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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
175. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerafe
werden angenommen in Darmſtadt,
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ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei
Konkurs=
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Kaiſer Wilhelm weilte am Dienstag in Brioni
zum Beſuch des Erzherzogs Franz
Ferdi=
nand und trat darauf die Weiterreiſe nach Korfu an.
Der Flieger Kleinle verunglückte auf der
Golzheimer Heide bei Düſſeldorf mit ſeinem
Flug=
apparat.
Die franzöſiſche Kammer bewilligte 16
Millio=
nen Franken für das militäriſche
Luftſchiff=
fahrtweſen.
Die Nachforſchungen nach den franzöſiſchen
Automobilbanditen blieben bisher erfolglos.
Das engliſche Unterhaus lehnte den Vorſchlag
der Arbeiterpartei, in die Bill einen
Mindeſtlohn=
ſatz von 5 Schilling einzufügen, mit 326 gegen 83
Stimmen ab. Die Mindeſtlohnbill wurde in
dritter Leſung mit 213 gegen 48 Stimmen
an=
genommen.
Durch ſchlagende Wetter wurden in einer
Koh=
lengrube in Bluefield im Staate Virginia 82
Berg=
leute getötet.
Zur Kriſis in der Nationalliberalen Partei.
— Selten hat eine Partei eine ſo ſchwere Zeit
durch=
zumachen gehabt wie augenblicklich die nationalliberale,
die ſich in einer überaus ſchweren Kriſis befindet. In
der jüngſten Sitzung des Zentralvorſtandes iſt es, wie
gemeldet, zu ſchwerem Zwiſt gekommen, die ſeit langem
beſtehenden Differenzen wurden in dieſer Verſammlung
zum Austrag gebracht, und ſie endeten mit einem Siege
des ſogenannten rechten Flügels. Man weiß, daß es
ſeit Monaten in der Partei gärt, und daß die
Ausein=
anderſetzungen nicht erſt gelegentlich der Vorgänge bei
der Wahl des Reichstagspräſidiums entſtanden ſind.
Seitdem unter der Führung Baſſermanns die
National=
liberale Partei ſich nach Sprengung des Bülowblocks
den Fortſchrittlern genähert hatte, herrſcht Zwieſpalt im
Lager der Partei, und diejenigen, die den Anſchluß nach
rechts haben wollen, erheben ihre Stimme immer lauter.
Insbeſondere ſind es die Weſtdeutſchen, ebenſo die
Heſ=
ſen und Schleswig=Holſteiner, die von einem taktiſchen
Zuſammengehen mit den Fortſchrittlern oder gar
So=
zialdemokraten gar nichts wiſſen wollen. Auch das
Wahlkompromiß mit der Fortſchrittlichen Volkspartei
ging dem rechten Flügel wider den Strich, und hieraus
reſultierten auch die verſchiedenen abweichenden lokalen
Wahlabkommen.
Der Kampf ging vornehmlich gegen die
Junglibera=
len. Man glaubt, daß der Jungliberalismus auf die
Geſamthaltung der Partei einen zu großen Einfluß
er=
langt hätte, und um dieſen zu beſeitigen, ſtellte man den
Antrag, daß beſondere Verbände als Angehörige der
Parteiorganiſation nicht zuläſſig ſeien. Bei dieſem
An=
trage handelt es ſich keineswegs, wie äußerlich erſcheint,
um eine Aenderung des Organiſationsſtatuts, ſondern
er bezweckt, wie auch offen zugegeben wird, den
Aus=
ſchluß der Jungliberalen aus der Parteiorganiſation.
Die Jungliberalen werden natürlich die Antwort nicht
ſchuldig bleiben, ſie haben bereits einen Vertretertag
anberaumt, der vorausſichtlich entſcheidende und
ein=
ſchneidende Beſchlüſſe faſſen ſoll, zumal die Stimmung
in dieſen Kreiſen recht gereizt iſt. Aber auch ein
Dele=
giertentag der geſamten Partei wird ſtattfinden, auf
deſſen Ausgang man geſpannt ſein darf. Vielfach iſt
die Anſicht verbreitet, daß dieſe Verſammlung ſich auf
einen anderen Standpunkt ſtellen werde, als der
Zen=
tralvorſtand, und daß man auf dieſem Delegiertentage
Baſſermann und der Richtung ſeiner Politik ein
glänzen=
des Vertrauensvotum ſtellen werde. Wie ſich in
Wirk=
lichkeit aber die Dinge geſtalten werden, läßt ſich heute
noch keineswegs überſehen.
Die Köln. Ztg. erhält aus rechtsſtehenden Kreiſen
der Nationalliberalen Partei folgende Zuſchrift:
„Der Antrag des Zentralvorſtandes betr. die
Jung=
liberalen iſt nicht richtig beurteilt. Er richtet ſich in kei=
ner Weiſe gegen die nationalliberale Jugend, er bezweckt
nur eine Veränderung der Organiſation und zwar eine
Beſeitigung des gegenwärtigen Dualismus, der zu einer
Organiſation in zwei Spitzen geführt hat. Er will eine
Wiederherſtellung der früheren einhritlichen
Organi=
ſation. Es ſoll dadurch die Schlagfertigkeit und
Geſchloſ=
ſenheit der Partei geſichert werden, die nur durch
ein=
heitliche Leitung erzielt werden kann. Der Antrag
richtet ſich deshalb auch nicht gegen irgend welche
Per=
ſönlichkeiten; er iſt rein ſachlich gedacht. Er will
aller=
dings den Mißſtand beſeitigen, daß unter dem
Deckman=
tel der Jugendorganiſation eine einſeitige Organiſation
der linksliberalen Richtung innerhalb der Geſamtpartei
ſich herausgebildet hatte. Wenn dieſe fehlſame
Organi=
ſation nicht beſeitigt wird, ſo würden die rechtsliberalen
Elemente ſich genötigt geſehen haben, ſich gleichfalls
ſeks=
ſtändig zu organiſieren, um das Gleichgewicht der beiden
Flügel wieder herzuſtellen. Es iſt zu hoffen, daß bei
beiderſeitigem guten Willen ein Ergebnis erreicht wird,
durch das die Partei einheitlicher und geſchloſſener als
bisher aus der Kriſis hervorgeht.”
Die Köln. Ztg. erwidert hierauf: Die Zuſchrift gibt
ſelbſt zu, daß mit dem Antrage eine angebliche
Organi=
ſation in linksliberaler Richtung in der Partei getroffen
werden ſolle; wir glauben daher nicht, daß der
Vertre=
tertag ſich mit der Behauptung beruhigen laſſen wird,
es handele ſich „nur um eine Veränderung der
Organi=
ſation”. Er wird das um ſo weniger tun, als in
die=
ſer Zuſchrift allen Ernſtes in Ausſicht geſtellt wird, daß
auch die rechtsliberalen Elemente ſich genötigt ſähen,
ſich zu organiſieren, falls die jungliberale Organiſation
nicht aufgelöſt würde. Man hat im Lande das ſchon
vor der Zentralvorſtandsſitzung umgehende Gerücht von
den Organiſationsabſichten der Rechtslideraken vielfach
nicht ernſt genommen. Wenn aber wirklich eine ſolche
Abſicht beſteht oder beſtanden hat ſo iſt das ein neuer
Beleg dafür, daß in der Partei ein Riß vorhanden iſt,
den man mit organiſatoriſchen Maßnahmen wohl
ver=
kleben, aber nicht überbrücken kann. Um den Frieden
wieder herzuſtellen, ſind vor allem Offenheit und
Klar=
heit erforderlich. Der Hoffnung der Zuſchrift, daß der
Zwiſt auf beiden Seiten den guten Willen zum Frieden
finden möge, ſtimmen wir von Herzen zu. Wir hoffen,
daß die Jungliberalen dem Mehrheitsbeſchluß des
Zen=
tralvorſtandes die Beachtung angedeihen laſſen, die ihm
zweifellos gebührt; wir hoffen aber ebenſo
zuverſicht=
lich, daß die „Rechtsliberalen” dann auch
Entgegenkom=
men zeigen und ſich dem fügen, was die Mehrheit des
Vertretertages beſchließen wird.
Die Lage auf Kreta.
* Obwohl die Schutzmächte die Anerkennung der
revolutionären Regierung Kretas
ver=
weigern, iſt die Ruhe auf der Inſel einſtweilen nicht
be=
droht, da die Regierung vom Volk anerkannk und
bis=
her wenigſtens grundſätzliche Ausſchreitungen gegen die
Mohammedaner nicht vorgekommen ſind. Die
Schutz=
mächte unterhalten mit der Regierung als tatſächlicher
Obrigkeit Beziehungen durch die Konſulatsdragomane.
Gegen dieſen Zuſtand werden die Kreter ſich kaum
theo=
retiſch wenden. Den Wahlen der Vertreter Kretas bei
der griechiſchen Kammer wird die Beſetzung der Inſel
durch Marinetruppen der Schutzmächte noch nicht folgen.
Man will damit warten, bis die Entſendung eine
Tat=
ſache iſt, was jedoch ſchwer feſtzuſtellen ſein wird, da
die Gewählten einzeln und, wenn nötig, im geheimen
abreiſen können. Den Schutzmächten iſt die etwaige
Be=
ſchießung ſehr unerwünſcht. Der Einſpruch der Türkei
gegen die Regierung der Inſel durch den revolutionären
Ausſchuß anſtatt des bisherigen regierenden Ausſchuſſes
der ordentlichen Kammer würde kaum für die Beſetzung
mitwirken, da die Tendenz der Verwaltung der Inſel
durch die Schutzmächte deutlich zeigt, daß ihnen die
Sicherung des Reſtes der türkiſchen Herrſchaft auf Kreta
nicht mehr zeitgemäß erſcheint. Falls die Beſetzung
ſtatt=
findet, fürchtet man Ausſchreitungen der Chriſten gegen
die Mohammedaner; jedenfalls wird unter dieſen die
Auswanderung wieder ſtärker in der Beſorgnis böſer
Tage. Die chriſtliche Partei der Gegner von Venizelos,
die durchaus Wirren hervorrufen will, in der Hoffnung
allgemeiner Wirren und der ſich daraus ergebenden
Ver=
einigung der Inſel mit Griechenland, hat die Oberhand.
Deutſches Reich.
Von der Reichspartei. Der
Geſchäfts=
ordnungsausſchuß des Reichstags lehnte, wie ſchon kurz
gemeldet, den vom Seniorenkonvent überwieſenen
An=
trag der Reichspartei auf Anerkennung als Fraktion ab,
indem entgegen der Praxis der letzten 18 Jahre die
Zu=
zählung von Mitgliedern zur Fraktionsbildung als nicht
mehr ausreichend angeſehen wurde. Die Freik.
Kor=
reſpondenz berichtet hierüber:
Die Reichspartei ſtützte ſich bei ihrem Antrage
da=
rauf, daß ſeit 1892 in einer größeren Zahl von Fällen
der Seniorenkonvent ausnahmslos an dem Grundſatz
feſtgehalten hat, daß alle Gruppen, welche durch
Zuzäh=
lung anderer Mitglieder die Zahl 15 erreichen, zu einer
Vertretung in den Kommiſſionen zuzulaſſen ſeien. In
der letzten Verhandlung in der
Geſchäftsordnungs=
kommiſſion erklärte der Abg. Gröber (Ztr.) daß 1887
ausdrücklichſt der Beſchluß im Seniorenkonvent gefaßt
worden ſei, nur Gruppen von 15 Mitgliedern als
Frak=
tionen zu behandeln; die anderen Fälle ſeit 1892 ſeign
Ausnahmefälle geweſen und könnten für die
Entſchei=
dung von keiner Bedeutung ſein. An der Verhandlung
nahm als Vertreter der Reichspartei der Abg. Frhr. v.
Gamp teil, der im Gegenteil betonte, die Frage dürfe
nicht danach entſchieden werden, was die
Geſchäftsord=
nungskommiſſion und der Seniorenkonvent für die
Zu=
kunft für zweckmäßig hielten, ſondern allein nach den
Grundſätzen, nach denen in der Vergangenheit ſolche
Fragen behandelt ſeien. Werde von keiner Partei der
Antrag oder auch nur der Wunſch nach einer Aenderung
der bisherigen Grundſätze erhoben, ſo müſſe die
Aus=
ſchließung der Reichspartei als ein großes Unrecht
an=
geſehen werden. Darauf ſtellten die Konſervativen den
Antrag, wenigſtens denjenigen Parteien die Zuzählung
anderer Mitglieder als gültig zu geſtatten, welche bereits
im letzten Reichstage Frakionsrechte. beſeſſen hätten.
Dieſer Antrag aber wurde mit allen gegen die
konſer=
vativen Stimmen abgelehnt, der Antrag Gröber
dage=
gen einſtimmig angenommen: als Fraktionen nur ſolche
Gruppen anzuerkennen, die 15 Mitglieder oder
Hoſpitan=
ten hätten. — Von beſonderem Intereſſe war es, daß
auch 3 oder 4 Redner der Sozialdemokraten ſich durchaus
auf dieſen Standpunkt ſtellten, während bekanntlich im
preußiſchen Abgeorduetenhauſe die Sozialdemokraten
ſich darüber beſchweren, daß ſie, die nur 6 Mitglieder
zählen, nicht dieſelben Rechte hätten, wie die größeren
Parteien.
— Termin für Einbringung der
Straf=
prozeßreform. Wie mitgeteilt wird, iſt man an
zuſtändiger Stelle im Reichsjuſtizamt in
Uebereinſtim=
mung mit den Anſchanungen der Sachverſtändigen zu
dem Beſchluß gekommen, die Erledigung der
Strafpro=
zeßreform erſt nach der Strafrechtsreform wieder
auf=
zunehmen, und ſie darum bis zur Eredigung der
Straf=
rechtsreform zurückzuſtellen. Da die Strafrechtsreform
vorausſichtlich erſt im Jahre 1916 zur Vorlage an den
Reichstag gelangen wird, ſo wird die Strafprozeßreform
dieſen Reichstag nicht mehr beſchäftigen.
— Erhöhung der Zeugen= und
Sachver=
ſtändigengebühren. Ein Entwurf, betreffend die
Erhöhung der Zeugen= und Sachverſtändigengebühren
iſt im Reichsjuſtizamt ausgearbeitet worden und liegt
fertig vor. Es handelt ſich um eine Aenderung der
Ge=
bührenordnung für Zeugen= und Sachverſtändige vom
30. Juni 1878, die eine der Gegenwart angemeſſeue
Ex=
höhung der für Zeugen und Sachverſtändige
feſtgeſetz=
ten Gebührenſätze und Reiſeentſchädigungen bringt. Da
aber der Entwurf eine nicht unweſentliche Mehrbelgſtung
des Reichsfiskus vorſieht, hat der Reichskanzler verfügt,
daß die Vorlage einſtweilen noch nicht den
geſetzgeben=
den Körperſchaften vorgelegt werden ſoll.
— Die preußiſch=ſüddeutſche Lotterie.
Der Finanzausſchuß der bayeriſchen Kammer der
Abge=
ordneten lehnte geſtern mit allen gegen drei Stimmen
den Artikel 1 des Lotterievertrages mit Preußen und
damit den ganzen Geſetzentwurf ab.
— Anhalt=Deſſau und die Deckungss
frage. Im Anhaltiſchen Landtage gab Staatsminiſter
Laue einige bedeutſame Mitteilungen zur
gegenwärti=
gen innerpolitiſchen Lage.
Anhalt habe 1909 für die Erbſchaftsſteuer von
Ehe=
gatten und Deſzendenten geſtimmt. Wenn die damalige
Vorlage jetzt wieder im Reichstage eingebracht würde,
ſtimme die anhaltiſche Regierung abermals dafür. Nach
der vertraulichen Ausſprache zwiſchen der Reichsleitung
und den bundesſtaatlichen Miniſtern am 14. März werde
jedoch aus allgemein politiſchen Gründen angeſichts der
gegenwärtigen Zuſammenſetzung des Reichstages davon
abgeſehen werden, die Erbſchaftsſteuer wieder
einzu=
bringen. An eine Vermögensſteuer ſei garsnicht gedacht.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
Die Herzogliche Staatsregiernug würde ſich gegen eine
ſſolche Steuer, die in die Finanzhoheit der Bundesſtaaten
eingreife, mit aller Entſchiedenheit wenden. Die
Auf=
ſhebung der Liebesgabe ſei von dem Vertreter einer
nord=
ldeutſchen Regierung bei jener Beſprechung angeregt
ſworden. Eine beſtimmte Stellungnahme zu jener
An=
fregung ſei nicht erfolgt. Jetzt ſei dem Miniſter der
zu=
geſagte Entwurf zugegangen. Die Staatsregierung
werde, da die Frage der Aufhebung der Liebesgaben für
Anhalt von größter Bedeutung ſei, in eine genaue und
ſorgfältige Prüfung eintreten. Er werde nicht
verfeh=
len im Bundesrat darauf noch beſonders hinzuweiſen.
Ausland.
Italien.
Prügelei in der Kammer. In der
Kam=
mer kam es im Laufe der Debatte über die Interpellation
Chieſas, die den Ausſtand der Arbeiter der
konzeſſionier=
ten Minengeſellſchaft Elba zum Gegenſtand hatte, zu
einer heftigen Prügelei zwiſchen dem Republikaner
Chieſa und dem Radikalen Luzzati, weil Chieſa Luzzati
beſchuldigte, als Adminiſtrator der Geſellſchaft den
Staats=
ſchatz um einen Teil der Eintragungsgebühren betrogen
zu haben. Der Präſident der Kammer, Marcora, mußte
die Sitzung unterbrechen. Luzzati ſandte Chieſa ſeine
Zeugen.
Frankreich.
Militäriſche Luftſchiffahrt. Die
Kam=
mer nahm mit 479 gegen 75 Stimmen den Geſetzentwurf,
der das militäriſche Luftſchiffahrtsweſen regelt, an. Zu
dieſem Zweck wurde ein Nachtragskredit von 16
Millio=
nen eröffnet.
Die Wahlreform. Die Kammer nahm bei der
weiteren Beratung über die Wahlreform mit 536 gegen
22 Stimmen eine Beſtimmung an, nach der in jedem
Wahlkreiſe mit 22500 Wählern ein Abgeordneter gewählt
werden ſoll. Auf jeden Bruchteil von mindeſtens 11 250
Wählern kommt ein weiterer Abgeördneter. Die Zahl
der Deputierten wird ſo um 77 verringert.
England.
Die Beratung der Mindeſtlohnbill im
Unterhauſe. Obwohl die Verhandlungen im
Koh=
lenſtreik fortdauern, kündigte M. Kenna an, daß die
Re=
gierung entſchloſſen ſei, mit der Beratung der
Mindeſt=
lohnbill fortzufahren. Die Beratung wurde
infolge=
deſſen am Dienstag vor überfülltem Hauſe wieder
auf=
genommen.
Long, einer der Führer der Unioniſten, beantragte
Vertagung der Debatte, indem er auf die Schwierigkeit
hinwies, über die Bill zu diskutieren, während die
Kon=
ferenzen außerhalb des Hauſes fortgeſetzt würden. In
dieſem Augenblick kehrte Premierminiſter Asquith
von der Konferenz zurück und ergriff ſofort das Wort.
Er erklärte, die Regierung bleibe bei dem Beſchluß,
keine Zahlen in die Bill einzufügen. Er glaube
nicht, daß, wenn man das Land im ganzen nehme, ein
Mindeſtlohn von 5 Schilling unvernünftig ſei; es ſei
jedoch beſſer, wenn der Lohn in jedem Diſtrikt geſondert
feſtgeſetzt werde. Er habe bei den Parteien den
Vor=
ſchlag gemacht, daß dieſe Frage geſondert behandelt
werde, doch ſei der Vorſchlag von keiner der beiden Teile
angenommen worden. Die Regierung habe die Bill in
der Hoffnung verſchoben, daß, da man ſich im
weſent=
lichen ſo nahe gekommen ſei, ein Uebereinkommen
zwi=
ſchen beiden Parteien erreicht werden könne. Die
Regie=
rung habe mit Nachdruck und Ausdauer gearbeitet,
be=
kenne aber mit ſchwerer Enttäuſchung, daß ihre
Arbei=
ten bisher erfolglos geweſen ſeien. Er ſage nun
beiden Parteien, daß ſie, wenn ſie jetzt, im allerletzten
Augenblich, nicht zu einem vernünftigen
Uebereinkom=
men über einen Punkt von verhältnismäßig geringer
Bedeutung gelangten, ſie eine ſchwere Verantworlung
vor dem Lande auf ſich nähmen. Asquith ſchloß mit der
Erklärung, die Regierung habe alles getan, was ſie
konnte; ſie habe den geſetzgeberiſchen Eingriff bis auf
den letzten noch möglichen Augenblick hinausgeſchoben.
Es ſei dringend erforderlich, daß die Bill Geſetz werde.
Wenn die Bill angenommen und dann den Arbeitern
unter Tage ein angemeſſener Mindeſtlohn garantiert
ſwerde, der von einer unparteiiſchen Stelle beſtimmt
werde, dann werde eine Fortſetzung des Streiks den
dafür Verantwortlichen eine Verantworung aufbürden,
deren ſie ſich nur ſchwer entledigen könnten. Die
Regie=
rung habe alles, was ſie an Ueberredungsgabe, an
Grün=
den und an Einfluß in den Verhandlungen zur
Verfü=
gung gehabt habe, erſchöpft und empfehle jetzt dem Hauſe
die Bill dringend als die beſtmögliche Löſung des
gro=
ßen Notſtandes. Sie nehme für ſich in Anſpruch, daß ſie
im öffentlichen Intereſſe mit vollkommener
Aufrichtig=
keit und Unparteilichkeit ihr Beſtes getan habe. Asquith
ſprach im Tone tiefſter Erregung, zeitweiſe ſank ſeine
Stimme zu einem Flüſtern herab und das Haus hörte
ihn in tiefem Schweigen an. — Bonar Law drückte
ſeine tiefgefühlte Sympathie mit Asquith aus. Er hoffe,
daß die Kriſe durch die Bill beendet werde und die
Ar=
beiter unter den in dem Geſetz enthaltenen
Bedingun=
gen die Arbeit wieder aufnehmen würden. Wir verlaſſen
uns darauf, daß die Bergarbeiter dem Geſetz gehorchen
werden, und erklären ferner: Wenn nicht die
Geſellſchafts=
ordnung in Stücke gehen ſoll, ſo müſſen alle Hilfsmittel
des Landes aufgeboten werden, um jeden, der dem
Ge=
ſetze zu gehorchen wünſcht, vor Beläſtigung zu ſchützen!
Ramſay Macdonald erklärte, das Streben der
Arbeiter nach Frieden werde fortgeſetzt behindert durch
die Bergwerksbeſitzer, deren Pflicht es jetzt ſei, den
Ar=
beitern entgegenzukommen und einer Vereinbarung
zu=
zuſtimmen, die es den Bergarbeiterführern ermögliche,
ihre Leute anzuweiſen, zur Arbeit zurückzukehren. Wenn
ſich die Bergwerksbeſitzer dieſer Pflicht entzögen, würde
die Verantwortung für jede hieraus entſtehende
Unter=
brechung der Arbeit auf ihnen laſten.
Der Vorſchlag der Arbeiterpartei, in die Bill einen
Mindeſtlohnſatz von 5 Schilling einzufügen, wurde mit
326 gegen 83 Stimmen abgelehnt. Die Arbeiterpartei
hat beſchloſſen, zum Proteſte dagegen, daß die
Regie=
rung die Einführung der Mindeſtlohnſätze nicht
ange=
nommen hat, gegen die dritte Leſung der Mindeſtlohnbill
zu ſtimmen.
Rußland.
Die Reichsduma beriet den Antrag von
hun=
dert Abgeordneten betreffend die Zulaſſung der Frauen
zur Advokatur. Die zuſtändige Kommiſſion der Duma
ſprach ſich für die Zulaſſung der Frauen aus, erklärte
ſie aber nur wünſchenswert für den Fall höherer
juriſti=
ſcher Bildung. Ein Regierungsvertreter, der Gehilfe
des Juſtizminiſters, erklärte, die Regierung halte die
Zu=
laſſung von Frauen zur Advokatur für unzeitgemäß und
lehne es ab, eine Vorlage darüber auszuarbeiten. Die
Redner der Oppoſition und des Zentrums widerſprachen
und begrüßten den gewünſchten Eintritt von Frauen in
die Advokatur auf das Wärmſte. Darauf wurde die
Debatte vertagt.
China.
Die Anleihlefragle. Die Vertreter des
eng=
liſch=belgiſchen Anleiheſyndikates erklären, für China in
Peking und Schanghai einen Kredit von 3 Millionen
Taels eröffnet zu haben. Wie der Waiwupu mitteilt,
hat die Regierung dieſe Fonds bisher nicht in Anſpruch
genommen; die Anleihefrage bleibe bis zu Juanſchikais
Entſcheidung in der Schwebe.
Amerika.
