Inſerafe
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
vDie heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Reichstagsabgeordnete Rören (Zentr.)
hat ſein Mandat niedergelegt.
Das ungariſche Kabinett Khuen wurde in
ſeiner bisherigen Zuſammenſetzung neu ernannr.
Der Prinz von Wales wird Studien halber heute
abend in Paris eintreffen.
Der franzöſiſche Senat nahm das
Flotten=
programm und den Geſetzentwurf über die
Or=
ganiſation des militäriſchen
Luftſchif=
ferweſens an und vertagte ſich bis zum 21., Mai.
Der Expreßzug Wien -Nizza ſtieß auf dem
Bahnhof Melze mit einem Güterzuge zuſammen, wobei
der Heizer und der Lokomotivführer getötet wurden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Der erſte Tagungsabſchnitt der
Reichstags=
ſeſſion.
*⁎* Der Reichstag hat in voriger Woche die
Oſter=
ferien angetreten. Er begann ſeine Tätigkeit bekanntlich
unter ganz außergewöhnlichen Umſtänden, und die
Vor=
gänge bei der Bildung des Präſidiums haben wohl in
manchem ernſte Beſorgniſſe hinſichtlich der Lebens= und
Arbeitsfähigkeit unſeres Reichsparlaments auſkommen
laſſen. Aber nachdem die Präſidial=Schwierigkeiten
überwunden waren, wickelten ſich die Geſchäfte glatt
ab, und man kann dem Reichstage die Anerkennung nicht
verſagen, daß er eine eifrige Tätigkeit entwickelt hat.
Wenn er den Etat nicht rechtzeitig zu erledigen
ver=
mochte, ſo lag das an der durch die Neuwahlen
beding=
ten ſpäten Einberufung.
Die Gencraldebatte über den Etat zeitigte diesmal
beſonders intereſſante Momente. Sie offenbarte u. a.
den Rückzug der Regierung vor der früheren
ſchwarz=
blauen Mehrheit in der Frage der Beſchaffung der
Mit=
tel für die Wehrvorlagen. Dieſem Rückzuge fiel der
verdienſtvolle Schatzſekretär Wermuth zum Opfer, der ſich
im Reichstage großer Wertſchätzung erfreut hatte.
Na=
türlich nahm der Reichskanzler auch wieder Anlaß, über
die innere und äußere Politik zu ſprechen, wobei es zu
ungewöhnlich heftigen Auseinanderſetzungen zuliſchen
ihm und den Sozialdemokraten kam.
Bezüglich der zum Etat eingereichten Reſolutionen
iſt diesmal ein Rekord aufgeſtellt worden. Von den
be=
reits zur Annahme gelangten wollen wir erwähnen, daß
Einkommen von Beamten aus einer im Ruheſtande
aus=
gefüllten Privatſtellung unter gewiſſen Vorausſetzungen
auf die Penſion angerechnet werden ſollen. Eine Reihe
von Sitzungstagen wurde durch die Beſprechung der
Interpellationen betreffs Aufhebung einzelner
Lebens=
mittelzölle und über den Streik im Ruhrrevier in
An=
ſpruch genommen. Endgültig verabſchiedet wurden das
Ausführungsgeſetz zum internationalen Abkommen über
die Bekämpfung des Mädchenhandels, die Geſetze
we=
gen Verlängerung der Handelsverträge mit Bulgarien
und der Türkei, ſowie der Brüſſeler Zuckerkonvention
und das Etatsnotgeſetz. Kommiſſionen ſind überwieſen
worden außer einigen Anträgen und Rechnungsvorlagen
das Staatsangehörigkeitsgeſetz und das
Schutztruppen=
geſetz. Die beim Poſtetat geſtrichene Oltmarkenzulage
wird hoffentlich bei der dritten Leſung wieder hergeſtellt
werden; der Vorgang zeigt aber, wie richtig unſere
ſei=
nerzeit ausgeſprochene Anſicht war, daß die größte
Ge=
fahr der gegenwärtigen Zuſammenſetzung des
Reichs=
tags in einer Verbindung des Zentrums mit den
So=
zialdemokraten liege, da ja beide Parteien für ſich (auch
ohne die Polen) die ſichere Mehrheit haben.
Nach den Oſterferien werden die Wehrvorlagen den
Hauptgegenſtand der Tätigkeit des Reichstags bilden.
Die Ablehnung des Frauenſtimmrechts durch
das engliſche Unterhaus.
* Wie bereits gemeldet, wurde die ſogenannte „
Con=
giliationvill” vom Unterhauſe mit 14 Stimmen Mehr=
heit abgelehnt. Ihre Annahme würde etwa einer Million
ſelbſtändigen Frauen das Stimmrecht in allen nationalen
Fragen verliehen haben. Es wurden 208 Stimmen für,
222 Stimmen gegen die Vorlage abgegeben. Die
Gale=
rien waren mit Frauen gefüllt, von denen einige in
Trä=
nen ausbrachen, als das Reſultat bekannt wurde.
Pre=
mierminiſter Asquith hielt eine ſehr eindrucksvolle Rede
gegen die Vorlage. Er ſagte, die Geſchichte und das
Leben lehrten, daß die Natur Frauen andere Gebiete
und Aufgaben zuerteilt habe als Männern. Die Frage:
„Warum wollen Sie einer Frau wie George Eliot das
Stimmrecht vorenthalten, wenn Sie es Ihrem Diener
zuerkennen?” könne nur mit einer ebenſo wenig
beweiſen=
den Gegenfrage beantwortet werden: „Warum ſoll die
Stimme eines Shakeſpeare nicht mehr gelten als die
ſeines Friſeurs?!”. Mr. Asquith gab zu, daß es für die
Nation nicht ohne Vorteile ſein würde, Frauen das
Stimmrecht zu geben, aber dieſe Vorteile würden durch
Nachteile auf anderen Gebieten bedertend überwogen
werden. Er müſſe gegen die Vorlage ſtimmen; denn
ſeiner Meinung nach würde das Frauenſtimmrecht die
Zukunft der Nation gefährden.
Als das Reſultat der Abſtimmung bekannt wurde,
erhob ſich großer Jubel im ganzen Hauſe. Es war
offenbar, daß vielen Mitaliedern, die für die Vorlage
ge=
ſtimmt hatten, mit ihrer Ablehnung ein Stein vom
Her=
zen gefallen war.
Die Erörterung und Abſtimmung über die zweite
Leſung der Vorlage lieferte den Beweis des ſtarken
Rück=
ſchlägs, den der Straßenunfug und das
Fenſterzerſchmet=
tern der Stimmrechtlerinnen in der öffentlichen Meinung
zum Nachteil des Frauenſtimmrechts veranlaßt hat.
Statt einer ſtarken Mehrheit für die zweite Leſung, die
man erwarten konnte, da dieſe mit 167 Stimmen?
Mehr=
heit beſchloſſen worden war, kam es nach einer Debatte,
in der alle Parteiſcheidelinien verwiſcht waren, zur
ein=
fachen Verwerfung der Vorlage. Beſonders im letzten
Teile der Erörterung wurde der Gegenſtand nichts
weni=
ger als ernſt behandelt. Die Stimmrechtlerinnen ſind
höchſt erboſt darüber, daß ſie dieſe Niederlage dem
Ein=
greifen von etwas mehr als der Hälfte der iriſchen
Nationaliſten verdanken. Da indes die Irländer in
die=
ſem Falle ſich auf der Seite des Premiers befinden und
naturgemäß darauf bedacht ſind, alle denkbaren
Hinder=
niſſe gegen Home Rule aus dem Wege zu räumen, ſo
ſcheint dieſer Aerger kaum berechtigt. Kein unbefangen
Urteilender, auch wer kein Gegner der
Verſöhnungsvor=
lage iſt, kann ſich der Erkenntnis verſchließen, daß die
Stimmrechtsbewegung ein durchaus künſtliches
Erzeug=
nis iſt. In dieſer Hinſicht iſt es ſchwer, über die Tatſache
hinwegzukommen, daß von 135000 im Beſitze des
Ge=
meinde=Wahlrechts befindlichen Frauen, die bearbeitet
wurden, ſich über das politiſche Stimmrecht zu äußern,
nur 21000 ſich dafür erklärten.
Deutſches Reich.
Zu dem angeblichen Beſuch des
Reichskanzlers in Rom und Wlen wird
be=
tont, daß der Kanzler nicht daran denkt, ſeine
Abweſen=
heit von Berlin über die Tage der Reiſe nach und von
Korfu hinaus zu verlängern. Beide Orte liegen weit
ab von der Reiſeroute und es liegt kein Anlaß vor, einen
durch keine Gründe der internationalen Politik
erklär=
lichen Beſuch zu machen. Hingegen wird mitgeteilt, daß
der Kanzler über München zu fahren gedenkt, und daß
ſich dann vielleicht ein Anlaß ergeben würde, Herrn von
Hertling auf deſſen jüngſten Beſuch in Berlin einen
Ge=
ganbeſuch abzuſtatten. Die Ankunft des Reichskanzlers
v. Bethmann Hollweg erfolgt in der erſten Hälfte des
April. Der zur kaiſerlichen Flotte gehörige Kreuzer
„Kolberg” hat ſoeben Befehl erhalten, den
Reichskanz=
ler von Brindiſi, wohin Herr v. Bethmann Hollweg ſich
mit der Bahn begibt, abzuholen. Er wird vorausſichtlich
am 9. oder 10. April die Rückreiſe antreten.
— Zur Wehrvorlage. Es iſt geplant, nach der,
wie man glaubt, ſicheren Annahme der Wehrvorlage
am 1. Oktober 1912 folgende Neubildungen
vorzuneh=
men: Die Generalkommandos der beiden neuen Korps,
20. und 21., die Stäbe für die 2. Diviſionen dieſer
Korps, die 4 Feldartillerie=Brigadeſtäbe, 6
Feldartik=
lerie=Regimenter (35 Batterien) für die der preußiſchen
Verwaltung unterſtellten Kontingente, 12 Batterien zur
Ergänzung der 12 bayeriſchen Regimenter auf je 6
Bat=
terien, 2 Fußartillerie=Brigaden, 4 Fußartillerie=
Regi=
menter und die Beſpannungs=Abteilungen, 1 oder 2
Pionier=Bataillone, das Flieger= und ein Telegraphen=
Bahaillon, ſchließlich zwei ſſchwache Train=Bataillone.
Gleichzeitig ſollen zum Teil die Etatserhöhungen an
Of=
fizieren bei den Feldartillerie= und Infanterie=
Regimen=
tern, ſowie an Pferden bei einer Anzahl von
Feldbat=
terien eintreten. Wie verlautet, wird von den 23
Bat=
terien mit niedrigem Etat die Mehrzahl, d. h. über 100,
den niederen Etat behalten. Die Erhöhung der
Mann=
ſchaftslöhnung, die etwa 8 Millionen beträgt, ſoll zur
Verbeſſerung der Verpflegung verwandt werden. Die
Neuformationen ſollen, wie es heißt, zunächſt auf
Trup=
penübungsplätzen untergebracht werden. Das
Rekruten=
kontingent ſteigt um 15000 Mann. Im Herbſt 1912 will
man eine größere Zahl älterer, ſofort dienſtfähiger
Pferde ankaufen.
Mandatsniederlegung. Der
Zentrums=
abgeordnete Geheimrat Rören verſendet eine Erklärung,
daß er ſein Mandat zum Reichstag und zum preußiſchen
Landtag niedarlege. Aus der Erklärung geht hervor,
daß er dies getan hat mit Rückſicht auf die
Meinungs=
verſchiedenheiten über den Charakter des Zentrums.
Herzog Adolf Friedrich Gouverneur
von Deutſch=Oſtafrika. Die Ernennung des
Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg zum
Gou=
verneur von Oſtafrika als Nachfolger des Frhrn. von
Rechenberg ſteht, wie die Tägl. Rundſch. erfährt, in ſicherer
Ausſicht. Eine Entſcheidung iſt allerdings noch nicht
ge=
troffen, ſondern wird erſt Ende April mit dem Ablauf
des Urlaubs des Frhrn. v. Rechenberg fallen. Der
Her=
zog war, wie mitgeteilt, lange Zeit als künftiger
Gou=
verneur von Togo beſtimmt und hatte ſich auch ſelbſt
ſchon damit abgefunden, obwohl ſeine Wünſche zunächſt
Oſtafrika galten. Mittlerweile iſt aber der Widerſtand,
der ſeiner Ernennung zum Gouverneu? von Deutſch=
Oſtafrika wegen ſeiner geringen Erfahrung auf dem
Ge=
biete der Kolonialverwaltung entgegengeſetzt wurde, an
den maßgebenden Stellen ſchwächer und ſchwächer
gewor=
den, ſodaß mit ſeiner Ernennung ſicher zu rechnen iſt.
Kein Handelsvertrag mit Kanada.
Wie aus Ottawa gemeldet wird, widerrief der
Premier=
miniſter Borden mit Nachdruck die Meldungen, wonach
Deutſchland über den Abſchluß eines gegenſeitigen
Han=
delsabkommens unterhandele. Die Frage ſei überhaupt
nicht angeſchnitten worden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Waſſerſtraßennovelle wurde vom
öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe nach eingehender
De=
batte, an der ſich alle Parteien beteiligten, einem
Aus=
ſchuß überwieſen. Das Abgeordnetenhaus erledigte in
einer vierzehnſtündigen, bis in die Nacht währenden
Dauerſitzung eine Reihe von Vorlagen und krat dann die
Oſterferien an, die bis zum 18. April dauern.
Frankreich.
Das Flottenprogramm. Der Senat ſetzte
die Beratung des Flottenbauprogramms fort. Der
Be=
richterſtatter Chautemps erklärte, das Programm werde
Frankreich die mötige und ausreichende Flott4 geben.
Augenblicklich müſſe man ſein Hauptaugenmerk auf die
Schlachtſchiffe richten. Delcaſſé bemerkte, gegenwärtig
gäbe es im Ausland kein Schlachtſchiff, das die
franzö=
ſiſchen übertrifft, ſowohl in der Verteidigung als beim
Angriff. Frankreich brauche nicht, wie England, ſeinen
Schiffstyp zu ändern, da es ja nicht wie dieſes
wechſeln=
den Notwendigkeiten zu begegnen habe. Frankreichs
Lebensintereſſe liege im Mittelländiſchen Meere, das ein
verhältnismäßig beſchränktes Feld bilde.
Ueberlegen=
heit in der Schnelligkeit ſei daher nicht unerläßlich, denn
die drahtloſe Telegraphie biete Erſatz dafür. Das
Flug=
weſen werde die Aufklärung beſorgen. Das vorliegende
Flottenprogramm ſei vernünftig und genügend. Es
ver=
ſchaffe Frankreich die Sicherheit, auf die es ein Anrecht
habe. Er, Delcaſſé, ſei nicht gegen den Schlachtkreuzer,
ſondern behalte ſich vor, deſſen Bau ſpäter vorzuſchlagen.
Schließlich nahm der Senat das Flottenprogramm an.
Der Senat genehmigte ferner einſtimmig den
Geſetzent=
wurf betreffend die Organiſation des militäriſchen Luft=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Nummer 78.
ſchifferweſens und bewilligte einſtimmig die militäriſchen
Kredite für Marokko und vertagte ſich bis zum 21. Mai.
Schweiz.
Törichte Demonſtrationen. In Neuchatel
fand eine große ſozialiſtiſche Verſammlung ſtatt, in der
gegen die bevorſtehende Reiſe des deutſchen Kaiſers nach
der Schweiz lebhaft proteſtiert wurde. Die ſozialiſtiſche
Partei ſoll die Abſicht haben, ſich mit allen
parlamen=
tariſch erlaubten Mitteln der Reiſe des Kaiſers zu
wider=
ſetzen.
Rußland.
Zulaſſung der Frauen zur Advokatur.
Die Duma nahm einen Antrag auf Zulaſſung der Frauen
zur Advokatur an. Da die Regierung es ablehnte, einen
entſprechenden Geſetzentwurf einzubringen, wurde die
Kommiſſion der Duma für Juſtizreformen damit betraut.
Amerika.
Mexiko. Der Präſident von Mexiko, Madero,
er=
hebt keinen Einſpruch gegen die amerikaniſche
Waffen=
ſendungen. Dieſe ſowohl wie auch die Sendungen aus
Deutſchland und anderen europäiſchen Staaten werden
von dem Eingangszoll befreit ſein. Ein Gerücht, daß
die Morganlinie von der Regierung erſucht worden ſei,
ihre ganze Flotte zum Transport von Truppen nach
der mexikaniſchen Grenze bereit zu halten, wird von
der Geſellſchaft dementiert.
China.
Das neue Kabinett. Die Times meldet aus
Nanking vom 29. März: Der Premierminiſter
Tang=
ſchoaoyi unterbreitete heute die Namen der Mitglieder
ſeines Kabinetts der Nationalverſammlung, die die Liſte
mit einer Ausnahme annahm.
* Der Prinz von Wales, der heute abend in
Paris eintreffen wird, wird den Namen Herzog von
Cheſter führen. Er wird Vorleſungen der Sorbonne, am
College de France und an der Freien Hochſchule für
politiſche Wiſſenſchaften hören. Der Prinz wird
meh=
rere Monate in Paris verweilen. Auch ſoll er dort unter
der Aufſicht eines engliſchen Hofmeiſters ſein Franzöſiſch
vervollkommnen. Mit dieſer Auslandsreiſe eines noch
minderjährigen Prinzen wird eine Neuerung in der
Er=
ziehung engliſcher Prinzen geſchaffen, die ſich bisher die
Kunſt der fremden Sprachen zu Hauſe aneigneten und
im Ausland erſt Aufenthalt nahmen, wenn ſie großjährig
geworden waren. Der Prinz von Wales ſoll, wie es
heißt, nach ſeinem Pariſer Aufenthalt auch nach Berlin
kommen, um hier ſein Deutſch zu verbeſſern.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. April.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den
Feuerwerks=
hauptmann a. D. Kage, den Zeughauptmann Schmidt
vom Großh. Artilleriedepot, den Feuerwerksoberleutnant
Ortmann bei der Kommandantur des Truppen=
Uebungs=
platzes Darmſtadt, den Geh. Juſtizrat Metz von Gießen,
den Baurat Baltz; zum Vortrag den Ordenskanzler
Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Diersburg, den Vorſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog das Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen dem Oberſtleutnant Sonntag beim
Stabe des 2. Oberrh. Infanterie=Regiments Nr. 99, ſeither
Bataillons=Kommandeur im Infanterie=Leib=Regiment
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117: ferner aus
Anlaß der Einweihung des Provinzial=Waſſerwerks zu
Inheiden dem Oberförſter der Oberförſterei Konradsdorf,
Forſtmeiſter Dr. Karl Weber, das Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und dem
Oberingenieur Heinrich Müller zu Gießen das
Ritter=
kreuz 2. Klaſſe mit der Krone desſelben Ordens.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den proviſoriſchen Hoflakei Karl Craß zum
Hoflakai, den Hauptſteueramtsaſſiſtenten Karl
Weid=
mann zu Offenbach zum Bureauaſſiſtenten bei der Bad=
und Kurverwaltung Bad Nauheim; ferner zu
Eichmei=
ſtern: Konrad Emil Schott in Darmſtadt, bei dem
Eich=
amt Darmſtadt unter Verleihung des Titels „
Ober=
eichmeiſter”; Karl Ludwig Schmucker in Erbach, bei
dem Eichamt Darmſtadt; Friedrich Wilhelm in
Mainz, bei dem Eichamt Darmſtadt; Johannes
Sar=
torius in Offenbach, bei dem Eichamt Offenbach; Joh.
Heinrich Schmidt in Mainz, bei dem Eichamt
Offen=
nach; Auguſt Hampel in Gießen, bei dem Eichamt
Gießen; Friedrich Wilhelm Flohn in Darmſtadt, bei
dem Eichamt Gießen; Johann Peter Wilh. Schmidt
in Friedberg, bei dem Eichamt Friedberg; Friedrich Rich.
Schroeter in Mainz, bei dem Eichamt Mainz unter
Verleihung des Titels „Obereichmeiſter” Valentin
Schäfer in Bingen, bei dem Eichamt Mainz (mit
Wohnſitz: Bingen); Adam Ludwig in Mainz, bei dem
Eichamt Mainz; Wilhelm Eß in Mainz, bei dem
Eich=
amt Mainz; Richard Schott in Worms, bei dem
Eich=
amt Worms.
* Perſonalien von der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem kommiſſ. Eiſenbahnſekretär Georg
Schlottner zu Darmſtadt; den Oberbahnaſſiſtenten
Beorg Gtrüb zu Reinheim, Fritz Hußlein zu Worms
David Pruſat zu Biſchofsheim, Otto Krämer zu
Darmſtadt, Johannes Ritz zu Bickenbach und Adam
Wagner zu Mainz; dem Oberbahnaſſiſtenten (
Bahn=
hofsverwalter) Ludwig Nagel zu Zell=Kirchbrombach:
dem Eiſenbahnaſſiſtenten (Bahnhofsverwalter) Friedrich
Bauer zu Nauheim, Ludwig Becker zu Erbach im
Rheingau; dem Eiſenbahnaſſiſtenten Valentin Elſäßer
zu Lampertheim, Franz Koſt zu Budenheim, Friedrich
Kraft zu Mainz, Martin Luther zu Caub, Johann
Müller zu Rüſſelsheim, Otto Rinnert zu
Wies=
baden und Engelbert Wermbter zu Worms; den
Zug=
führern Johann Fleckenſtein und Johann
Schwei=
bächer zu Biſchofsheim, Wilhelm Müller zu
Frank=
furt a. M. und Philipp Wagner zu Worms; den
Wa=
genmeiſtern Georg Grünewald und Peter
Krich=
baum zu Biſchofsheim; den Lademeiſtern Heinrich
Dörr, Johann Holl und Johannes Mülleir zu
Worms, Ferdinand Haas und Nikolaus Sturm zu
Bingerbrück, Heinrich Karius zu Monsheim, Friedrich
Roos, Hermann Schmitt und Jakob Schreeb zu
Mainz. Philipp Schad zu Guſtavsburg und Karl
Schäfer zu Boppard; den Rangiermeiſtern Johannes
Krummeck zu Biſchofsheim, Theodor Markard zu
Worms und Jakob Weinerth zu Mainz, die
unkünd=
bare Anſtellung verliehen. — In den Ruheſtand verſetzt
wurde der Bahnwärter in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft Anton Ruhl zu Ingelheim vom
1. Juni 1912 an.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 11 enthält:
1. Finanzgeſetz für das Etatsjahr 1912. 2. Verordnung,
die Enteignung von Gelände für die Anlage des zweiten
Gleiſes der Eiſenbahn von Friedrichsdorf nach
Fried=
verg betreffend. 3. Bekanntmachung, die Veranlagung
der direkten Staatsſteuern für das Etatsjahr 1912
be=
treffend. 4. Bekanntmachung, die Befugniſſe des
Steuer=
amts Pfungſtadt betreffend. 5. Bekanntmachung, den
Vollzug des Stellenvermittlergeſetzes vom 2. Juni 1910
betreffend.
C) Inkrafttreten der neuen Verwaltungsgeſetze.
Der heutige Tag hat für die öffentlichen
Angelegen=
heiten unſeres Landes inſofern eine beſondere
Be=
deutung, als auf den 1. April 1912 das
Inkraft=
treten der neuen Verwaltungsgeſetze
be=
ſtimmt iſt. Damit wird für die Städte des
Großher=
zogtums die Städteordnung vom Jahr 1874 hinfällig
und es wird die am 8. Juli 1911 erlaſſene Städteordnung
wirkſam.
* Das Denkmalarchiv für das Großherzogtum Heſſen
bereitet augenblicklich in der Aula der Techniſchen
Hoch=
ſchule eine Veranſtaltung vor, die von Seiten der Kunſt=
und Geſchichtsfreunde Beachtung finden dürfte. Es
han=
delt ſich um eine Ausſtellung von Materialien, die bis
jetzt einzig in ihrer Art ſind, aus dem Beſitz der Stadt
Mainz, des Wormſer Kirchenvorſtandes zu St. Peter
und des Großh. Denkmalarchivs — um eine Ausſtellung
von mittelalterlichen Wandmalereien auf heſſiſchem
Bo=
den in Fakſimilenachbildungen. Werke aus Mainz,
Worms, Jugenheim i. Rh., Wimpfen, Hirſchhorn,
Lau=
bach, Frau=Rombach, Ilbenſtadt uſw. werden ausge
ſtellt, — Arbeiten, die zum Teil ſchon inhaltlich von
größtem Intereſſe ſind. Man darf hoffen, daß infolge
dieſer Veranſtaltung die altheſſiſchen Malereien den
ihnen gebührenden Ehrenplatz in der Kunſtgeſchichte
finden werden. Mehrere Vereine und Körperſchaften,
ſowie geladene Gäſte werden durch Führungen und
Vor=
träge mit der inhaltlichen und künſtleriſchen Bedeutung
der ausgeſtellten Arbeiten bekannt gemacht werden. Der
Allgemeinheit iſt die Ausſtellung aus praktiſchen
Grün=
den leider nur in beſchränkten Zeiten zugänglich.
Zu=
nächſt iſt dafür Sonntag, der 14. April, vormittags von
10—1 Uhr, in Ausſicht genommen. Weitere öffentliche
Beſichtigungen werden anfangs Mai veranſtaltet. Die
genauen Beſuchszeiten werden noch bekannt gegeben.
§ Revierpolizeikommiſſär Wilhelm Liſtmann iſt mit dem
heutigen Tage (1. April) in den Ruheſtand getreten.
Liſtmann, welcher jetzt im 66. Lebensjahre ſteht, iſt am 1.
April 1863 bei dem jetzigen 3. Großh. Heſſiſchen Infanterie=
(Leib=)Regiment Nr. 117 eingetreten. Am 1. Januar 1876
wurde er vom Militär entlaſſen und in die hieſige
Schutz=
mannſchaft aufgenommen; am 1. Juli 1876 erfolgte ſeine
Beförderung zum Rottmeiſter (Wachtmeiſter) und am
1. Januar 1880 zum Revierpolizeikommiſſär. Liſtmann hat
ſomit eine Geſamtdienſtzeit von 49 Jahren abſolviert.
Während ſeiner Militärdienſtzeit hat Liſtmann die
Feld=
züge 1866 und 1870/71 von Anfang bis zu Ende mitgemach
und an verſchiedenen Schlachten und Gefechten teilgenon
men. Liſtmann wurde mit dem Eiſernen Kreuz 2. Klatz
ausgezeichnet. Aus Anlaß ſeiner Verſetzung in den Ruhe
ſtand wurde ihm die Goldene Verdienſtmedaille des
Lude=
wigsordens verliehen. Die Auszeichnung iſt Herrn
Liſt=
mann in ſeiner Wohnung am Samstag nachmittag durch
Herrn Polizeiamtmann Lauteſchläger behändigt
wor=
den. Von einer offiziellen Verabſchiedung auf dem 6.
Poli=
zeirevier mußte leider wegen des Geſundheitszuſtandes des
Herrn Liſtmann Abſtand genommen werden. Von Seiten
der Stadtverwaltung und des Großh. Polizeiamts wurden
die langjährigen und mit ſeltener Pflichttreue geleiſteten
Dienſte des Revierpolizeikommiſſärs Liſtmann dankbar
an=
erkannt. Wir wünſchen dem allſeits beliebten Beamten,
daß er den wohlverdienten Ruheſtand noch lange Jahre
ge=
nießen möge.
L.V. A. Stetiger Rückgung der Tuberkulofe=
Sterblich=
keit im Großherzogtum Heſſen. Nach den Feſtſtellungen
der Großh. Zentralſtelle für Landesſtatiſtik beträgt die
Zahl der Lungen=Tuberkuloſe=Sterbefälle, auf 10000
Lebende berechnet, im Jahre 1911 — 1778 oder 13,8. Der
Berechnung iſt eine mittlere Bevölkerungsziffer von
1290 553 zugrunde gelegt. Im Vorjahre waren es 1811
Tuberkuloſe=Sterbefälle oder 14,2, auf 10000 Lebende
be=
rechnet, bei einer mittleren Bevölkerungsziffer von
1283 267. Wenn man berückſichtigt, daß im Jahre 1890
noch 30 Todesfälle an Tuberkuloſe auf 10000 Lebende
kamen, ſo ergibt ſich gegenüber dem 1911er Ergebnis
ein Rückgang um mehr als 50 Prozent. In den letzten
vier Jahren waren es folgende Zahlen: 1908 — 17,44,
1909 — 15, 1910 — 14,2 und 1911 — 13,8. Der Erfolg
auf dem Gebiete der Tuberkuloſebekämpfung iſt alſo ſehr
bedeutend und läßt die rationelle Bekämpfung dieſer
unheilvollen Volksſeuche das Beſte erhoffen.
D Die Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II wird
nach Bekanntmachung Großh. Miniſteriums der Finanzen
vom 27. März 1912 vom 1. April d. Js. an mit Großh.
Bezirkskaſſe Darmſtadt I vereinigt. Alle noch
an Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II zu leiſtenden
Zahlungen haben vom 1. April d. Js. ab an Großh.
Bezirkskaſſe Darmſtadt (Lindenhofſtr. 15) zu erfolgen.
* Eiſenbetonkurſe in Darmſtadt. Unter den
bedeu=
tenden Fortſchritten, die in den letzten Jahren in allen
Zweigen des Bauweſens gemacht wurden, nimmt der
Eiſenbetonbau eine erſte Stelle ein, denn es gibt wohl
heute kein Gebiet des Hoch= und Tiefbaues, in dem dieſe
neue Bauweiſe nicht Anwendung gefunden hätte. Die
ſtatiſche Beurteilung der Eiſenbetonkonſtruktionen bietet
jedoch weſentlich größere Schwierigkeiten als der reine
Eiſenbau, auch ſind ſorgfältige Berechnungen notwendig,
denen die Ausführung zu entſprechen hat. Letztere iſt
daher ſehr verantwortungvoll und erfordert große
Sach=
kenntnis und peinlichſte Gewiſſenhaftigkeit. Leider
er=
folgt aber die Bauausführung verſchiedentlich nicht in
der Weiſe, wie ſolche rechnungsmäßig hätte erfolgen
ſollen. Es kommen daher aus Unkenntnis fehlerhafte
Ausführungen vor, durch die die geforderten, unbedingt
Der erſte April.
§ * Der wechſelreiche Kranz bedeutſamer Tage,
den Kultur und uralte Volksſitte um den Kreislauf des
Jahres gewunden, ſchließt nicht nur Feſte ein, ſondern
auch eine Reihe ſogenannter „verworfener” Tage, die
Unglück oder doch wenigſtens allerlei Verwirrung und
Merkwürdiges bringen können. Der alte Volkskalender
kannte 40 bis 50 ſolcher Tage; alle Monatstage mit der
Zahl 7, die Freitage, aber auch die Montage und
Mitt=
woche, die ſchon an und für ſich als Unglückstage galten,
dann den 1. Auguſt, an dem der Teufel aus dem Himmel
herabgeſtürzt wurde, den 1. September, an dem dereinſt
Sodom und Gomorra untergingen, uſw. Zu dieſen
ſo=
genannten Schwendtagen gehört nun auch der 1. April,
der bald als Geburtstag, bald als Todestag des Judas,
des Verräters des Herrn, angegeben wird. Sehr früh
aber wird dieſer Tag ſchon dadurch aus der Reihe der
„verworfenen” Tage herausgehoben, daß man an ihm
dem lieben Nächſten allerlei Schabernack, Schelmerei und
Poſſen ſpielen kann.
So wird der 1. April zu einem jener „Narrentage‟
wie es deren auch bei den alten Völkern gab; zu dem
auserwählten Tag im Jahr, wo die „Gecken und Gäuche‟
wie die Reformationszeit ſagte, ihre Pritſche als Zepter
führen dürfen. Man hat verſucht, den Brauch des „in
den Aprilſchickens” überhaupt die Scherzfreiheit des
1. April, aus den alten Narrenfeſten herzuleiten. Man
hat an die Quirinalia der Römer, die in dieſe Zeit
fie=
len, erinnert, und vor allem auch auf den letzten Tag des
indiſchen Huli=Feſtes hingewieſen, der am 31. März das
ganze Feſt mit dem Privileg abſchloß, alle Leute auf
alle mögliche Weiſe zu foppen und zu „Huli=Narren” zu
machen. Natürlich laſſen ſich derartige Beziehungen nicht
einwandfrei nachweiſen, und ſo ſind denn auch andere
Erklärungen des Aprilſcherzes aufgetaucht; man hat an
den wetterwendiſchen, die Menſchen ſo oft zum Narren
haltenden Charakter des Aprilwetters erinnert, an ſeine
Launenhaftigkeit, von der das Sprichwort ſagt: „Der
April tut ſtets, was er will” Anfang und Ende des
Mo=
nats ſollten auf dieſe Neckereien des Wetters hinweiſen,
denn der Brauch wähde ja vielfach auch am letzen April,
dem Walpurgistag, geübt. Andere wurden wieder durch
das in den April ſchicken an die unnützen Gänge gemahnt
die die Juden dem Herrn machen ließen, indem ſie ihn
wie mant wohl zu ſagen pflegt, „von Pontius zu Pila=
tus” ſchickten. Der wichtigſte Anhalt für die Entſtehung
des Brauches aber iſt die Verlegung des Geburtstages
des „Erzſchelms Judas” auf den 1. April. Dieſer „
Lü=
gengeiſt” und „Windmacher” den die Predigt=Literatur
vom Mittelalter bis zu Abraham a Santa Clara als den
Inbegriff aller Bosheit und Tücke hinſtellt, konnte ſo
recht als Schutzpatron eines Tages gelten, an dem man
die Menſchen anlog und hinters Licht führte. Jedenfalls
iſt dieſe eigenartige „Feier” des 1. April uralt und hat
ſſich in vielen Ländern bis auf den heutigen Tag
er=
halten.
Ein klaſſiſches Land der Aprilſcherze iſt England,
wo man an dieſem „Aller=Narrentag” „die Gecken
meilen=
weit jagt” und die würdigſten Mitglieder der Geſellſchaft
zu den größten Aprilnarren macht. Der kleine Badeort
Smedley in der Nähe von London kennt am „Aller=
Nar=
rentag” eine ganz einzigartige Sitte: Die Gäſte der
Hotels und Boardinghäuſer, welches Alters, welches
Geſchlechts und welcher ſozialen Stellung ſie auch ſein
mögen, übernehmen an dieſem Tage die Funktionen der
Bedienſteten, während dieſe ſich in dieſer verkehrten
Welt nach Herzensluſt bedienen laſſen. Ein
Uneinge=
weihter, der am 1. April nach Smedley kommt, weiß
wirklich nicht, ob er ſich auf Erden oder in einem
Mär=
chenland befindet. Hochangeſehene Mitglieder der
Lon=
doner Geſellſchaft kann man an dieſem Tage in den
merk=
würdigſten Situationen ſehen. Als Liftboy fand
vori=
ges Jahr ein Beſucher, der davon in den Lectures pour
tous plaudert, Mr. David, einen bedeutenden Advokaten,
und als Grooms eilten die beiden Söhne des Lords
Douglas in ihren kurzen Jäckchen unter Lachen und
To=
ben treppauf, treppab. Eine unausſprechliche Verwirrung
herrſcht in der Küche. Zehn elegante Miſſes, die geſtern
abend noch in den koſtbarſten Roben im Salon tanzten,
widmen ſich in koketten Häubchen und Tändelſchürzen
dem Tellerwaſchen, dem Meſſerputzen uſw. „Lady
Mer=
ton, heißes Waſſer nach Nr. 26, raſch!” „Ihre Gnaden,
Nr. 45 will ſein Fußbad!” und ſo ähnlich ſchwirrt und
ſchallt es durcheinander. Manche der ſtändigen Badegäſte
von Smedley haben ſich bereits mit großer Geſchicklichkeit
in das Amt gefunden, das ſie einmal im Jahre verſehen
dürfen, und rechnen dieſen Aprilſcherz zu den luſtigſten
(Abwechſelungen ihres Kuraufenthaltes. Die ſchwerſte
Rolle hat natürlich der Herr, der den Koch ſpielt. Er
erfüllt gewöhnlich ſeine Funktionen zur größten
Unzu=
friedenheit der Herrſchaften, die am 1. April regieren:
aber Auſtern, Kaviar und Sandwichs kann ſchließlich
jeder „kochen” und ſo erſetzt der neue Koch nicht ſelten
ſeine mangelnden Fähigkeiten durch die Freigebigkeit
ſeiner Börſe. Einen anderen luſtigen Aprilſcherz
inſze=
nierten voriges Jahr ein paar junge Engländer. Die
Zeitungen brachten die Meldung, daß eine Deputation
von abeſſiniſchen Prinzen nach England komme, und ein
Admiral erhielt auf ſeinem Dreadnought eine Depeſche,
von einem der bedeutendſten Staatsmänner
unterzeich=
net, daß die Verwandten des Negus ſein Schiff zu
beſich=
tigen wünſchten. Große Vorbereitungen werden
getrof=
ffen, die abeſſiniſchen Farben leuchten vom Großtop, die
ganze Mannſchaft iſt in Gala. Die fünf Herren mit den
gebräunten Geſichtern, die in exotiſchen Koſtümen
er=
ſcheinen, werden mit allen Auszeichnungen begrüßt,
her=
umgeführt und mit einem ſolennen Champagnerfrühſtück
bewirtet. Alles am 1. April. Zwei Tage ſpäter ſtellt ſich
heraus, daß alles Humbug war. Von den fünf
Ver=
wandten des Königs der Könige waren vier Angeſtellte
einer Londoner Bank und der fünfte — die Schweſter des
Führers, der als Prinz Cholum ſo würdig aufgetreten
war. Die Sache wurde unter einem allgemeinen
Ge=
lächter begraben, nachdem ſich die Herren bei dem
Admi=
ral in einem humorvollen Schreiben entſchuldigt hatten.
