Inſerate
Abonnementspreis
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Ber
u. 1.80 Mk. vierkelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die franzöſiſche Kammer nahm das Geſetz
über den Achtſtundentag für Bergleute an.
Der Schriftſteller Karl May iſt in Radebeul
geſtorben.
Der Vertrag, betr. die Errichtung des
Pro=
tektorats Frankreichs über Marokko, iſt
am Sonntag in Fez unterzeichnet worden.
*
Das Zarenpaar iſt in Livadia eingetroffen.
*
Die „Terra Nova”, das Expeditionsſchiff Kapitän
Scotts, iſt in Akaroa (Neu=Seeland)
ange=
kommen.
Der Fall Roeren.
* Zum Rücktritt Roerens meldet die Kölniſche
Volks=
zeitung, daß Roeren dieſen Entſchluß bereits am 14.
Februar in einer Fraktionsſitzung des Zentrums zur
Sprache gebracht habe. In der Erklärung, mit der
Roe=
ren ſeine Mandate niederlegt, heißt es:
„Solange ich dem Zentrum angehöre, habe ich es
ſtets als ſelbſtverſrändlich betrachtet, daß ſich die
Tätig=
keit desſelben in allen Fragen, natürlich bei denen die
Weltanſchauung in Betracht kommt, in Einklang mit den
Grundſätzen der katholiſchen Weltanſchauung zu
befin=
den hat. Die Auseinanderſetzungen die ſich an die
De=
finitihn der Kölner Oſterdienstagskonferenz anknüpften,
haben ergeben, daß eine Verteidigung der von mir
ver=
tretenem Grundſätze ſelbſt den fortgeſetzten
Provokatio=
net gegenüber für mich in meiner Stellung als
Mit=
glied der Fraktion als ausgeſchloſſen gelten muß. Dieſe
Lage würde für mich unerträglich ſein, ich müßte ſie als
unwürdig bezeichnen. Ich bin deshalb nicht in der
Lage, meine Mandate länger beizubehalten und zwar
weder dasjenige zum Abggordnetenhauſe, noch auch in
Konſequenz davon dasjenige zum Reichstag. Ich werde
das Haus, in dem ich ſo viel Freundſchaft und ſo treue
Freunde gefunden habe, beim Verlaſſen nicht mit
Stei=
nen bewerfen. Ernſte Fragen müſſen ernſt und ſachlich
behandelt werden und wenn das geſchieht, dann wird
ſich eher, als man villleicht jetzt erwartet, die Einſicht
Bahn brechen, daß der Grundſatz: die Tätigkeit des
Zen=
trums habe ſich im Einklang mit der katholiſchen
Welt=
anſchauung zu befinden, wahrſcheinlich nicht als
hyper=
katholiſch oder Quertreiberei zu bezeichnen iſt, ſondern
daß es der Grundſatz des alten Mallinckrodt=
Windthorſt=
ſchen Zentrums iſt, dem auch der Reſt meines Lebens
gehört.
Mit der Oſterdienstagskonferenz hat es folgende
Be=
wandtnis: Herr Roeren hat dem Zentrum ſchon früher
eine unkonfeſſionelle Politik zum Vorwurf gemacht.
weil das Zentrum behauptet, keine konfeſſionelle, ſondern
eine rein politiſche Partei zu ſein. Er berief vor einigen
Jahren zur Verurteilung des abtrünnigen Zentrums ein
Gegenkonzil, die ſogenannte Oſterdienstags=Konferenz,
nach Köln, aber nachdem er die Fahne der rein
katho=
liſchen Weltanſchauung entrollt und das Gericht
abge=
halten hatte, ging er ſelbſt auf allgemeines Zureden ein
halbes Jahr ſpäter wieder in den Bannkreis des
Zen=
trums. Aber das Feuer, das Roeren angezündet hatte,
brannte weiter in einigen Blättern, die die ehemaligen
Kampfgenoſſen Roerens gegen die „Kölner Richtung” in
Köln und anderwärts gegründet hatten. Die „Kölner
Richtung” erhielt ihren Namen nach der Kölniſchen
Polkszeitung, die in dieſem Falle wohl das ganze
Zen=
trum vertrat. Akut wurde einmal der Streit bei der
Frage, ob die interkonfeſſionellen Gewerkſchaften (in
de=
nen Katholiken und Proteſtanten zuſammen arbeiten)
den katholiſchen Fachabteilungen vorzuziehen ſeien. Die
„Kölner Richtung” im Verein mit M.=Gladbach (dem
Hauptſitz der katholiſch=ſozialen Bewegung) hat ſich längſt
für die chriſtlichen Gewerkſchaften entſchieden, während
Roeren unter dem Protektorat des Biſchofs Korum von
Trier die katholiſchen Arbeiter in konfeſſionellen
Abtei=
lungen unter geiſtlicher Leitung zu organiſieren ſuchte.
In dem Herrſchaftsbereich Korums ſind denn auch die
chriſtlich gemiſchten Gewerkſchaften bisher niche
aufge=
kommen. Aber Korum erbat auch einen Bannſtrahl von
Rom gegen den chriſtlichen Gewerkſchasts=Miſchmaſch.
Der Papſt ließ ſich jedoch auf die Vorſtellung des Kar=
dinals Fiſcher von Köln hin auf ein Anathema gegen
dieſem „Modernismus” nicht ein, er blieb neutral, und
ſicherte den katholiſchen Arbeitern in beiden
Organiſa=
tionen ſein Wohlwollen zu. Auch der Kardinal Kopp
hat jüngſt erklärt, daß er niemals an Beſtrebungen gegen
das Zentrum teilgenommen habe; er dürfte demnach
als Schutzherr der „Berliner Richtung” nicht länger
an=
geſprochen werden. Ob ſonſt deutſche Biſchöfe die
Ab=
ſperrſingspolitik Korum=Roeren billigen oder gar
be=
kreiben, iſt nicht bekannt. Von Parkamentariern hat
ſich der Graf Oppersdorf dieſer Richtung angeſchloſſen,
und macht für ſie auch Propaganda durch ein Blättchen,
das er herausgibt.
Geheimrat Roeren, der ſeinen Wohnſitz in Köln hat,
vertrat im Reichstag den Wahlkreis Saarburg=Merzig=
Saarlouis ſeit 1893 und im preußiſchen
Abgeordneten=
hauſe den Wahlkreis Neuwied=Altenkirchen von 1882 bis
1885 und den Wahlkreis Trier ſeit 1891. Er war einer
der energiſchſten Vertreter des Ultramontanismus
na=
mentlich auf dem Gebiete der Kulturfragen. Auch in
den Kämpfen zwiſchen dem Zentrum und dem
Reichs=
koloniglamt, die 1906 zur Auflöſung des Reichstags
führ=
ten ſpielte Roeren bekanntlich eine führende Rolle. Im
Februar 1907 legte er ſein Amt als
Oberlandesgerichts=
rat in Köln nieder.
Die Kölniſche Volkszeitung bemerkt zu dem Rücktritt
Roerens: „Her Roeren ſcheint alſo den Kampf für die
Definition der Oſterdienstagskonferenz außerhalb der
Fraktion fortſetzen zu wollen. Daß er dies als Mitglied
der Fraktion nicht länger tun kann, ſtellt er ſelbſt feſt.
Durch das Ausſcheiden Roerens wird die Lage jedenfalls
ſehr vereinfacht. Es iſt bedauerlich, daß es ſoweit
kom=
men mußte.‟ — Die Kölniſche Zeitung ſchreibt: Da
Ge=
heimrat Roeren einer der Männer der
Oſterdienstags=
konkerenz war und als ſolcher ein Gegner der „Kölner
Richtung” im Zentrum, kann dieſe Richtung den
Ent=
ſchluß Roerens als einen Erfolg buchen. Schon im
Reichstagswahlkampf verloren ihre Gegner einen
Par=
lamentarſer, den früheren Vertreter für Osnabrück,
Bitter, der von dem Nationalliberalen Stöve aus dem
Felde geſchlagen wurde. Ihrem bekannteſten
parlamen=
tariſchen Antipoden, Grafen Oppersdors, wurde die
Aufnahme in die Zentrumsfraktion verweigert. Und
jetzt erreicht es dieſe Richtung, daß ſogar eine häufig
führende Perſönlichkeit im Zentrumslager, wie es der
Abgeordnete Roaren geweſen iſt, ſeine parkamentariſchen
Aemter niederlegt! — Die Voſſiſche Zeitung ſagt: Das
Scheiden des Abg. Roeren aus dem Parlament wird den
Kampf um den konfeſſionellen Charakter des Zentrums
nicht beendigen. Sein Rücktritt von der
parlamentari=
ſchen Arena dürfte kaum gleichbedeutend ſein mit einem
Verzicht auf den politiſchen Kampf überhaupt. Eher iſt
anzunehmen, daß Oberlandesgerichtsrat Roeren, befreit
von den Feſſeln, die ihm die Rückſichten auf die Fraktion
auferlegten, nunmehr erſt recht verſuchen wird, für die
in der Oſterdienstagskonzerenz von 490 foſtgeſtellten
Gedanken zu wirken. Wie dem auch ſei, der Schritt des
Abg. Roeren läßt erkennen, wie weit der Riß im
Zen=
trumsturm iſt. — Die Freiſinnige Zeitung zieht aus dem
Rücktritt Roerens folgenden Schluß: Alſo ein Sieg der
Kölner Richtung? Nur ſcheinbar; nur ein Zeichen
da=
für, daß in den Fraktionen der Zentrumspartei die
Ber=
liner Richtung einſtweilen noch kalt geſtellt iſt und zwar
aus taktiſchen Gründen, denn, wie wir wiederholt betont
haben, die Berliner wie die Kölner Richtung wollen
beide im Grunde dasſelbe. nur daß die Kölner Richtung
die taktiſch Klügere iſt, indem ſie es mit Worten
wenig=
ſtens beſtreitet, daß das Zentrum eine konfeſſionelle
Par=
tei iſt, in prasi aber genau an dem gleichen Strange
zieht wie die Berliner Richtung. Nur ſcheinbar ein
Sieg! Dann der Rücktritt Roerens, einer der
bewähr=
teſten und älteſten Kämpfer der Zentrumspartei, wird
die Truppen der Berliner Richtung aufs neue anfeuern.
Die ungariſche Kriſis.
*⁎* Wer bisher noch daran gezweifelt hatte, daß
die Dinge in Ungarn ſehr ernſt ſeien, der iſt wohl durch
das Handſchreiben Kaiſer Franz Joſefs an den Grafen
Khuen=Hedervary eines Beſſeren belehrt worden. Dieſes
Handſchreiben ſtellt ſich als ein eindringlicher Appell an
das Gerechtigkeitsgefühl und an die Loyalität der
unga=
riſchen Nation dar, die daran erinnert wird, daß der
Kaiſer ſeinerſeits alle ihm durch den Pakt von 1867
auf=
erlegten konſtitutionellen Pflichten gerreulich erfüllt
habe und nun wohl auch erwarten könne, daß die ihm
zuſtehenden Rechte auerkannt und nicht weiter
geſchmä=
lert würden. Kaiſer Franz Joſef ſieht ſich als König
von Ungarn an der Grenze der Zugeſtändniſſe angelangt,
die er ohne Vexletzung ſeiner Würde den Magyuren
machen kann. Der Monarch, der von Selbſtentfagung
ſeinesgleichen nicht hat und ſich um des lieben Friedens
in ſeinem Reiche willen namentlich von den Magyaren
Konzeſſionen über Konzeſſionen abringen ließ iſt ſchon
lingſt zu der Erkenntnis gekommen, daß auch bei den
ungariichen Nationaliſten der Appetit mit den Eſſen
wächſt, daß ſie die ganze Hand haben wollen, nachdem
ihnen einzelne Finger gereicht worden ſind. Als vor
ſieben Jahren die Ungarn mit der Forderung der
unga=
riſchen Kommandoſprache hervortraten, da ſoll der
Kai=
ſer zu einem Staatsmann aus Peſt geſagt haben: „Ihr
wollt ja viel mehr als die Kommandoſprache, dieſa
iſt auch nur Mittel zum Zweck, ſie iſt der Vorwand, der
Uebergang zu anderen großen Forderungen, zu denen
ich Zeit meines Lebens meine Hand nicht hergebe.” Und
zu dieſen Forderungen war das Anſinnen, das
gelegent=
lich der Beratung der Wehrvorlagen an die Krone
ge=
ſtellt wurde, ein neuer Schritt.
Außer jenem Appell an die Loyalität enthält das
kaiſerliche Handſchreiben aber auch eine ernſte Warnung
an die ungariſche Nation, es nicht zu weit zu treiben
und die Folgen zu bedenken, die die Fortdauer des
Kon=
flekts haben könnte. Ob der Kaiſer wirklich an eine
Abdankung gedacht hat, wie man allgemein annimmt,
iſt ſchwer zu ſagen, verdenken könnte man es ihm
wahr=
lich nicht, wenn er des ewigen Kampfes müde würde und
ſich nach Ruhe ſehnte.
Anſcheinend wird die Kundgebung des Monarchen
ilren Eindruck auf die Ungarn nicht verfehlen, und es
bereitet ſich eine Aktion vor, die in der Frage der
Wehr=
vorlagen der kaiſerlichen Mahnung Rechnung trägt. Die
ungariſche Miniſterkriſis, die ſeit Anfang März beſtand,
gilt als beſeitigt,” und das Kabinett Khuen=Hedervary
wird im Amte bleiben. Hoffentlich gelingt es ihm, der
Lage Herr zu werden und die ſtrittigen Fragen einer
befriedigenden Löſung entgegenzuführen.
Deutſches Reich.
Reichstags=Erſatzwahl. Im
Reichs=
tagswahlkreiſe Albert Trägers, Varel=Jever, wird bei
der Erſatzwahl Dr. Wiemer als Kandidat der
Volks=
partei aufgeſtellt werden.
Zur Vorgeſchichte der
Heeresvor=
lage wird jetzt bekannt, daß die Regierung kurz vor
dem letzten Kaiſermanöver beabſichtigte, 150000 Mann
Erſatzreſerven für zehnwöchige Uebungen einzuberufen,
um bei dem Ernſt der damaligen Lage gegen
Deutſch=
lands Feinde aufzutrumpfen. Es wurde davon aber
ab=
geſehen, als mehrere kommandierende Generale
beton=
ten, der Erfolg ſolch mangelhafter Ausbildung werde
in keinem Verhältnis zu den Koſten ſtehen. Zweck habe
nur eine ordnungsmäßige Truppenverſtärkung, wie ſie
nunmehr die neue Vorlage fordert.
Aus der nationalliberalen Partei.
Die nationalliberalen Reichstagsabgeordneten der
Pro=
vinz Hannover und andere nationalliberale Führer der
Provinz haben dem Hannoverſchen Courier mit dem
Er=
ſuchen um Veröffentlichung ein Schreiben zugeſandt, das
ſie an den Vorſitzenden des geſchäftsführenden
Ausſchuſ=
ſes der nationalliberalen Partei der Provinz Hannover
gerichtet haben. Sie ſtellen darin den Antrag, noch vot
der Wahl der Delegierten zum allgemeinen
Vertreter=
tage der nationalliberalen Partei eine
Vertreterverſamm=
lung für die Provinz Hannover anzuberaumen. „Die
Unterzeichneten erblicken” — ſo heißt es in dem
Schrei=
ben weiter — „in dem Vorgehen der Mehrheit des
Zen=
tralvorſtandes einen wohlüberlegten Plan, gegen die
Politik unſeres Führers, des Herrn Baſſermann, Fronk
zu machen. Zum mindeſten ſind ſie der Meinung, daß
die Beſchlüſſe des Zentralvorſtandes von der
Oeffentlich=
keit derart interpretiert worden ſind. Da nun die
Unter=
zeichneten der Ueberzeugung ſind, daß die überwältigende
Mojorität der nationalliberalen Wähler der Provinz
Hannover mit den Beſchlüſſen des Zentralvorſtandes
nicht einverſtanden iſt, und da ſie ferner glauben, daß die
Angelegenheit für unſere Partei von folgenſchwerer
Be=
deutung ſein wird, erachten ſie es für ihre Pflicht, noch
vor den Wahlen zum allgemeinen Vertretertag eine
Klä=
rung der Anſichten innerhalb der Organiſation für die
Provinz Hannover herbeizuführen.”
Der Geſamtvorſtand des Reichsverbandes der
Ver=
eine der nationalliberalen Jugend trat am Sonntag in
Frankfurt a. M. zu einer Sitzung zuſammen, in der
hauptſächlich Stellung zu dem Beſchluſſe des Zentralvor=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. April 1912.
Nummer 79.
ſtandes der Nationalliberalen Partei vom 24. März ds.
Is, genommen wurde, der dahingeht, dem nächſten
ertretertage der Nationalliberalen Partei den
Ent=
wurf einer Statutenänderung vorzulegen, nach welchem
vür ſolche ſpeziellen Vereine der Parteiorganiſation
an=
geſchloſſen werden können, die ihrerſeits den
Landesver=
händen angeſchloſſen ſind und nicht einen beſonderen
or=
ganiſierten Geſamtverband mit eigener Spitze bilden.
unter dem Vorſitz des Rechtsanwalts Dr.
Kauff=
nann=Stuttgart verſammelten Mitglieder des
Vorſtan=
des des Reichsverbandes der nationalliberalen Jugend
gaben allgemein dem Gefühl der bitteren Kränkung
dar=
über Ausdruck, daß das eifrige Bemühen der
Jugend=
organiſationen für die Partei ſo wenig anerkannt wurde
und daß der auf Vernichtung der Jugendorganiſationen
gerichtete Antrag eingebracht wurde ohne jede
Füh=
lungnahme mit deren derzeitiger Vertretung, ja ſelbſt
ohne den Mitgliedern des Zentralvorſtandes vorher
Ge=
legenheit zur Ausſprache mit ihren Parteifreunden im
Lande zu geben. Trotzdem herrſchte unter den in
Frank=
furt Verſammelten nach eingehender Prüfung aller im
enſtralvorſtande vorgebrachten Gründe die Zuperſicht,
aß die am 12. Mai zuſammentretenden Vertreter der
eſamtpartei ſich nicht von einſeitigen Intereſſen, ſon=,
dern nur von der Rückſicht auf das Geſamtwohl der
Par=
tei leiten laſſen werden. Schließlich wurde beſchloſſen,
noch vor dem allgemeinen Delegiertentag der
Geſamtpartei einen Vertretertag des
Reichsver=
handes der nationalliberalen Jugend einzuberufen; Orr
und Zeit, ſowie die Vorbereitungen im einzelnen wurden
dem geſchäftsführenden Ausſchuß überlaſſen.
Der Lotterievertrag mit den
ſüd=
deutſchen Staaten. Nachdem der bayeriſche
Land=
tag den Lotterievertrag mit Preußen abgelehnt hat, wird
dieſer am 1. Juli nur mit Baden und Württemberg in
Kraft treten.
Braunſchweig und die
Erbſchafts=
ſteuer. Aus Braunſchweig wird offiziös gemeldet:
In der Preſſe iſt neuerdings die Nachricht verbreitet
worden, daß der braunſchweigiſche Staatsminiſter
Hart=
wieg ſich den Braunſchw. Neueſt. Nachr. gegenüber
über die Konferenz der bundesſtaatlichen Miniſter dahin
geäußert habe, die Erbſchaftsſteuer ſei bei den
Verhand=
lungen gar nicht in Erwägung gekommen. Dieſe
Nach=
richt beruht auf einem völligen Mißverſtändnis. Was
der Miniſter auf Anfragen geäußert hat iſt; die
braun=
ſchweigiſche Regierung habe zu der Erbſchaftsſteuer noch
keine abſchließende Stellung einzunehmen brauchen, da
die Frage nach Anſicht der Regierung zur Zeit noch nicht
ſpruchreif ſei. Nach ſeiner, des Miniſters,
per=
ſönlicher Ueberzeugung, ſei es möglich, daß man über
rz öder lang ohne die Erbſchaftsſteuer im Reich nicht
auskommen werde. Daß die Erbſchaftsſteuer bei der
Beſprechung der Miniſter gar nicht in Erwägung
ge=
zogen ſei, iſt nicht geſagt worden und hat auch nach dem
tatſächlichen Hergang der Konferenz niemals geſagt
wer=
den können. Daraus ergibt ſich, daß von einer
Abwei=
chung zwiſchen den Aeußerungen des braunſchweigiſchen
Staatsminiſters und den ſeinerzeit in der
Nord=
deutſchen Allgemeinen Zeitung wiedergegebenen
halb=
amtlichen Mitteilungen über das Ergebnis der
Mini=
ſterkonferenz in keiner weſentlichen Richtung die Rede
ſein kann.
Ausland.
Italien.
Der wirtſchaftliche Aufſchwung
Ita=
liens. Die Agenzia Stefani teilt ein Zirkular des
ita=
lieniſchen Miniſters des Auswärtigen Marcheſe di San
Giuliang an die diplomatiſchen Vertreter Italiens mit,
in dem der Beweis erbracht wird, daß der wirtſchaftliche
Aufſchwung Italiens auch während des Krieges
forr=
dauert.
