Inſerate
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Reichskanzler iſt am Samstag in Korfu
eingetroffen.
Die Wiederaufnahme der Arbeit durch die
ſtreikenden Arbeiter im
Schneiderge=
werbe wird nach den Verſammlungen in Jena als
beworſtehend bezeichnet.
Für die Erbauung einer italieniſchen
Luft=
flotte ſind bereits 600000 Lire freiwillige
Beiträge gezeichnet worden.
Der Matin kündigt an, daß er ſich mit dem Plane befaßt,
einen Wettflug zwiſchen Peking und Paris
zu organiſieren.
Die Konferenz des engliſchen
Gruben=
arbeiter=Verbandes hat den Beſchluß des
Exekutiv=Komitees, daß die Arbeit zur Beendigung
des Streiks am Dienstag wieder
aufgenom=
men werden ſoll, angenommen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Was lehrt uns Holland?
Man ſchreibt uns: Im April= und Märzheft
der Marine=Rfundſchau wird der Niedergang
ge=
ſchildert, den die holländiſche Seemacht ſeit der
zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Kampfe mit
England erlitten hat. Dieſe Darſtellung iſt deshalb
überaus lehrreich, weil ſie helles Licht auf das Weſen
der Machtentwickelung zur See fallen läßt.
Von den beiden Gegnern hatte Holland nach 80
jäh=
rigem, heldenhaftern Befreiungskampfe den Gipfel der
Größe um die Mitte des 17. Jahrhunderts erreicht: ſein
Geſamthandel betrug das Fünffache des engliſchen, ſeine
Handelsflotte machte vier Fünſtel der europäiſchen aus,
ſein Kapitalreichtum übertraf weit den engliſchemn, ſeine
geiſtige Kultur erlebte ein goldenes Zeitalter. Aber es
fehlte die Erkenntnis, daß die Baſis dieſes Wohlſtandes,
der Seehandel, auch zur See verteidigt werden müſſe. Die
Folge des Friedens von 1648 war der politiſche und
ſtra=
tegiſche Trugſchluß, nach Erreichung des langerſehnten
Zieles die Rüſtungsausgaben einſchränken zu können.
Es wurde der Schiffsbeſtand auf das notwendigſte
be=
ſchränkt, die Fürſorge für das geſamte Material und das
Perſonal der Marine ſchlief ein, auch finanziell rührte
man dafür keine Hand. Sorgloſer Genuß der
erworbe=
nen Güter und die Loſung des kurzſichtigen Kaufmanns
„Friede mit jedermann, Friede um jeden Preis” waren
die Faktoren, die, begünſtigt durch den Zwieſpalt
zwi=
ſchen der monarchiſch=oraniſchen Partei und den
repu=
blikaniſchen Patriziern, im öffentlichen Leben Hollands
das Uebergewicht erlangten. Das geſchah angeſichts
ei=
nes Widerſachers, der dem holländiſchen Ideal des
ma=
ritimen Gleichgewichts rückſichtslos, zäh und in
natio=
naler Geſchloſſenheit die Forderung
unbeding=
ter Suprematie zur See entgegenhielt. Dieſer
Gegenſatz war der Kriegsgrund; Anläſſe gab es für die
Nebenbuhler in allen Weltgegenden genug. Die
Kriegs=
möglichkeit aber war nicht zum wenigſten in der nach
außen einigen, energiſchen Haltung des engliſchen
Vol=
kes einerſeits, in der behaglich=unbekümmerten, jeder
An=
ſtrengung für die Allgemeinheit abgeneigten Stimmung
der Holländer und in ihrer Parteizerklüftung
anderer=
ſeits begründet.
So kam es, daß trotz der holländiſchen Heldentaten.
die erſte Seemacht der Welt fortan England hieß. Denn
ſämtliche holländiſchen Erfolge waren nur Teilerfolge
einzelner Männer, wie Tromp der Aeltere, Jan de Witr,
Ruyter und Wilhelm von Oranien. Das Volk ſtand
nicht geſchloſſen hinter ihnen; was ſie erreichten, mußten
Teilerfolge bleiben, weil kein feſtes, ideales Band vie
Führer dauernd mit der Nation verknüpfte. In dem
Be=
freiungskampf gegen Spanien hatte das holländiſche
Volk ein gemeinſames ideales Ziel gehabt, und ihm
fol=
gend war es aufgeſtiegen zu Unabhängigkeit, Größe und
Macht. Der Gedanke der religiöſen und politiſchen
Frei=
heit hatte alle Volksſchichten ergriffen und begeiſtert,
dazu geſellte ſich dann — die beiden anderen
überſtrah=
lend — die Idee der Seemacht, der Handelsherrſchaft.
Gewiß zeigt auch jene Zeit Parteihader und engherzig
ſelbſtſüchtige Motive — in dieſen Fehlern ſteht der
Hol=
länder dem Deutſchen beſonders nahe — aber im großen
und ganzen iſt hier ein gemeinſames, hohes Ziel, das
allen teuer iſt, das nur von einem Führer gezeigt zu
werden braucht, um die Mäſſen hinter ihn zu bringen.
Ein ſolches einheitliches Volksideal, ein allgemeiner
Glaube an die Sache war in den Kriegen gegen
Eng=
land nicht vorhanden. Als die See= und Handelsmacht
Mitte des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte,
ſtellte ſich jene ſatte, behagliche Zufriedenheit ein, die
auch dem Deutſchen nicht fremd iſt und die nur zu leicht
geeignet iſt Idealismus und Tatkraft zu lähmen. Erſt
die Zeit der ſchwerſten Bedrängnis ſchloß das Volk
wie=
der um einen Führer und einen alles beherrſchenden
Ge=
danken zuſammen. Die Notwendigkeit der Seemacht
er=
kannten rechtzeitig nur die direkt Intereſſierten die
Kaufleute, und auch ſie nur unvollkommen und einſeitig.
Wic die Landprovinzen den Flottenrüſtungen
wider=
ſtrebten, ſo vernachläſſigten die Kaufherren das Landheer.
Jan de Witt ſah deutlich die Notwendigkeit zielbewußter,
dauernder Rüſtungen, aber er war kein Monarch, auch
kein Cromwell, und das Volk war ein Volk von
Eigen=
brödlern. Die Saat politiſcher Zwietracht und
Partei=
verhetzung ging üppig auf und erſtickte die Blüten des
heldenhaften holländiſchen Seemannsgeiſtes. Der große
Oranier kam für Holland zu ſpät, ſeine beiſpielloſen
Ta=
ten konnten wohl die ſofortige politiſche Vernichtung des
Landes verhindern, die innere Umwandlung der
Seegroß=
macht in einen ſelbſtgenügſamen Kaufmannsſtaat ohne
politiſches Gewicht aber nicht mehr aufhalten.
In England gab es ein Ideal — eben
Eng=
landſelbſt. Für das Land, für Englands Größe und
Zukunft traten alle ein, und obwohl zwei große
inner=
politiſche Umwälzungen in dieſen Zeitabſchnitt fallen
(Karl I. — Cromwell — Karl II.), waren die äußere
Politik und die Kriegführung einheitlich und zielbewußt:
Rule Britannia rule the waves — dieſem Leitmotiv
ang=
liſchen Denkens haben ſie alle gedient, in böſen und in
guten Tagen, der Republikaner Blake wie der
royali=
ſtiſche Prinz Rupprecht von der Pfalz, der katholiſche
Herzog von York wie der brave Monck, der ſich für Karl I.
ſchlug, ſpäter ein Vertrauter Cromwells war und dann
für die Reſtauration Karls III. eintrat. Und ebenſo die
Politiker des Landes und das Volk. Durch ſolche
Ein=
mützigkeit in dem einen Hauptpunkte wurden alle
in=
neren Schwierigkeiten überwunden, ohne daß Englands
Bahn unter den übrigen Völkern litt; im Gegenteil, ſie
hat in ſteter Steigung weiter aufwärts geführt.
Deutſches Reich.
— Ueber die Geſchäftslage des
Reichs=
tags und die Erledigung der Wehrvorlagen ſchreibt
man der Tägl. Rundſchau aus parlamentariſchen Kreiſen:
Es iſt bekannt, daß der Reichstag nach der anſtrengenden
Wahlkampagne bereits müde iſt und den Wunſch hegt,
kurz vor Pfingſten eine Vertagung eintreten zu laſſen.
Bei dieſer Sachlage entſteht die Frage, ob es möglich
ſein wird, bis zu dieſer Zeit in knapp 6 Wochen den
vor=
liegenden Stoff und den noch nach Oſtern vorzulegenden
Geſetzesſtoff zu erledigen. Es iſt beabſichtigt, nach Oſtern
zunächſt in der Etatsbexatung fortzufahren, die
min=
deſtens noch drei Wochen in Anſpruch nehmen wird. Für
den Fall, daß die Wehrgeſetze mit den Deckungsvorlagen
bereits am 16. April vorliegen ſollten, was aber nach
dem Stande der Arbeiten an den Deckungsvorlagen nicht
ſehr wahrſcheinlich iſt, will man zunächſt den Fraktionen
Gelegenheit geben, ſich mit dieſer Materie zu befaſſen.
Die erſte Leſung der Wehrvorlagen wird alſo früheſtens
Ende April beginnen können. Bei der Eigenart der
Ma=
terie muß es als gänzlich ausgeſchloſſen betrachtet
wer=
den, daß dieſe Geſetze bis Pfingſten ſelbſt beim beſten
Willen aller Faktoren verabſchiedet werden können, ſogar
im Jüni noch würde es ſchwer halten, die
Bera=
tung zu einem Abſchluſſe zu führen. Man rechnet damit,
daß die mit der Vorberatung zu betrauende Kommiſſion
mindeſtens vier Wochen arbeiten muß. Die
Verabſchie=
dung der Wehrvorlagen an ſich iſt am einfachſten, doch
werden die Deckungsvorlagen viel Kopfzerbrechen
verur=
ſachen. Schon die Bearbeitung dieſer Geſetze im
Reichs=
ſchatzamt hat in den letzten Tagen gezeigt, daß der
Ge=
danke, die Liebesgabe beim Spiritus aufzuheben, ſehr
einfach war, daß die Ausführung des Gedankens aber
auf mannigfaltige geſetztechniſche Schwierigkeiten
geſto=
ßen iſt. Es ſind gegen 40 Paragraphen des
Branntwein=
ſteuergeſetzes umzuarbeiten. Dazu kommt, daß die
Par=
teien zu den Deckungsvorlagen, die bisher kaum in den
Grundzügen bekannt ſind, mannigfache
Abänderungs=
anträge ſtellen werden, zum Teil dieſe Vorlagen ſo ge=
ſtalten wollen, daß nur ein geringer Teil der
Deckungs=
mittel durch ſie beſtritten wird. Man dürfte ſich wohl
nach Oſtern dahin ſchlüſſig machen, daß bis Pfingſten
neben der endgültigen Verabſchiedung des Etats und des
Reichs= und Staatsangehörigkeitsgeſetzes im Plenum nur
die erſte Leſung der Wehrvorlagen mit den
Deckungs=
vorſchlägen vorgenommen wird; daß das Plenum ſich
dann kurz vor Pfingſten bis zum Oktober vertagt und die
Budgetkommiſſion bis zum Beginn der großen
Sommer=
ferien die Beratung der Wehrvorlagen fördert.
— Die Bundesregierungen und der
bayeriſche Jeſuitenerlaß. Der Jeſuitenerlaß
der bayeriſchen Regierung hat, wie aus
Bundesratskrei=
ſen verlautet, unter den Verbündeten Regierungen
gro=
ßes und peinliches Aufſehen hervorgerufen. Nach der
Reichsverfaſſung iſt der Kaiſer allein befugt, Reichsgeſetze
zu verkünden und ihre Ausführung zu überwachen.
Die=
ſes verfaſſungsmäßig gewährleiſtete kaiſerliche Recht wird
verletzt, wenn ein einzelner Bundesſtaat die Ausführung
von Reichsgeſetzen nach Gutdünken ändert. Dem
Bundes=
rat ſind die neuerlichen Beſtimmungen der bayeriſchen
Regierung entgegen der Behauptung eines
Zentrums=
organs, bisher nicht zugegangen. Eine Stellungnahme
der Reichsleitung wird beſtimmt erfolgen, wenn erſt die
amtliche Mitteilung der bayeriſchen Regierung über die
Angelegenheit in Berlin eingegangen iſt. In welcher
Form die Stellungnahme erfolgen wird, ob als Antwort
auf eine Interpellation im Reichstag, die wohl zu
er=
warten iſt, oder in Form einer Erklärung gelegentlich
der weiteran Etatsberatungen, ſteht noch nicht feſt.
— Die Reichstagserſatzwahl in Varel=
Jever iſt auf den 26. April feſtgeſetzt worden.
Busland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Diktatur in Kroatien. Während die
Ernennung des Regierungskommiſſars von Kroatien von
den kroatiſchen intranſigenten Blättern als geſetzwidrig
bezeichnet wird, ſtellt das Ungariſche Telegraphen= und
Korreſpondenzbureau feſt, daß die Ernennung erfolgte
als ultima ratio angeſichts des zügelloſen
Terrorismus=
der großkroatiſchſn Bewegung, die anarchiſtiſche
Zu=
ſtände ſchuf und die dualiſtiſche Staatsform gefährdete,
weshalb der hierauf bezügliche Vorſchlag von dem
Mi=
niſterpräſidenten ohne Schwierigkeit bewilligt wurde.
Die Ernennung des Kommiſſars ſei auch vom
Rechts=
ſtandpunkte aus korrekt und bedeute keine Aufhebung der
Verfaſſung ,da Kroatien keine ſeparate Verfaſſung,
ſon=
dern nur Autonomie beſitzt. Die Delegierten des
kroa=
tiſchen Landtags würden weiterhin Mitglieder des
un=
gariſchen Reichstags bleiben.
Frankreich.
Der Protektoratsvertkrag und diſe
Lage in Marokko. Aus Fez wird gemeldet, die
Nachricht von der Unterzeichnung des
Protektoratsper=
trages hat bei der Bevölkerung eine kühle Aufnahme
ge=
funden. Im Innern des Landes iſt die Nachricht noch
unbekannt. Da die Gärung unter den Stämmen ſchon
jetzt eine allgemeine iſt, hält man es für möglich, daß die
Ankündigung des Protektorats die Lage noch
verſchlim=
mert. Die Militärbehörden treffen bereits die
erforder=
lichen Maßnahmen. General Didé iſt mit einer Kolonne
von Sul el Arba nach dem Zemmurgebiet aufgebrochen.
In dem Palaſte des Sultans machte die Unterzeichnung
des Protektoratsvertrages einen ziemlich ſchlechten
Ein=
druck.
Die Verhandlungen mit Spanien.
Ei=
nige Zeitungen veröffentlichen nach offiziöſen ſpaniſchen
Quellen Mitteilungen über den augenblicklichen Stand
der Unterhandlungen und über die Schritte, die ſowohl
früher als auch jetzt von Frankreich gemacht werden. Die
Agence Havas iſt zu der Erklärung ermächtigt daß alle
dieſe Mitteilungen unrichtig ſind und daß die beiden
Regierungen, wie dies Brauch iſt, ſich Geheimhaltung
der Unterhandlungen zugeſagt haben.
Niederlande.
Königin Wilhelmine wird in der Zeit vom
1. bis 3. Juni dem Präſidenten Falliéres in Paris ihren
Gegenbeſuch machen.
China.
Die Koſten der chineſiſchen
Revoluſ=
tion. Ein Pekinger Brief der Korreſpondenz des
fer=
nen Oſtens vom 16. März bringt eine Aufſtellung der
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Nummer 83.
Regierung über die durch die Revolution erlittenen
Ver=
luſte. Vom Beginn des Aufruhrs in Wutſchang bis zur
Einigung von Nord und Süd rechnet die Regierung 135
Tage. In dieſer Zeit wurden in Taels zu 3 Mark
ver=
braucht an Munition 10 Millionen, an Sold und
Lebens=
mitteln 30 Millionen, an Kriegsmaterial 20 Millionen.
Zerſtört wurden an öffentlichem Eigentum für 20
Mil=
lionen, an Privateigentum in den Bergwerken von
Pin=
jang und bei der Jangtſe=Dampſchiffahrtsgeſellſchaft 20
Millionen, an Privateigentum in Hupeh (Wutſchang und
Hankau) 30 an Szetſchwan 30, Anhui 10, Schanſi und
Schenſi 20, Kuanthung und Kuangſi 20, Fukhim, Kiangſu
Tſchekiang, Jünnan, Kueitſchou 20, Urga und Mongolei
10, zuſammen 290 Millionen Taels oder 810 Millionen
Mark. Nicht gerechnet ſind die Verluſte durch die
jüng=
ſten Plünderungen in Peking, Tientſin, Paotingfu,
Nan=
king uſw., nicht gerechnet auch die dem Handel
entgan=
genen Gewinne.
* Die militäriſchen Dispoſitionen des
Kaiſersfür den Aufenthalt in der Schweiz.
Ueber die militäriſchen Dispoſitionen des Kaiſers
wäh=
rend ſeiner Teilnahme an den Schweizer Manövern
wer=
den folgende Mitteilungen gemacht: Der Kaiſer
reiſt am Tage nach der Herbſtparade über das
Garde=
korps am 2. September nach der Schweiz. Es iſt jetzt
endgültig feſtgeſetzt, daß er an zwei Tagen, und zwar am
3. und 4 September, den Manövern beiwohnen wird.
Nach den jüngſten Meldungen, die nach Berlin gemacht
wurden, werden die Manöver zwiſchen der Thur und
dem Oſtufer des Züricher Sees ſtattfinden. Es nehmen
daran zwei Diviſionen teil, die auf 30000 Mann
ge=
bracht werden. Dem Kaiſer wird vorausſichtlich bei
ſei=
nem lebhaften Intereſſe für dieſen eigenartigen
Gebirgs=
kriegsſchauplatz, der ihn beſonders anzieht, wie für die
Leiſtungen der Schweizer Miliztruppen von dem
Lei=
ter der Manöver, dem Korpskommandeur Oberſt Wille,
ſchon vorher die Anlage der Uebungen: „Allgemeine und
beſondere Kriegslage und die Kriegsgliederung”
zuge=
ſandt werden, da er den Wunſch geäußert hat, ſie vorher
zu ſtudieren. Die Gliederung der Diviſionen erfolgt in
zwei Infanteriebrigaden, einer Radfahrerkompagnie,
drei fahrenden Mitrailleurkompagnien und einer
Infan=
terie=Mſtrailleur=Abteilung. Ferner kommen dazu 2
Schwadronen Guiden und eine Artillerie=Brigade, die
aus 2 Regimentern zu je 2 Abteilungen zu je 3
Feldbat=
tarien beſtehen. Ueber die Beteiligung des Kaiſers an
den Tellſpielen zu Altdorf ſind bisher feſte Beſtimmungen
noch nicht getroffen worden. Es iſt jedoch anzunehmen,
daß der Kaiſer die Gelegenheit ergreifan wird, um die
Tellſpiele an hiſtoriſcher Stätte anſehen zu können.
* Eine Stunde länger Tag? Der deutſche
Handelstag beabſichtigt, für baldige Einbringung
eines Geſetzes auf Einführung der Sommerzeit
im Deutſchen Reiche einzutreten. Bekanntlich liegt dem
engliſchen Parlament ein Geſetzentwurf vor, demzufolge
für die Zeit vom 1. April bis 30. September jedes
Jah=
res die Sommerzeit eingeführt werden ſoll; d. h. man
ſtellt im April die Normaluhrenzeit um eine Stunde vor
(z. B. um 12 Uhr nachts auf 1 Uhr morgens) und Ende
September wieder um dieſelbe Zeit zurück. Die Folge
würde ſein, daß das geſamte tägliche Leben eine Stunde
früher aks ſſonſt beginnt und aufhört. Infolgedeſſen
würda, namentlich im Frühjahr und Herbſt, die beſſere
Tageslichtausnützung zu erheblichen Erſparniſſen an
künſtlichem Licht und zu früherem Schluß der Arbeitszeit
am Nachmittag zum Zweck der Erholung führen.
Stadt und Land.
Darmſt adt, 9. April.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften und Prinzeſſin Heinrich von Preußen
gin=
gen am Donnerstag vormittag 10 Uhr in der Hofkirche
zur Beichte. Prinzeſſin Magdalene Reuß j. L. iſt
Donnerstag vormittag 10,41 Uhr zum Beſuch im Neuen
Palais eingetroffen und nachmittags 2,50 Uhr wieder
abgereiſt. Um 4,30 Uhr folgten die Herrſchaften einer
Einladung des Prinzen und der Prinzeſſin Franz Joſeph
von Battenberg zum Tee. Die Großherzoglichen
Herrſchaften ſowie Prinz und Prinzeſſin Heinrich von
Preußen nahmen am Karfreitag vormittag 9 Uhr in der
Hofkirche das Abendmahl und wohnten hierauf dem
Gottesdienſte an.
* Gerichtsperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den Oberamtsrichter bei dem
Amtsgericht Gernsheim Fritz Hanſtein unter
Ver=
leihung des Charakters als Amtsgerichtsrat zum
Amts=
richter bei dem Amtsgericht Darmſtadt II, den
Ober=
amtsrichter bei dem Amtsgericht Reichelsheim Adolf
Wolz zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht
Gernsheim, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht
Wald=Michelbach Dr. Karl Werner zum Amtsrichter
bei dem Amtsgericht Reichelsheim, ſämtlich mit Wirkung
vom 1. Juni 1912, den Amtsrichter bei dem
Amts=
gericht Pfeddersheim Ludwig Neuroth zum
Amts=
richter bei dem Amtsgericht Darmſtadt I, den
Amts=
richter bei dem Amtsgericht Grünberg Johannes
Gläſer zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß=
Gerau, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Alzey
Guſtav Weiß zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht
Offenbach, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Nieder=
Olm Dr. Wilhelm Weiffenbach zum Amtsrichter
bei dem Amtsgericht Pfeddersheim, den Amtsrichter bei
dem Amtsgericht Wörrſtadt Fritz Kopp zum
Amts=
richter bei dem Amtsgericht Oppenheim, ſämtlich mit
Wirkung vom 1. Juli 1912, den Gerichtsaſſeſſor Guſtav
Wahl aus Darmſtadt zum Amtsrichter bei dem
Amts=
gericht Herbſtein, den Gerichtsaſſeſſor Dr. Peter Paul
Liebing aus Mainz zum Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Alzey und den Gerichtsaſſeſſor Franz
Specht aus Hutzdorf zum Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Grünberg, die beiden letztgenannten mit
Wirkung vom 1. Juli 1912, ernannt.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Bürgermeiſter,
Ortsgerichts=
vorſteher und Standesbeamten Jakob Schneider VII.
zu Oſtheim die Krone zum Silbernen Kreuz des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen und der
Ver=
käuferin Wilhelmine Geiß, in Dienſten der
Hofſilber=
warenfabrik E. L. Vietor in Darmſtadt, die Silberne
Verdienſtmedaille des Ludewigs=Ordens verliehen.
* Forſtperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Forſtaſſiſtenten Ernſt Eckhard zu
Forſthaus Jägersburg zum Oberförſter der Oberförſterei
Jägersburg, den Forſtaſſiſtenten Johannes Eggers zu
Bad Nauheim zum Oberförſter der Oberförſterei Kirtorf,
die Forſtaſſeſſoren Heinrich Keudel zu Nidda und
Guſtav Baader zu Lollar zu Forſtaſſiſtenten ernannt.
* Beauftragt wurde durch Entſchließung der
Großh. Miniſterien des Innern und der Finanzen der
Großh. Bauinſpektor Heyer zu Gießen mit der
einſt=
weiligen Verwaltung der Stelle des Kreisbauinſpektors
bei dem Kreisamt Worms und der
ſtellvertretungs=
weiſen Wahrnehmung der Hochbauamtsgeſchäfte im
Kreiſe Worms.
* Wahlen zur Landwirtſchaftskammer. Zur Leitung
der am 27. April I. Js. vorzunehmenden Wahl der
Mit=
glieder zur Landwirtſchaftskammer und zu den
Ausſchüſ=
ſen der Landwirtſchaftskammer für die Provinzen
wur=
den auf Grund des § 24 der Wahlordnung und des § 4
der Satzung der Landwirtſchaftskammer für die
Pro=
zinz Starkenburg folgende Wahlkommiſſäre
er=
nannt: 1. Wahlbezirk (Rüſſelsheim=Trebur): Großh.
Re=
gierungsaſſeſſor Dr. Meyer=Edward zu Groß=
Gerau. 2. Wahlbezirk (Groß=Gerau): Großh.
Kreisamt=
mann Schneider zu Groß=Gerau. 3. Wahlbezirk
(Griesheim=Gernsheim): Großh. Kreisamtmann Dr.
Michel zu Darmſtadt. 4. Wahlbezirk (Darmſtadt):
Großh. Kreisamtmann Regierungsrat Dr. Reinhart
zu Darmſtadt. 5. Wahlbezirk (Offenbach=Langen): Großh.
Kreisrat Lochmann zu Offenbach. 6. Wahlbezirk (
Se=
ligenſtadt): Großh. Kreisamtmann Kirnberger zu
Offenbach. 7. Wahlbezirk (Babenhauſen): Großh.
Kreis=
amtmann Dr. Reitz zu Offenbach. 8. Wahlbezirk (Groß=
Umſtadt): Großh. Kreisamtmann Regierungsrat Dr.
Stammler zu Dieburg. 9. Wahlbezirk (Dieburg=
Reinheim): Großh. Kreisrat Dr. Wagner zu
Die=
burg. 10. Wahlbezirk (Groß=Bieberau=Reichelsheim):
Großh. Regierungsaſſeſſor Dr. Pabſt zu Darmſtadt.
11. Wahlbezirk (Höchſt=König=Michelſtadt): Großh.
Re=
gierungsaſſeſſor Dr. Siegert zu Erbach. 12.
Wahl=
bezirk (Erbach=Wimpfen): Großh. Kreisamtmann Dr.
Diehl zu Erbach. 13. Wahlbezirk (Fürth=Wald=
Michel=
bach): Großh. Kreisamtmann Haberkorn zu
Heppen=
heim. 14. Wahlbezirk (Bensheim=Heppenheim): Großh.
Kreisamtmann Regierungsrat Dr. Löslein zu
Bens=
heim. 15. Wahlbezirk (Lampertheim=Biblis): Großh.
Regierungsaſſeſſor Schäfer zu Bensheim.
* Militärdienſtnachrichten. In Genehmigung ihrer
Abſchiedsgeſuche wurden mit der geſetzlichen Penſion zur
Dispoſition geſtellt: Generalleutnant v. Kroſigk,
Kom=
mandeur der 28. Diviſion in Karlsruhe, und Generalmajor
Frhr. v. Eſebeck, Kommandeur der 12. Infanterie=
Bri=
gade in Brandenburg. (Erſterer war vormals Komman=
deur des erſten Bataillons Leibgarde=Infanterie=Regiments
Nr. 115, letzterer Kompagniechef im Infanterie=Regiment
Kaiſer Wilhelm Nr. 116).
0 Zur 1. Sitzung der Stadtverordneten=Verſammlung
am Donnerstag, den 11. April, nachmittags 3½ Uhr, iſt
folgende Tagesordnung feſtgeſetzt: 1. Mitteilungen.
2. Vertrag mit der Süddeutſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft über
Gründung einer Aktien=Geſellſchaft zur Regelung der
Ver=
kehrsfragen der Stadt uſw. 3. Betriebsordnung und
Ge=
bührentarif für die Benutzung des neuen
Niederlage=
gebäudes am Dornheimer Weg. 4. Geſuche um Befreiung
von baulichen Beſtimmungen: à) der §§ 22 und 34 des
Ortsbauſtatuts wegen. Errichtung eines Lagerſchuppens
Ecke Ruthsſtraße und Löffelgaſſe. b) des § 64 Abſ. 3c der
Ausführungs=Verordnung zur Allgemeinen Bauordnung
für ein Bauvorhaben Frankfurterſtraße 18, c) der §§ 32 und
33 des Ortsbauſtatuts, § 32, Abſ. 6 der Baupolizeiordnung
und § 56 der Ausf.=Verordn. zur Allgem. Bauordnung für
Kiesſtraße 32. 5. Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme
von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts für
Er=
richtung eines Magazingebäudes in der Stadtallee. 6.
Aen=
derung der Fluchtlinien der neuen Ireneſtraße zwiſchen
Schwanenſtraße und Frankfurterſtraße. 7. Reinigen der
Oefen und Feuerungsanlagen in den ſtädtiſchen Gebäuden
in 1912. 8. Unterhaltung der Turngeräte in den ſtädt.
Schulen in 1912. 9. Vergütung an die Faſelwärter für
Fütterung der Faſeleber.
* Die Handwerkskammer zu Darmſtadt wiro
in der Zeit vom 9. bis 14. Kpril eine Reihe von
Ver=
ſammlungen im Kammerbezirk abhalten, in denen die
Durchführung der Geſellenprüfungen in
gemeinſamer Ausſprache behandelt werden ſoll. Die
ge=
ſetzlichen Prüfungen wurden im Jahre 1901 eingerichtet.
Auf Grund der im Laufe der Jahre erworbenen
Er=
fahrungen wurden durch Anträge Verbeſſerungen und
Aenderungen angeſtrebt, ſodaß nunmehr ein Ueberblick
über eventuell weitere zweckmäßige Ausgeſtaltung des
Prüfungsweſens gegeben werden kann. Zu dieſem
Zweck ſoll in den erwähnten Verſammlungen zunächſt
ein kurzes Referat über die Prüfungen ſtattfinden, an
das ſich dann eine gemeinſame Ausſprache der Anſichten
über etwaige Aenderungen anſchließen wird, wie auch
die verſchiedenen Auffaſſungen in der oder jener Frage
vorgebracht und beraten werden ſollen. Die
Verſamm=
lungen finden am 9. April in Darmſtadt und Offenbach,
am 10. in Mainz, Bingen und Alzey, am 11. in Worms
und Bensheim, am 12. in Erbach, am 13. in Friedberg
und Nidda und am 14. April in Gießen und Lauterbach
ſtatt. Die Vorſtände der gewerblichen Korporationen
der in Betracht kommenden Prüfungsausſchüſſe, ſowie
ſonſtige für die Prüfungen ſich intereſſierende Perſonen
ſind zu dieſen Sitzungen eingeladen.
* Jubiläum. Am 1. April ſind es 25 Jahre geweſen,
ſeit Herr Adam Eck ſtein im Dienſte des Literariſchen
Vereins ſteht. Der Vorſtand hat ihm bei dieſer
Ge=
legenheit in Anerkennung ſeiner ſtets treu und
zuver=
läſſig geleiſteten Dienſte ein entſprechendes Geſchenk
überwieſen.
* Silberne Hochzeit. Am 9. April (3. Feiertag) begeht
das Ehepaar Jakob Dillmann das Feſt der ſilbernen
Hochzeit.
* Stenographie. Man ſchreibt uns: Der allgemeine
Nutzen der Stenographie kann in unſerem Zeitalter, dem
Dampfkraft und Elektrizität den Stempel haſtenden
Le=
bens aufgedrückt, nicht mehr abgeſtritten werden, wo mehr
als je das Sprichwort gilt: „Zeit iſt Geld‟. Die
Kauf=
mannſchaft, die Verwaltungen des Staates uſw. haben ſich
die Stenographie nutzbar gemacht. Der junge Mann,
wel=
cher der Erlernung der Stenographie aus dem Wege geht,
begibt ſich einer außerordentlichen Waffe für den Kampf
ums Daſein. Ein Blick in die Stellenliſten müßte ihn
über=
zeugen, daß bei allen beſſeren Stellen, beſonders in den
großen Induſtriebezirken, die Kenntnis der Stenographie
verlangt wird. Selbſt dem Privatmann wird dieſelbe
Nutzen bringen, ebenſo bietet die Stenographie auch der
Frauenwelt einen ebenſo paſſenden wie lohnenden Beruf.
Die Gelegenheit zur gründlichen Erlernung der
Steno=
graphie iſt ſtets geboten. So eröffnet auch jetzt wieder die
Stenographen=Vereinigung „
Gabelsber=
ger”, Luiſenſtraße 10, neue Anfänger=Unterrichtskurſe und
zwar neben einem Abend=Kurſus auch je einen Nachmittags=
und Sonntags=Kurſus, wozu wir auf das Inſerat in
heu=
tiger Nummer verweiſen.
* Der Ortsgewerbeverein ladet ſeine Mitglieder
und Gäſte für Sonntag, den 14. April, zu einer dritten
Wanderung nach Auerbach ein. (Siehe Anzeige.)
* Bilder vom Tage. Unſere Bilderauslage in der
Rheinſtraße bringt neu: Vom Lawinenunglück am
Hoch=
ſchneeberg, ein Panorama des Hochſchneeberges und die
Bergung der durch den Lawinenſturz Verunglückten; der
eingeſtürzte 200 Meter hohe Telefunkenturm in Nauen.
Ferner die Porträts vom Tag: die Angeklagten vom
Die neue Ausſtellung der Berliner
Sezeſſion.
Von Dr. Paul Landau.
Die diesjährige ſommerliche Kunſtſchau, die die
Berliner Sezeſſion am Donnerstag eröffnete, bietet beim
erſten Anblick ein gar bunt gemiſchtes, faſt verwirrendes
Bild; ſie iſt ſo recht eine getreue Spiegelung des großen
Wirrwarrs der augenblicklich in unſerem ganzen
Kunſtleben herrſcht, dieſes ſeltſamen Chaos, aus
dem neue, noch ungeſtaltete Kräfte zum Lichte ringen
und zu einem Kampfe aller gegen alle aufrufen. Die
neuen, ſich überall bemerkbar machenden Tendenzen ſind
das Intereſſanteſte der neuen Ausſtellung, denn die
Se=
zeſſion iſt ſich, obwohl ihre Begründer und Hauptvertreter
längſt in die alte Garde eingerückt ſind um zum Teil die
klaſſiſchen Meiſter einer heute bereits „überwundenen”
Richtung darſtellen, in ihrem guten fruchtbaren Prinzip
treu geblieben, auch dem Neueſten eine Stätte zu
gewäh=
ren, mag ſich der Moſt auch ſo abſurd gebärden. Wer
freilich geklärte Form und reife Schönheit ſucht, der wird
ſie vor allem bei den berühmten Repräſentanten der
Sezeſſion finden. Den Kunſtpſychologen aber wird es
reizen, den wunderlichen Irrwegen der
Jüng=
ſten nachzuſpüren, denn ihnen gehört doch ſchließlich die
Zukunft.
Die große Malerei des 19. Jahrhunderts, die in
einem Liebermann und Trübner noch immer
herrſcht, war eine Blütezeit des Naturalismus.
Nach=
ahmung der Wirklichkeit war die große Loſung, und dies
Ziel wurde durch eine aufs Höchſte verfeinerte Technik
der Freilicht= und Freiluftmalerei erreicht. Seit einem
Jahrzehnt etwa kommt nun eine antinaturaliſtiſche
Be=
wegung herauf, die allmählich ſich zum extremſten
Gegen=
ſatz des Impreſſionismus geſteigert hat. Dieſe Kunſt hat
die klare Abſicht, nicht die Natur, ſondern die „innere
Stimme” des Sokrates Daemonion, zur Lehrmeiſterin
zu machen. Sie lehnt jede Nachbildung der Wirklichkeit
ab und will ſtatt der oberflächlichen Wiedergabe des
ſchönen Rheines, ſtatt des äußeren Kleides, in deſſen
Ver=
herrlichung die bisherige Kunſt aufging, die tieferen
Geſetze der Natur erforſchen, ihren Zuſammenhang mit
dem bewußten Ausdruck der Seele darſtellen. Das klingt
recht gut, aber auch recht wirr, und wirr ſind die Wege,
die die Jungen einſchlagen. Einmal ſucht man auf die
einfachſten, primitivſten Formen der Geſtaltung
zurück=
zugehen. Die Begeiſterung für die Frühkunſt der
Kul=
turvölker und die Kunſtübung der Wilden zeitigt überall
ihre Früchte. Man will bewußt die Welt des
Unbewuß=
ten hervorbringen. Statt der logiſchen und ſtrengen Linie
tritt daher immer mehr die farbige Fläche, die rein auf
die Sinne wirkt, hervor, und mit „Hebeln und
Schrau=
ben”, das heißt mit Mathematik und Rechnereien, will
man dem Realen auf ſeine geheimſte Spur kommen. Der
eine ſieht im farbigen Kreis, der andere im Würfel, im
Winkel, in der Pyramide den Schlüſfel, der die Wunder
der tiefſten Schönheit aufſchließt, und ſo entſtehen dieſe
Expreſſioniſten und Kubiſten, die vom Seinebabel her
unſeren Künſtlern die Köpfe verdrehen.