Schweden und Dänen „laufen April” wenn ſie auf
die Scherze hereinfallen; in Frankreich und in Belgien
nennt man die Späße „April=Fiſche”, deren „
Verſend=
ungstäg” der 1. April iſt. Eine beſondere Eigenheit der
vlämiſchen April=Narrheit iſt es, Leuten, ehe ſie
aus=
gehen, heimlich einen Zopf, eine Papierfigur oder einen
Zettel auf den Rücken zu kleben oder unbemerkt das
Ge=
ſicht weiß und ſchwarz zu machen; Witze, die freilich auch
anderweitig Nachahmung gefunden haben. Bei uns in
Deutſchland iſt der Brauch nicht nur in den Städten,
ſön=
dern auch unter dem Landvolk in faſt allen Teilen des
deutſchen Sprachgebietes heimiſch. Vor allem ſind die
unmöglichen Aufträge beliebt, an denen ſich ſchon das
altdeutſche Schelmen= und Lügenmärchen erſtreute.
Manche Gegenden haben ihre beſonderen Aprilraritäten,
um die man in den April ſchickt. Ein liebenswürdiger
Gerechtigkeitsſinn offenbart ſich in der vielfach
verbrei=
teten Sitte, daß der Gefoppte, beſonders ein Kind, in
dem Ktramladen, in dem er ſeinen unmöglichen Auftrag
angebracht hat. zum Erſatz für den Spott eine Kleinigkeit
geſchenkt erhält.
Nummer 78.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Seite 3
notwendigen Sicherheiten, ſelbſt bei Verwendung
aus=
reichender und beſter Materialien, erheblich herabgeſetzt
werden. Um das Verſtändnis für die neue Bauweiſe
auch ſolchen Bautechnikern, Handwerksmeiſtern uſw. zu
vermitteln, denen die Gelegenheit zum Beſuche einer
Fachſchule nicht geboten war, beabſichtigt die Großh.
Zen=
tralſtelle für die Gewerbe in dankenswerter Weiſe die
Abhaltung von Eiſenbetonkurſen.
— Die Schüleraufführungen der Klavierſchule von Frl.
Luitgard Kuhlmann, welche an vier Tagen, vom 26. bis
29. März, im Fürſtenſaale (Grafenſtr. 18) abgehalten
wur=
den, gaben im ganzen ein recht erfreuliches Bild von der
Begabung und dem Fleiß der Schülerinnen einerſeits,
ſo=
wie von der gewiſſenhaften methodiſchen Ausbildung durch
ihre Lehrerin. Begonnen und geſchloſſen wurden die
Abende mit je einem größeren Enſembleſtück zu 8 Händen
auf zwei gutklingenden Konzertflügeln, von denen, um aus
dem vielen Guten, das geboten wurde, nur einiges
anzu=
führen, eine Polonäſe von Schmidt, zwei Ungariſche Tänze
von Brahms und Rienzi=Ouvertüre von Wagner genannt
ſeien. Ganz beſonders erfreuten die jüngeren und jüngſten
Schülerinnen durch die Sicherheit ihres Auftretens und
Spiels, das eifrig betriebene techniſche Uebungen
voraus=
ſetzt; wenn ganz Vollkommenes auch noch nicht von allen
jugendlichen Schülerinnen inbezug auf verſtändnisvolle
Phraſierung, dynamiſchen Vortrag und Pedalgebrauch
er=
wartet werden kann, ſo läßt ſich bereits jetzt ſchon erkennen,
daß anhaltender Fleiß und Ausdauer im Etüdenſpiel alles
Fehlende bald noch erſetzen wird. Ein guter Gedanke war
es, in die Reihenfolge der Klavierſtücke durch
deklamatori=
ſche Vorträge, von Frau Enders=Kuhlmann
ge=
ſprochen, eine intereſſante Abwechſelung zu bringen. Die
Ballade von Alberti „Der Mutter Gebet” war mit der
ge=
diegenen melodramatiſchen Bearbeitung von Reinecke, von
einer vorgeſchrittenen Schülerin am Klavier ſehr gut
be=
gleitet, mit die beſte. Auch ein recht talentvoller junger
Violinſpieler brachte mit einigen Violinſtücken, die
bei=
fällig aufgenommen wurden, Abwechſelung. Die am
Schluß des letzten Vortragsabends von Schülerinnen
über=
reichten hübſchen Blumenſpenden gaben der Liebe und
Ver=
ehrung, die Frl. Kuhlmann bei denſelben genießt, Ausdruck.
— Hermann Knispel=Abend. Es ſei hiermit noch
einmal auf den heute, Montag, den 1. April,
ſtatt=
findenden Rezitationsabend des Künſtlers hingewieſen.
In dem ſorgfältig zuſammengeſtellten Programm, das
allen Freunden der heiteren Dichtkunſt eine fröhliche
Stunde bereiten wird, erſcheinen auch mehrere noch
un=
gedruckte „Sprüche und Albumblätter” unſeres berümten
Mitbürgers Ernſt von Wolzogen. Der Vortragsabend
beginnt um ½9 Uhr (nicht um 8¼ Uhr, wie durch ein
Verſehen in der letzten Notiz angegeben war). Der
Ein=
gang zum „Traube‟=Saal iſt in der Louiſenſtraße.
— Heſſiſcher Landes=Lehrerinnenverein. Samstag,
den 13. April, wird der Heſſiſche Landes=
Lehrerinnen=
verein ſeine 2. Hauptverſammlung in Mainz
abhalten. In der öffentlichen Verſammlung am
Nachmittag wird Frl. Marie Müller aus Darmſtadt
über: „Die Aufgabe der Lehrerinnen bei der Fürſorge
für die weibliche Jugend” ſprechen. Zu dieſem Vortrag
ſind Gäſte herzlich willkommen.
* Arbeiten und Lieferungen für die Garniſon. Wir
machen Intereſſenten darauf aufmerkſam, daß die in der
Regel vorzuſchreibenden beſonderen Bedingungen für die
Verdingung von Arbeiten und Lieferungen für
Garniſon=
bauten in den Geſchäftsräumen der Garniſonverwaltung,
des Militärbauamts, Proviantanits, Garniſonlazaretts,
Artillerie= und Traindepots, ſowie bei der Großh.
Bür=
germeiſterei hierſelbſt zur Einſicht ausliegen.
* Die Koloniale Jagd= und Meerfiſche=Ausſtellung
wurde am Samstag mittag kurz nach 12 Uhr eröffnet.
Zu dieſem Akt hatten ſich u. a. die Herren Bürgermeiſter
Mueller und Legationsrat Neidhart eingefunden. Der
zweite Vorſitzende des Ausſtellungskomitees Herr
Schrift=
ſteller Schulz von Trebor begrüßte die Erſchienenen und
betonte, daß das Unternehmen zur Förderung der deutſch.
Kolonien gedacht ſei und daß aus einem Ueberſchuß
Zuwendungen an frühere Afrika= und Chinakrieger, deren
Witwen und Waiſen gemacht werden ſollen. Seine
Aus=
führungen klangen in ein dreifaches Hoch auf den
Groß=
herzog aus. Hierauf erfolgte ein Rundgang durch die
Ausſtellung, die in ihrer Geſamtheit wie in ihren
Ein=
zeldarbietungen ein intereſſantes Bild bietet.
* Mädchenmittelſchule I. Die Entlaſſung der
Konfirmandinnen geſtaltete ſich auch diesmal wieder
zu einem erhebenden Feſtakt unter großer Beteiligung von
Angehörigen derſelben. Herr Hauptlehrer Huff entrollte
ein lebensfriſches Bild Friedrichs des Großen, welches
durch treffliche dreiſtimmige Chöre, ſowie paſſende, gut
vor=
getragene Gedichte und markante, vierhändige Märſche
ergänzt wurde.
Landung der „Viktoria Luiſe” in Darmſtadt.
Ge=
legentlich des Oberrheiniſchen
Zuverläſſig=
keitsfluges ſollen, wie ſchon mitgeteilt, große
Schau=
flüge in Darmſtadt ſtattfinden und da zwei
Zeppelinkreu=
zer die Flieger auf der ganzen Flugſtrecke begleiten, iſt von
dem Lokalausſchuß auch die Landung eines
Zeppelin=
kreuzers in Darmſtadt angeregt und von der „Delag” auch
zugeſagt worden. Als Landungs= und Flugplatz für die
Flieger iſt diesmal der bequemeren Zugangsmöglichkeit
wegen der Infanterie=Exerzierplatz vor dem Rheintor, der
ſog. „Exert”, auserſehen. Doch hatte die „Delag” Bedenken
geäußert, ob dieſer Platz auch zur Landung eines
Zeppelin=
kreuzers ausreichend ſei. Um das zu erproben, wird heute
Montag eine Verſuchslandung auf dem
Exerzier=
platz vorgenommen. Die „Viktoria Luiſe” wird,
einiger=
maßen günſtiges Wetter vorausgeſetzt, heute mittag gegen
12 Uhr über Darmſtadt eintreffen und alsbald landen. Da
gleichzeitig die Verankerungseinrichtungen, die
an der Südſeite des Platzes bereits errichtet wurden,
er=
probt werden ſollen, wird auch bei Wind, wenn dieſer nicht
gerade gefahrdrohend ſtark ſein ſollte, die Landung
vorge=
nommen. Ergibt ſich die Geeignetheit, reſp. die genügende
Größe des Platzes, wird die Errichtung einer Halle
ge=
plant. Die „Viktoria Luiſe” wird etwa bis 3 Uhr hier
ver=
ankert bleiben und iſt während der Zeit zur Beſichtigung
gegen ein kleines Entree freigegeben. Der Ertrag ſoll dem
Fonds zur Erbauung einer Landungshalle zugeführt
werden.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtr. 23) ſind von heute ab folgende Bilder neu
ausgeſtellt: Der Kaiſer wird auf dem Bahnhof in Penzing
vom Erzherzog Leopold Salvator begrüßt und Kaiſer
Wilhelm mit ſeinen Kindern auf der Fahrt zur
Hohen=
zollern in Venedig; die Heer= und Flottenvorlage in
graphi=
ſcher Därſtellung; Reichstagsabgeordneter Albert Träger †.
* Orpheum — Bauerntheater. „Der Pfarrer von
Kirchfeld”. „Das iſt eine gar merkwürdige Aufführung
welche da allabendlich im Theater an der Wien
ſtattfin=
det, die Aufführung des Volksſtückes „Der Pfarrer von
Kirchfeld” Mit dieſen Worten beginnt Heinrich Laube
ſeine Beſprechung jenes denkwürdigen Abends, an dem
der bedeutendſte Volksdichter der Wiener mit ſeinem
äſthetiſch und politiſch merkwürdigen Stück zum erſten
Male vor dem Rampenlicht erſchienen iſt. Aeſthetiſch,
weil da ſeine tiefliegenden Gedankengänge und
Charak=
terzüge dem Volksſtück einverleibt werden und weil
ne=
ben unverarbeiteten Abſtraktionen Summen von
blut=
vollem, echtem Talente zum Vorſchein kommen, politiſch,
weil hier die empfindlichſten, mit der Religion
zuſam=
menhängenden Fragen eines Parlaments auf einmal
ſchon in Fleiſch und Blut vor dem großen Publikum
ſchlankweg auftreten und von dieſem Publikum mit
ei=
nem Verſtändnis begleitet werden, daß man ſich erſtaunt
umſchaut und nach den oberen Galerien aufblickt. Der
Verfaſſer dieſes merkwürdigen Stückes, ſchreibt Laube
weiter — auf dem Zettel Gruber genannt — ſoll
Anzen=
gruber heißen und ſchon eine große Anzahl von Stücken
verfaßt haben, die ſämtlich abgewieſen wurden. Und
dieſer ſo oft abgewigſene Dichter iſt heute der große
Ludwig Anzengruber, deſſen Stücke uns das Empfinden
der Volksſeele, die Freuden und Leiden des Landvolkes,
ja des Volkes überhaupt ſo wunderbar miterleben laſſen,
vom „Pfarrer von Kirchfeld” an bis zum „Vierten
Ge=
bot‟. Der „Pfarrer von Kirchfeld” iſt nunmehr ganz
das Eigentum des Volkes geworden, da kein
ſpekulie=
render Verleger mehr imſtande iſt, die Aufführung an
irgend ein Theater zu binden, denn der „Pfarrer von
Kirchfeld” iſt „frei” von jeder Feſſel, die ihn lange Zeit
dem deutſchen Volke nur bedingt zugänglich gemacht hat
wo es nur den „vornehmen Theatern” geſtattet war, ab
und zu, und oft nur gnädig, dem Pfarrer Hell das
Wort zu erteilen.‟ — Die erſte Aufführung durch das
Dengaſche Bauern=Enſemble findet heute Montag, den
1. April. und die Wiederholung Mittwoch, den 3. April,
ſtatt. Morgen Dienstag, 2. April, iſt die erſte
Auffüh=
rung von „Die Thurnbacherin” ein Werk des berühmten
Tiroler Volksdichters Ludwig Greinz. (S. Anz.)
* Vereiniate Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 23. März l. J.
männ=
lich 9547, weiblich 6487, zuſ. 16034, in Prozenten 59,55,
40,45. Der Krankenſtand betrug am 23. März l. J.
männlich 349, weiblich 179, in Prozenten 3,65, 2,75.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 18. März bis 23. März l. J. 5303,13 Mk. (1911: 6234,65
Mark.) An Wöchnerinnen waren vorhanden am
23. März I. J. 28. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 18. März bis 23. März l. J. 3.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1.50, Eier 6—8 Pf.,
Schmierkäſe ½ Ltr. 22—25 Pf., Handkäſe 4—10 Pf.,
Kar=
toffeln Zentner 4,50—5,00 M., Kumpf (10 Liter) 80 Pf.,
Kg. 7—8 Pf., Mäuschen ½ Kg. 15 Pf.; Obſt u. dgl.:
Aepfel ½ Kg. 15—25 Pf., Zitronen, Apfelſinen 5—8 Pf.;
Salat, Gemüſe: Kopfſalat 12—16 Pf., Endivien 10 Pf.,
Körbchen Feldſalat 15 Pf., Bündel Radischen 6 Pf.,
Rettich 8 Pf., neue Schälgurken 60—70 Pf., Topf
Schnitt=
lauch 25 Pf., Meerrettich 15—35 Pf., Zwiebeln ½ Kg.
12—14 Pf., Tomaten ½ Kg. 60 Pf., Gelberüben ½ Kg.
15 Pf., Weißerüben ½ Kg. 10 Pf., Vündel Römiſch=Kohl
3 Pf., Spinat ½ Kg. 18—20 Pf., Wirſing 10—60 Pf.,
Grünkohl ½ Kg. 30 Pf., Weißkraut, Rotkraut ½ Kg.
18 Pf., Blumenkohl 20—80 Pf., Schwarzwurz ½ Kg.
30—35 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 40 Pf.; Spargeln
½ Kg. 70 Pf. bis 1,50 M.; Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg.
80—85 Pf., Enten 4—5 M., Hahnen und Hühner 2,00
bis 2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Paar Zuchttauben 1,50
bis 10,00 M., Zicklein 2,50—4,50 M., Lapins 1,00 M.
Fiſche ½ Kg.: Hecht 80 Pf., Aal 1,20 M., andere
Rhein=
fiſche 35—60 Pf., Rotzungen 60 Pf., Schollen 25 Pf.,
Kabeljau, 16—24 Pf., Schellfiſche 17—25 Pf., Seelachs
19—24 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch
60—66 Pf., Hackfleiſch 70—80 Pf., Rindsfett 60 Pf.,
Rinds=
würſtchen (Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch, Schweinefleiſch 80 Pf.,
geſalzenes Schweinefleiſch und Koteletts 90 Pf.,
Schwarten=
magen, Fleiſchwurſt 80 Pf., Leber= u. Blutwurſt 60 Pf.
Offenbach, 30. März. Feuerwehrleute als
fahrläſſige Brandſtifaer. Wie noch in Erinnerung
ſteht, wurden vor einiger Zeit die Kellerwohnungen von
Feuerwehrleuten ausgebrannt, um auf dieſe Weiſe die
Schnakenbrut zu vertilgen. Der Feuerwehrmann
Wendlung Werner kam mit noch drei weiteren
Wehr=
leuten auch in die Hofreite des Fuhrunternehmers Fink.
Kaum waren die Ausbrennungsarbeiten erledigt, als
plötzlich die angrenzende Scheuer in hellen Flammen ſtand
und bis auf die Umfaſſungsmauern niederbrannte.
Wer=
ner hatte ſich deshalb wegen fahrläſſiger Brandſtiftung
zu verantworten. Er wurde jedoch
freigeſpro=
chen, da nicht feſtgeſtellt werden konnte, daß er den
Brand verurſacht hat.
Mainz, 30. März. Heute vormittag iſt Herr
Geiſt=
licher Rat Franz Heyder, Pfarrer von St. Peter,
ge=
ſtorben. Der Verſtorbene war am 7. September 1848
in Biblis geboren und wurde am 9. März 1871 zum
Prieſter geweiht. Am 1. Oktober 1887 wurde er Pfarrer
von St. Peter in Mainz, hätte alſo im Herbſt dieſes
Jahres ſein 25jähriges Jubiläum als Pfarrer begehen
können.
Mainz, 30. März. Der ſchon oft vorbeſtrafte, 35 Jahre
alte Kaſſenbote Karl Friedrich Wilhelm Ebert aus
Ammendorf bei Halle „gründete” im vorigen Jahre in
Kaſſel die Kaſſeler Bürgerzeitung. Als er
von vielen Leuten die Abonnementsbeträge,
abgenom=
men hatte, gab er eine Nummer der Zeitung heraus und
dann verſchwand er. Er kam nach Mainz und ſuchte
Anzeigen für die nicht mehr beſtehende Kaſſeler
Bürger=
zeitung. Von hier ging er nach St. Gangloff (bayeriſche
Pfalz) und wohnte dort in einem Gaſthaus als
Kur=
gaſt. Von da verſchwand er unter Hinterlaſſung einer
Zechſchuld von 16 Mark. In Jena wurde der
Schwind=
ler, der unter dem Verdachte des Mordes an ſeinem
Schwiegervater ſteckbrieflich verfolgt wurde, verhaftet.
Er wurde nach Kaſſel gebracht und wegen der dortigen
Betrügereien zu 1¼ Jahren Gefängnis verurteilt. Wegen
der Schwindeleien, die er in Mainz und St. Gangloff
verübt, wurde er, dem M. Tgbl. zufolge, zu 10 Monaten
Gefängnis verurteilt.
Worms, 30. März. In der letzten Zeit wurden
vielfach Kinder, namentlich Mädchen, die zum
Holen von Milch oder Waren von den Eltern ausgeſchickt
waren, unterwegs von einem Burſchen
angeſpro=
chen und ihnen unter irgend einem Vorwande das in
ihrem Beſitz befindliche Geld abgenommen.
Regel=
mäßig lockte der Junge die Kinder in die Torhalle des
Gewerkſchaftshauſes, hieß ſie dort, nachdem er das Geld
hatte, warten, während er ſich ſelbſt durch den
Durch=
gang genannten Gebietes nach der Gauſtraße entfernte
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 29. März.
„Die verſunkene Glocke.”
W-—1. Gerhart Hauptmanns hochpoetiſches, wenn auch
wenig handlungsreiches Märchendrama „Die
ver=
ſunkene Glocke” ging heute nach mehrjähriger Pauſe
wieder in Szene. Die Aufführung gab Frl. Uttmann
als Darſtellerin des Rautendelein Gelegenheit, in einer
größeren und zugleich ſchwierigen Rolle aufzutreten, die
nicht nur ſchauſpieleriſches Können, ſondern auch
Perſön=
lichkeit verlangt. Sie legte in dieſer eine bemerkenswerte
Talentprobe ab und beſtand mit Ehren. Anfangs in
Sprechen und Spiel zu erregt, gewann ſie im Verlauf
des Abends immer mehr die Herrſchaft über ſich ſelbſt
und erreichte in den beiden letzten Akten den Höhepunkt
ihrer Darſtellung, die überhaupt von großem Fleiße und
künſtleriſchem Ernſte Zeugnis ablegte. Was wir an
ihrem Rautendelein aber vielfach noch vermißten, war die
Seele. Vielleicht lag dies daran, daß ſie noch zu ſehr
Gewicht auf die äußeren Mittel der Darſtellung legt,
manchmal auch wohl an der zu erregten Sprache. Das
Publikum ſpendete der talentvollen Künſtlerin lebhaften
Beifall. Den Meiſter Heinrich ſpielte zum erſten Male
Herr Baumeiſter mit Intelligenz, dem ihm eigenen
künſtleriſchen Temperament und darſtelleriſcher Verve.
Man hat aber den Eindruck, daß in dieſer Hinſicht
weniger manchmal mehr wäre.
Als Waldſchrat hatte Herr Weſtermann den
Rie=
ſenſchritt vom jugendlichen Liebhaber zum bocksbeinigen
Faun gemacht und er bewegte ſich auf dieſem neuen
Ge=
biete mit einer ſo verblüffenden Sicherheit und mit ſo
viel Glück und Erfolg, daß man behaupten möchte, er
habe als jugendlicher Liebhaber ſeinen Beruf verfehlt.
Mit einer ungewöhnlich körperlichen Geſchmeidigkeit und
Lebendigkeit des Spiels vereinigte er einen echt
fauni=
ſchen Humor. Zu ihm ſtand der melancholiſche
tauſend=
jährige Nickelmann des Herrn Wagner in wirkſamem
Kontraſt. Frau Rudolph, die die undankbare Rolle
der alten Wittichen ſpielte, iſt immer gut, wenn ſie keinen
Dialekt zu ſprechen hat. Herr Heinz verkörperte den
Pfarrer in würdiger Weiſe, die kleine Rolle der Frau
Magda ſpielte Frl. Alſen. Die ſtimmungsvolle
Inſze=
nierung des Stückes verdient wiederholt lobend
hervor=
gehoben zu werden.
Konzerte.
mm. Ein Kirchenkonzert im großen Stil, an
deſſen Ausführung ſich außer dem Martinskirchenchor hier
bereits beſtens bekannte Soliſten beteiligten, veranſtaltete
am Freitag abend in der Stadtkirche zum Beſten des
Dia=
koniſſenhauſes „Eliſabethenſtift” der
Inſtrumental=
verein unter Leitung von Herrn Wilhelm Schmitt=
Direktors der Akademie der Tonkunſt. Den weitaus größten
Raum in dem einheitlich und ſchön zuſammengeſtellten
Programm nahmen, mit Ausnahme von zwei Nummern
aus der Neuzeit, Kirchenkompoſitionen aus dem
beginnen=
den achtzehnten Jahrhundert ein, in welcher Zeit die
(Orcheſter=)Inſtrumentalmuſik im kirchlichen Stil ſich zur
vollſten Blüte entfaltet hatte und die kirchliche Muſik auf
einer ſo hohen Stufe der Vollendung ſtand, die wir ſelbſt
heute noch nicht ganz wieder erreicht haben. Dem
gewal=
tigen Tonmeiſter jener Zeit, Georg Friedrich Händel, war
in dem Programm der erſte Platz eingeräumt. Sein ſehr
dankbares Orgelkonzert in g=moll, das erſte der bekannteren
zwölf Orgelkonzerte mit Orcheſterbegleitung, die Händel ſeit
1735 ſtändig mit ſeinen Oratorienaufführungen verband,
leitete mit ſehr exaktem Einſatz das Ganze ein. Der
Höhe=
punkt des prächtigen Werkes kam in dem Solo, ſowie im
lebhaften Schlußſatz, der die hohen Geigen ſo gut im
Wechſel mit der Orgel zur Geltung gelangen läßt, voll zur
Geltung. Ebenſo paſſend gewählt in Rückſicht auf die
Paſ=
ſionszeit war die ergreifende Arie aus dem Meſſias: „Ich
weiß, daß mein Erlöſer lebet”, die von Fräulein Thea
Fey unter Orcheſterbegleitung mit großer Sicherheit,
trag=
fähiger Stimme und innigem Vortrag geſungen wurde
und wie die beiden mit Orgelbegleitung mit warmem
Empfinden geſungenen Lieder von Bach und Schubert
ſichtlich tiefen Eindruck machte. Beſonders in Schuberts
Lied „Dem Unendlichen”, nach Worten von Klopſtock, erfüllte
die modulationsfähige und ſtarke Stimme die hohen
Kirchenhallen. Eine klangvolle Ciaconna in g=moll für
Violine von T. Vitali, ein prächtiges, ernſtes Tonſtück
wurde unter Orgelbegleitung von Fräulein Ilſe
Hof=
mann mit anerkennenswerter Sicherheit und reiner In=
tonation mit beſtem Gelingen zum Vortrag gebracht.
Breiter, kräftiger Strich zeichnete auch ihre Wiedergabe der
f=dur=Sonate Händels aus, deren Begleitung Fräulein
Luiſe Mock mit viel Verſtändnis auf dem Ibach=
Cem=
balo ſpielte, das der Geige die nötige freie Beweglichkeit
läßt und ſich mit ihrem Klangcharakter ſehr gut verbindet.
Auch die übrigen Cembalobegleitungen, die in der
Schluß=
nummer(„Magnifikat”) noch einmal ganz beſonders
vor=
teilhaft zur Geltung kommen, führte ſie ſchön und
klang=
voll aus; übrigens könnte das Cembalo in dem Händelſchen
Orgelkonzert, dem es M. Seiffert aus archaiſierenden
Grün=
den zugeſetzt hat, recht gut wegbleiben, da man heute nicht
mehr, wie damals, das Orcheſter vom Klavier aus
diri=
giert.
Wie ſeit Jahren beteiligte ſich auch diesmal wieder
unter Leitung von Herrn Hch. Colin der große
Kirchen=
chor der Martinsgemeinde mit zwei Chorliedern
von Bach (=Wüllner) und Albert Becker; ſeine
Hauptauf=
gabe, der er auch vollkommen gerecht wurde, löſte er zum
Schluß im Zuſammenwirken mit allen bisher Beteiligten
in dem lateiniſch geſungenen altkirchlichen (täglichen)
Vespergeſang (Luk. 1. 46—55) nach einer erhabenen und
melodienreichen Kompoſition eines Zeitgenoſſen von
Hän=
del und Bach, des italieniſchen Kirchenkomponiſten
Fran=
cesco Durante (1684—1755). Die kurzen Soloſtellen für
Sopran, Alt, Tenor und Baß wurden von den Damen Fey
und Walter und den Herren Baer und Gehbauer
ſicher geſungen. Mächtig ſchließt das Werk mit dem
Gloria patri” dem gewöhnlichen Schlußvers der alten
ge=
ſungenen Pſalmen, ab. Weshalb übrigens von dieſem die
Antiphonie das „Sie ut erat in principio” durch eine ſo
auffallend lange Pauſe abgetrennt wurde, vermögen wir
(aus tertlichen Gründen wenigſtens) nicht zu erraten.
Die=
ſer Schlußchor, das „Gloria” dürfte in gediegener deutſcher
Uebertragung ſeines edlen kirchlichen Ausdrucks wegen
allen Kirchenchören zu empfehlen ſein. Herr Hoforganiſt
Römer ſpielte die ausgedehnte Orgelbegleitung (wie
auch zu Nr. 2 und 6), ſowie die virtuoſe Solopartie des
Händelſchen Orgelkonzerts mit beſtem Gelingen. Das
In=
ſtrumentalvereinsorcheſter entledigte ſich unter
Herrn Direktor W. Schmitts umſichtiger Leitung bis zuletzt
mit Friſche und Sicherheit ſeiner Aufgabe. Das
wohlge=
lungene Konzert war ungewöhnlich gut beſucht.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Nummer 78
und verſchwand. Als er die gleiche Tat geſtern wiederum
an einem kleinen Mädchen verübt hatte, traf letzteres
ihn kurz danach wieder auf der Straße, worauf er von
einem Wirt angehalten und der Polizei überliefert
wurde. Der Täter iſt ein 15 Jahre alter, aus
Wies=
oppenheim gebürtiger, zurzeit hier im Luginsland
woh=
nender Fabrikarbeiter. Strafverfahren iſt eingeleitet.
Monsheim, 30. März. Der zwiſchen den Ph.
Rad=
macherſchen und Lorenz Starkſchen Wohnhäuſern an der
Bahnhofsſtraße liegende frühere gemeinſchaftliche
Brunnen wurde, als die Waſſerleitung fertiggeſtellt
und gerade der Pumpenſtock gebrochen war, ganz
zuge=
worfen. Es haben ſich nun inzwiſchen an der Stelle
ſchon öfters Vertiefungen gezeigt, die immer durch den
Platzeigentümer R. nachgefüllt wurden. Als nun heute
früh die Familien der beiden oben erwähnten
Haus=
eigentümer erwachten, machten ſie zu ihrem nicht
gerin=
gen Schrecken die Wahrnehmung, daß über Nacht wieder
eine Verſenkung ſtattgefunden und das ſich
angeſam=
melte Waſſer die Fundamente der beiden
Häu=
ſer unterſpült hatte, ſodaß die beiden Wohnungen
ſchon ſehr bedenkliche Senkungen zeigten. Auf ſofortige
Anmeldung wurden die Wohnungen polizeilich geräumt
und durch Zimmerleute und Maurer abgeſprießt. Eizie
große Menſchenmenge umſteht den Platz. Gegenwärtig
iſt man eifrig damit beſchäftigt, das andrängende Waſſer
durch einen Graben gegen eine tiefere Stelle abzuleiten.
Nieder=Wieſen, 28. März. Eine Wildkatze wurde
von dem Landwirt L. Schäfer in einer Falle lebend
ge=
fangen. Das Tier hatte ſeit einiger Zeit eine ganze
An=
zahl Hühner und Gänſe hinweggeholt, bis es auf einem
ſeiner Raubzüge das Schickſal in eine auf dem „
Katzen=
läufer” der Scheune aufgeſtellte Falle führte. Der
Rie=
ſenkater hat eine Länge von 1,10 Metern und eine Höhe
von 0,40 Metern.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. März. Ueber die
Her=
gabe eines hypothekariſchen Darlehens von einer Million
Mark aus ſtädtiſchen Mitteln für den in der Jungfernheide
geplanten Hagenbeckſchen Tierpark wird noch ein
Ausſchuß der Berliner Stadtverordneten=Verſammlung
be=
raten, doch iſt an der ſchließlichen Genehmigung eventuell
unter Verſchärfung der vorzuſehenden Kautelen nicht zu
zweifeln. — Der Bau eines Krematoriums iſt von
dem Polizeipräſidium genehmigt worden. Nach Ablauf
der Einſpruchsfriſt wird mit dem Bau begonnen werden,
ſo daß Berlin wahrſcheinlich das erſte Krematorium in
Preußen erhalten wird, da das Hagener noch nicht
mit=
zählt. Die Inbetriebſetzung des Krematoriums wird
be=
reits in einigen Monaten erfolgen. — Heute mittag iſt auf
dem Berliner Polizeipräſidium die letzte Droſchke
2. Klaſſe entſtempelt worden. Es gibt fortan Droſchken
dieſer Rangordnung nicht mehr im Landespolizeibezirk
Ber=
lin. — In einer heute abgehaltenen außerordentlichen
Generalverſammlung der Karl Neuburger
Kom=
manditgeſellſchaft auf Aktien in Liquidation teilte
der Vorſitzende, Verlagsbuchhändler Hilger mit, daß ſich
der Stand der Liquidation weit ungünſtiger geſtaltet habe,
als man urſprünglich annahm; hauptſächlich ſei die ſchlechte
Lage des Terrainmarktes ſchuld. Die ordentliche
General=
verſammlung werde in etwa ſechs bis acht Wochen
ſtatt=
finden. Bis dahin dürften auch gewiſſe
Verkaufsverhand=
lungen zu einem praktiſchen Reſultat geführt haben. — Der
geſchäftlich zuſammengebrochene Generalkonſul von
Coſta=
rica, der Kaufmann Hugo Müller, iſt geſtern im
Sana=
torium Woltersdorfer Schleuſe von einem Gerichtsarzt nach
eingehender Unterſuchung für haftfähig erklärt und darauf
unter dem Verdachte des betrügeriſchen Bankerotts
ver=
haftet worden.
Nach einer kurzen Pauſe wurde in der vergangenen
Nacht um 12 Uhr mit den Pumparbeiten
fortge=
fahren, ſodaß das Waſſer vorausſichtlich am Sonntag
vormittag aus der ganzen Tunnelſtrecke
Spittel=
markt-Leipziger Platz entfernt ſein wird. Das
Waſſer iſt bereits überall ſoweit zurückgetreten, daß die
Gleiſe ſichtbar ſind. Nach den angeſtellten Unterſuchungen
ſind die Kabelleitungen und die Stellwerke vollſtändig in
Ordnung, ſodaß nur verhältnismäßig kleinere Reparaturen
an dem Unterbau der Gleiſe vorzunehmen ſein werden.
Man hofft zuverſichtlich, daß man damit im Laufe der
näch=
ſten Woche fertig ſein wird.
Frankfurt, 29. März. Der Oberbürgermeiſter
Adickes hat ſein Entlaſſungsgeſuch eingereicht
und gebeten, ihn bereits Mitte des Jahres vom Amte
zu entbinden. Der Geſundheitszuſtand des
Stadtober=
hauptes ließ ſchon einige Zeit zu wünſchen übrig; er
wurde noch weſentlich verſchlimmert durch die
anſtren=
genden Verhandlungen über die Gründung der
Univer=
ſität Frankfurt, die in den nächſten Wochen glücklich zu
Ende gehen werden. Man hofft trotzdem zuverſichtlich, den
Oberbürgermeiſter Adickes zu bewegen, wenigſtens noch
einige Jahre die Leitung der ſtädtiſchen Geſchäfte beizu=
behalten, bis die von ihm geſchaffenen Projekte
einiger=
maßen vollendet ſind.
Frankfurt, 30. März. Geſtern abend hat ein großer
Teil der Arbeiterſchaft der Adlerwerke vormals
Heinrich Kleyer A.=G. die Arbeit
niederge=
legt. Gefordert wird eine Verringerung der
Arbeits=
zeit um 3 Stunden pro Woche und eine entſprechende
Erhöhung der Löhne, außerdem wird gegenüber einem
Statut des Metallinduſtriellen=Verbandes die
Forde=
rung auf Einführung von Minimallohnſätzen erhoben.
Bei den Adlerwerken feiern heute etwa 3500 Mann,
wäh=
rend ungefähr 800 noch arbeiten. Von der Bewegung
iſt eine Reihe weiterer hieſiger Maſchinenfabriken
er=
griffen.
