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175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Auttsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Erzbiſchof von Bamberg, Dr. von Abert, iſt
am Dienstag geſtorben.
Das Torpedoboot G. 113 ſtieß bei Saßnitz mit
dem Kriegsſchiff „Friedrich Karl” zuſammen und
wurde ſchwer beſchädigt.
In Venedig wurde am Dienstag die
internatio=
nale Kunſtausſtellung eröffnet.
Die Türkei hat am Dienstag den Botſchaftern die
Antwort auf den Vermittlungsvorſchlag der Mächte
überreichen laſſen.
Die italieniſche Flotte hat die Inſel
Aſtro=
palia im ſüdlichen Archipel beſetzt.
Die Wehrvorlagen.
— Das Hauptſtück der erſten Seſſionsperiode des
Reichstags, die Wehrvorlagen, ſind nun endlich
Gegen=
ſtand der parlamentariſchen Behandlung, der Aufmarſch
der Regierung iſt erfolgt und die Redner der Parteien
haben ihr Sprüchlein hergeſagt. Freilich iſt die erſte
Le=
ſung einer derartigen Vorlage alles andere als
ausſchlag=
gebend, das Hauptgewicht liegt in den
Kommiſſionsver=
handlungen. Gerade diesmal dürften die Erörterungen
dort von der allergrößten Wichtigkeit ſein, denn die
Be=
gründungen, die vom Regierungstiſche gegeben wurden,
waren im Großen und Ganzen recht dürftig, indem man
auf die politiſche Lage möglichſt wenig einging, und der
robuſte Kriegsminiſter erklärte frank und frei, derartige
Dinge könne man unmöglich vor aller Oeffentlichkeit
auskramen. Daß dieſe Schweigſamkeit im Auslande
we=
nig gefällt und man beiſpielsweiſe an der Themſe eine
Erörterung eoram publico geſehen hätte, ficht uns nicht
weiter an, denn unſere Regierung hat wahrlich keinerlei
Veranlaſſung, ihre Karten aufzudecken, wie man das ja
anderwärts auch nicht tut.
In der Kommiſſion dürfte der Geſichtspunkt der
all=
gemeinen politiſchen Weltlage eine ſehr eingehende
Aus=
ſprache finden, und die dabei gewonnenen Reſultate
dürf=
ten für das Schickſal der Vorlage maßgebend ſein;
ins=
beſondere dürfte hiervon abhängen, ob man ſich hier und
da trotz großer Bedenken mit der von der Regierung
vor=
geſchlagenen Deckung abfinden wird, eventuell unter
ge=
wiſſen Modifikationen. Leugnen läßt ſich nicht, daß die
Löſung der Deckungsfrage die ſchwache, wenn nicht die
ſchwächſte Seite der Entwürfe iſt, wie das allerdings auch
ſchon bei früheren Wehrvorlagen meiſt zu verzeichnen
war. Die Reichsregierung behauptet, daß auch ihr
Leit=
motiv ſei: Keine Ausgabe ohne Deckung, aber man wird
doch zugeben müſſen, daß die Regierung ſich die Sache
etwas gar zu leicht gemacht hat, indem ſie einfach mit den
Ueberſchüſſen rechnet, obwohl ſie ſelber das Geſtändnis
machen muß, daß es vielleicht doch auch wieder einmal
anders kommen könnte. An hitzigen
Auseinanderſetzun=
gen gerade über dieſen Teil der Vorlagen wird es
darum nicht fehlen, obwohl ſich eine Einigung über die
eigentlichen Wehrvorlagen innerhalb ſämtlicher
bürger=
licher Parteien einſchließlich der Linken unſchwer
erzie=
len laſſen dürfte. Ob die vom Regierungstiſche
ge=
fallene Bitte, de Erbſchaftsſteuer aus dem Spiele zu
laſſen, Erhörung finden wird, kann mehr als fraglich
gelten, zumal der Schatzſekretär Kühn in ſeiner Rede
ſel=
ber geſagt hat, daß dieſe Steuer doch einmal kommen
werde, nur nicht jetzt. Die Regierung möchte die
Vor=
lagen bis zu Pfingſten unter Dach und Fach haben,
in=
deſſen dürfte man im Reichstaga eine ſo wichtige Frage
ſchwerlich überſtürzen und es kommt wohl auch hierbei
kaum darauf an, ob ſie 14 Tage früher oder ſpäter
er=
ledigt iſt, zumal keine augenblickliche Kriegsgefahr uns
droht.
Franzöſiſche Stimmen zu den deutſchen
* Wehrvorlagen.
In einer Erörterung der Rede des Reichskanzlers
ſchreibt der Temps unter anderem: Durch die neue
Wehrvorlage gibt Deutſchland ſeinen Nachbarn kund, daß
es die ihm durch ſeine Geburtenziffern zur Verfügung
ßehenden Hilfsquellen bis auf das Aeußerſte ausnutzen
will. Damit macht Deutſchland nur von ſeinem Recht
Gebrauch und erfüllt nur ſeine Pflicht. Jedes Volk muß
angsſichts der Weltlage ſeine Streitkräfte auf eine mit
ſeiner Bevölkerung und ſeinem Kredit in Einklang ſtehende
Höhe bringen, weil, wie der Reichskanzler ſagt, die Vorteile
der militäriſchen Kraft nicht nur im Kriege zum
Aus=
druck kommen, ſondern auch weil das Anſehen der
Völ=
ker im Frieden nach ihrer Kriegstüchtigkeit bemeſſen wird.
Unter dieſen Verhältniſſen muß jede Regierung den
Rüſtungen ihrer Nachbarn die größte Aufmerkſamkeit
ſchenken und ihnen womöglich gleichzukommen trachten,
ohne ſie zu kritiſieren. In dieſem Sinne ſollte die
öffent=
liche Meinung Frankreichs die deutſchen Wehrvorlagen
auffaſſen und ſie kann dies umſo leichter, als die Armee
im Leben Frankreichs nunmehr den ihr gebührenden erſten
Platz einnimmt. Alle Franzoſen haben im Vorjahre die
nationale Wahrheit begrifſen, daß die brutale Kraft den
einzigen Schutz der idealen Güter bildet.
Dgs Journal des Débats ſchreibt: Eine
fanatiſche Minderheit gibt es auch in Deutſchland und ſie
hat mit dem Geſpenſt der ſchwarzen franzöſiſchen Armee
und mit der Behauptung, daß Marokko eine
unerſchöpf=
liche Quelle ſchwarzer Rekruten bilde, faſt auf das ganze
deutſche Volk einen großen Eindruck gemacht. Jedermann
weiß, daß Marokko für Frankreich nur eine Quelle, der=
Schwäche und nicht der Kraft bildet und daß dort für
lange Zeit hindurch ein Teil der Truppen des
Mutterlan=
des zurückgehalten wird. Angeſichts, der ſehr ernſten
Schwierigkeiten in Marokko, die vielleicht die Entſendung
von Verſtärkungen nötig machen werden, iſt die
Behaup=
tung, daß Deutſchland infolge des marokkanniſchen
Pro=
tektorats zwei neue Armeekorps und drei Geſchwader
errichten müſſe, ſehr ſchlecht angebracht.
Der Figaro ſchreibt: „Man kann nicht deutlicher
ſprechen Frankreich hat ſich während der Kriſis des
letzten Herbſtes im Vertrauen auf ſeine Stärke erlaubt,
Deutſchland zu widerſtehen und ihm nicht alles
zuzuge=
ſtehen, was es verlangte. Wenn die Ueberlegenheit
Deutſchlands größer geweſen wäre, ſo hekte es alles
verlangen können, was es wünſchte, ein gutes Stück von
Matokko und in jedem Falle den geſamten Kongo. Es
hat aus dieſer Erfahrung gelernt und ergreift ſeine
Vor=
ſichtämaßregeln für die Zukunft. Deshalb ſollen
mög=
lichſt ſchnell noch zwei neue Armeekorps geſchaffen
wer=
den. Wir ſind alſo unterrichtet. und man fällt nicht
hin=
terrücks über uns her. Deutſchland kündet durch den
Mund ſeiner erſten Miniſter unzweideutig an, was es
er=
ſtrebt: die Hegemonie in Europa auf Grund einer
unbe=
ſtreitbaren und unbeſtrittenen militäriſchen
Ueberlegen=
heit‟ Ganz ähnlich äußert ſich der Senator Pierre
Bau=
din in der Action, und alle dieſe Artikel in der
gemäßig=
ten wie in der radikalen Preſſe klingen in die
Schluß=
folgerung aus, daß auch Frankreich ſeine Rüſtungen zu
Lande und zur See vervollſtändigen müſſe.
Nochmals die deutſch=engliſche Verſtändigung.
* Aufſehen erregt ein Artikel der Daily News,
in dem u. a. geſagt wird, die deutſche Regierung habe
nach Lord Haldanes Beſuch der engliſchen
Einzelhei=
ten ihres Flottengeſetzes mitgeteilt und ſich
erboten, das in Ausſicht genommene Geſetz, d. h. die
Auf=
ſtellung des dritten aktiven Geſchwaders und die
Er=
bauung von drei Linienſchiffen fallen zu laſſen. Was
für eine Gegenleiſtung dafür gefordert worden ſei,
vermag die Daily News nicht anzugeben, doch ſagt ſie,
daß das deutſche Anerbieten nicht angenommen worden
ſei. Im Gegenteil habe die engliſche Regierung vor
un=
gefähr drei Wochen der deutſchen durch ihren Botſchafter
mitteilen laſſen, daß die Sendung Lord
Halda=
nes durchaus nicht amtlich geweſen ſei. Zu dieſen
Nachrichten bemerkt die Daily News, daß hier eine
glänzende Gelegenheit verpaßt worden ſei, um einen
er=
heblichen Schritt zu einem deutſch=engliſchen
Einverneh=
men zu machen. Man darf annehmen, daß dieſe
Mittei=
lungen von einer Seite ſtammen, die ſich in Einzelheiten
geirrt haben mag, die aber im allgemeinen über den
Verlauf der Verhandlungen doch einigermaßen
unter=
richtet geweſen iſt. Nach den Beſprechungen mit Lord
Haldane ſcheint man in der Tat in Berlin den Eindruck
gehabt zu haben, daß man auf Grund dieſer
Verhand=
lungen zu einem freundſchaftlichen
Abkom=
men mit England gelangen könne. Die
Flotten=
rüſtungen ſollen allerdings nicht der eigentliche
Gegen=
ſtand der Verhandlungen geweſen ſein, ſondern es dürfte
ſich vielmehr um eine allgemeine Vereinbarung gehandelt
haben, deren Abſchluß, wenn er erfolgt wäre, allerdings
zur Folge gehabt haben könnte, daß man in Deutſchland
die Frage der Seerüſtung unter einem anderen
Geſichts=
winkel betrachtet haben und die eine oder die andere der
jetzt vorgeſchlagenen Maßnahmen nicht in den
Geſetzent=
wurf aufgenommen haben würde. Da die Hoffnungen,
die ſich auf die Beſprechung mit Lord Haldane begrün=
deten, bisher nicht in Erfüllung gegangen ſind, ſo erfolgte
dann in Berlin die Einbringung der Flottenvorlage in
ihrer jetzigen Geſtalt.
Deuiſches Reich.
— Kommiſſion des Reichstages für
das Reichs= und
Staatsangehörigkeits=
geſetz. Folgender neuer § 7a wurde entſprechend
ei=
nem Zuſatzantrag einſtimmig angenommen: „Einem
ehe=
maligen Deutſchen, der die Staatsangehörigkeit in einem
Bundesſtaat auf Grund des § 15 Abſ. 2 verloren hat,
wird die Aufnahme von dieſem Bundesſtaat äuf ſeinen
Antrag erteilt, wenn er ſich im Inlande niedergelaſſen
hat, den Anforderungen des § 7 Abſ. 1 entſpricht und
den Antrag innerhalb zweier Jahre nach der
Volljährig=
keit ſtellt. Die Vorſchrift des § 7 Abſ. 2 finder
Anwen=
dung.‟ — Der § 9 erhielt (entſprechend einem
national=
liberalen Antrag) dieſe Faſſung: „Einem ehemaligen
Deutſchen, der ſich nicht im Inlande niedergelaſſen hat,
kann die Staatsangehörigkeit von dem Bundesſtaat, dem
er früher angehört hat, oder die unmittelbare
Reichs=
angehörigkeit vom Reichskanzler verliehen werden. Dem
ehemaligen Deutſchen ſteht gleich, wer von ihm abſtammt
oder an Kindesſtatt angenommen iſt. Vor der
Einbür=
gerung durch den Bundesrat iſt dem Reichskanzler
Mit=
teilung zu machen. Die Aufnahme unterbleibt, wenn der
Reichskanzler Bedenken erhebt.”
— Die Wahlprüſungskommiſſion des
Reichstags ſetzte die Prüfung der Wahl des Abg.
Bruhn (Rfp.), (Frankfurt 1) fort. Der Referent beantragte,
die Wahl als ungültig zu erklären; die Kommiſſion
be=
ſchloß jedoch mit 8 gegen 4 Stimmen, entſprechend einem
Antrage des Korreferenten, beim Plenum
Gültigkeits=
erklärung zu beantragen.
Die pflichtmäßige Einführung
drahtloſen Telegraphie auf deutſchen
Schiffen, wird vorausſichtlich noch in dieſem
Früh=
jahr zur Durchführung gelangen. Die
Seeberufsgenoſſen=
ſchaft hat nach eingehenden Beratungen, die im vorigen
Jahre im Reichsverſicherungsamt als worgeſetzter
Be=
hörde der Berufsgenoſſenſchaft ſtattfanden und an denen
Vertreter der großen Reedereien teilnahmen, nunmehr
ent=
ſprechende Beſtimmungen aufgeſtellt, über die die demt
nächſt abzuhaltende Generalverſammlung entſcheiden
ſoll. Andere Länder haben die Einführung der
draht=
loſen Telegraphie zu Hilferufen bei Unglücksfällen und für
Sturmwarnungen auf dem Wege der Geſetzgebung
ge=
regelt. Der deutſchen Reichsregierung ſteht hierfür keine
Handhabe zur Verfügung. Es iſt daher gegenwärtig
nur möglich, die Einrichtung auf dem Wege über die
Seeberufsgenoſſenſchaft durchzuführen, deren Aufgabe es
iſt, alle Maßnahmen anzuordnen, die zum Schutze der
Beſatzung notwendig erſcheinen.
— Zum nationalliberalen Vertretertag
ſchreibt die Nationalliberale Korreſpondenz parteioffiziös:
„Eine freie Kommiſſion hat am Sonntag in Berlin
darüber beraten, in welcher Weiſe am beſten die dem
Ver=
tretertag vorzulegenden Organiſationsfragen eine allſeitige
befriedigende Löſung finden könnten. Nachdem dieſe
Be=
ratung zu einem vorläufigen Ergebnis gelangt iſt, bitten
wir die Organiſationen im Lande, das im Verlauf einer
Woche zu gewärtigende endgültige Ergebnis abzuwarten.
Die dem Vertretertag vorzulegenden Anträge werden nach
Ablauf der feſtgeſetzten Zeit den einzelnen Organiſationen
zugehen. Der freien Kommiſſion haben beigewohnt unter
anderem die Herren Friedberg. Schifferer, Haarmann,
Leidig. Dr. Weber, Poensgen und Direktor Fiſcher=Erkelen,
der bisherige Führer der Jungliberalen. Baſſermann und
Beck, die gleichfalls geladen waren, ſind nicht erſchienen.”
— Der bayeriſche Jeſuiten=Erlaß. Die
bayeriſche Regierung beabſichtigt, in der
Abgeordneten=
kammer die liberale Anfrage über den Jeſuiten=Erlaß
erſt zu beantworten, nachdem dieſelbe Angelegenheit im
Reichstag erledigt worden iſt. Daß der Berliner
Ge=
ſandte Bayerns, Graf Lerchenfeld, ſich auf einige Tage
nach München begeben hat, hängt ſicherlich mit der
Jeſuitenfrage zuſammen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Wehrvorlagen. Der Wehrausſchuß des
öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſes begann die
General=
debatte der Wehrvorlagen.
Der Miniſterpräſident wies auf die geänderte
Situa=
tion in Ungarn hin, welche eine baldige Ueberwindung
der den Wehrvorlagen entgegenſtehenden Hemmungen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Nummer 97.
gewärtigen laſſe. Er führte aus, die Wehrreform ſoll die
Bedürfniſſe der militäriſchen Machtſtellung der Monarchie
mit denjenigen der Bevölkerung in Einklang bringen.
Die Notwendigkeit hierzu erwächſt aus den
maßgeben=
den Verhältniſſen ſo organiſch und wird ſo allgemein
anerkannt, daß es gar keinen Zweck hat, irgend welche
aktuelle Momente der äußeren Politik ins Treffen zu
füh=
ren und eine ſo weitgehende Reform unter dem Titel
„Gelegenheitsmaßnahme” in die Wege zu leiten. Die
auswärtige Lage bietet auch, wie ich mit Genugtuung
konſtatiere, keinerlei Anzeichen, daß unſere friedlichen
Beziehungen zum Auslande gefährdet ſind und wir in
die Lage verſetzt werden könnten, von den Verbeſſerungen
unſerer Wehrmacht Gebrauch zu machen. Immerhin läßt
ſich nicht verkennen, daß an verſchiedenen Punkten der
Erde mannigfach ſich Zündſtoff aufgehäuft hat. Gerade
die militäriſchen Engagements, in denen ſich zur Zeit
einzelne andere Staaten befinden, ſind ein ſchlagender
Beweis, daß auch rein wirtſchaftliche Intereſſen zu ihrer
erfolgreichen Geltendmachung unter Umſtänden bei einer
entſprechenden militäriſchen Machtentfaltung nicht
ein=
treten können. Ich will gewiß nicht ſchwarz malen. Es
iſt auch Gott ſei Dank kein Grund dazu. Aber gerade
dieſer edle Gedanke, der in dieſem Ausſchuß ſo
über=
zeugte Anhänger beſitzt, daß die friedliche Entwicklung
der Völker von außen nicht geſtört werden ſoll, enthält
meiner Meinung nach den mächtigſten Impuls, der
ge=
ſunden Enkwicklung der Wehrkraft unſere volle
Aufmerk=
ſamkeit zuzuwenden, damit ſie auch Gewehr bei Fuß den
vaterländiſchen Intereſſen einen ſicheren Rückhalt zu
bie=
ten vermöge. In dieſem Sinne bitte ich Sie, ſich die
eheſte Erledigung der Ihnen verfaſſungsmäßig
zukom=
menden Aufgabe angelegen ſein zu laſſen.
England.
Der Krieg und die „Tit anic”
Kataſtrophe im Unterhauſ e. Der
Liberale King fragke im Unterhauſe an,
ob das Auswärtige Amt Informationen habe, daß
Oeſterreich=Ungarn die Neutralität im Kriege zwiſchen
Italien und der Türkei aufrecht erhalten wolle, unter der
Bedingung, daß Italien die Beſitzungen der Türkei in
Europa nicht angreife. Parlamentsſekretär Acland
er=
widerte: Ich habe von einem derartigen Abkommen keine
Kenntnis. In Beantwortung einer weiteren Frage von
King ſagte Acland, die Mächte fragten Italien, unter
welchen Bedingungen es geneigt ſei, eine
freundſchaft=
liche Vermittelung der Mächte anzunehmen. Ein gleicher
Schritt erfolgte in Konſtantinopel. Bei der Beantwortung
weiterer Fragen ſtellt Acland feſt, daß man von Rom
Ant=
wort bekommen habe, von Konſtantinopel hätte die
eng=
liſche Regierung noch nichts gehört. Im weiteren
Ver=
laufe der Sitzung erklärte Handelsminiſter Buxton, das
Handelsamt habe eine Verſammlung von Vertretern der
großen Perſonenſchiffahrtsgeſellſchaften einberufen, um
ſich über die Schritte zu unterrichten, die ſie im Hinblick
auf die „Titanic”=Kataſtrophe zur Ausrüſtung der
Dampfer mit Rettungsbooten zu unternehmen gedächten.
Die Geſellſchaften hätten ihm erklärt, daß ſie bereits
be=
ſchloſſen hätten, die Schiffe mit ſo vielen Rettungsbooten
und Flößen zu verſehen, daß alle an Bord befindlichen
Paſſagiere aufgenommen werden können. Esſei ſchwer,
ſofort genügend Boote zu beſchaffen, doch würden ſie
alle Anſtrengungen machen, um die Schiffe baldmöglichſt
mit Booten auszuſtatten.
Amerika.
Aus Mexiko wird gemeldet, daß der Kongreß
in einer erregten Sitzung, die bis Mitternacht dauerte,
das Geſetz annahm, das die Regierung zur Verſtärkung
des Heeres um 60000 Mann ermächtigt.
* Rückgang des Geburtenüberſchuſſes
in Preußen. Die amtliche Statiſtiſche Korr. bringt
die Hauptzahlen über die Bewegung der Bevölkerung in
Preußen während der Jahre 1910 und 1911. Daraus
geht hervor, daß im Jahre 1910 1256613 Geburten,
675 148 Sterbefälle und 310415 Eheſchließungen
beur=
kundet worden ſind. Der Geburtenüberſchuß betrug
da=
nach 581 465. Im Jahre 1911 ſind nach den vorläufigen
Ermittelungen 1222634 Kinder geboren, während
732301 Perſonen geſtorben ſind; die Zahl der Eheſchließ=
ungen betrug 321158. Sonach iſt die Geburtenzahl gegen
das voraufgegangene Jahr um 33979 zurückgegangen,
während die Zahl der Todesfälle um 57153 geſtiegen iſt,
der Geburtenüberſchuß iſt dementſprechend um 91 132
ge=
ſunken und hat nur noch 490333 betragen. Eine
beſon=
ders auffällige Erſcheinung der letzten zwei Jahre iſt die
abnehmende Geburtenzahl bei ſteigender Ehefrequenz.
Die Geburtenzahl von 1910 lag um 35119, die von 1911
ſogar um 69098 unter dem zehnjährigen Durchſchnitt von
1901 bis 1910, während die Zahl der Eheſchließungen
ſich im erſteren Jahre auf 10154, im letzteren auf 20897
über dieſen Durchſchnitt ſtellte. Nach Gründen für dieſe
Erſcheinung braucht man nicht zu forſchen, ſie liegen auf
der Hand.
* Wien, 23. April. Bei den heutigen
Gemeinde=
ratswahlen des vierten Wahlkörpers
wur=
den 4 Chriſtlichſoziale und 6 Sozialdemokraten gewählt.
Es ſind 11 Stichwahlen erforderlich zwiſchen 8
Chriſtlich=
ſozialen und 8 Sozialdemokraten, zwiſchen 3
Chriſtlich=
ſozialen und 3 Freiſinnigen. Bisher waren 14 von den 21
Mandaten des vierten Wahlkörpers in den Händen der
Chriſtlichſozialen, ſieben in den Händen der
Sozialdemo=
kraten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. April.
Die neuen Straßenbahn=Tarife.
Es wird ausdrücklich auf die im heutigen Blatt
enthaltene Bekanntmachung über den Tarif für die Linien
der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft, wie er vom
1. Mai dieſes Jahres ab in Kraft tritt, aufmerkſam
ge=
macht. Durch den Tarif werden bereits vor der
Elektri=
fizierung der Dampfbahnlinien die Verkehrsbeziehungen
zwiſchen den ſeitherigen Linien der Süddeutſchen
Eiſen=
bahngeſellſchaft und der Stadt errichtet und durch
Ein=
führung eines wechſelſeitigen Umſteigeverkehrs eine
Ver=
billigung der Fahrpreiſe herbeigeführt. Die
Stadtver=
ordnetenverſammlung hat grundſätzlich dem jetzt in
An=
wendung kommenden Zonen= und Streckentarif, der auf
Leiſtung und Gegenleiſtung aufgebaut iſt, zugeſtimmt.
Nachſtehend wird der Tarifplan mitgeteilt, für
deſ=
ſen Feſtſtellung folgende Grundſätze maßgebend waren:
Als Tarif=Hauptausgangspunkt gilt Darmſtadt=
Schloß. Von hier ausgehend ſind die einzelnen Linien
in Taxſtrecken von rund 750 Meter zu je 2,5 Pfg.
einge=
teilt, mit folgendem Fahrpreistarif:
4 Taxſtrecken bis rund 3000 Meter — 10 Pfg.
4500
5—6
— 15 Pfg.
7—8
6000 „ — 20 Pfg.
9—10
„ — 25 Pfg.
7500
Hiernach zeigt der Tarifplan folgendes Bild:
Sfadfgrenze
Mercks 4 fabrik
Verbindungsbehn
Hirschkopfe
(Schlachthof
RiegerPlstz
JRasenhohweg
Wihel. Pl.
ngstr.
