Inſerate
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
In Anweſenheit des Prinzen Eitel Friedrich wurde
in Neukölln das Denkmal Friedrich
Wil=
helm I. enthüllt.
Der neueſte Zeppelinkreuzer „Z. 3‟ (L. Z. 12),
für die Heeresverwaltung beſtimmt, iſt Freitag abend
gegen 11 Uhr in Friedrichshafen aufgeſtiegen
und Samstag vormittag nach 9 Uhr in Hamburg
glatt gelandet.
Bei der Abfahrt zum Nordweſtdeutſchen
Rund=
fluge ſtürzte der Flieger Buchſtätter mit Leutnant
Stille ab. Beide ſind tot.
Der König von Bulgarien iſt mit ſeinen
Söh=
nen nach Wien abgereiſt, von wo er am 7. Juni in
Berlin eintrift.
Die Königin von Holland und der Prinz=
Gemahl ſind am Samstag in Paris eingetroffen,
um den Beſuch des Präſidenten Fallisres im Juli
vorigen Jahres zu erwidern.
In Belgien haben am geſtrigen Sonntag die
Kam=
mer= und Senatswahlen ſtattgefunden.
Die engliſche Regierung hat beſchloſſen, für
den Hafen von London ein Einigungsamt
ein=
zuſetzen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Die braunſchweigiſche Frage.
Der Berliner Beſuch des Prinzen
von Cumberland, der ſo viel Aufſehen erregt hat,
iſt vielfach mit der braunſchweigiſchen Frage in
Be=
ziehung gebracht worden. Politiſche Bedeutung im
ei=
gentlichen Sinne des Wortes würde der Beſuch des
Prinzen Ernſt Auguſt am Berliner Hofe aber nur dann
gewinnen, wenn er dazu benützt würde, eine
Sinnesände=
rung des Prätendenten auf die preußiſche Provinz
Han=
nover mitzuteilen. Daß beim Herzog von Cumberland
eine derartige Sinnesänderung jemals eintrete, daß er
alſo am Spätabend ſeines Lebens den Verzicht auf
Han=
nover ausſpreche, darf bis zum augenſcheinlichen Beweiſe
des Gegenteils als ausgeſchloſſen gelten. Ein Fürſt von
der Vergangenheit des Herzogs von Cumberland kann
ſich zu einem derartigen Verzichte auch dann nicht
ver=
ſtehen, wenn er durch kein dem eigenen Vater gegebenes
Verſprechen gebunden wäre. Der Beſuch des Prinzen
Ernſt Auguſt dürfte in der Tat der eigentlich politiſchen
Bedeutung entbehren. Daß dieſer Beſuch
Anknüpſungs=
möglichkeiten für eine Zeit gewährt, wo der Herzog von
Cumberland nicht mehr unter den Lebenden weilt, ſoll
na=
türlich nicht beſtritten werden. Jedoch iſt auch für die
ſpätere Zukunft gegenwärtig die Tatſache im Auge zu
be=
halten, daß die in der Preſſe aufgetauchte Behauptung,
Prinz Ernſt Auguſt habe für ſeine Perſon den Verzicht
auf Hannover bereits ausgeſprochen, falſch iſt. Eine
ſolche Verzichtleiſtung hat nicht ſtattgefunden: nur die
Bereitwilligkeit des Prinzen, im Falle ſeiner Zulaſſung
zur Regierung in Braunſchweig auf Hannover zu
ver=
zichten, iſt im Jahre 1906 erklärt worden. Daß man
allerdings am Gmundener Hofe wenigſtens die
Thron=
folge in Braunſchweig ſich erhalten möchte, bewies der
Wechſel in der Erziehung des Prinzen Ernſt Auguſt, der
nach München ging, um in die bayeriſche Armee
einzu=
treten.
Die Tägliche Rundſchau tritt nach einer Darlegung
der hiſtoriſchen Entwickeſung der
braun=
ſchweigiſchen Frage und auf Grund des
beſtehen=
den Rechtszuſtandes der Annahme entgegen, daſt
zine baldige Aenderung der braunſchweigiſchen
Verhält=
riſſe in Ausſicht ſtehe. Sie ſchreibt:
Um aber eine volle Klärung der Dinge
herbeizuſüh=
zen, beantragte der braunſchweigiſche Regentſchaftsrat
nit nachträglicher Billigung des Landtages — unter dem
12. Januar 1907 beim Bundesrat einen Beſchluß
dar=
äber, ob die Thronbeſteigung des Prinzen Ernſt
Au=
zuſt in Braunſchweig bei einem Verzicht des
Her=
rogs von Cumberland und ſeines älteſten Sohnes auf
zen braunſchweigiſchen Thron, aber bei
Aufrechterhal=
ung der Anſprüche des Herzogs auf Hannover möglich
ei, „ſofern der genannte Prinz für ſich und ſeine
Deſzen=
genz auf Hannover verzichte‟. Am 28 Februar 1907
aßte daraufhin der Bundesrat auf Antrag des
ſäch=
üſchen Bundesratsbevollmächtigten, des Grafen Vitze
bum von Eckſtädt als Referenten, den Beſchluß:
„Die Ueberzeugung der Verbündeten Regierungen
dahin auszuſprechen, daß, ſolange Se. Königl. Hoheit der
Herzog von Gumberland oder ſein
Mit=
glied ſeines Hauſes ſich in einem dem
reichsver=
faſſungsmäßig gewährleiſteten Frieden unter
Bundes=
mitgliedern widerſtreitenden Verhältniſſe zu dem
Bun=
desſtaate Preußen befindet und Anſprüche auf
Ge=
bietsteile dieſes Bundesſtaates erhebt, auch die
Re=
gierung eines anderen Mitgliedes des herzoglichen
Hau=
ſes Braunſchweig=Büneburg in Braunſchweig mit den
Grundprinzipien der Bündnisverträge und der
Reichs=
verfaſſung nicht vereinbar ſei, ſelbſt wenn dieſes
Mitglied gleichzeitig mit dem Verzicht der übrigen
Mit=
glieder des Hauſes auf Braunſchweig ſeinerſeits für ſich
und ſeine Deſzendenz allen Anſprüchen auf das frühere
Königreich Hannover entſagt.‟
Dieſer Beſchluß iſt, abgeſehen von Braunſchweig,
das ſich der Stimmenabgabe enthielt, vom
Bundesratein=
ſtimmig gefaßt worden. Er läßt nur eine Deutung
zu, nämlich die, daß nur ein endgültiger und abſoluter
Verzicht des Herzogs von Cumberland für ſich und ſein
ganzes Haus auf Hannover ihm oder einem Mitglied
ſeines Hauſes, als das zurzeit nur noch der Prinz Ernſt
Anguſt in Betracht kommt, den Weg zum
braunſchwei=
giſchen Thron öffnen kann. Daß dieſer Beſchluß nach
allem Voraufgegangenen durch halbe Konzeſſionen von
der anderen Seite umgeſtoßen werden könnte, halten
wir für ausgeſchloſſen. Für nahezu ebenſo ſicher
aus=
geſchloſſen erachten wir aber nach ſeinen früheren
Er=
klärungen eine Sinnesänderung des Herzogs
vonCumber=
land. Im Gegenteil könnte, wie wir oben ſchon
andeu=
teten, das Einrücken des Prinzen Ernſt Auguſt in die
Stelle des unmittelbaren Erben und Nachfolgers des
Herzogs dieſen veranlaſſen, den früher angebotenen
Verzicht auf Hannover für den bisherigen zweiten Sohn
zurückzuziehen. So wie die Dinge heute liegen, iſt vor
dem Ableben des jetzt im 67. Lebensjahre ſtehenden
Herzogs von Cumberland auf eine Aenderung der
braun=
ſchweigiſchen Frage unſeres Erachtens nicht zu rechnen.
Damit werden aber alle Kombinationen, die von einer
baldigen oder gar bevorſtehenden Thronbeſteigung des
Prinzen Ernſt Auguſt in Braunſchweig ſprechen,
gegen=
ſtandslos
Die Kölniſche Zeitung ſchreibt in einem Artikel über
die „ſogenannte Graunſchweigiſchd Fnage”: Auch in
den mehr als 5 Jahren, die ſeitdem vergangen ſind, hat
man nichts gehört, daß dem Bundesratsbeſchluß von
1885 durch irgend welche Tatſachen oder Erklärungen der
Boden entzogen ſei, ebenſo wenig wie die welfiſche
Agi=
tation, auf die Fürſt Bülow damals zur Rechtfertigung
der ablehnenden Haltung Preußens hinwies, ſeither an
Nachdruck verkoren hat. Es heißt auch die Sachlage
ver=
ſchieben, wenn der Herzog von Cumberland heute
ge=
wiſſermaßen als der entgegenkommende Partner
hinge=
ſtellt wird, der dem Kaiſer die Hand zur Verſöhnung
entgegenſtrecke und nun erwarten könne, daß ſie
bereit=
willigſt ergriffen werde. Es iſt einſtweilen noch zu
be=
zweifeln, daß der Beſuch des Prinzen Ernſt Auguſt einen
anderen Zweck verfolgt als den, dem Kaiſer für ſeine
allerdings ſehr herzliche Anteilnahme an dem ſchweren
Familienunglück des Hauſes Cumberland zu danken, und
zweifelhaft muß auch ſein, ob die eigentliche
braun=
ſchweigiſche Frage bei dieſer Gelegenheit überhaupt
auf=
gerollt werden wird. In Gmunden kennt man ja die
Vorbedingungen hierzu gut genua, und die Entſendung
eines Familienmitaliedes kann für ſich genommen doch
ſchwerlich als erſter Schritt zur Löſung einer rein
ſtaats=
rechtlichen Frage aufgefaßt werden.
Das Geſetzbuch der Luft.
** Der in Genf tagende internationale
Kon=
greß für Luftrecht, zu dem Deutſchland,
England, Frankreich, Italien und die
Schweiz ihre Delegierten entſandt haben, hat nach
langer Diskuſſion eine Anzahl von Beſtimmungen
geneh=
migt, die eine weſentliche Ergänzung der bei dem letzten
Pariſer Kongreß getroffenen luftrechtlichen
Beſtimmun=
gen darſtellen. In Paris waren ſeinerzeit bekanntlich
die ſiebzehn Paragraphen angenommen worden, in denen
die’ Nationalität der Luftfahrzeuge, die Verkehrsfreiheit,
die Landungsbeſtimmungen kind in großen Umriſſen
auch die Schadenerſatzverhältniſſe feſtgelegt worden
waren.
Die neuen, jetzt in Genf genehmigten Beſtimmungen
beſchäftigen ſich mit der geſetzlichen und gerichtlichen
Zu=
ſtändigkeit der Luftſchiffer und Piloten während der
Fahrt. Artikel 1 ſetzt feſt: „Das Luftſchiff, das ſich über
hohem Meere oder über einem Gebiete befindet, das der
Souveränität keines Staates unterſteht, ſteht unter den
Geſetzen und unter der Gerichtsbarkeit des Landes, deſſen
Nationalität das Fahrzeug hat.” Artikel 19 beſtimmt:
„Befindet ſich ein Luftſchiff über dem Gebiete eines
frem=
den Staates, ſo unterliegen alle Taten und Vorgänge,
die die Sicherheit der öffentlichen Ordnung gefährden
können, der Geſetzgebung und der Gerichtsbarkeit des
be=
treffenden Staates.” Von beſonderer praktiſcher=Bedeu=
tung iſt der Artikel 20: „Der Erſatz des Schadens, der
Angehörigen oder Gegenſtänden des unter dem Schiffe
liegenden Staates zugefügt wird, richtet ſich nach den
Geſetzen des betreffenden Staates. Der
Schadenerſatz=
anſpruch kann ſowohl vor den Gerichten dieſes Staates
geltend gemacht werden als auch vor den Gerichten jenes
Staates, dem das Fahrzeug angehört.” Wenn deutſche
Luftſchiffer alſo etwa in Frankreich Schaden verurſachen,
ſo entſcheiden franzöſiſche Gerichte über den
Schaden=
erſatzanſpruch. Intereſſant aber iſt die Beſtimmung, daß
in einem ſolchen Falle die Klage eventuell auch bei
deut=
ſchen Gerichten angeſtrengt werden kann. Der
Geſchä=
digte hat alſo auf jeden Fall die Wahl; er kann darüber
beſtimmen, ob in ſeinem Vaterlande oder ob in dem
Va=
terlande des Luftſchiffes der Schadenerſatzanſpruch
ange=
meldet werden ſoll. Bei der großen Verſchiedenheit der
geſetzlichen Beſtimmungen über Schadenerſatz in den
ein=
zelnen Nationen kann das für den Geſchädigten von
gro=
ßem Vorteil ſein, da es ihm damit möglich gemacht wird,
ſeinen Anſpruch in dem Lande geltend zu machen, deſſen
geſetzlichen Beſtimmungen über Schadenerſatz ihm die
günſtigeren Chancen bieten. Der ferner angenommene
Artikel 21 beſchäftigt ſich mit den Vorgängen an Bord,
die die Sicherheit des überflogenen Landes nicht
gefähr=
den. Die Beſtimmung lautet: „Die eingetretenen
Ereig=
niſſe und die begangenen Taten an Bord eines
Luft=
ſchiffes, die die öffentliche Sicherheit des unter dem
Fahrzeug liegenden Landes nicht berühren, bleiben unter
den Geſetzen und unter der Gerichtsbarkeit des Staates,
dem das Luftſchiff ſeiner Nationalität nach angehör
Ein weiterer Paragraph, 22, ſieht die Anmeldung von
Geburten oder Todesfällen während der Luftfahrt vor. Der
Führer des Fahrzeuges iſt verpflichtet, Geburten oder
Todesfälle ſofort in das Bordjournal einzutragen und
eine Abſchrift dieſer Eintragung bei der erſten Landung
ſofort der zuſtändigen Behörde zu unterbreiten. Im
Auslande iſt dieſe Abſchrift dem Konſulat der
Heimat=
nation zu übergeben; iſt an dem betreffenden Orte kein,
Konſulat, ſo liegt dem Luftſchiffer die Pflicht öb, die
Mel=
dung durch eingeſchriebenen Brief dem nächſtgelegenen
Konſulat zu übermitteln.
Die letzte Beſtimmung beweiſt, daß der Kongreß an
alles gedacht hat, alſo auch an die „Hochgeborenen”.
Deutſches Reich.
— Der Geſetzentwurf betreffend
Ab=
änderung der Gebührenordnung für
Zeu=
gen und Sachverſtändige vor Gericht dürfte
vorausſichtlich im Spätherbſt dem Bundesrat und dem
Reichstag zugehen, da Ausſicht beſteht, den hauptſächlich
vom preußiſchen Finanzminiſterium ausgehenden
Wider=
ſtand vor allem gegen Gewährung einer angemeſſenen
Entſchädigung der als Sachverſtändigen zugezogenen
Gelehrten und gewerblichen Kreiſe zu überwinden.
— Die Meldung von der Reiſe des
Kö=
nigs Alfons nach Kiel wird von Madrid aus
für unrichtig erklärt. Nur die königlichen Jachten
wür=
den an den Regatten teilnehmen.
„Köln” und der Vatikan. Die Antwort,
die der Papſt den Arbeitervereinen der Kölner Richtung,
die in Frankfurt tagten, erteilt hat, lautet weſentlich
anders als die Antwort an die Berliner. Der Papſt
ſpricht hier nämlich die lebhafte Mahnung aus, den
Wei=
ſungen des heiligen Stuhles getreulich zu folgen,
beſon=
ders denen, die in der Enzyklika niedergelegt ſind. Der
Papſt zweifelt nicht daran, daß die Vereine irgend welche
Meinungsäußerungen und Handlungen vermeiden
wer=
den, die mit den kirchlichen Vorſchriften nicht im
Ein=
klang ſtehen. Bezeichnend iſt auch, daß von der
bekann=
ten Correſpondance de Rome gegen den Verlag der Köln.
Volksztg. Angriffe gerichtet worden ſind, die die Köln.
Volksztg, an leitender Stelle als „Infamie” zurückweiſt.
Faßt man dieſe Vorgänge ins Auge, dann drängt ſich
die Vermutung auf, daß der Vatikan einen neuen
Feld=
zug gegen die Richtung „Köln” begonnen hat.
Ausland.
Frankreich.
Der Protektoratsvertrag mit Marokko.
Vor der Kommiſſion der Kammer für auswärtige
Ange=
legenheiten gab Miniſterpräſident Poincaré ſeine
Erklä=
rungen über den Protektoratsvertrag mit Marokko ab.
Er verlas zwei Urkunden, welche den Vertrag ergänzen,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
aber keinerlei internationalen Charakter haben. Sie
be=
ſchäftigen ſich ausſchließlich mit den perſönlichen
Bezie=
hungen des Sultans zur franzöſiſchen Regierung,
mit der Möglichkeit der Abdankung Mulay Hafids und
mit der Beſtimmung des Nachfolgers, ſowie mit der
Ver=
legung der Reſidenz. Auf eine Anfrage über die
gegen=
wärtige Lage in Marokko wiederholte Poincaré, er hätte
volles Vertrauen zu General Liautey, daß er die
Irr=
tümer der früheren Behörden des neuen Regimes wieder
gut mache. Poincaré fügte hinzu, Muley Hafid hätte
Liautey zugeſichert, nicht mehr von einer Abdankung zu
ſprechen. Die Kommiſſion ernannte zum Berichterſtatter
Maurice Long, welcher die Arbeit beſchleunigen wird,
damit die Kammer in ungefähr acht Tagen in die
Be=
ſprechung des Protektoratsvertrages in Verbindung mit
den Interpellationen über die Politik in Marokko
ein=
treten kann. Kriegsminiſter Millerand erklärte mehreren
Berichterſtattern, daß die durch die Vorgänge in
Ma=
rokko hervorgerufene Nervoſität unbegründet ſei. Weder
in Fez noch in anderen Teilen Marokkos ſeien Ereigniſſe
eingetreten die die Annahme rechtfertigten, daß das Land
wirklich beunruhigt ſei. Wir ſind, ſchloß der Miniſter,
nun einmal nach Marokko gegangen, wenn wir uns nicht
ſchaden wollten, dann hätten wir eben nicht hingehen
dürfen.
Das neue Kriegspulver. Der Senat
be=
ſprach die Interpellation betreffend die neuen
Beſtim=
mungen über die Fabrikation des für die Marine
be=
ſtimmten Kriegspulvers. Kriegsminiſter Millerand
führte u. a. aus, alle franzöſiſchen Fabriken würden
bin=
nen kurzem mit den beſteingerichteten des Auslandes
einen Vergleich aushalten können. Das Perſonal für die
Pulverfabrikation werde mit den Bedürfniſſen der
Neu=
zeit vollſtändig vertraut ſein. Das Kriegs= und das
Marineminiſterium gingen in den notwendigen
Prüfun=
gen und Unterſuchungen der Produktionsbetriebe
voll=
kommen Hand in Hand. Das Pulver werde einer
ſtren=
gen Kontrolle durch die Verwaltungszweige
unterwor=
fen werden, wo es verwendet werde.
England.
Engliſche Luſſtflotten=Rüſtun gien. Die
britiſche Admiralität beabſichtigt, eine
zuſammenhän=
gende Reihe von Marine=Aeroplan=Stationen an der
ganzen Oſtküſte Großbritanniens von Dover bis zu den
Orkney=Inſeln zu errichten. Die Anfänge hierzu ſind
be=
reits gemacht worden. In Dover befindet ſich die
Flot=
tenflugſchule. In Stongate Creek am Medway ſind ein
Aeroplandepot und eine Anzahl von Flugſchuppen
er=
richtet worden. Als letzter Schritt wird der Platz für
eine Aeroplanſtation in Harwich ausgeſucht. In
Eaſt=
church befindet ſich bereits eine große Anzahl von
Aero=
planen, und hier wird auch der vor einigen Tagen
an=
gekaufte öſterreichiſche Etrich=Monoplan ſtationiert
wer=
den.
Schweden.
Die Seſſion des Reichstages iſt
geſchloſ=
ſen worden.
Rußland.
Die Konferenz zur Ausarbeitung
einer ruſſiſſch=deutſchen
Literaturkon=
vention unter dem Vorſitz des Gehilfen des
Juſtiz=
miniſters Werjewkin hat beſchloſſen, der deutſchen
Re=
gierung für die Konvention den Wortlaut der
franzöſiſch=
ruſſiſchen Konvention vorzuſchlagen und dieſen durch Be=
ſtimmungen über Ueberſetzungsfreiheiten für
wiſſenſchaft=
liche, techniſche und Lehrbücher zu ergänzen.
Bulgarien.
Die Reiſe des Königs. König Ferdinandhiſt
mit ſeinen beiden Söhnen nach Wien abgereiſt, von wo er
am 7. Juni in Berlin eintrifft.
* Potsdam, 31. Mai. Prinz Max von
Ba=
den und Prinz Ernſt Auguſt von
Cumber=
land begaben ſich heute nachmittag vom Hotel
Con=
tinental in Berlin in königlicher Equipage zum
Pots=
damer Bahnhof und trafen auf Station Wildpark gegen
6 Uhr abends im königlichen Salonwagen ein. Die
Prinzen wurden um 6 Uhr vom Kaiſer empfangen
und nahmen ſpäter den Tee bei der Kaiſerin.
Nach=
dem die Prinzen noch eine Reihe Beſuche bei den in
Potsdam weilenden Fürſtlichkeiten gemacht hatten,
bega=
ben ſie ſich mit dem Automobil des Prinzen von
Cum=
berland nach Berlin zurück.
* Wien, 31. Mai. Wie die Neue Freie Preſſe
mel=
det, wird der König und die Königin der
Bul=
garen und die bulgariſchen Prinzen, die morgen hier
eintreffen werden, auf dem Staatsbahnhof vom Kaiſer
und dem Erzherzog=Thronfolger und den in Wien
wei=
lenden Mitgliedern des Kaiſerhauſes empfangen
wer=
den. Morgen abend findet in der Hofburg ein
Gala=
diner ſtatt, am Sonntag wird ein Galadiner in der
gro=
ßen Galerie von Schönbrunn gegeben, am Montag fährt
der König und die Königin mit den Prinzen nach dem
Schloß ſeines Bruders in Ebenthal, wo ein mehrtägiger
Aufenthalt vorgeſehen iſt.