Ebingen, 30. März. Heute früh um 5 Uhr iſt hier
ein kurzer, aber intenſiver Erdſtoß verſpürt worden.
Bühl, 30. März. Geſtern nachmittag um 2.30 Uhr
wurde ein Einbruchsdiebſtahl in die Wohnung
des Vorſtellers der hieſigen
Reichsbankneben=
ſtelle verſucht, doch wurden die Eindringlinge von dem
Vorſteher Lang mit dem Revolver geſtellt, worauf ſie
die Flucht ergriffen. Sie konnten ſpäter auf freiem
Felde zwiſchen Bühl und Ottersweier durch die
Gen=
darmerie verhaftet werden. In Verbindung damit
wur=
den auf dem hieſigen Bahnhof zwei Frauensperſonen
feſtgenommen, die ſich in Begleitung der beiden
Män=
ner befunden hatten.
Saarbrücken, 29. März. Nach eineinhalbtägiger
Ver=
handlung wurde heute abend gegen 8 Uhr das Urteil
im Vöhkklinger Krawallprozeß geſprochen.
Die Verurteilung erfolgte wegen Körperverletzung,
Be=
leidigung, ruheſtörenden Lärm, tätlichen Angriffs gegen
Beamte, groben Unfug und Sachbeſchädigung.
Verur=
teilt wurden ein Angeklagter zu 15 Monaten Gefängnis
und 6 Wochen Haft, zwei Angeklagte zu je 1 Jahr
Ge=
fängnis und 3 Wochen Haft, einer zu 6 Monaten
Ge=
fängnis und 3. Wochen Haft, einer zu 5 Monaten
Ge=
fängnis und 3 Wochen Haft, einer zu 8 Monaten
Ge=
fängnis, einer zu 3 Monaten Gefängnis und einer zu
1 Monat Gefängnis, bei vier Angeklagten erfolgte
Frei=
ſprechung.
Köln, 29. März. Unter
Vergiftungserſchei=
nungen ſind etwa 30 Perſonen erkrankt. Die Urſache
der Erkrankung iſt auf den Genuß von Brötchen
zu=
rückzuführen, jedoch ſteht noch nicht feſt, ob das Mehl
oder die Zutaten die Schuld an dem Vorkommnis
tra=
gen. Sämtliche Betroffenen befinden ſich außer Gefahr.
Landsberg (Warthe). 29. März. In Grambow traf
ein Blitzſtrahl die Kirche, die vollſtändig
nieder=
brannte.
Hamburg, 30. März. Heute morgen iſt auf der Elbe
bei Finkenwärder ein Fiſcherkutter durch einen Windſtoß
gekentert und geſunken. Ein Schiffer ertrank,
zwei Mann der Beſatzung wurden gerettet.
Breslau, 30. März. Giraf Pückler der bekannte
Dreſcharaf”, hat ſein Rittergut für 1250000 Mark
den ſächſiſchen Leutnant Graetſ chverkauft.
Mailand, 29. März. Der Expreßzug Wien-
Nizza iſt auf dem Bahnhof Melze mit einem
Güter=
zug zuſammengeſtoßen. Bei dem Zuſammenſtoß
wurden der Heizer und der Lokomotivführer getötet,
ſechs Angeſtellte erlitten leichte Verletzungen.
Varis. 30. März. Das Pariſer Publikum
befindet=
ſich über die Automobil=Verbrecher nach wie
vor in großer Aufregung. Eine vom Matin bei den
Waffenhändlern veranſtaltete Rundfrage hat ergeben,
daß jetzt täglich durchſchnittlich 70 bis 80 Revolver
gekauft werden, während ſonſt der tägliche Umſatz in
ei=
nem Geſchäft 5 bis 6 Revolver betrng. Man ſieht alſo
daß ſich das Publikum zur Selbſtverteidigung
einrich=
tet, und man kann es den Pariſern nicht verdenken, wenn
ſie überall Verbrecher wittern.
Valparaiſo, 29. März. Lloyds meldet aus Punta
Arenas: Der britiſche Dampfer „Forley” von 4274
Ton=
nen auf der Fahrt von Jquiaue nach Rio de Janeiro iſt
am 18. März an den Sir John Marlborough=Inſeln
ge=
ſcheitert. Ein Boot mit dem Kapitän, einem
Offi=
zier und zwei Ingenienren iſt in Punta Arenas
ange=
kommen. Anſtalten für die Rettung der übrigen ſind
ge=
troffen worden.
Die Bergarbeiterbewegung.
* London, 30. März. Die Gewerkſchaft der
über Tage beſchäftigten Arbeiter im
Kohlenberg=
bau hat ein Manifeſt veröffentlicht, das alle Klaſſen
der Bergarbeiter auffordert, die Arbeit nicht
wie=
der aufzunehmen, bis ihre eigenen Forderungen
erfüllt werden. Die Organiſation dieſer Gewerkſchaft
beſchränkt ſich auf Yorkſhire und Darbeyſhire. In
die=
ſen beiden Grafſchaften wird daher die Arbeit vermutlich
etwas ſpäter aufgenommen werden.
* London, 29. März. 1500 bis 2000 Bergleute
in Warwickſhire nahmen die Arbeit auf. In
Lanark=
ſhire ſind zahlreiche Bergleute eingefahren; ſie bedangen
ſich aus, daß ſie morgen abend Lohn erhielten, da ſie
dem Verhungern nahe ſeien.
* London, 29, März. Ueberall macht ſich heute
eine allmählig fortſchreitende Wiederaufnahme
der Arbeit bemerkbar, ſogar in Südwales und in
Schottland. In Maeſteg (Wales) erklärte Hartſhorn
ei=
nem der Führer der radikalen Bergarbeiter in einer
Rede, die Wiederaufnahme bedeute nicht Uebergabe.
* London, 30. März. Weitere Kohlengruben in
Warwickſhire eröffneten den Betrieb heute
früh wieder. Die allgemeine Wiederaufnahme der Arbeit
wird am Montag erwartet. Eine Bergarbeiterkonferenz
in Glasgow beſchloß mit großer Majorität, den
Berg=
leuten zu empfehlen, für die Wiederaufnahme der Arbeit
zu ſtimmen.
* London, 30. März. Nach den bis nachmittags
3½ Uhr vorliegenden Berichten haben 15000 von 20000
Bergarbeitern ihre Stimme für die
Wiederauf=
naahme der Arbeit abgegeben. Die Zechenbeſitzer
und Bergleute von Süd=Derbyſhire beſchloſſen in der
heutigen Konferenz, unverzüglich ein gewiſſes
Diſtrikts=
amt auf Grund des Mindeſtlohngeſetzes zu bilden. Ein
Vertreter der Zechenbeſitzer erklärte, die Arbeitgeber
würden die Beſtimmungen des neuen Geſetzes loyal
er=
füllen.
* Cleveland, 30. März. Der Streit zwiſchen
den Arbeitern der Weichkohlengruben und
den Grubenbeſitzern iſt beigelegt. Die
Ar=
beitgeber willigten in eine fünfprozentige Lohnerhöhung
ein. Zwiſchen den Eigentümern der Anthrazitgruben
und den Bergarbeitern dieſer Gruben ſoll eine
Zuſam=
menkunft ſtattfinden.
* New=York, 30. März. Die angekündigte
Kon=
ferenz zwiſchen den Beſitzern der
Anthrazitkoh=
lengruben und den Bergarbeitern findet am
10. April ſtatt.
Handel und Verkehr.
— Frachtbriefe. Gemäß der beſonderen
Aus=
führungsbeſtimmung zu § 76 (9) der
Eiſenbahnverkehrs=
ordnung (ſiehe den Staatsbahn= und Privatbahn=
Güter=
tarif, Heft A) werden Sendungen, deren
Beſtimmungs=
ort ſelber eine Kleinbahnſtation iſt, in der Regel auch
dann der Kleinbahn zur Weiterbeförderung übergeben,
wenn die Frachtbriefe eine dahingehende Vorſchrift der
Abſender nicht enthalten, ſoweit ſich die Empfänger dies
nicht ein= für allemal oder im Einzelfalle ſchriftlich bei
der Eiſenbahn=Uebergangsſtation verbeten haben. Welche
Sendungen nach ihrer Beſchaffenheit, den örtlichen
Ver=
hältniſſen oder aus anderen Gründen im Intereſſe des
Publikums von der Weiterbeförderung ausgenommen
ſind, iſt auf den Uebergangsſtationen nach den
Klein=
bahnen durch Aushang bekannt gemacht. Da im
Fracht=
briefmuſter der neuen Eiſenbahn=Verkehrsordnung
ſo=
wohl Spalten für die Beſtimmungsſtation als auch für
den Beſtimmungsort vorgeſehen ſind, und außerdem für
den Fall,daß Beſtimmungsort und Beſtimmungsſtation
von einander abweichen, ausdrücklich durch einen
beſon=
deren Vermerk im Frachtbrief auf die Ausfüllung der
Spalte „Beſtimmungsort” hingewieſen iſt, darf bei der
Benutzung des neuen, ab 1. April 1909 gültigen
Fracht=
briefmuſters eine Weiterbeförderung mit der Kleinbahn
ohne ausdrückliche Vorſchrift des Abſenders nur dann
ſtatt=
finden, wenn die Spalte „Beſtimmungsort” vom
Abſen=
der ausgefüllt iſt oder der Empfänger rechtzeitig die
Weiterſendung bei der Uebergangsſtation beantragt hat.
Die Uebergangsſtationen zu Kleinbahnen im Bereich der
preußiſch=heſſiſchen Staatsbahnen werden angewieſen,
vom 1. April 1912 ab ohne ausdrückliche Vorſchrift des
Abſenders oder Empfängers Sendungen, bei denen im
Frachtbriefe unter dem Vordruck „Beſtimmungsort”
eine Kleinbahnſtation nicht angegeben iſt, der
Klein=
bahn nicht mehr zur Weiterbeförderung zu übergeben,
ſondern die Empfänger vom Eingang des Gutes zu
be=
nachrichtigen.
Es liegt im Intereſſe der Verſender, ſofern ſie die
Zuführung der Sendungen nach den Kleinbahnſtationen
wünſchen, entweder im Frachtbriefe die
Weiterbeför=
derung nach der Kleinbahn ausdrücklich vorzuſchreiben
oder wenigſtens im Frachtbriefe unter den Namen der
Beſtimmungsſtation in der Spalte „Beſtimmungsort”
den Namen der Kleinbahnſtation, auf der das Gut dem
Empfänger ausgeliefert werden ſoll, anzugeben. Für
Empfänger, welche die für ſie eingehenden Sendungen
auf einer Kleinbahnſtation in Empfang nehmen wollen,
empfiehlt es ſich, die Eiſenbahnübergangsſtation vor
Eingang des Gutes entweder ein= für allemal oder im
Einzelfalle um Weiterbeförderung der Güter nach der
Kleinbahn zu erſuchen.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Im Kgl.
Opern=
hauſe zu Berlin fand die Uraufführung der
Oper „Der Traum” von Joſeph Mraczek ſtatt. Der Text
der Oper iſt Grillparzers „Der Traum ein Leben”
entlehnt. Die Hauptrollen lagen in den Händen der
Herren Knüpfer, Berger, Biſchoff und Bachmann und
der Damen Frau Kurth und von Scheele=Müller. Die
Aufführung der Darſtellung fand reichen Beifall. Die
Darſteller und der Komponiſt wurden nach den
Akt=
ſchlüſſen durch lebhafte Kundgebungen ausgezeichnet.
Die ſtimmungsvolle Inſzemierung, insbeſondere die
Hütte Maſſuds und die Felsſchlucht bei Samarkand
tru=
gen im weſentlichen zu dem Erfolg des neuen Werkes
bei.
Das Rheingold und die Methode
Ja=
ques=Dalcrozes. Im Kaiſerlichen Großen
The=
ater in Moskau hat der leitende Regiſſeur W. A. Coßki
bei der Neueinſtudierung des „Rheingold” Ideen von
Prof. Dalcroze benutzt, indem er die Bewegungen der
handelnden Perſonen nach den Leitmotiven regelte.
Da=
durch ſoll eine größere Lebhaftigkeit erzielt werden als
früher, wo die Künſtler oft auf lange Strecken hin
be=
wegungslos blieben. Jetzt muß jeder auf alles im
Or=
cheſter vorgehende reagieren und dadurch wird die Muſik
auf der Bühne gleichſam verkörpert. Die erſten
Ver=
ſuche der Anwendung dieſes Syſtems hatten ſehr
in=
tereſſante Ergebniſſe.
Der neue Sonnenſchirm der Pariſerin. Das
April=
wetter, das uns noch bevorſteht, haben die Pariſerinnen
ſchon hinter ſich, der launiſch ſchnelle Wandel von
Son=
nenſchein und Regen, den uns der April bringt, geht über
die Pariſer im März nieder. Mit der ſiegreich durchge=
brochenen Frühlingsſonne ſind nun auch die
langerwar=
teten Frühlingsmoden erſchienen und die größte
Ueber=
raſchung unter ihnen bringt dem neugierigen Beobachter
die neuen Sonnenſchirme der Pariſerin. Sie ſind hübſch,
aber auch ſeltſam. Denn die neuen Sonnenſchirme haben
ihre alte Form abgeſtreift, ſind nicht mehr rund, an Stelle
der altgewohnten, etwa pilzförmigen Gehäuſe ſieht man
die Pariſerinnen ihren zarten Teint unter wunderlich
geformten Aufbauten aus Seide und Taffet verbergen.
Statt des eiſernen Schirmgerüſtes hält Fiſchbein dieſe
wunderlichen Gebilde in Form. Einige dieſer neuen
Sonnenſchirme haben faſt die Form rieſiger Tulpen und
findige Modeſchöpfgr haben dieſe Aahnlichkeit dazu
ausgenutzt, um in der Farbengebung die Blume
nachzu=
ahmen. Andere Schirme gemahnen an den Turban des
Orients oder an chineſiſche Pagoden. Sie haben den
Vorzug, daß ſie auf der einen Seite offen ſind und einen
Blick auf das Geſicht der Trägerin geſtatten.
C.K. Die gemeine Brunnenkreſſe als Goldgrube.
Auch Berufe, mit denen gewöhnlich die Vorſtellung von
Armut verknüpft iſt, können manchmal zu Wohlſtand,
ja zum Reichtum führen. Die gemeine Brunnenkreſſe,
die man beſonders in London ſo oft an Bahnhöfen und
an den Straßen feilgehalten ſieht, hat einer Frau, die
vor drei oder vier Jahrzehnten als kleines Mädchen mit
dem Korb am Arm als Kreſſenverkäuferin durch Londons
Straßen zog, ein hübſches Vermögen eingetragen. Mrs.
James bewohnt heute in der Nähe des Covent Garden
eine prächtig eingerichtete, herrſchaftliche Wohnung,
ver=
fügt über ein Bankauthaben von einer halben Million
und verdient alljährlich ein ſtattliches Einkommen, alles
nur durch die Brunnenkreſſe. Ausdauer und Glück
muß=
ten ſich freilich verbinden, um dieſen ungewöhnlichen Fall
herbeizuführen. Als fünfjähriges kleines Mädchen ver=
kaufte die heutige Mrs. James ihre Brunnenkreſſe, und
da ſie ein hübſches Kind war, kaufte man ihr gern und
viel ab. Heute hat ſie eine Art Monopol für
Brunnen=
kreſſe, die großen Hotels und Reſtaurants beziehen von
Mrs. James ihre Kreſſe, und aus der kleinen
Straßen=
verkäuferin, deren romantiſche Geſchichte eine franzöſiſche
Zeitſchrift erzählt, iſt heute eine vermögende
Geſchäfts=
frau geworden, die in der Nähe Londons auf einer
Muſterfarm in großem Stil Kreſſe züchtet. In ihren
Dien=
ſten ſteht ein großes Perſonal von Verkäuferinnen und
Boten und ſie leitet auch heute noch ſelbſt das Geſchäft,
erſcheint täglich auf dem Gemüſemarkt, um die
Beſtellun=
gen entgegenzunehmen, und erklärt, ohne dieſe ihr lieb
gewordene Arbeit nicht ruhig leben zu können.
* Die Erinnerungen der Madame Steinheil. Der
Ruhm mancher erlauchten Abenteurerin läßt Frau
Stein=
heil die Heldin des bekannten Skandalprozeſſes, nicht
ſchlafen. Aus London wird gemeldet: Die
Memoi=
ren der Madame Steinheil werden am 18. April von
Eveleigh Naſh, demſelben Schriftſteller, der auch die
Auf=
zeichnungen der Luiſe von Sachſen veröffentlicht hat,
herausgegeben. Die Memoiren ſind bereits in fünf
Spra=
chen überſetzt worden. — Bei den notoriſchen
Beziehun=
gen der Madame Steinheil zu dem verſtorbenen
Präſiden=
ten Felir Faure kann man ſich auf manches pikante
De=
tail gefaßt machen.
* Der ehrliche Ruſſe. Fedor Iwanowitſch= aus
Niſhnij=Nowgorod iſt von einer Reiſe nach Deutſchland
zurückgekehrt und erzählt im Kreiſe ſeiner Lieben: „Iſt
ein merkwürdiges Land, dieſes Deutſchland! Kauf’ ich
mir da eines Tages ein Pfund Zucker zu meinem Tee
und wieg’s zum Spaß bei meiner Wirtin nach. Was
meint ihr, was hat’s gewogen? Genau ein Pfund!”
Nummer 78
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Sette 3.
* Dresden, 30. März. In der
Generalverſamm=
lung der Dredsner Bank wurden die Regularien
glatt erledigt. Die ausſcheidenden Aufſichtsratsmitglieder
wurden einſtimmig wiedergewählt und Senator v.
Be=
renburg=Goßler=Hamburg, Oberbürgermeiſter Adickes=
Frankfurt a M., Fabrikbeſitzer Weinmann=Teplitz neu
in den Aufſichtsrat gewählt. Ueber den Geſchäftsgang
wurde mitgeteilt, daß der Umſatz in den erſten beiden
Monaten des laufenden Geſchäftsjahres gegen das
Vor=
jahr um dreizehn Prozent geſtiegen iſt. Die
Ausſichten für den weiteren Verlauf des Geſchäftsjahres
werden als gut bezeichnet.
Luftfahrt.
* Zeppelinkreuzerfür die Kriegsmarine.
Es beſtätigt ſich, daß nunmehr auch die
Reichsmarinever=
waltung an Zeppelin herangetreten iſt, um Konſtruktionen
von noch größeren Luftſchiffen als die bisherigen
aufzu=
geben. Die Behörde wünſcht, daß der Aktionsradius und
die Tragfähigkeit der Schiffe beträchtlich vergrößert wird.
Das jetzt in Bau begriffene Paſſagierluftſchiff „L. Z. 12"
wird Mitte April flugbereit ſein.
* Das Internationale Monako=Meeting
der Waſſer=Aeroplane war auch am fünften Tage
vom Wetter begünſtigt, ſodaß zahlreiche Flüge ſtattfinden
konnten. Es erhielten Reneaux 13,5 Punkte, Fiſcher 12,25,
Benoit und ebenſo Paulhan 9,1, Robinſon 7,9, Caodron
7 Punkte. Im Geſamtklaſſement ſteht Fiſcher nach wie vor
an erſter Stelle mit 75,55 Punkten vor Reneaux 60,2,
Paul=
han 59, Robinſon 50,9, Caodron 44, Colliex 41,75 und
Be=
noit mit 40,9 Punkten.
— Für das Gordon=Bennett=Rennen der
Flugmaſchinen iſt vom Amerikaniſchen Aeroklub als
Termin der 9. September feſtgeſetzt worden. Die
Konkur=
renz wird vorausſichtlich in der Nähe von Chicago
ent=
ſchieden.
Etampes, 31. März. Der Flieger, Hauptmann
Joſt, der am 19. Februar aus einer Höhe von vierzic
Metern herabſtürzte und ſchwere Verletzungen erlitt, iſt
heute geſtorben.
Sport.
Fußball. Darmſtädter Sportklub 1905.
Das geſtern auf dem Sportp atz an der Windmühle zum
Austrag gekommene Wettſpiel zwiſchen den 1 Mann
ſchaften der Fußballvereinigung Mannheim=Neckarau und
Darmſtädter Sportklub 1905 endete mit 10—1 Toren für
Sportklub 1905.
Vermiſchtes.
* Amateurphotographie. Wirkſame
Auf=
machung der Kopien. Im neueſten Heft der „
Photo=
graphie für Alle” leſen wir darüber: Ein ſchönes Bild
will auch eine paſſende Abgrenzung und Umrahmung
haben, wenn es richtig wirken ſoll, und andererſeits
ver=
liert die beſte Aufnahme in ſchlechter Rahmung. Dies
wird von vielen Lichtbildnern zu wenig beachtet. Der
Anfänger iſt geneigt, die Bilder einfach den Rändern
der Kopie entlang zu beſchneiden, um auf dieſe Weiſe
das größtmöglichſte Format zu bekommen. Und doch iſt
es meiſt weder notwendig, noch aus äſthetiſchen
Grün=
den empfehlenswert, die ganze Plattengröße im Bilde
beizubehalten; vielmehr verlangt unſer äſthetiſches
Ge=
fühl, daß wir hier etwas radikal vorgehen und die Kopie,
ohne Rückſicht auf das Format, ſo ſtark beſchneiden, daß
nicht nur ein ſauberes, ſondern vor allem auch ein
äſthe=
tiſch wirkſames Bild übrig bleibt. Hat man dieſe
Auf=
gabe gelöſt, ſo handelt es ſich um eine zweite, ebenſo
wichtige Frage: welchen Karton verlangt die Kopie? Von
vielen wird noch zu wenig beachtet, daß von der
rich=
ſtigen Wahl des Untergrundes eine gute Bildwirkung
abhängt. Der Karton ſoll immer irgend eine
Kontraſt=
wirkung fördern, ſei es, daß er die Lichter des Bildes
hebt, ſei es, daß er die Schatten vertieft; meiſt iſt es
günſtig, wenn er dunkler als die hellſten Teile und heller
als die dunklen Teile des Bildes iſt. Dadurch werden
ſowohl Lichter als auch Schatten wirkungsvoller
hervor=
gehoben. Die Grundfarbe des Bildes ſoll im allgemeinen
in der Umrahmung nicht wiederkehren. Alle ſchreienden
Farben ſind ſtreng zu vermeiden. Dasſelbe Bild z. B.
das in heller Umrahmung dunkel und kräftkg erſcheint
wird in dunkler Umgebung matt und kraftlos wirken.
Hellere Farben im Bilde wieder erſcheinen in dunkler
Umrahmung brillanter. Ein rein ſchwarzes Bild kann
faſt auf jedem Karton angebracht werden. Für
Platina=
abzüge eignet ſich vielfach ein weißer Karton ſehr gut
Literariſches.
— Es gibt auch eine amüſante Mathematik,
an=
regend durch die überraſchenden Entdeckungen, die in
dem ſo vielen dunklen und geheimnisvollen Reich der
Zahlen dem Denkenden vorbehalten ſind, der ſich nur
einigermaßen hinein vertiefen will. Einen Führer in
dieſes Reich ſoll die im Verlage Otto Maier,
Ravens=
burg, im Erſcheinen begriffene Sammlung „
Mathe=
matiſche Unterhaltungen” bilden und es zeigt
ſchon das vorliegende erſte Bändchen, wie es der
Ver=
faſſer verſteht, den Leſer zu packen und zu intereſſieren
und ihm, der noch im Noviziat in dieſem Wiſſensgebiete
ſtehen darf, den Weg zu all den überraſchenden
Ergeb=
niſſen aufs ſchönſte zu erſchließen. Das hübſche,
inter=
eſſante Bändchen koſtet nur 80 Pfg.
Otto Flake: Schritt fürr Schritt.
Bro=
ſchiert 5 Mk., gebunden 6,50 Mk. Verlag von Paul
Caſ=
ſirer, Berlin W. 10. In dieſem Roman ſteht ein Mann
auf einem vorgeſchrittenen Punkte, ein Mädchen auf dem
allererſten. Wer hat recht? Der Mann hat bei ſeinen
Er=
lebniſſen gedacht, und er denkt auch jetzt, aber er iſt darum
nicht etwa ein Zwieſpältiger, der nicht mehr fühlen
kann: im Gegenteil, das Denken iſt bei ihm nur
Klär=
ung des Gefühls., Faſt hundert Prozent von dem, was
noch immer bei der Liebe hauptſä hlich zu ſein ſcheint,
hat ſich für ihn bei dieſem Denkprozeß verflüchtigt. Es
iſt die große Hingeriſſenheit, die ausgebildete, auch
ſinn=
lich ausgereifte Begegnung eines ſelbſtändigen Menſchen
mit einem anderen ſelbſtändigen Menſchen. In dieſer
Vermännlichung gleichſam des Fühlens liegt wohl das
Neue des Buches, welches zeigt, was in entwickelten
Europäern von etwas ſo Altem, ewig Primitivem und
ewig Ungeklärtem wie die Liebe übrig bleibt. Das iſt alſo
ein neuer Schritt in der Auffaſſung. Man laſſe ſich
frei=
lich durch das Wort phyſiologiſch nicht beirren. Wer ein
Buch nach dem Wie beurteilen kann, wird erkennen, daß
die Energie auf lyriſchen Schwingungen getragen wird,
die die feineren Hemmungen, die Anſtändigkeit der
Ge=
ſinnung ergeben.
— Brunner, In türkiſcher Gefangenſchaft.
Bibliothek Auguſt Scherl. Berlin. 212 Seiten. Eleg. in
Leinwand geb. 90 Pfa. Die neue Ingendſchrift führt keine
politiſchen Verwicklungen herauf. Wir werden in die
Ve=
gangenheit verſetzt, in die Zeit des 16. Jahrhunderts. Es
iſt die Epoche, in der die Türken noch eine drohende Gefahr
für Europa bedeuten. Unſerer Jugend bringt das nach
authentiſchen Dokumenten bearbeitete Buch neben der
Un=
terhaltung mühelos ein reiches kulturgeſchichtliches Wiſſen.
Darmſtadt, 1. April.
E Die Landesausſchußſitzung der Nationalliberalen
Partei, welche aus allen Teilen des Großherzogtums ſtark
beſucht war, beſprach geſtern in mehrſtündiger Diskuſſion
die politiſche Lage im Reich und in Heſſen. Schließlich
wurde unter Ablehnung anderer vorliegender Reſolutionen
die folgende Reſolution in überwiegender Mehrheit
angenommen: Der Landesausſchuß ſpricht ſeinem
Vor=
ſitzenden Herrn Dr. Oſann ſein volles Vertrauen aus und
Terlangt, daß im Reiche und im Lande eine von rechts und
links unabhängige Politik auf der Mittellinie verfolgt
wird. Der Landesausſchuß mißbilligt es, wenn beim
Konflikt zwiſchen der Nationalliberalen Partei und einem
wirtſchaftlichen Verband Mitglieder unſerer Partei für die
wirtſchaftliche Organiſation gegen die Nationalliberale
Partei eintreten im Intereſſe der Parteidisziplin. Ebenſo
muß es mißbilligt werden, wenn Mitglieder der Partei
über den Kopf der Parteiinſtanzen hinweg politiſche
Ent=
ſchließungen treffen.
Ein weiter eingebrachter Antrag, daß der
Landesaus=
ſchuß den Inhalt der von mehreren Mitgliedern der
Natio=
nalliberalen Partei am 1. Februar 1912 in Frankfurt
ge=
ſaßten Reſolution mißbilligen ſollte, konnte nicht zur
Ab=
ſtimmung gebracht werden, weil dieſer Antrag zu ſpät
ein=
gebracht worden war. Die Antragſteller begnügten ſich
daher, gegen dieſe Frankfurter Reſolution zu proteſtieren.
In den geſchäftsführenden Ausſchuß wurden
folgende Herren gewählt: Für Starkenburg:
Land=
tagsabgeordneter Auler=Bensheim, Ingenieur Ritzert=
Darmſtadt, Fabrikant Heyne=Offenbach, Profeſſor Dr.
Neß=
ling=Darmſtadt, Dr. Oſann=Darmſtadt. Für
Oberheſſen: Rechtsanwalt Kauffmann=Gießen,
Mühlenbeſitzer Schutt=Friedberg, Rechtsanwalt Scheer=
Lauterbach, Juſtizrat Windecker=Friedberg. Für
Rhein=
heſſen: Juſtizrat Callmann=Alzey, Juſtizrat Görz=
Mainz, Oberbürgermeiſter Köhler=Worms,
Juſtiz=
rat Dr. Stephan=Worms. In den Zentralvorſtand
der Nationalliberalen Partei wurden gewählt: Juſtizrat
Callmann=Alzey, Handelskammerſyndikus Mesmann=
Mainz, Juſtizrat Windecker=Friedbera. Oberbürgermeiſter
Köhler=Worms.
(*) Inheiden bei Hungen, 30. März. Ein großes
Kulturwerk Oberheſſens, das
Provinzial=
waſſerwerk Inheiden, wurde heute in
Gegen=
wart des Provinzialtags, der Vertreter der Stadt
Frank=
furt, des Miniſteriums, der Beamten der Provinz und
des Kreiſes Gießen, mehrerer Landtagsabgeordneten,
des Bürgermeiſters von Inheiden und zahlreicher
Preſſe=
vertreter eingeweiht. Mittags brachte ein
Sonder=
zug die Feſtteilnehmer von Gießen über Lich, Hungen
nach Bahnhof Treis=Horloff. Von hier wurde der Zug
bis zum 8 Minuten entfernten Waſſerwerk geführt, das
Gleisanſchluß hat. Nach den üblichen Anſprachen der
Bauführer hielt Geheimerat Dr. Uſinger die Weiherede.
Dann erfolgte die Beſichtigung des erſten induſtriellen
Unternehmens, das die Provinz Oberheſſen ausgeführt
hat. Dieſes Kulturwerk iſt das Verdienſt des früheren
Provinzialdirektors Dr. Breidert, der trotz vieler
Schwierigkeiten und Gegnerſchaft das Werk zuſtande
brachte. Die Erbauung hat rund 6 Millionen Mark
gekoſtet. Die Rohrleitung erforderte allein 1½
Millio=
nen Mark. Die Rohrleitung iſt 70 Zentimeter weit; ſie
führt durch die Wetterau bis zur Landesgrenze bei
Vilbel. Die Provinz hat die Riedmühle und ein
Ge=
bäude von 130 Morgen gekauft und auf 50 Jahre
wei=
tere 50 Morgen vom Hof Graß gepachtet. Dieſes Gebiet
liegt im Horlofftal an den beiden Bächen Riedbach und
Schwarzbach. Die Riedmühle iſt zu
Beamtenwohnun=
gen umgebaut. Das ſtattliche neue Gebäude mit dem
45 Meter hohen Schornſtein iſt eine Zierde der ganzen
Gegend. Die Brunnen liegen in dem Baſaltboden etwa
30—45 Meter tief, ſie können täglich etwa 30—35000
Kubikmeter Waſſer liefern. Die Stadt Frankfurt erhält
zurzeit 20000 Kubikmeter täglich. Die 450pferdigen
Ma=
ſchinen brauchen täglich etwa 150 Zentner Kohlen,
da=
her wurde ein eigener Schienenſtrang errichtet. Die
Erbauung des Werks hat 2½ Jahre gedauert. Die
Bauleitung hatte Oberingenieur Müller=Gießen.
Die Befürchtung mancher Landwirte, der Waſſerſtand der
Weterau würde ſinken und die Landwirtſchaft ſchädigen
iſt bis jetzt nicht eingetroffen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 30. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Durch die Preſſe ſind Aeußerungen
verbreitet worden, die der Kaiſer gegenüber dem
Chef=
ingenieur des Panamakanals, Oberſt Goethals, im Sinne
einer ſtarken Befeſtigung des Panamakanals getan
haben ſoll. Wir ſind zu der Feſtſtellung ermächtigt, daß
Seine Majeſtät die ihm in den Mund gelegten
Aeußer=
ungen nicht getan hat.
* Berlin, 30. März. Die Norddeutſche Allgemeine Zei
tung ſchreibt: Unſere Mitteilungen über die Konferenz
derbundesſtaatlichen Miniſter ſind mehrfach zu
unrecht bemängelt worden. Es iſt auch ſo dargeſtellt
wor=
den, als ſtünden unſere Angaben mit amtlichen
Aeußerun=
gen von Teilnehmern dieſer Konferenz im Widerſpruch.
Solchen Auslegungsverſuchen ſind die Richtigſtellungen auf
dem Fuße gefolgt. Neuerdings beſchäftigt ſich die Preſſe
mit Bemerkungen, die der braunſchweigiſche Staatsminiſter
Hartwieg in dieſer Angelegenhet den Braunſchweiger
Neueſten Nachrichten gegenüber gemacht haben ſoll. Nach
der Angabe dieſes Blattes hätte der Miniſter geäußert, die
Erbſchaftsſteuer ſei bei den Verhandlungen der
Mi=
niſter gar nicht in Erwägungen gezogen worden. Die
Aeußerungen des Staatsminiſters Hartwieg können
unmög=
lich richtig wiedergegeben worden ſein. Tatſächlich iſt die
Frage der Erbſchaftsſteuer in der Konferenz mit dem bereits
von uns gemeldeten Ergebnis verhandelt worden.
* Berlin, 31. März. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt:
Die von der Spirituszentrale kürzlich vorgenommene
Preiserhöhung hat die Aufmerkſamkeit der
beteilig=
ten Kreiſe von neuem auf die Tatſache gelenkt, daß die
Spirituserzeugung des laufenden Jahres infolge des
Min=
derertrages der letzten Kartoffelernte erheblich unter dem
Durchſchnitt bleibt. Angeſichts dieſer Tatſache wird dem
Ver=
nehmen nach in den Kreiſen des Bundesrats erwogen, in
welcher Weiſe durch die Anwendung der im
Branntwein=
ſteuergeſetz gegebenen Mittel die Mehrerzeugung
angeregt und einer etwaigen Spiritusknappheit und einem
übermäßigen Aufſteigen der Branntweinpreiſe
entgegenge=
wirkt werden könnte. In erſter Linie ſoll die Erhöhung
des Durchſchnittbrandes und die Heraufſetzung der
Ver=
gütungsſätze für vollſtändig und unvollſtändig vergällten
Branntwein in Betracht kommen. Beſchlüſſe in dieſem
Sinne dürften ſchon in wenigen Tagen vom Bundesrat
gefaßt werden.
* München, 31. März. Der Prinzregent und
Prinzeſſin Thereſe ſind heute vormittag mit Gefolge zu
längerem Aufenthalt nach Aſchaffenburg abgereiſt. Sie
wurden nachmittags kurz vor Lohr von dem Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” begrüßt, welches den Sonderzug
bis nach Aſchaffenburg begleitete und nach längeren
Beweg=
ungen über der Stadt und dem Schloß nach Frankfurt
zu=
rückkehrte.
* Hamburg, 30, März. Auf der Werft von Blohm
und Voß lief heute nachmittag der große Kreuzer 3
vom Stapel, der bei der Taufe den Namen „Seydlitz”
erhielt. Die Taufrede hielt Generalinſpekteur der
Ka=
vallerie General v. Kleiſt. Dieſer betonte, daß gerade
der Name des großen Siegers von Roßbach und
Zorn=
dorf für die Aufgabe des großen Kreuzers der geeignetſte
ſei. Der General brachte drei Hurras auf den Kaiſer
aus, von dem die Geſchichte einſt feſtſtellen werde, daß
die mächtige, aufſtrebende, achtunggebietende deutſche
Flotte das ureigenſte, unſterbliche Werk des Kaiſers ſei.
Zum Stapellauf, welchem die Spitzen der Behörden und
das Offizierkorps beiwohnten, war als Vertreter des
Staatsſekretärs des Reichsmarineamts Vizeadmiral Dick
erſchienen, ferner eine Abordnung des Küraſſier=
Regi=
ments von Sedlitz in Magdeburg unter Führung des
Regimentskommandeurs. An den Stapellauf ſchloß ſich
ein Feſtmahl, woran u. a. Bürgermeiſter Dr. Burchard,
Vürgermeiſter Dr. Schroeder, General v. Kleiſt,
Vize=
admiral Dick teilnahmen.
