Darmstädter Tagblatt 1912


29. März 1912

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Abonnementspreis
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
wärts
nehmen die Poſtämter u. die Agen=
turen
Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
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Tagenwird nicht übernommen.

Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

175. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Die Erſte Kammer der Stände hat ſich geſtern nach
Erledigung des Hauptvoranſchlags und mehrerer Re=
gierungsvorlagen
auf unbeſtimmte Zeit ver=
tagt
.
Die Beamtenbeſoldungsvorlage wurde ge=
ſtern
durch Finanzminiſter Braun in einem längeren
Vortrag in beiden Kammern eingebracht.
Die für 1913 geplante Ausſtellung der Darm=
ſtädter
Künſtlerkolonie iſt auf das Jahr 1914
verſchoben worden.
Der Kaiſer iſt am Mittwoch in Korfu einge=
troffen
.
Der Reichstag lehnte die Oſtmarkenzulaye
für die Poſtbeamten ab und vertagte ſich bis zum
16. April.
Die Budgetkommiſſion des Reichstags be=
willigte
650 000 Mark für die Vermehrung der
deutſchen Schutztruppe in Ehina um 500
Mann.
In der italieniſchen Kammer erklärte der Juſtiz=
miniſter
, daß das Motuproprio des Papſtes für
Italien keine Gültigkeit, habe.
Der engliſche Bergarbeiterverband beſchloß,
eine Abſtimmungüber die Wiederaufnahme
der Arbeit zu veranſtalten. Die Mindeſtlohnbill
wurde vom Oberhauſe in zweiter Leſung ange=
nommen
.
Das ruſſiſche Kaiſerpaar iſt geſtern nach der
Krim abgereiſt
Die Gerüchte über einen Rücktritt Saſonows
werden als Erfindungen bezeichnet.

Der preußiſche Kultusminiſter über die
Errichtung einer Univerſität in Frankfurt a. M.

* In der Abendſitzung des preußiſchen Abge=
ordnetenhauſes
vom Mittwoch wurde die Frage
der Errichtung einer Univerſität in Frank=
furt
a. M. verhandelt. Der preußiſche Kultusminiſter
von Trott zu Solz äußerte ſich hierüber folgender=
maßen
:
Eine Univerſität in Frankfurt kann nur durch könig=
liche
Verordnung geſtattet werden, wenn ſie ſich
in ihrem ganzen Aufbau mit dem grundſätzlichen Aufbau
der anderen Univerſitäten deckt. Die ſtaatsrechtliche Auf=
faſſung
der Regierung über die Frage iſt folgende: Nach
dem allgemeinen Landrecht ſind die Untverſitäten Ver=
anſtaltungen
des Staates. Sie werden nur mit Vor=
wiſſen
und Genehmigung des Staates errichtet, dem
Staate iſt auch die Genehmigung der Sta=
tuten
vorbehalten. Dieſe Beſtimmungen des alten Land=
rechts
gelten noch, insbeſondere ſind ſie durch die preußiſche
Verfaſſung nicht geändert; dasſelbe gilt für die Schaffung
neuer Univerſitätsſatzungen, die wiederholt durch könig=
liche
Verordnung feſtgeſetzt ſind. Die Einwendung, daß
in Frankfurt das allgemeine Landrecht nicht giltig ſei, iſt
nicht maßgebend. Aber ſelbſt wenn man die Geltung des
Landrechts in dieſer Frage bezweifelt, ſo wäre das Ergeb=
nis
doch dasſelbe, denn nach altdeutſchem Univer=
ſitätsrechte
war die Gründung von Univerſitäten ein
kaiſerliches Privileg und dieſes Privileg iſt ſpäter auf die
Landesherren übergegangen. Auch nach der preußiſchen
Verſaſſung erfolat die Begründung einer juriſtiſchen Per=
ſon
des öffentlichen Rechts durch die Verwaltung, nicht
durch Geſetz. Nach alledem bedarf es für die Univerſität
in Frankfurt eines Königlichen Privilegs.
Die Sache kann nur in der Weiſe geregelt werden,
daß der König kraft ſeines Rechts die Univerſität be=
gründet
und ſeinerſeits die Statuten gibt; es würde die
Ernennung der Profeſſoren dem König oder
dem Miniſter vorbehalten bleiben, nach dem Muſter der
anderen Univerſitäten, nämlich in der Weiſe, daß die Fa=
kultäten
drei Perſonen vorſchlagen und hieraus eine Per=
ſon
ernannt wird, ohne daß der Kaiſer an dieſen Vorſchlag
gebunden iſt. Ein gewiſſer Einfluß der Stifter
muß ausgeſchloſſen ſein. Es würde ſich um eine
ſtaatliche Einrichtung handeln, und der Miniſter würde die
Verantwortung tragen. Das Kuratorium könnte nur die
äußeren Verhältniſſe, die Verwendung der Gelder uſw.
regeln. Von einer jährlichen Bewilligung eines Zu=
ſchuſſes
der Stadt Frankfurt durch die Stadtverord=
neten
=Verſammlung kann die Univerſität nicht ab=
hängig
gemacht werden. Es müſſen beſtimmte
Verträge geſchloſſen werden, die die Univerſität von dem
Willen der Geldgeber unabhäng ig macht.
Die Mittel ſind reichlich vorhanden, es ſind Reſervefonds
von drei Millionen Mark angeſammelt, ſo daß in dieſer
Richtung leine Bedenken beſtehen. Ich bin nicht gewillt,
eine Univerſität entſtehen zu laſſen, die grundſätzlich von
den anderen Univerſitäten abweicht. Das ſchließt nicht aus,
daß man den beſonderen Verhältniſſen Rechnung trägt,
aber alles, was mit der Forſchung zuſammenhäugt, mit der
Berufung der Profeſſoren, mit dem Recht der Studenten=
ſchaft
, das muß gleichmäßig geregelt werden.
Es muß ſich in der Tat um eine Univerſität handeln.
die man als eine vollkommeneſtaatliche Anſtalt

anſehen kann. Daß das durchgeführt wird, dazu können
Sie das Vertrauen zu dem Kultusminiſter haben, aber
Sie müſſen auch verſtehen, daß ich mich bei einer ſo großen
Sache nicht von vornherein ablehnend verhalten konnte.
Die Sirenentöne der Stadt Frankfurt haben mich nicht be=
tört
. Ich habe geſagt: Nur dann kann ich den Plan weiter
verfolgen, wenn der Kaiſer das Privilegium gibt. Die
Univerſität kann nicht die Stellung haben, die eine kom=
munale
Schule hat. Die Tatſache, daß Frankfurt mit Uni=
verſitäten
umgeben iſt, kann nicht ausſchlaggebend ſein,
auch Leipzig, Jena und Halle liegen eng zuſammen. Ich
glaube nicht, daß ein dauernder Schaden für Marburg ent=
ſteht
. Es iſt doch ein Bedürfnis für große Uni=
verſitäten
vorhanden, es kann nichts ſchaden, wenn zu
den drei großen Univerſitäten Leipzig, Berlin und Mün=
chen
eine vierte hinzukommt. Wir müſſen jetzt abwarten,
ob die Grundſätze, die ich feſtgelegt habe, von Frankfurt
angenommen werden. Und iſt das der Fall, dann werde
ich in eine Prüfung der Einzelheiten einzutreten haben.
Wenn alle Bedingungen erfüllt ſind, werde ich mich für
berechtigt halten, die Privilegien an höchſter Stelle zu be=
fürworten
.
Bei der Fortſetzung der Beratung am Donnerstag
wurde ein Antrag auf Verweiſung der Anträge an die
Budgetkommiſſion gegen Zentrum und Polen abgelehnt.
Der Antrag Friedberg, der die Zuſtimmung zur Grün=
dung
der Univerſität davon abhängig machen will, daß
der Charakter der Univerſität als einer ſtaatlichen Veran=
ſtaltung
im Sinne des preußiſchen Landrechts nach jeder
Richtung hin gewährleiſtet wird, daß die Rechte der Re=
gierung
und der Fakultäten übereinſtimmend mit den
Verhältniſſen der anderen Univerſitäten geregelt werden,
daß die Freiheit der wiſſenſchaftlichen Lehre und For=
ſchung
ſichergeſtellt wird, daß auch für die Zukunft Ge=
währ
geboten wird, daß Staatsmittel für die Univerſi=
tät
nicht in Anſpruch genommen werden und daß die mit
den Frankfurter Behörden uſw. abgeſchloſſenen Verträge
vor der Zuſtimmung der Gründung dem Abgeordneten=
hauſe
vorgelegt werden, wird unverändert angenommen.
Die ſtädtiſchen Behörden werden ſich Franfurter
Blättern zufolge ſchon in den nächſten Tagen mit der
neuen Univerſitätsvorlage beſchäftigen. Bereits Ende
Dezember 1911 war von der Stadtkanzlei der Entwurf
eines Vertrages über die Gründung einer Univerſität
auf Grund der Ergebniſſe der damaligen Berliner Kon=
ferenzen
, die zwiſchen dem Miniſter und Vertretern der
Stadt und der Stiftungen gepflogen wurden, aufgeſtellt
worden, der jedoch infolge der neuzeitlichen Verhandlun=
gen
in wichtigen Punkten einer Abänderung bedurfte.
Im Verlaufe der nächſten Woche wird dann die neue
Univerſitätsvorlage dem Plenum der Stadtverordneten=
verſammlung
unterbreitet werden, das nach eingehender
Beſprechung das Material zur weiteren Prüfung der
Univerſitätskommiſſion überweiſen dürfte.

Die deutſche Regierung und die Unruhen
in China.

* Bei Beratung des Etats für Kiautſchou
in der Budgetkommiſſion des Reichstages erklärte Unter=
ſtaatsſekretär
des Auswärtigen Amtes Zimmermann
über die politiſchen Umwälzungen in China:
Der Präſident Inanſchikai ſei wohl ein Mann, der Ver=
trauen
verdiene. Allerdings habe auch er ſich den Schwie=
rigkeiten
bei den jüngſten Truppenmeutereien nicht ganz
gewachſen gezeigt. Es fehle an Geld. Die Regierung
werde der Lage Herr werden, falls ſie ſchleunigſt Geld er=
halte
. Die von Juanſchikai erſtrebte 60 Millionen=Anleihe
habe er teilweiſe erlangen können. Die deutſche Regie=
rung
verfolge in vollſtem Einvernehmen mit den übrigen
Mächten das Prinzip der Nichteinmiſchung und eventuell
der Verſtändigung über gemeinſame Aktionen. Deutſch=
land
werde gegen alle Verſuche, China auf=
zuteilen
, eintreten. Das Reich müſſe als Ganzes er=
halten
und in wirtſchaftlicher Beziehung die Politik der
offenen Tür garantiert werden. Die Unruhen ſind noch
keineswegs beendet. Von vielen Seiten kommen Hilfe=
rufe
. Deshalb ſei eine Vermehrung der Schutztruppe
um 500 Mann (auf 2500 Mann) dringend notwendig.
In Peking und im Norden haben jetzt bereits ſtehen:
England 102 Offiziere und 2728 Mann, Frankreich 45
Offiziere und 1346 Mann, Japan 69 Offiziere und 1165
Mann, Rußland 10 Offiziere und 467 Mann, außerdem
in der Nordmandſchurei große Truppenmaſſen, und Ame=
rika
32 Offiziere und 831 Mann. Dazu kommt eine ent=
ſprechende
Anzahl von Geſchützen und Maſchinengeweh=
ren
. Ferner haben die Schutzmächte Chinas noch Trup=
penkontingente
in ihren Gebieten.

Die Erklärung wurde von der Kommiſſion mit Be=
friedigung
aufgenommen. Die für die Vermehrung der
Schutztruppen angeforderten 650000 Mark wurden be=
willigt
. Dafür ſtimmten auch einige Sozialdemokraten.
Ebenſo wurde der Etat als Ganzes genehmigt.

Deutſches Reich.

Reichstagserſatzwahl. Durch den Tod
von Albert Träger wird eine Erſatzwahl für den Reichs=
tag
notwendig. Sein Reichstagsſitz Varel=Jever, den er
ſeit 25 Jahren innehatte, wird von der Sozialdemokratie
umſtritten. Bei den letzen Wahlen wurden 12204 fort=
ſchrittliche
, 4335 nationalliberale und 13014 ſozialdemo=
kratiſche
Stimmen abgegeben; in der Stichwahl ſiegte
Träger mit 15629 gegen 13925 ſozialdemokratiſche Stim=
men
.
Der Mehraufwand für die Mann=
ſchaftsbeſoldung
, die von der neuen Heeresvor=
lage
verlangt wird, beträgt Blättermeldungen zufolge
25 Millionen Mark jährlich. Es iſt eine Erhöhung von
22 auf 27 Pfg. in Ausſicht genommen.
Das Fiasko der allgemeinen Mai=
feier
wird nun allmählich von ſämtlichen Gewerkſchaf=
ten
in ihren Jahresberichten ganz direkt zugeſtanden.
Einen treffenden Maßſtab für dieſes Fiasko gibt der
Jahresbericht des Deutſchen Metallarbeiter=Verbandes,
der 88 272 Mitglieder zählt, darunter auch 7848 weibliche.
Aber trotz dieſer hohen Mitgliederzahl beteiligten ſich an
der Maifeier des vergangenen Jahres nur 6112 Mitglie=
der
, alſo knapp 7 Prozent. Von den etwa 800 Betrieben
wurden durch die Maifeier 172 in Mitleidenſchaft gezo=
gen
. Beiläufig bemerkt, hat die Statiſtik des Jahres
1910 ergeben, daß in Groß=Berlin 186713 Arbeiter ( da=
runter
47768 weibliche und 9799 jugendliche) in der Me=
tallinduſtrie
beſchäftigt wurden. Hieraus ergibt ſich, daß
rund 100000 Metallarbeiter der ſozialdemokratiſchen
Organiſation nicht angehören.
In der bayeriſchen Kammer kam es bei
der Fortſetzung der Etatsdebatte abermals zu heftigem
Proteſt gegen die Führung der Geſchäfte durch den Prä=
ſidenten
von Orterer. Der liberale Fraktionschef
Dr. Caſſelmann ſprach dem Präſidium von neuem das
ſchärfſte Mißtrauen ſämtlicher Minderheitsparteien aus.
Der Präſident konſtatierte, daß eine friedliche Förderung
der Geſchäfte und ein friedliches Zuſammenarbeiten künf=
tighin
wohl unmöglich ſein werde.
Die Hamburger Bürgerſchaft bewilligte
einſtimmig die vom Senat dringend beantragten 5 Milli=
onen
zu den Hafenbauten am alten Hafen, um dem Be=
dürfnis
von Schiffsliegeplätzen näher zu kommen, bis die
großen, neuen Anlegeplätze in Waltersdorf vollendet
ſind, was in fünf Jahren der Fall ſein dürfte.
Das geheime Wahlrecht in Schwarz=
burg
=Sondershauſen. Im Landtag des Für=
ſtentums
Schwarzburg=Sondershauſen wurde der Re=
gierungsentwurf
betreffend die Abänderung des Land=
tagswahlgeſetzes
mit allen gegen eine Stimme angenom=
men
. Der Entwurf bringt für die Landtagswahlen an=
ſtatt
der bisherigen öffentlichen Wahl die geheime Wahl
durch Stimmzettel. Die Wahlmänner zu den ſechs allge=
meinen
Wahlen und ebenſo auch die Abgeordneten wer=
den
künftig durch Stimmzettel gewählt. Sechs Abgeord=
nete
werden nach wie vor von dem regierenden Fürſten
ernannt und ſechs von den Höchſtbeſteuerten gewählt.
Das Wahlalter wird vom 21. auf das 25. Lebensjahr
erhöht.

Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.

Das
öſterreichiſche Abgeordneten=
haus
nahm in allen Leſungen die Anträge betreffend
die Unfallverſicherung im Baugewerbe an. Dann trat
das Haus in die erſte Leſung der Vorlage über die Waſ=
ſerſtraßen
ein. Der Arbeitsminiſter brachte einen Geſetz=
entwurf
ein betreffend Errichtung von Ingnnieurkam=
mern
.
Der Bergarbeiterſtreik. Während der Ver=
handlung
im öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe über die
Anträge betreffend die Lohnzahlungen im Bergbau er=
klärte
Benkovic, im gegenwärtigen Moment, wo die Lohn=
bewegung
durch die ganze Arbeiterſchaft Oeſterreichs
gehe, müſſe verlangt werden, daß alle maßgebenden Fak=
toren
, namentlich die Regierung, den Bergarbeitern mög=

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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

lichſt weit entgegenkomme, um zu verhindern, daß die
Volkswirtſchaft ſchweren Schaden erleide. Der Redner
unterſtützte das Minoritätsvotum auf achttägige Lohn=
zahlung
und trat für die unentgeltliche Lieferung der
Sprengmittel an die Arbeiterſchaft ein. Reger (Soz.)
trat für geſetzliche Feſtlegung von Minkmallöhnen für
Bergarbeiter ein. Pik (tſchech. Soz.) beantragte eine Re=
ſolution
, in der die Regierung aufgefordert wird, ſpäte=
ſtens
bis Ende 1912 eine Geſetzesvorlage über Minimal=
löhne
im Bergbau zu unterbreiten. Generalredner Fresl
trat für Ueberweiſung der Streikfälle an die ordentlichen
Gerichte ein, da die Bergarbeiter zu den Bergämtern
kein Vertrauen mehr hätten. Die Anträge des Ausſchuſ=
ſes
, in denen eine 14tägige Lohnzahlung beim Bergbau
vorgeſchrieben wird, wurden angenommen, alle Minori=
tätsanträge
, welche die achttägige Lohnzahlung fordern,
abgelehnt. Eine Reſolution Pik wurde abgelehnt, da=
gegen
ſein Antrag auf Veranſtaltung einer Enquete an=
genommen
, ebenſo ein Antrag, in dem die Regierung
aufgefordert wird, zur Beilegung des Streiks in Böh=
men
vermittelnd einzugreifen, angenommen.

Italien.

Das Motuproprio. In der Sitzung der Kam=
mer
erklärte der Juſtizminiſter, daß das jüngſt erlaſſene
Motuproprio, das den Laien zu verbieten ſucht, Ange=
hörige
des Prieſterſtandes vor die gewöhnlichen Gerichts=
höfe
zu zitieren, für Italien nicht die geringſte Bedeu=
tung
haben könnte, da es als Grundlage ſeines Rechts
die Gleichheit der Bürger vor dem Geſetz aufſtelle.

Frankreich.

Die Verhandlungen mit Spanien
Nach einer anſcheinend offiziöſen Meldung beabſich=
tigt
die franzöſiſche Regierung, die Verhandlungen mit
Spanien erſt nach Unterzeichnung des Protektoratsver=
trages
durch den Sultan Muley Hafid wieder aufzuneh=
men
. Die diesbezüglichen Beſprechungen zwiſchen dem
Sultan und dem Geſandten Regnault werden in Fez
beginnen. Wie aus Madrid gemeldet wird, iſt die Mel=
dung
, daß der engliſche Botſchafer Bunſen einen Vermit=
telungsvorſchlag
betr. der von Frankreich geforderten Ge=
bietsentſchädigung
im Oergagebiet gemacht habe, unbe=
gründet
. Das offiziöſe Diario Univerſal ſchreibt: Nach
Meldungen der Pariſer und Madrider Preſſe wären die
Verhandlungen zwiſchen Frankreich und Spanien an
einem Punkte angekommen, wo die fachmänniſchen
Gründe erſchöpft ſeien und nur wenig Hoffnung auf eine
Verſtändigung beſtehe, doch könne man daraus nicht den
Schluß ziehen, daß man einem Abbruch der Verhand=
lungen
entgegengehe; es gebe eben noch andere Erwä=
gungen
, die mit Rückſicht auf den guten Willen der beiden
Regierungen ſchließlich doch zu einer Verſtändigung
führen könnten.

England.

Die Mindeſtlohnbill und das Parla=
ment
. Im Unterhauſe fragte Claude Lowther, ob nicht
die Regierung im Hinblick auf das Elend, das infolge des
andauernden Streiks im ganzen Lande herrſche, dahin
wirken wolle, daß die Kohlengruben geöffnen würden
und ob den Arbeitswilligen angemeſſener Schutz gewährt
werde. Me Kenna erwiderte, wenn Lowther meint,
daß die Regierung die Grubenbeſitzer zwingen ſoll, den
Bergleuten zu geſtatten, in ihren Gruben zu arbeiten und
die Bergleute zwingen ſoll, zu arbeiten, ſo iſt dieſe Frage
mit nein zu beantworten. Falls die Grubenbeſitzer be=
reit
ſind, die Kohlengruben zu öffnen, und Bergleute
bereit ſind, zu arbeiten, ſo iſt für angemeſſenen Schutz
von den Lokalbehörden geſorgt, der gegebenenfalls mit
Unterſtützung der Regierung gewährt wird.
Im Oberhaus beantragte der Staatsſekretär für In=
dien
, Marquis of Crewe, die zweite Leſung der Mindeſt=
lohnbill
und ſprach die Hoffnung aus, daß das Haus den
Entwurf ohne weſentliche Abänderungen endgültig an=
nehme
. Das Oberhaus nahm darauf die Mindeſtlohn=
bill
in zweiter Leſung an. Die weiteren Verhandlungen
wurden vertagt, um die Regierung in den Stand zu
ſetzen, den Wortlaut eines Zuſatzantrages in Erwägung

zu ziehen, den die Regierung in die Bill einzufügen be=
abſichtigt
.

Rußland.

Saſonow bleibt. Die in auswärtigen Blät=
tern
verbreiteten Gerüchte über einen Rücktritt Saſo=
nows
ſind, wie die Petersburger Telegraphen=Agentur
meldet, vollſtändig aus der Luft gegriffen.

Bulgarien.

Der Handelsvertrag zwiſſchen Bul=
garien
und Oeſterreich=Ungarn wurde von
der Kammer angenommen.

Griechenland.

Nach dem endgültigen Ergebnis der
Kammerwahlen ſind 150 Anhänger Venizelos und
31 Mitglieder der Oppoſition gewählt. Wer die Füh=
rung
der Oppoſition in der Kammer übernehmen wird,
iſt noch zweifelhaft.

* Frankfurt a. M., 27. März. Heute vormittag
begannen unter dem unparteiiſchen Vorſitzenden Magi=
ſtratsſyndikus
Dr. Hiller die Verhandlungen zwi=
ſchen
dem Verband der Arbeitgeber und der
Arbeitnehmer für das Schneidergewerbe.
Trotz der Verſuche Dr. Hillers, eine Einigung herbeizu=
führen
, wurde über keinen ſtrittigen Punkt eine Einigung
erzielt. Abends 7 Uhr wurden die Verhandlungen auf
morgen Donnerstag 9 Uhr vertagt.
* Paris 28. März. Wie aus London gemeldet
wird, dürfte der Prinz von Wales, der am nächſten
Montag zu einem viermonatigen Aufenthalt nach Paris
kommt, als Gaſt des Marquis de Breteuil hier weilen,
der mit dem verſtorbenen König Eduard lange Jahre eng
befreundet war.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. März.

* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheiten die Groß=
herzogin
und Prinzeſſin Heinrich von Preußen
beſuchten am Mittwoch vormittag 10 Uhr das Säug=
lingsheim
. (Darmſt. Zig.)
Das Großherzogspaar wird dem Vernehmen
nach nach Oſtern eine Reiſe nach der Krim antreten.
Das ruſſiſche Kaiſerpaar iſt ſchon geſtern mittag nach
der Krim abgereiſt.
Forſtperſoualien. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
haben dem Oberförſter der Oberförſterei Feld=
krücken
Otto Hoffmann zu Schotten, dem Oberförſter
der Oberförſterei Lauterbach Chriſtian Walter zu
Lauterbach, dem Oberförſter der Oberförſterei Rothen=
berg
Hugo Gilmer zu Hirſchhorn, dem Oberförſter
der Oberförſterei Viernheim Eduard Groos zu Viern=
heim
den Charakter als Forſtmeiſter verliehen.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se.
Königl. Hoheit der Großherzog haben dem Ge=
heimen
Baurat Dr. Eſer zu Bad Nauheim die Er=
laubnis
zur Annahme und zum Tragen der ihm von
Sr. Maj. dem deutſchen Kaiſer und König von Preußen
verliehenen Roten Kreuz=Medaille 3. Klaſſe erteilt.
Entlaſſen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Bauaſſeſſor Bauinſpektor Wilhelm Joſt
zu Worms auf ſein Nachſuchen vom 1. April ds. Js. an
us dem Staatsdienſte.
* Verſetzt haben Se. Könial. Hoheit der Groß=
herzog
den Oberförſter der Oberförſterei Lauterbach
Chriſtian Walter zu Lauterbach in gleicher Dienſt=
eigenſchaft
in die Oberförſterei Eichelsdorf.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
dem Präſidenten des Kaiſerlichen Geſundheits=
amtes
und Vorſitzenden des Reichsgeſundheitsrates Wirk=
lichen
Geheimen Oberregierungsrat Dr. Bumm in
Berlin das Komturkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen.
In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Bezirkskaſſier der Be=
zirkskaſſe
Büdingen, Rechnungsrat Heinrich Rapp zu
Büdingen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treu=
geleiſteten
Dienſte, mit Wirkung vom 10. April ds. Js.
an auf ſein Nachſuchen.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Bezirkskaſſier der Bezirkskaſſe Darmſtadt II,
Rendanten Wilhelm Baſtert zu Darmſtadt, mit
ſeinem dermaligen Charakter vom 1. April 1912 ab zum
Buchhalter bei der Hauptſtaatskaſſe, den Buchhalter bei
der Hauptſtaatskaſſe Otto Seibert zu Darmſtadt vom
1. April ds. Js. ab zum Bezirkskaſſier der Bezirkskaſſe
Grebenhain.
Die Ausſtellung der Darmſtädter Künſtler=
Kolonie, die für das nächſte Jahr in Ausſicht genom=
men
war, iſt auf Anordnung Seiner Königl. Hoheit
des Großherzogs auf das Jahr 1914 verſchoben
worden. Die Verhandlungen über die nunmehr ab=

