Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
nonatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
pärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
nren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. —— Bei
z. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
chriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Das Neueſte vom Tage.
der Kaiſer wird zum Stapellauf des Dampfers
„Imperator” am 23. ds. in Hamburg eintreffen,
die Kaiſerin wird am 22. d. Mts. nach Berlin
zu=
rückreiſen.
Die bayeriſche Landesgewerbeſchau wurde
am Samstag eröffnet.
In Wien wurde am Samstag die
Internatio=
nale Flugausſtellung eröffnet.
Die Leiche des Königs Friedrich von
Däne=
mark wurde am Freitag in die Schloßkirche zu
Kopen=
hagen übergeführt. Die Beiſetzung findet am 24. Mai
ſtatt. Mit der Vertretung des Kaiſers iſt der
Kron=
prinz beauftragt worden.
Die Pariſer Blätter beſchäftigen ſich eingehend
mit den Vorgängen, mit denen der Rücktritt des
franzöſiſchen Botſchafters in
Peters=
burg in Verbindung ſteht.
Die Durchfahrt der Schiffe durch die
Dar=
danellen hat begonnen. Die erſten Schiffe
paſſier=
ten ohne Unfall.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Der Konflikt im Reichstage.
*⁎* Es war vorauszuſehen, daß die
Sozialdemokra=
ten ſich für die im preußiſchen Abgeordnetenhauſe
erlit=
tene Niederlage zu entſchädigen verſuchen würden. Die
Generaldebatte über den Etat des Reichskanzlers bot
ihnen dazu am Freitag im Reichstage die gewiß ſchon
linge heiß herbeigeſehnte Gelegenheit. Bezeichnend war
es, daß die Partei den Abgeordneten Scheidemann
vor=
ſchickte, der einige Wochen im Reichstagspräſidium
ge=
ſeſſen hatte und nun dazu beſtimmt war, den
Präſiden=
ten zu Ordnungsrufen geradezu herauszufordern. Durch
ſelten maßloſe Angriffe gegen den Reichskanzler, gegen
den Kaiſer, und beſonders gegen Preußen. Man gewann
den Eindruck, als wollte ſich Scheidemann perſönlich
rächen an Herrn v. Bethmann Hollweg für die von dieſem
ſeinerzeit an der Wahl des ſoz. Abgeordneten ins
Reichs=
tagspräſidium geübte Kritik. Doch damit noch nicht
ge=
nug! Unter dem Schutze der parlamentariſchen
Immu=
nität erging ſich der Genoſſe in den ſchwerſten
Beleidi=
gungen gegen den Kaiſer ſelbſt, welche noch die
unerhör=
ten Anrempelungen gelegentlich der Duelldebatte weit
übertrafen. Die Maßloſigkeit der Angriffe wirkte direkt
abſtoßend, namentlich auch ſoweit ſie ſich gegen Preußen
richteten. Vielen gefallen preußiſche Zuſtände auf dieſem
oder jenem Gebiete nicht, und niemand braucht mit
Wor=
ten des Tadels zurückzuhalten, wenn politiſche oder
ſon=
ſtige Verhältniſſe verbeſſerungsbedürftig ſind. Manches
könnte in dem führenden deutſchen Staate anders ſein
und werden, darüber beſteht gar kein Zweifel, aber Herr
Scheidemann entblödete ſich nicht, ſein Vaterland in den
Schmutz zu ziehen, die Zugehörigkeit zu demſelben der
Zuchthausſtrafe gleichzuſtellen. Das widerſpricht allem
Anſtande und wirft auf den Charakter des Redners, der
das Forum des Reichstags dazu benutzte, um das
Vor=
gehen gegen den Genoſſen Borchardt im preußiſchen
Ab=
geordnetenhauſe zu erörtern, ein ſehr trübes Licht.
Der Auszug des Reichskanzlers und der übrigen
Re=
gierungsvertreter aus dem Sitzungsſaale war wohl nicht
als Demonſtration gegen das Präſidium aufzufaſſen, wie
vielfach angenommen wurde, ſondern es iſt ganz
erklär=
lich, daß die Mitglieder der Regierung nicht Ohrenzeugen
der Majeſtätsbeleidigungen ſein wollten. Man macht dem
Präſidenten den Vorwurf, nicht rechtzeitig und energiſch
genug gegen den Abg. Scheidemann vorgegangen zu ſein,
aber es darf nicht vergeſſen werden, daß in Augenblicken
allgemeiner Erregung die Leitung der Geſchäfte ſehr
ſchwierig iſt. Nach beſten Kräften hat Herr Kaempf ſeines
Amtes gewaltet, das er — wir wollen ausdrücklich daran
erinnern — nur aus patriotiſchem Pflichtgefühl
übernom=
men hatte und für ihn bei ſeinem Alter eine ſchwere
Bürde iſt. So wird auch wohl der Reichskanzler urteilen
und es dem Präſidenten zugute halten, wenn dieſer
et=
was verſäumt haben ſollte.
In ſeiner Erklärung der Straßburger Kaiſerworte
vertrat der Reichskanzler die Auffaſſung, wie ſie ſich der
größte Teil der öffentlichen Meinung zu eigen gemacht
hat, daß der Kaiſer nicht daran dachte, gegen Elſaß=
Lothringen jemals verfaſſungswidrig vorzugehen. Seine
ſcharfe Kritik der Vorgänge im dortigen Landtage wird
ja in allen nationalen Kreiſen geteilt.
Die Sozialdemokratie hat keine Urfache, auf dieſe
neueſte Leiſtung ihrer Volksvertreter ſtolz zu ſein, mit
ſolchen Maßloſigkeiten kann ſie keine politiſchen
Freihei=
ten fördern, für die ſie immer einzutreten vorgibt.
Die Verantwortung für dieſe Vorkommniſſe aber
tra=
gen die Reichstagswähler und die politiſch unreifen
Mit=
läufer der Sozialdemokratie, welche die 110
Sozialdemo=
kraten in den Reichstag gewählt und ihrer Partei den
Rücken geſtärkt haben.
Der Vorgang in der Reichstagsſitzung
am Freitag, der den Reichskanzler und die Mitglieder
des Bundesrats veranlaßte, den Saal zu verlaſſen, hat
ſich wie folgt zugetragen: Als der Abgeordnete
Scheide=
mann die ſchweren Beleidigungen gegen Preußen
aus=
ſprach, bemerkte der Präſident: „Herr Abgeordneter,
mäßigen Sie ſich, ſonſt müßte ich Sie zur Ordnung
ru=
fen.‟ Da dies kein Ordnungsruf war, in Wirklichkeit
alſo ein Einſchreiten des Präſidenten nicht ſtattgefunden
hatte, verließen der Reichskanzler und die übrigen
Mit=
glieder des Bundesrats den Saal, in den ſie erſt wieder
zurückkehrten, nachdem der Präſident auf Grund des
ſtenographiſchen Protokolls den Ordnungsruf
nachträg=
lich verhängt hatte.
Zu der Angelegenheit ſchreiben die Berliner
Neueſten Nachrichten: Durch die an die Spitze
der Verhandlungen geſtellte Scheidemannſche Rede war
von vornherein ſo etwas wie ein unſichtbarer Block der
bürgerlichen Parteien geſchaffen. Ohne die Angriffe
des Genaſſen hätte die Verhandlung vermutlich einen
anderen Verlauf genommen. Der Reichskanzler wußte
dieſe Lage geſchickt auszunutzen. — Die Voſſiſche
Zeitung: Die Sozialdemokratie ſuchte die kaiſerlichen
Worte auch im Reichstage als Agitationsſtoff zu
verwer=
ten. Je weniger Nervoſität ſowohl der Reichskanzler
wie der Reichstagspräſident und die bürgerlichen
Par=
teien in ſolcher Lage zeigen deſto beſſer. — Der
Ber=
liner Lokalanzleigſer: Man iſt verſucht
anzu=
nehmen, daß Herr Scheidemann den Herren von der
Lin=
ken, die noch glauben, gemeinſam mit der
Sozialdemo=
kratie gewiſſe Ziele verfolgen zu können, vor Augen
ſüh=
ren wollte welch tiefe Kluft ſie doch von den Vertretern
der äußerſten Linken trennt. Das Blatt tadelt ferner
daß Präſident Kaempf während der erregten Szene nicht
das wünſchenswerte Maß von Energie und
Geiſtes=
gegenwart aufbrachte. — Die Morgenpoſt:
Unver=
zeihlich war der Fehler, den Scheidemann beging. Herr
Scheidemann war Bethmanns Retter. Die beleidigte
Preußenehre drückte die Straßburger Drohung in den
Hintergrund. — Die Tägliche Rundſchau: Der
Genoſſe Scheidemann hat im Reichstag zur
Verhinde=
rung einer vielleicht peinlichen Kaiſerdebatte jedenfalls
das beſte getan. Es war nichts mit dem Scherbengericht.
— Das Berlinor Tageblatt: Wahrſcheinlich
hat Herr Scheidemann Preußen nicht beſchimpfen,
ſon=
dern nur ſagen wollen, die Drohung des Kaiſers mit der
Einverleibung in Preußen laſſe die Annahme zu, daß
eine ſolche Einverleibung die ſchwerſte aller Strafen ſei.
Aber wie Herr Scheidemann das ſagte, kühn und allzu
berechnet, hatte es einen anderen Klang. Wenn nun an
einer Stelle, ſo war an dieſer die Rüge des Präſidenten
gerechtſertigt. Das Blatt bemerkt weiterhin, es muß
ſympathiſch berühren, daß der Reichskanzler gegen die
Hetzereien von nationaliſtiſcher und ſcharfmacheriſcher
Seite, die anderswo ſo ſtarken Eindruck gemacht haben,
kaltes Blut bewahrt.
Die Deutſche Tageszeitung bedauert vor
allem die ſchwächliche Haltung des Präſidenten, der erſt
durch die Mehrheit auf ſeine Pflicht aufmerkſam gemacht
werden mußte. — Die Poſt wirſt dem Kanzler vor, daß
er ſeinen König verlaſſen habe und ruſt aus: Niemals
war ein preußiſcher König verlaſſener als geſtern
Wil=
helm II. — Auch die Germania findet das Vorgehen
des Präſidenten Kaempf verwunderlich. Seine neue
Praxis werde nicht zur Hebung des Tones im
Reichs=
tage beitragen. — Die Nationalzeitung meint:
Mancher Abgeordnete, der einſt für den geweſenen
ſo=
zialdemokratiſchen Vizepräſidenten geſtimmt hat, mag
innerlich bedauern, dem ſchmähenden Radikalen zu dem
Ehrenſitz im deutſchen Reichstage verholfen zu haben,
deſſen er ſich damit unwürdig gezeigt hat.
Der Kaiſer und die Sicherung der
Seeſchiffahrt.
* Der Kaiſer nahm im Schloß zu Homburg über
den Untergang der „Titanic” und die zu
ergrei=
fenden Maßnahmen die Vorträge des Staatsſekretärs
Dr. Delbrück, des Präſidenten der
Seeberufsgenoſſen=
ſchaft, Krogmann, des Direktors des Germaniſchen
Lloyd, Profeſſor Pagel, der Werftdirektoren Geh.
Bau=
rat Flor, Schwartz, Frahm und des Vertreters der
Hamburg-Amerika=Linie, Kapitän Polis, entgegen. Die
Vorträge rekapitulierten kurz die durch die Preſſe ſchon
bekannt gegebenen Ergebniſſe der Konferenz vom 6. Mai.
Der Kaiſer bekundete ſein eingehendes Intereſſe für
alle zur Erörterung geſtellten Fragen und nahm dazu
Stellung. Insbeſondere betonte er wiederholt bei den
zu ergreifenden Maßnahmen, daß das Hauptgewicht auf
die Steigerung der Schwimmfähigkeit
der Schiffe gelegt werden müſſe und daß in zweiter
Linie für die Verbeſſerung der Navigation und die
Siche=
rung des anderen Dienſtes insbeſondere durch
Ver=
vollkommnung des
funkentelegraphi=
ſchen Dienſtes bei Tag und bei Nacht Sorge
getra=
gen werden müſſe. Danelen dürfte ſelbſtverſtändlich
nicht außer Acht gelaſſen werden, daß die Beſchaffung
von Bootsraum in einem ſolchen Umfange angeſtrebt
werde, daß die Rettung von Paſſagieren und
Mannſchaf=
ten bis auf den letzten Kopf möglich ſei. Ebenſo
erör=
terte der Kaiſer eingehend die Ausdehnung der
Boots=
rollen auf die Paſſagiere und eine gleichmäßige
Berückſichtigung der
Zwiſchendeckspaſ=
ſagiere und derjenigen der übrigen Klaſſen. Auch
müſſe Vorſorge getroffen werden, daß bei der Verteilung
der Paſſagiere auf die Boote Härten vermieden und auf
den Zuſammenhalt zuſammengehöriger Perſonen
Be=
dacht genommen werde. Auch die Frage, ob die
Schein=
werfer bei richtiger Verwendung geeignet ſeien, die
Eis=
gefahr bei Nacht zu verringern, was in der
Vorbe=
ſprechung vom 6. Mai überwiegend in negativem Sinne
beantwortet worden war, wurde eingehend erörtert und
ſoll auf Grund einer Anregung des Kaiſers bei den
be=
vorſtehenden kommiſſariſchen Beratungen einer erneuten
Prüfung unterworfen werden. Ausführlich beſprochen
wurde auch die Frage einer Vervollkommnung des
Eis=
nachrichtendienſtes durch internationale Vereinbarungen
und Veranſtaltungen.
Die Konferenz ſchloß mit einer Darlegung der für
den neueſten großen Dampfer „Imperator” vorgeſehenen
Sicherheitsmaßnahmen, die die Billigung des Kaiſers
fanden.
Deutſches Reich.
— Die elſaß=lothringiſche Frage. Wie
die Tägliche Rundſchau hört, hat ſich der Bundesrat
be=
reits grundſätzlich, über die Eventualität einer
Verfaſ=
ſungsänderung im Reichslande verſtändigt. Zunächſt
wird Staatsſekretär Zorn von Bulach dem Landtage
eine Verwarnung erteilen, worin für den Fall weiterer
Unzuträglichkeiten die Landtagsauflöſung in Ausſicht
ge=
ſtellt wird.
— Bayern und das Motuproprio. In
der bayeriſchen Kammer der Abgeordneten erklärte
Juſtizminiſter Thelemann: Nachdem das Motuproprio
veröffentlicht ſei, habe die Staatsregierung an die
baye=
riſchen Ordinariate mitgeteilt, daß die bayeriſche
Re=
gierung wegen dieſes Erlaſſes im Hinblick auf die
gel=
tenden ſtaatlichen Geſchäfte, ſowie das bayeriſche
Kon=
kordat ſich mit dem päpſtlichen Stuhl ins Benehmen
ſetzen werde. Zugleich ſeien die Ordinariate erſucht
wor=
den, den Erlaß in ihren Amtsblättern nicht zu
veröffent=
lichen. Der bayeriſche Geſandte beim Vatikan ſtellte an
den Vatikan die Frage, ob das Motuproprio auf Bayern
anwendbar ſei. Der Kardinalſtaatsſekretär habe
erwi=
dert, daß das Motuproprio Bayern nicht berühre und ſo
habe es an dem bisherigen Stand in Bayern nichts
ge=
ändert. Auch der preußiſchen Regierung ſei vom
Kar=
dinalſtaatsſekretär mitgeteilt worden, daß das
Motupro=
prio in Deutſchland nicht gültig ſei. Aus alledem gehe
klar hervor, daß der geltende Rechtszuſtand in Bayern,
wie er durch die Verfaſſung feſtgeſtellt ſei, durch das
Motuproprio keine weitere Aenderung erfahre.
Eine verfehlte Interpellation. In
der Zweiten ſächſiſchen Kammer kam die Interpellation,
betr. Nichtbeſtätigung des Bürgermeiſters Rot zum
Ober=
bürgermeiſter der Stadt Zittau zur Sprache.
Staatsminiſter Graf Vitzthum v. Eckſtädt erklärte,
daß politiſche Momente bei der Nichtbeſtätigung
vollſtän=
dig ausſcheiden. Ob der Betreffende fortſchrittlich oder
konſervativ ſei, ſei bei der ſittlichen Bewertung ſeiner
Perſon ganz gleichgültig. Her Kreishauptmann von
Bautzen habe die Entſcheidung bei der Nichtbeſtätigung
auf drei Gründe geſtützt: 1. habe ſich Roth dem
Hglgrd=
ſpiel ergeben und die Polizeiſtunde überſchritten, 2
ihm auf Grund verſchiedener Vorkommniſſe Fay))
vorgeworfen, die die Gerichte nicht alle für wider,
achtet haben, 3. wird Roth grober Mißbrauch
als Bürgermeiſter von Burgſtädt in die Hand/
Strafgewalt zur Laſt gelegt. Daß das Miniſtey)
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Nummer 117.
gegen Roth als Bürgermeiſter von Burgſtädt
vorgegan=
gen ſei, liege daran, daß er ſich um Burgſtädt große
Ver=
dienſte erworben habe. Der Kreishauptmann verſagte
ſeine Beſtätigung, da er zu dem Schluſſe gekommen war,
daß Roth Makelloſigkeit, Lauterkeit und Feſtigkeit nicht
beſitze, die für die Uebernahme eines ſo bedeutſamen
Amtes, wie des Oberbürgermeiſters von Zittau,
erfor=
derlich ſeien. Nach Anſicht des Miniſteriums iſt der
Kreis=
hauptmann mit ſeinem Schluſſe durchaus im Recht
ge=
weſen.
Neuformation von Regimentern.
Dem Vernehmen nach wird anläßlich der Neuformation
das erſte Bataillon des Regiments Nr. 144 von Metz
nach Diedenhofen verlegt. An ſeine Stelle kommt das
neu zu errichtende dritte Bataillon des Regiments Nr.
173 nach Metz als Standquartier. Wie weiterhin
ver=
lautet, werden die im Jahre 1912 zu errichtenden zehn
Scheinwerferzüge den Pionierbataillonen 1, 7, 8, 9, 10,
14, 15, 16, 17 und 21 zugeteilt.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die geſcheiterten Verhandlungen. In
einer Konferenz derRegierungspartei in Peſt erklärt=
Mini=
ſterpräſident Lukacs in Bezug auf die geſcheiterten
Ver=
handlungen mit der Oppoſition, er habe es als ſeine
Hauptaufgabe betrachtet, die Arbeitsfähigkeit des
Parla=
ments, die durch die Oppoſition geſtört worden ſei,
wie=
der herzuſtellen. Er ſei in ſeinem Entgegenkommen gegen
die Oppoſition ſo weit gegangen, daß er die Grundzüge
der Wahlreform, die er einzubringen beabſichtigt habe,
den Oppoſitionsführern mitgeteilt habe. Dieſer Entwurf
ſei jedoch von der Juſthpartei abgelehnt worden mit der
Begründung, daß er das Wahlrecht nicht weit genug
ausdehne, um das Mißtrauen der Oppoſition vollſtändig
zu beſchwichtigen. Er ſei ſogar geneigt geweſen, daß
das Abgeordnetenhaus die Regierung anweiſe, den
Ge=
ſetzentwurf über die Wahlreform in den erſten
Herbſt=
monaten vorzulegen, während die Wehrreform ſofort auf
die Tagesordnung geſetzt werden ſollte. Die
Wehr=
reform ſollte dann im nächſten Februar in Kraft treten,
wo auch die Wahlreformvorlage ſchon verhandelt
wor=
den ſei und Geſetzeskraft erlangen könnte. Nachdem
dieſer Antrag zurückgewieſen worden ſei, habe er die
Ver=
handlungen für beendet erklärt. Die Verantwortung für
die Folgen werden ſomit weder die Regierungspartei
noch die Regierung treffen.
Italien.
In der Kammer teilte Miniſterpräſident
Gio=
litti unter größter Aufmerkſamkeit des Hauſes fünf
De=
peſchen über das militäriſche Vorgehen der Italiener
auf Rhodos mit, das durch den großen Erfolg der
italie=
niſchen Waffen glücklich beendet ſei. Ein großer, nicht
endenwollender Beifall begrüſtte die Tepeſche, in der
gemeldet wird, daß ſich die türkiſche Garniſon mit ihren
Waffen unter militäriſchen Ehren ergab. Giolitti fügte
namens der Regierung hinzu, er habe als Dolmetſch der
Gefühle des Parlaments und des Landes General
Ame=
glio einen Gruß geſandt, worauf ſich neuer begeiſterter
Beifall erhob.
Im Senat gab der Kriegsminiſter in Bezug auf
die Aktion auf Rhodos eine gleichlautende Erklärung
ab, wie Giolitti in der Kammer. Die Erklärung wurde
auch hier mit ſtürmiſchen Beifallskundgebungen und
Hochrufen auf Heer und Marine entgegengenommen.
Frankreich.
Der BotſchafterwechſelinPetersburg.
Von amtlicher ruſſiſcher Seite in Paris wird erklärt:
„Die Meldung des Echo de Paris betr. die angeblich von
der ruſſiſchen Regierung geforderte Abberufung des
fran=
zöſiſchen Botſchafters in Petersburg Louis iſt in dieſer
Form unrichtig. Da der Botſchafter Louis wiederholt
geäußert hat, daß weder er noch ſeine Familie das rauhe
Petersburger Klima vertragen, und da demnächſt in der
franzöſiſchen Diplomatie Veränderungen eintreten
ſoll=
ten, ſo war natürlich in den vertraulichen Beſprechungen
zwiſchen Poincaré und Iswolski von einem eventuellen
Wechſel des franzöſiſchen Botſchafters in Petersburg die
Rede, doch hat Iswolski im Laufe dieſer Unterredungen
ſelbſtverſtändlich nichts für die Perſon Louis’
Unange=
nehmes geſagt, der in den Petersburger Regierungs=
und Geſellſchaftskreiſen die größte Wertſchätzung genießt.”
— Das Echo de Paris, das ſeine Meldung über die von
der ruſſiſchen Regierung geforderte Abberufung des
Bot=
ſchafters Louis in vollem Umfange aufrecht erhält,
be=
richtet, Iswolski und Poincaré hätten am Freitag nach=
Mittag eine Unterredung über dieſe Veröffentlichung
gehabt und ſeien ſchließlich übereingekommen, daß Louis
unter den gegenwärtigen Umſtänden ſeinen Poſten nicht
verlaſſen könne. Ueber die Urſache der gegen Louis
an=
gezettelten Intrigen ſchreibt das Blatt: In Petersburg
beſteht eine einflußreiche Partei, die Rußland in eine
abenteuerliche Orientpolitik ſtürzen wolle und zu einem
Anſchluß an die italieniſche Aktion gegen die Türkei
dränge. Dieſe Politik ſei durchaus nicht nach dem
Ge=
ſchmack der franzöſiſchen und der engliſchen Regierung,
die eine ſtrenge Neutralität beobachten wollten.
Bot=
ſchafter Louis habe eine Intervention Rußlands im
Ortent, die er gegenwärig für ſehr gefährlich halte, mit
der größten Entſchiedenheit bekämpft und ſich dabei die
Feindſchaft der Anhänger dieſer Partei zugezogen.
* Der Verein Deutſcher
Zeitungsver=
leger hielt im Stadtverordnetenſaale zu Magdeburg
ſeine diesjährige außerordentlich ſtark beſuchte
Haupt=
verſammlung unter dem Vorſitz von Dr. Robert Faber=
Magdeburg ab. Nach Fachvorträgen von
Kommerzien=
rat Dr. Krumbhaar vom Liegnitzer Tageblatt über „Recht
und Wirtſchaft” von Profeſſor Dr. Koch=Heidelberg über
den „Journalismus als Gegenſtand des akademiſchen
Unterrichts an der Univerſität Heidelberg‟ Dr. Wolf
vom Schwarzwälder Boten über „Urheberrechtliche
Fra=
gen” wurde die reichhaltige Tagesordnung erledigt und
folgende Reſolution einſtimmig angenommen:
Der Verein Deutſcher Zeitungsverleger erkennt an, daß
in der publiziſtiſchen Behandlung der
Ge=
richtsverhandlungen über ſexuelle=
Verfehlun=
gen Mängel beſtehen. Der Verein heauftragt den
Vor=
ſtand, dahin zu wirken, daß die Berichterſtatter der
Zei=
tungen ſich der Berichterſtattung über denjenigen Teil
derartiger Prozeſſe enthalten, für den die Oeffentlichkeit
zwar ausgeſchloſſen iſt, die Preſſe aber zugelaſſen bleibt.
