Heinzerlingſchen Häuſer an
der Grafenſtraße und der früher Himmlerſchen und
Rahn=
ſchen Häuſer an der Bismarck= und Fuchsſtraße zu den
oben beſchriebenen Zwecken.
Stadtv. Saeng iſt aus prinzipiellen Gründen gegen
die Vorlage, weil er es für einen Fehler hielt, die Anlage
fortgeſetzt zu vergrößern, anſtatt ein neues Krankenhaus
außerhalb der Stadt zu bauen. — Stadtv. Gretzſche l
teilt dieſen Standpunkt und ſchlägt vor, zunächſt ſich an
Ort und Stelle davon zu überzeugen, wie weit die Anlage
am derzeitigen Platz noch ausdehnungsfähig iſt. — Stadtv.
Schäfer iſt gegen dieſen Vorſchlag, da er überflüſſig und
nutzlos iſt. Nachdem man durch ſo große Aufwendungen
ine nach Urteil maßgebender Perſönlichkeiten
muſtergül=
tige Anlage geſchaffen hat, kann man ſie nicht ohne
wei=
teres aufgeben und eine neue ſchaffen. — Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing legt kurz nochmals die Entwickelung des
Projektes dar und weiſt darauf hin, daß es ſich heute nur
um die Ausführung einer längſt beſchloſſenen Entſcheidung
handelt.
Nach weiterer kurzer Debatte wird der Antrag der
Bürgermeiſterei genehmigt.
Vom Schlachthof.
Die zurzeit beſtehende Beſtimmung über die
Beför=
derung von Fleiſch ſoll einer Ergänzung und
Ver=
ſchärfung unterzogen werden, um die Gefahr einer
Ver=
unreinigung von Fleiſch auf dem Transport zu beſeitigen.
Das Polizeiamt hat im Einvernehmen mit den in Betracht
kommenden Stellen eine neue Faſſung für die bezügliche
Beſtimmung der Schlacht= und Fleiſchverkaufsordnung in
Vorſchlag gebracht. Die Schlachthof=Deputation iſt mit der
Aenderung einverſtanden. Nach dem Referat des
Stadtv. Kolb ſtimmt die Verſammlung zu.
Städtiſche Zuſchüſſe.
Die Kommandantur veranſtaltet demnächſt im
Städti=
ſchen Saalbau ein Maſſenkonzert der hieſigen
Militärmuſik=
kapellen, deſſen Reinertrag dem Invalidendank zu
Wohl=
tätigkeitszwecken zugeführt werden ſoll. Der
Finanzaus=
ſchuß befürwortet, zu dieſer Veranſtaltung wie in früheren
Jahren einen Koſtenzuſchuß von 100 Mark zu bewilligen.
Nach dem Bericht des Stadtv. Bormet wird zugeſtimmt.
Weiter wird beantragt und nach längerer Debatte
be=
ſchloſſen, dem Verband für Jugendfürſorge in
Darmſtadt einen ſtädtiſchen Beitrag von 200 Mark jährlich
zu bewilligen. Auch hierüber referierte SStadtv. Bormet.
Auf Wunſch des Stadtv. Friedrich gibt Bürgermeiſter
Mueller Aufſchluß über die Tätigkeit des Verbandes.
Als Vertreter der Stadtverordneten=Verſammlung wird
auf Vorſchlag des Stadtv. Lehr Herr Bormet in den
Ausſchuß gewählt.
Der Täubcheshöhlenweg
ſoll auf der Strecke zwiſchen Frankfurter Straße und
Sens=
felder Weg nach Süden zu verlegt werden. Die Koſten der
Anlegung uſw. des Erſatzwegs werden von den Anliegern
getragen. Tiefbau= und Landwirtſchafts=Deputation und
der Finanzausſchuß ſind mit der Verlegung einverſtanden.
Nach dem Referat des Stadtv. Wagner ſtimmt auch die
Verſammlung zu.
Anlage von Abwaſſergruben.
Die Handelsgärtner Gebrüder Weber haben nach
dem Bericht des Stadtv. Sames um Genehmigung zur
Anlage von Abwaſſergruben für ihre Neubauten in der
verlängerten Darmſtraße nachgeſucht. Die Tiefbau=
Depu=
tation hat ſich für Ablehnung des Geſuchs ausgeſprochen.
Auf Vorſchlag des Beig. Ekert wird jedoch
beſon=
derer Umſtände halber das Geſuch genehmigt.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Kongreſſe und Verbandstage.
* König, 4. Juni. Am 1. und 2. Juni tagte hier
der 7. Bezirkstag des Bezirks Darmſtadt
Gabelsberger Stenographen, der, wie
voraus=
zuſehen, ſich zu einer Parade Gabelsberger Stenographen
am hieſigen Orte geſtaltete. Samstag, den 1. Juni trafen
die Vertreter der verſchiedenen Bezirksvereine ein, um im
Gaſthaus „Zum Roß” zu allen Bezirksangelegenheiten
Stellung zu nehmen. Aus dem Jahresbericht war zu
er=
ſehen, daß im letzten Jahre beſonders tüchtig gearbeitet
worden iſt, zahlreiche neue Vereine ſind gegründet und
neue Anfängerkurſe mit Erfolg beendet worden. Der
Be=
zirksvorſtand wurde neu gewählt; zur Uebernahme des
nächſtjährigen Bezirkstages erklärte ſich der Verein
Eber=
ſtadt bereit. Am Sonntag vormittag folgte dann in den
beiden Schulen ein von über 250 Perſonen beſuchtes
Preiswettſchreiben, welch hohe Zahl der Bezirk
bis jetzt noch nicht aufzubringen in der Lage war. Den
Wettſchreibern winkten ſchöne und wertvolle Ehrenpreiſe,
darunter der von Sr. Durchlaucht dem Fürſten zu Erbach=
Schönberg geſtiftete ſilberne Becher mit Inſchrift, welcher
Fräulein Eva Burger=Darmſtadt für die höchſte Leiſtung
von 260 Silben pro Minute zuerkannt wurde. Mittags
½12 Uhr hielt danr Herr Handelsſchullehrer W. Müller=
Mainz einen öffentlichen Vortrag über: „Die Grundlagen
der Gabelsbergerſchen Stenographie”, welcher mit großen
Beifallskundgebungen aufgenomen wurde; auch der Fürſt
zu Erbach=Schönberg wohnte dem Vortrag bei. Um ½1
Uhr fanden ſich dann die Feſtteilnehmer im Hotel Büchner
zum gemeinſchaftlichen Mittageſſen zuſammen, wobei
zahl=
reiche Trinkſprüche gewechſelt wurden. Nachdem noch eine
Sitzung der Schülervereine ſtattgefunden hatte, wurden um
3 Uhr die Schritte nach dem nahen Café „Waldesruhe” ge
lenkt, woſelbſt die Feſtkapelle konzertierte und jedermann
einige genußreiche Stunden beſchieden waren. Um 6 Uhr
kehrte man wieder ins Vereinslokal zurück, in dem dann
die Preisverteilung vorgenommen werden konnte und
ver=
lebte dort noch einige gemütliche Stunden bei Tanz,
ſo=
daß der diesjährige Bezirkstag hinſichtlich ſeines
glänzen=
den Verlaufs jedem Teilnehmer noch lange in Erinnerung
bleiben wird. Das Feſt hat ſeine Wirkung nicht verfehlt,
indem ſich ſchon verſchiedene Herren dem hieſigen
Steno=
graphenverein angeſchloſſen haben; darum hoch
Gabels=
berger und ſein Werk.
Hauptverſammlung des Vaterländiſchen
Fraluenvereins.
Berlin, 4. Juni. In Anweſenheit der deutſchen
Kronprinzeſſin, als Vertreterin der Kaiſerin, ſetzte
heute der Vaterländiſche Frauenverein die
Verhandlungen ſeiner 46. Mitgliederverſammlung fort.
Nach Eröffnung der Sitzung teilte der Vorſitzende
Staats=
miniſter a. D. v. Möller folgendes Telegramm der
Kaiſerin mit: „Ihnen und der Verſammlung des
Vater=
ländiſchen Frauenvereins danke ich von Herzen für das
freundliche Huldigungstelegramm. Es gereicht mir zum
großen Kummer, meiner Geſundheit wegen in Ihrer Mitte
nicht erſcheinen zu können. Ich hoffe aber Gelegenheit zu
haben, daß ich dies im nächſten Jahre nachholen kann.
Meine Schwiegertochter, die Frau Kronprinzeſſin, hat es
freundlichſt übernommen, mich zu vertreten und wird
meine Grüße überbringen und mir Bericht erſtatten.
Möge Gott ſeinen Segen über Ihrer Arbeit ruhen laſſen.”
Sodann wurde in die Tagesordnung eingetreten.
Zunächſt erſtattete Frau Präſident Gramſch (Poſen)
einen Vortrag über die Einrichtung von
Wander=
haushaltungsſchulen. Sie führte aus, daß,
nach=
dem in Poſen eine Wanderhaushaltungsſchule für die
weibliche ſchulentlaſſene Jugend mit gutem Erfolge
ein=
gerichtet worden war, die Ausdehnung dieſer Arbeit des
Vaterländiſchen Frauenvereins für die ganze Provinz
Poſen in Angriff genommen wurde mit dem Erfolg, daß
alle Kurſe gut beſucht wurden. Es wird der Grundſatz
be=
folgt, daß nur das Verarbeiten von Naturalien, wie ſie
in einem bürgerlichen und Arbeiterhaushalt üblich ſind,
gelehrt wird. Daneben werden die Schülerinnen im
Waſchen, Stopfen und Flicken unterrichtet. Es wird ſehr
ſtreng auf Ordnung geſehen. Die Kurſe dauern 8 Wochen.
Das Aufſichtsrecht über die Kurſe ſteht der Schulbehörde
zu. In zuvorkommender Weiſe hat der
Provinzialver=
band und die Landwirtſchaftskammer ſowohl die erſte
Ein=
richtung der Küchen beſorgt, als auch zur Beſoldung der
Lehrerinnen beigetragen. Die Vortragende erntete für
ihre intereſſanten Ausführungen reichen Beifall. Darauf
hielt Geheimer Medizinalrat Profeſſor Dr. Witzel
(Düſſeldorf) einen Vortrag über die
Kriegs= undDienſtpflicht der Frauen.
Der Vortragende hat in der deutſchen Frauenwelt eine
Bewegung eingeleitet, die die Kriegs= und Dienſtpflicht
der Frau zu einer allgemeinen Pflicht machen will. Hinter
dem Heer der Kämpfer ſoll ein Heer von Helferinnen ſtehen,
die in den Lazaretten für die Verwundeten ſorgen, die aber
auch für die Beköſtigung und Bekleidung der Mannſchaften
dienſtbar gemacht werden ſollen. Ein jedes deutſches
Mäd=
chen, das geſund iſt, ſoll zu dieſem Dienſt herangezogen
werden und die Ausübung dieſes Dienſtes während eines
Krieges als Ehrenpflicht betrachten. Das Gelernte wird
aber auch von dauerndem Wert für Familie und Haus ſein,
wenn es auch zur Ausübung im Kriegsfalle nicht kommt.
Der Vaterländiſche Frauenverein müſſe den
heranwachſen=
den Mädchen Gelegenheit geben, freiwillig die Erlernung
dieſer Dienſtleiſtungen zu betätigen und die jungen
Mäd=
chen auf den Ernſt des Krieges vorbereiten. Den Schluß
der Tagung bildeten die Vorſtandswahlen. Der
Vorſitzende ſchloß darauf mit Dankesworten die
Verſamm=
lung.
Hauptverſammlung der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft.
— Hamburg 4. Juni. Die heutige
Vorſtands=
ſitzung der Dleutſchen
Kolonialgeſell=
ſchaft wurde vom Herzog Johann Albrecht
von Mecklenburg mit einer Begrüßung der
Teil=
nehmer und der Ehrengäſte eröffnet. Er legte ſodann
den Jahresbericht vor, in deſſen Mittelpunkt die
Behandlung der Marokkoaffäre durch die Regierung und
die Kolonialgeſellſchaft ſteht. Dig Deutſche
Kolonial=
geſellſchaft hat in der Frage Eingaben an den
Reichs=
kanzler und den Reichstag gerichtet, in denen ſie ihren
Standpunkt vertritt. Andere Eingaben bezogen ſich auf
den Wunſch, daß der deutſch=franzöſiſchen
Grenzkom=
miſſion geographiſch und geologiſch geſchulte Mitarbeiter
zur Seite geſtellt werden, ſowie auf den Weiterbau der
Bahnen in Kamerun. DieUleberſiedelung deutſcher Frauen
und Mädchen nach den Kolonien iſt im Steigen
begrif=
fen. Mit Unterſtützung des Kolonialen Frauenbundes
konnte 288 Frauen und Mädchen freie Ueberfahrt von
Hamburg nach Swakopmund bewilligt werden. Die
Zahl der Abteilungen der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft
betrug nach wie vor 418. Neue Abteilungen bildeten ſich
in Kitzingen, Bad Oeynhauſen, Zabrze, Aue i. E., Orbis
und Schwelm. Eingegangen ſind die Abteilungen
Nörd=
lingen, Bruchſal, Chicago und Straubing. Die 15
größ=
ten Abteilungen ſind: Berlin=Charlottenburg, Hamburg,
Leipzig, Dresden, Bremen, München, Breslau,
Frank=
furt a. M., Köln, Halle, Braunſchweig, Danzig,
Wies=
baden und Eſſen. Der Etat für das kommende
Geſchäfts=
jahr wurde auf 365000 Mark bemeſſen. Für verſchiedene
Organiſationen und Inſtitute, die Beziehungen zu den
Kolonien haben, ſollen Unterſtützungen ausgeworfen
werden.
Bei der Wahl zum Vorſtand der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft wurde zum Präſident Herzog
Johann Albrecht und zum geſchäftsführenden
Vize=
präſidenten Botſchafter a. D. v. Holleben gewählt. Beide
Herren nahmen die Wahl dankend an. Zum
ſtellver=
tretenden Präſidenten wurde äußer den Gewählten
General z. D. Freiherr Gayl, der ſich augenblicklich mit
dem Staatsſekretär Dr. Solf auf einer Reiſe in
Südweſt=
afrika befindet, gewählt.
Bei der heutigen Hauptverhandlung war der
große Saal im Vorleſungszimmer dicht gefüllt. Herzog
Johann Albrecht eröffnete die Sitzung mit dem
Hin=
weis, daß Hamburg ſchon vor längerer Zeit als das Herz
der kolonialen Beſtrebungen bezeichnet worden ſei. Die
einſtige Kolonialmüdigkeit ſei überall verſchwunden, dazu
trug auch die Kolonialgeſellſchaft das ihrige bei. Das
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Nummer 131.
Jahr 1911 ſei für unſere Kolonialfrage von beſonderer
Bedeutung durch den Abſchluß des Marokkovertrages. Die
Kolonialgeſellſchaft, die ihr Votum dagegen abgeben mußte,
habe ſich nach dem Vertragsſchluß nicht an nutzloſer,
nega=
tiver Kritik beteiligt, ſondern der Regierung poſitive
Vor=
ſchläge für die nächſten Maßnahmen unterbreitet. Der
Herzog drückte ſein Bedauern darüber aus, daß im
Zu=
ſammenhang mit dem Marokkovertrag Staatsſekretär von
Lindequiſt zurückgetreten ſei und betonte das Vertrauen,
das dem neuen Staatsſekretär Dr. Solf entgegengebracht
werde. Mit herzlichen Worten begrüßte der Herzog die
Hauptverſammlung, die Präſidenten des Senats und der
Bürgerſchaft, den Prinzen Konrad von Bayern und die
übrigen Vertreter. Oberregierungsrat Dr. Heinke begrüßte
die Verſammlung im Namen des Staatsſekretärs Dr.
Solf. Als Vertreter der Abteilung Windhuk überbrachte
Thomas=Hagen (Weſtfalen) beſondere Grüße aus
Südweſt=
afrika, wo es kräftig vorwärts gehe. Hierauf wurde die
Beratung des Geſchäftsberichts 1911
begon=
nen. Dr. Arning=Hannover betonte die
Notwendig=
keit, daß innerhalb des neuen Gebiets Talweg am Kongo,
Ubangi und die noch ſtrittigen Inſeln unbedingt dem
Deutſchen Reiche geſichert werden müßten. Nach kurzer
Diskuſſion wurde eine Eingabe an die Reichsregierung
im Sinn der Ausführungen Arnings beſchloſſen.
Luftfahrt.
* Der Nord=Weſt=Flug verſchoben. Nach
Mitteilung der Sportleitung des Nord=Weſt=Fluges wurde
der Flug auf Grund des vorgeſtern nachmittag gefaßten
Be=
ſchluſſes der ſportlichen Oberleitung im Einverſtändnis mit
den beteiligten Fliegern und Vereinen abgebrochen und
auf unbeſtimmte Zeit verſchoben.
Die Reſultate des Gordon=Bennett=
Stichfliegens für Freiballons, die am Sonntag von
Breslau aus begann, liegen jetzt ſämtlich vor. Die
Lan=
dungen erfolgten alle hart an der Oſtſee in der Nähe von
Stolpe, wobei diejenigen Ballone, die am weiteſten öſtlich
kandeten, einen geringen Vorteil herausholten. Als
Sie=
ger kommen zunächſt Ballon „Osnabrück” und Ballon
„Münſter” in Frage, die von Oberlt. Hopfe reſp. von Herrn
Eimermacher geführt worden waren. Die Ballon=
Weit=
fahrt des Bitterfelder Vereins für Luftſchiffahrt, die am
Sonntag von Bitterfeld aus begann, nahm einen glatten
Verlauf. Die meiſten Teilnehmer, denen eine Maximalzeit
von 24 Stunden freigeſtellt war, landeten gegen Morgen
in Pommern. In Klaſſe 2a dürfte Ballon „Hilde” (
Füh=
rer E. Guthmann, Kgl. Sächſiſcher Verein für Luftſchiffahrt)
mit 440 Kilometer Diſtanz die beſte Leiſtung erzielt haben.
Ihm zunächſt kommt Ballon „Fiedler” (Führer Dr. Henoch,
Berliner Verein für Luftſchiffahrt) mit 400 Kilometer, es
folgt dann Ballon Halle mit 380 Kilometer. In Klaſſe 2b
kann Ballon „Kolmar II” vom Kolmarer Verein für
Luftſchiffahrt bei einer Flugleiſtung von 480 Kilometer als
Sieger gelten vor Ballon „Bitterfeld I” mit zirka 420
Kilometer.
* Bremerhaven, 5. Juni. Das Luftſchiff
3. 3” paſſierte heute morgen in der Richtung auf
Wil=
helmshaven die drei Hafenſtädte Geeſtemünde,
Bremer=
haven und Lehe. Ueber Wilhelmshaven traf das
Luft=
ſchiff um 7 Uhr ein und führte mehrere Schleifen aus,
worauf es nach Bremerhaven zurückkehrte. Es
manö=
vrierte und kämpfte anſcheinend mit ſtarkem Winde. In
Bremerhaven wurde das Luftſchiff um 8,10 Uhr zum
zweiten Male geſichtet. Es ſetzte ſeine Fahrt nach
Ham=
durg fort.
Sport.