geſchloſſenen Verträge mit den hauptſächlich beteiligten
Firmen haben mehr Zeit erfordert, als angenommenl
worden war. Außerdem aber und das iſt der Haupt=
grund
der Verſchiebung ſind die Ausſtellungsaufgaben,
der an ſich ſchon ſtark beſchäftigten Künſtler ſo ge=
wachſen
, daß es unmöglich geworden iſt, ſie bis zum
Mai des nächſten Jahres zu bewältigen. Das. Aus=
ſtellungsprogramm
hat in der letzten Zeit eine
intereſſante Bereicherung in der Art erfahren, daß
Kleinkunſtgegenſtände aller Art, die von Kunſtfreunden
für ihren Bedarf bei Mitgliedern der Künſtler=Koloniel
beſtellt werden, in der Ausſtellung, und zwar wenn
möglich in einem Saal der Kunſtfreunde im ſtädti=
ſchen
Ausſtellungshaus, zur Vorführung kommen ſollen,
Dieſer Gedanke, durch den ein gewiſſes Zuſammen=
arbeiten
von Kunſtfreunden und Künſtlern herbeigeführt
wird, hat, wo immer er bis jetzt bekannz wurde,
freudige Zuſtimmung gefunden, und man darf hoffen
daß die Kollektion kleiner Kunſtwerke aus edlen und
anderen Metallen, aus feinen Hölzern mit Intarſien,
in Elfenbein, Leder, Stickerei, Buchkunſt uſw. das
Intereſſe weiter Kreiſe erregen wird.
* Zur Neuorganiſation der heſſiſchen Bau=
behörden
hat der Vorſtanddes Verbandes Großh=
Heſſiſcher akademiſcher Staatsbaubeamten
einen Entwurf ausgearbeitet und den in Betracht
kommenden Stellen unterbreitet, der in folgenden beiden
Anträgen gipfelt: 1. Eine Neuorganiſation der Bau=
behörden
nach dem Prinzip der Trennung in die beiden
Hauptfachrichtungen Architeltur und Ingenieurweſen
vorzunehmen, wobei erſtere den ſtaatlichen und Ge=
meinde
=Hochbau, die Denkmalpflege, ſowie den techniſchen
Teil der Baupolizei und letzteres den Straßen= und
Waſſerbau, die Waſſerverſorgung und Entwäſſerung der
Städte und Dörfer, ſowie den Landeskulturdienſt zu
umfaſſen hat; 2. Die hiernach zu errichtenden ſtaatlichen
Bauämter einem Miniſterium zu unterſtellen und den
Kreisämtern zu koordinieren. Dem Entwurf ſind
eine Denkſchrift, ſowie Gutachten der Großh. Techniſchen
Hochſchule Darmſtadt und des Mittelrheiniſchen Archi=
tekten
= und Ingenieurvereins beigegeben.
O) Städtiſcher Voranſchlag für 1912. Der Etat
der Armenkaſſe ſchließt in Einnahme und Ausgabe
mit 394 400 Mk. ab. Unter den Einnahmen befinden
ſich 60 000 Mk. aus den Ueberſchüſſen der Sparkaſſe und
240920 Mk. als Zuſchuß der Stadtkaſſe. Der Reſt ſtellt
die eigenen Einnahmen der Armenkaſſe an Erſatzpoſten,
an Einnahmen des Pfründner= und des Armenhauſes uſw.
dar. Unter den Ausgaben bilden die regelmäßigen
wöchentlichen Unterſtützungen mit 107500 Mk. den
größten Poſten. Der Ausgabeetat des Pfründnerhauſes
beläuft ſich auf 57561 Mk., derjenige des Armenhauſes
auf 23 250 Mk. Auch der Etat der öffentlichen Armen=
pflege
läßt in den einzelnen Ausgabeanſätzen die fort=
ſchreitende
ſoziale Fürſorge erkennen. So ſind u. a. vor=
geſehen
für Maßregeln zur Bekämpfung der Tuberkuloſe,
beſonders für Unterbringung von Lungenkranken in
Heilanſtalten 5000 Mk., für Unterbringungen in Trinker=
heilſtätten
500 Mk., desgleichen in Epileptiſchenanſtalten
5000 Mk., in Idiotenanſtalten und Krüppelheimen
1720 Mk., für Zwecke der Jugendfürſorge, beſonders
auch für Landaufenthalte und Badekuren von Kindern
8150 Mk. uſw.
* Yarkamenthriſcher Abend. Am Mittwoch fand bel
dem Prinzen Viktor zu Erbach=Schönber
Mitglied der Erſten Kammer, in deſſen Wohnung, Heilte,
richſtraße 4, ein zwangloſer parlamentariſcher Abe=
ſtatt
, dem auch der Großherzog, Printz Heinrich von
Preußen, Fürſt zu Lich und Fürſt zu, Erbach=Schönberg
beiwohnten. Außerdem waren geladen und erſchienen
Staatsminiſter Ewald, Finanzminiſter Braun, Miniſter
des Innern von Hombergk zu Vach, die höheren Mini=
ſterialbeamten
, der Vorſtand des Großh. Kabinetts, Geh.
Rat Römheld, der Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, Flü=
geladjutant
Rittmeiſter Frhr. von Maſſenbach, das Prä=
ſidium
und Mitglieder der Erſten und Zweiten Kam=
mer
und Vertreter der Preſſe, im ganzen etwa 50 Per=
ſonen
. Nachdem die Gäſte von dem prinzlichen Paare
begrüßt worden waren, verweilten ſie, einzelne Grup=,
pen bildend, in den oberen und unteren Räumen des
Hauſes in angeregter Unterhaltung, wobei, wie wohl
ſelbſtverſtändlich, namentlich Fragen der heſſiſchen Poli=
tik
erörtert wurden. Von den Dienern wurden Erfriſch=
ungen
gereicht und im unteren Saalle war ein kalltes
Büfett aufgeſtellt. Der Großherzog unterhielt ſich in
zwangloſeſter und liebenswürdigſter Weiſe mit den
Gäſten und verließ erſt gegen 11 Uhr mit dem Prinzen
Heinrich die ſchönen Räume des gaſtlichen Hauſes. All=
ſeits
wurde der Gedanke einer ſolchen zwangloſen Aus=
ſprache
zwiſchen Regierungsvertretern und Parlamen=
tariern
, die ſonſt nur offiziell mit einander verkehreng
beifällig begrüßt.
g. Kriegsgericht. Wegen gefährlicher Körperverletz=
ung
und dienſtwidrigen Waffengebrauchs hatte ſich
geſtern vor dem Kriegsgericht der 25. Diviſion der Ka=
nonier
Franz Schrot vom Artillerie=Regiment Nr. 25.
zu verantworten. Der Angeklagte befand ſich am 9. März
ſin Neu=Iſenburg auf Urlaub und wollte mit zwei Ka=

Ein Blick hinter die Kuliſſen der
Parfümkunſt.

C2 Der Frühling bringt uns mit ſeiner Blumenfülle
auch jenen berauſchenden Duft, den die Kinder Florens
den Menſchen ſpenden; doch die Kultur begnügt ſich ſchon
ſeit langem nicht mehr mit dieſen natürlichen Düften,
ſondern ſie bilden für ſie nur das Rohmaterial, aus dem
ſie ſtärkere, dauernde und verfeinerte Wohlgerüche her=
ſtellt
. Die Kunſt des Parfümeurs iſt zu immer höherer
Vollendung gediehen und umſchließt heute komplizierte
Geheimniſſe, die eine ganze Wiſſenſchaft für ſich bilden.
In einem Aufſatz von Ueber Land und Meer läßt uns
K. Diederichs einen intereſſanten Blick hinter die Kuliſ=
ſen
dieſer Parfümkunſt tun, die den Blumen ihren duf=
tenden
Gehalt entlockt und dieſen dann zu neuen Duft=
kombinationen
benützt.
Eine, ganze Induſtrie iſt damit beſchäftigt, in den
Blumenparadieſen des Südens den ſo raſch verwehten
Wohlgeruch der Blume über ihr Leben hinaus feſtzu=
halten
. In mehr als 50 Deſtillerien der Riviera werden
jährlich Millionen Kilogramm Orangenblüten, Roſen=
blätter
, Veilchen= Jasmin= und Caſſiablüten, Lavendel,
Tuberoſen, Narziſſen und Reſeden verarbeitet. Manche,
wie die Roſe, geben ihren Duft gutwillig her; die Blät=
ter
werden in ungeheuere Keſſel geſtopft und Waſſer=
dampf
ſo lange hindurchgetrieben, bis die Tropfen des
koſtbaren Roſenöls gewonnen ſind. Bei anderen Blu=
men
, wie der Tuberoſe und dem Jasmin, bedarf es
komplizierter Methoden, um ihnen ihre duftende Seele
zu ertreißen. Dies geſchieht durch die ſogenannte En=
fleurage
, wobei die friſchen Blüten in fingerdicke Fett=
ſchichten
geſteckt werden oder, wie beim Veilchen, mit

heißem Fett übergoſſen werden. Das Fett, mit dem die
flüchtigen Blumendüfte eine Verbindung eingehen, ſaußt
ſo gleichſam das Innerſte der Blume, den extraut
d’odeur, gierig auf. Die moderne Chemie gibt dem
Parfümeur noch andere Verfahren an die Hand, um der
Blüte ihren Duft zu entziehen; die Bluman werden in
Schwefelkohlenſtoff oder Petroleumäther gelegt, wobei
ſie auch noch andere Geruchsſubſtanzen als bei der En=
fleurage
abgeben. Auf dieſe Weiſe ſammelt allmählich
der Parfümeur ſein köſtliches Material, aus dem er ſeine
Duftkunſtwerke ſſchafft. Neben dem Roſenöl ſind ihm
das Orangenblütenöl des Zitrusbaumes, das aus Apfel=
ſinenſchalen
, gewonnene Portugalöl, das Bergamottöl,
umentbehrlich. Dazu kommen das aus dem HHolz der
Zeder deſtillierte Zedernholzöl, das Kampferöl, das Bit=
termandelöl
, die Vanilletinktur, die einer in Südamerika,
Mexiko und auf der Inſel Bourbon wachſenden Orchidee
entſtamtmt, das Ylang=Ylang=Oel einer Blume der Phi=
lippinen
, das ſtarke, aufdringliche Patſchuliöl von dem
Pogoſtemonſtrauch Javas und Ceylons, das Oel der
florentiniſchen Veilchenwurzel. Ferner der Weihrauch,
weiter an Harzen und Balſamen die Myrte, das Benzoe=
harz
, der Styrax und der Perubalſam. Von tieriſchen
Abkonderungen wird die vom Pottwal ſtammende wachs=
artige
Ambra, die als Knollen aus dem Meer gefiſcht
wird, verwendet; ferner der Zibet und der unentbehr=
liche
Moſchus aus den Drüſen des oſtaſiatiſchen Moſchus=
tieres
, der als koſtbare Ingredienz in dichtverlöteten
Bleikäſten aus dem fernen Oſten kommt. Eine ganze
Menke wohlriehhender Präparate, die auf chemiſchem
Wege hergeſtellt ſind und natürliche Gerüche erſetzen ſol=
len
, ſteht dem Parfümeur zur Verfügung, ſo das Ku=
marin
, das den Wohlgerüchen des Waldmeiſters ent=
ſpricht
, das Janon, das den natürlichen Veilchenduft

vertritt, das künſtliche Heliotropin und Vanklin, das
Tarpineol, das wie Flieder riecht.
Alle dieſe konzentrierten Gerüche haben an ſich durch=
aus
keinen angenehmen Duft, ſondern die Kunſt des
Parfürmeurs macht ſie erſt dazu durch richtiges Miſchen
und Zuſammenſtellen, durch eine ganz beſtimmte Ver=
dünnung
mit Alkohol, durch langes Lagern der Eſprits,
Dieſe Zuſammenſtellungen haben häufig wenig, manch=
mal
gar nichts von dem Duft der Blume an ſich, deren
Name ſie tragen. Das herrliche Märzveilchenparfüm
ſteht mit dem Veilchen in gar keinem Zuſammenhang,
ſondern wird aus Roſenöl, Bittermandelöl, dem Oel
aus der Wurzel der florentiniſchen Iris und dem künſt=
lichen
Janon bereitet. Andere Veilchonvarfüms, wie
zum Beiſpiel die Eſſence concentrée Violette de Parme‟
beſtehen nur zum kleinen Teil aus Veilchenöl, dameben
aus Roſe, Caſſia und Jasmin. Parfüms, deren Geruch=
als
einfach empfunden wird, ſetzen ſich nicht ſelten aus
umfangreichen Miſchungen zuſamen. Das Kökniſche=
Waſſer beſteht nach einem alten Rezept aus nicht weni=
ger
als neun verſchiedenen ätheriſchen Oelen. Maiglöck=
chenparfüm
hat nichts vom Duft der Blume an ſich. denn=
es
iſt überhaupt noch nicht gelungen, den zarten Geruch
des Maiglöckchens zu feſſeln. Durch eine Zuſammenſetz=
una
von Akazie. Jasmin, Orangenblüte, Roſe, Ylang=
Ylang und künſtlichem Tervinevl wird ein Duft erzeugt,
der dem des Maiglöckchens ſtäuſchend ähnlich iſt.
So iſt die Kunſt des Varfümeurs ein ſchwieriges
Geſchäft, bei dem man ſich nicht nur auf das Koſten
durch die Naſe verlaſſen darf, ſondenn reihe wiſſen=
ſchaftliche
Kenntniſſe und große Erfahrung haben muß=

[ ][  ][ ]

Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

Seite 3.

neraden nach dem Bahnhof gehen. Hier gerieten ſie mit
ei Ziviliſten in Streit, wobei der eine Ziviliſt mit
r Mütze Schrots davonlief. Sch. lief hinterher und
Ser den Flighenden geſtellt hatte, vermeinte er, ein
eſſer in deſſen Hand zu ſehen. Er zog ſein Seitenge=
tehr
und verſetzte ihm einen Hieb über den Kopf, der
Doch keine ſchwere Verletzung verurſachte. Der An=
klagte
wird vom Gericht freigeſprochen, da ver=
ſteintliche
Notwehr angenommen wurde. Der Be=
ſtädigung
, begangen vor dem Dienſteintritt, iſt der
Eusketier Johann Berger vom Inſanterie=Regiment
rr. 168 angeklagt. Er hatte bei einem Tanzvergnügen
Ait einem Mädchen anzubändeln verſucht, jedoch ohne
rrfolg. Er ging dem Mädchen nach, und als er vor dem
Prauſe des Mädchens von deſſen Vater zur Rede geſtellt
n urde, gab er ihm derbe Schimpfworte zurück. Er wird
vom Gericht zu 10 Mark Geldſtrafe verurteilt. Dem Be=
idigten
wird Publikatichnsbefugnis zugeſprochen.
O Von der Techniſchen Hochſchule. Herr Königl.
K ommerzienzienrat Dr.=Ing. h. c. Heinrich Kleyer zu
Frankfurt a. M. hat der Großh. Techniſchen Hochſchule
zu Darmſtadt ein Kapital vonz30000 Mk.unter
dem Namen Kleyer=Stiftung zur FörderungKdes
Autbmobilbaues und der Luftſchiffahrt =zur Verfügung
geſtellt.
Bißmarck=Feier. Die Ortsgruppe Darmſtadt des
Alldeu’ſchen Verbandes hatte am Mittwoch im Kaiſer=
aal
eine Bismarck=Feier veranſtaltet, die ganz außer=
erdentlich
gut beſucht war. Der Vorſitzende der Orts=
truppe
, Amtsgerichtsrat Dr. Mahr, begrüßte die Er=
ſchienenen
, die ſich eingefunden hatten, um das Gedenken
tänes Mannes zu feiern, deſſen kraftvolle Perſönlichkeit
illlen Streit der Parteien verſtummen ließ, der ſein gan=
ies
Streben einſetzte für die Größe und die Macht des
4eliebten Vaterlandes. Es trug ſodann Herr Stadt=
gekretär
Jöckek mit bekannter Vortrefflichkeit das
Bewerſche Bismarckgedicht vor, worauf Herr Konzert=
ſänger
Reinhardt mit prächtiger Stimme Odins
Meeresritt von K. Loewe vortrug. Die Feſtrede hielt
Herr Univerſitätsprofeſſor Dr. Richard Graf du Mou=
in
=Eckaart über das Thema Bismarck und heute‟.
IIn intereſſanten begeiſternden Worten zeichnete der Vor=
nragende
ein wahrheitsgetreues Lebensbild des großen
Kanzlers, ſchilderte er die offene, gerade Natur Bis=
imarcks
, der ein empfängliches Gemüt für alles wahrhaft
Schöne und Gute hatte, der jeden Gewiſſenszwang ver=
bſcheute
. Die beengenden Verhältniſſe des bureaukrati=
ſichen
Staatsdienſtes behagen dem jugendlichen Bismarck
nicht, er zieht ſich aufs Land zurück und treibt hier mit
Liebe und Sorgfalt Landwirtſchaft. Doch als er ſieht,
das Vaterkand braucht tüchtige Männer und gerade und
aufrechte Naturen, da verläßt er ſeine Abgeſchiedenheit
nind ſteht ſeinem König treu zur Seite in unwandel=
varer
Treue und Anhänglichkeit. Er war es, der dann
rnit feſter Hand das Staatsſchiff dahin lenkte, wohin
neit Jahrzehnten, ja, ſeit Jahrhunderten echte deutſche
Männer ſtrebten. Er krönte das große Werk der Ver=
öhnung
der deutſchen Bruderſtämme mit der Errichtung
des Deutſchen Reiches. Eine unendlich große Schuld
Haben wir an dieſen Heros abzutragen, und darum
rvollen wir immer in Liebe, ſeiner gedenken. Leb=
Hafter Beifall folgta den tiefdurchdachten Ausführungen
des Vortragenden. Zwei Geſangsvorträge: Ambos
oder Hammer von Hugo Wolf und Schwäbiſche Kunde‟
von Joſeph Reiter, vorgetragen von Herrn Reinhardt
mit Klavierbegleitung von Fräulein G. Hahn, folg=
ken
, worauf Herr Dr. Mazh’r das Schlußwort hielt.
Ein gemeinſamer Geſang: Es brauſt ein Ruf wie Don=
nerhall
beendete die gut verlaufene Feier.
* Die kirchenmufilaliſche Ibendflitte hatte am Mitt=
woch
abend die Räume der Stadtkirche bis auf den letz=
tten
Platz gefüllt. In dem geſchmackvoll zuſammen=
geſtellten
Programm befanden ſich je drei Lieder und
Weſänge von J. W. Franck und A. Mendelsſohn, die
durch Frau Geheimerat Römhelds ſchon oft be=
währte
Kunſt eine überaus anſprehende Wiedergabe
erfuhren. Die Lautenbegleitung zu des Wanderers
Muchtlied lag in den Händen des Herrn cand. phil.
. Stöppler, während die Violinbegleitung zu dem
Vater unſer Fräulein M. v. Rabenan übernom=
men
hatte, die noch das Largo aus der 2. Sonate von
Händel ſehr ſchön und wirkungsvoll zu Gehör brachte.
Die Orgelbegleitung zu den Geſangs= und Violinvor=
strägen
wurde von Herrn Borngäſſer vortrefflich
ausgeführt, der außerdem noch Stücke von Bach und

Reger in vollendeter Weiſe vortrug. Leider wurde der
Genuß im Anfang des letzten Präkudiums von Bach
dadurch empfindlich geſtört, daß ein Teil der Beſucher
ſich berechtigt glaubte, in dieſem Augenblick das Konzert
zu verlaſſen.
* Rabattſparverein. Am Mittwoch abend fand im
Kaiſerſaal die Hauptverſammlung des Rabattſparver=
eins
ſtatt, die gut beſucht war. Der Vorſitzende Herr W.
Kalbfuß begrüßte die Erſchienenen und gab in län=
geren
Ausführungen ein umfaſſendes Bild von der =
tigkeit
des Vorſtandes im abgelaufenen Jahre. Der
wirtſchaftliche Niedergang drückte auch den Umſatzzahlen
des Vereins ſeinen Stempel auf. Der Umſatz an Rabatt=
marken
iſt etwas geringer als im Jahre vorher, immer=
hin
aber noch gut. In lebhafter Verbindung ſtand der
Verein mit dem Verband der Rabattſparvereine Deutſch=
lands
, Sitz Bremen, der größten Detailliſten= Organi=
ſation
Deutſchlands. Das Verbandsblatt wird an alle
Mitglieder gratis abgegeben. Eine lebhafte Beſpre=
chung
ſchloß ſich an den Punkt Bar=Rabatt an. Es
wurden verſchiedene Vorſchläge igemacht, um dieſen
Krebsſchaden aller Rabattſparvereine wirkſam entgegen=
treten
zu können. Mit großer Befriedigung wurde
Kenntnis genommen von dem Reviſionsbericht des Ver=
bandsreviſors
. Derſelbe hat die Kaſſe geprüft, ebenſo
die ganzen Vereinseinrichtungen und keinerlei Beanſtan=
dungen
gefunden. Der Reſervefonds des Vereins in
Höhe von zirka 66000 Mark, der zur Einlöſung der im
Umlauf befindlichen Sparmarken beſtimmt iſt, iſt in mün=
delſicheren
Papieren und einem kleinen Barbeſtand bei
der Volksbank angelegt. Dem Vorſitzenden wurde für
ſeinen Bericht lebhafte (Anerkennung zu teil und ihm
aus der Mitte der Verſammlung der Dank für ſeine un=
ermüdliche
Arbeit im Jugereſſe des Detailliſtenſtandes
ausgeſprochen. Der Kaſſenbericht, von Herrn S. Roth=
ſchild
erſtattet, wurde nach eingehender Beſprechung
genehmigt. Die finanziellen Verhältniſſe des Vereins
ſind außerordentlich günſtig. Bei der Vorſtandswahl
wurden die ſeitherigen Vorſtandsmitglieder: die Herren
F. Beckenhaub, G. Hebermehl, G. Heyl, W. Kalbfuß, J.
Merz und J. Schroth wiedergewählt und an Stelle des
Herrn F. Stephani, der eine Wiederwahl leider ab=
lehnte
, Herr L. Lebach, i. F.: C. F. Erb, neu gewählt.
Der nun folgende Punkt der Tagesordnung: Aus=
breitung
des Vereins auf die Landorte in der Nähe
Darmſtadts rief eine lebhafte Debatte hervor. Alle
Redner gaben der Meinung Ausdruck, daß der Vorſtand
ckwa an ihn herantretenden Wünſchen der Landorte
nachkommen und in den Landorten Filialen des Vereins
errichten möchte. Nachdem noch der Vorſitzende über die
Unzulänglichkeit des unlaut. Wettbewerbgeſetzes referiert
hatte, ſchloß er die anregend verlaufene Verſammlung.
Heſſiſche Reichspartei. Auch in Offenbach a. M.
iſt nunmehr eine Ortsgruppe der Heſſiſchen Reichspartei
ins Leben gerufen worden. Nach einer am 24. März
dort ſtattgehabten zahlreichen und aus allen Kreiſen der
Bevölkerung beſuchten Verſammlung ſind nahe an
70 Mitglieder alsbald beigetreten.
* Ein treuer Mieter, Hofoptiker F. W. Pfers=
dorff
wohnt am 1. April 1912 40 Jahre im Hauſe
der Familie Michgel Schmidt, Luiſenplatz 4. Gewiß
ein Zeichen ſelten ſchönen Einvernehmens zwiſchen Mie=
ter
und Hausbeſitzer.
* Koloniale Jagd= und Meerfiſche=Ausſtellung. Die
Eröffnung findet am Samstag, den 30. ds. Mts., mit=
tags
12 Uhr, im Kaiſerſaale ſtatt. Die ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Behörden, Vorſtände der Lehranſtalten und
Vereinigungen ſind zu der Eröffnung eingeladen. Auch
an J. K. H. den Großherzog und die Großher=
zogin
iſt eine Einladung ergangen.
* Eine Ausſtellung von Schülerzeichnungen veran=
ſtaltet
die Stadtknabenſchule III im Zeichenſaale des
Schulhauſes Ludwigshöhſtraße 42. Sie iſt offen näch=
ſten
Samstag, Sonntag und Montag, vor= und nachmit=
tags
.
Orpheum. Die Karwoche freigegeben
für die Vorſtellungen der Oberbayern im Orpheum. In
höchſt anerkennenswerter Weiſe hat die zuſtändige Be=
hörde
, das Großh. Polizeiamt, während der ſogenann=
ten
Stillen Woche die kommenden Sonntag ( Pal=
marum
) beginnt und mit Sonntag (1. Oſterfeiertag) en=
igt
, die Aufführung von Werken ernſten Charakters ge=
ſtattet
. Der Spielplan weiſt demzufolge auf für Sams=
ag
, 30. März: Sündig Liab von Hans Werner. Sonn=

tag, 31. März, nachmittags 4 Uhr: Um Liab und Le=
ben
von Hans Werner; abends: Der Geigenmacher
von Mittenwald von Ludwig Ganghofer. Für Mon=
tag
, 1. April: Der Pfarrer von Kirchfeld von L. Gru=
ber
. Dienstag, 2. April: Zum erſten Male: Die Thurn=
bacherin
von Ludwig Greinz. Mittwoch, 3. April:
Der Pfarrer von Kirchfeld‟ Donnerstag, 4. April:
Die Thurnbacherin Am Freitag, 5 April (Karfreitag)
findet keine Vorſtellung ſtatt. (S. Anzeige.)
* Das Preisſchießen der Schützengeſellſchaft Fortuna,
das ſich reger Beteiligung erfreute, endigt nächſten
Sonntag, 31. März, abends. Die Preisverteilung iſt
auf 8½ Uhr abends feſtgeſetzt.
* Das Reſidenz-Theater am weißen Turm bringt
in der Karwoche ein der Zeit angemeſſenes Programm.
U. a. ſieht man dieſesmal wieder ein großes Drama
mit der beliebten Hauptdarſtellerin in der Titelrolle
Aſta Nielſen: Die arme Jenny. Wer bis jetzt
die Aſta Nielſen=Serie verfolgt und angeſehen hat, ver=
ſäume
nicht, auch dieſes großartige Drama, welches wir
wohl als eines der beſtgelungenſten von allen bezeichnen
können, anzuſehen.
* Die Ziehung der Heſſiſchen Roten Kreuz=Geld=
Lotterie mußte wegen ungenügenden Loſeabſatzes in
Bayern auf den 3. und 4. Mai ds. Js. verlegt wer=
den
. In Heſſen, Thüringen, Braunſchweig und Elſaß=
Lothringen, ſowie auch in Hamburg waren die Loſe
vollſtändig ausverkauft. An den nunmehr feſtgeſetzten
beiden Tagen findet dies Ziehung garantiert unwiderruf=
lich
ſtatt.
* Carraſani kommt. Man ſchreibt uns: Ein Ereig=
nis
von bbeſonderer Wichtigkeit ſteht uns bevor. Sarra=
ſani
kommt! Europas modernſter Rekordzirkus meldet
ſich für dieſen Sommer zu einem Gaſtſpiele am. Damit
zieht die ſchönſte, größte und reichhaltigſte zirzenſiſche
Sthau bei uns ein. Denn Sarraſani imponiert durch
die Maſſe ſowohl, wie durch die Qualität ſeiner Leiſt=
ungen
. Er iſt nicht der einſeitige Pferdezirkus, den man
ſich längſt überdrüſſig geſehen hat. Sarraſani beſitzt
zwarmit mehr als 200 Pferden den glänzendſten, edelſten
und reichhaltigſten aller Zirkusmarſtälle der Welt. Aber
es iſt das nicht ſein Ein und Alles. Sarraſani beſitzt
dazu eine Menagerie von 15 Elefanten, von 20 Kamelen,
von 15 indiſchen Büffeln,gvon 22 Löwen, von 4 Zebras,
von 4 Nilpferden, von zahlreichen Hunden, Affen,
Känguruhs, Tapiren, Renntieren, Seelöwen uſw.)
Große Trupps von Tripolitanern, Türken, Japanern,
Chineſen, Cowboys und Indianer geſellen ſich zu
Europas glänzendſten Artiſten, um den Vorſtellungen des
Zirkus Sarraſani einen Reiz zu bieten, gegen den alleſ
Kopien verblaſſen. Der techniſche Apparat dieſer Wan=
derſchau
allein zwingt zur Bewunderung. Sarraſani
beſitzt das größte Zirkuszelt, das in Europa je kon=
ſtruiert
wurde, das einen Zirkusraum von 58 Metern
Durchmeſſer und von 6500 Perſonen Faſſungsraum be=
deckt
. Sarraſani führt mit ſich mehr als 90 Transport=,
Bureau= ued Wohnwagen, er gebraucht zur Beförder=
ung
dieſes rieſigen Parkes zehn eigene Straßenlokomo=
tiven
, die der Direktor Stoſchy Sarraſani als erſter in
Deutſchland einführte und in Gebrauch nahm. Sarra=
ſani
, der im Winter regelmäßig in den europäiſchen
Großſtädten ein gern gefehener Gaſt iſt, weilt augen=
blicklich
ſeit länger als zwei Monaten in Berlin, wo er
Triumphe feiert, die in der Zirkusgeſchichte beiſpiellos
daſtehen. Er hat mehrmonatliche Gaſtſpiele in Brüſſel,
Wien, Zürich und in ſämtlichen Großſtädten Deutſch=
lands
abſolviert.
§ Fahrraddiebſtahl. Am Mittwoch abend gegen
7 Uhr iſt ein Fahrrad, welches auf kurze Zeit vor
einem Laden in der Kaſinoſtraße aufgeſtellt war, ge=
ſtohlen
worden.
§ Feſtgenommen. Ein 24 Jahre alter Spengler von
hier wurde wegen Diebſtahl im wiederholten Rück=
fall
feſtgenommen.
Offenbach, 28. März. Gegen das Urteil des Pro=
inzialausſchuſſes
, der in der Streitſache um die Stell=
vertretung
des Bürgermeiſters die Stadt Offen=
bach
mit ihrem Rekurs abgewieſen und das Urteil des
Kreisausſchuſſes beſtätigt hatte, beſchloß der Verfaſſungs=
usſchuß
Reviſion beim oberſten Verwaltungsgericht
anzumelden, um die ſtrittige Frage damit endgültig zur
Entſcheidung zu bringen. Die im letzten Herbſt be=
ſchloſſene
Teuerungszulage für die Offenbacher
ſtädtiſchen Beamten, Lehrer, Angeſtellten und Arbeiter,
ſowie für Witwen und Waiſen ſtädtiſcher Beamten uſw.
hat eine Geſamtausgabe von 64 730,09 Mark verurſacht.