Auch iſt anzuſtreben, daß bei derartigen Prozeſſen die
Er=
örterung über die Verhandlung in Stimmungsbildern,
wie die äußere Aufmachung der Berichte ſelbſt ſich
je=
der ſenſatzionellen Auslchmückung fern
halte. Geboten ſcheint, ſchließlich zu bewirken, daß
die Konflikte zwiſchen Richtern, Staatsanwälten und
Verteidigern im Intereſſe des Anſehens der Rechtspflege
nicht zum Gegenſtande ſenſationeller Darſtellung gemacht
werden.‟ Die Vertreter des Reichsverbandes
der deutſchen Preſſe, mit dem der Vorſtand über
dieſe Fragen verhandelt hat, erklärten ihre
Uebereinſtim=
mung mit den Entſchließungen.
* Hamburg, 17. Mai. Mit Rückſicht auf die ans
24. Mai erfolgende Beiſetzung des Königs von
Däne=
mark findet auf Wunſch des Kaiſers, der ſich dazu
von Homburg v. d. H. hierher begibt, der Stapellanz
des Dampfers „Imperator” ſchon am 23. Man
ſtatt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. Mai.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 20 enthält:
1. Bekanntmachung, Anſchlußgleis der Firma Helvetia
Conſervenfabrik Groß=Gerau, Aktiengeſellſchaft betreffend.
2. Bekanntmachung, Anſchlußgleis der Firma H. Kölſch
Nachfolger, G. m. b. H. in Frankfurt a. M., betreffend.
3. Bekanntmachung, die Uebertragung der Geſchäfte der
Hypothekenbewahrer auf die Amtsgerichte betreffend.
4. Verordnung, die Abänderung der Verordnung vom
8. November 1909 über die Dampfkeſſel betreffend.
* Militärdienſtnachrichten. Pröhl, Unterarzt
beim Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Art.=Regt.
Nr. 25, Gruner, Unterarzt beim Inf.=Regt. Prinz Carl
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, mit Wahrnehmung offener
Aſſiſt.=Arztſtellen beauftragt. Ritter u. Edler v. Loeßſl.
Major beim Garde=Drag.=Regt. Nr. 23, zum II.
In=
formationskurſus zur Infanterie=Schießſchule kommandiert.
** Eine größere Anzahl Mitglieder der Erſten
Kammer darunter die Standesherren Prinz Viktor
zu Erbach=Schönberg, der Fürſt zu Iſenburg=Birſtein,
Graf Wilhelm zu Solms=Laubach und Graf Stolberg=
Roßla, hatten ſich am Donnerstag vormittag nach=
Mainz begeben, wo unter Führung des
Finanz=
miniſters Braun eine Beſichtigung der Großh.
Domänen=Weinkellereien ſtattfand. Später nahmen die
Herren bei Geh. Kommerzienrat Dr. Strecker ein
Frühſtück. Am Nachmittag begaben ſich die
Kammer=
mitglieder zur Beſichtigung der Schauflüge nach dem
großen Sand.
* Der Vorſitzende der Abteilung für Steuerweſen
im Finanzminiſterium, Geheimerat Dr. Becker, nahm
während der letzten Wochen als ſtellvertretender
Bundes=
ratsbevollmächtigter Heſſens an den Verhandlungen der=
Branntweinſteuerkommiſſion des Reichstags in
Berlin=
teil. Nachdem der Ausſchuß die zweite Leſung der
Vor=
lage beendet hat, iſt Geheimerat Dr. Becker wieder nach
Darmſtadt zurückgekehrt.
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
be=
ſchäftigte ſich in ſeiner Sitzung am Samstag mit vier=
Wirtſchaftskonzeſſionsßeſuchen für den
neuen Ortsteil von Bürſtadt. Der Gemeinderat hatte
das Bedürfnis für eine Wirtſchaft bejaht, er überließ
jedoch die Entſcheidung darüber, welchem Geſuche
ſtatt=
zugeben ſei, den Verwaltungsbehörden. Der
Kreisaus=
ſchuß Bensheim hatte in ſeiner öffentlichen Sitzung vom
4. März 1912 die vier Geſuche abgelehnt, da für die 6101
Einwohner 30 Wirtſchaften als ausreichend bezeichnet
werden müſſen. Es käme nicht darauf an, ob jeder
Orts=
teil gleichmäßig mit Wirtſchaften verſehen ſei, ſondern
ob für den ganzen Ort die Anzahl der Wirtſchaften
ge=
nügend ſei. Sämtliche vier Geſuchſteller hatten gegen
das Utteil Beſchwerde beim Prdvinzialausſchuß eingelegt,
der zunächſt über die vier Geſuche einzeln verhandelte,
Danach wurden ſämtliche Rekurſe verworfen unter
Auf=
erlegung von je 10 Mark Averſionalbetrag. — Diee
meinde Neu=Iſenburg benötigt zur Eröffnung der
richſtraße Gelände des Eigentümers Koch.
Einelig=
ung über den Preis konnte mit der Gemeinde
nicht=
zielt werden, auch hatte der Beſitzer die Uebernahmendes
ganzen Geländes gefordert, da das übrig bleibendee
lände nicht mehr recht verwendbar ſein würde. In der
Sache war bereits einmal verhandelt worden und
war=
damals Augenſcheinnahme beſchloſſen worden, die
in=
zwiſchen ſtattgefunden hat. Der Provinzialausſchuß
ſpricht die nachgeſuchte Enteignung aus und ſetzt den
Preis auf 8 Mark für den Quadratmeter feſt. Die
Aus=
dehnung der Enteignung auf das ganze Gelände wird
abgelehnt. — Der Ortsarmenverband Offenbach klägt
Forſchungen im Krater des Veſuv.
K Schon oft iſt von kühnen Gelehrten der Verſuch
unternommen worden, in den Krater des Veſuv
hinab=
zuſteigen, aber bisher war es noch niemand gelungen,
den Boden des Kraters zu erreichen. Jetzt hat der
italieniſche Vulkanologe Prof. Aleſſandro Mallada
der im Königlichen Veſuv=Obſervatorium arbeitet, das
kühne Wagnis glücklich vollbracht, hat die Tiefe des
Kraters erreicht und eine Fülle wertvoller
wiſſenſchaft=
licher Beoachtungen anſtellen können. Der letzte Ausbruch
vom Jahre 1906 hat die Formen des gewaltigen
Krater=
ſchlundes ſtark verändert, die Wände fallen bis zu großer
Tiefe außerordentlich ſteil ab und ſind überall von
zahl=
loſen Fumarolen durchbrochen, aus denen heiße Schwefel=
und Waſſerdämpfe aufſteigen. Die Dämpfe werden
dich=
ter, je tiefer man in den Krater hinabſteigt und die
zahl=
reichen Steinrutſche haben bisher in Verbindung mit
die=
ſen die Lungentätigkeit erſchwerenden Gaſen alle
For=
ſcher zur Umkehr gezwungen. Prof. Mallada unternahm
zunächſt vom Rande des Kraters aus eingehende
Be=
obachtungen, um die zu einem Abſtieg günſtige Stelle
feſtzuſtellen. Er entſchloß ſich ſchließlich, ſeinen
Ver=
ſuch an der ſüdöſtlichen Kraterwand zu unternehmen und
hat ſeinen kühnen Plan am Mittwoch auch mit Hilfe
eines Dieners vom Obſervatorium ausgeführt. Um neun
Uhr vormittags begann der Abſtieg. Ein 140 Meter
langes Seil wurde an der Kraterwand hinabgelaſſen,
und an dieſem Seile begannen die beiden Männer in die
rauchende Tiefe hinabzuklettern. Nach 120 Meter ſtieß
man auf ein mächtiges weit vorſpringendes Lavahorn,
einen Felsvorſprung, der ſich mehr als 100 Meter weit
in die Tiefe ſchob. Der Gelehrte mit ſeinem Gefährten
ſuchte dies Hindernis zu überwinden, indem er auf
die=
ſem Vorſpring ſüdwärts vordrang, bis er auf einen
ſteil abfallenden lockeren Lava=Abhang kam, der ſich in
einem Winkel von 80—90 Grad in die Tiefe ſtreckte.
Ueber dieſe faſt ſenkrecht abfallende Schuttmaſſe wurde
nun ein etwa 100 Meter langes Seil hinabgelaſſen, mit
deſſen Hilfe Prof. Mallada bis zu der Stelle des
ge=
waltigen Bergrutſches hinabkletterte, der am 12. März
1911 die innere Architektur des Kraters vollkommen
ver=
änderte. Der Bergrutſch führt bis zur Tiefe des Kraters
hinab. Um 11 Uhr war die Sohle erreicht. Der
Ge=
lehrte blieb gegen zwei Stunden in der Tiefe des
Kra=
ters, um hier ſeine Beobachtungen vorzunehmen, die ſich
ſowohl auf Barometerſchwankungen als auch die
Tempe=
raturen der Fumerolen erſtreckten. Die Wärme der
Rauchwolken ſchwankte an verſchiedenen Stellen zwiſchen
99 und 28.Grad. Die Tiefe des Kraters beträgt unge=
fähr 300 Meter, die Ergebniſſe der genauen Meſſungen
werden in den nächſten Tagen veröffentlicht.
Ehe der ſchwierige Aufſtieg angetreten wurde ſetzte
der Gelehrte in die Mitte des Kraters eine rote Flagge,
die als Punkt für die Höhenmeſſung dienen wird. Der
Aufſtieg ſtellte an die Kraft und an die turneriſchen
Fähigkeiten der beiden Männer gewaltige
Anforder=
ungen. Aber das ſchlimmſte war die Wirkung der aus
den Fumerolen ausſtrömenden Gaſe, die den Atem
hem=
men, die Lunge reizen und die körperliche
Widerſtands=
kraft zu erſchüttern drohen. Alle Augenblick rollten unter
den Füßen der an dem Seil emporklimmenden Männer
Aſchenrutſche in die Tiefe, Lavamengen bröckelten ab,
die Erſchütterung brachte über den Köpfen der
Empor=
ſteigenden neue Geſteinsteile aus dem Gleichgewicht, ihr
Abſturz war mit der Entwicklung eines feinen
Aſchen=
ſtaubes verknüpft, der den Blick verdunkelte. Aber
trotz=
dem gelang es dem Gelehrten und ſeinem Begleiter,
glücklich wieder den Kraterrand zu erreichen. Er hat in
den Tiefen des Schlundes eine Reihe von wertvollen
pho=
tographiſchen Aufnahmen machen können und eine
wert=
volle Beute von Mineralien und Skeinproben
mitge=
bracht. Der Aufſtieg dauerte zweieinhalb Stunden.
Eine Enten=Fabrik.
C) Wie im modernen=Leben die gewaltige Fabrik an
die Stelle der gemütlichen Werkſtatt und das große
Warenhaus an die Stelle des kleinen Ladens tritt, ſo
be=
ginnt auch den idylliſchen Geflügelhof die rieſige
Ge=
flügel=Fabrik mehr und mehr zu verdrängen. Die
Auf=
zucht der Hühner, Enten und Tauben wird allmählich
dem ſtillen Walten der Natur entrückt und durch die
Ver=
wendung von Maſchinen automatiſch gemacht. Zunächſt
entſtanden in Amerika ausgedehnte, fabrikmäßig
be=
triebene Farmen, die durch die Menge und vorzügliche
Qualität ihrer Produkte die Konkurrenz der kleineren
Geflügelzüchter völlig ausſchalteten. Dem Vorbilde der
neuen Welt, die neben den ungeheuren Entenfabriken”
ihrer Zeitungen auch die erſte wirkliche Entenfabrik
be=
ſeſſen, iſt nunmehr England gefolgt.
Seit einiger Zeit betreibt die Middleſex Duck
Plant eine Aufzucht von Enten im Großen,
und über dies eigenartige Geſchäftsunternehmen berichtet
V. Farbin in der Nature. Die Entenfabrik iſt in
Har=
row=Weald, einige hundert Meter vom Bahnhof von
Stanmore gelegen. In fünfzig Minuten bringen
Auto=
mobile die Waren nach Smithfield Market, dem
Haupt=
lebensmittelmarkt Londons. Die Koſten des
Unter=
neßmeus belaufen ſich auf 250000-Mark. Das=Gelände
der Farm, das noch im vorigen Juli völlig unbebaut
war, umfaßt 11 Acres, von denen ſieben von den
Fabrik=
gebäuden bedeckt ſind. Dieſe Gebäude ſind in ſechs
Ab=
teilungen eingeteilt. Die erſte beſteht aus dem
Brut=
raum, einem weiten Saal, der 70 Brutapparate enthält,
die in ihrer Geſamtheit 20000 Eier ausbrüten können.
Hier werden alſo en gros ohne jede Hilfe der Mütter die
Eier ausgebrütet, aus denen die jungen Entchen zu
Tauſenden herausſpazieren. Die neugeborenen Tiere
werden zunächſt in einer Reihe von Räumlichkeiten
ge=
halten, die durch Warmwaſſerheizung in einer
Tempe=
ratur von 31—26 Grad erhalten werden. Je älter die
Entchen werden, in deſto weniger warme Räume kommen
ſie. Aber damit iſt die völlige Ausbrütung der Tiere
noch nicht vollendet. Sie müſſen noch einige weitere
Tage in jenen „Kinderſtuben” der Entenfabrik bleiben,
und zwar werden ſie 24 Stunden lang in Räumen
ge=
halten, deren Temperatur allmählich bis zu 21 Grad
herabſinkt. Das Alter der Tiere iſt genau aufgezeichnet
und mit der Zahl der Tage, die ſie bereits leben,
korre=
ſpondiert genau der Raum, in dem ſie ſich befinden.
Sind dieſe erſten Stadien des Wachstums überſtanden,
dann kommen die Enten an die freie Luft und werden
nun bis zu einem beſtimmten Gewicht gemäſtet, worauf
ſie zuletzt ihr Schickſal nach der traurigen Endſtation der
Fabrik und ihres Lebens führt, nach der Schlächterei,
wo ſie ihr junges Leben und ihre Federn hergeben
müſſen. Die Wanderung durch die ſechs Abteilungen
der Fabrik dauert genau ſechs Wochen, nach denen die
Enten, männliche und weßbliche, durchſchnittlith 6½
Pfund wiegen. Getrennt von den Höfen, in denen die
Enten gemäſtet werden, liegen einige beſondere
geräu=
mige Höfe, in denen ſich mit aller Freiheit und Pflege
die eigentlichen „Eltern” des ganzen Unternehmens
be=
wegen. Sie erhalten eine ganz beſondere Ernährung.
Die Entenfabrik iſt von ihrem Direktor Purdey
ſtreng nach wiſſenſchaftlichen Prinzipien eingerichtet. Nach
langen Studien hat er die zur Aufzucht geeignetſte
Raſſe in den weißen Peking=Enten erkannt. Sie
wer=
den ſehr leicht fett und ihr Fleiſch ſchmeckt vorzüglich.
Die Weibchen zeichnen ſich durch eine Fruchtbarkeit aus,
die die aller europäiſchen Raſſen übertrifft, denn ſie
legen jährlich durchſchnittlich 135 Eier während die
fruchtbarſte engliſche Raſſe, die von Alesbury, nur 90
legt. Bei ſeinen tauſend Peking=Enten kann Purdky
auf eine jährliche Lieferung von 100000 Eiern rechnen,
aus denen durchſchnittlich 80000 Enten entſtehen. Nach
neunwöchentlicher Aufzucht hat jedes dieſer Tiere einen
Marktwert von 4 Schilling, und da die Zucht nur etwa
1,50 Mark koſtet, ſo iſt der Verdienſt, den die Entenfabrik
abwirft, beträchtlich.
Nummer 117.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Seite 3.
egen den Landarmenverband um Erſatz von
Verpfleg=
ngskoſten im Betrage von 161 Mark für den
Schreib=
ehilfen Konrad Zehner, den der Ortsarmenverband
Iffenbach vom 24. September 1909 bis 4. März 1910 in
er Verſorgungsanſtalt untergebracht hatte. Der
Orts=
rmenverband iſt der Anſicht, daß Zehner ſeinen
Unter=
ützungswohnſitz in Offenbach verloren habe und daß
er Landarmenverband unterſtützungspflichtig ſei.
Zeh=
er war bis 12. März 1906 in Offenbach
unterſtützungs=
erechtigt und kehrte dann bis 1909 nur zweimal nach
ffenbach zurück, um auf längere Zeit im
Verſorgungs=
aus bezw. im Krankenhaus untergebracht zu werden.
der Ortsarmenverband behauptet, daß dies kein
Aufent=
alt geweſen ſein könne, um den Unterſtützungswohnſitz
u erhalten, da er zweifellos nicht zurückgekehrt ſei, um
ch dort dauernd niederzulaſſen. Der Landarmenverband
eſtreitet, daß das Verſorgungshaus als Verwahranſtalt
nzufehen ſei, ſondern als ſtädtiſche Armenanſtalt.
Zeh=
er ſei alſo nie ein Jahr von Offenbach entfernt geweſen.
der Provinzialausſchuß ſetzte die Verkündung des
Ur=
eils in dieſer Sache auf Dienstag feſt.
— Vom Odenwaldklub. Zwei empfindliche Lücken
n der Wegebezeichnung konntenneuerdings
geſchloſſenwer=
en. Seither durfte im Gebiet des Fürſtlich
Leining=
chen Wildparks die farbige Wegbezeichnung
be=
anntlich nicht durchgeführt werden. Dies iſt nunmehr
eſtattet und in jüngſter Zeit ausgeführt worden, ſodaß
tunmehr die Hauptlinien 14 weiß A und 17 rot in
hrer ganzen Ausdehnung, ohne Unterbrechung, farbig
bezeichnet ſind. Erſtere Linie führte bis vor einigen
Jahren von der Straße unterhalb Ernſttals rechts hinauf,
m Hohen Stein vorbei nach Kirchzell. Sie mußte aber
anz auf die Straße nach Kirchzell verlegt werden, weil
ich die frühere Führung wegen der ungünſtigen
Wald=
ind Wegverhältniſſe am Aufſtieg zur Höhe nicht mehr
rufrecht erhalten ließ. Jetzt führt die Linie von Ernſttal
nit H.=L. 17 (alſo weiß A und rt gemeinſahn)
durch den Park nach Mörſchenhardt bis vor Preunſchen,
ann links zum Hohen Stein und die frühere alte
Weg=
ezeichnung weiter nach Kirchzell. Die weniger
anſpre=
hende Straßenwanderung im Tal wird auf dieſe Weiſe
vermieden und die früher geführte ausſichtsreiche Höhe
ſes Preunſchenbergs wieder gewonnen. Wer mit der
Zeit zu rechnen hat, mag von Ernſttal die Straße nach
kirchzell gehen, wer aber eine hübſche Wald= und
Höhen=
vanderung machen will, der gehe die farbige
Wegbezeich=
tung. Sie beanſprucht allerdings 3 gegen 1½ Stunden
Straßenwanderung, doch möge auch hier der Satz aus
dem Vorwort der Erläuterungen zur Odenwaldklub=
Karte beachtet werden: „Unſere Markierung gibt der
Rückſicht auf Ausblick und Unterrichtung den Vorzug vor
ſer auf Nähe und Bequemlichkeit.”
— Der Darmſtädter Hausbeſitzerverein ſchreibt uns
In dem Darmſtädter Hausbeſitzerverein, deſſen
Mitglie=
derzahl fortgeſetzt im Steigen begriffen iſt, ſind jetzt
nahezu 1000 Hausbeſitzer Darmſtadts zuſamengeſchloſſen.
In wichtigen Fragen, die nicht ohne Einfluß auf ihren
Grundbeſitz innerhalb der Stadt ſind, werden ſie ihre
Meinung zu äußern haben und wünſchen müſſen, ſie
be=
lachtet zu ſehen. Wie der Bauer auf dem Lande nicht
beſtehen kann, wenn ihm fortgeſetzt die Ernten mißraten,
ſolgeht der ſtädtiſche Hausbeſitzer zu Grunde, wenn ſeine
hohen Anlagewerte ungenügend rentieren, ſei es infolge
Ahoher Laſten, ſei es infolge zu niedriger Mietſätze oder
gar ſtarker Mietausfälle. In letzterer Richtung
beabſich=
tigt der Hausbeſitzerverein ſtatiſtiſches Material zu einem
beſtimmten Zwecke zu ſammeln; er bedarf dazu der
Mit=
virkung aller Vermieter einzelner Wohnungen, wie auch
ganzer Häuſer. Es ſoll ſich darum handeln, feſtzuſtellen,
wie viel Wohnungen gegenwärtig leer ſtehen und in den
ſetzten Jahren leer geſtanden haben, und beſonders auch
darum, die Summen zuſammenzuſtellen, deren der
Haus=
beſitzerſtand verluſtig gegangen iſt durch Mietausfälle
und Herabſetzung der Mieten. Der Darmſtädter
Haus=
beſitzerverein richtet an jeden Hausbeſitzer die Bitte, ihn
bei der Sammlung des Materials zu unterſtützen und ihm
mündlich oder ſchriftlich nach der Geſchäftsſtelle,
Wilhel=
minenſtraße 21, mitzuteilen, wie lange die eine oder die
andere Wohnung leerſtand bzw. ſteht, und wie groß der
Mietausfall iſt; auch ob und um welchen Betrag die
Mieten etwa bei Neuvermietungen herabgeſetzt werden
mußten. Die Zimmerzahl der Wohnungen darf bei den
Angaben nicht vergeſſen werden. Der Darmſtädter
Haus=
beſitzerverein wird nur vertraulichen Gebrauch von den
Mitteilungen machen und erhofft allſeitige Unterſtützung
— Die Abteilung Darmſtadt der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft hält dieſen Mittwoch abend im
Reſtaurant Sitte (Karlſtraße) ihre
Jahreshauptver=
ſammlung ab, wie aus der in dieſem Blatt
erſcheinen=
den Anzeige erſichtlich. Die Mitglieder werden hiermit
darauf aufmerkſam gemacht.
* Vortrag. Heute Montag, ½9 Uhr abends
ſpricht Herr Kurt Roſenbaum=Berlin im Saale des Hotel
Heß über das Thema „Die Juden der Gegenwart”
worauf Intereſſenten aufmerkſam gemacht feien.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtr. 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Zum Thronwechſel in Dänemark; König
Friedrich VIII.† und der neue König; der
national=
liberale Parteitag in Berlin; die ſozialdemokratiſche
Fraktion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes; von den
engliſchen Flottenmanövern vor König Georg bei
Wey=
mouth, Vorbereitungen zum Scharkſchießen.
2 Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,45—1,50 M., Eier
7—9 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22 Pf., Handkäſe 4—10 Pf.,
Kartoffeln der Zentner 5—6 M., Kumpf (10 Liter) 80
bis 90 Pf., ½ Kg. 6—7 Pf., Mäuschen ½ Kg. 14 Pf.,
Malta ½ Kg. 15—18 Pf., vorjährige Aepfel ½ Ka. 45 bis
50 Pf., ausländiſche Kirſchen ½ Kg. 60 Pf., Zitronen
5 Pf., Apfelſinen 5—7 Pf.: Salat, Gemüſe: Kopf
ſalat 5—10 Pf., Körbchen Feldſalat oder Lattich 10 Pf.