OStifrstr
Bessin Hauptbf.
Jeckstr.
WOstbahnhof
Anna
Heinrichstr.
Str.
erienpl.
Ohhystr.
Sportpistz.
Vederstr.
rti
Kaserne
Böllenfellt.
Weinberg- Olendekronstr.
Sr.
(1
HRennbehn
Iludwigshöhe
Für die Vorortlinien iſt ein ähnlicher Tarif aufgeſtellt.
Umſteigeſtellen ſind für den Stadtbezirk
fol=
gende vorgeſehen:
1. Schloß (Ernſt Ludwigs=Platz),
2. Luiſenplatz,
3. Ecke Rheinſtraße und Landgraf=Philipps=Anlage,
4. Ecke Frankfurter= und Pallaswieſenſtraße,
5. Ecke Schul= und Karlſtraße,
6. Ecke Heinrich= und Heidelberger Straße,
7. Ecke Neckar= und Rheinſtraße.
Die ſogenannten Knipskarten, ſowie
die Schülerkarten in ſeitheriger Form
fallen fort.
Dagegen ſind als Erſatz und willkommene
Neuerung die zuſammenſtellbaren Zeitkarten
vor=
geſehen, die für jede beliebige zuſammenhängende
Tarifſtrecke ausgefertigt werden können. Die
Be=
förderungspreiſe für dieſe Zeitkarten einſchließlich
Steuer beträgt für eine beliebige 10=Pfennigſtrecke 5 Mk.
10 Pfg., für eine 15=Pfennigſtrecke 6 Mk. 70 Pfg., für
eine 20=Pfennigſtrecke 8 Mk. 20 Pfg. und für eine 25=
Pfennigſtrecke 9 Mk. 70 Pfg. für den Kalendermonat.
Die bisherigen Beförderungspreiſe für
Zeitkarten auf den Dampfbahnlinien
bleiben bis zur Elektrifizierung dieſer
Linien noch weiter beſtehen.
Sodann kommen noch zur Einführung
Zeitkar=
ten für den Stadtinnenverkehr zum Preiſe
von 10 Mk. 20 Pfg. für den Kalendermonat. Dieſe Karten
ſind auf ſämtlichen elektriſchen und Dampfbahnſtrecken
innerhalb der Grenzpunkte Hauptbahnhof, Schlachthof.
Ringſtraße (Odenwaldbahn, ſpäter Oſtbahnhof),
Ohly=
ſtraße, Niederſtraße und Artilleriekaſerne benutzbar. Bei
Ausdehnung der Gültigkeit auf eine äußere Stadtſtrecke
wird nur ein Zuſchlag von 1—2 Mark, zuzüglich Steuer,
laut Tarif, erhoben.
An Stelle der ſeitherigen Schülerkarten auf den
elektriſchen Linien kommen zur Fahrt von und nach der
Schule Schülermonatskarten zur Einführung, und zwar
zum Preiſe von 3 Mark für den Kalendermonat,
benutz=
bar auf einer Strecke des Innen=Verkehrs, wie bei den
Zeitkarten für den Innenverkehr beſchrieben; und zum
Preiſe von 4 Mark für den Kalendermonat, benutzbar
auf einer Strecke des Stadtbezirks über den Innenbezirk
hinaus.
Die ſchriftlichen Anträge auf Ausfertigung der
vor=
genannten Zeit= und Schülerkarten können bis auf
wei=
teres in den Dienſträumen der Süddeutſchen
Eiſenbahn=
geſellſchaft: Darmſtadt, Neckarſtraße 5, Arheilgen,
Eber=
ſtadt und Griesheim, während der Dienſtſtunden
abge=
geben werden. Vordrucke ſind dort unentgeltlich zu
haben. Dem Antrag auf=Ausfertigung einer
Zeit=
karte iſt ein photographiſches Bildnis des
Antrag=
ſtellers zum Anheften an die Zeitkarte beizufügen. Die
Gültigkeit der Zeit= und Schülerkarten kann dann
inner=
halb des Kalenderjahres von Monat zu Monat durch
Löſen entſprechender Marken verlängert werden.
Die bisherigen Beförderungspreiſe für Schüler=
und Arbeiter=Wochenkarten, ſowie für=
Marktfahrſcheine auf den Dampfbahnen bleiben
unverändert.
Infolge beſonderen Entgegenkommens der ſtaatlichen
Aufſichtsbehörde iſt den vielfach geäußerten Wünſchen
des Publikums wegen Mitnahme von Hunden
dadurch entſprochen worden, daß Hunde im Verkehr mit
den Vororten, ſowie nach den Hirſchköpfen und nach dem
Böllenfalltor widerruflich und verſuchsweiſe
befördert werden dürfen. Beſchränkungen erleidet dieſe
Vergünſtigung inſofern, als die Hunde nur auf den
vor=
deren Plattformen der Trieb= und Anhängewagen
unter=
gebracht werden dürfen und von dem Führer kurz an der
Leine zu halten ſind. Auf der vorderen Plattform der
Triehwagen darf immer nur ein Hund, auf derjenigen
der Anhängewagen dürfen zwei Hunde auf einmal
mit=
geführt werden. Als Beförderungspreis iſt für jeden
Hund der Fahrpreis für eine erwachſene Perſon zu
ent=
richten.
Nähere Auskünfte über den Tarif werden von dem
Kontröllverſonal, ſowiegvon der
Zeitkartenausfertig=
ungsſtelle in Darmſtadt gegeben. Der Tarif iſt auch
käuf=
lich zunächſt auf dem Bureau der Süddeutſchen
Eiſen=
bahngeſellſchaft erhältlich.
* Ernannt wurden der Amtsgerichtsdiener bei dem
Amtsgericht Lauterbach Reinhard Lehmann zum
Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Wald=
Michel=
bach, der Gefangenwärter am Haftlokal in Lauterbach=
Johann Becker zum Gefangenwärter am Haftlokal in
Michelſtadt und der Gefangenwärter am Haftlokal in=
Michelſtadt Joſeph Ruppling zum Amtsgerichtsdiener
bei dem Amtsgericht Lauterbach, ſämtlich mit Wirkung
vom 10. Mai 1912, ferner der Gerichtsvollzieher mit dem
Amtsſitze in Altenſtadt Ewald Mattuſchka zum
Gerichtsvollzieher mit dem Amtsſitze in Reinheim mit=
Wirkung vom Tage des Dienſtantritts ſeines Nachfolgers.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Ober=
bahnaſſiſtent in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahn=
Der Löwe von San Marco.
Zur Einweihung des wiedererrichteten Markusturmes in
Venedig (25. April 1912)
von Dr. Walter Georgi.
Venedig hat ſeinen Campanile wieder. Mit vollendeter
Majeſtät hebt ſich der ſtolze Bau über die Dächer der
Kir=
chen und Paläſte empor und läßt ſeinen goldenen Engel
auf dem Turmhelm ſchimmernde Reflexe im gleißenden
Sonnenlicht ſpielen. Das alte Wahrzeichen Venedigs fügt
nach faſt zehnjähriger Unterbrechung ſeine wohlbekannten
Formen wieder in die Silhouette der Stadt. Es erhebt
ſich als getreue Kopie des alten Markusturmes an der
glei=
chen Stelle, über der einſt ſein altersgrauer Vorgänger
emporſtieg, bevor er auf den Markusplatz herabſtürzte.
Aber die Patina vergangener Jahrhunderte vermochte man
ihm nicht zu geben trotz des guten Willens, in dem neuen
Bau die Erinerung an die alten Zeiten wieder aufleben zu
laſſen. Es drängt ſich etwas Weſensfremdes zwiſchen den
Turm und die Reihe der Paläſte zu ſeinen Füßen, ſodaß
er aus den friſchen Farben ſeines Gewandes wie ein
Fremdling iſoliert auf den Markusplatz niederſchaut und
ſſich nicht im Stande ſieht, eine innige Verbindung mit
ſeiner altgeheiligten Umgebung herzuſtellen. Es ſcheint
ihm jene Seele zu fehlen, die noch heute heimlich in dem
Dämmerlicht der Kirchen und hinter den hohen Fenſtern
der Profanbauten webt, die Seele des alten Venedigs,
des geflügelten Löwen von San Marco. Trotz äußerlicher
Uebereinſtimmung mit Maß und Form des urſprünglichen
Bauwerks verleugnet er nicht ſeine Verwandtſchaft zu dem
Venedig der Gegenwart, das ebenſo fremd durch die Gaſſen
und Kanäle flutet, ohne inneren Zuſammenhang mit der
Vergangenheit und jenen Geſchlechtern, deren Größe, Macht
und Stärke in dem bekannten Steinbild des Löwen von
San Marco ein unvergleichliches Symbol gefunden hatten.
Es war ein anderer Geiſt als heute, aus dem Venedig
ſeinſt ſeine Bauten ſchuf, ein anderer Geiſt, auf dem Größe
und Wohlfahrt des Staates beruhten. In dem ausge=
ſprochenen Streben zur höchſten Macht, verbunden mit
einer zielbewußten Vorausſicht und einer zähen Tatkraft,
wie man ſie ſelten in einem Gemeinweſen vereinigt ſieht
liegt der Schlüſſel zu den Erfolgen der venetianiſchen
Re=
publit. Bereits in den erſten Anfängen des Staatsweſens
beſtimmte jener Wille zur Macht die Entſchiedenheit, mit
der man die hierarchiſche Suprematie Venedigs verteidigte
und die in Aleſſandria erhandelten Gebeine des Apoſtels
Markus nach Venedig überführte. Um die Macht an ſich
zu feſſeln, verſuchte man mit Erfolg dieſes im Mittelalter
gebräuchliche Mittel, das auf die geſteigerten religiöſen
Gefühle des Volkes einwirkte und ohne weiteres einen
be=
deutenden Einfluß ſicherte. Daß man als ſichtbares Zeichen
der Stärke das Bild des Löwen, das Attribut des Heiligen
Markus, in das Wappen der Republik aufnahm, iſt nur ein
logiſches Glied in jener Gedankenkette. Als äußerliches
Ornament hätte es niemals die Bedeutung erlangen
kön=
nen, die Jahrhunderte lang die Mitwelt vor ihm mit
Ehr=
furcht erfüllte, wenn nicht jener Machtwille in dem
einzel=
nen Venetianer Fleiſch und Blut geworden wäre. Er lebte
vor allem in den herrſchenden Kaſten, in den Dogen nicht
minder als in der ritterlichen Ariſtokratie. Man dachte nur
an die Größe und Wohlfahrt des Staates. Kein Opfer
war zu groß, um das Anſehen der Republik zu erhöhen,
Gold und Blut wurde ihr dargebracht. Man rang mit
Genua, kämpfte gegen Neapel und die Ungarn, focht gegen
die Türken und unterwarf ſich ein Gebiet das von der
Inſel Cypern bis tief ins Herz der Alpen reichte. Auf den
Marktplätzen der Städte in den Alpenländern ſowohl wie
in der Levante verkündete das ſteinerne Bild des Löwen
des heiligen Markus die Oberhoheit der Republik. Fürſten
Päpſte und Kaiſr verkehrten mit den Dogen wie mit
Ihresgleichen. Hand in Hand mit der politiſchen
Macht=
entwicklung ging die Errichtung von
Handelsniederlaſſun=
gen, die vor allem die ungeheuren Schätze des Orients nach
der Mutterſtadt leiteten. Aegypten ſandte Smaragde,
Indien Saphire, Granate und Diamanten, Arabien
Koral=
len. Maſtix und Perlen, Bagdad und Damaskus gaben
koſtbare Seidenſtoffe in Tauſch, Syrien und Cyyern Gold=
brokate, während Spanien und Sizilien Früchte des
Bo=
dens brachten. So wurde Venedig im Mittelalter zu einer
Umſchlagſtelle erſten Ranges, die vornehmlich mit den
Er=
zeugniſſen des Orients die erwachenden Bedürfniſſe des
Nordens zu befriedigen ſuchte. Ueberall arbeiteten im
Stillen die Gelder der Republik, hier ſtützend und
auf=
bauend, dort untergrabend und vernichtend. Der Einfluß
des Löwen von San Marco reichte, von einer geſchickten
Diplomatie unterſtützt, weit über das tatſächliche
Hoheits=
gebiet hinaus, und war gefürchtet in der Welt.
Nichts iſt von jener Größe auf den heutigen Tag
über=
kommen als die Denkmäler einer überwältigenden Kunſt,
die jene Geſchlechter an ſich zu feſſeln wußten, obwohl ihre
Stärke ſich auf entgegengeſetzten Gebieten betätigte.
Und=
dennoch liegen in dieſem adligen Ringen im Grunde
ver=
wandte Beziehungen zu dem Ringen des Künſtlers, eine
Leiſtung zu geben, die ihr Daſein der Anſpannung aller=
Kräfte verdankt. So nur iſt neben dem Bedürfnis zur
äußeren Prachtentfaltung die Achtung des kriegeriſch und
kaufmänniſch veranlagten Venetianers der Kunſt
gegen=
über zu verſtehen, da der Einzelne in ihr gleichſam eine
Verherrlichung und Verklärung ſeines eigenen Strebens
fühlte. Nur in Venedig konnte ein Tizian ſeine
monumen=
talen Werke ſchaffen, und das Quinquecento Venedigs
wiederum fand in ihm, dem Sohn der Berge, ſeinen
kon=
genialen Meiſter, der mit unermüdlicher Kraft den herben
Stolz und die auf Erfolg begründete ſieghafte Ruhe zu
ſchildern wußte. Nur hier konnte ein Paolo Veroneſe
ge=
deihen und auf den Wänden und Decken in dekorativen
Ge=
mälden die Freude ſeiner Zeit an Hoheit und Pracht an
goldenen Ketten. Perlen und Edelſteinen, an frohen Feſten
und lachender Freude ausleben. Daneben wuchs ein
Tin=
toretto, deſſen erhabene Senatorenbildniſſe eine deutlichere
Sprache reden, als alle geſchichtlichen Ueberlieferungen
über die machtvollen Leiter der Republik. Noch war die
Zeit nicht hereingebrochen. da eine Internationalität die
Bodenſtändigkeit der künſtleriſchen Talente auf das
ge=
ringſte Maß zurückdrängte. Damals ſchuf noch jeder aus
der Enge der heimatlichen Verhältniſſe heraus das Unver=
Nummer 97.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Seite 3.
gemeinſchaft Dietrich Villinger zu Frankfurt a. M
vom 1. Juli d. J. an.
*. Vorſeminarien. Mit Ermächtigung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs ſind mit Wirkung vom
Beginn des neuen Schuljahres an die
Präparanden=
anſtalten in Vorſeminarien umgewandelt und durch
neue Lehrpläne in organiſche Verbindung mit den
Haupt=
ſeminarien gebracht worden. Mit der Führung der
örtlichen Verwaltungsgeſchäfte ſind die dienſtälteſten
Lehrer beauftragt worden.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 7,
enthält: 1. Ueberſicht der für das Jahr 1912 zur
Be=
ſtreitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religions
gemeinden des Kreiſes Alsfeld genehmigten Umlagen.
2. Ueberſicht der für das Jahr 1912 genehmigten
Um=
lagen zur Beſtreitung der Gemeindebedürfniſſe der
iſraelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes Friedberg.
3. Ueberſicht über die von Großh. Minitterium des
Innern zur Beſtreitung der Kommunalbedürfniſſe der
Stadt Gießen genehmigten Umlagen im
Rechnungs=
jahr 1912. 4. Ordens verleihungen. 5. Ermächtigung
zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. 6.
Zu=
laſſungen zur Rechtsanwaltſchaft. 7. Aufgabe der
Zu=
laſſung zur Rechtsanwaltſchaft. 8. Dienſtnachrichten.
g. Strafkammer. Der bereits wegen Diebſtahls
mehrfach vorbeſtrafte 23 Jahre alte Schleifer Johann
Georg Lorenz Hittel aus Hanau hatte ſich geſtern
abermals wegen eines ſchweren Diebſtahls vor der
hie=
ſigen Strafkammer zu verantworten. In der Nacht zum
23. März ſtieg der Angeklagte, nachdem er eine
Fenſter=
ſcheibe eingedrückt hatte, in das Anweſen des
Heim=
arbeiters Claus in Offenbach ein und ſtahl 30
Porte=
monnaies im Werte von 115 Mark und verſchiedene
Kleidungsſtücke. Einige Nächte vorher war er auch über
die Umzäunung des Fabrikgrundſtückes der Firma
Köh=
ler und Stumpf geſtiegen, angeblich, um ſeinen im
Uebermut über den Zaun geworfenen Ueberzieher zu
holen. Das Gericht kommt aber zu der Anſicht, daß er
auch hier einen Diebſtahl beabſichtigt hatte,
und es verurteilt ihn deshalb wegen eines
aus=
geführten und eines verſuchten ſchweren Diebſtahls zu
1 Jahr Gefängnis. Von der Unterſuchungshaft
werden ihm 4 Wochen angerechnet. — Seine eigenen
Eltern hat der 17 Jahre alte Taglöhner Joh. Peter
Pfrang aus Offenbach beſtohlen. Wegen ſeines
lieder=
lichen Lebenswandels war ihm das elterliche Haus
ver=
boten worden, er ſtieg aber am 24. Februar ein und
ent=
wendete einen ſeinem Vater zur Bewahrung übergebe
nen Geldbetrag von 43 Mark. Mit Hilfe des 20jährigen
Taglöhners Friedrich Hacker wurde außerdem die
Nähmaſchine ſeiner Mutter hinausgetragen. Auf
An=
zeige des Vaters wurden die beiden Diebe ermittelt und
von der Strafkammer Pfrang zu 1 Jahr Gefängnis
und Hacker zu 9 Monaten Gefängnis verur
teilt. Ein dritter Komplize bei dem Diebſtahl wurde
wegen Mangels an Beweiſen freigeſprochen. Den
bei=
den Verurteilten werden je ſechs Wochen von der
Unter=
ſuchungshaft angerechnet. — Wegen Verbrechens nach
Paragraph 176, 3 wurde nach nichtöffentlicher
Verhand=
lung der 18jährige Fabrikarbeiter Karl Hartmann
aus Lampertheim zu 6 Monaten Gefängnis,
ab=
züglich 1 Monat 1 Woche der Unterſuchungshaft,
verur=
teilt. — Gegen den 25jährigen Arbeiter Georg Jakob
Luft aus Offenbach wird Haftbefehl erlaſſen, da er
trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht zur Verhandlung
erſchienen iſt. Er iſt beſchuldigt, dem Walter Rabitſch
einen Geldbetrag geſtohlen zu haben. — Von einem Ball
im Offenbacher Gewerkſchaftshauſe am 4. Februar ſoll
der 21jährige Weißbinder Sebaſtian Heuſohn einen
Ueberzieher und ein Damenjackett mitgenommen haben
in der Abſicht, es ſich anzueignen. Der Angeklagte
be=
hauptet, betrunken geweſen zu ſein und das Jackett und
den Ueberzieher in Gedanken übereinander angezogen
zu haben. Das Gericht verurteilt ihn wegen
Rückfall=
diebſtahls zu 6 Monaten Gefängnis.
* Hauptverſammlung des Vereins der Detailliſten
Der Verein der Detailliſten hielt am Dienstag
abend im „Kaiſerſaal” ſeine diesjährige Hauptver
ſammlung ab, die ſehr gut beſucht war und unter
Leitung des Vorſitzenden, Herrn Wilhelm Kalbfuß
einen anregenden Verlauf nahm. Dem vom Sekretär
erſtatteten Jahresbericht entnehmen wir folgendes:
Schon ſeit mehreren Jahren befindet ſich der
Detailhan=
del in einer bedrängten Lage und wenn wir, dem
kauf=
männiſchen Gebrauche folgend, die Bilanz des
verfloſſe=
nen Jahres ziehen, ſo kommen wir zu dem wenig
erfreu=
lichen Reſultat, daß das finanzielle Ergebnis im
umge=
kehrten Verhältnis zu den Belaſtungen und
Erſchwerun=
gen wirtſchaftlicher und geſetzgeberiſcher Natur ſteht
Dieſe ungünſtige Konjunktur iſt in erſter Linie auf die
übermächtige Konkurrenz und auf die verteuerte Lebens=
haltung, welche die Kaufkraft des Publikums weſentlich
gemindert hat, zurückzuführen. Um konkurrenz= und
exi=
ſtenzfähig bleiben zu können, ſieht ſich der Kleinhandel
genötigt, mit ſehr geringem Nutzen, teilweiſe —
beſon=
ders in der Lebensmittelbranche — ſogar ohne jeden
Nutzen zu verkaufen. Der Unterſchied zwiſchen Ein= und
Verkaufspreiſen iſt keinſeswegs ein unndtürlicher, wie
dies behauptet wurde, ſondern hält ſich in durchaus
an=
gemeſſenen Grenzen. Betrachtet man, wie auf der einen
Seite durch die ſtändig zunehmende Konkurrenz der
gro=
ßen Warenhäuſer, der Konſumvereine und beſonders der
Beamtenvereinigungen und des heimlichen
Warenhan=
dels die Erwerbsmöglichkeit außerordentlich beſchränkt
nach der andern Seite aber durch die ſtets ſich mehrenden
ſozialen Pflichten der Detailhandel immer mehr
finan=
ziell belaſtet wird, ſo muß man es zurückweiſen, wenn
man ihm die Schuld an den mißlichen
Teuerungsver=
hältniſſen beimißt. Gegen dieſe Annahme iſt deshalb
auf das Entſchiedenſte Einſpruch von der geſamten
Han=
delswelt erhoben worden. Der Verein beſteht nunmehr
ſeit 18 Jahren. Während dieſer Zeit haben ihn nicht nur
Geſetz und Geſetzentwürfe beſchäftigt, ſondern auch
an=
dere, unſere Intereſſen tief berührende Fragen wurden
mit Erfolg gelöſt. Wer den Konkurrenzkampf jetzt mit
früher vergleicht, wird finden, daß manche Auswüchſe
im Wettbewerb, wenn auch nicht ganz beſeitigt, ſo doch
ganz bedeutend eingeſchränkt worden ſind. Man ſollte
deshalb von den hieſigen Detailliſten erwarten, daß ſie
ge=
ſchloſſen in dem Verein ſich zuſammenfinden. Noch ſteht
eine große Anzahl aufnahmefähfger Firmen abſits
dieſe ſollten ſich eingedenk ſein, daß jede Selbſthilfe nur
auf dem Zuſammenſchluß aller Kollegen baſiert. Es
wurde in letzter Zeit eine Kommiſſion gebildet zur
Werbung neuer Mitglieder. Hoffen wir, daß es ihr
ge=
lingt, die Fernſtehenden zu gewinnen und ſie zu
über=
zeugen, daß es im beiderſeitigen Intereſſe notwendig iſt,
dem Detailliſtenverein, als der hier allein maßgebenden
Vertretung des Kleinhandels, anzugehören. Der Bericht
erwähnt ſodann die Fragen, zu denen der Verein im
Laufe des Jahres Stellung genommen hat:
Reichsver=
ſicherungsordnung, durch welche die geſetzliche Unfall
verſicherung auf ſämtliche Detail= und
Kleinhandelsbe=
triebe ausgedehnt wurde — Privatbeamtenverſicherung
— Gemeindeſteuergeſetz — Sonntagsruhe —
Kleinhau=
delsberufsgenoſſenſchaft, deren Zuſtandekommen
hoffent=
lich in abſehbarer Zeit erfolgen wird — Bekämpfung des
heimlichen Warenhandels — Regelung des
Submiſſions=
weſens — direkter Verkauf durch Fabrikanten —
Zugabe=
unweſen — Borgunweſen — Regelung des
Ausverkaufs=
weſens — Kaufmannsgericht — Städt. Hilfsaktion —
Kaufmänniſche Erholungsheime — Kaufmänniſche Fort
bildungsſchule — Verkehrsfragen — Feſtlegung des
Oſterfeſtes — Verkauf von Zigarren und Zigaretten in
den Reſtaurants, Cafés und Automaten — Verbands=
Angelegenheiten u. a. m. In der Zahl der Mitglieder
iſt gegenüber dem Vorjahre eine Vermehrung
eingetre=
ten. Im Laufe des Jahres iſt der ſeitherige langjährige
Vorſitzende, Herr A. J. Supp, von ſeinem Amte zu
rückgetreten. Die Verdienſte des Herrn Supp fanden
beſondere Würdigung. Der Bericht ſchließt mit den
Dank an alle Mitarbeiter, an die Behörden und an die
Preſſe für ihr Entgegenkommen und Unterſtützung.
Der Kaſſenbericht wird von Herrn Ph
Schaaf erſtattet. Die Einnahmen betrugen 2913 Mk.
