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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Mit der Beratung der Wehrvorlagen im
Reichstag ſoll am Montag begonnen werden.
Bezüglich der Wahl des Abg. Dr. Becker (Alzey=
Bingen) beſchloß der Reichstag Beweiserhebung.
Die Demiſſion des ungariſchen Kabinetts
wurde vom Kaiſer angenommen.
Die griechiſche Königsfamilie ſtattete dem
Kaiſer einen Beſuch auf Korfu ab.
Einer Meldung aus Konſtantinopel zufolge haben die
Italiener eine Flottenaktion in den
Dar=
danellen begonnen.
Der kanadiſche Dampfer Earl Gley iſt in der
Nähe des Kap Bohn auf Grund geraten.
Die ungariſche Kriſe.
— Wenige Wochen ſind es erſt, daß das ungariſche
Kabinett ſeine Demiſſion eingereicht hat, und nur durch
den entſchiedenen Einſpruch des greiſen Kaiſers, der mit
der Abdankung drohte, bewogen werden konnte, die
Ge=
ſchäfte weiter zu führen. Schon damals konnte man
mit ziemlicher Sicherheit vorausſehen, daß die
Herrlich=
keit nicht lange dauern würde, denn die
Oppo=
ſition des ungariſchen Abgeordnetenhauſes in den
Wehrfragen iſt bekanntlich ſo ſtark, daß ſich ihre
Bezwingung nicht ſo ohne weiteres ermöglichen läßt. Die
Oppoſition hat nach Wiederaufnahme der Verhandlungen
während der letzten Tage ihre Verhinderungstaktik
fort=
geſetzt, und wenn auch für die Wehrvorlagen an und
für ſich eine Mehrheit zu haben geweſen wäre, ſo machte
doch vorläufig die Obſtruktion jede Verhandlung zu
einer Unmöglichkeit und die Regierung wurde ſchließlich
des grauſamen Spiels müde. Graf Khuen=Hedervary iſt
in Wien eingetroffen und hat ſein Mandat in die Hände
des Kaiſers zurückgelegt. Auch Kaiſer Franz Joſef wird
ſich diesmal in das Unabänderliche ſchicken, angeſichts der
Ausſichtsloſigkeit, augenblicklich ein arbeitsfähiges
unga=
friſches Parlament zu erhalten.
Als Nachfolger des Grafen Khuen iſt der jetzige
Finanzminiſter Lukacs auserſehen, der den Tanz mit der
Oppoſition wagen ſoll. Inzwiſchen will man
Delegatio=
nen einberufen, um, wenigſtens für eine Zeit lang, das
Budget durch ein Proviſorium ſicher zu ſtellen. Ob Herr
Lukacs viel ausrichten wird, ſteht dahin, möglicherweiſe
wird er zu einer Auflöſung des Parlaments ſchreiten,
um die Oppoſition zu ſchwächen, um ſomit ein
arbeits=
fähiges Haus zu bekommen. Der bisherige
Miniſterprä=
ſident iſt vor dieſem Machtmittel zurückgeſchreckt, er hat
ſich die Kraft zur Löſung dieſer Aufgabe nicht mehr
zu=
getraut und iſt darum gegangen.
Dieſe fortwährenden Kriſen ſind nur zu ſehr
geeig=
net, die Donau=Monarchie zu erſchüttern und ihre
Stoß=
kraft zu lähmen. Gilt es doch diesmal gerade die
Wehr=
vorlagen, die dazu beſtimmt ſind, die
Verteidigungsfähig=
keit Oeſterreich=Ungarns zu erhöhen und bezeichnend iſt
es, daß Nebenſächlichkeiten es ſind, die ihrer
Verabſchie=
dung im Wege ſtehen. Man will die Einberufung der
Reſerven dem Kaiſer allein nicht zugeſtehen, ſondern ſie
nur unter parlamentariſcher Genehmigung zulaſſen. Dieſe
Forderung hat begreiflicherweiſe den greiſen Monarchen
in Harniſch gebracht, indem er darin ein großes
Miß=
tauensvotum gegen ſeine Regierung erblickt. Es iſt ein
trauriges Zeichen, daß ein Teil des ungariſchen
Parla=
ments ſeine Einwilligung in einer ſo wichtigen
natio=
nalen Frage von der Erfüllung einer derartigen
For=
derung abhängig machen will, man ſieht eben, daß einem
Teil der Bevölkerung an dem Beſtand der Donau=
Mon=
archie nicht allzu viel zu liegen ſcheint, und mit dieſen
Momonten nechnen eben auch die Gegner Oeſterreich=
Ungarns und werden im geeigneten Falle nicht
verfeh=
len, an geeigneter Stelle einzuſetzen, wie ja derartige
Verſuche von Seiten Frankreichs vor einigen Jahren
be=
reits zu verzeichnen waren.
Die geſcheiterte Vermittelung der Mächte.
* Der türkiſche Miniſterrat beriet über die Antwort
der Pforte auf die Mitteilungen der Mächte. Wie
es heißt, wird die Antwort eine ausführliche Begrün=
dung der Haltung der Pforte enthalten, die lediglich
ge=
neigt ſein ſoll, Italien wirtſchaftliche Vorteile in
Tripo=
litanien auf der Baſis ausdrücklicher Anerkennung der
Hoheitsrechte der Türkei zuzugeſtehen.
Die türkiſchen Zeitungen beſprechen den Schritt
der Mächte, deren freundſchaftlichen Charakter ſie
an=
erkennen. Sie erklären übereinſtimmend, daß der Friede
nur auf der Grundlage der Zurückziehung des
Annexionsdekretes möglich ſei. Tanin ſchreibt:
Die jungtürkiſche Partei iſt aus den Wahlen als
Sie=
gerin hervorgegangen, weil ſie für einen Widerſtand bis
zum Aeußerſten eintritt und nie ein Kabinett unterſtützen
würde, das nachgeben wollte. Die Mächte ſollten, anſtatt
Schritte zur Beendigung des Krieges zu tun, lieber einer
Ausdehnung des Krieges vorbeugen. Wenn die Jatiener
merken, daß ſie uns in keiner Weiſe zum Abſchluß des
Friedens zwingen können, werden ſie, um zu vermeiden,
das Land in ein unheilbares Unglück zu ſtürzen, den
Frieden auf der Grundlage der Räumung von Tripolis
verlangen. Damit es dahin komme, müſſen die Italiener
jede Hoffnung auf Unterſtützung ſeitens Europas
ver=
lieren.
Der Mciländer Corriere della Sera beſchäftigt ſich
in ſeinem letzten Leitartikel mit der neuen
politi=
ſchen Lage, wie ſie der Schritt der Mächte geſchaffen
habe. Man müſſe fragen, warum Rußland auf ſeiner
Anregung beſtehe und darauf antworten, daß es ein
be=
ſtimmtes Ziel verfolge. Dieſes beſtehe darin, Europa
zu zeigen, daß es ein lebhaftes Intereſſe an der
Beendi=
gung des italieniſch=türkiſchen Krieges nehme, weil es
eine Gefährdung des europäiſchen Friedens vermieden
ſehen wolle. Wenn ſich aber die Türkei hartnäckig zeige,
wolle Rußland beweiſen, daß noch eine andere Löſung
möglich ſei als die bisher verfolgte Der Streit würde
dann in eine neue Phaſe treten. Dieſe dunkeln
Drohun=
gen des vielfach von der Regierung beeinflußten Blattes
werden durch eine Unterredung des Petersburger
Bericht=
erſtatters des Secolo ergänzt, die er mit einer hohen
Perſönlichkeit des Miniſteriums des Aeußern gehabt hat.
Das Ergebnis dieſer Unterredung wird dahin
zuſam=
mengefaßt, daß zwiſchen Italien und Rußland ſchon ſeit
dem Beſuch des Zaren in Racconigi ein Abkommen
ge=
ſchloſſen worden ſei, daß auch jetzt wieder wichtige
Unter=
handlungen zwiſchen Rom und Petersburg ſtattfänden,
daß Rußland wirklich Truppen an der Weſtgrenze in
Aſien mobil gemacht habe und daß die Abberufung
Tſcharikows noch immer nicht aufgeklärt ſei.
Die chineſiſchen Anleihe=Verhandlungen.
* Rußland und Japan teilten, wie das
Reu=
terſche Vureau erfährt, der engliſchen Regierung
offiziell mit, daß ſie die Aufforderung zur gleich hohen
Teilnahme mit England, Frankreich, Deutſchland und
den Unionſtaaten an der Anleihe zur Reorganiſation
Chinas in Höhe von 60 Millionen Pfund annehmen.
Das Anleihe=Abkommen ſoll für die Sonderintereſſen
Rußlands und Japans in der Mongolei und dem
weſt=
lichen China in keiner Weiſe präjudizierend ſein. Es
wird ferner mitgeteilt, daß Japan in Yokohama die
Speciebank und Rußland die Ruſſiſch=Aſiatiſche Bank
zur Vertretung der betreffenden Regierung auserſehen
habe. Es wird alles verſucht werden, um baldmöglichſt
die Konferen; der ſechs Finanzgruppen zur Erörterung
der Einzelheiten ſtattfinden zu laſſen. Ob die Konferenz
in London oder auf dem Kontinent ſtattfindet, iſt
noe=
nicht entſchieden. Die Hauptbedingungen, die Japan
und Rußland für den Eintritt in die Gruppe machen,
wer=
den kaum einem Widerſpruch begegnen, während,
ob=
gleich die Verhandlungen zwiſchen den verſchieden
be=
teiligten Intereſſengruppen im Fortſchreiten begriffen
ſind, ein Weiterkommen unwahrſcheinlich iſt, bis die
Frage der belgiſch=engliſchen Anleihe
Er=
ledigung gefunden hat. Es wird gemeldet, daß keine
weiteren Summen außer der bereits China
vorgeſchoſſe=
nen Summe von einer halben Million Pfund auf die
große Anleihe hin, ausgezahlt werden. Die Höhe der
Anleihe, obgleich ſie auf 60 Millionen Pfund angegeben
wurde, ſteht noch nicht endgültig feſt. Es war von einer
ungeheueren Summe, von 200 Millionen, die Rede. Die
Summe hängt von den Bedürfniſſen Chinas ab, da das
Geld u. a. zur Reorganiſation des Heeres und der Flotte
verwendet werden ſoll. Es iſt die Notwendigkeit einer
wirkſamen Kontrolle nicht nur in finanzieller
Hinſicht betont worden. Dies iſt aber eine Frage, die
noch zu regeln bleibt.
Einer ſpäteren Meldung zufolge zog ſich die
Ruſ=
ſiſch=Aſiatiſche Bank vollſtändig von dem
eng=
liſch=belgiſchen Syndikat zurück.
Deuſches Reich.
— Der Arbeitsplan des Reichstags. Man
will, wie bereits gemeldet, den Verſuch machen, bis
Pfingſten, wofür unter Abrechnung zweier ſitzungsfreier
Tage (4. und 6. Mai) noch 30 Arbeitstage zur Verfügung
ſtehen, die Wehrvorlagen und den Etat zu erledigen,
freilich ſind die Ausſichten hierfür nicht ſehr groß. Am
Montag beginnt die Beratung der Wehrvorlagen, die mit
der Deckungsvorlage verbunden wird, und man hat acht
Tage hierfür in Ausſicht, da man glaubt,für die zweite
Beratung der noch ausſtehenden Etats mit 19 Tagen
nach dem Durchſchnitt der letzten Jahre wären es 25—
und für die dritte Leſung des Etats mit 3 Tagen
aus=
kommen zu können. Hiervon rechnet man einen halben
Tag auf den Etat des Reichstags, 3 Tage für
Reichs=
kanzlei und Auswärtiges Amt, 6 Tage Militär=Etat,
2 Tage Juſtizverwaltung, einen Tag ’für Reichsſchatzamt,
Reichsſchuld und kleinere Etats, anderthalb Tage für die
Verwaltung der Reichseiſenbahnen und 3 Tage für den
Kolonialetat.
— Die Wehrforderungen und ihre
Deckung. Die Norddeutſche Allg. Ztg. ſchreibt: Die
Nationalliberale Korreſpondenz beſpricht in einem
Ar=
tikel „Das entſchleierte Bild” die dem Reichstage
vorge=
legten neuen Wehrforderungen und ihre Deckung. Sie
zeigt ſich auffällig ſchlecht unterrichtet. Sie behauptet, es
ſtehe feſt, daß die Armeeverwaltung urſprünglich höhere
Forderungen geſtellt habe. In Wahrheit ſteht das
Ge=
genteil feſt, die Vorlage enthält alle Forderungen der
Armeeverwaltung unverkürzt. Eine andere Stelle des
Artikels ſagt, um 10 Millionen für Deckung zu
gewin=
nen, werde der Bau des Nordoſtſeekanals 10 Millionen
verlangſamt. Die Summe für die Bauzeit des nächſten
Etatsjahres iſt deswegen nicht erforderlich, weil infolge
der ungünſtigen Witterung die Erdarbeiten nicht
fortge=
ſchritten ſind, wie es bei der Aufſtellung des Etats in
Ausſicht genommen war, zweitens ſich die Feſtlegung der
Trace für die Bahnüberführung bei Hochdonn verzögerte.
Der Gedanke, daß es ſich hier nicht um tatſächliche
Um=
ſtände, ſondern um eine ſachlich unberechtigte finanzielle
Schiebung handele, iſt demnach völlig haltlos.
— Die Erhöhung der Mannſchaftslöhne
ſoll laut Berliner Politiſchen Nachrichten erſt vom
Be=
ginn des nächſten Rechnungsjahres ab eintreten und
wird deshalb auch erſt im Reichsetat für 1913 in
Erſchei=
nung treten.
— Die ſozialdemokratiſche
Reichstags=
fraktion beſchloß, wie der Vorwärts mitteilt, die
von der Regierung geforderten und von der
Budgetkom=
miſſion bereits bewilligten 650000 Mark zur
vorüber=
gehenden Verſtärkung der deutſchen Schutztruppen in
China abzulehnen, weil dieſe Forderung eine
notwen=
dige Folge unſerer ganzen „kolonialen und
imperialiſti=
ſchen Politik” ſei. In „der Budgetkommiſſion haben
be=
kanntlich zwei ſozialdemokratiſche Abgeordnete für dieſe
Kredite geſtimmt. Es iſt alſo eine ernente Niederlage des
Reviſionismus.
Miniſterpräſident v. Hertling über
die Sozialdemokratie. Wie bereits mitgeteilt,
hat Miniſterpräſident Frhr. v. Hertling dem Grafen
Tör=
ring auf deſſen Aufſehen erregende Rede in der Kammer
der Reichsräte geantwortet. Beſonders intereſſant ſind
ſeine Ausführungen über die Sozialdemokratie, wenn
man ſich erinnert, daß die Zentrumspartei in Bayern,
der ja bekanntlich Frhr. v. Hertling angehört, früher mit
der Sozialdemokratie bei den Wahlen
zuſammengegan=
gen iſt. Herr von Hertling ſagte:
Gräf Törring ſtreifte die Stellung des Miniſteriums
zur Sozialdemokratie, Was dieſe betrift, ſo uuß ich
un=
umwunden bekennen, daß meine Auffaſſung von der
Tör=
rings abweicht. Törring ſcheint der Meinung zu ſein,
die Sozialdemokratie ſei eine volitiſche Partei wie jede
andere. Dieſer Meinung bin ich nicht. Die
Sozialdemo=
kratie beſtreitet, alle Grundlagen, auf denen die ganze
bürgerliche Geſellſchaft beruht. Wir können und dürfen
ſie nicht wie eine andere politiſche Partei anſehen.
Spe=
ziell bezüglich der ſüddeutſchen Sozialdemokratie ſcheint
Törring eine mildere Anſicht zu haben; auch dieſe Anſicht
kann ich nicht teilen. Ich bin der Meinung, daß die ganze
Sozialdemokratie ſich hinſichtlich ihrer Ziele und
Grund=
ſätze durchaus einig iſt und fühlt. Wegen kleiner
Nuan=
cen im Auftreten darf man ſich nicht täuſchen laſſen. Dieſe
Beſtrebungen hat nicht nur die deutſche Sozialdemokratie.
Die Sozialdemokratie rühmt ſich, eine internationale
Par=
tei zu ſein und dieſe macht ſich gelegentlich recht deutlich
als ſolche geltend. Ich habe erſt heute einen Bericht aus
Paris erhalten über eine dort am 31. März ſtattgehabte
Verſammlung, in der ſich deutſche und franzöſiſche
So=
zialdemokraten verbrüdert haben. In der Verſammlung
ſind Aeußerungen gefallen, die für das Deutſche Reich
nicht beſonders förderlich geklungen haben. Wenn ich
alſo auch der Anſicht Törrings nicht beiſtimmen kann
ſo bin ich anderſeits auch nicht zu peſſimiſtiſch. Die
So=
zialdemokratie iſt nach meiner Auffaſſung eine Krankheit
am Volkskörper, wogegen es kein Spezifikum gibt und
die ſich auch mit Feuer und Schwert nicht ausrotten läßt.
Aber es geht wie mit den anderen Krankheiten in der
Natur. Sie treten heftig auf und trotzen aller
Be=
kämpfung, aber wenn ſie ihren Höhepunkt erreicht haben,
nehmen ſie ab und erlöſchen. Das einzige, was wir tun
können, iſt, die Ausbreitung einer ſolchen Krankheit
mög=
lichſt zu bekämpfen. Dazu gehört aush, wozu wir durch
die Verfaſſung berechtigt ſind, unſeren Beamtenſtand von
der Sozialdemokratie freizuhalten. Keinem
zielbewuß=
ten Sozialdemokraten kann ein Staatsamt übertragen
werden. Dagegen denken wir nicht daran, die Arbeiter
verſchieden zu behandeln.
— Der bayeriſche Jeſuitenerlaß. Die
Korreſpondenz Hoffmann meldet: Verſchiedene
Preſſe=
äußerungen erwecken den Anſchein, die
Bundesregierun=
gen ſeien über die Abſicht der bayeriſchen Regierung, in
der Jeſuitenfrage, wie bekannt, vorzugehen, genau
infor=
miert, ohne ihrerſeits ſich zu dieſer Abſicht zu äußern
Dieſe Aeußerungen entſprechen in dieſer Form nicht den
Tatſachen. Die bayeriſche Regierung hat ihre Abſicht,
den Begriff „Ordenstätigkeit” künftighin in
einſchrän=
kender Weiſe auszulegen, den Regierungen der größeren
Bundesſtaaten unter dem 23. Januar 1912 mitteilen
llaſſen. In dieſer Mitteilung lag nicht das Anſinnen an
die beteiligten Regierungen, amtlich dieſer Auslegung
beizutreten, ſondern lediglich die Abſicht, dieſe
Regie=
rungen von dem in Ausſicht genommenen Vollzug des
Jeſuitengeſetzes zu verſtändigen. Im Laufe des Monats
Februar gingen der bayeriſchen Regierung von ſeiten
einiger beteiligten Bundesregierungen, darunter der kgl.
preußiſchen Regierung, Aeußerungen zu, die den
Stand=
punkt dieſer Regierungen darlegten, jedoch in keinem
Falle Verwahrung gegen das mitgeteilte Vorhaben der
bayeriſchen Regierung enthielten.
Die dem Reichstag zugegangene Interpellation
Baſſermann hat folgenden Wortlaut: 1. Erkennt der Herr
Reichskanzler in dem Erlaß des bayeriſchen
Staatsmini=
ſteriums des Innern an die königlichen Regierungen,
be=
treffend den Vollzug des Jeſuitengeſetzes die Verletzung
des Reichsgeſetzes vom 4. Juli 1872, Bekanntmachung
des Reichskanzlers vom 5. Juli 1872, an? 2. Welche
Schritte gedenkt der Reichskanzler gegenüber dieſem
Vor=
gehen der königlich bayeriſchen Staatsregierung zu tun,
um das kaiſerliche Recht zur Ueberwachung und
Aus=
führung der Reichsgeſetze zu wahren?
— Die Bergarbeiterbewegung in Sach
ſen. Nachdem der ſächſiſche Miniſter des Innern Graf
Vitzthum v. Eckſtädt Vertreter der ausſtändigen
Berg=
arbeiter und die Vertreter des bergbaulichen Vereins
zu einer Beſprechung empfing, teilte er dem
Landtagsab=
geordneten Krauſe als Führer der Arbeiterabordnung
mit, daß von den Arbeitgebern jede Vermittlung der
Re=
gierung abgelehnt worden ſei, weil die Streikbewegung
nicht aus einer Notlage heraus entſtanden, ſondern in
die Arbeiterſchaft von außen hereingetragen worden ſei.
Die Arbeitslöhne befänden ſich in allmählich
aufſteigen=
der Richtung und würden ſich bei günſtiger Konjunktur
weiter verbeſſern. Die ſprunghafte Lohnſteigerung werde
aber von den Werksbeſitzern beſtimmt abgelehnt. Die
Regierung könne auch die Gründe, aus denen die
Werks=
beſitzer die Vermittelung ablehnten, nicht widerlegen. In
Anbetracht deſſen und der vom Vorſtand des
Bergbau=
lichen Vereins mit Entſchiedenheit eingenommenen
Stel=
lung könne die Regierung weitere Schritte zur Beilegung
des Ausſtandes von ſich aus nicht tun.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Kabinettskriſis. Der
Kaiſer empfing Khuen=Hedervary in einſtündiger Audienz,
in der der Miniſterpräſident die Demiſſion der Regierung
anmeldete. Der Monarch nahm die Demiſſion an und
verabſchiedete Khuen=Hedervary unter Würdigung der
Gründe ſeines Rücktritts in gnädiger Weiſe. Eventuelle
Neuberufungen werden in ein bis zwei Tagen erfolgen.
Das Abgeordnetenhaus wird nach der amtlichen
Anmel=
dung des Rücktritts des Kabinetts Khuen bis zur Löſung
der Kriſe vertagt werden. In den politiſchen Kreiſen ſteht
ausſchließlich die Annahme im Vordergrund, daß
Lu=
kacs zukünftiger Kabinettschef wird. Die Organe der
Regierung und der Koſſuthpartei erheben gegen die
Juſthpartei den Vorwurf, daß ſie wegen ihrer
Macht=
gelüſte mit Auffenberg liebäugelte, trotzdem dies eine
Erniedrigung für Ungarn bedeute.
Frankreich.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Die Agence Havas meldet aus London: In
gewöhnlich gut informierten Kreiſen verſichert man, daß
die engliſche Regierung in Madrid ihre Ratſchläge zur
klugen Mäßigung erneuerte. Sie ſpricht unter dieſen
Um=
ſtänden die Hoffnung aus, das ſpaniſche Kabinett werde
von ſelbſt die letzten Frankreich gemachten Vorſchläge
ſo maßvoll geſtalten, daß ſie eine ernſthafte Grundlage
für die Verhandlungen bilden können.
England.
