Inſerate
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoneenrabatt in Wegſall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Budgebkommiſſion des Reichstags
nahm den § 3 des Militärgeſetzes, betr. die
Bildung von 25 Armeekorps, an.
Die Mittwochsſitzung der bayeriſchen
Ab=
geordnetenkammer wurde wegen Lärmſzenen
vom Präſidenten geſchloſſen.
Das ſpaniſche Parlament wurde am Mittwoch
wieder eröffnet.
Der griechiſche Miniſterpräſident
Veni=
zelos iſt geſtern zum Beſuch des deutſchen Kaiſers
auf Korfu eingetroffen.
Der türkiſche Miniſterrat beſchloß, die
Durch=
fahrt durch die Dardanellen unter Vorbehalt
wieder zu eröffnen.
Bei dem Untergang des Dampfers „Texas”
ſind 69 Perſonen ums Leben gekommen
Der türkiſche Schlepper „Semendria” geriet
in den Dardanellen auf eine Mine und flog in die
Luft. Der Kaßitän und 12 Matroſen ertranken.
Die Gefahr der Seeminen.
*⁎* Die Zerſtörung des amerikaniſchen
Handelsdamp=
fers „Texas” durch Auffahren auf eine Seemine
unmittel=
bar nach dem Verlaſſen des Hafens von Smyrna lenkt
die Aufmerkſamkeit erneut auf die eminente Gefahr,
wel=
cher die Handelsſchiffahrt durch das Legen von Seeminen.
ſeitens Kriegführender ausgeſetzt iſt. Man wird ſich
er=
innern, daß noch lange Zeit nach Beendigung des letzten
oſtaſiatiſchen Krieges ſolche Minen aufgefunden wurden,
durch die der Seehandel in jener Gegend ſtetig bedroht
geweſen war, und daß man es nur dem Zufall zu
verdan=
ken gehabt hatte, wenn größeres Unheil ausblieb.
Ge=
genwärtig iſt die Frage der Seeminen beſonders aktuell
geworden durch die Sperrung der Straße der
Dardanel=
len. Die Türkei hatte ſich bisher geweigert, der
Aufhe=
bung der Sperre ſtattzugeben, denn ſie würde dadurch
even=
tuell den Italienern den Weg nach Konſtantinopel öffnen,
und das kann ihr nicht zugemutet werden.
Die Frage der Sceminen iſt eine ſehr heikle. Sie ſtand
auch auf der letzten Haager Konferenz auf der
Ta=
gesordnung, aber ſie blieb nnentſchieden weil die
Meinun=
gen auseinandergingen und die Sachlage für zu wenig
geklärt erachtet wurde. Deutſchland hatte vergeblich
ein völliges Verbot der Legung von Treibminen auf fünf
Jahre behufs möglichſter Sicherung einer friedlichen
Schiffahrt beantragt, dagegen hielt es daran feſt, daß das
Legen von Minen zu dem einzigen Zwecke, den Handel
zu ſtören, verboten ſein müſſe. Dem Verbote des Legens
von Minen überhaupt glaubte Deutſchland nicht
zuſtim=
men zu können, aber ſein Vertreter auf der Konferenz
er=
klärte, nur aus zwingenden Gründen militäriſcher
Na=
tur werde das Kriegsmittel der Minen Anwendung
fin=
den. Die militäriſchen Akte ſeien nicht allein von
inter=
nationalen Rechtsſätzen, ſondern auch von zwingenden
militäriſchen Rückſichten beherrſcht, aber die deutſchen
See=
offiziere würden niemals die Pflichten verletzen, welche
ihnen die Humanität auferlege. Die gewiſſenhafte
Erfül=
lung dieſer Pflicht ſei der ſicherſte Schutz gegen Mißbrauch.
Ohne Zweifel wird die Minenfrage auf der nächſten
Haager Konferenz aufs neue zur Debatte ſtehen; ob aber
bis dahin eine Klärung der Anſichten erfolgt ſein wird,
iſt ſehr ungewiß, da kriegführende Staaten die Waffe der
Mine vorläufig wohlekaum entbehren zu können glanben.
Die Löſung der Kriſe in der
National=
lberalen Partei.
* Wie die Kölniſche Zeitung ſchon nach einer Notiz
der Nationalliberalen Korreſpondenz berichtelt haſt, iſt
man in einer Freien Konferenz zu einer
Eini=
gung über die Streitigkeiten in der
Natio=
nalliberralen Partei gekommen. Ueber den
In=
halt des Kompromiſſes haben einige Blätter ſchon
Mit=
teilungen gebracht, die im weſentlichen zutreffend ſind.
Danach läuft der Vorſchlag darauf hinaus, daß der
Reichsverband der nationalliberalen
Ju=
gend beſtehen bleibt, freilich aus dem Gefüge des
natio=
nalliberalsn Parteigebäudes ausſcheidet. Damit wird
den im Zentralvotſtand geäußerten Wünſchen ſoweit wie
möglich Folge geleiſtet. Der Reichsverband wird in Zu=
kunft den Zuſammenhang mit der Partei durch die
An=
gliederung der einzelnen jungliberalen Vereine an die
Provinzial= und Landesorganiſationen behalten. Durch
dieſe Angehörigkeit iſt dann auch der jungliberale
Ein=
fluß in der Zentralinſtanz der Partei genügend verbürgt.
Dieſe Regelung, die ſowohl die Rechte wie die Linke
be=
friedigen muß, bedeutet eine Löſung. Und es war wohl
zu verſtehen, daß von vielen Seiten die Anregung kam,
den auf den 12. Mai anberaumten Vertretertag zu
ver=
ſchieben, da die Löſung bereits gefunden ſei. Wie die
Köln. Ztg. hört, hat man ſich aber nicht dieſer Anregung
angeſchloſſen. Eine offene Ausſprache über die
Streit=
fragen in der Partei vor der Oeffentlichkeit iſt auch,
nach=
dem die akute Kriſis glücklich beſeitigt iſt, für nötig
be=
funden worden. Und ſo wird der Vertretertag am 12.
Mai ſtatfinden.
Die am Sonntag, den 28. April in Frankfurt a. M.
abgehaltene Vorſtandsſitzung des
Reichsverban=
des der Vereine der nationalliberalen
Jugend beſchäftigte ſich mit dieſer von der Freien
Kommiſſion vorgeſchlagenen Abänderung der Satzungen
der Nationalliberalen Partei, ſoweit ſie die Stellung der
Jugendvereine innerhalb der Organiſation der Partei
betreffen. Nach ausgiebiger Ausſprache beſchloß der
Vorſtand des Reichsverbandes, dem auf den 11. Mai
nach Berlin einzuberufenden Vertretertag der
national=
liberalen Jugend vorzuſchlagen, ſeinen Vertretern auf
dem allgemeinen Parteitag zu empfehlen, für den
An=
trag der ſog. Freien Kommiſſion einzutreten unter den
folgenden Vorausſetzungen:
1. Der allgemeine Parteitag findet an dem
feſtge=
ſetzten Termin, am 12. Mai, ſtatt. 2. Der
Zentralvor=
ſtand der Partei empfiehlt den Kommiſſionsantrag als
den ſeinigen unter Aufhebung ſeines Beſchluſſes vom 24.
März. 3. Die Begründung, die dem Parteitag für den
Kommiſſionsantrag gegeben wird, wird vorher feſtgelegt.
Sie muß die Feſtſtellung enthalten, daß das Beſtehen des
Reichsverbandes der nckionallibexalen Jugend, wenn
auch ohne beſondere Vertretung in dee Parkei, für die
Zukunft gewährleiſtet wird. 4. Der Vorſitzende des
ge=
ſchäftsführenden Ausſchuſſes, Geh. Rat Friedberg, ſchlägt
Dr. Fiſcher dem Zentralvorſtand zur Zuwahl in den
ge=
ſchäftsführenden Ausſchuß vor.
Deutſches Reich.
Die Miliitärvorlage. Die
Budgetkom=
miſſion des Reichstages nahm mit den Stimmen aller
bürgerlichen Parteien den neuen § 3 des Militärgeſetzes
an, wonach die geſamte Heeresmacht des Deutſchen
Rei=
ches aus 25 Armeekorps beſteht (bisher 23).
— Die neue Schiffahrtskonferenz, die
aus Anlaß der „Titanic”=Kataſtrophe von der deutſchen
Reglerung den übrigen ſeefahrenden Nationen
vorge=
ſchlagen wurde, wird vorausſichtlich im Frühherbſt
die=
ſes Jahres in Berlin zuſammentreten. Da der
Kon=
ferenzvorſchlag von Deutſchland ſtammt, wird aus
Grün=
den internationaler Höflichkeit Berlin gewählt werden.
Das Reichsamt des Innern wird daher in erſter Linie
berufen ſein, das Programm der Konferenz zu
entwer=
fen und den anderen Staaten entſprechende Vorſchläge
zu machen.
Die Ueberſchüſſe der Reichspoſt= und
Reichseiſenbahnverwaltung. Nachdem
nun=
mehr auch das Ergebnis der Einnahmen aus den beiden
Betriebsverwaltungen des Reiches für den Monat März
dieſes Jahres endgültig vorliegt, ſtellt ſich heraus, daß
der früher auf 25 Millionen geſchätzte Ueberſchuß der
Reichspoſt= und Eiſenbahnverwaltung ſich noch günſtiger
ſtellt, er beträgt 31,5 Millionen Mark.
In der bayeriſchen
Abgeordntten=
kammer gab Miniſterpräſident Frhr. v. Hertling die
ſchon kurz mitgeteilte Erklärung über den Jeſuitenerlaß
ab. Er führte noch hierzu aus:
Für die bayeriſche Regierung war bei dem Uebergang
zu einem milderen Vollzug die Erwägung beſtimmend,
daß in dem allgemeinen Uirteil über den Jeſuitenorden
ſeit dem Erlaß des Reichsgeſetzes vom 4. Juli 1872 ein
Umſchwung zu Gunſten des Ordens eingetreten iſt. Dies
erhellt ſchon aus der Aufhebung des § 2 des
Jeſuiten=
geſetzes. Um allen Zweifeln an der Loyalität der
bayeri=
ſchen Regierung zu begegnen und auch nicht den Schein
einer Trübung des Verhältniſſes der bayeriſchen
Regie=
rung zur Reichsleitung aufkommen zu laſſen, hat ſie vor
kurzem beim Bundesrat einen Antrag auf eine authentiſche
Interpretation des Begriffs „Ordenstätigkeit” einge=
bracht. Hierdurch hat die bayeriſche Regierung zu
erken=
nen gegeben, daß ſie bereit iſt, diejenige Auslegung ſich zu
eigen zu machen, die das Organ, das allein zu einer
ver=
pflichtenden Interpretation berufen iſt, nämlich der
Bun=
desrat, für richtig zu erklären. Der Miniſterpräſident ſprach
zum Schluß die Hoffnung aus, daß die öffentliche Meinung,
die in einem über die Bedeutung dieſer Angelegenheit
weit hinausgehenden Maße gereizt wurde, ſich nun wieder
beruhigt und der von Bayern ſelbſt angerufenen
Entſchei=
dung des Bundesrats vertrauensvoll entgegenſieht.
Beim Schluſſe der Sitzung gab es erregte
Auf=
tritte. Als der Abg. Quidde (lib.) um 2½ Uhr einen
Antrag auf Vertagung ſtellte, erklärte der Vorſitzende der
Zentrumsfraktion, Abg. Lerno, daß das Zentrum die
Be=
ſprechung der Jeſuiteninterpellation heute beendigen wolle.
Es entſpann ſich eine lange und erregte Debatte über die
Geſchäftsordnung, in deren Verlauf die Abgeordneten
Timm (Soz.) und Hübſch (lib.) dem Zentrum
Vergewal=
tigung der Minorität und Unanſtändigkeit vorwarfen. Sie
erhielten dafür Ordnungsrufe. Schließlich arteten die
Lärmſzenen derart aus, daß der Vizepräſident Frank ſich
genötigt ſah, die Sitzung für geſchloſſen zu erklären. Die.
Linke nahm dieſe Erklärung mit ſtürmiſchem Beifall auf.
— Der Alte ſozialdemokratiſche
Berg=
arbeitverband verlor, wie aus Eſſen
ge=
meldet wird, bei den
Sicherheitsmännterwah=
len im Ruhrrevier den größten Teil ſeiner
Sitze, und zwar 250, darunter 180 an den Chriſtlichg=
Gewerkverein, 50 an die gelben Gewerkſchaftsvereine und
30 an die Polen. Die unerwartete ſchwere Niederlage
des Alten Verbandes läßt deutlich den
Stimmungsun=
ſchwung erkennen, der ſich unter den Bergleuten ſeit dem
letzen Streik vollzogen hat. Die
Sicherheitsmännerwah=
len ſind eine Folge des Streiks, da auf der Mehrzahl der
Zechen die Sicherheitsmänner wegen ihrer Beteiligung
am Streik aus der Belegſchaftsliſte geſtrichen worden
waren.
Ausiond.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Aus Madrid wird den Pariſer Blättern
ge=
meldet, daß die vom König Alfons dem franzöſiſchen
Bot=
ſchafter Geoffray gewährte Audienz weſentlich
da=
zu beigetragen habe, die ſeit einigen Tagen herrſchende
optimiſtiſche Auffaſſung über den Stand der
franzöfiſch=
ſpaniſchen Marokkoverhandlungen zu beſeſtigen. Man
erwartet nunmehr mit Zuverſicht einen baldigen Abſchluß
der Verhandlungen. Sobald die Abgrenzung der
ſpani=
ſchen Zone feſtgeſtellt ſein werde, dürfte eine gemiſchte
Kommiſſion zur Regelung der übrigen Punkte eingeſetzt
werden, insbeſondere der Frage des Regimes von Tanger
und der Bahn von Tanger nach Fez.
Der 1. Mai. Verſchiedene Blätter weiſen mit
Be=
friedigung auf den ausnehmend ruhigen Verlauf des
1. Mai hin und erblicken darin einen ſehr
bemerkens=
werten Mißerfolg des revolutionären Arbeiterverbandes,
der vergeblich verſucht hätte, durch leidenſchaftliche
Auf=
rufe die Arbeiter zur Veranſtaltung von
Straßenkund=
gebungen anzuſtiften. Auch die zwei Verſammlungen,
in denen die Redner diesmal insbeſondere für die ſog.
„engliſche Woche” eintraten, gaben zu keinem
bemerkens=
werten Zwiſchenfall Anlaß, abgeſehen vielleicht von der
Verhaftung zweier Leute, die Hochruſe auf den Banditen
Bonnot ausbrachten.
England.
Im Unterhauſe ſtellie Byles (Lib.) die Frage.
ob der Premierminiſter Asquith Mitteilung machen
könnte über die Fortſchritte der freundſchaftlichen
Ver=
handlungen mit Deutſchland infolge des Haldaneſchen
Be=
ſuches und ob die Beſprechungen zwiſchen beiden Ländern
fortgeſetzt würden, und ob die neue deutſche
Flottenvor=
lage auf dieſe Bemühungen einen ſtörenden Einfluß
ge=
habt hätte. Hierauf erklärte Premierminiſter Asquith, er
bitte Byles, ſich mit ſeiner geſtrigen Antwort zu begnügen.
Auf eine Anfrage erklärte ſpäter Generalpoſtmeiſter
Sa=
muel, es werde im nächſten Monat in London eine
Konfe=
renz von Vertretern derjenigen Regierungen ſtattfinden,
die der internationalen Konvention über die
Funkentele=
graphie beigetreten ſind. Hierbei werde ſich Gelegenheit
finden zur Beſprechung von Mitteln, um die Anwendung
der Funkentelegraphie zur Rettung aus Seenot noch
wirk=
ſamer als bisher zu geſtalten. Auf eine andere Anfrage
erklärte Parlamentsunterſekretär Acland: Wir ſind an den
Verluſten, die Schiffahrt und Handel durch die unvorher
geſehene Schließung der Dardanellen erwachſen, ſtark inter=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Nummer 104.
eſſiert. Sir Edward Grey erhob dringende Vorſtellungen
um ein Arrangement herbeizuführen, das den jetzt ge
ſchloſſenen Verkehr wieder freigiebt.
Aenderungen in der Marine. Wichtige Ver
änderungen in der Verteilung der engliſchen
Marineſtreit=
kräfte ſind offiziell angekündigt worden. Die
Aenderun=
gen werden im Juni zur Ausführung gelangen und
nach=
dem ſie beendet ſind, werden die ſechs Geſchwader der
erſten Linie vollſtändig zuſammen operieren. Das erſte
und zweite Geſchwader wird die Schiffe der Dreadnought=
und Lord Nelſon=Klaſſe umfaſſen, das dritte wird aus
acht Einheiten der König Eduard=Klaſſe zuſammengeſetzt.
Im Laufe des Sommers wird das jetzige Mittelmeer=
Geſchwader Gibraltar zur Baſis erhalten. Dieſes wird
das vierte Geſchwader und die Schiffe der Duncan=Klaſſe
umfaſſen. Dieſe vier Gaſchwader werden vollſtändige
Effektivbeſtände beſitzen und die erſte Flotte darſtellen.
Das fünfte Geſchwader wird acht Schiffe der Formidable=
Klaſſe umfaſſen. Das ſechſte Geſchwader wird aus acht
Schiffen der Majeſtic=Klaſſe beſtehen.
Schweden.
Eine ſozialdemokratiſche
Provoka=
tion. In der zweiten ſchwediſchen Kammer, in der am
Mittwoch der von dem ſozialdemokratiſchen
Abgeordne=
ten von Stockholm, Bürgermeiſter Lindhagen, eingebrachte
Antrag auf Abſetzung des jetzigen regierenden
Königs=
hauſes und Einführung der Republik in Schweden zur
Verhandlung gelangen ſollte, kam es zu lebhaften Szenen.
Der Präſident des Hauſes weigerte ſich aus formellen
Gründen, den Antrag auf die Tagesordnung zu ſetzen.
Hiergegen erhoben die anweſenden Sozialdemokraten
lär=
menden Proteſt. Die Führer der Konſervativen und Li
beralen beantragten, daß der Antrag Lindhagen durch
die Entſcheidung des Präſidenten erledigt ſein ſolle. Der
Antrag der Konſervativen und Liberalen wurde mit 135
gegen 17 Stimmen angenommen.
Spanien.
Das Parlament wurde am Mittwoch wieder
eröffnet. Der Finanzminiſter verlas den Voranſchlag
des Budgets für 1913. Dieſer ſieht an Ausgaben rund
1147 Millionen, an Einnahmen 1167 Millionen Peſetas
vor. Die hauptſächlichſten Mehrausgaben ſind: Marine
annähernd 3 Millionen; die hauptſächlichſten
Minderaus=
gaben: Krieg 22 Millionen. Das Geſamtmehr beträgt
annähernd 27 Millionen. Für die Marokko=Ausgaben
wird zukünftig eine beſondere Sektion eingeführt, für die
50½ Millionen vorgeſehen ſind, die jedoch in den
er=
wähnten Geſamtziffern bereits inbegriffen ſind.
Rußland.
Die Ereigniſſe an der Lena. Bei der
Be=
ſprechung der Interpellation über die Ereigniſſe an der
Lena in der Duma erklärte der Handelsminiſter, er ſei
von dem Miniſterpräſidenten dazu ermächtigt im Namen
der Regierung kategoriſch die in der Preſſe und der Duma
geäußerten Befürchtungen zu dementieren, daß die
Wahr=
heit über dieſe Ereigniſſe nicht zutage gefördert werde
Die Regierung ſei feſt entſchloſſen, eine umfaſſende und
eingehende Unterſuchung über dieſe traurige
Angelegen=
heit zu veranſtalten. Es ſei notwendig, das Verhalten
aller beteiligten Beamten aufzuklären, ſowie die
wirtſchaft=
liche Lage und die Arbeitsbedingungen in den
Lenagold=
feldern und die ganze Entwicklung des Streiks, der zu
der furchtbaren Kataſtrophe vom 17. April führte. Die
Regierung habe beſchloſſen, dem Kaiſer die Notwendigkeit
zu unterbreiten, die Unterſuchung der Ereigniſſe an der
Lena in weiteſtem Maße vorzunehmen und ihn zu bitten,
damit eine unabhängige Perſönlichkeit, die das Vertrauen
des Kaiſers genießt, zu betrauen. Das Ergebnis der
Un=
terſuchung wird in weitgehendſtem Maße veröffentlicht
werden. Die Regierung wird von ganzem Herzen dem
Wunſch des Hauſes nach Ausarbeitung eines
Geſetzent=
vurfs entſprechen, der die Dingung der Arbeiter auf den
Gold= und Platina=Feldern, die Arbeitszeit und die
Woh=
nungsverhältniſſe regelt und die Arbeiterverſicherung
ge=
gen Krankheit auch auf Sibirien ausdehnt. (Beifall
rechts und im Zentrum.)
Perſien.
Der Regent beabſichtigt, in 14 Tagen nach
Eu=
ropa abzureiſen. Bis dahin ſollen alle Vorbereitungen
für die Neuwahlen zum Medſchlis beendet ſein.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Mat.
* Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Pfarrer und Dekan Karl Wagner zu
Grünberg die evangeliſche Pfarrſtelle an der
Petrus=
gemeinde zu Darmſtadt.
* Ernannt wurden der Gerichtsvollzieher=Aſpirant
Daniel Weinheimer in Mainz zum Gerichtsvollzieher
mit dem Amtsſitze in Altenſtadt mit Wirkung vom
15. Mai 1912 und der Gerichtsvollzieher=Aſpirant Valentin
Bangert in Beerfelden zum Gerichtsvollzieher mit
dem Amtsſitze in Beerfelden mit Wirkung vom 16.
Mai 1912.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Könial.
Hoheit der Großherzog den Eiſenbahn=Oberſekretär
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Lorenz
Walther zu Mainz auf ſein Nachſuchen bis zur
Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit.
* Zulaſſung zur Ausübung konſulariſcher
Funk=
tionen. Der zum Königlich Großbritanniſchen
General=
konſul für das Großherzogtum Heſſen und die Provinz
Heſſen=Naſſau mit dem Amtsſitz in Frankfurt a. M.
er=
nannte Kommerzienrat Eduard Beit von Speyer, dem
namens des Reichs das Exequatur erteilt wurde, iſt zur
Ausübung konſulariſcher Funktionen im Großherzogtum
zugelaſſen worden.
* Perſonalnachrichten der Eiſenbahndirektion
Mainz. Ernannt: Schaffner Roſſel in
Oberlahn=
ſtein zum Zugführer; die Hilfsſchaffner Breiſig, Bermel,
Weitzert, Ermert, Birkenbach, Hartmann, Zimmermann,
Glusmann, Philippi in Oberlahnſtein zu Schaffnern;
Hilfswerkführer Schmidt in Mainz zum Werkführer.
Den techniſchen Büroaſſiſtenten Bindherdt in Mainz,
Kluth in Kreuznach iſt der Titel „Techniſcher
Ober=
bahnaſſiſtent” beigelegt worden. Verſetzt: Schaffner
Hölſcher von Frankfurt (Main) nach Darmſtadt.
Be=
lohnungen und Auszeichnungen. Des Kaiſers
und Königs Majeſtät haben Allergnädigſt geruht,
dem Stationsgehilfen Stipp, dem Bahnhofsarbeiter
Weinand in Weiler bei Bingerbrück, dem
Telegraphen=
boten Börner in Biebrich das Allgemeine
Ehren=
zeichen; dem Schloſſer Kneiſch in Bingen aus Anlaß
der Vollendung einer 50 jährigen Dienſtzeit das
All=
gemeine Ehrenzeichen (in Silber) zu verleihen.
nn. Von der Techniſchen Hochſchule. Zur
Be=
ſichtigung von Waſſerkraftanlagen, Papierfabriken und
verwandter induſtrieller Anlagen unternimmt Herr
Geh. Baurat Profeſſor Pfarr mit den Studierenden
der Maſchinenbauabteilung vom 22. Mai bis
einſchließ=
lich 3. Juni eine Studienreiſe in die Schweiz,
den Bregenzer Wald, Tirol, Schwarzwald und Ober
Bayer=
g. Kriegsgericht. Wegen Beharrens im Ungehorſam
vor verſammelter Mannſchaft hatte ſich geſtern vor dem
Kriegsgericht der 25. Diviſion der ſchon mehrfach wegen
Achtungsverletzung beſtrafte Dragoner Friedrich Göb vom
Leibdragoner=Regiment Nr. 24, aus Langenſelbold, zu
ver=
antworten. Der Angeklagte weigerte ſich bei der
Kam=
merreinigung, einen Pfeiler abzuwaſchen und blieb auf
ſeiner Weigerung auch dem dienſttuenden Unteroffizier und
ſpäter dem Sergeanten gegenüber. Das Gericht verurteilte
den Angeklagten zu 3 Monaten Gefängnis.
g. Strafkammer. Wegen Nichterfüllung ſeiner
geſetz=
lichen Unterhaltspflicht als Vater eines unehelichen
Kin=
des war der 31jährige Geometer Georg Hans Keil aus
Dieburg vom hieſigen Schöffengericht zu vier Wochen
Haft verurteilt worden. Er legte gegen das Urteil
Be=
zufung ein, die geſtern vor der Strafkammer zur
Ver=
handlung kam. Keil beſtreitet, in der Lage zu ſein,
die=
ſer Unterhaltspflicht zu genügen. Er hätte ein
Jahres=
einkommen von 1514 Mark ausweislich ſeines Tagebuchs
und habe für ein anderes uneheliches Kind bereits
monatlich 20 Mark zu zahlen. Wenn er ſtandesgemäß
leben ſolle, bliebe von ſeinem Gehalt nichts mehr übrig.
Das Kind mußte deshalb von der Armenverwaltung
Darmſtadt unterhalten werden und auch auf wiederholte
Aufforderung ließ ſich Keil nicht herbei, etwas zum
Unterhalt beizutragen. (In der geſtrigen Verhandlung
wurde feſtgeſtellt, daß Keil noch im Jahre vorher
bei=
nahe das doppelte Einkommen verſteuert hat. Die
Ali=
mente für das zweite Kind hat Keil auch ſeit längerer
Zeit nicht gezahlt und wurde deshalb auch ſchon einmal
zu 40 Mark Geldſtrafe verurteilt. Herr Rechnungsrat
Hiemenz ſagte aus, daß das Einkommen des Keil wohl
größer ſein kann; die Ausgabepoſten ſeien teilweiſe
wohl überſetzt. Das Verhalten des Angeklagten habe ſchon
mehrfach zu Diſziplinarverfahren Anlaß gegeben, es ſeien
bereits fünf Beſtrafungen erfolgt. Das Gericht ermäßigte
die Strafe auf eine Woche Haft. Es ſei
anzuneh=
men, daß das Einkommen höher als angegeben fei, die
Ausgaben ſeien vielfach überſetzt, beſonders ein
Eiſen=
bahn=Abonnement nach Darmſtadt ſei als überflüſſige
Ausgabe anzuſehen.
Wegen Vergehens nach § 2a des Poſtgeſetzes hatten
ſich geſtern der 35jährige Johann Egon Schwarting
und der 19jährige Jakob Bender, beide aus Darmſtadt,
vor der Strafkammer zu verantworten. Beide waren
wegen dieſer Uebertretung vom Schöffengericht freiges
ſprochen worden und hatte die Staatsanwaltſchaft
Be=
rufung eingelegt. Der Angeklagte Schwarting hatte Ende
März 1912 als Angeſtellter der
Privatbeförderungs=
anſtalt „Roter Radler” zu Darmſtadt etwa 350
ver=
ſchloſſene Briefe zur Beförderung angenommen und
zwei anderen Angeſtellten zur Verteilung übergeben,
Die Briefe enthielten eine Geſchäftsanzeige und ſollten
von dem Inſtitut in jedem Haushalt abgegeben werden.
Der erſte Angeklagte gibt an, der Ueberzeugung geweſen
zu ſein, die Briefe wären nicht geſchloſſen, ſonſt hätte er
dieſelben nicht angenommen. Der Verteidiger der
An=
geklagten vertritt die Anſicht, daß die beförderten
An=
zeigen keine geſchloſſenen Briefe im Sinne des
Poſt=
geſetzes ſeien, denn in der Poſtordnung vom 20. März
1900 wird im § 1 ausdrücklich ausgeführt, daß
Geſchäfts=
anzeigen und Druckſachen als offene Briefe anzuſehen
ſeien. Wenn das Gericht aber zu der Ueberzeugung
komme, daß es geſchloſſene Briefe waren, ſo käme nicht
§ 2a, ſondern § 2 des Poſtgeſetzes in Frage, der die
Be=
förderung durch Expreßboten als zuläſſig erklärt. Dies
ſei hier vorliegend da die Briefe aus dem Auslande
(Karlsbad) durch einen expreſſen Boten nach Darmſtadt
befördert worden ſeien. Das Gericht verurteilte
Schwarting zu 80 Mark Geldſtrafe und
Ben=
der zu 40 Mark Geldſtrafe, indem es annahm,
daß nur 200 Briefe zur Verteilung gelangt ſind;
alls=
dem achtfachen Betrage des hinterzogenen Portos war
beim erſten Angeklagten die Strafe zu bilden. Es wurde
die Beförderung von geſchloſſenen Briefen durch eine
Priatbeförderungsanſtalt (§ 2a des Poſtgeſetzes) anges
nommen.
Am 30. Januar wurde von dem hieſigen
Schöffen=
gericht der 26jährige Lageriſt Franz Schambach von
hier wegen Verübung mehrere Jahre hindurch
fort=
geſetzter Diebſtähle, durch die ein hieſiges Warenhaus um
mehrere Tauſend Mark geſchädigt wurde, zu 6 Monge
en Gefängnis und 5 Wochen Haft verurteilt. Vier
Ab=
nehmer waren in der Schöffengerichtsverhandlung wegen
Hehlerei zu Gefängnisſtrafen von 3 bezw. 4 Monaten
verurteilt und acht weitere Angeklagte freigeſprochen
worden. Die Staatsanwaltſchaft legte Berufung ein
gegen das freiſprechende Urteil, und zwar bezüglich des
35jährigen Tapezierers Jak. Grimm aus Dotzheim bei
Wiesbaden, des 32jährigen Maurers Auguſt Raiſchuk
aus Weiſenau, des 35jährigen Fuhrmanns Ludwig We
ber aus Biebrich, des 29jährigen Fuhrmanns Alberk
Göbel aus Biebrich und des 38jährigen Arheiters
Ernſt Schuh aus Herne i. W. Die Angeklagten hatten
ſämtlich bei der polizeilichen Vernehmung das
Geſtänd=
nis abgelegt, daß ſie wußten, die von Schambach
erhal=
tene Ware ſei geſtohlen; dieſes Geſtändnis hatten ſie
dann widerrufen, und da Schambach in der damaligen
Verhandlung nicht als Zeuge vernommen werden konnte,
erkannte das Schöffengericht auf Freiſprechung, da ihnen
das Gegenteil nicht bewieſen werden konnte. In der
geſtrigen Verhandlung vor der Strafkammer erhielt die
Sache ein weſentlich anderes Bild. Der Staatsanwalt
beantragte deshalb auch für ſämtliche Angeklagte, mit
Ausnahme des Angeklagten Weber, zwei Monate
Ge=
fängnis. Für Weber beantragte er drei Monate, da
dieſer Fall ſchwerer anzuſehen ſei. Weber hatte für etwa
184 Mark Waren erhalten und teilweiſe an mehrere
Bes=
kannte weiterverkauft; bezahlt hatte er dem Schambach=
20 Mk. Das Gericht trat dem Antrag des Staatsanwalts
bei und verurteilte ſämtliche Angeklagte mit Ausnahme
Vom Frauen=Prunk im alten Rom.
Von Hermann Kienzl, Berlin.
Was frommt es, vor der heidniſchen Venus drei Kreuze
zu ſchlagen, wenn der Anſchauungsunterricht der
Gegen=
wart das Verſtändnis für die römiſche Kaiſerzeit förmlich
aufdrängt? Die altpreußiſche Einfachheit, die einſt in den
Königsſchlöſſern von Berlin und Potsdam ihren Hort
hatte, iſt zur Mythe geworden. Wer den Luxus der
brei=
ten Schichten, des Reichtums in der Berliner Geſellſchaft,
ja nur das berühmte „Nachtleben” der deutſchen Weltſtadt
kennt, findet den prahleriſchen Prunk wieder, der im
Wett=
bewerb der römiſchen Millionäre Steigerung auf
Steiger=
ung erfuhr. Und wie damals — und wie immer zu
Zei=
ten des ſogenannten wirtſchaftlichen Aufſchwungs, zu
Zei=
ten der Anhäufung großer Privatvermögen und des
protz=
igen Parvenutums — ahmt das reichgewordene
Bürger=
tum die blenderiſche Lebensweiſe der Geld= und anderen
Fürſten mit blindem Eifer nach. Ein römiſcher Skriptor
klagte, daß der Palaſt des Auguſtus gerade ſo viel Raum
einnehme, als vorher das ganze Landgut des Eincinatus
umfaßt habe; aber unter Nero beſaßen einige von deſſen
Knechten Fiſchteiche, die halb ſo groß waren, wie der
Pa=
laſt des Auguſtus. Es iſt komiſch, in alten Schriftſtellern
Beſchreibung von Prunkmählern zu leſen, bei denen
große Vermögen im Küchenrauch aufgingen und die Tafel
bieten mußte, was zur Jahreszeit beſonders hoch im Preiſe
ſtand. Die Gäſte ſaßen damals nicht, ſie lagerten an den
Tiſchen, und die Kochrezepte unterſchieden ſich von den
unſrigen; aber im Uebrigen iſt die Aehnlichkeit mit mancher
repräſentativen Soiree der Frau Baronin oder der Frau
Geheimen Kommerzienrat nicht zu verkennen. . . . . In
unſeren Geſellſchaften blühen die Konnexionen; Kaiſer
Nero hatte eine ſinnreiche Erfindung gemacht: Auf einen
Wink von ihm regneten von der Decke des Gemaches
De=
krete auf die Häupter der Feſtgenoſſen, Ernennungen zu
Senatoren, Konſuln, Tribunen. Wen es traf, der war
Senator, Konſul, Tribun. Einen ſeltſamen Nachhall weckt
jett, nach Jahrhunderten, die Stimme des Plinius: „So
haben die nicht gewohnt, die dieſes Reich gegründet; ſie
gingen vom Pfluge oder Herde zu Triumphen, und ihre
Aecker waren kleiner, als die Zimmer ihrer Enkel.”