90 Pfg., die Ausgaben 1757 Mk. 53 Pfg., ſodaß ein Kaſſe
beſtand von 1551 Mk. 57 Pfg. verbleibt. Die Rechnung
war von den Herren März und Lehrbach geprüft und für
richtig befunden worden. Dem Rechner wurde unter
Ausdruck des Dankes für ſeine Mühewaltung Entlaſtung
erteilt. — Bei der hierauf vorgenommenen
Erſatz=
wahl wurden die ſatzungsgemäß ausſcheidenden
Her=
ren Hachenburger, Hebermehl, Jordan und
Stumpf durch Zuruf wiedergewählt. Als Erſatz für
die ausgeſchiedenen Herren Supp und Kunkel wurden
die Herren F. Borné und Leo Fiſchl gewählt. Die
Herren März und Lehrbach übernahmen wieder das
Amt als Rechnungsprüfer. Aus der Mitte der
Verſamm=
lung erfolgten dann verſchiedene Anfragen und
Anreg=
ungen. Ueber die Frage der Sonntagsruhe erfolgt eine
rege Ausſprache, an welcher ſich die Herren Blum
Fiſchl und der Vorſitzende beteiligen. Auf An
trag des Herrn Fiſchl wird der Vorſtand beauftragt,
Schritte zu tun, daß anſtelle der beiden Meßſonntage
je der Sonntag vor Oſtern und Pfingſten für den
Ver=
kauf freigegeben werden. Der Vorſitzende, Herr W
Kalbfuß, ergreift nunmehr das Wort zu ſeinem
Vor=
trage: „Die unlauteren Wettbewerbsfäll
und die Darmſtädter
Staatsanwalt=
ſchaft” Redner bemerkt einleitend, daß er keinen
Sen=
ſationsvortrag halten wolle, ſondern nur Aufſchluß über
die Arbeiten des Vereins auf dem Gebiete des
unlaute=
ren Wettbewerbs geben wolle. Zunächſt gibt er die
Grundzüge des Geſetzes gegen den unlauteren
Wett=
bewerb und die wichtigſten Paragraphen desſelben
be=
kannt und geht dann zu den einzelnen Fällen von
Kla=
gen über. Erſchwert werde die Arbeit des Vorſtandes
durch die unklare Faſſung des Geſetzes. Die
Staats=
anwaltſchaft greife nur ein, wenn nach ihrer Anſicht ein
öffentliches Intereſſe hierzu vorliege. Die Auslegung
des Begriffes „öffentliches Intereſſe” ſeitens der Großh.
Staatsanwaltſchaft decke ſich nicht mit der des
Vorſtan=
des. Infolgedeſſen wurden faſt ſämtliche Klageanträge
abgelehnt und der Verein auf den Weg der
Pri=
vatklage verwieſen. Redner gibt eine Reihe von
Fällen bekannt, wo nicht nur nach Auffaſſung des Laien,
ſondern auch nach juriſtiſcher Anſicht ein öffentliches
Intereſſe unbedingt vorgelegen habe, die jedoch alle von
der Staatsanwaltſchaft abgelehnt worden ſeien. Die
intereſſanten Ausführungen des Redners fanden
lebhaf=
ten Beifall. Es gelangte noch nachſtehende
Reſolu=
tion zur einſtimmigen Annahme:
„Die Hauptverſammlung des Vereins der
Detailli=
ſten von Darmſtadt hat mit Bedauern Kenntnis
genom=
men, daß die Großh. Staatsanwaltſchaft in vielen ihr
unterbreiteten Klagefällen die Strafverfolgung abgelehnt
hat, unter der Begründung, daß ein öffentliches Intereſſe
an der Strafverfolgung nicht vorliege. Bei der
ſchwe=
ren Schädigung, die ſowohl dem kaufenden Publikum
wie auch der ſoliden Geſchäftswelt durch die Vergehen
gegen das unlautere Wettbewerbgeſetz erwachſen, hält
die Verſammlung die Strafverfolgung ſolcher
unlaute=
ren Handlungen in der Regel als im öffentlichen
Inter=
eſſe gelegen. Sie beauftragt daher den Vorſtand, den
zuſtändigen Stellen hiervon Kenntnis zu geben und ſie
zu erſuchen, mehr als ſeither auf eine Anwendung des
Geſetzes in dieſem Sine hinwirken zu wollen.”
Herr Lautz ſprach dem Vorſtande, beſonders Herrn
Kalbfuß, für ſein erſprießliches Wirken den beſten
Dank aus.
* Eine Wanderung der hauswirtſchaftlichen
Fortbild=
ungsſchule. Nachſtehender Bericht einer Schülerin über eine
Wanderung der hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule
wurde uns zur Veröffentlichung übergeben: Nachdem die
Entlaſſung der Schülerinnen der hauswirtſchaftlichen
Fort=
bildungsſchule ſtattgefunden hatte, unternahmen unſere
Lehrer mit uns am Dienstag, den 2. April, eine
Wander=
ung in den herrlichen Taunus. Als noch der Mond am
Himmel ſtand, und die Sternlein auf uns
herniederſtrahl=
ten, brachen wir auf. Um 5½ Uhr fuhren wir vom
Haupt=
bahnhof über Frankfurt nach Cronberg. Durch das
herr=
liche Frühlingswetter verwöhnt, das wir ſeither in Darm
ſtadt hatten, ſetzte uns die rauhe Witterung, die hier
herrſchte, in großes Erſtaunen. Auf einem kleinen Umwege
an Schloß Friedrichshof vorbeiziehend, durchwanderten
wir das maleriſch am Fuße des Taunus gelegene Städtchen
Cronberg, das zahlreiche Sehenswürdigkeiten aufweiſt.
Nachdem wir dieſes verlaſſen hatten, gelangten wir auf
herrlichem Waldwege zum Fuchstanz, einem freien Platze,
der ſich auf halber Höhe des Feldbergs befindet. Der
Wirt, bei dem wir einkehrten, überließ uns guten Kaffee
und Kuchen zu ſehr geringen Preiſen. Neu geſtärkt ſetzten
wir unſeren Aufſtieg auf ſchneebedeckten Wegen fort, bis
uns, faſt oben angelangt, ein großer Schneeſturm das
Vor=
wärtsſchreiten erſchwerte. Endlich hatten wir eine Höhe
von 880 Meter und ſomit den höchſten Punkt des Feldbergs
erreicht. Nachdem wir den Turm beſtiegen und den Brun
hildisfels geſehen hatten, wanderten wir abwärts. Es
ging am Pfahlgraben dem Grenzwall der Römer entlang,
zur Saalburg. Dieſes römiſche Kaſtell, eines der größten
und beſterhaltenen, wurde eingehend beſichtigt. Nun führte
uns unſer Weg noch an dem Mithrastempel vorbei, der
dem Sonnengotte geweiht war. Ungefähr 10 Minuten
vor Homburg machten wir in dem Hardtwald=Reſtaurant
Raſt. Wir befanden uns hier wieder auf heſſiſchem Boden
Der Beſitzer ließ uns, wie der Wirt auf dem Fuchstanz
die Taſſe Kaffe, ſowie das Stück Kuchen zu je 10 Pfennig,
gewiß ein ausnehmend billiger Preis für einen Badeort.
Allen Ausflüglern und Beſuchern des Taunus ſei darum
dieſes Gaſthaus beſtens empfohlen. Der Sohn des Hauſes
hatte ſich auch noch in liebenswürdigſter Weiſe bereit
er=
klärt, uns zu einem kleinen Tänzchen aufzuſpielen. Im
Nu war alle Müdigkeit vergeſſen und vergnügt drehten
wir uns nach den heiteren Tanzweiſen. Aber nur zu bald
mußten wir aufbrechen. Wir gingen durch den Kurpark,
ſahen uns das Kurhaus an und fuhren dann 6¾4 Uhr
wohl=
behalten nach Darmſtadt zurück. Trotzdem wir kein ſehr
gutes Wetter hatten, war es doch ein herrlicher Ausflug,
der durch die lehrreichen Erklärungen, die man uns gab,
verſchönt wurde. Lange noch werden wir uns mit großer
Freude dieſes Tages erinnern.
gängliche ſeiner Kunſt. So wuchs auch der Campanile
ſelbſtbewußt aus dem Häuſermeer empor, als wollte er
ſchon von weitem dem Ankömmling die hierarchiſche Supre
matie der Stadt verkünden, die man als nicht zu
unter=
ſchätzender Machtfaktor mit allen Mitteln ſtets zu betonen
wünſchte. Handel und Politik Venedigs ſtanden zur
Bau=
kunſt und Malerei in der innigſten Verbindung, feſtgefügt
zu einem harmoniſchen Ganzen, an dem die Gegenwart
des einen ohne die des anderen faſt undenkbar erſcheint.
Auf dem Gipfel ſeiner Macht zeigt ſich Venedig trotz aller
Eiferſüchteleien, Intrigen und Kabalen in den Kreiſen des
herrſchenden Hochadels und trotz ängſtlichen Ausſchließens
des niederen Volkes von den Staatsgeſchäften als eine
kraftvolle geſchloſſene Einheit, in der das Symbol des
ge=
flügelten Löwen lebendige Geſtalt geworden war.
Faſt zwei Jahrhunderte währte dieſer beiſpielsloſe
Aufſtieg der Republik zu dem angeſehenſten und reichſten
Staatsweſen am ganzen Mittelmeer. Aber ſchon melden
ſich in der rauſchenden Pracht des Quinquecento die erſten
Anzeichen des Verfalls. Die gewaltige Dezentraliſation
der Kräfte ging über das Vermögen der Republik. Im
Vergleich zu der Ausdehnung der venetianiſchen Macht, die
ſchier keine Grenzen kannte, verfügte die Lagunenſtadt über
ein zu geringes Hinterland, um die in aufreibenden
Kämp=
fen verbrauchten Kräfte zu erſetzen. Fremde Söldner und
eine ſkrupelloſe Bündnispolitik verſuchten eine zeitlang
dieſen Mangel auszugleichen. Doch umſonſt. Als dann
noch infolge des herrſchenden Wohlſtandes ein
erſchlaffen=
der Lurus verbunden mit einer entnervenden
Genuß=
freudigkeit die notwendige Unternehmungsluſt und die
Opferwilliakeit der nachfolgenden Generationen ſchwächte,
war der Niedergang der glorreichen Republik beſiegelt. Der
Löwe von San Marco hatte an Lebenskraft verloren,
ſeit=
dem der Wille zur Macht zu ſchwinden begann. Keine
Unternehmung wollte mehr gelingen. Ueberall empfing
man empfindliche Schlappen, wo man notgedrungen
ein=
mal die Flagge zeigte, und mußte mit einem
demütigen=
den Frieden vorlieb nehmen. Als endlich Bonaparte im
Anſchluß an den oberitalieniſchen Feldzug den letzten
Dogen Ludovico Manin zur Abdankung zwang, gab er
einem Staatsweſen den Gnadenſtoß, das längſt nur noch
ein Scheindaſein führte. Der Löwe von San Marco hatte
bereits ſeinen Atem ausgehaucht, als man der letzten
Dogenherrlichkeit ein Ende bereitete.
Heute iſt Venedig trotz ſeines alten Prunkgewandes
eine moderne Stadt mit allen Vorteilen und Auswüchſen
einer internationalen Fremdeninduſtrie. Die Nachkommen
der alten feudalen Geſchlechter wiſſen nichts mehr aus dem
ſteinernen Bild des geflügelten Löwen zu leſen, das die
Portale ihrer Kirchen ſchmückt, das von der Granitſäule
auf der Piazzetta herabſpricht und deſſen Relief ſie heuer
wieder an dem neu errichteten Campanile anbrachten
Wenn auch noch die erhabene Reihe der Palazzos wie einſt
am Canale Grande ihre vornehme Geſte wahrte, und
ebenſo wie vor Jahrhunderten der melodiſche Ruf der
Gondoliere in den verſchwiegenen Seitenkanälen erklingt,
der Geiſt des alten Venedigs iſt tot. Er greift nicht mehr
in das Leben der Bürger hinein, um ſie aufzurütteln und
ſie zu einſtiger Größe zurückzuführen. Darüber täuſcht
auch nicht die Wiedererſtehung des Markusturmes hinweg.
Der heutige Venetianer neigt ſich vor der Vergangenheit,
ohne ihr den gleichen Wert einer Gegenwart
entgegen=
ſetzen zu können. Wohl gibt der Markusturm der Stadt
äußerlich ihr altes Gepräge wieder. Die Freude der
Venetianer darüber iſt verſtändlich, und der Neubau im
Intereſſe des reizvollen Stadtbildes zu begrüßen. Ob er
aber jemals über die getreue Kopie hinaus mit ſeiner aus
der Zeit altvenetianiſchen Geiſtes überlieferten Umgebung
zu jener früheren organiſchen Einheit verwachſen wird,
kann Zweifel erwecken. Auch Bauwerke haben ihre Seele,
die von der Empfindungswelt ihrer Erbauer zeugen und
in die ſich Jahrhunderte hineinſchreiben. Sie aber vermag
keiner zu kopieren, am allerwenigſten wenn der Geiſt der
Zeit inzwiſchen eine Wandlung erfahren hat.
Am 14. Juli 1902 ſtürzte der Campanile ein. Es war
ein Trauertaa, als dieſes alte Wahrzeichen der Stadt
Venedig in Schutt und Trümmer ſank, das
Jahrhun=
derten Trotz geboten, das die ſtolze venetianiſche Repu=
blik untergehen ſah, das die Wiedervereinigung Italiens
zu einem Königreich erlebte. Alle Kräfte taten ſich
da=
mals zuſammen, um der Lagunenſtadt ihr Wahrzeichen
wieder zu geben. In kurzer Zeit war ein Fonds von
zwei Millionen Lire geſammelt. Bildhauer und
Künſt=
ler durchſuchten die Schutthaufen, um die wertvollen
und unverſehrt gebliebenen Steine zu ſuchen, um ſie beim
Wiederaufbau verwenden zu können, der damalige
Pa=
triarch von Venedig und jetzige Papſt Pius ſtiftete vier
Glocken für den Markusturm, da außer der größten
Glocke, der ſogenannten Marangona, alle Glocken des
Turmes von San Marco bei dem Einſturz zertrümmert
worden waren. Der Kommerzienrat Leib in München
ſtellte ein überaus wertvolles Gerüſt, das damals zur
Reſtaurierung des „Alten Peter” in München verwendet
wurde, zur Verfügung. Kurz, alles tat ſich zuſammen,
um den berühmten Glockenturm von San Marco in
ſei=
ner alten, einfachen Pracht wieder erſtehen zu laſſen.
Der alte Campanile konnte auf eine tauſendjährige
Geſchichte zurückblicken. Im 9. Jahrhundert war an
ſei=
ner Stelle ein unſcheinbarer Holzturm errichtet worden,
der hauptſächlich militäriſchen Zwecken diente. Im 12.
Jahrhundert wurde der Campanile unter dem Dogen
Domenico Moroſini erbaut; er trug damals eine
abge=
flachte Spitze mit einem hölzernen Geſims. Später,
an=
fangs des 16. Jahrhunderts, erhielt die Turmſpitze ihre
charakteriſtiſche Geſtalt der Pyramide, die im 17.
Jahr=
hundert mit der Figur eines goldenen Engels mit
aus=
gebreiteten Flügeln gekrönt wurde. Im 15.
Jahrhun=
dert erbaute Jakob Sanſovino am Fuße des
Glocken=
turmes eine Loggietta, eine mit Bronzeſtatuen und
Re=
liefs reich ausgeſtattete Marmorhalle, die bei dem
Ein=
ſturz des 98,6 Meter hohen Glockenturmes teilweiſe
be=
ſchädigt wurde, nunmehr aber ebenfalls renoviert iſt
Der König von Italien hatte urſprünglich
beabſich=
tigt, an der Feier teilzunehmen; infolge anderweitiger
Dispoſitionen iſt er aber daran verhindert. In der
La=
gunenſtadt, die auch ſonſt von vielen Fremden beſucht
wird, wimmelt es ſchon von fremden Gäſten, die
teil=
weiſe außerhalb Venedigs ihr Quartier ſuchen mußten.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Nummer 97.
* Flugtage in Darmſtadt. Es ſei nochmals auf die
in Umlauf geſetzten Sammelliſten zum Fonds für die
Flugveranſtaltungen in Darmſtadt hingewieſen, die
natür=
lich nur dann in dem Umfange, wie es beabſichtigt,
durchgeführt werden können, wenn die unbedingt
notwendige Summe durch die Sammlungen
aufge=
bracht wird. Da die Flugveranſtaltungen diesmal auf
dem Infanterie=Exerzierplatz ſtattfinden
werden, bietet ſich ein bequem zu erreichendes und zu
überſehendes Flugfeld für die umfangreichen Schauflüge.
Die vorbereitende Arbeit für die Darmſtädter Flugſtage
im beſonderen iſt bei dem Umfange der flugſportlichen
Veranſtaltung naturgemäß ſehr groß. Darum iſt ſeit
Wochen eine Anzahl von Ausſchüſſen auf den
verſchie=
denſten Gebieten tätig, um eine einwandfreie
Durchfüh=
rung des Unternehmens zu gewährleiſten. Beſonderer
Wert wird ſelbſtverſtändlich auch vor allem auf die
unbe=
dingte Sicherheit des Publikums und auf die
Befriedigung ſeiner Schaubedürfniſſe gelegt. Um die
Sicherheit zu erreichen, iſt eine Abſperrung des
Exer=
zierplatzes jedenfalls unerläßlich, ebenſo eine Abgrenzung
der verſchiedenen Plätze und die peinliche Einhaltung
dieſer Grenzen durch die Zuſchauer ſelbſt. Es ſei noch
beſonders darauf hingewieſen, daß die Zeichner zum
Fonds reſp. die Spender von Beiträgen in jeder
Beziehung Bevorzugung genießen in
Be=
zug auf Karten, Platzanweiſung uſw.
* Der Allgemeine Verein gegen Verarmung und
Bettelei hält ſeine diesjährige Mitglieder=Verſammlung
am Freitag, den 3. Mai d. Js., nachmittags 4 Uhr, im
Rathausſaal am Markt mit folgender Tagesordnung
ab: 1. Entgegennahme des Geſchäftsberichts. 2 Abhö
der Jahresrechnung und Entlaſtung des Rechners.
3. Feſtſtellung der neu aufgeſtellten Satzung. 4. Wahl
der Vorſtandsmitglieder. 5. Verſchiedenes. Alle
Ver=
einsmitglieder ſind freundlichſt eingeladen. (Siehe
Anzeige.)
* Die hieſigen Geſchäfts= und Handelsfirmen
werden darauf aufmerkſam gemacht, daß Abdrücke der
leuen Betriebsordnung und Gebührentarif
ür die Benutzung des neuen ſtädtiſcchen
Lagerhauſes am Dornheimer Weg im
Stadt=
haus (Rheinſtraße 16), Zimmer 4, ſowie bei dem
Lager=
hausverwalter (bis 1. Mai noch Lagerhausſtraße 31)
zum Preiſe von 10 Pfg. für das Stück an Intereſſenten
abgegeben werden.
* Pfungſtadt, 24. April. Dem Turnverein
Pfungſtadt e. V. wurde für den 2. Juni die
dies=
jährige Gauturnfahrt des Main=Rhein=Gaues
deutſcher Turnerſchaft übertragen. Die turneriſchen
Wettkämpfe, beſtehend in volkstümlichen Uebungendund
Wettſpielen, finden auf dem 10000 Quadratmeter großen
Turn= und Spielplatze des Turnvereins Pfungſtadt, der
Eigentümer des Platzes iſt, ſtatt. Der Platz, nur eine
Minute von der Stadt und von der Bahn entfernt, iſt
von vorzüglicher Bodenbeſchaffenheit, was beſonders die
Wetturner und Spieler angenehm empfinden werden.
Auf dem Platze iſt ferner Waſſerl eitung, elektriſches
Licht, eine maſſive Garderobe= und Turngerätehalle,
auch iſt der gänze Platz umzäunt. Es wird wohl wenig
Vereine im Main=Rhein=Gau, ja im
Mittelrheinturn=
kreis geben, die einen derartigen neuze itlich angelegten
Turn= und Spielplatz ihr eigen nenn en können und
werden wohl nicht nur die beteiligten Turner, ſondern
auch viele Gäſte intereſſehalber an der Turnfahrt
teil=
nehmen. Pfungſtadt wird ihnen einen würdigen
Em=
pfanz bereiten.
Vom ſüdlichen Odenwalde, 24. April. Infolge
der kalten Witterung ſchien es, als ob das Blühen
der Bäume, insbeſondere das der Steinobſtbäume,
be=
einträchtigt ſei. Die wärmeren Tage haben aber ein
weißes Blütenmeer hervorgelockt, alle Sorge war
um=
ſonſt. Die Blüten der Birnbäume öffnen ſich, auch ihnen
hat das lange Stecken in den Blütenknöpfen nichts
ge=
ſchadet. Wenn nicht neue Witterungsungunſt eintritt,
ha=
ben wir vorläufig Hoffnung auf eine befriedigende
Obſt=
ernte.
Langen, 23. April. Zur Gründung einer
Automo=
bil=Betriebsgeſellſchaft fand im Rathauſe
eine ſtark beſuchte Bürgerverſammlung ſtatt, in der
In=
genieur Fraenkel=Frankfurt a. M. über den Wert einer
ſolchen Genoſſenſchaft reſerierte. Nach längerer Debatte
beſchloß man die ſofortige Bildung der Geſellſchaft. Für
den zur Beſchaffung eines Perſonenkraftwagens
erfor=
derlichen Garantiefonds wurden ſogleich 3000 Mark
ge=
zeichnet.
Mainz, 24. April. Mit dem 1. April dieſes Jahres
iſt der Vertrag über die Ablöſung des
Brücken=
igeldes der Mainzer Straßenbrücke, der zwi=
ſchen dem Fiskus und der Stadt Mainz geſchloſſen
wurde, in Kraft getreten. Zur Ablöſung der Pflicht zur
Erhebung und Einzelzahlung des Brückengeldes für die
mit der Städtiſchen Straßenbahn beförderten Perſonen
hat die Stadt Mainz jährlich eine Ablöſungsſumme von
39 444,15 Mark an den heſſiſchen Staat zu zahlen und
zwar von dem Inkrafttreten des Vertrages an bis zu
dem Tage, an dem im Großherzogtum Heſſen das
Brückengeld allgemein aufgehoben wird. Die Stadt Mainz
hat auf Grund des Vertrages die Koſten der vom Fiskus
auszuführenden periodiſchen Erneuerungen des Pflaſters
der Fahrbahn zu tragen, während dem Staat alle
übri=
gen Koſten für größere Reparaturen und Erneuerungen
der Tragkonſtruktion zur Laſt fallen.
Mainz, 24. April. Der Beigeordnete Berndt
in Mainz iſt von dem Ausſchuß der Berliner
Stadt=
verordneten, der die Wahl eines beſoldeten
Stadt=
rats vorzubereiten hat, mit großer Mehrhoit der
Stadt=
verordneten=Verſammlung vorgeſchlagen worden. — Der
13 Jahre alte Sohn des Landwirts E. Reitz von
Mom=
bach ſtürzte, als er aufs Feld fahren wollte, vom Wagen
und verletzte ſich ſo ſchwer, daß er ſofort nach dem
Rochushoſpital verbracht werden mußte. Obwohl man
alsbald eine Operation vornahm, konnte der Junge nicht
gerettet werden. Es trat Blutvergiftung ein, der er in
der vorletzten Nacht erlag.
Mainz, 24. April. Der dritte Preis der
Frank=
furter Pferdelotterie, beſtehend in einem Pferd
mit Wagen und komplettem Geſchirr im Werte von 2800
Mark, wurde von einem hier bedienſteten Bahnarbeiter
aus Nieder=Ingelheim und einem Mainzer Fuhrknecht
gewonnen. Käufer des Loſes war der Fuhrknecht; einige
Tage vor der Ziehung ließ er ſich von dem Bahnarbeiter
50 Pfg. leihen und bot ihm dafür den halben Anteil
ſeines Pferdeloſes an, was dieſer auch annahm.
Worms, 24. April. Das 100jährige
Jubi=
läum der Wormſer Muſikgeſellſchaft und
Liedertafel wird am kommenden Samstag und
Sonntag, den 27. und 28. April, durch zwei Feſtkonzerte
gefeiert werden, die die größte Aufmerkſamkeit aller
Muſikfreunde verdienen. Die um die Pflege des
Orato=
riengeſanges hochverdiente Geſellſchaft wird am
Sams=
tag abend 8 Uhr Beethovens „Missa solemnis” zur
Auf=
führung bringen. Unter Leitung des Großh.
