Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage; ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dieustags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt am Samstag vormittag ½11 Uhr in
Karlsruhe ein getroffen. Eine Stunde
vor=
her waren der Reichskanzler, der Staatsſekretär
von Kiderlen=Wächter und der Botſchafter
Frhr. von Marſchall angekommen. Im
Reſidenz=
ſchloß fanden ſpäter die Beſprechungen mit dem
Kai=
ſer ſtatt.
Die Kaiſerin hat am Samstag Bad=Nauheim
verlaſſen und ſich zur Fortſetzung der Kur nach
Hom=
burg begeben.
Der Reichskanzler iſt geſtern abend 8,30 Uhr von
Karlsruhe nach Berlin abgereiſt.
Geſtern fand in Berlin der 14. allgemeine
Ver=
tretertag der Nationalliberalen Partei
ſtatt.
Die Sammlungen für die
Nationalflug=
ſpende haben bereits mehr als 2 Millionen Mk.
ergeben.
In einer Vierſammlung des Deutſchen Trans=
Sportarbeiterverbandes in Duisburg wurde
für Montag der Generalſtreik beſchloſſen.
Bei einer Exploſion des norwegiſchen Damp=
Afers „Snorre” auf der Reiſe von Chriſtiania nach
Stettin kamen acht Mann ums Leben.
Freiherr von Marſchall.
*⁎* Der zur Zeit im Vordergrunde des Intereſſes
ſtehende Frhr. v. Marſchall iſt geborener Badenſer
und vollendet am 14. Oktober das 70. Lebensjahr. Er
trat 1865 in den badiſchen Juſtizdienſt, war zuerſt als
Richter tätig, wirkte dann als Staatsanwalt in Mosbach
und Mannheim, wo er 1882 Erſter Staatsanwalt wurde.
Im Jahre darauf erfolgte ſeine Berufung als badiſcher
Geſandter in Berlin; er gehörte 1884—90 als vom
Bun=
desrat gewähltes Mitglied dem Reichsverſicherungsamte
an und beteiligte ſich lebhaft an den Vorbereitungen für
die ſoziale Geſetzgebung. Politiſch hatte er ſich zuerſt als
Vertreter des grundherrlichen Adels in der badiſchen
Er=
ſten Kammer betätigt, dem deutſchen Reichstage gehörte
er von 1878—1881 als Abgeordneter an und trat der
konſervativen Partei bei. Seine Wirkſamkeit im
Bundes=
rat hatte die Augen der Reichsregierung auf ihn gelenkt,
Marſchall wurde am 1. April 1890 Nachfolger des
Gra=
fen Herbert Bismarck als Staatsſekretär des
Auswär=
tigen Amtes, wo er namentlich für den Abſchluß der
Han=
delsverträge eintrat.
In ſeine Amtszeit fielen die Enthüllungen des
Für=
ſten Bismarck über den deutſch=ruſſiſchen
Rückverſiche=
rungsvertrag, auch fonſt hatte Marſchall viel Widerſtände
zu bekämpfen. Große Senſation erregte ſein Auftreten
im Leckert=Lützow=Prozeſſe im Dezember 1896, wo er als
Zeuge nähere Ausführungen über eine lange Zeit
hin=
durch in der Preſſe fortgeſetzte Verunglimpfung des
Auswärtigen Amtes gab und erklärte, daß letzteres jede
Verbindung mit der Berliner politiſchen Polizei
abge=
brochen und daß er, der Staatsſekretär, ſelbſt ſich endlich
in die Oeffentlichkeit geflüchtet habe. Schonungslos
brandmarkte Marſchall damals gewiſſe Treibereien,
wo=
bei er eine ungemein temperamentvolle Energie an den
Tag legte. Daß Intrigen gegen ihn im Werke geweſen
waren, daran gab es keinen Zweifel. Schrieb doch ſogar
der Staatsanzeiger, er ſei zu der Erklärung ermächtigt,
daß die gegen hochgeſtellte Perſonen gerichteten
Trei=
bereien bereits in dem am 7. Oktober (1896) ſtattgehabten
Kronrat zur Sprache gekommen ſeien und daß der Kaiſer
auf die Mitteilung, als Verfaſſer gewiſſer gegen die
Re=
gierung intrigierender Artikel ſei ein Agent der politiſchen
Polizei ermittelt worden, ſofort befohlen habe, daß die
Angelegenheit ſtreng unterſucht und nach allen Richtungen
hin klargeſtellt werden ſolle.
Immerhin wurde vermutet, daß die Flucht
Mar=
ſchalls in die Oeffentlichkeit nicht ohne Einfluß auf ſeinen
Rücktritt von der Leitung des Auswärtigen Amtes war.
Er hatte ſich auchsdurch ſeine Handelspolitik den Unwillen
der Agrarier zugezogen und die Kreuzzeitung ſagte zu
ſeiner Demiſſion: „Es wäre volitiſche Heuchelei, wonn wir
behaupteten, die Konſervativen bedauerten den Abgang
Marſchalls. Wenn ſie etwas bedauern, ſo iſt es der Um=
ſtand, daß dieſer aus ihren Reihen hervorgegangene,
un=
zweifelhaft begabte Staatsmann nach dem Scheiden
Bis=
marcks eine Erbſchaft antrat, die ihn vor allem
wirt=
ſchaftspolitiſch in die entſchiedenſte Gegnerſchaft zu ihm
drängte. Jeder unbefangene Beurteiler wird gern
zuge=
ben, daß Marſchall in der auswärtigen Politik eine
glück=
liche Hand bewies, aber die unſeligen Handelsverträge
werden für die Konſervativen ſtets mit ſeinem Namen
verknüpft bleiben.” Hierdurch konnten natürlich die
Ver=
dienſte Marſchalls nicht geſchmälert werden, der ſich als
ein ungewöhnlich befshigter, kluger und geſthickter
Staatsmann erwieſen hatte.
Es war gut, daß man ihn für den diplomatiſchen
Dienſt erhielt. Marſchall kam 1897 als Botſchafter nach
Konſtantinopel. Hier hat er die Intereſſen und das
Pre=
ſtige des Reiches wirkſam vertreten, und keiner ſeiner
Kollegen am Goldenen Horn hat ſtärkeren Einfluß auf
den Sultan und die Pforte gehabt als er. Die hohe
Wertſchätzung, die man in Berlin ſeiner diplomatiſchen
Geſchicklichkeit zu Teil werden ließ, offenbarte ſich, als er
im März 1907 zum erſten Delegierten Deutſchlands auf
der Haager Friedenskonferenz beſtimmt wurde. Dort
hat Frhr. v. Marſchall, geſtützt auf gründliche juriſtiſche
Bildung und auf hervorragende Beherrſchung des
Völker=
rechts, bei allen wichtigen Beratungen und
Entſchließun=
gen großen Einfluß ausgeübt. Im November 1907
er=
hielt er den Schwarzen Adlerorden.
Daß man ſich an maßgebender Stelle jetzt wieder,
wo es gilt, die Beziehungen zu England dauernd zu
feſtigen, der Mitwirkung Marſchalls verſichern will, iſt
verſtändlich.
Der Berliner Lokalanzeiger veröffentlicht unter der
Uéberſchrift „Die Karlsruher Konfferenzen”
einen Artikel von wohlunterrichteter Seite. Es heißt
darin: Frhr. Marſchall von Bieberſtein hat
nicht ohne reifliche Ueberlegung und einiges Zögern der
glänzenden Stellung eines kaiſerlichen Botſchafters in
Konſtantinopel entſagt, um die ehrenvolle, aber ſicherlich
nicht leichte Aufgabe zu übernehmen, die nur halb
vollen=
dete deutſch=engliſche Annäherung einem gedeihlichen
Ab=
ſchluß entgegenzuführen. Er hat ſich aber nach
eingehen=
dem Studium ſeiner Miſſion nicht nur aus
Pflicht=
gefühl, ſondern mit jugendlicher Begeiſterung entſchloſſen,
dem Vaterlande einen Dienſt zu erweiſen, den es von
ihm erwartet. England wird es zu ſchätzen wiſſen, daß
wir einen Mann ſeiner Bedeutung der Vertretung
un=
ſerer ſo weit ausgedehnten Intereſſen am Bosporus
ent=
ziehen und mit dem Oelzweig über die Nordſee ſchicken.
In den weiteren Ausführungen wird darauf
hingewie=
ſen, daß Herr von Marſchall überzeugt iſt, daß ſein
Nach=
folger Frhr. v. Wangenheim die deutſchen.
In=
tereſſen in Konſtantinopel recht vertreten wird, und daß
die wirtſchaftliche und militäriſche Lage der Trükei heute
beſſer als ſeit vielen Jahrzehnten ſei. Der Artikel fährt
dann fort: Die Entſendung des Frhrn. v. Marſchall
nach London beweiſt vor aller Welt die Tatſache, daß
Deutſchland bemüht iſt, mit England, ſelbſtverſtändlich
unter voller Wahrung unſerer Gleichberechtigung, zu
ei=
nem guten und dauernden Einvernehmen zu gelangen.
Europa wird aufatmen, und mit Deutſchland und
Eng=
land werden alle Freunde der Kultur und des
Fort=
ſchritts die Arbeit des Frhrn. v. Marſchall ſegnen, wenn
ihm die Wiederherſtellung der früheren vertrauensvollen
Beziehungen zwiſchen beiden ſtammverwandten
Natio=
nen gelingen ſollte.
Die engliſchen Blätter begrüßen nochmals
die bevorſtehende Ernennung Marſchalls und
er=
zählen allerlei Anekdoten aus ſeiner Botſchaftertätigkeit,
die ihn als einen allermodernſten Diplomaten zeigen. Die
türkiſche Preſſe widmet Marſchall überaus
rüh=
mende Leitartikel und eines der angeſehenſten Blätter,
der Tanin, führt aus, es ſei Marſchall gelungen,
Frank=
reichs Einfluß auszuſchalten, Frankeich möge daraus
entſprechende Lehren ziehen. Auch Pariſer
Blät=
ter erörtern eifrig die bevorſtehende Ernennung des
Frhrn. v. Marſchall zum Botſchafter in London. Das
Journal des Débats ſchreibt:
In Frankreich wie in England äußerte man
Beſorg=
niſſe wegen der neuen Richtung die Marſchall
den engliſch=deutſchen Beziehungen geben
könnte. Wir glauben nicht, Grund zur Beunruhigung zu
haben. Die engliſche Regierung hegt nach wie vor den
aufrichtigen Wunſch, ihre ſeit dem Zwiſchenfall im
Som=
mer ſehr geſpannten Beziehungen zu Deutſchland zu
ver=
beſſern. Wir wiſſen dies und finden es auch ganz
natür=
lich, aber wir wiſſen auch ganz beſtimmt, daß eine Beſſe=
rung, falls ſie eintreten ſollte, in nichts die Beziehungen
der Mächte der Triple=Entente ändert. Selbſt wenn
Marſchall ſich in dieſer Richtung bemühen ſollte, werden
ſeine Anſtrengungen das Syſtem, das auf dem Willen
der Regierungen, den Intereſſen der Länder und den
Sympathien der Völker beruht, nicht erſchüttern können,
— Der Temps ſchreibt: Die unbeugſame
Anhänglich=
keit an die gegenwärtigen internationalen
Gruppierun=
gen verbietet keiner Macht, Zwiſtigkeiten, die zwiſchen
ihr und dritten Mächten beſtehen, in billiger Weiſe zu
re=
geln. Rußland tat dies 1910, Frankreich 1911. und
das=
ſelbe verſucht England 1912. Die Verſuche entſprechen
einem allgemeinen Friedensbedürfnis Europas. Man
täte deshalb unrecht, der Aufgabe Marſchalls einen
Charakter beizumeſſen, den ſie nicht hat und nicht haben
kann, wenn ſie fruchtbar ſein ſoll. — Sehr mißvergnügt
zeigt ſich dagegen die nationaliſtiſche Liberts. Andere
Blätter wie der Gaulois und der Figaro beſprechen die
bevorſtehende Ernennung des Frhrn. v. Marſchall zum
Botſchafter in England in einer gegen Deutſchland
un=
freundlichen Weiſe.
Die nationalliberale Parteikriſis.
** Der geſtrige Sonntag, an dem in Berlin der 14.
Allgemeine Vertrietertag der
Nationall=
liberalen Partei zuſammengetreten iſt, ſollte die
Entſcheidung darüber bringen ob die Nationalliberalen
in Zukunft eine einheitlich geſchloſſene Partei bilden
ſol=
len die die eine Spitze „Zentralvorſtand” beſitzt oder ob
neben den Alten auch die Jungen ihre eigene
Organi=
ſationsſpitze beibehalten unter der Vorausſetzung, daß ſie
ſich in die Geſamtpartei, repräſentiert durch den
Zentral=
vorſtand, einfügen.
Wie bekannt, war der Zentralvorſtand der
nationalliberalen Partei am 24. März ds. Js.
in Berlin zu einer Sitzung zuſammengetreten, die einen
überaus ſtürmiſchen Verlauf nahm. Es wurde ſchließlich
eine Einigung dahin erzielt, daß eine Kommiſſion
ein=
geſetzt wurde, die die Frage für den am 12. Mai
ſtattzu=
findenden Vertretertag vorzubereiten habe. Bei den
Wahlen zum Zentralvorſtand ergab ſich aber, daß die
Vertreter der Jungliberalen Dr. Fiſcher=Köln und Dr.
Streſemann aus dem Zentralvorſtand hinausgewählt
worden waren. Der Reichsverband der Vereine
nationalliberaler Jugend nahm daher in
einem Vertretertag am 31. März zu Frankfurt a. M.
Stellung zu dieſen Vorgängen, in der er eine Kränkung
der nationalliberalen Jugend ſah und erwartete, daß am
12. Mai den Jungliberalen mehr entgegengekommen
werde als dies bisher der Fall war. Der Kampf wogte
dann hin und her und hie und da hatte es den Anſchein,
als ob eine Einigung ſchon vor dem 12. Mai zuſtande
käme.
Einige Zeit darauf trat die nationalliberale
Reichstagsfraktion mit einem Antrag an die
Oeffentlichkeit, in dem die Forderung aufgeſtellt wurde,
daß künftig alle Reichstagsabgeordneten Mitglieder des
Zentralvorſtandes ſein ſollen, während bisher nur der
Vorſtand der Reichstagsfraktion dieſem angehörte. Bald
darauf trat auch die nationalliberale Fraktion des
preu=
ßiſchen Landtags mit einem Antrag an den
Zentralvor=
ſtand heran, der verlangte, daß auch die Mitglieder der
nationalliberalen Fraktion des preußiſchen
Abgeordneten=
hauſes dem Zentralvorſtand der nationalliberalen Partei
angehören ſollten. Auf Anregung des
Provinzialvorſtan=
des der Rheinprovinz und des Vorſtandes der Provinz
Schleſien wurde dann eine aus Vertretern verſchiedener
landſchaftlicher Organiſationen und der nationalliberalen
Jugend zuſammengeſetzte freie Kommiſſion
gebil=
det, die einen Einigungsvorſchlag ausarbeitete,
der den Jugendvereinen wie allen übrigen durch ein
be=
ſonderes Merkmal unterſchiedenen Vereinen und wie auch
jeder anderen Richtung innerhalb der Partei die
Mög=
lichkeit belaſſen will, ſich in eigenen Verbänden zu
orga=
niſieren; dieſe Verbände ſollten aber in Zukunft keinen
irgendwie parteioffiziellen Charakter erhalten, vielmehr
außerhalb der allgemeinen Parteiorganiſation ſtehen, ſich
aber den allgemeinen landſchaftlichen Verbänden
anzu=
ſchließen haben und je nach der Zahl der Mitglieder Lei
der Wahl der Vorſtände der landſchaftlichen Verbände
und bei der Wahl zum Zentralvorſtand berückſichtigt
werden.
Die einzelnen Provinzialorganiſationen
und Lokalvereine nahmen inzwiſchen in teilweiſe
ſehr ſcharfen Reſolutionen Stellung zu der Parteikriſis.
Der Nationalliberale Verein Magdeburg bezeichnete eine
geſonderte Organiſation der Jungliberalen als unhalt=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Nummer 112.
bar und wandte ſich heftig gegen die Aufnahme ſämtlicher
Reichs= und Landtagsabgeordneten in den
Zentralvor=
ſtand. Während ſchon bisher vielfach Stimmen laut
wur=
den, die ſich gegen Perſonenpolitik in der Partei
wand=
ten, erſchienen in den letzten Tagen in führenden
natio=
nalliberalen Blättern Leitartikel, die ſich gegen jede
Ho=
noratiorenpolitik ausſprachen. Es wurde erwartet, daß die
dem Vertretertag vorausgegangenen Sitzungen des
Zen=
tralvorſtandes und des Reichsverbandes der
national=
liberalen Jugend ihre Wellen in den Vertretertag
hinein=
ſpielen würden.
Deutſches Reich.
— Die Sammlungen für die
National=
flugſpende haben, nachdem ſeit der erſten
Veröffent=
lichung des Aufrufes noch nicht drei Wochen verfloſſen
ſind, bereits die Summe von mehr als zwei Millionen
er=
geben.
— Der Geſetzentwurf über die
Haft=
pflicht der Eiſenbahnen iſt in den Beratungen
der zuſtändigen Stellen nunmehr ſo weit gediehen, daß
er demnächſt dem Bundesrat zur Beſchlußfaſſung zugehen
kann. Es iſt demnach zu erwarten, daß die Vorlage den
Reichstag im nächſten Winter beſchäftigen wird. Der
Entwurf iſt nach mehrfachen Verhandlungen mit den
In=
tereſſenten, die im Reichsjuſtizamt ſtattfanden,
ausgear=
beitet worden und hat auch den Bundesregierungen zur
Aeußerung vorgelegen.
Keine Meinungsfreiheit in der
So=
zialdemokratie. Im Vorwärts wird der
Aus=
ſchluß des Genoſſen Hildebrandt in Solingen als etwas
„Selbſtverſtändliches” verteidigt. „Nur wer das Weſen
einer Partei völlig leugnet” verkündet das
ſozialdemo=
kratiſche Zentralorgan, „kann dem Irrtum verfallen, für
eine Parlei unbeſchränke Meinungsfreiheit zu
ver=
langen.
Die Ausweiſung des Abgeordneten
Borchardt aus dem preußiſchen
Abgeord=
netenhauſe. Wie nicht anders zu erwarten war, iſt
die geſamte bürgerliche Preſſe darin einig, daß Herr v.
Erffa zur Ausweiſung des Abg. Borchardt formell
durch=
aus berechtigt war. Solange die Geſchäftsordnung
be=
ſteht, hat der Präſident das Recht und die Pflicht, ſie
aus=
zuführen; ob er dabei in allen Punkten peinlich richtig
ge=
handelt hat, iſt eine Frage, die für die parlamentariſche
Beurteilung ſeines Verhaltens ebenſo wenig in Betracht
kommt, wie der von den Sozialdemokraten
unternom=
mene Verſuch, den Präſidenten und den Polizeileutnant
mit dem Strafgeſetz zu bedrohen, zunächſt nicht ins
Ge=
wicht fällt. Der Köln. Ztg, wird hierzu noch aus
Ber=
lin geſchrieben: Von einigen radikalen Seiten wird der
Verſuch unternommen, die innere Schuld für die
Vor=
gänge dem preußiſchen Wahlrecht aufzuhalſen, weil
die=
ſes empörend und ungerecht ſei und deshalb aufreizend
auf die Sozialdemokraten wirken müſſe. Der beſte
Be=
weis hierfür liege darin, daß ſich die Sozialdemokraten
im Reichstage ganz manierlich benähmen, während ſie
im Landtage Unfug trieben. Auch mit dieſem Verſuche,
die Frage auf ein anderes Gebiet zu ſpielen, iſt nichts
anzufangen, denn es handelt ſich nicht darum, ob das
preußiſche Wahlrecht gut oder ſchlecht ſei, ſondern darum,
ob die Sozialdemokraten im Landtage durch ihr
unerhör=
tes Verhalten die Würde der preußiſchen
Volksvertre=
tung herunterziehen und eine ruhige Geſchäftsführung
unmöglich machen dürfen. Sicherlich hätten auch wir
es vorgezogen, wenn dieſer häßliche Vorgang dem
Ab=
geordnetenhauſe hätte erſpart werden können, darüber
kann überhaupt keine Meinungsverſchiedenheit herrſchen
aber auch darüber nicht, daß die ſechs wilden
ſozialdemo=
kratiſchen Männer im Abgeordnetenhauſe es
zugeſtande=
nerweiſe darauf anlegten, daß der Hausknechtsparagraph
wie ſie die betreffenden Beſtimmungen der Geſchäftsord=
nung nennen, gegen ſie in Anwendung gebracht werde.
Die Herren ſcheinen ſich ganz ſyſtematiſch zu einem
mög=
lichſt ruppigen Auftreten verabredet zu haben, das
ſchließ=
lich die Verhandlungsfähigkeit des Hauſes in Frage
ſtellte. Daß da eingegriffen werden mußte, iſt natürlich
und man kann höchſtens bedauern, daß auch der
Abge=
geordnete Leinert gewaltſam angefaßt worden iſt. Er hat
es aber ſelbſt nicht beſſer gewollt und es offenbar darauf
angelegt, in dieſe Sache mit hineingezogen zu werden.
Auch hier dürfte der Satz gelten: olenti non fit iniuria.
Ausland.
Italien.
Die Arbeitsloſigkeit nimmt in Italien
an=
geſichts der andauernden wirtſchaftlichen Kriſe einen
be=
ſorgniserregenden Umfang an. Während in den
ſüd=
lichen Provinzen, beſonders in Apulien, ſchon ſeit einiger
Zeit gemäß der Anordnung der Regierung
Notſtands=
arbeiten ausgeführt werden, haben die Lombardei und
andere Gegenden unter der Notlage der Induſtrie ſo zu
leiden, daß in Mailand allein 30000 Arbeiter
beſchäf=
tigungslos ſind.
Holland.
Marineminiſter Wentholt hat infolge der
Ablehnung eines Panzerſchiffes für Niederländiſch=
In=
dien ſeine Entlaſſung nachgeſucht.
Frankreich.
Generalſtab und Kriegsflotte. Nach
ei=
ner offiziöſen Meldung hat der Marineminiſter die
Er=
richtung eines beſonderen Generalſtabes der Kriegsflotte
angeordnet, der aus einem Konteradmiral einem
Fre=
gattenkapitän und einem Schiffsleutnant beſteht und die
Aufgabe haben wird, eine enge und wirkſame Verbindung
zwiſchen der Flotte und dem Großen Generalſtab der
Armee zu unterhalten. U. a. wird er dafür zu ſorgen
haben, daß die Uebungen und Flottenbewegungen dem
im Einvernehmen mit dem Großen Generalſtab
ausgear=
beiteten Programm entſprechen.
Amerika.
Eine Spezialbotſchaft des
Präſiden=
ten Taft befürwortet die Abänderung des
Patent=
geſetzes, um die Bildung von Monopolen zu verhüten.
Der Aufſtand in Mexiko.. Nach Meldungen,
die das Staatsdepartement erhielt, breitet ſich der
Auf=
ſtand im öſtlichen Mexiko immer mehr aus und erfaßte
bereits Vera Cruz, San Louis und Petoſi. Wie berichtet
wird, wird bei Contengatel, Tanganhuitz und Gomez
Variaz gekämpft.
Ching.
Die Anerkennung der Republik. Das
diplomatiſche Korps hat über die Anerkennung der
Re=
publik China beraten und dabei folgende Bedingungen
geſtellt: 1. die Mächte handeln nur im gegenſeitigen
Ein=
vernehmen, 2. es iſt zu unterſuchen, inwieweit man
be=
reits mit der Einführung der republikaniſchen
Organiſa=
tion fortgeſchritten iſt und ob der Volkswille ſich für die
Republik ausſpricht, 3. ſämtliche früheren Verträge müſſen
aufrecht erhalten werden, 4. die von den Mächten
aner=
kannte Hauptſtadt darf nicht ohne Zuſtimmung der
Mehr=
heit der Mächte verlegt werden, 5. die fremden
Geſand=
ten werden zu Botſchaftern ernannt, 6. die den Mächten
zugeſagten Vorteile in China können nicht beſeitigt
wer=
den, 7. die durch Unruhen entſtandenen Schäden an dem
Eigentum der Angehörigen fremder Mächte ſind zu
ver=
güten, 8. China wird eine vollſtändige Kontrolle über
ſeine Finanzen geſtatten und Garantien dafür geben, daß
ſich die Unruhen nicht wiederholen. Auf das Verlangen
Chinas, die Zahlung der aus dem Boxeraufſtand
her=
rührenden Verpflichtungen auf einige Jahre zu ſtunden
und eventuell zu ermäßigen, iſt bisher nur von dem
Ge=
ſandten der Vereinigten Staaten, und zwar in
zuſtimmen=
dem Sinne geantwortet worden. Die übrigen Geſandten
werden erſt ihren Regierungen berichten und
Informatio=
nen einholen.
* Wiesbadener Kaiſertage, Nach den nur
endgültig feſtſtehenden Reiſediſpoſitionen trifft der
Kai=
ſer am 16. Mai in der Frühe um 7,15 Uhr von Metz über
Saarbrücken, Umgehungsbahn Mombach-Koſtheim=
Hochheim-Höchſt a. M., Bäderbahn, in Homburg v. d. H
mit Gefolge zur Begrüßung der Kaiſerin im Homburger=
Schloß ein. Im Laufe des Tages — die Stunde ſtehr
bis jetzt noch nicht feſt — wird der Kaiſer mit
Gefolge=
von Homburg ſich im Automobil nach Wiesbaden
bege=
ben. Am 18. Mai mittags, findet eine Kaiſerpgrade
vor dem Kurhausplatz ſtatt, an der Teile der 41.
Infan=
teriebrigade, die Pionierbataillone 21 und 25, die
Unter=
offizierſchule Biebrich und die Garniſonen Wiesbaden
und Homburg teilnehmen.
* Hamburg, 10. Mai. Die Hamburger
Nachrich=
ten melden: Der Ausſtand auf der Vulkan
werft iſt beigelegt. Die Arbeiter werden die Arbeit
am Montag wieder aufnehmen ohne daß der entlaſſene
Arbeiter, um deſſentwillen der Ausſtand ausgebrochen
war, wieder eingeſtellt wird.
* Bremen, 10. Mai. Auf dem
internatio=
nalen Schiffahrtskongreß, der vom 23. bis 29.
Mai in Philadelphia ſtattfinden wird, wird
Deutſch=
land durch etwa 70 Teilnehmer vertreten ſein, die ſich
zum größten Teil am Montag und Dienstag mit den
Dampfern „Friedrich der Große” und „Kaiſer
Wil=
helm II.” des Norddeutſchen Lloyd nach New=York
be=
geben werden. Vertreter entſenden das Miniſterium
der öffentlichen Arbeiten, das Handelsminiſterium. die
ſächſiſche Regierung, die Techniſche Hochſchule in
Dres=
den, die württembergiſche Regierung, die Techniſche
Hoch=
ſchule in Charlottenburg, die Techniſche Hochſchule in
Danzig und die Bremer Handelskammer.