Im Unterhauſe fragte King (liberal) Churchill,
ob die Herſtellung von Kriegsſchiffen für fremde
Regie=
rungen durch Privatwerften in England in letzter Zeit
Gegenſtand eines Meinungsaustauſches mit einer
aus=
wärtigen Macht geweſen ſei. Churchill erwiderte, ſo viel
der Admiralität bekannt, ſei die Frage zu verneinen, hätte
jedoch an den Staatsſekretär des Aeußern gerichtet
wer=
den müſſen. King fragte weiter, ob die. Privatwerften
davon unterrichtet ſeien, daß die Regierung im Falle
eines Seekrieges, in dem England die kriegführende
Par=
tei ſei, die für Rechnung einer fremden Macht in Bau
befindlichen Kriegsſchiffe für ſich requirieren könne.
Chur=
chill erklärte, daß keine derartige Mitteilung an die
Pri=
vatwerften gerichtet worden ſei.
Marokko.
Aufſtand in Fez? In einem dem Echo de
Paris aus Tanger zugegangenen Telegramm wird die
Meldung aus London beſtätigt, daß in Fez ein Aufſtand
ausgebrochen ſei und die Truppen gemeutert hätten.
Gegen einen Unteroffizier der franzöſiſchen Militärmiſſion
habe ein Anſchlag ſtattgefunden. Die funkentelegraphiſche
Verbindung mit Fez ſei unterbrochen. Der Matin
ver=
öffentlicht ein in Fez aufgegebenes Funkentelegramm,
in dem lediglich mitgeteilt wird, daß die für den 17. April
anberaumte Abreiſe des Geſandten Regnault und ſeiner
Begleiter wegen ſſchlechten Wetters aufgeſchoben
wor=
den ſei. Der Times=Korreſpondent meldet aus Tanger
unter Vorbehalt vom 17. April, daß ernſte Unruhen in
Fez ausgebrochen ſein ſollen. Aus einer Meldung geht
hervor, daß die marokkaniſchen Truppen gemeutert
hät=
ten und daß ein Teil der Bevölkerung ſich ihnen
ange=
ſchloſſen habe. Die drahtloſe Telegraphie ſei außer
Stande, Nachrichten aus Fez zu erhalten.
* Die Gnadengeſuche derbeiden Spione
Trench und French abgelehnt. Wie die
Braun=
ſchweigiſche Landeszeitung erfährt, ſind von den
Fami=
lien der wegen Spionage verurteilten engliſchen Offiziere
Trench und French Gnadengeſuche an den Kaiſer
einge=
reicht worden. Den Geſuchen iſt nach Anhörung der
zu=
ſtändigen Stellen eine abſchlägige Antwort erteilt worden
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. April.
* Ernannt wurde der Schulverwalter Heinrich Uhl
aus Gießen zum Reallehrer an der Anſtalt für Schwach=
und Blödſinnige „Aliceſtift” zu Darmſtadt mit Wirkung
vom 16. April 1912 an unter Belaſſung in der Kategorie
der Volksſchullehrer.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg und dem Herrn Fürſten
und Grafen zu Erbach=Schönberg auf die Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Höllerbach, Kreis Erbach,
präſen=
tierte Schulamtsaſpirant Heinrich Heucher aus
Jugen=
heim, Kreis Bingen, für dieſe Stelle.
** Entlaſſen wurde die Lehrerin an der
Gemeinde=
ſchule zu Ober=Ramſtadt, Kreis Darmſtadt, Eliſabeth
Zwilling auf ihr Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Juli
1912 an aus dem Schuldienſte.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Kirchendiener und Glöckner Heinrich
Lämmermann III. in Groß=Gerau anläßlich ſeiner
Verſetzung in den Ruheſtand das Allgemeine
Ehren=
zeichen mit der Inſchrift: „Für langjährige treue Dienſte‟.
* Uebertragen wurden dem Lehrer Johann
Karnehm zu Ober=Hilbersheim, Kreis Oppenheim,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Klein=
Winternheim, Kreis Mainz; dem Schulamtsaſpiranten
Karl Dautel aus Wimpfen, Kreis Heppenheim, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Flomborn, Kreis
Alzey; dem Schulamtsaſpiranten Sebaſtian Wetzel
aus Gernsheim, Kreis Groß=Gerau, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Sprendlingen, Kreis Alzey; dem
Schulamtsaſpiranten Friedrich Egelhof aus
Bechen=
heim, Kreis Alzey, die Lehrerſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Dintesheim, Kreis Alzey; dem
Schulamts=
aſpiranten Karl Dietrich aus Rhein=Dürkheim, Kreis
Worms, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Offenheim, Kreis Alzey.
* Militärdienſtnachrichten. Quade, Hauptm.
vom Inf.=Regt. Nr. 117, Boße, Oberlt. vom Inf.=Regt.
Nr. 116, zum I. Lehrkurſus zur Infanterie=Schießſchule
kommandiert.
— Die durch dan Umbau in Darmſtadt bedingte
Er=
öffnung und Schließung der verſchiedenen
Bahnhofs=
anlagen iſt wie folgt feſtgeſetzt: 1. Es werden
ge=
ſchloſſen: a) am 27. April, abends: die beiden
Hauptbahnhöfe Darmſtadt Preußiſch=Heſſiſch und Main=
Neckarbahn, ſowie der Bahnhof Darmſtadt=Süd für den
Güterverkehr. b) Am 30. April, abends:
dieſe genannten drei Bahnhöfe für den Perſonenverkehr
Ausgenommen hiervon iſt jedoch der Perſonenverkehr
der beiden Odenwaldſtrecken von Groß=Zimmern
und Wiebelsbach=Heubach, der noch bis zum
14. Mai, abends im alten Bahnhof verbleibt. Reiſende
von oder nach dieſen beiden Strecken, die in der Zeit
vom 1.—14. Mai vom alten in den neuen Hauptbahnhof
übergehen müſſen oder umgekehrt, haben für ihre
Ueber=
kunft ſelbſt zu ſorgen. Direkt abgefertigtes Reiſegepäck
wird jedoch bahnſeitig überführt. e) Der ſeitherige alte
Hauptbahnhof iſt ſomit erſt vom 15. Mai ab für den
Ver=
kehr vollſt än dig geſchloſſen. 2. Es werden
eröffnet: a) Am 29. April: die Güterabfertigung
im neuen Hauptbahnhof mit den Privatanſchlüſſen und
den Lagerplätzen. b) Am 1. Mai: der neue
Hauptbahn=
hof und der neu errichtete Haltepunkt Darmſtadt
Süd. Ausgenommen hiervon iſt der Perſonenverkehr
der beiden Odenwaldſtrecken Groß=Zimmern und
Wiebelsbach=Heubach, der noch bis zum 14.
Mai im alten Hauptbahnhof verbleibt. e) Am 15.
Mai: der neu errichtete Haltepunkt Darmſtadt=
Nord. Für Darmſtadt=Oſtbahnhof ändert
ſich nichts.
nn. 92. Geburtstag. Am nächſten Samstag, den
20. April, vollendet unſer Mitbürger Herr Moritz
Hirſch ſein 92. Lebensjahr. Am 20. April 1820 in
Gießen geboren, betrieb er bis zu ſeiner Ueberſiedelung
nach Darmſtadt ein Modewarengeſchäft. Seine
um=
faſſenden kaufmänniſchen Kenntniſſe lenkten bei der
Er=
richtung der Reichsbanknebenſtelle hier das Augenmerk
auf ihn und wurde Herr Hirſch der erſte Vorſteher dieſer
hier errichteten Filiale. Seit Jahren lebt Herr Hirſch
als Privatmann und erfreut ſich in allen Kreiſen unſerer
Stadt hohen Anſehens und Wertſchätzung. An ſeinem
90. Geburtstag ehrte ihn Se. Königl. Hoheit der
Groß=
erzog durch Ueberſendung ſeines Bildes mit
Unter=
ſchrift. Wünſchen auch wir dem bekannten Wohltäter
der Armen noch viele Jahre geiſtiger und körperlicher
Friſche.
Die 33. ellgemeine Konferenz der evangeliſchen
Geiſtlichen der Trerinz Starkenburg wird am
Mitt=
woch, 8. Mai, vormittags 10 Uhr, im Synodalgebäude
Die wahren Helden der Pole.
C) „Ohne die Eskimohunde würde die
Ge=
ſchichte der Pole nie erzählt werden” darin gipfelt der
Lobeshymnus, den der Nordpolentdecker Peary auf
ſeine treuen vierbeinigen Reiſegenoſſen anſtimmt, denen
das American Magazine einen feſſelnden Aufſatz über
dieſe wahren Helden der Pole widmet. Die Entdecker
und Forſchungsreiſenden finden faſt immer nach ihrer
entbehrungsvollen Fahrt durch das ewige Eis den Weg
zur Heimat wieder, ſie kehren zurück; aber die
Eskimo=
hunde, die draußen in den Eiswüſten die treueſten und
wertvollſten Freunde und Gehilfen der Menſchen ſind,
kehren faſt nie wieder, nur wenige von ihnen überleben
die Expedition, die meiſten der Eskimohunde gehen als
treue Schildknappen im Dienſte der Wiſſenſchaft in einen
ſicheren Tod. Wenn ſie am Wegrand ſterben, bilden ſie
für die überlebenden Kameraden noch ein Feſtgericht,
wenn der Forſcher ihrer nicht mehr bedarf, kracht ein
Schuß, der Eskimohund hat ausgelitten und er nährt
mit ſeinem Fleiſche und ſeinem Blute den grauſamen
Herrn. Amundſen hat ein Loblied auf die Freuden
eines Hundebratens geſungen, und als Peary vom
Nordpol heimkehrte, brachte er nur wenige, nur ein paar
ſeiner Hunde mit heim: die letzten Ueberlebenden einer
großen fröhlichen Schar, die luſtig bellend auf Abenteuer
ausgezogen waren.
Der Eskimohund iſt nach dem Urteil Pearys zum
mindeſten ebenſo intelligent wie irgend ein Hund unſerer
ziviliſierten Zone, aber er iſt zugleich tauſendfach
nütz=
licher. Der zottige Geſelle verdient ſich ſein Leben,
er=
nährt ſich ſelbſt und verachtet die Bequemlichkeiten eines
müheloſen Lebens. Daher vermag er ſich auch nicht in
der Ziviliſation lange zu erhalten; wenn ſein Leben
keine Arbeit mehr iſt, wenn keine Anſtrengungen
kom=
men und keine Abenteuer locken, wenn nur Müßiggang
und Bequemlichkeit den Tag füllen, dann legt der Eskimo=
hund ſich in die Ecke und ſtirbt. Aber draußen auf dem
Marſche über Eisklippen und Schneefelder, tagelang
hungernd, dünn, abgemagert, nur noch ein Schatten
ſei=
ner ſelbſt, dort erklimmt der Polarhund den Gipfel
ſei=
nes Lebens, dort gibt er, Tag um Tag vor den ſchwer
beladenen Schlitten eingeſchirrt, ein ergreifendes und
wundervolles Beiſpiel von Zähigkeit, Tatkraft und
Willensſtärke, ein Beiſpiel, an dem der müde Menſch ſich
immer wieder aufrichtet, wenn ſeine letzten Kräfte zu
verſagen drohen. Dieſe ſeltſame Verknüpfung einer faſt
grenzenloſen Leiſtungsfähigkeit mit einer Anſpruchs
loſigkeit, die immer wieder wie ein Wunder anmutet
macht den Eskimohund auch zu dem wertvollſten und
einzigen Gefährten, den das Tierreich dem Polarforſcher
ſchenken kann. Scott ſcheiterte bei ſeinem Verſuch am
Südpol, weil er ſtatt der Hunde Ponies wählte. Ponies
und Renntiere kommen nicht in Betracht, weil bei ihnen
die Ernährungsfrage unlösbar bleibt. Aber der Hund
frißt alles, frißt Robbenhaut, Fiſche, Beeren und
Moſchusochſen und nährt ſich auch noch von den Knochen
ſeiner toten Kameraden. Seine Urahnen gaben ihm
Kraft und Gelehrigkeit; die Kraft und die Zähigkeit
ſtammt vom Wolfe, die Gelehrigkeit und der Gehorſam
vom Hund. Und die Frucht dieſer Paarung, der echte
„Malamute” — wie die Eskimos ihn nennen —
über=
trifft ſich ſelbſt. Sechs dieſer Hunde ſchleppen über
Schnee und Eis eine Laſt von 800 Pfund in einer Stunde
elf Kilometer weit, ja ſie legen an einem Tage oft 90
Kilometer, wenn nicht mehr, zurück. Einen
Schnellig=
keitsrekord haben die Schlittenhunde des Leutnants
Schwapka einſt aufgeſtellt, als zur Nachtzeit über 15
Kilometer entfernt ein verlaſſener Matroſe geſichtet
wurde. Zwei Eskimos zogen ſofort mit einem Geſpann
von 40 Hunden aus, und die 15 Kilometer wurden in
nicht ganz 22 Minuten zurückgelegt. Unſchätzbar ſind
dieſe Eskimohunde aber als Jäger, dann loht ihr
Temperament auf, die Wildheit des Wolfes bricht wie
der durch und keine menſchliche Kraft wird einen
Eskimo=
hund von dem Sturm auf die Beute abhalten. Furcht
kennt der kleine zottige Geſelle nicht, ja er greift ſogar
den Bären an, er iſt eine Kämpfernatur durch und durch.
Das müdeſte, abgeſpannteſte Rudel Hunde vor dem
ſchweren Schlitten lebt wie durch Zauber plötzlich zu
friſcher Kraft auf, wenn weit, weit im Schnee ein dunkler
Punkt ein jagdbares Tier verrät. Dann fällt ihre
Er=
ſchöpfung ab, wie der Wind brauſt das ſchwere Gefährt
über den Schnee und der Menſch muß ſich ſchleunigſt auf
den Schlitten werfen, um nicht einſam in den Eiswüſten
zurückgelaſſen zu werden.
In dem glühenden Temperament dieſer Tiere lebt
aber auch die Eiferſucht und das Mißtrauen gegen die
Kameraden. Scott erzählt ein merkwürdiges Beiſpiel
da=
für; eines Tages wurden nur einige Hunde zu einem
Ausflug mitgenommen. Als ſie zurückkehrten, wurden
ſie von den Genoſſen zornig und verächtlich empfangen.
Durch welche Intrigen mochten dieſe Hunde ihre
Aus=
wahl zum Ausflug erreicht haben? Welche Vorteile haben
ſie vielleicht genoſſen, während die anderen daheim
blie=
ben, welche Beute vielleicht erlangt? Ein paar Tage
ſpä=
ter führte dieſes Mißtrauen zu Tragödien. Der
Führer=
hund des damals bevorzugten Geſpannes war von dem
Tage ſeiner Rückkehr an bei den Genoſſen verhaßt; wie
freudig er auch bellte, wie freundlich er auch mit dem
Schweife wedelte er war ſchon im Stillen zum Tode
verurteilt. Und bei dem erſten kleinen Fehltritt entſtand
im Hundelager plötzlich ein Lärm, die ganze Meute fiel
über den armen, unſchuldigen Geſellen her, ein wildes
Chaos entſtand, und als man ein paar Minuten ſpäter
endlich wieder Herr über die wüſte Geſellſchaft
gewor=
den war, lag am Boden der lebloſe Körper des
zer=
fleiſchten Hundes, der von ſeinen Kameraden getötet
wurde, weil er im Verdachte ſtand, die Gemeinſchaft
hintergangen und ſich Vorteile verſchafft zu haben, die
den anderen verſagt geblieben waren.
zu Darmſtadt abgehalten. Nach Eröffnung mit
Ge=
ſang und Gebet und einer Anſprache des Vorſitzenden,
Superintendenten Prälat D. Flöring, ſoll über das
Thema verhandelt werden: „Welches iſt — auf Grund
der Geſchichte — die Eigenart unſerer
heſſi=
ſchen Landeskirche, und welche Forderungen
er=
geben ſich daraus für das kirchliche Leben der
Gegen=
wart”. Referent iſt Pfarrer D. Dr. Diehl=Darmſtadt.
Um 1½ Uhr wird ein gemeinſames Mittageſſen im
Reſtaurant „Zur Oper” die Konferenz beſchließen.
* Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”
hielt am 15. April ſeine Monatsverſammlung
ab. Der 1. Vorſitzende, Herr Schömer, gab zunächſt
verſchiedene Einläufe bekannt und teilte mit, daß drei
eifrige Züchter in den Verein aufgenommen worden
ſeien. Alsdann wurden verſchiedene Beſchlüſſe des
„Klubs Deutſch=Oeſterreichiſch=Ungariſcher
Geflügelzüch=
ter” beſprochen. Als Preisrichter für die im Herbſt
ſtatt=
findende „13. Geflügel= und Vogelausſtellung” ſind bis
jetzt die Herren Schlegel=Hanau und Steingaß=
Kirchheimbolanden für Großgeflügel, Waſſergeflügel und
Hühner, ſowie Herr Hartz=Darmſtadt für Sing= und
Ziervögel gewonnen. Der nächſte Punkt der
Tagesord=
nung, „Brutgeſchäft und Kückenaufzucht” rief eine
leb=
hafte Ausſprache hervor. Der Vortragende, Herr W
Nungeſſer, machte intereſſante und lehrreiche
Aus=
führungen, die von reichen Erfahrungen auf dem Gebiete
der Geflügelzucht zeugten, wofür ihm lebhafter Beifall
und der Dank des Vorſitzenden zuteil wurde. Die
Ver=
loſung von Bruteiern, lebenden Hühnern und
Kücken=
futter bildete den Schluß der Verſammlung.
* Deutſcher Flottenverein, Kreisgruppe
Darm=
ſtadt. Die diesjährige ordentliche Hauptverſammlung
der Kreisgruppe Darmſtadt findet am 27. April, abends
7 Uhr, im „Kaiſerſaal” (Alpenvereinszimmer) ſtatt.
(Siehe Anzeige.)
* Odenwaldklub. Die Ortsgruppe Darmſtadt des
Odenwaldklubs unternimmt am nächſten Sonntag ihren
erſten Frühjahrs=Ausflug, der in das Neckartal führt.
Die Tour wird, wenn das Wetter günſtig iſt, ſicher eine
der ſchönſten werden, da ſich in der Frühlingsſonne vor=
Züglich marſchieren läßt. Für die Mühen der Wanderung
werden die Klubmitglieder reichlich entſchädigt durch den
Anblick zahlreicher Obſtbäume in ihrer Blütenpracht. Die
Tour findet unter der bewährten Führung der Herren
Zentner und Klump ſtatt. Der Zug ab Darmſtadt
6,10 Uhr bringt die Wanderer nach Weinheim a. d. B.,
wo der Marſch beginnt. Der Weg führt über die neuen
Anlagen des dortigen Verkehrsvereins mit ſchönen
Aus=
blicken auf die Stadt und nach dem Rhein, und weiter
über den Geiersberg nach Ober=Flockenbach (Frühſtücks=
Taſt), von da über den Eichelberg, mit der neu erbauten
Schutzhütte der Ortsgruppe Mannheim, über
Lampen=
hain nach Heiligkreuzſteinach, und weiter, auf ſchönen
Waldwegen mit herrlichen Ausblicken, in das
Ulfenbach=
tal und nach dem Trommgebiet, nach dem Ziele der
Wanderung „Hirſchhorn” Von weitem ſchon grüßt uns
das herrlich gelegene Schloß, und die letzten abſteigenden
Pfade bieten einen wundervollen Blick in das freundliche
Städtchen mit ſeiner prächtigen Umgebung. Einkehr
dort im „Naturaliſten”.
V. V. Verkehrsverein. Es ſei nochmals ganz
be=
ſonders auf die heute abend im Fürſtenſaal ſtattfindende
Hauptverſammlung des Verkehrsvereins aufmerkſam
ge=
macht, in welcher nach dem Vortrage des Herrn
Pro=
feſſors Pützer der Jubiläumsbrunnen des
Verkehrs=
vereins den Herren der Eiſenbahn=Direktion Mainz
übergeben und von dem Herrn Oberbürgermeiſter in
Obhut der Stadt übernommen wrd. Gäſte, auch
Damen, ſind willkommen.
Verzeichnis neu hergeſtellter Fernſprech=
Anſchlüſſe und Aenderungen bei beſtehenden
Sprech=
ſtellen. a) Neue Anſchlüſſe. 573 Bley, Clara,
Inh. Anna Baeck, Konfektion, Gr. Heſſ. Hofl.,
Eichberg=
ſtraße. 25. 2093 Dr. med. Wilh. Pöllot, Augenarzt,
Wilhelminenſtr. 5. 2540 Rötelmann, Geh. Baurat,
Vor=
ſitzender der Direktion der Süddeutſchen Eiſenbahn=
Geſellſchaft, Frankfurterſtr. 16½. 1971 Karl Staudinger,
prakt. Arzt, Heinrichſtr. 94. — b) Aenderungen.
371 Arbeits= und Wohnungsnachweis, Waldſtr. 6, jetzt
Grafenſtr. 30. 1186 Frau Dr. Brand, jetzt Nr. 1186.
159 Dr. G. Buß, jetzt Nr. 1203. 346 Carnier I und
Dr. jur. Carnier II., jetzt Nr. 1171. 836 Friedrich Diehl,
Viktoriaſtr. 32, jetzt Viktoriaſtr. 59. 2554 M. Elias,
Herdweg 56, jetzt Martinſtr. 93. 2041 Theodor Göhler,
etzt Nr. 231. 1675 Profeſſor Dr. Julius Goldſtein, jetzt
Nr. 2541. 1363 von Köbke, jetzt Nr. 148. 1570 W. Leſch=
Zorn, Rheinſtr. 14, jetzt Rheinſtr. 31. 596 Paul Meyer,
etzt Nr. 1275. 1209 Chr. Möſer, jetzt Nr. 466. 1834
Friedrich Pfannſtiel, übertragen an Wilh. Reitinger.
1902 Dr. Steinbrenk, übertragen an Carl Kraemer,
Direktor. — e) Abgebrochene Sprechſtellen.
1713 Beck=Swirles. 466 Deutſche Petroleum=Verkaufs=
Geſ. 1176 A. Gehring. 1995 Forſtbüro Silva. 275 M.
Junghans. 1829 Michael Klumpp. 1960 Kobelt. 1775
Lenz=Eppenetter. 1271 Heinr. Luckhardt. 1687 Lumina.
1580 C. Pettmann. 926 Heinr. Pullmann. 585 Gebr.
Schul. (585) Dieſelben. 846 Wilh. Vetter. 1125
Lud=
wig Wolff.
C Ein ſchwerer Automobilunfall ereignete ſich
geſtern vormittag kurz nach 11 Uhr in der Rheinſtraße.
Der Muſikalienhändler und Automobilbeſitzer Kreuzer
aus Worms fuhr, ſelbſtſteuernd, die Rheinſtraße herauf
und kam in der Nähe des Britanniahotels auf den
durch Sprengen ꝛc. glatt und glitſchig gewordenen
Schienen der Straßenbahn beim Ausweichen der
Ekektriſchen ins Rutſchen. Die Steuerung muß in
dieſem Moment verſagt haben und das Auto fuhr mit
voller Kraft gegen den Leitungsmaſt der Elektriſchen.