Muſikdirek=
tors Kiebitz wird der gemiſchte Chor unter Mitwirkung
von Frau Anna Kämpfert (Sopran), Frl. Alice
Aſchaf=
fenburg (Alt), Herrn Anton Kohmann (Tenor), Herrn
Hans Vaterhaus (Baß), Herrn Konzertmeiſter Stauffer
(Violinſolo) und des Orcheſters des Mainzer
Stadttheg=
ters die unſterbliche Tondichtung zu muſtergültiger
Auf=
führung bringen. Das zweite Konzert, das am
Sonn=
tag nachmittag um 4 Uhr beginnt, wird hauptſächlich
Inſtrumentalmuſik bringen und bemerkenswert ſein durch
die Mitwirkung zweier berühmter Wormſer, die ihre
Werke ſelber dirigieren werden. Profeſſor Friedrich
Gernsheim, Senator der Kgl. preußiſchen Akademie der
Künſte, kkommt mit ſeiner neueſten, vielbeſprochenen
Ton=
dichtung für großes Orcheſter: „Zu einem Drama”, zum
Wort, und Rudi Stephan, der aufgehende Stern am
deut=
ſchen Muſikhimmel, deſſen Muſik für ſieben
Streichinſtru=
mente” vom Allgemeinen Deutſchen Muſikverein zur
Ur=
aufführung für das diesjährige Tonkünſtlerfeſt
angenom=
men worden iſt, bringt uns ſeine Schöpfung: „Zweite
Muſik für Orcheſter” Ausgezeichnete Violin= und
Cello=
virtuoſen, ſowie auch Geſangskünſtler, werden mit ihren
Darbietungen erfreuen. Die Konzerte finden im
Städti=
ſchen Spiel= und Feſthaus ſtatt.
Worms, 24. April. Die W. Ztg. ſchreibt Der
viel=
genannte Nordpolfahrer Cook wollte hier bekanntlich in
der Woche nach Oſtern einen Vortrag halten; er hat aber
nichts mehr von ſich hören laſſen und ſeine Abſicht, eine
Vortragsreiſe durch Deutſchland zu unternehmen, ſcheint
er nach einigen trüben Erfahrungen ganz aufgegeben zu
haben. Der Profeſſor der Geographie an der Tübinger
Hochſchule Dr. Karl Uhlig ſchrieb gelegentlich der
Ankün=
digung des Stuttgarter Vortrags Cooks in einem
dor=
tigen Blatte mit Namensunterſchrift: „Ich halte es für
meine Pflicht als Vertreter der Geographie an der
Landes=Univerſität darauf hinzuweiſen, daß die ſchweren
Bedenken, die man gegen Cook hegen mußte, bisher in
keiner Weiſe behoben ſind. Als gültiges
wiſſenſchaft=
liches Urteil über Cook muß vielmehr auch heute noch
das der Kommiſſion angeſehen werden, die von der
Uni=
verſität Kopenhagen Ende 1909 eingeſetzt worden war
Die Kommiſſion iſt der Meinung, daß aus dem ihr zur
Unterſuchung überſandten Material nicht der geringſte
Beweis dafür abgeleitet werden kann, daß Dr. Cook den
Nordpol erreicht hat.
(*) Butzbach, 23. April. Ein Aufruf zur
Erricht=
ung eines Denkmals zu Ehren des früheren Butzbacher
Ehrenbürgers Friedrich Ludwig Waidig iſt erlaſſen
worden. Das Denkmal gedenkt man auf dem
Schren=
zer zu errichten.
Schlitz, 24. April. Zigeuner unternahm, wie erſt
jetzt bekannt wird, am letzten Sonntag einen frechen
Raubanfall. Ein 16jähriger Burſche namens
Schmidt, der in Großen=Moor, einem nahen preußiſchen
Ort, als Dienſtknecht baſchäftigt iſt, hatte ſeine Eltern
in Sandlofs beſucht und machte ſich gegen 4 Uhr
nach=
mittags auf den Rückweg. Kaum war er einige Schritte
in den etwa 200 Meter von Sandlofs entfernten Wald
hineingegangen, als plötzlich Zigeuner vor ihm
auftauch=
ten und ihm ein Bündel friſche Wäſche entriſſen, die er
ſich zu Hauſe geholt hatte; ſie plünderten ihm ſämtliche
Taſchen, zogen ihm Rock und Weſte, ſeine neuen Stiefel
mitſamt den Strümpfen aus, und mißhandelten ihn
der=
art, daß er bewußtlos zuſammenbrach. (Abends gegen
9 Uhr kam er, barfuß, nur mit Hemd und Hoſe bekleidet,
bei ſeinen Eltern an. Eine Streife nach dem
Raubgeſin=
del war erfolglos.
Reich und Ausland.
Aus der Reſchshauptſtadt, 23. April. Der Präſident
des Reichstages, Dr. Kaempf, hatte heute abend die
politiſche Welt zu einem Bierabend in das
Reichstags=
gebäude geladen. Wie die ſämtlichen Parteien, ſo waren
auch die Spitzen der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Behör=
den der freundlichen Einladung geolgt. — Der
Präſi=
dent der Bühnengenoſſenſchaft, Herm. Niſſen, der ſich
in den letzten Jahren nur den Geſchäften der
Genoſſen=
ſchaft widmete, hat wieder ein Engagement als
Schau=
ſpieler angenommen. Er iſt von Direktor Lantz vom
1. September d. J. ab für das Deutſche Schauſpielhaus
in Berlin verpflichtet worden. — Die Verhandlung des
Scharmach=Prozeſſes wurde am Dienstag
wie=
der aufgenommen. Da der Vorſitzende, Landgerichtsrat
Brieskorn, ſeine bekannte Aeußerung nicht zurücknahm,
blieben alle Berichterſtatter einmütig den Verhandlungen
fern. Der Prozeß findet ſozuſagen unter Ausſchluß der
Oeffentlichkeit ſtatt. Der Bezirksverband Berlin=
Bran=
denburg im Reichsverband der deutſchen Preſſe
beſchäf=
tigte ſich in ſeiner Vertreterverſammlung, die am
Sonn=
tag im Reichstag ſtattfand, mit der Aeußerung, die
tags zuvor bei der Verhandlung gegen Scharmach und
Genoſſen der Vorſitzende, Landgerichtsrat Brieskorn,
gegen die Preſſe gebraucht hatte. Der
Vertretertag=
billigte das Verhalten der Gerichtsberichterſtatter, die
nach der Aeußerung „dann muß die Preſſe heraus” den
Sitzungsſaal verlaſſen hatten, und beauftragte den
Vor=
ſtand des Bezirksverbandes, Beſchwerde beim
Land=
gerichtspräſidenten einzulegen. Die Beſchwerde iſt heute
dem Landgerichtspräſidenten zugeſandt worden. — Der
Inhaber eines unter hochtönendem Namen eröffneten
Elektrizitäts=Geſchäftes in der Alexanderſtraße iſt mit
Hinterlaſſung von 200000 Mark Schulden flüchtig
geworden. Die Staatsanwaltſchaft hat eine
Unter=
ſuchung eingeleitet.
München, 24. April. Geſtern mittag brach im
Stein=
bruch der Aktien=Geſellſchaft Marmorwerke=Treuchtlingen
beim Verſetzen eines großen Steines plötzlich der
Kran, wobei ein Arbeiter getötet wurde. Zwei
Arbeiter wurden ſchwer, einer wurde leicht verletzt.
Bamberg, 24. April. Der Erzbiſchof Dr.
Fried=
rich von Abert iſt geſtern geſtorben. Friedrich
von Abert war 1852 zu Münnerſtadt in Unterfranken
geboren, er ſtudierte Philoſophie am Lyzeum zu Paſſau
und Theologie in Würzburg. Von 1875 bis 1881 war
er in der Seelſorge tätig, dann ging er zum Lehrfach
über und wurde 1885 Profeſſor für Dogmatik am
könig=
lichen Lyzeum zu Regensburg, fünf Jahre ſpäter an der
Univerſität Würzburg, wo er Dogmatik, und chriſtliche
Symbolik zum Spezialfach hatte. Die Ernennung zum
Erzbiſchof erfolgte 1905.
Stuttgart, 23. April. Heute iſt hier in einer
Ver=
ſammlung auf dem Rathauſe die endgültige
Gründ=
ung des Vereins Deutſches
Symphonie=
haus formell vollzogen worden. Der Verein hat
ſei=
nen Sitz in Stuttgart. Die Vorſtandswahl hatte
folgen=
des Ergebnis: Erſter Vorſitzender Exzellenz Intendaſt
Baron von Putlitz, ſtellvertretender Vorſitzender Frhi
von Gleichen=Rußwurm=München. In einer demnächſt
einzuberufenden Mitgliederverſamlung ſoll ein größeret
Ausſchuß eingeſetzt und auch der Ort beſtimmt werden
der für die Erbauung des Symphoniehauſes in
Be=
tracht kommt.
Rottweil, 24. April. In der vergangenen Nacht
vurde der 50jährige Pulverfabrikarbeiter Georg Rapp
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, 23. April.
„Ein Sommernachtstraum”.
W-l. Bei ziemlich gut beſuchtem Hauſe und in einer
wohlgelungenen Vorſtellung gelangte heute Shakeſpeares
über alle Maßen geniales Liebes= und Poſſenſpiel „Ein
Sommernachtstraum” wieder zur Aufführung und
ließ ſeine lichten poetiſchen Märchen= und duftigen
Traum=
geſtalten aus dem unbegrenzten Reiche der Phantaſie an
unſeren Augen vorüberziehen. Der phantaſtiſchen
Mär=
chen= und Zauberwelt, in die uns die herrliche Dichtung
entrückt und in die wir willig und mit Entzücken folgen,
und ihrer Stimmungspoeſie iſt die Muſik mit kongenialem
Empfinden und feinem künſtleriſchen Takte angepaßt, ſo daß
wir ſie geradezu als einen integrierenden Teil der Dichtung
empfinden. Der Ton, auf den das Ganze abgeſtimmt war,
entſprach dem Charakter der Komödie, in der zarteſte
Poeſie mit derbſter Komik in bewundernswerter
Vereini=
gung von Poeſie und Wirklichkeit, von weltentrücktem
Idealismus und lebenswahrem Realismus Hand in Hand
geht.
War ſo der Charakter der Dichtung, dem namentlich
die ſtimmungsvolle Inſzenierung des köſtlichen, an
Ge=
ſchehniſſen reichen zweiten Aktes gerecht wurde, gewahrt,
ſo trugen auch die Einzelleiſtungen dazu bei, ſie uns in
einer vortrefflichen und animierten Darſtellung zu
über=
mitteln und vor Illuſionsſtörungen zu bewahren. Dies
gilt ſowohl von der Liebeskomödie und dem poetiſchen
Elfenſpiel als auch von dem Rüpelſpiel der ehrſamen
Athener Handwerksleute, bei dem diesmal unſchöne
Uebertreibungen vermieden wurden.
Frl. Gothes Puck vereinigte Humor und
Ausge=
laſſenheit mit körperlicher Beweglichkeit und dirigickſte
den Spuk der Sommernacht mit der tollen Laune und
dem Uebermut eines Koboldes. Die beiden Liebespaare,
die durch ſeine Streiche in Irrungen geraten, wurden
von den Herren Hacker und Weſtermann und den
Damen Frl. Grünberg und Meißner temperament=
voll dargeſtellt, das fürſtliche Brautpaar Theſeus und
Hippolyta fand durch Herrn Heinz und Frl.
Heu=
mann entſprechende Verkörperung. Frl. Uttmann
war eine ſympathiſche Vertreterin der Elfenkönigin,
wäh=
rend ſich Herr Schneider in der allerdings weniger
dankbaren Rolle des Elfenkönigs nicht ganz zu
Hauſg zu fühlen ſchien. Die Perſonen des
Rüpelſpiels, die Herren Lehrmann (Squenz=Prolog),
Jürgas (Zettel=Pyramus). Speiſer (Flaut=Thisbe),
Kräger (Schnock=Löwe), Peterſen (Schnauz=Wand)
und Knispel (Schlucker=Mond) ernteten mit ihrer
Auf=
führung bei ihrem doppelten Publikum ſtürmiſchen
Bei=
fall. Herr Jürgas wußte auch als verzauberter Zettel
in ſeinen Eſelskopf, der eine verbeſſerte Auflage gegen
früher war, viel Mimik hineinzulegen. Die Elfen= und
Ballettſzenen trugen zu der Belebung des
Sommernachts=
ſpukes in einer der Abſicht des Dichters entſprechenden
Weiſe bei. Herr Kapellmeiſter Kittel dirigierte mit
Tamperament. Das Publikum ſpendete der
wohlgelun=
genen Aufführung lebhaften Beifall.
Vorträge.
Im dicht beſetzten Fürſtenſaal hielt am Dienstag
abend Frau Finanzrat Balſer einen mit großem Beifall
aufgenommenen Vortrag über den „Deutſchen
Frauentag” in Berlin. Rednerin wirft einen
Rück=
blick auf Kongreß und Ausſtellung, hierbei die vielen
Refe=
rate und Ausſtellungsgebiete in präziſer und anſchaulicher
Weiſe ſchildernd. Am 24. Februar 1912 fand die
Eröff=
nung des fünftägigen unter dem Protektorate der Kaiſerin
ſtehenden Deutſchen Frauenkongreſſes in Berlin ſtatt. An
fünf Tagen, jeden Tag 5000 Zuhörer bei den verſchiedenen
Referaten, iſt ein achtunggebietender Erfolg. Keineswegs
ein Suggeſtionserfolg, ſondern ein Erfolg der Propaganda
der Tat. Das glänzende finanzielle Ergebnis, die
groß=
artige Organiſation und Disziplin in der Veranſtaltung
beweiſen, daß auch die Frau in ſolchen Dingen mit dem
Manne konkurrieren könne. — Was iſt der Zweck des
Frauentags? Zeigen ſoll er alle Phaſen des Entwickelungs=
ganges der weiblichen Leiſtungen und neue Wege im
Schaf=
fen des Weibes, in Haus und Beruf, eröffnen. Keine
ſo=
zialen Probleme ſoll er beleuchten. Auf Gehäſſigkeit ſeien
abfällige Aeußerungen wie „Keine Frauenausſtellung”,
Damenausſtellung” ꝛc. zurückzuführen. Die Hauptſache
ſei, daß der Kongreß ſeinen Zweck voll und ganz erfüllt
habe. Selbſt im Reichstage habe man die Ueberzeugung,
daß die Frauenbewegung in deutſchen Landen nicht mehr
mit einigen Floskeln abgeſpeiſt werden könne. Dieſe
An=
ſicht müßte bei allen Parlamenten Eingang finden.
Referate wurden über folgende Themen während des
Kongreſſes gehalten: „Die Frau im Haus” — „Die
Be=
wertung der Hausfrauenarbeit” — „Das weibliche
Dienſt=
jahr‟ — „Die Bildungsfragen” — „Die Fragen der
ge=
meinſchaftlichen Erziehung‟ — „Die Aufgaben der Schulen
gegenüber dem Berufsleben” — Der Anteil der Frau an
der landwirtſchaftlichen Produktion” — „Die Frau im
Handwerk” — „Die Frau in der Großinduſtrie‟ — „Die
Frau im Kunſtgewerbe‟ — „Was kann die Schauſpielerin
vom Reichstheatergeſetz erwarten‟? — „Die Frage des
ſo=
zialen und wirtſchaftlichen Loſes der Krankenpflegerinnen
wurde vom katholiſchen und evangeliſchen Standpunkte
aus erörtert‟ — „Die ſoziale Arbeit der Frau auf
carita=
tivem und kommunalpolitiſchen Gebiete‟ — „Das
Frauen=
ſtimmrecht” — Die Konkurrenz der Geſchlechter” — „Die
berufstätige Frau” — „Die Ehe‟ — Die öffentliche
Sitt=
lichkeit” — „Das religiöſe Bekenntnis” — „Die Bedeutung
der Frauenbewegung”. — Ueber das Thema: „Warum wir
die Zulaſſung zu den akademiſchen Berufen erſtrebt haben”.
ſprach Frau Ellen Ammann und bewies, daß in gewiſſen
Berufen ein Bedürfnis nach akademiſch gebildeten Frauen
vorhanden iſt. An der hierauf erfolgenden Diskuſſion
be=
teiligte ſich Profeſſor Harnack in anregender Weiſe und
wünſchte, daß die Frauen humaniſtiſch vorgebildet würden.
Aus den Referaten geht hervor, daß ſeitens der Frauen
tapfer auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens gearbeitet,
keinerlei Klaſſenunterſchiede gemacht und die Jugend,
einer=
lei welcher Konfeſſion, zur Mitarbeit bei der
Frauen=
bewegung herangezogen wird. Kurz vor ¾10 Uhr war der
Vortraa, trotz der Fülle des Gebotenen. bereits beendet.
Seite 5.
Nummer 97₰
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
durch die Exploſion des gußeiſernen
Hochdruckpreß=
zylinders einer neuen Maſchine, einer ſogen. Blockpreſſe,
getötet.
Dresden, 24. April. Im Wiederaufnahmeverfahren
wurde geſtern der ehemalige Schutzmann Henke
frei=
geſprochen. Er hat unſchuldig eine Zuchthausſtrafe
von mehreren Jahren wegen Blutſchande verbüßt. Auf
dem Sterbebett geſtand ſeine Tochter, daß ſie auf
Ver=
anlaſſung ihrer Stiefmutter, die von Henke fort wollte,
ſeinerzeit eine falſche Ausſage gemacht habe.
Bielefeld, 23. April. Das hieſige Schwurgericht
verurteilte heute nach zweitägiger Verhandlung die
Borkener Räuber, und zwar den 25jährigen Schneider
Stadtkowitz, deſſen Bruder, den 23jährigen Arbeiter
Stadtkowitz, und den 24jährigen Gelegenheitsarbeiter
Willich, wegen gemeinſamen Mordes zum Tode. Die
Angeklagten waren beſchuldigt, am 7. November 1911
in Herzebrock den Polizeiſergeanten Ellermann, der die
drei wegen Ruheſtörung verfolgte, ermordet zu haben.
Mailand, /24. April. Am Montag mieteten Graf
Schwerin und Frau, die ſeit einigen Tagen in
Balaggio weilten, ein Boot, um eine Fahrt auf dem
Comer See zu unternehmen. Das Ehepaar kehrte nicht
zurück. Erſt geſtern morgen wurde das umgeſtürzte
Boot aufgefunden. Beide ſindertrunken.
Benedig, 23. April. Heute iſt die
internatio=
nale Kunſtausſtellung eröffnet worden.
Zu=
gegen waren u. a. der Herzog von Genua als Vertreter
des Königs, der Unterrichtsminiſter, die Staatsſekretäre
des Auswärtigen und der Juſtiz, das diplomatiſche
Korps, die Behörden und die Notabeln. Bürgermeiſter
Graf Grimani und Miniſter Credaro hielten mit großem
Beifall aufgenommene Reden. Die Ausſtellung iſt
präch=
tig gelungen. Das Wetter war großartig und die Stadt
ſehr belebt; 70000 Fremde ſind zu den Feſtlichkeiten
ein=
getroffen.”
Paris, 24. April. Juſtizminiſter Briand ordnete an,
daß der Camelot du Rois, Baleine, der wegen
Be=
leidigung eines Gerichtspräſidenten im März vorigen
Jahres zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt worden
war. in Freiheit geſetzt werde. Wie nun in einer
geſtern abend abgehaltenen Verſammlung der Camelots
du Rois behauptet wurde, iſt dieſer „Gnadenakt” auf
einen Poſſenſtreich zurückzuführen. Ein Camelor
du Rois ſoll nämlich, indem er die Stimme des
Mini=
ſterpräſidenten nachahmte, dem Perſonalreferenten des
Juſtizminiſteriums, Tiſſiert, den Auftrag gegeben haben,
die Freilaſſung Baleines zu verfügen, damit der ſchlechte
Eindruck verwiſcht werde, der durch die Freilaſſung des
ehemaligen Direktors der Lanterne, Flachon,
hervorge=
rufen worden ſei. Tiſſiert ſoll ſich beeilt haben, dieſen
vermeintlichen Auftrag Briands auszuführen. Die
Ca=
melots du Rois nahmen dieſe Mitteilung mit großem
Jubel und Gelächter auf.
Bukareſt, 24. April. Geſtern iſt der Präſident des
Automobilklubs, Prinz Robert Catargi, auf einer Fahrt
in der Nähe von Kronſtadt tödlich verunglückt.
Das Auto wurde in einen Straßengraben geſchleudert
und fiel auf den Prinzen, der von der Laſt zu Tode
ge=
drückt wurde.
Odeſſa, 23. April. An verſchiedenen Punkten der
Küſte des Schwarzen Meeres ſind durch Stürme
große Verwüſtungen angerichtet worden, beſonders in
Odeſſa, Eupatoria, Theodoſia und Kertſch. In
Theo=
doſia wurde der italieniſche Dampfer „Cavour” ſtark
beſchädigt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 24. April. Präſident Dr. Kaempf
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten.
Fortſetz=
ung der
erſten Beratung der Wehrvorlage.
Abg. Dr. Gradnauer (Soz.): Das Heerweſen
muß in demokratiſchem, freiheitlichem Sinne ausgebildet
werden. Daß die Konſervativen beſonders dem
Land=
heer große Liebe entgegenbringen, iſt darin begründet,
daß das Offizierkorps für unſeren Grundbeſitz und den
Adel eine Verſorgungsanſtalt bildet. Herr von Putlitz
hat uns Vaterlandsloſigkeit vorgeworfen. Wenn auch
an und für ſich dies der ſchwerſte Vorwurf iſt, den man
anderen machen kann, ſo läßt uns dieſer Vorwurf von
jener Seite außerordentlich kühl, denn die Konſervative
Partei ſollte die letzte ſein, die einen derartigen Vorwurf
erhebt. Im Intereſſe einiger weniger Kapitaliſten wird
unſere Weltpolitik betrieben, und zwar unter
perſön=
licher Führung des Kaiſers. Dazu gehört namentlich
auch unſere Kolonialpolitik und der Gruß des Admirals
des Atlantiſchen Ozeans an den des Stillen Ozeans.
In Deutſchland beſteht in gewiſſen Kreiſen immer
noch=
das Beſtreben, die Marokkofrage zu einer Kriegsfrage zu
machen. Von dieſem kleinen chauviniſtiſchen Teil
unſe=
res Volkes laſſen ſich die Regierungen treiben und
da=
mit haben wir alsbald wieder mit neuen
Militärvor=
lagen zu rechnen. Welche Kulturaufgaben ließen ſich für
die Summen, die für Heer und Marine ausgegeben
werden, löſen! Die fortwährenden neuen Rüſtungen
dienen nicht dem Frieden, ſondern gefährden ihn. Die
Regierung ſollte uns Aufklärung geben, wie weit die
Verſtändigungsverhandlungen mit England gediehen
ſind. Es kommt darauf hinaus, daß die Wehrvorlagen
tatſächlich aus den Konſumſteuern bezahlt werden. Die
Konſervativen und das Zentrum mögen ihre
Opfer=
willigkeit beweiſen und die Fürſten ihre
Steuerprivi=
legien aufgeben, damit wäre ſchon ein erheblicher Teil
der Deckung gegeben. Die Erbſchaftsſteuer könnte ſehr
leicht mehr als 60 Millionen bringen. (Als ſich Redner
hierauf eingehend über die Verhältniſſe in der Armee
ausſpricht, erſucht ihn Vizepräſident Paaſche, zur Sache
zu ſprechen.) Wir wollen nicht, daß das Heer ausgenutzt
wird zu einem Machtfaktor gegen die aufſtrebende
Ar=
beiterſchaft. — Abg. Erzberger (Ztr.): Die
Vor=
lagen ſollen und werden auch dazu dienen, dem
deut=
ſchen Volke und Europa den Frieden zu ſichern. Es muß
dem Auslande gezeigt werden, daß wir noch nicht am
Ende unſerer finanziellen und militäriſchen Mittel
ange=
langt ſind. Wir wollen keine Angriffsarmee und keine
Angriffsflotte haben, wir wollen nur beide ſo ſtark
machen, daß Deutſchlands Sicherheit menſchenmöglichſt
feſtſteht. Die Sozialdemokraten, die alles ablehnen,
haben nicht die Berechtigung, uns vorzuwerfen, daß wir
allem zuſtimmen. Aufgabe des Parlaments kann es
nicht ſein, über die Vorlagen hinaus zu gehen, ſie
ent=
halten ſchon das Höchſtmaß deſſen, was bewilligt werden
kann. Die Erweiterung der Zivilverſorgung darf nicht
hinausgeſchoben werden. Den Militäranwärtern ſollten
nicht nur Beamtenſtellen reſerviert werden, ſondern es
ſollten ihnen landwirtſchaftliche Anſiedelungen erſchloſſen
werden. Wie wollen auch nach wie vor ein einheitliches
Preſſebureau für die innere und auswärtige Politik,
das direkt dem Reichskanzler unterſtellt iſt. Mit der
Ueberweiſung der Deckungsvorlagen an eine beſondere
Kommiſſion ſind wir nicht einverſtanden. Wenn in
die=
ſer Kommiſſion neue Steuern ausgearbeitet werden
ſollen, finden die Wehrvorlagen vor Pfingſten nicht mehr
ihre Erledigung. Die Verantwortung hierfür würden
dann diejenigen zu tragen haben, die jetzt für getrennte
Behandlung ſtimmen. Ohne Deckung bewilligen auch
wir keine Ausgaben, daran halten wir auch bei dieſen
Vorlagen feſt. Daß die Aufhebung des
Branntwein=
kontingents eine neue Konſumſteuer ſein wird, erkennen
jetzt auch die Liberalen an, vor den Wahlen hieß es
frei=
lich anders. Die Sozialdemokraten hatten 1909 mit 18
gegen 6 Stimmen beſchloſſen, die Erbſchaftsſteuer zu Fall
zu bringen. In allen Parteien, auch in der Linken, ſind
zahlreiche entſchiedene Gegner der Erbſchaftsſteuer. Wir
wollen keine Steuern auf Vorrat, aber gute Deckung für
dieſe Vorlagen ſchaffen. Für dieſe Vorlagen trägt die
Landwirtſchaft die größte Laſt, die Heeresverwaltung
muß deshalb bei den Naturalienlieferungen auch die
Bauern in erſter Linie berückſichtigen. Bezüglich der
Ka=
binettsorder über den Duellunfug muß Remedur
ge=
ſchaffen werden. — Kriegsminiſter v. Heeringen:
Die Kabinettsorder war als ein Schlag empfunden
worden gegen die Geſinnung des katholiſchen Volkes.