* Duisburg, 10. Mai. Die Duisburg=
Ruhr=
orter Zeitung meldet: Geſtern wurde in einer
Verſamm=
lung des Deutſchen
Transportarbeiterver=
bandes für Montag der Generalſtreik beſchloſſen.
Es ſoll nunmehr das Perſonal der ſüddeutſchen und
hol=
ländiſchen Reedereien ſowie der einzelnen Boots= und
Schiffsbeſitzer die Arbeit niederlegen. Ferner
beabſich=
tigen angeblich die Hafenarbeiter, Kranmaſchiniſten und
Werftarbeiter in allen Hafenplätzen am Montag die
Ar=
beit niederzulegen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Mai.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Johannes
Dietrich zu Guntersblum, Kreis Oppenheim, eine
Lehrerſtelle an der evangeliſchen Schule zu Gunderss
heim, Kreis Worms.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr.9
vom 11. Mai hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachunge
die Aufbringung der Mittel zur Beſtreitung der
Beg=
dürfniſſe der Landjudenſchaft der Provinz Oberheſſei
für 1912 Rj. betreffend. 2. Bekanntmachung, den
Aus=
ſchlag des Gehalts des Rabbinen zu Bingen fürdas
Jahr 1912 betreffend. 3. Bekanntmachung, den Gehaltt
des Großh. Rahbinen zu Alzey betreffend. 4.
Bekannt=
machung, den Steuerausſchlag für den
Rabbinatsgehalk=
zu Offenbach für 1912 Rj. betreffend. 5.
Ueherſicht=
der von Großh. Miniſterium des Innern fürdas
Rechnungsjahr 1912 genehmigten Umlagen zu
ſtreitung der Kommunalbedürfniſſe in den Lande
gemeinden des Kreiſes Alzey (Finanzamtsbezirk Bingenſ.
6 Ueberſicht der von Großh. Miniſterium des Innern
für das Etatsjahr 1912 zur Erhebung genehmigten
Umlagen der Stadt Mainz. — 7. Ueberſicht der für
das Rechnungsjahr 1912 genehmigten, in ſechs Zielen
erhoben werdenden Umlagen zur Beſtreitung der Kom= in Gemeinden des Kreiſes Friedberg.
8. Ueberſicht der in der Stadt Pfungſtadt im
Rechnungs=
jahr 1912 zur Erhebung kommenden Umlagen. 9.
Ueber=
ſicht der von dem Großh. Miniſterium des Innern
für=
das Rechnungsjahr 1912 zur Beſtreitung der
Kommunal=
bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des
Kreiſes Schotten genehmigten Umlagen. 10. Ueberſicht
der für das Rechnungsjahr 1912 zur Erhebung
ge=
nehmigten Umlagen für Beſtreitung der
Kommunal=
bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religonsgemeinden des
Kreiſes Groß=Gerau.
* Militäriſche Pfarrperſonalien. Lic. Schettler,
Diviſions=Pfarrer der Großh. Heſſiſchen (25.) Diviſion in
Darmſtadt, auf ſeinen Antrag mit Penſion in den
Ruhe=
ſtand verſetzt. Liedtcke, Diviſions=Pfarrer der 4. Divi=
Vom guten Ton im Parlament.
C Parlament und guter Ton ſind zwei Begriffe, die
der Wortgebrauch ſehr eng miteinander verknüpft hat.
Wir ſind gewöhnt, Ausdrücke oder Handlungen, die der
feinen Sitte nicht ganz entſprechen, als „
unparla=
mentariſch” zu bezeichnen und deuten damit an, daß
wir auch im gewöhnlichen Leben jene Geſetze des
Anſtandes anerkennen, in denen ſich nach der
Ge=
ſchäftsordnung die Formen des Verkehrs unter den
Volksvertretern abſpielen ſollen. Aber da ſich nun
ein=
mal „hart im Raum die Sachen ſtoßen, und wir in der
„vollkommenſten aller Welten” von Vollkommenheit noch
weit entfernt ſind, ſo wird der gute Ton im Leben wie
im Parlament ja häufig verletzt, wie uns die Szenen im
preußiſchen Abgeordnetenhaus in den letzten Tagen
wie=
der einmal bewieſen haben. Der bekannte engliſche
Par=
lamentarier Parnell gab einmal einem neuen Mitgliede
des engliſchen Unterhauſes, das ihn fragte,
wie es am beſten die Geſetze kennen lernen könnte, die
paradoxe Antwort: „Indem Sie ſie verletzen.” Solch
eine Uebertretung der Anſtandsregel iſt im Haus der
Ge=
meinen, das ſich mit Stolz die Mutter der
Par=
lamente” nennt, eine alltägliche Sache, die nur den
Veteranen der Politik nicht mehr paſſiert. Regeln über
Regeln ſind nämlich gleich Fußangeln über alle Felder
dieſes ſchwierigen Bodens gelegt, und immer wieder
ver=
fängt ſich ein Mitglied in dieſem Geſtrüpp von Verboten
und Warnungen. Es iſt „gegen die Ordnung”, ein Buch
oder eine Zeitung zu leſen, zu ſtehen, während ein
an=
deres Mitglied ſpricht; ein großer „kaux pas” iſt es, wenn
man ein Mitglied perſönlich anredet, da alles nur an die
Adreſſe des Präſidenten gerichtet werden darf. Während
man, ſo lange man ſitzt, ruhig den Hut aufbehalten darf,
ertönen augenblicklich Ordnungsrufe, ſo bald einer mit
dem Hut auf dem Kopfe ſprechen will. Nichts
Unpaſſen=
deres gibt es, als irgend jemanden bei ſeinem Namen
anzureden. Die Miniſter bekommen alle ihre offiziellen
Titel und die Mitglieder haben ein Anrecht darauf, in
ihrer Eigenſchaft als Parlamentarier deutlich bezeichnet
zu werden. Nhemand ſpricht von Mr. Soundſo, ſondern von
dem „ehrenwerten Mitglied des Wahlkreiſes St. Auſtell
in Cornwall‟. Ein Juriſt darf die Anrede „das ſehr
ehrenwerte und gelehrte Mitglied” ein Soldat „das ſehr
ehrenwerte und tapfere Mitglied” verlangen. Während
ſo die altehrwürdigen Traditionen des engliſchen
Parla=
ments aufs ſtrengſte innegehalten werden, und für den
guten Ton in öffentlichen Verſammlungen vorbildlich
geworden ſind, geſtatten die Anſtandsregeln andererſeits
Dinge die uns mehr als ſonderbar erſcheinen. Wer auf
der erſten Bank ſeinen Sitz hat, darf ſich zum Beiſpiel
un=
geniert hintenüber legen und die Beine auf dem Tiſche
plazieren, ſo daß er dem Präſidenten und den Miniſtern
den Anblick ſeiner Fußſohlen darbietet. Händeklatſchen
iſt ſtreng verboten; aller Beifall wird in den Rufen „Hört,
hört!” geäußert. Aber wenn dies „Hört, hört!” als
iro=
niſche Unterbrechung gemeint iſt, ſo läßt ſich das auch nicht
jeder gefallen. Als Gladſtone in einer ſeiner Reden als
genialer Rechenmeiſter wieder einmal mit einer
Un=
menge von Zahlen aufwartete, rief ein Mitglied der
Oppoſition lachend: „Hört, hört!” Gladſtone unterbrach
ſeine Rede und lauſchte geſpannt nach dem Lacher hin,
der höchſt betroffen unter der Aufmerkſamkeit des ganzen
Hauſes da ſaß. „Sir”, ſagte Gladſtone zum Präſidenten,
„das ehrenwerte Mitglied lacht”, und mit ſeinem ſüßeſten
Tone fuhr er fort: „Ich möchte mir erlauben, dem
ehren=
werten Mitglied den beſcheidenen Rat zu erteilen, daß es
das nächſte Mal ſein Lachen verſchönen möge — durch
einen Gedanken.”
Zwiſchenrufe irgendwie auffälliger Art ſind
im engliſchen Parlament ſtreng verboten, und damit ſteht
es im ſtrengſten Gegenſatz zu ſeinem jüngeren, viel
tem=
peramentvolleren und unerzogeneren Bruder, dem
fran=
zöſiſchen Parlament, in dem Zwiſchenrufe für
wirkſamer und wichtiger gelten, als die Reden ſelbſt. Der
gute Ton hat im Palais Bourbon ſtets im Argen gelegen,
von den wilden Sturmſzenen der Revolutionskonvente
angefangen. Deshalb ſind hier auch ſchwere
Ord=
nungsſtrafen geſchaffen worden, die gar häufig
Anwendung fanden und finden. Außer dem „Verweis”
kann auch die „zeitweiſe Entfernung” verhängt
werden. Was ſich bei uns in dieſen Tagen ereignete, iſt
im franzöſiſchen Parlament ſchon öfters vorgenommer
worden. Ja, der Ehrgeiz manches radikalen Redners
geht darauf hin, „an die Luft geſetzt” zu werden, und das
hohe Vorbild ſolcher Sehnſucht iſt einer der großen
Red=
ner der Reſtaurationszeit, Manuel, der 1823 durch
Sol=
daten gewaltſam aus dem Hauſe entfernt wurde. Auch
in neueſter Zeit ſind mehrmals Abgeordnete ſo abgeführt
worden, beſonders bei ſchweren Beleidigungen der Mi
niſter, wie damals, als ein Deputierter den
Juſtizmini=
ſter „einen Schuft und Lumpen” nannte. Eine ſolche
Strafe kann nur von dem Haus ſelbſt beſchloſſen werden
Iſt dies geſchehen, dann ſetzt der Präſident ſeinen Hut
auf, die Abgeordneten verlaſſen den Saal und unter
ge=
ſpannter Aufmerkſamkeit der gefüllten Logen betritt die
Parlamentswache den leeren Raum, geführt von einet
Offizier. Der Offizier berührt den Abgeordneten an de
Schulter, und auf dieſe Aufforderung hin muß der
Aus=
geſchloſſene der Eskorte folgen, um erſt nach einer
be=
ſtimmten Zeit, die bis zu drei Monaten dauern kann, die
Kammer wieder zu betreten. Die ſchwere Form der Ent
fernung auf längere Zeit wurde gegen einen Deputierten
ausgeſprochen, der Jules Ferry zugerufen hatte: Si
ſind unverſchämt” und gegen einen anderen, der ſich zu
dem Ruf hatte hinreißen laſſen: „Lang lebe die
Kom=
mune!” Freilich werden nicht alle Angriffe gegen die
Regierung ſo ſchwer beſtraft, und die zahlreichen
Abge=
ordneten, die den ſchonungsloſen Unterdrücker der
Kom=
mune=Bewegung, General Gallifet, als Kriegsminiſter
mit Beſchimpfungen wie „Mörder! Henker! Schlächter!”
empfingen, gingen ſtraflos aus. Den ſchwerſten Inſulten
war Ferry während des Kolonialkrieges von 1885
aus=
geſetzt. Caſſagnac ſchrie damals: Schmeißt ihn raus!”
und Clemenceau erklärte, auf die Miniſter weiſend: „Die
Männer ſind keine Miniſter mehr; ſie ſind Verbrecher, die
vor das Gericht gehören!‟ Die wilden Wogen der
ent=
feſſelten politiſchen Leidenſchaft fegten die ſchwachen
Schranken des guten Tones hinweg; ſie brandeten hinaus
bis vor die Mauern des Palais Bourbon, wo die erregte
Menge damals die Staatsmänner ſteinigen wollte
Auch die Geſchäftsordnung des engliſchen Unterhauſes
geſtattet die gewaltſame Entfernung eines zenſurierten
Nummer 118.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Seite 3.
ſion in Gneſen, zur Großh. Heſſiſchen (25.) Diviſion
nach Darmſtadt verſetzt. Salzſieder, Militär=
Hilfs=
geiſtlicher der Großh. Heſſiſchen (25.) Diviſion in
Darm=
tadt, zur 4. Diviſion nach Gneſen behufs
Wahr=
nehmung der Diviſions=Pfarrſtelle daſelbſt zum 15. Mai
1912 verſetzt.
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
beſchäftigte ſich in ſeiner Sitzung am Samstag
zu=
nächſt mit der Beſchwerde der Eiſenbahndirektion Mainz
über die Entſcheidung des Kreisausſchuſſes von Groß=
Gerau betr. die Unterhaltung eines Teiles der
öffent=
lichen Straße, die von Ginsheim nach Guſtavsburg zur
Mainbrücke führt. Im Jahre 1886 wurden die Hafen= und
Bahnanlagen erweitert, und mußte bei dieſer
Gelegen=
heit der auf dem Maindamm herführende Weg von
Ginsheim nach Guſtavsburg anderweitig angelegt
wer=
den. Der damaligen Heſſiſchen Ludwigsbahn=Geſellſchaft
wurde hierbei die Bedingung zur Unterhaltung dieſes
öffentlichen Weges auferlegt, während das Gelände in
den Beſitz des Großherzogtums überging. Im Jahre
1898 wurde die=Straße von Ginsheim’bis zu dieſem Weg
ils Kreisſtraße ausgebaut und hatte hiergegen die
Eiſen=
hahndirektion auf Anfrage des Kreisamtes Groß=Gerau
ichts einzuwenden, ſie bemerkte jedoch, daß die
Unter=
altung der Straße nunmehr auf Koſten des Kreiſes
ge=
chehen müſſe, da ſich die Benutzung nach dem Ausbau als
Kreisſtraße außerordentlich ſteigern werde. Hierauf
vurde vom Kreisamt Groß=Gerau erwidert, daß die
lebernahme ſämtlicher Unterhaltungskoſten wohl zu
veitgehend ſei, der Kreis würde aber eine
Beitragsleiſt=
ing nicht ablehnen. Weitere Verhandlungen wurden
iber damals nicht gepflogen, bis im Jahre 1910 wieder
von der Eiſenbahnverwaltung Unterhandlungen
begon=
ten wurden, die ſich jedoch zerſchlugen. Am 31. Januar
911 reichte ſie deshalb Klage beim Kreisausſchuß Groß=
Berau ein auf Erſatz der Unterhaltungskoſten von 1898
m, ſowie die Unterhaltungspflicht des Weges ſeitens des
kreiſes Groß=Gerau für die Zukunft auszuſprechen. Die
Eiſenbahnverwaltung wurde abgewieſen, da bei
Auf=
rlegung der betr. Bedingung ſeitens des Miniſteriums
chon die Zunahme des Verkehrs in Rechnung gezogen
Fei. Die eingelegte Beſchwerde gegen dieſes Urteil wurde
om Provinzialausſchuß abgewieſen unter Verurteilung
er Beſchwerdeführerin in die Koſten. Durch das
Kunſt=
traßengeſetz ſeien beſtehende Vereinbarungen nicht auf=
Lehoben. Auch kann die Uebernahme nur von den
Ge=
neinden beantragt werden. — Eine weitere Klage der
Eiſenbahndirektion Mainz betrifft denſelben Weg. Sie
verlangt von der Gemeinde Ginsheim die Uebernahme
nd Unterhaltung dieſer Wegſtrecke in
Gemeindeeigen=
um, da ſie als Ortsdurchfahrt anzuſehen ſei. Der
Kreis=
usſchuß weigerte ſich, durch Entſcheid vom 2. Juni 1911,
In mündliche Verhandlung einzutreten, bevor die
kon=
orme Klage gegen den Kreis entſchieden ſei. Der
Pro=
inzialausſchuß hebt die Entſcheidung des
Kreisaus=
ſchuſſes auf und weiſt die Sache zur Verhandlung an den
kreisausſchuß zurück.
Der Landarmenverband Dieburg klagt
egen den Landarmenverband Darmſtadt auf
Er=
gattung der Uebernahmekoſten im Betrage von 8,05 Mark
ür den aus Bayern wegen dauernder
Unterſtützungs=
edürftigkeit (Geiſteskrankheit) ausgewieſenen, am 25.
luguſt 1869 zu Darmſtadt geborenen Ludwig Wenner.
Das Kreisamt Darmſtadt hatte auf Anfrage der
Armen=
ewaltung Nürnberg geantwortet, daß der Ueberweiſ=
An nichts entgegenſtehe. Der Landarmenverband
Darm=
ſtadt lehnte jedoch auf Grund des § 10 des Gothaer
Aus=
ſeferungsvertrages die Ab= und Uebernahme ab, da dort
ie Grenzkreisämter als zur Ab= und Uebernahme
ver=
flichtet bezeichnet werden. Die Klage des
Landarmen=
erbandes Dieburg wird vom Provinzialausſchuß
ab=
ewieſen da dieſer der Anſicht iſt, daß die
entſtan=
enen Koſten Polizeikoſten ſind.
Die Eiſenbahndirektion Mainz hat die Enteignung
on Gelände zur Erweiterung der Gleis= und
Ladeanla=
en auf Bahnhof Birkenau beantragt. Gegen den
lan iſt keine Einwendung erhoben worden, doch konnte
ber den Preis zwiſchen der Eiſenbahnverwaltung und
en Beſitzern keine Einigung erfolgen. Es hat bereits ein
erhandlungstermin ſtattgefunden, in dem
Augenſchein=
ahme beſchloſſen wurde, die inzwiſchen ſtattgefunden
at. Die Eiſenbahnverwaltung bietet für den
Quadrat=
teter Ackerland 2,50 Mark, für Gartenland 3.50 Mark,
ährend die Intereſſenten 3,50 Mark bezw. 6 Mark
for=
ern. Die Lokalkommiſſion hat die von der
Eiſenbahn=
erwaltung angebotenen Preiſe für angemeſſen erklärt,
r das Gelände nicht als Bauland anzuſehen ſei. Der
brovinzialausſchuß ſetzte nach der Verhandlung die
Ver=
indung des Urteils auf Samstag, den 18. Mai. feſt.
Die Freiherrlich von Fechenbachſche Verwaltung hat
egen die Heranziehung zu den Umlagen der Gemeinde
ber=Mörlen Beſchwerde eingelegt. Die Herrſchaft
hat im Jahre 1896 als Hypothekargläubigerin die
Beſitz=
ung in Ober=Mörlen übernommen und wohnte auch in
den folgenden Jahren ab und zu einige Monate in Ober=
Mörlen. Im Jahre 1911 wurde die Verwaltung auch in
Ober=Mörlen zur Kommunalſteuer herangezogen. Da
ſie bis dahin immer von Dieburg, dem Hauptſitz der
Herrſchaft, zur Kommunalabgabe herangezogen wurde,
legte ſie Beſchwerde gegen die Veranlagung durch die
Gemeinde Ober=Mörlen ein. Der Provinzialausſchuß
beſchloß, der Beſchwerde ſtattzugeben und feſtzuſtellen,
daß die Verwaltung von Dieburg zu veranlagen ſei. Die
Gemeinde Ober=Mörlen hat die Koſten des Verfahrens
und 5 Mark Verhandlungsgebühr zu zahlen.
Der Beſitzer Michael Faltermann II. in
Viern=
heim hat gegen einen Gemeinderatsbeſchluß Beſchwerde
eingelegt. Der Gemeinderat hatte dem Johann
Falter=
mann I. die Allmendenutznießung eines von ſeinem
Vater gepachteten Grundſtückes zugeſprochen, da er das
betreffende Grundſtück noch vor dem Tode des Vaters
ver=
ſicherte, d. h. gedüngt hatte, was vom Gegner beſtritten
wurde. Ueber dieſe Behauptung wurde durch eidliche
Zeugenvernehmung vor dem Amtsgericht Lampertheim
Beweis erhoben. Der Provinzialausſchuß ſah hierdurch
als erwieſen an, daß der Acker verſichert war und wies
die Beſchwerde als unbegründet ab.
-g. Strafkammer. Aus Anlaß des am 9. Januar im
Roſengarten bei Worms ſtattgefundenen Liebesdramas,
dem die 17jährige Katharine Weber zum Opfer fiel, hatte
ſich am Samstag vor der hieſigen Strafkammer der am
2. Februar 1892 geborene Kaufmannslehrling Auguſt J.
aus Groß=Umſtadt wegen Tötung auf Verlangen zu
ver=
antworten. J. war in einem hieſigen Geſchäft angeſtellt
und unterhielt ein Liebesverhältnis mit der Getöteten, das
jedoch von den Eltern wegen der Jugendlichkeit der Beiden
nicht gebilligt wurde. Nach der Angabe des Angeklagten
ſuchte er nun Abneigung in dem Mädchen zu erwecken, da
er mit ihr brechen wollte. Zu dieſem Zwecke fing er in
Darmſtadt noch eine andere Liebſchaft an und beſuchte auch
die Tanzſtunde in Ober=Ramſtadt. Durch dieſen
Lebens=
wandel machte der Angeklagte bedeutende Schulden,
außer=
dem entwendete er ſeinem Geſchäftsherrn zwei
Sparkaſſen=
bücher der Pfennigſparkaſſe und hob von jedem Buch 50
Mark ab. Am 7. Januar erhielt er von der Weber eine
Mitteilung, daß ſie bald nach England oder Irland in
Stellung gehen würde, ſie bat ihn deshalb, zu ihr zu
kom=
men. Bei dieſer Zuſammenkunft nun redete ihr der
Ange=
klagte, wie er oft von heftigem Weinen unterbrochen,
ge=
ſtand, ein, daß ſich beide erſchießen wollen. Er hatte ſich
bereits früher einen Revolver verſchafft, der eine
Kugel=
patrone und fünf Schrotpatronen enthielt. Die Getötete
war erſt nach ein bis zwei Stunden mit dem Plan des
ge=
meinſamen Todes einverſtanden. Am 9. Januar
vor=
mittags verſchickte J. noch verſchiedene Abſchiedsbriefe an
Bekannte. Dann reiſten Beide nach Heidelberg, wo zuerſt
die Tat ausgeführt werden ſollte, ſie fuhren jedoch von hier
nach Bensheim und von da nach Worms. Hier kauften ſie
zunächſt einen großen Strick, da ſie ſich auf der
Straßen=
brücke Worms erſchießen und dann in den Rhein ſtürzen
wollten. Der Angeklagte kaufte ſich dann noch zwei
Schach=
teln Zigaretten und Kugelpatronen, womit er die
Schrot=
patronen erſetzte. Abends zwiſchen 6 und 7 Uhr ſandte
dann noch die Getötete einen Abſchiedsbrief an ihre
Mut=
ter, während er an einen Darmſtädter Bekannten eine Karte
mit humoriſtiſchem Inhalt ſchrieb Dann begaben ſich beide
nach dem rechten Rheinufer, dem ſogen. „Roſengarten” wo
der Angeklagte noch eine beträchtliche Anzahl Zigaretten
rauchte. Nun behauptet der Angeklagte, daß zwiſchen 9 und
10 Uhr Frl. Weber ſich einen Schuß beibrachte, und da er
ſie noch röcheln hörte, gab er dann auch noch einen Schuß
ab, um ihren Todeskampf abzukürzen. Den nächſten Schuß
brachte er ſich bei, durch den er in längere Ohnmacht
ver=
fiel. Bei dem Auffinden des Revolvers enthielt dieſer nur
noch 2 Patronen, es müſſen alſo 4 Schüſſe abgegeben ſein.
Nach dem Bericht des Kreisarztes Medizinalrat Dr. Groß
aus Bensheim über den Sektionsbefund, hatte die
Ge=
tötete zwei Schüſſe erhalten. Der anſcheinend von dem
erſten Schuß herrührende Schußkanal geht von der linken
Stirnſeite in der Mitte von Ohr und Stirnkante etwas nach
oben, bis gegen die innere Schädelwand über dem rechten
Ohre. Der zweite Schuß ging von der rechten Stirnſeite
durchs Gehirn. Beide Schüſſe ſeien jeder für ſich allein
töd=
lich geweſen, doch muß der zweite Schuß den Tod
beſchleu=
nigt haben. Der erſte Schuß kann nach Lage des
Schuß=
kanals unter Umſtänden wohl von der Getöteten ſelbſt
her=
rühren, der zweite jedoch nicht, da der erſte Schuß eine
momentane Bewußtſeinsſtörung hervorgerufen haben muß.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer
Ge=
ſamtſtrafe von 3 Monaten 1 Woche Gefängnis.
Der Haftbefehl wurde aufrecht erhalten.
Zweite Kammer. Die Kommiſſion zur
Ver=
einfachung der Staatsverwaltung iſt auf
Mittwoch, den 22. Mai, zu einer Sitzung einberufen
worden, um über die von der Regierung vorgeſchlagene
Vereinfachung der Steuerbehörden zu beraten.
* Bom Hoftheater. Wie alljährlich, findet auch in
dieſem Jahre eine Vorſtellung zugunſten des hieſigen
Hoftheaterpenſionsfonds ſtatt. In vielen
Städten erfreuen ſich dieſe Fonds einer lebhaften
Unter=
ſtützung ſeitens des Theaterpublikums. In Leipzig z. B.
läßt es ſich kaum ein wohlhabender Bürger nehmen, dem
Penſionsfonds „ſeines” Theaters durch Schenkungen oder
Vermächtniſſe einen erheblichen Beitrag zuzuwenden. Je
ſeltener das hier in Darmſtadt der Fall iſt, deſto mehr iſt
zu erwarten, daß das Theaterpublikum wenigſtens durch
lebhaften Beſuch der Benefize dem Penſionsfonds ſein
Intereſſe bezeugt. Die Vorſtellung findet am
Frei=
tag, den 17. Mai, ſtatt und iſt hierzu die hier ſo ſehr
beliebte Operette „Prima Ballerina” auserſehen,
in der Herr Speiſer noch einmal Gelegenheit haben wird
in einer größeren Rolle ſich zu verabſchieden. Alles
Nähere iſt aus der Theateranzeige erſichtlich.
* Flugtage in Darmſtadt. Der Lokalausſchuß
ver=
öffentlicht nunmehr das Programm für den großen
Darmſtädter Flugtag. Darnach ſind folgende
bedeut=
ſame Veranſtaltungen zu erwarten: Früh morgens
ab ¾ 6 Uhr bis etwa 8 Uhr Ankunft und Landung
der Flieger, die vorausſichtlich aus ſehr großer Höhe
Darmſtadt erreichen werden, da ſie vorher eine Art
Höhenwettbewerb ausfechten. Von 9 bis etwa 12 Uhr
iſt der Flugzeug=Z eltwettbewerb. Die Zelte ſind ſchon
Tags vorher aufgeſchlagen, ſodaß ſie alsbald in
Be=
nutzung genommen und beſichtigt werden können. Nach
der Beſichtigung werden die Zelte abgebrochen, verladen
und nach Frankfurt transportiert. Von ½ 2 bis 6Uhr
finden dann die Paſſagierfahrten im Zeppelinkreuzer
ſtatt. Hierzu wird die „Viktoria Luiſe” gegen ½2 Uhr
hier eintreffen und vorausſichtlich nach einer Fahrt über
Darmſtadt auf dem Flugplatz (Griesheimer) landen.