Die mexikaniſche Regierung erklärt, daß
nach ſpäteren Depeſchen ſich der Kampf, der zuerſt als
Niederlage angeſehen wurde, ſchließlich zu einem Siege
der Bundestruppen geſtaltete, als die Regierungstruppen
die Nachhut der Aufſtändiſchen angriffen. Die Regierung
hält die Macht der Aufſtändiſchen, die in dieſem Kampfe
1000 Mann verloren hätten, für gebrochen und bedauert,
daß General Salazar unnötig Selbſtmord beging.
Japan.
Der Landtag wurde aufgelöſt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 28. März.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Oberſt v. Wachter,
Linienkommandant in Mainz, den Hauptmann v. Eggeling,
Militär=Attaché in St. Petersburg, den Kommerzienrat
Stilke von Berlin, den Kunſtmaler Profeſſor Schäfer, den
Pfarrer Hickel, Vorſteher am Eliſabethenſtift, den Geh.
Hofrat Profeſſor Dr. Spengel von Gießen; zum Vortrag
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Genehmigt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog die Erteilung des Kommiſſoriums als
ſtell=
vertretender Bevollmächtigter zum Bundesrat an den
Miniſterialrat im Miniſterium der Finanzen und
Vor=
ſitzenden der Abteilung für Steuerweſen Geheimerat
Dr. Becker.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
„Für Verdienſte” den Vizefeldwebeln Großhaus und
Kreiling, beide ſeither im Infanterie=Regiment Kaiſer
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116; ferner anläßlich der
Feier des 75 jährigen Beſtehens des evangeliſchen
Prediger=
ſeminars zu Friedberg dem Direktor des Predigerſeminars,
Profeſſor der Theologie und Pfarrer zu Friedberg D. Karl
Eger den Charakter als Geheimer Kirchenrat und dem
Profeſſor der Theologie am Predigerſeminar und Pfarrer
zu Friedberg Dr. Jakob Schoell das Ritterkreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen.
* Uebertragen wurden den Schulamtsaſpiranten
David Freitag aus Fränkiſch=Crumbach, Kreis Dieburg,
Adolf Frey aus Darmſtadt, Wilhelm Heldmann
aus Kirch=Brombach, Kreis Erbach, Georg Schaffnit
aus Gießen, Jakob Weber aus Ober=Klingen, Kreis
Dieburg, Karl Wembacher aus Waſchenbach, Kreis
Darmſtadt, Heinrich Wick aus Wahlheim, Kreis Alzey,
ſowie den Schulamtsaſpirantinnen Chriſtine
Fried=
mann aus Groß=Gerau, Karoline Lupus aus Kaſſel
und Luiſe Rapp aus Darmſtadt Lehrer= bezw.
Lehrerin=
ſtellen an der Volksſchule zu Darmſtadt.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 10 enthält;
1. Verordnung, die Zuſtellungen im
Verwaltungsſtreit=
verfahren betreffend. 2. Verordnung die Gebühren im
Verwaltungsſtreitverfahren betreffend. 3. Bekannte
machung, den Vollzug des Hausarbeitsgeſetzes vom
20. Dezember 1911 betreffend. 4. Bekanntmachung, dier
Ausgabe von Schuldverſchreibungen durch die Heſſiſche
Landeshypothekenbank betreffend. 5. Bekanntmachung,
Vereinfachung der Quittungen betreffend.
g. Strafkammer. Der als Krankenwärter im
Phi=
lippshoſpital beſchäftigte 21 Jahre alte Adam
Rein=
hard aus Wahlen hat im Dezember 1911 mit ſeinem
auch für mehrere andere Schränke paſſenden Schlüſſel
einem Kollegen verſchiedene geringwertige Gegenſtande
entwendet. Der geſtändige Angeklagte wurde zur
Min=
deſtſtrafe von 3 Monaten Gefängnis abzüglich
1 Monat der Unterſuchungshaft verurteilt. — Durch
leichtſinnige Geſellſchaft iſt der 20jährige Kaufmann H.
Oppenheimer aus Frankfurt zum Diebſtahl
ver=
leitet worden. Der Angeklagte war als engliſcher
Korre=
ſpondent mit einem Gehalt von 110 Mark bei einer
Offenbacher Firma beſchäftigt und genoß als ſolcher das
volle Vertrauen ſeines Chefs. Er knüpfte nacheinander
mehrere Beziehungen an, die ihm ziemlich koſtſpielig
wurden. Als er im Oktober vorigen Jahres eine
ge=
machte Schuld zurückerſtatten mußte, geriet er in die
Ver=
ſuchung, das Pult ſeines Chefs zu erbrechen und nahm
mehrere ausländiſche Münzen im Werte von 150 Mark.
Bei weiteren Diebſtählen fielen ihm noch 50 und 230
Mark in die Hände. Eine beim letzten Diebſtahll
mitgeſtohleme Brigſtaſche führte zur Entdeckung des
Urhebers der fortgeſetzten Diebſtähle. Der geſtändige
Angeklagte, der den Eindruck eines geiſtig anormalen
Menſchen hervorzurufen ſich bemühte, wurde zu 6 M
naten Gefängnis verurteilt. Von der
Unſer=
ſuchungshaft wurden ihm 2 Monate 2 Wochen
ange=
rechnet.
C) Städtiſcher Voranſchlag für 1912. Der
Etat der beiden Elektrizitätswerke ſchließt
in Einnahme und Ausgabe mit 1022700 Mk. ab.
Unter der Einnahme iſt diejenige für abzugebenden
elektriſchen Strom mit 745900 Mk. enthalten.
Sie ſetzt ſich wie folgt zuſammen: Abgabe an Private
für Beleuchtungszwecke 320000 Mk., desgleichen für=
Motorenbetrieb (am 1. Auguſt 1911 waren inſtalliert,
bezw. angemeldet: 657 Motoren mit 1245 Pferdeſtärken)
102000 Mk., Großh. Hoftheater 16000 Mk., Betrieb der
elektriſchen Straßenbahn 105000 Mk., von den
Staats=
bahnanlagen vorausſichtlich 160000 Mk., Selbſtverbrauch
beider Werke 3800 Mk., für Drehſtrom 38100 Mk.;
Die Verzinſung des Anlagekapizals erfordert 163900
Mark, die planmäßige Schuldentilgung 51200 Mk. Für
Neuanlagen ſollen 165100 Mk. aufgewendet werden,
darunter 101600 Mk. für Kabellegungen nach dem
ſüd=
lichen und ſüdöſtlichen Stadtteil und 18500 Mk. für
Kabellegung in der verlängerten Kirſchenallee. Nach
Abwägung der Einnahmen gegen die Ausgaben
ver=
bleibt ein Betrag von 128000 Mk., der an die
Stadt=
kaſſe abgeliefert werden kann.
Eine deutſche Kunſtſchau in Rom.
Die Ausſtellung im Deutſchen Künſtlerverein.
Von Kurt Bauer (Rom).
Der deutſche Künſtlerverein in Rom hat ſich durch
eine Tat aus dem Schlafe gerüttelt, die wohl geeignet
iſt, die deutſche Kunſt den Römern aufs neue in
Er=
innerung zu bringen und die vor allem auch den
Deut=
ſchen ſelbſt daran gemahnt, was die Stätte Rom jüngſt
für die neuen deutſchen Künſtler bedeutete und —
aller=
dings in verſchwindendem Maße — noch heute bedeutet
Dieſe Ausſtellung führt uns vorwiegend in das fröhliche
Ingendſchaffen von Künſtlern, die der deutſchen Malerei
neue Bahnen zu geben vermochten, fußend auf den
gro=
ßen Traditionen Italiens, ohne vom franzöſiſchen
Vir=
tuoſentum angekränkelt zu ſein: Feuerbach, Böcklin,
Len=
bach und Hans von Marées. Und ſie leitet auf dieſer
Linie in die Gegenwart hinein durch Namen wie
Klin=
ger, Geyger und Greiner.
Den äußeren Anlaß der Ausſtellung bildet
deut=
ſcher Wohltätigkeitsſinn. Dem Roten Kreuz
in Italien ſollen die Einkünfte zufließen. Vergeſſen wir,
daß Italien im Verlaufe des Krieges mehrfach betont
hat, auf deutſche Unterſtützung verzichten zu wollen. Es
iſt erfreulich, daß der deutſche Künſtler ſich über politiſche
Sticheleien ſtellt und ſie ignoriert. Die Italiener
wer=
den das nicht mißverſtehen und dankbar lächelnd aus
der Hand der Kunſt entgegenehmen, was ſie von
profeſſio=
neller Wohltätigkeit zurückwieſen. Auch die Gelegenheit
zur Eröffnung dieſer Ausſtellung am 11. März war
ſinn=
reich gewählt: der Geburtstag des Prinzregenten
Luit=
pold von Bayern. Bleibt doch das bayeriſche
Königs=
haus ſeit Ludwig unzertrennlich mit der deutſchen
Künſt=
lerſchaft in Rom verbunden! Gleichzeitig aber vermochte
ein gewiſſermaßen offizieller Anlaß dem Verein
man=
chen Privatbeſitz leichter zugänglich zu machen, wie z. B.
das ſchöne Lenbach=Porträt der Regina Madre. Als
eigentliche Triebkraft beim Zuſtandekommen der Aus=
ſtellung dürfen wir jedoch den Bildhauer Profeſſor Goetz
anſehen, der ſeit einigen Monaten das Präſidium des
Vereins bekleidet und der auf dieſe Weiſe, einem
viel=
fachen Wunſche entſprechend, ſein neues Amt aufs beſte
einzuleiten wußte.
Die neuere deutſche Kunſt iſt in den römiſchen
Gale=
rien nicht zu finden, und zwar zum Schaden für Italien,
das ſonſt gewiß einen größeren Aufſchwung in der
Pflege neuzeitlicher Kunſt gehabt hätte. Um ſo
freudi=
ger begrüßen wir deshalb die Tatſache, daß es
Privat=
leute nicht unterlaſſen haben, dieſe Lücke der ſtaatlichen
Sammlungen auszufüllen. Allerdings ſind es
verhält=
nismäßig wenige italieniſche Sammler, deren Beſitz wir
in unſerer Ausſtellung vertreten ſehen, meiſt treffen wir
auf deutſche, in Italien lebende Kunſtfreunde. Natürlich
laſſen ſich ja italieniſche Familien ſchwerer zugunſten
einer ſolchen Veranſtaltung ausfindig machen und
ge=
winnen, als Deutſche, und man darf daher annehmen,
daß die deutſche Kunſt im italieniſchen Privatbeſitz
ver=
breiteter ſei, als es dieſe Proben zeigen. Sehr viel von
Italienern gekauft wurde natürlich Lenbach. Wir
ſehen von ihm Porträte aus dem Königshauſe, vom
Herzog Sermoneta, vom Grafen Taverna, denen ſich auch
dasjenige der Fürſtin Bülow u. a. anreihen. Weniger
günſtig kommt Anſelm Feuerbach in einigen Oelſtudien
zur Geltung, ausſchließlich in deutſchem Beſitz; mehr
Intereſſe erregen die von ihm ausgeſtellten Zeichnungen,
darunter vor allem ein Studienkopf zum Plato des „„
Gaſt=
mahles” Sodann die beiden großen Meiſter der Farbe:
Böcklin und Marées, die vorwiegend in
Jugendarbei=
ten, lauter Schäferidyllen, vertreten ſind. Wie
verſchie=
denartig von einander behandeln doch dieſe Künſtler
nahezu gleiche Motive! Bei Böcklin leuchtet zunächſt alle
Farbe aus hellem, kreidigem Grunde, nach und nach
ver=
tiefen und ſättigen ſich ſeine Töne. Auch inbezug auf die
Zeichnung zeigt ſich Böcklin ſogleich aufs Erzählende,
nahezu Illuſtrierende gerichtet, man glaubt den Pan
eine beſtimmte Melodie ſpielen zu hören und die Worte
zu vernehmen, mit denen Liebende ihre Gefühle be=
teuern. Bei Marées treten die Einzelheiten dunkel
und farbenſatt aus ſchwarzer Tiefe. Anfangs ſcheinen
ſie ſich nicht recht loslöſen zu können, ſtumm und ſtarr,
gleich Erz, blicken die Geſtalten erſtaunt aus dem
Rah=
men, ohne ſich vom Chaos dunkler Farbenſinfonien zu
befreien. Dann aber, in ſeinem ſpäteren Werke, iſt die
dunkle Tiefe durchſichtig geworden; wie aus klarem
Waſſerſpiegel leuchten die vollfarbigen Figuren daraus
hervor, alles erſcheint flüſſig aufgelöſt und doch wieder
maſſig, faſt ſteinern feſt zuſammengefügt. Monumentale
Ruhe und klaſſiſche Vornehmheit ſchließen die
unweſent=
lichſten Dinge ein. Wir vlicken auf Geſtalten, die dort
ſchon ſeit Ewigkeit ſo zu ſtehen ſcheinen und ſtets ſo
ver=
harren werden; haben doch ſelbſt die Kinder auf Marées
Bildern etwas von Unſterblichem an ſich, die auf dem
Parnaß von ewigem Glück und ewiger Ruhe träumen.
Da iſt alles unmittelbare maleriſche Impreſſion, alle
Ge=
fühle drücken ſich wortlos in Farben und Bewegungen
aus und das Stoffliche verzehrt ſich ſo weit in großen
Farbenſinfonien, daß wir erſtaunt ſind, es doch als
ſol=
ches aufs deutlichſte wieder zu erkennen. Von Böcklin
ſei noch beſonders hervorgehoben die kleine, berühmte
Temperalandſchaft aus dem Beſitz des Herzogs Grazioli,
ein Jugendwerk, die kleine landſchaftliche Oelſkizze
der=
ſelben Zeit im Beſitze des Herrn Pallenberg, dem auch
alle Marées gehören, ſowie die ſchöne Bronzeſtatue einer
Sabinerin von Volkmann. Vergleichen wir dieſe
nackte Frauenſtatue mit den zahlreichen
Studienzeichnun=
gen Marées’, ſo erkennen wir ſogleich die ſeeliſche
Ver=
wandtſchaft zwiſchen den beiden Freunden, zwiſchen
Maler und Bildhauer.
Eine Reihe von Radierungen Klingers, Greiners,
Stauffer=Berns dürften wohl bisher in Rom noch nicht
in guten Vorzugsdrucken (zum Teil mit
Originalwid=
mungen) ausgeſtellt geweſen ſein und es war, als
erweck=
ten gerade ſie das meiſte Intereſſe der Beſucher.
Vor=
allem verdient jene berühmte Radierung Geygers=
„Darwinſche Abſtammungslehre” genannt zu werden, die,
obwohl ſchon im Jahre 1892 entſtanden, auch in Deutſch=
Nummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
Seite 3.
* Heſſiſcher Goethe=Bund. Auf den heute
Donnerstag abind im Mathildenhöh=Saale,
Dieburger=
rtraße, ſtattfindenden Vortrag von Herrn
Inſtituts=
vorſteher M. Elias, der über das Thema „
Reform=
vewegungen auf dem Gebiete der Schule” ſprechen wird,
wird hierdurch nochmals aufmerkſam gemacht. Da ſich
nn den Vortrag freie Ausſprache ſchließen wird, iſt
in ſehr intereſſanter Abend zu erwarten.
Hermann Knispel=Abend. Auf mehrfache An=
Tragen ſei hiermit mitgeteilt, daß der am Montag, den
L. April, im Traubeſaal ſtattfindende Vortragsabend
Des Künſtlers pünktlich um 8¼ Uhr beginnt. Eintritts=
Sarten, denen gleichzeitig das Programm beigegeben iſt,
cverden, wie ſchon einmal erwähnt, im Vorverkauf nur
n der Hofbuchhandlung von Bergſträßer, Rheinſtraße,
abgegeben.
— In der Johanneskirche wird am Palmſonntag,
abends um 8 Uhr, die Matthäuspaſſion von Hch.
Schütz durch den Kirchengeſangverein der
Johannesgemeinde zur Aufführung kommen.
Die Partie des Evangeliſten hat Herr Konzertſänger
Reinhardt, die des Jeſus Herr Kammerſänger
Weber übernommen. Die kürzeren Soloſätze (Petrus,
Judas, 1. und 2. Magd uſw.) werden von den Herren
Hofchorſänger Sautier, E. Sulzmann und Frau M.
Joachim geſungen. Die Orgelbegleitung übernimmt
Herr Muſikdirector Klaſſert. — Texte zu 20 Pfg.
be=
rechtigen zu freiem Eintritt. Die Emporbühnen ſind
Zunächſt für die inaktiven Mitglieder beſtimmt.
— Inſtrumentalverein. Es ſei hiermit nochmals
auf das morgen Freitag, den 29. März, adends 8,15 Uhr,
in der Stadtkirche ſtattfindende
Wohltätiig=
keitskonzert des Inſtrumentalvereins
hingewieſen. Das Konzert findet zum Beſten des
Eliſa=
bethenſtifts ſtatt, einer Anſtalt, der wohl jeder gerne ein
Scherflein zuweiſt, zumal damit ein ſchöner Kunſtgenuß
verbunden iſt. Sämtliche Mitwirkende werden zum
Ge=
lingen des Abends ihr Beſtes beitragen. Der
Karten=
verkauf findet in der Arnoldſchen Muſikalienhandlung,
Wilhelminenſtraße 9 und im Eliſabethenſtift ſtatt. Eine
Stunde vor Beginn des Konzertes hat den
Kartenver=
kauf die der Kirche gegenüberliegende Einhorn=Apotheke
übernommen. Am Eingang der Kirche findet
kein Kartenverkauf, wie irrtümlich angegeben,
ſtatt.
Orpheum. Die Vorſtellungen des
Ober=
bayeriſchen Bauerntheaters (Direktion M.
Denga) erwecken andauernd lebhaftes Intereſſe beim
Publikum und finden vor vollbeſetztem Hauſe ſtatt.
Die Aufführung von Anzengrubers Bauernkomödie
„Die Kreuzelſchreiber”, der wir am Dienstag
bei=
wohnten, gehört zu den beſten dieſes beliebten Theaters.
Echte und prächtige Volkstümlichkeit, verbunden mit
einer gereiften und ſicheren Kunſt der Darſtellung, geben
dieſen Vorſtellungen ihr eigenartiges Gepräge.
Ge=
ſtalten, wie der charakteriſtiſche „Steinklopferhans” des
Michael Dengg nnd die prachtvolle Bäuerin der
Anna Dengg, ſind Idealtyppen im Anzengruberſchen
Sinne. Doch ſie treten hauptſächlich nur dadurch
hervor, daß ſie die Hauptrollen ſpielen, an
Volkstüm=
lichkeit der Charakteriſtik ſtehen ihnen die anderen
Dar=
ſteller und Darſtellerinnen nicht nach, wie denn ja
ge=
rade die Einheitlichkeit und Gleichmäßiakeit des Enſembles
ein Hauptvorzug dieſes Bauerntheaters iſt. Der
präch=
utige Schuhplattlertanz und die Raufſzene beim Wirt
Veit waren herzerfriſchend in ihrer Natürlichkeit. Das
Publikum ſpendete den Künſtlern ſehr lebhaften Beifall.
P. H. Vorträge von Prediger Schrenck. Man ſchreibt
uns: Prediger Schrencks geſegnete
Tätig=
keit in unſerer Stadt iſt nun für diesmal
be=
endet. Was war der Hauptinhalt ſeiner Reden vom 17.—26.
d. Mts.? „Es ſind gewaltige Auseinanderſetzungen in
unſern Tagen auf religiöſem Gebiet. Ein großer Teil der
Menſchenkinder aller Nationen freut ſich aber und darf ſich
freuen, daß er an der Reinigungskur der religiöſen
Anſchau=
ungen nicht mitzumachen braucht. Dieſe Fragen ſind ihm
ge=
löſt, beantwortet. Die Glieder dieſer Gemeinſchaft ſind nicht
mehr Gottſucher. Sie haben in Chriſto den Vater
ge=
funden, ſind durch Chriſti Blut und Tod verſöhnt mit
Gott. Die Gotteserkenntnis iſt für ſie noch nicht
abge=
ſchloſſen. Es geht bei ihnen von Erkenntnis zu Erkenntnis.
Durch Jeſum, den Gekreuzigten und Auferſtandenen und
Er=
höhten ſtrömt uns die Kraft zu. Sie liegt nicht in uns.
Von ihm kommt die wahre Freiheit und die wahre,
reine Liebe. Es gibt keine Erlöſung, gewirkt durch den
Menſchen. Wer das ſagt, iſt ein Phantaſt und ſteht nicht auf
dem Boden der heiligen Schrift.” Das waren die kernigen
Wahrheiten, die der ergraute Evangeliſt im
Stadtmiſſions=
ſaale, Mühlſtraße 24, in Darmſtadt, allabendlich und an den
beiden Sonntagen nachmittags vor dichtgedrängter Menge
immer wieder friſch, klar und mächtig bezeugte. Zu der Ver
ſammlung der Frauen und Jungfrauen am Montag, den
25. März, ſtrömten etwa 1500 Hörer zuſammen und am
Diens=
tag abend in der Schlußverſammlung 7—800 Männer und
Jünglinge, die unter das mächtige Zeugnis von Chriſto
ge=
kommen waren. Solche Zeugen brauchen wir in unſerer
zer=
fahrenen Zeit.
Ss. Griesheim, 27. März. Heute nacht wurde bei
Peter Höhl im Gaſthaus „Zum weißen Hirſch” wieder
ein Einbruch verübt. Die Einbrecher hatten es offenbar
auf die Kaſſe abgeſehen. Sie richteten im Hauſe eine
große Verwüſtung an und eigneten ſich Spezereiwaren
aus dem Laden an. Auch in einem großen
Manufaktur=
warengeſchaft wurde in derſelben Nacht ein
Einbruchs=
verſuch gemacht, jedoch wurden die Diebe in ihrem
Vor=
haben geſtört. In beiden Fällen iſt es noch nicht
ge=
lungen, ſie zu ermitteln.
— Langen, 26. März. Vom 22. bis 24. Juni begeht
der Geſangverein „Frohſinn”=Langen ſeine goldene
Jubelfeier, verbunden mit nationalem Geſangs
Wettſtreit, zu welchem Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog von Heſſen einen wertvollen Ehrenpreis geſtiftet
hat. Auch das Kollegium der Stadtverordneten hat
durch Bewilligung eines Preiſes zum Wettſtreit ſeine
Sympathien für den feſtgebenden Verein, der ſich in
allen Bevölkerungskreiſen großer Wertſchätzung erfreut,
bekundet. Die verſchiedenen Ausſchüſſe ſind bereits emſig
tätig und verſprechen uns einen würdigen Verlauf der
geplanten Veranſtaltungen, die ſich in der Anthesſchen
Liegenſchaft abſpielen werden. Der Delegiertentag findet
am zweiten Oſterfeiertag in Langen ſtatt.
Offenbach, 25. März. Der ſeit dem 2. März
verſchwun=
dene 19jährige Breaugehilfe Graecmann wurde als
Leiche aus dem Main gelandet. Graecmann war
vor kurzer Zeit erſt aus einer Lungenheilanſtalt entlaſſen
worden und dürfte in ſeeliſcher Erregung den Tod geſucht
haben.
Nieder=Ingelheim, 27. März. Geradezu
haar=
ſträubende Einzelheiten werden im Verlaufe
der gerichtlichen Unterſuchung in dem Falle der von ihrem
eigenen Ehegatten in einem Stalle eingeſperrten Frau H.
bekannt. Es iſt ſeit Jahren hier bekannt, daß die Ehefrau
des Spezereihändlers H. an Irrſinn leidet und war
man auch ſchon wiederholt an H. herangetreten, er möge
ſeine Frau in eine Heilanſtalt verbringen. Trotz ſeiner
guten finanziellen Verhältniſſe verſtand ſich H. indeſſen
keineswegs hierzu, vielmehr ſchaffte er die unglückliche
Frau in einen leerſtehenden Viehſtall, in dem die Aermſte
bei bitterſter Kälte den Winter hindurch zubrachte. Hinter
verbarrikadierten Türen und Fenſtern wurde die auf einem
Strohhaufen liegende, von Ungeziefer über und über
be=
deckte Frau vor den Blicken der Nachbarſchaft verborgen
gehalten. Das empörendſte an der Sache iſt, daß auch die
erwachſene Tochter und der Sohn des Hauſes dieſes
un=
erhörte Behandlung der unglücklichen Mutter
ſtillſchwei=
gend duldeten. Sie werden ſich mit dem Vater wegen
dieſer beiſpielloſen Gefühlsroheit zu verantworten haben.
Die bedauernswerte Frau iſt die zweite Frau des H. und
die Schweſter ſeiner erſten Frau. Sie brachte ihrem Manne
ein ſehr reſpektables Vermögen mit in die Ehe.