Durch die Wucht des Anpralls erlitt Kreuzer einen
komplizierten Unterſchenkelbruch, ſtarkblutende
Quetſch=
wunden und ſchwere innere Verletzungen, da er mit dem
Oberkörper gegen die Steuerung geſchleudert wurde;
er klagte über heftige Schmerzen in der Bruſt. Durch
die ſchnell herbeigerufene Rettungswache wurden dem
Verunglückten Notverbände angelegt und er dann mit
dem Krankenkraftwagen in das Städtiſche Krankenhaus
verbracht.
§ Selbſtmord. Eine Frau hat am Mittwoch abend
gegen 9 Uhr in ihrer Wohnung ihrem Leben durch
Er=
hängen ein Ende gemacht. Die Tat hat die Frau in
einem Anfall geiſtiger Störung begangen.
§ Tödlicher Unfall. Eine in der Arheilgerſtraße
wohnhafte Frau bekam am Mittwoch nachmittag im
Walde, Ecke der Schirm= und Teichſchneiſe, beim
Holz=
leſen einen epileptiſchen Anfall. Sie ſcheint bei dieſer
Gelegenheit in einen Graben gefallen zu ſein und
iſt erſtickt.
§ Feſtgenommen. Ein 25 Jahre alter
Schloſſer=
gehilfe von hier wurde wegen Diebſtahl feſtgenommen.
Offenbach, 17. April. Die Offb. Ztg. ſchreibt: Keine
Mahnzettel mehr! In manchem ſäumigen
Steuer=
zahler wird dieſer Ausruf einen freudigen Widerhall
er=
wecken, und ein Gefühl der Erleichterung beſchleicht ihn
in dem Gedanken, daß der bekannte kleine weißgraue
Zettel mit der ominöſen Aufforderung zur Steuerzahlung
innerhalb 3 Tagen nicht mehr nach jedem fälligen
Steuer=
termin in ſeine Wohnung flattert. Dieſe Freude, die der
Verfaſſungsausſchuß geſtern ſäumigen Steuerzahlern durch
den Beſchluß gemacht hat, zur Erſparung einer großen,
zeitraubenden Arbeit keine Mahnzettel mehr zu verſenden,
wird einen ſtarken Dämpfer erhalten durch die weitere
Be=
ſtimmung, daß die rückſtändigen Steuern durch
Bekannt=
machungen in der Tagespreſſe angemahnt werden ſollen.
Auf dieſe folgt alsdann bei Nichtbeachtung ohne weiteres
die Pfändung. Vorläufig handelt es ſich nur um einen
Verſuch. Ob er zur dauernden Einrichtung führt, hängt
davon ab wie ſich die Neuerung in der Praxis
ausführ=
bar erweiſt. — Wie die Armenverwaltung
manch=
mal in der unverfrorenſten Weiſe hintergangen wird, zeigt
folgender Fall, der geſtern den Verfaſſungsausſchuß
be=
ſchäftigte. Die Armenverwaltung hatte eine hieſige
an=
ſcheinend notdürftige Familie jahrelang unterſtützt. Nach
dem Tode des Mannes ſtellte ſich heraus, daß die Armut
der betreffenden Familie nur eine trügeriſche war und daß
dieſe über größere Geldmittel verfügte. Die Stadt ließ ſich
daraufhin die gemachten Aufwendungen in Höhe von 5000
Mark zurückvergüten. Von dieſer Summe wurde die
Hälfte der Armenverwaltung wieder erſtattet. Die andere
Hälfte ſoll zum Beſten der Walderholungsſtätte verwendet
werden.
Offenbach, 18. April. Die Koſten der
Neuver=
meſſung der Gemarkung Offenbach für die Anlegung
des neuen Grundbuches, die vor kurzem nach
vier=
jähriger Dauer beendet wurde, betragen 180000 Mark
gegen eine Veranlagung von 85000 Mark. Die Koſten
ſollen laut Beſchluß des Bauausſchuſſes zu ein Drittel
von der Stadt und zu zwei Drittel von den übrigen
Grund=
ſtücksbeſitzern getragen werden. Die Geſamtkoſten ſollen
in Ratenzahlungen innerhalb 10 Jahren beglichen
wer=
den. — Für die Ausſtattung des Erweiterungsbaues des
Städtiſchen Krankenhauſes wurden in der
Bauausſchußſitzung 178350 Mark bewilligt. — Zum Leiter
der demnächſt beginnenden Kanalbauten wurde
Tiefbauingenieur Rheinheimer=Offenbach gewählt.
Mainz, 18. April. In der geſtrigen Sitzung der
Stadtverordneten wurde davon Mitteilung gemacht, daß
Herr Adolphus Buſch in St. Louis (geboren in Kaſtel)
dem Stadttleater die lang entbehrte Orgel ges
ſchenkt hat. Ueber den Achtuhr=Ladenſchluß gab
es eine kurze Beſprechung, wobei ſich die bemerkenswerte
Tatſache feſtſtellen ließ, daß keine einzige Stimme ſich da=
gegen ausſprach. Das berechtigt zur Annahme, daß die
Einführung des Achtuhr=Ladenſchluſſes nicht mehr lange
auf ſich warten läßt. Ferner wurde auf Vorſchlag des
Oberbürgermeiſters beſchloſſen, mit dem morgigen Tag
die Erhebung von Oktroiauf Heu und Stroh
einzuſtellen.
Worms, 18. April. Selbſtmord verübte geſtern
nachmittag in ihrer Wohnung Liebenauerſtraße Nr. 35
die 42 Jahre alte Ehefrau eines Händlers, indem ſie eine
größere Menge Lyſol trank. Die Frau hatte ſich von
mittags ab in ihr Zimmer eingeſchloſſen, und als ſie
gegen Abend auf Rufen und Klopfen nicht öffnete, wurde
die Tür gewaltſam geöffnet. Man fand nun die Frau
in bewußtloſem Zuſtande in ihrem Bette liegen,
wäh=
rend vor dem Bett eine Flaſche Lyſol ſtand, von deren
Inhalt etwa ½¼ Schoppen fehlte. Die Frau wurde in
das Städtiſche Krankenhaus gebracht, wo ſie kurz nach
ihrer Einlieferung ſtarb.
Worms, 17. April. In der Kämmererſtraße ſcheute
geſtern nachmittag nach 6 Uhr das Pferd eines
Althänd=
lers vor der elektriſchen Straßenbahn und rannte in das
Schaufenſter der Firma A. Lohnſtein. Die Scheibe
wurde total zertrümmert und es iſt ein Schaden von etwa
300 Mark entſtanden. Das Pferd trug an verſchiedenen
Stellen nicht unerhebliche Verletzungen davon.
Eimsheim, 17. April. Während der Arbeit wurde der
Zimmermeiſter Möller von plötzlichem Schwindel
er=
faßt, trat fehl und ſtürzte aus beträchtlicher Höhe vom
Baugerüſt auf die Straße herab, wo er beſinnungslos
liegen blieb. Er hat ſehr ſchwere Verletzungen erlitten.
Gießen, 17. April. Mit dem Beginn dieſes Semeſters
tritt Geh. Hofrat Prof. Dr. Spengel in das 51. Semeſter
ſeiner Tätigkeit als Ordinarius der Zoologie an der
Landesuniverſität. Habilitiert 1879 in Göttingen,
war er 1881 Direktor der ſtädtiſchen Sammlungen für
Naturwiſſenſchaft und Ethnologie in Bremen geworden
und wurde von dort am 6. April 1887 als Ordinarius nach
Gießen berufen. Hier hat er 25 Jahre lang eine rege, durch
reiche Erfolge ausgezeichnete wiſſenſchaftliche
Lehr=
tätigkeit entfaltet. Seine am 19. März 1900 erfolgte
Er=
nennung zum korreſpondierenden Mitgliede der Akademie
der Wiſſenſchaften in Berlin, und die internationale
Ehrung, die ihm ſeine Fachgenoſſen kürzlich aus Anlaß
ſeines 60. Geburtstages bereitet haben, legen Zeugnis ab
von dem hohen Anſehen, das er in der wiſſenſchaftlichen
Welt nicht bloß Deutſchlands, ſondern auch des Auslandes
genießt. Auch als Herausgeber der von ihm begründeten
Zoologiſchen Jahrbücher hat er einen weitgehenden
Ein=
fluß auf die Entwicklung ſeines Faches ausgeübt.
Utphe, 17. April. Heute mußte auf Anordnung des
Kreisgeſundheitsamts eine weitere blatternkranke
fremdländiſche Arbeiterin aus dem Arbeitergehöft
Utphe in das Iſolierhaus nach Gießen verbracht werden.
Es handelt ſich um eine 17jährige Polin, die früher nie
geimpft worden war und von den anderen Erkrankten
an=
geſteckt, den Anſteckungsſtoff ſchon in ſich trug, ohne äußere
Erſcheinungen zu bieten. Die am 7. d. Mts. vollzogene
Schutzpockenimpfung war daher reſultatlos.
Bobenhauſen, 17. April. Ein von hier gebürtiger, in
Frankfurt a. M beſchäftigter Arbeiter kam in letzter
Zeit öfters hierher und verkaufte Fahrräder an
Pri=
vatleute zu ſpottbilligen Preiſen. Geſtern wurde nun die
hieſige Bürgermeiſterei telephoniſch vom Polizeipräſidium
in Frankfurt a. M. erſucht, ſämtliche von dem jungen
Manne hier verkaufte Räder zu beſchlagnahmen.
Heute weilte dieſerhalb ein Kriminalſchutzmann von
Frank=
furt a. M. hier und ſtellte feſt, daß ſämtliche Räder
ge=
ſtohlen ſind.
Lauterbach, 17. April. Die im Januar hier
verſtor=
bene Frau Dr. Julie Calmberg Witwe hat, lt. Gieß.
Anz., die geſamte Bibliothek ihres Mannes, der
zu=
letzt Seminardirektor in Küßnacht (Schweiz) war und
früher eine Privatſchule in Schlitz leitete, der
Volks=
bücherei des Kreiſes Lauterbach teſtamentariſch
ver=
macht. Dieſe über 600 Bände umfaſſende Bibliothek
wurde in einem beſonderen Zimmer des
Kreisamtsgebäu=
des untergebracht und wird zur Erinnerung an die
Erb=
laſſerin den Namen „Calmbergbücherei” führen. Für die
Volksbücherei nicht geeignete Bücher wurden auf Wunſch
der Erblaſſerin den Lehrerbibliotheken der höheren
Bürger=
ſchule und der Volksſchule überwieſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 17. April. Die
Verſteiger=
ung des Nachlaſſes von Reinhold Begas wurde
heute beendet. Prof. Juſtie erſtand für die Nationalgalerie
Menzels Totenmaske, ſowie Menzels rechte, den Pinſel
hal=
tende Hand, ferner den Naturalguß der linken Hand mit
Stift. Die Verſteigerung ergab im ganzen eine Einnahme von
Vorträge.
C „Ueber die
Mutterſchaftsverſicher=
ungen und ihren Einfluß auf Gegenwart
und Zukunft” ſprach am Mittwoch abend auf
Ver=
anlaſſung der Ortsgruppe Darmſtadt des Allgemeinen
Deutſchen Frauenvereins” im „Fürſtenſaal” Fräulein
Elsbeth Jenſen aus Baden=Baden. Der
Vor=
rag war nur ſchwach beſucht. Frau Finanzrat Balſer
eröffnete den Abend mit kurzem Hinweis auf die
Tätig=
keit der vom A. D. F.=V. hier ins Leben gerufenen
Be=
ratungsſtelle, die jetzt der Großh. Zentrale f. S. u. M.=F.
angegliedert iſt, und auf die Tatſache, daß man auch
zier ſchon ſeit dieſer Gründung den Gedanken einer
Mutterſchaftsverſicherung verfolgt, daß dieſe aber durch
indere große Aufgaben und Arbeiten in den
Hinter=
zrund gedrängt, wenn auch nie aufgegeben war. Sie
er=
eilte dann der Rednerin des Abends das Wort.
Fräulein Elsbeth Jenſen, die als Kaſſiererin
der badiſchen Propagandageſellſchaft tief in das Weſen
der Mutterſchaftsverſicherung eingedrungen und daraus
hre Berechtigung, darüber zu ſprechen, herleitet, wußte
n überzeugenden, von warmfühlenden Fürſorgegedanken
getragenen Ausführungen die Notwendigkeit eines
er=
zöhten Schutzes der Mütter, die oft noch wunden Leibes
vieder dem Broterwerb nachgehen müſſen, um für ſich
ind ihr Kind zu ſorgen, darzulegen. Daß der Schutz
ieſer Mütter und Kinder notwendig iſt zum Wohle, ja
ntſcheidend für die Zukunft des deutſchen Volkes iſt,
aben Männer der Wiſſenſchaft längſt nachgewieſen an
5and unumſtößlichen Statiſtikmaterials, und daß der
Feburtenrückgang das deutſche Volk in ſeiner Zukunft
rnſt bedroht, iſt eine längſt bekannte Tatſache. Darum
volle ſie heute als Laie zu Laien ſprechen, durch das
verz zum Verſtande, um alle, die es können, zum
Zu=
ammenſchluß und zu gemeinſamer, ſegensreicher
Für=
orgetätigkeit zu veranlaſſen: zu erreichen, daß das
öchſte Glück, was einer Frau zuteil werden kann, Mutter
u ſein, auch werde zum Glück für alle diejenigen, die
da darben, für die ein „freudiges Ereignis” nur eine
Er=
ſchwerung des Daſeins, des Lebenskampfes wird
Ein ſehr ſegensvoller Faktor dieſer
Schutzbeſtrebun=
gen ſei die Mutterſchaftsverſicherung, deren Gedanke von
Berlin ausgegangen, die aber zur Tat geworden bisher
nur in den badiſchen Städten Karlsruhe, Heidelberg und
Baden=Baden. Die erſten zwei Jahre des Beſtehens der
Mutterſchaftsverſicherung haben dort außerordentlich
gute Erfolge gehabt. Die Kaſſen ſind als
Selbſtver=
ſicherungskaſſen nach Art der Krankenkaſſen organiſiert
und ſind ſchon nach kurzer Zeit des Beſtehens in der
Lage, ſich ſelbſt zu unterhalten, d. h. ohne Zuſchuß des
Propagandakomitees. Der Beitrag beträgt 40 Pfg.
Ein=
tritt und 60 Pfg. pro Monat. Dafür leiſtet die Kaſſe
nach einjähriger Mitgliedſchaft 20 Mark
Wöchnerinnen=
geld nach zweijähriger 30 Mark, nach drei= und
mehr=
jähriger 40 Mark. Bei Zwillingsgeburten erhöht ſich
die Leiſtung um je 10 Mark. Außerdem wird
Still=
prämie gewährt. Der Gedanke der Verſicherung beginnt
in den drei badiſchen Städten auch unter den
Unverhei=
rateten Wurzel zu faſſen. Auf das Selbſtſtillen der
Mütter iſt beſonderer Wert zu legen. Die Verſicherung
ſoll keinerlei andere Einrichtungen irgendwie
beeinträch=
tigen oder hindern.
Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall
aufgenommen, dem noch Frau Finanzrat Balſer
be=
ſonderen Ausdruck gab Sie wies noch darauf hin, daß
in mannigfacher Hinſicht bei uns den von der Rednerin
aufgeſtellten Forderungen durch die Zentralſtelle für
Mutter= und Säuglingsfürſorge und durch die
Frauen=
vereine Genüge getan ſei. Wert würde eine
Mutter=
ſchaftsverſicherung auch in Darmſtadt beſitzen für die
Fa=
milien der kleinen Beamten uſw in denen oft bei den
Geburten, mehr als bei Arbeitern, denen es heute
viel=
fach viel beſſer ainge, Mangel und Not herrſcht. Herr
Regierungsrat Piſtor betonte in der anſchließenden
Diskuſſion, daß durch die Reichsverſicherungsordnung bei
höheren Leiſtungen und geringeren Beiträgen, als die
von der Rednerin erwähnten Kaſſen bieten könnten, ſchon
für 80 Prozent der gebärenden Mütter durch
Zwangs=
oder freiwillige Verſicherung Fürſorge getroffen ſei.
Die=
ſen Ausführungen gegenüber hob endlich noch die
Refe=
rentin hervor, daß man gerade bei der freiwilligen
Ver=
ſicherungsmöglichkeit nicht Halt machen dürfe und daß es
ſich auch lohne, für die nicht von der
Reichsverſicherungs=
ordnung betroffenen Frauen eine
Mutterſchaftsverſicher=
ung einzuführen.
— Im ſtädtiſchen Beamtenverein ſprach
am Mittwoch abend Herr Gerichtsſchreiber=Aſpirant
Schrauth über das Thema: Grundzüge der
Heſſiſchen Städteverfaſſung nach altem
und neuem Recht‟ Nach einem kurzen Rückblick
auf den Werdegang des Selbſtverwaltungsrechtes der
heſſiſchen Städte gab Redner unter den Abſchnitten:
Ge=
markung, Bürgerſchaft, Verwaltung, Autonomie der
Städte, Gemeindefinanzen und Staatsaufſicht neben
einer überſichtlichen Darſtellung der Hauptgrundzüge der
heſſiſchen Städteverfaſſung eine Orientierung über die
am 1. d. M. in Kraft getretenen wichtigſten Neuerungen
auf dem Gebiete des ſtädtiſchen
Selbſtverwaltungs=
rechtes. In ſeinem Schlußwort betonte Herr Schrauth,
es werde den Städten unter der Herrſchaft des neuen
Rechtes möglich ſein, auf den bewährten Bahnen
fort=
zuſchreiten und immer mehr Träger und Stützen
unſe=
res Kultur= und Wirtſchaftslebens zu werden; ihre
Ver=
waltungen müſſen ſich nur von dem Grundſatz leiten
laſſen: „Der Zweck der Arbeit iſt das Gemeinwohl‟ Das
ſehr zeitgemäße Thema hatte eine zahlreiche
Zuhörer=
ſchaft herbeigeführt, die den klaren, allgemein
verſtänd=
lichen, das Wichtigſte und Intereſſanteſte ſcharf
betonen=
den Ausführungen des Redners mit geſpannteſter
Auf=
merkſamkeit folgte. Dem geſchätzten Redner wurde
rei=
cher, wohlverdienter Beifall zuteil. Herr Bürgermeiſter
Mueller nebſt Gemahlin und Mitglieder der
Stadtver=
ordneten=Verſammlung wohnten dem Vortrag bei.
350000 Mark. — Durch ein kaum entſchuldbares Verſehen
bei einer Operation wurde heute in der Charitee ein
blühendes, junges Menſchenleben vernichtet.
Das Opfer des Verſehens iſt der 14jährige Gymnaſiaſt
Willi Rieger, der Sohn des Tierarztes Dr. Paul Rieger
in Köpenick. Unter den Augen des Arztes griff die
aſſiſtie=
rende Schweſter zu einer zu ſiarken Kokainlöſung, die
den ſofortigen Tod des Patienten herbeiführte. Als die
Schweſter ſah, was ſie durch ihr Verſehen angerichtet hatte,
fiel ſie in Nervenkrämpfe, die ſich derart ſteigerten, daß ein
Herzſchlag bald darauf ihrem Leben ein Ende machte. Nach
einer ſpäteren Meldung hat ſie ſich ſofort durch
Kokain=
ſeinſpritzung das Leben genommen. Die Unterſuchung des
ltragiſchen Falles iſt eingeleitet. Bisher wurde feſtgeſtellt,
daß die Schweſter ſtatt einer ½prozentigen eine ungefähr
20prozentige Kokainlöſung genommen hatte. Die weitere
Schuldfrage feſtzuſtellen, muß dem Fortgang der
Unter=
ſuchung überlaſſen bleiben. Die Leiche des verunglückten
Knaben wurde beſchlagnahmt. — Heute nachmitttag
ſtürzte beim Rennen des Berlin=Potsdamer
Reitervereins auf der Rennbahn zu Bornim der
Herren=
reiter Leutnant Graf von Hohberg vom 3. Garde=
Ulanen=Regiment und erlitt ſchwere Kopfverletzungen und
keinen Schulterbeinbruch. Er wurde in das
Garniſon=
lazarett gebracht. Sein Zuſtand iſt bedenklich. — Beim
Beſichtigen der Sonnenfinſternis ſtürzte ein 18jähriges
Dienſtmädchen von dem Balkon der vierten Etage
eines Hauſes im Weſten auf die Straße hinab. Mit einem
ſchweren Schädelbruch ſtarb die Geſtürzte auf dem Wege
nach dem Krankenhaus. — In Berlin und Vororten
wur=
den heute nicht weniger als vier Perſonen überfahren
ſund getötet. In der Berliner Straße zu Hohen=
Schön=
hauſen wurde geſtern abend ein 30 Jahre alter Radfahrer
von einem Straßenbahnwagen überfahren. Beide Achſen
gingen über den Körper des Unglücklichen hinweg, ſodaß
der Tod auf der Stelle eintrat. In Großlichterfelde lief
ein fünfjähriges Mädchen in ein Automobil hinein und
fwurde auf der Stelle getötet. Gleichfalls von einem Auto
wurde faſt zur ſelben Stunde am Magdeburger Platz eine
Frau vom Lande totgefahren, und ſchließlich kam noch ein
ſechsjähriger Knabe unter einen Automobil=Löſchzug und
ſwurde totgefahren.
Wiesbaden, 18. April. Im Hauſe Jahnſtraße 22
ver=
rannte heute vormittag das 3 Jahre alte Kind des
Bäckermeiſters Henneberg in ſeinem Bettchen. Es hatte
mit Zündhölzchen geſpielt. Die taubſtumme Mutter des
Kindes, die in der Küche weilte, hatte dieſen Vorgang nicht
bemerkt.
Hannover, 18. April. Auf dem Hauptbahnhof ſtürzte
heute früh ein Malergerüſt ein. Von den darauf
be=
ſchäftigten Gehilfen wurden zwei Mann getötet und
fünf teils ſchwer verletzt. Das Unglück iſt wahrſcheinlich
durch den Bruch eines eiſernen Trägers herbeigeführt
worden.
Hildesheim, 18. April. Die von der Familie eines
hohen Offiziers nach einer Pariſer Penſion gegebene
Tochter wurde von Mädchenhändlern nach London
in ein öffentliches Haus verſchleppt. Nach einem
ganzen Jahr iſt ſie jetzt dort in troſtloſem Zuſtande
auf=
igefunden worden.