Dann beginnen die Paſſagierfahrten, etwa 4 im Laufe
des Nachmittags, ſodaß der Luftkreuzer etwa fünf Mal
hier landen wird. Nach 6 Uhr rüſten die Flieger zum
gemeinſamen Fluge nach Frankfurt. Dieſer Flug wird
eines der intereſſanteſten Schauſpiele des ganzen Tages
bieten, denn die Flieger werden möglichſt gleichzeitig
oder doch unmittelbar hintereinander aufſteigen, ſodaß
vorausſichtlich 10 Flieger gleichzeitig den Flugplatz
um=
kreiſen werden, ehe ſie die Fahrt nach Frankfurt antreten.
Mit dieſem Schlußabflug iſt dann der Darmſtädter
Flug=
tag beendet. Während des Tages finden Aufſtiege von
Feſſelballons ſtatt. Zahlreiche gedeckte Hallen und
Re=
ſtaurationszelte ſind vorhanden, die für die leiblichen
Bedürfniſſe der Beſucher ausreichend ſorgen werden.
Auch für Sitzgelegenheit iſt ausreichend geſorgt
und während des ganzen Tages werden mehrere
Mili=
tärkapellen konzertieren. Die Reſtauration hat
Herr Hotelier Scherer vom Truppenübungsplatz
über=
nommen. Mittageſſen wird auf Wunſch aus dem
Offi=
zierkaſino des Lagers geliefert. Zahlreiche
Extra=
züge ſorgen für Fahrgelegenheit während des ganzen
Tages. Die Eintrittspreiſe ſind im Anzeigenteil bekannt
gegeben. Eintrittskarten ſind zu haben: In der
Ge=
ſchäftsſtelle der Flugſtudiengeſellſchaft, Rheinſtraße 14,
in der Expedition des Darmſtädter Tagblatt und im
Ver=
kehrsbureau. Es liegt im Intereſſe der Beſucher der
Flugveranſtaltungen, ihre Karten im Vorverkauf vorher
zu entnehmen, da der Andrang an den Kaſſen und die
Abfertigung daſelbſt mit Schwierigkeiten verbunden ſein
dürften, die durch die Vorentnahme der Karten behoben
werden könnten.
Um den Schülern den Beſuch der ſehr lehrreichen
Veranſtaltung zu erleichtern, hat der Ausſchuß beſchloſſen,
Schülerkarten für den 3. Platz zu 20 Pfg.
auszu=
geben, die zum Eintritt während des ganzen Tages
Gel=
tung haben (die übrigen Karten 3. Platz à 20 Pfg.
be=
rechtigen nur zum einmaligen Eintritt), ſowie Karten
für die anderen Plätze zur Hälfte des Preiſes für
Er=
wachſene, alſo: Reſervierter Platz zu 5 Mk. (Erwachſene
10 Mk.), 1. Platz zu 1,50 Mk. (Erwachſene 3 Mk.), 2. Platz
zu 50 Pfg. (Erwachſene 1 Mk.). Sämtliche Karten ſind
Tageskarten und berechtigen zum mehrmaligen Eintritt.
Die Schülerkarten 3. Platz können nur durch die
Schul=
verwaltungen bezogen werden. Die Karten für die
übrigen Plätze ſind außer durch die Schulverwaltungen
auch bei den bekannten Vorverkaufsſtellen erhältlich.
Die Schulbehörde hat genehmigt, daß am Flugtage,
den 17. Mai, die Schulen geſchloſſen werden.
* Silberne Hochzeit. Am 14. Mai begehen Herr
Schreinermeiſter Martin Müller und Frau, geb.
Netz, das Feſt ihrer ſilbernen Hochzeit.
C. Todesfall. Am 9. Mai ſtarb hier im hohen
Alter von 83 Jahren der Großh. Palaisinſpektor i. P.
Geora Dochnahl. Von ſeinen 59 Dienſtjahren brachte
der Verewigte 22 im Dienſte der Herzogin von Dal=
bgeordneten. Ueber das Verfahren teilt Dr. J. Redlich
t ſeinem Werk „Recht und Technik des engliſchen
Parla=
ientarismus” (Leipzig, Duncker und Humblot)
folgen=
es mit:
„Nach Standing Order 20 obliegt es dem
Vorſitzen=
en, Mitglieder des Hauſes, deren Benehmen eine grobe
erletzung der Ordnung bedeutet, aufzufordern, daß ſie
ch ſofort für den Reſt der Sitzung aus dem Hauſe
ent=
rnen, und zwar ſoll zur Durchführung dieſes Befehles
er „Serjeant=at=Arms” den Verfügungen entſprechend
andeln, die er vom Vorſitzenden erhält. Das ſo
ausgewie=
ne Mitglied hat ſich nicht nur aus dem Sitzungsſaale,
ndern aus dem ganzen Bereich des Hauſes für den Reſt
es Sitzungstages zu entfernen. Leiſtet der betreffende
bgeordnete dieſem Befehl nicht Folge, ſo nähert ſich der
Serjeant=at=Arms” und legt ihm die Hand auf die
Schul=
r. Setzt der Abgeordnete auch jetzt noch Widerſtand
ttgegen, ſo treten auf den Wink des Serjeant mehrere
iner Unterbeamten (Meſſengers) zur Hilfeleiſtung
her=
ei. In ſolchem Falle weicht der zenſurierte
Abgeord=
ete regelmäßig der ſtärkeren Gewalt (superior force).
u einem Hinaustragen widerſpenſtiger Abgeordneter,
ie es in der franzöſiſchen Kammer wiederholt
vorgekom=
en iſt, hat es das engliſche Unterhaus bisher noch nicht
ebracht. Auch in ſolchem Falle iſt es zuläſſig, die
beharr=
che Weigerung, dem Befehle des Speaker Folge zu
lei=
en, als ein neues und ſchwereres Delikt aufzufaſſen.”
Dieſes wird auf Beſchluß des Hauſes mit Suſpenſion
vom Dienſte des Hauſes” geahndet. Anfangs zeitlich
egrenzt, iſt die zeitliche Grenze durch Beſchluß vom 13.
ebruar 1902 geſtrichen worden. Daher dauert die
ſuſpenſion ſo lange, bis ſie durch Beſchluß des Hauſes
ieder aufgehoben wird. In der Regel darf dieſe Strafe
ur über ein einzelnes Mitglied verhängt
wer=
en; ſind jedoch die oben erwähnten Handlungen von
iehreren Abgeordneten gemeinſam begangen, dann
kön=
en ſolche Mitglieder auch gemeinſam ſuſpendiert
erden. Leiſtet ein oder das andere Mitglied dem
Aus=
beiſungsbefehl nicht Folge, dann kann der Sprecher,
gesdem er das Haus aufmerkſam gemacht hat, daß
Zwangsmaßregeln notwendig ſeien, die bereits
bezeich=
neten Befehle an den „Serjeant=at=Arms” ohne weitere
Befragung des Hauſes zum Zwecke von Anwendung
der Gewalt erteilen.
So „vergewaltigt” das freie England die immunen
Volksvertreter! Da wenigſtens einem Teil der
ſozial=
demokratiſchen Führer dieſer Tatbeſtand bekannt ſein
muß, braucht über die Demagogie des heutigen
Proteſt=
treibens weiter kein Wort verloren zu werden.
Fenilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. In Königsberg
iſt der langjährige Direktor des Stadttheaters,
der in der ganzen Bühnenwelt beſtens bekannte Geheime
Hofrat Adolf Varena geſtorben. Die Geſundheit
des bejahrten Mannes war in den letzten
Wintermona=
ten hart angegriffen, und vergebens ſuchte er in
Wies=
baden durch eine energiſche Kur Erholung und Linderung
ſeiner Schmerzen. Varena iſt am 2. Januar 1842 in
Mainz als Sohn eines Großherzogl. Heſſiſchen
Haupt=
zollamtsinſpektors und ehemaligen Offiziers geboren.
„Richard Wagner in Norwegen.” Zu dem
unter dieſem Stichwort kürzlich erſchienenen Artikel ſehe
ich mich als Norwegerin, und durch meine langjährige
Tätigkeit im Muſikfach verpflichtet, eine Berichtigung zu
geben: In dem Artikel hieß es: „Das hochkultivierte
Norwegen kannte bisher keine einzige Oper von
Wag=
ner” — weiter: „der Beginn wurde mit Verdis Aida
gemacht, dann folgte Bizets Carmen und nun wird zum
erſten Male ein deutſches Werk. Richard Wagners „
Lohen=
grin” in Chriſtiania gegeben.” Wenn das ſo aufgefaßt
ſein ſoll, daß „Lohengrin” das in Chriſtiania
erſtaufge=
führte deutſche Werk ſein ſoll, ſo müßte man ja wohl auf
das Prädikat „hochkultiviert” verzichten. Opern von
Mozart, Gluck, Weber uſw. ſind in Chriſtiania
wohl=
bekannt. Die erſte Wagner=Oper, die in Chriſtiania
ge=
geben wurde, war „Der Fliegende Holländer” und dieſe
ſogar vor mehr als 10 Jahren. Daß Sinn und Liebe für
deutſche Muſik, und zumal für die erſten deutſchen Meiſter,
vorhanden iſt, das können gewiß die in Norwegen
all=
jährlich gaſtierenden deutſchen Künſtler beſtätigen.
Marie Moeſtue.
* Wie tief iſt der Atlantiſche Ozean? Die Kataſtrophe
der „Titanic” hat auch das Intereſſe für die Tiefe des
Atlantiſchen Ozeans wieder lebhaft werden laſſen, zumal
die ſeemänniſchen Bezeichnungen wie Faden, Knoten uſw.
dem Laien oft nicht ohne weiteres verſtändlich ſind.
Viel=
fach beſtehen über die Tiefenverhältniſſe der drei
Haupt=
ozeane der Erde überhaupt falſche Vorſtellungen. Am
beſten bekannt ſind indes die Tiefenverhältniſſe des
Atlan=
tiſchen Ozeans. Dies beſtätigt auch Dr. J. Wieſe in einem
Aufſatz über den Meeresboden und die Tiefen der See,
der in dem neueſten Heft 10 der Arena (Stuttgart,
Deut=
ſche Verlagsanſtalt) erſchienen iſt. Nach den dort
nieder=
gelegten Angaben durchzieht den Atlantiſchen Ozean in
der Mitte wie ein Rückgrat eine nicht unbedeutende
Bo=
denerhebung, die bei Island beginnt und eine Länge von
15000 Kilometer beſitzt. Zu beiden Seiten dieſes Rückens
liegen je zwei tiefe Becken oder Mulden mit 4000 bis
6000 Metern Waſſertiefe. In dieſen Becken gibt es auch
auffallend flache Stellen oder Bänke, wo das Waſſer
kaum 100 Meter tief iſt. Die vulkaniſche Natur dieſer
Bänke ſcheint ſicher; manche von ihnen beherbergen große
Fiſchreichtümer. Die Meeresgegend bei Neufundland (wo
die „Titanic” ſank) weiſt ebenfalls eine ſolche Bank auf,
die ihre Entſtehung erratiſchen Anhäufungen zu
verdan=
ken hat. Im übrigen ſind die größten bis jetzt in dem
Atlantiſchen Ozean gefundenen Tiefen nördlich von
Por=
toriko gelotet worden, nämlich 8341 Meter in 19 Grad
39 Minuten nördlicher Breite und 66 Grad 26 Minuten
weſtlicher Länge und 7732 Meter in 19 Grad 30 Minuten
nördlicher Breite und 66 Grad 12 Minuten weſtlicher
Länge.
Die Hüterin von Morgans Bücherſchätzen. Das
konventionelle Bild eines Bibliothekars als eines
ver=
trockneten Greisleins das im ſtaubigen und vergilbten
Ausſehen eine verblüffende Aehnlichkeit mit ſeinen ge=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Nummer 112.
berg — Dochnahl war ein geborener Herrnsheimer
und 37 im Dienſt des Großh. Hauſes zu, wobei er
zu=
nächſt Hausmeiſter, dann Hofküchenmeiſter, beides in
Darmſtadt, und zuletzt Palaisinſpektor in Mainz war.
Fortſchrittlicher Stammtiſch=Vortrag. Am
Stammtiſch der Fortſchrittlichen Volkspartei hält am
Dienstag, den 14. ds., Herr Rechtsanwalt
Bend=
heim einen Vortrag über „Liberale Rechts
ideale‟. Anſchließend findet eine Diskuſſion ſtatt.
* Frauenklub. Man ſchreibt uns: Die kürzlich in
dieſem Blatt gegebene Anregung zu einem
Frauen=
klub wurde wohl beſonders von ſolchen Leſerinnen
gern begrüßt, welche durch ihr Befinden oder ſonſtige
Verhältniſſe gehindert ſind, an der üblichen Geſelligkeit,
wie auch an ſpät abendlichen Genüſſen — Theater,
Vor=
träge, Konzerte — teilzunehmen. Dieſe Damen und
alle, welche ſich ihnen anſchließen möchten, werden
auf=
gefordert zur Mirgliedſchaft an einem Frauenklub, der
ihren lebhaften geiſtigen Intereſſen in ungezwungenem,
anregendem Verkehr mit Gleichgeſinnten,
Berufs=
genoſſinnen (auch Ausländerinnen, deren Sprache ihnen
vertraut) Rechnung tragen würde. Wer hat Luſt zu der
Sache? (Siehe Anzeige.)
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Zum Botſchafterwechſel in
Konſtantinopel und London: der deutſche Botſchafter in
Konſtantinopel Freiherr Marſchall von Bieberſtein, nach
ſeinem Beſuch beim Reichskanzler in Berlin; die Beſatzung
des größten deutſchen Panzerkreuzers „Moltke” vor der
Ausfahrt des Geſchwaders zum Beſuch nach Amerika;
vom Bau des Völkerſchlacht=Denkmals bei Leipzig; der
populärſte türkiſche Truppenführer Major Enver=Bei.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. In vergangener Woche erſchienen
die erſten ausländiſchen Kirſchen auf dem Markt; ſie
koſteten 60 Pf. das Pfund, vorjährige Aepfel 40—45 Pf.
das Pfund, Zitronen und Apfelſinen 5—7 Pf. das Stück.
Sonſtige Durchſchnittspreiſe: Butter ½ Kg. 1,50 M., Eier
6—9 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22 Pf., Handkäſe 4—10 Pf.,
Kartoffeln der Zentner 5—6 M., Kumpf (10 Liter) 80
bis 90 Pf., ½ Kg. 6—7 Pf., Mäuschen ½ Kg. 14 Pf.,
Malteſer ½ Kg. 16 Pf.; Salat, Gemüſe u. dgl.:
Kopf=
ſalat 5—10 Pf., neue Schälgurken 40—50 Pf., Bündel
Radieschen 2 Pf., Bündel Rettiche 8—15 Pf., Meerrettich
10—25 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10—12 Pf., Tomaten ½ Kg.
70 Pf., Gelberüben ½ Kg. 25 Pf., neue Karotten das
Bündel 25 Pf., Kernerbſen ½ Kg. 40 Pf., Bündel Römiſch=
Kohl 2—3 Pf., Spinat ½ Kg. 10—12 Pf., Wirſing 40 Pf.,
Blumenkohl 50 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 35 Pf., Spargeln
½ Kg. 30—60 Pf: Geflügel, Wild: Enten 4—5 M.
Hahnen und Hühner 2,00—2,20 M., Tauben 60—70 Pf.
Paar Zuchttauben 1,50—10,00 M., Zicklein 2—3 M.,
Lapins 90 Pf.; Fiſche ½ Kg.: Aal 1,50 M., Karpfen
1 M., Hecht 80 Pf., andere Rheinfiſche 35—60 Pf.,
Rot=
zungen 80 Pf., Schollen 35 Pf., Kabeljau 20—30 Pf.,
Schellfiſche 25 Pf., Seelachs 19—24 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: däniſches Ochſenfleiſch 76 Pf.,
desgl. Rindfleiſch 70 Pf., einheimiſches Rindfleiſch 60 bis
66 Pf., Hackfleiſch 70 Pf., Rindsfett 60 Pf., Rindswürſtchen
(Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf., Schweinefleiſch 84 Pf.,
geſalzenes und Koteletts 96 Pf., Schwartenmagen,
Fleiſch=
wurſt 80 Pf., Leber= und Blutwurſt 70 Pf.
V. Groß=Gerau, 11. Mai. Eine Abteilung des
Telegraphenbataillons Nr. 3 aus Koblenz, beſtehend aus
1 Offizier, 18 Mann mit 17 Pferden, weilte ſeit Donnerstag
abend in Groß=Gerau und nimmt
funkentele=
graphiſche Uebungen mit Detachements vor, die
in der Umgegend ſich befinden. Heute trat das
Detachement, das ſich ſeit dem 29. April auf einem
Uebungs=
marſch befindet, die Heimreiſe nach Koblenz an.
Offenbach, 11. Mai. Der Kommerzienrat Adolf
Krafft beabſichtigt, ſein am Schloßplatz belegenes
Grundſtück, auf dem zurzeit eine alte Scheune ſteht, der
Stadt als Geſchenk zu uberlaſſen. Dieſe Schenkung iſt
um ſo erfreulicher, als damit der Anfang zu der
Frei=
legung des Schloßplatzes gemacht wird, wonach
der Neubau der Techniſchen Lehranſtalt, ſowie der alte
Iſenburger Platz mit ſeinen architektoniſchen Schönheiten
mehr zur Geltung gelangen werden. Das Grundſtück
repräſentiert einen Wert von 35000 Mark. — In der
Streitfrage um die Stellvertretung des
Bür=
germeiſters ſoll nunmehr gegen die Entſcheidung
des Provinzialausſchuſſes, nach der bekanntlich der
dienſt=
älteſte Beigeordnete Porth und nicht der juriſtiſche
Beigeordnete Koch als Bürgermeiſter=Stellvertreter zu
gelten hat, das Verwaltungsſtreitverfahren fortgeſetzt
und als letzte Inſtanz die Entſcheidung des
Verwal=
tungsgerichtshofes herbeigeführt werden.
Geſtern morgen brachte ſich ein 17 Jahre alter
Zahntech=
niker in ſeiner Wohnung in ſelbſtmörderiſcher Abſicht
einen Schuß in die rechte Schläfe bei. In
be=
denklichem Zuſtande wurde er in das ſtädtiſche Kranken=
haus gebracht. Die Urſache des Selbſtmordes iſt noch
un=
bekannt.
Mainz, 10. Mai. Der Kompagnie=Feldwebel Emil
Otto Zimmermann vom 1. Naſſauiſchen Infanterie=
Regiment Nr. 87 hatte 31 Rekruten die Löhnung von
8 Tagen mit je 1,76 Mark unterſchlagen. Als einige
der Leute ihren Korporalſchaftsführern von dem
Nicht=
erhalt der Löhnung Mitteilung machten, ließ der
Feld=
webel die Rekruten in Abweſenheit der Unteroffiziere
antreten und drohte ihnen mit Urlaubsentziehung und
Nachexerzieren. Das Kriegsgericht der 21. Diviſion
ver=
urteilte den betrügeriſchen Feldwebel zu zwei
Mo=
naten Gefängnis und Degradation. Wegen
Fluchtverdachtes wurde er ſofort verhaftet.
Mainz, 11. Mai. Geſtern abend kurz nach 8 Uhr war
in der Weintorſtraße 13 im Hintergebäude des Bäckers
Kimmes über dem Pferdeſtall auf dem Heuboden
Feuer ausgebrochen. Ein Nachbarbewohner bemerkte
zuerſt den Feuerſchein durch die Luke im Heuboden und
meldete ſofort den Brand. Der Fuhrunternehmer Lorenz
Funk, der im Nebenhaus Nr. 11 wohnte, eilte in den
Stall, um ſeine beiden Pferde zu retten. Es war aber
nicht mehr möglich. Die beiden Pferde erſtickten.
Funk erlitt, als er das Feuer löſchen und ſeine Pferde
ret=
ten wollte, an beiden Armen und im Geſicht erhebliche
Brandwunden und begab er ſich zu ſeiner Aufnahme
in das Rochushoſpital. Die ſtändige Feuerwehr und die
freiwillige Feuerwehr waren, da Großfeuer gemeldet
worden war, zur Stelle und ſchafften die beiden
Pferde=
leichen auf die Straße, wo ſie vorläufig mit Decken
ver=
hüllt und ſpäter von der Waſenmeiſterei abgeholt
wur=
den. Der Brand war für das enge Viertel mit den alten
Häuſern äußerſt gefährlich. Der Feuerwehr gelang es
aber nach anſtrengender Tätigkeit, den Brand auf ſeinen
Herd zu beſchränken, nur der Heuboden und der Stall
brannten aus. Der größte Teil der Feuerwehr konnte
nach 10 Uhr abrücken. Die zur Brandſtelle führenden
Straßen waren von Schutzleuten abgeſperrt. Es hatten
ſich zahlreiche Neugierige eingefunden, die aber den
An=
ordnungen der Polizei willig folgten. Bei dem
verletz=
ten Funk beſteht keine Lebensgefahr. Seine
bei=
den Pferde ſind mit 2400 Mark und ſein Heu und Stroh
mit 40 Mark verſichert, ſo daß ſein Schaden kein
bedeu=
tender iſt.
Mainz, 11. Mai. In der geſtrigen
Stadtverordne=
tenſitzung kamen die Verhandlungen mit der
Eiſen=
bahnverwaltung und dem Militärfiskus
wegen der in nächſter Nähe des Binger Tores gelegenen
Bauten, die durch die Auffüllung der Binger Straße
be=
troffen werden, zur Sprache. Für die beiden Häuſer
ſind Zufahrten zu ſchaffen und die Stadt tritt auch einen
Geländeſtreifen an die Bahn ab, weil die Brücke um ein
Joch verlängert werden ſoll. Die geſamten Arbeiten
koſten 16000 Mark.
Gießen, 11. Mai. Dem Lehramtsaſſeſſor Dr. Albert
Peppler in Gießen, geboren zu Grünberg in Heſſen,
wurde am 8. dieſes Monats die venia legendi bei der
philoſophiſchen Fakultät der Landesuniverſität für das
Fach der Meteorologie erteilt. Als Habilitationsſchrift
reichte er ein: „Aerologiſche Studien über Zyklonen und
Antizyklonen” — Die geſtrige Sitzung der
Stadt=
verordnetenverſammlung mußte wegen
Be=
ſchlußunfähigkeit ausfallen; ein Fall, der lt.
G. A. in den letzten 20 Jahren nicht vorgekommen ſein
ſoll. Die neue Städteordnung ſchreibt vor, daß zu
Be=
ginn der Sitzung mehr als die Hälfte der geſetzlichen
Zahl der Stadtverordneten anweſend ſein muß. Da die
Zahl der Stadtverordneten in Gießen zurzeit 34 iſt,
hät=
ten 18 anweſend ſein müſſen. Aber trotz allen Wartens
und ungeskhtet aller Bemühungen, noch einige
Stadt=
väter herbeizurufen, kam man lange Zeit nicht über die
Zahl 16 hinaus, und als kurz vor 5 Uhr Stadtv. Orbig
als 17. erſchien, mußte man die Hoffnung aufgeben, eine
beſchlußfähige Verſammlung zu erhalten. Die nächſte
Sitzung ſoll am Freitag nach Himmelfahrt ſtattfinden.
* Friedberg, 11. Mai. Die Stadtverordneten
haben in der Sitzung vom 9. Mai einſtimmig beſchloſſen,
das ſeitherige Eichamt, Gewerbeſchule, Steuer= und
Zoll=
amt gegenüber der Liebfrauenkirche unverzüglich
um=
zu bauen, um dort alsdann das Muſeum. das
Stadt=
archiv und die Stadtbibliothek, ſowie die Volksleſehalle
unterzubringen. Die wirkungsvollen Pläne ſind von
Herrn Bürgermeiſter Baurat Stahl entworfen.
— Bad Nauheim, 11. Mai. Auf Veranlaſſung
des Verkehrsvereins wurde heute die
Dio=
ramen=Ausſtellung der heſſiſchen Städte und
Bergſtraße in den Trinkkuranlagen eröffnet. Dieſelbe
war bereits im vorigen Jahre in der Internationalen
Ausſtellung für Reiſe und Fremdenverkehr in Berlin
vom Verband der heſſiſchen Städte ausgeſtellt
ge=
weſen. Die Ausſtellung bezweckt, den Fremden und
Kurgäſten die landſchaftlichen Schönheiten des
Heſſen=
landes im Bild vorzuführen.
Nidda, 11. Mai. Der Stadt Nidda wurde vo
dem Buchdruckereibeſitzer und Herausgeber des Niddae
Anzeigers Ludwig Cloos zu Nidda eine außerorden
lich wertvolle Schenkung zugewieſen. Die Spend
beſteht in einer größeren Anzahl zum Teil ſehr alter, au
dem 14., 15. und 16. Jahrhundert ſtammenden Landgrä
lich Heſſiſcher Dokumente, die für die Stadt von ſeh
hohem geſchichtlichen Werte ſind. Dem uneigennützige
Geber wurde von der Stadt Nidda öffentlicher Dank aus
geſprochen.
Eichenrod, 10. Mai. Hier ereignete ſich ein b
dauerlicher Unglücksfall. Eine Schar Kinder ſpielt
in der Nähe einer Kalkgrube. Aus Unvorſichtigke
rutſchte ein junges Bürſchchen in die Grube hinein, d
mit friſch gelöſchtem Kalk gefüllt war. Die andere
Spielgenoſſen riefen ſogleich benachbarte Leute
herbe=
die den verbrühten Knaben aus dem heißen Kalk heraus
zogen. Der Arzt ſtellte ſchwere Brandwunden feſt. Da
Kind konnte trotz der ſchnellen Hilfe nicht meh
gerettet werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. Mai. Im Anſchlu
an eine ſozialdemokratiſche Demonſtra
tionsverſammlung in der Müllerſtraße rückte ei
Zug von mehreren tauſend Perſonen unter Abſingung de
Marſeillaiſe und Hochrufen auf das allgemeine Wahl
recht bis zur Sellerſtraße vor, wo ein ſtarkes Polizei
aufgebot die Demonſtranten mit blanker Waffe aus
einandertrieb. Eine Anzahl Siſtierungen wurden vor
genommen. — Der bei einem Berliner Fuhrunternehme
beſchäftigte Kutſcher Schultze wurde geſtern abend
au=
der Fahrt nach Hermsdorf plötzlich von zwei Männerr
überfallen und mißhandelt; er wurde ſpäte
in kläglichem Zuſtande aufgefunden. Die Männer fuh
ren mit dem Geſpann davon. Am Donnerstag abend
bot ein Mann in Reinickendorf das Geſpann zu einen
auffällig niedrigen Preiſe zum Kaufe an. Während man
die Polizei benachrichtigte, verſchwand er mit dem
Ge=
ſpann wieder. — Die Ergreifung eines gefährlichet
Heiraats= und Logisſchwindlers, der von
München nach Berlin gekommen war, iſt jetzt erfolgt. Ein
verheirateter Kaufmann Joſef Schwarz aus Wien
hiel=
ſich unter dem Namen Kaufmann Joſef Schrey längere
Zeit in München auf und lebte vom Schwindel. Einen
Mädchen, dem er ſich näherte verſchweigend, daß er ver
heiratet ſei, verſprach er die Ehe und lockte ihm 300f
Mark ab. Darauf dampfte er nach Berlin, wo erdas
Geld verpraßte. Als er hier von einem Poſtamt Briefe
von Mädchen, die ihm ins Garn gegangen waren, abhos
len wollte, wurde er feſtgenommen.