Gießen, 26. März. Die Gebäude des abgebrannten
Windhofes ſind mit 105000 Mark bei der Brandkaſſe
verſichert. Man ſchätzt die Koſten der Wiederherſtellung
auf 50—60000 Mark. Das geſamte Wirtſchafts=Inventar
iſt ein Raub der Flammen geworden. Einen Teil der
Habe der Kohlheyerſchen Eheleute, denen der Windhof
ge=
hörte, hat man in dem Reſtaurationsraum unter dem
gro=
ßen Saal geborgen. Ueber die Entſtehung des Brandes,
der ſich raſch verbreitete, hört man bis jetzt nur
Vermutun=
gen deren eine lt. Gieß.=Anz, dahin geht, daß die
Acetilen=
gas=Anlage nicht ganz in Ordnung geweſen ſei und den
Brand verurſacht habe.
Alsfeld, 20. März. Nachdem der preußiſche Miniſter
der öffentlichen Arbeiten den Beginn der
Bauar=
beiten an den Bahnlinien Alsfeld —
Nieder=
aula mit Abzweigung nach Schlitz (inkl. Bahnhofsumbau
Alsfeld) nunmehr genehmigt hat, hat die Königl.
Eiſen=
bahndirektion Frankfurt a. M. heute die hieſige
Bauabtei=
lung beauftragt, die Arbeiten ſofort zu beginnen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 26. März. Das
Kammer=
gericht verwarf die Berufung des Kapellmeiſters
Felix Weingartner gegen den König von Preußen.
Weingartner verlangte Aufhebung des Vertrages, nach dem
er 9000 Mark an die Intendantur der Königlichen
Schau=
ſpiele in Berlin zahlen und ſich verpflichten ſoll, 5 Jahre
nach ſeinem Weggange vorz Wien in Berlin und Umgebung
nicht zu dirigieren. Der Vorſitzende des Gerichtshofes,
Kammergerichtspräſident Heynroth, bemerkte bei der
Ur=
teilsbegründung: Der Gerichtshof ſei der Anſicht, daß der
Künſtler ſich nicht der Konkurrenzklauſel zu unterwerfen
habe, aber er handelte vollſtändig freiwillig und folglich
ſei die Berufung zu verwerfen. — Aus Anlaß des Todes
von Albert Träger ſind im Trauerhauſe zahlreiche
Teil=
nahmsbezeugungen eingelaufen. Die Beerdigung wird
am Freitag nachmittag ſtattfinden. — Ein Raubanfall
von beiſpielloſer Roheit ſpielte ſich geſtern abend auf der
Südringſtrecke vom Potsdamer Bahnhof nach
Bahnhof Schöneberg ab. Eine 18jährige Dame ſaß mit
einem dem Arbeiterſtande angehörenden Manne allein in
einem Coupe. In dem Abteil nebenan befand ſich kein
Paſſagier. Plötzlich ſprang der Mann auf und ſuchte der
Dame die Handtaſche zu entreißen. Sie wehrte ſich
ſtand=
haft, war aber den Körperkräften des Mannes nicht
ge=
wachſen und flüchtete in das Nebenabteil in der Hoffnung,
dort Hilfe zu finden. Der Mann eilte ihr nach und
ver=
ſuchte, das Mädchen aus dem Zuge zu werfen. Es
ent=
ſtand ein kurzer, verzweifelter Kampf. Krampfhaft hielt
ſich das Mädchen an der Coupetür an. Schließlich gelang
es dem Unhold, die Tür zu öffnen und die junge Dame
auf die Geleiſe zu werfen. Als ſie aufgefunden wurde, war
ſie glücklicherweiſe unverletzt, aber ſo erſchöpft, daß es ihr
kaum möglich war, eine Darſtellung des Ueberfalls zu
geben. Die ſofort eingeleitete polizeiliche Ermittelung
hatte noch keinen Erfolg. Eine amtliche Meldung teilt
über den Vorfall mit: Die geſtern abend in einem
Ring=
bahnzuge überfallene und aus dem Zuge geſtürzte junge
Dame, eine Kontoriſtin, wurde von einem
Eiſenbahnaſ=
ſiſtenten, der von der Dienſtſtelle nach dem Bahnhof Groß=
Görſchenſtraße ging und unterwegs Zeuge des Vorfalls
wurde, nach dem Bahnhof gebracht. Auch ein
Poſthilfs=
bote, der ſich im drittletzten Wagen befand und den Schrei
der Ueberfallenen gehört hatte, ſah das Mädchen aus dem
Zuge fallen. Außer mehreren Kratz= und Würgwunden
hat die Ueberfallene anſcheinend keine Verletzungen
erlit=
ten. Die geraubte Handtaſche wurde im Zuge gefunden.
Es fehlten das Portemonnaie mit etwa vier Mark, ein
Schlüſſel und ein Brief.
Eisleben, 27. März. In Stedten wurde geſtern die
Händlerswitwe Schumann von einem entfernten
Ver=
wandten namens Rabenalt aus Oberfarnſtedt bei
Quer=
furt ermordet. Dem Täter ſind 210 Mark in die
Hände gefallen. Er ſoll in der Richtung nach Halle
ent=
kommen ſein.
Danzig, 27. März. Heute morgen traf die
Kron=
prinzeſſin aus Berlin kommend hier ein. Sie
be=
gab ſich im Automobil nach ihrer Villa.
Wien, 26. März. Nach einer in der Volkshalle des
Rat=
hauſes abgehaltenen chriſtlich=ſozialen
Wähler=
verſammlung verſuchten, wie die Korreſpondenz
Wil=
helm meldet, etwa ſechs= bis achthundert Perſonen nach
dem Stadtbezirk Wieden zu ziehen, wo eine Verſammlung
freiheitlicher Wähler abgehalten wurde. Die
Sicher=
heitswache ſtellte ſich ihnen entgegen und wurde mit
Stockhieben empfangen. Die Menge wuchs ſchließlich auf
etwa 1000 Perſonen an und wollte den Wachtkordon
ſtür=
men. Die Polizei, welche inzwiſchen Verſtärkung erhalten
hatte, zog vom Leder und zerſtreute die Menge ohne
Waf=
fengebrauch, wobei drei Verhaftungen vorgenommen
wur=
den. Ein Teil der Demonſtranten zog vor die Redaktion
der Neuen Freien Preſſe, wurde aber durch den
Wacht=
kordon auch hier abgewehrt. Als gegen die Fenſter Steine
geſchleudert wurden, zog die Wache blank und zerſtreute
die Menge, ohne die Waffe zu gebrauchen. Hjerbei
erfolg=
ten weitere vier Verhaftungen.
Wien, 26. März. Im Garniſonsſpital von
Wien iſt dieſer Tage der Deutſchmeiſter=Hauptmann
Eduard Novotny geſtorben. Er war Witwer und Vater
dreier Kinder, bei denen als Erzieherin ein Frl. Gina
Edle von Erdegaſte Mutterſtelle vertrat. Sie pflegte
auch den Offizier, bis er ins Spital gebracht wurde.
Als Novotny ſah, daß keine Hoffnung für ihn
vorhan=
den ſei, wandte er ſich an ſeinen Oberſten mit der Bitte,
daß man es ihm ermögliche, auf dem Sterbebette
die Erzieherin zu heiraten, damit ſie in den Genuß
der Penſion komme. Da eine ſolche Bewerbung auf
dem gewöhnlichen Dienſtwege mehrere Wochen gedauert
hätte, wandte ſich der Oberſt telegraphiſch an die
Militär=
kanzlei des Kaiſers mit der Bitte, die Trauung zu
bewil=
ligen. Nach zwei Stunden traf die kaiſerliche Bewilligung
ein, kurz darauf erfolgte die Trauung; wenige Stunden
ſpäter ſtarb der Offizier.
London, 26. März. Wie hier bekannt gegeben wird,
gab der König den Beſuch des „Grand National”, des
bedeutendſten Hindernisrennen dieſes Jahres, auf. In
einem Brief an Lord Derby ſchreibt der König: Die
Fort=
dauer des unheilvollen Kohlenſtreiks macht es mir
unmöglich, Pläne zu machen oder London zu verlaſſen.
land wenig gefunden wird, weil von ihr nur 50
Erſt=
drucke exiſtieren. Sie gehört techniſch zu dem Beſten, was
deutſche Schwarz=Weiß=Kunſt erzeugt hat, und ſtellt ein
neugeborenes Menſchenkind, umgeben von einer Anzahl
Affen, dar. Ein geniales Gemiſch von altholländiſcher
Licht= und Schattenwirkung und altdeutſcher
Einzelaus=
führung. Von Greiner, wohl dem bedeutendſten der
heute in Rom lebenden deutſchen Künſtler, findet ſich
auch ein Oelbildnis ſeiner Frau. Im Vergleich zu ſeinen
herrlichen Lithographien und Radierungen folgt dem
Meiſter der Pinſel weniger willig als der Stichel.
Be=
wundern wir auch hier den feinen zeichneriſchen Ausdruck,
die geſchmackvolle Zuſammenſtellung ſtumpfer
Farben=
töne, ſelbſt die geſchickte an Leibl mahnende Behandlung
des Kopfes, ſo zeigt ſich eine erhebliche Maniriertheit doch
namentlich in der techniſchen Behandlunng größerer
Flä=
chen, wo die Pinſelführung ſich nicht mehr von den
dar=
geſtellten Dingen leiten läßt, ſondern dieſe vielmehr ſtart
vergewaltigt. Aus dem Beſitze Greiners weiſt die
Aus=
ſtellung noch ein großes Oelgemälde Max Klingers
auf, das bereits in Deutſchland die Aufmerkſamkeit auf
ſich gelenkt hatte: jenes ſeltſame Menſchenpaar, der
ge=
lenkige Athlet mit dem etwas abſeits ſtehenden ſchlauen
Krüppel, der ſich ſchadenfroh die Hände reibt im
Bewußt=
ſein, die vor ihm protzende Körperkraft durch Schlauheit
doch zu beſiegen. Der Zuſammenhang zwiſchen dieſen
beiden Figuren iſt rein intellektueller Natur; ſie könnten
aus einem Zyklus geriſſene Illuſtrationen bilden, die
Farbe vermochte dieſem Werke zu keiner maleriſchen
Ge=
ſamtwirkung zu verhelfen, und was wir darin
bewun=
dern, iſt lediglich die geiſtreiche Zeichnung des
berühm=
ten Meiſters. Im Verhältnis zu den vielen
intereſſan=
ten Malerwerken dieſer Ausſtellung tritt die deutſche
Plaſtik hier nur in wenigen Beiſpielen auf. Außer der
ſchon genannten Statue Volkmanns finden wir noch
einige Büſten und Reliefs von Hildebrandt, die
allerdings mit zu den ſchönſten des Künſtlers gehören.
Aber die Abſicht des deutſchen Künſtlervereins in
Rom geht gewißlich über das uns einſtweilen hier
Ge=
botene hinaus. Die Ausſtellung — und dies iſt ihr
weſentliches Verdienſt — darf als Zeichen gelten, daß
der Verein gewillt iſt, von neuem einen Zuſammenſchluß
und Aufſchwung deutſcher Kunſt an jener großen Stätte
zu bewirken, auf die uns unſere beſten Traditionen
zurück=
weiſen und deren Lage dem Schaffen heute noch dieſelbe
Anregungsquelle zu bieten vermag wie einſt.
Ausſtellun=
gen aber ſind heute etwa dasſelbe, was vergangenen
Zeiten Abendnuterhaltungen bedeuteten; ſie zeugen von
der Lebenskraft zeitgenöſſiſchen Schaffens. Und ſo wäre
es beſonders in Rom zu wünſchen, daß unſer
Kunſtver=
ein dort weitere Ausſtellungen veranſtalten wolle, die
auch einen ggrößeren Kreis der jungen in Rom lebenden
deutſchen Künſtler in ſich ſchließen mögen. Nicht nur den
Künſtlern würden ſolche Gelegenheiten, ſich einander in
ihren Leiſtungen en kamille gegenübergeſtellt zu finden,
in ideellem und materiellem Sinne zuſtatten kommen,
ondern vor allem die Wechſelwirkungen zwiſchen
italie=
niſſcher und deutſcher Kunſt würden dabei aufs neue innig
verſchmelzen. Es würde ſich bei dem heute noch
qualita=
tiven Uebergewicht der deutſchen zeitgenöſſiſchen Kunſt
über die italieniſche bald ein weiteres Wirkungsfeld
er=
öffnen für unſere Künſtler, das gleichzeitig den
italieni=
ſchen Künſtlern neue Anregungen zu geben vermöchte.
Und im edlen Wetteifer zwiſchen beiden befreundeten
Nationen müßte der deutſche Künſtlerverein in Rom
unſere Kunſt hier würdiger repräſentieren können, als an
irgend einer anderen Stätte der ausländiſchen Welt.
Allerdings fehlt es dazu zunächſt an dem leidigen
Gelde. Die Räume, über die der deutſche Künſtlerverein
in Rom in der „Via del Seminario” verfügt, ſind zu
Ausſtellungen durchaus unbrauchbar. Es fehlt ihnen am
Tage jedes ausreichende Licht, und ſo können die
Kunſt=
werke den Beſuchern nur abends bei elektriſcher
Beleucht=
ung vorgeführt werden. Wenn wir aber auch verpflichtet
ſind, dem rührigen Vorſtande für den gehabten
Vorge=
ſchmack zu danken, ſo müſſen wir dieſe Gelegenheit doch
gleichzeitig benützen, um für das deutſche Kunſtſchaffen
in Rom endlich noch mehr zu verlangen: mehr Bilder und
mehr Licht!
Feuilleton.
* „Wüſtenartillerie” auf Kamelen. Die Italiener
chaben mit ihrer auf Kamelen montierten
Gebirgsartil=
lerie in Tripolitanien recht gute Erfahrungen gemacht.
Wie der Stampa mitgeteilt wird, fanden kürzlich in dem
Garten Gemel Beis in Tripolis im Beiſein mehrerer
Generäle intereſſante Verſuche ſtatt mit der erſten Sektion
der zukünftigen Wüſtenartillerie. Der geniale Schöpfer
und Organiſator der Truppe iſt der Kapitän Tappi, der
30 ausgewählte Artilleriſten nach ſeinem Syſtem geſchult
hat. Die Kamele gehorchen den Artilleriſten beſſer als die
Maultiere, ſo daß die Soldaten ſtolz auf ihre treuen
Tiere ſind. Der Anblick iſt allerdings ſehr ſeltſam.
Zu=
nächſt hocken die Kamele am Boden, die Soldaten ſtehen,
den Mehariſten= (Kamelreiter=) Stab in der Hand, mit
einem Fuß auf dem Tier. Der Kapitän, dem ein
Leut=
nant und ein Korporal zur Seite ſtehen, gibt einen kurzen
Befehl, und in wenigen Augenblicken ſind die Geſchütze
auseinander genommen und verladen. Auf ein weiteres
Signal erheben ſich die Kamele und marſchieren in
Ko=
lonne nach einem erhöhten Platze im Garten. Dort
be=
fiehlt der Kapitän: „In Batterieſtellung!” Mit
wunder=
barer Schnelligkeit legen ſich die Tiere nieder, die
Solda=
ten ſetzen die Geſchütze zuſammen und nach 40 Sekunden
iſt die Batterie gefechtsbereit. Dann geht der Marſch
zu=
rück mit derſelben Ordnung und Schnelligkeit. Einige
Evolutionen folgen, in denen ſich die Artilleriſten als
vorzügliche Kamelführer zeigen, faſt ohne die Tiere ein
einziges Mal mit dem Stock zu berühren. Endlich erfolgte
ein Vorbeimarſch in Kolonne, der durch ſeine Eleganz
auffiel, ſo daß die Generäle des Lobes voll waren. Es
ſollen demnächſt neue Sektionen Kamelartillerie aufgeſtellt
werden.
* Ein mutiger Richter. Aus New=York wird berichtet:
Der Richter Beemann von Sterling im Staate Illinois iſt
gegenwärtig der berühmteſte Mann in den Vereinigten
Staaten: er iſt vielleicht der einzige Richter, der den Mut
ge=
habt hat, vor Gericht ein Urteilgegen ſeine eigene
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
Nummer 75.
London, 27. März. Geſtern begann vor dem
Lon=
doner Schwurgericht gegen 126 Frauen, die am 1.
März im Londoner Weſtend die Fenſter
einge=
ſchlagen haben, die Verhandlung. Das Urteil
lau=
tete in verſchiedenen Fällen auf 4—6 Monat Gefängnis.
London, 27. März. An der Küſte von Eaſtbourne
ha=
ben Taucher geſtern mit der Bergung der
Gold=
ladung der geſunkenen „Oceana”, die einen Wert
von 15 Millionen hatte, begonnen. Die Taucher
dran=
gen in die Kabinet des Kapitäns ein, wo ſie den
Schlüſ=
ſel zum Stahlſchrank fanden. Bisher haben ſie einen
mit Goldmünzen gefüllten Kaſten und zwei
Silberbar=
ren gehoben. Der Zugang zu dem Kaſſenſchrank iſt durch
Trümmer geſperrt, die die Bergungsarbeiten erſchweren,
doch hofft man den ganzen Schatz in Sicherheit bringen
zu können.
Vliſſingen, 26. März. Der Schlepper „John Bull”
ſtieß in der vergangenen Nacht bei Zeebrügge mit dem
auf der Fahrt nach Dieppe befindlichen Dampfer
zuſam=
men. Dieſer ſank. Die Beſatzung wurde in Vliſſingen
an Land geſetzt. Einer von ihnen ertrank.
New=York, 26. März. In Bluefield (Weſtvirginien)
ſind durch eine Exploſion in einer Kohlengrube über
hundert Bergleute eingeſchloſſen worden.
Man befürchtet, daß ſie alle umgekommen ſind.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Lieder zur Laute von Sven und Liſa
Scholander. Wir erlauben uns nochmals auf den im
Saale des Hotel zur Traube am Donnerstag, 28. März,
ſtattfindenden Liederabend von Sven und Liſa Scholander
hinzuweiſen. Das liebenswürdige Sängerpaar, trat am
11. Januar in Hamburg zum 3. Male in der Saiſon auf.
Tochter und Vater Scholander beweiſen immer wieder, wie
ernſt ſie es mit ihrer Kunſt nehmen, mit welcher Sorgfalt
ſie ſich in alle Feinheiten der ſtets zahlreich in das
Pro=
gramm aufgenommenen neuen Darbietungen vertiefen und
vollendete Kunſtwerke bringen.
Provinzialtag der Provinz Starkenburg.
-g. Darmſtadt, 27. März.
Der Provinzialtag der Provinz Starkenburg trat
heute vormittag 10½ Uhr im Rathausſaal zu einer
öffent=
lichen Verſammlung zuſammen. Herr Provinzialdirektor
Fey eröffnete die Verſammlung und begrüßte die
Er=
ſchienenen, worauf durch Vexleſung der Präſenzliſte die
Anweſenheit von 86 Mitgliedern feſtgeſtellt wurde. Zu
Urkundsperſonen wurden Herr Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing und Herr Ortsgerichtsvorſteher Müller=
Darmſtadt ernannt. Hierauf gedachte der Vorſitzende der
im abgelaufenen Jahre verſchiedenen Mitglieder, des
Herrn Bürgermeiſters Müller in Roßdorf und des
HHerrn Fabrikanten Kreutzer in Bensheim, zu deren
Ehren ſich die Anweſenden von ihren Plätzen erhoben.
Sodann erſtattete Herr Geheimerat Fey den
Verwalt=
ungsbericht des Provinzialausſchuſſes und der
Provin=
zial=Pflegeanſtalt für das Rechnungsjahr 1911. Er führte
aus:
Ich freue mich, feſtſtellen zu können, daß die Lage der
Provinz in ſinanzieller und wirtſchaftlicher Hinſicht
durchaus günſtig iſt. In finanzieller Hinſicht liefert
der Abſchluß der Rechnung für 1910/11 ein ſehr
erfreu=
liches Bild. Es wurde durch Erſparniſſe in verſchiedenen
Geſchäftszweigen und durch Vereinfachung in
verſchie=
denen Einrichtungen der Provinz im ganzen ein
Ueber=
ſchuß von 83000 Mark erzielt. Es iſt im
Voran=
ſchlag für 1912 daher möglich, neben einer
Herabſetz=
ung der Umlagen von 551000 Mark auf 531000 Mk.
auch eine verſtärkte Schuldentilgung,
insbe=
ſondere auch eine raſchere Tilgung der Koſten der
Klein=
pflaſteranlagen eintreten zu laſſen. Die
Kommunal=
ſteuerkapitalien zeigen ein fortwährendes Anwachſen.
Sie betrugen in 1908/09: 9413000 Mark, in 1909/10:
9675000 Mark, in 1910/11: 9 922000 Mark, und in 1911=
1912: 10 269213 Mark. Die Kommunalſteuerkapitalien
der Provinz Rheinheſſen betragen 1911/12: 8889000 Mk.
und diejenigen der Provinz Oberheſſen 5115000 Mark.
Von den Steuerkapitalien 1911/12 entfallen auf die
ein=
zelnen Kreiſe: Darmſtadt 3367 780,20 Mark, Offenbach
3 213 970,20 Mark. Groß=Gerau 989782,50 Mark,
Bens=
heim 872 258,20 Mark. Dieburg 774327,10 Mark,
Heppen=
heim 551 766,30 Mark, Erbach 498 623,40 Mark.
In wirtſchaftlicher Hinſicht habe ich ſchon
früher darauf hingewieſen, daß bei Wahrung der
pro=
vinziellen Intereſſen eine Zerſplitterung der Kräfte und
Mittel der Provinz vermieden und daß ein
Hauptaugen=
merk auf größere Ziele gerichtet werden muß, die im
ge=
meinſamen Intereſſe der Kreiſe, Städte und
Landge=
meinden liegen. Auch im Jahre 1911 wurde dieſer Grund=
ſatz feſtgehalten. So fanden Verhandlungen und
Berat=
ungen ſtatt wegen eines elektriſchen
Ueberland=
werks, wegen den Arbeits= und Herbergsſtätten für
Wanderer, wegen des allgemeinen öffentlichen
Arbeits=
nachweiſes in der Provinz, wegen Verbeſſerung und
ein=
heitlicher Unterhalltung der Hauptverkehrsſtraßen, wegen
Förderung der Handels= und Verkehrsintereſſen der
Pro=
vinz am Rhein, Main und Neckar, wegen der
Provinzial=
ſiechenanſtalt, insbeſondere wegen Feſtſetzung der
Pflege=
gelder und wegen Aufnahme von Pfleglingen, ſowie
wegen Vergebung von Freiſtellen.
Aus einzelnen Verwaltungszweigen
der Provinz iſt Folgendes hervorzuheben:
Kunſtſtraßen.
Die von der Provinz in Vorſchlag gebrachte
Unter=
ſcheidung von Hauptverkehrsſtraßen und Nebenſtraßen
bei der SStraßenunterhaltung hat ſich als praktiſch
erwie=
ſen. Ebenſo hat ſich die Anlage von Kleinpflaſter auf
denjenigen Straßenſtrecken, wo dies infolge des
geſteiger=
ten Verkehrs, insbeſondere des Automobilverkehrs,
zweck=
mäßig und finanziell gerechtfertigt erſcheint, durchaus
be=
währt. Verzinſung und Tilgung der Anleihen für
Klein=
pflaſter iſt in den Unterhaltungsvoranſchlägen
einbegrif=
fen. Die Länge der Kunſtſtraßen, bei deren
Un=
terhaltung die Provinz beteiligt iſt, beträgt zur Zeit 1747
Kilometer. Die Unterhaltungskoſten für 1912
belaufen ſich auf 1002 400 Mark, wovon der Staat 337000
Mark, die Provinz 332700 Mark und die Kreiſe
zuſam=
men 332700 Mark aufbringen. Für 1911 betragen die
Unterhaltungskoſten 999 438 Mark. Die Provinz hat
ein=
ſchließlich Verzinſung und Tilgung der Kleinpflaſterkoſten
ffür 1912 ur 1500 Mark mehr aufzubringen. Für
Klein=
pflaſterungen ſind vorgeſehen einſchließlich Kreisanteile
360000 Mark. Die Kreisverwaltungen waren im
abge=
ſchloſſenen Rechnungsjahre bemüht, die zur Verfügung
ſtehende Voranſchlagsſumme einzuhalten, ſo daß nur
egeringe Ueberſchreitungen vorkamen und im ganzen ein
Ueberſchuß von 9500 Mark verblieb. Für Neubauten
wurden von Staat und Provinz im Rechnungsjahre 1910=
4911 aufgewendet 670000 Mark, für 1912/13 ſind
vorge=
ſehen 540000 Mark. Hierin ſind die Beiträge der Kreiſe
und Gemeinden noch nicht enthalten. Nimmt man dieſe
Beiträge in demſelben Betrage an, wie den Beitrag der
„Provinz, ſo ergibt ſich eine Geſamtaufwendung
ffür Neubauten im Jahre 1910/11 von 107200 Mk.,
in 1912/13 von 86 400 Mark. Der Wert der
Kunſt=
ſtraßen der Provinz iſt auf Veranlaſſung der
Provin=
zialdirektion im letzten Jahre ermittelt worden. Er
be=
trägt 45 462000 Mark. Hiervon entfallen auf
Gelände=
wert 12 446000 Mark. Bauwert 30848000 Mark.
