Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer ordnete an, daß ſofort in eingehende
Be=
ratungen über verſchärfte
Sicherheitsmaßre=
geln für den Schiffspaſſagierverkehr
ein=
getreten werde.
Der Reichstag beendete geſtern die erſte
Le=
ſung der Wehr= und der
Deckungsvor=
lagen und verwies ſie an die Kommiſſionen. Auf
die heutige Tagesordnung wurde die Interpellation
über den bayeriſchen Jeſuitenerlaß geſetzt.
In der bayeriſchen Kammer erklärte
Miniſter=
präſident Frhr. v. Hertling, daß er die
Interpel=
lation über den Jeſuitenerlaß nach der
Be=
ſprechung im Reichstag Anfang nächſter Woche
beant=
worten werde.
Die Verhandlungen des neuen ungariſchen
Miniſterpräſidenten Lukacs mit der
Oppo=
ſition nehmen einen ungünſtigen Verlauf.
Die italieniſche Regierung dementiert die
Mel=
dung von einer Beſetzung der Inſeln im
Aegäiſchen Meer.
Geſtern wurde der neue Campanile in Venedig
unter großen Feierlichkeiten eingeweiht.
Der ſpaniſche Miniſter des Aeußern
über=
reichte dem franzöſiſchen Botſchafter am Mittwoch abend
die ſpaniſche Antwortnote.
Die Meldung von dem Tode des türkiſchen Führers
Enver Bey beſtätigt ſich nicht.
Die Wehrvorlagen und das Ausland.
— Es iſt begreiflich, daß man im Auslande und
be=
ſonders bei gewiſſen Staaten die Beratungen des
Reichs=
tages über die neuen Wehrvorlagen mit größtem
In=
tereſſe verfolgt und man kann ſich dabei dines Lächelns
nicht erwehren, wenn franzöſiſche Blätter allen Ernſtes
ihrer Verſtimmung darüber Ausdruck geben, daß die
Auf=
klärungen über die politiſchen Gründe der Entwürfe in
geheimen Kommiſſionsſitzungen erfolgen ſollen. Nun, wir
tun eben, was wir für gut befinden, und laſſen uns auch
davon durch ausländiſche Preßäußerungen am
allerwe=
nigſten abhalten. Tatſache iſt, daß die kühle und ohne
jedes Pathos vorgetragene Rede des Herrn von
Beth=
mann Hollweg nach außen hin doch Eindruck gemacht hat,
der ſich in den Erörterungen der ausländiſchen Blätter,
von welcher Tendenz die Kommentare auch beſeelt ſein
mögen, ziemlich deutlich widerſpiegelt.
An der Donau zeigt man ſich ſehr erfreut und zwar
umſomehr, als man dort bekanntlich ſich augenblicklich
gleichfalls mit Wehrfragen beſchäftigt. Das offiziöſe
Wiener Fremdenblatt bemerkt, der Reichskanzler habe
treffend bewieſen, daß, je ſtärker die Rüſtung, deſto
gerin=
ger die Wahrſcheinlichkeit eines Krieges iſt. Der Friede
ſei tatſächlich nicht gefährdet, aber die Möglichkeit einer
ſolchen Gefährdung ſei noch nicht aus der Welt geſchafft;
die vom Reichskanzler aufgeſtallten Geſichtspunkte gelten
nicht nur für Deutſchland, ſondern für alle Staaten.
Die Argumente Bethmann Hollwegs hat ſich denn auch
der öſterreichiſche Miniſterpräſident Graf Stürgkh in
der Delegationsſitzung zu eigen gemacht, und ähnlich
wie er, beinahe mit denſelben Worten, ihre
Notwendig=
keit begründet.
Anders dagegen lautet begreiflicherweiſe das Echo
aus Paris und London. An der Seine iſt man
immer=
hin noch objektiv und, abgeſehen von einigen Hetzblättern,
beurteilt man die deutſchen Wehrvorlagen ohne jede
Er=
regung. So meint beiſpielsweiſe der Temps,
Deutſch=
land erfülle nur ſeine Pflicht, jedes Volk müſſe angeſichts
der Weltlage ſeine Kräfte auf eine mit ſeiner
Bevöl=
kerung und ſeinem Kredit in Einklang ſtehende Höhe
bringen, und jede Regierung müſſe den Rüſtungen ihrer
Nachbarn die größte Aufmerkſamkeit ſchenken und
wo=
möglich gleichzukommen ſuchen, ohne ſie zu kritiſieren. An
der Themſe freilich wird jede Maßnahme Deutſchlands,
und ſei ſie noch ſo berechtigt, weniger objektiv beurteilt.
Vor allem hetzt wieder die Times, die den Reichskanzler
fragt, warum er denn eine neue ſchwere Belaſtung dem
deutſchen Volke bringe, wenn nach ſeinem eigenen
Ge=
ſtändnis kein Angriff drohe. Der Hauptzweck, den
Deutſchland verfolge, gehe dahin, zwar keinen Krieg zu
führen, jedoch ſeine Diplomatio durch einen
nachdrück=
lichen Hinweis auf ſeine wachſende Militär= und
Flotten=
macht zu ſtärken. Nun, England erhöht ja auch ſeine
Rü=
ſtungen, und wohl aus den gleichen Gründen wie wir und
niemand denkt bei uns in Deutſchland daran, ſich in
dieſe Angelegenheiten hineinzumengen, wie dies ſogar
die engliſche Regierung verſucht hat. Glücklicherweiſe
ſind wir noch in der Lage, unbekümmert um das Geſchrei
anderer ein Selbſtbeſtimmungsrecht auszuüben.
Ein Nachwort zum engliſchen
Bergarbeiter=
ſtreik,
das ſowohl an ſich wie als ſozialreformeriſche
Beurtei=
lung von Intereſſe iſt, wird vom Privatdozent Dr. W.
Zimmermann in der Sozialen Praxis
veröf=
fentlicht. Auch Zimmermann hebt hervor, daß die Not
die Bergarbeiter zur Arbeit zurückgezwungen habe. Die
organiſierten Grubenarbeiter, zwei Drittel aller
Streiken=
den, hätten mit dieſem Kampfe keineswegs ihre
Unüber=
windlichkeit bewieſen. Mindeſtens ebenſo
widerſtands=
fähig wären die Grubenbeſitzer geweſen, obwohl ſie nicht
entfernt ſo feſt organiſiert wären, wie die Zechenbeſiger
in Deutſchland. Die wichtigſte Lehre des Rieſenkampfes
aber ſei die Erkenntnis, daß die beſtehende
Wirtſchafts=
ordnung ſelbſt des britiſchen Induſtrie= und
Handelsſtaa=
tes auch durch die ſechswöchige Unterbindung ſeiner
Hauptkraftquellen nicht aus den Fugen gebracht werden
konnte. Die Bedeutung dieſer für die nationale
Wirt=
ſchaftspolitik und für die Arbeiterklaſſenpolitik gleich
wich=
tigen Tatſache erhelle in vollem Maße erſt, wenn man
den geſamten, weit über eine Milliarde Mark
betragen=
den Lohn=, Zins= und Ertragsausfall bedenke, der infolge
dieſes Streiks ſich einſtellte. Gewerkſchaftlich betrachtet,
ſei der Streikausgang alsMißerfolg einzuſchätzen, obgleich
auch den Unternehmern nicht der Sieg zugeſprochen
wer=
den könne. Beide Parteien hätten ſich der Wucht der in
politiſche Kraft umgeſetzten öffentlichen Meinung fügen
und ihre Intereſſen denen der Geſamtheit, die nicht
län=
ger das Gemeinwohl durch die Kohlenentziehung
ſchädi=
gen laſſen wollte, unterordnen müſſen. Bei dieſem
Aus=
gang ſei der materielle Erfolg der Bergarbeiter
entſpre=
chend gering. Das Mindeſtlohngeſetz, ſchließlich mit
po=
litiſchen, nicht mit gewerkſchaftlichen Mitteln errungen,
enthalte nicht eine einzige der anfangs für unerläßlich
erklärten materiellen Lohnziffern. Dennoch bedeute das
Geſetz einen grundſätzlichen Sieg der engliſchen
Arbeiter=
bawegung, weil es den von ihr ſeit Jahrzehnten genährten
Gedanken dess „Lebenslohnes” zum öffentlichen Recht
erhebe.
Deuſches Reich.
Der Kaiſer und Herr von Lindequiſt.
Der politiſchen Ente des Berliner Tageblatts iſt der
Garaus gemacht worden. Das Blatt räumt jetzt ſeinen
Irrtum ein. Gleichzeitig mit dem Staatsſekretär weilte
nämlich auch deſſen Onkel, der Generaloberſt von
Linde=
quiſt (der frühere Frankfurter Kommandeur) in Meran,
allerdings in einem anderen Hotel. An dieſen war das
Kaiſertelegramm gerichtet.
— Verſchärfte Sicherheitsmaßregeln
für Perſonenverkehr auf Schiffen. Das
Wolffſche Burcau meldet: Der Kaiſer begnügte ſich, wie
man hört, nicht damit, ſeine perſönliche Teilnahme an
der Schiffskataſtrophe der „Titanic” durch warme
Bei=
leidstelegramme zum Ausdruck zu bringen, er wandte
auch den Fragen, die ſich an das große Unglück knüpfen,
lebhaftes Intereſſe zu. Er ſteht mit den maßgebenden
Perſonen in regem telegraphiſchen Verkehr und ordnete
an, daß ſofort in eingehende Beratungen über verſchärfte
Sicherheitsmaßregeln für den Perſonenverkehr
eingetre=
ten wird, um damit die Grundlagen für eine etwaige
in=
ternationale Regelung der Frage zu gewinnen. Er wird
über das Ergebnis der Beratungen den mündlichen
Vor=
trag des Staatsſekretärs des Innern und des
Vorſitzen=
den der Seeberufsgenoſſenſchaft entgegennehmen.
Zur deutſch=franzöſiſchen
Grenz=
konferenz. Schweizeriſche Nachrichten über die
Ta=
gung der deutſch=franzöſiſchen Grenzkonferenz in Bern
ſind ſo gefaßt, daß ſie die Vermutung geſtatten, es ſolle
in Bern über die endgültige Feſtſetzung der
Kongogren=
zen beraten und beſchloſſen werden. In Wirklichkeit
handelt es ſich bei der Berner Konferenz, wie von
zuſtändiger Stelle verlautet, um die Feſtſetzung der
In=
ſtruktionen, die die Grenzkommiſſare erhalten ſollen.
Der bayeriſche Jeſuitenerlaß. In der
bayeriſchen Kammer der Abgeordneten erklärte Miniſter=
präſident Freiherr v. Hertling, daß er die Interpellation
über den Jeſuitenerlaß nach Beſprechung des gleichen
Gegenſtandes im Reichstage anfangs nächſter Woche
be=
antworten werde. Die Abgeordneten Caſſelmann (lib.)
und Timm (Soz.) gaben im Namen ihrer Parteien die
Erklärung ab, daß ſie bedauerten, daß die bayeriſche
Re=
gierung nicht ſelbſtändig vorgehe. Der Abgeordnete
Pich=
ler (Zentr.) erklärte im Namen ſeiner Partei ſich mit
der Behandlung der Interpellation einverſtanden.
Ausland.
Oeſtereich=Ungarn.
Die Lage in Ungarn ſpitzt ſich immer mehr zu.
Die Verhandlungen des Miniſterpräſidenten Lukacs mit
der Oppoſition nehmen einen ungünſtigen Verlauf. Die
Koſſuthpartei verweigert Herrn v. Lukacs ihre
Unter=
ſtützung und nimmt ſeinen Standpunkt in der
militäri=
ſchen Frage nicht an, wird jedoch zur techniſchen
Obſtruk=
tion kaum übergehen. Die Juſthpartei hat das
Wahl=
rechtsprogramm des Herrn v. Lukacs rundweg abgelehnt
und erklärt, daß ſie auf dieſer Grundlage überhaupt nicht
weiter verhandele. Die Obſtruktion gegen die Wehrreform
werde ſie fortſetzen. Da jedoch im Kreiſe Lukacs’ verſichert
wird, daß er ſein letztes Wort noch nicht geſprochen habe
und Vollmachten beſitze, um nötigenfalls auch
weiter=
gehende Zugeſtändniſſe zu machen, iſt heute ein klares
Urteil über die weiteren Dinge noch nicht recht möglich.
Lukacs wird nach den Delegationen anfangs Mai gewiß
neue Verhandlungen mit der Oppoſition anknüpfen und
hat die Hoffnung auf eine Verſtändigung noch nicht
auf=
gegeben.
Auflöſung des Grazer Gemeinderats.
Der Statthalter verfügte die Auflöſung des Grazer
Ge=
meinderates, da die Erledigung des Budgets durch das
Verhalten der Sozialdemokraten vereitelt wurde. Ein
Regierungskommiſſar iſt eingeſetzt worden.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Aus Madrid wird gemeldet: Garcia Prieto
überreichte dem franzöſiſchen Botſchafter am Mittwoch
abend die ſpaniſche Antwortnote. Es heißt, Spanien
verzichte darin auf ſeinen Anſpruch auf den Muluyafluß,
lehne jedoch auch die Forderungen Frankreichs betreffend
das Uergagebiet ab.
England.
Zweite Leſung der Homerule=Bill. Im
Unterhauſe kündigte Lloyd George an, daß die zweite
Leſung der Homerule=Bill für den 30. April angeſetzt und
daß dafür 6 Tage vorgeſehen ſeien. Der iriſche
Partei=
tag hat beſchloſſen, alle etwaigen Verbeſſerungen der
Homerule=Vorlage der Parteivertretung im Parlament
zu überlaſſen.
Belgien.
Die Kammer hat ein Geſetz angenommen, durch
das die Anzahl der Sitze in der Kammer und die der
Sitze im Senat um 10 erhöht wird.
Rußland.
Die Vorgänge in den Lena=
Goldwäſche=
reien. In der Reichsduma wurden die Erörterungen
der Interpellationen über die Vorgänge in den Lena=
Goldwäſchereien fortgeſetzt.
Der Miniſter des Innern erklärte, die Regierung
teile die Gefühle des Schmerzes, von denen die Vertreter
des Volkes bewegt würden. Leider zeige eine
unpartei=
iſche Unterſuchung, daß die Ausſtandsbewegung ſich
kei=
neswegs in friedlichen Bahnen gehalten habe. Den
poli=
tiſchen Charakter des Streiks beweiſe die Tatſache, daß
die Mehrheit des Streikkomitees ehemals wegen
politi=
ſcher Verbrechen verurteilt worden ſei. Man habe erſt
Truppen herbeigerufen, als man für die Sicherheit des
Eigentums der Geſellſchaft fürchten mußte. Die Verſuche
der Lokalverwaltung, eine friedliche Einigung
herbeizu=
führen, ſeien durch die politiſchen Führer vereitelt
wor=
den. Die von ihnen aufgehetzte Menge habe die Häuſer
der Geſellſchaft angegriffen, die Abfahrt der Züge
ver=
hindert, die Arbeitswilligen von der Arbeit
zurückgehal=
ten. In Erwägung der ungeheuer gefährlichen Lage,
die ſich ergeben hätte, wenn die aufgehetzte Menge die
Truppen zurückgedrängt und ſich der Waffen bemächtigt
hätte, müßte er, der Miniſter das Vorgehen der
öffent=
lichen Gewalt, welche die Verantwortung für weitere
Unruhen getragen hätte, vollſtändig billigen. Wenn am
17. April die Bekämpfung des Aufſtandes nicht in die
Hände des Militärchefs gelegt worden wäre, wären die
Truppen entwaffnet zurückgedrängt worden. Die
weni=
gen 110 Soldaten. hätten ſich, als die Menge von 7000
Menſchen ſich ihnen näherte. in einem Zuſtande der
Er=
regung befunden. Nach offiziellen Informationen hat
der Plan beſtonden, ſich der Waffen der Soldaten zu be=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Nummer 98.
mächtigen und die Minen zu plündern. Der
Handels=
miniſter führte aus, daß gewiſſe Forderungen der
Arbei=
ter, wie der Achtſtundentag und die Bezahlung der
Streik=
tage, unannehmbar ſeien. Die Regierung erachte es für
nötig, eine unverzüglich ſtrenge Unterſuchung dieſer
ern=
ſten Angelegenheit einzuleiten.
China.
Die augenblickliche Lage. Der
Premier=
miniſter Tangſchaoyi unterbreitete den Geſandten
Eng=
lands, Deutſchlands, Frankreichs und der Vereinigten
Staaten eine Erklärung Chinas über die augenblickliche
Lage. In dieſer Erklärung wird des längeren das
Vor=
gehen der chineſiſchen Regierung in der Frage der
bel=
giſchen Anleihe auseinandergeſetzt. Die Ausführungen
des Premierminiſters werden nicht als überzeugend
an=
geſehen. In ihrer Erwiderung wiederholten die
Ge=
ſandten ihren Proteſt und verlangten die Annullierung
der Anleihe. Dieſe iſt noch nicht erfolgt, obwohl
Tang=
ſchaoyi ſich damit einverſtanden erklärt hat.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. April.
* Ernannt wurde der Amtsgerichtsdiener bei dem
Amtsgericht Groß=Gerau Ludwig Dubberke zum
Kanzleidiener am Landgericht der Provinz Starkenburg
mit Wirkung vom Dienſtantritt ſeines Nachfolgers.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 17 enthält:
Bekanntmachung, den Erlaß einer Polizei= und
Ge=
bührenordnung für den ſtaatlichen Sicherheitshafen bei
Bingen betreffend.
* Großh. Hoftheater. In der am Sonntag
ſtatt=
findenden vierten Aufführung von Wolf=Ferraris
Schmuck der Madonna” wird Frl.
Geyers=
bach in der Rolle der „Maliella” zum erſten Male
nach ihrer Erkrankung wieder auftreten.
Strafkammer. Der 50 jährige Schirmmacher
und Invalide Jakob Blum aus Lahr ſaß am 23.
De=
zember 1911 mit ſeiner Frau in einem hieſigen
Reſtaurant, wo er von dem Metzger Heinrich Körbel
durch beleidigende Aeußerungen ſo in Wut verſetzt wurde,
daß er ein auf dem Tiſche liegendes Meſſer ergriff und
dem Körbel einen Stich in das Geſicht damit verſetzte.
Der Stich durchſchnitt die ganze linke Backe. Das Gericht
berückſichtigte einerſeits die ſchwere Körperverletzung,
andererſeits als mildernden Umſtand die Trunkenheit
des Angeklagten und die vorhergebende Beleidigung
und verurteilte denſelben zu 6 Monaten
Ge=
fängnis. — Ein bereits mehrfach vorbeſtrafter
Ange=
klagter iſt der 33 jährige Taglöhner Wilhelm Schmiering
aus Guſtavsburg, der ſich geſtern abermals wegen
Dieb=
ſtahls vor der hieſigen Strafkammer zu verantworten
hatte. Am 21. Februar hat er dem Schäfer Fabian
Krebs von hier Betten im Werte von 50 bis 60 Mk.
geſtohlen und verkauft. Der Angeklagte will die Sachen
von einem Unbekannten gekauft haben. Als er jedoch vom
Gericht wegen Rückfallsdiebſtahl zu 8 Monaten
Ge=
fängnis verurteilt wurde, nahm er die Strafe ſofori
an. — Wegen Vergehen gegen § 340 der
Konkursord=
nung hatte ſich der 43 Jahre alte Kaufmann Joh.
Chriſtian Wiegand aus Roßdorf zu verantworten.
Der Angeklagte war Inhaber der Pelzwarenfabrik von
Simmermacher und Wiegand in Roßdorf, die bereits
im Jahre 1909 durch ein Gläub’gerarrangement ſaniert
werden mußte, wobei 50 Prozent der Gläubigerforderungen
ausfjelen. Wiegand war ſeitdem alleiniger Inhaber der
Firma. Im Jahre 1910 trat der Kaufmann Miehnus
als ſtiller Teilhaber in die Firma ein, der in dieſelbe
einen größeren Kredit bei der Bank für Handel und
Induſtrie einbrachte. Miehnus ſollte die Bücher führen,
weil Wiegand nach ſeiner Angabe lediglich techniſche
Kenntniſſe beſaß und einen großen Teil des Jahres auf
Reiſen war, erſterer führte die Bücher ſo unordentlich,
daß eine Ueberſicht überhaupt nicht möglich iſt. Bilanzen
wurden auch nicht gezogen. Außerdem ſoll er noch
be=
deutende Summen aus dem Geſchäft herausgezogen
haben, ſodaß im vergangenen Jahre der Zuſammenbruch
der Firma erfolgte. Bei der Konkursverwaltung wurden
800000 Mk. an Forderungen angemeldet, darunter von
der Bank für Handel und Induſtrie 260 000 Mk., die jedoch
anſcheinend durch anderweitige Bürgſchaft gedeckt iſt.
An Aktiva ſind nur 2500 Mk. vorhanden. Da der
An=
geklagte für die Führung der Bücher und der Ziehung
von Bilanzen verantwortlich iſt, verurteilt ihn das
Gericht zu 300 Mk. Geldſtrafe die eventuell mit
30 Tagen Haft zu verbüßen ſind. Der Staatsanwalt
hatte 6 Wochen Gefängnis beantragt. Der
Verur=
teilte ſei verpflichtet geweſen, die Buchführnng ſeines
Teilhabers zu überwachen, führte das Gericht im
Urteil aus.
* Flugveranſtaltungen in Darmſtadt. Nachdem nun
die Landung der „Viktoria Luiſe” in Darmſtadt
geſichert iſt und ſich ergeben hat, daß als Landungsplatz
der zunächſt in Ausſicht genommene Exerzierplatz doch zu
klein iſt, mußten aus Zweckmäßigkeitsgründen die
Flug=
veranſtaltungen, auch die Schauflüge, auf den
Gries=
heimer Truppenübngsplatz verlegt werden.
Es ſind bis jetzt 19 Flieger zu dem Rundflug gemeldet,
ſo daß zu erwarten iſt, daß mindeſtens 10
Flie=
ger nach Darmſtadt kommen. Die Flieger treffen,
da zwiſchen Mainz und Darmſtadt Höhenwettbewerb
ſtattfindet, vorausſichtlich in großer Höhe hier ein, ſo daß
jedenfalls prachtvolle Gleitflüge zu ſehen ſein werden.
Dieſer Teil des Programms wird ſich morgens von
5 Uhr 45 Min. ab abſpielen. In Begleitung der Flieger
kommt der Zeppelin=Kreuzer „Viktoria Luiſe” hierher,
der aber zunächſt direkt nach Frankfurt zurückkehrt.
Nach=
mittags gegen 2 Uhr erſcheint dann die „Viktoria Luiſe‟
wieder, von Frankfurt kommend, hier und landet auf
dem Flugplatz, von wo ſie, falls genügende Beteiligung
vorhanden iſt, Rundfahrten von zirka 1= bis 14ſtündiger
Dauer unternimmt. Gegen 6 Uhr tritt ſie die Heimreiſe
nach Frankfurt an. Die Preiſe, ſowohl für die Fahrt
von Frankfurt hierher, wie für die Rundfahrten, ſind auf
100 Mark pro Perſon und Fahrt feſtgeſetzt. Abends nach
6 Uhr fliegen die des Morgens hier eingetroffenen
Flie=
ger möglichſt in gemeinſamem Flug nach Frankfurt ab.
Die Inhaber von reſervierten Plätzen — aber nur dieſe
— haben das Recht, während der Landung in den
Mittagsſtunden ganz nahe an die „Viktoria Luiſe‟
heranzugehen.
— Die Beratungsſtelle Darmſtadt der Großh.
Zen=
trale für Mutter= und Säuglingsfürſorge wurde im
Jahre 1911 von 748 Kindern, und zwar von 683 ehelichen
und 65 unehelichen, beſucht. Die Beratungsſtelle in
Beſ=
ſungen iſt dabei nicht mitgerechnet. Es wurden 609
ein=
zelne Beratungen erteilt und 4690 Beſuche durch die
Hel=
ferinnen und Schweſtern der Beratungsſtelle gemacht.
Von den Säuglingen, die regelmäßig in die
Beratungs=
ſtelle gebracht worden ſind, ſtarben nur 10, und davon
nur 2 an Ernährungsſtörungen. Die leitenden Aerzte ſind
Dr. Vidal und Frl. Dr. Schmidt; in Beſſungen Dr. Hüffell
und Dr. Nahm. Als Helferinnen waren 5 bis 6
Schwe=
ſtern tätig. Die Zuſammenarbeit mit der
Berufsvor=
mundſchaft hat ſich ſehr bewährt.
* Deutſcher Flottenverein, Kreisgruppe
Darm=
ſtadt. Auf die morgen abend 7 Uhr im Kaiſerſaal
(Alpenvereinszimmer) ſtattfindende ordentliche
Haupt=
verſammlung, zu der Mitglieder und alle Freunde
der Flottenſache freundlichſt eingeladen ſind, ſei hiermit
nochmals aufmerkſam gemacht.
Vorleſung an der Techniſchen Hochſchule. In
dieſem Sommerſemeſter hält Herr Profeſſor Dr. W.
Sonne an der Techniſchen Hochſchule eine einſtündige,
am Donnerstag beginnende Vorleſung über
Unter=
ſuchung von Exploſivſtoffen; welche auch für
* Ingenieur= und Wilitärkreiſen intereſſant iſt.
* Katholiſcher Kirchengeſangverein St. Ludwig. Wie
aus dem Anzeigenteil erſichtlich, wirkt der Katholiſche
Kirchengeſangverein St. Ludwig bei der
Grundſteinlegung der katholiſchen Kirche
in Zwingenberg a. Bergſtr. am nächſten Sonntag
mit; eine Beteiligung auch der inaktiven Mitglieder
würde freudigſt begrüßt werden. Bei der weltlichen
Feier (im Hotel zum Löwen) ſind für die
Vereins=
mitglieder Plätze vorgeſehen.
* Zum Flotow=Gedenktag. In der Bilderauslage
unſerer Expedition ſind Photographien von Flotow und
dem Flotow=Denkmal ausgeſtellt, die von Herrn
Photo=
graph Rudolph hergeſtellt wurden.
Das Programm zu der Feier iſt bereits veröffentlicht
worden. In der geſtrigen Stadtverordnetenſitzung hat
Herr Bürgermeiſter Mueller die Stadtverordneten zu
der Feier, die heute um 11 Uhr vor dem Flotow=Denkmal
ſtattfindet, eingeladen. Beſondere Einladungen zu der
Feier ſind nicht ergangen. Es iſt vielmehr Jeder hierzu
eingeladen.