Frankfurt, 11. Mai. Das hieſige Oberlandess
gericht verhandelte auf Berufung hin in dem Prozeß
von etwa 50 Klägern gegen den Fürſten zu Wied
auf Herausgabe aller Papiere, die ſich auf eine Erbs
ſchaft beziehen, deren heutiger Wert 30 Millionen bes
tragen ſoll. Das Landgericht Neuwied hatte am 27. Maß
1911 die Klage abgewieſen. Die Kläger behaupten= eines 1773 in Wintchenbach bei Siegen verſtorbenen
Benedikt Gärtner zu ſein, deſſen Vermögen von 40000
Thereſientalern urſprünglich vom Kanton Bern, worſich
Gärtner zuletzt aufgehalten haben ſoll, beſchlagnahm
dann aber im Jahre 1826 auf Veranlaſſung der Erben
dem unter der Oberhoheit des Fürſten zu Wied ſtehenden
Nachlaßgericht ausgehändigt worden ſein ſoll. Der
Klage=
antrag verlangt, den Fürſten zu Wied zu veruteilen,
alle Schriften und Urkunden, die ſich auf dieſen Nachlaß
beziehen, vorzulegen, ferner den Briefwechſel mit dem
ehemaligen Oberpräſidenten der Rheinprovinz v.
Bälde=
leben aus dem Jahre 1888 und Urkunden, die ein
Rechts=
anwalt Holzer im Jahre 1898 dem Fürſten ausgehändigt
haben ſoll. Das Oberlandesgericht wird das Urteil am
20. Mai verkünden.
Schmalkalden. 11. Mai. Im Nachbarorte
Grumm=
bach verübten Zigeuner bei einem Gaſtwirt und dem
Bürgermeiſter Einbrüche. Faſt um die gleiche Zeit
hatten drei Jäger im Petersgrund einen Zuſammenſtoß
mit Zigeunern. Sie befanden ſich auf dem
Anſtande=
als plötzlich aus dem Zigeunerlager mehrere Schüſſe auf
ſie abgegeben wurden. Die Jäger erwiderten das Feuer
und es wurden etwa 100 Schüſſe gewechſelt. Schließlich
zogen ſich die Jäger zurück.
Erfurt, 11. Mai. In der vergangenen Nacht
verun=
glückte auf der Landſtraße von Weimar nach Erfurt in
der Dunkelheit das Automobil des hieſigen
Buchhänd=
lers Weber. Weber und ſein Kolporteur wurden getötet,
der Chauffeur und ein weiterer Inſaſſe verletzt.
Leipzig, 10. Mai. In dem Spionageprozeß
gegen den Kupferſchmied Boellert wurde der
Ange=
klagte wegen Rückfalldiebſtahls und verſuchten
Verbre=
chens gegen den § 3 des Spionagegeſetzes zu vier Jahren
Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt verurteilt. Fünff
liebten Folianten beſitzt, beſteht zwar ſeit langem nicht
mehr zu Recht, aber amerikaniſche Blätter berauſchen ſich
an dieſer antiquierten Vorſtellung, indem ſie ſie mit dem
modernſten Typ” des Büchermenſchen kontraſtieren: mit
Morgans Bibliothekarin. Wer Miß Belle Green,
der die Obhut über die koſtbarſte Bibliothek Amerikas
und einer der erleſenſten der Welt anvertraut iſt, an der
Stätte ihres Wirkens aufſucht, dem tritt, vom
Hinter=
grund der ſtolzen Bücherreihen ſich anmutig abhebend,
eine ſchlanke, zarte Frauengeſtalt entgegen, mit gewählter
Einfachheit gekleidet und von jenem feinen Duft der
kul=
tivierten Frau umhaucht, den man zwiſchen den
ehrwür=
digen Denkmälern Jahrhunderte alter Gelehrſamkeit ſo
gar nicht zu finden erwartet. Eine vollendete
Geſellſchafts=
dame nennt ſie ein enthuſiaſtiſcher Bewunderer in den
New=Yorker Times, die „einen muffigen Band mit ihren
graziöſen Fingern ſo zart aufhebt, wie einen
Schmetter=
ling von einem feuchten Blumenblatt.‟ Das iſt die 26 Dame, die „mit königlicher Gelaſſenheit in einen
Auktionsſaal tritt und mit einem einzigen Gebot 42000
Dollars für ein Buch gibt, und dazu noch für ein altes,
muffiges” eine Leiſtung, die Miß Green bei der
berühm=
ten Verſteigerung der Hoe=Sammlung vollbrachte. Und
wer dieſes elegante junge Fräulein dann um Auskunft
bittet über irgend eine ſchwierige Frage aus dem weiten
Reich der Bücher, der iſt erſtaunt, genaue und eingehende
Antworten zu erhalten. Miß Green hat ſich beſonders
mit den Erzeugniſſen des erſten engliſchen Druckers
Cax=
ton beſchäftigt und weiß über alle Fineſſen und Details
ſeiner Drucke Beſcheid. Ein Werk von Caxton war es,
für das ſie den Rekordpreis von 170000 Mark bezahlte:
ſie hat ſich Morgans beſondere Gunſt errungen, indem ſie
eine ganz einzigartige Sammlung von 17 erſten Caxton=
Drucken erwarb. Die Bücher gehörten einem Lord und
ſollten auf die Auktion kommen. Aber dem
liebenswür=
digen und energiſchen Weſen der jungen Bibliothekarin
gelang es, die ganze Sammlung ſchon vorher durch einen
mamhaften Scheck, von Morgans Hand ausgeſtellt, zu er=
werben. Während andere Sammler und Bibliothekare
ſie beſtürmten, ihnen wenigſtens den einen oder anderen
Band dieſer Caxton=Kollektion zu überlaſſen, und ſie
be=
reitwillig zuſagte, ſich an dem Bieten auf der Auktion
nicht zu beteiligen, hatte ſie bereits die Nachricht in der
Taſche, die ihr den erleſenen Schatz ſicherte. Auf der
Jagd nach koſtbaren Drucken und Manuſkripten, die einen
Sport des Dollarkönigs bildet, iſt ſeine anmutige
Biblio=
thekarin ſeine rechte Hand; aber auch im Nutzbarmachen
der ſo aufgeſpeicherten gewaltigen Bildungsmittel iſt ſie
unermüdlich tätig und wird in der genauen Kenntnis der
Bücher nur von ihrem Herrn und Meiſter übertroffen.
„Der große Finanzmann” erzählt ſie, „iſt wie ein Junge
unter ſeinen Büchern. Wenn er nach irgend einem
un=
wichtigen, vor vielen Jahren gekauften Werk fragt und
niemand ihm Beſcheid geben kann, ſagt er genau, wo es
ſtehen muß. Sein Gedächtnis iſt phänomenal. Er braucht
nur eine kurze Zeit vor einem Regal zu ſtehen, um auf
Jahre hinaus den Platz aller Bücher zu erkennen.”
— Beſtrafte Nobleſſe. Man kann ſich bei den
Laden=
inhabern und bei den Käufern verhältnismäßig leicht
den Anſchein eines vornehmen, großzügigen Menſchen
verſchaffen, wenn man leutſelig ſeine Einkäufe und ſeine
Beſtellungen macht, ohne je nach dem Preiſe zu fragen;
aber manchmal kann es einem dabei auch paſſieren, daß
man ſpäter dieſe vermeintliche Nobleſſe zu bereuen hat.
So ging es jedenfalls der bekannten New=Yorker
Prima=
donna Mary Garden die vor zwei Jahren bei
ihrem Pariſer Aufenthalt bei einer faſhionablen Modiſtin
acht Hüte beſtellte und es dabei nicht für nötig hielt, ſich
nach dem Preis zu erkundigen. Ein paar Monate ſpäter
erhielt ſie eine lakoniſche Rechnung über 8000 Franken.
Die Großzügigkeit der Modiſtin übertraf jedenfalls die
der Primadonna, die über ihre Extravaganz tief entrüſtet
war und gegen dieſe ſo ſchön abgerundete Rechnung
ge=
harniſchten Proteſt erhob. Das Ende der Diskuſſion war.
daß Marv Garden die Zahlung der Rechnung verwei=
gerte, und nun findet dieſe luſtige
Meinungsverſchieden=
heit ein würdevolles Nachſpiel vor dem Pariſer Gericht.
Nach den von der Hutmacherin eingereichten Rechnungen
ſoll die Primadonna für eine Chinchilla=Toque 800 Fr.
bezahlen, für eine andere Toque mit „changierenden
Per=
len” 600 Fr., für einen Hut aus „antiker Seide‟ 800 Fr.
und für eine Hermelintoque die gleiche Summe. Aber
das ſcheinen offenbar noch die billigſten Kopfbedeckungen
geweſen zu ſein; über die Preiſe der anderen Hüte hat
die Klägerin nähere Angaben noch vorbehalten. Der
Gerichtshof nahm dieſe Mitteilungen mit gelaſſenem=
Ernſte entgegen und vertagte den Prozeß auf kommendel
Woche, um dann das Urteil zu verkünden.
— Das Strafmandat. Tragikomiſch iſt das Geſchic
eines oberſchleſiſchen Gaſtwirts in Scharley, dem nachts
von Einbrechern Wurſt, Fleiſchwaren, Liköre und
Zigar=
ren geſtohlen wurden. Die Spitzbuben hatte die Polizei
nicht erwiſcht, dafür bekam aber der Wirt ein
Strafman=
dat, weil „nach Schluß der Polizeiſtunde in ſeinem Lokall
Schnaps getrunken” worden ſei. Der Nachtwächter hatten
nämlich durch eine Fenſteröffnnug beobachtet, wie die
Einbrecher bei der „Arbeit” hin und wieder am Buffet,
wo ſie Licht angezündet hatten, zur Stärkung einen
Schnaps tranken. Der pflichteifrige Nachtwächter, dem
gar nicht in den Sinn gekommen war, daß er
Einbrecher=
vor ſich hatte, erſtattete gegen den Wirt Anzeige wegen
Uebertretung der Polizeiſtunde. Die Einbrecher ſind und
erkannt geblieben.
** Im Heim der Suffragette. Eine amüſante kleine
Anekdote wird aus dem Heim einer bekannten Suffragette
erzählt. Die Hausfrau iſt natürlich nicht daheim; der
Herr Gemahl greift, um ſich die Wartezeit zu kürzen, zur
Zeitung und beginnt zu leſen. Da tritt der kleine Sohn
herbei, weiſt auf die Zeitung und fragt: „Was hört man
denn Neues von Muttchen?”
Nummer 112.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Seite 5.
Monate Unßerſuchungshaft wurden angerechnet. Nach
Verkündigung des Urteils verfiel der Angeklagte in
Ra=
ſerei. Er ſprang über alle Tiſche und wollte ſich aus
dem Fenſter ſtürzen. Es gelang nur mit Mühe, ihn zu
bändigen. Nachdem er kurze Zeit beſinnungslos auf dem
Fußboden gelegen hatte, geriet er von neuem in Raſereei
und konnte nur mit Gewalt abgeführt werden.
Köln, 11. Mai. In der Nacht zum 7. Mai wurde am
Kölner Dom ein Herr bewußtlos aufgefunden, der im
Krankenhauſe ſtarb, ohne das Bewußtſein wiedererlangt
zu haben. Wie jetzt feſtgeſtellt iſt, handelt es ſich um
einen Gerichtsaſſeſſor aus Wiesbaden.
Ob=
wohl der Verſtorbene ſeine Wertſachen bei ſich trug,
lie=
gen Anzeichen vor, daß es ſich um ein Verbrechen handelt.
Es handelt ſich um den Aſſeſſor Frhrn. Dr. Karl Löw
von und zu Steinfurth. Die Unterſuchung über
die Todesurſache iſt noch im Gange. Falls es ſich
heraus=
ſtellt, daß es ſich um kein Verbrechen, ſondern um einen
Unfall handelt, und die Leiche freigegeben wird, ſoll die
Beerdigung am Montag in Wiesbaden ſtattfinden.
Düſſeldorf, 11. Mai. In der Mühle und den
Fabrik=
räumen der Bergiſchen Kraftfutterwerke wütete geſtern
ein Brand. Der angerichtete Schaden beträgt etwa
eine halbe Million Mark.
Poſen, 11. Mai. Infolge Verſagens der Bremſe
rannte das Automobil des Gutsbeſitzers Caſprewicz ſo
heftig gegen einen Baum, daß ſämtliche fünf Inſaſſen
erausgeſchleudert wurden. Der Beſitzer und der
Chauf=
eur wurden ſchwer verletzt. Die anderen Inſaſſen,
wei Kaufleute und ein Steuerſekretär, wurden leichter
ver=
etzt.
Poſen, 11. Mai. Im benachbarten Neudorf
ver=
rannten drei Bahnwärterskinder im Alter von 3 bis
Jahren in einem Schuppen den ſie durch Spielen mit
Streichhölzern in Brand geſteckt hatten. Nachdem die
El=
ern das Feuer gelöſcht hatten, fanden ſie nur die
ver=
ohlten Leichname.
Elbing, 11. Mai. Das hieſige Schöffengericht
verurteilte den Kammerherrn von Oldenburg=
Ja=
iuſchau wegen Beleidigung des Geheimrats Zieſe im
etzten Wahlkampf zu 400 Mark Geldſtrafe oder 32 Tagen
haft.
Kopenhagen, 11. Mai. In einer Gemeindeſchule
er=
ignete ſich in der Phyſikſtunde bei dem Verſuch, Sauerſtoff
ſerzuſtellen, eine heftige Exploſion. Der Lehrer und
ine Anzahl Knaben erlitten Brandwunden. Man
befürch=
et, daß der Lehrer und ein Knabe das Augenlicht verlieren
verden.
Petersburg, 10. Mai. Birſchewja Wjedomoſti
mel=
det: 20 Matroſen vom Linienſchiff „Zeſarewitſch”
vom Panzerkreuzer „Rurik” und von mehreren
Torpedo=
ooten wurden auf Veranlaſſung der Polizei in
Helſing=
ors verhaftet und nach Petersburg übergeführt.
New=Orleans, 11. Mai. Die Lage im
Teberſchwem mun gs gebiet Lou
i=
iana hat ſich infolge des Regens
ver=
chlimmert. In Baton Rouge war die Lage
am Freitag verzweifelt. Die Straßen des höher
gele=
genen Teiles von New=Orleans ſind einen Fuß hoch
über=
chwemmt. Das Waſſer iſt auch in das Handelsviertel
gedrungen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 11. Mai. Präſident Dr. Kaempf
er=
ffnet die Sitzung um 12 Uhr 3 Minuten. Der
Geſetzent=
vurf, betreffend den
ebührentarif für den Kaiſer=Wilhelm=
Kanal,
ird ohne Debatte in dritter Leſung angenommen. Es
olgt die Fortſetzung der zweiten Beratung des
Militäretats.
Abg. Müller Meiningen (Fortſchr. Vpt.): Die
fortſchrittspartei hat gezeigt, daß ſie nicht bloß mit
Wor=
en, ſondern auch mit Taten bereit iſt, alles zu bewilligen,
das notwendig iſt, um die Sicherheit des Reiches und
eine Machtſtellung zu erhalten. Gegenüber den Angriffen
er äußerſten Linken möchte ich erklären, daß der
Partei=
wiſt ſeine Grenzen hat, wo es ſich darum handelt, einen
indruck nach außen zu machen. (Sehr richtig bei den
freiſinnigen, Widerſpruch bei den Soz.) Das iſt ſonſt kein
inheitliches Bewilligen. Wir laſſen uns durch unſere
Zu=
immung zu den Vorlagen nicht hindern, Kritik anzulegen.
jeſonders beklagenswert iſt die mißbräuchliche Benutzung
es Militärs. Der Kriegsminiſter hätte bezüglich der
kriegervereine nicht ſagen ſollen, ſie ſind nicht politiſch,
indern ſie ſollen nicht politiſch ſein. Der Fall des Paſtors
raatz bedeutet einen Auswuchs der Kommandogewalt in
eradezu lächerlicher Form. Der Beſuch des Gottesdienſtes
arf nicht zwangsweiſe erfolgen. Die Bevorzugung des
dels in der Garde hat zugenommen. Noch kraſſer iſt die
zenachteiligung aus religiöſen Gründen, wie es im Falle
es Straßburger Offiziersaſpiranten mit der Eiertante
aſſiert iſt. (Heiterkeit.) Aus der gewerblichen Tätigkeit
es Anwärters ſollten keine Rückſchlüſſe auf deſſen
Quali=
kation gezogen werden. Das ehrengerichtliche Verfahren
t dringend reformbedürftig. Wir verlangen in unſerer
teſolution, daß in allen deutſchen Bundesſtaaten die
Wehr=
ihigkeit der Jugend durch eine beſſere Ausbildung
ge=
oben werde und daß die Verbände, die ſich dieſer
Auf=
abe widmen, unterſtützt werden durch ſyſtematiſche Pflege
nd Uebung, die ſchulentlaſſene Jugend erfolgreich für den
eeresdienſt vorzubereiten. Durch dieſe Reſolution wollen
ir der geſtern angenommenen Leben einhauchen. Dabei
ürfen politiſche Rückſichten keine Rolle ſpielen.
Abg. Dr. Trendel (Ztr.): Das Spionageweſen
ver=
ingt unſere äußerſte Aufmerkſamkeit. Unſere Strafen für
öpione und Vaterlandsverräter ſind nicht ſcharf genug.
n den meiſten anderen Ländern beſtehen ſchwerere
Stra=
n für Spionage als bei uns. (Glocke des Präſidenten.
Lizepräſident Dr. Paaſche macht den Redner darauf
auf=
ierkſam, daß dieſes Thema zum Reichsjuſtizetat gehört
nd mit dem Gehalt des Kriegsminiſters nur in loſem
zuſammenhang ſteht.) Es könnte an vielen Stellen im
ſilitäretat geſpart werden, ſo bei den Platzmajoren und
ei der Beſetzung der Truppenübungsplätze. — Abg. Held
natl.): Unter allen Umſtänden müſſen wir uns verbitten,
aß in Kriegervereinen gegen Reichstagsabgeordnete
vor=
egangen wird, weil ſie für einen ſozialdemokratiſchen
izepräſidenten geſtimmt haben. Meinem Kollegen
Schu=
enburg iſt ein derartiger Fall paſſiert. Die Bevorzugung
er adligen Offiziere beſteht immer noch, da muß ein
Aus=
leich geſchaffen werden. Vor allen Dingen muß
verhin=
ert werden, daß Offiziere zeitlebens in den
Grenzgarni=
oen ſitzen. — Abg. v. Kröcher (konſ.): Die
Kriegerver=
ine ſind ebenſo gut Herr im eigenen Hauſe, wie jeder
an=
ere Verein oder Hausherr. (Zuruf bei den Soz.:
Poli=
iſche Vereine!) Sie haben darüber zu entſcheiden, ob ſie
inen Vorſitzenden behalten wollen oder nicht! Ich meine
uch, wenn es ſich um Herren handelt, die einem
ſozial=
emokratiſchen Herrn ihre Stimme gegeben haben, man den
Kriegervereinen für ihr ausgezeichnetes Benehmen nur
gratulieren kann. Ich hoffe, daß ſich alle Kriegervereine
in Deutſchland vorkommenden Falles ebenſo benehmen
werden. (Unruhe links, Beifall rechts.)
Bayeriſcher Generalmajor Wenninger: Herr Dr.
Trendel ſcheint auf dem Truppenübungsplatz
Hammel=
burg expliziert zu haben. Trifft dies zu, ſo hätte er ſich
wegen der angeblichen zu ſtarken Beſetzung des Platzes
mit Offizieren an den bayeriſchen Landtag wenden
müſſen.
Abg. Schöpflin (Soz.): Gehört es auch zur
Schlagfertigkeit der Armee, Soldaten den Beſuch von
Wirtſchaften zu verbieten, die ſozialdemokratiſchen
Ver=
einen zur Verfügung ſtehen? Solange die
Krieger=
vereine Parteipolitik treiben, haben wir ſie hier zu
kriti=
ſieren. Soldatenmißhandlungen werden immer noch zu
milde beurteilt. Daß in Sachſen die Soldatenſchindereien
auf ein Minimum zurückgegangen ſind, iſt ein Beweis
dafür, daß ſie ganz beſeitigt werden können.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Ich kann nur
wiederholen, daß die Kriegervereine nicht in mein
Reſſort gehören, daß ich alſo gar nicht in der Lage bin,
den Vorſtänden irgendwelche Direktiven zu geben. Wo
es notwendig iſt und ſoweit ich zuſtändig bin, laſſe ich
Remedur eintreten. Im Falle Kraatz habe ich nur
ge=
ſagt, daß ich nur kirchenpolitiſche Vorträge für
Militär=
gemeinden getroffen habe. Im einzelnen kann ich mich
nicht darüber äußern, weil ein Verfahren ſchwebt. In
Bezug auf die dienſtliche Hinführung der Soldaten zum
Gottesdienſt ſtehe ich auf anderem Standpunkt als der
Herr Müller=Meiningen. Davon kann ich auch nicht
ab=
gehen. Ueber die jüdiſchen Offizieraſpiranten habe ich
mich ſchon im vorigen Jahr geäußert. Iſt es nötig,
ſchreite ich rückſichtslos ein. Die Reſolution, daß nur der
Tüchtigſte befördert werden ſoll, bitte ich abzulehnen.
Darin würde die ſchärfſte Kritik der deutſchen Armee
lie=
gen, als ob wir nach anderem Prinzip verfahren wären.
Sie wollen doch nicht ſagen, daß unſere adligen Offiziere
untüchtig wären? Ob jemand adlig iſt oder bürgerlich,
iſt ganz gleichgültig. Eine Bevorzugung der Gardekorps
trifft tatſächlich nicht zu. Daß die in die Garde
verſetz=
ten Ofiziere ſich nicht wohl fühlten, trifft nicht zu. Unſer
Offizierkorps ſetzt ſich aus allen Geſellſchaftskreiſen
zu=
ſammen, ohne Rückſicht auf die Religion. (Widerſpruch.)
Aber es kann ſich nur aus ſolchen Kreiſen zuſammenſetzen,
die den Verhältniſſen des Offizierkorps entſprechen.
Darüber müſſen wir uns das Urteil vorbehalten. Ein
größerer Wechſel in den Grenzgarniſonen iſt vielleicht
wünſchenswert. Den freien Urlaubsreiſen der
Mann=
ſchaften ſtehe ich wohlwollend gegenüber. Eine einmalige
Reiſe im Jahr koſtet aber eine Million und die
Eiſen=
bahnverwaltung wird auf die Zahlung dieſer Summe
nicht verzichten. Die Ehrengerichtsordnung ſteht auf
dem Boden der preußiſchen Verfaſſung. Daran hat ſich
in allen ſpäteren Erlaſſen nichts geändert. Nicht das
Militärkabinett entſcheidet über die Sprüche des
Ehren=
gerichts, ſondern der Kaiſer ſelber, der ſie niemals
ver=
ſchärft, ſondern höchſtens mildert. Eine Verringerug der
Dienſtzeit inkolge beſſerer körperlicher Vorbildung kann
ich nicht in Ausſicht ſtellen, ſo ſehr ich auch auf dem
Standpunkt ſtehe, daß das Turnen eine wichtige
mili=
täriſche Sache iſt. Ueber das Verbot einzelner Säle und
Lokale haben einzig die örtlichen Behörden zu urteilen,
da ſie allein für die Aufrechterhaltung der Diſziplin an
den betreffenden Orten verantwortlich ſind. Die
Sol=
datenmißhandlungen haben erfreulicherweiſe auch im
letzten Jahre abgenommen. Dies iſt zum großen Teil
auf das energiſche Eingreifen des Kaiſers zurückzuführen.
Das Rekrutenperſonal iſt auch nicht beſſer geworden; wir
bekommen es recht aufgehetzt. (Sehr richtig! rechts.
Oho!=Rufe und Widerſpruch bei den Sozialdemokraten.)
Die Vorgeſetzten ſind auch Menſchen, denen den
verhetz=
ten Rekruten gegenüber auch mal die Geduld ausgehen
kann. (Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Daraus kann
man aber auf die Armee keine Schlüſſe ziehen. Denken
Sie nicht immer an die dunklen Punkte, ſondern
beach=
ten Sie die Lichtpunkte! Fragen Sie unſere
Oberſchle=
ſier, wie ſie über unſere braven Soldaten denken, die
ihnen bei Waſſernöten und Lebensgefahr zu Hilfe
ge=
kommen ſind! Der Deutſche weiß, was er von ſeiner
Armee zu halten hat, aber jenſeits der Grenze kommt
man leicht auf die Idee, daß es mit der Schlagfertigkeit
unſeres Heeres ſchlecht beſtellt iſt. Das iſt die bittere
Pille der fortwährenden Angriffe auf unſere Armee.
(Sehr richtig! und Bravo! rechts. Widerſpruch und
Un=
ruhe bei den Sozialdemokraten.)
Sächſiſcher Generalbevollmächtigter Frhr. Leuckart
zu Weißdorff gibt eine Darſtellung des vorjährigen
Unglücks während des Durchſchwimmens einer Patrouille
durch die Elbe bei Roßlau. Beabſichtigt geweſen ſei ein
Ritt durch die Elbe. Durch eine falſch verſtandene
Aus=
kunft über die Tiefenverhältniſſe ſei das Unglück
herbei=
geführt worden. Die Soldatenmißhandlungen werden
ſtreng beſtraft und ziehen den Verluſt der Dienſtprämie
nach ſich.
Abg. Dr. Struve (Fortſchr. Vpt.): Die
Krieger=
vereine ſollen die Pflegeſtätte guter Kameradſchaft ſein
ohne Parteipolitik. Mißbilligen die Konſervativen auch
die vom Kriegerbundvorſitzenden in Nienburg gebilligte
Wahl des Welfen anſtelle Dr. Arnims? (Sehr gut!) Das
Verhältnis der Zeug= und Feuerwerk=Offiziere, die meiſt
in höherem Alter ſich befinden, muß gebeſſert werden. Eine
Differierung dieſer Offizierskreiſe dürfte nicht eintreten,
wie dies auch hinſichtlich der Feſtungsbau=Offiziere beſteht.
Generalmajor Wandel: Von einer Degradierung der
Fachoffiziere kann keine Rede ſein. Dieſe Herren ſind rein
techniſch ausgebildet, militärwiſſenſchaftlich kommen ſie den
Offizieren, die die Kriegsakademie beſucht haben, nicht
gleich. In der Marine iſt es ebenſo. Das liegt auch völlig
nahe.