Magdeburg, 17. April. Einen Zuſammenſtoß
zwiſchen Gerichtsvorſitzenden und
Vertei=
diger gab es in einer Sitzung der Strafkammer des
hieſigen Landgerichts. Zur Verhandlung ſtand eine an
ſich belangloſe Berufungsverhandlung gegen einen
Land=
wirt aus Barby, den das dortige Schöffengericht wegen
Uebertretung einer Polizeiverordnung und Beleidigung
eines Feldhüters in Strafe genommen hatte und der
hier=
gegen Berufung eingelegt hatte. Vor der Verkündung des
Urteils erſchien der Verteidiger des Angeklagten,
Rechts=
anwalt Dr. Hein aus Barby, ohne Robe. Der Vorſitzende
der Kammer, Landgerichtsdirektor Hildebrandt, rügte das
und bemerkte, nach den beſtehenden Vorſchriften müſſe der
Verteidiger auch eine weiße Binde anlegen. Dieſer
unterbrach den Vorhalt wiederholt, behauptete, die Praxis
bei den Gerichten ſei verſchieden, und verwahrte ſich gegen
den Ton des Vorhaltes. Auf die Erwiderung des
Vor=
ſitzenden, ſein Ton ſei angemeſſen, erklärte der Verteidiger,
er ſei anderer Anſicht und als Leutnant der Reſerve ſehr
empfindlich. Bei anderen Gerichten werde die Anlegung
einer weißen Binde nicht beobachtet, er trage eine ſchlichte
ſchwarze Binde, die ebenſo gut ausſehe, wie eine weiße.
Darauf entgegnete der Vorſitzende, beim Landgericht in
Magdeburg ſeien die Vorſchriften aber zu befolgen. Der
Staatsanwaltſchaftsrat Metſch beantragte wegen Ungebühr
vor Gericht 100 Mk. Geldſtraſe. Die Strafkammer beſchloß,
laut Magdb. General=Anz., gegen den Verteidiger wegen
Ungebühr in der Sitzung durch ſein ungehöriges Auftreten
eine Ordnungsſtrafe von 100 Mark.
Grünberg (Schleſ.), 17. April. Heute früh brach in
der Tuchfabrik von R. Wolff, A.=G., ein Brand aus,
der den Mittelbau der Fabrik vernichtete. Tuche und
Garne im Werte von 400000 Mark ſind verbrannt. Der
Schaden iſt durch Verſicherung gedeckt. Der Betrieb
er=
leidet keine Störung.
Innsbruck, 18. April. Auf der Bregenzer Waldbahn
entgleiſte infolge eines Felsſturzes eine Lokomotive
eines Perſonenzuges. Der Lokomotivführer wurde ſchwer
verletzt, der Heizer leicht. Mehrere Paſſagiere ſind
ver=
wundet.
Paris, 18. April. Zu der Spionage=
Angele=
genheit Simmerle wird aus Toulon gemeldet, daß
auch bei mehreren Arſenalarbeitern, die im Schiffbau
be=
ſchäftigt ſind, Hausdurchſuchungen vorgenommen wurden.
Eine weitere Verhaftung ſoll unmittelbar bevorſtehen.
Ueber die Verhaftung Zimmerles wird noch gemeldet, daß
der franzöſiſche Gegenſpionagedienſt Zimmerle in eine
Falle gelockt habe, unter der Vorſpiegelung, daß italieniſche
Agenten ein Schriftſtück ihm abkaufen wollten.
Paris, 18. April. Nach einer Blättermeldung hat der
Richter Guilbert, der mit der Unterſuchung gegen die
Mit=
arbeiter der Zeitung Anarchie betraut iſt, die
Ueberzeug=
ung erlangt, daß die von den Automobilbanditen
verübten Verbrechen in einem Redaktionsraume dieſer
Zeitung vorbereitet worden ſeien. Unter den im Bureau
der Anarchie beſchlagnahmten Papiere befinden ſich
be=
druckte, mit einem falſchen Stempel verſehene Formulare
für Geburts= und Leumundszeugniſſe. Nach der Anſicht
Guilberts verſorgten ſich die Autobanditen im Bureau der
Anarchie mit derartigen gefälſchten Dokumenten, um ſich
leichter den Verfolgungen der Polizei entziehen zu können.
In der Vorſtadt Belleville wurde heute nacht ein gewiſſer
Léon Berger verhaftet, der Beziehungen zu den
Auto=
mobilbanditen unterhalten haben ſoll. Bei Berger
wur=
den in dem Augenblick der Verhaftung zwei Revolver
vorgefunden. Er wird vorläufig der Falſchmünzerei
be=
ſchuldigt.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Der Penſionsverband für
Berufs=
arbeiter der Inneren Miſſion hielt ſeine
dies=
jährige Hauptverſammlung im Stadtmiſſionshauſe in
Berlin ab. Der neue Vorſitzende, Paſtor Troſchke,
machte zunächſt Mitteilung über die ſchwere Erkrankung
des bisherigen, hochverdienten Vorſitzenden, Hofpredigers
Schniewind, dem der Verband zu größtem Danke
verpflich=
tet iſt. Auf Antrag des Vorſtandes wird Hofprediger
Schniewind einſtimmig zum Ehrenvorſitzenden gewählt.
Aus dem Bericht des Vorſitzenden geht hervor, daß der
Verband ſich auch im verfloſſenen Geſchäftsjahre, wie
bis=
her, weiter günſtig entwickelt hat. Seine Mitgliederzahl
iſt im letzten Geſchäftsjahre von 1374 auf 1476 geſtiegen,
die ſämtlich den Verſorgungskaſſen angehören und im
letz=
en Jahre 161000 Mark Beiträge nach Magdeburg
abführ=
ten. Durch den Hauptverein wurden den Mitgliedern im
letzten Jahre zugewandt: Altersrenten 5735,95 Mark,
In=
validenrenten 10739,67 Mark, Witwenrenten 8132,40 Mark,
Waiſengelder 710 Mark, Begräbnisgelder 700 Mark,
Un=
erſtützungen 1320 Mark, für vorbeugendes Heilverfahren
500 Mark, für allgemeine Zwecke 500 Mark, das ſind zu=
ſammen 28 338,02 Mark. In den 16 verfloſſenen Jahren
erhielten die Mitglieder aus Magdeburg 128522/17.
Mark, ſodaß ihnen ſeit dem Beſtehen des Verbandes
über=
haupt durch den Hauptverein 156860,19 Mark zufloſſen.
Durch den Unterſtützungsverein des Verbandes wurden
auch im laufenden Jahre die Renten durch erhebliche
Zu=
ſchüſſe aufgebeſſert. Es wurden im ganzen in dieſem Jahre
für dieſe Zwecke 15196,59 Mark ausgezahlt. Unter
Hin=
zunahme der diesjährigen Zahlungen wurden den
Mit=
gliedern durch beide Vereinigungen ſeit dem Beſtehen des
Verbandes im ganzen 285341,18 Mark Hilfsgelder
zuge=
wandt. Vertreter= und Vorſtandswahlen fanden
ſatzungs=
gemäß nicht ſtatt. Der Vorſtand ſetzt ſich daher wie folgt
zuſammen: Vorſitzender: Paſtor Troſchke, Berlin W. 50,
Paſſauerſtr. 37a, Schatzmeiſter: Stadtmiſſionar Weber,
Berlin SW. 61, Planufer 8, ſtellvertretender Vorſitzender:
Major von Steun, ſtellvertretender Schatzmeiſter:
Stadt=
miſſionar Scharpff, die 3 Schriftführer: Rektor Richter,
Stadtmiſſionar Ardin, Lehrer Heinricht. Vertreter des
Verbandes im Generalrate des Hauptvereins bleibt wie
bisher Rektor Richter.
* Heidelberg, 18. April. Heute fand hier die ſehr
zahlreich beſuchte Konferenz der badiſchen
Ab=
teilung des Internationalen Vereins der
Freun=
dinnen junger Mädchen unter dem Vorſitz der
Frau Geheimrat Uhlig ſtatt. Die Vorſitzende des
Natio=
nalverbandes, Fürſtin Marie zu Erbach=
Schön=
berg, wohnte der Konferenz bei. Referate erſtatteten
Frau Hoffmann=Ems, Frau Pfarrer Schmitthenner,
Fräu=
lein Denzel=Stuttgart und Fräulein Reineck=Berlin.
Stadtverordneten=Verſammlung.
St. Darmſtadt, 18. April.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung um 4¾ Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Der Vorſtand der Heilſtätte für Alkoholkranke „Haus
Burgwald” hat ſeinen gedruckten Jahresbericht
vorge=
legt, der zur Verteilung gelangt.
Abänderung des Droſchkentarifs und des
Autodroſchkentarifs.
Hierüber erſtattet Stadtv. Stemmer Bericht.
In=
folge der Verlegung des neuen Hauptbahnhofs und die
immer weitere Ausdehnung der bebauten Stadtfläche
iſt=
eine teilweiſe Abänderung des ſeitherigen
Droſchken=
tarifs notwendig geworden. Das Polizeiamt hat im
Einvernehmen mit dem Vorſtand des Droſchkenkutſcher=
Vereins und des Verkehrsvereins unter Berückſichtigung
der Intereſſen des fahrenden Publikums einen neuen
Tarif ausgearbeitet, der von dem Verkehrsausſchuß
gut=
geheißen worden iſt. Im Einzelnen iſt hierzu folgendes
zu bemerken: Der Tarif für Zeitfahrten bleibt
unverändert. Bei Fahrten von und nach dem
neuen Hauptbahnhof wird mit Rückſicht auf die weiten
Entfernungen außer den ſeitherigen zwei Zonen noch eine
engere Zone um den Hauptbahnhof, zuſammen alſo drei
Zonen gebildet. Der Fahrpreis beträgt für 1—2
Per=
ſonen in der 1. Zone 80 Pfg., in der 2. Zone 1 Mark
und in der 3. Zone 1,20 Mark. Die ſeitherige
Beſtim=
mung, daß Fahrten von den Halteſtellen nach den
Hauvt=
bahnhöfen nur 50 Pfg. koſten, kommt in Wegfall. Bei
Beſichligungsfahrten, Theater= und Geſellſchaftsfahrten
treten keine weſentlichen Aenderungen ein. Bei
Strecken=
fahrten nach außerhalb des Stadtgebietes gelegenen
Punkten erſchien eine kleine Erhöhung der ſeitherigen
Fahrpreiſe angebracht. Handgepäck iſt, wie ſeither, frei.
Sonſtiges Gepäck ſoll nicht wie ſeither außerhalb der 2
Zone 30 Pfg., ſondern allgemein nur 20 Pfg. für jedes
Stück koſten. Der neue Tarifſoll am 1. Mai 1912
in Kraft treten.
Durch die für die Pferdedroſchken vorgeſchlagene
neue Zoneneinteilung iſt auch eine teilweiſe Aende=
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Die Beobachtung
der totalen Sonnenfinſternis. Die
Sonnen=
finſternis bei Paris wurde in der Zone der
Total=
finſternis von zahlreichen franzöſiſchen und fremden
Aſtronomen und Schülern des Polytechnikums
beob=
achtet. Zur Beobachtung waren Genieoffiziere im
Frei=
ballon und zwei Flugmaſchinen aufgeſtiegen. Die
Fin=
ſternis war zurzeit, als Sonne und Mond ſich deckten,
beinahe ringförmig. Um 12 Uhr 48 Minuten war der
Planet „Venus” ſichtbar. Die Temperatur ſank auf vier
Grad und ſtieg dann wieder. Als der Mond die Sonne
ganz bedeckte, ſchien der Sonnenrand in großen
Flam=
men aufzuflammen. Die Finſternis war ſo ſtark, daß die
Landſchaft wie in einer ſehr hellen Mondnacht ausſah.
Auch die 2. Phaſe der Finſternis konnte gut beobachtet
werden. Ein halbes Dutzend Luftballons bewegte ſich in
Höhe von etwa 1000 Metern, um den über die Erde
hin=
gleitenden Mondſchatten zu verfolgen. Im Jardin des
Plantes wurden an den Tieren intereſſante
Beobachtun=
gen gemacht: Gazellen, Antilopen und Hirſche ſuchten,
entgegen ihrer Gewohnheit, ihre Hütten auf und ließen
ſich dort, ſobald die Verdunkelung ſtärker wurde,
laut=
los nieder. Die Affen kauerten ängſtlich zuſammen, die
Jungen inmitten der Alten. Die Vögel ſuchten das
Dickicht auf wie bei Nachtanbruch. Die Raubtiere, die
gegen 11 Uhr gefüttert wurden, ſchlichen niedergedrückt
durch ihre Käfige. Während der Zeit der
vorgeſchrit=
tenen Sonnenfinſternis hielten ſie ſich vollkommen ruhig
und fanden ihre Lebhaftigkeit erſt wieder, als das
Sonnenlicht wieder klarer durchbrach. Eine Ausnahme
machten die Pfauen, die, ihr Rad ſchlagend,
ruhig weiter einherſchritten. — Wie aus
Pe=
nafiel in Portugal gemeldet wird, iſt den dorthin
entſandten Aſtronomen eine vorzügliche Beobachtung der
totalen Sonnenfinſternis in dem nahe gelegenen Dorfe
Milhundes, einem Ort, der nach ſeiner geographiſchen
Lage beſonders hierzu geeignet erſchien, gelungen.
Kapellmeiſter Kittel in Bayreuth.
Pro=
feſſor J. Knieſes Nachfolger, Herr Kapellmeiſter Karl
Müller, iſt in Berlin ſchwer erkrankt. Die Bayreuther
Feſtſpielverwaltung hat nun im Namen Siegfried
Wag=
ners Herrn Kapellmeiſter Kittel=Darmſtadt
mitge=
teilt, daß er als Stellvertreter gewählt wurde. Dieſe
Wahl bedeutet eine hervorragend künſtleriſche
Auszeich=
nung Kittels. Die Generaldirektion hat Herrn Kittel
den nötigen Urlaub gewährt (vom 15. Mai bis 20.
Auguſt).
Univerſiſtät Frankfurt. Die
Ausſchußver=
handlungen über die Univerſität haben nun dazu geführt
daß ſich der vereinigte Rechts= und Finanzausſchuß mit
großer Mehrheit — nur die ſozialdemokratiſchen.
Mitglie=
der ſchloſſen ſich aus — für die Annahme des vom Magi=
ſtrat der Stadt vorgelegten Vertrages erklärt haben. Die
vereinigten Ausſchüſſe empfahlen die Annahme der
Vor=
lage unter der Bedingung, daß ihnen, alſo dem Rechts=
und Finanzausſchuß, mit Abſchluß der Verträge ein
Ka=
pitalbedarf von 7212000 Mark als dauernd zur
Verfü=
gung ſtehend nachgewieſen wird, wovon 6 Millionen mit
ſofortigem Zinsgenuß bei Eröffnung der Univerſität
vor=
handen ſein müſſen.
* Eine Damengeſellſchaft von 14000 Jahren. Eine
Damengeſellſchaft, deren Lebensalter zuſammen 14000
Jahre beträgt, fand zu Anfang dieſes Monats in
Scar=
borough ſtatt. Seit Jahren iſt es Sitte, daß der
Bür=
germeiſter dieſer Stadt die älteſten Damen zu einem
Diner einlädt, das immer zu Beginn des Lenzes
ſtatt=
findet. Es müſſen nach den Regeln der Stadt ſo viele
Perſonen eingeladen werden, daß die hohe Zahl von
14000 Jahren dabei herauskommt. Alljährlich werden
die Einladungen verſandt, mit denen nach der Ausſage
des Bürgermeiſters ſehr große Schwierigkeiten verknüpft
ſind, denn von Jahr zu Jahr wollen die Damen weniger
alt werden. Bei dem letzten Gaſtmahl betrug die Zahl
der geladenen Damen 192, ſodaß das Durchſchnittsalter
von 77 Jahren feſtgeſtellt wurde. Das Oberhaupt der
Stadt, ſeine Gemahlin, ſowie drei der früheren
Bürger=
meiſter machten die Honneurs. Alterspräſidentin war
ein Fräulein von 95 Jahren, Miß Jane Norfolk, die
eine geradezu jugendliche Rüſtigkeit an den Tag legte.
Dem Eſſen wurde wacker zugeſprochen, nach Tiſch
mach=
ten die Damen ein Spielchen, und gegen Morgen wurde
getanzt. Die Damen, die keinen Tänzer hatten, weil,
wie leider ſehr oft, weit mehr Damen als Herren
an=
weſend waren, drehten ſich vergnügt allein im Kreiſe,
und eine große Quadrille beſchloß die Feier. Es iſt
intereſſant, zu erfahren, daß die Damen ſich erſt gegen
Morgen um vier Uhr wieder unter den lauten Ausrufen
des Bedauerns, daß die „ſchöne Feier” „ſchon zu Ende
ſei, in ihre Behauſung begaben. Begleitungen der
Her=
ren lehnten ſie ſämtlich ab, da ſie ſich ſtark und ſicher
ge=
nug fühlten, um den Weg allein zu machen. Die Damen
waren alle in hellen Kleidern mit ſchön friſierten Köpfen
erſchienen, ſie trugen Blumen im Haar und waren
über=
haupt mit ausgeſuchter Eleganz gekleidet.
C. K. Vor Taſchendieben wird gewärnt! Dieſen
weit=
verbreiteten Ruf erläutert ein Inſpektor der Londoner
Polizei in ſachgemäßer Weiſe, indemler in einer
eng=
liſchen Wochenſchrift von den beliebteſten Tricks der
Taſchendiebe erzählt. „Das beſte Mittel gegen
Taſchen=
diebe iſt, ſich niemals unter einen Volkshaufen zu miſchen.
In einer belebten Straße ſtürzt plötzlich ein gutgekleideter
Herr hin, ſtöhnt und ächzt, und im Nu iſt eine neugierige
und mitleidige Menge um ihn herum. Er erholt ſich
wieder, aber kaum ſind die Zuſchauer über ſein Schickſal
beruhigt, ſo geraten ſie in noch größere Unruhe über die
ihnen fehlenden Wertſachen, die ihnen unterdeſſen die
Komplizen des „Unglücklichen” abgenommen haben. Wer
an ſo einem Auflauf teilnimmt, begibt ſich ſelbſt in die
Taſchendiebsgefahr, und darf ſich nicht wundern,
wen=
er dabei zu Schaden kommt. Auch vor jedem ſoll män
ſich in Acht nehmen, der ſcheinbar zufällig neben einen
ſteht, eine Zeitung lieſt und dieſe nahe vor unſer
Geſicht=
bringt. Er will dann gewöhnlich mit dem großen Blatt
die Manipulation verdecken, die ſeine eine Hand
vor=
nimmt. Es iſt einer der beliebteſten Tricks, die Hand,
die die Kravattennadel des Opfers herauszieht, durch
ein Zeitungsblatt zu verbergen. Das Tragen von
Sicherheitsketten hat gar keinen Sinn, denn der
Taſchen=
dieb trägt ſo ſcharfe und präziſe arbeitende Scheren bei
ſich, daß ihm keine derartige Vorſichtsmaßregel
wider=
ſtehen kann. Ein anderer „Nachbar”, vor dem man ſich
hüten muß, iſt der Herr, der neben Dir mit gekreuzten
Armen ſitzt; er kann ein höchſt achtbarer Bürger ſein,
aber ich rate doch jedem, genau auf ſeine Taſchen
aufzu=
paſſen, denn der geübte Langfinger weiß mit gekreuzten
Armen die uns zugekehrte Hand ſo geſchickt zu
gebrau=
chen, daß er den auf unſerer Seite befindlichen Arm
überhaupt nicht bewegt. Nächſt dem Auflauf, in dem er
ſo geſchickt ſeine Rolle ſpielt, zumal wenn die
Aufmerk=
ſamkeit auf einen beſtimmten Gegenſtand abgelenkt iſt
ſind die beſten Jagdgründe des Taſchendiebes überfüllte
Coupés, beſonders die Untergrundbahn, in der die Per
ſonen dicht gedrängt ſtehen oder ſitzen. Neben Dir ſitzt
ein Herr, der in ſeinen Taſchen allerlei nachzuſuche
ſcheint. Während die Hände raſch am eigenen Körpel
hin= und hergleiten, ſondiert der Dieb das Terrain, das
das Opfer ihm bietet, findet die Taſchen heraus, prüft
ihren Inhalt. Während eines zufälligen Stoßes oder
Drängens vollführt er den Angriff und ſchneidet eine
Taſche, die nicht leicht zugänglich iſt, mit einer ſcharfen
Scheere auf. Hat er Komplizen, ſo gibt er das
Geſtoh=
lene an ſie weiter. Die ſicherſte Taſche für Herren iſt
eine kleine Taſche am Hoſenbund; auch der geſchickteſte
Taſchendieb wird hier keinen Zugang finden. Die
Damen ſollten, meine ich, ihre Koſtbarkeiten am
ſicher=
ſten in den Strümpfen verbergen können. Das Geld in
Taſchen und Börſen in der Hand tragen, heißt einfach
an die Diebe die dringliche Aufforderung richten, ſich
dieſer ſo verführeriſch zur Schau getragenen Dinge auf
die unauffälligſte Weiſe zu bemächtigen.”
* Der erſte Kino der Schule. Wohl die erſte Schule
Deutſchlands, die einen Kinematographen ſtändig für
den Schulunterricht einführte, iſt die Volksſchule in
Zella=Sankt Blaſii in Thüringen. Mit
gro=
ßem Koſtenaufwand hat ſie die nötigen Apparate g
kauft, die in der Geographie und Naturkunde verwandt
werden ſollen.
rung des Autodroſchkentarifs nötig
gewor=
den, da ſich die einzelnen Taxen an die für die
Pferde=
droſchken beſtehenden Zonen anlehnen. Eine Erhöhung
der Taxen iſt nicht eingetreten. Für Nachtfahrten
außer=
halb der Gemarkung Darmſtadt ohne Rückfahrt wurde
ein beſonderer Zuſchlag von 1 Mark für je 5 Kilometer
eingeführt. Auch dieſer Tarif ſoll am 1. Mai in Kraft
treten.
Die Tarife werden gutgeheißen.
Es folgt
Beratung des Voranſchlags.
Den Biericht des Finanz=Ausſchuſſies
zum Voranſchlag für 1912 erſtattet Stadtverordneter
Hen=
rich. Der von der Großh. Bürgermeiſterei vorgelegte
Voranſchlagsentwurf ſchließt um rund 80000 Mark
ungünſtiger ab als der Voranſchlag für 1911. In
dem Vorwort zu dem Entwurfe ſind die Gründe hierfür
des Näheren dargelegt und es ſind dort weiter die
Mehr=
ausgaben und Wenigereinnahmen mit zuſammen 281510
Mark den Mehreinnahmen und Wenigerausgaben mit
zuſammen 201510 Mark einzeln gegenübergeſtellt. Eine
Verſchlechterung der Finanzlage gegen 1911 wäre
budget=
mäßig nicht zutage getreten, wenn bei Aufſtellung des
Voranſchlagsentwurfes das Ergebnis der
Steuerein=
ſchätzung für 1912 bereits bekannt geweſen wärc. Da
letzteres ein Mehr an Gemeindeſteuer von rund 78000
Mark aufweiſt, ſo kann in Wirklichkeit von einer
Verſchlechterung nicht geſprochen
wer=
den, der Abſchluß ſtellt ſich eher noch etwas günſtiger
als im Vorjahre.