Dieſe äußerſten Konſequenzen, die bisher aus der
neuen Kunſtlehre gezogen wurden, ſind auf der
Ausſtel=
lung in markanten Beiſpielen vertreten; aber wichtiger
iſt es, daß die Strömung, die auf Vereinfachung der
Form, auf Unmittelbarkeit des geiſtigen Eindrucks, auf
Auflockerung des konſtruktiven Gemüts hingeht, einen
großen Teil der jüngeren Künſtler ergriffen hat und ſelbſt
die beherrſcht, die es nicht eingeſtehen wollen. Die
Alt=
meiſter freilich bleiben ihrer altgewohnten Kunſt treu:
bei ihnen wird ſich auch diesmal vor allem Auge und
Herz erlaben. Da erfreuen das herrliche Porträt der
Gräfin Treuberg von Leibl, ein weicher, innig
lichter Iſraéls, ein klarer, lachender Junimorgen von
Thoma, zwei entzückende Bildniſſe von Th. Alt. Ein
paar luſtige Bildchen des köſtlichen Oberlaender
ſorgen für den Scherz. Reife Höhenkunſt ſind der ſtraffe,
ſtolze, ſo unendlich ausdrucksvolle Rückenakt, den
Hod=
ler diesmal gegeben, und die drei bunt blühenden Land=
ſchaftsſinfonien aus Waſſer und Grün, die Trübner
wiederum der lieblichen Gegend um den Starnberger See
abgelauſcht hat. Liebermann gibt eins ſeiner
glän=
zenden Porträts auf hellgrauem Grund und eine famoſe
lebenſprühende Impreſſion vom römiſchen Korſo auf dem
Monte Pincio; Graf Kalckreuth neben einem guten
Bildnis einen weiträumigen Naturausſchnitt von einem
Balkon aus. Aus dieſem erlauchten Kreiſe der
Untadeli=
gen ſteigen wir ſchon in die viel umſtrittene Sphäre der
„Halbgötter” wenn wir die jüngſten Werke von Lovis
Corinth betrachten. Da gibt es neben Gutem wie
ſtets viel Anfechtbares, ſo den geſchmackvollen „Hymnus
auf Michelangelo” ein üppiges, aufdringliches
Blumen=
rrangement um eine Büſte, den wüſt und virtuos
hin=
gehauenen Viehhirten und die ſüßlich kitſchige „Tändelei”.
Seine Frau, Charlotte Berend, übertrifft ihn
diesmal faſt in ihrer ſchmucken, nur etwas zu blanken
Landſchaft. Intereſſant und eigenartig, wie ſtets, iſt
Martin Brandenburg, der ſich in einem
ſchwe=
ren, aber bedeutenden Frauenbildnis auf der ihm
un=
gewohnten Gebiete des Porträts bewährt und in dem
Erſcheinen Chriſti vor ſeinen Jüngern zwar keine
Rem=
brandtſche Viſion, aber doch eine intereſſante
pſycholo=
giſche Studie bietet. Immer der alte iſt Baluſcheck.
In ſeiner „Eiſengießerei” ſchuf er ein im Raum mächtiges
Bild, verdarb ſich aber die maleriſche Wirkung durch die
wie Flitterwerk ſprühenden Funken, die von der flüſſigen
Glut aufſtieben. Das andere Bild, „Weihnachtstag”
eine Krankenſchweſter mit einem Tannenbäumchen, gegen
den Schnee und die Eisbahn geſetzt — iſt ſo brav und
langweilig, wie eine Erzählung von Guſtav Nieritz.
Andere der jüngeren Meiſter der Sezeſſion ſchreiten
rüſtig fort, ſo Kardorff, deſſen Porträt und
Garten=
reſtaurant zwar allzu ſehr mit Liebermanns Augen
ge=
ſehen ſind, der aber in einem größen Werk: „Mutter und
Kind” trotz viel bunten Beiwerks eine ruhige, ſtarke
Wirk=
ung über das Stillebenmoment hinaus voll ſeeliſcher
Innigkeit erzielt. Ausgezeichnet ſind Ulrich und
Hein=
rich Hübner vertreten, der eine mit ſeinen dunſtig
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Seite 3.
Methylalkoholprozeß in Berlin und Yuan=Shi=Kai, den
erſten Präſidenten der chineſiſchen Republik.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50, Eier 6—8 Pf.,
Schmiegäſe ½ Ltr. 22—25 Pf., Handkäſe 4—10 Pf.,
Kar=
toffeln Zentner 4,50—5,00 M., Kumpf (10 Liter) 80 Pf.,
½ Kg. 7—8 Pf., Mäuschen ½ Kg. 15 Pf., Aepfel ½ Kg.
15—25 Pf., Zitronen, Apfelſinen 5—8 Pf.; Salat,
Ge=
müſe: Kopfſalat 12—16 Pf., Endivien 10 Pf., Körbchen
Feldſalat 10 Pf., Körbchen Lattich 12 Pf., Bündel
Radis=
chen 6 Pf., Rettich 8 Pf., Meerrettich 15—35 Pf., Zwiebeln
½ Kg. 12—14 Pf., Tomaten ½ Kg. 60 Pf., Gelberüben
½ Kg. 15 Pf., Weißerüben ½ Kg. 10 Pf., Bündel Römiſch=
Kohl 3 Pf., Spinat ½ Kg. 15—20 Pf., Wirſing 10—60 Pf.,
Grünkohl ½ Kg. 30 Pf., Weißkraut, Rotkraut ½ Kg.
18 Pf., Blumenkohl 20—80 Pf., Schwarzwurz ½ Kg.
30—35 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 40 Pf.; neue Schälgurken
60—70 Pf., Topf Schnittlauch 25 Pf.; Geflügel, Wild:
Gänſe ½ Kg. 85 Pf., Enten 4—5 M., Hahnen und Hühner
2,00—2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Paar Zuchttauben 1,50
bis 10,00 M., Zicklein 2,50—4,00 M., Lapins 1,00 M.
Fiſche ½ Kg.: Hecht 80 Pf., Aal 1,20 M., andere
Rhein=
fiſche 35—60 Pf., Rotzungen 60 Pf., Schollen 25 Pf.,
Kabeljau, 16—24 Pf., Schellfiſche 17—25 Pf., Seelachs
19—24 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch
60—66 Pf., Hackfleiſch 70—80 Pf., Rindsfett 60 Pf.,
Rinds=
würſtchen (Stück) 15 Pf., geſalzenes Schweinefleiſch und
Koteletts 90 Pf., Schweinefleiſch, Kalbfleiſch,
Schwarten=
magen, Fleiſchwurſt 80 Pf., Leber= u. Blutwurſt 60 Pf.
* Brand. Ueber das am Donnerstag nachmittag in
einer Scheune des Aliceſtiftes in der Nieder=
Ramſtädter=
ſtraße ausgebrochene Schadenfeuer geht uns folgender
offizieller Bericht zu: Am 4. April, nachmittags 5 Uhr
15 Minuten, wurde der Feuerwehr durch das Polizeiamt
gemeldet: „Feuer in der Scheune, Aliceſtift, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße.‟ In der Scheune des Aliceſtiftes war Feuer
ausgebrochen, welches an dem Heu= und Strohvorrat raſche
Ausdehnung nehmen konnte, ſo daß das Innere der
Scheune in ſtarken Flammen ſtand. Nach der Ankunft der
Feuerwehr wurde das Brandobjekt mit 4
Schlauchleitun=
gen angegriffen und das Feuer in kurzer Zeit gelöſcht,
ſo daß eine Weiterverbreitung beſeitigt war. Die
Räum=
ungsarbeiten, welche durch Mannſchaften der Weckerlinie
erledigt wurden, nahmen noch längere Zeit in Anſpruch.
Die Entſtehungsurſache konnte nicht ſofort feſtgeſtellt
wer=
den. Die Feuerwehr war 6 Uhr 25 Min. wieder zurück.
— Eberſtadt, 6. April. Unſer immer und überall
rühriger Bürgermeiſter Schäfer hat an die geſamte
Einwohnerſchaft einen Aufruf ergehen laſſen, welcher
an=
hebt: „Worauf ſchon wiederholt in der Preſſe
hingewie=
ſen worden iſt: unſer liebes Großdorf Eberſtadt blickt
heuer auf eine 250jährige, wahrlich geſegnete
Verbind=
ung mit der Krone Heſſens zurück. So ſetzt die Zeit ſelbſt
uns einen geſchichtlichen Markſtein. — Aber auch ein
Denkſtein ſollte unſeres Erachtens vor unſerem Rathauſe,
unter der ſchönen Dorflinde, dieſe denkwürdige Tatſache
immer neu vor Augen führen. Die Wurzeln des
Bau=
mes dort verlangen Schonung. — Damit iſt ſchon
ge=
geben, daß nur ein beſcheidener Stein am Platze iſt,
wel=
cher keines tiefgründigen Fundaments bedarf. Nicht
verſchwenderiſch, prächtig denken wir uns das
Erinner=
ungsdenkmal, ſondern ſchlicht und ſinnig, gerade ſo aber
geeignet, das Anſehen unſerer lieben Gemeinde zu heben
und namentlich bei der heranwachſenden Jugend
ge=
ſchichtlichen Sinn zu fördern.” Folgen noch Vorſchläge
über Ausſchußbildung und ſchließliche —
Rückzahl=
ung der „Spenden” falls dieſe „wider Erwarten” zur
Schaffung eines entſprechenden Denkmales nicht
ausrei=
chen ſollten. Sogleich nach Veröffentlichung des Aufrufs
fand derſelbe ein ſilberhell „klingendes” Echo.
Ss. Griesheim, 5. April. In der Annaſtraße wurde
heute ein vierjähriges Mädchen, das ſſich auf dem
Trot=
toir befand, beim Spiel hinfiel und im Fallen
unglück=
licherweiſe auf die Straße zu liegen kam, von einem
Bierwagen überfahren. Der Wagen ging dem Kind
über beide Beine, die gebrochen wurden. Das Kind
er=
litt bedeutende innere Verletzungen, ſodaß es ſchwer
krank daniederliegt. Der Fuhrmann hat das Kind nicht
bemerkt, ſodaß ihn keine Schuld treffen kann. —
Ver=
gangene Nacht wurde im Gaſthaus „Zum Chauſſeehaus”
eingebrochen und zirka 15 große Vorhänge, ſowie
aller=
hand ſonſtige Wäſcheſtücke geſtohlen.
M. Arheilgen, 6. April. Bei einem Mitgliederſtande
von 398 Perſonen hatte die hieſige Spar= und
Dar=
lehenskaſſe im abgelaufenen Geſchäftsjahre einen
Kaſſenumſatz von 2 192816 Mark und einen Reingewinn
von 7213 Mark. Reſervefonds und Betriebsrücklage ſind
mit 90000 Mark ausgeſtattet.
Meſſel, 6. April. Vermißt wird ſeit Donnerstag
Frida Berg aus Grube Meſſel. Donnerstag zwiſchen
9 und 10 Uhr war ſie noch in Frankfurt. Perſonalien:
19 Jahre alt, geſundes Ausſehen; Kleidung: gering
ge=
ſtreifte Bluſe, grauer Rock mit ſchwarzen Streifen, dicker
brauner Mantel, brauner Hut mit ſchwarzem Rand und
ſchwarzer Feder, ſchwarze Halbſchuhe, grüne Strümpfe,
ſchwarze Handtaſche mit langer Kordel. Wer über den
Verbleib des Mädchens nähere Angaben machen kann,
wird gebeten, dieſelben dem nächſten Polizeirevier und
an Georg Berg, Grube Meſſel bei Darmſtadt, gelangen
zu laſſen.
Gernsheim, 5. April. In dem benachbarten Biblis
ſtarb dieſer Tage Herr Matthias Schäfer, der letzte
Nach=
komme der Familie Peter Schöffers. Ein anderer
Nachkomme der Familie des in Gernsheim geborenen
be=
rühmten Buchdruckers ſtarb vor mehreren Jahren im
Armenhauſe. Bei dieſer Gelegenheit ſei erwähnt, daß die
hier und da auftauchende Behauptung, im Pfarrarchiv zu
Gernsheim fänden ſich noch wertvolle auf Peter Schöffer
Bezug habende Urkunden, unbegründet iſt. Die auf
Schöffer und ſeine Familie ſich beziehenden Schriftſtücke
gingen, wie ſo manche wertvolle Urkunde aus der
Schweden=
zeit, in dem großen Brande 1689 zugrunde.
O. Aus dem Ried, 6. April. Nach vorläufiger
Schätz=
ung haben die letzten kalten Nächte etwa drei
Fünf=
tel der Blüten an Aprikoſen=, Pfirſich= und Kirſchbäumen
vernichtet. Auch die Frühzwetſchen haben ſchweren
Scha=
den genommen. Der Kälteſchaden an der Baumblüte war
weniger durch den Temperaturſturz, als durch die
Wol=
kenloſigkeit des mondhellen Himmels bedingt, der eine
zu große Wärmeausſtrahlung der in der Entwickelung
befindlichen pflanzlichen Organe zur Folge hatte, ſodaß
die Blüten unterkühlt waren. Selbſt da, wo Rauchwolken
erzeugt wurden, die bekanntlich wie Schutzdecken wirken,
war der Erfolg gleich null, da die Nächte zum Mittwoch
und Donnerstag faſt windſtill waren. Von den bereits
im Keime angeſetzten Frühknoten iſt nur ein geringer
Teil erfroren, ſodaß der effektive Froſtſchaden in der
Ernte doch keinen allzu auffälligen Ausdruck finden wird,
eine Erſcheinung, die ſich faſt alljährlich wiederholt.
M. Büttelborn, 6. April. Die hieſige
Sauerkraut=
fabrik=Genoſſenſchaft hatte am Schluſſe des
Vorjahres 12 Mitglieder und erzielte einen Reingewinn
von 780 Mark.
M. Nackenheim, 6. April. Faſt kein Jahrgang
un=
ſerer Weine war vom Handel ſo begehrt, wie der
1911er. Bei äußerſt lebhafter Nachfrage ſind jetzt faſt alle
Winzerkeller geleert. Je nach Lage wurde die vorjährige
Kreszenz zu 1075 bis 1800 Mark für das Stück abgeſetzt.
— Durch die warme Märztemperatur wurde das
Wachs=
tum des Weinſtocks ſehr angeregt, weshalb ſich die
Win=
zer mit dem Beſchneiden der Reben beeilen mußten. Die
letzten Froſtnächte haben im Rebgelände noch nicht
ge=
ſchadet, da die jungen Triebe noch alle in der „Wolle‟
ſtecken und ſich bei dem launiſchen Aprilwetter nur noch
langſamer entwickeln. Trotzdem iſt die Furcht vor den
ſchädlichen Frühjahrsfröſten noch nicht ganz beſeitigt
und von den gefürchteten Eisheiligen trennen uns noch
fünf volle Wochen.
Mainz, 6. April. Das Finanzminiſterium hat
dem hieſigen Gouvernement die jederzeit widerrufliche
Er=
laubnis zur Anlage einer Feldbahn mit
Lokomo=
tivbetrieb innerhalb der Gemarkungen Mainz,
Weiſenau, Hechtsheim, Bodenheim, Harxheim, Ebersheim,
Klein=Winternheim, Oberroden, Eſſenheim, Wackernheim,
Nieder=Ingelheim und Marienborn erteilt.
Mainz, 6. April. Der Dragoner K. von der 3.
Schwadron des 6. Dragoner=Regts., welcher als Burſche
bei einem Oberſtabsarzt tätig war, hat ſich geſtern
nach=
mittag auf ſeinem Burſchenzimmer durch einen Schuß in
den Kopf getötet. Schon vor einiger Zeit hatte er zu
der Köchin des Oberſtabsarztes die Bemerkung fallen
laſſen, er ſei ſchwer leidend und er werde ſich einmal
er=
ſchießen. Von dieſer Bemerkung wurde erſt nach der Tat
ſeinem Chef Mitteilung gemacht, der auch keine Kenntnis
von einem Leiden ſeines Burſchen hatte. — Am
Donners=
tag ſtürzte auf der Wallſtraße ein Soldat von der
Be=
ſpannungsabteilung des Fußart.=Regts. Nr. 3 von ſeinem
Pferde und geriet unter den Wagen, von dem er
über=
fahren wurde. Der Verunglückte, der ſchwere innere
Verletzungen erlitten, wurde von der Sanitätswache ins
Lazarett gebracht.
Weinsheim, 6. April. In der Dachpappe= und
Teer=
fabrik von Weickel brach geſtern abend gegen ſieben Uhr
Feuer aus. Die Fabrikräume ſind ausgebrannt und nur
dadurch, daß der Wind das Feuer von den Gebäuden
ab=
trieb, konnte die größere Ausdehnung des Feuers verhindert
werden. Die Wormſer Feuerwehr war ſehr ſchnell an der
brennenden Fabrik; ebenſo die Wehren von Hochheim und
Weinsheim.
Aus dem Kreiſe Bingen, 6. April. In der letzten
Zeit wird ein Projekt lebhaft erörtert, deſſen
Verwirk=
lichung von den beteiligten Gemeinden und Intereſſenten
ſchon ſeit Jahren angeſtrebt wird. Es handelt ſich um
die Erbauung einer Straßenbrücke über
den Rhein zwiſchen Bingen und Rüdesheim. Die
neue Brücke ſoll etwa 3½ Kilometer oberhalb Bingen
zwiſchen Kempten und Gaulsheim erbaut werden, und
zwar iſt die Erbauung der Straßenbrücke ſo gedacht, daß
hierzu die Pfeiler der von dem Eiſenbahnfiskus bereits
projektierten Eiſenbahnbrücke derartig erweitert
werden ſollen, daß der Ueberbau der Straßenbrücke
mit angebracht wverden kann. Die 1200 Meter lange
Brücke wird einen Koſtenaufwand von etwa 7,5 Mill.
Mark erforderlich machen, davon betragen die Mehrkoſten
für die Straßenbrücke rund 3 200000 Mark, die zum Teil
vom heſſiſchen Staat, von der Provinz Rheinheſſen, dem
Kreis und der Stadt Bingen aufgebracht werden müſſen.
Ferner wurde der Wunſch geltend gemacht, daß die
Eiſen=
bahnbehörde neben der Eiſenbahnbrücke einen
Fußgänger=
ſteg anbringen ſolle. Ueber die einzelnen Projekte
fin=
den zur Zeit Verhandlungen der beteiligten
Intereſſen=
ten ſtatt, die hoffentlich bald zum Ziele führen, damit die
ſchon lange angeſtrebte Verbindung der beiden
Rhein=
ufer durch den Brückenneubau ermöglicht wird.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt 6. April. Der
Lord=
mayor von London teilte dem Oberbürgermeiſter
von Berlin in einem Schreiben mit, daß die Scherifs und
er durch Berufsgeſchäfte leider verhindert ſeien, in den
Tagen vom 25. bis 28. Juli während der
Jahresver=
ſammlung des engliſchen Inſtituts für öffentliche
Ge=
ſundheitspflege der an ſie ergangenen Einladung nach
Berlin zu folgen. Sie ſeien ſicher, daß dies nicht falſch
ausgelegt werden würde. Zu jener Zeit wolle Berlin in
ſeinen Mauern einige Gelehrte und wiſſenſchaftliche
Fachmänner gaſtlich empfangen. Dies werde von der
City von London dankbar empfunden werden. — Graf
Gisbert Wolff=Metternich hatte in der letzten
Verhandlung gegen ihn, wie ſeinerzeit gemeldet,
ange=
kündigt, daß er dem Staatsanwaltſchaftsrat Porzelt,
der die Anklage vertrat, eine Piſtolenforderung zugehen
laſſen werde, wenn er das Gefängnis verlaſſen habe. Er
glaube, daß die Behandlung, die ihm von der
Staats=
anwaltſchaft zuteil wurde, geeignet ſei, ihn in ſeiner Ehre
zu kränken. Graf Wolff=Metternich hat dieſe Drohung
jetzt wahr gemacht. Er ließ dem Staatsanwaltſchaftsrat
Porzelt, der Reſerveoffizier iſt, eine Forderung
übermit=
teln. Dieſer wandte ſich an den zuſtändigen Ehrenrat,
der jedoch verfügte, daß Porzelt keinerlei Veranlaſſung
habe, dem Grafen Wolff=Metternich auf dieſe Weiſe
Sa=
tisfaktion zu geben. Es iſt anzunehmen, daß die
Staats=
anwaltſchaft nunmehr gegen Graf Wolff=Metternich
An=
klage wegen Herausforderung zum Zweikampf erheben
wird. — Bei hieſigen Theatern ſind große
Durch=
ſtechereien entdeckt worden, die ſich ein
Theaterbillett=
verkauf in der Mohrenſtraße zuſchulden kommen ließ.
Der Inhaber Brinnitzer und ſeine Angeſtellten wurden
von der Kriminalpolizei zwecks Klärung feſtgenommen.
Die Durchſtechereien wurden entdeckt, da bei den Theatern
die Kaſſe der Beſetzung nicht entſprach. — Wiederum ſind
zwei Schüler, die Brüder Erich und Richard Furkert,
13 und 11 Jahre alt und im Südende wohnhaft,
ver=
ſchwunden.
Spandau, 6. April. Der Kaufmann Juſt aus
Loburg bei Magdeburg, der nach Veruntreuung von
meh=
reren 100000 Mark geflüchtet war, iſt bei Pichelswerder
aus der Havel als Leiche geländet worden.
Rüdesheim, 4. April. In der letzten Nacht ſind in
Eibingen abermals 750 Rebſtöcke von unbekannter
Hand zerſtört worden. Die Zahl der bis jetzt im
Laufe einer Woche zerſtörten Stöcke beläuft ſich auf 1100.
Die Weingutsbeſitzer wollen jetzt bei der Regierung in
Wiesbaden dahingehend vorſtellig werden, daß die
Gen=
darmerie in Eibingen und Rüdesheim verſtärkt wird und
Militärpatrouillen die Weinberge abſtreifen.
München, 6. April. Wie die Münchener Neueſten
Nachrichten melden, wütete geſtern nachmittag ein
ſchwe=
rer Südweſtſturm auf dem Chiemſee. Das
Segel=
boot des bekannten Schlachtenmalers Roubaud geriet
in ſchwere Seenot. Zwei Dampfer eilten zur Rettung
herbei. Der Baron Forſtel jr. aus Wien und die
zweit=
älteſte Tochter des Prof. Roubaud ſind ertrunken.
Die anderen Inſaſſen des Bootes konnten gerettet werden.
Aſchaffenburg, 6. April. In Sulzbach a. M. brach
heute nacht um 12,15 Uhr ein Brand aus, der neun
weich ſchimmernden Seebildern, der andere mit ſeinen
friſchen hellen Interieurs. Von der beſten Seite zeigt ſich
auch der leicht zur Trockenheit neigende Biſchoff=
Culm, der diesmal beſonders kräftig und überzeugend
ſeine Bauern hinſtellt. Von glänzender Reife und
Sicher=
heit der Beobachtung zeugen die Arbeiterbilder Robert
Sterls. Einen tüchtigen Aufſtieg in ſeiner
Entwick=
lung hat Curt Herrmann vollbracht, der mit ſeiner
pointilliſtiſchen Technik Motive der Großſtadtnatur in
eigenartiger Weiſe meiſtert und zu einer bezwingenden
Vereinfachung und Steigerung des Eindrucks gelangt iſt.
Bei anderen Künſtlern wird man höchſtens ein
Still=
ſtehen, wenn nicht ein Zurückgehen konſtatieren müſſen.
E. R. Weiß der ſo Vielverſprechende, dreht ſich ſeit
Jahren „wie des Kärrners Gaul” im Kreiſe herum. Er
hat einen recht mäßigen Jünglingsakt und ein paar
farbig feine, aber blaſſe, wie verſchlafene Landſchaften
da. Viel weiter iſt Tuch gekommen, der in der Art der
dekorativen Werke Cézannes und Maurice Donis ein
Bild voll Kraft, Anmut und Geſchloſſenheit geſchaffen
hat. Beckmann, einſt die große Hoffnung der
Sezeſ=
ſion, will ſich nicht recht entwickeln. Seine große „
Ama=
zonenſchlacht” mit ihrem Leiberdurcheinander und ihren
graugrün ſchmutzigen Tönen wirkt bei aller Größe der
Anlage doch nur wie eine Verhöhnung von Rubens; ſein
Doppelporträt iſt ſchwer, plump und das feinere
Herren=
bildnis macht in der Pſychologie einen zerquält
verknif=
fenen Eindruck. In Beckmanns oder auch in Corinths
Spuren wandeln Leo Michelſon mit dem kruden,
aber kraftvollen Werke „Opfer” und Max
Oppenhei=
mer mit einer in blutigen Fleiſchtönen ſchwelgenden
Darſtellung einer Operation, bei der auch die Greco=
Mode ihren wenig paſſenden Einſchlag gegeben hat.
Unter dem jüngeren Nachwuchs gilt es, viel Spreu vom
Weizen zu ſondern, doch bleiben einige bedeutende, für
die Zukunft viel verſprechende Perſönlichkeiten übrig. Da
fei zunächſt W. Rößner genannt, der in ſeinem „
Wald=
bad” mit weichen Farbenwogen das Lockend=
Schim=
mernde des Waſſers und der Frauenkörper ausdrucksvoll
a geben weiß; dann Felir Moſeck, der ein tüchtiges,
tapfer fortſchreitendes Talent offenbart. Als ein
unge=
wöhnlich kraftvoller und eigenartiger Porträtiſt offenbart
ſich R. Kramstyk; A. Gerbig bietet realiſtiſch
kräf=
tige Lebensausſchnitte. Sehr intereſſant ſind die maleriſch
feinen, dem großen Stile nachſtrebenden Werke von
Her=
ſtein und W. Berneis. Der phantaſiereiche,
roman=
tiſch ſchwärmende Hans Meid offenbart wieder ſeine
große Stimmungskunſt, und hat einen intereſſanten
Ge=
noſſen in dem Königsberger Max Neumann gefunden.
Von beſonderer Bedeutung erſcheinen mir die
anſpruchs=
loſen, aber die berühmte „Löwenklaue” verratenden
Bil=
der, die zwei bisher unbekannte junge Künſtler gegeben
haben: Magnus Zeller der die raumtiefe und
farbenreiche Skizze einer Kreuzigung ausgeſtellt hat, und
der ihm verwandte Klaus Richter deſſen
Selbſt=
bildnis einen biedermeieriſch zarten Duft atmet und
deſ=
ſen religiöſe Bilder uralte Stoffe mit jungen ſtarken
Augen ſehen.
Manche der Jüngſten haben den Einfluß der
aller=
modernſten Franzoſen erfahren; doch wird man ſich über
ihre Ziele klarer, wenn man vor dieſe ſebſt tritt, wozu
die Ausſtellung reichliche Gelegenheit gibt. Ein Typus iſt
da der 1910 verſtorbene und ſeitdem ſo berühmt
gewor=
dene Henri Rouſſeau, ein blutiger Dilettant, der
aber etwas Kindlich=Naives hat und ſich in ſeiner
Phan=
taſie das Beſte vom Kind, eine einfache Klarheit der
Vor=
ſtellung, bewahrt hat. Seine Bilder wirken, wie wenn
ſie aus dem Spielzeugkaſten eines Kindes kämen; die
Fahnen, die Rollwagen, der Urwald, alles iſt ſo, wie es
unſere Kleinen gern haben. Und dieſes Naivſte, faſt
Stu=
pide, gefällt. Der gleichen Schlichtheit ſtreben Maler,
wie Picaſſo und Herbin, mit den raffinierteſten
Mitteln nach, indem ſie die Natur in mathematiſche
Ge=
bilde, in Dreiecke, Würfel uſw. auflöſen oder ſich mit
einer wilden Buntheit, wie der koloriſtiſch recht
inter=
eſſante Othon Friesz, begnügen. Von den
Deut=
ſchen ſtrebt vor allem Pechſtein dieſen „Meiſtern” mit
Glück nach, doch iſt ſein Hauptvorbild der ſpätere
Gau=
guin, von dem aus ſeiner früheren Zeit ein
ausgezeich=
netes Werk die Ausſtellung ſchmückt. Ebenſo iſt van
Gogh mit einigen prächtigen Sachen, ſo mit der von
einem glühenden Gelb ſich meſſerſcharf abhebenden
Arle=
ſierin, einem erſchütternd ſtarken Seelenbild, vertreten.
Von den Franzoſen ſeien noch Rhyſſelberghe, der
ſeinen Pointillimus zugunſten einer maleriſchen
Ge=
ſchloſſenheit immer mehr aufgibt, und der koloriſtiſch
zarte Valtat erwähnt. In einer geſchloſſenen Gruppe
treten eine Anzahl Dänen auf, die von Werenſkiold,
Zorn, Liljefors gelernt haben oder das Wort von
Kopen=
hagen als dem ſkandinaviſchen Paris wahr machen,
in=
dem ſie ganz wie Franzoſen malen. Der eigenartigſte
iſt Willumſen, der aber nicht zu ihnen, ſondern zu
den Expreſſioniſten zu rechnen iſt. Er hat die
Kinder=
jahre des neuen Stils bereits hinter ſich und weiß
exo=
tiſch=phantaſtiſchen Stimmungen einen bezwingenden
Ausdruck zu verleihen, der in der Literatur etwa an
J. V. Jenſen erinnert. Der Altmeiſter Werenſkiold
iſt mit einem wundervollen Porträt vertreten, einem
Meiſterwerk reifer Menſchengeſtaltung. Intereſſante
Ex=
perimente bieten Jan Toorop, der ſeine Figuren
mit gelbem Licht umſäumt, und Pietro Maruſſig
mit einem ganz in Lila ſcharf konturierten Landſchaftsbild.
Die bedeutende plaſtiſche Abteilung enthält
vorzüg=
liche Porträts von A. Oppler, Tina Halm, L.
Cauer u. a., glänzende Tierdarſtellungen von Gaul,
A. Kraus, Vonka und Tuaillon. Auch hier
herrſcht überall die Sehnſucht nach dem Primitiven, die
ſich an ägyptiſche, ja ſelbſt indiſche Vorbilder anſchließt.
Eine gelungene Neubelebung gotiſcher Skulptur, wie ſie
etwa in den Figuren des Naumburger Doms zum
Aus=
druck kommt, gibt der hochbegabte Wilhelm
Lehm=
bruck. Die tiefſten Eindrücke hinterlaſſen Barlach
und Kolbe: Der erſtere durch eine merkwürdig
unbe=
holfene und doch tief innerliche Viſion, die an
byzanti=
niſch=ruſſiſche Frühkunſt gemahnt; der letztere durch die
Bronze einer Tänzerin. In dieſer von der Luſt des
Tanzes hingeriſſenen Figur mit den gebreiteten Armen,
den ſich biegenden Knien, dem ekſtatiſch zurückgeworfenen
Kopf, hat der bacchantiſche Rhythmus ſelbſt Geſtalt
ge=
wonnen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Nummer 83.
Scheunen ſamt Futtervorräten einäſcherte. Man vermutet
Brandſtiftung. Der Tat verdächtig erſcheint der
Land=
wirt Ambros Schmitt, in deſſen Scheune das Feuer
zu=
erſt ausbrach.
Schönebeck a. E., 6. April. Zu dem Poſtraub, bei
dem den Tätern etwa 40000 Mark in die Hände gefallen
ſind, wird noch gemeldet: Die Tat iſt nach Schalterſchluß
geſchehen, und man nimmt an, daß die Diebe ſchon
vor=
her im Dienſtraum waren und ſich haben einſchließen
laſſen. Die dienſttuenden Beamten hatten den Raum
um 8 Uhr verlaſſen und ordnungsgemäß verſchloſſen.
Zum Zuge um 10,30 Uhr nach Magdeburg wurde der
Poſtkarren vom Hauptpoſtamt nach dem Bahnamt
ge=
bracht, ausnahmsweiſe nur in Begleitung eines
Beam=
ten, da der andere beſchäftigt war. Der Begleiter des
Wagens ſtellte die Geldſäcke bis zur Einfahrt des Zuges
in den bahnſeitigen Vorraum und leerte inzwiſchen die
Poſtkaſten. Darüber können nur wenige Minuten
ver=
ſtrichen ſein. Als er zurückkehrte, war die Tür von innen
verſchloſſen. Es wurde nun ſofort Lärm geſchlagen, und
als das Schloß erbrochen war, entdeckte man den
Dieb=
ſtahl. Im Poſtraum war Schwefel abgebrannt, um
Polizeihunden die Witterung zu nehmen. Geflohen ſind
die Diebe nach der Straßenſeite zu; bisher ſind Tatſachen,
die zu ihrer Ermittelung führen können, noch nicht
be=
kannt.
Leipzig, 5. April. Der neue Leipziger
Haupt=
bahnhof, der größte Bahnhof Europas, wird am 1. Mai
ds. Js. in ſeiner weſtlichen, preußiſchen Hälfte, in Betrieb
genommen. Von dieſem Tage ab werden die aus der
Richtung Thüringen kommenden Züge auf den neuen
Bahn=
hof geführt. Am 20. September 1912 erfolgt die
Verleg=
ung des Verkehrs aus der Richtung Halle vom Berliner
Bahnhof auf den neuen Hauptbahnhof und am 1. Oktober
1912 werden die Züge aus der Richtung Berlin vom
Baye=
riſchen Bahnhof und Berliner Bahnhof, ſowie der Schnell=
und Eilzugsverkehr aus der Richtung Hof vom Bayeriſchen
Bahnhof auf den neuen Bahnhof übergeführt. Am 1. Februar
1913 wird dann der Dresdener Verkehr vom jetzigen
Dres=
dener Bahnhof auf den Hauptbahnhof verlegt, ſodaß bis
zur Eröffnung der Internationalen Bauausſtellung Leipzig
1913 der geſamte dem künftigen Leipziger Hauptbahnhofe
zufallende Eiſenbahnverkehr ſich auf der preußiſchen Hälfte
des Hauptbahnhofes abwickelt. Die Arbeiten an der
öſt=
lichen, ſächſiſchen Hälfte des Bahnhofes werden
augen=
blicklich ſchon in Angriff genommen; die Fertigſtellung wird
einige Jahre in Anſpruch nehmen.
Schandau 6. April. Der Oberlehrer am Königlichen
Friedrich Wilhelm=Gymnaſium in Friedenau, Prof. Dr.
Hans Dümmling iſt am Karfreitag auf dem
Schramm=
ſtein durch einen Sturz von einem Felskegel tödlich
verunglückt. Dümmling hatte geſtern mittag von
der Schrammſtein=Baude aus in Begleitung mehrerer
Herren eine Tour in das dortige Felſengebirge
unternom=
men. Dabei rutſchte Dümmling aus und fiel einen
Ab=
hang hinunter. Gegen 7 Uhr traf die Rettungskolonne
an der Unglücksſtelle ein, der es gelang, den
Schwerver=
letzten aufzufinden. Die ſofort vorgenommene
Unter=
ſuchung ergab, daß Prof. Dümmling beide
Ober=
ſchenkel gebrochen hatte. In den erſten Morgenſtunden
iſt dann der Verunglückte ſeinen Verletzungen erlegen.
Wien, 6. April. Der Kaiſer trat des ſchlechten
Wetters wegen die heute früh zur angeſetzten Stunde
goplante Fahrt nach Wallſee nicht an.