(Zuruf: Nein, gegen die Geſinnung des geſamten
chriſt=
lichen Volkes.) Dagegen muß ich ausdrücklich
Verwahr=
ung einlegen, Es iſt darin geſaßt, daß die
ehrengericht=
liche Unterſuchung, ob eine Ablehnung aus religiöſem
Grunde erfolgt iſt, nicht am Platze iſt. Hier handelt es
ſich nicht um Würde und Unwürde, ſondern einfach
darum, wer auf dieſer Anſchauung ſteht, für den iſt nicht
Raum im Offizierkorps. (Großer Lärm und Entrüſtung
im Zentrum. Abg. Gröber ruft: Unerhört!) — Abg.
Paaſche (natl.): Der Herr Kriegsminiſter wird aus
der Aufnahme, die ſeine Ausführungen im Hauſe
ge=
funden haben, geſehen haben, daß ſeine Worte nicht das
Empfinden des deutſchen Volkes treffen. (Lebhaftes
Bravo im Zentrum und auf der Linken.) Unſere
Finanz=
lage iſt nicht beſonders roſig. Die Zahlen der Vorlage
ſind äußerſt ovtimiſtiſch aufgemacht. Der gegangene
Schatzſekretär Wermuth war ein treuer Hüter der
Reichs=
finanzen. Er hat eine Vermehrung der Einnahmen
her=
beigeführt, was ſeinem Vorgänger nicht geglückt war.
Durch den Ausfall der Branntweinliebesgabe entſteht
eine Entlaſtung des Konſums, wie auch von der
Spiri=
tuszentrale zugegeben wurde. Als ertragreiche
Beſitz=
ſteuer kann aber nur die Erbſchaftsſteuer in Betracht
kommen. Wir ſind für die Beſeitigung der Liebesgabe.
Will man aber anderweitige Deckung erzielen, ſo kommt
nur die Ausdehnung der Erbſchaftsſteuer in Frage. Die
Erklärungen der Regierungsvertreter, die Vorlagen ſeien
das Marimum deſſen, was unbedingt ſein muß, kommt
auf die Deviſe vom beſchränkten Untertanenverſtand
hin=
aus. Weshalb ſoll man nicht der Ueberzeugung ſein,
daß mehr nötig iſt, wie zum Beiſviel der Wehrverein.
Das Ausland muß erkennen, daß wir alles daran ſetzen
wollen, um uns unſere Machtſtellung zu ſichern. Alle
Entwickelung drängt ja zur Weltmachtſtellung.
Hierauf wird die Weiterberatung auf
Donners=
tag 1 Uhr vertagt. Außerdem Interpellation über den
Jeſuitenerlaß. — Schluß ¾7 Uhr.
Luftfahrt.
* Frankfurt, 23. April. Am Donnerstag ſoll
die „Viktoria Luiſe” eine Odenwaldtour
unter=
nehmen. Die Fahrt, die bei gutem Wetter vormittags
9 Uhr angetreten wird, geht von Frankfurt nach
Aſchaffen=
burg, Miltenberg, Tauberbiſchofsheim, Eberbach und
Heidelberg. Die Rückfahrt führt von Heidelberg die
Bergſtraße entlang nach Darmſtadt und Frankfurt,
wo man um 1 Uhr nachmittags einzutreffen gedenkt.
* Johannisthal, 24. April. Bei einem
Flug=
verſuch mit einem Eindecker ſtürzte heute morgen der
frühere Gradepilot Gaſſer ab. Der Apparat wurde
zertrümmert, der Flieger ſelbſt erlitt innerliche
Verletzun=
gen und wurde ins Krankenhaus Britz gebracht.
sr. Gordon=Bennett=Fliegen der
Frei=
ballons. Die Teilnehmer an dem deutſchen
Aus=
ſcheidungsrennen zum Gordon=Bennett=Wettfliegen der
Freiballons, welches am nächſten Sonntag von Leipzig
aus ſtattfindet, ſind jetzt folgendermaßen beſtimmt:
Ballon „O. Lilienthal” (Führer: Dr. Bröckelmann,
Mitfahrer: Oberleutnant La Quiante); Ballon
„Stuttgart II‟ (Führer: A. Dierlamm, Mitfahrer:
Ober=
leutnant Henke); Ballon Münſter” (Führer: F.
Eimer=
macher, Mitfahrer: Reg.=Baumeiſter Praper); Ballon
„Continental II‟ (Führer: Oberlt. Ernſt, Mitfahrer:
Leutnant Beuttel); Ballon „Osnabrück” (Führer: Oberlt.
Hopfem, Mitfahrer Leutnant Klingemann); Ballon
„Bielefeld” (Führer: Leutnant Roenneberg, Mitfahrer:
Dr. Erich Born); Ballon „Nordhauſen” (Führer: Oberlt.
Riemann, Mitfahrer: Ingenieur Lindner); Ballon
„Hardefuſt” (Führer: Hans Hiedemann, Mitfahrer:
Kon=
ſul Brandt).
* Zu dem Ballonunglück im Harz wird noch
gemeldet: Der Ballon „Taube”, beſetzt mit einem
Offi=
zier der Luftſchiffer=Abteilung und zwei Infanterie=
Offi=
zieren, iſt geſtern nachmittag 2 Uhr auf offenem Felde
in der Nähe von Quedlinburg verbrannt. Augenzeugen
bemerkten, wie aus dem Ballon während ſeines Fluges
bei dem Dorfe Gattersleben Sandſäcke geleert wurden.
Der Ballon fiel aber trotzdem ununterbrochen und geriet
bald ſo niedrig über den Erdboden, daß Arbeiter das
Schleppſeil erfaſſen konnten. Die Kraft des Ballons war
immer noch zu groß, ſodaß die Leute den Ballon wieder
loslaſſen mußten. Er ſchoß wieder in die Höhe und
jetzt ſah man, daß aus ſeinem unteren Teil kleine
Rauch=
wolken und Flämmchen hervorkamen. Der Ballon fiel
jetzt mit mäßiger Geſchwindigkeit, als in etwa 15—20
Meter Höhe eine Detonation erfolgte und der Ballon
abſtürzte. Beim Aufſchlagen auf den Boden hatte der
eine der Inſaſſen anſcheinend ſchwere innere
Verletz=
ungen erlitten, der zweite konnte ſich noch ein Stück
fort=
bewegen, brach dann aber ebenfalls zuſammen. Beide
wurden in das Garniſon=Lazarett übergeführt. Der
dritte Offizier wurde unbedeutend verletzt. Der Ballon
ſelbſt wurde ein Raub der Flammen. Die im Ballon
befindlichen Offiziere waren ein Leutnant von Bülow
vom 172. Infanterie=Regiment und ein Leutnant
Me=
chelt vom 173. Infanterie=Regiment, der Ballonführer
ein Oberleutnant vom Luftſchiffer=Bataillon. Die
Ver=
letzungen von Bülows ſind ſchwer, aber nicht
lebens=
gefährlich.
* Der vermißte engliſche Flieger
Allan, der anſcheinend beim Ueberfliegen des Iriſchen
Meeres ertrunken iſt, wird jetzt endgültig als verloren
gemeldet. Die eingeleiteten umfangreichen
Nachforſch=
ungen nach dem Flieger ſind eingeſtellt worden. Der
gleichfalls vermißte Flieger Wilſon, der ebenſo wie Allan
den Flug London=Dublin unternommen hatte, hat ſeine
Luftreiſe glücklich beendet und das Irländiſche Meer als
erſter endlich überquert.
Zum Untergang der „Titanic”.
* Waſhington, 23. April. Der vierte Offizier
der „Titanic” erklärte, daß ſich ein nicht feſtgeſtelltes
Fahrzeug in Sichtweite der „Titanic” befunden habe, von
dem man aber auf Notſignale keine Antwort habe
erhal=
ten können. Dieſes Schiff, deſſen Lichter der vierte Offi
zier geſehen hat, iſt vielleicht der däniſche Dampfer „
Hel=
lig Olav” geweſen, der am 17. April in New=York
ein=
getroffen iſt und meldete, daß er in der Nähe der
Un=
glücksſtelle einen Eisberg angetroffen habe.
* Waſhington, 24. April. In ſeiner Ausſage
vor der Senatskommiſſion erklärte der zur Zeit
des Unglücks der „Titanic” im Auslug dienſttuende
Ma=
troſe, er und ſeine Gehilfen hätten keine Ferngläſer
gehabt. Sie hätten den Kapitän um Gläſer gebeten, aber
den Beſcheid erhalten, daß keine vorhanden ſeien. Wenn
ſie Gläſer gehabt hätten, wäre es möglich geweſen, den
Eisberg rechtzeitig genug zu ſehen, um ihm
auszu=
weichen.
* London. 24. April. Die Subſkription für
die Hinterbliebenen der Opfer der „Titanic‟
Kataſtrophe erreichte geſtern bereits 5 Mill. Mark.
Feuilleton.
— Shakeſpeares Totenmaske. Die lebhaften
Kontro=
verſen, die ſich an die Auffindung der Totenmaske
Shake=
ſpeares in Mainz geknüpft haben, ſpielten auch in der
dies=
jährigen Jahresverſammlung der Deutſchen Shakeſpeare=
Geſellſchaft eine Rolle. Nach dem Feſtvortrage des
Pro=
feſſors Gregor Sarrazin=Breslau über „Shakeſpeare als
Landmann” führte Dr. Wislicenus=Darmſtadt die
Totenmaske Shakeſpeares im Original vor, über deren
Ge=
ſchichte unſere Leſer orientiert ſind. Er teilte unter
ge=
ſpannteſter Aufmerkſamkeit des Auditoriums ſeine
Feſt=
ſtellungen mit, die er zuſammen mit dem Darmſtädter
Bild=
hauer Rob. Cauer gemacht hat.
* Morgen= und Abendlernen. Die Richtigkeit der
all=
gemein verbreiteten Anſicht, daß das Lernen am Morgen
wegen der körperlichen Friſche der Lernenden für
unmittel=
bares und dauerndes Behalten einen beſſeren Erfolg habe,
als das Lernen am Abend, iſt ſchon häufig angezweifelt
worden. Neuere experimentell=pädagogiſche
Unterſuch=
ungen von W. A. Lay (Karlsruhe) die dieſer in der
Zeit=
ſchrift „Für die Erforſchung und Behandlung des
jugend=
lichen Schwachſinns” veröffentlicht, behandeln dies praktiſch
wichtige Gebiet und ſtellen im Gegenſatz zu der
gewöhn=
lichen Anſicht feſt, daß der dauernde Erfolg des
Abendlernens dem des Morgenlernens um mehr als das
Doppelte überlegen iſt. Lay führt zur Erklärung dieſer
auffallenden und wichtigen Erſcheinung folgendes an:
Wir müſſen bedenken, daß jede pſychiſche Erſcheinung nicht
bloß von den vorhergegangenen und gleichzeitigen,
ſon=
dern auch von den nachfolgenden pſychiſchen und phyſiſchen
Prozeſſen abhängig iſt. Eine pſychiſche Erſcheinung kann
durch eine nachfolgende Mannigfaltigkeit von Erlebniſſen
oder auch durch einen einzelnen ſtarken nachfolgenden Ein=
druck mehr oder weniger geſchwächt oder ausgelöſcht
wer=
den. Wir wiſſen auch, daß manche Vorſtellungen, ſofern ſie
nicht von anderen durchkreuzt werden, unbewußt „weiter
arbeiten‟ Die günſtigſte Zeit für ſolche Vorgänge iſt die
Nacht: die äußeren Vorgänge ſind ganz oder faſt ganz
aus=
geſchaltet und das Gehirn wird im Schlaf erfriſcht. Die
ungünſtigſte Zeit für jene Vorgänge iſt aber der lichte Tag,
an dem die Eindrücke und andere Erlebniſſe in buntem
Durcheinander ſich drängen und folgen. Unter dieſen
Vor=
ausſetzungen wird es verſtändlich, daß das Abendlernen
dem Morgenlernen in ſeinem dauernden Erfolg beträchtlich
überlegen iſt.
** Wie’s die Menſchen treiben. Peter Roſegger
ſchreibt im Tagebuch ſeines Heimgartens: Bisweilen iſt
mir verdammt lauſig zumute, wenn ich dies Treiben
be=
trachte. Altersmißmut kann das nicht ſein, denn es hat
mich auch früher manchmal überfallen. Kann es ſo
fort=
gehen? Kann auf dieſem Wege ein Fortgedeihen der
Menſchheit ſein? Schaut nur, wie es zugeht überall, und
wahrlich, wenn ſie noch um zwei Gramm ſchlechter wäre,
dieſe Menſchenwelt, ſo weiß ich nicht, ob man es aushalten
könnte. Aber die Leute lachen und ſind luſtig — ſofern ſie
einander nicht aufzehren oder ſich nicht ſelbſt töten. Und
dann denke ich mir wieder: Ach, es wird jedem ſo
vorkom=
kommen, der nicht mittut. Geſtunken hat’s zu allen Zeiten
und trotzdem hat’s gehalten. Die Menſchen ſind nicht ſo
töricht und nicht ſo niedrig, wie ſie auswendig ſcheinen.
Nimm den erſtbeſten her und ſchau ihm in die Seele. Die
mag klein ſein und ſelbſtſüchtig und unrein und reich an
Laſtern. Aber ganz in der Tiefe, vielleicht nur ſchwach
keimend, doch unzerſtörbar, iſt er ſelbſt, der Menſch, ſeines
Weſens Kern, der in die Höhe will zu einem reineren
Freudigſein, zu einem Mute der Brüderlichkeit, eine
Sehn=
ſucht nach etwas, das er ahnen, aber nicht nennen darf.
Jetzt tappt er dumm im Dunkeln und im Tollen, doch er
wird ſich finden. Er wird ſich ſchönere Zeiten ſchaffen,
als jetzt ſind, und ein reineres, froheres, harmloſeres Leben
führen. Ein Fegefeuer wird das Homunkelartige an ihm
verbrannt haben; alle Hoffahrt mechaniſcher Geiſtesarbeit,
aller prinzipielle Völker= und Parteihader, aller Uebermut
der Technik, alle Gier nach Habe, Macht, Ehre wird ins
rechte Maß zurückgeführt werden. Die Leute werden
ruhiger ſein, behaglicher, ſich beſcheidender und zueinander
gütiger. Das Landleben wird der Geſittung und das
Stadtleben der Natur nähergebracht ſein. Das wird man
dann Kultur nennen. Wird es ſo weit kommen? Leute,
zerbrecht mir dieſen Glauben nicht. Er iſt mein
Wan=
derſtab.
ml. Eine wohlverdiente Staatsvenſionärin. Frau
Sarah Sweeney, die die ſtattliche Zahl von 114 Lenzen
aufweiſt und die in Jacobsburg im Staate Ohio lebt,
hat kürzlich an den amerikaniſchen Kongreß in
Waſhing=
ton eine Petition gerichtet, in der ſie um die Erhöhung
der ihr vom Staate gezahlten Altersunterſtützung von
12 Dollars monatlich auf 100 Dollars einkommt. Sie
bearündet ihr Geſuch damit, daß ſie aus der erſten Ehe
mit dem Soldaten Brandon 22 Kinder beſitzt und daß
ihre zweite Ehe mit Mr. Sweeney mit weiteren 11
Spröß=
lingen geſegnet wurde, ſodaß ſie im ganzen dem Staate
33 Bürger geſchenkt hat. Die Bittſtellerin weiſt ſchließlich
darauf hin, daß ſie in der Kinderzahl einen Rekord für
das geſamte Gebiet der Vereinigten Staaten aufgeſtellt
und daß ſie demzufolge auf eine erhöhte Staatspenſion
umſo eher Anſpruch habe, als ſie mit 114 Jahren wohl
nicht mehr ihren Lebensunterhalt zu gewinnen fähig ſei.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Nummer 97.
An Bord der „Olympie” ſind jetzt 40 weitere
Rettungs=
boote angebracht worden.
* Boſton, 24. April. Der Kapitän der „
Califor=
nian” erklärt, daß ſein Dampfer weniger als zwanzig
Meilen von der „Titanie” entfernt geweſen ſei, als
dieſe ſank. Hätte er von dem Unfall gewußt, ſo hätten
alle Paſſagiere gerettet werden können. Er ſtellt in
Ab=
rede, daß die „Californian” diejenige geweſen ſei, die
innerhalb 5 Meilen an der „Titanic” vorübergefahren ſei,
ohne die Notſignale zu beachten. Um 10,30 Uhr abends
gelangte die „Californian” in ein ungeheures Eisfeld.
Sie ließ ſofort die Maſchinen ſtoppen und fuhr erſt bei
Tagesanbruch weiter. Da die Apparate für drahtloſe
Telegraphie nicht in Tätigkeit waren, erfuhr die „
Cali=
fornian” von dem Unfall der „Titanic” erſt morgens
durch die „Virginian” worauf ſie an die Stelle des
Un=
glücks eilte.
Die Klage der geretteten Mannſchaft.
C. K. In recht trauriger Gemütsſtimmung haben die
Ueberlebenden von der Mannſchaft der „Titanic” am
Sonntag auf dem Dampfer „Lapland” die Heimreiſe
an=
getreten. Trotz aller Bemühungen der White Star Line,
die unter jeden Umſtänden eine Berührung der geretteten
Mannſchaft mit dem Publikum oder anderen Seeleuten
verhindern wollte, haben doch einige der Geretteten, die
von der Geſellſchaft verhängte Sperre gebrochen und dem
New=Yorkar Seamannsheim ainen Beſuch abgeſtattet.
Die Geſamtheit der Geretteten wurde unter Bewachung
ſofort von der „Carpathia” an Bord der „Lapland”
ge=
führt und erhielt ſtrengen Befehl, das Land nicht zu
be=
treten, ſowie keine Beſuche zu empfangen. Die Wenigen,
die ſich trotzdem eine Gelegenheit verſchafften, ans Land
zu gehen, erzählten nun, da ſie ſich von der Aufſicht ihrer
Vorgeſetzten frei wußten, ſehr merkwürdige Tatſachen.
Die Erbitterung der Mannſchaft gegen die White Star
Line iſt außerordentlich groß. Wenn die New=Yorker
Seemannsgenoſſenſchaft den Geretteten nicht
um=
ſonſt Schuhe geliefert hätte, wären die Meiſten barfuß
nach England heimgekehrt. Die White Star Line hat der
geretteten Mannſchaft erklärt, daß der Anſpruch auf
Löh=
nung mit dem Augenblick erloſchen ſei, in dem die „
Ti=
tanic” untergegangen ſei. Die Löhnung würde nur bis
zu dieſer Stunde ausgezahlt werden; eine weitere
Ver=
pflichtung, ja ſogar die Weiterzahlung des Lohnes hat
die White Star Line abgelehnt. Einer der Geretteten
erklärte im New=Yorker Seemannsheim verbittert: „Es
tut mir faſt leid, daß ich nicht mit untergegangen bin.
Dann hätte die Geſellſchaft wenigſtens für mein Kind und
meine Frau geſorgt, jetzt aber erhalten ſie gar nichts
Ich komme ſozuſagen ſtellenlos nach Hauſe und habe nur
ein paar Schilling in der Taſche. Wie die meiſten meiner
Kameraden habe ich meine Jacke den Frauen gegeben,
die mit mir im Rettungsboot waren nun muß ich mir
eine neue Jacke kaufen und erhalte in England nur die
paar Schilling Lohn bis zum Augenblick der Kataſtrophe.
Die Schiffahrtsgeſellſchaft macht ſich keine Sorge darum.
ob ich und meine Familie etwas anzuziehen haben.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 23. April. Gegen mittag
überreichte der Unterſtaatsſekretär des Aeußern den
Bot=
ſchaftern die Antwort der Pforte auf den
Ver=
mittelungsvorſchlag. In dem Miniſterium des
Aeußern naheſtehenden Kreiſen wird erklärt, daß die in
ffreundſchaftlichſtem Ton gehaltene Antwort der Pforte
auf die Mitteilung der Mächte bei den Botſchaftern
einen günſtigen Eindruck gemacht habe. Der Inhalt der
Antwort wird vorläufig noch geheim gehalten. Der
Mi=
niſterrat wird über die Veröffentlichung des Textes der
Antwort morgen beſchließen. Die Antwort ſoll, wie es
heißt, den früheren Standpunkt der Pforte wahren,
über=
dies hervorheben, daß Italien ſich nur mit einigen
Punk=
ten der Küſte von Tripolitanien beſchäftige, deren
Be=
völkerung der Türkei anhängig blieb. Die Pforte fragt
daher, wie das Annexionsdekret als Grundlage für den
Frieden dienen könnte. Im übrigen habe die Pforte den
Schritt der Mächte gut aufgenommen.
* Saloniki, 23. April. Sieben italieniſche
Kriegsſchiffe kreuzen beſtändig zwiſchen Enos und
den Inſeln Imbros, Tenedos. Lemnos. Vor Chios
liegen ſieben Schiffe, wahrſcheinlich Inſtruktionen
ab=
wartend. Ein aus neun Schiffen beſtehendes
italieni=
ſches Geſchwader liegt vor Mudros auf Lemnos, wo
zwei Transportſchiffe mit Kohlen und anderen Vorräten
eintrafen. Von den Befeſtigungen des großen Kaps
Karaburun wird gemeldet, daß in der Ferne vier
ita=
lieniſche Schiffe geſehen wurden und wieder
ver=
ſchwanden.
* Rom, 23. April. Eine Flottendiviſion unter dem
Befehle des Admirals Presbitero hat die Inſel
Aſtropalia beſetzt und dort eine Baſis zur
Ver=
ſorgung der Schiffe errichtet. Die Beſetzung dieſer
In=
ſel, die große, ſichere Ankerplätze im Norden und Süden
beſitzt, wird ein wirkſames Vorgehen zur Wegnahme
von Kriegskontrebande ermöglichen.
* Bremen, 23. April. Wie dem Norddeutſchen
Lloyd von ſeiner Agentur in Konſtantinovel
be=
ſtätigt wird, wird mit der Einziehung der Minen
begonnen. Die Freigabe der Dardanellen erfolgt
vor=
ausſichtlich binnen drei Tagen.
* Konſtantinopel, 24. April. In Smyrua
wurde die Artilleriedienſtklaſſe 1896 einberufen. Die
Italiener ſollen ſeit vorgeſtern das Telegraphenamt
von Lemnos beſetzt halten. Den Blättern zufolge
tragen die Geſchoſſe, mit denen die Italiener Kumkaleſi
beſchoſſen, die Aufſchrift Tripolis 1910. Dies wird als
Beweis angeſehen, daß die Italiener die Expedition ſeit
dem Jahre 1910 vorbereiteten. Die Regierung beſchloß,
den italieniſchen Korreſpondenten Dalici auszuweiſen.
* Saloniki, 24. April. Amtlich wird beſtätigt,
daß alle italieniſchen Schiffsdiviſionen
geſtern von den Inſeln ſich zurückzogen und nicht mehr
im Aegäiſchen Meere geſehen wurden.