Die Steigerung der Verwaltungsausgaben hält ſich
in durchaus mäßigen Grenzen. Es darf dies zugleich
als ein Beweis dafür gelten, daß die Großh.
Bügermei=
ſterei ernſtlich bemüht iſt, auf allen Gebieten der
Verwal=
tung nach Kräften zu ſparen. Es wird auch weiterhin,
trotz der augenblicklichen günſtigen Finanzlage, nicht
darauf verzichtet werden können, weiteſtgehende Vorſicht
und Zurückhaltung in der Bewilligung neuer Ausgaben
zu üben. Wenn auch im Jahre 1910 mit Hilfe einer ganz
erheblichen Steuererhöhung nicht nur ein Ausgleich für das
wegfallende Oktroi auf Lebensmittel und für den
ungün=
ſtigen Einfluß der wirtſchaftlichen Kriſe auf die
Finan=
zen der Stadt geſchaffen, ſondern auch die Solidität der
ſtädtiſchen Finanzen durch eine geregelte Fondsbildung
(Ueberführung des beim Rechnungsabſchluß
verbleiben=
den Kaſſenvorrats in den Ausgleichsfonds) bedeutend
verſtärkt wurde, ſo kann heute leider immer noch nicht die
Rede davon ſein, daß die Stadt das Uebergangsſtadium,
in dem ſie ſich aus Anlaß mancherlei tiefeinſchneidender
wirtſchaftlicher und geſetzgeberiſcher Maßnahmen
befin=
det, nun glücklich überwunden habe. Noch ſind die Laſten,
die die Verlegung des Hauptbahnhofes der
Stadt bringt, längſt nicht alle bis ins einzelne überſehbar
oder gar völlig gedeckt. Das mit dem 1. April 1913 in
Kraft tretende neue Gemeindeſteuergeſetz
be=
deutet eine =vollſtändige Umgeſtaltung des
Gemeinde=
ſteuerweſens, ſoweit es ſich auf die Realſteuern bezieht,
und iſt in ſeinen Wirkungen im voraus nicht zu
über=
ſehen. Als weitere Maßnahme, die für die Finanzen
der Stadt in den nächſten Jahren neue Ungewißheiten
bringen wird, kommt die Gründung der heſſiſchen
Eiſſenbahngeſellſchaft hinzu. Die als
Ablie=
ferung des Elektrizitätswerks eingeſtellte Summe von
*128000 Mk. (58 000 Mk. mehr als im Vorjahr trotz voller
Ab=
ſchreibung bei dem neuen Werke) entſpricht zugleich dem
Jah=
resertrag, der für die Verwaltungseinnahmen des
ſtädti=
ſchen Budgets aus dem Elektrizitätswerk ſeitens der
Heſſi=
ſchen Eiſenbahngeſellſchaft ſichergeſtellt iſt. Der in Höhe
von 16000 Mark vorgeſehene Zuſchuß zur ſtädtiſchen
Straßenbahn wird aber in dieſer Form nicht zur
Tat=
ſache werden. Die Herabſetzung des Ueberſchuſſes
des Gaswerkes um 20000 Mark iſt nicht
auf die Wirkung des Vertrages mit der Süddeutſchen
Eiſenbahngeſellſchaft wegen (Herabſetzung des
Strom=
preiſes), ſondern auf den Ausfall an Gasverbrauch
in=
folge Wegfalls der alten Bahnhice zurückzuführen.
Der ungünſtige Einfluß auf die ſtädtiſchen
Finanzen, der für die nächſte Zeit aus dem Vertrage
mit der Süddeutſchen
Eiſenbahngeſell=
ſchaft zu erwarten iſt, beſteht hiernach nicht in einem
Rückgang der Einnahmen aus den ſtädtiſchen Betrieben,
ſondern er iſt in der Richtung zu vermuten, daß man für
einige Jahre auf die regelmäßige Steigerung dieſer
Ein=
nahmen zu verzichten hat. Angeſichts der ſoliden
Grund=
lage der Finanzen könnte dann im Vertrauen auf die
natürliche Steigerung der Steuereinnahmen bei
Betäti=
gung ſtrenger Sparſamkeit mitz Ruhe entgegengeſehen
werden, wenn nicht bereits wieder neue größere
Aus=
gaben in naher und ſicherer Ausſicht ſtänden. Durch die
bei den Landſtänden eingebrachte
Beſoldungsvor=
lage wird die Stadt nicht nur durch die Gehaltserhöhung
für die Lehrer an den von der Stadt unterhaltenen höheren
Schulen in Mitleidenſchaft gezogen, es iſt vielmehr eine
weitere Belaſtung durch Ausdehnung der Beitragspflicht
der Städte auf die Gymnaſien in Ausſicht genommen, die
für Darmſtadt — unter Berückſichtigung der damit in
Ver=
bindung ſtehenden Zuſchußleiſtung des Staates zu den
höheren Mädchenſchulen — etwa 70000 Mark pro Jahr
ausmachen wird. Im Anſchluß an die
Beſoldungser=
höhung der Staatsbeamten und der Volksſchullehrer iſt
eine Erhöhung der Bezüge der ſtädtiſchen
Beamten Lehrer und Arbeiter nicht länger zu
umgehen. Wenn es auch als ausgeſchloſſen gelten muß,
daß die Stadt hierin mit dem Staate gleichen Schritt hält
und wenn ſich danach die ſtädtiſchen Beamten zum Teil
an den Gedanken gewöhnen müſſen, von ihren ſtaatlichen
Berufsgenoſſen im Einkommen überholt zu werden, ſo
iſt doch damit zu rechnen, daß die Stadt mit einer
gerin=
geren Summe als 200000 bis 250000 Mark für die
Er=
höhung nicht auskommen wird. Kommt dieſe Erhöhung
bereits für das Jahr 1912 in Betracht, ſo kann ſie für
die=
ſes Jahr ohne Steuererhöhung durchgeführt
werden, da der außergewöhnlich günſtige Barüberſchuß
des Jahres 1910 mit 569199 Mark 58 Pfg. für dieſes
eine Jahr hierfür in Anſpruch genommen werden kann,
ohne damit den bisherigen Weg einer ſoliden
Finanzge=
barung zu verlaſſen. Es muß auch in Zukunft der
Grund=
ſatz ſtreng aufrecht erhalten bleiben, dauernde Aus
gaben nur auf dauernde und ſichere
Ein=
nahmen zu gründen. In welcher Form das vom
nächſten Jahre ab zu geſchehen hat, das wird ſich erſt
ge=
nauer ſagen laſſen, wenn die oben angedeuteten
verän=
derten Verhältniſſe im Finanzhaushalt der Stadt (
Eiſen=
bahngeſellſchaft und Gemeindeſteuerreform) bis dahin in
ähren Wirkungen deutlicher überſehen werden können.
(Bravo!)
Der Vorſitzende ſpricht dem Herrn Referenten für
ſeine gewiſſenhafte Vorprüfung den Dank der
Verwalt=
ung aus und eröffnet eine
Generaldebatte.
Stadtv. Sames hat die verſchiedenen ſtädtiſchen
Betriebe einer Rentabilitätsberechnung unterzogen und
ſtellt dazu ein intereſſantes Zahlenmaterial auf, aus dem
u. a. hervorgeht, daß die Stadt ein Schüler der
Volks=
ſchule 18,50 Mark, ein ſolcher der drei höheren Schulen
85 Mark, der höheren Töchterſchule 81 Mark und der
Mittelſchulen 26,80 Mark koſtet.
Stadtv. Saeng meint, dieſe Zahlen gäben zu
den=
ken. Sie beweiſen vor allem, daß die Mittelſchulen,
trotzdem für deren Beſuch Schulgeld zu zahlen iſt, teurer
ſind, als die Volksſchulen. Er möchte dabei den Wunſch
erneuern, daß dieſe Mittelſchulen nach und nach zu
Realſchulen umgewandelt werden.
Stadtv. Möſer weiſt darauf hin, daß der
eigen=
bewirtſchaftete Grundbeſitz nicht deshalb ſo rentieren
könnte, weil die Berechnung aus anderen Geſichtspunkten
heraus erfolgt.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing erklärt, die
Zah=
len entſprächen nicht den Statiſtiken, die von der
Bür=
germeiſterei im Jahre 1910 aufgeſtellt wurden. Die
Zah=
len werden nachgeprüft und demnächſt bei Einbringung
neuer Schulvorlagen zum Gegenſtand der Beſprechung
gemacht werden. Redner gibt dann Kenntnis von
fol=
genden Anträgen der Stadtverordneten Aßmuth
und Friedrich:
1. Verehrl. Stadtverordnetenverſammlung wolle
beſchließen, daß die bereits von Großh. Bürgermeiſterei
und dem Finanzausſchuß vorgeſehene Gehalts= und
Lohnregulierung für ſämtliche Beamten, Lehrer
Arbeiter und Polizeibedienſteten mit Wirkung vom
1. April 1912 in Kraft tritt und die Mittel, bei
Vermeid=
ung einer Steuererhöhung für das Jahr 1912, aus dem
Ausgleichsfonds genommen werden. — (Der
Vor=
ſitzende teilt hierzu mit, daß der Antrag erſt beraten
werden kann, wenn die Beſoldungsvorlage im Landtag
erledigt iſt.)
Großh. Bürgermeiſterei und
Stadtverordneten=
verſammlung wolle beſchließen: Von einer demnächſt
aufzunehmenden ſtädtiſchen Anleihe ſind vorerſt 500000
Mark abzuſtoßen. Aus dieſer Summe ſind 4½prozentige
Darlehen zur Errichtung zweiter
Hypo=
theken zu gewähren. Als Empfänger ſolcher Darlehen
können nur hieſige Einwohner in Betracht kommen, die
ſich mit einer ½prozentigen Tilgung des Darlehens,
ſo=
wie mit der Haftbarkeit ihres geſamten Vermögens der
Stadt gegenüber einverſtanden erklären.
3. Verehrl. Stadtverordnetenverſammlung wolle
Großh. Bürgermeiſterei beauftragen, alsbald eine
Vor=
lage auszuarbeiten, die den Ausbau des derzeitigen
ſtädtiſchen Wohnungsnachweiſes und der polizeilichen
Wohnungskontrolle zu einem neuzeitlichen
Woh=
nungsamte zur Grundlage hat. Die Aufgaben dieſes
Amtes ſollen insbeſondere umfaſſen: 1. Einführung der
allgemeinen An= und Abmeldepflicht bei
Wohnungswech=
ſel uſw. 2. Kontrolle aller Wohnungen bis einſchl. drei
Zimmer nebſt Küche. 3. Statiſtiſche Feſtſtellungen über
Zahl und Art ſämtlicher Wohnungen. 4.
Auskunftser=
teilung an Mieter, Vermieter, Bauunternehmer uſw. in
allen Angelegenheiten der Wohnungsbeſchaffung und
=Vermietung. 5. Jährliche Berichterſtattung in allen
Fragen der Wohnungsfürſorge auf Grund der ſozialen
Bedeutung des Amtes.
Die Anträge, die durch Stadtv. Aßmuth eine
Be=
gründung erfahren, werden in geſchäftsordnungsmäßige
Behandlung genommen.
Stadtv. K. Lautz hält es für begreiflich, daß den
Antragſtellern eine Erhöhung der Arbeiterlöhne am
Her=
zen liegt; aber es müſſe doch endlich einmal darauf
hin=
gewieſen werden, daß auch auf dieſem Gebiete
einmal ein Halt geboten iſt. Schon jetzt gibt
es weite Kreiſe die viel ſchwerer zu
kämp=
fen haben als die Arbeiter, das ſind unſere
Kleingewerbtreibenden und Handwerker, die durch die
fortgeſetzt ſteigenden Löhne und ſteigenden Steuern
im=
mer mehr belaſtet werden. (Sehr richtig!)
Stadtv. Friedrich bittet auch ſeinerſeits um
Be=
rückſichtigung der Anträge. Weiter ſei ihm bekannt
ge=
worden, daß die Stadt großen Geländebeſitz brach liegen
habe, der doch zinstragend ausgenützt werden könne,
eventuell durch Errichtung von Arbeiterwohnungen reſp.
Bereitſtellung von Baugelände. — Stadtv. Gretzſchel
befürwortet den Antrag betr. zweiter Hypotheken und die
Schaffung eines beſonderen Fonds hierzu.
Der Vorſitzende ſtellt feſt, daß die Rente des
Grund=
beſitzes insgeſamt durchaus nicht beſonders niedrig iſt.
Es liege in der Natur der Sache, daß hier eine höhere
Rente nicht zu erzielen iſt. Die Stadt beſitze über 50,
beinahe 60 Proz. des geſamten Grundbeſitzes. — Stadtv.
Möſer beſtätigt das. Es ſei nur wenig unbebautes
Gelände unverpachtet, und das ſei eben unverpachtbar,
weil es kein Menſch haben wolle.
Stadtv. Henrich möchte mit der
Beamtenbeſold=
ungsreform das Schickſal der ſtaatlichen
Beſoldungs=
reform abgewartet wiſſen. Er verbreitet ſich dann
noch=
mals über die allgemeinen Finanzverhältniſſe und kommt
zu dem Schluß, daß die Finanzen nicht ſo ungünſtig ſind,
um für die Zukunft Beunruhigung hervorzurufen.
Damit ſchließt die Generaldebatte.
In der
Spezialberatung
wünſcht Stadtv. Schupp zu Poſition 2:
Waldwirt=
ſchaft Oberwaldhaus, nach Ablauf des
derzeiti=
gen Vertrages eine öffentliche Ausſchreibung der
Ver=
pachtung, damit die Rente aus dem Oberwaldhaus
er=
höht werde. — Beig. Schmidt ſagt dies zu.
Zum Kapitel Gaswerk wird von verſchiedenen
Stadtverordneten Klage geführt über die Weglaſſung
der Meſſungszettel, die ein rechtzeitiges Nachprüfen des
Verbrauches ermöglichten. Weiter wird angeregt, den
Gaspreis herabzuſetzen und durch rege Propaganda die
Rentabilität des Gaswerks zu heben.
Zum Kapitel Schulen regt Stadtv. Aßmuth
Erhebungen an darüber, wieviel Kinder ohne
regel=
mäßige Mittagskoſt bleiben, und bittet, für dieſe Kinder
eventuell eine Schulkoſt einzuführen. — Stadtv. Linck
bittet, die Beſuchszeiten der Fortbildungsſchulen für die
verſchiedenen Jahrgänge zu verlegen, ſo daß nicht zur
gleichen Zeit alle Lehrlinge den Betrieben entzogen ſind.
— Stadtv. Sames regt an, auch für die weiblichen
Lehrlinge Fortbildungsſchulen zu errichten.
Zum Kapitel Friedhof wünſchen die Stadtvv.
Kalbfuß und Schupp Beſchleunigung der
Erbau=
ung des längſt beſchloſſenen Krematoriums.
Zum Kapitel „Oeffentliche Sicherheit”
rügt Stadtv. Linck die Zuſtände in der Altſtadt an der
Ecke der Landaraf Georg=Straße.
Bürgermeiſter Mueller nimmt hierbei
Gelegen=
heit, den Jahresbericht des Handelsvereins
richtigzuſtellen. Die Bautätigkeit ſoll danach
an=
geblich darniederliegen. Es heißt in dem Bericht: „Das
Baugeſchäft in hieſiger Stadt hat bis jetzt eine Beſſerung
nicht erfahren.‟ Das iſt durchaus unrichtig.
Ab=
geſehen davon, daß noch vor Ende vorigen Jahres eine
ganze Anzahl großer Bauten auf der Mathildenhöhe
hinter dem Städtiſchen Ausſtellungsgebäude genehmigt
worden ſind, iſt die Bautätigkeit im Jahre 1912
gegen=
über dem Vorjahr ganz bedeutend in die Höhe
ge=
gangen. Das zeigen folgende Ziffern: An Baugeſuchen
liefen ein: Vom 1. Januar 1911 bis zum 17. April 1911.
insgeſamt 78; es belief ſich der Betrag der Bauſumme
auf 342000 Mark, der Staatsſtempel auf 342 Mark, die
baupolizeilichen Gebühren auf 593 Mark; vom 1. Jan.
1912 bis zum 17. April 1912 insgeſamt 95 und belief ſich
der Betrag der Bauſumme auf 682000 Mark, der
Staats=
ſtempel auf 682 Mark, die baupolizeilichen Gebühren auf
1332,50 Mark. Alſo das Doppelte. Es ſollte von den
Baugeſchäften ſelbſt im Intereſſe des Kredits uſw. gegen
unrichtige Meldungen dieſer Art im Wege der
Aufklär=
ung eingeſchritten werden.
Die Stadtvv. Werner und Wagner können dem
nicht zuſtimmen; es werde wenig gebaut. —
Bürgermei=
ſter Mueller bleibt dabei, daß die Bautätigkeit ſich
durchaus in aufſteigender Richtung bewegt.
Zu Beiträge zu gemeinnützigen
Ver=
einen und Anſtalten ꝛc. bemängelt Stadtv. Schupp,
daß immer noch der Brauch beſteht, jedem Verein, der ein
25jähriges oder ähnliches Jubiläum feiert, einen Zuſchuß
zu gewähren, damit ſoll endlich gebrochen werden. — Auf
Antrag des Stadtv. Friedrich daß dem Verein ſtädt.
Arbeiter, der kaum noch Exiſtenzberechtigung hat, der
Zu=
ſchuß entzogen werden ſoll, wird von Bürgermeiſter
Mueller feſtgeſtellt, daß der Verein ſehr wohl
exiſtenz=
berechtigt iſt und ſehr ſegensreich wirke, durch
Unterſtütz=
ung ſeiner Mitglieder, Sanierung mißlicher Verhältniſſe
uſw. Beig. Ekert beſtätigt das. Ebenſo
Oberbürger=
meiſter Dr. Gläſſing, der den Antrag auf Streichung
abzulehnen bittet, da der Zuſchuß aus ſozialen Gründen
berechtigt iſt. Stadtv. Dr. Fulda iſt für den Antrag.
Stadtv. Gallus beantragt, die Poſition an den Ausſchuß
zurückzuverweiſen und zu prüfen, welche Ziele der Verein
Städtiſcher Arbeiter verfolge. — Stadtv. Dr. Bendder
bittet auch dieſen Antrag abzulehnen und den Beitrag nach
wie vor zu bewilligen. Er erinnert daran, daß der Verein
ſ. Zt. gegründet wurde zur Unterſtützung in Not geratener
Mitglieder und daß ihm aus dieſem Grunde damals
ein=
ſtimmig der Zuſchuß der Stadt bewilligt worden iſt. Nach
weiterer Debatte wird der Antrag Friedrich
ab=
gelehnt gegen 3 Stimmen.
Zum Kapitel Errichtung neuer Gebäude,
bittet Stadtv. Aßmuth, im Anſchluß an das projektierte
Beſſunger Feuerwehrdepot die Einrichtung für 10 Brauſe=
und Wannenbäder zu ſchaffen. Der Oberbürgermeiſter ſagt
Berückſichtigung zu.
Die übrigen Kapitel werden gutgeheißen und einzeln
nach Anträgen des Finanzausſchuſſes abgeändert.
Nach den Anträgen des Finanzausſchuſſes iſt eine
Mehreinnahme und Wenigerausgabe von 96945 Mark
an den Hauptpoſten zu ſtreichen, ſodaß der Etat abſchließt
mit der Endſumme von 8605 535 Mark. Mit Worten des
Dankes für die ruhige und ſachliche Beratung ſchließt
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing die öffentliche Sitzung
nach 7 Uhr.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 18. April. Präſident Dr. Kaempf
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. Erſter
Gegen=
der Tagesordnung iſt die nationalliberale
In=
terpellation betr. Vollzug des
Jeſuiten=
geſetzes. Auf Anfrage des Präſidenten erklärt
Staats=
ſekretär Delbrück, daß der Reichskanzler bereit ſei,
die Interpellation zu beantworten, und ſich über den
Tag mit dem Präſidenten noch verſtändigen werde.
Ueber die Wahl des Abg. Becker=Heſſen
(natl.) beantragt die Kommiſſion Beweiserhebung. Das
Haus beſchließt ohne Debatte dementſprechend. —
So=
dann wird die
zweite Beratung des Juſtizetats
fortgeſetzt.
Abg. Dr. Belzer (Zentr.): Die Vorarbeiten für
das neue Strafgeſetzbuch ſollten möglichſt beſchleunigſt
werden. Dabei muß auch beſondere Rückſicht genommen
werden auf ſtrenge Beſtrafung von Tierquälerei. Die
Reſolution der Konſervativen auf Schutz der Jugend
gegen Schmutz= und Schundliteratur und gegen die
Aus=
wüchſe der Kinematographen werden wir unterſtützen.
Die Verbreitung pornographiſcher Literatur muß auf
das allerſtrengſte verfolgt werden. Bei der Reviſion der
Strafprozeßordnung darf ſich die Regierung auch nicht
von der Forderung abſchrecken laſſen, Laienrichter auch
für die Berufungsinſtanzen zuzulaſſen. Zur
Nachahm=
ung zu empfehlen iſt der Erlaß des preußiſchen
Juſtiz=
miniſters, in dem dem Amtsrichter das Recht gegeben
wird, Strafaufſchub bis zu einem Monat zu gewähren.
Ebenſo iſt der Erlaß auf Unterbrechung des
Strafvoll=
zuges nachahmenswert. Wie Telegramme, ſollten auch
Telephongeſpräche beſchlagnahmt werden können. Für
die neue Zivilprozeßordnung muß die Hinzuziehung des
Laienelements zum Richteramt in Ausſicht genommen
werden. Sonſt hört der Ruf nach Sondergerichten nicht
auf. Das Konkurrenzrecht iſt dringend reformbedürftig.
Die Vereinheitlichung des Seerechts muß jedenfalls
an=
geſtrebt werden. Bei der Ausbildung der jungen
Juri=
ſten ſollte mehr Wert auf die Ausbildung inbezug auf
die Strafgeſetzgebung gelegt werden, zumal das
Zipil=
recht zum großen Teil durch die immer weiter um ſich
greifende Sozialgeſetzgebung und durch die
Sonderge=
richte ausgeſchaltet wird. Die Klagen über allzu harte
Gerichtsurteile im Streikgebiet werden auch von meinen
Freunden geteilt. (Hört! hört! bei den Soz.) Dringend
nötig iſt die Neuregelung des Irrenweſens, damit man
vor den Schädigungen durch geiſtig Minderwertige, die
in Prozeſſen freigeſprochen werden, aber doch in Freiheit
bleiben, geſchützt iſt. Unſere Rechtſprechung muß
getra=
gen werden von dem Rechtsempfinden und vom
Ver=
trauen des deutſchen Volkes. (Beifall im Zentrum.)