Man hat oft die Ueppigkeit des franzöſiſchen Hofes und
Adels vor der großen Revolution mit der Laſterglorie des
ömiſchen Cäſarentums verglichen. Die Analogie liegt
nahe genug: hier und dort höchſte Ausſchweifung und
tief=
ſter Sturz. Aber ein gewaltiger Unterſchied darf nicht
überſehen werden. Ueber dem Rokoko ſchwebt ein
künſt=
leriſcher Duft und Zauber ohne Gleichen; das römiſche
Ge=
nußleben dagegen war ohne innere Grazie, — wie die
Prahlereien unſeres jungen Berliner Reichtums. Die
römi=
ſchen Dichter und Denker ſtanden in der Fronde gegen die
Mächtigen und Gebietenden faſt genau ſo, wie unſere
deut=
ſchen Künſtler die offizielle deutſche Kunſt (Siegesallee!)
bekämpfen. Es ſchafft ſich auch heute, wie in Roms Tagen,
der Reichtum mühelos an Schätzen herbei, was fremder
Fleiß in allen Zonen der Erde zum Schmuck und zur
Freude der Menſchheit produzierte. Welchen Aufwand
man in der römiſchen Kaiſerzeit getrieben, davon ſollen im
Folgenden einige Beiſpiele gegeben werden. Sie ſind den
Schriften des Sencca, Valerius Maximus, Plinius, Dio,
Martial und Suetonius entnommen — und zum Teil einer
längeren Abhandlung in einer alten Zeitſchrift.
Die Frauen ſtehen im Brennpunkt des ungeheuren
ſpätrömiſchen Luxus. Auch heute ſind die Damen der
großen Welt wandernde Speicher prunkenden Ueberfluſſes,
und die moderne Frauenbewegung ſetzt ihren Hebel am
rechten Punkte ein, wenn ſie für ihr Geſchlecht die
allge=
meinen Menſchenrechte und Menſchenpflichten fordert, aber
auch die logiſche Folge ableitet, daß im wirtſchaftlichen
Verhältnis der Geſchlechter nicht mehr einſeitig der Mann
der Erwerbende, die Frau der verzehrende Teil ſei.
Unſere Dame der großen Welt freilich ſteht dem Gedanken,
ein nützliches Glied der menſchlichen Geſellſchaft zu
wer=
den, heute zumeiſt noch ebenſo ferne, wie einſt die reiche
Römerin. Und wenn je der Grundſatz Geltung erlangte,
daß ein Menſch für ſeinen Luxus nicht mehr, als die
Produkte ſeines eigenen Bodens oder ſeines eigenen
Fleißes verbrauchen darf, ſo wird ihn tauſend= und
aber=
tauſendmal die Liebe durchbrechen. Es iſt jedes liebenden
Mannes Wunſch, die geliebte Frau zu ſchmücken und die
Schätze der Erde vor ihre kleinen Füße zu breiten. Daher
iſt das Wort: „Cherchez la femme” bei zahlloſen
Bankerotten genügende Erklärung. Die alten
Kultur=
hiſtoriker ſchildern den Aufwand und das Praſſertum der
Männer Roms; man muß aber die lateiniſchen Dichter und
Satiriker aufſchlagen, dann lernt man, daß auch für dieſe
Erſcheinungen die Genuß= und Putzſucht der Frauen
maß=
gebend geweſen.
Wie das franzöſiſche Rokoko war auch die römiſche
Kaiſerzeit eine Aera des Weibes. Die Schönheit des
weiblichen Leibes herrſchte ſchrankenlos, Willkür und
Wolluſt entnervten die Männer, und die ſchlichten
Tugen=
den der altrömiſchen Republikaner verbrannten im
Opfer=
feuer der Göttin Aſtarte. Die Männer verloren immer
mehr den Eigenſtolz ihres Geſchlechts. Sie wurden
weibiſch. Ihr Ehrgeiz verwandelte ſich in jene Eitelkeit,
die einen fieberhaften Wetteifer in Prunk und Blendwerk
entfeſſelt. Die vornehmen Herren ſchmückten und
ſchmink=
ten ſich, ſie ahmten im Gange das Hüftenſchwenken der
Frauen nach, ſie pflegten mit hoher Fiſtelſtimme zu
ſprechen, ſie glätteten ihre Körper mit weichen Brotkrumen,
ſie machten aus ihrem Haar mit großer Sorgfalt ein
Lockengebäude, das ſich ſtufenweiſe erhob, ſie legten ihre
Kleider, damit ſie glänzend blieben, zuhauſe unter eine
Preſſe (ei, ſieh da! unſer moderner Hoſenſtrecker!), ſie
wechſelten während des Tages, ja während eines
Gaſt=
mahls ſehr oft ihren Anzug und ſie trugen ſogar — wir
wiſſen es von einigen römiſchen Kaiſern —
Frauenge=
wänder. In den Ausſchweifungen verſchwanden die
natür=
lichen Grenzen der Geſchlechter.
Die Verſchwendung der durch die Eroberung der hals
ben Welt reich gewordenen Römer kannte keine Grenzen
der Vernunft. Seneca, ein Tolſtoi ſeiner Zeit, ſagt in
ſeinen Anklagen: mit dem Schmucke des Körpers habe es
begonnen, dann folgte der Pomp der Wohnungen (
man=
cher reiche Privatmann hielt mehr Hausgeſinde, als ein
kriegeriſches Volk Köpfe zählte) und den hochſten Grad
er=
reichte der Luxus bei den Schmauſereien, Bacchanalen und
Liebesorgien. In der Republik war der ein
wohlhaben=
der Mann, der zwei Huben Landes beſaß. Der Diktator
Lincinatus beſaß deren vier. Kurz vor der Errichtung
der Monarchie bezog der erſte Konſul als höchſtes
Ein=
kommen im Staate ungefähr zehntauſend Taler jährlich.
In einer einzigen Nacht verpraßte aber ſpäter, im
kaiſer=
lichen Rom, ein reicher Bürger Millionen Taler! Nero
aufte eine jener koſtbaren Bänke, auf denen man beim
Gaſtmahl lagerte, für eine Million Taler. Plinius be=
Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Seite 3.
Webers zu 2 Monaten Gefängnis, Weber erhielt
3 Monate Gefängnis.
Der 29jährige Buchhalter Robert Kreuzer aus
Bensheim iſt der Veruntreuung von etwa 1040 Mark zum
Nachteil der Fabrikkrankenkaſſe der Granitwerke Karl
Kreuzer=Bensheim beſchuldigt. Kreuzer war ſeit 1. Juli
1911 als Rechner bei der Fabrikkrankenkaſſe tätig und
ging am 8. Januar 1912 unter Mitnahme einer
anſehn=
lichen Summe flüchtig. Nach ſeiner Angabe hat er nur
200. Mark mitgenommen; wie das übrige Defizit
ent=
ſtanden iſt, könnte er nicht angeben. Seine Familie ließ
er in Bensheim zurück und begab ſich zu ſeinen Eltern
nach Bayreuth. Nach dem Gutachten des
Sachverſtändi=
gen waren die Bücher von Kreuzer ſehr ſauber und
ordentlich geführt; auch die Einnahmen und Ausgaben
hat er ordentlich gebucht. Doch hätte nach jedem
Viertel=
jahr ein Kaſſenüberſchuß vorhanden geweſen ſein
müſ=
ſen, während der Angeklagte behauptet, ſtets ein Defizit
in der Kaſſe gehabt zu haben. Außer dieſem
Kaſſenvor=
rat von etwa 240 Mark hat er kurz vor ſeiner Flucht noch
800 Mark abgehoben. Das Gericht verurteilte den
An=
geklagten, der offenbar ein Opfer des Alkohols geworden
iſt, zu drei Monaten Gefängnis.
* Flugveranſtaltungen in Darmſtadt zum Zweiten
Deutſchen Zuverläſſigkeitsflug. Die Vorbereitungen für
den Zweiten Deutſchen Zuverläſſigkeitsflug werden mit
großer Sorgfalt durchgeführt. Die ganze Flugſtrecke
wurde vor einigen Tagen vom Ausſchuß der
Veranſtalt=
ung mit Automobilen abgefahren und daraufhin
unter=
ſucht, wo den Fliegern die Orientierung wohl größere
Schwierigkeiten bereitet. Die Herren, lauter erfahrene
praktiſche Luftfahrer, vermochten ſich ſehr wohl ein
Ur=
teil zu bilden, welche Geländeteile auch von oben für die
Flieger beſonders gut ſichtbare Merkmale bieten. Man
entſchloß ſich beiſpielsweiſe, die Orientierung beim
Ueberfliegen von Gebirgszügen dadurch zu erleichtern,
daß man Photographien mit Silhouetten der Berge
an=
fertigen läßt, die beſonders gute Richtungspunkte geben.
Außerdem werden noch eine Anzahl von Feſſelballonen
beſchafft, die an Landungsplätzen und ſonſtigen geeignet
erſcheinenden Stellen hochgelaſſen werden ſollen. Dieſe
in roter Farbe gehaltenen Ballone, deren Feſſelkabel
oder=Leinen man durch kleine Trommeln, Dreiecke oder
durch Fahnen noch beſonders kennzeichnet, damit nicht
etwa ein Flugzeug gegen ſie anfährt, werden von den
Fliegern weithin geſehen. Wenn dann die Flieger nur
einigermaßen Orientierungsſinn haben, können ſie den
kürzeſten Flugweg nicht verfehlen, ſodaß Ausſicht beſteht,
daß ſämtliche Teilnehmer am Fluge wohlbehalten nach
Darmſtadt kommen, um hier an dem Wettbewerb
um den kürzeſten Abflug ſich zu beteiligen. Auch
die hieſigen Ortsausſchüſſe ſind weiter in reger
Tätig=
keit, um den großen Flugtag in Darmſtadt
ſorgfältig vorzubereiten, der zu einem der
intereſſante=
ſten des ganzen Fluges zu werden verſpricht, zumal
be=
kanntlich auch ein Flugzeugzeltwetzbewerb
damit verbunden iſt. Der Darmſtädter Flugtag wird der
Tag nach Himmelfahrt, alſo der 17. Mai, ſein. Es
ſei nochmals darauf aufmerkſam gemacht, daß den
Zeich=
nern zum Fonds diverſe Vorteile inbezug auf
reſervier=
ten Platz uſw. eingeräumt werden. Beiträge nimmt u. a.
auch die Expedition des Darmſtädter Tagblatts
ent=
gegen.
— Der Ausſchuß der vereinigten Bezirksvereine hielt
am Mittwoch abend ſeine diesjährige Hauptverſammlung
ab, die gut beſucht war. Der Vorſitzende, Herr Dr. Kolb,
erſtattete Bericht über die Tätigkeit des Ausſchuſſes
wäh=
rend des abgelaufenen Jahres. Es wurden verſchiedene
ſtädtiſche Angelegenheiten erledigt. Ferner wurden betr.
der Volksvorſtellungen im Hoftheater Schritte getan, bei
der Löſung der Verkehrsfragen mitgearbeitet, die
Abgrenz=
ung der einzelnen Bezirksvereine vorgenommen, unter
an=
derem wurden auch zwei Vorträge von Herrn
Landtags=
abgeordneten Henrich und Herrn Stadtverordneten Dr.
Bender gehalten. Weiter kam zur Sprache, daß die
ver=
einigten Bezirksvereine jetzt 10 Jahre beſtehen. Der älteſte
Bezirksverein iſt der Bezirksverein Mathildenhöhe, dann
Bezirksverein Martinsviertel, dann Bezirksverein
Beſſun=
gen und Altſtadt, Südoſt und Innenſtadt. Die erſte
Tätig=
keit des vereinigten Bezirksvereinsausſchuſſes erfolgte bei
den Stadtverordnetenwahlen 1901. Als Gründer der
Be=
zirksvereine ſind zu nennen: Herren Stadtverordneten
Schupp und Saeng und der verſtorbene Stadtverordnete
Reinemer. Alsdann erfolgte Kaſſenbericht und Neuwahl
des Vorſtandes, wobei der alte Vorſtand wiedergewählt
und Herr Architekt Georg Kugel als Schriftführer neu
ge=
wählt wurde. Von Seiten des Mathildenhöhe=
Bezirks=
vereins wurde ein Antrag eingebracht, es ſolle dahin
ge=
wirkt werden, daß der erſte Wagen der elektriſchen Bahn
früher als jetzt von der Taunusſtraße abfahre, damit die
um 7 Uhr abfahrenden Eilzüge vom Hauptbahnhof
recht=
zeitig erreicht werden können. Es entſpann ſich hierüber
eine lebhafte Diskuſſion, wobei auch von dem
Bezirksver=
ein Beſſungen derſelbe Zuſtand für den Beſſunger
Stadt=
teil beklagt wurde. Die Verſammlung kam ſchließlich zu
der Einſicht, daß die neue Geſellſchaft beſorgt ſein wird,
daß der Fahrbetrieb möglichſt praktiſch und zur
Befriedig=
ung der Bewohner ausgeſtaltet, und, daß Fahrgelegenheit
zu den Frühzügen beſchafft wird, wenn weitere
Wagen=
ſchuppen innerhalb der Stadt oder in der Nähe des
Bahn=
hofs errichtet ſind, damit der ganze Wagenpark nicht
mor=
gens und abends in die Halle am Böllenfalltor einfahren
reſp ausfahren muß. Weiter wurde von dem
Bezirks=
verein Mathildenhöhe Klage geführt, daß die
Streuſand=
käſten der Firma Ibel u. Ko. rückſichtslos mit
Genehmig=
ung auf die Fußſteige geſtellt werden, ohne Rückſichtnahme
auf den Verkehr. Die Pflaſterung des Schillerplatzes als
auch die endliche Fertigſtellung der Durchführungsarbeiten
der Landgraf=Georgſtraße wurde lebhaft beſprochen und
wurde allgemein der Wunſch laut, daß es endlich Zeit
werde, daß dieſe beiden Sachen baldigſt ihre Erledigung
finden. Weiter wurde noch die Lage der neuen
Gewerbe=
ſchule und dergleichen lebhaft beſprochen, ſodaß die
Ver=
ſammlung einen lebhaften und ſehr intereſſanten Verlauf
nahm.
— Evangeliſcher Pfarrverein im Großherzogtum
Heſ=
ſen. Am 1. Mai hielt der evangeliſche Pfarrverein im
Großherzogtum Heſſen ſeine 22. Jahresverſammlung ab.
Sie hatte einen zahlreichen Beſuch aus allen Teilen des
Landes aufzuweiſen und nahm einen ſehr einträchtigen
und befriedigenden Verlauf. Der Vorſitzende, Kirchenrat
Schrimpf=Darmſtadt erſtattete den Jahresbericht, der
von erfolgreicher Vereinsarbeit erzählte. Das Andenken
der verſtorbenen Mitglieder Geh. Kirchenrat Kalbhenn,
Kirchenrat Matthes, Pfarrer Moſer und Walz ward in
üblicher Weiſe geehrt. Die Wahl zum Vorſitzenden ſowie
des Stellvertreters verlief faſt einſtimmig. Es wurden
wiedergewählt Kirchenrat Schrimpf und Dekan Jaud=
Planig. Rechner Röschen=Freienſeen legte die
Jahres=
rechnung vor, die ſich auf 5446 Mark Einnahme und 4021
Mark Ausgabe ſtellte. Pfarrer Fritſch=Ruppertsburg
erſtattete ſeinen Bericht über die Schriftleitung des
Kir=
chenblattes. Er ward einſtimmig zu ſeinem Amt
wieder=
gewählt. Der Verein nahm dann eine Erklärung an,
die ſich gegenüber der von politiſch radikaler Seite
geſtell=
ten Forderung konfeſſionsloſen Religionsunterrichts
ener=
giſch für konfeſſionellen Religionsunterricht ausſprach, da
der konfeſſionsloſe Unterricht auf Beſeitigung wahrhaft
chriſtlicher Anſchanung hinauslaufe. Ebenſo hielt man
die ſeitherige Stundenzahl der Mitarbeit der Geiſtlichen
ſowie die Mitaufſicht der kirchlichen Behörden für
uner=
läßlich. In anregendſter Weiſe hielt Prof. Dr. Schöll=
Friedberg einen Vortrag über Jugendpflege, zu der er
alle Geiſtliche aufrief; er zeigte die tatſächlichen Gründe,
die grundſätzlichen Ziele und die nötige Arbeit dieſer
Pflege. Eine lebhafte, zuſtimmende Ausſprache dankte
dem Redner. Warme Worte der Begrüßung ſprach im
Namen der Theoloaiſchen Fakultät Prof. Dr Schian=
Gie=
ßen; er gab ſeiner Freude Ausdruck, daß der evangeliſche
Pfarrverein in bewährter Weiſe um die Einigung und
einheitliche Arbeit des Pfarrerſtandes bemüht ſei.
Vor=
ſſchläge übar Kollektenordnung machten die Pfarrer
Fritſch=Ruppertsburg und Brill=Ober=Widdersheim,
eben=
ſo über den Kolportage=Unfug, der ſcharf bekämpft
wer=
den ſoll. Nach Verhandlung über etwaige
Satzungsände=
rung, wobei Juſtizrat Dr. Lucius die Verſammlung
be=
riet, fand noch eine Sitzung der Sterbekaſſe und
Hilfs=
kaſſe ſtatt, die ſich beide gut entwickelt haben. Nach ½3
Uhr vereinigte ein Feſteſſen noch 60 der Anweſenden.
Der Kriegerverein Darmſtadt hielt ſeine Mai=
Monatsverſammlung in dem Vereinslokal der Turnhalle
am Woogsplatz ab. Der Vorſitzende eröffnete die
Ver=
ſammlung mit Begrüßung der anweſenden Kameraden
und berichtete nach Verleſung des letzten Protokolls über
die Tätigkeit des Vorſtandes im Monat April. Die
Ver=
ſammlung ehrte das Andenken der verſtorbenen
Kamera=
den durch Erheben von den Sitzen. Hierauf gab der
Vorſitzende den in Braunshardt am 12. Mai
ſtattfinden=
den Bezirkstaa bekannt und bat die Kameraden, ſich zu
demſelben einfinden zu wollen. Abfahrt 12.48 Uhr vom
Hauptbahnhof ab nach Weiterſtadt. Laut Beſchluß der
Mitgliederverſammlung in Friedberg beabſichtigt die
„Haſſia” am 6., 7. und 85 Juli eine Fahrt ihrer
Mitglieder nebſt deren Angehörigen nach dem
Kyff=
häuſer zu unternehmen. Ein genaues Programm
hier=
über wird ſpäter bekannt gegeben. Es iſt geplant, am
erſten Tag Fahrt über Bebra nach Eiſenach, Beſichtigung
der Wartburg und Weiterfahrt nach Frankenhauſen. Am
zweiten Tage Gang oder Fahrt nach der Barbaroſſahöhle,
Aufſtieg nach dem Denkmal, Beſichtigung desſelben,
da=
ſelbſt gemeinſames Mittageſſen und gegen Abend wieder
Rückſahrt nach Frankenhauſen. Am dritten Tage
Wei=
terfahrt nach Kaſſel, Beſichtigung von Wilhelmshöhe und
Heimfahrt. Der Geſamtfahrpreis ſtellt ſich in 3.
Wagen=
klaſſe auf 13,50 Mark, in 2. Klaſſe auf 19,60 Mark. Es
ſei noch beſonders darauf hingewieſen, daß auch
Fami=
lienangehörige zu denſelben ermäßigten Preiſen ſich
be=
teiligen können. Anmeldungen ſind bis ſpäteſtens 15.
Mai an Kamerad Junge, Schloßgartenſtraße 45,
er=
wünſcht. Für Sonntag, den 19. Mai, iſt ein
Familien=
ſpaziergang in Ausſicht genommen und wird alles Nähere
hierüber in den nächſten Tagen bekannt gegeben. Weiter
iſt für Juli ein Sommerausflug in Ausſicht genommen;
der Tag und das Endziel wird nach endgültiger
Feſt=
legung frühzeitig den Kameraden mitgeteilt werden. Zu
dem nun beginnenden Vereinsſchießen, das auch in dieſem
Jahre wieder eifrig betrieben werden ſoll, bat der
Vor=
ſitzende die Kameraden um rege Beteiligung und drückt
den Wunſch aus, daß hauptſächlich die jüngeren
Kamera=
den lebhaftenAnteil hieran nehmen möchten. Nach
hier=
auf erfolgter Bücherausgabe ſchloß der Vorſitzende die
Verſammlung.
* Kirchenkonzert in St. Eliſabeth. An einem der
erſten Sonntage nach Pfingſten wird in der St.
Eliſa=
bethenkirche ein Kirchenkonzert ſtattfinden. Der
Reingewinn ſoll für die Erbauung einer
Kapelle in Arheilgen verwendet werden. Die
Katholiken in Arheilgen ſind trotz ihrer Opferwilligkeit
nicht in der Lage, aus eigenen Kräften für den ſo
dringend notwendigen Bau eines einfachen Gotteshauſes
und die Einrichtung eines regelmäßigen Gottesdienſtes
aufzukommen. Deshalb müſſen die Katholiken der
Stadt dazu beitragen, der großen Diaſporanot zu ſteuern.
An ſie in erſter Linie ergeht die herzliche Bitte, die
Ver=
anſtaltung durch Abnahme von Eintrittskarten kräftig
zu unterſtützen. Aber auch jedem Muſikfreunde der
Stadt ſteht ein hoher künſtleriſcher Genuß in Ausſicht,
da ganz hervorragende Kräfte für die Mitwirkung bei
dem Konzert gewonnen ſind. Näheres wird noch ſpäter
bekannt gegeben.
2 Der Heſſiſche Richter=Verein wird ſeine
dies=
jährige ordentliche Hauptverſammlung am
Samstag, den 18. Mai, in Gießen im Klublokal
abhalten. Auf der Tagesordnung ſteht u. a. auch eine
Be=
ſprechung über die „Einrichtung von
Fortbildungs=
kurſen‟
* Jubiläumsfeier 1887/1912. Die ehemaligen 115er
bezw. 4./138, Straßburg, feiern nächſten Sonntag, den
5. Mai, bei Kamerad Hubert „Zum Friedrichshof‟ Ecke
Stift= und Roßdörferſtraße, Darmſtadt, das Feſt der 25.
Wiederkehr der Gründung des 138. Regiments. Alle
Ka=
meraden des 1. Großh. Heſſ. Infanterie=Leibgarde=
Re=
giments, welche damals mitverſetzt wurden und denen
keine Einladung zugeſtellt werden konnte, ſind hierzu
freundlichſt eingeladen. Sammlung von 10—11 Ahr in
der Reſtauration Gottwald, alsdann Abmarſch mit Muſik
zum Feſtlokal.
* Atelier=Ausſtellung Hunns Pelar. Es wird darauf
aufmerkſam gemacht, daß die Ausſtellung des Malers
Hanns Pelar im Ernſt=Ludwigshauſe morgen,
Sams=
tag, und Sonntag zwiſchen 12 und 1 Uhr
mit=
tags beſucht werden kann.
C. In der St. Ludwigspfarrei wird am 15. Mai
eine dritte Kaplaneiſtelle errichtet. Der neue
Geiſtliche wird den Diaſporagottesdienſt in Griesheim,
Ober=Ramſtadt und Nieder=Ramſtadt-Traiſa (für dieſe
beiden Orte gemeinſam) zu beſorgen haben. Damit
wird einem längſt gehegten Wunſche der Katholiken
dieſer Orte, die bisher ohne Gottesdienſt waren,
ent=
ſprochen werder.
* Verband mittlerer Verwaltungsbeamten des
Großherzogtums Heſſen. Die 10. Hauptverſammlung
findet am Sonntag, den 5. Mai, in Darmſtadt im
Fürſtenſaale, Grafenſtraße 18, ſtatt. Die wichtigſten
Gegenſtände der reichhaltigen Tagesordnung bilden ein
Vortrag des Kollegen Wagner aus Mainz über: Die
deutſche Arbeiterverſicherung” und „Bericht des
Vor=
ſitzenden über die Tätigkeit des Verbandes im
abge=
laufenen Jahre”, denen ſich eine Beſprechung über
Standes= und Berufsfragen anſchließen wird.
Beab=
ſichtigt iſt auch die Gründung einer eigenen
Fachzeit=
ſchrift. Am Samstag abend findet in demſelben Lokal
ein Begrüßungsabend mit daran anſchließendem Kommers
ſtatt. Der Verband wurde im Jahre 1903 in Darmſtadt
gegründet.
hauptet, mehr Silber, als Carthago je in ſeiner Blütezeit
beſeſſen, ſei jetzt in Rom bloß zu Tiſchgeräten verarbeitet.
Die Trinkbecher waren von hohem Werte. In ſeiner
fünf=
ten Satire bemerkt Juvenal, daß es nötig geworden
ſei, an den Tafeln hinter jeden Gaſt einen Wächter zu
ſtellen, damit nichts geſtohlen werde und er meint
ferner, bei mancher Mahlzeit werde ein ganzes Erbe
ver=
zehrt! Es war nicht außergewöhnlich, daß eines von den
zahlloſen Gerichten eines Mahles den Gaſtgeber
dreißig=
tauſend Taler koſtete. Caligula ließ die wertvollſten
Per=
len auflöſen und trank ſie in Wein. Für den ordinären
Geiſt protzigen Reichtums bezeichnend war das Abſchätzen
der den Gäſten gebotenen Genüſſe. Notare ſetzten an den
Feſttafeln Urkunden auf über den Wert einzelner keſtbarer
riſche und Speiſen. — In den Wohnungen ſtrotzte alles
von Marmor und Gold. „Wir leben,” ſchrieb der heillge
Hieronymus, „als ſollten wir morgen ſterben, und bauen,
als ſollten wir ewig leben!“
Die Töchter der großen römiſchen Republikaner
waren ſchlicht und arm wie ihre Väter. Der Staat ſteuerte
die Töchter des Scipio Afrikanus mit nur — eintauſend
zweihundert Talern aus. Eine gewiſſe Megullia erhielt
damals den Beinamen Dotata, weil ſie einen Brautſchatz
von tauſend Talern bekam. In der Kaiſerzeit jedoch
wurden nur mehr die Mädchen zur Ehe begehrt, die
Mil=
lionen als Mitgift brachten. .
Der Schmuck, den eine reiche römiſche Dame bei
feſt=
lichen Gelegenheiten auf dem Leibe zu tragen pflegte, wird
mit ungefähr zwei Millionen Talern eingeſchätzt. Seneca
ſagt, die Ohrgehänge mancher Frau bedeuteten ein großes
Vermögen. Zwei rieſige Perlen der Kleopatra hatten den
Wert von mehreren Millionen Talern. Es wurde
weib=
liche Sitte, lange Perlenketten an den Ohren zu tragen,
durch deren Gewicht die Ohren ſich in die Länge zogen.
Jedes Glied der Finger und der Zehen ſchmückten die
Frauen mit Ringen und Edelſteinen, ebenſo Arme und
Buſen mit Ketten und Bändern. Der Kirchenvater
Ter=
tullian verſichert mit frommem Abſcheu, eine einzige dieſer
Schnüre wiege den Wert ganzer Dörfer auf und ganze
Wälder und Inſeln würden eines der Bruſtgeſchmeide
nicht bezahlen. Die Schühlein und Sandalen der Damen
waren mit Gold, Perlen und Edelſteinen beſetzt,
Sonnen=
ſchirme und Fächer ſchimmerten von Gold. „Die Töchter
Jules und Edmond de Goncourt: „Die Mode
wirkt umgeſtaltend auf das Geſicht der Frau; ja, die Natur
ſelbſt ſcheint das Geſicht nach dem Bilde der Zeit und der
Geſellſchaft zu bilden. Das Vergnügen ſpielt in ſeinen
Zügen, das Feuer eines mondänen Lebens glänzt in ſeinem
Blick.” An die Frauenmoden des alten Rom erinnern,
in ihren Zwecken wenigſtens, gewiſſe Rokoko=Koſtüme; ſo
die „Polonäſe à ſein ouvert” die aus gefältetem Gaze=Fichu
den Buſen hervorſchimmern ließ; oder die bekannten
„chemiſes” von denen die roſa gefütterten „chemiſes à la
Jéſus” täuſchend die Wirkung der Nacktheit
hervorbrach=
ten. Von den Gewändern der mondänen Römerinnen
ſchreibt Seneca: „Ich habe Kleider geſehen, wenn ich ſie
anders Kleider nennen darf, die den Körper gar nicht und
noch weniger die Schamhaftigkeit beſchützen. Sie ſind ſo
durchſichtig, daß ein Frauenzimmer ſchwören muß, ſie ſei
nicht nackt.‟ Das waren die durchſichtigen Seidenkleider,
die in Rom zu höchſt im Preiſe ſtanden; und die
Lieblings=
farbe der Damen war Purpur.
Ein deutſcher Schriftſteller, C. A. Böttiger, hat einſt
in einem Büchlein („Sabina oder Morgenſzenen im
Putz=
zimmer einer reichen Römerin”) die altrömiſchen
Toilet=
ten=Geheimniſſe ſehr amüſant beſchrieben. Hier einige
Stichproben: Vor dem Schlafengehen ließ ſich die junge
Frau Geſicht und Bruſt mit einem Brotteig überziehen,
der mit Eſelsmilch angefeuchtet war; ſo erhielt ſie den
zar=
ten Teint ihrer Haut. Sobald ſie morgens im Bette
er=
wacht war, ſchlug ſie Schnippchen mit den Fingern.
Die=
ſes Signal, das wir etwa für unſere Hunde gebrauchen,
galt den Sklavinnen, und wehe der Dienerin, die ſich
chwerhörig zeigte. Die Sklavinnen geleiteten die ſchöne
Herrin zum Bade und kneteten ihren ſchlanken Leib, — alle
Muskeln, alle Gelenke, die dadurch eine beſondere
Ge=
ſchmeidigkeit erlangten. Sie ſalbten dann den roſigen
Leib vom Halſe bis zur Sohle. Eine beſondere Kunſt, die
die Sklavin zu erlernen hatte, war die des diskreten
Schminkens. Die Schminke wurde, ehe man ſie auftrug,
von der jungen Dienerin mit Speichel befeuchtet. Vorher
hatte die Sklavin einen metallenen Spiegel anzuhauchen
und ihrer Gebieterin zum Beriechen zu reichen: damit die
Herrin prüfe, ob das Mädchen geſund ſei.
Auch falſche Zähne waren damals ſchon eingeführt.
Zu ibrer Reinigung bediente man ſich eines eigentüm=
der Freigelaſſenen,” ſagt Seneca, „verſchwenden jetzt mehr
an einen Spiegel, als der ganze Brautſchatz betrug, den
der Senat den Töchtern des Scipio bewilligte.”
Der ungeheuere Aufwand im Hausrat der römiſchen
„Hausfrau” ſpottet jeder Beſchreibung. Es wurde bei
ihnen ſogar Sitte, die — Nachtgeſchirre aus purem Golde
anzuſchaffen! Die Tiſche im Frauengemach hatten Füße
von Elfenbein und Platten aus maſerigem Zitronenholz.
Eine beſondere Zärtlichkeit vergeudete man an das Bett
der ſchönen Römerin. Hier wurde das Raffinement der
Aphrodite immer neu geſteigert.
Der Wagen, in dem die reiche Römerin ausfuhr, war
aus Elfenbein oder aus Silber gebaut. Das Gefolge bei
der Ausfahrt einer vornehmen Dame beſchreibt
Marcel=
linus: „Gleich erfahrenen Feldherren, die zuerſt die
dich=
teſten Haufen dem Feinde entgegenſtellten, dann die
Schleu=
derer und endlich die Hilfsvölker, ſind auch die Führer
eines ſolchen Zuges emſig bekümmert, wie ſie alles in
ge=
hörige Ordnung fügen wollen. Sie ſtellen das ganze
Wéber=Perſonal an die Spitze dann folgt das
Küchen=
departement; dann der vermiſchte Dienerhaufen, zu dem
ſich alle Müßiggänger aus der Nachbarſchaft geſellen, und
endlich die Menge der Verſchnittenen mit bleichen,
ver=
zerrten Geſichtern.” — Solch’ ein Gefolgszug beſtand
mit=
unter aus mehreren tauſend Perſonen.
Selbſt noch nach ihrem Tode verbrauchte die Römerin
ein Vermögen. Nero verwendete für den Scheiterhaufen
ſeiner Gemahlin Poppaea mehr Zimmt und Caſſia, als
Arabien in einem Jahre liefern konnte. Und in die
Flam=
men pflegte man viele koſtbare Gewänder und Gold und
Edelſteine zu werfen! — Daneben aber hungerte das
Volk. .