Schälgurken 40—50 Pf., Bündel Radieschen 2 Pf., Bündel
Rettiche 5—10 Pf., Meerrettich 10—25 Pf., Zwiebeln ½ Kc
10—12 Pf., Tomaten ½ Kg. 70 Pf., Bündel Römiſch
Kohl 2—3 Pf., Spinat ½ Kg. 8—10 Pf., Wirſing 35 P
Blumenkohl 30—60 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 35 Pf
Spargeln ½ Kg. 30—60 Pf., Bündel Karotten 25 Pf.,
Kernerbſen ½ Kg. 40 Pf., Bohnen ½ Kg. 60 Pf.;
Ge=
flügel, Wild: Enten 4—5 M., Hahnen und Hühner
2,00—2,20 M., Tauben 60—70 Pf., Paar Zuchttauben
1,50—10,00 M., Zicklein 2—3 M., Lapins 90 Pf.; Fiſche
½ Kg.: Hecht=80 Pf., Karpfen 1 M., Aal 1,50 M.,
an=
dere Rheinbackfiſche 35—60 Pf., Rotzungen 80 Pf., Schollen
35 Pf., Kabeljau 20—30 Pf., Schellfiſche 25 Pf., Seelachs
19—24. Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: däniſches
Ochſenfleiſch 76 Pf desgl. Rindfleiſch 70 Pf., inländiſches
Rindfleiſch 60—66 Pf., Hackfleiſch 70 Pf., Rindsfett 60 Pf.,
Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf.,
Schweine=
fleiſch 84 Pf., geſalzenes und Koteletts 96 Pf.,
Schwarten=
magen u. Fleiſchwurſt 80 Pf., Leber= u. Blutwurſt 70 Pf.
§ Ueberfall. Ein 11 Jahre altes Mädchen, das am
Freitag mittag ſeinem in der Merckſchen Fabrik
beſchäf=
tigten Bruder das Mittageſſen brachte, erhielt dabei von
ſeinem Bruder deſſen Wochenlohn, um das Geld
mit nach Hauſe zu nehmen. In der Nähe der Lackfabrik
trat ein junger Menſch an das Mädchen heran, gab ihm
ein paar Ohrfeigen und warf es zu Boden.
Dann entriß der Burſche dem Mädchen die Tüte
mit dem Gelde und ſuchte das Weite. Ein zufällig
des Weges kommender Herr hielt jedoch auf das Schreien
des Mädchens den Burſchen feſt und nahm ihm das Geld
wieder ab. Der Täter konnte darauf flüchten, ohne
er=
kannt worden zu ſein.
Offenbach, 17. Mai. Auf ausdrückliche Weiſung des
Kreisſchulinſpektors Hofmann wurde den Lehrern der
rlaub zur Allgemeinen Deutſchen
Lehrerverſamm=
lung, die in der Pfingſtwoche in Berlin ſtattfindet, durch
die Hauptlehrer verweigert. In anderen heſſiſchen
Orten wurde der gleiche Urlaub gewährt. Die
abgewie=
ſenen Lehrer haben ſich nun wegen Urlaubserteilung an
das heſſiſche Schulminiſterium gewandt.
Hainſtadt, 18. Mai. In Froſchhauſen brach
geſtern auf bisher unaufgeklärte Weiſe in der Hofreite des
Friedrich Ott Feuer aus, wodurch deſſen Scheune
vollſtändig eingeäſchert wurde. Durch Funken ward
das Feuer auch auf das anliegende Gehöft des Peter
Wich, „Gaſthaus zur Stadt Offenbach” übertragen. Nur
durch tatkräftiges Einſchreiten konnte das Feuer bald wie
der gelöſcht werden. Der Schaden iſt bedeutend, jedoch
durch Verſicherung gedeckt.
Klein=Steinheim, 18. Mai. Der Eiſenbahnſchaffner
Jean Kemmerer wurde auf dem hieſigen Bahnhof bei
der Exploſion einer Spirituskanne mit der
brennenden Flüſſigkeit überſchüttet. Er trug ſo ſchwere
Brandwunden davon, daß er nach dem Kreiskrankenhauſe
in Groß=Steinheim geſchafft werden mußte.
Mainz, 18. Mai. Vor etwa 10 Tagen vermißte
ein hieſiger Geſchäftsreiſender, der mit dem Schnellzuge
von hier nach Straßburg fuhr, dort angekommen, eine
Brieftaſche die neben äußerſt wertvollen
Geſchäfts=
notizen auch 200 Mark in Papiergeld enthielt.
Am Mittwoch erhielt die Familie des Geſchäftsreiſenden
ein Paket aus Metz, in dem ſich beim Oeffnen die
ver=
mißte Brieftaſche nebſt ſämtlichem Gelde befand. Im
Paket lag noch das Schreiben eines unbekannten Herrn,
der angab, er habe die Taſche auf der Reiſe nach
Baſe=
in einem Bahnabteil gefunden und den Namen des
Eigentümers daraus erſehen. Er habe die Taſche
per=
ſönlich wieder in Mainz abgeben wollen, doch ſei er
daran geſchäftlich verhindert worden.
Laubenheim, 18. Mai. In den
Aufbewahrungsräu=
men einer an der Mainzer Landſtraße gelegenen Fabrik
wurde dieſer Tage ein Einbruch verübt, bei dem über
700 Fläſchchen Kölniſches Waſſer entwendet
worden ſind.
Gießen, 18. Mai. In der geſtrigen
Stadtverord=
netenverſammlung wurden die durch die neue
Städteordnung erforderlich gewordenen neuen
Beſtim=
mungen über die Deputationen und Ausſchüſſe beraten
und gutgeheißen. Weiter wurde eine allgemeine
Arbeits=
ordnung für die ſtädtiſchen Arbeiter beſchloſſen und der
vorliegende Entwurf genehmigt. Für die Umgeſtaltung
der Weſtanlage wurden 40000 Mark bewilligt. Die
Be=
willigung eines Zuſchuſſes für die Jugend
wehr wurde zurückgeſtellt, da man abwarten will, ob
nicht auch vom Jungdeutſchlandbund Anforderungen für
die Jugendpflege an die Stadt geſtellt werden. Von den
ſozialdemokratiſchen Stadtverordneten Vetters und
Krumm wurde dabei gegen die Jugendwehrbewegung
überhaupt Stellung genommen, während fortſchrittliche
und nationalliberale Stadtverordnete die Berechtigung
der Jugendwehrbeſtrebungen anerkannten und in Schutz
nahmen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. Mai. Staatsſekretär
a. D. Wermuth hat die auf ihn gefallene Wahl
zum Oberbürgermeiſter von Berlin
angenom=
men. Es wird noch mitgeteilt, daß von zahlreichen
aus=
wärts weilenden Stadtverordneten Nachrichten
eingegan=
gen ſind, daß ſie bei ihrer Anweſenheit für Wermuth
ge=
ſtimmt haben würden. Am Tage der Wahl fehlten rund
30 Stadtverordnete, die in Ferien weilten. — Der von
einem Automobile überfahrene Frhr. v. Rotenhan
wurde in einem Krankenwagen des Verbandes für erſte
Hilfe nach der Privatklinik des Prof. Jsrael in der
Augsburger Straße gebracht. Der Zuſtand des
Patien=
ten war zunächſt ſehr beſorgniserregend und iſt auch zur
Stunde noch recht bedenklich; trotzdem hofft man, den
Verunglückten am Leben zu erhalten. —
Magiſtratsſekre=
tär Hülſen, der an der Berliner Stadthauptkaſſe über
60000 Mark unterſchlagen hat und dann flüchtete,
er=
ſchoß ſich in Deſſau im „Hotel zum goldenen Löwen”
Frankfurt, 18. Mai. Der Magiſtrat macht
be=
kannt: Nachdem die für den 21. Mai geplante Feier der
Oſthafeneinweihung und Grundſteinlegung für
den Neubau der alten Mainbrücke in der beabſichtigten
Weiſe nicht zur Ausführung kommen kann, kann die Feier
nunmehr am 23. Mai 1912 nach folgendem Programm
ſtattfinden: 11 Uhr Grundſteinlegung für die neue
Main=
brücke auf der Maininſel, 1 Uhr Frühſtück im Römer,
3 Uhr Abfahrt des Feſtdampfers von der
Dampferliege=
ſtelle am Fahrtor, Rundfahrt durch den Oſthafen. Wie
ferner der Feſtausſchuß mitteilt, werden auch die von ihm
vorbereiteten Feſtlichkeiten am Main, auf dem
Römer=
berg und in den Römerhallen ebenfalls am Donnerstag
ſtattfinden.
Fenilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Der bekannte
Frankfurter Lokal= und dramatiſche Schriftſteller Adolf
Stoltze vollendet am 10. Juni d. J. ſein 70.
Lebens=
jahr. Intendant Claar wird am Jubeltage des
Dich=
ters eines ſeiner Werke zur Aufführung bringen,
außer=
dem dürfte es intereſſieren, daß Stoltze mit der Abfaſſung
des Feſtſpieles zum Deutſchen Bundesſchießen betraut
wurde.
Schulfeſte in Hellerau. Man ſchreibt uns:
Der Opfermut moderner Kunſtfreunde hat der durch ihre
Methode der rhythmiſchen Gymnaſtik raſch bekannt
ge=
wordene Bildungsanſtalt Jacques Dalcroze in
hoher Lage über der Gartenſtadt Hellerau bei Dresden
einen beſonderen Bau errichtet, der in dieſem Sommer
eröffnet werden wird. In dem von Heinrich Teſſenow
ausgeführten mächtigen Saalbau mit der ihn
umgeben=
den Kleinhäuſergruppe iſt eine intereſſante Aufgabe
moderner ſtädtebaulicher Architektur in einer
außer=
ordentlich ſelbſtändigen und künſtleriſch erfreuenden Weiſe
gelöſt worden. Die Bühne mit ihren neuartigen
Ein=
richtungen iſt ohne Vorbild. Es ſei nur erwähnt, daß
die nach den Angaben des bekannten Malers A. von
Salzmann von den Siemens=Schuckertwerken ausgeführte
Beleuchtungsanlage ein völlig neuartiges, weil direktes
und doch diffuſes Licht erzeugt. Der Bühnenregulator
iſt der größte, der bisher überhaupt erbaut wurde. Die
Witwirkenden bei den bevotſtehenden Schulfeſten ſind
Schüler und Schülerinnen des Inſtitutes und Kinder aus
der Gartenſtadt Hellerau, insgeſamt 250 Perſonen. Vom.
28. Juni bis 11. Juli d. J. werden neun Feſtabende
ſtattfinden. Das Programm der Spiele umfaßt den
zweiten Akt des „Orpheus” von Gluck, eine rhythmiſch
verkörperte Fuge von Bach, eine Fuge mit Schlußchor
von Mendelsſohn und eine von Jacques Dalcroze
erfun=
dene Pantomime „Narziß und Echo‟ Die Hellerauer
Feſtſpiele tragen zwar in dieſem Jahr noch in der
Haupt=
ſache den Charakter des Verſuches und ſind als ſolcher
auch von der Anſtalt beabſichtigt. Doch dieſer Verſuch
verſpricht auf dem Gebiet der modernen Bühnenkunſt
von größter Bedeutung zu werden. Eine Reihe
nam=
hafter Künſtler (Muſiker, Schauſpieler und Schriftſteller)
äußerte an den geplanten Aufführungen ihr lebhaftes
Intereſſe.
Volksſchauſpiel Oetigheim. Ueber Nacht
iſt das Hardtdorf Oetigheim durch das treffliche Spiel
ſeiner Bauern, Handwerker und Arbeiter berühmt
ge=
worden. Vor einer Zuſchauermenge von durchſchnittlich
4000 Perſonen aus allen Ständen wurde im vorigen
Sommer auf großartig angelegter Naturbühne in 27
Aufführungen der Schillerſche Tell ſo trefflich dargeſtellt
und in Geſamtleiſtung ſo meiſterhaft durchgeführt, daß
wir kein Bühnenſpiel, ſondern ein Stück Leben zu ſchauen
wähnten. Gerade im Maſſenſpiel, dem Schrecken interner
Bühnen, iſt Oetigheim derart groß, daß jede Bühne von
ihm lernen kann. Der Spielplatz inmitten des Waldes,
etwa 10 Minuten vom Ort entfernt, iſt zu einer
Natur=
bühne wie geſchaffen. Der halbkreisförmige
Zuſchauer=
raum iſt durch eine feſte offene Halle gegen
Witterungs=
einflüſſe geſchützt. An einem Hang, amphitheatraliſch
anſteigend, macht er mit ſeinen 3500 Klappſitzplätzen einen
impoſanten Eindruck. Der Bühnenraum iſt in die
natür=
lichen Wald= und Gartenanlagen ſo künſtleriſch eingebaut
daß er den Reiz der vollen Natürlichkeit in ſich trägt.
Nachdem das Oetigheimer Tellſpiel im letzten Sommer ſo
großartige Erfolge erzielt hat, will man in dieſem
Som=
mer auf dem glücklich gefundenen Weg weiter ſchreiten.
An Stelle des Tell wird das neue, ſpeziell für die
Oetig=
heimer Bühne bearbeitete Schauſtück „Elmar, Falk
vom Habichtshof” treten, das ſich inhaltlich an das
bekannte Weberſche Epos „Dreizehnlinden” anlehnt.
— Der ahnungsloſe Abdul Hamid. Ein
Korreſpon=
dent des Daily Chronicle hat die Erlaubnis erhalten
in Saloniki die Villa Allatini zu betreten, in der Abdul
Hamid als Gefangener den Reſt ſeiner Tage verbringt.
Es war dem Engländer auch erlaubt worden, den
Ex=
ſultan zu beſuchen, aber Abdul Hamid, der noch immer
ſeine Furcht gegen Anſchläge auf ſein Leben nicht
über=
wunden hat, lehnte es ab, den Journaliſten zu
empfan=
gen. Der Beſucher beſchränkte ſich daher auf eine
Unter=
redung mit den Aerzten des Exſultans. Abdul Hamid
erfreue ſich völliger Geſundheit, aber er ſei von einer
krankhaften Trägheit befallen, die es ihm unmöglich
macht, ſich auf irgend eine Weiſe zu beſchäftigen. Er führt
in der Villa Allatini das gleiche unglückſelige Leben wie
auf dem Thron: unabläſſig peinigt ihn die Angſt vor
dem Tode. Er trinkt nicht einen Tropfen Medizin, ohne
daß in ſeiner Gegenwart auch die Aerzte aus demſelben
Glas trinken und nachts ſchiebt er ſein Bett oft
drei=
bis viermal von einer Ecke des Zimmers in eine andere,
weil er fürchtet, daß ſich jemand eingeſchlichen haben
könne. Eine reichhaltige, prächtige Bibliothek iſt dem
Sultan zur Verfügung geſtellt, dagegen iſt es ihm ſtreng
verboten, Zeitungen und zeitgenöſſiſche Bücher zu leſen.
Die Folge dieſer ſtrengen Zenſur der Lektüre Abdul
Hamids iſt, daß der Sultan keine Ahnung von den
jüng=
ſten kriegeriſchen Ereigniſſen hat und überhaupt nicht
weiß, daß die Türkei im Kriege ſteht. „So verbringt der
Exkalif in völliger Abgeſchiedenheit von der Gegenwart
ſeinen düſteren Lebensabend. Und wer kann es wiſſen,”
ſo ſchließt der Beſucher ſeinen Bericht, „ob nicht
italie=
niſche Geſchütze ihm eines ſchönen Morgens verraten,
daß die Türkei und das Volk, über das er herrſchte, im
Kriege ſteht und einen Kampf zu beſtehen hat, deſſen
Tragweite ſich heute noch kaum überſchauen läßt.”
* Ein vergeſſener Zug im gemütlichen Bayern. Im
Hauptbahnhof zu München iſt in einer der letzten Nächte
die Perronſperre zum letzten, 11 Uhr 32 Minuten nach
Augsburg abfahrenden Zug nicht geöffnet worden. Nicht
nur das Perſonal an der Schranke ſondern auch der
Verkehrskontrolleur und Fahrdienſtleiter hatten den Zug
ganz vergeſſen. Das Publikum, das mit großer Geduld
gewartet hatte, ſchlug erſt Lärm, als es den Zug
ab=
fahren ſah. Es blieb nichts übrig, als einen Zug
nach=
zuſchicken.
* Die Linde am Brunnen vor dem Tore. Dem
orkanartigen Sturm, der in der Nacht vom Sonntag zum
Montag im Werratal furchtbaren Schaden anrichtete, iſt
auch in Allendorf an der Werra die alte Linde zum Opfer
gefallen, die einſt Wilhelm Müller zu dem bekannter.
Liede: „Am Brunnen vor dem Tore” begeiſterte. Der
uralte Baum, deſſen Alter auf 650 Jahre geſchätzt wird,
grünte und blühte noch alle Jahre friſch. Die Linde
hatte einen Durchmeſſer von 2 Meter, ſie ſtürzte auf ein
benachbartes Haus, deſſen Dach vollſtändig zertrümmert
wurde.
Zeppelin.
„Deutſchland, Deutſchland über alles” wogt’s empor
zum deutſchen Schiff,
Das ſo ruhig, majeſtätiſch ſchwebet über’m Felſenriff,
Ueber Feldern, über Wäldern, ſicher wie der deutſche
Aar,
Ueber Flüſſen, Seen und Städten, die das Vaterland
gebar.
Heil! dem großen Ueberwinder, der die Schwerkraft
hat beſiegt,
Heil! dem ſtillen Sucher, Finder, deſſen Geiſt in Höhen
fliegt.
„Deutſchland, Deutſchland, teure Heimat, ruhſt
eherner, treuer Hut,
Ehren Männer, Frauen, Kinder deiner Hel
Tatkraft, Mut!
Eine deutſche
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Nummer 117.
Frankfurt, 18. Mai. Heute morgen fand die
Eröff=
nung der landwirtſchſaftlichen
Maſchi=
nenausſtellung unter Teilnahme der Behörden
und einer nach vielen Tauſenden zählenden
Menſchen=
menge auf dem weiträumigen Terrain des Frankfurter
Landwirtſchaftlichen Vereins ſtatt. Der Präſident des
Frankfurter Landwirtſchaftlichen Vereins ſprach die
Er=
öffnungsrede. Hieran ſchloß ſich ein gemeinſamer
Rundgang der Ehrengäſte durch die Ausſtellung an und
es nahmen die Vertreter der preußiſchen Regierung, der
Stadt, des heſſiſchen Miniſteriums und der
landwirt=
ſchaftlichen Korporationen vollzählig daran teil.
Allge=
mein wurde die reichhaltige und mannigfache Beſchickung
der Ausſtellung ſeitens der Maſchinenfabrikanten und
=Händlern lobend anerkannt und hier und da verteilte
man ſich zu friedlicher Muſterung über das weite
Ge=
lände, um zu den Marktgeſchäften überzugehen.
Homburg, 20. Mai. Prinz Oskar traf
Sonn=
tag vormittag zu längerem Aufenthalt hier ein. Er hat
auf der Kriegsakademie ſein Examen vorzüglich
beſtan=
den. Die Kaiſerin bleibt bis zum 15. Juni hier. Das
Kaiſerpaar nebſt Prinzeſſin Viktoria Luiſe und
großem Gefolge fuhren Freitag nachmittag im Automobil
auf die Saalburg und beſichtigten eingehend die
neuen Funde. Auch beſichtigte der Kaiſer mit vielem
In=
tereſſe die ihm zum Geſchenk gemachte Jupiterſäule.
Freiburg, 18. Mai. In der fortgeſetzten
Verhand=
lung über das Eiſenbahnunglück bei
Müll=
heim gab Regierungsrat Fuchs ein Gutachten über die
Urſache der Entgleiſung ab. Der verunglückte Zug habe
eine Geſchwindigkeit von etwa 114 Kilometern pro
Stunde gehabt. Bei einer Geſchwindigkeit bis zu
ſech=
zig Kilometern könne ein Zug nicht als gefährdet gelten,
aber bei größerer Geſchwindigkeit begännen die
Neben=
umſtände eine Rolle zu ſpielen. Bei achtzig Kilometern
ſei die Entgleiſung in dieſem Falle als unvermeidlich zu
bezeichnen geweſen. Der Gutachter reſumierte dahin, daß
die Urſache des Müllheimer Unglücks zu raſches Fahren
geweſen ſei. Oberbetriebsinſpektor Seyfried aus Baſel
vernahm die Angeklagten am Unglückstage darüber, ob
der Dampf abgeſtellt und gebremſt worden ſei. Der
Hei=
zer Männle gab zu, daß er die dem Betriebsinſpektor
ge=
machte Angabe, die Bremſen hätten nicht gewirkt, mit
dem Lokomotivführer Platten vorher verabredet gehabt
habe. Platten erklärte hierzu, er ſei angeſichts der Opfer
des Unglücks derart beſtürzt geweſen, daß er nicht mehr
gewußt habe, was er ſage. Männle habe ihm erklärt,
er habe den Dampf abgeſtellt und gebremſt und er.
Plat=
ten, habe ihm das auch geglaubt. Im weiteren Verlauf
der Vernehmung wurde dem Angeklagten Platten
vorge=
halten, daß er im Jahre 1903 in Donaueſchingen eine
Maſchine auf eine nicht eingeſtellte Drehſcheibe geführt
und dadurch eine teilweiſe Entgleiſung verurſacht habe.
Das Diſziplinarverfahren beſtätigte zwar den Verdacht
nicht, daß Platten gewohnheitsmäßig trinke, er wurde
aber aus dem Führerdienſt in den Werkſtättendienſt
ver=
ſetzt und erſt im Jahre 1904 zum Güterzugdienſt, 1907 zum
Perſonenzugdienſt und im folgenden Jahre zum
Schnell=
zugsdienſt wieder herangezogen. Der Gutachter
Regie=
rungsrat Fuchs erlärte auf Befragen, derartige kleine
Verfehlungen, wie ſie auf Plattens Konto ſtehen, kämen
ſelbſt beim beſten Perſonal vor.
Kürnach (Algäu), 18. Mai. Eine fünfköpfige
Zigeu=
nerbande ſtahl in einer Wirtſchaft mehrere
Bier=
gläſer. Bei ihrer Verfolgung durch zwei Gendarmen
warfen die Zigeuner ihre Ruckſäcke fort. Die Gendarmen
waren ihnen bereits auf 10 Meter nahe gekommen;
plötz=
lich drehten ſich drei Zigeuner um und feuerten mehrere
Schüſſe auf die Beamten, ohne zu treffen. Nun
ſchoſ=
ſen auch die Gendarmen ſcharf und verwundeten einen
der Zigeuner; doch gelang es der Bande, ſich im Walde
zu verſtecken. Erſt mit Hilfe von Bauern konnte ein
Zigeuner feſtgenommen werden; die übrigen entkamen
auf württembergiſches Gebiet. In den weggeworfenen
Ruckſäcken fand man eine Menge ſcharfer Patronen.
Hannover, 18. Mai. Von den Mitgliedern eines
Geſangvereins die am vergangenen Sonntag an
einem Sängerfeſt im benachbarten Misburg teilnahmen,
ſind 10 Perſonen, Männer und Frauen, unter
Vergif=
tungs=Erſcheinungen ſchwer erkrankt. Die
Er=
krankungen werden zurückgeführt auf den Genuß
ſchad=
haften rohen Fleiſches.
Lichtenſtein=Kallnberg, 17. Mai. Heute morgen
zün=
dete der 77jährige Inſaſſe der Bezirksanſtalt Landgraf
in ſelbſtmörderiſcher Abſicht ſein Bett an. Landgraf
und ſein Schlafgenoſſe Riedel ſind verbrannt.
Breslau, 17. Mai. Vor der zweiten Zivilkammer
des Landgerichts wurde im neuen Kwilecki=
Prozeß verhandelt. Das Gericht hatte dem beklagten
minderjährigen Grafen Joſef Kwilecki einen Pfleger
beſtellt. Auf Beſchwerde des Grafen Zbigniew Kwilecki
hatte das Kammergericht zu Berlin jedoch die
Pfleg=
ſchaft aufgehoben. In der heutigen Verhandlung
er=
klärte der Vorſitzende, für die Zivilkammer des
Bres=
lauer Landgerichts ſei die Entſcheidung des
Kammer=
gerichts nicht bindend, die Zivilkammer halte eine
Ver=
tretung des Grafen Joſef Kwilecki in dieſem Prozeß für
notwendig. Die Sache wurde daher auf unbeſtimmte
Zeit vertagt.
Graudenz, 18. Mai. Wegen der bekannten
polni=
ſchen Wahlkrawalle in Schwetz iſt nunmehr
An=
klage gegen 22 Kundgeber erhoben worden. Die
Ver=
handlung beginnt am 29. Mai vor dem Schwetzer
Schwur=
gericht und wird mehrere Tage dauern.
Innsbruck, 18. Mai. Aus ganz Nordtirol ſind
Nach=
richten von einem Witterungsumſchlag
einge=
troffen. Die Temperatur iſt auf den Nullpunkt gefallen.