Wien, 6. April. In den geſellſchaftlichen Kreiſen
der öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie erregt
gegenwär=
tig eine Angelegenheit berechtigtes Aufſehen, in deren
Mittelpunkt der Prinz Egon Algxander zu
Ho=
henlohe=Waldenburg=Schillingsfürſt ſteht. Der
Prinz, der 33 Jahre alt und Fregattenleutnant der
Re=
ſerve in der öſterreichiſch=ungariſchen Marine iſt, iſt der
zweite Sohn des verſtorbenen Prinzen Egon Karl von
Hohenlohe=Waldenburg=Schillingsfürſt aus ſeiner Ehe
mit der Gräfin Marie Kaunitz. Der Prinz — er hat
ſeinen ſtändigen Wohnſitz in Prag — erblickte eines
Ta=
des auf dem Graben die ſchöne Frau des Advokaten
Dr. Freund, eine Blondine etwa gleichen Alters wie
er ſelbſt. Er folgte und hatte bald herausgefunden, wer
ſie war. Um Frau Dr. Freund, die bis dahin mit ihrem
Manne in elfjähriger glücklicher Ehe gelebt hatte und
die einen zehnjährigen Knaben beſaß, nähertreten zu
können, ſuchte Prinz Hohenlohe den Gatten auf. Der
Beſuch galt vorderhand nur dem Advokaten; der Prinz
hatte irgend einen verwickelten Prozeß, mit deſſen
Füh=
rung er den Dr. Freund betraute. Bei ſeinen häufigen
Beſuchen in der Kanzlei gelang es ihm endlich, auch der
Gattin Dr. Freunds zu begegnen und ſie kennen zu
ler=
nen. Dem geſellſchaftlichen Verkehr ſtand nun nichts
mehr im Wege, und eines Abends ſaß der Prinz an dem
Tiſch der Eheleute Freund. Von da an wurde er
häu=
figer und gern geſehener Gaſt in dem Hauſe, und nach
einer Weile beruhte der geſellſchaftliche Verkehr zwiſchen
dem Prinzen und dem Ehepaar auf Gegenſeitigkeit.
Schließlich reichte Frau Dr. Freund die Scheidungsklage
gegen ihren Mann ein. Dieſer ſetzte der Scheidung
kei=
nen Widerſtand entgegen. Kürzlich iſt die Scheidung
er=
folgt. Die Kunde, daß der Prinz eine Jüdin heiraten
wolle und noch dazu eine geſchiedene Frau, hatte ſich in
ſeinen Kreiſen raſch verbreitet. Graf Géza. Andraſſy,
ein Onkel von ihm, fuhr ſofort nach dem goldenen Prag
und verſuchte im Verein mit den übrigen Verwandten,
den Prinzen von ſeinem Vorhaben abzubringen. Die
Anſtrengungen blieben fruchtlos, es heißt, daß Prinz
Egon Alexander ſchon in allernächſter Zeit Frau Dr.
Freund in aller Stille im Auslande heiraten werde.
In=
ſofern wird er jedoch eine Konzeſſion machen, als er nach
ſeiner Verheiratung einen Barontitel annehmen und auf
die Majoratserbfolge verzichten wird. Die Apanage
erhält der Prinz auch weiterhin von ſeiner Mutter.
Laibach, 5. April. Ueber das Touriſtenunglück
auf dem Hochſtuhl meldet das Wiener Korr.=Bureau:
Sieben Gymnaſiaſten unter der Führung von
Prof. Cerk vom Laibacher Staatsgymnaſium wurden auf
einer Tour auf den Hochſtuhl von einem Schneeſturm
überraſcht. Der Profeſſor ſtürzte ab. Die Gymnaſiaſten
konnten ſich in eine Schutzhütte retten, von wo ſie
tele=
graphiſch um Entſendung einer Hilfsexpedition erſuchten.
Dieſe, aus Landwehrſoldaten unter Führung dreier
Offiziere beſtehend, brachte ſie wohlbehalten nach Laibach
zurück.
Paris, 6. April. Die franzöſiſche Regierung hat den
Kreuzer „Dupuy de Lome” eines der ſchönſten Schiffe
der franzöſiſchen Marine, an Peru verkauft. Das
Kriegsſchiff wird den Namen „Commandante Aguirre‟
führen.
Liſſabon, 6. April. In Chamoueca kam es anläßlich
der Karfreitagsprozeſſion zu einem Kampfe
zwiſchen Katholiken und Antiklerikalen. Zwei Perſonen
wurden getötet und mehrere verletzt.
Kiew, 6. April. Der Dnjepr iſt über die Ufer
getreten. Die Vororte Kiews ſtehen unter Waſſer.
Der Straßenverkehr wird durch Kähne bewerkſtelligt. Das
Waſſer ſteigt.
Konſtantinopel, 5. April. Der Miniſterrat beſchloß,
der Stadtpräfektur Konſtantinopel die Erlaubnis zur
Aufnahme einer Anleihe von 350000 Pfund
zum Wiederaufbau der abgebrannten
Stadtteile in Stambul zu erteilen.
New=York, 5. April. Aus dem Miſſiſſippi=
Ueberſchwemmungsgebiet wird gemeldet: 5000
Quadratmeilen Landes ſind vom Miſſiſſippi überflutet
und weitere 1500 Quadratmeilen Landes im Staate
Miſ=
ſouri ſtehen in Gefahr, überſchwemmt zu werden. Die
Flut nimmt eine immer größere Ausdehnung an. 17000
Menſchen ſind heimatlos geworden. Geſtern wurden acht
Leichen dem Waſſer entriſſen. Mehrere tauſend Häuſer
ſind vollſtändig verwüſtet. Die Bewohner haben ſich in
die Kirchen und öffentlichen Gebäude geflüchtet.
Motor=
boote ſowie andere kleine Boote vermitteln den Verkehr
in den vom Waſſer überfluteten Straßen. Geſtern
wur=
den abermals zwei Schutzdämme bei Kairo von
den Fluten weggeſchwemmt, ſodaß die Stadt jetzt
vollſtändig unter Waſſer ſteht. Tauſende von Häuſern
ſind vom Waſſer überflutet, und augenblicklich ſind 400
Arbeiter damit beſchäftigt, die eingeſtürzten Dämme
wie=
der aufzurichten. Sie führen dieſe Arbeiten von ihren
Booten heraus aus. Die Bevölkerung Kairos hat ſich in
großen Maſſen nach dem Orte der eingeſtürzten Deiche
be=
geben, um gemeinſam mit den Arbeitern neue Dämme ſo
ſchnell als möglich herzuſtellen. 22 große Fabriken in
der Nähe von Kairo ſind gleichfalls von den Fluten
überſchwemmt worden. Die Gasleitung iſt vollſtändig
zerſtört.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— „Polniſche Wirtſchaft” im
Saalbau=
theater. Gleich der belebenden Wirkung des Frühlings
auf die Gemüter der Menſchen, wird die Aufführung der
„Polniſchen Wirtſchaft” dieſer luſtigſten aller Poſſen, bei
allen, die ſie ſehen und ſich an den reizenden Melodien
er=
freuen, einen Sturm von Heiterkeit und bei den
Gries=
grämigen Lebensfreudigkeit hervorrufen. Das Mar
Wal=
den=Enſemble unter Leitung des Direktor Egon Jantſch
und Direktor Mar Walden hat infolge ſeiner glänzenden
Darſtellung überall Triumphe gefeiert und iſt das große
Intereſſe, das ſich durch rege Kartennachfrage kundgibt,
vollauf berechtigt. Die Beſetzung der am heutigen
Diens=
tag, den 9. April, im Darmſtädter Sgalbautheater
ſtatt=
findenden Premiere, liegt in den bewährten Händen der
Herren Merker, Wehrhahn, Dewal, Lopinsky, Schneider
und des Direktors Max Walden, kaiſ. ruſſiſcher Hofſchau=
ſpieler, und der Damen Lopinsky, Laubert, Siemerling,
Bartling, Biedermann, Brückner u. a. m. Die Koſtüm=
Ausſtattung iſt aus den Ateliers der Firma Hugo Baruch
u. Co. in Berlin, Hoflieferanten. Die vorkommenden Tänze
des Chor de Balletts ſind von dem beſten Ballettmeiſter
Berlins, Herrn Eugen Clebus, einſtudiert. — Der alleinige
Vorverkauf findet nur im Verkehrsbureau, Wartehalle am
Ernſt=Ludwigsplatz, ſtatt.
Volksliederabend Elſa Laura von
Wolzogen. Es ſei hierdurch nochmals auf den morgen
Mittwoch abend im Saale der Traube ſtattfindenden
Liederabend Elſa Laura von Wolzogen hingewieſen. Der
1. Teil des Konzertes bringt Lieder zur Laute „Vom Bauer
und vom Edelmann” im 2. Teil des Programms kommen
Lieder zum Klavier zum Vortrag, zu welchem die hieſige
Künſtlerin Fräulein Wilhelmine Heiß die
Beglei=
tung am Klavier übernommen hat. Es folgen dann Lieder
im Volkston, darunter zwei von der Künſtlerin ſelbſt
kom=
ponierte Der Weltverdruß” von F. Kaim und „Ich wußt
einmal nichts anzufangen” von J. G. Fink. Den Schluß
des Programms machen Lieder aus den verſchiedenſten
Gegenden und der verſchiedenſten Nationen. Es iſt
be=
kannt, daß die Künſtlerin ein franzöſiſches Chanſon mit der
gleichen Verve ſingt, wie ein ſchwediſches Volkslied, ſie
trifft den Tiroler Jodler ebenſo gut wie die charakteriſtiſche
Note des Niggerſongs. Dialektſchwierigkeiten kennt ſie
nicht, ſodaß die Künſtlerin mit ihrem ca. 200 Volkslieder
umfaſſenden Repertoire in 12 Sprachen und vielen Dialekten
tatſächlich eine einzigartige Erſcheinung iſt. (Näh. ſ. Anz.)
Stimmen aus dem Publikum.
(Für dſe Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rehakties
leinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zum neuen Beamtenbeſoldungsgeſetz.
Ein Mahnwort an die Beamten und Volkss
ſchullehrer.
Donnerstag ſind die Regierungsvorlagen über die
Auf=
beſſerung der Staatsbeamten, Volksſchullehrer, Penſionäre
pp. und über die Deckungsmittel für den Mehrbedarf den
einzelnen Kammermitgliedern im Druck zugegangen, und
ſchon werden nicht nur in Beamtenkreiſen, ſondern auch
in den Tageszeitungen Nachrichten darüber verbreitet,
wie die einzelnen Parteien in der Zweiten Kammer ſich
zu der Vorlage ſtellen werden und welches ihr Schickſal
bei den Beratungen ſein wird. Alle dieſe Gerüchte ſind,
da es den einzelnen Kammerfraktionen noch gar nicht
möglich war, in eine Beſprechung über die Vorlage
ein=
zutreten, meiſtens aus der Luft gegriffen, und dieſe die
Gemüter der Beamtenſchaft oft unnötig aufregenden
Vor=
ausſagen ſind nicht im mindeſten geeignet, die künftigen
Beratungen in der Kammer günſtig zu beeinfluſſen oder
den Mitgliedern die Vorlage annehmbarer zu machen.
Wenn auch zugeſtanden werden muß, daß die jetzt
eingebrachte Regierungsvorlage mit ihrer hauptſächlich
nur prozentualen Aufbeſſerung der Gehalte pp. der
Be=
amten und der Volksſchullehrer gegen die ſeit langen
Jahren erwartete „Beſoldungsreform” eine
Ent=
täuſchung bei allen Beteiligten hervorgerufen hat, ſo darf
doch andererſeits nicht verkannt werden, daß die
Regier=
ung mit dieſer Vorlage vor allem die gegenwärtige
Not=
lage der Beamtenſchaft pp. beſeitigen und zugleich eine
Grundlage ſchaffen wollte, auf der ſie dann ſpäter leicht
die einzelnen Gehaltsklaſſen in der neuen
Beſoldungs=
ordnung aufbauen könnte. Die von den verſchiedenen
Beamtenkategorien und einzelnen Beamten der
Regier=
ung und den Ständen vorgetragenen Wünſche um
Gleich=
ſtellung oder anderweite Einreihung ihrer Beamtenklaſſe
bei Aufſtellung der neuen Beſoldungsordnung müſſen
zwar, wenn ſie auch noch ſo berechtigt von der Regierung pp.
anerkannt wurden, für diesmal zurückgeſtellt werden, da
ſie im Rahmen der vorliegenden Geſetzentwürfe ſich nicht
verwirklichen laſſen, und die Beratung eines neuen „
Be=
ſoldungsgeſetzes” mit einer neuen Beſoldungsordnung,
das dann auf eine lange Reihe von Jahren Geltung
be=
halten ſoll, gerade weil die verſchiedenſten Wünſche der
einzelnen Beamtenklaſſen zu berückſichtigen wären, eine
längere Zeit erfordern würde, als ſie jetzt der Kammer
zur Beratung der Vorlagen zur Verfügung ſteht. Die
Beamten müſſen aber das Vertrauen zu der Regierung
haben, daß ſie in aller Kürze das neue Beſoldungsgeſetz
in Vorlage bringt und dabei die geäußerten Wünſche
ein=
gehend prüft und tunlichſt berückſichtigt, und können mit
Rückſicht hierauf die jetzigen Vorlagen dankbar aufnehmen
und ſich mit denſelben zufrieden geben, wenn auch durch
dieſelben viele Ungleichheiten nicht gehoben werden
konn=
ten und mancher perſönliche Wunſch unberückſichtigt
blei=
ben mußte. Auch die heſſiſchen Volksſchullehrer dürfen
mit Rückſicht auf die Gleichſtellung, die ſie in ihren
Ge=
halten gegenüber ihren preußiſchen und badiſchen
Kol=
legen erfahren ſollen, mit der Vorlage recht zufrieden
ſein, beſonders, wenn ſie bedenken, daß ihre Kollegen in
den Städten, an die allein größere Anforderungen für
Feuilleton.
C. K. Das Pariſer Polizeimuſeum. Von einem
merk=
würdigen Muſeum, das unter dem Dache des Pariſer
Polizeiamtes in ein paar Räumen von zwei gelehrten
Archivaren, von den Herren Rey und Féron, eingerichtet
worden iſt, berichtet der Temps. Es iſt das Pariſer
Po=
lizeimuſeum, das beſcheiden nur aus einem Korridor
und drei Zimmern beſteht und doch in dieſen wenigen
Räumen die ganze Geſchichte des Pariſer
Sicherheits=
weſens vor unſeren Augen vorüberziehen läßt. In dem
Vorraum finden wir, chronologiſch und nach
Gefäng=
niſſen geordnet, photographiſche Nachbildungen
berühm=
ter Haftbefehle; der Name Charlotte Cordays oder der
berühmten Mme. Roland leuchten uns entgegen; ſie waren
Zellennachbarn der Marquiſe de Brinvilliers, der
berüch=
tigten Giftmörderin. Und ein paar Schritte weiter
fin=
den wir den Haftbefehl gegen die „Dame Jeanne von
Valois” Gräfin de La Motte, die bekanntlich in die
Halsbandaffäre der Marie Antoinette verwickelt war.
Dann folgen eine ganze Reihe von Dokumenten, die uns
die Tage der Schreckensherrſchaft wieder miterleben
laſſen, Haftbefehle, die faſt ausnahmslos den Weg zur
Guillotine bedeuteten. Der erſte Saal enthält
inter=
eſſante alte Stiche, Gravuren, Photographien und
Manu=
ſkripte, die uns von dem Altpariſer Gefängnisweſen
er=
zählen; wir ſehen die kolorierten Modelle der 1830 von
der Polizei genehmigten öffentlichen Droſchken und
Wagen, die Uniformen der Kutſcher zurzeit des zweiten
Kaiſerreiches, die Verfügung, aus der die Morgue
ent=
ſtand, und alte Stiche und Holzſchnitte, die berüchtigte
Attentate und Mordſzenen aus dem alten Paris
wieder=
geben. Der zweite Saal bringt die Bilder der Pariſer
Polizeichefs und beſonders tüchtiger Beamter, die zum
Teil in Erfüllung ihrer Pflichten ihr Leben opferten
Eine Sammlung von Uniformmodellen aus der Zeit
Ludwigs XIV bis zum Ende des 19. Jahrhunderts
er=
gänzt den Eindruck, der dem Kulturhiſtoriker in
überſicht=
licher Anſchaulichkeit ſo viel Intereſſantes bietet und den
Blick zurückſchweifen läßt in die Zeiten, da die öffentliche
Sicherheit noch nicht über jenen großzügig organiſierten
Polizeiapparat verfügte, den heute alle Kulturſtaaten
beſitzen.
sh. Eine Tanzſtunde im Gerichtsfaal. Eine höchſt
ergötzliche Szene ſpielte ſich vor der Strafkammer in
Tilſit ab, deren heiterer Situationskomik ſelbſt die
ern=
ſten Richter unterlagen. Im Juni und Juli vorigen
Jahres war nämlich die 17jährige, unverheiratete
The=
reſe Stabbart aus Groß=Friedrichsdorf in einer
Straf=
ſache als Zeugin vernommen worden und hatte hierbei
unter Eid ausgeſagt, daß ſie noch nie in ihrem Leben
mit einem Manne getanzt habe. Das kam natürlich dem
Gerichtshof äußerſt verdächtig vor, denn daß ein
hüb=
ſches Bauernmädel mit ihren 17 Lenzen noch niemals
mit einem Manne getanzt haben ſollte, das war doch
kaum glaublich, das war gewiß ein Meineid, wenn auch
vielleicht kein bewußter, vorſätzlicher, aber ſicher doch
ein fahrläſſiger. Demgemäß lautete auch die Anklage,
wegen der ſich Fräulein Stabbart jetzt vor der
Strafkammer zu verantworten hatte. Sämtliche
männ=
lichen Weſen aus Groß=Friedrichsdorf, ſowohl der
Jüng=
ling mit dem zarten Flaum auf der Oberlippe, wie der
Mann mit dem Barte, mußten als Zeugen erſcheinen,
aber keiner von ihnen allen konnte ſich rühmen, mit der
Angeklagten jemals getanzt zu haben. Nur einer fand
ich, der ausſagte, daß er Fräulein Stabbart wohl
ein=
mal zum Tanze aufgefordert, jedoch der Sache habe
kei=
nen Geſchmack abgewinnen können, denn er habe ſeine
Partnerin beim Tanze förmlich ſchleppen müſſen, ſodaß
er dies zweifelhafte Vergnügen wieder aufgegeben habe.
Dieſe Ausſage genügte dem Gericht jedoch nicht, ſöndern
es murde eine Tanzſtunde improviſiert, um die Tanz=
kunſt der Angeklagten zu erproben. Die Probe hatte aber
ein derart negatives Ergebnis, daß der Gerichtshof zu
einem Freiſpruch gelangte.
* Ein ſchwäbiſches Eiſenbahn=Idyll. Als dieſer Tage
in Türkheim im bayeriſchen Schwaben der Frühzug nach
Wörishofen abdampfen wollte, kam noch im letzten
Augenblick atemlos ein Fahrgaſt gelaufen. Er war nur
mit Hoſen, Hemd und Strümpfen bekleidet. Die Schuhe
trug er in den Händen und die übrige Gewandung auf
dem Arm. In Haſt beſtieg er den Zug, um dann, froh
des erreichten Anſchluſſes und unbekümmert um das
Ge=
lächter der Mitreiſenden, ſeine etwas dürftige Toilette
in Gemütsruhe zu vollenden. „Als bin e
mitkomme=
meinte er, und den beſonders Lachluſtigen entbot er den
ſchwäbiſchen Gruß, mit dem man nach gerichtlicher Feſte
ſtellung eine Unterhaltung beginnen, beleben und bes
endigen kann.
* Der ällteſte Mann Norwegens, ein Fiſcher Abel
Eliaſſen, vollendete, wie die Hamburger Nachrichten
mit=
teilen, vor einigen Tagen das 116. Lebensjahr. Er lebt
hoch oben im Norden an der Weſtküſte auf den Lofoten.
Trotz ſeines hohen Alters iſt Eliaſſen, ein Rieſe von
Ge=
ſtalt, noch ſo kräftig, daß er in der Woche zwei= bis
drei=
mal den eine Meile langen Weg von ſeiner Wohnung
zum Krankenhaus, wo ſeine Frau gegenwärtig liegt, zu
Fuß zurücklegen kann. Seine jetzige Frau hat er 1895,
alſo als Neunundneunzigjähriger, geheiratet. Der alte
Rieſe, der 1796, alſo zu einem Zeitpunkt geboren wurde
wo Norwegen noch zu Dänemark gehörte, hat unter neun
Königen gelebt.
* Ein Kenner. Schutzmann, der einen ſchwer
miß=
handelten, auf der Straße liegenden Herrn notiert:
„Warum ſangen Sie denn, als Sie überfallen wurden?“
— „Ja, wenn ich um Hilfe gerufen hätte, wären Sie
ſicher nicht gekommen!
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Seite 5.
Miete, Haushaltung pp. wie bei den mittleren
Finanz=
beamten herantreten, auch bedeutend beſſer geſtellt ſind.
Alle Eingaben von einzelnen Beamtenkategorien
oder den Volksſchullehrern an die Kammern, alle
Peti=
tionen von einzelnen Beamten an die Mitglieder der
Kammern und alle Einſendungen in den Tagesblättern,
die nur die Erreichung von Sonderwünſchen
be=
zwecken, dürften daher zur Zeit nicht geeignet
ſein, das Schickſal der Vorlagen günſtiger
zu geſtalten, da hierdurch leicht die Mitglieder der
Kammern zu der Meinung kommen könnten, als ſeien die
Beamten pp. ſelbſt mit, den Vorlagen nicht zufrieden
und wünſchten nicht deren Annahme. Nur wenn die
Be=
amten= und Lehrerſchaft einmütig hinter der
Regierung ſteht und unter zeitiger
Zurück=
ſetzung ihrer einzelnen Sonderwünſche ſich rückhaltlos
mit dem zur Zeit von der Regierung zur Hebung der
vorhandenen Notlage vorgeſchlagenen Wege einverſtanden
erklärt, werden die einzelnen Parteien in der Zweiten
Kammer ein wirkliches Bedürfnis zur Annahme der
ein=
gebrachten Vorlagen anerkennen müſſen und ſelbſt
mög=
lichſt die Beanſtandung von einzelnen Poſitionen
vermei=
den, die geeignet wäre, die ganzen als Mantelgeſetz
ein=
gebrachten Vorlagen zum Scheitern zu bringen.
Jeder Abgeordnete, der die Fürſorge für die Beamten
und Volksſchullehrer nicht nur auf ſein Wahlprogramm
geſchrieben hatte, ſondern auch ernſt nimmt, wird, wenn
er ſieht, daß Beamte wie Lehrer mit der Vorlage
zu=
frieden ſind, auch ſelbſt, da die übrigen Deckungsmittel
nicht ausreichen, in den ſauren Apfel der Steuererhöhung
beißen, wenn er dabei bedenkt, daß es ja gerade die
auf=
gebeſſerten Beamten pp. wieder ſind, die mit ihren erhöhten
Bezügen auf Heller und Pfennig durch die
Steuererhöh=
ung am meiſten getroffen werden und wieder zur Hebung
der Steuerkraft beitragen. Selbſt die ländlichen Herren
Abgeordneten dürften ſich mit den Vorlagen noch
befreun=
den können, wenn ſie berückſichtigen, daß mit dem Wachſen
der Einnahmen bei den Beamten pp. auch die Ausgaben
für die Lebenshaltung pp. wachſen und der geſteigerte
Konſum nicht nur der Induſtrie und dem Handel in den
Städten, ſondern auch auf dem Lande und, wenn auch
nur indirekt, ſelbſt dem Bauer und Landwirt zugute
kommt.
Aus vorſtehenden Ausführungen dürfte hervorgehen,
daß es der Regierung nur dann möglich ſein wird, die
Vorlagen vor den Kammern einheitlich und mit dem
nötigen Nachdruck zu vertreten, wenn ſie ſelbſt und die
Kammern von Petitionen verſchont bleiben, in denen die
verſchiedenen Beamtenkategorien ihrer Unzufriedenheit
mit den gegenwärtigen Geſetzentwürfen Ausdruck
ver=
leihen. Es wird vielmehr das Mahnwort eines Beamten
an ſeine Kollegen und die Volksſchullehrer nicht
unange=
bracht ſein, zur Zeit alle perſönlichen
Inter=
eſſen hintanzuſetzen und nur auf das
Ge=
meinwohl bedacht zu ſein, ſich ſelbſt und ihrem
ganzen Stande zum Nutzen.
— An der neuen Zugangsſtraße zum Platz
vor dem neuen Hauptbahnhof, zwiſchen dieſem
und der Ecke des Rummelbräu, werden gegenwärtig die
neuen Straßenbahnmaſten zu beiden Seiten der Straße
mit Auslegern für die Beleuchtung verſehen;
gleich=
zeitig werden die Spanndrähte für die Straßenbahn
angebracht. Während nun dieſe Spanndrähte auf der
Oſt ſeite der Straße unterhalb des
Beleuchtungsaus=
legers in Dreiecksform an einem Querſtab am Maſt
be=
feſtigt werden, befindet ſich dieſer Querſtab mit dem
Drahtdreieck an den Maſten auf der Weſtſeite der
Straße inmitten des Lichtauslegers, ſodaß hier deſſen
aparte, künſtleriſch ſchöne Figur durch den Spanndraht
durchquert und derart beeinträchtigt wird daß die
Be=
leuchtungsträger keine Zierde mehr für die Straße
bil=
den, dieſe vielmehr, recht in die Augen falkend,
verun=
zieren; dies wird um ſo ſtörender empfunden, als die
Art der Befeſtigung von Ausleger und Spanndrähten
an den Maſten auf der Oſt ſeite der Straße nicht zu
beanſtanden iſt, da hier Ausleger und Spanndraht
ſenk=
recht untereinander angeordnet ſind und daher nicht mit
einander in Konflikt kommen. Wer ſich die Sache
ge=
nauer beſieht, kann die jetzige Geſtaltung an den Maſten
fraglicher Straßenſtrecke unmöglich ſchön finden.
Luftfahrt.
* Wiſſenſchaftliche Ballonaufſtiege. Am
Donnerstag, Freitag und Samstag, 11., 12. und 13.
April, finden in den Morgenſtunden internationale
wiſſenſchaftliche Ballonaufſtiege ſtatt. Es ſteigen
Dra=
chen, bemannte oder unbemannte Ballons in den meiſten
Hauptſtädten Europas auf. Der Finder eines
unbe=
mannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der
jedem (Ballon beigegebenen Anweiſung gemäß den
Ballon und die Inſtrumente ſorgfältig birgt und an die
angegebene Adreſſe ſofort telegraphiſche Nachricht ſendet.
Der am Sonntag in Dresden aufgeſtiegene, zunächſt
als vermißt gemeldete Ballon „Graf Zeppelin”
landete glücklich Sonntag=Nacht bei Stralſund. Der
Führer des Ballons, der däniſche Hauptmann Seidelin,
und die beiden anderen däniſchen Offiziere ſind
wohl=
behalten nach Kopenhagen zurückgekehrt.
* Paris, 6. April. Mehrere Flieger, darunter
Vedrines und Blériot, haben den vom Matin
angekün=
digten Plan eines Wettfluges Peking-Paris, nicht,
wie zuerſt gemeldet, Paris=Peking, für durchaus
aus=
führbar erklärt, da die transſibiriſche Bahn die
Mög=
lichkeit biete, Flugzeuge und Flieger mit allem
erforder=
lichen Bedarf auszurüſten.
* Moskau, 8. April. Heute wurde hier die „
Inter=
nationale Luftſchiffahrt=Ausſtellung”
er=
öffnet.
H. B. Kairo, 6. April. Nach aus Benghaſi
ein=
gelaufenen Berichten hat die türkiſche Artillerie ein
italie=
niſches Flugfahrzeug beſchoſſen und den Piloten
Biderit getötet.
Handel und Verkehr.
* Duisburg, 6. April. Die Rheiniſchen
Stahlwerke ſicherten ſich zufolge einer Verabredung
mit den Großaktionären der Vereinigten Walz= und
Röhrenwerke Aktiengeſellſchaft, vormals Böcker u. König,
in Hohenlimburg, das nur in wenigen Händen
befind=
liche Aktienkapital der genannten Geſellſchaft in Höhe
von 1700000 Mark. Die Limburger Geſellſchaft betreibt
die Fabrikation von Kaltwalzen, die Weiterverarbeitung
von Bandeiſen, Ziehen von Wellen, Feineiſen und Draht
und ſchließlich die Drahtweberei. Die Vereinigten
Stahl=
werke ſind in der Lage, auf ihren großen Walzwerken in
Meiderich und Duisburg alle für die Hohenlimburger
Betriebe benötigten Sorten und Qualitäten an
Stab=
eiſen, Bandeiſen und Draht herzuſtellen, ſo daß eine
An=
gliederung dem beiderſeitigen Bedürfnis entſpricht.
Die Bergarbeiterbewegung.
H.B. London, 5. April. Geſtern haben 50000
Grubenarbeiter in verſchiedenen Gruben die Arbeit
wieder aufgenommen. Es iſt hervorzuheben, daß
in den Walliſiſchen Gruben, obgleich dort die Mehrheit
zugunſten der Wiederaufnahme der Arbeit eine ſtarke war,
kein einziger Arbeiter eingefahren iſt. Sämtliche Gruben
waren bereits ſeit morgens geöffnet und die Geſellſchaften
hatten durch Anſchlag bekannt machen laſſen, daß die
Ar=
beit unter den Bedingungen aufgenommen würde, wie ſie
vom Bezirksausſchuß feſtgelegt worden ſeien. Das iſt ein
ganz außerordentliches Beiſpiel der Arbeiterdisziplin. Die
Zahl der Arbeiter, die die Arbeit wieder aufnehmen, nimmt
fortwährend zu. In ſämtlichen Grubenzentren ſind in
großem Umfange Vorbereitungen getroffen worden, um
den Betrieb wieder aufzunehmen. In zahlreichen Orten
ſind die Gruben vorher inſtand zu ſetzen, da ſie während
des Ausſtandes ſtark gelitten haben. Die Delegierten der
Grubenarbeiter in der Grafſchaft Cumberland haben die
Wiederaufnahme der Arbeit empfohlen.
* London, 5. April. Ernſte Unruhen ereigneten
ſich heute nachmittag auf einem Bergwerk bei
Dun=
fernline (Schottland). Auf das Gerücht hin, daß dort
einige Leute Kohlen gefördert hätten, verſammelten ſich
etwa 10000 Perſonen beim Eingang der Grube,
beſchä=
digten die Maſchinenanlagen und warfen die Fenſter des
Werkgebäudes ein. Mehrere Poliziſten wurden verletzt.
* London 6. April. Die nationale
Konfe=
renz des Grubenarbeiter=Verbandes nahm
mit 440 gegen 125 Stimmen die Empfehlung des
Exekutiv=
komitees, die Arbeit am Dienstag wieder auf
zunehmen, an.
Literariſches.
C „Die Neue Zeit” von Hans Otto Becker.
Eine Geſchichte aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts.
(Hans Sachs=Verlag, G. Haiſt, München=Leipzig 1912
Preis br. 3.50 M.) In die wildbewegten Zeiten, da
Auf=
ruhr und Krieg die Heimat heimſuchte, da Spieß und
Schwert nimmer zur Ruhe kommen und die Brandfackel
hellauflodernd die geſegneten Gefilde des heimatlichen
Odenwaldes und der Bergſtraße heimſuchten, führt dieſer
feſſelnd geſchriebene Roman unſeres Mitbürgers uns
zu=
rück. In die Zeitläufte, da falſchverſtandene Auslegung
des gewaltigen Reformwerkes Luthers die irregeleiteten
Bauern zum verwerflichen Mittel des Aufruhrs und
Aufſtandes ſchritten, um die lange knirſchend getragenen
Ketten des Frohndienſtes, der Knechtſchaft, zu ſprengen,
um den verhaßten Adel, das Rittertum und das
Pfaffen=
tum zu demütigen, ja auszurotten. Die von Luther
ge=
predigte Freiheit des Geiſtes, ſein Ruf zur Befreiung
vom Joch der römiſchen Kleriſei deuteten die verhetzten
Bauern auf ihre Weiſe und ſtrebten einfach, die Rollen zu
vertauſchen, aus Herrſchenden Knechten und aus Knechten
Herren zu machen. Mord und Brandſchatz waren an der
Tagesordnung und zahlloſe ſtolze Burgen wurden mit
Raubneſtern in Grund und Boden geſchoſſen, ihre Beſitzer
gehenkt oder „durch die Spieße gejagt”. In dieſe Zeit
führt Hans Otto Beckers Geſchichte, die dadurch zum
Hei=
matroman in beſter Deutung des Wortes wird. In
ſchlichtem, erzählendem Stil, vor herber Realiſtik, wie ſie
die Zeit beherrſchte, nicht zurückſchreckend, aber auch der
poetiſchen Schönheiten nicht entbehrend, entrollt er die
Bilder des Schreckens vor dem Leſenden und mildert ſie
gleichzeitig durch Hineinverknüpfung zarter
Liebesgeſchicht=
chen, edler, ritterlicher Bruderliebe. Im Vordergrunde
der Erzählung ſtehen zwei Brüder, deren Lebenswege
ſich trennen, als des Vaters Burg Zwingenberg dem
An=
ſturm Sickingens zum Opfer fällt: Der eine. Eitel Wolf
von Roſenfeld, erwacht in den Armen eines Mönches und
tritt ein in das Benediktinerkloſter Amorbach, der andere
Siegmund, widmet ſich dem Hofdienſt bei dem Erzbiſchof
Albrecht von Mainz. Der Geiſt der neuen Zeit, der von
Wittenberg ausgeht, umfängt den Kloſterbruder, der
von Gewiſſensqualen bedrückt, den voreiligen Entſchluß
bereut, der ihn zum Gefangenen des gebundenen
Kloſter=
lebens macht, aber auch am Hof des Erzbiſchofs hat man
von dem Geiſte des Humanismus einen Hauch verſpürt.
Wie der eine Bruder, zum Pfleger des alten Klausners
Ambroſius auf der Neunkirchner Höhe beſtellt, beſtärkt
durch den weiſen Rat dieſes menſchenkundigen Greiſes,
ſich innerlich losringt von Zwang und Druck des
Kloſter=
lebens, wie der andere, ermutigt durch ſeinen Herrn, den
Erzbiſchof, und aufgerüttelt durch Sebaſtian von
Welzin=
gen und Florian Geyer ſich für gewaltige Umwälzungen
in Staat und Kirche begeiſtert, wie beide Brüder das
Schwert ziehen für eine neue Zeit, für neue Ideale mit
weitgreifenden Hoffnungen, wie ſie nach bitteren
Ent=
täuſchungen und ſchweren inneren Konflikten das Glück
erjagen an der Seite eines geliebten Weibes, all das
wird vom Verfaſſer meiſterhaft geſchildert. Beſonders
packend ſind die wilden Kampfesſzenen gezeichnet und die
zunächſt auf Seik der Bauern kämpfenden Ritter, der
Geyer mit ſeiner ſchwarzen Schar, Götz von Berlichingen,
und wie ſie alle hießen, die, zunächſt vom Geiſt der neuen
Zeit erfaßt, voll hoher Ideale in den Streit ziehen, dann
aber bald einſehen, daß die entfeſſelten Elemente der
Maſſen andere Ziele verfolgen, und ſchließlich ſich abwen
den oder untergehen. Wer für die Geſchichte der engeren
Zeit aus der gleichzeitig dunkelſten, aber in der Folge
doch lichtvollen Epoche Intereſſe hat, dem ſei die Lektüre
empfohlen.