* Die Mitglieder des Darmſtädter Journaliſten= und
Schriftſtellervareins ſeien auch an dieſer Stelle auf die
morgen (Samstag) abend 8 Uhr im Grünen Zimmer des
„Kaiſerſaales” ſtattfindende ordentliche
Hauptver=
ſammlung aufmerkſam gemacht. Um 9 Uhr wird ſich
an die geſchäftlichen Verhandlungen ein Vortrag
eines Vorſtandsmitgliedes über den vorjährigen
Inter=
nationalen Preſſekongreß in Rom und über Italien im
Jubiläumsjahre anſchließen, zu dem Gäſte, auch
Damen, herzlich willkommen ſind.
* Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt. Wie aus dem
Anzei=
genteil erſichtlich iſt, ſpricht heute abend im Vereinslokale
Herr Juſtizrat Dr. Bender über die neue
Städteord=
nung. Das zeitgemäße Thema ſowie der Herr
Vor=
tragende, der ſchon immer gern das Vortragsprogramm
des Kaufm. Vereins Darmſtadt vervollſtändigen half,
dürfte für einen intereſſanten Abend bürgen.
* Die neuen Straßenbahntarife. Die amtliche
Be=
kanntmachung der Bürgermeiſterei betr. vie neuen Stras
ßenbahntarife befindet ſich in der heutigen Nummer
des Tagblatts.
— Handelsverein. Auf die heute abend im
Kaiſer=
ſaal ſtattfindende Hauptverſammlung ſeien die Mitglieder
nochmals aufmerkſam gemacht.
§ Verwendung von Methylalkohol. Das Großh.
Polizeiamt teilt mit: Alsbald nach Bekanntwerden der
Ber=
liner Methylalkoholvergiftung ſind hier eine große Anzahl
von Proben geringwertigen Trinkbranntweins durch das
Chemiſche Unterſuchungsamt amtlich geprüft worden:
Bei keiner dieſer Unterſuchungen iſt das Vorhandenſein
von Methylalkohol oder methylalkoholartigen Präparaten
feſtgeſtellt worden.
— Der Verband evangeliſch=kirchlicher Frauen=
Vereine im Großherzogtum Heſſen wird ſeine
Vor=
ſtände= und Mitgliederverſammlung am Mittwoch, den
8. Mai, auf dem „Heiligen Kreuzberg” in Darmſtadt
ab=
halten. Fräul. Dr. Kröhne=Worms hat das Referat
über „Die Urſachen der Zwangserziehung” übernommen.
Nach dem Vortrage findet ein geſelliges
Zuſammen=
ſein ſtatt.
— Heſſiſche Rote Kreuz=Lotterie. Die
urſprüng=
lich auf den 29. und 30. März angeſetzte Ziehung der
Heſſiſchen Roten Kreuz=Lotterie findet
nun=
mehr unwiderruflich garantiert am 3. und 4.
Maj=
ds. Js. ſtatt. Die Ziehungsliſte erſcheint am Diens
tag, den 7. Mai.
* Novitäten=Abend im Hotel „Heß”. Man
ſchreibt uns: Nachdem die Hauskapelle mit den
veran=
ſtalteten Spezial=Abenden ſo ſchöne Erfolge erzielt hat,
iſt für heute Freitag ein Novitäten=Abend
an=
geſetzt worden. Unter anderem wird „Grigri” von
Lincke, ſowie einige andere Novitäten von Siegfried
May zu Gehör gebracht werden.
A Frühjahrsmeſſe. Am nächſten Dienstag, den
30. April, beginnt die achttägige
Frühjahrs=
meſſe, die auch diesmal auf dem Platz vor dem
Hallenſchwimmbad abgehalten wird. Der Juxplatz
wird zur Zeit aufgeſchlagen und beginnt ſchon am
Sonntag nachmittag.
* Lionel, der Löwenmenſch, das bekannte menſchliche
Phänomen, deſſen ſeltſame Erſcheinung ſchon viele
ärzt=
liche Forſcher beſchäftigt hat, beehrte geſtern unſere
Re=
daktion mit ſeinem Beſuch, um ſich vor Beginn der
Vor=
ſtellungen auf dem Meßplatz auf die Echtheit der
merk=
würdigen Behaarung prüfen zu laſſen. Der junge, etwa
18jährige Mann macht durchags keinen abſchreckenden
Eindruck, im Gegenteil zeigt die Unterhaltung mit ihm,
daß man einen gebildeten Menſchen mit durchaus
nor=
maler Geiſtestätigkeit vor ſich hat. Sein Körper iſt
voll=
ſtändig ebenmäßig gewachſen, nur iſt die Haut am
gan=
zen Körper, auch im Geſicht, in den Ohrenmuſcheln und
die Naſe vollſtändig mit langem und dichtem,
ſeidenwei=
chen Haar von beträchtlicher Länge bewachſen. Nur die
Hände ſind frei von der Behaarung. Die
Augenwim=
pern haben eine Länge von etwa 40 Zentimeter. Die
Urſache dieſer Behaarung iſt unerklärlich, feſt ſteht nur,
daß die Mutter des Löwenmenſchen, als ihr Mann, ein
Menageriebeſitzer, von Löwen zerriſſen wurde, vor dem
Löwenkäfig ſtand. Als das Kind nach ſieben Monaten
das Licht der Welt erblickte, zeigte ſich, daß es am ganzen
Körper behaart war. Die Abnormität iſt auf dem
Meß=
platz in einem eigens hierzu erbauten Bretterbau zu
ſehen.
Feſtgenommen wurde eine 26 Jahre alte
Schneiderin aus Frankfurt a. M. wegen Diebſtahl.
pp. Groß=Gerau, 24. April. Die
Gemeindebaukom=
miſſion beſchloß, die Rathaus= und Frankfurterſtraße von
Spengler Kleinböhl bis zum „Heſſiſchen Hof” zu
kanali=
ſieren. — In der Sitzung des Kreistages des
Kreiſes Groß=Gerau wurde mitgeteilt, daß ſich Ende 1910
die Schulden des Kreiſes auf 106000 Mark, das Vermögen
auf 43 134 Mark beliefen. Die
Straßenunterhalt=
ungskoſten mit 162393 Mark werden von Kreis und
Provinz gemeinſam getragen. Der Bau der Straße von
Worfelden nach der Kreisſtraße Groß=Gerau-Langen
wurde beſchloſſen.
Rüſſelsheim, 25. April. Die Gemeinde erwarb
großen mehr als 55000 Quadratmeter umfaſs
ſenden Park des Frhrn. v. Seckendorff zum
Preiſe von 250000 Mark. Die Uebergabe des herrlichen
Anweſens ſamt den darauf ſtehenden Gebäuden erfolgt
am 1. September 1912.
S. Auerbach, 24. April. Die altrenommierte gern
be=
ſuchte Kaffeewirtſchaft im hieſigen
Fürſten=
lager iſt wieder für die diesjährige Sommerſaiſon
eröffnet worden.
Friedrich von Flotow.
Zum 100. Geburtstage des Opernkomponiſten
1812 — 26. April — 1912.:
Von Dr. Lipſius.
Der Einfluß der franzöſiſchen Muſik zeigt ſich bei keinem
unſerer deutſchen Komponiſten ſo ausſchlaggebend wie bei
Friedrich von Flotow, der gleichwohl durch ſeine
beiden Opern „Martha” und „Aleſſandro Stradella” ſich
das Heimatsrecht auf den deutſchen Bühnen erworben hat.
Der Grund, warum Flotows Kompoſitionsweiſe mehr
einen franzöſiſchen als deutſchen Charakter trägt, liegt
darin, daß er, ein geborener Mecklenburger — er wurde
am 26. April 1812 auf dem Gute Teutendorf geboren
nicht nur ſeine muſikaliſche Ausbildung in Paris erhielt,
ſondern auch, mit den Unterbrechungen durch die
Revolu=
tionen von 1830 und 1848, wenigſtens im Winter immer
ſeinen Wohnſitz in Frankreichs Hauptſtadt hatte.
Vom Jahre 1827 bis 1830 ſtudierte er unter dem
be=
rühmten, aus Prag gebürtigen Kompoſitionslehrer am
Pariſer Konſervatorium Reicha, Kompoſition, verließ
Frankreich bei Ausbruch der Julirevolution (1830), um
jedoch bald wieder dahin zurückzukehren und in Paris ſeine
erſten beſcheidenen Kompoſitionsverſuche zur Aufführung
zu bringen (1836). Zugleich war er Komponiſt von
grö=
ßeren Teilen der unter Griſars Namen aufgeführten Opern
„Lady Melvil” und „Lieon merveilleuſe” (1838—1839).
Dieſe Verbindung zeigt zugleich die ausgeſprochene
Neig=
ung unſeres Komponiſten, und dieſe war es wiederum, die
ihm zu ſeinem erſten namhaften Bühnenerfolge verhalf,
den er im Renaiſſancetheater mit dem „Schiffbruch der
Meduſa” (1839) davontrug, einer Kompaniearbeit mit Al=
* Auf dem Flotow=Denkmal des Darmſtädter
Fried=
bofs iſt der 26. April als Geburtstag Flotows
an=
gegeben. Mithin iſt die in vielen Büchern zu findende
Angabe, daß er am 27. April geboren ſei, falſch. D. Red=
bert Griſar und Pilati. Dieſe erfolgreiche Erſtlingsoper
Flotows hatte ſpäter ein merkwürdiges Schickſal. Sie
ſollte nämlich im Jahre 1842 in Hamburg aufgeführt
wer=
den, ging aber bei dem verhängnisvollen Brande, der in
dieſem Jahre vom 5.—8. Mai einen großen Teil der
un=
glücklichen Stadt in Aſche legte, zugrunde, ſo daß ſich der
Künſtler genötigt ſah, ſie aufs neue zu komponieren; ſie
er=
hielt nun den Titel „Die Matroſen” und kam im Jahre
1845 zur Aufführung. Freilich konnte ſich dieſe Oper an
Erfolg nicht mit derjenigen meſſen, die er im nächſten Jahre
in Paris zur Aufführung brachte: „Le Forestier” („Der
Förſter” auch als „Lame en peine” in Paris aufgeführt).
Seine glücklichſten Würfe waren indeſſen die beiden
Opern „Alleſſandro Stradella” (1844 in Hamburg) und
„Martha” (1847 in Wien). Dieſe ſind ſpeziell für
Deutſch=
land und auf deutſchen Text (von W. Friedrich) komponiert
und laſſen Flotows Vorzüge und Eigenart, ſeine elegante
und gefällige, freilich der Tiefe entbehrende Manier im
hellſten Lichte erſtrahlen. Dem ergreifenden, an tragiſchen
Konflikten reichen Stoffe der Oper „Stradella” geſellt ſich
eine vielfach tief erſchütternde muſikaliſche Illuſtration bei,
die auf empfängliche Gemüter ihres Eindruckes nicht
ver=
fehlt, und ſo konnte es nicht ausbleiben, daß neben „
Mar=
tha” gerade dieſe Oper in Deutſchland lebhaften Beifall
fand und ſich bis heute bühnenfähig erwieſen hat.
Die Märzrevolution verſcheuchte Flotow abermals aus
Paris, und er nahm aufs neue in Deutſchland ſeinen
Aufenthalt, indem er zugleich eine Anzahl Opern
kom=
ponierte, die gleichfalls für Deutſchland geſchrieben waren.
Es ſind dies: „Die Großfürſtin” deren Text Ch. Birch=
Pfeiffer verfaßte, Indra” mit Text von G. zu Putlitz,
„Rübenzahl” und „Albin” („Der Müller von Meran”) mit
* Die Oper „Indra” wurde zum letzten Male am
hieſigen Hoftheater in der Saiſon 1895—96 aufgeführt
und iſt ſeitdem nicht wieder auf dem Spielplan erſchienen.
Das heutige Publikum kann ſie nicht mehr intereſſieren.
Text von Moſenthal. Aber von dieſen hatte eigentlich
nur „Indra” einen, und zwar auch nur vorübergehenden
Erfolg. Das mag wohl mit der Grund geweſen ſein, der
den Komponiſten beſtimmte, eine feſte Stellung
anzuneh=
men: er wurde im Jahre 1856 großherzoglicher
Muſikinten=
dant in Schwerin und bekleidete dieſes Amt bis zum Jahre
1863. Dann ging er wieder nach Paris und brachte dort
eine Anzahl neuer Opern zur Aufführung: „Veuve Cg=” „Pianella” die komiſche Oper „Hilda” ferner
„Lombre” welch letztere unter dem Titel Sein Schatten”
auch in Deutſchland guten Erfolg hatte. Im Jahre 1868
nahm Flotow ſtändigen Aufenthalt auf einem Rittergute
bei Wien; jedoch ohne ſein gewohntes Wanderleben damit
gänzlich aufzugeben; denn während der Saiſon finden wir
ihn abwechſelnd bald in Wien, bald in Paris, bald auch
in Italien. Auch mehrere Ballette hat Flotow auf die
Bühne komponiert. So brachte die Wiener Hofoper „Die
Libelle” die Darmſtädter „Der Tannkönig”; die Prager
brachte die Oper „Am Runenſtein” (mit Genée). Seine
letzten Werke waren italieniſche Opern („Narda‟ Il fior
d’Arlem” ſowie die nachgelaſſene „Roſellana”).
Außer=
dem verdanken wir Flotow eine Muſik zu Shakeſpeares
„Wintermärchen”, einige Ouvertüren, Klaviertrios, Lieder
uſw., die indeſſen nicht bedeutend ſind. Am 24. Januar
1883 ereilte ihn in Darmſtadt ziemlich unerwartet der Tod
und rief ihn ab in das Reich der ewigen Harmonien.
Worin Friedrich von Flotows bleibende Bedeutung
zumal für unſer Vaterland beſteht, haben wir in unſerer
Skizze bereits angedeutet: in ſeiner „Martha” und „
Stra=
della” ſchuf er Bühnenwerke, die im beſten Wortſinne
popu=
lär geworden ſind und daher ſtets empfängliche Herzen
finden werden. Weniger kann das von ſeinen übrigen
Schöpfungen gelten, da ſie mehr für franzöſiſche als deutſche
Hörer berechnet ſind, wenn auch manche unter ihnen die
Vorzüge Flotowſcher Muſik, eine pikante, graziöſe Rhythmik
und ſchlichte, leicht faßliche Melodik, in mehr oder minder
hervortretendem Maße aufweiſen.
Nummer 98.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Seite 3
8. Auerbach, 24. April. Das Schulbad in dem
neuen Schulhaus wurde geſtern erſtmals in
beſtim=
mungsmäßige Benutzung genommen. Die Knaben baden
klaſſenweiſe Dienstags, die Mädchen Freitags.
Selbſt=
verſtändlich herrſcht über dieſe zweckmäßige Einrichtung
unter der Schuljugend großer Jubel, zumal die
Brauſe=
bäder praktiſch und hygieniſch einwandfrei eingerichtet
ſind.
s. Lindenfels, 25. April. Der erſt kürzlich von der
Darmſtädter Strafkammer wegen fahrläſſiger
Körperver=
letzung mit 30 Mark Geldſtrafe belegte Bensheimer
Chauf=
feur Kunold von Bensheim hatte am vorigen Sonntag
wiederum einen Automobilunfall. Dabei wurde der
Straßenreiniger Rüfer aus Rödelheim überfahren
und erlitt ſolche Verletzungen, daß ſeine Verbringung ins
hieſige Krankenhaus nötig wurde. Ein Ohr wurde ihm
nahezu ganz abgeriſſen und mußte vernäht werden;
außer=
dem waren ſtarke Quetſchungen des Oberkörpers vorhanden.
R. fuhr damals mit dem Fahrrad von Kolmbach hierher
und will von hinten durch K. überrannt worden ſein. Es
hielt an der Unfallſtelle bei Kolmbach gerade ein anderes
Automobil, deſſen Inſaſſen ſich abfällig über K.’s.
Verhal=
ten geäußert haben ſollen. Sie ſind bis jetzt noch unbekannt,
doch war ihre Ausſage für Feſtſtellung des Sachverhalts
in dem durch die Staatsanwaltſchaft Darmſtadt
eingeleite=
ten Strafverfahren gegen K. von Wert.
Mainz, 25. April. Geſtern nachmittag um 3 Uhr
wurde in der Synagogenſtraße beim Spiel ein 7jähriges
Mädchen von einem Fuhrwerk des Spediteurs Auer
überfahren. Die Räder gingen dem Mädchen über
das linke Bein und den linken Oberarm. Zu allem
Un=
glück hatte das Kind im Strumpf einen „Klicker” ſtecken,
das Rad ging darüber und drückte den Klicker in die
Beinröhren hinein und zerdrückte dieſe. Das Mädchen
erlitt einen ſchweren Bein= und Oberarmbruch
Wie der Fuhrmann angibt, hat ſein Pferd geſcheut und
das Kind vom Bürgerſteig herunter vor den Wagen
ge=
ſchleudert. — In einer Schreinerwerkſtätte in der
Löwen=
hofſtraße ſpielten geſtern zwei Lehrlinge mit einem
aſchenmeſſer, wobei das Meſſer einem der
Lehr=
linge tief in den Ellenbogen eindrang. Die
Sanitäts=
wache mußte dem Verletzten einen Notverband anlegen.
Worms, 25. April. Beim Umbau der Firma Kiefer
im Kaufhaus fiel geſtern gegen Abend einem auf dem
Gerüſt ſtehenden 20jährigen Tagelöhner ein
Bal=
ken auf die linke Schulter. Der Mann erlitt
Verletzun=
gen, die aber nicht lebensgefährlich ſind. Er wurde in
das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
Oppenheim, 24. April. In der Konk ursſache
Schober fand am Mittwoch ein neuer Termin
ſtatt. Von dem Ausgana verſchiedener Prozeſſe hängt
es ab, ob die Gläubiger überhaupt einen Prozentſatz von
ihren Forderungen erhalten werden. In Frage kommt
hier ſpeziell ein Prozeß mit der Oberrheiniſchen Wein=
Intereſſenten=Aktiengeſellſchaft. Kolmar, für Wein im
Be=
trage von über 130000 Mark. bei dem das
Eigentums=
recht ſtrittig iſt. Den hohen Forderungen von zuſammen
rund 1 Million Mark ſteht nur die geringe Maſſe von
9500 Mark und ein kleines Quantum Wein gegenüber,
da das Grundſtück überſchuldet und das Inventur
ſämt=
lich verſchrieben und zum Teil vor Ausbruch des
Kon=
kurſes weggeſchafft worden iſt.
Mommenheim, 24. April. Ein ſödlicher Un
glücksfall ereignete ſich geſtern mittag. Der 12
jäh=
rige Sohn der Witwe Müller wollte das Bahngleis
überſchreiten und wurde dabei von dem
heranbrauſen=
den Zug erfaßt. Ein Bein wurde dem
Bedauerns=
werten ganz abgefahren und am anderen ihm das
Fleiſch von den Knochen geriſſen. Der Verunglückte
wurde heimgeſchafft. wo er nach wenigen Minuten
in=
folge des großen Blutverluſtes ſtarb. Vor vier Jahren
ereignete ſich an derſelben Stelle ebenfalls ein
Unglücks=
fall. Damals wurde eine Frau ſchwer verletzt.
Nieder=Ingelheim, 24. April. Der 22 Jahre alte
An=
ton Weitzel von hier ließ ſich heute morgen mit dem
Perſonenzug, der um 10 Uhr in Mainz eintraf. zwiſchen
hlerborn und Budenheim überfahren. Die Leiche
kam ins Leichenhaus auf dem Budenheimer Friedhof
Aus einem Brief an ſeine Eltern ergibt ſich, daß er aus
Liebeskummer in den Tod gegangen ſei.
Nieder=Mörlen, 25. April. Die hieſige katholiſche
Kirche iſt zu klein geworden und man beabſichtigt, ſie zu
erweitern. Bis jetzt ſind 6000 Mark dafür
geſam=
nelt worden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. April. Sämtliche
Frak=
tionen haben ſich im Rathauſe mit der Wahl eines
Stadtkämmerers und eines beſoldeten
Stadt=
rats von Berlin beſchäftigt. Wie verlautet, kommen
für dieſe Aemter nur noch Stadtrat Böß=Schöneberg und
Beigeordneter Berndt=Mainz in Beracht. Stadtrat Gu=
ſtav Böß ſtudierte in ſeiner Vaterſtadt Gießen, war im
heſſiſchen Finanzminiſterium tätig, Rendant in der
Preußiſch=Heſſiſchen Eiſenbahnverwaltung und kam
ſpä=
ter zur Eiſenbahndirektion in Berlin. — Geſtern ſind an
die Vertreter der Städte Stockholm, Göteborg und Malmö
die Einladungen zum Beſuch der Stadt Berlin
abgeſandt worden. Der Beſuch ſoll vom 2. bis 8. Juni
erfolgen. — Ein gefährlicher internationaler
Hochſtapler, der ſeit Jahren die ganze Welt unſicher
machte, iſt jetzt endlich der Berliner Kriminalpolizei in
die Hände gefallen. Es handelt ſich um den 23jährigen
früheren Bäcker Franz Hammel aus Angermünde, der
ſich von einem Friſeur einen künſtlichen Schmiß
anbrin=
gen ließ und ein Coleurband trug. So ausgerüſtet gab
er ſich in verſchiedenen Badeorten als Student aus. In
Wiesbaden lernte er vor zwei Jahren ein junges
Mäd=
chen kennen, das er heiratete. Er unternahm darauf mit
ihr verſchiedene Fahrten nach Amerika, England und
Oeſterreich. Seit Auguſt hatte ſich das Paar in Berlin
niedergelaſſen. Ihren Lebensunterhalt erwarben ſie nur
durch Diebſtähle und bei einem ſolchen wurden ſie jetzt
in einem großen Warenhaus feſtgenommen. Ihre
Woh=
nung enthielt ein kleines Warenlager und aus zahlreichen
Briefen, die bei ihnen gefunden wurden, ging hervor,
daß ſie es verſtanden hatten, in den beſten
Geſellſchafts=
kreiſen zu verkehren.
Frankfurt, 25. April. Die Frankfurter Nachrichten
ſchreiben: Die ſchon unmittelbar nach dem Rücktrittsgeſuch
des Oberbürgermeiſters ganz unverbindlich erörterte Frage,
ob die Beſetzung des
Oberbürgermeiſter=
poſtens durch Herrn Wermuth den in den
Ruhe=
ſtand getretenen früheren Reichsſchatzſekretär, diskutabel ſei,
iſt nunmehr in ein weiter vorgeſchrittenes Stadium
ge=
treten. Es haben bereits in Kreiſen der Mitglieder des
Magiſtratswahlvorſchlagsausſchuſſes Vorbeſprechungen
ſtattgefunden, wobei ſich große Geneigtheit gezeigt hat, einer
Kandidatur Wermuth näher zu treten. Es iſt auch ſchon
Fühlung mit Exzellenz Wermuth genommen worden, und
auch auf dieſer Seite iſt der Plan nicht von der Hand
ge=
wieſen worden. Von Wermuths Seite ſind bereits
In=
formationen über die Frankfurter Verhältniſſe eingezogen
worden, ſo daß mit einer Beſetzung des Frankfurter
Ober=
bürgermeiſteramtes durch Exz. Wermuth gerechnet werden
kann. Irgendwie Verbindliches iſt auch jetzt noch nicht
er=
folgt. Alle dieſe Verhandlungen und Beſprechungen tragen
den Charakter von Pourparlers, wie das in ähnlichen
Fällen immer der Fall zu ſein pflegt. Die ganze
Angelegen=
heit erhält durch den bekannten Frankfurter Wahlmodus,
der dem Ernennungsrecht des Königs einen weiten
Spiel=
raum läßt, auch eine politiſche Nuance. Es iſt aber
anzu=
nehmen, daß der Kandidatur Wermuth hierdurch beſondere
Schwierigkeiten nicht erwachſen würden.
Homburg, 24. April. Der hieſigen Schloßverwaltung
iſt bis zur Stunde nochnicht bekannt, an welchem Tage
des Monats Mai die Kaiſerin in Homburg eintrifft.
Demnach iſt die heute in den Blättern verbreitete Nachricht,
die Kaiſerin treffe definitiv am 7. oder 8. Mai in Homburg
ein, nicht zutreffend.
Hanau, 24. April. Der verſtorbene frühere
Bijouterie=
fabrikant Cäſar Boehm hat verſchiedene gemeinnützige
Anſtalten mit Stiftungen bedacht. Der noch verbleibende
ſehr beträchtliche Kapitalſtock fällt der Stadt Hanau zu als
„Cäſar Boehm=Stiftung für gemeinnützige Zwecke.”
Metz, 25. April. Die fortgeſetzte amtliche
Unterſuch=
ung über die angebliche Grenzüberſchreitung
von Auboué hat nunmehr als zweifellos feſtſtehende
Tat=
ſache ergeben, daß eine Grenzüberſchreitung durch
Solda=
ten der Metzer Garniſon weder in Trupps noch einzeln
ſtattgefunden hat und daß die gegenteilige Meldung
viel=
mehr auf ein von einem Privatmann weitergetragenes
Gerücht zurückzuführen iſt, das ſich als unbegründet
er=
wieſen hat. Es iſt feſtgeſtellt, daß eine Anzahl Soldaten
des Pionierbataillons Nr. 16 nahe der Grenze auf
deut=
ſchem Boden ſich niedergelaſſen hat und durch einen
Ein=
wohner aus der nahe auf franzöſiſchem Boden gelegenen
Kantine ſich Wein holen ließ und dieſen auf deutſchem
Boden trank.
Ludwigshafen, 25. April. Heute nacht gegen 11 Uhr
brach in der Korkſtein= und Iſoliermaſſenfabrik von
Grün=
zweig und Hartmann, wie angenommen wird, durch
Selbſtentzündung von Korkplatten, Großfeuer aus.
Der Brand konnte auf ſeinen Herd beſchränkt werden.
Dem Feuer ſind in der Hauptſache Korkvorräte zum Opfer
gefallen. Auch mehrere Baulichkeiten der Fabrik wurden
vom Feuer ergriffen. Ein großer Gebäudeſchaden iſt nicht
entſtanden. Der Brand dürfte nur eine vorübergehende,
teilweiſe Betriebseinſtellung zur Folge haben.
Stuttgart, 25. April. Ein großes
Laſtenautomo=
bil der Firma Leicht in Vaihingen kam heute früh
7 Uhr an einer Kurve der bergab führenden Straße beim
hieſigen Weſtbahnhof ins Rutſchen und ſtürzte um.
Der Chauffeur Kahn, der als ſehr zuverläſſig gilt, wurde
unter dem ſchweren Wagen begraben und getötet.
Sein Begleiter wurde zur Seite geſchleudert und kam
mit leichten Verletzungen davon.