In den Bergen iſt Schneefall eingetreten.
Bukareſt, 17. Mai. Der Kurzſchluß einer
elektri=
ſchen Lampe verurſachte in Moreni einen Brand in
einem ergiebigen Erdölbohrloch. Das Feuer
er=
griff das Reſervoir und fünf weitere Bohrlöcher. Nach
langen Bemühungen wurde der Brand zum Stehen
ge=
bracht. Ein Pionierbataillon aus Bukareſt beteiligte ſich
an dem Rettungswerk. Auch der Miniſter des Innern
er=
ſchien am Brandorte. Eine Perſon iſt umgekommen
eine zweite ſchwer verletzt. Der Materialſchaden iſt groß.
London, 18. Mai. Die
Männergeſangver=
eine der hieſigen deutſchen Kolonie gaben
geſtern abend ein Konzert zur Unterſtützung des
Man=
ſion Houſe=Fonds für die Hinterbliebenen der Opfer
der „Titanie‟ Der Lordmayor, der deutſche
Bot=
ſchafter und der deutſche Generalkonſul hatten das
Pro=
tektorat übernommen. Die City=Verwaltung hatte den
großen Bankettſaal der Guildhall zur Verfügung geſtellt.
Die deutſche Kolonie war zahlreich erſchienen. Am Schluß
des Konzerts dankte der Lordmayor in herzlichen
Wor=
ten für dieſe Unterſtützung der Londoner Deutſchen; er
erinnerte an die Worte Kaiſer Wilhelms, die dieſer bei
ſeinem Beſuch in der Guildhall im Sinne des Friedens
geſprochen hat, und ſprach die Hoffnung auf gute Be=
ziehungen zwiſchen den beiden Nationen aus. Die
Ver=
ſammlung brachte dem Lordmayor eine begeiſterte
Ova=
tion dar.
Gibraltar, 17. Mai. Vier deutſche Seeleute,
die geſtern nachmittag auf einen Felſen hinaufſtiegen,
baten die Schildwache um die Erlaubnis, ſich nach einem
beſtimmten Punkt zu begeben. Trotz des Verbots der
Schildwache erklomm einer den Felſen und ſtieg auf einen
Zaun. Alle vier wurden feſtgenommen und heute
dem Richter vorgeführt. Der eine wurde wegen
Ueber=
tretung militäriſcher Vorſchriften zu 5 Pfund
Geld=
ſtrafe oder 1 Monat Haft verurteilt; die anderen
wur=
den freigeſprochen.
Waſhington, 17. Mai. Der Marine=
Staats=
ſekretär Meyer hat auf der Route der
transatlan=
tiſchen Dampfer einen Patrouillendienſt eingerichtet und
den Aufklärungskreuzer „Birmingham” beordert, ſüdlich
von dem Grand Bake zu kreuzen und den Dampfern auf
drahtloſem Wege das Vorhandenſein von
Eis=
bergen mitzuteilen. Die „Birmingham” wird am
Sonntag von Philadelphia in See gehen und in der
Eisregion bleiben, ſo lange der Kohlenvorrat reicht.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
In Beethovens neunter Sinfonie er
hält, ſo ſchreibt man uns, die letzte Darmſtädter Konzert
Saiſon einen Schlußakkord von impoſanter Wirkung.
Die Vermählung von Wort und Ton, wie ſie hier in
einem der größten Meiſterwerke aller Zeiten den höchſten
und genialſten Ausdruck findet, wurde zum
Ausgangs=
punkt der Kunſt Richard Wagners, die in der innigen
Verſchmelzung beider Ausdrucksformen auf dem von
Beethoven beſchrittenen Wege ein unermeßliches Gebiet
muſikdramatiſchen Neulands erſchließen ſollte. Kein
Geringerer war es auch, als Richard Wagner, der, die
gewaltige Bedeutung des Werkes als einer der Erſten
erkennend, im Jahre 1846 allen Zweiflern und
Wider=
ſachern zum Trotz die Aufführung der „Neunten” durch
die Dresdener Hofkapelle durchſetzte und damit einen
beiſpielloſen Erfolg errang. Heute iſt die „Neunte‟
geiſtiger Beſitz der geſamten gebildeten Welt und jede
Wiedergabe liefert den erneuten Beweis ihres vom
Wandel der Zeiten und des Geſchmacks unberührbaren
klaſſiſchen Kunſtwerkes. So wird auch diesmal der nach
dreijähriger Pauſe wieder geplanten Darbietung, die am
Freitag, den 24. Mai, im Saalbau von ſtatten
geht, das lebhafte Intereſſe aller muſikliebenden Kreiſe
entgegengebracht. Die Karten für das Konzert, welches
mit dem Violinkonzert von Brahms beginnt (Soliſt
Herr Hofkonzertmeiſter Guſtav Havemann aus Leipzig)
ſind bei Thies (Schutter) und an der Tageskaſſe
er=
hältlich.
* Konzert des Hans A. Haynſchen
Frauen=
chors. Das heute abend im Kaiſerſaal ſtattfindende
Konzert, deſſen Programm eine mannigfache, feſſelnde
Zuſammenſtellung aufweiſt kann das Intereſſe weiterer
Kreiſe unſeres muſikliebenden Publikums beanſpruchen.
Iſt doch trotz der reichen Fülle der Muſikſaiſon die
Ge=
legenheit, einen Frauenchor zu hören, recht ſelten, und
wird von Vielen freudig begrüßt werden, zumal die
künſtleriſch treffliche Leitung nur Gutes verbürgt. Neben
den ſonſtigen Chordarbietungen ſei beſonders auf die
von Altenhofer komponierte Märchendichtung „Die falſche
Prinzeſſin” für Sopran und Altſolo mit verbindender
Deklamation, ein Werk volkstümlichen Charakters und
auch reizvollen Inhalts, hingewieſen. Herr Hayn ſelbſt,
der Kompoſitionen von Grieg, Wagner zu Gehör bringen
wird iſt in ſeiner Bedeutung hinreichend bekannt und
gewürdigt, während Frl. Supp welcher die Deklamation
obliegt, eine Schülerin des Herrn Baumeiſter iſt, und
der jugendliche Soliſt Horn über ſchöne Mittel verfügt.
Nach alledem ſteht ein genußreicher Abend in Ausſicht.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 18. Mai. Präſident Dr. Kaempf
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten.
Tagesord=
nung: Fortſetzung der
zweiten Leſung des Etats des
Reichs=
kanzlers, Aeußere Politik.
Abg. Dr. David (Soz.): Das Gefühl, daß uns die
anderen Völker in der auswärtigen Politik überlegen
ſind iſt im Volke allgemein verbreitet. Sämtliche
Bot=
ſchafter= und Geſandtenpoſten ſind mit adeligen Herren
beſetzt bis auf ſechs, die in untergeordneten Stellen, wie
in Abeſſinien, Uruguay uſw., ſitzen. Der Fehler beſteht
darin, daß dieſe Männer, die Deutſchland an den
hervor=
ragenden Stellen vertreten ſollen, von einer Stelle
ein=
ſeitig ernannt werden, während das Volk keinerlei
Ein=
fluß darauf hat. Für die Diplomaten müßte eine
beſon=
dere Laufbahn geſchaffen werden mit der Bedingung,
im Konſulatsweſen tätig geweſen zu ſein. Mit dem
Syſtem der Geheimniskrämerei muß gebrochen werden.
Ein Weißbuch iſt lange nicht mehr herausgekommen.
Unſere kurzen Anfragen im Reichstage ſollten dazu
be=
nutzt werden, auch über auswärtige Angelegenheiten
Aus=
kunft zu erhalten. Dadurch kann manchem wilden Gerücht
kurzerhand die Spitze abgebrochen werden. In die
in=
neren Zuſtände Chinas ſollten wir uns nicht einmiſchen;
Aufmerkſamkeit erfordern aber die Vorgänge in der
Mon=
golei, dem künftigen Vaſallenſtaate Rußlands, und in
Perſien. In der Türkei ſcheint unſere Diplomatie Fiasko
gemacht zu haben. Das Vorgehen Italiens in den
türki=
ſchen Gewäſſern ſoll auf einer Verſtändigung mit
Eng=
land beruhen. Die Hauptaufgabe der Zukunft wird die
Entſpannung des Verhältniſſes zu England ſein, das jetzt
den Flottenausbau mit dopelter Kraft fortſetzt. Dieſelbe
liberale Regierung in England, die nach dem Burenkrieg
die Einſchränkung der Rüſtung verſprach, rüſtet heute mit
doppelter Kraft. Dieſe Wendung in England iſt die
Folge der deutſchen Rüſtungen. (Sehr richtig! bei den
Sozialdemokraten.) Neun Zehntel der beiden Völker
wünſchen Verſtändigung. Weshalb ſollte nicht auch mit
Frankreich eine Verſtändigung möglich ſein? Die
Kriegs=
hetze wird von einigen wenigen Geſchäftspatrioten
betrie=
ben, denen das Handwerk zu legen, von allen Parteien
das Möglichſte geſchehen ſollte. Die Vermehrung unſeres
Kolonialbeſitzes läßt ſich durch friedliche Verſtändigung
beſſer erreichen, als durch einen Krieg mit England. Es
ſollte die höchſte Aufgabe jeder Nation ſein, eine
fried=
liche Verſtändigung und einen dauernden Frieden durch
internationale Rechtsſicherheiten herbeizuführen. (
Leb=
hafter Beifall bei den Soz.)
Abg. Dr. Spahn (Zentr.): Wir ſind durch den
Krieg um Tripolis inſofern berührt worden, als durch
die Sperrung der Dardanellen unſer Handel weſentlich
beeintächtigt worden iſt. Eine Auskunft darüber wäre
dringend erwünſcht, wann die Sperre beſeitigt ſein wird
Der Protektoratsvertrag mit Mulay Hafid iſt bereits im
März abgeſchloſſen worden. Die Schwierigkeiten davon
beginnen ſich aber erſt jetzt zu zeigen. Wieweit Deutſch
land davon betroffen wird, läßt ſich noch nicht überſehen
In China haben wir es mit einem Schuldner zu tun,
de=
uns zunächſt Garantien für unſere dort inveſtierten
Ka=
pitalien geben muß, bevor die Anerkennung der Republi
unſererſeits erfolgen kann. Ein gutes Verhältnis mi
England iſt von ganz außerordentlicher Bedeutung. Di
Beſetzung des Londoner Botſchafterpoſtens mit
Freiherr=
von Marſchall begrüßen wir. Die Kundgebung Lor=
Churchills über die engliſche Flottenvermehrung iſt nich
überraſchend gekommen. Aehnlich hat ſich dieſer Miniſte
ſchon früher ausgeſprochen. Der diplomatiſche Dienſt i
reformbedürftig.f Das iſt anerkannt worden.
Abg. Dr. Oertel (konſ.): Dr. David hat in ſeine
ganzen Rede gegen einen Popanz gekämpft, den er ſie
zurecht gemacht hat. Das war die Kriegshetze, der Char
vinismus. Auch bei ſeiner Kritik der Diplomaten he
Dr. David übertrieben. Wenn Dr. David meint, gut=
Anekdotenerzähler ſeien zu Diplomaten beſonders geeit
net, ſo hat er ſich dazu durchaus als befähigt erwieſen
(Heiterkeit.) Aeußerlichkeiten ſind nicht ganz außer Ach
zu laſſen. So wird zum Beiſpiel im Zukunftsſtaat Her=
Dr. Südekum ein beſſerer Diplomat ſein, als der Her=
Kollege Hoffmann vom Abgeordnetenhaus. (Große
He=
terkeit.) Die Konſularſchule wäre nicht unter allen
Un=
ſtänden als einzig mögliche gute Diplomatenſchule vorzu
ſchreiben. Ueber gewiſſe ſchwebende Verhandlungen
wir=
ſtets ein gewiſſes Stillſchweigen gewahrt werden müſſen
Das liegt in der Natur der Sache. Notwendige Aufklär
ungen ſollten möglichſt bald erfolgen. Die Preſſe iſt übe
das Entgegenkommen des Auswärtigen Amtes einiger
maßen zufrieden. Eine gewiſſe Zurückhaltung iſt not
wendig, da wir nicht überall klar ſehen können. Wir kön
nen erwarten, daß der Dreibund erneuert werden wirk
Das erfüllt uns mit Befriedigung, wenngleich wir di=
Bedeutung des Dreibundes aus, nicht überſchätzen. Oeſten
reich=Ungarn, dem wir manches geleiſtet haben, hat ſie
vorübergehend uns gegenüber recht kühl benommen. Wa
Italien anbelangt, ſo iſt dieſe Dame trotz ihrer Extra
touren immer wieder zu ihrem urſprünglichen Tänzer zu
rückgekehrt. Der Dreibund bedeutet eine gewiſſe Garanti
für das europäiſche Gleichgewicht. Sonſtige Ententer
brauchen wir nicht zu fürchten. Im Gegenteil, beid
Ententen neben einander bieten wohl eine Friedensge
währ. Wir ſind geneigt, in ein gutes, korrektes Verhält
nis zu England zu treten. Ein gutes Verhältnis dau
nicht erkauft werden mit dem Preisgeben irgend welche
deutſcher Intereſſen. Wir wollen in keine fremden In
tereſſen eingreifen, ebenſo wenig als wir unſere Inter
eſſen ſtören laſſen wollen. Was wir zu unſerer Rüſtung
brauchen, darüber laſſe man uns allein befinden. Di
Schwierigkeiten aus dem italieniſch=türkiſchen Krieg ha
unſere auswärtige Politik gemeiſtert. Fiasko haben wi
nicht gemacht. Mit Frankreich ſollten wir nach dem Ma
rokkoabkommen in Frieden leben können. Wir haber
gewiß alle Neigung, den Frieden zu wahren. Auskun
möchte ich haben über den angeblichen Ueberfall franzd
ſiſcher und ſpaniſcher Truppen auf eine deutſche Farm
wobei mehrere Deutſche ermordet ſein ſollen. Auf gute
Beziehungen zu Rußland legen wir großen Wert.Di
ruſſiſche Aktion in China zu ſtören haben wir zunächt
keinen Anlaß. Mit allem Nachdruck müſſen wir aufedie
Freilaſſung des Grenzkommiſſars Dreßler dringen, Be
der Linken beſteht wohl ein klein wenig Antipathie gegen
Rußland? (Abg. Ledebour ruft: Haben Sie denn Sym
pathie für Rußland?) Redner: Gewiß habe ich Sym
pathien für alle Regierungen, die ſozialdemokratiſche
und anarchiſtiſchen Bewegungen ſtark entgegentreiſs
(Bravo! und Heiterkeit.) Der Chauvinismus iſtn
Deutſchen ſo fremd, daß wir nicht einmal ein Wortd
für haben. (Heiterkeit. Rufe bei den Soz.: Maulhelsen!
Redner: Die größten Maulhelden ſind die, welche au
den Chauvinismus ſchimpfen! (Große Heiterkeit.)Di
in Erſcheinung getretenen chauviniſtiſchen Beſtrebungen
ſind bedauerliche Ausnahmen. (Sehr richtig!) Iſt völli
ſche Geſinnung, die weltbewußt und weltſicher iſt, dar
unter zu verſtehen, dann wünſche ich dem deutſchen Vol
einen reichlichen Tropfen eines ſolchen Chauvinismus
in ſein Blut. (Bravo!) Wenn der Reichskanzler
Ent=
ſchiedenheit und Kraft zur rechten Zeit in die Tat umſetzt
dann wird er nicht nur die überwiegende Mehrheit des
Hauſes, ſondern auch das geſamte deutſche Volk ſtets
be=
geiſtert hinter ſich haben. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Baſſermann (natl.): Die Auswahl unſerer
Diplomaten iſt reformbedürftig, zumal heute die
Geld=
frage im Vordergrunde ſteht. Die günſtigen
Beziehun=
gen zu Oeſterreich=Ungarn und Rußland erfüllen uns mie
Befriedigung Daß Frankreich in Marokko noch große
Schwierigkeiten zu überſtehen haben werde, haben wir
vorausgeſehen. Aber auch über dieſe Schwierigkeiten
wird es hinwegkommen. Ich frage: Iſt unſere
Han=
delsfreiheit für Marokko ſtets geſichert geweſen und wie
lauten die Berichte über die Unternehmungen der
Deut=
ſchen in Marokko? Die Panzerplattenpatrioten und die
alldeutſche Preſſe haben nicht den Einfluß auf unſere
Rüſtungen, wie Dr. David meint. Die Wehrvorlagen
ſind=
von ſämtlichen bürgerlichen Parteien angenommen
wor=
den, ohne Rückſicht auf dieſe Kreiſe. Eine aggreſive
Po=
litik verfolgen wir mit unſerer Flottenpolitik nicht.
Frei=
herr v. Marſchall hat ſich in Konſtantinopel vorzüglich
bewährt, auch bei Umwandlung des Regimes.
Vorſchuß=
lorbeeren wollen wir aber nicht geben. Das liegt weder
in ſeinem noch in unſerem Intereſſe. Die ſicherſte
Grund=
lage für unſere Politik iſt ein ſtarkes Heer. Dann
for=
dern wir eine ſtarke Flotte zur Verteidigung unſerer
Lan=
desgrenzen und dann die Moderniſierung unſerer
Diplo=
matie. (Beifall.)
Staaatsſekretär v. Kiderlen=Wächter: Den
breiteſten Spielraum in den Ausführungen hat unſer
Verhältnis zu England eingenommen und mit Recht. Der
Abg. Dr. David hat über Geheimnistuerei geklagt. Auch
in der Kommiſſion iſt geſagt worden, man ſolle uns zum
Reden zwingen. Dabei wird immer auf die fremden
Re=
gierungen hingewieſen. Ich möchte da auf eins
aufmerk=
ſam machen. Am ſelben Tage, an dem ich in der
Kom=
miſſon über unſere Beziehungen zu England geantwortet
habe, hat auch der engliſche Premierminiſter auf genau
dieſelbe Frage geantwortet. Unſere Antworten waren
beinahe wörtlich dieſelben. Der Unterſchied lag nicht auf
ſeiten der Regierung, ſondern auf der anderen Seite. In
England war man zufrieden und hat kein Wort mehr
geſagt. Den Schluß mögen die Herren ſelber ziehen!
(Heiterkeit.) Dr. David hat heute über unſere
Beziehun=
gen zu England geſprochen und alle Schuld auf uns
ge=
worfen. Beſonders hat er hervorgehoben, daß wir gegen
die Abſchaffung des Seebeuterrechts geweſen ſeien.
Da=
mag er einmal die Verhandlungen der Haager
Konferenz=
nachleſen. Es iſt dann auf unſere Beziehungen zu
Ruß=
land hingewieſen worden. Hierzu kann ich nur
wieder=
holen, was der Reichskanzler in ſeiner Rede vom
Dezem=
ber vorvorigen Jahres geſagt hat. Hinzuzufügen habe
ich dem nichts. Nun iſt auch wieder auf Perſien hinge=
Nummer 117.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Seite 5.
vieſen worden. Was wir dort aufgeben, ſind meiſt
Sa=
hen, die uns gar nicht gehören. (Heiterkeit.) Wenn wir
ei unſeren Reklamationen immer auf unſere Wehrmacht
zinweiſen wollten, ſo würde das eine Tomahawkpolitik
ein und dieſe würde uns ſchlecht bekommen. Was unſere
Beziehungen zu Italien und zur Türkei betrifft, ſo kann
ch nur wiederholen, daß in der ſchwierigen Lage weder
inſer Verhältnis zu Italien noch zur Türkei gelitten hat.
Ein Fiasko haben wir nicht gemacht. Die Meldungen
darüber brauchten wir nicht zu dementieren. Ich bin
n der erfreulichen Lage, feſtſtellen zu können, daß wir
n der letzten Zeit faſt gar keine Beſchwerden unſerer
Kaufleute in Marokko bekommen haben. Bei dem
Ueber=
all auf die deutſche Farm in Marokko iſt zweifellos ein
lebergriff vorgekommen. Wir haben ſofort bei der
fran=
zöſiſchen Regierung ſehr energiſch Verwahrung
einge=
egt. Wir hoffen, daß die Sache unter allen Umſtänden
zu unſeren Gunſten geregelt werden wird, weil das Recht
iuf unſerer Seite ſteht. Eine gewiſſe Verzögerung
wer=
en Sie angeſichts der großen Entfernung verſtehen.
We=
gen Neu=Kamerun haben wir uns mit Frankreich über
as Zuſammentreten einer Grenzkommiſſion verſtändigt,
die die Grenzfrage beſtens regeln wird. Die Reform
mſerer Diplomatenlaufbahn iſt bereits eingetreten. Man
darf die Ausbildung nicht gar zu ſehr ausdehnen, ſonſt
ind die Bewerber bereits tot, wenn ſie an die Reihe
ommen. (Große Heiterkeit.) Mit der Heranziehung von
inderen Ständen, wie Kaufleuten und Hirtenknaben
(Heiterkeit) muß man doch vorſichtig ſein. Es müſſen
doch notwendigerweiſe ſtudierte Leute ſein, ſchon weil ſie
auch ſtudieren müſſen. Sie direkt von der Schule an in
den Dienſt zu nehmen, geht nicht an. Die vorliegenden
Reſolution bitte ich abzulehnen.
Abg. Hebel (Zentr.) begründet eine Rſeſolution
betr. Regelung der Arbeitsverhältniſſe der
fremdländi=
ſchen Arbeiter. — Staatsſekretär von Kiderlen=
Wächter: Die Sache gehört eigentlich mehr in das
Reſſort des Reichsamt des Innern. Für die
Einzelſtaa=
ten bietet dieſe Frage ſchwierige Probleme. Nach
öffent=
lichem und privatem Recht ſind die ausländiſchen
Ar=
beiter ſchon heute den einheimiſchen gleichgeſtellt, auch in
der Landwirtſchaft und im Bergbau. Ob es möglich
iſt, dieſe Materie auf reichsgeſetzlichem Wege zu regeln,
iſt zweifelhaft. Den in der Reſolution enthaltenen
For=
derungen iſt ſchon heute zum größten Teile entſprochen.
Abg. Ledebour (Soz.): Es iſt bedauerlich, daß die
allgemeine Ausſprache durch derartige Spezialfragen
unterbrochen worden iſt. — Vizepräſident Dove: Die
Feſtſetzung der Rednerliſte iſt Sache des Präſidiums.
Abg. Ledebour (fortfahrend): Der Reſolution
ſtim=
men wir zu. An der einſtimmigen Annahme der
Wehr=
vorlage werden wir nicht achtlos vorübergehen, im
Ge=
genteil, wir haben ſchon immer darauf hingewieſen, daß
wir die einzige Partei ſind, die gegen maßloſe
Ford=
rungen energiſche Oppoſition machen. Es iſt nicht
ver=
wunderlich, daß der Abg. Oertel ſeiner Bewunderung für
die ruſſiſche Regierung Ausdruck gegeben hat. In einem
Falle, wo jeder ſich mit Abſcheu abwenden mußte, wo
in den Lenagruben 580 Menſchen hingeſchlachtet wurden.
Vizepräſident Dove: Es iſt unzuläſſig, in einem
ſol=
chen Tone von einer fremden Regierung zu ſprechen.
Abg. Ledebour (Soz.) fortfahrend: In dieſe Debatte
päßt es wohl hinein. Ich hoffe, die große Empörung,
die ſogar im ruſſiſchen Parlament entſtanden iſt, hat
da=
für Beweis genug abgelegt, daß die abſcheuliche Tat zum
Himmel ſchreft. — Abg. Heckſcher (Foutſchr. Vpt.)
empfiehlt eine gemeinſame, mit dem Abg. Frhr. v.
Richthofen (natl.) beantragte Reſolution, im
nächſt=
jährigen Etat für die Botſchaftsräte, =Sekretäre und
Attachees die Anſtellungsverhältniſſe ſo zu geſtalten, daß
bei der Zulaſſung Schwierigkeiten infolge nicht
ausreichen=
der finanzieller Leiſtungsfähigkeit bei den Bewerbern nicht
mehr zur Abweiſung führen könne. Die Kongoakte iſt
unter dem alten Regime oft verletzt worden; ſeitdem der
Kongoſtaat unter ſtaatlicher Verwaltung ſteht, iſt es
anders geworden. Die belgiſche Regierung bemüht ſich
die alte Geſellſchaft mit ihren Rechten abzulöſen.