Vorträge.

g. Ueber Individualismus und Sozia=
lismus
ſprach am Mittwoch abend in der Turnhalle
Friedrich Naumann auf Einladung des Bundes für
Volkskultur Im Namen des Bundes begrüßte Dr.
Strecker=Bad=Nauheim die zahlreich Erſchienenen und
erteilte dem Redner des Abends das Wort. Nicht als Po=
litiker
, ſondern als Volkswirtſchaftler ſuchte der Redner zu=
nächſt
die ſoziale Entwickelung der zweiten Hälfte des ver=
gangenen
Jahrhunderts darzulegen, wo die Gegenſätze
zwiſchen dem herrſchenden Individualismus und dem
Sozialismus, zwiſchen den Begriffen der Perſönlichkeit
und der Maſſe zum Ausgleich drängten. Dieſe Gegen=
ſätze
zweier Weltanſchauungen führten zu theoretiſchen Er=
örterungen
zwiſchen Treitſchke und Schmoller, ſpäter
zwiſchen Richter und der Sozialdemokratie und in den De=
batten
des Reichstags über den Zukunftsſtaat im Jahre
1894 ſei zum letztenmale alles zuſammengefaßt worden,
was von dieſer und jener Seite zu ſagen war. Seitdem
ſei man auf beiden Seiten ſtiller geworden, auf der einen
Seite habe man gemerkt, daß es doch nicht ganz ohne So=
zialismus
gehe, auf der anderen, daß es zu langſam mit der
Sozialpolitik gehe. Der Vortragende erörterte ſo=
dann
den Begriff des Individualismus im Gegenſatz zum
Sozialismus. Hier iſt die Perſönlichkeit alles, die Maſſe
nichts, das Ich geht überall vdran, es hat ſich niemandem
unterzuordnen, es iſt allein auf der Welt und nur ſich
ſelbſt verantwortlich. Der Sozialismus hingegen iſt gleich=
ſam
die Verklärung der Maſſe, die dem Einzelnen das Ge=
fühl
der Sicherheit, der Geborgenheit verleiht. Das Kenn=
wort
des Sozialismus ſei gewiſſermaßen der Begriff
Geſellſchaftsordnung denn der Sozialismus machte zu=
erſt
dem heutigen Staate den Vorwurf der Unordnung und
verlangte eine nach ſeinen Ideen neugebildete Geſellſchafts=
ordnung
. Einer der hervorragendſten Vertreter des Ich=
ſeins
, des Individualismus, ſei zweifellos Kant geweſen;
er und alle, die ſich um ihn ſcharten, wie Schiller u. a., be=
tonten
das Recht des Einzelmenſchen, die Individualität.
Durch dieſe individualiſtiſche Entwickelung ſei nun erſt der
große wirtſchaftliche Aufſchwung Deutſchlands möglich ge=
weſen
. Doch dieſe glänzende Aufwärtsbewegung brachte
eine unvorhergeſehene Folge mit ſich; die überragenden

Individualitäten ſchloſſen mit vielen Arbeitern Arbeits=
Verträge ab und dadurch entſtand dann eine gewiſſe Ober=
ſchicht
des Individualismus, die die untere Schicht nicht
mehr für geeignet hielt, Individualitäten zu ſein. Da
taucht dann als Reaktion der von Marx und Laſſalle auf=
gebrachte
Organiſationsgedanke auf, der zuerſt von der
deutſchen Lohnarbeiterſchaft aufgenommen wurde, man ruft
nach Verſtaatlichung, nach Sicherung des Arbeitsverhält=
niſſes
, des Lohnes, nach Verſicherung gegen Alter, Krank=
heit
uſw. Alles organiſiert ſich, ſyndiziert ſich, kartelliert ſich,
es gilt faſt für unmoraliſch, unorganiſiert zu ſein. In=
tereſſant
ſei jedoch, daß von den drei hauptſächlichſten
Theorien des Sozialismus keine einzige ſich, wie vorher=
geſagt
, erfüllt habe. Die arbeitenden Klaſſen beſtimmen
auch heute noch nicht die Produktion, der kleine Produzent
werde nicht vom großen verſchluckt, man habe eine viel
ſchmerzloſere Methode erfunden, indem man ſich in Kar=
telle
zuſammenſchließt. Die Konſumgenoſſenſchaften haben
noch keinen bemerkbaren Einfluß gewonnen und auch mit
der umfaſſenden Verſtaatlichung aller Privatbetriebe habe
es jedenfalls noch lange Zeit. Ob nach der jetzigen Or=
ganiſationsperiode
eine andere, vielleicht wieder eine in=
dividualiſtiſche
kommen werde, will Redner dahingeſtellt ſein.
laſſen. Reicher Beifall folgte den etwa 1½ſtündigen in=
tereſſanten
Ausführungen des Vortragenden.
Ueber Heſſiſches Volkstum Volks=
aberglaube
und Volksſitte ſprach Mittwoch abend Herr
Oberlehrer Keller aus Offenbach auf Veranlaſſung
des Frauenvereins der Martinsgemeinde im Gemeinde=
haus
, Mollerſtraße 23, das eine zahlreiche und aufmerk=
ſam
lauſchende Zuhörerſchaft aufwies. Heſſiſches Volks=
tum
findet ſich nur noch wenig in den Städten, umſo
mehr in den ländlichen Gemeinden des Odenwaldes
und des Rieds, ſowie des Vogelsberges und der
Wekterau, und zeigt ſich hier beſonders in den Sitten
und Gebräuchen, die bei Geburt und Taufe, Verlobung
und Hochzeit, Tod und Beerdigung üblich ſind und ſich
zum großen Teil auf uralten, heidniſch=germaniſchen
Volksglauben zurückführen laſſen. Als Zeugen und
Ueberreſte einer ſonſt untergegangenen Welt religiös=
ſittlicher
Anſchauungen ragen ſie bis in die Gegenwart
hinein und laſſen einen Blik in das deutſche Volks=
gemüt
tun. Der hochintereſſante, auch mit Humor ge=

würzte Vortrag fand den lebhafteſten Beifall. Mit dem
warmen Dankk für den Redner verband der Vorſitzende,
Herr Pfarrer D. Waitz, in ſeinem Schlußwort den
Wunſch, daß ſich in den ſtädtiſchen Gemeinden eine gute
chriſtliche Sitte zum Schutze für das religiös=ſittliche
Leben und zum Beſten der heranwachlonden Jugend bil=
den
möge.

Feuilleton.

B.B. Gottesdienſte um Mitternacht. Eine bemerkens=
werte
Neuerung auf kirchlichem Gebiete wird ſeit einiger
Zeit in verſchiedenen größeren Städten durchgeführt. Im
Dezember v. J. veranſtaltete der Konſiſtorialrat Super=
intendent
Dr. Költzſch in Dresden einen Mitternachtsgot=
tesdienſt
, lediglich beſtimmt für die Angeſtellten im Gaſt=
wirtsgewerbe
, da dieſen tagsüber der Beruf zum Beſuch
des Gottesdienſtes keine Zeit übrig läßt. Der Verſuch be=
währte
ſich, an dem Gottesdienſte nahmen auch viele an=
dere
Gläubige teil, denen ebenfalls am Tage die Gelegen=
heit
zum Kirchenbeſuch fehlte. Inzwiſchen ſind ſolche Got=
tesdienſte
auch in anderen größeren Städten abgehalten
worden, ebenfalls mit dem gleichen vorzüglichen Erfolge.
In Dresden wird anfangs nächſten Monats im Anſchluß
an den Gottesdienſt um Mitternacht auf dringenden
Wunſch eine Abendmahlsfeier ſtattfinden.
ml. Sommerwärme im März. Während der letzten
Tage ſind die ſchon während des ganzen Monats faſt an=
dauernd
viel zu hohen Temperaturen bis zu geradezu
ſommerlicher Wärme emporgeſtiegen. Schon am Dienstag
überſtieg die Tageswärme in einem großen Teile des Bin=
nenlandes
15 Grad Celſius, und das Tagesmittel der Tem=
peratur
erreichte im mittleren Norddeutſchland einen Wert
von 13 bis 14 Grad, wie er normalerweiſe erſt zu Beginn
der zweiten Maihälfte erreicht werden ſoll. Mittwoch
nahm die Erwärmung namentlich in Norddeutſchland noch
weiter zu; Dresden hatte morgens bereits 13, Breslau 12,
eine große Reihe von Orten hatte 11 Grad als Morgen=
temperatur
. Im Laufe des Tages ſtieg, während nach
anfänglich heiterem Himmel die Bewölkung mehr und
mehr zunahm, das Thermometer vielfach bis auf 20 Grad
Wärme empor, worauf zu Berlin und an zahlreichen
anderen Orten Wärmegewitter von vielfach beträchtlicher

[ ][  ][ ]

Heftigkeit zur Entladung kamen. Der vorher raſch ge=
ſunkene
Luftdruck nahm nach den Gewittern um ein Ge=
ringes
zu, während bei nordweſtlichen Winden eine mäßige
Abkühlung erfolgte. Die Urſache der unzeitgemäßen Er=
wärmung
iſt auf die herrſchende Luftdruckverteilung zurück=
zuführen
, bei der über Mittel= und Südeuropa ein aus=
gedehntes
Maximum lagert, während ſich im Weſten und
Norden des Erdteils eine tiefe Depreſſion befindet. Der
Vorbeigang der Teilwirbel erfolgte dann unter Gewitter=
erſcheinungen
. Wenn auch zunächſt eine Abkühlung Platz
greifen wird, ſo iſt doch an einen völligen Wetterſturz vor=
läufig
nicht zu denken, da der oſtwärts abziehenden De=
preſſion
vom Atlantik bereits ein neuer Wirbel zu folgen
ſcheint, wobei das Maximum des Luftdrucks ſüdlich von
uns bleiben wird.

CK. Das Ende der Hutnadel. Die Hutnadel=Gefahr
iſt ſeit einiger Zeit immer bedrohlicher angewachſen.
Polizeiliche Verordnungen und Anſchläge in den Straßen=
bahnen
legen den Damen dringend nahe, mit dieſen ge=
fährlichen
Waffen, die wie Dolche aus dem Hutrand ſtarren
und eine ewige Gefahr für den Nebenmenſchen bilden, recht
vorſichtig umzugehen. Hat doch ſogar ein amerikaniſcher
Richter ein Geſetz angeregt, nach dem Frauen, ähnlich wie
einen Waffenſchein, einen Hutnadel=Erlaubnisſchein haben
müßten, ohne den ſie dieſe ſpitzen Dinger nicht tragen
dürften. Doch nicht nur das ſtärkere Geſchlecht wehrt ſich
gegen die Hutnadeln, auch die Frauen ſind mit ihnen un=
zufrieden
. Einmal iſt es ſehr umſtändlich, eine größere
Anzahl ſolcher Nadeln durch Hut und Haar zu ſtechen; dann
werden die koſtbaren Kopfzierden der Damen durch die
Nadeln arg beſchädigt. Beſonders die ſchönen weißen
Sommerhüte laſſen jedes einzelne Loch, das die Nadel
beim Durchſtechen verurſacht, mit großer Deutlichkeit ſehen,
und hat man den Hut vierzehn Tage lang getragen, dann
iſt er durch die vielen Löcher ſchon ganz unanſehnlich ge=
worden
. Und dazu halten die Nadeln den Hut nicht ein=
mal
feſt. Er ſpottet bei ſtarken Windſtößen dieſer Be=
feſtigung
, die keine iſt und ſchwankt und fliegt, wohin er
will. Es iſt daher ein unleugbares Bedürfnis für unſere
Damenwelt, einen Erſatz für die gefährliche, die unbe=
queme
, die ſchädliche Hutnadel zu finden, und dieſen Erſatz
will nun eine neue Erfindung bringen. Sie ve=

ſteht aus einem ſchmalen Aluminiumſtreifen, der
völlig unſichtbar in dem Innenrand des Hutes eingenäht
wird. Nadeln oder irgend welche anderen ſcharfen oder
ſpitzen Gegenſtände werden zur Befeſtigung des Hutes
überhaupt nicht verwendet. An dem Aluminiumband be=
findet
ſich nämlich eine Anzahl kurzer Greifer aus dünnem
Aluminiumdraht, die durch den Druck auf einen an dem
Aluminiumband befindlichen kleinen Hebel ausgelöſt wer=
den
und in das Haar von allen Seiten eingreifen. Die
Anzahl der Greifer iſt zunächſt auf vier feſtgeſetzt, da dieſe
Anzahl genügen dürfte. Sie befinden ſich auf allen vier
Seiten und halten demgemäß den Hut überall feſt. Die
Greifer, die ſich nach Belieben vermehren laſſen, ſchieben
ſich langſam und vorſichtig in das Haar, ſo daß jede Ver=
wirrung
der Friſur vermieden wird. Da der Hut nicht
nur, wie durch die Nadeln von beiden Seiten ſondern auch
von vorn am Haar befeſtigt wird, ſo können ihm die von
den Damen mit Recht gefürchteten Windſtöße, die den Hut
über der Stirn in die Höhe ſchlagen, nichts anhaben. Die=
ſer
Huthalter, durch den der Hut nicht beſchädigt wird und
auch nicht leidet, iſt ebenſo für den kleinen engliſchen Som=
merhut
wie für den großen federgeſchmückten Radhut
zu verwenden.

* Die Spitzenſchärpe der Frau Falliéres. Auf der
Rückreiſe von der Riviera haben der König Albert und die
Königin Eliſabeth der Belgier vor einigen Tagen dem
Präſidenten der franzöſiſchen Republik Herrn Falliéres und
ſeiner Gemahlin im Elyſée=Palaſt einen Beſuch abgeſtattet,
der, wie man verſichert, ſehr herzlich verlief. So herzlich,
daß die junge belgiſche Königin beim Abſchied das Be=
dürfnis
empfand, der braven Frau Jeanne Falliéres eine
beſondere Freude zu bereiten. Sie verſprach ihr eine
Schärpe aus den feinſten, koſtbarſten Mechelner Spitzen,
an der ſchon ſeit vier Monaten vier der geübteſten Ar=
beiterinnen
tätig ſind. Es heißt, daß die Schärpe ein wah=
res
Wunder der Spitzenkunſt werden ſoll. Jetzt wird ſich
ihre Vollendung indeſſen wohl noch einige Zeit hinaus=
ziehen
. Denn die Königin Eliſabeth iſt eine faſt überzarte
Erſcheinung, während die gute Frau Falliéres einen ſehr
achtungswerten, vielleicht dreimal ſtärkeren Taillenumfang
hat. Deshalb ſoll die Schärpe, die 80 Zentimeter breit iſt,
nicht weniger als 2 Meter lang werden. .

Rüſſelsheim, 28. März. Beim Ausſchachten einer
Sickergrube wurde im Hofe des neuerbauten Wohnhauſes
des Herrn Lehrers Trautmann am Maindamm eine
Wohnſtätte aus alter Zeit aufgedeckt, die nach den
Funden, wie Scherben von verzierten Tongefäßen und
Stückchen von Feuerſtein, ebenſo wie die Wohngruben
über der Hohl am Waldweg der Steinzeit angehören.
Auch beim Anlegen der Blitzableiter, ſowie bei der Brunnen=
bohrung
bei genanntem Hauſe ſind ſolche Stellen ange=
ſchnitten
worden. Mit dieſer Stelle ſind ſomit in unſerer
nächſten Umgebung bis jetzt 5 ſolcher Wohnplätze auf=
gedeckt
worden, die beiden obengenannten Stellen, ſowie
Wohnſtätten bei Flörsheim auf dem Gebiete der Nörd=
linger
Fabrik und auf dem Gebiet der Diamantſteingut=
werke
und auf den Klingelhöferſchen Gartenanlagen im
Rübgrund am Wald.
Lindenfels, 28. März. Die Firma Kreuzer=Behringer
hat von der hieſigen Gemeinde zur Erweiterung ihrer
Fabrikanlagen 432 qm Gelände angekauft und zur Er=
weiterung
ihres Lagerraums 561 qm gepachtet.
Mainz, 28. März. Eine Reviſionsfahrt unter=
nahm
Eiſenbahnpräſident Dr. Michaelis geſtern auf
der Odenwaldſtrecke und der Strecke Kranichſtein= Ham=
melstrift
. In ſeiner Begleitung befanden ſich die Bau=
räte
Effenberger und Schuck.
Nieder=Olm, 28. März. Eine böſe Ueberraſchung
wurde dem Landwirt Horn von hier zuteil. Als er zur
Fütterung des Viehes in den Stall trat, bemerkte er,
daß eine Kuh fehlte. Ein Dieb hatte das Tier des
Nachts geſtohlen. Vorgefundene Fetzen verrieten, daß
der Dieb der Kuh die Füße mit Lumpen umwickelt hatte,
damit man ſie nicht laufen hörte.
Worms, 28. März. Das Brückengeld auf der
hieſigen Ernſt=Ludwig=Brücke iſt, der W. Ztg. zufolge,
vom Staate auf ſechs Jahre vom 1. April ab an
einen Kölner Unternehmer Richard Majewski
verpachtet worden. Dieſes Vorgehen des Staates
wird in der Kaufmannſchaft große Mißſtimmung her=
vorrufen
, da gerade in letzter Zeit angeſtrebt wurde,
das Brückengeld zu beſeitigen, um einen Verkehr mit den
rechtsrheiniſchen Orten zu erleichtern.
Bingen, 28. März. Für Entwürfe zu der geplanten
neuen Feſthalle am Rhein ſind Preiſe ausge=
ſchrieben
worden. Man hofft, die neue Halle ſchon
zu Anfang des nächſten Jahres benutzen zu können.
Gießen, 18. März. Auf dem Bahndamm
zwiſchen der Badenburg und hier wurde in vergangener
Nacht die verſtümmelte Leiche eines Unbekannten
aufgefunden. Allem Anſchein nach hat ſich derſelbe in
ſelbſtmörderiſcher Abſicht vor den Zug gelegt.
Der anſcheinend dem Kellnerſtand angehörige Unbekannte
hat gepflegten blonden Schnurrbart, etwas Kotelettbart,
iſt gut gekleidet und trug weder ſchriftliche Aufzeichnungen
noch Wertgegenſtände bei ſich.
(*) Lindenſtruth, 28. März. Unſer altes Kirchlein
wird gegenwärtig unter Leitung des Kreisbauinſpektors
Hechler=Gießen wiederhergeſtellt. Das Ge=
bäude
wurde im 13. Jahrhundert erbaut, im 30 jährigen
Krieg zerſtört, dann wieder aufgebaut, und zwar im
Barockſtil. Sehr originell iſt der Aufgang zu den Em=
poren
. Auch die Malerei an dieſem Teil der Kirche und
die mit Sprüchen unterbrochenen Wandbemalungen im
Innern ſind ſchön und ſollen erhalten bleiben. Sehr
charakteriſtiſch iſt das ſechseckige Türmchen des Gottes=
hauſes
.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 28. März. Ueber den
Geſundheitszuſtand des Fürſten Eulen=
burg
erfährt die Tägl. Rundſchau an unterrichteter
Stelle: Die Arterienverkalkung des Fürſten iſt nach den
letzten ärztlichen Gutachten, die von der Staatsanwalt=
ſchaft
eingefordert wurden, im Zunehmen begriffen, es
beſtehe auch die größte Gefahr, daß das Leben des
Fürſten durch eine Tromboſe bedroht wird. Der Fürſt
muß deshalb auf ärztlichen Rat dauernd im Bett liegen
und ſich jeder unnötigen Bewegung enthalten. Die
letzte ärztliche Kommiſſion war im Herbſt des Vor=
jahres
in Liebenberg. Außer dieſen Kommiſſionen
entſendet die Staatsanwaltſchaft zeitweiſe einen Gerichts=
arzt
nach Liebenberg, der, ohne daß jemand von ſeinem
Kommen unterrichtet iſt, den Fürſten unterſucht. Um
nach jeder Richtung hin ſicher zu gehen, hat man ſogar
den Körper des Fürſten mit Röntgenſtrahlen durchleuch=
ten
laſſen. Sogar von den Spezialärzten, die der Fürſt
gelegentlich zuzieht, läßt ſich die Staatsanwaltſchaft Gut=
achten
ausarbeiten. Bisher lauten die ärztlichen Anſich=
ten
dahin, daß der Fürſt verhandlungsunfähig iſt. Ver=
ſchiedentlich
wird von ärztlicher Seite die Vermutung aus=

geſprochen, daß der Fürſt noch Jahre leben kann, ohne daß
man in die Lage kommt, gegen ihn zu verhandeln. Geſtern
wurde bemerkt, daß aus einem Zimmer des Märkiſchen
Muſeums ein Bild von einer Wand verſchwunden
war. Es handelt ſich um eine Handzeichnung von Papin.
Das Bild war von der Wand ordnungsgemäß losge=
ſchraubt
. Es ſteht noch nicht feſt, ſeit wann das Bild
fehlt. Auf Anorduung des Unterſuchungsrichters wurde
Juſtizrat Munckel, der bekanntlich beſchuldigt wird,
ſich für 30000 Mk. Reichsſtempelgebühren widerrechtlich
angeeignet zu haben, geſtern nachmittag aus dem Unter=
ſuchungsgefängnis
auf vorläufig ſechs Wochen nach der
Charité zur Beobachtung ſeines Geiſteszuſtandes über=
geführt
.
Wiesbaden, 28. März. Das Wiesb. Tagbl. ſchreibt:
Die griechiſche Kapelle am Neroberg und das
Jagdſchloß Platte ſind Gegenſtand von Gerüchten,
die ſeit mehreren Tagen hier verbreitet werden. Da=
nach
ſollen die Kapelle und die Platte an den Kaiſer
von Rußland für 25 Mill. Mark verkauft worden ſein.
Wir ſind von zuſtändiger Stelle ermächtigt, zu erklären
daß dieſe Gerüchte auf Erfindung beruhen. Tatſache iſt
nur, daß Verhandlungen mit der ruſſiſchen Re=
gierung
über den Verkauf der griechiſchen
Kapelle im Gange geweſen ſind, die aber zu einem
Ergebnis nicht geführt haben. Eigentümerin der Kapelle
und des Jagdſchloſſes iſt bekanntlich die großherzogliche
Familie von Luxemburg.
Kufſtein, 27. März. Der Amtsrichter Weiß, der Amts=
gerichtsſekretär
Meindl und der Ingenieur Pichler aus
Ingolſtadt unternahmen am Sonntag eine Skifahrt
von Kitzbühel auf den Bengelſtein. Oben ſetzte ein furcht=
barer
Schneeſturm ein, bei dem Weiß infolge der
Ueberanſtrengung bewußtlos zuſammenbrach. Seinen
Begleitern gelang es nach zweitägigen großen Anſtreng=
ungen
, Kufſtein zu erreichen. Heute früh iſt eine Expe=
dition
abgegangen auf die Suche nach Weiß, der voraus=
ſichtlich
bereits tot iſt.
Eiſenach, 27. März. Gendarmerie und Feuerwehr=
leute
haben geſtern abend bei dem Dorfe Heringen an
der Werra einen Zigeuner aufgeſpürt, der, als erſich
entdeckt ſah, auf ſeine Verfolger etwa 10 Schüſſe ab=
feuerte
, von denen einer einen Feuerwehrmann verletzte.
Der Zigeuner wurde verhaftet. Ob er zu der Bande
gehört, die den Fuldaer Förſter ermordet hat, iſt noch
nicht feſtgeſtellt.
Neuſtrelitz, 27. März. Auf dem Zierker See wurde
ein Segelboot, in dem der bei dem hieſigen Artillerie=
Regiment dienende Einjährig=Freiwillige Peters aus
Köln und der Sohn des hieſigen Reſtaurateurs Peterſen
eine Fahrt unternahmen, von einer heftigen Boe erfaßt
und zum Kentern gebracht. Beide Inſaſſen er=
tranken
. Die Leichen ſind noch nicht geborgen.
Aurich, 27. März. Der Schutzmann Glauß
aus Wilhelmshaven wurde wegen zweier im Herbſt
vorigen Jahres ausgeführten Einbruchsdiebſtähle, die
bei der Verhandlung am 9. März noch nicht ſpruchreif
waren, zu einer Zuſatzſtrafe von einem Jahre Zuchthaus
verurteilt, ſodaß er im ganzen 7 Jahre Zuchthaus
zu verbüßen hat.
Breslau, 28. März. Der 20jährige Färber Rixgens
aus Reydt bei Düſſeldorf, der ſich vor einigen Tagen der
Görlitzer Polizei ſelbſt ſtellte, wurde als der Bank=
räuber
rekognosziert, der im Auguſt 1911 in zwei
Breslauer Bankgeſchäften unter Drohung mit dem Re=
volver
einen Raubüberfall verſucht hatte, aber verſcheucht
worden war.
Wien, 28. März. Es wird aus Saloniki gemeldet,
daß der frühere Sultan Abdul Hamid in der
Nacht von Montag auf Dienstag nach Konſtantinopel
gebracht worden ſei, da man ihn in der Villa nicht mehr
für geſichert halte, falls die Italiener eine Aktion unter=
nehmen
, was man für die nächſte Zeit erwartet.
Graz, 27. März. Eine Wiener Skigeſell=
ſchaft
, beſtehend aus drei Herren und einer Dame,
die in das Hochſchwabgebiet gegangen war, wird ver=
mißt
. Eine Rettungsexpedition iſt ausgeſchickt worden.
Paris, 28. Marz. Zwiſchen Bonapartiſten
und Royaliſten kam es in der letzten Zeit in Ver=
ſammlungen
und bei Straßenkundgebungen wiederholt
zu heftigen Zuſammenſtößen. Geſtern abend drangen
an 30 mit Knüppeln bewaffnete Camelots du Roy in
eine bonapartiſtiſche Verſammlung ein. Es entſtand
eine furchtbare Rauferei, bei der es auf beiden
Seiten zahlreiche Verwundete gab. Auch mehrere Schutz=
leute
, die zur Wiederherſtellung der Ordnung herbei=
geeilt
waren, erlitten Verletzungen. Sechs Camelots du
Roy wurden verhaftet.
Paris, 28. März. Heute morgen bei Tagesgrauen
ſind die beiden Soldaten Noleot und Tiſſen, die eine

alte Frau ermordet und beraubt hatten, hingerichte
worden. Es iſt das erſtemal, daß die Guillotine be
Soldaten zur Anwendung kommt. Wegen der Scheußlich
keit des Verbrechens hat der Präſident von ſeinem Bie
gnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht.
Toulon, 27. März. Ein Automobil, in welchen
der Schriftſteller Georges d’Eſparbes und ein andere
Herr, ſowie eine Dame ſaßen, ſtürzte mit 80 Kilomete
Geſchwindigkeit bei Flaſſans in einen ziemlich tiefe
Waſſergraben. Alle Inſaſſen wurden verletzt
d’Eſparbes anſcheinend nicht ſehr ſchwer. Der Zuſtan
des Chauffeurs iſt hoffnungslos.
Warſchau, 28. März. Geſtern Abend verſuchte
drei Banditen, der Inhaberin eines Juweliergeſchäft
im Torweg des Wohnhauſes eine Ledertaſche mit Juwele
und Uhren zu entreißen. Auf ihr Hilfegeſchrei eilte
mehrere Herren herbei, die von den Banditen durs
Schüſſe verwundet wurden. Ein zufällig vorbeigehende
Polizeiagent verfolgte die Banditen und verwunder
ſie durch mehrere Schüſſe. Einer wurde feſtgenommet
die anderen entkamen.
Buenos Aires, 27. März. Ein Cyklon richten
bedeutenden Schaden an. 8 Perſonen wurden getöten
30 verletzt. Gleichzeitig wütete ein Cyklon im Diſtril
Junin und tötete 10 Perſonen und verletzte 20.
Santiago (Chile), 27. März. Heute Nacht brannte
die deutſche Geſandtſchaft ab. Perſonal und
Archiv ſind unverſehrt.