Frankreich.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Ver=
handlungen teilt eine anſcheinend offiziöſe Note mit,
der Botſchafter Geoffray habe vom Miniſterpräſidenten
Poincaré den Auftrag erhalten, die ſpaniſche
Regie=
rung über die durch die Haltung Spaniens verurſachte
Stimmung des franzöſiſchen Volkes zu unterrichten. Im
Gegenſatz zu der Madrider Meldung wird es als
unrich=
tig bezeichnet, daß Geoffray beauftragt ſei, dem
ſpani=
ſchen Miniſter des Aeußern Gareia Prieto einen
Gegen=
vorſchlag als Antwort auf die ſpaniſchen Vorſchläge
vor=
zulegen. Geoffray nehme die Verhandlungen auf der
Grundlage der letzten franzöſiſchen Vorſchläge wieder auf.
Das Protektorat) über Marokko. Der
Matin veröffentlicht folgendes Funkentelegramm aus
Fez vom 30. März: „Der Vertrag, durch welchen das
Protektorat Frankreichs über Marokko errichtet wird,
wurde heute nachmittag um ½2 Uhr unterzeichnet.
Mor=
gen früh werden 101 Kanonenſchüſſe dieſes Ereignis
verkünden.” — Eine amtliche Beſtätigung dieſer Meldung
iſt bisher nicht eingetroffen.
Das Achtſtundentagsgeſetz für
Berg=
leute wurde von der Kammer mit 453 gegen 59
Stim=
men angenommen.
England.
Beendigung des Bergarbeiterſtreiks?
König Georg von England hat das Mindeſtlohngeſetz
unterſchrieben; es iſt alſo nunmehr endgültig in Kraft
getreten. Wenn auch die Abſtimmung unter den
Berg=
arbeitern bisher vielfach gegen die Wiederaufnahme der
Arbeit ausgefallen iſt ſo nimmt man doch an, daß die
Kraft der Streikbewegung gebrochen iſt. Sogar die
ra=
dikalen Arbeiterführer raten nämlich jetzt zur
Nachgie=
bigkeit, und man erwartet, daß bis Donnerstag alle
Gruben wieder in Betrieb ſein werden.
China.
Das neue Kabinett. Das neue Kabinett ſetzt
ſich folgendermaßen zuſammen: Auswärtiges Amt: der
bisherige Geſandte in Petersburg Luchenghſiang;
Fi=
nanzen: Hſiunghſilin; Marine: Linkuanhſiang:
Unter=
richt: Tſiyuanepi; Juſtiz: Wangchunhui; Landwirtſchaft:
Sungchiajen; Handel: Chenchimeh; Krieg: Tuanchijui:
Inneres: Chropingchuan; Premierminiſter: Tangchaoyi,
zugleich Verkehrsminiſter, Huanghſing wird
General=
ſtabschef. Präſident Sunyatſen in Nanking legt ſein
Amt nieder.
* Wallau=Korell und die Immunität
der Abgeordneten. Herr Pfarrer und
Landtags=
abg. Korell erſucht uns um Abdruck des nachſtehenden
Schreibens. Wir hemerken hierzu, daß dieſes
Erwide=
rungsſchreiben auf das Schreiben des Herrn Geh.
Re=
gierungsrats Wallau vom 11. März, das in der Nummer
vom 27. März wiedergegeben worden iſt, erſt vom
30. März datiert iſt. Es lautet: „Königſtädten, 30. März
1912. Geehrter Herr Kreisrat! Meine Zuſchrift an Sie
vom 2. März war von dem Wunſche diktiert, eine
Er=
ledigung der Sache in loyaler und ehrenhafter Weiſe
herbeizuführen und Sie zu überzeugen, daß es nicht
meine Abſicht geweſen war, Sie anzugreifen. Ich habe
Ihnen meine Bereitwilligkeit erklärt, bei weiterer
Klar=
ſtellung in der Oeffentlichkeit mitzuwirken. Ihr
Ant=
wortſchreiben, unhöflich und verletzend in der Form, geht
inhaltlich im Hauptgrunde fehl, indem es unterſtellt, daß
eine verleumderiſche, d. h. wider beſſeres Wiſſen
aufge=
ſtellte oder verbreitete üble Nachrede in Frage ſtehe,
wäh=
rend höchſtens von einer objektiv unrichtigen Behauptung
die Rede ſein kann. Der Unterſchied iſt Ihnen, einem
Juriſten. nicht unbekannt. Sie haben Ihren mit
außer=
gewöhnlich anſtößigen Ausdrücken, wie vergifteter Pfeil,
Verleumdung uſw. verſehenen Brief durch die Preſſe
ver=
öffentlicht und mich grundlos der Verleumdung geziehen.
Ich ſtelle dies hiermit feſt und bin der Ueberzeugung,
daß objektiv Denkende, die meinen und Ihren Brief
ge=
leſen haben, Ihr Verhalten nicht billigen werden. Ich
habe das meinige getan, um ein Ihnen — ohne mein
Verſchulden — widerfahrenes Unrecht gut zu machen.
Sie aber haben den Konflikt verſchärft, indem Sie den
Parteigegner öffentlich beleidigen, und zwar in Formen,
die es nicht nur lächerlich erſcheinen laſſen, daß Sie mir
Ratſchläge für mein parlamentariſches Wirken zu geben
ſich erlauben, ſondern, die mir jede weitere
Auseinander=
ſetzung mit Ihnen unmöglich machen. A. Korell, Pfarker
und Landtagsabgeordneter.”
* Berlin, 1. April. Die Streikenden in der
Groß=Berliner Herrenſchneiderei lehnten
heute mittag in geheimer Abſtimmung die
Einigungs=
vorſchläge des Ratsſyndikus Dr. Hiller=Frankfurt a. M.
gegen 30 Stimmen ab.
Stadt und Land.
Darmſt adt, 2. April.
* Pom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfing am Samstag mittag 122 Uhr im
Neuen Palais den Oberſt Gereke mit Gemahlin und
Töchtern. — Um 1 Uhr folgten die Großherzoglichen
Herrſchaften und Prinzeſſin Heinrich von Preußen einer
Einladung des Prinzen und der Prinzeſſin Victor zu
Erbach=Schönberg zum Mittageſſen. — Burggräfin und
Gräfin zu Dohna=Schlobitten nebſt Kindern ſind nachz
mittags 587 Uhr zum Beſuch im Neuen Palais
ein=
getroffen. — Am Sonntag vormittag beſuchten die
Aller=
höchſten Herrſchaften den Gottesdienſt in der
Hof=
kirche. — Graf und Gräfin Kuno zu Stolberg=Roßla
nebſt Prinzeſſin=Tochter und Prinzen=Söhnen nahmen
am Sonntag an der Frühſtückstafel im Neuen Palais
teil. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Miniſterialſekretär in dem Miniſterium
des Innern, Regierungsrat Hermann Pfeiffer zum
ſtändigen Hilfsarbeiter in dieſem Miniſterium, den
Kreisamtmann bei dem Kreisamt Offenbach Konrad
Löhlein zum Miniſterialſekretär im Miniſterium des
Innern, den Regierungsaſſeſſor Dr. Erich Kintſcher
genannt von Köbke zu Darmſtadt zum
Kreis=
amtmann.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen zu
Erbach=Fürſtenau auf die erledigte Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Hiltersklingen, Kreis Erbach,
präſen=
tierte Schulamtsaſpirant Fritz Gevert aus Hamburg
für dieſe Stelle.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Bureau=
diener in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Ludwig Lott zu Gießen vom 1. Mai d. Js. an.
* Schulperſonalien. Durch Entſchließung Großh.
Miniſteriums des Innern wurden die nachſtehend
ge=
nannten Lehramtsreferendare zu Lehramisaſſeſſoren
er=
nannt: Wilhelm Backhaus zu Groß=Umſtadt, Ludwig
Bauder zu Bensheim, Dr. Odo Becker zu
Darm=
ſtadt, Guſtav Buſch zu Darmſtadt, Hermann Buß zu
Gießen, Richard Frölich zu Mainz, Alfred Graff zu
Worms, Philipp Guntrum zu Alsfeld, Heinrich
Jockel zu Darmſtadt, Heinrich Koch zu Friedberg,
Friedrich Lehmann zu Rüſſelsheim, Dr. Heinrch, Lotz
zu Friedberg, Heinrich Müller zu Mainz, Ludwig Karl
Müller zu Darmſtadt, Karl Neukummeter zu
Mainz, Friedrich Ploch zu Gießen, Johann Rüdinger
zu Bingen, Otto Schaffner zu Darmſtadt, Richard
Schmalz zu Gießen, Martin Schmidt zu Gießen,
Dr. Karl Schmoll zu Offenbach, Theodor
Spitz=
nagel zu Gießen, Wilhelm Stein zu Friedberg,
Her=
mann Stöhr zu Offenbach, Dr. Wilbelm Tavernier
zu Darmſtadt, Georg Ueberle zu Mainz, Karl
Wall=
ſchmitt zu Friedberg, Otto Waſſer zu Grünberg, Dr.
Wilhelm Werner zu Darmſtadt, Nikolaus Würth. zu
Darmſtadt.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 12 enthält:
1. Verordnung zur Ausführung der Maß= und
Ge=
wichtsordnung vom 39. Mai 1908. 2. Bekanntmachung,
die Eichbehörden betreffend. 3. Bekanntmachung, die
ab=
gekürzten Maß= und Gewichtsbezeichnungen betreffend.
4. Bekanntmachung, die Gebühren im Eichweſen
be=
treffend. 5. Geſetz über die Abänderung 1. des Geſetzes,
die Beſoldungen der Staatsbeamten betreffend, vom
9. Juni 1898, 2. des Abänderungsgeſetzes zu
vorge=
nanntem Geſetz, die Gehaltsverhältniſſe der ſeminariſtiſch
gebildeten und der techniſchen Lehrer uſw. betreffend,
vom 28. März 1907. 6. Bekanntmachung, die
Ver=
einigung der Großh. Bezirkskaſſen Darmſtadt I un dII
betreffend. 7. Bekanntmach ing, das Brückengeld an der
Rheinbrücke bei Mainz ben effend.
Himmelserſcheinungen im April.
A. K. Die Zunahme der Tageslänge im April
ſteigt für das nördliche Deutſchland von 13 auf 15
Stun=
den, für das mittlere Deutſchland von 12¾ auf 14¾ und
für das ſüdliche Deutſchland, die Schweiz und Oeſterreich
von 12¾ auf 14½ Stunden. Die Tageshelligkeit erfährt
aber jetzt ſchon eine ſtarke Verlängerung (um nahezu 1½
Stunden) durch die ſtetig an Dauer zunehmende
bürger=
liche Morgen= und Abenddämmerung. Unſer Mond
zeigt im April folgenden Phaſenwechſel: Vollmond am 1.,
um 11 Uhr 5 Min. nachm., Letztes Viertel am 9., um 4 Uhr=
24 Min. nachm., Neumond am 17., um 12 Uhr 40 Min.
nachm. und Erſtes Viertel am 24., um 9 Uhr 47 Min. vorm.
Der Mond befindet ſich in Erdferne am 10. April, um 1 Uhr
8 Min. vorm., bei einem Abſtande von 63.4 Erdhalbmeſſern,
und in Erdnähe am 22. April, um 11 Uhr 3 Min. nachm.,
bei einem Abſtande von 57.9 Erdhalbmeſſern à 6378
Kilo=
meter. Im April ereignen ſich zwei in unſerer Gegend
ſichtbare Finſterniſſe, die ſchon ausführlicher
behandelt worden ſind.
Die Sichtbarkeit der Hauptplaneten geſtaltet ſich
im April folgendermaßen: Merkur kommt am 15. April,
um 1 Uhr nachm., in untere Sonnenkonjunktion, iſt deshalb
in den erſten Tagen des Monats kurze Zeit nach
Sonnen=
untergang im Weſten zu ſehen. Merkur nähert ſich der
Erde vom 0.78 auf 0.66 Erdbahnhalbmeſſern à 149.48
Mil=
lionen Kilometer, und ſein ſcheinbarer Durchmeſſer wächſt
von 8.‟6 auf 10.‟2. — Venus bleibt unſichtbar. Ihre
Konjunktion mit Merkur am 28. April, 1 Uhr vorm., bei
der Merkur nur 10' nördlich von Venus ſteht, iſt aus dieſem
und anderen Gründen nicht zu beobachten. — Mars bleibt
im Sternbilde der „Zwillinge” von Beginn der Dunkelheit
zunächſt noch bis gegen 2 Uhr, zuletzt bis gegen 1 Uhr im
Südweſten und Weſten, ſüdweſtlich (rechts unten) von
Pol=
lux ſichtbar. Sein roter Glanz hat aber ſchon bedeutend
abgenommen, da er am 1. April bereits 1.56 und am 30.
April 1.83 Erdbahnhalbmeſſer von uns abſteht und ſein
ſcheinbarer Durchmeſſer von 6."0 auf 5.'1 zuſammenſchmilzt.
Am 22. April, um 4 Uhr nachm., gelangt der Mond mit
Mars in Konjunktion, man erblickt am Abende die zuneh=
mende Mondſichel nordöſtlich (oberhalb) von dem
Pla=
neten. — Jupiter geht im Sternbilde des „Skorpions”
anfänglich bald nach Mitternacht, am Monatsſchluſſe ſchon
gegen 11 Uhr im Südoſten auf und übertrifft zurzeit alle
anderen Sterne an Glanz. Sein Erdabſtand beträgt zuerſt
4,83, zuletzt 4.48 Erdbahnradien, ſein ſcheinbarer
Durch=
meſſer vergrößert ſich daher von 41.‟3 auf 44.‟6. Am Abend
des 6. April hat der Mond mit Jupiter Konjunktion, wobei
der abnehmende Mond ſüdlich an dem Planeten
porbei=
zieht. — Saturn iſt nur noch in der erſten Monatshälfte
im Sternbilde des „Widders” ſichtbar, verſchwindet dann
aber in der hellen Abenddämmerung. Seine Entfernung
von der Erde vergrößert ſich von 9.90 auf 10.10 Einheiten,
und ſein Scheibendurchmeſſer verringert ſich von 16."4 auf
16.‟1. — Uranus weilt im Bilde des Schützen” am
Morgenhimmel, hat mithin ſehr ſüdliche Deklination. Am
23. April, um 11 Uhr nachm., befindet er ſich in Quadratur
zur Sonne. — Neptun ſteht im Bilde der „Zwillinge‟,
etwa ſüdlich von Pollux, ſehr hoch am ſüdweſtlichen
Abend=
himmel. Am 11. April, um 8 Uhr vorm., kommt er in
Quadratur zur Sonne. Die Ernde entfernt ſich von ihm
von 29.79 auf 30.28 Einheiten; ſein Scheibendurchmeſſer,
nur in ſtarken Inſtrumenten wahrnehmbar, beträgt
nur 2.‟5.
Am Fixſternhimmel verſchwindet im April der
letzte Reſt der ſchönen Winterſternbilder ſchon abends am
Weſthorizont. Beſonders tauchen der „Orion” und der
„Gr. Hund” mit Sirius bald nach der Dämmerung unter,
während der „Kl. Hund” mit Prokyon noch etwas länger
zu ſehen iſt. Darüber höher im Weſten erblickt man das
Bild der „Zwillinge” in dem kürzlich der neue Stern
ſüd=
lich von Theta aufgeflammt iſt. Etwas weiter nach Norden
zu gewahrt man „Stier” „Perſeus” und „Fuhrmann”,
abends um 10 Uhr gerade im Süden den „Löwen” mit
Regulus, daneben im Südoſten die „Jungfrau” mit Spica,
dann im Oſten den „Bootes” mit Arctur, daneben links
die „Krone” tiefer im Nordoſten die „Leier” mit Wega
und den „Schwan” in der Milchſtraße. Ebenfalls in der
Milchſtraße funkelt im Norden das W der „Caſſiopeja”.
Gerade im Zenit thront der „Gr.=,Bär”
Feuilleton.
* Aus der Bühnenwelt. Die „große
Früh=
lingsſaiſon” der Pariſer Oper. Im Mai
und Juni wird die Pariſer Große Oper eine große
Frühlingsſaiſon veranſtalten, bei der in beſonderen
Feſtaufführungen in erſter Linie die Werke ausländiſcher
Meiſter zu Gehör gebracht werden ſollen. Die Saiſon
wird mit der Aufführung von Maſſenets „Roma”
er=
öffnet, vom 7. bis zum 30. Mad gaſtiert dann die Große
Oper von Monte Carlo in Paris, wobei zum erſten
Male in der Seineſtadt Boltes’ „Mephiſtopheles” mit
Schaljapin in der Titelrolle zur Aufführung kommen
wird. Den Höhepunkt der Saiſon ſoll dann die
Auf=
führung des Ringes der Nibelungen und von Triſtan
und Iſolde bieten. Das Rheingold, die Walfüre
fried und Götterdämmerung werden dabei von Fslix
v. Weingartner dirigiert, währens del ve Au
führungen von Triſtan und Iſolde Nikiſch am
Diri=
gentenpult der Pariſer Großen Oper erſcheinen wird.
Spielplan der Frankfurter Theater.
1. Opernhaus. Dienstag, 2., Mittwoch, 3.,
Donners=
tag, 4. und Freitag, 5. April, geſchloſſen, wegen
Mitwixk=
kung des Opernhaus=Orcheſters in den
Muſikaufführun=
gen in der Feſthalle. — Samstag, 6.: Alt=Wien.
Sonn=
tag, 7., 3½: Ein Walzertraum; 7 Uhr: Carmen.
Mon=
tag, 3½ Uhr: Mignon; 7 Uhr: Alt=Wien. Dienstag, 9.:
Oberſt Chabert. — 2. Schauſpielhaus. Dienstag,
2. April (Zum erſten Male, deutſche Uraufführung):
Schöne Frauen, Luſtſpiel in drei Akten von Etienne Rey,
deutſch von Otto Eiſenſchitz. Mittwoch, 3.: Schöne
Frauen. Donnerstag, 4.: Fauſt, erſter Teil, mit Prolog
im Himmel. Freitag, 5., geſchloſſen. Samstag, 6.:
Schöne Frauen. Sonntag, 7., 3½: Bürl; 7 Uhr Glaube
und Heimat. Montag, 8., 3½: Madame Sans=Géne;
7 Uhr: Schöne Frauen. Dienstag, 9.: Der Tartüff;
hier=
auf: Abſchiedsſouper. — 3. Neues Theater.
Diens=
tag, 2.: Mandragola. Mittwoch, 3.: Hundstage.
Don=
nerstag, 4.: Die Weſpe. Freitag, 5., keine Vorſtellung.
Samstag, 6. (zum erſten Male): Das kleine Café (Le
petit café). Luſtſpiel in drei Akten von Triſtan Bernard,
Nummer 79.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. April 1912.
Seite 3.
* Militäriſches. (Aus dem Armee=
Verord=
nungsblatt.) Die Entlaſſung der zur Reſerve zu
beurlaubenden Mannſchaften findet bei den am Manöver
teilnehmenden Truppenteilen am zweiten,
ausnahms=
zweiſe am erſten oder dritten Tage nach Beendigung
oder nach dem Eintreffen in den Standorten ſtatt
Der ſpäteſte Entlaſſungstermin für alle Truppenteile
iſt der 30. September 1912. — Die Beſtimmungen über
die Einſtellung der diesjährigen Rekruten ſind bezüglich
der Anzahl der verſchiedenen Waffengattungen, ſowie
der Zeitpunkte die bisherigen. — Die Schießübungen
der preußiſchen Feldartillerie fallen zwiſchen dem 25. April
und dem 23. Auguſt d. J. Unſere 25. Brigade eröffnet
gleichzeitig mit der 15. Feldartillerie=Brigade (zum
VIII. Armeekorps gehörig) am 25. April auf dem
Truppen=Uebungsplatz Senne bei Paderborn den Reigen.
Die Uebung beider Brigaden endigen am 23. Mai. Auf
unſerem Truppen=Uebungsplatz ſchießt die 22.