Magdeburg, 25. April. Ein ſchweres
Schiffs=
unglück ereignete ſich geſtern abend kurz vor 6 Uhr
auf der Elbe. Oberhalb der großen Brücke in
Magde=
burg riß die Verankerung eines mit Stückgütern
be=
ladenen Schiffes. Das Schiff trieb ſtromab und wurde
gegen den Brückenpfeiler geſchleudert, an dem es
zer=
ſchellte. Das Schiff, das mit 5000 Zentnern beladen war,
war in Nienburg beheimatet. Die Beſatzung des
Schif=
fes konnte ſich im letzten Augenblick retten.
Leipzig, 25. April. Die Dresdener
Tierärzt=
liche Hochſchule wird nach Leipzig verlegt, und der
Univerſität angegliedert werden. Der geſamte Lehrkörper
von dreißig Profeſſoren und dreihundert Studierenden
ſie=
deln nach der alten Univerſitätsſtadt über.
Breslau, 24. April. Die Schleſiſche Volkszeitung
mel=
det: Durch die Erderſchütterungen, die Ober
ſchleſien am 15. April heimgeſucht haben, wurde die bekannte
Wallfahrtskirche auf dem Kalvarienberge bei Deutſch=Pie
kar ſo ſtark erſchüttert daß ſie auf Anordnung der Polizei
geſchloſſen wurde.
Breslau, 25. April. Der auf den 26. April anberaumte
Termin im Prozeß Kwileki iſt auf den 17. Mai
verlegt worden.
Hamburg, 25. April. Das bei dem Bootsunglück
auf dem Comer=See mit dem Grafen Schwerin
er=
trunkene Fräulein Dall war eine der kühnſten Reiterinnen
Hamburgs, die bei jedem Rennen Hervorragendes leiſtete.
Im Juni vorigen Jahres verlobte ſich Frl. Dall mit dem
Grafen Schwerin.
Peſt, 25. April. Die Anlagen der ſtädtiſchen
Feld=
wäſchereien und Erzbrennereien von
Nagy=
banya ſind vollſtändig niedergebrannt. Der
Schaden beträgt mehr als eine Million. Es bedurfte
großer Anſtrengungen der Feuerwehren und des
Mili=
tärs, die Stadt vor dem Brande zu retten.
London, 25. April. Als geſtern mittag das
Schwe=
ſterſchiff der „Titanic”, die „Olympie” von
Southamp=
ton mit 1400 Paſſagieren an Bord nach New=York
ab=
dampfen ſollte, weigerten ſich, nachdem das
Ab=
fahrtszeichen ſchon gegeben war, plötzlich 300 Mann
der Beſatzung, meiſtens Heizer, mitzufahren, weil
das Schiff nicht ausreichend mit Rettungsbooten
ver=
ſehen ſei. Obwohl mehrere Direktoren anderthalb
Stun=
den lang auf die Leute einredeten, waren ſie nicht
umzu=
ſtimmen. Zwar ſetzte ſich das Schiff endlich in
Beweg=
ung, aber die zur Fahrt Unluſtigen wurden in Cowes
ausgeſchifft. Die „Olympic” liegt nun dort auf der Reede
vor Anker. Sie kann nicht eher abfahren, bis ſie die
Be=
ſatzung ergänzt hat.
Stadtverordneten=Verſammlung.
3. Sitzung.
St. Darmſtadt, 25. April.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung mit folgenden
Mitteilungen:
Der Ortsverein Darmſtadt des Deutſchen
Alko=
holgegnerbundes hat für die Bewilligung eines
ſtädtiſchen Beitrages ſeinen Dank ausgeſprochen.
Der Velocipedklub Darmſtadt hat für die
Wiederherſtellung der Einfriedigung pp. der Rennbahn
an der Heidelberger Straße gedankt und zu ſeinem am
5. Mai d. J. ſtattfindenden Radrennen eingeladen.
Einige weitere Mitteilungen ſind am Preſſetiſche
nicht zu verſtehen.
Der Handelsverein und die Bautätigkeit.
Bürgermeiſter Mueller führt aus: Der
Handelsverein in Darmſtadt iſt in einem Schreiben
vom 22. d. M. auf die Ausführungen des Bürgermeiſters
Mueller in der letzten Stadtverordnetenſitzung über die
Lage des Baugewerbes in hieſiger Stadt zurückgekommen
und hat gegen den angeblichen Vorwurf einer
unrichti=
gen Berichterſtattung Proteſt erhoben. Bürgermeiſter
Mueller erklärt hierzu, er brauche wohl kaum zu verſichern,
daß es ihm durchaus fern gelegen habe, den
Handelsver=
ein einer unrichtigen Berichterſtattung zu beſchuldigen.
Wenn der Eindruck entſtanden ſei, ſo bedauere er das
lebhaft.
Bürgermeiſter Mueller fährt dann fort: Ich ſtützte
mich bei meiner Darlegung auf die Wiedergabe des
Be=
richtes des Handelsvereins in der Nummer des
Darm=
ſtädter Tagblatts, die am Sitzungstage erſchienen war.
Hier hieß es wörtlich: „Das Baugeſchäft in hieſiger
Stadt hat bis jetzt eine Beſſerung nicht erfahren.”
Offen=
bar unter dem Eindruck dieſer Notiz ſtanden die
Aus=
führungen zweier Herren aus der
Stadtverordnetenver=
ſammlung, die das angebliche Darniederliegen der Bau=
Flotows Beziehungen zu Darmſtadt.
„Aleſſandro Stradella” war ſchon lange aufgeführt, die
„Martha” hatte ſchon ihren Siegeszug durch die Welt
ge=
halten, als Friedrich von Flotow ſeinen Wohnſitz in die
heſſiſche Reſidenz verlegte. Seine Schweſter Bernhardine,
die mit dem Gutsbeſitzer Rößner verheiratet geweſen war,
hatte ihr in der Nähe der Faſanerie, dem heiligen Kreuz
gegenüber, gelegenes Gut ihrer Nichte übertragen; ſo ſiedelte
Flotow gegen Ende des Jahres 1880 nach Darmſtadt über.
Hier ſtrömte ſeine Empfindung noch in einem Zyklus
von Liedern aus, die er ſeiner Lebensgefährtin widmete.
Die um jene Zeit begonnene Niederſchrift von Erinnerungen
aus ſeinem Leben blieb leider nur ein Bruchſtück. Ein
immer heftiger auftretendes Augenübel erſchwerte ihm das
Arbeiten außerordentlich. Die Linien des Notenpapiers,
deſſen er bedurfte, hatten die Stärke eines
Viertelzenti=
meters, der Text einer Kompoſition wurde ihm durch große
Frakturſchrift zugänglich gemacht. „Noch in der letzten
Zeit ſeines Darmſtädter Aufenthaltes konnte man den
charakteriſtiſchen Kopf des greiſen Tondichters in größeren
Konzerten ſehen und das Intereſſe beobachten, mit
wel=
chem er die Erzeugniſſe neuerer Kunſtſchöpfungen verfolgte.”
Er ſelbſt war mit ſeiner Gattin aktiv in einem Konzerte
aufgetreten, das der „Darmſtädter Männergeſangverein”
am 27. November 1882 in der „Traube” veranſtaltet hatte.
Hierzu hatte er Teile einer von ihm früher komponierten
„Meſſe” beigeſteuert, deren Manuſkript er dem Dirigenten,
Hofmuſiker Adolf Kugler, mit Worten der Anerkennung
für die gute Aufführung als Erinnerungszeichen verehrte.
Schon leidend, wirkte er in dem großen Konzerte mit, das
von dem genannten Verein zum Beſten der
Waſſerbeſchä=
digten des Großherzogtums im großen Saale des
Saal=
baus am 15. Januar 1883 gegeben wurde. Neben der
Wiederholung der „Meſſe” gelangten von den
Tonſchöpf=
ungen Flotows die begleitende Muſik zu Freiligraths „Der
Blumen Rache”, das Waldlied aus der Oper „Indra” und
die noch nicht veröffentlichte Dichtung Karl Schäfers „Die
Muhme” endlich aus der damals noch nicht veröffentlichten
Oper „Die Muſikanten” das ſprudelnde „Champagnerlied”
zum Vortrag. Flotow hatte ſelbſt die Begleitung auf dem
Klavier übernommen, die Lieder wurden zum Teil von
ſeiner Gattin geſungen.
Schon am Abend dieſer Aufführung fühlte er ſich ſehr
unwohl, und nach wiederholten Schlaganfällen wurde dem
Leben des „Schöpfers ſo vieler ſchönen und
weitverbreite=
ten Melodien” am 24. Januar 1883 ein Ziel geſetzt. Unter
allgemeiner Teilnahme der Darmſtädter Bevölkerung wurde
er am 27. Januar auf dem hieſigen Friedhof beſtattet.
Schon 1884 iſt auf Flotows Ruheſtätte ein großes
Grab=
denkmal errichtet worden. Auf den 26. April wurde die
Enthüllungsfeier feſtgeſetzt, an dicem Tage hatte Flotow
vor 72 Jahren zu Teutendorf in Mecklenburg das Licht der
Welt erblickt. Die Feſtrede hielt Hoftheaterdirektor
Wün=
zer, den Toten feiernd als „deutſchen Mann und deutſchen
Tondichter, den der unwiderſtehliche Drang, welchen der
Genius der Kunſt in ſeine Bruſt geſenkt hatte, trotz mancher
Hinderniſſe nicht raſten ließ, bis er ſich — und dies niemals
blos des eitlen Ruhmes halber — ganz der Muſik zu
wid=
men vermochte.”
Die Büſte des Komponiſten, von König modelliert, wird
von einem Poſtament getragen, an deſſen Vorderſeite eine
allegoriſche Figur, die Verehrung, einen Kranz zu den
Füßen des Sängers niederlegt. Die Vögel auf dem die
Ruheſtätte einſchließenden Gitter ſtellen die Sängerwelt dar,
die ſich um das Grab des Verſtorbenen ſammelt.
An demſelben Tage wurde durch eine Abordnung des
Darmſtädter „Inſtrumentalvereins” den Hinterbliebenen
eine Gedenktafel übergeben, die — jetzt an der Mauer neben
dem Eingangstor angebracht — die Erinnerung daran
feſt=
halten ſoll, daß Friedrich von Flotow in dieſem ſchönen
Landſitze — Dieburgerſtraße 235 — die letzten Jahre ſeines
Lebens verbrachte.
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Am Mittwoch gelangte das
früher ſo beliebte Luſtſpiel „Im weißen Rößl”
von Blumenthal und Kadelburg wieder zur Aufführung;
es ſcheint aber, als wolle das Rößl nicht mehr ziehen,
denn das Haus war nur mäßig beſucht; der Erfolg iſt
ihm aber treu geblieben und das Publikum unterhielt
ſich ſehr gut. Trotzdem aber dürfte es ſich empfehlen,
das Stück einige Zeit vom Spielplan abzuſetzen, da ihm
der Reiz der Neuheit doch allzu ſehr fehlt. Die Beſetzung
der Rollen war mit Ausnahme einiger untergeordneten
dieſelbe, wie bei der letzten Aufführung im Mai vor. Js.
und wurden von Fräulein Grünberg und Herrn Speiſer
(Joſepha und Leopold) und den Herren Jordan (
Gie=
ſecke), Jürgas (Dr. Siedler), Lehrmann (Heinzelmann)
und Schneider (Sülzheimer) und den Damen Fräulein
Meißner (Ottilie) und Gothe (Klärchen) mit vielem
Humor geſpielt.
C K. Ein „neuer Caruſo” Hat Covent Garden einen
neuen Caruſo entdeckt? Dieſe Frage beſchäftigt die
Lon=
doner Blätter, die über das erſte Auftreten eines
bis=
her unbekannten Tenors, Giovanni Martinelli, in
„Tosca” berichten. Als der junge Sänger, der noch vor
kurzem in Neapel die Klarinette in einer Militärkapelle
ſpielte, den wundervollen Wohllaut ſeines Organs
ſieg=
haft erklingen ließ, ging ein leiſes Raunen der
Be=
wunderung durch das Publikum und nach Beendigung
ſeiner erſten Arie bereiteten ihm die Zuhörer eine
ſpon=
tane, begeiſterte Ovation. Der Fortgang der Oper mußte
eine kurze Zeit unterbrochen werden, bevor ſich der
Bei=
fall ausgetobt hatte, und ein begeiſterter Galeriebeſucher
rief mit Stentorſtimme dem vielverſprechenden
Debutan=
ten zet: „Gott ſegne Dich!” Neben der ungewöhnlichen
Schönheit der Stimme trug auch das ausgezeichnete
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Nummer 98.
tätigkeit zur Sprache brachten. Wie aus den von mir
mit=
geteilten Ziffern hervorgeht, lag mir daran, feſtzuſtellen,
daß von einem ſolchen Darniederliegen im Vergleich zu
dem Vorjahre zur Zeit in der Tat nicht geſprochen
wer=
den kann. Die Tatſache, daß vom 1. Januar bis 17.
April 1912 ſich die Zahl der Baugeſuche nicht nur
erheb=
lich gegenüber der gleichen Zeit im Vorjahre vermehrt,
die Bauſummen ſogar verdoppelt haben, beweiſt das doch
ohne weiteres. Ich bin aber heute in der Lage,
nachzu=
weiſen, daß die Aufwärtsbewegung gar nicht erſt im
Jahre 1912, ſondern ſchon am Ende des Jahres 1911
ein=
geſetzt hat. Nach den mir vorliegenden Ziffern ſind im
letzten Vierteljahr des Jahres 1910 genehmigt worden:
56 Baugeſuche, im letzten Vierteljahr des Jahres 1911
wurden 72 Baugeſuche genehmigt. Die Bauſummen
be=
trugen in der erſtgenannten Zeit 372000 Mark, in der
letzigenannten Zeit 641000 Mark. Daß aber die
Bau=
tätigkeit auch weiter, und zur Zeit in erheblichem
Stei=
gen begriffen iſt, beweiſt die weitere Tatſache, daß in
den letzten Tagen wieder ein Fabrikneubau und drei
andere Neubauten genehmigt worden ſind, und daß ſich
zur Zeit 21 Baugeſuche mit einem Geſamtbauwert von
937000 Mark in Bearbeitung befinden. Allerdings iſt
die Bautätigkeit des Staates und der Gemeinde
augen=
blicklich geringfügig. Man kann aber verſchiedener
Mei=
nung darüber ſein, ob es nicht vorteilhafter für den
an=
ſäſſigen Gewerbeſtand iſt, wenn viele kleinere Objekte
zur Ausführung gelangen, ſtatt weniger größerer Objekte.
Es mag zugegeben werden, daß für die in Darmſtadt
beſtehenden Baugeſchäfte das dermalige Tätigkeitsfeld
immer noch zu ſehr beſchränkt iſt. Die unverkennbar
ſtei=
gende Tendenz der Bautätigkeit läßt aber die
Erwart=
ung zu, daß die Beſchäftigung aller Beteiligten in naher
Zeit den Grad erreichen wird, der im wirtſchaftlichen
Intereſſe des anſäſſigen Gewerbeſtandes notwendig iſt.
Vom Straßenbahntarif.
Ueber ein Eingeſandt bezüglich des Tarifs der
Stra=
ßenbahnen wird von Herrn Beigeordneten Ekert die
nachfolgende Berichtigung bekannt gegeben: Das
Ein=
geſandt enthält eine Anzahl Unrichtigkeiten:
1. Nach den Beſtimmungen auf dem Titelblatt des
Tarifs für die Darmſtädter Stadt= und Vorortbahnen
bleiben auf den Strecken Eberſtadt-Darmſtadt-
Arheil=
gen und Darmſtadt-Griesheim die bisherigen
Beſtim=
mungen und Beförderungspreiſe für Zeitkarten während
der Dauer des Dampfbetriebes beſtehen.
Für dieſe Linien tritt erſt nach deren Elektrifizierung
der neue Zeitkartentarif in Kraft, und nicht ſchon am
1. Mai dieſes Jahres. Die Zeitkartenpreiſe auf den
Dampfbahnlinien ſind nach den angeſtellten
Ermittelun=
gen bezügl. ihrer Ausnutzungsfähigkeit und tatſächlichen
Benutzung, ſowie im Vergleich mit den ſchon billigen
Einzelfahrpreiſen viel zu niedrig und decken die
Selbſt=
koſten nicht. Mit Einführung des elektriſchen Betriebes
wird ihre Benutzbarkeit bedeutend erhöht, ſo daß auch
eine den Verhältniſſen entſprechende Normierung der
Zeitkartenpreiſe ſtattfinden mußte. Dabei ſind letztere
noch niedriger gehalten, als bei den benachbarten
Frank=
furter und Mainzer, ſowie bei vielen anderen
Straßen=
bahnen.
2. Der Einzelfahrpreis Eberſtadt-Darmſtadt=Schloß
wird künftig nicht 25 Pfg., ſondern nach wie vor nur 20
Pfg. koſten, ebenſo der Einzelfahrpreis Eberſtadt-
Chauſſeehaus (ab 1. Mai ausgedehnt bis Artillerie=
Kaſerne) nicht 20 Pfg., ſondern wie bisher 15 Pfg.
Eberſtadt=Artillerie=Kaſerne koſtet bisher 20 Pfg., ſpäter
nur 15 Pfg.
3. Die Preiſe für die Arbeiter= und
Schülerwochen=
karten auf den Dampfbahnlinien werden nicht erhöht,
ſondern bleiben beſtehen.
Wenn die Linie Darmſtadt-Eberſtadt nach Seeheim
weitergebaut wird, ſo tritt ſelbſtverſtändlich nach den
allgemeinen Grundſätzen der Tarifbildung die gleiche
Einteilung nach Taxſtrecken ein, wie bei den
Stamm=
linien. Daran muß grundſätzlich feſtgehalten werden,
um Ungleichheiten zu vermeiden, die eine fortgeſetzte
Quelle von Berufungen und Beſchwerden geben
wür=
den und zu einer Lockerung des ganzen Tarifſyſtems
führen müßten. Demgemäß würde ſich der Fahrpreis
Darmſtadt=Schloß-Eberſtadt Station: 20 Pfg., nicht auf
die darüber hinaus belegenen Haltepunkte übertragen
laſſen. Für die Griesheimer Beſucher des Darmſtädter
Marktes tritt in dem Fahrpreis Griesheim-Darmſtadt=
Schloß keine Aenderung ein, denn hierfür werden nach
wie vor 20 Pfg. erhoben.
Stadtv. Lehr wünſcht, daß die Heſſiſche Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft veranlaßt werde, die Wagen auf der
Strecke Taunusſtraße ſo frühzeitig verkehren zu laſſen,
daß ſie zu den Frühzügen den Bahnhof erreichen. Er
wünſcht ferner, daß die Ludwigshöhſtraße in den
10=Pfennigtarif einbezogen werde. — Stadtv. Aßmuth
unterſtützt das. — Beig. Ekert meint, das werde kaum
erfüllt werden können.
Stadtv. Roth rügt, daß im Städtiſchen Muſeum
die Stifter mit ihren Uznamen „Bücherwurm” und
„Knopfſchneider” bezeichnet ſind. Beig. Jäger und
Stadtv. Säng widerſprechen dem. Es ſei berechtigt,
die Stifter mit ihrem hiſtoriſch gewordenen Namen zu
bezeichnen. (Beifall und Heiterkeit.)
Flotow=Feier.
Bürgermeiſter Mueller teilt mit, daß morgen,
Freitag, vormittags 11 Uhr, auf dem Friedhof eine
Flotow=Feier ſtattfinden wird. Das Denkmal
Flotows iſt durch die Stadtgärtnerei geſchmückt worden.
Die Feier ſoll durch ein Muſikſtück der Kapelle des
Leib=
garde=Regiments eröffnet werden. Die Feſtanſprache
wird Bürgermeiſter Mueller halten.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Es
erfolgt zunächſt die
Vorlage des Verwaltungsberichts
für 1910. Während dieſer Beratung übernimmt Stadtv.
Dr. Bender den Vorſitz.
Den Bericht des Finanz=Ausſchuſſes erſtattet Referent
Stadtv. Henrich.
Das Jahr 1910 brachte einſchneidende Aenderungen
für die Finanzen der Stadt. Der Voranſchlag für
dieſes Jahr geſtaltete ſich außerordentlich
ſchwie=
rig. Ein Fehlbetrag von mehr als 1 Million
Mark — faſt ½ des Verwaltungsbudgets — war
auszugleichen. Für den Wegfall des Oktrois auf
Lebens=
mittel ſowie einer Anzahl von Poſten, die im
vorhergehen=
den Jahre zur Vermeidung weiterer Steuererhöhung aus
dem Vermögen entnommen worden waren, war Erſatz zu
ſchaffen, neben der nötigen Deckung für die weiterhin
ge=
ſtiegenen Ausgaben und für den geringeren Ertrag
einzel=
ner Einnahmen. Der Fehlbetrag wurde in der Hauptſache
gedeckt durch Erhöhung des Gaspreiſes, des Schulgeldes,
der Schlachtgebühr und einzelner Oktroiſätze mit zuſammen
370000 Mark und durch Erhöhung des
Steuerausſchlag=
ſatzes um 18,6 Prozent (von 109,8 Prozent auf 128,4
Pro=
zent), woraus 516000 Mark erwartet wurden. Die
Finanz=
reform des Jahres 1910 war von dem Gedanken geleitet,
alle laufenden Bedürfniſſe aus ſtändigen Einnahmen zu
decken und damit das bisherige latente Defizit aus dem
Voranſchlage zu beſeitigen. Dazu wurden die in ihrem
Er=
gebnis ſehr ſchwankenden Ueberſchüſſe früherer Jahre aus
den Einnahmen des Verwaltungsbudgets ausgeſchieden
und den Reſerven (zunächſt dem Ausgleichsfonds)
über=
wieſen, um dadurch den Voranſchlag ſtabiler zu geſtalten
und außerdem eine ſtarke Reſerve für ungünſtigere Jahre zu
ſchaffen. Auf dieſem Wege hoffte man zugleich, der
unaus=
geſetzten Beunruhigung der Steuerzahler durch
fortwäh=
rende Steuererhöhungen nach Möglichkeit vorzubeugen.
Es kann nicht überraſchen, daß der unter dem Druck der
da=
maligen wirtſchaftlichen Kriſe aufgeſtellte Voranſchlag
in=
folge der inzwiſchen eingetretenen Beſſerung der
wirtſchaft=
lichen Verhältniſſe in ſeiner Ausführung ein weſentlich
günſtigeres Bild aufzeigte, als man urſprünglich hätte
er=
warten ſollen. Der Rechnungsreſt beträgt 649 286,77 Mark
und der dem Ausgleichsfonds überwieſene bare
Ueber=
ſchuß 569199,58 Mark. In Wirklichkeit iſt der
Ueber=
ſchuß um 100000 Mark höher, er erſcheint nur deshalb um
dieſe Summe niedriger, weil auf die Entnahme der in dem
Voranſchlag vorgeſehenen 100000 Mark aus dem
Aus=
gleichsfonds verzichtet werden konnte. Ein Vergleich des
Abſchluſſes des Jahres 1910 mit dem des Jahres 1909 zeigt
folgendes Bild: barer Ueberſchuß aus 1910: 569 199,58 Mark,
barer Ueberſchuß aus 1909: 326 801,48 Mark, in 1910
mehr 248 398,10 Mark.
Der Ausgleichsfonds hat nach Zuſchreibung des
Ueber=
ſchuſſes von 1910 eine Höhe von 1168678,85 Mark erreicht,
eine durchaus erwünſchte Reſerve, die geeignet iſt, die
be=
vorſtehende weitere Umgeſtaltung der Finanzverhältniſſe
der Stadt weſentlich zu erleichtern.
Zu den Haupteinnahmequellen ſei noch kurz folgendes
bemerkt: Der Ertrag des Grundvermögens iſt im ganzen
nicht weſentlich verändert. Der Ausfall bei den Waldungen
und bei den Grundſtücken in Selbſtverwaltung wird durch
die Mehreinnahmen bei den verpachteten Gebäuden und
Grundſtücken nahezu wieder ausgeglichen. Die
Gemeinde=
ſteuern weiſen ein Mehr von 563770 Mark auf, das auf
die Steuererhöhung von 18,6 Prozent zurückzuführen iſt.
Die Einnahmen aus Oktroi ſind um 271866 Mark
zurück=
gegangen, was durch die Aufhebung des Oktrois auf
Le=
bensmittel veranlaßt iſt. Bemerkenswert iſt das
Zurück=
bleiben der Einnahme hinter dem Voranſchlagsbetrag um
etwa 50000 Mark. Die Urſache hierfür iſt darin zu ſuchen,
daß die Erhöhung des Oktrois auf Bier und Schaumwein
von der Regierung zum Teil nicht genehmigt wurde und
daß die Einfuhr von Wein und Branntwein gegen das
Vorjahr erheblich zurückgegangen iſt, eine Erſcheinung, die
bereits im vorhergehenden Jahr zu beobachten war.
Die ſtädtiſchen Betriebe zeigen folgendes
Er=
gebnis:
Ueberſchuß bezw. Zuſchuß in
1909
1910
Voran= Rech= Voran=
Rech=
ſchlag nung ſchlag nung
1. Elektrizitätswerk 112000 125104 — 90 000 121227
2. Gaswerk
380000 395 206 —409000 458 539
3. Waſſerwerk
164000 173013 —154550 215 151
4. Straßenbahn . — 60000 —39 478 — 48000
5. Schlachthof
5 655 —1800 0 114127
6. Hallenſchwimmb. —42000 —55 29
00
Zuſammen 554000
613 201 4726750 847576
Die Steigerung der Ausgaben tritt für das
abge=
laufene Jahr in geringerem Umfange in die Erſcheinung
als in vorhergehenden Jahren. Der Prozentſatz der
un=
einbringlichen Steuern iſt von 2,01 Proz. in 1909 auf 1,79
Prozent zurückgegangen. Die Beſchäftigung Arbeitsloſer war
in weſentlich geringerem Umfange notwendig als im
Vor=
jahre. Es waren insgeſamt beſchäftigt 278 Arbeitsloſe
mit einem Geſamtaufwand von 26 441 Mark, gegen 336
Mann und 46 226 Mark in 1909. Das Geſamtvermögen
der Stadt iſt mit 66 825 55843 Mark angegeben; die
Schul=
den betragen 40 692 497,93 Mark, bleibt mithin ein
Ver=
mögensüberſchuß von 26 133060,50 Mark. Der
Verwal=
tungsbericht hat mit den Rechnungen der Stadtkaſſe und
den übrigen ſtädtiſchen Kaſſen für das Jahr 1910 in der
Zeit vom 21. bis einſchließlich 29. März 1912 zur Einſicht
offen gelegen. Einwendungen ſind während dieſer Zeit
nicht erhoben worden. Die Prüfung der
Verwaltungsüber=
ſicht hat keinen Anlaß zu Beanſtandungen ergeben.