Obſt=
bäume 1763000 Mark. Grasnutzung 405000 Mark. Auf
den Kunſtſtraßen ſind 279 Straßenwärter beſchäftigt, die
zuſammen 260 295 Mark Lohn beziehen, außerdem ſind
noch 76753 Mark für Taglöhner ausgeworfen.
Arbeſts= und Herbergsſtätten für Wanderer.
Durch Beſchluß zum Voranſchlag für 1910 wurde der
Provinzialausſchuß ermächtigt, im Jahre 1910 dine
Aen=
derung der ſeitherigen Organiſation zu treffen, welche in
Berückſichtigung der durch das preußiſche
Wanderarbeits=
ſtättengeſetz in den benachbarten preußiſchen Bezirken
neu getroffenen Einrichtungen auch für unſere Provinz
dieſen Gegenſtand neu regeln ſollte. Dieſe
Neuorganiſa=
tion iſt von dem Provinzialausſchuß inzwiſchen getroffen
worden. Dem Arbeitsnachweis bei den „Arbeits=
und Herbergsſtätten” wird ein beſonderes Augenmerk
zu=
gewendet und für ſeinen ſachgemäßen Ausbau wird
Sorge getragen. Die Zahl der Wanderer betrug 1911/12
mit Ausnahme des Monats März im ganzen 8626, die
Verrblegungskoſten betrugen 7586 Mark, und während
der gleichen Zeit 1910/11 23 925, die Verpflegungskoſten
18 160 Mark. Auch der Ausgeſtaltung des
allgemei=
nen öffentlichen Arbeits= und
Stellen=
nachweiſes in der Provinz wendet die
Provinzial=
verwaltung eine fortdauernde Aufmerkſamkeit zu. — Die
Förderung der ländlichen Wohlfahrts= und
Heimatpflege welche ſich die Provinz angelegen
ſein läßt und welche für die Folge noch in erhöhtem
Maße berückſichtigt werden ſoll, berührt wichtige
Lebens=
intereſſen der geſamten Bevölkerung der Provinz.
Auch der Krüpppelfürſorge, der Fürſorge
für Tuberkulöſe, ſowie für epileptiſſche
Kin=
der wendet die Provinz ihr beſonderes Augenmerk zu.
Ebenſo unterſtützt ſie finanziell die auf Bekämpfung
der Infektionskrankheiten gerichteten
Beſtreb=
ungen. Ferner wird das „Braunshardter Heim”
für unterkunftsloſe Mädchen unterſtützt. Die Provinz
leiſtet weiter namhafte Beiträge zur Förderung des
land=
wirtſchastlichen Winterſchulweſens und zu der
landwirtſchaftlichen Haushaltungsſchule. Sie
fördert außerdem die Fürſorgeerziehung, ſowie
die Beſtrebungen auf dem Gebiete der
Säuglings=
pflege und des Mutterſchutzes, insbeſondere auch
durch Leiſtung von Beiträgen.
Eine weſentlich in den Vordergrund tretende
Tätig=
keit der Provinz iſt aber die Fürſorge für alte und
ge=
brechliche, ſowie ſieche Perſonen, wie ſie in der
Pro=
vinzialpflegeanſtalt bei Eberſtadt ausgeübt
wird. In der Anſtalt wurden 1910/11 542 Perſonen
verpflegt, und zwar 301 Männer und 241 Frauen.
In=
tereſſant iſt dabei, daß im Alter von 70—80 Jahren 66
Männer und 42 Frauen, im Alter von 80—90 Jahren
16 Männer und 20 Frauen ſtanden und daß ein Mann
älter wie 90 Jahre war. Von den geſamten Pfleglingen
waren 353 ledigen Standes, verwitwet 129, verheiratet 60,
Die Zahl der Wärter und Wärterinnen der Anſtalt
be=
trägt 16, die des übrigen Perſonals 12. Im Jahre 1910=
1911 hat der Betrieb der Anſtalt eine Ausgabe von 158000
Mark verurſacht, einſchließlich des Zuſchuſſes der
Pro=
vinz von 65000 Mark. Für 1912/13 betragen die
Aus=
gaben 187000 Mark. Der Betriebszuſchuß der Provinz
iſt aber infolge Erhöhung der Pflegegelder auf 36000
Mark heruntergegangen. Die regelmäßige Verzinfung
und Amortiſation des Anlagekapitals beträgt ebenfalls
36000 Mark.
Neue Aufgaben ſind der Provinz durch die
Aus=
dehnung
elektriſcher Licht= und Kraftanlagen
auf das Land und durch die Einrichtung
von elektriſchen Ueberlandwerken
er=
wachſen. Wenn auch eine weſentliche Mitwirkung
hier=
bei den Kreiſen und Gemeinden zukommt und die
Pro=
vinz nach Lage der jetzigen Geſetzgebung keine
Geneh=
migungs= und Zulaſſungsrechte beſitzt, ſo hat ſich doch
ihre Beteiligung bei dieſen großen wirtſchaftlichen
Unter=
nehmungen zur Wahrung der allgemeinen Intereſſen
der Provinz und namentlich auch im Intereſſe der
Land=
bevölkerung, ſowie im Intereſſe des Ausgleichs zwiſchen
verſchiedenartigen, mit einander kollidierenden
Beſtreb=
ungen als außerordentlich wichtig und notwendig
er=
wieſen. Die Provinzialverwaltung hat, nachdem ſie von
dem Uebergreifen der rheinheſſiſchen Ueberlandwerke
auf die Provinz Kenntnis erhalten hatte, ſich
bemüht, das weitere Vordringen dieſer Werke
durch Verhandlungen mit Kreiſen und
Gemein=
den zurückzuhalten und die noch freien Teile
der Provinz für in der Provinz ſeßhafte Unternehmungen
zu reſervieren. Es iſt dies auch für wichtige Teile der
Provinz gelungen. Zurzeit ſind in der Vorbereitung die
Ueberlandwerke von Darmſtadt und
Offenbach. Bei erſterem Ueberlandwerk handelt es
ſich um eine Geſellſchaft (Aktiengeſellſchaft), die ſich
zu=
ſammenſetzt aus der Stadtgemeinde Darmſtadt und der
Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft. Dieſer Geſellſchaft
ſoll die Provinz mit einer zwar kleinen, in vielen Fällen
aber ausſchlaggebenden Beteiligung beitreten, um den
kommunalen Charakter dieſer Geſellſchaft zu wahren. Die
Stadt Darmſtadt wird 50 Stimmen, die Süddeutſche
Eiſenbahngeſellſchaft 49 Stimmen und die Wovinz 1
Stimme erhalten, fodaß die kommunalen Stimmen
alſo=
das Uebergewicht haben. Für dieſes Ueberlandwerk
kommen zurzeit weſentlich nur die Kreiſe Darmſtadt,
Bensheim und Dieburg, ſowie ſpäter Teile der Kreiſe
Erbach und Heppenheim in Betracht. Nur die
beteilig=
ten Kreiſe ſollen daher auch für einen etwaigen
Aus=
fall an Dividenden aufkommen. Die Stadt
Offenbach beabſichtigt, ihr eigenes Werk als
Ueber=
landwerk auszubauen und ſich den Kreis Offenbach, ſo
wie Gemeinden im nördlichſten Tele (des Kreiſe
Dieburg anzuſchließen. Die Provinzialverwaltung h
ſich erboten, bei Abgrenzung des Intereſſengebietes
die=
ſer Ueberlandwerke vermittelnd und ausgkeichend
ein=
zutreten. „Zum Unterſchied von den rheinheſſiſchen und
oberheſſiſchen Ueberlandwerken ſei bemerkt, daß die
Darmſtädter neue Geſellſchaft außer der Licht= und
Kraft=
verſorgung von vornherein den Betrieb und den Bau
verſchiedener elektriſcher Bahnen als Zweck der
Geſell=
ſchaft aufgenommen hat, während es ſich bei den
erſt=
genannten „Werken um Licht= und Kraftverſorgung
handelt.
Ich konnte hier nur einen Ueberblick über das
be=
trächtliche Arbeitsfeld der Provinz auf ſozialem Gebiete
und auf wirtſchaftlichem Gebiete geben. Ich kann aber
nicht ſchließen, ohne noch mit wenigen Worten der
Tätigkeit der Provinz auf dem Gebiete der
Ver=
waltungsrechtſprechung zu gedenken. Die
Zahl der bei dem Provinzialausſchuß anhängig
gewor=
denen Streikſachen betrug 1908: 96, 1909: 101, 1910: 117,
1911: 161. Neben dieſen in öffentlichen Sitzungen
er=
kedigten Sachen wurden 1911 in nichtöffentlichen
Sitz=
ungen noch 107 Verwaltungsſachen erledigt. Bei der=
Größe der Provinz (590 468 Einwohner), bei dem
fort=
währenden Wachstum der Bevölkerung und der
größe=
ren Städte der Provinz iſt es erklärlich, daß der
Ge=
ſchäftsumfang fortwährend zunimmt. Dazu kommt noch
die Uebertragung neuer Zuſtändigkeit an den
Provin=
zialausſchuß durch verſchiedene Geſetze und Verordungen.
Ich darf ſchließlich noch verſichern, daß die im Verhältnis
zu dem zu bewältigenden Arbeitsgebiet ſehr geringe Zahl
Frau zu fällen. Richter Beemann leitete die Verhandlung
in einem Prozeſſe gegen einen Trunkenbold, als ſeine Frau
in den Gerichtsſaal trat und auf der Bank der Verteidiger
Platz nahm, um das Ende der Verhandlung abzuwarten;
ihr Gatte hatte ihr nämlich verſprochen, ſie nach der Sitzung
zu der Schneiderin zu begleiten, und mit ihr einige
Ein=
käufe zu machen. Die Verhandlung war endlich ſo weit
ge=
diehen, daß das Urteil geſprochen werden konnte, und der
Richter verurteilte den Trunkenbold zu zehn Dollars
Geld=
ſtrafe; da der Angeklagte jedoch nicht in der Lage war, die
Buße zu zahlen, wurde die Geldſtrafe in eine Woche Haft
umgewandelt. Darüber war nun aber Frau Beemann
em=
pört, und ſie glaubte ſich eine laute Kritik des von ihrem
Manne geſprochenen Urteils erlauben zu dürfen: „Das iſt
eine Schande!” rief ſie ſo, daß jedermann dieſe Worte hören
konnte. „Ruhe!” donnerte der Richter. Aber die entrüſtete
Gattin weigerte ſich zu gehorchen, und der Richter ſah ſich
ge=
nötigt, ihr klarzumachen, daß ſie aus Reſpekt vor der Würde
des Gerichts den Mund zu halten habe, wenn ſie nicht
gleich=
falls in Strafe genommen werden wolle. Eine ſolche
Sprache war die Frau von ihrem Manne offenbar nicht
ge=
wohnt und überhäufte ihn, indem ſie ſich mit hoch
erhobe=
nem Regenſchirm auf ihn ſtürzte, mit Schmähungen: Komm
mir erſt mal nach Hauſe, dann ſollſt du was erleben!“
„Ruhe!” donnerte der Richter zum zweitenmal und brummte
ſeiner aus dem Häuschen geratenen Gattin wegen „
Beleidig=
ung eines Richters in der Ausübung ſeines Amtes” eine
Geldſtrafe von 25 Dollars auf. Sie ließ ſich aber auch
da=
durch nicht aus der Faſſung bringen und höhnte, indem ſie
die Arme in die Seiten ſtemmte: „Ich will doch mal ſehen,
wie du mich zwingen willſt, die 25 Dollars zu bezahlen!” Und
nun geſchah etwas Phänomenales: der Richter erhob ſich
würdevoll von ſeinem Sitze und ſagte zu einem der
anweſen=
den Schutzleute: „Verhaften Sie die Frau wegen
Miß=
achtung des Gerichts!” Frau Beemann wurde auch
ſtatſächlich in die Zelle abgeführt; hier bekam ſie einen
Nervenchok und einen Weinkrampf. Nachdem ſie ſich ein
wenig beruhigt hatte, zahlte ſie die 25 Dollars, für die
ſie ſich neue Sachen hatte kaufen wollen. Obwohl alſo
die Sache mit einem eklatanten Siege des Richters
ge=
endet hat, gab es doch ſicherlich in ganz Sterling keinen
Mann, der an dieſem Tage in der Haut des geſtrengen
Beamten hätte ſtecken mögen.
— Die Pſychologie im Kino. In den „Berichten der
Königlichen Akademie der Wiſſenſchaften zu Turin”
ver=
öffentlicht der italieniſche Pſychologe Dr. Ponzo eine Anzahl
intereſſanter pſychologiſcher Beobachtungen, die er an ſich
und ſeinen Aſſiſtenten während kinematographiſcher
Aufführ=
ungen machen konnte. Die Unterſuchungen und
Wahr=
nehmungen des Gelehrten bringen neue Beiträge für die
Pſychologie der Illuſionsfälſchungen, die durch falſche
Deu=
tung von Sinneswahrnehmung hervorgerufen werden. Am
häufigſten treten Aſſoziationen zwiſchen den
Wahr=
nehmungen des Auges und davon völlig unabhängigen
Ge=
räuſchen auf. Das Auge folgt den Darbietungen des Films
und aſſoziiert nun Gehörseindrücke mit den
Vor=
gängen auf der Projektionsfläche. Dr. Ponzo gibt dafür
einige Beiſpiele. Er ſah einen Film, der eine religiöſe
Zere=
monie in Birma darſtellt, während der man junge Leute ſah,
die Glocken ſchlugen. Während dieſes Bildes glaubte der
Gelehrte den Klang dieſer Glocken deutlich zu vernehmen;
als er dann aufmerkſam wurde und die Entſtehung dieſer
Gehörsilluſion unterſuchte, ſtellte ſich heraus, daß er unter
dem Einfluß des Bildes die Klänge eines Streichorcheſters
als Glockentöne aufgenommen hatte. Ein andermal erſchien
auf der Fläche das Bild eines heranrollenden Automobils
und der Zuhörer glaubte deutlich das Geräuſch des Motors
zu hören; dieſe Impreſſion konnte auf den Ventilator des
Theaterraumes zurückgeführt werden. Weitere Experimente
ergaben dann, daß das Geräuſch dieſes Ventilators in
ver=
ſchiedenen Fällen verſchieden gedeutet und ſtets mit den
Vor=
gängen auf der Bildfläche in Verbindung gebracht wurde;
ſo hörte der Gelehrte den Ventilator einmal als das
Rau=
ſchen eines fernen Waſſerfalles, während der Film einen
Waſſerfall zeigte. Dieſe Aſſoziationen treten ſehr häufig auf,
wenn man nicht auf ſie achtet, und ſind am ſtärkſten, wenn
ſie nur einen Augenblick anhalten. Dagegen iſt es
außer=
ordentlich ſchwierig, ſie bewußt wahrzunehmen; oft blieben
die Beobachtungen völlig erfolglos. Die
Kinematographen=
unternehmer, die während der Vorführung das Orcheſter en
nicht ſichtbarer Stelle eine dem Charakter des Bildes
ent=
ſprechende Muſik ſpielen laſſen, fördern damit unwillkürlich
das Zuſtandekommen einheitlicher akuſtiſch=viſueller
Illuſio=
nen und können oft ungewöhnlich wirklichkeitsähnliche
Ein=
drücke erzeugen. Aber mit den Wahrnehmungen des Auges
werden nicht nur andersartige Gehörswahrnehmungen in
irrtümlicher Deutung aſſoziiert, auch die übrigen Sinne
ver=
mitteln unter der Anregung der Bilder Illuſionen. Der
italieniſche Gelehrte berichtet, daß er während der
Vor=
führung eines Regenfilms einen ſtarken Eindruck von
Feuch=
tigkeit und Kälte hatte und beim Anblick eines auf dem
Meere fahrenden Schiffes das deutliche Gefühl, friſche
Seeluft zu atmen. Alle dieſe Illuſionen gehen auf die
Temperaturverhältniſſe im Saale zurück, auf
Sinnesein=
drücke, die unbewußt blieben und erſt mit dem Augenblick
wirkſam werden, da die Aſſoziation mit den
Geſichtswahr=
nehmungen ſie verſtärkt und fühlbar werden läßt. Das gilt
auch für irrtümlich gedeutete
Geruchswahrnehm=
ungen. Während einer Kinematographenſzene, die einen
Gutshof darſtellte, auf dem ein Arbeiter einen Heuwagen
ablud, hatten Dr. Ponzo und ebenſo ein Aſſiſtent die ſtarke
Empfindung, friſches Heu wirklich zu riechen. Es ſtellte ſich
dann heraus, daß eine Nachbarin ſtark parfümiert war; der
Duft des Parfüms war vorher nicht wahrgenommen
wor=
den, erſt mit dem Bilde des Heuhaufens kam jene unbewußte
Geruchswahrnehmung zum Bewußtſein und wurde als Heu
gedeutet, während das Parfüm in Wirklichkeit einen ganz
anderen Geruch hatte. Dieſe merkwürdigen Phänomene ſind
Nummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
Seite 5.
von Beamten der Provinz mit Freudigkeit auch
ferner=
hin ihre Kraft in den Dienſt der Provinz ſtellen wird
Wir wollen aalle, wie ſeither, ſo auch für die Folge in
einer gedeihlichen und ſegensreichen Weiterentwickelung
der Provinz das ſchönſte Ziel unſerer Tätigkeit ſuchen
und hoffentlich auch finden!
Die Rechnung der Provinzialkaſſe für das
Rechnungs=
jahr 1910 ſchließt in den Einnahmen mit 704 413,67 Mk. ab,
das ſind 52675,40 Mk. mehr gegen den Voranſchlag. Die
Ausgaben betragen 590 259,25 Mark, das ſind 61 479,02
Mark weniger gegenüber dem Voratsſchlag. Von dem
Rechnungsreſt von 114 154,52 Mark ſind 83 051,93 Mark
für das Rechnungsjahr 1912 verwendbar. Der
Ver=
waltungsbericht und die Rechnung werden, letzterer
vor=
behaltlich der Prüfung der Oberrechnungskammer,
gge=
mehmigt.
Es folgt die Rechnung der Provinzial=
Pflegeanſtalts=
kaſſe für 1910; den Bericht erſtattet Dr. Textor.
Hier=
bei bemerkt Herr Sames, daß bei den Submiſſionen
der Pflegeanſtalt für die Nahrungsbedürfniſſe die zur
Vergebung gelangende Menge nicht begrenzt iſt, wie es
durch die vom Miniſterium herausgegebenen
Bedingun=
gen vorgeſchrieben iſt. Auch die Beſtimmung, daß die
Bedürfniſſe der Beamten und Angeſtellten der Anſtalt
vom Lieferanten zu denſelben Preiſen befriedigt
wer=
den müſſen, führt zu =Erſchwerungen der Submiſſion.
Herr Dr. Textor betonte demgegenüber, daß ſſich die
Anſtalt nicht auf beſtimmte Mengen feſtlegen kann. Es
muß der Verwaltung überlaſſen bleiben, dem einen oder
anderen Poſten mehr oder weniger zu entnehmen, damit
ſie einen ihr guldünkenden Wechſel in der Beköſtigung
vornehmen kann. — Herr Sames wünſcht, daß dann
ein Spielraum von 20—25 Prozent gelaſſen werden ſoll.
Herr Provinzialdirektor Fey teilt mit, daß die von
Herrn Sames monierte Beſtimmung der
Naturalliefer=
ung an Beamte für die Provinzialpflegechſtalt nicht
zu=
trifft. Im übrigen ſollen die vorgebrachten Wünſche
mach Möglichkeit berückſichtigt werden. — Die Rechnung
für 1910, ſowie der Voranſchlag für 1912, der einen
Zu=
ſchuß aus der Provinzialkaſſe in Höhe von 36 615.96
Mark vorſieht, werden genehmigt.
Der Voranſchlag der Provinzialkaſſc.
Der Voranſchlag der Provinzialkaſſe ermäßigt die
Umlugen des Kreiſes von 551 236 Mark auf 521000
Mark. Bei Poſition 28: Bau und Unterhaltung von
Kreisſtraßen, bemerkt Herr Baurat Baltz, daß für die
Kleinpflaſterherſtellungen mit 5 Meter und außerhalb der
Ortſchaften mit 4 Meter Breite für ausreichend erachtet
wird. Dies ſei um ſo mehr anzuerkennen, da ein
Kilo=
meter Kleinpflaſter immerhin auf 30000 Mark zu ſtehen
kommt. — Herr Kreisrat Lochmann=Offenbach
kann ſich damit nicht einverſtanden erklären; eine Breite
von 5 Metern iſt unbedingt erforderlich. — Herr
Kreis=
rat Dr. Wallau=Groß=Gerau iſt der Ueberzeugung, daß
man ſehr gut von der bisherigen Breite von 5 Metern
abkommen hann; man ſollte das Kleinpflaſter auf keinen
Fall breiter als 4 Meter machen. Ja, die
Kreisverwalt=
ung Groß=Gerau iſt der Hoffnung, bis auf 3,50 Meter
herabgehen izu können; es ſollen ſogar Verſuche gemacht
werden, Straßen mit einer Kleinpflaſterfahrbahn von
2,50 Metgr zu verſehen. — Ein Betrag von 3500 Mark
für den Umbau der Kreisſtraße Wimpfen-Heinsheim
wurde abgeſetzt, da die Frage, ob dieſe Herſtellung nicht
als Neubau zu betrachten iſt, noch micht hinreichend
ge=
klärt erſcheint. — Hier wünſcht Herr Kreisrat v. Hahn=
Heppenheim, daß im Intereſſe der Gemeinde Wimpfen
die Ausführung im nächſten Frühjahr noch vor dem
Zu=
zug der Fremden erfolgt. — Herr Sames regt im
Intereſſe vieler Anwohner von Arheilgen und
Darm=
ſtadt an, daß der Ausbau des Dreiſchlägerwegs als
Kreisſtraße erfolgt, da dies durch die Verlegung des
Kranichſteiner Bahnhofs ein dringendes Bedürfnis iſt.
— Herr Geheimerat Fey teilt mit, daß der Kreis
Darm=
ſtadt von der Notwendigkeit dieſes Baues überzeugt iſt.
Es ſeien auch bereits Verhandlungen mit der Stadt
Darmſtadt gepflogen, die jedoch noch nicht zum Abſchluß
gekangt ſeien. — Auf Antrag des Herrn Kreisrats
von Hahn wird der Provinzialausſchuß ermächtigt
das Projekt Wimpfen-Heinsheim zu prüfen und
even=
tuell dem Kreisamt Heppenheim die Erlaubnis zum
Umbau izu erteilen, vorbehaltlich der ſpäteren
Entſcheid=
ung über die Koſtenfrage.
Das Darmſtädter Ueberlandwerk.
Die Provinz beteiligt ſich nach dem Voranſchlag mit
1 Prozent des Aktienkapitals, das ſind 40000 Mark, an
dem Darmſtädter Ueberlandwerk. — Hierzu bemerkt
Beigeordneter Porth=Offenbach, daß es nach den
Satzungen durchaus nicht geſichert ſei, daß die Provinz
für alle Zukunft durch die einprozentige Beteiligung den
ausſchlaggebenden Einfluß behalte. Beſonders ſkeptiſch
ſtehe er den eingebrachten Werten gegenüber. —
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing betont, daß die Prüfung
des angegebenen Stammkapitals in erſter Linie Sache
des Regiſterrichters ſei. Im übrigen ſind die 2
Millio=
nen Anlagekapital von der Aufſichtsbehörde feſtgelegt
worden. Vor allem müſſe beachtet werden, daß ſich die
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft außerordentlich gut
für unſere Kenntniſſe von der Aſſoziierung von
Sinnes=
wahrnehmungen und von der Entſtehung von Illuſionen
ſehr wertvoll, um ſo mehr, als es ſonſt ſchwierig iſt,
der=
artige Beobachtungen mit Erfolg vorzunehmen, weil der
Wunſch, ſie feſtzuſtellen, genügt, um ihr Zuſtandekommen zu
verhindern.