* Norfolk, 31. Mai. Zwiſchen den deutſchen
und den amerikaniſchen Offizieren des in
Lynnhaverbay liegenden Geſchwaders herrſcht
herz=
licher Verkehr. Ein amerikaniſcher Torpedojäger nahm
eine Anzahl deutſcher Offiziere an Bord und brachte ſie
nach Norfolk, wo ſie feſtlich empfangen wurden. Die
deutſchen Mannſchaften erhalten weiteſtgehenden
Land=
urlaub, um mit den amerikaniſchen Mannſſchaften zu
verkehren.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Juni.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Bahn=
wärter in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Stephan Winter zu Bingen.
g. Provinzialausſchuß. Am Samstag fand eine
Sitzung des Provinzialausſchuſſes ſtatt, in der zunächſt
über die Klage des Rheiniſchen Landarmenverbandes zu
Düſſeldorf gegen den Ortsarmenverband Gernsheim
ver=
handelt wurde. Der am 17. Dezember 1887 zu Gernsheim
geborene, an angeborenem Schwachſinn leidende
Hein=
rich Heppert war von 1895 bis 20. April 1906 in dem
Aliceſtift zu Nieder=Ramſtadt untergebracht. Er hatte
durch Abſtammung in Gernsheim den
Unterſtützungs=
wohnſitz erworben. Von 1906 bis 1909 wurde er bei
ſei=
nen Eltern in Duisburg verpflegt. Am 16. April 1909
wurde wiederum ſeine Unterbringung in eine
Idioten=
anſtalt erforderlich und der Rheiniſche
Landarmenver=
band zu Düſſeldorf verfügte ſeine Unterbringung in das
St. Joſephshoſpital in Waldbreitenbach. Da der Vater
die Koſten für die Anſtaltspflege nicht ſelbſt beſtreiten
kann, klagt der Landarmenverband Düſſeldorf gegen den
Ortsarmenverband Gernsheim um Erſatz der
vorlags=
weiſe erſtatteten Pflegekoſten mit der Begründung, daß
Heppert ſeinen Unterſtützungswohnſitz nicht in Duisburg
erwerben konnte, da er der freien Selbſtbeſtimmung
be=
raubt geweſen ſei, alſo ſeinen Aufenthalt nicht
frei=
willig und ſelbſt gewählt habe. Gernsheim beantragt
Klageabweiſung, da Heppert 1 Jahr und 7 Monate in
der Kehrkolonne Duisburg tätig geweſen ſei und einen
täglichen Verdienſt von 2,50 Mark gehabt habe, wodurch
er den Unterſtützungswohnſitz in Duisburg erworben
hätte. Auch ſei die Klage abzuweiſen, da die Friſt von
6 Monaten nicht gewahrt worden ſei. Zuerſt war der
Ortsarmenverband klagbar geworden, trotzdem nur der
Landarmenverband dazu berechtigt iſt. Als der Land
armenverband die Klage weiter verfolgte, ſei die Friſ
von 6 Monaten ſchon vorüber geweſen. Nach dem Gut
achten des ärztlichen Leiters des Aliceſtift zu Nieder=
Ramſtadt iſt die freie Willensbeſtimmung bei der Wah
des Aufenthaltsortes ſeitens des Heinrich Heppert
aus=
geſchloſſen geweſen. Der Provinzialausſchuß verurteil
den Ortsarmenverband Gernsheim zur Zahlung der
täglichen Pflegekoſten von 1,25 Mark, ſowie zur Zahlun
eines Averſionalbetrages von 10 Mark.
Der Bäcker Joh. Emil Baldner aus Klein=
Stein=
heim kam im Mai vorigen Jahres auf der Wanderſchaft
nach Weinheim und erſuchte dort wegen Krankheit um
Aufnahme in das Krankenhaus. Er wurde jedoch nach
Heppenheim verwieſen, da er Heſſe ſei. Dort wurde von
ihm ein ärztliches Zeugnis vom Armenarzt gefordert
Daraufhin verzichtete Baldner jedoch auf Krankenhaus
behandlung und reiſte nach Erhalt von einer Mark
Reiſe=
geld weiter nach Darmſtadt. Hier wurde er am 5. Ma
1911 in das Städtiſche Krankenhaus wegen Lungentuber
kuloſe aufgenommen. Der Ortsarmenverband Darmſtad
klagt nun gegen den Landarmenverband Heppenheim un
Erſatz der Pflegekoſten, da es ſich um eine fortgeſetzt=
Hilfsbedürftigkeit handelt, die auch in Heppenheim er
kannt wurde. Da in Heppenheim zum erſten Male die
Hilfsbedürftigkeit in Erſcheinung getreten ſei, ſei auc
Heppenheim zum Erſatz der Pflegekoſten verpflichtet. De
Provinzialausſchuß verurteilt den beklagten Landarmen
verband zur Zahlung der entſtandenen Pflegekoſten und
eines Averſionalbetrages von 10 Mark.
Zum Bahnbau der Linie Höchſt-Aſchaffenburg wiri
Gelände des Wilhelm Schwöbel in Reibreitenbach be
nötigt. Ueber den Preis war Einverſtändnis erziel
worden, doch fordert Schw. beſondere Entſchädigung fü
erſchwerte Bebauungsfähigkeit reſp. Uebernahme der ver
bleibenden Reſtflächen. Der Provinzalausſchuß
beſchließ=
nach einer Augenſcheinnahme einen neuen Termin anzube
raumen.
Stadtverordneten=Verſammlung. Die 5. Sitzun
der Stadtverordneten=Verſammlung finde
am Mittwoch, den 5. Juni, nachmittags 3½ Uhr
ſtatt. (Wegen des Fronleichnamsfeſtes iſt die Sitzung
auf Mittwoch verlegt.) Die Tagesordnung lautet
1. Mitteilungen. 2. Geſuch um Geſtattung einer
Aus=
nahme von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts
für die Errichtung eines Klubhauſes am Kirchenweg
3. Geſuche um Befreiung von baulichen Beſtimmungen
a) in § 32 Abſatz 1 und 6 und § 33 der Baupolizei
ordnung für Ludwigsplatz 9, b) in § 30 des Ortsbau
ſtatuts für die Errichtung eines Hintergebäudes auf den
Grundſtück Ballonplatz 3. 4. Bebauungsplan für die Hei
delberger Straße und Erwerb von Gelände auf der Oſt
ſeite von der Landskronſtraße bis zum Wald. 5. Erwei
terung des Städtiſchen Krankenhauſes. 6. Polizeiverord
nung, betr. die Abänderung der Schlacht= und
Fleiſchver=
kaufsordnung. 7. Geſuch um Bewilligung eines
ſtädti=
ſchen Zuſchuſſes zu den Koſten eines
Wohltätigkeits=
konzerts. 8. Geſuch um Bewilligung eines ſtädtiſchen
Beitrages an den Verband für Jugendfürſorge in
Darm=
ſtadt. 9. Geſuch um Bewilligung eines Beitrages zur
Lupusbekämpfung. 10. Verlegung des
Täubcheshöhlen=
wegs. 11. Geſuch um Genehmigung zur Anlage von
Ab=
waſſergruben für Neubauten in der verlängerten
Dam=
ſtraße.
* Rückerſtattung von Oktroi. Bekanntlich hatte das
Reichsgericht dahin entſchieden, daß Wild= und Geflügel
unter den Sammelbegriff „Fleiſch” falle und daß bshalb
eine Erhebung von Oktroi hierauf nicht erfolgen darf
Einige Darmſtädter Wildbret= und Geflügelhändler hatten
daraufhin Klage gegen die Stadt erhoben auf
Rüd=
erſtattung von Oktroi. Das Landgericht har
nun=
mehr die Kläger mit ihrer Klage an die
Verwaltungs=
gerichte verwieſen, da in Heſſen nur dieſe für
Vetwalt=
ungsſtreitſachen zuſtändig ſind.
* Meiſterprüfung im Handwerk. Am Samstag
nach=
mittag wurde in der Gewerbeſchule dahier der 10.
Vor=
bereitungskurſus auf die Meiſterprüfung
im Handwerk eröffnet. Namens des
Gewerbever=
eins begrüßte Syndikus Engelbach die Teilnehner
und eröffnete den Kurſus, indem er ſeiner Genugtuung
über den ſtattlichen Beſuch Ausdruck verlieh. Er ſprach
Eugen Bracht.
(1842—1912).
Von Ernſt Edgar Reimördes.
(Nachdruck verboten.)
Am 3. Juni vollendet Profeſſor Eugen Bracht,
Ge=
heimer Hofrat und Senatsmitglied der Akademie der
bildenden Künſte zu Dresden, =einer der bedeutendſten
deutſchen Landſchaftsmaler, ein Hauptvertreter der
heroiſchen Landſchaft, ſein 70. Lebensjahr.
Bracht wurde als Sohn deutſcher Eltern, die aus
Weſtfalen ſtammten, in Morges bei Genf geboren. Die
Augen des Kindes ruhten auf den herrlichen
Landſchafts=
bildern des Genfer Sees, über deſſen grünblauen Fluten
die ſchneebedeckten Häupter der Savoyſchen Alpen
auf=
ragen. So erwuchs denn auch frühzeitig in ihm ein
ſtar=
kes Gefühl für die Natur, die er als Künſtler ſein ganzes
Leben hindurch geſucht hat. Da ſich die künſtleriſche
Ver=
anlagung Brachts ſchon in jungen Jahren bemerkbar
machte, erfuhr ſie frühzeitig ſorgſame Förderung. In
Darmſtadt, wohin er 1850 mit ſeinen Eltern
über=
geſiedelt war, erhielt er durch Hofmaler F. Friſch und
Galeriedirektor Seeger ein Schüler Rottmanns,
den erſten Zeichenunterricht. Schon damals legte Bracht
den Grund zu einer außerordentlichen Technik, an der
namentlich die Sicherheit der Linie ſtets bewundert
wor=
den iſt. Anfangs war es ſeine Abſicht geweſen, Architekt
zu werden. Infolge eines Zuſammentreffens mit dem
Direktor der Karlsruher Kunſtſchule, Joh. Wilhelm
Schir=
mer, der einige Arbeiten Brachts in Heidelberg ſah und
ihm riet, Maler zu werden, gab dieſer ſeinen
urſprüng=
lichen Plan auf. Nach Abſolvierung der Schule kam er
als Siebzehnjähriger an die Karlsruher Akademie in
die Malklaſſe Schirmers, wo er Hans Thoma kennen
lernte, mit dem ihn bald eine herzliche Freundſchaft
ver=
band. Als Schirmer, bei dem auch Böcklin einige Zeit
ſtudiert hat, 1861 nach Düſſeldorf berufen wurde, folgte
Bracht ihm dorthin. Daß das Schickſal ihn gerade mit
Schirmer zuſammengeführt, mit dem er ſeiner ganzen
Be=
gabung und Auffaſſung nach verwandt war, muß als ein
glücklicher Zufall angeſehen werden. Ebenſo wie
Schir=
mer empfand Bracht die Natur „jenſeits der
Alltäglich=
keit” und gleich jenem hatte auch er eine hochgeſtimmte,
erhabener Empfindungen fähige Seele. Neben Schirmer
hat Hans Gude, der norwegiſche Landſchafts= und
Marinemaler, Anteil an der Ausbildung Brachts gehabt.
Im Jahre 1864 wurde Bracht durch den
Vermö=
gensverluſt ſeines Vaters gezwungen, ſeinen
Lebens=
unterhalt ſelbſt zu erwerben. Plötzliche Zweifel an ſei=
ner künſtleriſchen Begabung veranlaßten ihn, die
Ma=
lerei aufzugeben und Kaufmann zu werden. Er ging
nach Verviers, wo er es durch eiſernen Fleiß dahin
brachte, daß er ein eigenes Geſchäft anfangen konnte.
1870 eröffnete er am Köllniſchen Fiſchmarkt in Berlin ein
kleines Wollgeſchäft, gleichzeitig verheiratete er ſich mit
der Tochter des Malers L. Deurer aus Mannheim. (Nach
deren Tode in den 80er Jahren ſchloß er eine neue Ehe
mit Toni Becker, der Tochter des Geh. Kabinettsrats
Becker in Darmſtadt.) Seine Liebe zur Kunſt aber war
keineswegs erloſchen, ſondern nur gewaltſam unterdrückt
und jedesmal, wenn er auf einer Geſchäftsreiſe durch
eine ſchöne Gegend kam, lebte ſie mächtig in ihm auf.
So kam es, daß er 1874 ſein Geſchäft aufgab, mit den
erworbenen Mitteln nach Karlsruhe ging und dort
bei Gude von neuem zu ſtudieren begann. 1875—1883
wirkte der Künſtler in der badiſchen Hauptſtadt. Im
Sommer 1875 zog Bracht hinaus in die Lüneburger
Heide, deren melancholiſcher Charakter ihm von jeher
ſympathiſch geweſen war, um bei Biſpringen und Wilſede
in der Urheide, Studien vor der Natur zu machen. 1876
und 1878 hielt er ſich gleichfalls in der Heide auf,
wäh=
rend er 1877 einige Monate in Göhren auf Rügen malte.
Brachts erſte Bilder, die der Oeffentlichkeit
zugän=
gig gemacht wurden, waren Heidelandſchaften. Sie
fan=
den auf der Ausſtellung des Karlsruher Kunſtvereins
bei Publikum und Preſſe Anklang und, was beſonders
wichtig für ihren Schöpfer war, auch Käufer. Schon
dieſe früheſten Arbeiten des Meiſters zeichnen ſich durch
einen Zug von Größe und durch den feinen
Stimmungs=
gehalt aus, der ſeinen beſten Werken eigen iſt. Brachts
Verdienſte um die Neubelebung der Heidemalerei ſind
oft gewürdigt worden; die einſt mißachtete Lüneburger
Heide verdankt ihre heutige Beliebtheit als
Touriſten=
gegend nicht zuletzt ſeinen Heidebildern. Die
bekann=
teſten darunter ſind: „Aus der Lüneburger Heide” „Der
Heideſchäfer” „Das Hünengrab” Sandweg in der
Heide” „An der Luhe” „Moorlandſchaft aus der
Lüne=
burger Heide‟ Schafſtall in der Lüneburger Heide‟
„Der Erſchlagene” (Motiv von Wilſede), „Heidebach”
„Schnellzug in der Heide” „Heidequelle” „Sommertag in
der Lüneburger Heide” und Septembermorgen auf der
Heide‟. Bracht verſtand es, durch Staffage das Weſen
der Heide ins Romantiſche zu erhöhen. Denſelben Zug
zeigen auch ſeine Rügenlandſchaften. Ermutiat durch
ſeine erſten Erfolge beſchloß Bracht, den eingeſchlagenen
Weg weiter zu verfolgen. Die zweite Schaffensperiode
des Künſtlers ſteht unter dem Einfluß ſeiner Orientreiſe.
1880 ging Bracht mit ſeinem Schüler Karl Schirm und
dem Orientmaler von Mechel nach Aegypten, Syrien
und Paläſtina. In der phantaſtiſchen, farbenprächtiger
Natur des Orients empfing der Künſtler neue, gewaltig
Eindrücke und reiche Anregungen, vor allem entwickelt
ſich das koloriſtiſche Element in ihm unter der Beibehal
tung des Gedankeninhalts. Noch in den Werken ſpätere
Jahre, wo er längſt wieder deutſche Motive
bevorzugt=
machen ſich die Wirkungen des Aufenthaltes im Orien
bemerkbar. Nach den im heiligen Lande entſtandene
Studien ſchuf Bracht Bilder wie „Abenddämmerung ar
Toten Meer” (Nationalgalerie Berlin), eine der beſte
Schöpfungen des Meiſters, „Das Quellheiligtum‟
„Elias am Bach Kidron” Sinai” (Kgl. Schloß Berlin
uſw., die begeiſterte Aufnahme fanden und 1883 die Be
rufung des Künſtlers als Lehrer an die Berliner ako
demiſche Hochſchule (an Stelle Wilbergs) zur Folge hal
ten, der er 19 Jahre angehörte. Brachts dritte Schaf
fensperiode (etwa von 1883 bis 1899) umfaßt vor aller
ſeine Panoramabilder und Veduten. 1883 hat er ge
meinſchaftlich mit K. Schirm für Anton vo
Werners Sedanpanorama. 1885 für die „Schlach
bei Chattanooga” und 1887 für den Ausfall vor Paris
die landſchaftlichen Hintergründe geſchaffen; eine Tätig
keit, die den Künſtler wenig befriedigte und über die e
ſpäter ziemlich geringſchätzig urteilte. — Ende der 80e
Jahre weilte Bracht im hohen Norden, wo er Studier
zu ſeiner gewaltigen Stimmungslandſchaft „Geſtade de
Vergeſſenheit” (1889 vollendet) machte, die im Beſitz de
deutſchen Kaiſers iſt. (Eine Wiederholung befindet ſie
in der Darmſtädter Galerie.) Mehr noch als dies Bild it
„Hannibals Grab” (1892) mit ſeiner heroiſchen Stim
mung beim großen Publikum bekannt geworden. — D
er mit dem koloriſtiſchen Ausdruck ſeiner letzten Werk
durchaus nicht zufrieden war, entſchloß ſich der Künſtlel
der immer bemüht geweſen iſt, ſich zu vervollkommner
von neuem, Naturſtudien zu machen, und zwar diesma
in Deutſchland (im Harz, in Heſſen und der Mark Bran
denburg). 1899 in Darmſtadt und ein Jahr ſpäter
Berlin (Salon Schulte) überraſchte, ja verblüffte Brach
Preſſe und Publikum mit einer Kollektivausſtellung
völlig neuartiger, ungemein farbenfriſcher, großzügige
und erhabener Werke, wie „Morgenſtern über der Spree”
„Holzweg” „Roter Acker” uſw., die unwillkürlich a)
Böcklin erinnern. Das Wagnis, in dieſem Alter noc
einmal vollſtändig umzuſatteln und in Stil und Natur
auffaſſung eine Wandlung durchzumachen, war glänzen
gelungen.
Enttäuſcht dadurch, daß man (auf Wunſch des Kai
ſers) Hertel und nicht ihm das Meiſteratelier an de
Akademie der Künſte übertragen hatte, verließ. Brach
sdenen
1902 Berlin und folgte einem Ruf an die
Nummer 128.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
Seite 3.
weiter die Hoffnung aus, daß den Teilnehmern das durch
den Kurſus Gebotene für ihre Zukunft von Vorteil ſein
möge. An dem Kurſus nahmen 37 Perſonen teil. Zum
erſten Male befinden ſich unter den Teilnehmern auch
weibliche Gewerbetreibende, die ſich ſämtlich im Sommer
der Meiſterprüfung unterziehen wollen.
D Der neue Friedhof. Im Auftrag des Herrn
Oberbürgermeiſters hält Herr Stadtbaurat Buxbaum,
Freitag, den 7. Juni, abends 8½ Uhr, im großen Saale
des Städtiſchen Saalbaues einen Vortrag über den
projektierten neuen Friedhof an der Breiten Allee.
Zu dem Vortrag, der durch zahlreiche Lichtbilder
unter=
ſtützt wird, iſt jedermann eingeladen. Der Vortrag
be=
ginnt pünktlich um 8½ Uhr. Um Störungen des
Vor=
trags zu vermeiden, wird gebeten, rechtzeitig zu
er=
ſcheinen. Eintrittsgeld wird nicht erhoben.
* Ein Kinderleſezimmer für Darmſtadt. Man ſchreibt
uns: In mehr als 20 deutſchen Städten, darunter
Ber=
lin, Hamburg, Bremen, Kiel, Leipzig, Frankfurt a. M.,
Karlsruhe, Mannheim, Augsburg, Straßburg, Nürnberg
u. a. m. befinden ſich heute Kinderleſezimmer, die
teil=
weiſe von Schulen, meiſt aber von Vereinen eingerichtet
ſind. Die letzte Gründung eines Kinderleſezimmers
dürfte die in Mainz Anfang dieſes Jahres durch den
Verein für Verbreitung von Volksbildung ſein. An
ſſchulfreien Nachmittagen ſtehen in dieſen
Kinderleſezim=
mern umfangreiche Kinderbüchereien Knaben und
Mäd=
chen jeden Alters unter entſprechender Beaufſichtigung zur
Benutzung. In wie vielen Kindern der Wunſch lebt,
ein=
mal ein ſchönes Buch zu leſen oder gute Bilder zu
be=
trachten, zeigen die teilweiſe ſehr hohen Beſuchsziffern
dieſer Kinderleſezimmer. Man findet
Durchſchnittszah=
len von 40—80 Kindern, die an einem Nachmittag das
Leſezimmer aufſuchten. Es iſt ſicher, daß die
Zugänglich=
machung guter ausgewählter Lektüre von weitgehendſtem
Einfluß auf die Jugend zu ſein vermag. Der Schmutz
in Wort und Bild kann ſo am wirkſamſten bekämpft, die
Gemüts= und Charakterbildung beeinflußt, die
Heimat=
liebe gefeſtigt werden. Die Einrichtung eines ſolchen
Kinderleſezimmers in Darmſtadt erſtrebt nun die
Jugendgruppe der Ortsgruppe
Des Allgemeinen Deutſchen
Frauen=
ver ein s. Ab September dieſes Jahres iſt
zu dieſem Zweck von der Großh. Bürgermeiſterei ein
Schulſal in dem Gebäude hinter der Stadtkirche zur
Ver=
fügung geſtellt worden. Die Jugendgruppe richtet an
alle Freunde ſozialer Beſtrebungen die herzliche Bitte
um Zuwendungen von Kinder= und Jugendbüchern aller
Art oder von Geldſpenden für dieſe neue, gewiß
ſegens=
reich wirkende ſoziale Einrichtng. Die
Bücherſamntel=
ſtellen gibt die Anzeige bekannt.
* Lutherfeſtſpiel. Es ſei auch an dieſer Stelle darauf
aufmerkſam gemacht, daß die Rollen=Anmeldung
und=Verteilung heute und morgen ſtattfinden wird. Es
finden zu dieſem Zweck zwei Verſammlungen ſtatt, und
zwar für die Herren: Montag, den 3. Juni, abends 8½
Uhr, im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20: für die Damen
Dienstag, den 4. Juni, nachmittags 6 Uhr, im
Fürſten=
aal, Grafenſtraße 20. Es wird beſonderer Wert darauf
xelegt, daß die Mitwirkenden allen Kreiſen der hieſigen
vangeliſchen Bevölkerung und den verſchiedenſten
Lebens=
eltern angehören. Außer einem recht zahlreichen Angebot
von Herren, auch ſolchen in vorgerücktem, ja ſelbſt hohem
Alter, iſt namentlich auch die Anmeldung ſingbegabter
Damen dringend erwünſcht.
* Tanzſtudiengeſellſchaft. Man ſchreibt uns: Auf
Hrund von Anregungen aus hieſigen Familienkreiſen
ſat ſich hier eine Tanzſtudiengeſellſchaft gegründet. In
er erſten Mitgliederverſammlung legte Herr A.
Schrimpff Zweck und Ziel durch eine längere An=
Drache dar. In erſter Linie wurde betont, daß nach
Zeendigung des Tanzſtundenbeſuches eine paſſende
Ge=
egenheit fehle, den Tanz genügend zu pflegen, das mit
Nühe erlernte Tanzen aber eine entſprechende Uebung
rfordere. Die Geſellſchaft vertrete nur Sonderintereſſen
es Tanzes, wodurch der gekennzeichnete Mangel am
eſten gehoben werde. Es liege nicht in der Aufgabe
er Geſellſchaft, Tanzen im gewöhnlichen Sinne als Ziel
hrer Beſtrebungen hinzuſtellen, ſie ſoll vielmehr nur die
hiſche Seite des Tanzes hervorheben, das heißt, eine
armoniſche Körperſchulung und geſellſchaftliche Bildung
ördern. Die Wahl des Vorſtandes hatte folgendes
rgebnis. 1. Vorſitzender: Herr A. Schrimpff, 2.