Feld=
artillerie=Brigade (Stabsquartier Kaſſel) vom 1. bis
20. Juli. Es folgt am 23. Juli (bis 9. Auguſt) die
21. Brigade, zur 25. Diviſion unſeres Armeekorps
gehörig.
g. Strafkammer. Wegen falſcher Beurkundung in
dienſtlicher Eigenſchaft und Unterdrückung von Urkunden,
Amtsunterſchlagung, ſowie Betrug hatte ſich geſtern der
38jährige Amtsgerichtsdiener Jakob Lichtenfels aus
Butzbach zu verantworten. L. kam nach 14jähriger
Militär=
dienſtzeit als Amtsgerichtsdiener nach Homberg. Da er
eine zahlreiche Famtlie hatte und auch ziemlich hohe
Be=
träge für ſich verbrauchte, geriet er bald in Schulden. Um
nun ſeine zahlreichen Gläubiger befriedigen zu können,
be=
hielt er in mehreren Fällen Stempelbeträge, die er zu
er=
heben hatte, in ſeiner Wohnung, verbrauchte jedoch nichts
davon. Dem Aktuar, der ihn zur Ablieferung der
erhobe=
nen Beträge ermahnte, machte er die verſchiedenſten
An=
gaben. Als L. im Mai 1911 nach Waldmichelbach verſetzt
wurde, hinterließ er in Homberg etwa 800 Mark Schulden
und trotzdem er ſich in Waldmichelbach bedeutend beſſer
ſtand, machte er auch hier fortwährend Schulden. Die
Homberger Gläubiger drängten nunmehr auf Zahlung und
richteten an das Amtsgericht Waldmichelbach Erſuche um
Erlaß von Zahlungsbefehlen. Dieſe ſämtlichen
Korreſpon=
denzen nun, die ihn betrafen, vernichtete der Angeklagte
ſofort, damit die Schulden nicht zur Kenntnis ſeiner
vor=
geſetzten Behörde kommen ſollten. Auch eine durch einen
Rechtsanwalt eingereichte Klage unterſchlug er. Erſt als
ein Gläubiger ſich an das Landgericht wendete, kamen dieſe
fortlaufenden Unterdrückungen zur Kenntnis der Behörden.
Er erhielt zunächſt eine Verwarnung, doch bald darauf ließ
ſich der Angeklagte ähnliche Verfehlungen zuſchulden
kom=
imen. Die falſchen Beurkundungen beſtehen darin, daß
Lichtenfels bei einigen Zuſtellungen die Ablieferung
be=
ſchetnigte, obwohl dies erſt acht oder vierzehn Tage ſpäter
geſchah. Als Betrug ſind dem Angeklagten drei Fälle zur
Laſt gelegt, die jedoch als einheitliche Handlung betrachtet
werden, wo er in Waldmichelbach kleinere Darlehen ſich
be=
ſſchaffte unter Verſprechungen, die geliehenen Summen in
beſtimmten kurzen Friſten zurückzuerſtatten, trotzdem er
wußte, daß ihm das nicht möglich ſein konnte. Auch
ſpie=
gelte er in dieſen drei Fällen vor, beſtimmte Anſchaffungen
dafür machen zu müſſen, während er in Wirklichkeit
drän=
gende Schuldner damit befriedigte. Von ſeinen
Vorgeſetz=
ten wird Lichtenfels als ein arbeitswilliger und tüchtiger
Mann geſchildert, der nur etwas zum Alkoholgenuß neigte,
was durch ſeine Dienſtgänge auf das Land ſehr begünſtigt
wurde. Der Staatsanwalt beantragte eine Geſamtſtrafe
von 8 Monaten, da der Angeklagte durch den Verluſt ſeiner
Stellung ohnehin ſchon ſchwer geſtraft ſei. Das Gericht
erkannte den Angeklagten in allen Fällen ſchuldig, mit
Aus=
nahme der Amtsunterſchlagung, da es in dem verſpäteten
Abliefern keine Unterſchlagung erblicken konnte, und
ver=
urteilte ihn zu 7 Monaten Gefängnis. Der
Ange=
klagte erkannte das Urteil an.
Zwei noch ſchulpflichtige Offenbacher Jungen ſind des
Diebſtahls und der Urkundenfälſchung angeklagt. Der
14jährige Auguſt B. ſtieg in die Wohnung einer bekannten
Familie ein und entwendete etwas Geld und ein
Rabatt=
ſparbuch, das er von dem 13jährigen Ludwig W.
unter=
ſchreiben ließ, um den Betrag abheben zu können. Bei
dem Abheben wurden die beiden Angeklagten dann
er=
mittelt. Auguſt B. wird zu 4 Wochen Gefängnis
verurteilt, Ludwig W. freigeſprochen, da das
Ge=
richt annahm, daß er die erforderliche Einſicht nicht
ge=
habt hat.
C2) Aus dem ſtädtiſchen Voranſchlag 1912. Der Etat
der ſtädtiſchen Straßenbahnkaſſe ſchließt in
Einnahme und Ausgabe mit 511780 Mark ab. Bei Be
rechnung der Fahrgeldeinnahme von 447680 Mark (im
Vorjahre 401605 Mark) iſt vorgeſehen, daß der Betrieb
der Strecke durch die Breite Allee nach dem neuen Haupt=
Abahnhof mit dem 1. April 1912 eröffnet ſein wird.
Die=
ſſer Zeitpunkt wird ſich nun allerdings, da die Eröffnung
des Hauptbahnhofs erſt Ende April ſtattfindet, bis dahin
hinausſchieben. Im Laufe des Jahres werden voraus
ſichtlich ferner noch die Strecke Bismarckſtr. —Dornheimer
Weg-Hauptbahnhof und ein Teil der Strecke Ernſt
Lud=
wigsplatz-Oſtbahnhof dem Betrieb übergeben. Das von
der Stadtkaſſe zu deckende Defizit iſt diesmal nur mit
16000 Mark gegen 38000 Mark im Vorjahre eingeſtellr.
Im Etat der Schlachthofkaſſe ſind an
Schlacht=
gebühren 239922 Mark, an Trichtnenſchaugebühren 13 205
Mark, an Stall=, Markt= und Bahnbenutzungsgebühren
29500 Mark und an Erlös aus Kunſteis 19500 Mark
vorgeſehen. Die Schlachtgebühren ſind berechnet von
2100 Ochſen, 3400 Kühen und Rindern, 120 Jungrindern,
30000 Schweinen, 13 100 Kälbern, 3500 Hämmeln und
Schafen, 60 Ziegen, 225 Pferden und 25 Saugtieren. Der
Ueberſchuß der Schlachthofkaſſe iſt zu 125000 Mark
be=
rechnet, welcher Betrag in die Stadtkaſſe fließt.
* Darmſtädter Schulen. Das Ludwig=Georgs=
Gymnaſium hatte in den Herbſtklaſſen 1910/11 und
den Oſterklaſſen 1911/12 einſchließlich der Vorſchulen am
15. Mai 1911 einen Schülerbeſtand von 181 —334,
dar=
unter evangeliſch 155 — 285, römiſch=katholiſch 20 — 39,
iſraelitiſch 5 —8, aus Darmſtadt 154 — 298, aus anderen
heſſiſchen Orten 23 — 34, Nichtheſſen 4 — 1. Am 15.
Sep=
tember beſtanden 18, am 19. Februar 26 Oberprimaner
die Reifeprüfung. Der Lehrkörper beſteht aus dem
Di=
rektor, 24 Oberlehrern und 9 weiteren Lehrkräften. Dem
Jahresbericht iſt eine Beilage von Oberlehrer Dr.
Wil=
helm Schmidt: „Die Bedeutung des Namens im Kult
und Aberglauben” beigefügt. Das neue Schuljahr
be=
ginnt am 16. April. — Das neue Gymnaſium
hatte im letzten Schuljahre einen Schülerbeſtand von 195.
Davon waren evangeliſch 165, römiſch=kätholiſch 19
iſraelitiſch 10, aus Darmſtadt 101, ſonſtige Heſſen 88,
Nichtheſſen 6. Die Reifeprüfung am 9. März haben 23
Oberprimaner beſtanden, von denen 16 von der
münd=
lichen Prüfung befreit waren. Der Lehrkörper des
Gym=
naſiums beſteht aus dem Direktor, 14 Oberlehrern und
4 ſonſtigen Lehrkräften. Das pädagogiſche Seminar
hatte im Winter 1911/12 einen Beſtand von 13
Mit=
gliedern. Das neue Schuljahr beginnt am 16. April. —
Das Großh. Realgymnaſium hatte im Schuljahr
1911/12 einen Schülerbeſtand von 1090 (einſchließlich 252
der Vorſchulen), darunter 36 Schülerinnen. Unter
die=
ſen waren evangeliſch 918, römiſch=katholiſch 99,
iſraeli=
tiſch 73, aus Darmſtadt 895, andere Heſſen 170, Nichtheſſen
24, Nichtdeutſche 1. Der Lehrkörper der Schule ſetzt ſich
zuſammen aus dem Direktor, 30 Oberlehrern und 17
ſonſtigen Lehrern. Die Reifeprüfungen haben
beſtan=
den: aus lat Oſtern 1912: 25; Ia’ Herbſt 1911: 1 und
Oſtern 1912: 20, im ganzen 46; davon waren 34 von der
mündlichen Prüfung und 10 von dieſer teilweiſe
be=
freit. Das neue Schuljahr beginnt am 16. April. — Die=
Ludwigs=Oberrealſchule hatte im
verfloſſe=
nen Schuljahre einen Schülerbeſtand von 851, darunter
3 Schülerinnen; davon waren evangeliſch 711,
römiſch=
katholiſch 110, iſraelitiſch 29, aus Darmſtadt 633, andere
Heſſen 177, Nichtheſſen 9, Nichtdeutſche 2. Der
Lehr=
körper zählt außer dem Direktor 16 Oberlehrer und
ſonſtige Lehrer. Die Reifeprüfung beſtanden 21
Ober=
primaner. — Die Großh. Liebigs=
Oberreal=
ſchule zählte in ihrem erſten Schuljahr 371 Schüler,
die ſämtlich evangeliſcher Konfeſſion waren; darunter
waren aus Darmſtadt 273, aus anderen heſſiſchen Orten
96, Nichtheſſen 2. Der Lehrkörper ſetzt ſich aus dem
Direktor, 12 Oberlehrern und 11 ſonſtigen Lehrern
zu=
ſammen. Die Zahl der Mitglieder des pädagogiſhen
Seminars betrug 6. Die Reifeprüfung am 6. März
be=
ſtanden 15 Abiturienten, von denen 5 von der
münd=
lichen Prüfung befreit waren. Dem Jahresbericht iſt
eine Beilage, enthaltend Dr. Karl Dorfeld: „Die
Ein=
weihungsfeier der Liebigs=Oberrealſchule” und
Stadt=
baurat A. Burbaums Beſchreibung des Gebäudes
bei=
gegeben.
Im Großh. Seminar für
Volksſchul=
lehrerinnen betrug im letzten Schuljahr die Zahl
der Schülerinnen 124. Die Entlaſſungsprüfung
beſtan=
den: a) Schülerinnen der 1. Klaſſe 24, b) Externe 12.
Unter der Geſamtzahl waren nach der Konfeſſion:
evangeliſch 76, katholiſch 47, iſraelitiſch 1. Es ſtanden
im 14. Lebensjahre 2, im 15. 21, im 16. 22, im 17. 26,
im 18. 23, im 19. 4, im 20. 3, über 20 Jahre alt waren
3 Schülerinnen. Der Lehrkörper ſetzt ſich zuſammen aus
dem Direktor, 6 ordentlichen Lehrern, 2 ordentlichen
Lehrerinnen und 6 außerordentlichen Lehrerinnen. Das
neue Schuljahr beginnt am 17. April. Die angekündigte
Abhandlung des Herrn Oberlehrers Ploch: „Biologiſche
Exkurſionen” erſcheint ſpäter. — Dem Jahresbericht der
Kaufmänniſchen Fortbildungsſchule der
Großherzoglichen Handelskammer
Darm=
ſtadt für das Schuljahr 1911/12 entnehmen wir, daß der
Schülerbeſtand 283 betrug, gegen 267 Schüler am Ende
des Vorjahres. Der Schülerbeſtand ſetzte ſich zuſammen
aus 178 aus dem vorherigen Schuljahre verbliebenen
und 105 zu Anfang des Schuljahres aufgenommenen
Schülern. Von der Geſamtſchülerzahl ſtanden im
Lebens=
alter von 14 Jahren 20 Prozent (35 Prozent), von 16
Jahren 34 Prozent (34 Prozent), von 17 Jahren 10
Pro=
zent (7 Prozent), von 18 und mehr Jahren 2 Prozent
(1 Prozent). Ihre Vorbildung hatten erhalten: in
Volksſchulen 50 Prozent (57 Prozent) in Mittelſchulen
31 Prozent (34 Prozent), in Privatſchulen 1 Prozent
(1 Prozent), in höheren Schulen 9 Prozent (8 Prozent).
In Nachbargemeinden Darmſtadts anſäſſige Firmen
hatten 4 Lehrlinge in die Schule entſandt. Der
Lehr=
körper ſetzt ſich zuſammen aus dem Direktor und 11
Leh=
rern. Das neue Schuljahr beginnt am 15. April.
* Die Kaufmänniſche Fortbildungsſchule der Großh.
Handelskammer Darmſtadt ſchloß am Samstag das
Schul=
jahr 1911/12 und veranſtaltete dabei in herkömmlicher
Weiſe eine öffentliche Prüfung, woran je eine Klaſſe der
Unter= Mittel= und Oberſtufe und eine Abteilung für
franzöſiſche Sprache teilnahmen. Die Auswahl des
Prüf=
ungsſtoffes, deſſen Behandlung und die präziſen und
ver=
ſtändnisvollen Antworten der Schüler gaben ein ſchönes
Geſamtbild der anerkennenswerten Leiſtungen der Schule.
Mit einer Schlußanſprache wurden durch Herrn
Stadtver=
erdneten Kalbfuß die Schüler der Klaſſen der Oberſtufe
entlaſſen, wobei auch eine Anzahl Prämien für die beſten
Schüler zur Verteilung kamen. Erwähnung verdienen auch
die ausgeſtellt geweſenen ſauberen ſchriftlichen Arbeiten,
wie diverſe Buchführungshefte, amerikaniſche Journale,
Konto=Korrent=Zinsberechnungen, Wechſelformulare,
Rund=
ſchriften uſw. Bei Betrachtung all des Gebotenen, ſowohl
in Hinſicht auf die mündliche Prüfung als auch in Hinſicht
auf die ausgeſtellten Arbeiten mußte die Ueberzeugung
Platz greifen, daß die Verteilung des Unterrichts für den
kaufmänniſchen Nachwuchs auf die drei Jahre der Lehrzeit
ſeine großen Vorzüge hat; denn was in dieſer Weiſe
ge=
lehrt wird, braucht nicht überhaſtet zu werden, ſondern
kann, wie es ſich zeigte, eine nicht hoch genug anzuſchlagende
Vertiefung erfahren. Es würde z. B. bei einer
Zuſammen=
drängung des Unterrichtsſtoffes auf ein Jahr der wirkliche
Erfolg, d. h. die intenſive geiſtige Aneignung des
unter=
richtlich Dargebotenen ſeitens des noch praktiſch
unerfahre=
nen Jung=Kaufmannes recht in Zweifel zu ziehen ſein, wie
auch andererſeits es einfach als ein Ding der
Unmöglich=
keit angeſehen werden muß, eine gediegene Durchbildung
bei etwa halbjähriger, nur die Wintermonate umfaſſender
Schulzeit zuwege zu bringen. Solche Schuleinrichtungen
können nur da als Behelfe in Betracht kommen, wo man
keine beſſeren hat.
* Zur Heſſiſchen Beamtenbeſoldungsvorlage.
Man ſchreibt uns: In eine Anzahl von Blättern war die
Nachricht übergegangen, daß die Partei des
Bauern=
bundes und die Nationalliberale Partei im
Heſſiſchen Landtag der Vorlage der Regierung ablehnend
gegenüber ſtünde. Was die Nationalliberale
Partei anlangt, ſo ſei hiermit feſtgeſtellt, daß dieſelbe
noch keinerlei Stellung zu den Ausführungen des Herrn
Finanzminiſters Braun genommen hat, auch nicht nehmen
konnte, da ſie naturgemäß den Eingang der
Regierungs=
vorlage abwartet. Die Regierungsvorlage iſt aber bis
heute noch nicht in den Händen der Kammermitglieder.
Es iſt deshalb durchaus unrichtig, jetzt ſchon von einer
Stellungnahme der Nationalliberalen Landtagsfraktion
zu ſprechen.
Die hieſigen Geſchäfts= und Handelsfirmen
werden auf die in der heutigen Nummer unſerer
Zeitung veröffentlichte Bekanntmachung der Großh.
Bürgermeiſterei über das neue ſtädtiſche
Nie=
derlagegebäude am neuen Güterbahnhof im
Dorn=
heimer Weg aufmerkſam gemacht.
* Silberhochzeit. Heute feiert das Ehepaar Friedrich
Gaß, Zugführer in Darmſtadt, bei voller körperlicher und
geiſtiger Friſche das Feſt der ſilbernen Hochzeit.
* Mieter=Jubiläum. Am 1. April waren es 40 Jahre,
daß Frau Balthaſar Schwarz Witwe ununterbrochen bei
Herrn Ferdinand Kahn, Eiſenhandlung, Schwanenſtr. 1,
wohnt. Gewiß ein ſchönes Zeichen ſeltener Miettreue.
Die Hauptprüfungen des hieſigen Konſervatoriums
für Muſik, Mühlſtr. 70, fanden in den Tagen vom 21. bis
30. März ſtatt. Das reichhaltige, geſchickt zuſammengeſtellte
Programm verteilte ſich auf 7 Nachmittage und 4
Prüf=
ungskonzerte an drei Abenden und einem Sonntag vor=
deutſch von Erich Motz. Sonntag, 7., 3½ Uhr: Die fünſ
Frankfurter; 8 Uhr: Das kleine Café. Montag, 8., 3½:
Das kleine Café; 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Dienstag,
9.: Das kleine Café.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
naltheaters Mann hei m. Dienstag, 2. April
Lohengrin. Mittwoch, 3.: Maria Magdalene. Donners
tag, 4., Freitag, 5. und Samstag, 6., keine Vorſtellung.
Sonntag, 7.: Der Roſenkavalier. Montag, 8.: Siegfried.
— Majeſtäten im Arbeitskittel. Ein hohenzollernſches
Hausgeſetz befiehlt bekanntlich, daß jeder Prinz ein
Hand=
werk lernen müſſe, und dieſem Gebrauch mag wohl letzten
Endes ein gleicher Sinn zugrunde liegen, wie ihn der
Spruch eines alten türkiſchen Herrſchers ausdrückt, der zu
ſeinem Sohne ſagte: „Wenn Du nicht Deine Familie durch
die Arbeit Deiner Hände zu ernähren vermagſt, dann biſt
Du nicht fähig zu regieren.‟ Doch nicht nur unſere Prinzen
legen nach dem Gebot ihres Hauſes den Arbeitskittel an,
ſondern es hat in Geſchichte und Gegenwart ſo manche
Majeſtäten gegeben, die ſich mit Leidenſchaft einem
Hand=
werkerberuf widmeten. Von ſolchen Handwerkern auf
Herrſcherthronen plaudern die Lectures pour tous. „Der
Zar”, ſchrieb einmal Voltaire von Peter dem Großen, „iſt
nicht nur der beſte Seemann, der ſein Schiff gut zu ſteuern
weiß, ſondern auch ein vortrefflicher Tiſchler.” Und
wirk=
lich hat der Begründer des modernen Rußland ſeine
Vor=
liebe für Schiffahrt und Handwerk darin verbunden, daß
er eine Zeitlang beim Schiffsbau tätig war. Der „
Zimmer=
mann von Saardam” iſt nicht nur ein Opernheld, ſondern
eine geſchichtliche Perſönlichkeit. Viele Fürſten des 18
Jahrhunderts wählten ſich den Beruf des Chemikers,
wo=
bei freilich bei den meiſten die dunkle Sehnſucht beſtimmend
war, den Stein der Weiſen zu finden und Gold zu machen.
Auguſt der Starke, wie der Regent Philipp von Orleans
hantierten mit Eifer in ihren Laboratorien, und für die
deutſchen Duodezfürſten gehörte die Beſchäftigung mit
Chemikalien direkt zum guten Ton. Noch Ludwig XVIII.
hat den Ruhm des Erfinders erringen wollen, wie
Aehn=
liches noch heute von Herrſchern berichtet wird, ſo von
Georg V., der eine ſinnvolle Methode des billigen Heizens
ausarbeitete. Der unglückliche Ludwig XVI. iſt ein
leiden=
ſchaftlicher Schloſſer geweſen, der manchmal mit rußigen
Händen aus einer Schmiede kam und bei ſeiner Flucht nach
Varennes ſoll er eine verſchloſſene Tür mit Hilfe ſeiner
Schloſſerkünſte geöffnet haben; freilich nützten auch ſie ihm
nichts, denn er mußte wieder nach Paris zurückkehren.