* Radrennen. Für die auf Sonntag, den 9. Juni,
verſchobenen großen Radrennen des Velozipedklubs iſt
an Stelle des nach Dresden abgereiſten Fahrers
Roſen=
löcher der rheiniſche Meiſter Willy Pongs=Krefeld
verpflichtet worden. Man ſieht dem Start dieſes Fahrers
hier mit Spannung entgegen, da Pongs über ein
gro=
ßes Können verfügt, das er erſt kürzlich wieder in
Mainz, als er Roſenlöcher ſchlug, bewieſen hat. Die
übrigen Fahrer Wißmann=Dortmund und Thiele=Erfurt
werden in dem Krefelder einen ernſthaften Gegner
fin=
den. Jedenfalls verſprechen die Kämpfe in den Dauer=
Rennen ſehr heiß und ſpannend zu werden, umſomehr,
als ſämtliche Konkurrenten über erſtklaſſiges
Schritt=
machermaterial verfügen. Die Liſte der für die Flieger=
Rennen verpflichteten Berufsfahrer hat durch einige
Nachmeldungen eine Erweiterung erfat
Literariſches.
— Auguſt Supper: Die Hexe von
Stein=
bronn. („Volksbücher” Heft 32.) Verlag der
Deut=
ſchen Dichter=Gedächtnis=Stiftung in Hamburg=
Groß=
borſtel. Mit einem farbigen Vollbild und Illuſtrationen
von Bruno Groſſe. 27 Seiten. Preis geh. 10 Pfg., geb.
40 Pfg. Dies neue Heft der rühmlichſt bekannten „
Volks=
bücher” der Deutſchen Dichter=Gedächtnis=Stiftung iſt
wieder ein glücklicher Griff und wird vorausſichtlich
vielen einen Genuß für Geiſt und Gemüt bedeuten.
— Viktor Hugo, Oeuvres, vollſtändig in 50
Bänden zu je 1 Mark. (Thomas Nelſon und Sons,
Leipzig, Königſtraße 35/37.) Band 9. 10. Le Rhin,
2 Bände je 1 Mark. Band 11. 12. 13. La Légende des
Siecles, 3 Bände je 1 Mark. Band 14. Marie Tudor,
La Esmeralda, Angelo, in 1 Band, 1 Mark. Band 15.
Les Feuilles d’Automne, Les Chants de Crépuscule in
1 Bd., 1 Mk. Die Nelſonſche Ausgabe der ſämtlichen Werke
Viktor Hugos, von welcher wir ſchon wiederholt berichten
konnten, ſchreitet rüſtig voran. Heute können wir ſieben
neue Bände anzeigen, welche ſoeben eingegangen ſind.
Die ſchöne Ausſtattung der in Ganzleinen gebundenen
Bändchen und der billige Preis (1 Mark) werben dem
ſchönen Unternehmen immer neue Freunde und
Subſkri=
benten.
Der deutſche Flottenbeſuch in Amerika.
* Waſhington, 4. Juni. Präſident Taft ſandte
an Kaiſer Wilhelm folgendes Telegramm: „Ich
möchte der großen Freude Ausdruck geben, die mir der
Empfang der Offiziere und Mannſchaften des deutſchen
Geſchwaders in unſerem Hafen, ſowie der Beſuch Ihres
herrlichen Schlachtſchiffes „Moltke” bereitet hat. Ich hoffe,
daß dieſe ſo vortrefflichen Vertreter Ihrer tüchtigen
Ma=
rine bei dieſer Gelegenheit annähernd die gleichen
ange=
nehmen und herzlichen Erinnerungen mit ſich nach Hauſe
nehmen, welche die Offiziere unſerer Schiffe während
ihres Aufenthaltes in Ihren gaſtlichen Gewäſſern
geſam=
melt haben.”
Darauf antwortete Kaiſer Wilhelm: „Ich danke
Ihnen für Ihr liebenswürdiges Telegramm und für den
herzlichen Empfang, welchen Ihre amerikaniſche Flotte und
das amerikaniſche Volk den Offizieren und Mannſchaften
meiner Kreuzer bereitet hat. Ich hoffe, daß dieſer Beſuch
meiner Schiffe an Ihren gaſtlichen Küſten weiter dazu
beitragen wird, die guten und freundſchaftlichen
Beziehun=
gen, die zwiſchen unſeren Ländern beſtehen, zu kräftigen.”
* Norfolk, 5. Juni. Konteradmiral Rebeur=
Pa ſchwitz und die Offiziere des deutſchen
Beſuchs=
geſchwaders reiſten heute nach Waſhington ab, wo ſie
drei Tage Gäſte des Marinedepartements ſind. Ein
Teil der amerikaniſchen Offiziere begleitet ſie. Die
Bun=
deshauptſtadt bereitete eine Reihe glänzender
geſellſchaft=
licher Veranſtaltungen zu Ehren der deutſchen Gäſte.
Der Tumult im ungariſchen
Abgeordneten=
hauſe.
* Peſt, 5. Juni. Die Zugänge zum Parlament ſind
von Gendarmerie=Abteilungen und Poliziſten beſetzt.
Als Präſident Graf Tisza im Sitzungsſaal erſchien,
brachen neuerdings Sturmſzenen aus Er wurde
mit einer Flut von Beſchimpfungen und
Verwünſchun=
gen empfangen. „Rufen Sie die Polizei herbei!” wurde
ihm entgegengerufen, dabei herrſchte ein entſetzlicher
Lärm. Zum Toben, Stampfen und Ziſchen wurden
die verſchiedenſten Lärminſtrumente angewendet. Graf
Tisza ließ ſich mit eiſerner Ruhe nieder, machte einige
Aufzeichnungen und ſuspendierte unter großem Lärm
die Sitzung. Die Abgeordneten ſowohl der
Regierungs=
partei als auch der Oppoſition blieben auch während
der Pauſe im Sitzungsſaal, wobei ſich ein
leidenſchaft=
licher Wortwechſel entſpann. Gegen Schluß der Pauſe
entfernten ſich die Abgeordneten der Regierungspartei
aus dem Saal. Poliziſten betraten den Saal und
entfernten 30 oppoſitionelle
Abgeord=
nete aus dem Hauſe. Der Quäſtor verlas die
Liſte jener Abgeordneten, deren Ausweiſung der
Prä=
ſident wegen ſyſtematiſcher Ruheſtörung angeordnet
hatte. Die Poliziſten forderten die Abgeordneten auf,
ſich zu entfernen, die nach langem Sträuben und
lebhaf=
ten Auseinanderſetzungen bis an die Eingangspforte
des Abgeordnetenhauſes geleitet wurden.
Nachdem die Ausſchließung vollzogen war, erſchien
Graf Tisza neuerdings auf der Präſidenten=Eſtrade,
abermals mit ungeheurem Lärm empfangen. Sämtliche
Oppoſitionelle verließen hierauf den
Saal. Zwei Oppoſitionelle, die beim Hinausgehen
ei=
nen Höllenlärm verurſachten, wurden wegen renitenten
Benehmens an den Ausſchuß verwieſen. Graf Tisza
verlas hierauf das Urteil des Immunitätsausſchuſſes,
wodurch der Abgeordnete Julius Juſth wegen der geſtern
verübten Widerſätzlichkeit gegen den Präſidenten und
we=
gen Störung der Beratung im Rückfalle zur
Aus=
ſchließung von 15 Sitzungen verurteilt wird. Die
Abgeordneten Bikady, Polonyi, Eitner und Levaszy
wurden von 10 Sitzungen ausgeſchloſſen, die übrigen 31
Abgeordneten ſind zur Abbitte verurteilt
wor=
den. Hierauf ging das Haus zur Beratung der
Militär=
ſtrafprozeßordnung über.
Die Wahlkrawalle in Belgien.
* Brüſſel, 4. Juni. Die Lage wird immer
kritiſcher. Auch im Becken von Mons ſtreiken etwa
2000 Arbeiter wegen der Ergebniſſe der Wahlen. In
Seraing erfuhr der Ausſtand am Nachmittag eine
wei=
tere Ausdehnung. Für heute abend ſind überall die
ſtrengſten Maßnahmen getroffen. In Brüſſel
zertrüm=
merten heute abend Teilnehmer an einer
regierungsfeind=
lichen Kundgebung einen Straßenbahnwagen und die
Fenſter einer Kirche in der Hauptſtraße Rue Nieuve. In
Lüttich ſprach der Sozialiſtenführer Vanderfelde und
forderte die Arbeiter zur Ruhe auf. Er erklärte, er werde
ſich beim Bürgermeiſter dafür verwenden, daß die
Trup=
pen zurückgezogen würden. In Verviers iſt einer der
geſtern von den Schüſſen der Gendarmerie verletzten
Ar=
beiter im Spital geſtorben.
H. B. Brüſſel 5. Juni. Die Ausſtands=
Bewegung hat ſich nunmehr auch auf das Lütticher
Becken ausgedehnt. Tauſend Arbeiter feiern ſeit geſtern.
Geſtern nachmittag ſind die Bergarbeiter nicht
eingefah=
ren. Auch die Arbeiter zahlreicher Maſchinenfabriken
ſind in den Ausſtand getreten. In Seraing hatten ſich
geſtern nachmittag die Streikenden zuſammengerottet
und verſuchten, gegen Lüttich vorzudringen.
Als die Kunde in Lüttich eintraf, wurden ſämtliche
Gen=
darmen beauftragt, den Ausſtändigen den Weg
abzu=
ſchneiden und unter allen Umſtänden zu verhindern, daß
ſie die Stadt betreten. Lüttich gleicht ſeit geſtern einer
Stadt im Belagerungszuſtand.
Die Streikbewegung in England.
* London, 4. Juni. Die Arbeitgeber der
Londoner Hafenbetriebe nahmen in ihrer
heu=
tigen Sitzung eine Reſolution an, in der der Plan der
Re=
gierung, betreffend die Bildung eines
Arbeitgeber=
verbandes, unter den gegenwärtigen Umſtänden als
unzweckmäßig erklärt wird. Ferner wird darin betont, daß
die Arbeitgeber bereit ſeien, allen etwaigen Vorſchlägen der
Regierung näherzutreten, eine Annahme ſolcher Vorſchläge
aber nur erfolgen könne, wenn die Arbeit im ganzen
Lon=
doner Hafenverkehr wieder aufgenommen worden ſei.
* London, 4. Juni. Der nationale
Trans=
portarbeiterverband hat heute abend beſchloſſen,
den Nationalſtreik zu erklären, falls nicht das gemeinſame
Schiedsamt errichtet werde.
* London, 5. Juni. Zahlreiche weitere
Arbeits=
willige haben im Londoner Hafen die Arbeit wieder
aufgenommen, doch ſind noch alle Leichtermänner im
Ausſtand und ohne ſie kann die normale Arbeit im Hafen
nicht beginnen. In den Docks zu Tilbury kam es geſtern
zu Unruhen. Die Streikenden, die über die
Wiederauf=
nahme der Arbeit in dieſen Docks erregt waren, verſuchten
geſtern früh, den Eingang zu den Docks zu ſtürmen,
wo=
bei einige Schutzleute verwundet wurden. Die ſchwache
Polizeiwache in dieſen Docks, die bereits außerhalb der
Grafſchaft London liegen, iſt erheblich verſtärkt worden.
K. B. London, 5. Juni. Der Kampf der
Transportarbeiter dauert im Prinzip noch an,
aber die Zahl der Arbeitswilligen vermehrt ſich täglich.
Geſtern betrug die Zahl der Arbeitenden 8000 gegen 5000
vorgeſtern und 3000 vor drei Tagen. Die Bureaus der
Hafenbehörden wurden geſtern von Arbeitswilligen
be=
ſtürmt. Mehrere hundert Streikende hatten ſich geſtern
vor den Docks angeſammelt, in denen die Streikbrecher
arbeiteten. Die Polizei war gezwungen, den Ausgang
der Docks gewaltſam frei zu machen. Die Streikenden
bewarfen die Poliziſten mit Steinen und verübten
an=
dere Exzeſſe. Ein vorbeifahrender Zug wurde ebenfalls
mit Steinen beworfen.
* London, 5. Juni. In der Umgebung der Docks
herrſcht überall Ruhe. Die Zahl der arbeitenden Leute
dürfte ebenſo groß ſein, wie geſtern. Der Transport von
Fleiſch und anderen Lebensmitteln geht ohne Störung
vor ſich. Die Schiffe im indiſchen und im Millwalldoc
ſind, wie erklärt wird, ſämtlich beim Löſchen begriffen.
Marokko.
* Fez, 5. Juni. Der Sultan und der Geſandte
Regnault reiſen morgen ab. Die militäriſche Eskorte
beſteht aus zwei Bataillonen und einer Eskadron. Die
Ankunft des Sultans in Rabat iſt für den 11. Juni in
Ausſicht genommen. Regnault verläßt den Sultan in
Sidi=Gedder und begibt ſich nach Laraſch.
H. B. Fez, 5. Juni. Die Stämme haben die
Ein=
ſchließung der Stadt nach der Zerſtörung ihres
Lagers durch die Kolone Gourand aufgegeben. Alle
Nachrichten, die an die Militärbehörden gelangt ſind,
be=
ſtätigen, daß die Verluſte der Harka in der letzten Schlacht
außerordentlich groß waren. Die Zahl der Toten wird
mit 700 bis 800 angegeben. Der Anführer der feindlichen
Stämme, Hadjami, hat die Flucht ergriffen. Er hält ſich
in den höher gelegenen Dickichten des Sumpfes Sebu
auf. — Eine neue Harka hat ſich etwa 20 Kilometer
nord=
öſtlich von Fez gebildet. Sie beſteht hauptſächlich aus
Djebala und aus Ueberreſten der letzten Harka, iſt aber
nicht ſo ſtark, wie die letzte. Boten ſind ausgeſandt
worden, um Erkundigungen einzuziehen, was dieſe Harka
beabſichtigt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Kobura, 5. Juni. Bei den
Wahlmännerwah=
len zum koburgiſchen Landtag ſiegte in allen
Be=
zirken die Liſte der Bürgerlichen mit Ausnahme des
Wahl=
kreiſes 3 (Koburg=Stadt), wo Nachwahl ſtattfindet, an der
ein Sozialdemokrat beteiligt iſt. Bisher beſaßen die
So=
zialdemokraten 1 Mandat.
* Gotha, 5. Juni. Nach dem Geſamtergebnis der
geſtrigen Wahlmännerwahlen des
Gotha=
iſchen Landtags ſind als gewählt zu betrachten:
6 Vertreter der rechtsſtehenden Parteien, 2 Freiſinnige,
2 Nationalliberale, 9 Sozialdemokraten. Die
rechts=
ſtehenden gewinnen 1 Mandat, die Sozialdemokraten 2,
die Liberalen verlieren 3 Mandate.
* Brüſſel, 5. Juni. Nach dem amtlichen Ergebnis
der Senatswahlen ſind bisher 54 Katholiken, 26
Li=
berale und 13 Sozialiſten gewählt. 27 Senatoren ſind
noch durch die Provinzſtädte zu wählen.
* Paris, 5. Juni. Exzelſior erklärt, es unterliege
keinem Zweifel, daß der Beſchluß der franzöſiſchen
Re=
gierung, im Mittelmeer bezüglich der
Seeſtreit=
kräfte den Zweimächteſtandard aufrecht zu
er=
halten, im Einvernehmen mit England getroffen worden
ſei. Das Problem der Verteidigung zur See ſei alſo
gelöſt, auch ohne den Beiſtand Rußlands in Rechnung
zu ziehen: England ſtärker als Deutſchland in den
nörd=
lichen Meeren, Frankreich ſtärker als Italien und
Oeſter=
reich=Ungarn zuſammen im Mittelmeer.
* Sioux=Falls (Süddakota), 5. Juni. Bei den geſtrigen
Primärwahlen gewann Rooſevelt die zehn
Dele=
gierten Süddakotas für ſich.
— Berlin, 5. Juni. Als heute früh im Norden
Ber=
lins ein Schutzmann einen auf der naſſen Straße
ſchlafenden Mann aufrichten wollte, ſchlitzte ihm dieſer
ohne jeden Anlaß mit einem Meſſer den Unterleib auf,
ſodaß die Eingeweide zum Teil heraustraten. Der
An=
greifer wurde von einem zweiten Poliziſten durch
Säbel=
hiebe kampfunfähig gemacht. Eine Rotte junger
Bur=
ſchen wollte über den ſchwerverletzten Schutzmann herfallen
und ihn totſchlagen. Nur unter Bedeckung von acht.
Schutz=
leuten konnte der Verwundete zur Unfallſtation
trans=
portiert werden. Später verſuchte die Rotte auch die
Un=
fallſtation zu ſtürmen, wobei einige der Exzedenten
ver=
haftet wurden.
— Köln, 5. Juni. In Herbesthal wurden heute von
der Polizei zwei junge Burſchen verhaftet, die
ge=
ſtanden, ihrem Prinzipal in Berlin einen bedeutenden Be= unterſchlagen zu haben. Ein großer Teil des Geldes
wurde noch bei ihnen vorgefunden.
— Kuxhaven, 5. Juni. Die Mutter des Aviatikers
Heinrich Evers, welche in dem Dorfe Lamſtedt von einem
Hausboden die Flugleiſtungen ihres Sohnes beobachten
Darmſtädter Alöbelfabrik
G. m. b. H.
bis zur vornehmſten Ausführung
fertigt Wohnungseinrichtungen Erſtrlaſſige Arbeit — Dauernde Garautte
Sehenswerte Ausſtellungen von 300 Muſterzimmern
Sabrik und Hauptausſtellungshaus: Darmſtadt, Heidelbergerſtr. 129
Zweiggeſchäfte: Darmſtadt, Rheinſtr. 28 — Frankfurt a. M., Kaiſer=Wilhelm=Daſſage
Illuſtrierte Koſtenanſchläge gratts!
Nummer 131.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Seite 7.
wollte, ſtürzte herunter und ſtarb, ohne das
Be=
wußtſein wiedererlangt zu haben.
— Angers, 5. Juni. Die Unterſuchung hat ergeben,
daß auch die Papiere des verſchwundenen Pfarrers Piton
nicht mehr vorhanden ſind. Auch ſtellte ſich die Angabe,
er wollte ſich zu einem Kranken begeben, als unrichtig
heraus. Er iſt an der Wohnung des Kranken
vorbei=
gegangen, ohne einzutreten.
Petersburg, 5. Juni. Die Schauſpielerin Elſe
Rocka aus Stuttgart, die dieſer Tage nach Hamburg ein
Engagement am Sommertheater antreten wollte, hat ſich
heute erſchoſſen.
Ferdinand Carl Winter
Hoflieferant Sr. Königl. Hoheif des Grossherzogs
Spezialgeschäft für Herren-Wäsche
ferfig undinach Mass
Unferzeuge, Cravatten Sportarkikel.
8730a
Trader Keider
— für Damen und Mädchen
in grösster Auswahl.
Aenderungen sofort.
Schwarze Blusen und Röcke
sehr preiswert.
Telephon 2539.
D. Nohfeld & 60.
Ludwigstrasse 5.
G. m. b. H.
ut zu kochen iſt gewiß ein Verdienſt; ein noch
6 größeres aber, gut und ſparſam zu kochen,
nament=
lich in dieſer Zeit. Doppelt freudig wird es da die
ge=
plagte Hausfrau begrüßen, daß Maggi’s
Bouillon-
würfel bei genau der gleichen bewährten Qualität noch
billiger geworden ſind. 5 derſelben für je ½ bis ½ Liter
vorzüglicher Fleiſchbrühe koſten jetzt nur 20 Pfg. Eine
frohe Botſchaft — juſt zur rechten Zeit.