Abg. Meding (Welfe): Die Liberalen haben uns
Deutſch=Hannoveraner, die wir ſtets treue Soldaten
ge=
weſen ſind, aus den Kriegervereinen hinausgedrängt. Jetzt
heißt es für dieſe Herren: Ja, Bauer, das iſt etwas
an=
deres! — Abg. Liz. Mumm (Wirtſch. Vgg.): In freier
Verſammlung hätte Herr Paſtor Kraatz auf das Urteil
des Spruchkollegiums eingehen können, aber nicht auf der
Kanzel. (Widerſpruch, links.) Die Aufnahme von Juden
in das Offizierkorps bedeutet eine Gefahr für die
Kamerad=
ſchaft im Heere. Ich ſtehe hier auf demſelben Standpunkt
wie Goethe. (Heiterkeit. Zuruf des Abg. Ledebour:
Treiben Sie keine Leichenſchändung!) — Abg. Heyn=
Stralſund (Fortſchr. Vpt.): Die Anſicht des Abg. Mumm,
daß Paſtor Kraatz das Urteil des Spruchkollegiums nicht
kritiſieren durfte, iſt ein Verlaſſen des proteſtantiſchen
Standpunktes. (Lärm und Zurufe.) Ich bedauere das
Verhalten der Militärbehörden in dieſer Beziehung auf
das tiefſte. Schon was die formelle Seite anlangt, ſo hätte
ſchneller entſchieden werden können, die Merkmale waren
doch klar genug. Glauben die Konſervativen, daß die
Bibel vom erſten bis zum letzten Wort nur göttliche
Wahr=
heiten enthalte? (Sehr gut! links. Lärm rechts. Pfui=
rufe. Vizepräſident Dove bittet, dieſe Angelegenheit nicht
von der theologiſchen Seite zu behandeln.) Heyn
fort=
fahrend: Oberhofprediger Dryander hat ſich in ſeinen
Pre=
digten ganz ähnlich geäußert. Ich könnte Ihnen daraus
die Stellen vorleſen. (Lebhafte Unterbrechungen.
Vize=
präſident Dove: Bei den Predigten des Oberhofpredigers
Dryander ſind keine Störungen durch Militär
vorgekom=
men. Ich bitte Sie, nicht darauf einzugehen.) Heyn
fort=
fahrend: Ich bitte den Kriegsminiſter, ſeinen Einfluß
da=
hin geltend zu machen, daß dieſe Angelegenheit bald
ge=
klärt wird, wie es vom Standpunkte der Gerechtigkeit
not=
wendig iſt. Die Autorität wird durch ſolche Dinge weiter
untergraben. Schützen Sie auch im Heere die Disziplin
durch Aufrechterhaltung der Gerechtigkeit. Für die
Auto=
rität der Kirche entſcheidet die Wahrheit und die
Gewiſſen=
haftigkeit. (Beifall links. Ziſchen rechts.) — Abg. Zürn
(Rpt.): Von militäriſchen Dingen verſtehe ich ſehr wenig.
Die Ausführungen des Vorredners über den Fall Kraatz
haben bei uns aber gewiſſe patriotiſche und evangeliſche
Bedenken erweckt. Da können wir kein ſtummer Hund
ſein. Auf die Kanzel einer evangeliſchen Kirche gehört das
Evangelium (Bravo! rechts), keine Kritik ſtaatlicher
Ein=
richtungen und des Spruchkollegiums. Es iſt mir
unver=
ſtändlich, wie Paſtor Heyn (Zurufe links: Abgeordneter
Heyn!), der die Kanzel der dem Heldenkaiſer geweihten
Kirche beſteigt, der da ſagte: „Dem Volke ſoll das
Evan=
gelium erhalten bleiben” den Mut hat, als evangeliſcher
Pfarrer, einen ſolchen Standpunkt einzunehmen. (Glocke
des Präſidenten. Vizepräſident Dove: Es iſt nicht üblich,
den bürgerlichen Beruf der Abgeordneten zu nennen.) Ich
muß dem entgegentreten, was Abg. Heyn geſagt hat, und
ich ſpreche namens weiter Kreiſe, wenn ich ausdrücklich
be=
tone, daß wir das Verhalten der Offiziere billigen. (Hört!
Hört! links. Bravo! rechts. Große Unruhe.)
Abg. Schöpflin (Soz.): Es liegt uns fern, die
deutſche Armee herabſetzen zu wollen. Im Gegenteil, wenn
wir Mißſtände zu Sprache bringen, tun wir es, um dieſe
Mißſtände zu beſeitigen. Die Armee ſollte doch eine
ſach=
liche Kritik nicht fürchten.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Ich habe mich
da=
von überzeugt, daß im vorigen Jahre jenſeits der Grenzen
angenommen wurde, als ob das Verhältnis zwiſchen
Offi=
zier und Mann derart getrübt wäre, daß die
Schlagfertig=
keit gemindert ſei. (Hört! Hört!) Auch ohne die Einwirkung
der Sozialdemokratie werden die Mißſtände durch den
Ein=
fluß der Vorgeſetzten beſeitigt. — Damit ſchließt die
De=
batte. Perſönlich bemerkt Abg. Heyn (Fortſchr. Vpt.):
Es iſt mir nicht in den Sinn gekommen, den Herren von
der Rechten das Evangelium abzuſprechen. — Das Gehalt
des Kriegsminiſters wird bewilligt. Die Abſtimmungen
über die Reſolutionen werden zurückgeſtellt.
Beim Kapitel „Militärintendanturen”
wünſcht Abgeordneter Werner=Hersfeld (dtſch. Refp.)
Beſſerſtellung der Intendanturſekretäre.
Es folgt Kapitel „Höhere
Truppenbefehls=
haber”
Abg. Dr. Queſſel (Soz.): In Darmſtadt wird
darüber geklagt, daß Fuhrwerke und Pferde zu
außer=
dienſtlichen Zwecken, insbeſondere zu gewerblichen
Zwecken, verwendet werden. Auch zu Hochzeiten und
humoriſtiſchen Umzügen werden ſie mißbraucht. Das
ſollte vermieden werden. Zu verurteilen iſt, daß den
Ein=
jährigen auf den Truppenübungsplätzen verboten wird,
in den nächſten Wirtſchaften zu wohnen. Das iſt eine
Schädigung des Gewerbeſtandes.
Generalmajor Wandel: Bezüglich der
Verwen=
dung von Krümperwagen uſw. ſind im vorigen Jahre
zahlreiche Uebertreibungen in den
Beſchwer=
den Darmſtädter Droſchkenkutſcher
konſta=
tiert worden. Ungehörigkeiten werden ſelbſtverſtändlich
zu verhindern geſucht. Die Anordnung, daß die
Ein=
jährig=Freiwilligen auf den Truppenübungsplätzen in
den Baracken zu wohnen haben, iſt aus militäriſchen
Gründen erfolgt. Sie ſollen nicht bequemer leben als
ihre Kameraden. Darin liegt ein Ausdruck der
mili=
täriſchen Gerechtigkeit.
Abg. Dr. Weil (Soz.): Auch aus Metz liegen
bittere Beſchwerden der Fuhrwerksbeſitzer über die
Kon=
kurrenz der Militärfuhrwerke vor.
Es folgt Kapitel: Generalſtabs= und
Land=
vermeſſungsweſen. Abg. Dr. Paaſche (natl.):
Es wird von dem Litographengewerbe vielfach über die
Konkurrenz des Generalſtabes geklagt.
Generalmajor Staabs: Dieſe Klagen des
Stein=
druckgewerbes ſind nicht berechtigt. Es handelt ſich um
Umdrucke, für die das Urheberrecht dem Generalſtab zuſteht.
Beim Kapitel: Bezirkskommandos, geht Abg.
Gothein (Fortſchr. Vpt.) nochmals auf die
Nichtbeſtäti=
gung jüdiſcher Offiziersaſpiranten ein und fährt fort: Im
Straßburger Fall liegt die Sache ſo, daß die Tante nicht
einmal die Tante, ſondern nur eine Stieftante des
Be=
treffenden war. (Heiterkeit.) Mit dieſem Syſtem muß
ge=
brochen werden. Es handelt ſich um die Ehre von
Mit=
menſchen.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Wenn es ſich um die
Ehre von Mitmenſchen handelt, ſo wäre es beſſer, nicht in
dieſer ſcherzhaften Wendung darüber zu ſprechen. (Sehr
richtig!) Es iſt beſſer, wenn die Familien= oder ſonſtigen
Verhältniſſe nicht ſo ſind, daß die Wahl zum Offizier
aus=
ſichtsvoll iſt, daß dann dem Aſpiranten von vornherein
ge=
ſagt wird, er möge zurücktreten. So wird es ſtets gehalten.
Beim Kapitel „Mannſchaften” klagt der Abg.
Zubeil über die Konkurrenz der Zivilmuſiker durch die
Militärkapellen. — Abg. v. Oertzen (Rpt.): Die Klagen
des Abg. Zubeil ſind zum größten Teil übertrieben. Die
genaue Befolgung der Vorſchriften dürfte die berechtigten
Klagen der Zivilmuſiker beſeitigen. — Generalmajor v.
Wandel: Einem Mißbrauch entgegenzutreten ſind wir
ſtets gern bereit. Es erfolgt ſehr oft eine Maßregelung
der Muſikleiter, andererſeits ſind die Klagen vielfach
über=
trieben. — Abg. Gothein (Fortſchr. Vp.): Die Klagen
ſind zum Teil ſehr übertrieben. — Beim Kapitel Nas
turalverpflegung wünſcht Abg. Hersfeld (Soz.)
eine beſſere Beſoldung der Proviantamtsbeamten.
Generalmajor Staabs: Eine Beſſerſtellung dieſer
Kate=
gorie iſt erſt kürzlich erfolgt. — Abg. Keil (Soz.) wünſcht
eine Beſſerſtellung der Arbeiter in den württembergiſchen
Militärbetrieben. — Württemb. Bevollmächtigter v.
Züvernitz: Die Entlohnung dieſer Arbeiter iſt
keines=
wegs ſchlechter als in Privatbetrieben. — Bei Titel
Be=
kleidung und Ausrüſtung der Truppen” bedauert Abg.
Chryfani (Ztr.) die Heranziehung der Strafanſtalten
zu den Lieferungen im Intereſſe des Handwerks, das
unter dieſer Konkurrenz ſehr zu leiden habe. Hierauf
wird die Weiterberatung auf Montag ½2 Uhr vertagt.
Außerdem Duellfrage. Schluß ½8 Uhr.
* Berlin, 11. Mai. Die Budgetkommiſſion
des Reichstages nahm heute nach kurzer Debatte
über die Duellfrage die Abſtimmung über die hierzu
vorliegenden Reſolutionen vor. Die Reſolution der
So=
zialdemokraten wurde gegen deren Stimmen und die eines
Genre 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Nummer 112.
Fortſchrittlers abgelehnt. Ein Teil der Reſolution der
Fortſchrittspartei, welcher die Entlaſſung aus dem Heere
als Nebenſtrafe obligatoriſch fordert, wurde mit den
Stim=
men der Fortſchrittspartei, der Sozialdemokraten und eines
Teiles des Zentrums angenommen. Dieſer Teil wurde der
Reſolution des Zentrums angefügt. Die ſo geſtaltete
Ge=
ſamtreſolution wurde mit großer Mehrheit angenommen.
Hierauf beriet die Kommiſſion die zu den
Wehrvor=
lagen und zum Militäretat vorliegenden
Peti=
tionen.
* Berlin, 11. Mai. In der achten Kommiſſion
des Reichstages iſt, betreffend die Beſeitigung
des Branntweinkontingents, in zweiter Leſung
dem in erſter Leſung neu eingefügten Abſatz 2 laut
Kom=
miſſionsbeſchluß auf Antrag der bürgerlichen Parteien
fol=
gende Faſſung gegeben worden: Aus dem Ertrage der
Verbrauchsabgabe ſind von der Einnahme an die
Betriebs=
auflage (Paragraph 42ff. des Branntweingeſetzes) jährlich
16 Millionen Mark zuzuführen und nach näherer
Beſtim=
mung des Bundesrates zur Erhöhung der Vergütungsſätze
für vergällten Branntwein zu verwenden.
Der Kaiſer in Karlsruhe.
* Karlsruhe, 11. Mai. Der Kaiſer, das
Prin=
zenpaar Auguſt Wilhelm und Prinzeſſin Viktoria Luiſe,
die geſtern um 5,25 Uhr von Genua abgereiſt ſind, ſind
mittels Sonderzuges um 10,30 Uhr hier
eingetrof=
fen. Zur Begrüßung auf dem Bahnhof waren
erſchie=
nen das Großherzogspaar, das Prinzenpaar Max von
Baden, Reichskanzler von Bethmann Hollweg und der
preußiſche Geſandte von Eiſendecher. Die Begrüßung
zwiſchen dem Kaiſer und dem
Großherzogs=
paar war überaus herzlich. Auch dem Reichskanzler
ſchüttelte der Kaiſer wiederholt die Hand. Nach
Vorſtel=
lung der beiderſeitigen Gefolge erfolgte bei herrlichſtem
Wetter die Abfahrt durch die feſtlich geſchmückten
Stra=
ßen, die ein zahlreiches Publikum beſetzt hielt, nach dem
Reſidenzſchloß. Im erſten Wagen ſaß der Kaiſer neben
dem Großherzog von Baden, beide jubelnd vom
Publi=
kum begrüßt, im zweiten folgte die Großherzogin von
Baden mit dem Prinzen Auguſt Wilhelm von Preußen
und deſſen Schweſter Prinzeſſin Viktoria Luiſe, in einem
weiteren Wagen der Reichskanzler von Bethmann
Holl=
weg mit dem Adjutanten des Großherzogs,
General=
major Dürr. Am Portal des Reſidenzſchloſſes begrüßte
Großherzogin Luiſe von Baden die allerhöchſten
Herr=
ſchaften. Um 1 Uhr findet im Palais Frühſtückstafel
ſtatt. Prinzeſſin Auguſt Wilhelm von Preußen iſt mit dem
fahrplanmäßigen Eilzuge um 10,46 Uhr nach Berlin
wei=
tergereiſt.
* Karlsruhe, 11. Mai. Reichskanzler v
Beth=
mann Hollweg, Staatsſekrchär v. Kiderlen=
Wächter, ſowie Botſchafter Frhr. Marſchall von
Bieberſtein ſind heute vormittag 9,37 Uhr hier
ein=
getroffen und am Bahnhof von dem preußiſchen
Ge=
ſandten von Eiſenbecher und Staatsminiſter Brhrn. von
Duſch empfangen worden. Die Herren begaben ſich nach
freundlicher Begrüßung in Hofwagen nach dem
Reſidenz=
ſchloſſe.
* Karlsruhe 11. Mai. Heute vormittag nahm
der Kaiſer bald nach ſeiner Ankunft den Vortrag des
Frhrn. Marſchall v. Bieberſtein entgegen. Gegen abend
hörte der Kaiſer den Vortrag des Reichskanzlers v.
Beth=
mann=Hollweg und anſchließend hieran denjenigen des
Staatsſekretärs v. Kiderlen=Wächter.
* Karlsruhe, 12. Mai. Der Kaiſer machte
geſtern, nachdem er den Vortrag des Reichskanzlers
gehört hatte, mit dieſem einen längeren
Spazier=
gang im Schloßpark. Heute vormittag nahm der Kaiſer
mit den anderen anweſenden Fürſtlichkeiten und dem
Reichskanzler an dem Gottesdienſt in der Schloßkirche
teil.
Luftfahrt.
* Mülhauſen i. Elſ., 11. Mai. Vom Flugplatz
Habsheim wird gemeldet: Zwei Offizierpiloten,
Oberleut=
nant Pohl vom Infanterie=Regiment Nr. 136 als Führer
und Leutnant Schock vom Infanterie=Regiment Nr. 132,
die mit ihrem Aviatik=Zweidecker zum Fluge nach
Straß=
burg aufſteigen wollten, gerieten beim Probeflug in die
Nähe der Starkſtromleitung Rheinfeld-Ebweiler
und ſtürzten, bei dem Verſuch, auszuweichen, ab, wobei
ſie, wie es heißt, leichte Verletzungen im Geſicht
davontrugen. Sie begaben ſich einſtweilen ins hieſige
Lazarett.
Kaſſel, 12. Mai. Als der Flieger Hans
Schmigulski aus Berlin, der hier Schauflüge
ver=
anſtaltete, heute Nachmittag einen Höhenflug unternahm
kippte in 100 Meter Höhe in einer Kurve der Apparat
plötzlich um, und ſtürzte ſenkrecht zur Erde nieder.
Schmigulski wurde ſo ſchwer verletzt, daß er nach einigen
Minuten ſtarb.
Der oberrheiniſche Zuverläſſigkeitsflug.
* Straßburg, 11. Mai. Zu dem heute nachmittag
durch örtliche Schauflüge von einzelnen Fliegern
einge=
leiteten zweiten Zuverläſſigkeitsflug am Oberrhein hat
man heute mittag gegen 11 Uhr auf dem ſüdöſtlich von
Straßburg gelegenen Flugpolygon begonnen zunächſt
mit der Abnahme und Plombierung der äm
morgigen Streckenflug teilnehmenden Flugzeuge bzw.
Motore, die unter Leitung des eben eingetroffenen Prinz
Heinrich von Preußen, des Protektors der bedeutſamen
Veranſtaltung, vorgenommen wurde. Prinz Heinrich
verſammelte ſodann die Teilnehmer an dem morgigen
Streckenfluge und ermahnte in ſeiner Anſprache die Herren,
ſie möchten ſich vor allem in allen Lagen größter Vorſicht
befleißigen. Inzwiſchen war auch Herzog Adolf Friedrich
von Mecklenburg=Schwerin auf dem Flugplatz erſchienen.
Anweſend waren u. a. der Leiter der Techniſchen
Abtei=
lung des Großen Generalſtabes, Major Thomſon, und
Geheimer Kommerzienrat Bürenſtein=Berlin.
Straßburg, 11. Mai. Die Schauflüge
auf dem Polygon begannen heute nachmittag 4 Uhr 10
Min., um welche Zeit der Euler=Flieger Richard Weil mit
ſeinem Zweidecker das Zelt verließ und mit fünf
präch=
tigen Runden um das weite Polygon in 7 Minuten ſich
den Frühpreis von 250 Mark mühelos errang. Als noch
hoch oben der Euler=Zweidecker kreiſte, traf von Baden=
Baden kommend, das Delag=Luftſchiff „Viktoria Luiſe‟
auf dem Polygon ein und landete in der Nähe der
Luft=
ſchiffhalle. Nach kaum einhalbſtündigem Aufenthalt
er=
hob ſich die „Viktoria Luiſe” mit 20 Paſſagieren und 9
Mann Beſatzung zur Rückfahrt nach Baden=Baden.
* Straßburg, 11. Mai. Gegen 7 Uhr ſtiegen
kurz nacheinander auf: Weyl auf Euler=Zweidecker,
Krieger auf Nieuport=Jeannin=Eindecker, Laitſch
auf Doppeldecker der Luftverkehrsgeſellſchaft und gleich
darauf auch Schiedeck auf Rumpler=Etrich=Taube mit
einem Leutnant vom Infanterie=Regiment Nr. 132 als
Paſſagier. Während der Jeannin=Eindecker nach wenigen
Runden in ziemlich tiefen Lagen landete, führten die
Zweidecker in bedeutender Höhe wohlgelungene Flüge aus,
ebenſo die Rumpler=Etrich=Taube. Letzteres Flugzeug
überſchlug ſich, als es bereits im Landen begriffen
war, kopflings, d. h. der Motor voraus, ſodaß der
Ap=
parat mit dem Schwanzſteuer nach oben ruhig daſtand.
Wie durch ein Wunder — das wohl durch die Konſtruktion:
Motor vor dem Führerſitz, herbeigeführt ſein dürfte
kamen der Flieger Schiedeck und der Paſſagier
unver=
letzt davon. Auch die Beſchädigungen des Flugzeugs
ſollen minimal ſein, ſodaß Flugzeug und Flieger morgen
ſich an den Flügen beteiligen dürften. Die Ergebniſſe
der heute Abend ausgeflogenen Konkurrenzen können erſt
ſpäter bekannt gegeben werden.
* Straßburg, 12. Mai. Zur erſten Etappe
Straßbur g-Metz des Auverläſſigkeitsfluges am
Oberrhein ſtarteten heute morgen Leutnant
Mahnke, Rittmeiſter Graf Wolfskehl, Leutnant
Fiſch, Oberleutnant Barends, Oberingenieur
Hirth, Oberleutnant Vogel v. Falckenſtein,
Ober=
leutnant zur See Hartmann und Oberleutnant
Wirth. Hirth flog um 5,09 Uhr als fünfter ab und
landete 6,34 Uhr als erſter in Metz. Die Flieger hatten
mit ſtarkem Gegenwind zu kämpfen, wodurch die
Fahrt=
dauer ſehr beeinträchtigt wurde. Eine Reihe
Zwiſchen=
landungen wurden vorgenommen. Der Apparat des
Oberleunants Wirth zerbrach bei einer
Zwiſchen=
landung. Der Fliager erlitt eine Gehirnerſchütterung,
während der Paſſagier unverletzt blieb.
Nach Beendigung des Startes war zu Beginn der
nachmittags auf dem Polygon ſtattfindenden Schauflüge
der Flieger K. Krieger (der frühere Chauffeur des
Kaiſers) mit ſeinem Nieuwport=Jeannin=Eindecker um
6,20 Uhr aufgeſtiegen, um ſich um den Paſſagierpreis zu
bewerben. Als er ſich gegen 6,40 Uhr zum Landen
an=
ſchickte, und in einem prächtigen Gleitflug niederging,
nahm der Apparat an der ſüdlichen Ecke des Flugfeldes
plötzlich eine ſenkrechte Richtung ein und ſtürzte aus einer
Höhe von 10 bis 15 Meter ab. Der Abſturz erfolgte
wahrſcheinlich wegen einer zu kurzen Wendung. Die
In=
ſaſſen ſtürzten aus dem Flugzeug. Krieger erlitt nur
eine Hautabſchürfung und eine
Fingerverſtau=
chung, der Paſſagier Leutnant Steinbauer vom 132.
In=
fanterie=Regiment ſtrug lzinen Oberſchenkelbruch
davon. Das Flugzeug wurde ſtark beſchädigt. Um
6 Uhr ſtieg Leutnant Varends, der zum zweiten Male
wegen Motordefekts hierher zurückgekehrt war, nach der
nötigen Ausbeſſerung ſeines Flugzeuges von neuem auf.
mußte jedoch, da ſich ſein Motor heiß gelaufen hatte, bei
Nebing öſtlich von Bensbach niedergehen. Um 625 Uhr
ſtieg der Flieger Weil mit einem Lochner=Zweidecker auf,
um ſich um den kürzeſten Anlauf zu bewerben,
anſchlie=
ßend daran um den Dauerpreis. Er landete kurz nach
7 Uhr alatt auf dem Fluaplatz.
* Metz, 12. Mai. Leutnant Mahnke landete um
7.20 Uhr infolge Benzinmangels bei Ramilly.
Rittmei=
ſter Graf Wolfskehl mußte bei Pange zu einer
Not=
andung ſchreiten. Leutnant Fiſch geriet infolge
fal=
ſcher Orientierung in die Nähe der franzöſiſchen Grenze
und ging bei Saales nieder, er wird wahrſcheinlich
ſpä=
ter den Flug fortſetzen. Oberleutnant Varends iſt
wegen eines Zylinderbruchs nach Straßburg
zurückge=
kehrt. Oberleutnant Vogel v. Falckenſtein mußte
bei Mörchingen eine Zwiſchenlandung vornehmen.
Ober=
leutnant z. S. Hartmannſah ſich gezwungen. bei
Neuf=
village eine Landung vorzunehmen. Referendar
Kas=
par erlitt kurz nach der Abfahrt von Straßburg einen
Unfall und kehrte zurück, um ſpäter den Abflug zu
er=
neuern. Leutnant Engweir wird heute abend von
Mülhauſen in Straßburg erwartet. Leutnant Frhr. v.
Chüna wird morgen fliegen. — Aufgegeben
ha=
ben Leutnant Pohl, Ingenieur Witterſtätter und
Ingenieur Suvelack.
Hier konnten infolge des ſtarken Windes, der gegen
Abend noch etwa 15 Sekundenmeter betrug, keine
Schau=
flüge ſtattfinden.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
„Weg nach dem Bordenberg.”
Aller=
dings ſind in dem wohl ſchönſten und ruhigſten
Wald=
teil unſerer Umgebung viele Kreuzwege und iſt es nicht
ſo ſehr leicht, den Bordenberg zu finden, dies hat auch
der Markierungs=Ausſchuß des Odenwaldklubs längſt
erkannt und ſeine Nebenlinie Nr. 1 blau=weiß Kreuz, am
Martinspfad beginnend von der Vogelſchneiſe aus über
den Bordenberg zum Mühlthal führend, verlegt.
O.=W.=Kl.
Hochwaſſer.
* München, 11. Mai. Da der
Eiſenbahndurchgangs=
verkehr auf der unterbrochenen Strecke in Tirol Jenbach=
Schwaz vorläufig noch nicht möglich iſt, iſt der
Expreß=
zug Rom=Berlin, der nachmittags 2 Uhr in München
fällig iſt, von Franzensfeſte über das Puſtertal und
Salzburg umgeleitet worden. Er traf infolge der
Um=
leitung mit ſechs Stunden Verſpätung abends 8 Uhr in
München ein. Der Bahnverkehr über den Arlberg von
Lindau nach Innsbruck iſt ſeit heute wieder offen.
* Mannheim, 11. Mai. Rhein und Neckar
ſind in der letzten Woche weiter geſtiegen, erſterer um 43
Zentimeter von 312 auf 355, der Neckar um 51 Zentimeter
von 300 auf 351 Zentimeter. Das Waſſer ſteigt noch weiter.
* Innsbruck, 10. Mai. Im Unterinntal iſt
das Waſſer noch immer im Steigen begriffen. Nach
zwölfſtündiger Unterbrechung ſetzte der Regen wieder ein.
Um Kitzebühel ſind viele Felder mit Geröll bedeckt und
die Wege zerſtört. In Fieberbrunn drohen Häuſer
ein=
zuſtürzen; eine Straße iſt kilometerweit fortgeriſſen.
Militär iſt heute früh nach Fieberbrunn und heute mittag
nach Brixental abgegangen.
* Innsbruck, 11. Mai. Die Brücke des Dorfes
Stens wurde durch das Hochwaſſer fortgeriſſen
und der Bahnhof überſchwemmt. Das Dorf iſt in
Gefahr, überſchwemmt zu werden. In Köſſen ſtehen die
Häuſer bis zu einem Meter unter Waſſer. Ebenſo ſind
in Briſeen und in mehreren anderen Ortſchaften Häuſer
bedroht. Drei Kompagnien Soldaten arbeiten an den
gefährdeten Stellen. Bei den Rettungsarbeiten ſoll ein
27jähriger Holzarbeiter, in Fieberbrunn ein 50jähriger
Bauer ertrunken ſein.
* Salburg, 11. Mai. Der Pinzgau meldet
fortgeſetzt Waſſerſchäden. Nach Bramberg iſt
Mili=
tär abgegangen. Das Wetter beginnt ſich aufzuheitern.
In Innsbruck dauerten die Regengüſſe die ganze Nacht
an. Die Münchener Poſt iſt ausgeblieben. Bei Stans
iſt der Bahnverkehr unterbrochen. Die Züge verkehren
zwiſchen Innsbruck=Schwaz= und Jenbach=Kufſtein.
Der nationalliberale Parteitag.