Kaiſer Joſeph II. war gelernter Buchdrucker, ſo wie
ſpäter Eduard VII. und unſer Kaiſer Friedrich; aber er
hatte zu dieſem Handwerk ein näheres Verhältnis, ließ ſich
in ſeinem Palais eine Druckerei einrichten und ſtand hier
ſtundenlang im Arbeitskittel. Man erzählt, daß er eines
Tages direkt aus ſeiner Druckerei kam, um den franzöſiſchen
Geſandten zu empfangen, einen eleganten Herrn, der im
Prunk ſeiner Staatskleidung auftrat und nicht wenig
er=
ſtaunt war, als ihm der Herrſcher mit beſchmutzten Fingern
und noch ganz heiß vom Drucken entgegenkam. Die
Tiſch=
lerei, die ja bekanntlich auch Kaiſer Wilhelm I. und der
Kronprinz erlernt haben, hilft dem Exſultan Abdul
Hamid über manch traurige Stunde ſeiner Verbannung
hinweg. Aber auch als Beherrſcher aller Gläubigen
wid=
mete er ſich ſchon der Kunſttiſchlerei, und hat ſo vor etwa
zehn Jahren dem ruſſiſchen Zaren einen Schreibtiſch zum
Geſchenk gemacht, den er gearbeitet hatte und deſſen
beſon=
dere Eigenart ein raffiniert angebrachtes Geheimfach
bildete. Die Neigung König Ferdinands von Bulgarien
gehört der Eiſenbahn; er iſt als Lokomotivführer
ausgebildet und hat einmal einen Zug von Calais nach
Paris geführt, den er in ſo ſchnellem Tempo leitete, daß
die Paſſagiere Angſt bekamen und der Zug viel zu früh
eintraf. Als Lokomotivführer betätigen ſich auch der
Her=
zog von Saragoſſa, der mehrere Monate lang den
Expreß=
zug von Madrid nach San Sebaſtian zweimal wöchentlich
geleitet hat, der Herzog von Connaught und der Herzog
von Southerland, der auf einer großartigen Beſitzung
Dun=
robin=Caſtle Gleiſe von 40 Kilometer Länge gelegt hat
und nun mit allen Arten von Lokomotiven auf ihnen
herumfährt. Den merkwürdigſten Beruf aber unter allen
Fürſtlichkeiten hat ſich der Prinz Patricius=Felix von
Taor=
mina aus dem Hauſe Savoyen gewählt. Er iſt ein
leiden=
ſchaftlicher Taucher und hat mit dem Kupferhelm auf
dem Kopf den Grund aller Seen von Oberitalien und auch
manche Stelle des Mittelländiſchen und Adriatiſchen Meeres
unterſucht.
ml. Ein koſtbares Perlenhalsband. Seit einigen
Jah=
ren läßt es ſich ein New=Yorker Juwelier angelegen
ſein, Material für eine Perlenkette zuſammen zu ſtellen,
die in der Welt ein Unikum zu bilden beſtimmt iſt. Das
Wunderwerk iſt jetzt endlich fertig geworden und ſoll für
die Kleinigkeit von vier Millionen Mark zum Verkauf
geſtellt werden. Es mögen gewiß in der Welt einzelne
Perlen exiſtieren, die an Größe die zu dem beregten
Per=
lenhalsband aneinandergereihten übertreffen, aber man
wird ſchwerlich wieder eine ganze Perlenſammlung
fin=
den, die es mit der hier vereinten an Größe, Glanz und
Feinheit aufnehmen kann, und wenn man die
berühmte=
ſten Kollektionen zum Vergleiche zieht. Zehn Jahre hat
der Juwelier gebraucht, um ſeinen Plan zu
verwirk=
lichen. Selbſt aus königlichen und kaiſerlichen
Schatz=
kammern hat er Perlenkleinodien für ſein Halsband
be=
zogen, bei dem auch 2 oder 3 Perlen aus dem
portugieſi=
ſchen Kronſchatz Verwendung gefunden haben, und ein
eigener Angeſtellter bereiſte Indien und andere Länder
Aſiens, um geeignetes Material durch Kauf an ſich zu
bringen. Heute erörtert man eifrig die Frage, wer die
koſtbare Perlenkette erwerben wird. Man nennt außer
der Baronin Guſtay und dem Baron Alphons
Roth=
ſchild 14 amerikaniſche Milliardäre, die als Käufer des
Rekordhalsbandes in Betracht kommen. Ihm am
näch=
ſten kommt von den in amerikaniſchem Beſitz befindlichen
Perlenketten die des Herrn George, die auf einen Wert
von 3 Millionen Mark geſchätzt wird.
* Gemütsmenſchen. Man ſchreibt der Frankf. 3tg.:
Im Odenwald erhängte ſich dieſer Tage ein Taglöhner.
Bei Ankunft der Gerichtsperſonen fragte der Amtsrichter
einen der Männer, die bei der Leiche waren, warum ſie
den Erhängten nicht abgeſchnitten hätten, worauf die
chriſtliche Antwort erfolgte: „Naa, Herr Amtsrichter, ’s
werd Kaaner meh’ abg’ſchnitte, mer hawwe vor e poar
Joahr emol Aan abg’ſchnitte, der is wirrer zu ſich kumme
und des hot hernach de greſchte Lump im Ort gewwe,
ſodaß ’n die Gmaakh noch erholte hot miſſe.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. April 1912
Nummer 79.
mittag. Es umfaßte jede Geſchmacksrichtung und alle
Grade der Schwierigkeiten in Kompoſitionen für Klavier,
Violine und Violoncell im Einzel= und Zuſammenſpiel.
Letzteres nahm einen ſehr breiten Raum ein und erfreut
ſich beſonderer Pflege in der Anſtalt. Im Vordergrund
ſtanden unſere Klaſſiker, neben denen aber auch die Neueren
nicht zurückſtanden. Der Lehrplan hat damit den Beweis
erbracht, daß er ſich von jeder Einſeitigkeit fern hält. Das
Schülermaterial zeigte ſich durchweg von guter Begabung
und vortrefflicher Schulung; ja ſelbſt einer ſtattlichen Reihe
von Talenten begegneten wir. Die Leiſtungen, wennſchon
durch Aengſtlichkeit mitunter beeinträchtigt, boten durchweg
ein Bild großer Hingabe an die Sache und treuen Fleißes
und verdienen volle Anerkennung hinſichtlich rhythmiſcher
Zucht, techniſcher Sicherheit und muſitaliſchen Vortrags.
Violin= und Klavierſpieler traten hier in ſchönen
Wett=
bewerb. Ungemein wohltuend berührte der bei aller
Pla=
ſtik runde und weiche Anſchlag, ein Reſultat der in der
An=
ſtalt gepflegten „modernen” Pianiſtik auf Grund der
natür=
lichen Klaviertechnik, und die Zierlichkeit und Leichtigkeit
des Paſſagenſpiels, verbunden mit ungemein elegantem
Hand= und Armſpiel. Die Finger ſchienen dabei ganz
ausgeſchaltet zu ſein. Wir ſehen im großen und ganzen
von Namen ab; doch wollen wir einige der ſchon künſtleriſch
Vorgeſchrittenen erwähnen, die zu den höchſten
Erwartun=
gen berechtigen: Herr Auguſt Schäfer (Konzert in D-moll
von Spohr, auswendig), Herr A. Schmitt (Violinkonzert
in A=dur von Mozart), Herr O. Hauske (Konzertſtück in
F-moll von Weber, auswendig), Frl. M. Rodenbach (
Kla=
vierkonzert in G-moll von Mendelsſohn, geradezu elfenhaft
geſpielt), Frl. N. Linck (Klavierkonzert in C-moll von
Beethoven nebſt Kadenz von Reinecke, eine erſtaunliche
Leiſtung). Die Konzerte wurden von einem kleinen
Orcheſter ſehr wirkſam unterſtützt, das ſich aus den Lehrern
der Anſtalt und den großen Schülern zuſammenſetzte.
Mögen es die vielen ſchönen Talente der mittlern und
unteren Klaſſen ihnen bald gleich tun! Die Anſtalt kann
mit Befriedigung auf die Prüfungen zurückſchauen, das
zahlreich erſchienene Publikum verdankt denſelben
an=
regende, ſchöne Stunden; es hielt mit Anerkennung nicht
zurück. Der ſchöne, geräumige Konzertſaal erwies ſich am
letzten Prüfungsabend zu eng, viele machten an der Tür
Kehrt, weil ſie keinen Platz mehr fanden. Bedenkt man als
Pädagoge, daß außer den jährlichen Oſterprüfungen faſt
allmonatlich ein öffentlicher Vorſpieltag in der Anſtalt
eingerichtet iſt, dann alle Achtung vor der großen, hier
ge=
leiſteten Arbeit, die ſich in den Erfolgen belohnt. Wohl den
Schülern, die ſich hier geborgen wiſſen und an ſicherer Hand
den Parnaß hinanführen laſſen!
* Das Konzert der Frau Baronin von Wolzogen
findet, wie bereits mitgeteilt, am Mittwoch, den 10. April,
im Hotel zur Traube ſtatt. Der Vorverkauf (
Verkaufs=
ſtelle G. Thies Nachf. L. Schutter) iſt eröffnet. Da ſehr
großes Intereſſe für das Konzert vorhanden iſt, dürfte
ſich rechtzeitige Kartenbeſchaffung empfehlen
Die Koloniale Jagd= und Meerſiſche=
Aus=
ſtellung im Kaiſerſaal wird in den nächſten Tagen
von hieſigen Schulen, ſowie von Vereinen zahlreich
be=
ſucht werden. Für Lehranſtalten hat das Ausſtellungs=
Komitee den Beſuch der einzelnen Klaſſen unter Führuug
der Herren Lehrer oder Lehrerinnen auf 10 Pf. für den
Schüler, bezw. die Schülerin bemeſſen, wobei die
Lehr=
kräfte freien Eintritt genießen. Ein Komiteemitglied
wird gerne bereit ſein, bei der Führung der Kinder die
Ausſtellungsgegenſtände näher zu erklären. Auch
ſämt=
lichen Vereinen werden vom Ausſtellungskomitee
Er=
mäßigungen zugebilligt, wenn für die Vereinsmitglieder
eine Anzahl Eintrittskarten entnommen werden. Und
zwar iſt das Eintrittsgeld in dieſem Falle für die
Perſon auf 30 Pf. bemeſſen. Da die Ausſtellung auf
allen Gebieten hochintereſſante Objekte bietet, dürfte ſich
ein lebhafter Beſuch auch ſeitens der Vereine entwickeln.
* Literariſcher Verein Darmſtadt. Bezugnehmend auf
die Anzeige im heutigen Tagblatt wird auch an dieſer
Stelle auf den Literariſchen Verein (gegründet 1845)
hin=
gewieſen, der dem Zweck dient, ſeine Mitglieder während
des ganzen Jahres mit ſowohl unterhaltendem als
beleh=
rendem Leſeſtoff zu verſehen und ihnen die Kenntnisnahme
der neueſten Literatur zu vermitteln.
— Verein für Verbreitung von Volksbildung. Am
Karfreitag kommt durch den hieſigen Muſikverein wieder
Sebaſtian Bachs Matthäus=Paſſion zur
Aufführ=
ung. Ein ſo gewaltiges Tonwerk wenigſtens einmal in
ſeinem Leben auf ſein Inneres wirken zu laſſen, ſollte
nie=
mand verſäumen, dem, wie hier in Darmſtadt dazu
Ge=
legenheit geboten wird, zumal wenn eine künſtleriſch
vol=
lendete Aufführung in ſo hohem Grade verbürgt iſt, wie
durch den „Darmſtädter Muſikverein” Um
einem Teil ſeiner Mitglieder den Beſuch dieſes Karfreitag=
Konzertes zu erleichtern, hat der Vorſtand des Vereins für
Verbreitung von Volksbildung die Ausgabe einer Anzahl
Karten zu einem ermäßigten Preis ermöglicht. Die
Kar=
ten ſind gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte erhältlich am
Verkehrsbureau.
Zahnärztliche Poliklinik. Im März 1912 wurden
behandelt: 713 Kinder (406 Mädchen, 307 Knaben) mit 1081
Konſultationen. Gefüllt wurden 854 Zähne, ausgezogen
wurden 417 Zähne (375 Milchzähne, 42 bleibende Zähne).
Zahl der Tage, an denen Sprechſtunden abgehalten
wur=
den: 26.
Ortsſchnelldienſt und Eilabholungsdienſt. Die von
der Reichspoſt= und Telegraphenverwaltung ſeit dem 1.
April 1911 getroffenen Einrichtungen des Ortsſchnell= und
Eilabholungsdienſtes ſind in weiten Kreiſen des
Publi=
kums noch nicht genügend bekannt geworden. Es wird
deshalb auf die Vorteile der neuen Betriebseinrichtungen
erneut aufmerkſam gemacht. Der Ortsſchnelldienſt iſt dem
Telegraphenamt übertragen; er umfaßt die Abholung und
— unmittelbar daran anſchließend — die Beſtellung einer
gewöhnlichen Briefſendung (Poſtkarte, Druckſache,
Waren=
probe) innerhalb der Stadt in der Zeit von 6 Uhr vorm.
bis 10 Uhr abends. An Gebühren werden erhoben: für
die Eilabholung und gleichzeitige Beſtellung einer Sendung
50 Pfg., für jede weitere Sendung für denſelben Empfänger
10 Pfg. mehr. Bei der gleichzeitigen Eilabholung und
Beſtellung von zwei Sendungen an zwei verſchiedene
Empfänger: für die erſte Sendung an den erſten Empfänger
50 Pfg., für die Sendung an den zweiten Empfänger 30
Pfennig; für eine von dem Boten dem Abſender etwa
zu=
rückzubringende Antwort des Empfängers oder bei
nach=
träglicher Zurückziehung eines Auftrags, ſofern der Bote
den Weg zum Auftraggeber inzwiſchen bereits angetreten
hat, je 25 Pfg. Die Antwort kann auf Verlangen des
Auf=
traggebers, falls dieſer einen Fernſprechanſchluß beſitzt,
vom. Boten auch zugeſprochen werden. Der
Eilabholungs=
dienſt wird ebenfalls vom Telegraphenamt wahrgenommen.
Er erſtreckt ſich auf die Eilabholung gewöhnlicher
Brief=
uſw.=Sendungen und Telegramme, die bei dem Poſtamt
aufgeliefert werden ſollen. Die Gebühr beträgt 25 Pfg
für die Eilabholung einer Sendung: für jede weitere
Sen=
dung 10 Pfg. mehr. Etwaige Aufträge für den
Ortsſchnell=
dienſt und für den Eilabholungsdienſt ſind am zweckmäßig=
ſten dem Telegraphenamt mittels des Fernſprechanſchluſſes
Nr. 0 (Null) zuzuſprechen; ſie können aber auch an den
Poſt=
ſchaltern mündlich oder unter Benutzung der Briefkaſten
ſchriftlich geſtellt werden.
* Orpheum — Bauerntheater. Heute findet die erſte
Aufführung des Dramas „Die Thurnbacherin” ein
Werk des berühmten Tiroler Dichters Ludwig Greinz, ſtatt.
Morgen, Mittwoch: „Der Pfarrer von Kirchfeld.
(Siehe Anz.).
C Die Landung der Viktoria Luiſe in Darmſtadt,
die geſtern angekündigt war, iſt leider nicht erfolgt und
zwar iſt ſie, wie man uns mitteilt, unterblieben auf
Ein=
ſpruch eines Herrn A. Prilwitz, der übrigens geſtern
mehrfach ähnliche Enttäuſchungen bereitete.
* Das Reſidenz=Theater am weißen Turm bringt
in dieſer Woche neben den großartigen anderen
Vor=
führungen wieder einen Aſta Nielſen=Film, betitelt: Die
arme Jenny. Urban Gads neues Drama „Die arme
Jenny” führt uns in des Lebens tiefſte Niederungen.
Der Schriftſteller, der jahrelange Studien in den Schichten
der von der menſchlichen Geſellſchaft Ausgeſtoßenen
ge=
macht hat, weiß das Milieu in naturaliſtiſcher Treue
zu behandeln, ohne auch nur in einer einzigen Szené
abſtoßend oder niederdrückend zu wirken, weiß packend
zu ſchildern, die Spannung von Bild zu Bild zu
er=
höhen, und die berühmte däniſche Tragödin Aſta
Nielſen, der die Verkörperung der Hauptrolle zufällt,
verſteht es, mit küt ſtleriſcher Meiſterſchaft ſeine Worte zu
illuſtrieren, ſeine Gedanken zu verbildlichen, ſeinen
Hauptzweck zu erfüllen.
* Schlägerei. In der Nacht von Sonntag auf
Montag entſtand in der Mühlſtraße zwiſchen mehreren
Perſonen eine Schlägerei. Hierbei hat ein
Schloſſer=
gehilfe durch Stockſchläge und zwei Meſſerſtiche
Ver=
letzungen am Kopfe davongetragen.
Offenbach, 1. April. Am Samstag abend gegen 9 Uhr
gerieten die beiden Hunde des Korbmachers Ad. Adler
und des Bohrers Johann Schäfer im Großen
Bier=
grund in Streit. In den Kampf der beißenden Hunde
miſchten ſich auch bald die Herren, weil einer dem Hund
des anderen einen Fußtritt verſetzt haben ſoll. Es kam
zum Wortwechſel, der ſchnell in Tätlichkeiten
aus=
artete. Schäfer griff dabei Adler am Bart, dieſer wehrte
ſich, zog ſein Meſſer und verſetzte ſeinem Gegner zwei
heftige Stiche in den Rücken, die ihn ſchwer
verletzten. Die Rettungswache leiſtete dem Geſtochenen
die erſte Hilfe und ſorgte für ſeine Unterbringung ins
Stadtkrankenhaus.
Worms, 1. April. Am Samstag begab ſich eine
De=
putation des von einer größeren Verſammlung
gewähl=
ten Ausſchuſſes nach Darmſtadt, um dem Miniſterium
die von 20 Korporationen und 500 Bürgern
unterzeich=
neten Wünſche auf Zurückverlegung der Ferien
auf den früheren Termin vorzutragen. Der Leiter des
heſſiſchen Schulweſens, Geheimerat Dr. Süffert,
er=
klärte ausdrücklich, daß er gar keine Bedenken hege, den
Beginn der Sommerferien wieder auf den Anfang des
Monats Juli zurückzuverlegen, wenn dies der Wunſch
der erheblichen Majorität der intereſſierten Elternkreiſe
in Worms ſein ſollte. Schultechniſche Bedenken ſeien
nicht vorhanden, doch könnte dieſes Jahr vorausſichtlich
nicht mehr für die Verlegung in Betracht kommen.
* Worms, 1. April. In der Nacht zum Sonntag
ſtürzte der 22 Jahre alte Fähnrich Sieber vom
Infanterie=
regiment Nr. 118 aus dem 2. Stockwerk des
Offizier=
kaſinos. Er zog ſich ſo ſchwere Verletzungen zu, daß er
bald darauf ſtarb. Sieber hatte ein kleines Feſt gegeben
und wollte gegen 2 Uhr aus dem Fenſter ſehen. Hierbei
verlor er das Gleichgewicht und verunglückte.
Alzey, 31. März. Eine recht ſchöne Oſterfreude
wurde drei hieſigen alten Kriegsveteranen
zu=
teil. Dieſelben erhielten die freudige Mitteilung, daß
ihr Geſuch um Veteranenunterſtützung nachträglich mit
Rückwirkung von mehreren Monaten Genehmigung
ge=
funden hat. Gleichzeitig wurde dieſen ehemaligen
Kriegsteilnehmern das Geld im Betrage von je über 100
Mark ausgezahlt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 31. März. In einem
Diebſtahlsprozieß gegen den Kontoriſten Paul
Auge und den Arbeiter Paul Weber war von dem
Vor=
ſitzenden in den Akten die Verfügung erlaſſen worden,
ſämtliche Entlaſtungszeugen nach ihren Vorſtrafen zu
be=
fragen. Hierin wurde eine gewiſſe Voreingenommenheit
des Vorſitzenden erblickt, die zu einem
Ablehnungs=
antrag führte. Das Gericht erkannte auf koſtenloſe
Freiſprechung der Angeklagten. — Der Fall des
Adven=
tiſten Naumann hat ein Gegenſtück gefunden.