Das intereſſanteſte Kapitel in der Kulturgeſchichte der
altrömiſchen Luxusdame wäre über ihre Kleidermoden zu
ſchreiben. Die Mode iſt kein Geſchöpf des Zufalls. Es
beſtehen bedeutſame Zuſammenhänge zwiſchen den
Phan=
taſien der Schneider, Damenſchuſter und Friſeure und den
Tharaktertypen der Frauen. Allerdings kann man von
Wechſelwirkungen ſprechen. Denn eine durch hohe
Pro=
tektion einmal zur Herrſchaft gelangte Mode übt einen
ormenden Einfluß auf die Geſamtheit des Zeitgeſchlechtes
aus, das ſich ihr unterwarf. In ihrem berühmten Buch:
Die Frau im 18. Jahrhundert”, ſchreiben die Brüder
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Nummer 104.
Der Sängerchor des Mozartvereins
unter=
nimmt nächſten Sonntag, den 5. Mai, ſeinen
alljähr=
lichen Stiftungsfeſtausflug nach der
Berg=
ſtraße. Morgens 8 Uhr 58 Min. Abfahrt nach
Heppen=
heim. Wanderung über Juhöhe, woſelbſt längere
Frühſtücksraſt, Waldnerturm, Hirſchkopf nach Weinheim.
4¾ Uhr gemeinſchaftliches Eſſen im Pfälzer Hof und
daran anſchließend Stiftungsfeier. Rückfahrt nach
Darm=
ſtadt 10 Uhr 13 Min. Ganz beſonders ſind willkommen
auch die inaktiven Herren des Vereins. Anmeldungen
zum Eſſen gefälligſt direkt an das Hotel.
* Die geſetzlichen Geſellenprüfungen des
Orts=
gewerbevereins Darmſtadt finden am Sonntag vormittag
mit der feierlichen Ueberreichung der Geſellenbriefe an
die zahlreich beſtandenen Lehrlinge ihr Ende. Mit dem
Feſtakt iſt eine Ausſtellung der gefertigten Geſellenſtücke
verbunden, die von morgens 9 Uhr ab zur Beſichtigung
offen ſteht. Die in Frage kommenden Geſellenſtücke
müſſen dieſerhalb am Samstag nachmittag von 5 Uhr
ab in die Turnhalle verbracht werden. Darauf
hinge=
wieſen ſei bei dieſer Gelegenheit gleichzeitig noch, daß
etwaige rückſtändige Prüfungsakten umgehend an den
Vorſitzenden des Geſellenprüfungsausſchuſſes abzuliefern
ſind.
* Eine Beſichtigung des neuen Hauptbahnhofgebäudes
wird der hieſige Ortsgewerbeverein heute
nach=
mittag unternehmen. (Näheres ſiehe Anzeigenteil.)
* Hauptbahnhof und Exerzierplatz. Man ſchreibt
uns: Der Artikel „Hauptbahnhof und Exerzierplatz” in
der geſtrigen Nummer wird jedenfalls mit großer
Be=
friedigung aufgenommen. Wie aber Einſender börte,
ſollte in dieſes Tauſchgeſchäft auch die kleine Kaſerne in
der Wilhelminenſtraße einbegriffen ſein. Es wäre
jedenfalls zeitgemäß, daß die Art der Verwendung des
Gebäudes aus der Straße käme, da es ſelbſt nach
An=
ſicht der Behörden nicht mehr in dieſe ſchöne frequente
Straße paßt, und wäre dies die beſte Gelegenheit, daß
das Gebäude in die Hände der Stadt käme. Es ſollte
deshalb die Stadtverwaltung im Intereſſe der
Allge=
meinheit und Verſchönerung das Tauſchgeſchäft nur
unter dieſer Bedingung eingeben. Wie Einſender
er=
fahren hat, iſt die Militärbehörde dazu bereit.
* Zahnärztliche Poliklinik für die
Volksſchul=
kinder der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt. Im
Monat April 1912 wurden behandelt 534 Kinder (315
Mädchen, 213 Knaben) mit 696 Konſultationen. Gefüllt
wurden 510 Zähne, ausgezogen wurden 343 Zähne
(305 Milchzähne, 28 bleibende Zähne). Zahl der Tage,
an denen Sprechſtunden abgehalten wurden: 22.
* Radrennen. Die vom Velozipedklub Darmſtadt auf
Sonntag, den 5. Mai, angeſetzten Rad= und Motor=
Ren=
nen auf der Rennbahn (Heidelberger Straße) bilden das
Tagesgeſpräch in Sportkreiſen. Neben dem Dauer=
Ren=
nen mit Motorſchrittmachern intereſſiert beſonders das
Vierermannſchafsfahren um den wervollen, von der
Firma Adam Opel=Rüſſelsheim geſtifteten Wanderpreis,
der zweimal hintereinander oder dreimal im Ganzen
gewonnen werden muß. Es haben hierzu fünf Vereine
gemeldet, darunter die ſeitherigen Gewinner, der
Frank=
furter Bicyeleklub und der Velozipedklub Frankfurt a. M.,
die natürlich alles daran ſetzen, den Sieg zu erringen.
Beiden Vereinen entſteht in der Frankfurter „Germania”
eine Konkurrenz, die mit Fahrern wie Möſer, Weiß,
zwei=
ter Sieger der vorjähriben 100 Km.=Weltmeiſterſchafk,
u. a. nicht ohne Ausſicht auf den Sieg an den Start geht.
Durch mehrere Nachmeldungen hat die Startliſte eine
weitere Verſtärkung erfahren, wobei die Meldung des
Motorfahrers Haeffner=Freiburg hervorzuheben iſt, der
beim vorjährigen Rennen durch ſeine ſchneidige Fahrweiſe
im Motor=Rennen auffiel.
C. Vom Botauiſchen Garten. Die
frühlings=
mäßige Witterung der zweiten Aprilhälfte hat die
Vegetation im Botaniſchen Garten mächtig
ge=
fördert, nachdem die ſtarken Fröſte in der erſten
Aprilhälfte (bis zu 5 Grad) namentlich eine Reihe
exotiſcher Sträucher ſtark mitgenommen hatten.
Be=
ginnen wir unſeren Rundgang mit der Beſichtigung des
Beets mit der Flora des Mainzer Beckens (
Sand=
pflanzen der Eberſtädter und Bickenbacher Tanne), ſo
finden wir blühend zunächſt nur Adonis vernalis
(gelb), eine Pflanze, die auch durch ihre fein zerſchlitzten
Blätter bemerkenswert iſt. Auch im nordöſtlichen Teile
des Gartens iſt die Vegetation noch wenig entwickelt:
umſomehr erfreut uns hier ein kleines Beet mit
Primeln, Saxikragacum und anderen Kindern des
Früh=
lings und in der Nähe ein Ribes amictum aus Oregon
und Kalifornien mit eigenärtiger rotbrauner Blüte. Einige
Schritte weiter der Odenwaldbahn zu finden wir den
prächtigen Zierſtrauch Cydonia alpina aus Japan.
Schlagen wir nun den Weg zu der mächtigen am
Darmbach ſtehenden Gruppe von Silberpappeln ein, ſo
erfreut uns auf den Beeten zur Linken ein Muscari
comosum nebſt anderen Arten dieſer Gattung mit
ihren tiefblauen zu Trauben geſtellten Blüten. Hieran
reiht ſich das Ornithogalum umbellatum (doldiger
Milchſtern), eine Milla uniklora aus Argentinien und eine
prächtige in Turkeſtan einheimiſche Tulipa dasystemon.
Zwiſchen dieſem Beet und dem Darmbach ſchließt ſich
das Alpinum mit ſeinen Herrlichkeiten an. Gerade
gegenüber diesſeits des Bachs ſtehen einige exotiſche
Kräuter in Blüte, namentlich Uvullaria perfoliata (gelb,
Nordamerika), Corydalis nobilis (gelb, Sibirien) und
Trillium sessile (rotbraun Nordamerika). Wenden wir
uns nun, die Brücke überſchreitend, zu dem Beet der
Gift= und offizinellen Pflanzen, ſo finden wir hier die
Cattha palustris (Sumpfdotterblume), die Scopolia
carniolica mit braunen Blüten, das Scopolamin liefernd,
den Ranunculus sceleratus (Gifthahnenfuß) mit ihren
Blüten von geſättigtem Gelb, die Anemone silvestris, eine
alte Bekannte aus unſeren Kiefernwäldern und den
Löß=
abhängen der Bergſtraße, ſowie die nordeuropäiſche
Cochtearia officinalis (Löffelkraut) Ein Beſuch des
Kalthauſes ſoll unſeren genußreichen Gang beſchließen.
Hier bewundern wir die braſilianiſche Libonia
flori-
bunda mit ihren ſeltſam geſtalteten Blüten, die Iris
aponica (lila), die mexikaniſche Salvia fulgers (rot)
und die Veltheimia viridiklora mit roſaroten Blüten auf
langem Stengel. Ferner feſſeln unſer Auge die
be=
liebten Zierpflanzen Potygala myrtikglia, die
Spar-
mannia africana (Zimmerlinde) mit weißer Blüte und
gelbroten Staubfäden aus Südafrika und das Geranium
eanariense. An dieſer Stelle möge zum Schluſſe noch
auf die bedauerliche Schmälerung des Naturgenuſſes
durch Wegwerfen von Papier= und ſonſtiger Abfälle
hingewieſen werden, eine Ungehörigkeit, die in dem
ſorgfältig gepflegten Garten ganz beſonders gerüg!
wverden muß.
— Fernſprech=Teilnehmer=Verzeichnis. Im
Ver=
age der Hof=Buch= und Steindruckerei H. Hohmann
erſcheint ſoeben, die (25.) Jubiläums=Ausgabe des von ihr
eingeführten Verzeichniſſes der hieſigen Fernſprech=
Teil=
nehmer, bearbeitet nach amtlichen Unterlagen. Das
Ver=
zeichnis enthält alle bis Anfang April angemeldeten
Neuanſchlüſſe und Aenderungen. Auch die zahlreichen
Straßen=und Hausnummer=Aenderungen fanden genaueſte
Berückſichtigung. Das hieſige Fernſprechamt beſteht ſeit
885; mit ca. 20 Anſchlüſſen beginnend, zählt dasſelbe
heute ca. 2500 Anſchlüſſe. Trotz der bedeutenden
Er=
weiterung des Verzeichniſſes bleibt der Preis von 50 Pfg.
der alte.
— Der Neuanſtrich der Briefkaſten findet in dieſen
Tagen ſtatt; es iſt bei ihrer Benutzung Vorſicht geboten.
* Unfall eines Glers auf der Senne. Ende April
rit=
ten nach dem Scharfſchießen mehrere Unteroffiziere der
3. Batterie des Feldartillerie=Regiments Nr. 61 von der
Feuerſtellung nach dem Lager, als ſich plötzlich das Pferd
es Unteroffiziers Wunderle rücklings überſchlug und
den Reiter unter ſich begrub. Die Klagen des
Verun=
glückten ließen ſchwere Verletzungen vermuten und er
wurde deshalb ſofort nach dem Garniſonlazarett
Pader=
vorn verbracht. Bei der vorgenommenen Operation
wur=
den ein Beckenbruch und ſtarke innere Blutungen
feſtge=
ſtellt. Der Zuſtand des Verunglückten iſt zur Zeit nicht
gerade lebensgefährlich, aber doch ſehr bedenklich. Wir
werden beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß der
Verunglückte der Unteroffizier Wunderle 3/61, nichr
der Ober=Fahnenſchmied Wunderle 2/61 iſt.
Seeheim a. d. B., 1. Mai. Der hieſige
Verſchöne=
rungsverein hat beſchloſſen, den in tiefſter
Wald=
einſamkeit am Hange des Tannenbergs oberhalb vom
„Dom” und der „Hermannella” zwiſchen Herrenweg und
Kiesweg ſich hinziehenden neu angelegten Fußpfad
„Heyer=Pfad” zu nennen und an demſelben eine „
Forſt=
meiſter Heyer=Bank” aufzuſtellen zur dauernden
Erinner=
ung an die großen, viel zu wenig der Allgemeinheit
be=
kannten Verdienſte des Herrn Großh. Forſtmeiſters
Heyer=Jugenheim a. d. B. um die Erſchließung und
Ver=
ſchönerung unſerer Wälder. Die „Friedensquelle” die
„Zeppelineiche” die „Sophienhütte” die „
Margareten=
ruh” die erfolgreichen Freilegungsarbeiten an der
Ruine Tannenberg, die Schaffung neuer Ausſichtspunkte,
die Anlage neuer Wege in unſerem und im Jugenheimer
Waldrevier, ſeine Mitarbeit bei der Errichtung unſeres
„von Herff=” und des „Luiſentempels” — das ſind nur
einige wenige Beiſpiele für Forſtmeiſter Heyers ſegens=
reiches und zielbewußtes Streben in ſeinem Amtsbezirk.
Und unſer Verſchönerungsverein trägt durch obige
Be=
nennung nur ein kleines Scherflein ſeiner Dankesſchuld
gegenüber Forſtmeiſter Heyer ab für deſſen ſtets
bewie=
ſenes Wohlwollen und verſtändnisvolles
Entgegen=
kommen.
Gernsheim, 2. Mai. Ueberraſchende Ergebniſſe
hat=
eine Unterſuchung der Fundamente der weithin
bekann=
ten Wallfahrtskapelle Maria Einſiedel ergeben. Die=
Fundamente von drei Chorſtrebepfeilern weiſen zur
grö=
ßeren Hälfte vollkommene Hohlräume auf. Da der
Bal=
kenroſt verfault iſt, haben Setzungen ſtattgefunden. Drei
Strebepfeiler ſind noch außen gewichen und haben die
eigentlichen Chorwände mitgezogen.. Es wird
nötig=
ſein, die Chorſtrebepfeiler abzubrechen und von der
Sohle=
aus neu zu fundamentieren und aufzumauern. Ueberdies
befindet ſich das Mauerwerk ſämtlicher Strebepfeiler und
auch einzelne Teile der Umfaſſungswände in ſo ſchlechtem
Zuſtande, daß eine gründliche Erneuerung dringend
nötig iſt.
Heppenheim, 1. Mai. Letzte Nacht waren hier
wie=
der ſchwere Einbrecher an der Arbeit. Dem
katho=
liſchen Pfarrhaus, wo bekanntlich vor 7 Jahren Hüdde
über 2000 Mark ſtahl, galt ein Beſuch. Man hatte bereits,
nachdem die hohe Umfaſſungsmauer beſtiegen war, eine
Fenſterſcheibe herausgeſchnitten, als das im Zimmer
ſchlafende Dienſtmädchen wach wurde und Lärm ſchlug,
worauf die Gauner Reißaus nahmen. Dahingegen gelang
es den Unholden, in die Behauſung des
Kreisamtsbeam=
ten Fabian einzudringen und 200 Mark in bar, einen
Anzug und ein Paar Stiefel an ſich zu nehmen. Bis jetzt
hat man leider von den Tätern keine Spur. (Erb. Krsbl.)
Groß=Gerau, 1. Mai. Ein junger Mann erſchien
dieſer Tage beim Großh. Amtsgericht Groß=Gerau, um
über ſeinen in Mörfelden wohnhaften Vormund Klage
zu führen. Als er zu Protokoll vernommen wurde,
ſtürzte er lt. Kreisblatt ohnmächtig zuſammen, ſo
daß Herr Sanitätsrat Dr. Schad zu Hilfe geholt werden
mußte. Die Ohnmacht ſoll eine Folge einer barbariſchen
Mißhandlung ſein, die der junge Mann, der nun
einige Tage das Bett hüten muß und der in einer Groß=
Gerauer Familie Aufnahme fand, von ſeinem Vormund
erlitten haben ſoll.
Mainz, 1. Mai. Die Eingemeindung von
Koſtheim dürfte ſchon am 1. Juli ds. Is, erfolgen, da
die Ausſicht beſteht, daß ſich die
Eingemeindungskommiſ=
ſionen von Mainz und Koſtheim über den ihnen
vorge=
legten Entwurf einigen. Nach der neuen Städteordnung
kann im Falle der Ablehnung der Eingemeindung durch
eine Gemeinde dieſe durch Geſetz verfügt werden. — Vor
einigen Tagen erſchien in verſchiedenen hieſigen Geſchäfs
ten eine Frau, die ſich als die Frau eines Dr. Schweizer
aus Oppenheim vorſtellte und ſich Waren zum Ausſuchen
vorlegen ließ. Während des Ausſuchens ließ ſie dann
Gegenſtände, die ihr gerade paßten, unter ihren
Kleidern verſchwinden. In einem Schirmgeſchäft
hatte ſie auf dieſe Weiſe ſogar zwei Schirme gegriffen,
doch wurde ſie beobachtet und ihr vor dem Fortgehen aus
dem Geſchäft die Schirme wieder abgenommen. Leider
unterließ man es, ſie der Volizei zu übergeben. Mit den
übrigen in anderen Geſchäften entwendeten Gegenſtänden
iſt ſie dann verſchwunden. Nachträglich ſtellte es ſich
her=
aus, daß man es mit einer verheirateten Frau aus Worms
zu tun hatte. Die Schwindlerin tritt elegant gekleidet
auf und wird von mehreren Staatsanwaltſchaften wegen
Ladendiebſtahl und Betrug geſucht. Vor einkgen Wochen
iſt ſie aus dem Gefängnis in Hannover entwichen.
Mainz, 2. Mai. Zu Ehren des hier anweſenden
kon=
mandierenden Generals des 18. Armeekorps Erzellenz
Eichhorn fand geſtern abend auf dem Schillerplatz
vor dem Gouvernementsgebäude ein großer militäriſcher
Zapfenſtreich ſtatt. Auf dem Balkon des
Gouver=
nements waren der Geehrte, Exzellenz Graf von
Schlief=
fen, der Stadtkommandant und andere höhere Offiziere
mit Angehörigen erſchienen. Der Platz und die
angren=
zenden Straßen waren dicht mit Zuhörern gefüllt.
Monzernheim, 2. Mai. In der Nacht auf 1. Mai
ka=
men der W. Ztg. zufolge mehrere Burſchen wegen des
ſog. Maienſteckens in Streit, wobei der Dienſtknecht Mie
chael Mumm aus Ober=Olm und der Heinrich März ans
Bürſtadt den Taglöhner Peter Lang aus Monzernheim
mit einem Handbeil derart ſchlugen, daß er geſtern ſein
Verletzungen erlegen iſt. Eine gerichtliche Kommiſſioſ
weilte bereits geſtern nächt noch am Tatort.
Harheim, 1. Mai. Hier ſind durch Profeſſor Wolf=
Frankfurt a. M. in einer Tongrube die Reſte einer römt
lichen Mittels — nämlich des Urins von einem Knaben.
Schöne Knaben waren überhaupt rituelle
Gebrauchsgegen=
ſtände der Damen; es wurde bei dieſen Frauen Sitte, ſich
die Hände nach dem Waſchen in den Locken kleiner Pagen
zu trocknen.
Die größte Aufmerkſamkeit erforderte die Friſur. Das
gelöſte Haar wurde zunächſt mit einem überaus
wohlrie=
chenden Waſſer beſpritzt, und zwar in der Weiſe, daß die
Sklavin Waſſer in die vollen Backen nahm und dann einen
feinen Staubregen auf die Haare blies. In der
Mannig=
faltigkeit modiſcher Haartrachten konnte ſich der
Erfind=
ungsgeiſt nicht genug tun. Es heißt, daß die Gattin des
Marc Aurel, des Philoſophen auf dem Throne, über 300
Friſuren in ihrem Repertoire hatte.
Die Morgenſtunde der reichen Römerin weiſt manche
Aehnlichkeit auf mit dem Lever der Rokoko=Franzöſin.
Statt des Abbé erſchien der griechiſche Hausphiloſoph am
Putztiſch; er teilte die Gunſt der Herrin mit dem Favorit=
Zwerge, dem poſſierlichen Spiel=Affen, dem Malteſer=
Hünd=
chen und der auch ſehr beliebten zahmen Schlange, die ſich
kühlend im heißen Buſen der Herrin verbarg oder ſich um
ihren Hals ſchlang. Die Galants ſandten noch nicht
Bil=
lets=doux, aber ſie ließen durch die Kranzflechterin zarte
Kränzlein überreichen. Sogar das neueſte Buch des Mode=
Schriftſtellers ſoll auf dem antiken Putztiſch ſeinen Platz
gehabt haben.
Sehr grauſam waren die römiſchen Modepuppen. Die
Sklavinnen mußten ihren Dienſt am Putztiſch mit nacktem
Oberkörper verrichten. Die Herrin trug in der Hand eine
kleine, aus Draht geflochtene Geißel. Zog über ihre Stirne
eine Wolke übler Laune oder verſah die Dienerin etwas,
iſo gab es Blut! Beliebt war unter den zarteren Strafen
die Maulſchelle. Das arme Mädel mußte ſtille halten und
vor dem Schlag die Backen aufblaſen.
Den ganzen wahnwitzigen Laſterprunk des neroniſchen
Babel, ſeine raſenden Ausſchweifungen, ſeine mörderiſchen
Lüſte ſind in Robert Hamerlings Epos „Ahasver
in Rom” brauſend und blendend auferſtanden.
Hamer=
ling war ein Dichter von ſehr ſinnlicher Phantaſie und
überdies ein — gewiſſenhafter Philologe. Seine Gemälde
ſind hiſtoriſch getreu. In das dämmernde, wolluſtatmende
Schlafgemach Agrippinas der Mutter des Nero, führt uns
der dritte Geſang der Dichtung. Die ſchöne Frau iſt
ge=
bade: und geſalbt, und es beginnt die Toilette:
Aus duft’gen Schränken zieht die Sklavin jetzt ½ Hell
ſchimmerndes Geweb” und Prunkgewänder. / Noch
ein=
mal ſinkt die Hülle von den Schultern, / Den blendenden,
der wunderbaren Frau, ½ Wie von dem Berghang ſinkt
die Nebelhülle. / Doch dafür ſenkt nun zart wie
Silber=
wölkchen / Sich über ſie ein ſchimmernd Hemd, ſo dünn
Wie das Geweb’ Arachnens, daß die Haut ½
Hindurchzu=
quellen ſcheint wie Milch. Darüber Wird nun der feine,
bernſteingelbe Byſſus ½ Der Tunika geworfen, der die
Pracht ½ Der Glieder weich, doch eng geſchmiegt
um=
ſpannt. / Und immer neue Prachtgewebe quellen ½ Empor
aus den geöffneten Behältern ½ Wie farbig bunte Nebel.
Lange wird ½ Geprüft, verſucht; zuletzt noch einmal
rauſcht ¾ Es überm Haupt der Schönen, und es ſenkt
Sich nieder eine ſeidne Stola, ſchneeweiß, / Mit
goldge=
ſtickten Purpurrändern; Blumen / Sind golden eingewirkt,
und goldig glitzert’s ½ Durch’s ganze lauſchig wogende
Gewand Wie Himmelsſterne durch den Nebelduft.
’s iſt wie die Silberwolke, ſterngeſtickt, / Die eine Göttin
himmelan entführt. / Zuſammenfaßt es in der Mitte jetzt
Ein Gürtel, reich geſchmückt mit Edelſteinen, ¼ Und über
ihm ſchwimmt vorne, wie geſtaut, / Des lieblichen
Ge=
wandes ſeidne Welle / Und fließt in edlen Falten reizend
über, / Indeß der goldbefranzte Purpurſaum Von hinten
ſchleppend nachwogt.”
Aber jetzt erſt werden Hals, Arme, Hände. Bruſt der
Gebieterin mit hundertfachem Gefunkel geſchmückt, der
Diamanten, Rubinen und Perlen „Der Erde ſchönſtes
Weib iſt Agrippina.”
So hat der Dichter den ſchwelgeriſchen Schmuck der
Römerin ins Erhabene gehoben. Aber ſein Bild der hohen
Schönheit wird alsbald zum Gorgo=Schild, aus dem uns
das Grauen entgegengrinſt: Agrippina, das göttliche Weib,
ſtürzt von ihrem ſtrahlenden Gipfel, ein Opfer ihres
mör=
deriſchen Sohns, in die dunklen Todesfluten. Ein
Gleich=
nis iſt dieſes dichteriſch verklärte Schickſal. Ein Gleichnis
für das Los von Völkern. deren Mark und Kraft in
ſchwel=
geriſcher Ueberkultur dahinſiecht, bis ſie von
unverbrauch=
ten, geſunden Völkern zertreten werden. Die Sphynr der
Aegypter, das ewige Wahrzeichen, hat einen ſchwellenden
Buſen und grauſame Pranken.
Feuilleton.
C. K. Frauenſtudinm in Frankreich. Die Geſamtzahl
der weiblichen Studenten, die an allen Univerſitäten und
Hochſchulen Frankreichs am 15. Januar dieſes Jahres
immatrikuliert waren, beträgt nach einer Mitteilung des
Athenaeum 3915 Perſonen, von denen 1796 Ausländer
ſind. Das ſtärkſte Kontingent ſtellen die Ruſſen mit 317
Studentinnen allein an der Univerſität Paris. Dort ſind
vier Frauen aus der Türkei und vier aus Rumänien in
das Hörer=Regiſter eingeſchrieben. 36 Studentinnen der
Pariſer Univerſität widmeten ſich dem Rechtsſtudium, 211
dem der Medizin, 596 gehören der philoſophiſchen Fas
kultät an und 173 ſtudieren Naturwiſſenſchaften.
— Auch eine Lebensbilanz. Die franzöſiſchen Aerztel
Fandouzy und Labbé haben ſich voll Eifer der Mühe
unterzogen, eine genaue Tabelle auszuarbeiten, die einen
Ueberblick über die Menge der Speiſen gibt, die ein
Menſch=in ſeinem Leben zu ſich nimmt. Die Lectures
pour Tous geben auf Grund dieſer Ziffern ein
anſchau=
liches und in ſeiner Geſamtheit faſt unheimlich
anmuten=
des Bild von dem Appetit des Mitteleuropäers; allein
aus dem Brot, das ein jeder von uns — wenn ihm eine
Lebensdauer von 70 oder 75 Jahren beſchieden iſt —,
ge=
nießt, könnte man ein ſtattliches und imponierendes
Denkmal errichten. Ein Arbeiter ißt täglich ſeine 500
bis 600 Gramm Brot, man wird im Durchſchnitt mit
einem Quantum von 400 Pfund Brot im Jahre zu
rech=
nen haben; das ergibt in 70 Lebensjahren die höchſt
imponierende Menge von nahezu 28000 Pfund. Wenn
man dieſe Brote aneinander legt, könnte man eine
Brot=
reihe von mehr als 3½ Kilometer Länge erreichen.
Dazu kommt nun die Fleiſchnahrung. Die fleißigen
franzöſiſchen Aerzte haben dabei ihren Berechnungen
einen täglichen Fleiſchverbrauch von 180 Gramm
zu=
grunde gelegt und als vorſichtige Männer der
Wiſſen=
ſchaft auch nicht verſäumt, den Faſttag, den Freitag,
aus=
zunehmen. Immerhin gibt das noch einen
Jahresver=
brauch von 112 Pfund Fleiſch für jeden Mann; nach 70
Jahren hätte das Individuum alſo mindeſtens ſeine
8000 Pfund Fleiſch verzehrt. Das entſpräche in ſeinem
Gewicht ungefähr drei ganzen Ochſen, fünfzehn Ham=
Nummer 104
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Seite 5.
a” aufgedeckt worden, die eine
ſchen „villa
noch ſehr gut erhaltene Fernheizanlage enthält.
(*) Gießen, 1. Mai. Ein wiſſenſchaftlicher
Fortbildungskurſus für
Volksſchulleh=
rer begann heute in dem Hörſaal der Klinik für
phy=
ſiſche und nervöſe Krankheiten. Es hatten ſich zu der
Er=
öffnungsvorleſung etwa 100 Herren eingefunden; es laſen
die Herren Geh. Kirchenrat Profeſſor Dr. Krüger über
„Das kirchliche Bekenntnis im Lichte der Geſchichte” und
Profeſſor Dr. Dannemann über „Urſachen der
Geiſtesſtörung und Geiſtesſchwäche‟. Die Vorleſung
dauerte von 4 bis 6 Uhr.
K Bad Nauheim, 30. April. Heute trafen Prinz und
Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen hier ein
und machten Ihrer Majeſtät der Kaiſerin ihre
Aufwart=
ung. Sie nahmen dann an der Tafel teil. — Ein
jun=
ger Mann erſchoß ſich heute abend gegen 7 Uhr hinter
dem Kurhaus. Es iſt der 23 Jahre alte Friedrich Becker
aus Gießen. Das Motiv der Tat iſt unbekannt. Er trug
neue Kleider. Einen Zettel fand man bei ihm, mit dem
Wunſche, daß man ihn nach Gießen überführen ſoll. In
ſeinem Portemonnaie hatte er nur 12 Pfg
Büdingen, 1. Mai. Die ſchönen warmen Tage der
letz=
ten Wochen waren für die Entwickelung der
Bienen=
völker überaus günſtig. Allenthalben kann man auch
ſchon ſchwarmreife Völker ſehen, namentlich da, wo noch
Strohkorbbetrieb daheim iſt. Der erſte Schwarm in
unſerer Gegend fiel bereits am Sonntag auf dem
Bienen=
ſtande eines Bahnwärters zwiſchen den Stationen Büches
und Bleichenbach.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Mai. Das neue
Pots=
damer ſtädt. Realgymnaſium hat ſeinen erſten
prinzlichen Schüler erhalten. Im Sommerſemeſter iſt Prinz
Philipp von Heſſen, ein Neffe des Kaiſers, in die
Unterſekunda der Anſtalt verſetzt worden. Der Prinz
nimmt am Unterricht in allen Fächern teil. Außer dem
Prinzen Philipp beſucht als Externiſt der Prinz Friedrich
Leopold, der jüngſte Sohn des Prinzenpaares Friedrich
Leopold, mit einigen Kadetten die Chemiekurſe des
Real=
gymnaſiums. — Die Berliner Fleiſcherinnung
hat, wie die Deutſche Fleiſcher=Zeitung meldet, in ihrer
geſtrigen Sitzung beſchloſſen, Mitglieder des
ſozialdemo=
kratiſchen Zentralverbandes von ihrem Arbeitsnachweis
auszuſchließen und kein Mitglied des genannten
Verban=
des mehr zu beſchäftigen. — Im
Methylalkohol=
prozeß Scharmach gingen die Ausführungen der
Ver=
teidiger geſtern zu Ende. Die Verhandlung wurde auf
Samstag vertagt. — Eine große Schlägerei ſpielte
ſich heute abend in Schöneberg ab. Dort waren mehrere
italieniſche und deutſche Arbeiter in einen heftigen Streit
geraten, der ſchließlich in Tätlichkeiten überging. Die
Kämpfenden ſchlugen mit Meſſern und Stöcken
aufein=
ander los Mehrere blieben verletzt auf dem Kampfplatz
liegen. Die Polizei konnte erſt nach längeren
Bemüh=
ungen die Ruhe wieder herſtellen.
Jüterbog, 2. Mai. Auf dem Artillerie=Uebungsplatz in
Jüterbog kam geſtern beim Scharfſchießen eine Granate
vorzeitig zum Krepieren. Hierbei wurde der Kano
nier Krüger, der in der Nähe ſtand, faſt vollſtändig
zer=
riſſen, ſodaß der Tod auf der Stelle, eintrat. Die Unter
ſuchung wurde ſofort eingeleitet.
Eppingen, 2. Mai. Der 21jährige Muſikunteroffizier
Dralle vom Füſilier=Regiment in Raſtatt verlor auf der
abſchüſſigen Straße die Gewalt über ſein Rad. Er ſtürzte
in einen Bach und erlitt einen ſchweren Schädelbruch,
ſo=
daß er bewußtlos liegen blieb und ertrank, ehe Hilfe kam.
Dresden, 2. Mai. Walter Soomer, das
be=
kannte Mitglied der Dresdener Hofoper, iſt bekanntlich
unlängſt beim König von Sachſen um ſeine Entlaſſung
eingekommen mit der Begründung, er könne ſich gegen die
Dresdener Kritik nicht durchſetzen. König
Fried=
rich Auguſt hat das Geſuch abgelehnt. Inzwiſchen iſt
Soomer gegen den ihm unbequemen Kritiker der Dresd.
Neueſten Nachrichten gerichtlich vorgegangen. Der
Kri=
tiker will ſeinerſeits durch namhafte Sachverſtändige aus
Literatur= und Künſtlerkreiſen die Soomerſchen
Leiſtun=
gen abſchätzen und ſein Verfahren damit rechtfertigen
laſſen. Auch Soomer hat ſich namhafte Gutachter
ge=
ſichert, ſodaß ein zum mindeſten ſehr merkwürdiger
Pro=
zeß zu erwarten ſteht.
Dresden, 1. Mai. Geſtern trafen 52 engliſche
Geiſtliche unter Führung des Biſchofs Bury aus
zahlreichen Städten Nord= und Mitteleuropas ein, um
am 1. und 2. Mai Konferenzen abzuhalten. Heute fand
ein geiſtliches Konzert ſtatt. Im Anſchluß daran fand im
neuen Rathauſe der Empfang der engliſchen Gäſte durch
die ſächſiſchen Behörden ſtatt.
Halle a. S., 1. Mai. Die 19jährige Schauſpielerin
Ellen Schellwien, die aus verſchmähter Liebe ihren
früheren Geliebten, einen Referendar, im Apollotheater
während einer Vorſtellung durch einen Revolverſchuß
ſchwer verwundete, wurde vom Schwurgericht zu einem
Jahr Gefängnis verurteilt unter Zubilligung
mil=
dernder Umſtände.
Gotha. 1. Mai. Der Landtag für das Herzoatum
Gotha faßte am Montag den Beſchluß, bis zum 1. April
1913 den geſamten Hochwildbeſtand der Staats=
domänen an Private zum Abſchuß zu vergeben.