— Ueber die Schnelligkeit der Tiere enthält das
neueſte 17. Heft der illuſtrierten Zeitſchrift Zur Guten
Stunde (Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin
W. 57. Preis des Vierzehntagesheftes 40 Pfg.) intereſſante
Mitteilungen. Die beliebte illuſtrierte Familienzeitſchrift
iſt ja beſonders durch ihre Reichhaltigkeit an populär=
wiſſen=
ſchaftlichen allgemein belehrenden Aufſätzen ausgezeichnet.
So finden wir im neueſten Heft einen mit brillanten
Bil=
dern verſehenen Artikel über die eigenartigen
Höhlen=
tempel von Karle. Fritz Skowronnek plaudert in ſeinem
illuſtrierten Feuilleton „Pürſchjagd” über das Jägerleben
und in dem Feuilleton „Der Philoſoph” macht Bruno H
Bürgel den intereſſanten Verſuch, philoſophiſche Fragen in
einer ganz neuen allgemein verſtändlichen Form zu
be=
handeln. Die Rubriken „Erfindungen und Entdeckungen”
und „Für unſere Frauen” bringen das Neueſte aus dem
Gebiete der Naturwiſſenſchaft, der Technik, des Haus= und
Wirtſchaftslebens. Aber auch an Unterhaltungslektüre fehlt
es nicht. Den Hauptinhalt des Heftes bilden die beiden
großen Romane „Das Kuckucksei” von Hanna
Branden=
fels und „Fata Morgana” von Wilhelm Rubiner, zwei
feſſelnd geſchriebene und durch die Eigenart ihres Milieus
auffallende Erzählungswerke. Novellen und Gedichte
ſchließen ſich an. Wie immer iſt das neueſte Heſt reich
illuſtriert. Es ſeien beſonders die farbige Kunſtbeilage
In der Bleihütte” von Heyenbrock und das große
Ge=
mälde von Clairin „Die feindlichen Völker” erwähnt.
Was wird uns die Mode zum Frühjahr und
Som=
mer beſcheren? Dieſe für die Frauenwelt brennende Frage
beantwortet das ſoeben erſchienene, reich illuſtrierte „
Fa=
vorit=Moden=Album und reichhaltige
Schnitt=
muſterbuch der Internationalen Schnittmanufaktur,
Dres=
den=N. auf das eingehendſte, indem es an der Hand der
äußerſt zahlreichen, die aktuelle Mode verkörpernden
Ab=
bildungen einen genauen Ueberblick über die gültigen
Modeformen gibt. Außerdem beſitzt es den Vorzug, daß
zu jedem der dargeſtellten Modelle vorzüglich paſſende
Schnittmuſter in den verſchiedenſten Größen zu mäßigem
Preiſe erhältlich ſind. Zu beziehen iſt das reich illuſtrierte
Album durch die Internationale Schnittmanufaktur,
Dresden=N. 8, oder durch deren Agenturen.
— Eine neue Sondernummer des Salonblatt
iſt unter dem Titel „Die Ernährung des Menſchen” ſoeben
erſchienen. Das mit Hunderten von Bildern ausgeſtattete
und von den erſten wiſſenſchaftlichen Autoritäten des
ge=
ſamten Gebietes beſchickte, etwa 200 Seiten ſtarke Werk
ent=
hält alles Wiſſenswerte über das Weſen der Ernährung,
die Beſchaffung unſerer Nahrungsmittel, ihre Wirkung auf
den geſunden, wie auf den kranken Körper, kurz: es ſtellt ein
leichtfaßliches, anſchauliches Kompendium der Ernährung
auf wiſſenſchaftlicher Grundlage dar. Die Sondernummer
iſt in allen Buchhandlungen oder bei der Expedition des
Salonblatt, Dresden=A. 3, zum Preiſe von Mk. 1 erhältlich.
Vermiſchtes.
Ueber das Miſſionsſchulweſen in den
deutſchen Kolonien hielt Profeſſor D. Haußleiter
(Halle) bei der diesjährigen Miſſionskonferenz einen
Vortrag, aus dem eine Reihe wichtiger Angaben
mit=
geteilt ſeien. Eine ganz zuverläſſige Statiſtik über den
gegenwärtigen Stand des Miſſionsſchulweſens iſt zur
Zeit noch nicht vorhanden, ſie wird erſt in Jahresfriſt
vorliegen, wenn die vom Hamburgiſchen Kolonialinſtitut
ausgeſandten 2500 Fragebogen eingegangen und von
dem damit beauftragten Miſſionsinſpektor Schlunk=
Ham=
burg bearbeitet ſind. Für Deutſch=Oſtafrika konnte Prof.
D. Haußleiter bereits ziemlich genaue Zahlen mitteilen.
Es gibt dort bei 79 Hauptſtationen 440 evangeliſche
Elementar= und 14 gehobene Schulen (Mittelſchulen,
Handwerkerſchulen); neben 123 weißen Lehrkräften
arbei=
ten 447 ſeminariſch gebildete und etwa ebenſo viel
Hilfs=
lehrer aus den Eingeborenen. Die Geſamtſchülerzahl
beträgt 34803, nämlich 22 992 männliche und 11809
weib=
liche Schüler. — Während in der evangeliſchen Miſſion
auf eine weiße Lehrkraft acht aus den Eingeborenen
kommen, bleibt die katholiſche Miſſion mit nur 447
ein=
geborenen Lehrkräften in dieſer Hinſicht erheblich zurück;
ſicher eine Folge der von ihr bevorzugten Internats=
Erziehung. Ihre Schülerzahl iſt mit rund 35000 der
evangeliſchen faſt gleich, doch iſt die Zahl der
Schüle=
rinnen viel geringer:-Die Durchſchnittszahl der Schüler
für eine Klaſſe beträgt in Oſtafrika 38 in evangeliſchen,
61 in kathol. Schulen. Die niedrigfte „Ziffer hat Deutſch=
Südweſtafrika, nämlich 11. Für ſämtliche Kolonien
beträgt der Durchſchnitt 35 evangeliſche und 42 katholiſche
Schüler für eine Klaſſe. Im ganzen beſuchen 145000
Kinder die Miſſionsſchulen in allen Kolonien, nämlich
84000 die evangeliſchen, 61000 die katholiſchen Schulen.
In erſteren ſind 291 weiße und 2100 farbige Lehrer, in
letzteren etwa 100 bezw. 1050 tätig. Es iſt eine
gewal=
tige Kulturarbeit, die damit die Miſſion in den
deut=
ſchen Kolonien leiſtet. Neben den eben genannten Zahlen
verſchwinden die Regierungsſchulen mit etwa 50
deut=
ſchen Lehrern und zirka 6000 Schulkindern faſt. Die
Re=
gierung unterſtützt die Miſſionsſchulen, freilich noch
immer in nicht ganz angemeſſener Weiſe. Die engliſche
Regierung beweiſt auf dieſem Gebiete ein viel größeres
Entgegenkommen, zahlt zum Beiſpiel an der Goldküſte
fünfmal ſo viel als im gleichen Verhältnis die deutſche
in Togo. Am verſtändnisvollſten iſt die Stellung der
holländiſchen Regierung, die zum Beiſpiel in Sumatra
der Rheiniſchen Miſſion 100000 Mark Unterſtützung für
ihre Schulen zahlt. Sie weiß die Arbeit der
Miſſions=
ſchule als Bollwerk gegen den immer gefährlicher
vor=
dringenden Islam wohl zu ſchätzen.
C.K. Eine franzöſiſche Millionärſtatiſtik.
Einen intereſſanten und lehrreichen Ueberblick über die
Kapitalsanhäufungen in Frankreich und über die Zahl der
franzöſiſchen Millionäre gibt eine von dem franzöſiſchen
Standesamt herausgegebene Statiſtik über die Erbfälle des
Jahres 1910. Nach Abzug der Paſſiven wurden im
ver=
gangenen Jahre durch den Tod der Beſitzer den
Nach=
kommen und Erben insgeſamt 5319982380 Francs
hinter=
laſſen. Darunter befanden ſich nicht weniger als 564
Erb=
ſchaften, deren Wert über eine Million hinausging, und
zehn Erbſchaften, die je mehr als 15 Millionen Francs
be=
trugen. Es zeigt ſich dabei, daß verhältnismäßig die
meiſten Großkapitaliſten Frankreichs im Seine=Departement
inſäſſig ſind, alſo in Paris und Umgebung. Von den 564
im Jahre 1910 in Frankreich verſtorbenen Millionären
wohnten mehr als die Hälfte im Seine=Departement, genau
346.
Darmſtadt, 9. April.
W—l. Großh. Hoftheater (Vorbericht). Geſtern
abend gelangte die Oper „Der Schmuck der
Ma=
donna” von Wolf=Ferrari vor vollbeſetztem Sauſe in
einer muſtergültigen Vorſtellung zum erſten Male zur
Aufführung. Das hochintereſſante und bedeutende Werk,
auf deſſen Einſtudierung, Inſzenierung und Ausſtattung
große Mühe und Sorgfalt verwendet worden war,
er=
zielte einen ungewöhnlich ſtarken Erfolg, der ſowohl der
temperamentvollen Leitung des Herrn Kapellmeiſters
Kittel, der ſachkundigen Regie des Herrn Oberregiſſeurs
Valdek, den prachtvollen neuen Dekorationen des Herrn
Hoftheatermalers Kurt Kempin, als auch beſonders den
hochkünſtleriſchen Leiſtungen des Frl. Geyersbach und
der Herren Becker und Weber zu verdanken war. Das
Publikum, das in einer Art feiertäglicher Stimmung war.
folgte der Aufführung mit geſpanntem Intereſſe und rief
die Künſtler nach jedem Akte mehrmals und zum Schluß
6 bis 7 Mal hervor. Die Großherzoglichen Herrſchaften
nebſt hohem Beſuch und Prinz und Prinzeſſin Heinrich
von Preußen wohnten der Vorſtellung, die zu den
beſt=
gelungenen und ſchönſten der Saiſon gehörte, bei.
X* Der geſchäftsführende Ausſchuß der
Natio=
nalliberalen Partei im Großherzogtum Heſſen hielt
am Samstag Abend eine Sitzung ab, in welcher die neue
Konſtituierung auf Grund der Wahlen des
Landes=
ausſchuſſes vom 31. März d. J. erfolgte. Zum
Vor=
ſitzenden wurde wiederum Abg. Dr. Oſann, zum
ſtell=
vertretenden Vorſitzenden der Präſident der Zweiten
Kammer, Oberbürgermeiſter Köhler, zum Schatzmeiſter
und Schriftführer Prof. Dr. Neßling gewählt. Weiter
wurde beſchloſſen, als Mitglieder des Zentralvorſtandes
er Nationalliberalen Partei in Berlin die drei Vor=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912,
Nummer 83.
ſtandsmitglieder der Kammerfraktion, die Abgg. Dr.
Oſann, Dr. Heidenreich und Diehl zu ernennen. Im
Hinblick auf den jüngſten Berliner Beſchluß, zu
bean=
tragen, daß ſämtliche Mitglieder der nationalliberalen
Reichstagsfraktion zu Mitgliedern des Zeniralausſchuſſes
ernannt werden und daß auch die nationalliberale Fraktion
des preußiſchen Abgeordnetenhauſes den gleichen Antrag
für ihre Mitglieder geſtellt hat, wurde beſchloſſen, zu
be=
antragen, daß auch die Mitglieder der heſſiſchen
Kammer=
fraktion in den Zentralvorſtand aufgenommen werden.
Pfungſtadt, 6. April. Eine traurige
Oſter=
botſchaft erhielt heute früh die Familie des Herrn
Pfarrers Römheld von hier. Deſſen älteſte Tochter
be=
gleitete Frau Gottfried Schwab Witwe aus Darmſtadt als
Geſellſchafterin unlängſt nach der Riviera. In Genua folgte
ſie nun geſtern der Einladung zweier Berliner Damen zur
Teilnahme an einer Automobilfahrt. Dieſe verlief für
ſämtliche Inſaſſen ſehr unglücklich; Fräulein Emmy
Röm=
held ſtarb auf dem Platze des Unfalls. Erſt geſtern war ein
Brief von ihr an ihre Angehörigen eingetroffen, worin ſie
ihrer Freude über jene Einladung Ausdruck gegeben hatte.
Umſo ſchmerzlicher wurde die Nachricht von ihrer
Todes=
fahrt empfunden. Ihre Leiche wird nach Darmſtadt
über=
führt, wo die Familie Römheld ein Erbbegräbnis hat.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 6. April. Der Generallandſchaftsdirektor,
Geheimrat Exzellenz v. Staudy, der von 1877 bis zu
Beginn 1912 den Reichstagswahlkreis Angerburg=Lötzen
vertrat, iſt geſtern in Wilmersdorf geſtorben.
* Berlin, 6. April. Die Gärtnergehilfen Groß=
Berlins, ſoweit ſie in Landſchaftsgärtnereien beſchäftigt
ſind, erklärten in ihrer geſtrigen Mitgliederverſammlung
den Streik für beendet, nachdem der letzte Reſt der
Aus=
ſtändigen die Arbeit wieder aufgenommen hat.
Fulda, 8. April. Den Höhepunkt des erſten
Kur=
heſſiſchen Muſikfeſtes unter dem Protektorat
Ihrer Königl. Hoheit der Landgräfin von Heſſen,
anläß=
lichen des diamantenen Jubiläums des hieſigen
Orato=
rienvereins „Cäcilia” am 11. und 12. Mai dieſes Jahres
bildet die Aufführung des Oratoriums „Quo vadis” im
großen Stadtſaal, unter Mitwirkung von Soliſten mit
Namen von gutem Klang. Adolf Müller=Frankfurt wird
den „Petrus”, Lillian Wieſeke=Berlin die Lygia” und
Harzen=Berlin den Prätorianeroberſten” ſingen. Zur
Aufnahme eines Maſſenchores haben berühmte
auswär=
tige Geſangvereine, darunter einer aus Wien, ihr
Er=
ſcheinen zugeſagt.
* Köln, 8. April. (Amtlich.) Geſtern abend 8 Uhr
15 Min. fuhr im Bahnhof Ehreshofen der Sonntagszug
1462, ſtatt am Bahnhof zu halten, auf einen in
Verlänge=
rung des Einfahrtsgleiſes ſtehenden Prellbock weiter:
Hier=
bei entgleiſten die Lokomotive und zwei
Perſonen=
wagen. Der Lokomotivführer wurde getötet, Reiſende
blieben unverletzt.
Varel (Oldenburg), 8. April. Die Fortſchrittliche
Volkspartei ſtellte Dr. Wiemer als Nachfolger Trägers
im zweiten oldenburgiſchen Wahlkreiſe als Kandidaten auf.
Jena, 6. April. Das Schiedsgericht im
Schneidergewerbe hat heute nach fünftägiger
Ver=
handlung die in Reſt gebliebenen Orte erledigt und noch
eine Reihe von Beſtimmungen getroffen. Die neuen Tarife
treten mit Wiederaufnahme der Arbeit in Kraft.
Hinſicht=
lich der Schaffung des zukünftigen Reichstarifsvertrags
wurde zwiſchen den in Frage kommenden Organiſationen
vereinbart, innerhalb der nächſten drei Monate unter dem
Vorſitze der Unparteiiſchen zur Beratung dieſer Frage ſich
wieder zuſammen zu finden und in der Zwiſchenzeit die
Angelegenheit durch Formulierung der Anträge
vorzube=
reiten. Durch die Wiederaufnahme zu Beginn nächſter
Woche iſt die Bewegungendgiltig beigelegt.
* Schleiz, 6. April. Der Schüler der vierten
Seminar=
klaſſe Goepel aus Gera erſchoß ſich, weil er die Reife
für die dritte Klaſſe nicht erreicht hatte.
* Görlitz, 8. April. Am erſten Oſterfeiertage mittags
unternahmen trotz des ſtürmiſchen Wetters fünf junge
Leute auf der Neiſſe, die infolge der niedergegangenen
Regengüſſe Hochwaſſer führt, eine Bootspartie. An
einem Strudel ſchlug das Boot um und die Inſaſſen
fie=
len ins Waſſer. Der 19jähriger Schloſſer Otto ertrank;
die übrigen vier Inſaſſen konnten nur mit Mühe gerettet
werden.
* Mailand, 6. April. Die vom italieniſchen
Luft=
fahrklub gegebene Anregung, eine italieniſche
Luft=
flotte durch freiwillige Beiträge zu erbauen, findet
in ganz Italien begeiſterte Zuſtimmung. Bisher ſind
600000 Lire gezeichnet worden, darunter vom Corriere
della Sera 50000.
* Brindiſi, 6. April. Der Reichskanzler von
Bethmann=Hollweg iſt um ¾12 Uhr hier
ange=
kommen und um 12 Uhr nachmittags an Bord des
Kreuzers „Kolberg” nach Korfu abgefahren. Der
Reichs=
kanzler war auf dem Wege vom Bahnhof zum Kreuzer
„Kolberg‟ Gegenſtand lebhafter Huldigungen ſeitens der
Bevölkerung.
* Achilleion, 6. April. Der Kaiſer hörte heute
vormittag die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts v.
Valentini des Chefs des Marinekabinetts v. Mül=
Aer und des Vertreters des auswärtigen Amts des
Ge=
ſändten Freiherrn v. Jeniſch.
* Achilleion, 6. April. Der Kaiſer begab ſich heute
nachmittag 5 Uhr 30 Min. im Automobil nach der Stadt
und ging dann an Bord der „Hohenzollern”, um das
Ein=
laufen der „Kolberg” abzuwarten. In ſeiner
Begleit=
ung befanden ſich Fürſt zu Fürſtenberg, Geſandter von
Jeniſch, General von Chelius und Kapitän von Bülow.
Die „Kolberg” mit dem Reichskanzler an Bord, in
deſſen Begleitung ſich der Adjutant von Sell befand, lief
nach ſchneidiger Fahrt von Brindiſi nachmittags 6 Uhr
im Hafen von Korfu ein. Der Kaiſer lud den
Reichs=
kanzler ein, mit ihm die Oſterfeiertage in Achilleion, das
dieſer noch nicht kennt, zu verleben. Kaiſer Wilhelm
empfing den Reichskanzler auf der „Hohenzollern” und
begab ſich dann mit ihm im Automobil nach Achilleion,
in der Stadt überall herzlichſt begrüßt. An der
Landungs=
ſtelle der Stadt Korfu hatten ſich bei der Ankunft des
Kaiſers und des Reichskanzlers eingefunden: Geſandter
von Wangenheim, Konſul Spengelin, Präfekt Varataſſis.
Der Kaiſer und der Reichskanzler ſtrafen nach halb. 7 Uhr
auf Achilleion ein, wo für den Reichskanzler eine
Wohn=
ung im Schloſſe bereitgehalten iſt. Bei der Abendtafel
ſaß der Kaiſer zwiſchen der Prinzeſſin Auguſt Wilhelm
und dem Reichskanzler, neben dieſem Fürſt zu
Fürſten=
berg.
Achilleion, 8. April. Der Kaiſer, die
Fürſt=
lichkeiten und der Reichskanzher nahmen geſtern
den Tee auf der „Hohenzollern”; die Abendtafel war in
Achilleion. Heute vormittag machte der Kaiſer, der
Reichskanzler und ſämtliche Herrſchaften einen Spazier=
gang auf den Berg Kyriaki. Gegen Mittag zog eine
feier=
liche Prozeſſion, beſtehend aus dem Geiſtlichen und den
Einwohnern des Dorfes Gaſturi, durch den Park an dem
Schloſſe vorüber. Der Kaiſer, der Reichskanzler und die
übrigen Herrſchaften ſtanden auf dem Balkon des
Schloſ=
ſes. Der Geiſtliche ſprach den Segen über den Kaiſer,
worauf die Muſikkapelle „Heil dir im Siegerkranz” ſpielte!
* Paris, 7. April. Raymond Callemin, einer
der Komplizen der Automobilbanditen Bonnot
und Garnier, iſt heute früh im neunten Arrondiſſement
verhaftet worden.
* Petersburg, 6. Apr. Rußland ſchloß ſich dem
Viermächtekonſortium für die Ausgabe einer chineſiſchen
Anleihe an und ſtellte die Bedingung, daß die Anleihe
in keiner Weiſe die Sonderintereſſen Rußlands in der
Mandſchurei, der Mongelei und in Weſtchina verletze
und, daß die Anleihebedingungen nach der Ausarbeitung
durch die Finanzgruppen den intereſſierten Regierungen
zur Begutachtung vorgelegt werden.
* Riga, 8. April. Hier wütet ein heftiger Sturm.
* Konſtantinopel, 6. April. Gerüchtweiſe verlautet,
daß der Großweſier Said Paſcha, der ſeit
un=
gefähr drei Monaten krank iſt und nicht auf der Pforte
er=
ſcheint, ſondern die Angelegenheit ſeines Reſſorts zu Hauſe
erledigt, die tatſächliche Leitung der Geſchäfte nicht mehr
übernehmen werde. Die Jungtürken ſollen
Ver=
handlungen führen, um das Großweſierrat einer anderen
Perſönlichkeit anzuvertrauen. Es verlautet ſogar, daß mit
Kiamil Paſcha Unterhandlungen gepflogen werden. Der
Wechſel im Großweſierrat ſoll nach Eröffnung des
Par=
laments erfolgen.
* Newport (Rhodeisland), 8. April. Der Dampfer
„Ontario” iſt auf ſeiner Reiſe von Baltimore nach
Boſton in Brand geraten und bei Montaukpoint
an Strand geſetzt worden. Es ſind 90 Paſſagiere an
Bord. Ein Bergungsdampfer iſt abgegangen. Wie
ſpä=
ter gemeldet wird, ſind ſämtliche Paſſagiere unverſehrt
an Land gebracht worden. Nach einer ſpäteren Meldung
befanden ſich an Bord des bei Montaukpoint auf den
Strand geſetzten Dampfers „Ontario” nur 15
Per=
ſonen. Es iſt gelungen, das Feuer auf den Kielraum
zu beſchränken.
* New=York, 6. April. Premierminiſter Saionji
erklärt in einem Telegramm an die Times, daß zwiſchen
Japan und Mexiko keinerlei
Verhandlun=
gen wegen einer Flottenſtation in der Magdalenabai
gepflogen ſeien, jedoch hat eine japaniſche Geſellſchaft
Fiſchereirechte zwiſchen Tepie und Oxaca erworben. Das
Unternehmen iſt rein geſchäftlich und hat keine politiſche
Bedeutung.
* Waſhington, 6. April. Infolge der
Ueber=
ſchwemmungen im Gebiete des Miſſiſſippi ſind
4000 Menſchen obdachlos.
Buenos Aires, 8. April. Die
Parlamentswah=
len ſind mit größter Ruhe vollzogen worden. Die
Wahlreſultate werden in einigen Tagen veröffentlicht.
Die Beteiligung war ſehr groß, nachdem ſie durch das
neue Wahlgeſetz obligatoriſch gemacht worden war.
* Tanger, 7. April. Ein Boot, in dem ſich der
ruſſi=
ſche Geſandte und die Gattin ſowie zwei Kinder des
franzöſiſchen Geſchäftsträgers befanden,
ken=
terte in der Bai. Die zwei Kinder und zwei Dienerinnen
ertranken. Die übrigen wurden gerettet.
* Tanger, 8. April. Infolge des Bootsunfalls im
hie=
ſigen Hafen iſt noch ein zweites Kind des franzöſiſchen
Ge=
ſchäftsträgers Beaumarchais geſtorben. Von der
Bootbeſatzung werden zwei Matroſen vermißt.
— Bonn, 7. April. Der Gymnaſialabiturient Walter
Lenz unternahm mit einem Freunde eine Eifeltur. Bei
der Schloßruine in Pymont wollten beide Schließverſuche
unternehmen, um das Echo zu hören. Plötzlich entlud ſich
ſich die Waffe und tötete Lenz.
— Hamburg, 6. April. Der Ende der 30er Jahre
ſtehende Bureauvorſteher Freckmann ſchoß in ſeiner
Wohnung auf ſeine Frau und ſeine drei Kinder und
ver=
ſuchte die Wohnung in Brand zu ſetzen; dann ſchoß er auf
ſich ſelbſt. Die elfjährige Tochter war ſofort tot, die beiden
anderen Kinder ſind lebensgefährlich verletzt. Freckmann
und ſeine Frau wurden ſterbend ins Krankenhaus gebracht.
Das Motiv der Tat iſt unbekannt.
H. B. Leipzig, 6. April. Dem Direktor der
chirur=
giſchen Univerſitätsklinik, Geh. Rat Prof.
Dr. Payr, iſt eine Aufſehen erregende Operation
gelungen. Payr hatte ein blödſinniges Kind in
Behand=
lung, dem er ein Stück Schilddrüſe, das von dem Kinde
einer geſunden Mutter ſtammte, in die blutreichen
Ge=
ſäße der Niere einpflanzte. Dadurch erfolgte die
Re=
generation, die zur vollſtändigen Heilung führte. (?) Das
Kind ſtand einen Monat zur Beobachtung und wurde
jetzt als geheilt entlaſſen. Dr. Theſing berichtete dieſen
Fall in der hieſigen Naturwiſſenſchaftlichen Geſellſchaft.
Prenzlau, 6. April. Der Landbriefträger
Rein=
ecke, der in den letzten Tagen nicht zum Dienſt gekommen
war, verübte inzwiſchen Selbſtmord. Er hatte einige
Hundert Mark amtlicher Gelder nicht abgeliefert.
H. B. Thorn, 6. April. Vor dem Kriegsgericht hatte
ſich heute der Leutnant Hans Georg Schmidt, der in einer
Februar=Nacht einen Militärwachtpoſten, der auf Anruf
nicht ſchnell genug herbeikam, beſchimpfte, ihm eine
Piſtole vor die Stirn hielt und ſchließlich einen Schuß
auf den Poſten abfeuerte, zu verantworten. Das
Kriegs=
gericht erblickte in der Tat des Angeklagte nur eine ſich
als Bedrohung darſtellende Achtungsverletzung und
Be=
leidigung und verurteilte ihn zu fünf Monaten
Feſtungs=
haft.
H. B. London, 6. April. Durch anhaltenden
ſtar=
ken Regen ſind in Schottland aufs neue viele Flüſſe
aus den Ufern getreten. Ein großer Teil der
Flußgegenden ſteht unter Waſſer. Die Stadt Waterſide
iſt zum größten Teile überſchwemmt. Die Eiſenbahn
zwiſchen Irvino und Kilmarnoz mußte den Betrieb
ein=
ſtellen, da die Schienenwege durch die Fluten unter
Waſ=
ſer geſetzt wurden. Auch in Dreghorn geſtaltet ſich die
Lage ſehr bedrohlich, da an vielen Stellen die Flüſſe über
die Ufer getreten ſind und ein großer Teil der Stadt
unter Waſſer geſetzt wurde, ſo daß die Leute gezwungen
wurden, ihre Häuſer zu verlaſſen.
London, 5. April. Bei Eagecliff (Durham)
ent=
gleiſten mehrere Wagen eines Expreßzuges. Der Zug
riß ſchließlich auseinander; die Lokomotive und einige
Wagen fuhren weiter, während die entgleiſten Wagen dicht
vor einem Abgrunde ſtehen blieben. Von den 150
Paſſa=
gieren, die tüchtig durcheinandergerüttelt wurden, erlitt
niemand erheblichen Schaden.
H.B. Petersburg, 6. April. Zwiſchen Rußland
und Italien wurde ein Uebereinkommen über
die Balkanfrage im allgemeinen und Albanien im
beſonderen abgeſchloſſen. Die Nowoje Wremja betont,
die=
ſes Uebereinkommen beruhe auf freundſchaftlicher Baſis
und widerſpreche keineswegs den Verpflichtungen Italiens
als Mitglied des Dreibundes.
— Petersburg, 6. April. Ingenieur Korowko der
Unterſchlagungen in Höhe von 220000 Mark zum Schaden
der Kaſpi=Romoninski=Geſellſchaft gemacht hatte, wurde
verhaftet.
Verſach an
wſanug=
t es, die
lichen Objell ausgebildete
Glatze, mit welchen Mitteln es
auch ſei, zur Haarproduktion
zwingen zu wollen. Wer keine
Glatze haben mag, behandle d
ſein Haar, ſo lange er es noch
hat, mit Javol. „Javol” hat
ſich unbeſtritten als Vorbeugungsmittel gegen
Haaraus=
fall hervorragend bewährt. Seine haarbeeinfluſſende
Kraft iſt heute allgemein anerkannt. „Javol” wird nur in
Originalflaſchen zu 2 M. und in Doppelflaſchen zu 3,50 M.
verkauft. Es wird fetthaltig für trockenes und
fett=
frei für fettreiches Haar hergeſtellt. Ueberall zu haben.
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
oies
pflegen erfahrene Herren nichtohne
eine SchachtelWybert-Tabletten
zu gehen. Wer zu Erkältung neigt,
hat kein besseres Mittel, um Husten
Pund Heiserkeit, die durch die
An-
strengung der Stimme meist noch
befördert wird, rasch und gründlich zu vertreiben. Die
Schachtel mit nahezu 400 Tabletten kostet in allen
Apotheken u. Drogerien nur 1 Mark. Niederlagen in
Darmstadt: in sämtl. Apotheken; Drogerie von
Fr. Beckenhaub, Kirchstr. 27; Drogerie G. Liebig & Co.,
Luisenstr. 4; Martins-Drogerie, Pankratiusstrasse 41
Drogerie Chr. Schwinn, Rheinstrasse 8; Drogerie
C. Watzinger, Wilhelminenstrasse 11; Zentral-Drogerie,
Elisabethenstrasse 30.
(23040f
Rheinisches
Maschinandau, Floktroischalt,
Automobllbau, Brückenbau.
Technikum- Bingen pirektion: Professor Hoe pke
Ghaeuffaurirur 8e
G
959M
Verlangen Hie ausdrücklich:
NKF
Feinstebayonnaise
Anchouy-Fastes Sardellen-Bufter
e
Verlangen Hie T8 P’s verb. Kochrezepfe.
Es gibt kein gefährliches Alter
wohl aber gefährliche Jahreszeiten. Gefährlich
iſt vor allem der Vorfrühling, der notoriſch die
größte Zahl an Erkältungen bringt. Wer ſich die
Frühjahrsfreude nicht verderben und etwaige
Affektionen der Halsſchleimhäute ſchnell bekämpfen
will, der gewöhne ſich daran, immer Fays echte
Sodener Mineral=Paſtillen zu benützen. Man
kauft ſie für 85 Pfg. die Schachtel in jeder
Apo=
theke oder Drogerie, laſſe ſich aber unter keinen
Umſtänden Nachahmungen aufſchwatzen. (8510M
Niveg-Geme
D Kaukp
o ſwece
Nirea-Seife: 50 Pf. — Nivea
zu 10, 20 Pf. u. 1.00 M., in Tuben zu 40 u. 75 Pf.
C. Geiendou &C. Kabue
Hersteller der Zahnpasta PEBECO
im
Ruranstalf Derheln Launus.
(1/2 Stunde von Frankfurt a. M.), für Erholungsbedürftige,
Marven- u. innere Kranke. Sommer und Winter besuch
Prospekte durch
pr. u. Schulge- Kahleyss, Hervenarzt.
aarfärben mit Henné. Spezialität.
Friseur Müller
Wilhelminenpl. 2, a. d. kath. Kirche. Tel. 1466.
Kopfwaschen 1.25 — mit Ondulieren 1.50,
auch Sonntags von 9—12 Uhr. (6584a
Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. REICH
Grösste u. leistungsfähigste Färberei in Darmstadt
Telephon 1501 und 1472.
(125a
Hotel Darmstädter Hof
Vornehmes Sälchen für
Vertobte
zur Abhaltung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet.
(130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein‟.
H. & F Becker
Gr. Hess. u. Kaiserl. Russ. Hoflieferanten
DARMSTADT Wilhelminenstr. 17.
Spezial-Abteilung f. Herrenhemden nach Mass
Beste Stoffe a Eleganter Sitz Feinste Wäsche.
(1285
[ ← ][ ][ → ]Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Lamiliennachrichten,
Seite 7.
Statt Karten.
(8541
Gartendirektor Stapel
und Frau Adelheid
geb. Bäumer
zeigen die Geburt einer TOCHTER
an.
Darmstadt,
am 2. Osterfeiertag 1912.
Die Geburt eines kräftigen
STAMMHALTERS
zeigen hocherfreut an
Dipl.-Ing. R. Schuckert
u. Frau Erna, geb. Hornung.
Magdeburg, den 5. April 1912
Falkenbergstr. 14.
(8542
Nach langem, ſchwerem Leiden verſchied ſanft
N unſer innigſtgeliebter Gatte, Vater, Bruder,
Schwager, Onkel und Vetter
Siegmund Neu
im 50. Lebensjahre, was ich tieferſchüttert
hier=
mit anzeige.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Lina Neu, geb. Levitter.
Darmſtadt, 8. April 1912.
Waldſtr. 46
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
3 Uhr vom Portal des Friedhofes der isr.
Religionsgeſellſchaft ſtatt.
(8537.
Nach ſchwerer Krankheit verſtarb heute
mein erſter Bierführer
Herr Peter Vetter.
Mehr als 25 Jahre in meinem Geſchäfte
tätig, hat der Entſchlafene ſeine Obliegenheiten
jederzeit mit der größten Treue und
Gewiſſen=
haftigkeit erfüllt und ſein Andenken wird deshalb
bei mir ſtets in Ehren gehalten werden.
Darmſtadt, 7. April 1912.
(8538
Karl Fay, Brauerei.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes-Anzeige.
Am 5. ds. Mts. verſchied plötzlich infolge
eines Unglücksfalls in Nervi in Italien unſere
liebe Tochter und Schweſter
(8536
Emmy Römheld
im Alter von 25 Jahren.
In tiefer Trauer:
W. Römheld, Pfarrer,
nebst Frau und Kindern.
Pfungſtadt, 8. April 1912.
Die Beerdigung findet in Darmſtadt in der
Stille ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute nacht ½ 3 Uhr iſt nach langem,
ſchwerem Leiden unſere liebe Schweſter,
Schwägerin, Nichte, Tante und Kouſine
Fräulein Maria Walther
ſanft dem Herrn entſchlafen.
(8535
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Julie Walther, geb. Baur,
Jula Hartmann, geb. Walther,
Wilhelm Hartmann, Professor.
Darmſtadt, Offenbach a. M., 6. April 1912.
Die Beerdigung fand am 2. Oſtertag, 8. April,
nachmittags 4 Uhr, in Nieder=Ingelheim ſtatt.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
mit die ſchmerzliche Nachricht, daß am Samstag
abend mein guter Gatte, unſer lieber Vater,
Schwiegervater, Großvater, Schwager u. Onkel
Herr Peter Vetter
in Dienſten der Brauerei Fay dahier, nach
längerem, ſchwerem Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Um ſtilles Beileid bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 7. April 1912.
(8539
Die Beerdigung findet heute Dienstag, um
5 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Groß=
mutter, Schweſter, Schwägerin und Tante (8540
geb. Schaub
ſprechen wir Allen unſeren herzlichſten Dank aus.
Insbeſondere danken wir für die troſtreiche
Grab=
rede des Herrn Pfarrer Waitz und für die
zahl=
reichen Blumenſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Joh. Krug,
Familie Heinr. Lang.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Gatten, unſeres
Vaters, Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels
ſage ich allen, die ihm die letzte Ehre erwieſen,
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden meinen
innigſten Dank, insbeſondere dem Herrn Pfarrer
Beringer für ſeine troſtreichen Worte am Grabe,
der Schweſter für die liebevolle Pflege und den
Arbeitern und Arbeiterinnen der Firma E. Merck.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarete Kleinschmidt,
geborene Koch.
(*8841
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. D): „Grigri”.
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Im Pfarrhaus” hierauf „I. Klaſſe‟.
Saalbautheater, Anf. 8 Uhr: „Polniſche Wirtſchaft”
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. — Bürgerkeller
um 8 Uhr.
Koloniale Jagd= u. Meerfiſche=Ausſtellung
im „Kaiſerſaal” (geöffnet von 9—8 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Yuan=
Shi=Kai, die Angeklagten im Methylalkoholprozeß in
Berlin, der eingeſtürzte Telefunkenturm in Nauen, das
Lawinenunglück am Hochſchneeberg.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 10. April.