C. K. Ein Denkmal für die „Griſette von 1830.‟ Die
denkmalswütigen Pariſer haben einen neuen Gegenſtand
gefunden, dem ſie eine ſteinerne Ehrung zuteil werden
ließen. Es iſt die „Griſette von 1830” die von den Dichtern
der Romantik ſo viel beſungene Schöne, die „das Greiſentum
Bérangers verſüßte, den Frühling ihrer Jugend mit den
unſterblichen Liedern Muſets vermählte, die Muſe Murgers
und ſeiner Bohème wurde, und ihr Lächeln erklingen ließ
durch die Romane Paul de Kocks.” Ihr Lieblingsplatz war
dereinſt im alten Paris das Quartier de la Folie=Méricourt
mit ſeinem ſtillen Kanal, deſſen ruhige Waſſer zwiſchen zwei
Quais ſchliefen, mit ſeinen lauſchigen Winkeln und den
träumeriſch friedlichen Schatten ſeiner Bäume. Nunmehr iſt
an dieſer Stelle der neue Boulevard Jules=Ferry errichtet
worden, und nichts mehr würde an jenes Paradies der
Griſette und der lyriſchen Romantik erinnern, wenn ihr
nicht die guten Pariſer ein Denkmal geſetzt hätten. So blickt
ſie denn mit ihren großen Augen und ihrem verführeriſchen
Lächeln auch in die moderne Welt und läßt ſich feiern, wie
dies bei der Einweihung des Denkmals in einem großen
Feſtbankett geſchah. Die würdigen Stadtväter waren
zahl=
reich gekommen und einer von ihnen pries „die ewig=junge
Großmutter unſerer gefühlvollen Midinettes mit ihrer
Zärt=
lichkeit, ihrer unveränderlich guten Laune, ihrer lachenden
Sorgloſigkeit und ihrer tiefen Selbſtloſigkeit.” In den
ge=
waltigen Beifall, der ſich erhob, ſtimmte ſelbſt der geſtrenge
Polizeipräfekt Lépine mit einep lauten Bravo ein. .
rentiert. Der Einfluß der Provinz ſei durch ihre
Be=
teiligung ausreichend gewahrt. Denſelben Standpunkt
vertritt Herr Geheimerat Fey, der darauf hinweiſt, daß
auch kleinere Verbände noch zu der Geſellſchaft beitreten
kkönnen; vorläufig käme freilich nur der Kreis Dieburg
in Frage. Mit der verhältnismäßig kleinen Summe
von 40000 Mark erwirbt die Provinz ein nicht zu
unter=
ſchätzendes Recht. Sie bekommt einen Sitz im
Aufſichts=
rat und könne dadurch leicht die Wünſche unkd
Forderun=
gen der beteiligten Landgemeinden zur Sprache
brin=
gen. — Beigeordneter Porth möchte lediglich auch für
die Zukunft das Recht der Provinz geſichert wiſſen, da
doch bei der Elektrifizierung der Dampfſtraßenbahn
be=
deutende Abſchreibungen erfolgen müßten. —
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing betont zunächſtt die
Vor=
ſteile der gemiſchten Verwaltung derartiger
Unternehm=
ungen. Erſtaunt ſei er geweſen, als er von dem
Vor=
yaben der Stadt Offenbach gehört habe, ihr
Elektrizi=
tätswerk zum Ueberlandwerk auszubauen. Das habe
auf ihn den Eindruck gemacht, aals wollte ſich die Stadt
Offenbach mit ihrem Worgehen eine beſondere Poſition
ſchaffen. Es emnuß doch aber berückſichtiat werden, daß
Darmſtadt nur aus allgemeinem Intereſſe vorgeht und
micht, um glänzende finanzielle Einnahmen zu machen.
Er warne Offenbach davor, derartige ſchwerwiegende
Pläne nur aus kommunalen Mitteln zu beſtreiten.
Ge=
rade hier iſt das Privatkapital ddie einzige Möglichkeit
uuferloſe Pläne nicht aufkommen zu laſſen. Das
Bei=
ſpiel Mannheims ſpricht auch dafür, daß eine
Privat=
geſellſchaft ſehr wohl die Allgemeinintereſſen mit
ver=
treten kann. Er bitte, die Beteiligung der Provinz im
IIntereſſe der Landgemeinden, deren Wahrung auch im
IIntereſſe Darmſtadts liegt, einſtimmig anzunehmen.
Nach weiteren Aeußerungen des Herrn Gallus, der
ebenfalls der Anſicht des Beigeordneten Porth nicht
bei=
pflichten kann, wird die Beteiligung einſtimmig
gut=
geheißen.
Die im Voranſchlag vorgeſehenen Neubauten von
Kreis=
ſtraßen werden ſodann ohne weſentliche Aenderungen
gut=
geheißen und=ſchließlich die geſamten Einnahmen und
Aus=
gaben im Jahre 1912 nach dem Voranſchlag.
Es erfolgt die Neuwahl der bürgerlichen Mitglieder der
Ober=Erſatz=Kommiſſion für den 2. Bezirk der 49.
Infan=
terie=Brigade auf drei Jahre, von 1912 bis einſchließlich
1914. Wegen Ablebens bezw. wegen abgelaufener
Dienſt=
zeit ſind ausgeſchieden: Bürgermeiſter Müller von Roßdorf
als Mitglied und Bürgermeiſter Lang von Pfungſtadt als
Erſatzmann. Es werden gewählt als Mitglied
Bürger=
meiſter Lang von Pfungſtadt und als Erſatzmann
Kammer=
direktor Baur=Schönfeld.
Bei der Neuwahl des Vorſtandes der
Genoſſenſchafts=
kaſſe für Kommunal=Forſtwarte für die Rechnungsjahre
1911—1915 einſchließlich wird für den verſtorbenen
Stell=
vertreter, Bürgermeiſter Müller von Roßdorf, für den Reſt
der Wahlperiode Herr Rentner Grünewald aus
Baben=
hauſen gewählt.
Hiermit iſt die Tagesordnung erſchöpft und um ¾2 Uhr
ſchließt Herr Provinzialdirektor Fey mit Dankesworten
an die Mitglieder den Provinzialtag.
Kongreſſe und Verbandstage.
Die 9. Hauptverſammlung des Verbandes
der evang. Erziehungsvereine im
Groß=
herzogtum Heſſen
fand am 25. März im Gemeindehaus der Chriſtuskirche zu
Mainz unter Vorſitz von Herrn Pfarrer Röschen aus
Freienſeen ſtatt. Derſelbe begrüßte nach der üblichen
Ver=
leſung eines Schriftwortes die in anſehnlicher Zahl
erſchie=
nenen Vertreter der Zentralbehörden, des Großh.
Oberkon=
ſiſtoriums und Miniſteriums der Juſtiz, der Amtsgerichte
und Kreisämter, ſowie die anderen erſchienenen Gäſte. Der
Jahresbericht für 1911, zu dem diesmal keine
gedruck=
ten ſtatiſtiſchen Tabellen ausgegeben wurden, ergab ein
er=
freuliches Bild der vielſeitigen und ſtets wachſenden
Tätig=
keit der Vereine; ſie ſind in allen Dekanaten vorhanden, aber
die Zahl der Pfleglinge iſt ſehr verſchieden. Während dieſe
in einigen Dekanaten ſehr gering iſt, haben andere bis zu
150 und mehr in Pflege und Aufſicht, vom Säugling bis
herauf zu dem demnächſt einrückenden Rekruten. Die
Mehr=
zahl der Pfleglinge ſteht unter Zwangserziehung, nur etwa
ein Sechſtel iſt auf freiwilligem Wege in Pflege gegeben.
Was beſonders intereſſierte, war die Frage nach dem
Er=
folg dieſer ſich meiſt wenig vor der breiten Oeffentlichkeit
vollziehenden Arbeit, von der man leider nur dann etwas
hört, wenn etwa eine Notiz über Entweichung durch vie
Preſſe läuft. Der Erfolg iſt aber durchweg ein
befriedigen=
der, wenn man erwägt, welche Elemente das Gros dieſer
Zöglinge bildet, aus welchen Verhältniſſen ſie ſtammen, wie
erbliche Belaſtung in vielen Fällen die Arbeit hemmt oder
gar in Frage ſtellt. Daß dieſe Arbeit mit großer Umſicht
geſchah, bewies die geringe Anzahl der Entlaufenen (meiſt
infolge Verhetzung der Eltern) und gerichtlich Beſtraften;
16 Zöglinge wurden vorzeitig entlaſſen, Fälle notwendig
gewordenen Pflegewechſels waren gering. So bot der
Jah=
resbericht ein erfreuliches Bild intenſiver und erfolgreicher
chriſtlicher Liebestätigkeit.
Die von Herrn Pfarrer Klingenſchmidt=Alsheim
erſtattete Rechnungsablage zeigte, wie gering dabei
die Höhe der den einzelnen Vereinen erwachſenen
Verbands=
unkoſten iſt, gegenüber den Vorteilen dieſes
Zuſammen=
ſchluſſes; gewünſcht wurde dabei eine geregeltere
Stellen=
vermittlung und größere Propaganda der Vereine, die in
den hierfür intereſſierten Kreiſen noch zu wenig bekannt
ſeien. Die weſentliche Stütze der Vereine ſind deren
Ge=
ſchäftsführer, die in ihrem Bezirk bekannt und heimiſch
ſein müſſen.
Sodann hielt Fräulein Dr. M. Kröhne,
Kreiswoh=
nungsinſpektorin aus Worms, einen intereſſanten Vortrag
über „Die Urſachen, die zur Verhängung der
Zwangserzieh=
ung führen‟ Der Referentin wurde für die aus großem
Fleiß und tiefem Verſtändnis erwachſenen Darlegungen
lebhafter Beifall zuteil. Die nachfolgende lebhafte
Diskuſ=
ſion war mehr Illuſtration als eigentliche Ergänzung. An
derſelben beteiligten ſich der Vorſitzende, die Herren Pfarrer
Zimmermann=Wixhauſen, Pfarrer Grein=Bretzenheim,
Bür=
germeiſter Mueller=Darmſtadt, Kreisamtmann Löslein=
Bensheim, Pfarrer Brill=Ober=Widdersheim, Reg.=Aſſeſſor
Dittmar=Darmſtadt u. a. Mit Erledigung einiger rein
ge=
ſchäftlichen Fragen ſchloß der Vorſitzende die anregend
ver=
laufene Tagung. Sie war ein Zeugnis für eine wenig
be=
achtete, viel verkannte, aber deshalb doch geſegnete Arbeit
zum Wohle unſeres Volkes. Den Vorſitz im Verband
über=
nahm nach ſtehendem Turnus Herr Pfarrer
Zimmer=
mann=Wixhauſen, das Schriftführeramt Herr Pfarrer
Klingenſchmidt=Alsheim, die Kaſſenführung Herr Pfarrer
Röschen=Freienſeen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 27. März. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1,20 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſteht zunächſt die erſte Leſung des Handels= und
Schiffahrtsvertrages mit Bulgarien. Der
Vertrag wird in erſter und dann auch ſofort in
zwei=
ter Leſung ohne Debatte angenommen.
Es folgt die zweite Leſung des Notetats.
Abg. Erzberger (Zentr.) berichtet über die
Verhand=
lungen in der Kommiſſion und empfiehlt die Vorlage
zur Annahme. Die Vorlage wird ohne Debatte
ange=
nommen.
Sodann tritt das Haus in die Fortſetzung der
Beratung des Poſtetats
ein. Abg. Werner=Gießen (Wirtſch. Vgg.): Der
gute Abſchluß der Poſtverwaltung iſt ein erfreuliches
Zeichen für den wirtſchaftlichen Aufſchwung in Handel
und Induſtrie. In der Denkſchrift hätten genaue
Mit=
teilungen gemacht werden müſſen über die
Arbeiterver=
hältniſſe und die Sonntagsruhe für die Beamten. Die
Krankenverſicherungspflicht für die Poſtbedienſteten und
Beamten muß ausgedehnt werden. Würde die
Oſtmar=
kenzulage für die Beamten abgelehnt, ſo würden ſie
ge=
genüber den preußiſchen Beamten ſchwer geſchädigt
werden. Den Altpenſionären und den Witwen und
Wai=
ſen müſſen die Bezüge aufgebeſſert werden. Den
geho=
benen Unterbeamten muß angeſichts ihres abgelegten
Examens auch eine angemeſſene Wertung ihrer
Dienſt=
leiſtung zu teil werden. Der Wohnungsgeldzuſchuß für
die meiſt kinderreichen Unterbeamten iſt angeſichts des
Wohnungsgeldes für Beamtinnen meiſt nicht gerecht
be=
meſſen. Die Poſtagenten haben den Wunſch auf
Sicher=
ſtellung für Krankheit und Alter. Den berechtigten
Wünſchen der Beamten muß entſprochen werden, denn
cin zufriedener Beamtenſtand iſt notwendig im
In=
tereſſe der öffentlichen Ruhe und Ordnung. — Abg. Dr.
Will=Schlettſtadt (Elſäſſer): Den Arbeitern und
Handwerkern, die in das Beamtenverhältnis einrücken,
muß die Zeitz ihrer früheren Beſchäftigung auf die
Dienſtzeit angerechnet werden. Die Sonntagsruhe wird
den Beamten vielfach derart verkürzt, daß
Verſtimmun=
gen unausbleiblich ſind. Wenn wir den Poſtbeamten
entgegenkommen und ſie nicht ſchlechter ſtellen wollen,
als die Eiſenbahnbeamten, ſo müſſen ſie auch bei den
Wahlen ihre nationale Pflicht tun. (Beifall.) — Abg.
Bruhn (Rfp.) tritt gleichfalls für die Intereſſen der
Unterbeamtenſchaft ein. — Abg. Wendel (Soz.): Für
die geniale Leiſtung des Staatsſekretärs iſt der hohe
Ueberſchuß kein Beweis. Wir haben zwar ſeit vierzig
Jahren ein einiges Reich auf wirtſchaftlichem Gebiete,
aber noch nicht auf poſtaliſchem Gebiet, da Bayern
im=
mer noch auf ſeinen Reſervatrechten beharrt. Dadurch
entſtehen erhebliche Schwierigkeiten und
Unannehmlich=
keiten; ſo bei Zahlung in Briefmarken. Wie in
Eng=
land, ſollte auch bei uns die Telephonnummer als
Tele=
grammadreſſe eingeführt werden. Die Beamten
bekla=
gen ſich über zu viele Aufſichtsbeamte. Lediglich als
Ueberſchußinſtitut ſollte die Poſt nicht angeſehen
wer=
den. Wenn ſich die Unterbeamten an meinen Kollegen
Zubeil wendeten, ſo iſt das erklärlich, denn wenn ſie ſich
an Herrn Pauli gewendet hätten, ſo wäre das ein
ſchlechtes Zeichen nicht ſowohl für ihre moraliſchen
Ei=
genſchaften als für ihre Intelligenz. Wenn der
Staats=
ſekretär alle ſozialdemokratiſchen Wähler aus den Reihen
ſeiner Beamten entfernen wollte, ſo würde wohl ſo
manche Leitungsſtörung entſtehen. Im Kampfe des
Zentrums gegen die poſtlagernden Briefe erkennt man
den Geiſt Rörens, er iſt höchſt muckeriſch. Es iſt
unna=
türlich, die Liebesbriefe mit Geldſtrafe zu belegen.
Hoch=
geſtellte Perſönlichkeiten, die ihr Gewerbe im
Umher=
ziehen betreiben, braluchen keine poſtlagernden Briefe,
wohl aber Reiſende, Geſchäftsleute und Händler. Die
Oſtmarkenzulage lehnen wir auch diesmal ab. Viel
ge=
fährlicher als did Polen ſind die (Alldeutſchen, dieſe
Hansnarren! Die Polen wollen nur ihr Volkstum
ſichern und darin unterſtützen wir ſie. — Staatsſekretär
Krätke: Ich halte auch heute noch daran feſt, daß
kein ſozialdemokratiſcher Beamter im Poſt= und
Tele=
gravhenweſen beſchäftigt werden darf. Die beiden
ſo=
zialdemokratiſchen Vorredner haben weiter nichts mit
ihren Reden getan, als die Beamten zum Streik
aufzu=
hetzen. Ich kann die Beamten nur bedauern, wenn ſie
einen Mann zum Dolmetſch ihrer Wünſche machen, der
die Beamten zum Meineid auffordert. Die vom Abg.
Sachſe vorgebrachte Beſchuldigung des Bruches des
Dienſtgeheimniſſes entſpricht nicht den Tatſachen. Die
Beamten werden, ſolange Sie dieſen Vorwurf nicht
zu=
rücknehmen, wiſſen, daß Sie nicht ihre Freunde ſind.
Abg. Sachſe (Soz.): Ich habe keinen Wert
dar=
auf gelegt, dieſe Kleinigkeiten beſontters feſtzuſtellen.
Es iſt ein neuer Prozeß im Gange und in dem wird
nachgewieſen werden, daß Beſtechungsgelder von
Zechen=
verbänden an Poſtbeamte bezahlt wurden. —
Staats=
ſekretär Krätke: Das Urteil iſt gefällt und lautet
da=
hin, daß Indiskretionen von Poſtbeamten nicht
began=
gen wurden. Herr Sachſe hätte ſeine falſche
Beſchuldi=
gung von ſich aus zurücknehmen müſſen. (Beifall:) —
Abg. Oertel (konſ.): Ich muß Verwahrung dagegen
einlegen, daß die Oſtmarkenzulage als
Korruptions=
prämie bezeichnet wird. Herr Wendel fordert direkt
zur paſſiven Reſiſtenz auf. In dem Kampfe gegen die
pornographiſche Literatur ſollten wir einmütig ſein. Die
Provinzpreſſe ſollte vor der übermäßigen
Großſtadtkon=
kurrenz geſchützt werden. Wie ſteht es mit der
Fern=
ſprechgebührenordnung? Wir wünſchen für Soldaten
Paketporbfreiheit. — Staatsſekretär Krätke: Die
Bedürſtſisfrage iſt für die Landbeſtellung
ausſchlag=
gebend. Die Fernſprechgebührenordnung kann nicht
in Ausſicht geſtellt werden. Die jetzigen Portoſätze ſind
ſehr mäßig. Inländiſche Preſſetelegramme zu
verbilli=
gen geht nicht an. Ein großer Teil der Agenten wünſcht
die Verſicherung nicht, da ſie pekuniär dadurch belaſtet
würden. — Abg. Liſzt (nl.) geht auf die Wünſche
der einzelnen Beamtenkategorien ein und empfiehlt die
Reſolution auf Anrechnung der Dienſtzeit als Arbeiter
oder Handwerker bei ſpäterer Bcamtentätigkeit, ſowie
auf Erweiterung des Erholungsurlaubs für Poſt= und
Telegraphenbeamte. Wenn das einhaltliche Weltporto
nicht erreichbar iſt, ſo ſollte doch mindeſtens im Verkehr
mit din Nachbarländern leine Portoermäßigung
ein=
treten. — Staatsſekretär Krätke: Der Wunſch, mit
den Nachbaländern ein billigeres Porko zu haben, iſt
bekannt und wir wollten dem auch Rechnung tragen.
Bezüglich des Erholungsurlaubs iſt mir nichts bekannt,
daß die Poſtbeamten ſchlechter geſtellt ſind als die
Be=
mten irgend welcher anderen Verwaltung.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
Nummer 75
Abg. v. Czarlinski (Pole): Wir müſſen
un=
ſeren Antrag auf Streichung der Oſtmarkenzulage
auf=
recht erhalten.
Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Frhr. von
Scheele (Welfe) wird ein Antrag auf Schluß der
De=
batte angenommen. Es folgen perſönliche Bemerkungen.
Das Gehalt des Staatsſekretärs wird bewilligt.
Dar=
auf wird die Weiterberatung auf Donnerstag vertagt:
außerdem Schiffahrts= und Handelsvertrag mit
Bul=
garien; dritte Leſung des Notetats. Ein Antrag des
Abg. Frhr. v. Gamp (Rp.), den Bericht der verſtärkten
Geſchäftsordnungskommiſſion über Anerkennung der
Reichspartei als Fraktion bereits auf die morgige
Ta=
gesordnung zu ſetzen, wird abgelehnt. — Schluß nach
7,15 Uhr.
* Berlin, 27. März. Die
Geſchäftsordnungs=
kommiſſion des Reichstags nahm heute den
Para=
graphen 32a in folgender vom Zentrum vorgeſchlagenen
Form an: Werden Interpellationen in ſo großer Form
ein=
gereicht, daß die ordnungsmäßige Erledigung der Geſchäfte
des Reichstages verhindert wird, ſo kann der Reichstag bis
zur Beſeitigung des Hinderniſſes die Verhandlungen über
die Interpellationen auf einen beſtimmten wöchentlichen
Sitzungstag beſchränken.
Die Mittelmeerreiſe des deutſchen Kaiſers.
* Brioni, 27. März. Zur Begrüßung des
deutſchen Kaiſers hatten die geſamten zurzeit in
Dienſt befindlichen Schiffe der öſterreichiſch=ungariſchen
Marine auf der Reede von Faſana und Brioni Aufſtellung
genommen. Die Schiffe boten mit der großen Flaggengala
und der deutſchen Nationalflagge am Großtopp einen
glänzenden Empfang dar. Die Begrüßung zwiſchen
Kaiſer Wilhelm und Erzherzog Franz
Fer=
dinand der deutſche Admiralsuniform trug, war
außer=
ordentlich herzlich. An der Mole wurden der Kaiſer, Prinz
und Prinzeſſin Auguſt Wilhelm und Prinzeſſin Viktoria
Luiſe von der Herzogin Sophie von Hohenberg begrüßt.
Die auf der Mole verſammelten Kurgäſte von Brioni
be=
reiteten den Herrſchaften herzlichſte Kundgebungen. Nach
dem bereits gemeldeten Dejeuner wurde in Automobilen
eine Rundfahrt auf der Inſel unternommen. Hierbei
be=
ſichtigte der Kaiſer auf Vorſchlag des Erzherzogs die an
der Spitze von Peneda liegenden Befeſtigungen und die
Franz Joſefgruppe. Sodann wurde beim Leuchtturm von
Peneda Halt gemacht und von dort aus der Rundblick auf
das brioniſche Gelände, den Kriegshafen von Pola und
ſeine Fortifikationen genoſſen. Schließlich wurde am Ufer
der Inſel entlang die Rückfahrt angetreten. Nach
herz=
lichem Abſchied von Erzherzog Franz Ferdinand und
Familie, ſchiffte ſich der Kaiſer mit Begleitung um ½6
Uhr nachmittags auf die „Hohenzollern” ein. Unmittelbar
parauf ſetzte ſich die Kaiſerjacht, begleitet von dem
aber=
maligen Geſchützſalut der vereinten Eskadres und den
Hurrarufen der Schiffsbemannungen gegen Süden zu in
Bewegung.
Luftfahrt.
Düſſeldorf, 26. März. Heute nachmittag
gegen 6½ Uhr ſtürzte der Flieger Kleinle aus
München=Gladbach auf der Golzheimer Heide mit ſeinem
Doppeldecker aus zirka 100 Meter Höhe ab, als er einen
Hleitflug unternehmen wollte. Er kam dabei ſo unter
den Apparat zu liegen, daß ihm der Motor den
Schädel eingeſchlagen hat. Er iſt auf dem Wege
zum Krankenhauſe geſtorben. Bei dem Unfall waren
ſeine Frau und ſein Kind zugegen.
Handel und Verkehr.
— Rheiniſche Hypothekenbank
Mann=
heim, 25. März 1912. In der heutigen
Generalver=
ſammlung wurden ſämtliche Anträge der Verwaltung
genehmigt. Dem Vorſchlage der Direktion und des
Auf=
ſichtsrates entſprechend wurde die Dividende für das
Geſchäftsjahr 1911 auf 9% feſtgeſetzt. Demgemäß
ge=
langt der Dividendeſchein Nr. 19 der Aktien à 600 Mk.
mit 54 Mk., der Aktien à 1200 Mk. mit 108 Mk. und der
Aktien à 1200 Mk. Nr. 36751/36752 bis 42 499/42 500 mit
54 Mk. von heute an zur Einlöſung. Die turnusgemäß
ausſcheidenden Aufſichtsratsmitglieder Herren
Ober=
amtsrichter a. D. Hermann Hildebrandt,
Kommerzien=
rat Dr. A. Hohenemſer, Kgl. Geheimerat C. J. v. Lavale
und Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Merck wurden
wiedergewählt.
* Berlin, 27. März. In der heutigen
General=
verſammlung der Deutſchen Bank waren
43505 400 Mark Aktienkapital mit 72509 Stimmen
vertre=
ten. Der Geſchäftsbericht wurde einſtimmig genehmigt und
dem Aufſichtsrat und Vorſtand einſtimmig die Entlaſtung
erteilt. Die turnusmäßig ausſcheidenden Aufſichtsräte
wur=
den wiedergewählt. Neu in den Aufſichtsrat gewählt wurde
Generallandſchaftsdirektor Geheimer Oberregierungsrat Dr.
Kapp=Königsberg.
* Hamburg, 26. März. Die Generalverſammlung
der Hamburg=Amerika=Linie beſchloß mit allen
gegen eine Stimme die Erhöhung des
Grundkapi=
tals auf 25 Millionen Mark. Die neuen Aktien, die für
1912 zur Hälfte, für 1913 ganz ſtimmberechtigt ſind, werden
den Aktionären zu 120 Prozent angeboten.
Die Bergarbeiterbewegung.
* Prag, 27. März. Im Braunkohlenrevier
iſt die Lage ſeit geſtern nahezu unverändert. Die Zahl
der Streikenden hat nur wenig zugenommen. Unter der
Arbeiterſchaft macht ſich eine ſchärfere Bewegung
be=
merkbar, die namentlich darauf abzielt, im Falkenau=
Elbegener Revier den Streik zu einem allgemeinen zu
machen.