Abg. Müller=Meiningen (Fortſchr. Vpt.): Noch
im letzten Jahre ſind durch Amtsorgane Verſtöße gegen
die Kongoakte erfolgt. Eine neue Konferenz zur Löſung
der Kongoakte iſt notwendig. — Abg. Pfeiffer (Ztr.):
Unſere Konſularvertretung iſt in letzter Zeit bedeutend
beſſer geweſen, doch ſind arge Mißſtände erſt dadurch
hervorgerufen, daß die Vertreter gleichzeitig Chefs
aus=
ländiſcher Firmen ſind. Hierdurch werden deutſche
In=
tereſſen, beſonders die der Kaufleute, ſchwer geſchädigt.
— Staatsſekretär v. Kiderlen=Wächter ſagt eine
Unterſuchung der vorgetragenen Beſchwerden zu.
Abg. Kunert (Soz.): Der letzte Botſchafterwechſel
in Konſtantinopel hat uns enorme Unkoſten verurſacht.
Eine Summe von 400000 Mark iſt doch viel zu hoch.
Beſonders die baulichen Veränderungen waren
über=
flüſſig. Die Villa des Botſchafters in Konſtantinopel
iſt gerade paradieſiſch ſchön. — Hiermit iſt der Etat des
Auswärtigen Amts genehmigt und die Tagesordnung
erledigt.
Nächſte Sitzung Montag 1 Uhr. — Konſular= und
Auslieferungsvertrag mit Italien, Ergänzungs= und
Deckungsvorlagen für Heer und Marine, — Schluß
7 Uhr.
* Berlin 18. Mai. In der
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages wurde ein Antrag der
Fortſchrittlichen Volkspartei eingebracht, welcher lautet:
Dem Reichstage iſt der Entwurf des Geſetzes betr. die
Aenderung des Eybſchaftsſteuergeſetzes,
wie er dem Reichstage bereits am 14. Juni 1909 vom
Bundesrat vorgelegt worden iſt, ſo rechtzeitig wieder
vorzulegen, daß er mit dem 1. Januar 1913 in Kraft
treten kann. Ferner iſt zur Frage der Deckungskoſten
für die Verſtärkung von Heer und Flotte ein Antrag
Baſſermann=Erzberger eingegangen, die Kommiſſion
wolle beſchließen, unter Zurückziehung des
Zentrums=
antrages betreffend die Hinausſchiebung der
Ermäßig=
ung der Zuckerſteuer, der nationalliberale Antrag betr.
des Reichsgeſetzes über die allgemeine Beſteuerung des
Beſitzes „Artikel 4 des Geſetzes betr. die Aenderung im
Finanzweſen, der vom 5. Juli 1909 vorgeſehenen
Er=
mäßigung der Zuckerſteuer” tritt 6 Monate nach der
Ein=
führung des Geſetzes, welches eine allgemeine, den
ver=
ſchiedenen Beſitzformen gerecht werdende Beſitzſteuer
vorſchreibt, ſpäteſtens jedoch am 1. Oktober 1916 in Kraft.
Der Geſetzentwurf über die allgemeine Beſteuerung des
Beſitzes iſt dem Reichstage bis 30. April 1913
vorzu=
legen. Der Führer der Nationallibergen empfahl die
Annahme dieſes Antrages. Der Führer der
Fortſchritts=
partei erhob Bedenken gegen dieſen Kompromißantrag,
da nach dieſer Faſſung möglicherweiſe nur der mobile
Beſitz getroffen werden könnte. Zu dem fortſchrittlichen
Antrag wurde ein ſozialdemokratiſcher Zuſatzantrag
ge=
ſtellt, mit dem Zweck, die Erbſchaftsſteuer zu quotifizie=
ren und das Budgetrecht des Reichstages zu erweitern.
Reichsſchatzſekretär Kühn erklärte, er könne die
Zu=
ſtimmung der Verbündeten Regierungen zu einem Teil
des Antrages auf Verlängerung der Zuckerſteuer unter
gewiſſen Vorausſetzungen in Ausſicht ſtellen. Der andere
Teil auf die allgemeine Beſitzbeſteuerung ſei neu, die
Stellung der Verbündeten Regierungen hierzu könne er
noch nicht erklären, die Reichsleitung ſtände dem Antrag
nicht ablehnend gegenüber. Der Kompromißantrag
ver=
diene den Vorzug vor dem fortſchrittlichen, der
ſozial=
demokratiſche Antrag ſei äußerſt bedenklich. Der
Red=
ner der Zentrumspartei erklärte, ſeine Partei gehe auf
die Vorſchläge der Liberalen ein, um auch für die Deckung
der Wehrvorlagen eine große Mehrheit herbeizuführen.
Der Redner der Konſervativen betonte, mit Rückſicht auf
die allgemeine politiſche Lage und aus Entgegenkommen
gegenüber den Parteien, die die Wehrvorlagen bewilligt
hätten, würden ſie dem Antrag zuſtimmen. Bei der
Ab=
ſtimmung über die Deckungsanträge wurde der erſte Satz
des Kompromißantrages Baſſermann=Erzberger mit 14
gegen 8 Stimmen der Sozialdemokraten angenommen.
Der zweite Satz dem Kompromißantrages wurde mit
einer redaktionellen Aenderung mit großer Mehrheit
an=
genommen. Der Zuſatzantrag der Sozialdemokraten, der
lautet, in dem Geſetz iſt voranzuſetzen, daß die
Steuer=
quote alljährlich in dem Geſetz für den
Reichshaushalts=
etat feſtgelegt werde, wird angenommen, da auch ein Teil
des Zentrums dafür ſtimmt. Sodann wird der
freiſin=
nige Antrag mit 15 Stimmen, darunter die des
Mitglie=
des der Wirtſchaftlichen Vereinigung, angenommen.
Da=
mit ſind die Arbeiten der Budgetkommiſſion
erle=
digt.
Der Tod des Königs von Dänemark.
* Kopenhagen 17. Mai. Unter großer
Betei=
ligung fand die Ueberführung der Leiche des
Königs nach der Schloßkirche ſtatt. Um ½12 Uhr
ver=
kündete Salut das Nahen der Königsjacht. Kurz vor
12 Uhr fuhr die Königsjacht „Danebrog”
aber=
mals mit Salut begrüßt, in den Hafen und machte am
Landungsplatz feſt. Die Miniſter, die
Reichstagspräſi=
dien, die Vertreter der Stadt und die Mitglieder des
höchſten Gerichts gingen an Bord und defilierten vor
dem auf ſchwarzbezogenen Katafalk ſtehenden Sarge.
Zwölf hohe Offiziere trugen den Sarg von Bord des
Schiffes zum Leichenwagen. In feierlicher Prozeſſion
bewegte ſich der Zug durch die Hauptſtraßen zur
Schloß=
kirche. Voran ſchritt ein Bataillon Garde, dann folgte
eine Abteilung Matroſen, eine Batterie Artillerie, eine
Eskadron Gardehuſaren und darauf der Leichenwagen,
der von zwölf hohen Offizieren und zwölf Leutnants
flankiert wurde. Hinter dem Leichenwagen wurde das
Leibroß des entſchlafenen Königs geführt. Es folgten
König Chriſtian X. und die übrigen Mitglieder der
Königsfamilie, ſowie das Gefolge. Bei der Ankunft in
der Schloßkirche trugen zwölf hohe Offiziere den Sarg
vom Wagen zum Katafalk. Die Königsfamilie wohnte
einem kurzen Trauergottesdienſte bei und verließ darauf
die Kirche.
* Kopenhagen, 17. Mai. Zur Beiſetzung
des Königs kommen die Kaiſerin=Witwe von Rußland,
die Königin=Witwe von England, der König von
Grie=
chenland, der Herzog und die Herzogin von Cumberland.
Kaiſer Wilhelm iſt durch den
Kronprin=
zen und die Kronprinzeſſin vertreten, der Kaiſer von
Rußland durch den Großfürſten Michael Alexandrowitſch.
Weiter werden erſcheinen der Großherzog von
Mecklen=
burg=Schwerin, Prinz und Prinzeſſin Georg von
Grie=
chenland, der Herzog von Sachſen=Koburg und Gotha,
Friedrich Fürſt zu Wied, der Großherzog von
Mecklen=
burg=Strelitz wird durch den Erbgroßherzog Adolf
Fried=
rich, Herzog Friedrich II. von Anhalt durch den
Ober=
hofmarſchall v. Auer, der Regent von Braunſchweig durch
Frhrn. v. Wangenheim vertreten ſein. Fürſt Adolf zu
Schaumburg=Lippe wird gleichfalls einen Vertreter
ent=
ſenden, auch wird Prinz Arthur von Connaught
erwar=
tet. Der König von England hat angeordnet, daß zwei
Offiziere des engliſchen Regiments, deſſen Chef König
Friedrich geweſen iſt, das Regiment bei der Beiſetzung
vertreten.
Frankreich und Rußland.
* Paris 18. Mai. Auch die heutigen
Morgen=
blätter beſchäftigen ſich eingehend mit dem im Echo de
Paris enthüllten Zwiſchenfall, der, wie mehrfach
hervor=
gehoben wird, in diplomatiſchen und parlamentariſchen
Kreiſen großes Aufſehen hervorgerufen hat. Die
mei=
ſten Blätter üben an den Vorgängen ſcharfe Kritik, heben
dagegen die großen Verdienſte hervor, welche der
Botſchaf=
ter Louis in allen ihm bisher übertragenen Aemtern im
Intereſſe Frankreichs und auch in dem des
franzöſiſch=
ruſſiſchen Bündniſſes ſich erworben habe. — Journal
meint, es ſei klar, daß zwiſchen den politiſchen
Anſchau=
ungen der beiden Regierungen keineswegs der vollſte
Einklang herrſche. Es ſei dringend notwendig, daß bei
der Betätigung des Bündniſſes vollſtes gegenſeitiges
Vertrauen, gegenſeitige Loyalität und eine klare
Auffaſ=
ſung von der Intereſſengemeinſchaft der beiden
Län=
der herrſchen. Um jedoch die Wirkungen des
beklagens=
werten, ſkandalöſen Vorfalles, durch welchen die in dem
franzöſiſch=ruſſiſchen Bündnis eingetretene Kriſe
beleuch=
tet worden ſei, zu verwiſchen, müſſe Botſchafter Louis
eine entſprechende Genugtuung gewährt werden. — Im
Eclair wird von angeblich berufener ruſſiſcher Seite
an=
gedeutet, daß Louis die geheimen Einflüſſe der „
Monte=
negrinerinnen” nämlich der Großfürſtinnen von
Monte=
negro und der Königin von Italien zu wenig berückſichtigt
habe.
H. B. Paris, 18. Mai. Der franzöſiſche
Botſchafter in Petersburg Louis wurde
geſtern vom Miniſterpräſidenten Poincaré empfangen.
Er äußerte ſich einem Vertreter des Echo de Paris
gegen=
über, der den geſtrigen Artikel über ſeine Rückberufung
geſchrieben hatte, wie folgt: Ich bin von dem
Miniſter=
präſidenten in außerordentlich liebenswürdiger Weiſe
empfangen worden und habe mich mit ihm, wie dies alle
drei Monate üblich iſt, über politiſche Fragen unterhalten,
die jetzt auf der Tagesordnung ſtehen. Louis teilte
wei=
ter mit, daß er nächſten Mittwoch wieder nach Petersburg
zurückkehren werde.
* Paris 18. Mai. Dem Temps zufolge iſt es
möglich, daß die geplanten diplomatiſchen
Ver=
änderungen nicht auf die Petersburger Botſchaft
be=
ſchränkt bleiben, ſondern ſich auch noch auf zwei andere
Botſchaften von derſelben Bedeutung erſtrecken werden.
Die Liberté ſpricht ihre Befriedigung über die Rückkehr
Louis nach Petersburg aus und erklärt, die
öffentliche Meinung habe der franzöſiſchen Regierung
die die durch ihre Schwäche hervorgerufene Erregung erſt
ſpät erkannt habe, wieder einmal das Rückgrat geſtärkt.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rhodos, 18. Mai. Die italieniſchen
ruppen, die geſtern hier eingetroffen ſind, ließen
in Pſytkos eine Abteilung zurück, die den Verwundeten
helfen und die von den Türken in den benachbarten
Dörfern verſteckten Waffen und Munition ſammeln,
ſo=
wie die Soldaten in ihre Gewalt bringen ſoll, die ſich
bisher nicht zur Uebergabe eingefunden haben. — Geſtern
abend ſind auf dim Dampfer „Sannio” die erſten
ſieben=
hundert Gefangenen mit 29 Offizieren eingeſchifft
wor=
den, außerdem der Kommandant der auf der Inſel
be=
findlichen Truppen, der Kommandant der Gendarmerie,
eine Abteilung Artillerie, eine Abteilung
Maſchinenge=
wehre und 200 Kiſten Munition. Die italieniſchen
Trup=
pen wurden von der meiſt mohamedaniſchen Bevölkerung
gut aufgenommen.
* Rhodos, 18. Mai. Laut telegraphiſcher
Be=
richtigung beträgt die Zahl der gefangenen
Tür=
ken, die auf dem Dampfer „Sannio” eingeſchifft worden
ſind, nicht 700, ſondern 750.
Zweiter deutſcher Zuverläſſigkeitsflug
am Oberrhein.
* Karlsruhe, 18. Mai. Leutnant Fiſch iſt mit
ſeinem Apparat nach beendeter Reparatur in
Karls=
ruhe per Bahn eingetroffen.
* Frankfurt a. M., 19. Mai. Die im Anſchluß
an den Zweiten Deutſchen Zuverläſſigkeitsflug am
Ober=
rhein 1912 von dem Frankfurter Verein für Luftſchiffahrt,
dem Frankfurter Flugſportklub und dem Frankfurter
Flugtechniſchen Verein veranlaßten
Flugveranſtal=
tungen fanden heute nachmittag auf dem Flugpla
am Rebſtock durch von den Fliegern Schauenburg
und Weyl unternommene Schauflüge ihren Abſchluß.
Das prachtvolle Wetter hatte wiederum viele Tauſende
hinausgelockt, die dem herrlichen Schauſpiel beiwohnten
und die Flieger, die abwechſelnd und gegen Abend
zeit=
weilig gleichzeitig ſich in der Luft befanden, mit lautem
Beifall bei jeder Landung begrüßten.
* Frankfurt a. M., 19. Mai. Zur 5. Etappe
des Deutſchen Zuverläſſigkeitsfluges
am Oberrhein, Frankfurt a. M.-Karlsruhe, ſind heute
morgen aufgeſtiegen Rittmeiſter Graf Wolfskeel um
4 Uhr 29 Min. 20 Sek., Leutnant Mahncke 4 Uhr 30
Min. 54 Sek., Oberleutnant Barends 4 Uhr 34 Min.
53 Sek. und Oberingenieur Hirth 4 Uhr 42 Min. 31
Sekunden.
* Mannheim, 19. Mai. Die Teilnehmer am
Zu=
verläſſigkeitsflug haben Mannheim heute morgen um
½6 Uhr überflogen, zuerſt Hirth, dem wenige
Minu=
ten ſpäter die übrigen Flieger folgten. — Außer der
„Viktoria Luiſe” hat auch die „Schwaben” die
von Baden=Oos aus einen Ausflug unternommen hatte,
um 9 Uhr 45 Min. vormittags die Stadt überflogen.
* Karlsruhe, 19. Mai. Von den Fliegern
lan=
dete als erſter Hirth um 5 Uhr 49 Min. 29. Sek.,
zweiter Barends 6 Uhr 4 Min. 29 Sek., dann
Mahncke um 6 Uhr 13 Min. 49 Sek., und 10 Sekunden
ſpäter Graf Wolfskeel. — Prinz Heinrich mit
Gefolge und die Oberleitung trafen in Automobilen hier
ein. Prinz Heinrich hat für die Dauer des Karlsruher
Aufenthalts in der preußiſchen Geſandtſchaft Wohnung
genommen. — Die Geſamtflugdauer der Flieger
iſt: Graf Wolfskeel von Reichenbach 1 Stunde 44
Minu=
ten 39 Sekunden, Leutnant Mahncke 1 Stunde 42 Min.
55 Sek., Oberleutnant Barends 1 Stunde 29 Min. 36
Sekunden, und Oberingenieur Hirth 1 Stunde 6 Min.
38 Sekunden.
Luftfahrt.
* Frankfurt a. M., 19. Mai. Geſtern abend fand
die offizielle Eröffnungsfeier des neuen
Eulerflug=
platzes ſtatt. Prinz Heinrich von Preußen,
der älteſte Eulerpilot, hielt die Eröffnungsanſprache.
Zu=
gegen waren der Regierungspräſident von Meiſter,
Ober=
bürgermeiſter Dr. Adickes, der Chef des Stabes des 18.
Armeekorps von Hofacker, Landrat des Kreiſes Höchſt Dr.
Klauſer, der Polizeipräſident Rieß v. Scheurnſchloß,
Ge=
heimrat Andreae und Geheimrat Hergeſell, die
Vorſitzen=
den der Frankfurter Flugvereine und 26 Eulerpiloten.
* Frankfurt a. M., 19. Mai. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” ſtieg heute morgen um 6 Uhr zu
einer Rundfahrt auf, die es bis Mannheim führte, das
bald nach 7 Uhr überflogen wurde. Um 8¼ Uhr war es
bereits wieder in Frankfurt und in der Halle geborgen.
* Mannheim, 19. Mai. Das Luftſchiff
Schüt=
te=Lanz” iſt heute morgen um 5 Uhr 27 Min. bei
ſehr guter, wenn auch dunſtiger Witerung
aufgeſtie=
gen. Aufſtieg und Abflug gingen ſehr ſchnell von
ſtat=
ten. Das Luftſchiff bewegte ſich bis 7 Uhr in der Luft
in einer Höhe von etwa 450 Metern und vollführte
ver=
ſchiedene Schleifenfahrten. Kurz nach 7 Uhr erfolgte die
Landung.
Sport.
* Frankfurt a. M., 19. Mai. In der
Zwiſchen=
runde um die deutſche Fußballmeiſterſchaft ſiegte
heute Nachmittag auf dem Platze des „Frankfurter
Fußballvereins” der Karlsruher Fußballverein
mit 3:1 Toren (Halozeit 2:0) gegen die Spiel=
Ver=
einigung Leipzig.
Großherzogliches Hoftheater.
W.l. Die Vorſtellung zum Beſten des Hoftheater= und
Hofmuſik=Penſionsfonds am Freitag war noch beſſer
be=
ſucht, als man im Hinblick auf die ungünſtige Wahl des
Tages gefürchtet hatte, an dem der größte Teil des
Theater beſuchenden Publikums auf den Flugplatz
hinausgewandert war. Die Operette „Prima
Ball=
lerin a” fand auch diesmal wieder eine überaus
bei=
fällige Aufnahme. Viel trug dazu die Mitwirkung des
Frankfurter Gaſtes, Erik Wirl, bei, der den
Huſarenleut=
nant Rudolf von Strehlen ſehr ſchneidig verkörperte flott
ſpielte und die Partie brillant ſang. Auch die übrigen
Künſtler, Frau Speiſer=Suchanek Frl.
Grün=
berg, Herr Jordan Herr Jürgas und Frau
Rudolph zeigten ſich wieder von ihrer beſten Seite.
Herr Speiſer der den Peter zu ſeinen beſten Rollen
zählt, verabſchiedete ſich in dieſer vom hieſigen
Publikum. Obwohl nur drei Jahre unſerer Hofbühne
zugehörig, gehörte er zu deren beliebteſten Mitgliedern.
Er wurde am Schluſſe der Vorſtellung durch Kranz= und
Blumenſpenden und zahlreiche Hervorrufe geehrt.
Gleiche Ehrungen wurden Frl. Grünberg zu Teil,
die ſich am Sonntag in der Rolle der Yvonne in der
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Nummer 117.
Binckeſchen Opereite Grigrl” nach dreſähriger Tätig,
keit an der hieſigen Bühne vom Publikum verabſchiedete.
Sie war beſonders als Operettenſoubrette bei unſerem
Publikum geſchätzt und beliebt.
Eine andere verdienſtvolle Künſtlerin, die ebenfalls
aus dem Verbande unſerer Hofbühne ausſcheidet, aber
keine Gelegenheit hatte, ſich offiziell zu verabſchieden,
wollen wir am Schluſſe der Schauſpielſaiſon nicht
ver=
geſſen. Es iſt Frau Scherbarth. Infolge eines
Schlaganfalls gezwungen, ihrer künſtleriſchen Tätigkeit
zu entſagen, kann ſie äußerer Ehrungen bei ihrem
Rück=
tritt von der Bühne nicht mehr teilhaftig werden. Das
Publikum aber, das ihr in den neun Jahren ihrer
hie=
ſigen, ſehr erfolgreichen künſtleriſchen Tätigkeit ſeine
Gunſt in hohem Grade bewieſen hat, wird ſie in gutem
Andenken behalten. Wir wünſchen der hochgeſchätzten
Künſtlerin, die ſich ſtets als eine vornehme Vertreterin
ihrer Kunſt bewährt hat, daß ſie ihre volle Geſundheit
wieder erlangen möge!
Darmſtadt, 20. Mai.
* Die Feier des Geburtstages des Kaiſers von
Rußland, der geſtern war, iſt in dieſem Jahre wegen
des Ablebens des Königs von Dänemark ausgefallen.
Es fand weder der übliche Gottesdienſt in der ruſſiſchen
Kapelle, noch eine Feier auf der ruſſiſchen
Geſand=
ſchaft ſtatt.
— Schulreform und Landerziehungsheim. Auf
Ver=
anlaſſung der Freien Studentenſchaft hielt
am Samstag abend im „Kaiſerſaal” Herr Dr. L ie tz=
Haubinda (Thüringen) vor einer zahlreichen
Zuhörer=
ſchaft einen hochintereſſanten Vortrag über „
Schul=
reform und Landerziehungsheim” In ſeiner Einleitung
wies der Redner zunächſt auf die ſegensreichen Erfolge
der Freien Studentenſchaft durch die
Arbeiterunterrichts=
kurſe und die Tätigkeit der „Wandervögel” und Jung=
Deutſchland hin, durch deren Arbeit es vorwärts auf dem
Gebiet der Jugenderziehung gehe. Die heutige Schule
entſpreche nicht mehr den ſozialen und nationalen
An=
forderungen an Deutſchlands Jugend. Die Trennung der
Schüler in den erſten Schuljahren in ſogenannte
Klaſſen=
ſchulen bilde eine Kluft für die verſchiedenen Stämme
und hemme die Heranbildung unſerer Jugend. Die
Be=
ſeitigung dieſer Zerklüftung und Gegenſätze in unſerem
Volksſchulweſen werde nur durch Errichtung einer
allge=
meinen Volksſchule, der „Nationalſchule” erreicht. Dank
der Bewegung der deutſchen Volksſchullehrer wurden auf
dem Gebiete der Jugenderziehung ſchon ſeit Jahren
große Erfolge erzielt. Redner beſpricht ſodann eingehend
die Ausbildung der Schüler an den Höheren Schulen,
ins=
beſondere deren Ueberlaſtung mit fremdſprachlichem
Un=
terricht. Dringend fordert er die Beſeitigung der alten
Sprachen und Einführung national=wichtiger
Lehrgegen=
ſtände. In den Gymnaſien ſeien für Sprachlehre 140
Stunden, für alle anderen Fächer 132 Stunden feſtgeſetzt.
Die für das nationale Leben wichtigſten Fächer wie
deutſche Geſchichte, Mutterſprache, Erdkunde und
ſozial=
wſſenſchaftliche Gebiete ſeien faſt vollſtändig unterdrückt.
Dadurch ſei auch das nationale Leben in Deutſchland in
Rückſtand gekommen. Eine vollſtändige Reform unſeres
geſamten Schulweſens, insbeſondere die Art und Weiſe
des Unterrichts, ſei anzuſtreben. Auf die Individualität
des einzelnen Schülers ſei mehr als bisher Rückſicht zu
nehmen. Der Lehrer müſſe ſich ausdauernder ſeinen
Schülern widmen und ihnen ein Freund und Berater
ſein. Die Schule ſoll nicht um ihrer ſelbſt willen beſtehen
und eine unvermeidliche Stufe zum Beruf bilden. Sie
ſoll der Jugend nicht Wiſſen eintrichtern, ſondern den
Jüngling zum Leben reif machen. Die neue Schule ſoll
mehr als ſeither eine deutſche, eine „Nationalſchule” ſein.