* Berlin, 11. Mai. Heute abend fand anläßlie
des morgen zuſammentretenden nationalliberalen Parte
tags eine Sitzung des Zentralvorſtandes unt
dem Vorſitz des Abgeordneten Baſſermann ſtatt.
Na=
einem eingehenden Referat des Abgeordneten Juſtizra
Krauſe=Berlin wurde das von der freien
Kommiſſie=
entworfene Einigungsprogramm einſtimmi
angenommen. Landtagsabgeordneter Schmiedin=
Dortmund (rechter Flügel) und Rechtsanwalt Dr.
Har=
mann=Stuttgart (linker Flügel) befürworteten die A
nahme. Gleichzeitig hielten die Jungliberalen eine
Vertretertag ab. Auch dort iſt das Einigungsprogram
nach längerer Debatte mit großer Mehrheit
angenomm=
worden. Bis jetzt ſind 1300 Delegierte aus alle
Reichsteilen zum Parteitag eingetroffen.
* Berlin, 12. Mai. Der nationalliberal
Parteitag, an dem 1500 Delegierte aus allen Teile
des Reiches teilnahmen, nahm auf Befürwortung von D
Marwitz, dem Vorſitzenden des Reichsverbandes d
nationalliberalen Ingend, das von einer freien Kommi
ſion entworfene Vereinbarungsprogramm debattelos un
einſtimmig an. Auf Grund dieſes Programms bildet de
Reichsverband der nationalliberalen Jugend nicht
meb=
einen Teil der Organiſation der nationalliberalen Parte
die einzelnen jungnatonalliberalen Vereine haben abe
das Recht, ſich den landſchaftlichen nationalliberalen
Ve=
einen anzuſchließen und zu den Parteitagen für je 50
Mitglieder einen Vertreter zu entſenden.
Exploſion auf einem norwegiſchen Dampfer.
* Kopenhagen, 10. Mai. Auf dem Dampfe
„Snorre” von Odde bei Hardanger mit Düngemitte
nach Stettin unterwegs, iſt heute um 2 Uhr nachmittag
vor Kullen eine Exploſion erfolgt. Acht Mann
darunter der Kapitän, ertranken, fünf wurden geren
tet und nach Kopenhagen gebracht.
* Kopenhagen 10. Mai. Der mit einer Ladun
Düngemittel auf der Reiſe von Chriſtiania nach
Stetti=
durch eine Exploſion zerſtörte norwie gſſch
Dampfer „Snorre” brach, bevor er verſank, in zwe
Teile. Mehrere Leute der Beſatzung wurden hoch em
vorgeſchleudert und fielen ins Waſſer zurück. Ueber die
Urſache der Exploſion erzählten die Ueberlebenden: Der
Steuermann hatte einige Ratten bis unter das Deck
ver=
folgt. Dabei entzündete er ein Streichholz, das die durch
die Düngemittel entwickelten Gaſe zur Exploſion brachte
Eine furchtbare Detonation erfolgte und das
Schiff flog buchſtäblich in die Luft. Nach einer ein
zigen Minute waren von dem Schiff nur noch einige
Balken ſichtbar, die auf dem Waſſer umherſchwammen,
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Hamburg, 11. Mai. Die Levantelinie erhielt ein
Telegramm aus Pora, daß das ungünſtige Wetter die
Wegnahme der Minen in den Dardanellen
weiter verzögert. Die Durchfahrt wird, wenn das Wetten
es erlaubt, für den 13. oder 14. Mai erwartet.
* Paris, 11. Mai. Der Konſtantinopeler Korreſpo
dent des Matin berichtet, daß der Großweſir Said
Paſcha ihm folgendes erklärt habe: Die Beſetzung
on Rhodos und anderer Inſeln im Aegäiſchen
Meen=
kann in keiner Weiſe die Haltung der türkiſchen
Regierung ändern. Wir bleiben feſt dabei, daßden
Friede nur auf der Grundlage der tatſächlichen undſicht
einer theoretiſchen Souveränität des Sultans übere
litanien geſchloſſen werden kann. Von
religiöſeru=
veränität zu ſprechen, iſt ein leerer Köder, denn dieſe
Sous=
veränität beſteht für jeden Muſelmanen. Der
Friedens=
ſchluß iſt eine gebieteriſche Notwendigkeit, denn wenn ſich
die gegenwärtige Lage noch lange hinzieht, ſo würde
hier=
durch der Weltfriede gefährdet werden. Die Mächte müſſen
deshalb ein Mittel ſuchen, um eine Vermittelung
einzu=
leiten, die wir für unſer Teil annehmen. Beſonders
Frank=
reich und England ſind an der Aufrechterhaltung des
Gleichgewichts im Mittelmeer intereſſiert. Italien wird
der Einberufung einer Konferenz gewiß nicht zuſtimmen,
Großherzogliches Hoftheater.
Wl. Am Freitag und Sonntag ſang in
Vertretung=
des beurlaubten Herrn Stephani Herr Wilhelm Rabot
vom Kgl. Theater in Hannover den Kaſpar in Webers
„Freiſchütz” und den König in Wagners „Lohengrin”
Er iſt ein ſtimmbegabter, intelligenter Sänger, bei dem
nur vorübergehend eine etwas gaumige Tongebung ſtörtz
In der zweiten Partie gefiel er uns übrigens noch beſſer.
Die „Lohengrin”=Aufführung am Sonntag war nur
mäßig beſucht. Die „Troubadour=Vorſtellung
zum Beſten des Witwen= und Waiſenfonds der Großha
Hofmuſik am Samstag fand dagegen bei vollbeſetztem
Hauſe ſtatt. Dieſes war erfahrungsgemäß nicht dem
guten Zwecke, noch auch der Oper ſelbſt, ſondern der
Mit=
wirkung des Gaſtes, deſſen ſenſationeller Erfolg als
Lionel inzwiſchen bekannt geworden war, und den
nied=
rigeren Eintrittspreiſen zu verdanken. Niemand wird
be=
reut haben, der Vorſtellung beigewohnt zu haben, denn
der Manrico des Herrn Robert Hutt aus
Frankfurtt=
war eine wundervolle Leiſtung, die der alten Oper neues,
kaum geahntes Intereſſe verlieh. Es dürfte zur Zeit
wenig lyriſche Tenöre geben, bei denen ſich ein ſo
herr=
liches ſtimmliches Material mit einer ſo meiſterhaftem
Ge=
ſangstechnik und Beherrſchung des bel canto vereinigt
findet. Die wunderbare Leichtigkeit und aller Prätenſion
abholde Selbſtverſtändlichkeit, mit der Herr Hutt ſingt und
auftritt, erhöhen den künſtleriſchen Eindruck noch
weſent=
lich. Auch das Prinzip des Nicht=da eapo=Singens —
trotz fünfmaligen Hervorrufens wiederholte er die Stretta,
nicht — entſpricht ſeiner vornehm empfindenden
Künſt=
lernatur. Neben dieſer vorbildlichen Leiſtung hatten dier
übrigen Sänger und die Vertreterin der Leonore keinen
leichten Stand. Letztere ſang erſtmalig Frau vonsugh.
und zwar mit muſikaliſcher Sicherheit, aber zu unruhiger
Tongebung. Die übrigen Partien waren in frühererg
bekannter Weiſe beſetzt.
Darmſtadt, 13. Mai.
*X* Trauerfeier. Für den verſtorbenen
Ehrenbei=
geordneten Konrad Egenolf fand Sonntag
nachmittag im Trauerhauſe in der Kahlertſtraße eine
Ge=
dächtnisfeier ſtatt, an der neben zahlreichen
Stadtver=
ordneten und Freunden des Verewigten auch die Herren
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, Bürgermeiſter
Mueller, die Beigeordneten Jäger und Ekert, ſowiel
Vertreter anderer Behörden teilnahmen. Vor dem
auf=
gebahrten Sarge widmete zunächſt ein langjähriger Freund
des Verewigten, Herr Muſikdirektor Süß, einen
warm=
herzigen Nachruf und legte zugleich im Namen der hieſt
Nummer 112,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Seite 7.
gen Loge „Johannes der Evangeliſt zur Eintracht” dem
in den ewigen Oſten eingegangen Ehrenmeiſter das letzte
Liebeszeichen auf den Sarg. Dann dankte Herr
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing dem Dahingegangenen für
ſeine uneigennützigen, dem Wohle der Stadt gewidmeten
Dienſte, wobei er beſonders die große Pflichttreue, den
praktiſchen Sinn und die Energie des Entſchlafenen
Stadtverordneten und Kollegen rühmte und mit
der Verſicherung, daß die Stadt ihm ein
liebevolles, dankbares Andenken bewahren werde,
einen prächtigen Lorbeerkranz niederlegte. Namens
der heſſiſchen Großlogen dankte und ehrte ihn der
Großmeiſter Profeſſor Dr. Staudinger auch die
Ab=
teilung des Deutſch=Oeſterreichiſchen Alpenvereins
wid=
mete ihrem Ehrenvorſitzenden einen Lorbeerkranz. Die
Einäſcherung der Leiche erfolgt am Montag in Offenbach.
* Stiftung. Der Direktion der Prof. Ph.
Schmitt=
ſchen Akademie für Tonkunſt ging unterm 8. ds.
Mts. eine ſchöne und dankenswerte Stiftung mit
folgendem Schreiben des Muſikverlages Breitkopf &
Härtel in Leipzig zu: „Tief erfaßt von den Briefen und
Schriften des muſikaliſchen Feuergeiſtes Hans v. Bülow
und von dem Wunſche beſeelt, den jungen Seelen, die
ich ſeiner Kunſt widmen, möge dieſer Große zum
Vor=
ſild dienen und ihr Leiter auf ihrem künftigen
Berufs=
vege ſein, hat ſich eine deutſche Frau, die ungenannt
bleiben möchte, zu einer Stiftung entſchloſſen, die es
ermöglichte, einer Anzahl von Bildungsſtätten junger
Muſiker die Werke Hans v. Bülows zu widmen. Unter
den ausgewählten Inſtituten befindet ſich auch das Ihre
ind wir beehren uns deshalb, Ihnen nebengehend das
Bände umfaſſende Schriftwerk Hans v. Bülows als
beſchenk dieſer Ungenannten zu überreichen, in der
Hoff=
iung, daß Ihnen dieſe Gabe für Ihre Schüler
willkom=
nen iſt und Sie ſie Ihnen zuführen.”
* Abnorme Temperatur. Geſtern nachmittag zeigte
as Thermometer 30%C (24 R) im Schatten, eine für
ie jetzige Jahreszeit ganz ungewöhnliche
Temperatur=
g. Landesverſammlung des Bundes der Landwirte.
der Bund der Landwirte für das Großherzogtum Heſſen
ielt geſtern nachmittag im großen Saale der
Turn=
emeinde ſeine Landesverſammlung ab Herr
Jekonomierat Lucke=Frankfurt a. M. eröffnete in
Ver=
retung des am Erſcheinen verhinderten Vorſitzenden,
Land=
agsabgeordneten Korell, die gutbeſuchte Verſammlung und
b. zunächſt einen kurzen Rückblick auf den letzten
Wahl=
ampf. Seine Rede ſchloß mit einem Hoch auf Kaiſer und
Broßherzog. — Es ergriff dann zur Begrüßung der
Pro=
inzialvorſitzende des Bundes für Starkenburg, Herr
Sie=
ert=Fronhofen, das Wort. Er danke den Mitgliedern
der anderen Provinzen für ihr zahlreiches Erſcheinen und
ing dann auf die letzten heſſiſchen Landtagswahlen ein.
er ſchloß: Der Bund der Landwirte verlange keine
Be=
orzugung, ſondern nur den Schutz der nationalen Arbeit.
er wünſche auch keine Unterdrückung oder Benachteiligung
er anderen Stände, ſondern ein gemeinſames
Neben=
inanderarbeiten, da jeder Stand vom anderen abhänge. —
herr Oekonomierat Luckterteilte ſodann dem Redner des
lages, Herrn Dr Dietrich Hahn, dem Direktor des
Bun=
des der Landwirte, das Wort zu ſeinem Vortrage über
as Thema „Der Siegeszug des Großkapitalismus und
eine Gefahren für Landwirtſchaft und Mittelſtand‟ Der
iedner ſchilderte in knappen Zügen zunächſt die
Entwick=
ung des Großkapitalismus und ſeine Beziehung zur
Welt=
errſchaft und zur Weltmacht. Letztere ſei ohne den
Groß=
apitalismus nicht möglich, denn zur Eroberung der
Stel=
ung einer Weltmacht gehöre Geld. Doch wie im
Mittel=
lter der Feudalismus, als er ſich nicht mehr auf einen
eſunden, ſeßhaften Bauernſtand ſtützen konnte, der ihm
ine Soldaten lieferte, in ſich ſelbſt zu Grunde gehen mußte
nd von der vollendetſten Form des Staates oder
Mo=
archie abgelöſt wurde, die für den Einzelnen in
weit=
ehendſtem Maße ſorgten, ebenſo ſei eine Weltherrſchaft
uf die Dauer unmöglich, die ſich lediglich auf eine
Zu=
immenfaſſung der Geldmacht ſtütze und nicht auch auf
inen kräftigen Bauernſtand, der das Land von dem
Aus=
inde inbezug auf die Volksernährung unabhängig mache.
m Bauernſtand gebe es keinen Großkapitalismus, wohl
ber in Handel und Gewerbe. Der Bund der Landwirte
ekämpfe durchaus nicht das Großkapital, wohl aber
ver=
inge er, daß das Großkapital ſich auch im nationalen Sinne
etätige und daß es zu den auſten, die dem Deutſchen
eiche durch ſeine Weltmachtſtellung, durch Heer und Flotte
wachſen, ebenfalls ſeinen Teil beitragen, denn der
natio=
ale Schutz komme in erſter Linie dem Großkapital zugute.
tedner fordert ſodann zur Hebung des Kursſtandes der
eutſchen Staatsanleihen, daß die Aktiengeſellſchaften
erpflichtet werden müſſen, einen Teil des Reſervefonds
i feſt verzinsliche Staatspapieren anzulegen, den
Spar=
iſſen ſolle man eine derartige Verpflichtung erſparen, da
jre Kapitalien an Ort und Stelle dringend gebraucht
ürden. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. An der
ch anſchließenden Debatte beteiligten ſich noch die
erren Dern=Neu=Iſenburg, Creth=Kleeſtadt,
Nahr=Eberſtadt, Graf=Büttelborn, Huff=
Guſtavs=
urg und Dr. Sell. Herr Oekonomierat Lucke ſchloß
dann mit einem Hoch auf den Bund die Verſammlung.
Bad Nauheim, 11. Mai. Die Kaiſerin hat heute
ach 32 tägigem Aufenthalt Nauheim verlaſſen und ſich
ach Bad Homburg begeben. Die Kaiſerin ſprach dem
edizinalrat Dr. Grödel ihren Dank für die Behandlung
1s und äußerte ſich ſehr anerkennend über Bad Nauheim,
ine Bäder und Anlagen. Dann erſchienen noch zur
bſchiedsaudienz‟ Geh. Baurat Dr. Eſer, Kurdirektor
Frankenberg, Bürgermeiſter Dr. Kayſer. Von
r. Grödel an die Autos geführt, fuhr die Kaiſerin
egen ¾5 Uhr nach Bad Homburg ab. Durch die
tadt ging die Fahrt langſam und von dem
hlreich ſpalierbildenden Publikum wurde die Kaiſerin
irch Tücherſchwenken und Hurrarufen begrüßt.
Aus=
ichnungen erhielten u. a. Geh. Medizinalrat Dr. Grödel
n Kronenorden 2. Klaſſe. Die Söhne Dr. Grödels,
heo und Franz, erhielten den Roten Adlerorden
Klaſſe. Die Damen erhielten ſchöne Andenken.
Bürger=
eiſter Dr. Kayſer erhielt ebenfalls den Roten
Adler=
den 4. Klaſſe. Den Kronenorden 4. Klaſſe erhielten
rner Polizeikommiſſar Schildwächter, Bahnhofsvorſteher
rien und Bureauvorſteher Fauſt. Außerdem gelangten
och eine große Anzahl Ehrenzeichen und Andenken zur
erteilung.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 11. Mai. Der Magiſtrat nahm das
Rück=
ittsgeſuch des Oberbürgermeiſters mit
Be=
iuern zur Kenntnis und beſchloß das Geſuch zu
ge=
ehmigen, ſowie dem Oberbürgermeiſter das Recht eines
hrenbürgers zu verleihen und als Penſion das volle
ehalt zu gewähren.
*Homburg v. d. Höhe, 11. Mai. Die Kaiſerin
heute Nachmittag um 5½ Uhr per Automobil von
Nauheim kommend zu längerem Kuraufenthalt hier
ein=
getroffen.
* Kiel, 11. Mai. Der große Kreuzer „Moltke‟
trat heute mittag 12½ Uhr die Ausreiſe nach
Ame=
rika an. Das Schiff geht um Skagen. Morgen früh folgt
ihm der kleine Kreuzer „Stettin” durch den Kaiſer=
Wil=
helm=Kanal.
* Paderborn, 12. Mai. Weihbiſchof Dr. Gockel
iſt, 82 Jahre alt, geſtorben.
* Nizza, 12. Mai. Der König und die Königin von
Dänemark ſind heute Abend 5.40 Uhr über Lyon nach
Frankfurt a. M. abgereiſt, wo ſie ſich vor ihrer Rückkehr
nach Kopenhagen eine Woche aufhalten. Am Bahnhof
war der Präfekt und der däniſche Konſul anweſend.
* Pola, 11. Mai. Heute früh nahmen außer den
aus=
geſperrten Straßenbahnbedienſteten ſämtliche
Arbeiter=
kategorien die Arbeit wieder auf, womit der
Generalſtreik bendet iſt.
* London, 12. Mai. Der deutſche Kaiſer ließ
dem Kapitän Webſter vom Londoner Schlepper
Champion” als Anerkennung der dem deutſchen
Segel=
ſchiff „Walküre” in Seenot am 8. Dezember 1911
ge=
leiſteten Hilfe eine goldene Uhr überreichen.
* Folkeſtone, 12. Mai. Das Schlachtſchiff „London”
ſtieß heute früh mit dem Dampfer „Don Benito”
zu=
ſammen und beſchädigte ihn ſchwer, ſodaß er nach
Dover geſchleppt wurde. Menſchen ſind, wie man
an=
nimmt, bei dem Zuſammenſtoß nicht ums Leben gekommen.
* Madrid, 12. Mai. 600 Einwohner von
Al=
deanuevas am Ebro ſtürmten das Rathaus, während
der Gemeinderat die Verteilung der Steuern beriet. Die
Gemeinderatsmitglieder wurden mißhandelt, die Archive
verbrannt. Gendarmerie iſt nach Aldeanueva abgegangen.
— Frankfurt, 12. Mai. Der Kaiſer trifft Dienstag,
den 21. Mai, zur Eröffnung des Oſthafens und
Grundſteinlegung der alten Brücke in Frankfurt ein. Nach
einer Mitteilung des Magiſtrats wird der Kaiſer, der von
Wiesbaden gegen 11 Uhr im Automobil kommt,
voraus=
ſichtlich folgenden Weg durch die Stadt nehmen: Mainzer
Landſtraße, Hohenzollernplatz, Viktoria= und Zeppelin=Allee,
Miquelſtraße, Bockenheimer Landſtraße, Zeil,
Schützen=
brunnen, Wittelsbacher= und Luxemburger Allee, Ratsweg,
Hanauer Landſtraße ſodann durch den Oſthafen bis zur
Honſellbrücke. Die Fahrt geht weiter über Hanauer
Land=
ſtraße, wiederum durch den Oſthafen bis zur Flößerſtraße,
Schöne Ausſicht bis zur Alten Brücke. Auf der Inſel
er=
folgt die Grundſteinlegung. Von da aus begibt ſich der
Kaiſer über den Mainkai nach dem Römer. Nach
Ver=
laſſen des Römers wird der Kaiſer über Neue Kräme,
Lieb=
frauenſtraße, Zeil, Roßmarkt, Kaiſerſtraße,
Hohenzollern=
ſtraße, Mainzer Landſtraße ſeinen Weg nehmen.
Eberswalde, 11. Mai. Als der 22jährige Maler
Kleiner t den letzten Anſtrich an der neu errichteten
Großſchiffahrtsbrücke über den Lipperſee geſtern benden
wollte, ſtürzte er ab. Er ſchlug auf einen Eiſenpfeiler,
wodurch ſein Körper zerſchmettert wurde und ſtürzte dann
in den See. Die Leiche iſt geborgen.
— Mailand, 11. Mai. In ganz Italien herrſcht
eine ungewöhnliche Hitze. In Mailand zeigt das
Thermometer 28 Grad, während die Temperatur in der
Lombardei zwiſchen 25 und 30 Grad ſchwankt.
Petersburg, 11. Mai. In verſchiedenen Gegenden
Rußlands herrſcht ſtarker Schneefall und
Schnee=
wehen. Froſt von drei bis ſechs Grad wird gemeldet.
Aus Wolowe an der Rjaeſan=Ural=Bahn iſt die Nachricht
eingelaufen, daß auf der Smolensklinie eine Dienſtzug
in=
ſolge Schneeverwehungen entgleiſt und ſechs Stunden im
Schnee ſtecken geblieben iſt.
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erſcheint das „Darmſtädter Tagblatt” nicht;
die an dieſem Tage aufliegende Nummer gelangt
bereits Mittwoch früh zur Ausgabe. — Inſerate
hierfür, ſpeziell
Vergnügungs=Anzeigen,
Empfehlungen
von Ausflugsorten usw.
erbitten wir uns bis
ſpäteſtens Dienstag, den 14. cr.
nachmittags 5 Uhr.
Darmſtädter Tagblatt.
(11073M)
Darmſtädter
Schloßfreiheit=Geld=Lotterie.
Die 5. Reihe dieſer beliebten Geld=Lotterie wird
garantiert am 15. Mai
in Darmſtadt unter Leitung eines Beamten der
Königl. General=Lotterie=Direktion, eines Notars
und unter polizeilicher Aufſicht gezogen. Es iſt
er=
freulich, daß dieſe Lotterie bisher niemals
ver=
schoben wurde, woraus ſich auch die große
Nach=
frage nach dieſen Loſen erklärt, die für den Preis
von nur 1 Mark einen Haupttreffer von 20000
Mark bieten. Alle Treffer werden ſoſort bar ohne
Abzug ausbezahlt.
(11084
Am Freitag, den 10. Mai, verſchied nach
längerem Leiden
(11085
Herr Konrad Egenolf
Beigeordneter der Stadt Darmstadt
der unſerem Aufſichtsrate ſeit der Gründung
der Aktiengeſellſchaft angehörte.
Wir werden dem verehrten Kollegen und
Mitarbeiter ein gutes Andenken bewahren.
Aufsichtsrat und Vorstand der Helvetia
Conservenfabrik Gross-Gerau Act.-Ges.
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten mache ich
hier=
mit die traurige Mitteilung, daß mein lieber
Gatte, unſer treubeſorgter Vater,
Schwieger=
ſohn, Bruder, Schwager und Onkel (11067
Nathan Simon
plötzlich infolge eines Schlaganfalles im 37.
Le=
bensjahre verſchieden iſt.
Um ſtilles Beileid bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Roſa Simon, geb. Marx.
Darmſtadt, Hemsbach, Karlſtadt,
Seligen=
ſtadt, Neuſtadt i. O., 10. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 13. Mai,
vormittags 10½ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofs der israelitiſchen Religionsgeſellſchaft
aus, ſtatt.
Blumenſpenden dankend verbeten.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Am 10. Mai 1912 ſtarb unſere gute Mutter
Frau Forstmeister
Emilie Hüter
geb. Noack.
Darmſtadt, Inſelſtraße 34. (11086
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beſtattung findet in der Stille ſtatt.
Blumenſpenden werden dankend abgelehnt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Der Kaufmann
von Venedig”.
Hauptverſammlung des Muſikvereins um 9½ Uhr
im Vereinshauſe.
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8 Uhr
im „Darmſtädter Hof‟
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller, Reſt. „Metropol”
und „Perkeo” um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 14. Mai.
Hotel= u. Wirtſchaftsinventar=Verſteigerung
um 9 und 3 Uhr im alten Bahnhofsgebäude.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
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93,00
do.
3½
do.
3.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,80
do.
89,20
3½
79,70
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
89,30
do.
3½
78,30
3
do.
. 80,40
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,50
95,00
3½
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
13 Griechen v. 1887 . . 54,80
33/ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente
4 do. Goldrente . . . 96,80
4 do. einheitl. Rente . 89,50
3 Portug. unif. Serie I 64,70
3 do. unif. Ser. III 67,55
3 do. Spezial . . . . 10,25
5 Rumänier v. 1903 . . 101,50
4 do. v. 1890 . . 94,90
4 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,80
4 do. v. 1902 . . . . 90,30
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
. 89,90
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 84,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,80
4 Ungar. Goldrente . . . 91,25
4 do. Stoatsrente . . . 89,70
Zf.
In Proz.
5 Argentinier . . . . . . 101,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,80
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,50
do.
4½
4½ Japaner . . . . .
94,70
5 Innere Mexikaner . . . 95,00
do.
60,40
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,50
3 Buenos Aires Provinz 71,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 145,90
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,60
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60 %
Einz. Mk. 408 .. 113,75
8 Baltimore und Ohio . 1095/
½ Schantungbahn . . . 138½
6‟ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,00
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . . 503,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.. . 262,00
30 Farbwerke Höchſt . . 592,00
20 Verein chem. Fabriken
. Mannheim . . .
10 Cement Heidelberg . . 155,90
30 Chem. Werke Albert 452,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 319,80
4 Lahmeyer . . . . . . . 130,50
Letzte
Dioib.
711 Schuchert, Nürnberg 160,50
12 Siemens & Halske . 243,00
5 Bergmann Electr. . . 152,25
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 176,50
0 Gummi Peter . . . . 135,25
0 Kunſtſeide Frankfurt 175,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 490,50
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 204,00
8 Steana Romana Petr. 142,20
15 Zellſtoff Waldhof . . 238,20
12½ Bad. Zucker=Wag=
.. 214,90
häuſel.
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 126,00
3 Südd. Immobilien . 69,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 193,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. ..
. . 232½
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . .
. 183,75
10 Gelſenkirchener . . . . 194,75
8 Harpener . . .
. 193,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 261,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . .
. 87,50
4 Laurahütte . . . . . . 179,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
„ Weſteregeln 192,75
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,80
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 91,60
3 Prag=Duxer . . . .
76,70
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,50
do.
.78,70
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,70
In Proz,
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,75
do.
54,00
3 Raab=Oedenburg
77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 95,50
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 88,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,80
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 75,70
do.
91,60
24 Livorneſer . . . . . 68,80
3 Salonique=Monaſtir . 65,50
4 Bagdadbahn . .
83,70
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,50
4 Miſſouri=Pacific. . . . 74,10
4 Northern=Pacific . . . 100,30
4 Southern=Pacific . . . 95,50
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,75
5 Tehuantepec . . . . . . 99,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 197,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.. . 151,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. .169,00
6½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . . . 256,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,40
10 Diskonto=Kommandit 186,40
8½ Dresdener Bank . . 154,70
9½ Frankf. Hypoth.=B. 139,60
6½ Mitteld. Kreditbank 119,25
7 Nationalb. für Deutſchl. 124,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . 137,20
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 128,60
Wiener Bankverein . 133,80
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,80
8f. Pfandbriefe. Inproz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19.