* London, 26. März. Die heutige Konferenz
der Grubenbeſitzer und Bergarbeiter im
Aus=
wärtigen Amt dauerte nur 5 Minuten. Die ſchottiſchen
Bergarbeiter verlangten fünf Schilling für Arbeiter und drei
Schilling für die Burſchen. Darauf zogen ſich die
Gruben=
beſitzer zurück mit der Bemerkung, daß ſie genug hätten.
Der Führer der ſchottiſchen Bergarbeiter erklärte dazu, als
er ſpäter darüber befragt wurde, obige Lohnſätze ſeien eine
ſchottiſche Forderung geweſen, er weiſe es durchaus von der
Hand, daß ihre Erneuerung etwa den Bruch verurſacht
hätten.
* London, 27. März. Die Zahl der Bergleute,
die im Laufe des geſtrigen Tages die Arbeit wieder
aufgenommen haben, wird auf 3—4000 angegeben.
Dieſe verteilen ſich auf Schottland, Nordwales und vier
engliſche Grafſchaften. Nach einer Zeitungsmeldung wird
in Schottland eine baldige allgemeine Rückkehr zur Arbeit
erwartet. Dort erhält eine Klaſſe von Arbeitern, die von
den Hauern angeſtellt und bezahlt werden, nur einen Durch=
ſchnittslohn von 3½ Schilling pro Tag, und die Feſtſetzung
eines Mindeſtlohnes von 5 Schilling würde nicht im
In=
tereſſe der Hauer liegen. Nach der Daily Mail wird der
Vorrat in verkäuflicher Kohle in London binnen 10 Tagen
erſchöpft ſein. Die Verluſte der Eiſenbahnen werden bis
jetzt auf 30 Millionen Mark geſchätzt. Wie die Times
er=
klärt, beabſichtigt die Regierung, falls der Kohlenſtreik mit
der Annahme des Geſetzes über die Mindeſtlöhne nicht
auf=
hört, ausgedehnte Maßregeln zur Abhilfe der Notlage in
London. Außerdem ſollen Vorkehrungen zum Schutze der
arbeitswilligen Bergleute getroffen werden und man
er=
wartet, daß das Kriegsamt die Reſerven einberufen wird.
Der Londoner Grafſchaftsrat hat die Schulkommiſſion
er=
mächtigt, falls der fortdauernde Streik zu einer
außerge=
wöhnlichen Notlage führen ſollte, die Oſterferien in den
Volksſchulen aufzuheben und für die Speiſung der
bedürf=
tigen Kinder Sorge zu tragen. Für dieſen Zweck wurde
eine Summe von 100000 Mark bereitgeſtellt.
H. B. Stockholm, 27. März. Die Kohlennot
wird immer fühlbarer. In den nächſten Wochen dürfte
eine allgemeine Kalamität eintreten und viele Werke
ge=
zwungen ſein, die Arbeit einzuſtellen. Die Preiſe für Kohle
ſind ſchon jetzt unerſchwinglich.
Der Unfall am Hochſchneeberg.
* Wien, 26. März. Die Bevölkerung im Gebiete
bes Hochſchneebergs nimmt regſten Anteil am
Schickſal der Verunglückten. Alle Züge der
Schneeberg=
bahn bringen Angehörige und Freunde der Vermißten
ſowe Freiwillige, die ſich zum Bergungsdienſt melden.
Außer den bereits genannten Todesopfern wurden noch
drei geborgen; vier Skifahrer werden noch vermißt. Um
1 Uhr nachmittags traf eine militäriſche Skimannſchaft
auf dem Hochſchneeberg ein und ging ſofort nach der
Unfallſtelle ab.
* Wien, 26. März. Im Laufe des Nachmittags
wurden die ſechs bereits aufgefundenen Leichen der
verunglückten Skifahrer nach dem Schneebergdörfel
ge=
ſchafft. Auch die übrigen vier Toten, deren
Perſönlich=
keiten noch nicht feſtgeſtellt ſind, ſind geborgen. Auch
ſie ſollen noch heute zu Tal befördert werden. Es heißt,
es werde noch ein Skifahrer vermißt.
Die Untaten der franzöſiſchen
Automobil=
banditen.
* Paris, 27. März. Die Nachforſchungen der
Sicher=
heitsbehörde nach den Automobilbanditen blieben
bisher vollſtändig vergeblich. Man will die Verbrecher
an den verſchiedenſten Orten geſehen haben, aber alle
dies=
bezüglichen Angaben erwieſen ſich als unrichtig. In
Dün=
kirchen verſtändigte ein Cafetier die Polizei, daß ihm unter
ſeinen Gäſten zwei Leute wegen ihrer Aehnlichkeit mit den
Banditen aufgefallen ſeien. Als die Polizeibeamten
ein=
trafen, waren die beiden Leute verſchwunden. Auf der
Marmortafel des Tiſches, an dem ſie geſeſſen hatten, war
die mit Garnier unterzeichnete Bemerkung zu leſen:
Cha=
ritot, der gefährlichſte Mann Griechenlands iſt das Urbild
des verbrecheriſchen Autsmobiliſten. Die Polizei glaubt,
daß es ſich um einen ſchlechten Scherz handelt. Eine
ähn=
liche Szene ſpielte ſich faſt um dieſelbe Stunde in Rouen
ab. Ein Wirt telephonierte der Polizei, daß einer ſeiner
Gäſte auf den der Steckbrief Garniers paſſe, ein
Zeitungs=
blatt zurückgelaſſen habe mit der Aufſchrift: Niemals
werdet ihr mich feſtnehmen. Garnier. Die Polizei fahndet
auf den Mann, obgleich ſie überzeugt iſt, daß eine
Myſtifi=
kation vorliegt.
* Paris, 27. März. In Dünkirchen wurden
geſtern abend vier Leute angehalten, die eine gewiſſe
Aehn=
lichkeit mit den Automobilbanditen hatten. Es
ſtellte ſich jedoch heraus, daß es vier bekannte Flieger
waren, die in Dünkirchen eine Fliegerſchule errichten
wol=
len. In Mery (Departement Oiſe) wurde geſtern abend
der Pariſer Schnellzug von der Gendarmerie und einer
bewaffneten Volksmenge umringt, die „Schlagt ihn tot!“
rief. In dem Zuge befanden ſich drei Automobiliſten, die
in Valmondois ihren Wagen verlaſſen und den Zug
be=
ſtiegen hatten, was zu dem Gerüchte Anlaß gab, daß ſie die
Automobilbanditen ſeien. Die Reiſenden wieſen jedoch
nach, daß ſie friedliche Kaufleute ſeien. In Courbevois bei
Paris wurde der Karabiner gefunden, mit dem einer der
Banditen nach der Bluttat von Chantilly die Verfolger
bgewehrt hatte. Die Nachforſchungen ergaben, daß der
Karabiner aus einem am 24. Dezember vorigen Jahres
bei einem Waffenſchmied in der Rue Lafayette verübten
Einbruchsdiebſtahl herrührt, als deſſen Urheber vor einiger
Zeit ein Anarchiſt namens Kibaltſchitch und die
verant=
wortliche Redakteurin an der Zeitung „Anarchie‟, Frau
Maitrejean, verhaftet wurden.
Literariſches.
& „Die Kunſt unſerer Heimat‟ Das 2.
Heft des neuen Jahrganges enthält zahlreiche
Reproduk=
tionen nach Bildern von Johannes Lippmann
und einen längeren Aufſatz von Dr. Daniel Greiner
über das Schaffen dieſes Heimatkünſtlers. An
literari=
ſchen Beiträgen bringt die Nummer außer einem Gedicht
von Greiner noch Richard Knies: „Hört Ihr Herrn und
laßt Euch ſagen” Chriſtian Rauch: „Gießen braucht eine
Kunſthalle” die Preſtelgeſellſchaft zu Frankfurt, Willy F.
Storck: „Ein neuer Weg zur Kunſt” Paul Heidelbach:
„Der drohende Abbruch der Unterneuſtädter Mühle in
Kaſſel”, F. T. Kepler: „Zur Abbildung der „Adlerfibel”
aus dem Altertumsmuſeum zu Mainz” An Bildern
bringt das Heft noch eine Strichätzung von W. Bader
und eine Sonderbeilage in Dreifarbendruck „Die
Adler=
fibel”.
Das Beamten=Beſoldungsgeſetz
wird heute Donnerstag den Landtag beſchäftigen.
Finanzminiſter Braun wird über die Vorlage ein
ein=
führendes Refchrat erſtatten. Eine Debatte darüber
wird nicht erfolgen, ſondern zurückgeſtellt werden, bis
die Vorlage eingebracht wird, was in den nächſten
Tagen, jedenfalls noch vor Oſtern, erfolgen ſoll. Das
Geſetz iſt ſehr umfangreich; es beſteht aus einem
Man=
telgeſetz mit 7 Anlagen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 27. März. In der Baugrube der
Unter=
grundbahn brach in der vergangenen Nacht in der
Mitte der Spree zwiſchen der Stralauer und der
Wall=
ſtraße die Stirnwand des Fangdammes und große
Waſſermaſſen ergoſſen ſich in die 10 Meter tiefe
Bau=
grube, wo 80 Mann mit Betonierungsarbeiten beſchäftigt
waren. Der fertiggeſtellte Bau in der Spree ſowie die
Baugrube in der Spree und in der Stralauer= und
Kloſter=
ſtraße bis zur Kunſtſchule ſind völlig unter Waſſer geſetzt.
Ein Arbeiter und zwei Pferde konnten durch Polizei und
Feuerwehr rechtzeitig gerettet werden. Wegen der
Ein=
ſturzgefahr iſt die Brücke über dem Tunnel für den
Ver=
kehr geſperrt. Das Waſſer drang am Bahnhof
Spittel=
markt ein, und man befürchtet, daß es weiter bis zum
Bahnhof Leipziger Platz vordringt. Der Verkehr
zwiſchen den beiden Bahnhöfen wurde vollkommen
ein=
geſtellt. Der Schaden iſt ſehr erheblich. Man fängt
jetzt durch Zwiſchenſchächte das Waſſer ab, damit es nicht
größeren Schaden anrichtet. Nachdem das Waſſer in der
Baugrube bis zum Spreeniveau geſtiegen war, wurde die
Brückenſperrung wieder aufgehoben. Ueber die Urſache
des Waſſerdurchbruches kann bisher beſtimmtes nicht
an=
gegeben werden, doch ſcheint die ſtarke Strömung des
Spreewaſſers den Bruch der Spundwände herbeigeführt
zu haben.
* Berlin, 27. März. Heute früh gegen 5 Uhr erfolgte
in der Baugrube der Untergrundbahnſtrecke Spittelmarkt=
Alexanderplatz ein Waſſerdurchbruch. Die
eindrin=
genden Waſſermaſſen ſetzten den Tunnel in der Richtung
auf den Spittelmarkt unter Waſſer. Die den Bau leitenden
Herren und der Branddirektor Reichel erſchienen an der
Ueberſchwemmungsſtelle. Man hofft, daß das Waſſer durch
die Feuerwehr, die ſofort mit mehreren Dampfſpritzen in
Tätigkeit trat, im Laufe des Tages ausgepumpt wird.
* Berlin, 27. März. Jetzt iſt es gelungen, in dem
Tunnel der Untergrundbahn vor dem
Spittelmarktbahn=
hof eine Spundwand herzuſtellen. Gleichzeitig wird
eine Dampfpumpe mit einer durchſchnittlichen
För=
derung von über 3000 Litern in der Minute in Betrieb
geſetzt. Schätzungsweiſe ſind annähernd 10000
Kubik=
meter Waſſer in den Tunnel eingedrungen.
* Berlin, 27. März. Anläßlich des geſtrigen
Ueber=
falles auf dem Südring hat die Eiſenbahndirektion
Berlin auf die Ergreifung des Täters eine
Belyhnung=
von 1000 Mark ausgeſetzt und hat außerdem die
bis=
herige Zugüberwachung von heute ab noch weiter verſtärkt.
* Dortmund, 27. März. Geſtern abend iſt auf der
Zeche „Kaiſerſtuhl” die Trommelnabe der
Förder=
maſchine geriſſen. Infolge dieſer Störung müſſen 600a
Arbeiter etwa 4 Wochen feiern.
* London, 27. März. Unterhaus. Die
Bera=
tung über die Mindeſtlohn=Bill wurde bis in
die frühen Morgenſtunden des heutigen Tages fortgeſetzt.
Schließlich wurde die dritte Leſung mit 213 gegen 48
Stim=
men angenommen. Die Arbeiterpartei hatte gegen das
Ge=
ſetz geſtimmt. Ramſay Macdonald erklärte, daß, wenn
der Minimallohn von 5 Schilling in die Bill aufgenommen
worden wäre, ſie, wie er glaube, den Streik beendet hätte.
Jetzt aber könne er den Arbeitern nicht ſagen, daß die Bill
ihnen genügend biete, um zur Arbeit zurückzukehren. Die
Bill habe ihren Zweck verfehlt. Lloyd George warnte die
Mitglieder der Arbeiterpartei ernſtlich vor der
Verantwor=
tung, die ſie durch die Zurückweiſung der Bill auf ſich
näh=
men, ohne zu wiſſen, welche Wirkung ſie ausüben würde,
oder ob ſie nicht alles böte, was die Bergarbeiter verlang=. Nach verſchiedenen weiteren Reden von
Abgeord=
neten der Arbeiterpartei gegen das Geſetz wurde die
Bill=
inter Hochrufen auf die Regierungspartei angenommen.
* Peſchawar, 27. März. Seit geſtern wütet in der
Stadt=
eine Feuersbrunſt. Ungefähr dreihundert
Häu=
ſer ſind zerſtört. Durch Niederreißen von Häuſern
wird eine Iſolierzone gegen das Feuer geſchaffen. Viele
Leute haben Hab und Gut eingebüßt. Menſchenopfer ſind
nicht zu beklagen.
* Bluefields (Weſtvirginia), 27. März. 4 Leichen
ſind gefunden und 10 Bergleute lebend gerettet worden.
Für die Rettung der übrigen eingeſchloſſenen Bergleute
beſteht wenig Hoffnung.
* Bluefields, 27. März. Es beſtätigt ſich, daß von den
eingeſchloſſenen Bergleuten 82 bei der geſtrigen
Exploſion getötet wurden.
* Rockland (Illinois), 27. März. Aus Gegnern des
Bürgermeiſters beſtehender Mob griff geſtern abend das
Hauptquartier der Polizei mit Steinen an. Auf Befehl
des Bürgermeiſters ging die Polizei ſcharf vor und gab eine
Salve ab. Drei Perſonen wurden getötet und
neun verwundet. Später verſuchte der Mob, in eine
Eiſen=
handlung einzudringen, um ſich Waffen zu verſchaffen; er
wurde aber von der Polizei gehindert. Militär wurde nach
dem Schauplatze abkommandiert.
— Fürſtenwalde, 27. März. Der 70jährige Beſitzer der
Schachenwalder Mühle, Hanen, ſtürzte geſtern abend in
der Dunkelheit von dem Stallboden herab und blieb
ſchwer verletzt liegen. Seine Frau wollte aus einem
be=
nachbarten Ort Hilfe holen, wurde aber unterwegs vom
Herzſchlag getroffen.
Ganz zu Unrecht nimmt man vielfach an,
Scotts Emulſion eigne ſich nur als
Stärkungsmittel für Kinder. Ihr
Ge=
brauch empfiehlt ſich auch für Erwachſene
jeden Alters, Frauen und Männer, wenn
ihre darniederliegenden Kräfte einer
Neu=
belebung und Wiederauffriſchung bedürfen.
Scotts Emulſion
Nur echt mit
dieſer
Marke-
dem Fiſcher —
d. Kennzeichen
des Scottſchen
Verfahrens!
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſtegelten
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50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphoriaſaures Natron 2,0,
pulv. Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi pulv. 2,0, Waſſer 129,0, Alkohol
11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl
ie 2 Tropfen.
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Illuſtrierke Koſtenanſchläge gratis!
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Todes-Anzeige.
(Nur auf dieſem Wege.)
Mein innigſtgeliebter, teurer Gatte, unſer
lieber Schwiegerſohn und Schwager
Herr
Dr. Dakz. Utte Grekmert
Chemiker
verſchied raſch und unerwartet an den Folgen
eines Schlaganfalles im 55. Lebensjahre.
Im Nanen aller Hinterbliebenen:
Julie Greittherr,
geb. Kohrer.
Frankfurt, 25. März 1912.
Die Leiche wird nach München zum
Wald=
friedhof überführt.
(7484
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute vormittag 12 Uhr verſchied nach
kurzem, ſchwerem Leiden unſer lieber Vater,
(B7506
Großvater und Onkel
Johann Martin Creter I.
im 70. Lebensjahre.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Heinrich Creter.
Darmſtadt, den 27. März 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 29. März,
nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehauſe
See=
ſtraße 3 aus, ſtatt.
Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. REICh
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Telephon 1501 und 1472.
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Die Ratsherrnbrüderſchaft
erlaubt ſich hiermit auf die Anſchaffung ihres neuen
Leichenwagens aufmerkſam zu machen. Der Wagen
dietet in ſeiner ernſten und würdigen Erſcheinung
Gewähr für eine pietätvolle Beſtattung.
(550a
Beſondere Beſtellungen hierzu nehmen entgegen:
Wagenverwalter Lorenz, Woogsplatz 5, Tei. Nr. 211.
Wagenführer Ernſt Büchler, Nieder=Ramſtädterſtr. 56,
Tel. Nr. 1073.
Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Das türkiſche Kriegsminiſterium
erteilte den Benzwerken Gaggenau in Mannheim
ſoeben einen Auftrag auf 5 Laſtzüge — die vierte Ordre
innerhalb zweier Monate —, nach deren Ablieferung
29 kriegsbrauchbare Benz=Gaggenau=Laſtzüge im Dienſte
des türkiſchen Heeres ſtehen werden. Aus dieſem neuen
Auftrag darf wohl der Schluß gezogen werden, daß ſich
die Benz=Gaggenau=Laſtzüge, die für die Zwecke des
Krieges in den letzten Monaten außerordentlich in
Anſpruch genommen worden ſind, aufs beſte bewährt
haben, womit ein Beweis mehr dafür gegeben iſt, daß
die Benz=Gaggenau=Fabrikate hinſichtlich Konſtruktion
und Material erſtklaſſige Erzeugniſſe darſtellen.
Jetzt, wo das Oſterfeſt mit den damit
unzertrenn=
lichen Oſtereiern herannaht, bietet ſich den Kindern ein
reizender Zeitvertreib mit den Brauns’ſchen
Eier=
färbe=Papieren und den Quedlinor=
Eier=
ffarben. Dieſe Färbemittel ſind von großartiger
Wirkung und haben den Vorzug, daß Hände und
Ge=
fäße ſauber bleiben und daß die damit gefärbten Eier
nicht abfärben; ſelbſtverſtändlich ſind die Farben
voll=
kommen unſchädlich. Von den Eierfärbe=Papieren ſei
Quedlinor=Papier, das Oſtara=Papier, ſowie
das ganz neue Manik=Papier hervorgehoben.
Für die, die wirklich etwas künſtleriſches Schönes haben
wollen, iſt Quedlinor=Papier zu empfehlen, womit man
Oſtereier mit äußerſt geſchmackvollen bunten und Delfter
Bildern bei gleichzeitiger Marmorierung ſchmücken kann;
die Bilder laſſen ſich ohne weiteres, ohne daß man ſie
auszuſchneiden braucht, auf die Eier übertragen. Das
Oſtara=Papier enthält auszuſchneidende Abziehbilder
(Häschen als Konzertmeiſter, Schmetterlinge, Blumen ꝛc.),
die in Verbindung mit Marmorierblättern zur
Deko=
ration der Eier benutzt werden. Mit Hilfe des neuen
Manik=Papieres laſſen ſich die Oſtereier bei gleichzeitiger
Marmorierung mit eigenhändigen Schriftzügen (Verſen,
Widmungen) und nach beigegebenen Vorlagen auch mit
einfachen Bildern verſehen.
Der Stadtauflage heutiger Ausgabe liegt ein
Proſpekt bei von dem Spezialgeſchäft
für modernen Bürobedarf Hoflieferant
Hein=
rich Elbert, Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung, Ernſt=
Ludwigſtraße 9, worauf hiermit hingewieſen wird. (7441
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Während über Europa der Druck wenig gefallen iſt,
iſt die Zyklone, die geſtern über Irland lag, ſchnell
oſtwärts vorgedrungen. Unter der Herrſchaft des
kontinentalen Hochs herrſcht in ganz Mitteleuropa
heiteres, trockenes Wetter. Das nördliche Tief dürfte
unſer Wetter vorübergehend beeinfluſſen, ſo daß wir
zunächſt Trübung, dann aber wieder Aufheiterung zu
erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
28. März: Morgennebel, ſpäter aufheiternd, trocken, tags
mild, nachts kühl.
Beſtellungen
auf das
„Darmſtädter Tagblatt“
werden in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Seite 7.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute entſchlief ſanft nach längerem Leiden
mein lieber, guter Mann
(7482
Herr Apotheker
Julius Schlick.
Darmſtadt, 27. März 1912.
Anna Schlick,
geb. Hilger.
Die Beerdigung findet ſtatt: Freitag, den
29. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, vom Portal
des hieſigen Friedhofes aus.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
und überaus zahlreichen Blumenſpenden bei dem
uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſeres
unver=
geßlichen Sohnes, Bruders und Enkels, ſagen wir
Allen unſeren innigſten Dank. Beſonderen Dank
Herrn Pfarrer Laut (Dietzenbach) für ſeine
troſt=
reichen Worte.
(7471
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Paul Jahn,
Oberbahnaſſiſtent.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden meines lieben Vaters, unſeres Großvaters,
Schwiegervaters und Onkels
(7429
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Kleberger für ſeine troſtreichen Worte und dem
Kriegerverein für die letzte Ehrung am Grabe,
unſeren tiefgefühlten Dank.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Wilhelm Steinacker,
Darmſtadt, 27. März 1912.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 29. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min.
Samstag, den 30. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbataus=
gang 7 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 30. März:
Vorabend 6 Uhr 10 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 31. März, an:
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 6 Uhr.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Der
Evangelimanu”
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Bauern=Moral”).
Liederabend von Liſa und Sven Scholander um
8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟
Vortrag von Inſtitutsvorſteher Elias um 8 Uhr im
„Mathildenhöhſaal” (Heſſ. Goethebund).
Vortrag von Chefredakteur Ammenn um 8½ Uhr im
„Schützenhof” (Kriegerverein).
Hauptprüfung um 5 Uhr im Konſervatorium für
Muſik (Mühlſtraße).
Schüleraufführungen der Klavierſchule Luitgard
Kuhlmann um 6 Uhr im „Fürſtenſaal”
Zuſammenkunft der im Jahre 1851 geborenen
Darmſtädter um 8½ Uhr im „Hanauer Hof”.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.
Ausſtellung von Handarbeiten der Schülerinnen von
Frl. Dupré, Heidelbergerſtraße 43.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23.)
Zur Einweihung des Campanile von San Marco;
vom Untergang des engliſchen Dampfers „Oceana”;
das Attentat auf das italieniſche Königspaar; der
engliſche Miniſter Winſton Churchill.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 29. März.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Dünger=Verſteigerung um 10 Uhr in der Artillerie=
Kaſerne (Regiment Nr. 25).
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Rathaus
zu Roßdorf.
Nutzholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im „
Darm=
ſtädter Hof” zu Griesheim.
Nummer 75.
Todes-Anzeige.
Heute abend kurz vor ½9 Uhr entſchlief
ſanft nach langem, ſchwerem, mit Geduld
er=
tragenem Leiden mein treubeſorgter Mann,
unſer herzensguter Vater, Schwiegervater und
(7510
Großvater
Herr Johannes Walter
Rohrleger beim Waſſerwerk
im Alter von nahezu 54 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Katharina Walter, geb. Gerhardt,
und Sohn,
Familie Friedrich Walter,
Familie Heinrich Landzettel.
Darmſtadt, den 27. März 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 29. März,
nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehauſe
Schulzen=
gaſſe 7 aus, ſtatt. Einſegnung ½ Stunde vorher.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
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Ohne jede Naht
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Kurſe vom 27. März 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,40
81,30
3 do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 90,30
81,30
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,90
93,40
do.
3½
84,00
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,30
89,10
do.
3½
*3
do.
79,70
4 Hamburger Staatsanl. 100,25
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,80
4 do. do. (unk. 1918) 99,90
88,70
do.
3½
do.
78,00
3
3 Sächſiſche Rente . . . . 81,20
4 Württemberger v. 1907 100,50
3½
do.
94,90
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,25
1¾/ Griechen v. 1887 . . 55,30
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 93,10
4 do. Goldrente . . . 96,70
4 do. einheitl. Rente 89,80
3 Portug. unif. Serie I 64,00
3 do. unif. Ser. III 67,50
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 100,90
4. do. v. 1890 . . 95,10
4 do. v. 1905 . . 91,75
4 Ruſſen v. 1880 . .
90,60
4 do. v. 1902 . . . . 89,80
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 84,50
4 Türk. Admin. v. 1903 83,40
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 91,10
4 do. Staatsrente . . . 89,60
In Proz.