Abg. Dr. v. Calker (natl.): Ich befürchte, daß die
Strafprozeßordnung unnötig verſchoben wird. Die
Strafprozeßordnung ſollte in abſehbarer Zeit uns
vor=
gelegt werden, und zwar in einer Geſtalt, die allſeitig
annehmbar iſt. Am dringendſten wünſche ich die baldige
Regelung des Jugendrechts. Wie ſteht es mit einem
Geſetz über die Konkurrenzklauſel? Bewußte
Rechts=
beugung habe ich niemals beobachtet. (Widerſpruch bei
den Sozialdemokraten.) Eine Klaſſenjuſtiz exiſtiert nicht.
Das kann ich als Strafrechtslehrer wohl ſagen. (Bravo!
bei den Natl.) Das juriſtiſche Studium muß reformiert
werden. Wir Profeſſoren laborieren daran, daß unſere
jungen Semeſter nicht genügend in die Vorleſungen
gehen. (Sehr richtig!) Ein großer Vert unſerer
Uni=
verſitäten liegt darin, daß wir nicht Lehrer, ſondern auch
wiſſenſchaftliche Forſcher ſind. Allerdings ſind damit
gelegentlich Nachteile wohl verbunden. Ein vorzüglicher
wiſſenſchaftlicher Arbeiter kann wohl ein ſchlechter
Do=
zent ſein. Der Schwerpunkt unſeres Studiums muß in
den neu eingerichteten Uebungen liegen. (Lebhaftes
Sehr richtig!) Es muß aber nicht nur richtig doziert
werden, ſondern auch richtig examiniert. Wenn
Repiti=
toren die jungen Juriſten nur auf die Frage des
exami=
nierenden Profeſſors repitieren, ſo iſt das Unſinn und
ein Schaden für die juriſtiſche Wiſſenſchaft. Daß dies
aber geſchehen kann, iſt mit Schuld der Examinatoren,
die immer dieſelben Fragen ſtellen. Da ſollte der
Staats=
ſekretär auch einmal ein Wort mitreden. Eine
Vermehr=
ung der Klauſurarbeiten iſt dringend erwünſcht. Um
dem juriſtiſchen Studium eine günſtige Wendung zu
geben, ſollte von Reichswegen an eine Neuregelung der
Vorbildung unſerer Jugend gedacht werden. Unſer altes
gutes humaniſtiſches Gymnaſium muß gepflegt werden.
Unſere Zeit drängt zur Spezialiſierung. Jeder will
mög=
tlichſt zu Worte kommen. Der Juriſt ſoll auch Kollegien
anderer Fakultäten hören und die anderen Fakultäten
gleichfalls Zu den anderen Fächern gehen die jungen
Leute aus Intereſſe zur Sache, zur Jurisprudenz aber
nicht, denn die Lehrer wiſſen kaum etwas vom modernen
Staatsleben. Durch derartigen Fakultätenaustauſch
bil=
den wir unſere Beamten am beſten aus. Dann kommen
tauch Studenten aus Intereſſe zu dem juriſtiſchen
Stu=
dium. Ich bin ein großer Freund des ſtudentiſchen
Ver=
bindungsweſens. Ich habe keine ſchlechten
Erfuhrun=
gen damit gemacht. Meine Kollegien ſind auch von den
Verbindungsſtudenten beſucht, obwohl ich von 8 bis 9
Uhr morgens, alſo mitten in der Nacht, leſe. (Große
Heiterkeit.) Wir ſollten dem Studenten ſagen, zwei oder
drei Semeſter zu bummeln, paſſe nicht mehr für die
heu=
tige Zeit. Neben der Jugendfreude ſollen ſie die Pflicht
nicht vergeſſen. Und gerade die Verbindungen können
ein gutes Beiſpiel dafür geben und tüchtige Söhne des
Vaterlandes ſchaffen. (Lebhaftes Bravo!) Je weniger
Examen, deſto beſſer. Auch für die älteren Juriſten
ſoll=
ten Kurſe eingerichtet werden, um ſie aus der öden
Tätig=
keit des täglichen Lebens wieder einmal heraus zu heben.
Ein Juriſtenaustauſch zwiſchen Weſtdeutſchland und
Oſt=
elbien, wo es auch ganz nette Menſchen geben mag (Hei=
Lterkeit), wäre zu empfehlen. Darin würde ein großer
Gewinn für unſere deutſche Rechtspflege liegen. Ich
freue mich über die große ſegenbringende Tätigkeit der
Frau in der Kinderfürſorge. Da ſollte die Frau als
Schöffin am Jugendgericht zugelaſſen werden. Damit
will ich nicht der Emanzipation das Wort reden. Ich
galte immer noch die Mutterpflicht für den höchſten
Frauenberuf. Die Schöffen und Geſchworenen ſollten
allen Bevölkerungsſchichten entnommen werden.
Dan=
kenswert iſt die Schaffung beſonderer Gerichtshöfe im
Streikrevier. (Zuruf bei den Soz.) Auf
Zeitungsnach=
richten gebe ich nichts. Wir ſollten nicht iritiſieren, ohne
den authentiſchen Tatbeſtand zu kennen. Reformbedürftig
iſt beſonders das Syſtem des Vorverfahrens. Es darf
nicht mehr heißen: Vivat justieia, pereat mundus,
ſon=
dern: Vivat justicia, ne pereat mundus. (Lebhafter
Beifall.)
Abg. Dr. Dove (Fortſchr. Vpt.): Wir haben ſoeben
eine Generalbeichte eines Profeſſors gehört. (Gr.
Heiter=
keit.) Ich will dem Beiſpiel als Richter nicht folgen.
(Heiterkeit.) Die Juſtiznovelle darf nicht auf Grund der
vorjährigen Sommerkommiſſion angeſtrebt werden. Einen
Teil unſerer Wünſche, namentlich hinſichtlich der
Jugend=
gerichtsbarkeit, ließe ſich vor der Juſtiznovelle erledigen.
Wenn Herr Stadthagen meint, im Streikrevier ſei
Klaſ=
ſenjuſtiz getrieben und bei aus dem Volke gewählten
Richtern werde es anders werden, ſo bin ich anderer
Meinung. Die Klaſſenjuſtiz würde dadurch nur
geför=
dert werden, denn die Sozialdemokraten ſelbſt bezeichnen
die Streikbrecher als Verräter. Die richterliche
Unab=
hängigkeit muß unbedingt gewahrt werden; auch müſſen
wir dafür ſorgen, daß die einzelſtaatliche Geſetzgebung
ſich nicht in Widerſpruch ſetzt zu der Reichsgeſetzgebung.
Wir ſollten uns davor hüten, zuviel Spezialgeſetze zu
erlaſſen. — Staatsſekretär Dr. Lisco: Nach den
vie=
len größeren Aenderungen müſſen jetzt erſt genügende
Erfahrungen geſammelt werden, ehe wir wieder an eine
Neuregelung herantreten. Die Frage der
Konkurrenz=
klauſel, die lediglich nach der Seite der bezahlten Karenz
entſchieden werden kann, wird in der nächſten Seſſion
das Haus beſchäftigen, ebenſo das Geſetz über die
Haftbar=
keit der Eiſenbahnen für Sachſchäden. Die Klagen über
die Vorbildung der Juriſten gehörten wohl ins
preußi=
ſche Abgeordnetenhaus. Die vom Abg. Stadthagen
vor=
gebrachten Einzelfälle ſtellen ſich weſentlich anders dar,
beſonders der Fall der Beſtrafung einer Familie im
Ruhrrevier, die aus den Schlacken Kohlen geſammelt hat.
Der Fall erſcheint weniger hart, wenn feſtſteht, daß die
Familie wiederholt gewarnt wurde und daß es ſich um
keine arme Familie handelt und daß ſie mit dem
Mate=
rial einen ſchwunghaften Handel getrieben hat. In dem
Falle Hermann iſt alles geſchehen, den Täter feſtzuſtellen.
Die Schutzleute ſind einer Reihe von Privatperſonen
konfrontiert worden, ohne daß ſich ein Anhaltspunkt
ge=
funden hat. Es iſt tief bedauerlich, daß der Täter nicht
ermittelt werden konnte, ganz gleich, ob es ſich um eine
Privatperſon oder um einen Beamten handelt. Es iſt
aber dasſelbe, wenn aus einer Menge heraus Steine
ge=
worfen werden, die Schuldigen feſtzuſtellen. Wir müſſen
zunächſt das Strafgeſetzbuch erledigen. Das preußiſche
Arbeitsſcheuengeſetz ſteht nicht im Widerſpruch zu dem
Reichsgeſetz, es iſt nur ein Geſetz analog ähnlichen
Ge=
ſetzen in anderen Bundesſtaaten. — Abg. Holſchke
(konſ.): In letzter Zeit iſt es wiederholt zu
Zuſammen=
ſtößen zwiſchen Richtern und Verteidigern gekommen;
es wäre nötig, hiergegen Maßregeln zu ergreifen. Wir
haben volles Vertrauen zur Rechtspflege und wir wiſſen,
daß der größte Teil des Volkes dieſes Vertrauen mit uns
teilt. Den Sozialdemokraten wird es nicht gelingen,
dieſes Vertrauen zu erſchüttern. — Abg. Dr. v.
Las=
zewski (Pole) begründet eine Reſolution ſeiner
Par=
tei auf Gewährung von Tagegeldern an Schöffen und
Geſchworene. Er beklagt ſich des weiteren über zu harte
Beſtrafungen von polniſchen Redakteuren.
Hierauf wird die Weiterberatung auf Freitag
1 Uhr vertagt. — Schluß halb 7 Uhr.
* Berlin 18. April. In der =
Budgetkom=
miſſion des Reichstags erklärte Staatsminiſter Dr.
Solf beim Etat von Südweſtafrika zur
Diamanten=
frage: Gewiß könne mit der Zeit eine Preiserhöhung
deutſcher Diamanten erzielt werden. Die in der Preſſe
er=
hobenen Angriffe, die Firma Coetermanns verdiene zu viel
an den deutſchen Diamanten und die Regie ſei benachteiligt,
ſind ungerechtfertigt. Der Errichtung eines deutſchen
Syn=
dikats ſtänden große Schwierigkeiten entgegen. Der
An=
ſchluß an das Debeersſuyndikat ſei nicht ohne weiteres
mög=
lich. — Der Staatsſekretär berichtete über einen neuen
Ver=
trag, den die Regieverwaltung mit der bisherigen
Ver=
tragsgeſellſchaft abgeſchloſſen habe. Dey neue Vertrag
biete erhebliche Fortſchritte. Die von der Preſſe gegen den
Vorſitzenden des Aufſichtsrates Fürſtenberg erhobenen
Angriffe ſeien unbegründet.
* Berlin, 18. April. Die Siebente
Kom=
miſſion des Reichstages zur Beratung der
An=
träge und Reſolutionen über die Wohnungsfrage
hielt ihre erſte Sitzung ab Miniſterialdirektor Lewald
erklärte, die verbündeten Regierungen erkennten wohl
die Bedeutung der Wohnungsfrage an und hätten allen
Anträgen und Anregungen aus dem Reichstage das
größte Intereſſe entgegengebracht. Der Bundesrat
be=
ſchäftigte ſich aber mit der Wohnungsfrage bisher nicht,
weil die Frage von den Bundesſtaaten zu löſen ſei.
Des=
halb ſei es den verbündeten Regierungen nicht möglich,
zu den Anträgen der Kommiſſion Stellung zu nehmen
und die Zuſtimmung zu ſolchen in Ausſicht zu ſtellen. Als
Ergebnis der Debatte ſtellte der Berichterſtatter feſt: Wir
ſind alle einig, daß das Reich kompetent iſt, die
Wohn=
ungsverhältniſſe geſetzlich zu regeln. Darauf wurde eine
ſechsgliederige Kommiſſion eingeſetzt, die die weiteren
Vorarbeiten für ein Wohnungsgeſetz erledigen ſoll.
Der Kaiſer in Korfu.
* Koafu, 17. April. Der Kaiſer, der griechiſche
Marine=Uniform trug, begab ſich heute nachmittag mit
den Prinzen und Prinzeſſinnen nebſt Gefolge im
Auto=
mobil nach der Stadt ins königliche Palais, wo die
Herr=
ſchaften von der Terraſſe aus zuſammen mit der
Kron=
prinzeſſin von Griechenland das Einlaufen des
griechi=
ſchen Kreuzers „Georgios Aweroff” beobachteten, der
den König und den Kronprinzen von
Grie=
chenland an Bord hatte. Die „Hohenzollern” und
„Kolberg” hatten Flaggengala angelegt. Die
Mannſchaf=
ten paradierten, die „Kolberg” ſalutierte und die Muſik
der „Hohenzollern” ſpielte den griechiſchen Königsmarſch.
Der Kreuzer „Georgios Aweroff” ſalutierte ebenfalls
ſeine Kapelle ſpielte die deutſche Hymne. An der
Landungsſtelle hatten ſich die Spitzen der ſtaatlichen
und ſtädtiſchen Behörden, das Offizierkorps, die-
Geiſt=
lichkeit, ebenſo der Geſandte von Wangenheim und der
deutſche Konſul Spengelin eingefunden. Vereine und
Schulen mit Fahnen und Muſik bildeten Spalier von
der Landungsſtelle bis zum Palais. Der Kaiſer und
die genannten Herrſchaften erſchienen ebenfalls an der
Landungsſtelle. Der König und der Kronprinz von
Griechenland gingen an Land, vom Kaiſer aufs herzlichſte
begrüßt. Nachdem der König ſodann die Huldigung der
Behörden entgegengenommen hatte, ſchritten der Kaiſer,
der König und die anderen Fürſtlichkeiten zu Fuß nach
dem Palais, vom Publikum ſtürmiſch gefeiert.
Inzwi=
ſchen war die königliche Jacht „Amphitrite” eingelaufen
mit der Königin, Prinzeſſin Maria und dem Prinzen
Andreas Nikolaus an Bord. Der Kaiſer und der König
begaben ſich wieder zur Landungsſtelle. Der Kaiſer
ge=
leitete die Königin ins Palais. Das Publikum brach
an=
dauernd in Hochrufe aus. Der Kaiſer begab ſich ſpäter
nach dem Achilleion. Das Wetter iſt ſchön.
Luftfahrt.
* Düſſeldorf 18. April. Wegen ungünſtiger
Wind=
verhältniſſe erfolgt die Rückfahrt der „Viktoria
Luiſe” erſt heute mittag zwiſchen 12 und ½1 Uhr.
* Düſſeldorf, 18. April. Die „Viktoria Luiſe” hat
um 12 Uhr 35 Minuten mit vier Paſſagieren an Bord die
Rückfahrt nach Frankfurt a. M. angetreten.
* Bitterfeld 18. April. Das Luftſchiff „P. L. 13"
leiſtete heute früh die offizielle Abnahmefahrt
mit der japaniſchen Kommiſſion an Bord. In der Gondel
befanden ſich im ganzen ſieben Perſonen, darunter der
Füh=
rer Oberleutnant Stelling und zwei japaniſche Offiziere.
Die vorgeſchriebene Höhenfahrt von 1200 Metern wurde
bei einer Windſtärke von 15 bis 17 Meter gut
abſol=
viert.
* Der modernſte Selbſtmord. Zu dem
Todesſturz des Fliegers Verrepty wird gemeldet,
daß wahrſcheinlich ein Selbſtmord vorliegt. Verrepty
hatte vorher ſeiner Geliebten, mit welcher er einen
hef=
tigen Streit gehabt hatte, beim Abſchied erklärt, daß er
ſeinem Leben ein Ende machen werde. Die beim
Ab=
ſturz anweſenden Offiziere ſtellten feſt, daß das
Flug=
zeug in durchaus gutem Zuſtande war. Mehrere
Augen=
zeugen behaupten, Verrepty habe ſich abſichtlich aus einer
Höhe von etwa 300 Metern zu Boden fallen laſſen.
Ver=
repty war einer der hervorragendſten Flieger, der
wieder=
holt Weltrekorde aufgeſtellt hatte.
* Das Gordon=Bennett=Rennen der
Flugmaſchinen wird, wie jetzt der Amerikaniſche
Aero=Klub bekannt gibt, am 9. September in der Nähe
von Chicago, vorausſichklich in Winneta, abgehalten
werden. Das amerikaniſche Ausſcheidungsrennen wird
in der Zeit vom 15. bis 31. Auguſt in Cicero im Staate
Illinois ſtattfinden.
Der Untergang der „Titanie‟
* New=York, 17. April. Ein elektriſcher
Sturm hat geſtern abend und heute früh die
Ueber=
mittelung drahtloſer Telegramme unterbrochen
deshalb iſt keine Nachricht von der „Carpathia”
ange=
kommen. Man nimmt an, daß der Kreuzer „
Cheſter=
morgen ſchon nahe genug iſt, um amtliche Nachrichten
nach Waſhington zu ſchicken. Von den Ueberlebenden,
deren Namen bekannt ſind, ſind 79 Männer, 233 Frauen
und 16 Kinder. Vermutlich befinden ſich unter den 540
Ueberlebenden, deren Namen noch nicht veröffentlicht‟
ſind, nicht mehr als 100 Seeleute, die zur Beſatzung der
Boote erforderlich waren. Die verbleibenden 440 ſind
wahrſcheinlich zum größten Teil Frauen und Kinder
aus dem Zwiſchendeck, wo ſich 710 Paſſagiere befanden,
ſodaß die Zahl von 440 dem gewöhnlichen Verhältnis
entſpräche.
* New=York, 17. April. Evening World und
Evening Sun veröffentlichen folgende von der
Marconi=
ſtation in Camperdown (Neuſchottland) beim hieſigen
Marconibeamten eingegangene Depeſche: „Wir ſtehen
jetzt in Verbindung mit der „Carpathia” via Dampfer
„Franconia” und können amtlich erklären, daß die „
Tita=
nic” mit einem ungeheuren Eisberg zuſammeuſtieß und
daß über 2000 Perſonen umgekommen
ſind. 700 Ueberlebende, meiſtens Frauen, befinden ſich
an Bord der „Carpathia”.
* New=York, 18. April. Die Cunard=Linie hak
ein drahtloſes Telegramm von dem Kapitän der „
Fran=
conia” erhalten. Die „Franconia” ſtellte heute früh 6,10
Uhr (New=Yorker Zeit) die Verbindung mit der „
Car=
pathia” her. Die „Carpathia”, die am Donnerstag
abend in New=York erwartet wird, hat im ganzen 705
Ueberlebende der „Titanic” an Bord. Aus dieſer
Meldung geht nicht hervor, daß ſich dieſe Ziffer allein
auf die Paſſagiere, oder auf Paſſagiere und gerettete
Mannſchaften zuſammen bezieht.
* London, 18. April. Die Zeitungen ſtellen feſt,
daß die „Titanic” im ganzen 20
Rettungs=
boote mit ſich führte, die ungefähr 1200 Perſonen
auf=
nehmen konnten. An Bord befanden ſich 2200 Männer,
Frauen und Kinder, aber die 20 Boote gingen über das
Minimum hinaus, welches die Vorſchriften des
Handels=
amts verlangen. Dieſe Vorſchriften ſind ſeit dem Jahre
1894 unverändert geblieben, obwohl in letzter Zeit ſehr
viele große Schiffe gebaut worden ſind.
* New=Yort, 17. April. Der Senat hat ohne
Debatte eine Bill angenommen, die eine ausgiebige
Unterſuchung des Unglücks der „Titanic”
for=
dert. Die Senatskommiſſion wird darin erſucht, Zeugen
vorzuladen und alle notwendigen Schritte zu ergreifen,
um ihr Erſcheinen zu ſichern.
* New=York, 17. April. Frau
Guggen=
heim, deren Gatte wahrſcheinlich ein Opfer des
Unter=
gangs der „Titanie” geworden iſt, erſchien geſtern im
hieſigen Bureau der White Star=Line und erbot ſich,
meh=
rere Millionen zur Verfügung zu ſtellen, damit ein
Son=
derſchiff ausgerüſtet werden könne, mit dem ſie ſich
auf die Suche nach ihrem Gatten begeben möchte. Es
gelang nur mit großer Mühe, die Bedauernswerte zu
beruhigen.
* New=York, 17. April. Während authentiſche
Nachrichten fehlen, haben der New=York Herald und
an=
dere New=Yorker Zeitungen ſenſationelle Be
ſchreibungen von Szenen gebracht, die ſich bei dem
Schiffbruch der „Titanie” abgeſpielt haben
ſollen. Dieſe Berichte haben ſich als reine
Erfind=
ung herausgeſtellt. Es war angegeben worden, daß
die Nachrichten durch drahtloſe Nachrichten von dem
Dampfer „Bruce” übermittelt worden ſeien. Dieſes
Schiff iſt jetzt in St. Johns angekommen und ſowohl der
Kapitän wie der Funkentelegraphiſt erklären gemeinſam,
daß ſie keine drahtloſen Nachrichten, die auf die „
Tita=
nie” Bezug hätten, erhalten haben.
* New=York, 17. April. Die „Titanic” hat
wenige Minuten vor ihrem Zuſammenſtoß mit dem
Eis=
berg eine Warnung von der drohenden Gefahr
erhal=
ten. Außerdem hat die „Touraine” am 14. April die
„Titanic” über die Lage der Eisberge durch ein
draht=
loſes Telegramm unterrichtet und die „Titanic” hat die
Warnung beantwortet.
Beileidskundgebungen.
* Liverpool, 17. April. Der deutſche Kaiſer
richtete an die White Star=Line folgendes Telegramm aus
Achilleion: „Tief betrübt über die traurige Nachricht von
dem furchtbaren Unglück, das die Linie betroffen, ſende
ich den Ausdruck der innigſten Teilnahme für alle, die den
Verluſt von Verwandten und Freunden betrauern.
Wil=
helm „I. R.‟ — Die White Star=Line antwortete: „Die
gütige Mitteilung von der Teilnahme Sr. Majeſtät haben
wir mit der tiefſten Dankbarkeit empfangen. Das
Un=
glück iſt in der Tat überwältigend. Wir werden die
Mit=
teilung Ew. Majeſtät zur Kenntnis aller gelangen laſſen,
die von dem Unglück betroffen wurden.”
* Paris, 17. April. Präſident Falliéres ſprach
dem König Georg und Präſident Taft telegraphiſch ſeine
tiefſte Trauer über die Kataſtrophe der „Titanic” und ſein
lebhaftes, tiefgefühltes Beileid aus.
* London, 17. April. König Georg hat an den
Präſidenten Taft nachſtehendes Telegramm gerichtet:
Der Königin und mir liegt es am Herzen, Sie und das
amerikaniſche Volk unſeres großen Schmerzes zu verſichen,
den wir über den Verluſt an Menſchenleben unter aml= Bürgern und meinen Untertanen bei dem
Un=
tergang der „Titanic” empfinden. Unſere beiden Länder
ſind durch Bande der Freundſchaft und Rührigkeit ſo eng
miteinander verbunden, daß ein Schickſalsſchlag, der das
eine betrifft, notwendig auch das andere berühren muß.
Die deutſche Poſt auf der „Titanic”.