H
Se
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Am 3. Juni, abends 9 Uhr, entſchlief
da=
hier ſanft nach längerem, ſchwerem Leiden unſere
liebe Tante
(12511
Fräulein
Emma Dannenberger
im 71. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der Hinterbliebenen:
Dr. Klipstein,
Oberstabsarzt und Regimentsarzt
1. Nass. Inf.-Rgts. Nr. 87.
Mainz, 6. Juni 1912.
Die Beiſetzung hat auf dem Friedhof zu
König=
ſtädten in aller Stille ſtattgefunden.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Zwiſchen Hochdruckgebieten im hohen Nordweſten
und im Südoſten zieht eine Furche tiefen Drucks vom
Kanal über die Nordſee nach der Oſtſee. In ihr bewegen
ſich Depreſſionen nordöſtlicher Richtung, deren
Rand=
gebilde uns vielfach trübes, regneriſches Wetter bringen.
Bei ſüdweſtlichen bis ſüdlichen Winden nehmen die
Morgentemperaturen in Deutſchland von Weſten nach
Oſten von 12‟ bis 17‟ zu. Auch morgen haben wir im
Bereich der Randwirbel der weſtlichen Depreſſion
unbe=
ſtändiges Wetter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
6. Juni: Wechſelnd bewölkt, noch einzelne Niederſchläge,
mäßig warm, ſpäter aufheiternd.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 7. Juni.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr und
um 3 Uhr Martinſtraße 38.
Heugras=Verſteigerung um 2 Uhr im Großh.
Herrngarten.
Heugras=Verſteigerung um 4 Uhr im
Schloß=
garten zu Kranichſtein.
Heugras=Verſteigerung um 3 Uhr von den
Pfungſtädter Gemeindewieſen (Zuſammenkunft an der
Fohlenweide).
Heugras=Verſteigerung um 8 Uhr (
Zuſammen=
kunft an der Kreuzung von Atzwinkel= und
Böllenfall=
torweg).
Todes=Anzeige.
Geſtern verſchied nach langen, ſchweren
Leiden meine inniggeliebte Gattin, unſere teure
Tochter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Marta Kreusel
geb. Czock
(12506
im 37. Lebensjahre.
Darmſtadt,
den 5. Juni 1912.
Bensheim a. d. B.,
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Paul Kreusel,
Ingenieur.
Die Beerdigung erfolgt Freitag, den 7. Juni,
nachmittags 4 Uhr, vom Städtiſchen
Kranken=
haus, Grafenſtraße, aus, auf dem Darmſtädter
Friedhof.
Tageskalender.
Volkstümliche chriſtl. Vorträge um 8½ Uhr im
Rhein. Miſſionszelt an der Lindenhofſtraße. —
Bibel=
ſtunde um 4 Uhr daſelbſt.
Konzerte: Katholikenverein um 6 Uhr. — Saalbau
um 8 Uhr. — Reſtaurant „Metropol” um 7½ Uhr.
Bürgerkeller um 8 Uhr. — „Perkeo” um 8 Uhr. — Hotel
Heß um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Ver=
treter der europäiſchen Mächte bei der Beiſetzung
Kö=
nig Friedrichs VIII. von Dänemark; Porträts vom
Tage; der Dampfer „Imperator” nach dem Stapellauf;
Barrikadenbau bei den Straßenkämpfen in Budapeſt.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilunger
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
bendtisch
Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.
Ausschank des berühmten
:: Wormser Weinmostes
Kein Trinkzwang. (114
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
prachtv.
Junge
geſtromte Boxer, Exempl.,
4 W. alt, billig zu verkaufen
Gr. Kaplaneigaſſe 20. (*14036df
garant. zimmerrein,
Spitzhund, guter ſch.
Begleit=
hund, zu kaufen geſucht. Offert.
unt. O 45 Expedition. (*13755md
Wachſ. Hund mit gr.
Hunde=
hütte ſofort zu verk. Preis
12 Mk. Moosbergſtr. 94. (*13856md
Ziedlich. Rehpinſcher, 12 Mon.,
Rüde, dreſſiert, ſehr wachſam,
durchaus ſtubenrein, in gute Hände
ſofort zu verkaufen. Zu erfragen
in der Exped. ds. Bl. (*14021
ſchwarz mit gelb),
Dackel raſſe= u. zimmerrein,
ſehr anhänglich, auch für
Fuchs=
bau geeignet, in gute Hände
preis=
wert zu verkaufen
(*14033
Viktoriaſtraße 47, 2. Stock.
Junger Dobermann (Weibchen)
zu verkaufen
Kranichſteiner=
ſtraße 8½ Manſarde. (*14056
Lude
Wlomne
Pegetariſcher Mittagtiſch u.
Abendtiſch geſucht. Angebote
u. P 27 a. d. Exped. (*14037dso
Name, hübſch. ſtattl. Erſch., k.
Ver=
mög., Ausſt. vorh., w. ält. a. leid.,
gutſit. Herrn zw. Ehe k. z. l. Ernſtl.
14066
Off. u. K. B. N., Kaſtel, haupoſtl. (*
30 J. alt,
Selbſt. Geſchäftsm., w. Heir.,
Mädch. m. Kind od. Wwe. m. Kind
nicht ausgeſchl. Verm. erw. Off.
(312252 unt. P 2 an die Exp. (*13965
Moderne Beleuchtungskörper von ersten Fabriken
für Gas u. elektr. Licht in allen vorkommenden Stilarten, vom
bürgerlichen Bedarf bis zur reichsten Auswahl, finden Sie in dem
Spezialgeschäft
Georg Keil, Elisabethenstrasse 36
unter der Möbelfabrik Ludwig Alter. — Telephon 769.
Vorhandene alte Beleuchtungskörper werden aufgearbeitet,
moderni-
siert, stehendes Gaslicht zu Hängegas (Grätzinlicht) umgewandelt, alte
Gaskörper zu elektr. Licht aptiert. Uebernahme ven
Wohnungsum-
zügen für Gas, elektr. Licht und Badeeinrichtungen bei prompter,
billiger und reeller Bedienung. — Beleuchtungskörper werden nach
Entwürfen zu Fabrikpreisen angefertigt
(10593a
Beachten Sie meine Ausstellung!
Gacherde
Euhateſen ſiut.
Frdl. reelle Bedienung, anerkannt
Syst. Promethens
und Standöfen
billige Preise, prima Referenzen.
Wandernde Damen
bevorzugen
Sahnen=
Schokolade
Preis pro ½ Z=Tafel 40 Pfg.
Ernſt=Ludwigſtraße 19.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Jnni 1912.
Nummer 131.
Wir bringen an diesen
Tagen
Damen- u. Kinder-Schürzen
in vorteilhaften
Aus-
führungen
extra billig zum Verkauf.
Diese 3 Tage bieten jeder
sparsamen Hausfrau eine
seltene Gelegenheit zum
Einkauf
wirklich billiger Schürzen
e
Ige Sehusentu
Hausschürzen
aus solidem Baumwollzeug 1 Posten
Blusenschurzen
I.
Ia verarbeitet, mit Volant und Tasche . 1 Posten
2 Sarm-Zierschurzen
türkische Dessins, waschecht . 85. 1 Posten
Einblreschurzen
14
Streifen und Stoffe mit türkischem Besatz 1 Posten
Blusenschürzen
aus guten Stoffen, mit Volant 30 1 Posten
weisse Zierschürzen
mit Stickerei, schön verarbeitet 1 Posten
2 Meiderschurzen
vollständig gross, in schönen Dessins C 1 Posten
Kinder-Hängerschürzen
aus gutem, waschechtem Stoff, ca. 55 cm lang 1. Posten
ünger-Reformschürzen
1.50
mit wolant und Tasche 1. Posten
Kleider-Kimonoschürz.
2.80
mit schönem Besatz, schöne Verarbeitung
Inainzer-varenkauf
Markt 7
Guggenheim & Marx
Markt 7.
Butter-Abschlag
Produkte der feinsten Oberhessischen Molkereien
Lina Darmstadt
17 Elisabethenstrasse 17. (12341id
OMiner
und Winter gibt es nichts
besseres als Dr. Gentner’s
Seifenpulver
das beste Waschmittel der
Welt.
Alleiniger Fabrikant auch der
so beliebten Schuhcrére
„Nigrin‟:
Carl Gentner,
Fabrik chem.-techn.
Produkte,
Göppingen
Damen=Fahrrad
illig zu verk. Näh. N.=
Ramſtädter=
ſtraße 47, Htb.=Werkſtätte. (*13961.
Ausziehtiſch f. Etzimmer, und=
6 Stühle, dunkel Nußb., gut
erhalt., zu kaufen geſucht. Offert.
unt. P 4 an die Exp. (*13964
De elenet
faſt neu, Figur 44, für junge Frau
paſſend, preiswert zu verkaufen.
*13860md) Karlſtraße 11, II.
(Zierart)
Schöner Kronleuchter zu verk.
*13700imd) Mathildenplatz 7, part.
Gehrock=, Frack=, Smoling=
An=
züge, Zhlinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (12036a
I. Hess. Versich. geg. Ungeziefer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskreion.
Für Hausbeſ. Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (10759a
Einladung zum Abonnement auf
Kunnseis
aus reinem Leitungswaſſer.
Im Abonnement für 30 aufeinander folgende
Tage, welches jeden Tag beginnen kann, koſten
5 Pfund . . . täglich 16 Pfg.
10
. . . „ 23
Unter Zuſicherung prompter und ſtets frühzeitiger
Bedienung bitte um Erteilung geſch. Aufträge.
August Orlemann
Beckstrasse 54
Telephon 957.
Mein Kunſt=Eis iſt bei größter Kälte=Abgabe am ſpar=
(16506a
ſamſten im Verbrauch.
Automobil-Reparaturen
Pneumatik-Reparaturen
prompt zu angemessenen Preisen
Luxus= und Lastwagen
Frankfurter Automobil-Gesellschaft
Haeusler & Müller
Frankfurt a. M., Niddastr. 98 u. 100. Tel. I 5746
(12245Mf
Telegr.-Adr. Fautog.
iterd. ertichte rinde itet
Gliegewagen bill. zu verk. Näh.
Rundeturmſtr. 12. Kontor. (*12737d
Reparaturen ids
3 Schreibmaschinen
Underwood, Adler, Ideal,
um=
ſtändeh. billig abzugeben. Offert.
unt. P 10 an die Exv. (*13971
(1971s
an Schuhen, Stiefeln,
Gummi=
ſchuhen werden bei Verwendung
beſten Materials zu ſolid. Preiſen
ausgeführt. .. Konſummarken.
zu ganz besonders billigen Preisen!
Wirischarts- Arner
Reibmaschinen, fein u. grob reibend, Stück 95 ₰
Wirtschaftswagen mit lackiert. Ziffernblatt 1.50
. . . 95 ₰
Kaffeemühlen aus Holz .
Giesskannen aus Weissblech und lackiert . 95 ₰
Kaffee- u. Zuckerbüchsen, fein lack., St. 30 ₰
Spülbürstenblech mit 5 Bürsten . . . . 95 ₰
1 Messer-Garnitur, bestehend aus:
1 Wandbrett mit
.95 ₰
4 Küchenmessern .
1 Messer-Garnitur, bestehend aus:
1 Wandbrett mit
1 Hackmesser und
35 ₰
2 Küchenmessern .
. . 95 ₰
Bügelbrett . . .
Stück 95 ₰
Fruchtpressen .
1.45
Buttermaschinen, 1 Liter Inhalt
Stück 2.95
Messerputzmaschinen
. . 3.25
Brotschneidemaschinen
Zinkwaren
Spülwannen, rund
95 ₰
Spülwannen, oval
95 ₰
Putzeimer . . .
95, 78 ₰
Waschwannen, oval .
2.50
Waschtöpfe mit Deckel
1.95
95 ₰
Kaffeekanne, 4 Liter Inhalt . .
95 ₰
Wasserkessel, 22 cm . .
95 ₰
Teigschüssel, 36 cm . . . . . . .
95 ₰
Löffelblech, weiss, 35 cm . . . .
Sand-Seife-Soda-Garnitur . . .
95 ₰
. 95 ₰
Spülwanne, mit Hohlgriff, 38 cm
95 ₰
Wasser-Eimer, 28 cm . .
95 ₰
Fenster-Eimer, mit Aufschrift
95 ₰
Salatseiher, 26 cm . . .
Netzmarmor-Emaille
Fleischtöpfe, in 10 Grössen . von 2.50 bis 95 ₰
Nudelpfannen, 6 Grössen . . von 95 bis 45 ₰
Milchtöpfe, m. Ausguss, 5 Gröss. von 1.10 bis 45 ₰
Ringtöpfe, 3 Grössen . . . . von 2.20 bis 1.25
Kasserollen, m. Stiel, 4 Grössen von 1.10 bis 42 ₰
Wasserkessel, in 3 Grössen . von 2.75 bis 1.75
Gemüse-Seiher, 3 Grössen . von 2.20 bis 1.50
Omelettepfannen, 4 Grössen . von 1.10 bis 42₰
Milchkocher, in 3 Grössen . von 2.50 bis 1.50
Ruchen Helzwaren
Putz- und Wichskasten
Besteckkasten .
Gewürzetagéren
Küchenhandtuchhalter .
Gurkenhobel mit 2 Messern .
Stück 30 ₰
Stück 50 ₰
Stück 35 ₰
Stück 45 ₰
Stück 65 ₰
Stanwaren
Esslöffel, Martinstahl .
Stück 8, 6 ₰
6 Stück Britannia-Esslöffel . . . . . . 90 ₰
6 Stück Britannia-Gabeln
95 ₰
Kaffeelöffel.
. Stück 15, 10, 7, 5 ₰
Tischmesser .
.
. Stück 38 ₰
Küchenmesser . . . .
Stück 18, 12 9 ₰
Bestecke mit schwarzem Heft Paar 65, 40, 33 ₰
Hammmam
1 Satz — 3 Stück Milchtöpfe
95 ₰
Milchträger, 1½ Ltr. Inhalt
95 ₰
Milchkocher . . . .
95 ₰
1 Schüssel . .
1 Teller .
1 Milchtopf . . . . . . . zusammen 3
Aluminium-Becher, zusammenlegbar Stück 10 ₰
Bürstenwaren
1 Rosshaarbesen, mit Stiel .
1 Bürstengarnitur, enthaltend:
6 div. Bürsten für den tägl. Gebrauch
1 Wichsgarnitur, bestehend aus:
1 Wandbrett mit . . .
4 Schmutzbürste . . .
1 Wichsbürste .
zusammen
1 Auftragbürste
Scheuerbürsten .
. 28, 18,
,
Handbesen, Rosshaar
Einladung zum Abonnement
auf
Klar-Eis!
Im Abonnement für mindeſtens 30
aufeinander=
folgende Tage, welches jeden Tag beginnen kann, koſten:
(10762a
5 Pfund täglich 16 Pfg.
10 Pfund u. mehr täglich 2,3 Pfg. per Pfund
Klar-Eis iſt bei größter Kälteabgabe
am ſparſamſten im Gebrauch.
Fr. Schubkegel
Landwehrſtraße 19, Tel. 750
Fr. Stumpf, Hotlieferant
Frankfurterſtraße 85, Tel. 869
Krockhaus=Konverſat.=Lerikon
(noch nicht benutzt) billig zu
verk. Näh. Expedition. (*13713ids
B. M. Hachenburger
Wilhelminenſtraße 31, Tel. 9
Lud. Fischer
Neckarſtraße 10, Tel. 103.
Linoleum, Galerieſtangen,
Spie=
gel, Waſſerausguß, Zimmer=
Brauſe weg. Platzm. bill. abzug.
*13951md) Ballonplatz 10, part.
Säglich friſches Kalbsgekröſe,
Lungen, Leber, Herzen ꝛc.,
Hammelsbruſt, Hammelsbraten,
Kalbsbraten, gerollt.
Kalbsnieren=
braten in allen Größen vorrätig.
Spezialität: Gehackte
Kalbskotte=
letts in allen Größen vorrätig.
Louis Hein, Hofmetzger,
(10254a
Schuſtergaſſe 19.
En faſt neuer Kinderwagen zu
Everk. Fuchsſtr. 19, pt. (*13899md
Holen Sie nur
1 Doſe von dem
vorzüglichen
Fußbodenlack
pracht v. Farbe, von.
Anton Fischer
Frankfurterstr. 12/14
Meiner werten Kundſchaft von Darmſtadt
und Umgegend zur Kenntnis, daß ich meinen
Spezial-Damen-Frisier-Salon
nach Marktſtraße 4 (Laden)
verlegt habe. Durch Einrichtung desſelben mit
der neueſten elektriſchen Zentral=Trocken=
Anlage und ſonſtigen Neuerungen iſt dies
Schampoonteren die beſtbewährte, hygieniſche
Methode.
(11404a
Kopfwaſchen mit Friſur . . 1.00 Mk.
und Kreppen 1.25 Mk.
u. Ondulation 1.50 Mk.
Gustar Kanzer,har kustr .u.4.
Silberne Bestecke
0,800 geſtempelt,
versilberte Bestecke
vorzüglicher Qualität,
in viel. Muſt. ſehr preiswürdig
L. Borné, Hoflieferant, 25 Ernst-Ludwigstr. 25.
Uhren. Uhrketten. Goldwaren, Silberwaren. (636a
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Nummer 131,
40
100X120
125X140
100X100
80X100
Froitier-Baderucher
(1I
OX100
121060
0
Froktolr-Sadchandrucher
60 920
40
für das Alter von
für Damen
Badc-Anzuge (Calico) 3—4e Jahren
60X120
55X110
00 920
8
für das Alter von
22
Bade-Anzuge (Trikot) S-te Jahren
Bade-hosen
für das Alter von
5—12 Jahren
für Herren
₰ 80
50
140X180g
35
10 925 970
990
030 970
für Damen 2 2
50₰ 05₰ 75.
30
50
ns Aene 1
Se
Bade-Vorlagen 5
4
Beachten Sie unser Spezial-Tenster in der Passage!
2 Markt 2
Gebr. Rothschid
Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins.
Fernspr.
Nr. 2551
(12483
Für Donnerstag und Freitag
empfehle in hochfeinſter
Ware zu billigſten Preiſen:
Grosse Helgoländer
Schenrische
Schellrische
im Ausſchnitt
Iu Rablad
Iu Seehecht
im Schnitt (12466
Schollen, Limandes
Merlans, Goldbarsch
Ia he
Il
im Ausſchnitt
Hochfeine
Matjes-Heringe
ertig
Fischhandlung
Karlstrasse 47. Telephon 641.
la. Speiſe=u. Saatkartoffeln
ſowie Futterkartoffeln empfiehlt
billigſt
(11026a
Gg. Crössmann Nachfolger,
Grafenſtraße 16.
Moderne Frisuren
mit bester und haltbarster
— Ondulation
alle vornehmen
Haar-Ersatzteile
erhält jede Dame zur Zufriedenheit bei
Hoffriseur Gelfius
Ernst-Ludwigstr. 21. (1158a
Hokfarberer u. S Ch. Reich
Chemische Waschanstalt Gardinen-Wäscherei
Läden in allen Stadtteilen!
Neu
Pankratiusstrasse 1, eröfhet:
Rheinstr. 12½, Karlstr. 115, Nd.-Ramstädterstr. 18
Mainz: Schillerstrasse 50. (10863a
Anerkannt hervorragende Leistungen
Schnelle Bedienung: Mäßige Preise.