* Kairo, 23. April. Die Agenzia Stefani meldet
unter dem 22. April: Enver Bey, der ſich ſeit einigen
Tagen in Mariut befand, wo er wegen Schwierigkeiten.
die ſich der Fortſetzung der Rückreiſe entgegenſtellten,
Halt gemacht hatte iſt heute früh um 4 Uhr geſtorben.
Sein Tod iſt infolge Brandes einer Wunde eingetreten
die er kürzlich im Kampfe mit den Italienern erhalten
hatte. — Türkiſche Rundſchreiben geben dagegen
be=
kannt, daß der Sultan Enver Bey den Titel Paſcha
ver=
liehen habe und ihn zur Wiederherſtellung ſeiner
Ge=
ſundheit vom türkiſchen Kampfplatz in der Cyrenaika
zurückberufe. Enver Bey wird vorläufig bis zum
Ein=
treffen Ejub Sabri Beys, der ſchon von Konſtantinopel
nach Saloniki abaereiſt iſt, von wo er ſich nach der
Cyre=
naika begeben wird, um das Oberkommando zu
über=
nehmen durch Aziz Bey vertreten.
* Tobruk, 24. April. Abends griff ein ſtarker
Beduinentrupp, der von türkiſchen Soldaten durch
Trompetenſianale geführt wurde, das neue Fort heftig
an und verſuchte es zu umgehen. Der Angriff wurde
verſchiedentlich erneuert, bis gegen 11 Uhr der Feind
ge=
zwungen wurde, ſich in Unordnung zurückzuziehen. Er
ließ Zangen, Drahtſcheren und andere Inſtrumente
zu=
rück. Zahlreiche Blutſvuren legten von ſchweren
Ver=
luſten Zeugnis ab. Auf italieniſcher Seite wurden zwei
Mann durch aufſchlagende Geſchoſſe verletzt.
Marokko.
* Paris, 24. April. Offiziös wird gemeldet, daß
der Miniſterrat in ſeiner am nächſten Samstag
ſtattſin=
denden Sitzung über die Abſendung von
Verſtär=
kungstruppen nach Mardkko endgültig Beſchluß
faſſen wird. Im Prinzip ſei die Regierung von der
Not=
wendigkeit dieſer Maßnahme durchaus überzeugt. — Nach
einer Meldung des Petit Pariſien aus Fez hatten die
Verſchwörer urſprünglich die Abſicht, den Sultan nach
Rabat abreiſen zu laſſen, ihn jedoch ſamt ſeinem Gefolge
auf dem Wege gefangen zu nehmen. Dieſer Handſtreich
ſollte das Signal für die Niedermetzelung ſämtlicher
In=
ſtruktionsoffiziere, ſowie aller Europäer überhaupt
bil=
den. Nur infolge des vorzeitigen Ausbruchs der Meu=
terei der Askaris ſei dieſer Plan nicht zur Ausführung
gelangt.
* Melilla, 24. April. Die Erregung unter den
Rifleuten am linken Kertufer ſcheint zu wachſen.
Vor=
geſtern abend wurden in den Bergen Feuer angezündet,
um die Kabylen zu Verſammlungen zu berufen. Eins
von dem Beni Uarain gebildete Harka ſoll ſich anſchicken,
die Franzoſen am Ufer des Muluya anzugreifen.
Ver=
ſchiedene Stämme ſollen nach Taſſa ziehen, um dort eine
Zuſammenkunft abzuhalten, auf der nach den Ausſagen
der Eingeborenen vielleicht der Heilige Krieg erklärt
wird.
Handel und Verkehr.
Es ſei hiermit auf die in heutiger Nummer
publizierte Subſkriptions=Einladung auf 3500000 Mk.
4proz. Anleihe der Stadt Gießen aufmerkſam
gemacht, für welche am hieſigen Platze Herr Hofbankier
Ferdinand Sander als Zeichnungsſtelle fungiert. Die
Anleihe iſt bis 1922 unkonvertierbar. Der
Zeichnungs=
kurs iſt auf 98,90 feſtgeſetzt.
Landwirtſchaftliches.
* Ziegenzucht. Infolge der Maul= und
Klauen=
ſeuche mußte im vorigen Jahre der ſeit 1901 alljährlich
in Darmſtadt ſtattgehabte Zentralziegenmarkt
ausfallen. In dieſem Jahre kann dieſer für die
Ziegen=
züchter Deutſchlands und des Auslandes ſo bedeutſame
Markt, nachdem die Maul= und Klauenſeuche in der
Pro=
vinz Starkenburg im Erlöſchen begriffen und bis zur
Abhaltung desſelben, im Juli, wahrſcheinlich erloſchen
iſt, vorausſichtlich wieder ſtattfinden. Der nähere
Ter=
min des Marktes wird ſpäter noch bekannt gegeben.
Landwirtſchaftliche Körperſchaften, Gemeinden,
Ziegen=
züchtervereinigungen, Ziegenzüchter und ſonſtige
Inter=
eſſenten werden auf die durch fraglichen Markt ſich
bie=
tende günſtige Ankaufsmöglichkeit jetzt ſchon aufmerkſam
gemacht.
Darmſtadt, 25. April.
* Militärdienſtnachrichten. v. Geldern=
Cris=
pendorf, Oberſt und Kommandeur des 2. Groß. Heſſ.
Feldartillerie=Regiments Nr. 61 unter Beförderung zum
Generalmajor zum Kommandeur dar 14. Feldartillerie=
Bigade (Weſel) ernannt, v. Crüger, Oberſtleutnant
und Abteilungskommandeur im 2. Rhein. Feldartillerie=
Regiment Nr. 23, wird zum Kommandeur des 2. Großh.
Heſſ. Feldartillerie=Regiments Nr. 61 ernannt. von der
Schulenburg, Oberſt und Kommandeur des Garde=
Dragoner=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, wird mit
der Führung der 13. Kavalleriebrigade (Münſter)
beauf=
tragt. v. Bernuth, Major beim Stabe des 3. Garde=
Ulanen=Regiments, wird zum Kommandeur des Garde=
Dragoner=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23 ernannt.
Dittrich, Oberſt beim Stabe des Infanterie=Regiments
Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, wird zum
Kom=
mandeur des Infanterie=Regiments Vogel von
Falken=
ſtein (7. Weſtfäl.) Nr. 56 ernannt. v. Wright,
Oberſt=
leutnant beim Stabe des Infanterie=Leibregiments
Groß=
herzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr 117, wird unter
Beför=
derung zum Oberſt zum Kommandeur des Großh.
Meck=
lenburg. Füſilier=Regiments Nr. 90 ernannt. Freiherr
v. Preuſchen, Major und Adjutant des
Generalkom=
mandos des 3. Armeekorps, wird als Bataillons=
Kom=
mandeur in das Infanterie=Leibregiment Großherzogin
(3. Großh. Heſſ.) Nr. 117 verſetzt. Tellenbach,
Oberſt=
leutnant und Bataillonskommandeur im Infanterie=
Leibregiment Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117
tritt unter Enthebung von ſeiner ſeitherigen Dienſtſtellung
zum Stabe des Regiments über. Toerſter. Major
und Bataillonskommandeur im Infanterie=Regiment
Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, tritt unter
Beför=
derung zum Oberſtleutnant und unter Enthebung von
ſeiner ſeitherigen Dienſtſtellung zum Stabe des Regiments
über. v. Olberg, Oberleutnant und Adjutant des
Leibgarde=Infanterie=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr.
115, wird unter Beförderung zum Hauptmann zum Adju=
Kunſthalle am Rheintor.
II.
Zu der genannten Gruppe von Künſtlern, die in ihren
Werken gleichen Wert auf die Betonung der Bildwirkung
wie auf Porträtcharakteriſtik legen, dürfen noch gezählt
werden Heinrich Altherr=Karlsruhe mit dem
kolo=
riſtiſch mindeſtens intereſſanten, kontraſtreichen, faſt
ſilhouet=
tenſcharf gezeichneten Porträt Albert Geigers, Fritz
Burger=Berlin mit dem kleinen, aber ſehr reizvollen
Bildnis des Direktors Dr. Wichert, das durch Aufmachung
und Kolorit in gleichem Maße feſſelt, Heinrich Brüne=
München mit dem gehaltvollen, gut charakteriſierenden,
temperamentvoll gemalten Bildnis ſeines Vaters, Prof.
Hermann Groeber=München mit einem flott
ge=
malten, farbig intereſſanten Herrenporträt auch Karl
Heine=Koblenz mit dem intereſſante Farbenprobleme
löſenden Bildnis ſeiner Mutter, Frank Kirchbach=
München, deſſen hübſches, ſachlich gemaltes
Jünglingspor=
trät ſchon vermöge des dargeſtellten Objektes — der junge
Zeckendorff iſt in Tiroler Kleidung gemalt — auch rein
als Gemälde feſſelt, dann noch Hans Meyer=Kaſſel,
der in dem Porträt ſeiner Frau ebenfalls Farbenprobleme
gut löſt, ſowie Georg Rall=München, deſſen Porträt
des Herrn S. faſt revolutionär wirkt mit dem Herrn im
Smoking, der in einem grellbunt bezogenen Seſſel ſehr
nonchalant ſitzt; vielleicht wäre es für das hochintereſſante
Bildnis doch von Vorteil geweſen, dieſe Buntheit zu
mil=
dern, ihr wenigſtens die aufdringliche Härte zu nehmen.
Endlich auch noch Dora Hitz=Berlin, die zwei Bilder
von ſehr verſchiedenem künſtleriſchen Wert ausſtellt, was
erklärlich iſt durch die Tatſache, daß beide Werke wohl einer
Jahrzehnte auseinander liegenden Schaffensperiode
an=
gehören. In dem Bildnis der Frau Gerhart Hauptmann
legt die Künſtlerin eine ſehr bemerkenswerte Kraft und
Friſche an den Tag, ein Temperament, das das ältere Bild
kaum ahnen läßt, und verbindet die robuſte Technik in dem
feſſelnden Geſicht mit einer echt frauenhaften
Verinnerlich=
ung, ſodaß dieſer brillant gemalte Kopf auch den feſſeln
wird, der dem Bild im übrigen nicht ohne Grund
ableh=
nend gegenüberſteht.
Von den Künſtlern, denen es wohl in erſter Linie auf
die Schaffung eines ähnlichen und möglichſt auch
charak=
teriſierenden Porträts ankam, dürfen in erſter Linie
genannt werden Profeſſor Wilh. Steinhauſen=
Frankfurt a. M., der ein ſehr intereſſantes, ſcharf
beobach=
tetes Selbſtporträt in ſchlichtem, aber feſſelndem Kolorit
ausſtellt. Die brillante Zeichnung dieſes Kopfes wird nur
noch erreicht, vielleicht auch übertroffen von Profeſſor
Walther Firles=München Porträt des
Prinzregen=
ten Luitpold. Auch hier iſt der Hauptwert auf die
Heraus=
arbeitung des carakteriſtiſchen, ſcharf geſchnittenen Geſichts.
des mächtigen Kopfes überhaupt, gelegt, der ſofort den
Blick des Beſchauers auf ſich zieht und auch im Kolorit
das im übrigen dunkel gehaltene Bild beherrſcht. Auch
Profeſſor W. Claudius=Dresden, deſſen mehr lockere
Technik trotz Verſchiedenheit der Schulen nicht weſentlich
anders iſt, hat es in dem Bildnis ſeiner Frau verſtanden,
trotz der ſachlichen Auffaſſung und Malerei ſtark feſſelnde
Momente und koloriſtiſche Reize zu erzielen. v. Faber
du Faures=München Konfirmandin läßt kalt. Es iſt
allerdings ungemein ſchwierig, ein derartiges Problem
ohne, das Charakteriſtikum vielleicht ſtörendes, Beiwerk
koloriſtiſch reizvoller zu löſen. Eine gleiche oder noch
ſchwerere Aufgabe hatte Johannes Mogk=Dresden
in ſeinem Bilde „Zwei Schweſtern” zu löſen, der eine
im=
merhin annehmbare Löſung fand und nicht vom
künſt=
leriſchen abwich. Kurt Rügers=Buch am Ammerſee
„Dame in Schwarz” iſt ein ſehr, faſt zu flott gemaltes Bild,
das aber, aus der richtigen Entfernung betrachtet, zu
hoch=
intereſſanten koloriſtiſchen Ergebniſſen kommt und gut zu
charakteriſieren ſcheint. Ebenſo Hans Leskers=
Mün=
chen Porträt des Bildhauers W. K. und das ſehr realiſtiſch
aufgefaßte, aber augenſcheinlich gut beobachtete Porträt
des Schriftſtellers F. Bley von Leo von König=
Ber=
lin, dem trotz der ſehr flotten, lockeren Technik, vielleicht
eine höhere Note zuzuerkennen iſt, als dem
danebenhängen=
den Herrenbildnis von Konrad von Kardorff=
München, in dem das Geſicht nicht einwandfrei iſt. Arthur
Kampf, deſſen Knabenbild wir bereits erwähnten,
hat noch ein flott gemaltes Herrenporträt ausgeſtellt, in
dem die Technik ſowohl dem Objekt ſelbſt, wie der
künſt=
leriſchen Auffaſſung des Bildmäßigen im Porträt ganz
vortrefflich angepaßt iſt.
Walther Geffken=München ſtellt ein Bild
ſeiner Mutter aus, das bei aller Schlichtheit der
Aufmach=
ung imponiert durch gutes zeichneriſches und maleriſches
Können. Auch dürfte die würdige alte Dame im
Silber=
haar mit dem Matronengeſicht gut charakteriſiert ſein.
Otto Gußmann=Dresden hat den bekannten Künſtler
Profeſſor Wrba gemalt. In Lebensgröße, mit
charak=
teriſtiſchem. Ueberlegenheit ausdrückendem Geſichtsausdruck,
ſteht die wuchtige Geſtalt da, feſt und ſicher, wie modelliert.
Aber das Kolorit mit dem etwas zu aufdringlichem Blau
in den Schatten möchten wir beanſtanden. Möglich aber,
daß die Beleuchtung Schuld daran trägt. Dieſem
gegen=
über hängt dann ein Damenbildnis, das dem Beſchauer
unwillkürlich auffällt und das dann immer wieder den
Blick auf ſich ziehr, obwohl man in die Verſuchung kommt,
es abzulehnen. Es iſt ganz individuell, das Bildnis von
Theodor Schiadler=Mannheim, und der Künſtler
weiß ſehr wobl. was er will. Große Sachlichkeit, die faſt
an Herbbeit ſtreiſt, ſellelndes, wenn auch überwiegend kal=
tes Kolorit und peinlich durchgeführte Zeichnung einen
ſich in dem Bilde zu ganz eigenartigem Reiz. Obwohl in
jeder Beziehung verſchieden von dieſem, möchte ich Franz=
Wilh. Voigts=Breslau Porträt des Geheimrat=von
Ehrlich in Vergleich ſtellen. Auch hier iſt das
Kolomt=
hell und farbenfroh, doch kommt der Künſtler zu weſentlich
anderem Geſamtergebnis. Prof. Schulte im Hofe=
München ſtellt ein in doppelter Hinſicht intereſſantes Bild
aus, das letztgemalte Lebensbildnis Profeſſor Adolf von
Menzels, das den kleinen großen Meiſter ungemein
lebens=
voll und charakteriſtiſch wiedergibt. Blieben noch zu nennen
in dieſer Gruppe Karl Schwalbach=München mit
einem ſehr flott gemalten Herrenbildnis, Hans
Ham=
mer mit einem intereſſanten Selbſtbildnis (Kopf),
Wal=
ther Illner mit einem Damenbildnis, in dem der
Künſtler intereſſante Farbenſtudien u. E. nicht reſtlos löſte,
und Profeſſor Robert Weiſe=Stuttgart, deſſen
künſtleriſch hervorragende „Dame in Schwarz” ſchon
ge=
legentlich der Ausſtellung im Olbrich=Hauſe Gegenſtand
der Kritik an dieſer Stelle war.
Die letzte Gruppe der Porträtiſten, d. h. die Künſtler,
deren Werke zu allererſt als Gemälde, als Bild wirken, die
hin und wieder faſt das „Genre” erreichen, iſt numeriſch
nicht künſtleriſch am ſchwächſten vertreten. Ludwig von
Zumbuſchs reizendes Kinderbildnis, das herzige,
paus=
bäckige, blonde kleine Ding mit dem Ball in den Händchen,
iſt ſchon von Reproduktionen her bekannt. Ferdinand
Dorſchs Bildnis einer Dame mutet bei aller modernen
Technik an wie ein Kunſtwerk aus Großvaters Zeit, aber
wie ein wirkliches Kunſtwerk, denn das Kolorit iſt
aus=
gezeichnet und dieſe Fülle von Farben ſo ſinfoniſch
abzu=
ſtimmen, das kann nur wahre Kunſt. Joſe Gooſſens=
München in robuſter Technik gemalte Dame, leſend. iſt eine
treffliche Freilicht=Farbenſtudie, und Oskar Grafs=
München farbig reizvolles Bildnis eines jungen Mädchens
feſſelt auch durch die intereſſante Aufmachung, die dem
Objekt trefflich angepaßt iſt. H. E. Linde=Walther=
Berlin bringt neben einem künſtleriſch und im Vorwurf
feſſelndes, namentlich in dem Geſicht der Dargeſtellten
ſcharf pointierendes „Damenporträt in blau und rot” ein
bretoniſches Bauernkind, das uns weniger ſagt. Die
Bunt=
heit beeinträchtigt den künſtleriſchen Eindruck. In Guſtav
Eſſigs=München „Dame auf grünem Sofa” wird das
Urteil gar zu ſehr auf den hier verfänglichen Namen des
Künſtlers gedrängt. Er iſt die Löſung eines an ſich
feſſeln=
den Farbenproblems zum Teil ſchuldig geblieben. Last
not least mag Profeſſor Leo Samberger=München
genannt ſein, der in dem Porträt ſeiner Frau ein
feſſeln=
des, vom leichten Schimmer myſtiſchen Fühlens
durch=
wobenes Gemälde von vollendeter Künſtlerſchaft ausſtellt.
M. Sta
Nummer 97.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Seite 7.
tanten der 3. Garde=Infanterie=Brigade ernannt. Graf
zu Rantzau, Rittmeiſter und Adjutant der 25.
Kaval=
leriebrigade (Großh. Heſſ.), wird zum Vorſtand der
Lehr=
ſchmiede in Breslau ernannt. Wätjen, Oberleutnant
im Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24,
wird zum Adjutanten der 25. Kavallerie=Brigade (Großh.
Heſſ.) ernannt. v. Hofacker, Kgl. Württemb. Oberſt
mit dem Range eines Brigadekommandeurs, Chef des
Generalſtabes des 18. Armeekorps, erhält die Gebührniſſe
eines Brigadekommandeurs. Claus, Hauptmann z. D
kommandiert zur Dienſtleiſtung beim Landwehrbezirk
Gießen, zum Bezirksoffizier bei dieſem Bezirk ernannt.
v. Roques, Major z. D. und Bezirksoffizier beim
Land=
wehrbezirk Gießen, ſcheidet mit ſeiner Penſion aus.
v. Hatten, Hauptmann z. D. und Bezirksoffizieg beim
Landwehrbezirk Worms, erhält den Charakter als Major.
v. Beſſer, Oberleutnant im Garde=Dragoner=Regiment
(1. Goßh. Heſſ.) Nr. 23, wird unter Beförderung zum
Rittmeiſter, vorläufig ohne Patent, als Eskadronchef ins
Schlesw.=Holſt. Ulanen=Regiment Nr. 15 verſetzt. von
Ihlenfeld, Hauptmann und Kompagniechef im
In=
fanterie=Regiment Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118,
wird zum überzähligen Major befördert und tritt zum
Stabe des Regiments über. v. Hutier, Generalmajor
und Oberquartiermeiſter, wird zum Generalleutnant
be=
fördert (früher Kommandeur des J.=R. 115). Baur=
Betaz und Zacpernick, Leutnants im 2. Großh.
Heſſ. Feldartillerie=Regiment Nr. 61, zu Oberlecutnants
befördert. Frhr. Gugel v. Brandt und Die
poltsdorf. Major im Infanterie=Regiment Prinz
Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, der Abſchied mit der
ge=
ſetzlichen Penſion und der Regimentsuniform bewilligt.
Graf Beißel v. Gymnich, Leutnant im Leibgarde=
Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, auf ſein
Geſuch zu den Reſerveoffizieren des Regiments
überge=
führt. Friederich, Oberſt (mit dem Range eines
Bri=
gadekommandeurs), Abteilungschef im Großen
General=
ſtabe, wird zum Generalmajor befördert. (Heſſe.)
Clau=
ſſius, Oberſt, beauftragt mit der Führung der 77.
Infan=
teriebrigade, unter Ernennung zum Kommandeur d.
Bri=
gade zum Generalmajor befördert (früher J.=R. 116)
Châlons, Oberſtleutnant, beauftragt, mit der Führung
des 2. Kurheſſ. Infanterie=Regiments Nr. 82, unter
Er=
nennung zum Kommanderu dieſes Regiments zum Oberſt
befördert (früher J.=R. 117). v. Kleinſchmit,
Oberſtleutnant beim Stabe des 5. Weſtfäl. Infanterie=
Regiments Nr. 53, unter Ernennung zum Kommandeur
des Füſilier=Regiments Nr. 38 zum Oberſt befördert
(früher J.=R. 117). v. Brauchitſch, Oberſtleutnant,
beauftragt mit der Führung des Königin Eliſabeth=
Garde=Grenadier=Regiments Nr. 3, unter Ernennung
zum Kommandeur dieſes Regiments zum Oberſt
beför=
dert (früher J.=R. 115). Bühler, Major beim Stabe
des Infanterie=Regiments Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118, wird zum Bataillonskommandeur im Regiment
ernannt. Sachs. Oberleutnant im Infanterie=Regiment
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, wird vom
1. Mai ab auf ein Jahr zur Dienſtleiſtung beim
Train=
depot des Gardekorps kommandiert. Graf v. Weſtarp,
Generalmajor und Kommandeur der 16.
Feldartillerie=
brigade, in Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches mit
der geſetzlichen Penſion zur Dispoſition geſtellt unter
Ver=
leihung des Charakters als Generalleutnant.
Im Beurlaubtenſtanda: zu Hauptleuten
werden befördert: Weber, Oberleutnant der
Reſerve des Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm (2
Großh. Heſſ.) Nr. 116. Sehrt und Welt. Oberleutnants
der Reſerve des Infanterie=Laibregiments Großherzogin
(3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, Lindenſtruth und
Hell=
wig. Oberleutnants der Landwehr=Infanterie 1
Auf=
gebots (I Darmſtadt). Zu Leutnants der
Re=
ſerve werden befördert: Beyer und
Joh=
len. Vizefeldwebel des Infanterie=Regiments Kaiſer
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr 116, Koehler,
Vizefeld=
webel des 5. Großh. Heſſ. Infanterie=Reaiments Nr.
168. Voit. Vizewachtmeiſter des Großh. Heſſ. Train=
Ba=
tafllons Nr. 18. Weſternacher, Obkrleutflant der
Landwehr 1 im Landwehrbezirk Frankfurt a. M., zu den
Reſerveoffizieren des Infanterie=Leibregiments
Groß=
herzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117 verſetzt. — Der
Ab=
ſchied wird bewilliat: Kuhl. Oberleutnant der
Land=
wehr=Infanterie 2. Aufgebots (I Darmſtadt), Pennrich,
Oherleutnant der Landwehr=Infanterie 2. Aufgebots
(Mainz), Kayſer. Alt und Hoos. Leutnants der
Landwehr=Infanterie 2. Aufgebots (I Darmſtadt).
g. Kreisausſſchuß. Der Kreisausſchuß verhandelte
geſtern nachmittag unter dem Vorſitz von
Regierungs=
rat von Werner die Beſchwerde der Frau
Schulz XII. Witwe zu Ober=Ramſtadt wegen
verwei=
gerter Armenunterſtützung. Frau Schulz will als
Waſch=
frau wöchentlich 3 Mark verdienen, wovon ſie 80 Mark
jährliche Wohnungsmiete zu zahlen und ein
ſchulpflich=
tiges Kind zu unterhalten hat. Die Gemeinde hat
er=
mittelt, daß die Frau als Waſchfrau täglich 1,50 Mark
nebſt freier Koſt verdient. Ein zweites Kind iſt bei der
Mutter der Frau in Pflege und wird deſſen Unterhalt
von der Gemeinde beſtritten. Da die Frau rüſtig ſei,
könne ſie ihren Unterhalt ſelbſt verdienen. Der
Kreis=
ausſchuß lehnte in nichtöffentlicher Verhandlung die
Be=
ſchwerde ab. Die Geſuchſtellerin beantragte öffentliche
Verhandlung und erſuchte um Weiterzahlung der ihr ſeit
dem Tode ihres Mannes im Jahre 1908 bis 1. Oktober
1911 gewährten Unterſtützung von 2 Mark wöchentlich.