Sitzung der Großh. Handelskammer Darmſtad
vom 25. März.

Seit der letzten Vollverſammlung haben Sitzun
gen der Kommiſſion für Geſetzgebung
Steuer und Zollwefen am 22. Februar un
der Kleinhandelskommiſſion am
März d. J. ſtattgefunden. In Vertretung des Herrz
Kommerzienrats Jacobi hat Herr Syndikus (Dr. Humas
an der Sitzung der Verkehrskommiſſion
des Deutſchen Handelstages in Berlin an
28. Februar teilgenommen. Weiter hat Herr Syndikus
Dr. Humann die Handelskammer gelegentlich einen
Sitzung der Kommiſſion, betreffend So=
zialpolitik
des Deutſchen Handelstages
am 12. März und gelegentlich einer Sitzung der
Kommiſſion, betreffend Steuern, Zölle
und Außenhandel des Deutſchen Handelstages
am 14. März d. J. anſtelle des Herrn Geh. Kommerzien=
rats
Dr. L. Merck in Berlin vertreten.
Herr W. Kalbfuß hat am 12. März an einer Sitz=
ung
der Kleinhandelskommiſſion des
Deutſchen Handelstages in Berlin teilge=
nommen
.
Seitens des Reichsverſicherungsamtes war den
Handelskammer eine Anfrage wegen eventueller Er=
richtung
einer eigenen Berufsgenoſſen=
ſchaftt
für den Kleinhandel zugegangen. Dieſe
wichtige Angelegenheit wurde in verſchiedenen Sitzun=
gen
der Handelskammer, ſowie gelegentlich Kommiſ=
ſionsſitzungen
des Deutſchen Handelstages in Berlim
eingehend durchberaten. Schließlich wurde beſchloſſen
dem Reichsverſicherungsamt zu antworten, es ſei zwec=
mäßig
, die vom Kleinhandel gewünſchte ſelbſtändige
rufsgenoſſenſchaft zu ſchaffen. Die Gründe für die Ha=
ausnahme
, der Detailbetriebe aus der Lagereibens=
genoſſenſchaft
wurden des näheren dargelegt. Die Lag=
reiberufsgenoſſenſchaft
hat einen neuen Gefahren=
tarif
aufgeſtellt. Aus den verſchiedenen Beratungem
der Handelskammer hat ſich ergeben, daß dieſer Tarif
den Wünſchen der Detailliſten nicht entſprechen kann.
Es wurde beſchloſſen, die Lagereiberufsgenoſſenſchaft in
Berlin unter Darlegung der maßgebenden Geſichts=
punkte
hiervon in Kenntnis zu ſetzen.
Bei Fertigſtellung des Jahresberichtes für 1911
wurden die Wünſche, welche bei den Fragebogen=
beantwortungen
bezüglich Fragen der Geſetz=
gebung
, Steuer und Zollpolitik, ſowie be=
züglich
des Verkehrsweſens (Poſt, Eiſenbahn,
Schiffahrt) geäußert worden ſind, durchgeſprochen. Eine=
größere
Anzahl dieſer Wünſche wurde hauptſächlich im.
Wege der mündlichen Verhandlungen mit den zuſtän=
digen
Behörden weiter verfolgt. Nunmehr ſind den be=
treffenden
Firmen des Handelskammerbezirks Antwor=
ten
wegen der verſchiedenen Beſchwerden und Wünſche
überſandt worden.
Eine Anfrage des Großh. Miniſteriums des Innern
bezüglich Erhöhung des Ausfuhrkontin=
gents
für ruſſiſchen Zucker um 400000
Tonnen wurde auf Grund der bei den Zuckerfabrie
kanten und Händlern eingezogenen Ermittelungen da=
hin
beantwortet, es hätten ſich die Zuckerfabriken auf
den von der Landwirtſchaftskammer für das Großher=
zogtum
Heſſen eingenommenen Standpunkt geſtellt, es
möchte keine Erhöhung des ruſſiſchen Ausfuhrkontingents
ſtattfinden. Dagegen ſeien die Händler übereinſtimmend=
der
Anſicht, es ſei im Intereſſe der Allgemeinheit zweck=
mäßig
, daß Rußland für das Jahr 191112 eine Mehr=
ausfuhr
von 150000 Tonnen zugeſtanden erhalte. Auch
die weitere Zubilligung von 100000 Tonnen in Ver=
teilung
auf die nächſten 4 Jahre würden dem deutſchen
Wirtſchaftsleben inſofern von Vorteil ſein, als hierdurch
ein Ausgleich für die im Jahre 1911 ſtattgehabte Min=
derernte
an Zucker geſchaffen werden würde. Die Han=
delskammer
ſtellte ſich auf denſelben Standpunkt und
hob in ihrem Antwortſchreiben an das Miniſterium
noch hervor, daß ſie eine Aufhebung der Brüſſeler Zucker=
konvention
im allgemeinen Wirtſchaftsintereſſe würde
beklagen müſſen.
Der Deutſche Handelstag hatte eine Umfrage wegen
des Mißſtandes, daß ſogenannte Gegenbeſtellun=
gen
bei Vergebung von Lieferungen ver=
langt
werden, veranſtaltet. Auch im Handelskammer=
bezirk
konnten lebhafte Klagen darüber feſtgeſtellt wer=
den
, es bürgere ſich immer mehr der Gebrauch ein, daß
eine Anzahl von Firmen ihre Beſtellungen nur unter
der Bedingung der Gegenbeſtellung bbetätigen. Feſt=
geſtellt
wurde, daß in der Hauptſache nur diejenigen
Firmen, welche ſonſt ſchwer erhältliche Spezialfabrikate
herſtellen, in der Lage ſind, ſich gegen die Bedingung der
Gegenbeſtellung ernſtlich zu wehren, während dies die Fir=
men
, welche ſogenannte Marktartikel fertigen, nicht zu
tun vermögen. Hauptſächlich in der Metallinduſtrie hat=
der
Gebrauch der Gegenbeſtellung immer mehr bei den
großen und größten Firmen Deutſchlands um ſich ge=
griffen
. Der Handelskammer ſtehen eine AAnzahl von
Beiſpielen zur vertraulichen Behandlung als Belege zur
Verfügung. Dem Handelstag wurde dementſprechend
berkchtet. Es erſcheint geboten, daß der Handelstag auf
die Abſtellung des in Frage ſtehenden Schaden brin=
genden
Mißſtandes mit allen Kräften hinwirkt.
In einer Sitzung der Verkehrskommiſſion der Han=
delskammer
waren wegen des kommenden Som=
merfahrplanes
eine Anzahl von Wünſchen geäu=

[ ][  ][ ]

Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

Seite 5.

wert worden, welche bei der Eiſenbahnderektion Mainz
mtm Vortrag gebracht wurden. Verſchiedene der Wünſche
rnden bei Aufſtellung des Sommerfahrplanes Er=
füllung
. So iſt z. B. der Perſonenzug 923, welcher von
er Bergſtraße bisher 9,13 Uhr vormittags in Darm=
bradt
eintraf, ſo früh gelegt worden, daß er noch in Darm=
tradt
den Anſchluß an den wichtigen Eilzug 93, ab
Darmſtadt 9,04 Uhr vormittags, erreicht. Weiter hat,
fine Verbeſſerung der Verbindung von Hagen über
Wiesbaden-Mainz nach Darmſtadt ſtattgefunden.
Wegen der Verlegung einer Anzahl von Arbeiterzügen,
welche infolge der grüßeren Entfernung des neuen
Bahnhofs in Darmſtadt künftig nötig wvird, ſteht die
tandgültige Antwort noch aus. Ebenſo hofft die Han=
elskammer
, daß künftighin Zug 978, ab Frankfurt 3,55
Uihr, um ſo viel ſpäter igelegt wird, daß er den wichtigen
lelnfchluß des D=Zuges 86 von Hamburg in Frank=
ſt
urt a. M. aufnimmt.
Das Miniſterium des Innern hatte wegen einer
von Intereſſentenkreiſen beantragten Frachtermä=
Bigung für Steinbrucherzeugniſſe verſchie=
Dene Anfragen bei der Handelskammer veranſtaltet.
Unſere Kammer mußte ſich im Intereſſe der von ihr ver=
dretenen
Steininduſtrie entſchieden gegen jede weitere
FFrachtermäßigung im Inkande ausſprechen, da dieſelbe
En der Hauptſache der übermächtigen Steininduſtrie des
Weſterwaldes zugute kommen, aber unſeren Induſtrien
beträchtlichen Schaden zufügen würde. Da im Groß=
HHerzogtum die Anſichten über dieſe Angelegenheit aus=
einandergingen
, iſt eine Konferenz im Mintſterium des
Innern über dieſe Frage unter Zuziehung von einander
gegenüberſtehenden Intereſſenten veranſtaltet worden.
In längerer Ausſprache erklärten ſich ſchließlich ſämt=
lliche
Herren gegen jede weitere Frachtermäßigung auf
Steinbrucherzeugniſſe im Inlande.
Mit der Eiſenbahndirektion Mainz haben weitere
Verhandlungen über die Induſtrieanſchluß=
ggleiſe
in Darmſtadt ſtattgefunden. Die Zuſtellungs=
egebühren
werden künftighin für die Intereſſenten eine
Werbilligung erfahren und außerdem beſteht auch Hoff=
rnung
, daß die Stadt Darmſtadt das Stammgkeis im
Weiterſtädter Weg ufw. zu einem angemeſſenen Preiſe
verwerben kann.
Von Seiten der Bürgermeiſterei Darmſtadt war die
Betriebsordnung und der Gebührentarif
ür die Benutzung des ſtädt. Lagerhau=
ſſes
der Handelskammer zur Begutachtung überſandt
worden. Die Angelegenheit wurde in einer Kommiſ=
ſionsſitzung
durchberaten. Außerdem wurde ſämtlichen
Intereſſenten des Bezirks Gelegenheit zur Meinungs=
äußerung
gegeben. Die eingegangenen Einwendungen
wurden der Bürgermeiſterei Darmſtadt mitgeteilt. Im
übrigen konnte ſich die Handelskammer mit dem vorge=
legken
Entwurf einverſtanden erklären.
Nach einer Mitteilung der Eiſenbahndirektion Mainz
werden die Uebergangsſtationen zu Klein=
bahnen
im Bereiche der Preußiſch=Heſſiſchen Staats=
bahn
angewieſen, vom 1. April ab ohne ausdrückliche
Vorſchrift des Abſenders oder Empfängers Sendungen,
bei denen im Frachtbriefe unter dem Vordruck Beſtim=
mungsort
eine Kleinbahnſtation nicht angegeben iſt,
der Kleinbahn nicht mehr zur Weiterbeförderung zu
übergeben, ſondern die Empfänger vom Eingang des
Gutes zu benachrichtigen.
Auf Veranlaſſung der Eiſenbahndirektion Berlin
werden die Inkereſſenten davor gewarnt, von Privak=
firmen
hergeſtelkte ſogenannte Deutſche Eiſen=
bahngütertarife
zu beziehen, welche lediglich
Abdrücke aus Teilheften des Staats= und Privatbahn=
Gütertarifs darſtellen, aber um das Vielfache teurer, als
dieſe amtlichen Tarife verkauft werden.

Die Beamtenbeſoldungsvorlage.

* In den geſtrigen Sitzungen der beiden Kammern
gab Se. Exz. der Herr Finanzminiſter namens des
Staatsminiſteriums eine Erklärung ab, der wir folgen=
des
entnehmen:
Die Aufbeſſerung der Dienſtbezüge der Staats=
beamten
iſt in der Geſetzesvorlage hierüber eingehend
begründet durch die Verteuerung der Lebenshaltung,
die ſeit der letztmaligen Neuordnung der Beamten=
gehälter
im Jahre 1898 auf allen Gebieten eingetreten
iſt. Die Vorſchläge der Regierung gehen auf eine ſach=
und zeitgemäße Ausgeſtaltung des Wohnungsgeldzu=
ſchuſſes
und auf eine Verbeſſerung der Gehalte. Die
Ergebniſſe der Wohnungsumfrage wurden den Ständen
in einer Denkſchrift vom 1. Juli 1909 mitgeteilt. Sie
haben das beſte und einwandfreieſte Material geliefert,
um den Wohnungsgeldzuſchuß und die Ortsklaſſeneintei=
lung
nunmehr neu zu regeln. Hierbei iſt der Grund=
ſatz
maßgebend geweſen, daß der Wohnungsgeldzuſchuß
möglichſt in allen Orten und möglichſt bei allen Beam=
tengruppen
den gleichen Teil (Prozentſatz) des Mietauf=
wandes
decken ſoll, was jetzt keineswegs der Fall iſt
Dieſer Grundſatz führt zu einer den tatſächlichen Verhält=
niſſen
entſprechenden Ortsklaſſeneinteikung und einer
Einreihung der Orte in die verſchiedenen Klaſſen ſo, wie
es von den Landſtänden 1907 angeregt wurde. Es hat
ſich bei den angeſtellten Unterſuchungen, wie 1907 ſchon von
den Landſtänden vermutet. als richtigerwieſen, zwiſchen den
zwei vorhandenen Ortsklaſſen eine Zwiſchenſtufe zu bil=
den
. Durch drei Ortsklaſſen iſt in Heſſen den Unterſchie=
den
in den Wohnungs= und Mietverhältniſſen genügend
Rechnung getragen.
Die Sätze für das Wohnungsgeld. d. h. der neue
Wohnungsgeldtarif, ergeben ſich nach dem aufgeſtellten
Grundſatz von ſelbſt, wenn dieſer Zuſchuß überall mög=
lichſt
den gleich hohen Anteil des durchſchnittlichen Miet=
aufwandes
decken ſoll. Als dieſer Anteil ſind 75 Pro=
zent
vorgeſchlagen, während der jetzige Wohnungsgeld=
zuſchuß
ganz verſchieden hohe Anteile des Mietaufwan=
des
deckt (von 45 bis 66 Prozent). Der entgehende
Wohnungsgeldzuſchuß iſt der Preis, den die Beamten
für die Dienſtwohnung zu zahlen haben. Die Vorlage
enthält einen Tarif mit feſten Sätzen.
Die unverheirateten Beamten erhielten ſeither die
Hälfte des Wohnungsgeldzuſchuſſes. Künftig ſollen ihnen
zwei Dritteile gewährt werden, nachdem durch die Woh=
nungsumfrage
von 1908 feſtgeſtellt wurde, daß ihr Woh
nungsaufwand im ganzen etwa 5070 Prozent, rund
zwei Drittel, des normalen Aufwandes gleichgeſtellter
verheirateter Beamten beträgt. Unverheirateten Beam=
ten
, die Eltern und nahen Verwandten im eigenen
Hausſtand Wohnung und Unterhalt gewähren, wird da=
bei
, wie ſeither, der volle Wohnungsgeldzuſchuß gewährt
ſodaß Härten auch künftig nicht erwachſen.
Von beſonderer Bedeutung iſt, daß nach der Vor
lage der Wohnungsgeldzuſchuß penſionsfähig ſein ſoll,
und zwar nach dem Satz der Ortsklaſſe I.

Der Mehrbedarf aus der Neuregelung des Woh=
nungsgeldes
beträgt 439885 Mark, der durch den Weg=
fall
der Dienſtwohnungsmieten 140789 Mark, zuſammen
alſo 580 674 Mark. Insgeſamt und im Durchſchnitt
werden hierdurch die Beamten um 4,3 Prozent der höchſt
erreichbaren und um 5,2 Prozent der jetzigen Gehalts=
bezüge
aufgebeſſert.
Neben der Neuregelung der Wohnungsgeldzuſchüſſe
iſt in Ausſicht genommen, die Gehaltsbezüge ſelbſt für
die dekretmäßig angeſtellten Beamten aufzubeſſern. Die
Mehrbeträge an Gehalt ſollen in Hundertteilen der nach
den bisherigen Gehaltsſätzen wirklich bezogenen Gehalte
gewährt werden. Bei der Höhe dieſer Aufbeſſerungen
mußte ihr Zuſammenwirken mit der vorerwähnten Er=
höhung
der Wohnungsgelder berückſichtigt werden, da
beabſichtigt iſt, die Geſamtaufbeſſerung progreſſiv nach
unten wirken zu laſſen, d. h. die Beamten mit geringeren
Gehaltsbezügen prozentual ſtärker aufzubeſſern, als die=
jenigen
mit mittleren und höheren Bezügen. Da die
Verbeſſerung des Wohnungsgeldes, von kleinen Unter=
ſchieden
abgeſehen, bei den verſchiedenen Beamtengrup=
pen
im ganzen ziemlich gleichmäßig wirkt, ſſo war die
Progreſſion nachunten in erſter Linie in die Aufbeſſerung der
Gehalte zu legen. Demgemäß ſollen erhalten: die Be=
amten
mit einem höchſt erreichbaren Dienſteinkommen
bis 1500 Mark 13 Hundertteile ihres jetzigen Gehalts,
über 15002000 Mark 12 Hundertteile, über 20003000
Mark 11 Hundertteile, über 30004600 Mark 10 Hundert=
teile
, über 46006000 8 Hundertteile, über 6000.7200
Mark 6 Hundertteile, über 7200 Mark 4 Hundertteile.
Der Mehrbedarf für die Gehaltsaufbeſſerung ſtellt
ſich auf 998 957 Mark.
Da die Mehrbeträge an Gehalt als penſionsfähige
Gehaltsteile gelten, ſo bleibt die Möglichkeit offen, die
jetzigen Gehaltsſätze zuſammen mit dieſen Mehrbeträgen
bei dauernd dem gleichen Aufwand zu jeder Zeit in neue
Gehaltsklaſſen umzuwandeln und auf dieſem Wege zu
einer neuen Beſoldungsordnung zu kommen. Zur Zeit
ſchien es dringender, der vielfach vorhandenen Notlage
von Beamten auf dem vorgeſchlagenen Wege raſcheſtens
abzuhelfen.
Für die Geſamtaufbeſſerung der Beamten durch
Wohnungsgeld, Wegfall der Dienſtwohnungsmieten und
Gehaltserhöhung iſt der Betrag von 580 674 998 957
Mark 1579631 Mark erforderlich. Dabei ſtellt ſich die
Geſamtaufbeſſerung in den verſchiedenen Beamtengrup=
pen
insgeſamt und durchſchnittlich auf 11,8 Prozent der
höchſt erreichbaren Gehalte. Von den jetzigen Gehalten
beträgt ſie rund 17 Prozent bei den Beamten bis zu
3000 Mark Gehalt, 15,1 Prozent bei den mittleren Beam=
ten
, 13 Prozent bei den akademiſchen Lokalbeamten und
12,9 bis 9,5 Prozent bei den höheren Beamten. Die
Verbeſſerung der unteren Beamten iſt prozentual etwa
doppelt ſo hoch, als bei den höheren Beamten. Mit
Rückſicht auf die finanziellen Kräfte des Landes war es
nicht möglich, den Wünſchen der akademiſchen und höhe=
ren
Beamten zu entſprechen und ſie mit den Reichs= und
preußiſchen Beamten auch in den Endbezügen gleichzu=
ſtellen
. Andererſeits aber hält die Regierung die vor=
geſchlagenen
Aufbeſſerungen für dieſe Beamten für das
Mindeſte, was ihnen gewährt werden muß. Die Regie=
rung
glaubt daher die vorgeſchlagene bedeutende Ver=
beſſerung
der unteren Beamten nur vertreten zu können,
wenn gleichzeitig auch den mittleren und höheren Beam=
ten
die vorgeſehene, verhältnismäßig weſentlich gerin=
gere
Aufbeſſerung zuteil wird.
Wie die Beamten, ſo ſollen auch die Volksſchullehrer
Aufbeſſerungen in Hundertteilen ihrer jetzigen Gehalte
erhalten. Der hierzu beſtimmte Geſetzentwurf ſieht eine
Erhöhung der Lehrergehalte um den gleichen Prozentſatz
vor, um den die Gehalte der Staatsbeamten mit dem von
den Lehrern bezogenen Höchſtgehalt (3000 Mark) erhöht
werden. Dies ſind 11 Hundertteile der bisherigen Ge=
halte
. Da den Volksſchullehrern im Gegenſatz zu den
Beamten jetzt ſchon freie Dienſtwohnung oder Mietent=
ſchädigung
hierfür gewährt wird, ſo kommt bei ihnen
eine weitere Verbeſſerung im Wohnungsgeld oder durch
Wegfall einer Dienſtwohnungsmiete nicht in Betracht.
Während die Gehalte der meiſten heſſiſchen Staats=
beamten
auch nach der in den Entwürfen vorgeſehenen
Aufbeſſerung erheblich hinter den entſprechenden aus=
wärtigen
Gehalten zurückbleiben, werden die heſſiſchen
Volksſchullehrergehalte bei einer Aufbeſſerung von elf
Prozent wenigſtens im Endgehalt an der Spitze ſtehen.
Für die Aufbeſſerung der Volksſchullehrer ſind im
ganzen 612 444 Mark erforderlich. Zur Deckung war es
unvermeidlich, die Gemeinden entſprechend heranzu=
ziehen
. Es iſt dieſe Maßnahme aber auch um ſo mehr
gerechtfertigt, als obſchon den Gemeinden in erſter Linie
das Aufbringen der Lehrergehalte obliegt, alle nach dem
Erlaß des Lehrergehaltsgeſetzes vom 9. März 1878 ein=
getretenen
Beſoldungserhöhungen des Lehrerperſonals
an den Volksſchulen ausſchließlich vom Staate übernom=
men
worden ſind.
Nach den Vorſchlägen des Geſetzentwurfes ſollen die
von den Gemeinden aufzubringenden Grundgehalte
(Stellengehalte) jeweils um zehn Hundertteile erhöht
werden.
Insgeſamt würden hiernach die Gemeinden 277345
Mark, der Staat 335099 Mark aufzubringen haben.
Gleichzeitig mit den Dienſtbezügen der Beamten
und Volksſchullehrer ſollen auch die Bezüge der Staats=
dienſtanwärter
und Schulverwalter aufgebeſſert werden.
So wird in der Begründung zum Mantelgeſetz z. B. vor=
geſchlagen
, die Vergütungsſätze der Kreisamts= und Ge=
richtsſchreibergehilfen
und Finanzaſpiranten (jetzt 1400
bis 1900 Mark) auf 15002100 Mark, diejenigen der
Aſſeſſoren (jetzt 21002700 Mark) auf 21003000 Mark
feſtzuſetzen. Die Geometer 1. Klaſſe ſollen ſämtlich bis
2400 Mark, die Geometer 2. Klaſſe ſämtlich auf 2000 Mark
kommen. Auch die Vergütungsſätze der Schreibgehilfen
ſollen neu geordnet, und namentlich in den mittleren
Stufen erhöht werden. Weiterhin ſollen die Vorſchriften
über die Anrechnung der Beſoldungsvordienſtzeit bei der
erſten Anſtellung künftig in einer den Beamten günſti=
geren
Weiſe gehandhabt werden. Für die Staatsdienſt=
anwärter
wird hiernach insgeſamt der Betrag von 130000
Mark erforderlich.
Für die Erhöhung der Bezüge der Penſionäre und
Hinterbliebenen iſt ferner ein Betrag von 125000 Mark
bereitgeſtellt.
Daneben iſt eine Beſſerſtellung der Witwen von
Volksſchullehrern dadurch vorgeſehen, daß künftig ihre
Witwenpenſionen nach den weſentlich günſtigeren Vor=
ſchriften
für die Witwen von Zivilſtaatsbeamten feſtge=
ſetzt
werden.
In demſelben Maße, in dem die Verteuerung der
Lebenshaltung nötigt, die Dienſteinkommen der Staats=