Vor=
tzender: Herr F. Hoffmann, Schriftführerin: Frl. A.
luer und Kaſſier: Herr G. Heißner. In der zweiten
Nitgliederverſammlung wurde der Statutenentwurf der
Seſellſchaft genehmigt.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 25. Mai I. J.
männ=
lich 9743, weiblich 6663, zuſ. 16 406, in Prozenten 59,39,
40,00. Der Krankenſtand betrug am 25. Mai l. J.
männlich 410, weiblich 221, in Prozenten 4,20, 3,31.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 20. Mai bis 25. Mai l. J. 5440,24 Mk. (1911: 5688,62
Mark.) An Wöchnerinnen waren vorhanden am
25. Mai I. J. 28. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 20. Mai bis 25. Mai l. J. 4.
§ Eine Geldkaſſette gefunden. Am vorigen
Samstag vormittag gegen 5 Uhr iſt in der Torhalle
eines Hauſes in der Rheinſtraße hier eine erbrochene
blecherne Geldkaſſette aufgefunden worden. Ueber das
Abhandenkommen der Geldkaſſette wurde bei der hieſigen
Polizei eine Anzeige bis jetzt nicht erſtattet.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., in Partien
1.45 M., Eier 6—8 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22 Pf.,
Hand=
käſe 4—10 Pf., Kartoffeln Zentner 5—6 M., Kumpf (10 Liter)
80—90 Pf., ½ Kg. 6—7 Pf., Mäuschen ½ Kg. 14 Pf.,
Malta ½ Kg. 18 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel ½ Kg. 50 Pf.,
Zitronen 5 Pf., Apfelſinen 5—7 Pf., Kirſchen ½ Kg. 40 bis
50 Pf.,; Salat, Gemüſe: Kopfſalat 5—6 Pf., Bündel
Radieschen 2 Pf., Bündel Rettiche 5—8 Pf., Schälgurken
25—35 Pf., Meerrettich 10—25 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10
bis 12 Pf., Tomaten ½ Kg. 60 Pf., Bündel Römiſch=
Kohl 2 Pf., Spinat ½ Kg. 8—10 Pf., Wirſing 10—30 Pf.
Blumenkohl 15—60 Pf., Spargeln ½ Kg. bis zu 60 Pf.,
Bündel Karotten 25 Pf., Kernerbſen ½ Kg. 35—40 Pf.
grüne Bohnen ½ Kg. 45 Pf., Kohlrabi 8—10 Pf.;
Ge=
flügel, Wild uſw.: junge Gänſe ½ Kg. 1,40 M., Enten
4—5 M., Hahnen und Hühner 2,00—2,50 M., Tauben
60—70 Pf., Paar Zuchttauben 1,50—10,00 M., Zicklein
2—3 M., Lapins 90 Pf.; Fiſche ½ Kg.: Hecht 80 Pf.,
Karpfen 1 M., Aal 1,50 M., andere Rheinfiſche 35 bis
60 Pf., Rotzungen 80 Pf., Schollen 35 Pf., Kabeljau 20
bis 30 Pf., Schellfiſche 25 Pf., Seelachs 19—24 Pf.; in
den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Ochſenfleiſch 76 Pf.,
Rind=
fleiſch 60—66 Pf., Hackfleiſch 70 Pf., Rindsfett 60 Pf.,
Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf.,
Schweine=
fleiſch 84 Pf., geſalzenes und Koteletts 90 Pf.,
Schwarten=
magen u. Fleiſchwurſt 80 Pf., Leber= u. Blutwurſt 70 Pf.
§ Feſtgenommen. Ein 14 Jahre alter nnd ein
19 Jahre alter Hausburſche, beide von hier, ſind wegen
Fahrraddiebſtahls feſtgenommen worden.
M. Offenbach, 1. Juni. Die allgemeine heſſiſche
Be=
amten=Sterbekaſſe hält am 9. Juni im Hotel
Degenhardt zu Offenbach ihre zehnte
Mitgliederver=
ſammlung ab. Am Ende des Vorjahres hatte die
Kaſſe einen Mitgliederbeſtand von 2036 Perſonen und
zahlte an die Hinterbliebenen von 19 verſtorbenen
Mit=
gliedern 9800 Mark Sterbegelder aus.
Offenbach, 1. Juni. Der Einbrecher in das
Bureau des Sekretärs der ſozialdemokratiſchen Partei
konnte bis jetzt nochnicht gefaßt werden. Die Spur
die die Polizei verfolgte, und die die beſte Ausſicht auf
Erfolg bot, führte zu keinem Ergebnis, weil der
mutmaß=
liche Täter nicht überführt werden konnte. Dieſer iſt ein
mit den örtlichen Verhältniſſen vertrauter Handwerker
aus Frankfurt, der ſchon mehrmals vorbeſtraft iſt. Die
Kaſſette wurde von einem Spaziergänger im Frankfurter
Stadtwald in der Nähe des Hainerwegs gefunden. Das
Scheckbuch hatte der Einbrecher in der Kaſſette
zurückge=
laſſen und ſich wohlweislich mit dem Geldbetrage von
784,12 Mark begnügt.
Worms, 31. Mai. In der
Stadtverordneten=
ſitzung teilte Oberbürgermeiſter Köhler mit, daß
gegen Herrn Heinrich Schirmer in Monsheim, der an
die Stadtverordneten ein Rundſchreiben betr. das
Städtiſche Krankenhaus gerichtet und darin die Direktion
des Krankenhauſes beleidigt hatte, bei der
Staatsanwalt=
ſchaft Mainz Strafantrag geſtellt worden iſt. Für
einen vierten elektriſchen Kran im Handelshafen wurden
47000 Mark gewährt; der Verkehr im Wormſer Hafen
erfährt einen Zuwachs. Für die Schaffung einer
Gemäldegalerie waren ſowohl im Voranſchlag
von 1911 wie in dem von 1912 Beträge von je 1200 Mark
vorgeſehen, die nunmehr mit Zuſtimmung der
Verſamm=
lung als Grundſtock bereitgeſtellt werden.
Worms, 1. Juni. Ein junges Mädchen in der
Pfauenpforte wollte am Abend noch etwas beſorgen;
da=
bei fiel es mit einer leeren Flaſche zu Boden. Der
Be=
dauernswerten wurden dabei die Sehnen des rechten
Armes vollſtändig zerſchnitten; blutüberſtrömt kam
es noch gerade nach Hauſe. In der Wirtſchaft des Herrn
Lutzi wurde von Herrn Dr. Weckerling, der ſofort zur
Stelle war, das nötige veranlaßt. Das Mädchen mußte
noch am ſelben Abend mit dem Krankenwagen in das
Krankenhaus gebracht werden, wo ſofort eine Operation
vorgenommen wurde.
Heidesheim, k. Juni. Von einer ſchlimmen
Un=
gezieferplage werden eben die jungen
Spar=
gelanlagen geſchädigt. Zu Hunderten ſitzen kleine,
etwa 3—5 Millimeter lange Raupen an den jungen
Trie=
ben und freſſen alles Grüne bis auf die Stengel ab. Die
Landwirte ſuchen mit dem Spritzen von verſchiedenen
Lö=
ſungen, mit Streuen von Holzaſche und Tabakſtaub die
Schädlinge zu bekämpfen.
* Bad Nauheim, 1. Juni. Bis zum 30. Mai ſind 9905
Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem Tage noch
6038 anweſend waren. Bäder wurden bis zum 30. Mai
98 594 abgegeben.
Herbſtein, 1. Juni. Infolge der
Brandkata=
ſtrophe im vergangenen Herbſt herrſcht in unſerem
Städtchen eben eine rege Bautätigkeit, damit die
Gebäude möglichſt vor Einbringung der Ernte unter Dach
ſind. Der begrenzte Raum, auf dem die abgebrannten
Hofreiten ſtanden, verurſachte bei Aufſtellung der neuen
Pläne einige Schwierigkeiten; es mußten für mehrere
Gebäude andere Bauplätze eingeteilt werden, damit den
baupolizeilichen Vorſchriften Rechnung getragen werden
konnte. Mit der Aufſtellung der Baupläne, die auch eine
andere Einteilung des Ortsbebauungsplanes zur Folge
hatten, war Regierungsbaumeiſter Haas aus Darmſtadt
von dem Miniſterium beauftragt. Durch die in dieſem
Jahre beabſichtigte Erweiterung des Waſſerwerkes wird
künftig auch eine beſſere Löſcheinrichtung geſchaffen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 1. Juni. Der Kaiſer
hielt heute vormittag auf dem Tempelhofer Felde
Pa=
rade über die Truppen der Garniſon Berlin und
Nach=
barorte ab. Das Wetter iſt ſchön. Die großen Tribünen
waren gut beſetzt, ebenſo war ein großer Wagenpark
an=
gefahren, unter deſſen Inſaſſen man viele Angehörige
des diplomatiſchen Korps bemerkte. Große
Menſchen=
mengen umſäumten das Paradefeld und die
Anmarſch=
ſtraße. Um 9 Uhr war die Truppenaufſtellung beendet.
Die Parade befehligte General von Löwenfeld. Die
Kaiſerin wohnte der Parade nicht bei. Der Kaiſer
traf gegen 9 Uhr im Automobil vom Neuen Palais beim
Steuerhäuschen ein, ſtieg dort zu Pferde und ritt ſogleich
die Fronten ab. — Die Spandauer
Waldver=
kaufs frage, die lange die Aufmerkſamkeit der
Oeffent=
lichkeit erregt hat, ſcheint einer friedlichen Löſung
ent=
gegenzugehen. Die Verhandlungen zwiſchen
Zweckver=
band und Stadt Spandau ſind dahin gediehen, daß
letz=
tere einen Teil des zu verkaufenden Geländes, und zwar
die Havelufer am neuen Schützenhaus, dem Zweckverband
zu 7 Mark pro Quadratmeter, insgeſamt für 4½
Millio=
nen Mark Gelände, anbietet. Dafür geht Spandau die
Verpflichtung ein, die ganzen Stadtforſten von 5000
Mor=
gen Umfang bis auf einen geringen Teil für immer von
einer Bebauung auszuſchließen. — Geſtern mußte gegen
ein Nachtlokal zweifelhaften Charakters in der
Bülowſtraße die Polizei einſchreiten. Es handelt ſich
um eine der Stätte beſonders im Weſten Berlins in
denen ſich vorwiegend junge Leute aus allen möglichen
Kreiſen zuſammenfinden, um ververſen Neigungen zu
fröhnen.
Frankfurt, 1. Juni. Unter geheimnisvollen
Umſtän=
den iſt hier am Dienstag ein Mädchen
verſchwun=
den; die 15 Jahre alte Tochter des Arbeiters Jakob Koch
aus Bergen. Vater und Tochter hatten hier ein
Waren=
haus auf der Zeil beſucht. Erſt am Donnerstag kehrte
Koch zu ſeiner Familie zurück. Er gab an, daß er an der
Hauptwache die Tochter plötzlich nicht mehr geſehen habe.
Er habe ſie lange geſucht, aber nicht gefunden und komme
erſt jetzt, weil er ſich geſcheut habe, ohne Tochter nach Haus
zurückzukehren. Koch wurde in Haft genommen. Die
Nach=
forſchungen der Polizei nach dem Aufenthalt des
Mäd=
chens hatten bis jetzt keinen Erfolg. Das vermißte
Mäd=
chen iſt etwa 1,65 Meter groß, hat dunkles geſcheiteltes
Haar, volles Geſicht und trug dunkelblaues Kleid.
Heidelberg, 1. Juni. Bei der geſtern nachmittag
er=
folgten Gegenüberſtellung der Mörder mit
der Leiche zeigten ſich die Bewohner von Eberbach, wo die
Tat das Tagesgeſpräch bildet, ſehr erbittert. Bei der=
Rück=
fahrt fielen die Leute den Pferden in die Zügel, um die
Mörder zu lynchen. Die beiden Verhafteten leugneten
anfänglich. Erſt am Donnerstag abend legte der Bruder
kademie, an der er heute noch wirkt. — Hinſichtlich
er Verfeinerung des farbigen Ausdrucks und der
Licht=
ehandlung hat der Künſtler ſich in Dresden noch mehr
ervollkommnet, außerdem hat er ſein Stoffgebiet ſeit
nigen Jahren erweitert. Er ſchuf eine Anzahl Bilder
on Induſtrieſtätten, wie Hörde, Dortmund,
Frei=
erg i. S. (das „Hüttenwerk” befindet ſich im neuen
tändehaus zu Dresden), in denen er das Nüchterne
eid Alltägliche eines Fabrikbetriebes für maleriſche
oeſie zu gewinnen ſucht und geradezu Erſtaunliches
ge=
iſtet hat.
Bracht iſt in ſeiner Kunſt ein Abkömmling Nicolas
ouſſins, ein Verwandter Joſ. Anton Kochs, Joh. Chr.
einharts, Prellers und Rottmanns, und auch zu Böcklin
eht er in Beziehungen. Im Gegenſatz zu ſeinen
Vor=
ängern aber hat er die Natur nicht nur an den klaſſi=
Hen Stätten der heroiſchen Landſchaft, ſondern auch in
eutſchland geſucht und gefunden. Mag ſein Motiv noch
alltäglich und nüchtern ſein, in ſeinen Bildern ſteckt
otz alledem immer etwas Heldenhaftes. — Die große
Sirkung ſeiner Landſchaften beruht übrigens nicht aus=
Zließlich auf der Linie, ſondern auch auf der in ihnen
rm Ausdruck gebrachten tiefen Stimmung. — Sein
eben lang hat er die Natur geſucht und das Bild in der
atur, d. h., was ſein eigenes Erleben aus der Natur
raus oder in ſie hineinſah. Gerade ſeine Fähigkeit,
* Bilde der Natur auch deren Geiſt zu erfaſſen, hebt
n über die Mehrzahl ſeiner bedeutenderen Kunſtgenoſſen
por. — Im Anfang ſeiner künſtleriſchen Tätigkeit
be=
rzugte Bracht heroiſche Motive, in die er allerlei
Sym=
lismus hineintrug („Fata Morgana” „Geſtade der
ergeſſenheit”). Aus einem „Dramatiker der Farbe” iſt
ſpäter ein „Lyriker” der Farbe und der Stimmung ge=
Orden. Wie Max Osborn treffend von ihm geſagt hat,
langte er aus der Romantik ſchließlich zu einer
natura=
tiſch=ſachlichen Wirklichkeitskunſt, zu einem
innerlich=
etiſchen Empfinden, welches dem Böcklin=Geiſt
ver=
andt iſt.
Auch als Lehrer der Landſchaftsmalerei hat Bracht
5 bekanntlich bedeutende Verdienſte erworben; groß
die Zahl ſeiner Schüler, zu denen ausgezeichnete Künſt=
— wie Ludwig Dettmann, Paul Vorgang uſw
ge=
ren. An Geiſt, vornehmer Geſinnung und
ſelbſtändi=
r Kühnheit aber hat ihn keiner von ihnen allen erreicht.
Münchner Theater.
P. Am 30. Mai fand im Königl. Hoftheater die
Erſt=
aufführung von Hugo von Hofmannsthals
Myſterienſpiel „Das alteSpiel von Jedermann”
ſtatt. Die römiſch=katholiſche Liturgie mit ihren
Wechſel=
geſängen zwiſchen dem Prieſter und der Gemeinde, mit
ihrem rezitativiſchen Vortrag mit verteilten Rollen bei der
Paſſionsgeſchichte, mit ihren feierlichen Umzügen und
ihrer mimiſchen Symbolik enthält vielfache Keime
drama=
tiſcher Geſtaltung. Die Wiege des engliſchen Dramas
ſtand tatſächlich in der Kirche. Das Myſterienſpiel ſchloß
ſich an die Weihnachtsfeier und das Oſterfeſt an. Es war
ſtreng liturgiſch und gab der Entfaltung dichteriſcher
Phan=
taſie noch keinen Spielraum. Einen Fortſchritt bedeutete
ſchon das Mirakelſpiel. Dieſes befaßte ſich nicht mehr
bloß mit den dogmatiſchen Gegenſätzen: Gott und Teufel,
Gut und Böſe, wie das Myſterium, ſondern entnahm ſeine
Stoffe der Legende. Der Gegenſatz zwiſchen
Glaubens=
helden und Heiden, die Geſchichte der Heiligen wurden zur
Darſtellung gebracht, aber ſchon beteiligten ſich die Laien
an den Aufführungen. Das dramatiſche Element entwand
ſich immer mehr der ſakralen Umklammerung und wurde
in den „Moralitäten” der dritten und letzten Vorſtufe
zum nationalen Drama, rein volkstümlich. Die Moralität
veranſchaulicht den Zwieſpalt in der Seele des Menſchen,
aber noch nicht pſychologiſch, ſondern allegoriſch. Die ſich
befehdenden Leidenſchaften und Triebe des Menſchen
werden als Perſonen dargeſtellt.
Hugo von Hofmannsthal hat die Moralität
„Jedermann” ein Myſterium genannt und damit
eigentlich den Stil dieſer Gattung verwiſcht. Das iſt ſehr
bezeichnend. Das Katholiſierende, den Weihrauch, den
man aus der Weltanſchauung ſo energiſch verbannt hat,
ſucht man in der Kunſt, wo er weniger ſchaden kann, deſto
wollüſtiger wieder zu atmen, auch dort, wohin er ſtreng
genommen nicht gehört. Der Moralität als Gattung
haftet eher eine reformatoriſche Tendenz an, das
Reali=
ſtiſche, derb Volkstümliche gewann die Oberhand über das
Kirchliche, wenn auch gelegentlich kirchliche Tendenzen der
Moralitäten ihrer breiten Wirkung wegen ſich bedienten.
Der Moralität „Jedermann” liegt eine Parabel
buddhi=
ſtiſchen Urſprungs: „Die Freundſchaftsprobe in der Not”
zu Grunde. Der reiche Mann lebt in Freuden und
ver=
ſchließt ſein Herz der Stimme des Gewiſſens und der
Not, die er verſchuldet. Da erſcheint ihm der Tod mitten
beim Feſtmahl. „Jedermann” ſoll ſeine letzte Reiſe
an=
treten, aber niemand will mit ihm gehen, weder der Freund
ſeiner guten Tage, noch der Verwandte, noch der
Mam=
mon. Nur Gute=Werke möchte ihn begleiten. Sie iſt
aber zu ſchwach und kann ſich nicht vom Boden erheben,
ſie ruft ihre Schweſter „Glaube” zu Hilfe. Beide geleiten
nun „Jedermann” zum Grabe. Der Teufel, der ſich ſchon
mächtig auf ſeinen Höllenbraten gefreut hat, hat das
Nach=
ſehen.
Die Bühne war dreiteilig. Ein Vorderplan,
gleich=
ſam die Straße, der Schauplatz des Weltlebens. Hier
möchte der reiche Mann „Jedermann” angetan mit Seide
und Pelzwerk, ſeine Straße ziehen. Hier begegnet ihm der
Bettler, hier der Schuldknecht, der mit Frau und Kindern
in den Turm wandern muß, hier die betagte eigene
Mut=
ter, die ihn an ſein Seelenheil mahnt. Auf der erhöhten
Mittelbühne ſpielt ſich das Gaſtmahl ab mit Flötenklang
und Tanz. Aber mitten in der leuchtenden, rauſchenden
Pracht erklingen mahnende Stimmen, ertönt gewaltiges
Glockenläuten, nur für „Jedermann” vernehmbar und ihm
die Feſtfreude vergällend. Da erſcheint der Tod und
for=
dert „Jedermann” zur letzten Reiſe auf. Entſetzen befällt
den reichen Praſſer, ſeine Buhlin klammert ſich an ihn,
verläßt ihn aber dann in jäher Flucht. Der Schwarm
zer=
ſtiebt, ſeine Freunde verlaſſen ihn, und er iſt allein. Seine
Verzweiflung und ſein geiſtlicher Aufſchwung, das alles
iſt von einer Einfachheit der Linie und ergreifender
Sym=
bolik, daß der kirchliche Schluß, das Gebet, das
Hervor=
treten der Engel, die dem Teufel den Zugang wehren,
dieſe ſakrale Handlung auf der dritten erhöhten Bühne,
die ganz von einer gotiſchen Architektur ausgefüllt iſt,
ſich organiſch aus dem ganzen Verlauf ergab, in ſeltſamer
Weiſe an den Fauſt=Schluß gemahnend. Die Wirkung
war tief, man wagte kaum zu klatſchen. Die Leute blieben
wie gebannt auf ihren Plätzen. Aber dann gab es
Bei=
fall und Hervorrufe, wie ſie ſelbſt die Hofbühne noch
ſelten erlebt. Jedermann — Lutzenkirchen und Steinrück.
der Regiſſeur, wurden immer wieder gerufen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
Nummer 128.
des Mörders ein Geſtändnis ab, daß ſein Bruder der
Mörder ſei und Krebs ſich daran beteiligt habe.
Darauf=
hin gab Krebs die Tat zu. Beutel und Krebs hatten ſich
die ganze Woche mit dem Gedanken getragen, Touriſten
zu überfallen, um Geld zu ſchaffen. Sie trafen Arjes an,
wie er ein Luftbad nahm. Anfänglich wollten ſie ihm die
Kleider rauben, aber beiden fehlte der Mut. Als ſich A.
wieder angezogen hatte, ging er zum Katzenbuckel hinauf.
Beide Verbrecher folgten ihm auf dem Fuße. Als der
Student wieder ein Luftbad nehmen wollte, gab Beutel
aus drei Meter Entfernung den Schuß ab, ohne zu zielen.
Er drang unterhalb des linken Schulterblattes in den
Körper ein, durchbohrte beide Herzkammern und trat dann
aus dem Körper heraus. Die Mörder nahmen die
Klei=
der, dann das Geld, etwa 26 Mark, eine Uhr, zwei
Lot=
terieloſe und einen Photographenapparat an ſich. Geſtern
nachmittag fuhr die Gerichtskommiſſion mit den Mördern
nach der Tatſtelle. Die Mordſtelle liegt 150 Meter abſeits
vom Wege in einem dichten Wald. Dort wurden die
übri=
gen Kleider aufgefunden.
München, 31. Mai. Zwiſchen der Bayeriſchen und der
Goetheſtraße ſtießen heute halb 3 Uhr zwei
Straßen=
bahnwagen der Linie 19 aufeinander. Der
Ma=
terialſchaden iſt bedeutend. Elf Perſonen ſind leicht
ver=
letzt; ein Wagenführer erlitt außer verſchiedenen
Verletz=
ungen eine ſchwere Gehirnerſchütterung. Ob ein
Ver=
ſchülden eines der beiden Wagenführer oder ein
Nicht=
funktionieren der automatiſchen Weiche vorliegt, muß erſt
feſtgeſtellt werden.