Größte u. modernste Färbereiu.chem.
Wasch-
anstalt in Darmstadt, Pallaswiesenstr. 146.
Patente
Musterschutz
Warenzeichen
Entstaubungsanlagen
8701a)
Patent- und ingenieur-Büro
Telephon 1695 Rheinstr. 19, I.
Darmstadt
Große Hausuhr
dunkel Eiche (Pferdemarkt=Gewinn),
billig abzugeben, anzuſehen
Karl=
ſtraße 29, im Uhrengeſch. (11969a
Für Münzensammier.
2 Jubiläumstaler der
Univer=
ſität Berlin zu verkauf. Zu erfrag.
bei der Exped. ds. Bl. 112400md
ugaaanaaussaRRBSuRanHaunannnna22e
Adler-Kutos
Gediegenste Marke der Welt!
(12059a
Keine kostspieligen Reparaturen!
Absolut zuverlässig und sparsam im Betrieb!
Müller & Ober
Inh.: A. Ober, Großh. Hofleferant, Karlstr. 30, Tel. 651.
Größte Garage. — Benzin. — Oel. — Pneumatiks.
Innzinng
bonnements
auf
Kanst.Lis
können jeden Tag beginnen. Ich liefere:
5 Pfd. täglich zu 16 Pfg.
10 Pfd. täglich zu 23 Pfg.
und bitte um Erteilung geschätzter Aufträge.
(10503a
J. Trautwein
Nieder-Ramstädterstr. 13 u. Frankfurterstr. 32. Tel. 111.
Gothaer Lebensverſicherungsbank auf Gegenſeitigkeit.
Verſicherungsbeſtand im Mai 1912: 1049a
Eine Milliarde 107 Millionen Mark.
Bisher gewährte Dividenden:
289 Millionen Mark.
Alle überſchüſſe kommen den Verſicherungsnehmern zugute.
Unverfallbarkeit, Unanfechtbarkeit, Weltpolice.
Proſpekte und Auskunft koſtenfrei durch den Beamten der Bank:
Sebastian Eckler, Rheinstrasse 9, Telefon 243.
Bekanntmachung.
Die Königl. Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion Mainz hat die
landes=
polizeiliche Abnahme der Erweiterung des Bahnhofes Eberſtadt beantragt.
Dermin hierzu iſt auf Dienstag, den 25. Juni, nachmittags 3" Uhr an
Ort und Stelle feſtgeſetzt.
Wir bringen dies zur öffentlichen Kenntnis mit der Aufforderung, etwaige
Ein=
wendungen gegen die planmäßige Ausführung der Anlagen bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes in dem Abnahmetermin vorzubringen.
Darmſtadt, den 3. Juni 1912.
(12480
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Wir bringen die nachſtehende Polizei=Verordnung über die Sicherheit des
Ver=
kehrs auf den Landſtraßen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis und erwarten, daß
die Vorſchrift des § 1 befolgt wird, damit die Sicherheit des Verkehrs auf den Straßen
zur Nachtzeit erhalten bleibt.
Die Großh. Gendarmerie und das Polizeiperſonal ſind beauftragt, den Befolg
zu überwachen und Zuwiberhandlungen anzuzeigen.
(12481
Darmſtadt, den 3. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
2 J. V.: Dr. Reinhart.
Polizei=Verordnung.
Betreffend: Die Sicherheit des Verkehrs auf den Landſtraßen und Vorkehrungen
gegen Beſchädigungen durch Fuhrwerke.
Auf Grund der Art. 78 und 48, V 1 des Geſetzes vom 12. Juni 1884, die innere
Verwaltung und die Vertretung der Kreiſe und der Provinzen betreffend, ſowie des
§ 366 pos. 1 des Reichsſtrafgeſetzbuchs wird unter Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes
und mit Ermächtigung Großh. Minſterums des Innern und der Iuſtiz vom 13. Zun
1. Js. (zu Nr. M. d. J. 15 622) unter Aufhebung der Polizei=Verordnung vom 4.
De=
zember 1884 verordnet, was folgt:
§ 1. Alle auf den innerhalb des Kreiſes Darmſtadt belegenen Staats= und
Kreisſtraßen, ſowie den in dieſe Straßenzüge fallenden Ortsdurchfahrten nach
Ein=
tritt der Dunkelheit verkehrenden Fuhrwerke müſſen mit einer, an gut ſichtbarer
Stelle angebrachten brennenden Laterne verſehen ſein. Perſonenfuhrwerke, welche auf
den erwähnten Straßen während der genannten Zeit verkehren, müſſen durch zwei
hell brennende Laternen, weiche zu beiden Seiten des Bocks anzubringen ſind,
be=
leuchtet ſein.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Beſtimmungen unterliegen der Beſtrafung
nach § 366 des Reichsſtrafgeſetzbuchs (Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder Haft bis
vier=
zehn Tagen).
§ 3. Vorſtehende Polizei=Verordnung tritt vierzehn Tage nach ihrer Publikation
im Darmſtädter Tagblat in Kraft.
Darmſtadt, den 19. Juni 1890.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
v. Marquard.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden und die Großh
Gendarmerie des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, dem Befolg der Vorſchriften der obigen Polizei=
Ver=
ordnung beſondere Aufmerkſamkeit zuzuwenden und Zuwiderhandlungen zur Anzeige
zu bringen.
Den Großh. Bürgermeiſtereien empfehlen wir, den Inhalt der Polizei=
Ver=
ordnung wiederholt ortsüblich bekannt machen zu laſſen und das Polizeiperſonal mit
entſprechender Weiſung zu verſehen.
Darmſtadt, den 3. Juni 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dobermann. Die Hunde können von den
Eigen=
tümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags um 10 Uhr. ſtatt.
(12468
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Bekämpfung der Schnakenplage.
Im Anſchluß an unſere öffentliche Aufforderung vom 11.
Ja=
nuar d. Js. und unter Hinweis auf § 3 ff. der Polizeiverordnung
des Großh. Kreisamts Darmſtadt vom 11. März 1911 fordern wir
die Grundſtückseigentümer auf in den Sommermonaten die auf
ihren Grundſtücken befindlichen Jauche= und Abortgruben mit! Weißbinderarbeiten
einem zur Vernichtung der Schnakenbrut geeigneten Mittel
(Saprol, Petroleum oder dergl.) mindeſtens einmal monatlich
zu übergießen.
Darmſtadt, den 1. Juni 1912.
(12405md
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Antzungen der Ortsbürger der früheren Gemeinde
Mumt.
Der Erlös für Streulaub wird an die empfangsberechtigten Darmſtadt, den 4. Juni 1912.
Ortsbürger der früheren Gemeinde Beſſungen
Freitag, den 7. Juni, nachmittags von 3—5½ Uhr,
in dem Schulhauſe an der Ludwigshöhſtraße ausgezahlt.
Die Auszahlung findet nur an die Bezugsberechtigten ſelbſt ſtatt.
Die in dieſem Termin nicht erhobenen Beträge werden gegen
Abzug von 10 Pfg. Bringerlohn den Empfangsberechtigten demnächſt
zugeſtellt.
(12474df
Darmſtadt, den 4. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Jaeger.
Heugras=Verſteigerung.
Donnerstag, den 6. und Freitag, den 7. d. Mts.,
jeweils vormittags 8 Uhr beginnend, wird das Heugras von den
früheren Beſſunger Gemeindewieſen und ſonſtigen ſtädtiſchen Wieſen,
ſowie die Futternutzung von weiteren Grundſtücken an Ort und
Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft: Donnerstag am Woogsdamm, alsdann
hinter dem Schießhaus, Freitag an der Kreuzung des Atzwinkel=
und Böllenfalltorwegs.
Darmſtadt, den 3. Juni 1912.
(12358md
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Torfverſteigerung.
Montag, den 10. Juni 1912, vorm. 10 Uhr
anfangend, werden auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt
ca. 300000 Stück Torf
meiſtbietend verſteigert.
Pfungſtadt, den 4. Juni 1912.
(12463
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Verſteigerungs=Anzeige.
Donnerstag, den 6. Inni 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
1 Kommode, 1 Büfett, 4 Diwans, 2 Vertikos, 1
Kleider=
ſchrank, 1 Bücherſchrank, 1 Sofa, 1 Kaſſenſchrank, 1
Schreib=
tiſch, 2 Regale, 1 Pfeilerſchrank, 1 Spiegelſchrank 1
Chaiſe=
kongue, 1 Taſchenuhr, 1 Smokinganzug, 1 Partie Waffen uſw.
Darmſtadt, den 5. Juni 1912.
(12501
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher in Darmſtadt,
Kaſinoſtraße 24.
Am 1. Juli 1912 fällige Coupons löse bereits
heute ohne Abzug ein.
(12234odo
Hermann Wermeim
Filiale Darmstadt
1
Bankgeschäft, Rheinstrasse 33.
zuſver=
mt t e
Eingebraucht. Fahrrad kauf. (Eine Glucke zu verkaufen
*14051)
*13973)
Eichbergſtraße 18.
Sandbergſtr. 33.
Fürforgeſtelle für
Lungenkranke.
Die Sprechſtunden in der
Für=
ſorgeſtelle für Lungenkranke (
Wil=
helminenſtraße 34) werden vom
6. Juni bis einſchließlich 4. Juli
ds. Js. nicht Mittwochs, ſondern
Donnerstags von 3 bis 5 Uhr
nachmittags abgehalten. (12458df
Darmſtadt, den 3. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
am Hintergebäude der
Stadthaus=
hofreite ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen beidem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 11. Juni 1912,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(12446md
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Nas Ausweizen von Behriälen
V uſw. in den verſchiedenen
ſtädti=
ſchen Schulanſtalten ſoll vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
lſtunden offen=
Angebote ſind bis
Dienstag, den 11. Juni 1912,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(12406md
Darmſtadt, am 4. Juni 1912.
Stadtbauamt.
Burbaum.
Kanalbauarbeit.
Die Herſtellung eines
Stein=
zeugrohrkanals in der
verlänger=
ten Tannenſtraße ſoll verdungen
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tieſbau=
amt, Zimmer Nr. 7, zur Einſicht
offen. Auch werden dort die
Ange=
botſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Dienstag, 11. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(12508ds
reichen.
Darmſtadt, den 4. Juni 1912.
Tiefbauamt.
Klee= und Heugras=
Verſteigerung.
Gut Hohenau bei Trebur.
Montag, den 10. Juni 1912,
vormittags 9 Uhr,
werden ea. 100 Morgen Klee= und
Heugras verſteigert. Zuſammen=
(12504ds
kunft am Gutshof.
E. Secretan.
gute Back=
Zirka 6000 Stück ſteine an
der Exerzierhalle des Exerzierplatz.
z. verkaufen. Näh. daſelbſt. (B12435
Eich. Herrenzimmer
ſehrbillig abzugeben, Speiſezimmer,
Diwans, Trumeauſpiegel,
Flurgar=
deroben, Büfetts Salonſchränke,
Vertiko, Schreibtiſch, verſch.
Schlaf=
zimmer, Küchen, Kleiderſchränke,
Waſchkommod., Bettſtellen,
Ma=
tratzen, kompl. Einricht.,
denk=
bar billig und unter Garantie.
Friedr. Holzer, Eliſabethenſtr.
46, Vorderhaus.
(*14006
Für ein
12—13 jähriges Mädchen
ſind gute Kleider zu verkaufen
Mauerſtr. 16, 2. St. (*14011
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 7. Juni l. Js., vormittags 9 Uhr
und nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Hauſe
Martinſtraße 38, 1. Etage
im Auftrag der Erben die zum Nachlaß des Senatspräſidenten
H. Schäfer gehörigen Möbel und Haushaltungsgegenſtände:
*1 Diwan mit Umbau, 1 Büfett in eichen geſchnitzt, 1
Aus=
ziehtiſch, 1 Bauerntiſch, 1 Sekretär, nußbaum poliert, 1
Spiel=
tiſch, 1 Sofa, 2 eiſerne Bettſtellen, 2 Kleiderſchränke, 1 Etagere,
2 Bücherbretter, 1 Nähtiſch, verſchiedene große und kleine
Tiſche, Waſchtiſche. Nachttiſche, Spiegel, Bilder und
Vor=
hänge, 1 Eisſchrank, 1 Gasherd, verſchiedene kupferne Keſſel
uſw. 1 Vogelhaus mit Ständer, 1 Reiſekorb, 1
Stutz=
flügel, 1 Herrenſchreibtiſch, 1 antiker zweitüriger
Kleiderſchrank (Rokoko), 7 Wedgwood=Platten und ſon
ſtige altertümliche Gegenſtände, darunter 2 türkiſche
Shawls und 2 ſeidene Tücher, Weißzeug, Porzellan,
Glas= und Ziergegenſtände, Herrenkleider und Wäſche.
ſowie ſonſtige Haushaltungsgegenſtände aller Art.
3 noch gut erhaltene eiſerne Füllöfen.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bart
(12285id
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 4. Juni 1912.
Ernst
f. Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Aufforderung.
Hiermit fordere wiederholt jedermann auf, der Anſprüche an den
Nachlaß des am 3. Januar ds. Js. verſtorbenen Fuhrunternehmers
Chriſtian Stumpf hier, Gardiſtenſtraße 15, zu machen hat, ſeine
Forderung bis längſtens 10. Juni ds. Js. ſchriftlich bei mir
ein=
zureichen.
(*13760id
Friedr. Stumpf, Nachlaßverwalter,
Frankfurterſtraße 85.
Seite 12.
Nummer 131
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Die letzten Neuheiten
in unübertroffener Auswahll
Bevor Sie Ihre Einkäufe
in Damen-Konfektion
machen, besuchen Sie
z: unser- großes jt. z:
empfehlen wir:
Weißes Batistkleid
mit reicher Stickerei
Wasch-Voilekleid
mit breitem Einsatz, weiß,
rosa, hellblau
Elegantes Stickereikleid
ganz aus Lochstickerei mit
Schoß . .
Eleg. Wasch-Voilekleid
m. Lochstickerei u. Einsätz.
in weiß, rosa, hellblau .
Spezial-Geschäft
Lassen Sie sich ohne
Kaufzwang alles zeigen,
Sie finden bei uns, wie
z. Sie es suchen. 3:
Unser Prinzip ist:
Gleiche Preise für alle Kunden
Aenderungen werden tadellos
z:
ausgeführt!
G. m. b. H.
Spezialhaus
77,
Ludwig
str. 5 Damen- u. Kinder-Konfektion
Solange Saiſon dauert, liefere
täglich friſche
Kronberger Erdbeeren
zum Tagespreis (*13840md
Jakob Schellhaas
Saalbauſtr. 63½ Telephon 1697.
Einheitspreis 12
Luxus-Ausführung . . . 16.50
Reyicsohn, Hannlakturwaren. (5155a.
Schlanke wie breite Formen
führen wir in gleich grosser Auswahl
ist die beste
Grösste Reinhelt und Ergiebigkelt.
Ohne Zusatz
sofort fertig zum Gebrauch
ergibt bei leichter Handhabung,
die prachtvollste Plättwäsche.
Pakete: ½ Kllo, ½ Kilo, 2½ Kilo
in den meisten Geschäften.
Kunſk und Welt.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck perbo.zn.)
11
Mit faſt überirdiſch leuchtenden Augen blickte Elfriede
zu ihm empor. Dann ſtreckte ſie ihm beide Hände
ent=
gegen und ſprach mit feſter Stimme:
Ich verzichte auf meine Liebe — ich bin frei von
die=
ſer Stunde an!
Er zog ſie an ſich und küßte ſie auf die Stirn.
Schwei=
gend, tränenlos, mit geſchloſſenen Augen ruhte ſie an ſeiner
Bruſt.
So will ich Dir helfen, will Dein Führer ſein auf
dem gefahrvollen Wege, ſagte er bewegt. Aber wir haben
Rückſichten auf Deine Familie zu nehmen, die unſeren
Ent=
ſchluß nicht verſtehen würde. Laß uns vorläufig von
unſerem Plan nicht ſprechen. Ich werde Deine
Ausbil=
dung vorerſt ſelbſt in die Hand nehmen und Dich in die
herrlichen Werke unſerer Dichter einführen. Ich bin nicht
umſonſt einige Jahre Dramaturg an einem bedeutenden
Theater geweſen, ſetzte er lächelnd hinzu, ja, ich will Dir
nur geſtehen, daß auch ich einſt die Bühnenlaufbahn
ein=
ſchlagen wollte, und mich nur die Erkenntnis meines
un=
zulänglichen Talentes abhielt. Aber ich fühle mich wohl
befähigt, Dir ein Lehrer zu ſein, Dich auch das
Hand=
werksmäßige der Kunſt zu lehren. Später wollen wir
uns nach einer tüchtigen, geiſtvollen dramatiſchen
Lehre=
rin umſehen — vorläufig bleibt alles unſer Geheimnis.
Nicht wahr?
Und Mama? Soll ſie nichts erfahren?
Ich werde ſchon mit ihr ſprechen — überlaß das mir.
Ich füge mich allen Deinen Abordnungen, mein lieber,
guter Papa. Du weißt ja nicht, wie dankbar ich Dir bin
— Du — Du allein verſtehſt mich — Du lieſt ja in meinem
Herzen, in meiner Seele wie in einem aufgeſchlagenen
Buche.
Laß uns Vertrauen zueinander haben, mein Kind.
Verheimliche mir keinen Deiner Gedanken, dann werden
wir auch unſer Ziel erreichen. Aber auch Dein Zeichen=
und Maltalent wollen wir ſnicht vernachläſſigen. Ich
werde für Stunden bei einem tüchtigen Künſtler Sorge
tragen. Biſt Du’s zufrieden?
Gewiß, Papa!
Seit dieſem Abend begann ein arbeitsreiches Leben
für Elfriede. Bei Profeſſor Muther erhielt ſie Unterricht
im Zeichnen und Malen und mit ihrem Stiefvater ſtudierte
ſie die klaſſiſchen Dichter aller Zeiten. Doktor Wendeborn
führte ſie in die Literatur= und Kunſtgeſchichte ein und
nahm die bedeutendſten Rollen der klaſſiſchen Dichtungen
mit ihr durch. Er war ein vortrefflicher Lehrer und
Sprach=
meiſter; er hielt ſelbſt öffentliche Vorträge und
Vorleſun=
gen, die ſich eines guten Rufes erfreuten. Elfriede hätte
für die erſte Zeit gar keinen geeigneteren Lehrer erhalten
können. Doktor Wendeborn ſelbſt aber erſtaunte immer
mehr über die Kraft dieſes reinen, friſchen Talentes,
wel=
ches in Elfriedens Seele lebte. Er würde es für eine
Sünde gehalten haben, wenn er dieſem Talent nicht die
Bahn geebnet hätte, ſo gut wie er es vermochte.
In dieſem Sinne ſprach er auch mit ſeiner Gattin
und Frau Margarete ſtimmte nach einigem Bedenken ihrem
Manne bei, mit dem ſie ja in allem ein inniges Vertrauen
verband.
VII.
Der Sommer kam ins Land und über dem ſteinernen
Häuſermeer Berlins lag eine dumpfe, heiße, kaum
erträg=
liche Schwüle.
Mit Beſorgnis ſah Frau Martha auf die blaſſen,
ſchmalen Wangen und die in dunkler Glut leuchtenden
Augen Elfriedens. Es war, als wenn ein inneres Feuer
ſie verzehrte.