Hofreiten=Verſteigerung des Gg. Pra (
Moller=
ſtraße 44 und Wendelſtadtſtraße 24) um 10 Uhr auf
dem Ortsgericht I.
Verkehrs=Verein: bientliches Verkehrsburean
Ernſt Ludwigsplatz (Zentrale der elektriſchen
Straßenbahn). Auskünfte jeder Art.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
das wegen seines Wohlgeschmackes, seiner milden, sicheren Wirkung mit Rech
beliebteste Mittel zu Regelung des Stuhlganges und Verhütungvon Verstopfung
Kohlfekl für Erwachsene und Kinder soilte in keinem Haushalt fehlen. Von zahl eichen
Aerztenwärmstensempfohlen. Originalblechdosen mit 20 Fruchtkonfitüren M i.
Man hüte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAKIN.
(VI4264)
Nur
Mark 1.10
koſten 4 Pfund
prima
Kern-Seife
½ gelb ½ weiß
10 Pfund Mk. 2.65
Adler-Drogerie
nur (5996a
Frankfurterstrasse 12 u. 14.
Mausgrauer Spitz
mit weißer Bruſt entlaufen.
Gegen Belohnung abzugeben.
(*8816
Hügelſtraße 19.
eigenes Fabrikat
den Gölner Marken an Güte
gleich, nur bedeutend billiger
als diese, empfiehlt in Flaschen
und lose ausgewogen. (7807a
Fr. Beckenhaub,
Medizinal-Drogerie und
Parfümerie
Schul- und Wilhelminenstrasse.
eilte irmert. Mtang, und
Abendtiſch in gutem Hauſe.
Näh. Expedition. (8213a
Korpulente,
Fettleibige,
Gicht-, Herz-,
Rheumaleidende
und Gesunde
trink. tägl. als Erſatz f. Kaffee
chineſ. Tee, Kakao uſw., den
harnsäurelösenden
Maturg Zitronen-T
Rein. Naturprodukt von
ange=
nehm. Geſchmack u. vollem
Saftgehalt der Zitrone, ohne
Kerne und ohne Schale
her=
geſtellt. Echt zu haben in
Paketen à 75 Pfg. bei
Reformgeschäft
„Arista‟ (7161a
Gesundheitliche Nahrungs-
und Genussmittel.
= Anton Braunwarth
Ernst-Ludwigstr. 3. Fernsprecher 971.
2
Inzmni!
Tanz-sdal-wacuo
zum Spritzen;
zum Streuen,
nicht staubend,
vorzügl. Glättemittel,
billigst bei
ienten
Hessen-Rad ſehrbill
Grafenſtraße 26.
(4431a
Dampfreinigungsanstalt
für
(5949a
Bettfedern u. Daunen
Gleichzeitig empfehle für
Neue Hüllen:
Barchent, Feder-
und Daunenköper.
J. Böttinger
Hofſtallſtraße 6
(nächſt dem Mathildenplatz)
Telephon 465.
Aelteſtes, beſteingerichtetes
Geſchäft dieſer Art am Platze.
Umarbeiten von Betten u.
Polſtermöbeln
gewiſſenhaft und reell in
eigener Werkſtätte.
Tannenſchwarten
u. Klötzchen zum Anfeuern, prima
trocken, ca. 15 cm lang, per Zent.
1,50 Mark einſchließlich Oktrot
frei Keller Karl Schimmer,
Tel. 212. (8149a) Heinheimerſtr. 76.
Tunger Kaufmann ſucht guten
Privatmittagstiſch, möglichſt
in der Stadt. Off. unter B 28
(*8843
an die Exp.
Nummer 83.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
An dus Darmstädter-Fabnkun!
In der Samstag-Dummer des „Darmstädter Tagblatt” bringt die Darmstädter möbelfabrik, G. m. b. H., ein der Wahrheit völlig
widersprechendes Iuserat. — Hierauf erwidern wir folgendes:
ist, dass die Arbeiterschaft sich weigert, unter einem der Leitung nicht gewachsenen, an den
Gahl fortgesetzten Tarifbrüchen schuldigen Werkmeister weiter zu arbeiten und Garantien für die
Aufrechterhaltung des Tarifvertrages verlangt.
ist, dass die Unfähigkeit des Werkmeisters als Leiter des Betriebes in der Schlichtungs=
(ahr kommission für uns festgestellt wurde.
ist, dass unsere Kollegen es ablehnen, mit Leuten zusammen zu arbeiten, die das Gemüt
Gabl vergiften, durch nachweisbare Heusserungen: „Alle Kapitalisten in der
Kastanienallee aufzuhängenze
ist, dass wir Entschädigung für den durch den Ausstand entstandenen Lohnausfall
Gnwähl verlangen.
ist, dass wir eine Schadenersatzklage am Gericht anhängig machten, wegen der durch die
Oahf Firma veranlassten Verrufserklärung durch die „Schwarze Liste‟, obwohl die Ausständigen
ordnungsgemäss und ohne Vertragsbruch das Arbeitsverhältnis verliessen, wie durch
Ge=
werbegerichtsurteil festgesteilt wurde.
In einem demnächst erscheinenden Flugblatte werden wir dem kaufenden Publikum der Darmstädter möbelfabrik nähere Aufklärungen geben.
*8831)
tellmnege
eee
Suchf Stenlung
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in feiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in
Kran=
kenpflege bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur
Ver=
fügung. Näheres im Martha-
(4298t
haus.
etere ene
Nelt. Mädch., w. läng. J
ein. Haush. ſelbſt. verſeh. hat,
Stellung zu ält. beſſ. Herrn.
unt. B 30 an die Exp.(*
Mir e eieten icen
Lauteſchlägerſtr. 8, Hth. 2. St.
Männtien
Junger Mann
mit ſchöner Handſchrift, durchaus
zuverläſſig, ſucht Stellung
Offerten unter W 70 an die
Expedition ds. Bl.
Weiblich
Tüchtge, branchelundge
verkauferin
Hermann Berger,
Damenkonfektion,
8283a) Ernſt=Ludwigſtr. 10.
Mehrere tüchtige
Verkäufernnen
per 1. Mai geſucht,
branchekundige bevorzugt.
Karl Rittershaus
im Aufſtecken u. Garnieren perfekt.
find. ſof. Jahresſtellung (7925a
Bayer-Haack,
Kapellplatz 14.
h. Schneidern
auf Jahresſtelle ſucht
(7538a
Hermann Berger Ernſt=Ludwigſtr. 10. Tüchtige Arbeiterinnen,
Damenſchneider, ſowie Lehr=
mädchen geſucht
Konfektion Bayer-Haack,
Kapellplatz 14.
(7926a Tüchtige
Näherinnen
die das Kleidermachen und wo=
Amöglich das Zuſchneiden gelernt
haben, bei guter Bezahlung
auf unſere Werkſtatt1
für dauernd geſucht
(8086msi
Oppenheimer & Co.
Knabenkleiderfabrik
Schulſtraße 2. Frauen u. Mädchen
4find, dauernde u. lohn. Beſchäft.,
auch jugendl. Arbeiterinnen werd.
ceangen. Wolf Straus, Sortieranſtalt,
(8496if
Gräfenhäuſerweg 75. 5Tücht. Schneiderinnen
hbei hohem Lohn ſofort geſucht 14
Blusen-Spezial-Geschäft
*8832) W. Schnell. Kirchſtr. 19. Tächige Mnshläterin
ſofort oder ſpäter geſucht für das
Alice=Hoſpital, Dieburgerſtr. 21.f.
Nur ſolche mit gut. Zeugn. mögen
ſich melden b. d. Vorſteherin. (5904a (7737a Saubere und zuverläſige Lauf=
frau vorm. 3 und nachm. 2 Std.
geſucht Taunusſtr. 1, 1. Stck. (8456a A
Suche
zum 15. April
zwei Mädchen für Küche u. Haus.
Frau Gerster, Offizier=Kaſino,
Drag.=Regiment 24.
(*8368ii Sude gr. inrihl Mädch. jed. irt. frant
zum baldigen Eintritt geſucht. Johannette We ßmantel, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Kasineſtr. 17. (*8826 Ein in alln Hausarbeiten er=
fahrenes älteres Mädch., welches
zu Hauſe ſchlafen kann, zur vollſt.
Führung eines Haushaltes geſucht.
Näheres Riedeſelſtraße 68, nach=
mittags von 2 Uhr an. (*8540 Junge, ſaubere, unabhängige
Lauffrau von 8—10 Uhr vorm.
geſucht Mollerſtr. 37, II. (*8818 für 2 Stunden vol
Lauffrau mittags geſ. (*8820
Wilhelminenſtr. 21, Uhrengeſchäft. Sofort ſaubere Lauffrau vor=
mittags geſucht
8833im
traße 68, pt. Geſucht
5
Mädchen, das kochen kann,
neben Hausmädchen in kleinem,e
(B8504
feinem Haushalt.
Ohlnſtraße 29, II.
Deutscher Holzarbeiter-Verband.
J. A.: Herm. Rupprecht.
Braves, anſt, reint, in d. Küchet
erfahren. Mädchen b. gut. Vohn
zum ſofortig. Eintritt geſucht. Zu
erfragen täglich zwiſch. 5 u. 6 Uhr.
Steinſtraße 20, part. (*8827imd
Männlich
von
Person z. Besuch
Privat=
kunden von Spezial=
Strumpfge=
ſchäft geſucht. 15 Mk. wöchentlich
und Proviſion. Adreſſen unter
P 29 an die Expedition dieſes
Blattes.
*8846
aller Beruſe
Offene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533M
Exiſtenz.
Gen.=Vertretung für Darmſtadt
m. Umgeb. ſowie für fämtl.
Be=
zirke Heſſens hat ſolv. Firma zu
vergeben. Es iſt hier Herren, w.
über etw. Kap. verf., zur
Ueber=
nahme eines Gen.=Depots Gelegenh.
geb., ſich eine gute Exiſtenz m. jährl.
Einnahme bis 6000 Mk. zu gründen.
Die Gen.=Vertr. k. a. oh.
Berufs=
ſtörung geführt w., da Unter=Vertr.
engag. w. k.; desh. auch v. jed. beſſ.
Privatmann o. penſ. Beamten zu
führen. Es handelt ſich hier um
das Alleinverkaufsr e. präm. und
beſt. anerk. Spez.=Tafel=Likörs f.
angeg. Bez. Off. mit näh. Angab.
sub D 1724 an Haasenstein &
Vogler A.-Ge, Strassburg i. Els. (8507fI
Herren mit Jager=Bekanntſchaft
als Vertreter geſ. 150 M. u. Prov.
Off. an, Nimrod‟Leipzig V 18. (8511M.
Geſucht werden redegew. geacht.
Leute die Geld verdienen wollen.
Off. u. „Vertreter 1250 nach
(8512M
Halle a. S. II 117.
Schneider.
Tüchtige Großſtückarbeiter
finden dauernde Beſchäftigung
A. Kowalski, Schulſtr. 7, I. (*8653dsi
Tüchtiger Polſterer und
De=
korateur für dauernd ſof. geſucht,
Tapezierlehrling wird
angenommen. Carl Merber=
Wilhelminenſtraße 10. (*8724si
Weierer er in
gewandten, verheirateten
Hausburschen
(Radfahrer) ſowie einen
tüchtigen Mann für unſere
Wäſcherei in dauernde
Stel=
lung. Hoffärberei (8517imdß
C. &Ch. Reich
Pallaswieſenſtraße 146.
ſofort
Kräft. Taglöhner gef.
Anfangslohn 34 Pfg. die Stunde.
Woll Strauß, Sortieranſtalt,
Gräfenhäuſerweg 75.
(8495
Kräftiger Magazin=Arbeiter
geſucht. Näh. Rheinſtraße 25,
Magazinbureau.
(8527imd
Für Büro und Lager einer
hieſ. Kohlenhandlung wird
zum baldigen Eintritt ein
Lehrling
mit guten Schulzeugniſſ. geg.
Vergütung geſucht. Oferten
unter A. 92 an die Exped.
(8305dsi
ds. Bl. erbeten.
Für das Kontor eines hieſigen
Fabrikgeſchäftes ein
(8258dsi
Lehrling
mit guter Schulbildung geſucht.
Gefl. Off. u. A 85 a. d. Exp. erb.
honel. rnderbet 1. Zim.
Gederſtuhl zu kaufen geſ. Off.
unter. B 26 an die Exp. (*8833
chön u. bill. garn.,
Hüte Altes verwendet (7240a
thenſtraße 49, Htb.
Frau empf. ſich im Ant. v. Knaben=
Anz., Weißnähen, ſow. Flicken u. Büg.
Arheilgerſtr. 52, part.
(i9lo)
Stellenſuchende und
benützen mit beſtem Erfolge unſere
aner=
kannt leiſtungsfähige Stellenvermtttlung,
die bis 74278 Stellenvermittelte.
Verlangen
Ende 1911—
Siekoſten. Zuſendung dis Proſeltes 12.
Kaufmännischer Verein Frankfurt a. M.
Wir ſuchen
einen Herrn, auch Beamten oder Militär a. D.
zur ſelbſtändigen Leitung unſeres Unternehmens
in Darmſtadt
Jahresverdienſt bis 8000 Mk. in Ausſicht. Branchekenntniſſe nicht
erforderlich, Speſen ſehr gering; auch werden 800 Mk. für Bureau
vergütet.
Nur ernſthafte jüngere Selbſtreflektanten, welche über ein
eigenes Barkapital von 4—5000 Mk. verfügen, wollen ausführliche
Offerten mit Altersangabe unter C. C. 8229 an Haasenstein E
Vogier, A.=G., Berlin W. 8 richten=
(8508H
Fliederbeeren-
Dpe
Fliederbeeren mit Waſſer weich
gekocht, durchgeſchlagen, mit
Maizena ſämig gekocht, Zucker
und Zitrone nach Geſchmack.
Als Einlage geröſt.
Semmel=
bröckchen. (5946a
Fliederbeeren ſind eiſenhaltig u.
haben blutreinigende Wirkung.
¼ Pfund 20 Pfg.
reicht für 4—5 Perſonen.
Reformgeschäft „Arista‟
Geſundheitliche Nahrungs=
und Genußmittel
Anton Braunwarth
Ernst-Ludwigstrasse 3
Fernſprecher 971.
Gebraucht.
gut erhalt. Blechkarren
für Garten zu kauf. geſucht. Off.
unt. B 25 an die Exped. (*8839
BrauerSchule
Woris 2ſeh.
rbegründer 1972 von b. Schnoidar.
Beginn vas Sommer-Samestors
am 17. 4pril r9rz.
durch r. Ehrich, Brauer-Akädemia.
ehechtentie.
Engländerin Untericht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (5295a
Mathematik
durch akadem. gebild. Lehrer. Vore
bereitung für alle Examina (Einſ.;
Finanz=, Geom. I. u. II., Matur.).
Repet. f. Hochſchüler.
Verſicherungs=
mathematik. Sorgfältig ſchnelle
Förderung. Mäßiges Honorar.
Wittmannſtr. 30, 1. St. (B7209
Kründl. Klavier= und Violin=
Unterricht zu mäßt . Honorar
erteilt Gg. Göbel, Muſiklehrer,
7927a) Neckarſtr. 3, Mittelbau, pt
Kochstunde.
Erl. die g. bürg. Küche, Backen
v. Kuchen, Torten ꝛc., Einſ. v. Obſt,
Gemüſen, Fleiſch i. d. Weckſchen
Apparat, Kochen v. Gelee,
Mar=
meladen ꝛc. Anmeldungen nehme
jederzeit entgegen.
(*290s
Fräulein J. Friedrich,
Frankfurterſtraße 74, 1. Stock.
Unterricht
im Weißzeugnähen und
Zu=
ſchneiden wird gründlich erteiſt
K. Roese. Schützenſtr. 7, I. (5271a
Ekistenz:
Damen u. Herren
werden in geſonderten Kurſen in
Körperpflege und Maſſage
aus=
gebildet geg. ſehr mäßiges Honorar=
Gefl. Zuſchriften unter L. 62 an
die Exped. ds. Bl.
(B4238
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Seite 9.
Bahein Tar Hander und Maustrie.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis, dass der Gewinnanteil
für das Geschättsjahr 1911
für die Aktien à Mk. 1000 auf Mk. 65.−
„ H. 250 „ „ 27.85 pro Aktie
„, „₰
festgesetzt wurde. Die Auszahlung erfolgt gegen Einreichung der
Gewinnanteilscheine No. 11, bezw. No. 7 sofort:
bei den Kassen unserer Niederlassungen in
Darm-
stadt, Berlin (Schinkelplatz 1—4), Frankfurt a. M., Hamburg,
Bamberg, Cottbus, Düsseldorf, Forsti. L., Frankfurta. O.,
Freiburg i. B., Fürth (Bayern), Giessen, Greifswald.
Luben, Halle a. S., Hannover, Landau i. Pf., Leipzig.
Ludwigshafen a. Rh., Mannheim, München, Neustadt
a. H., Nürnberg, Oflenbach a. M., Prenzlau, Quedlinburg,
Sorau N.-L., Spremberg, Stargard i. P., Stettin,
Strass-
burg i. Els. und Wiesbaden
sowie in Augsburg bei den Herren Gebr. Klopfer.
„ Braunschweig bei der Braunschweigischen
Bank u. Kreditanstalt Aktien-Gesellschaft,
„ Bremen bei der Deutschen Nationalbank
Kommandit-Gesellschaft auf Aktien,
„ Breslau bei der Breslauer Disconto-Bank.
„ Cöln bei den Herren Sal. Oppenheim jr. & Co.
und bei dem A. Schaaffhausenschen
Bank-
verein,
„ Dortmund bei der Deutschen Nationalbank
Kommandit-Gesellschaft auf Aktien,
Dresden bei den Herren Albert Kuntze & Co.,
Essen a. d. Ruhr bei Herrn Simon Hirschland,
Hamburg bei der Vereinsbank in Hamburg
und bei den Herren Joh. Berenberg Gossler
& Co.,
„ Hannover bei den Herren Ephraim Meyer
& Sohn,
„ Heilbronn bei den Herren Rümelin & Co.,
„ Karlsruhe bei Herrn Veit L. Homburger,
„ Königsberg i. Pr. bei der Ostbank für Handel
und Gewerbe,
Mainz bei den Herren Schmitz, Heidelberger
& Co.
„ München bei den Herren Merck, Finck & Co.
und bei der Bayerischen Handelsbank,
Nürnberg bei der Vereinsbank,
Osnabrück bei der Deutschen Nationalbank
,
Kommandit-Gesellschaft auf Aktien,
„ Pforzheim bei den Herren Fuld & Co.,
„ Posen bei der Ostbank für Handelu. Gewerbe,
Rostock bei der Vereinsbank in Wismar,
Filiale Rostock,
„ Stuttgart bei der Württembergischen
Bank-
anstalt vorm. Pflaum & Co.,
bei der Württembergischen Vereinsbank
und bei der Königl. Württembergischen
Hofbank, G. m. b. H.,
Wismar bei der Vereinsbank in Wismar,
Amsterdam, für die Niederlande, bei der
Amster-
damschen Bank,
Wien bei der K. K. priv. Bank u.
Wechsel-
stuben-Aktien-Gesellschaft „Mereur‟.
Nach dem 30. April 1912 werden die Gewinnanteilscheine
nur bei den Niederlassungen unserer Bank ausbezahlt.
Berlin und Darmstadt, den 4. April 1912.
(8492P
Bank für Handel und Industrie.
Hedderich. v. Klitzing.
Grosses Lager in
Kostümstoffen
engl. Arten und uni Qualitäten
ferner in
(8532
schwarzen, weissen und farbigen
Kleiderstoffen
Hervorragende Sortimente
Beste Fabrikate „ :: Billigste Preise
Ludwigsplatz 81
W. LANZ
I. Etage.
feppichklopferel
Fr. A. Göbel, Kiesſtraße 57.
(V5361
Wohnungsentstaubung und Motten-Vertilgung.
. Aufpol. v. Möb.
Spezlalität, uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (1265a
Adolf Zeller. Schützenſtraße 8.
im Preis wie in der
Aus=
führung ſind die (8300a
Kunſthaararbeiten
der Firma
Verückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Entreſol
sen bei
Hausbeſitzer
kaufen
Oelfarben
Fußbodenlacke
Pinsel
Parkett-Wachs
Stahlspähne
Terpentin-Oel
Sandg jol
zu Vorzugsprei-
Anton
Fischer
Frankfurterstr.
Kinderwagen, gut erhalten, bill
zu verkaufen.
(*882.
Gervinusſtraße 42, part.
ühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführ
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20, Tel. 276. (1180a
Fahrrad- Feinste
Emall- 1 Strohhut
Hadke
als: blau
braun
grün
gelb
rot
ſchwarz
ꝛc. ꝛc.
in Doſen
à 50 Pfg.,
ſowie
loſe gewogen.
Wiederverkäu=
fern Rabatt.
als: blau
braun
grau
grün
rot
heliotrop
ſchwarz
modern=
farbig ꝛc.
vorzügl.
dei=
kend m. hohem
Glanz,
raſch=
trocknend,
loſe gewogen.
Darmstadt (7198a
Tel. 200. Schustergasse 14.
iniformſtücke eines Einj.=freiw.
Unteroffiziers d. Inf.=Leibg.=R.
Nr. 115, faſt neu, preiswert
ab=
zugeben. Zu erfragen
Grüner=
weg 17, 2. Stock.
(*8812im
gut erhaltener Sitz= und
Liege=
wagen billig zu verk. (*8823
Kiesſtraße 15, Vdhs.
Willſt du jung bleiben und
elaſtiſch, ſo iß
Honig
ein hochgeſchätztes,
unvergleich=
liches Volksheilmittel, da er das
Blut reinigt und neue friſche
Säfte bildet. (6255a
Garautiert naturreine
Bienen-Schlender-Honige
in groß. Auswahl
preiswert bei
Fr. Beckenhaub
Medizinal-Drogerie
Schulstr. und Wilhelminenstr. 11
(Mitgl. d. Starkenb. Bienenz.=V.)
vede Dame
weiß es, daß die besten u. billigst.
Haararbeiten
bei mir angefertigt werden. (57a
Gross. Lager in fertig. Arbeiten.
I.1
Zöpfe v. 2.50 Mk. an .. .
Locken-Tuffs v. 2.— Mk. an
Haar-Unterlagen in j. Farbe
Garantiert prima Material.
Auffärben alter Haararbeiten.
Reparaturen gut und preiswer
Kopfwaschen m. Frisur 1 Mk.
„Ond. 1.50 Mk.
Neueste Zentral-Trocken-Anlage.
Ir. Fmman
Elisabethenstr. 21.
Bann tur Hander und Maustrie.
Bilanz per 31. Dezember 1911.
Aktiva.
Kasse, fremde Geldsorten und Kupons
1 1841245709
Guthaben bei Noten- und Abrechnungs-
(Clearing-)Banken
I 30133374123
Wechsel und unverzinsliche
Schatz-
anweisungen
a) Wechsel (mit Ausschluss von b, e, d)
u. unverzinsliche Schatzanweisungen
des Reichs und der Bundesstaaten 115879824808
1386895184
b) eigene Akzepte . . . .
398704/10
c) eigene Ziehungen
d) Solawechsel der Kunden an die Order
der Bank . . . . . . . ..
114775—16069862302
Nostroguthaben bei Banken und Bank-
,,
firmen
43201742/86
Reports und Lombards gegen
börsen-
gängige Wertpapiere . . . .
112471068158
Vorschüsse auf Waren und
Warenver-
schiffungen
10645492lof
davon am Bilanztage gedeckt:
a) durch Waren, Fracht- oder
Lager-
scheine
2059636157
b) durch andere Sicherheiten
2936779)-
Eigene Wertpapiere
à) Anleihen und verzinsliche
Schatz-
anweisungen des Reichs und der
Bundesstaaten
18748179165l
b) sonstige bei der Reichsbank und
anderen Zentralnotenbanken
beleih-
bare Wertpapiere
4947381/24
c) sonstige börsengängige Wertpapiere 1 19380474170
d) sonstige Wertpapiere
7586151(73) 50662187/32
41656638(83
Konsortialbeteiligungen . .
Dauernde Beteiligungen bei anderen
Banken und Bankfirmen
18123884
Debitoren in laufender Rechnung:
a) gedeckte
(324648938/15
b) ungedeckte . .
,„
74019508 101398668446/25
c) Aval und Bürgschaftsdebitoren
ℳ 28049765.67
Bankgebäude
1485997624
368318/22
Sonstige Immobilien
„
12141821165
(26
Pastra.
160000000
Aktien-Kapital
Reserven
32000000.
Kreditoren:
5473527195
a) Nostroverpflichtungen
b) seitens der Kundschaft bei Dritten
benutzte Kredite
1961821/70
c) Guthaben deutscher Banken und
38700999193
Bankfirmen .
d) Einlagen auf provisionsfreier
Rech-
nung
45983439104
1. innerhalb 7 Tagen fällig
2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten
69396367110
fällig
40090820197
3. nach 3 Monaten fällig
e) sonstige Kreditoren
155331870/18
1. innerhalb 7 Tagen fällig .
2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten
(158735323/31
fällig
601097341631575784404f81
3. nach 3 Monaten fällig . .
Akzepte und Schecks
129577909/1s
a) Akzepte .
2652596/611132230505174
b) noch nicht eingelöste Schecks .
c) Aval und
Bürgschafts-
verpflichtungen . . ℳ 28049 765.67
2446704/10
Eigene Ziehungen .
2048000—
davon für Rechnung Dritter
Weiterbegebene Solawechsel der Kun-
4765
den an die Order der Bank . .
980000-
Talonsteuer-Reserve
11146911/10
Gewinn- und Verlust-Konto
:
1912141821/65
Gewinn- und Verlust-Konto pro 1911.
Soll.
Geschäfts-Unkosten:
Handlungsunkosten (einschliesslich der
Tantiémen an den Vorstand und die
Oberbeamten im Betrage von Mark
1 455048.06 verteilt auf 171 Köpfe).
9156468/25
Steuern
1174408/14f
Gratifikationen an die Beamten (
Weih-
nachten, Abschluss, Teuerungszulage),
Ehrengaben an Beamte, Zuwendung
an die Pensionskasse und für wohl-
169953112 1203040751
tätige Zwecke
Abschreibung auf Immobilien und Mo-
523276/73
bilien
,
660000)-
Talonsteuer-Reserve
,
11146911110
7.. . 3
Gewinn-Saldo .
Verwendung des Gewinnes:
1. Dividende pro 1911 von 6½%
ℳ 10 400 000.−
2. Tantiémen des Auf-
280 000.−
sichtsrats .
3. Gewinn-Vortrag „ 466 911,10
36059534
Naben-
8902820160
Provisionen
Zinsen:
9178431/67
a) Zinsen- u. Wechsel-Konto
b) aus dauernden Beteiligungen bei
1158097190
anderen Banken u. Bankfirmen
76122252) 11097752109
c) aus Valuten
Gewinne aus Effekten
2049621176
Gewinne aus Finanzoperationen . . .
1837239149
Diverse Eingänge
32679/32
Gewinn-Vortrag von 1910 . . .
440482/08
24360595/34
849 1P)
Jacken=Koſtüme
nach Maß, tadelloſe Ausführung,
ſolide Preiſe, ſchnelle Bedienung.
Moderniſieren prompt und billig.
Ferd. Vorwerk
Heidelbergerſtr. 8. (6620a
I
1
fertige billig Hosen,
ür Knaben glusen, Anzügs ete.
Aelt. Sachen werden mit verarb.
Schneiderin, Liebfrauenstr. 79. 1266
werd. jed. Geſchmackentſpr
Hüte ſchick garniert, ältere Hüte
werd. umgearb. in u. außer d. Hauſe
Ludwigspl. 8, Vorderh. III. (7695a
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Nummer 83.
Darmstädter Sprach ulandeisschuld Hieron. Schneider.
10 Luisenstr.
Gründliche Ausbildung für den
Stenographie (Gabeisberger).
kaufm. Beruf durch 5 praktisch Maschinenschreiben, Garantie für leichte
ausgebildete und bewährte Lehr-und rasche Erlernung durch eig. Tafelsystem
kräfte.
mit deutsch., engl., franz., ital. u. span. Diktat.
Beginn neuer Kurse: 15. April. (8499a)
Fremde Sprachen:
Englisch, Französisch, Spanisch,
ltalienisch,
bes. Handels-Korrespondenz.
Leiter: Emil Held u.
Getrennte Klassen für
Fort-
bildungsschüler
mit Befreiung von obligatorischer
Fortbildungsschule.
Sprechstunden täglich 12—1 u. 4-
Landgraf-Philipp-Anlage 6
und
Depositenkasse: Wilhelminenstr. 14
Aktienkapital u. Reserven: 192 Millionen Mark
Für die Reisezeit:
Auslandisches Geld
Stahlkammern (Safes)
von 5 Mark an für ein Fach
Kreditbriefe
euerbverein Warmsfadf.
B
Sonntag, den 14. April 1912
beſtimmt bei jeder Witterung — Gäſte willkommen
III. Wanderund
von Jugenheim, Herzog Ulrich=Ruhe, Alsbacher Schloß (hierſelbſt Raſt
mit Beſichtigung der Burg, Vesper iſt mitzunehmen, für Getränke
wird geſorgt), Auerbacher Schloß, Auerbach. Daſelbſt gemütliches
Beiſammenſein im oberen Saal des Gaſthauſes „Zur Bergſtraße‟
(Bürgermeiſter Weigold).
(8494is
Marſchzeit 4 Stunden. Bequeme Wege. Abfahrt
Hauptbahn=
hof 11,59 Uhr, Südbahnhof 12,03 Uhr. Sonntagsfahrkarte Auer bach
85 Pfg, die auch über Jugenheim gültig.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
K. u P-KOn Zer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B7897
ev. für die ganze Welt gültig
Feuer- und diebessichere Aufbewahrung von
Wertpapieren u. Wertgegenständen aller Art
Verwaltung von Wertpavierbeständen
auch Hypolheken
Verzinsung von Bardepositen
: gegen
(Einlagebücher)
Nähere Auskunft an unseren Schaltern.
(*856P
Keichlaleoagu- u. Meerlische Kusstollung
aats . 15
Eden-Hotel u. Kurhaus Tel. 24.
Terrassenrestaur. Café. Schönste Lage. Alle Art Läd.
Besitzer
Grand Hotel Konigstelll ga. Stern
I. Haus. — Das ganze Jahr offen. — Herrl. Lage.
Vom 30. März bis 10. April im Kaisersaal, Grafenstr.
Geöffnet von morgens 9 Uhr bis abends 8 Uhr. Eintritt 50 Pfg.
Reichhaltige Sammlungen von Jagdtrophäen, präparierten
Meerfischen und Vögeln, Waffen und Kriegsausrüstungen der
Eingeborenen aus deutschen Kolonien, ethnologische und
ethno-
graphische Gegenstände, Pflanzen, Literatur.
(R7542
in schönster Lage
Hotel Bender pension v. Mk. 5.—an
Elestr. Lich-. Zentralheizunr. Man verl. Prospeit.
Sandtorinnsan, Katbr. Amelung
für Nerven- u. innere Frankheiten.
Z . . ,
Grandere, liefert H. Krieger,
Schuhm., Heidelbergerſtr. 42. (B123
Für Brautlente
Schlafzimmer, hell Satin, imit.,
mit großem Spiegelſchr., Waſch=
Kkommode mit Spiegelaufſatz, zwei
Bettſtellen, 2 Nachtſchränkchen
mit Marmor, vollſtändig neu,
iſchwer ſolide Arbeit (
Gelegenheits=
ſſache), für nur 195 Mk., klein eich.
Büfett, dazu paſſende Kredenz,
ſchwerer Umbau mit Seitenkaſten
jund Spiegel für nur 250 Mk.,
4 nußb. pol. Bücherſchrank 90 Mk.,
1 Diwan, gek. 85 Mk für 65 Mk.,
1 Backenſeſſel, gek. 45 Mk., f. 28 Mk.,
1 eichener Diplomaten=Schreibt.
78 Mk., 1 ſchwerer eich. Bücher=
(*3819
ſchrank, billig
Karlstrasse 41.
Grüh=Gemüſe= u. Salatpflanz.
abzugeben bei Joh. Rußler,
Müllerſtraße 20.
(7391a
Hautfucken
nach acht Tagen vollſtändig
ver=
ſchwunden. Herr Poſt. W. Trier,
ſchreibt:
„Beſtätige Ihnen gerne, daß ich
mit Ihrer Herba=Seife ſehr
zu=
frieden war. Das Hautjucken war
nach acht Tagen vollſtändig ver=
(8505fI
ſchwunden.”
Herba=Seife zu haben in allen
Apoth., Drog., Parfüm. 2 Stck. 50
Pf., 30% ſtärker. Präp. Mk. 1.—
Operetten-Posse in3Aktenv.
C. Kraatz u. G. Okonkowsky.
Gesänge von A. Schönfeld.
Musik von J. Gilbert.
Preiser . 2, 1.50 . 151.
Vorverkauf: nur Verkehrsbüro.
ſehr.
Neue beſſere Möbel billig
abzug., Diwans, pr. Polſter. u.
Garantie, Spiegelſchr., Schreibtiſch,
Vertiko, Trumeauſp., Flurgarderob.,
Bücherſchr., Büfett, eich.
Schlaf=
zim., Speiſezim., Küche,
Kleider=
ſchr., Waſchkommoden, Bettſtellen,
Matratzen Eliſabethenſtraße 46,
(*8844
Vorderhaus part.
Gastspiel Michl Dengg’s
Oberbayr. Bauerntheater
Dienstag,
den 9. April
I. Klasse
Bauernschwank in 1 Akt
von L. Thoma.
Vorher:
(8533
Im Pfarrhaus
von Hans Werner.
Mittwoch, den 10. April
— Erst-Aufführung:
Der Jäger von Fall
von Ludwig Ganghofer.
ner ar riter er net.
heis e Verstellung 5. April.
Verloren
wurde am 17. März ein echtes
Spitzentaſchentuch. Abzugeben
gegen hohe Belohnung (B8501
Annaſtraße 42.
Junser
Dobermann
mit weiß. Bruſt entlaufen.
Hoffärberei Reich
Pallaswieſenſtr. 146. (8518im
Daſt neuer Sitz= und Liegewag.,
2 ſehr preiswert, zu verkaufen
Wendelſtadtſtr. 56, I. r.
(*8322
Großherzogl. Hpſtheater
Dienstag, 9. April.
150. Abonnem.=Vorſtellung. D 38.
Zum achten Male:
Grigri.
Operette in 3 Akten v. Paul Lincke.
Muſikal. Leitung: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Gaſton Deligny . Hr. Bernhardt
König Magawewe Hr. Jordan
Grigri, ſ. Tochter Frl. Schaub
.Hr. Speiſer
. Frl. Grünberg
. Hr. Jürgas
Pantoufle
cvonne .
Potpre
Madame Brocard Fr. Rudolph
Jeanne, i. Tochter Frl. Bruker
Ein Offizier der
Spahi
. Hr. Hartmann
Der Großfürſtvon
Paleſtrien . . . Hr. Semler
Der Regiſſeur des
Apollogartens . Hr. Peterſen
Maud,
Ciſſy,
Amy,
38
Tolly,
Polly,
Molly,
Ein Japaner .
Erſter
Zweiter) Offizier
Ein Journaliſt
Ein Koch
, „
Ein Portier
Ein
Polizeikom=
miſſar
Frl. Huber
Frl. Croneberg
Frl. Müller
Frl. Martin
Frl. Rehr
Frl. Kumpf
Hr. Jungmann
Hr. Dobski
Hr. Indorf
.Hr. Jachtmann
Hr. Klotz
Hr. Geibel
. Hr. Kroczak
Erſte 1
.Frl. Pfau
Tänzerin
Frl. Lücke
Zweite!