München, 1. Juni. Ein Neger, anſcheinend ein
Artiſt, der in Begleitung eines elegant gekleideten
Mannes in Simbach ankam, ging vor der dortigen
Volks=
ſchule eine Zeit lang auf und ab, lockte dann zwei Knaben
im Alter von 6 und 13 Jahren an ſich und entführte
ſie. Trotz eifriger Recherchen iſt es bisher nicht
gelun=
gen, die beiden Knabenräuber dingfeſt zu machen.
Zittau, 31. Mai. Zum Oberbürgermeiſter
von Zittau iſt Oberbürgermeiſter Dr. Kuelz=Bückeburg mit
17 von 34 Stimmen gewählt worden.
Danzig, 1. Juni. Der durch rechtskräftiges Urteil des
Schwurgerichts Danzig vom 8. Dezember 1911 wegen
Mordes, begangen in Zoppot am 12. Januar 1911 an der
Rentnerin Klara v Laſzewski zum Tode verurteilte
frühere Seemann Johann Gaffke=Zoppot iſt heute
morgen 6 Uhr im Hofe des Gerichtsgefängniſſes durch
Scharfrichter Schwietz=Breslau hingerichtet worden.
Wien, 31. Mai. Der Verlagsbuchhändler Karl Wilh.
Stern, der in ganz Europa einen ſchwunghaften
Han=
del mit obſzönen Büchern und Bildern betrieb, von denen
24 Wagenladungen konfisziert wurden, wurde heute nach
viertägiger Verhandlung von den Geſchworenen von
dem Vergehen gegen die öffentliche Sicherheit
freige=
ſprochen und nur wegen Uebertretung und unbefugter
Verbreitung des verbotenen Buches Die Memoiren einer
Sängerin” zu 100 Kronen Geldſtrafe verurteilt.
Paris, 31. Mai. Der Temps beſtätigt heute die
Meld=
ung, daß die kürzlich von den Pariſer Geſchworenen
frei=
geſprochene Gattenmörderin Pascal nach ihrer
Frei=
laſſung in einer Autodroſchke ein Schreiben ſehr
inter=
eſſanten polizeilichen Inhalts gefunden habe.
Es handelt ſich um einen von der Frau des franzöſiſchen
Botſchafters in Petersburg jüngſt an ein Mitglied des
Kabinetts Poincaré gerichteten Brief, in welchem Frau
Louis unter Hinweis auf die verwickelten franzöſiſch=
ruſ=
ſiſchen Beziehungen und die bei einem Teil des ruſſiſchen
Adels gegen gewiſſe Vertreter Frankreichs herrſchende
Stimmung den Miniſter dringend bittet, die gegen ihren
Gatten in Petersburg geſchmiedeten Ränke zu vereiteln.
Frau Louis bemerkt ſchließlich, daß die Schwierigkeiten
mit welchen die Gattin eines früheren franzöſiſchen
Bot=
ſchafters in Petersburg zu kämpfen hatte, ſie veranlaßten,
ihren Mann nicht nach Petersburg zu begleiten.
Paris, 1. Juni. Geſtern ſpät abends erblickte ein
Poliziſt von der Rue de Rivoli aus vier Männer und eine
Frau auf dem Dache des Louvremuſeums.
Die Erinnerung an den Diebſtahl der Gioconda” erweckte
in ihm den Verdacht, daß es ſich vielleicht um Einbrecher
handele und er alamierte die Muſeumswächter, die die
5 Perſonen feſtnahmen und vor den Direktor des
Louvre=
muſeums Pujalet führten. Die Verhafteten, drei
Stu=
denten, ein Muſiklehrer und eine junge Klaviervirtuoſin,
erklärten, daß ſie einem Beamten des dem Louvre
angren=
zenden Finanzminiſteriums einen Beſuch abgeſtattet
hät=
ten und dann auf das Dach geſtiegen ſeien, um den
An=
blick auf Paris zu genießen. Sie hätten ſich dabei verirrt
und ſeien ſchließlich auf das Dach des Louvremuſeums
geraten. Direktor Pujalet entließ die Verhafteten mit einer
ſtrengen Strafpredigt und ordnete ſofort Maßnahmen an
um auch das Dach des Muſeums vor Eindringlingen zu
ſchützen.
Paris, 1. Juni. Ein überraſchendes
Ge=
ſchenk erhielt von bisher noch unbekannter Seite die
Frau des zurzeit in Paris wohnenden ruſſiſchen Staats=
ates Deniſſow. Als ſie von einem Spaziergang
zurück=
kehrte, fand ſie in ihrer Wohnung einen rieſigen
Blumenkoircb wor, dem jedoch leine Karſte ſeines
Ueberbringers beilag. Frau Deniſſow erhielt kurz
dar=
auf Beſuch von zwei Freundinnen, und man bewunderte
das ſchöne Geſchenk von unbekannter Hand, als man
plötzlich im Innern des Korbes eine Bewegung
be=
merkte und die lallenden Töne eines Kindes
hör=
bar wurden. Zum großen Erſtaunen der Damen barg
der Korb ein reichgekleidetes Kind im Alter von etwa
1 Monat. Auf einem beigefügten Zettel wurde Frau
Deniſſow gebeten das Kind in Verwahrung zu nehmen
und taufen zu laſſen. Wie ſich dann noch feſtſtellen ließ,
war der Blumenkorb von einer fein gekleideten Dame,
die in einem eleganten Privatautomobil vorgefahren
war, überbracht worden. Weiter fehlt jede Spur über
die Herkunft des Kindes.
New=York, 31. Mai. Der Ausſtand der
Kell=
er, der in der vergangenen Woche begann, nimmt einen
ernſten Charakter an. Geſtern abend verließen etwa 1000
Kellner in ſechs der größten Reſtaurants während der
Eſſensſtunde ihre Arbeitsſtellen. Die Zahl der
Streiken=
den beträgt 1500. In den Betrieben werden Neger, die
aus dem Süden kommen, als Erſatz verwandt. Die
Ar=
beitgeber verſichern, die Forderungen der Kellner,
aus=
ſchließlich Organiſierte zu beſchäftigen, nicht erfüllen zu
wollen.
Kongreſſe und Verbandstage.
Geſamtverbandstggung der
Evangeli=
ſchen Arbeitervekeine Deutſchlands.
— Königsberg i. Pr., 31. Mai. Nachdem am
Montag (2. Pfingſttag) der Oſtpreußiſche Verband der
Evangeliſchen Arbeitervereine eine große Feſtfeier mit
einem impoſanten Umzug durch die Stadt veranſtaltet
und am Dienstag ſeine diesjährige
Verbandsverſamm=
lung abgehalten hatte, wurde am Mittwoch früh im
Saale der „Deutſchen Reſſouree” die diesjährige
Geſamt=
verbandstagung der Evangeliſchen Arbeitervereine
Deutſchlands durch den Vorſitzenden, Liz. D. Weber
aus M.=Gladbach, eröffnet. Als Vertreter der
König=
lichen Staatsregierung ſprach bei den Begrüßungen der
Oberpräſident Exzellenz von Windheim, der zugleich im
Auftrage des Reichskanzlers und Miniſterpräſidenten, des
Herrn Staatsſekretärs des Reichsamts des Innern,
ſo=
wie der Miniſter des Innern, für Landwirtſchaft und
für Handel und Gewerbe Glückwünſche überbrachte. Als
Vertreter des Königlichen Konſiſtoriums der Provinz
Oſt=
preußen war Konſiſtorialpräſident D. Kähler anweſend,
als Vertreter der oſtpreußiſchen Geiſtlichkeit
General=
ſuperintendent D. Braun. Die Regierung zu Königsberg
war durch Regierungspräſident Dr. Graf von
Keyſer=
lingk, die Regierung zu Allenſtein durch
Oberregierungs=
rat Brandis vertreten. Anweſend waren ferner
Konſiſto=
rialpräſident a. D. Freiherr D. von Dörnberg,
Polizei=
präſident von Wöhrs, Regierungsrat Dau, Geheimer
Konſiſtorialrat Profeſſor D. Dr. Benrath, der Dekan der
theologiſchen Fakultät, Profeſſor D. Schulze, u. a.
Nach den offiziellen Begrüßungen erhielt der
Ar=
beiterſekretär Veer=Siegen das Wort zu ſeinem Referat:
„Was kann geſchehen, um die Evangeliſche
Arbeitervereinsbewegung immer mehr
auch in ländliche Kreiſe hineinzutragen,
und welche Forderungen ergeben ſich
dar=
aus für die Erweiterung unſeres
Pro=
gramms?‟ Er legte demſelben folgende Theſen
zugrunde: In richtiger Erkenntnis der drohenden
Ge=
fahr und der Bedeutung der Landarbeiter für die
chriſt=
lich=nationale Arbeiterbewegung, für Kirche und Staat
iſt es unſere Pflicht, die Landarbeiter den chriſtlich=
natio=
talen Organiſationen zuzuführen. An der
Durchführ=
ung dieſer Aufgaben mitzuarbeiten iſt Pflicht aller
Ge=
meindemitglieder. Wer dieſe Pflicht nicht erkennen will
oder dieſe Arbeit zu hindern ſucht, verſündigt ſich an
ſei=
ner Kirche und an ſeinem Volke. Von gewerkſchaftlicher
Organiſation kann bei der Eigenart und Verſchiedenheit
des Arbeitsverhältniſſes auf dem Lande nur dort die
Rede ſein, wo die Möglichkeit zur Gründung
konfeſſio=
neller Vereine fehlt. Der Gewerkſchaft kann der Streik
zur Zeit der Ackerbeſtellung und der Ernte nicht
zuge=
ſtanden werden. Die Gründung konfeſſioneller
Land=
rbeitervereine, mit denen gegebenenfalls
Dienſtboten=
vereine und Frauenvereine parallel gehen können, iſt
energiſch zu betreiben. Unter Mitwirkung der
Gemein=
den und Behörden haben die Landarbeitervereine
zu=
nächſt an der Löſung folgender Sonderaufgaben zu
ar=
beiten: Gründung von paritätiſchen Arbeitsnachweiſen:
Bildung von Arbeitsausſchüſſen zur Ueberwachung der
Arbeitsnachweiſe und Schlichtung aller aus dem
Arbeits=
verhältnis ſich ergebenden Streitfragen; nachdrücklichſt für
die Gründung von Baugenoſſenſchaften einzutreten;
Spar= und Darlehenskaſſen ins Leben zu rufen; zur Er=
reichung einer höheren Bildungsſtufe des ganzen Star
des unermüdlich auf die allgemeine Durchführung de
Fortbildungsſchulunterrichts hinzuwirken; Reformen de
Geſindeordnung die Durchführung der allgemeinen rel
giöſen, nationalen und ſozialen Aufgaben der Evangel
ſchen Arbeitervereine zu betreiben.”
Nach ausgiebiger Debatte wurde der einmütige B
ſchluß gefaßt, nach den in den Theſen feſtgelegten Rich
linien energiſch an die praktiſche Durchführung der Lani
arbeiterfrage zu gehen. Die Donnerstagsverhandlunge
wurden eingeleitet durch ein Referat des Arbeiterſekr
tärs Liegert=Zwickau i. Sa. über „Arbeite:
urlaub”. Sie führten zu der einſtimmigen
Annahm=
folgender Reſolution: „Der Geſamtverband Evan
geliſcher Arbeitervereine Deutſchlands ſtellt ſich nach An
hörung eines Vortrages über das Thema „Arbeiter
urlaub” grundſätzlich auf den Standpunkt, daß die fre
willige Gewährung von Urlaub an alle gewerblichen Au
beiter im Intereſſe des Geſundheitszuſtandes der wer
tätigen Bevölkerung Deutſchlands durchaus wünſchen
wert iſt.”
Hierauf erſtattete der Vorſitzende des Geſamtverbau
des, Herr Pfarrer Liz. D. Weber, den Jahre
bericht. Der Geſamtverband iſt um weit über 1000
Mitglieder im vergangenen Jahre gewachſen; er umfa
in 18 Verbänden 852 Vereine mit 123 721 Mitglieder
Ueberall betätigten ſich die Evangeliſchen Arbeiterve
eine bei den Reichstagswahlen in nationalem Sinne. M
Stolz können die Vereine im Weſten ſagen, daß in de
Wahlkreiſen des Ruhrinduſtriegebietes die politiſch ur
wirtſchaftlich wohlgeſchulten chriſtlich=nationalen Arbeit
zwei. Sozialdemokraten aus dem Reichstag geworfe
haben, Bochum=Gelſenkirchen und Mülheim=Duisbur
Auch die Arbeiterinnenvereinsbewegung hat gute For
ſchritte aufzuweiſen; ſie zählt 33 Vereine mit 3000 Mi
gliedern. Zur Ausbildung und Schulung der Mitglied
wurden ſoziale Ausbildungskurſe veranſtaltet. Hunder
tauſende von Flugblättern und Broſchüren wurden ve
breitet. Die Zahl der Arbeiterſekretariate iſt bedeuter
geſtiegen; ſo hat z. B. der Rheiniſch=Weſtfäliſche Ve
band 10 und der Sächſiſche und Mitteldeutſche Verbau
zuſammen 11 Sekretariate.
Die weiteren Verhandlungen beſchäftigten ſich n
internen Angelegenheiten. An die Tagung ſchloß ſi
ein Ausflug der Teilnehmer in die landſchaftlich ſchör
Umgegend Königsbergs an.
Der Berliner Beſuch in Wien.
* Wien, 31. Mai. Heute abend fand für die A
ordnung der Berliner Stadtvertretung i
Rathaus ein offizielles Abſchiedseſſen ſta
Unter den Anweſenden befanden ſich der deutſche Bo
ſchafter mit den Herren der deutſchen Botſchaft, d
deutſche Konſul, mehrere Miniſter, die Spitzen der ſtaa
lichen und der ſtädtiſchen Behörden und andere.
Bei dem Bankett im Rathauſe brachte Bürgermeiſt
Dr. Neumayer einen Trinkſpruch aus, in
de=
er u. a. ſagte: Daß das deutſch=öſterreichiſch
Bündnis auch die Seelen des Volkes ſo ſchnell,
dauernd und ſo innig gewinnen konnte, kam daher, weile
den echten Bedürfniſſen und den innerſten GefühlenderBe
völkerung entſpreche. Er dankte den Berliner Gäſten au
das Herzlichſte, daß ſie den Wienern durch ihren Beſuch
Gelegenheit gegeben hätten, ihren Gefühlen Rechung
zu=
tragen. Berlin und Wien würden mit bereinter=
Kraft deutſche Kultur in der Welt zur Geltungebringen
und dafür ſorgen, daß dem deutſchen Stammder Platz
an der Sonne nicht genommen werde. Wenn wit
Deu=
ſchen, fuhr der Bürgermeiſter fort, zuſammenhalten, wer
den wir unbezwinglich ſein. Wir ſind von Herzen deneu
dankbar, die die oberſten Schützer dieſes deutſchen Volks
bündniſſes ſind und unter deren Aegide ſich dieſes Bünk
nis zu einem unerſchütterlichen Bollwerk entwickel
konnte. Der Bürgermeiſter ſchloß mit einem
begeiſte=
aufgenommenen dreimaligen Hurra auf Kaiſer Wilhel=
und Kaiſer Franz Joſef.
Bürgermeiſter Neumayer verlas hierauf die inzw
ſchen abgeſandten Huldigungstelegramme der Staat
oberhäupter von Berlin und Wien an Kaiſer Wilhel
und Kaiſer Franz Joſef. Oberbürgermeiſter Kirſchne
dankte in ſeiner Antwort für den freundlichen Empfan
Er hob gleichfalls das innige Bundes= un
Freundſchaftsverhältnis zwiſchen Deutſe
land und Oeſterreich hervor und betonte beſo
ders den deutſchen Charakter Wiens. Sein
Trinkſpru=
klang in ein Hoch auf die Stadt Wien aus. Eiſenbah
miniſter Frhr v. Forſter begrüßte hierauf die Gäſte i
Namen der öſterreichiſchen Regierung. Der ſtellvertr
tende Stadtverordnetenvorſteher Caſſel begrüßte
ſchwungvoller Rede beſonders die überaus herzliche Ar
nahme durch die Bevölkerung in und um Wien und ſpre
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Regnaults
Sa=
lomebild nach Amerika verkauft. Die
Be=
mühungen opferwilliger franzöſiſcher Kunſtfreunde, das
berühmte Bild „Salome” des im Kriege 1870/71
gefalle=
nen Pariſer Malers Henri Regnault für das
Louvre=
muſeum zu erwerben, haben nicht zum Ziel geführt. Das
Werk wurde bei der geſtrigen Verſteigerung in der Galerie
Carcano für 480000 Francs für amerikaniſche
Rech=
nung gekauft. Regnault malte das Bild im Jahre 1870;
es war eines ſeiner letzten Werke. Bei der Verſteigerung
erzielten ferner Wilhelm Leibls „Porträt der Frau
Ge=
don” 140000 und Theodore Rouſſeaus „
Kaſtanienbaum=
allee‟ 270000 Francs.
Julius Lieban, der Tenor=Buffo am Königl.
Opernhauſe in Berlin, hat am Freitag abend Abſchied von
der Kunſtſtätte genommen, an der er nahezu drei
Jahr=
zehnte gewirkt hat.
C.K. Die Tuberkuloſe des roten Mannes. Nach dem
neueſten Bericht des Direktors des Geſundheitsamtes von
Süd=Dakota, Dr. Robinſon, fordert die Tuberkuloſe unter
den Indianern außerordentlich große Opfer. Bei dem
bedeutendſten Stamm der Gegenwart, dem der Sioux,
der noch etwa 25000 Mitglieder hat, beläuft ſich die Zahl
der an Tuberkuloſe Erkrankten auf 50 Prozent bei den
Kindern und 60 Prozent bei den Erwachſenen. In
ein=
zelnen Gebieten beträgt die Zahl der durch die furchtbare
Krankheit Dahingerafften ſogar 75 bis 80 Prozent. Der
Häuptling der Sioux’ hat in den Jahren 1892—1902 ſeine
ſieben Söhne als Opfer dieſer Menſchheitsgeißel ins Grab
ſinken ſehen. Dies Wüten der Tuberkuloſe hat unter den
Söhnen der Prairie erſt eingeſetzt, als die „
Reſervat=
gebiete” für die Rothäute geſchaffen wurden, um ihnen die
Fortſetzung ihres unabhängigen Lebens zu ermöglichen.
Vorher war ihr Geſundheitszuſtand ausgezeichnet, aber
damals lebten die Siour in ſchlecht verſchloſſenen Zelten,
wo ſie niemals Feuer machten; ſie wechſelten oft ihre
Nie=
derlaſſungen, zogen umher und nährten ſich von Tierfleiſch,
das gleich nach dem Schlachten gegeſſen wurde. Heute
ſind die Sioux ziviliſiert; ſie wohnen zuſammengedrängt
in alten, überheizten und unſauberen Gebäuden, die der
Infektion den größten Vorſchub leiſten. Robinſon
for=
dert im Intereſſe der Indianer und der Weißen, die in
der Nähe ihrer Dörfer leben, daß man all dieſe ſchlechten
Baulichkeiten verbrenne und für die roten Männer
hygie=
niſche Häuſer erbaue, die außerdem einer genauen
hygie=
niſchen Aufſicht unterworfen werden müßten.
— Die Rekordleiſtung eines Meiſterdiebes. In Paris
wurde im März ein junger Menſch feſtgenommen, der
einen Diebſtahl verübt hatte; die Gewißheit, nun ins
Ge=
fängnis geſperrt zu werden, ließ den jungen Tunichtgut
neuraſtheniſch werden, die Angſt vor der Einzelhaft
ſtei=
gerte ſich immer mehr, und ſchließlich entſtand in René
Förſchler folgender Gedankengang: „Wenn ich die 250
bis=
her unentdeckten Diebſtähle eingeſtehe, die ich in den
letz=
ten acht Jahren in Paris ausgeführt habe, ohne je
er=
wiſcht zu werden, dann wird man mich nicht zu
Gefäng=
nis, ſondern zu Zwangsarbeit verurteilen, man wird mich
deportieren und „da draußen” finde ich wohl eine
Ge=
legenheit zur Flucht.‟ Das Ergebnis war, wie der Matin
berichtet, daß Förſchler am letzten Freitag einen heroiſchen
Entſchluß faßte: er griff zur Feder und ſchrieb dem
Un=
terſuchungsrichter Chesney, der ſeinen Fall führte, einen
Brief, in dem er alle ſeine Miſſetaten bekannte. Die Liſte
der Diebſtähle war ſo imponierend, daß der
Unterſuch=
ungsrichter an einen Anfall von Größenwahn glauben
wollte, aber weitere Vernehmungen ergaben ſo beſtimmte
Einzelheiten, daß der Richter zu ſeinem Schmerze ſeine
wohlaſſortierten Akten Förſchler wohl um 250 weitere
Tatbeſtandsaufnahmen bereichern muß. Und am
Mitt=
woch wurde damit auch begonnen. Von zwei Inſpektoren
und dem Kommiſſar Poncet begleitet, begann an dieſem
Tage die erſte Wagenfahrt durch Paris, die das Schickſal
Förſchler beſchert hatte. Er gab genau die Häuſer an,
denen er gearbeitet hatte. Am Abend des Tages ha
man 32 verſchiedene Häuſer „feſtgeſtellt”; am nächſten Ta
wiederholte ſich die Exkurſion, bei der 42 weitere Die
ſtähle in anderen Häuſern feſtgeſtellt wurden, und 1
nächſten Tage wird Förſchler wohl auch noch im Wag
verbringen. Nach den bisherigen Feſtſtellungen bedeu
die Arbeit dieſes Meiſterdiebes wirklich eine Rekor
leiſtung. Im Laufe der letzten Jahre hat Förſchler 2
Einbrüche ausgeführt, hat 990 goldene und ſilberne Taſche
uhren geſtohlen, 1432 Ohrringe, 192 ſilberne Beſtecke,
Hängelampen, 361 Krawattennadeln und 93 golde
Broſchen. Und dazu kommt noch das bare Geld, das de
Diebe bei ſeinen Exkurſionen in die Hände gefallen
Die erbeuteten Gegenſtände hat er zwar ſtets zu wahr
Spottpreiſen an Hehler losgeſchlagen, aber der Erl.
brachte ihm immerhin 20—30 000 Francs. Mit dem bar
Gelde zuſammen hat der arbeitſame Dieb im Laufe d
letzten Jahre immerhin rund 50000 Francs errafft.
mi. Die Menſchenopfer des Panamakanals. Was 2.
jetzt ſeiner Vollendung entgegengehende Bau des Panam
kanals an Menſchenopfern gefordert hat, veranſchauli
mit erſchrecklicher Deutlichkeit der Umfang und die Gräbe
zahl des Friedhofs von Ancon, wo die Opfer des mi
deriſchen Klimas zur letzten Ruhe gebettet werdt
Amerika ſelbſt iſt an der Todesrate verhältnismäßig 6
ring beteiligt. Es hat ſeit dem Jahre 1904 von den hi
beſchäftigten Arbeitern weniger als 4000 verloren, wä
rend Frankreich in fünf Jahren den Verluſt von 221
Arbeitern zu beklagen hatte, was eine Todesrate von?
pro Tauſend und Jahr ausmacht. Unter welch furd
baren Bedingungen die Arbeiter des Panamakanals ik
Tätigkeit auszuüben genötigt ſind, beweiſt mit zwinge
der Eindringlichkeit die Tatſache, daß einmal tauſer
Neger von der Weſtküſte Afrikas eingeführt wurden, v.
denen innerhalb 6 Monaten auch nicht ein einziger a
Leben war,
Nummer 128.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
Seite 5.
die freudige Hoffnung aus, demnächſt die
Stadtvertre=
tung Wiens in Berlin als Gäſte begrüßen zu können.