Der Kreisausſchuß verwirft die Beſchwerde als
unbe=
gründet. — Eduard Eckſtein, 54 Jahre alt, aus
Zeil=
hard (Kreis Dieburg) ſucht um Erteilung eines
Wan=
dergewerbeſcheins für ein Marionettentheater und zur
Veranſtaltung von Muſikaufführungen im Umherziehen
nach. Das Polizeiamt beantragt, den Schein zu
ver=
ſagen, da der Geſuchſteller erſt ſeit 2. Dezember 1911 in
Darmſtadt wohnhaft ſei, anſcheinend nur, um den
Wan=
dergewerbeſchein zu erlangen. Auch ſei er im
Zigeuner=
regiſter als Zigeuner eingetragen. Sollte der
Wander=
gewerbeſchein dennoch erteilt werden, möge ihm
aufge=
tragen werden, die drei noch nicht 20 Jahre alten Kinder
bei ſeinem Umherziehen nicht mitzunehmen. Der
Kreis=
ausſchuß lehnt das Geſuch als unbegründet ab. — Ar=
tikel 163 der Landgemeindeordnung beſtimmt die
Offen=
legung des Voranſchlags und deſſen Vorlegung nebſt den
Beratungsprotokollen an den Kreisrat, der den
Voran=
ſchlag zu genehmigen hat. Der Kreisrat beanſtandete
nun bei dem Voranſchlag der Gemeinde Pfungſtadt für
1912, daß eine Summe von 2000 Mark für den Ankauf
von Waldgelände nicht eingeſtellt iſt. Dieſer
Beanſtand=
ung liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Im Jahre
1848 wurde der Gemeinde Pfungſtadt vom Miniſterium
bei Abholzung eines Waldgeländes von 297 Morgen
zwecks Feldbeſtellung die Bedingung auferlegt, jährlich
eine Summe von 1000 Gulden, abgerundet auf 2000
Mark, zum Ankauf von Waldgelände ſo lange
auszu=
werfen, bis der Gemeindewald wieder auf ſeine frühere
Größe gebracht iſt. Nun weigerte ſich die
Gemeindever=
waltung, für 1912 die Summe einzuſtellen, mit der
Be=
gründung, bereits 422 Morgen gekauft zu haben,
wäh=
rend dies nach der Aufſtellung der Großh. Oberförſterei
erſt 193 Morgen ſind. Der Widerſpruch rührt
anſchei=
nend daher, daß in dem damaligen Vertrage beſtimmte
Fluren angegeben ſind, während die Gemeinde Wald
auch in anderen Fluren gekauft hat. Die Gemeinde
be=
ſtreitet die Verpflichtung zur Einſtellung nicht, behauptet
aber, bereits mehr Wald angekauft zu haben, als
da=
mals zur Bedingung gemacht wurde. Die Entſcheidung
über dieſen Streitpunkt wird zwecks weiterer
Beweis=
erhebung vertagt.
Neu=Iſenburg, 23. April. Wegen
Gläubiger=
begünſtigung hatte die Staatsanwaltſchaft
Darm=
ſtadt gegen den früheren Rechtsanwaltsgehilfen Peter
Freitag eine Unterſuchung eingeleitet. Der hierdurch
drohenden Verhaftung entzog ſich Freitag durch die
Flucht. In Saarbrücken wurde er jedoch feſtgenommen
und in das Unterſuchungsgefängnis in Darmſtadt
ein=
geliefert.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Stuttgart, 24. April. Morgen tritt hier zu
mehr=
tägigen Verhandlungen unter Leitung des preußiſchen
Eiſenbahnzentralamtes der Deutſchie
Fahrdienſtausſchuß zu ſeinen Beratungen
zuſam=
men. Eine große Zahl Anträge liegt zur Förderung der
Betriebsſicherheit auf den deutſchen Bahnen vor.
* Wien, 24. April. Der öſterreichiſch=
unga=
riſche Geſandte in Belgrad, von Ugron, wurde
bei der ſerbiſchen Regierung wegen der Demonſtrationen
bei der Ankunft der kroatiſchen Studenten in Belgrad
vor=
ſtellig. Wie verlautet, ſprach die ſerbiſche Regierung
ihr Bedauern über die Vorkommniſſe aus.
* Paris, 24. April. Zwei höhere Polizeibeamte
Jouin und Colmar wurden bei ihren Nachforſchungen, die
ſie in Petitivry bei einigen in das Automobilverbrechen
in der Rue Ordener verwickelten Anarchiſten anſtellten,
überfallen und ſchwer verletzt. Jouins
Wunde iſt tödlich.
* Paris, 24. April. Bei einer Hausſuchung in der
Wohnung des Anarchiſten Galxlot erhielt Jouin
meh=
rere Revolverſchüſſe und ſtarb. Colmar wurde
ins Hoſpital gebracht, wo man die in die Bruſt gedrungenen
Kugeln herauszog. Man hofft, ihn noch zu retten.
* Korfu, 24. April. Die Nachricht des Berliner
Tage=
blatts, der Kaiſer habe an den früheren Staatsſekretär
v. Lindequiſt von Korfu ein Telegramm gerichtet,
beruht auf Erfindung. Damit entfallen alle daran
ge=
knüpften Preſſeerörterungen.
* Petersburg, 24. April. Großfürſt Alexander
Michailowitſch, der Vorſitzende des
Luftflottenaus=
ſchuſſes, weiſt in einem Aufruf an die Bevölkerung auf
die Leiſtungen des Ausſchuſſes hin, deren weſentlichſte die
Gründung einer Militär=Fliegerſchule in
Sebaſtopol ſei, die 102 Offiziere und 200 Unteroffiziere
und Gemeine beſchäftige und 55 Flugmaſchinen beſitze.
Binnen zwei Jahren ſeien 77 Flugzeuge teils im Ausland
erworben, teils in Rußland gebaut worden. Die
Bedürf=
niſſe der Staatsverteidigung überragten aber weit die Zahl
der Flieger, die die Fliegerſchule in Sebaſtopol vorbereiten
könne. Deshalb ſeien neue Aufwendungen unentbehrlich,
ſonſt verliere Rußland die zweite Stelle im Flugweſen.
H. B. Stettin, 24. April. Die Stettiner Neueſten
Nach=
richten melden aus Saßnitz: Bei der geſtrigen Uebung der
Flotte hatte das Torpedoboot G. 113 einen ſchweren
Zuſammenſtoß mit dem Kriegsſchiff „Friedrich Karl”.
G. 113 rannte in voller Fahrt gegen das Kriegsſchiff,
ſo=
daß das Vorderteil des Torpedobootes in etwa 4 bis 5
Meter Länge zuſammengedrückt und vollſtändig
rechtwink=
lig nach Steuerbord verbogen wurde. Das Zwiſchendeck iſt
vollſtändig zerſtört. Die Ausrüſtungsgegenſtände
konn=
ten aus dem Mannſchaftsraume geborgen werden. Glück=
licherweiſe befand ſich zurzeit des Zuſammenſtoßes
nie=
mand im Zwiſchendeck, ſodaß Menſchenleben nicht zu
be=
klagen ſind. Das ſchwer beſchädigte Boot wurde in den
Hafen geſchleppt.
— Teplitz, 24. April. In Weiß=Kirchlitz richtete heute
früh eine Gasexploſion bedeutenden Schaden an.
Drei Männer und zwei Frauen wurden ſchwer verbrannt.
Eine Frau, die aus dem Fenſter ſprang, erlitt einen Arm=
und Beinbrüche.
H. B. Rom, 24. April. Carnegie hat der italieniſchen
Nationalbank 4 Millionen Francs überweiſen laſſen. Die
Zinſen dieſer Summe ſollen jährlich als Prämie für
ge=
leiſtete heldenmütige Rettungstaten verteilt werden.
Rom, 24. April. Wegen Waſſermangels
kam es geſtern in Alcamo (Provinz Trapani) zu großen
Krawallen, weil die Einwohner, voran die Frauen,
die Waſſerleitung nach Trapani zerſtörten und das Waſſer
nach Alcamo abzuleiten ſuchten. Das Militär wurde mit
einem Steinhagel empfangen. Zwei Offiziere und ſechs
Soldaten wurden ſchwer verletzt. Von den
Demonſtran=
ten ſoll eine ganze Anzahl ſehr ſchwer, teils tödlich
ver=
letzt ſein.
Brüſſel, 24. April. Im Kohlengebiet von
La Lauviére ſtreiken 4000 Bergarbeiter, weil ſie
mit einer Erhöhung des Lohnes um 8 Prozent nicht
zu=
frieden ſind, ſondern 17 Prozent haben wollen. Der Streik
iſt gegen den Willen des nationalen Arbeiter=Kongreſſes
erklärt worden.
H. B. Madrid, 24. April. Kabinettschef Canalejas
dementiert entſchieden die Nachricht über angebliche
Mein=
ungsverſchiedenheiten zwiſchen ihm und dem Miniſter des
Aeußern, Garcia Prieto. Innerhalb der Regierung herrſche
vollſtändiges Einvernehmen. Die franzöſiſche und
ſpaniſche Regierung haben ſich gegenſeitig
ver=
pflichtet, bis zur Beendigung der Unterhandlungen die
größte Reſerve zu beobachten. Im Laufe des geſtrigen Tages
einigten ſich Canalejas und Prieto über den Wortlaut der
Antwort Spaniens auf das jüngſt vom franzöſiſchen
Bot=
ſchafter Geoffray überreichte Schreiben der franzöſiſchen
Regierung.
— Athen, 24. April. Der Premierminiſter
Veni=
zelos iſt von König Georg nach Korfu berufen, um dem
Kaiſer Wilhelm vorgeſtellt zu werden.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Nummer 97.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Todes-Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass
heute unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
orr Cu Gcener
(9827
Apothekenbesitzer in Zell a. H.
nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist.
Zell a. H., den 23. April 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Ströher.
Die Beerdigung findet Freitag, den 26. April, vormittags 11 Uhr, vom Portale des Darmstädter
Friedhofs aus, statt.
(*10416
Darmstadt
Waldstr. 48.
Statt Karten.
Paula Adler
Jsi Hirsch
VERLOBTE
Frankfurt a. M.
Danksagung.
Für die überaus zahlreichen
Be-
weise herzlicher Teilnahme
anläss-
lich des Hinscheidens meiner lieben
Frau sage ich meinen herzlichsten
Dank.
(B9810
Hans Baumeister,
Grossherzogl. Hess. Hofschauspieler.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſerer
lieben Tochter, Schweſter und Nichte (9803
Anna
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden ſprechen
wir unſeren innigſten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Malterer.
Darmſtadt, den 24. April 1912.
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Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß des nördlichen Hochs war es
geſtern in Nord= und Mitteldeutſchland meiſt heiter und
trocken. Süddeutſchland war vielfach bewölkt; auch
fielen hier geringe Regen. Die Morgentemperaturen
liegen bei leichten Nordoſtwinden in Süddeutſchland
wenig unter, im übrigen Reiche wenig über 10 Faſt
auf allen Stationen ſinkt das Barometer etwas, ſo daß
auf eine Aenderung der Witterung zu ſchließen iſt.
Ausſichten für Donnerstag, den 25. April 1912:
Zunächſt heiter, ſpäter Trübung und leichte Regen,
etwas fühler.
Tageskalender,
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Martha”.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
„Metropol” um 8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe (
ge=
öffnet von 10—6 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23,
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Eine
Geſamtanſicht von dem untergangenen Rieſendampfer
„Titanic” die Turnhalle an Bord, eine
Luxusſchlaf=
kabine, Photographien bekannter Perſönlichkeiten, die
bei dem Unglücksfall umgekommen ſind; ein im Ozean
ſchwimmender Eisberg.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 26. April.
Gold= und Silber= ꝛc. Verſteigerung um 9 und
2 Uhr im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der Train=
Kaſerne (Eſchollbrückerſtraße.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden.
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
per Pfund 35 Pfennig=
Manisen
Nummer 97.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Seite 9.
IZFEB 12 290
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Leitung Nr. —
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Kurſe vom 24. April 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Jf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,70
81,20
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols .
. 90,70
3 do. do.
81, 10
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
3½
do.
93,00
3
do.
84,10
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,50
3
do.
89,00
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
3½
do.
89,20
3.
da.
78,20
3 Sächſiſche Rente ..
80,80
4 Württemberger v. 1907 100,60
do.
95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,20
1¾ Griechen v. 1887 . . 55,30
3¾ Italiener Reute .
4½ Oeſterr. Silberrente 92,20
4 do. Goldrente . . . 96,20
4 do. einheitl. Rente . 89,20
3 Portug. unif. Serie I 64,80
3 do. unif. Ser. III 67,90
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,50
4 do. v. 1890 . . 94,70
4 do. v. 1905 ..
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,80
4 do. v. 1902 . . . . 89,90
4½ do. v. 1905 . . . . 100,30
3½ Schweden . . .
89,20
4 Serbier amort. v. 1895 84,60
4 Türk. Admin. v. 1903 84,40
4 Türk. unifiz. v. 1903
* Ungar. Goldrente . . . 91,10
A do. Staatsrinte Sa 85,40
In Proz.
Zf.
5 Argentinier .
.101,60
do.
89,70
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,20
5 Chineſ. Staatsanleihe .
4½
do.
4½ Japaner . . . .
9500
5 Innere Mexikaner . . . 95,10
do.,
61,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,50
3 Buenos Aires Provinz
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. . . . 140,60
5 Nordd. Lloyd . . . . . 11100
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,00
8 Baltimore und Ohio . 108,50
6½ Schantungbahn . . . 136,50
6½ Luxemb. Prince Henri 161,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,00
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. . 493,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
.268,00
30 Farbwerke Höchſt . . 578,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 339,00
10 Cement Heidelberg . . 154,05
32 Chem. Werke Albert 450,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 325.50
4 Lahmener .
s r . 126,80
Eue
Znprot.
Dwid.
7½ Schuchert. Nürnberg 160,10
12 Siemens & Halske . 241,50
5 Bergmann Electr. . . 156,50
10 Deutſchleberſe Eletr. 17660
0 Gummi Peter . . . . 140,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 187,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 469,50
10 Maſchinenf. Badenia 175,00
6 Wittener Stahlröhren 184,80
8 Steana Romana Petr. 145,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 239,90
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel.
. 215,10
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 123,80
3 Südd. Zmmobilien . 69,10
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 194,75
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 229½
11 Deutſch=Luxemburg.=
Verab.
. . 184,80
10 Gelſenkirchener . . . . 196,50
. . 197,00
8 Harpener
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 262,70
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
. 85,00
4 Laurahütte .
.178,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 168,00
10
Weſteregeln 194,50
7½ South Weſt Africa 156,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 87,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,90
4 Franz=Jofefs=Bahn.
3 Prag=Duxer
. 76,00
5 Oeſterr. Staatsbahn.
4 Oeſterr. Staatsbahn . 95,10
78,50
do.
5. Oeſterr. Südh.,
99,60
Inpraz.
3.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,60
do.
54,00
26
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
. 89,00
4 Ruſſ. Südweſt . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,80
do.
88,40
4 Wladichawchas . . . . 88,60
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 77,10
do.
2½0 Livorneſer . . . . . 69,00
3 Salonique=Monaſtir . 65,70
4 Bagdadbahn .
. 83,20
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,50
4 Miſſouri=Pacific
74,40
4 Northern=Paciſic . . . 100,10
4 Southern=Pacific . . . 95,10
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 88,25
5 Tehuantepec . .
. 99,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . 197,00
7 Birgiſch=Märkiſche
Bahn.
.. 150,40
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 166,75
6½ Daimſtädter Bank . 122,40
12½ Deutſche Bank . . .255,00
6 Deutſche Vereinsbank . 124,25
6 Deutſche „ Efekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,40
10 Diskonto=Kommandit 184,20
8½ Dresdenhr Bank . . 153,60
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,75
6½ Mittelb. iKreditbank 118,25
7 Nationalb. füir Deutſchl. 122,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbahk . . . . . 137,50
7 Rhein. Kredithank . . . 135,60
7½ A. Schachffhauſen.
Bankvereiſt . . . . 127,75
7½ Wiener Bankverein . 134,50
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 46. N. 4.7, ₰ . S 1. 98090
91. Pfandbrieſe. Zaſtrot
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15— 19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
do.
89,00
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,70
3½
do.
89,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . . . 100,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
. 100,45
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 .
89,80
S. 3—5 . . .
89,60
. 89,70
S. 9—11
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
89,00
do.
3½
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . 88,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
do.
89,60
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . .
90,00
B½ do.
.. 100,60
4 Frankfurt. .
93,00
3½ do.
4 Gießen .
8), do.
4 Heidelberg . . . . . . 99,00
3½ do.
4 Karlsruhe
99,70
do.
3½
90,50
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz .
3½ do.
4 Mannheim
* 100,00
3½ do.
89,00
4 München.
100,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg . .
99,60
3½ do.
90,20
4. Offenhach . ee
InPro
18t.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 100,00
3½ do.
90,00
4 Worms .
99,20
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 79,80
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 136,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,00
3 Oldenburger . . . . . . 124,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7 34,10
Braunſchweiger Tlr. 20 198,40
Freiburger . .
.Fs. 15 75,50
Fs. 45
Mailänder .
do.
. Fs. 10 42,00
ſ. 7
Meininger . . .
Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 523,00
do. p. 1858fl. 100
Ungar. Staats . . ſl. 100 371,80
Venediger . . . . Fs. 30 42,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 171,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . . . . 16,22
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 169,40
Stalieniſche Noten . . . 30,50
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 81,05
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Nummer 97.
Mark 35061090-
reichsmündelsichere jo Anlelnescheine der Stadt Glessen von 1912
eingeteilt in Abschnitte von Mk. 5000.—, 2000.—, 1000.—, 300.— u. 200.— mit Zinsgenuss vom 1. April 1912 ab,
jede Tilgung bis zum 1. April 1917, verstärkte Tilgung
gebth
bis zum 1. April 19ee ausgeschlossen
werden zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt
am Dienstag, den 30. April ds. Js.
in Berlin bei dem Bankhause Delbrück, Schickler & Co.,
„ bei der Mitteldeutschen Creditbank,
„
„Darmstadt bei dem Bankhause Ferdinand Sander
sowie an einer Reihe von anderen Plätzen.
Der Zeichnungspreis beträgt 98.90 % zuzüglich 4% Stückzinsen vom 1. April 1912 ab.
Die Abnahme der Stücke, deren Zulassung an den Börsen zu Berlin und Frankfurt a. M. beantragt werden wird, hat in
der Zeit vom 6. bis 22. Mai 1912 zu erfolgen.
Genauere Mitteilungen und offizielle Prospekte sind bei Herrn Hofbankier Ferdinand Sander erhältlich.
Berlin, Frankfurt a. M., Giessen, im April 1912.
Delbrück, Schickler & Co.
Mitteldeutsche Creditbank.
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Wie das Reichsamt des Innern mitteilt, wird der unentgeltliche öffentliche
Aus=
hang der Wettervorherſage auch in dieſem Jahre vom 1. Mai bis Ende September
dauern. Wir beauſtragen Sie, hiervon die Intereſſenten in entſprechender Weiſe in
(3775
Kenntnis zu ſetzen.
Darmſtadt, den 19. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Auf Erſuchen der Großherzoglichen Eichungs=Inſpektion bringen wir
nachfol=
gende Bekanntmachung zur öffentlichen Kenntnis.
(9774
Darmſtadt, den 19. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: von Werner.
Bekanntmachung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bei dem Eichamt
Darmſtadt (Woogſtraße 4) Gegenſtände zur eichamtlichen Behandlung täglich
wäh=
rend den Dienſtſtunden von 8 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr
nachmit=
tags — mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage — eingeliefert werden können. Zu
einer anderen Zeit kann eine Abfertigung nicht verlangt werden. Eichungen
außer=
halb der Amtsſtelle, welche in der Regel nur bei nicht transportabelen Gegenſtänden
in Betracht kommen und für welche ein Gebührenzuſchlag erhoben wird, müſſen
je=
weils beſonders beantragt werden. Der Antrag iſt, wenn die Eichung zu einer
be=
ſtimmten Zeit gewünſcht wird, tunlichſt 48 Stunden vorher zu ſtellen; bei kürzerer
Friſt kann auf eine Berückſichtigung nicht ſicher gerechnet werden. Anträge auf
aus=
wärtige Eichungen ſind an das Großh. Eichamt Darmſtadt zu richten. — Wegen
Vornahme der geſetzlichen periodiſchen Nacheichungen in den einzelnen Orten wird
jeweils beſondere Bekanntmachung ergehen.
Darmſtadt, den 12. April 1912.
Großherzogliche Eichungs=Inſpektion.
Köbrich.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 4. März 1896 uno des
§ 257 der Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung vom 20. März 1912 erklären
wir hiermit unter Bezugnahme auf unſere Bekanntmachung vom 28. Juni 1896
Ueber=
arbeit für zuläſſig
(9773
I. für ſämtliche Gemeinden des Kreiſes:
1) am Donnerstag und Samstag vor Oſtern,
2) am Freitag und Samstag vor Pfingſten,
3) an 6 Samstagen und zwar an den letzten 3 Samstagen im September
und den erſten 3 Samstagen im Oktober,
4) während der Zeit vom 19. bis 24. Dezember und am 31. Dezember;
II. für die Stadt Darmſtadt außerdem noch für den 16., 17. und 18. Dezember
Dabei machen wir darauf aufmerkſam, daß auch an ſolchen Tagen, an welchen
hiernach Ueberarbeit geſtattet iſt, mit Ausnahme des Tages vor dem Oſter=, Pfingſt=
und Weihnachtsfeſt zwiſchen den Arbeitsſchichten den Gehilfen eine ununterbrochene
Ruhe von mindeſtens 8 Stunden, den Lehrlingen eine ſolche von mindeſtens 10 Stunden
im erſten Lehrjahre, mindeſtens 9 Stunden im zweiten Lehrjahre zu geſtatten iſt.
Darmſtadt, den 13. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt,
I. V.: Dr. Michel.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, die obige Bekanntmachung wiederholt ortsüblich bekannt
zu machen.
Darmſtadt, den 13. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr. ſtatt.
(6792
Bekanntmachung.
Die Bruſtſeuche in der Pferdeſtallung des Hauſes
Schuknecht=
ſtraße Nr. 55 iſt erloſchen. Die unterm 21. Februar ds. Js.
ange=
ordneten Sperrmaßregeln ſind aufgehoben.
(9822
Darmſtadt, den 23. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
In der Pferdeſtallung des Hauſes Pankratiusſtraße Nr. 19
ſind 2 Pferde an influenzaverdächtigen Erſcheinungen erkrankt.
Darmſtadt, den 23. April 1912.
(3821
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Voranſchlag 1912.
Der durch die Stadtverordneten=Verſammlung feſtgeſtellte
ſtädtiſche Hauptvoranſchlag für 1912 (1. April 1912 bis dahin
1913) und die Voranſchläge der Nebenverwaltungen werden vom
26. April bis 2. Mai ds. Is. in den bekannten Dienſtſtunden
auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 39, offengelegt. Die Beteiſigten
können innerhalb der Offenlegungsfriſt den Voranſchlag einſehen
und ſchriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen ſeinen Inhalt
vorbringen.
In dem Voranſchlag iſt die Erhebung einer Umlage beſchloſſen,
zu der auch die Ausmärker herangezogen werden.
(6776ds
Darmſtadt, den 22. April 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr Gläſſing.
Verloſung von Schuldverſchreibungen der
Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darm=
ſtadt ſind heute nachſtehende ſtädtiſche Schuldverſchreibungen auf den
Inhaber des 3½igen Anlehens, Buchſtabe L., von 192 zur
Rück=
zahlung auf den 1. Oktober d. Js. berufen worden, nämlich:
Abt. I. zu 2000 Mk. Nr. 241, 398, 406, 448, 702, 731, 773, 817, 852,
859, 910, 973.
Abt. II. zu 1000 Mk. Nr. 47, 71, 330, 331, 340, 362, 377, 429, 432,
536, 830, 848, 866, 949, 1030, 1080, 1192, 1197, 1198, 1550,
1552, 1574, 1666, 1669, 1718, 1764, 1846, 1898, 1909, 2190.
Abt. III. zu 500 Mk. Nr. 191, 604, 625, 670, 931, 1054, 1201, 1326,
1397, 1463, 1505, 1623, 1634, 1647, 1700, 1717, 1812, 1824,
1889, 2188, 2200, 2201, 2207, 2215, 2229, 2287, 2298, 2333,
2397
Abt. IV. zu 200 Mk. Nr. 32, 216, 387, 470, 504, 570, 600, 611, 641
664, 973, 1008, 1102, 1178.