Ein Poſtbote . . Hr. Kräger
Ein Meſſengerboy Frl. Senten
Der Tanz der 6 Cocktail=Girls iſt
von der Hofballettmeiſterin Frau
Thiele=Leonhardt arrangiert.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Preiſe der Plätze (Gr. Pr.):
Proſzeniumsloge 6 Mk.,
Fremden=
loge 6 Mk. Balkonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.—6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.—8. Reihe) 2.20 Mk. 1. Galerie
1.20 Mk. 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende 10½ Uhr.
Kartenverk. v. 11—1u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 10. April. 151. A.=V.
A 38. „Die Räuber.” Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Freitag, 12. April. 152. Ab.=V.
B 38. „Der Störenfried.”
— Hierauf: Champagner=
Viſionen (Ballett). Kl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Die Hoftheaterhauptkaſſe iſt an
allen Wochentagen, vormittags
von 10—12½ Uhr, geöffnet.
Außer Abonnement.
Zweimaliges Gaſtſpiel des Kgl.
Bayer. Kammerſängers Heinrich
Knote v. Hoftheater in München.
Donnerstag, 11. April. Anf. 6 Uhr.
Siegfried.
Zweiter Tag aus der Trilogie
Der Ring des Nibelungen in
3 Aufzügen von Richard Wagner.
Siegfried . . Hr. Knote.
Sonntag, 14. April. Anf. 6½ Uhr.
Lohengrin.
Große romant. Oper in 3 Akten
von Richard Wagner.
Lohengrin . . Hr. Knote.
Preiſe der Plätze für jede
einzelne Vorſtell.:
Proſzeniums=
loge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., Erſter Rang
4.50 Mk., Zweiter Rang: 1.—6.
Reihe 2.50 Mk. 7. und 8. Reihe
2 Mk., Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4 Mk., 14.—20. Reihe 3.20 Mk.,
Parterre: 1.—5. Reihe 2.70 Mk.,
6.—8. Reihe 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 9.60 Mk.
Die verehrl. Abonnenten haben
ein Vorkaufsrecht in der Art, daß
ſie ſich am Dienstag, 9. April,
von 3½—5 Uhr, gegen Vorzeigung
ihrer Abonnementskarten, f. beide
Vorſtell. Plätze (ihrem
Abonne=
mentsplatz entſprechend) an der
Tageskaſſe ſichern können.
Die Plätze der Ganz=Abonn.
bleiben am 9. April bis nachmit.
5 Uhr aufbewahrt.
Der allgemeine Kartenverkauf
zu beiden Vorſtellungen findet
Mittwoch, 10. April, ſowie an den
darauffolgend. Tagen, vormittags
11—1 Uhr, für die noch vorhand.
Plätze an der Tageskaſſe ſtatt.
Bekanntmachung.
Den nachſtehenden Auszug aus den, für die Führer von Kraftfahrzeugen
geltenden Vorſchriften, bringen wir wiederholt in Erinnerung.
Darmſtadt, 3. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Auszug aus den Beſtimmungen der Verordnung des Bundesrats vom
3. Februar 1910 über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.
Beſondere Pflichten des Führers.
§ 17. Der Führer iſt zu beſonderer Vorſicht in Leitung und Bedienung ſeines
Fahrzeuges verpflichtet. Er darf von dem Fahrzeuge nicht abſteigen, ſolange es in
Bewegung iſt, und darf ſich von ihm nicht entfernen ſolange die Maſchine oder der
Motor läuft: auch muß er, falls er ſich von dem Fahrzeuge entfernt, die Vorrichtung
in Wirkſamkeit ſetzen, die verhindern ſoll, daß ein Unbefugter das Fahrzeug in
Betrieb ſetzt.
Der Führer iſt verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß eine nach der
Beſchaffen=
heit des Kraftfahrzeuges vermeidbare Entwickelung von Geräuſch, Rauch, Dampf oder
üblem Geruch in keinem Falle eintritt.
Das Oeffnen etwa vorhandener Auspuffklappen iſt verboten.
§ 18. Die Fahrgeſchwindigkeit iſt jederzeit ſo einzurichten, daß Unfälle und
Ver=
kehrsſtörungen vermieden werden und daß der Führer in der Lage bleibt, unter allen
Umſtänden ſeinen Verpflichtungen Genüge zu leiſten.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile darf die Fahrgeſchwindigkeit von 15
Kilo=
meter in der Stunde nicht überſchritten werden. Bei Kraftfahrzeugen von mehr als
5,5 Tonnen Geſamtgewicht beträgt die überhaupt zuläſſige Höchſtgeſchwindigkeit 12
Kilo=
meter in der Stunde; ſie kann — vorbehaltlich der Vorſchrift in Satz 1 — bis auf
16 Kilometer geſteigert werden, wenn wenigſtens die Triebräder mit Gummi bereift
ſind Auf unüberſichtlichen Wegen, insbeſondere nach Eintritt der Dunkelheit oder bei
ſtarkem Nebel, beim Einbiegen aus einer Straße in die andere, bei Straßenkreuzungen,
bei Straßeneinmündungen, ſcharfen Straßenkrümmungen, bei der Ausfahrt aus
Grund=
ſtücken, die an öffentlichen Wegen liegen, und bei der Einfahrt in ſolche Grundſtücke,
bei der Annäherung an Eiſenbahnübergänge in Schienenhöhe, ferner beim Paſſieren
enger Brücken und Tore, ſowie ſchmaler oder abſchüſſiger Wege, ſowie da, wo die
Wirk=
ſamkeit der Bremſen durch die Schlüpfrigkeit des Weges in Frage geſtellt iſt, endlich
überall da, wo ein lebhafter Verkehr herrſcht, muß langſam und ſo vorſichtig gefahren
werden, daß das Fahrzeug ſofort zum Halten gebracht werden kann.
§ 19. Der Führer hat entgegenkommende, zu überholende, in der Fahrtrichtung
ſtehende oder die Fahrtrichtung kreuzende Menſchen, ſowie die Führer von
Fuhr=
werken, Reiter, Radfahrer, Viehtreiber uſw. durch deutlich hörbares Warnungszeichen
rechtzeitig auf das Nahen des Kraftfahrzeuges aufmerkſam zu machen; auf die
Not=
wendigkeit, das Warnungsreichen abzugeben, iſt in beſonderem Maße an
unüberſicht=
lichen Stellen zu achten.
Das Abgeben von Warnungszeichen iſt ſofort einzuſtellen, wenn Pferde oder
andere Tiere dadurch unruhig oder ſcheu werden.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile ſind Warnungszeichen mit der vorgeſchriebenen
Huppe abzugeben. Außerhalb geſchloſſener Ortsteile kann das Warnungszeichen auch
mit einer Fanfarentrompete abgegeben werden; dieſes Signalinſtrument darf auch
loſe im Kraftfahrzeuge mitgeführt und unter Verantwortung des Führes auch durch
eine andere, im Fahrzeug beförderte Perſon angewendet werden. Das Abgeben
lang=
gezogener Warnungsſignale, die Aehnlichkeit mit Feuerſignalen haben, ſowie die
Ver=
wendung anderer Signalinſtrumente iſt nicht ſtatthaft.
§ 20. Merkt der Führer, daß ein Pferd oder ein anderes Tier vor dem
Kraft=
fahrzeuge ſcheut, oder daß ſonſt durch das Vorbeifahren mit dem Kraftfahrzeuge
Menſchen oder Tiere in Gefahr gebracht werden, ſo hat er langſam zu fahren,
ſo=
wie erforderlichenfalls anzuhalten und die Maſchine oder den Motor außer
Tätigkeit zu ſetzen. Auf den Haltruf oder das Haltzeichen eines als ſolcher
kennt=
lichen Polizeibeamten hat der Führer ſofort anzuhalten. Zur Kenntlichmachung eines
Polizeibeamten iſt auch das Tragen einer Dienſtmütze ausreichend.
§.21. Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer
Wendung, nach links in weitem Bogen zu fahren. Dieſe Vorſchrift gilt
ent=
ſprechend für das Durchfahren von ſcharfen oder unüberſichtlichen
Wege=
krümmungen.
(8345si
*Der Führer hat entgegenkommenden Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern
Radfahrern, Viehtransporten oder dergleichen rechtzeitig und genügend nach rechts
auszuweichen oder, falls dies die Umſtände oder die Oertlichkeit nicht geſtatten,
ſo=
lange anzuhalten, bis die Bahn frei iſt
Das Vorbeifahren an eingeholten Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern,
Rad=
fahrern, Viehtransporten oder dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen.
Bekanntmachung.
Bei dem ſich immer mehr ſteigernden Kraftfahrzeugeverkehr auf den öffentlichen
Straßen iſt dringend erforderlich, daß alle Leiter von Fuhrwerken und alle Führer
von Fahrzeugen folgende Beſtimmungen beachten:
1. Alle, auf den öffentlichen Verkehrsſtraßen fahrenden Fuhrwerke und
Fahr=
zeuge müſſen die rechte Seite der Fahrbahn möglichſt einhalten.
2. Beim Ueberholen muß das überholende Fuhrwerk oder Fahrzeug in
aus=
reichender Entfernung das Zeichen zum Ueberholen abgeben. Die
Fuhr=
werke die überholt werden ſollen, haben ſtets ſofort genügend nach der
rechten Seite auszuweichen. Bei dem Ueberholen beladener Fuhrwerke
muß namentlich auch darauf geachtet werden, daß das überholende Fuhrwerk
oder Fahrzeug das Zeichen für das Vorbeifahren möglichſt früh abgibt
und ſoweit nötig öfter wiederholt, da bei beladenen Fuhrwerken das
Ausweichen langſam von ſtatten geht. Alle Fuhrwerke und Fahrzeuge haben
bei Ertönen des Zeichens des überholenden Fuhrwerks oder Fahrzeuges
ſtets ſofort die rechte Seite der Fahrbahn einzunehmen, falls ſie ſich
nicht bereits auf dieſer Seite befinden und haben dem nachkommenden
Fuhr=
werk oder Fahrzeug genügenden Raum zum Vorüberfahren ohne
Ver=
zug zu geben.
Darmſtadt, 3. April 1912.
(8466
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße von den Hirſchköpfen bis zum Einſiedel (Gemarkung
Darm=
tadt) iſt wegen Einwalzen der Fahrbahn von Mittwoch, den 10. k. Mts. ab, auf ca.
(8265dsi
Wochen für Fuhrwerke, Automobile, Motorräder u. dergl. geſperrt.
Darmſtadt, den 30. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 11., 12., 15.,
16., 18., 19., 22., 23., 25., 26., 29., 30. April 1912, von 8 Uhr vormittags bis zum
Dunkelwerden, Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des 18. Armeekorps
auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinbügel 1 km nördlich Meſſel, in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
nen
„ Säden: Forſthaus Steinacker=Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909.)
Wenn das Schießen früher beendet iſt, werden die Gemeinden Meſſel und
Offenthal von Aufhebung der Abſperrung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Muſterungs=Geſchäft im Kreiſe Darmſtadt im Jahre 1912.
Für den Kreis Darmſtadt wird das Muſterungs=Geſchäft vom 1. bis 24. April
lfd. Js. im Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5 dahier, vorgenommen werden,
Die Muſterung findet in folgender Weiſe ſtatt:
Mittwoch, den 10. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben H und 3.
Donnerstag, den 11. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe K,
2. Gemeinde Gräfenhauſen.
Freitag, den 12. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben L und M.
2. Gemeinde Eſchollbrücken. 3. Gemeinde Schneppenhauſen.
Samstag, den 13. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben N bis R.
2. Gemeinde Eich. 3. Gemeinde Meſſel.
Montag, den 15. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe 8, jedoch!
nur die in den Jahren 1890 und 1891 geborenen Militärpflichtigen.
2. Gemeinde Erzhauſen. 3. Gemeinde Traiſa.
Dienstag, den 16 April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe 8, die
im Jahre 1892 geborenen Militärpflichtigen, 2. Gemeinde Malchen.
3. Gemeinde Roßdorf.
Mittwoch, den 17. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben T bis Z,
Donnerstag, den 18. April: desgleichen 1. Gemeinde Braunshardt, 2. Gemeinde
Arheilgen.
Freitaa, den 19. April: desgleichen 1. Gemeinde Eberſtadt, 2. Gemeinde Nieder=
Beerbach.
Samstag, den 20. April; desgleichen Gemeinde Griesheim.
Montag, den 22. April: desgleichen 1. Gemeinde Nieder=Ramſtadt, 2. Gemeinde
Ober=Ramſtadt.
Dienstag, den 23. April: desgleichen Gemeinde Pfungſtadt.
Sämtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1892 geboren und im Kreiſe
Darmſtadt geſtellungspflichtig ſind, die Ueberzähligen (dienſttaugliche Leute aus
früheren Jahren, welche infolge hoher Losnummer nicht eingeſtellt worden ſind und
über die noch nicht definitiv entſchieden iſt, die alſo keine andere Militär=Legitimation
haben, als ihre Loſungs= und Geſtellungsſcheine), ſowie die Zurückgeſtellten aus
früheren Jahren (im Jahre 1890 und 1891 Geborene) werden hiermit aufgefordert,
ſich an den vorbezeichneten Tagen jedesmal pünktlich 7¼ Uhr vormittags zur
Muſterung einzufinden.
Die Militärpflichtigen aus früheren Jahren haben ihre Loſungsſcheine. ſofern
dieſelben nicht ſchon bei der Anmeldung zur Stammrolle abgegeben worden ſind, bei
der Muſterung vorzulegen, damit ſie ergänzt und berichtigt werden können.
Auch werden unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 3. Januar I. Js.
(Amtsverkündigungs=Blatt Nr. 5 von 1912) die im Jahre 1892 geborenen, im Beſitz
des Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Dienſt befindlichen
Militär=
pflichtigen, welche bis jetzt ihre Zurückſtellung vom Militärdienſt noch nicht
bean=
tragt haben, wiederholt aufgefordert, dies alsbald und ſpäteſtens im
Muſterungs=
termin zu tun.
Mittwoch, den 24. April findet die Loſung ſtatt, und zwar von vormittags
8 Uhr ab für die Miltärpflichtigen aus der Stadt Darmſtadt, von 10 Uhr ab für
die Miltärpflichtigen aus den Landgemeinden.
Von der perſönlichen Geſtellung vor der Erſatz=Kommiſſion ſind nur entbunden:
1. Dieienigen im Beſitz des Berechtigungsſcheins zum einjährig=freiwilligen
Dienſt befindlichen Leute, welche vorſchriftsmäßig ihre Zurückſtellung bei
der Erſatz=Kommiſſion beantragt haben.
2. Diejenigen, welche ſich als Freiwillige bei einem Truppenteil gemeldet und
Annahmeſchein für die Einſtellung im Herbſt I. Js. erhalten haben.
3. Diejenigen, welche wegen ihres Geſundheitszuſtandes, z. B. Blödſinn,
Ver=
krüppelung ꝛc. nicht perſönlich ſich ſtellen können, was durch ein ärztliches
Zeugnis und eine Beſcheinigung der betreffenden Bürgermeiſterei beſtätigt
ſein muß.
Wer an Epilepſie zu leiden behauptet, hat auf eigene Koſten drei
glaubhafte Zeugen hierfür zu ſtellen oder ein Zeugnis eines beamteten
Arztes beizubringen.
Die Militärpflichtigen, welche ohne genügenden Entſchuldigungsgrund ſich zur
Muſterung nicht ſtellen oder nicht pünktlich zu derſelben erſcheinen, haben die
Nachteile=
zu erwarten, welche für dieſen Fall in der Wehrordnung feſtgeſetzt ſind. Dieſelben
ver=
lieren unter Umſtänden die Berechtigung, an der Loſung teilzunehmen, ſowie die aus
Reklamationsgründen erwachſenen Anſprüche und werden, neben Verurteilung in eine
Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder 3 Tagen Gefängnisſtrafe, vorweg zum Militärdienſt
herangezogen.
Das perſönliche Erſcheinen bei der Loſung bleibt den Militärpflichtigen überlaſſen.
Bezüglich der Geſuche um Zurückſtellung und Befreiung vom Militärdienſt
in Berückſichtigung häuslicher, gewerblicher und Familienverhältniſſe ꝛc. wird auf
die 88 32 u. 3 der Wehrordnung vom 22. November 1888 (Reg=Bl. Nr. 68 von 1901),
das Reglement vom 12. Mai 1868 (Reg.=Bl. Nr. 26 von 1868) und die diesſeitige
Bekannt=
machung vom 7. Februar l. Js. (Amtsverkündigungs=Blatt Nr. 23) mit dem Anfügen
aufmerkſam gemacht, daß diejenigen Perſonen, zu deren Gunſten wegen Arbeits= und
Aufſichtsunfähigkeit die Zurückſtellung eines Militärpflichtigen in Anſpruch genommen
wird (Eltern und Geſchwiſter ꝛc. derſelben), vor der Erſatz=Kommiſſion an dem Tage
zu erſcheinen haben, an welchem die Muſterung der betreffenden Militärpflichtigen
ſtatt=
findet. Die Geſuche ſind alsbald, ſoweit noch nicht geſchehen, bei den Großherzoglichen
Bürgermeiſtereien vorzubringen.
Ebenſo haben diejenigen Reklamanten, deren Söhne 1910 und 1911 wegen
häus=
licher ꝛc Verhältniſſe zurückgeſtellt worden ſind, inſofern ſie eine weitere Zurückſtellung
bezw. die Befreiung vom Militärdienſt für die Friedenszeit glauben in Anſpruch
nehmen zu können, ihre Geſuche bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien zu erneuern
und mit ihren Söhnen vor der Erſatzkommiſſion zu erſcheinen, gegenfalls die
Reklamg=
tionen unberückſichtigt bleiben.
Ferner wird darauf hingewieſen, daß ſpätere Geſuche um Zuweiſung zu einem
anderen Truppenteil unberückſichtigt bleiben; denen, die beſondere Wünſche für einen
Truppenteil oder Standort haben, wird empfohlen, ſich rechtzeitig zum freiwilligen
Dienſt zu melden.
Zugleich wird bekannt gemacht, daß über etwaige von Reſerve= und
Landwehr=
mannſchaften, ſowie Erſatz=Reſerviſten eingereichten Geſuche um Zurückſtellung wegen
häuslicher, gewerblicher oder Familienverhältniſſe an den Tagen verhandelt wird, an
welchen die Muſterung der betreffenden Ortsangehörigen angeſetzt iſt.
Darmſtadt, am 9. März 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart Reg.=Rat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Jagdhund. 1 Boxer (ugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(8497
Bekanntmachung.
Betr.: Polizeiliche Schutzmaßregeln in den bei Darmſtadt
ge=
legenen Waldungen.
Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß mit Wirkung
vom 6. April I. Js. der Sicherheitsdienſt in der Waldumgebung der
Stadt, gleichwie in den Vorjahren, wiederum in Kraft tritt. Der
Aufſichtsdienſt wird von 7 Forſtaufſehern ausgeübt, welche die
Uni=
form der ſtaatlichen Forſtwarte tragen und mit Gewehr ausgerüſtet
ſind. Ihre Aufgabe iſt die ſtändige Beaufſichtigung der die Stadt
umgebenden Waldungen unter beſonderer Berückſichtigung der von
dem Publikum begangenen Spazierwege.
Da den Forſtaufſehern die polizeiliche Ueberwachung der
Wald=
umgebung obliegt, ſind ſie von dem Großh. Kreisamt eidlich als
Polizeibeamte auf den Polizeiſchutz verpflichtet und im Beſitz einer
von dem unterzeichneten Polizeiamt ausgeſtellten Ausweiskarte.
In der Ueberzeugung, daß durch die ſtändige polizeiliche
Ueber=
wachung der Waldungen eine erhöhte Gewähr für die Sicherheit des
Spaziergängerpublikums gegeben iſt, richten wir hiermit an die
Ein=
wohnerſchaft die Bitte, von etwaigen verdächtigen Wahrnehmungen
in den Wäldern bei Begegnung die Forſtaufſeher oder aber das
unterzeichnete Polizeiamt in Kenntnis ſetzen zu wollen.
Darmſtadt, den 3. April 1912.
(8370sim
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
J. V.: Lauteſchläger.
Senteiheinungs und Schreinern
arbeiten.
für die Mittelſchule II ſollen
ver=
geben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebotsſcheine werden
nachaus=
wärts nicht verſandt.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 11. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
(8424si
einzureichen.
Darmſtadt, 2. April 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Nummer 83.
Straßenſperre.
Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird die
Wilhelminen=
ſtraße zwiſchen der Anna= und Wilhelmſtraße vom 10. bis zum
30. April ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſperrt.
(8530
Darmſtadt, den 6. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
I. V.: Lautenſchläger.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut zur
Allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 2. April 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Lauteſchläger.
Polizeiverordnung
für die Stadt Darmſtadt, die Beaufſichtigung der Hunde betreffend.
Auf Grund des Artikels 56 Abſatz 2 Ziffer 1 des Geſetzes,
betreffend die Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen, vom
13. Juni 1874 wird nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung des
Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 16. März 1909, zu
Nr. M. d. J. II 1247, die nachſtehende Polizeivererdnung für den
Gemeindebezirk Darmſtadt erlaſſen:
§ 1. Innerhalb der Stadt müſſen auf öffentlichen Straßen
und Plätzen, ſowie an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen,
1. biſſige Hunde mit einem das Beißen verhindernden Maulkorb
verſehen ſein und an einer kurzen Leine geführt werden,
2. Hunde der nachſtehenden Raſſen:
a) Bernhardiner,
b) Neufundländer,
c) Leonberger,
d) Doggen (Deutſche, Ulmer, Däniſche und Bulldoggen),
e) Barſoys (große ruſſiſche Windhunde),
k) Maſtiffs
und alle aus Kreuzungen dieſer Raſſen hervorgegangenen Hunde
an einer kurzen Leine geführt werden.
§ 2. Alle Hunde ſind an der Leine zu führen
1. in den dem Publikum geöffneten Großherzoglichen Hofgärten,
2. in der neuen Anlage weſtlich der Main=Neckar=Bahn,
3. auf den Bahnſteigen der Bahnhöfe,
4. in Wirtſchaften und Wirtsgärten.
§ 3. Die Begleiter von Hunden haben dafür Sorge zu tragen,
daß dieſe in den öffentlichen Anlagen, in denen ſich Raſenplätze,
Blumenbeete oder Gebüſchanpflanzungen befinden, nicht außerhalb
der Wege umherlaufen.
§ 4. Außerhalb der Stadt müſſen alle biſſigen Hunde mit
einem das Beißen verhindernden Maulkorb verſehen ſein.
§ 5. Kranke Hunde und läufige Hündinnen müſſen auf der
Straße und an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen, ſtets an
der Leine geführt werden.
Mit anſteckender Krankheit, insbeſondere Hautkrankheit behaftete
Hunde, müſſen zu Hauſe eingehalten werden.
§ 6. Es iſt verboten, zur Nachtzeit, d. h. in der Zeit von
10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, Hunde ohne Aufſicht auf der
Straße frei umher laufen zu laſſen.
§ 7. Das Mitbringen von Hunden auf Friedhöfe, den
Wochen=
markt und die Meſſe, ſowie in öffentliche Dienſtgebäude, in die
Badehäuſer oder an die Badeplätze des Woogs, zu öffentlichen
Feier=
lichkeiten und in Räume, in denen Nahrungs= oder Genußmittel
feilgeboten werden, iſt verboten.
§ 8. Die Beſitzer und Begleiter von Hunden haben die
erſorder=
lichen Maßregeln zu treffen, damit die Ruhe nicht durch andauerndes
Gebell oder Geheul ihrer Hunde geſtört wird, und insbeſondere das
Anbellen von Perſonen, Zug= und Reittieren durch ihre Hunde zu
verhindern.
§ 9. Das Polizeiamt kann den Aufenthalt bösartiger, biſſiger
und kranker Hunde auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen
ganz verbieten.
§ 10. Für jeden Hund, der in das nach § 1 der Verordnung
vom 4. November 1899, die Hundeſteuer betreffend, von der Großh.
Bürgermeiſterei zu führende Hunderegiſter eingetragen iſt, erhält der
Beſitzer des Hundes eine Blechmarke mit einer Nummer, die der
Hund, ſolange er ſich außerhalb eines Hauſes, geſchloſſenen
Grund=
ſſtücks oder ſonſtigen umſchloſſenen Raumes befindet, ſtets am
Hals=
band=zu tragen hat.
§ 11. Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwiderhandelt oder
die ihm darin auferlegten Verbindlichkeiten nicht erfüllt, wird, inſoweit
nicht andere Strafbeſtimmungen zur Anwendung zu kommen haben,
auf Antrag des Großh. Polizeiamts mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark
beſtraft.
§ 12. Die Polizeibehörde hat ferner das Recht, alle Hunde
die entgegen den Beſtimmungen dieſer Polizeiverordnung nicht
an=
geleint oder nicht mit einem das Beißen verhindernden Maulkorb oder
inicht mit der in § 10 vorgeſchriebenen Blechmarke verſehen ſind, durch
den Hundefänger einfangen zu laſſen, falls der Beſitzer nicht zur
Stelle iſt und den Hund in Gewahrſam nimmt.
Desgleichen können alle Hunde eingefangen werden, die an den
iin § 7 genannten Orten, in öffentlichen Anlagen außerhalb der Wege
ſoder zur Nachtzeit ohne Aufſicht frei umherlaufen.
§ 13. Die eingefangenen Hunde werden in Verwahrung und
Pflege genommen und 5 Tage lang zur Auslöſung durch den Beſitzer
bereit gehalten.
Die Herausgabe erfolgt an die Perſonen, die ſich als
empfangs=
fberechtigt ausweiſen, gegen Erſtattung des Betrags der von dem
Polizeiamt als Entſchädigung für die durch das Einfangen und die
„Verpflegung der Hunde der Polizeikaſſe erwachſenen baren Auslagen
ffeſtgeſetzt wird.
Hunde, welche die in § 10 vorgeſchriebene Blechmarke mit
Nummer tragen, ſind den Eigentümern innerhalb 24 Stunden nach
idem Einfangen gegen Erſtattung einer beſonderen Gebühr in Höhe
von 50 Pfennig zuzuführen.
Hunde, die innerhalb der 5tägigen Friſt nicht ausgelöſt ſind,
(werden entweder zu Gunſten der Polizeikaſſe veräußert oder getötet.
§ 14. Durch die Beſtimmungen des § 12 wird das wegen
Uebertretung der Vorſchriften dieſer oder der in § 10 erwähnten
Verordnung einzuleitende Strafverfahren nicht berührt.
§ 15. Die Polizeiverordnung vom 4. Auguſt 1891, die
Beauf=
ſſichtigung der Hunde betreffend, wird aufgehoben.
Die Polizeiverordnung für den Kreis Darmſtadt vom 9. Auguſt
4882, das Fahren mit Hunden betreffend, wird durch die Vorſchriften
dieſer Polizeiverordnung nicht berührt.
§ 16. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 15. April 1909 in Kraft.
(8412si
Darmſtadt, den 24. März 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Die Verſteigerungen im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Nach Ausſchreibung der Pfänderverſteigerung laufen
erfahrungs=
gemäß ſtets mündliche oder ſchriftliche Geſuche von
Pfandhausſchuld=
nern bei uns ein, teils auf Verſchiebung der Verſteigerung ihrer
Pfänder, teils auf gänzliche Ausnahme derſelben von der
Verſteige=
rung gerichtet. Um den Schuldnern zweckloſe Gänge und Mühe zu
erſparen, geben wir hiermit bekannt, daß alle derartige Geſuche
ab=
gewieſen werden müſſen, da die Pfandhausordnung die Verſteigerung
aller verfallenden Pfänder, deren Einlöſung oder Verlängerung
inner=
halb des hierfür beſtimmten Zeitraums vor dem Verſteigerungstermin
nicht erfolgt, ausdrücklich vorſchreibt und Ausnahmen von dieſer
Vor=
ſchrift nicht zuläſſig ſind.
(8516im
Darmſtadt, den 3. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Lieferung von Pflanzen=
Kübeln
aus geriſſenem Eichenholz für die
Stadtgärtnerei.
(8486
Näheres Stadthaus, Rheinſtraße
Nr. 18, Zimmer Nr. 65,
vormit=
tags zwiſchen 9 bis 10 Uhr, bis
ſpäteſtens Donnerstag, den 11. ds.
Monts.
Darmſtadt, 4. April 1912.
Stapel.
Bekanntmachung.
Dienstag, 23. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Jakob Weicker
Ehe=
leuten dahier gehörigen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr. qm
IV 52¾/10 1306 Acker im
Soder,
IV 34 2150 Acker in den
Mockenröder,
V 36
662 Acker daſelbſt,
IV 285/100 393 Werkſtättem.
Hofraum,
Friedhof=
Allee,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Darmſtadt, 8. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V5967
Bekanntmachung.
Die am 2. April I. Js.
abge=
haltene Stammholz= und Stangen=
Verſteigerung iſt genehmigt. Von
Freitag, 12. dieſes Monats an,
können die Abfuhrſcheine bei den
Hebeſtellen in Empfang
genom=
men werden.
(8490
Die Ueberweiſung des Holzes
erfolgt am 13. April, vormittags
8 Uhr.
Darmſtadt, 6. April 1912.
Großh. Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Die Epileptiſchen=Anſtalt zu
Nieder=Ramſtadt bittet
wie=
derum um getragene Kleider, altes
Weißzeug, Lappen, ſowie
Ge=
brauchsgegenſtände aller Art. Die
Sachen werden nach Beſtellung (
tele=
phoniſch Amt Darmſtadt Nr. 572
oder ſchriftlich in den Briefkaſten
Kiesſtraße 30, part.) jederzeit mit
herzlichem Dank im Hauſe abgeholt.
Weimar, Pfarrer.
(6389a
Nußſchalen=Extrakt
à 80 Pfg., 1.40 z. Dunkeln der
Kopf= u. Barthaare, aus der kgl.
bayer. Hofparfümerie C. D.
Wun=
derlich in Nürnberg. Rein
vege=
tabiliſch, garantiert unſchädlich.
à 80 und
Dr. Orhals Nussol, 140 Pfg.
z. Dunkeln d. Haare zugl. ein fein.
den Haarwuchs ſtärkendes Haaröl.
Wunderlich’s echt und ſofort
wirkendes Haarfärbemittel für
Schwarz, Braun u. Dunkelblond
à Mk. 1.50 u. Mk. 2.75 bei (V1942.
A. Walchner, Nachf.,
vorm. E. Scharmann, Hoflief.
Ecke Eliſabethen=u. Luiſenſtraße.
rehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge , Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (7692a
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Cincinnati”, von der
großen Orientfahrt, 3. April
3 Uhr nachmittags von Neapel
nach Genua.
Dampfer „Elleric”, von Galveſton
kommend, 3. April in Hamburg.
Dampfer Piſa” nach Kanada
3. April 2 Uhr 30 Min.
nachmit=
tags in Rotterdam.
Dampfer Pretoria”, von Boſton
und Baltimore kommend, 4. April
2 Uhr 45 Min. morgens Prawle
Point paſſiert.
Dampfer „Trafalgar” von New=
Orleans kommend, 3. April 5 Uhr
30 Minuten nachmittags Lizard
paſſiert.
Dampfer „Willehad‟, 31. März
9 Uhr abends von St. Johns.
Vergnügungsdampfer „Meteor”
dritte Mittelmeerfahrt, 3. April
2 Uhr nachm. in Malta.
Schiffsbericht.
Nordd. Lloyd Bremen.
Mitgeteilt von dem Vertreter Anton
Fiſcher, Darmſtadt,
Frankfurter=
ſtraße 12 und 14.
Doppelſchrauben=Salondampfer
„Prinz Friedrich Wilhelm” iſt
am 1. April in New=York
an=
gekommen.
Doppelſchraubendampfer „Roon”
iſt am 29. März in New=York
angekommen.
Doppelſchraubendampfer „Königin
Luiſe” iſt am 29. März in New=
York angekommen.
Doppelſchraubendampfer „Köln”
iſt am 30. März in Baltimore
angekommen.
Kokspreiſe des ſtädt. Gaswerks
ab 1. April 1912.
A. Für den Koks=Kleinverkauf.
Nach Maß und nur gegen Barzahlung ab Gaswerk:
a) Gabelkoks der Hektoliter Mk. 1,15
b) Nußkoks
„ 1,35
c) Bohnenkoks „
„ 1,00.
Für das Faſſen und Anliefern von Koks in Säcken mit je
einem Hektoliter Inhalt, Mindeſtabnahme 3 Säcke, werden für den
Hektoliter 20 Pfg. erhoben. Die Säcke müſſen ſofort entleert und
zurückgenommen werden können.
B. Für den Koks=Großverkauf.
Nach Gewicht, in Fuhren nicht unter 30 Zentner, ab Gaswerk:
a) Gabelkoks der Zentner 1 Mk. 25 Pfg.
b) Nußkoks
1 „ 35
Bei Abnahme von 60 Zentnern, lediglich in Wagenladungen
an einem Tage ab Gaswerk, wird bis auf weiteres ein Nachlaß von
3 Pfg. auf den Zentner, bei Abnahme von 100 Zentner ein ſolcher
von 5 Pfg., bei Abnahme von 200 Zentner von 7 Pfg. und bei
400 Zentner von 10 Pfg. gewährt.
Für ſtändige Abnehmer (Selbſtverbraucher in der Stadt und
der nächſten Umgebung, ſo weit der Koks in Fuhren bezogen wird),
d. h. für ſolche, die eine dahingehende Erklärung bei der ſtädtiſchen
Gaswerksverwaltung abgeben und mindeſtens 30 Zentner auf einmal
beziehen, kommt für den ganzen, im Laufe eines Verwaltungsjahres
(1. April bis 31. März) ſtattfindenden Koksbezug der nachſtehende
Nachlaß auf die Grundpreiſe „B” nach Schluß des Jahres zur
Feſt=
ſtellung und Rückvergütung:
1. Bei Abnahme von 400 bis weniger als 600 Ztr. 12. Pf. p. Ztr.
2. Bei Abnahme von 600 bis weniger als 1000 Ztr. 14 Pf. p. Ztr.
3. Bei Abnahme von 1000 bis weniger als 2000 Ztr. 16 Pf. p. Ztr.
4. Bei Abnahme von 2000 und mehr Zentner . . 18 Pf. p. Ztr.
Die durch das ſtädtiſche Gaswerk bezogenen Kokſe werden mit
10 Pfg. Fuhrlohn für den Zentner berechnet. In dieſem Preis iſt
das einfache Abwerfen vom Wagen oder Karren in den Hof oder
Schuppen einbegriffen.
Für das Abtragen des Kokſes in Körben oder das nochmalige
Aufnehmen desſelben mit der Schaufel zur Weiterbeförderung an den
Aufbewahrungsort werden für den Zentner 5 Pfg. in Rechnung ge
ſtellt. Dahingehende Wünſche ſind gleichzeitig mit der Beſtellung
bei der ſtädtiſchen Gaswerksverwaltung, Frankfurterſtraße 29,
auf=
zugeben.
Aus der Beſtellung muß die Menge und Sorte des gewünſchten
Kokſes, ſowie der Stand oder Beruf und die Wohnung des
Be=
ſtellers genau hervorgehen.
Die Fuhrleute ſind nicht berechtigt, Trinkgelder zu fordern.
Es werden hier noch die Namen hieſiger Firmen angefügt,
welche infolge vertraglicher Vereinbarungen in der Lage ſind, Koks
aus dem ſtädtiſchen Gaswerk zu den gleichen Preiſen und
Fuhr=
löhnen, wie oben angeführt, zu liefern.
Es ſind dies z. Zt. folgende Firmen:
1. P. Baumann, Inh. Ph. Baumann, 2. Baumann &
Jelk=
mann, 3. Ludwig Fiſcher, 4. Glückauf (Dexheimer), 5. B. M.