Zf.
. .100,40
5 Argentinter
4
do.
88,40
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,70
5 Chineſ. Staatsanleihe .
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 94,80
5 Innere Mexikaner . . . 93,75
do.
3
59,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,70
3 Buenos Aires Provinz 72½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 137,20
3 Nordd. Lloyd . . . . . 105,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,50
8 Baltimore und Ohio . 106,00
6 Schantungbahn . . . . 134½ 15 Phönix Bergb. und
6½ Luxemb. Prince Henri 158,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17½
6 Pennſylvania R. R. .118,75
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 494,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . . . 260,00
27 Farbwerke Höchſt . . 567,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 338,00
8 Cement Heidelberg . . 155,20
32 Chem. Werke Albert 147,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 303,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 126,00
Inſro.
ate
Dwid.
7 Schuchert, Nürnberg . 155,00
12 Siemens & Halske . 232,75
12 Bergmann Electr. . . 167,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 178,00
25 Gummi Peter . . . . 144,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 149,80
80 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 465,00
12 Maſchinenf. Badenia 196,00
16 Wittener Stahlröhren 209,00
8 Steana Romana Petr. 134,10
15 Zellſtoff Waldhof . . 242,80
12½ Bad. Zucker=Wag=
.. . 204,50
häuſel .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 120,10
3 Südd. Immobilien . 80,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 187,00
12 Bochumer Bergb. und
Gußſt.
. . 224½
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 183,00
10 Gelſenkirchener . . . . 195,25
7 Harpener .
.194,50
Hüttenbetrieb. . . 251,10
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
. 85.70
4 Laurahütte . . . . . . 173,50
10 Kaliwerke Aſchersleben —
10
Weſteregeln 192,00
5 South Weſt Africa .156,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 90,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,00
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75.90
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,90
3
do.
78,70
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,75
Inpra.
Zf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,30
54,25
do.
29/10
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 96,10
88,50
4 Ruſſ. Südweſt. .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,35
87,50
do.
89,00
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow
78,20
3 Portugieſ. Eiſenb.
92,50
4½
do.
70,00
2¼0 Livorneſer .
3 Salonique=Monaſtir . 65,30
83,70
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,20
74,60
4 Miſſouri=Pacific.
.100,25
4 Northern=Pacific
. 95,50
4 Southern=Paciſic
5 St. Louis und San
88,30
Francisco . .
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8½ Bergiſch=Märkiſche
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6½ Darmſtädter Bank . 124,75
12½ Deutſche Bank . . . 263,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,00
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,80
10 Diskonto=Kommandit 184½
8½ Dresdener Bank . . 156,25
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,70
5½ Pfälziſche Bank . . 130,2513½ do.
6.48 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 130,50
7½ Wiener Bankverein .137,00
4 Frankf. Hypoth.=Bank
E. 16 u. 17 . . . 98,80
91. Pfandbriefe. Iußran=
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,10
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
do.
89,50
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,70
3½
89,80
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . . . 100,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
. 100,45
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 89,80
S. 1 u. 2, 6—
S. 3—5
89,60
89,70
S. 9—11
4 Meininger Hyp.=Bank 99,70
do.
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,40
3½ do. (unk. 1914) . . 89,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do.
3½
89,90
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . .
8½ do.
4 Frankfurt.
3½ do.
96,00
4 Gießen .
3½ do.
9000
4 Heidelberg
99,60
3½ do.
90, 10
4 Karlsruhe
98,60
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
4 Mannheim
3½ do.
90,10
4 München .
99,50
3½ Nauheim
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98,60
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4 Offenhach .
Zußro
Zf.
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3½ Offenbach
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3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
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briefe . . . . . . . 135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,00½
3 Oldenburger . . . . . . 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7. 3600
Braunſchweiger Tlr. 20 199,40
Freiburger .
Fs. 15
Mailänder .
Fs. 45 34,00
do.
Fs. 10 35,20
Meininger .
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Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 528,00
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20,43
Franzöſiſche Noten. . . . 81,15
Holländiſche Noten. . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . 80,50
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Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto. .
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Nummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
Seite 9.
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Sonntag, den 31. März und Montag, den 1. April, je
nachmittags von 3—5 Uhr, findet in den Unterrichtsräumen der
Abteilung III, im Mittelſchulgebäude in der Hermannſtraße,
eine Ausſtellung von Arbeiten der Schülerinnen ſtatt.
Eltern und Angehörige der Schülerinnen, ſowie Freunde der
Anſtalt werden hierdurch zum Beſuche dieſer Ausſtellung freundlichſt
eingeladen.
Im Ausſtellungsraume nimmt der Leiter der Schule
Anmel=
dungen für das neue Schuljahr, das am 22. April beginnt,
ent=
gegen, und zwar auch für die Abteilungen I (Rundeturmſtraße) und
II (Lagerhausſtraße).
Darmſtadt, den 26. März 1912.
Der Vorſtand:
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Grossh. Ludwig=Georgs-Gymnasium u.
Vor=
schule der beiden Gymnasien zu Darmstadt
Anmeldungen für das Ludwig=Georgs=Gymnaſium und die
gemeinſame Vorſchule des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums und des
Neuen Gymnaſiums nimmt der Unterzeichnete, ſoweit ſie nicht ſchon
erfolgt ſind, noch Samstag, den 13. April, von 9—12 Uhr im
Direktorzimmer des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums (Karlſtraße 2),
entgegen; dabei ſind Geburtsſchein, Impfſchein und gegebenenfalls
Abgangszeugnis der bisher beſuchten Schule vorzulegen. — Wenn
die Eltern ſchriftliche Anmeldung vorziehen, erbitten wir ſie bis
(7464a
Die Großherzogliche Direktion
Dr. Mangold.
Für Konservatorium.
Ein Poſten klaſſiſcher
Klavier=
noten, Sinfonien von
Beet=
zoven ꝛc. ſind wegzugshalber bill.
zu verkaufen
(*7909
Rheinſtraße 31, Laden rechts.
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Rechtsschutzes durch erfahrene Spezialingenieure. Bereitwillige
Auskunft unverbindlich und kostenlos.
(7238a
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der beteiligten Kreiſe, daß der Haferankauf
Feitens des Großh. Proviantamts Darmſtadt beendet iſt. Roggen und Stroh wird
tweiter gekauft.
Darmſtadt, den 21. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(7230id
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 29. März, 1., 2., 11.,
12., 15., 16., 18., 19., 22., 23., 25., 26., 29., 30. April 1912, von 8 Uhr vormittags bis
zum Dunkelwerden, Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des 18.
Armee=
korps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel, in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich=
. Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wnrd während des Schiehens durch Poſten, Wegeſchranen und Warnungslaſein
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909.)
Wenn das Schießen früher beendet iſt, werden die Gemeinden Meſſel und
Offenthal von Aufhebung der Abſperrung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großberzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(7489a
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Geſuch der Firma Gräger & Schaab von Seligenſtadt um Genehmigung
zur Aufſtellung eines Dampfkeſſels in Pfungſtadt.
Die Firma Gräger & Schaab in Seligenſtadt beabſichtigt, auf dem
Grund=
ſtück Flur 5 Nr. 393¾/00, gelegen zu Pfungſtadt, eine Dampfkeſſelanlage zu errichten.
=Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes
im Amtsverkündigungsblatt an gerechnet, auf dem Büro der Großh. Bürgermeiſterei
Pfungſtadt zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
bei Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt vorzubringen.
Darmſtadt, den 21. März 1912.
(7447
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: v. Werner.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Forterier 2 Dachshunde, 1 Boxer (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(7473
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Hermannſtraße zwiſchen der Eichberg= und Heidelbergerſtraße
vom 10. bis zum 20. April ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr
geſperrt.
(7472
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
(637a
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 29. März I. J., vormittags 9 zirkskaſſe Darmſtadt II befinden
und nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Auftrag der Erben die zum Nachlaß der Frau
Meta Wallot Witwe gehörigen Möbel und
Haushaltungsgegen=
ſtände im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle”, Obergaſſe 12,
und zwar:
1 Flügel von Steinweg
2 Chaiſelongues mit Decken, 1 Sofa mit 5 Seſſel,
2 Stühle mit rotem Plüſchbezug, 1 Vertiko, 1 Sekretär,
1 Bücherſchrank, 1 Büfett, 1 Salontiſch mit
Marmor=
platte, 2 Bauerntiſche, 1 Serviertiſch, 1 Ausziehtiſch, 1
Brand=
liſte, verſchiedene andere Tiſche, Kommode, Waſchtiſche und
Nachttiſche, zwei= und eintürige Kleiderſchränke, 1
Gold=
ſpiegel, mehrere andere Spiegel, Seſſel und Stühle,
kom=
plette Vorhänge, Bilder, darunter ſehr gute Bilder und
Stiche, mehrere große gute Teppiche und Felle, 2
Hänge=
lampen, 1 Wiener Kaffee=Maſchine, faſt neu, 1 echte
Pariſer Pendule und 1 große hübſche Bronze=Uhr, 1 japan. buch hieſiger Gemarkung zuge=
Paravent, 1 ſpaniſche Wand, verſchiedene Gaslüſter und
eine Partie beſſere Nippgegenſtände, Glas und Porzellan
uſw., darunter ein wertvoller Glaspokal.
Ferner 2 komplette Betten und die ganze
Kücheneinrich=
tung, v. Möbel und 1 Gasherd.
Außerdem aus dem Nachlaß des Buchbindermeiſters Fr. Graffe hier: in unſerem Bureau zwangsweiſe
2 Sofas, Stühle, Tiſche, 3 Kleiderſchränke, 2 Waſchtiſche,
1 Trumeau, 1 Glasſchrank, 1 Pfeilerſchränkchen, 3
vollſtän=
dige Betten, 1 Kommode und die ganze Kücheneinrichtung
u. a. m.
(7266id
Beſichtigung:
Donnerstag, den 28. I. Mts., nachmittags von 3—6 Uhr.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 26. März 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Donnerstag, den 28. März 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) für beſtimmt:
1 Vertiko 1 Sofa, 1 Kommode, 1 Tiſch, 1
Nähtiſch=
chen, 17 Bände Brockhaus=Lexikon, 1 Atlas, 8
Herren=
taſchenuhren:
b) vorausſichtlich:
6 Kleiderſchränke, 4 Vertikos, 2 Diwans, 2 Trumeaux,
2 Schreibtiſche, 2 Kaſſen=, 2 Glas=, 2 Waren= und 2
Spiegel=
ſchränke, 1 Landauer, 1 Viktoriawagen, 1 photogr. Apparat,
2 Truhen, 2 Fahrräder, 1 Nähmaſchine, 1 Anzug, 1
Hand=
koffer 4 Reißſchienen, 3 Reißbretter, 1 Partie Schieferſteine
und Falzziegel pp
(7445
Darmſtadt den 27. März 1912.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Beitreibung ſtädtiſcher
Gefälle.
Auf Beſchluß der
Stadtverord=
netenverſammlung vom 21. l. M.
tritt an Stelle der bisherigen
Mahnung von Gemeindeſteuer=
und Schulgeld=Rückſtänden
mit=
telſt offenen Zettels durch ſtädtiſche
Boten die Mahnung mittelſt
Zettel in offenem Briefumſchlag
durch die Poſt. Die Mahngebühr
bleibt die gleiche.
DieBeitreibung der
Gemeinde=
ſteuer, die bisher eine zweizielige
war, wird vom Rechnungsjahr 1912
ab — erſtmals im Juni —
ein=
zielweiſe durchgeführt. (7394md
Darmſtadt, 23. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Die Verlegung der Großh.
Bezirkskaſſe Darmſtadt II.
Die Amtsräume der Großh.
Be=
ſich vom 1. April ds. Js. an im
Dienſtgebäude Lindenhofſtraße
Nr. 15.
(7450df
Wegen des Umzugs bleiben die
dermaligen Amtsräume in der
Wittmannſtraße Nr. 16am 30. März
ds. Js. geſchloſſen.
Darmſtadt, 26. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Balls in
Offenbach a. M. und dem Jakob
Mohr in Darmſtadt, im
Grund=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 110¾/10 198 Grab=)
Die=
garten burger=
III 112 3723¾10 Hof= (ſtraße
reite 1Nr. 96,
verſteigert werden.
(K25/12
Darmſtadt, 18. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V7440
Sekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Philipp Adam
und dem Philipp Wilhelm Adam
zu Nieder=Modau, im Grundbuch
der Gemarkung Darmſtadt
zuge=
ſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. am
29 1. 1523 Acker rechts dem
Judenbrunnen,
Verſteigerungs-Anzeige. 20 4 2322 Hofreite (Lager=Am Montag, 1. April 1912,
platz) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe Weg die Matratzenſtreu aus einem
Darmſtadt, 25. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V7438
Bekanntmachung.
vormittags 11 Uhr,
ſollen die dem Philipp Maul V.
in Ernſthofen, im Grundbuch der
Gemarkung Darmſtadt
zugeſchrie=
denen Immobilien:
Flur
II
II
II
II
Nr.
II 103570
1035%10
1035%/100
1035 %/10
10350/100
am
213 H
65(
65(
41
37
Hofreite
Beck=
ſtraße,
Grabgarten
daſelbſt,
Grabgarten
mit
Garten=
haus,
Grasgarten
daſelbſt,
Grasgarten
daſelbſt,
Aungehelber zu Gaaliangreſer
1 Pinno, 1 Herrenzimmer (kompl hell eiche), Salon (Mahag.,
Empire), 1 Büfett, Ausziehtiſch u. 12 Stühle, Goldſpiegel (Empire),
Sekretäre, Kommoden, Tiſche, Schreibtiſchſeſſel, 2 Schreibtiſche,
Kleiderſchränke (1= u. 2tür.), Waſchkommode u. Nachttiſche m. Marmor,
Regulateure und Freiſchwinger, Salon= u. andere Stühle u. Tiſche,
Vitrine, Diwan, Chaiſelongue, Wirtſchafts=Porzellan, antike Schränke,
Kommoden, Truhen, Hausuhren, Porzellan, Zinn, ſowie Oelgemälde
uſw. habe im Auſtrage zu verkaufen durch
(7453
Krummeck, Auktionator u. Taxator Grafenſtr. 4.
Meiſce Hoptſcheltat Ranſin.
In der heutigen Generalverſammlung wurde die Dividende für
das Geſchäftsjahr 1911 auf 9%
ℳ 54.— für die Aktien à ℳ 600.— Serie
„108.−
„ „ 1200.−
„ 54.— „
„ „ 1200.−
„ II Nr. 36751 bis 42499
36 752 12500
(Dividendeſchein mit rotem Druck)
feſtgeſetzt.
Die Auszahlung erfolat ſofort gegen Auslieferung des
Divi=
dendeſcheines Nr. 19 bei der Kaſſe unſerer Bank, ſowie bei unſeren
ſämtlichen Pfandbriefverkaufsſtellen.
Bei allen dieſen Stellen iſt der Geſchäftsbericht für das Jahr
1911 erhältlich. Wir machen darauf aufmerſam, daß wir unſere
Aktien ebenſo wie unſere Pfandbrieſe und Kommunalobligationen
koſtenlos in Verwahrung nehmen.
(74355
Mannheim, 25. März 1912.
(Nachdruck wird nicht honoriert.) Rheiniſche Hypothekenbank.
Mauſhſtaiche danſant.
Diejenigen Pfennig=Marken=
Verloren
Blätter, welche eine auf volle Mark
abgerundete Geſamteinlage bis zum
Ende des abgelaufenen Viertel= iſt Geld, Zeit und Mühe,
jahres nachweiſen, ſind nebſt den wenn man bei Bedarf von
Fußboden=Lacken u. ſonſt.
ſtädtiſchen Sparkaſſebüchern
Anſtreich=Material nicht
Samstag, 30. März 1912,
an die Herren Stationserheber zur langjährig erprobte Qua=
Veranlaſſung der Ueberſchreibung litäten verwendet. Unſere ſeit
(7446 einer langen Reihe v. Jahren
abzuliefern.
Avon uns ſelbſt hergeſtellten
Darmſtadt, 27. März 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Spiritus= u. Bernstein-
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende.
Fussbodenlacke,
Wagner.
Miletallfassbodenfarben,
Oelfarben etc.
Dünger=Verkauf.
Samstag, den 30. März 1912, haben ſich infolge ihrer
Vor=
züglichkeit aufs Beſte bewährt
vormittags 9 Uhr,
wird auf dem Hofe der Train= und empfehlen wir ſolche zu
A den bekannten Preiſen.
kaſerne in der Eſchollbrückerſtraße 24
die Matratzenſtreu der 1. und Musterkarten gratis zu Diensten.
3. Kompagnie meiſtbietend ver=
(1475
ſteigert.
Gebrüder Vierheller
Train=Bataillon Nr. 18.
Darmſtadt Schuſtergaſſe 14
Matratzenſtreu=
Verkauf.
um 8 Uhr vormittags,
wird in der Kaſerne am Beſſunger
verſteigert werden. (K21/12 Batterieſtall öffentlich und
meiſt=
bietend verſteigert. (7283idfs
Darmſtadt, im März 1912.
I. Abteilung
Feldartillerie=Regts. Nr. 61.
Kroßer Krauthobel, Galerie=
Donnerstag, 9. Mai I. Js., ſtange (Holz), Schneidereiſen,
verſch. Schirmgeſtelle zu verk.
*7892) Wienersſtr. 46, 2. St. r.
Glucken.
2 feſtſitzende Glucken, w. Orpington,
à 4 Mk., verk. Phil. Schick,
Gries=
heim, Alte Darmſtädterſtr. 48. (*422ds
anarien-Zuchtweibchen
Anoch billig abzugeb.
Wald=
ſtraße 30, S., 2.
I. (*7858md
Danarienhähne, prima Vorſäng.
3 u. Zuchtvögel, zu verk. (*7883
3. Sparr, Schloßgartenſtr. 51.
billg zu verk.
1 zahmer Rabe
(*7944
Heinheimerſtraße 40.
mit Käfig, fingerzahm.
Papaget u. jung, billig zu
verk=
od. zu vert. geg. gebr. Fahrrad
(*7888)
Mauerſtr. 17, part.
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(B18/13
verſteigert werden.
Darmſtadt, 19. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V7439
Spezialfarhen-Geschäft
gegr. 1861. Telefon Nr. 200.
(7342a)
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Wegen dringendem Bedarf zahle
ich konkurrenzloſe, höchſte Preiſe
für abgeleate Herren= und Damen=
Kleider, Schuhe, Wäſche, ſowie
alte Federbetten, Zahngebiſſe uſw.
J. Wallach,
*7846md) Holzſtraße 1 (Laden).
Erſtes Darmſtädter
Partiewarengeſch.
Täglich treffen Waren=
Sendun=
gen in großer Auswahl ein, als
Herren= u. Knaben=Ueberzieher,
Herren= u. Knaben=Anzüge, ſow.
einzelne Hoſen, Sackröcke und
Weſten, ſowie Herren=, Damen=
und Kinderſchuhe und Leib=und
Bettwäſche aller Art, Kamiſols
und geſtrickte Weſten: ferner
Herren= und Kinder=Hüte und
Kappen zu außergewöhnl. billigen
Preiſen abzugeben hei (7476a
Jakob Friedel,
Obergasse 33 (Laden).
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
Nummer 75.
Sinstean
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Meter 1.10
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Meter 1.45
Linoleum-Läufer, ca. 110 cm breit .
Meter 1.85
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70 cm breit 100 cm breit
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1.45
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Meter 85 ₰
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Freitag
Donnerstag
Samstag
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(7486)
Markt 2.
2
Weiblich
Aufängerin, ſr,weiche
Handels=
chule beſuchte, wünſcht (*7850mdf
Stelle auf Bureau.
Hefl. Angebote u. V 87 a. d. Exp.
Perf. Stenotypistin
n. höh. Töchterſchulbild. u. prima
Zeugn., ſucht für halbe Tage oder
ſtundenweiſe Beſchäftigung. Off.
unter W9 an die Exped. (*7934
Als Modistin
empfiehlt ſich für feineren u.
einfachen Putz
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Dory Leissler
Gr. Ochſengaſſe 18.
Material kann geſtellt werden.
ſehme n. W. z. Flick. u. Ausb. an
Bleichſtr. 17, Hth. I. (*7579od
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Anz., Weißnähen, ſow. Flicken u. Büg.
7191a) Arheilgerſtr. 52, part.
Schneiderin empfiehlt ſich
in u. außer dem Hauſe
Viktoria=
ſtraße 72, 3. Stock. (*7615id
Angehende Schneiderinwünſcht
m. perf Schneiderin auszugeh.,
nimmt auch zu Haus Arbeit an
Neue Ireneſtr. 71, III. r. (*7635ids
Junge Friſeuſe nimmt n. Kund.
an Wienersſtr. 40, pt. (*7813df
Junge Frau ſucht Laufdienſt
Riegerpl. 5, Seitenbau. (*7751md
Mädchen, 32 J. alt, ſelbſtänd. im
Kochen, Nähen, Bügeln, ſowie in
Krankenpflege bew., ſ. Stelle als
einfache Stütze, prima Zeugniſſe
liegen vor. Lehrerstöchter, 17 u.
18 Jahre alt, könn. nähen u. bügeln,
kinderlieb, ſuchen zum 15. April
Stellen. Ludwigſtr. 8. (*7760md
Frau Berta Neßling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Reinliche Frau ſucht Laufdienſt
für morgens oder mittags
*7910) Bleichſtraße 5, Hths. II r.
Ein junges Mädchen ſucht
Beſchäftigung für den ganzen Tag
Kirchſtraße 17, Manſ.
ſucht Aushilfe. Gefl.
Köchin Offerten unt. V 92
an die Exped. erbeten. (*7885
Mädchen ſucht Laufſtelle morg.
Zu erfragen Marthahaus,
Stiftſtraße.
(*7882
mittl. Jahre ſucht tagüber Be=
ſchäftigung, am liebſt. zu Kindern.
Off. u. W8 an die Exped. (*7924dfs Junge, ſaubere Frau ſucht
vormittags 2 Stunden Laufdienſt
Schloßgaſſe 32, 1. Stock. (*7961 Tücht. erfahr. Frau ſucht waſch. u.
putz. Arheilgerſtr. 54, Hths. (*7942 Eine Frau ſucht mitt. Beſchäft.
im Putzen oder Waſchen (*7884
Schloßgartenſtr. 21, Htb. Männlieh Wirtlich zuverläſiger
Maschinenschreiber
und Stenograph ſucht Stellung
per 1. Mai. Gefl. Offerten unter
T 86 bef. d. Exp.
(6713a Junger Kaufmann
ſucht Stellung als Verkäufer in
Kurz=u. Modewaren, wo Gelegen=
heit geboten, d. Dekorieren zu erl.
Off. u. W 14 a. d. Exp. (*7969ds Penſ. Beamte, 48 Jahre alt,
übernimmt Inkaſſo= od. ſonſtigen
Vertrauenspoſten bei beſch. Anſpr.
Offerten erb. unt. W 16 an die
Expedition d. Bl. (*7975dsm Jg. Mann, mitte d. 30er, ſtadtkd.,
Radf., ſucht Beſchäftig. Art einerlei.
Off. u. V 59 a. d. Exp. (*7743mdf Offene Stellen Welieitet
.
Verkäuferinnen
für Hauptgeſchäft und Filialen
per ſofort event. 1. Mai geſucht.
Nur ſolche, welche mit der Branche
vertraut ſind, wollen ſich melden.
7218ids) Adolf Geiger. Hohen Verdienst können
sich Damen, auch Herren, er-
werben mit gut. Bekannten kreise
durch den Verkauf von
wirklichpreiswertem Kaffee
an Hotels, Institute, Private etc.
Walther & Zerche, Kaffee-Gross-
(*7886 Rösterei, Hamburg 5. (7458M Arbeiterinnen ſo=
Ztüchtige fortgeſ. Konfektion
E.Wißmann, Soderſtr. 84. (*7952afs *7920)
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ſofort dauernd geſucht (*7881dfs
Dampfwäſcherei und Bügelanſtal
Ludwig Hering, Hoflieferant
Darmstadt Schiesshausstr. 4
Friseuse geſucht
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Wienersſtraße 46, II. r.
Feines Geſchäft
Sehr ordentliches Lehrmädch. *7979) Sandberaſtraße 69, pt.
für Konfektion geſucht (*7903
Soderſtraße 67, part.
Geſucht
für ſofort oder 1. April ein
durch=
aus anſtändiges, in Küche u.
Haus=
arbeit erfahrenes Mädchen. Zu
ſprech. bis 11 Uhr u. v. 6—8 Uhr
Soderſtraße 44, 2 Tr. (7167a
zum 1. April ge=
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Ernst, Schloßgaſſe 1. (*7664imd
Zum 1. April ſuche ich für alle
Hausarb.
ädchen.