* Dresden, 30. März. Das Miniſterium des Aeußern
gibt folgende Notiz aus: Die von einem hieſigen
Abend=
blatte wiedergegebene Privatmeldung aus Berlin, daß die
Reiſe des Königs nach Wien mit den
Thron=
folgefragen zuſammengehangen habe, entbehrt ebenſo
der Begründung wie die bereits dementierte Behauptung,
daß der König zu einer Beſprechung über die angeblich
beabſichtigte Entmündigung der früheren Kronprinzeſſin
von Sachſen nach Wien gefahren ſei.
* Wien, 30. März. Das Herrenhaus ſtimmte
der Verlängerung der Brüſſeler Zuckerkonvention und
dem Geſetzentwurf betr. die Lohnzahlungen beim
Berg=
bau zu.
* Wien, 31. März. Der Fürſt von Monaco
iſt heute abend hier eingetroffen; er wurde von dem
Präſidenten und dem Vizepräſidenten der Geographiſchen
Geſellſchaft empfangen. Der Fürſt hält am Dienstag
einen Vortrag in der Geographiſchen Geſellſchaft, die
ihm das Diplom eines Ehrenmitglieds überreichen wird.
* Peſt, 30. März. Aus Wien wird gemeldet, der
König empfing Herrn v. Khnen=Hedervary in
dreiviertelſtündiger Audienz und erklärte ſich mit den
géſtrigen Beſchlüſſen des Miniſterrates einverſtanden.
Das Kabinett Khuen wurde in bisheriger
Zuſammenſetzung neu ernannt.
* Peſt, 30. März. Das „Amtsblatt” veröffentlicht
ein königliches Handſchreiben an den
Miniſter=
präſidenten Khuen=Hedervary, in dem der König
ſein tiefes Bedauern ausdrückt über
Meinungsver=
ſchiedenheiten zwiſchen ihm und dem Kabinett über
ſeine geſetzlich gewährleiſteten Herrſcherrechte,
welche die Demiſſion des Kabinetts herbeigeführt haben.
In dem Handſchreiben wird darauf hingewieſen, daß
der König ſeit Wiederherſtellung der Verfaſſung ſtets
über die verfaſſungsmäßige Ordnung gewacht habe.
Nichts läge dem ungariſchen König ferner, als das
Rekrutenbewilligungsrecht der Nation einzuſchränken,
andererſeits müſſe der König jedoch ſeine Herrſcherrechte
feſthalten, auf Grund deren er in außerordentlichen
Fällen die Reſerviſten und Erſatzreſerviſten einberufen
könne. Das Handſchreiben ſchließt: So wie es mein
entſchiedener Wille iſt, die verfaſſungsmäßigen Rechte
der Nation unverſehrt zu erhalten, ſo muß ich in
gleicher Entſchloſſenheit meine konſtitutionellen
Herrſcher=
rechte unverletzt bewahren. Ich vermag meinen
Herrſcherpflichten nur dann nachzukommen, wenn ich
dieſen meinen zweifachen Beruf gleichmäßig erfüllen
kann. Der König fordert ſchließlich die Nation auf ihm
ſeine Aufgabe zu erleichtern, damit er ihr in einer mit
ſeinem Gewiſſen zu vereinbarenden Weiſe gerecht werden
könne und hierdurch die Fortſetzung der konſtitutionellen
Arbeit geſichert werde.
* Rom, 31. März. Der König und die Königin
er=
öffneten die ausländiſchen Abteilungen der
inter=
nattionalen Hygiene=Ausſtellung. Der
Feierlichkeit wohnten San Giuliano, Credaro, die
Bot=
ſchafter von Deutſchland, Oeſterreich, Frankreich, Spanien
und den Vereinigten Staaten bei, ferner die Geſandten
anderer Mächte, Abordnungen des Parlaments,
Vertre=
ter der Behörden und hervorragende Perſönlichkeiten.
Profeſſor Guido Barccelli hielt die Eröffnungsrede.
Dar=
auf beſichtigten die Majeſtäten die verſchiedenen
Abtei=
lungen, indem ſie ihre lebhafteſte Anerkennung
ausſpra=
chen. — Bei dem Beſuch der deutſchen Abteilung zeigten
die Majeſtäten ein beſonders lebhaftes Intereſſe für
die Statiſtik der Infektionskrankheiten und die
zahlrei=
chen Photographien, die über die gefährlichſten
Krankhei=
ten und deren Bekämpfung unterrichten. — Der König
ver=
lieh dem Prinzen Auguſt Wilhelm von Preußen
den Annunziatenorden.
* Paris, 30. März. Die Kammer ſetzte in der
Vormittagsſitzung die Beratung des Geſetzentwurfs
„Arbeitszeit in Bergwerken” fort und nahm
den Artikel 1 an, nach dem die Arbeitsdauer der
Berg=
leute acht Stunden nicht überſchreiten darf, gerechnet von
dem Zeitpunkt der Einfahrt der letzten Arbeiter bis zur
Ankunft der erſten Ausfahrenden. Für Aufſeher,
Geometer, Maſchiniſten, Pferdeknechte und Heizer wird
die Arbeitszeit auf neun Stunden feſtgeſetzt. Auch
Ar=
tikel 4 wurde angenommen.
* Paris, 31. März. Aus Madrid wird gemeldet:
Der geſtrige Miniſterrat erörterte die Frage, ob General
Weyler nach Melilla entſandt werden ſolle, um den
Oberbefehl über die Truppen im Riffgebiet zu
überneh=
men. Es heißt, daß in dieſer Angelegenheit in der
Re=
gierung eine Meinungsverſchiedenheit beſtehe und daß
insbeſondere Canalejas ſich gegen die Entſendung
Wey=
lers nach Melilla ausgeſprochen habe.
* Paris, 31. März. Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Ma=
rokko=Verhandlungen wird aus Madrid gemeldet, daß
Frankreich nunmehr auf Abtretung von Cabo do
Agua an der Muluja=Mündung verzichte, und den
Spaniern die ſüdliche Zone des Küſtengebiets ſüdlich vom
Dra=Fluſſe überlaſſe, jedoch im Norden nach wie vor das
Gebiet des Uerga=Fluſſes beanſpruche. Der Madrider
Be=
richterſtatter des Journal des Debats will wiſſen, der
ſpa=
niſche Miniſter des Aeußern, Garcia Prieto, habe nach einer
Unterredung mit Canalejas die Anſicht ausgeſprochen, daß
der in dieſer Weiſe abgeänderte Vorſchlag Frankreichs als
Grundlage für einen Vergleich dienen und ſo zum
minde=
ten im Prinzip eine Verſtändigung vor Ende April erzielt
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Nummer 78.
werden könne. Die Verhandlungen über die Zölle und
finanziellen Angelegenheiten werden erſt nach Oſtern
fort=
geſetzt werden, da gewiſſe Zollfragen von der Löſung der
Gebietsentſchädigungsfrage abhängen und überdies die
Frage der Zollverwaltung in Tanger erſt nach Feſtſtellung
des polizeilichen Regimes dieſer Stadt geregelt werden
kann.
* Paris, 31. März. Nach einer Blättermeldung hat
der Botſchaftsrat der franzöſiſchen Botſchaft in Berlin,
Baron v. Berkheim, den Miniſterpräſidenten Poincaré
um Enthebung von ſeinem Poſten erſucht.
* Paris, 31. März. Die internationale Kommiſſion
für die Feſtſtellung eines normalen Maßſtabes für
Radium hat den von Frau Curic angefertigten
Maß=
ſtab, der aus einem 22 Milligramm Radiumchlorat
enthal=
tenden Glasröhrchen beſteht, nach vergleichender Prüfung
mit dem Präparat Hoenigſchmidts (Wien) endgültig als
internationalen Maßſtab angenommen. Die Kommiſſion
wird das internationale Bureau für Maße und Gewichte
erſuchen, dieſen Maßſtab in Verwahrung zu nehmen. Der
öſterreichiſche Maßſtab von 31 Milligramm wird als
Re=
ſervemaßſtab angeſehen und ſoll in Wien aufbewahrt
werden.
* Paris, 31. März. Geſtern abend wurde hier ein
Anarchiſt namens Britannicus=Lebourg
ver=
haftet, welcher bei dem Blatte Anarchie als Setzer
be=
ſchäftigt war. Es heißt, daß Britannicus zu den
Auto=
mobilbanditen Garnier und Carrouy in Beziehung ſtand.
In Pont=de=Cheruy bei Grenoble wurde ein Automobiliſt
verhaftet, welcher ſich durch eine raſend ſchnelle Fahrt der
Verfolgung der Polizei hatte entziehen wollen, jedoch
in=
folge einer Panne von den ihm nachſetzenden berittenen
Gendarmen feſtgenommen werden konnte. Der Verhaftete,
bei welchem keinerlei Papiere vorgefunden wurden,
ver=
weigerte jede Angabe über ſeine Perſon. Man glaubt, daß
er ein Mitſchuldiger der Automobilbanditen iſt und
ins=
beſondere an dem Anſchlag gegen den Kaſſenboten Caby
beteiligt war.
Amiens, 31. März. Heute früh wurde in der
Wohnung eines entlaſſenen Eiſenbahnangeſtellten Namens
Inger, der, wie vermutet wird, mit den Banditen der
Rue Ordener in Beziehungen ſteht, eine Hausſuchung
vorgenommen. Inger wurde in Haft genommen.
Grenoble, 31. März. Der in Pont de Cherny
ver=
haftete Automobiliſt gehörte nicht zu den Banditen der
Rue Ordener, ſondern iſt ein Schmuggler.
Berck ſur Mer, 31. März. Der hier verhaftete
Soudy leugnet die Teilnahme an dem Bankraub
in Chantille, geſteht aber zu, Anarchiſt zu ſein. Er
weigert ſich, anzugeben, woher das bei ihm gefundene
Geld ſtammt, gibt jedoch zu, daß es von einem
Dieb=
ſtahl herrühre. Nach einer Hausſuchung bei dem
ver=
hafteten Bardille, der ſeinerſeits behauptet, völlig
un=
ſchuldig zu ſein, wurde noch eine dritte Perſon verhaftet.
Achilleion, 30. März. Der Kaiſer und Prinz
Auguſt Wilhelm mit Gefolge begaben ſich heute früh zu
Fuß über Canone nach Garitza, wo Profeſſor Dörpfeld
den Stand der Ausgrabungen erläuterte. Es ſind
inzwiſchen eine breite gepflaſterte Straße, die vom Tempel
zum Altar geführt hat, ſowie der größte Teil des Altars,
der etwa 24 Meter lang und 2,30 Meter breit war,
ferner ein großes Säulenkapitäl freigelegt. Der Kaiſer
verweilte über eine Stunde an der Ausgrabungsſtelle
und kehrte dann im Automobil nach dem Achilleion zurück.
London, 30. März. Das Polizeigericht von
Bow=
ſtreet verhandelte über die von Deutſchland beantragte
Auslieferung Rudolf Stallmanns, der
be=
ſchuldigt iſt, ſich durch falſche Vorſpiegelungen Geldmittel
verſchafft zu haben. Der Verteidiger des Angeklagten
machte die Einrede, daß der oberſte Gerichtshof in
Kalkutta Stallmann in Freiheit geſetzt habe. Das
Ver=
fahren gegen Stallmann wurde eine Woche zurückgeſtellt.
London, 30. März. Das Urteil gegen den
Journaliſten Bowman und die Drucker Gebrüder
Buck, die zu 9, bezw. 6 Monaten Zuchthaus verurteilt
worden ſind, wurde auf 6, bezw. 1 Monat Gefängnis
ohne, Zwangsarbeit ermäßigt. Die Verurteilten
hatten in der Zeitung die britiſchen Soldaten
auf=
gefordert, nicht auf Streikende zu ſchießen, wenn es
befohlen werde.
* Petersburg, 30. März. Die Reichsduma hat
ſich bis zum 21. April vertagt.
Petersburg, 30. März. Durch kaiſerlichen Erlaß
wurde der Reichsrat bis zum 15. April vertagt.
Sewaſtopol, 30. März. Die kaiſerliche Familie
iſt hier eingetroffen und begab ſich an Bord des
„Standard”.
Derna, 31. März. In der Nacht vom 29. zum 30.
März verſuchte der Feind die Waſſerleitung zu
zerſtören. Er wurde durch das Feuer der
italieni=
ſchen Artillerie vertrieben.
In Tobruk machten geſtern die türkiſchen
Streit=
kräfte erneute Anſtrengungen, um die Arbeiten an den
neuen Befeſtigungswerken zu ſtören. Die Angreifer
wur=
den, ohne daß die Italiener Verluſte erlitten,
zurück=
geworfen.
New=York, 30. März. Einem Telegramm aus
Mexiko zufolge überfielen Anhänger Zapatas, fünfzig
Meilen ſüdlich der Hauptſtadt Mexiko, einen
Eiſenbahn=
zug und töteten 50 Bundesſoldaten, die den Zug
be=
wachten. Paſſagiere wurden nicht verletzt. Der Zug
kehrte nach der Hauptſtadt zurück.
Quito, 31. März. Die Präſidentſchaftswahlen
in Ecuador ſind ruhig verlaufen. Gewählt wurde
General Plaza.
Fez, 31. März. Der Stamm der Mitlouſſa hat
Sefra angegriffen das von den ſcherifiſchen
Truppen unter dem Befehl des Hauptmanns Divry
ver=
teidigt wurde. General Moinier ſandte 1500 Mann zur
Unterſtützung ab.
H. B. Frankfurt a. M., 30. Märk. Für die Ein
weihung des Oſthafens wurde der 20. Mai in
Ausſicht genommen, nachdem der Kaiſer für dieſen Tag
ſeine Zuſage an der Feier erteilt hat. Der Kaiſer trifft
bekanntlich am 15. Mai in Wiesbaden ein, um ſich dort
etwa zehn Tage aufzuhalten.
H. B. Nauen, 30. März. Infolge ves überaus
hef=
tigen Sturmes, der ſeit geſtern herſcht, iſt der große
eiſerne Turm der Funkenſtation, der vor
kurzer Zeit von 100 auf 200 Meter erhöht wurde,
ein=
geſtürzt. Perſonen ſind hierbei nicht zu Schaden
ge=
kommen. Der Unfall ereignete ſich mittags 1 Uhr. Ein
Augenzeuge des Unfalles, Direktor Thiele von der
Naue=
ner Gasanſtalt, gibt noch folgende Schilderung: Zuerſt
ſtürzte die obere Hälfte des Turmes infolge des
Weſt=
windes nach Oſten. Dann folgte die untere Hälfte, die
jedoch wahrſcheinlich infolge Knickens in ſich
zuſammen=
ſtürzte. In dem Gebäude befanden ſich gerade einige
Mechaniler und Arbeiter beim Mittageſſen. Sie merkten
ſchon einige Minnten vor dem Einſturz, daß dieſer
be=
vorſtand und flüchteten nach allen Seiten ins Freie. Es
wurde niemand verletzt. Die Gebäude und alle
Maſchi=
nenanlagen ſind unverſehrt. Die Umgebung des
Tur=
mes iſt in weitem Umfange mit Trümmern bedeckt. Es
iſt fraglich, ob der Turm an dieſer Stelle wieder
aufge=
baut werden wird. Der Schaden wird auf mehrere
hun=
erttauſend Mark geſchätzt.
Goodeafe
Dn SCaaf
wege
6
Nives-Seife: 50 Pf. — Nivea-Creme in Do
zu 10, 20 Pf. u. 1.00 M., in Tuben zu 40 u. 75 Pf.
O. Geienddorf 6 Co. Kambuia
Hersteller der Zahnpasta PEBECO
(Rheinisches
Maschinenbau, Hoitrotschmit
Automobllbau, Brückenbau.
Technikum Bingen pirektion Professor Hoepke
Ghauffeurkeurse.
3594.
Hotel Darmstädter Hof
Vornehmes Sälchen für
— Vertobte
zur Abhaſtung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet.
(130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein‟.
( iſt das übereinſtimmende
„Billig und gul” Urteil der Hunderttauſende,
welche „Fauſtring” Lanolinſeife von C. Naumann,
Offen=
bach a. Main, benutzen. Stück 20 Pfg., 5 Stück 95 Pfg. (7819m
im
Kurdnstalt Bofhei raunus.
(1/2 Stunde von Frankfurt a. M.), für Erholungsbedürftige,
Herven- u. innere Kranke. Sommer und Winter besuch
Prospekte durch
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarz
H. & F Becker, Leinenhaus
Darmstadt, Hoflieferanten, Wilhelminenstr. 17
Spezialabteilung f. Brautausstattungen
Wäsche-Konfektion
für Herren, Da
und Kinder. (1207a
verlangen die Lungen, reizloſe,
Geſunde Auft milde Toiletteſeife die
menſch=
liche Haut. Darum verwenden Sie am beſten nur
„Fauſtring” Lanolinſeife von C. Naumann, Offenbach
a. Main. Paket à 5 Stück 95 Pfg. Einzelſtück 20 Pfg. (7818m
Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. REICH
Grösste u. leistungsfähigste Färberei in Darmstadt
Telephon 1501 und 1472.
(125a
Verkaufs-
stellen durch
dieses Plakat
kenntlich.
VI 6419
Fabrik ant:
August Jacobi
Darmstadt.
Aus dem Geſchäftsleben.
Die Firma Karl Gentner Fabrik chem, techn.
Produkte in Göppingen, die es ſich ſchon ſeit Beginn
ihres Beſtehens zum Prinzip gemacht hat, nur
aller=
erſtklaſſige Fabrikate auf den Weltmarkt zu bringen,
empfiehlt neben ihren zahlreichen anderen Artikeln zwei
hervorragende Spezialitäten in Schuh= und
Metallputz=
mitteln: Dr. Gentners Schuhcreme Nigrin und
Dr. Gentners flüſſiger Metallputz Gentol. Die
Vorzüge von Dr. Gentners Niarin beſtehen in der
Hauptſache darin, daß zur Fabrikation dieſes Artikels
allerbeſte Rohſtoffe verwendet werden, welche die
Eigen=
ſchaft haben, konſervierend auf das Leder einzuwirken,
d. h. ſolches weich und waſſerdicht zu machen. Dr.
Gentners flüſſige Metallpolitur „Gentol” iſt eine
weſent=
liche Verbeſſerung, der größtenteils im Handel ſich
be=
findlichen Waſſerprodukte. Mit ein paar Tropfen von
Gentol erzielt man beſte Reſultate.
Der neue Fahrrad=Katalog der Firma Adam
Opel, Rüſſelsheim a. M. iſt erſchienen. Elegante
Aufmachung, gediegene, geſchmackvolle Druckausſtattung
ſind ſeine Hauptmerkmale. Was den Katalog beſonders
intereſſant macht, iſt ein Rückblick auf den Werdegang
der Firma Opel, die auf ein 50 jähriges Beſtehen
zurück=
blicken kann. Aus kleinen Anfängen iſt die Firma zu
ihrer heutigen Weltbedeutung auf dem Gebiete der
Metall=Induſtrie emporgewachſen. Die Firma beſteht
als Nähmaſchinenfabrik ſeit dem Jahre 1862. Im
Jahre 1911 konnte ſie auf ein 25 jähriges Beſtehen als
Fahrradfabrik zurückblicken. Die Motorwagenfabrikation
nahm die Firma im Jahre 1898 auf. Der Katalog
ent=
hält die verſchiedenſten Fahrradmodelle nebſt genauer
Beſchreibung, erwähnt die hervorragenden Erfolge der
Marke Opel und bringt im übrigen alles für den
In=
tereſſenten Wiſſenswerte.
In keiner Küche fehlt heute das aus der Frucht
der Kokospalme erzeugte, ausgezeichnete Pflanzenfett
„Kunerol” das die reinſte Butter erſetzt, durch
Billig=
keit weitaus übertrifft und von Fachautoritäten als
abſolut reines, und namentlich für Magenleidende oder
an Verdauungsſchwäche Leidende, außerordentlich zu
empfehlendes Genußmittel bezeichnet wird
Familiennachrichten.
Statt Karten.
Josefine Bieger
Willy Hermes
VERLOBTE
März 1912.
Darmstadt
Rückertstrasse 14
Louisenstrasse 2
(*8281
Greunden und Bekannten die traurige Mit=
0 teilung, daß unſere liebe Mutter,
Groß=
mutter und Schwiegermutter
(7864
Babette Lindner
geb. Kaiſer
Witwe des Zugführers Anton Lindner
Sonntag morgen ¾1 Uhr infolge Herzſchlags
plötzlich verſchied.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Wilhelm Jung,
Familie Joſef Lindner,
„ Adam Lindner,
„ Franz Scherf.
Darmſtadt, Aſchaffenburg und
Schwieckerts=
hauſen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. April,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
ſtädti=
ſchen Friedhofes Darmſtadt aus, ſtatt.
Statt Karten.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden unſerer lieben unvergeßlichen Mutter
Frau
Carl Reinemer Wtwe.
geb. Becker
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Vogel für die troſtreichen Worte am Grabe, unſeren
(7863
innigſten Dank.
Die trauernden Kinder.
Darmſtadt, den 30. März 1912.
Dankſagunge
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner innigſtgeliebten Gattin,
unſerer Mutter, Tochter, Schwägerin und Tante
geb. Eigenbrod
ſagen wir allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten, insbeſondere Herrn Pfarrer Vollrath
für ſeine troſtreichen Worte am Grabe, unſeren
(B7849
iefgefühlteſten Dank.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Wambold u. Kind,
Georg Eigenbrod.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Vaters,
Groß=
vaters und Onkels
(B7855
ſage ich Allen, beſonders Herrn Pfarr=Aſſiſtent
Herpel für ſeine troſtreiche Grabrede, den Schweſtern
für ihre unermüdliche Pflege und den Herren
Be=
amten der Firma Merck meinen innigſten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Heinrich Creter.
Darmſtadt, den 30.= März 1912.
Nummer 78.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1
12.
Seite 7.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Passah-Fest.
Montag, den 1. April:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr.
Dienstag, den 2. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt 9 Uhr
25 Min. Abendgottesdienſt 7 Uhr 40 Min.
Mittwoch den 3. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Feſtesausgang
7 Uhr 45 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr,
abends 7 Uhr 45 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Pessach-Fest.
Dienstag, den 2. April:
Vorabend 6 Uhr 30 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Abends 7 Uhr 43 Min.
Mittwoch, den 3. April:
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr
30 Min. Feſtesausgang 7 Uhr 45 Min.
Samstag, den 6. April:
Vorabend 6 Uhr 25 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr
50 Minuten.
Montag, den 8. Aprilt
Vorabend 6 Uhr 40 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Abends 7 Uhr 52 Min.
Dienstag, den 9. April:
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr
30 Min. Feſtesausgang 7 Uhr 55 Min.
NB. Donnerstag, 4. April: abends 7 Uhr 45 Min.
Orpheum, Anfang 8½ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Der Pfarrer von Kirchfeld=).
Hauptverſammlung des Feſthaus=Vereins um
8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Hauptverſammlung des Odenwaldklubs um 8½ Uhr
im „Fürſtenſaal”.
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Krone!
Koloniale Jagd= u. Meerfiſche=Ausſtellung
im „Kaiſerſaal” (geöffnet von 9—8 Uhr).
Ausſtellung von Schülerinnen=Arbeiten der
Haus=
wirtſchaftlichen Fortbildungsſchule im Schulhaus in
der Hermannſtraße (geöffnet von 3—5 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The Ameriean Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 25,
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 2. April.
Meßplätze=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Pferdeutenſilien=Verſteigerung um 10 Uhr im
Großh. Hofmarſtall.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der Artillerie=
Kaſerne (Regiment Nr. 25).
Stamm= und Stangenholz=Verſteigerung um
½,9 Uhr in der Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Stangen= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (
Zuſam=
menkunft im Diſtrikt Geiſenwald auf der Straße Ober=
Ramſtadt-Roßdorf).
Stammholz=Verſteigerung um 10¼ Uhr im
Gaſt=
haus Friedr. Lehr zu Altheim.
Stammholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im „
Rüſ=
ſelsheimer Hof” zu Rüſſelsheim.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſes
für den Inſeratenteile Haus Seit, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſtriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Todes-Anzeige.
Heute entſchlief nach längerem Leiden
mein lieber Gatte, unſer guter Vater (*8292
Herr
Georg Schönberger
Werkführer.
Darmſtadt, den 29. März 1912.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Eliſabeth Schönberger, geb. Benroth,
Elſe Schönberger,
Lolo Schönberger.
Die Beerdigung findet am Montag, 1. April,
nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Statt besonderer Anzeige.
Heute verschied sanft unsere unvergessliche Mutter, Schwester, Schwiegermutter,
Grossmutter, Urgrossmutter und Tante
(7827
Frau Jeannette Felsenthal, geb. Landsberg
Witwe des Dr. med. Adolf Felsenthal
im Alter von 90 Jahren.
Darmstadt, Frankfurt a. M., den 30. März 1912.
Wiesbaden.
Im Namen der Tieftrauernden:
Frau Jacob Goldschmidt.
Von Kondolenzbesuchen und Blumenspenden bittet man abzusehen.
Die Beerdigung findet Montag, 1. April, vormittags 10½ Uhr, vom Portale des israelitischen
Friedhofes aus, statt.
HohtelAof,
(E,
die jedes Kinderherz erfreuen, kaufen Sie am beſten in unſerer
hieſigen Filiale. Reine und friſche Prima=Qualitätswaren, köſtlich im
Geſchmack, reiche Auswahl, nur neueſte originelle Muſter, billiger
Preis! Das ſind die weſentlichſten Vorzüge der Abels Oſterüberraſchungen.
Sie kommen, ſehen, ſtaunen und möchten uns am liebſten gleich den ganzen Oſter=Körbchen
Laden auskaufen! Am beſten iſt es, Sie erledigen Ihren Oſter=Einkauf
gleich morgen; denn dann können Sie Ihre Auswahl in Ruhe treffen. (A7815
Fabrik=Niederlage: Darmſtadt, Ernſt=Ludwigſtraße 19.
Oſter=Eier
Oſter=Haſen
Oſter=Küken
Oſter=Neſter
Oſter=
Bonbonnieren
Hess-Wäcaum Reilniger Gesenscharrebeigee Telephon 461.
Schuchardstr. 14
Wir empfehlen unſere große, vorzüglich bewährte Vacuum=Entſtaubungsmaſchine zur gründlichſten, hygieniſch beſten Entſtanbung von Wohnungen,
Bureaus, Bibliotheken, Polſtermöbeln und von Teppichen, die wieder beſonders ſchön werden. Vernichtung von Motten und Mottenbrut.
Fachmänniſches Abziehen, Abhobeln, Abreiben, Reinigen und Bohnen von Parkettböden und Linolenmbelagen billigſt.
(3837a
Reinigung von Fenſtern, Erkerſcheiben, Glashallen und Dächern, Neubauten, Häuſerfaſſaden uſw.
Desinfektion von Zimmern, Garderoben uſw. Neues, vorzüglich erprobtes und bewährtes Verfahren nach Dozent Dr. Doerr und Dr.
Raubi-
tschek. Spezial=Anſtalt zur garantiert radikalen Vernichtung von Motten, Holzwurm und Ungeziefer aller Art.
Vorzügliche Empfehlungen und Anerkennungen! Teppiche und einzelne Polſtermöbel entſtauben wir in unſeren Räumen. Abholen und Abliefern gratis.
rih=Gemüſe= u. Salatpflanz=
2½ abzugeben bei Joh. Rußler,
Müllerſtraße 20.
(7391a
Restauration Kraisch
Magdalenenstr. Ecke a. d. Hochschule.
Empfehle vorzügl. bürgerl.
Mittagstiſch
von 60 Pfennig an,
Abendtiſch
p. 50 Pfg. an. Reiche Auswahl.
Schön. sep. Nebenz. m. Klay. (*8148so
Ksrael. junge Herren finden
bürgerl. Mittag- u. Abendtisch.
Anfr. u. V 9 8. a. d. Erp. (*7906dss
Von großartiger Wirkung bei
ckein
und Miteſſer im Geſicht iſt Ober=
(7814ff
mepers Herba=Seife.
Zeugnis:
„Ihre Herba=Seife iſt vorzüglich
u. hat bei ſogenannten Pickeln und
roten Knöichen großartig gewirkt.
Johannes Brieſt, Harsleben.”
Herba=Seife zu haben in allen
Apoth., Drog., Parfüm, à St. 50 Pf.,
30% ſtärker. Präp. Mk. 1.—
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Nummer 78.
AosrEnker-ArrFnShlos
Während der Dauer meines Umbaues befindet sich mein Geschäft
:: Ernst-Ludwigstraße 19 neben dem Chokoladengeschäft Abel.
(7853)
Gelb-
fleisch. Elkartorten
p. Ztr. 4.50 Mk. abzug. Schwvarz,
(6619a
Hofmeierei, Telef. 184.
ſiene chlte. lntchnt
für Fenſter u. Balk., per Stück von
20 Pfg. an hat fortw. abzug. (6892a
Mauls Maragrinegesch., Schuſterg. 5.
Frachhbrieie
sind in der Geschäftsstelle des Tagblatt zu haben.
ſucht Filiale
Junge Frau oder ein gut=
gehend. Geſchäft vorerſt zu mieten,
ſpät. Kauf nicht ausgeſchloſſen. Off.
unter § 52 an die Exped. (6300a
eSchurtehdele!
Fabrik-Niederlage
von J. C. Koenig & Ebhardt, Hannover
L. B. Müller
Schulstrasse 14
Telephon 226.
Kurſe vom 30. März 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
3f.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,25
81,50
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,80
3½ do. Conſols . . . 90,25
3 do. do.
81,40
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,90
do.
93,40
3½,
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,70
do.
89,20
3½
do.
3
79,60
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,70
4 do. do. (unk. 1918) 99,90
do.
88,90
3½
78,20
do.
3
3 Sächſiſche Rente . . . . 81,00
4 Württemberger v. 1907 100,60
94,90
3½
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,00
1¾/ Griechen v. 1887 . . 55,60
0(
3¾/ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 92,80
4 do. Goldrente . . . 96,60
4 do. einheitl. Rente . 89,70
3 Portug. unif. Serie I 64,20
3 do. unif. Ser. III 67,50
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,45
4 do. v. 1890 . . 95,20
4. do. v. 1905 . . 91,801
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,80
4. do. v. 1902 . . . . 90,40?
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden . . . . . . 92,60
4 Serbier amort. v. 1895 84,60
4 Türk. Admin. v. 1903 83,70
4 Türk. uniſt. v. 1905
4 Ungar. Goldrente . . . 91,50
4 do. Staatsrente. e 89,75
Zf.
In Proz.
100,50
5 Argentinter
4
do.
88,30
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,50
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,80
4½
do.
94,70
41½ Japaner . . . . . . . 94,90
5 Innere Mexikaner . . . 93,60
3
5950
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 86,90
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,20
3 Buenos Nires Provinz 72,75
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . .138,10
3 Nordd. Lloyd . . . 106,60
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
Aktienausländiſcher
Trausportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 .. 115,00
8 Baltimore und Ohio . 106,10
6 Schantungbahn . . . . 137,00
6½ Luxemb. Prince Henri 159,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 1757
6 Pennſylvania R. R. . 118,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauexei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrit
.. . . 496,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
. . 258,00
27 Farbwerke Höchſt . . 566,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 339,00
8 Cement Heidelberg . . 156,90
32 Ehem. Werke Albert 48,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 308,00
4 Lahmeyer . 5 ₰ 5 ₰ ₰ a 124,50
Letzte
In Proz.
Dwid.
7 Schuchert, Nürnberg. 159,60
12 Siemens & Halske . 241,75
12 Bergmann Electr. . . 162,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 180,40
25 Gummi Peter . . . . 144,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 160,25
30 Adler=Fahrradwerke
. . . . 462,00
Kleyer
12 Maſchinenf. Badenia 190,00
16 Wittener Stahlröhren 212,00
8 Steana Romana Petr. 134,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 246,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
. . 207,75
häuſel.
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 123,80
3 Südd. Immobilien . 80,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 192,50
12 Bochumer Bergb. und
Gußſt. . . . . . .228,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 186,00
10 Gelſenkirchener . . . . 198,75
7 Harpener
. . . . 199,20
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 256,70
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 86,40
4 Laurahütte . . . . . . 178,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
10 „ Weſteregeln 193,00
5 South Weſt Africa .157,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 90,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer .
. . . 75,80
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,80
3
o.
78,90
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,80
In Proz.
8f.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,10
54,50
bo.
2910
. 77,60
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 96,00
4 Ruſſ. Südweſt . . . ..
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,20
87,75
4
do.
4 Wladichawchas . . . . 89,40
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 78,20
92,50
4½
do.
2‟ Livorneſer . . . . . 70,30
3 Salonique=Monaſtir . 64,90
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,70
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,30
4 Miſſouri=Paeiſie . . . . 74,50
4 Northern=Pacific . . . 100,20
4 Southern=Pacific . .. 95,10
5 St. Louis und San
Franeisco . . . . . 88,30
5 Tehuantepec . . . . . . 98,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich
8½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 14980
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 173,40
6½ Darmſtädter Bank . 125,00
12½ Deutſche Bank . . . 258,00
6 Deutſche Vereinsbank . 123,80
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,60
10 Diskonto=Kommandit 184,50
8½ Dresdener Bank . . 157,75
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,10
5½ Pfälziſche Bank . . 130,25
6.48 Reichsbank . . . . . 137,50
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
e
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 131,50
7½ Wiener Bankverein . 137,50
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,80
Bf. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. .
.. . 90,00
4 Frankf. Hyo.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
do.
3½
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,70
do.
3½
89,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
.. 100,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
.100,45
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,80
S. 3—5
89,60
S. 9—11
89,70
4 Meininger Hyp.=Bank 99,70
3½
do.
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917)
98,30
3½ do. (unk. 1914) . . 89,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,30
o.
3½
89,90
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
99,80
do.
3½
4 Frankfurt .
99,60
3½ do.
95,90
4 Gießen
3½ do.
90,00
4 Heidelberg
99,00
3½ do.
89,50
4 Karlsruhe
98,60
3½ do.
89,00
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
98,60
3½ do.
90,10
4 München .
99,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg:
99,20
3½
do.
90,40
4 Offenbach .
In Proz
8f.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 99,20
94,30
3½ do.
4 Worms . . . .
„ 98,70
3½, do.
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 168,10
3½ Cöln=Mindner „ 100 136,10
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 77,70
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe ..
* 135,10
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,00
3 Oldenburger . . . . . . 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 35,00
Braunſchweiger Tlr. 20 198,00
Freiburger . . . . F5.15
Mailänder .
Fs.45
. Fs. 10 —
do.
Meininger .
. ſ. 7.
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 524,00
do. v. 1858fl. 100 451,00
Ungar. Staats . . fl. 100 368,00
Venediger . . . . Fs. 30 45,60
Türkiſche . . . . Fs. 400 173,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43
20 Franks=Stücke . . . . 16,25
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,43
Franzöſiſche Noten. . . . 81,15
Holländiſche Noten. . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . 80,55
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . . 215,50
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto . . .
Reichsbank=Lombard Z5f. 6
Herren-Artikel.
warbige Damenstrümpfe, glatt u. durchbrochen,
in feinen, modernen Farben von 2.10 — 1.25
960
Herren-Oberhemden in weiß u. farbis von 24 an
„ für die Übergangs-
90
Normal-Einsatzhemden zeithübsche Muster , 1—
garant. 4fach, Stehumleg-Kragen,
Herren-Kragen, Stch- sowie Umlegekragen 45 ₰ 85 ₰
bestehend aus Serviteur u. Manschetten,
Garnituren, moderne Dessins .
autgd.85 ₰
Serviteurs, weiß, in glatt und mit Hältchen anfsd. 35
Farbige Damenstrümpfe
enorm billig!
Gelegenheitskäufe,
Farbige Damenstrümpfe
mit Tupfen, Neuheit 75 ₰
zurückgesetzer Cravatten
Ein Posten
wie Selbstbinder, Regattes
reg. Wert bis Mk. 2.10 Serie 185 ₰,Seriell 95 ₰, Serie IIII.e
Sel
neue moderne Dessin
anfgd.