Inzwiſchen war vom Grafen Paar an den
Bürger=
meiſter Neumayer ein Telegramm eingegangen, in dem
es heißt, daß Kaiſer Franz Joſef dem
Oberbür=
germeiſter und den Vertretern der Berliner
Gemeinde=
verwaltung ſeinen herzlichſten und innigſten Dank für die
Huldigung ausdrücke. Es habe dem Kaiſer zur
beſon=
deren Befriedigung gereicht, die Vertreter der
Haupt=
ſtadt des verbündeten Deutſchen Reiches als Gäſte des
Wiener Gemeinderates anweſend zu wiſſen und er
wünſche aufrichtig, daß ihnen von dieſem Aufenthalt
eine angenehme Erinnerung verbleiben und die gegen
ſeitigen freundſchaftlichen Beziehungen ſich noch enger
knüpfen werden. Nach einer ungemein herzlichen
Ver=
abſchiedung von den Wiener Wirten verließen die
Ber=
liner Gäſte in ſpäter Stunde das Rathaus.
Luftfahrt.
Eine Glanzleiſtung des „Z. 3‟
* Friedrichshafen, 31. Mai. Das
Militär=
luftſchiff „Z. 3" iſt kurz vor elf Uhr zu ſeiner
Fern=
fahrt nach Hamburg aufgeſtiegen. An Bord befinden ſich:
Graf Zeppelin, Graf Zeppelin junior, Oberingenieur
Dürr, Kapitän Gloud, Steuermann Lau, ein
Fahringe=
nieur und verſchiedene Monteure. Es iſt beabſichtigt, über
Baſel nach Göttingen zu fahren.
„Z. 3‟ hat um 1.20 Uhr Aalen, 1.30 Uhr
Ellwan=
gen und um 2.20 Uhr Mergentheim paſſiert.
* Bebra, 1. Juni. Das Luftſchiff „Z. 3‟ paſſierte
auf ſeiner Fernfahrt nach Hamburg gegen 3 Uhr
Würz=
burg und um 4.40 Uhr Bebra.
* Hannover, 1. Juni. Das Luftſchiff „Z. 3‟
über=
flog um 5.40 Uhr Göttingen und paſſierte um 7.15
Uhr Hannover in der Richtung nach Hamburg.
* Hamburg, 1. Juni. Das Militärluftſchiff
„Z. 3” paſſierte 8.25 Uhr Soltau.
* Hamburg, 1. Juni. Das Zeppelin=Luftſchiff
traf um 9 Uhr 25 Min. hier ein und umkreiſte in großen
Bogen den Hafen. Es iſt auf dem Wege zur Luftſchiffhalle.
Auf dem Flugplatze hatten ſich ſchon frühzeitig vor
der großen Halle die Bürgermeiſter Dr. Predöhl, Dr.
Burchard und Schröder, ſowie Mitglieder des Senats und
der Bürgerſchaft eingefunden. Um 9.25 Uhr erblickte man
in der Ferne die Umriſſe des Luftſchiffes, das über dem
Hafen und der Stadt kreuzte. Um 9.40 Uhr traf das
Luft=
ſchiff auf dem Flugplatz ein, wo es mehrere Rundflüge
unternahm. Zum Teil gingen die Flüge ſehr hoch, ſodaß
das Luftſchiff in den Wolken verſchwand. Um 11 Uhr
Landete das Luftſchiff und wurde in die
Halle verbracht.
Kurz nach der Landung des „Z. 3” traf Prinz
Heinrich im Automobil auf dem Landungsplatz ein
und beglückwünſchte Graf Zeppelin zu der glücklich
ver=
laufenen Fahrt. Das Luftſchiff wurde ſodann in die Halle
gebracht.
H. B. Hamburg, 1. Juni. Die Ankunft des
Luftſchiffes erfolgte vollkommen überraſchend, denn
man hatte angenommen, daß es erſt gegen 12 Uhr
frühe=
ſtens hier eintreffen könnte, weil die Fahrt von
Friedrichs=
hafen bis hier 14 Stunden dauern ſollte. Das Luftſchiff
Freuzte eine Zeitlang über dem Flugplatz Fuhlsbüttel, da
es programmäßig erſt um 11 Uhr landen ſollte. Tauſende
von Menſchen ſtrömten nach dem Flugplatz, um der
Lan=
dung beizuwohnen. Zahlreiche Häuſer habei zu Ehren
des Grafen geflaggt. Die Landung erfolgte kurz vor 11
Uhr. Nach 10 Minuten war das Luftſchiff ohne jeden
Zwiſchenfall in der Halle untergebracht. Die ganze
Fahrt iſt ohne die geringſte Störung glatt
vor ſich gegangen.
* Hamburg, 1. Juni. Beim heutigen Empfang
des Grafen Zeppelin hielt vor der neu erbauten
Luftſchiffhalle Edmund Siemers eine kurze
An=
ſprache an den Grafen, der in wenigen Worten allen
Dankte, die zum Bau der neuen Luftſchiffhalle beigetragen
haben. Abends gibt Siemers zu Ehren des Grafen
Zep=
pelin ein Diner zu dem die Bürgermeiſter, mehrere
Senatsmitglieder und verſchiedene Herren der hieſigen
Luftſchiffervereine geladen ſind. Morgen mittag gibt der
Senat ein Frühſtück zu Ehren des Grafen.
H.B. Hamburg, 1. Juni. Oberingenieur Dürr
der Begleiter des Grafen Zeppelin, gab heute mittag
Aus=
kunft über die Fahrt von Friedrichshafen nach Hamburg.
Die Fahrt hat genau 10 Stunden gedauert und iſt
dieſchnellſte, die bisher zurückgelegt wurde.
Um 11 Uhr 3 Minuten erfolgte die Abfahrt und um 9 Uhr
4 Minuten befand ſich das Luftſchiff über Hamburg. In
Ulm war es um 12.30 Uhr, in Würzburg um 1.45 Uhr,
und ſchon um 3 Uhr wurde Fulda überflogen. Die ganze
Fahrt bis Hamburg war normal. Nur bei der
Annäher=
ung an Hamburg ſtellten ſich die üblichen Unſichtigkeiten
Durch Nebelbildung ein, wie ſie die Hamburger Niederung
vielfach aufweiſt, ſo daß die Orientierung etwas erſchwert
wurde und man daher etwas tiefer gehen mußte, als
be=
abſichtigt war. Zweimal wurde eine Landung verſucht,
Die aber nicht gelang, weil ſich die Halteſeile verwickelten,
ſo daß ſie von der Mannſchaft nicht gefangen werden
konnten. Es mußten deshalb mehrmals große Schleifen
gefahren werden, bis endlich um 10 Uhr 55 Minuten die
Landung glückte.
* Hamburg, 2. Juni. Der Senat gab heute
mittag im Kaiſerſaale des Rathauſes zu Ehren des
Gra=
ffen Zeppelin ein Frühſtück an dem Prinz
Hein=
rich Vertreter der Bürgerſchaft, der
Luftſchiffahrtsaktien=
geſellſchaft und einige Verwandte des Grafen Zeppelin
teilnahmen. Auf die Begrüßungsanſprache des
Bürger=
meiſters Dr. Burchard antwortete Graf Zeppelin in
einer längeren Anſprache und brachte ein Hoch auf den
Senat und die Bürgerſchaft aus.
Das Luftſchiff „Z. 3” iſt unter Führung von
Graf Zeppelin mit dem Prinzen Heinrich und
Bürger=
meiſter Burchard um 3.50 Uhr aufgeſtiegen. Nach
einigen Manövern trat das Luftſchiff die Fahrt nach
Bremen an. Beim Ueberfliegen der Stadt wurde das
Luftſchiff überall mit brauſenden Jubelrufen begrüßt.
* Bremen, 2. Juni. Das Luftſchiff „Z. 3"
iſt von Hamburg kommend 5.15 Uhr über der Stadt
ein=
getroffen. Es machte einen großen Bogen und iſt dann
zum Flugplatz gefahren. Das Luftſchiff iſt wegen eines
Anwetters hier nicht gelandet. Es trat ſofort den
Rückweg nach Hamburg an. Den übrigen
Flugveranſtal=
rungen machte ein ſtarker Platzregen und Gewitter ein
Jorzeitiges Ende.
* Hamburg, 2. Juni. Nachdem das Luftſchift
„2. 3‟ auf der Rückfahrt nach Hamburg noch mehrmals
Gewittern ausweichen mußte, fand abends
8,45 Uhr die Landung glatt vor der Halle ſtatt.
sr. Berliner Frühjahrs=Flugwoche.
Am letzten Tage wurde bei günſtigem Wetter unter
Be=
teiligung von insgeſamt 15 Fliegern geflogen. Die
Hauptkonkurrenz bildete der Höhenflug um den
Ehren=
preis des Kaiſers, den Ellery v. Goriſſen mit
einer Höhe von insgeſamt 880 Metern an ſich brachte.
Zweiter wurde Roſenſtein mit 690 Metern. Sehr
bedauer=
lich iſt die Beſchränkung des Preiſes auf reichsdeutſche
Flieger, da Abramovitſch, der bereits an den Tagen
vor=
her unter ſchwierigen Umſtänden Höhen bis zu 1780
Me=
tern erzielt hatte, am Freitag mit einem Paſſagier 2000
Meter Höhe erreichte und damit einen neuen deutſchen
Rekord aufſtellte. In die drei Frühpreiſe teilten ſich bei
dem allſeitigen Frühſtart die ſieben der Teilnehmer.
sr. Ein neuer Kanalflug wurde von dem
engliſchen Flieger Hamel ausgeführt. Er ſtartete in
Hardelot auf ſeinem neuen Blériot=Eindecker, überflog
glatt den Kanal und landete eine Stunde nach dem
Auf=
ſtiege bei Eaſtchurch.
* Bremen, 2. Juni. Bei der Abfahrt zum
Nord=
weſtdeſutſchen Rundfluge, die heute früh in
Gegenwart des Großherzogs von Oldenburg ſtattfand,
ereignete ſich ein ſchwerer Unfall.
Buchſtaet=
ter der kurz nach 7 Uhr mit Leutnant Stille vom
2. Hannoverſchen Infanterie=Regiment Nr. 77 aufſtieg,
ſtürzte beim Nehmen einer Kurve plötzlich ab. Der
Appa=
rat überſchlug ſich und begrub beide Inſaſſen unter ſich.
Buchſtgetter gab noch einige Lebenszeichen von ſich,
ver=
ſchied aber bald darauf. Stille war ſofort tot. Die
Veranſtaltung wurde ſofort unterbrochen.
* Poſen 1. Juni. Die Sammlung der Redaktion
des Poſener Tageblatts und der Oſtdeutſchen Warte für
eine Fliegerſtation in Poſen erreichte die Höhe
von 70000 Mark.
Sport.
Dauerfahrt Straßburg-Darmſtadt.
Am Samstag bezw. Sonntag fand die große
Dauerfahrt für Radfahrer von Straßburg nach Darmſtadt,
veranſtaltet vom Kartell ſüddeutſcher Gaue (5., 6., 7., 8.
und 9.) des Deutſchen Radfahrerbundes, unter äußerſt
zahlreicher Beteiligung von Berufs= und Herrenfahrern
ſtatt. Insgeſamt waren in der Nacht zum Samstag über
60 Fahrer an den Start gegangen. Allerdings mußten
viele davon aufgeben, da das ſchlechte Wetter ungeheuere
Schwierigkeiten bereitete.
In Darmſtadt trafen die erſten Teilnehmer, die
Spitzengruppe der Berufsfahrer, um halb 4 Uhr an der
Rennbahn Heidelberger Straße ein. Es waren aus Anlaß
des Rieſenrennens noch mehrere Bahnrennen vorgeſehen,
die jedoch wegen andauernden Regens ausfallen und
auf nächſten Sonntag verſchoben werden
muß=
ten. Die Dauerfahrt hatte folgendes Ergebnis:
I. Berufsfahrer (Geldpreiſe von 200—20 Mk.:
1. Robert Tartſch=Schweinfurt, 2. Auguſt Kraft=
Straßburg, 3. Peter Böhm=Rülsheim, 4. R. Weiße=
Berlin, 5. Georg Schmidt=Eibach=Nürnberg, 6. Emil
Zander=Berlin, 7. Aug. Braun=Nürnberg, 8. Sigmund
Schneider=Schwabach, 9. Wilh. Nagel=Blankenloch, 10.
Kurt Kloß=Bremen, 11. Hans Ludwig=Nied a. M., 12.
Anton Ernſt=Wien, 13. Jakob Staudt=Saarbrücken.
II. Herrenfahrer (Ehrenpreiſe im Werte von
200—20 Mark, insgeſamt 15 Ehrenpreiſe; für die weiter
innerhalb 4 Stunden nach dem Erſten eintreffenden
Fahrer eine ſilberne Medaille): 1. Karl Weyknecht=
Frankfurt, 2. Willy Götz=Frankfurt, 3. Karl Hans=
Straß=
burg, 4. Karl Grampp=Wanzenau i. Elſ., 5. Karl Berſt=
Straßburg, 6. Heinrich Loeven=Frankfurt, 7. Friedrich
Ling=Frankfurt, 8. Andr. Gräf=Frankfurt, 9. Fritz
Jo=
hänntges=Frankfurt, 10. Franz Beyerer=Frankfurt, 11.
Georg Sehring=Langen, 12. Jean Müller=Friedrichsfeld
t. B., 13. Guſtav Schubert=Frankfurt, 14. Johann Mehl=
Wiesbaden, 15. Aug. Ebert=Frankfurt, 16. Georg Denzer=
Frankfurt, 17. Hermann Balbach=Mundenheim, 18. Emil
Berbach=Schiltigheim, 19. Wilhelm Höhle=Frankfurt,
20. Hans Weidlich=Oberurſel, 21. Wilh. Schneidt=
Frank=
furt, 22. Joſ. Link=Frankfurt.
Die erſten ſechs Berufsfahrer trafen gleichzeitig um
6 Uhr 27 Min. am Ziel, Radrennbahn Darmſtadt, ein;
ſie hatten alſo zu der 367,5 Kilometer langen Strecke nur
13,27 Stunden benötigt. Das iſt eine
Durchſchnitts=
leiſtung von zirka 30 Kilomet er; bei der Länge
der Fahrt und dem ſehr ſchlechten Wetter eine ganz
her=
vorragende Leiſtung. Aber auch die Herrenfahrer leiſteten
Vorzügliches. Die Spitzengruppe benötigte nicht ganz
15 Stunden. Die erſten Preiſe mußten bei beiden
Grup=
pen im Endſpurt entſchieden werden. Der ausſichtsreiche
Darmſtädter Fahrer Zimmermann der bis Raſtatt
mit der Berufsfahrergruppe fuhr, mußte wegen
Herz=
ſchwäche aufgeben. Damus hatte Raddefekt. Die
Be=
rufsfahrer waren um 2 Uhr, die Herrenfahrer um halb
2 Uhr nachts in Straßburg geſtartet.
Im „Kaiſerſaal” fand abends die Preisverteilung
ſtatt, mit der ein Familienabend verbunden war. Der
Vorſitzende des V. C. D. hieß die Erſchienenen herzlichſt
willkommen und ſprach den Rennfahrern Dank und
An=
erkennung aus. Der Vorſitzende des Gau IX des
Deut=
ſchen Radfahrer=Bundes, Herr Aug. Stifft=Frankfurt,
widmete den Rennfahrern auch ſeinerſeits für die
hervor=
ragenden Leiſtungen herzliche Worte der Anerkennung
und gab die Preiſe bekannt. Beſonders hob er die
Ver=
dienſte des Rennleiters Herrn Karl Schmitt=
Darm=
ſtadt hervor, in deſſen bewährten Händen das ganze
um=
fangreiche Arrangement der Veranſtaltung lag. Des
gemütlichen Teil des Abends verſchönte beſonders Herr
Peterſen vom Großh. Hoftheater, der mit zahlreichen
geſanglichen und deklamatoriſchen Vorträgen rauſchenden
Beifall erntete. Auch Herr Ungibauer trug mehrere
Lieder mit gewohntem Erfolge vor.
* Leichtathletik. Der geſtrige Tag brachte der
Juniorenabteilung des F. C. Olympia Darmſtadt einen
hervorragenden Erfolg. Der Junior Heinrich Wenzel,
ein ſehr begabter jugendlicher Läufer, ſtartete zum
erſtenmal und konnte in vorzüglicher Form ſeine
ſämtl=
lichen Gegner in leichter Weiſe in der brillanten
Zeit=
von 11½ Min. den 100 Meter=Juniorenlauf für ſich
entſcheiden. Die Wettkämppfe wurden in Weiſenau
ab=
gehalten. Den 4. Preis im 1000=Meterlauf gewann der
Junior des F. C. Olympia in der tadelloſen Zeit von
3,1 Minuten.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 31. Mai. In den Räumen der Berliner
Handelsgeſellſchaft erfolgte heute die Gründung der
„Pomona=Diamanten=Geſellſchaft” mit einem
Kapital von drei Millionen Mark. Bekanntlich iſt das
Pomonagebiet durch Kaiſerliche Verordnung der Firma
Daniel de Paß u. Ko. in London unter dem Auftrage
zu=
geſprochen, daß die Firma ihre Rechte auf die Diamanten=
und Edelſteingewinnung an die deutſche Pomona=
Dia=
manten=Geſellſchaft überträgt. Dieſe Uebertragung hat
inzwiſchen ſtattgefunden. An der neuen Geſellſchaft ſind
beteiligt: Die Koloniale Bergbaugeſellſchaft, die Deutſche
Diamantengeſellſchaft, die Gibeon=Schürf= und
Handels=
geſellſchaft, Herr Ludwig Scholz, das Nama=Land=Schürf=
und Guano=Syndikat, ſowie eine Anzahl
ſüdweſtafrikani=
ſcher Firmen und Schürf=Geſellſchaften. Die
Vorſtands=
geſchäfte führen die Herren Richard Baedecker, Johannes
Gauger. Der Aufſichtsrat ſetzt ſich aus folgenden Herren
zuſammen: Dr. Boye, Direktor der Berliner
Handelsge=
ſellſchaft, Vorſitzender; Ludwig Scholz, ſtellvertretender
Vorſitzender; Direktor Bredow, H. Henning, Dr. A. Jaff,
Dr. Lotz, Dr. E. Luebbert, Exzellenz Staatsminiſter von
Möller, G. Rhode, Direktor A. Stauch und Direktor J.
Warmholtz.
Der Transportarbeiterſtreik in England.
* London, 31. Mai. Auf Grund der im
Mini=
ſterium des Innern zwiſchen den Miniſtern und den
Ver=
tretern der Ausſtändigen abgehaltenen Konferenz gab
Ben Tillet bekannt, daß die Regierung beſchloſſen hat, für
den Hafen von London ein Einigungsamt einzuſetzen.
Der Vorſchlag wird von den Ausſtändigen und den
Ar=
beitgebern geprüft werden. Die Entſcheidung darüber
wird am Montag erwartet.
Königin Wilhelmina in Paris.
* Paris, 2. Juni. Königin Wilhelmina von
Holland legte heute Nachmittag am Denkmal ihres
Ahn=
herrn, des in der Bartholomäusnacht ermordeten
Hugenottenführers Admiral de Coligny einen Kranz
nieder.
* Paris, 2. Juni. Königin Wilhelmina und
Prinz Heinrich der Niederlande gaben heute zu Ehren
des Präſidenten Falliéres und Gemahlin in der
nieder=
ländiſchen Geſandtſchaft ein Frühſtück, an dem
Senats=
präſident Duboſt, der Präſident der Deputiertenkammer
Deſchanel und Miniſterpräſident Poincare teilnahmen.
Während des Feſtmahls im Elyſée zu Ehren der
Kö=
nigin Wilhelmina und des Prinzen Heinrich der
Niederlande drückte Präſident Falliéres in einem
Trink=
ſpruch die Hoffnung aus, daß der Beſuch der Königin und
des Prinzgemahls die herzlichen Beziehungen zwiſchen
Frankreich und Holland befeſtige. Frankreich, ſagte der
Präſident, ſieht in Holland, das mit Recht eiferſüchtig auf
die Wahrung ſeiner Unabhängigkeit und des glänzenden
Aufſchwungs ſeiner wirtſchaftlichen Macht bedacht iſt, das
Land, das die Pflegeſtätte von Wiſſenſchaft und Kunſt iſt.
Der Präſident trank auf das Wohl der königlichen Familie
und das Gedeihen Hollands. Die Königin erwiderte, die
franzöſiſche Kultur fand in den Niederlanden immer
be=
geiſterte Verehrer. Sie, die Königin, ſei ſtolz darauf, daß
in ihren Adern franzöſiſches Blut fließe. Die Königin
gab der Freude über den Empfang, den ihr die
Bevöl=
kerung von Paris bereitete, Ausdruck und trank auf die
Geſundheit des Päſidenten Falliéres und das
Wohlerge=
hen Frankreichs. Nach dem Feſtmahl wohnten die
Kö=
nigin, der Prinzgemahl und der Präſident der
Galavor=
ſtellung in der Oper bei.
* Paris, 2. Juni. Die Blätter erörtern mit
Be=
friedigung die geſtern im Elyſée ausgebrachten
Trink=
ſprüche. Sie heben insbeſondere die auf die
Unab=
hängigkeit Hollands bezüglichen Worte des Präſidenten
Falliéres ſowie die Stelle hervor, in welcher die Königin
Wilhelmina erklärte, daß ſie auf das in ihren=Adern
fließende franzöſiſche Blut ſtolz ſei.
Marokko.
* Paris, 1. Juni. Nach einem Funkentelegramm
aus Fez vom 31. Mai traf General Liautey die
erforderlichen Maßnahmen, um gegen die hinter den
Za=
lagbergen nördlich von Fez verſammelte 15—18000
Mann ſtarke Harka zu marſchieren, da er der Anſicht iſt,
daß der gegenwärtige Zuſtand nicht fortdauern könne.
Man müſſe um jeden Preis die Stadt frei machen und
verhindern, daß die Harka ſich täglich verſtärke. Alle
Straßen rings um Fez ſind abgeſchnitten, Eilboten
kön=
nen nicht mehr abgehen. Die radikalen und
ſozialiſtiſch=
radikalen Deputierten hielten auf dringendes Erſuchen
ihres Vollzugsausſchuſſes eine Verſammlung ab, in der
ſie über Maßnahmen berieten, um der Zerfahrenheit in
ihrer Partei, wie ſie gelegentlich der letzten
Kammerprä=
ſidentenwahl zutage getreten ſeien, in Zukunft
vorzu=
beugen. Die Verſammlung beſchloß, eine Vereinigung
zu bilden, der alle den radikalen Gruppen angehörende
Dputierte beitreten ſollen.