* Berlin 17. April. Eine ungewöhnlich große
deutſche Poſt muß mit der „Titanic” verloren gegan=
eine neuartige Haushaltſeife
(9339)
von
fabelhafter Waſchkraft
asere
ſetzt überall erhältlich.
Preis pro Stück 20 Pf.
gen ſein. Wie die Ur=Zeitung ausführt, werden die
Schnelldampfer der White Star=Line in der Regel nur
einmal in der Woche zur Beförderung einer Briefpoſt am
Donnerstag von Queenstown nach New=York benutzt.
Mangels anderer Gelegenheiten ſind gerade der „Titanie‟
auf ihrer erſten Fahrt das einzige Mal im ganzen Monat
April auch große Poſten in Southampton und in
Cher=
bourg zugeführt worden, die der Dampfer planmäßig am
9. ds. verließ. Für die Vereinigten Staaten von
Amerika kommt die ganze deutſche
Aufliefer=
ung in Betracht, die den Lloyddampfer „George
Waſhing=
ton” nicht mehr erreichen konnte, der am 6. von
Bremer=
haven abging und am 7 noch Nachſendungen in
Southamp=
ton und Cherbourg erhielt. Die letzten Bahnpoſten nach
Southampton gingen von Berlin am 6. April, vormittags
11 Uhr 40 Min., nach Cherbourg nachmittags 1 Uhr. Die
letzte Bahnpoſt nach Queenstown für die „Titanic” verließ
Berlin erſt am 10., nachmittags 3 Uhr 15 Min.; es kommt
alſo die Auflieferung von 4 Tagen in Betracht. Ueber
England werden alle Arten von Briefſendungen befördert,
alſo auch Druckſachen, Geſchäftspapiere uſw.;
ausgenom=
men ſind lediglich Zehnpfennigbriefe nach den Vereinigten
Staaten. Der „Titanic” zugeführt werden mußte aber
planmäßig auch die ganze deutſche Poſt nach einem
großen Teil des übrigen Amerikas. Zur Beförderung mit
dem White Star=Dampfer waren, wie die
Reichspoſtver=
waltung amtlich mitteilt, mitgegeben Briefpoſten aus
Deutſchland für ganz Nord= und Mittel=Amerika, ſowie für
Japan, Kuba, Curagao, Haiti, San Domingo, Jamaika,
Porto Rico, Ekuador, Peru und Bolivien (La Paz). Es
handelt ſich dabei im weſentlichen um die Sendungen, die
zwiſchen den Poſtabgängen ab Köln am 6. April, 10.45 Uhr
abends (zum Dampfer „George Waſhington” des
Nord=
deutſchen Lloyds, am 7. April aus Cherbourg) und ab
Köln am 10. April, 4.41 Uhr früh (zum Dampfer „Titanic‟
aufgekommen waren. Außerdem ſind dem Dampfer „
Ti=
tanic” zugegangen die Briefſendungen für Barbados,
Ko=
lumbien und Britiſch=Guyana, die nach dem Poſtabgang
ab Köln 6.13 Uhr nachmittags vom 9. April (zum Dampfer
der Royal Mail Steam Paket Company, am 10. April
von Southampton) vorgelegen haben. Ob die Briefpoſten
mit dem Dampfer „Titanic” untergegangen ſind, iſt zurzeit
noch nicht bekannt, nach den über den Unfall
veröffentlich=
ten Zeitungsmeldungen ſteht dies aber zu befürchten.
Letzte Nachrichten.
London, 17. April An der Sammlung des
Lordmajors für die Hinterbliebenen der Opfer der
„Titanic” haben ſich König Georg mit 10000, Königin
Mary mit 5000 und Königin Alexandra mit 4000 Pfund
Sterling beteiligt.
* Waſhington 18. April. Das
Marinedeparte=
ment beſchloß, um die Nachrichtenübermittelung
von der „Carpathia” zu erleichtern, zeitweiſe alle
drahtloſen Stationen nördlich von Norfolk (Virginien) zu
ſchließen mit Ausnahme weniger Stationen, die durch die
Tätigkeit der Privatapparate nicht geſtört werden können.
* New=York, 18. April. Bis jetzt ſind noch keine
Einzelheiten über die Kataſtrophe der
Titanic” an die Küſte gelangt, nur eine Liſte der
Zwiſchendeckpaſſagiere und einige Telegramme von
Ge=
retteten an Verwandte und Freunde, in denen mitgeteilt
wird, daß ſie ſich in Sicherheit befinden, ſind bekannt. Die
„Carpathia” gab noch keinen Bericht. Sie dampfte heute
rüh die Küſte her ab und wird heute abend hier erwartet.
Erſt dann wird über den Hergang der Einzelheiten
be=
ichtet werden können.
Handel und Verkehr.
— Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
n. b. H., am 31. März 1912. Aktiva. 1. a) Kaſſa
Sorten und Kupons M. 11158.73: b: Guthaben bei
der Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 16090,49.
2. Wechſel= und Deviſen=Konto M. 455838.37. 3.
Bank=
derkehr=Konto M. 365 987.97. 4. Lombard=Konto
M. 346541.32. 5. Effekten=Konto M. 526969.35. a) inlän
diſche Staatspapiere Nom. M. 304 381.42; b) ſonſtige
dei der Reichsbank und anderen deutſchen Notenbanken
deleihbare Wertpapiere M. 200 600.—; c) ſonſtige
Wert=
dapiere M. 6749.60. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämtlich
gedeckt) M. 3072869.75. 7. Vorſchuß= u. Vorſchußwechſel=
Konto M. 884 067.74. 8. Haus= und Immobilien=Konto
M. 346851.15. 9. Mobilien=Konto M. 696.20. 10.
Schrank=
ächer=Konto M. 1.— 11. Haus= u. Immobilien=
Unter=
haltungskoſten=Konto M. 468.28. 12. Verwaltungskoſten=
Konto M. 1596).09. Sa. M. 6 143929.44. — Paſſiva.
Geſchäftsanteil=Konto M. 1468788.30. 2. Reſervefonds=
Konto 1 M. 337172.18. 3. Reſervefonds=Konto 2 und
Immobilienreſerve M. 80350.47. 4. Delkredere=Konto
M. 50000.− 5. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=Konto
M. 180545.20. 6. Hypotheken=Konto M. 66000.− 7.
Ak=
geptationen= u. Aval=Konto M. 65490.− 8. Bankverkehr=
Konto M. 32 140.42. 9. Konto=Korrent=Konto M. 141387.94
10. Sparkaſſen= und Scheck=Konto M. 3668821.71. 11.
Di=
idende=Konto M. 17919.91. 12. Zinſen=Konto M. 20313.31.
3. Jubiläumsfonds M. 15000.− Sa. M. 6 143929.44.
Imſchlag im März M. 5012760.60. Mitgliederzahl Ende
März 1989.
Vermiſchtes.
Leipziger Lebensverſicherungs=
Ge=
ellſchaft auf Gegenſeitigkeit (Alte
Leip=
figer). Die Ergebniſſe des verfloſſenen 81.
Geſchäfts=
ahres der Geſellſchaft ſind wiederum ſehr erfreuliche
ge=
peſen. Im Eingang und im Abſchluß neuer
Verſicher=
ingen, ſowie in dem erzielten Reinzuwachs hat das Jahr
911 alle ſeine Vorgänger übertroffen. Nach den
vorläu=
igen Feſtſtellungen ſind in der Todes= und Lebensfallab
eilung zuſammen rund 11300 Anträge über 93000 000
Mark (das ſind 1400 Anträge über 10500000 Mark mehr
els im Jahre 1910) eingereicht und rund 10300
Verſiche=
ungen über 83700000 Mark (1200 Verſicherungen über
§ 600000 Mark mehr als im Jahre 1910) abgeſchloſſen
vorden. Durch einen Reinzuwachs von rund 51000000
Mark (gegen 43338800 Mark im Jahre 1910) iſt der
Ver=
icherungsbeſtand Ende 1911 auf 988000000 Mark geſtiegen,
ie ſich auf mehr als 110000 Perſonen verteilen. Ueber
ie finanziellen Ergebniſſe können vor Fertigſtellung des
technungsabſchluſſes keine ziffermäßigen Angaben gemacht
verden; ſie dürften jedoch bei dem günſtigen Verlaufe der
Sterblichkeit ſehr zufriedenſtellend ſein und in keiner Weiſe
inter denen der Vorjahre zurückbleiben.
Literariſches.
„Wodans Geſchlecht” oder Markſteine deut=
Her Flut und Stauung, von Volker (Profeſſor Dr.
trickſtrack). Verlag E. W. Bonſels u. Co., München.
Einen „Hutten redivivus” nennt mit Recht der Autor ſelbſt
dieſes Werk. Eine überragende dichteriſche Kraft, eine
echt deutſche markige Kernnatur beſingt in dieſem
um=
fangreichen Bande die deutſche Art, deutſchen Geiſt,
deutſche Schwächen und deutſches Heldenleben. Ueber
400 Gedichte und Geſänge, rubriziert in die alte, die
mitt=
lere und die neue Zeit, ſind in dieſem herrlichen Buche
zuſammengetragen als Markſteine des Deutſchtums und
zu Markſteinen inneren wahrem völkiſchen Empfindens
müſſen ſie werden jedem, der ihrer zwingenden Lektüre
ſich hingibt.
Die ſchöne Seele. Bekenntniſſe, Schriften und
Briefe der Suſanna Katharina von
Kletten=
berg, herausgegeben von Heinrich Funck. Mit 10 Tafeln
in Lichtdruck. Inſel=Verlag, Leipzig. In Pappband 6 Mk.,
in Halbleder 8 Mk. Dies Buch gibt einen tiefſinnigen
Klang aus den Tagen des Pietismus, aus den Kreiſen der
„Stillen im Lande” Alles iſt darin mit den „Bekenntniſſen
einer ſchönen Seele” aus Goethes Wilhelm Meiſter
ver=
einigt worden, was ſich von dem Fräulein von
Kletten=
berg erhalten hat. Suſanna Katharina von Klettenberg
(1723—1774) war die Freundin der Mutter Goethes, der
ſie, mit dem Dichter zu ſprechen, wie Rat der Tat zur Seite
ſtand; die Freundin Lavaters, der ihr einen warmen
Nach=
ruf widmete, und die mütterliche Freundin des jungen
Goethe ſelbſt, der in den ſchönen Verſen: „Sieh in dieſen
Zauberſpiegel” ihr beſänftigendes Weſen ſo überzeugend
ausſprach, während noch der reife Dichter in einem ſeiner
größten Werke ihr ein unvergängliches Erinnerungsdenkmel
geſetzt hat. Von ihr ſagte Lavater, ſie ſei „die chriſtlichſte
Chriſtin, die ich kannte” in ihr trat Goethe die neben dem
jungen Lavater ſtärkſte religiöſe Perſönlichkeit entgegen.
Ueber den äußeren Lebensgang des Frl. v. Kl. und über
manches andere gibt der Herausgeber in einer vortrefflichen
Einleitung Bericht, wie er auch in gehaltvollen
Anmerk=
ungen alles Wiſſenswerte zur Einzelerklärung beiſteuert.
* Die politiſchen Parteien Deutſchlands.
Dem erſten Bande, der den Konſervativismus behandelt, hat
Dr. Oscar Stillich, Dozent an der Humboldtakademie in
Berlin, nun den zweiten Band folgen laſſen, der den
Libe=
ralismus behandelt und eine wiſſenſchaftliche
Dar=
legung ſeiner Grundſätze und ſeiner geſchichtlichen
Entwick=
lung gibt. (Verlag Dr. Werner Klinkhardt, Leipzig,
Liebigſtr. 2, broſch. 6 Mk.). Für den praktiſchen Politiker,
wie für den Laien, der ſich unterrichten will, iſt das Buch
gleich wertvoll und es füllt in der Tat eine bisher
empfind=
liche Lücke aus.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
Paris, 18. April. Mehreren Blättern wird aus
Rom gemeldet, daß Italien, das den Mißerfolg des
Vermittlungsſchrittes der Mächte in Konſtantinopel als
un=
vermeidlich anſehe, entſchloſſen ſei, in Kürze eine
ent=
ſprechende Aktion im Archipel zu unternehmen.
Der Figaro will wiſſen, daß das italieniſche Geſchwader,
an deſſen Bord ſich ein zahlreiches Landungskorps
befin=
den werde, ſich mehrerer ſüdlich nahe am
Dardanel=
leneingang gelegener Inſeln, Lesbos, Lemnos,
Im=
bros uſw., bemächtigen werde. Man ſei auf einen ſtarken
Widerſtand ſeitens der Türken gefaßt, doch ſei die
Regier=
ung überzeugt, daß die niederſchmetternde Ueberlegenheit
ihrer Flotte dieſem Widerſtand ein raſches Ende bereiten
werde. Im Beſitze dieſer Stützpunkte würden die
italie=
niſchen Streitkräfte die Türken ernſtlich beunruhigen und
ihr Handeln verhindern, vielleicht auch den Handſtreich
gegen die Dardanellen vorbereiten und ſo die Türkei zum
Friedensſchluß zwingen können.
* London, 18. April. Lloyd meldet aus Kon
ſtantinopel: Bei der Einfahrt zu den
Darda=
nellen wurde Kanonendonner gehört. Ein
italieniſcher Flottenangriff wird aus
zuver=
läſſiger Quelle gemeldet. Auch aus Paris liegen
Mel=
dungen vor, daß italieniſche Kriegsſchiffe vor Kum=Kaleſi
angekommen ſind. Ein italieniſches Schiff ſei geſunken.
* Konſtantinopel, 18. April. Hierher kam die
Nachricht, daß heute früh 27 italieniſche Kriegsſchiffe vor
dem Eingang der Dardanellen erſchienen ſind, die ſofort
von den Batterien bei Kum=Kaleſi beſchoſſen wurden. Ein
Schiff iſt von den Geſchoſſen getroffen und geſunken.
Darmſtadt, 19. April.
g. Strafkammer. Der 37jährige Schuhmacher Georg
Karl Ludwig Abt, aus Nidda gebürtig, hatte ſich geſtern
vor der hieſigen Strafkammer wegen mehrerer Diebereien
und Betrügereien zu verantworten. Nicht weniger als
17 Vorſtrafen, zum Teil hohe Freiheitsſtrafen, hat der
Angeklagte, der zum Beginn der Verhandlung darum
bat, daß nicht ſeine ſämtlichen Vorſtrafen zur Verleſung
kämen. Auf ſeinen Wunſch durfte er auch zwecks beſſerer
Verteidigung am Verteidigertiſch Platz nehmen. Der
Angeklagte iſt anſcheinend bemüht, die Verhandlung
mög=
lichſt auszudehnen. Etwa 25 Zeugen ſind auch bereits
zur Verhandlung geladen worden. Der Angeklagte
wurde am 6. Juli vorigen Jahres, nach Verbüßung einer
Gefängnisſtrafe von 2 Jahren, aus dem Gefängnis
ent=
laſſen, nachdem ihm im Gnadenwege ein
Monat der Strafe erlaſſen war. Er wandte
ſich in Darmſtadt an die berufenen Stellen
um Zuweiſung von Arbeit, welche ihm auch
ge=
währt wurde. Er machte ſich dann ſelbſtändig, mietete
eine Werkſtätte und ließ Maſchinen aufſtellen. Arbeit
wurde ihm auf Veranlaſſung einiger wohlmeinender
Leute in reichem Maße zugebracht. Er zeigte jedoch
im=
mer deutlicher, daß es ihm durchaus auf die Arbeit nicht
ankam, er ſoll ſich in Wirtſchaften herumgetrieben haben
und die Schuhe, die ihm auch von armen Leuten zum
Reparieren gebracht wurden, waren verſchwunden,
an=
ſcheinend hatte ſie der Angeklagte verkauft. Als man
ſah, daß dem Angeklagten nicht zu helfen war, entzog
man ihm die Hilfe und als im Oktober ſeine Frau krank
wurde, ließ er ſich überhaupt nicht mehr in der
Werk=
ſtatt ſehen. Er ſoll nun als Brötchenmarder morgens
die Frühſtücksbeutel geleert haben, auch ſoll er am 18.
Januar 1912 ein an einen Zahnarzt gerichtetes Paketchen
mit Zähnen im Werte von über 100 Mark geſtohlen
ha=
ben. Der Briefträger hatte das Paketchen, das er nicht
in den Briefkaſten bringen konnte, an denſelben
ange=
hängt. Kurz danach ſah das Dienſtmädchen des Arztes
einen Mann mit einer Taſche und einer Laterne die
Treppe herunterkommen. Dieſer Mann hat jedenfalls
gleichzeitig im Hauſe die Frühſtücksbeutel geleert und
auch das Paket mit den Zähnen geſtohlen. Das
Dienſt=
mädchen erkennt in dem Angeklagten den Mann mit Be=
ſtimmtheit wieder, ein zweiter Briefträger hat den Mann
ebenfalls beobachtet. Von der Armenverwaltung
er=
hielt er ebenfalls Arbeiten von armen Leuten zugewieſen,
hierbei hat er nun in zwei nachgewieſenen Fällen die
Be=
träge von der Stadtkaſſe erhoben, obgleich die Schuhe
noch gar nicht repariert waren. Die Reparaturen ſind
dann auch ſpäter nicht von ihm gemacht worden. Die
Anklage ſieht hierin zwei Fälle von Betrug. Außerdem
iſt er des Zechbetrugs angeklagt. Der Angeklagte weiß
ſich ſehr geſchickt zu verteidigen. Den Vermieter der
Werkſtätte hat er wiederholt wegen Betrugs zu verklagen
verſucht. Im hieſigen Gefängnis hat er einen
Gefäng=
niswärter dadurch zum Selbſtmord veranlaßt, daß er
ihn bei der Verwaltung denunzierte, er hätte ihm viele
Vergünſtigungen zukommen laſſen. Seine Frau wird als
fleißig und ſtrebſam geſchildert, die unter dem rohen
Auftreten ihres Mannes viel zu leiden hat. Der
Staats=
anwalt Dr. Krug bemerkte in ſeinem Plaidoyer, daß die
Fürſorge bei dem Angeklagten zweifellos nicht am Platze
geweſen ſei, ſie begünſtigte nur ſeine offenbare
Arbeits=
ſcheu. Der Angeklagte hatte ihm vor der Verhandlung
ein Schreiben zugeſandt, worin er bat, alle Ausdrücke:
wie Verbrechernatur, Subjekt uſw. in ſeinem Plaidoyer
fortzulaſſen, da ihn das ſehr in ſeinem Fortkommen
ſchä=
digen würde. Der Staatsanwalt beantragte eine
Ge=
ſamtſtrafe von 2 Jahren 9 Monaten Zuchthaus.
Hierauf hielt der Angeklagte eine lange
Verteidigungs=
rede. Das Gericht erkannte auf 3 Jahre Gefängnis
und 3 Wochen Haft, letztere gelten als durch die
Unter=
ſuchungshaft verbüßt. Außerdem wurden ihm die
bürger=
lichen Ehrenrechte für die Dauer von 3 Jahren aberkannt;
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* München, 18. April. Das neu vermählte
Prinzen=
paar Georgvon Bayern hielten um 11¼ Uhr ſeinen
feierlichen Einzug in München.
* Wien, 18. April. Das Abgeordnetenhaus iſt
nach den Oſterferien wieder zuſammengetreten.
Zu Beginn der Sitzung ſprach der Präſident die Teilnahme
des Hauſes an dem Unglück der „Titanic” aus.
Die Abgeordneten hörten die Rede ſtehend an. Nach Schluß
derſelben rief Biankini: „Sie vergeſſen das große Unglück
in Kroatien, deſſen ſollten Sie auch gedenken!” (Unruhe).
Eingelaufen ſind drei Interpellationen der Südflaven, der
Tſchechen und der deutſchen Sozialdemokraten, in denen
gegen die Suſpendierung der Verfaſſung in Kroatien in
ſcharfer Weiſe Proteſt eingelegt wird.
* Peſt, 18. April. In der heutigen Sitzung des
Ab=
geordnetenhauſes teilte Miniſterpräſident von
Khuen=Hedervry mit, daß das Kabinett ſeine
De=
miſſion gab und dieſe vom Kaiſer angenommen worden
ſei. Hierauf wurden die Sitzungen bis zur Beendigung
der Kriſe vertagt.
* London, 18. April. Aus Tanger wird gemeldet:
Das drahtloſe Telegramm des engliſchen Konſuls in Fez
beſtätigt ſich, daß ein Teil der eingeborenen Truppen in
Fez und ein Teil der Bevölkerung ſich empören. Die
franzöſiſche Garniſon in Fez iſt ungefähr 1500 Mann ſtark.
H. B. Halle a. d. S., 18. April. Geſtern fand hier
zwi=
ſchen dem Oberleunant v. Puttkamer, kommandiert als
Adjutant zum Bezirks=Kommando in Aſchersleben und
dem Leutnant v. Heeringen, beide vom Infanterie=
Regi=
ment Nr. 27 in Halberſtadt, ein Piſtolenduell ſtatt.
Leutnant v Heeringen erhielt einen Schuß in den
Unter=
leib, der ſeinen Tod herbeiführte.
H. B. London, 18. April. Der kanadiſche Dampfer
„Carl Gley” mit Paſſagieren an Bord hat durch
draht=
loſes Telegramm dringend um Hilfe gebeten, da er in der
Nähe des Kap Bohn auf Grund gelaufen ſei. Der
Dampfer „Minto” iſt ſofort zur Hilfeleiſtung abgedampft.
Der „Earl Gley” verſieht den Dienſt zwiſchen Charlestown
und Picton.
Kopenhagen, 18. April. Der Dichter
Strind=
berg iſt ernſtlich erkrankt. Geſtern wurde eine
Bauchfellentzündung feſtgeſtellt. Es wurde ſofort eine
Ope=
ration vorgenommen, die glücklich verlief. Der Dichter
fühlt ſich ſehr ſchwach und hat heftige Schmerzen.
Bis an die Grenze
des Erlaubten wird die Packung von
Scotts Lebertran=Emulſion vielfach
nachgemacht, um ja den Eindruck des
Originalpräparates zu
er=
wecken. Man hüte ſich vor
ſolchen Nachahmungen und
beſtehe darauf, die echte
Scotts Emulſion zu er=
Nur echt mit dieſer
MarkerdemFiſcher halten, wenn man ſein Geld
dem Garanties
zeichen des
Srott=
ſchen Verjahrens; nutzbringend anwenden will.
(39336
Es ist die echte Scotts Emulsion,
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(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Heute nachmittag kurz nach 6 Uhr entſchlief
unſere innigſtgeliebte, treubeſorgte Mutter,
Großmutter, Schwiegermutter und Tante
Frau Hch. Röth Wwe.
Marie, geb. Wüst.
Um ſtilles Beileid bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt und Höhr, den 17. April 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 20. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe Neue
Ireneſtraße 5 aus, ſtatt. (9360
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Infolge eines Unglücksfalles hat Gott der
Herr heute abend 8¼ Uhr unſere heißgeliebte,
herzensgute Mutter
(9376
Frau
Darbard Neumeyer Wid.
geb. Schneider
von ihren ſchrecklichen Qualen in die Ewigkeit
abgerufen. In tiefſtem Schmerze
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Geschw. Neumeyer.