Der Referent beantragt: Vorbehältlich
der Prüfungder Rechnungen durch die Großh.
Oberrechnungskammer der Großh.
Bürger=
meiſterei unter dem Ausdruck der
Anerken=
nung und des Dankes für ihre aus
gezeich=
nete Geſchäftsführung Entlaſtung zu
er=
teilen.
Nach Ausführung der Stadtvv. Lehr und Sames,
welch letzterer ſich eingehender über ſteuerliche Fragen,
beſonders Gewerbeſteuer, Wertzuwachs= und
Vermögens=
ſteuer verbreitet, ferner des Stadtv. Noellner, ſowie
nach einem Schlußwort des Referenten, wird der Antrag
desſelben einſtimmig angenommen. Der
Vor=
ſitzende Dr. Bender gibt dieſem Danke Ausdruck für den
Herrn Oberbürgermeiſter und die ganze ſtädtiſche
Verwal=
tung.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing dankt und ſpricht
dem Referenten Anerkennung für den eingehenden und
ſchnellen Bericht aus. Den ihm ausgeſprochenen Dank
übertrage er auf ſeine Herren Kollegen und die ſtädtiſchen
Beamten, ſowie die Stadtverordnetenverſammlung ſelbſt.
Er ſpricht ſchließlich die Hoffnung aus, daß die Arbeit
nun=
mehr in ruhige Bahnen gelenkt werde. (Bravo.) — Da
der Oberbürgermeiſter verhindert iſt, an der Sitzung weiter
teilzunehmen, übernimmt Bürgermeiſter Mueller den
Vorſitz.
Freigabe der oberen Liebfrauenſtraße
Die obere Liebfrauenſtraße zwiſchen Dieburgerſtraße
und Hohler Weg ſoll nunmehr zur Bebauung frei gege
ben werden. Die Einlegung des Kanals iſt erfolgt und
die Mittel für die Planierung der Straße ſind bereits
früher bewilligt worden. Die Koſten für die
Verſorg=
ungsleitungen ſind von den Anliegern zu verzinſen. Der
Hochbau=Ausſchuß empfiehlt die Freigabe dieſer
Stra=
ßenſtrecke unter der Bedingung, daß das Straßengelände
an der Einmündung der Liebfrauenſtraße in den Hohlen
Weg unentgeltlich an die Stadt abgetreten wird. Nach
dem Referat des Stadtv. Wagner ſtimmt die
Ver=
ſammlung zu.
Eine Abwaſſergrube.
Für einen in der erſten Parallelſtraße öſtlich der
Hei=
denreichſtraße errichteten Neubau ſoll eine
Abwaſſer=
grube angelegt werden. Die Tiefbau=Deputation
em=
pfiehlt, die Anlage in widerruflicher Weiſe gegen
Aus=
ſtellung eines bezüglichen Reverſes zu geſtatten. Auch
hierüber referiert Stadtv. Wagner. Die
Verſamm=
lung ſtimmt zu. — Ueber den
Erlaß einer Schlachthofordnung und
einer Marktordnung für Schlachtt
märkte
referiert Bürgermeiſter Mueller. Der§ 6 der
Polizei=
verordnung vom 25. Juli 1907, die Schlacht= und
Fleiſch=
verkaufsordnung für die Haupt= und Reſidenzſtadt Darm=
Spiel, das der „neue Caruſo” in der Rolle des Malers
Cavaradoſſi entwickelte, zu dem faſt beiſpielloſen
Er=
folge bei.
* Das Sterben der Störche. Ueber das auffallend
große Sterben der Störche” in den letzten Jahren bringt
eine elſäſſiſche Zeitung einen längeren Artikel, dem wir
folgendes entnehmen: Unſere langjährigen
Frühjahrs=
gäſte, die treuen Bewohner der Dachfirſte unſerer
Dör=
fer und Städte, denen man in Straßburg in einzelnen
Häuſern ſogar auf den Haustreppen begegnen konnte,
die Störche, ſie kommen nicht mehr. Nach den im Reiche
geführten Liſten ſind Hunderte auf ihren Fahrten
wäh=
rend des letzten Winters in Südafrika zugrunde
ge=
gangen. Das Ableben von Nr. 266 z. B. wurde von
einem Apotheker und Ornithologen, der in der Nähe von
Kapſtadt anſäſſig iſt, der betreffenden Station in
Deutſchland gemeldet. In der Nähe ſeines Kadavers
wurden zahlreiche andere Storchleichen gefunden, die
ſich an vergifteten Heuſchrecken den Tod gefreſſen hatten;
der Heuſchreckenplage wegen war in dieſen Gegenden
überall Arſenik geſtreut. Im Elſaß glaubte man
an=
fänglich, das Austrocknen der Sümpfe und die große
Vermehrung der elektriſchen Leitungen ſeien die Urſache
des Ausbleibens der geflügelten Gäſte. Seit man aber
an vielen Orten Deutſchlands die nach dem Süden
ziehenden Störche am Fuße mit einem numerierten
ſoli=
den Metallring verſieht, iſt man endlich der wahren
Ur=
ſache des großen Sterbens auf die Spur gekommen.
— Der neueſte Hauptmann von Köpenick. Eine Woche
lang iſt das friedliche kleine Dorf Domont im
franzöſi=
ſchen Departement Seine=et=Oiſe das Opfer einer
luſti=
gen Myſtifikation geweſen, die nun endlich mit der
Ent=
larvung des fröhlichen Schwindlers ihren Abſchluß
ge=
unden hat. Vor acht Tagen ſtieg ein Fremder in einem
der Gaſthäuſer von Domont ab und vertraute dem Wirt
unter dem Siegel der allertiefſten Verſchwiegenheit an,
er ſei im geheimen Auftrage auf der Suche nach dem
berüchtigten Automobilbanditen Bonnot. Die Pariſer
Kriminalbehörde habe Anlaß zu der Annahme, daß
Bon=
not ſich in der Nähe von Domont verborgen halte, und
zwar in Geſellſchaft einer Frau, die ſich als Witwe eines
Schweizer Offiziers ausgebe, in Wirklichkeit aber eine
ruſſiſche Fürſtin und eine Nihiliſtin ſei. Die beiden
ſoll=
ten in einer Villa in der Nähe leben. Dem Wirt wurde
natürlich aufgetragen, um Gotteswillen keinem Menſchen
ein Wort von der Ankunft des Pariſex Detektivs zu
ſagen, vor allem nicht den Gendarmen, denn
o Schrecken — man wiſſe in Paris, daß ſich unter ihnen
Revolutionäre befänden. Die Mitwiſſerſchaft an all
dieſen Staatsgeheimniſſen machte den guten Herrn Wirt
natürlich ſehr ſtolz, er führte den Kriminalbeamten bei
ſeinen Freunden ein, bald war er überall der
vielbewun=
derte Gaſt der braven Bürger von Domont. Die
Kauf=
leute räumten ihm ſchrankenloſen Kredit ein, und wenn
er im Kreiſe ſeiner Verehrer aufregende Geſchichten aus
ſeiner Laufbahn als Detektiv zum Beſten gab, erſchauerte
den guten Leuten das Rückenmark. Und dieſer Mut,
einen ſo verzweifelten Mörder und Banditen ganz allein
fangen zu wollen! Aber als man dem tapferen Detektiv
dafür Lob ſpenden wollte, winkte er beſcheiden ab und
ſagte mit geheimnisvollem Augenzwinkern: „Ich bin
nicht allein hier. Alle Vorbereitungen ſind längſt
ge=
troffen. Sie brauchen nur Ihre Augen aufzumachen, um
mehr zu ſehen.” Und dieſe Andeutung hatte noch eine
weitere köſtliche Folge: die Bürger von Domont
be=
gannen nun in jedem Fremden einen verkappten Pariſer
Geheimpoliziſten zu ahnen. Die Landſtreicher und
Va=
gabunden, die durchs Dorf zogen, wurden mit ſo
ausge=
ſuchter Höflichkeit und heimlichen Zeichen der
Bewunder=
ung behandelt, daß den armen Kerlen unheimlich zu
Mute wurde; ſie konnten ſich dieſe ungewohnte
Freund=
lichkeit gegen ihresgleichen nicht erklären, witterten irgend
eine Falle und verließen ſchleunigſt den rätſelhaften Ort,
wo man alle Vagabunden wie heimliche Prinzen
behan=
delte. Aber wie alles auf der Welt ein Ende nimmt, ſo
wvurde auch in Domont der ſchöne Traum plötzlich
unter=
rochen. Die Gendarmen erfuhren von dem Herrn
Kri=
tinalbeamten aus Paris, ſie wurden mißtrauiſch, und
das Ende war, daß der brave Mann eines ſchönen
Mor=
gens kurzweg verhaftet wurde. Es ergab ſich, daß er ein
ſtellenloſer 40jähriger Schuhmacher war, der bittere Not
und Hungereerlitten hatte. In ſeiner Verzweiflung kan
er auf den Einfall, als Pariſer Detektiv aufzutreten, und
nach ſeiner Verhaftung geſtand er melancholiſch ein, daß
er nie in ſeinem Leben eine ſo ſchöne Zeit gehabt habe,
wie in Domont als geheimer ſelbſternannter
Kriminal=
beamter.
C) Beamte als Tabakskoſter. Es gibt im
franzöſi=
ſchen Finanzminiſterium eine Kategorie von Beamten,
deren Tätigkeit im Publikum wenig bekannt iſt. Das
ſind die vom Staate angeſtellten Tabakskoſter. Dieſer
hohe Gerichtshof, der über das ganze in Frankreich
ver=
arbeitete Rauchkraut ſein ſtrenges Urteil fällt, beſteht
aus einem Vorſitzenden und fünf Sachverſtändigen und
hat vom Morgen bis zum Abend nichts anders zu tun, Zigarren, Zigaretten und Pfeife zu rauchen, um
ſich über die verſchiedenen Tabaksqualitäten, die ihnen
vorgelegt werden, Rechenſchaft zu geben. Aber nicht
nur=
die Produkte der einheimiſchen Induſtrie haben ſie zu
beachten, ſondern auch die fremden Zigarren und
Ziga=
retten, die in Frankreich verkauft werden, unterliegen
dem Kriterium ihrer Zunge, und es iſt der angenehmere
Teil ihrer Arbeit, wenn ſie die teuren Havanna=Zigarren
zu koſten bekommen, die von der Regie verkauft werden.
Dieſe Beamten, die ein ſchweres und
verantwortungs=
reiches Amt ausüben, ſind frühere Inſpektoren der
Tabak=
fabriken, die ein genügendes Dienſtalter haben und durch
Proben ihre Befähigung für dieſe Tätigkeit nachweiſen.
Sie ſind dann zu der durchaus nicht leichten Arbeit
ver=
urteilt, von neun Uhr morgens bis fünf Uhr abends
Tabak zu rauchen, und es ſind häufig nicht die beſten
Sorten, mit denen ſie ſich am längſten beſchäftigen
müſſen. Die ſchädlichen Einflüſſe dieſes fortgeſetzten
Rauchens, die eine große Trockenheit im Munde
her=
vorrufen und leicht zu Nikotinvergiftungen führen
kön=
ien, werden mit großen Mengen von ſchwarzem Kaffee
bekämpft, der ein Gegengewicht gegen den Ueberfluß des
zugeführten Nikotins bietet. Außerdemwird auch nur durch
den ſchwarzen Kaffee die Möglichkeit gegeben, den
Ge=
ſchmack der verſchiedenen Tabaksforten beim Koſten
aus=
einander zu halten.
Nummer 98.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Seite 5.
ſtadt betreffend, lautet: „Die Benutzung des
Schlacht=
hofes und ſeiner Einrichtungen, welche gebührenpflichtig
iſt (ſiehe Gebührenordnung für den ſtädtiſchen
Schlacht=
hof), ſowie der Verkehr im Schlachthofe wird, ſoweit dies
in der vorliegenden Verordnung nicht geſchehen iſt, durch
eine von der Großh. Bürgermeiſterei erlaſſene
Schlacht=
hofordnung geregelt, deren Beſtimmungen jedermann
bei Meidung der Ausweiſung und der in § 30 dieſer
Po=
lizeiverordnung angedrohten Strafe Folge zu leiſten
ver=
pflichtet iſt.”
Mit Rückſicht auf die zurzeit des Erlaſſes dieſer
Po=
lizeiverordnung in Ausſicht genommenen
Erweiterun=
gen der Schlachthofanlagen (Markthalle uſw.) wurde der
Erlaß einer Schlachthofordnung damals zurückgeſtellt und
mit Zuſtimmung der Stadtverordneten=Verſammlung
der Abſchnitt V der durch die neue Schlacht= und
Fleiſch=
verkaufsordnung aufgehobenen Polizeiverordnung für
das Schlachtweſen in der Stadt Darmſtadt vom 10. Mai
1893 „Ordnung vor und im Schlachthof” vorübergehend
bis zum Erlaß der neuen Schlachthofordnung wieder in
Kraft geſetzt. Nachdem nunmehr der neue Stall für
un=
verkaufte Schweine und die Kälbermarkthalle nahezu
fertiggeſtellt ſind und demnächſt in Betrieb genommen
werden ſollen, war es möglich, die vorgeſehene
Schlacht=
hofordnung unter Berückſichtigung der neuen Betriebs=
und Verkehrsverhältniſſe aufzuſtellen. Der neue
Ent=
wurf, der im Einvernehmen mit Großh. Polizeiamt und
der Metzger=Innung ausgearbeitet wurde, hat bereits
die Zuſtimmung der Schlachthof=Deputation gefunden.
Mit Inbetriebnahme des neuen Stall= und
Marktgebäu=
des wird gleichzeitig der Erlaß einer neuen
Marktord=
nung (Polizeiverordnung) notwendig, durch die die
ſeit=
herige Marktordnung für den Kälber= und Hammelmarkt
bei dem Schlachthof zu Darmſtadt vom 27. Februar 1895
aufgehoben wird. Dem von Großh. Polizeiamt
aufge=
ſtellten Entwurf hat die Metzger=Innung und die
Schlacht=
hof=Deputation ebenfalls zugeſtimmt. Hiernach
bean=
tragt Referent, den Erlaß einer Schlachthofordnung
und einer Marktordnung nach den vorgelegten
Entwür=
fen gutzuheißen.
Nach kurzer Debatte wird die neue Ordnung
gut=
geheißen.
Induſtriegleisanlage.
Stadtv. Sames führt aus: Nachdem die Stadtver=
(ordneten=Verſammlung den Ausbau des zweiten
Stamm=
gleiſes auf der Südſeite der Weiterſtädter Straße auf
Koſten der Stadt beſchloſſen hat, iſt es zur
Herbeiführ=
ung einer einheitlichen Regelung in der Berechnung der
Anſchlußgebühren notwendig, das auf der Nordſeite der
Weiterſtädter Straße liegende, der Bahn gehörige Gleis
ebenfalls in das Eigentum der Stadt zu bringen. Die
Bahnverwaltung hat ſich bereit erklärt, dieſes Gleis zu
einem angemeſſenen Preis an die Stadt abzutreten. Die
zugehörigen Anſchlußweichen ſollen in den Beſitz der
Intereſſenten übergehen. Die Großh. Handelskammer
hat die Uebernahme des Gleiſes durch die Stadt ſehr
be=
grüßt. Sie verſpricht ſich hierdurch eine weſentliche
För=
derung von Induſtrie und Handel, da hierbei eine
be=
trächtliche Verbilligung der Zuſtellungsgebühren
ein=
treten wird. Der Oberbürgermeiſter beantragt, das
fragliche Gleis von der Eiſenbahnverwaltung zum
Preiſe von 10840 Mark zu erwerben, unter der
Vor=
ausſetzung, daß es in ordnungsmäßigem Zuſtande
über=
geben wird und alle Intereſſen einen beſonderen Revers
anerkennen, in dem die näheren Bedingungen und
Ver=
pflichtungen klargeſtellt ſind. Das Abkommen ſoll am
1. Mai in Kraft treten. Hochbau= und Finanz=Ausſchuß
haben ſich mit dieſen Anträgen einverſtanden erklärt.
Nach kurzer Debatte wird das Projekt gutgeheißen.
Anlegung einer Brückenwage.
Auch hierüber berichtet Stadtv. Sames: An der
Kreuzung der Weiterſtädter Straße und des
Landwehr=
wegs ſoll eine Brückenwage angelegt werden, wobei die
in der Eliſabethenſtraße frei werdende Brückenwage
Verwendung finden ſoll. Hochbau= und Finanz=
Aus=
ſchuß haben die Aufſtellung der Wage gutgeheißen und
die Bewilligung der hierzu und für die notwendigen
Straßenherſtellungen erforderlichen Mittel mit zuſammen
6400 Mark befürwortet. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Von der Viktoriaſchule.
Für einen wegen Krankheit beurlaubten Oberlehrer
der Viktoriaſchule iſt ein Stellvertreter zu berufen.
Fi=
nanz=Ausſchuß und Kuratorium befürworten die
Be=
willigung=der erforderlichen Mittel zu Laſten des
Re=
ſervefonds. Nach dem Berichte des Stadtv. Noellner
ſtimmt die Verſammlung zu. 700 Mark Koſten werden
bewilligt.
Die Eiſenbahndirektion hat die
Einlegung eines Gasverſorgungsrohres
in den Dornheimer Weg jenſeits der Bahn zur
Verſorg=
ung der dort errichteten Arbeiterwohnhäuſer beantragt.
Nach den „Grundſätzen” hat die Bahn die Koſten
vor=
zulegen, bezw. eine Zinsgarantie zu leiſten. Die
Gas=
werks=Deputation empfiehlt jedoch, die Koſten auf die
Stadt zu übernehmen, da die Verzinſung der
Anlage=
koſten durch die zu erwartende Reineinnahme aus dem
Gasverbrauch geſichert iſt. Nach dem Referat des Stadtv.
Sames ſtimmt die Verſammlung zu.
Vom ſtädtiſchen Leihamt.
Stadtv. Henrich führt aus: In die Satzung
ſtädtiſchen Leihamts ſoll noch eine Beſtimmung au
nommen werden, daß geſtohlene, im Leihamt verſ
Gegenſtände auch ohne Vorlage des Pfandſcheines ge
Zahlung des Darlehens nebſt Zinſen und Gebühren
den Eigentümer zurückgegeben werden können. We
des fehlenden Pfandſcheines ſoll das übliche Aufgel
verfahren zur Kraftloserklärung des Scheines einge
werden. Pfandhaus=Deputation und Rechts=Ausſ
ſind mit der vorgeſchlagenen Ergänzung der Satzung
verſtanden. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Veräußerung von Hydrantenwager
Infolge der Ausrüſtung der Freiwilligen Feuern
mit Löſchgeräten für Pferdebetrieb ſind einige Hyd
tenwagen für Handzug entbehrlich geworden. Die
meinde Arheilgen will zwei dieſer Wagen zu angem
nem Preis — 200 Mark — übernehmen. Feuerlöſch=
Finanz=Ausſchuß befürworten den Verkauf. Der A
kauf wird nach dem Referat des Stadtv. Dr. Ben:
genehmigt.
Mit Rückſicht auf die Herſtellung einer
Induſtriegleisanlage in der Weite
ſtädter Straße
iſt von Großh. Polizeiamt der Entwurf einer Poli
verordnung über den Betrieb dieſer Gleisanlage
gelegt worden. Da das Anſchlußgleis von Lokom
ven der Eiſenbahnverwaltung befahren wird und
Handhabung des Betriebs durch Perſonal der Ei
bahndirektion Mainz erfolgt, beſchränken ſich die
ßimmungen der Polizeiverordnung auf ſolche, die
das Publikum in Betracht kommen. Die Tiefbau=
Depu=
tation hat den Entwurf nicht beanſtandet. Er wird nach
dem Referat des Beig. Ekert angenommen.
Nach Erledigung der Tagesordnung wünſcht Stadtv.
Dr. Noellner, eine beſſere direkte Verbindung
zwiſchen Hamburg und Darmſtadt anzuſtreben. Beig.
Ekert ſagt zu, in dem Sinne tätig zu ſein. Stadtv.
Stemmer ſchließt ſich namens des Verkehrs=Vereins
dem an.
Stadtv. Schupp führt Beſchwerde darüber, daß
die fünf Waldwirtſchaften mit den Preiſen für
Kaffee und Tee aufgeſchlagen haben. — Stadtv
Stem mer hält den Aufſchlag nach der
Ver=
teuerung von Tee und Kaffee auch im
Groß=
bezug für berechtigt. — Stadtv. Dr. Noellner ſtellt
feſt, daß die Taſſe nur um 5 Pfg., die halbe Portion
und die ganze Portion um je 10 Pfg. aufſchlagen.
Stadtv. L. Lautz wünſcht die Erhaltung des
Be=
dürfnishäuschen am alten Bahnhof auch nach Schließung
desſelben. Beig. Ekert ſagt zu.
Damit ſchließt die Verſammlung.
* Berlin, 25. April. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Fortſetzung der
erſten Beratung der Wehrvorlagen.
Abg. Haußmann (Fortſchr. Vpt.): Die Vorgänge
des vergangenen Jahres müſſen wir mit größtem Ernſt,
aber auch ohne Leidenſchaft, betrachten. Es ſind in der
Welt und in Europa Tatſachen vor ſich gegangen, die nicht
überſehen werden können. Einer unſerer Bundesgenoſſen
iſt in einen Krieg verwickelt worden, die Frage der
Dar=
danellen iſt aufgeworfen und wir ſehen, daß in Perſien ſich
ernſte Dinge vollziehen. Wir haben in Oſtaſien ein
Er=
eignis von weittragender Bedeutung in der Revolution
von China erlebt und wiſſen nicht, welche Konſequenzen
ſich noch daraus ergeben können. Schon die bloße
Mög=
lichkeit von Verwickelungen iſt ein ernſter Faktor für die
Aufrechterhaltung unſerer Wehrmacht. Dieſe Dinge haben
eine Erſchütterung des Sicherheitsgefühls in Europa, auch
in unſerem eigenen Lande, hervorgerufen. Den Schaden
davon hätten alle Kreiſe des Landes, beſonders die
Ar=
beiterklaſſe, die deshalb ihrerſeits für die Verſtärkung
unſerer Wehrmacht eintreten ſollte. Was die Flotte
an=
belangt, ſo glaube ich nicht, daß es richtig war, den Mangel
an Reſerveſchiffen mit zur Begründung der Vorlagen
heranzuziehen. Wie auch die Prüfung ausfallen möge, ſo
iſt doch das Bedürfnis vorhanden, daß nun endlich einmal
mit der weiteren Steigerung unſerer Rüſtungen Schluß
gemacht wird. Es dürfen nicht im Hintergrunde weitere
Vorlagen lauern. In Konſequenz der Vorlagen hat die
Regierung die Verpflichtung, an der Verbeſſerung der
poli=
tiſchen Lage in Europa mitzuarbeiten. Das entſpricht auch
dem Empfinden des deutſchen Volkes. (Sehr richtig,
links.) Großſprecherei iſt keine deutſche Eigenſchaft.
Des=
halb bedauern wir die alarmierenden Kundgebungen der
alldeutſchen Gruppen. Von der Unrichtigkeit meiner
Auf=
faſſungen bin ich nicht überzeugt. Die Behauptung, das
Nachrichtenbureau des Reichsmarineamtes habe nicht
agi=
tatoriſch gewirkt, dürfte nicht zutreffen. Der
Flottenver=
ein hat ſeine ſogenannte Aufklärungsarbeit an der Hand
von Informationen aus dieſem Bureau betrieben. Die
Regierung ſolle aber nicht die Hand dazu bieten, eine ſolche
Propaganda zu unterſtützen. In ſeiner letzten Rede hat
der Lord der engliſchen Admiralität ſich dahin
ausgeſpro=
chen, daß der enaliſche Flottenausbau ſich automatiſch nach
dem deutſchen Flottenprogramm richten werde. Schränken
wir uns ein, ſo läßt auch England mit ſeinem
Flottenaus=
bau nach. Wir verlangen Auskunft darüber, ob die
Ver=
handlungen mit England abgebrochen ſind oder nicht. Das
Duell des Kriegsminiſters mit dem Abgeordneten
Erzber=
ger über das Duell hat uns gezeigt, wie weit die
bürger=
lichen Empfindungen entfernt ſind von denen der
Militär=
verwaltung. Die geſtrigen Ausführungen des
Kriegsmini=
ſters über das Duell waren geradezu eine Herausforderung
des Parlaments. Auch in den letzten Tagen ſind Duelle
vorgekommen, wobei ein Herr v. Heeringen gefallen ſein
ſoll. Mit dieſen Dingen muß gebrochen werden. Hierher
gehört auch die Verabſchiedung des Generalarztes
Pro=
feſſor Dr. Czerny wegen ſeiner Stellungnahme zu den
letzten Wahlen, die ungefähr die Stellung der badiſchen
Nationalliberalen wiedergab. Die Armee muß ſich den
Gedanken des deutſchen Volkes anpaſſen und nicht den
Anſchauungen einer Clique dienen. (Beifall.)
Staatsſekretär v. Tirpitz: Auf die Machtverhältniſſe
Englands und Deutſchlands hier einzugehen, halte ich nicht
für angebracht. Meinen Ausführungen über das
Nach=
richtenbureau des Reichsmarineamtes habe ich nichts
hin=
zuzufügen. Es hat ſich niemals an einer Hetze gegen
Eng=
land beteiligt. (Sehr richtig, rechts.) Ob ich dem
Flot=
tenverein angehöre, habe ich in der Eile nicht feſtſtellen
können. (Große Heiterkeit.) Auf den Flottenverein habe
ich keinen Einfluß, im Gegenteil, ich bin von ihm
mehr=
fach angeariffen worden. Ich glaube, daß der
Flottenver=
ein im allgemeinen mehr gegen den zu langſamen und
ſeinem eigenen Weg folgenden Staatsſekretär, als für ihn
iſt, wenn er auch bisweilen manches für die Flotte
ge=
tan hat.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Der Generalarzt
Czerny hat den vom Abg. Haußmann erwähnten Artikel
angeregt. Er iſt nicht um Unterbindung erſucht worden.
Es lag auch nicht im geringſten die Abſicht vor, ihm die
Einreichung ſeines Abſchiedsgeſuchs nahezulegen. Er hat
jedoch alsbald danach ſein Entlaſſungsgeſuch eingereicht,
das mit hobem Alter und Geſundheitsrückſichten begründet
war. Im übrigen gehe ich nicht weiter darauf ein.