Der ſeither gelöſte Pachtpreis betrug 16300 Mark. Mit
der jetzt beſchloſſenen Maßnahme, die mit Rückſicht auf
die Kultur des Waldes geſchehen iſt, wird ein Teil des
Thüringer Waldes vom Hochwild völlig entvölkert.
Köln, 1. Mai. Der Rheinſchifferſtreik hat
bereits zu wüſten Szenen geführt. Am Ruhrorter
Hafenmund wurden arbeitswillige Schiffer überfallen
und ſchwer mißhandelt. Ihre Kleidungsſtücke und
Le=
bensmittel wurden ihnen entriſſen und vernichtet. Unter
den Ausſtändigen herrſcht große Erregung, da es
meh=
reren großen Reedereien gelungen iſt, durch auswärtige
Arbeitswillige den Betrieb wieder aufzunehmen. Heute
vormittag ſrafen mehrere mit Arbeitswilligen beſetzte
Boote in den Ruhrhäfen ein. Die Reedereien hoffen,
in kurzer Zei,den Betrieb wieder aufnehmen zu können.
Die Bemannungen der holländiſchen Schleppboote haben
ſich bisher noch nicht zum Streik entſchloſſen, ſodaß aller
Wahrſcheinlichkeit nach die Ausſtandsbewegung zu
Un=
gunſten der Streikenden auslaufen wird.
Köln, 1. Mai. In der Albankirche überfiel heute
morgen ein gutgekleideter Mann eine Frau und verſuchte,
ihr das Handtäſchchen zu entreißen, in dem ſich 4000 Mark
befanden. Die Frau hatte das Geld kurz vorher von der
Sparkaſſe abgehoben. Dies hatte der Täter
augenſchein=
lich beobachtet. Als die Frau ſich wehrte, warf der
Räu=
ber ihr eine Handvoll Pfeffer in die Augen. Auf die
verzweifelten Hilferufe kam ſchließlich der Küſter hinzu,
worauf der Täter unverrichteter Sache entfloh.
St. Inabert, 2. Mai. Der kürzlich verunglückte
Berg=
arbeiter Eiſenhut geſtand im Fieber, vor acht Jahren
ſeinen Vatererſchlagen und im Garten vergraben zu
haben. Tatſächlich fand man beim Nachgraben ein
Ge=
rippe.
Königsberg, 1. Mai. Bei der Station Norgau der
Fiſchhauſener Kreisbahn fuhr heute nachmittag ein
Au=
tomobil, in dem ſich der Kreisbaumeiſter Leſch und
der Techniker Till befanden, gegen einen
vorüberfahren=
den Kleinbahnzua. Das Automobil wurde zertrümmert,
die Inſaſſen erlitten ſchwere Verletzungen.
Paris. 1. Mai. Der Schnellzug, der heute
mor=
gen 950 Uhr den Nordbahnhof in der Richtung Calais
verlaſſen hat, und von 50 Reiſenden, meiſt enaliſchen
Touriſten, beſetzt war, entgleiſte unweit der Station
St. Denis infolge Weichenbruchs. Drei Perſonen
wur=
den verletzt.
Lundon, 1. Mai. Die Polizeibehörden in London
und Paris waren geſtern den ganzen Tag eifrig mit
der Aufklärung eines frechen Diebſtahls beſchäftigt, den
eine internaßionale Diebesbande auf dem
von Bouloane nach Folkeſtone gehenden Paſſagierdampfer
ausgeführt hat. Der Beraubte iſt ein
Diamanten=
händler Max Roſenthal, deſſen Bureau ſich in dem
Gamage=Gebäude in der Londoner City Straße Holborn
befindet. Ihm wurden Montag abend bei ſeiner
Ueber=
fahrt über den Kanal Juwelen und Geld im Werte von
160000 Mark abgenommen, und zwar 26000 Franken in
franzöſiſchen Banknoten. vier Perlenhalsbänder
im Werte von 112000 Mark und mehrere ungefaßte
Dia=
manten. Roſenthal befand ſich auf der Rückreiſe von
Antwerpen, die er über Paris ausführte. Als er in Paris
aus einem Boulevard=Café auf die Straße trat,
umring=
ten ihn eine Anzahl Männer und rempelten ihn an. Auf
ſeinen Hilferuf kamen Poliziſten herbei und verhafteten
fünf der Männer, die jedoch ſpäter mangels Beweiſe
ent=
laſſen wurden. Danach reiſte Roſenthal mit dem 4 Uhr=
Eilzug von Paris nach Boulogne ab. Seine Wertſachen
trug er in einem Lederportefeuille in einer inneren
Rock=
taſche. Zweifellos folgte ihm das Diebesgeſindel auf den
Dampfer nach. Als er das Schiff betrat, fühlte er das
Portefeuille noch in ſeiner Taſche. Auf der Ueberfahrt
wurde er gräßlich ſeekrank, und beim Verlaſſen des
Damp=
fers zu Folkeſtone ging er inmitten eines dichten
Men=
ſchenknäuls, einen Koffer in jeder Hand. Kurz ehe er das
Zollamt betrat, fühlte er nach ſeinem Taſchenbuch und
fand zu ſeinem jähen Schrecken, daß es fort war. Er
ſetzte die Detektive auf dem Bahnhof ſofort von ſeinem
Verluſt in Kenntnis, worauf dieſe den Bootzug
durch=
ſuchte, doch ohne Erfolg. Roſenthal glaubt, daß er beim
Herunterſchreiten vom Dampfer beraubt wurde, doch die
Polizei iſt der Anſicht, daß ihm auf dem Dampfer bei
ei=
nem Trunk etwas ins Glas gemiſcht wurde,
wo=
nach ihm ſehr übel wurde, und daß er in ſeinem elenden
Zuſtande dort unbemerkt ein Opfer der Gauner wurde.
Von dieſen fehlt jede Spur.
Ein Verkehrsverband für den vorderen
Odenwald.
* In Ober=Ramſtadt wurde im Gaſthaus
Zum Löwen” nach einem Referat des Vorſitzenden des
Vereins Gartenſtadt Nieder=Ramſtadt=Traiſa ein
Ver=
kehrsverband fürden vorderen Odenwald
gegründet. Als Arbeitsgebiete wurden vorgeſchlagen
und fanden die einmütige Zuſtimmung der aus aller
Teilen des vorderen Odenwaldes zur Vertretung ihrer
Intereſſen herbeigeeilten Verſammlungsteilnehmer:
Be=
ratung und gemeinſame Eingabe von
Eiſenbahnwün=
ſchen, Eingabe wegen verbeſſerter Brief= und Paketbeför=
derung, hauptſächlich in den Kurplätzen des Odenwalds,
Aufgabe von Kollektivanzeigen in den Tageszeitungen
der benachbarten Großſtädte, Herbeiführung alsbaldigen
Anſchluſſes des Oſtbahnhofs an das Straßenbahnnetz.
Eingabe wegen Weiterführung der elektriſchen
Straßen=
bahn bis Nieder=Ramſtadt-Traiſa und Ober=Ramſtadt,
Sammlung von Photographien und Kliſchees zwecks
Abgabe an Mitglieder bei Herausgabe von Führern,
Proſpekten, Poſtkarten und Speiſekarten, Förderung der
Herausgabe einer geplanten Monatſchrift: „Der
Wan=
erer im Odenwald” Förderung der Odenwälder
In=
duſtrie durch Ausſtellung von Muſterkollektionen von
Töpfereien, Spielwaren, Elfenbeinſchnitzereien uſw. an
den Plätzen des Fremdenverkehrs, Schaffung von
gemütlichen Odenwälder Gaſtſtuben durch Bildung einer
Beratungsſtelle und Ausſtellung einer Muſtergaſtſtube
auf der Kunſtgewerbeausſtellung Darmſtadt 1914,
richtung einer Odenwälder Auskunftei, Verbreitung der
Werke Odenwälder Schriftſteller durch Einrichtung
bezügl. Bibliotheken in den Gaſthöfen, Förderung der
Heimatſchutzbeſtrebungen.
In der Verſammlung kam beſonders zum Ausdruck,
daß die neuen, allenthalben mit Freuden begrüßten
Ver=
kehrseinrichtungen in Darmſtadt, wie die Eröffnung des
neuen Hauptbahnhofes, die Umwandlung der
Dampf=
ſtraßenbahnen in elektriſche Bahnen und die
Weiter=
führung derſelben nach der Bergſtraße und Langen=
Offenbach dem vorderen Odenwald nicht nur keinen
Nutzen, ſondern ganz empfindlichen Schaden brächten.
wenn nicht ernſtlich Mittel und Wege erſonnen,
wür=
den, wie den drohenden Schädigungen entgegenzuwirken
ſei. Vor allem ſei eine dringende Vorſtellung bei der
Stadt zu erheben, daß der Anſchluß des Oſtbahnhofs an
das Straßenbahnnetz ohne Aufſchub ausgeführt werde
Solange dieſer Anſchluß nicht vorhanden iſt, koſtet z
die Einwohner von Nieder=Ramſtadt eine Fahrt 3. Kle
in das Zentrum der Stadt über den neuen
Hauptbahn=
hof ſage und ſchreibe 50 Pfg. (40 Pfg. Hbf. — 10 Pfg.
elektr. Bahn), ſpäter, bei erfolgtem Anſchluß, aber nur
30 Pfg. (20 Pfg. — 10 Pfg.). Aber ſelbſt dieſer letztere
Betrag iſt noch viel zu hoch im Vergleich zu Vororten
anderer Großſtädte, welche für Fahrten in die Stadt mit
einer elektriſchen Bahn bei gleicher Entfernung nur 15
Pfennige bezahlen. Ein Sonntagsbillett Hbf.-
Rein=
heim z. B. koſtet 1,05 Mark gegen früher 85 Pfg. bei durch
ſchnittlich um 10 Minuten verlängerter Fahrzeit.
Dieſe Tatſachen ſind alle nicht geeignet, den
Frem=
denverkehr nach dem Odenwald zu fördern.
Empfind=
liche Nachteile habe hierbei auch die Stadt Darmſtadt.
welche als Eingangspforte in den Odenwald zu gelten
habe und daher auch alles Intereſſe hat, für beſſere
Ver=
kehrsgelegenheiten in den Odenwald zu ſorgen. Mit dem
Odenwald=Klub, deſſen Beſtrebungen zur Förderung des
Touriſtenverkehrs im Odenwald allſeitig Anerkennung
fanden, hoffe man in gute Beziehungen zu kommen, dies
um ſo eher, als faſt alle Anweſenden demſelben als
Mit=
glied angehörten. Ebenſo erwarte man die Unterſtützung
aller am Fremdenverkehre intereſſierten Kreiſe von
Darmſtadt und den Gemeinden des Odenwaldgebietes.
Zur Durchführung der erforderlichen Maßnahmen
wurde eine proviſoriſche Geſchäftsleitung gewählt.
be=
ſtehend aus den Herren H. Schäfer, Darmſtadt,
Bleich=
ſtraße 51, als Vorſitzender, P. Krüger, Nieder=
Ram=
ſtadt, als Schriftführer, ferner den Herren Gaſthofbeſitzer
Georg Schellhaas jun., Lichtenberg i. O., Gaſtwirt
Georg Schanz, Lichtenberg i. O Fr. K. Heydt,
Traiſa, Heinrich Hax, Vorſitzender des V.=V. Groß=
Um=
ſtadt, Lehrer Hofmann, Ober=Ramſtadt, Adam
Maier, Gaſtwirt in Neunkirchen, Rentner
Schirr=
mann, Nieder=Ramſtadt und Apotheker Scriba,
Reinheim. Jeder dieſer Herren nimmt Anmeldungen
zu dem Verband entgegen. Als Jahresbeitrag wird
der demnächſt ſtattfindenden erſten Hauptverſammlung
vorgeſchlagen werden: für Einzelperſonen mindeſtens 2
Mark und für Korporationen mindeſtens 5 Mark. Ein
beſonderes Grenzgebiet wird nicht feſtgeſetzt; es können
Mitglieder alle diejenigen werden, welche ihre
Inter=
eſſen in dem Verband vertreten zu fehen glauben oder
die Beſtrebungen des Verbandes fördern helfen wollen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 2. Mai. Der Präſident Dr. Kaempf
eröffnet die Sitzung pünktlich 1 Uhr. Auf der
Tagesord=
nung ſteht die
Fortſetzung der Beratung des Kolonial=
Etats und zwar für Südweſtafrika.
Staatsſekretär Dr. Solf führt aus: Der Abgeordnete
Müller=Meiningen hat geſtern gefragt, wie ſich, die
Re=
gierung den Jagdſchutzbeſtrebungen gegenüber verhält.
Wir können nicht eine für alle Schutzgebiete gültige
Jagd=
ordnung erlaſſen. Das muß den Gouverneuren
über=
laſſen bleiben. Die Ergebniſſe der allgemeinen
ilter=
nationalen Jagdſchutzkonferenz werden für uns die
Richt=
linien bilden, nach denen wir uns richten wollen. Die
Ausführungen des Abgeordneten Müller=Meiningen über
die geringe Zahl der Regierungsſchulen ſind nicht
rich=
tig. Ich habe hier eine Statiſtik, aus der hervorgeht, daß
viel mehr ſolcher Schulen vorhanden ſind. Was die
Staatsaufſicht über die Miſſionsſchulen anlangt, ſo.
geſetzlich und durch Verordnungen nicht geregelt, Aß
die Gouvernements ein Aufſichtsrecht über die
Miſſions=
ſchulen haben. Tatſächlich beſteht aber dieſe Aufſicht und
die Miſſionsſchulen laſſen ſie ſich gefallen. Die Bedenken
über die Verletzungen der Kongoakte bitte ich bei keem
Auswärtigen Amt zur Sprache zu bringen. Wir werden
alles tun, um mit der Kongoakte in Uebereinſtimmung
zu bleiben. Daß die Richter in den Kolonien ohne
wei=
teres verſetzt werden können, trifft nicht zu. Sie ſind in
dieſer Beziehung den Richtern in der Heimat
gleichge=
ſtellt. Auch iſt es nicht richtig, daß zu viel blutjunge
Aſſeſſoren in den Kolonien angeſtellt ſind. Es befinden
ſich dort Richter mit 8= 10= bis 40jähriger Dienſtzeit. Die
Sammlung des Eingeborenenrechts wird ſeit Jahren in
den Gouvernements weitergeführt und ich bitte, nicht zu
ſehr auf den Abſchluß der Sammlung zu dringen.
Abg. Hoch (Soz.): Für unſere Diamantenregie
wäre es notwendig geweſen, das Vorbild der Debeers=
Kompagnie zu befolgen, die ſich ſehr gut bewährt hat.
Es war ein ſehr großer Fehler, eine Schmutzkonkurrenz
in Diamanten zu eröffnen. Eine Ueberhaſtung der
Dig=
mantenförderung war nicht am Platze. Die Spekulanten
haben allerdings ein Intereſſe daran, möglichſt viel zu
fördern, um die Papiere ſchnell hoch zu bringen. Die
Re=
gierung — und die Regie iſt ein ſtaatliches Inſtitut
hat aber die Geſamtintereſſen zu vertreten. Meine
An=
klage, daß die Steine verſchlendert werden, hat ſich als
richtig erwieſen. Es iſt eine Erhöhung der Preiſe
ein=
getreten; aber gibt uns das die Sicherheit, daß die
Preiſe jetzt für den Diamantenmarkt angemeſſene ſind?
Dazu kommt die Frage, ob die Steine hinſichtlich ihrer
Qualität angemeſſen bezahlt werden. Unſere deutſchen
meln, fünf Kälbern und drei Schweinen, wobei das Ge
flügel gar nicht berückſichtigt iſt. Aber das Menu des
Mitteleurppäers beſteht bekanntlich nicht nur aus Brot
und Fleiſch, ſondern auch aus Gemüſe, Obſt und vor
allem aus Kartoffeln. Man kann annehmen, daß im
Durchſchnitt jeder Menſch täglich rund 350 Gramm
Kar=
toffeln ißt; das macht 260 Pfund im Jahre und rund
118000 Pfund in 70 Jahren. In dieſer Zeit hat man
da=
mit 175 große Säcke voll Kartoffeln verzehrt. Die
fran=
zöſiſche Landbevölkerung trinkt noch heute regelmäßig
zur Mahlzeit ihren billigen Landwein; ſehr beſcheiden
gerechnet, trinkt ein Mann täglich einen halben Liter,
alſo 180 Liter im Jahre. Wenn man die erſten zehn
Lebensjahre nicht mitrechnet, darf ein 70jähriger Mann
immer noch voll Stolz auf 120 Hundertliter=Fäſſer blicken,
die er allein geleert hat. Die meiſten Männer ſind aber
auch Raucher. Wenn man annimmt, daß man täglich
ſich mit einer einzigen Zigarre oder Zigarette begnügt,
ſo gibt das im Jahre ſchon eine Zigarre von höchſt
an=
ſehnlicher Länge. Eine Zigarre oder Zigarette mittleren
Formats iſt ſechs bis acht Zentimeter lang. Der
beſchei=
dene Raucher alſo, der täglich nur eine Zigarre raucht,
hat am Schluſſe des Jahres doch ſeine 30=Meter=Zigarre
genoſſen. Wenn man das 60 Jahre lang fortſetzt,
er=
reicht dieſe imaginäre Zigarre die ſtattliche Länge von
1800 Metern. Nach den Berechnungen der Doktoren
Landouzy und Labbe genießt jedermann täglich 2850
Gramm Nahrung. Mit 70 Jahren hat man alſo mehr
als 120000 Pfund Nahrungsmittel genoſſen, wozu noch
der Wein, Zucker uſw. kommen. Eine Geſamtberechnung
der verbrauchten Nahrung wird mit 145000 Pfund
keineswegs zu hoch gegriffen ſein, Lodaß man ſich alſo
ſagen darf, daß wir in unſerem Leben das Tauſendfache
unſeres eigenen Gewichtes verſpeiſen.
* Eine drollige Begebenheit wird der Herner Zeitung
aus dem Leſerkreis mitgeteilt: Ein biederer Pole wirft
einen Nickel in den Fahrkarten=Automaten und prompt
fällt unten in die Oeffnung eine Fahrkarte vierter Güte
nach Wanne. Er bemerkt dies aber nicht gleich, und
in=
dem er durch die an dem Automaten befindliche kleine
Scheibe blickt, ruft er mit kräftiger Stimme ein übers
andere Mal: „Nah Recklikhuſen!” Kam ſich aber nichts
raus „nah Recklikhuſen” und mußte ſich braves
Lands=
mann polniſches nach Belehrung durch Kamerad ſeiniges
zum Schalter bemühen, wo er die Sache in Ordnung
bringen konnte.
* Hochachtungsvoll. Ein Kaufmann aus
Frank=
furt hatte kürzlich gegen eine Hausgenoſſig eine
Beleidig=
ungsklage angeſtrengt, weil ſie einen Brief an ihn nur mit
em Namen unterzeichnete, ohne jede Höflichkeitsfloskel.
Die Parteien ſtanden ſchon längere Zeit auf geſpanntem
Fuß. Das Schöffengericht erkannte nun folgendermaßen:
Es wird der Antrag auf Eröffnung des Hauptverfahrens
oſtenfällig abgewieſen, weil die Weglaſſung der
Ergeben=
heitsklauſel unter einem Brief ſchon im gewöhnlichen
Ver=
kehr als eine Ehrenkränkung nicht angeſehen werden kann.
In dem Fall einer Spannung zwiſchen den Schreibenden,
vie er hier vorliegt, wäre die Verſicherung einer
beſon=
deren Hochachtung eine gedankenloſe Erfüllung eines
über=
flüſſigen Gebrauches oder eine Heuchelei, zu der der
Schreibende nicht dadurch gezwungen werden kann, daß der
Briefempfänger Anhänger jeues überflüſſigen
Ge=
brauchs iſt.‟
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Nummer 104.
Diamanenſchleiſereien, namentlich in Hanan, ſind
Lohn=
ſchleifereien. Sie ſind an den Wertſteigerungen der
Steine unbeteiligt. Die Amſterdamer
Diamantenhänd=
ler ſind erſt durch uns Millionäre geworden. Wir maiſſen
erwarten, daß im nächſten Jahre ein ganz anderer
Ver=
trag abgeſchloſſen wird, damit den Intereſſen des
deut=
ſchen Handels, der deutſchen Induſtrie und überhaupt
des Deutſchen Reiches Rechnung getragen wird. — Abg.
Erzberger (Zentr.): Ich hoffe, daß wir uns zum
letz=
ten Male hier mit der Diamantenfrage beſchäftigen,
deren Einzelheiten derartig kompliziert ſind, daß ſie ſich
für das Plenum nicht eignen. Es wäre beſſer geweſen,
von reichswegen die Regie in die Hand zu nehmen. All
die Fehler ſind daraus entſtanden, daß den afrikaniſchen
Förderern kein Einfluß auf die Regie belaſſen worden
iſt. Die Regie müßte zu einem Verkaufsſyndikat der
afri=
kaniſchen Förderer umgebildet werden. Dann würde
alles Mißtrauen und alle Klagen ſchwinden. Eine
Fort=
ſetzung des jetzigen Vertrages darf auf keinen Fall
ſtatt=
finden, ohne die Konkurrenz zugelaſſen zu haben. De
Zoll für die nicht abgebauten Felder muß durchgeführt
werden. Die öffentlich=rechtlichen Befugniſſe der
deut=
ſchen Kolonialgeſellſchaft müſſen unter völliger
Aufrecht=
erhaltung aller ihrer wohlerworbenen Rechte
umgewan=
delt werden in privatrechtliche, damit die
Kolonialver=
waltung vollſtändige Bewegungsfreiheit hat. Sollte der
Staatsſekretär dies erſtreben, ſo wird er unſere
Unter=
ſtützung finden. — Abg. Graf v. Weſtarp (konſ.):
Meine politiſchen Freunde bedauern das formelle
Vor=
gehen des Herrn Fürſtenberg, des Leiters der
Diamanten=
regie. Die Bedenken des Herrn Hoch gegen die Regie
waren zum Teil berechtigt, aber wohl zu ſchwarz
gehal=
ten. Einer Umgeſtaltung der Organiſation der Regie
ſtellen wir uns ſympathiſch gegenüber, ohne daß ich ein
Mißtrauensvotum der Regie gegenüber ausſprechen will.
Die Intereſſen der Förderer und der Schleifer müſſen
dabei berückſichtigt werden. Sie müſſen ein Wort
mit=
reden konnen. Dieſe Reform iſt eilig; ſie muß erfolgen,
bevor der neue Vertrag in Kraft tritt. — Abg. Dr.
Waldſtein (Fortſchr. Vpt.): Auch nach unſerer Anſicht
ſollte die Diamantenfrage ſo geregelt werden, daß ſic
alsbald aus den öffentlichen Debatten verſchwindet. Die
Regie ſollte den Diamantenmarkt regeln. Daß das
Großkapital einſeitig bevorzugt iſt, trifft nicht zu. Durch
die Regie wollten wir eine kaufmänniſche Inſtanz
ſchaf=
fen. Der neue Vertrag bemüht ſich, den einheimiſchen
Be=
trieben ſo weit als möglich entgegenzukommen. Auch
wir billigen es, daß das Kolonialamt zu dem Syſtem der
Ertragsſteuer übergegangen iſt — Abg. Freiherr von
Richthofen (natl.): Unſer Beſtreben muß darauf
ge=
richtet ſein, den Förderern und Fördergeſellſchaften in
unſeren Kolonien in gleicher Weiſe wie der einheimiſchen
Induſtrie zu helfen. Das neue Abkommen iſt weſentlich
günſtiger, als das bisherige.
Staatsſekretär Dr. Solf: Ich freue mich, feſtſtellen
zu können, daß ſowohl in der Eidgetkommiſſion wie im
Plenum Einſtimmigkeit herrſcht” darüber, daß von der
Bruttobeſteuerung zu einer Ertragsſteuer übergegangen
worden iſt. Der Abg. Hoch iſt in ſeinen Ausführungen
wohl etwas zu weit gegangen. Er hat die Intereſſen der
deutſchen Induſtrie in die Debatte geworfen, wo es ſich
doch in erſter Linie um die Intereſſen der afrikaniſchen
Förderer handelt. Für die Regie ſowohl wie für die
kaiſerliche Regierung handelt es ſich darum zu erwägen,
wie man die Diamanten am vorteilhafteſten verkauft.
Na=
türlich iſt in erſter Linie das Intereſſe der
ſüdweſtafrika=
niſchen Förderer zu wahren. Wenn daneben es möglich iſt,
ein nationales Bedürfnis zu befriedigen, dann wird die
Regierung dazu ſelbſtverſtändlich die Hand bieten. Dieſem
Gedanken habe ich ſtets Rechnung getragen . Der neue
Ver=
trag ſollte von Ihnen sine ira ot stuclio mit dem alten
Vertrage verglichen werden. Dem alten Vertrag wurde
vorgeworfen, die Diamantenpreiſe ſeien zu billig, die
deut=
ſchen Schleifer hätten nicht genügend Anteil, ſie ſeien
ſo=
gar benachteiligt worden gegenüber den Ausländern.
Wir haben die Frage eingehend erörtert, wie eine beſſere
Verwertung der deutſchen Diamanten auf dem Markte zu
erreichen ſei und auch erreicht, daß der Preis um 3 bis 4
Prozent pro Karat aufgebeſſert wurde. Die Firmen haben
bei dem Vertrieb nicht ungeheure Summen verdient, wie
hier behauptet wurde. Mit unſerer Handlungsweiſe haben
ſich die Diamantenſchleifer vollkommen einverſtanden
er=
klärt. Von einer Kourtage von 1 Prozent kann keine Rede
ſein. Wir haben uns mit den De Beer=Syndikat in
Lon=
don und anderen Firmen in Amſterdam und Antwerpen in
Verbindung geſetzt, aber niemand hat auf das Riſiko
ein=
gehen wollen. Die Schwierigkeit lag nicht in der Geldfrage,
ſondern lediglich darin, daß der Abſatz nicht geſichert iſt.
Es blieb uns alſo nur übrig, auf das Angebot des De Beer=
Syndikats einzugehen. Daß das Syndikat ſich dann
zurück=
zg, hatte Gründe interner Natur, auf die ich hier nicht
näher eingehen kann. Was ein fremdes Syndikat nicht
leiſten kann,kann ein deutſches erſt recht nicht. Eine Million
Karat kann der deutſche Markt nicht verſchlingen, er kann
im Jahre etwa ſoviel verbrauchen, wie in einem Monat
etwa gefördert werden. Auch unſere Diamantenſchleifereien
ſind nur in der Lage etwa 70—80000 Karat pro Jahr zu
verſchleifen, alles übrige müßte dann doch ins Ausland.
Auch die Hanauer Intereſſenten haben unſeren
Stand=
vunkt voll gebilligt. Wir haben uns bemüht, Klarheit in
die ganzen Verhältniſſe zu bringen und unvorteilhafte
Verträge zu verhindern. Es trifft nicht zu, was in der
Kommiſſion behauptet wurde, die Regie würde nichts taugen.
Es iſt eine Anomalie, daß die Leute, die die Steine
för=
dern, keinen Einfluß darauf haben ſollen, daß die von
ihnen geförderten Steine zu angemeſſenem Preis abgeſetzt
werden. Dadurch würde nur Mißtrauen entſtehen. Mit
der Reſolution in dieſer Richtung bin ich einverſtanden.
Abg. Hoch (Soz.): Auch auf die Arbeiter müſſe
Rück=
ſich genommen werden. Bei den Verhandlungen mit den
Firmen iſt ein falſches Spiel getrieben worden —
Präſi=
dent Dr. Kaempf rügt dieſen Ausdruck. Damit ſchließt
die Debatte und der Punkt Diamantenregie iſt erledigt.
Es folgte allgemeine Ausſprache. — Abg. Ledebour
(Soz.) fordert, daß die Verordnung aufgehoben wird,
die den Eingeborenen die Haltung von Großvieh ohne
Genehmigung nicht geſtattet. — Staatsſekretär Dr. Solf:
Nach Beendigung des Krieges hat Herr v. Lindequiſt,
da eine Kontrolle notwendig war, den Hereros und
Hot=
tentotten, die uns 1700 Tote und etwa 7000 Verwundete
verurſachten, die Haltung von Großvieh nur nach
Geneh=
migung geſtattet. — Auf eine Anregung des Abg.
Kuck=
hoff (Ztr.) erwidert Staatsſekretär Dr. Solf, daß
eine höhere Schule für Weſtafrika angebracht ſei. Wir
hätten unbedingt die Pflicht, die jungen Deutſchen zu
un=
terſtützen. — Damit ſchließt die Debatte. Die Reſolution
betreffend die Verlängerung der Beamtendienſtzeit um
1 Jahr wird angenommen, ferner diejenigen betr. die
Re=
gelung der Kompetenzſtreitigkeiten. Gewährung einer
Volksvertretung für die weiße Bevölkerung ohne
einſt=
weiliges Etatsrecht, betr. Viehhaltung der Eingeborenen
und auf Herabſetzung der Schutztruppe. — Beim Kapitel
einmalige Ausgabe beantragte Abg. Roland=Lücke
(natl.), die in der Kommiſſion geſtrichenen Ortszulage
für die Beamten in Lüderitzbucht im Betrage von 40000
Mark wieder herzuſtellen. Der Antrag wird
angenom=
men. Der Reſt des Etats wird ohne Debatte erledigt.
Es folgt der Etat für Samoa. Berichterſtatter Abg. Liz.
Mumm (wirtſch. Vgg.) Staatsſekretär Dr. Solf: Die
Frage der Miſchehen bitte ich nicht vom Parteiſtandpunkt
anſehen zu wollen, ſondern vom nationalen Standpunkt.
Ich bitte, den Antrag der Budgetkommiſſion nicht
anzu=
nehmen, dieſes Problem iſt außerordentlich ſchwierig und
für die ſchwer verſtändlich, die ſtets in der Heimat gelebt
haben. Alle Staaten, die Kolonialpolitik treiben, haben
die gleichen Erfahrungen gemacht wie wir. Ein deutſcher
Vater, der ſeinen Jungen hinausgehen läßt, wünſcht
doch nicht, daß ihm eine ſchwarze Schwiegertochter ins
Haus gebracht wird. Hier muß jeder den
Herrenſtand=
punkt vertreten, beſonders auch das Proletariat. — Abg
Ledebour (Soz.): Was wir eben vom Staatsſekretär
gehört haben, war das Sonderbarſte alles bisher
Dage=
weſenen. Er hat für das Eheverbot geſprochen, alſo für
das Konkubinat. Da hätte er nur gleich den
Geſchlechts=
verkehr überhaupt verbieten ſollen. — Die Beſprechung
über die Miſchlingsehen wird abgebrochen und auf
Freitag pünktlich 1 Uhr vertagt. — Außerdem
An=
träge zur Geſchäftsordnung — Schluß 7 Uhr.
Luftfahrt.
* Frankfurt a. M., 2. Mai. Heute früh iſt der
Aviatiker Robert Sommer der vom Rebſtock mit
ſei=
nem Eindecker einen Aufſtieg unternommen hatte, infolge
Verſagens des Seitenſteuers aus einer Höhe von zehn
Metern abgeſtürzt. Er erlitt ſchwere innere
Ver=
letzungen und mußte ins Krankenhaus gebracht
werden.
* Berlin, 2. Mai. Der Siemens=Schuckert=
Ballon, der auf dem Flugplatz Biesdorf heute
vor=
mittag aufgeſtiegen war, begann über Kaulsdorf
plötz=
lich zu ſinken und prallte ſo heftig auf den
Erd=
oden, daß das rechte Höhenſteuer und der Propeller der
vorderen Gondel zertrümmert wurde.
* Berlin, 2. Mai. Ueber den Unfall des
Siemens=Schuckert=Luftſchiffes wird von
zuſtändiger Seite mitgeteilt: Das Siemens=Schuckert=
Luftſchiff ſtieg heute nachmittag 8 Uhr vom Biesdorfer
Ge=
lände auf. Es beabſichtigte, auf dem Müggelſee eine
Waſ=
ſerlandung vorzunehmen, was auch vorzüglich gelang.
Bei dem zweiten Verſuch tauchten jedoch die Gondeln
tie=
fer ins Waſſer, ſodaß die laufenden ſeitlichen Propeller
das Waſſer berührten und verbogen wurden. Die
Rück=
fahrt zur Halle wurde mit den unverſehrten rückwärtigen
Propellern angetreten, Als zu der Landung in Biesdorf
das Fangſeil ausgeworfen werden ſollte, ſtellte ſich
her=
aus, daß es bei der Waſſerlandung unklar geworden war
und nicht richtig abrollte und infolgedeſſen nicht
rechtzei=
tig erfaßt werden konnte. Das Luftſchiff ging
infolge=
deſſen mit den drei Gondeln in den Wald und zog eine
Furche, wobei ſämtliche Propeller verbogen wurden.
Nachdem es vom Walde freigekommen war, ſtieg das
Luftſchiff zirka 400 Meter in die Höhe. Hier wurden in
der Luft ſo gut wie möglich die Propeller gerade gerichtet
und dann zur Landung auf den Feldern zwiſchen
Kauls=
dorf und der Ballonhalle geſchritten, wo man wegen der
Feldarbeit auf ausreichende Hilfe rechnen konnte. Von
hier wurde das Luftſchiff in die Halle geſchleppt, wo es
11½ Uhr eintraf. Die Hülle iſt vollſtändia unbeſchädigt.
Auch die übrigen Beſchädigungen ſind gering.
* Todesſturz in Johannisthal. Mittwoch
gegen Abend ſtürzte der Flieger Hößli mit einem
Ein=
decker aus beträchtlicher Höhe ab. Er wurde ſchwer
ver=
letzt in das Krankenhaus Britz gebracht und iſt
Donners=
ag früh ſeinen Verletzungen erlegen.