Frau Martha fragte ihren Mann, ob die Studien
Elfriede nicht zu ſehr anſtrengten.
Doktor Wendeborn ſann eine Weile nach, dann ſagte
er: Ich glaube nicht, daß es die Studien ſind, die ſie
an=
greifen. Wir haben es ja auch gerade in letzter Zeit
lang=
ſam angehen laſſen, ſie ſoll ſich nicht überanſtrengen. Es
iſt die brennende Sehnſucht, welche ſie verzehrt, die
Un=
geduld, ihr Ziel zu erreichen. Und doch werden noch Jahre
vergehen, ehe wir ſo weit ſind. Sie iſt doch nicht alt und
gereift genug, um mit Ruhe der Entwickelung zu harren.
Aber ihre Seele braucht neue, überwältigende und doch
beruhigende Eindrücke, um ſtark und mutig zu werden.
Und nichts iſt geeigneter, dieſe Eindrücke hervorzubringen,
als die Erhabenheit der Natur.
Ja, Du haſt recht. Elfriede kennt die Natur in ihrer
Schönheit und Erhabenheit überhaupt noch nicht. Sie iſt
kaum aus der Stadt hinausgekommen.
Ein
Ein
Eill
Ein
Ein Posten
Ein Posten
Ein Posten
Ein Posten
Alpacca, eleg. Qualität
in feinen Farben
110 cm breit
. . Meter
1.90
Crépon, Halbseide
für Sommer und Gesellschaft,
. Meter 1.90
110 cm breit . .
Popeline m. breit. Borde
sehr aparter Geschmack, 110 cm
120
breit
. . „ . . . . Meter
Wollbatist mit farbigen
feines Sommerkleid,
Streifen 110 cm breit: Meter
Viele Blusenstoffe in Wolle und Halbseide.
Sämtliche Stoffe sind der herrschenden Mode entsprechend,
guter gediegener Qualität und haben einen weit höheren Wert.
Ernst-Ludwigsplatz
(12457df)
Markt-Ecke.
enegt
iſt als Volksheilmittel längſt
be=
kannt, indem er das Blut reinigt
u. neue friſche Säfte bildet. Ich
empfehle denſelben in garant. rein.
Qualität zu 1 Mk. pro Pfund ohne
Glas.
(10758a
G. Roth, Dieburgerſtr. 9.
Kol Weißzeugſchränkch., pol. Kom.,
P Notenſtänd., mod. Spieltiſch, kl.
ant. Kirſchb.=Kommode nebſt
Spiel=
tiſch, Küchenſchr. bill. zu verk. (*13985
E. Janſen, Bleichſtr. 1.
Karmstädter Bettfedern,
Dämpf- u. Reinigungs-
Anstaltneuest. Systeins
Bleichstr. 1. Leonhard Menger. Tel. 1608.
Dämpfen, Reinigen u. Desinfizieren
aller Betfedern. Lager in Federn,
Daunen u. Barchent i. all Preisl. (646a
Marienbader
Entfettungs-
Tabletten Coronova
zur gefahrloſen Entfettungskur
ohne Diät. Schachtel 200 Mk.
er=
hältlich in allen Apotheken, beſ.
Merck’sche Apotheke. (47725l
Handschuhfabrik
Hch. Schmidt
Ernst-Ludwigsplatz 2, direkt am weißen Turm.
Empfehle mein grosses Lager in:
Handschuhen
aller Art
für Damen, Herren und Kinder
Herrenwäsche
Sport- u. Touristenhemden
Sportkragen und Gürtel
Manschettenhemden
weiss und farbig
Manschetten-Knöpfe
Hosenträger
Kragen in all. Formen,
Weiten und Höhen
Farbige Garnituren
Grösste Auswahl Krawatten in allen Formen
Offiziershandschuhe: Reit- u. Fahrhandschuhe.
Herren-Socken (11318a) Sport-Gamaschen.
Guterhaltene Möbel
Kompl. Schlafz. m. Spiralr., hell,
lack, noch neu, f. nur 190 M., pol.
Vertiko 35 M., pol. Kommode 4
Schubl. 16 M., Taſchendiw. 27 M.,
Küchenſchrank 18 M., gr. Trumeau,
Glasgr. 180X62 cm 55 M.,
Vogel=
käfig mit Ständer 5 M., eiſ
Kin=
derbettſtelle 8 M., Waſchmaſchine,
vollſt. Betten, einige aute rote
Woll= u. Kapok=Matr.,
Flurgarde=
robe, Seſſel, Tiſche, Stühle, Spiegel
u. verſch. andere billig abzugeben
*13783id) Alexanderſtraße 3, pt.
wie neu, ſehr
Wanderer-Rad, billig
(22949).
Grafenſtraße 26.
nach jeder
Porträtstempel Photographie.
Fordern Sie Prospekt Nr. 40, (12035a
Rieniets, Charlottenburg 4.
Aun aus ſo uitlich dir ehnen Boiſtiag nchen. Die
Schulferien ſtehen vor der Tür, dann reiſen wir alle an
die See — nichts übt auf ein junges, empfindliches Gemüt
einen ſolchen Zauber aus als die Unendlichkeit des Meeres.
Ich danke Dir für Deinen Vorſchlag. Aber es ſind
noch vierzehn Tage bis zu den Ferien, dann ſind alle
Bäder überfüllt. Gehe Du mit Elfrieden ſchon jetzt nach
Rügen. Du mieteſt eine bequeme Wohnung für uns und
bei Beginn der Ferien folge ich mit den Kindern nach.
Jetzt iſt noch Ruhe in den Oſtſeebädern und dieſe Ruhe
wird Elfriede und Dir gut tun.
Nach einigem Zögern ging Wendeborn auf den
Vor=
ſchlag Marthas ein und am nächſtfolgenden Tage ſchon
reiſte er mit Elfriede nach Rügen ab. Er wählte ein
klei=
neres Bad an der Oſtküſte und fand in einem einfachen
Fiſcherhauſe geeignete Unterkunft. In das große und
vornehm ausgeſtattete Strandhotel gingen ſie nur zum
Mittageſſen; die anderen Mahlzeiten nahmen ſie in ihrer
Wohnung oder in einem anderen Gaſthauſe ein, dem ſie
auf ihren Streifereien durch die herrliche Inſel, die Perle
der Oſtſee, begegneten.
Das Meer! Elfriede ſtand faſſungslos vor dem
über=
wältigenden Eindruck da, die Tränen traten ihr in die
Augen. Sie vermochte kein Wort zu ſprechen und auch
Wendeborn ſaß ruhig da, ſeine Tochter nur mit ſtillen,
aufmerkſamen Blicken beobachtend. Er hatte vorher ab=
ſchig nict dem der Schnſeit, der öigennigeit des
Meeres geſprochen, er wollte die Natur unmittelbar auf
das Gemüt Elfriedens wirken laſſen.
Und nun ſah ſie das Meer in immer wechſelndem
Farbenſpiel erglänzen. Sie ſah die von fernher
heran=
rollenden Wogen, wie ſie mit brauſendem Getöſe an den
Felſenriffen der Küſte ſich überſtürzten und den weißen
Giſcht hoch emporſchleuderten. Sie ſah die weißen
Wol=
kenkämme fern und nah aufblitzen. Ihr Blick ſchien in
die Unendlichkeit, in die Ewigkeit, unbegrenzt durch Zeit
und Raum, zu ſchweifen. Ihre Augen folgten dem
pfeil=
geſchwinden Flug der Möve und hingen an dem am
Horizont allmählich untertauchenden Dampfer.
Die Welt, die große, ſchöne Welt lag vor ihr. Ihre
Phantaſie ſchweifte weit hinaus mit den ſchäumenden,
brauſenden Wogen, mit den Dampfern und Seglern, die
einem fremden Geſtade, fremden Ländern und Völkern
zu=
ſtrebten. Die Welt — die große, ſchöne Welt lag vor ihr.
Tief aufatmend, wendete ſie den Blick ihrem Vater zu.
Ihre Augen trafen ſich, ſie ſtreckte ihm die Hände entgegen
und dankte ihm mit bebender Stimme.
Bade Deine Seele geſund in den reinen und tiefen
Eindrücken einer großen Natur, meine kleine Elfe, ſagte er
bewegt. Groß und rein, ſtark und mutig, wie die Natur,
ſo ſoll Deine Seele werden.
Bin ich nicht geſund? fragte ſie.
e iſcheit eich.
Deine Wangen ſind mir zu blaß, Deine Augen zu ernſt,
entgegnete er.
Sie ſenkte die Lider und eine leichte Röte huſchte über
ihr Antlitz.
Ich weiß, was Dich gequält, fuhr er fort, und deshalb
führte ich Dich hierher. Hier wollen wir einmal nichts
tun, als der Natur leben.
Haſt Du mir nicht verſprochen, mir Dein
Märchen=
drama Klytia vorzuleſen, das jetzt im Druck erſchienen iſt?
Ja — und ich glaube auch, daß hier angeſichts der
Schönheit des ewigen Meeres Ort und Gelegenheit
gün=
ſtig iſt. Sollte doch in meiner Dichtung der Abglanz der
ewigen Schönheit leben. Wir werden das Buch zuſammen
am Meeresſtrande leſen und ich denke, Wind, Wald und
Wellen werden die geeignete Melodie dazu ſpielen.
Und wahrlich, die Schönheit der eigenartigen Dichtung
trat in dieſer Umgebung in ergreifender Weiſe hervor!
Elfriede war tief bewegt und doch innerlich erhoben von
dem Mythus der ſchönen Geliebten des Sonnengottes,
die an der Sehnſucht nach der Sonne, nach dem ewigen
Licht dahinſiechte, bis der Altvater Zeus ſich ihrer
er=
barmte und ſie in die Geſtalt der Blume verwandelte,
deren goldener Kelch, ſelbſt ein Abbild der ſtrahlenden
Sonne, ſich ſtets ſehnend dem leuchtenden Geſtirn zuneigt.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Nummer 131.
Sonder-Angebot während der „Weißen Woche‟
Febplelen, Gardnicn u. Bokeraderen
Engl. Tüll-Gardinen
gute Qualitäten, Fenster 2 Flügel 25
7.50 5.75 3.75 und
Erbstüll-Stores
mit und ohne Volant,
Bänd-
chenarbeit
7.75 5.90 3.95 und 2
Rouleaux-Vitragen
solide Ware, Fenster 2 Flügel 195
5.25 3.80 2.75 und
besonders
Einoleum preiswert!
200 cm, Ia Druckware Blumen- u. Teppichmuster
60
per lfd. Meter 3.50, 2.95 und —
Läufer ca. 60 67 90 110 130 cm
nut jietr 88 110 155 195 B2og,
enorm billig.
Künstler-Dekorationen
Tischdecken in Leinen
3teilig, bestehendaus 2 Flügel u.90
1 Behang, in Leinen u. Madras
16.50 12.50 7.75 und 6
(Reste u. Retbestänte
in Gardinen, Linoleum u.
Läuferstoffen
weit unter Preis!
1 Posten Inlaid-Teppiche
200/275 cm, durchgehende Musterung, aparte
Teppichmuster . . . . . . . .
nur 12—
Teppiché zu herabgesetzten Preisen.
ca 135/200 170/240 200/300 cm
Axminster .
8.50 14.50 19.50
Tapestry
13.75 16.75 26.50
Ia Velour
18.− 31.− 45.−
Bouclé, Haargarn
29.− 42.75
mit Kurbelstickerei, moderne
Zeichnungen
25
15.75 11.50 7.25 und
Gardinen-Mulle
original englische Qualitäten,
Tupfen, Streifen- u.
Empire-
muster
Mtr. 1.50 1.15 75 und
60
Grosser Posten Haargarn-Vorlagen
75
ca. 58/115 cm gross, apparte, kleine Muster . nur —
Auffallend
Eine Messing-Garnitur,
bestehend aus: 1 Stange
(150 cm lang), 2 Träger,
2 Endknöpfe u. 10 Ringen
Sachgemäßes Aufmachen von Gardinen und Dekorationen und Verlegen von Linoleum
durch eigenes Personal.
Rauhaus
Sarmstädt
Ludwigstr., Ecke Kirchstr.
12484
Weiblieh
Beſſeres Friulein ſucht Stelung
als Verkäuferin. Gut. Zeugn.
aus erſtem Geſch. Off. u. O. 97
a. d. Expedition d. Bl. (*13931md
Schneiderin empfiehlt ſich
*13897mdf) Wienersſtr. 46, pt. I.
Junge Frau, tüchtige Schneiderin,
ſucht Heimarbeit. Offerten unt.
P 9 an die Exped.
(*13969
Frau ſucht Laufdienſt morgens
oder mittags 2 Stunden. Näheres
Dieburgerſtr. 32, Vorderh. (*13996
Jüngeres Mädchen,
welches kochen kann und alle
Haus=
arbeit verſteht, ſucht Stelle nach
Hanau oder Umgegend per 1. Juli.
Lohn 18—20 Mk. Offerten unter
O 82 an die Exped. (*13875md
Jg, kräſt. Mädch. ſucht Stelung
bis 15. Juni in kl. Haushalt. Zu
erfr. Taunusſtr. 28, I. (*13827md
Junge Frau ſucht Laufdienſt
*13919md) Heinheimerſtr. 100, pt.
ſucht Waſchen
Taubſt.
Langegaſſe
Nr. 14, eine Treppe. (*13945md
Stell. ſuch.: Herrſchaftstöchinnen
erſte u. zweite Hausmädch.,
Allein=
mädch., welche einf. koch. können, für
ſof. u. 1. Juli Frau Minna
Dingel-
dein, gewerbsmäßige Stellenvermittlerin,
Schützenſtr. 10½. Tel. 531. (*14059
Mädchen ſucht tagsüber Beſchäft.
Alexanderſtr. 4, Htb. II. (*14055
Frau ſ. morg. Laufd., gehr a.
halbe Tage waſchen u. putzen
Gr. Kaplaneigaſſe 35. (*14035
Jge. Frau ſucht für morg. 2—3
Std. Laufdienſt. Näh.
Fuhrmann=
ſtraße 10, Hinterb., Manſ. (*13988
Ein ſehr gut empfohlenes
Dienſtmädchen, das in der
bürger=
lichen Küche und allen
Haus=
arbeiten bewandert iſt, ſucht
Aus=
hilfeſtelle vom 15. Juni bis event.
15. Oktober I. J.
Offerten unter P 36 an die
Expedition d. Bl.
(*14064
Einf. gedieg. Frl., 31 J. alt, ſ. Stellg.
zur Führung des Haush., am liebſt.
b. Witwer m. Kindern .Gefl. Off. erb.
in die Exp. d. Bl. u. P33. (*14050ds
Lehrmädchen.
Ich ſuche für meine Tochter,
velche ½ Jahr Weißzeugnähen
gelernt hat, eine Lehrſtelle im
Kleidermachen.Näh. Exp. (*14000
Durchaus perf. Bügl. hat n. Tage
frei. Moosbergſtr. 49, 1. St. (B12488
Stelle ſuch. z. 15. Junt u. 1. Juli
mehr. Mädch., d. Hausarb. u. einf.
Küche verſt. Elisab. Frank, gewerbsmässige
Stellenvermittlerin, Saalbaustr. 33. (*1405d
151. Mädch. ſ. morg. 2—3 St.
Lfd. Schloßgartenſtr. 21 Ir. (*13986
Männiien
mit ſlotter
Junger Kaufmann Handſchr.
ſucht Beſchäftig. irg. welch. Art.
Off. u. P 12 an die Exp. (*13991dfs
ſucht für die
1 Architekt Herbſtf.evtl.
ab 1. Juli unter beſcheid. Anſprüch.
Bürobeſchäftigung. Offerten unt.
P 30 an die Exped. (*14043ds
Techniker,
Heizungen u. allgem.
Maſchinen=
bau, ſucht Nebenbeſchäftigung. Off.
unter P 2 an die Exped. (*13968
zeichner
für Hochperſpektive. Aufnahme
künſtleriſcher Landſchafts=
Natur=
aufnahmen, ſowie techniſchen
topo=
graph. undlitographiſchen Arbeiten,
ſucht Engagement bei nur ſtädt.
od. ſtaatl. Behörden hier od. ausw.
Off. erbet. unt. P 19 Exp. (*14004
Junger Mann, verheiratet,
wünſchtBeſchäftigungirgendwelcher
Art. Kaution kann geſtellt
wer=
den. Gefl. Offerten unter P 23
a. d. Expedition d. Bl. (*14024
Junger Diener ſucht Stelle in
Herrſchaftshaus. A. Dingeldein,
gewerbsmäßiger Stellenvermittler,
Schützenſtr. 10½ . Tel. 531. (*14030
Welch edeldenkender Menſch
gibt oder beſorgt einem Mann,
36 Jahre alt, Vater von 4
Kin=
dern — 1 Sohn lahm —, der auf
ſeinem Geſchäfte, Metalldreher,
nicht mehr arbeiten kann, Arbeit
jedweder Art? Offert. u. P 18
an die Expedition d. Bl. (*13999
Offen
Weiblich
Tich. Rock. u.
Tailenarbeiter=
innen ſof. geſ. A. Herber,
Damen=
konfekt., Wilhelminenſtr. 10. (*14022
Aelteres, geſ. 2. Mädch., das
kinderlieb iſt, per 1. Juli n.
Pforz=
heim geſucht. Vierteljährl. 75 M.
Freie Reiſe. Frau Heß,
Hohen=
zollernſtraße 97, II. (12465dfs
Tücht. Näherinnen
für beſte, gut bezahlte Arbeit.,
auf unſere Werkſtatt u. für
Heimarbeit, per ſofort für
dauerno geſucht (12307ids
Oppenheimer & Co.,
Schulſtraße.
Arbeiterinnen
bei hohem Lohn ſofort geſucht
Damenkonfektion W. Schnell
Kirchſtraße 19. (*13967
Lehrmädchen aus achtbarer
Fa=
milie gegen ſofortige Vergütung
ge=
ſucht. Näh. i. d. Exped. (*14037dsi
Alleinmädchen geſucht,
Haus=
arbeit, Bügeln, etwas koch. verlgt.
Saalbauſtr. 69, 2. St. (*13639oid
Einfaches, ſolides Mädchen zum
Anlernen für die Kaffeeküche
ſo=
fort geſucht Britannia-Hotel. (*14001
Saubere Laufrau vor= u. nachm.
geſucht Aliceſtr. 17, II. (*13989
für 15. Juni tüchtig.
Suche zweites
Hausmäd-
chen, das alle Hausarbeit
ver=
ſteht und gute Zeugniſſe hat.
Baronin Leonhardi
Wilhelmſtraße 15. (12464dfs
Gesucht
zur Pflege 2er kl. Kinder ein
zuver=
läſſiges, älteres Mädch. od. Witwe,
geg. gut. Lohn. Näh. Frau Sidonie
Frank, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin Schulſtr. 9. (*14018
Such. m. Mädch. z. 1. Juli u. 5. Junk.
Frau Sidonie Frank, gewerbsmäßige Stel-
Ienvermittleein, Schulſtr. 9. (*14019
Kochfrau, die auch Hausarbeit
übernimmt, zur Aushilfe geſucht
Dieburgerſtraße 84/3. (*14022
Ordentliche Mädchen von 14 bis
16 Jahren finden dauernde,
gut=
lohnende Beſchäftigung. (*14062
Maschinenstrickerei, Wienersstr. 61.
Innastr. 61, I.