beamten und Lehrer zu verbeſſern, iſt es auch unabweis=
bar
, die Bezüge der Großherzoglichen Hofbeamten und
=Bedienſteten einſchließlich des Perſonals des Hoftheaters
und der Hofmuſik zu erhöhen.
Werden der Aufbeſſerung der Bezüge der Hofbeam=
ten
und=Bedienſteten (mit Ausnahme des Soloperſo=
nals
des Hoftheaters, für das beſondere Verträge maß=
gebend
ſind) die zurzeit ſeſtgeſetzten Höchſtgehalte zu
Grund gelegt, ſo ergibt ſich hierfür eine Geſamtſumme
von 620658 Mark. Bei Annahme einer Aufbeſſerung
von durchſchnittlich rund 12 Prozent würde ſomit ein Zu=
ſchuß
von 74 478,96 Mark oder rund 75000 Mark erfor=
derlich
ſein. Die Zivilliſte iſt nicht imſtande, dieſen
Mehraufwand zu beſtreiten, zumal ſie ſich infolge der
allgemeinen Preisſteigerung ſeit 1892 ſchon lange als un=
zulänglich
erwieſen hat, die Bedürfniſſe des Großherzog=
lichen
Hauſes und Hofes zu decken. Es iſt daher vorge=
ſehen
, die Zivililſte von 1912 ab um den Betrag von
75000 Mark zu erhöhen. Den weiteren Anforderungen,
die die Pflege von Kunſt und Kunſtgewerbe an Seine
Königliche Hoheit den Großherzog ſtellt (Hoftheater,
Künſtlerkolonie uſw.), vermag er auf die Dauer nur ge=
recht
zu werden, wenn der in der Zivilliſte nur mit
10000 Mark veranſchlagte Betrag für dieſe Zwecke um
weitere 50000 Mark erhöht wird. Um jedoch
dem Lande größere finanzielle Opfer nicht zuzumuten,
haben Seine Königliche Hoheit der Großherzog ſich be=
reit
erklärt, von 1913 ab gegen dieſen Betrag die Hälfte
der ihm freihändig vergebenen Domanialjagden dem
Staat zur anderweitigen Verpachtung zurückzugeben. Das
ſind 19590 Hektar. Aus der öffentlichen Verpachtung
läßt ſich eine Mehreinnahme von 50000 Mark für die
Staatskaſſe erwarten, durch die der genannte Mehrbedarf
der Zivilliſte von 50000 Mark gedeckt wird.
Insgeſamt ſtellt ſich der Mehrbedarf aus den vor=
geſehenen
Maßnahmen wie folgt: A. Neuregelung des
Wohnungsgeldzuſchuſſes der Beamten 439885 Mark,
Wegfall der Dienſtwohnungsmieten 140789 Mark, zu=
ſammen
rund 580670 Mark; B. Penſionsfähigmachung
des Wohnungsgeldzuſchuſſes 50000 Mark; E. Erhöhung
der Beamtengehalte 998960 Mark; D. Erhöhung der Ge=
halte
der Volksſchullehrer, Lehrerinnen, Schulverwalter
uſw. 612 444 Mark, davon zu Laſten der Staatskaſſe der
größere Teil mit rund 335100 Mark; E. Aenderung des
Geſetzes über die Witwen= und Waiſenkaſſe der Volks=
ſchullehrer
4500 Mark; F. Erhöhung der Zivilliſte 75000
Mark; G. Aufbeſſerung der Bezüge der Staatsdienſt=
anwärter
und künftige anderweite Anrechnung von Be=
ſoldungsvordienſtzeit
130000 Mark; H. Aufbeſſerung der
Bezüge der vorhandenen Penſionäre und Hinterbliebenen
von Beamten und Volksſchullehrern 125000Mark, zu=
ſammen
2 299 230 Mark.
Die unter A bis E aufgeführten Ausgaben wachſen
in der Folgezeit noch durch Aufſteigen der Beamten und
Volksſchullehrer in den Gehaltsſtufen, ſie bedingen weiter
eine Erhöhung des Penſionsetats um 41000 Mark. Der
Mehrbedarf für die Zivilliſte erhöht ſich, wie erwähnt,
vom 1. Februar 1913 ab um 50000 Mark jährlich, wo=
gegen
aus einer Verpachtung der zurückgegebenen Hof=
jagden
der Staatskaſſe von da ab ein Pacht in gleicher
Höhe zufließen wird. Die unter 6 bis H aufgeführten
Beträge ſtellen den Mehrbedarf im Beharrungszuſtand
dar. Der geſamte Mehrbedarf berechnet ſich für 1912 auf
2340 230 Mark.
Für die Deckung des Mehrbedarfs kommen zunächſt
die Ueberſchüſſe des Verwaltungsetats in Betracht, die
ſich nach den Beſchlüſſen der beiden Kammern zum
Hauptvoranſchlag 1912, denen die Regierung beitritt. auf
rund 460 220 Mark ſtellen. Sie fließen mit 400000 Mark
aus Eiſenbahnüberſchüſſen. Dazu kommen die Ueber=
ſchüſſe
, die aus den bereits beſchloſſenen oder noch ins
Auge gefaßten Erſparnismaßnahmen und Vereinfachun=
gen
in der Verwaltung künftig zu erwarten ſind. Bei
aller Vorſicht in der Veranſchlagung kann angenommen
werden, daß unſere Staatseinnahmen, insbeſondere die=
jenigen
aus Domänen und direkten Steuern, künftig all=
jährlich
um etwa 420000 Mark anſteigen werden. Die=
ſem
Anſteigen ſteht ein Wachſen der perſönlichen und
ſachlichen Ausgaben, des Aufwandes für Verzinſung
und Tilgung uſw. gegenüber, das auf jährlich 375000
Mark zu veranſchlagen iſt. Danach können alſo für den
hier in Rede ſtehenden Zweck künftig alljährlich neu
freiwerdende 45000 Mark verwendet werden. Aus einer
Aenderung der Vorſchriften über den Bezug von Tage=
geldern
und Erſatz von Reiſekoſten wird eine Erſparnis
von 70000 Mark für das Jahr erwartet. Eine Aende=
rung
der Beitragspflicht der Städte zu den Koſten der
höheren Schulen in der vorzuſchlagenden Art und Weiſe
bedeutet eine Entlaſtung der Staatskaſſe um jährlich
230000 Mark. Es iſt ſodann beabſichtigt. dem Vorgang
anderer Bundesſtaaten folgend, der Staatskaſſe durch
weiteren Ausbau der Stempelgeſetzgebuna Mehreinnah=
men
zuzuführen, die an ſich und in ihrer Form die min=
derbemittelten
Klaſſen nicht belaſten ſollen. Hierher ge=
hört
der Vorſchlag der Stempelpflicht der Jaadpachtver=
träge
, ferner die Stempelpflicht von Feuer=, Haftpflicht=,
Unfall= und Lebensverſicherungen uſw., ſoweit es ſich um
Verſicherungsſummen von mehr als 3000 Mark handelt.
Stempelfrei ſollen bleiben Hagel= und Viehverſicherungs=
verträge
, Rückverſicherungsverträge und Transportper=
ſicherungsverträge
, ſoweit ſie ſich nicht auf Automobile
beziehen. Ebenfalls nach dem Muſter anderer Staaten
wird eina Aenderung des dermaligen Geſetzes über die
Zuſchläge zur Reichserbſchaftsſteuer vorgeſchlagen. Von
beiden Gruppen dieſer Maßnahmen erwartet man eins
Mehreinnahme von zuſammen 335000 Mark jährlich. Die
Verpachtung der von der Hofverwaltung zurückzugeben=
den
Jagden wird, wie ſchon erwähnt, eine Jahresein=
nahme
von etwa 50000 Mark erbringen. Der noch ver=
bleibende
Fehlbetrag ſollte eigentlich nach dem Grundſatz:
Dauernde Ausgaben können nur auf dauernde Einnah=
men
gegründet werden, in vollem Umfang durch Er=
höhung
der direkten Steuern gedeckt werden. Da aber,
wie ſchon bemerkt, erhofft werden darf, daß in Zukunft
die Staatseinnahmen ſtärker ſteigen werden als die
Staatsausgaben, ſo wird dann und auf die Dauer auch
eine Erhöhung der direkten Steuern in dieſem Umfang
nicht notwendig werden. Dazu kommt, daß in dem ſo=
genannten
Reſtefonds rund 2060000 Mark verfügbar
ſind und daß dieſem Fonds aus 1911 vorausſichtlich wei=
ter
rund 3 210000 Mark zugeführt werden können. Da
dieſe Beträge aus laufenden Mitteln herrühren, können
ſie auch vorübergehend und nach und nach zur Deckung
laufender Bedürfniſſe verwendet werden. Es wird des=
halb
eine Erhöhung der direkten Steuern nur zur
Decſung desjenigen Teils des Bedarfs vorgeſchlagen,
der nicht entweder ſofort aus anderen Mitteln beſchafft
wird oder deſſen Deckung für ſpäter aus einer zu erwar=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

Nummer 76.

tenden Steigerung der normalen Einnahmen nicht zu er=
warten
iſt. Es ſoll die Einkommenſteuer von dermalen 115
Prozent der Normalſätze auf 120 Prozent und die Ver=
mögensſteuer
von dermalen 95 Pfg. auf 1 Mark pro tau=
ſend
Mark Vermögen heraufgeſetzt werden. Die Er=
höhung
ſoll indeſſen erſt vom Etatsjahr 1913 ab eintreten.
Dies hat zur Folge, daß der Reſtefonds für 1912 mit
einer hohen Summe zur Deckung des Fehlbetrags heran=
gezogen
wird, während er in den künftigen Jahren ge=
ringere
Beträge beizuſteuern hat. Die Entnahme aus
dem Fonds vermindert ſich in dem Maße, als die Steuer=
erhöhung
Mehrerträge bringt und als die Erſparnismaß=
nahmen
wirken. Man hofft, daß nach einer längeren
Reihe von Jahren, wenn der Fonds auf einen kleinaren
Beſtand zuſammengeſchmolzen ſein wird, der Zuſchuß
aus ihm dann ganz wegfallen kann. Von einer Steuer=
erhöhung
ganz abzuſehen und den Fehlbetrag zunächſt
allein aus dem Reſtefonds decken zu laſſen, geht nicht
an. Der Fonds würde in dieſem Falle in kurzer Zeit
aufgezehrt ſein. Es müßten dann weitere ſtarke Ein=
nahmequellen
erſchloſſen, m. a. W. die direkten Steuern
in unerwünſchter Weiſe erhöht werden.
Um den engen Zuſammenhang zwiſchen Mehrauf=
wand
und Deckungsmitteln darzutun, erſchien es not=
wendig
, alle hier in Betracht kommenden Geſetze und die
Vereinbarung über die Zivilliſte in einem ſogenannten
Mantelgeſetz zuſammenzufaſſen.
Sämtlichen Geſetzentwürfen ſind eingehende Be=
gründungen
beigegeben, zuſammen umfaſſen die Druck=
ſachen
zirka 200 Seiten. Der Begründung zum Mantel=
geſetz
liegt ein Finanzierungsplan an, der ſich auf den
Zeitraum von 1912 bis einſchließlich 1927 erſtreckt.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 28. März. Vizepräſident Dr. Paaſche
eröffnet die Sitzung um 10,15 Uhr. Zunächſt wird der
Handelsvertrag mit Bulgarien und der
Notetat ohne Debatte definitiv in dritter Lsſung an=
genommen
. Sodann wird die
Beratung des Poſtetats
fortgeſetzt. Zunächſt wird über die zzu dem Titel Ge=
halt
des Staatsſekretärs vorliegenden Reſolutionen
abgeſtimmt. Dieſe werden angenommen. Bei dem
Titel Oberpoſtpraktikanten und Bureaubeamte tritt
Abg. Werner=Hersfeld (dtſch. Refpt.) für Beſſerſtel=
lung
der Bureaubeamten zweiter Klaſſe ein. Es fol=
gen
der Titel Prämiierung nützlicher Erfindungen auf
dem Gebiete des Poſt= und Telegraphenweſens und
der Titel Oberpoſtdirektionen. Abg. Kunert (Soz.):
Die Oberpoſtdirektion Halle a. S. hat Erhebungen an=
ſtellen
laſſen, wie die einzelnen Beamten bei den SStadt=
verordnetenwahlen
gewählt haben. Wie die Beamten
geſtimmt haben, geht niemanden etwas an. Auch in
Elſaß=Lothringen und anderen Gegenden iſt ähnliches
paſſiert. Durch ſein Manifeſt hat der Reichskanzler
einen unerhörten Druck auf die Poſtbeamten ausgeübt.
(Vizepräſident Dr. Paaſche: Der Reichskanzler gehört
nicht zum Titel Gehalt der Poſtdirektoren.) Redner
weiter: Wir werden alles tun, die Unabhängigkeit der
Beamten zu wahren. Unterſtaatsſekretär v. Gran=
zow
: In einer Druckſache des Halleſchen Bürgerver=
eins
war behauptet worden, zahlreiche Poſtbeamte hätten
ſozialdemokratiſch gewählt. Dieſen Vorwurf wollten
wir von den Beamten nehmen. (Abg. Ledebour ruft:
Unverſchämtheit ſondergleichen! Lärm. Glocke.) Vizeprä=
ſident
Dr. Paaſche ruſt den Abg. Ledebour zur Ord=
nung
. Unterſtaatsſekretär Granzow: Iſt damit
ein Verbrechen begangen: (Rufe: Jawohl!) Die Direk=
tion
iſt eifrig bemüht geweſen, dieſen Vorwurf (Iſt kein
Vorwurf!), es iſt aber als Vorwurf aufgefaßt worden,
von den Beamten zu nehmen. Das iſt die unverſchämte
Reaktion von der der Abgeordnete Kunert ſprach.
(Große Unruhe.) Abg. Dr. Weil (Soz.): Die Ober=
poſtdirektion
Metz hat am Tage vor der Reichstagswahl
den Beamten einen Revers vorgelegt, in dem Leſtätigt
wird, von dem Podbielskyſchen Erlaß von 1898 Kennt=
nis
erhalten zu haben, in dem gegen die Sozialdemo=
kratie
Front gemacht und auf den Dienſteid hingewie=
ſen
wird. (Sehr richtig rechts und im Zentrum.) Solche
Beamten, die ſozialdemokratiſch wählen, ſollen nicht im
Dienſt geduldet werden. Es handelt ſich um ein uner=
hörtes
und unmögliches Eingreifen in das Wahlrecht
der Beamten als Staatsbürger. Wir müſſen proteſtie=
ren
gegen die Herabſetzung der polktiſchen Rechte der
Beamten. Staatsſekretär Krätke: Eine Verfügung
an die Oberpoſtdirektion Metz iſt von mir nicht erfolgt.
Die dortige Oberpoſtdirektion hatte auch Kenntnis er=
halten
von dem ſozialdemokratiſchen Flugblatt Die
Poſtbeamten und die Reichstagswahlen! Da hat ſie es
für nötig erachtet, dieſen Erlaß von 1898 den Beamten
zur Kenntnis zu bringen. Sie ſelbſt ſind alſo eigent=
lich
die Veranlaſſer dieſer Maßnahme. Die Behörden
können nicht die Hände in den Schoß legen und zuſehen,
wie die Sozialdemokratie mit Unwahrheiten in den
Flugblättern arbeitet. Ein Grund zum Einſchreiten
kann nicht erblickt werden. Abg. Dr. Struve
(Fortſchr. Vpt.): Die Oberpoſtdirektionen follten jeden
Eingriff in das Wahlrecht der Beamten unterlaſſen. In
Kiel hatten wir vor einigen Jahren die gleichen Ver=
hällniſſe
, wie in Metz. Staatsſekretär Krätke: In
Metz handelt es ſich nicht um Nachforſchungen, wie ge=
wählt
iſt. Auf Grund der bekannten Flugſchrift mußte
nur der allgemeine Erlaß in Erinnerung gebracht wer=
den
. Abg. Ledebour (Soz.): Mit Flugblättern
zu arbeiten, iſt das gute Recht jeder Partei. Die Be=
hörden
hätten die etwaigen Unrichtigkeiten widerleges
können. Die Beamten ſind auf die Verfaſſung vereidigt,
vom Miniſterſeſſel aber wird dagegen verſtoßen. (Große
Unruhe.) Präſident Dr. Kaempf: Ich kann nich
zugeben, daß ein ſolcher Vorwurf einem Staatsſekre=
tär
oder einem Miniſter gemacht wird. Abg. Lede=
bour
fortfahrend: Die Behörden hätten handeln ſollen,
wie jeder anſtändige Menſch (Der Präſident rügt dieſe
Redewendung) und es ſich verbitten ſollen, daß den Be=
amten
vorgeworfen werde, für dieſe oder jene Partei
geſtimmt zu haben. Statt deſſen läßt ſie herumſchnüf=
feln
, wie gewählt worden iſt. Das iſt ein direkter Ein=
griff
in das Wahlrecht und eine Verletzung der Eides=
pflicht
. (Präſident Kaempf ruft den Abg. Ledebour zur
Ordnung. Abg. Kunert ruft: Der Staatsſekretär iſt
ein Rechtsverletzer.)
Damit ſchließt die Diskuſſion. Beim Titel Ober=
poſtaſſiſtenten
uſw. wird die Reſolution der Budgetkom=
miſſion
hierzu, jährliche Zulagen von 300 Mark zu ge=
währen
, angenommen. Es folgt der Titel Poſt= und
Telegraphengehilfinnen. Abg. Werner=Hersfeld (Dtſch.
Refpt.): Das weibliche Beamtenperſonal hat ſich nicht voll
bewährt. Unterſtaatsſekretär Granzow: Unſere Da=
men
haben ſich an Telephon und auch ſonſt durchaus be=
währt
. Die Befürchtungen treffen nicht zu. Abg.

v. Arendt (Rpt.): Auch ich vermag den Ausführungen
des Abg. Werner nicht zuzuſtimmen.
Es folgt der Titel Gehobene Unterbeamte‟ Hierzu
liegen mehrere Reſolutionen der Budgetkommiſſion und
des Hauſes vor, die ſich mit den Gehältern, den Dienſt=
ſtunden
und der Dienſtzeit der Poſtunterbeamten beſchäf=
tigen
. Abg. Giesberts (Ztr.): Die Anſtellung der
Unterbeamten in den Induſtriebezirken muß verbeſſert
werden. Man ſollte den Wünſchen der Unterbeamten ent=
gegenkommen
und auch die Dienſtzeit herabſetzen. Damit
wird der Sozialdemokratie das Feld genommen.
Staatsſekretär Krätke: Wir werden alles tun, um den
berechtigten Wünſchen der Unterbeamten entgegenzukom=
men
. Es werden Erwägungen angeſtellt werden, ob in
den Induſtriebezirken die Löhne hoch genug ſind. Abg.
Dr. Struve (Fortſchr. Vpt.): Die Poſtbeamten klagen
über das Zulageweſen. Die etatsmäßige Anſtellung der
Poſtbeamten erfolgt zu ſpät. Abg. Ebert (Soz.): Das
Zentrum iſt in erſter Linie ſchuld an der ungünſtigen Lage
der Poſtbeamten. In den Induſtriebezirken iſt kaum eine
einzelne Perſon, geſchweige denn eine Familie mit dieſem
Gehalt durchzubringen. Hier handelt es ſich um Hunger=
löhne
. Unterſtaatsſekretär Granzow: Es handelt ſich
bei den Poſtboten um junge Leute, die mit 3 Mark An=
fangslohn
auch für alle Sonn= und Feſttage ein genügen=
des
Auskommen haben dürften. Um verheiratete Leute
handelt es ſich wohl nie. Von Hungerlöhnen iſt keine
Rede. Die Angaben über zu lange Dienſtzeiten werden
nachgeprüft werden, wo ſie beſtehen, werden ſie von uns
mißbilligt und beſeitigt werden. Abg. Werner= Hers=
feld
(Dtſch. Refpt.): Tatſächlich ſind die Unterbeamten bei
der Beſoldungsreform zu ſchlecht behandelt worden.
Abg. Dr. Struve (Fortſchr. Vpt.): Die Löhne der Un=
terbeamten
ſind nicht zureichend. Unſere Wünſche ſind nicht
ungerechtfertigt. Die Reſolution wird ſodann angenom=
men
. Die weiteren Titel werden ohne Debatte ange=
nommen
.
Es folgt der Titel Poſtagenten Hierzu liegt eine
Reſolution der Nationalliberalen und Fortſchrittler vor
auf Erwägung der Errichtung einer Penſionskaſſe für
Poſtagenten. Abg. Mertin (Reichspt.) ſpricht ſich für
die Reſolution aus. Staatsſekretär Krätke ſagt Er=
wägung
zu. Die Reſolution wird angenommen und
der Titel bewilligt.
Bei Titel Löhne für außerhalb des Beamtenverhält=
niſſes
ſtehende Perſonen uſw. wünſcht Abg. Ebert (Soz.)
mindeſtens Gleichſtellung der Poſtarbeiter mit den Poſtil=
lonen
. Werden die Wünſche der Arbeiter nicht endlich er=
füllt
, ſo wird der Anſchein erweckt, als ob es der Poſt=
verwaltung
an dem nötigen Ernſt fehlt.
Abg. Werner (Wirtſch. Vgg.): Dem Staatsarbei=
ter
ſollte die Möglichkeit einer Penſionsverſicherung ge=
geben
werden. Staatsſekretär Krätke: Daß die
Löhne im Steigen ſind, erkennen die Arbeiter ’ſelber an.
Den übrigen Wünſchen ſtehen wir wohlwollend gegen=
über
. Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Dr.
Struve (Fortſchr. Vpt.) wird der Titel bewilligt.
Titel Oſtmarkenzulage‟ Abg. Schlee (natl.):
Offenbar unter Billigung des Zentrums wollen die
Polen und Sozialdemokraten den Beamten in den Oſt=
marken
die Zulage entziehen. Für ein derartiges Wohl=
wollen
werden ſich die Beamten bedanken. Abg.
Wendel (Soz.): Wir laſſen uns nicht abbringen von
unſerer Haltung der Oſtmarkenzulage gegenüber. Für
ſolche chauviniſtiſche Machenſchaften ſind wir nicht zu
haben. Abg. Schulz=Bromberg (Rp.): Das Uner=
hörteſte
, was von dieſer Bühne jemals geſprochen wor=
den
iſt, hat der Abgeordnete Wendel geleiſtet, als er
Bismarck Teilnahme an Menſchenſchlächterei vorwarf.
(Großer Lärm.) Daß ein junger, 27jähriger Mann ſo
etwas ſagen dürfte (Lärm) iſt unerhört. (Erneuter gro=
ßer
Lärm und Zurufe. Ein Sozialdemokrat erhält von
dem Vizepräſidenten einen Ordnungsruf.) Die Worte
des Abgeordneten Wendel werden auch draußen gehört
werden. Die Beamten werden es ſich merken. ( Bei=
fall
.) Abg. Graf v. Weſtarp (konſ.): Wohl ſelten
iſt eine Maßnahme vom Reichstage getroffen worden,
die eine größere Härte und Unbilligkeit bedeuten würde,
als die Streichung der Oſtmarkenzulage. Faſt allen Be=
amten
wird die Zulage gewährt. Da mag ſich das Zen=
trum
ebenfalls für die Beibehaltung der Zulage ent=
ſchließen
, zumal auch den Beamten in Elſaß= Lothrin=
gen
eine ähnliche Zulage gewährt werden ſoll. Abg.
Seyda (Pole): Der politiſche Charakter der Oſtmar=
kenzulage
iſt nicht zu leugnen. Gerade aus Gerechtig=
keitsgründen
lehnen wir den Titel ab. Eine Härte liegt
allerdings in der Streichung, wir ſſind aber unſchuldig
aran. Abg. Dr. Spahn (Ztr.): In Konſequenz un=
ſerer
bisherigen Haltung ſtimmen wir gegen die Zu=
lage
. Abg. Ledebour ((Soz.): In dritter Leſung
bieten wir Ihnen die Möglichkeit, allen Beamten Zu=
lagen
zu gewähren. Das Urteil Sybels über Bismarck
teilen wir heute noch. (Unruhe). Staatsſekretär
Krätke: Gegen das Verhalten der Pöſtbeamten in
polniſchen Bezirken ſind Klagen ſelten. Kommen ein=
zelne
Fälla vor, ſo tritt ſofort Remedur ein. So bren=
nend
iſt die Frage nicht, zwei Tage vor dem Termin den
Beamten die Zulage zu entziehen. (Große Unruhe bei
den Soz.) Sie wollen mich überſchreien, wenn es gilt,
für meine Beamten einzutreten, doch iſt meine Stimme
auch noch ſtark genug, ſelbſt Sie zu übertönen. ( Leb=
haftes
Bravo!) Ueberlegen Sie ſich nochmals, wie Sie
ſtimmen ſollen! (Lebhafter Beifall rechts. Unruhe bei
den Sozialdemokraten und Polen.)
Darauf wird über den Antrag auf Streichung des
Titels namentlich abgeſtimmt. Von 305 abgegebenen
Stimmen ſind 122 für und 183 gegen die Zulage. Die
Oſtmarkenzulage iſt ſomit abgelehnt.
Weitere Titel werden ohne Debatte unverändert an=
genommen
. Beim Titel Bau und Unterhaltung der
Telegraphenlinien befürwortet Abg. Behrens
(Wirtſch. Vgg.) eine Refolution ſeiner Partei auf gün=
ſtigere
Geſtaltung des Arbeitsverhältniſſes der Arbeiter
und Beamten. Dieſelbe wird nach unweſentlicher De=
batte
angenommen und der Titel bewilligt.
Beim Titel Entſchädigung für verloren gegangene
Poſtſachen führt Abg. Dr. Burckhardt (Wirtſch. Vgg.)
Beſchwerde über Nichterſtattung von entſtandenen Un=
koſten
durch verſpätete Zuſtellung einer Poſtanweiſung.
Direktor Kobelt: Gegen die Feſtſetzung der Haftpflicht
herrſchen noch immer ſchwerwiegende Bedenken. Der
Reſt der fortdauernden Ausgaben und die einmaligen
Ausgaben werden ohne Debatte genehmigt. Es folgt
der außerordentliche Etat. Beim Titel Einnahmen
wünſcht Abg. Ulrich (Soz.), daß der Nachbarortsverkehr
zwiſchen Frankfurt und Offenbach eingeführt werden
möchte. Staatsſekretär Krätke: Von einer beſonderen
Kalamität iſt mir nichts bekannt. Ich hoffe, daß es in
kürzeſter Zeit möglich ſein wird, daß Offenbach den Nach=
barortsverkehr
bekommt. Die Landesgrenzen ſind in die=
ſem
Falle nicht entſcheidend. Die Einnahmen werden
hierauf genehmigt und die Interpellation nach dem An=

trag der Kommiſſion erledigt. Hiermit iſt der Poſtetat
in zweiter Leſung angenommen.
Bei dem Etat der Reichsdruckerei beſchwert ſich Abg,
Becker=Arnsberg (Ztr.) über den Terrorismus der ſo= organiſierten Drucker. Gegen einen der=
artigen
Terrorismus müſſe ganz entſchieden proteſtiert
werden. Was will die Direktion der Reichsdruckerei da=
gegen
tun? (Rufe: Hetzer, Denunziant.) Direktor
Aſchenborn: Von derartigen Schikanen und Terroris=
mus
iſt uns nichts bekannt. Die angeführten Einzelfälle
liegen 7 bis 8 Jahre zurück. Wir werden jedoch die Ars=
beiter
auf ihre Pflicht, ſich mit Beſchwerden ſofort an ihre
Vorgeſetzten zu wenden, erinnern. Sie werden bei uns
ſtets Unterſtützung finden. Abg. Hildebrand (Soz.)
Die Rede des Abg. Becker war nichts anderes als eine
elende Denunziation. (Vizepräſident Dove rügt dieſen
Ausdruck.) Abg. Becker=Arnsberg (Ztr.): Daß dier
Direktion von den Vorfällen nichts gehört hat, glaube ich
ſchon, darüber habe ich mich auch nicht beklagt. Der
Etat wird hierauf bewilligt.
Es folgen Wahlprüfungen. Für gültig erklärt wer=
den
die Mandate der Abgeordneten Fürſt zu Salm= Reiffer=
ſcheidt
(Ztr.), Colshorn (Welfe), Dietrich (konſ.) und Blunck
(Fortſchr. Vpt.).
Sodann erfolgt Vertagung auf Dienstag, den 16,
April, nachmittags 2 Uhr. Tagesordnung: Eiſenbahnen
und Reichseiſenbahnamt. Präſident Kaempf wünſcht
den Abgeordneten gute Oſterferien, und daß ſie wieder
friſch und geſund zur Arbeit zurückkehren können.
Schluß ½8 Uhr.