Die Leiche des verunglückten
Luft=
ſchiffers Leloup, der am 13. April in einer
Bal=
lonkonkurrenz um den Dubonnet=Pokal geſtartet und auf
das Meer verſchlagen wurde, iſt jetzt in der Nähe von
Sables d'Olonne an die Küſte geſchwemmt und dort
ge=
borgen worden.
* Eine Forderung von 7 Millionen
Mark zur Löſung verſchiedener Aufgaben
der Luftſchiffahrt iſt in einer Denkſchrift
aufge=
ſtellt, die der Deutſche Luftfahrer=Verband dem Re½s
kanzler unterbreitet hat. Dieſe Summe iſt nach Anſicht
des Deutſchen Luftfahrer=Verbandes für folgende Zwecke
notwendig: Für Verwaltungsausgaben 40000 Mk., für
Flugweſen 2 500000 Mk., für Motorluftſchiffahrt 1000000
Mark, für die Anlage von Luftſchiffhallen und
Flug=
plätzen 2000000 Mk. für die Förderung des Flugdienſtes
in den Kolonien 50000 Mk., für die Schaffung von
Luft=
fahrerkarten 500000 Mk., für Aeroplan=Photogrammetrie
80000 Mk., für die Unterhaltung einer Verſuchs= und
Prüfungsanſtalt 200000 Mk., für eine Luftfahrerſchule
50000 Mk., für Gründung eines Freiwilligen=Flieger=
Korvs 100000 Mk., für Flieger=Fürſorge 100000 Mk., für
Wetterdienſt 80000 Mk. und für wiſſenſchaftliche
Forſch=
ungen 150000 Mk.
— Der aviatiſche Pommery=Pokal der
für den längſten Ueberlandflug in gerader Linie an einem
Tage ausgeſetzt iſt, wurde am Dienstag von dem
fran=
zöſiſchen Aviatiker Rene Bedel auf einem 50 PS.=Morane=
Eindecker gewonnen. Bedel war kurz vor 5 Uhr
mor=
gens in Villacoulay geſtartet; er erreichte kurz nach ½9
Uhr Angouleme. Nach einem Aufenthalt von ¾
Stun=
den flog er weiter und erreichte kurz vor halb 11 Uhr
Bordeaux. Er hatte die zirka 540 Kilometer lange Strecke
in 4 Stunden 7 Minuten durchflogen. Damit begnügte
er ſich aber nicht, ſondern ſtartete um halb 1 Uhr mittägs
abermals und flog nach Biarritz. Im ganzen leate er 750
Kilometer zurück und gewann damit die Prämie des
Pommery=Vokals, die am Dienstaa abend verfiel. Sehr
nahe kam ihm Prevoſt, der es auf 730 Kilometer brachte.
Prevoſt war um halb 6 Uhr morgens in Nancy geſtartet.
Nach mehreren Zwiſchenlandungen erreichte er ¾11 Uhr
Tours. Nach halbſtündigem Aufenthalt flog er weiter
und erreichte Sables d’Olonne halb 1. Uhr mittags,
nachdem er die 730 Kilometer in 7 Stunden zurückgelegt
hatte. Prevoſt hatte einen Paſſagier mitgenommen und
ſtellte infolgedeſſen mit dieſer Leiſtung einen neuen
Reiſerekord auf. Ferner bewarb ſich noch Hamel in
Be=
gleitung von Fräulein Davis um den Pokal. Hamel
ſtartete um 5 Uhr 10 Minuten an der franzöſiſchen Küſte
bei Hardelot. Nach einer Zwiſchenlandung bei Beauvais
kam er bei ſtrömendem Regen ¾8 Uhr in Antony bei
Paris an. Er gab dann den weiteren Wettbewerb um
den Pokal auf und begnüate ſich damit, ſeine Begleiterin
im Flugzeug nach Etampes zu bringen.
Sport.
* Leichtatlethik. Der Darmſtädter
Sport=
klub 1905 hat nunmehr ſeine diesjährige Leichtatlethik=
Saiſon eröffnet. Seine Mitglieder liegen zurzeit eifrig
dem Training ob, um bei den größeren offiziellen
Verän=
ſtaltungen, deren in. dieſem Jahre mehrere größere
ge=
plant ſind, die Sportklubfarben in würdiger Weiſe
ver=
treten zu können. Den Reigen eröffnet ein 15 Km.=
Wett=
gehen für Junioren am 12. Mai. Die Strecke führt von
dem Sportplatz an der Windmühle über Gräfenhauſen,
Schneppenhauſen. Weiterſtadt, und wieder zurück zum
Sportplatz, woſelbſt noch eine Runde auf der Innenbahn
zu abſolvieren iſt. Die Meldungen hierzu ſind bereits
ſehr=
zahlreich eingelaufen und dürfte ſich ein intereſſanter,
har=
ter Wettkampf entſpinnen. Der Hauptanziehungspunkt
wird indeſſen das am 9. Juni ſtattfindende Sportfeſt
bil=
den, das im Rahmen von großen nationalen olympiſchen
Spielen gehalten iſt. Lauf=, Wurf=, Spring= und
Stoß=
konkurrenzen wird das Programm aufweiſen, die mit
wertvollen Ehrenpreiſen und künſtleriſch ausgeführten
Diplomen für die Sieger ausgeſtattet ſind. Die
einzel=
nen Felder werden eine ebenſo zahlreiche wie bedeutende
Beſetzung aufzuweiſen haben, da ſich für dieſe
Veranſtal=
tung ſchon jetzt ein ſehr großes Intereſſe in Sportkreiſen
bemerkbar macht. Der Darmſtädter Sportkluh
wird alles daranſetzen, das unter Leitung der Deutſchen
Sportbehörde für Leichtatlethik ſtehende Sportfeſt zu einem
beſonderen ſportlichen Ereignis zu geſtalten.
Hervorra=
gende ſüddeutſche Kämpen dürften am Start erſcheinen,
Brände.
* Frankfurt a. M., 2. Mai. Geſtern abend 11 Uhr
brach in der in Bornheim gelegenen deutſchen
Näh=
maſchinen=Fabrik von Joſef Wertheim. A.=G. ein
Brand aus, der erheblichen Schaden anrichtete. Das
Feuer, das in der Schleiferei entſtand und auf andere
Fabrikräume überſprang, konnte erſt nach anderthalb
Stun=
den auf ſeinen Herd beſchränkt werden. Der Betrieb der
Fabrit wird im allgemeinen aufrecht erhalten werden
können.
* Bremen, 2. Mai. Großfeuer zerſtörte nachts
das große Packhaus der Firma S. L. Cohn u. Sohn.
Bedeutende Baumwollvorräte und große Fellager wurden
vernichtet. Mehrere Feuerwehrleute wurden verletzt, einer
ſchwer.
* Hirſchberg i. Schleſ., 2. Mai. In Petersdorf
brannte nachts das Haus des Invaliden Anton nieder.
Die 3jährige Tochter des Beſitzers iſt umgekommen.
Der Brandſtiftung verdächtig iſt die Schweſter Antons,
die als Leiche aus dem Dorfteich gezogen wurde.
* Netzſchkau, 2. Mai. Ein nachts in der Färberei
Dietſch ausgebrochenes Großfeuer hat das dreiſtöckige
Gebäude mit wertvollen Maſchinen und dem daneben
liegenden Wohnhaus eingeäſchert. 150 Arbeiter ſind
be=
ſchaftigungslos geworden. Der Schaden iſt bedeutend
und durch Verſicherung gedeckt.
* Warburg, 2. Mai. Großfeuer vernichtete in
Hohenwepel 17 Gehöfte.
* Anholt (Weſtfalen), 2. Mai. Heute morgen
iſt=
im ſogenannten hinteren Schloß des Fürſten Salm=
Salm Feuer ausgebrochen. Dem Feuer fielen ein Teil
des Dachſtuhls und des darunter befindlichen Stockwerks
zum Opfer, während das vordere Schloß, das von den
Herrſchaften bewohnt wird. vollkommen unverſehrt blieb.
Die koſtbaren Kunſtſchätze, darunter Gemälde von Murillo,
Dürer und Rembrand, ſowie von anderen großen Meiſten
wurden gerettet. In den Morgenſtunden wurde der
Brand gelöſcht; Perſonen wurden nicht verletzt.
Zu der Kataſtrophe der „Texas”
wird ergänzend gemeldet: Die „Texas” hatte 111
Paſ=
ſagiere an Bord, davon 7 erſter Klaſſe, während die
übrigen im Zwiſchendeck untergebracht waren. Von dieſen
waren 50 Albaneſen aus Saloniki, 25 Türken aus
My=
tilene, die anderen aus Saloniki und Dedeagatſch. Die
Beſatzung zählte 25 Mann. Bis geſtern waren 67
Per=
ſonen gerettet, von denen viele Verletzungen
erlitten. 69 Perſonen gelten für verloren. Unter den
Ertrunkenen befindet ſich der Belgier Boucart. Deutſche
ſind nicht verunglückt. Der Inſpektor des jungtürkiſchen
Komitees im Archipel Neſſimi und der Attaché des
Gou=
verneurs von Mytilene Schefket ſind gerettet. Der erſtel
Kavitän, der Grieche Makrie, wurde verletzt. Der
Oeſter=
reichiſche Lloyd ſandte den Dampfer „Carniolia” mit
Aerzten und Hilfsmitteln zu Hilfe. Die Unterſtützung
wurde jedoch von den Behörden abgelehnt, da bereits
alle Vorbereitungen zur Pflege der Verletzten getroffen
waren. Alle offiziöſen Nachrichten ſchreiben dem Kapitän
die Schuld der Kataſtrophe zu. Nach einer anderen
Ver=
ſion iſt die „Texas” nicht an eine Mine geraten. ſondern
von einer Granate getroffen worden. Die „Texas” folgte
in größerer Entfernung einem Lotſenfahrzeuge, als von
den Feſtungswerken zwei blinde und ſodann vier ſcharfe
Schüſſe abgefeuert worden ſeien. Der vierte dieſer Schüſſe
ſchlug mitten in die „Texas” ein und verurſachte eine
Exploſion des großen Keſſels. Die „Texas” war ein
alter Dampfer von ungefähr 500 Tonnen und gehörte dem
griechiſch=ottomaniſchen Reeder Hadſchi Daud, der, um
ſich der Entrichtung der Hafengelder und der Kontrolle
der Behörden zu entziehen, die den Dienſt nicht ganz
einwandfreier Fahrzeuge nicht zulaſſen wollten, auf dem
Schiffe die amerikaniſche Flagge hiſſen und den Namen
des Dampfers, urſprünglich „Olympia”, in „Texas”
um=
wandeln ließ.
* KAnſtantinopel, 2, Mai. Der Wali von
Smyrna bezeichnet die Behauptung der geretteten
Mann=
ſchaft der „Texas” daß der Unfall des Schiffes nicht
durch eine Mine, ſondern durch eine Granate verurſacht
worden ſei. als unbearündet. Er fügt hinzu. daß
Damp=
fer der Schiffahrtsgeſellſchaft „Hadſchi Daud” im
Glau=
ben, daß keine Minen gelegt ſeien, wiederholt die
Mi=
nenlinie paſſierten.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 1. Mai Der
Miniſter=
rat hat beſchloſſen, die Durchfahrt durch die
Dar=
danellen wieder zu öffnen, unter der
Bedin=
gung, daß die Pforte ſich das Recht vorbehalte, ſie wieder
zu ſchließen, wenn es ſich als notwendig herausſtellen
ſollte und die Schiffe ſtreng die früheren Vorſchriften
über die Benutzung von Lotſen befolgen. Eine
entſpre=
chende Note wird den fremden Vertretern übermittelt
worden. Da zur Auffiſchung der Minen in den
Dardanel=
len eine gewiſſe Zeit erforderlich iſt, dürfte die Freigabe
der Schiffahrt erſt nach drei Tagen etwa möglich ſein.
* Tripolis, 2. Mai. Geſtern früh unternahmen die
Luftſchiffe „P. 2‟ und P. 3” einen Erkundungsflug
längs der Straße Fenauk-Tokar-Suani-Benaden-
Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Seite 7.
Azizia die Luftſchiffe die unter dem Befehl des auf „P.
3” befindlichen Majors Denti ſtanden, ſtellten die
Streit=
kräfte und die Stellungen des Feindes feſt. Als ſie über
den feindlichen Lagern eintrafen, wurden ſie mit lebhaftem
Gewehrfeuer und mit Granaten empfangen, blieben jedoch
unverſehrt. Gegen 10 Uhr befand ſich „P. 2‟ über dem
Lager von Aziza und bombardierte es mit großem Erfolge,
indem es dreißig Bomben fallen ließ. „P. 3‟ ließ etwa 12
Bomben in die Lager von Suani und Benaden fallen, die
dem Feinde ſchwere Verluſte zufügten, da ſämtliche
Bom=
ben regelmäßig explodierten. Nach dreiſtündiger Fahrt
kehrten die Luftſchiffe zurück.
Vermiſchtes.
Die evangeliſche Bewegung in
Oeſter=
reich im Jahre 1911. Der Evangeliſche
Oberkirchen=
rat zu Wien veröffentlicht ſoeben die Uebertrittszahlen
vom Jahre 1911. Demnach ſind im abgelaufenen Jahre
in Oeſterreich 4891 Perſonen zur evangeliſchen Kirche
übergetreten (davon unmittelbar aus der römiſch=
katho=
liſchen Kirche 4348 Perſonen). 4302 ſchloſſen ſich der
evangeliſchen Kirche Augsburgiſchen Bekenntniſſes, 589
der evangeliſchen Kirche Helvetiſchen Bekenntniſſes an.
Für die letzten 14 Jahre ergeben ſich nach den amtlichen
Veröffentlichungen folgende Uebertrittszahlen: 1898:
1598, 1899: 6385, 1900: 5058, 1901: 6639, 1902: 4624, 1903:
4510, 1904: 4362, 1905: 4855, 1906: 4364, 1907: 4197, 1908:
4585, 1909: 4377, 1910: 5190, 1911: 4891. Die
Uebertritts=
bewegung hält ſomit in Oeſterreich immer noch in
un=
vermindertem Maße an.
CK. Die Unterhaltungskoſten des
Pa=
nama=Kanals. 31 Millionen Dollars werden die
Koſten betragen, die die Regierung der Vereinigten
Staaten jährlich ffür die Unterhaltung des Panama=
Kanals bezahlen muß. Dieſe Schätzung wurde von dem
Sachverſtändigen Emory C. Johnſon, dem Profeſſor an
der Univerſität Pennſylvanien, der von Präſident Taft
zum beſonderen Sachverſtändigen für den
Handelsver=
kehr und die Zölle des Kanals ernannt worden iſt,
auf=
geſtellt. Von der Geſamtſumme entfallen 4,5 Millionen
Dollars auf Reparaturen und Ausgaben für die
In=
ſtandhaltung des Kanals; 11,5 Millionen ſind als Zinſen
für das Geld anzuſehen, das in den Bau geſteckt wurde,
und 15 Millionen betragen die Unterhaltungskoſten für
die Militär= und Marineeinrichtungen zur Verteidigung
des Kanals. Was die Einnahmen anbetrifft, die durch
die Kanalzölle geſichert ſind, ſo glaubt Johnſon, daß ſie
für das erſte Jahr die Summe von einer Million Dollars
nicht überſteigen werden.
Literariſches.
— Im Verlag von A. Bergſtraeßers Hofbuchhandlung in
Darmſtadt erſchien ſoeben ein Schuldrama „König Rolf”
von Dr. Karl Gengnagel. „König Rolf” bereits an
mehreren Orten mit Erfolg aufgeführt, ſoll dazu
beitra=
gen, die literariſch Begabten unſeres Volkes auf das
Schuldrama als ein noch unkultiviertes Gebiet unſerer
Nationalliteratur aufmerkſam zu machen. Der Verfaſſer
ſieht einer Zeit entgegen, wo jede neuerbaute Schule in
Deutſchland eine Art Bühne beſitzt, auf der ſolche
Schul=
dramen von Schülern aufgeführt werden, die die
Mitſchü=
ler weit mehr als Spieler von Fach zur Begeiſterung und
Nachahmung fortreißen. Das Stück ſpielt in Sizilien
zur Zeit der Kreuzzüge. Es iſt flott geſchrieben und
ſpan=
nend aufgebaut. Preis 80 Pfg.
— Wer ſchon einmal auf einem der großen
Ueber=
ſeedampfer der Hapag oder des Norddeutſchen Lloyd
oder auch unſerer anderen großen Handelslinien
gefah=
ren iſt, der wird der Bewunderung voll ſein über die dort
gebotene Verpflegung und bekennen müſſen, daß er in
keinem Hotel der Welt, auch in den „erſtklaſſigſten” nicht,
beſſer geſpeiſt hat als in jenen ſchwimmenden Paläſten.
Jan Jürgenſen gibt in Nr. 16 der „Gartenlaube‟
einen durch gute Illuſtrationen veranſchaulichten, durch
reiches Zahlenmaterial unterſtützten Einblick in ſolchen
Schiffshaushalt, und das gewählte Muſterbeiſpiel der
„Auguſte Viktoria” von der Hapag wird nicht nur unſere
Hausfrauen intereſſieren, ſondern jeden, der eine
See=
reiſe vor oder hinter ſich hat, mit Reſpekt erfüllen vor der
muſterhaften Präziſion, mit der in dieſen gewaltigen
Be=
trieben alles ineinander greift.
Letzte Nachrichten.
* London, 2. Mai. Nach einer Lloydmeldung aus
Spithead traf dort die Mitteilung von Culvereliff
ein, daß das engliſche Linienſchiff „Empreßof
India” während es von dem Kreuzer „Warrior” in
Schlepptau genommen war, mit einer deutſchen Bark
kollidierte Der vordere Schiffsſchmuck der Bark und
das Vormarsgeſtänge wurde weggeriſſen; „Empreß”
wurde oberhalb des Hauptdeckes beſchädigt.
* Achilleion, 2. Mai. Venizelos iſt heute mittag
12 Uhr im Achilleion eingetroffen, wurde vom Geſandten
Freiherrn von Jeniſch empfangen und nach der
Acheles=
terraſſe geleitet, wo der Kaiſer ihn in Gegenwart der
Ge=
ſandten v. Jeniſch und v. Wangenheim in Audienz
em=
pfing. Dann fand Frühſtückstafel ſtatt, an welcher auch der
Kronprinz und die Kronprinzeſſin von Griechenland
teil=
nahmen. Venizelos ſaß links vom Kaiſer.
* Konſtantinopel, 2. Mai. Der im Dienſte der
Ad=
miralität ſtehende Schlepper „Semendria” ſtieß
bei der Verankerung von Bojen auf eine Mine und flog
in die Luft. Der Kapitän und 12 Matroſen, darunter
zwei Armenier, ſind ertrunken, einer wurde gerettet.
Der Unfall rief bei der Bevölkerung große Erregung
hervor.
Ein erprobtes Hausmittel.
Gegenüber den vielen, tagtäglich neu
ent=
ſtehenden und angeprieſenen Mitteln iſt es eine
große Beruhigung, mit Vertrauen zu einem
Hausmittel greifen zu können, das ſeit 35
Jahren in der Aerzte= und
Laienwelt ſich des beſten Rufes
erfreut. Es iſt das bekannte
Stärkungs= u. Kräftigungsmittel
Scotts Emulſion, deſſen Gebrauch
ſich in allen Fällen von
Ent=
kräftung, nach Erkältungen und
den damit verbundenen
Beſchwer=
den empfiehlt, aber nicht nur für
Marken demziſche
— dem Garantier
zeichen des Scott= Kinder, ſondern auch für
Er=
ſchen Verfahrens!
wachſene jeden Alters. (310302
Scoits Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen
verkauft und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur
in verſiegelten Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke
(Fiſcher mit dem Dorſch). Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima
Glyzerin 50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3,
unterphosphorig=
ſaures Natron 2.0, pulv. Tragant 3,0 feinſter arab. Gummi
pulv. 2.0, Waſſer 1290 Alkohol 11.0. Hierzu aromatiſche
Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl je 2 Tropfen.
Unterhose, JDE
— Grösste Vollkommenheit
Ohne jede Naht
Gesäss, Sitz, Schenkel verstärk)
Ferdinand Carl Winter
Hoflieferant Sr. Königl. Hoheif des Grossherzogs.
Seeere.
8739a
Empfehle mein reichhaltiges Lager in
Damen-Hüten
sowie eleganten Sportsachen
JOHANMA BECKER
Wilhelminenstrasse 27. (6712a
Bitte Schaufenster beachten.
aarfärben mit Henné. Spezialität
Friseur Müller
Wilhelminenpl. 2, a. d. kath. Kirche. Tel. 1466.
Kopfwaschen 1.— — mit Ondulieren 1.50,
auch Sonntags von 9—12 Uhr. (6584a
Die Ratsherrnbrüderſchaft
erlaubt ſich hiermit auf die Anſchaffung ihres neuen
Leichenwagens aufmerkſam zu machen. Der Wagen
bietet in ſeiner ernſten und würdigen Erſcheinung
Gewähr für eine pietätvolle Beſtattung.
(550a
Beſondere Beſtellungen hierzu nehmen entgegen:
Wagenverwalter Lorenz, Woogsplatz 5, Tel. Nr. 211.
Wagenführer Ernſt Büchler, Nieder=Ramſtädterſtr. 56,
Tel. Nr. 1073.
Darmſtädter Möbelfabrik
G. m. b. H.
bis zur vornehmſten Ausführung
fertigt Wohnungseinrichtungen Erſtklaſſige Arbeit — Dauernde Garantie
Sehenswerte Ausſtellungen von 300 Muſterzimmern
Fabrik und Hauptausſtellungshaus: Darmſtadt, Heidelbergerſtr. 129
Zweiggeſchäfte: Darmſtadt, Rheinſtr. 28 — Frankfurt a. M., Kaiſer=Wilhelm=Daſſage
Illuſtrierte Koſtenanſchläge gratis!
(756a
Verlangen Sie ausdrücklich in Ihrer Apoth.,
Drog. o. Friſ. Dr. Kuhn’s Nürnberger
Brennessel-Haarwasser. Hilft ſofort gegen
Haarausfall, Schuppen, Haarſpalte. Keine
Glatze mehr! Depot: Seifenfabrik Grodhaus. (V8288
Gas Haar und ſeine Pflege. Die Kolberger
An=
ſtalten für Exterikultur haben in dem bekannten
Haarpflegemittel „Javol” ein Präparat geſchaffen, das
abſolute Unſchädlichkeit und köſtliche Milde mit
Schön=
heit, Stärke und Dauer der Wirkung in ſich vereinigt.
Es hat nur einen ganz geringen Alkoholgehalt, ſo daß
jede nachteilige Beeinfluſſung der Haare oder des
Haar=
odens dadurch zur Unmöglichkeit wird.
Sine delikate Spargelſuppe. Für je 2—3 Teller
Spargelſuppe zerdrückt man einen Würfel von
Maggis Königin=Suppe recht fein, rührt die Maſſe mit
der vorhandenen Spargelbrühe glatt und läßt unter
Umrühren 15 Minuten kochen. Zu beachten iſt nur,
daß die Spargelbrühe gar nicht oder nur ſchwach
ge=
ſalzen ſein darf.
Aus dem Geſchäftsleben.
Däniſches Fleiſch. Herr Metzgermeiſter
Gucken=
heimer ſchreibt uns: Das aus Dänemark von mir
einge=
führte Fleiſch ſtammt von Rindern, die am Schlachtort
von ſtaatlich beſtellten Tierärzten vor und nach der
Schlachtung unterſucht, geſund befunden und
amtstierärzt=
lich gekennzeichnet worden ſind. Mit dem Fleiſch müſſen
die für die Beurteilung des Geſundheitszuſtandes
wichti=
gen Organe in natürlichem Zuſammenhange bei der
Ein=
fuhr vorgelegt werden. Nur ganz geſund befundene
Schlachtſtücke werden von deutſchen amtlich beſtellten
Tier=
irzten zur Einfuhr zugelaſſen. Nach der Ankunft in
Darmſtadt findet nochmals eine tierärztliche Unterſuchung
im Schlachthof ſtatt. Das Fleiſch iſt kein Gefrierfleiſch,
ſondern friſchgeſchlachtetes Fleiſch, das in eisgekühlten
Eiſenbahnwagen hierher gebracht wird. (S. Anz.)
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 3. Mai:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 4. Mai:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabatt=
ausgang 8 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 6 Uhr
45 Min. Abends 8 Uhr 40 Min.
Goltesdienſt in der Synagoge der ioraelitiſchen
Reiigions=
geſellſchaft.
Samstag, den 4. Mai:
Vorabend 7 Uhr 10 Min. Morgens 7 Uhr 30. Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 8 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 5. Mai,
an: Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr. Abends
8 Uhr 40 Min.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinentale Hoch hat ſich etwas verflacht,
be=
herrſcht aber noch die Witterung von Mitteleuropa. In
ganz Deutſchland herrſcht heiteres trockenes Wetter, die
Morgentemperaturen liegen zwiſchen 2 und 9
Nieder=
ſchläge ſind keine gefallen. Vielfach ſank die Temperatur
nachts unter den Gefrierpunkt (Gießen —2
Lauter=
bach —6%). Auch morgen dürfte unſer Wetter unter
dem Einfluß des hohen Druckes ſtehen, ſo daß wenig
Aenderung zu erwarten iſt.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 3. Mai:
Wechſelnd bewölkt, noch meiſt trocken, wärmer, ſtellenweiſe
Nachtfroſt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 6 Uhr (Außer Abonnement):
„Siegfried”.
Verſammlung des Vereins gegen Verarmung und
Bettelei um 4 Uhr im Rathausſaal.
Beſichtigung des neuen Hauptbahnhofes durch den
Ortsgewerbeverein (Zuſammenkunft um 2½ Uhr am
Jubiläumsbrunnen).
Einführungsvortrag zum Akademiſchen
Volksunter=
richtskurſus um 8½ Uhr im Reſt. „P inz Karl”
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller, Reſt. „Metropol”
und „Perkeo” um 8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe (
ge=
öffnet von 10—6 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
von Mk. 1,10 an
per Meter
Henneberg=Seibe porto= u. zollfrei
in ſchwarz, weiß und farbig,
für jeden Bedarf.
(1208a)
Verlangen Sie Muſter. G. Henneberg, Illlid
elegant und
6253a
bei
modern, beste
Verarbeitung
mit
tadellos. Sitz
in größter
Herren
Grusfen
Ausvahl Doherf
ganz enorm
billig
Grafenstrasse 23½.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Nummer 104.
Mk.
Mk.
Mk.
Mk.
Mk.
Mk.
Mk.
Mk.
Mk.
Mk.
6.50
.3e
6.90
36
16.30
7.90
.30
19.50
10.50
10.30
Damen-Chevreaux-Schnürstiefel
mit Lackkappen, breite Form
Damen- echt Chevreaux-Schnürstiefel
elegante Form
Damen-echt braun Chevr.-Schnürstiefel
Damen- echt Chevreaux-Schnürstiefel
Rahmenarbeit, moderne Form
Damen- echt Chevreaux-Schnürstiefel
Rahmenarbeit, Lackkappen, hochelegante Form
Herren-Chevreaux-Schnürstiefel
Lackkappen, moderne Form
Herren- echt Chevreaux-Schnürstiefel
elegante Form
Herren- echt Chevreaux-Schnürstiefel
Rahmenarbeit, breite moderne Form
Herren-Boxcalf-Schnürstiefel
Rahmenarbeit, Derbyschnitt, moderne Form
Herren-echt braun Chepr.- u. Boxcalf-Schuürstiefel
Rahmenarbeit, moderne Form
Vyrlaner
Rheinstr. 4.
Reparaturen billigst
Schwarze und braune
moderne Damen- und
Herren-Halbschuhe
Mark 6.50, 7.90, 6.50
10.50 und 12.50
Telephon 60
Gr. ſpeck. Bauernhandkäſe
ſtets vorrätig, 3 Stück 35 Pfg., bei
L. Stilling Ww., Hochſtr. 4. (*11296fgc
jeder Art werden billig
Plakale angef. Graph.
An-
stalt. Mathildenr
11245
Heute zum
Letztenmale
3 348 748 ℳ5 54e 7 375 75 ℳ5 7 * *
das größte Indianerdrama
(10338
der Gegenwart.
r1
Emil Schulize,
Klavierſtimmer
Kammer=
muſiker, Herderſtr. 11, part. (10135a
Drrmou. C. Orob
von der Reise
zurück.
Dr. Lungeddtr
wird bis Mitte Mai durch die
Herren: (K10343
Dr. Bönning, Mauerſtraße 1,
Dr. Hof, Roßdörferſtraße 19,
Dr. Holländer, Ludwigsplatz6,
Dr. Mayer, Neckarſtraße 10,
Dr. Wissmann,
Lauteſchläger=
ſtraße 27,
Dr. Vidal, Stiftſtraße 11,
gütigſt vertreten werden.
7—1912.
10
6
.. Sabkaumsspeier 7
der ehemaligen L1der vezw. 4/15der.
Vormittags 10—11 Uhr Sammlung der Kameraden im
Re=
staurant Gottwald, 11 Uhr Abmarſch mit der Kapelle des 115.
Re=
giments nach dem Feſtlokal, daſelbſt
(10332
Frühſtück, Muſikvorträge, Anſprachen, Mittageſſen uſw.
Chauffeur-
Darmstadt
Gesr. 1910.
Zu unserem Samstag, den 4. Mai, abends 8 Uhr,
im Saale des Schützenhof stattfindenden
II. Stiftungsfest
mit Konzert, humoristischen, theatralischen Vorträgen
und nachfolgendem
Festball
ladet die Mitglieder nebst Angehörigen, sowie Freunde und
Gönner des Vereins höflichst ein Der Vorstand.
Eintrittskarten 50 Pfg., mit Tanz 1 Mk. sind in den
Zigarrengeschäften von Herrn Ludwig Meyer, Ecke
Ma-
thi denplatz u. Zeughausstr., I. Kaminsky, Rheinstr. 4, u. im
Schützenhof zu haben. Eingeführte Damen frei. (B9894
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B7897
Konzert-, Variété- u. Theatersaal Perkeo,
Monat Mai täglich abends 8 Uhr
Willy- Engers Variété=Programm
— und Cölner Burlesken —
à 1à Hartstein.
(9875a
Milchkur
Karlshof
empfiehlt
1033.
täglich friſch prima
Tafelbutter
per Pfund 1,50 Mk.
von 5 Pfd. an billiger.
Dieburgerſtr. 11
eine große Anzahl gebrauchte
Zimmertüren mit Futter u.
Be=
kleidung zu verkaufen. (*11268
kleiner Küchenſchrank, 1 Tiſch.,
2 Stühle und 1 Topfbrett
für 24 Mk. zu verkaufen
Wendel=
ſtadtſtraße 49 part.
(*11259
Mandocht Daten
beſtehend aus Diwan mit
Um=
bau u. Kriſtallſpiegel, 2 Seſſel,
2 Stühle, Tiſch, Salonſchrank
mit Spiegel, Teppich u. Galerien
faſt neu, iſt wegen Wegzug zu
em billigen Preis von 400 M.
abzugeben durch
(*11254fs
Auktionator Kurtz,
Pädagogſtr. 2. Teleph. 1202.
Achtung
Maler, Weißbinder und
Lackierer!
Kilo Fußbodenlack in
500 Kannen und Doſen im
Auftr. bill. abzug. durch (*11252fs
Auktionator Kurtz,
Pädagog=
ſtraße 2
elephon Nr. 1202.
Seidenpllich,
Salon=Garnlt., mit
Gobelin=
bezug, billig abzugeben (*11255
Riedeſelſtraße 27, 3. St.
ebraucht, gut erh., 3.
Fahrrad, verkaufen (*11033mdf
Eliſabethenſtraße 53, Kontor.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraze 1.
Dampfer „Cincinnati” von New=
York kommend, 30. April 7 Uhr
abends Dover paſſiert.
Dampfer „Hamburg”, von Genua
Neapel und Palermo nach New=
York, 30. April 1 Uhr
nachmit=
tags Gibraltar paſſiert.
Dampfer „Kaiſerin Auguſte
Vik=
toria” 30. April 11 Uhr
mor=
gens von New=York über
Ply=
mouth und Cherbourg nach
Hamburg.
Vergnügungsdampfer „Meteor”
fünfte Mittelmeerfahrt, 30. April
4 Uhr nachmittags in Monaco.
gut erh., billig
3 Federrollen, zu verkaufen
(*11274fs
Gardiſtenſtraße 7.
Büſte für Herrenſchneiderei,
neu, billig zu verkaufen
Grafen=
ſtraße 24, 2. Stock.
(*11271fs
Küſter=Rock, gut erhalt., billig zu
verk. Mollerſtr. 45, II. r. (*11236
Großherzogl. Hoftheater
Freitag, 3. Mai.
Außer Abonnement.
Der Ring des Nibelungen.
Bühnenfeſtſpiel in 3 Tagen und
einem Vorabend v. Rich. Wagner=
Zweiter Tag:
Siegfried.
Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haanz
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek=
Perſonen:
. . Hr. Becker
Siegfried
. Hr. Bernhardt
Mime . .
Der Wanderer Hr. Weber
Alberich . . . . Hr. Hoff
.Hr. Riechmann
Fafner . .
. Frl. Howard
Erda
Fr. von Sugh
Brünnhilde .
Die Stimme des) Fr. Speiſer=
Suchanek
Waldvogels
Nach d. 1. u. 2. Aufz. je läng. Pauſe.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk.,
Fremden=
loge 6 Mk. Balkonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.—6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.— 8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 6 Uhr. — Ende 10½ Uhr=
Kartenverk. 11—1 u. von 5 Uhr an.