Be=
kanntlich iſt es den Angehörigen der Sekte der
Adven=
tiſten vom ſiebenten Tage ſtreng verboten, am Samstag
zu arbeiten. Naumann ließ ſich bekanntlich nicht durch
hohe Gefängnisſtrafen einſchüchtern, ſondern verweigerte
an jedem Samstag den Gehorſam. Eines Tages jedoch
Naumann hatte faſt drei Jahre im Gefängnis
zuge=
bracht — fiel er plötzlich um. Er gehorchte und arbeitete
auch Samstags. Es erfolgte dann ſeine Begnadigung
und jetzt ſteht er wieder im Regiment. Weit anders liegt
aber ein anderer Fall. Es handelt ſich hier um den
Ad=
ventiſten Mügge. M. hat nicht weniger als fünf Jahre
im Gefängnis zubringen müſſen. Faſt vier Jahre
hin=
durch war er im Feſtungsgefängnis Spandau. Im
gan=
zen hatte er es auf eine Strafe von ſieben Jahren
Gefäng=
nis gebracht. Die letzte Aburteilung erfolgte allein
wegen 48 Fällen der Gehorſamsverweigerung, wofür
er vier Jahre Gefängnis erhielt. Aber dies half alles
nichts. Auf Grund ſeiner religiöſen Ueberzeugung
ver=
harrte M. bei ſeinem Vorſatz. Dem Kompagniechef
gegenüber blieb M. ſtets auf die Vorwürfe, welch ſchwere
Folgen das Gebaren des Adventiſten nach ſich ziehen
müſſe, dabei, daß er nicht gegen ſein Gewiſſen handeln
könne und lieber beſtraft werden wolle. Mügge wurde
ebenſo wie Naumann auf ſeinen Geiſteszuſtand hin
unterſucht, doch das Ergebnis war, daß er geiſtig völlig
geſund iſt. — Drei Schöneberger Gymnaſiaſten ſind
ſpurlos verſchwunden. Die drei beſuchten die
Oberſekunda des Gymnaſiums in Schöneberg und waren
nicht verſetzt worden. In Briefen an ihre Eltern
erklär=
ten ſie, daß ſie ſich das Leben nehmen wollten. Alle
Nach=
forſchungen nach ihnen waren bis jetzt erfolglos. — Ein
ſchwerer Automobilunfall hat ſich heute
nach=
mittag zwiſchen 2 und 3 Uhr auf der Chauſſee nach
Klo=
ſter Lehnin zugetragen. Das Automobil eines
Fabrik=
beſitzers Wolff aus der Kolonie Grunewald fuhr an einer
Kurve mit voller Gewalt gegen einen Baum und wurde
zertrümmert. Fabribeſitzer Wolff und der Chauffeur
des Wagens wurden tödlich, Fabrikbeſitzer Junk aus
Neubabelsberg ſchwer verletzt.
Grieshein a. M., 1. April. Der Unterſelundaner Friß
Wiegand ließ ſich, weil er nicht verſetzt worden war, von
der Bäderbahn überfahren und wurde ſofort getötet.
Aſchaffenburg, 31. März. Prinzregent
Luit=
pold iſt mit ſeiner Tochter Prinzeſſin Thereſe und
zahlreichem Gefolge heute nachmittag zu einem
zwölf=
tägigen Aufenthalt hier eingetroffen. Kurz darauf
er=
ſchien zur Begrüßung des Regenten das Zeppelin=
Luft=
ſchiff „Viktoria Luiſe” von Frankfurt.
Ludwigshafen, 31. März. Das Verbot des Werfens
mit Konfetti, Papierſchlangen und anderen derartigen
Dingen brachte einen findigen Kopf auf die Idee, eine
Piſtole zu konſtruieren, die mit Parfüm geladen
iſt. Dieſe Parfümpiſtole fand im letzten Faſching auch
rieſigen Anklang, zumal auch die Polizei gegen dieſe
Wohlgerüche verbreitende Revolverſchießerei nichts
ein=
zuwenden hatte. Natürlich ſuchten die Herren als
Ziel=
objekte mit Vorliebe die etwas dekolletierten Körperteile
der Damen. Auch der Eierhändler Strauß leiſtete ſich
den Scherz, den ſchlanken Hals einer Dame mit Hilfe
einer ſolchen Piſtole zu parfümieren; es ſollte ihm aber
übel bekommen. Bei der Dame ſtellte ſich ſofort ein
Schwellen der Haut ein und ſie mußte mehrere Tage das
Bett hüten. Der Eierhändler hatte ſich wegen
Körper=
verletzung vor dem Schöffengericht zu verankworten. Das
Schöffengericht kam zu der Anſicht, daß, wenn auch nach
Ausſage des Hausarztes der Dame dieſe eine ſehr
emp=
findliche Haut habe, doch die Parfüms ſo
zuſammen=
geſetzt ſein müſſen, daß auch Menſchen mit reizbarer
Haut nicht Schaden leiden, und verurteilte den
Eierhänd=
ler zu einer Geldſtrafe von 25 Mark. Der Eierhändler
wird wohl lange an dieſes teure Parfüm denken.
Leun, 31. März. Das 1000jährige Beſtehen
unſeres Städtchens wird am 7. und 8. Juli gefeiert. Der
Ort hat eine große hiſtoriſche Bedeutung: König
Kon=
rad I. ſchenkte 912 ſeiner Mutter Glismunde u. a. Orten
auch Leun. Kaiſer Friedrich III., der Habsburger,
ver=
lieh ihr Markt= (1494) und Graf Heinrich (1664)
Stadt=
rechte. Im 30jährigen Kriege fand an der Leuner Brücke
eine ſcharfe Attacke der Kaiſerlichen und der Grafen von
Hohenſolms und Greifenſtein ſtatt. Um den Spaniern
den Uebergang über die Lahn abzuſchneiden, wurde die
uralte Brücke abgebrochen.
Kaſſel, 1. April. Auf der Bauſtelle der
Niedertal=
ſperre in Hemfurth leiteten zwei jugendliche Schloſſer
aus Uebermut den elektriſchen Strom der
Elektri=
zitätszentrale in die Türklinke der Baubude. Als ein
Schmied auf die Klinke faßte, wurde er vom Strom hoch
emporgeſchleudert und eine Hand wurde ihm abgeriſſen.
Ein anderer Arbeiter, der helfend hinzuſprang, wurde
vom elektriſchen Schlag getroffen und brach tot
zu=
ſammen. Die Urheber des Unglückes wurden
ver=
haftet.
Dresden, 1. April. Der Schriftſteller Karl May iſt
in Radebeul, 70 Jahre alt, geſtorben. In letzter Zeit
iſt ſein Name wegen der May=Prozeſſe, die noch in friſcher
Erinnerung ſind, und ſich mit ſeinem Vorleben befaßten,
viel genannt worden.
Wien, 1. April. Die Blätter berichten von einer
ſen=
ſationellen Entführung, die in Wiener
Hof=
kreiſen ſpielt und in deren Verlauf die
öſterreichiſch=
ungariſche Geſandtſchaft die portugieſiſche Regierung um
ihre Unterſtützung erſucht hat. Sie hat die Behörden
ge=
beten, die 18jährige Baroneſſe Edith Thetis von Thini, die
einzige Tochter und Erbin des Barons Thini, anzuhalten.
Die Baroneſſe war mit dem verheirateten öſterreichiſchen
Huſarenleutnant Edmund Titter entflohen. Es wurde
feſt=
geſtellt, daß ſich die Flüchtigen nach Argentinien gewandt
hatten. Baron Thini reiſte dem Paar nach und begab ſich
nach Ankunft mit dem öſterreichiſch=ungariſchen Konſul an
Bord des Schiffes, das die Flüchtigen benützen wollten.
Beim Anblick ihres Vaters fiel die Baroneſſe in
Ohn=
macht. Titter verſuchte über Bord zu ſpringen, wurde aber
von Zollbeamten zurückgehalten. Baron Thini bewog
ſchließlich ſeine Tochter, nach Wien zurückzukehren; Titter
blieb zurück. Die Flucht ſoll am öſterreichiſchen Hofe
größtes Aufſehen hervorgerufen haben.
Venedig, 1. April. Venedig, „Venezia la. bella‟, die
Königin der Adria, ladet in dieſem Jahre die Welt zum
Feſte ein. Der neue Glockenturm, der Campanile
von San Marco, und die herrliche Loggetta des
Sanſo=
vino ſind fertiggeſtellt an gleicher Stelle und genau bis
in die kleinſten Einzelheiten ſo, wie ſie ehedem waren.
Am 25. April, am Tage des hl. Marcus, des
Schutz=
patrons der Stadt, wird die Weihe ſtattfinden. Das
Königspaar und viele Fürſtlichkeiten haben ihr
Erſchei=
nen zugeſagt. Pius X. wird einen hohen Kirchenfürſten
zu ſeiner Vertretung ſenden. Die Feierlichkeiten
wer=
den mit der Eröffnung der großen Internationalen
Kunſtausſtellung, die am folgenden Tage ſtattfindet,
zu=
ſammentreffen. Eine große Reihe glanzvoller
Feſtlich=
keiten in echt venezianiſchem Charakter werden
anſchlie=
ßend daran im Laufe des Jahres veranſtaltet werden.
Paris, 31. März. Der Pariſer Kriminalpolizei ſcheint
es endlich gelungen zu ſein, eines der
Automobil=
bandi ten habhaft zu werden. Der Unterchef der
Sicher=
heitspolizei Jouin, der die Verfolgung der Mörder in den
Hafenſtädten leitete, verhaftete heute morgen in Berck ſur
mer einen berüchtigten Anarchiſten. Der Verhaftete heißt
Soudy und wird beſchuldigt, beim Ueberfall in Chantilly
mit einem Gewehr auf die Menge geſchoſſen zu haben. Um
½6 Uhr abends wurde die Verhaftung Soudys von der
Sicherheitspolizei offiziell beſtätigt. Soudy leugnet
einſt=
weilen, an dem blutigen Verbrechen mitgewirkt zu haben,
geſteht aber zu, Anarchiſt zu ſein. Er weigert ſich
anzu=
geben, woher das bei ihm gefundene Geld ſtammt, geſtand
aber, daß es von zwei Diebſtählen herrühre. Schließlich
verweigerte er jede Antwort auf die Frage nach den
Ver=
brechern von Chantilly.
Paris, 1. April. Meldungen aus Remiremont
be=
ſagen: Geſtern mittag nach 4 Uhr wurde ein leichter
Erd=
ſtoß verſpürt. Das Beben machte ſich beſonders in dem
nordöſtlichen Stadtteile bemerkbar. Es dauerte etwa 10
Sekunden. Der Schaden war gering. Der Bevölkerung
be=
mächtigte ſich eine Panik. Alles ſtrömte ins Freie, um ſich
vor einer eventuellen Einſturz=Kataſtrophe zu retten. Man
befürchtet weitere Erdſtöße.
London, 1. April. Wie die Zeitungen melden, iſt
die „Terra Nova” das Schiff der antarktiſchen
Expedition Scotts, am 1. April morgens in
Akaroa in Neuſeeland eingetroffen; aber weder Kapitän
Scott noch die Mannſchaft befinden ſich auf dem Schiff.
Der Kapitän des Schiffes überbrachte eine Meldung von
Scott, wonach er noch einen Winter in Antarktis
zubrin=
gen wolle, um ſeine Forſchungsarbeiten zu vollenden.
Die letzten Nachrichten, die in Mac Murdo=Sund, der
Operationsbaſis der Scottſchen Expedition, eingetroffen
waren, lauteten dahin, daß er am 3. Januar einen
Punkt 140 engliſche Meilen vom Südpol erreicht hatte
und im weiteren Vorrücken begriffen war. Spätere
Nachrichten, etwa daß Scott den Südpol gefunden hätte,
hatten die „Terra Nova” nicht mehr erreichen können,
Nummer 79.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. April 1912.
Seite 5
da ſie gezwungen war, die Roß=See zu verlaſſen, bevor
ſie zufror.
Livadia, 31. März. Der Zar und die Zarin ſind
hier eingetroffen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Könſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— „Polniſche Wirtſchaft” im
Saalbau=
theater! Wer kann dafür —, daß die Operetten der
letzten Saiſon keinen ſo nachhaltigen Erfolg hatten, wie
die „Polniſche Wirtſchaft”? Es liegt nicht allein an dem
ausgelaſſenen, humorvollen Dialog, ſondern auch an den
wirklich reizenden Muſiknummern, die ſchon heute
Ge=
meingut des großen Publikums geworden ſind. Leicht
verſtändlich, ins Gehör gehende Melodien wie „Die
Dorf=
muſik” „Es bläſt der Trompeter traratrara”, „Wer kann
dafür?”, „Du haſt ja keine Ahnung”, „Komm mit, mein
Schatz” „Weibchen, Weibchen, laß dich küſſen”, „Simon,
du kleiner Simon du”, ſummt jeder, der das Theater
verläßt. Die einzig autoriſierte Tournée des
Thalia=
theaters des Max Walden=Enſembles unter Leitung der
Direktoren Egon Jantſch und Max Walden bringt dieſen
größten Saiſonſchlager nur an fünf Abenden, am
Diens=
tag, den 9., Mittwoch, den 10., Donnerstag, den 11.,
Frei=
tag, den 12. und Samstag, den 13. April, im
Saalbau=
theater zur Aufführung und ſind Karten für dieſe fünf
Vorſtellungen im alleinigen Vorverkauf, Verkehrsbureau,
Wartehalle am Ernſt=Ludwigsplatz, zu haben.
Luftfahrt.
* Friedrichshafen, 30. März. Zu der Meldung
eines Berliner Blattes, daß nunmehr auch die
Reichs=
marineverwaltung an die Luftſchiffbaugeſellſchaft
herangetreten ſei, um die Konſtruktion von Luftſchiffen noch
größerer Dimenſionen als die bisherigen in Auftrag zu
geben, teilt die Luftſchiffbaugeſellſchaft mit, daß es ſich um
zunächſt ganz unkontrollierbare Gerüchte handelt.
Die Reichsmarineverwaltung ſei zwar an die
Luftſchiff=
baugeſellſchaft herangetreten, aber die Verhandlungen
be=
finden ſich noch im Anfangsſtadium.
Der Aviatiker Cabioni hat im Aerodrom
von Mailand auf einem Monoplan einen neuen
Welt=
rekord aufgeſtellt, indem er 330 Kilometer in 3 Stunden
5 Min. 30 Sek. zurücklegte.
Der Einſturz des Telefunkenturms
bei Nauen.
* Der Funkenturm bei Nauen, deſſen Einſturz
wir ſchon meldeten, war zuletzt mit 200 Metern Höhe das
höchſte Bauwerk in Deutſchland und überragte den
Kölner Dom noch um einige 30 Meter.
Der Turm beſtand zwar nur aus
zuſammengeſchraub=
ten eiſernen Trägern, konnte aber doch als richtiges
Bau=
werk angeſprochen werden, da ſein Querſchnitt ſo groß war,
daß im Innern eine Treppe hinaufführte, auf der man
be=
quem hinaufſteigen konnte. Der in ſeinem Querſchnitt
drei=
eckige Turm wurde in ſehr eigenartiger Weiſe in ſeiner
Lage feſtgehalten. Er hatte kein feſtes Fundament, ſondern
ſtand mit einer Höhlung auf einer ſtählernen Halbkugel, um
die der ganze Bau bei Windſtößen bis zu einem gewiſſen
Grade Schwingungen ausführen konnte. Außer von
die=
ſem Stützpunkt wurde der Turm nur noch von neun
mäch=
tigen Halteſeilen aus Stahldraht gehalten. Man verſprach
ſich gerade von dieſer Art der Montage ſehr viel, da ſie dem
Turm ein Nachgeben gegenüber den Windſtößen geſtattete,
ihm erlaubte, wie eine Saite zu ſchwingen. Der alte Teil,
der nur 100 Meter hoch war, hat denn auch viele Jahre
lang vortrefflich gehalten. Erſt im Oktober vorigen Jahres
hat man den Turm um 100 Meter erhöht, in kühner Weiſe
ein Stück auf das andere geſetzt. Der Frühlingsſturm hat
nun das ſtolze Bauwerk gefällt. Die Nauener
Verſuchs=
ſtation dient in der Hauptſache als ein Verſuchslaboratorium
im großen, in dem alle Neuerungen und Erfindungen auf
dem Gebiete der drahtloſen Telegraphie von dem unter
Leitung des Chefingenieurs Grafen Arco ſtehenden
In=
genieurſtabe der Geſellſchaft in die Praxis überſetzt und
hierdurch auf ihren tatſächlichen Wert geprüft werden. Die
hier in Bezug auf die Reichweite der Station erzielten
Er=
gebniſſe zeigen, daß es eine Grenze für die Größe der
mittels drahtloſer Telegraphie überbrückbaren Entfernung
bei dem heutigen Stande der Technik kaum mehr gibt, hat
man doch bereits eine Verbindung mit unſeren afrikaniſchen
Kolonien herzuſtellen vermocht.
Der Einſturz des Telefunkenturmes der Nauener
Sta=
tion hat im Umkreiſe geradezu Senſation hervorgerufen,
da er gleichſam als Wahrzeichen der ganzen Gegend galt
und man ſtolz darauf war, dieſe große techniſche
Errungen=
ſchaft in nächſter Nähe zu haben; erzählte man ſich doch
überall mit ehrfurchtsvoller Scheu, daß von hier bis nach
Afrika telegraphiert werde. Der Verlauf des Unfalls
iſt nach dem Bericht des Konſtrukteurs der Station,
Ober=
ingenieurs Roſenbaum, folgender geweſen: Die Station
hatte die regelmäßige Verſuchsperiode in der letzten Nacht
trotz des heftigen Sturmes ohne Betriebsſtörung beendet.
Der geſtrige Tag ſollte dazu benutzt werden, um einige
Verſuche an den Antennen, die einen Flächenraum von
etwa 130000 Quadratmeter bedecken, auszuführen. Zu
die=
ſem Zweck waren in den unmittelbar am Fuße des Turmes
gelegenen beiden Stationsgebäuden, auf dem Dache des
Stationsgebäudes und auf dem Felde um den Turm herum
etwa 40 Perſonen tätig. Punkt 12 Uhr ertönten an
mehre=
ren Stellen zugleich heftige Schreckensrufe. Man gewahrte
ein ungewohntes Zerren an den Abſpannungen. Bevor
je=
doch eine genauere Beobachtung möglich war, ertönten
Rufe: „Der Turm fällt!” In wahnſinniger Haſt eilte
alles ins Freie. Indeſſen war der obere, auf dem alten
Hundertmeterturm montierte Aufſatz ſchon im Stürzen.
Das Rieſengitterwerk fiel direkt in der Richtung auf die
Gebäude. Durch die Wucht ſeines Falles wurde der
Auf=
ſatz, ſich in der Luft überſchlagend, ſo weit
hinausgeſchleu=
dert, daß er jenſeits der Gebäude mit ungeheurem, den
Erd=
boden erſchütterndem Stoß niederſchlug, ohne von den
Ge=
bäuden mehr als einige Fenſterſcheiben und Dachziegel zu
zerſtören. Ehe man noch recht zur Beſinnung über den
Umfang des eben erfolgten Unfalles kam, geriet auch der
untere, 80000 Kilogramm ſchwere Teil des Turmes ins
Schwanken. Eines der drei Halteſeile, und zwar das dem
Winde abgewendete, war zerriſſen. In einer Windpauſe
kippte er, zuerſt ganz langſam, dann ſchneller und ſchneller
und zuletzt mit raſender Geſchwindigkeit in der Richtung
nach dem Winde um und bohrte ſich metertief in den
Erd=
boden ein. Der angerichtete Materialſchaden beträgt
meh=
rere hunderttauſend Mark, da anſcheinend nur wenig von
den Ueberreſten des Bauwerkes verwendbar geblieben iſt.
Die Direktoren der Telefunken=Geſellſchaft Graf Arco
und Bredow teilen mit, daß das Unglück für die nationale
Funkentelegraphie faſt dasſelbe bedeute, wie in
Echter=
dingen die Zeppelin=Kataſtroph
die nationale Luft=
ſchiffahrt. Aber ein neuer Turm ſoll aufgerichtet werden,
und die Telefunkenleute hoffen, die Folgen des
Einſturze=
bald überwunden zu haben und Zeit= und Kavitalverluſt
ſchnell wieder einzuholen.
Die Bergarbeiterbewegung.
* Prag, 1. April. Mit Rückſicht auf die ſchwebenden
Einigungsverſuche nehmen die Bergarbeiter in den
böhmiſchen Kohlenrevieren eine ruhige,
ab=
wartende Haltung ein. Die Lage hat ſich gegen Samstag
gebeſſert. — In Kladno ſprachen ſich die Bergleute in
geſtern abgehaltenen Verſammlungen gegen den Streik aus.
In Mähriſch=Oſtrau und Orlau beſchloſſen die
Berg=
arbeiterverſammlungen, die am 10. April
ſtatt=
findenden Verhandlungen des Einigungsamtes abzuwarten.
Heute war die Anfahrt normal.
HB. London, 1. April. Bis geſtern hatten 42000
Grubenarbeiter in den verſchiedenen Diſtrikten über
die Frage der Wiederaufnahme der Arbeit
ab=
geſtimmt. Hiervon entfielen 22500 gegen und 17500 für die
Fortſetzung des Streiks. Beſonders hervorzuheben iſt, daß
im Süden des Walliſer Bezirks, wo die Streikbewegung
vorher am ſtärkſten war, 18000 für und nur 10000 gegen
die Wiederaufnahme der Arbeit waren. Mittwoch werden
die Ergebniſſe der Abſtimmung von dem Exekutiv=Komitee
der Arbeiter geſammelt ſein und dann wird das Geſamt=
Reſultat von dem Komitee veröffentlicht werden. Der
Sekretär des Arbeiter=Verbandes erklärte, wenn die
Ab=
ſtimmung zu Gunſten der Wiederaufnahme der Arbeit
er=
folgt iſt, ſo würden bereits am Donnerstag abend 100000
Arbeiter wieder einfahren. Der Karfreitag gilt nämlich
in den meiſten Bezirken nicht als Feiertag.