Die Stromverſorgung der Riedgemeinden.

Die Erklärung der Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt
vom 21. März d. J. zwingt uns, folgendes mitzuteilen:
Wer ein richtiges Urteil über unſer Vorgehen gewin=
nen
will, muß ſich zunächſt darüber klar werden, welche Aufs
gabe wir zu erfüllen hatten. Unſere Aufgabe beſtand näm=
lich
darin, die Riedgemeinden unter möglichſt günſtigen
Bedingungen mit Elektrizität zu verſehen, nicht aber für
eine beſſere Entwickelung des Darmſtädter Elektrizitäts=
werkes
zu ſorgen. Dies war Sache der Stadt und ihrer
techniſchen Beamten.
Wer jetzt davon hört, welch großes Intereſſe die Stadt=
verwaltung
für den Anſchluß der Riedgemeinden ſtets ge=
habt
habe, wird annehmen, daß der Gedanke, das Ried
von dem neuen Elektrizitätswerk am Dornheimer Weg
aus mit Strom zu verſorgen, von den zuſtändigen tech=
niſchen
Beamten der Stadt ausgegangen iſt. Das iſt aber
nicht der Fall. Vielmehr haben wir die Stadt auf die
Stromverſorgung des Riedes aufmerkſam gemacht und
ihr dieſe ſchriftlich angetragen.
Ueber unſeren Antrag wurde am 23. April 1909 auf
dem Stadthaus zu Darmſtadt verhandelt. Die ſtädtiſchen
Vertreter ſtellten jedoch ſo unerfüllbare Forderungen, daß
man an eine ernſthafte Abſicht der Stadt wirklich nicht
glauben konnte. Es wurden Strompreiſe verlangt, die
faſt doppelt ſo hoch waren, als wir ſie äußerſtenfalls an=
nehmen
konnten, wenn wir nicht die Intereſſen der Ried=
gemeinden
in unverantwortlicher Weiſe preisgeben woll=
ten
. Die Beratung verlief erfolglos. Wir verließen trotz
der Troſtworte, die uns der Vertreter der Bürgermeiſterei
mit auf den Weg gab, bitter enttäuſcht faſt verletzt
die Beratung und betrachteten die Verhandlungen s
gänzlich geſcheitert und ausſichtslos. Einige Tage nich=
her
wurde in einem Schreiben des Großh. Kreisamts
dieſe Auffaſſung über das Ergebnis der Verhandlung
ſchriftlich beſtätigt.
Hätten die techniſchen Beamten der Stadt dieſe Auf=
faſſung
nicht geteilt, wollten ſie wirklich ernſthaft an die
Energielieferung für das Ried herangehen, ſo hätten ſie
das genannte Schreiben des Großh. Kreisamts Groß=
Gerau nicht unwiderſprochen laſſen dürfen. Die Stadt
ließ aber nunmehr ¾ Jahre lang nichts mehr von ſich
hören, entweder in der Annahme, daß wir unſere Bemüh=
ungen
aufgegeben hätten, oder daß ſie doch erfolglos ſeien.
Inzwiſchen verhandelten wir mit den Main= Kraft=
werken
, dann mit der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft.
Als der Vertrag mit der letzteren Geſellſchaft ſo gut wie
perfekt war, meldete ſich die Stadt erneut zum Wort. Sie
bekam jeden Aufſchluß, den ſie wünſchte. Noch war es für
ſie nicht zu ſpät. Nur hätte ſie in Kürze ein beſtimmtes
Angebot machen müſſen. Wir konnten weder die Ried=
gemeinden
noch die Rheiniſche Schuckert=Geſellſchaft länger
hinhalten. Das Angebot hätte auch nicht ungünſtiger ſein
dürfen als das der Geſellſchaft, ſonſt hätten es die Ried=
gemeinden
abgelehnt (während die Stadt noch ein Jahr
vorher weit beſſere Bedingungen hätte erzielen können).
Machte die Stadt nun poſitive Vorſchläge oder machte ſie
keine? Sie unterließ es, ein Angebot zu machen, erklärte
es für unverſtändlich, wie die Rheiniſche Schuckert= Geſell=
ſchaft
ſo billige Preiſe fordern könne, begnügte ſich aber
im übrigen mit Bedenken gegen den beabſichtigten Ver=
trag
und mit der Verſicherung ihres weiteren Intereſſes
für die Sache.
Als der Vertrag mit der Rheiniſchen Schuckert= Geſell=
ſchaft
abgeſchloſſen war, wäre es für die Stadt immer noch
nicht zu ſpät geweſen. Es wurde nämlich auf unſere An=
regung
hin verſucht, ein Abkommen zwiſchen der Stadt=
und der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft etwa auf der
Grundlage herbeizuführen, wie ſie nachher für die Ver=
einbarung
zwiſchen Mainz und der Rheiniſchen Schuckert=
Geſellſchaft gewählt wurde. Die Verhandlungen fanden
ſtatt und verliefen ebenfalls ergebnislos.
Worin ſoll nun unſere Unfreundlichkeit gegen die
Stadt beruhen? Man kann nur dann mit uns unzufrie=
den
ſein, wenn man von uns verlangt, daß wir ſtädtiſcher
wie die Stadt hätten ſein ſollen.
Die Aufgabe, die wir uns geſtellt hatten, iſt erfüllt.
Das Ried wird nun durch die Städte Mainz und Worms
gemeinſam mit der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft mit=
Strom verſorgt.
Die Stadt Darmſtadt war nach unſerer Ueberzeugung
in ihren Handlungen dadurch gehemmt, daß ſie im
Stadtgebiet allzu lange den 70 Pfg.=Tarif feſtgehalten hat
und daher nicht den Landgemeinden elektriſchen Strom zu
40 Pfg. liefern konnte. Auch konnte der Stadt durch ihre
techniſchen Beamten unmöglich ein direkter finanzieller
Vorteil aus dem Anſchluß der Riedgemeinden heraus=
gerechnet
werden. Die Stromverſorgung des Riedes iſt
auf lange Zeit hinaus keinesfalls ein lohnendes Geſchäft.
Es hat deshalb keinen Zweck, die Stromlieferung an das
Ried jetzt in ihrer Bedeutung ebenſo zu überſchätzen, wie
man ſie früher unterſchätzt hat.
Wer ſich weiter für die Angelegenheit intereſſiert, dem
empfehlen wir, die Berichte über die Kammerverhand=
lungen
zu leſen und die beiderſeitigen Darſtellungen zu
vergleichen. Für uns iſt hiermit die Angelegenheit er=
ledigt
.
Groß=Gerau, 27. März 1912. Darmſtadt 27. März 1912.
Dr. Wallau, Geh. Regierungsrat. / Schöberl, Großh. Baurat,

[ ][  ][ ]

Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Marz 1912.

Sette

Die Mittelmeerreiſe des deutſchen Kaiſers.
* Korfu, 27. März. Die Hohenzollern mit dem
aiſer und dem Begleitſchiff iſt gegen 6 Uhr nach herr=
cher
Fahrt bei ſchönſtem Wetter in Korfu eingetroffen.
Die Forts feuerten Salut. Die Hohenzollern und der=
Kreuzer Kolberg gingen in dem Hafen vor Anker. Der
Raiſer bleibt an Bord.
* Korfu, 28. März. Der Kaiſer, Prinz und Prin=
neſſin
Auguſt Wilhelm und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe
rrit Gefolge gingen am Vormittag von Bord und be=
aben
ſich in das Muſeum, wo unter der Führung
Doerpfelds Altertumsfunde, welche auf der Inſel aus=
egraben
wurden, beſichtigt wurden. Von dem Muſeum
begaben ſich der Kaiſer und die anderen in Automobilen
nach dem Achilleion, wo Wohnung genommen wurde.

Die Ueberſchwemmung der Berliner
Untergrundbahn.

* Berlin, 27. März. Die Durchbruchsſtelle
im Spreetunnel der Untergrundbahn bietet
aum abend beim trüben Laternenlicht ein noch traurigeres
Bild der Verwüſtung als am Tage. Die Hoffnung, daß
rnan ſchnell mit den Ausſchöpfungs= und Aufräumungs=
arbeiten
fertig werden würde, um morgen den Betrieb
rvieder aufnehmen zu können, hat ſich als trügeriſch erwie=
ſen
. Man verſucht zwar durch Zementſäcke das Waſſer
vom Bahnhof Spittelmarkt abzudämmen, doch iſt der Er=
folg
ſehr gering. Die Waſſermaſſen ſind von heute mittag
bis zum abend noch um 70 Zentimeter geſtiegen, ſodaß ſie
ſetzt nicht nur die Geleiſe, ſondern auch die Bahnſteige über=
fluten
. Während der Nacht wurden ſechs Kreiſelpumpen
aufgeſtellt, von denen jede in der Sekunde 130 Liter auf=
Zuſaugen vermag; um aber bis morgen Abend die geſamte
Waſſermenge auf der Strecke vom Spittelmarkt bis zum
Leipzigerplatz entfernen zu können, müßte man 15 Kreiſel=
pumpen
in Betrieb ſetzen, die, wenn ſie in der Sekunde
2000 Liter aufſaugten, bis morgen Abend die Waſſer=
maſſen
bewältigen könnten. In der Praxis wird die Ar=
beitsleiſtung
zum Teil wieder zerſtört, weil die Spree
ffortgeſetzt neue Attacken auf die Notſchutzwände ausübt.
ZZu allem Unglück trat heute Abend noch Kurzſchluß
rin der elektriſchen Leitung ein, ſodaß man, falls
der Strom nicht wiederhergeſtellt werden kann, die Pum=
ipen
durch Lokomobilen treiben muß. Das Straßenbild
iſt naturgemäß in allen Stationen gleich lebhaft. Die
Aufnahme des Betriebes wird ſicherlich nicht vor einigen
Tagen erfolgen können. Wann der Spreetunnel ſein
früheres Ausſehen zeigen wird, iſt noch gar nicht abzu=
ſehen
.
* Berlin, 27. März. Zu dem Bauunfall im
Spreetunnel teilt die Hochbahn=Geſellſchaft
mir: Die Maßregeln, welche nach dem Unfall zu treffen
waren, mußten ſich zunächſt auf die Sicherung des Be=
triebes
erſtrecken. Durch die Herſtellung eines Dammes
zwiſchen dem Bahnhof Kaiſerhof und dem Leipziger Platz
iſt mit Sicherheit erreicht, daß der Betrieb von Weſten zum
Leipziger Platz von dem Unfall in keiner Weiſe berührt
wird, ſo daß nur vier Stationen, Kaiſerhof, Friedrich=
ſtraße
, Hausvogteiplatz und Spittelmarkt vorübergehend
außer Betrieb ſind. Ein zweiter Damm iſt im Laufe des
Abends am Spittelmarkt fertig geworden. Es wird nun
die zwiſchen beiden Dämmen befindliche Bahnſtrecke wie=
der
leergepumpt. Die Reubauſtelle an der Spree wird
an der Inſelſtraße von der im Betrieb befindlichen Strecke
durch einen ſtarken Erddamm abgeſchloſſen, deſſen Fertig=
ſtellung
im Laufe des morgigen Donnerstag erfolgen
wird. Ueber die Urſache des Unfalls ſind die tech=
niſchen
Unterſuchungen noch nicht abgeſchloſſen. Es handelt
ſich aber wahrſcheinlich um nicht vorauszuſehendeVorgänge
bei der Waſſerſtrömung, die eine Unterſpülungsſtelle
unter den Fangdämmen der Neubaugrube geſchaffen
haben. Erſt nach Feſtſtellung dieſer Verhältniſſe läßt ſich
beſtimmt über die Beſeitigung des Schadens auf der Neu=
bauſtrecke
und die Wiederaufnahme der dortigen Arbeiten
entſcheiden. Jedenfalls iſt der Anſicht entgegenzutreten,
daß es ſich hier um einen Schaden von mehreren Mil=
lionen
handelt, wie verſchiedentlich irrtümlich angegeben
wurde. Nach Anſicht der Sachverſtändigen wird es ſich um
einen Aufwand von einigen hunderttauſend Mark handeln,
alſo einen Betrag, wie er bei ſolchen ſchwierigen Arbeiten
für unvorhergeſehene Zwiſchenfälle in denKoſtenanſchlägen
aufgenommen wird. Zur Beurteilung der Koſtenfrage
möge die Angabe dienen, daß die Koſten der Konſtruktion
des Spreetunnels von Ufer zu Ufer bei regulärer Ausfüh=
rung
die Summe von einer Million nur wenig über=
ſchreiten
.
* Berlin, 28. März. Das Waſſer iſt in den Vor=
mittagsſtunden
wieder um 10 Zentimeter geſtiegen.
Die Kreiſelpumpe, die in der Nacht mit großer Mühe in
den Bahnhof hinabgeſchafft wurde, iſt infolge Kurzſchluſſes
betriebsunfähig geworden. Man iſt dabei, ſie durch ein
Balkengerüſt wieder zu heben. Die Feuerwehr iſt von
geſtern früh bis vergangene Nacht mit vier Dampfſpritzen
tätig geweſen. Einen wirklichen Erfolg hat das Auspum=
pen
erſt dann, wenn es gelungen iſt, das dauernde Nach=
ſickern
des Waſſers zu verhindern. Heute mittag werden
die Chefingenieure der Untergrundbahngeſellſchaft eine
neue Konferenz abhalten, um über die Maßnahmen zur
Beſeitigung des Schadens zu beraten. Auch ſollen heute
Taucher verſuchen, die Urſachen der Kataſtrophe zu ermit=
teln
. Die Verkehrskalamität iſt ſehr groß. Die Straßen=
bahn
und die Omnibusgeſellſchaften laſſen zahlreiche Ein=
ſetzwagen
durch die Leipzigerſtraße laufen.
* Berlin, 28. März. Heute vormittag um 11 Uhr
kam das Waſſer in dem Untergrundbahnhof Spittel=
markt
zum Stehen und begann eine halbe Stunde ſpäter
langſam zu ſinken, ein Zeichen dafür, daß die ſechs
Kreiſelpumpen, die man augenblicklich im Betrieb hält,
mehr Waſſer hinausſchaffen, als durch die noch undichte
Spundwand eindringen kann. Um 2 Uhr war das Waſſer
um etwa 10 Zentimeter geſunken.

Die Bergarbeiterbewegung.

London, 27. März. Das Ergebnis der Ab=
ſtimmung
der Bergleute liegt am nächſten Mittwoch
vollkommen vor. Der Bergarbeiterverband beſchloß, die
Leute bei der Abſtimmung nicht zu beeinfluſſen. Der
Führer des Derbyſhire=Diſtrikts erklärte nachmittags
einem Preſſevertreter, daß nach ſeiner Ueberzeugung,
ſoweit das nordöſtliche Derbyſhire in Frage komme, die
Majorität ſicher für die ſofortige Wiederaufnahme der
Arbeit ſei. Faſt ebenſo ſicher ſei er, daß das ganze
Verbandsgebiet ebenfalls überwiegend für die Wieder=
aufnahme
der Arbeit ſei. Der Delegierte von Süd=
Wales erklärte andererſeits, die Bergleute werden nicht
eher zur Arbeit zurückkehren, als bis ſie die geforderten
Mindeſtlohnſätze ſchwarz auf weiß hätten.
* London, 27. März. Der Bergarbeiter=
verband
beſchloß, während der Feſtſetzung der Min=

deſtlöhne durch die Diſtriktsämter eine Abſtimmung über
die Wiederaufnahme der Arbeit zu veran=
ſtalten
.
London, 28. März. Der Verband der
5rubenbeſitzer nahm geſtern eine Reſolution an,
die die Grubenbeſitzer auffordert, alle Anſtrengungen zu
machen. um die Geſetze über die Mindeſtlöhne durchzu=
führen
. Der Vorſtand der Gewerkſchaft der Bergleute
von Warwickſhire hat ſeine Mitglieder aufgefordert, die
Arbeit ſofort wieder aufzunehmen. Die Gewerkſchaft
zählt 10000 Mitglieder= Nach einer Zeitungsmeldung
wird erwartet, daß in Lamaſhire in Schottland und in
Nord=Wales heute gegen 13000 Bergleute die Arbeit
wieder aufnehmen werden. In einigen Streikgebieten
kam es geſtern zu großen Unruhen. In Cannock
Thaſe in Staffordſhire behaupteten die Streikenden, daß
mehr Arbeiter in den Gruben beſchäftigt ſeien, als für
die Erhaltungsarbeiten notwendig ſind. Etwa 7 bis
3000 Streikende aus dem ganzen Bezirk ſammelten ſich
bei der Grube Littleton an. Die Polizei war machtlos.
Sie telegraphierte nach Staffordfhire um Unterſtützung,
mußte aber die Tore zu der Grube öffnen. Der Um=
kleideraum
wurde in Brand geſetzt und der General=
direkter
der Grube durch einen Stockhieb verletzt, ebenſo
ein Schutzmann, der den Täter verhaften wollte. Die
Menge zerſtörte das Bureaugebäude und ſchlug die
Fenſter ein, bis die Polizei die Streikenden mit Knüppeln
angriff. An dem entſtehenden Handgemenge beteiligten
ſich auch Frauen. Erſt die Nachricht, daß Militär aus
Sitchield abgegangen ſei, beruhigte die Menge. Bei der
Grube Rykinald Cirk in Schottland, wo die Arbeit
vieder aufgenommen iſt, kam es zu neuen Unruhen.
Die Streikenden verſuchten den Güterſchuppen und die
Eiſenbahngleiſe der Grube zu zerſtören, wurden aber
von der Polizei zurückgetrieben. Die Grube wurde von
Militär beſetzt.
Prag, 27. März. Im Braunkohlen=
revier
iſt die Lage ſeit geſtern nahezu unverän=
dert
. Die Zahl der Streikenden hat nur wenig zuge=
nommen
. Unter der Arbeiterſchaft macht ſich eine ſchär=
fere
Bewegung bemerkbar, die namentlich darauf abzielt,
im Falkenau=Elbegener Revier den Streik zu einem all=
gemeinen
zu machen.

Luftfahrt.

* Karlsruhe, 28. März. Der Stadtrat hat beim
Bürgerausſchuß beantragt, dem Kartell der ſüd=
weſtdeutſchen
Luftfahrvereine zur Veranſtal=
tung
des Zuverläſſigkeitsfluges am Oberrhein im Mai
mit Karlsruhe als Etappenſtation einen Koſtenbeitrag
von 10000 Mk. zu leiſten.

Darmſtadt, 29. März.
g Strafkammer. Der 31jährige Kaufmann Friedrich
St. von hier, hatte ſich geſtern wegen fortgeſetzten Kredit=
betruges
und Konkursvergehens und Nichtziehen von Bi=
lanzen
und unordentlicher Bücherführung zu verantwor=
ten
. Der Angeſchuldigte betrieb ein Kolonialwarenge=
ſchäft
und geriet im Jahre 1908 in Zahlungsſchwierigkei=
ten
. Die Gläubiger einigten ſich nach einem beſtimmten
Verteilungsplan, damit die vorhandenen Vorräte zu an=
gemeſſenen
Preiſen verkauft werden können. Es wird ihm
nun zur Laſt gelegt, in den Jahren 1909 und 1910 fortge=
ſetzt
Waren auf Kredit genommen zu haben, trotzdem er
wiſſen mußte, daß er die eingegangenen Verpflichtungen
nicht erfüllen konnte. Die Folge war zunächſt die, daß die
Gerichtsvollzieher fortwährend bei ihm aus= und eingin=
gen
. Von dem Vater ſeiner Braut erlangte er ebenfalls
Darlehen und übernahm derſelbe auf das Zureden des
Angeklagten auch noch eine Bürgſchaft, aus der er jetzt haft=
bar
gemacht wird. In beiden Jahren hat er für 2476 Mk.
Waren auf Kredit beſtellt, er ſtellt hierbei jedeBetrugsabſicht
in Abrede, er ſei ſtets der Meinung geweſen, ſich weiter em=
porarbeiten
zu können. Die fortwährenden Verſteige=
rungen
von Waren, wobei natürlich minimale Preiſe er=
langt
wurden, hätten ihm dies aber vollſtändig unmöglich
gemacht. Die Verhandlung macht eine umfangreiche Be=
weisaufnahme
notwendig, die bereits den geſtrigen Tag
vollſtändig in Anſpruch nahm. Die Verhandlung
wird deshalb heute fortgeſetzt.
Jügesheim, 28. März. Die geſtrige fünfte Bürger=
meiſterwahl
brachte nach der Offenb. Ztg. endlich die
lang erſehnte Entſcheidung der ſchwierigen Frage, die die
Gemüter ſeit Monaten in Aufregung verſetzt hat. Bru=
der
ſiegte mit 208 Stimmen über Winter, der 207
Stimmen auf ſich vereinigte. Hoffentlich zieht nun bald
wieder Ruhe und Frieden in die durch die Hitze der
Wahlkämpfe etwas aus dem Kurs geratenen Gemeinde=
verhältniſſe
ein.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Frankfurt, 28. März. Heute vormittag wurden
die Einigungsverhandlungen im Schneider=
gewerbe
fortgeſetzt. Da es zu einer Einigung nicht
kam, wurde zunächſt in eine getrennte Verhandlung mit
den Unternehmern eingetreten. Um 1 Uhr trat dann die
Geſamtkonferenz wieder in Aktion. Die Unterhandlungen
dürften ſich bis gegen Abend hinziehen. Wie von be=
teiligter
Seite verſichert wird, iſt eine Einigung ſo gut
wie ausgeſchloſſen.
* Konſtantinopel, 28. März. Jeni Gazetta erfährt
daß infolge der ſeit der letzten Phaſe der Kretafrage
mit England gepflogenen Unterhandlungen England die
kategoriſche Verſicherung gab, daß, wenn in Kreta der
geringſte Angriff auf die Mohamedaner erfolge, die Inſel
ſofort militäriſch beſetzt werde. Der Status quo und die
Souveränitätsrechte der Türkei würden gewahrt werden.
Die Entſendung der kretiſchen Deputierten nach Athen
wird nicht zugelaſſen. Rußland und Frankreich ſeien
eines Sinnes mit England. Auf dieſe Weiſe gelange die
Kretafrage, dank der diplomatiſchen Erfolge der Türkei
ja in das entgültige Stadium, das mit den Intereſſen
der Türkei vereinbar ſei.
Schanghai, 28. März. Ungefähr 500 Soldaten
meuterten geſtern abend in Sutſchau. Sie plünderten
die Pfandleihen und verbrannten mehrere Häuſer.

H. B. Oſterode (Oſtpr.), 28. März. Heute vormittag
gegen 11 Uhr wurde Hauptmann Reetſch, Kom=
pagniechef
der 11. Kompagnie des Infanterie=Regiments
Nr. 18 auf dem Kaſernenhofe von dem der gleichen Kom=
pagnie
angehörenden Musketier Ehnersleben, der im
erſten Dienſtjahre ſtand erſchoſſen. In der Beglei=
tung
des Hauptmanns hatten ſich einige andere Offiziere
befunden. Bevor ſich dieſe im erſten Schrecken klar wur=
den
, was eigentlich geſchehen war, krachte auch ſchon
ein zweiter Schuß auf dem Kompagnie=Gange. Der
Musketier hatte ſich ſelbſt durch einen Schuß in den Kopf

getötet. Beide Leichen wurden in die Leichenhalle des
Garniſonlazaretts gebracht.
Insbruck, 28. März. Am Falzaregopaß geriet
eine Militärabteilung unter eine Lawine und
wurde mitgeriſſen, jedoch ſpäter gerettet.
Petersburg, 28. März. Aus der Peterpauls=
Feſtung ſind fünf Kanonen nebſt zahlreichem Zubehör
verſchwunden. Die eingeleitete Unterſuchung war
reſultatlos.
New=York, 28. März. Auf dem Erieſee ſtieß
ein Trajektſchiff, auf dem ein Eiſenbahnzug ſtand,
mit einem Dampfer zuſammen. Der Dampfer ſank.
30 Perſonen ſind ertrunken.

aarfärben mit Henné. Spezialität.
Friseur Müller
Wilhelminenpl. 2, a. d. kath. Kirche. Tel. 1466.
Kopfwaschen 1.25 mit Ondulieren 1.50,
auch Sonntags von 912 Uhr. (6584a
Empfehle mein reichhaltiges Lager in

Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Mitteilung, daß mein innigſt=
geliebter
Gatte, unſer guter Vater, Schwieger=
vater
, Großvater, Schwager und Onkel
Herr Karl Kahlbach
Schreinermeister
heute nach langem, ſchwerem Leiden im Alter
von 71 Jahren ſanft verſchieden iſt. (7547
Darmſtadt, Stockſtadt a. Rh.,
den 27. März 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Katharine Kahlbach, geb. Hofmann,
Familie Aug. Orlemann,
Familie Ludw. März,
Karl Kahlbach.

Die Beerdigung findet Samstag, den 30. März,
nachmittags 3¼ Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe, gute Mutter, Großmutter, Schwie=
germutter
, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Karl Reinemer Wwe.
im Alter von 44 Jahren heute vormittag nach
langem Leiden in ein beſſeres Jenſeits ab=
zurufen
.
(7586
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 28. März 1912.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
2½ Uhr, von der Leichenhalle des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die nördliche Depreſſion iſt unter Vertiefung oſtwärts
ezogen. Ihre Randgebilde haben in Deutſchland ver=
ſchiedenerorts
leichte Niederſchläge gebracht. Von Süd=
weſten
her ſteigt der Druck wieder langſam. Bei weſt=
lichen
Luftſtrömungen haben wir morgen wolkiges Wetter
ohne erhebliche Niederſchläge zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 29. März:
Wolkig, doch meiſt trocken, kühl.

Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): Die
verſunkene Glocke‟
Orpheum, Anfang 8½ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters (I. Klaſſe, vorher Im Pfarrhaus).
Konzert des Inſtrumentalvereins um 8¼ Uhr in der
Stadtkirche.
Hauptprüfung um 8 Uhr im Konſervatorium für
Muſik (Mühlſtraße).
Schüleraufführungen der Klavierſchule Luitgard
Kuhlmann um 6 Uhr im Fürſtenſaal.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.

Verſteigerungskalender.
Samstag, 30. März.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der Train=
Kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Stammholz=Verſteigerung um 10 Uhr ( Zuſam=
menkunft
an dem Häuschen auf der Oberforſtmeiſter=
ſchneiſe
der Oberförſterei Schaafheim).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

Nummer 76.

BAVRISCHE
GEWERBEScHAu
1912 M MUNCHEH
MAl BlS OKTOBER
UNTEKDEMDROTEKTORATSIKIHDES
PRlHIZREGEHTENLUITPOIDVBAVERE

Gewerbelund
Kunst-Handwerk
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Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

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Seite 10.

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Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Boxer. 2 Foxterrier, 1 Dachshund (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus=
gelöſt
werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(7549

Bekanntmachung.

Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im Gewerbe=
betrieb
der Bäcker, Friſeure und Photographen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahme
auf die Bekanntmachung des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt
vom 27. Dezember 1907 veranlaßt, die für die kommenden Feſttage
auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für die nachſtehend
aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die Sonn=
tagsruhe
zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. Am Karfreitag und an den beiden Oſterfeiertagen darf im
Handelsgewerbe auf Grund der Beſtimmungen des Ortsſtatuts
vom 6. September 1907 weder eine Beſchäftigung von Gehilfen, Lehr=
lingen
und Arbeitern, noch ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufs=
ſtellen
ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der Reichs= Gewerbe=
ordnung
ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Oſterfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5
bis 9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vor=
mittags
5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis nach=
mittags
1 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. (Zeitungs=
und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen ohne Zeit=
beſchränkung
.)
B. Für den Karfreitag und den zweiten Oſterfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nachmit=
tags
1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nach=
mittags
3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von vor=
mittags
6 Uhr bis 11 Uhr:
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vor=
mittags
5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags;
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 7 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis nach=
mittags
1 Uhr;
7. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. In den Bäckereien darf an dem Karfreitag eine Arbeits=
ſchicht
wie an den Werktagen eingelegt werden, jedoch mit der Ein=
ſchränkung
, daß die Schicht ſpäteſtens um 2 Uhr nachmittags beendigt
iſt, und unter der Bedingung, daß den Gehilfen und Lehrlingen vom
2. Feiertag abends 10 Uhr bis zum nächſten Tage abends 7 Uhr eine
ununterbrochene Ruhezeit gewährt wird.
III. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am Karfreitag
und am erſten Oſterfeiertag geſtattet:
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhalb der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags.
Am zweiten Oſterfeiertag iſt jeglicher Gewerbetrieb einſchließ=
lich
desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An ſämtlichen drei vorgenannten Feſttagen iſt, wie an allen
Sonn= und Feſttagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die Be=
ſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb
der Werkſtätte in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der Vor=
bereitung
von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen
geſtattet.
IV. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Oſterfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am Karfreitag
und am zweiten Oſterfeiertag iſt die Ausübung des Gewerbe=
betriebes
und die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und
Arbeitern in den photographiſchen Werkſtätten geſtattet ausſchließ=
lich
zum Zweck der Aufnahme von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr
nachmittags.
V. Wenn die Sonn= und Feiertagsarbeiten länger als drei
Stunden dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten
Sonntag für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag
mindeſtens in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder
in jeder Woche während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und
zwar ſpäteſtens von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu
laſſen. Wenn die Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche
des Gottesdienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten
Sonntag die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei
zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung
der richtigen Einhaltung der vorſtehend bekannigegebenen Beſchäf=
tigungs
= und Verkaufszeiten beauftragt und werden Uebertretungen
unnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
(7502fom
Darmſtadt, den 26. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
J. V.: Lauteſchläger.

Bekanntmachung,

die Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen, hier Ausnahmetage
betreffend.
Als Ausnahmetage im Sinne des § 139d Ziffer 3 der Reichs=
gewerbeordnung
(Ueberbeſchäftigung von Gehilfen ꝛc.), ſowie im Sinne
des § 139e Abſatz 2 Ziffer 2 der Reichsgewerbeordnung ( Verlänge=
rung
der Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen bis 10 Uhr
abends) werden hiermit beſtimmt:
die zwei letzten Werktage vor Oſtern.
Hiernach dürfen am 4. und 6. April lfd. Js. ſämtliche offene
Verkaufsſtellen in hieſiger Stadt bis 10 Uhr abends für den geſchäft=
lichen
Verkehr geöffnet ſein. An den gleichen Tagen finden die
Beſtimmungen über die Mindeſtruhezeit und Mittagspauſen der
Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsſtellen keine
Anwendung.
(7501fom
Darmſtadt, den 26. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
J. V.: Lauteſchläger.

Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
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ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.

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gratis kommen zu laſſen (2562a
Geflügelhof Westfalen, Eiserfeld-Sieg.

Die Verlegung der Großh.
Bezirkskaſſe Darmſtadt II.

Die Amtsräume der Großh. Be=
zirkskaſſe
Darmſtadt II befinden
ſich vom 1. April ds. Js. an im
Dienſtgebäude Lindenhofſtraße
Nr. 15.
(7450df
Wegen des Umzugs bleiben die
dermaligen Amtsräume in der
Wittmannſtraße Nr. 16 am 30. März
ds. Js. geſchloſſen.
Darmſtadt, 26. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.

Matratzenſtreu=
Verkauf.
Am Montag, 1. April 1912,
um 8 Uhr vormittags,
wird in der Kaſerne am Beſſunger
Weg die Matratzenſtreu aus einem
Batterieſtall öffentlich und meiſt=
bietend
verſteigert. (7283idfs
Darmſtadt, im März 1912.
I. Abteilung
Feldartillerie=Regts. Nr. 61.

Bekanntmachung.
Freitag, den 10. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr
ſollen die den Spezereihändler
Georg Pra Eheleuten dahier zu=
geſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 635%/10 371 Hofreite
Moller=
ſtraße
44,
V 16¼/100 287 Hofreite
Wendel=
ſtadtſtr
. 24
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K60/11
verſteigert werden.
Darmſtadt, 25. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(V7517
Müller.

Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Alle mit Einlöſung ihrer Ab=
fuhrſcheine
aus den Holzverſteige=
rungen
Nr. 1 bis 15 (einſchließlich)
rückſtändigen Steigerer werden auf=
gefordert
, ihre Abfuhrſcheine als=
bald
einzulöſen bei Meidung
anderweiter Verwertung des Hol=
zes
auf ihre Koſten. (7527fi
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Bekanntmachung.
Die am 25. und 26. ds. Mts. in
Roßdorf abgehaltene Holzver=
ſteigerung
iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können vom
3. April an abgeholt werden.
Ober=Ramſtadt, 27. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
Daab.
(7524

HASSIA
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Vendelstadtstr. 26
Telefon 1679.
(6916a
Schrei bmaschinen-
Arbeiten
Diktate
in separätem Raum
Vervielfältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
schnelI-sauber
diskret-biIIig.

Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
(3272a
Preiſen
G. Kanzler, Friſeur. Marktſtr. 3.

Deutsche Grunderedit-Bank Gotha.

Subskriptions-Einladung
auf

Abteilung XX
frühestens rückzahlbar zum 1. April 1922.
Kraft landesherrlichen Privilegiums vom 24. Juni 1867 emit-
tiert
die Deutsche Grunderedit-Bank zu Gotha mit Zweig-
niederlassung
in Berlin Mk. 20,000,000 4%ige Hypotheken-
Pfandbriefe (Abteilung Xx, deren Zulassung zum Handel und
zur Notiz an der Berliner Börse auf Grund des vorschriftsmässig
zu veröffentlichenden Prospekts bevorsteht und gleicherweise
an den Börsen von Frankfurt, Hamburg, Leipzig und München
demnächst beantragt werden wird.
Die erste Notiz erfolgt in Berlin voraussichtlich am Diens-
tag
, den 9. April er.
Die Hypotheken-Pfandbriefe der Deut-
schen
Grunderedit-Bank werden von der
Reichsbank und ihren Zweiganstalten in
Klasse Imit ¾ des Kurswertes beliehen und
sind durch das Sachsen-Coburg-Gothaische
Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Ge-
setzbuch
in den genannten Herzogtümern
zur Anlegung von
Mündelgeld
für geeignet erklärt worden.
Ferner sind sie durch besondere Anord-
nung
des Herzoglich Sächsischen Staats-
ministeriums
zur Kapitalanlage für Staats-,
Kommunal-, Pfarr- Kirchen- und andere
Korporations-Vermögen, insbesondere auch
für die Staatsdiener-, Witwen- und Waisen-
Pensions-Anstalt, sowie für unter Verwal-
tung
des Stadtrats zu Gotha stehende Stif-
tungsvermögen
und die Sparkasse für das
Herzogtum Gotha zugelassen.
Die Subskription findet statt am
Dienstag, den 2. April 1912
zum Kurse von
99,40 Prozent
während der üblichen Geschäftsstunden früherer Schluss vor-
behalten
.
Bei der Subskription ist auf Verlangen der Zeichnungsstelle‟
eine Kaution von 5 pCt. des gezeichneten Betrages in bar oder
in solchen Effekten zu hinterlegen, welche die Zeichnungsstelle
als zulässig erachten wird.
Die Zuteilung bleibt dem Ermessen der einzelnen Zeich-
nungsstellen
überlassen, doch sollen die Zeichnungen zur festen
Kapitalanlage zunächst berücksichtigt werden. Stückzinsen
werden bis zum Tage der Abnahme vom 1. April d. J. be-
rechnet
. Den Schlusscheinstempel tragen die Zeichner. Die Ab-
nahme
der zugeteilten Stücke kann sofort, muss aber spätestens
bis zum 20. April cr. erfolgen. Die Abteilung 20 ist ausgefertigt
in Abschnitten zu M. 5000, 2000, 1000, 500, 300 und 100 und ver-
sehen
mit April-Oktober-Zinsscheinen, nächstfällig am 1. Oktober
1912. Die Ausgabe der neuen Kouponbogen erfolgt kostenlos und
talonsteuerfrei.
Hypothekenpfandbriefe waren im Umlauf per 31. Dezember
1911 M. 329,136,500..
Das Aktienkapital der Deutschen Grundcredit-Bank beträgt
Mk. 18,000,000.
Es wurden auf ein Aktienkapital von Mk. 15,000,000. für
19071909 je 8 pCt. Dividende und für 1910 und 1911 auf das er-
höhte
Aktienkapital von Mk. 18,000,000 je 9 pCt. verteilt.
Zeichnungsstellen:
Die Niederlassungen der Deutschen Grundcredit-Bank in Gotha
und in Berlin W. 9, Voßstr. 2.
ausserdem in
(7530
Darmstadt
Darmstädter Volksbank für ihre Mitglieder.

Gotha,
Berlin,

im März 1912.

Deutsche Grundcredit-Bank.
Landschütz.
Dr. Immerwahr.

Kaufmänniſche Fortbildungsſchule
der Großherzogl. Handelskammer Darmſtadt.
Die Schlußprüfung findet am Samstag, den 30. März d. J.,
nachmittags von 35 Uhr, im Schullokale, Schulſtraße 9 ( Hinter=
haus
), ſtatt. Die Herren Prinzipale und die Eltern der Schüler,
ſowie alle Intereſſenten ſind hierdurch ergebenſt eingeladen.

7247)

Das Kuratorium:
Kommerzienrat L. Frölich.

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Maschinenschreiben nach allen eingeführten Systemen, besonders nach Tastsystem
zur Schonung der Nerven trotz erhöhter Leistungen in deutscher, lateinischer,
französischer, englischer und italienischer Sprache.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 16. April.
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staatl. geprüfter Handelslehrer
121 und 35 Uhr.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. Mär

1912

Nummer 76.

Seite 12.

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ſchule
beſuchte, wünſcht (*7850mdf
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ſpät. Kauf nicht ausgeſchloſſen. Off.
unter § 52 an die Exped. (6300a

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an. Näheres Magdalenenſtr. 13,
3. Stock, bei Frau Hill. (*8064fs

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Wienersſtr. 68, 2. St. (*8033

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ſchäftigung
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im Hausweſen, ſowie in Kran=
kenpflege
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Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur Ver=
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Maſchinenſchreiben, ſucht Stellung
per 1. April. Offerten erbeten u.
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ſtändiger
Arbeiter, ſucht Stellung
bei beſcheidenen Anſprüchen. Gefl.
Off. u. W47 a. d. Exp. (*8971fsm

Jg. Mann, mitte d. 3er, ſtadttd.,
Radf., ſucht Beſchäftig. Art einerlei.
Off. u. V 59 a. d. Exp. (*7743mdf

Junger Mann, 23 Jahre, mit
gut. Zeugn., ſucht Stellung als
Kaſſenbote od. ſonſt. Vertrauens=
poſten
. Kaution kann eventuell
etwas geſtellt werden. Gefl. Off
unter W 23 an die Exp. (*7995

Junger Mann ſucht ein Pferd
mitzupflegen. Ausführl. Offerten
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Putz=Abteilung eine tücht. branche=
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tucht. Arbeiterinnen
ſowie
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Dam.-Schneider
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Dauernde Stellung. (7557
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Kaſinoſtraße 17.
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des Verkaufs und der
Kontorarbeiten, Vorkenntniſſe nicht
erforderlich. Eintritt kann ſofort
erfolgen. Schriftl. Geſuche mit An=
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Mühlſtraße 50, part. (*8005

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Soderſtraße 44, 2 Tr. (7167a

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das auch im Kochen bewandert iſt
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traße
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herrſchaftl. Haushalt ſaub., zuverl.
Frau oder Mädchen geſucht zur
Hilfe b. d. Hausarbeit. Mädch. vor=
handen
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ſtraße 7, 1. Stock.

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von kinderloſem Ehepaar geſucht,
wenn Haushaltungsſchule beſucht,
bevorzugt. Näh. i. d. Exped. (7383mf

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ſaubere Putzfrau für abends
½7 bis 8 Uhr geſucht (7572
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Unabhäng. Frau oder Mäd=
chen
, welches ein wenig kochen
kann, von früh bis nachmittags
½ Uhr, in kleinen Haushalt ſo=
fort
geſucht. Anzufr. bis 2 Uhr
Liebigſtraße 17, 1. Etage. (*8021

Ein feines Hausmädchen
as gut nähen, wo mögl. Schneid.
und Bügeln kann, bis 1. April
geſucht. Näh. Expedition. (7570

Sauberes, williges Laufmädch.
geſ. Soderſtr. 108, part. (7563fso

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10. April d. J. n. Frankfurt a. M. geſ.
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[ ][  ][ ]

Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

Seite 15.

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Gegen Belohnung abzugeben
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Bitte!

Ich bitte diejenige Perſon
gegen Belohnung um werte
Namensangabe, welche vor ca.
23 Wochen die Geige meines
verſtorbenen Vaters gekauft oder
im Verſatz hat
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Liebfrauenſtraße 74.


Unser lieber Freund
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feiert heute seinen Ge-
burtstag
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Bier in Darmſtadt einzuführen
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und Umgegend zu mieten. Offert.
unt. W 12 an die Exp. (*7962df

Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer Barcelona, 26. März
2 Uhr morgens von New=York
nach Baltimore
Dampfer Batavia‟, 26. März,
10 Uhr 15 Minuten morgens
in New=York.
Dampfer Preſident Lincoln von
New=York kommend, 26. März
11 Uhr abends in Hamburg.
Dampfer Moltke, zur fünften
Weſtindienfahrt, 26. März 4 Uhr
nachmittags von New=York.

Auf Grund des Aufrufes des

betreffend
Nationalſpende für eine
Luftflotte
ſind in der Expedition des Darm=
ſtädter
Tagblatt bis jetzt folgende
Beträge eingegangen:
Beamtenkörper der Darmſtädter
Volksbank 16 Mk., Rechnungsrat
Schpeider 2 Mk., Frl. Weber 2 Mk.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

Nummer 76.

Erſte Kammer der Stände.
4. Sitzung.
St. Darmſtadt., 28. März.

Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach Exz., Geh. Oberfinanzrat
Seip.
Präſident Graf von Schlitz genannt von Görtz
eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 15 Min. Da Einläufe
nicht vorliegen, tritt das Hohe Haus alsbakd in die
Tagesordnung ein.
Vor Fortſetzung der Etatsberatung macht
Finanzminiſter Braun Exz. über die
Beamtenbeſoldungsvorlage
ausführliche Mitteilungen, die wir an anderer Stelle im
Wortlaut zum Abdruck bringen. Der Präſident
ſpricht dem Finanzminiſter den Dank des Hohen Hauſes
aus. Dann wird die Beratung des Hauptvoran=
ſchlages
fbrtgeſetzt. Der Antrag des Grafen Stol=
berg
=Roßla zu Kapitel 2, betreffend die Oberför=
ſter
, iſt im Ausſchuß dahin abgeändert worden, daß die
Aufteilung der ſechs Oberförſtereien nicht innerhalb Zer
Jahre erfolgen ſoll, vielmehr wird dieſe Friſt durch
Streichung der Worte drei Jahre offen gelaſſen. Der
Antrag wird in dieſer Faſſung angenommen.
Das Haus ſetzt dann die Debatte zu Kapitel 36:
Landesuniverſität, fort.
Prälat D. Dr. Flöring
geht eingehend auf die geſtrige Debatte ein. Die Wünſche,
die geſtern von den Herren geäußert wurden, verſtehe
und würdige er vollauf. Um ſo mehr müſſe er bedauern.
daß geſtern dabei Aeußerungen fielen, die in der Oef=
fentlichkeit
Beunruhigung und Aufſehen erregen müſſen.
Das ſind erſtmals die Bemerkung, daß, wenn man den
Wünſchen der poſitiven Richtung nicht nachkomme, es
dazu kommen werde, daß das Theologieſtudium zum
Brotſtudium werden müſſe, und es hat den Anſchein,
als könnten gerade Theologen der liberalen Richtung
in dieſen ungemein ſchweren Verdacht kommen. Die
zweite Bemerkung war die, daß Maſſenaustritte aus der
Evangeliſchen Landeskirche erfolgen werden. Mit die=
ſem
Maſſenaustritt ſollte man doch nicht ſo leichtfertig
operieren. Dieſe Aeußerungen ſeien ſehr zu bedauern
und der Regierung gebühre Dank, daß ſie trotzdem ihren
Standpunkt, der der allein richtiße iſt, vertrat. E ſei
überzeugt, daß die Wünſche der Vertreter der poſitiven
Richtung aus kirchlicher Geſinnung heraus entſpringen,
doch ſei er der Ueberzeugung, daß die Erfüllung dieſer
Wünſche mit der Aenderung der Zuſammenſetzung der
Fakultät zu teuer erkauft werden müſſe. Wollte man
das tun, würde die Fakultät in Gießen eine Sonderſtel=
lung
im Kreiſe der ganzen Fakultäten einnehmen. Es
ſei unbedingt notwendig, gerade für die evangeliſche
Theologie, daß ſie unter unbedingter Wahrung der Frei=
heit
der Wiſſenſchaft wirke und ſich entwickele. Die Hin=
weiſe
auf andere Bundesſtaaten ſeien nicht anzuerkennen.
Uebrigens ſeien in mehreren Bundesſtaaten auch die
Wünſche der poſitiven Richtung, ſoweit ſie eeine Aender=
ung
der Zuſammenſetzung der Fakultäten bedingen,
rundweg abgelehnt worden. In Preußen habe der gegen=
teilige
Standpunkt ſehr beklagenswerte Ergebniſſe ge=
zeitigt
. (Es ſei wohl richtig, daß in der Freiheit der
Wiſſenſchaft auch mal ein extremes Element hochkommt.
Doch ſollte man da Vertrauen haben zu der Kraft der
evangeliſchen Wahrheit, die ſich von ſelbſt mit der Zeit
ſchon durchſetzen werde, auch dieſen Elementen gegen=
über
. Wie ſollte man überhaupt eine Asnderung im
Sinne der poſitiven Wünſche ſchaffen? Es müſſe dann
doch eine Inſtanz geſchaffen werden, die mit gleicher
Objektivität und gleicher Wiſſenſchaft Vorſchläge zu
machen in der Lage wäre. Die Schaffung dieſer In=
ſtanz
würde ungemein ſchwierig fein und zu Experimen=
ten
führen, die der theologiſchen Wiſſenſchaft und der
Kirche nur zum Nachteil gereichen werden. Dig Freiheit
des Studiums wird doch auch in Gießen jedem Theolo=
gieſtudierenden
unbedingt zugeſtanden. Es wird kein
Menſch gezwungen, in Gießen zu ſtudieren, wenn er
dort das Examen ablegen will. Niemand wird beein=
flußt
und in keiner Weiſe werden die Studierenden der
Poſitiven etwa benachteiligt. Sie erhalten zum Bei=
ſpiel
Stipendien gleich wie die liberalen Studierenden.

Scharf zurückweiſen miſſe Redner das, was der Abg.
Lutz in der Zweiten Kammer geſagt habe. Die Frage
ſelbſt ſei eigentlich eine rein kirchliche. Das Oberkonſi=
ſtorium
ſteht bezügl. des Examens auf dem Standpundt,
daß es doch für den Theologieſtudierenden ein kleines
Opfer bedeutet, die Prüfung da abzulegen, wo er ſpäter
zu wirken wünſcht. Sicher ſei das geringer, als der gan=
zen
Landeskirche eine Abänderung ihrer Geſetze zuzu=
muten
. An der Objektivität der Prüfung iſt unter keinen
Umſtänden zu zweifeln. Wir haben in dieſem Jahre
zum erſten Male davon Gebrauch gemacht, einen Kom=
miſſar
zu der Prüfung zu entſenden, und haben das
vollauf beſtätigt gefunden. Als Gegengewicht gegen
den Examenszwang haben wir volle Studienfreiheit und
volle Stipendienfreiheit. Das müſſen uns andere Lan=
deskirchen
erſt nachmachen. Wollte man verlangen, daß
wir andere Examen für Heſſen freigeben, ſo müßten wir
doch mindeſtens dagegen erwarten, daß das Gießener
Examen auch für andere Landesteile Gültigkeit habe.
Die Art des Gießener Exaznens iſt rein wiſſenſchaftlich
und nach der Univerſität haben wir noch das Prediger=
Seminar zu Friedberg, wo das krein kirchliche Examen
ſich anſchließt. So iſt die Verteilung der Stoffe abſolut
klar und muſtergültig bei uns. Keine andere Univerſität,
ausgenommen vielleicht Marburg, hat eine gleiche OOr=
ganiſation
. Die zweite Prüfung gibt ausreichend Ge=
legenheit
, die praktiſche Befähigung feſtzuſtellen. Die
Einheitlichkeit der Prüfung und die Einheitlichkeit des
Maßſtabes der Prüfung würde auch preisgegeben, wenn
wir abſolute Freizügigkeit walteli laſſen wollten. Es
muß auch verhindert werden, daß von vornherein eine
Spaltung vorgenommen und die Theologieſtudierenden
damit alsbald in zwei Gruppen geteilt werden. Es
ſind uns, wie geſagt, die Wünſche der poſitiven Richtung
durchaus ernſt erſchienen und wir werden, was an uns
liegt, bemüht ſein, im kirchlichen Leben dieſen Geſichts=
punkten
Rechnung zu tragen. Aber wir können nicht die
Examen oder die Zuſammenſetzung der Fekultät nach
kirchenpolitiſchen Standpunkten und Rückſichten ändern.
Fürſt Karl zu Solms=Lich präziſiert nochmals
ſeine geſtrigen Ausführungen unter teilweiſer Verleſung
des Stciogramms und proteſtiert dagegen, daß er leicht=
fertig
mit Maſſenaustritten operiert habe. Es handele
ſich um eine Gewiſſensnot ganzer Teile der Landeskirche,
und darüber ſcheine der Herr Präkat nicht genügend
orientiert zu ſein. Proteſtieren müſſe er auch dagegen,
daß die poſitiv geſinnten Profeſſoren gewiſſermaßen als
weniger qualifiziert hingeſtellt werden. Daß die in
Preußen geübte Art der Berufung traurige Folgen ge=
habt
habe, dem ſeizuzuſtimmen; aber er müſſg dazu
doch feſtſtellen, daß die Univerſitäten des =Landes lwegen
da ſind und nicht das Land der Univerſitäten wegen und
daß die traurigen Folgen auch oft auf Berufungen durch
die einheitliche Fakultät zurückzuführen ſind. In poſiti=
ven
Kreiſen Heſſens beſtehe der Eindruck, als würde die
liberale Richtung vor der poſitiven begünſtigt. Das be=
weiſen
auch die Berufungen zur Landesſynode uſw.
Auch die Lehrer am Predigerſeminar ſind liberal. Da=
durch
nimmt der Liberalismus zu. Aufgefallen iſt auch
allgemein, daß nichts darüber in die Oeffentlichkeit ge=
drungen
iſt, welche Stellung das Oberkonſiſtorium zu
der Sympathiekundgebung der 87 heſſiſchem Pfarrer für
Jalho eingenommen habe. Das ſeien meiſtens jün=
gere
Geiſtliche geweſen, die auch darin den Spuren ihrer
Lehrer folgen, nur mit dem Unterſchied, daß ſie noch
radikaler ſind in ihrer Erklärung als die Profeſſoren.
Man ſollte doch in Heſſen nicht ſchweigen, wenn eine
derartig abfällige Kritik an einer Einrichtung der preu=
ßiſchen
Kirche geübt wird.
Prälat D. Dr. Flöring: Er habe dem Vorredner
nichts unterſtellt und nur geſagt, daß ſeine Ausführun=
gen
in dem Sinne, wie er betont, hätten gedeutet wer=
den
können. Die bona kides habe er dem Vorredner
belbſtredand in jeder Beziehung zugeſtanden. Was die
Stellung des Oberkonſiſtoriums zum Falle Jatho be=
trifft
, ſo ſteht dieſe Materie nicht zur Diskuſſion, doch ſſei
er bereit, falls das Haus es wünſcht, den Standpunkt
der Kirchenbehörde darzulegen, obwohl auch das vör die
Landesſynode gehört.
Auf Erſuchen des Fürſten Solms=Lich beſchließt
das Haus, davon Abſtand zu nehmen.
Graf Stlolberg=Roßla ſpricht nochmals im
Sinne ſeiner geſtrigen Ausführungen und betont, daß

es für den Studenten doch ungemein ſchwer iſt, ſein
Examen vor völlig fremden Lehrern abzulegen und daß
ſie ſchon aus dieſem Grunde gezwungen ſind, in Gießen
zu ſtudieren.
Geheimerat Dr. Schmidt würde es begrüßt haben,
wenn die Herren geſtern ihre Abſicht, die theologiſche
Fakultät einer Kritik zu unterziehen, ihm vorher mitge=
teilt
hätten. Er wäre dann in der Lage geweſen, ſein
Material zu ſichten. Dem Herrn Prälaten möchte er für
ſſeine objektiven überzeugenden Darlegungen Dank und
Anerkeninung ausſprechen. Er habe inzwiſchen feſtge=
ſtellt
, daß weitaus der größte Teil der Theologieſtudie=
renden
, die in Gießen ihr Examen ablegen, auch durch
andere Univerſitäten gegangen ſind. Den Ergebniſſen
der modernen Theologieforſchungen kann niemand ſich
verſchließen, mag er ihnen innerlich gegenüberſtehen wie
er wolle. Es ſei nicht möglich, ohne innere Kämpfe zu
ſeiner feſtan eigenen Ueberzeugung zu kommen, und die
Vielſeitigkeit der Ausbildung iſt für den Theologieſtu=
dierenden
durchaus notwendig.
Graf Stolberg=Roßla: Dieſe letzte Forderung
erkennen wir durchaus an, aber wir ſind eben der Mein=
ung
, daß dieſe Vielſeitigkeit bei der derzeitigen Zuſam=
menſetzung
der Fakultät nicht gewährleiſtet wird.
Präſident Graf von Schlitz genannt von Görtz=
erklärt
, er ſtehe durchaus und vollinhaltlich auf dem
Standpunkt des Fürſten Solms=Lich, und zwckr als Chriſt
und als Kirchenpatron. Es handele ſich tatſächlich um
einen Notſtand des Volkes, und er rufe der Kirchenbe==
(hörde zu: Videant consules ne quid res publica de-
ſtrimenti
capiat!
Damit ſchließt die Debatte. Das Kapitel wird
dann angenommen und die neunte Hauptabteilung da=
mit
erledigt.
Nach der Pauſe werden zunächſt einige Rückgängel
der Zweiten Kammer beraten. Nach dem kurzen Bericht
des Geheimen Kommerzienrats Sttrecker ſtimmt das
Haus dem neuen Antrag der Zweiten Kammer zu dem=
Geſetz betr. den R;E7gund zu. Hlngegen wird be=
züglich
der Schule in Nierſtein Beharren auf
dem ablehnenden Standpunkt beſchloſſen; desgleichen be=
züglich
des Ausſchußantrages zu Kapitel 12: Großher=
zogliche
Regierung zu erſuchen, eine Reorgankſation des
ſtaatlichen Kaſſeweſens in der Richtung vorzunehmen,
daß die Erhebung der Staatsſteuern durch die Gemeinde=
einnehmer
erfolgt, und daß in Zukunft die Staatskaſſe
die Erhebungskoſten nicht zu tragen hat, oder wensg=
ſtens
zum erheblichen Teil von dieſen entlaſtet wird.
Es folgt Beratung der zehnten Hauptabteilung, diel
ebenſo wie die elfte Hauptabteilung debattelos erledigt
wird.
Der zu Kapikel 115: Penſionen, vom Grafen
Stolberg=Roßla geſtellke Antrag, den wir geſtern
mitgetilt haben, wird vom Antragſteller heute zurück=
gezogen
, da die Regierung auch im Ausſchuß erklärt hat,
daß die Penſionen nach den zur Zeit der Penſionierung
beſtehenden Geſetzen bemeſſen werden, und der Antrag
dadurch hinfällig wurde.
Die Kapitel bis zum Schluß werden debattelos gut=
geheißen
. Damit iſt der Etat erledigt.
Debattelos inach den Ausſchußanträgen werden er=
ledigt
die Regierungsvorlage betreffend die alte
Blündenanſtalt in Friedberg, die Regier=
ungsvorlage
, Seminarneubau Bensheim
betreffend und die Regierungsvorlage, Verkauf von
Grundſtücksteilen des. Großherzogtum=
Landese igentums in der Gemarkung Groß=
Umſtadt betreffend.
Da inzwiſchen die Zweite Kammer dem Beſchluß
des Hohen Hauſes bezüglich der Oberförſter beigetreten
iſt. zſt der Voranſchlag endgültig erledigt und folgt zu=
nächſt
die Beratung der Regierungsvorlage, den Ent=
wurf
des Finanzgeſetzes für das Etats=,
jahr 1912 betreffend. Zu dem von der Großherzogl.
Regierung vorgelegten Entwurf des Finanzgeſetzes hat
die Zweite Kammer in ihrer 25. Sitzung vom 21. März
1912 beſchloſſen: Nach dem Antrag des Ausſchuſſes das
Fimanzgeſetz mit der Maßgabe zu genehmigen, daß im
Artikel 3 an Stelle der Zahl 5806 489 Mk. die ſich infolge
Beſchlußfaſſung der Landſtände zu dem Hauptvoran=
ſchlag
ergebende Zahl, 5 789 589 Mark, zu ſetzen iſt und
in Abſatz 2 des Artikels 3 dke Worte: nach dem Geſetz
vom . . . über die Tilgung der Staatsſchuld und geſtri= werden. Der Ausſchuß beantragt, disſem Be=

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Nummer 76.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

Seite 15.