Anfang des 2. Aufzuges 7¾ Uhr=
Anfang des 3. Aufzuges 9¼ Uhr.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Sonntag, 5. Maf. Außer Ab=
Der Ring des Nibelungen. Dritter
Tag: „Götterdämmerung.”
Anfang 5½ Uhr. (Vgl. beſ. Anz.)
Montag, 6. Mai. 167. Ab.=V.
D 42. „Der Störenfried.
Hierauf: Champagner=Vi=. Kl. Pr. Anf. 7 Uhr.
Dienstag, 7. Mai. 168. Ab.=V.
B 42. La Traviata.:
Al=
fred Hr. Dr. Coponi vom Hofs,
und Nationaltheater in
Mann=
heim, als Gaſt. Kleine Preiſe=
Anfang 7½ Uhr.
Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Freſtag, den 3. Mai 1912.
Seite 9.
Unser Personal ist angewiesen, die Be-
— sucherinnen sachgemäss zu beraten.
Unser Atelier ist einer ersten Directrice
unterstellt und leisten wir für exakte und
richtige Abänderung weitgehendste Garantie.
Unser Geschäfts-Prinzip:
Wir verkaufen nur gegen bar zu sehr niedrig
kalkulierten, durchaus festen Preisen.
Wir gewähren keinen Rabatt oder Skonto.
— Unsere Devise ist:
Gleiche Preise für alle Kunden.
Samslag abend 5 Ch
Orihan
unseres Spezial-Hauses
für
Damen- und
Rinder-Kohgektion.
Darmstadt, Mai 1912.
An die werten Damen!
Durch Umbau haben wir im Hause
LUDWIGSTRASSE 5 taghelle
Ver-
kaufsräume der Neuzeit entsprechend
ein-
gerichtet.
Wir haben es uns angelegen sein lassen,
das Schönste und Beste, für jede
Ge-
schmacksrichtung Passendes und in
richtigen Preislagen Gutes zu bekommen.
Langjährige Erfahrungen setzen uns in den
Stand, mit den ersten und
leistungs-
fähigsten Häusern der Branche zu arbeiten.
Unsere Auswahl in
u. I.
Isohiiier
gibt Zeugnis unserer Leistungsfähigkeit.
Wir hoffen, dass unser Spezial-Haus
den Beifall der gesamten Damenwelt
Darm-
stadts und weitester Umgegend findet.
Wir bitten höflichst um Beachtung
unserer Schaufenster-Ausstellung und um
den Besuch unserer Verkaufs-Lokalitäten;
es herrscht kein Kaufzwang, es wird alles
gern gezeigt und bereitwilligst Auskunft
erteilt
Mit vorzüglicher Hochachtung
Darmstadt:
5 Ludwigstrasse 5
Telephon 2539
Spezialhaus für Damen- und Kinder-Konfektion.
Mess- Sonntas
bis 7 Uhr abends geöffnet.
[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Nummer 104.
Eim Doppelwags
On
P
ima
Kuischos Raffeisen
Speisekartoffeln
Ueberrheiner Induſtrie, Zentner
5 Mk., empfiehlt J. Vetter.
(2802a
Wenckſtraße 60.
Konsumveren.
(10330
ſoeben eingetroffen.
Engros-Verkauf im Schlachthof.
in meinem
Deian-verkauf Geschäftslokal Grosse Ochsengasse
pro Pfund 76 Pfg.; frei ins Haus geliefert pro Pfund 80 Pfg.
Teiephon 537. Max Guckenheimer, relephon 537.
(e3en
Preis-
Ermässigung!
Wir verkaufen bis auf weiteres
unsere seit Jahren beliebte und
anerkannt gute Spezialmarke in
unveränderter Qualität bisher
ℳ 7.25 jetzt jedes Paar
Herren-
oder
Damen-
Stiefel
Mark
Schuh-Fabrik
„Turui
Mifred Fraenkel
Com.-Ges.
DARMSTADT
Schulstrasse 5.
18000 Paar wöchentliche
Pumps u.
Fertigstellung.
Halbschuhe
Wir bitten freundlichst
in grosser
anf die Firma zu achten,
Auswahl.
Handarbeiten
Bachlal.
Frauen hochwichtig wa
nur künstl. Handarbeiten zu
kaufen und anzufertigen. da
nur solche dauernd von Wert.
Auch erweisen sich solche als
äußerst dankbare Geschenke.
Hess. Gardinen- u. Stick.-Manaf.
G. m
H. Portune b. 1
H Darmstadt, Bleichstr. 10, Tel. 1615.
(757a
Pelz- u. Wollwaren
werden unter Garantie gegen
Mot=
ten und Feuersgefahr aufbewahrt. (5999a
nur Wilhelminenstrasse 7
mit 10-30 00 Esistür Carl Dau Teleſon 1535.8
Unter dieſem Namen werden wir für die Folge alle
Mit=
eilungen den Mitgliedern vermitteln. Der Konſumverein bürgt für
denkbar beſte Qualitäten in allen Waren und Verbrauchsartikein.
Ganz beſonders empfehlen wir unſer
hygieniſch vollſtändig einwandfrei hergeſtelltes
Brot.
Quslitativ unerreicht.
Schlüchtern Brot (gemiſcht) . 4 Pfd. 56 Pfg.
Schwarzbrot . . . . . . . 4 Pfd. 54 Pfg.
Weissbrot . . . . . . . . 3 Pfd. 46 Pfg.
Ganz beſonderes leiſtet der Konſumverein in der
Herſtellung von Limonaden u. Selterswaſſer.
Dieſes einwandfreie Erfriſchungsgetränk bringen wir jetzt
be=
ſonders in gefl. Erinnerung.
Der Vorstand.
9841ff)
Frischgeschossenes
Menvvlu
Taperon
zum Reinigen und Auffriſchen von
Tapeten, Zimmerdecken, Gemälden etc.
hat ſich glänzend bewährt.
Alleinverkauf für Darmſtadt
und Umgebung
Ferner bringe in empfehlende
Erinnerung:
Bernstein-Fussbod inlacke
per 1kg=Doſe 1,30 u. 1,80 Mk.,
Linoleum-Tussbodenlacke
per 1 kg=Doſe 1,25 Mk., offen
per Pfd. 50 Pf.,
Parkettboden- und Linoleumwichse
in Doſen und ofſen,
Stahlspähne, Terpentinöl (rein),
Sangajol (Terpentinerſatz),
Cröme=
farben. Stoff- u. Blusenfarben,
Oxyd-
fussbodenfarben, ſtreichfertig, per
Pid. 40 Pf.
(6714a
Steis
moderne
Frack-
u
Gehrock-e
zu verichen
(6756a
Soderstr. 44, I., Ecke Stiftstrasse.
Empfehe für die (6573a
Spargel-Saison
äglich friſch „geſtochene prima
Spargel zum billigſten Tagespreis
Ed. Türtmann
Grafenſtr. 19 Telef. 1425.
Für Conriſten u. Ausſtugler
empfehle feinſte Landwurſt und
Kleiſchwaren in nur beſt. Lualit.
Schusters
A. Jacobi gasse 10.
Oberheſſiſche Wurſthalle. (9949a
eigenes Fabrikat
den Cölner Marken an Güte
gleich, nur bedeutend billiger
alsdiese, empfichltin Flaschen
und lose ausgewogen. (7807a
Fr. Beckenhaub,
Medizinal-Drogerie und
Parfümerie
Schul- und Wilhelminenstrasse.
Adolf Zackmann
Dlamcn-Kasten
Bleichstr. 46 Teleſon 188.
aus Holz (grün geſtr.) in 6 Größ.
à Mk. 1.10, 1.25, 1.40, 1.60,
1.75, 1.95 empfiehlt (3371a
Karl Brückner, Holzſtraße.
*0
1
Mark
10 Koſtüme, neueſte Faſſ.
u. Farb., z. Selbſtkoſtenpr.
zu verkaufen. (10122imdf
Louisenplatz 4,
1. Stock links.
äehente Verktanangen.
Altenburger Geldlotterie, Los 1 Mk.
Zehung 4. u. 6. Mai 1912
Mannh. Maimarkt-Lott . Los 1 Mk.
Ziehung am 8. Mai 1913
empfiehlt u. verſendet (10291dfs
Philipp J. Schmidt
Kgl. Preuß. Lotterieeinnehmer
Darmſt. Rheinſtr. 2.
Gebr. Damen- u. Herrenräder
geben billig ab (2370a
Benz & CO., Grafenſtr. 35, Tel. 1239.
Ein gut erh. Bett zu verkaufen
E B1032.
Karlſtraße 56.
Damwild u. Renntier
im Ausſchnitt
Diesjährige
Gänse, Enten, Hahnen etc.
Heinrich Grimm,
(10300
Hoflieferant.
Sommerüberzicher
für kräftige Figur, modefarben,
gut erhalten, zu vert. (12 Mk.)
Saalbauſtraße 42, I. (*11180dfs
Guter Bauſand
kann unentgeltl. abgefahr. werden.
Näheres Erbacherſtr. 4, Baubüro.
(10178mdf
Telephon Nr. 260.
Konkurrenzlos
im Preis wie in der
Aus=
führung ſind die (8300a
Kunſthaararbeiten
der Firma
Ernsrkonter
Verückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Enkreſol.
wie neu, ſehr
ädler-Rad, billeg zu vert
4430a)
Grafenſtraße 26.
Tel.=Kauf! F. neuer ſchw. Ulſter
G. mittl. Stat. billig zu verk.
Off. unt. E 99 Exped. (*11192df
Mann, bittesofort
bei Auton Fischer
Frankfurterstr. 12/14
1 Dose Email-Lack
zu 30, 50 70 und
100 Pf. (7520a
prachtvolle Farben
leicht zu streichen.
WasiedlRrfinder
wissen muß, enthält die
kosten-
frei zu beziehende Broschüre
„Patentwissenschaft‟.
Sachliche, gediegene Aufklärung.
Patent- und Techn. Büro
Conrad Köchling, Mitglied des
Verbandes deutscher
Gutachter-
kammern (Sitz Berlin), Mitglied
des deutschen Schutzverbandes
für geistiges Eigentum, Mains.
Bahnhofstr. 3, Telefon 2754. (9781a)
Wegen Aufgabe des Fahrwerks
zu verkaufen ein Doppel=Pony,
Schimmel, mit leichter Federrolle
Kranichſteinerſtraße 18. (*11263
Wine 1 Jahr alte Berhardiner=
EHündin zu verkauf. (*112357so
Neue Ireneſtraße 8.
ſcharfer, wachſamer Hofhund,
1 Dogge, auf den Mann
abge=
richtet, billig zu verkaufen
Hein=
heimerſtraße 3. Anzuſehen von
—4 Uhr.
(*11269
(unge weibliche Angorakatze
unſtändehalber billg zu verk.
Liebigſtr. 44, 3.
(*11238
Echt. Heideschäfchen
in ſchwarz, geſcheckt und weiß, beſ.
zum Geſchenk für Kind. geeignet,
verſ. unter Garantie lebend.
An=
kunſt 3. Stück 8,50 Mk, 4 Stück
32 Mark. Fleiſch ähnl. wie Reh.
C. Jördens, Munster, Lüne=
(9856)f
burger Heide.
Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Grofßh. Potzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Hofhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
(10316
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Störungen der Ruhe und Ordnung durch Muſizieren betreffend.
Anhaltendes Muſizieren, insbeſondere Klavierſpielen, Singen,
Spielenlaſſen von mechaniſchen Muſikautomaten (Grammophonen
und dergleichen) im Freien oder bei offenen Fenſtern bildet meiſt
eine erhebliche Beläſtigung der Nachbarſchaft und erfüllt häufig den
Tatbeſtand des § 360 Ziffer 11 des Reichsſtrafgeſetzbuchs (
ungebühr=
liche Erregung ruheſtörenden Lärms oder Verübung groben
Unfugs).
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, gegebenen Falls
einzu=
ſchreiten.
(10317fs
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
pende.
Flua
National
3
Im Anſchluſſe an den Aufruf des Protektors der National=
Flugſpende, des Prinzen Heinrich von Preußen, geſtattet ſich das
Unterzeichnete Kreiskomitee an die Einwohnerſchaft in Stadt und Land
die herzliche Bitte um Spenden freiwilliger Gaben zur Förderung
des deutſchen Flugweſens zu richten.
Es gilt einer vaterländiſchen Sache im Wettbewerbe mit
anderen Nationen zum Siege zu verhelfen! Ein Zurückbleiben
darf es für Deutſchland nicht geben! Treten wir alle mit
Be=
geiſterung für dieſe große Sache ein, für die im gegenwärtigen
Augenblick eine einmütige, machtvolle Kundgebung beſonders
nötig iſt!
Darmſtadt, den 28. April 1912.
Bürgermeiſter Appel, Nieder=Ramſtadt, Dr. Aſcher, Eberſtadt,
Direktor Baier, Bürgermeiſter Becker, Weiterſtadt, Stadtverordneter
Dr. Bender, Bürgermeiſter Venz, Arheilgen, Beigeordneter Benz,
Arheilgen, Oberkonſiſtorialrat Dr. Bernbeck, Lehrer Berck, Malchen,
Rechtsanwalt Dr. Bopp, Miniſter der Finanzen Dr. Braun,
Apo=
theker Breitwieſer, Ober=Ramſtadt, Oberſtleutnant Bullrich, Traiſa,
Rechtsanwalt Buß, Bauunternehmer H. Dächert II., Eberſtadt,
Kom=
merzienrat Diſchinger, Fabrikant Doerr, Nieder=Ramſtadt, Dekan
Dr. Elz, Finanzrat Emmerling, Prinz Viktor zu Erbach=Schönberg,
Staatsminiſter Dr. Ewald, Provinzialdirektor Fey, Profeſſor Dr
Frenzel, Juſtizrat Gallus, Bürgermeiſter Geibel, Hahn, Bürgermeiſter
Geibel, Nieder=Beerbach, Regierungsrat Gennes, Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing, Kommerzienrat Göbel, Bürgermeiſter Götz,
Eſcholl=
brücken, Juſtizat Grünewald, Generaladjutant Generalmajor Hahn,
Hauptmann von Hahn, Juſtizrat Hallwachs, Hauptlehrer Haſſenzahl,
Arheilgen, Geh. Kommerzienrat Hedderich, Kreisausſchußmitglied
Beigeordneter Heim, Ober=Ramſtadt, Kreisausſchußmitglied Geh.
Forſtrat Heinemann, Stadtverordneter und Landtagsabgeordneter
Henrich, Oberſtaatsanwalt von Heſſert, Kreisausſchußmitglied Heß,
Pfungſtadt, Generalmajor Freiherr von Heyl, Kommerzienrat Heyn,
Bürgermeiſter Hickler, Meſſel, Sanitätsrat Dr. Arthur Hoffmann,
Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II., Miniſter des Innern vom
Hom=
bergk zu Vach, Stadtverordneter Hüfner, Hauptlehrer Huff,
Kreis=
ausſchußmitglied Baurat Jaeger, Kommerzienrat Jakobi,
Schloſſer=
meiſter Jakobi, Prinz Leopold zu Iſenburg=Birſtein,
Stadtverord=
neter Kalbfuß, Kreisausſchußmitglied Rentner Ph. Keller VI.,
Gries=
heim, Ludwig Kichler, Profeſſor Kiſſinger, Geheimerat Kittler,
Rent=
ner Kleinſchmidt, Schneppenhauſen, Fabrikbeſitzer Moritz Klönne,
Bürgermeiſter Koch, Eich, Oberamtsrichter Kolb, Generalleutnant
Korwan, Oberlandesgerichtspräſident Kullmann, Bürgermeiſter Kunz
Griesheim, Bürgermeiſter Kunz Schneppenhauſen, Geh. Juſtizrat
Dr. Lahr, Bürgermeiſter Lang, Pfungſtadt, Stadtverordneter,
Ober=
meiſter Lautz, Stadtverordneter Lehr, Bürgermeiſter Lorenz,
Roß=
dorf, Oberleutnant a. D. Lotheißen, Direktor Lutz, Stadtverordneter
Markwort, Geh. Medizinalrat Dr. E. Merck, Geh. Kommerzienrat
Dr. Louis Merck, Dr. Willy Merck, Oberpoſtdirektor Milkau,
Oberſt=
leutnant Mootz, Bürgermeiſter Mueller, Regierungsrat Müller,
Orts=
gerichtsvorſteher Müller Provinzialausſchußmitglied Müller,
Eber=
ſtadt, Hauptlehrer Müller, Eberſtadt, Hans Müller=Hickler, Geh.
Schulrat, Landtagsabgeordneter Münch, E. von Mörs,
Regierungs=
rat Noack, Eiſenbahnoberſekretär Nohe, Eberſtadt, Stadtverordneter
Dr. med. Nöllner, Hoflieferant Kaufmann Ober, Kammerherr
Frei=
herr von Oetinger, Mitglied der II. Kammer der Landſtände
Dr. Oſann, Bürgermeiſter Petri, Gräfenhauſen, Bürgermeiſter Pfaff,
Wixhauſen, Generalleutnant von Plüskow, Geheimerat Dr. Preetorius,
Fabrikant Preß, Pfungſtadt, Stadtverordneter Ramdohr,
General=
major von Randow, Kreisausſchußmitglied, Kommerzienrat Röder,
Geheimerat Römheld, Geh. Baurat Rötelmann, Bürgermeiſter Rückert,
Ober=Ramſtadt, Bierbrauereibeſitzer Rummel, Stadtverordneter Säng,
Kreisausſchußmitglied Sames, Bürgermeiſter Schäfer, Eberſtadt,
Bürgermeiſter Schmidt, Braunshardt, Beigeordneter Schmitt, Dekan
Schneider, Weiterſtadt, Stadtverordneter Schupp, Rentner Wilhelm
Schwab, Kaufmann Stähle, Direktor der Volksbank, Stein,
Kreis=
ausſchußmitglied, Rechtsanwalt Dr. Stein, Stadtverordneter Stemmer,
Landesgerichtspräſident Theobald, Kommerzienrat Trier,
Hof=
marſchall Freiherr v. Ungern=Sternberg, Hauptmann a. D., Waldecker,
Bürgermeiſter Walter, Malchen, Bürgermeiſter Walther, Traiſa,
Bürgermeiſter Wannemacher, Erzhauſen, Verwaltungsgerichtspräſident
Dr. Auguſt Weber, Regierungsrat von Werner, Rektor der
Tech=
niſchen Hochſchule, Wickop, Hauptlehrer Winter, Griesheim,
Hofbuch=
druckereibeſitzer Karl Wittich, Hofbuchdruckereibeſitzer Rudolf Wittich,
Hauptlehrer Würtenberger, Ober=Ramſtadt, Finanzaſſeſſor Zimmer.
Sammelſtellen bilden: die Poſtanſtalten, die Zeitungen, die ſich
bereit erklärt haben oder erklären. Die Bank für Handel und
In=
duſtrie und die Volksbank in Darmſtadt. — (Etwaige Zuſchriften
bittet man an die Geſchäftsſtelle des Kreiskomitees, z. H. des Herrn
Regierungsaſſeſſor Dr. Pahſt, Annaſtraße 24, hier, zu richten.) (10336
Wagen Pferdemiſt u. 1 gutes
1 Lauſpferd, ſtadtſicher gefahren,
billig zu verkaufen (*11246fso
Eſchollbrückerſtr. 24, Kantine.
Ein hellgrauer, ſehr gut erhaltener
Anzug, 1 Koſtüm (beige) und
1. Herrenhoſe billig zu verkaufen
(*11307)
Emilſtraße 17, I.
Perf. Schneiderin empfiehlt ſich
auß. dem Hauſe, Garantie für
guten Sitz. Näh. bei Arheilger,
Karlſtraße 45, part.
(*10632sid
Tücht. erf. Schneid.
empfiehl=
ſich zur Anfertigung moderner
Damengarderobe
geſchmackv. Ausführ. mäß. Berechn.
Off. unt. G 55 an die Exp. (*11306
werden ſchick und billig
Hüte garn., alte Sachen
ver=
wendet. Form. u. Zutat. auf Lager.
Kaupstr. 32 bei N. Krick. (*11240fo
werden jed. Geſchmack ent=
Aute ſpr. ſchik u. fein angef., ält.
Hüte mod. umgearb. in u. auß. d.
Hauſe Ludwigspl.8, Vdh. III. (9624a
zod. Schlafzimmereinrichtung
M zu kaufen geſucht. Off. unt.
H 25 an die Exped. (*11283
Kommerüberz. f. mittl. Fig., g. erh.
zu vk. Zu erfr. i. d. Exp. (*11250
Heirdr.
Witwer, 40er, in geacht. Stell.,
mit 1 Kind, ſucht ſich mit gebild.,
gemütvollem Fräul., welch. Sinn
für Häuslichkeit hat, wieder zu
verheiraten. Gefl. nicht anonyme
Offerten mit näheren Angaben u.
H 14 an die Exped. d. Bl. erbeten.
Strengſte Verſchwiegenheit auf
Ehrenwort zugeſichert und verlangt.
An gutem Privat=Mittagstiſch
können einige gebildete Herren
teilnehmen. Näh. Exv. (*11175dfs
Gut. 1öraelitiſch. Mittage u.
wird gegeb. Anfr. u.
Abendti
G84 Exp. (*11104df
Beamtenwitwe vorzüglicher
Mittagtiſch für 80 Pfg.
1213) Arheilgerſtr. 10, I., Tr. I.
Sanrelu der 1esse
besonders
Filige SekanfFeiset
Mehrere Hundert Paar Halbschuhe
1 Posten
1 Posten
1 Posten
1 Posten
n
1 Posten
1 Posten
1 Posten
1 Posten
ganz ausserordentlich billig.
schwarze Chrom-Chevreaux-Schnürschuhe,
4 5.25
elegante Fasson, Lackkappen
12
schwarze u. braune Chevreaux-Schnürschuhe, 6.75
. ℳ
amerik. Fasson, Pressfalten, Lackkappen .
hochfeine Chevreaux-Schnürschuhe,
48.50
weisse Metallösen, Pressfalten, Lackkappen
allerf. schwarze u. braune Schnürschuhe,
10.50
Chevreaux mit Sämisch-Leder-Einsatz, Pressfalten, ℳ 12.50 u.
Ferner empfehlen:
Wichsleder-Schnürschuhe,
* 3.95
. „ „
prima Boden .
Wichsleder-Spangenschuhe,
2.50
moderne breite Fasson .
Rindbox-Schnürschuhe,
breite bequeme Fass., nied. Abs., für ältere Damen sehr geeignet, & 6.50
Ie
hochfeine Chevreanx-Schnürschuhe,
7.30
breite bequeme Fasson, für ältere Damen geeignet
Grosses Lager in Herren-, Damen- u. Kinder-Stiefeln
riesig billig.
M
(10334
Schwarz-weiſe
Marken.
Markt 5. — Parterre u. I. Stock.
Diesen Mess-
Sonntag von
11 bis 7 Uhr
geöffnet.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 16. bis 30. April 1912:
per Sack à 100 Kilc
Weizen von Mk. 24.— bis 25.—
20.50
22.50
Korn
Gerſte
22.50 „ 24.—
22.−
Hafer
Butter ½ Kilo Mk. 1.50
Butter in Partien Mk. 1.40
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.—
(10318
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 10.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 3.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 4.50
Heu per 50 Kilo Mk. 5.50
Darmſtadt, 2. Mai 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Freitag, den 31. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Wirt Ludwig Volk
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 618½ 484 Hofreite) Mühl
II 619¼/0 394 Hofreite) ſtraße
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K33/12
Darmſtadt, 15. April 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt
Müller. (V9344
Bekanntmachung.
Freitag, den 17. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby zu Darmſtadt gehörigen
Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
XIII 64 1313 Acker, oberſte
Golläcker,
XIII 65 881 Acker, daſelbſt,
XIII 140 2631 Acker, am
Pfungſtädter
Weg,
XXXVI 28 975 Wieſe, die
Rudolphs=
wieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteige
rung wird auch dann erfolgen,
falls ein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 24. April 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (V9834
guterh. Herenanzüge à6 M. zu vf.
Moosbergſtr. 67, III.r. (*11292fi
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Hein=
rich Jacoby VIII. dahier gehörigen
Immobilien:
Flur Nr. qm
I 32¾/10 232 Hofreite
Gar=
tenſtr. 20,
I 32/10 233 Hofreite
Gar=
tenſtr. 18,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K141/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V10322
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des Heinrich
Jacoby VIII. dahier gehörige
Lie=
genſchaft:
Nr
Flur
d1
31 730 Hofreite
Ma=
thildenplatz8,
32¼/10 157 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K1/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
tehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V10323.
Billige neue Möbel!
Hochf. Schlafzimmer, eichen mit
Intarſien, Ia Arbeit, für
Braut=
leute beſ. Gelegenheit, Vertiko, pol.,
48 u. 60 Mk., Ausziehtiſch mit Lin.=
Belag 30 Mk., Stegtiſch 18 Mk.,
beſſ. Diwans 55 Mk., Chaiſelongue
28 Mk., Trumeau 38 Mk., Näh
tiſchchen 16 u. 22 Mk., Büſtenſtänder
9 Mk., Hausapotheke 5 u. 11 Mk.
Plüſchdecken 10 Mk., große u. kleine
Oelgemälde billig abzugeben.
*11304) Gartenſtr. 20, part.
rund. Auszugt., 1rund. Tiſch,
Eis=
ſchr., 1 Küchenſchr. b. abzug.
Land=
wehrſtr. 16. Anzuſ. 2—6 Uhr. (*11220
iwan, Ausziehtiſch,
Sport=
wagen zu verkaufen (*11242
Soderſtraße 117, 2. Stock.
eie cheten
Pfirſiche
(
Champignons
Stangenſpargel
von täglich friſchen Zufuhren
empfiehlt
(10344
Karlstr. 24
Bernh. Held,
Telef. 278.−
mit neuen Patent=Möbelwagen
übernimmt bei beſter Ausführung
und billigſter Berechnung (*11280
Georg Götz
Wendelſtadtſtr. 31 Tel. 1989.
aa
850
Deue meiner w. Kundſchaft, ſow.
geehrt. Auftraggebern erg. mit,
daß ich die durch mich bezogene
Tapeten zu 30 Pfg. per Rolle
auf=
ziehe Wilh. Hein, Tavezier,
(*11239
Mollerſtraße 9.
1 Partie Gartenſtühle
(grau geſtr., faſt neu) à 2 Mk. abzug.
Steinſtr. 2, Hofkonditorei. (10352fs
Ferhasgspanner zu verleih.
Mühl=
ſtr. 60½ part. (Kapellpl.). V10347
Pirka 30 Umkiſten, einzein oder
zuſammen, billig abzugeben
*11302) Zuckerſchmidt, Meßplatz.
ten
Fräul. erteilt billig gründlichen
Anfangs=Unterrichtinklav.
1569a) Gutenbergſtr. 12, 1. St.
in den alten.
Priuatſtunden Sprachen,
Fran=
zöſiſch und Mathematik erteilt ein
Student. Anfragen zu richten an
die Exp. ds. Blattes unter Chiffer
H 22.
(11267fs
Sür Ueberwachung der
Schul=
aufgaben einer 7j. Schülerin
der Viktoriaſch. Lehrerin geſ. Off.
mit Gehaltsanſprüchen unt. H 17
(*11256ff
an die Exp. ds. Bl.
ung. Mädch. t. d.
Kleidermach=
u . Garant. gründl. Ausbild.,
Konfektion, Mühlſtr. 40, I. (87
Damenfrisier
lehrt gründlich, gut u‟
Marie Fröhlich, lang)
Waldſtraße 3, II.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Nummer 104.
DETTET
unter Preis.
Straußfedern-
Rudolf Wolff
:: Engroshaus
ich habe eine grössere Anzahl
Bismarckstrasse 55
Spezialhaus allerersten Ranges
in
Metallbettstellen zur Erwachsene und Kinder
in Prete 2C
40% zurückgesetrt
Straussfedern
Pleureusen:: Reiher
Bekannt riesige, nicht, zu übertreffende Auswahl in
allen Farben und Preislagen.
(8285a
Einzelverkauf zu Engrospreisen und nur gegen bar.
und mache auf dieses ganz aussergewöhnlich preiswerte Angebot
besonders aufmerksam.
Alle Zubehörteile
wie Rosshaar-, Kapock- und Seegras-Matratzen,
Deckbetten, Kopfkissen, wollene Koltern,
Bettwäsche
in nur besten Qualitäten und billigsten Preisen.
Hillig.
Hillig!
Billig!
Wollen ſie ſüße ſaftige Orangen eſſen?
Heute friſch eingetroffen:
(*10907it
Ich bitte um Beachtung der Schaufenster.
Besichtigung der Betten
ohne Kaufzwang gerne gestattet!
3 Stück 10 Pf., Dutzd. 38 Pf.) Stück 7 Pf., Dutzd. 80 Pf.
Stück 5 Pf., Dutzd. 55 Pf. ) Stück 8 Pf., Dutzd. 90 Pf.
Stück 6 Pf., Dutzd.
Pf. Stück 10 Pf., Dutzd. 100 Pf.
eſonders empfehlenswert:
Stück 6 Pf., Dutzd. 70 Pf., Stück 7 Pf., Dutzd. 80 Pf.; ferner
Messina-Citronen
3 Stück 10 Pf., Dutzd. 38 Pf.) Stück 6 Pf., Dutzd. 70 Pf.
Stück 5 Pf., Dutzd. 55 Pf. 1 Stück 7 Pf., Dutzd. 80 Pf.
Feinste Canarische Bananen, goldgelbe Früchte, Stück 10 Pf.
Dutzd. 110 Pf., Muscat-Datteln Pfund 40 und 70 Pf.
Zum Valencia-Garten
Ludwigsplatz 4. G. Bernardon Ludwigsplatz 4.
aanaRSSS1
aannanansauaee
Augast Walkenhorst
Kaibtass
Markt 10.
Am Rathaus.
10315fos
Der Stempel: „P. J. Schembs” auf der
Sohle verbürgt Eleganz und Qualität.
Einanus Schale
Frühjahrs-Neuheiten
Entzücksnde, hochaparte Dessins in den neuesten Formen und Farben
sind eingetroffen.
Unserem Prinzip treu, nur das Beste und Schönste zu bringen, zeigen wir in
unserer Ausstellung wieder etwas ganz Hervorragendes.
P. J. Schembs, Rheinstrasse 20
neben Hotel Hess.
Telefon 1965.
Unsere Spezialabteilung in Touristen-, Jagd- und Sportstiefeln für Damen und
Herren empfehle besonderer Beachtung.
Schuhpflegeartikel: Crème etc. in besten Marken.
(8324
Elisabethenstr. 42 DARMSTADT Elisabethenstr. 42
Werkstätten für Galvanostegie
und Galvanoplastik
vernickeln, vergolden, versilbern, verkupfern,
vermessingen und verzinnen von
neuen und gebrauchten
Metallgegen-
ständen jeder Art in jeder Ausführung.
Spezialität:
Erneuerungabgenutzteru. unansehnlich gewordener
Metallüberzüge auf Haus- und Tafelgeräten,
Be-
stecken, Beleuchtungskörpern, Kunst- u.
Schmuck-
gegenständen jeder Art.
Neu-Emaillierung u. Vernicklung von Fahrrädern.
(Auf Wunsch mit Montage und Demontage.)
Galvanoplastische Kupferniederschläge auf
Holz, Gips etc.
(9835a
Lager in fein ausgeführten Galvanobroncen.
Kinderschuhe verkupfern, oxd.
versilbern
per Stück Mk. 3.50
„ 4.50
Langjährige Erfahrung.
Inla
Parkett-, Pitch-pine-, Linoleum-Böden etc.
werden gereinigt. Teppich=Reinigung. Wohnungs= u. Neubauten=
Reinigung.
Institut „Noris‟ Kiesſtraße 27.
V8292)
ut erh. Kinder=Liegewagen gut erh. rund. nußb. Tiſch zu
verk. Kiesſtr. 95, II. (*10953mdf 1 verk. Tannenſtr. 42, p. (*10820if
Der Hof des Schweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nüchorhe Nrösten.)
35)
Coppright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Traumblaſſer Mondenſchimmer lag über dem weiten
Meer.
Opalblaue Eisberge ragten hier und da aus dem
mur=
melnden Waſſer auf und rückten näher und näher.
Das Boot des Kapitän Anderſen, von zwei kräftigen
Rudern geführt, ſuchte vorſichtig ſeine Bahn, um die Katla
zu gewinnen.
Ingwald ſah mit gefurchter Stirn in die Ferne. Die
plötzliche Stille auf dem weiten Waſſer gefiel ihm nicht.
Treibeis kündigte ſie an, deſſen Vorboten ja ſchon an der
Küſte ſichtbar waren. Auch der leuchtende Schimmer am
Horizont, „der Eisblick”, war gefährlich. Wenn jetzt ein
ſtarker Wind einſetzte, dann hatte man das Hafis (
Treib=
eis) da, und in einer einzigen Stunde konnte die ganze
Küſte blockiert ſein. Die „Katla” war zwar mit ihrer
breiten Bruſt gut bewahrt gegen ſolche eiſigen
Umarmun=
gen, aber etwas wie Beſorgnis war doch in Ingwalds
Herzen, wenn ihm die Erwägung kam, daß ihn das Eis
möglicherweiſe bindern könnte, wieder das feſte Land zu
gewinnen. Gerade jetzt, wo ſo viel für ihn auf dem Spiele
ſtand.
Der Tod, der ſo unerwartet auf der ſo herrlich
be=
gonnenen Reiſe an den armen Jon Thorkjel herantrat, lag
ihm noch in allen Gliedern.