Lauffraugeſucht (*13962
werden ange=
Junge Damen nommen, die
feine Hotelküche, Einmachen ꝛc., zu
erlernen. Britannia-Hotel. (*14003
Männlich
Für eine Druckerei wird ein
junger Mann für das Kontor
per 1. Juli geſucht. Derſelbe muß
außer allen Kontorarbeiten in
Stenographie u.
Schreibmaſchinen=
ſchreiben gut bewandert ſein. Off.
mit Zeugniſſen und Gehaltsang.
unter O. 43 an d. Exp. (*13761imd
Mark täglich. Verdienſt d.
22 Verkf. m. Patentartikel für
Herren. Neuheitenfab. Mittweida=
Markersbach Nr. 117. (8720II
Schiffsjungen
erhalten gratis Auskunft über
Kar=
riere und Ausrüſtung 1. Brandf
Altona a. Elbe, Fiſchmarkt 20. (11346E
Zur ſelbſtſtändigen Leitung
unſerer Filiale wird ein
Strebsamer Herr
per ſofort geſucht der über ein
Barkapital von M. 1200
ver=
fügt. Einkom. ca. 3—6000 M.
p. a. Offert. unt. F M V497
an Rudolf Moſſe,
Frank=
furt a. M.
(124712f
Lebensstellung
Gehalt, Proviſion, Speſen, erhält
tüchtiger Akquiſiteur der Feuer= u.
Einbruchdiebſtahlbranche. Offerten
unter O. 37 Expedition. (12303a
Solider Arbeiter
in dauernde Stellung geſucht.
Näheres in der Exped. (12455
Berliniſche Lebensverſicherungs-
Gegründet 1836 Geſellſchaft Gegründet 1836
Unſere Generalagentur Darmſtadt (Platz) mit
beträcht=
lichem Inkaſſo iſt baldigſt neu zu beſetzen. Wir bitten geeignete
kautionsfähige Bewerber um Einreichung von Offerten an die
Bezirksverwaltung Frankfurt a. M.
Kronprinzenſtraße 10. M. Freyholdt. (12505ds
Reinliches Mädchen
tagsüb. geſ. Karlſtr. 12, pt. (*14046df
Infolge des Todes unseres langjährigen Ver-
I treters, Herrn Ph. Schneider, ist die von
demselben innegehabte
Haupt- und Inkasso-Agentur
neu zu besetzen. Kautionsfähige, rührige und
an-
gesehene Bewerber, die über gute Beziehungen
ver-
fügen und persönlich akquirieren wollen, werden
gebeten, sich an uns zu wenden.
(12472MI
Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G.
alle Stuligarter).
Junges Mädchen in kl.
Haus=
halt bis nach dem Spülen
ge=
ſucht. Vorzuſtellen von 9 Uhr ab
Saalbauſtraße 63gIII. (*14061
Versicherungsstand .
Seither für die
Ver-
sicherten erzielte
Ueberschüsse .
1 Milliarde 19 Millionen Mark
204
[ ← ][ ][ → ]Nummer 13P.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den
1912.
Seite 15.
Gegen Proviſion und Fixum
ſucht tüchtigen Reiſenden, ſowie
auch ſtille Vermittler auf die
Ver=
ſicherungszeitſchriften „Nach
Feier=
abend‟, „Die Fürſorge” und „Der
Volkshort”.
(*13722imd
Vertreter: Wilhelm Didzuhn,
Darmſtadt, Kranichſteinerſtr. 7.
Von einer großen deutſchen
Le=
bens=, Unfall=, Haftpflicht=, Volks=
und Sterbekaſſen=Verſicherungs=
Geſellſchaft wird ein tücht. redegew.
Reiſeinſpektor
gegen Fixum, hohe Proviſionen
und Speſen geſucht. Die Stellung
iſt dauernd und ſehr
entwicklungs=
fähig. Bewerbungen auch von
Nichtfachleuten, die für das
Ver=
ſicherungsweſen ausgebildet
wer=
den, erbeten an die Exped. d. Bl.
unter P 16.
(*13979
Junge Leute können ſich zum
Chauffeur
ausbilden, geg. geringe Entſchädig.
Beruf gleich. Eintritt baldigſt.
M. Schachtſchabel & Co.,
Automobilwerk
Halle a. S., 61. 12233od
Gesdch.
2—3 nicht zu junge Leute finden
ſofort dauernde Stellung zum
Ein=
kaſſieren von Geldern. Nur
kau=
tionsfähige Leute wollen ſich
mel=
den. Offerten mit Angabe von
Alter und bisheriger Tätigkeit ſind
unter P 21 an die Expedition zu
(12477dfs
ſenden.
geſucht für
Schloſſer Reparaturarbeiten
Landwehrſt. 79. (*14009dfs
Tüchtiger ſolider Mann, der ſchor
mehrere Jahre als
Möbelpacker
beſch. war, ſof. für dauernd geſucht.
Gg. Ehrhardt & Söhne,
Möbel=
fabrik, Feldbergſtr. 36. (12402md
Reinliche Jungen
und Mädchen
für leichte Arbeit per ſofort für
dauernd geſucht. Näheres bei
Wehner & Fahr, Schokoladen=
(12298imd
fabrik.
Zuverläſiger Hausburſche
ge=
ſucht Roßdörferſtr. 40. (*13928md
Solider, tüchtiger
Fuhrknecht
für ein Kohlengeſchäft geſucht.
Näheres Expedition.
(*14045
Junger Hotelburſche geſucht.
A. Dingeldein, gewerbsmä ßiger
Stellenver-
mittler, Schützenſtr. 10½
(*14060
zuverläſſig, nücht,
Jahrburſche zu einem Pferd
ge=
ſucht
Alfred Hammer,
Weinhandlung,
*13993df) Bismarckſtraße 76.
Kellnerlehrling ſofort geſucht
Britannia-Hotel. (*14002
Lehrling ſucht F. Albert,
Tape=
ziermſt., Wilhelminenſt. 35. (*13963dso
Dirckt vom Lagerfa
6
werden die Heſſenbräu=Flaſchenbiere gefüllt.
Sie ſind rein, gut und wohlbekömmlich.
Jüngerer, ſauberer Burſche
ſo=
fort geſucht. J. Müller, Bier
handlung, Kiesſtraße 20. (*14053
Tapezierlehrling (*13831md
ſucht A. Meurer, Kiesſtr. 55.
Fürein größeres hieſiges Engros=
und Detail=Geſchäft wird zum
baldigen Eintritt ein
Lehrling
mit guter Schulbildung geſucht.
Offerten unter O 86 an die
Expedition d. Bl.
(12414md
Der Gabelsberger Stenogr.
kundiger
Lehrling
für kaufm. Büro geſucht.
An=
gebote unter O. 49 an die
(*13748ids
Expedition.
En
Berlitz-School
Grösstes Sprachinstitut
Wilhelminenstrasse 19, II.
Telephon 613.
Englisch
Französisch
Italienisch
Spanisch
Russisch
Deutsch.
Von Jani bis Oktober
auf sämtliche Preise
15% Rabatt.
Stolze=
Schrey’scher
Stenograph.
Verein
Unterricht,
Fortbild. De-
62 hatenschr.
Uebung Freitags, abends 8½ Uhr.
Hessischer Hof, Wilhelminenstr. 1, I.
wünſcht engliſch.
Engländerin Unterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
Fründl. Nachhilfe, vorzugsweiſe
Gi. d. Mathematik, w. Realſchülern
all. Kl. ert. Off. u. P 29 Exp. (*14085d
2 Herren ſuchen Unterricht it
Guitarre. Offert. mit Preis
(*13972
unt. P 8 an die Exp.
Cello-,
Guitarren= und Mandolinen=
Unterricht wird gründlich erteilt
Bismarckſtraße 3.
(*13619sid
Alsrussisch. Korresr
empfiehlt ſich Stud. der hieſ. Hochſch.
In Rußl. Handelsſch. abſolv. u. in
einem bed. Geſch. tätig war. Anfr.
Stud. P., Techn. Hochſch. .(*14012
Ich ſuche nachweisbar
rentabl. Geſchäft zu übern.
zleichviel welcher Branche.
Dispo=
nibles Kapital 30—35000 Mk. Off.
unt. P 5 an die Exp. (*13960
wie neu, ſehr
Adler-Rad, billig zu verk.
(11774a
Grafenſtraße 26.
Konkurrenzlos
im Preis wie in der
Aus=
führung ſind die (8300a
Kunſthaararbeiten
der Firma
Ernstkeiter
Verückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Entreſol.
Für altes Eisen, alte Metalle
Papierabfälle ailer Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (8299a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.
Weiß- und Rotwein
Das Beſte, was zum Preiſe von
80 Pfg. pro Flaſche ohne Glas
gebot. werd. kann, bringe hiermit in
empfehlende Erinnerung. (10841a
Georg Roth, Dieburgerstr. 12.
Frische Odenwälder
Hahdbatte!
per Pfund 1.30 Mk.
empfiehlt (12509
M. Greib
Telefon 735 Schulſtr. 9.
Für großart., wertvolle (*1330mdf
Erfindung
(in Deutſchland ſoweit patentiert),
Kapitaliſt für Auslandpatente zu
nehm. geſucht. 50% Anteil zugeſich.
Offert. unt. O 91 a. d. Exp. d. Bl.
Dachreparaturen
werden raſch u. billigſt ausgeführt
Adam May, Dachdecker,
*14042ds) Rundeturmſtr. 16.
Nein= und Anſtricken
von Strümpfen ſow. Beinlängen
auf der Maſchine billig u. prompt.
Heinheimerſtr. 20, 3. Stock. (827a
Derienige, welch, am Sonnt. in der
Hunde=Ausſtell. einen Schirm
an ſich nahm, iſt erkannt u. wird
er=
ſucht, denſ. innerh. 3 Tag.
Arheilger=
ſtraße 58 bei Katzenbach abzugeb.,
andernf. Anzeige erfolgt. (*13976ds
Shllaufen
großer weiß=brauner Zughund
und Pinſcher, auf die Namen
Cäſar und Putz hörend. Gegen
Belohnung abzugeben bei
Michael & Dr. Oehmichen.
Hyperolin=Farbwerk (12396md
Ober=Ramſtadt.
Schneeweiße Wäsche
gibt
Waschpulver
„Gemahlene Salmiak-Terpentin-Seife‟.
Garantie für höchste Reinigungskraft beigrößter
Schonung der Wäsche.
Ueberall zu haben
in weissen Paketen mit grünem Druck und roten
Hämmern.
(3779a
Alleiniger Fabrikant:
P. H. Schrauth, Neuwied am Rhein.
Rechts-, Inkasso- und Verwaltungsbüro
„FORTUNA‟
Jahresbeitrag
Jahresbelrag
Jakob Gebhardt
Mk. 6.—
Mk. 6.—
Darmstadt, Elisabethenstrasse 56
Bürostunden: vorm. 8—12 Uhr, nachm. 2—8 Uhr
Sonntags-Sprechstunden: 10—12 Uhr.
(*13984
Kurſe vom 5. Jnni 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100, 10
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,90
do.
80,50
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
3½ do. Conſols . . . 89,75
3 do. do.
89,50
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,80
do.
3½
92,10
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,0
3½
do.
88,40
3
79,10
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,70
4 do. do. (unk. 1918) 99,90
88,60
do.
3u
3
do.
79,90
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,10
4 Württemberger v. 1907 100,20
do. v. 1875
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 54,50
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 92,10
4 do. Goldrente . . . 96,50
4 do. einheitl. Rente 88,80
3 Portug. unif. Serie I 64,70
3 do. unif. Ser. III 67,25
3. do. Spezial . . . . 10,10
5 Rumänier v. 1903 . . 101,00
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 91,00
4 do. v. 1902 . . . . 90,70
4½ do. v. 1905 . . . . 100,60
3½ Schweden .
94,20
4 Serbier amort. v. 1895 85,70
4 Türk. Admin. v. 1903 82,90
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,20
4 Ungar. Goldrente . . . 91,00
4 do. Staatsrente.. . . 89,25
Zf.
In Proz.
5 Argentinier
.101,10
4
do.
86,10
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,60
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,50
4½
do.
4½ Japaner . .
. 94,50
5 Innere Mexikaner . . . 95,00
do.
60,10
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,10
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 71,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 141,30
5 Nordd. Lloyd . . . . . 116,10
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,90
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,75
8 Baltimore und Ohio . 107,10
6½ Schantungbahn . . . 134,50
6½ Luxemb. Prince Henri 157,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,25
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
74,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.504,80
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . 250,00
30 Farbwerke Höchſt . 602,20
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim .349,80
10 Cement Heidelberg . . 152,00
30 Chem. Werke Albert 458,50
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz.
. . . 309,40
4 Lahmeyer . . . . . . . 127,00
In Pr
Htob.
7½Schuchert, Nürnberg 158,00
12 Siemens & Halske .237,90
5 Bergmann Electr. . . 137,40
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 175,75
0 Gummi Peter . . . . 133,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 176,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 498,00
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 192,00
8 Steana Romana Petr. 138,75
15 Zellſtoff Waldhof . . 234,75
12½ Bad. Zucker=Wag=
. . 211,50
häuſel .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,70
3 Südd. Immobilien . 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 187,50
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. .
228,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . .
.176,00
10 Gelſenkirchener . . . . 187,30
8 Harpener . . . . . . . 185,25
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 257,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 83,90
4 Laurahütte . . . . . . 176,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
„ Weſteregeln 194,00
7½ South Weſt Africa 148,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 89,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,70
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,10
4 Franz=Jofefs=Bahn
3 Prag=Duxer . . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn . 105,00
4 Oeſterr, Staatsbahn 94,50
do.
78,25
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 100,00
Inßron,
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,00
do.
53,70
3 Raab=Oedenburg
.76,50
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 88,60
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,30
88,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,50
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb.
76,10
do.
2¼/0 Livorneſer
67,50
3 Salonique=Monaſtir . 65,00
4 Bagdadbahn .
84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 96,90
4 Miſſouri=Pacific . . . . 72,30
4 Northern=Pacific . . . 100,50
4 Southern=Pacific . . . 95,40
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,60
5 Tehuantepec . . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 195,90
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
. . 150,30
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 166,90
6½ Darmſtädter Bank . 121,50
12½ Deutſche Bank .253,00
6 Deutſche Vereinsbank . 123,75
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,60
10 Diskonto=Kommandit 184,50
8½ Dresdener Bank . . 152,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,75
6½ Mitteld. Kreditbank 119,25
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,20
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,23
Wiener Bankverein . 133,70
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,60
Sf. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 98,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
do.
88,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,20
do.
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
.100,00
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
100,05
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,50
S. 3—
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
31
do.
89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
8½
89,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
.
8½ do.
89,10
4 Frankfurt.
99,80
8½ do.
95,00
4 Gießen
8½ do.
90,50
4 Heidelberg
99,00
8½ do.
4 Karlsruhe
98,40
do.
8½
89,70
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
98,50
3½ do.
90,00
4 Mannheim
98,50
do.
3½
4 München
99,90
3½ Nauheim
4 Nürnberg . . . . . . . 100,00
do.
34
90,10
4 Offenbach . . . . . . . 97,90
Bf.
In Proz
3½ Offenbach
4 Wiesbaden
100,00
3½ do.
95,10
4 Worms.
98,50
88,90
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 80,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 177,10
3½ Cöln=Mindner 100 135,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 109,75
3 Madrider Fs. 100 75,90
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,10
3 Oldenburger . . . . . . 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,60
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger.
. fl. 7 34,70
Braunſchweiger Tlr. 20 196,10
Freiburger .
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
ſl. 7
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858 fl. 100 448,00
Ungar. Staats . . fl. 100 374,00
Venediger .
Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke .
16,19
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten . . . . . 20,45
Franzöſiſche Noten. . . . 81,05
Holländiſche Noten. . . . 169,25
Italieniſche Noten . . . . 80,35
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . . (215,50
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Lombard 844 6
Unser
bietet die grössten Vorteile zum Einkauf
Die Preisermässigungen betragen
Auf die reduzierten Preise, welche deutlich mit Blaustift ersichtlich sind,
geben wir noch
schwarz-weisse Rabatt-Marken
oder 4 Prozent Kassa-skonto
welcher an der Kasse abgezogen wird.
Grosse Vorräte sind in nachstehenden Artikeln vorhanden
Einsatzfemden, Maccohemden, Maccofosen, Normal-Wäsche,
Kragen, Krawatten, Gberfiemden, Manschetten, Serviteurs,
Jarnituren, Kandschuße, Strümpfe, Socken, Damen- und
Kinder-
wäsche, Korsetten, Anterröcke, Antertaillen, Sweaters, Käubchen,
Lätzchen, Besätze, Spitzen, Stickereien, Fürtel, Japons, Jutz-
und Modewaren etc. etc.
Wir bitten im eigenen Interesse möglichst auch die Vormittagsstunden zum
Ein-
kauf zu benutzen, da sich nur dann eine sorgfältige Bedienung ermöglichen läßt.
Ludwigstr.
Ausgabe von schwarz-weissen Rabattmarken.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Nummer 131.
[ ← ][ ][ → ]j6 131.
Damtersiag 6. Zum.
1912.
DOrt
Sportplatz an der Windmühle, Pallaswiesenstrasse 127
Sonntag, den 9. Juni 1912, vormittags 11 Uhr — nachmittags 2 Uhr
(12492
I. Nationale olvmp. Spiele
C
Karten-Vorverkauf: Verkehrsbüro und Havannahaus Löhr, Wilhelminenstrasse 8.
Bezirnsverem Bessungen
Wir laden unſere verehrlichen Mitglieder zu dem am
Freitag, den 7. Juni 1912, abends Punkt 8½ Uhr
im Städt. Saalbau ſtattfindenden Vortrag mit
Licht=
bildervorführung
von
über den neuen waldtriedhol Herrn
Stadtbaurat Buxbaum ergebenſt ein.
(B12507
Der Vorſtand.
Musk-Verein Darmstadt.
Sonntag, 9. Juni 1912 für die aktiven u. inaktiven Mitglieder
Familien=Ausflug
Alsbach-Alsbacher Schloß (Frühſtück)-AuerbacherSchloß-Auerbach
In Auerbach bei Weigold „Zur Bergſtraße, ½4 Uhr gemeinſames
Mittageſſen à 2 Mk. das trockene Gedeck. Abfahrt Hptbhf. 8.58,
(„Süd‟ 9.03), Rückfahrt ab Auerbach 8.39. Sonntagsbillet III. Kl.
Auerbach (85 Pfg.). Bei ſchlechter Witterung Abfahrt 1.07, (reſp.
1.12) nach Zwingenberg und kürzerer Gang nach Auerbach. Durch
Mitglieder eingeführte Gäſte ſind willkommen. Einzeichnungsliſte
liegt auf bis Freitag, 7. Juni, abends beim Hausmeiſter,
Stein=
ſtraße 24 (Telefon 970).
Um recht zahlreiche Beteiligung bittet
Der Vorſtand.
(11947isd
Konzertsaal Perkeo
Alexanderstrasse 12 und 14.
(12034a
Täglich das grosse Variété- u. Theaterprogramm.
Graken Gorlwald.
Reste
Empfehle meine bekannt p. Küche, ff. bayriſche und hieſige Biere,
prima Weine. Von Donnerstag ab gute Münchner Bedienung.
Gleichzeitig empf. im Hotel gute Zimmer mit Frühſt. v. 2 Mk. an.
12482)
M. Schiesslinger.
Donnerstag, den 6. Juni
Novitäten-Aben.