* Cleveland (Ohio), 31. März. 400000
Berg=
leute in den Anthrazit= und
Weichkohlen=
gruben ſtellen morgen um Mitternacht die Arbeit ein.
Sowohl die Grubenbeſitzer wie die Arbeiterführer bemühen
ſich, die Dauer der Arbeitseinſtellung ſo kurz wie möglich
werden zu laſſen. Am 10. April findet in New=York eine
Konferenz zur Beilegung des Streiks der 170000 Bergleute
der Anthrazitgruben in Pennſylvanien ſtatt. Für die
Weich=
kohlenreviere wurde kürzlich ein Abkommen über eine
gleich=
mäßige Lohnerhöhung erzielt, doch wird das Abkommen
erſt durch eine Abſtimmung des Verbandes ratifiziert
wer=
den, die in 14 Tagen ſtattfindet.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktios
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Der Riegerplatz. Der einzige größere freie
Platz im Martinsviertel, deſſen Inſtandſetzung ſeinerzeit
von den Anwohnern freudig begrüßt wurde, iſt zu einem
Aergernis erſten Ranges geworden. Gern gönnt jeder
Kinderfreund den Kleinen die Freude des fröhlichen
Spieles. Aber die Ausſchreitungen beim Fußballſpiel
von Schulknaben und Erwachſenen, wie ſie ſich hier
zei=
gen, ſind nicht mehr zu ertragen. Tag für Tag an
ſchul=
freien Tagen oder Stunden, dann direkt nach dem
Nach=
mittagsunterricht, herrſcht ein Lärm, ein wüſtes Toben,
daß, wer kann, die vorderen Zimmer verläßt und die
rückwärts gelegenen aufſucht. Zu bedauern ſind aber
ganz beſonders die Kranken, die ihr Lager nicht wechſeln
können und denen es nicht möglich iſt, auch nur einige
Minuten am Tage zu ſchlafen. Als Muſik zu dem Schreien
und Toben wird der auf dem Riegerplatz ſtehende leere
Sandkaſten von einer ganzen Anzahl Heinern mit
Ab=
ſätzen und Knütteln oft eine Viertelſtunde lang
bear=
beitet. Alle Beſchwerden ſind bis jetzt erfolglos
geblie=
ben. Erſcheint ein Schutzmann, dann iſt der ganze
Schwarm lammfromm, aber ſobald der Beamte außer
Sehweite iſt, ſchneidet man ihm hinterrücks Fratzen und
der Skandal geht von neuem an. Wird dieſem Unfug
nicht bald energiſch ein Ende bereitet, dann bleibt es
nicht aus, daß die Wohnungen an dieſem Platz gemieden
werden. Jetzt kommen die Oſterferien, da wird der
Skandal ſeine größten Blüten treiben — auch an Sonn=
und Feiertagen während des Gottesdienſtes hört er
nicht auf — da wäre es notwendig, daß ein Schutzmann
den ganzen Tag die Aufſicht führte, damit doch einmal
einige Tage kommen, an denen man ſeine Ruhe hat.
Darmſtadt, 2. April.
*X* Die Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft hielt
geſtern nachmittag in ihrem Verwaltungsgebäude,
Neckar=
ſtraße 5. eine außerordentliche
Generalverſamm=
lung ab, deren einzigen Beratungsgegenſtand die
Be=
ſchlußfaſſung zwecks Genehmigung der
Ver=
träge mit der Stadt Darmſtadt über die
Gründung der „Heſſiſchen Eiſenbahn=
Ge=
ſellſchaft” bildete. Es waren 7321 Stimmen
ver=
treten. Als Regierungskommiſſar war Herr
Oberfinanz=
aſſeſſor Ulrich zugegen. Der Vorſitzende des
Aufſichts=
rats. Herr Stinnes, erteilte ſofort dem Direktor der
Geſellſchaft, Herrn Geh. Baurat Rötelmann das
Wort, der über die mit der Stadt getroffenen
Vereinba=
rungen ein kurzes Referat erſtattete. Die
Verhandlun=
gen waren ſehr lange und ſchwere. Die Stadt hat ſich
natürlich alle möglichen Rechte vorbehalten wollen und es
blieb uns, ſo bemerkte der Redner, nichts anderes übrig,
als das zu genehmigen, was jetzt in den bekannten
Ver=
trägen vorliegt. Wir können aber mit dem Vertrag
zu=
frieden ſein. Wir bekommen damit faſt den ganzen
In=
tereſſenkreis der Provinz in die Hand. Die Regierung
und die Provinz haben ſich freundlich zu dem Projekt
ge=
ſtellt. Durch Verbindung des Bahnbetriebes mit der
Stromverſorgung werden wir ſchon eine Rente erzielen,
wenn auch ſchon in vielen kleineren Orten
Elektrizitäts=
werke und Gaswerke vorhanden ſind. Denn alle dieſe
Werke können nur verhältnismäßig teuer arbeiten. Wir
wollen mit ihnen in Verhandlung treten und Abkommen
verſuchen, wonach ſie ihren Betrieb einſtellen und wir
die Verſorgung mit elektriſchem Strom übernehmen. Je
größer der Strombedarf iſt, den wir liefern, deſto billiger
können wir arbeiten und dann werden auch Induſtrie
und Handel davon Vorteil haben. So glauben wir, daß
wir zum Schluß doch auf ein gutes Reſultat rechnen
kön=
nen. In den erſten Jahren wird allerdings nicht viel
Rente zu erzielen ſein, denn wir wollen in der Stadt
den Strompreis gleich von 70 auf 50 Pfennig, event. ſogar
auf 40 Pfennig herunterſetzen. Da ſämtliche Kreiſe, mit
Ausnahme des Offenbacher Kreiſes, mit dem Projekt
ein=
verſtanden ſind und die Förderung desſelben verſprochen
haben, ſo glauben wir, mit ruhigem Gewiſſen in die Sache
eintreten zu können. Leider iſt die Stromverſorgung um
Darmſtadt herum ſchon weggenommen durch die
Ueber=
landzentralen in Worms und Mainz. Aber wir hoffen,
auch hier noch etwas zu erreichen; wir müſſen eine
Ver=
einbarung erſtreben, uns gegenſeitig unterſtützen und
Hand in Hand arbeiten. Alles dies liegt noch in der
Zukunft, aber die Bedingungen ſind gegeben und dess
halb können wir die Genehmigung der Verträge nur
empfehlen. — Da niemand weiter das Wort nahm,
er=
folgte die Abſtimmung und widerſpruchsloſe Annahme
des folgenden Antrags: 1. Die Generalverſammlung
genehmigt den dem Direktionsbericht angefügten
Ver=
trag wegen Gründung der „Heſſiſchen Eiſenbahn=
Ge=
ſellſchaft” und die Uebertragung der Konzeſſionen für die
Darmſtädter Dampfſtraßenbahnen auf dieſe. 2. Die
Di=
rektion wird ermächtigt: a) diejenigen redaktionellen
Aenderungen zu vereinbaren, welche auf Wunſch Großh.
Regierung oder des Regiſterrichters oder aus ſonſtigem
Anlaß etwa erforderlich werden ſollten, b) die durch die
gefaßten Beſchlüſſe bedingten Statutenänderungen
vor=
zunehmen.” — Die Sitzung dauerte nur 20 Minuten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 1. April. Die ſüdweſtafrikaniſchen
Diamanten ſind etwa bis zu der um Jahresmitte
eintreffenden Sendung im Vorjahre an das bekannte
Antwerpener Syndikat Coetermans=Kriju=Walk verkauft
worden. Ueber den Verkauf weiterer Sendungen ſind
die Verhandlungen mit dem Syndikat jetzt ſo weit
ge=
diehen, daß man mit Sicherheit eine beträchtliche
Stei=
gerung der Verkaufserlöſe zu Gunſten der Förderer und
eine befriedigende Vorzugsſtellung der deutſchen
Indu=
ſtrie erwarten kann. Soweit zum Vertragsabſchluß das
Einvernehmen des Staatsſekretärs des
Reichskolonial=
amtes einzuholen war, ging ihm, wie wir hören, die
Würdigung aller, auch der von anderen als dem
Antwer=
pener Syndikat gemachten Anerbietungen voraus.
* Stuttgart, 1. April. Die Schwäbiſche
Landes=
ausſtellung für Reiſe und Verkehr iſt heute
vormittag im Auftrage des Königs von Herzog Albrecht
von Württemberg eröffnet worden.
* Karlsruhe, 1. April. Der Staatsminiſter Freiherr
von Duſch und der Finanzminiſter Dr. Rheinbold
haben ſich geſtern zur Teilnahme an der
Bundesratsſitz=
ung nach Berlin begeben.
* Wien, 1. April. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Lemberg: Ein Konſortium ruſſiſcher Kapitaliſten
Mos=
kaus erhielt die Bewilligung zur Herſtellung einer
acht=
hundert Werſt langen Eiſenbahnverbindung
zwiſchen Moskau und der Station Sarny,
un=
weit der öſterreichiſchen Grenze. Durch die Linie, deren
Bau 48 Millionen Rubel koſten ſoll, wird der Weg von
Moskau zur öſterreichiſchen Grenze um 300 Werſt
abge=
kürzt.
* London, 1. April. Der Prinz von Wales iſt.
heute morgen nach Paris abgereiſt.
* Söul, 1. April. Die japaniſche Regierung
gründet in Korea eine Kolonialbank für
Siede=
lungsintereſſen und zur Urbarmachung gebirgiger
und ſumpfiger Ländereien. Japaniſche Ingenieure
be=
rechnen, der Anbau an Reis auf dieſen Ländereien werde
jährlich etwa 30 Millionen Pud Reis liefern.
Berlin, 1. April. Geſtern abend iſt es geglückt,
aus dem tiefſtgelegenen Bahnhof
Hausvogtei=
platz der Berliner Untergrundbahn das letzte
Waſſer herauszupumpen.
— Berlin, 1. April. Unter dem Vorſitz von
Ober=
bürgermeiſter Kirſchner trat heute mittag im
Rat=
haus der Vorſtand des Deutſchen Städtetages
zu einer Sitzung zuſammen.
Schöneberg, 1. April. Bauſchwindeleien
größeren Stils werden dem Bauunternehmer Alfred
Wilk zur Laſt gelegt. (Er wurde bereits verhaftet. Er
ſoll ſich hauptſächlich durch gefälſchte Urkunden Geld
ver=
ſchafft haben. Anſcheinend handelt es ſich um mehr als
100 000 Mark.
— München, 1. April. Am Starnberger See
er=
ſchoß ſich heute vormittag der 55jährige Bildhauer
Schön.
Wien, 1. April. Der Offiziersburſche
Zaenker verſuchte, ſeinen Herrn, den Hauptmann
Goldmann des 94. Infanterie=Regiments, in der
Wohn=
ung durch zwei Schüſſe zu töten. Beide Schüſſe gingen
fehl, worauf Zaenker ſich ſelbſt durch einen Schuß in den
Kopf ſchwer verletzte. Das Motiv iſt offenbar Rache oder
gekränkter Ehrgeiz, da der Hauptmann mit Zaenker
un=
zufrieden war.
H. B. Wien, 1. April. Das Neue Wiener Tagblatt
ſchreibt zu der beendeten ungariſchen Kriſe aus
Peſt: Die Monarchie ſtand am Freitag an der Schwelle
eines hiſtoriſchen Ereigniſſes. Als Graf Khuen=
Heder=
vary beim Monarchen erſchien, um ihm ſeine Vorſchläge
zu unterbreiten, ſagte der Kaiſer: Sie wiſſen, ich war
immer konſtitutionell geſinnt, jetzt aber will man mir
plötzlich meine konſtitutionellen Herrſcherrechte umſtoßen
und mir mein Recht nehmen. Die Reſolution muß aus
der Welt geſchafft werden und das muß raſch geſchehen,
ſonſt iſt es zu ſpät. Der Kaiſer war tief bewegt, als er
dieſe Worte ſprach. Graf Khuen ermaß ſofort die
Wich=
tigkeit des Augenblicks und ſagte, daß er den Beſchluß
des Miniſterrats binnen 24 Stunden unterbreiten werde.
Der Miniſterrat faßte ſodann den Beſchluß, die
Reſolu=
tion fallen zu laſſen. Graf Khuen hat vom Kaiſer die
Erlaubnis erhalten, die Vorgänge dieſer Audienz zu
ver=
öffentlichen und wird im Abgeordnetenhauſe über dieſes
Ereignis berichten.
Neuheit f. Hausfrauen, Cour
Fleisch-s Geflügel-Pasten
Nlachs-BuffersSandwich-Fischpastel
In Euben beſonders vorteilhaft.
Z
Die Schlange, die unter Biumen Lauert,
gleicht den Gefahren für die Geſundheit, denen
man auf allen Spaziergängen, Ausflügen,
Touren ꝛc. ausgeſetzt iſt. Ein Regenguß,
plötz=
liche Abkühlung und die Unzahl ſonſtiger
Mög=
lichkeiten können einem Vergnügen in freier
Natur ein recht böſes Nachſpiel geben, und die
einfachſte Vorſicht gebietet, den Gefahren beizeiten
vorzubeugen. Das tut man, wenn man Fays
ächte Sodener Mineral=Paſtillen immer zur Hand
hat und nach Vorſchrift verwendet. Eine
Schachtel Sodener läßt ſich bequem in jeder
Taſche unterbringen und man kann ſie überall
(7899)f
für 85 Pfa, haben.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. April 1912.
Nummer 79.
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In Deutſchland ſind während der Nacht wieder
piel=
fach geringe Niederſchläge gefallen. Die Temperaturen
ſind wenig geſtiegen; im Norden jedoch liegen ſie
erheh=
lich unter Null (Archangel —21 Grad). Heute haben wir
mit leichten Regenfällen zu rechnen. Ein herannahendes
Hoch wird vorübergehend Aufheiterung und Abkühlung
(Nachtfroſt) bringen; ſpäter iſt wieder Trübung zu
er=
warten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 2. April:
Vorübergehend aufheiternd, kalt (Nachtfroſt), ſpäter
wie=
der trüb und milder.
Tageskalender.
Orpheum, Anfang 8½ Uhr: Gaſtſbiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Die Thurnbacherin”).
Monatsverſammlung des deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im „Fürſtenſaal”
Herrenabend der Priv. Schützengeſellſchaft im neuen
Schießhaus.
Koloniale Jagd= u. Meerfiſche=Ausſtellung
im „Kaiſerſaal” (geöffnet von 9—8 Uhr).
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtr. 23): Der
Beſuch des Deutſchen Kaiſers in Wien und Venedig; die
Wehrvorlage in graphiſcher Darſtellung,
Reichstags=
abgeordneter Albert Träger 7.
Verſteigerungskalender.
Mittwoh, 3. April.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Eichenſtammholz=Verſteigerung um ½9 Uhr im
Heiligen Kreuz”.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der Train=
Kaſerne (Heidelbergerſtraße).
Faſeleber=Verſteigerung um 11 Uhr zu Hahn
(Zuſammenkunft bei Bäckermeiſter Daniel Starck).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die herzliche Teilnahme an dem uns ſo
ſchwer betroffenen Verluſte, meines lieben Gatten,
unſeres Vaters, Schwiegervaters und Großvaters
Herrn P. Günther
Glasermeister
ſagen wir unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 1. April 1912. (B7964
Unser Sonderverkauf
während der Osterwoche
bietet grosse Vorteile beim Einkauf fertiger Artikel.
Beachten Sie unser rechtes Eingangs-
Fenster.
Obige Artikel haben der besseren Uebersicht wegen im II. Stock
auf Extra-Tischen aufgelegt (Fahrstuhlbenutzung).
Gebr. Rothschild. Markt 2
(7952
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
und die ſo zahlreichen Blumenſpenden anläßlich
des Hinſcheidens meines lieben Mannes, unſeres
guten Vaters, Schwiegervaters, Großvaters,
Schwagers und Onkels
(7919
Herrn Karl Kahlbach
Schreinermeister
innigſten Dank.
Darmſtadt, Stockſtadt a. Rh.,
den 1. April 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Katharine Kahlbach, geb. Hofmann.
Todes=Anzeige.
Nach langem, ſchwerem Leiden entſchlief
heute meine gute Gattin, unſere liebe Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter und Tante
Lautenschläger.
geb.
R
März
den
30.
1912
Im
Hinterbliebenen
der
Karl
Bert
Küfer
Diensta
April.
Die
Beerdigung finde
nachmittags
den
Uhr
tatt.
(7890
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und ſeinen Kollegen
die traurige Mitteilung, daß es Gott dem
Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben guten
Gatten, meinen Vater, unſeren Bruder,
Schwie=
gerſohn. Schwager und Onkel
(7946
Herrn Karl Götz
Reſerve=Lokomotivführer
heute nacht nach langem Leiden in die
Ewig=
keit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Anna Götz, geb. Ganßert, und Kind.
Darmſtadt, den 1. April 1912.
Die Beerdigung findet am Mittwoch
nachmit=
tag um 3 Uhr, vom Sterbehauſe Rhönring 13
aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden unſeres lieben, treubeſorgten Gatten und
Vaters
(7920
Herrn August Kahn
Metzgermeiſter
ſagen wir unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden und der Beerdigung meiner
lieben Frau ſage ich Allen, insbeſondere aber
Herrn Pfarrer Vogel für die troſtreichen Worte
am Grabe, innigen Dank.
(7918
Johann Nonnengess,
zugleich im Namen der Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 31. März 1912.
Nachdem die miſſenſchaftliche Erkenntnis, daſſ insbeſandere eine trinkhare Nahrung mit dem Grade ihrer feinen
Herarbeitung an Appetitlichkeit und Berdaulichkeit geminnt, auch ins Aublikum gedrungen iſt, wiederholen ſich Iuſerate
non Jahrikanten, die den Anſchein ermecken, als oh die hächſte, techniſch erreichbare Rornfeinheit, die eine ſpeziſiſche
Gigenſchaft der Reichardt-Rakaos darſtellt, neuerdings zuch van ihnen erzielt ſei.
Mir weiſen demgegenüher darauf hin, daß ſich durch Uentrifugalnerfahren, mie ſie ſanſt in unſerer Induſtrie
zur Anwendung gelungen, nicht im entfernteſten das ſonnenſtäubchenfeine Jahrikat erzielen läßt, wie durch das nur
uns patentierte Auftdruckverfahren. Enthält dach 1 Gramm Reichardt-Rakaa nach mikroſkapiſchen Meſſungen vereidigter
Jachgelehrter bis zu 20 Milliarden Martikelchen, eine Mornfeinheit, die andere Jahrikate auch nicht annähernd aufweiſen.
Alle ſich mit dieſen Catſachen in Miderſpruch ſetzenden Behauptungen anderer Jabriken bilden eine unſautere Reklame
im Binne des Hetthewerbgeſetzes.
Bie unerläſſliche Harbedingung für die ideale Mornſeinheit des Reichardt-Rakaos beſteht außerdem aber in einer
ungemein ſorgfältigen Behandlung und Reinigung des Nahmaterials. Schon die Auswahl der Bohnen beim
Einkauf=
geſchieht nach Grundſätzen, die weit über den Nahmen der ſonſt im Rakaahandel üblichen Gualitätsprüfung hinausgehen.
Gbenſo peinlich muird bei der Reinigung der Bolnen verfahren. Indeſſen nicht nur um der Erzielung höchſter
Morn-
feinheit, ſondern auch um der Appetitlichkeit willen befolgen mir hierin bereits ſeit jeher auf das genaueſte die
Bor-
ſchriften, die auf den internationalen Rongreſſen leider immer noch erſt als erſtrebenswertes Ziel ins Auge geſaßt ſind,
und beſeitigen dadurch im Raknagetränk den ungenießbaren Bodenſatz völlig. Zie in Betracht kommenden Horſchriften
gehen dahin, daß die Rohhohnen nach der Köſtung nicht nur von ihren Schalen, ſandern auch von den die völlige
Reinheit und den Genußwert beeinträchtigenden Samenhäutchen und Reimen befreit werden ſallen.
Wie weit die übrige Induſtrie bei ihrer Jahrikation im allgemeinen von dieſem Reinheitsideal eutfernt iſt,
ergibt ſich aus der Tatſache, daß ſich ihre Reinheitsvorſchriften darauf beſchränken, lediglich eine Entfernung der
Schalen zu ſordern.
Bie ſorgfältige Ausmahl und peinliche Reinigung des Nohmaterials ſetzt uns in den Stand, ebenfalls mit
vallſtem Rechte zu ſagen:
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[ ← ][ ][ → ] ie bleiben unser Kunde, sobald
ie einmal gesehen haben, wie
sich unsere Schuhe tragen.
Nachdruck und
Nach-
ahmungen unserer
Original-
inserate strengstens untersagt
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. April 1912.
Nummer 79.
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Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . .
8½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 168,00
6½ Darmſtädter Bank 125,00
12½ Deutſche Bank .258,00
6 Deutſche Vereinsbank . 124,30
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,60
10 Diskonto=Kommandit 184,70
8½ Dresdener Bank . . 153,10
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,40
5½ Pfälziſche Bank . . 130,00
6.48 Reichsbank . . . . . 137,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 131,00
Wiener Bankverein . 137,00
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98.80
Bf. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19₰
90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,0
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
3½
do.
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,70
do.
3½
89,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 100,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 .
.100,45
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,80
S. 3—5 .
89,60
S. 9—11
89,70
4 Meininger Hyp.=Bank 99,70
3½
do.
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,.30
3½ do. (unk. 1914) . . 89,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,30
3½
89,90
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
. 98,90
½ do.
89,60
4 Frankfurt.
. 100,00
3½ do.
95,90
4 Gießen .
98,60
3½ do.
90,00
4 Heidelberg
99,00
3½ do.
89,50
4 Karlsruhe
99,00
3½ do.
90,00
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
99,60
3½ do.
90,30
4 Mannheim
98,70
3½ do.
90,10
4 München .
99,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg
99,80
do.
90,40
4 Offenbach
Zf.
In Proz.
3½ Offenbach . . . ..
4 Wiesbaden . . . . . . 99,20
94,60
do.
4 Worms .
98,70
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 136,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 106,00
3 Madrider . . Fs. 100 76,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,50
3 Oldenburger . . . . . . 125,30
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,30
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 198,60
Freiburger . . . . Fs. 15
Mailänder . . . . Fs. 45
do.
.. . Js. 10
Meininger . . . . . fl. 7
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 524,00
do. v. 1858fl. 100 451,00
Ungar. Staats . . fl. 100 370,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 172,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43
20 Franks=Stücke . . . . 16,25
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,43
Franzöſiſche Noten. . . . 81,25
Holländiſche Noten. . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . 80,55
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
Ruſſiſche Noten . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto. . .
Reichsbank=Lombard 3sf. 6
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
ℳ4 38.
Dienstag, 2. April.
1912.
Bekanntmachung.
Zum Vollzuge des § 1438 der Reichsverſicherungsordnung hat Großherzogliches
Miniſterium des Innern folgendes beſtimmt:
1. Gemeindevorſtand im Sinne des § 1438 Abſ. 2 Reichsverſicherungsordnung
iſt die Großherzogliche Bürgermeiſterei, in deren Bezirk der Verſicherte ſich
zur Zeit der Beendigung der Krankheit befindet.
2. Die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien ſind befugt, im Einpernehmen mit
der Landesverſicherungsanſtalt und mit Genehmigung des
Verſicherungs=
amts die Ausſtellung der Krankheitsbeſcheinigungen einer anderen Stelle
oder einer Gemeindebehörde zu übertragen, die alsdann als
Gemeinde=
vorſtand im Sinne des § 1438 Abſ. 2 Reichsverſicherungsordnung zu
gelten hat.
3. Die örtlichen Stellen von Krankenkaſſen Erſatzkaſſen, Verſicherungsvereinen
auf Gegenſeitigkeit oder von den auf Grund landesrechtlicher Vorſchriften
errichteten Hilfskaſſen ſind zur Ausſtellung von Krankheitsbeſcheinigungen
nur dann befugt wenn ihnen vom Kaſſenvorſtand im Einvernehmen mit
der Landesverlicherungsanſtalt die Ermächtigung hierzu ausdrücklich erteilt
worden iſt. Hierbei iſt zu beſtimmen, ob und inwieweit die von den
ört=
lichen Stellen erteilten Beſcheinigungen noch von dem Kaſſenvorſtand zu
beglaubigen ſind.
Das Amtsblatt Nr. 3 vom 20. Januar 1900, die Ausführung des
Invaliden=
verſicherungsgeſetzes vom 13. Juli 1899, hier: die Ausſtellung von
Krankheits=
beſcheinigungen im Sinne des § 31 dieſes Geſetzes betreffend, ſowie die hierzu erlaſſene
Dienſtanweiſung für die Krankenkaſſen=Vorſtände und die Großherzoglichen
Bürger=
meiſtereien werden hiermit aufgehoben.
§ 1438 der Reichsverſicherungsordnung lautet:
„Geleiſtete Militärdienſte werden durch die Militärpapiere nachgewieſen.
Krankheitswochen werden durch Beſcheinigungen nachgewieſen. Nach Ablauf
der Krankenhilfe oder der Fürſorge während der Geneſung hat der Vorſtand
der Krankenkaſſe der Erſatzkaſſe, des Verſicherungsvereins auf Gegenſeitigkeit
oder der auf Grund landesrechtlicher Vorſchriften errichteten Hilfskaſſe die
Beſcheinigung auszuſtellen. Im übrigen hat es der Gemeindevorſtand zu tun.
Das Verſicherungsamt kann den Vorſtand der Kaſſe oder des
Verſicherungs=
vereins auf Gegenſeitigkeit durch Geidſtrafen bis zu hundert Mark anhalten,
dieſe Verpflichtung zu erfüllen.
Für die in Reichs= und Staatsbetrieben Beſchäftigten kann die vorgeſetzte
Dienſtbehörde die Beſcheinigungen ausſtellen. In dieſen Fällen iſt die Kranken=
Autsſtelung der Beſcheingungen vom
Ver=
ſicherungsamte zu entbinden.
Darmſtadt, den 28. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien ſowie die Vorſtände der
Krankenkaſſen des Kreiſes.
Auf die vorſtehende Bekanntmachung weiſen wir Sie nochmals ausdrücklich
hin. Ein Exemplar der Dienſtanweiſung für die Vorſtände der Krankenkaſſen und
die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien über die Ausſtellung von
Krankheits=
beſcheinigungen im Sinne des § 1438 der Reichsverſicherungsordnung wird Ihnen
demnächſt kurzer Hand zugehen.
Darmſtadt, den 28. März 1912.
(7917
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Heinrich Portune zu Darmſtadt beabſichtigt, auf ſeinem Grundſtück, Bleichſtraße
Nr. 1, einen feſtſtehenden Dampfkeſſel zum Betriebe einer Färberei zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſer
Bekanntmachung in dem Amtsverkündigungsblatt an gerechnet, auf unſerer Regiſtratur,
Zimmer Nr. 32, zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
ebenda vorzubringen.
Darmſtadt, den 30. März 1912.
(7916
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
23. V.: Dr. Jann.
Der Stadtvoritand zu Beerfelden beabſichtigt mit dem am 16. Jult 1912
da=
ſelbſt ſtattfindenden Pferde=, Fohlen= und Zuchtviehmarkt eine Verloſung von Pferden,
Fohlen, Rindern, Schweinen und landwirtſchaftlichen Gebrauchsgegenſtänden zu
ver=
binden. Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Ver=
anſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 18000 Loſe, zu
1 Mk. das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60 Prozent des nach
Abzug der Reichsſtempelabgabe verbleibenden Bruttoerlöſes aus dem Verkaufe der
Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind. Der Vertrieb der
(*851
Loſe iſt im Großherzogtum geſtattet.
e e Racheichten veg ee eeteher chn bietencet
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polzei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxrterrier. Die Hunde können von den
Eigen=
fümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag
vor=
mittags um 10 Uhr, ſtatt.
(7905
Stramkarif des ſtädtiſchen Eiekrizſiätswerts.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß mit der Bildung der
gemeinſchaftlichen Bahnunternehmungen und der damit
zuſammen=
hängenden Erweiterungen der ſtädtiſchen Elektrizitätswerke eine
we=
ſentliche Herabſetzung des Strompreiſes, und zwar des
Licht=
ſtromes von 70 Pfg. zunächſt auf 50 Pfg. für die Kilowattſtunde
mit entſprechend geänderten Nachläſſen mit Wirkung vom 1. April
ds. Js. ab beabſichtigt iſt.
Dieſe Maßnahme in Verbindung mit der bereits vor
Jahres=
friſt erfolgten bedeutenden Herabſetzung des Preiſes für Kraftſtrom
ermöglicht es der ſtädtiſchen Einwohnerſchaft in viel größerem
Um=
fange als ſeither die Vorzüge und Vorteile des elektriſchen Stroms
zu genießen. Wir erwarten, daß durch die beabſichtigte bedeutende
Verbilligung des Strombezugs Neuanſchlüſſe an das Kabelnetz in
erheblicher Zahl erfolgen.
Es wäre erwünſcht, wenn dieſe Neuanmeldungen baldigſt
vor=
genommen würden, damit ſich die Ausführung nicht verzögert.
Die vorgeſehene Strompreisermäßigung ſoll mit rückwirkender
Kraft vom 1. April ds. Js. ab eintreten.
Den Stromabnehmern wird daher der bezahlte Mehrbetrag
an Stromgeld nach vollzogenem Vertragsabſchluß gutgeſchrieben,
d. h. auf den ſpäteren Strombezug in Anrechnung gebracht werden.
Darmſtadt, den 29. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt. Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft.
J. V.: Ekert.
Rötelmann. (7795oi=
Die Vereinigung der Großherzogl.
Bezirkskaſſen Darmſtadt I und II.
Nachſtehende Bekanntmachung Großherzogl. Miniſteriums der
Finanzen bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis. Alle noch
an Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II zu leiſtende Zahlungen ſind vom
1. April d. J. ab an Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt (Lindenhofſtraße 15)
zu entrichten.
Darmſtadt, den 30. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
Bekanntmachung.
Die Vereinigung der Großh. Bezirkskaſſen Darmſtadt I und II
betreffend vom 27. März 1912.
Mit Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs
wird die Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II vom 1. April ds. Js. an
mit der Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt I vereinigt. Dieſe Kaſſe,
der auch die Großh. Untererhebeſtellen Arheilgen und Nieder=
Ram=
ſtadt unterſtellt werden, hat die Bezeichnung „Großh. Bezirkskaſſe
Darmſtadt zu führen.
(7830oi
Darmſtadt, den 27 März 1912.
Großh. Miniſterium der Finanzen.
Perdingung von Erd=u. Manrerarbeiten.
Die bei der Regulierung des Seilersgrabens in Gemarkung
Lorſch und dem Umbau der Schleuſe an der Weſchnitz erforderlichen
Erd=, Maurer= und Eiſe narbeiten und zwar:
800 cbm Erdaushub und Transport, ſowie kleinere
Mauer=
ungen und Rohrverlegungsarbeiten
ſollen durch ſchriftliche Angebote im ganzen vergeben werden.
Die zugehörigen Pläne und Bedingungen ſind bei uns
einzu=
ſehen. Angebotsvordrucke ſind nur von uns und zwar gegen
Bar=
einſendung von 1.50 Mk. (nicht in Briefmarken) zu beziehen.
Ange=
bote ſind verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift verſehen, aus
der das Objekt, ſowie der Unternehmer zu erſehen iſt, bis längſtens
Dienstag, den 9. April 1912, vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Behörde, Bleichſtraße 1 einzureichen. woſelbſt
auch die Eröffnung in Gegenwart der Vieter ſtattfindet. Es können
nur Angebote unter Benuzung der Vordrucke ohne Textänderungen
und Zuſätze berückſichtigt werden. Freie Auswahl bleibt ausdrücklich
vorbehalten. Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Darmſtadt, den 29. März 1912.
(7891
Großh. Kulturinſpektion Darmſtadt.
Wallek.
Dachpappe
ſchwerſte Qual., Iſolierpappe bill.
bei Mayer & Sender, Wald=
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ſtraße 35, Tel. 670.
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flache und halbründe,
Bügeleisen, Plätteisen,
Bügelkohlen (6770a
Wald=
L. Hufnagel, ſtraße 7.
Futter=Verſteigerung.
Donnerstag, 4. April I. Js.,
nachmittags 4½ Uhr,
wird auf der Pallaswieſe die,
Fut=
ternutzung von den beiden
Rück=
ſtaubecken in 1912 verſteigert.
Darmſtadt, 28. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Igeger. (7829oi
In unſer Handets=Regiſter, Ab=
J teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 25. März 1912.
Neu eingetragen die Firma:
Patent= und Techniſches
Bureau Heinrich Uhrig,
Darmſtadt.
Inhaber: Heinrich Uhrig,
In=
genieur in Darmſtadt.
Hinſichtlich der Firma:
Strauß & Dernburg,
Darmſtadt.
Die Prokura des Aron
Dern=
burg in Dieburg iſt erloſchen.
Jakob Dernburg, Kaufmann,
Ehefrau Franziska, geb. Strauß,
in Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin
beſtellt.
Am 28. März 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Fiſchhalle Reitinger &
Blechſchmidt, Darmſtadt.
Die offene Handelsgeſellſchaft
iſt mit Wirkung vom 28. März
1912 aufgelöſt. Geſchäft und Firma
ſind auf den ſeitherigen
Geſell=
ſchafter Oskar Blechſchmidt als
Einzelkaufmann übergegangen.
Oskar Blechſchmidt, Kaufmann,
Ehefrau Margarethe, geb. Kolb,
in Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin
beſtellt.
Gelöſcht die Firma: (7880
Joh. Jacob Schenzer,
Darmſtadt.
Darmſtadt, 29. März 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Alle mit Einlöſung ihrer
Ab=
fuhrſcheine aus den
Holzverſteige=
rungen Nr. 1 bis 15 (einſchließlich)
rückſtändigen Steigerer werden
auf=
gefordert, ihre Abfuhrſcheine
als=
bald einzulöſen bei Meidung
anderweiter Verwertung des
Hol=
zes auf ihre Koſten. (7527
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Bekanntmachung.
Die am 28. März in Nieder=
Ramſtadt abgehaltene
Holzver=
ſteigerung iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können vom
3. April an abgeholt werden.
Ober=Ramſtadt, 1. April 1912.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
Daab.
(7954
Das neue ſtädtiſche Niederlage=Gebäude am
neuen Güterbahnhof im Dornheimer Weg
iſt ſoweit fertiggeſtellt, daß die Benutzung am 1. Mai ds. Js. in
Ausſicht genommen werden kann. Eine Abtrennung der einzelnen
vermietbaren Lagerräume kann erſt vorgenommen werden, wenn
beſtimmte Angaben der Intereſſenten über die benötigten
Raum=
größen vorliegen. Wir empfehlen daher allen Geſchäftsinhabern,
die auf längere Zeit Lagerräume mieten wollen, ſchon jetzt mit dem
Stadtbauamt ſich zu verſtändigen, damit Verzögerungen vermieden
werden
Die Mietpreiſe können nach dem Entwurf des „Gebührentarifs”,
deſſen Feſtſetzung der Stadtverordneten=Verſammlung vorbehalten
(7915ids
bleibt, von dem Stadtbauamt angegeben werden.
Darmſtadt, den 30. März 1918.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 3. April, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 16 (Reſt. zur Roſenhöhe) dahier,
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ziehtiſche, Vertikos, Pianinos, Nähmaſchine, Spiegel, Bilder
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Kaſſen=
ſchrank, 4 Reißzeuge, 1 Staffelei, 1 Grammophon, 1 Stella=
und 1 Tambourſtickmaſchine, 2 Hobelbänke, 8 Kokosläufer,
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2. auf freiwilligen Antrag folgende aus einem Nachlaß
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1 Sofa, 1 Kleiderſchrank, 1 Garderobegeſtell,
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Schuhmacherhandwerkzeug, 1 ſilb. Damenuhr, 1 ſilb.
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durch den Unterzeichneten gegen Barzahlung verſteigert.
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(7956
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lateure und Freiſchwinger, Salon= und andere Tiſche und
Stühle, Vitrine, Chaiſelongue mit Decke, vollſtändige
Re=
form= und andere Betten, Reformbettſtellen, Wirtſchafts=
Porzellan, antike Hausuhr (kirſchbaum), Oelgemälde uſw.
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Seite 12.
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Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
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Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Ingwald Anderſen dachte lächelnd daran, mit
wel=
chem Eifer heute alle in Thomſens Magazin ihre
Ein=
käufe gemacht. Hallgerdr Jonſon mit ſtill glücklicher
Freude war beſonders darauf bedacht, praktiſch zu
wäh=
len. Brot, Konſerven, Tea, leichtes Kochgeſchirr,
Bis=
kuits, Butter, Kuchen, an alles dachte ſie. Die ſchöne
Signi hatte mit einem feinen, weichen Schal von weicher
Wolle geliebäugelt und mit prachtvoll geſtickten, warmen
Handſchuhen, die ſie ſich immer wieder über die ſchlanken
Finger zog. Endlich hatte Bjarnis Rat den Ausſchlag
gegeben, nur das Allernotwendigſte mitzunehmen, Bjarni,
der plötzlich etwas Herriſches angenommen hatte, ſeitdem
er ſich als den Führer der kleinen Expedition wußte. Noch
einige Knechte des Amtmadurs und Mar, der Schafjunge,
deſſen „Ho” durch die Straßen Reykjaviks ebenſo luſtig
klang, als riefe er ſeine Herde auf der Weide zuſammen,
ſollten die kleine Geſellſchaft vervollſtändigen.
Ingwald Anderſen klopfte das Herz in der Bruſt,
wenn er an die Tour dachte, die vor ihm lag. Er wußte,
daß ſie gefahrvoll und anſtrengend war, aber er wußte
auch, daß ſie ihm nicht nur das wilde Feuer= und
Eis=
land, die Sehnſucht ſeiner Jugendjahre, erſchließen ſollte,
ſondern, daß ſie noch allerlei heimlich Süßes in ſich barg,
ſer des er ſahſt in ſeinen iſen Zimern ſehnen Nomen
fand, weil er ſich’s gar nicht eingeſtehen wollte.
Welch ein köſtlicher Vormittag war das geweſen im
Gewühl des Touriſten=Bureaus, wo die Paſſagiere des
„Blücher” wie ein Heuſchreckenſchwarm herumwirbelten,
nach Wagen und Pferden ſchrien, Poſtkarten kauften und
ſchrieben, Briefmarken verlangten, oder mit Feuereifer Felle,
Ponys und allerlei Kram einhandelten, um ihn mit
heim=
zubringen als Erinnerung an das ſeltſame Land, das mit
geheimnisvollen Reizen lockte.
Ingwald Anderſen, der in Erinnerung verſunken in
der Halle ſaß, merkte gar nicht, wie die Zeit verrann. Er
fuhr wie aus tiefem Traum auf, als prötzlich das elektriſche
Licht, das den Saal ſpärlich erhellte, heller aufflammte und
es ſich auf dem Podium zu regen begann.
Wie geblendet ſtarrte der Kapitän dorthin. War es
wirklich kein Traum, daß da vor ihm, wie von
Schwanen=
gefieder umwogt, eine Gruppe hochgewachſener Frauen
ſtand, das Diadem mit dem Stern über dem
langherab=
wallenden Haar, über welches duftig und klar der weiße
Schleier herabfloß bis auf den Saum des weißen
Gewan=
des? Waren die Königstöchter der alten Sagen lebendig
geworden? Konnten das wirklich Islands Töchter ſein,
die da, alle blauäugig und blond, die Sehnſucht im Blick,
den flammenden Stern über der weißen Stirn, in
anmut=
vollem Kreiſe ſich gruppierten? Die Männer im ſchwarzen
Frack hoben ſich von der poeſievollen Erſcheinung der
Frauen ſeltſam nüchtern ab.
Unter den Sängern ſah man auch Jon Thorkjel. Ueber
ſchne reie Snemähne won daes Scht ſeiſemn ſomtinde
Lichter.
Ingwald gewahrte, daß der Jüngling unverwandt
Hallgerdr im Auge behielt, die gleich in der erſten Reihe
ſtand und die großen, blaugrünen Augen ſeſt auf den
Diri=
genten Sigfos Einarſon, der ſich den fremden Gäſten auch
als Komponiſt vorſtellte, gerichtet hielt.
Ingwalds Herz klopfte plötzlich in wilden, unregel
mäßigen Schlägen.
Er hörte gar nicht, was ſein Nachbar, ein junger Arzt,
den er gut kannte, ihm enthuſiaſtiſch über die ſchöne Signe
zuraunte, die an Hallgerdrs Seite ſtand und ihn mit leuche
tenden Augen grüßte, er ſtarrte nur immer auf die hohe
Geſtalt Hallgerdrs in der Königstracht.
Jetzt hob der Dirigent den Taktſtock, und dann hrauſte
es feierlich durch den Saal:
„O, gud vors lands! o, lands vors gud
Ver lofum pitl heilage, heilage nafn!
Das heißt:
Gott unſeres Landes, ſei gelobt,
Du ſtrahlſt im ewigen, ewigen Glanz!”
Ein Schauer rann durch Ingwalds Seele, als die
Hymne, die zur Erinnerung an die tauſendjährige
Beſied=
lung Islands im Jahre 1874 von Matth. Jochumſſon
ge=
dichtet und von Sveindjören Sweinjörnſſon in Muſik
ge=
ſetzt, mächtig und feierlich den Raum erfüllte. Etwas
Gro=
ßes, Erhabenes, Weihevolles ſchwebte empor aus den
hell=
aufjubelnden Frauenſtimmen, den dunkel gefärbten Männens
chören.