Aba. v. Liebert (Reichspt.): Wenn Kenner des
Heeres=
weſens das Volk über Heeresfragen aufklären, ſo iſt das
nur dankenswert. Unſere auswärtige Lage im vorigen
Jahre iſt dem Volk mächtig an die Nieren gegangen. Wir
wollen keinen Krieg hieß es damals, aber ſein Ausbruch
ſtand doch nur auf des Meſſers Schneide. Eine
Verſtärk=
ung unſerer Rüſtung iſt erforderlich, damit wir auch
ferner=
hin achtunggebietend im Rat der Völker daſtehen. Der
Militärdienſt iſt ein Junabrunnen für unſer Volk. zumal
dort vor allem unſere Jugend vor den Irrlehren der
So=
zialdemokratie bewahrt wird. (Lärm bei den Soz.)
Des=
halb ſind Sie (zu den Soz.) ja auch gegen unſer
militäri=
ſches Syſtem. Die Verjünaung unſeres Heeres iſt eine
Not=
wendigkeit. — Abg. Colshorn (Welfe): Die
Flotten=
vorlage lehnen wir ab. der Armeevorlage, vorbehaltlich
einiger in der Kommiſſion noch vorzunehmender
Aender=
ungen, ſtimmen wir jedoch zu. Mit der Erhöhung der
Mannſchaftslöhne iſt gleichzeitig eine Verbeſſerung der
Mannſchaftsverpflegung notwendig. — Aba. Wurm
(Soz.): In der Deckungsfrage liegt der ganze Schwerpunkt
der Vorlagen. Mit der Branntweinliebesgabenpolitik, wie
ſie in der Vorlage enthalten iſt, wird den geſamten
ge=
werblichen Brennereien das Lebenslicht ausgeblaſen. Die
ganze Deckungsvorlage iſt nach den Intereſſen der Spiritus=
zentrale zugeſchnitten, ja ſie ſoll ſogar von ihr diktiert ſein.
(Lachen, rechts.) Die Verteuerung des Branntweins trifft
gerade die Aermſten der Armen. Wir ſind für die
Auf=
hebung der Liebesgabe, doch auch der Vergällungszwang
ſollte aufgehoben werden, ebenſo die Beſtimmungen über
den Durchſchnittsbrand. Wenn man jetzt auf einmal
ſo=
viel Ueberſchüſſe aus dem Etat hat, ſo ſoll man ſie benutzen
zur Herabſetzung der Altersgrenze bei der
Altersverſicher=
ung, zur Erhöhung der Bezüge der Kriegsveteranen,
da=
mit ſie nicht nebenbei zu betteln brauchen, und die
Sol=
datenlöhnung ordentlich aufbeſſern. Wir verlangen einc
gerechte Verteilung der Steuerlaſten durch Herabſetzung
der indirekten und Einführung von direkten Reichsſteuern.
Abg. Dr. Spahn (Zentr.): Ich muß namens
mei=
ner Parteifreunde eine Erklärung abgeben. Der
Kriegs=
miniſter glaubte Verwahrung einlegen zu müſſen gegen
meine Ausführungen, die Kabinettsorder über das
Duell=
weſen ſei als ein Schlag gegen die Geſinnung des
katho=
liſchen Volkes empfunden worden. In dieſer
Verwah=
rung iſt folgender Satz enthalten: Wenn jemand eine
ſolche Auffaſſung bekundet, wie es jener Herr getan hat,
ſo iſt unter den vorliegenden Umſtänden kein Platz mehr
für ihn im Offizierſtand. Gegen dieſe Auffaſſung muß
ich namens meiner Parteifreunde ganz energiſch
prote=
ſtieren. Das widerſpricht dem religiöſen Empfinden und
der Rechtsauffaſſung des geſamten deutſchen Volkes.
(Großer Beifall.) Nach den beſtehenden Geſetzen kann
niemand von einer Einrichtung des Reiches ausgeſchloſſen
werden. Hierdurch wird aber der Katholik vom
Offizier=
ſtand ausgeſchloſſen. Der Kriegsminiſter rechtfertigt
alſo einen Standpunkt, der gegen das Strafgeſetzbuch
und das Militärſtrafgeſetzbuch verſtößt. Wir werden uns
in der Kommiſſion weiter ſprechen. (Lebhafter Beifall
im Zentrum.) — Abg. Schweickhardt (Fortſchr
Vp.) gibt namens ſeiner ſüddeutſchen Fraktionsgenoſſen
eine Erklärung über die Aufhebung der
Branntweinliebes=
gabe ab. Es ſei zu erwägen, wie nach deren Aufhebung
die hiervon abhängige Induſtrie lebensfähig zu
erhal=
ten ſei. — Abg. Graf v. Poſadowsky: Die
Ver=
ſtärkung von Heer und Flotte iſt nach meiner Anſicht eine
Vertrauensfrage. Dieſes Vertrauen iſt allerdings nicht
auszudehnen auf die Finanzierung. Daß die Verſtär
kung nötig iſt, geht aus der politiſchen Lage klar
her=
vor. Frankreich kann es uns immer noch nicht verzeihen,
daß wir die alte Reichsgrenze wieder hergeſtellt haben
und England findet daran Anſtoß, daß der deutſche
Kaufmann mehr als bisher ſeinen Wea auf dem
Welt=
markt kreuzt. Wir Deutſchen ſind ein friedliebendes Volk
und ſind deshalb auch unſere Gemarkungen lange Zeit
zum Schlachtplatz aller Nationen geweſen. Ich wünſche
dringend, daß die Vorſchläge des Staatsſekretärs zur
Deckung ſich erfüllen mögen. Tatſache aber bleibt, daß
dadurch die Tilgung unſerer Anleihen leidet. Neue
Schulden dürfen auf keinen Fall gemacht werden.
Nach einigen weiteren Aeußerungen des Abg.
Götting (natl.) ſchließt die Debatte. Nach einigen
perſönlichen Bemerkungen des Abg. Kreth (konſ.) und
des Abg. v. Gamp (Reichsp.) wird die Wehrvorlage
an die Budgetkommiſſion verwieſen. Bezüglich der
Deckungsvorlage ergeben ſich Zweifel über die
Mehr=
heit, ſodaß Hanmelſprung ſtattfinden muß. Es
ſtim=
men 158 Abgeordnete für Ueberweiſung der Deckungs
vorlage an die Budgetkommiſſion und 160 für
Ueber=
weiſung an eine beſondere Kommiſſion von 28
Mitglie=
dern, Hiermit iſt die erſte Leſung der Wehrvorlage
er=
ledigt.
Nächſte Sitzung Freitag 1 Uhr. —
Tagesord=
nung: Wahlprüfung, Interpellation über den
Jeſuiten=
erlaß und Etat der Reichseiſenbahnen. — Schluß
¾47 Uhr.
* Berlin, 25. April. Die
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages nahm bei der Beratung des
Etats für Südweſtafrika den Antrag der Fortſchrittlichen
Volkspartei um Verleihung der Verfaſſung mit dem
Wahlrecht für die weiße Bevölkerung in Südweſtafrika
an. Der Staatsſekretär erklärte, die Kolonialverwaltung
werde ſich an der Ausarbeitung des Kompetenzgeſetzes
gern beteiligen. Die enaliſchen Kolonien hätten alle die
Konſtitution mit der Feſtlegung der Rechte des Könias,
des Gouverneurs, der Beamten uſw. Dasſelbe ſei für
unſere Kolonien erſtrebenswert.
Weitere Untaten der Automobilränber.
* Der Pariſer Polizei wurde gemeldet, daß ſich der
Anarchiſt Gallo, der ſich ebenfalls an den
Automobil=
verbrechen beteiligte, in der Nähe des Pariſer Ivry=
Friedhofes aufhalte. Der mit ſeiner Verhaftung
beauf=
tragte Sicherheitspolizeichef Jouin und deſſen
Beglei=
ter Colmar und Robert begaben ſich dorthin. Jouin
wurde von dem berüchtigten Bonnot erſchoſſen,
Col=
mar durch mehrere Schüſſe nicht lebensgefährlich verletzt
Ueber den Hergang werden folgendeEinzelheiten
be=
richtet: Der Ueberfall fand bei Gelegenheit einer
Haus=
ſuchung ſtatt, die heute früh 8 Uhr bei den
Gebrü=
dern Gauzy vorgenommen wurde, die ein
Mode=
geſchäft in Jvry beſitzen. Jouin war überzeugt, daß die
Gebrüder Gauzy in Verbindung ſtanden mit den
Auto=
mobilbanditen der Rue Ordener. Die Gebrüder Gauzy,
die zuerſt verhaftet wurden, leugneten, als ihnen die
Photographie Bonnots vorgelegt wurde, dieſen zu
ken=
nen. Jouin und Colmar ſtiegen, indeſſen die Gebrüder
Gauzy von Polizeiinſpektoren bewacht wurden, die erſte
Etage hinauf und öffneten die Türe, hinter der ſich
Bon=
not verborgen hielt. Bonnot gab einen Schuß ab, ohne
jemand zu treffen. Jouin war begleitet von den
Polizei=
beamten Colmar und Robert, die nicht bewaffnet waren=
Alle drei ſtürzten ſich auf Bonnot und fielen mit ihm zu
Boden, aber es gelang Bonnet ſich frei zu machen. Er
gab mehrere Revolverſchüſſe ab, von denen einer Son
in den Kopf. ein anderer Colmar in die Herzaegend
traf. Jouin war ſoforttot. Colmar ſagte zu Robert,
er alaube, er ſei tödlich verletzt. Ponnot ſtellte ſich tot,
als Robert zu Hilfe kam. Als Bonnot ſah, daß die
Be=
amten die Trevpe hinabſtiegen, entfloh er mit dem
Re=
volver in der Hand aus dem Zimmer, trat in ein
benach=
bartes Gemach ein und bedrohte die dortz befindliche
Frau mit dem Tode, wenn ſie einen Laut von ſich gebe.
worauf die Frau ihn paſſieren ließ. Er öffnete hierauf
ein Fenſter und ſvrana von der erſten Etage auf den
Bo=
den. überkletterte die Mauer und entfloh durch die
benach=
barten Gärten. Man alaubt die Spuren des Banditen
wieder auffinden zu können, da er Blutſpuren auf dem
Weg hinterließ. Als um Mittag Gendarmen den
verhaf=
teten Gauzy fortführen wollten. ſtürzte die Menge auf
den Verhafteten und ſuchte ihn zu lunchen. Die
Gendar=
men hatten Mühe ihn zu ſchützen, bis er zur Gendarmerie
gebracht wurde.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Nummer 98.
Luftfahrt.
* Frankfurt, 25. April. Das Luftſchiff „
Vik=
koria Luiſe” hat heute morgen 9¼ Uhr eine Fahrt
an=
getreten, die über Aſchaffenburg ging und ſich bis
Mil=
tenberg und Tauberbiſchofsheim erſtreckte. Die Rückfahrt
führte über Heidelberg und Darmſtadt. Das
Luft=
ſchiff paſſierte Darmſtadt kurz vor 1 Uhr und überflog
es in ziemlicher Höhe in der Richtung auf Frankfurt zu.
* Friedrichshafen, 25. April. Der Neubau
der Luſſtſchiffbau=Geſellſchaft Zeppelin „L. Z. 12‟,
ein in Form und Ausſehen der „Viktoria Luiſe” ſehr
ähnliches Schiff, nur mit etwas veränderter Steuerung,
iſt heute vormittag um 9,35 Uhr unter Führung
des Grafen Zeppelin zu einer Werkſtättenfahrt
aufgeſtiegen.
H. B. München, 25. April. Geſtern nachmittag
ſtieß auf dem Flugfelde Oberwieſenfeld der
Flugappa=
rat des Piloten Beyerlein mit dem Apparat von
Lindpaintner zuſammen. Der Doppeldecker
Lindpaintners wurde vollſtändig zertrümmert.
Die beiden Flieger blieben unverletzt.
Sport.
* Pferderennen. Das City and Suburban
Handicap das erſte große Ausgleichsrennen der
eng=
liſchen Frühjahrskampagne, kam am Mittwoch in Epſom
zur Entſcheidung und endete mit dem Siege des
Außenſeiters Chili II. Der von Jockei Huxley
gerittene Hengſt des Mrs. R. Mills ſiegte nach
Kampf mit * Längen gegen Mr. B. Hultons Lonawand
(Frank Wootton), während der in letzter Stunde ſtark
ge=
wettete Moscato des Mr. Singer (Trigg) zwei Längen
zu=
rück den dritten Platz beſetzte. Wetten: 2011, 711, 611.
Dreizehn Pferde liefen.
Zum Untergang der „Titanie‟
* Berlin, 25. April. Ueber die letzten
Stun=
den der „Titanie” meldet aus der Vernehmung vor
dem Senatsausſchuß die Voſſiſche Zeitung über London:
Bei der geſtrigen Vernehmung gab der dritte Offizier der
„Titanic”, Pittman, an, daß die „Titanie” zur Zeit
des Zuſammenſtoßes mit einer Geſchwindigkeit von 21½
Knoten fuhr. Der Zeuge, der zur Zeit des
Zuſammen=
ſtoßes in ſeiner Kajüta ſchlief, hatte lediglich die
Vor=
ſtellung erhalten, als ob das Schiff vor Anker gegangen
kei. Er kleidete ſich an, ging hinauf und fand bei einer
Inſpektion des Schiffes auf einem anderen Deck etwas
Eis. Da ſeien plötzlich die Heizer mit ihren
Kleiderbün=
deln hinaufgsſtürzt und hätten gerufen, daß unten
ſchon alles unter Waſſer ſtünde. „Als die Boote
heruntergelaſſen wurden” ſo fuhr Pittman fort, „teilte ich
die Anſicht der meiſten Fahrgäſte, daß man ſich an Bord
der „Titanic” in größerer Sicherheit befände als in den
Rettungsbooten. Das Schiffsboot. über das Pittman den
Befehl übernahm, führte keine Lichter. Der Zeuge hat
das Verſinken der „Titanic” geſehen und
be=
ſtreitet entſchieden die mehrfach aufgetauchte Behauptung,
daß das Schiff in der Mitte entzwei gebrochen ſei. Es
ſank mit dem Bug immer weiter hinunter, bis es hinten
ſenkrecht aus dem Waſſer herausſtand. Dann verſchwand
es. Als der Rieſendampfer bereits im Waſſer verſunken
war, wurden vier Exploſionen hörbar. Pittman
führte dieſe Erſcheinungen auf das Zuſammenbrechen der
Schiffwandungen am Bug zurück, die den ungeheueren
Druck nicht hätten aushalten können. An eine
Keſſel=
exploſion glaube er nicht, da ja die Feuer der „Titanic‟
ſchon zwei Stunden vor dem Untergang nicht mehr
be=
ſorgt worden ſeien. Im Augenblick des Unterganges
befand ſich das von Pittman befehligte Rettungsboot etwa
300 bis 400 Meter von der Unfallſtelle entfernt. „Ich gab
den Befehl” ſo ſagte Pittman, „an die Unfallſtelle
zu=
rückzukehren. aber die Bootsinſaſſen
widerſetz=
ten ſich dem, und ich fügte mich der Mehrheit. Wir
hör=
ten alſo mit dem Rudern auf und ließen uns treiben.”
„Wußten Sie” ſo unterbrach der Senator Smith den
dritten Offizier der „Titanic, „daß Ihr Rettungsboot
noch weitere 25. Menſchen faſſen konnte?” „Ich wußte
daß es nicht voll war.” „Wer widerſetzte ſich dem
Zurück=
rudern an die Unfallſtelle?” „Das kann ich nicht ſagen,
Männer oder Frauen, das weiß ich nicht.” „Hörten Sie
Hilferufe?‟ Der Seeoffizier ſchlua die Augen nieder und
zögerte mit der Antwort. Schließlich faßte er ſich und
ſagte mit bewegter Stimme: „Es iſt mir ſchwer möglich
zu beſchreiben, was wir hörten. Es war ein lang
hingezogenes Stöhnen, das über eine
Stunde andauerte. Es war wie eine ewige laute
Klage und ab und zu ein entſetzlicher Schreckensruf. Es
klang wie von Menſchen in Todesnot.” „Und dieſes
Stöhnen dauerte eine ganze Stunde an?” „Ja”
antwortete Pittman. „Und Sie ließen dieſe armen
Men=
ſchen ſtöhnen, während Sie ruhig Ihr Boot im Waſſer
treiben ließen?” „Ja.” „Wurden die Anaſtrufe
allmäh=
lich ſchwächer?” „Ja” antwortete der Zeuge mit leiſer
Stimme, „ſie hörten nach und nach auf.” Senator Smith
fragte weiter, ob man nach Erhalt der drahtloſen
Warnungen vor Eisbergen beſondere
Vor=
ſichtsmaßregeln getroffen und die Geſchwindigkeit der
„Titanic” verringert habe. Pittman beantwortete die
Frage mit Nein. eins Verminderung der Schnelligkeit
ſei in ſolchen Fällen nicht üblich. Der Ausauckpoſten ſaate
aus, daß er keine Fernaläſer zur Verfügung gehaht habe
und aus der Vernehmung des Maiors Artur Meuchon
aus Toronto war zu entnehmen, daß dieſer Zeuge den
Eindruck hatte, auf der „Titanie” befänden ſich zu wenig
ausgebildete Seeleute. Die Meinung habe ihre
Beſtä=
tigung gefunden. als es bei der Bemannung der
Ret=
kungsboote allenthalben an ausgebildeten Matroſen fehlte,
deren Platz von den an Deck ſtrömenden Heizern
einge=
nommen wurde.
* Bremen. 24. April. Kavitän Hattorff vom
Nordd. Lloyddampfer „Frankfurt” der heute
vor=
mittag auf der Weſer eintraf, berichtet über die
Maß=
nahmen, die er mit Rückſicht auf die Notlage der
„Titanic” traf, an die Direktion des Norddeutſchen
Lloyd wie folgt: Am 14. April. Mitternacht, befanden
wir uns 39 Grad 47. Minuten nördlicher Breite, 52 Grad
23 Minuten weſtlicher Länge. Um 12.10 Uhr morgens
bat der Dampfer „Titanie” uns durch drahtloſe
Tele=
graphie, um Angabe unſeres Schiffsortes, den wir ſofort
mitteilten. Als Antwort hierauf erhielten wir von der
„Titanic” die Mitteilung, daß ſie ſich 41 Grad 24 Minuten
nördlicher Breite. 50 Grad 24 Min. weſtlicher Länge
be=
finde, daß ſie im Eiſe feſt ſäße und dringend
Hilfe nötig habe. Die Entfernung des Dampfers „
Frank=
furt” bis zur Unfallſtelle betrug 140 Seemeilen. Ich
teilte der „Titanie” mit, daß die „Frankfurt” erſt 11 Uhr
vormittags dort ſein könne und fuhr nach der Unfallſtelle
ab. Um 12.15 Uhr morgens kam von der „Titanic” das
See=Notzeichen C. Q. D. (come quick danger). Um 1.05
Uhr vormittags teilte die „Titanic” mit, daß die
Paſſa=
giere in die Boote gingen, um 1,15 Uhr war der Verkehr
mit der „Titanic” abgebrochen. Ich nehme an, daß das
Schiff dann ſchon geſunken war. Am 15. April 10,50 Uhr
vormittags erreichte ich die Unfallſtelle. Wir ſahen drei
große Eisberge, 17 kleine Eisberge und große
Eisfelder von 10 bis 30 Seemeilen Ausdehnung
Den größten Eisberg ſchätzte ich auf 40 Meter Höhe und
300 Meter Länge. Wir kreuzten zwiſchen den Eisbergen
und hielten Ausſchau nach Verunglückten. Auf
der Unfallſtelle waren noch drei andere Dampfer, der
ruſ=
ſiſche Dampfer Birma”, ſowie die engliſchen Dampfer
„Virginian” und „Carpathia” die ebenfalls die
Unfallſtelle abſuchten. Leider war das Suchen vergeblich.
Die „Carpathia” teilte uns mit, daß ſie 22 Boote
aufge=
nommen habe, daß nur noch zwei fehlten. Da weiteres
Suchen vergeblich war und ich aus dem Labyrinth von
Eis heraus wollte, ſetzte ich 12 Uhr mittags die Reiſe nach
Bremen fort.
* New=York, 24. April. Der Dampfer „
Bre=
men” vom Norddeutſchen Lloyd berichtet, er habe am 20.
April über 100 Leichen der „Titanie” und ein
ge=
kentertes Boot geſichtet. Als der in der Nähe
be=
findliche Dampfer „Mc. Kay Bennett” ſignaliſierte, er ſei
mit der Sammlung der Leichen beſchäftigt, habe die
Bremen” die Reiſe fortgeſetzt.
Die Paſſagiere der „Bremen” erklären, ſie ſeien ſo
dicht an den Leichen der „Titanic” vorbeigefahren, daß
ſie die einzelnen Perſonen hätten unterſcheiden können.
So ſahen ſie eine weibliche Leiche, die in jedem Arm ein
Kind hielt und ein Ehepaar, das ſich umſchlungen hatte.
Drei Perſonen hielten noch einen Deckſtuhl feſt. Alle
hat=
ten Rettungsgürtel um. Ueberall auf dem Meer ſah
man Rettungsgürtel umherſchwimmen. Die Mehrzahl
der Leichen trieben zwiſchen zwei Eisbergen, von denen
der eine teilweiſe zerſplittert worden iſt. als er mit der
„Titanic” zuſammenſtieß. Viele von den weiblichen
Paſ=
ſagieren der „Bremen” ſchrien beim Anblick all dieſer
Leichen laut auf.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 25. April. Die Agenzia Stefani
veröffent=
licht folgende Note: Viele Zeitungen verbreiten
fortge=
ſetzt Nachrichten über die angebliche Beſetzung
von Inſeln im Aegäiſchen Meer, beſonders
von Lemnos und Tenodos und anderen nördlich von
Aſtropalia. Die Nachrichten, die faſt ſämtlich aus
Kon=
ſtantinopel ſtammen, ſind vollkommen unrichtig.
* Konſtantinopel, 24. April. Der Miniſterrat,
der heute über die Wiedereröffnung der
Dar=
danellen beriet, dauerte bis 8 Uhr abends. Die
Mi=
niſter haben der Preſſe keine Nachricht zugehen laſſen.
Gerüchtweiſe verlautet, daß die Konferenz keinen
Ent=
ſchluß gefaßt habe, da die Miniſter uneinig waren.
* Konſtantinopel, 25. April. Anläßlich des
Verſuches eines engliſchen Dampfers, trotz des
Verbotes die Dardanellen zu durchfahren, erließ der
Hafenkommandant eine Kundmachung, in der auf die
Zirkularnote hingewieſen wird. nach der Schiffe, die die
Durchfahrt durch die Dardanellen verſuchen, durch
Ka=
nonenſchüſſe in den Grund gebohrt
wür=
den. Angeſichts der Beunruhigung wegen der Gefahren,
die der Schiffahrt im Archipel infolge etwaigen
Losrei=
ßens der Minen erwachſen. erklärt Sabah auf Grund von
Informationen des Kriegsminiſteriums, die in den
Dar=
danellen, in der Bosvorusmündung und bei Saloniki
gelegten und vorbereiteten Minen ſeien Kontaktminen
neueſten Syſtems und ſeien daher keine Gefahr.
* Kairo 24. April. Wie der Sekretär des
Ober=
kommiſſars der Hohen Pforte erklärt, iſt die von Rom aus
verbreitete Meldung von dem Tode Enver Beys eine
reine Erfindung.
Mardkko.
* Paris, 25. April. Der Sonderberichterſtatter des
Matin in Fez meldet vom 20. April: Die
Niederwerf=
ung des Aufſtandes ſei der Energie des Generals
Brulard zu verdanken, der trotz des Widerſpruches des
noch immer allzu optimiſtiſchen Geſandten Regnault
die=
jenigen Stadtviertel bombardieren ließ, in die ſich die
Auf=
rührer geflüchtet hatten. Sofort nach dem Bombardement
ſeien zahlreiche hervorragende Marokkaner in das Haus
des Geſandten Regnault, ſowie auf das Konſulat und ins
Hauptquartier des Generals Brulard gekommen, um ihre
franzoſenfreundliche Geſinnung zu beteuern und Pardon
zu erbitten. Man habe ihnen erklärt, daß ihre Häuſer
bombardiert werden würden, falls ſie nicht unverzüglich
franzöſiſche Fahnen aufſteckten. Alsbald ſeien auch die
meiſten Häuſer mit Trikoloren beflaggt geweſen. Der
Korreſpondent berichtet ferner, es ſei feſtgeſtellt, daß
her=
vorragende Beamte des Maghzen, darunter der
Stellver=
treter und der Sekretär des Kriegsminiſters zu den
An=
ſtiſtern des Aufſtandes gehörten. Bei dem Aufruhr und
den furchtbaren Szenen, die ſich im Verlaufe desſelben
ab=
ſpielten, hätten ſich beſonders die Weiber fanatiſch und
grauſam gezeigt und die Askarie, welche die Leichen der
Franzoſen in ſcheußlichſter Weiſe verſtümmelten, durch
jubelnde Zurufe ermutigt. Manche Franzoſen hätten nur
einem Zufall ihre Rettung zu verdanken; ſo vier
Inſtruk=
teure, die ſich vor den Aufrührern in die Unratskammern
flüchteten, wo ſie 44 Stunden lang. bis zum Halſe im
Waſ=
ſer ſtehend, aushalten mußten, bis ſie von einem
franzo=
ſenfreundlichen Eingeborenen gerettet wurden.
* Fez. 24 April. Der Sonderberichterſtatter der
Agence Havas meldet weiter unter dem 20. April: Die
Folge der Kanonade und der Ermahnungen der Kaids
war die Beruhigung der Aufſtändiſchen. Die
Läden wurden allmählich wieder geöffnet.
*. Paris. 24. April. Eine amtliche Note bezeichnet
die Blättermeldung, daß der Geſandte Regnault die
Re=
gierung ſchon vor einiger Zeit um die Entſendung
von Truppenverſtärkungen nach Marokko
erſucht habe und daß dies Anſuchen abgelehnt worden ſei,
als vollſtändig erfunden. Weder Regnault noch
Gene=
ral Moinier hätten Verſtärkungen verlangt, ebenſo wenig
ſei der Reaierung irgend eine Mitteilung zugekommen,
welche den Aufſtand in Fez hätte vorausſehen laſſen.
* Madrid, 24. April. In einem Telegramm des
Generalkavitäns von Mellila wird neuerdings der
Be=
fürchtung Ausdruck gegeben, daß bei den Stämmen am
linken Ufer des Ued=Kort infolge der Ereianiſſe in Fez die
Gärung weiter um ſich greift. Die ſpaniſchen Vorpoſten
ſeien bereits mehrfach angegriffen worden.