HHOTEL HEss-.
(12510
Wir empfehlen
Ia Sechecht
per Pfund 25 Pfennig
im Ausſchnitt pr. Pfd. 40 Pf.
Lebende Hale
pr. Pfd. von 80 Pf. an
0 0
2
. . Nchbart
im Ausſchnitt pr. Pfd. 1 Mk.
Blädteichen
Tenie
Krebte
Holieferanten
Grafenstrasse 19
Hauptbahnhof.
Filiale: (12498
Ludwigsplatz, gegenüber der
Mittagessen von Mk. 1.50 an
Städt Pfungstadt.
Telephon 40.
Vorzüglichen Kaffee u. Kuchen
(12469a 5 Jahrräder u. Nähmaſchinen
(Eigene Konditorei).
repariert gut und billig (*13977
Rep.=Werkſtätte Chr. Debus,
Münchener Hofbräu - Helles Export
Nd.=Ramſtädterſtr. 57a, Tel. 1737.
E. Niemann, Hoflieferant.
eraisd.
uni und gestreift, in sehr
Tennis Hoseh grosser Auswahl
Mk. 5.50, 7.75, 10.50, 12.75, 16.50
blau, 2-reihig, ohne Futter,
icht, mit vollem Besatz
Tennis-Saccos
Mk. 30.−
„Waldr
Volle Pension von 4.00 Mk. an.
Schönster Ausflugsort. Haltestelle der Strassenbahn.
Vorzüg-
liche Speisen und Getränke. Aufmerksame Bedienung.
Ver-
einen und Gesellschaften zu Ausflügen sehr zu empfehlen.
P. Tix, Restaurateur.
*14016)
Tanz,Unterricht.
Den geehrten Herrschaften von Darmstadt und Umgegend
ergebenst zur Kenntnis, dass ich mein
Tanz-Institut
wieder selbst übernommen habe und, durch meine Tochter unter-
(12478a
stützt, allen Wünschen gerecht werden kann.
Aesthetische Gymnastik, Anmutslehre, Privatstunden jederzeit.
Ergebenst
H. Volkert und Tochter
Elisabethenstrasse 17, I. Etage, Ecke Wilhelminenstrasse.
Mehrere große neue Kiſten! Parkettböden
zu verkfn. Schloß=Café. (*14032 werd. gerein. Dieburgerſtr. 4. (12138a
Tüchtige Schneiderin empfiehlt
ſich für in und außer dem Hauſe
Mathildenpl. 10, I. (*13793ids
n moderne Muſter, w.
Steppdecken von 3 Mk. a. gef.
Karlſtraße 41, Seitenbau. (650a
Bei Ausflügen
lvon Vereinen und
Gesell-
schaften bringe meine
Lokali=
täten zur gefälligen Benutzung in
empfehlende Erinnerung (*13659od
Walter
Hessischer Hof.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Barcelona”, von
Phila=
delphia kommend, 4. Juni 5 Uhr
30 Minuten morgens auf der
Elbe.
Dampfer „Bethania‟, 2. Juni
4 Uhr nachmittags von
Balti=
more.
Dampfer „Cincinnati”, von New=
York kommend, 4. Juni 5 Uhr
30 Minuten morgens von
Cher=
bourg.
Woog, am 5. Juni 1912.—
Waſſerhöhe am Pegel 3,75 m.
Luftwärme 140 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 17½ C.
Woog=Polizei=Wache.
Fennis-Gürtel
in all. Weit. in Drell u. Leder
Mk. 1.10 bis 6.50
Willy Schoub
Ludwigsplatz
Ecke Schulstrasse.
A. Schrimpft und Frau
Neckarstrasse 22. parterre
(*14034
Institut für Tanzkunst und Kallisthenie!
Privattanzstunden jederzeit. — Eigener Unterrichtssaal.
Für Münzenſammler!
2 Jubiläumstaler der
Uni=
verſität Berlin zu verkaufen. Zu
erfragen i. d. Exped. (12400md
roßfr. Johannisbeeren am Stock
0 zu vk. Artillerieſtr. 4, I. (*14020dfs
Gebrauchte Bretter
z. kauf. geſ. Adam Volz, Wagnermstr.
Lauteſchlägerſtr. 12.
(*14063
2 Spiegel, 1 Tisch, 1 Küchenschrank,
2 2 Bilder zu verk. Anzuſ. mittags
—5 Uhr Landwehrſtr. 16, p. (*14049
Mestadran Gustav Uemz
Luisenstrasse 14.
Küche zu jeder Tageszeit.
Grosser schattiger
Platanengarten.
(11675a)
Spezial-Ausschank
Münchener Löwenbräu
Pilsner Urquell.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 191
Nummer 131.
Zahn-Créme
Mundwasser
Sport.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Mit lebhaftem
In=
tereſſe ſieht jeder Sportsmann dem am nächſten Sonntag
auf dem Sportplatze an der Windmühle, Pallaswieſenſtr.
127, ſtattfindenden III. national. olymp. Spiele
entgegen. Ein reiches Programm verſichert einen großen
ſportlichen Genuß. Neben zahlreichen Läufen über kurze
und lange Strecken, Wurf= und Sprungübungen wird ein
von Herrn Ritter und Edler von Oetinger geſtifteter
Wan=
derpreis im 400 Meter=Stafettenlaufen zum 3. Mal
aus=
getragen. Verteidiger iſt Frankfurter Turnſportverein e. V.
von 1897, welcher am nächſten Sonntag mit ſeiner beſten
Mannſchaft antreten wird. Die beſten Läufer unſerer
Vaterſtadt und von Frankfurt a. M. ſtarten in den
einzel=
nen Konkurrenzen. Vormittags 11 Uhr beginnen die
Vor=
lämpfe im 100 Meter junior= und 100 Meter ſenior=Laufen,
im Speerwerfen und Dreikampf (200 Meter=Laufen); die
übrigen Kämpfe beginnen nachmittags 2 Uhr. Die
Ehren=
preiſe ſind von Donnerstag nachmittag ab in Löhrs
Havannahaus, Wilhelminenſtr. 8, ausgeſtellt. Der
Karten=
verkauf findet im Verkehrsbüro und Löhrs Havannahaus
Siehe Anzeige.)
Pferdeſport. Rennen zu Frankfurt a. M.
Feſtino=Flachrennen; Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz
2000 Meter: 1. Herrn V. Noethers Rutlands Arms (Dr.
Rieſe), 2. Flibuſtier (Lt. v. Moſch), 3. Saint Anton
(Herr Leibbrand). Tot. 12110. Drei liefen. Sehr leicht
6—4 Lg. — Staufen=Hürden=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
2800 Meter: 1. Herrn v. Schilgens Protegee (Seiffert),
2. Benjamin (Printen), 3. Erato (Fanta). Tot. 41:10,
Pl. 12, 12, 24:10. Unpl.: Lady Scholar (4), Ray o’Light,
Halte, Rowdy, J. H. L., Iturbide, Briar, Truſh.
Ueber=
legen 5—½ Lg. — Fortuna=Jagd=Rennen; 3500 Mark,
Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn H. Ludwigs Placide (Beſ.),
2. Shirley (Dr. Rieſe), 3. Fenloe (Beſ.). Tot. 25:01,
Pl. 11, 11, 15:10. Unpl.: Rabenlocke (4), Puller,
Terpſi=
chore, Oatfield. Sehr leicht 2—3 Lg. — Kaiſerpreis=
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 10000 Märk, Diſtanz
4000 Meter: 1. Lt. Frhrn. v. Lotzbecks Halcyon Days
(Beſ.), 2. Nickelkönig (Lt. v. Moßner), 3. Corbais (Lt.
v Egan=Krieger). Tot. 20110, Pl. 11, 11, 11:10. Unpl.:
Counterfeit (4), Mourlan, Ibyeus, Le Repas. Verhalten
3—2 Lg. — Preis von Schwalbach; 5000 Mark, Diſtanz
3500 Meter: 1. Herrn A. v. Schilgens Athenian (
Lom=
matzſch), 2. Iſabeau (Unterholzner), 3. Fifth Ace (
Seif=
fert). Tot. 14:10 (Stall Schilgen), Pl. 14, 15, 18110.
Unpl.: Hunwick (4), Proud Spirita, Moroſe (ausgebr.),
Black Satin (gef.), Gasvard (angeh.). Sehr leicht 2 bis
Lg. Buchenrode=Jagd=Rennen: 5000 Mark, Diſtanz
000 Meter: 1. Rittmeiſter v. d. Kneſebecks Meerbraut
(Lt. v. Egan=Krieger), 2. Sageſſe (Lt. Graf Holck), 3. Pas
de Quatre (Beſ.). Tot. 47110, Pl. 21, 12110. Unpl.:
Versbau (4), Sorgenbrecher (gef.). Leicht 1 Lg.-Weile.
Preis von=Homburg; 7000 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1. Herrn G. Nettes Oben Hinaus (Printen), 2.—— Jap
(Miſchon), 2. — Bröſen (Lommatzſch). Tot. 24:10, Pl. 15,
7 (Jap), 8 (Bröſen):10. Unpl.: Manna, Lenore, Goldkatze
* Lawn=Tennis. Die Lawn=Tennis=
Welt=
meiſterſchaften, die ſeit dem 1. dieſes Monats auf
den Plätzen des Stade Frangaiſe in Saint Cloud bei
Paris entſchieden werden, brachten bisher den beteiligten
deutſchen Spielern recht gute Erfolge. Deutſchländ
ver=
treten Froitzheim, Rahe, Gebrüder Kleinſchroth, Kreuzer
und Frl. Rieck=Hamburg. R. Kleinſchroth konnte in
einem intereſſanten Kampf den Franzoſen Germot 6—3,
6—1, 6—3 ſchlagen, während H. Kleinſchroth über Gault
6—2, 6—2, 10—8 triumphierte. Kreuzer ſchlug Poulain
5—7, 6—3, 6—1. Am dritten Tage traf Rahe mit Strauß
zuſammen, den er 4—6, 6—1, 6—4 abfertigte. Froitzheim
ſchlug de Bormann=Belgien 6—4, 7—9, 6—3, 6—3,
wäh=
rend Frl. Rieck über Frau Danet=Frankreich mit 6—2,
6—4 ſiegte. Im Herren=Doppelſpiel ſchlugen Froitzheim=
Kreuzer Manſet=Quaneſſon mit 6—3, 6—1, 6—1.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 4. Juni.
Fruchtmarkt=
bericht. Am Wochenmarkt blieb der Verkehr wieder
ſehr ruhig, da das Angebot weniger reichlich, aber auch
die Nachfrage nur geringfügig war. Landweizen wurde
billiger abgegeben, neuerdings iſt auch Landroggen mehr
nachgiebig, ferner werden ausländiſche Brotfrüchte ſtärker
und zu ermäßigten Bedingungen offeriert. Hafer bei
unvermindert gutem Konſumbegehr behauptet. Gerſte
geſchäftslos. Mais in guter Qualität knapp.
Futter=
artikel niedriger. Die Forderungen für Mehl ſind
weſent=
lich leichter geſtellt, ohne daß nennenswerte Abſchlüſſe
ſtattfanden.
Der Mannheimer Getreidemmarkt iſt
ſchwächer bei kleinen Umſätzen. An der Berliner
Produktenbörſe war Getreide ausgeſprochen flau
auf das fruchtbare Wetter, das willigere ruſſiſche
Ange=
bot, beſonders für Roggen und Verkaufsaufträge vom
Inland Hafer ebenfalls ſehr matt auf das günſtige
Wetter und große Abgaben. Nach den letzten
Kabelnach=
richten von den amerikaniſchen
Getreide=
märkten (New=York und Chicago) war Weizen nach
feſtem Beginn auf Deckungen der Baiſſiers wieder zur
Mattigkeit geneigt auf die enttäuſchende Exportnachfrage,
ſchließlich aber konnte eine beſſere Stimmung die
Ober=
hand gewinnen, weil der hauſſelautende Bericht von
Mi=
ſter Snow günſtig ſtimulierte. Mais nach ſtärkerer
Ab=
ſchwächung auf größere Zufuhren ſchließlich befeſtigt
in=
folge von Käufen der Firma Armour am Weizen= und
Maismarkt. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in
dieſer Woche von 37,87 Mill. Buſh. auf 36,54 Mill. Buſh.
und die Maisvorräte von 5,80 Mill. Buſh. auf 5,70 Mill.
Buſh. zurückgegangen. Auch in Kanada nahmen die
Wei=
zenvorräte in dieſer Woche von 16,03 Mill. Buſh. bis
12,95 Mill. Buſh. ab.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen hieſ. und Wetterauer 23—23,50, Kurheſſiſcher
23—23,50, Laplata 23,50—24,50, Redwinter 23,50—24,50,
Kanſas 23,50—24,50, Nordd 23—23,50, Ruſſiſcher 24,50
bis 24,75, Rumäniſcher 24,50—24,75, Manitoba 23,50—
24,50, Walla Walla 23,50—24,50. Rogg en hieſ. 20,75
bis 21, Ruſſiſcher 21—21,25, Rumäniſcher 21—21,25,
Baye=
riſcher (Pfälzer) 20,80—21. Hafer hieſ. 21,75—22,
Ruſ=
ſiſcher 20,50—22,50, Rumäniſcher 20,50—22,50, Bayeriſcher
21,80—22, Amerikaniſcher 20—21. Mais mired 18,50
Donaumais 18,60—18,75, Laplata 18,40—18,60, Ruſſiſcher
18,60, Rumäniſcher 18,50—18,60, Weißer Mais 18,50 bis
18,60, Weizenſchalen 12,25—12,50, Weizenkleie 12,25 bis
12,50, Roggenkleie 14—14,50, Futtermehl 14—16,
Biertreberge=
trocknet 15,25—15,50, Weizenmehl hieſ. Nr. 0 31,75—32,
feinere Marken 32,25—32,50, Nr. 1 30,75—31, feinere Mar=
ken 3129-3190, Nr. 2 2fh.=20, ſeinere Marken 2925
bis 29,50, Nr. 3 27,75—28, feinere Marken 28,25—28,50,
Nr. 4 25—25,50, feinere Marken 25,75—26, Roggenmehl
hieſ. Nr. 0 26—26,50, Nr. 1 24—24,50, Nr. 2 21,75—22.
Gewinnauszarg
der
226. Böniglich Preußiſchen Klaſſenlotterte.
5. Klaſſe. 20. Ziehungstag. 4. Juni 1912.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 10000 Mk. 63584 96345
4 Gewinne zu 5000 Mk. 67462 144914
70 Gewinne zu 3000 Mk. 1485 8446 8729 18481
17289 17715 31757 32803 35086 39679 47354 50266
63498 64053 82592 91463 98760 100118 113719 118755
123275 124331 130653 136780 137366 138068 145994
149579 151951 155890 163366 169628 178784 179164
189883
88 Gewinne zu 1000 Mk. 8647 10220 11117 17492
19261 29249 60597 69183 69303 69529 70335 70982
71139 72076 72639 85078 87565 88835 90627 99481
104083 106697 111626 118251 120406 122926 124883
127356 133407 135735 137189 140176 142929 144047
159119 161352 163005 164149 167236 175133 177505
179305 180796 187682
176 Gewinne zu 500 Mk. 3216 6665 8142 8295
10943 13164 13247 15179 15530 17658 16239 22482
29167 40718 46530 50040 52525 52585 52951 54087
55400 56491. 60341 61574 64400 68132 70627 72275
74825 76401 79101 79652 79660 80103 83186 85919)
B8113 88337 88459 91488 94563 95172 96106 97304.
98887 99532 102670 105217 108928 110051 112930
113937 118691 119675 121608 121867 123626 123936
128950 130469 132377 132792 132947 185948 136027
138999 139760 143406 144015 145450 151390 152832
154964 155087 155194 155458 156187 162280 167688
172849 175971. 178071 178956 179070 180990 183072i
186809 187224
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 69108
4 Gewinne zu 5000 Mk. 77103 84513
66 Gewinne zu 3000 Mk. 15020 22428 23089 39770)
42743 50507 52167 56764 61923 63159 64594 64685
86536 103534 107197 107523 113113 115183 123823
124426 129881 133039 143489 145968 155700 163015
171184 174340 177234 178239 184515 187543 188638
82 Gewinne zu 1000 Mk. 173 2595 4772 9233
11083 14125 15983 19834 21915 22793 43228 52250
55719 58741 65825 75860 80869 88514 91183 102643
102932 104481 106179 111115 112064 113464 125903
129621 133583 135397 139605 147959 150586 153879)
163949 166947 174824 176096 179684 183353 189776
174 Gewinne zu 600 Mk. 2503 5998 8962 9263
10909 14418 19333 27687 28787 30868 31844 34142.
35482 35848 36981. 38662 38957 39521 39749 40615
45442 48051 55573 59488 59761. 61680 61873 63746
63769 67187 68838 72544 72680 78531 80324 84928
55836 95191 97579 98405 98601 105723 105799 107136
107865 112037 112298 117567 118538 119194 119232
121708 121982 124255 124674 124749 126001. 126519.
128909 133486 133902 139941 140208 140772 141499
143978 145313 145422 155301 159047 159773 160365
162641 165359 168898 169113 170202 172131 175093
175550 179560 182972 182996 184446 185566 188698
189285
(nur echt mit der Feder)
Flaſche 50 Pfg.
Nur zu haben:
Drog. Gebr. Vierheller,
Schuſtergaſſe.
Drog. Ant. Fischer,
Frankfurterſtraße.
(12461a
Zausbeſ. Acht.! Küchenw. v. 6 M. a.,
Deckenw. v. 3,50 M. a., Fußbodſtr.
„4 M. a. Stanch Blumenthalſtr. 75.(ds
chtung! Kommißbrot in ganz.
u. halben Laiben billigſt
*14908) Mollerſtr. 36, im Laden.
Mein Kind hatte eine
Flechte,
die allen Mitteln trotzte, wohl auch
verſchwand, aber immer wieder
auf=
trat. Zuletzt verſuchte ich Zucker’s
„Saluderma” und binerſtaunt, wie
ſchnell u. gründl. das Uebel dadurch
beſeitigt wurde. C. Jeſen.‟ Doſe
50 Pf. u. 1 M. (ſtärkſte Form) bei
Frdr. Schäfer, Ludwigspl. 7, Chr.
Schwinn, Hofl., Rheinſtr. 8, u. Gg.
Frz. Frank, Parfümerie. (10499E
ſmnzugsh. 1 Gasherd u. verſch.
Damenkleid. ſof. bill. zu verk.
Näh. Wenckſtr. 47, 1. St. (*13983
zerren= und Damenrad, beide
mit Freilauf, billig zu verk.
Magdalenenſtr. 7, Hth., I. (*13982
errenwäſche, Gardin.,
Damen=
kleider, Bluſen und Röcke
werden zum Bügeln angenommen
Frankenſteinſtr. 36, pt. (*13975ds
errenradm. Freil.ſpottb. abzug.
lexanderſtr. 4.=Hth., II. (*13981
Nummer 131.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Juni 1912.
Seite 19.
Ein grosser Posten
Stoh Hester Verland Fester Tobpich Neste
einzelne Dekorationen, Stickereien
bis zu ½ meiner effektiven Kostpreise
Muster in meinem Schaufenster.
Muster in meinem Schaufenster.
Josebn
Trier, Hofmöbelfabrik
Wilhelminenstrasse 25
(12475)
Wilhelminenstrasse 25.