* Paris, 31. Mai. Nach einer Blättermeldung
aus Fez erklärte General Liautey dem Sultan,
daß dieſer die Reiſe nach Rabat werde antreten
kön=
nen, ſobald die verkangtan Verſtärkungen eingetroffen
ſeien, die es ermöglichen werden, ihm die nötige Eskorte
zu liefern. General Liautey werde Fez erſt verlaſſen, bis
Ruhe und Sicherheit vollſtändig hergeſtellt ſeien und
ſo=
dann in Rabat gemeinſam mit dem Sultan die
Reor=
ganiſierung Marokkos in Angriff nehmen.
* Paris, 1. Juni. General Liautey
beſchäf=
tigt ſich in den hier eingetroffenen Telegrammen
haupt=
ſächlich mit Fragen adminiſtrativer Natur. In Bezug
auf die militäriſche Frage meldet er, es habe den
An=
ſchein, als ob ſich die Harka im Nordoſten der Stadt
vergrößere und Angriffe auf die Etappenſtraße
nach Fez plane. Die telegraphiſchen Verbindungen nach
Mequinez ſind nur zeitweilig in Betrieb.
Literariſches.
— Eduard Engel, der Verfaſſer des
wohlbekann=
ten, von uns wiederholt beſprochenen Werkes über
Neu=
hellas: „Griechiſche Frühlingstage” läßt im Verlage von
Fr. Brandſtetter in Leipzig ein Büchlein (Preis 1 Mark)
erſcheinen, das auch über die akademiſch gebildeten Kreiſe
hinaus lebhaftes Intereſſe erregen wird: „Der
Wohn=
ſitz des Odyſſeus, Ithaka oder Lewkas.”
Seine durch ein Kärtchen unterſtützte Beweisführung iſt
für den Gelehrten wie für den Laien ſo überzeugend, daß
fortan die ſchon vor einem halben Jahrhundert von nicht
ortskundigen deutſchen Philologen gewagte Anzweifelung
des heutigen Ithaka als Schauplatzes der Odyſſee für
immer vernichtet und die ganze Frage unwiderleglich
ge=
löſt erſcheint.
— Droeſcher Kleine
Beſchäftigungs=
bücher für Kinderſtube und Kindergarten.
III. Kinderſpiel und Spielzeug. Von Cl. Zinn. Kart. 1 Mk.
Zweite Aufl. — V. Allerlei Papicrarbeiten. Von H. Giercke
und A. Davidſohn. Zweite Aufl. Kart. 1,20 Mk. Verlag von
B. G. Teubner, Leipzig und Berlin. Geſunde Kinder ſind
gur glücklich in fraher Tätigkeit und Schaifensluſt. Im
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
Nummer 128
Spiel ſchaffen ſie ſich die Welt die ihnen gehört. Darum
wollen ſie ſelbſtändig ſein in dieſem ihrem Reich und in
ihrem Spiel nicht geſtört werden. Aber ſie bedürfen doch
der Teilnahme an ihrer Freude und vor allem des
freund=
lichen Leitens, das immer wieder neue Anregungen zu
weiterem Schaffen in Spiel und Arbeit gibt. Dieſem
Zweck dienen zwei kleine Büchlein der Sammlung
Kleine Beſchäftigungsbücher” die bei B. G. Teubner
ſoeben in neuer, der alten gegenüber erweiterter und
ver=
ſchönerter Ausgabe herauskommen. Die Ratſchläge, die
in ihnen gegeben werden, ſind aus der unmittelbaren
An=
ſchauung des Kinderlebens gewonnen. Für das Haus
be=
ſtimmt, weiſen ſie auf die ſcheinbar zweckloſen Mittel zur
Freude, zur Tätigkeit und geiſtigen Bereicherung, die in
ihm verborgen ſind und zeigen, wie ſie gehoben und
nutz=
bar gemacht werden können.
— Dr. Eccartus: Unſer aller Sorgenkind,
die Volksſchule. Eine Kritik des deutſchen
Volks=
ſchulweſens in pädagogiſcher, finanzieller, politiſcher und
religiöſer Beziehung, verbunden mit einer Unterſuchung
gewiſſer Volksſchullehrereigenſchaften. Zirka 300 Seiten,
280 Mk. Verlag von Walther Fiedler, Leipzig. Dieſe
der Feder eines Fachmannes entſtammende Schrift
be=
handelt Fragen, die gegenwärtig brennend nach Löſung
ſchreien und ſozuſagen auf aller Lippen liegen; ſie fordert
eine Reform des geſamten deutſchen Volksſchulweſens.
Alle wichtigeren Fragen werden illuſtriert durch den
Ver=
gleichemit dem Auslande. So iſt es denn ein Buch für
alle Eltern, die über Fragen der Bildung und Erziehung
ihrer Kinder wirklich nachdenken.
Darmſtadt, 3 Juni.
-g. 5. Allgemeine Ausſtellung von Hunden aller
Raſſen. Ein gar vielſtimmiges Konzert aus Hundekehlen
begrüßte den Hundefreund, der geſtern bei dem
unaufhör=
lich fallenden Regen den Weg nach dem Schlachthofe zur
Hundeausſtellung nicht geſcheut hatte. In den ſchönen
hellen Schlachthofhallen hatte der die Ausſtellung
veran=
ſtaltende „Verein der Hundefreunde für
Darm=
ſtadt und Umgegend” unterſtützt vom Heſſiſchen
Jagdklub, eine Hundeſchau zuſammengebracht, die
ſo=
wohl hinſichtlich der Reichhaltigkeit als auch der
Hochklaſſig=
keit als vorzüglich bezeichnet werden kann. Der Katalog
verzeichnet 829 Hunde; die Zahl enthält zweifellos eine
Un=
ſumme von deutſcher Züchtertätigkeit. Dieſer Eindruck wird
zur Gewißheit, wenn man die einzelnen Raſſen durchgeht
und die Stammbuchführung verfolgt. Alle ſpeziell den
Hundezüchter, ſowie den Hundeliebhaber intereſſierende
Hunderaſſen waren vertreten, ſo die durch ihre mächtige
Geſtalt gewaltig imponierenden aber gutmütigen St.
Bern=
hardshunde, deutſche Schäferhunde, Doggen,
Dobermann=
pinſcher und nicht zu vergeſſen die koſtbaren Zwerghunde,
die Lieblinge der Damenwelt. In reinlichen Abteilungen
waren einzelne Raſſen überſichtlich angeordnet. Am
reich=
haltigſten waren wohl die deutſchen Schäferhunde vertreten,
der Katalog verzeichnete 55 Hunde. Doch auch die zur
Po=
lizeihundezucht geeigneten Raſſen waren gut vertreten.
Airedale=Terrier waren 15 und Dobermannpinſcher 37
Hunde ausgeſtellt. An Preiſen ſtanden der
Ausſtellungs=
leitung zur Verfügung: Großh. Heſſiſche Staatspreiſe, 11
Barzuchtpreiſe, ſowie 127 Ehrenpreiſe. Vormittags 9 Uhr
begann die Prämiierung, während die Vergebung der
großen Zuchtpreiſe und der Staatspreiſe am Nachmittage
ſtattfand.
Eine Staatsmedaille erhielt Herr Ph. Kraft Hof=
Gräfenbruch, außerdem einen I. Bar=Preis von 50 Mk.
fürbeſten Hühnerhund, gezüchtet und im Beſitz von
einem Berufsjäger aus dem Großherzogtum Heſſen,
ge=
ſtiftet vom Allgem. Deutſchen Jagdſchutzverein (
Landes=
verein Heſſen), und einen Bar=Zuchtpreis von 50 Mk. für
größte Kollektion der Jagdhundraſſen. Einen Bar=
Zucht=
preis von 25 Mk. für zweitgrößte Kollektion der
Jagd=
hundraſſen erhielten Stenz und Rothenhöfer
Ladenburg; von 50 Mk. für größte Kollektion der Wach=
und Schutzhunde Otto Probeck=Ludwigshafen; von 25
Mk. für zweitgrößte Kollektion der Wach= und Schutzhunde
Diffiné=Rüſſelsheim; von 50 Mk. für größte Kollektion
der 4 Polizeihundraſſen, Wilh. Klippel=Griesheim b. D.;
von 25 Mk. für zweitgrößte Kollektion der 4
Polizeihund=
raſſen ſowie eine Staatsmedaille Karl Feldmann=
Crumſtadt (Kreis Groß=Gerau); einen Preis von 50 Mk.
für größte Kollektion der Zwerghundraſſen erhielt ferner
Friedl Ernſt=Worms und ſchließlich einen Preis von 25
Mkafür zweitgrößte Kollektion der Zwerghundraſſen
Fräu=
lein Matttern=Köln=Rodenkirchen.
Um 6 Uhr erfolgte die Verteilung der Ehrenpreiſe,
Der=Beſuch der Ausſtellung ſeitens des Publikums war aut,
ſodaß der veranſtaltende Verein mit der intereſſanten
Aus=
ſtellung einen vollen Erfolg hatte.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Mainz, 2. Juni. Der auf einer Rheinfahrt be
griffene Sächſiſche Kriegerbund traf, zirka 500
Mann ſtark, geſtern hier ein. Abends fand im
Rats=
keller gemeinſchaftlich mit den Spitzen der Militärbehörden
und den Mainzer Militärvereinen ein Kommers ſtatt.
Heute früh fuhren die Sachſen per Schiff nach
Rüdes=
heim zur Beſichtigung des Niederwalddenkmals. Von
Bingen aus geht die Fahrt weiter nach Köln und
Düſſeldorf.
* Berlin, 2. Juni. Die ſchwediſchen Gäſte
von Berlin, 21 Herren, ſind heute abend 6½ Uhr auf
dem Stettiner Bahnhof eingetroffen, wo ſie von den
Vertretern des Magiſtrats, an ihrer Spitze
Bürger=
meiſter Dr. Reiche, ſowie von dem ſchwediſchen Geſandten
empfangen wurden. Die Herren begaben ſich in
Auto=
mobilen nach dem Hotel Kaiſerhof, wo die Gäſte
Woh=
nung nahmen. Abends findet dort ein Empfangseſſen
von etwa 40 Gedecken ſtatt.
* Neues Palais bei Potsdam, 2. Juni. Der Kaiſer
nahm heute morgen 8½ Uhr am Gottesdienſt teil. Die
Predigt hielt als Probepredigt Konſiſtorialrat
Superin=
dentend Vorwerk aus Roßla. Um 12 Uhr empfing der
Kaiſer den neuernannten belgiſchen Geſandten Baron
Eyens in Gegenwart des Staatsſekretärs und
Ein=
führers des Diplomatiſchen Korps v. Röder. Um
12½ Uhr trafen der König und der
Kron=
prinz von Sachſen, welche heute morgen in
Berlin angekommen und in der ſächſichen
Geſandt=
ſchaft abgeſtiegen waren, mit Gefolge im Automobil
im Neuen Palais ein und wurden vom Kaiſer
empfangen. Um ein Uhr fand Frühſtückstafel bei
dem Kaiſer ſtatt, an der außer den anweſenden Prinzen
und Söhnen Prinzeſſin Victoria Luiſe, die
beiderſei=
tigen Gefolge und der ſächſiſche Geſandte teilnahmen.
Nach der Tafel beſichtigte der König die ſächſiſchen
Mann=
ſchaften des Lehr=Infanterie=Bataillons und kehrte mit
dem Kronprinzen nach herzlicher Verabſchiedung des
Kai=
ſers im Automobil nach Berlin zurück, von wo heute abend
die Bückfohrt nach=Dresden erfolgt.
* Heidelberg, 2. Juni. Der Architekt der Chicagoer
Weltausſtellung, Burnham, iſt heute Nacht
ge=
ſtorben.
* Heidelberg, 2. Juni. An der heute hier unter
dem Vorſitz von Geheimrat Menge=Heidelberg tagenden
59. Verſammlung Mittelrheiniſcher Aerzte
nahmen 140 Mitglieder teil. In der dreiſtündigen
Ver=
handlung konnten von 19 angemeldeten Vorträgen nür 10
gehalten werden. Sehr bedeutſam waren die
Ausfüh=
rungen von Dr. Walthard=Frankfurt a. M. über Pſychoſe
und Gynäkologie” ſowie diejenigen von Profeſſor
Bett=
mann=Heidelberg über „Salvarſan=Therapie”. An der
Diskuſſion beteiligte ſich auch Exzellenz Profeſſor Dr.
Ehrlich=Frankfurt a. M. Die nächſtjährige Verſammlung
findet in Kreuznach ſtatt.
* Wetzlar, 2. Juni. Kriegsminiſter Haldane iſt
laut „Wetzlarer Zeitung” geſtern abend nach England
abgereiſt.
* Wien, 1. Juni. Das Königspaar von
Bul=
garien mit den bulgariſchen Prinzen iſt heute
nachmit=
tag 3 Uhr hier eingetroffen. Die hohen Herrſchaften
wur=
den am Bahnhof vom Kaiſer, Erzherzog Franz
Ferdi=
nand, Erzherzogin Maria Annunziata, den in Wien
wei=
lenden Erzherzögen, dem hier weilenden Prinzen von
Sachſen=Koburg und Gotha, und den Spitzen der Zivil=
und Militärbehörden empfangen. Die Begrüßung der
Majeſtäten war ſehr herzlich. Nach dem Abſchreiten der
Ehrenkompagnie begaben ſich die Majeſtäten in offenen
Wagen zur Hofburg, auf dem ganzen Wege vom
Publi=
kum lebhaft begrüßt. Das Ausſehen des Kaiſers iſt ſehr
friſch.
* Pilſen, 1. Jüni. In Hoſtau, wo kürzlich zwei
Perſonen nach dem Genuß arſenikhaltiger Speiſen
ge=
ſtorben ſind, erkrankten wiederum vier
Per=
ſonen der Familie des Wirtſchaftsbeſitzers Pechtöld
nach dem Genuß arſenikhaltiger Speiſen. Zwei der
Er=
krankten ſind bereits geſtorben.
* Peſt, 1. Juni. In der heutigen Sitzung des
Ab=
geordnetenhauſes legte vor Eintritt in die
Tages=
ordnung der Abgeordnete Franz Koſſuth die Forderungen
der koalierten Oppoſition dar, die dieſe hinſichtlich des
Wahlrechts und der Wahlreform erhebt.
Bezüg=
ich der Wahlreform erklärte Koſſuth, daß jeder 24jährige
Staatsbürger, der des Leſens und des Schreibens kundig
ſei, und den Nachweis erbringt, daß er ſich ein Jahr in
Ungarn aufgehalten hat, das Wahlrecht erhalten föll.
Hinſichtlich der Wehrreform erklärte Koſſuth, die koalierte
Oppoſition wäre bereit, ein mehrjähriges Proviſorium zu
bewilligen, das die Rekrutenerhöhung der definitiven
Wehrvorlage genehmigt und eine zweijährige Dienſtzeit
einführt. Miniſterpräſident Lukacs erklärte, er werde den
Vorſchlag in Erwägung ziehen und ſeinen Standpunkt zu
den Anträgen der Oppoſition demnächſt mitteilen.
* Rom, 1. Juni. Der Miniſterpräſident brachte unter
ebhafter Zuſtimmung der Kammer den Geſetzentwurf
auf Einführung eines
Kolonialminiſte=
riums ein.
* Paris, 1. Juni. Der Kongreß für
internatio=
nales Recht, der ſeit mehreren Tagen in Paris tagt, wurde
heute vomittag geſchloſſen. Der 28. Kongreß findet
im September 1913 in Madrid ſtatt. Zum Präſidenten des
nächſten Kongreſſes wurde Miniſterpräſident Canalejas
gewählt, zum Vizepräſidenten für Deutſchland Profeſſor
Niemeyer=Kiel.
* Paris, 2. Juni. Der nationaliſtiſche Deputierte
von Nancy, Driant, ſtellte im Heeresausſchuß der
Kammer den Antrag auf Einführung eines
neuen Gewehres. Nachdem der ehemalige
Kriegs=
miniſter Meſſimy erklärt hatte, daß von den 3 Millionen
Gewehren, welche die Armee beſitze, 1,5 Millionen als
faſt neu und 400000 als ziemlich gut anzuſehen ſeien,
vertagte der Ausſchuß die Beſchlußfaſſung.
* Paris, 2. Juni. Faſt ſämtliche Angeſtellte der
öſtlichen Straßenbahnlinien ſind heute in den Ausſtand
getreten.
* Paris, 2. Juni. In Nedroma (Algerien) ſollten
vier eingeborene Stämme 170 Militärpflichtige ſtellen,
doch erſchien vor der Geſtellungskommiſſion nur ein
einziger, der Sohn eines eingeborenen Straßenaufſehers.
Aus Nedroma ſind aus Furcht vor Unruhen 280
euro=
päiſche Familien geflüchtet.
* Paris, 2. Juni. Der 21 jährige Student Erwin
Weißenburger aus Offenbach a. M. hat ſich
in einem Anfall von Neuraſthenie in einem hieſigen Hotel
entleibt.
* Angers, 2. Juni. Der Kanonikus Piton, Pfarrer
an der Kirche St. Serge, iſt verſchwunden. Es wird
an=
genommen, daß er auf dem Wege zu einem
Krankenbe=
ſuch ermordet worden iſt.
* Kopenhagen, 1. Juni. König Chriſtian X
nahm heute die erſte Parade über die Kopenhagener
Garniſon ab. Er ritt an der Spitze eines glänzenden
Gefolges von Amalienburg nach dem Uebungsplatz,
überall von Hochrufen begrüßt. Nach der Parade richtete
der König eine Anſprache an die Truppen und ſchloß
mit einem Hoch auf das Vaterland.
* London, 1. Juni. Der nationale Exekutivausſchuß
der Transportarbeiter beſchloß, dem Londoner
Streikkomitee zu empfehlen, den Regierungsvorſchlag auf
Einſetzung eines Einigungsamtes mit den zur
Durchführung der Entſcheidungen des Einigungsamts
notwendigen Bürgſchaften anzunehmen. Am
Diens=
tag ſollen Delegierte aus allen Häfen in London
zuſam=
mentreten, um über das Ergebnis der Beſprechung im
Mi=
niſterium des Innern zu beraten. Es ſollen dann die
Antworten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf den
Regierungsvorſchlag vorgelegt werden.
* Athen, 1. Juni. Militär hinderte den kretiſchen
Abgeordneten den Eintritt in die Kammer, ohne
Gewalt. Offiziere und Soldaten weinten bei Erfüllung
ihrer Aufgabe. Die Sitzung der Kammer wurde ausgeſetzt.
Eine Abordnung der kretiſchen Delegierten trat mit dem
Miniſterpräſident zu einer Beſprechung zuſammen.
* Athen, 1. Juni. Die Deputiertenkammer
wählte mit 125 von 148 Stimmen den Miniſteriellen
Tſi=
rimokos zum Präſidenten. Nach der Bildung des Bureaus
vertagte ſich das Haus auf Antrag des
Miniſterpräſiden=
ten bis zum 14. Oktober. Die Regierung behält ſich aber
vor, die Kammer ſchon früher einzuberufen, falls ſie es
für nützlich hält. Raktivan iſt zum Juſtizminiſter ernannt
worden.
* Konſtantinopel, 1. Juni. Infolge ernſter
Mei=
nungsverfchiedenheiten zwiſchen den türkiſchen und
perſiſchen Delegierren betreffs der Abgrenzung der
ſtreitigen Grenzzone wird der Abbruch der
Verhand=
lungen befürchtet. Der Streitfall würde dann
voraus=
ſichtlich dem Haager Schiedsgericht übertragen. Wie aus
ſicherer Quelle verlautet, werden nächſtens die
ruſſiſch=
türkiſchen Verhandlungen über die Bahnen am
ſchwarzen Meer beginnen. Ueber den Bau derſelben iſt
bekanntlich im Vorjahre zwiſchen der Pforte und der
Regie général chemins de ker ein Vertrag abgeſchloſſen
worden.
Konſtantinopel, 2. Zun. Die deutſche 5
lonie veranſtaltete zu Ehren des am 3. Jum
reiſenden Botſchafters Freiherrn v. Marſchall
Abſchiedsfeſt.
* Konſtantinopel. 2. Juni. Die Pforte ordi
auf die Schritte, die der franzöſiſche Bötſchafter in
Angelegenheit der „Caucaſe” unternommen hat,
peinliche Unterſuchung des Zwiſchenfalls an.
* Norfolk, 1. Juni. Die deutſchet Kriel
ſchiffe ſind geſtern in Lynnhavenbay geblieben,
Kohlen und Vorräte an Bord zu nehmen und die Sch
zu reinigen. Der Torpedobootszerſtörer „Mac 8
dient den deutſchen Schiffen als Depeſchenboot,
H. B. Berlin, 2. Juni. Der frühere Geſandte:
päpſtlichen Stuhl, Exzellenz Freiherr von Roth
hahn, der am 20. April 1845 geboren iſt, iſt heute
mittag 11 Uhr im Senatorium Hygiea geſtorben.
Freiherr hatte bekanntlich am 16. Mai, am
Himmelfa=
tage, einen ſchweren Automobilunfall erlitten. Es wi
mit einem ſchweren Schädelbruch ins Sanatorium.
geliefert. Das Befinden des Freiherrn hatte ſich zund
etwas gebeſſert, doch iſt er heute vormittag plößlich o
jeden Toöeskampf entſchlafen.
H. B. Berlin, 1. Juni. Der Oberſtaatsa
walt in Berlin hat die von den Abgeordneten Bi
chert und Leinert gegen den Polizeileutnant K
und vier Schutzleute erſtattete Anzeige zurückgew
ſen. Die beiden Abgeordneten werden gegen die
Beſcheid Beſchwerde einlegen.
— Berlin, 1. Juni. Der verſtorbene Kaufmi=
Pyterke hinterließ der Stadt Berlin den größ
Teil ſeines Vermögens von rund 350000 Mark.
Magiſtrat hat das Vermächtnis angenommen.
— Berlin, 1. Juni. Dem bei einer
Wäſchefüir=
angeſtellten Kaſſenboten Banſe wurde im Poſtſch
amt ein Beutel mit 4600 Mark Inhalt entriſſ
Der Dieb entkam.
H. B. Frieſack, 1. Juni. Prinz Ernſt
Aug=
von Cumberland und Prinz Max von ?
den trafen heute vormittag 10 Uhr im Auto in
Frie=
ein. Sie fuhren zunächſt nach dem Rathauſe, wo ſie t
Landrat, dem Bürgermeiſter, Magiſtratsmitgliedern
einem Sänger=Verein begrüßt wurden. Die Prin
verweilten etwa ¾ Stunden im Rathauſe.