Er hatte den rothaarigen Jungen, über deſſen
Schwär=
mereien für Hallgerdr er nachſichtig gelächelt, wirklich lieb
gehabt, und ſein frühes Ende hatte ihn tief erſchüttert.
Eine Mahnung ſchien es ihm an die Vergänglichkeit,
ein Drohen, wie ſchnell einmal das Ende kommen könnte
inmitten von tauſend Plänen, Wünſchen und Hoffnungen.
Und dann hatte der ſtumme, tränenloſe Schmerz der
Mutter, als man ohne ihren geliebten Jungen heimkam,
ihm heimlich ſchmerzende Wunden aufgeriſſen. Er mußte
immerwährend denken, daß ſo wie Frau Groa, ſo
erſchüt=
ternd, ſtarr und tränenlos auch Helga das bitterſte Leid
getragen haben würde.
Und wenn er auf den Amtmann ſah, der ſein fröhliches,
glücksfrohes Lachen ſo ganz verlernt, dann dachte er, wie
es ihm zu Mute ſein würde, wenn er erführe, daß man
ſeinen einzigen Sohn begraben, ſeinen ſüßen, kleinen Orm,
der ſo wehende, goldene Locken hatte und ſo ſtrahlende,
blaue Augen.
Nein, er wollte nicht daran denken.
Klein und dumm war der Junge geweſen, als er
fort=
gezogen, der Bube hatte ihn noch nicht mal gekannt, und
wenn er jetzt auf dem Bilde ihn ſo reizend ſchalkhaft
an=
lächelte, ſo war das ganz natürlich. Alle Kinder waren
in dieſem Alter beſonders lieb, und Orm, na, Orm war
wie alle anderen Kinder auch.
Wenn Ingwald an Hallgerdr dachte, ſo empfand er
neben ſeiner brennenden Sehnſucht nach der Heißgeliebten,
doch ein Gefühl des Unmuts.
Während der ganzen Zeit der langen Rückreiſe — ſie
waren viel länger ausgeblieben, als man erſt
voraus=
geſehen — hatte ſich Hallgerdr merkwürdig von ihm
fern=
gehalten. Als er ſie eines Tages bei einem flüchtigen
Alleinſein nach der Urſache fragte, ſagte ſie ernſt:
Es wäre eine Sünde gegen den armen Jon, der
mei=
netwegen ſtarb, wenn ich jetzt an meine Liebe und an mein
Glück denken wollte, wo er ſo einſam, fern von der Heimat,
ruhen muß, er, der ſo treu zu mir ſtand.
Ingwald ehrte ihren Schmerz, und er fand es auch
ganz natürlich, daß Hallgerdr ſich vornehmlich der
trauern=
den Familie Thorkjel widmete, aber ihre Unnahbarkeit, ihre
ernſte, würdevolle Gelaſſenheit ihm gegenüber, drückte doch
einen Stachel in ſein leidenſchaftliches Herz.
Er war auf der Rückreiſe faſt nur auf die Geſellſchaft
Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Seite 13.
Kompl. Schlafzimmer, Speisezimmer,
Herren-
zimmer Küchen, sowie einzelne Möbelstücke
kaufen Sie in nur solider Ausführung äusserst billig bei
6145a
Hofstallstrasse 6
(nächst dem Mathildenplatz) C
Bötting
E1
Hofstallstrasse 6
(nächst dem Mathildenplatz)
C4
Unerreicht in Qualität und Preis!
(4993a
Preislagen: Mk. 85.-, 115.-, 125.-, 135.-, 145.-
August Enge
Schuchardstr. 8. Darmstadt Telephon 1128.
Damen-Konfektion Elise Mayer Damen-Konfektion
Karlstrasse 11II.
1 Maßanfertigung eleganter, sowie einfacher Damen-Garderobe.
Schicker Schnitt, gute, solide Arbeit bei billigster Bedienung
zugesichert.
(8816a
— Feinste Referenzen.
Großer Gelegenheitskauf
A
an elei
für Herren und Damen
in eleganter, solider Ausführung
zum Einheitspreise
von Mk.
in neuesten englischen, amerikanischen und deutschen Fassons,
schwarz und farbig, in Schnür-, Schnallen-, Zug-, Knopf-, auch
in Derby-Schnitt mit und ohne Lackkappe, auch in ganz Lack.
Trotz des billigen Preises nur gute
dauerhafte und zuverlässige Ware.
Ein Blick in unsere Schaufenster sagt Ihnen alles.
Für gute Haltbarkeit unserer Schuhwaren
über-
nehmen wir volle Garantie.
Gardinen Gardinenstoffen
Möbelstoffen Brises Bises
3z und Congresstoffen 38
da solche wegen Aufgabe des Artikels
: total ausverkaufen:
Hur so lange Vorrat reicht.
(9873a
Ludwigs=
Sebr. Bosleln,: platz
Jedes Paar
ohne Ausnahme!
Ein einziger Versuch macht
bie zu daueradem Kunden,
Schuh-Haus
im Hause
Valentin Schropp
Marktplatz.
(9515a
füialen an allen grüeren Pätzen.
Ole Gudmunds und der Studenten angewieſen, die es
jetzt nicht wagten, Signe die Cour zu ſchneiden.
Ole Gudmund hatte ſich nach den letzten brutalen
An=
griffen des ſchönen Mädchens ganz von Signe
zurück=
gezogen.
Er wollte ihr zeigen, daß er ſich nicht zum Spielball
ihrer Launen machen ließ, aber Ingwald hatte doch bemerkt,
wie ſehr der Doktor unter dieſer Entfremdung litt.
Der Kapitän hatte ſich vorgenommen, bevor er an
Bord der „Katla” ging, Rava Jonſon aufzuſuchen, um
mit ihm zu reden, denn er ſagte ſich mit Recht, daß Bjarni,
der Knecht, der vor ihnen heimgekehrt, gewiß ſeine Zeit gut
genutzt haben würde, ihn bei dem Alten zu verklagen.
Hallgerdr aber hatte entſchieden abgelehnt, daß er jetzt
nach dem Widarhof kam. Sie ſelber wollte erſt allein mit
ihrem Vater reden. Erſt mußte ſie wiſſen, wie ſich ihr
Vater zu Bjarni ſtellte, erſt wollte ſie des Vaters
Geſin=
nung erforſchen, ehe ſie mit ihren eigenen Wünſchen
an=
trat, Wünſche, vor denen ihr graute, wie ſie Ingwald eines
Tages vertraute.
Welch ein ſeltſames Gemiſch von naiver
Lebensauf=
faſſung, ſtarrem Ernſt und unerſchütterlichem Willen doch
in dieſem Mädchen war.
Der Kapitän mußte immerfort an ſie denken, während
ſein Boot der „Katla” zuſteuerte, die jetzt ein weißes
Schneekleid trug.
Er malte ſich in berauſchenden Farben aus, wie es
ſein würde, wenn er Hallgerdr erſt ganz gewonnen, wenn
er ſie, die Holde, die Stolze, erſt für ſich ganz allein auf
ſein ſtilles Schiff gerettet haben würde, und ſie beide
hinausſtenern würden auf das weite Mer, unbekannten,
märchenhaften Fernen entgegen. Hallgerdr und er in der
Kajüte der „Katla” ganz allein, Bruſt an Bruſt, Mund an
Mund.
Ein Glücksſchauer hob ſeine Bruſt. Dieſes Weib zu
erkämpfen, war des höchſten Preiſes wert.
Eine Sturzwelle, die in das Boot ſchlug, brachte den
Kapitän erſt wieder zu ſich. Die Lichter der „Katla”
blink=
ten vor ihm auf.
Wie ein Totenſchiff dünkte ihm die ſchwarze Hexe in
ihrem weißen Sterbekleide, das der Schnee um ſie
ge=
ſponnen.
Lauerten da drüben nicht Geſpenſter gleich
rieſenhaf=
ten Geſtalten auf dem Waſſer?
Nein, Eisklötze waren es. Wie zwiſchen Gräbern
ſtanden ſie da.
Jetzt legte das Boot an die „Katla” an.
Müde, mit ſchweren Schritten ſtieg der Kapitän die
Schiffstreppe, auf welcher der Schnee funkelte, hinan.
Zum erſtenmal kam er freudlos heim. Sonſt hatte er
immer das Gefühl gehabt, wenn ſein Fuß das Schiff
be=
trat, als täte ſich ſein ureigenſtes Reich vor ihm auf, einem
Könige gleich hatte er ſich gefühlt, und heute kam er ſich
ſo arm vor, ſo zerſchlagen, einem Bettler gleich.
Steuermann Stevens ſtrahlte über das ganze Geſicht,
als er den Kapitän begrüßte.
Na, wir glaubten ſchon, die Polarfüchſe und Eisbären
hätten Euch mit Haut und Haaren verſpeiſt. Donnerwetter
nicht noch mal. Wir ſitzen feſt, Kapitän, wenn wir uns
nicht dazu halten.
Zu ſpit, Steuermame Stepers. Das reibeis it ſchon
in Bewegung. Wir bleiben noch dieſen Winter in Island.
Der Alte kratzte ſich verlegen ſein graues Haar.
Wenn das man gut für die „Katla” iſt, Kapitän. Ich
glaube, ſie hat’s etwas auf der Bruſt, und wenn’s das
Unglück will, dann ſchneidet uns das Eis plötzlich einmal
die Hexe mitten entzwei, bis in das Herz hinein.
Ihr ſeid wohl närriſch, Steuermann? Doch wir reden
morgen noch darüber. Jetzt will ich ſchlafen, die Reiſe hat
mich müde gemacht, mehr als ich dachte. Gute Nacht,
Ste=
vens.
Gute Nacht, Herr Kapitän. Wünſche wohl zu ſchlafen.
Und der alte Steuermann lachte in ſich hinein und
ſchielte nach der Kabinentür.
Na, die Freude, die der gute Kapitän heute noch
er=
leben würde. Ja, wer ſon Glück hatte, eine ſchöne Frau
plötzlich in der Kajüte zu finden. Er hatte es nicht ſo gut.
Seine Alte — ſie war ja ſchon ein beträchtliches altes Stück
Eiſen — ſaß gewiß bei der Tranlampe zu Haus und las
in der Bibel und betete für ihn und die „Katla”.
Na, das Beten, das konnte man gut gebrauchen, wenn
man um Island herum auf dem wilden Meere trieb.
Der Kapitän warf im Weiterſchreiten einem Matroſen
ſeinen naſſen Mantel zu. Eistropfen hingen ihm noch in
Haar und Bart. So trat er in die Kabine.
Ein fahles Dämmern, das die helle Schneenacht
hinein=
warf, beherrſchte den vorderen Raum. Der andere Teil
war tief dunkel.
(Fortſetzung folgt.)
Aus
meiner 10
ischeAAbteilun,
empfehle:
Damen-Hemden
mit Spitzen
95 ₰
mit Feston
1.50
mit Stickereisattel . 1.75
Damen-Beinkleider
mit Spitzen .
95 ₰
mit Feston
1.35
mit Stickerei
1.75
Damen-Nachtjacken
mit Spitzen
95 ₰
mit Feston
1.50
mit Stickerei
1.75
Damen-Nachthemden
Cretonne mit Spitze 2.75
mit Feston
3.25
mit Stickerei
4.25
in jeder
Damen-Knie- und Reform-Beinkleider Preistase
Damen-Unterröcke. Stickereiröcke. Untertaillen
Herren-Oberhemden
weiss und farbig . 6.75 bis 2.75
Uniform-Hemden
weiss Cretonne
3.25 bis 1.75 elegant besetzt
Herren-Nachthemden
5.50 bis 2.50
Kragen, Manschetten, Vorhemden, Garnituren, Krawatten,
Schirme, Hosenträger, Socken, Taschentücher, Sportstrümpfe
für Herren, Damen und Kinder —
Macco-wäsche und Unterkleiger in grosser Auswahl zu billigsten Preisen.
Tischwäsche, Bettwäsche, Bettfedern
Tischtücher
1.35
130/150 . . . .
prima Qualität,
1.50
135/150
Servietten
3.60
60/60 p. Dtzd
Handtücher
15, 25,
per Meter
35, 40 bis 95 Pf.
Bettbezüge
Damast,
weiss, 130/180 .
. 4.25
Damast, prima
Qualität, 160/180 . 5.50
Kattun,
2.50
130/190
Kattun,
3.25
prima Qualität
4.00
Satin, Augusta
Beitücher
Halbleinen,
. 2.60
16025
Cretonne,
2.30
160/225
Halbleinen.
3.50
prima Qualität
Bettkolter
Uebertücher
Bett-Barchent
130 cm breit .
1.30
1.50
160 cm breit .
prima Qual., 130 cm
breit :
225 bis 3.25
prima Qual., 160 cm
breit . . . 2.75 bis 4.00
Bett-Federn
chin. Federn,
per Pfd. 1.50
chin. Halbdaunen,
per Pfa. 1.80
prima weisse per Pfd. 2.50
reine Gänsefedern,
grau
per Pfd. 3.00
reine Gänsefedern,
weiss
per Pfd. 3.75
prima Halbdaunen,
per Pfd. 4.50
Uebernahme ganzer Brautausstattungen in jeder Preislage!
Aili
Hess
1
DARMSTADT
Schillerplatz 5.
aus Gummi, rohe u. gummierte
Hanfschläuche (9917a
Strahlrohre, Verschraubungen
Aren-Schfduchff
Rasensprenger, Schlauchwagen
sowie sämtliche Zubehörteile.
Schulstr. 1
Herm. Heinmüller, erstesSpezlalgeschäftam Platzereiephon 315. Alle Reparaturen prompt und biligst
Frische Bruteier
von Welſchhühnern (Puten)
Heinrichſtr. 41 bei Mayer. (*11232
unge Rehpinſcher billig abzug.
Beſſungerſtr. 115. (*11294fs
Zunge Katzchenabzugeben Stein=
(10345
ſtraße 2, parterre.
Febr. Fahrrad m. Freil. zu ki. geſ.
Off. m. Preis u. Eiffer HI 19
(*11265
an die Exp. d. Bl.
uterhaltener Kinderwagen
bilig zu verkaufen (*11727
Pankratiusſtr. 30½ 2. St. links.
Finderwagen und kleiner
Gasherd billig abzugeben
bere Liebfrauenſtr. 36, I. (*11140df
Me
Brautpaar
10 Hmſt
freundl. ger. 3 Zimmerwohnung
mit Zubeh. Gefl. Angeb. m. Preis
Unz. A4 7 an die Exp. (*11209fs
Im Vorderhaus 2 il. Zim. m.
Küche od. 1 gr. Zim. u. Küche von
einz. Frau m. 1 Kind. geſ. Bleichſtr.,
Mathildenpl., Landwehrſtr. oder in
d. Nihe. Näh. Mauerſtr. 2, p. (*3
33 Zimmerwohnung bis 1. Junt,
nicht über die 2. Etage, geſucht.
Off. unt. H6 an die Exp. (*11210
Fenerchetraete 16
5 Zimmerw. per ſofort zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
Näh. daſ. part.
(6214
Soderſtr. 90, Ecke Beckſtr.,
große 5 Zimmer=Wohnung m.
Gas, Bad u. allem Zubehör
als=
bald billig zu vermieten. Näh.
Griesheimerweg 19, Kontor. (9777t
1 Zimmer
3 Zimmerwohn. zu vm. (*219202m5
ſchöne Drei=
Pankratiusſtr. 7 Zim.=Wohn.
alsbald zu vermieten. (*11054mdfs
Neue Ireneſtr. 68, 1. St, 3 Z.=(
wohnung per 1. Juli zu verm.
Näh. daſelbſt 1. St. (10282t
Neubau
Dieburgerſtr. 11 ſch. 3
Zimmer=
wohnungen, 1. u. St., p. 1 Juli zu
verm. Zu erfr. Vorderh. (*11270
Zimmerstrasse 5
ſchöne 3=Zimmerwohnungen
als=
bald zu verm. Näh. part. (10340a
Emilſtraße 4 eine ſch. 2 Zim.=
Wohnung mit Zubehör. Näh.
Kahlertſtraße 1, Bert ch. 9562oidf
One Zimmerzh
Weinbergſtr. 40 eine Wohnung
(Manſarde) zu verm. (*11219fs
Gte Selen
Nicht zu überschen!
Vermiete mein freiſt. Landhaus
mit 11 ger. modern. Zimmern,
Küche, Bad. großem Garten mit
tragb. Obſtbäumen, ſofort billig.
Das Anweſen befindet ſich dicht
bei Darmſtadt und iſt ſtaubfrei
gelegen. Rellektanten woln Of.
unt. P 83 alsbald an die Exped.
gelangen laſſen.
(9947a
In unſerem Arbeierwohnhaus
in Arheiigen, in unmitelbarer
Nähe der Main=Neckar=Eiſenbahn,
ſind Wohnungen, beſtehend aus:
2 Zimmern, Küche, Keller und
Bodenraum, mit Waſſerleitung
ausgeſtattet u. mit Gartenanteil,
zum Preiſe von 14 Mk. p. Mon.
per ſof. zu verm. Carl Schenck,
Eiſengießerei u. Maſchinenfabrik,
Darmſtadt, G. m. b. H. (10075a
2ne
zu verm. Ecke
Tutg=Garage Mühl= u.
Runde=
turmſtraße.
(*11230
anuaunasassnaannansaanasaumnannnssassanne unss
MrNerDE
Halbschuhe sind modern ..
Der Meroedes-Schuh hat die
beste Passform .. .. ..
Einheitspreis für
Damen und Herren
6250
1
Extra-Qualität Versand
50
165
Seee et e
m. Ladenzimmer, für jedes Geſchäft
geeignet, ſofort zu vermieten. Zu
erfragen daſelbſt oder
Kranich=
ſteinerſtraße 41.
(8404f
Mblierte Zimme
Waldstrasse 16
ſchön möbl. Wohn= und
Schlaf=
zimmer, daſelbſt Einzelzimmer, mit
(9796t
oder ohne Penſtion.
Martinſtraße 2 wegzugshalber
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer mit
großer, geſchl. Glasveranda u. Gas
(B8114t
per ſofort zu verm
Eliſgbethenſtr. 49, part., gut
möbl. Zimmer zu verm. (10083t
Rheinſtraße 8, 3. Stock, ſchön
mäh. Zin mer zu verm. (*453t
Eliſavethenſtr. 31, 1. St, mobl.
Zim. Preis 17 Mk., zu v. 1. 2eßte
Saalbauſtr. 25, 2. Stock, gut
möhl. Zimmer zu verm. (8321t
Gartenſtr. 17, I., möbl. Zim.
mit Penſion ſofort. (*10850imsf
Weuckſtraße 62, Ecke
Taunus=
ſtraße, ein gut möbl. Zimmer zu
verm., evt mit Venſion. (6284
IV. unks, möbl.
Karlſtr. 58 Zimm. bill. zu
(*18639
vermieten.
Lutſenſtr. 6, III., ſchön mbl. Z.
(10161t
ſofort zu verm.
Karlſtraße 31, parterre und
1. Stock, möbl. Zimmer, ſep.
Ein=
gang, zu vermieten. (10160t
Viktoriapl. 6, I., ſep. gut möbl.
Zim. Woche3, 50 M. m. K. (*10949mdf
Mühlſtr. 58, III., Kapellplatz,
(10207t
aut möbl. Zimmer.
Schuchardſtr. 15, II., ein gut
möbl. Zimmer zu verm. (*11006mdf
Kiesſtraße 18 eintach u. beſſer
möbl. Zim., ev. mit Koſt. (*11022md
Eliſabethenſtraße 4, 3. Stock,
kleines möbl. Zimmer an beſſeren
Arbeiter bill. zu verm. (*11065mdfs
Katalog
gratis.
nach
aus-
wärts.
Kinderstiefel
Marke Wildfang
in grosser Auswahl.
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Alleinverkauf für Darmstadt (10351
J. Sauerwein, Markt 1.
LTILLITIENLIIIETTEEWEVFTäfESffaLffwEEEe
Mauerſtr. 15, einf. möbl. Zim. Karlſtraße 30, Hth., 3. St. l.,
für 12 Mk. zu vermiet. (*10823if möbl. Zimmer, ſep. Eing., zu vm.,
Waldſtr. 18, part., gut möbl. mon. 15 Mk. Anzuſ. v. 8—4. (10013a
Z.m. mit ſev. Eing. ſaf. (*11086 1fs
Bleichſtraße 40, II. rechts, gut
möbl. Z mmer zu verm. (*11117dfs
Neue Schwanenſtr. 72, 2. St.,
zwei fein möblierte Zimmer an
ſolide Herren zu verm. (*11169dfs
Schloßg. 2, part, möbl. Zimmer
mit 1 od.2 Betten. zu verm. (10032t
Heinheimerſtr. 77, part., möbl.
3 f. anſt. Hrn. od. Fräu (10329fso
Lichtenbergſtr. 80, III., 2 gut
möbl. Zimmer zu verm. (*11308fs
Unter Preis.
Eleg. möbl. Wohn= u. Schlafz.
38 Mk., auch einz. und f. Fremde.
*11211) Arbeilgerſtr. 10, I. Tr. I.
Roßdörferſtraße35, 1. Etage,
ſchön möbliertes Wohn= u.
Schlaf=
zimmer zu nermisten (9097if
Lndwigſtraße 16, 3. St., möbl.
Zimmer biliag zu vorm. (*11218
Aelt. alleinſt. Dame mit ſchön.
Haushalt wünſcht alten Herrn od.
Dame wenn auch pflegebedürftig,
bei ſich aufzunehmen. Off. unt.
H 28 an die Erped. d. Rl. *1287
Tennisplatz
Schießhausſtraße, gegenüber der
Hausnummer 80, noch einige Tage
in der Woche zu verm. (*11257
Zu erfragen Karlſtraße 44.
Kenien Ellahethenſtraße 4
Einzelzimmer mit Penſion, auch
auf Tage u. Wochen. (*11069mdfs
erte u. batone
Buckskin
für Anzüge
3.20 Meter
von 7.50 a
Reste u. Coupons
in
Bett-Kattune
3.20
Mtr. 6
5.40
3 Mkr. 1.45
Baumwolwaren
Wreisswaren
Aus dem von uns gekauften
-Gelegenheitsposten
empfehlen wir als ganz besonders billig:
Bett-Damaste, 130 und 160 cm br., bis zu
den feinsten Brokat-Qualitäten . Meter 1.90, 1.48,
5 ₰
Cretonné darunter prima Maccotuch, sowie
stark- und feinfädige Ware, . . Meter 62, 52, 48,
Bettuch-Halbleinen, Ia. westfälische
Quali-
täten .
. . . Meter 1.65, 1.40, 1.10
Piqué, Damassée u. gerauhte Croisé
Meter von
Reste u. Coupons
in
Hemdenbiber
3 Meter
1.00
Rete u. bouoene
in
Kleider-
Stollen
enorm billig
Reste u. Coupons
in
Tüll- u.
Spachtel-
einsätzen und
Spitzen
Mandtdcher
Mousseline mit und ohne Bordüren, grosse
Aus-
wahl .
. Meter von
54.
Mousseline reine Wolle, mit und ohne Borde
Meter von
52.
Zephir für Blusen, oder Herrenhemden,
wasch-
bare Ware . . . . .
. Meter von 60an
Blusen-Leinen imit., in enorm grosser Auswahl
Meter von 99an
Kleider-Drück gute Qualität
Metz ven 35 5.
Schürzen-Druck gute Fabrikate, 116—118 cm
breit . . .
. Meter von 30 an
Handtuchstoff
weiss-rot D . . Meter 18 ₰
Handtuchstoff
weiss Gerstenkorn mit rot.
Rand . . . . . Meter 28 ₰
Handtuchstoff
weisses Drelltuch in gutem
Halbleinen . . . Meter 39 ₰
Handtuchstoff
Ia halblein. Gerstenkorn,
weiss mit rot. Rand, Meter 48 ₰
Kleiderstole
enorm billig
Halbwollene Rockstoffe
Meter
35.
doppelbreit,
Kleiderstoffe, schwarz-weis
Meter
65₰
hübsche Muster,
Blusenstoffe, mit und ohne
Bordüre, Meter
von 2Van
reine Wolle, marine und
100
Cheviot, schwarz
Meter
uni und gestreift, sehr
Seide, preiswert
Meter
35 ₰
Schurzen
Blusenschürzen
mit gestickter Borde .
95
Hausschürzen
mit Tasche und Volants
Hausschürze
gute Qualität . .
Druckschürzen
Zierschürzen
weiss
Zierschürzen
farbig .
von
von
von
um
enorm billig!
Der enorm billige Verkauf Damenhemden
wird, solange der Vorrat Damenbeinkleider
sehr preiswert!
reicht, weiter fortgesetzt. Damenjackenu. Unterröcke sehr billig!
aschen
IEnEENWARERAU0
Rabattmarken.
Konſumverein Darmſtadt.
Für den Sommerbedarf ſind auf dem Schuhwarenlager,
Grafenſtraße 27, neu eingetroffen:
Große Poſten brauner Stiefel und
Halb=
ſchuhe für Herren, Damen und Kinder
:: in den modernſten Formen. ::
Größtmöglichſte Auswahl.
Niedrigſte Preiſe.
Beſte Qualität.
Auch unſere Fahrräder, alle Fahrradteile, Näh= und
Waſch=
maſchinen, Leiterwagen bringen wir in gefl. Erinnerung.
Wir führen nur erſtklaſſige Fabrikate.
(10313ff
Der Vorstand.
ehr gute Hobelbank, faſt neue
Ulmer Gehrungsſäge, verſch.
Schreinerwerkzeuge billig zu verk.
Näh. Kiesſtr. 127, part. (*1278
Kinder=Liege=Wagen, blau, für
R15 Mk. zu verkaufen. (*11281
Landwehrſtraße 47, 1. St.
mit Platen bil.
Grammophon abzugeben
*11297fs)
Beſſungerſtr. 115.
Zuterh. Kinderwag., blau, b.
Gpk. Landwehrſtr. 29, II.I. (*11284fs
65 Sartenſtünle
5 Gartentiſche
gebraucht, billig abzugeben (*11199
Mathildenplatz 8, Hof
Wegen Auflöſung des Haushaltes
ſtehen folgendeMöbel zum Verkauf:
Salon in ſchwarz, Garnitur
v. grün. Tuch, einz. Sofa, ein
Sofaumbau v. Mahagoni, Betten
Waſchtiſche, Nachttiſche, einz. Tiſche
für Wohnzimmer, einf.
Kleider=
ſchränke, kompl. Küche, div.
Lam=
den und verſch. Hausgerät ꝛe.
G. m.
Paul Wolf & Co., b. H.
10341a) Rheinstr. 51.
Schön pol. Mahagoni=Bettſtelle
Sf. 20 M u. 1 Kleiderſchr. zu vk.
*11300) Neue Irensſtr. 21, 3. St.
weißlein. Jackenkleid, Gr. 44,
1 rohſeidenes (noch nicht getr.).
1 zuſammenlegb. Lorgnette billig
zu verkauf. Aliceſtr. 1. I. (*11289fs
Wer dort? (9995a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Zebr. Schuhwerk und Kleider
bezahlt reell C. Minkler,
Langegaſſe 10.
(*10899imdf
Guche einen guterhalt., gebraucht.
Eisſchrank zu kauf. Offert. mit
Preis u. H 29 a. d. Exp. (*11293fs
K aufe alte Zahngeb, 1 Zahn 40 Pf.
AG. Best, Ludwigshöbſtr.6.), I.(10055a
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (8299a
Lippmann May.
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompterled.
gebrauchte Guitarre, gut erh.,
zu kaufen geſucht. Of. unter
II 11 an die Exped.
(*11229
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(10303a
G. Kanzler, Friſeur, Marktſtr. 3.
: Ankauf
von nur beſſ. getr. Herren= und
Damenkleid. u. dgl. bei reeller
Bezahlung. Jetzt Donnerstag
hier. Schriftliche Off. u. H 100
an die Exped. ds. Bl. (10307fsi
zu kaufen
Glasabschluss geſucht.
Off. u. H 30 an die Exp. (*11305
Gebrauchtes Dreirad
zu kaufen geſucht
(*11262
Fell. Uebungsplatz.
Sie hen entn etrenht.
Asbeſt= od. Celluloſe=
Filter
Leiſtung ſtündlich 10
Hekto=
liter. Offert. unt. M. 26 an
die Exrpedition.
(*11279fs
Erſuche das werte Publikum
künſtliche Zähne
(*11291so
ſelbſt wenn zerbrochen, nicht
weg=
zuwerfen, da ich ſolche zu höchſten
Preiſen ankaufe.
Nur Montag, den 6. u. Dienstäg,
den 7. Mai, den ganzen Tag in
Darmſtadt, Hotel „Prinz Carl”,
Ecke Schul= und Karlſtraße, 1. St.,
Zimmer Nr. 8. Separater Eingang.
.Brillanten. Platin,
9 Gold, Silber: zu
Käufe höchſt. Preiſe. A. Kurtz,
Pädagogſtr. 2. Tel. 1202 (10027a)
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Nummer 104.
Mein heutiges
Steingut
1900
bietet bei bekannt reicher Auswahl in allen Abteilungen
se Vorteile!
Suppenteller, gerippt . Stück 6 ₰
do, mit blauem Rand . . Stück 10 ₰
Dessertteller, weiss . . Stück 5 ₰
Obertassen, weis, gross, Stück 5 ₰
do. bunt, gross . . . . . Stück
Untertassen, weiss . . Stück
Kinderbecher, bunt . Stück 6 ₰
Geleekumpen, gross, weiss
3₰
8 ₰
do, bunt
von Garnitur,
35 ₰
Wasserkannen bemalt
Sals oder Rleſlaß
eter 28
bemalt
Porzellan
500 Haushaltungstonnen
bemalt, verschiedene Schriften
Stück 17₰
Seltens Gelarentelt
100 Waschgarnit. Hamburg
5teilig, bemalt, 36 cm gross
mit Becker
anstatt
O nur
massiv mit grün.
Speiseteller, Rand Stück 23 ₰
mit grünem
Dessertteller, Rand Stück 15 ₰
Platten, oral, 38 om. . Stück 175 ₰
10
Speiseteller
45
Saucieren
25 ₰
Teekannen, bemalt.
35₰
S laeneee
Kafte-Serviee
9-teilig, fein bemalt .
225
Eier-Service
fein bemalt, 2 Eierbecher,
Salz-
streuer und Tablett, zusammen
Glaswaren
Wassergläser . . Stück 4.
Bierbecher .
Stück
Bierbecher mit Gold-Buchst. St. 20
Sturzflaschen mit Glas Stück 15 ₰
-teilig, 6 Gläsc
95₰
Bier-Servicé mit Krus
Emaille
Toilette-Eimer mit Deckel 95 ₰
3 Milchtöpfe im Satz . . 95 ₰
Kaffee- u. Milehkanne zus. 95 ₰
Sand, Seif, Sodagarnit. 95 ₰
Löffelblech, 30 cm., bemalt . 95 ₰
Bündeltöpfe
6 Stück im Bund
Irdenes Geschirr
— in grosser Auswahl.
Sämtliche Sommer-Artikel
wie: Gießkannen, blank u. lackiert, Blumengitter, Fliegenfallen,
B.
Eismaschinen, Petroleum- u. Gaskocher, Aermelbretter,
enorm billig!
Bügelbretter
(10304
Aiin
einin
en
Ludwigstr. 10. Grösstes Spezialgeschäft am Platz für Haus- u. Küchengeräte. Ludwigstr. 10
Ollemer
Weiblich
Anſ. Dder Jahr, ſucht
Witwe Stellung, wo ſie ihr
gr. Kind bei ſich haben kann. Off.
erbeten unter H 9 an die
Expe=
dition dieſes Blattes.
(*11215
Anſtändiges
junges Mädchen
welches nähen, ſervieren und alle
Hausarbeit verſteht, ſucht Stellung
in beſſerem Hauſe z. 1. Juni. Off.
unt. H 15 an die Exped. (B10320
Unabh. Mädchen ſucht Laufd.
(*11253
Langgaſſe 2.
15jähr. Mädchen ſucht tagsüber
ein Kind auszufahren. Wo? ſagt
die Exvedition ds. Bl.
(*11276
ſucht ſofort
Geſ. Schenkamme Stelle. Of
an Poſtamt 2 unt. H. (*11208
Suche Laufd. für m. ½, bis
2 Std., a. halb. T. Waſch. u. Putz.
Blumenthalſtr. 34, Manſ. (*11241
Gut empfohlene
Hausdame
ſucht Stellung. Beſch. Anſprüche.
Näh. Gervinusſtr. 62 I. (10309fs
Ein Mädchen ſucht Laufdtenſt
für den ganzen Tag
*11231) Kirchſtraße 17, Manſ.
Junges Mädchen ſucht für
morgens od. mittags Beſchäftigung
Mühlſtraße 10.
*11290)
Junge Frau ſucht Laufſt. morg.
½8—½11 Kiesſtr. 31, Hth. p. (V1ossé
Konfirm., nettes Mädchen, w.
leichte Beſchäftigung; dasſelbe
würde auch ein Kind ausfahren.
Näh. Neue Ireneſtr. 1, III. (*11303
Stell. ſuch: Kinderpfleg.,
Kinder=
mädch., 2 jüng. Hausmädch., w.
näh. u. büg. k., Hot.=Zimmerm. ſof.
u. ſpäter. Mina Dingeldein,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Schützenſtr. 10½, Tel. 531. (*11216
Männiich
Jung. kräftiger Rann ſuht
Be=
ſchäftigung, gleich welcher Art.
Beſte Zeugniſſe. Offert. u. H 16
an die Expedition.