89,60
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19,21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
8½
do.
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,50
8½
do.
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
.100,30
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
.100,35
8½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 .
89,50
S. 3—5 .
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
do.
8½
89,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,30
8½ do. (unk. 1914) . . 88,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
do.
3½
89,70
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
3½ do.
4 Frankfurt . .
e 100,00
3½ do.
93,00
4 Gießen .
98,70
3½ do.
89,10
4 Heidelberg
98,60
8½ do.
4 Karlsruhe
98,70
3½ do.
*90,00
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
100,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg .
99,80
3½
do.
90,00
4 Offenbach . . . . . . .
InProz.
Zf.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 100,20
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
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Verzinsliche
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3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,30
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,50
3 Oldenburger . . . . . . 126,00
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 198,50
Fs. 15
Freiburger . .
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs. 10 32,00
Meininger . . . . . fl. 7 35,40
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 523,00
do. v. 1858fl. 100
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Holländiſche Noten. . . . 169,60
Italieniſche Noten . . . . 80,35
Oeſterr.=Ungariſche Noten (84,75
Ruſſiſche Noten . . . . . 215,50
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Nummer 112.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Seite 9.
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G. Roth. Dieburgerſtr. 9.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Nummer 112.
Darmſtädter Fahrplanbuch
Ssgegagsgegegertehutreppsgapsrrs gültig ab 1. Mal gggggg
überall zu haben.
17. Mai 1912.
Die Zeichner von Beiträgen werden gebeten, die ihnen zuſtehenden
Eintrittskarten zum Flugplatz am Dienstag, den 14. Mai, in der
Geſchäfts=
ſtelle der Heſſiſchen Flugſtudiengeſellſchaft, Rheinſtraße 14, in der Zeit von
vormittags 10—1 und 3—7 Uhr nachmittags in Empfang zu nehmen.
Der Ausſchuß.
Weitere Spenden für den Zuverläſſigkeitsflug werden auf der
Geſchäfts=
ſtelle jederzeit entgegengenomm
(11032so
2. Deutſcher Zuverläſſiakeitsſiun
Die Herren Mitglieder der Heſſiſchen Flugſtudiengeſellſchaft können von
heute an gegen Vorzeigung der Mitgliederkarte ihre Gratiskarte zu den
Flug=
veranſtaltungen in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 14, abholen.
10802do)
Der Vorſtand.
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zum Darmstädter Flugtad
am 17. Mai 1912
Morgens 5½—8 Uhr: Ankunft der Flieger und Landung
auf dem Griesheimer Exerzierplatz.
Vormittags 9—12 Uhr: Flugzeug-Zeltwettbewerb (
Be-
sichtigung der Zelte) Abbruch und Transport nach
Frank-
furt a. Main.
Nachmittags 1½—6 Uhr: Passagierfahrten mit der
„Viktoria Luise‟ (3 bis 5malige Landung und
Be-
sichtigung des Luftkreuzers).
Nachmittags nach 6 Uhr: Start sämtlicher Flieger nach
Frankfurt a. Main, möglichst gemeinsamer, gleichzeitiger
Aufstieg.
Während des Tages Fesselballon-Aufstiege.
Militärkonzert mehrerer Kapellen, ausreichende
Sitzgelegen-
heit und Restauration während des ganzen Tages in
zahl-
reichen Wirtschaftszelten. Günstige Fahrgelegenheit nachsund
von dem Flugplatze während des ganzen Tages.
Preise der Plätze:
Tribünen-Platz 10.− Mk., Erster Platz 3.— Mk., Zweiter
Platz 1.— Mk. (Kinder und Schüler zahlen die Hälfte),
Dritter Platz vorm. 20 Pf. Dritter Platz nachm. 20 Pf.
Eintrittskarten sind zu haben: In der Geschäftsstelle d.
Fingstudiengesellschaft, Rheinstrasse 14, in der
Expedition des „Darmstädter Tagblatt” und im
Verkehrsbureau.
Es liegt im Interesse der Besucher der Flugveranstaltungen, ähre
Karten im Vorverkauf vorher zu entnehmen, da der Andrang an
den Kassen und die Abfertigung daselbst mit Schwierigkeiten
verbunden sein dürften, die durch die Vorentnahme der Karten
behoben werden könnten.
tern Hessische Flugstudiengesellschaft.
Ein probates Mittel gegen
om art
ſproſſen atteſtiert Anna
Stein=
hauer in Röding, indem ſie ſchreibt:
„Beeile mich, Sie zu benachrichtigen,
daß ich mit Ihrer vorzüglichen
Herba=Seife ſehr zufrieden bin.
Selbe kann ich jedermann für
Haut=
ausſchläge, Sommerſproſſen ꝛc. aufs
wärmſte empfehlen.: (11051fl
ObermeyersMedizinal=Herba=
Seife à Stck. 50 Pf., 30% ſtärkeres
Präp. Mk 1.—, zu haben in allen
Apotheken, Drog., Parfüm.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady. Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Kaiſerin Auguſte
Vik=
toria” von New=York kommend,
10. Mai 5 Uhr 30 Minuten
mor=
gens von Cherbourg nach
Ham=
burg.
Dampfer „Moltke‟, 9. Mai 11 Uhr
morgens von Genua über Neapel
nach New=York.
Dampfer „Prinz Adalbert”, von
Philadelphia kommend, 9. Mai
8 Uhr morgens Lizard paſſiert.
Nationalflugſpende.
Bisher ſind bei uns ein=
gegangen .
. . M. 387.10
Ferner ſind gezeich.:
Familie Alt
Kabinettskaſſier
Rech=
nungsrat Scharmann
Geheimerat Emmerling
20.−
F. Sch.
20.−
Frl. Emma Bauſch .
Rudolf Nick.
Frau Miniſter Küchler
Exzellenz .
A. Z.
Chemiker Hans Traum
Firma Thiele &
Boet=
tinger
Summa M. 400. 15
Weitere Spenden nimmt entgegen
Darmſtädter Tagblatt=Exped.
Der Militär-
Wohnungsanzeiger
Frühjahr 1912
iſt erſchienen und für
30 Pfg. in der
Expe=
dition des Tagblatt
zu haben.
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Dentsche Schuhzentrale, Pirmasenz. (8681a
Deutſcher
Zuverläſſigkeits=
ſtiug am Oberrhein.
Es ſind ferner gezeichnet:
Lipp=
mann May 10 M., Baurat Jäger
5 M., Darmſtädter Wach= u.
Schließ=
geſellſchaft 10 M. Maior Frhr.
v. Stetten 5 M., Oberlt. Hunzinger
3 M., Lt. Gallo 3 M., Lt. Kuhn3 M.,
Stabsveterinär Weinhold 3 M.,
Oberlt. Schauenburg 3 M.,
Haupt=
mann Biſchof 3 M., Lt. Müller=
3 M., Lt. Kieſche 3 M., Hauptm.
Kramer=Möllenberg 3 M., Emden
3 M., Steeg 3 M., Humperding
3 M., Schwind=Boller 3 Mark,
Schembs 3 M., Dampfmolkerei
Hch. Wolf 10 M., Geheimerat
Berndt 3 M., Geheimerat Fay 20
Mark, Geheimerat Müller 20 M.,
A. Sperber 1 M., Jacob Scheit
2 M., J. C. Schmidt 2 M.,
Guggen=
heim & Marx 3 M., Lina Hardt
2 M., H. Arnold 1 M., Frau Dr.
Sehrt 4 M., Mrs. Philiv. Weſe
10 M., v. Bellersheim (
Wilhel=
minenſtraße) 2 M., v. Riedeſel 5 M.,
Ramdohr 5 M. Schmitt 3 M.,
Wilh. Laufer 2 M., Rothſchild 3 M.,
Chr. Schwinn 3 M., Frau
Re=
gierungsrat Fröhlich 4 M., Kurt
Schwab 10 M.
Weitere Gaben nimmt auch
ent=
gegen die Exped. des „Tagblatt”.
Nummer 112.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912s
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizelamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
ſicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(11062
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Das ſtädtiſche Pfandhaus
bleibt wegen vollſtändiger Lageraufnahme von heute ab bis auf weiteres
nachmittags geſchloſſen.
Darmſtadt, den 7. Mai 1912.
Die ſtädtiſche Pfandhausverwaltung.
(10753a
Paul.
Offenlegung des auf Grund der neuen
Parzellen=
vermeſſung aufgeſtellten Grundbuchs und der
Parzellen=
karten der Gemarkung Darmſtadt.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das
nach den Ergebniſſen der neuen Parzellenvermeſſung neu aufgeſtellte
Grundbuch der Gemarkung Darmſtadt nebſt den dazu gehörigen
Parzellenkarten auf den Großh. Ortsgerichten Darmſtadt I (Grafenſtr. 30)
und II (Beſſungen, Wittmannſtr. 1) offengelegt worden iſt.
Das Grundbuch umfaßt die ehemaligen Gemarkungen Darmſtadt
und Beſſungen, die Heinrichſtraße bildet die Grenze der beiden
Orts=
gerichtsbezirke im bebauten Teil der Gemarkung.
Die Beteiligten ſind befugt, das Grundbuch während der Zeit
der Offenlegung in den Dienſtſtunden der Großh. Ortsgerichte, d. i.
vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 5 Uhr (
aus=
genommen Samstag nachmittag) einzuſehen, auch gegen Entrichtung
der vorgeſchriebenen Gebühr von den Großh. Ortsgerichtsvorſtehern
Grundbuchsauszüge zu verlangen. Auch werden ſie durch letztere auf
die von den Feldgeſchworenen entdeckten Fehler aufmerkſam gemacht
werden.
Allen denjenigen, die ſich bei den Angaben des Grundbuchs
hinſichtlich des Beſitzſtandes und der Größenangaben für beſchwert
erachten, ſteht es frei, binnen einer unerſtrecklichen Friſt von ſechs
Monaten ihre Anſtände entweder auf gütlichem Wege bei den Großh.
Ortsgerichtsvorſtehern, vor die ſie ihren etwaigen Gegner vorladen
laſſen können, zu beſeitigen, und, wenn dieſes nicht von Erfolg iſt,
ihre Anſprüche bei dem für Beſitzſtreitigkeiten zuſtändigen Gerichte
geltend zu machen. Iſt dieſes Gericht ein anderes als das
unter=
zeichnete, ſo haben ſie davon, daß Letzteres geſchehen, in der gleichen
Friſt Anzeige zu machen. Dieſelbe Anzeige liegt ihnen binnen derſelben
Friſt dann ob, wenn ſie vor Offenlegung des Grundbuchs gegen den
darin eingetragenen Beſitzer eine Beſitzklage erhoben haben.
Nach Ablauf dieſer Friſt wird der Beſitz, wie ihn das
Grund=
buch angibt, in Bezug auf die Perſonen der Beſitzer und die
Größen=
atgaben in allen den Fällen für richtig angenommen, in denen weder
eine gütliche Beſeitigung bei den Großh. Ortsgerichtsvorſtehern zu
Protokoll gegeben, noch eine gerichtliche Klage erhoben und
erforder=
lichenfalls bei dem unterzeichneten Gericht zur Anzeige gebracht
worden iſt.
Die unerſtreckliche Friſt von ſechs Monaten geht mit dem
15. November 1912 zu Ende.
Schließlich wird darauf hingewieſen, daß neben dem Verfahren
zur Legaliſierung des vorbezeichneten auf Grund der neuen
Parzellen=
vermeſſung neu aufgeſtellten Grundbuchs nach dem bisherigen heſſiſchen
Recht gleichzeitig auch das Verfahren zur Anlegung des Grundbuchs
näch dem neuen Recht des Bürgerlichen Geſetzbuchs betrieben werden
wird und der Tag, an dem mit der Anlegung dieſes Grundbuchs
be=
nnen wird, demnächſt bekannt gemacht wird. Im Hinblick auf
eſes Anlegungsverfahren wird den Grundeigentümern, die aus=
Pittierte Kaufbriefe oder ſonſtige löſchungsfähige Eigentumsurkunden,
zinſichtlich deren die Löſchung der Eigentumsbeſchränkung noch nicht
erfolgt iſt, in Händen haben und behalten wollen, empfohlen, ſolche
daldtunlichſt dem unterzeichneten Gericht oder den Großh.
Orts=
zerichten I bezw. II zur Löſchung einzureichen, da im
Anlegungs=
verfahren in der Regel eine Löſchung nicht mehr ſtattfindet und die
Kaufbriefe und Eigentumsurkunden zu den Anlegungsakten
zurück=
behalten werden.
Das offengelegte Grundbuch gibt den Stand vom 31. Januar
1910 wieder. Die ſeitdem eingetretenen Veränderungen werden nach
Ablauf der Offenlegungsfriſt gewahrt und ſchon jetzt in dem neuen
Anlegungsverfahren berückſichtigt.
Folgende Grundſtücke, die für die Bahnhofs=Neuanlagen vom
Staate erworben worden ſind, werden von der Legaliſation vorerſt
lusgenommen:
a) der früheren Gemarkung Darmſtadt:
Flur III Nr. 103110, 229, 259, 260,
VI
„ 229, 228,
„ VII „ 28¾/10, 50, 83, 84, 103¼10 105, 118¾/10, 1195/10, 120,
121, 122, 1235/10, 124½10, 125, 126,
„ IX
(
„ 13, 14,
„ XIV
4,
XV
36¾/10, 77 bis 82, 84 85, 85½ 86, 219,
XVIII
1089/10, 1119/10, 112½10, 129½) 129½10, 152/10,
„ XIK
154¾/10, 1625/10, 165%10, 216, 220, 225, 226,
243,
„ XXIII
1615
XXIV
„ 44½/10, 566/10, 8/10, 124, 125, 129, 130, 135 bis 141.
„ XXV
35/10, 599/10, 685/10, 126¾10 128¼10, 129 bis 134,
„ XXVI
134½/10, 135, 136, 136½10, 137 bis 142, 144, 145,
146, 146½, 147, 147½/10, 149, 151, 152,
75, 146, 151 bis 157, 235,
„ XXVII
*3/100, 248½0, 253½/10, 259/10,
291½
„ XXIX „ 24550
Jio, 321010 376 /10, 1os ¾ios /10, 407, 407%
408 bis 425,
XXx
„
„, 43½10, ¾10, 59, 76½0, 123, 1590/100
38½
XXKIV
269, 271 bis 276, 280 bis 283, 286 bis 289,
270,
KXXV
(63/
1os 19910, ¾10 50 %10 53¾10, 72 bis 77,
„ XXKVI
8, 12½10, ¾/10, 13½10, 149/10, 59½105
„ XXXVII „
212¾/10) 234 bis 241,
b) der früheren Gemarkung Beſſungen:
Nr. 67,
Flur IX
„ 128, 130,
„ 86 bis 90,
„ XII
„ 339,
„ XIII
218 bis 221,
„ XIV
„ XV
„ XXIV „
Darmſtadt, den 6. Mai 1912.
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt I.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über den
Nachlaß des am 7. Mai 1910
ver=
torbenen Studenten Erwin
Hil=
jendorf von Darmſtadt wird nach
erfolgter Abhaltung des
Schluß=
ermins hierdurch aufgehoben. (1104
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Kanalbauarbeiten.
Die Erd= und Maurerarbeiten
bei Herſtellung eines gemauerten
Kanales in der Landgraf Georg=
Straße, zwiſchen Stift= und
Beck=
ſtraße, ſollen verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tiefbau=
amt, Zimmer Nr. 7, zur Einſicht
offen. Auch werden dort die
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Donnerstag, 30. Mai I. Js.,
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(11061oi
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Darmſtadt, den 10. Mai 1912.
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Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter Abteilung B iſt am 10. Mai 1912
unter Nr. 90 die Aktiengeſellſchaft in Firma:
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft
mit dem Sitz in Darmſtadt eingetragen worden.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am 15. April 1912 feſtgeſtellt.
Gegenſtand des Unternehmens iſt:
Die Erbauung, Erwerbung, Pachtung und der Betrieh
von Bahnen, insbeſondere von elektriſchen und
Dampf=
bahnen und aller Geſchäfte, die mit dieſem Betriebe im
Zuſammenhang ſtehen.
Das Grundkapital beträgt: 4.000.000 Mark.
Der Vorſtand der Geſellſchaft beſteht aus dem Betriebsdirektor
Ludwig Meyer in Darmſtadt.
Nach dem Geſellſchaftsvertrage iſt jedes ordentliche
Vorſtands=
mitglied für ſich allein zur Vertretung der Geſellſchaft berechtigt.
Stellvertretende Vorſtandsmitglieder können die Geſellſchaft
nur gemeinſchaftlich mit einem anderen ſtellvertretenden oder
ordent=
lichen Vorſtandsmitglied oder einem Prokuriſten vertreten.
Das Grundkapital zerfällt in 4000 auf den Inhaber lautende
Aktien zu je 1000 Mk., die zum Nennbetrage ausgegeben werden.
Der Vorſtand beſteht nach näherer Beſtimmung des
Aufſichts=
rats aus einer oder mehreren Perſonen.
Die Mitglieder und die ſtellvertretenden Mitglieder des
Vor=
ſtandes werden vom Aufſichtsrat beſtellt.
Die Bekanntmachungen der Geſellſchaft erfolgen im: „Deutſchen
Reichsanzeiger” und in der „Darmſtädter Zeitung” unter der Firma
der Geſellſchaft.
Die Generalverſammlungen werden vom Vorſtand oder von
dem Aufſichtsrat durch einmalige Bekanntmachung in den beiden
Geſellſchaftsblättern berufen.
Von den Gründern bringen in die Geſellſchaft ein:
1. Die Stadtgemeinde Darmſtadt die elektriſchen Straßenbahnen.
2. die ſüddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft:
a) die Nebenbahn Darmſtadt-Eberſtadt,
b) die Nebenbahn Darmſtadt-Griesheim,
c) die Nebenbahn Darmſtadt=Arheilgen,
wofür vergütet werden:
1. der Stadtgemeinde Darmſtadt 1.926.400 Mark und
2. der Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft 2.033.800 Mk.
Die Gründer der Geſellſchaft, die ſämtliche Aktien übernommen
haben, ſind:
1. Die Stadtgemeinde Darmſtadt,
2. die Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft in Darmſtadt,
3. die Provinz Starkenburg,
4. Kaufmann Hugo Stinnes in Mülheim a. d. Ruhr,
5. Beigeordneter Dr. Walter Bucerius in Eſſen a. d. Ruhr,
Den erſten Aufſichtsrat bilden:
1. Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing in Darmſtadt,
2. Kaufmann Hugo Stinnes in Mülheim a. d. Ruhr,
3. Provinzialdirektor Geh. Regierungsrat Friedrich Fey
in Darmſtadt,
4. Geh. Oberfinanzrat Maximilian von Klitzing in Berlin,
5. Direktor Bernhard Goldenberg in Eſſen a. d. Ruhr,
6. Direktor Oskar Bühring in Mannheim,
7. Eiſenbahndirektor Geh. Baurat Karl Auguſt Rötelmann
in Darmſtadt,
8. Beigeordneter Ferdinand Ekert in Darmſtadt,
9. Beigeordneter Dr. Walter Bucerius in Eſſen a. d. Ruhr,
10. Kommerzienrat Ferdinand Jacobi in Darmſtadt,
11. Stadtverordneter Peter Aßmuth in Darmſtadt,
12. Stadtverordneter Juſtizrat Dr. Hugo Bender in Darmſtadt,
13. Stadtverordneter Juſtizrat Ferdinand Gallus in Darmſtadt.
Von den mit der Anmeldung der Geſellſchaft eingereichten
Schriftſtücken, insbeſondere von dem Prüfungsbericht des Vorſtandes,
des Aufſichtsrates und der Reviſoren kann bei dem Gericht, von dem
Prüfungsbericht der Reviſoren auch bei der Handelskammer
Darm=
ſtadt Einſicht genommen werden.
Darmſtadt, den 10. Mai 1912.
(11057
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt I.
Die Erd=, Maurers,
Asphalt=
ſſah
und Entwanerungsarvelten
für die Erweiterung des weſtlichen Stallgebäudes der Kaſerne der
1/61 am Beſſunger Weg hierſelbſt ſollen in einem Los öffentlich
ver=
geben werden.
Die Zeichnungen und Bedingungen liegen im Geſchäftszimmer
des Militär=Bauamts Riedeſelſtraße 60, II. während der
Dienſt=
ſtunden vormittags von 8½—12½ und nachmittags von 3—6 Uhr
offen und können daſelbſt die Verdingungsunterlagen zum Preiſe
von 1,85 Mk. gegen poſt= und beſtellgeldfreie Einſendung des
Be=
trages bezogen werden. Die ausgefüllten Angebote nebſt den
vor=
geſchriebenen Proben ſind verſiegelt mit entſprechender Aufſchrift
verſehen bis zum 23. Mai, vormittags 10 Uhr, an vorgenanntes
Geſchäftszimmer poſt= und beſtellgeldfrei einzuſenden, zu welchem
Zeitpunkt die Eröffnung erfolgt. Die Zuſchlagsfriſt beträgt 28 Tage.
Militär=Bauamt.
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Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
43)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Der Alte ſah ſie mißtrauiſch an. Sie gefiel ihm gar
nicht in ihrer paſſiven Widerſetzlichkeit.
Haſt du es dir überlegt? fragte er mit verhaltenem
Zorn, daß die Zeit nahe iſt, wo du Bjarnis Weib wirſt?
Du wirſt mich nicht zwingen, Vater, du kennſt meinen
Willen.
Und du den meinen, gab er zurück. Ich habe Bjarni
beauftragt, in Reykjavik euer Verlöbnis zu verkünden.
Mit einem Ruck riß Wallgerdr den blitzenden Reif
aus ihrem Haar, lang ſchleifte der weiße Schleier zerriſſen
den Boden.
Das iſt Verrat, ſchrie ſie auf. Du weißt, daß ich
nie=
mal Bjarni Petrurſſon freie.
Du weißt, daß du mußt, gab der Alte zurück, und
nun laß das Zieren, du wirſt gehorchen, oder ich zwinge
dich mit Gewalt.
Verſuche es. Mein Leben kannſt du nehmen, aber
nie=
mals mich dazu bringen Bjarni anzugehören.
Wie eiſerne Klammern umſchloſſen Ravna Jonſons
grobe Fäuſte die ſchlanken Hände ſeines Kindes. Es war,
als wollte ſeine rohe Kraft das Mädchen zermalmen.
In demſelben Augenblick flog die Tür auf, und
Gynna erſchien wieder, die Hände hoch empor gehoben,
die Augen glanzlos in die Ferne gerichtet, ſprach ſie
feier=
ich:
Nun kommt er wirklich über das Eis. Eine Wüſte
wird der Hof des Schweigens, hüte dich, Bauer, hüte
dich!
Ravna Jonſon wollte der Alten unſanft den Mund
verbieten, aber er brachte kein einziges Wort hervor. Seine
Augen hangen ſtarr da draußen an einem dunklen Punkt,
der ſich langſam über das Eis fortbewegte.
Standen die Toten auf?
Er riß das Fernrohr vor ſein Auge. Wie es in der
alten Chronikk ſtand, und wie der Kapitän es erzählt, ſo
wanderte wie in alten, längſt vergeſſenen Zeiten ein
Mann über das Eis und winkte und winkte.
Was wollte er? Rettung, Hilfe? Der Widarhof
rettete keinen.
Wie ſchnell der Mann vorwärts kam. Das konnte er
nur, wenn er ſich auf Schneeſchuhen fortbewegte. Sprang
er nicht jetzt von Scholle zu Scholle?
Wenn dunkles Waſſer dazwiſchen aufquoll, ſo war der
kecke Wicht, der da über das blanke Eis direckt auf den
Widarhof zukam, verloren.
Ein wildes Frohlocken war in Ravnas Bruſt.
Ueber=
all brach ja ſchon durch die Eisſpalten das gurgelnde
Waſſer.
Er kommt, er kommt, ſchrie plötzlich Hallgerdr auf,
die atemlos hinausſpähte. Er kommt, Vater hilf, rette
ihn! Ein Boot, ein Boot mache bereit, ſchnell, ehe es zu
ſpät. Ueber den Streifen offenen Waſſers von der
Eis=
kante bis zum Strand führt es ihn ſicher ins Haus.
Ravna Jonſon lachte höhniſch auf.
Daß ich ein Narr wäre, mir meinen Todfeind zu
ret=
ten. Haſt du vergeſſen, daß er zu uns kommt um uns zu
vernichten?
Nein, mein Vater, er liebt mich, der Fluch wird ſich
in Segen wandeln, wenn du ihn retteſt. Hilf ihm, ich bitte
Dich. Sei barmherzig, Vater!
Nein, mein Vater, er liebt mich, der Fluch wird ſich
in Segen wandeln, wenn du ihn retteſt. Hilf ihm, ich
bitte dich. Sei barmherzig, Vater!
Willſt du Bjarnis Petrurſſons Weib werden? Sprich,
ja oder nein?
Einen Augenblick herrſchte Todesſchweigen.
Wenn du Ingwald Anderſen hilfſt, ſo will ich jedes
Opfer für ihn bringen, Vater, kam es ſchwer von
Hall=
gerdrs zuckenden Lippen.
Sei es, entgegnete der Alte dumpf, aber wehe dir,
wenn du mich täuſchſt, wehe dir?
Er ging hinaus und rief gebieteriſch nach den
Knech=
ten.
Hallgerdr war in die Knie geſunken, Wie ein einziges
Gebet war es in ihrer Bruſt. Dann aber riß ſie in wilder
Haſt der alten Gynna das dunkle Kopftuch ab, wand es
ich um ihr helles, flatterndes Haar und ſtürmte hinaus,
dem Strande zu.
Blutigrote Streifen warf die Sonne über Meer und
Eis. Ein Glühen und Funkeln weit und breit. Wie von
lendenden Mädchenkronen ſtrahlte es auf das Eis.
Der Mann aber, der über das Eis daherſauſte, ſprang
icher von Scholle zu Scholle. Die Hölzer der Schneeſchuhe
rugen ihn über tiefe Eisſpalten, aus denen das Waſſer
vie mit grünen Schlangenaugen tückiſch aufſchillerte.
Jetzt aber zauderte er. Sank er nicht in die Knie?
Nein, er irrte nach kurzem Innehalten ratlos am
äußer=
ten Rande des Eiſes auf und nieder, und winkte wieder
ſerüber nach dem Hof des Schweigens.
Da flog Hallgerdr an das Ufer. Jauchzend hob ſie
die Arme. Ob er ſie erkannte, ob er wußte, daß ſie ihm
tahe, daß ſie bereit war, mit ihm zu ſterben, wenn ihm
eine Rettung ward?
Ingwald Anderſen ſah ſie nicht. Ganz erfüllt von
ſer troſtloſen Gewißheit, daß ihm der breite Waſſerſtreifen
o nah dem Ziel Halt gebot, haſtete er unruhig auf und
kieder.