Herren-Socken in grau und farbig
1.25, 75, 50,
Kinder-Socken, in großer Auswahl . . . von 30 ₰
Handschuhe
Weisse lange Handschuhe mit Finger,
160, 1.10, 85
Schwarze lange Handschuhe, mit und ohne Finger
1.50, 1.25, 1.10,95
Trikot-Handschuhe, kurz mit Finger, farbig
95, 85, 70, 65, 48
Weisse Handschuhe, ohne Finger, kurz
80, 60, 50 40 ₰
Korsett,
Korsett,
Korsett,
Korsett,
Korsett,
Korsett,
Korsett,
Korsetts.
mit Spiraffedern, grau Drell .
prima grau Drell, mit Spiralfedern
Frackform, sehr elegant, hellblau Jacquard,
guter Sitz . . . .
Frackform, mit Strumpfhalter, grau Drell,
prima Ware .
Frackform, aus Ja Satindrell, in versch.
hellen Farben vorrätig
für starke Damen, aus grauem Drell, mit
breiter Gummigurt .
,
Frackform, hochelegante Verarbeitung, aus
gestreiftem Satindrell, Ia Sitz
Eeterpeihpenten
Weisse kurze Handschuhe
et15
ohne Finger
Unser
Reklame-Korsett
aus Satindrell, in vielen Farben,
Frackform, Ia Sitz, Stück
Kinder-Hütchen sowie Batist-Kleiden
in grosser Auswahl.
(7828
Nummer 78.
Nähere Auskunft an unseren Schaltern.
(7856n
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Rheinstrasse 41 parterre werden
von Montag, den 1. April, bis incl. Mittwoch, den 3. April
inoleum-Reste
abeten-
zu änsserst billigen Preisen verkauft.
Grosser Posten Treppenhaus-Tapeten, per Rolle 25 Pfg.
Heinr. Luckhardt
Tapeten-Linoleum-Haus.
7770soi)
Hessische Handeis Benranstatt
Fernsprecher 923
DARMSTADT
Rheinstrasse 6.
Gründliche, gewissenhafte Ausbildung in allen Handelsfächern durch
beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Spezialität: Buchführung nach allen Systemen mit Abschluss, sowie Bank- und Ge‟
schäftsrechnen. — 2 Rechenmaschinen.
Maschinenschreiben nach allen eingeführten Systemen, besonders nach Tastsystem
zur Schonung der Nerven trotz erhöhter Leistungen in deutscher, lateinischer,
französischer, englischer und italienischer Sprache.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch
(5546a
Wilhelm Siedersleben
Sprechstunden:
Montag bis Freitag
staatl. geprüfter Handelslehrer
12—1 und 3—5 Uhr.
und gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.
vvernr Seheef
Grösstes Sprachinstitut, Wilhelminenstrasse 19, II., Telefon 613
Englisch, Franzesisch, Halenisch u. Spamisch
beginnen am 15. April 1912 neue Anfänger-Abendkurse.
Ferner Beginn neuer Tages-Zirkel u. Separat-Damen-Zirkel
für Anfänger, Vorgeschrittene und Konversation.
(7272a
Deutsch für Ausländer.
Prospekt und Anmeldungen im Büro.
Bürozeit: von 9—1 und 3—8 Uhr.
Landgraf-Philipp-Anlage 6
und
Depositenkasse: Wilhelminenstr. 14
Aktienkapital u. Reserven: 192 Millionen Mark
Für die Reisezeit:
Ausländisches Geld
Stahlkammern (Safes)
von 5 Mark an für ein Fach
Kreditbriefe
ev. für die ganze Welt gültig
Feuer- und diebessichere Aufbewahrung von
Wertpapieren u. Wertgegenständen aller Art
Verwaltung von Wertpapierbeständen
auch Hypolheken
gegen
Verzinsung von Bardepositen
(Einlagebücher)
Neue u. gebrauchte
Schreibmaschinen
Schule
Leichteste Lehrmethode
Unterrichtsdauer: 25 Stunden
Vervielfaltigungsbür „Hassia‟
S. Guttmann
Tel. 1679. Wendelstadtstr. 26.
Pädagogium Neuenheim-Heidelberg.
Gymnasial-Realklass. Vorb. f. Secunda, Prima (7/8. Kl.), Einj.-
Freiw. Einzelbehandlung. Aufgaben unter Anleitung i. tägl.
Ar-
beitsstunden. Spiel. Wanderungen. Gartenarbeit. Werkstätte.
Familienheim. Prüfungsergebnisse durch d. Direktion. (M6833
mum äblurienten Kanen für Damen u.
Vorbereifung Herren (u. Primareife) u. zum Einjähr.-
Freiw.-Bxam. — Internat f. Auswärtige. — Beginn 15. April. (7455hl
Reltestes Iustitut
Dr. Haenle’s Institut, Strassburg, Steinring 11. am Plaize Prosv.
e
Me eäe
Uene lä
Erste Deutsche Automobil-Fachschule Mainz
Chauffeur=Schule.
Vom Ministerium ermächtigte Ausbildungsstätte für Führer von
Kraktfahrzeugen. Aeltestes Institut der Welt. Kostenloser
Stellennachweis. — Prospekte frei.
(EFr3018
a a a a n n e nen ee ne e e e n aen genen
Mannenaaaanaaaannnennnaananannnunne
1ns
imm
Geschäfts-Verlegung und Empfehlung.
na
mm
nn
35 1
Mi
2a
2a
2
mn
P. P.
(3m
Meiner verehrlichen Kundschaft und Nachbarschaft un
* zur gefälligen Kenntnis, dass ich mein Kolonialwaren-
10
Es Geschäft nebst Molkereiprodukten von Pfründner-
I hausstrasse nach
(7843
255
15
Mollerstrasse Nr. 1
2t
(Ecke Schlossgartenplatz)
2
26
5
s verlegt habe.
un
(25
Ich bitte, das seitherige Vertrauen auch fernerhin
255
an auf mich übertragen zu wollen, und empfehle mich
2
20
16
Hochachtungsvoll
m
11
E. Schmunk.
me
11
Ini
Iinn
Räannmanns Maigled ues Rabatt-Sparvereins. aaiin
empfiehlt
Jakob Skurnik
Wendelstadtstr. 28
gegenüber der Johanniskirche
Teleſon 1791. (*8283
Briefmarken.
Eine Sammlung, ca. 5000 Stück,
tadelloſe Marken für Mk. 300.m
zu verkaufen. — Reflektanten wollen
ihre Adreſſe unter W97 an die
Exped. d. Bl. ſenden. (*8316om
Spezialzucht, gelbe
Bruteier, Orvingtons, beſtes
Lege= u. Fleiſchhuhn Ohlyſtr. 40,
2. Stock.
(B7859
Nur
Mark 1.10
koſten 4 Pfund
prima
Kern-Seife
½ weiß
½ gelb
10 Pfund Mk. 2.65
Auton Fischer
Adler-Drogerie
Mur (5996a
Frankfurterstrasse 12 u. 14.
Von heutiger Zufuhr
empfehle
für den Osterbedarf!
Schwerſte bayeriſche
Sled Uder Ii-Le
7841)
10 Stück = 65 Pf.
25 Stück=1.60
100 Stück = 6.20
Beachten Sie bitte!
1. Wir garantieren für friſcheſte bayeriſche Ware!
2. Nur ein Preis! Keine Ausfortierung!
3. Bayeriſche Ware iſt ſtets friſcher als ausländiſche
Elotſche Heidelberen 2 Pf.=D. 35 Pf
Clotſche Reineclauden 2 Pf.=D. 68 Pfg.
Clotſche Mirabellen 2 Pf.=D. 72 Pfg.
Mathildenplatz 1
Oriz Landad Telephon 116.
Für die Feiertage!
Kalbsbraten, Kalbsrücken,
Hammelbraten,
Osterlamm-
braten im Ausſchnitt, gerollter
Kalbsnierenbraten in allen
Größen vorrätig. Spezialität: ff.
gehackte Kalbskofeletts bei (7808a
Louis Hein
Hoflieferaut, Schuſtergaſſe 19.
werd. jed. Geſchmackentſpr.
Hüte ſchick garuiert, ältere Hüte
werd. umgearb. in u. außer d. Hauſe
Ludwigspl. 8. Vorderh. III. (7695a
Seltene Gelegenheit:
Hochf. Garnit., blaugr.=Moquette
Diwan u. 2 Sessel
mit Umbau, nußb. pol., neu, gek.
280 Mk., für 170 Mk.
1 hochf. Schlafzimmer
hell, nußb. pol., weit unt. Preis,
ſowie Diwan, Vertiko,
Nähtiſch=
chen, billig abzugeben
(*8322
Gartenſtraße 20, part.
zu verkaufen
Wendel=
ſtadtſtr. 39, 2. St. (*8319
Nummer 78.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912
Seite 11
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Boxer. Die Hunde können von den
Eigen=
tümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag vor=
(7803
mittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im
Gewerbe=
betrieb der Bäcker, Friſeure und Photographen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahme
auf die Bekanntmachung des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt
vom 27. Dezember 1907 veranlaßt, die für die kommenden Feſttage
auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für die nachſtehend
aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die
Sonn=
tagsruhe zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. Am Karfreitag und an den beiden Oſterfeiertagen darf im
Handelsgewerbe auf Grund der Beſtimmungen des Ortsſtatuts
vom 6. September 1907 weder eine Beſchäftigung von Gehilfen,
Lehr=
lingen und Arbeitern, noch ein Gewerbebetrieb in offenen
Verkaufs=
ſtellen ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der Reichs=Gewerbe
ordnung ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Oſterfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5
bis 9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von
vor=
mittags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr;
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. (Zeitungs=
und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen ohne
Zeit=
beſchränkung.)
B. Für den Karfreitag und den zweiten Oſterfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nachmit=
tags 1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nach=
mittags 3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von
vor=
mittags 6 Uhr bis 11 Uhr;
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von
vor=
mittags 5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags;
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 7 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags:
6. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis
nach=
mittags 1 Uhr;
für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. In den Bäckereien darf an dem Karfreitag eine
Arbeits=
ſchicht wie an den Werktagen eingelegt werden, jedoch mit der
Ein=
ſchränkung, daß die Schicht ſpäteſtens um 2 Uhr nachmittags beendigt
iſt, und unter der Bedingung, daß den Gehilfen und Lehrlingen vom
2. Feiertag abends 10 Uhr bis zum nächſten Tage abends 7 Uhr eine
ununterbrochene Ruhezeit gewährt wird.
III. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrtingen im Friſeurgewerbe iſt am Karfreitag
und am erſten Oſterfeiertag geſtattet:
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhalb der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags.
Am zweiten Oſterfeiertag iſt jeglicher Gewerbetrieb
einſchließ=
lich desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An ſämtlichen drei vorgenannten Feſttagen iſt, wie an allen
Sonn= und Feſttagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die
Be=
ſchäftigung von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb
der Werkſtätte in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der
Vor=
bereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen
geſtattet.
IV. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Oſterfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am Karfreitag
und am zweiten Oſterfeiertag iſt die Ausübung des
Gewerbe=
betriebes und die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und
Arbeitern in den photogrophiſchen Werkſtätten geſtattet
ausſchließ=
lich zum Zweck der Aufnahme von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr
nachmittags.
V. Wenn die Sonn= und Feiertagsarbeiten länger als drei
Stunden dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten
Sonntag für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag
mindeſtens in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder
in jeder Woche während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und
zwar ſpäteſtens von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu
laſſen. Wenn die Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche
des Gottesdienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten
Sonntag die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei
zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung
der richtigen Einhaltung der vorſtehend bekanntgegebenen
Beſchäf=
tigungs= und Verkaufszeiten beauftragt und werden Uebertretungen
unnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
(7502fom
Darmſtadt, den 26. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
J. V.: Lauteſchläger.
Bekanntmachung,
die Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen, hier Ausnahmetage
betreffend.
Als Ausnahmetage im Sinne des § 139d Ziffer 3 der
Reichs=
gewerbeordnung (Ueberbeſchäftigung von Gehilfen ꝛc.), ſowie im Sinne
des § 139e Abſatz 2 Ziffer 2 der Reichsgewerbeordnung (
Verlänge=
rung der Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen bis 10 Uhr
abends) werden hiermit beſtimmt:
die zwei letzten Werktage vor Oſtern.
Hiernach dürfen am 4. und 6. April lfd. Js. ſämtliche offene
Verkaufsſtellen in hieſiger Stadt bis 10 Uhr abends für den
geſchäft=
lichen Verkehr geöffnet ſein. An den gleichen Tagen finden die
Beſtimmungen über die Mindeſtruhezeit und Mittagspauſen der
Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsſtellen keine
Anwendung.
Darmſtadt, den 26. März 1912.
(7501fom
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
.: Lauteſchläger.
Stangen= und Brennholz=Verſteigerung.
Dienstag, den 2. April, vormittags 9 Uhr
anfangend, werden im Ober=Ramſtädter Gemeindewald im Diſtrikt
Geiſenwald an Ort und Stelle verſteigert:
473 Stück Fichten=Derbſt. v. 7—9 cm mittl. Durchm., 8—12 m Länge
8—10
96 „ „ Reisſt. „ 6 „
6 rm Kiefern=Scheiter; 6 rm Erlen, 66 Kiefern u. 18 Fichten=Knüppel.
Bemerkt wird, daß ſich die Stangen als Wagnerholz zu
Leiter=
bäumen u. dergl., ſowie für Weißbinder zu Gerüſtholz ſehr gut eignen.
Zuſammenkunft im Diſtrikt Geiſenwald auf der Kreisſtraße
Ober=Ramſtadt-Roßdorf.
Ober=Ramſtadt, den 25. März 1912.
(7598so
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Lieferung
von Papier und
Briefumſchlä=
gen für die ſtädtiſche
Verwal=
tung im Rechnungsjahr 1912.
Angebote nebſt Muſter von
Schreib= und Deckenpapier, ſowie
von Briefumſchlägen uſw. ſind bis
Donnerstag, 4. April I. Js.
einzureichen.
Bedingungen und Muſter liegen
im Stadthaus, Zimmer Nr. 39,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht auf.
(7720so
Darmſtadt, 27. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Futter=Verſteigerung.
Donnerstag, 4. April I. Js.,
nachmittags 4½ Uhr,
wird auf der Pallaswieſe die,
Fut=
ternutzung von den beiden
Rück=
ſtaübecken in 1912 verſteigert.
Darmſtadt, 28. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger. (7829oi
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
In den Waldungen der Stadt
Darmſtadt dürfen Waldwege und
Schneiſen mit Kraftwagen und
Motorrädern nicht befahren
werden.
(1128a
Darmſtadt, 4. Januar 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Saioh Garmten
Seide, Klubſeſſel, Vertiko mit
Kredenz, eichen, Kaſſenſchrank,
3 Diwan, 2 Gartenſeſſel, Büfett,
Salon, Plüſch, Tiſch, 6 Stühle,
eichen, billig abzugeben durch
Kurtz, Taxator, Pädagogstr. 2
Telefon 1202. (*8305
Schöner Kinder-Lieg- und
-Sitzwagen billig abzugeb.
Viktoriaſtraße 72, 3. Stock. (*8299
Gunstige
Gelegenheit.
1 ſilbernes Tee=Service, 800 geſt.,
beſtehend: Kanne, Zuckerdoſe,
Milchkanne u. Tablett Mk. 290.
Brillant=Ring, 2 Brillant. und
1 Perle, prima Steine Mk. 230.
Brillant=Ring m. Smaragd M. 190.
Silbernes Fiſchbeſteck Mk. 35.
Silberne Löffel und Gabeln, das
Gramm von 8 Pf. an.
Schwer goldene Uhr mit
Mono=
gramm L. K., faſt neu Mk. 108.
Goldene Damenkette mit Brillant
Mk. 125.
Silbernes Schreibzeug Mk. 28.
Goldene Damenkette Mk. 15.
Silberne Herren= und
Damen=
uhren von 8 Mk. an.
12 ſilberne Wein=Kelche. (*8306
A. Kurtz,
Pädagogſtraße 2.
Tel. 1202.
Grehrter Herr Apotheker!
Nächſt Gott danke ich Ihnen für
die gute Rino=Salbe, die ſich an meinen
Händen, ſeit 4 Jahren naſſe, freſſende
Flechte, gut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe,
be=
grüße ich Sie
hochachtungsvoll
Wwe. H.
Bismark, 1./11. 1905.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
leiden angewandt, iſt in Doſen à
Mk. 1.15 und Mk. 2. 25 inden Apotheken
vorrätig; aber nur echt in
Original=
packung weiß=grün=rot und Firma
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.
Uirine
in Flaſchen
à Mk. 1.—, 1.50 u. 2.50
Parket-
Wachs
weiß u. gelb, beſte Qualität
garantiert
Terpentinöl
rein
Terpentin=Oel=
Sangajol Erſatz, billigſt
Parket-Bodan
Stahl-Spähne
fein, mittel und grob
Parket-Rose empfiehlt
Anton Fischer
Adler-Drogerie
r. 12/14. (6484a
Frankfurt
Die Vereinigung der Großherzogl.
Bezirkskaſſen Darmſtadt 1 und II.
Nachſtehende Bekanntmachung Großherzogl. Miniſteriums der
Finanzen bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis. Alle noch
an Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II zu leiſtende Zahlungen ſind vom
1. April d. J. ab an Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt (Lindenhofſtraße 15)
zu entrichten.
Darmſtadt, den 30. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Schmitt.
893
Bekanntmachung.
Die Vereinigung der Großh. Bezirkskaſſen Darmſtadt I und II
betreffend vom 27. März 1912.
Mit Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs
wird die Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II vom 1. April ds. Js. an
mit der Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt I vereinigt. Dieſe Kaſſe,
der auch die Großh. Untererhebeſtellen Arheilgen und Nieder=
Ram=
ſtadt unterſtellt werden, hat die Bezeichnung „Großh. Bezirkskaſſe
Darmſtadt” zu führen.
(7830oi
Darmſtadt, den 27. März 1912.
Großh. Miniſterium der Finanzen.
Stromtarif des ſtädtiſchen Elektrizitätswerks.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß mit der Bildung der
gemeinſchaftlichen Bahnunternehmungen und der damit
zuſammen=
hängenden Erweiterungen der ſtädtiſchen Elektrizitätswerke eine
we=
ſentliche Herabſetzung des Strompreiſes, und zwar des
Licht=
ſtromes von 70 Pfg. zunächſt auf 50 Pfg. für die Kilowattſtunde
mit entſprechend geänderten Nachläſſen mit Wirkung vom 1. April
ds. Js. ab beabſichtigt iſt.
Dieſe Maßnahme in Verbindung mit der bereits vor
Jahres=
friſt erfolgten bedeutenden Herabſetzung des Preiſes für Kraftſtrom
ermöglicht es der ſtädtiſchen Einwohnerſchaft, in viel größerem
Um=
fange als ſeither die Vorzüge und Vorteile des elektriſchen Stroms
zu genießen. Wir erwarten, daß durch die beabſichtigte bedeutende
Verbilligung des Strombezugs Neuanſchlüſſe an das Kabelnetz in
erheblicher Zahl erfolgen.
Es wäre erwünſcht, wenn dieſe Neuanmeldungen baldigſt
vor=
genommen würden, damit ſich die Ausführung nicht verzögert.
Die vorgeſehene Strompreisermäßigung ſoll mit rückwirkender
Kraft vom 1. April ds. Js. ab eintreten.
Den Stromabnehmern wird daher der bezahlte Mehrbetrag
an Stromgeld nach vollzogenem Vertragsabſchluß gutgeſchrieben,
d. h. auf den ſpäteren Strombezug in Anrechnung gebracht werden.
Darmſtadt, den 29. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt. Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft.
I. V.: Ekert.
Rötelmann. (7795oi
ieuer Osthafen, Frankfurt u. M.
Verkauf u. Vermietung v. Industriegelände u. Lagerplätzen.
Plätze mit eigenem Ufer am Wasser. Modernste
Kraneinrich-
tungen. Alle Plätze mit Gleisanschlüssen und alle Straßen mit
Kanal. Wasserleitung, elektrischen Kabeln, Telefonleitungen.
Feuermeldeleitungen usw. Nahe Lage zum Ostbahnhof und
zur Stadt, gute Straßenbahnverbindungen. Alle Ufer und Plätze
hochwasserfrei. Hafen auch als Sicherheits- und Ueberwinterungs-
Hafen ausgebildet. Günstiger Untergrund. Leichte
Arbeiter-
beschaffung.
Verkaufspreise von 15 Mk. pro am aufwärts mit
Ein-
schluß der Straßenfreilegung, Herstellung der Straßen und
der Gleise. Erleichterte Zahlungsbedingungen.
Frankfurt a. M. 430,000 Einwohner. Zentrale Lage.
Aufnahme-
fähiges Hinterland. Verkehrsmittelpunkt mit großem
Fremdenver-
kehr. In jeder Beziehung moderne Großstadt mit vorzüglichsten
hygienischen Einrichtungen und sehr geringer
Sterblich-
keit. Günstige Steuerverhältnisse. (Auskunft über Frankfurt a. M.
und Umgebung erteilt kostenlos der Frankfurter
Verkehrs-
verein, Bahnhofsplatz 8.)
Hafenverkehr im Westhafen von 156,000 t auf 2,000,000 t
gestiegen. Neuer Osthafen umfaßt 40 ha Wasserflächen,
14 km Ufer, 45 ha Lagerplätze, 55 ha
Wasserindustriege-
lände. 200ha Binnenindustriegelände. Gesamtkosten 72Mill. ℳ.
Näh. Auskunft erteilt die städt. Hafenbaudirektion Frankfurt a. M.,
(3295g
Rathaus-Südbau.
Möbel, ganze Hotels,
Kaufoalle Wohngs.=u. Bureau=
Einricht., Pianos, Kaſſenſchr. auch
außerhalb zu reellem Wert (7831a
Tel. 1202. Kurtz, Pädagogſtr. 2.
Erbbegräbnis
von vierperſönig. Größe am
Haupt=
weg zu verkaufen. Off. u. W96
an die Expedition d. Bl. (*8317
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Nummer 78.
Wanderungen durch das Städtiſche
Muſenm.
II.)
Bismarck=Ausſtellung.
Der 1. April iſt jedem deutſchen Vaterlandsfreunde,
auch jetzt, wo der Altreichskanzler für immer ausruht
von ſeinem irdiſchen Lebenswerk, ein hoher Feſttag.
In den Mauern Darmſtadts ſind ſchon viele herrliche
ſolcher Feſttage gefeiert worden, die dem Gedächtnis der
Mitfeiernden nicht entſchwinden werden. Es ſei nur
an den 1. April der Jahre 1895 und 1906 erinnert, an
denen in prächtigem Feſtgewande Darmſtadt ſich
dar=
bot. Unſer ſtädtiſches Muſeum enthielt ja bereits einige
ſchöne Erinnerungsſtücke an unſeren Ehrenbürger und
an dieſe ſeine Ehrentage. Der Gedanke lag deshalb
nahe, dieſen Kern mit anderen in Darmſtadt und
anderswo befindlichen Gegenſtänden vereinigt, der
All=
gemeinheit auf einige Zeit zugänglich zu machen. Wir
glauben ſo am beſten den 1. April zu feiern.
Ausge=
ſtellt ſind nur ſolche Sachen, die die Beziehungen
Bis=
marcks zu Darmſtadt veranſchaulichen. Wenn man
weitere Gegenſtände hätte zulaſſen wollen, das wäre
ein ganz uferloſes Unternehmen geweſen. Die
Bezieh=
ungen Bismarcks zu Darmſtadt beginnen mit ſeinem
Aufenthalt in Frankfurt a. M. als preußiſcher
Bundes=
tagsgeſandter, mit dem Jahre 1851. Es würde hier der
Platz mangeln, wenn man alle Erwähnungen und
Mit=
teilungen in ſeinen Briefen an ſeine Frau, Leopold von
Gerlach, u. a. mitteilen wollte. Die mag jeder, dem
das Leſen dieſer oft wundervollen, mit feinem Humor
durchwehten Briefe einen großen Genuß bietet, daheim
bequem nachleſen und genießen. Er kann ſie alle aus
der Hofbibliothek oder der ſtädtiſchen Leſehalle
ent=
leihen. Hier können wir uns begnügen mit den
Aeußer=
ungen, die Bismarck der Abordnung der Darmſtädter
bei Ueberreichung des Geſchenks zu ſeinem 80.
Geburts=
tage, einer Mappe mit Anſichten Darmſtadts und
Um=
gebung, gegenüber getan hat.
Der Fürſt erwiderte auf die Anſprache, mit welcher
der Oberbürgermeiſter Morneweg‟) die Verleſung der
Adreſſe einleitete, das folgende: „Meine Herren! Ich
danke Ihnen herzlich für Ihre freundliche Begrüßung.
Ich habe für Darmſtadt, ich möchte es heute beinahe
Jugenderinnerungen nennen, in der Zeit wo ich in
Frankfurt war. Ich kam dahin, wie ich 36 Jahre, glaube
ich) war. Es iſt im Verhältnis zum 80. Jahre doch eine
Jugend, und ich habe Ihre hübſche Gegend, Ihre
Wäl=
der, die Leichtigkeit des Verkehrs und des Reiſens lieben
gelernt. Ich habe die Straßen in Darmſtadt gekannt,
ich hatte in dem preußiſchen Geſandten dort einen
in=
timen Schul= und Jugendfreund, Herrn von Kanitz, der
ſich nachher mit dem Miniſter von Dalwigk nicht
vertra=
gen konnte und deshalb wegging.‟) Ich freue mich, daß
Sie Ihrerſeits ein Anerkenntnis dafür haben, daß durch
die großen Ereigniſſe unter Kaiſer Wilhelm I. ein
Vor=
land für Sie gewonnen iſt, namentlich für Rheinheſſen,
daß Sie nicht mehr ſo exponiert liegen. Das war
mei=
ner Ueberzeugung nach das Hauptbedürfnis. Die
El=
ſäſſer irren ſich immer in der Anſicht, daß wir aus
uner=
widerter Liebe zu ihnen ſie hätten haben wollen. Wir
brauchten das Glacis vor uns und die weitere
Entfern=
ung der franzöſiſchen Einbruchsſtationen. Wir mußten
das haben, wenn wir nicht unter demſelben Drucke
blei=
ben wollten, wie wir es Jahrhunderte hindurch geweſen
ſind, das die Ecke von Weißenburg bis nach Stuttgart
und Darmſtadt hin drohte. Jetzt ſind wir miteinander
getraut zu einer katholiſchen Ehe, die nicht zu ſcheiden
iſt (Große Heiterkeit) in dieſer Welt, und wir werden
hoffentlich mit einander ausdauern, länger als einer
von uns es erlebt, und feſt zuſammenhalten. Ja, meine
2) Die II. Wanderung geht nicht in den Odenwald,
wie urſprünglich angekündigt war, ſondern in die
Bis=
marck=Ausſtellung; in den Odenwäld geht es dann das
nächſte Mal.
) In der Bismarck=Literatur z. B. bei Penzler:
Bismarck nach ſeiner Entlaſſung VI, 145 ff., ſind faſt alle
Namen der Perſonen der Abordnung verdruckt; ſo heißt
der Oberbürgermeiſter Mornetag; nur Paul
Wolfs=
kehl iſt richtig. Wir geben den Wortlaut nach den
Hamburger Nachrichten, die ihn wohl am genaueſten
gaben, wieder.
2) Der Fürſt irrt nicht. Er wurde am 8. Mai 1851
zum Legationsrat beim Bundesrat ernannt. Am 25. April
erwähnt er zuerſt die Möglichkeit, am 28. April teilte er
bereits ſeiner Frau brieflich mit, daß er bereits Anfang
Mai zuerſt als 1. Legationsſekretär nach Frankfurt gehe. Er
wurde eaſt am 15. Juli zum wirklichen
Bundestagsge=
ſandten ernannt. In einem Brief an Leopold von
Ger=
lach vom 22. September ſchildert er ſehr ergötzlich die
einzelnen Männer, darunter auch den Darmſtädtiſchen
Geſandten von Münch.
4) Karl Freiherr von Canitz=Dallwitz war bis etwa
Mitte der 50er Jahre preußiſcher Geſandter in Darmſtadt.
am 3. Juli bekam er bei ſeinem Weggang nach Neapel
das Großkreuz des Ordens Philipps des Großmütigen.
Er wohnte nach damaliger Bezeichnung F 96, was jetzt
Ecke der Rhein= und Kaſinoſtraße iſt. Das Haus gehörte
dem Herrn von Wedekind. Nebenbei ſei hier noch
be=
merkt, daß dieſe alte Literabezeichnung noch an einem
Hauſe in der oberen Eliſabethenſtraße, E 74a, erhalten
und eingemeiſelt iſt.
Heren ich danle Ihnen für Ihre freundliche
Begtüß=
ung und für die wunderſchöne Gabe. (Der Fürſt beſah
ſich die Bilder und ſagte dann): Auf dem Kranichſtein
habe ich den einzigen weißen Hirſch in meinem Leben
geſchoſſen, einen weißen Rothirſch, das war ein ſehr
ſtattlicher Wildpark. (Bei dem Bild vom Einſiedel
be=
merkte der Fürſt): Das wird da ſein, wo wir die
baye=
riſchen Semmeln mit Wurſt darunter frühſtückten auf
der Jagd.‟) Der Großherzog hatte eine wunderliche
Vor=
liebe im Eſſen; wenn Schwarzwild angeſchoſſen war,
da ließ er noch von dem Schweiß auffangen und das
raſch zu einer Blutwurſt verarbeiten. Mir war es nicht
ganz willkommen. (Bei Vorlegung eines weiteren
Bil=
des aus der Stadt äußerte der Fürſt): Wenn ich nicht
irre, wohnt hier — ach ſo, da täuſche ich mich doch über
die Lage des Platzes, ich dachte, da wäre von Kanitz
ge=
weſen. (Das Bild des Rathauſes beſehend): „Der
Turm iſt mir vollſtändig in der Erinnerung.” Ach, ich
wollte, ich wäre noch einmal ſo geſund, wie damals. Es
iſt eine ſehr hübſche Gabe. . . . Dieſe alten
Erinnerun=
gen. In beſonders angenehmer Erinnerung habe ich
die vorzüglichen Reitwege um Darmſtadt. Ich war
da=
mals richtiger und paſſionierter Reiter und ritt viel mit
meinem Jugendfreund von Kanitz zuſammen.
Ich habe ſehr angenehme Erinnerungen an Ihre
Stadt und auch an den alten Großherzog Ludwig, den
großen Dicken (der Fürſt machte die entſprechende
Hand=
bewegung); er war ein liebenswürdiger Herr, und
namentlich auf der Jagd, da habe ich ihn am meiſten
ge=
ſehen, auf dem Kranichſtein, da war er am behaglichſten.
Ein bißchen mehr Feierlichkeit, als wir bei uns gewöhnt
waren, war immer am Darmſtädter Hof; aber er war ein
liebenswürdiger wohldenkender Herr.” Hieran ſei noch
eine hübſche Erinnerung aus Bismarcks Frankfurter
Bundestagszeit angereiht. Sie gibt ſich ſo echt
bis=
marckiſch, daß ſie ſicher hiſtoriſch iſt, auch wenn ſie dem
Schreiber dieſes nicht von durchaus zuverläſſiger Seite,
von einem alten Studienfreunde, kürzlich erzählt worden
wäre. Dieſer hatte ſie aus dem Munde eines der dabei
Beteiligten, des weiland Thurn und Tarisſchen
Poſthal=
ters Hoffmann, deſſen ſich viele ältere Darmſtädter noch
erinnern werden.
In den 50er Jahren lud der vorhin von Bismarck
erwähnte Miniſter Dalwigk einmal den ganzen
Bundes=
tag zu einer Partie auf den Frankenſtein ein, wozu der
Poſthalter Hoffmann die Wagen ſtellte. Als es dann an
die Heimfahrt gina, ſetzte ſich Bismarck keck auf den
Kutſch=
bock, feuerte die Pferde mit der Peitſche an und dann
wäre eine ganz tolle Fahrt losgegangen. In ſchlankem
Trabe, hie und da auch noch ein bißchen raſcher, ohne
Bremſe wäre Bismarck wie das wilde Heer den Berg
hinunter gebrauſt. Er hätte ſeine Sache jedoch ſo gut
gemacht, daß der Wagen und die Pferde glücklich ohne
den geringſten Unfall bis auf die ebene Landſtraße
ge=
langt und die Inſaſſen mit dem bloßen Schrecken
davon=
gekommen wären. Dieſe Geſchichte erinnert lebhaft an
die „tollen Junkerſtreiche” Bismarcks in Kniephof u. a.
Daß er auch in Frankfurt noch ſolche Einfälle hatte, zeigt
die Ueberlieferung, daß er hie und da ſeinen Diener
durch einen Piſtolenſchuß herbeigerufen habe.
Den Kern der kleinen Bismarck=Ausſtellung, die von
heute an im ſtädtiſchen Muſeum in mehreren Zimmern
im zweiten Stock eröffnet wird, bilden nun neben dem
Original des Darmſtädter Ehrenbürgerbriefes die von
der Stadt Darmſtadt zu ſeinem 80. Geburtstag im Jahre
1885 geſchenkte Mappe mit zehn Aquarellen, die an den
Wänden verteilt ſind. Es ſind ſechs Bilder aus unſerer
Stadt, von Herrn Kunſtmaler Hermann Schlegel, und
vier, dazu noch das Widmungsblatt, von Herrn Prof.
Hermann Müller gemalt: Einſiedel, Kranichſtein,
Blick von der Marienhöhe nach der Bergſtraße (worauf
noch eine Felsgruppe zu ſehen iſt, die jetzt weggeſprengt
iſt) und Schloß Heiligenberg bei Jugenheim. Auf dieſe
Bilder beziehen ſich die obigen Bemerkungen des
Für=
ſten. Die Sachen ſind in zuvorkommendſter, nicht hoch
genug anzuerkennender Weiſe aus dem großen
Schön=
hauſer Bismarck=Muſeum von dem Enkel des
Altreichskanzlers, dem Sohne Herbert Bismarcks, dem
jungen Fürſten Otto v. Bismarck=Schönhauſen
auf Friedrichsruhe, uns zu dieſem Zweck zur Verfügung
geſtellt worden. Es ſei dem hohen Herrn auch an dieſer
Stelle im Namen aller Beſucher der Ausſtellung der
wärmſte Dank ausgeſprochen, ebenſo wie allen
Darm=
ſtädter Gönnern. Dann kommt ein in hieſigem
Privat=
beſitz befindliches Original=Lenbachbild von Bismarck;
ferner zwei Bismarck=Photographien, die Bismarck der
Frau Lilli Wolfskehl ſelbſt verehrt hat; das eine
aus älterer Zeit, bei Gelegenheit eines Kiſſinger
Aufent=
haltes im Jahre 1876, das andere, mit eigenhändiger
Unterſchrift, bei Gelegenheit des Empfanges einer
Ab=
ordnung von Damen, wobei ſie die Worte des Dankes
an den Fürſten richtete. Es würde zu weit führen,
woll=
ten wir hier alles aufführen, was Dank dem
Entgegen=
kommen der Beſitzer, die ihre koſtbaren Schätze und
Er=
innerungen ſonſt ſtreng behüten, der Allgemeinheit
zu=
gänglich gemacht iſt: Briefe, Büſten. Münzen, Skizzen
und Photographien über die Vorgeſchichte unſeres
Bis=
marck=Denkmals, ſogar Viſitenkarten ſind darunter. Nicht
bloß von Bismarck, ſondern auch von Lothar Bucher,
*) Es ſind wohl die berühmten Darmſtädter
Wurſt=
wecke gemeint, die neuerdings bei den Grenzgangfeſten
wieder zu Ehren gekommen ſind.
Ehrpſander u. a. An dieſer Stell wolln wir nun noch
den bedeutſamen Inhalt eines Briefes an unſeren
hoch=
verdienten Mitbürger, Herrn Hauptmann Zernin,
der uns von dem jetzigen Beſitzer, Herrn Hofbuchhändler
Kleinſchmidt, der eine bedeutende
Autographen=
ſammlung beſitzt, zur Verfügung geſtellt wurde,
wieder=
gegeben. Zernin wandte ſich bei Gelegenheit ſeiner
Goeben=Biographie um Auskunft an Bismarck.