Beſeitigung der alten Sprachen, Einführung in die
Mut=
terſprache und in Natur= und Erdkunde und
Sozialwiſ=
ſenſchaft und ein ſelbſtändiges Arbeiten der Schüler, das
ſeien dringende Forderungen unſerer heutigen Zeit, und
ſie ſollten auch die Ziele der neuen Nationalſchule bilden.
Eingehend berichtete der Vortragende noch über ſeine
Er=
folge in den von ihm gegründeten Landerziehungsheimen
Haubinda (Thüringen), Ilſenburg (Harz) und
Bieber=
ſtein (Rhön), in welchen er mit ſeinen Reformen
glän=
zende Reſultate erzielen konnte. Reicher Beifall lohnte
den Redner, dem auch der Dank der Freien
Studenten=
ſchaft ausgeſprochen wurde.
Ehrenabend der Freiwilligen Feuerwehr
Darm=
ſtadt. Aus Anlaß des 50jährigen Dienſtjubiläums des
Herrn Oberbrandmeiſter Vogel und des 40jährigen
Jubiläums des Brandmeiſters L. Müller und des
Steigerführers Jak. Bauſcher verſammelte ſich am
Samstag abend die Freiwillige Feuerwehr Darmſtadt im
Fürſtenſaal um dieſen Ehrentag in feſtlicher Weiſe zu
be=
gehen. Zahlreiche Ehrengäſte und Vertreter des Großh.
Kreisamts, Herr Regierungsrat von Werner, ſowie die
Herren Regierungsrat Dr. Gennes und Polizeiamtmann
von Lautenſchläger vom Großh. Polizeiamt und
Beige=
ordneter Ekert als Vertreter der Großh. Bürgermeiſterei
hatten ſich zu dieſer ſchönen und erhebenden Feier
einge=
funden. Ein von dem Feuerwehr=Sängerchor
vorge=
tragenes Lied Gott grüße Euch” leitete die Feſtfeier ein
worauf der Komandant der Feuerwehr, Branddirektor
Fiſcher die zahlreichen Ehrengäfte und die Mannſchaft in
herzlichen Worten begrüßte. In trefflichen Worten
be=
leuchtete er das ſtete Wohlwollen der Behörden für die
Erhöhung der Schlagfertigkeit des Korps und hob ganz
beſonders das gute Einvernehmen der Behörden und der
Feuerwehr in allen Feuerſchutzfragen hervor, wofür er den
anweſenden Vertretern beſte Dankesworte widmete.
Namens des Großh. Polizeiamtes begrüßte hierauf Herr
Regierungsrat Dr. Gennes, die drei Jubilare und ehrte
ſie mit zu Herzen gehenden Worten, in dem er deren
Pflichttreue im Dienſte der Menſchheit und Nächſtenliebe
ganz beſonders hervorhob. Hohe Worte der Anerkennung
widmete er denſelben für ihre langjährigen der Feuewehr
* Darmſtadt geleiſteten Dienſte. Im Auftrag Sr. Kgl.
Hoheit des Großherzogs überreichte er Herrn
Oberbrand=
meiſter Vogel für 50jährige treue Dienſte bei der
Feuer=
wehr das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Ordens Philipps des
Großmütigen und dem Brandmeiſter L. Müller und
Steigmannſchaftsführer Jakob Bauſcher für 40jährige
Dienſtzeit das ſilberne Kreuz desſelben Ordens und
brachte auf die drei Jubilare ein dreifaches „Gut Wehr”
aus, das brauſenden Widerhall fand. Namens des
ge=
ſamten Korps wurden den Jubilaren durch die Zugführer
noch wertvolle Geſchenke überreicht und denſelben mit echt
kameradſchaftlichen Worten Dank und Anerkennung für
ihre treue und gute Kameradſchaft ausgeſprochen.
Ver=
ſchönt wurde der Ehrenabend durch künſtleriſche
Dar=
bietungen der Kapelle Hauske und Soli und gemeinſame
Lieder und erſt in ſpäter Stunde fand die ſchön verlaufene
Feier mit dem Bewußtſein der Teilnehmer ihr Ende drei
wackere und verdienſtvolle Feuerwehrleute in würdiger
Weiſe geehrt zu haben.
ch. Odenwaldklub, Ortsaruppe Darmſtadt.
Geſtern verſammelte die hieſige Ortsgruppe ihre Mit=
glieder früh morgens am Botaniſchen Garten zur
Wanderung nach Groß=Umſtadt, woſelbſt die
Haupt=
verſammlung des Geſamtklubs abgehalten wurde.
Unter Führung der Herren Bergmann und Wetzſtein
ging es durch herrliche Waldpfade nach Roßdorf. Dort
wurde im „Darmſtädter Hof” Frühſtücksraſt gehalten.
Ueber Groß=Zimmern, Klein=Zimmern und Semd gelangte
man dann um 11.30 Uhr nach Groß=Umſtadt, das reichen
Flaggenſchmuck angelegt hatte. Die Hauptverſammlung
tagte unter dem Vorſitz des Herrn Oberbürgermeiſter
Köhler von Worms in der Turnhalle der Realſchule.
Das Mittagsmahl nahm die Ortsgruppe im Gaſthaus
„Zum Lamm” ein. Später vereinigte man ſich in den
Gartenwirtſchaften „Ohlſcher Berg” und Rothſcher Keller”.
woſelbſt Doppelkonzerte ſtattfanden. Die Tour war von
ſchönſtem Wetter begleitet. Auch Familienangehörige
hatten ſich dieſes Mal den Wandersleuten angeſchloſſen.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 18. Mai. Die Norddeutſche
Allge=
meine Zeitung ſchreibt: In der geſtrigen Sitzung
des Reichstags ſpielte ſich ein Vorgang ab, der aus
dem gewöhnlichen parlamentariſchen Rahmen herausfiel
und der, wie mehrere Zeitungsberichte ergeben, nicht
über=
all richtig dargeſtellt wird. Wir ſtellen daher den
tat=
ſächlichen Verlauf feſt. Der Abgeordnete
Scheide=
mann, erſter Redner zum Etat des Reichskanzlers, kam
in ſeinen Ausführungen, die von Anfang an von
ungehö=
rigen Wendungen ſtrotzten und mehrfach vom
Präſiden=
ten gerügt wurden, auf die Straßburger Aeußerungen
des Kaiſers zu ſprechen und gebrauchte Schmähungen
ge=
gen Preußen, die ſelbſt aus dem Munde eines
Sozial=
demokraten im Reichstag bisher unerhört waren.
An=
ſtatt des von einem großen Teile des Hauſes erwarteten
Ordnungsrufes mahnte der Präſident nur zur
Mä=
ßigung, und ſo ſah ſich der Reichskanzler mit den
Vertretern des Bundesrats veranlaßt, den Saal zu
ver=
laſſen. Nachdem Scheidemann ſeine Rede beendet hatte,
erteilte ihm der Präſident für ſeine Beſchimpfungen nicht
einen Ordnungsruf, ſondern beſchränkte ſich auf die
hypo=
thetiſche Form der Zurechtweiſung. Nach genauer
Durch=
ſicht des Stenogramms überzeugte ſich der Präſident, daß
eine Stelle der Scheidemannſchen Rede Ausdrücke
ent=
hielt, die Preußen aufs ſchwerſte beleidigten, und ſprach
nachträglich den Ordnungsruf aus. Danach kehrten
die Mitglieder des Bundesrats und der
Reichskanz=
ler zurück. Das Verlaſſen des Saales war allgemein
als die ſchärfſte Form des Proteſtes gegen die
unqualifi=
zierbare Ausſchreitung aufgefaßt worden. Die
bürger=
lichen Parteien gaben ihre Uebereinſtimmung mit dem
Reichskanzler durch den ſtarken Beifall kund, mit dem ſie
die Kanzlerrede unterſtrichen.
* Berlin, 18. Mai. Die
Geſchäftsordnungs=
kommiſſion des Abgeorſnetenhauſes
be=
ſchloß, gegen die Stimmen der Freiſinnigen dem Plenum
zu empfehlen, die Genehmigung zur ſtrafrechtlichen
Verfolgung des verantwortlichen Redakteurs des
Vorwärts Wachs, wegen Beleidigung des
Abgeordneten=
hauſes durch den im April 1912 im Vorwärts
erſchiene=
nen Artikels zu erteilen; desgleichen beſchloß ſie, die
Ein=
leitung des Ermittelungsverfahrens gegen die
Abgeord=
neten Borchardt und Leinert zu genehmigen.
* Berlin, 18. Mai. Die Kriminalpolizei
nahm den Kieler Torpedobootsmatroſen Lilienthal
feſt. Er iſt ſeit mehreren Monaten fahnenflüchtig und
hat mehrere ſchwere Einbrüche begangen. Der
Verhaf=
tete wird nach Kiel übergeführt.
*Cronberg i. T., 19. Mai. Der Kaiſer und die
Kaiſerin und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe waren
heute nachmittag um 5 Uhr im Automobil von
Hom=
burg kommend hier eingetroffen, um das Prinzenpaar
Friedrich Karl von Heſſen zu beſuchen. In der
Be=
gleitung befanden ſich Gräfin Keller, Oberſtallmeiſter
Frhr. v. Reiſchach, Generaloberſt von Scholl,
Ober=
leutnant von Muting und Baron von Holzing. Nach
dem Tee fuhren die Herrſchaften nach Homburg zurück.
* Homburg v. d. Höhe, 19. Mai. Der 24 Jahre
alte Weißbinder Becker kam heure früh bei
Anſtreicher=
arbeiten im Elektrizitätswerk zu Oberurſel der elektriſchen
Leitung zu nahe und wurde ſofort getötet.
* Straßburg, 18. Mai. Der Straßburger Poſt
zu=
folge hat der kaiſerliche Statthalter gegen die
Rheiniſch=Weſtfäliſche Zeitung
Beleidigungs=
klage erhoben wegen einem Artikel, in dem im
Zu=
ſammenhang mit dem Fall Grafenſtaden von einem
„pflichtvergeſſenen Regime” des Grafen Wedel die Rede
war.
* Straßburg, 18. Mai. Die Straßburger Poſt
mel=
det: Der Ausſtand in der Rheinſchiffahrt
der ſich auf einzelne Kohlenreedereien beſchränkt hat, iſt
bereits am Erlöſchen. Der Schleppverkehr über
Straß=
burg und auch die allgemeine Güterverladung von und
nach Straßburg, haben die ganze Zeit hier keine
Stör=
ung erlitten.
* München, 18. Mai. Die feierliche Eröffnung
der bayeriſchen Landesgewerbeſchau 1912
fand heute in Gegenwart des Prinzen Ludwig als
Ver=
treter des Prinzregenten und einer überaus glänzenden
Feſtverſammlung ſtatt. Oberbürgermeiſter Dr. von
Borſcht hielt die Feſtrede, in der er darauf hinwies,
daß in der bayeriſchen Gewerbeſchau der Nachweis
ge=
führt werden ſolle, daß alles, was an Menſchenwerk in
die Erſcheinung trete, auch dem mit Glücksgütern
nicht Geſegneten in einem echten, zweckmäßigen, und
künſt=
leriſchen Gewand dauerhaft und preiswert dargeboten
werden kann. Er ſchloß mit einem Hoch auf den
Pro=
tektor der Gewerbeſchau, den Prinzregenten Luitpold
von Bayern. Sodann erklärte Prinz Ludwia im Namen
des Prinzregenten die Ausſtellung für eröffnet. Nach
einer Huldigung von den 48 ſchönſten Mädchen aus allen
Kreiſen Bayerns erfolgte ein Rundgang durch die
Aus=
ſtellung, die ein wohlgelungenes Bild bayeriſchen Fleißes
in allen Arten des Handwerks und des Kunſthandwerks
biete. Nachmittags findet im Ausſtellungspark ein
Feſt=
mahl ſtatt.
* Garmiſch, 18. Mai. Drei Herren aus München,
der Einjährige Hermann v. Tucher Student W.
v. Tucher und Rechtspraktikant Ehrentraudt,
unternahmen Donnerstag früh eine Tour auf den
kleinen Waxenſtein. Als ſie geſtern nicht zurückgekehrt
waren, wurden ſeitens der Rettungsſtelle Garmiſch
mehrere Expeditionen ausgeſandt, welche die Leichen am
Einſtieg zum kleinen Waxenſtein auffanden. Wie ſich
aus den an den Leichen erſichtlichen Verwundungen
ergab, ſind die drei abgeſtürzt und nicht, wie es in
verſchiedenen Blättern hieß, erfroren. Wie ſich der
Ab=
ſturz ereignete, iſt vollſtändig unbekannt. Morgen
werden die Leichen nach Garmiſch gebracht.
* Braunſchweig, 18. Mai. Der Berliner
Lokal=
anzeiger meldet: Im Orte Harveſſe wurden heute
mor=
gen zwei polniſche Arbeiterinnen tot im Bette
auf=
gefunden. Der Tod iſt durch Vergiftung erfolgt.
Zwei weitere Arbeiterinnen liegen an
Vergiftungs=
erſcheinungen ſchwer krank danieder.
*Sagan, 18. Mai. Während des geſtrigen Schießens
des 53. Feldartillerie=Regiments aus Bromberg wurden
auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer durch einen
offenbar zu früh losgegangenen Geſchützſchuß der zweiten
Batterie vier Pferde getroffen. Drei warer
ſofort tot, das vierte mußte getötet werden. Drei
Kanoniere wurden ebenfalls leicht verletzt.
* Hamburg, 18. Mai. Der Kaiſer wird zum
Stapellauf des Dampfers „Imperator”an
23. Mai, vormittags zwiſchen 8½ —8¾ Uhr, mit großen
Gefolge am Dammtorbahnhof eintreffen und von den
Bürgermeiſtern Burchard und Schröder empfangen
wer=
den. Die Bürgermeiſter werden den Kaiſer nach der
St. Pauli=Landungsbrücken geleiten, von wo aus die
Fahrt nach der Vulcanwerft um 9 Uhr angetreten wird
Bürgermeiſter Burchard wird die Taufrede halten, der
Kaiſer die Taufe des Schiffes vollziehen
Nach dem Stapellauf, gegen 10 Uhr, begibt ſich der
Kaiſer von den St. Pauli=Landungsbrücken zur
preußi=
ſchen Geſandtſchaft. Um 12 Uhr wird der Kaiſer in
Hauſe des Bürgermeiſters Burchard das Frühſtück
ein=
nehmen. Soweit bekannt, gedenkt der Kaiſer etwa um
2½ Uhr nachmittags vom Dammtorbahnhof weiterzu
reiſen. An dem Stapellauf und dem Frühſtück bei
Bür=
germeiſter Burchard wird auch Herzog Albrecht von
Württemberg teilnehmen.
* Stettin, 19. Mai. Heute vormittag entwich
aus=
dem Gerichtsgefängnis der kürzlich aus
Amerika=
übergeführte Raubmörder Ehrke, nachdem er einen
Gefängniswärter den Säbel entriſſen und ihn damit
niedergeſchlagen hatte. Der Gefängniswärter ſchlug
Alarm und es entſpann ſich unter Beteiligung zahlreichen
Poliziſten und einer großen Menſchenmenge eine wilde
Jagd hinter dem Mörder, der ſich auf das Dach eines
Hauſes flüchtete. Es gelang den Flüchtling zu ergreifen
und gefeſſelt ins Gerichtsgefängnis zurückzubringen.
* Breslau, 19. Mai. Der Kaiſer erkundigte ſich
wie die „Schleſiſche Volkszeitung” meldet, in einem herz
lichen Telegramm nach dem Befinden des Fürſtbiſchofs
Dr. Kopp. Auch vom Kronprinzen und einer
Reihe anderer deutſcher Fürſtlichkeiten ſind Telegramme
eingegangen.
* Breslau, 19. Mai. Ueber das Befinden des
Fürſtbiſchofs D. Kopp wurde heute vormittag laut
„Schleſiſcher Volkszeitung” folgendes Bulletin
aus=
gegeben: Bei langſam fortſchreitender Beſſerung des
Lokalbefundes macht ſich die Rückwirkung der längeren
Krankheitsdauer auf das Allgemeinbefinden etwas mehl
bemerkbar, jedoch nicht in beſonders beunruhigender Weiſe,
* Wien, 19. Mai. Das Militärverordnungsblatt gibt
bekannt: Der Kaiſer hat den Erzherzog Franz Sal
vator auf deſſen Bitte unter Anerkennung ſeines ſtets
dienſtfreudigen Wirkens von dem Poſten als
Komman=
dant der Wiener Kavallerie=Diviſion enthoben und in den
Stand der überzähligen Generäle ohne Fortbezug
wei=
terer Gebühren verſetzt.
* Wien, 19. Mai. Laut Blättermeldungen beſchlaſſen
die Chauffeure der Lohnautomobile in den
Aus=
ſtand zu treten.
* Paris, 19. Mai. Ueber das Eiſenbahnuns
unglück bei Pont Marcadet wird
amtlichhe=
kanntgegeben: Drei Wagen des Zuges 31 wurden von
der Lokomotive des Zuges 434 zermalmt. Von den
Rei=
ſenden in dieſen Wagen wurden 11, darunter 3
Militäl=
perſonen, getötet und 39 verwundet
* Konſtantinopel, 18. Mai. Botſchafter vi
Marſchall iſt hier eingetroffen.
* Newport=News (Virginia), 18. Mai. Der U
dreadnought „Texas” iſt heute vom Stapel gelaufe
Es dürfte das größte und ſtärkſte Kriegsſchiff
der Welt ſein. Seine Waſſerverdrängung beträgt mitt
der geſamten Ausrüſtung 28 367 Tonnen, die Länge 5730
Fuß und die Schnelligkeit 21 Knoten.
H. B. Berlin, 18. Mai. Nach der Militär=Politiſchen
Korreſpondenz verlautet, daß der Kaiſer aus Anlaß der
Annahme der Heeres= und Flotten=Vors
lage eine ganze Reihe von Auszeichnungen
ver=
leihen wolle. Der Reichskanzleu von Bethmann
Holl=
weg und angeblich auch der Großadmiral von Tirpitz
ſollen in den Grafenſtand erhoben werden. General der
Infanterie von Heeringen werde den hohen Orden vom
Schwarzen Adler erhalten. Im preußiſchen
Kriegs=
miniſterium ſollen mehrere bürgerliche Offiziere geadelt
werden und an andere und an Offiziere des
Reichs=
marineamts würden hohe Ordensverleihungen erfolgen.
— Homburg, 18. Mai. Der Kaiſer machte geſtern
morgen mit Gefolge einen Spaziergang durch die Stadt,
ſpäter hörte er den Vortrag des Kriegsminiſters v.
Hee=
ringen und empfing den Geſandten v. Reichenau.
Prin=
zeſſin Viktoria Luiſe machte geſtern vormittag
ver=
ſchiedene Einkäufe in der Stadt. Gegen 1 Uhr fand
Fa=
milientafel ſtatt, an der Prinz Heinrich von Preußen
und Prinz und Prinzeſſin Friedrich Karl von
Heſſen teilnahmen. Zu gleicher Zeit war auch
Mar=
ſchalltafel, zu der der Kriegsminiſter v. Heeringen und
der Geſandte v. Reichenau geladen waren. Gegen halb 6
Uhr unternahm die Kaiſerin mit Prinzeſſin Viktoria
Luiſe im offenen Zweiſpänner, den die Prinzeſſin ſelbſt
führte, eine längere Spazierfahrt, während der Kaiſer mit
Gefolge auf einem Spazierritt den Hardtwald aufſuchte.
Die Abreiſe des Kaiſers zum Stapellauf des
Dampfers „Imperator” erfolgt Mittwoch, den 22. Mai,
nach Hamburg, auch werden die Kaiſerin, die Prinzen
und das Gefolge am 22. Mai nach Berlin ins Neue
Pa=
lais überſiedeln, alſo nicht, wie angenommen wurde, bis
zum 15. Juni hier bleiben.
— Wien, 18. Mai. Heute nachmittag um 4 Uhr
wurde die Internationale Flugausſtellung in
feier=
licher Weiſe eröffnet. Die Eröffnung vollzog in
Ver=
tretung des auf einer Dienſtreiſe befindlichen Protektors,
Erzherzog Leopold Salvator, der erſte Ehrenpräſident
des Flugtechniſchen Vereins, Fürſt Dietrichſtein. Der
Feier wohnten auch zahlreiche Fürſtlichkeiten und viel
elegantes Publikum bei.
Dhe Satt
Nivea-Seife: 50 Pf. — Niven-Creme in Doset
zu 10, 20 Pf. u. 1.00 M., in Tuben zu 40 u. 75 Pf.
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Die neueſte Grammophon=Nadel „Fiber”.
Das Anſehen, deſſen ſich die Grammophonplatten zu
rfreuen hatten, wird zweifellos wachſen durch den
Ge=
rauch der neueſten Grammophonnadel „Fiber” Wer
ie gebraucht, wird ſtaunen über den weicheren Ton, den
je mit ſich bringt. Weitere Vorzüge der Nadel ſind,
haß alle ſtörende Nebengeräuſche beſeitigt werden, und
zaß die Spieldauer und Brauchbarkeit der Platte ſchier
inbegrenzt iſt. Gerade die Platte wird durch die
Be=
utzung oft beſſer als vorher. Zum Gebrauch der Nadel
nuß die Schalldoſe geändert werden, indem der
bis=
zerige Nadelhalter gegen einen neuen mit dreieckigem
Nadelloch ausgewechſelt wird. Um die Einführung der
Hrammophon= Fibernadel zu erleichtern, werden die
Nadelhalter ausgewechſelt und die alten Schalldoſen
ungenommen. Die abgeänderte Schalldoſe kann dann
tanz nach Belieben für die Stahlnadel ſowohl, wie
auch für die Fibernadel benutzt werden. Die
Fiber=
nadeln können endlich noch 8—10 mal mit dem
Gram=
nophon=Fibernadel=Spitzer neu zugeſpitzt werden. Die
Radeln ſind zu haben in der ofiziellen Verkaufsſtelle
der D. G. A. Berlin. K. Jäger, Georgenſtraße 11.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912,
Freireligiöſe Gemeinde Barmſtadt.
Todes=Anzeige.
Geſtern vormittag verſchied nach ſchwerem
Leiden der Vorſitzende unſerer Gemeinde
Herr Fr. Adolf Ludwig.
Wir verlieren in dem Verſtorbenen einen
langjährigen treuen Förderer der freireligiöſen
Sache.
(11495
Darmſtadt, den 18. Mai 1912.
Der Vorſtand.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag
5 Uhr, vom Sterbehauſe Neckarſtr. 16 aus, ſtatt.
Seite 7.
Todes=Anzeige.
Schmerzerfüllt machen wir Freunden und
Bekannten die überaus traurige Mitteilung,
daß heute nacht unſer liebes einziges Kind.
Enkel und Neffe
(11466
Willy
Quartaner der Oberrealsehule
nach fünftägigem, ſchwerem Leiden ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Leonh, Klenk,
Obergaſſe 12,
Gaſthaus „Zur Ludwigshalle‟.
Darmſtadt, den 18. Mai 1912.
Die Beerdigung findet am Montag, den 20. Mai,
nachmittags ½4 Uhr, vom ſtädtiſchen
Kranken=
haus aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute morgen ¾8 Uhr entſchlief ſanft
nach kurzem Leiden unſere liebe, unvergeßliche
Mutter, Schwägerin und Tante
(11510
Frau Auauste Becker
geb. Göller
im 39. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ewald Becker nebſt Kindern.
Darmſtadt, 19. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Mai,
nachmittags 4½ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Geſtern verſchied nach ſchwerem Leiden
unſer lieber Gatte und Vater
Fr. Adolf Ludwig
im 64. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten (11507
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt (Neckarſtr. 16), 18. Mai 1912.
Die Beerdigung findet am Montag, den 20. d. M.,
nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehauſe aus ſtatt.
Danksagung.
Für die Beweise herzlicher
Teil-
nähme bei dem Verluste unseres
lieben Kindes sagen innigen Dank.