Kam da nicht Ravna Jonſon mit den Knechten?
Bedächtig ließen ſie ein Boot ins Meer.
Hallgerdr ſtand in fiebernder Angſt.
Schnell, ſchnell, mahnte ſie, das Eis kann brechen.
Wer weiß, wie lange ihn die Scholle trägt. Er iſt
ver=
oren, wenn Ihr nicht eilt.
Ravna Jonſon zögerte finſter.
Du haſt es gewollt, ſagte er drohend, Du trägſt die
Schuld, wenn Unheil aus der Tat erwächſt die ich nicht
ewollt.
Da lächelte Hallgerdr ſtill vor ſich hin. Die Hände
feſt gegen die Bruſt gepreßt, ſtand ſie da. Der Wind
ſpielte mit ihrem Blondhaar, und die Augen leuchteten
in tiefem Feuer.
Ravna Jonſon führte das kleine Boot ſicher durch
Eis und Brandung.
Sein Geſicht war unbewegt. Der Wind riß an
ſeiner Wachstuchkappe und zauſte ſein weißes Haar.
Einmal war es, als hebe er drohend die Fauſt.
Hallgerdr verfolgte mit zitterndem Herzen jeden
Ruderſchlag.
Durch Wellengebraus und Eisſchollen ging die
Fahrt. Jetzt war das kleine Boot der Eiskante ganz
nahe, auf der Ingwald Anderſen aufmerkſam die
Anſtal=
ten gewahrte, die man zu ſeiner Rettung traf.
Und jetzt hatte er auch Hallgerdr an dem felſigen
Ufer erſpäht.
Er hatte den Anſchein, als wollte er ſich ihr entgegen
in die Wellen ſtürzen, aber voll Beſonnenheit meiſterte
er ſein Begehren.
Immer wieder ſchlugen die Wellen das kleine Boot,
das auf die Eisſcholle losſteuerte, zurück, immer wieder
nahm es den Kampf auf mit Wind und Wellen, und da
— da wagte Ingwald Anderſen einen verzweifelten
Sprung, ein Todesſprung konnte es ſein.
Hallgerdr ſchrie auf. Nun waren ſie wohl alle
ver=
loren. Nein, das Boot, das ſich von der Wucht des
küh=
nen Sprunges ganz auf die Seite gelegt hatte, richtete
ſich ſchwankend wieder auf. Sicher ſteuerte es Ravna
Jonſon landwärts. Wie ein Pfeil ſchoß es auf den
Widarhof zu.
Mit Hallgerdr wartete die alte Gynna am Strande.
Ihre dünnen, weißen Haarſträhne flogen im
Sturm=
wind, und die glanzloſen, kleinen Augen ſtarrten in das
dunkle Gewölk, das ſich vor den blutroten Wolken ballte.
Mit raſender Geſchwindigkeit wuchſen die ſchwarzen,
un=
heimlichen Wolkenberge auf und jagten daher.
Abwehrend ſtreckte die Alte die dürren Arme aus.
Nun kommt das Ende, murmelte ſie geheimnisvoll.
Ravna Jonſon, ſei auf der Hut. Stille, tiefe Stille wird
ſein und Todesſchweigen.
Sei ſtill, gebot Hallgerdr, leiſe erſchauernd, aber die
Greiſin fuhr unbeirrt fort:
Ich ſehe wie in einem Spiegel. Ein Schiff kämpft
zwiſchen Eis und brauſenden Wellen.
Erreicht es glücklich das Land? fragte Hallgerdr mit
fliegendem Atem.
Ich kann es noch nicht erkennen. Ich ſehe nur den
Kampf, grauſig iſt er und hoffnungslos.
Siehſt Du den Widarhof? fragt das Mädchen
ge=
ängſtigt, denn ſie wußte, daß die Viſionen der Alten
ge=
wöhnlich die nächſte Zukunft kündeten. Nimm Dich
zu=
ſammen, Gynna, was ſiehſt Du?
Dich ſehe ich nicht. Du biſt weit vom Hofe des
Schweigens. Ich ſehe den Hof nicht, nicht Bjarni, nicht
Ravna Jonſon, nur ſchwere Schwefeldämpfe. Ein
gel=
bes Feuer umzückt die Wolkenränder.
Und der fremde Kapitän, Gynna, ſiehſt Du ihn auch?
forſchte Hallgerdr mit angſtvollem Blick auf das immer
näher kommende Boot.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
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Olbersleben, „Der Mai” Hummel und „Die falſche Prinzeſſin”
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Wagner=Jaell und „Rhapſodie‟ Lißt — Klavier. — „Romanze‟
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112.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Seite 15.
Vermiſchtes.
Zur Frage der Kleinkraftmaſchinen. „Bei einem
eis von 20 Pfg. pro Kilowattſtunde iſt der Elektromotor
er anderen Kraftmaſchine für das Handwerk überlegen”,
eine weitverbreitete und oft wiederholte Annahme. In
ſer Allgemeinheit ausgeſprochen iſt die Behauptung
ſch. Gewiß gibt es Fälle, in denen der Elektromotor bei
em Strompreis von 20 Pfg, pro Kilowattſtunde
wirt=
aftlicher iſt, als andere Kraftmaſchinen, und das läßt ſich
h durch Betriebskoſtenaufſtellungen beweiſen, deren
hlen an und für ſich nicht angreifbar ſind. Auf der
an=
en Seite laſſen ſich aber auch mit ebenſo maßgebenden
d unangreifbaren Zahlen ähnliche
Betriebskoſtenberech=
ngen aufſtellen, bei denen der Verbrennungsmotor, alſo
Gasmotor oder Flüſſigkeitsmotor, als
Kleinkraft=
ſchine dem Elektromotor weit überlegen erſcheint. Beide
rechnungen können ſogar inbezug auf Strom= bezw.
ennſtoffkoſten und die übrigen Ausgaben für Bedienung,
hmier= und Putzmaterial, Verzinſung, Abſchreibung und
terhaltung der Kraftanlagen auf gleichen
Vorausſetz=
gen aufgeſtellt ſein; wenn ſie trotzdem zu ganz
verſchie=
ien Ergebniſſen führen, liegt das daran, daß ſie unter
nahme verſchiedener Betriebszeiten aufgeſtellt werden.
Dieſer große Einfluß der Betriebszeit auf die
Wirt=
iftlichkeit einer Anlage erklärt ſich aus folgender
Ueber=
ung: Der Elektromotor iſt ein inbezug auf Anſchaffung
liger Motor, deſſen Bedienung und Reinigung ſo einfach
daß die Koſten dafür ohne große Fehler vernachläſſigt
rden können. Ganz anders der Verbrennungsmotor:
in Anſchaffungspreis iſt im Vergleich zu dem eines gleich
cken Elektromotors hoch. Demgegenüber ſind die
Brenn=
ffkoſten, die im gleichen Verhältnis wie die
Betriebs=
ten ſteigen und fallen, beim Verbrennungsmotor ganz
eblich niedriger als die Stromkoſten beim Elektromotor.
nen Kleinmotor von 3 Ps. Leiſtung zu Grunde gelegt,
praucht ein Gasmotor 700 Liter Gas, ein Benzolmotor
)Gramm Benzol, ein Elektromotor 0,90 Kilowattſtunden
Pferdekraft und Stunde. Bei einem Gaspreis von 12
ennig pro Kubikmeter, einem Benzolpreis von 25 Pfg.
Kilogramm und einem Strompreis von 20 Pfg. pro
Kilowattſtunde ergibt das 8,4 Pfg. für Gas, 8,25 Pfg. für
Benzol und 18,0 Pfg. für Strom pro Pferdekraft und
Stunde. Dieſe Zahlen zeigen klar, daß immer, wenn die
Brennſtoff= bezw. Stromkoſten die Hauptausgaben einer
Kraftanlage ſind, der Verbrennungsmotor dem
Elektro=
motor wirtſchaftlich weit überlegen iſt. Bei kurzen
Betriebs=
zeiten treten aber dieſe Ausgaben gegenüber den
Aufwend=
ungen für Verzinſung, Abſchreibung und Unterhaltung der
Anlage zurück und dann wird natürlich der in der
Anſchaff=
ung billige Elektromotor im Vorteil ſein. Reg.=Baumeiſter
Hoeltje, Frankfurt a. M., hat in ſeiner im Januar d. J.
in Dinglers Polytechniſchem Journal veröffentlichten
Ar=
beit „Die Kraftverſorgung des Kleingewerbes durch Gas
und Elektrizität” berechnet, bei welchen Betriebszeiten unter
normalen Verhältniſſen und einem Gaspreis von 12 Pfg.
pro Kubikmeter, einem Strompreis von 20 Pfg. pro
Kilo=
wattſtunde der Gasmotor und bei welchen der
Elektro=
motor wirtſchaftlicher arbeitet. Er iſt dabei zu dem
Reſul=
tat gekommen, daß z. B. bei Betriebszeiten über 3000
Stun=
den jährlich beim 1. Ps.=Motor, über 1050 Stunden beim 4=
PS.=Motor und über 500 Stunden beim 10 Ps.=Motor der
Gasmotor, bei geringeren Betriebszeiten der Elektromotor
günſtiger arbeitet. Werden der Berechnung ſchnellaufende
Gasmotoren zugrunde gelegt, ſind dieſe beim 1 Ps=Motor
bei über 1300 und beim 4 Ps=Motor ſogar ſchon bei über
450 Stunden jährlicher Betriebszeit den Elektromotoren
überlegen. Wenn die vorausſichtlichen Betriebszeiten
be=
kannt ſind oder geſchätzt werden können, iſt hiernach die
Möglichkeit gegeben, den für den jeweiligen Zweck
vorteil=
hafteſten Motor zu wählen. Daß beim Handwerk und
Ge=
werbe immer nur geringe Betriebszeiten in Frage kommen,
wie das von Seiten der Elektrotechniker vielfach
angenom=
men wird, hat ſich nach der Unterſuchung Hoeltjes als falſch
erwieſen, die ſich auf ein reiches ſtatiſtiſches Material aus
verſchiedenen Städten mit Gasanſtalten und
Elektrizitäts=
werken ſtützt. Auch in Kleinbetrieben iſt häufig eine recht
gute Ausnutzung der Kraftmaſchine möglich und dann
wird der Verbrennungsmotor dem Elektromotor
vorzu=
ziehen ſein.
Literariſches.
In Alfred Kröners Verlag in Leipzig iſt ſoeben
erſchienen: Der junge Nietzſche von Eliſabeth
Förſter=Nietzſche. Geheftet 4 Mk., in Leinwand
gebunden 4.80 Mk. Vielfachen Anregungen entſprechend
hat ſich die Schweſter Friedrich Nietzſches entſchloſſen,
neben der großen ausführlichen dreibändigen Biographie
ein kurzes Lebensbild ihres Bruders in zwei Bänden zu
verfaſſen, wovon der erſte, die Jugendzeit 1844—1876
ent=
haltend, vorliegt. Der zweite Band: „Der einſame
Nietzſche” die tragiſchen Jahre der Verlaſſenheit bis zum
Tode behandelnd, ſoll im Herbſt 1913 erſcheinen. Das
handliche, authentiſche Nachrichten über den junges
Nietzſche bringende Buch wird überall einem großen
In=
tereſſe begegnen; denn der Nietzſche in den 32 glücklichen
Jahren ſeiner Jugend iſt meiſtens noch unbekannt, ſein
Leben wie verſchüttet.
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Robert Breuer. (Eckſteins Biographiſcher Verlag,
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lin W. 62, 1 Mk.) Der reichilluſtrierten Broſchüre, die
auch textlich ſehr Bemerkenswertes enthält, wenn ſie auch
nicht gerade erſchöpfend iſt, hat Direktor Viktor
Zobel ein intereſſantes Vorwort beigegeben: „Die
künſtleriſchen Beſtrebungen des Großherzogs Ernſt
Lud=
wig und die Darmſtädter Künſtlerkolonie‟.
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(Verlag Hermann Minjon, Frankfurt a. M.,
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kurzen biographiſchen Notizen, und zwar des
Oberbür=
germeiſters Adickes, Generalleutnant von Chappuis,
In=
tendant Claar, Profeſſor Edinger, Profeſſor Ehrlich,
Stadtrat Fleſch, Exzellenz von Hagens, Charles
Hall=
garten, Profeſſor Hausmann, Frhr. von Holzhauſen,
Juſtizrat Humſer, Leopold Sonnemann, Frau Speyer,
Profeſſor Steinhauſen, Direktor Swarzenski und Hans
Thoma. Die Sammlung hat ſich die — auch für andere
Städte nachahmenswerte — Aufgabe geſtellt,
verdienſt=
volle Frankfurter Perſönlichkeiten in Wort und Bild
weiteren Kreiſen nahe zu bringen, das Verſtändnis für
ihre Tätigkeit in der Bevölkerung zu wecken und das
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denken an ihre Verdienſte nicht erlöſchen zu laſſen.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Mai 1912.
Nummer 112
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Sport.
* Pferdeſport. Preisreiten beim Militär=
Reitinſtitut zu Hannover. Der dritte Tag des
großen Hannoverſchen Pferde=Wettbewerbes, eigentlich der
erſte öffentliche, ſchloß ſich bei vorzüglichem Beſuch den
beiden erſten Tagen in jeder Beziehung würdig an. Der
Großherzog von Oldenburg, Fürſt und Fürſtin, ſowie
Prinz Adolf zu Schaumburg=Lippe und General Prinz
von Sachſen=Meiningen, der Kommandeur der
Hannover=
ſchen Feldartillerie=Brigade, wohnten der Veranſtaltung
bei. Vormittags ½11 Uhr gelangte die Große Stadion=
Dreſſur=Prüfung zum Austrag, welche Rittmeiſter
Oeſter=
ley auf Leutnant von Boxbergs oſtpreußiſchem braunen
Wallach Kondor gewann. Den zweiten Platz beſetzte der
vom letzten Berliner Concours hippique her bekannte Fuchs
King des Hauptmanns Müller=Nürnberg unter
Oberleut=
nant Bürkner (Jäger zu Pferde), während die nächſten
Preiſe an Rittmeiſter Hellwig und Major von Kroſigk
fielen. Hieran ſchloß ſich die Prüfung IV derjenigen
Pferde an, welche zur Großen Leiſtungs=Prüfung gehören
und welche am Mittwoch den Geländeritt und am
Donners=
tag den Rennbahn=Galopp zu abſolvieren hatten. Es
wurde im Durchſchnitt vorzüglich geſprungen, jedoch hängt
das Schlußreſultat noch von der am Samstag
ſtattfinden=
den Dreſſur=Prüfung ab. Der Nachmittag wurde mit der
Ermunterungs=Reitkonkurrenz, welche Major v. Kroſigk,
Rittmeiſter Oeſterley, ſowie Leutnant v. Heyden in Front
ſah. Nach Vorreiten einer Abteilung Schulpferde, welche
durch ihre gleichmäßige Arbeitsleiſtung allgemeinen
Bei=
fall erzielten, kam das Damenſpringen an die Reihe,
wel=
ches Frau Mauritz auf ihrer Halbblutſtute Lola und Frau
v., Vopelius auf ihrer oſtpreußiſchen Stute Orgy
gewan=
nen. Den Schluß des Nachmittags bildete das
Gruppen=
ſpringen, in welchem die Gruppe des preußiſchen Feld=
Artillerie=Regiments ſiegreich blieb gegen die 13. Ulanen
und eine Gruppe der ſächſiſchen Feldartillerie. Abends
fand ein großes Herrendiner im Militär=Reitinſtitut ſtatt.
* Lawn=Tennis. Das 9. Wiesbadener Lawn=
Tennis=Turnier, das auch in dieſem Jahre wieder
die deutſche Saiſon eröffnete, nahm unter guter
Beteilig=
ung ſeinen Anfang. In der Meiſterſchaft von Wiesbaden
im Herren=Einzelſpiel ſiegten in der 1. Runde F. W. Rahe
gegen Benary 6—3, 6—2, H. Poincilit gegen H. Roßbach=
3—3, 6—2, Ref — gegen C. Honigmann 11—9, zurückgez.,
Floda — gegen A. R. Other 6—4, 6—1, P. Krengel gegen
D. P. Grüder 5—7, 6—3, 6—2, O. Kreuzer gegen F.
Be=
ring 6—0, 6—3 und Frhr. v. Biſſing gegen Merine 6—2,
3—1. Die Meiſterſchaft von Wiesbaden im Damen=
Ein=
zelſpiel ergab in der 1. Runde folgende Reſultate: Frl.
Salin ſchlägt Frl. Weber 7—5, 6—3, Frl. Lynen ſchlägt
Frl. Wittgenſteiner 6—3, 6—4. In der 2. Runde ſiegten
Frl. Leoni mit 4—6, 6—4, 6—3 über Frau Köhler, Frl.
Bacher mit 6—0, 6—2 über Frl. Noack, Frl. M. Rieck mit
3—3, 6—3 über Frl. v. Waldthauſen, Frl. Salin mit 7—5,
3—1 über Frau C. Honigmann, Frl. Schäfer mit 6—2, 6—2
über Frau Larida — und Frau v. Müller mit 6—3, 6—2
über Frl. Hermanns. Das Herren=Einzelſpiel um den
Wiesbadener Pokal ergab in der 1. Runde folgende
Reſul=
tate: Floda — ſchlägt Dr. Brügelmann 6—3, 6—3, Dr. F.
Eſſer ſchlägt Benarz 10—12, 6—4, 6—3, H. Kleinſchroth
ſchlägt Frhrn. v. Biſſing 6—3, 6—2, F. Bering ſchlägt P.
Krengel 6—2, 6—1.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 11. Mai. (
Börſenwochen=
bericht.) Der Hauptfaktor der Börſen, der Geldmarkt,
hat eine günſtige Erledigung gefunden, indem die Bank
von England bereits am Donnerstag ihren Diskont auf
3 Prozent ermäßigte. Unſere Reichsbank wird ſich dieſem
Vorgehen anſchließen und nächſte Woche ebenfalls eine
Herabſetzung von ½ Prozent auf 4½ Prozent publizieren.
Dies umſomehr, als die Rückflüſſe an die Kaſſen der
Reichsbank in der erſten Maiwoche ſich recht befriedigend
geſtalteten. Falls in England die Geldlage weiter eine
leichte bleibt, würde auch die Reichsbank an eine
noch=
malige Ermäßigung denken müſſen, da der Privatdiskonto
viel niedriger notiert, als der offizielle Satz. Die
Stim=
mung war während der abgelaufenen Geſchäftswoche eine
feſte, nur für die Spekulationspapiere erfolgte eine
Ab=
ſchwächung, die beſonders am Montanmarkte zum Ausdruck
kam. Es beſtehen aber große Engagements für
Zeitlie=
ferung in dieſen Werten, die teils à la Hauſſe, teils à la
Baiſſe gerichtet ſind. Die Verhältniſſe bezüglich der
B=Produkte haben hier weſentlich ſtimuliert, da Gerüchte
bekannt wurden, daß ſich bereits Unterbietungen geltend
machten. Die Nachricht von neuen Schienenbeſtellungen
des preußiſchen Eiſenbahnfiskus bewirkte wieder einen
beſſeren Eindruck auf die Tendenz.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, ſind
deutſche Renten im ganzen gut behauptet, wenn auch die
Umſätze ſehr klein blieben. Einiges Intereſſe beſtand
zeit=
weiſe für deutſche Städteanleihen. Von den ausländiſchen
Staatsfonds waren ungariſche und ruſſiſche Gattungen
ge=
ſuchter, letztere auf den jüngſten günſtigen
Staatseinnah=
men=Ausweis. Beträchtliche Umſätze vollzogen ſich in
Ham=
burger Paketfahrt und Nordd. Lloyd, die weſentlich
avan=
cieren konnten, aber bei Wochenſchluß infolge von
Reali=
ſationen etwas einbüßten. Während Nordd. Lloyd alle
Verſionen wegen neuer Aktien dementiert, hat die
Ham=
burger Paketfahrt=Geſellſchaft eine Neuemiſſion von 25
Millionen Mark Aktien beſchloſſen. In dem betreffenden
Bulletin heißt es noch, daß die Ausſichten für das laufende
Geſchäftsjahr recht günſtig ſeien.
Am Bankengebiet ſind die Veränderungen ohne
Be=
lang, da jede Anregung fehlte; Deutſch=aſiatiſche Bank bis
130½ nachgebend auf die geringere Dividende (5 Prozent
gegen 8 Prozent im Vorjahre). Montanpapiere ſchließen
durchgängig niedriger gegen die Kurſe der Vorwoche; auch
Kohlenaktien luſtlos und ſchwach. Die Ermäßigung der
Umlage von 12 Prozent auf 9 Prozent blieb ziemlich
ein=
druckslos. Elektrizitätsaktien lagen ruhiger. Brown=
Boweri waren nach ſtarkem Rückgang bis 110½ wieder
er=
holt (128). Akkumulatoren Berlin=Hagen ebenfalls nach
Ermäßigung bis 475 wieder 496. Die Gerüchte von einem
Dividenden=Ausfall bei der Mannheimer Geſellſchaft
wer=
den als unzutreffend bezeichnet.
Das Kaſſainduſtriegebiet war recht lebhaft, ja zeitweiſe
animiert. Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt ſtiegen
auf 1189. Die Herausgabe von neuen Aktien in Höhe von
10 Millionen Mark bedeutet eine Verdoppelung des
Aktien=
kapitals; ſodaß auf je eine alte Aktie, eine neue Aktie zu
150 Prozent den Aktionären offeriert wird. Dieſelben
nehmen bereits an dem vollen Dividendengenuß des
laufen=
den Geſchäftsjahres teil. Eine demnächſt einzuberufende
Generalverſammlung wird über die obigen Vorſchläge
be=
ſchließen. Höchſter Farbwerke erreichten 585. Kleyer hatten
zeitweiſe einen Rückgang bis 480, um ſchließlich wie in der
Vorwoche 494½ zu notieren. Maſchinenfabriken waren
reger beachtet, namentlich Bielefelder, Wittener
Stahl=
röhren und Mannesmann, letztere bis 220¼ avancierend
auf die Beſſerung der Röhrenpreiſe und den bevorſtehenden
Terminhandel. In Holzverkohlung vollzogen ſich
Ge=
winſtabgaben; die Kurſe variierten zwiſchen 314 und 317.
— Aluminium gleichfalls mehr offeriert (247,50). Von
Brauereien haben Binding bis 199 profitiert. An der
Frankfurter Börſe werden nunmehr die Aktien der Naphtha=
Produktions=Geſellſchaft Gebr. Nobel=St. Petersburg zur
Einführung gebracht, wobei ein Subſkriptionspreis von
etwa 201 Prozent in Betracht gezogen wird. Privatdiskonto
3¼1 Prozent.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,70,
Braun=
ſchweiger 198,40, Pappenheimer 55,—, Freiburger 78,50,
Türkiſche 173,20 Genua 193,50, Ungariſche 375,75,
Mei=
ninger 35,30, Venediger 42,75, Mailänder 45=Francs=Loſe
140 (nominell), Mailänder 10=Francs=Loſe 31,50, Raab=
Grazer Anrechtsſcheine 37,80, in Reichsmark; Gothaer
Prä=
mie II 118,—, Donau=Regulierung 156,20, Madrider 74,90,
in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1921
un=
kündbar) 101,40, 3½proz. Reichs 90,25, 3proz. Reichs 81,20,
4proz. Heſſen von 1899 99,90, 4proz. Heſſen von 1906 99,70.
4proz. Heſſen von 1908/09 100,— B., 4proz. Heſſen (bis 1921
unkündbar) 100½ B., 3½proz. Heſſen 89,30, 3proz. Heſſen
78,30, 4proz. Darmſtädter 99,— G., 3½proz. Darmſtädter
910 6., cproß. Heſ. Land. Zy).=Pobr. (S, 19.=2)
100,30, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 24—25) 100,40
G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5) 89,30 G.,
3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 9—11) 89,40 G., 4proz.
Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 10—12) 100,40 G., 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (S. 13—14) 100,50 G., 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (S. 1—3) 89,50, 3½proz. Heſſ.
Kom=
munal=Pfdbr. (S. 4) 89,40 G., Darmſtädter Bank 122½,
Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 69,50, Südd.
Eiſenb.=Geſellſch. 124,25, Lederwerke vorm. Spicharz
(Offenbach a. M.) 75,75, Schramms Lack= und
Farben=
fabriken (Offenbach a. M.) 272 G., Chemiſche Mühlheim
a. M. 70,50, Schantungbahn 137,—, South=Weſtafrika 153,—
P., Otavi=Anteile 95,—, Otavi=Genußſcheine 65,—, 4½proz.
Ruſſen 100,30, 4proz. 1880er Ruſſen 90,80 G., 4proz. 1902er
Ruſſen 90,30, 3¼oproz. Ruſſen 87,80, 3½proz. Ruſſen 84,20,
3proz. Ruſſen 81,— 4 proz. unifizierte Türken 90,80, 4proz.
Adminiſtrations=Türken 84,—, 4proz. konvertierte Türken
(1905/1911) 81,50, 4proz. Bagdadbahn 84, —, 5proz.
Chine=
ſen 100,50, 4½proz. Chineſen 94,70, 5proz. Chineſen (
Tient=
ſin=Pukow) 99,80, 5proz. Japaner 94,50, 4½proz. Japaner
89,10, 3proz. Buenos=Aires 71½.
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29406 37311. 40080 40701 49817 52540 56766 57025
62413 65517 74698 77472 78199 80490 81092 82297
86099 91740 103380 103804 104268 111871 120262
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8564 9407 10754 15926 17710 19974 27776 31152
31360 31779 33997 35268 36507 40339 43624 47168
48961 50219 60321 51072 51548 52599 58257 65643
68856 70454 73132 74798 76633 78632 80790 84659
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117486 119654 120417 122366 122607 128377 128879
129649 136418 136532 142114 144908 146172 150189
151794 151979 154045 167048 171618 175893 176027
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124058 124289 127228 131634 133091 134486 137846
139203 147054 149139 152422 153260 157858 159641
159683 160193 162552 163372 164803 168653 181596
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70 Gewinne zu 3000 Mk. 10837 12260 16016 16805
22972 24306 35307 43964 49963 51344 53403 58676
60751 62099 76418 85649 89804 92577 105079
105081 114242 116509 129617 131054 139264 143285
162393 165578 166247 178436 180585 181893 181969
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100-Gewinne zu 1000 Mk. 3389 6304 6715 7086
18159 15882 19522 22373 27683 30277 81069 31294.
82681 82912 37282 46022 62248 53297 53878 67735
58033 63786 66602 67856 79351 81358 86423 90850
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160 Gewinne zu 500 Mk. 2000 4719 5671. 7303
7736 10773 18238 21961 23283 26671 28561 29469
82450 33031 34147 88148 38243 40116 44411 47126
50889 57105 59077 62459 69439 69737 74061 76363
80745 81361. 85362 87601 93919 96516 102374 105421
107819 117332 120517 121483 125697 126477 127927
129900 131609 132090 132506 133645 134415 136439
137762 138840 139239 139339 139557 140356 140545
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159397 162186 162264 163483 171602 171991 173129
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