(*11251
Vertrauensposten
jegl. Art ſucht durchaus ehrl. Mann
mit nur la Zeugn. u. Ref., tadell.
Verg., ſchön. Handſchr., ev. Kaut.
Off. u H 10 a. d. Exp. (*11223
Kaufmann
durchaus perfekt in Buchh., inkl.
abſchl. Kaſſe, Korreſpondenz,
Re=
klameweſen, Kalkulation, Reiſe,
Lohnweſen ꝛc., in ungek. Stell., w.
ſich per 1. Juli a. c. zu verändern.
Off. u. H 13 a. d. Exp. (*11238fs
Junger Mann
in den 20er Jahren, längere Jahre
auf Auskunfts= u. Inkaſſo=Inſtitut
tätia, in Stenogr. u. Maſchinenſchr.
perfekt, ſ. p. 1. Juli anderw. Stell.
Off. u. E 69 an die Exp. (*11035mf
Aeiterer Kaufman mit ſchöner
Handſchrift ſucht Stellung für
nachmittags auf Kontor: oder
Lager, oder übernimmt ſonſtige
ſchriftliche Arbeiten. Off. unter
F18 a. d. Expedition. (9752a
Ein Genoſſenſchafts=
Bücher=Reviſor
der die amerik. Buchführung,
Bi=
lanzſtellung ſeit viel. Jahr. gründl.
kennt, ſucht anderweit. Stellung.
Derſelbe übern. auch den Nachtrag
von Büchern ſtundenweiſe in der
Stadt und außerhalb. Gefl. Off.
unt. H 24 an die Exp. (10335fso
Burſche, 16 Jahre, ſ. Stellung
als Hausburſche od. dergl. Näh. b.
Ripper, Rheinſtr. 47. (*11061dfs
Junger, ordentl, ſauberer Mann
von 17 Jahren, mit guten
Zeug=
niſſen ſucht Stelle als Ausläufer
oder ſonſtige Beſchäftigung per ſof.
Off. unt. H 27 an die Exp. (*11282fs
Ofen
Weiblich
Fräulein (Anfängerin)
im Maſchinenſchreiben bewandert,
für Büro alsbald geſucht. Offert.
unter H 23 a. d. Exved. (*11275
Ordentliches Mädchen, weches
Oſtern konfirm. wurde, für ganze
Tage bei gutem Lohn geſ. (*11273
Eichbergstr. 25 (Damen-Konfektion).
Tüchtige
Modistin
gesucht
H. Nau & Sohn
Schustergasse 16. (10305
geſ. Luiſenſtraße 30,
Arbeiterin Konfekt. (*11122df
Konfektion,
Jung. Arbeiterin und
Lehr=
mädchen geſucht
(*11039mf
oßdörferſtraße 4, part.
Lehrmädchen
gegen ſof. Vergütung geſ. (10314fso
Gg. Heckmann-Schmidt
Kurz-, Putz-, Weiß- und
Modewaren.
Hausmädchen
mit guten Zeugniſſen und
gewandt in allen Arbeiten
zum 1. Juli geſucht. Näh.
Expedition d. Bl. (10141mdfso
aagagt
Für Frankfurt zu 2 einz. Damen
Alleinmädch., ſelbſtänd. in Küche u.
Hausarbeit, bei hohem Lohn per
Ende Mai geſucht. Emma Fränk,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Karlſtraße 31. (*11037mdf
Gut empfohlene, reinliche
Lauffrau
vormittags von 7 bis 11 Uhr per
1. Mai geſucht. Zu erfragen
Lud=
wigſtraße 20 im Laden. (10244dfs
Tüchtig., älteres Dienſtmädchen
ſofort geſucht Herber,
Wil=
helminenſtraße 10. (*11168dfs
Geſ. ein Mädchen aus achtar.
Familie, das zu Hauſe ſchlaf. kann
u. durchaus ehrl. u. zuverläſſ. iſt.
Zu melden vormittags od. abends
(*11025mf
nach 7 Uhr.
Mathildenſtraße 25.
Ord. Lauffrau od. Mädch. 1—2
Std. von 1 Uhr ab geſucht. Neue
(*11225
Ireneſtraße 71, 2. S
Aelt. unabh. Mädchen, welches
kochen kann, tagsüber ſofort geſ.
Möller, Mühlſtr. 11, II. (*11247
Zu 2 Kindern wird ein nettes
Mädchen für vorm. z.
Spazieren=
gehen geſucht Landgraf Philipp=
Anlage 58, 3. Stock.
(*11217
Lauffrau
geſucht. Ehrbare Perſon, am
liebſten Witwe eines kleinen
Be=
amten. Offerten unter H 8 an
die Expedition.
(*11216
eſucht
1214
Putzfrau Fuchsſtr. 18, part.
Tüchtiges, nicht zu junges
Küchenmädchen
geſ. Lohn 25 Mk. E. Rollhäuſer,
Off.=Kaſino Train=Bat. 18 (*11233fs
Ein tüchtiges Dienſtmädchen
geſucht, das gut waſchen und
bügeln kann
10308) Viktoriaſtraße 73, 1. Stock
Saubere Frau oder Mädchen
2 mal wöchentl. 2—3 Stdn.,geſucht
*11227) Kaſinoſtraße 26, part.
Laufmädchen od. Lauffrau geſ.
Mathildenſtraße 23, 1. St. (V10348
Solides Mädchen f alle Arbeit
für die Reiſe (Meſſe) geſucht (*11301
Zuckerſchmidt, Meßplatz.
Frau geſ. z. Putz. von 9—11 Uhr
Mittwoch und Samstag morgen
Ludwigſtraße 18, Laden. (*11295
Suche perf. u. bürgerl.
Köchin=
nen, Alleinmädch., w. koch. können,
f. hier u. ausw. Minna Dingeldein,
gewerbsmässige Stellenvermittlerin,
Schützenſtr. 10½, Tel. 531. (*11309
Männlich
uchhalter
Wir ſuchen für unſer Büro
einen zuverläſſigen Buchhalter,
der auch gleichzeit. korreſpondieren
kann. Nur ſchriftliche Offerten mit
Gehaltsanſprüchen finden
Berück=
ſichtigung. Eintritt 1. Juli, evtl.
(10312
früher. Gleichzeitig
Jüng. Buchhalterin
geſucht.
Gebrüder Unger
Hochbautechniker
ſofort für einige Wochen geſucht.
Gefl. Offerten mit Gehaltsanſpr.
unt, H 21 Exped, d. Bl. (*11260
Wir ſuchen zum ſofortigen Eintritt
2 Stenolypiſten oder Stenotypiſtinnen.
Nur ſolche, welche durchaus geübt ſind, möglichſt auch ſchon auf
An=
waltsbüros tätig waren, können Berückſichtigung finden. (10143mf
Rechtsanwälte Justizrat Dr. Bender,
Schoedler und Raab.
Mit hohen Garantiemitteln ausgeſtattete und überall gut
eingeführte ſüddeutſche Verſicherungs=Anſtalt ſucht für ihre
Kranken= und Sterbegeld=Verſicherung
mit ſehr vorteilhaften Einrichtungen, beſonders für die der geſetzl.
Krankenverſicherungspflicht nicht unterworfenen Perſonen, tüchtige
General-Agenten
und Agenten gegen hohe Bezüge zu engagieren. Die Vertretung
kann auch nebenberuflich übernommen werden. — Angebote unter
M. C. 1655 an Haasenstein & Vogler. A.-G., München erbeten. (10325ff
wung. Kontorist
für allgemeine Büroarbeiten per
1. Juli, evtl. früher, von
Maſchi=
nenfabrik geſucht. Stebſame,
zu=
verläſſige Bewerber, möglichſt aus
der Eiſenbranche, die auf dauernde
Stellung reflektieren, gut
ſteno=
graphieren, Maſchine ſchreiben und
ſicher rechnen, woll. Angebote mit
Zeugnisabſchriften und
Gehalts=
anſprüchen unter H 18 an die
Expedition dieſes Blattes ein=
(10328fs
reichen.
Imeinvernieb
eines Haushaltungs=
Maſſen=
artikels, 2fach D. R.=G.=M. und
D.=R.=P., ſoll bezirksweiſe an
ſolv. Herren vergeben werden.
Großer steigender Verdienst,
dauernde Existenz. Nur
ernſt=
hafte Bewerber, welche über
genügende Barmittel verfügen,
belieben Angebote mit Angabe
des vorhand. Kapitals unter
H L59674 an die Ann.=Exp.
Bonacker & Rantz,
Düſſeldorf, einzuſ. (10310
geſucht.
Junger Weißbinder Stauch,
(*11272
Blumenthalſtraße 75.
Suche gew. Diener n. d. Vergſtr.
Gut. Lohn. Mina Dingeldein,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Schützenſtraße 10½
(*11311
Für unſere kaufmänniſche
Ab=
teilung ſuchen wir einen
jungen Mann
der letzte Oſtern die Schule
ver=
laſſen und das Einj.=Freiw.=
Zeug=
nis erhalten hat, als Lehrling
zum ſofortigen Eintritt. (10243dfs
Polyt. Arbeits-Institut
I. Schröder A.-G.
Heinrichſtraße 52.
Für moderne Wochenſchrift
(Preis 10 Pf.) mit Unfall=
Verſiche=
rung, Vertreter geſucht, die
zu=
gleich ſolche auch austragen. Gut.
Verdienſt. Zu melden vormittags
Beſſungerſtr. 113 1. St. (B10053
aller Veruſe
Offene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen
13. (2533M
Für konkurrenztoſe lutrative
Ar=
tikel der Baubranche werden
erst-
Klass. Vertroter
geſucht.
Offert. unt. G 768 an die Ann.=
Exp. D. Schürmann,
Düſſel=
dorf.
(10319
ſeguiſteur geg. Geh.
Feuer-S eſ. u. Prov. geſ. Tadell.
Vergang. Beding. Reſult. nachw.
erford., evtl. Einarbeitung. Off.
unter W. 3798 an
Haasen-
stein & Vogler, A.-G.,
Frank-
furt a. M.
(10326ff
4 tüchtige ältere
iſchloller
S. B0
2en
zum ſof.
Eint=
geg. hoh. Lohn
dauernde Stell. geſ. J. Jacobi,
Schloſſermſtr., Karlſtr. 34. (10101a
Tüchtig. Tapeziergehilfe 2n
ſucht F. Albert,
Wilhelminen=
ſtraße 35.
(*11106df
Kurer
welcher mit Behandl. von Weinen
ſicher vertraut, fleiß. u. nüchtern iſt,
ſucht Alfred Hammer,
Bismarck=
ſtraße 76. — Weinhandlung und
249fs
Likörfabrik.
Schioler
der geprüfter Heizer iſt, für ſofort
geſucht, bevorzugt wird ein
mög=
lichſt mit Fahrradreparatur
ver=
trauter. Offert. nur ſchriftlich mit
Lohnforderung an Internationale
Elaſtigen Compagnie m. b. H.
(10353fso
Darmſtadt.
Fuhrknecht! Zuverläſſ.,
pferde=
kundiger, nüchterner Mann, mögl.
ſtadtkundig, von größerem Geſchäfte
Darmſtadts für ſofortigen Eintritt
geſucht. Lebensſtellung bei guter
125₰
Bezahlung. Wo? ſagt die Exp. 101231f
Junger ſtotter Hausburſche
geſucht Darmſtädter
Tapeten=
fabrik W. Ehrhardt,
Luiſen=
ſtraße 6, Hinterhaus
(*11243
Jüngerer Hausburſche (
Rad=
fahrer) per ſofort geſucht (*11126df
Jac. Hugenſchütz
Lederhandlung, Langegaſſe 51.
Pür einen gesitteten jung.
Mann mit guter
Schul-
bildung (Gymnasial oder
Real) bietet sich bei uns
Gelegenheit zur Erlernung
des
Buchhandels.
Lehrzeit drei Jahre unter
persönlich. fachmännisch.
Leitung, darauf gute
Gehil-
fenstelle in ersten Häusern.
Da es zurzeit an gutem
Nachwuchs mangelt, bietet
unser angesehener Beruf
für strebsame junge Leute
gute Aussichten für die
Zu-
kunft.
Der Eintritt kann sofort
erfolgen. Persönliche
Vor-
stellung erbeten. (10295f‟
Müller & Rühle
:: Hofbuchhandlung::
5 Elisabethenstrasse 5.
Herrſchaftl. Beſitzung
zu verkaufen.
Das Anweſen Sandſtr. Nr. 8,
gegenüber d. Großherzogl. Palais
— 1400 qm —, beſtehend aus
drei=
ſtöckigem, ſolidem Herrſchaftshaus
mit 22 Zimmern, Bad, Küche,
reichlichem Nebengelaß, Hofraum
Stallung für 6 Pferde, Remiſe ꝛc.,
ſowie großem als Bauplatz
ge=
eignetem Garten wird hiermit dem
Verkauf unterſtellt. Der Bauplatz
— ca. 500 qm mit 18 m
Straßen=
front — kann event. auch getrennt
abgegeben werden. Nähere
Aus=
kunft und Pläne nur durch den
mit dem Verkauf beauftragten
Architekten J. Harres,
Saalbau=
ſtraße 79, Telephon 216. (9830a
Gunstig. Verkauf.
Ein Haus für 6500 Mk.
Verkaufe verhältniſſehalber mein
Landhaus, 20 Minuten v.
Darm=
ſtadt, mit großem Garten für
6500 Mk. Ernſte Liebhaber
werden erſucht, Offert. unt. F91
an die Expedition dieſes Blattes
einzureichen.
(9948a
Eberſtadt.
Ein neu erbaut. 1½ſtöck.
Wohn=
haus nebſt Baugel. in der Nähe
der Bergſtraße preisw. z. verkauf.
Näh. in der Exved. (*11020mdf
Das Hausgrundſtück
Eliſabethenſtraße 31
iſt ſofort ſehr preiswert zu
ver=
kaufen. Nähere Auskunft auf dem
Büro von Harres & Barth,
Saalbauſtraße 7
(10342a
erſicht
1 Gärtnerlehrling Ph. Scholl
Schießhausſtraße 63.
(*11264fso
Seit 1. A pr il uns übermittetten
Verkäufe
2 Herrschaftshäuser, 3 Landhäuser,
11Wohn-, 7 Geschäftshäuser, 13
Bäcke-
reien, 7 Wirtschaften, 4 Mühlen, 1
Hof-
gut, 1 Gärtnerei, Käufer erhalten
koſtenlos Anſtellungen. Weitere
Angebote v. Objekten ſieht entgeg.
Central-Verkaufs-Börse
Deutschlands (J1
Frankfurt a. M., Zeil 68.
geg. Akzept
Darlehn M. 200 per2. Jund)
u. Sicherheit, ev. auch gegen
Ab=
ſchluß einer Lebensverſ. ſof. geſ.
Off. u G 93 a. d. Exp. (*11154dfs
Suche 2. Hypothek von 9000 bis
10000 Mark mit Nachlaß auf
gut rentierend. neues Haus in
gu=
ter Lage, direkt von Selbſtgeber.
Angebote unter G 57 an die
Expedition ds. Bl. (10193mdf
Kuto 2. App. übernehme ſelbſt ſofort.
Angebote mit ganz ausführl.
Angab. erb. u. 6 85 a. d. Exp. (10252a
Gate Lxistchz!
Alt. Kolonialwaren=,
Spiritu=
oſen=, Wein= u. Zigarrengeſch.
mit buchmäßigem nachweisb. gut.
Umſatze, altershalber mit u. ohne
Haus, zum Fakturawert abzugeb.
Off. u. E 15 Exped. (*10773omf
Wele
im Schneppenzahl, Flur 24, 51¾/10,
535/ 5900 am, per ſofort zu
verpachten. Näheres Holzhof=
Allee 1, Kontor.
(7845a
Für eine
sichere
Angelegenheit
10000 Mk. als
Dar=
lehen aufzunehmen
ge=
ſucht, wobei in 6—7
Monaten ev. 2000 M.
verdient werden können.
Vermittlung jeder Art
verbeten. Offerten unter
L 14998 an
Haaſen=
ſtein & Vogler, A.=G.,
Frankfurt a. M. (10324ff
Acker od. Garten zu pachten
geſ. Näh. Expedition. (*11266
I. Einfamilienhaus
in ſehr ſchöner, ruhiger Lage mit
12 Zimmern, Bad, elektr. Licht u.
Obſtgarten, iſt unter ſehr günſtigen
Bedingungen zu verkaufen oder
zu vermieten.
II. Eckhaus
mit Toreinfahrt, für jedes Geſchäft
geeignet, mit 4X4, 3X3 und 1202
Zimmerwohnung, ſowie großem
Hof, iſt ſehr günſtig zu verk. oder
gegen ein kleines Objekt zu ver= mit Einſätzen, wenig getragen, für
tauſchen. Näh. .d Johannes Strauss,
Beſſungerſtr. 79, 1. St. (*11214fs
10050 Mik.
auszuleihen
zuſammen oder geteilt, auch nach
Eberſtadt u. Arheilgen, auf II.
Hy=
potheken zu 5% Zins. Ausführl.
Angab. u. H 12 Exp. erb. (*11228
1 Schneidemaschine
tadellos erhalten, ſofort preiswert
zu verkauf Rheinſtr. 6, Stb. (*11288
Tiſch=Aquar., Blumenſtander
2 aus Gewehren u. Eckſchrank
umzugshalber billig zu verkaufen
*10478fo Gutenbergſtr. 39, 3. St
Weisses Leinen-Jackett
Mädchen von 14—15 Jahren bill.
zs verkauf. Näh. Exped. (*11286fso
großer Bogelkäſig, geſchnitzt,
Prachtſtück, billig abzugeben
*11298fs) Beſſungerſtraße 115.
Zut erhaltener Kinderwagen u.
Laufſtühlchen billig abzugeben
Karlſtraße 64, part.
Sportwag. u. Kinderw. bill. zu
124öſf
perk. Näh. Ruthsſtr. 19, I. (*14a
Wirischull Metzgerei
und
pr. gut. Geſchäft o. Konkurr., direkt
a. ein. Kaſerne u. Bahnhof geleg.,
krankheitshalber mit kleiner
An=
zahlung zu verkaufen. Off. unter
K 73 an die Exped. (*11077mdf
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Mai 1912.
Nummer 104.
Infektions=Krankheiten. Die Erreger von Typhus,
Diphtheritis uſw., die Bakterien, nehmen ihren Weg zu
einem ſehr hohen Drozentſatz durch die Mundhöhle. Sie
ſetzen ſich an den Zähnen und Schleimhäuten der Mundhöhle
feſt und dringen von hier aus in das Innere des
menſch=
lichen Organismus ein, um ihr Vernichtungs= und
Zer=
ſtörungswerk auszuüben. Tägliches, zweimaliges Dutzen der
Zähne mit Kosmodont=Zahnereme mit aktivem Sauerſtoff
(Tube 60 Pf.) vernichtet dank den hohen desinſizierenden
Eigenſchaften des Sauerſtoffes alle feindlichen Bakterien,
ohne die zarten Schleimhäute anzugreifen, und beugt ſomit
dem Auftreten von Infektionskrankheiten vor. Kosmodont=
Zahncreme mit aktivem Sauerſtoff iſt in allen
ein=
ſchlägigen Geſchäften zu haben. Drobetube gratis durch
die Kolberger Anſtalken für Erterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Sport.
* Pferderennen. Rennen zu Mülheim.
Will=
kommen=Flachrennen; 2000 Mark, Diſtanz 1200 Meter:
1. Herrn W. Poſts Criſtal Star (R. Franke), 2. Self
Control (Franke), 3. Lamhut (Kreiſel). Tot. 33110, Pl.
16, 23, 20110. Unpl.: Boulanger, Mattiacum, Hold up,
Headwind, Dandolo, Saint Home, Gargamelle, Lady
Jim. — Dandolo kam als Erſter ein, wurde aber wegen
Auslaſſens einer Wendeflagge disqualifiziert. — Maiden=
Flachrennen; 2000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn
L. Whites Siebenſchläfer (E. Franke), 2. Traviata
(Bauernfänger), 3. Felix eſto (Meier). Tot. 140:10, Pl.
30, 13, 15.10. Unpl.: Colombine, Zucht, Cavalleria,
Anti=
mon, Lavendel. 1— Lg. — Frühjahrs=Jagdrennen;
Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hrn.
E. Brummes Alvo (Leutn. von Moſch), 2. Gazelle (Herr
von Weſternhagen). Tot. 14:10. Zwei liefen. — Saarner
Jagdrennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Herrn L. Teekamps Percy Taylor (Herr
Pur=
gold), 2. Dalmigavie (Beſ.), 3. Plutarch (Beſ.). Tot.
43:10, PPl. 25, 50:10. Unpl.: Little Blackey, Tempete III,
Binty. — Wolfsburg=Hürdenrennen: 2000 Mark, Diſtanz
2600 Meter: 1. Major Roos’ Niſſa (Kühl), 2. Mattiacum
(Hoffmann), 3. Fatia Negra (Czernick). Tot. 15:10. Drei
liefen. — Steinbruch=Jagdrennen; Ehrenpreis und 2000
Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Hrn. W. Blatts Bayard IV
(Herr Purgold), 2. Chateauvert (Leutn. von Moſch), 3.
Disharged. Tot. 18110, Pl. 15, 31110. Unpl.: Ormsby,
Mique o Brien, Oktavius. 2½—1½ Lg.
Die Zweitauſend Guineen die erſte große
Prüfung der dreijährigen Pferde in England, bildeten
am Mittwoch das Ereignis der Rennen zu
Newmar=
ket. Der Derby=Favorit White Star ſtartete in dem von
14 Konkurrenten beſtrittenen Meilen=Rennen als heißer
Favorit. Der Hengſt führte eine Zeit lang, fiel dann
aber mangels genügender Kondition zurück. Mr. H.
Duryeas Sweeper II (Dan Maher) gewann leicht gegen
den kraſſen Außenſeiter Jaeger (W. Griggs) des Mr.
Neumann, eine halbe Länge zurück folgte Mr. Ismays
Hall Croß als Dritter vor White Star. Wetten 611,
10011, 911. Platzwetten: pari, 25:1, 6:4.
Sr. Die Deutſche Turnerſchaft und die Olympiſchen
Spiele. Die Deutſche Turnerſchaft hat durch
Rundſchrei=
ben ihres Ausſchuſſes beſchloſſen, an den, Olympiſchen
Spielen in Stockholm nicht teilzunehmen. Der
Einſpruch des Berliner Kreiſes wurde unbeachtet
gelaſ=
ſen. Damit verſäumt die Deutſche Turnerſchaft ihre
nationale Pflicht, an der Repräſentation deutſchen
Kön=
nens beim internationalen Wettbewerb, an dem alle
Kul=
turnationen ohne Ausnahme teilnehmen, mitzuwirken.
Man kann dieſe unverſtändliche Haltung der Deutſchen
Turnerſchaft nicht ſcharf genug mißbilligen. Sie iſt um
ſo ſchwerer zu verſtehen, als alle Wünſche, die von
deut=
ſcher Turnerſeite geſtellt wurden, beim ſchwediſchen
Ko=
mitee in Stockholm Erfüllung fanden.
* Hockey. Die Hockey=Meiſterſchaft von
Frankreich kam in Roubaix zum Austrag und ward
von dem Hockeyklub von Fresnoy gegen die Mannſchaft
des Pariſer Olympique Skating=Club mit 2:0 gewonnen.
Fußball. Der Fußball= Länderkampf
Holland-Belgien gelangte vor 20000 Zuſchauern
in Dordrecht zum Austrag. Bereits in den erſten drei
Minuten erzielten die Holländer zwei Tore, denen ſie
bald darauf ein drittes folgen ließen. Trotzdem aus der
helgiſchen Mannſchaft dann 2 Spieler infolge erlittener
Verletzungen ausſcheiden mußten, gelang es ihr noch vor
der Pauſe, zweimal den Ball ins Netz zu ſenden. Nach
dem Seitenwechſel fiel auf beiden Seiten ein Tor, ſo daß.
Holland mit 4:3 als Sieger den Platz verließ.
Handel und Verkehr.
Die Abſchaffung der Liebesgabe vom
Standpunkt der Spiritus
verbrauchen=
den Induſtrien. Aus induſtriellen Kreiſen wird
uns geſchrieben: Seit Einführung des.
Durchſchnitts=
brands und des Vergällungszwanges ſind alle
Branut=
wein verarbeitenden Induſtrien auf Gnade und Ungnade
der Macht der Spirituszentrale ausgeliefert. Das
Brannt=
weinſteuergeſetz vom Jahre 1909 hat es der
Spirituszen=
trale ermöglicht, vollkommen frei zum Beſten ihrer
Ge=
ſellſchafter disponieren und mit den Verbrauchern
um=
ſpringen zu können, wie es ihr beliebte. Sie hat dieſe
Machtſtellung in vollem Maße ausgenutzt und ihre
Rigo=
roſität hat gar nichts zu wünſchen übrig gelaſſen. Die
Preisſteigerung iſt, ſeit Oktober 1909 bis April
1912 bei Rohſpiritus von 46 Mark per & Liter bis
auf 72,70 Mark getrieben worden, und wenn auch ein Teil
der Teuerung auf die überaus geringe Kartoffelernte im
Jahre 191 und die ſehr hohen Maispreiſe im keten
Halbjahr zurückzuführen ſein dürfte, ſo ſteht doch feſt, daß
die Zentrale in keiner Weiſe ihren früheren
Verſprechun=
gen und den Anſprüchen der Induſtrie nachgekommen iſt.
Dieſe Verſprechungen beſtanden darin, daß die Zentrale
für ſtetige, gleich bleibende Preiſe Sorge tragen wolle
und daß in keinem Falle die Spannung zwiſchen dem
Abſchlagspreis und Verkaufspreis 3 Mark überſteigen
ſolle. Statt deſſen waren ſtetig ſteigende Preiſe zu
ver=
zeichnen: Oktober 1908: 46.40 Mk., Januar 1909: 39.40,
Oktober 1909: 42.70, Oktober 1910: 46.00, Oktober 1911:
50.00, November 1911: 55.70, Januar 1912: 58,70. März
1912: 66.70, April 1912: 72.70 Mark, und die Spannung
beträgt heute nicht 8 Mark, ſondern 20 Mark.
Der vorliegende Geſetzentwurf betr. Abſchaffung der
Liebesgabe wird eine weitere Steigerung des Preiſes
zur Folge haben und ſomit von neuem, entgegen den
Verſprechungen der Reichsregierung, die Verbraucher
belaſten. Anzunehmen, daß das Reichsſchatzamt hierüber
nicht unterrichtet ſein ſollte, wäre naiv. Im
Reichsſchatz=
amt kennt man die Verhältniſſe genau und weiß, wer die
Koſten bei dem vorliegenden Steuerprojekt aufzubringen
hat. Es muß auf das nachdrücklichſte betont werden,
daß=
nicht allein der Trinkbranntwein es iſt, der eine
Mehr=
belaſtung erfährt. Eine ganze Reihe von Induſtrien
ſind gezwungen, Sprit zu ihrer Fabritation zu
verwen=
den; ſo die kosmetiſche, pharmazeutiſche, Parfümerie,
Zelluloidwaren= und photographiſche Papier=Induſtrie,
Sie alle ſind durch die Erhöhung der Verbrauchsabgabe
im Jahre 1909 ſchwer geſchädigt und haben kaum Zeit
gehabt, ſich in die neu geſchaffene Lage einzuarbeiten
Durch die abermalige Mehrbelaſtung wird jetzt der Bi
ſtand und die gedeihliche Entwicklung dieſer
Produk=
tionszweige von neuem in Frage geſtellt. Ganz
beſon=
ders ſchwer wird der Export dieſer Induſtrien getroffen
denn dort wird ihnen die Konkurrenz mit dem Ausland
geradezu unmöglich gemacht. Wie zum Beiſpiel ſoll ein
deutſcher Fabrikant einem franzöſiſchen gegenüber leiſt
ungsfähig bleiben, wenn dieſer 30 Franken per Liten
Alkohol zahlt, jener aber 75 Mark? Den betreffenden
In=
duſtriezweigen wird nichts anderes übrig bleiben, als
ihre Betriebe für den Export ins Ausland zu verlegen
und dadurch die Erwerbsmöglichkeiten in der Heimat zu
verkürzen.
Angeſichts dieſer Sachlage iſt es Pflicht aller
indu=
ſtriefreundlichen Abgeordneten, im Reichstag dafür
zu=
ſorgen, daß gleichzeitig mit der Abſchaffung der
Liebes=
gabe eine (Korrektur des Branntweinſteuergeſetzes von
1909 erfolgt, welche die Einſchränkung der Machtſtellung
der Spirituszentrale verbürgt und den Branntwein
ver=
arbeitenden Induſtrien die dringend erforderliche Ruhe
und Stetigkeit der Verhältniſſe endlich wiedergibt.
-Kohiek
1
E
(VI4264)
das wegen seines Wohlgeschmackes, seiner milden, sicheren Wirkung mit Recht
beliebteste Mittel zu Regelung des Stuhlganges und Verhütungvon Verstopfung
für Erwachsene und Kinder sollte in keinem Haushalt fehlen. Von zahl eichen
Aerztenwärmstensempfohlen. Originalblechdosen mit 20 Fruchtkonfitüren M1.—
Man hüte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrück ich LAxIN.
Eulen nach Hihen tragen
hieße es, die Vorzüge der Reichardt-
Fabrikate noch in großen Worten
rühmen zu wollen, übt doch eine
nach Millionen zählende Schar
lang-
jähriger Freunde in ſtiller, nimmer
raſtender Arbeil eine treue
Werbe=
tätigkeit aus. Nur das muß im
ureigenſten Intereſſe der
Konſumen=
ten immer wieder betont werden:
es gibt auf der Welt kein Fabrikat,
welches an Güte und Preiswürdigkeit
den Reichardt=Marken gleichkommt.
Kakao verkörpert das Ideal eines
Hausgetränks. Reichardt-Schokolade
ſtellt eine Höhe der Vollkommenheit
dar, die unerreicht iſt und bleiben
wird. Verkauf zu gleichen Preiſen an
Händler und Private in eigenen
Fi=
lialen in allen Teilen Deutſchlands, in
Darmstadt: Ludwigsplatz 6
Fernſprecher 1627.
(10301D)
Frische Eier
10 Stück 58 Pfg.
Frische baverische Sied-Eier
10 Stück 68 Pfg.
(10306
Tages-Stempel-Eier
Feinste Süssrahm=Butter
Heinrich Grimm, Hoflieferant.
Beamte
Kkönnen unt. ſtrengſt. Diskret. ihren
Bedarf in Seide, Kleiderſtoffen,
Teppich., Gardinen u. Weißwaren
won ein. hochf. Firma unt bequem.
Zahlungsbedingungen bezieh. Off
mnt. H 1 an die Exped. (*11189dfs
Zehrock, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10073a
Eine guterhalene
(10124a
Ladeneinrichtung
mit Theke, für kleineres
Spezial=
geſchäft geeignet, billig zu verkaufen
Näh. Eberſtadt, Alte Darmstädterstr. 14.
Willu Andress, Darmstadt
Büro: Mühlstrasse 26
Wohnung:
Fernruf Nr. 1207 Baugeschäff u. Eisenbetonbau Fernruf Nr. 1146
Maurer=Arbeiten
Neu u. Umbauten
Hochs und Tiefbauten
Eisenbetonfachwerk u. Stützenbauten für Industrie u. Geschäftshäuser
(9388a
Erſtes Darmſtädter
Partiewarengeſch.
Täglich treffen Waren=
Sendun=
gen in großer Auswahl ein, als
Herren= u. Knaben=Ueberzieher,
Herren= u. Knaben=Anzüge, ſow.
einzelne Hoſen, Sackröcke und
Weſten, ſowie Herren=, Damen=
und Kinderſchuhe und Leib= und
Bettwäſche aller Art, Kamiſols
und geſtrickte Weſten; ferner
Herren= und Kinder=Hüte und
Kappen zu außergewöhnl. billigen
Preiſen abzugeben bei (9888a
Jakob Friedel,
Obergasse 33 (Laden).
Gut erſeliler Gsſhrat
(10311fs
billig zu verkaufen
Sandſtraße 14, 2. Stock.
Jod. Sitz=Liegewagen, faſt neu,
M preiswert zu verk. (*11237fs
Moosbergſtraße 86, 3. St.
Sparkocher „Oekonom” und
ein Sportwagen, beides wie
neu, billig bei Schneicker, Neue
Ireneſtraße 71, 2. St. r. (*11226
Kauft nur das unübertroffene
Ungeziefermittel
Thurmelin
in Gläſernzu 30, 60 Pf. u. 1.— Mk.
Zu haben in Apotheken u. Drogerien
Darmſtadts und Umgebung.
Schmutx fliee
beim Waschen mit
Pfeildreieck-Seife
Ueberall erhältlich.
Seifenfabrik Aug. Jacobi, Darmstadt
(VI7605)
Trauer-Kleider, TrauerLostüme
Trauer-Blousen,Jrauer-Rocke
Trauer-Mäntel. Trauer-Stoffe
In reicher Auswahl!
Anderungen sofort!
Bebr. Höslein.
Ludwigsplatz.
einer werten Kundſchaft zur gefl. Nachricht, daß ich von dem
erlittenen Unfall wieder vollſtändig hergeſtellt bin und mein=
Geſchäft in vollem Umfang nach wie vor weiter betreibe.
Für das mir ſtets bewieſene Vertrauen beſtens dankend, bitte ich
höflichſt, mir dasſelbe auch weiter gütigſt bewahren zu wollen.
Hochachtend
(*11261fsi
Konrad Kohl, Ofengeschäft
Parcusſtraße 8. Telephon 1334.