Soderſtr. 90, Ecke Beckſtr.,
große 5 Zimmer=Wohnung m.
Gas, Bad u. allem Zubehör
als=
bald billig zu vermieten. Näh.
Griesheimerweg 19, Kontpr. (11974t
Viktorigstrasse 96
ſehr ſchöne geräum. 5 Zimmerw. m.
reichl. Zubeh. p. 1. Juli z. v. (8059id
1 Zimmer
2. u. 3. St, je eine 4 u. 5
Zimmer=
wohnung per 1. Juli oder ſpäter.
Näheres 2. Stock.
(11753a
Zimmer
3 Zimmerwohn. mit reichl. Zubeh.,
Koch= u. Leuchtgas, p. 1. Juli z. vm.
Näh. Vorderhaus, parterre. (9657id
Hofſtallſtraße 10, Hinterhaus,
ſchöne 3 Zimmerwohnung ſofort zu
verm. Näh. Brdh. pt. l. (12177ids
ſchöne
Moosbergſtr. 44 j2 3 Zimm.=
Wohn. mit Zubeh. zu vm. Einzuſ.
von 2—4 Uhr nachm. (B12326ids
karlstr. 110, 1. St.
3 Zimmerwohnung per 1. Juli.
Näh. Karlſtr. 104½, Lad. (B12327ds
Zu vermieten p. Juli=Auguſt 1912
in der 3=Häuſergruppe Landgraf=
Georaſtraße:
Im Eckhauſe Sackgaſſe Nr. 20
die ſämtlichen Parterrelokalitäten,
die Wohnungen in den
Oberge=
ſchoſſen (je 3 Z. u. K.)
Im Zwiſchenhauſe Landgraf=
Georgſtraße Nr. 34 die
Wohn=
ungen in den Obergeſchoſſen (ie
4 Z. u. K.)
Im Eckhauſe Gr. Kaplaneigaſſe
Nr. 58 Laden mit Wohnung u.
kl. Wohnung parterre (2 Z. u. K.).
Die Wohnungen in den
Oberge=
ſchoſſen (von ie 3 Z. u. K. und
2 Z. u. K.). Nähere Auskunft bei
Harres & Barth, Saalbau=
(11546a
ſtraße 79.
Neue Ireneſtr. 63, 1. St., 3 Z. per 1. Juli zu verm.—
(12380t
Näh. daſelbſt 1. St.
reundl. 3 Zim
Stittstr. 52, II. merwohnung
mit Gas per 1.
Pankratiusſtr. 7 große Drei=
Zimmerwohnung,
I. Stock,r
allem Zubeh., alsbald. (*13905mds
öne 3—4 Zim=
Grafenſtr. 33 mer=Wohnung
bis 1. Juli zu vermieten. (*13978
Wendelstadtstr. 56
Zwei==und Dreizimmerwohnungen
zu vermieten.
(12479ms
Gardiſtenſtraße 19, 1. Stock,
ſchöne 2 Zim.=Wohnung, abgeſchl.
Vorpl., bis 1. Juli z. verm. (*13998dfs
Große 2=Zimmer=Wohnung,
Kammeru. Bleichplatz m. reichlichem
Zubehör per 1. Juli zu vermieten.
Näh. Soderſtr. 48, part. (12487ms
Dame wünſcht von ihrer
Woh=
nung (nahe Kapellplatz), 1. Stock,
2—3 Zimmer, unmöbliert,
ab=
zugeben. Offerten unter P 24
an die Exved. ds. Bl. (*14023dd
Fuhrmannſtr. 6 2
Zimmerwoh=
nung ſof. zu beziehen. (*13723ids
Kahlertſtraße 51
(Ecke Blumenthalſtr.), Manſarde,
2 Zimmer=Wohnung, Gas u. allem
Zubeh., per Juli z. verm. (*14047ds
Zi
Bleichſtr. 19, 1. Stock, großes
unmöbliertes geräumiges Zimmer
per 1. Juli zu verm. (12308ids
Schulſtraße 10
Büroräume zu vermieten.
Magazin, auch als Werkſtatt
verwendbar, Keller können
dazu gegeb. werd. (10165imds
Me
Hell. Laden oder ohne 3 Zim., für ied. Geſchäft geeign.
Ecke Saalbauſtr. u. Marienpl. 8,
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vermieten. Näheres Hügelſtr. 27,
(8009od
Kontor.
e e ee
Keller zu verm. Näh. Gr.
Ochſen=
gaſſe6, Gaſth. z. roten Löwen. (*14013
Heidelbergerſtr. 75, pt., möbl.
Zimmer zu vermieten. (B11919ids
Mathildenplatz 6, 1. St., möbl.
Wohn= u. Schlafzimmer. (12053ids
Teichhausſtr. 38, 1. St. links,
können zwei anſtändige Arbeiter
Schlafſtellen erhalten. (11534ids
Mühlſtr. 58, III., Kapelplatz,
gut möbl. Zimmer. (10207ids
Karlſtr. 31, II., gr. gut möbl.
Zimmer bei ruhiger Familie per
1. Juni zu vermieten. (11709ids
Waldſtr. 24 gut möbl. Wohn. u.
Schlafz., ſep. Näh. Vdh. p. (12312ids
Frankfurterſtraße 36, 2. Stock,
gegenüber dem Herrngarten, groß.
u. kl. möbl. Zim., ſehr bill. (*13807ids
Beinrichſtraße 78, 1. Stock, i
A1 fein möbliertes Zimmer, evtl.
Wohn= und Schlafzimmer, per
efort zu vermieten. (12275n
Bismarckstr. 82, part.,
gut möbl. Zimmer mit oder ohne
Penſ. per ſofort zu verm. (12347a
Eliſabethenſtr. 46, Hths. part.,
ſchön möbl. Zim. ſof. (*13865md
Lindenhofſtr. 9, I., (
Schwimm=
bad), groß. ſauber möbl. Zimmer
ſofort oder ſpäter. (*13886mdf
Bleichſtr. 51, 3. Stock links,
er.
gut möbl. Zin
*13872md
Klappacherſtr. 66 gut möbl. Z.
in ſchöner Lage zu verm. (1200a
Schlossgartenstr. 55, II.
gegenüb. d. Herrng., gutmöbl.
Wohn=
u. Schlafz. m. o. oh. Penſ. (*13815imd
Alexanderſtr. 5, 2. St. links,
möbl Zimmer zu verm (*13745imd
Waldſtr. 32 möbliert. Zimmer
zu vermieten.
(11437
Eliſabethenſtr. 49, part., gut
möbl. Zimmer zu verm. (12026t
Karlſtr. 32, II., möbl. Zimmer
(*13910md
zu vermieten.
Karlſtr. 28, II., gut möbl.
Wohn=
u. Schlafzim. preiswert. (*13923md
Pension ſtraße 4, II.,
Wohn= und Schlafzimmer zu
(12450a
vermieten. kön. 2 Arbeit.
Gardiſtenſtr. 18 gute Schlaf=
(*13820md
ſtellen erhalten.
1 Stellenloſe Mädchen finden
Unterkunft bei Frau Bauer,
Marktplatz 12.
(12335a Magdalenenſtr. 7, Hinth. I.,
einf. möbl. Zimmer an anſtänd.
Arbeiter oder einf. Fräul. (*13980 Bleichſtr. 45, I., ſchön möbl.
Zimmer, auch an 2 Herren. (12353a hält gemütl. Zim. m.
Beſſ. Hert Penſ. bei kinderl. Ehe=
paar zu billig. Preiſe. Offert. unt.
S. H. Poſtamt 4. (*13914md Karlsſtr. 30, Hth., III. I., möbl.
Zimmer, ſepar., zu verm. (12503a Zmerenrche Siudent.-Korporation
ſucht
Kneivlokal
kſeines Haus, Etage od. geeignete
Nebenräume einer Reſtaur. Angeb.
unt. P 11 an die Exp. (*139929 .
Eimammenhaus
womöglich mit Garten, von ſolid.
Handwerker per ſofort od. 1. Juli!
zu mieten geſucht. Späterer Kauf
nicht ausgeſchloſſen. Offert. unter
O. 77 an die Exv. erb. (*13864mdf WFeuzeitlich eingerichtete 6 Zim=
mer =Wohnung mit allem
Zubehör. Nähe Roquetteweg,
Hobrechtſtraße oder Grüner Weg,
per 1. Oktober zu mieten geſucht.
Offerten mit Preisangabe
unter P35 an die Expedition
(*14052
ds. Blattes erbeten. Für bald
zu mieten geſucht Etage oder kl.
Haus, 7—8 Zimmer mit Zubeh.,
eingericht. Badez., elektr. Licht, wo=
möglich Zentralheizung. (12493df
Offert. mit Preisangabe Wies=
baden, Goetheſtr. 11, 2. St. per 1. Zuſt 4 od.
Geſucht 5 Zimmerwohn.,
part. od. 1. St., für Etagengeſchäft
(Möbel), event. mit Werkſtätte.
Offerten mit Preis unt. P 32
an die Exped. ds. Bl.
*14041 Zimmer
Wohnung, mit Bad, elektr.
Licht, womögl. mit Gartenausſicht,
ab 1. September geſucht. Off. unt.
P 15 an die Erp. (*13987dfs Per 1. Oktober
Alleinſtehende, ältere Dame ſucht
in gut. Hauſe 3=Zimmer=Wohnung
mit Zubehör. Off. unt. P 25 an
die Expedition d. Bl. (*14014 52 mal 2 Zimmerwohnung oder
4 Zimmerwohn. mit 2 Eing.,
von alleinſtehend., ruhig. Mietern
geſucht. Angeb. mit Preis unter
(*13990
P 14 an die Exp. 2 grosse, leere
freundl. Zimmer
mit Nebengelaß oder kleinere
ſchöne 3 Zimmerwohnung
in gutem Hauſe (nicht Manſ.)
von einzelnem Herrn per
1. Juli oder 1. Auguſt ge=
ſucht. Offerten mit Preisang.
u. P 28 an die Exp. (*14031
2 ſchön möbl. Zimmer, event.
mit Klavier. Näh. Exp. (*13974dsi
Aktien-Geſellſchaft.
(
Zum Ankaufe von Aktien einer A.=G., deren Gründung
bevor=
ſteht, in Teilen von 100.—, 250.— und 500.— Mark werden noch
mehrere Herren aus den erſten Kreiſen geſucht. Das Unternehmen
iſt gewinnbringend, größere Beteiligungsanteile bereits vorhanden.
(12490
Diskretion zugeſichert.
Anfragen unter P 31 befördert die Expd. ds. Blattes.
eeee
100 Mark
geg. Sicherh. Nur v. Selbſtg. Off.
(*13966
unt. P 3 an die
jungem Kaufmann.
Wer leiht in feſter Stellung, ſof.
80—100 Mk. Off. unt. P 26
an die Exped. ds. Bl. (*14028
2
Herl Schalts-
Villa.
Die in der Villen=Kolonie
zwiſchen Darmſtadt-Eberſtadt,
in direiter Nähe der Halteſtelle
„Waldfriede” der Straßenbahn
ge=
legene Villa Dornburg iſt zu
dem äußerſt billigen Preiſe von
50 000 Mk. zu verkaufen. — Zur
Villa gehören ca. 3500 qm
Garten=
gelände, einſchl. eines Villen=
Bau=
platzes. Näh. Ausk. durch. P. Tix.
Hokel Waldfriede.
(*14915
gegen Umtauſch eines
Herrſchafts=
hauſes oder Einfamilienhaus zu
erwerben. Offerten unter O 42
an die Expedition. (*13726imd
Tandhaus
ſofort zu verkaufen.
Offerten unter L 11 an
(11261a
Exped. ds. Bl.
Bauplätze
im Südviertel.
In ſchönſter Höhenlage, zwiſchen
Ludwigshöh= und Götheſtraße,
ſind Bauplätze für freiſtehende
Häuſer in verſchiedener Größe zu
günſtigen Zahlungsbedingungen
ſehr preiswert zu verkaufen.
Näh. Auskunft bei Harres & Barth,
Saalbauſtraße 70.
(10760a
Grundſtück (Gärtnerei)
Nähe Nordbahnhof, 3243 am,
um=
ſtändehalber billig zu vk. Off. unt.
P 20 an die Exp.
(*14007dfs
uerg
(Ein noch gut erh. 2 ſchläf. Bett zu
Everk. Mauerſtr. 12, pt. (*13997dsi
Dung. Beamt. ſucht frdl. möbl.
Zimmer, event. m. gut. Penſ.,
mögl. Nähe Bahnh. Off. m.
Preis=
ang. unt. P 6 an die Exp. (*13970
Der Militär-
Wohnungsanzeiger
Frühjahr 1912
iſt erſchienen und für
30 Pfg. in der
Expe=
dition des Tagblatt
zu haben.
(10510t
Neue Möbel
weit unter Preis.
Hochfein. Schlafzimmer
in Eich. m. Intarſien nur Mk. 365.
Hochfeine Küche
i. natur=pitsch pine nur Mk. 160.
Schreibtiſch (Diplomat) Mk. 75.
Hochf. Bücherſchrank Mk. 110.
Ausziehtiſche Mk. 23. Stegtiſch Mk. 18.
Diwans Mk. 38. Ehaiſelongue Mk. 27.
Bettſtelle mit Stahl= u. Kapokmatr.
nur Mk. 80. Beſſ. Vertikos Mk. 65.
Nähtiſch. Mk. 16. Rauchtiſch. Mk. 10.
Büſtenſtänd. Mk. 6. Plüſchtiſchdecken
Mk. 10. Abzug. Gartenſtr. 20, L.
Käfer, Mäuse,
Ratten
vertilgt ſicher mit neuem eigene
präp. Mittel, welches das Verweſen
verendeter Tiere beſeitigt, auch das
mißl. Pulverſtreuen übertrifft;
da=
her für Bäckereien, Hotels ꝛc. nur
zu empfehlen. Perſönl. Bedienung
diskret. Beſtellung erbitte
Eber=
ſtadt, Jakobſtr. 18, hier
Rhein=
ſtraße 37, Manſarde. (12491ds
Eich. Truhe u. neuer kupferner
Waſchkeſſel (80 cm Durchm.)
zu verk. Wienersſtr. 70, p. (*14039
Cofa, 4 Sessel, roter Plüschbezug,
gut erhalten, ſehr billig, ſowie
gebrauchte Möbel aller Art fortwähr.
zu hab. Wendelſtadtſtr. 2. (*14058df
Altergebrauchter Kaſſenſchrank zu
kaufen geſucht. Off. unt. P 3 1.
an die Exp. d. Bl. erbet. (12499ds
und
Die naturreinen
alkoholfreien
eine
Vormser
Veinmoste
empfehlen hervorrag. Aerzte
bei Blutarmut, Bleichsucht,
Nervosität (Prof. Forel, Prok.
Bulenburg, Prok. Jordy, Dr.
Gilbert Dr Keferstein)
bei Herzkrankheiten,
Rheu-
matismus u. Eicht (Dr. Matzen,
Dr. Stoll-Nauheim, Dr. Kühne)
bei Magen-, Darm-,
Leber-
u. Nierenleiden (Prof. Bunge,
Prof. Winternitz)
bei allen akuten fieberhaften
Krankheiten (Dr. Järschky,
Prof. Bleuler, Dr. Albu, Dr.
Schilling.)
(2415
Verlangen Sie Sorten-
und Preisliste u.
auf-
klärende Literatur von
Johannes-Horns
Alexanderstr. 4, I.
ASendungen (auch Proben)frei Haus.
Seite 20₰
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Jmi 1912.
Nummer 131.
Für dieſe Woche empfehlen
Schellfisch
Ia
Horasee-Cabliau
:: Feinſte Maifiſche::
Hochfeinen
Salm
Weser-
Silber-
Prachtvollen
im
Henlbutt Ausschnitt
Nordſee-Rotzungen
Hochfeinen Zander
Feinste Schollen
Lebende Karpfen
„ Schleien
„ Knurrhahn
„ Bresem
„ Merlans
„ Barben
„ Seehecht
„ Karauschen
„ Goldbarsch
Lebende Rhein=Aale
Forellen
Suppen= und Tafelkrebſe
Fatges Herige
Sämtliche Marinaden,
Räucher=
fiſche und Fiſchkonſerven täglich
friſch.
Fischhalle
in
Hoflieferanten (12489
19 Eliſabethenſtraße 19
Telephon 543.
Gelegennelshauf.
Neuer Diwan 65 Mk., gebr. Sofa,
wie neu, 25 Mk., feine
Hänge=
lampe 8 Mk., gebr.
Grammo=
phon mit 12 Platten 20 Mk.
14026dfs) Riedeſelſtr. 48, Htb.
mit eichener Platte zu
1 Tiſch verkaufen.
(*14027
Näheres in der Exped. ds. Bl.
Zu verkaufen:
2 moderne Kachelöfen, 2 Cocos=
Turnmatten, Weck’s
Einmach=
gläſer Rheinſtr. 12½ 3. St. (*14005
1 zweifl. Gasherd mit Tiſch,
1 kl. Gashängelampe,
Fahrrad, 1 Piſton (*14044ds
bill. zu verk. Mühlſtr. 26, 2. St. r.
Utüriger Kleiderſchrank
1 Petroleumhängelampe
Schlitten zu verkaufen
*14017) Lauteſchlägerſtr. 6, II. lks.
Ich kaufe getragene Herren= u.
Damenkleider und
Schuhe. Zahle höchſte Preiſe.
Poſt=
karte genügt. J. Blum, Große
Bachgaſſe 19, Laden. (*13707imd
Faſſenſchrank, gut erhalten und
geräumig, zu kaufen geſucht.
Gefl. Offerten mit Angabe der
Ein=
teilung, Größe und Preis unter
O 81 an die Exped. (12401md
C
Uebr. Möbel u. Betten w. fortw. an= u.
verk. beil. Lich, Alexanderstr. 3. (651a
15
Gold, Brillanten, Platin, Oilber
kauft zum höchſten Wert (12333a
A. Kurz, Pädagogſtr. 2, Tel. 1202.
Guterhaltenes Damenrad zu
kaufen geſ. Offerten mit Preis
unt. P 17 an die Exped. (*13995
Wer dort ? (12470a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
nußbaum pol.,
1 Sekretäf, zu kauf. geſucht.
Offerten mit Preis unter P 22
an die Exp. ds. Bl. (*14025dfs
Zahle höchste Preise
für getr. Kleider, Schuhe, Wäſche,
Möbel u. dergl.
Poſtkarte genügt.
(*14048df
A. Hochmann
Kleine Ochſengaſſe 16, Laden.
für Herren und Damen
nur Garantie-Qualitäten, in sehr grosser Auswahl.
Loden-Mäntel u. Caves
für Herren und Damen
aus leichten, echten Kamelhaar-Loden
hochgeschlossen, aus leichten Covert Coit u.
Fantasie-
stoffen, in neuen geschmackvollen Farben.
Sport-Anzüge
,
Sport-Gamaschen .
Sport-Ausrüstungen
Nur erstklassige Waren.
Aeusserst billige Preise.
Spezialhaus vornehmer Herren- und Kinder-Moden
Ludwigsplatz — Ecke Schulstrasse.
(12497
Beerdigangsgeschurt
Bismarchstr. 21.
Telephon 987.
Uebernahme und Ausführung von Beerdigungen, Feuer bestattungen,
Ueber=
führungen, Trauerdekorationen und Aukbahrungen, sowie aller zur
Bestattung nötigen Besorgungen.
(867a