Hachen=
burger, 6. J. Nold, 7. Gg. Schneider, 8. Max Ranis, 9. Georg Schött,
10. Friedr. Schubkegel, 11. W. Stumpf, 12. J. Trautwein, 13. Hrch.
Volz, 14. Wilh. Köhler, 15. K. Möll. Wwe., 16. Heeb & Röder,
17. Jakob Groh, 18. H. Nold Ww., 19. Auguſt Orlemann, 20. M.
Pfael=
zer, G. m. b. H., 21. W. Schwab.
Darmſtadt, den 2. April 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V. Ekert.
(8334si
Geſchäfts=Verlegung und =Empfehlung.
Meiner werten Kundſchaft, der hohen Behörde,
den Herren Architekten und werter Nachbarſchaft zur
gefälligen Mitteilung, daß ich mein Geſchäft nebſt
Wohnung von Viktoriaſtraße 32 nach
Viktoria=
ſtraße 59 verlegt habe.
Indem ich beſtens für das mir ſeither
entgegen=
gebrachte Vertrauen danke, bitte ich höflichſt, mich auch
fernerhin durch Ueberweiſung von Aufträgen gefl.
unterſtützen zu wollen.
(8223msi
Darmſtadt, den 1. April 1912.
Hochachtungsvoll
Friedrich Diehl
vorm. C. F. Mahr
Hoßimmermaler und Weißbindermeiſter
Viktoriastrasse 59.
Tel. Nr. 836.
in nur bester
Quali-
tät. Für Haltbarkeit
Sr
der Borsten wird
weitgehendste
Ga-
rantie geleistet.
Parfümerie Gg. Frz. Frank
Telephon 886.
(6543a)
Elisabethenstrasse 9.
Blamen-Kübel u. -Histchen
für Fenſter u. Balk., per Stück von
20 Pfg. an hat fortw. abzug. (6892a
Manls Maragrinegesch., Schuſterg. 5.
Brillanten, Platin,
Gold, Silber, ſowie
Kaufe alte u. zerbroch.
Zahn=
gebiſſe z. höchſt. Preiſe. A. Kurtz,
Pädagogſtr. 2. Tel. 1202 (7862a
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
SeeT.
Darmſtädter Pädagogium
Leiter: M. Elias, Herdweg 56, Telephon 2554,
ſtaatlich konzeſſionierte Privatſchule mit den Klaſſen Sexta bis
Oberprimg. Der Unterricht wird in kleinen Klaſſen erteilt, ſo daß
die Berücksichtigung der individuellen Veranlagung der
Schüler ermöglicht wird. An der Anſtalt unterrichten 14 Lehrer.
In beſonderen Kurſen erfolgt die Vorbereitung zum
Ein-
jährigen-, Primaner- und Abiturienten-Examen.
1910/12 beſtanden 15 Abiturienten, 31 Einjährige und
viele für andere Klaſſen.
(B5564
zum Abiturienten-Examen für Damen u.
Vorbereifung Herren (u. Primareife) u. zum Einjähr.-
Freiw.-Exam.
Internat f. Auswärtige. — Beginn 15. April. (7455M
Aeltestes Institut
Dr. Haenle’s Institut, Strassburg, Steinring 11. am Platze. Prosp.
Hormannisches Instirer
10kl. Privatmädchenſchule und Semiuar für Sprachlehrerinnen
Beginn des neuen Schuljahres Montag, den 15. April.
In d. kl. Kl. Berückſichtigung der Eigenart des Kindes.
An=
meldungen erbeten vormittags im Schulhauſe, Neckarſtr. 5. (7140
C. v. Seczepanski.
Stenographie
Anfänger-Unterrichtskurse
der
8526
Stenographen-
Vereinigung
„Gabelsberger‟.
Honorar für 1 Kurs: 6 Mark.
Gabelsherger
Nachmittags-Kurs: Mittwoch und Samstag nachmittags:
Beginn: 13. April, ½3 Uhr nachm.
Montag und Donnerstag abends.
Abend-Kurs:
Beginn: 11. April, ½9 Uhr abends.
Sonntag-Kurc
Sonntag vormittag.
Beginn: 14. April, 10 Uhr vorm.
Unterrichtsräume in der Handelsschule:
Luisenstrasse 10, 2. Stock.
Daselbst auch Dienstag u. Freitag abends: Fortbildungs-.
Lese-, Redeschrift- Diktat- und Schnellschreibstunde.
Froberſcher Aindergarten
63 Kiesstrasse 63
beginnt wieder Montag, den 15. April d. J.
Anmeldungen möglichſt vormittags 8—12 oder
nachmittags 2—4 Uhr erbeten.
(8144a
C. Becker.
Wer Ehrgeiz hat
und seine Stellung verbessern will, sucht sich durch den
Unterricht bei einem staatl. geprüften Handelslehrer
fortzubilden, denn dieser vermag ihn nach pädagogischen
Grundsätzen in allen Handelsfächern zu vervollkommnen.
Er begnügt sich nicht damit, Maschinenschreiben und
Stenographie notdürftig nach der alten Methode zu lernen,
sondern sucht sich durch Schreiben nach dem
Tast-
system die Nerven zu erhalten und dabei dennoch
grössere Leistungen zu erzielen.
Neue Kurse in allen Handelsfächern beginnen in der
Hessischen Handelslehranstalt zu Darmstadt,
Rheinstrasse 6, am 16. April. Nähere Auskunft und
Prospekte durch Wilhelm Siedersleben, staatlich
geprüfter Handelslehrer und gerichtlich beeidigter
(5080a
Bücherrevisor.
En detail.
En gros=
Sämtliche
Schmiartiner
nur erſtklaſſige Fabrikate zu bekannt billigen Preiſen,
ſowie ſämtliche
Schulbücher
neue und gebrauchte.
Jakob Skurnik
Spezialhaus für Schulartikel
Wendelſtadtſtraße 28, gegenüber der Johanneskirche.
Telefon 1791.
Wiederverkäufer Fabrikpreise. (8457a
8529a)
H. G. Holtmann
Schulstrasse 3, Hof
Schulstrasse 3, Hof
Spezial-Werkstätte für Uhren-Reparaturen
Mässige Preise.
Saubere solide Arbeit.
Hessische Nandeis Zenranstatt
Fernsprecher 923
DARMSTADT
Rheinstrasse 6.
Gründliche, gewissenhafte Ausbildung in allen Handelsfächern durch
beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Spezialität: Buchführung nach allen Systemen mit Abschluss, sowie Bank- und Ge
schäftsrechnen. — 2 Rechenmaschinen.
Maschinenschreiben nach allen eingeführten Systemen, besonders nach Tastsystem
zur Schonung der Nerven trotz erhöhter Leistungen in deutscher, lateinischer,
französischer, englischer und italienischer Sprache.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch
(5546a
Wilhelm Siedersleben
Sprechstunden:
Montag bis Freitag
12—1 und 3—5 Uhr.
staatl. geprüfter Handelslehrer
und gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.
Unter hohem Protektorat ihrer Durchlaucht der Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg,
Prinzessin von Battenberg.
sche
Schmtt- Rkädchie Tar Tonkunst
zugleich Gesangschule für Konzert, Oper und Haus.
Gegründet 1851.
Elisabethenstr. 36.
Fernsprecher 1026.
Beginn des Sommer-Semesters am 15. April 1912.
Ausbildung in sämtlichen Fächern der Tonkunst.
Einzel- und Klassenunterricht je nach Wunsch. Kunst-, Dilettanten- und Vorschule.
Schriftliche oder mündliche Anmeldungen bei der Direktion, Elisabethenstr. 36.
Sprechstunden während der Ferien vormittags von 10—12½ Uhr.
Prospekte kostenfrei durch die Direktion, die Musikalienhandlungen und das Verkehrsbüro,
Die Direktion: Wilhelm Schmitt, Willy Hutter.
8238a)
Buchenſcheitholz!
kurz geſchnitten und geſpalten
la trocken (7001a
per Ztr. Mk. 1,30, frei Keller
Karl Schimmer
Heinheimerſtr. 76. Telephon 212.
Dum Wohnungswechſel!
Gas=
lampen , Gasherde jeder Art
billigſt. Vorjähr. Muſter weit unter
Preis. Aufarbeiten von
Beleuch=
tungskörpern, Umänderungen,
Ab=
u. Anmontieren prompt u. billigſt
(5579a
A. Guntrum
52 Stiftſtraße 52 (nächſt der
Roß=
dörferſtraße). — Telefon 1467.
Gelb-
p. Ztr. 4.50 Mk. abzug. Schwarz,
Hofmeierei, Telef. 184. (6619a
Hleisch. Ebhartortenn
0
(Vogel’sche Musikschule) gegr. 1890
Soderstrasse 6 (Kapellplatz).
Unterrichtsfächer: Klavier, Violine, Harmonium, sowie alle
Orchesterinstrumente, Gesang, Theorie usw.
Prospekte sind kostenlos in den hiesigen Musikalien-
(7892a
handlungen und in dem Institute zu haben.
Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen.
Der Direktor: M. Vogel.
Kererm Konservatorlam
Hoffmannstr. 5½, Dir.: O. Bartke, Kammermusiker.
Unterricht nach neuer, den Fortschritt wesestl. erleicht. Methode für Jugendliche
u. Erwachsene. Mit besten Erfolgen in Darmstadt eingef. seit 1901 d. O. Bartke
Fächer:Klavier, Violine, Gesang, Theorie, Unterricktspädag. etc.
Ausbildung für Beruf u. höb. Dilettantismus. Nur Einzelunterricht.
Die Methode ist empf. d. Kgl. Prof. d. Mus. O. Wangemann u. v. a.
Manverlange kostenl. Prospekt u. unsere erläuternde Schrift:
Wie lassen wir unseren KindernMusikunterrichterteilen!
erhältlich in den Musikalienhandl. u. im Institut Hoffmannstr. 5½.
Erläuterung der Methode im Institut jederzeit in unverbindlicher
Weise erteilt.
(*8828ids
Konservatorlan kar-Hasin
Mühlstrasse 70.
Gegründet 1878. — Direktor: Wilhelm Süss.
Das Sommerhalbjahr beginnt am 15. April.
Anmel-
dungen vormittags erbeten. Prospekte unentgeltlich. (8493is
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (8299a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled
Sofort billigſt zu verk.
1 Stollwerks Waren=Automat
mit 12 Einwürfen
faſt neu, gut funktionierend.
An=
zuſehen von 9—10 Uhr morgens
im Reſidenztheater am weißen
(*8730si
Turw.
P. P.
Viele Jahre litt ich an einer naſſen
Wanderſlechte, verſuchte vieles aber
alls umſonſt bis ich 190t in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kaufte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſeitdem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſpät, weil ich erſt wiſſen wollte,
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich ietzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Görlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
leiden angewandt und iſt in Doſen à
Mr. 1.15 und Mk. 2. 25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in
Ortginal=
packung weiß=erünerot und Firma
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Nummer 83.
AUu0er SoNA
EN
Ludwigsplatz 6 Inhaber des Atelier WoLFF Fernruf 1703
Werkstätten für:
Photographie
Vergrösserung
Malerei
Heim- u. Aussen-
Aufnahmen
Gruppenbilder
Mekatieren
bei billigster Berechnung
Konfirmanden und Kommunikanten erhalten Vergünstigung
Bestellungen von Medaillons, Schmucksachen mit Semi oder echter Emaille in ver-
— schiedenster Ausführung und in allen Preislagen werden angenommen
Lager von Ständern in Holz und in echter Bronze
Sonntags geöffnet von 11—5 Uhr.
8448a
aller Damon=
Somenialon,
und
Frau B. Dietsch Hoch- und Flachplisse
Herren-Stoffe (goa) 18 Ernst-Ludwigstr. 18. Gaufrieren, Auszacken
Mh.
Soasr!-
Dr. Boemers
Delikatess-Süssrahm-Margarine
Weisser Ra
(25
erprobte Spezialmarke
Stolz des Hauses
Sind der Butterersatz des guten Haushaltes
Ueberall zu haben
JEDER
weiss, wo ihn der
SchUH DRückr!
Nur der nicht, welcher
Dr. Diehl-Stiefel
trägt.
Ein Stiefel, der nicht drückt!
Ein Stiefel, der beglückt!
Dr. Diehls pneumatische
Plattfuss-Einlegesohle!!
Alleinverkauf (7361a
Heinrich Bober
3 Ludwigstrasse 3
gegenüber M. Schneider.
prollaßt,
Brenntannäpfen beiAlbnahme
von 10hl 50 Pf. liefert auf
Be=
ſtellung frei Haus
(51a
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61. Telephon 91.
Heyi & John, Manufskturwaren. (1534
Frauen=Haare
ausgekämmte u. abgeſchnittene,
kauft jederz. zum höchſten Preis
Fr. Tillmann,
Elisabethenstrasse 21.
Sa
: am
c
Samen-
handlung GeDF. WenZ Markt
& Telefon 128 im Rathaus
Telefon 128
empfehlen ihre erſtklaſſigen
(658
Sämereien
ür Feld und Garten. Alle Grasarten, Kleeſamen,
Wald=
famen, Oekonomiſche Saaten, la Runkeln (Dickwurzel),
8 ſerner Knollengewächſe. Lager in Chileſalpeter, Kainit,
Thomasmehl, Kaliſalze, Ammoniak=Superphosphate, Horn= G
u. Knochenmehl, Guano, Kieler Pondrette, Dungkalk; beſtes
Vogelfutter für alle Vögel, ſämtl. Artikel für Vogelzucht.6
lbſtgek. Gelee, Marmelade,
Latwerg, ſowie f. Tafeläpfel
zu verk. Bleichſtr. 27, Lad. (4475a
wie neu, ſehr=
Wanderer-Rad, billig
Grafenſtraße 26.
4429a)
Pelz- u. Wollwaren
werden unter Garantie gegen
Mot=
ten und Feuersgefahr aufbewahrt. (5999a
nur Wilhelminenstrasse
Carl Hau
Telefon 1533.
Braut=Ausſtattungen
in kompletten Kücheneinrichtungen von Mk. 20 an.
Verſand nach allen Stadtteilen.
Spezial-Magazin für Haus- u. Kücheneinrichtungen
„Martinsviertel‟, Inh. Hans Neurohr
Ecke Pankratius- u. Wenckstrasse 2. (6113
Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
achdruck verboten.)
14)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Jon legte behutſam den Mantel von Purpurſamt um
Hallgerdrs Schulter.
Er ſagte kein Wort aber ſie las die flehende Bitte
in ſeinen Augen, nicht mit dem Fremden zu fahren. Sie
fühlte das nervöſe Zittern ſeiner bleichen Hände, und ſie
ſlächelte ihm beruhigend zu.
Lebt wohl, Herr, ſagte ſie, dem Kapktän die Hand
freichend, man wartet auf mich.
Mit hartem Druck umſchloß ſeine braune Hand ihre
Rechte.
So will ich Euch hinabgaleiten, entgegnete er mi:
feſt zuſammengepreßten Lippen.
Wie Groll drohte es in ſeiner Stimme.
Jon Thorkjel lächelte darüber.
Als ſie alle drei die Schiffstreppe hinabſtiegen,
Scholl ihnen Lachen und Rufen von den ihrer Harrenden
ſentgegen. Die See ging hoch. Wie eine Nußſchale tanzte
die Barkaſſe auf und nieder.
Geſchickt ſprang Jon Thorkiel hinein, um Hallgerdr
behilflich zu ſein, mit der kommenden Welle das Booz
zu gewinnen.
In demſelben Augenblick aber hob eine große Flut=
Dir wealtlen die Fihſung, der, bachute fe=
Ohne Sorge, gab er zurück. Meine Leute kennen
den Weg. Die Strömung treibt uns nur etwas zur
Seite. Ich bringe Euch ungefährdet heim.
Und Hallgerdr mußte daran denken, daß ſie vor
we=
nigen Wochen erſt hier in dem im Morgenlicht
flammen=
den Faxabuſen Abſchied von einem anderen genommen,
den ſie lieb gehabt, ſo recht von Herzen lieb, der
ausge=
zogen war, um vielleicht nie wiederzukehren.
Und ſie hätte weinen mögen vor Schmerz und Weh,
Es war ihr, als müßte ſie die Hände ausſtrecken nach
Kaare Myrdal und verzweifelt rufen:
Rette, ſchütze mich vor mir ſelber!
Aber Kaare Mrydal war weit, und er kehrte nie,
nie zu ihr zurück.
Schwarz ragten die Felſen aus dem Meere auf
Geſpenſtig ſchimmerten dahinter die weißen Gletſcher
empor, und dunkle Wolkenfetzen jagten in wilder Flucht
an dem nächtlichen Himmel dahin.
Wie anders war einſt die ſtille, blaue Nacht mit
den glutroten Roſenſäumen, in der Kaare Myrdal von
ihr ging? Alles war damals in Licht getaucht, und
heute nur geſpenſtiges, unheimliches Dunkel.
Nur der „Blücher” lag leuchtend in ſeinem weißen
Kleide im ſchimmernden Licht auf den Wellen.
Dort klangen wohl noch die Sektbecher aneinander,
und Muſik miſchte ſich mit dem Wogenſang bis der graus
Morgen kam, fahl und voll Grauen.
welle die Barkaſſe hoch empor und ſchleuderte ſie ein
ganzes Stück weit in die bewegte See hinaus.
Geſchrei, Lachen und Grüßen von dort herüber, und
dann fühlte Hallgerdr ſich plötzlich von einem kräftigen
Arm umfaßt, und eine heiße Stimme flüſterte lachend,
voll heimlichen Jubels ihr ins Ohr, während Ingwald
Anderſen ſie in ſein Boot hob:
Hier hat das Schickſal ſelbſt geſprochen. Ich ſollte
Euch führen, Hallgerdr Jonſon. Ich!
Sie ſagte kein Wort. Sie ſah nur, wie ſeine ſonſt
ſo ernſten Augen mit lächelndem Blick in ihren Augen
forſchten.
Ueber das Wellengebraus klang Signes klare
Stimme:
„Seid willkommen, weiße Wogen,
Meine Wonne, meine Luſt,
Mächtig zu Euch hingezogen
Warf ich mich an Eure Bruſt.
Tragt für dieſes Lied uns keicht
Auf dem Rücken ohne Tücken,
Bis wir unſer Ziel erreicht.”
Pfrilgeſchwind flogen ſie dahin.
Der Kapitän ſaß im Rücken der Matroſen die das
Boot führten, Hallgerdr dicht zur Seite.
Hallgerdr fühlte plötzlich ihr Herz ungeſtüm
klopfen.
Nicht nach Reykjavik ſteuerte das Boot zu, ſondern
tiefer in den Faxabuſen hinein=
Seite 15.
fertigt geschmackvoll in kürzester Zeit
Hoflieferant
Schulstrasse 14.
Telephon 226.
Straussfedern-Engroshaus Rudolf Wolff
Bismarckstrasse 55
Spezialhaus allerersten Ranges in:
Straussfedern:: Pleureusen
Reiher
Bekannt riesige, nicht zu übertreffende Auswahl
in allen Farben und Preislagen. (7893a
Einzelverkauf zu Engrospreisen u. nur gegen bar.
Chem. Waschanstalt
Gardinen-Wäscherei.
Anerkannt hervorragende Leistungen
Schnelle Bedienung
Mässige Preise.
(6206a
Größte u. modernste Färberei u. chem. Waschanstalt
in Darmstadt, Pallaswiesenstraße 146.
Rheinstraße 12½, Karlstraße 115,
Läden: Nieder-Ramstädterstraße 16.
6- Maings Schillerstrasse 50. ts
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Pfungstädter Flaschenbiere in altbewährter Reinheit und Güte
Pfungstädter „Pilsner‟
Pfungstädter „Kaiserbräu‟
Pfungstädter „Märzen‟
Pfungstädter „Bock Ale‟
Brauerei-Füllung
direkt vom Lagerfass
Bestellungen erbittet man per Telefon, Amt Darmstadt Nr. 246
od. an die mit Plakaten gekennzeichneten Verkaufsstellen zu richten
Exportbrauerei J. Hildebrand, G. m. b. H.
Pfungstadt.
(3114a
Grosse Posten Zigarren
offeriere ausserordentlich billig!
Abgabe von 50 bezw. 100 Stück an.
(8286a
Wiederverkäufern, Händlern, Wirten etc. sehr zu empfehlen.
Garantie für Qualität. — Nichtzusagendes wird gegen Barvergütung zurückgenommen.
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
Meine Schaufenster sind sehenswert. Sie zeigen
stets die neuesten Erzeugnisse der Mode zu sehr
mäßigen Preisen. Spezialhaus für Damen-
Kon-
fektion HERMANN BERGER, Hoflieferant,
10 Ernst-Ludwigstraße 10, Ecke Marktpassage.
Unerreicht in Qualität und Preis!
(4993a
Preislagen: Mk. 85.-, 115.-, 125.-, 135.-, 145.−.
August Engel
Schuchardstr. 8. Darmstadt Telephon 1128.
(5746a
Echnen und Abzichen ron
Parkettböden
Reinigen von
Linoleumbelage
wird prompt und billigst ausgeführt.
(
Ibel & Lotz, G. m. b. H., Schuchardstr. 14. Tel. 461.
Mie en e en e rger er
ühre heien Bangen nicht ſehen.
Ingwald Anderſen fuhr aus dumpfem Brüten empor,
Eine Glutwelle flog über ſein bärtiges Geſicht.
Schnell rief er den Matroſen ein paar Worte zu, und
ſofort änderte das Boot ſeinen Kurs und trieb langſam
dem Hafen von Reykjavik entgegen.
War er denn wahnſinnig? Hatte er nicht vorhin den
Matroſen zugeraunt „an Bord”.
Hatte er wirklich daran gedacht, dieſes blonde Weib,
das wie ein verwunſchenes Königskind an ſeiner Seite
ſaß, auf die ſchwarze „Katla” zu entführen?
Die ängſtliche Spannung in Hallgerdrs Antlitz
ver=
ſchwand, als ſie den Lichtern von Reykjavik näher kamen,
und ein Lächeln ſonnte wieder ihr Antlitz.
Ihr habt viel Mühe um mich, Herr, ſagte ſie. Ihr
werdet erſt ſpät am Bord Eurer „Hexe” ſein.
Er ſaß ihr ganz dicht zur Seite.
Er hätte den Arm um ſie legen und ſie feſt an ſeine
heiße Bruſt preſſen können, und er dachte daran, es zu tun
Aber ein dunkles Warnen war in ihm, und er wagte es
nicht.
Ich bin ſehr glücklich, nahm er endlich das Wort, daß
ich mit Euch, Hallgerdr, ſo allein durch die Nacht über die
Wellen gleiten kann. Ich meine, in der Nacht, da werden
die verborgenſten Geheimniſſe des Herzens wach. Was
kaum geahnt, kaum gedacht in unſerer Bruſt am Tage
glomm, in der Nacht wird es zur Glut, da bekommt es
Seden und Gewall. Ich ſiche die Nacht mi hen
ver=
ſchwiegenen Gluten, ihrem Hoffen und Träumen. Liebt
Ihr ſie auch?
Ich weiß es nicht, gab Hallgerdr zurück, den Blick
ſin=
nend über die ſchwarzen Wogen mit ihren weißen
Schaum=
kronen gleiten laſſend, ich meine immer, Islands ewiger
Tag ſei ſchön! Ich möchte nicht leben in einem Lande, wo
immer dunkle Nächte brauen. Die Nacht iſt keines
Men=
ſchen Freund. Ich liebe die ſonnenhellen Tage, wo die
eisblauen Berge in die klare Luft ragen und wo Meer und
Berge ſich in Gold tauchen.
So würdet Ihr meine Heimat lieben, gab der Kapitän
ſinnend zurück. Denkt Euch tiefe, blaue Fjorde, wie
Ster=
nenaugen leuchtend. In einem engen Bergkeſſel liegt mein
Heimattal. Toſende Waſſerfälle ſtürzen von den Fjelden.
Der weiße Schnee leuchtet im roten Sonnenlicht, und die
Gletſcher funkeln wie von tauſend Smaragden und
Ru=
binen. Weiß ſchäumend brechen ſich die Wellen, und eine
Kirche, eine ganz kleine, weiße Kirche mit einem roten Dach
und einem ſchwarzen Turm ragt in die blaue Luft.
Und Euer Haus? fragte Hallgerdr. Euer Haus, liegt
es dicht an dem blauen Fjord, und ſehnt Ihr Euch,
heim=
zukommen?
Die Augen des Mannes wurden groß und ſtarr.
Nein, nein, ſchrie er plötzlich auf, ſo daß die Matroſen
erſchreckt die Köpfe wandten, nie, nie will ich es
wieder=
ſehen. Begreift Ihr denn nicht, rief er haſtig, Hallgerdrs
Hand ergreifend, daß man trotz aller Sehnſucht nach dieſer
Heinentihen Schnſei, ein Grmen eapfihe, widher
zu=
rückkehren zu müſſen, weil man weiß, das Unheil hockt auf
der Schwelle.
Ihr ſeht Geſpenſter, Herr, mahnte Hallgerdr voll Güte.
Ingwald Anderſen lachte grell auf.
Geſpenſter, ja wohl, die ſehe ich, Schönſte der Schönen.
Die kreiſen um Eueren Hof. Die ganze Nacht habe ich ſie
geſehen, als ich in Euerer Gaſtkammer die wilden Schwäne
vorüberziehen hörte.
So ſolltet Ihr den Hof meiden, Herr.
Er ſah ſie dunkel glühend an.
Wie Euch, gab er rauh zurück. Ihr habt recht. Wißt
Ihr, wie es iſt, wenn ſich die Hände wild und verlangend
ausſtrecken nach etwas Unerlaubtem, Verbotenen, Ihr wißt
es nicht, denn Euere Seele iſt rein. Ich aber, ich kenne
das wilde, das raſende Verlangen, das ſich immer wieder
heiß aufbäumt und nicht Ruhe läßt, bis die Wellen der
Verdammnis über unſerem Haupte zuſammenſchlagen.
Warum ſeht Ihr mich ſo tödlich erſchrocken an, als wäre
ich ein Verbrecher? Wißt Ihr, was ein Mörder iſt? Ja,
ich ſehe es in Eueren Augen, aber Ihr wißt nicht, wie es
iſt, wenn einer die Seele des anderen mordet. Ihr weicht
entſetzt vor mir zurück? So lächelt doch, ſchönes Kind. Für
einen ſolchen Mord gibt es keine Strafe. Fragt doch Euere
Syſſelmänner (Kreisrichter), ſie werden Euch Antwort
ſagen. Das eigenſüchtige Herz, das immer verlangt, immer
fordert, fragt nicht nach dem Glück des anderen.
(Fortſetzung=
16₰
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Numm er 83.
J. Kienzle, Hoflieferant
vorm. A. Gaertler,
Spezialität:
Wandplatten
Ton- und Mosaikplatten
Wetterfeste Verblender
Wandbrunnen
Heizkörperverkleidungen
Kunstmarmor
Liebigstr. 27,
Grosses Lager
fertigaufgesetzter
Kächel-Oefen
4e
Ausr
Man verlange Offerte. — Prima Referenzen.
Ausführung von Reparaturen.
1
Aeltestes Spezial-Geschäft am Platze.
Cirine
in Flaſchen
à Mk. 1.—, 1.50 u. 2.50
Parket-
Wachs
weiß u. gelb, beſte Qualität
garantiert
Terpentinöl
rein
Terpentin=Oel=
Sangaj0l Erſatz, billigſt
Parket-Bodan
Stahl-Spähne
fein, mittel und grob
Parket-Rose empfiehlt
Anton Fischer
Adler-Drogerie
Frankfurterſtr. 12/14. (6484a
Zur Reinigung u.
Auffrischung der
Säfte trinke man
Ntäglich den absolut
unschädlichen
Cassia-Blutreinigungstee.
Greift bei regelmässigem
Ge-
brauch weder Magen noch
Darm an. Nur echt zu haben
1 P. à 1 Mk. bei
(6525a
Reformgeschäft „Arista‟
Gesundheitliche Nahrungs- u. Genußmittel
Anton Braunwarth
Ernst-Ludwigstr. 3
Fernspr. 97 1.
Harblamen, Ladbe, Prachte erc.
kauft man am besten und billigsten im Spezialgeschäft.
Bei meiner
Riesen-
Aus-
wahl vonca. 20000 Hargarmraren
findet jedermann etwas Passendes! (7960a
garantiert echt, in jeder Qualität,
Straussiedern ries. Auswahl, bekannt bill. Preise
Flügel, Reiher, Fantasiefedern, Hutnadeln etc.
Hutborden, Rosshaarborde, Holzspahn u. Ramieborde
in 40 Farben
Meter 10 Pfg.
10 Meter-Stück 2.20, 3.—, 3.90 Mk.
Moderne Drahtfassons . . . . . . . 40, 60 und 70 Pfg.
Hutdraht 10 Meter 12 Pfg.
Drahtband
Modistinnen hohen Rabatt. Endetail.
Engros.
Ludwigsplatz 1
Kamine
Dauerbrandöfen
Schubkei
Ue
el
Telephon 1227.
u. Polſtermöbel,
Tapezier-Matratzen,
Vor=
hänge, werd. gut u. bill. ausgeführt.
P. Frieſe, Pankratiusſtr. 69. (5198a
Nachdem Sie mit
P110
ſo ſehr zufrieden ſind, werden
Sie höflich gebeten, dasſelbe bei
Gelegenbeit weiter zu empfehlen.
Schönen Dank dafür im Voraus..
Sie bitte überall nur Pilo.
Reformhosen
Für Damen u. Mädchen
empfehle
Marke: Spezial, gute qualität
Länge: 40 45 50 55 60
3.25 3.503.75 4.— 4.25
Philipp Hess
Darmstadt
Schillerplatz 5.
Schillerplatz 5
Ze
Mitglied des Rabattsparvereins.
Erſſes Darmſtädter
Partiewarengeſch.
Täglich treffen Waren=
Sendun=
gen in großer Auswahl ein, als
Herren= u. Knaben=Ueberzieher,
Herren= u. Knaben=Anzüge, ſow.
einzelne Hoſen, Sackröcke und
Weſten, ſowie Herren=, Damen=
und Kinderſchuhe und Leib= und
Bettwäſche aller Art, Kamiſols
und geſtrickte Weſten; ferner
Herren= und Kinder=Hüte und
Kappen zu außergewöhnl. billigen
Preiſen abzugeben bei (7476a
Jakob Friedel,
Obergasse 33 (Laden)
2085!!
Wer dort ?
Hier M. Obstfeld, Althändler,
7 Kleine Bachgaſſe 7.
Kaufe getr. Kleider, Schuhe, Möbel,
alte Waffen, Fahrräder,
Zahn=
gebiſſe. Tel.=Nr. 2085 oder
Poſt=
karte, komme auch auswärts. (7625a
Schirmfabrik Schlüter,
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen ver
(7894a
ſofort, billig und gut.
7415a)
e teldern
Schuhe ꝛc. zu den
höchſten Preiſen.
Poſtkarte genügt.
M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29.
M
Wer dort ? (7785a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Wirzahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle,
Papier=
abfälle, Geſchäftsbüch. u. Akten,
ant. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung. (1182a
M. Löb & Co.
Liebigſtr. 30. Telefon 479
Möbel,ganze Hotels,
Kaufealle Wohngs.=u. Bureau=
Einricht., Pianos, Kaſſenſchr. auch
außerhalb zu reellem Wert (7831a
Tel. 1202. Kurtz, Pädagogſtr. 2.
Grosse Betten 12 Mk.
(Oberbett, Unterbett, 2 Kiſſen)
mit doppeltgereinigten neuen Bettfedern,
eſſere Betten 15, 19. 24.50 Mark; I½
ſchläfi=
ge Betten 15, 20, 23.50, 28.50. 32.50 Mark
uſw. Verſand gegen Nachnahme.
Preis=
liſte, Proben, Verpackung koſtenfrei.
Berlin S. 49
Gustav Lustig, Prinzenstrasse 46
Größtes Spezial=Geſchäft Deutſchl.
(42570
mil den
echten
Sächen
GRAUNe
FRBE
für Lausgebrauen
Millionenfach bewährt.
Zu haben in
Drogenhandlungen
Man gene zut
nebenstehend
abpebildete
Schleilenmarke
und fordere ausdrücklich:
— Brauns’sche Farben. —
I. Hess. Versich. geg. Ungezieter
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.
Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (1198a
I911er
Naturwein
Flaſche von 80 Pfg. an
bei
(7335a
Gg. Sauerwein, Landwehrſtr. 7.
0
Warenlage.
jeder Branche
kaufe ich gegen
ſofortige Kaſſa.
Gefl. umgeh. Off. m. Angabe der
Artikel unt. R 67 Exped. (6004a
Licht mehr
Stiftſtraße 89, part., ſondern
Ballonplatz 10, part.
findet der Verkauf v. guterhalt.
getrag. Kleidern ſtatt. (8252di
36 83.
Dienstag, 9. April.
1912.
Zume
Schulſtraße 10,erſter Stock, enth. 10 Zimmer,
Bad, Gas, Elektr. (auf Wunſch
Garten), p. 1. Oktbr. od. früher
zu vermieten. Die Wohnung iſt
tadellos hergerichtet. (7756ids Freien Umzug
nach Johannesviertel, 5 Zimmer
wohnung per ſofort, 650 Mark.
Off. u. U 59 a. d. Exp. (6961oms Kahlertſtraße, 5 Z., Zubeh., ev.
(Garten, per ſof. z. verm., 650 Mk.
Ausk. Wendelſtadtſtr. 40, I. (5422ids Gutenbergſtraße 12
1. Stock, ſchöne 5=Zimmerwohn.,
der Neuzeit entſpr. eingerichtet, mit
allem Zubehör p. ſofort zu vm.
Näh. daſ. v. 2—5 Uhr. (6617ids eeosssesesssgesssgeeee
Heinrichstr. 134, I.
elegante 5 Zimmerwohnung mit
Badeeinricht., Fremden= u. Mädch.=
Zim., Balkon u. Veranda, Gas u.
elektr. Licht u. Bleichplatz, Südſeite
ohne Gegenüber, auf 1. Juli ev.
früher wegzugshalber zu vermieten.
Näh. daſelbſt 1. Stock, part. (6618t
Soasssssagssssseg Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per ſofort zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
Näh. daſ. part.
(6214t Waldstr. 33, I. St.
5=Zimmerwohn. mit Zubehör per
ſofort zu v. Näh. 2. St. r. (6262omf Katltenstr.30 part.
ſchöne Fünf=Zimmerwohnung per
1. Juli. Preis 1000 Mk. Näheres
Beletage.
(8472a Berernen 65
freundl. 4=Zimmerwohnung mit
Veranda u. reichl. Zubehör zu ver=
mieten. Näh. part. (B7616oms Karlſtr. 65, frdl. 4 Zimmerw.
mit Veranda u. reichl. Zubehör zu
verm. Näh. part.
(7616oms Wienersstr. 79, I.
ſchöne 4=Zimmerwohnung mit
G. per 1. Juli zu vermieten. —
Näheres Manſ.
(7867is Mühlſtraße 18, 2. Stock, ſchöne
4= event. 5 Zimmerwohnung mit
reichlichem Zubehör ſofort zu ver=
mieten. Näheres part. (7966a Obere Liebfrauenſtraße 108
ruhiges 4 Familienhaus bei der
Taunusſtraße, beſſere Lage, iſt der
hübſche 1. Stock 4 Z. u. Zubehör,
zu 520 M. p. 1. Juli zu verm. Näh.
bei Sior, oberſter Stock
8242a Eilsabeilenstraße 45
ſchöne 4—5 Zim.=Wohn. m. Zubeh.
Näh. Vorderhaus 2. St. (4645if Grafenſtr. 8., 3. St.
Schöne 4=Zimmerwohnung mit
Zubehör per 1. Juli zu vermieten.
Näheres parterre.
(8482si Zim Kahlertſtr. 12 freundl. Part.=
Wohnung, 3 Zimmer, Küche, Glas=
abſchluß, an einzelne Dame oder
kinderloſe Leute per 1. Juli zu verm.
Näheres 1. Stock.
(8154oms Ludwigsplatz 4
3. Stock, ſchöne 3 Zimmerwohng.
mit Küche, Keller u. Bodenraum
per ſofort oder 1. Juli zu vermiet.