* Paris. 25 Avril. Kriegsminiſter Millerand
er=
klärte einem Berichterſtatter, die Reaierung habe
bezüg=
lich der Organiſierung Marokkos zwei Löſungen
ins Auge gefaßt. Die eine beſtehe darin. einen Ziviliſten
zum Generalreſidenten zu ernennen, unter deſſen Befehl
auch der Kommandant des Beſatzungskorps ſtände. Die
zweite Löſuna kei die, daß einem General für einige Zeit
die Aufgabe übertragen werde, die Organiſierung Marokkos
in adminiſtrativer und militäriſcher Hinſicht durchzuführen.
Es heißt, mehrere Mitglieder der Regierung ſeien für eine
dritte Kombination. Danach ſoll der Deputierte und
ehe=
malige Generalgouverneur von Algerien, Jennart, zum
Generalreſidenten ernannt und ihm als unmittelbarer
Mit=
arbeiter General d’Amade beigegeben werden.
Literariſches.
De Rothaus=Reformader. Volksſtück in
ſechs Bildern in rheinheſſiſcher Mundart von
Wil=
helm Briegleb, Groß=Umſtadt. 1912.
Selbſtver=
lag des Verfaſſers. Geb. 1 Mk., geh. 0,65 Mk. Der Name
Briegleb beſitzt für jeden Kenner unſerer
volkstümlich=
humoriſtiſchen Dichtung einen guten Klang: Elard
Briegleb, der Verfaſſer der köſtlichen Sammlungen
„Links am Rhei’ — Iß gut ſei”” und „Wie’s klingt am
Rhei”” wird unter denen, die das Leben und Treiben,
Wollen und Empfinden der rheinheſſiſchen „Pälzer”
dich=
teriſch verklärt haben, ſtets als einer der Erſten und=
Beſten genannt werden müſſen. Wer ſeine Sachen noch
nicht kennt, kaufe und leſe ſie, — er wird dem
humoriſti=
ſchen Kenner und Geſtalter des weinfrohen und
beſitz=
ſtolzen Pfälzer „Kriſchers” von Herzen dankbar ſein für
manchen aufheiternden Blick in die Volksſeele. Ein Sohn
des nun ſchon lange heimgegangenen Dichters, der Groß=
Umſtädter Pfarrer Wilhelm Briegleb, zeigt ſich
in dem vorliegenden Volksſtück als berufener Erbe
ſei=
nes trefflichen Vaters. Anknüpfend an eines von deſſen
Gedichten, gibt er in ſechs Bildern einen vielgeſtaltigen,
humorgeſättigten, auch des Ernſtes nicht ermangelnden
Ausſchnitt aus dem rheinheſſiſchen Bauernleben. Haus
und Familie, Wirtshaus und „Kerb”
Gemeinderats=
wahl und Rathaus, Oeffentliches und Privates, alles,
was an dieſer dörflichen Welt wichtig und
charakteri=
ſtiſch iſt, kommt zu wechſelvoller Anſchauung. Im
Mittelpunkt der Handlung ſteht ein Bauer, der ſo lange
auf den Gemeinderat ſchimpft, bis er ſelber gewählt
und=
durch die Teilnahme an der Gemeindeverwaltung von
ſeiner Krankheit kuriert wird. Alles Zuſtändliche iſt
aus=
gezeichnet beobachtet und kommt in lebendiger Rede
und Gegenrede vorzüglich heraus. Der Verfaſſer hat
dem Volke tüchtig „aufs Maul” geſehen, nach dem alten
Rezept Dr. Martin Luthers, aber auch ins Herz und
in die Seele. So erweiſt er ſich als intimer Kenner und
Schilderer eines eigenartigen Stücks Volkstum, mit dem
er ſelber durch Geburt und Neigung aufs innigſte
verwachſen iſt. Ich zweifle nicht, daß dem Werk bei
ſei=
ner Aufführung im Wormſer Feſtſpielhaus (am 4. unde
5. Mai) ein ebenſo ſtarker Erfolg beſchieden ſein wird,
wie er ihm bei der erſten Vorleſung vor einigen
Mong=
ten von einem großen geladenen Publikum ſchon bereitet
worden iſt. Auch in Buchform wird es bei dem billigen
Preiſe und der hübſchen Ausſtattung, vor allem
aber=
wegen ſeiner trefflichen inneren Eigenſchaften zahlreiche
Freunde finden.
Dr. K. B.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Stuttgart, 25. April. Die konſervative Partei
und=
der Bund der Landwirte haben in der Zweiten
Kam=
mer einen Antrag eingebracht, das Kriegsminiſterium
möge bei der Vermehrung und Verlegung von
Truppen mittlere und kleine Städte als Garniſonsorte
berückſichtigen und im Bundesrat dafür eintreten, daß in
Württemberg ebenſo wie im Bereiche des badiſchen
Armee=
korps militäriſche Erziehungs= und andere Anſtalten
unter=
gebracht und Verkehrstruppen garniſoniert werden.
* Venedig, 25. April. Heute vormittag fand in
An=
weſenheit des Herzogs von Genua, von herrlichem
Wetter begünſtigt, die feierliche Einweihung
des wiedererbauten Campanile San
Marco ſtatt. Nachdem 3000 Kinder vor der Loggig
des Dogenpalaſtes eine Hymne geſungen hatten,
hiel=
ten der Bürgermeiſter und der Unterrichtsminiſter Reden=
Der Kardinalpatriarch, umgeben von den Biſchöfen Ve=, vollzog die Weihe. Alsbald ertönten die
Glocken des Campanile und alle Glocken Venedigs
ant=
worteten. Ein ungeheurer Jubel brach unter der dicht
gedrängten Menge auf dem Platze San Marco aus. Die
Zeremonie ſchloß mit der Hiſſung von venetianiſchen
und italieniſchen Fahnen auf den vier Ecken des Tun
mes unter dem Donner der Geſchütze.
* London, 25. April. Der Verbrecher, der am
März auf das Fuhrwerk Leopold Rothſchilds geſcho
ſen hat, wurde zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit per
urteilt.
* Los Angeles, 25. April. Während einer Flotten
übung am Dienstag abend feuerte ein
Torpedp=
boot einen Torpedo ab, der die Panzerplatten des
Kreuzers „Maryland” unterhalb der Waſſerlinie
durch=
ſchlug. Der Kreuzer entging mit knapper Not einer
ſchweren Gefahr.
* Waſhington, 25. April. Der deutſche Botſchafter
teilte dem Staatsdepartement mit, daß die Frage der
Sicherheit der Paſſagiere auf den
transatlan=
tiſchen Dampfern für Deutſchland Gegenſtand des
teil=
nahmsvollſten Intereſſes ſei. Die deutſche Regierung
halte die Zeit für gekommen, um ein dahingehendes
Ab=
kommen unter allen Seemächten vorzubereiten.
Deutſch=
land ſei bereit, in diesbezügliche Unterhandlungen
ein=
zutreten.
pp. Groß=Gerau, 25. April. In der Nacht zum
Donnerstag iſt hier im Alter von 91 Jahren
Altbür=
germeiſter Schad geſtorben. Schad war von
1875 bis 1893, alſo 18 Jahre lang, Bürgermeiſter der
Kreisſtadt Groß=Gerau. Ihm folgte der ehemalige
Gaſt=
wirt Jakob Becker, deſſen Nachfolger nach einem
vor=
zeitigen Verzicht dann der jetzige Bürgermeiſter Arnold
wurde. Herr Arnold, der nach einer glücklich
überſtan=
denen Krankheit wieder die Amtsgeſchäfte mit
beneidens=
werter Rüſtigkeit führt, iſt auch bereits ein
Siebzig=
jähriger.
H. B. Berlin, 25. April. Auf Anregung des Kaiſers
findet am 6. Mai im Reichsamt des Innern unter
Leit=
ung des Staatsſekretärs eine Konferenz ſtatt, in der
alle Fragen der Sicherung des überſeeiſchen
Paſſagierverkehrs geprüft werden ſollen.
H. B. Berlin, 25. April. Am großen Stern im
Grune=
wald hat heute früh 5 Uhr zwiſchen zwei Studenten ein
Piſtolenduell ſtattgefunden, das einen unblutigen=
Verlauf nahm.
H. B. München, 25. April. Die Verhandlungen, die der
bayeriſche Bundesrats=Bevollmächtigte, Graf Lerchenfeld,
als Vermittler zwiſchen der Reichsregierung und der
haye=
riſchen Regierung in Angelegenheit des bayeriſchen
Jeſuiten=Erlaſſes jetzt in München geführt hat,
haben ein poſitives Ergebnis gezeitigt. Der Geſchicklichkeit
Lerchenfelds iſt es gelungen, den Streit ſo zu löſen, daß es
weder einen Sieger noch einen Beſiegten gibt. . Wie
ver=
lautet. hat Freiherr von Hertling zugeſtanden, daß der Gre,
Nummer 98.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Apr
912,
Seite 7.
laßzſormale Fehler aufweiſe die jedoch auf das Konio des
früheren Kultusminiſters von Wehner zu ſetzen ſind. Der
Reichskanzler hat in zwei Punkten die Interpretation der
bayeriſchen Regierung zum Jeſuiten=Erlaß anerkannt.
In=
deſſen ſind es gerade jene Punkte, die das ganze Geſetz zu
Gunſten der Jeſuiten entſcheiden. In den Kreiſen des
Zen=
trums iſt daher die Befriedigung über dieſen Ausgang der
Angelegenheit groß.
H. B. Bonn a. Rh., 25. April. Ein ſchweres
Bootsunglück hat ſich geſtern auf der Sieg
zugetra=
gen. Ein Boot, in dem ſich vier katholiſche Geiſtliche
be=
fanden, kippte um. Drei Geiſtliche konnten ſich ans Ufer
retten, während der vierte, Pater Wirtz aus Bochum,
ertrank.
H.B. Paris, 25. April. Die beiden Hauptleiter des
Journal Anarchie, Lorulot und Bouchet, ſowie eine Frau
Beß, die an verſchiedenen anarchiſtiſchen
Ver=
brechen mitbeteiligt ſein ſollen, wurden heute morgen
verhaftet.
H. B. London, 25. April. Der Times wird aus Athen
gemeldet: Die Frage der Wiederbeſetzung
Kre=
tas werde von England, Frankreich und Rußland erwogen.
Das fortgeſetzt provozierende Verhalten der neuen
Regier=
ung, die zweimal Mitteilungen mit der Ueberſchrift:
König=
reich Griechenland an die Konſuln ſandte und auch andere
Herausforderungen begangen habe, werde vielleicht
Veran=
laſſung für die gewaltſame Aufrechterhaltung der Autorität
der Mächte geben.
Alter Erfahrung gemäß
bildet Scotts Emulſion bei Entkräftung,
Ab=
magerung, Appetitloſigkeit und den damit
zu=
ſammenhängenden Beſchwerden eine
ſchätzens=
werte Zugabe zur täglichen Nahrung. Die
Wirkung zeigt ſich denn auch bald in einer
Steigerung des Gewichtes verbunden mit einer
nachhaltigen Hebung des Allgemeinbefindens
und der
(79832
Erhshung der Leistungsfähigkeit.
Gelbe und branue Zähne. Gewiſſe Arſachen, zum
Beiſpiel Rauchen, Tabakkauen uſw. verfärben die Zähne
und geben ihnen ein häßliches Ausſehen. Auch mangelhafte
Zahnpflege läßt die Zähne gelblich und bräunlich erſcheinen,
die dann ſtatt der „blitzenden Derlenreihen” einen
abſtoßen=
den und widerlichen Anblick bieten. Tägliches, zweimaliges
Dutzen der Zähne mit Kosmodont=Zahnereme mit aktivem T
Sauerſtoff (Tube 60 Df.) macht die Zähne blendend weiß.
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Mittwoch, den 24. April, nachmitttags
5½ Uhr, verſchied ſanft nach Gottes
unerforſch=
lichem Ratſchluß und langem, ſchwerem Leiden
im ſtädtiſchen Krankenhaus zu Darmſtadt unſere
liebe Tochter, Schweſter, Enkelin und Nichte
ige
Elesel Guntrum
nach kaum vollendetem 13. Lebensjahre.
Die Beerdigung findet Samstag, den
27. April, nachmittags 3 Uhr, in Darmſtadt
auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.
(9872
Heppenheim a. d. B., 25. April 1912.
Cornelius Guntrum, Großh. Forſtmeiſter.
Danksadung.
Allen, die unsere liebe Tante
Fräulein Sofie Uebelshäußer
zur letzten Ruhestätte geleitet oder ihre Teilnahme durch Blumenspenden bekundet haben,
sage ich auf diesem Wege Namens der trauernden Hinterbliebenen herzlichen Dank.
Darmstadt, den 25. April 1912.
Franz Uebelshäußer.
(*10498
Unterfertigter erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ſeine verehrten E. M. E. M., A. H. A. H.,
I. A. I. A. von dem am 23. d. M. in Zell a. H.
erfolgten Ableben ſeines lieben A. H.
Herrn Karl Ströher
Apothekenbesitzer in Zell a. H.
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
(9890
Der A. Ph.-T. „Arminia‟, i. A. C. I.
J. A.:
Lindenberg X.
Die Beerdigung findet Freitag, den 26. April,
vorm. 11 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Gotlesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 26. April:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 27. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Nachmittags
4 Uhr Jugendgottesdienſt und Predigt.
Sabatt=
ausgang 8 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 6 Uhr
45 Min. Abends 8 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 27. April:
Vorabend 6 Uhr 55 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 8 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 28. April,
an: Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr. Abends
8 Uhr 30 Min.
NB. Montag, den 29. April:
T. Scheni.
Amtlicher Weterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das nordweſtliche Hoch hat ſeine Lage wenig
ver=
ändert, ſich aber verflacht. Es beherrſcht jedoch noch
Mitteleuropa, ſo daß es meiſt heiter und trocken war.
Heute morgen iſt der Himmel vielfach bewölkt. Bei
meiſt nördlichen Winden liegen die Temperaturen in
der Nähe von 10% Es bereitet ſich langſam ein
Witterungsumſchlag vor.
Ausſichten für Freitag, den 26. April 1912:
Zunächſt noch heiter und trocken, warm, ſpäter Trübung.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Ab. D): „Heimat”
Konzert des Lehrerſängerchors um 8 Uhr im Saalbau.
Vortrag von Juſtizrat Dr. Bender um 9 Uhr im
„Für tenſaal” (Kauſm. Verein).
Verſammlung des Heimverbandes um 4 Uhr im
Rathausſaal.
Hauptverſammlung des Handelsvereins um 8½ Uhr
im Reſtaurant „Kaiſerſaal”
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
„Metropol” um 8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe (
ge=
öffnet von 10—6 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Eine
Geſamtanſicht von dem untergangenen Rieſendampfer
„Titanic” die Turnhalle an Bord, eine
Luxusſchlaf=
kabine, Photographien bekannter Perſönlichkeiten, die
bei dem Unglücksfall umgekommen ſind; ein im Ozean
ſchwimmender Eisberg.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 27. April.
Dünger=Verſteigerung um 10 Uhr in der Drag.=
Kaſerne (Regiment Nr. 21).
Verkehrs =Verein: bſentliches Verkehrsburean
Ernſt Ludwigsplatz (Zentrale der elektriſchen
Straßenbahn). Auskünfte jeder Art.
Hochzeitsturm. Turmzimmer und
Ausſtellungs=
räume, täglich geöffnet von 9—12 und 3—6 Uhr.
Städtiſches Hallenſchwimmbad
Mühl=
ſtraße 33 (geöffnet an Werktagen von 7 Uhr morgens
bis 8½ Uhr abends, Sonntags von 7—12½ Uhr
morgens).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Nummer 98.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
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Jung. Mann benerwerb. Gefl.
Off. unt. F 54 Expedit. (*10502
Aelt. Herr ſ. bei beſch. Anſpr.
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Jg. Kaufmann, 25 J. alt, an
ſelbſtänd. Arbeiten gewöhnt, ſucht
Stell. als Buchhalter, Exped., Fak
turiſt oder Lageriſt. Gefl. Anfr.
u. F 46 an d. Exped. (*10455dfs
Aeiterer Kaufmau mit ſchöner
Handſchrift ſucht Stellung für
nachmittags auf Kontor oder
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ſchriftliche Arbeiten. Off. unter
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als Aufſeh., Futterm od. dergl. in gr.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Nummer 98.
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3½ Deutſche Reichsanl. . 90,70
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do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,70
81,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
92,80
do.
3½
84,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,50
89,10
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,30
4 Heſſ. Staatsanleihe 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 99,90
88,90
do.
3½
78,20
3
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 81,00
4 Württemberger v. 1907 100,80
95,00
3
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 55,30
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 92,20
4 do. Goldrente . . . 96,20
4 do. einheitl. Rente 89,25
3 Portug. unif. Serie I 65,00
3 do. unif. Ser. III 67,75
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,40
4 do. v. 1890 . . 92,90
4 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,90
4 do. v. 1902 . . . . 90,00
4½ do. v. 1905 . . . . 100,25
3½ Schweden . .
.89,20
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 84,20
4 Türk. unifiz. v. 1903 80,50
4 Ungar. Goldrente . . . 99,90
4 do. Staatsrente . . . 89,70
In Proz.
Jf.
5 Argentinier
.101,25
4
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,25
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 94,90
5 Innere Mexikaner . . . 95,10
do.
3
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 95,10
3 Buenos Aires Provinz 102,30
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
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5 Nordd. Lloyd . . . . . 115,10
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,30
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,00
8 Baltimore und Ohio .108,00
6½ Schantungbahn . . . 136,00
64 Luxemb. Prince Henri 161,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 123,30
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 495,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
..265,80
30 Farbwerke Höchſt . . 578,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 339,00
10 Cement Heidelberg . . 155,30
32 Chem. Werke Albert 450,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 325,75
4 Lahmeyer . . . . . . . 126,80
In Proz.
Letzte
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 159,80
12 Siemens & Halske . 241,00
5 Bergmann Electr. . . 156,70
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 175,50
0 Gummi Peter . . . . 138,00
O Kunſtſeide Frankfurt 187,70
30 Adler=Fahrradwerke
. . . 472,00
Kleyer
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
6 Wittener Stahlröhren 191,75
8 Steana Romana Petr. 145,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 240,25
12½ Bad. Zucker=Wag=
. 212,50
häuſel .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 123,80
3 Südd. Immobilien 69,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumet=Friede . . . . 194,75
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 228,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
.. 183,40
Bergb.
10 Gelſenkirchener . . . . 196,00
8 Harpener . . . . . . . 195,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 261,25
O Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . .
.. . 83.50
4 Laurahütte . . . . . . 177½
10 Kaliwerke Aſchersleben 168,00
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10
7½ South Weſt Africa 156,00
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Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 87,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,70
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,60
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 76,00
5 Oeſterr. Staatsbahn . 104,70
4 Oeſterr. Staatsbahn .
78,10
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,50
In Proz.
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4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,50
do.
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4 Kronprinz Rudolfbahn 96,00
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 88,90
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,80
do.
88,60
4 Wladichawchas . . . . 88,70
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugief. Eiſenb. . . 77,20
do.
2¼/10 Livorneſer . . . . . 69,00
3 Salonique=Monaſtir . 65,70
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,40
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,50
4 Miſſouri=Pacific . . . . 74,60
4 Northern=Pacific . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 95,10
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 88,20
5 Tehuantepec . .
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10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 130,40
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 166,75
6½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . . . 255,00
6 Deutſche Vereinsbank . 124,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,60
10 Diskonto=Kommandit 183½
8½ Dresdener Bank . . 153,40
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,25
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,80
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,25
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 128,10
½ Wiener Bankverein . 134,20
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98.80
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3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 100,00
3
do.
90,00
4 Worms . . . . .
98,90
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 79,80
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Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
z½ Cöln=Mindner 100 136,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,00
3 Madrider Fs. 100 76,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe .
. . . 137,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,25
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl.
70
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do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 371,80
Venediger . . . . Fs. 30 44,40
Türkiſche . . . . Fs. 400 171,00
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20 Franks=Stücke . . . . 16,22
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
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Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
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Ruſſiſche Noten . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 81,05
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100,45
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S. 1 u. 2, 6—8 .
89,80
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4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
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(unk. 1917)
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Nummer 98.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Seite 11.
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insbeſondere noch die
Unterneh=
mer, die Fahrzeuge und Reittiere
zu Privat= oder Luxuszwecken
(9851fo
halten.
Die Anmeldung hat bei dem
Büro Waldſtraße 6 zu erfolgen,
woſelbſt auch die Formulare für
ſie zu erhalten ſind.
Nicht anzumelden ſind die
Be=
triebe, die bereits bei einer
Berufs=
genoſſenſchaft verſichert ſind.
Darmſtadt, 24. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Altmaterialverſteigerung.
Montag, den 29. lfd. Mts.,
vormittags 11 Uhr,
werden auf dem Grundſtück des
ſtädtiſchen Gaswerks an der
Frank=
furter Straße die nachverzeichneten
Altmaterialien öffentlich
meiſtbie=
tend verſteigert:
1. ca. 11 200 kg Schmiedeiſen,
2. „ 7600 „ Gußeiſen,
3. „ 17500 „
Eiſenbahn=
ſchinen,
50 „ Meſſing.
Die näheren Bedingungen
wer=
den vor der Verſteigerung bekannt
(9850.
gegeben.
Das Material kann an Ort und
Stelle eingeſehen werden.
Darmſtadt, 24. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Begleichung ſtädt. Gefälle für
das Rechnungsjahr 1911.
Mit Rückſicht auf den
Bücher=
ſchluß der Stadtkaſſe und der
ſtädtiſchen Nebenkaſſen erſuchen
wir, alle Rückſtände für das
ab=
gelaufene Rechnungsjahr 1911
nunmehr unverzüglich hierher zu
entrichten.
(9433sif
Darmſtadt, 17. April 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Bekanntmachung.
Freitag, den 10. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr
ſollen die den Spezereihändler
Georg Pra Eheleuten dahier
zu=
geſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 635%/10 371 Hofreite
Moller=
ſtraße 44,
V161/160 287 Hofreite
Wendel=
ſtadtſtr. 24
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K60/11
Darmſtadt, 25. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt
Müller.
Bekanntmachung.
Freitag, den 24, Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Pri=
vatiers Peter Wenz und deſſen
Ehefrau Luiſe, geb. Weinmann,
dahier gehörigen Liegenſchaften:
Flür Nr. qm
I.. 125 310 Hofreite Kirchſtr.
(
Beſſunger=
ſtraße 43),
I 126 671 Grabgarten daſ.,
XII- 62 2306 Acker unter dem
blauen Stein
zwecks Aufhebung der zwiſchen
den Erben beſtehenden
Gemein=
chaft in unſerem
Geſchäftszim=
mer, Wittmannſtraße 1,
zwangs=
weiſe verſteigert werden.
Darmſtadt, 9. April 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (V8773
Bekanntmachung.
Freitag, den 17. Mai 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby zu Darmſtadt gehörigen
Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
XIII 64 1313 Acker, oberſte
Golläcker,
XIII 65 881 Acker, daſelbſt,
XIII 140 2631 Acker, am
Pfungſtädter
Weg,
XXXVI 28 975 Wieſe, die
Rudolphs=
wieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung wird auch dann erfolgen,
falls ein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 24. April 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frautz. (V9834
Bekanntmachung
betreffend die Abänderung des Droſchkentarifs.
Den am 1. Mai d. J. in Kraft tretenden neuen
Droſchken=
tarif bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 22. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Tarif
für das Droſchenfuhrwerk in der Haupt= und Reſidenzſtadt
Darmſtadt.
Auf Grund des § 76 der Reichsgewerbeordnung werden in
Uebereinſtimmung mit der Stadtvertretung der Haupt= und
Reſidenz=
ſtadt Darmſtadt für die Benutzung der öffentlich zum Gebrauch
auf=
geſtellten Droſchken die nachſtehenden Taxen feſtgeſetzt:
I. Zeitfahrten.
1. Die Droſchkenfahrten ſind mangels anderweiter
Be=
ſtimmung des Tarifs Zeitfahrten.
2. Die Berechnung der Zeit beginnt mit dem Augenblick, in
welchem die Droſchke von dem Fahrgaſt genommen wird, bei
Be=
ſtellung auf dem Halteplatz mit dem Zeitpunkt, in welchem der Wagen
von dem Halteplatz abgefahren iſt. Sie endigt mit der Aufgabe der
Fahrt innerhalb der Stadt.
3. Der Droſchkenführer hat bei Beginn und Beendigung der
Fahrt dem Fahrgaſt auf ſeiner Uhr unaufgefordert die Zeii
nachzu=
weiſen und darnach die Dauer der Fahrt zu berechnen. Unterläßt er
dies, ſo iſt für die Berechnung der zu zahlenden Vergütung die
Zeit=
angabe des Fahrgaſtes maßgebend.
4. Der Fahrpreis beträgt für 1 oder 2 Perſonen:
bei einer Fahrzeit von 1—10 Minuten: Einſpänner: 0.70 Mk.
Zweiſpänner: 1.—
„ 1—10
Einſpänner: 1
„ 10—30
Zweiſpänner: 1.50
„ 10—30
Einſpänner: 1.50
„ 30—45
Zweiſpänner: 2.—
„ 30—45
Einſpänner: 2.—
„ 45—60
Zweiſpänner: 2.50
„ 45—60
für jede weitere begonnene Viertelſtunde: Einſpänner: 0.50
Zweiſpänner: 0.60
5. Für jede weitere Perſon kommt für jede angefangene Stunde
ein Zuſchlag von 0.20 Mk. in Anſatz.
6. Bei direkten Fahrten nach einem außerhalb des
Stadt=
gebietes gelegenen Punkte, bei welchen der Wagen nicht zur
Rückfahrt benutzt wird, kommen die für Streckenfahrten
vorge=
ſehenen Tarifſätze (ſiehe Ziffer VI) in Anſatz.
7. Für Fahrten, welche zwiſchen 10 Uhr abends und 6 Uhr
morgens ſtattfinden, kommt der doppelte Fahrpreis in Anſatz
(ſiehe VII). Zuſchläge werden nicht doppelt berechnet.
II. Fahrten von und nach dem Hauptbahnhof.
1. Für Droſchkenfahrten von und nach dem Hauptbahnhof ſind
3 Zonen gebildet.
2. Die erſte Zone (ſiehe Plan) wird begrenzt von folgenden
Straßen, Plätzen und Punkten, welche ſelbſt noch in die erſte Zone
fallen: Hauptbahnhof, Stirnweg, Holzhof=Allee, Eſchollbrücker Straße
Heidelberger Sraße, Heinrichsſtraße, Karlsſtraße, Kirchſtraße,
Markt=
platz, Schillerplatz, Schloßgraben, Hoftheaterplatz, Paradeplatz,
Zeug=
hausſtraße, Gartenſtraße, Frankfurter Straße, Pallaswieſenſtraße,
Eiſenbahndamm, Dornheimer Weg (einſchl. Eiſenbahn=
Zentralwerk=
ſtätte), Elektrizitätswerk und Arbeiterkolonie).