Wilh. Falter & Frau.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Friedrich Adolf Ludwig Monteur,
findet am Montag, den 20. ds. Mts,
nach=
mittags 5 Uhr, vom Sterbehauſe Neckarſtr. 16
aus, ſtatt.
(11508
Wir erſuchen die Kameraden von
Acker=
mann bis Dußmann, ſowie des 4. Bezirks,
ſich dort zu verſammeln.
Der Vorſtand.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß heute vormittag mein
lieber Gatte, unſer Vater, Sohn und Schwager
Geeig Helhrien Tautann
nach längerem Leiden ſanft dem Herrn
ent=
ſchlafen iſt.
(11509
Darmſtadt, den 19. Mai 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Trautmann, geb. Kiefer
nebſt Kindern,
Familie Friedrich Trautmann.
Mercks Kolonie 29.
Die Beerdigung findet am Dienstag, 21. Mai,
nachmittags 5½ Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Groß=
mutter, Schwiegermutter, Schweſter und Tante
ſagen wir allen, beſonders Herrn Pfarrer Waitz
für die troſtreichen Worte am Grabe ſowie den
Schweſtern der Martinsgemeinde für die
liebe=
volle Pflege, unſeren herzlichen Dank. (11505
Darmſtadt, den 20. Mai 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Diez und Geschwister.
(von ganz heller Farbe) der weltbekannte Pfingſttrunk iſt eingetroffen.
Versand in Flaschen.
Viktoriastr. 58
Telephon 129
Tageskalender.
Konzert des Hans A. Haynſchen Frauenchors um
8 Uhr im „Kaiſerſaal”.
Vortrag von Kurt Roſenbaum um 8½ Uhr im Hotel
Heß (Zioniſtiſche Ortsgruppe Darmſtadt).
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8½ Uhr
im „Darmſtädter Hof”.
Monatsverſammlung des Geflügel=Zuchtvereins
„Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt Pfungſtadt”.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und „Perkeo” um
8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe (
ge=
öffnet von 10—6 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtr. 23): Zum
Thronwechſel in Dänemark; der nationalliberale
Par=
teitag in Berlin; die ſozialdemokratiſche Fraktion des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes; von den engliſchen
Flottenmanövern vor König Georg.
Druic und Berlage z. g. Pilichſche Soluchunſtret.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblattst zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
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Einladung zur Hauptverſammlung
des
Vereins für Verbreitung von Volksbildung Darmſtadt
am Dienstag, den 21. Mai, abends 8¼ Uhr,
im Fürſtenſaal (Grafenſtraße).
Tages=Ordnung: 1. Anſprache des Vorſitzenden. 2. Tätie
keitsbericht. 3. Rechnungsablage. 4. Voranſchlag. 5.
Vorſtandswai=
für drei ausſcheidende Mitglieder. 6. Mitteilungen.
(11485
Der Vorstand.
Vortra‟
Montag, den 20. d. Mts., spricht
Herr Kurt Rosenbaum, Berlin
im Saale des Hotel Hess ½9 Uhr abends
über
Die Juden der Gegenwart
Wir laden hierzu höflichst ein.
(1150s
Zionistische Ortsgruppe Darmstadt.
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AB 11 UHR NAchTS FRlScHEs WiENER GULAScH.
Kurſe vom 18. Mai 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
3f.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,10
80,80
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
90,20
3½ do. Conſols
80,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
3½
92,80
do.
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,80
89,10
3½
do.
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,90
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
*89,00
do.
3½
78,10
3
do.
79,75
3 Sächſiſche Rente .
4 Württemberger. v. 1907 100,70
95,00
3½
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,60
1¾/ Griechen v. 1887 . . 54,80
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 92,50
4 do. Goldrente . . . 96,50
4 do. einheitl. Rente 89,30
3 Portug, unif. Serie I 64,70
3 do. unif. Ser. III 67,50
3 do. Spezial . . . .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,10
4 do. v. 1890 . . 94,90
4 do. v. 1905 . . 92,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,60
4 do. v. 1902 . . . . 90,30
4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
3½½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 83,60
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,80
4 Ungar. Goldrente . . . 91,30
4 do. Staatsrente . . . 89,50
Zf.
In Proz.
5 Argentinier .
.. 101.50
4
do.
87,20
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,30
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
do.
4½
4½ Japaner .
94,60
5 Innere Mexikaner . . . 94,70
do.
60,00
4 Gold=Mexikaner v. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,50
3 Buenos Aires Provinz 71,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 141,50
5 Nordd. Lloyd . . . . . 116,40
6 Südd.=Eiſenb.=Geſ. . . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 600)
Einz. Mk. 408. .. 113,90
8 Baltimore und Ohio . 107,90
Schantungbahn . . . 135,00
Luxemb. Prince Henri 161,00
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 16,75
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 75,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. 501,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.261,50
30 Farbwerke Höchſt . . 601,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim .
.350,00
10 Cement Heidelberg . . 154,60
30 Chem. Werke Albert
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 310,25
4 Lahmeyer . . . . . . . 129,50
J
oz.
2
7½ Schuchert, Nürnberg 157,50
12 Siemens & Halske . 236,75
5 Bergmann Electr. . . 142,00
10 Deutſch. Ueberſce Electr. 174,80
0 Gummi Peter . . . . 135,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 168,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 476,75
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 196,00
8 Steana Romana Petr. 140,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,00
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . .
.. . 213,60
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 124,00
3 Südd. Immobilien . 69,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 186,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 226,30
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 179,00
10 Gelſenkirchener . . . . 188,50
8 Harpener .
. 189,75
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 256,20
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
87,00
4 Laurahütte .
.. 175,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 191,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,60
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer .
76,50
5 Oeſterr. Staatsbahn . 105,00
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,50
78,75
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 100,00
In Proz.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,80
do.
53,70
3 Raab=Oedenburg
77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,80
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,90
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb.
do.
91,70
2‟ Livorneſer . . . . . 67,50
3 Salonique=Monaſtir . 65,00
4 Bagdadbahn . .
84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,10
4 Miſſouri=Paciſic . . . . 73,50
4 Northern=Pacific . . . 100,40
4 Southern=Pacific . . . .95,60
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 88,00
5 Tehuantepec . . . . . . 99,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . .
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgef. .
6½ Darmſtädter Bank . 121,75
12½ Deutſche Bank . . . 255,00
6 Deutſche Vereinsbank . 123,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,40
10 Diskonto=Kommandit 185,00
8½ Dresdener Bank . . 153,40
9½ Frankf. Hypoth.=B. 204,00
6½ Mitteld. Kreditbank 120,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 136,70
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 127,50
½ Wiener Bankverein . 134,00
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,80
Bſ. Pfandbriefe. Inproz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
do.
8½
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,50
do.
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 100,30
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
100,35
8½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,50
S. 3—5 .
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
8½
do.
89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917)
98,30
3½ do. (unk. 1914) . . 88,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,00
do.
8½
89,80
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
„ 98,60
do.
8½
89,10
4 Frankfurt.
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Nummer 117.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Seite 9.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Nummer 117.
schallt laut und frei und sie war
am Tage vorher so überanstrengt
worden, dass am Abend kein Ton
mehr heraus kam. Ein paar
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Stimme wieder rein, den Hals frei
gemacht. Sie sind für niemanden zu entbehren, der
viel und laut zu sprechen hat. Eine Schachtel mit
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gerien nur 1 Mark.
Zehnte Hauptverſammlung der
Landwirt=
ſchaftskammer.
Sitzung vom Samstag, 18. Mak.
Vizepräſident Hahn eröffnet die Sitzung um
9¼ Uhr. Die Kammer fährt in der Erledigung der
Tagesordnung fort. Nach Vorlage der Jahresrechnnug
für 1910 erfolgt der
Bericht über die Rechnungsprüfung und
Entlaſtung des Rechners.
Referent Mitglied Müller gibt eine kurze
Dar=
ſtellung der Geſchäftslage. Die Kommiſſion ging bei der
Reviſion, wie im Vorjahre, von der Vorausſetzung aus,
daß hauptſächlich eine ſachliche Prüfung der
Rech=
nungen und Urkunden ſtattzufinden habe, da die
kalkula=
toriſche Prüfung der Großh. Ober=Rechnungskammer
vorbehalten ſei.
Miniſterialrat Hölzinger bittet die Kammer
drin=
gend, die Rechnung ſtets rechtzeitig vorzulegen. Die
Rech=
nung für 1910 iſt noch nicht vorgelegt worden. — Mitgl.
Bähr wirft Rheinheſſen vor, daß es 3000 Mark für ſich
verwendet habe, ohne dazu berechtigt zu ſein. Er kommt
dann auf die gegen ihn gerichteten Angriffe beſonders
freiſinniger Zeitungen aus Rheinheſſen und Starkenburg
zu ſprechen wegen ſeiner Diätenbezüge. Ich weiſe
es entſchieden zurück, daß ich 5200 Mark Diäten bezogen
habe, es iſt noch nicht die Hälfte dieſer Summe geweſen
Zugeben muß ich, daß es ein Fehler war, daß ich dieſen
Gerüchten nicht rechtzeitig entgegengetreten bin. Ich bin
finanziell nicht ſo geſtellt, daß ich auf die mir geſetzlich
zuſtehenden Diäten verzichten kann. Wenn ich im Dienſte
der Allgemeinheit tätig bin, muß ich auch die mir
zuſte=
henden Gelder erhalten. Hier haben ſich geſtern Dinge
abgeſpielt, die traurig ſind, und ich muß geſtehen, daß ich
mich ſchwer gekränkt habe. — Redner geht dann auf
Ein=
zelheiten ein und wird vom Vorſitzenden erſucht, ſich kurz
zu faffen. — Mitgl. Bähr: Ich muß zu meiner
Recht=
fertigung auf dieſe Details eingehen, verzichte aber für
heute aufs Wort und werde bei der Generaldebatte
darauf zurückkommen. — Mitgl. Römer: Die
Rhein=
heſſen haben nur gegen Herrn Bähr geſtimmt, weil ſie
ein Anrecht auf den II. Vorſitzenden zu haben glaubten.
Miniſterialrat Hölzinger macht darauf
aufmerk=
ſam, daß es nicht geſtattet iſt, Mittel der
Landwirtſchafts=
kammer im Budget zu übertragen. Ich möchte doch
darauf hinweiſen, daß es nicht die Regierung allein iſt,
die verlangt, daß die Mittel der Landwirtſchaftskammer
im Staatsbudget nicht übertragbar ſind, daß vielmehr
auch die Zweite Kammer mit der Regierung auf gleichem
Standpunkt ſteht, die einen dahin gehenden Antrag mit
überwiegender Mehrheit abgelehnt hat. Richtig iſt, was
der Abg. Bähr geſagt hat, daß die Mittel, die der
Land=
wirtſchaftskammer zur Verfügung geſtellt werden,
ge=
ringer ſind, als die früher dem Landwirtſchaftsrat
be=
willigten. Sie müſſen jedoch auch damit rechnen, daß Sie
ſatzungsgemäß geſetzliche Befugnis haben, daß Ihnen
das Umlagerecht eingeräumt wurde u. a. m., das Ihnen
das Recht gibt, ja die Pflicht auferlegt, für Ihre
Verwalt=
ung ſelbſt zu ſorgen. — Mitgl. Bähr: Wenn man einer
Körperſchaft Gelder anvertraut, ſollte man ihr auch das
Vertrauen ſchenken, daß die Mittel im Intereſſe der
Land=
wirtſchaft verwendet werden. Ich glaube, wenn die
Re=
gierung ernſtlich will, ſie auch die Uebertragbarkeit in der
Zweiten Kammer durchſetzen kann.
Mitgl. Brauer: Ich muß beſtätigen, daß die
Zweite Kammer nicht dafür zu haben ſein wird, die
Uebertragbarkeit unſerer Verwaltungsgelder zu
bewilli=
gen. Praktiſch iſt die Nichtübertragbarkeit für uns auch
ohne Bedeutung. — Mitgl. Walter=Lengfeld: Die
Techniker der Landwirtſchaft ſitzen doch nicht in der
Zweiten Kammer, ſondern hier. Wir allein können doch
über die richtige und zweckmäßige Verwendung der
Gelder entſcheiden.
Miniſterialrat Hölzinger: Ich möchte auch noch
darauf hinweiſen, daß das einjährige Budget es doch
bedeutend leicht macht, die Mittel in den Voranſchlag
richtig und zweckmäßig einzuſtellen.
Nach weiterer Debatte wird ein Schlußantrag
ange=
nommen. Der Antrag der Kammer, den
Bemer=
kungen der Kommiſſion für die Folge nachzukommen,
wird angenommen die Entlaſtung dem Rechner
erteilt. — Vizepräſident Hahn verlieſt dann einen
dringlichen Antrag des Mitgl. Fritſch=Dilshofen, die
Landwirtſchaftskammer möge die Regierung erſuchen,
den Antrag des Zentrums, die Ermäßigung der Zucker=
ſteuer bis 1916 hinauszuſchieben, um die Wehrvorlagen
zu decken, nicht annehmen, vielmehr die Ermäßigung am
1. Oktober 1912 eintreten zu laſſen.
Dieſer Antrag wird von vielen Seiten bekämpft.
Miniſterialrat Hölzinger macht darauf aufmerkſam,
daß, wenn der Antrag des Zentrums fällt, die
Ausdeh=
nung der Erbſchaftsſteuer auf die Kinder u. dergl. im
Hintergrunde lauert, was ſicher ebenſowenig angenehm
ſei. — Mitgl. Bähr widerſpricht der Beratung des
An=
trags Fritſch, weil das gegen die Geſchäftsordnung
ver=
ſtößt. Der Antrag iſt damit erledigt.
Nachträglichen Kreditgenehmigungen
zur Rechnung für 1910 wird ohne Debatte zugeſtimmt.
Es folgt Vorlage des
Hauptvoranſchlags für 1912,
zunächſt desjenigen der
Landwirtſchaftskam=
mer. Zur Generaldebatte erklärt Miniſterialrat
Höl=
zinger: Wir müſſen unter allen Umſtänden
verlan=
gen, daß Ihr Voranſchlag uns ſpäteſtens bis zum
No=
vember eingereicht wird. Wenn Sie nun in die
General=
debatte eintreten, möchte ich Sie doch dringend
er=
ſuchen, ſich in dieſer auch auf den Voranſchlag
zu beſchränken und nicht wieder alle
mög=
lichen Streitereien und Zwiſtigkeiten
viorbringen, die Ihre Wähler im Lande
draußen ſicher nicht angenehm berühren.
Mitgl. Weith=Nieder=Wöllſtadt geht auf
Einzel=
heiten der Pferdezucht ein und wird vom Vorſitzenden
erſucht, dieſe bei der Spezialdebatte vorzubringen.
Mitgl. Brauer (auf der Tribüne vielfach
unverſtänd=
lich): Mit der Anſtellung penſionsfähiger Beamten ſolle
man vorſichtig ſein. — Mitgl. Henſel=Dortelweil
be=
ſpricht ebenfalls die Beamtenanſtellungen und verbreitet
ſich über weitere Einzelheiten. Neue Forderungen für
einzelne Zweige der Landwirtſchaft ſollten nicht mehr
aufgeſtellt werden.
Mitgl. Bähr kommt nochmals auf die Diätenfrage
zu ſprechen. Die Artikel ſeien nur veröffentlicht worden,
um ihn aus ſeiner Stellung zu verdrängen und einem
anderen Herrn Platz zu machen. Er ſei der Meinung,
daß derjenige, der das getan hat, ſich der Tragweite
ſeiner Handlungsweiſe nicht bewußt geweſen iſt, darum
nehme er es ihm nicht übel. Es wurden auch Intrigen
gegen den erſten Vorſitzenden Geheimrat Haas
geſpon=
nen, alles von einer beſtimmten intereſſierten Seite aus.
— Mitgl. Walter=Lengfeld: Wir ſind nicht nur
durch die Diätenfrage dazu gekommen, den Herrn Bähr
zu verdrängen, ſondern uns paßte die ganze
Geſchäfts=
führung des Herrn B. nicht. Was wir getan haben gegen
die Herren Haas und Bähr, geſchah im Intereſſe der
Land=
wirtſchaft. Er beſpricht dann Einzelheiten des Budgets.
Mitgl. Eibach polemiſiert gegen die Oberheſſen,
be=
ſonders gegen Herrn Bähr. Von einem Hauserwerb
für die Kammer möge man vorerſt noch abſehen.
Miniſterialrat Hölzinger ſtellt feſt, daß die Koſten
für Aufſtellung von Umlagsliſten laut geſetzlicher
Vor=
ſchriften erhoben werden müſſen. Es muß alſo dabei
bleiben. Weitere Mittel für die Landwirtſchaft könne
der Staat unmöglich bewilligen. Man müſſe unbedingt
auch die Mittel zur Bekämpfung der Reblaus den
Auf=
wendungen bezw. Zuſchüſſen für Landwirtſchaft und
Weinbau hinzurechnen. Dieſe Mittel belaufen ſich auf
mehrere Millionen. Die Reblausbekämpfung muß auch
in Zukunft Aufgabe des Staates bleiben. —
General=
ſekretär Leithiger betont die Notwendigkeit der
Be=
amtenanſtellungen. — Die Mitgl. Frit ſch, Bähr,
E ibach debattieren nochmals über die Diätenfrage.
Dann tritt eine halbe Stunde Pauſe ein.
Nach Fortſetzung der Verhandlungen weiſt Mitgl.
Brauer es zurück, daß er ein politiſches Moment in
die Debatte hineingetragen habe. Seine Freunde hätten
ſtets auch Rheinheſſen das ihm Gebührende bewilligt.
Den vorgeſchlagenen Beamtenanſtellungen ſtimme er zu,
doch werde er für weitere Beamten nicht zu haben ſein.
Mitgl. Weith jr. ſpricht ſich in gleichem Sinne aus.
Mitgl. Schätzel meint, die Aufwendungen für den
Weinbau ſind auch von Vorteil für die geſamte
Land=
wirtſchaft. — Nach weiteren Erörterungen wird die
Ge=
neraldebatte geſchloſſen und es wird in die
Spezialberat ung
eingetreten. Zu Kapitel Förderung der
landwirtſchaft=
lichen Buchführung entſpinnt ſich nochmals eine ſehr
leb=
hafte Debatte über die Anſtellung der Beamten. Es
be=
teiligen ſich hieran die Mitglieder Walter=Lengfeld,
Brauer=Ober=Ofleiden, Generalſekretär Leithiger, Henſel=
Dortelweil uſw.
Miniſterialrat Hölzinger betont, daß die
Beam=
ten der Landwirtſchaftskammer nicht ungünſtiger geſtellt
ſeien, als die Bamten des Staates. Ferner bemängelt
er die Einſtellung eines Satzes von 3300 Mark für einen
akademiſch gebildeten Buchführungsbeamten. — Mitgl.
Keutzer=Hofgut Stubenwald unterſtützt den Antrag
Brauer auf Vertagung der Beamtenanſtellung um ein
Jahr. Der Antrag wird dann mit 24 Stimmen
ange=
nommen.
Nach kurzer Debatte wird ein weiterer Antrag
Brauer auf Streichung der Bemerkung: „Der Beamte ſoll
definitiv mit Penſionsrecht und
Hinterbliebenenverſor=
gung angeſtellt werden” angenommen. Angenommen
werden die übrigen Kapitel der Poſition. Da zur
Ge=
ſchäftsordnung Bähr=Rohrbach die Anfrage ſtellt, ob.
ſchon über Poſition I Kapitel 4 abgeſtimmt iſt, kommt
es zu einer ausgedehnten Diskuſſion über die
Geſchäfts=
ordnung und die Abſtimmung zu Kapitel 4, die nach
nahezu einſtündiger Debatte für erledigt erklärt wird.
Miniſterialrat Hölzinger erklärt hierzu noch, daß
die Regierung bei Genehmigung des Hauptvoranſchlages
wohl an einzelnen Poſitionen Ausſtände machen könne
und nicht nur den Voranſchlag im Ganzen entweder
an=
zunehmen oder zu verwerfen brauche. Die Kapitel 5,
8 werden angenommen. Zu Kapitel 10 wird nach einer
kurzen Diskuſſion ein Antrag Korell angenommen, der
den Vorſtand ermächtigen will, den Beamten eine
Beſol=
dungserhöhung zu gewähren, die ſie, falls die ſtaatliche
Beamtenbeſoldungsreform angenommen wird, den
Staatsbeamten gleichſtellt. Kapitel 10—17 werden
an=
genommen.
Bei Beratung der Förderung zur Tierzucht betont
Miniſterialrat Hölzinger, daß die Regierung gern
zur Förderung der Tierzucht beitragen würde, daß ſie
aber mit aller Beſtimmtheit von den Landwirten er
warte, daß auch von ihnen das Erforderliche getan würde.
Weitere Redner aus Oberheſſen wünſchen
Berück=
ſichtigung dieſer Provinz. Ein entſprechender Antrag
Schwinn, der die Mittel hierzu aus dem vorhandenen
Fonds entnehmen will, wird angenommen. Bähr=
L.=Brombach ſtellt noch den Antrag der Bereitſtellung von
20000 Mark für die gleichen Zwecke.
Miniſterialrat Hölzinger bittet, den Antrag
zu=
rückzuſtellen bis entſprechende Verſuche angeſtellt ſind. E
treten noch einmal für den Antrag ein der Antragſteller
Korell=Angenrod und Bähr=Rohrbach, während
Fried=
rich=Groß=Rohrheim ſich gegen die Bewilligung
aus=
ſpricht, da der Antrag zu hoch ſei. Der Antrag wird
dann mit 19 gegen 14 Stimmen angenommen.
Auf Antrag Walter=Lengfeld erfolgt dann
en bloe=Annahme des ganzen übrigen Voranſchlags.
Wieder entſpinnt ſich eine neue, lebhafte
Geſchäfts=
debatte, die mit der en bloe=Annahme endigt.
Ein Antrag des Provinz=Ausſchuſſes auf
Erhö=
hung des Beitrages für Weinbau um 2000 Mark und
ein Antrag Starkenburg auf Erhöhung des Beitrags für
Obſtbau werden weiter nach lebhafter Diskuſſion
ange=
nommen. Die Mittel ſollen aus dem Betriebsfonds
ge=
deckt werden.
Zum Schluß gelangen noch zur Annahme ein Antrag=
Joſt=Bermutshain, die Regierung zu erſuchen, darauf
hinzuwirken, daß die Gemeinden gegen Entgelt
Ban=
kette, Gräben uſw. als Viehweide zur Verfügung ſtellen
und die Genehmigung eines Ankaufs von Gelände zuk
Anlage eines Weinbergs in Selzen.
Nach weiteren Bemerkungen der Mitglieder
Keh=
mann=Rumpenheim, Hahn=Heßloch, Korell=Angenrod und
Walter=Lengfeld wird die Verſammlung um 5¼ Uhr
geſchloſſen.
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2. Wechſel= und Deviſen=Konto M. 448630.72. 3.
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verkehr=Konto M. 455830.45. 4. Lombard=Konto
M. 348 552.17. 5. Effekten=Konto M. 504018.02. a)
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diſche Staatspapiere Nom. M. 306 900.—; b) ſonſtige
bei der Reichsbank und anderen deutſchen Notenbanken
beleihbare Wertpapiere M. 189 100.—; e) ſonſtige Wät
papiere M. 57 700.—. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämtlich
gedeckt) M. 3049 164.40. 7. Vorſchuß= u. Vorſchußwechſeln
Konto M. 866 359.49. 8. Haus= und Immobilien=Konto
M. 346851.15. 9. Mobilien=Konto M. 725.20. 10.
Schrank=
fächer=Konto M. 1.— 11. Haus= u. Immobilien=
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haltungskoſten=Konto M. 765.67. 12. Verwaltungskoſten=
Konto M. 20 783.27. Zuſ. M. 6 154 622.69. — Paſſipg.
1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1465764.45. 2. Reſervefonds=
Konto I M. 337 220.18. 3. Reſervefonds=Konto II und
Immobilienreſerve M. 80350.47. 4. Delkredere=Konto
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zeptationen= u. Aval=Konto M. 64740.—. 8. Bankverkehr=
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
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icher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
inden ſich: 1 Bernhardiner, 1 Pinſcher. 1 Dobermann (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
usgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
indet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (11484
Bekanntmachung,
die Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen, hier Ausnahmetage
betreffend.