Näheres daſelbſt im 1. St. (7908ids Eine ſchöne 3 Zimmerwohnung
bis 1. Juli zu vermieten. Näh.
Nieder=Ramſtädterſtraße 31 bei
W. Wenner, Bäckerladen. (7961t Hofſtallſtr. 10 ſchöne 3 Zimmer=
wohnung zu vermieten. — Näheres
Hofſtallſtraße 8, parterre. (8397ids
Mheritete hche
Viktoriaſtraße 26, part. (8269id
Karistr. 105
1. Stock, beſtehend aus 3 Zimmer,
2 Manſardenzimmer, Küche ꝛc., p.
1. Juli zu vermieten. Näh.
Aus=
kunft nur im Hinterh. (B8395ids
Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3=Z.=Wohnung per ſofort. (366o
Zim.=
Karlstr. 67, pt. Manſ.
Nieder=Ramſtädterſtraße 75
kleine 2 Zimmerwohnung zu
ver=
mieten.
(7912a
Mne ere e ererete
Zimmer=Wohnung mit Küche
ſo=
fort zu vermieten.
(3966ids
Martinſtr. 89, 2. St., kleines
Manſardenzimmer, auch z. Möbel= Landwehrſtr. 13, 2. St., ein
einſtellen zu vm. Pr. 5 Mk. (B8520
Uegsht
Mühlstr. 28 Logis,beſtehend Eliſabethenſtr. 49, part, gu
aus Zim., Kammer, Küche, Keller u.
Holzſtall, 10 Mk. monatl., per ſof.
zu verm. Anzuſeh. von 12—2 Uhr. Saalbauſtr. 40, 3. St., freundl.
Zu erfragen Hinterhaus. (8311tmöbl. Zim. ſofort zu verm. (7566t
Eberstadt.
Weingartenſtraße 29, Ecke
Mülerſtr., allernächſt der Straßen= Eliſabethenſtr. 31, 1. St, möbl.
bahn, iſt ein Haus mit 3 u. 4 Zim= Zim., Preis 17 Mk., zu v. (75644
mern, je 1 Küche, abgeſchl.
Vor=
plätzen, Gas u. Garten zu verkf.,
auch ganz od. geteilt zu vm., . ſof.
beziehbar. Näh. J. Dächert.
Darmſtädterſtr. 33.
mit 14 Zimmer, m.
Eberſtädter Wald per ſofort zu
vermieten. Näheres
Saalbau=
ſtraße 78, part.
(*3762si
Schulſtraße 10, im Seitenbau
parterre ſchöne Räume für. Büro
geeignet, auf Verlangen großes
Magazin und gute Keller, zu
ver=
mieten.
7756ids
Elisabethenstrasse 17
Ecke der Wilhelminenſtr., 1. Stock,
auch zu Geſchäftszwecken ſehr
ge=
eignet, per ſofort zu verm. (451f.
20 qm grosse Räume
für Bureau oder Lager.
Näheres Mühlſtraße 50, nur v.
11—12 Uhr.
(B4433i
M
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
1. Auguſt d. J. anderweit. zu verm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (6567oms
mit zwei anſchliehenden
Laden Räumen, eignet ſich als
Filiale, ſofort zu vermieten,
Eliſa=
bethenſtr. 56. Näh. bei Georg
Freund, Lucasweg 13. (*8744sim
uen eten tnen
Hell. Laden oder ohne 3 Zim., für jed. Geſchäft geeign.
Ecke Saalbauſtr. u. Marienpl. 8,
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vermieten. Näheres Hügelſtr. 27,
Kontor.
(730od
2
Kaſinoſtr. 11, Metzgerei, ſchön
möbl. Zimmer.
(7621oms
Landwehrſtraße 24, gut möbl.
freundl. Zimmer zu verm. 7734oms
Waldſtraße 16 möbl. Wohn=
und Schlafzimmer, daſ. einz. möbl.
Zim. per ſof. zu verm. (7370oms
Niod.-Ramstädlerstr. 17, Metzgerei,
m. Z., m. v. Penſ., preis w. z. v. (7162oms
Karlſtr. 53, part., möbl. großes
Zimmer zu vermieten. (7306oms
Landwehrſtr. 6 möbl. Zimmer
mit Venſion z. vermiet. (7823oms
Möbl. Zimmer zu vermieten.
J. Wagner Ww., Eliſabethenſtr. 43,
(*82900ms
Hth. 1., I.
Friedrichſtr. 18, 2. Stock, ſchön
möbl. Zimmer m. gut. Penſion zu
60 Mk. zu verm. Näh. part. (7631os
Reckarſtr. 16, Gartenbau, gut
möbl. Wohn= u. Schlafz. (5565ids
Obere Hügelſtr. 19, II., Ecke
Schützenſtr., ſchön möbl. Zimmer
zu vermieten.
(7617t
Mathildenplatz 3, II., groß., gut
möbl. Zim. an Dame zu vm (6630ids
Hölgesſtr. 11, part., ein ſchön
möbl., großes Zimmer,
Schreib=
kommode vorhanden, erfüllt den
Zweck als Schreibtiſch. (7468ids
Im Tintenviertel
Schießhausſtr. 128, zum 1. Mai,
ev. früher, 3 ev. 2 gut möblierte
Zimmer nebſt gedecktem Balkon,
freie Südlage, Zentral=Heizung,
Gas. Einzuſ. 2—3 Ubr. (B7239ids
Mühlſtr. 16, part., möbl. Zim.,
3,50 Mk. pro Woche, zu vm. (6859t
mit Küche, Keller u. Zub. a. ruh. beſſ. Klein) großes gut möbl. Zimmer an
L. od. einz. D. per ſofort. (B7126ids Herrn od. Fräul. ſof. zu verm. 7730 St., gut
Alexanderſtr. 4, möbliert.
Zimmer mit od. ohne Penſion
an 1 od. 2 Herren zu vm.(6858t möbl. Wohn. u. Schlaſeimmer mi
großer, geſchl. Glasveranda u. Gas
(B54204
per ſofort zu verm ſchön möbl. Zimmer mit Penſion
per ſofort. zu verm.
(7256 Schloßg. 2, part., möbl. Zimme
mit 1 od. 2 Betten zu verm. (7292t möbl. Zimmer zu verm. (7371t Karistrasse 11, II.
ſehr großes hübſch möbliertes
Zimmer mit Schreibtiſch preis=
wert zu vermieten.
(7565t Hügelſtraße 89, freundl. möbl.
Zimmer, 15 Mk., auch für 2 Herren
mit Penſ. ſofort zu verm. 7754 (8479si! Ernſt=Ludwigſtr. 1, 3. Stock,
2 ſchön möbl. gr. Zim. ſof. (7928a Vill großem Park, im Mauerſtraße 12, II., gut möbl.
Zimmer mit Penſion ſof. (6565ods Eliſabethenſtr. 29, 1. St., 2 f.
mbl. Z. (Wohn= u. Schlafz.) (*8266sods Ernſt=Lndwpigſtr. 5, 2. Stock,
hübſch möbl. Zim. zu vm. (6733dso Feldbergſtr. 30, 1. St., ſch. mbl.
Zim. mit Penſion, ſofort. (8271t Roßdörferſtr. 46, part, frdl.
möbl. Zimmer zu verm. (8304a Waldſtr. 24, 1. St., gut möbl.
Zimmer. Näh. Vdh. part. (8313ids Mathildenplatz 3, Stb., 2. Stock,
einf. möbl. Zim. bill. zu verm. (8360t Soderſtr. 4, I., elegant möbl.
Zimmer an beſſern Herrn, p. ſofort
zu vermieten.
7757t Kiesſtraße 18 ſchön möbl. un=
genierte Zimmer ev. Penſ. (7929a Grafenſtr. 41 gut möbliertes
Zimmer zu vermieten.
(7475a Landgraf Georgſtr. 70, 2. St.,
freundlich möbliertes Zimmer zu
vermieten.
(5584id Nieder=Ramſtädterſtraße 16,
Gartenhaus, part., r., ſchön möbl.
Zimmer per ſofort.
860a h. Hild, frdl.
Kiesſtr. 21
bl. Zim. mit od.
ohne Penſion bill.
erm. (5008if Hofſtallſtr. 8, 1. Stock links,
möbl. Zimmer zu verm. (6708if Neue Schwanenſtr. 72, 2. St.
gut möbl. Wohn= u. Schlafz. an ſol,
Herrn, a. paſſ. für 2 Herrn. (*8788si Vollſt. möbl. Wohnung
v. 4 Z. mit Küche, Bad, Loggia
u. all. Zub. z. 1. Juli zu verm.
Näheres Karlſtraße 53½. (8437o Penſion, Eliſabethenſtr. 4, Wohn.
u. Schlafz., ſow. Einzelzim. z. verm.,
auch auf Tage u. Wochen. (8477a Saatbauſtr. 25, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer zu verm. (8521t Wieſenſtr. 9, Ecke Grafenſtr.,
bei Schneider, freundlich möb=
liertes Zimmer mit oder ohne
Penſion zu vermieten.
(*8811 Ludwigsplatz 4, II., g. möbl.
Zimmer zu vermieten. (*8835im Neckarſtr. 4, Hth. part. links,
möbl. Zimmer zu verm. (8528a Mauerſtraße 15, möbl. Zim.
zu 12 Mk. zu vermieten. (*8849 Mühlſtr. 50, nahe Kapellplatz,
möbl. Zim. à 20 Mk. f. beſſ. Heren
od. Schüler, auch mit Penſ. Näh.
1. Stock, 3—6 Uhr. (*8848imds Dame od. Schülerin findet ge=
mütlich Heim mit oder ohne
Penſion. Inſelſtr. 38, I. (*8837ido zu verkaufen:
Wegen Umzug 1 ſehr großer
Kleiderſchrank, 1 Fenſtertritt,
1 Mädchenbett mit Sprungfeder=
matratze, 1 Holzbettſtelle, 2 Han=
teln 1 runde engl. Badebütte, neu,
Wilhelmſtr. 2, 1. Stock. (B8525 ronntannäplel
offeriert
nC0
Kohter Stellgabsber
Miltenberg. (8487
Laden
zu mieten geſucht.
In guter Geſchäftslage
Darm=
ſtadts einen mittleren Laden bald
zu mieten geſucht. Off. mit
Preis=
angabe unt. G. 766 Pfl. an Rudolf
Mosse. Mannheim.
(85145I
Schuppen oder
Lagerraum
auf mehrere Jahre zu mieten geſucht.
Off. m. Preis u. B 31 Exp. (8534imd
Geſellſchaft ſucht ſchönes
Kneipiokal m. Marier
Gefl. Off. u. B 19 a. d. Exp. (*8810
Wohnung geſucht
von 6 oder 7 großen Zimmern
per ſofort oder 1. Juli, Parterre
oder 2. Stock, in ſüdlicher Lage
bevorzugt.
(*8733i
Offerten erb. u. B 7 a. d. Exp.
fahelteu. alturtlte
Industrie (Ueberrheiner),
Eichenheimer (gelbe),
Up to dat,
Woltmann u Zwickauer (frühe)
empfiehlt billigſt
Gg. Crössmann Nachfolger,
Grafenſtraße
(8312dsi
leie
im Schneppenzahl, Flur 24, 51¾10,
53¾0, 5900 am, per ſofort zu
verpachten. Näheres Holzhof=
Allee 1, Kontor
(845a
ee
Penſ. Beamter 2 Zimmerw.
zum 1. Mai ev. ſpät. in gutem Hauſe.
Offerten mit Preis und genauer
Angabe u. A. 79 Exped. (*8633dsi
ſucht f. 1. Junt,
Kleine Familie event. 1. Juli
4 Zimmerwohnung (parterre) in
verkehrsreicher Straße. Off. unt.
A 98 an die Exp. (*8415dsi
3- od. 4-Zimmerw.
von beſſ. ruh. Beamtenfam. ab
1. Juli in der Nähe d. Bahnh.
geſucht. Dauermieter! Off. unt.
A. 87 a. 8. Exped. d. Bl. (*8661di
2=Zimmer=Wohnung in der
5 Preisl. bis 340 Mk. von jung.
Brautpaar f. d. zu mieten geſucht.
Off. u. B 17 a. d. Exp. (*8815
2 unmöbl. Zim. m. Mitben. der
2 Küche b. gut. Fam. v. einzeln.
Dame geſucht für ſof. od. ſpäter.
Angeb. nach Steinſtraße 36, part.,
erbeten.
(*882
2 Chemiler (Dr. phil.)
ſuch. 2—3 aut möbl., helle ungen.
Zimmer (Schreibtiſch Bedingung,
Bücherſchrank erwünſcht). Es wird
großer Wert auf Sauberkeit und
gute Bedienung gelegt. Off. mit
Preisangabe unter B§ 18 an die
Expedition ds. Bl.
(*8814
ſucht ſofort möbl.
Herr Zimmer, evtl. mit
Penſion. Offerten unter R. H.
hauptpostlagernd
Wies-
baden.
(8489
Dame
ſucht vom 9. April ab in gutem
Hauſe mit Familienanſchluß
möbliertes Zimmer
mit halber Penſion, in der Nähe
vom Markt bevorzugt.
Offerten mit Preisangabe unter
B 22 an die Exp.
(8531im
ſucht zum 1. Mat eleg.
Dr. DIll. Wohn= und
Schlafzim=
mer. Offert. unt. B 27 an die
(8842ids
Gutgeh. ſeit 25 Jahren beſtehende
Slaserer
umſtändehalber (7739a
ſofort zu verkaufen.
Offerten unter W 69 a. d. Exp.
Villen Verkauf.
Das Anweſen des Herrn Prof.
Habich, Alexandraweg 27 hier,
ſeit 5 Jahren von Herrn Graf.
Beiſſel von Gymnich bewohnt,
enthaltend: Einfamilienhaus mit
14 Räumen, Küche, Bad,
Zentralheizung, Balkons und
Garten, iſt event. mit der
Ein=
richtung der Halle, des Speiſe=,
Muſik= und Fremdenzimmers zu
verkaufen.
Reflektanten erhalten näheren
Aufſchluß nur in dem
Immobilien=
geſchäft Sebastian Eckler,
Rheinſtraße 9, Telefon 243. (5337ai
Das 2½ſtöckige, in tadelloſem
Zuſtand befindliche Wohnhaus
Hoffmannstrasse 23
(Nähe Heinrichſtr.) mit groß. ſchatt.
Garten u. Toreinfahrt, iſt Sterbef.
wegen unter günſt. Bedingungen zu
verkauf. Das Haus iſt zurzeit zum
Alleinbewohnen eingerichtet, kann
jedoch leicht in zwei 5=Zim.=Wohn.
umgewandelt werden. Näh. Ausk.
erteilt ausſchl. die mit dem Verkäufe
beauftragte Firma Julius Kahn,
Schulſtraße 15. Tel. 135. (K1185
324 Zimmer und
Wohnhaus Manſarde,
Hof=
raum, großer Garten, Gas,
Waſſer=
leitung, iſt erbteilungshalber zu
ver=
kaufen. Lage: Kiesſtraße nächſt der
Hochſtraße. Näh. Auskunft erteilt
P Luft, Liebfrauenſtr. 70. (54a
zu verlauf.
Erbbegräbnis Offert. unt.
105 Heidelberzer
e Strasse 105
Einfamilien-
wohnhaus
zweiſtöckig, mit Manſarde,
Dampfheizung,
Warmwaſſer=
aulage, Gas, Bad, großem
Obſtgarten unter günſtigſten
Be=
dingungen zu verkaufen oder zu
vermieten. Näheres
Roßdörfer=
ſtraße 9, 1. Stock.
(622a
B 21 an die Exped.
(*8824
Glercht
Seld Schuldſchein. Mobiliar
in jeder Höhe durch E. Mauthe,
Riedeſelſtraße 48, I. Sprechſtr. v.
—12 u. 2—6 Uhr.
(8446a
1. Hypothel,
50-60 000 Mk., geſucht. Off.
unt. B 24 an die Exp. (*8836
ſ. a. 1. Zeit
Jung. Beamter 160 Mk.
geg. m. Rückz. Offert. u. B 23
an die Exrve
n.
Wer kauft
oder
diskontiert
gute Wechsel
5—10000 M.
Verdienſt nach Uebereinkunft. Off.
u. 8. 14815 an Haasenstein & Vogler.
A.-G., Frankfurt a. M.
(8506fI
Meines Mibaiges
2 Zimmerhaus
auch zum Alleinbewohnen, mit
ſchönem Garten, im ſüdl.
Stadt=
teil, zu verkaufen
(5856a
Näheres Mühlſtraße 68, 1. St.
Großes 3 X. 10= Zimmerhaus
und Bauplatz zu verkaufen.
Offerten unter V 46 an die Exp.
d. Blattes erbeten.
(*7663iii
Landhaus für 8875 Mk.
zu verkaufen!
Verkaufe mein freiſt. Landhaus,
20 Minuten von Darmſtadt, mit
größerem Garten, 5 ger. Zimmern,
1 Badez., Küche, Speiſekammer,
Kloſetts, Waſchküche uſw., einem
Hinterbäuchen, ſofort unter
günſti=
gen Bedingungen. Das Anweſen
iſt jeden Tag beziehbar.
An=
zahlung nach Uebereinkunft. Der
Reſt kann ſtehen bleiben zu 4%=
Offerten unter B 2 an die
Expedition zu richten. (8340a
Deamten-barlenen
(auch penſionierten) von Mk. 1000.— an auf 10 Jahre ohne Bürgen=
Erbschafts-Beleihungen
und Kauf, wenn auch geſperrt und mit Nießbrauch behaftet,
Revenüen=
hypotheken an Majoratsbeſitzer ohne ieglichen Koſtenvorſchuß. (8515D
Albert Helms Finanzierungsgeſchäft Bremen 31, Kl. Meinkenſtr. 7.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. April 1912.
Nummer 25.
(850954
Manbtenhu A
Geunnach Ola
a
Mn
Ol mc e
Gee Clezall.
6
Handel und Verkehr.
— Patentanmeldungen. R. 32174:
Vorrich=
tung zur Herſtellung von Ankerwicklungen. Konrad
Rido=
kar Ritter, Darmſtadt, Eſchollbrückerſtr. 6. — D. 22635:
Ver=
fahren zur Herſtellung von kohlenoxydfreiem bezw.
kohlen=
ſoxydarmem Stickſtoff. Zuſ. z. Anm. D. 22634. Dr. O.
Dieffenbach und Dr. W. Moldenhauer, Darmſtadt,
Ohly=
ſtraße 71. — Patenterteilungen: 246 148. Form
zur Herſtellung von Schwemmſteinen u. dgl. Gewerkſchaft
Meſſel und Paul Meltzer, Grube Meſſel bei Darmſtadt. —
Bebrauchsmuſter=Eintyagungen: 499397.
Hygieniſches Ohrenreinigungsſtäbchen. Karl Müller,
Darm=
fſtadt, Karlſtr. 61. — 499 398. Hygieniſche
Ohrenreinigungs=
zange. Karl Müller, Darmſtadt, Karlſtr. 61. — 501 222.
Ohrenreiniger mit gebrauchsſicherem Watte=Halter.
Hein=
frich Beſt, Griesheim b. Darmſtadt. — 501 661. Dreh=, Feil=
und Schleifapparat für Walzen=Trockenapparate. Aktien=
Maſchinenbau=Anſtalt, vorm. Venuleth u. Ellenberger,
Darmſtadt.
H. Frankfurt a. M., 4. April. (
Börſen=
wochenbericht.) Am Geldmarkte hat ſich ganz
plötz=
lich ein günſtiger Umſchwung vollzogen, der weſentlich
bil=
ligeres Geld brachte und einen Rückgang des
Privatdis=
kontos auf 3¾ Prozent bewirkte. Dieſe ſprungweiſe
Er=
mäßigung der Sätze innerhalb weniger Tage dürfte indes
mit großer Zurückhaltung behandelt werden; denn dem
Geldmarkte ſtehen noch erhebliche Anforderungen bevor,
zu=
nächſt durch die augenblickliche in den nächſten Wochen zur
Ausführung kommenden Kapitalvermehrungen großer
In=
ſtitute und ſonſtiger Emiſſionen. Ferner ſcheint ſich in
Amerika im Zuſammenhang mit dem lebhafteren Gang der
Induſtrie eine Verknappung der Geldmittel zu zeigen;
wo=
durch der Rückfluß der in Deutſchland vorhandenen
ameri=
kaniſchen Guthaben in intenſiverem Maße einſetzen dürfte.
Daher iſt trotz der momentanen Geldflüſſigkeit immerhin
zein Wiederanziehen der Zinsſätze nicht ausgeſchloſſen.
Die Tendenz geſtaltete ſich während der nur viertägigen
Geſchäftswoche infolge der Oſtertage zu einer feſten;
beein=
flußt durch das feſte Newyork und des unverminderten
Animos in Kupfer=Aktien, dem ſich ſchließlich noch eine
beſſere Haltung am Goldminenmarkte anſchloß. Die
Poli=
tik übt eben weniger Einfluß aus, aber man wiegt ſich
andauernd in dem Gedanken eines baldigen
Friedens=
ſchluſſes zwiſchen Italien und der Türkei.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, ſind
zu=
nächſt Deutſche Renten als erholt zu erwähnen, was wohl
die Gelderleichterung und die Ausſchüttung der Zinſen und
Dividenden zum Teil bewirkt hat. Von den Ausländiſchen
Staatsfonds waren die Ungariſchen wieder ſtärker gefragt
und anziehend; auch die ruſſiſchen Gattungen, ſowie
Tür=
liſche konnten profitieren; während Mexikaner auf
Nach=
richten über neue Unruhen im Preiſe nachgeben mußten.
Für die führenden einheimiſchen Bankaktien herrſchte gute
Strömung; wenn auch die Avancen nur geringfügig
blieben. Schaaffhauſenſcher Bankverein waren zeitweiſe
ge=
drückt, aber ſchließlich wieder beſſer, da die Gerüchte über
den Berliner Baumarkt und damit zuſammenhängende
Riſikos keine Beſtätigung fanden.
Die Generalverſammlung der Darmſtädter Bank
ge=
nehmigte die Dividende in Höhe von 6½ Prozent (wie im
Vorjahre). Der Transportmarkt geſtaltete ſich recht lebhaft,
und beſonders ſteigend für Schantung, Hamburger
Paket=
fahrt und Nordd. Lloyd; ferner waren die italieniſchen
Bahnen anſehnlich erholt auf die Friedenshoffnungen.
Orientbahnen ſtiegen um 3 Prozent auf den recht
befrie=
digenden Einnahme=Ausweis. Am Montangebiet ſind jetzt
durchweg Kurserhöhungen eingetreten; da die Spekulation
darin ſehr rührig war. In Elektrizitätsaktien vollzogen ſich
weiterhin größere Umſätze. Der Eintritt der Bergmann=
Geſellſchaft in die Siemens=Gruppe ſcheint vollzogen zu
ſein, und zwar ſoll das Aktienkapital der Geſellſchaft ganz
bedeutend erhöht werden; dieſe Erhöhung wird von der
Sie=
mens=Gruppe größtenteils übernommen. Die
Mannesmann=
röhren=Werke erhöhen ihr Kapital um 12 Millionen Mark;
auf je drei alte Aktien kann eine neue, mit halber Dividende=
Berechtigung für 1912/13 zu 170 Prozent bezogen werden.
Das Bezugsrecht iſt bis 19. April u. a. auch bei der
Deut=
ſchen Vereinsbank auszuüben.
Der Kaſſainduſtriemarkt war etwas ruhiger, doch ſind
einzelne größere Steigerungen eingetreten: bei Daimler=
Motoren bis 239, bei Kleyer bis 468, bei Höchſter
Farb=
werke bis 569 Prozent, bei Kunſtſeide bis 170; hingegen
gaben Moenus bis 336 nach auf das geringere Dividende=
Ergebnis. Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt
no=
tieren zuletzt 1044, Holzverkohlung 304,30, Rütgers 195,75,
Maſchinenfabrik Durlach i. B. 141,20, Steana Romana 135.
Zuckeraktien gut behauptet: Waghäuſel 207,25, Frankenthal
379,70. Die Kaliwerke Aſchersleben verteilen 10 Prozent
und Maſchinenfabrik Gritzner 17 Prozent Dividende.
Von Loſen notieren: Augsburger 34,60, Braunſchweiger
198,75, Pappenheimer 58, Freiburger 68, Türkiſche 171,60,
Genua 194, Ungariſche 366,50, Meininger 35,20, Venediger
42,70, Mailänder 45=Fres.=Loſe 135 (nominell), Mailänder
10=Fres. Loſe 34,10, Raab=Grazer Anrechtsſcheine 37,60, in
Reichsmark: Donau=Regulierung 165 (nominell), Gothaer
Prämie II 117,75, Madrider 77,65, in Prozent. Ferner
ſchließen: 4 proz. Reichs (bis 1918 unkündbar) 101,40, 3
½=
proz. Reichs 90,80, 3proz. Reichs 81,75, 4proz. Heſſen von
1899 99,90, 4proz. Heſſen von 1906 99,80 G., 4proz. Heſſen
von 1908/09 100,—, 4proz. Heſſen (unkündbar bis 1921)
100,50 G., 3½proz. Heſſen 89,10, 3proz. Heſſen 78,40, 4proz.
Darmſtädter 99,40, 3½proz. Darmſtädter 89,75 G., 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—23) 100,50, 4proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 24—25) 100,60 G., 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 3—5) 89,60 G., 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 89,70 G., 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12) 100,60 G., 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 13—14) 100,70 G., 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 89,80 G., 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 89,70 G., Darmſtädter Bank
125, Südd. Eiſenb.=Geſellſch. 122 G., Südd. Immobilien=
Geſellſchaft (Mainz) 79,50 G., Lederwerke vorm. Spicharz
(Offenbach a. M.) 78,50 G., Schramms Lack= und
Farben=
fabriken (Offenbach a. M.) 272 G., Chemiſche Mühlheim a. M.
74,80, Schantungbahn 140½, South=Weſtafrika 157,50,
Otavi=Anteile 96,—, Otavi=Genußſcheine 67,50, 4½proz.
Ruſſen 100,30, 4proz. 1880er Ruſſen 90,90, 4proz. 1902er
Ruſſen 90,70, 3¾proz. Ruſſen 88,60, 3½proz. Ruſſen 84,50,
3proz. Ruſſen 81,—, 4proz. unifizierte Türken 90,60, 4proz.
Adminſtratons=Türken 94 6., Kproß. konverierte Türken
von 1905/1911 81,50, Bagdadbahn 84,—, 5proz. Chineſen
101,50, 4½proz. Chineſen 95,20, 5proz. Chineſen (Tientſin=
Pukow) 99,40, 4½proz. Japaner 95,25, 4proz. Japaner 89,25,
3proz. Buenos=Aires 72½.
Sport.
Fußball. Engliſche Pokalſpiele. Die
rück=
ſtändigen Fußballſpiele aus der Vorſchlußrunde um den
Pokal von England haben die Siege von Barnsley und
Weſt=Bromwich=Albion ergeben. Barnsley ſchlug
Swin=
don Town mit 211. Das gleiche knappe Reſultat ergab der
Kampf zwiſchen Weſt=Bromwich=Albion und Blackburn
Revers, wenn auch erſt nach Spielverlängerung. Das
Ent=
ſcheidungsſpiel um den Pokal findet nunmehr am 20. April
zwiſchen den beiden Siegern ſtatt, von denen Weſt=
Brom=
wich=Albion eine hervorragende Stelle in der erſten Klaſſe
der Ligaſpiele einnimmt, während Barnsley der zweiten
Klaſſe angehört. Weſt=Bromwich=Albion hat den Pokal
be=
reits zweimal, im Jahre 1888 und 1892, gewonnen.
Barns=
ley hat ſich ſchon einmal, und zwar im Jahre 1910, bis zur
Schlußrunde durchgekämpft, unterlag aber damals mit 022
gegen Newcaſtle United, nachdem eine erſte Begegnung
unentſchieden 111 geblieben war.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt 1.
Geöffnet an Wochentagen von 9— 12 Uhr vorm. und
3 — 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Falle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 28. März: dem Königl.
Lokomotiv=
führer Max Ernſt Streckhardt, Rhönring 99, eine T.
Eliſabeth. Am 27.: dem Fahrburſchen Jakob Schmitt,
Schloßgaſſe 23, ein S. Franz Johann. Am 28.: dem
Schuh=
macher Friedrich Böheim, Lichtenbergſtr. 23, eine T.
Emma. Am 30.: dem Tapezier Georg Gerhardt,
Kranich=
ſteinerſtr. 11, eine T. Eliſabeth. Am 1. April: dem
Kauf=
mann Georg Horn, Kahlertſtr. 51, ein S. Jean. Am 3.:
dem Einleger Johann Andreas Leichtlein, Taunusſtr. 53,
ein S. Philipp. Am 2.: dem Hilfsarbeiter Paul Hermann
Schulze, Kirſchenallee 7, ein S. Ludwig. Am 31. März:
dem Schneider Martin Arnold, Soderſtr. 34, ein S.
Theodor Rudolf. Am 30.: dem Schloſſer Karl Becker,
Liebfrauenſtr. 45, eine T. Luiſe. Am 3. April: dem
Stu=
dent Alexander Gawrilow, Seitersweg 8, ein S. Viktor.
Aufgebotene. Am 2. April: Metallſchleifer Hermann
Valentin, Feldbergſtr. 62, mit Maria Diel in Fulda.
Am 3.: Fabrikarbeiter Hermann Göckel in Traiſa, mit
Johanna Chriſtina Knell, Marktſtr. 3. Chauffeur Franz
Felber in Auerbach, mit Suſanna Grimm, Schulſtr. 16.
Am 4.: Konditor Franz Faver Biſchler in Freiburg,
mit Barbara Karolina Zünd in Gündlingen. Sergeant
im Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115, Jakob Philipp Leißler,
Alexanderſtr. 22, mit Verkäuferin Katharina Hambach,
Beckſtr. 12. Schuhmachergeſelle Friedrich Bitſch,
Beſſun=
gerſtr. 107, mit Anna Roßmann in Seeheim.
Geſtorbene. Am 2. April: Joh. Martin Rasp, S.
des Gasarbeiters, 11 Mte., ev., Aliceſtr. 1. Mechaniker
Philipp Hörr, 60 J., ev., Kirchſtr. 4. Aug. Kath.
Wal=
ther, T. des Tagl., 1 J., ev., Arheilgerſtr. 68. Bureaugehilfe
Georg Schuhmacher, 60 J., ev., Hölgesſtr. 10. Am 3.:
Eliſabethe Dorothee Mathilde Viél, geb. Laval, Witwe
des Kaufmanns, 81 J., ev., Karlſtr. 28½. Am 2.:
Mag=
dalene Pfeffer, geb. Schaub, Witwe des Küfermeiſters,
74 J., ev., Arheilgerſtr. 56. Kaufmann Friedr. Wilhelm
Peter Stößel, 19 J., ev,, Feldbergſtr. 78. Am 3.:
Tag=
löhner Johann Adam Kleinſchmidt, 38 J., ev.,
Hinkels=
gaſſe 24. Julie Sibylle Joſt, geb. Decker, Witwe des
Oberlandesgerichtsrats, 77 J., ev., Heinrichſtr. 90. Marie
Rapp, geb. Triefenbach, Witwe des Kammermuſikers,
77 J., ev., Hölgesſtr. 5.
EII
von
hervorragendem
Wohlgeschmack.
ENN
tägliches Getränk
Sr. Majestät des
Kaisers
und Königs.
A.
III
Literatur durch die
Brunneninspektion
in Fachingen
(Bez. Wiesbaden).
XONIG.
EINE
(VI8522
Hauptniederlage des Königl.
Fachingen Natürl. Mineralwasser:
Carl Naumann jr., Darmstadt,
Karlstrase 60
Telephon 1515.
Dr. Buck’s
Mahrsalz Bahanen Rands
ist höchst wohlschmeckend, äusserst nahrhaft
und stopft nicht. Es ist dies wohl das
vorzüg-
lichste Kakaopräparat der Gegenwart, insbesondere
als Nähr- und Kräftigungsmittel für in der
Ent-
wicklung zurückgebliebene Kinder, bei Blutarmut
u. allen Schwächezuständen, bei Magen- und
Darmkatarrh. — Angenehmstes
Frühstücksge-
tränk für Gesunde und Kranke.
1Pfd. 2.20 Mk., ½ Pfd. 1.10 Mk., ¼ Pfd. 55 Pfg.
Ein Versuch genügt, um denselben dauernd zu ver-
Zu haben bei:
wenden.
Reformgeschäft „Arista‟
Gesundheitliche Nahrungs- und Genussmittel
Anton Braunwarth
Fernspr. 971.
Ernst-Ludwigstr. 3
(7197a
2
Blamen
Kästen aus Holz igrün geſtrichen)
i. 6 Größen à ℳ 1.10, 1.25, 1.40,
(8326a
1.60, 1.75, 1.95 empf.
E. Crämer, Lndwigſtraße 7.
Eine
AnzahlgroßerLagerfäſſer
ffür Gärtner uſw. geeignet, preisw.
zu verk. Dieburgerſtr. 89. (*8740si
2 Kompl. Beit u. ene Hängel. 1u
verk. Zeughausſtr. 1. (*8755sim
Greſen, derhtnſich echelenen
Restaurationsherd, mehr.
Gas-
lüster u. Wirts-Reklamelaterne
(7490a
billig abzugeben
Lerch, Ernſt=Ludwigſtraße 1.
hne Anzahlung erhalten Be=
2 amte
Manufaktur-
waren ohne Preiserhöhung
von auswärtig. bedeutender Firma.
Gefl. Offerten unter A 65 an die
(*8552msi
Exped. d. Blattes.
gebraucht, rechtsſeit,
Röderherd, billig zu verkaufen.
Kiesſtraße 87 I.
(*8764si
Bäckerei= und
Konditoreiwaren
Täglich friſche Kaffee=
und Nußkränze
von 50 Pfg. an
Fruchtkränze Stück 30 Pf.
Schneckennudel Stück 4 Pf.
friſche Käſetorte, Käſekuchen
ſowie alle andere Sorten Torten
und Kuchen (5995a
Kaffee= und Teegebäck in
ver=
ſchied. Auswahl. — Beſtellungen
werden pünktlich ausgeführt.
Edmund Türtmann
Grafentsr. 19 Telef. 1425.
wie neu, ſehr
Adler-Rad, billig zu verk.
Grafenſtraße 26.
4430a)
HASSIA
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Vendelstadtstr. 26
Telefon 1679.
— (6916a
Schrei bmaschinen-
Arbeiten
Diktate
in separätem Raum
Vervielfältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
schneIl-sauber
diskret-billig.
Zum Abonnement empfohlen:
Das Dach Tur Jilt.
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
47. Jahrgang erſcheinende
: illuſtrierke Jamilienzeitſchrift:
Große Reichhaltigkeit,
Beſondere Vorzüge:
ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt :: : : viele prachtvolle Illuſtrationen,
außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft
nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Welt verbreitete „Buch für Alle” iſt, getreu
ſeinem Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und
Künſtlern, jederzeit beſtrebt, ein
echtes deutſches Jamilienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtunden
gern intereſſanter Lektüre widmet und Freude hat an echt
(V8523
künſtleriſchen Illuſtrationen.
Beſtellungen bittet man an die nächſtgelegene Buchhandlung zu
richten; wo der Bezug auf Hinderniſſe ſtößt, wolle man ſich direkt
an unterzeichnete Verlagsbuchhandlung in Stuttgart wenden.
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Dohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
V1268) J. Müller, Kiesſtr. 20.
Acetyien-Apparat
(faſt neu), 1—6 flammig, zu verk.
Schuknechtſtr. 63, I.
(*8721si
Entfernen der Motten
aus Polſtermöbel ohne aufpolſtern
unter Garantie billigſt (5252a
J. Frieß, Möbel. u. Tapeziergeschäft,
Neue Kiesſtraße 43.