3. Die zweite Zone (ſiehe Plan) wird begrenzt von folgenden
Straßen, welche ſelbſt noch in die zweite Zone fallen: Beſſunger Weg,
Beſſunger Straße, Herdweg, Friedhofs=Allee, Nieder=Ramſtädter
Straße, Stiftſtraße, Dieburger Straße, Heinheimerſtraße, Rhönring,
Blumenthalſtraße.
4. Die dritte Zone (ſiehe Plan) wird begrenzt durch eine Linie,
welche die folgenden Straßen und Punkte noch mitumfaßt:
Südbahn=
hof, Landskronſtraße, Goetheſtraße, Klappacherſtraße, Seekatzſtraße,
Clemensſtraße, Schießhansſtraße, Idioten=Anſtalt (Aliceſtift),
Nacht=
weide=Weg, Heidenreichſtraße, Oſtbahnhof, Ringſtraße (äußere),
Orpheum, Karlshof, Nordbahnhof.
5. Der Fahrpreis beträgt für eine einfache Fahrt von und nach
dem Hauptbahnhof für 1 oder 2 Perſonen:
innerhalb der erſten Zone 0,80 Mk.
„ zweiten „
dritten „ 1.20
Für das Anfahren an die Wohnung des Fahrgaſtes kann keine
Ver=
gütung beanſprucht werden.
6. Für jede weitere Perſon kommt allgemein ein Zuſchlag
von 0,20 Mk. in Anſatz.
7. Bei Fahrten von oder nach dem Hauptbahnhof nach oder
von Punkten, welche außerhalb der dritten Zone, jedoch innerhalb
der Gemarkung Darmſtadt liegen, kommen die Preisſätze für
Strecken=
fahrten (VI) in Anwendung.
8. Wird die Fahrt nach 10 Uhr abends und vor 6 Uhr
morgens begonnen, ſo kommt der doppelte Fahrpreis in Anſatz.
(Siehe VII). Zuſchläge werden nicht doppelt berechnet.
III. Beſichtigungsfahrten.
1. Die Beſichtigungsfahrt iſt als direkte Rundfahrt gedacht.
Eine Unterbrechung iſt nur nach beſonderer Vereinbarung mit dem
Droſchkenführer ſtatthaft.
2. Bei den Beſichtigungsfahrten hat der Droſchkenführer dem
Fahrgaſt auf Wunſch Auskunft über die in Betracht kommenden
Sehenswürdigkeiten zu erteilen, ohne hierfür eine beſondere
Ver=
gütung zu beanſpruchen. Desgleichen iſt er verpflichtet, an den
ver=
ſchiedenen Sehenswürdigkeiten auf Anſuchen des Fahrgaſtes im Schritt
vorbeizufahren.
3. An Stelle der letzten Fahrſtrecke von dem Luiſenplatz nach
dem Hauptbahnhof (durch Rhein= oder Bismarckſtraße und
Dorn=
heimer Weg) iſt der Fahrgaſt berechtigt, die Beförderung nach einem
anderen Punkte der Stadt zu verlangen.
4. Wird der Wagen zu einer Beſichtigungsfahrt an die Woh
nung des Fahrgaſtes beſtellt, ſo kann der Droſchkenführer für das
Anfahren keine beſondere Vergütung beanſpruchen.
5. Für etwaiges Warten vor dem Hauſe gelten die unter VI
für die Streckenfahrten getroffenen Beſtimmungen.
6. Rundfahrt A — Fahrtdauer 1—1¼ Stunde:
Hauptbahn=
hof, Rheinſtraße, Luiſenplatz, Ludwigsſäule, Ernſt=Ludwigsplatz,
Landes=Denkmal Großherzogs Ludwigs IV., Großh. Reſidenzſchloß,
Landes=Muſeum, Landeskriegerdenkmal, Großh. Hoftheater, Großh.
Techniſche Hochſchule, Magdalenenſtzaße, Ballonplatz, Dieburger
Straße, Alice=Hoſpital, Stiftsſtraße, Nikolaiweg, Ruſſiſche Kapelle,
Alexandraweg, Ernſt=Ludwigs=Haus, Prinz=Chriſtians=Weg,
Stifts=
ſtraße, Landgraf=Georgs=Straße, Hallenſchwimmbad, Mühlſtraße,
Kapellplatz, Kapellſtraße, Ludwigs=Georg=Gymnaſium, Kirchſtraße,
Marktplatz, Ludwigſtraße. Ludwigsplatz mit Bismarckbrunnen,
Schützenſtraße, Hügelſtraße, Wilhelminenplatz, Katholiſche Kirche,
Neues Palais, Wilhelminenſtraße, Altes Palais, Luiſenplatz,
Mini=
ſterium, Luiſenſtraße, Mathildenplatz, Juſtizgebäude, Bismarckſtraße,
Dornheimer Weg, Hauptbahnhof.
7. Rundfahrt B — Fahrtdauer 1½—1¾ Stunde:
Hauptbahn=
hof, Rheinſtraße, Neckarſtraße, Heidelberger Straße, Annaſtraße,
Eich=
bergſtraße, Wilhelmſtraße, Karlsſtraße, Orangerie=Allee,
Schießhaus=
ſtraße, Im Geiſenſee, Am Erlenberg, Niebergallweg, Ohlyſtraße,
Nieder=Ramſtädter Straße, Friedhof, Gervinusſtraße, Kiesſtraße,
Beckſtraße, Woog, Erbacher Straße, Prinz=Chriſtian=Weg,
Alexandra=
weg, Ruſſiſche Kapelle, Nikolaiweg, Stiftsſtraße, Dieburger Straße,
Ballonplatz, Magdalenenſtraße, Hochſchule, Hochſchulſtraße,
Hof=
theater, Landeskriegerdenkmal, Muſeum, Reſidenzſchloß, Denkmal des
Großherzogs Ludwig IV., Ernſt=Ludwigsplatz, Marktplatz,
Ludwig=
ſtraße, Ludwigsplatz, Schützenſtraße, Hügelſtraße, Wilhelminenplatz,
Katholiſche Kirche, Neues Palais, Wilhelminenſtraße, Altes Palais,
Luiſenplatz, Ludwigsſäule, Miniſterium, Luiſenſtraße, Mathildenplatz,
Juſtizgebäude, Wilhelminenſtraße, Großh. Marſtall, Hauptpoſtge
bäude, Rheinſtraße, Hauptbahnhof.
8. Der Fahrpreis für die Beſichtigungsfahrten beträgt für
1 oder 2 Perſonen:
a) Rundfahrt A: 2.50 Mk.
b)
B: 4.-
9. Für jede weitere Perſon kommt für die angefangene Stunde
ein Zuſchlag von 0.20 Mk. in Anſatz.
IV. Fahrten nach und von dem Großh. Hoftheater.
Voraus beſtellte Fahrten (§ 21 der Droſchkenordnung) nach und
von dem Großh. Hoftheater koſten ohne Rückſicht auf die Zahl der
Fahrgäſte:
a) Hinbringen u. Abholen: Einſpänner 2.50 Mk., Zweiſpänner 3.50 Mk.
b) nur Abholen:
2.— „ Zweiſpänner 3.— „
V. Geſellſchaftsfahrten zum Beſuche von Abendgeſellſchaften
und ähnlichen Veranſtaltungen und zur Rückfahrt von ſolchen.
1. Vorausbeſtellte Fahrten koſten mit Einſchluß einer Wartezeit
von ½ Stunde ohne Rückſicht auf die Zahl der Fahrgäſte bei Beginn
der Rückfahrt:
1. vor 12 Uhr nachts: a) Einſpänner 3.50 Mk., b) Zweiſpänner 4.50 Mk
:a))
4.50 „ b) Zweiſpänner 5.—
2. nach 12 „
2. Für eine längere Wartezeit als ½ Stunde hat der Droſchken.
führer für jede angefangene ¾ Stunde je 0.50 Mk. zu beanſpruchen
VI. Streckenfahrten.
1. Eine Streckenfahrt iſt eine einfache direkte Fahrt nach
einem außerhalb des Stadtgebiets gelegenen Punkte, bei welcher
der Wagen nicht zur Rückfahrt benutzt wird.
2. Für ſolche Fahrten kommen die nachſtehend verzeichneten
Preiſe in Anſatz.
3. Die Fahrt beginnt mit dem Beſteigen des Wagens ſeitens
des Fahrgaſtes.
4. Für das Anfahren an die Wohnung des Fahrgaſtes kann
keine Vergütung beanſprucht werden.
5. Fünf Minuten lang hat der Droſchkenführer umſonſt zu
warten. Die weitere Wartezeit iſt für je 5 Minuten mit 0,20 Mk. zu
ergüten.
6. Fahrten nach anderen Orten als den in nachſtehendem Tarif
aufgeführten unterliegen beſonderer Vereinbarung.
7. Der Fahrpreis beträgt für 1 oder 2 Perſonen:
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße Darmſtadt-Gräfenhauſen wird wegen
Ein=
walzens der Fahrbahn von km 5,7—7,7 von Donnerstag, den 2. Mai
l. J. ab auf etwa 2 Wochen für Fuhrwerke, Automobile, Motorräder
und dergl. Fahrzeuge geſperrt.
Die Großh. Bürgermeiſtereien Schneppenhauſen, Gräfenhauſen
und Wixhauſen wollen Vorſtehendes in ortsüblicher Weiſe bekannt
geben.
(9847fs
Darmſtadt, den 23. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Mmtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund. 2 Foxterrier (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(9849
a) vom Stadtinuern
aus:
b) vom
Hauptbahn=
hof aus:
Arheilgen
Beſſunger Friedhof u.
Iſrae=
litiſcher Friedhof . .
Böllenfalltor
Botaniſcher Garten .
Burgwald .
.
Eberſtadt
Einſiedel
Frankenſtein (bis an Fuß im
Beerbacher Tal).
Gartenvorſtadt (Hohler Weg)
Gräfenhauſen.
Griesheim
Henkels Gärtnerei
Herrgottsbera
Hirſchköpfe (Heilig. Kreuzberg)
Infanterie=Schießſtände
Kranichſtein
Kreisabdeckerei
Kühler Grund
Ludwigshöhe (bis an das Ende
der Kaſtanienallee)
Ludwigshöhe (bis auf die Höhe)
Merckſche Fabrik
Meſſel (Fabrik u. Forſthaus)
Nieder=Ramſtadt
Ober=Ramſtadt . . . .
Oberwaldhaus . .
Pfungſtadt
Roſenhöhe (Mauſoleum)
Roßdorf
Schießhaus (neues) . .
Traiſa
Trautheim
Truppenübungsplatz
Waldfriede (Villenkolonie)
Waſſerwerk
Weiterſtadt
Ziegelhütten.
ſpänner
ℳ Zwei=
ſpänner
ℳ Ein=
ſpänner
ℳ Zwei=
ſpänner 2.50 2.50 1.50 2.- 2.50 1.50 2.— 2.50 1.50 2.50 5.50 6.50 6.— 7.— 4.- 3.50 4.50 4.− 5.- 4.50 5.50 6.— 5.50 6.50 1,50 2.50 5.− 4.50 5.50 3.50 4.− 3. 3.50 1.80 2.30 2.30 2.80 1.80 2.30 2.30 2.80 1.50 2.— 2.− 2.50 1.50 2.− 1.50 2.− 2.− 3.— 2.50 3.50 2.50 2.50 3.− 4.50 5.50 5.− 6.— 1.50 2.- 2.50 4.− 3.50 4.50 1.50 2.− 2.− 2.50 5.50 6.50 6.- 7.— 3.50 4.50 4.− 5.50 6.50 6.— 2. 2.50 2.50 3.— 4.50 5.50 5.− 6.- 1.50 2.− 2.— 2.50 4.50 5.50 5.− 6.— 2.‟ 2.50 1.50 2.— 3.50 4.50 4.— 3.— 3.50 4.50 3.− 3.50 2.50 3.— 2.50 3.50 3.− 4.− 5.00 5.50 5.50 6.— 3.50 4.50 4.− 5.− 1.50 2.— 2.− 2.50 8. Für jede weitere Perſon kommt für jede angefangene Stunde
ein Zuſchlag von 0,20 Mk. in Anſatz.
9. Wird die Fahrt nach 10 Uhr abends und vor 6 Uhr
morgens begonnen, ſo kommt der doppelte Fahrpreis in Anſatz
(vergl. VII.) Zuſchläge werden nicht doppelt berechnet.
VII. Nachtfahrten.
Für Fahrten der in I., II, und VI. bezeichneten Art, welche
nach 10 Uhr abends und vor 6 Uhr morgens begonnen werden, iſt
der doppelte Fahrpreis zu bezahlen. Zuſchläge werden nicht doppelt
berechnet.
VIII. Gepäck und Hunde.
1. Handgepäck iſt allgemein ohne Rückſicht auf die Stückzahl
frei. Sonſtiges Gepäck koſtet für jedes Stück 0,20 Mk.
2. Für die Mitführung eines Hundes iſt ein Zuſchlag von
0,20 Mk. zu zahlen.
IX. Kinder.
1. Bei der Berechnung des Fahrgeldes zählen als je eine erwachſene
Perſon:
a) jede Perſon über 10 Jahre;
b) ein allein fahrendes Kind ohne Rückſicht auf ſein Alter;
e) je 2 Kinder unter 10 Jahren, einerlei ob ſie allein oder in
Begleitung von Erwachſenen fahren.
2. Mit Ausnahme des vorſtehend unter b) bezeichneten Falles
hat ein Kind unter 10 Jahren freie Fahrt.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Nummer 98.
X. Bezahlung des Fahrpreiſes ꝛc.
1. Die Bezahlung des Fahrpreiſes hat in der Regel nach
Beendi=
gung der Fahrt ſtattzufinden.
2. Der Droſchkenführer hat ſtets das zum Herausgeben nötige
Kleingeld mit ſich zu führen.
3. Wird die Beendigung der Fahrt durch die Schuld des
Droſchkenführers oder ohne Verſchulden des Fahrgaſtes durch einen
Unfall verhindert oder erheblich verzögert, ſo iſt der Fahrgaſt zur
Entrichtung des Fahrpreiſes nicht verpflichtet.
4. Dem Droſchkenführer iſt es unterſagt, Trinkgelder von den
Fahrgäſten zu verlangen. Die Annahme freiwillig gezahlter Trink
gelder ſeitens der Fahrgäſte iſt dem Droſchkenführer geſtattet.
XI. Inkrafttreten des Tarifs.
Der vorſtehende Tarif tritt mit dem 1. Mai ds. J. in Kraft
und an Stelle des Tarifs vom 15. September 1906.
Darmſtadt, am 22. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
(9866fm
Bekanntmachung
betr. die Abänderung des Automobil=Droſchken=Tarifs.
Den am 1. Mai ds. Js. in Kraft tretenden neuen Automobil=
Droſchken=Tarif bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 22. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.
Automobil=Droſchken=Tarif
Auf Grund des § 76 der Reichsgewerbeordnung werden in
Uebereinſtimmung mit der Stadtvertretung der Haupt= u. Reſidenz
ſtadt Darmſtadt für die Benutzung der öffentlich zum Gebrauch
auf=
geſtellten Automobil=Droſchken die nachſtehenden Taxen feſtgeſetzt:
Tagfahrten
(von morgens 6 bis abends 10 Uhr)
der
Zonen I u. IIft für 1—2 erwach=
ſene Perſonen bis 600 m 170 Mg.
Taxe
für jede ange=
fangenen
weiteren 300 m 10 Pfg.
mehr ir jede weitere er=
wachſene Perſon Innerhalb der
Zone III (auch
wenn Zone Iu.
II berührt oder
in dieſen die
wird) für 1—2 erwach=
ſene Perſonen bis 500 m. Pf Taxe
II für jede ange=
fangenen
weiteren 250 m 10 Pfg.
mehr Fahrt beendigt für jede weitere er=
u. achſene Perſon ohne Rück
kehr nach
Zone I-III für 1—5 erwach=
ſene Perſonen bis
m. E Taxe
III für jede ange=
fangenen
weiteren 150 m 10 Pfg.
mehr bei?
kehr
Zone 1 tück=
für 1—5 erw
nach
ſene Perſon
-III ach=
n Ta
I. Nachtfahrten
(von abends 10 bis morgens 6 Uhr) Zoneneinteilung
aufgehoben für 1—5 erwach=
ſene Perſonen Taxe
III
Bei Nachtfahrten außerhalb der Gemarkung=Darmſtadt ohne
Rückfahrt für je 5 Kilometer 1 Mark Zuſchlag.
Kinder.
Für ein Kind unter 10 Jahren in Begleitung Erwachſener iſt
kein Fahrgeld zu entrichten. Zwei Kinder unter 10 Jahren gelten
einer, drei oder vier Kinder unter 10 Jahren gelten zwei erwachſenen
Perſonen gleich.
Zuſchläge.
a) Wartezeit: Für je angefangene 2 Minuten 10 Pfennig;
für eine Stunde 3 Mark.
b) Gepäck: Für jedes über 10 Kilo ſchwere Gepäckſtück 25 Pfg.
e) Hunde: Für die Mitnahme eines Hundes 25 Pfennig.
Die Bezahlung der Fahrten erfolgt ausſchließlich auf Grund
des vorſtehenden Tarifs nach dem an jeder Automobil=Droſchke
be=
findlichen Fahrpreisanzeiger. Der Droſchkenführer darf — abgeſehen
von etwaigen Brücken= oder Fährgeldern, ſowie ähnlichen Gebühren
oder Abgaben — von dem Fahrgaſte nur den durch den
Fahrpreis=
anzeiger angegebenen Fahrpreis für geleiſtete Fahrt oder Wartezeit
nebſt den tarifmäßigen Zuſchlägen fordern.
Der vorſtehende Tarif tritt mit dem 1. Mai d. J. in Kraft und
an Stelle des Tarifs vom 29. Mai 1909.
Darmſtadt, am 22. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt
Gennes.
( (9867fm
geſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft.
Am 1. Mai I. J. tritt ein
Tarif für die Beförderung von Perſonen, Gepäck,
Expreß= und Marktgut
in Kraft. Die darin aufgenommenen beſonderen
Ausführungsbeſtim=
mungen ſind gemäß den Vorſchriften unter § 2 der Eiſenbahn=
Ver=
kehrsordnung genehmigt. Zunächſt bleiben noch in Geltung für die
Dauer des Dampfbahnbetriebs und in den Dampfbahn=Zügen der
Strecken Eberſtadt-Darmſtadt-Arheilgen u. Darmſtadt-Griesheim:
a) die Fahrpreiſe für die zweite Wagenklaſſe
b) die Beſtimmungen und Beförderungspreiſe für Zeit= und
Marktkarten und für den Güterverkehr;
c) die Beſtimmungen über die Benutzung der Schüler=
Wochen=
karten von anderen Perſonen als Schülern.
Aufgehoben werden durch den neuen Tarif:
1. alle für die vormals ſtädtiſchen Linien in Darmſtadt
er=
laſſenen Beſtimmungen und Beförderungspreiſe;
2. der Tarif für die Darmſtädter Straßenbahnen (Eberſtadt-
Darmſtadt-Arheilgen und Darmſtadt — Griesheim) vom
1. April 1898 nebſt Nachträgen 1 und 2.
Der neue Tarif enthält unter anderem:
a) eine neue Regelung der Einzelfahrpreiſe mit zahlreichen
Ermäßigungen und Einrichtung des Umſteigeverkehrs
zwi=
ſchen elektriſchen und Dampfbahnlinien;
b) Einführung folgender Zeitkarten:
1. für den Stadt=Innenverkehr zum Preiſe von 10,20 Mk. für
den Kalendermonat, gültig auf ſämtlichen elektriſchen und
Dampfbahnſtrecken innerhalb der Grenzpunkte:
Hauptbahn=
hof, Schlachthof, Ringſtraße (Odenwaldbahn, ſpäter
Oſt=
bahnhof), Ohlyſtraße, Niederſtraße und Artilleriekaſerne. Die
Ausdehnung auf eine äußere Stadtſtrecke iſt gegen
Zah=
lung eines Zuſchlags von 1—2 Mk. zuzügl. Steuer möglich.
2. Zuſammenſtellbare Zeitkarten für jede beliebige
zuſammen=
hängende Tarifſtrecke
zu 10 Pfg. für 5,10 Mk.
„ 15 „ „ 6,70 „ für den Kalendermonat
„ 20 „ „ 8,20 „
„ 9,70
„ 25
u. ſ. f.
3. Schüler monatskarten nur für Fahrten nach und von der
Schule zum Preiſe von
a) 3 Mk. für den Kalendermonat und eine Strecke des
Innenverkehrs in Darmſtadt,
b) 4 Mk. für den Kalendermonat und eine Strecke des
Stadtbezirks Darmſtadt über den Innenverkehr hinaus.
Die bisherigen Beförderungspreiſe für Schüler= und Arbeiter=
Wochenkarten auf den Dampfbahnlinien bleiben unverändert.
Anträge auf Ausfertigung von Zeit= und Schülerkarten können
bis auf Weiteres in den Dienſträumen: Neckarſtraße 5, Arbeilgen,
Eberſtadt und Griesheim abgegeben werden. Vordrucke hierzu ſind
daſelbſt unentgeltlich zu haben.
Darmſtadt, den 24. April 1912.
(8935fs
Süddeutſche Eiſenbahu=Geſellſchaft
Der Oberbürgermeiſter
Die Direktion:
J. V.:
Rötelmann.
Ekert.
Faſelvieh=Verſteigerung.
Dienstag, den 30. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, wird
in dem Faſelſtall Arheilger Straße Nr. 43 und um 11¾ Uhr in
dem Faſelſtall Beſſunger Straße Nr. 60 je ein zuchtuntauglicher Bulle
öffentlich meiſtbietend verſteigert.
(9862fs
Darmſtadt, den 23. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Fahrbahn= und Fußſteigbefeſtigungen.
In dem durch die Stadtverordneten=Verſammlung feſtgeſtellten
ſtädtiſchen Hauptvoranſchlag für 1912, der vom 26. April bis 2. Mai
I. Js. auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 39, in den üblichen
Ge=
ſchäftsſtunden offen liegt, ſind die unten verzeichneten Fahrbahn= und
Fußſteigbefeſtigungen aufgenommen, die im Laufe des
Geſchäfts=
jahres zur Ausführung gelangen ſollen. Wir empfehlen den
An=
liegern dieſer Straßenzüge, etwa beabſichtigte Anſchlüſſe ihrer
Grund=
ſtücke an den Straßenkanal, an die Verſorgungsrohre oder an die
Fernſprech= und Lichtkabelleitung unter Beachtung der hierüber
gül=
tigen Beſtimmungen baldigſt herſtellen zu laſſen.
Zu Aufbrüchen der neuen Fahrbahn= und Fußſteigbefeſtigungen
wird in den nächſten Jahren die Zuſtimmung der Stadtverwaltung
nur dann erteilt werden, wenn die Geſuchſteller der Stadt gegenüber
die Verpflichtung übernehmen, für alle infolge des Aufbruchs
ver=
anlaßten Schädigungen der Straßenbefeſtigung, insbeſondere auch für
die nachträglich etwa eintretenden Senkungen des Untergrundes,
aufzukommen und hierfür entſprechende Kaution hinterlegen.
Darmſtadt, den 24. April 1912.
Städtiſches Tiefbauamt.
Keller.
(9840fs
Straßenſtrecken.
Bezeichnung
der auszuführenden
Arbeiten.
A. Fahrbahnbefeſtigungen.
Beckſtraße zwiſchen Kies= und
Heinrichſtraße.
Marktplatz zwiſchen Ernſt=
Ludwigsplatz und Schillerplatz.
Wendelſtadtſtraße zwiſchen
Alicen= und Blumenthalſtraße.
Chauſſierung der Fahrbahn.
Fahrbahn=Umpflaſterung
längs der
Schloßgarten=
mauer.
Kleinpflaſterherſtellung.
B. Fußſteigbefeſtigungen.
Grüner Weg zwiſchen Herdweg
und Ohlyſtraße.
Lichtenbergſtraße zwiſchen
Dieburger Straße und
Guten=
bergſtraße.
Schießhausſtraße zwiſchen
Nieder=Ramſtädter Straße und
„Im Geißenſee‟.
Verbindungsſtraße zwiſchen
Gräfenhäuſer Straße und
Helfmannſtraße.
Randſteinverſetzung auf der
Oſtſeite.
Randſteinverſetzung beiderſeits.
Moſaikfußſteig und
Randſtein=
verſetzung auf der Südſeite.
Randſteinverſetzung auf der
Nordſeite.
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mit beſchrankter Haftung,
Darmſtadt.
Durch Beſchluß der
Geſellſchaf=
ter vom 19. April 1912 ſind die
Beſtimmungen des
Geſellſchafts=
vertrags über die
Vertretungs=
befugnis der Geſchäftsführer und
der Prokuriſten geändert.
Sind mehrere Geſchäftsführer
beſtellt, ſo iſt jeder der
Geſchäfts=
führer für ſich allein zur
Vertre=
tung der Geſellſchaft befugt.
Kaufmann Karl Noll in
Darm=
ſtadt iſt als weiterer
Geſchäfts=
führer beſtellt.
(9886
Sind mehrere Prokuriſten
be=
ſtellt, ſo ſind jeweils zwei
Proku=
riſten gemeinſam zur
Vertretung=
befugt.
Darmſtadt, 22. April 1912.
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Der Hof des Schweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdrus verboten.)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Hallgerdr ſtreichelte Jorums tränennaſſe Wangen.
Da kam ſie bald wieder zu ſich, und unter Tränen
lächelnd ſagte ſie heiter zu Arne Mattiſſon:
Spenden Sie mir doch auf den Schreck mal gleich
eine von Ihren guten Zigaretten. Signe iſt ja wieder
auf den Beinen, da kann die Reiſe weitergehen.
Signe ſaß jetzt mit etwas leidendem Ausdruck
wie=
der zu Pferde und ließ es mit der Miene einer
gnaden=
vollen Königin geſchehen, daß Ole Gudmund ſich in
zar=
ter Weiſe um ſie mühte.
Der Amtmadur fluchte und machte Hallgerdr
Vor=
würfe, daß ſie durch ihre Unbeſonnenheit die ganze
Ge=
ſchichte ſo gefahrvoll gemacht.
Hallgerdr nickte mit traurigen Augen, da war der
Amtmadur Thorkjel entwaffnet und verſuchte nach
Kräf=
ten, das blaſſe, erſchreckte Mädchen wieder heiter zu
ſtim=
nten, was ihm aber nicht gelingen wollte.