Nummer 79.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. April 1912.
Seite 19.
In den Augen der Blüchergäſte, die bis vor wenigen
Minuten lachend geſchwatzt, ſtanden blinkende Tränen. Sie
fühlten plötzlich, eine andere, fremde Welt, weit ab vom
Alltag, tat ſich vor ihnen auf, und die Göttin Poeſie
wan=
delte durch den Saal in der ſtillen Stadt im Nordmeer,
und rührte mit ihrem goldenen Szepter an die Herzen.
Gott unſeres Landes, Weltenherr!
Wir ſind wie ſchwankender, ſchwankender Halm.
Wir ſterben, wenn du, unſer Leben und Licht,
Uns nicht hebſt aus dem Staub und dem Qualm.
O ſei jeden Morgen uns Freude und Luſt,
Führ’ im Kampf des Tages uns an
Und ſchenke des Abends uns himmliſche Ruh,
Und zeig uns die richtige Bahn!
Islands tauſend Jahr,
Islands tauſend Jahr,
Laß gedeihn unſer Volk bis die Träne verſiegt,
Daß es blühe zum Himmel hinan,
klang es brauſend durch den Saal.
Einen Augenblick herrſchte Todesſchweigen, nachdem
der Geſang verſtummt, dann aber brach ein maßloſer
Bei=
fall hervor, der gar nicht enden wollte. Wie unter einem
Bann ſtanden die Zuhörer. Lied auf Lied folgte, auch
Sologeſänge, künſtleriſch abgerundete Darbietungen, die
jeden Konzertſal der Welt zur Ehre gereicht hätten.
Ingwald war wie in einem Traum.
Sein Auge hing an der blonden Baerstochter dort in
dem weichen Schleier, die jetzt ſo jauchzend mit den jungen
Gefährtinnen um die Wette ſang:
„Vorid er komid og grundirner groa,
Gilin og laekirnirfossa af brim,
Syngur i runni og senn kemur loa,
Ivanur a tjernir og pröstur i tun‟.
Das heißt:
Frühling im Lande! Durch grünende Halde
Fallende Gießbäche ſuchen ſich Bahn.
Bald werden Brachvögel ſingen im Walde
Und auf den Teichen melodiſch der Schwan.
Das war ein Jubeln und Jauchzen in den
Mädchen=
ſtimmen, kräftig unterſtützt von den tiefen, ſeltſam weichen
Stimmen der Männer.
Ingwald Anderſen war es plötzlich, als hätte er
vor=
dem nie gelebt, als liege alles das, was er in Norwegen
zurückgelaſſen, längſt verſunken und vergeſſen hinter ihm,
und als ſchwinge ſich ſeine Seele wild und glückſelig einem
neuen Leben entgegen.
Sehen Sie doch bitte die ſchöne Signe an, flüſterte ihm
der Arzt Dr. Gudmund ins Ohr. Donnerwetter, das iſt
ein Weib! Leuchten ihre Augen nicht, als wollten ſie uns
bis ins Herz brennen? Und welche Leidenſchaft zuckt um
den zarten Mund? Heute abend ſoll ſie mit mir tanzen, daß
ihr der Atem vergeht, der ſchönen Hexe.
Hüten Sie ſich, Doktor, warnte Ingwald, daß Sie ſich
nicht verbrennen. Die ſchöne Signe hat kein Herz.
Der Doktor lachte.
Ich werde ſie die Liebe lehren. Sie ſind ein ſchlechter
Menſchenkenner, Kapitän. Alles glüht ja an dieſem Weibe.
Sehen Sie nur dieſe wollüſtigen Lippen, die ſo heiß
ver=
langenden Augen, dieſe entzückende, knoſpende Geſtalt.
Mein, mein muß die ſchöne Isländerin werden, und ſollte
ich ſie mit Gewalt dieſem ſtarren Eislande entreißen.
Ruhig, ruhig, Doktor, beſchwichtigte der Kapitän den
Erregten mit leiſem Lächeln. Hier weben die
Schickſals=
frauen ihre Zauberfäden in dem furchtbaren Lande voll
ſchauervoller Schönheit, und wenn Sie die Nornen
erzür=
nen, dann iſt es um Sie geſchehen.
Ammenmärchen, gab der Doktor zurück. Ich will das
Leben!
Und jetzt ſtand Hallgerdr allein in der Mitte des
Po=
diums, die weißen Schweſtern um ſie herum im duftigen
Kranz. Ihr Auge ſuchte Ingwald Anderſen, als ſie das
kleine Lied von Hannes Hafſtein „Sonnenuntergang” mit
ſüßer, frühlingsfriſcher Stimme, wie ein vom Traum
ver=
wehtes Märchen ſang:
Mit offnem Goldhaar und den Tag im Arm
Will nun zum Freudenball die Sonne ſchreiten:
Von ihrem Buſen läßt ſie ſich und warm
Den güldnen Mantel leiſe niedergleiten
Und breitet ihn auf ihres Lagers Rand.
Errötend lächelt ſie mit letztem Blinken
Noch „gute Nacht” dem Meer zu und dem Land,
Um liebreich dann in Aegirs Arm zu ſinken.
Wie von Duft und Schönheit getragen, erklang das
Lied auf Hallgerdrs Lippen.
Eine Königsmaid, ging es wie ein Flüſtern durch
die Menge, und dann brach ein jubelnder Beifallsſturm
los, der Hallgerdr wie eine Flut umbrauſte. Die
Paſſa=
giere der „Blücher” mit ihren Damen drängten ſich vor
bis ans Podium. Die Männer wollten der ſchönen
Js=
länderin, die ſo ſſeltſamen Zauber um ſie ſpann, die
Hände küſſen, und die Damen wollten wiſſen, ob ſie auch
deutſch ſpräche, die hohe, blonde Maid, über deren Stirn
ſo hoheitsvoll das blitzende Diadem flammte.
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. April 1912.
Nummer 79.
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Sport.
* Fußball. Das Wettſpiel gegen „
Aleman=
nia‟=Karlsruhe endete nach heißem Kampfe 3:3
un=
entſchieden. Die Karlsruher erzielten das erſte Tor.
„Olympia” zog gleich, erzielte kurz hintereinander zwei
weitere Tore. Der Sieg ſchien den Darmſtädtern ſicher.
Die Verteidigung ließ die Karlsruher noch zweimal
durchbrennen, die hierdurch den Ausgleich erzielten.
Am zweiten Oſterfeiertag ſpielt „Olympia” I gegen den
befreundeten Gießener Sportverein von 1900.
In Würzburg ſchlugen die Kickers die
Turner=
ſchaft München im Kreisſpiel um die Meiſterſchaft von
Bayern (Klaſſe B) mit 311 Toren; die Würzburger ſind
damit unbeſtrittener B=Meiſter des Oſtkreiſes und rücken
in die Ligaklaſſe auf.
Der klaſſiſche Fußball=Städtekampf Wien-
Berllin gelangte am Sonntag auf dem Viktoria=
Sport=
platz in Mariendorf=Berlin zum 16. Male zum Austrag
und endete wider Erwarten unentſchieden 111. In den
Spielen ſiegte bisher Wien 10mal und Berlin 5mal.
Die Berliner
Fußballmeiſterſchafts=
ſpiele brachten am Sonntag vormittag nur die
Be=
gegnung Preußens mit Norden=Nordweſt. In
überlege=
ner Weiſe ſiegte Preußen mit 10:0 (4:0) und errang
hier=
mit endgültig die Meiſterſchaft in der Abteilung B.
Zwei Spiele um die Engliſche Liga
Fuß=
ballmeiſterſchaft kamen Ende der vergangenen
Woche noch nachträglich zum Austrag. In einer
Begeg=
nung zwiſchen Everton und Woolwich Arſenal ſiegte
Everton mit 1.0, während Mancheſter City in einem
weiteren Match mit 4:0 gegen Bradford City ſiegreich
blieb.
* Radrennen. Leipzig-Berlin-Leipzig.
Die vom Sächſiſchen Radfahrerbund veranſtaltete
Rad=
fernfahrt Leipzig-Berlin-Leipzig über 270 Kilometer
kam am Sonntag zur Entſcheidung. 52 Fahrer ſtellten
ſich dem Starter. Sieger blieb der Berliner Aberger in
9 Stunden 45 Minuten 27 Sekunden; 2. G. Schulze=
Treb=
bin 9.57113; 3. R. Kotſch=Kyritz 9157113,1; 4. Arno Ritter=
Reichenbach 10.08.02; 5. Hans Hartmann=Schwabach
10:08:04; 6. Richard Huſchke=Berlin 10:08:04.
Die klaſſiſche Radfernfahrt Maikand-
San Remo kam am Sonntag zum ſechſten Male zur
Entſcheidung. Es ſtellten ſich 80 Konkurrenten morgens
5 Uhr 34 Min. für die 269,5 Kilometer lange Reiſe dem
Starter in Mailand. Henry Peliſſier ſiegte in der ſehr
guten Zeit von 8 Stunden 37 Minuten mit einer Länge
vor ſeinem Landsmann Garrigou im Spurt. Dichtauf
folgten als Nächſte die Belgier Maſſelis und Blaiſe. Als
erſter Italiener traf nach 8 Stunden 48 Minuten Corlaita
als Fünfter ein.
Goldenes Rad von Buffalo. Die Pariſer
Buffalo=Bahn eröffnete am Sonntag mit der
Entſcheid=
ung des Goldenen Rades die Sommer=Radrennſaiſon in
der franzöſiſchen Hauptſtadt. Der erſte Vorlauf über
20 Kilometer wurde von Darragon in 16:7 gewonnen;
Rudolph folgte eine halbe Runde und Lavallade 200
Meter zurück. Der zweite Vorlauf ſah Didier in 16:26½
in Front; Seres blieb 30 Meter, Bruni weit zurück. Im
dritten Vorlauf ſiegte Guignard nach ſchärfſtem Kampf
in 15:52½ mit nur einer halben Länge Vorſprung gegen
den alten Amerikaner Nat Butler. Parent endete vier
Runden zurück. Den über 50 Kilometer führenden
Ent=
ſcheidungslauf landete überraſchenderweiſe Darragon
leicht in 40:46,3 Sek. 5½ Runden vor Guignard und
8½ Runden vor Didier. Den Eröffnungspreis für
Flie=
ger gewann Dupre mit einer Viertelradlänge gegen
Pouchois, Dritter wurde Friol.
Berliner Grunewaldzauf. Weit über 100
Mann=
ſchaften mit nahezu tauſend Läufern ſtellten ſich dem
Starter, der die leichtfüßige Schar um 4 Uhr entließ.
Vorab die Rennmannſchaften, denen in kurzen
Abſtän=
den die große Maſſe der übrigen folgten. Gleich nach
dem Ablauf ſetzten ſich die favoriſierten Vereine S. C.
Charlottenburg, Hellas 04 und Komet an die Spitze, um
das Rennen unter ſich auszumachen und, mit Ausnahme
des Berliner Sport=Klubs war es auch keiner anderen
Mannſchaft möglich, in den Kampf einzugreifen. Die
erſte der beiden Runden von je 3500 Meter Länge zeigte
noch die gleiche Reihenfolge, wie kurz nach dem Start,
nur daß die hinteren Mannſchaften immer weiter
zurück=
fielen. Das dichte Zuſammenhalten der Spitzengruppe
ließ von vornherein auf einen ſcharfen Endkampf
ſchlie=
ßen, zu dem es dann auch ſchließlich kam. Der Sport=
Klub Charlottenburg ging mit ſeiner erſten
Mannſchaft in der guten Zeit von 27 Minuten 28,2
Se=
lunden für die 7 Kilometer lange Strecke als erſter durchs
Ziel, dann folgten Hellas 04 und der Berliner Sport=
Klub, der Komet noch auf den vierten Platz verweiſen
konnte, dichtauf. Fünfter wurde die Charlottenburger
Turngemeinde vor Titania, Turngemeinde in Berlin,
Komet II, Boruſſia=Fidelitas und dem vorjährigen
Sie=
ger Verein für Volksſport. Faſt alle Mannſchaften
ge=
langten ans Ziel, ein Beweis für die ſich von Jahr zu
Jahr ſteigernde Leiſtungsfähigkeit unſerer Sportsleute.
— Pferderennen. Rennen zu München=
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jahrs=Rennen; Ehrenpreis und 1500 Mark, Diſtanz 1800
Meter: 1. Herrn A. v. Schilgens Celius (v. Schilgen),
2. Alexandrowna (Lt. Frhr. v. Bonnet), 3. Brimeur (Lt.
v. Moßner). Tot. 14110, Pl. 11, 14, 14:10. Unpl.:
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bide, Blißful, Soupeur, Merveille, On Guard. Leicht
2—2½ Lg. — März=Rennen; 1500 Mark, Diſtanz 3600
Meter: 1. Herrn M. Rannertshauſens Bauernfänger
(Unterholzner), 2. Zip (Böhme), 3. Muſigny (Hochſtein).
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Darmſtädter Tagblatt. Dienstag, den 2. April 1912.
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Gem (Schumann), 3. Kronſtadt (Brumm). Tot. 30110,
Pl. 19, 22110. Unpl.: Bayard IV Glücksritter, Omega.
Leicht ¾—3 Lg. — Offizier=Jagd=Rennen; Ehrenpreis
und 1500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Lt. v. Lotzbecks
Halcyon Days (Beſ.), 2. Tutbury (Lt. v. Gieſa), 3.
Aha=
lativo (Lt. v. Giulini). Tot. 15110, Pl. 12, 22, 16:10
Unpl.: Recluſo, Scabiouſe, Wetterfeſt, Couſin Ethel,
Girlamund, Honemoon IV. Ueberlegen 4—2½ Lg.
Rennen zu Dortmund. 1. Rennen: 1.
Kriegs=
bruder (Pivlios), 2. Lamhult (Kreiſel), 3. Nikolaus
(Gehrke). Tot.: 52110, Pl. 16, 12110. Unpl.: Zucht. Kopf
bis 3 Lg. —2 Rennen: 1. Niſſa (Kühl), 2. Hippe (E.
Franke), 3. Glimmer II (Köhler). Tot. 22110, Pl. 14
15:10. Unpl.: Hengiſt (gef.). 8. Lg.-Weile. — 3.
Ren=
nen: 1. Gueſſurttia (E. Franke), 2. Eclair (Gehrke)
3. Binty (Kühl). Tot. 129:10, Pl. 40, 16110. Unpl.:
Diſcharged, George II (gef.). 5—1 Lg. — 4. Rennen:
Harmlos (Kühl), 2. Bolondora (Gehrke), 3. Placide
(Dyhr). Tot. 23:10, Pl. 13, 19110. Unpl.: Cophetus (4.),
Sion. 1½—1 Lg. — 5. Rennen: 1. Kunſtſtück (Kreiſel),
2. Gazelle (Kühl), 3. Hausfrau (Kohlmayer). Tot. 66:10,
Pl. 25, 14:10. Unpl.: Sternbild (4.), Kreppwör,
Habe=
bald. 4—2 Lg. — 6. Rennen: 1. Waſſermaus (Holubeck),
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dei (4.), Quirl (5.), Savoy the Firſt, Eiſenkönig,
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Ueber=
legen 10 Lg. bis Hals. — März=Verkaufs=Rennen; 2500
Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Mr. F. Solloways
Her=
bert (M. Aylin), 2. Panna (Raſtenberger), 3. Witch
Fin=
der (Ludwig). Tot. 12110, Pl. 10, 11, 11:10. Unpl.:
Forſt (4.), Kaſtanie, Haddington, M. E. N. Leicht 2—3
Längen. — Lindener Hürden=Rennen; Ehrenpreis und
2000 Mark, Diſtanz 2800 Meter: 1. Rittmeiſter v. d.
Kneſe=
becks Laurin (Lt. Graf Baudiſſin), 2. Komoly (Beſ.),
3. Hanna (Lt. Loß). Tot. 18:10, Pl. 14, 23, 24:10. Unvl.:
Koralle, Villanaccio, Fanthi, Baſalt, Konkordia. Sehr
leicht 2—4 Lg. — Pokal; Ehrenpreis und 6000 Mark,
Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn Orbergs Premier (A.
Schläfke), 2. Spion (Raſtenberger), 3. Nimble Field
(Fox). Tot. 70110, Pl. 23, 25, 18:10. Unpl.: Oregon (4.)
Kakadu I (5.), Gargamelle, Jack Horner, Yamethon,
Li=
vadia, Ria, Sarenna, Little, Ben, Zampieri, Werra II,
Self Control, Fox, Schönbrunn. Gegenwehr, ½—3 Lg.
Alnock=Rennen: 100 Mark, Dilanz 140 Metert
1. Herrn H. Suhrs Laveniaus (Beſ.), 2. Devil (Herr
Meyer), 3. Nana (Herr True). Tot. 54:10, Pl. 22, 99,
111:10. Unpl.: Ahrtal, Hulda, Dahlmann, Delphin,
Ango=
ſtura, Valet, Heckenroſe, Nora, Donna Maria.
Ueber=
legen 6—1 Lg. — Anklang=Rennen; 3200 Mark, Diſtanz
1100 Meter: 1. Herrn O. Reislands Konſtantin (A.
Schläfke), 2. Grunewald (Raſtenberger), 3. Narſes
(Spear). Tot. 38:10, Pl. 21, 24:10. Unpl.: Melitta,
Beatrice. Leicht 2—½ Lg. — Kirchernoder Jagd=
Ren=
nen; Ehrenpreis und 3500 Mark, Diſtanj 3200 Meter:
1. Lt. Martins Haſchich (Beſ.), 2. Voigt (Beſ.), 3.
Taſchen=
ſpieler. Tot. 60110, Pl. 18, 15, 13:10. Unpl.: Electric
Boy, Gay Paris, Jodler, Marga, Donnerkeil, Coolah,
Auſtin, Friars, Rabenlocke, Le Rigodon. Scharfer Kampf,
Kopf bis ½ Lg.
— Rudorſport. Das Achter=Ruder=Match
Oxford=Cambridge, das zum 63. Male
ausge=
tragen werden ſollte, fiel den ungünſtigen
Witterungs=
verhältniſſen zum Opfer. Es herrſchte infolge des
ſtar=
ken Weſtwindes ein ſo ſtarker Wellenſchlag auf der
Themſe, daß beide Boote kurz hintereinander voll
Waſ=
ſer ſchlugen und kenterten. Die Oxford=Mannſchaft
übernahm von Anfang an die Führung und vergrößerte
dieſe bald auf fünf Längen. Nach 8 Minuten bereits
verließ die Cambridge=Mannſchaft das voll Waſſer
ge=
ſchlagene Boot und erreichte teils ſchwimmend, teils in
Rettungsbooten das Ufer. 10 Minuten ſpäter kenterte
auch das Oxford=Boot. Die Mannſchaft konnte aber das
Boot wieder an Land ziehen und beſteigen und die
Renn=
ſtrecke nach einer Fahrzeit von 29 Minuten 35 Sekunden
abſolvieren, allerdings in völlig erſchöpftem Zuſtande.
Das Rennen wurde für ungültig erklärt und ſollte
am Montag wiederholt werden.
* Lawn=Tennis. Der Lawn=Tennis=Städte=
Wettkampf London=Paris brachte in ſeiner
Fortſetzung einen Erfolg der Engländer, die 5 Erfolge
gegen 2 der Franzoſen buchen konnten. Im Einzelſpiel
ſiegte Ritchie über Poulain 775, 6:2, 6:0, Mavrogordato
über Canet 6:0, 3:6, 610, 622, Dixon über Germont 7:9,
9.7, 622, 6:3, Caridia über Meny 633, 6:3, 8:6, Gobert
über Gore 6:4, 4:6, 0:6, 6:4, 6:4. In den Doppelſpielen
ſiegten Gore=Barret über Gobert=Gault 2:6, 6:3, 622, 527,
5:4 und Decugis=Germont über Douſt=Preble 612, 4:6,
8:6 und 8:6.
wird seit Jahrzehnten mit glänzendem Erfolge zur
Haustrinkkur bei Nierengriess, Gicht, Stein,
Eiweiss und anderen Nieren- und Blasenleiden verwandt.
Sie ist nach den neuesten Forschungen auch dem
Zuckerkranken vor allen anderen Mineralwässern zu
empfehlen, um den täglichen Kalkverlust, der ein sehr
wesentliches Moment seines Leidens bildet, zu ersetzen.
Für werdende Mütter und Kinder in der Entwicklung ist sie
ür den Knochenaufbau von höchster Bedeutung. Die
He-
lenenquelie ist die Hauptquelle Wildungens und steht
in ihrer überaus glücklichen Zusammensetzung einzig in
der Welt da. — Man überzeuge sich hiervon selbst durch
Vergleich der Analysen, wenn Ersatzquellen empfohlen
werden, und achte im eigenen Interesse genau auf den Namen
Helenenquelle. Zu haben in allen Apotheken und Drogerien.
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