Dar=
auf ging ihm folgender Brief zu:
Kiſſingen, 6. Auguſt 1891.
Sr. Hochwohlgeboren
Herrn Hauptmann Zernin!
Auf Ihr Schreiben vom 4. d. M. teile ich Ihnen gern
mit, daß ich Goeben nicht nur als Feldherrn ſehr
hoch=
geſchätzt, ſondern auch wegen ſeiner perſönlichen
Liebens=
würdigkeit einen beſonders freundlichen Eindruck von
ihm behalten habe. Ich freue mich, daß ſeine Verdienſte
durch Ihre Arbeit in weiteren Kreiſen die Anerkennung
finden werden, die ihnen in militäriſchen niemals gefehlt
hat. Bei der Veröffentlichung des Textes der von Ihnen
in Abſchrift überſandten Briefe habe ich keine Bedenken.
— Der gaſtlichen Aufnahme in Gravelotte am 19. Auguſt
erinnere ich mich noch heute mit Dankbarkeit. — Die
Gefahren neutraler Einmiſchung waren Mitte Oktober
ſchon vorhanden und ſtiegen im Verlauf des Krieges.
Mit Rückſicht darauf würde ich einen Weg, um einen
annehmbaren Frieden vor der befürchteten
Ein=
miſchung zu erlangen, nicht unverſucht gelaſſen haben,
auch wenn er die Herſtellung des Kaiſertums in
Frank=
reich zur Bedingung gehabt hätte.
Die Gedanken an Luxemburg habe ich nicht zur
Sprache gebracht, weil eine Verhandlung darüber den
europäiſchen Mächten in Anknüpfung an den
Neutrali=
tätsvertrag von 1867 die Einmiſchung in unſeren Streit
in Frankreich näher gelegt und erleichtert haben würde.
Dieſelbe war um ſo mehr zu beſorgen, je länger ſich die
Belagerung von Paris verſchleppte.
Ueber die Frankfurter Bundesakten wird vielleicht
das Auswärtige Amt Auskunft geben können. Die
frag=
lichen Beſtandteile werden ſchwerlich mit nach Ulm
ge=
langt ſein, ſondern, ſoweit ſie zur Exiſtenz i. den Akten
gekommen ſind, den Weg in preußiſche Archive gefunden
haben.
v. Bismarck.
Endlich ſei noch auf die ausgeſtellten beiden
volks=
tümlichen Gedichte hingewieſen, die Zeugnis davon
ab=
legen, wie lebhaft man auch im Odenwalde während des
Krieges 1870/71 an Bismarck und ſeiner genialen Politik
Anteil nahm. Eines der ſchönſten poetiſchen Denkmale
Bismarcks wurde ihm jedoch von dem Dichter des „
Ge=
nerals vom Knopf”, dem Darmſtädter Wilhelm von
Ploennies, das wohl dauerhafter wie Stein und
Erz iſt, geſetzt. In einer Viſion am Grabe ſeines
Freun=
des, des bei Laufach gefallenen Hauptmanns Königer,
wie ein Prophet der Bibel, verkündigt v. Ploennies in
ſchwungvollen Verſen, mitten in den Luxemburger
Wir=
ren, die künftige Größe Bismarcks und Deutſchlands.)
„Freie Zukunft ſeh ich glänzen, der mein ganzes
Seh=
nen gilt!
Schlugt ihr brüderlich den Franken, iſt der alte Haß
verſcharrt:
Dann, nehmt euch ohne Danken, was euch längſt
ver=
heißen ward!
Faule Friſt iſt bald zerronnen, denn der Mann, der
euch geweckt,
Der das Rieſenwerk begonnen, raſtet nicht, bis er’s
vollſtreckt.
Glaubt ihr, daß ein ſolcher Recke, der in ſolchen Zeiten kam,
Halben Weges ſchon erſchrecke?
Glaubt ihr, daß er nichts bezwecke, als ein größeres
Winkelkram?
Schrecklich war ſein erſtes Werben, als des Königs
Freiersmann.
Glaubet mir, er wird nicht ſterben, eh’ er mich dem Herrn
gewann!
Starr und ſchweigend ſteht er heute, wie in Todesruh
gebannt.
Doch ſein Aug bewacht die Beute, und am Schwertgriff
zuckt die Hand.”
N.
) S. die neue Ausgabe des „General vom Knopf”
bei Schlapp, 1909. S. 217.
Litergriſches.
— Grundzüge der Trigonometrie. Von
Franz Bendt. Mit 42 in den Tert gedruckten
Figu=
ren. Vierte, erweiterte Auflage. In Originalleinenband
2 Mark. Verlag von J. J. Weber in Leipzig. Bendts
Grundzüge eignen ſich vorzüglich zum Selbſtſtudium;
das Buch ſetzt Leſer voraus, die ſich für einen praktiſchen
Zweck mit den Lehren der Trigonometrie vertraut machen
wollen, weshalb die größte Klarheit und Verſtändlichkeit
angeſtrebt und auch erreicht worden iſt. Drei Vierteile
des Buches beſchäftigen ſich mit der ebenen, das letzte
Viextel mit der ſphäriſchen Trigonometrie. Angeſchloſſen
iſt eine Zuſammenſtellung der wichtigſten
trigonometri=
ſchen und goniometriſchen Formeln.
eine neuartige Haushaltſeife
von
fabelbafter Waſchkraft.
Es iſt jeder Hausfrau aufs dringendſte anzuempfehlen, unbedingt einmal einen Verſuch zu machen, und ſie ſoll
zu dieſem Waſchverſuch empfindlichere oder beſonders verſchmutzte Sachen nehmen. Man wird die Wäſche nicht
wiedererkennen, ſo ſchön iſt ſie geworden.
Ein Stück Kavon=Seife (Preis 20 Pfennig) genügt zu dieſem Verſuch vollſtändig. Mit einem Stück Kavon=Seife
kann man einen ganzen Haufen Wäſche und andere Sachen waſchen. (Achtung! Die Kavon=Seife gibt ſofort Schaum.
Starkes Aufdrücken wie bei anderen Seifen iſt unnötige Verſchwendung! Bei richtiger Behandlung muß man mit
halb ſo viel Seife wie ſonſt auskommen.)
Wer mit Kavon=Seife einmal gewaſchen hat, nimmt keine andere Seife wieder.
(4491Mk
ſer 78.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Seite 13.
Knaben-
ekleidunc
Jacken-Anzüge
mit und ohne
Ueberkragen
Kieler Anzüge
in Original-
Ausführung
Paletots
und Pyjacks
blau und farbig
Blousen-Anzüge
in vielen
— Fassons
Joppen-Anzüge
mit Stulpenhose
oder Breeches
Mädchen-Bekleidund
Entzückende Neuheiten neben wirklich
prak-
tischen Ausführungen vereinen eine
auser-
lesene Auswahl nur erstklassiger Fabrikate.
Die Verkaufspreise sind ganz
ausserordent-
lich niedrig festgelegt, schon um
dieser bereits ausgedehnten Abteilung einen
weiteren neuen Abnehmerkreis zuzuführen.
Minderwertige Qualitäten werden
grund-
sätzlich fern gehalten.
33
Kleider
und
Kostüme
Strohhüte u. Mützen
Sweaters u. Blousen
(7809
Ludwigsplatz.
cke Schulstrasse.
Darmſtäl
2.
ontag
Frühfahts
EasHen
Damen-Derby-Schnürschuhe
Braun Chevreaux, Lackkappe
Mk. 6.50 an
Schwarz Chevreaux, Lackkappe Mk. 5.—, 6.50, 7.50
Schwarz Chevreaux u. braun Lack
. Mk. 9.50
Chevreaux- u. Boxschnürstiefel . Mk. 4.50, 6.50
Spezialausführung prima Chevreaux und Boxcalf
Mk. 9.50, 10.50, 11.50 und höher
Kinderstiefel
in bekannt grösster Auswahl, enorm billig.
Herren-Schnürstiefel
Chevreauxschnürstiefel .
. Mk. 5.50 an
Box- und Chevreauxschnürstiefel, breite Fasson, mit und
ohne Lackkappen . . . . .
Mk. 7.50
Boxcalf und echt Chevreaux, mit und ohne Lackkappen,
moderne Formen, Mk. 10.50, 11.50, 14.50
und höher.
Konfirmandenstiefel
zu jedem Preis.
Sandalen
gute Qualitäten, sehr billig.
Markt 6
Keilmann
Markt 6
Grösstes Lager und ältestes Geschäft am Markt.
Reparaturen im Hause auf eigener Werkstätte prompt und billigst.
Schwarz-weisse Rabattmarken.
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in feiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in
Kran=
kenpflege bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur
Ver=
fügung. Näheres im Martha-
(4298t
haus.
Offene Stellen
Maihtiten
Weiblich
Kindergärtnerin II. KI.
ſucht zum 15. April oder 1. Mai
Stellung. Gute Zeugniſſe vorhand.
Off. u. W33 an
(*8045fso
Intermn
lub.
Sacht Stenung
25
22
Frankfurt a. M
Zeil 112 (neben der Hauptpost)
Jg. Frau ſucht Laufdienſt für
vormittags 1—2 Stunden. Näh.
Eliſabethenſtr. 45, Hinterh. p. (*8311
Mädchen, w. koch. kann u. in all.
Zweig. d. Haush. erf., ſ. Stelle für
den ganz. Tag, geht ev. ganz in Stell.
bis 15. Apr. Off. u. W91 Exp. (*8304
Mehr. Landmädch. m. g. Zeugn.
ſuch. paſſ. Stell. in Priv., Bäck. u.
Metzgereien z. 15. April u. 1. Mai d.
Johannette Weißmantel, gewerbsmäßige
Steilenvermittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*8314
Suche für ein ſaub. kräſt. 15jähr.
Mädchen Stelle in gut. Haush.
Grosshaus Arheilgerſtr.92, II. (*8270oid
Stelle ſucht ein beſſ. Mädchen
als einfache Stütze od. 1.
Zimmer=
mädchen auf 15. April od. 1. Mai.
Gute Zeugn. und beſte Empfehl.
Offerten an Berthel Barho,
Lahr in Baden, Bergſtr. 11. (7846a
Männich
Ein zuverläſſiger Mann ſucht
Vertrauenspoſten. Kaution kann
geſtellt werden. Offert. u. W 92
an die Expedition ds. Bl. (*8310
Für 16½, jähr. Oberrealſchüler,
Einj.=Berechtigung, evang., ſolider
Charakter, verkehrsfähig,
Zeichnen=
talent, wird kaufmänniſche oder
eventl.
andere zehrstelle gesucht,
kl. Bankgeſchäft bevorzugt. Off. u.
W86 a. d. Exped. d. Bl. (*8288oms
Suche für meinen 16jähr. Sohn
mit Berechtigung
Lehrstelle
auf kaufmänniſchem Bureau. Off.
unt. W 88 an die Exp. (7800oi
erste und zweite Etage (Fahrstuhl).
In 25 Herren-Grössen fertig am Lager:
Ein- und zweireihige Sacoo-Anzüge
angefertigt aus
besten deutschen und englischen Stoffen.
Uister Paletots= Regenröcke.
Man verlange Kataloge!0
(V7824
Fahnenstickerinnen
für ſofort od. ſpäter geſucht.
An=
genehme dauernde Stelle; keine
Saiſonarbeit, hoher Lohn.
Bonner Fahnenfabrik
Bonn a. Rhein.
Sauberes, williges Laufmädch.. Soderſtr. 108, part. (7563fsa
ir ſiche e
1. Mai 1912
Ia Verkäuferinnen
mit angenehmen Umgangsformen.
Schriftliche Offerten oder
per=
ſönliche Vorſtellung Hügelſtr. 61,
2. Stock, zwiſchen 1—2½ Uhr. (7802
Blusen-Spezialist
M. Wasservogel
Wilhelminenſtraße 29.
Lehrmädchen
Konfektloh. geſucht
Grafen=
ſtraße 4, 1. Stock.
*8172so)
Für 1. April Mädchen z. Kind.
geſucht u. Führung der
Privat=
wohnung.
(7584a
Alexanderſtraße 18, Reſtaurant.
Schneiderin
auf Jahresſtelle ſucht
(7538a
Hermann Berger, Ernſt=Ludwigſtr. 10.
Geſucht
für ſofort oder 1. April ein
durch=
aus anſtändiges, in Küche u.
Haus=
arbeit erfahrenes Mädchen. Zu
ſprech. bis 11 Uhr u. v. 6—8 Uhr
Soderſtraße 44, 2 Tr. (7167a
Alleinmädchen
das auch im Kochen bewandert iſt
und gute Zeugniſſe hat, bei gut.
Lohn in kleinen Haushalt per
1. April geſucht. Näheres
Hoch=
ſtraße 8, 2 Treppen. (K7263
Fleißiges, ſauberes Mädcheny.
10. April d. J. n. Frankfurt a. M. geſ.
Näh. Gutenbergſtr. 38, II. (*8020fso
ſof. geſucht
Hausmädchen Reſtaurat.
Hottes, Schloßgaſſe 1. (*8174soi
Junges Mädchen
aus guter Familie zur Erlernung
des Hotelhaushaltes zum baldigen
Eintritt geſucht. Familienanſchl.
ohne gegenſeitige Vergüt. Offert.
an Hotel Krone, Auerbach (Hess.) (78125
Gesucht
wird nach Mainz ſauberes, fleißig,
Mädchen
kinderlieb, das etwas kochen kann.
Vorzuſtellen bei Frau Appel,
Darmſtadt, Mühlſtr. 52. ((*8265
Mädchen in eine ſehr gute Stelle
geſ. Frau Susanna Röse, gewerbsmäßige
Stellenvermitttlerin, Kiesſtr. 35, I. (*8284
Für die franz. Schweiz in eine
Penſion 2 junge Mädchen au
pair und eine Köchin geſucht.
Off. unt. M K 30, poſtlagernd
Poſt Hermannſtraße. (*8307
Männlich
Lebensversicherungs-
Gesellschaft
mit modernen, ſehr günſtigen
Tarifen ſucht einen energiſchen
eingeführten Herrn als
Of
Haupl-vertreier
für Darmſtadt, Stadt u. Land,
gegen hohe Bezüge. Inkaſſo
vor=
handen, kleine Kaution verlangt.
Nur ſolche Herren, die imſtande ſind,
neue Abſchlüſſe zu erzielen, wollen
Offerte abgeben unter M 2746
an Haasenstein & Vogler
A.-G., Frankfurt a. M. (7452H
rüchtiger Katechniter
Bauführer für Bureau und
Bau=
ſtelle, von Architekten ſofort geſucht.
Offerten mit Gehaltsanſprüchen
unt. W71 an die Exp. d. Bl. (B7740
Führ.
Existenz bieten wir redegew.
Handwerkern, Kfltn., kl.
Beamten a. D., Vereinsboten
od. dergl., die f. unſ. Sterbekaſſe d.
hieſ. Landlte. zu beſuch. hab. Ausser
mtl. 125 M. hohe Prov. Off. „
Land-
wirt‟ Halle's. II117.
(7817)
Tüchtige erſtklaſſige
Mhte ehtene
ſofort oder ſpäter geſucht für das
Alice=Hoſpital, Dieburgerſtr. 21.
Nur ſolche mit gut. Zeugn. mögen
ſich melden b. d. Vorſteherin. (5904a.
Ein gewandtes, braves Mädch.
für Küche und Haus wird für
ſo=
fort geſucht Kaſinoſtr. 19. (*8154so
Zuverläſſiges Mädchen
mit guten Zeugniſſen geſucht
7594so) Schuchardſtr. 14, I.
für erſten hohen Lohn=Tarif für
ſofort auf dauernde Arbeit in
ſüddeutſche Reſidenzſtadt geſucht.
Offerten unter 2 1131 an
Haaſenſtein & Vogler, A.=G.,
Karlsruhe i. B.
(7813fI
Tüchtiger
Polſterer u. Dekorateur
ſofort geſucht. Carl Herber,
*8221so)
Wilhelminenſtr. 10.
ſofort
Tüchiges Mädchen
von kinderloſem Ehepaar geſucht,
wenn Haushaltungsſchule beſucht,
bevorzugt. Näh. i. d. Exp. (7383so
Schuhmachergehilfe geſucht
Lichtenbergſtraße 68
(*8298
part.
Tüchtige
Kesselschmiede
für dauernde Beſchäftigung bei
gutem Lohn geſucht.
(7790
J. S. Pries Sohn
Frankfurt 5. M.-Süd.
78.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Seite 15.
Vertentarte
Darrien-Cohffeetief.
5050
JackenKleider dblau und schwarz . . 25.−, 25
35-
42— erc.
Jackenkleider aus neuen engl. Stoffen . 25.-, 32.-,
381
45.- etc.
Paletots und Mäntel schwarz, marine und aus engl. Stoffen, aus Popeline,
Gloria, Voiles, Taffet u. Seiden-Changeant
in allen Preislagen von 1250 bis 60.− Mk.
Blusen und Costümröcke
in unübersehbarer Auswahl und enormer Preiswürdigkeit.
(7842
Rabatt-Marken
Gebr. Höslein
Eliſabethenſtraße 6.
Telephon 790.
Ludwigsplatz.
Hauſierer und Vertreter fürf
pat. 50 Pf.=Küchenartik. geſ. Muſt.
grat. u. fr. E. O. Köpernick,
Berlin 61.
(7821)f
wird
Jung. Hausburſche geſucht
(*80697so
Ein Hausburſche, welcher auch
etwas Gartenarbeit mit verrichten
(8277
kann, ſofort geſucht
Mühlſtraße 74, Laden.
C
Ortskundiger
nicht zu junger Burſche
(Radfahrer) zum baldigen Eintritt
geſucht Hofkonditorei Ott,
Hügelſtr., Ecke Steinſtr. 2. (7816oi
Für meine Polſter= u.
Tavezier=
werkſtätte ſuche ich einen Lehrling
aus guter Familie
(7773soi
Ludwig Müller,
Karlſtr. 47149.
Tapezierlehrling geſucht
E. Heilmann, Tapeziermſtr.,
Lindephofſtr. 2 2. St. (*63200ms
Lehrling
findet Stelle
(*8269
Tiefbautechniſches Büro
Dr.Ing. Heyd,
Darmſtadt, Herderſtr. 13.
Vorteilhafte
Chtarzen
Für Großhandlung
Lehrlind
G
mit guter Schulbildung gegen
ſteigende Vergütung zu Oſtern
ge=
ſucht. Selbſtgeſchriebene Off. erb.
unt. W 87 an die Exp. (2291
Blusenschürzen
mit Volant und Tasche
.. n k. 1.25 ₰
Hausschürzen
mit und ohne Volant .
znr 76gs
Zierschürzen
mit und ohne Träger.
zn 6ören
25
Kinderschürzen
pet 55 gten
Knabenschürzen
jen 50Pfen
, ,
(7801
O. Uarf Schhut
Ecke Kirchstrasse u. Schustergasse
— Schwarz-weissse Rabattmarken.
Geetertene
fer lebenvereieherungen ür Mldhaner and
Frauen getrennte Rententarife.
Gepründet
225.
Menclene eiete
Billigste
Prämientarife für
Lebens-
wie für Rentenversicherungen.
Vertreter in allen grösseren Plätzen.
Generalagentur Darmstadt, Zimmerstrasse 8.
Aeltere Dame
ſucht möbl. Zimmer nebſt Penſion
in gut. Hauſe. Gefl. Off. m.
Preis=
angabe u. W 93 an d. Exv. (*8308
Me
E Student e
ſucht in nächſter Umgsbung
Darm=
ſtadts ein möbl. Zimmer (ruh.
Lage u. gute Bahnverb.). (*8300
Off. u. W 90 an die Expedition.
Fort mit dem Zopf!
Nach einer Meldung, die jüngſt durch die Preſſe ging, iſt der
Geſandte Shen=Yui=Ling in Wien einer der erſten Diplomaten Chinas,
die ſich vom Jopfe trennten und damit modern =kosmopolitiſche
Anſchauungen bekundeten.
Wir Europäer haben es nun allerdings nicht mehr nötig, unſere
Fortſchrittlichkeit ſo greifbar zu beglaubigen, würden uns aber dennoch
einer Selbſttäuſchung hingeben, wenn wir uns frei vom „Zopfe‟
wähnten.
Ein Zopf, der abgeſchnitten werden muß, iſt beiſpielsweiſe das
Vorurteil mancher Damen, daß es keinen vollwertigen Erſatz für
Naturbutter geben könne. Wer auch nur einmal die Pflanzenbutter
„Kunerona” verſucht hat, wird über ſolche Anſicht lächeln. Und warum
ſollte man bei ſo teuren Zeiten, wie wir ſie gegenwärtig durchmachen,
einen Verſuch ſcheuen, den ſchon der Preis des Produktes — 90 Pfg.
pro Pfd. — jeder ſparſamen Hausfrau zur Pflicht macht, und der ja
Verſuch bleiben kann, wenn er nicht zufriedenſtellt!
„Kunerona” wird durch peinlich hyaieniſche, maſchinelle
Ver=
butterung des weltbekannten, keim= und zuſatzfreien Kokosnuß=Fettes
Kunerol” mit paſteuriſierter Milch gewonnen, und gleicht an Ausſehen,
Geſchmack, Aroma und Bekömmlichkeit ſo vollkommen friſcher
Süßrahmbutter, daß ſelbſt Feinſchmecker keinen Unterſchied zu
er=
kennen vermögen. Geſetzlicher Vorſchrift gemäß wird das Fabrikat
als Pflanzenbutter=Margarine bezeichnet, doch iſt es abſolut frei von
tieriſchen Feten.
Der beſte Beweis für die Bekömmlichkeit des Produktes iſt die
Tatſache, daß es nicht nur von tauſenden von Hausfrauen verwendet,
ſondern auch von Autoritäten der Aerztewelt empfohlen und in vielen
Sanatorien, Krankenhäuſern und Staats=Inſtituten ſtändig verwendet
wird. Nur echt in den Original=Packungen (blauen Würfel=Kartons)
der Kunerolwerke G. m. b. H. Bremen.
(V17810
Achtung vor Nachahmungen!
Kleines 2ſtöckiges
Suche per ſofori
2 Zimmerhaus
Laden
auch zum Alleinbewohnen mit
in Verkehrsſtraße, elektriſches Lichtſchönem Garten, im ſüdl.
Stadt=
teil, zu verkaufen
muß vorhanden ſein.
(5856a
Offerten mit Preisangabe unt. Näheres Mühlſtraße 68, 1. St.
3. M. 20 Frankfurt a. M.
hauptpoſtlagernd.
(*8289 Reelle rauschoherte.
Haus in Mainz mit Einf., schrotm.
Keller etc., Mieten 9000 Mk., nur erst-
9 (Geſangſtud.) 1stellig belastet, gegen Terrain od. Haus:
Junge Dame ſucht in fein. ev. wird Geid herausbez. us. Rosen-
Hauſe 1—2 möbl. Zimmer m. 1 baum, Bergweg 24,
Frank-
voller Penſion. Off. m. Preis furt 2. M.
(7786f
unter W 95 a. d. Exp. (*8313
Einrammenhaus.
Unter günſtigen Bedingungen iſt
ein gediegenes Haus mit 12 Zim.,
gr. Garten u. all. neuzeitl. Komf.
preiswert zu erwerben. Näheres
Villen-Verkauf!
Schießhausſtraße 130. (B2728
Wroh er g. daitebl
Geſucht früh., veräum.
neu=
zeitl. 5—6 Zimmer=Wohn., elektr.
Licht u. Bad erw., doch n. Beding.
Ausführl. Off. mit Preisang. unter
W 68 an die Erved (*8151son
Beamtenfamilie (2 Perſ.)
ſucht zum 1. Juli neuzeitl. 4 Zim.=
Wohnung mit Bad, Veranda u.
ſonſt. Zubehör. Off. mit Preisang.
unt. W 24 an die Exp. (*8007fso
Das Anweſen des Herrn Prof.
Habich, Alexandraweg 27 hier,
lſeit 5 Jahren von Herrn Graf
Beiſſel von Gymnich bewohnt,
enthaltend: Einfamilienhaus mit
14 Räumen, Küche, Bad,
Zentralheizung, Balkons und
Garten, iſt event. mit der
Ein=
richtung der Halle, des Speiſe=,
Muſik= und Fremdenzimmers zu
verkaufen.
Reflektanten erhalten näheren
Auſchluß nur in dem
Immobilien=
geſchäft Sebastian Eckler,
Rheinſtraße 9, Telefon 243. (5337a
Nute 2. Hyp. übernehme ſelbſt ſofort.
Angebote mit ganz ausführl.
Angab. erb. u. T64 a. d. Exp. (7459a
Baukapital
in jeder Höhe zu günstigen
Be-
dingungen auszuleihen durch
Au Bankv. u.
J. Retzer, Inspektor,
Soderstr. 8 (Kapellplatz!. (7166a
Herren-Wäsche
Meine Oster-Serien
überraschen durch Schönheit,
Gediegen-
heit der Ausführung und auffallende
Preiswürdigkeit.
— Beachten Sie meine Schaufenster.
Damen
Kinder
Wäsche
Wäsche
weisse und bunte Neuheiten der
Früh-
jahrs-Saison 1912. Fertig und nach Mass.
Umfangreiche Sortimente von praktischer
Wäsche eigener Anfertigung, bis zu den
elegantest. Ausstattungsstücken, Berliner,
Wiener und Brüsseler Genres. Alle Grössen
in richtig passenden Formen aus meinen
Seite 16,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Nummer 78.
Alu biilige
Soter Aalel
Russen-Kittel
Weisse Bussenkittel f. d. Alter bis 2½ J.
mit hübsch. türk. waschecht. Borde 2.50,
Farb. Bussenkittel f. das Alter bis 2½ J. 130
m. türk. u. uni Besatz, waschecht, 2.35, 2.10,
Tauf-Kleidchen
245
Stiekerei-Taufkleidchen mit reicher
Stickerei u. Banddurchzug . 3.25, 2.90,
Mull- u. Stickerei-Taufkleidch. in eleg. 495
Ausführung mit Stickerei-Volant . 6.75,
Damen-Hemden
80
Damen-Hemden, Herzfasson, prima
Cre-
tonne, festoniert oder Stickerei 1.95,
Damen-Hemden, Achselschl., Ia Renforce 6250
4eck. Ansschn. m. breit. Stick. u. feston. 2.95,
Kinder-Hemden
und Verarbeitung
Gr. 40 45 50 55 60 solide
65 70 Stoffe Preis 52 56 60 66 .75 85 95 Gr. 75 80 85 90 95 100 Preis 105 15 125 135 115 155 ₰
Gelegenheitskauf!
Ein Posten Stickerei-Röcke mit breiter 235
. . . 3.50, 2.85,
Stickerei . . . . . .
extra weit
4.90 4.60 4.20
Wasch-Unterröcke
Ein Posten gestr. Waschunterröcke, nur
beste waschechte Ware, tadell. Ausführung 195
3.80, 3.40, 2.90,
Haus-Schürzen
Haus-Schürzen ohne Volant, waschecht
8
. 1.10, 95,
Ia Siamosen
Haus-Schürzen mit Volant u. Tasche,
bester waschechter Baumwollstoff, hell
8
. . 1.20, 95,
und dunkel
Schw. Haus-Schürzen
schw. Panamastoff . .
mit Tasche, pa.
5
. . . 2.25, 1.85, 15
Kleider- und Reform-
Schürzen
Farbige Reformschürzen, hellfarbig,
38
hübsch verziert, solide Qualität, auch
. . . 3.38, 2.65,
extra weit . .
Schwarze Reformschürzen mit Volant
15
und Tasche, in bester Ausführ., normal
3
. 4.60, 3.75,
und extra weit . . . .
Telephon
2553
Piqué-Mäntelchen u.
-Jäckchen
Weisse Piqué-Mäntelchen für das Alter
bis 2 Jahre, mit weiss. Kragen oder 4eck. 990
. 4.60, 3
Form und guter Stickerei .
Weisse Piqué-Jäckchen für das Alter bis
2 Jahre, festoniert u. mit hübschem
Sticke-
reigarnitur . . .. . . . . . . 2.60, 2.10, 1
195
Gelegenheitskauf!
eisse Stickerei-Kinderkleidchen m.
eleg. Stickerei u. Banddurchzug, 2.75, 2.55,
Damen-Beinkleider
Damen-Beinkleider, lang. Fasson, Ia. Cre- 158
tonne, festoniert u. br. Stickerei 2.20, 1.85,
Damen-Beinkleider, Kniefasson, Ia Ren-
0
force m, br. Stickerei-Einsatz . . . 2.40,
Kinder-Beinkleider
Kinder-Beinkleider, offen, mit breiter Stickerei
Grösse: 35 40 45 50 55 60 65 70
Preis: 66 74 82 95 105 115 135 135 ₰
Kinder-Beinkleider, geschlossen
Grösse:30 35 40 45 50 55 60 65 7075
Preis: 78 88 95 105 115 125 135 145 155 165 ₰
Besonders preiswert!
Ein Posten
Unter-Talllen, Weite 62—78
0.95 1.20 1.55 1.90
Kinder-Korsetts
Kinder-Korsetts in weiss u. grau, in Tüll
und gewebten Stoffen, für das Alter von
½—14 Jahre . . . . . . . . . von 80an
Kinder-Hütchen
Kinder-Hütchen, Südwesterform, einfarb., 100
hellblau, dunkelblau, weiss u. beige, 1.45, 1.10,
Blusen- u. Prinzess-
Schürzen, schwarz
Blusen-Schürzen mit Volant u. Tasche,
55
schwarz Panama, tief schwarze Ware
4.95, 420, 330
Prinzeß-Schürzen, moderne Machart,
50
. . 5.75, 4.55, Zu
echt schwarz Panama
Biusen- u. Prinzess-
Schürzen, farbig
Farb. Blusenschürzen mit Volant und
Tasche, helle u. dunkle Streifen, hübsch
.. . 3.00, 2.25, 1.85,
verziert
Farbige Prinzeßschürzen mit Volant
und Tasche, feinste Ausmusterung, mit
hübscher Borde verziert . . 2.75, 1.95,
Trag-Kleidchen und
Röckchen
Trag-Kleidchen, weiss u. créme, Ia
Panama-
stoff, m. rosa, créme od. hellblau festoniert 180
2.75, 2.30,
Trag-Röckchen, weiss und créme, aus sol. 58
Panamastoffen . . . . . . . 2.05, 1.88, I
Wagen-Deckenu. -Kissen
Weisse Wagen-Decken, rosa oder
hell-
blaue Unterlagen, mit rosa oder hellblauem 675
4.50, 3.65, &
Banddurchzug
Weisse Wagen-Kissen, festoniert, mit
und ohne Stickerei-Einsatz od. Stickerei-
Volant . . . . . . . . . 1.35, 95, 70
Damen-Nachtjacken
Damen-Nachtjacken, mit Stehbund, Ia 168
2.38,
Köper mit Feston u. Stickerei .
Damen-Nachtjacken, mit Umlegkragen 85
Ia Cretonne, mit br. Stickerei . 3.20, 2.35. 1
Kinder-Nachtkleidchen u.
Knabenhemden
Kinder-Nachtkleidchen in weiss und
0
farbig, la Croisé, beste Verarbeitung 1.65, 1
Knaben-Hemden mit Stehbund u. ausgeschnitten
prima Qualität
Gr.:50 55. 60 65 70 75 80 85 90 95 100
94 105 120 135 150 165 180 195 210 225 240 ₰
Sehr billig!
Ein Posten
Korsett-Schoner
baumwollgestrickt, gute Qualität
80, 55, 44, 32, 20
Extra-Angebot
Damen-Korsetts
in allen Weiten . . . 1.90, 1.65, 1.35, 95₰
Damen-Korsetts
Frack-Fasson und Gürtel-Fasson
3.10, 2.75, 2.25,
Zier-Schürzen
Weisse Zierschürzen ohne Träg. 1.45, 1.05, 75 ₰
Weisse Zierschürzen m. Träg. 2.10, 1.75, 1.45
Bunte Zierschürzen ohne Träger, mod.
. . 95, 82, 72
türkische Muster
Schwarze Zierschürzen ohne Träger,
94
in eleganter Ausführung . 1.50, 1.10.
IKiliderscharzen
bringen wir in sämtlichen Grössen reichliche
Sortimente. Wir führen nur allerbeste
Fabri-
kate mit besten Zutaten zu wirklichs billigen
Preisen. Besichtigen Sie gefl. unsere-Auswahl
ohne sich zum Kaufe gleich zu entschliessen.
Ludwigs-
Strasse 9
Mitglied des Rabatt-Sparvereins
(7834
[ ← ][ ][ → ]Montag, 1. April.
1912.
Ausstartungen
DER
is, wo ihn der
IH DRückr!
der nicht, welcher
Diehl-Stiefel
trägt.
Zu
M
Nehls pneumatische
Iluss-Einlegesohle!!
Alleinverkauf (7361a
hrich Bober
ludwigstrasse 3
über M. Schneider.
Schrei ſtauſen: 2 große Tiſche,
Stühle, Ar lang, für Zeichner,
Kohlen 1 oder Reſtaurationen,
(Eberſt. Badeofen für Holz= u.
zung Heidelbergerſtr. 157
Gut (erVillenkolonie). (*8111so
Kleider=
ſchränke, Ph. gebr. Möbel
Trumea=Waſch=, Nacht= u.
Küchen=
all. Art, 1 Kommoden, Vertiko,
einz. Bettpiegel, Diwans, Tiſche
Stühle u. eſſel, Bücherreg., Betten, Ph. Heiſt, Alexanderſtr. 16. (*8112so
*7887do) ile, Spiegel, große Partie
etterſch. and. billigſt abzug.
Bll Alexanderſtr. 3, part. blau lack. u. vernick., billig zu verk.,
offeriert
Eliſabethelige Zöpfe
L. Welter, Friſeur,
ſtr. 31.
(*8140som 4429a)
Fertige Damen-Wäsche
Bentkonter, Steppdecken
sowie einzelner Teile
Federn — Daunen — Roßhaare
Normalwäsche aller Art
Kataloge und Voranschläge stehen zu Diensten
Bei Entnahme ganzer Ausstattungen besondere Vergünstigungen.
(7854om)
von Dr. Zeilner & Herbst
offerieren ((7340a
bei 50kgà M. 18.— p. 50kg
„12½—25 „ „ „18.: 5 „ „
5—10 „
z weniger „ „ 25.-
Gebrüder Vierheller
Darmstadt
Schustergasse. 14 Tel. Nr. 200.
getrag. Herren=
9 u. Damenkleid.,
Ich Kaufe Schuhe. Zahle d.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (7273a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
I. Hes. Versich. geg. Ungeziefer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.
Tapeton
zum Reinigen und Auffriſchen von
Tapeten, Zimmerdecken, Gemälden eic.
hat ſich glänzend bewährt.
Alleinverkauf für Darmſtadt
und Umgebung
Adolf Zachmann
Bleichstr. 46 Telefon 188.
Ferner bringe in empfehlende
Erinnerung:
Bernstein-Fussbodenlacke
per 1 kg=Doſe 1,35 u. 1,80 Mk.,
Linoleum-Fussbodenlacke
per 1 kg=Doſe 1,25 Mk., offen
per Pfd. 50 Pf.,
1 Parkettboden- und Linoleumwichse
in Doſen und offen,
Stahlspähne, Terpentinöl (rein)
Sangajol (Terpentinerſatz),
Créme=
farben, Stoff- u. Blusenfarben,
Oxyd-
fussbodenfarben, ſtreichfertig, per
Pfd. 40 Pf.
(6714a
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzeu, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.
lieſert gut
Sohlen u. Fleck und billig
Faſt neuer, beſſerer Kinderwag.
Mauerſtraße 6, 2. St. (7722so
wie neu, ſeh
Wanderer-Rad, birlig
Bretter u. längeres
Balkenholz
zu Bauzwecken geſucht.
Angebote unter W 61 an die
Exped. d. Bl.
(7675so
Grafenſtraße 26.
Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (1198a
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (765a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochfengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled
Tel.-
Nr. 2085..