Eine Stunde mochten ſie ſo dahin geritten ſein, als
von fern ein dumpfes Toſen und Brauſen ihnen entgegen
klang. Immer machtvoller ſchwoll es an, je weiter ſie
vor=
drangen. Nun gebot der wilde Gullfoß Halt, der plötzlich
in ſeiner ganzen gigantiſchen Schönheit ſichtbar wurde.
Ueber hohe Felsterraſſen das brauſende Waſſer, auf
bei=
den Seiten durch ſchwarze Baſaltfelſen eingeengt, in eine
tiefe Felſenklufſt.
Reiter und Reiterinnen ſprangen von den Pferden,
und voll Eifer gingen alle daran, dem Waſſerfall
gegen=
über bis zu einem Felsabſatz hinabzuklettern, von dem
man das wunderbare Naturſpiel am beſten überſchauen
konnte.
Wie eine unerſchöpfliche Silberflut ſchäumten und
donnerten die mächtigen Waſſermaſſen hinab. Auf den
Gräſern weit umher funkelten glitzernde Diamanten und
Rubine.
Immer höher ſteigt die Sonne und ſtickt die
dampfen=
den Waſſer, die wie lange Silberſchleier hernieder
wal=
len, mit bunten Sternen.
Und dann glüht es auf, das ſeltſame Schauſpiel, von
dem der Gulfoß ſeinen Namen trägt. Ein Regenbogen
von märchenhafter Pracht ſpannt ſich durch die
ſchäumi=
gen, niederſtürzenden Waſſer. In tauſend Wunderfarben
funkelt es, um im tiefſten Purpurrot am Fuße des Falles
ein Tor zu bauen, gleich dem Eingang zu einer
Grals=
burg, mit all ihrem heilgen, überirdiſchen Zauber.
Atemlos ſtehen ſie alle. Selbſt Bjarni iſt ergriffen,
und der kleine Mar hat Tränen in den blauen Augen, die
er zornig mit ſeiner ſchmierigen Fauſt fortwiſcht.
Warum war auch die Welt ſo ſchön, und beſonders
die ſchneeweiße Mutter, ſein heiliges und teures
Vater=
land, das die ſtolze Fahne mit dem weißen Falken auf
blauem Grunde, beſchirmte, von derser oft des Nachts
in ſeinem Pferch geträumt?
Auf ſteinigem Weg ging es nun abwärts, am Ufer
des Hvit entlang und auf einer neu erbauten Brücke
über den=cefen, reißanden, Strom.,
Ueber Moor und durch tiefen Schlamm, durch öde
Felſenwüſten und Sumpfgelände führt der Weg dahin.
Keiner ſpricht ein Wort. Die Hufe der Pferde ſinken
tief in den Boden. Oft müſſen ſie ſich mit Gewalt
wie=
der aus den trüben Waſſerlachen herausarbeiten.
Und endlich winkt nach achtſtündigem, anſtrengendem
Ritt den Ermüdeten ein freundliches Pfarrhaus, das alle
mit einem Aufjauchzen grüßen. Wie wohlig wollte man
dort ausruhen nach all den Anſtrengungen und
Aufregun=
gen des Tages.
Ingwald aber nahm, bevor ſie, wie es in Island
Sitte iſt, im ſcharfen Trab vor das Pfarrhaus ſprengten,
Gelegenheit, ſich zu Bjarni, der wieder allen voraus war,
zu geſellen.
Mit Verlaub, Bjarni Petrurſſon, wandte er ſich
her=
riſch an den Knecht, der ihm düſter in die Augen ſah. Ihr
habt mir ja heute ein nettes Stückchen von Euren
Führer=
künſten zum beſten gegeben. Hätte Euch nicht Ravna=
Jonſon mir als zuverläſſig und treu empfohlen, ſo
würde ich glauben, lacht nicht, Bjarni Petrurſſon, daß
Eure Hand heute abſichtlich meinen Gaul in den Strom
getrieben.
Denkt, wie es Euch beliebt, Herr.
Kütet Euch, guter Freund. Ich bin der letzte, der
mit ſich ſpaßen läßt. Wagt Ihr es noch einmal, mir
in den Weg zu kommen, wodurch Ihr heute nicht nur
mein, ſondern auch ein anderes Leben gefährdet habt,
ſo will ich Euch zeigen, wie ich Eure Führerdienſte
be=
werta.
Riaani, biß die Z.
Nummer 98.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Seite 15.
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Am liebſten wäre er dieſem herriſchen und, wie er
ſich ſelber ſagen mußte, ſo vornehm, faſt königlich
erſchei=
nenden Manne, an die Kehle geſprungen, oder hätte ihn
niedergeſchlagen wie einen Hund. Aber er mußte ſich
zuſammen nehmen, Hallgerdrs wegen ſchon, die nicht
ahnen durfte, daß er dieſen Mann vernichten wollte, der
ſo felbſtverſtändlich Beſitz von etwas nahm, was Bjarni
Petrurſſon als ſein ausgemachtes Eigentum betrachtete.
Er antwortste denn auch ziemlich kleinmütig, das
Haupt geſenkt und unſicher mit den Augen den Boden
ſuchend:
Verzeiht, Herr, meine Ungeſchicklichkeit, ich will mir
Mühe geben, Eure Zufriedenheit zu erlangen und Ravna
Jonſons Lob verdienen.
Ingwald war ſofort verſöhnt.
— Na, es war nicht ſo bös gemeint, rief er freimütig,
Bjarni die Hand reichend. Ich dächte, wir verſuchten auch
ferner, gut miteinander auszukommen. Schlagt ein.
Der Knecht nickte und erwiderte kräftig den
Hände=
druck des Kapitäns.
Als Anderſen aber vor dem Pfarrhaus vom Pferde
ſprang, hob Bjarni drohend die geballte Fauſt. In
ſei=
nen Augen glühte es auf wie Mord, gieriger Haß und
unerbittliche Rachſucht.
Von der kleinen, friedlichen Wellblech=Kirche mit dem
roten Dach klang die Abendglocke.
Wildſchwäne zogen vorüber.
Mit ſchwerem Flügelſchlag ſegelten ſie dahin. Kein
Laut entrang ſich ihrer Bruſt, kein Sang wehte durch
den ſtillen Abend und miſchte ſich mit dem Glockenton.
Nur wie ein tiefes, geheimnisvolles Rauſchen war es
in der Luft. Wie das Seufzen gemarterter Seelen
klang es.
Ingwald dünte es ſogar, als vernähme er die
Sterbelaute der Verfluchten, die mit den Singſchwänen
langſam in der Ferne verwehten.
Die Freude, nach dem anſtrengenden Ritt eine
er=
friſchende Raſt im Pfarrhofe zu finden, war verfrüht.
Der Sjera war aufrichtig betrübt. Er hatte ſchwere
Patienten, vier ſcharlachkranke Kinder, im Haus. Nein.
da wollte man nicht ſtören. Signe zitterte vor Angſt.
Kranke Menſchen waren ihr ohnehin widerwärtig.
Sie war außer ſich, daß Ole Gudmund ging, um
nach den kranken Kindern, von dene es mit dem einen
ſehr ſchlimm ſtand, zu ſehen. Wie leicht konnte er ihnen
die anſteckende Krankheit herüber ſchleppen.
Na, ſie wollte ſich ſchon gehörig von dieſem
leichtfer=
tigen Wagehals fern halten.
Drüben über dem Fluß lag ein kleines Bauernhaus.
Das grasbewachſene Dach ſchien mit dem Tun eins zu
ſein, ſo tief hing es herab.
Der Pfarrer meinte, daß man vielleicht für die Frauen
dort Unterkunft ſchaffen könnte, die anderen müßten
ſo ungern er auch die Erlaubnis dazu bewillige — in der
Kirche nächtigen.
Hallgerdr und Signe hatten wenig Luſt, noch über
den Strom zu ſetzen, zudem ſchien ihnen das
Bauern=
haus ſo wenig einladend, daß ſie es vorzogen, ebenfalls
in der Kirche zu bleiben.
Der Pfarrer tat alles mögliche, um den fremden
Gäſtan den Aufenthalt erträglich zu machen. Seine
Knechte ſchleppten große, duftig gefüllte Heuſäcke herbei
und breiteten ſie auf den Boden der Kirche zu beiden
Sei=
ten des Altars aus. Auch friſche Milch und Moosbeeren
bot man zur Erfriſchung, als die Reiſegeſellſchaft ſich an=
ichieie ver der nlichter ihre Wberdnuchlet u. berdlen
und einzunehmen.
Hallgerdr machte ſich beſonders verdient, alle mit
Speiſe und Trank zu verſorgen. Signe rührte ſich nicht.
Sie lag, die Hände unter dem Kopf verſchränkt, lang
ausgeſtreckt auf dem Raſen und blinzelte mißmutig in
das letzte Roſenrot des Abends.
Hätte ſie gewußt, daß ſo wenig Plaiſir bei der Reiſe
herauskommen würde, dann hätte ſie die anſtrengende
Tour ſicher nicht mitgemacht. Ole Gudmund war ein
Narr und Ingwald Anderſen ein Stockfiſch, die
Studen=
ten alberne Laffen und Jorum ärgerte ſie mit ihrem
indiskreten Weſen von früh bis ſpät. Nun fing auch noch
ihr Geſicht an zu brennen und zu ſchmerzen. Die ſcharfe
Luft, Regen und Sonnenbrand hatten ihre empfindliche
Haut arg mitgenommen. Die dicke Schicht Goldereme
und Puder, die ſie nun ſchützte, trug auch gerade nicht zur
Verſchönerung ihre äußeren und inneren Verfaſſung bei.
Sie hatte die übelſte Laune, die auch nicht beſſer
wurde, als Ole Gudmund kam und berichtete, die
Pfar=
rerskinder wären ſehr krank. Er wollte die Nacht bei
den armen, geängſtigten Eltern zubringen und mit ihnen
wachen.
Sie hätten gleich dableiben ſollen, grollte Signe,
haſtig zur Seite rückend. Wir brauchen hier wahrhaftig
keine Krankenſtube.
Er ſah ihr ernſt und kalt in das mißmutige Geſicht,
da ſenkte ſie den herausfordernden, trotzigen Blick
plötz=
lich beſchämt zu Boden.
Der Arzt konnte ſo unangenehm ausſehen, wirklich
höchſt fatal. Es war zu unbequem und zu langweilig.
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Unterſtreichung derMinutenziffer gekennzeichnet.
Gültig vom 1. Mai 1912.
I. Böllenfalltor-Ernſt=Ludwigsplatz-Hauptbahnhof (Signalfarbe weiß).
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5es git 6i0 get heb gas Götzon get 6s 6i 65 — —
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Min.
554 620 625 627 682 634 636 638 640 644 647 651 — 706 bis 1006 1018
1225 an
ha en des der gun gel huges gogt ger Gu1 gn7
eit. 105 geu 18 — 12s ab
600 616 631 633 638 640 642 644 646 650 653 657 705 712
12 Min. 11as 11½ 121s
Min.
607 623 628 — 645— 649 — 658 657 700 704 712719 bis
1015
1112 120 122 an
II. Landskronſtraße-Ernſt=Ludwigsplatz-Hauptbahnhof (Signalfarbe blau).
u 85
948
954
Landstronſtraße 4 an — u. — 6ls (8 70 ere 103 105 an 12 14
ete 112 11 120 114 ab
½ Min. 95: 1000 1006 12 Min. 1118 1120 Es 1156
— — 634 641 649 7½ Min. 956 1006 12 Min. 1118 1132
--
1 Ernſt=Ludwigsplatz
— 642 bis
bis 1000 1007 1013 bis 1125
bis 1111 112.
P ab
Hauptbahnhof
1203 an
942 958
III. Rheintor-Schloßgartenplatz (Signalfarbe rot).
alle
all
ale
ab V
(*1m
105
Mem
101
U8 18 — 115
Min.
12 Min.
7½ Min.
12 Min.
---
5 — 650 — — —
2
— an V Schloßgartenplatz § ab—
bis 1013
bis
1137
bis
bis 1112 1125 — 112
1005
IV. Heidelbergerſtraße-Taunusſtraße-Faſanerie (Signalfarbe grün).
An Sonn= und Feiertagen bis 1137
An Sonn= und Feiertagen bis 1138
— 651 658 706 713 721 S 1006
Heidelbergerſtraße
2 1006
an
alle
Lol- gugs
— 6i4 6b1 650 705 71 S§ 92 1025 1015 1005 aue 112114
11151132s 1 Ernſt=Ludwigsplatz
006 101 105 alle 12 Min. bis
2 Min. bis
651— 659706
Taunusſtraße ab — — — 653 700 708 ½ 958 1000 1606 1012 12 Min. bis 1124 1128
1024
1014
*112111m an
L
an — —
viertel= 951 1006
ab Taunusſtraße
ſtündlich bis
— 658 —E 158
958
--
200
an? Faſanerie
Pab —
945 1000
„ Deſe Wazen waren, nen derSchnelng aus Frauftur berſpolung hat, erforderlichenfall bis 15,
§ Dieſe Wagen warten die Wagen 1123 (ab Bahnhof) ab.
An Sonn= und Feiertagen wird abends auf allen Linien mit Ausnahme der beiden Außenſtrecken (
Herdweg=
rie), der 7½
utenbetrieb bis abends
1 12 Uhr (Ernſt=Ludwigsplatz) durchgeführt.
Auf den ſtädtiſchen Linien iſt die Expreßgutbeförderung ausgeſchloſſen.
(9764
Freitag, 26. April:
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Unſere Mitglieder werden hiermit zum Beſuch der
Hauptversammlung
auf Dienstag, 30. April d. J., abends 9½ Uhr,
im „P ERK E0‟ eingeladen.
Die Rechnung liegt bei dem Rechner 8 Tage lang offen.
Tagesordnung: 1. Rechnungsablage. 2. Jahresbericht des
Vor=
ſitzenden. 3. Neuwahl des Vorſtandes.
(9844fs
Der Vorstand.
Beutschvoltischer Farnverem
Wsahn, Darmstaur
Jahres-Hauptversammlung
am Samstag, 27. April 1912, abends 9 Uhr,
bei Achenbach, Ecke Arheilger= und Gardiſtenſtr.
Der Turnrat.
9842)
Pnſere Miglieder und angeſchloſſnen Vereine machen wir darauf
aufmerkſam, daß zu dem am 26. ds. Mts. im Städtiſchen
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KonzertdesDarmstädterLehrer-Sängerchors
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numerirten Sperrſitz am Verkehrsbüro gegen Vorzeigen der Mit=
(9594if
gliedskarten zu haben ſind.
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Kath. Kirchengesangverein St. Ludwig
DARMSTADT
Sonntag, 28. April, findet in
Zwingenberg an der Bergstr.
die Grundſteinlegung der katholiſchen Kirche ſtatt.
Unſer aktiver Chor wirkt hierbei mit.
Beginn der kirchl. Feier ½3 Uhr nachmittags; Beginn der weltlichen
Feier ½5 Uhr. — Wir teilen dies unſeren verehrlichen inaktiven
Mit=
gliedern geziemend mit und laden ſie freundlichſt ein, ſich an den
Feierlichkeiten zu beteiligen. Abfahrt 10 Uhr Hauptbahnhof (M. N. B.).
NB. Beſondere Einladungen ergehen nicht mehr. (9846
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
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v. Klebs,
General=
major a. D. . . Hr. Semler
Frau v. Klebs . Fr. Scherbarth
Fr.
Landgerichts=
direktor Ellrich . Fr. Dobski
Frau Schuhmann Frl. Senten
Thereſe, Dienſtm.
bei Schwartze . Frl. Wisthaler
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
Beurlaubt: Hr. Baumeiſter.
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.):
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Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang: 1—6.
Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.,
14.—20. Reihe 3 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.20 Mk., 6.—8. Reihe
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2.
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lerie 50 Pfg.
Anf 7½ Uhr. Ende nach 10 Uhr.
Kartenverk. v. 11—1 u. v. 6½ Uhr an.
Vorver kauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Samstag, 27. April. Außer Ab.
Vorſtellung zu ermäß. Preiſen:
Zum Beſten der Wohlfahrtskaſſen
des Deutſchen Bühnen=Vereins.
„Robert und Bertram.”
Anfang 7 Uhr. (Vgl. beſ. Anz.)
Sonntag, 28. April. 164. Ab.=V.
A 42. „Der Schmuck der
Madonna.‟ Große Preiſe.
An=
fang 7 Uhr.
Montag, 29. April. 165. Ab.=V.,
B 41. Neu einſtudiert: . Der
Herr Senator.” Kl.=Preiſe:
Anfang 7½ Uhr.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. April 1912.
Nummer 98.
Die Gemeinnützige Gartenſtadt=Genoſſenſchaft
e. G. m b. H. zu Darmſtadt.
Die von etwa 100 Mitgliedern gegründete
Gemein=
nützige Gartenſtadt=Genoſſenſchaft zu Darmſtadt hat
zwi=
ſchen Martinspfad und Heinrich=Wingertsweg ein
Ge=
lände von rund 20000 Quadratmetern erworben. Sie
beabſichtigt, dasſelbe mit kleinen Villen für Angehörige
des Mittelſtandes zu bebauen, und zwar ſollen in der
Regel Einfamilienhäuſer erſtellt werden. Die
Genoſſen=
ſchaft hat gemeinnützigen Charakter, denn ſie wird nicht
für vermögendere Leute bauen, die große Villen zu
be=
wohnen in der Lage ſind, vielmehr ſollen ſich die
Geſamt=
koſten der einzelnen Objekte auf etwa 10—20000
Mark=
beſchränken. Sie ſchließt ferner gemäß Satzung die
Spe=
kulation für eine längere Reihe von Jahren aus, da der
bei einer Veräußerung der Objekte etwa erzielte
Ge=
winn zum großen Teil der Genoſſenſchaft zufließt,
mit=
hin der Einzelne kein Intereſſe an einer ſolchen
Ver=
wertung ſeines Beſitzes hat, und weil endlich bei
etwai=
ger Auflöſung der Genoſſenſchaft den Mitgliedern nur
ihre Stammanteile zurückbezahlt werden, ein alsdann
verbleibender Vermögensreſt für andere gemeinnützige
Zwecke zu beſtimmen iſt.
Das von der Genoſſenſchaft erworbene Gelände liegt
zurzeit noch außerhalb des ſtädtiſchen Bebauungsplanes;
ſie hat deshalb bei der Stadt den Antrag geſtellt, es in
dieſen Plan einzubeziehen und die Erlaubnis zur
Be=
bauung zu erteilen.
Gegenüber dieſem Antrag werden Bedenken
ge=
äußert, und zwar gehen dieſelben in der Hauptſache
da=
hin, daß in Darmſtadt größere Geländeflächen, die in
den Bebauungsplan bereits aufgenommen ſind, noch der
Bebauung harren und daß der Einbeziehung weiterer
Grundſtücke in den Bebauungsplan vorgebeugt werden
müſſe.
Dem iſt folgendes entgegenzuhalten:
Das erworbene Gelände zieht ſich zwiſchen dem
iſraelitiſchen und dem Beſſunger Friedhof bis zum
Hein=
rich=Wingertsweg hin, ein kleiner Teil liegt noch ſüdlich
dieſes Weges. Das Gelände liegt alſo inmitten
be=
bauter Flächen, im Weſten wird es umſäumt von der
Klappacherſtraße, im Norden von der Schießhausſtraße,
kaum 200 Meter entfernt; im Oſten befindet ſich das ſogen.
„Tintenviertel” in faſt unmittelbarer Nähe, im Süden
und Südweſten zieht die Goetheſtraße hin, deren Häuſer
vom Zentrum der Stadt aus erheblich weiter abliegen,
als das der Gartenſtadt=Genoſſenſchaft gehörige Gelände.
Letzteres iſt alſo ſozuſagen rings von bebauten
Quar=
tieren umgeben, mithin trifft es in keiner Weiſe zu daß
es ſich um eine weitab von dem Weichbilde der Stadt
belegene Fläche handele, ja, es darf ſogar mit Recht
be=
hauptet werden, daß außer den bereits erwähnten, zum
Teil ſchon bebauten Flächen an der Goetheſtraße auch
noch manche andere zur Bebauung freigegebenen
Grund=
ſtückskomplexe vom Zentrum der Stadt viel weiter
ent=
fernt liegen, als das in Rede ſtehende Gelände. Es ſei
nur auf mehrere der im Hohlen Weg erbauten Villen
hingewieſen.
Der Einwand, daß die Bebauung des Geländes
eine unerwünſchte Ausdehnung der Stadt bedinge, iſt
mithin nicht zutreffend.
Die ſonſt vorhandenen, bereits in den
Bebauungs=
plan einbezogenen unbebauten Geländeflächen können
für die Zwecke einer gemeinnützigen Gartenſtadt nicht
in Betracht kommen. Soweit ſie in der Nähe des
Haupt=
bahnhofes liegen, iſt eine gartenſtadtmäßige Bebauung
ohne weiteres untunlich. Aber auch das Gelände am
Südbahnhof iſt hierzu ſeiner Lage und Beſchaffenheit
wegen nicht geeignet, denn es iſt ſelbſtverſtändlich, daß
von einem Bahnhofe aus geſchloſſene Straßenzüge gehen
müſſen und daß auch hier die geräuſchvolle Nähe der
Bahn ein ruhiges, behagliches Wohnen, wie es für eine
Gartenſtadt doch Vorbedingung iſt, als ausgeſchloſſen
gelten muß. Das ſonſtige Gelände, ſpeziell der Hohle
Weg, iſt für die Zwecke einer gemeinnützigen Gartenſtadt=
Genoſſenſchaft nicht verwertbar, da dort die
Grundſtücks=
preiſe für Häuſer der beabſichtigten Art ſchon viel zu
hoch ſind.
Darüber kann indeſſen kein Zweifel herrſchen, daß
auch Familien, die nur über mäßige Mittel verfügen,
die Möglichkeit haben müſſen, ſich ein eigenes Heim zu
ſchaffen, und daß die Stadt Vorſorge treffen muß, daß
auch für ſolche Verhältniſſe paſſendes Gelände
vorhan=
den iſt oder beſchafft werden kann.
Es darf noch darauf verwieſen werden, daß auch
der größte Teil des bereits in den Bebauungsplan
ein=
bezogenen Geländes noch nicht von Straßen durchzogen
wird, daß dieſe vielmehr auch erſt neu angelegt werden
müſſen, ſodaß es im Grunde genommen für die Stadt
gleichbedeutend iſt, ob in dem Gelände der Gartenſtadt=
Genoſſenſchaft oder anderwärts neue Straßen hergeſtellt
werden. Im übrigen würde es auch eine ſchwere
Schä=
digung des Stadtteils Beſſungen ſein, wenn durch
Ver=
ſagung der Baugenehmigung ſeiner Entwickelung ein
ſchweres Hemmnis entgegengeſetzt würde.
Es iſt auch nicht außer Acht zu laſſen, daß es ſich
vorliegend um ein genoſſenſchaftliches Unternehmen
han=
delt, das Garantien dafür bietet, daß die zur
Beſiedel=
ung in Ausſicht genommene Fläche auch innerhalb
kur=
zer Zeit — höchſtens in zwei bis drei Jahren —
voll=
ſtändig ausgebaut iſt, daß ſich alſo die zu ſchaffenden
An=
lagen, wie Kanal= und Verſorgungsleitungen, in
kürze=
ſter Friſt rentieren. Auch iſt die Genoſſenſchaft
natür=
lich bereit, alle ihr ortsſtatutariſch obliegenden
Verpflicht=
ungen zu erfüllen.
Wenn ſchließlich noch mit einem Worte auf die
an=
geblich bedrohten Intereſſen des privaten Hausbeſitzes
eingegangen werden darf, ſo iſt darauf zu verweiſen,
daß die Gartenſtadt=Genoſſenſchaft nicht beabſichtigt, große
Miethäuſer zu bauen, ſie wird ſich vielmehr auf Häuſer
der angegebenen Größe beſchränken. Sollten aber für
die Genehmigung derartiger neuer Projekte jene
Inter=
eſſen ausſchlaggebend ſein, ſo müßte von ihnen auch jede
andere Bautätigkeit abhängig gemacht werden, was
natürlich als ausgeſchloſſen gelten muß.
Die Gartenſtadt=Genoſſenſchaft würde bei Ablehnung
ihres Projektes geradezu gezwungen ſein, den
Garten=
ſtadtgedanken für Darmſtadt aufzugeben, um dann zur
beſferen Ausnutzung teueren Geländes größere
Miethau=
ſer zu errichten. Ob das dem Intereſſe der Hausbeſitzer
dienlicher wäre, iſt doch wohl ſehr zu bezweifeln.
Eine Anzahl ihrer Mitglieder werden ſich im Falle
der Ablehnung zweifellos in benachbarten Vororten ein
Eigentum zu erwerben ſuchen. Tatſächlich haben bereits
einige Mitglieder ſich in Eberſtadt angeſiedelt, da ihnen
die Verwirklichung des Gartenſtadt=Projektes zu lange
dauerte.
Endlich dürfte es wohl auch im Intereſſe des
Ge=
werbes liegen, wenn die Stadt die Abſichten der
Garten=
ſtadt=Genoſſenſchaft fördern würde. Schon ſeit Jahren
iſt die Beſchäftigung des Baugewerbes in Darmſtadt
un=
befriedigend. Die Gartenſtadt=Genoſſenſchaft würde
als=
bald eine lebhafte Bautätigkeit entfalten und hierdurch
in reichlichem Maße Arbeit und Verdienſt ſchaffen.
Es darf ſonach geſagt werden, daß das Unternehmen
keinerlei berechtigte Intereſſen ſchädigt, daß
andererſeits=
aus ihm aber eine Reihe Vorteile erwachſen, die
grö=
ßeren Kreiſen zugute kommen, und daß es ſich endlich
um eine Sache handelt, die ihrer Natur nach und des
guten Zweckes wegen durchaus der Förderung
wür=
dig iſt.
Der Gartenſtadt=Gedanke bricht ſich immer mehr
Bahn. In einer großen Anzahl anderer Städte hat er
bereits feſten Boden gefaßt oder iſt auch ſchon in die
Wirklichkeit umgeſetzt worden. Ueberall hat er ſich der
Förderung durch die ſtädtiſchen Körperſchaften zu
er=
freuen gehabt. In Worms und Gießen z. B. ſind
Bau=
genoſſenſchaften mit ähnlichen Tendenzen wie die hieſige
Gartenſtadt=Genoſſenſchaft ganz beſonders dadurch
ge=
fördert worden, daß Geländeflächen zur Bebauung
frei=
gegeben wurden, die erheblich weiter vom Zentrum der
Stadt entfernt ſind, als dies bei dem hier in Rede
ſtehen=
den Gelände der Fall iſt. Es darf deshalb dem Wunſche
und der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß auch
die hieſige Gartenſtadt=Genoſſenſchaft eine gleiche För= erfährt.
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