Darmſtadt, 17. April 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 20. April,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus Große
Ochſengaſſe Nr. 22 aus, ſtatt. Die Einſegnung
¼ Stunde vorher.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiensgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 19. April:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Samstag, den 20. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabattaus=
gang 8 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr.
Abends 8 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 20. April:
Vorabend 6 Uhr 45 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabattausgang 8 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 21. April,
an: Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr. Abends
8 Uhr. 15 Min.
NB. Montag, den 22. und Donnerstag, 25. April:
T. Scheni wachamischi.
Amtlicher Weterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet im Nordoſten hat ſeine Lage
wenig verändert, ſich aber etwas verflacht. Unter ſeinem
Einfluß herrſchte heiteres, trockenes Wetter. In höheren
Lagen des Bezirks wurde Nachtfroſt beobachtet. Im
Flachland liegen die Morgentemperaturen meiſt über
dem Gefrierpunkt. Von Weſten her fällt der Druck
langſam, ſo daß morgen mit langſam zunehmender
Be=
wölkung, doch noch trockenem Wetter zu rechnen iſt.
Ausſichten für Freitag, den 19. April 1912:
Allmählich zunehmende Bewölkung, trocken, warm.
Tagestalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Die luſtigen
Weiber von Windſor”.
Schüler=Aufführungen der Klavierſchule von Frl.
Rieger um 5 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Hauptverſammlung des Verkehrsvereins um 8½ Uhr
im „Fürſtenſaal”.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
„Metropol” um 8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenter
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe (
ge=
öffnet von 10—6 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23,
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Das
neue deutſche Lehrgeſchwader; das Denkmal der
Königin Viktoria von England in Nizza: Porfirio
Diaz, der Expräſident von Mexiko, in Madrid; Graf
und Gräfin Metternich als Kinoſchauſpieler.
Verſteigerungskälender.
Samstag, 20. April.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr Aliceſtr. 30
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Drag.
Kaſerne (Regiment Nr. 23), um 9½ Uhr in der Drag.=
Kaſerne (Regiment Nr. 24).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule.
Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 22. April ds. Js.
Für Schülerinnen aus dem Stadtteil Beſſungen findet der Unterricht
im Mittelſchulgebäude an der Hermannſtraße, für ſolche aus dem
Nordweſtviertel im Schulhauſe an der Lagerhausſtraße, für alle
übrigen Schülerinnen im Schulhauſe an der Rundeturmſtraße ſtatt.
Anmeldungen für alle Abteilungen werden Montag, den
22. ds. Mts., vormittags von 10—12 Uhr, im Schulhauſe an
der Rundeturmſtraße von dem Leiter der Schule entgegengenommen.
Unterrichtsgegenſtände ſind: Hand= und Maſchinennähen,
Flicken, Stopfen und Sticken, Kochen, hauswirtſchaftliches Rechnen
und Deutſch, ſowie außerdem für vorgeſchrittene Schülerinnen
Anfer=
tigung von einfachen Kleidern.
Das Schulgeld beträgt:
a) für hieſige Schülerinnen vierteljährlich drei Mark;
b) für auswärtige Schülerinnen vierteljährlich neun Mark.
Es kann in monatlichen Raten von einer und drei Mark
bezahlt werden.
In beſonderen Fällen können hieſige Schülerinnen Freiſtellen
erhalten.
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Darmſtadt, den 15. April 1912.
Der Schulvorſtand:
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Kaufmänniſche Fortbildungsſchule.
Der Fortbildungsunterricht beginnt am 23. April d. J.
mit folgenden Unterrichtsfächern:
Buchführung, Wechſellehre, Korreſpondenz, kaufm. Rechnen,
Stenographie, Maſchinenſchreiben, Engliſch und Franzöſiſch.
Anmeldungen bei: Frl. A. Ruths, Heidenreichſtraße 29, I.
und Frl. Ph. Walz, Karlſtraße 43, I.
Auskunft u. Proſpekte bei: Frl. Neudecker, Schirmgeſchäft,
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Der Hof des Schweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
erbsten.)
23)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Das war ein luſtiges Leben, als alle ſich am
Mor=
gen lachend um den Brunnen drängten, ihre
Morgen=
wäſche zu halten.
Der Gaſtwirt des Valhöll hatte bereitwilligſt den
Da=
men ſeine eigene Wohnſtube zur Verfügung geſtellt, um
ihre ſehr derangierte Toilette aufzufriſchen, und die
Män=
ner hatten ſich im Pfarrhaus ſo gut zurecht gemacht, als
es anging.
Im Pfarrhofe hatte man ihnen friſche Milch gereicht
in Hülle und Fülle, und ſogar friſchen Kuchen hatte die
Pfarrerin herbeigetragen.
Nun machte ſich die kleine Geſellſchaft auf zur
Beſich=
tigung der Tingvalla.
Bjarni ging mit dem Amtmadur als Führer voran.
In einzelnen Trupps folgten die anderen. Die Almanngja,
die ſchmale Felsſchlucht genauer in Augenſchein zu
neh=
men, die ſie ſchon geſtern abend flüchtig kennen gelernt,
darauf brannten ſie alle.
Zwei wild zerklüftete, ſtarre Steinmauern ſtehen ſich
hier gigantiſch gegenüber. Zwiſchen ihnen gähnt ein
bodenloſer Abgrund, und auch zur Seite tut ſich eine
grauenerregende Tiefe auf.
Hier haben einſt vulkaniſche Kataſtrophen meilenweite
Riſſe in die Erde geſprengt.
Wie ein Bann laſtet es auf der Reiſegeſellſchaft.
Nur Signe lacht und trällert vor ſich hin und muſtert
ihre neuen Reitſtiefel von gelbem Leder, ob ſie noch nicht
gelitten haben.
Sie durchſtöbert mit den Studenten am Fuß der
Oſi=
wand des Allmanngja luſtig die alten Steinhütten, die
als die einſtigem Wohnſtätten der Tingmänner während
der Tage der Tingverſammlung gedient hatten. Ing
wald Anderſen iſt ihr heute ein Fremder. Sie blickt
hoch=
mütig über ihn hinweg.
Ole Gudmund war ſo albern mit ihr böſe zu tun,
weil ſie ſich während der Nacht einen anderen Lagerplatz
geſucht.
Mochte er doch. Was ging ſie der blonde Doktor mit
ſeiner Liebe an.
Gegen Mittag machte man kurze Raſt. Der grüne
Raſen diente als Tiſchtuch bei dem mitgebrachten
ein=
fachen Mahl. Dann ging es weiter über die im
Sonnen=
licht flimmernde Tingvalla.
Mit Bjarnis Hilfe, der ebenſo wie Jon Thorkjel,
heute nicht von Hallgerdrs Seite wich, war Hallgerdr mit
Jorum an einigen Stellen der Allmanngja tief in die
wilde Schlucht hinabgeklettert, um dem großartigen Fall
des Oexerafluſſes, der machtvoll über die ſchwarze
Ba=
ſaltwand herniederbrauſt, näher zu kommon.
Das Wiederheraufklettern ging weniger leicht, und
ſeblſt Bjarnis Hilfe erwies ſich nicht als ausreichend. Als
er ging, einen beſſeren Uebergang zu ſuchen, ſtand der
Kapitän oberwärts und ſtreckte ihre beide Hände entgegen.
Hallgerdr legte die ihren hinein, und er zog ſie ſchnell
die Höhe hinan, feſt an ſeine Bruſt. Sie hatte plötzlich
das Gefühl, als könnten die großen, feſten, kräftige
Männerhände ſie fürs Leben halten und ſtützen.
Wie ein Lächeln, ein verklärendes Lächeln lag es
dem finſteren Geſicht des Kapitäns, als er in Hallgerdrs
ſtrahlende Augen ſah, die jetzt tief errötend einen Schrit
von ihm zurücktrat und dann langſam mit ihm weite
ſtieg. Dann pflückten ſie zuſammen Heidekraut. Es
leuch=
tete hier und da zwiſchen Moos und Geſtein mit ſeinen
roſenroten Glocken auf. Dabei wurde beiden leicht und
froh zu Mut, und Hallgerdr dachte plötzlich, wie kindiſch
es von ihr geweſen, ſich vor dem Kapitän in dieſer
Nach=
zu fürchten.
Sie ſtanden im blendenden Sonnenlicht und blickten
über die Tingvalla.
Der Oexerafluß überſchwemmt hier einen großen Teil
der weiten Ebene wodurch viele kleine Inſelchen, ſog
nannte Holme, entſtehen.
Hallgerdr umfing das eigenartige Bild mit leuchten.
den Augen, und ihr fiel ein, daß der Vater oft aus den
alten Sagabüchern von den Holmgängen vorgeleſen.
Der Kapitän, dem ſie darüber berichtete, fragte
lächelnd
Was iſt das, ein Holmgang?
Da kämpfen Mann gegen Mann, gab ſie mit reizender
Wichtigkeit Auskunft, der Stärkere gewann. Oft ein
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Aur ein Weib, rief der Kapilän, ſie mit aufglühenden
Augen umfaſſend. Wer das gewann, der kämpfte gewiß
um das höchſte Gut. Welche Luſt muß es ſein, um das
Weib, das man liebt, kämpfen zu können mit aller zu
Ge=
bote ſtehenden Kraft. Jeder Holmgang, und wäre es der
ſchwerſte, würde mir recht ſein, könnte ich dadurch das
Weib erringen, das meine Seele ſucht.
Die Holmgänge brachten faſt immer einem der
Käm=
pen den Tod, miſchte ſich da plötzlich Bjarni Petrurſſons
finſtere Stimme ein.
Er mußte alſo ſchon lange hinter dem Paar
geſtan=
den und das Geſpräch angehört haben.
Unwillig wandte ſich Hallgerdr zurück als ſie aber
in die dunkelglühenden finſteren Augen des Knechtes ſah,
erſtarb ihr das harte Wort auf den Lippen, und ihr Auge
ſuchte bittend den Blick des Kapitäns, der auch ſchon eine
heftige Entgegnung bereit hielt.
Du kommſt, zum Aufbruch zu mahnen, guter Bjarni,
meinte ſie dann gleichmütig. Sofort ſind wir zur Stelle,
und ſich zu Jon wendend, der eben auch herbeikam,
be=
feſtigte ſie ihm ein Sträußlein Heidekraut an der Bruſt.
Das ſollſt Du zum Andenken mitnehmen, Jon, an
einen ſchönen Tag.
Die hellen Augen des Studenten ſtrahlten auf. Wie
Feuer brannte das rote Haar um ſeine weiße Stirn, um
die ſich eine tiefe Leidensfalte grub.
So ſchauen die Dichter in der Träume Land, dachke
der Kapitän, und ihn faßte unwillkürlich ein tiefes Mit=
in ret ine imen en e ene en
den Jon Thorkjels ſchob und langſam Hallgerdr folgte,
die mit Bjarni voraus der Pfarrwieſe zuſchritt.
Unterdes hatte ſich Signe, nachdem ſie viel ſchöne
Blicke an die beiden Studenten verſchwendet hatte, die
ihr mächtig den Hof machten, den wenige hundert Schritte
hinter dem Gaſthauſe beginnenden Schluchten Floſagja
und Nikulaſergja heimlich zugewandt. Signe wußte ganz
genau, Ole Gudmund, der ſie nicht aus den Augen ließ,
würde ihr folgen.
Sie kletterte gewandt über die einzige gangbare
Stelle „die über die Floſagja führt, und ſie winkte
lachend zurück, als ſie zwiſchen den ſchwarzen Felsblöcken
die breite Geſtalt des Doktors gewahrte. Er iſt zwar
we=
niger gewandt als ſie, aber auch er erreicht das andere
Ufer. Inzwiſchen iſt Signe ſchon weit. Ihren gelben
Südweſter hat ſie zurück in den Nacken geſchoben, und
über ihrer weißen Stirn gleißt das goldbraune Haar in
einem kupferroten Schein.
Sie lacht in ſich hinein, wenn ſie an Ole Gudmund
denkt, aber ihre Augenbrauen ſchieben ſich finſter
zuſam=
men, wenn ihre Gedanken zu Ingwald Anderſen fliegen.
Beleidigt hatte er ſie, und das ſollte er büßen. Signe
Thorkjel hatte noch keiner verſchmäht.
Nun hatte ſie den langgeſtreckten, ſchwarzen
Lava=
felſen, der die beiden ſchmalen Schluchten trennte, erreicht.
Sicher ſtieg ſie die mäßige Anhöhe hinan. Mit
zuſam=
mengelnifſenen, blinzeinden Augen beobachtete ſie, wie
Gudmund folgte.
und wieder lachte ſe. Das war der Bgsberg (
Ge=
ſetzesberg), von dem ſie ihm verheißen, hier wollte ſie ihm
Antwort geben..
Sie hielt jetzt inne und blickte hinab in die wilden
Schluchten und über die Tingvalla, die nun im Abendglanze
ſich vor ihr breitete.
Hier, von dieſer Stelle aus, war Jahrhunderte
hin=
durch den Kindern des Landes Recht und Geſetz verkündet
worden.
Wie töricht, dachte Signe. Wer ſich das Recht nahm,
dem fiel es doch zu.
Jetzt hatte Ole Gudmund ſie erreicht.
Sie machen es mir ſchwer, Schönſte der Schönen, redete
er ſie an, ſeinen Oelhut abnehmend und ſich den Schweiß
von der breiten Stirn trocknend, eigentlich hatte ich es ſchon
aufgegeben, Sie einzuholen.
Das ſieht Ihnen ähnlich, kicherte ſie, ſich lang auf den
ſpärlichen Grasboden ausſtreckend und den Reitrock kokett
über die hellgelben Stiefel ziehend. Jetzt aber könnten Sie
noch ein wenig mit mir plaudern, ich langweile mich ſo.
Hier? fragte Ole erſtaunt, hier, wo jeder Stein redet?
Hier, wo einſt Njal, der Seher, zu Gericht ſaß, wo ſein
herrſchſüchtiges Weib Bergthora auf ihrem
goldflammen=
den Pferde über die Tingebene ritt, wo tauſende von
Schwertern und Schilden im Sonnenglanze leuchteten?
Signe hatte nachläſſig den Arm aufgeſtützt und hielt
nun ihren hübſchen Kopf in ihrer Hand. Sie ſah
neugie=
rig herüber zu Gudmund, der ſich an ihrer Seite niederließ.
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Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung
auf Samstag, den 27. April, abends präzis 7 Uhr,
im Kaisersaal (Alpenvereinszimmer).
TAGES-ORDNUNG:
i1. Verlesung des Protokolls der vorjährigen Hauptversammlung.
2. Jahresbericht des Vorsitzenden.
3. Rechnungsablage und Entlastung des Schatzmeisters.
4. Satzungsänderung.
(9331
Alle Mitglieder und Freunde des Flottenvereins sind
ein-
igeladen und willkommen.
Der Vorstand.
Gemeinnützige Gartenstadt-Genossenschaft
DARMSTADT.
Einladung zur ordentlichen Generalverſammlung
am Samstag, den 27. d. Mts, abends 8 Uhr,
im Lokale des Herrn Chriſt, Grafenſtraße
(Saal des Kaufmänniſchen Vereins).
Tagesordnung:
1. Vorlage der Bilanz,
2. Wahl von Aufſichtsratsmitgliedern,
3. Verſchiedenes.
Der Vorſitzende des Aufſichtsrats:
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Sonntag, den 21. April 1912.
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Radrennen in Mainz. Die beiden am nächſten
Sonntag ſtattfindenden Dauerrennen haben in
Ro=
ſenlöcher, Pongs und Jean Weiß exſtklaſſige Beſetzung
gefunden. In dem Amateur=Fliegerrennen fährt u. a.
Chriſtel Rode, der letzten Sonntag in Frankfurt a. M.
eine ſehr gute Form zeigte, in den Berufsfahrer=
Flieger=
rennen ſtarten alle Mainzer, unter ihnen Bärſch, ſowie
Otto Meyer, Bettinger u. a. Wie hoch Roſenlöcher, der
von dem maßgebenden radſportlichen Blatt, der Radwelt,
als guter Vertreter der A=Klaſſe bezeichnet wird, ſeine
Gegner einſchätzt, beweiſt der Umſtand, daß er ſchon ſeit
Dienstag auf dem Sportplatz trainiert.
sr. Neuregelung des Totaliſator=Geſetzes. Wie die
Sportliche Rundſchau erfährt, werden zurzeit im
Reichs=
ſchatzamt Erhebungen angeſtellt, die eine Neuregelung
des Totaliſator=Geſetzes bezwecken. Die Beratungen, zu
welchen die pferdeſportlichen Autoritäten Geh.
Ober=
regierungsrat Herr U. von Oertzen, der Vorſitzende der
Techniſchen Kommiſſion des Union=Klubs, Freiherr
S. A. von Oppenheim, der Berliner Rechtsanwalt Dr.
Julius Meyer I., Kriminal=Kommiſſar von Manteuffel,
ſowie die Vertreter verſchiedener Rennvereine von der
Reichsregierung zugezogen ſind, beſtreben, eine
Regel=
ung der Wettverhältniſſe zu finden, die eine Beſteuerung
der franzöſiſchen Wetten ermöglicht. Unter den heutigen
Verhaltniſſen bleiben bekanntlich die vielen Millionen,
die ungeachtet aller Verbote bei Buchmachern im
In=
lande nach Frankreich gewettet werden, unverſteuert. Auch
die Frage ob dieſe Beſteuerung auf dem Wege der
Konzeſſionierung von Buchmachern
mög=
lich iſt, bildet den Gegenſtand der Beratungen. Die
Be=
ſprechungen werden von Geh. Oberregierungsrat
Hoff=
mann geleitet. Man kann nur hoffen, daß die bereits
ſeit einiger Zeit ſchwebenden Erwägungen, die ſowohl
im Intereſſe unſeres Rennſports wie unſerer Finanzen
nur freudig zu begrüßen ſind, durch den jüngſten Wechſel
in der Leitung des Reichsſchatzamtes nicht ins Stocken
geraten.
Deutſchland und die V Olympfade in Stockholm.
Der Gau Berlin des Deutſchen Radfahrer=Bundes hat
für den 16. Mai ein Ausſcheidungsrennen feſtgeſetzt, um
die Teilnehmer am Straßenradrennen „Rund um den
Mälarſee” das während der V. Olympiade in Stock=
holm entſchieden wird, feſtzuſtellen. Für die Wettfahrt
iſt die 84 Kilometer lange Rundſtrecke Börnicke-Tietzow,
Linum, Hakenberg, Fehrbellin, Dammkrug, Walchow,
Protzen, Gartz, Kokel, Frieſack, Nauen vorgeſehen, die
viermal zu durchfahren iſt. Vorher tritt am 28. April
in Berlin der Vorſtand des D. R.=B. zuſammen, um
über zie Entſendung der Rennfahrer, ſowie der
Mann=
ſchaften für Radball und Radpolo zu den Olympiſchen
Spielen in Stockholm zu beraten.
* Lawn=Tennis. Das Internationale
Lawn=Tennis=Turnier zu Montreux, bei
dem die beteiligten deutſchen Spieler recht erfolgreich
abſchnitten, iſt jetzt faſt in allen Spielen beendet. Das
gemiſchte Doppelſpiel um die Meiſterſchaft konnte H.
Kleinſchroth mit Miß Cenori als Partnerin gegen das
Ehepaar Deeugis 5—7, 6—3, 6—2 gewinnen. Im
Herreneinzelſpiel um die Meiſterſchaft ſiegte dagegen
Deeugis in der Vorſchlußrunde gegen R. Kleinſchroth
2—6, 6—1, 7—5. Er trifft nun in der Entſcheidung auf
den Grafen Salm, der in der Vorſchlußrunde H.
Klein=
ſchroth 4—6, 6—4, 7—5 abfertigte. Das
Herrendoppel=
ſpiel um die Meiſterſchaft gewannen Graf Salm=Deeugis
gegen Rahe=H. Kleinſchroth 8—6, 6—3, 4—6, 6—3 nach
ſpannendem Kampfe.
* Die Abbazianer Sportwoche, deren
Mit=
telpunkt ein internationales Motorboot=Wettfahren bildet,
für das bereits aus allen Ländern Anmeldungen
vorlie=
gen, wird am 4. Mai d. J. durch die feierliche Eröffnung
der Motorboot=Ausſtellung eingeleitet werden. Am ſelben
Tage treffen die Teilnehmer an der internationalen
Auto=
mobiliſtenfahrt ein. Der ganze folgende Tag iſt mit
ge=
ſellſchaftlichen Veranſtaltungen ausgefüllt. Am 6. und
7. Mai finden die erſten großen Motorboot=Wettfahrten
ſtatt. Für den 8. Mai iſt ein Seeausflug in den
Kriegs=
hafen von Pola geplant. Am 9. Mai werden die
Motor=
bootfahrten fortgeſetzt. Am 10. Mai findet ein Automobil=
Ausflug auf den herrlichen Monte Maggiore ſtatt.
Sams=
tag, den 11. Mai, wird der Kaiſerpreis und Sonntag, den
12. Mai, der große Preis von Abbazia ausgetragen. Für
jeden Abend während der ganzen Sportwoche ſind
glän=
zende geſellſchaftliche Veranſtaltungen, Banketts,
Park=
feſte, Redouten und dergleichen vorgeſehen. Der Termin
der Feſtwoche iſt außerordentlich glücklich gewählt.
Ab=
bazia iſt gerade im Zauber des Mai von unendlicher
Schönheit. Der Ort gleicht um dieſe Zeit einem rieſigen
Nofenhaln, ſchier betänbeider Blitenduſt erfült daum daß
ganze Ufer. Der Himmel iſt im Mai an der öſterreichiſchen
Riviera faſt immer klar, das Meer ruhig und tiefhlau
ſchillernd. Wer Abbazia um dieſe Zeit ſieht, begreift, daß
es im Liede die „Perle der Adria” heißt.
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17529 19879 21218 22474 22484 25111. 33263 34010
34496 38503 40206 47945 51669 51707 52302 63059
69851 70434 76852 67726 90341 103266 106532 114149
152273 155113 158412 162107 166470 167577 169918
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2 Gewinne zu 60000 Mk. 119214
2 Gewinne zu 20000 Mk. 71024
6 Gewinne zu 5000 Mk. 50737 144547 162291
8 Gewinne zu 3000 Mk. 17255 62081 70796 172710
6 Gewinne zu 1000 Mk. 344 11183 118319
38 Gewinne zu 500 Mk. 13101 27770 30831 58170
67994 75635 7977484898 85212 104198 104749 107488
119447 140699 142690 152611 155828 161152 162612
68 Gewinne zu 400 Mk. 12757 16269 20525 2270a
23646 30886 44179 45001 45272 46838 71938 79378
80463 91526 114536 119173 119515 123890 125730
128462 131511 186907 144430 145534 147600 155929
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