Darauf=
gaben ſie ſich nach der Unfallſtelle, an der Prinz Ge
Wilhelm ſeinen Tod gefunden hat. Später fuhren
beiden Prinzen nach Nakel.
Nackel, 1. Juni. Die Prinzen weilten bis ½11
an der Unfallſtelle. Sie ließen ſich die näheren Umſtä
des Unfalls von dem Forſtgehilfen genau erklären.
dann fuhren ſie nach Nackel. Der Kriegerverein bill
Spalier. Sie beſuchten die Kirche und das Schloß
Herrn v. Hagen.
H. B. Leipzig, 1. Juni. Bei einem Dienſtr.
ſtürzte heute vormittag Leutnant Ernſt Lindner v.
Infanterie=Regiment 159. Er wurde von dem ſcheu
wordenen Tier bei dem Dorfe Heyda abgeworfen 1 ſo ſchwere Verletzungen, daß er kurz nach der
E=
lieferung ins Garniſons=Lazarett den Verletzung
erlag.
— Innsbrnck, 1. Juni. Der Philoſoph Heinri
Hüttenbach aus Nürnberg, zuletzt in Bozen vol
haft, entfernte ſich vor einiger Zeit aus ſeiner Wohnut
und iſt nicht mehr zurückgekehrt. Er iſt vermutlich de
unglückt.
— Innsbruck, 1. Juni. Dem Privatier Deeting
New=York wurde auf der Bahnfahrt von Trien ſac
Innsbruck eine Schatulle mit antiken Juwelen in
Werte von 25000 Kronen geſtohlen.
— Bergen, 1. Juni. An einem Abhange bei
Paiad=
fand man die ſtark verweſte Leiche eines Touſte
die die Spuren eines Schuſſes an der Stirn aufvie
Eine Waffe wurde nicht bei dem Toten gefunden. Einz
heiten fehlen noch.
H. B. Lemberg, 1. Juni. Die Lemberger Poliz
Behörde hat den Baron Rudolf König und ſeine Fr
den ruſſiſchen Staatsangehörigen Koloſowski undn
zwei andere Perſonen wegen Spionage verh
tet. Bei der in der Wohnung Königs vorgenommer
Hausſuchung wurden kompromittierende Briefe gef
den, die über militäriſche Verhältniſſe und verſchied
Einrichtungen in Galizien ausführliche Mitteilungen
hielten. Baronin Thereſe König verſuchte, dieſe Br
beiſeite zu ſchaffen. König gibt an, daß er preußiſe
Untertan ſei, ſeit Jahren aber als Direktor einer Thea
Truppe und ſpäter als Hotelier in Rußland gelebt
haben. Es wurde jedoch feſtgeſtellt, daß er gegen ho
Honorar im Dienſte des Generalſtabes in Kiew ſte
H. B. Lemberg, 1. Juni. Die Ortſchaft Tokiczb
raz wurde von einer furchtbaren Feuersbru
heimgeſucht. 280 Häuſer ſind niedergebrannt. ZweiA
ſonen ſind in den Flammen umgekommen, viele and
wurden verwundet. Der etwa zwei Millionen betrage
Schaden iſt nur teilweiſe durch Verſicherung geoeckt.
H. B. Krakau, 1. Juni. Ein Automobilomnib
fuhr geſtern in raſchem Tempo gegen den Wagen
Gräfin Branica. Dieſer wurde zertrümmert und ſe
Inſaſſin, die Gräfin Kinska, die Tochter des Präſiden
der Akademie der Wiſſenſchaften, ſchwer verletzt.
Aus dem Geſchaftsleben.
15 Rezepte zum Einmachen erhält jede
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frau umſonſt in den Geſchäften, die Dr. Oetke
Fabrikate führen; wenn vergriffen, ſchreibe man e
Poſtkarte an die Nährmittelfabrik Dr. A. Oetker
Bielefeld und erſuche um Zuſendung. Das
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gemachtes vor dem Verderben durch Schimmel
Gärung zu ſchützen, iſt die Haltbarmachung mit
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eigenen Verſuchsküche ausprobiert ſind und ſich beſte
bewährt haben. Ein Päckchen von Dr. Oetker’s E
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reichend für 10 Pfd. Früchte Gelee,
Fruchtſäfte, Gurken und dergleichen. Nachahmung
weiſe man zurück.
Nummer 128.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
Seite 7.
OdgnsnnHnSe
Statt beſonderer Anzeige.
Die Geburt eines Töchterchens beehren
ſich anzuzeigen
(12269
moritz Klönne
und Frau Aenne, geb. Glückert.
Dortmund, 31. Mai 1912.
Opsnsnspagssgsgse
OESnSnSgansns0
Statt beſonderer Anzeige.
Die glückliche Geburt eines Jungen
be=
ehren ſich anzuzeigen
(12280
A. W. Hötte
und Frau Elli, geb. münch.
Rotterdam, 31 Mai 1912.
Croowykſche=Singel 18a.
Oasnsggansgsgahse
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
die uns bei dem unerwarteten ſchmerzlichen Verluſte
meiner unvergeßlichen Gatin und unſerer Mutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante,
Frau Katharine Hofmann
geb. Hofmann
von allen Verwandten, Freunden, Bekannten und
Nachbarn zu teil wurden, und beſonders für die
zahlreichen Kranzſpenden bei der Beerdigung,
ſagen wir hiermit unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Ferner danken wir noch den vereinigten
Kaninchen=
züchtern, den Altersgenoſſen und Genoſſinnen der
Entſchlafenen für die ihr erwieſene letzte Ehre und
Herrn Pfarrer Gerhard für die tröſtenden Worte
am Grabe; auch den Schweſtern des
Eliſabethen=
ſtiſtes für ihre liebevolle Pflege und für die
troſt=
reichen Worte des Herrn Pfarrer Stein bei der
Einſegnung.
Griesheim, den 1. Juni 1912.
Heinrich Hofmann, Adlerwirt
und Familie.
12264)
Tageslnlender.
Verſammlung für Herren zwecks Beſprechung zum
Lutherfeſtſpiel um 8¼ Uhr im „Fürſtenſaal”.
Volkstümliche chriſtl. Vorträge um 8½ Uhr im
Rhein. Miſſionszelt an der Lindenhofſtraße. —
Bibel=
ſtunde um 4 Uhr daſelbſt.
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Krone‟.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 4. Juni.
Kirſchen= und Futterernte=Verſteigerung
um 9 Uhr (Zuſammenkunft in der Hirtenbach am
Lärchenwäldchen)
Druk und Betage z. e. Milicſihe Hoſbuchoncheret.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine unvergessliche geliebte
Frau, unsre treubesorgte Mutter, Grossmutter, Schwester und Schwiegermutter,
Frau Luise Wilbrand
geb. Keim
infolge eines Herzschlags ir die Ewigkeit abzuberufen.
Darmstadt, den 31. Mai 1912.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Wilhelm Wilbrand, Geheimerat.
Die Beerdigung findet Montag, den 3. Juni, 3 Uhr nachmittags, vom Trauerhause
Heinrich-
strasse 145 aus, statt. Die Einsegnung ½ Stunde vorher.
Blumenspenden sind nicht im Sinne der Verstorbenen.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem uns so schwer betroffenen
Verluste, für die zahlreichen Blumenspenden beim Hinscheiden meines geliebten Gatten, unseres
(12276
guten Vaters, Sohnes, Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers und Onkels
Herrn Gustav Vogt, Fuhrunternehmer
sagen wir Allen, besonders Herrn Pfarrer Waitz für die trostreiche Grabrede, sowie für die
Ehrung der Kriegerkameradschaft „Germania” und der Vereinigten Fuhrunternehmer
Darm-
stadts unseren innigsten Dank.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarethe Vogt.
Darmstadt, den 31. Mai 1912.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme, welche uns in dieſen ſchweren Tagen
er=
wieſen wurden, ſagen wir innigen Dank. (12281
Im Namen der Hinterbliebenen:
Lina Schneider, geb. Ebert.
Darmſtadt, 1. Juni 1912.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines guten, unvergeßlichen
Gatten, unſeres lieben Bruders, Großvaters,
Schwagers, Onkels und Schwiegervaters
Herrn Wilhelm Weber
ſagen wir Allen, die ihm die letzte Ehre erwieſen,
insbeſondere dem Kriegerverein Darmſtadt, ſowie
für die zahlreichen Blumenſpenden, unſeren
herz=
lichen Dank.
(12278
Dorothea Weber, geb. Hein, und Familie.
Darmſtadt, den 1. Juni 1912.
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Kriegerverein Darmſtadt.
Monatsverſammlung
Mittwoch, den 5. Juni 1912,
abends 8½ Uhr,
im Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz.
Tagesordnung:
1. Geſchäftliche Mitteilungen. 2. Ausflug nach Auerbach=
Bensheim (im Monat Juli). 3. Mitgliederverſammlung Nieder=Olm
am 15. und 16. Juni. 4. Verſchiedenes. 5. Bücherausgabe.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
Anm. Es wird nochmals auf die umgehende Anmeldung zur
(12270
Kyffhäuſerfahrt am 6., 7. und 8. Juli hingewieſen.
Verein für Mogel= und Geftügelzucht
(ält. Verein)
Montag, den 3. Jnni 1912, abends 9 Uhr,
im Vereinslokal Brauerei zur Krone, Schuſtergaſſe 18, I.
Monats=Verſammlung.
Der Vorstand.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
Sport.
* Schwimmen. Ein neuer öſterreichiſcher Rekord
im Rückenſchwimmen wurde von Joſ. Felmetczi
aufgeſtellt, indem er 136 Meter in 2 Min. 0,2 Sekunden
und 200 Meter in 3 Min. 0,4 Sekunden durchſchwamm.
Der Rekord über 300 Meter bleibt nur um 2,6 Sekunden
hinter dem Weltrekord zurück, den der Deutſche Weckeſſer
innehatte.
* Zu den Olympiſchen Spielen. Die deutſchen
Turner gehen nicht nach Stockholm. Dies iſt
das Reſultat der Verhandlungen, die jetzt in Kiel ſeitens
des Ausſchuſſes der Deutſchen Turnerſchaft nach dem
weit=
gehenden Entgegenkommen durch das Komitee der
Olym=
piſchen Spiele nochmals gepflogen wurden. Der Grund
dieſer erneuten Ablehnung iſt darin zu ſuchen, daß die
Deutſche Turnerſchaft es nach ihrem eigenen Zugeſtändnis
unterlaſſen hat, mit den Vorbereitungen für eine würdige
Expedition rechtzeitig zu beginnen.
Für die Olympiſche Radfernfahrt „Rund um den
Mälarſee” ſind die Beſtimmungen durch das
Stock=
holmer Komitee durch einen Einſpruch des Oſterreichiſchen
und des Deutſchen Radfahrer=Bundes dahin ausgelegt
worden, daß es den Teilnehmern geſtattet iſt, ſich
gegen=
ſeitig Schritt zu machen. Auf Veranlaſſung von England
ſollte nämlich das „Anhängen” an einen eingeholten
Kon=
kurrenten bei Strafe der Disqualifikation verboten
wer=
den und die bisherigen deutſchen Ausſcheidungsrennen
wurden mit Rückſicht darauf ſchon ſo ausgetragen, daß
jeder Konkurrent allein fahren mußte. Verboten iſt
natür=
lich auch in Stockholm ein Schrittmachen durch Perſonen,
die nicht an dem Rennen teilnehmen.
Die öſterreichiſche Lawn=Tennis=
Mann=
ſchaft für die Olympiſchen Spiele in Stockholm ſetzt ſich
aus ſechs Spielern zuſammen. Für das Herren=
Einzel=
ſpiel wurden Dr. Bertrand=Prag, Dr. F. Pipes=Prag,
Dr. H. Anatol=Graz, L. Graf Salm=Wien, C. v. Weſſely=
Wien und Dr. Zborzil=Wien und für das Herren=
Doppel=
ſpiel Bertrand-Weſſely, Dr. Pipes-Dr. Zborzil und Dr.
Anatol-Graf Salm ausgewählt.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 1. Juni. (
Börſenwochen=
bericht.) Die vorgeſtrigen Auslaſſungen des
Reichs=
bank=Präſidenten haben auf die Deutſchen Börſen wieder
einen großen Eindruck gemacht und zu erneuter
Zurück=
haltung veranlaßt. Man rechnet jetzt nicht mehr mit einer
Diskont=Ermäßigung, nachdem der Geldmarkt fortgeſetzt
ſtark in Anſpruch genommen wird — ſowohl von der
In=
duſtrie, als aber auch durch die zahlreichen Neuemiſſionen.
Auf der Tagesordnung der letzten Sitzung der
Zulaſſungs=
ſtelle der Berliner Börſe ſtanden nicht weniger als 14
Zu=
laſſungsanträge. Allerdings iſt Geld trotzdem noch
reich=
lich vorhanden, da der Privatſatz ½ Prozent unter dem
offiziellen Reichsbankdiskont notiert und kann noch nicht alle
Hoffnung=aufgegeben werden, falls die Zinsſätze Englands
und Frankreichs weiter niedrig bleiben, und auch hier eine
Verbilligung eintreten kann. Die Spekulation zeigte
an=
fangs der Woche ziemliche Unternehmungsluſt, die
insbe=
ſondere auf dem Montanmarkt zur Geltung kam.
beein=
flußtedurch die günſtigen Schilderungen aus unſerer
In=
duſtrie. Auch vom amerikaniſchen Eiſen= und Stahlwerke
meldetsder „Ironmonger” für Roheiſen lebhafteren
Ver=
kehr, bei feſten Preiſen. Fabrikate ſind ziemlich rege
ge=
fragt. Die Werke beſchäftigen den vollen Betrieb und
ſeitens der Bahnen erfolgen weitere Beſtellungen; was zur
Beſſerung beiträgt. Knüppel ſind lebhaft im Handel, bei
zunehmend knappen Vorräten. Bei dieſen Berichten wäre
das Geſchäft weit animierter geworden; doch die
oben=
angeführten Auslaſſungen hemmten etwas die
Aufwärts=
bewegung.
Zu den Einzelheiten übergehend lagen deutſche
Ban=
kensſehr ruhig, jedoch waren die Preiſe gut behauptet. Am
4. Juni kommt ein Teilbetrag von 18 Millionen Mark
4prozentige Preußiſche Zentral=Bodenkreditpfandbriefe zur
Subſcription. (In Darmſtadt bei dem Bankhauſe Herm.
Wertheim). Bei dem Preis von 98,70 Prozent bleibt eine
Marche von zirka 0,80 Prozent gegen den Tageskurs der
älteren Anleihen, ſodaß an einem Zeichnungserfolg nicht
zu zweifeln iſt. Ausländiſche Staatsfonds bekundeten
gute Haltung, namentlich waren wieder ruſſiſche Renten
und Prioritäten ſtärker beachtet; ebenſo ſind Türken,
Bulgaren und Serben recht feſt. Die Börſe läßt ſich
in ihrer Anſicht nicht beirren, daß über kurz oder lang
doch eine Friedens=Aktion oder eine Konferenz, bezüglich
des türkiſch=italieniſchen Konflikts, ins Werk geſetzt wird.
Am Markt für Transportwerte verkehrten Hamburger
Paketfahrt und Nordd. Lloyd lebhafter, auf die
Mitteil=
ung, daß eine abermalige Ermäßigung der
Durchfahrts=
rate durch den Suezkanal vorgenommen werden ſoll und
geplant ſei eine Herabſetzung von 6,75 auf 6,227, Francs
pro Tonne, die im Januar in Kraft treten ſoll. Ferner
konnten Orientbahnen bis 162 avancieren, anſcheinend auf
den Einnahmen=Ausweis. Von Banken waren Diskonto=
Kommandit feſter auf die Steigerung der „Naphtha”=
Aktien die bis 222 ſich erhöhten; weil eine Dividende von
14 Prozent gegen 12 Prozent im Vorjahr verteilt wird.
Schaaffhauſen etwas erholt (124½). Von Montanwerten
waren nur Deutſch=Luxemburger zeitweiſe bis 175½
ge=
drückt auf die Erwartung einer Neuausgabe von 30
Mill. Mark Aktien; dann aber im Einklang mit dem
Ge=
ſamtmarkt auf 177¾ gebeſſert. Elektrizitätsaktien ſchließen
feſt, nachdem die angekündigte Preiserhöhung von 10
Pro=
zent, allgemein durchgeführt wird; auch Bergmann beſſer
(138). Akkumulatoren ruhiger 501½.
Am Kaſſainduſtriemarkt war es etwas ruhiger.
Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt 1130; deren
Ge=
ſchäftsbericht iſt nunmehr erſchienen und äußerſt glänzend.
Das Dividendenergebnis von 50 Prozent wurde ſchon
letzt=
hin von uns erwähnt. Höchſter Farbwerke 607½, Badiſche
Anilin 506,40, Holzverkohlung 313, Rütgers 192,90.
Größere Bewegung fand in „Kleyer” ſtatt, die 507½
er=
reichen konnten, aber wieder bis 500 nachgaben, da die
Ge=
rüchte einer Kapitalserhöhung von maßgebender Seite bis
jetzt noch nicht beſtätigt worden ſind. Zuckerfabriks=Aktien
feſt; Waghäuſel 213, Frankenthal 393. Motorenfabrik
Oberurſel zeitweiſe belebter (148,80), hingegen Kunſtſeide
wieder ſchwach (172½). Privatdiskont 4½ Prozent.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,40,
Braunſchwei=
ger 196,50, Pappenheimer 54 P., Genua 195,—, Türkiſche
171,— Freiburger 75,50, Ungariſche 377,—, Meininger
33,60, Venediger 43,90, Mailänder 45=Francs=Loſe140,—
nominell), Mailänder 10=Francs=Loſe 31,60, Raab=Grazer
Anrechtsſcheine 37,90 in Reichsmark; Gothaer Prämie II
117,80, Donau=Regulierung 164,50 (nominell), Madrider
75,— in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis
1918 unkündbar) 100,60, 3½proz. Reichs 89,90, 3proz.
Reichs 80,70, 4proz. Heſſen von 1899 99,90, 4proz. Heſſen
von 1906 99,90, 4proz. Heſſen von 1908/09 100,—, 4proz.
Heſſen (unkündbar bis 1921) 100,60, 3½proz. Heſſen 88,90,
3proz. Heſſen 78,—, 4proz. Darmſtädter 98,50, 3½proz.
Darmſtädter 89,75, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
18—23) 100,10 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
24—25) 100,20 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
3—5) 89,50 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
9—11) 89,30 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
10—12) 100,40 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
13—14) 100,50 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
1—3) 89,50 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4)
89,40 G., Darmſtädter Bank 121½, Südd. Eiſenb.=Geſellſch.
124½ B., Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 69 G.,
Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 78,40 G.,
Schramms Lack= und Farbenfabriken (Offenbach a. M.) 272
G., Chemiſche Mühlheim a. M. 68,90, Schantungbahn
134½, South=Weſtafrika 147½, Otavi=Anteile 91,—, Otavi=
Genußſcheine 63,—, 4½proz. Ruſſen 100,40, 4proz. 1880er
Ruſſen 90,70 G., 4proz. 1902er Ruſſen 90,75, 3¼proz.
Ruſſen 87,60 G., 3½proz. Ruſſen 84,30, 3proz. Ruſſen 81
G., 4proz. unifizierte Türken 91,30, 4proz. Adminiſtrations=
Türken 83, —, 4proz. Bagdadbahn 83,60, 4proz. konv.
Tür=
ken (1905/11) 81,20, 5proz. Chineſen 99,60, 4½proz.
Chineſen 94,— 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow)
4½proz. Japaner 94,65, 4proz. Japaner 88,60, 3proz.
Buenos=Aires 71½.
Gewinnanszng
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie,
5. Klaſſe. 17. Ziehungstag. 31. Mai 1912.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 100000 Mk. 28843
2 Gewinne zu 15000 Mk. 67684
6 Gewinne zu 10000 Mk.: 12857 160447 181068
6 Gewinne zu 5000 Mk. 3636 76987 148359
84 Gewinne zu 3000 Mk. 2313 7504 12345 26639
26070 26079 26914 27313 27400 38571 39615 43120
43981. 43996 49738 51572 56276 64362 65882 67094
75919 80380 82201. 92476 103987 113265 126257
130275 130393 131467 136207 136479 152059 157519
159381 163124 163523 164757 166220 166893 171636
182021
86 Gewinne zu 1000 Mk. 2872 13217 13348 16692
18982 28797 41863 46430 50019 59793 75693 80678
83939 84575 85044 89872 90387 93597 96454 109370
117971 125823 129755 130381 130748 131419 133690
137957 139292 142741. 146151 146350 149499 149610
156561 158635 164430 168171 176676 177162 180348
181402 188694
186 Gewinne zu 500 Mk. 4965 9689 12369 13908
16955 21173 26500 30308 32152 33467 36609 36705
37451 37537 37606 39374 39533 39835 43239 44629
47041 49853 63142 53330 55303 58564 62863 63850
66575 66747 70108 70307 70475 70676 72286 74519
80162 82860 87807 90165 93787 94766 95619 97914
98035 99060 102999 103632 103741 109123 111062
112073 113864 114825 117256 120078 120084 121695
128716 129642 130444 131772 132166 133769 185208
137884 138568 140173 140606 141186 141402 141435
141764 143497 147939 150128 150511 159958 163872
164259 167324 167383 167644 171343 178159 180078
180394 180649 185979 186334 186586 186847 186903
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 200000 Mk. 112694
2 Gewinne zu 50000 Mk. 166822
6 Gewinne zu 5000 Mk. 124209 186493 168440
64 Gewinne zu 3000 Mk. 2282 5218 7180 § 14683
25560 26296 26506 30450 45202 51119 54163 62688
77585 85271 90530 97701 106204 . 123581 126809
129032 137940 140539 144421 144717 145276 155619
156573 159398 168388 169557 181970 185245
74 Gewinne zu 1000 Mk. 14270 17869 19980₰23701
28292 32239 38697 45629 51337 55966 57602 60066
74644 79072 79197 79685 82537 90168 98235 99215
101673 108034 111477 113461 183333 144792 146514
155741 156368 158175 169930 171511 172460417375s
178303 186148 189950
186 Gewinne zu 500 Mk. 1061 3936 5038 12512
15972 18466 22295 23058 25261 28466 29815 29955
37968 39271. 40371 42374 43587 43666 47914 5109g
63777 54195 54543 57864 58707 61169 6201263150
64452 65230 72061 73270 74617 76213 76877. 19675
80519 86627 92633 92966 93191 95440 95784 9/43d
100551 103217 105457 108835 113292 114790 15045
116016 121528 121802 122975 124277 12475212669f
127157 128264 128847 130167 130364 140154 140230
140890 143293 144450 144599 147920 152048 154340
158465 160149 163630 165200 166465 168624 169044
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Antliche wachrichten des Großh. olizeiants Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dobermann. 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(12259
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtätt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Vorkehrungen zur Verhütung von
Ueberſchwem=
mungen kanaliſierter Grundſtücke.