ſichluſſe der verehrlichen Zweiten Kammer beizutreten.
Das Hohe Haus ſtimmt ohne, Debatte zu.
Damit iſt die Tagesordnung erledigt.
Auf Antrag des Grafen Erbach=Fürſtenau
rwird der 1. Ausſchuß zu Beratung der Beſoldungs=
ordnung
um zwei Mitglieder ergänzt und dazu durch
ZZuruf Graf Stolberg=Roßla und Oberbürger=
rmeiſter
Dr. Göttelmann gewählt.
DasHaus wird dann auf unbeſtimmte Zeit vertagt.

Zweite Kammer der Stände.
§. 27. Sitzung.
St. Darmſtadt, 28. März.

Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz., Ge=
lheimerat
Dr. Weber, Geh. Obermedizinalrat Dr. Lo=
rrenz
; ſpäter Geheimrat Dr. Becker, Miniſterialräte
Hölzinger, Dr. Kratz, Finanzminiſter Braun Exz.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9.35 Uhr.
Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein und er=
ledigt
zunächſt die Rückäußerungen der Erſten
Kammer. Namens des Ausſchuſſes erſtattet Abg. Dr.
Oſann Bericht. Hiernach hat die Erſte Kammer den
von der Zweiten Kammer beſchloſſenen Zuſatz, betreffs
des Reſtefonds, geſtrichen. Er beantragt, auf dem
früheren Beſchluſſe zu beharren. Dagegen emplehlt
er Beitritt zu dem Beſchluſſe des anderen Hauſes, be=
treffend
die Bewilligung von 15 Amtsrichtern (ſtatt auf
den Inhaber). Ferner habe das andere Haus zu Kap. 12,
direkte Steuern, ein Erſuchen an die Regierung ge=
richtet
, das er abzulehnen bittet.
Ueber den vierten Diſſens berichtet Abg. Molthan.
Er betrifft die Reſolution, betreffend Genehmigung einer
Privatſchule in Nierſtein. Redner beantragt Be=
harrung
auf dem Beſchluß Zweiter Kammer.
Zu der Frage der Amtsrichterſtellen befürwortet
Staatsminiſter Ewald Exz. den Beitritt zum Beſchluſſe
der Erſten Kammer. Der Antrag wird gegen die fünf
ſozialdemokratiſchen Stimmen angenommen.
Abg. Wolf (Stadecken) tritt noch einmal kurz für die
Genehmigung der Nierſteiner Schule ein, während Abg.
Bach dagegen ſpricht. Die Anträge der Abgg. Oſann
und Molthan werden angenommen, letzterer gegen eine
ſtarke Minderheit.
Es folgt Beratung der Regierungsvorlage, Geſetzent=
wurf
, die Ausführung des Reichsviehſeuchen=
geſetzes
vom 26. Juni 1909 betreffend; der Vor=
ſtellung
des Landesverbands heſſiſcher Geflügelzüchter,
Freigabe von Geflügel bei Ausbruch der
Maul= und Klauenſeuche von der Sperre und
der Beobachtung betreffend, des Antrags der Abgg.
Molthan, Uebel und Genoſſen, die Koſten der
Kreistierärzte bei Viehſeuchen betreffend, da=
hingehend
, die Kammer wolle die Regierung erſuchen, ge=
eignete
Anordnungen zu treffen, damit bei der Bekämpf=
ung
der Tierſeuchen die amtliche Tätigkeit der
Kreistierärzte koſtenlos für die von den notwendigen An=
ordnungen
betroffenen Kreiſe des Handels und der Land=
wirtſchaft
erfolgt, ferner eines Antrags Beſt und Ge=
noſſen
, betreffend Vorſchriften für die Seuchenpoli=
zei
, außerdem die Regierungsvorlage, betreffend Geſetz=
entwurf
über die Entſchädigung für an Maul=
und Klauenſeuche gefallenes Rindvieh, und
die Beſprechung der Anfrage Dr. Oſann und Genoſſen,
tierärztliche Unterſuchungskoſten der Maul=
und Klauenſeuche betreffend.
Hierzu ſtellen noch die Abgg. Lutz und Wolf Ab=
änderungsanträge
. Abg. Wolf hält den Satz für richtig,
daß der Mittelpunkt der Landwirtſchaft im Kuhſtall liege.
Ueberaus wichtig ſei in der Tat die Pflege der Viehzucht.

Das neue Reichsviehſeuchengeſetz trage dazu weſentlich
bei, indem es die Verſchleppung der Seuche zu
unterbinden ſuche. Auch könnten Tötungen von Tieren
ſtattfinden, wodurch die Staatskaſſe natürlich ſtark belaſtet
würde; der § 67 ſei beſonders wichtig für die heutige Be=
ratung
. Redner legt ſodann den Inhalt der Vorlagen
näher dar und empfiehlt Annahme beider Geſetze in der
Ausſchußfaſſung in längeren fachmänniſchen Ausführungen,
ſowie ſeinen neuen Abänderungsantrag. Insbeſondere
verteidigt er die nur fünfjährige Geltungsdauer. Abg.
Dr. Schmitt bringt Wünſche von Viehhändlern vor. Die
Behauptung, daß ein ſolcher nicht zu den Viehbeſitzern
gehöre, ſei ja jetzt fallen gelaſſen, und handle es ſich nur
darum, wie der Beitrag der Händler, deren Viehbeſtand
ſtets wechſelt, berechnet werden ſolle. Er ſchlage vor, die
Beitragspflicht nach dem Durchſchnitt der Viehzahl, die
der Händler im Monat beſitzt, zu berechnen. Weiter be=
anſtandet
er den Paſſus von der erheblichen Vermehrung
des Viehſtands und wünſcht den Ausdruck erheblich, der
Kautſchuk ſei, näher präziſiert zu ſehen. An der Quaran=
tänezeit
von 7 Tagen laſſe ſich nichts ändern, er bitte aber,
dem Uebelſtand abzuhelfen,da er die Quarantänezeit infolge
der Ueberlaſtung der Kreistierärzte unnötig ausdehne.
Letztere könnten ja Vertreter aufſtellen, falls ſie zu ſehr
beſchäftigt ſeien. Dann würden die Klagen aufhören.
Die Erſtreckung des Geſetzes auf nur 5 Jahre ſei be=
denklich
.
Geheimerat Dr. Weber erklärt, daß der Regierung
Beſchwerden über zu große Ausdehnung der Quarantäne=
zeit
nicht bekannt geworden ſeien. Die Regierung würde
ſelbſtverſtändlich für Abhilfe Sorge tragen. Es ließe ſich
auch nicht leugnen, daß die fünfjährige Bindung des Ge=
ſetzes
ein Schönheitsfehler ſei, aber es habe doch auch ſeine
Berechtigung, das Geſetz mit der Geltungsdauer zu be=
laſten
, denn dadurch ſei die Regierung ex okkicio gezwun=
gen
, die Erfolge des Geſetzes zu prüfen. Von dieſem Ge=
ſichtspunkt
aus werde die Regierung dem Antrag nicht
entgegen ſein, falls das Haus ihn annehme.
Abg. Lutz findet, daß das Geſetz über die Entſchä=
digung
dem Bauernſtand vorerſt wegen der dadurch ent=
ſtehenden
Laſten nicht ſympathiſch ſei. Die Sache beſchäf=
tige
das Haus ſeit 10 Jahren. Redner wirft nun einen
geſchichtlichen Rückblick auf die Entwickelung der Ange=
legenheit
und erläutert dann die Vorlage in längeren fach=
männiſchen
Ausführungen. Er bittet, dem Entwurf zu=
zuſtimmen
, ebenſo ſeiner Reſolution, betreffend des Klein=
viehs
. (Beifall.) Abg. Dr. Schmitt beantragt, den
Ausdruck erheblich zu erſetzen durch mehr als 20 Pro=
zent
. Ferner bringt Abg. Buſold mehrere Abände=
rungsanträge
ein.
Die Sitzung wird dann unterbrochen. Finanzminiſter
Braun Exz. teilt mit, daß die Beamtenbeſold=
ungsvorlage
dem Hauſe unverzüglich zugehen werde.
Er könne jetzt nur einen Ueberblick in großen Zügen geben.
(Die Ausführungen des Herrn Finanzminiſters geben
wir an anderer Stelle ausführlich wieder. Siehe Seite 5.)
Abg. Dr. Schmitt hätte gern jetzt eine Beſprechung
angeſchloſſen, bittet, dieſelbe aber behufs Prüfung der An=
gelegenheit
bis nach den Feiertagen verſchoben
zu ſehen. Er beantragt dies förmlich. Abg. Dr. Oſann
unterſtützt den Antrag, ebenſo Abg. Korell, Abg.
Grünewald und Abg. Raab im Namen ihrer Frak=
tionen
, worauf der Antrag angenommen wird.
Das Haus ſetzt dann ſeine Beratungen fort.
Abg. Dr. Weber berichtet über eine Rückäußerung
der Erſten Kammer, betreffend gewiſſer Oberförſterſtellen
(definitive Bewilligung, ſtatt nur auf den Inhaber) und
beantragt Beitritt, der beſchloſſen wird. Eine Vorlage,
betreffend Veräußerung fiskaliſcher Grundſtücke, wird nach
Befürwortung des Berichterſtatters Raab gegen die
Stimme des Abg. Bähr angenommen.

Hierauf wird die Beratung der Viehſeuchen=
vorlagen
fortgeſetzt, wozu ein weiterer Antrag Fenchel
eingelaufen iſt. Abg. Korell macht hierzu längere
fachmänniſche Ausführungen und erklärt, daß die Gegner=
ſchaft
eines Teils ſeiner Partei durch die neue Vorlage
entwaffnet ſei. Abg. Buſold erklärt, daß auch ſeine
Partei ein Ohr für die Landwirtſchaft hätte und daher das
Reichsviehſeuchengeſetz begrüßt habe. Das vorliegende
Geſetz ſei eine Folge der fortwährenden Klagen der Bauern
und werde daher von ſeiner Partei aufmerkſam geprüft
werden. Er begründet ſeine Anträge, die eine objektive
Schätzung des Werts der Tiere bezwecken und den Beſitzer
von der Tragung der Koſten der Desinfektion befreien
ſollen. Bedürftigkeit ſolle gegeben ſein, falls das Ein=
kommen
unter 1800 Mark beträgt. Abg. Wiegand
findet, daß die Seuchenpolizei nicht überall gleichmäßig
verfahre. Das gelte beſonders von Viernheim, von wo
Redner einen beſonders charakteriſtiſchen Fall vorbringt.
In der badiſchen Gemeinde Heddesheim ſei weit laxer als
in Viernheim verfahren worden. Auch hätten die Sperr=
maßregeln
noch viel zu lange nach Erlöſchen der Seuche
gedauert. Unſere Regierung ſollte ſorgen, daß die Maß=
regeln
im benachbarten Baden ähnlich durchgeführt wür=
den
. Abg. Stephan tritt im Namen ſeiner Partei
für die Ausſchußanträge und die Anträge Lutz und Wolf
ein. Abg. v. Brentano erklärt, daß der Ausſchuß
die Anträge Lutz und Wolf zu den ſeinigen mache. Abg.
Dorſch beſchwert ſich über zu hoch erhobene Gebühren.
Auch ſollten die Bauern nicht zu lange in ihrem Betrieb
geſtört werden. Abg. Korell (Königſtädten) erklärt
im Namen ſeiner Partei die Zuſtimmung zu den Vorlagen.
Hierzu ſpricht noch Abg. Dr. Weber und nochmals
Abg. Dorſch, worauf die Generaldebatte geſchloſſen wird.
Schluß 1.30 Uhr. Nächſte Sitzung Freitag 9 Uhr.

Handel und Verkehr.

Deutſche Grundcredit=Bank. Am Dienstag
den 2. April d. J., wird ein Teilbetrag von 10000000 Mk.
der an der Berliner Börſe zum Handel gelangenden
20000000 Mk. 4% Hypotheken=Pfandbriefe der Deutſchen
Grundcredit=Bank, Abt. XX, früheſtens rückzahlbar zum
1. April 1922, zum Kurſe von 99,40% zur öffentlichen
Zeichnung aufgelegt. Die Hypotheken=Pfandbriefe der
Bank ſind durch das Sachſen=Coburg=Gothaiſche Aus=
führungsgeſetz
zum Bürgerlichen Geſetzblche in dieſen
Herzogtümern für mündelſicher erklärt worden. Die
Deutſche Grundcredit=Bank hat ein Aktienkapital von
18000000 Mk. An Dividende wurden für die Jahre
19071909 auf ein Aktienkapital von 15000000 Mk. je
8% und für 1910 und 1911 auf das erhöhte Aktienkapital
von 18000000 Mk. je 9% verteilt. Der Pfandbriefumlauf
der Bank betrug per 31. Dezember 1911 329 136 500 Mk.
Wegen weiterer Einzelheiten ſei auf die Bekanntmachung
ſelbſt verwieſen.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

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noch bis nächſten Sonntag hier.

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Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
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Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Mein Großvater, Ingwald Anderſen, begann der
fremde Kapitän, zog einſt wie ich aus, das Glück in frem=
den
Ländern zu erjagen. Er kam auch nach Island und
ſeine Katla, es war eine Hexe, wie die meine, trieb drau=
ßen
im wilden Sturm auf dem Meere umher.
Die blanken Spitzen der Gletſcherberge blickten wie
glühende Schlangenaugen über das Meer und über der
donnernden Brandung reckten ſich ſchwarze Felſen wie
drohende Ungeheuer empor.
Brauſende Waſſerfälle ſtürzten, zu weißem Dampf
zerſtäubt, in raſender Flucht ins Meer, und die Katla
wurde wie eine Nußſchale auf den wilden Wellen um=
hergeworfen
. Brüllend wälzten ſich die Wogen über=
einander
. Das ganze Himmelsgewölbe ſchien von
Schaum erfüllt. Wie eine Lawine über ein ſchwaches
Haus, ſo ſtürzten ſich die Wellen über die ſchwarze Katla
Mit immer erneuter Gewalt raſte der Sturm. Von
Norden kam er dahergebrauſt. Aufzeichnungen meines
Großvaters geben genauen Bericht über die entſetzlichen
Tage und Nächte, welche Kapitän und Mannſchaft ange=
ſichts
der Küſte Islands durchlebten. Und dann ſchwieg
der Sturm, nachdem ſich die Katla müde gekämpft, ein
Kampf, in dem alle Kräfte erlahmten. Die glitzernden

Gletſcher Islands hatten ſich in blaues Licht getaucht
und über dem funkelnden Eisgeſchmeide der Gletſcher
hingen wie grüne Smaragde blitzende Kriſtalle. Auf den
Wellen, den dunklen Wellen, wiegten ſich hellgrüne Eis=
berge
in prachtvoller Majeſtät, einer immer ſchöner und
herrlicher als der andere. Weißen Lilien gleich auf blauen
Seen blinkte das Eis auf dem Waſſer. Tapfer ſtrebte
die Katla dieſer und jener Fjordmündung zu, aber es
war vergeblich. Alle Wege waren verſperrt. Schwer
türmte ſich das blauſchimmernde Packeis in den Weg der
Katla.
Meinem Großvater war es bange, in der gefährlichen
Nähe des Eismeeres zu bleiben. Er dachte an Weib und
Kinder daheim und an die Männer, die ſich ſeiner Füh=
rung
anvertraut und er wußte, daß er um jeden Preis
verſuchen mußte, das Land zu gewinnen.
Es war eine Fahrt auf Leben und Tod.
Und der Sturm kam wieder und in das Herz meines
Großvaters ſchlich es ſich wie bleiche Furcht. Er wußte
plötzlich, daß er das Land nie erreichen würde, wenn ihm
nicht Hilfe ward. Und er ſpähte und ſpähte über das
glitzernde Eis, das funkelte, als wären tauſend ſchim=
mernde
Tränen darüber gefloſſen.
Er fühlte das Zittern und Aechzen der armen Katla,
er bangte, daß ein einziger Stoß ſein Schiff vernichten
konnte und er wußte, daß dieſer Stoß bei der Fahrt durch
die Eisberge kommen mußte. Und er kam.
Mit dumpfem Krach legte ſich die Katla auf die Seite,
aber in demſelben Augenblick ſah er auch in einer Bucht,

der ſie ganz nahe waren, einen feinen Rauch aufſteigen.
Ein Bauernhof war es, der einſam zwiſchen den Felſen
am Meere lag.
Notſignale ſtiegen. Noch einmal rafften Kapitän und
Mannſchaft ihren Mut zuſammen. Nun war Hilfe nahe,
Nun konnten ſie alle gerettet werden. Aber ſo tapfer ſie
auch hofften und warteten, keine Hilfe kam von dem ſtatt=
lichen
Hof, wo rüſtige Männer, wie ſie durch das Fern=
glas
beobachteten, hantierten. Immer dringlicher wur=
den
die Notzeichen. Es war gar kein Zweifel, daß mam
dort auf dem Hofe die Not der Schiffbrüchigen erkannt,
ber keine Hand rührte ſich zu ihrer Hilfe.
Da kam meinem Großvater der Gedanke, daß Hab=
ſucht
die Leute verhinderte, ihnen zu helfen. Alles, was
das Schiff barg, würde als Strandgut bald ans Ufer
treiben, und darum gab man ihn und ſeine Leute den
Verderben preis.
Noch einmal raffte er ſich zu einem verzweifelten
Hilferuf auf. Notſchüſſe hallten donnernd über das Eis.
Bunte Lichter ſtiegen auf. Hilfe, Rettung! ſchallte es
ſchauerlich über das Waſſer. Vergebens. Die Lichter
auf dem ſtillen Hof verlöſchten und das ganze Anweſen
lag im tiefſten Dunkel und Schweigen.
Da faßte Verzweiflung das Herz meines Großvaters.
Einen wilden Fluch ſtieß er angeſichts des ſtillen Hofes,
des rettenden Landes aus gegen die unbekannten Mör=
der
, die ſeinem Weibe den Gatten, ſeinen Kindern den
Vater nahmen und ſechs andere Familien ihrer Ernährer
beraubten. Kein Glück ſollte mehr in dem ſtillen Hoß

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Jahre dahinſiechen und nur das letzte ſollte ein ödes,
troſtloſes Leben dahinſchleppen von Geſchlecht zu Ge=
ſchlecht
. Seinen älteſten Sohn aber rief mein Groß
vater zur Rache auf. Nicht ruhen und raſten ſollte er,
bis er an Islands Küſte den toten Hof entdeckt, der vor
der Not ſchwer geprüfter Menſchen verſchloſſen blieb.
Rächen ſollte er den Tod des Vaters, den opferfreudiger,
tüchtiger Männer, die angeſichts des nahen Todes feſt
und aufrecht wie Helden ſtanden und furchtlos dem Tode
in das ſtarre Antlitz ſahen. Zum Mörder waren die Be=
wohner
des ſtillen Hofes an ſieben wackeren Männern
geworden und als Mörder ſollte einſt ſein Sohn und
alle, die nach ihm kamen, das ganze Geſchlecht ſtrafen,
das verflucht war bis in alle Ewigkeit. Und als mein
Großvater mit zitternder, froſtbebender Hand die letzten
Worte niederſchrieb, da kam abermals ein Eisblock dem
ſinkenden Schiff in den Weg. Und Krachen und Splittern
und die Katla war geweſen. Gurgelnd ſchoſſen die
Wellen darüber hin. Meinem Großvater aber gelang es
noch im letzten Moment, das rettende Eis zu gewinnen.
Drei Tage irrte er noch hungernd, frierend und dürſtend
zwiſchen den Eisſchollen umher, drei entſetzliche, fürchter=
liche
Tage. Umſonſt rief und winkte er nach dem Hauſe
hinüber, wo wieder der Rauch ſtieg und wo die Menſchen
den Mann nicht ſehen wollten, der da drüben auf dem
blanken Eiſe ſterben mußte.
Grauenhaft ſind die letzten Aufzeichnungen meines
Großvaters, als er die Lichter in der Ferne ſchimmern
ſah und niemand kam, ihn zu retten. Es war, als ver=

nehme man beim Leſen das letzte Todesröcheln, den letzten
Atemzug des Sterbenden, der lautlos ins Meer ſank.
Erſt nach langer Zeit fand man die Notizen, als die
Leichen der Wackeren bei Reykjavik ans Land geſchwemmt
wurden, wo auch auf eurem ſtillen Friedhof mein Groß=
vater
begraben liegt.
Die Aufzeichnungen ließen meinem Vater nicht Ruhe
noch Raſt. Er zog immer wieder aus, den ſtillen Hof
zu ſuchen, der zwiſchen den Felſen lag. Und eines Ta=
ges
, da mein Vater wieder unterwegs nach Island war.
kam uns die Kunde, daß auch er nicht wieder zu uns
zurückkehren würde. Sein Schiff zerſchellte an den Felſen
der grauſigen Weſtermännerinſeln. Mir aber trug er auf
das Werk zu Ende zu führen, das er begonnen. So
lange meine Mutter lebte, die nur ein leidvolles Daſein
gekannt, mußte ich meinen Tatendrang zügeln. Ich bin
darüber ein alter Mann geworden, aber als ſie geſtorben,
da hielt mich nichts mehr in Merok, trotzdem mich vieles
hätte halten ſollen. Immer wieder zog ich aus. Ruhe=
los
ſuchend umſchiffte ich euer felſiges, ſchauerlich ſchönes
Land, die Stätte zu finden, die meinem Ahnherrn das
Leben nahm.
Und wenn ihr ſie gefunden habt, Herr, was würdet
ihr dann tun? fragte mit dumpfem Laut die Stimme
des Hausherrn, der, das graue Haupt tief in beide Fäuſte
geſtützt, ſchwer vor ſich hinſann.
Ich weiß es nicht. Vielleicht würde ich den, der noch
von dem verfluchten Geſchlecht übrig geblieben iſt, mit
eigener Hand töten. Vielleicht aber würde ich auch mit
ihm kämpfen auf Leben und Tod,

Der Bauer ſtand ſchwerfällig auf.
Aſchfahl war ſein grobes Geſicht.
Habt ihr nie daran gedacht, Herr, daß vielleicht die
Nachkommen jenes Mannes, der euren Großvater grau=
ſam
ſterben ließ, bitter unter der Laſt des Fluches litten,
der auf ihrem Hauſe lag?
Der Kapitän lachte laut auf.
Glaubt ihr an ſolche Ammenmärchen, Ravna Jon=
ſon
? Nein, der Fluch wirkt nicht fort und fort von Ge=
ſchlecht
zu Geſchlecht, wenn wir nicht mit eigener Hand
die Geißel ſchwingen.
Ihr ſeid alſo gekommen, einen Unſchuldigen zu züch=
tigen
? fragte der Alte rauh.
Wenn ich ihn finde, gewiß. Doch verzeiht, Herr,
wenn ich euch quäle mit den alten Geſchichten, die ſeit
meiner Knabenzeit in meinem Hirn herumſpuken, und
die mich immer wieder zu neuen Abenteuern reizten. Es
gibt viele Felſenbuchten in Island und viele Bauernhöfe,
die demjenigen gleichen, wie ihn mein Großvater beſchrie=
ben
hat. Wenn ihr erlaubt, will ich jetzt ſchlafen gehen.
Morgen mit dem früheſten muß ich nach Reykjavik zu=
rück
. Nehmt nochmals meinen Dank, daß ihr bereitwillig
Bjarni Petrurſſon uns zum Führer geſellt, und daß ihr
auch eurem Töchterlein geſtattet, mit zu dem Geyſir zu
reiten.
Ravna ſah forſchend in das Geſicht des Kapitäns.
Sie iſt die Braut Bjarni Petrurſſons, entgegnete er,
en fremden Seemann ſcharf fixierend, da möchte ich ihr,
da auch der Amtmadur mitgeht, die Freude nicht rauben.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. März 1912.

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