M. Obstfeld
7 Kleine Bachgaſſe 7.
Kaufe getr. Kleider, Schuhe, Möbel,
alte Waffen, Fahrräder,
Zahn=
gebiſſe. Tel.=Nr. 2085 oder
Poſt=
karte, komme auch auswärts. (7625a
Hoflief. C. D. Wunderlich’s
Teerschwefelseife 50 Pfg.,
Verbess. Teerseife 40 Pfg.,
ausgezeichnete u. erpr. Mittel gegen
Haut=Ausſchläge
Sommerſproſſen, Schuppen,
Flech=
ten, Naſenröte und andere
Haut=
unreinlichkeiten (V1570
Blendend weißen Teint
erzielt man mit der echten
Glyeerin Schwefelmilch-Seife
äußerſt mild, daher beſonders für
Damen u. Kinder empf. à 40 Pfg.
lehnon Nachf. y d
A. Walhuel rarm. E. Scharmann
Hoflieferaut. Ecko Elisabetken- n. Luisenstr.
im Preis wie in der
Aus=
führung ſind die (758a
Kunſthaararbeiten
der Firma
Ernerkoiler
Verückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Entreſol.
Samen-
handlung
Telefon 128
am
im Rathaus
Telefon 128
GeDr. Wenzwarkt
empfehlen ihre erſtklaſſigen
6583
ämereien
* ür Feld und Garten. Alle Grasarten, Kleeſamen,
Wald=
famen, Oekonomiſche Saaten, la Runkeln (Dickwurzel),
ſerner Knollengewächſe. Lager in Chileſalpeter, Kainit,
Thomasmehl, Kaliſalze, Ammoniak=Superphosphate,
Horn=
u. Knochenmehl, Guano, Kieler Poudrette, Dungkalk; beſtes
Vogelfutter für alle Vögel, ſämtl. Artikel für Vogelzucht.
Zur Reinigung u.
Auffrischung der
Säfte trinke man
Htäglich den absolut
unschädlichen
Tassia-Blutreinigungstee.
Greift bei regelmässigem
Ge-
brauch weder Magen noch
Darm an. Nur echt zu haben
1 P. à 1 Mk. bei
(6525a
Reformgeschäft „Arista‟
Gesundheitliche Nahrungs- u. Genußmittel
Anton Braunwarth
Ernst-Ludwigstr. 3
Fernspr. 971.
Veranlasst
durch die grosse Blumenmode 1
habe ich riesige Aufträge begeben und verkaufe, um für
Waren Platz zu schaffen
Posten Harblamen- u. Lauf
grosse
Reste letzter Saison, um schnell zu räumen, spottbill
Ludwigspätz
Gg. Schubkege
Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Immer wieder ging Ravna Jonſon auf ſeinen
wei=
chen Lammfellſchuhen zur Tür, um zu lauſchen.
Was wollte er eigentlich?
Auch er hörte das Schwanenlied, aber ihm klang es
nicht wie Hochzeitsjubel.
Nein, ſchauerlich, wie eine Totenklage, klang es durch
die ſtille Nacht, die ſich ſo endlos dehnte in ihrem matten,
ftlbrigen Licht.
Wieder ging Ravna zur Tür.
Ob der Fremde ſchlief?
Ob er überhaupt ſchlafen konnte in dem ſtillen
Widar=
hof?
Unheimlich lachte Ravna Jonſon auf.
Ein törichter Knabe war der Fremde, obwohl
Man=
nesmut und Mannesalter ihm zu eigen.
Ravna ſann.
Was hinderte ihn, jetzt den fremden Mann zu töten,
der ganz in ſeine Hand gegeben? Der heute in den Hof
des Schweigens gekommen, der war ſein Feind, ſein
grau=
ſamſter Feind.
Noch wußte Ingwald Anderſen nicht, daß der
Widar=
ſ die fluchbeladene Stätte war, die er ſuchte, aber jeder
Tag, jede Stunde konne es ihm offenbaren, und dann
dann würde ſich der Fluch erfüllen.
Ingwaldt Anderſen würde keine Nachſicht und keine
Schonung üben, wie die Bewohner des Widarhofes einſt
vor langer Zeit kein Erbarmen gekannt, als die Männer
da draußen auf dem Eiſe mit dem Tode rangen.
Nun erfüllte ſich Ravna Jonſons Geſchick. Er mußte
die Sünden ſeiner Väter büßen.
Nein, ich will nicht! ſchrie er plötzlich ganz laut.
Mein ganzes Leben hat die Schuld der anderen vernichtet,
ich will frei ſein von der drückenden Laſt. In den
Saga=
büchern ſteht zu leſen, wie grauſam man einſt auf Island
Blutrache geübt. Und der Fremde iſt ſchlimmer noch in
ſeinem Grimm als ein Sohn unſeres Landes. Fron”)
unſere ſchimmernde, weiße Mutter, wird mir gnädig ſein,
und mich und meinen ſtillen Hof und mein letztes Kind
vor der Rachſucht des Fremden ſchützen.
Und wieder legte er ſein Ohr an die Tür.
Wenn er ganz ſtumm wäre, zuckte es durch Ravnas
Seele. Wenn dieſes Schreckgeſpenſt ſein eigenes Leben
nicht mehr bedrohte? Wenn er, Ravna, heimlich in die
Kammer ſchlich und ihn tötete?
Die Nacht war verſchwiegen.
Ein einziger Schlag mit der Axt und es war geſchehen.
Der Weg über den Tun bis zum Meere war kurz.
*) Poetiſche Umſchreibung für Island,
Dort mußte der harte Schädel des Fremden anz
pen zerſchellen.
Fline
Ein wildes Leuchten trat plötzlich in Ray
verſonnene Augen.
ſtillegs
Sterben ſollte der Mann. Nur ſein Tod
Ravna, freimachen von dem Elend ſeines Leb
8 ihn.
Niemand würde von ihm mehr Rechenſch
D
für eine Schuld, die er ſchuldlos trug. Ausgel
die alte Rechnung ſein, wenn keiner mehr übrißttfdern
fürde
war von dem Geſchlecht, das ihm fluchte.
feben
Seine Hand würde nicht zittern, den Md
111
nichten, der ſich nicht eine Minute beſinnen wiß,
. D
ver=
töten, ſobald er erfuhr, daß Ravna Jonſon de
lerhn zu
war, den er ſuchte.
bfeink
Mit katzenartigen Schritten glitt Ravna ier
Retc
ſtille Bauer, der keinem Tier ſonſt etwas z
dern, der
konnte, hinaus in den niederen Gang, der, wi
de tur
isländiſchen Bauernhöfen, vier kleine Gebäu
eif allen
Das eine, die ſogenannte Feuerküche, hatte ſützehand.
der Gaſtſtube eine Bur (Speiſekammer), in de
E) nebe:
Axt lag, um gleich zur Hand zu ſein.
e blank
Ravna Jonſon lächelte grimmig vor ſich
rend er in der einen Hand die brennende
hin,
wäh=
trug und mit der anderen bedächtig die Axt vo
ranlamp
nahm.
der Wank
Horch! War das nicht ein Geräuſch wi
men? Ein Raunen und ein Flüſtern?
von Stim
Nein, es war ganz ſtill. Niemand wad
im Hauch=
Nummer 78.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912
Seite 19.
Gegründet 1832
„ Telephon 977
vorm. A. Gaertier,
Spezialität:
Wandplatten
Ton- und Mosaikplatten
Wetterfeste Verblender
Wandbrunnen
Heizkörperverkleidungen
Kunstmarmor
Kachel-Oefen
Kamine
Dauerbrandöfen
Man verlange Offerte. — Prima Referenzen.
Ausführung von Reparaturen.
Aeltestes Spezial-Geschäft am Platze.
2
Fales
auf Wunsch Teilzahlung
10 Mk. Neue in Miete
8 Mk. Bei Kauf
Anrech-
nung der bezahlten Miete.
Stimmen u. Reparaturen.
Uhristian Arholu
Musikalien und
= Instrumenten z (6822
nur Ernst-Ludwigstr. 8.
mittl.
16
Anzug Fig. zu
verk. Liebigſtr. 7, 1. St. (*8103so
Wie neu
werden Vorhänge,
Gar=
dinen, Spitzen, Kleider ꝛc.
mit meiner in Ausgiebigkeit,
Schönheit und zartem Ton
bis jetzt unübertroffenen
Créme-Farbe.
Nur echt in Flaſchen mit
Gebrauchs=Anweiſung und
Firma:
Fr. Beckenhaub
Drogen- und Farben-Handlung
Ecke Schul= und Kirchſtraße.
Drogerie C. Watzinger
Wilhelminenſtraße 11.
(6364a)
Klappsportwagen
und
Kinderwagen
in großer Auswahl zu mäßigen
Preiſen (7534fod
Spielwaren
Gummibälle
Sandspiele
Osterhasen
Ostereier
Konfirmandengeschenke
Schmuckwaren
Lederwaren
in reichhaltigen Sortimenten
Ausgabe ſchwarz=weißer
Rabattmarken
Letzsche & 30.
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
1 Marktplatz 1.
Frauen=Haare
ausgekämmte u. abgeſchnittene,
kauft jederz. zum höchſten Preis
Fr. Tillmann,
Elisabethenstrasse 21.
Niemand würde es hören, nicht mal Gynna, die ſo leiſe
ſchlief und immer wahrträumte, die verrückte Alte.
Schon hatte Ravna Jonſon mit ſchleichenden
Schrit=
ten faſt die Tür der Gaſtſtube erreicht.
Schwer hing die Axt auf ſeinem Arm.
Da huſchte dicht vor ihm ein grauer Schatten über
ſeinen Weg.
Was war das? Wer wollte ihn hindern, ihn, Ravna
Jonſon, ein Werk zu tun, das getan werden mußte? War
es nicht ſeine Pflicht, den Mann zu töten, deſſen Daſein
ſein Leben und das der Seinen vernichtete?
Drohend hob er die blanke Waffe in der Hand.
Und wieder huſchte der graue Schatten vorbei und
klammerte ſich an ihn feſt und plötzlich hörte er ganz klar
und deutlich die Worte:
Du ſollſt nicht töten.
Der graue Schatten war verſchwunden. Der Weg
zur Kammer des fremden Mannes war frei.
Ungehin=
dert hätte ihn Ravna Jonſon gehen können, aber er wich
entſetzt zurück. Polternd fiel die Art auf den Steinboden
Ravna Jonſon nahm ſie nicht auf. Wankend, mit
zitternden Knien ſchleppte er ſich in die Stube.
Die Tranlampe mit dem ſchwelenden Docht war tief
herabgekohlt, jetzt erloſch ſie ganz.
In der Nacht, die hell war und doch kein Tag, in
der Nacht mit ihrem ſeltſamen Grauen, ſank Ravna
Jon=
ſon auf die Knie, und wie ein Aufſchrei kam es von ſeinen
erblaßten, zitternden Lippen:
Ihr laßt den Armen ſchuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein.
Denn alle Schuld rächt ſich auf Erden.
Mörder ſchrie es in ſeiner Seele.
Zu der alten Schuld hatte er eine neue, noch
ſchwe=
rere fügen wollen.
War nicht die Schuld der Altvordern, wenn ſie
über=
haupt beſtanden, klein gegen die ſeine? Kämpften nicht
vielleicht alle nur gegen ein Wahngebilde? War es nicht
vielleicht Myſtik und Aberglauben, der ihn und auch den
Mann dort, den er töten wollte, in ſo ſchweren Banden
hielt?
Nein, nicht Aberglauben war es, daß ſein blühender
Knabe in den Waſſern ertrank, daß der zweite in den
heißen Quellen ſeinen Tod fand und daß zwei
gold=
lockige Mägdelein beim Spiel im Moor Giftbeeren
ge=
noſſen, an denen ſie ſterben mußten. Nicht Aberglauben,
ſondern das Strafgericht Gottes.
Und vergib uns unſere Schuld, wie auch wir vergeben
unſeren Schuldigern, betete der Mann mit der breiten
Bruſt und dem eisgrauen Haar. Dann brach er wie ein
gefälltar Baum leblos zuſammen.
So fand ihn Gynna, die alte Magd, als ſie kam, das
Frühmahl zu rüſten.
Sie geleitete den Bauer, als er langſam wieder z
ſich kam, ſorglich in die Badſtofa. Sie ſprach kein Wort,
aber in ihren blaſſen Augen lag ein dunkler, ſeltſamer
Schein.
Sie war es auch, welche die Axt am Boden fand und
ſie wieder in der Kammer an ihren alten Platz hing.
Sie redete darüber auch kein Wort. Es war nicht
Sitte im Hof des Schweigens. Aber Gynna wußte, daß
dunkle Schatten ſchwer über dem Widarhof laſteten und
daß die weißen Schwäne in dieſer Nacht kein Brautlied
verkündeten, ſondern ein Schickſalslied.
Sie, die bald ein Jahrhundert gelebt, ſie kannte die
Weiſe.
In der Konzerthalle Barubud in Reykjavik waren die
ſchlichten Bänke bis auf den letzten Platz gefüllt.
Der vornehmſte Geſangverein Islands gab zu Ehren
der Paſſagiere des „Blücher”, einem der großen Dampfer
der Hamburg=Amerika=Linie, der im Hafen vor Anker lag,
ein Konzert.
Erwartungsfroh ſaß die Menge und mitten unter ihr
Ingwald Anderſen.
Es war am Spätnachmittag, und er mußte
unaus=
geſetzt daran denken, welch einen köſtlichen Vormittag
er heute erlebt. Die Bauerstochter war ſchon geſtern vom
Widarhofe in die Stadt gekommen und den heutigen
Morgen hatten ſie alle, die an der Expedktion nach dem
Geyſir teilnehmen wollten, dazu benutzt, ihre Einkäufe zu
beſorgen.
Wer in Island reiſt, der braucht nicht nur ein
Reit=
pferd, ſondern auch Pack= und Erſatzpferde, denn alles,
was für unterwegs erforderlich iſt, muß er mit ſich
füh=
ren. Außer auf der Thingwalla und am Geyſir gibt es
keine Gaſthäuſer. Aber überall auf den Pfarr= und
Bau=
ernhöfen, an denen man vorüberkommt, kann man recht
und ſchlecht Unterkunft finden. Die Gaſtfreundſchaft der
Isländer bietet jedem Einkehrenden Obdach und eine
gern gewährte Raſtſtätte.
(Fortſetzung folgt.)
Darmſtädter To
t, Montag, den 1. ½ pril 1912.
Nummer 78.
Glas, Porzellan, Emaille, Aluminium, Zinkwaren
und
vollständige Küchen-Einrichtungen:
Beste Bezugsquelle für Hoteis und Pensionen.
Nur bewährte Fabrikate!
Olis Meiscnnunn-Nachf.
Billige Preise!
(7827
prima friſche Siedeier
25 Stück 1.35 Mk.
10 Stück 55 Pfg.
friſche große Siedeier
10 Stück 63 Pfg. 25 Stück 1.55 Mk.
friſche extragroße Siedeier
10 Stück 68 Pfg. 25 Stück 1.65 Mk.
feinſte Land- und Trinkeier.
Bei 25 Stück Eier —
1 Haket Eierfarbe gratis.
Täglich friſch, feinſte heſſiſche
Molkerei=Süßrahm=Tafelbutter
(7797
Jakob Rathgeber
Aelteſter Eiergroßhandel
Telephon 1018.
Markt 3.
Verreoist
bis 11. April.
Dr. Johanna Schmidt.
Vertretung durch die Herren
Sanitätsrat Dr. Kolb und
Dr. Vidal. (7418mfo
ühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20, Tel. 275. (1180a
pol. Bet mit Sprungfederrahm.
und Federbett, 2 weitere aut
erh. Sprungfederrahmen, 1
Nacht=
ſchränkchen, eine 5 reih.
Flaſchen=
geſtell und ſonſtiges Hausgerät
billig abzugeben
(*8273
Nieder=Ramſtädterſtr. 57, 2. Stock.
Sebrauchter Sportwagen zu
G verkaufen. Zu erfragen in
der Expedition ds. Bl.
(7792
ardinen z. waſch., ſpan. u. büg.,
das Blatt 50 Pf., nimmt an
Waſch. u. Büg. Mauerſtr. 32, pt.(
Orpheulmis
Gastspiel Michl Dengg’s
Oberbayr. Bauerntheater
Shiehlan für desGarwache
Montag,
den 1. April
Der Pfarrer von Kirchfeld
Volksstück in 4 Akten
von L. Gruber.
Dienstag, den 2. Aprin
Die Thurnbacherin
Erste Aufführung.
Mrenge et.
Der Pfarrer von Kirchfeld
Donnerstag, 4. April:
Die Tharnbacherin
Char-Frettag, 5. Aprn=
E keine Vorstellung uns
Samstag, 6. Apri:
Der Heineidbauer.
(*850
frite u freitn di hiemt.
M AZZEN
MAINZER, Bleichstr. 13
Dienſtag und Mittwoch
Feiertage wegen geſchloſſen.
gefunden.
1 gold. Kneifer Abzuholen
bu rechts. (*221
Neckarſtr. 18, 2. S
Domerstag abend
Verloren in der oberen
Eliſa=
bethenſtr. ein Paket mit Gilette=
Klingen uſw., als Inhalt. Abzug.
geg. Belohn. Ohlyſtr. 40, II. (B7858
Saalbautheater
Direktion: Willy Roemheld.
Nur 5 Abende!
Dienstag bis Samstag
9. bis 13. April, 8 Uhr:
Berliner (7805a
Max Walden-Ensemble
olnische
irtschaft
Operetten-Posse in3Aktenv.
C. Kraatz u. G. Okonkowsky.
Gesänge von A. Schönfeld.
Musik von J. Gilbert.
Preines, 2, 1.50 u. 1.90.
Vorverkauf: nur Verkehrsbüro.
Frau empf. ſich im Anf. v. Knaben-
Anz., Weißnähen, ſow. Flicken u. Büg.
21919) Arheilgerſtr. 52, part.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Amerika”, nach New=
York, 29. März 6 Uhr morgens
Kover paſſert.
Dampfer „Hamburg” von Italien,
23. März 5 Uhr 30 Min. morgens
in New=York.
Dampfer „Preſident Grant”, 28.
März 10 Uhr 15 Min. abends
in New=York.
Vergnügungsdampfer „Meteor”,
dritte Mittelmerfahrt. 28. März
11 Uhr morgens in Algier.
eigenes Fabrikat
den Cölner Marken an Güte
gleich, nur bedeutend billiger
als diese, empfiehlt in Flaschen
und lose ausgewogen. (7807a
Fr. Beckenhaub,
Medizinal-Drogerie und
Parfümerie
Schul- und Wilhelminenstrasse.
Goldene Brosche
m. gr. Amethyſt Donnerstag abend
vom Theater nach Wilhelminenſtr.
verloren. Gegen gute Belohnung
abaugeb. Hölgesſtr. 14 part. (784sa
EndEien CLon
meetings every Monday
ab the
Darmstaedter Hof,
Grafenstrasse, 8½ p. m.
To-night: Miscellaneous readings
b7 Mr. Krenter. (*8238
Guests are welcome.
Herhte
Suche
Känſtien=Einſ.
Offert. mit Zeitangabe und Preis
unter W 72 an die Erp. (*8212sa
u. Nachhälfe in
Unterricht allen Schulfächerne
erteilt Lehrerin. Sprach naustausche
5545a)
Riedlingerſtraße 20.₰
Unterricht
im Weißzeugnähen und Zus
ſchneiden wird gründlich erteilt.
K. Roese, Schützenſtr. 7, I. (5271s
Wer erteilt ein. Quartäner
Nachhilfeunterricht in Latein
und Deutsch 2 Off. unt. W7 Sth
an die Exped. ds. Bl.
(785
Ein konſ. geb. Fräulein erteilt
gründlich. Klavier-Unterrichte
Off. u. W 98 an die Exp. (*8318omg
Srzaglicles Soch Der
Hüg
2823
kommt während der OsterzFeierfage zum Ausschank und Versand.
Bestellungen auf Flaschenbiere werden jetzt schon in meinen Verkaufsstellen u. in der Brauerei (Tel. 1028) entgegengenommen-
Brauerei Schützenhof.
Ic. esterlu
g
Nummer 78.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Seite 21.
Frühjahrs=Neuheiten
Damen-Stiefel Kar
moderne
men
Chevreaux-Stiefel
Lackkappen, Derby
Chevreaux-Stiefel
braun Derby . . .
Chevreaux-Halbschuhe
,
Lackkappen, Derby
Lack-Halbschuhe
Derby . . . . . .
Boxcalf-Stiefel
mit u. ohne Lackkappen
von Mk. 2.95— 12.50
von Mk. 2.95— 12.50
von Mk. 5.95 — 12.50
von Mk. 8.75 — 10.50
von Mk.
6.95- 12.9d
2
Stiefe
moderne
ormen
Boxleder-Agraffen-Stiefel
von Mk.
Boxcalf-Agraffen-Stiefel
von Mk.
Chevreaux-Agraffen-Stiefel
mit u, ohne Lackkappen . von Mk,
Lackstiefel
Rahmenarbeit .
von Mk.
Braune Chevreaux-Stiefel
von Mk.
7804)
5.95- 7.
8.75—12.50
7.50- 12.50
12.50—16.50
6.95—14.50
Konfirmanden-Stiefel — grosse Auswahl! . .
Kinder- und Mädchenstiefel — fabelhaft billig!
Ludwigstr. 3
Bober s Schuhwaren vesehter u. sehnsene
Besichtigung
ohne
Kaufzwang!
Vom 30. März bis 10. April im Kaisersaal, Grafenstr.
Geöffnet von morgens 9 Uhr bis abends 8 Uhr. Eintritt 50 Pfg.
Reichhaltige Sammlungen von Jagdtrophäen, präparierten
Meerfischen und Vögeln. Waften und Kriegsausrüstungen der
Eingeborenen aus deutschen Kolonien, ethnologische und
ethno-
graphische Gegenstände, Pflanzen, Literatur. — Die
Lichtbilder-
vorträge finden statt: am 30. März, abends 8 Uhr, am 31. März und
3. April mittags 3 Uhr und abends 8 Uhr.
(R7542
Kriegerverein Darmſtadt.
Monatsverſammlung
Mittwoch, 3. April 1912, abends 8½ Uhr
im Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz.
Tagesordnung: 1. Geſchäftliche Mitteilungen;
2. Jahresbericht der Kriegerkameradſchaft Haſſia;
3. Beratung über die Tagesordnung zum
Delegierten=
tag 1912;
4. Bücherausgabe.
Um zahlreiches Erſcheinen wird erſucht.
(7840
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
Feilteder u hentereichteſer ühenſerein
Sektion Darmstadt (E. V. Gegründet 1870.)
Dienstag, den 2. April 1912,
abends 8½ Uhr,
im Fürstensaal, Grafenstrasse 20
Monats-Verſammlung
Vortrag des Herrn Dr. med. Wilh. Vix: „Bergtouren in den
Tropen” mit Lichtbildern.
Die Angehörigen der Mitglieder und eingeführte Gäſte ſind
willkommen.
(7799
Sonntag, den 21. April 1912
Ausflug in den Groß=Gerauer Park.
Groß=Gerau-Woogsdamm-Jagdſchloß Mönchbruch-Gundhof
Kaiſerſtein-Forſthaus Mitteldick-Sprendlingen.
Abfahrt nach Groß=Gerau 8 Uhr 12 Minuten.
Der Vorstand.
Verein für Bozel= und Grſlügetzucht
(älterer Verein).
Montag, den 1. April 1912, abends 9 Uhr,
im Vereinslokal Brauerei „Zur Krone‟
( STIIME SEINES HERRN
CRADE-MARR-
Für Grammophonbesitzer.
Soeben erschienen in
Grammophon-Platten
Das Lied vom Autoliebchen
Das haben die Mädchen so
gerne, Vorspiel zum III. Akt.
Fräulein, könn’n Sie links rum
tanzen? Walzer.
Two-Step tanzt man heut.
Versuch’s doch mal.
Eugenie Della-Donna und
Arnold Rieck.
Im Lustgarten ist Frühkonzert.
Wenn zwei Leute böse sind
Rosl Loibner u. Paul Bechert
der Deutschen Grammophon-
A.-G. Berlin, London
K. Jäger
Georgenstr. 11
Spezialgeschäft in echten
Grammophonfabrikaten
Nur direkte Bezüge
7839) ab Fabrik.
Schustergasse 18, I.
Monats=Verſammlung.
NB Verloſung von Raſſehühnern.
Der Vorstand.
(7793
ist Darm=
schützengesellschaft „Weidmannshell stact.
Vereinslokal Rest. „Martinsglöckchen‟, Riegerplatz.
Jeden Montag und Mittwoch von abends 9 Uhr ab
Uebungsschießen mit scharfer Munition.
Freunde und Anhänger des Schiessports stets willkommen. (1988a
Vom 1. bis 13. Aprilt
Großes
SBockbiericn
Bockwürste — Münchner Bedienung.
Es ladet ergebenſt ein
8297
Otto Rau, Wirt und Metzger
Heidelbergerſtraße 40.
Trüne Sohlen, 50% beſſer wie
andere, liefert H. Krieger,
Schuhm., Heidelbergerſtr. 42. (B123.
mit den
9 echten
chen
GRAUNS-
FREE
für Hausgebraueh
Millionenjach bewährt. —
2u laben im
imarn.
Men geinte aut
Mik nebensteend
abgebidete
ae Seinlellenmarte
und fordere auscrücklich:
— Brauns’sche Farben. —
Faſt
neuer Sitz= u. Liegewagen
Nollerſtr. 21, p. (*8271oi
Prioileg. Schützengesellschaft Darmstadt.
Nachſtehende Nummern unſerer Anteilſcheine wurden zur
Rück=
zahlung per 31. Dezember 1912 berufen:
Nr. 117 211 229 334 386.
Einlöſungsſtelle: Bankhaus Hermann Reichenbach,
Rheinſtraße 23.
(779s
Dienstag, den 2. April 1912:
Herrenabend auf dem neuen Schießhaus.
Der Vorstand.
Anzeige.
Hiermit ſetze die verehrl. Gönner und Gäſte, ſowie das
werte Publikum von Darmſtadt ergebenſt davon in Kenntnis,
daß ich mit dem 1. April d. Js. das
Hotel-Restaurant und Pension
4
„Zum kühlen Grund‟
Jugenheim a. Bergstr.
(Balkhäusertal) übernehme. — Ich werde beſtrebt ſein, das
Renomme des Hauſes aufrecht zu erhalten und meinen
Gäſten ſtets das Beſte zu bieten. — Insbeſondere mache ich
auf mein Café-Restaurant mit eigen. Conditorei aufmerkſam.
Hochachtungsvoll
(78200
Carl Luppold.
Luftkurort und Sommerfrische Lichtenau
wegen ſeiner wunderbaren Lage genannt die „Perle im Speſſart”.
Hotel Hochspessart!
Allen Beſuchern des Speſſarts die ergebene Mitteilung, daßich
ſeit dem 1. März ds. Js. das Hotel „,Hochspessart” übernommen
habe und iſt es mein Beſtreben, an Küche und Keller nur das
Beſte zu bieten, und zwar zu ſoliden Preiſen.
(7794oms
Sämtliche Logis= und Reſtaurationsräume ſind neu renoviert
und mit elektriſchem Licht eingerichtet. Halte mich zum Beſuch meines
neuen Unternehmens beſtens empfohlen. Vereinen und größeren
Geſellſchaften ſteht der neuerbaute große Speiſeſaal, welcher bis
Pfingſten eröffnet wird, zur Verfügung.
Neuer Pächter: E. Bökemeier, i. V.: Aug. Bökemeier
früher Friedrichshof Wiesbaden
und der Reſtauration der Stadthalle in Mainz.
— Telephon Nr. 11, Amt Lohr.
99
VenezO‟
6
Beſte flüſſige Parkett= und Linoleum=Wichſe.
Reinigt, wichſt und poliert gleichzeitig. Keine Stahlſpäne,
keine Wichſe und kein Terpentinöl mehr nötig.
Zu haben in Kannen à ½ Liter zu Mk. 1.— und
(7135a
à 1 Liter zu Mk. 1.80 bei
Friedrich Schaefer, Großh. Hoflieferant.
7 Ludwigsplatz 7.
eretente eteten
5 Mk., 1 mod, gut erh. Sih= und
Liegew. 15 M., 1Teigmaſch., n., 5 M.,
1 gr. Maiolika=Lampe 5 Mk., 4fl
Petrol.=Apparat 8 Mk.
Eliſabethen=
ſtr. 29, H., I. Anzuſ v. 8—2 II. (*8279
Sehr gut erhalt. Kinderwagen
geſucht. Preis bis zu 20 Mark.
Off. u. W 85 an die Exp. (*8275
u. Polſtermöbel,
Tapezier-Matratzen,
Vor=
hänge, werd. gut u. bill. ausgeführt.
P. Frieſe, Pankratiusſtr. 69. (5198a
Latfernen der Motten
aus Polſtermöbel ohne aufpolſtern
(5252a
unter Garantie billigſt
J. Frieß, Möbel. u. Tapeziergeschäft,
Neue Kiesſtraße 43.
245a)
getrag, Kleider,
Schuhe ꝛc. zu den
höchſten Preiſen.
Poſtkarte genügt.
M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29.
Darmſtädter Tagblatt, Myntag, den 1. Aprik 1912.
7 8.
S
Kolonialwaren, Deikatessen
Konserveu
Weine Kaffee Liköre
75 Filialen.
(7837
Feinſtes
Blütenmehl pfd. 19
extrafeines 00 Pfund 21 Pfg.
Weizenmehl Pfund 17 Pfg.
in Handtuch=
Mlügnel=Mehl ſäckchen
geſetzlich geſch. Nr. 74959
Roſieit große, Pfd. 40, 50,60
gereinigt
40 u. 48.
Corinthen
gereinigt
Sultaninen
Pfd. 70 u. 85
Backpulver
5 Pakete 20
2)
Citronen große, ſaftige Stück 9
fein
5=Pfd.-Sack 100 ₰
10=Pfd.=Sack 195 ₰
extrafein
5=Pfd.=Sack 105 ₰
10=Pfd.=Sack 205 ₰
grantiert rein
Schmalz la
Pfd. 60
Cocosunßbutter
garantiert rein Pfd. 7 u.6
Moenus=Planzenmargarine
Pfd. 65
im Karton
Spara im Karton
feine Süßrahm=Margarine Pfd. 43,
Mienuseaffd
feinste Süssrahm-
Tafel-Margarine
erſetztfriſche Landbutter, loſe Pfd.
Preiswerte Gemüse- und Obst
Konserven.
Erstklassige Fabrikate. — Reelle, stramme Packung.
Unterenden
Schnittſpargel, 2 Pfd.=Doſe 80
dünn mit Köpfen .
95
. 76 ₰
mittelſtark mit Köpfen 125
ſtark mit Köpfen . . 145 5Pflaumen ſüß mit Stein . 44 ₰
do. ſüß ohne Stein 60 ₰
Stangenſpargel, dünn 120 ₰
ſtärkere Sorten 135, 160, 170 ₰Kirſchen ſchwarz mit Stein 64
do. ſchw. ohne Stein 100 ₰
Gemüſe=Erbſen, 2 Pfd.=Doſe 38
do. rot mit Stein 70 ₰
mittel=
Junge Erbſen1443, fein
do. feine 78, 94, 120 ₰
Junge Erbſen m. Karotten
50
in Würfeln
Junge Karotien in Würfeln 35
Spinat, feinſter, paſſiert
45
Rohlrabi in Scheiben . . . 40
Mirabellen 2 Pfd=Doſe . 65 ₰
feinſte Metzer
Reinerlanden 2 Pfd.=Doſe 68. ₰
Pfirſiche ½ Frucht . . . 115 ₰
ſehr
Heidelbeeren aromatiſch 54 ₰
Erdbeeren naturell . . . 110
Birnen weiß II 70, feinſte 85
Sehr preiswert und vorzüglich:
uckerhonig
2 Pfund-Küchendose 90 Pfg.
Herdweg 64, 1. St., elegante
6=Zimmerwohnung per 1. Juli
zu vermieten. Näheres Moſer=
(B7632ms
ſtraße 11, parterre.
Soasgssosts
Heinrichstr. 134, I.
elegante 5 Zimmerwohnung mit
Badeeinricht., Fremden= u. Mädch.=
Zim., Balkon u. Veranda, Gas u.
elektr. Licht u. Bleichplatz, Südſeite
ohne Gegenüber, auf 1. Juli ev.
früher wegzugshalber zu vermieten.
Näh. daſelbſt 1. Stock, part. (6618t
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
(6214t.
Näh. daſ. part.
Preien Umzug
nach Johannesviertel, 5
Zimmer=
wohnung per 1. April, 650 Mark.
Off. u. U 59 a. d. Exp. (6961oms
Waldstr. 33, I. St.
5=Zimmerwohn. mit Zubehör per
1. April zu v. Näh. 2. St. r. (6262om
Neckarſtraße 16
in dem Erdgeſchoß, neuhergerichtete
5=Zimmerwohnung mit
Mädchen=
zimmer, Bodenräume, Bad und
Speiſekammer nebſt ſchönem
Zier=
garten und Gartenhaus an ruhige
Familie zu verm. Anzuſ. b. 3. Apr.
u. v. 15. Apr. tägl. zw. 2—4 Uhr oder
zw. 6—7 Uhr nachmittags. (*8312
Karlſtr. 65, frdl. 4 Zimmerw.
mit Veranda u. reichl. Zubehör zu
verm. Näh. part.
(7616oms
Neue Kiesſtraße 125, I.,
weg=
zugshalber 4 große Zimmer, Küche
uſw., p. 1. Juli. Näh. daſ. (7761t
Mühlſtraße 28, Htb., freundl.
Wohn. von 4 Zim., Küche, Keller,
Holzſtall, Bleichplatz uſw. z. 1. April
zu vm. Preis monatl. Mk. 20.
An=
zuſehen von 2—4 Uhr. (7833ms
Karlstrasse 65
freundl. 4=Zimmerwohnung mit
Veranda u. reichl. Zubehör zu
ver=
mieten. Näh. part. (B7616oms
Moserstrasse 3
parterre, hübſche, freundliche
4=Zimmerwohnung m. Vor=
und Hintergarten, neuzeitlich
eingerichtet, ſofort.
Soderstrasse 4
(Kapellplatz) hübſche,
freund=
liche 4=Zimmerwohnung,
neuzeitlich eingerichtet, per
1. Juli zu vermieten. Näh.
Eiſengeſchäft Pallmann,
(7822ms
Kirchſtraße 21.
. Stock, ſchöne
mit Gas und Zubehör. (7691a
Löffelgaſſe 26, parterre, ſchöne
25 M. m. Erfr. Gardistenst . 17, I. (*24
Pankratiusſtr. 7
2. St., ſchöne 3 Zim.=W. mit all.
Zu=
behör bis 1. April zu verm. (7492a
Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3=Z.=Wohnung per ſofort. (366o
Zimmer
Große Ochſengaſſe 39 ſchöne
2 Zimmerwohn. zu verm. (*8170so
Arheilgerſtraße 37 eine kleine
2=Zimmerwohnung.
(*8239soi
Herdweg 13, 2. Stock, hübſche
kl. Wohnung an einzelne Dame
ſofort zu vermieten.
(B7848
nebſt Magazin mit
Heu. Laden oder ohne 3 Zim., für jed. Geſchäft geeign.
Eckt Saalbauſtr. u. Marienpl. 8,
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vermieten. Näheres Hügelſtr. 27,
Kontor.
(730od
Der von der Firma Zenner & Co.,
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
1. Auguſt d. J. anderweit. zu verm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (6567oms
für 2 Pferde, mit od. oh.
Stall Wagenremiſe,
Burſchen=
zimmer, ſogleich billig zu vermiet.
*8278) Heinrichſtraße 115.
Waldſtraße 10, 2. St., ſchön
möbl. Zim. an beſſ. Herrn. (*8095so
Mauerstr. 15
möbl. Zimmer, auf Wunſch mit
Penſion, zu verm. (*7890dfo
Bleichſtraße 51, 1. St., zwei
gut möbl. Zim. zu verm. (5905a
Heidelbergerſtr. 75, part., gut
möbl. Zimmer zu verm. (B5446omf
Mauerſtraße 12, II., gut möbl.