Im Hinblick auf die bei heftigen Regenfällen eintretenden
Ueber=
ſchwemmungen kanaliſierter Grundſtücke innerhalb der Stadt erſcheint
es angezeigt, nachſtehend einige Schutzmaßregeln bekannt zu geben,
durch deren Beachtung ſolchen Ueberſchwemmungen vorzubeugen iſt
Nach unſeren Feſtſtellungen ſind die Ueberſchwemmungen
meiſtenteils zurückzuführen auf eine unſachgemäße Anordnung oder
mangelhafte Unterhaltung und Bedienung der
Hausentwäſſerungs=
anlagen und der in dieſe eingeſchalteten Rückſtauverſchlüſſe.
Wir empfehlen den Hausbeſitzern, deren Grundſtücke
ſeit=
her infolge unzureichender Ausbildung der Entwäſſerungsanlagen
durch Ueberſchwemmungen zu leiden hatten, ſich mit dem
Tief=
bauamte ins Benehmen zu ſetzen, das dann durch eine genaue
Unterſuchung feſtſtellen wird, in welcher Weiſe mit nicht zu hohen
Koſten Abhilfe zu ſchaffen iſt.
Die Hofſinkkaſten ſind möglichſt rein von Sand und Schlamm
zu halten und iſt beſonders darauf zu achten, daß der Einfluß des
Waſſers nicht durch die Ueberdeckung der Einfallgitter mit Laub,
Papier, Stroh ꝛc. erſchwert wird.
Zur Verhütung des Eindringens von Waſſer in die Gebäude
ſind die Hofſinkkaſten von dieſen mindeſtens 2 Meter entfernt, am
beſten im mittleren Teile des Hofes, zu verſetzen. Aus gleichem Grunde
ſollen Kellerfenſter, Lichtſchachte, Keller= und Hauseingänge mit ihren
Schwellen erhöht gegen die anſchließenden Hof= und Straßenflächen
ſitzen.
Iſt ſolches nicht zu ermöglichen, ſo müſſen Schutzvorkehrungen
gegen den Eintritt des Waſſers in tiefgelegene Räume geſchaffen
werden, wie die Abdeckung der Lichtſchachte durch Glasplatten,
An=
bringung von Kellerkränzen an den Kellerfenſtern, von Falzen und
dichtſchließenden Schutzbrettern an tiefgelegenen Eingängen.
Die in die Hausentwäſſerungen eingeſchalteten Vorrichtungen
gegen Rückſtau ſind während der Zeit der heftigen Regenfälle, alſo
von Mitte März bis Mitte September, in betriebsfähigem Zuſtande
zu erhalten. Es empfiehlt ſich, dieſe Vorrichtungen mit Beginn
ge=
nannter Periode und auch nach jedem heftigen Regenfalle in allen
Teilen vom Schmutze zu reinigen und bei Klappvorrichtungen die
Scharniere, bei Hähnen die Gleitflächen des Konus und bei Schiebern
die Schieberſcheibe, die Gleitflächen und Schrauben gründlich
einzu=
fetten. Um ſolches bequem ausführen zu können, ſollen die
Vorrich=
tungen an einem leicht zugänglichen Orte verſetzt ſein.
Selbſtverſtänduch hängt die richtige Wirkung der Rückſtau
Vorrichtungen auch von einer zweckentſprechenden Einfügung derſelben
in die Hausleitungen ab.
Nicht ſelten werden ſolche derart in den Hauptſtrang eingefügt,
daß durch ſie allerdings der Rückſtau aus dem angeſtauten
Straßen=
kanal verhütet, dabei aber auch der Abfluß des Regenwaſſers vom
Grundſtück nach dem Straßenkanal unmöglich gemacht wird.
Ueber=
ſchwemmungen der Grundſtücke durch die ſich allmählich anſammelnden
Regenmengen ſind die Folge hiervon. Um ſolches zu verhüten, dürfen
daher Rückſtau=Vorrichtungen nur in Zweigleitungen eingeſetzt
werden, in die Regenabfallrohre und Regeneinläufe öberhalb
der Rückſtau=Vorrichtung nicht einmünden.
Die im Keller verſetzten Eingüſſe und Reviſionsſchachte ſind
durch geeignete Verſchlußvorrichtungen gegen den Rückſtau zu ſichern.
Die von Hand bedienbaren Vorrichtungen ſind während der Periode
der heftigen Regenfälle geſchloſſen zu halten, und ſollen dieſelben
jedenfalls nicht über Nacht offen ſtehen.
Die an die Kanäle angeſchloſſenen Regenrohre ſind bei Eintritt
des Frühjahrs zu unterſuchen, ob ſolche nicht unter der Einwirkung
des Froſtes gelitten haben und ſind etwa vorgefundene Mängel zu
beſeitigen.
Nächſt den Fundamentmauern ſollen die Regenrohranſchlüſſe
nur aus ſoliden eiſernen Rohren gebildet werden, da die Tonröhren
eine zu geringe Widerſtandsfähigkeit gegen den Froſt beſitzen und auch
bei Setzungen des Straßenuntergrundes leicht Beſchädigungen
aus=
geſetzt ſind.
Häufig wird auch der Abfluß des Dachwaſſers durch die
An=
ſammlung von Feſtkörpern in den Regenrohrkanälen erſchwert.
Der=
artige Verſtopfungen werden verhütet durch die Einfügung kleiner
eiſerner Sinkkaſten mit feſtſtehendem Gitter.
Bei manchen älteren Hausentwäſſerungsanlagen finden ſich
noch in den Kellerräumen ſchlecht gedichtete Tonrohre, die infolge ihrer
undichten Stellen die Veranlaſſung zu Ueberſchwemmungen geben. Da
die hierdurch veranlaßten Mißſtände von nachteiligſter Einwirkung
auf den Geſundheitszuſtand der Hausbewohner ſind, ſo ſollten
der=
artige undichte Tonrohrleitungen durch ſolide eiſerne, mit Blei zu
dichtende Rohrſtränge erſetzt werden; zum mindeſten müßten aber
die mit Letten gedichteten Muffen ſolcher Tonrohr=Stränge
nachträg=
lich gut ummauert werden, um dem Austritt des Schmutzwaſſers
und der Kanalgaſe vorzubeugen.
Nicht ſelten tritt auch das Regenwaſſer von Straßen und Höfen
durch undichte Stellen der Grundmaüern in die Keller ein,
beſon=
ders dort, wo die Verſorgungsleitungen und die Kanalanſchlüſſe
durch dieſe Mauer geführt ſind. Die hierdurch veranlaßten
Aus=
waſchungen der Mauerfugen ſind von nachteiligſter Einwirkung auf
den Beſtand der Grundmauern, und es ſollte dem Tiefbauamt
unver=
züglich Mitteilung von derartigen Mängeln gemacht werden, damit
dasſelbe eine genaue Feſtſtellung der Urſache veranlaſſen kann. Eine
ſorgfältige Ausbeſſerung und Dichtung der Grundmauern iſt in
(12258
ſolchen Fällen dringend geboten.
Darmſtadt, den 1. Juni 1912.
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Darmſtadt, 30. Mai 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger. (12255oi
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter A
wurde heute eingetragen die Firma
Katharina Müller in Ober=
Ram=
ſtadt.
(12257
Inhaberin: Jakob Müller,
güter=
getrennte Ehefrau Katharina, geb.
Hofferberth, daſelbſt; Prokuriſt:
Jakob Müller, Kaufmann, daſelbſt.
Angegebener Geſchäftszweig:
Hirſen= und Haferſchälerei,
Müh=
lenfabrikate.
Darmſtadt, den 24. Mai 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Jakob
Leiß=
ler III. in Nieder=Ramſtadt iſt
infolge eines von dem
Gemein=
ſchuldner gemachten Vörſchlags zu
einem Zwangsvergleich
Vergleichs=
termin auf
den 11. Juni 1912,
vormit=
tags 11 Uhr,
vor dem Großherzoglichen
Amts=
gericht Darmſtadt II, Zimmer
Nr. 118, anberaumt.
Der Vergleichsvorſchlag iſt auf
der Gerichtsſchreiberei des
Kon=
kursgerichts zur Einſicht der
Be=
teiligten niedergelegt. (12256
Darmſtadt, 28. Mai 1912.
Merkel,
Gerichtsſchreiber des Großherzogl.
Amtsgerichts II.
Etwaige Forderungen an
Kauf=
mann Julius Nau in Darmſtadt
wolle man baldigſt bei dem
Unter=
zeichneten ſchriftlich anmelden.
Därmſtadt, 1. Juni 1912. (12263
Dr. Oppenheimer,
Rechtsanwalt.
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alles umſonſt, bis ich 1904 in der
Zeikung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
arf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit
Erfolg=
gegen Beinleiden, Flechten und
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elden angewandt und iſt in Doſen à S
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vorrätig; aber nur echt in
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Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte=genügt. (10759a
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſe
rohrnetzes in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr mörgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſets
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
. In der Nacht von Montag, den 3. zu Dienstag, den
4. Juni 1. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke 1 und II.
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der
Bismar=
ſtraße, weſtlich vom Parädeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraß
zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und Wilhelminenſtraße, weſtlich des
Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße und Heinrich?, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der
Heinrichö=
ſtraße von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelberger=Straße, öſtlich
des Teiles der Heidelberger=Straße, zwiſchen Heinrichsſtraße und
Eſchollbrücker=Straße, nördlich der Eſchollbrücker=Straße, zwiſchen
Heidel=
berger=Skraße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee von der
Eſcholl=
brücker=Straße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=
Bahn zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken
der Wilhelminenſtraße und der Heinrichsſtraße und die Nordſeite der
Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und Wilhelminenſtraße.
Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurter=Straße, zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße.
. In der Nacht von Mittwoch, den 5. zu Donnerstag,
den 6. Juni l. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke III und IV.
In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich
der Bismarckſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die
Straßenzüge nördlich der Holzhofallee und weſtlich der Main=Neckar=
Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden mitge
ſpült die Frankfurter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung
nach Arheilgen und die Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles
der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Heinrichs= und Rheinſtraße, ſüdlich
des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=
Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=Ludwigs=Platz und Marktplatz,
ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des Teiles der
Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des
Teiles der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der
Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs=
und des Marktplatzes und die Oſtſeite des Wilhelminenplatzes, ferner
wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 8. zu Sonntag, den
9. Juni 1. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke VI und VII.
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw.
Alexander=
ſtraße und Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=,
Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz, ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis
zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen iſt die
Mathilden=
höhe, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
(12110so
Darmſtadt, den 29. Mai 1912.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
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Kunſt und Welt.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
Doktor Wendeborn beſaß eine mittelgroße, in allen
ihren Teilen harmoniſch wirkende Geſtalt, die ſich etwas
zum Embonpoint neigte. Ohne Anſpruch auf beſondere
Schönheit erheben zu können, fiel Wendeborn doch auf durch
die leichte Eleganz ſeiner Bewegungen, ſein geiſtreiches
Geſicht, das durch ein freundliches Lächeln verſchönt
wurde, und durch das ſinnende blaue Augenpaar, dem
man den Dichter und zu Zeiten den Träumer anſah. Das
ſanft gelockte blonde Haar war an den Schläfen leicht
er=
graut, ein nicht ſehr großer blonder Vollbart umrahmte
die Wangen und bedeckte leicht den Mund, der weiche
an=
genehme Linien zeigte.
Noch einmal winkte Doktor Wendeborn ſeiner Frau
und ſeinem zwölfjährigen Töchterchen nach, die ſoeben
um die Straßencke verſchwanden. Sie wollten
Weihnachts=
einkäufe machen, denn in acht Tagen war Weihnachten.
In das Haus drüben wurde ein großer Weihnachtsbaum
durch einen Dienſtmann gebracht und neugierige
Kinder=
geſichter preßten ſich gegen die Fenſterſcheiben, um den
Chriſtbaum zu ſehen, der jedes Jahr von neuem das
Wunder der Liebe und Verſöhnung in ſeinem
Kerzen=
ſchimmer enthüllte.
Ein freundliches Lächeln umſchwebte die Lippen des
einſam ſinnenden Mannes. Der Gedanke an das Feſt der
Liebe erfüllte ſeine Seele mit glücklichen Bildern; die
Sor=
gen und Mühen, die auch ſein Leben aufzuweiſen hatte,
fielen von ihm ab, das behagliche Gefühl des Ausruhens
En mener et ete tr ns ſeie 1c en
Stuhl vor ſeinem Schreibtiſch, auf dem das heute
fertig=
geſtellte Manuſkript einer größeren Arbeit lag.
Er überdachte ſein Leben und ein Zug der
Befrie=
digung glitt über ſein Geſicht. Die erſten Jahre hatte er
freilich ſchwer kämpfen müſſen, jetzt aber hatte er ſich
durchgerungen, ſeine Arbeiten wurden ſehr geſucht und
guthonoriert, ſein Name wurde mit Ehren in der
Litera=
tur genannt und ſein Wort galt etwas in der Welt der
Schriftſteller und Künſtler. Seit einiger Zeit gab er
ſelb=
ſtändig ein Blatt heraus, „Kunſt und Well” betitelt, das
eifrig geleſen und namentlich in künſtleriſchen Kreiſen
ſei=
ner gediegenen, unbeeinflußten Beſprechung wegen große
Beachtung fand.
Doktor Wendeborn ſtand auf ſicheren Füßen, er hatte
das Ziel erreicht, nach dem er Jahre lang geſtrebt. Aber
ſein Streben war dadurch nicht erſchöpft; immer neue,
höhere Ziele ſteckte er ſich und hoffte jetzt, wo er materiell
feſten Grund gefaßt, auch ſeine idealeren Ziele erreichen zu
können.
Das Werk, das vor ihm lag, ſollte ihn einen Schritt
weiter bringen. Es war ein Märchendrama, in dem er,
wie er heiter zu ſeiner Frau ſagte, alle ſeine Träume und
Gedanken hineingeheimnißt hatte. „Klytia” nannte ſich
das Drama, das in eigenartiger Weiſe den Mythus der
ſchönen Geliebten Apollos und deren Verwandlung in die
ewig zur Sonne ſtrebende Sonnenblume behandelte.
Sein Blick fiel auf die auf ſeinem Schreibtiſch
ſtehen=
den Photographien und verdüſterte ſich merklich. Unter
dieſen Bildern befand ſich auch das Elfriedens, ſeiner
Stieftochter. Ernſthaft, viel zu ernſthaft für ein junges,
achtzehnjähriges Mädchen, ſaheneihn die großen, dunklen
Anen eſicdens vie in inge an ans wich ſeibt
fragen: weshalb erlöſt du mich nicht von meiner Qual?
Das war der einzige Schatten, der in ſein ſonſtſ
glückliches und harmoniſches Familienleben fiel! Er er
kannte ſehr wohl, daß ſich Elfriede, die er wie ſein eigene
Kind liebte, im Hauſe der Großeltern nicht am rechte
Platze befand. Er kannte Elfriedens künſtleriſch veran
lagten Charakter und hatte ſich ſtets bemüht, ihn zu bilder
und zu heben. Von Seiten der Großeltern und des Vor
mundes war ihm das mit Undank gelohnt worden. Si
verkannten ſeine Beſtrebungen, ſie lachten ſpötiſch, went
er von der Pflicht redete, dieſe Talente ausbilden zu müſ
ſen; ſie ſprachen ihm ſchließlich jede Berechtigung ab, El
friedens Bildungsgang leiten zu wollen, und nachdem
e=
auf mehrmaliges Bitten, ſie in ſeiner Familie leben z1
laſſen, eine abſchlägige Antwort erhalten hatte, ſchwieg er
um ſich nicht von neuem ſchroffen Abweiſungen auszu
ſetzen. Auch ſeiner Frau gegenüber bewahrte er dies
Schweigen. Er wußte, daß ſie unter der Trennung vor
ihrem Kinde litt, aber ſie war nicht ſtark genug, ihres
Eltern und ihrem Bruder gegenüber ihren Willen durch
zuſetzen und ihr Recht auf ihre Tochter energiſch zu
ver=
fechten. Um des lieben Friedens willen ließ man alles
ſeinen Weg gehen, obgleich Wendeborn einſah, daß dieſe:
Weg Elfrieden zum Nachteil für ihre Entwickelung
ge=
reichte.
Es war inzwiſchen ganz dunkel geworden. Er wollte
gerade nach der Lampe klingeln, als das Hausmädcher
mit ihr eintrat und ſie anzündete.
Es iſt eine Dame draußen, die den Herrn Doktor zu
ſprechen wünſcht, ſagte das Mädchen dabei.
Eine Dame?
Nummer 128.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
Seite 13.
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Ja; ſie fragte zuerſt nach der gnädigen Frau; als ich
ihr ſagte, daß die gnädige Frau nicht zu Hauſe ſei, fragte
ſie nach Herrn Doktor.
Nun, ſo führen Sie ſie herein.
Das Mädchen entfernte ſich. Es war nichts
Unge=
wöhnliches, daß eine Dame zu Doktor Wendeborn kam;
Künſtlerinnen und Schriftſtellerinnen erſuchten ihn häufiger
um ſeinen bewährten Rat.
Der Doktor ſchob ſein Manuſkript zur Seite und
ſchrob die Lampe etwas höher. Ein leiſes Geräuſch ließ
ihn ſich umwenden, in der Tür ſtand die ſchlanke, von
einem dunklen Regenmantel umhüllte Geſtalt eine Dame.
Womit kann ich Ihnen dienen, mein Fräulein? fragte
der Doktor höflich, doch in demſelben Augenblick ſchlug
die Fremde den Schleier zurück und Wendeborn erblickte
das bleiche, erregte Geſicht ſeiner Stieftochter.
Elfriede — Mädchen, du hier?
Ja, Papa, ich bin es . . Die Worte wurden mit
bebender Stimme geſprochen und Elfriede bewegte ſich
nicht von der Stelle, während ſie ſonſt bei ihren Beſuchen
ihm jubelnd in die Arme geflogen war.
Nun — und keinen Begrüßungskuß? Was iſt denn
das? Meine kleine Elfe läßt die Flügel hängen, als wäre
ein Unglück geſchehen?
Das iſt es auch, Papa —
Elfriede! Was iſt geſchehen?
Und nun warf ſie ſich doch an ſeine Bruſt, ſchlang die
Arme um ſeinen Nacken und brach in heftiges Schluchzen
aus, das ihre Worte erſtickte.
Erſchreckt ſtreichelte Wendeborn die blaſſen Wangen
des faſſungsloſen Mädchens.
Komm zu dir, meine kleine Elfe, ſagte er tröſtend.
Erzähle mir, was geſchehen iſt! Du weißt, daß du mir
alles fagen lannſt, Ich ſchelte dich nicht — was auch ge=
eltern von ihrem naturgemäß engen Geſichtskreiſe aus auf
Deine künſtleriſchen Anlagen keine Rückſicht nahmen und
Dich zu einer einfachen, praktiſchen Bürgersfrau erziehen
wollten. Ich weiß, daß Du, meine kleine Elfe, darunter
gelitten haſt, aber das alles iſt noch kein Grund zu einem
ſolchen Schritt, wie Du ihn ſoeben getan haſt. Deine
Großeltern meinen es immerhin gut mit Dir und man
kann auch in den beſcheidenen Grenzen ihres Lebens
glück=
lich ſein.
Ich nicht, Papa!
Wir müſſen auf manches im Leben Verzicht leiſten,
das wir einſt mit heißem Herzen erſtrebten, fuhr er fort.
In ſpäteren Jahren erſcheint uns dann dieſer Verzicht
nicht mehr ſo ſchmerzlich und wir freuen uns der behaglichen
Gegenwart und daß wir der Kämpfe um unſer
Jugend=
ideal überhoben wurden. Vielleicht ergeht es Dir auch
einmal ſo.
Niemals — niemals! Ich verkomme in jener dumpfen
Enge!
Halt, Elfriede! Keine Ueberſchwenglichkeiten! Du weißt,
daß ich gern bereit bin, Dir zu helfen und Deine geiſtige
und künſtleriſche Entwickelung in jeder Weiſe zu fördern.
Aber nach dem, was Du mir jetzt erzählſt, hatteſt Du doch
kein Recht, das Haus der Großeltern heimlich zu verlaſſen.
Das Recht der Dankbarkeit, das ſie fordern können, iſt nur
verwirkt, wenn ſie Dein inneres Weſen, Dein beſſeres
Selbſt vernichten wollten, wenn kein anderer Ausweg
vor=
handen iſt, um ſich ſelbſt vor Schmach und Unehre zu retten.
Dann ſteht die Pflicht der Selbſterhaltung höher als die
Dankbarkeit. Iſt es ſchlimm geweſen, Elfriede?
O, ſchlimmer als alles, was Du ſagſt, Papa! Ich
konnte, ich durfte nicht mehr bleiben.. .. höre mich doch nur
höre mich nur erſt an!
„
(Fortſetzung folgt.;
ſth.,
49H
ſchehen ſein mag, ich werde dir Gerechtigkeit widerfahren
laſſen. Hat es einen Streit mit den Großeltern gegeben?
Elfriede nickte wortlos mit dem Haupte.
Und da haben ſie dich hierher geſchickt?
Elfriede fuhr empor.
Nein, Papa — ich bin aus eigenem Antrieb zu euch
gekommen!
Kind, Kind, was ſoll das heißen?
Ich bin entflohen. Ich konnte es nicht mehr ertragen.
Trotzig richtete ſie ſich empor, ihre Tränen waren
ver=
ſiegt und zwiſchen ihren Augenbrauen zeigte ſich eine
düſtere Zornesfalte.
Entflohen? Elfriede, beſinne dich!“
Verurteilſt auch Du mich? fragte ſie trotzig.
Ich verurteile niemanden, ehe ich nicht die Gründe
ſeines Tuns kenne, entgegnete Wendeborn ernſt. Doch ich
ſehe, Du haſt noch Hut und Mantel an, lege ab und dann
ſetze Dich zu mir und erzähle mir, was Dich zu dieſem,
immerhin außergewöhnlichen Schritt bewogen hat.
Er half ihr Hut und Mantel ablegen, dann zog er ſie
neben ſich auf das Sopha, ſtrich ihr liebreich das blonde,
wellige Haar aus der Stirn, ergriff ihre Hände und ſprach
ſanft: So, mein Kind, nun erzähle.
Elfriede ſah eine Weile düſter zur Erde; dann hob ſie
die Augen zu ihm empor und ſagte tief aufatmend: Was
ſoll ich Dir erzählen, Papa? Du weißt ja, wie unglücklich
ich mich im Hauſe der Großeltern fühle. Das klingt
ge=
wiß undankbar, denn die Großeltern haben mir viel Gutes
erwieſen, aber ſie haben mich niemals verſtanden und mein
Streben nach Freiheit, nach Wiſſen und Können ſtets
ver=
ſpottet. Du weißt ja, Papa — Du allein haſt mich ja von
jeher verſtanden.
Ich weiß es, Elfriede, entgegnete er ernſt, daß Du
manche Talente beſitzeſt, die der ſachgemäßen, ſtrengen
Ausbildung wert ſind. Ich weiß ferner, daß Deine Groß=
Seite 44.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 3. Juni 1912.
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