Die Einlöſung geſchiebt bei der Stadtkaſſe Darmſtadt ſowie bei
der Bank für Handel und Induſtrie zu Darmſtadt und Verlin und
deren übrigen Niederlaſſungen, bei der Preußiſchen Zentral=
Genoſſen=
ſchaftskaſſe in Verlin, der Pfälziſchen Bank in Ludwigshafen und
deren Niederlaſſungen in Frankfurt a. M. und Worms,
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört vom 1. Oktober
d. Js. an auf.
Darmſtadt, den 22. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
(9823ds
Dr. Gläſſing.
Die zur Befeſtigung von Ortsſtraßen in Arheilgen erforderlichen
670 m Wandſteine aus Plattenbaſalt, 235 cbm
Pflaſter=
ſteine aus Baſalt und 380 am Baſaltplatten ſollen mittels
öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden.
Die Bedingungen ſind in den Dienſträumen des
Unterzeich=
neten (Neckarſtraße 3) an den Vormittagen einzuſehen, woſelbſt
ſchrift=
liche Angebote bis ſpäteſtens
Mittwoch, den 8. Mai l. Js., vormittags 10 Uhr,
entgegen genommen werden. Eine Verſendung der Bedingungen
nach auswärts findet nicht ſtatt.
(9765
Darmſtadt, den 19. April 1912.
Der Großherzogliche Kreisbauinſpektor.
Submifſion.
Ein zur Zucht untauglicher, gutgehaltener Faſeleber ſoll auf
dem Submiſſionswege veräußert werden. Intereſſenten wollen ihre
Angebote bis ſpäteſtens Samstag, den 27. April I. Js., mittags
3 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einreichen. Die Eröffnung
der Angebote erfolgt daſelbſt um die angegebene Zeit.
Roßdorf, den 23. April 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Roßdorf.
(9793
Lorenz.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Ballé in
Offenbach a. M. und dem Jakob
Mohr in Darmſtadt, im
Grund=
buch hieſiger Gemarkung
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
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I III 110%10 198 Grab= 1
Die=
garten burger=
III 112 37237/0 Hof= ſtraße
reite )Nr. 96,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(B25/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 18. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(7440
Müller.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr
ſollen die dem Philipp Adam
und dem Phillpo Wilhelm Adam
zu Nieder=Modau. im Grundbuch
der Gemarkung Darmſtadt
zuge=
ſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. qm
*29 1 1523 Acker rechts dem
Judenbrunnen,
29 4 2322 Hofreite (
Lager=
platz) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(B2112
verſteigert werden.
Darmſtadt, 25. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (67438
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Am Samstag, den 27. April,
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Nummer 97.
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Der Hof des Schweigens.
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Coppright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Dr. Gudmund reitet jetzt an Jorums Seite. Er hat
es ſatt, Signes Kokettieren mit anzuſehen und die
Feuer=
blicke, die ſie abwechſelnd an Ingwald Anderſen und an
die Studenten verſchwendet. Er geht ernſtlich mit ſich zu
Rate, ob es nicht beſſer ſei, ein Weib aufzugeben, das ſeine
heiße und treue Liebe nicht verdiente.
Der Weg führte jetzt meiſt über glatte Wieſen, hier
und da von tiefen Rinnen durchſchnitten, die ſich wie
ſchwarze Sammetbänder durch das Gelände zogen. Zur
Unterhaltung iſt keine Zeit und keine Gelegenheit. Im
ge=
ſtreckten Galopp geht es dahin.
Der Himmel iſt blau. Die weiße Zinne des
Lang=
jökul hebt ſich ſcharf von dem harten Königsblau des
Himmels ab.
In zauberiſcher Pracht ſchimmern die Gletſcher. Wie
ein Märchentraum lockt es in der ſchimmernden Ferne.
Die ſcharfen, ſchwarzen Spitzen des Jarlſhettur dräuen
dunkel, wildzackig dazwiſchen.
Im Vordergrunde hebt die mächtige Hekla ihr
ehr=
würdiges Schneehaupt aufrecht in den blauen Aether.
Wie unter einem Bann, ergriffen von der hehren
Schönheit ihres Heimatlandes, reitet die kleine Kavalkade
dahin.
Ingwalds Augen ſuchen oft Hallgerdr, aber ihr ernſter
Blick weilt immer wieder in der ſchimmernden Ferne, ihn
ſtreift er nicht.
Zwei Stunden mochten ſie ſo geritten ſein, da war es
plötzlich, als hörten ſie ein dumpfes, wildes Brauſen.
Der Tungufljot wars, ein reißender Gletſcherſtrom
voll gefährlicher Tücken, deſſen trübes Waſſer ſie
durch=
ſchreiten mußten.
Signe ſchrie ganz laut auf, als Bjarni ihr
Verhalts=
maßregeln gab.
Vor Schwindelanfällen muß nran ſich hüten, ſonſt kann
es leicht geſchehen, daß man mit dem Gaul in die
Ström=
ung gerät und verloren iſt, erklärt Bjaxni.
In kleinen Abteilungen führt der Knecht die
Reiſe=
gefährten durch den rauſchenden Strom. Er kennt die
Furten der Gletſcherbäche. Schon unzähligemale hat er
Führerdienſte geleiſtet, und der kleine Mar erweiſt ſich als
ein wahrer Schatz, ſo geſchickt weiß er die Pferde, die
ab=
irren wollen, wieder in die rechte Furt zu bringen.
Nur Hallgerdr und Ingwald ſtehen noch am Ufer, als
Bjarni zum letzten Mal zurückkehrt, ſie durch den Strom
zu führen.
Noch kein Wort hatten ſie miteinander gewechſelt. Sie
ſehen die Gefährten vom anderen Ufer herüber grüßen und
winken, und ſie grüßen mechaniſch zurück.
Ens ſehſt r ithings fag wblich Fugwad lcſt
Du biſt ſo verwandelt. Bereuſt Du?
Nein, nein, wehrte ſie haſtig, ohne ihn anzuſehen. Ich
fürchte mich nur!
Wer macht Dir Angſt, Geliebte?
Bjarni, ſtieß ſie hervor. Hüte Dich! Er hat mir heute
morgen erklärt, daß er garnicht daran denke, mich frei zu
geben. Er iſt tückiſch und rachſüchtig. Es war töricht, hier
allein zurückzubleiben.
Ingwald lachte, es war ein glückliches,
herzbefreien=
des Lachen.
Ich habe ſchon andere Bäche durchritten als dieſen
hier. Ich zögerte nur Deinetwegen, weil ich Dir nahe
ſein wollte, wenn Bjarni Dich geleitet. Ich brauche
Bjar=
nis Führerdienſte nicht.
Sei vorſichtig, flüſterte Hallgerdr noch eindringlich
dann ließ ſie es geſchehen, daß Bjarni, der jetzt das Ufer
erreichte, die Zügel ihres Braunen ergriff.
Folgt mir genau, Herr, rief der Knecht dem Kapitän
zu, und dann ging es hinein in das wildrauſchende Waſſer.
Es iſt nicht möglich, quer über den Strom zu kommen, man
muß ein Stück hinein reiten gegen den Strom, mitten in
die Flut. Ein Schritt vom Wege nur, und es iſt um Roß
und Reiter geſchehen.
Faſt hat man ſchon das jenſeitige Ufer erreicht.
Mehr links, Herr, ruft plötzlich Bjarni, ſich haſtis
Nummer 97.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Seite 13.
umſchauend und mit kräftiger Hand die Zügel von
Ing=
walds Schimmel ergreifend. Wollt ihr ertrinken?
Der Pony, erſchreckt vor dem rauhen Eingriff in
ſeine ruhige Bedächtigkeit, ſprang wie raſend zur Seite,
hinein in die wirbelnde Strömung.
Ein Schwindel ergriff Ingwald, als er gewahrte,
daß ſein Roß den Boden unter den Füßen verlor. Wenn
der Gaul nicht ausdauernd im Schwimmen, ſo war er
verloren, ehe ihm Hilfe wurde.
Mit aller Kraft verſuchte Ingwald, das Pferd in die
Furt zurückzuführen, aber was war denn das?
Er ſah plötzlich, wie ſich Hallgerdr, als ſie merkte,
daß ſein Pony die Furt verloren, was Bjarni nicht zu
ſehen ſchien, ſich wild von Bjarnis Hand frei machte und
mit verzweifelter Kraft ihren Braunen zwang, Ingwald
nach in die Strömung zu ſetzen.
Ein Wutbrüllen kam von Bjarnis Lippen. Im
Augenblick war auch er mitten im Strom und ſuchte
Hallgerdrs Roß einzufangen.
Rühr mich nicht an, ſchrie ſie ihm mit drohenden
Augen zu, ehe du dem dort nicht Hilfe gebracht haſt, den
du in dieſe Gefahr gehetzt. Augenblicklich gehorche, oder
ich laſſe mein Pferd fahren, um in dem Tungufljot zu
ſterben.
Ingwald hörte den Ruf und ſah Bjarnis wild
rol=
lende Augen.
Nein, dieſem da, der ihn, wenn auch vielleicht nicht
abſichtlich in dieſe fatale Lage gebracht, wollte er ſein
Leben nicht danken.
Mit kräftiger Hand griff er nach dem Zügel von
Hallgerdrs Braunen.
Vertraue mir, rief er ihr zu, die Pferde ſind
aus=
dauernd. Wir gewinnen das Ufer.
Galaerdies Roß der brehie ſch let bvie loſt ini
Kreiſe. Noch ein Moment, und ſie war verloren. Da
riß Ingwald ſie wild von ihrem Pony zu ſich hinüber.
Feſt hielt er Hallgerdr an ſeiner Bruſt, aber ſein Schimmel
trieb mitten in die Strömung hinein.
Bjarni fluchte. Es hatte den Anſchein, als mühte er
ſich, den beiden näher zu kommen, aber Hallgerdr, die
jetzt wieder bei völligem Bewußtſein war, bemerkte, daß
er die Furt nicht verließ.
Da kamen aber ſchon vom anderen Ufer die Knechte,
allen voran Jon Thorkjel und der kleine Mar.
Wie eine Katze ſchwamm der Junge auf ſeinem
Pferde herüber und zwang Ingwalds Pferd, ehe die
anderen die Stelle erreichten, aus der Strömung heraus
auf den rechten Weg, wo Bjarni jetzt wetterte und
ſchimpfte über den unverantwortlichen Leichtſinn des
Kapitäns.
Umſonſt verſuchten die Knechte Hallgerdrs Pferd
einzufangen. Es trieb draußen immer tiefer in den
Strom hinein.
Jon Thorkjel war leichenblaß, als er Hallgerdr mit
geſchloſſenen Augen an der Bruſt des Kapitäns ruhen ſah.
Ingwald aber lächelte ihm beſchwichtigend zu.
Es iſt nichts geſchehen, flüſterte er dem Studenten zu.
Ihm war plötzlich ſo leicht, ſo frei zu Sinne. Der
kurze Vorgang hatte ihm ja gezeigt, wie heiß und innig
ihn Hallgerdr liebte, daß ſie nicht Not und Tod ſcheute,
um ihn aus einer vermeintlichen Gefahr zu retten.
Was ſchadete es, daß Bjarni, dieſer erbärmliche
Kerl, ihn vielleicht hatte vernichten wollen?
Aber tat er nicht doch dem Knecht unrecht mit dieſem
ſchmählichen Verdacht?
Guich haſte nin das ander uſer erecht.
Signe war bei dem Anblick der Gefahr, in der
Ing=
wald und Hallgerdr ſchwebten, in eine leichte Ohnmacht
gefallen, und ihr Vater und Dr. Gudmund mühten ſich
nun, ſie wieder zu ſich zu bringen. Die Studenten
ſtan=
den mit blaſſen Geſichtern dabei. Nur Jorum kümmerte
ſich nicht um die Schweſter. Sie vergnügte ſich, wie ſie
ſo gern tat, kleine Steine in die Flut zu ſchleudern und
lachte, als Ingwald, Hallgerdr in Jons Arme gleiten
ließ, der ſchnell von ſeinem Pony geſprungen war, als
ſie das Ufer erreichten.
Das wußte ich ſchon, behauptete Jorum wichtig, daß
Hallgerdr nicht umkommen würde. Bjarni hätte ſie noch
immer gerettet.
Was iſt mit Signe? forſchte Hallgerdr, ſich ängſtlich
aufrichtend, iſt ſie krank?
Jorum lachte verſchmitzt.
Solche Ohnmacht iſt ſo furchtbar intereſſant, kicherte
ſie. Die kriegt Signe immer, wenn ſie durch ihren
Leicht=
ſinn irgendwo ganz verſpielt hat. Sie ſetzt dann alles
in Angſt und Schrecken, und wenn ſie dann wieder zu
ſich kommt, dann hat man alle ihre Niederträchtigkeiten
vergeſſen und iſt arg gut mit ihr. Nicht wahr, Jon? Wir
und die Eltern können ein Lied davon ſingen?
Du darfſt Signe nicht ſchmähen, Jorum, mahnte der
Bruder.
Ach was, rief die Kleine wegwerfend. Signe iſt mir
ganz egal. Aber der arme Braune, der da draußen mit
dem Tode ringt, um den könnte ich weinen.
Und ſie legte plötzlich ihre Arme um Hallgerdrs Hals.
und ein tiefes, heißes Schluchzen kam aus ihrer Bruſt.
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Blattes.
9787E
Nummer 97₰
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Seite 15.
Sport.
Pokal=Spiele. Bei dem von dem F.=Kl. „Teutonia”=
Weiterſtadt veranſtalteten Pokal=Spiel (Sechſer=Spielen),
haben ſich folgende Vereine Preiſe errungen: Klaſſe A.
1. Preis Teutonia=Pfungſtadt, 2. Preis Olympia=
Dietzen=
bach. Klaſſe B. 1. Preis Haſſia=Darmſtadt, 2. Preis,
Fußballmannſchaft der Turngemeinde Beſſungen, 3. Preis
Germania=Arheilgen 4. Preis Fußballmannſchaft der
Turngemeinde Braunshardt, 5. Preis Alemannia=
König=
ſtädten, 6. Preis Alemannia=Arheilgen, 7. Preis
Olym=
pia=Braunshardt, 8. Preis Teutonia=Goddelau. Bei den
Olymp. Spielen haben ſich folgende Herren Preiſe
er=
rungen: Herr G. Völger den 1. Preis im 100 und 200=
MeterLaufen, den 2. Preis im 100 und 200=Meter=Laufen,
und den 1. Preis im 400=Meter=Laufen errang Herr
Georg Hofmann (von der Turngemeinde Beſſungen)
errang den 2. Preis im 400=Meter=Laufen Herr W. Weſp
von der Turngemeinde Braunshardt. Den 1. Preis im 17=
Kilometer=Wettgehen errang Herr H. Bauer=Gräfenhauſen,
den 2. Preis Herr W. Rupp=Goddelau, den 3. Preis Herr
W. Ruf=Arheilgen, den 1. Preis im Fußballweitſtoß Herr
Peter Klingler in Gräfenhauſen mit 56 Meter, den 2.
Preis Herr A. Weſp=Wixhauſen mit 51 Meter, den 3. Preis
Herr Weigandt=Arheilgen mit 40 Meter.
* Pferderennen. Rennen zu Frankfurt a. M.
Sandhof=Flachrennen. 2500 Mark, Diſtanz 1400 Meter:
1. Hrn. J. v. Uivarys Senechal (Dr. Rieſe), 2. Belfaſt
(Beſ.)g3. Bignonne (Lt. v. Moſch). Tot. 30:10, Pl. 16, 18,
25110. Unpl.: Lady Iim, Le Tonquinois, Ara, Allesley
Artus (4). Sehr leicht 3—4 Lg. — Goldſtein=Hürden=
Rennen. 3000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn. v.
Ben=
nigſens Dollarprinzeſſin (Holoubeck), 2. Hausfrau (Ohl=
meyer), 3. Lichtenſtein (Kühl). Tot. 22110, Pl. 14, 17110.
Unpl.: Herr Hauptmann (4). Kanter, 6—20 Lg. —
Offi=
zier=Jagdrennen. Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 2000
Meter: 1. Gymnich und v. Redens Mourlan (Lt. v. Görne),
2. I hope ſo (Beſ.), 3. Aguar (Lt. v. Moſch). Tot. 36:10,
Pl. 19, 44, 35:10. Unpl.: Stromboli, Hymen, Taka,
Lis=
nagarney, Medieis Pride. Sicher 1—5 Lg. — Preis von
Philippsruhe. 4000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Hrn.
L. Mollys Chicard (Printen), 2. More Scotch (Brown),
3. Moroſe (Krauſe). Tot. 17110, Pl. 13, 16, 49110. Unpl.:
Pikhaderra, Sklavin, Terciaba, Real Gem. Sehr ſicher
2—2½ Lg. — Waldfried=Jagd=Rennen. Ehrenpreis und
5000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Lt. v. Sydows
Fore=
father (Beſ.), 2. Halcyon Days (Beſ.), 3. Ibyeus (Lt.
Stellbrink). Tot. 13:10, Pl. 14, 15, 32110. Unpl.
Archi=
bald (4), Copley, The Bat, Manna, Muſigny. Ueberlegen
6—8 Lg. — Rodenſtein=Jagd=Rennen. 5000 Mark, Diſtanz
3500 Meter: 1. Hrn. Metternichs Jap (Kühl), 2. Bröſen
(Gehrke), 3. Tylander (Unterhozne). Tot. 1710, Pl. 21,
35:10. Unpl.: Diana, Red Clover, Raiſuli, Waſſermaus.
Verhalten 8 Lg.—Kopf.
* Radrennſport. Auswärtige Radrennen.
Der Große Preis von Tours brachte dem Italiener
Mo=
retti mit 4 Punkten im Geſamtklaſſement einen ſchönen
Sieg über die Franzoſen Pouchois mit 6 und Hourlier mit
8 Punkten. Moretti gewann den erſten Lauf mit einer
halben Länge vor Pouchois und den dritten mit doppelter
Handbreite vor Hourlier, während er im zweiten Lauf
knapp gegen Pouchois unterlag. Das Handicap brachte
einen ſchönen Kampf der 3 Malleute, den Hourlier knapp
vor Pouchois und Moretti für ſich entſchied. — In
Mai=
land gelangte ein Fliegermatch zum Austrag, das der
Franzoſe Dupuy vor den beiden Italienern Gardellin und
Moriſetti, ſowie dem Neger Hedspath gewann. —
Elle=
gaard ſtartete in Amiens und gewann den Großen Preis
der Picardie vor dem Lokalmatador Meurger.
Die amerikaniſche Radrennſaiſon wurde
auf dem Vailsburg=Velodrom bei New=York in
Gegen=
wart einer großen Zuſchauermenge eröffnet. In der
Haupt=
konkurrenz nahm neben dem zehnfachen amerikaniſchen
Meiſter Frank Kramer und dem von ſeinem Brüſſeler
Sturz wieder hergeſtellten Sechstagefahrer Joe Fogler
auch der kleine Franzoſe Comes teil, der ſich ebenfalls für
den Endlauf des Zweimeilen=Rennens qualifiziert hatte.
Wenn Comes ſein Debut auch nicht zu einem Siege
ge=
ſtalten konnte, ſo errang er doch einen guten zweiten Platz
hinter dem mit halber Länge gewinnenden Kramer; Fogler
wurde Dritter. Comes wird in dieſem Jahre neben dem
Championat von Amerika auch die ebenfalls in Amerika
auf dem Vailsburg=Velodrom zur Entſcheidung
gelangen=
den Rad=Weltmeiſterſchaften für Frankreich beſtreiten.
Literariſches.
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elektriſche Strom Bd. 2.) Plaudereien von Hanns
Gün=
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Tech=
niſcken Monatshefte (Franckhſche Verlagshandlung)
Stuttgart. Preis geh. 1 Mark, geb. 1,80 Mark.
Tele=
graphie und Telephonie ſind zu einer ſo bedeutenden
Macht im modernen Leben geworden, daß jedermann,
auch der nicht eigentlich techniſch Intereſſierte, ſich mit
Herkunft, Weſen und Geſchichte dieſer Großmächte
beſchäf=
tigen muß. Das mit vielen erläuternden Abbildungen
verſehene Büchlein iſt eine der Beigaben, die die
Zeit=
ſchrift Techniſche Monatshefte ihren Leſern halbjährlich
für den Geſamtpreis von 3,50 Mark liefert.
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mann=Wiesbaden. 448 Seiten, geh. Preis 3,50 Mark.
geb. 4,50 Mark. Verlag Graphiſche Kunſtanſtalt Rudolf
Vierthaler, Wernigerode. Der Roman führt uns hinein
in die letzten Kämpfe der Römer und Germanen um die
Gegend am Taunus, Main und Rhein im 3.
Jahrhun=
dert n. Chr. Kaiſer Poſtumus hat mit Mühe die
Reichs=
grenze hergeſtellt, da bricht der Anſturm der Chatten auf
dieſe los, und im Rücken des heldenhaften Auguſtus
empört ſich der Uſurpator Lollianus. In einem
gewal=
tigen Ringkampfe nach innen und außen ſtürzt das ganze
Gefüge römiſcher Macht zuſammen, und alle Vertreter
des kaiſerlichen Geſchlechtes finden ihren Untergang bis
auf die einſam zurückbleibende Viktoria, die Mater
caſtrorum. Der Dichter verfällt nie in die profeſſorale
Manier; das Pſychologiſche der Handlung und die
Cha=
rakteriſierung der Perſonen iſt ihm die Hauptſache. So
kann man den Roman mit Recht als vorzügliches
Pro=
dukt der hiſtoriſchen Heimatkunſt bezeichnen.
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62
Hauptversammlunc
Montag, den 29. April 1912, abends 8½ Uhr,
in der Reſtauration Sitte, gelber Saal,
Karlſtraße 15, 1 Treppe.
Tagesordnung:
1. Bericht über das verfloſſene Vereinsjahr Bericht der
Rech=
nungsprüfer. Feſtſetzung des Voranſchlags für 1912/13.
Ergänzungswahl des Vorſtandes.
2. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Sames über
Steuerfragen.
Etwaige Anträge bittet man bis längſtens den 26. April d. J.
bei dem Vorſtande einzureichen.
Wir erſuchen unſere Mitglieder, Herren und Damen,
zahl=
reich erſcheinen zu wollen.
Der Vorstand.
7555odo)
Kaufmamnschel Vercnn (L. v.)
Darmstadt.
Freitag, 26. April, abends 9 Uhr,
im Kaisersaal (Fürstensaal)
er&
C
des Herrn Justizrat Dr. Bender
Gäste sind willkommen.
(9790
Der Vorstand.
Aig meiherVberein gegenVberarnngu Seilelei
Einladung
zur Mitglieder=Verſammlung
in den Rathausſaal am Markt
auf Freitag, 3. Mai 1912, nachmittags 4 Uhr.
Tages=Ordnung:
1. Entgegennahme des Geſchäftsberichts.
2. Abhör der Jahresrechnung und Entlaſtung des Rechners.
3. Feſtſtellung der neu aufgeſtellten Satzung.
4. Wahl der Vorſtandsmitglieder.
5. Verſchiedenes.
Darmſtadt, den 20. April 1912.
Für den Vorſtand:
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in Umlauf. Eine Anzahl Herren der Techniſchen
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Geldſpenden übernommen. Wir richten hierdurch
die dringende Bitte an die Einwohnerſchaft
Darmſtadts
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die nationale Sache
durch möglichſt reichliche Gaben zu unterſtützen.
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30 Minuten nachmittags von
Baltimore nach Hamburg.
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0 Uhr morgens in Philadelphia.
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4 Uhr nachmittags von Norfolk
nach Hamburg.
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7 Uhr morgens in Palermo.
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Freitag, 3. Mai: Zweiter Tag:
„Siegfried‟.
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„Götterdämmerung”.
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ſie am Freitag, 26. April, von
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ihrer Abonnements=Karten, ſich
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entſprechend) für die 4 Abende
gültig, an der Tageskaſſe ſichern
können. (Die Pätze der Ganz=
Abonnenten bleiben am 26. April.
bis nachmitt. 5 Uhr aufbewahrt.)
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Samstag, 27. April: a) für
die Galerien von 1—1¼ Uhr,
b) für die anderen Plätze von
3½—5 Uhr, ſowie Sonntag,
28. April, u. Montag. 29. April,
vormittags von 11—1 Uhr, an der
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vier Abende:
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loge 16 Mk., Fremdenloge 16 Mk.,
Balkonloge 14 Mk., Erſter Rang
12 Mk., Zweiter Rang 6 Mk.,
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7.20 Mk. Erſte Galerie 4 Mk.,
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6.— Mk., Erſter Rang 4.50 Mk.,
Sperſitz 4.— Mk. uſw.) verkauft.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. April 1912.
Nummer 97.
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