Zimmer mit Penſion ſof. (6565ods
Karlſtr. 30, Hinterb., 3. Stock,
links, möbl. Zim., ſep. Eing., für
einf. Herrn od. ſaub. Arb. (7539a
Waldſtr. 32 gut möbl. Zim.,
mit Schreibtiſch, zu verm. (7554t
Ecke Schul= u. Kirchſtr. 27, II.,
möbl. Zimmer bis 1. April. (7556t
Nrikarſtr. 26, 3= Zimmerwohn. 1 Schlafſtelle ſof. zu verm. (*8110so Penſion Eliſabethenſtr. 4.
3 Zimmerwohn. mit Glasabſchluß, 2. Et., Wohn= u. Schlafzim., ſowie
Einzelzim., m. g. Penſ. z. v. (*8093soim Ernſt=Ludwigſtr. 1, III., 2 ſchön
möbl. große Zim. zu verm. (*8085so Wilhelminenſtr. 27, 3. Stock,
freundlich., möbl., hell. Zim. (*8077so Waldſtraße 55
1 bis 2 gut möbl. Zimmer ſofort.
Ausſ. Landa. Ph.=Anlage. (7620oms) p Kaſinoſtr. 11, Metzgerei, ſchön
möbl. Zimmer.
(7621oms Friedrichſtr. 18, 2. Stock, ſchön
möbl. Zimmer m. gut. Penſion zu
60 Mk. zu verm. Näh. part. (7631os Eliſabethenſtr. 31, parterre,
möbl. Zimmer, ſep. Eingang, evtl.
(*8139so
mit Penſion. Grafenſtraße 20, 2. St. rechts,
freundl. möbl. Zimmer, ſep., ſof.
(*8207so
zu vermieten. gut möbl.
Graienstr. 20, III., Zimmer
zu vermieten.
(*8209so Rheinſtraße 2 möbl. Zimmer
(*8210so.
bei Häfner zu verm. Schloßgartenſtr. 41 II, ein ſchön
möbl. Zim. m. ſch. Ausſ. ſof. (*8143so Z Landwehrſtraße 24, gut möbl.
freundl. Zimmer zu verm. 7734oms Eliſabethenſtr. 26, 1. St. (bei
Klein) großes gut möbl. Zimmer an
Herrn od. Fräul. ſof. zu verm. 7736t Mied.-Kamstädierstr. 57, Metzgerei,
m. Z., m. v. Penſ., preisw. z. v. (7162oms Waldſtraße 16 möbl. Wohn=
und Schlafzimmer, daſ. einz. möbl.
Zim. per ſof. zu verm. (7370oms Mühlſtr. 68, 2. St., am Kapell=
platz, gr. möbl. Zimmer m. Schlaf=
kabinett bill. zu verm. (*7792mso Karlſtr. 53, part., möbl. großes
O
Zimmer zu vermieten. (7306oms
0 Viktorigſtr. 90 II., ſehr gut
möbl. Wohn= u. Schlafzim. (7295a Waldſtraße 15, parterre, möbl.
Zimmer zu vermieten. (*1928dso
n Karlſtr. 41, 1. Stock, frdl. möbl.n
Zimmer, ſep. Eing., z. v. (*7851dso Schlafstelle
für anſtändigen Arbeiter od. Lehr=
ling, mit od. ohne Koſt, billig zu
vm. Wienersſtr. 73, II. (*7123msm Schuchardſtraße 13, 2. St., fein
möbl. Zimmer mit Penſ. an beſſ.
Herrn od. Dame zu verm. (7368a Waldſtr. 24, Stb. II., ſep. einf.
möbl. Zimmer zu verm. (7393t
Mauerſtr. 32, 3. Stock, tinks,
möbl. Zim. mit Penſion, Schüler
od. Kaufmann, zu verm. (*8072fso
Mollerſtraße 35, 2. Stock, gut
ſep. möbl. Zimmer mit Gas und
Schreibtiſch, p. ſof. zu vm. (*8156so
Obere Hügelſtr. 19, II., Ecke
Schützenſtr., ſchön möbl. Zimmer
(7617t
zu vermieten.
Grafenſtr. 41 gut möbliertes
Zimmer zu vermieten. (7478a
Wieſenſtraße 9, part., ſchön
möbl. Zimmer, ſepar. Eingang, per
1. April zu verm.
(6002oifs
Mathildenplatz 3, Stb., 2. Stock,
einf. möbl. Zim. bill. zu verm. (7172t
Martinſtraße 2 wegzugshalber
(B5426t
Waldstrasse 2 3 möblierte
zimmer, zuſammen oder getrennt,
fort zu vermieten.
(5010t
Mühlſtr. 10, part., möbl. Zim.,
Neckarſtr. 4, Hth., pt. l., ſchön
öbl. Zimmer z. verm. (7257a
Landwehrſtr. 13, 2. St., eir
hön möbl. Zimmer mit Penſion
r 1. April zu verm. (7256t
Schloßg. 2, part., möbl. Zimmer
Eliſabethenſtr. 49, part., gut
öbl. Zimmer zu verm. (7371t
Obere Hügelſtr. 19, Ecke
Schützenſtr., 2. Etg., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (7567t
Saalbauſtr. 40, 3. St., freundl.
Karlstrasse 11, II.
ſehr großes hübſch möbliertes
Zimmer mit Schreibtiſch
preis=
wert zu vermieten.
(7565t
Eliſabethenſtr. 31, 1. St., möbl.
Waldſtr. 39, Gartenh., 1. St.,
Karlſtr. 29, I.
fein möbl. Wohn= u.
Schlaf=
zimmer mit Schreibtiſch und
Gasbeleuchtung, auf Wunſch
auch Klavier zur Benutzung,
per ſofort an beſſ. Herrn zu
(7767t
vermieten.
Anzufragen parterre.
Neue Schwanenſtr. 72, 2. St.,
Karlſtr. 30, Hths. 2. Stock r.,
öbl. Zimmer billig. (*8216so
Lichtenbergſtraße 23, prt., ein
Eliſabethenſtr. 29, 1. St., 2
31, 3. St.
(722oi
Hügelſtraße 89, freundl. möbl.
Soderſtr. 4, I., elegant möbl.
Zimmer an beſſern Herrn, p. 1. 4. 12.
zu vermieten.
7757t
Karlſtraße 29, I., gut möbl.
Zimmer per ſofort zu vermieten
Anzufragen parterre.
7768t
Grafenſtr. 21, 2. Stock, frdl.
möbl. Zim. m. Kaffee 17 M. (7710ms
Waldſtraße 23, 1. St., links,
möhliertes Zimmer per
ſofort od. ſpäter zu verm. (7173oms
h., 1. St. r., möbl. Z.
Karlſtr. 65 billia z. v. (B4671oif
Rheinſtr. 2 ſchön möbl. Zimmer
zu verm. bei Häfner. (*8210so
Mühlſtr. 74, I. (Kapellpl.) möbl.
Zimmer ſof. zu verm. (*8391oim
Gartenſtr. 18, I., 2 ſchön möbl.
Zim. per ſofort zu verm. (*8303oi
Gr. Ochſengaſſe 18 frdl. möbl.
Zim., Woche 3 Mk. Näh. Lad. (*8309
Landwehrſtr. 6 möbl. Zimmer
mit Penſion z. vermiet. (7823oms
Möbl. Zimmer zu vermieten=
J. Wagner Ww., Eliſabethenſtr. 43,
Hth. 1., I.
(*8290oms
Waldſtraße 23, I. r., ein ſep.
möbliertes Wohn=Schlafzimmer
ſofort zu vermieten.
(*8291
Ludwigſtr. 17, II., möbl. frol=
Wohn= u. Schlafzim., evt. a. einz. bill.
z. verm. an ſolid. Herrn. (*8293oim
Landwehrſtr. 19, II., hell., frdl.
möbl. Zimmer mit Gas ſof (*8294
Ludwigſtraße 16, 3. Stock
möbl. Zimmer.
(*8276ot
Inſelſtraße 38, I. frdl. möbl.
Zimmer, geſ., ruh. Lage, mit oder
oh. Penſ. zu verm. (*8280omf
Steinſtraße 5, parterre, einfach
möbl. Zimmer ſofort. (*8282oi
Kaſinoſtr. 26, I., freundl. möbl.
Zimmer für 18 M. monatl. (*8295
Ludwigsplatz 4, II., groß. und
zwei kl. ineinandergeh. möblierte
Zimmer.
(*8296oi
Waldſtraße 15, 3. Stock, gut
möbl. Zimmer an ſoliden Herrn
zu vermieten pro Monat 16 Mk.
mit Kaffee.
(7857t
Ernſt=Lndwigſtr. 5, 2. Stock,
hübſch möbl. Zim. zu verm. (6733
Heinrichſtraße 69 großes und
kl. freundl. möbl. Zimmer mit g.
Penſion zuſ. od einz. z. v. (7847ms
Gute Bension
für Seminariſtin bei höherer Bee
amtenwitwe. Anfragen unter
T 32 an die Ernad
(6568oms
Wirzahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle, Papiers
abfälle, Geſchäftsbüch. u. Akten,
ant. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung. (11824
M. Löb & Co.
Liebigſtr. 30. Telefon 479
914!!
Wer dort ? (77854
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen füt
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahne
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
noch faſt neuer Kinder=Sitzu=
Liegewagen zu verkaufen
*8287) Heinheimerſtr. 63, parto
Rummer 78.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Seite 23.
(7811M
Heuzehäcgnneg Olatgtaffnn=
Oalall mat
76
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 30. März. (
Börſenwochen=
bericht.) Die Stimmung geſtaltete ſich im Laufe der
Woche zu einer recht freundlichen, wobei auch das Geſchäft
im allgemeinen an Ausdehnung gewinnen konnte. Man
erwartet jetzt eine baldige Beendigung der engliſchen
Streiks, auch ſind die Ausſichten zur Verlängerung des
Stahlwerksverbandes viel beſſer geworden. Die
Verſtän=
digung der Gelſenkirchener Geſellſchaft mit Thyſſen machte
auf dem Montanmarkt einen günſtigen Eindruck. Dabei iſt
der Geldſtand relativ leichter, da der Privatdiskonto bis
4¾/10 zurückgehen konnte. Von New=York werden andauernd
gute Kurſe gemeldet und damit die Tatſache, daß dort jetzt
eine ſtabilere Tendenz die Oberhand gewonnen hat. Alle
dieſe Faktoren kommen unſeren Börſen weſentlich zugute,
die bis zum Wochenſchluß in feſter Tendenz verkehrten.
Zu den Einzelheiten übergehend, ſind Deutſche Renten
etwas lebhafter geweſen, ohne indes nennenswerte
Erhol=
ung zu erzielen. Von Seiten des Präſidenten der
Seehand=
lung erfolgte der erneute Hinweis, daß die Sparkaſſen
energiſcher angehalten werden ſollten, ihre Gelder in
Reichs=
anleihe anzulegen. Die badiſche Regierung har eine 4
pro=
zentige, bis 1921 unkündbare Anleihe in Höhe von 29
Mil=
lionen Mark an ein Konſortium feſt begeben.
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren die
ruſſi=
ſchen wieder bevorzugt und insbeſondere türkiſche Loſe
leb=
hafter gehandelt. Am Bankenmarkt konnten größere
Avan=
cen infolge der Erklärungen in den verſchiedenen
General=
verſammlungen erzielt werden. Diskonto=Kommandit und
Deutſche Bank haben bereits einen Teil ihres uſancemäßigen
Abſchlags wieder eingeholt.
Transportwerte ſind ebenfalls beſſer; namentlich
herrſchte in Schantung große Spekulationsluſt, wodurch der
Kurs um etwa 4 Prozent ſteigen konnte. Lombardiſche
Aktien und 3prozentige Südbahn=Prioritäten bei
Wochen=
ſchluß mehr beachtet, ebenſo ſind Hamburger Paket, Nordd.
Lloyd und die amerilaniſchen Bahnen höher. Lebhaftes
Geſchäft zu weſentlich höheren Kurſen war in
Elektrizitäts=
aktien, auf die Löſung der Bergmannfrage. Mit dem
vor=
ausſichtlichen Eintritt der Bergmann=Geſellſchaft in die
Sie=
nens=Schuckert=Gruppe wird dem Markt ein Druck
genom=
men und die Monopolſtellung unſerer beiden
Elektrizitäts=
gruppen neu geſtärkt. Montanwerte ſchließen ebenfalls faſt
durchweg höher, nachdem die Streikbeſorgniſſe geſchwunden
und man in die normale Arbeit wieder eingetreten iſt.
Am Kaſſainduſtriemarkt bleibt das Animo andauernd
für einzelne chemiſche Aktien beſtehen und dem zeitweiſe
vorhandenen Angebot infolge von Gewinſtrealiſationen
ſtehen ſtets ebenſo ſtarke patente Käufer gegenüber.
Holz=
verkohlung ſtiegen auf 306, Deutſche Gold= und Silber=
Scheideanſtalt bis 1092, Rütgerswerke bis 192,90, Chemiſche
Albert bis 448, Höchſter Farbwerke bis 568. In Kunſtſeide
völlzogen ſich große Umſätze, bis 157, um bis etwa 155
nach=
zugeben; poſitive Gründe für die ſeitherige Steigerung
kön=
nen auch heute nicht mitgeteilt werden. Die neu eingeführte
Badiſche Maſchinenfabrik Durlach i. B. wurde bis 141
ge=
handelt. Kleyer ſind bis 46334 geſtiegen, trotz des
Aus=
bruches des Streiks der Metallarbeiter. Matter waren
Motorenfabrik Oberurſel, bis 137,60.
Von Loſen notieren: Augsburger 35 B.,
Braunſchwei=
ger 199,—, Pappenheimer 64,—, Freiburger 71,—, Türkiſche
173,60, Genua 195.—, Ungariſche 368 B., Meininger 33,60,
Venediger 42,50, Mailänder 45=Fres.=Loſe 140 (nominell),
Mailänder 10=Frcs.=Loſe 34,20. Raab=Grazer Anr.=Sch.
38,10, in Reichsmark; Gothaer Prämie II 118,25, Donau=
Regulierung 170 (nominell), Madrider 76,50, in Prozent.
Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918 unkündbar) 101,15,
3½proz. Reichs 90,25, 3proz. Reichs (ultimo) 81½, 4proz.
Heſſen von 1899 99,50 G., 4proz. Heſſen von 1906 99,80 G.,
4proz. Heſſen von 1908/09 99,90, 4proz. Heſſen (unkündbar
bis 1921) 100g. 6., Zaproz. Heſſn. 39,10., Froz. Heſſn 1820,
4proz. Darmſtädter 98,75 G., 3½proz. Darmſtädter 89,75 G.
4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—23) 100,50, 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 24—25) 100,60 G., 3½proz.
Heſſ. Hyp.=Pfdbr. (Serie 3—5) 89,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 89,70 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=
Pfdbr. (Serie 10—12) 100,60 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=
Pfdbr. (Serie 13—14) 100,70 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=
Pfdbr. (Serie 1—3) 89,80 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=
Pfdbr. (Serie 4) 89,70 G., Darmſtädter Bank 125,—, Südd.
Eiſenbahn=Geſellſchaft 123,—, Südd. Immobilien=
Geſell=
ſchaft (Mainz) 78,—, Lederwerke vorm. Spicharz (
Offen=
bach a. M.) 78 G., Schramms Lack= und Farbenfabriken
(Offenbach a. M.) 272 G., Chemiſche Mühlheim a. M. 75,50,
Schantungbahn 137½/, South=Weſtafrika 156½, Otavi=
An=
teile 96,— Otavi=Genußſch. 65,—, 4½proz. Ruſſen 100,40 B.,
4proz. 1880er Ruſſen 90,90, 4proz. 1902er Ruſſen 90,50,
3¼uproz. Ruſſen 88,50, 3½proz. Ruſſen 84,40 G., 3proz.
Ruſſen 82,—, 4proz. unifizierte Türken 90,75, 4proz.
Abmini=
ſtrations=Türken 83,60, 4proz. konvertierte Türken (1905/11)
81 G., Bagdadbahn 83,60, 5proz. Chineſen 100,50, 4½proz.
Chineſen 94,50, 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 98,50,
4½proz. Japaner 94,70, 4proz. Japaner 89,25, 3proz. Buenos=
Aires 72½.
Sport.
Radrennen. Rütt=Stol Sieger im V. Berliner
Sechstage=Rennen. Die deutſch=holländiſche Mannſchaft
hat ihren vielen Erfolgen in derartigen Konkurrenzen einen
neuen hinzugefügt, aber allzu beſonders ſtolz kann
insbe=
ſondere Rütt auf dieſen Sieg nicht ſein, denn ohne
weit=
gehendſte Unterſtützung durch die Amerikaner Root=Moran
wäre es ihm ſchwerlich möglich geweſen, den erſten Platz
zu behaupten. Höchſte Anerkennung verdienen dagegen die
aus dem heißen Ringen als Zweite hervorgegangenen
Ber=
liner Lorenz=Saldow, die es fertig gebracht haben, allen
gegen ſie gerichteten Angriffen bis zuletzt zu trotzen. Dritte,
wenigſtens nach dem Richterſpruch, in Wirklichkeit aber nach
der allgemeinen Anſicht. Vierte wurden die Amerikaner
Root=Moran, die zwar an und für ſich ein ausgezeichnetes
Rennen fuhren, umſomehr als Root eben erſt aus der
Brüſſeler Sechstage=Konkurrenz mit dem Siege heimgekehrt
iſt, andererſeits ſich aber die Sympathien dadurch
ver=
ſcherzten, daß ſie ihn zu offenkundiger Weiſe für Rütt=Stol
die Kaſtanien aus dem Feuer holten. Die Franzoſen
Poulain=Miquel endlich haben ihre ehrenvolle Niederlage
ſicherlich nicht ihrem geringeren Können zuzuſchreiben. —
Die letzten Stunden verliefen ohne nennenswerte
Ereig=
niſſe, wenn auch das durchweg flotte Tempo, gelegentliche
Plänkeleien im Felde die Spannung der den Sportpalaſt bis
auf den letzten Platz füllende Menge aufs höchſte erregte.
Endlich wurde verkündet, daß das Rennen bis zum 144.
Stundenſchuß zu Ende gefahren würde und daß dann die
vier im toten Rennen an der Spitze liegenden Mannſchaften
zum Entſcheidungskampf über 10 Runden antreten ſollten.
Die Verſuche von Stol=Moran, ihren Gegner Lorenz noch
in letzter Stunde durch Spurts zu ermüden, ſchlugen fehl,
da ſich Lorenz noch rechtzeitig durch Saldow ablöſen ließ.
Endlich fiel der erlöſende 144. Stundenſchuß, 4269,666
Kilo=
meter waren zurückgelegt und damit der bisherige deutſche
Rekord von 3896,600 Kilometer erheblich überboten. In
New=York dauert das Rennen nur 142 Stunden, trotzdem
erzielten 1908 Mac Farland=Moran 4403,994 Kilometer,
alſo 170 Kilometer mehr als die Sieger hier in 144
Stun=
den. Als ſich der Beifall gelegt hatte, traten Rütt, Lorenz,
Root und Poulain zum Entſcheidungskampf über 10
Run=
den an. Root blieb ſeiner während des ganzen Rennens
geſpielten Rolle treu und führte vor Rütt, an dritter Stelle
lag Lorenz, deſſen wiederholte Verſuche, nach vorn zu
kom=
men, vereitelt wurden. Poulain bildete den Beſchluß. Von
der drittletzten Runde ab ſteigerte ſich das Tempo ſtändig,
in der Zielkurve machte Root Platz für Rütt, während der
ebenfalls aufrückende Lorenz ganz nach Außen gedrängt
wurde, trotzdem aber bis auf Handbreite zu dem als Erſten
den Zielſtrich paſſierenden Rütt aufzulaufen vermochte.
Etwa eine halbe Länge zurück folgte Root, während
Pou=
lain Innen noch ausgezeichnet aufkam und nach allgemeiner
Anſicht im Ziel vor Root war. Somit war die Schlacht
entſchieden. Als die einzelnen Mannſchaften mit
Lorbeer=
kränzen und Schärpen geſchmückt ihre Ehrenrunden fuhren,
miſchten ſich bei Rütt=Stol in den Beifall auch laute Zeichen
des Mißfallens, während Lorenz=Saldow beſonders
leb=
haft begrüßt wurden. Kaum eine Hand rührte ſich bei den
Amerikanern, ſodaß der ausgepfiffene Moran ſeinen Kranz
wegwarf. Poulain=Miquel, die ſich durch den Richterſpruch
benachteiligt fühlten, weigerten ſich die Ehrenrunde zu
ſahren. Während man ſchon mit dem Abbruch der Bahn
begann, leerte ſich langſam die Halle. — Das genaue
Klaſſement war: 1.Rütt=Stol (auf Continental=
Pneu=
matik) 4269,666 Kilometer; 2. Lorenz=Saldow (auf
Conti=
nental=Pneumatik) Handbreite; 3. Root=Moran, halbe
Länge; 4. Poulain=Miquel, Handbreite; 5. Stabe=de Mara,
4 Runden; 6. Galvin=Großmann, 5 Runden; 7. Pawke=
Schilling, 6 Runden; 8. Arend=Carapezzi, 7 Runden zurück.
Pferderennen. Grand National Steeple=
Chaſe. — Die Große Liverpooler Steeple=Chaſe, das
be=
deutendſte Hindernisrennen der Welt, wurde bei
reg=
neriſchem Wetter gelaufen. 24 Kandidaten traten die über
7200 Meter führende Reiſe an. Unter den Startern
be=
fanden ſich auch Jenkinſtown und Jerry M., die beiden
Erſten aus dem Jahre 1910 und Glenſide, der Sieger des
Vorjahres. Wie immer war das Rennen reich an
Zwiſchen=
fällen und der weitaus größte Teil der Pferde fiel den 30
zu nehmenden ſchweren Hinderniſſen zum Opfer. Nur 6
erreichten das Ziel. Schon am dritten Hindernis, einem
Koppelrick mit Graben dahinter, wurde dem Favoriten
Rathnally zum Verhängnis. Die erſte Runde des zweimal
zu durchlaufenden Dreieckskurſes beendete noch die Hälfte
der Starter. Von dieſen wieder ſchieden Caubeen, Bally,
Hackle, Regent, Jenkinſtown, Whitelegs II und Kilkeel in
der zweiten Hälfte des Rennens aus Schon ſchien es, als
wenn das Rennen mit dem Siege des kraſſen Außenſeiters=
Bloodſtone enden würde, als Jockey E. Piggott im Einlauf
mit Jerry M. energiſch aufbrachte und den Hengſt des Sir.
C. G. Aſſheton=Smith ſchließlich nach 6 Längen vor
Blood=
ſtone als Sieger durchs Ziel ſteuerte. Vier Längen hinter
Bloodſtone (F. Lyall) beſetzte Arle Pin (J. Anthony) den
dritten Platz vor Carſey. Wetten: 411, 4011, 2011.
Platz=
wetten: 5:4, 10:1, 511.
Schach. Für den telegraphiſchen
Schachwett=
kampf Berlin=Prag, der am Samstag und Sonntag
ſtattfand, ergab die Ausloſung der Spieler folgende=
Paar=
ung: 1. Pavelka=Prag gegen Ed. Lasker=Berlin, 2. W.
Cohn=Berlin gegen Prokes=Prag, 3. Moravec=Prag gegen
Gregroy=Berlin ,4. Schlage=Berlin gegen Dr. Tauſſig=Prag,
5. K. Freybal=Prag gegen Prätorius=Berlin, 6. Moll=
Berlin gegen Fr. Freybal=Prag, 7. Duras=Prag gegen C.
Cohn=Berlin, 8. Ahues=Berlin gegen Dr. Kvicala=Prag.
Fußball. In dem Kampfe um die engliſche
Liga=Fußballmeiſterſchaft ſtehen die Blackburn
Rovers unentwegt mit einem geringen Vorſprung an erſter
Stelle. Sie brachten bisher 39 Punkte auf ihr Konto. Es
folgen mit je 36 Punkten Everton, Newcaſtle United
Shef=
field=Wednes day, Bolton=Wanderers, je 35 Punkte erzielten
Weſt Bromwich Albion, Tottenham=Hotſpur, Aſton=Villa,
Sunderland und Sheffield=United.
Lawn=Tennis. Der Internationale Lawn=
Tennis=Städte=Wettkampf zwiſchen London und
Paris, der auf den gedeckten Spielplätzen von Dulwich
aus=
getragen wird, ergab an den beiden erſten Tagen eine
be=
merkenswerte Spielſtärke der Pariſer Spieler, die bisher
ſieben Siege erringen konnten gegen ſechs auf engliſcher‟
Seite. Im Einzelſpiel ſiegten bisher Ritſchie=London gegen
Canet=Paris 6—4, 6—2, 6—3, Poulin=Parks über Powell=
London 6—3, 12—14, 6—3, 8—6, Germot=Paris über Gore=
London 6—1, 6—4, 6—3, Mavrogordado=Londonüber Meny=
Paris 2—6, 9—7, 6—4,6—2, Lowe=London über Decugis=
Paris 6—2, 1—6, 3—6, 6—4, 6—4 und am zweiten Tage
Ritſchie=London über Meny=Paris 6—3, 6—0, 6—4,
Mavro=
gordato=London über Poulin=Paris 6—0, 6—4, 6—0, Gore=
London über Gobert=Paris 6—8, 7—5, 6—1, 6—4, Decugis=
Paris über Dixon=London 0—6, 6—3, 10—8, 6—4. Im
Doppelſpiel ſiegten Bobert=Gould=Paris über Dixon=
Rit=
ſchie=London 6—4, 8—6, 4—6, 7—9, 6—3, Meny=Canet=
Paris über Goro=Barrett=London 6—4, 6—4, 2—6, 6—4.
und am zweiten Tage Decugis=Germot=Paris über Ritſchie=
Dixon=London 4—6, 6—2, 6—4, 2—6, 6—3 und Meny=
Canet=Paris über Trebbel=Douſt=London 6—1, 3—6, 6—1,
6—8, 6—3.
Hockey. Oxford Canadians Sieger im
Ber=
liner Eishockey=Turniers. Die kanadiſche
Stu=
dentenmannſchaft hat ihren beiden erſten überlegenen
Siegen über den Berliner Sport=Klub und dem S. C.
Charlottenburg nunmehr einen dritten über den Berliner
Schlittſchuh=Klub hinzugefügt, durch deſſen Mannſchaft ſie
bei dem Weltmeiſterſchafts=Turnier in Brüſſel eine
über=
raſchende Niederlage erlitten hatte. Bis Halbzeit blieb
der Kampf ziemlich ausgeglichen, wenn auch die Kanadier
mit 1:0 bereits die Führung übernommen hatten. Nach der
Pauſe erhöhte Orford raſch hintereinander die Torziffer
auf 5, während die Berliner erſt kurz vor Schluß ihr einziges
Tor erzielten.
NIG
Königl.
Fachingen
IING
wirkt belebend
und erhaltend
16.
III
auf den
Organismus.
IG
ZinE
VI7835
Saupiniederlage des Königl.
Fachingen Natürl. Mineralwasser:
Carl Naumann jr., Darmstadt,
Karlstrasse 60
Telephon 1515.
Willy Andreß, Darmſtadt
Baugeſchäft u. Eiſenbetonbau
. . Iſolierungen in Kork und Bimsbeton . .
Eiſenbetonfachwerk und Stützenbauten für
Induſtrie u. Geſchäftshäuſer: Ausarbeitung
von Koſtenanſchlägen.
Büro: Mühlſtraße 26 . .
Tel. 1207.
Wohnung: Schloßgartenſtraße 55, Tel. 1146.
(7481dso
Sportwagen billig zu verkaufen
Schöner Kinderliegewagen
Liebigſtraße 51, 3. St. (*8063faf. 8 Mk. Kauptſtr. 2, 1. St. (*8272
nannananannanannuaunnt
Korpulente,
Fettleibige,
Gicht-, Herz-,
Rheumaleidende
und Gesunde
trink. tägl. als Erſatz f. Kaffee
chineſ. Tee, Kakao uſw., den
harnsäurelösenden
Matura Zitro
Rein. Naturprodukt von
ange=
nehm . Geſchmack u. vollem
Saftgehalt der Zitrone, ohne
* Kerne und ohne Schale
her=
geſtellt. Echt zu haben in
Paketen à 75 Pfg. bei
Reformgeschäft
„Arista‟ (7161a
Gesundheitliche Nahrungs-
und Genussmittel.
* Anton Braunwarth
Ernst-Ludwigstr. 3. Fernsprecher 971.
28 MI MI 25 M HI M 2
Ich kaufe Schuhe, zahle
getr.
Heren=
u. Damenkl.,
die höchſten Preiſe. Poſtk. genügt.
T. Naigass, Schloßgaſſe 10,
Telephon 1754.
(7274a
Zur bevorstehenden Saatzeit!
Trotz der teilweise geringen Ernten, die infolge
des letzten trockenen Sommers entstanden sind, bin
ich doch in der Lage, zu vorteilhaſten Preisen
meine zuverlässigen und erprobten
—Sämerelen
von Gemüse- und Blumensamen
für Feld- und Gartenbau zu offerieren.
Grassamen in bewährten Mischungen für
alle Bodenklassen.
Von Lilien, Gladiolen, Knollenbegonien,
Cactus-Dahlien, Tuberosen usw. halte ich größtes
Lager in reichster Sortenwahl.
* pflanzendünger — Gartenwerkzeuge
Blumen- und Pflanzenstäbe
Etiquetten von Holz, Zink u. Aluminium.
Fritz Aufeld, Darmstadt
Tel. 939 Samen- und Blumenzwiebelhandlung Tel. 939
Ladengeschäft: Obere Rheinstrasse, gegenüber
der Merck’schen Apotheke.
(R4681
Milchkaunen bill. zu v. Bern=! Erſtkl. kl. Maltheſer ſof. z. Decken
hard Habig, Klein=Gerau. (*8302oj geſucht. Parcusſtr. 9. (*8267so=
Seite 24.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. April 1912.
Nummer 78.
Vo
Ein Schautenster
an unserem Eingang
zeigt einen kleinen Teil
untenstehender Waren.
G
SUooer Sokdef
erkau
für die Gster-Woche
von ganz aussergewöfinlicher Bedeutune
Nachstehend eine Aufstellung von extra hierfür
I Posten Kinderkleider
.95 ₰
zum Aussuchen . .
1 Posten Canevas-Tischdecken
95
zum Aussuchen .
1 Posten weisse Kissenbezüge
mit Stickerei-Einsatz .
.95 ₰
1 Posten Batist-Taschentücher
mit Hohlsaum
. . Dtzd. 95 ₰
zusammengestellten
Gelegenheits-
posten für
1 Posten Madapolam- u. Cambric-
Stickerei . . . .
4½ Cotpon 95 ₰
1 Posten Sofakissen, Kochel-Leinen
mit Franzen, reizende Zeichnung . . 35 ₰
zum
2 Beispiel:
zum Aussuchen . . . . . Stück 1.95 Posten Hieren-ſrawatten
Selbstbinder, zum Aussuchen Stück 35 ₰ 1 Posten kieren-krawatten
beliebige Form, zum Aussuchen 2 St. 3 7 Posten Spachtel-Stiokerei- und
Macramé-Kragen z. Aussuchen St. 3 5₰
1 Posten Klöppel-Quadrate
zum Zusammensetzen . . . 4 Stück
1 Posten Tüll-Motive
zum Aussuchen . .
I Posten Kissen-Ecken, Klöppel-
Handarbeit . . . zum Aussuchen
1 Posten Kalbleder-Lackgürtel
für Damen
. . zum Aussuchen
1 Posten Gürtel-Schliessen, einzelne
Sachen, regul. Wert weit höher, Stück
1 Posten Damen-Korsetts
Damassé oder grau Drell
„
fir Plaen, Schärzen, Nachſacken: Möbellatan Restet(
Reste und Abschnitte Buxkin-Reste etc. etc. . . zum Aussuchen, jeder Rest 95
3 Paar gestickte baumw.
Damen-
strümpfe, schwarz und lederfarbig . 1.85
4 Meter Kleiderdruck .
1 Posten Wasch-Unterröcke .
1.95
1.95
Gelegenheits-
posten für
1
S
Mark
Kineus-Ausen, abgepäst. Gälfen u. bedreit
mit Perl-Effekten, regulärer Wert bis ℳ 6.— 1.95 ℳ
1 Posten wolse Batistblusen
zum Aussuchen
1
ℳ
2½ Meter Waschseide
für eine Kimonobluse .
1.95
6 Meter Kleiderstoff für Hauskleider 1.
1 Posten Auto-Schleier . .
1.
1 Posten farbige Waschblusen . . 1.
Kesten DamenLeder- Laschen
Stück 95 ₰ und 1.30
zum Aussuchen .
Reste und Abschnitte
für Blusen, Schürzen, Nachtjacken, Buxkin-Reste etc. etc., jeder Rest
Besondere Schlager:
4 Posten weisse Batist-Blusen
Stück 68
1 Posten Russenkittel
1 Partie Damen-Schürzen
Stück
35 ₰. 55
1 Posten Kongress-Stoff
für Scheibengardinen .
Meter
Stück 75 ₰
I Posten Filztuch-Tischdecken
1 Posten Wasch-Unterröcke
Stück 1.25
Stück 1.25
1 Posten Tellermützen
Strohstoff und Filztuch
Stück
35
I Posten Herren-Sommer-Anzugst.
in grau-grünlichen Farbentönen Mtr.
Diese riesig preiswerten Artikel haben wir der besseren Uebersicht wegen und zur Erleichterung für die Kundschaft
im 2. Stockunseres Geschäftshauses auf Extra-Tischen ausgelegt (Fahrstuhlbenutzung)
Markt 2.
Markt 2.
5 (5
Grosse rosten Zigarren
offeriere ausserordentlich billig!
Abgabe von 50 bezw. 100. Stück an.
(642a
Wiederverkäufern, Händlern, Wirten etc. sehr zu empfehlen.
Garantie für Qualität. — Nichtzusagendes wird gegen Barvergütung zurückgenommen.
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
Zigarren-
S S
Willl. Sader versand Asdidwigstr asse 6.
Se
(
ee
ROhgi
roßgärthenen Henkel G. m. 5. u. Darmstadt
empfiehlt sich zur Unterhaltung u. Aniase von Gärfen.
Besprechungen und Voranschläge kostenlos und
unverbindlich. — Schenswerte Anlagen,
Gewächs-
u. Palmenhäuser Rossdörferstrasse 199, Tel. 297. (1394a
Hanarienhähne und=Weibchen,
billig zu verkaufen (B3159
Ludwigshöhſtr. 1½, III.
Deutſche Schäferhündin, 2 J.
alt, ſehr wachſam, bill. zu verk.
Zu erfr. in der Exped. (*7980do
Mohler
Naturwein
Flaſche von 80 Pfg. an
(7335a
bei
Gg. Sauerwein, Landwehrſtr. 7,
Dobermann
geſucht, 3—4 Mon. alt. Preis und
Offerte unt. W 82 an die Exped.
d. Blattes.
(*8229so
eiertage halber
35
nächſten Dienstag u. Mittwoch geſchloſſen.
. Bruchfeld, Holzhandlung. 73
Geſchäftsübernahme und =Empfehlung
Einer verehrten Kundſchaft, Freunden und Bekannten zur Nache
richt, daß ich heute das Geſchäft meines verſtorbenen Vaters
über=
nommen habe und genau in deſſen Sinne weiterführen werde.
Für das meinem verſtorbenen Vater ſo lange Jahre geſchenkte
Vertrauen beſtens dankend, bitte ich, dasſelbe auch auf mich
über=
tragen zu wollen.
Hochachtend
Carl Jordan, Maler- und Lackierermeister
Gr. Hofwagenfabrk.
(*8286) Bleichstrasse 15.
In
Selbſtgek. Gelee, Marmelade,
zehrock=, Frack=, Smoling=An=
Latwerg, ſowie f. Tafeläpfel
züge, Zylinder, zu verleihen
zu verk. Bleichſtr. 27, Lad. (4475aRheinſtraße 5, 2. Stock. (7692g