Als Ausnahmetage im Sinne des § 139d Ziffer 3 der
Reichs=
gewerbeordnung (Ueberbeſchäftigung von Gehilfen ꝛc.), ſowie im Sinne
des § 139e Abſatz 2 Ziffer 2 der Reichsgewerbeordnung (
Verlänge=
ung der Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen bis 10 Uhr
ibends) werden hiermit beſtimmt:
die zwei letzten Werktage vor Pfingſten.
Hiernach dürfen am 24. und 25. Mai lfd. Js. ſämtliche offene
Verkaufsſtellen in hieſiger Stadt bis 10 Uhr abends für den
geſchäft=
ichen Verkehr geöffnet ſein. An den gleichen Tagen finden die
Beſtimmungen über die Mindeſtruhezeit und Mittagspauſen der
Hehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsſtellen keine
Unwendung.
Darmſtadt, den 15. Mai 1912.
(11394sid
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Oeffentliche Impfung.
Mittwoch, den 1. Mai, und die folgenden Mittwoche, ſolange
Bedürfnis, von 5 Uhr nachmittags ab unentgeltliche Impftermine
im Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene,
ſowie für ältere mit der Impfung im Rückſtand verbliebenen Kinder
Nachſchau jeweils acht Tage ſpäter, bei Meidung der
ge=
ſetzlichen Strafe. Kinder, die in dieſen Terminen nicht geimpft
wer=
den, ſind bis zum Jahresſchluß auf Koſten der Eltern impfen zu
laſſen, andernfalls im Januar k. Js. die Nachholung der Impfung
binnen kürzeſter Friſt unter Strafandrohung angeordnet wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch
Erwach=
ſene auf ihren Wunſch und Kinder, die erſt im laufenden Jahre
ge=
boren ſind, auf Wunſch ihrer Vertreter geimpft.
In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als
50 Impfungen vorgenommen.
Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem
Impfarzt vorgeſtellt werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere
Benachrichtigung an die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten, wie
Schar=
lach, Maſern, Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus,
roſen=
artige Entzündungen oder die rnatürlichen Pocken herrſchen, dürfen
Impfliuge zum allgemeinen Te min nicht gebracht werden.
Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
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aber beide können wir ihm helfen, daß er wieder, wenn er
geſund wird, das Leben ertragen lernt. Wollen wir
zu=
ſammen gehen, Frau Helga, in Treue und Freundſchaft zu
ſeinem Heil?
Und über die dampfenden Pferde herüber hatten ſich
zwei Frauenhände in einander gefügt zu feſtem Bunde.
In Reykjavik in dem Sjukrahus (Spital) hatte ihn
dann Helga gepflegt, Tag und Nacht, als wäre er nie von
ihrer Seite gewichen, und getreulich htte ſie dem blonden
Mädchen, das bei ihren Freunden Thorkjels mit der alten
Gynna ein Aſyl gefunden, übex Ingwalds Ergehen
be=
richtet. Aber nie hatte Hallgerdr verlangt, ihn zu ſehen,
nie hatte er nach Hallgerdr auch nur ein einziges Mal
ge=
fragt
Und dann eines Tages, als der Arzt, der immer ſo
bedenklich den Kopf geſchüttelt, ſprach:
Ich glaube, wir können doch noch hoffen. Die
Verletz=
ung der Lunge, die am gefährlichſten war, ſcheint zu heilen,
wir ſind wohl über den Berg, da hatte Ingwald Anderſen
ſo ſtill gelächelt und mit einem ſeltſamen ſtarren Ausdruck
im Geſicht verlängt:
Die Katla ſoll man rüſten, damit er mich zur Heimat
trägt. Helgenaes will ich noch einmal wiederſehen und
meinen Jungen. Rüſte zur letzten Fahrt, Frau Helga, zur
Heimat zieh ich dann.
Der Arzt hatte gewarnt, aber der Kapitän hatte auf
ſeinem Willen beſtanden.
Mit Volldampf ſollte es heimwärts gehen.
Wie das Schiff raſte, wie die Wellen ſprühten.
Dunkel, rabenſchwarz ſtiegen blutigrot umſäumt die
unheimlich düſteren Vogelinſeln aus dem Meere auf. ſtarr,
kahl und wildzerklüftet.
Gellend tönt die Schiffspfeife durch die Einſamkeit.
Dröhnend antwortet das Echo der Berge. Als riefe ein
unheimlicher Berggeiſt ſein „Wehe, Wehe,” aus dem
dunk=
len Geſtein über das brauſende Waſſer, das mit wilden,
weißen Schaumwellen an den ſtarren Felſen emporſtrebt.
Helga atmet tief und ſchwer.
Tauſende von weißen Möwen flattern jetzt auf. Wie
trunkene Schmetterlinge gaukeln ſie in der blauen Luft, um
im wirbelnden Spiel, weißen Schneeflocken gleich, immer
wieder auf die rauhen Felſen niederzuſinken, an denen ſie
ihre Neſter gebaut.
Die Maſchine der „Katla” glüht. Immer toller ging
die Fahrt.
Geſpenſtig, voll heimlichen Grauens kam die Nacht, die
doch keine Nacht war, wo die Sonne nicht unterging, und
es wie tauſend unheimlichen Geſchehniſſen durch die
Mitt=
ſommernacht ging.
In der Kapitänskabine, in dem hohen Bett mit den
vielen Schubkäſten darunter, in denen Helgas Briefe an
ihn wohl verwahrt lagen, ruhte Ingwald Anderſen.
Er ſchlief nicht, aber es war auch kein Wachen, das
ihn ſo groß und ſtarr um ſich ſehen ließ. Im trägen
Däm=
mern gingen die Tage.
Nie ſprach er von der Vergangenheit zu Helga. Alle
ſeine Gedanken reihten ſich um Helgenaes und um Orm,
ſeinen Sohn.
Helga ſtört ihn nicht. In ernſter, ruhiger Würde
ſtand=
ſie ihm zur Seite, ohne Vorwurf, ohne Klage, ohne Tränen.
Oft ſah er ihr lange nach, wenn ſie lautlos durch die
Ka=
bine glitt, einen kühlenden Trunk für ihn zu bereiten, oder
den Umſchlag zu richten, der ihm ſo wohl tat. Und ſeine
Augen wurden ganz dunkel, wenn ſie die Kabine verließ,
Der Hof des Schweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
48)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Ich kenne eure Gedanken, Ingwald Anderſens Frau,
und ich verſtehe, ich achte und ehre ſie. Ich habe nicht
ge=
wußt, welch eine Feuerflamme die Liebe iſt, und ich habe
ihm vertraut, der da ſo ſtarr liegt und das, was er
ge=
tan hat, vielleicht mit dem Leben büßt. Niemals aber habe
ich daran gedacht, euer Recht und das Eures Kindes zu
ſchmälern. Hätte eine Ahnung mich gewarnt, daß
Ing=
wald Anderſen anderweitig gebunden, nie würde ich ihm
mein Wort gegeben haben, und wenn meine Seele ſich auch
im Feuer nach ihm verzehrte. Ich habe Ingwald
Ander=
ſen lieb gehabt, mit jener Liebe, die Berge verſetzt, die
flammengleich emporlodert und Sterne vom Himmel reißt.
Nie hätte ich dieſer Liebe freiwillig entſagt, aber in jener
furchtbaren Stunde, die mir offenbarte, daß Ingwald
Anderſen mich getäuſcht, daß er meinetwegen mit einer
Härte und Grauſamkeit, die ihres gleichen ſuchte, gegen
euch und gegen ſein Kind vorging, da ſtarb etwas in
meiner Bruſt. Da hatte ich an der Stelle, wo ſonſt mein
Herz ſchlug, etwas wie ſtarres Eis. Und verhieße er mir
jetzt alle Herrlichkeit der Welt, nie mehr könnte ich Ingwald
Anderſen wieder vertrauen, niemals könnte ich ihm
ange=
hören. Das was er tat, hat er ſchwer gebüßt und er wird
noch weiter büßen müſſen. Und weil wir beide wiſſen,
Frau Helga, daß er leidet, bitter und ſchwer, da wollen
wir verſuchen, es ihm leicht zu machen in ſtill verzeihender,
nie raſtender Güte, Wir haben beide durch ihn gelitten,
Nummer 117.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Seite 13.
ncht ichmn kante ohne des blonde Weih. des ale meine
Gedanken und Sinne beherrſchte. Und als ich dann durch
Not und Eis zu ihr eilte, als ich jauchzend mein Glück an
mein Herz reißen wollte, da hörte ich plötzlich ihre Stimme
wie aus weiter Ferne an mein Ohr klingen, das war
da=
mals, als ſie ſagte, daß ſie mit Dir nicht kämpfe um meine
Liebe, daß ſie mich frei gebe, Dir und meinem Kinde Euer
Recht zu wahren. Da lachte ich wild im Herzen über eine
ſölche armſelige Liebe, die nach Recht und Geſetz, nach
Pflicht und Ehre fragt, während ich meinte, ſie müßte über
Tod und Verderben hinweg, einem Phönix gleich,
gott=
ſelig zum Himmel ſteigen. Auf meine Leidenſchaft iſt der
graue Aſchenſtaub gefallen, Helga Anderſen, der Zauber
war gebrochen. Wie eine Binde ſank es von Tag zu Tag
in meiner langen Krankheit immer mehr von meinen
Augen. Alle meine Sinne begehrten Hallgerdr, aber tief
im Herzen drinnen da hat nie aufgehört das Weib zu
leben, das meinem Kinde das Leben gab, das in Not und
Tod zu mir ſtand und nicht aufhörte, mich zu betreuen, als
es längſt aufgehört hatte, mich zu lieben, nachdem ich ihr
heiligſtes Empfinden mit Füßen getreten. Laß mich Dir
danken, Helga, daß Du mir in der Heimat noch einen
Platz zum Sterben gönnſt. Hei, wie ſauſt die „Katla”
da=
hin, die ſchwarze Hexe. Ehe der Abend ſinkt, bin ich
da=
heim!
(Fortſetzung folgt‟
Wir werden nun bald Abſchied voneinander nehmen
müſſen, Helga, begann er von neuem, und als er bemerkte,
daß ſie nervös zuſammen zuckte, beruhigte er ſie mit leiſem
Lächeln. Nicht ſo, wie Du denkſt, und wie ich es in meinem
ſchroffen Egoismus gewollt, nein, Helga, ein anderer, ein
Höherer ruft mich. Nun heißt es doch ſterben. Siehſt Du
am Steven nicht die dunkle Frau, die unſer Schiff zum
Hafen lenkt? Hel führt uns der Heimat zu.
Du träumſt, Ingwald, es geht Dir ja beſſer. Du wirſt
geneſen und — ſie verſtummte.
Geneſen, murmelte er, nein, Helga, das kann ich
nicht. Meine Kraft iſt gebrochen. Mit dem Hofe des
Schweigens ſank ſie in Aſche und Staub.
Er ſann einige Minuten vor ſich hin, und dann
be=
gann er, die abgezehrte Hand um ihre ſchönen, ſchlanken
Hände klammernd:
Was habe ich Dir getan, Du Aermſte der Armen? Mit
Füßen trat ich Dich und Deine Liebe. Vor mir ſelber
ſchaudere ich, wenn ich an die Vergangenheit denke. Wie
ein Taumel hatte es mich erfaßt. Ich konnte an nichts
weiter denken als an die blonde Königsmaid, die wie ein
Bild der fernen Sage in mein Leben trat. Alles vergaß
ich darüber, ſogar meine Miſſion, die heilige Sache, die
mich in das Eisland geführt. Getötet hätte ich mit
kal=
tem Blut jeden, der mir Hallgerdr ſtreitig gemacht hätte.
Weib und Kind ſtieß ich von mir, weil ich, wie ich meinte,
uns der ierie Reiſetd dan heunſt Alus gücßte nie
im goldenen Licht, und die „Katla” keuchte ſchwer.
Sie iſt erſchöpft, knurrte der alte Steuermann. Es iſt
wirklich die höchſte Zeit, ſonſt bricht das alte Wrack noch
zuſammen, und wir können angeſichts der Heimat noch
alleſamt untergehen.
Das wäre das Schlimmſte nicht, lächelte Frau Helga
bitter.
Dann aber dachte ſie an ihren Jungen, den ſie ſo lange
ſchon entbehrt, und der, wie Einar ſchrieb, alle Tage zu
Gott um ihre Heimkehr betete, und ſie ſchämte ſich.
Faſt iſt es mir, als wehte ſchon Heimatluft, murmelte
der Kopitän, von ſeinem Lager durch das geöffnete
Fen=
ſter der Kabine hinausſchauend auf das wogende Meer.
Iſt es nicht ſo, Helga?
Wir fahren ſchon durch nordiſche Fjorde. Die Lofoten
grüßen Dich, Ingwald Anderſen, bald ſind wir am Ziel.
Er nickte ſtill vor ſich hin.
Komm einmal her zu mir, Helga, bat er, ſo ganz nahe.
Fürchteſt Du Dich?
Sprich nicht ſo viel, Ingwald, es könnte Dir ſchaden,
bat ſie leiſe.
Er griff ſchüchtern nach ihrer Hand. Wie blaß und
ſchmal ſie geworden.
Sie wollte ſie ihm erſt entziehen, aber er ſah ſie mit ſo
ſſeltſamen Augen an, daß ſie ihm ihre Rechte ließ.
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Seite 15.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 20. Mai 1912.
Mchtr
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Goeenned Glollgoſſnn=
Mocte
Oe.
eu Gaoll mouge &
V70
Handel und Verkehr.
H Frankfurt a. M., 18. Mai. (
Börſen=
wochenbericht.) Die neu aufgetretene
Ueberſpeku=
lation mit Papieren, die tatſächlich viel höher bewertet
werden, und die offenkundig rege Beteiligung des
Privat=
publikums dabei, hat den Staatskommiſſar der Berliner
Börſe zu einer Erklärung veranlaßt, die in einer
ernſt=
lichen Warnung gipfelt. Dies und die matteren New=
Yorker Berichte veranlaßten an der Börſe eine
durch=
gängige Abſchwächung. Ebenſo hat die Nichtermäßigung
des Reichsbankdiskonts infolge der Verſchlechterung des
Status verſtimmt. Die eingetretene Verſchärfung am
Geldmarkte iſt auch darauf zurückzuführen, daß das
An=
leihe=Konſortium 25 Prozent des Erlöſes, alſo über 100
Millionen Mark, an die preußiſche Finanzverwaltung
ab=
zuführen hatte. Tägliches Geld war knapper und bedang
4½ Prozent, der Privatdiskont ſtieg bis 4½ Prozent.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, ſind
deutſche Renten auf die Anſpannung der Geldverhältniſſe
wieder ſtärker an den Markt gekommen und mußten um
Bruchteile nachgeben. — Ausländiſche Staatsfonds
hiel=
ten ſich verhältnismäßig feſt; insbeſondere waren
öſter=
reichiſch=ungariſche Renten, Türken und Ruſſen gut
be=
hauptet. Schwächer lagen Buenos Aires und Mexikaner;
letztere offeriert, trotz der Erfolge der Regierungstruppen.
Was ſonſt von politiſchen Nachrichten während der Woche
vorlag, hat die Börſe nur ſehr wenig berührt. Ziemlich
lebhaft wurden Hamburger Paketfahrt und
Norddeut=
ſcher Lloyd gehandelt, die indes bei Wochenſchluß
eben=
falls weſentlich zurückgingen. Bemerkenswert bleibt, daß
ſich trotz aller fehlenden Grundlagen die Gerüchte von
allen möglichen Kombinationen unter den
Schiffahrts=
geſellſchaften erhalten. Auch will man wiſſen, daß der
Norddeutſche Lloyd ſich mit dem Gedanken trage,
nun=
mehr ſeine induſtriellen Beteiligungen abzuſtoßen und
den Erlös zur Auffüllung der reduzierten Reſerven zu
verwenden. Auch für dieſe Vermutungen liegt bis jetzt
ein beſtimmter Anhaltspunkt nicht vor. Eine
beträcht=
liche Steigerung erfuhren die in Berlin gehandelten
Shares der Kanada=Pazifikbahn bis 265; es verlautete
gerüchtweiſe von der bevorſtehenden Teilung dieſer
Shares. Orientbahnen erhöhten ſich bis 159 auf das
erzielte Einnahmeplus und große Wiener Käufe. Am
Mee e
Bankenmarkt war es ſehr ruhig und die Kurſe unter dem
Druck der andauernden Geſchäftsloſigkeit meiſtens
nie=
driger.
Die Verſtimmung über die Ereigniſſe am Kaſſamarkt
äußerte ſich am fühlbarſten auf dem Gebiete der
Montan=
aktien, woſelbſt umfangreichere Realiſationen an der
Tagesordnung waren und die Wirkung der
vorherge=
gangenen Deckungen nivellierten. Auch drückten die
Mit=
teilungen über den Rückgang im April=Verſand des
Stahlwerksverbandes. Für Harpener Bergbau kamen
Dividendenſchätzungen von 8½ bis 9 Prozent in Umlauf.
Laura gut gehalten auf günſtigere oberſchleſiſche
Indu=
ſtrieberichte. Der Kaſſainduſtriemarkt wurde durch die
Auslaſſungen des Berliner Staatskommiſſars recht
ſchwach geſtimmt, doch war kein weſentliches Angebot am
hieſigen Platze vorhanden. Holzverkohlung bis 812
Moenus bis 291, Höchſter Farbwerke bis 605, Kunſtſeide
bis 170, Kleyer bis 478, Badiſche Anilin bis 503
nach=
gebend. Akkumulatoren Berlin=Hagen ſchließen 510 nach
537. Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt nur wenig
niedriger (1055½). Elektrizitätswerte wurden ſtärker
an=
geboten. Allgem. Elektrizitäts=Geſ. bis 263¾, Schuckert
bis 160½, Bergmann bis 144 erhältlich. Mannesmann=
Röhrenwerke wieder 217. Bedeutende Umſätze fanden
noch in „Benz” zwiſchen 201 und 198, ſowie „Daimler”
zwiſchen 278 und 270 ſtatt. Chemiſche Albert konnten
ſo=
gar bis 460 profitieren, da die Verwaltung erklärte, daß
durch den engliſchen Kohlenarbeiterſtreik keine erhebliche
Schädigung des engliſchen Betriebes der Geſellſchaft
ver=
anlaßt worden ſei.
Von Loſen notieren: Augsburger 34.60,
Braun=
ſchweiger 198.25, Pappenheimer 52.50, Freiburger 75.00,
Türkiſche 171.40, Genua 194.50, Ungariſche 374.00,
Mei=
ninger 35.70, Venediger 44.40, Mailänder 45 Fr.=Loſe
140 nominell, Mailänder 10 Fr.=Loſe 31.50, Raab=Grazer
Anrechtsſcheine 38.00, in Reichsmark; Gothaer Präm. II
117.40, Madrider 75.00, Donau=Regulierung 150.00 nom.,
in Prozent; ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1921
un=
kündbar) 101.10, 3½proz. Reichs 90.10, 3proz. Reichs 81,
4proz. Heſſen von 1899 100 P., 4proz. Heſſen von 1906
100 P., 4proz. Heſſen von 1908/09 100, 4proz. Heſſen (
un=
kündbar bis 1921) 100.30, 3½proz. Heſſen 89, 3proz. Heſſen
78.10, 4proz. Darmſtädter 99.20 B., 3½proz. Darmſtädter
89.10 G., 4proz. Heſſ. Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 18—23)
100.40 G., 4proz. Heſſ. Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 24—25)
100.50 G., 3½proz. Heſſ. Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5)
89.30 G., 3½proz. Heſſ. Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 9—11)
89.40 G., 4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 10—12) 100.40 G.,
4proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 13—14) 100.50 G., 3½proz.
Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 1—3) 89.50 G., 3½proz. Heſſ. Kom.=
Pfdbr. (S. 4) 89.40 G., Darmſtädter Bank 122½, Südd.
Eiſenbahn=Geſellſchaft 124½ G., Südd. Immobil.=
Geſell=
ſchaft (Mainz) 69.50, Lederwerke vorm. Spicharz (
Offen=
bach a. M.) 75.40, Schramms Lack= und Farben=Fabriken
(Offenbach a. M.) 273 B., Chemiſche Mühlheim a. M.
70.50, Schantungbahn 136½. South=Weſt=Afrika 151.—,
Otavi=Anteile 92.—, Otavi=Genußſcheine 64½, 4½proz.
Ruſſen 100.40, 4proz. 1880er Ruſſen 90.60 G., 4proz. 1902er
Ruſſen 90.30, 3¾oproz. Ruſſen 87.80, 3½proz. Ruſſen
84.30, 3proz. Ruſſen 81,25. 4proz. Unifiz. Türken 90.80,
4proz. Adminiſtr.=Türken 83.80, 4proz. Convertierte
Tür=
ken 1905/1911 81.80, 4proz. Bagdadbahn 83.80, 5proz
Chineſen 100.30, 4½proz. Chineſen 94.50, 5proz. Chineſen
(Tientſin=Pukow) 98.— 5proz. Japaner 94.50, 4½proz.
Japaner 89.25, 3proz. Buenos Aires 71½.
Nummer 117.
Gewinnansing
der
226. Käniglich Breußiſchen Klaſſenlatterte.
5. Klaſſe. 6. Ziehungstag. 17. Mai 1912.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und H.
(Ohne Gewähr. u. St.ahl. ſ. 5.)
(Rachömä verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 173836
4 Gewinne zu 5000 Mk. 44862 57039
50 Gewinne zu 3000 Mk. 4497 17795 18708 22103
39058 45684 66340 76051 86492 88919 91693 92228
92458 97426 100384 101351 104024 104851 112317
124427 128619 130928 141329 165107 157347
106 Gewinne zu 1000 Mk. 12545 14443 17593 18844
20726 21396 27508 28156 32068 36364 47221 47628
50656 51973 52689 58045 64762 65406 69244 75710
79826 83297 94723 96763 102026 104940 105182
105495 106331 110159 111568 112897 116414 116554
116642 116521 116782 122506 126507 127654 131886
138818 141508 142181 144810 148068 160442 163227
169717 181322 181902 188390 189656
160 Gewinne zu 500 Mk. 2121 7794 12708. 15385
19162 21083 24852 25602 25812 30024 32030 33185
37823 38204 39064 41365 44346 44708 46802 49531.
50274 54219 59695 64054 65693 66053 66258 67226
73009 77754 78020 78085 84330 84694 90019 92399
94731 96445 97334 101079 102878 105092 105506
108752 109409 114843 116144 119307 119508 119781
120479 121109 122018 128593 131133 131665 133048
133918 134163 134585 139544 141832 142063 145940
151157 153039 154604 157677 159768 161858 163905
167641 174086 175223 175450 175733 177881 179187
186659 186869
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 15000 Mk. 17665 160566
8 Gewinne zu 5000 Mk. 6135 82686 84621 157420
54 Gewinne zu 3000 Mk. 1728 9076 9134 14902
20886 26554 30800 30876 37618 40034 44356 49999
77845 93364 97108 109774 111425 114210 128147
132914 137624 141292 146873 150649 161945 178265
189195
116 Gewinne zu 1000 Mk. 2336 5456 7227 11991
13876 14705 15766 23195 24268 24578 25001 26664
33295 40092 48643 50500 52786 53818 54525 56967
57373 64608 68512 74238 77384 80896 82303 82711
83890 96355 96374 97554 98993 100705 101100 103104
103406 105784 113778 118395 122916 138535 142953
143886 145927 145969 158483 158913 159108 159462
162732 167238 172205 179714 183067 183437 184044
189962
158 Gewinne zu 500 Mk. 5997 7091 9327 9418
10755 11445 14499 15167 15511 21274 21696 26018
29721 30463 30908 31365 32725 33608 34086 34777
38246 39872 39904 40587 41120 42138 42254 50826
51830 57343 59639 63766 63845 65390 66261 67890
70489 78141 79098 81470 82803 83784 87032 87789
88187 91919 92790 97157 107724 110085 110502 116179
118672 119335 119795 123198 126428 128092 136629.
136856 137328 140794 145331 146718 152145 156682
157385 156646 159016 163542 170844 175151 175904
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