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Kochen nicht nötig. Frau von
Linſingen, Alsbach. (6589imd
Alleinmädchen
das auch im Kochen bewandert iſt
und gute Zeugniſſe hat, bei gut.
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1. April geſucht. Näheres
Hoch=
ſtraße 8, 2 Treppen.
(K7263
Ordentliches fleißiges
Mädchen
das kochen kann und etwas
Haus=
arbeit übernimmt zum 1. April in
beſſeren Haushalt geſucht.
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mädchen und Burſche vorhanden.
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kochen kann und alle Hausarbeit
verſteht. Hoher Lohn und gute
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mädchen zum 1. April. Näh. zu
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ſpülmädchen
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ſofort oder ſpäter geſucht für das
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Nur ſolche mit gut. Zeugn. mögen
ſich melden b. d. Vorſteherin. (5904a Für Riedlingerſtraße Laufmad=
chen oder Lauffrau geſucht. Näh.
Caſinoſtraße 18, 1. St.
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für Mittwochs, Samstags und
Sonntag nachm. zum Spulen.
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Näh. Heidelbergerſtr. 9½. (*7940 Putzfrau für jeden Samstag
vormittag geſucht Pallaswieſen=
ſtraße 19, 2. Stock rechts. (*7965 Tüchtiges, ſleißiges Mädchen
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
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Nummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
Seite 14.
Erſte Kammer der Stände.
—3. Sitzung.
St. Darmſtadt, 27. Märß.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach Exz., Geheimeräte Süfffert,
Beſt, Wilbrand, Lorbacher.
Die Sitzung wird um 10¼ Uhr eröffnet. Präſident
Graf v. Schlitz genannt v. Görtz macht vor Eintritt
in die Tagesordnung einige geſchäftliche Mitteilungen.
Dann tritt das Hohe Haus in die Tagesordnung ein.
Ohne Debatte werden erledigt durch Beitritt zu den
Be=
ſchlüſſen der Zweiten Kammer die Regierungsvorlage,
Geſetzentwurf, die Abänderung des Geſetzes, die
Aus=
führung des Reichs=Impfgeſetzes vom
8. April 1874 betreffend, vom 25. Mai 1875; —
Regier=
ungsvorlage, Entwurf eines Geſetzes über die
Abänder=
ung 1. des Geſetzes, die Beſſoldung der
Staats=
beamten betreffend, vom 9. Juni 1898, 2. des
Ab=
änderungsgeſetzes zu vorgenanntem Geſetz, die
Ge=
haltsverhältniſſe der ſeminariſtiſſch
ge=
bildeten und der techniſchen Lehrer uſw. betreffend,
vom 28. März 1907: Regierungsvorlage, Geſetz über die
Tilgung der Staatsſchuld für das Etatsjahr
1912 betreffend: Regierungsvorlage, das
Brücken=
geld ander Rheinbrücke bei Mainz betreffend;
Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genoſſen:
Aufheb=
ung der Brückengelder betreffend,
Das Haus tritt dann in die Beratung des
Hauptvor=
anſchlages ein. — Zur Generaldebatte macht Se. Durchl.
Fürſt Iſenburg=Birſtein längere Ausführungen,
in denen er zzunächſt einen Rückblick auf die Finanzen der
letzten Jahre wirft und dann kurz den derzeitigen Stand
der Finanzen beleuchtet. Er betont mit beſonderer
Ge=
nugtuung, daß das vor der letzten Steuererhöhung
drohende Defizit von 5 Millionen nicht eingetreten iſt,
daß ſich vielmehr infolge der günſtigen
Eiſenbahnüber=
ſchüſſe ein Mehr von zwei Millionen Mark erzielen ließ.
Es muß anerkannt werden, daß das Budget mit
äußer=
ſter Vorſicht aufgeſtellt wurde. Allerdings treten dem
er=
zielten Mehr zwei wichtige und koſtſpielige
Neuanforder=
ungen entgegen. Das ſind die Geſetzesvorlagen
betref=
fend die Schuldentilgung und die
Beamtenbeſoldungs=
ordnung. Zwei wichtige Fragen, die unbedingt nun
ge=
löſt werden müſſen. Die Zweite Kammer war noch nicht
in der Lage, die Geſetzentwürfe durchzuberaten, und
ſtimmt darum dem Notgeſetz, das die Regierung
vorge=
legt, zu. Die Vereinfachungskommiſſion hat bisher iſchon
ſehr Erſprießliches geleiſtet und Erſparniſſe in Höhe
von 153000 Mark erzielt. Trotzdem und trotz des
gün=
ſtigen Abſchluſſes des Budgets müſſe auch für die
Zu=
kunft die Forderung möglichſter Sparſamkeit und noch
weitergehender Vereinfachung der Staatsverwaltung
be=
tont werden.
Finanzminiſter Braun Exz.: Unter der Annahme,
daß das Hohe Haus den Beſchlüſſen des Ausſchuſſes im
weſentlichen zuſtimmt, ſchließt der Voranſchlag nunmehr
ab im Verwaltungsteil mit 68 665 278 Mark und im
Ver=
mögensteil mit 11533965 Mark. Es ſind alſo keine
weſentlichen Abweichungen von den
Regierungsvorſchlä=
gen getroffen worden, vielmehr ſind ffaſt überall die
Vor=
ſchläge der Regierung angenommen und es iſt damit
be=
kundet das Einverſtändnis des Hauſes mit den
Richt=
linien, die die Regierung in dem Finanzgebaren des
Landes anerkennt. Dieſe Richtlinien kulminieren in:
Erſtens ſtrengſter Sparſamkeit und zweitens in der
Be=
willigung nur ſolcher Ausgaben, denen ſichere Einnahmen
gegenübergeſtellt werden können. In dieſen Grundſätzen
folgt die Regierung den bewährten Bahnen des
bisheri=
gen Reichsſchatzſekretärs Wermuth, der ſie mit beſtem
Erfolge auch den Reichsetat zugrunde gelegt und zur
Durchführung gebracht hat. Weiter wird, wie das ſchon
in dem anderen Hauſe des näheren dargelegt wurde, die
Regierung auch weiterhin beſtrebt ſein, den Etat von
all den Ausgaben zu befreien, die ihrem Weſen nach in
den Vermögensteil gehören. Auch hierin folgt die
Re=
gierung den Wegen des Reichsſchatzſekretärs. In
die=
ſer Hinſicht bin ich grundſätzlich einverſtanden mit dem,
was der Ausſchuß in ſeinem Bericht ſagt: „Als wichtigſte
Aufgabe erſcheint im Zuſammenhang damit, der
Ver=
mehrung der Staatsſchuld für nichtwerbende
Staats=
zwecke Einhalt zu gebieten. Es iſt auf die Dauer nicht
angängig, Ausgaben zur Bekämpfung der Reblaus, ffür
Anlegung von Grundbüchern, für Unterhaltung und
Ein=
richtung von Gebäuden auf Anleihe zu nehmen.” Ich
bemerke aber hierzu, daß das für den vorliegenden Etat
für 1912 nicht ganz zutrifft, wenn die eben erwähnte
Ausgabe als ſolche bezeichnet wird, durch die die
Staats=
ſſchuld vermehrt wird, wie es in dem Bericht heißt.
Denn erſtens die 85000 Mark zur Bekämpfung der
Reb=
ſchädlinge ſind nicht aus Anleihemitteln, ſondern aus
Vermögensreſten entnommen. In den Bemerkungen zu
Kapitel 142 iſt auseinandergehalten die Ausgabe, die
aus Anleihemitteln gedeckt werden ſoll, und auch dort iſt
der Betrag von 85000 Mark zu Unrecht als ſolcher
er=
wähnt. Es iſt weiter erwähnt der Betrag von 150000
Mark für Anlegung der Grundbücher. Dieſer
Be=
trag konnte aus Erſparniſſen aus 1910/11 gedeckt
wer=
den. Es bleibt dann nur noch der Betrag von 42500
Mark für Errichtung von Gebäuden (Blindenanſtalt).
Hier trifft die Beanſtandung wohl zu, doch iſt eine
Aen=
derung hier ſehr ſchwierig da, wo es ſich um höhere
Be=
träge handelt. Wenn das Finanzminiſterium dieſe dann
auf ſein Ordinarium übernehmen möchte, kämen wir in
Bedrängnis. Es ſind dies aber Fragen, die noch in der
Zukunft liegen und über die wir uns heute noch nicht zu
unterhalten haben. Es ſind ſchon erwähnt worden die
zwei großen Aufgaben, die in der Schuldentilgung und
in der Beamtenbeſoldungsordnung begründet ſind. Dazu
möchte ich feſtſtellen, daß die Löſung der beiden Aufgaben
erleichtert wird durch die zweikellos eingetretene
Beſſer=
ung unſerer finanziellen Lage, ſpeziell durch die
Ueber=
ſchüſſe der Eiſenbahnanteile. Im vorigen Jahre
war hier eine Einnahme unterſtellt von 15 Millionen.
In der gemeinſamen Sitzung der Finanzausſchüſſe
bei=
der Kammern habe ich mitgeteilt, daß man mit 16,7
Mil=
lionen Mark Ueberſchüſſen zu rechnen haben wird, und
heute bin ich in der angenehmen Lage, mitteilen zu
können, daß für 1911 der Anteil Heſſens ſich auf
minde=
ſtens 17,2 Millionen bemeſſen wird und daß es nicht
aus=
geſchloſſen iſt, daß der Anteil ſogar ſteigt auf
17½ Millionen. Endgültig kann die Zahl noch
nicht geſagt werden, doch iſt ſicher, daß der Anteil nicht
unter 17,2 Millionen beträgt. Dieſes Ergebnis
berech=
tigt zu der Hoffnung, daß die beiden wichtigen
Auf=
gaben, Schuldentilgung und Beamtenbeſoldung, in
be=
friedigender Weiſe gelöſt werden können.
Graf Kuno zu Stolberg=Roßla: So
er=
freulich das Bild iſt, das ſoeben der Herr Finanzminiſter
vor uns entrollt hat, möchte ich doch im Hinblick auf die
großen Aufgaben, die noch der Löſung harren, die
Aus=
führungen des Fürſten Iſenvurg=Birſtein bezüglich der
notwendigen Sparſamkeit unterſtützen. Der
Anerken=
nung, die der Fürſt Iſſenburg=Birſtein der
Vereinfach=
uingskommiſſion und dem Herrn Staatsminiſter gezollt
hat, ſchließe ich mich an, doch bin ich der Meinung, daß
die Vereinfachungsbeſtrebungen noch weiter gehen
müſſen, beſonders inbezug auf die Erſetzung von
akade=
miſchen Beamten durch mittlere. Die
Beamtenbeſold=
ungsreform kann nicht durchgeführt werden, ohne auch
die Penſionsverhältniſſe zu ordnen. Redner ſtellt hierzu
folgenden Antrag, der zunächſt dem Finanzausſchuß
überwieſen wird: „Hohe Kammer wolle mit Rückſicht auf
die zu erwartende Reform der Beſoldungsordnung, ſowie
die hierdurch eventuell veranlaßte Reviſion der
Penſions=
geſetze Großherzogliche Regierung erſuchen, die von jetzt
ab zu vollziehenden Anſtellungen nur unter dem
Vor=
behalt vorzunehmen, daß die Regelung der
Penſionsver=
hältniſſe des Anzuſtellenden ſpäterer Feſtſetzung
vorbe=
hallten bleibt und daß jedenfalls ein Anrecht auf Grund
der beſtehenden Penſionsgeſetze nicht erworben wird.”
In der Begründung des Antrages betont er die
Notwendigkeit, die Penſionsſätze in Heſſen nicht höher zu
bemeſſen, als in anderen Bundesſtaaten. Die Sätze
gehen bei uns jetzt bis 100 Prozent, im Reiche nur
bis 75 Prozent, in Bayern bis 70 Prozent, in Sachſen
bis 80 Prozent, in Baden bis 75 Prozent uſw.
Auch zu Kapitel 2 ſtellt Redner einen Antrag
bezüg=
lich der Oberförſterſtellen, der ebenfalls dem Ausſchuß
überwieſen wird. Der Antrag lautet: „Hohe Kammer
wolle beſchließen, der Ziffer 1, „Oberförſter” folgende
Faſſung zu geben: 85 Stellen, 9 Stellen hiervon ſind nur
auf den Inhaber bewilligt und nach Erledigung nicht
wieder zu beſetzen, nämlich die Oberförſtereien:
Ernſt=
hofen, Friedberg, Lengfeld (oder Groß=Umſtadt),
Lauter=
bach, Mitteldick, Trebur, Wieſeck, Wimpfen und Worms.
Die Oberförſtereien Lauterbach, Worms und Wimpfen
ſind mit Forſtaſſiſtenten zu beſetzen, die übrigen 6
Ober=
förſtereien innerhalb der nächſten 3 Jahre aufzuteilen.
Gehalte 2800 bis 6000 Mark — 438 600 Mark,
Wohnungs=
geldzuſchüſſe — 5100 Mark. zuſammen 443 700 Mark.”
Damit ſchließt die Generaldebatte.
In der Spezialdebatte werden die Kapitel bis 31
ohne reſp. ohne weſentliche Debatte nach eden
Ausſchuß=
anträgen angenommen.
Zu Kapitel 32: Polizei, ſpricht Geh.
Kommerzien=
rat Stroh der Regierung für die Verſtaatlichung der
Offenbacher Polizei Dank aus. Der größte Teil der
Offenbacher Bürgerſchaft habe dieſe Verſtaatlichung mit
größter Genugtuung begrüßt. Redner möchte
das beſonders feſtſtellen, da in der Gemeindevertretung
von Offenbach ein gegenteiliger Beſchluß zur Annahme
gelangte. Redner bittet, der Vorlage zuzuſtimmen. Das
geſchieht ohne weitere Debatte.
Eine lange Ausſprache rufen die Kapitel 35:
Kir=
chen, und 36: Landesuniverſität, hervor. Zum
Kapitel „Kirchen” macht Domkapitular D. Bendix
ſehr ausführliche Bemerkungen zu den drei päpſtlichen
Erlaſſen bezw. Motuproprio, betr. 1. die Entfernung des
Pfarrers aus Amt und Pfründe im Verwaltungswege,
2. den Moderniſteneid und 3. die Gerichtsbarkeit für
katholiſche Geiſtliche. Redner reſumiert dahin, daß der
päpſtliche Stuhl in neuerer Zeit nicht mehr
Verordnun=
gen ergehen läßt, als früher, daß die Tatſache, daß dieſe
Erlaſſe jetzt aber mehr die Oeffentlichkeit beſchäftigen,
als früher, darin zu ſuchen iſt, daß die Erlaſſe nicht mehr
nur in Rom, ſſondern in einem beſtimmten öffentlichen
Organ bekannt gemacht werden, das dann von den
Blät=
tern, die gewohnt ſind, mit Seiſation Reklame zu
machen, ausgeſchlachtet wird. Als ſolche Blätter
bezeich=
net Redner die Frankfurter Zeitung und das Berliner
Tageblatt. Beſonders das erſtere bringe die Erlaſſe
ſchon früher, als ſie das biſchöfliche Ordinariat auf Hem
amtlichen Wege erhalte. Die Verordnungen und
Motu=
proprio hätten keineswegs den Zweck oder die
Geeignet=
heit, das beſtehende gute Verhältnis zwiſchen Staat und
Kirche, oder zwiſchen den beiden Konfeſſionen zu ſtören.
Es ſei durchaus grundlos, die Oeffentlichkeit darüber
künſtlich aufzuregen, und das geſchehe auch nur aus
poli=
tiſchen Gründen. Der Regierung ſpreche er für ihren
durchaus korrekten Standpunkt Dank aus. Redner bittet
zum Schluß, Der katholiſchen Kirche und ihren Organan
mit mehr Verrrauen gegenüberzutreten. Sie haben
kei=
nen ſehnlicheren Wunſch, als den Frieden, und werden
dieſes Vertrauen durchaus zu rechtfertigen wiſſen.
Miniſter des (Innern von Hombergk zu Vach
Exz. begrüßt mit Freuden die Ausführungen und
Auf=
klärungen des Vorredners und präziſiert dazu nochmals
den Standpunkt der Staatsregierung, wie es im
weſent=
lichen ſchon in der Zweiten Kamrier geſchehen iſt.
Zu Kap. 36, Landes=Univerſität, ſchneidet Fürſt Karl
zu Solms=Hohenſolms=Lich die Debatte
an, indem er Klage darüber führt, daß die Regierung
den vielfachen dringenden Wünſchen der poſitiven
Rich=
tung der evangeliſchen Landeskirche auf Beſetzung eines
Lehramts mit mindeſtens einem Theologen der poſitiven
Richtung nicht nachgekommen iſt. Die
fort=
ſchreitende Liberaliſierung führe zur
Entkirch=
lichung und es drohen der evangeliſchen Kirche
ſchwere Konflikte durch Maſſenaustritte gerade auch von
ſolchen Elementen, die materiell ſehr ſchwer ins Gewicht
fallen. Auch an der Examensübung der theologiſchen
Fakultät übt Redner ſcharfe Kritik nicht der Perſonen,
ſondern der Sache wegen. Wenn man poſitiv geſinnte
Studierende gewiſſermaßen außer Landes weiſt, werde
in Heſſen in abſehbarer Zeit ein Mangel an Theologen
entſtehen und die Theologie; wird zum Broterwerbs= werden. Dem müſſe die Regierung mit aller
Kraft entgegenarbeiten. — Die Ausführungen des
Red=
ners finden warme Unterſtützung durch die Grafen
Stolberg=Roßla, Solms=Laubach und
Er=
bach=Fürſtenau, während Geheimerat Dr
Schmidt den Ausführungen mit Schärfe entgegentritt
und die Univerſität und auch die Regierung in Schutz
nimmt. Der von beiden eingenommene Standpunkt ſei
durchaus korrekt und richtig und durch die Eramen werde
kein Studierender auch keiner der poſitiven Richtung
außer Landes gewieſen. Die Fakultät ſei durchaus
ob=
jektiv.
Auf Vorſchlag des Präſidenten wird ſchließlich die
Beſprechung bis morgen vertagt, um dem abweſenden
Prälat D. Dr. Flöring Gelegenheit zur Aeußerung zu
geben. — Den Standpunkt der Regierung legte Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach Exz. dar, der
ſich=
im weſentlichen auf die Ausführungen in der Zweiten
Kammer bezog.
Die Kapitel 38 bis 42a werden angenommen.
Zur Jugendpflege (Kap. 42a) erſucht
Domkapitu=
lar Dr. Bendix dringend, die Beſtrebungen der
kon=
feſſionellen Vereine und Organiſationen nicht zu
beein=
trächtigen, was von der Regierung durch den Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach Exz. zugeſagt
wird.
Zum Kapitel 48 Denkmalpflege regt Geheimerat Dr
Schmidt Herausgabe eines Merkbuches über
Behand=
lung von Funden und von Vorbildern zu
Lehr=
zwecken an.
Die Kapitel bis 89, Titel 1, werden debattelos
ge=
nehmigt.
Zu Kapitel 89, Titel 2 — Landgerichte und
Amtsgerichte befürwortet Staatsminiſter Ewald=
Exz. die vom Ausſchuß beantragte Streichung der
Be=
merkung, wonach 15 Amtsrichter auf den Inhaber
be=
willigt werden ſollen. — Die Kapitel bis zum Schluß
der 9. Hauptabteilung wurden dann angenommen und
die Weiterberatung auf Donnerstag 10 Uhr
ver=
tagt. — Schluß 2,30 Uhr.
Zweite Kammer der Stände.
(26. Sitzung.)
St. Darmſtadt, 27. März.
Am Regierungstiſch Geh. Staatsrat Krug v. Nidda,
Miniſterialräte Hölzinger und Dr. Kratz,
Obermedi=
zinalrat Dr. Lorenz, ſpäter Finanzminiſter Braun Exz.,
Geheimerat Wilbrand.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 10.25 Uhr.
Erſter Punkt der Tagesordnung iſt die Regierungsvorlage,
Entwurf eines Geſetzes über die Abänderung:
1. des Geſetzes, die Beſoldungen der
Staats=
beamtenbetreffend, vom 9. Juni 1898,
2. des Abänderungsgeſetzes zu vorgenanntem Geſetz,
die Gehaltsverhältniſſe der ſeminariſtiſch
gebildetenund der techniſchen uſw. Lehrer
be=
treffend.
Hierüber erſtattet Abg. Dr. Weber in Verhins
derung des nach Berlin gereiſten Abg. Ulrich Bericht, indem
er erklärt, daß es ſich nur um eine redaktionelle Aenderung
eines früheren Geſetzes handele. Er beantragt im Namen
des Ausſchuſſes Annahme, die einſtimmig erfolgt.
Dasſelbe geſchieht mit der Regierungsvorlage,
Ver=
kauf von Grundſtücksteilen des Großherzogtum=
Landeseigentums in der Gemarkung Groß=Umſtadt
be=
treffend.
Es folgt die Regierungsvorlage, Geſetzentwurf, die
Ausführung des Reichsviehſeuchengeſetzes vom
26. Juni 1909 betreffend. Ueber die Frage der ſofortigen
Behandlung entſpinnt ſich eine Geſchäftsordnungsdebatte,
deren Ergebnis die Vertagung des Gegenſtandes iſt.
Auf die dringliche Anfrage des Abg. v. Brentano
be=
treffend Ueberbrückung der Nahe verlieſt
Miniſterialrat Hölzinger eine Antwort, deren
Be=
ſprechung auf morgen vertagt wird.
Das Weſentliche der Antwort iſt Folgendes:
In den letzten Tagen ſei eine entſcheidende Wendung in
der Sache eingetreten, indem nach dem Bericht des Binger
Kreisrats die Gemeinde Langenlonsheim grundſätzlich den
Bau der gewünſchten Brücke und die Herſtellung einer
Zu=
fahrtsſtraße, ſowie die Herſtellung der Projektsſtücke und des
Voranſchlags im Einvernehmen mit den heſſiſchen Behörden
beſchloſſen habe. Der Kreistag des Kreiſes Bingen habe
ſich ebenfalls grundſätzlich für den Bau der Brücke und für
Verteilung der Koſten nach dem Maßſtab des
Kunſtſtraßen=
geſetzes ausgeſprochen. Die Regierung ſei auch heute noch
bereit, da die Brücke als Beſtandteil einer neuen Kreisſtraße
angeſehen werden kann, ſich an den auf Heſſen entfallenden
Baukoſten in dem Verhältnis zu beteiligen, die das
Kunſt=
ſtraßengeſetz dem Staate zuweiſt. Dieſes unter der
Voraus=
ſetzung, daß völliges Einverſtändnis aller Faktoren über die
Einzelheiten zu Stande kommt. Der Kreisrat von Bingen
ſei mit der alsbaldigen Weiterführung der Angelegenheit in
dieſem Sinne beauftragt.
Auf die Anfrage des Abg. Dr. Oſann, betreffend die
anderweitige Unterkunft welche die
Bauaſpiran=
ten nach ihrer Kündigung erhalten haben, verlieſt
Miniſterialrat Dr. Kratz, eine Antwort, deren
Be=
ſprechung vertagt wird.
Es folgt die Beſprechung der Regierungsantwort
auf=
die Anfrage des Abg. Dr. Oſann Wohnungsgeld
der Reichsbeamten betreffend.
Abg. Dr. Oſann weiſt auf die Regierungserklärung
zu ſeiner Anfrage hin, wonach eine endgültige Entſcheidung
des Bundesrates noch ausſteht. Er danke der Regierung für
ihre Bemühungen und wolle ſie noch darauf aufmerkſam
machen, daß bei den Berechnungen der Miete nicht die
Nebenkoſten, die dem Mieter durch Flur= und
Treppen=
beleuchtung in Darmſtadt entſtehen, in Betracht gezogen
würden. In Norddeutſchland würden derartige Nebenkoſten
auf die Miete verrechnet. Auch ſonſt könnten noch weitere
andere grundſätzliche Berechnungen angeſtellt werden. Um
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Nummer 75.
Seite 15.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
wie Wünſche der Stadt Darmſtadt und der Beamten zu
eerfüllen, möchte die Regierung noch einmal im Bundesrat
talles tun.
Geh. Staatsrat Krug zu Nidda bemerkt, daß die
Regierung ſich tatſächlich eifrig bemüht habe, um die Er=
Füllung der Wünſche durchzuſetzen. Die Feſtſetzung der
Servisklaſſen ſei aber nicht erfolgt auf Grund von
kom=
ſplizierten Berechnungen, ſondern auf Grund von
Frage=
karten, die unter den anſäſſigen Beamten verteilt wurden.
BBei 226 verteilten Fragekarten haben 117 Beamte die
Er=
chebungen beantwortet. Die Antworten von 104 Beamten
Shaben ergeben, daß der Satz der Ortsklaſſe C für Darmſtadt
dausreicht. Nur bei 13 war der Wohnungszuſchuß nicht
aus=
rreichend. Auch die Nebenkoſten ſind bei den 104 Beamten
berückſichtigt worden. Erhebungen, die dann noch unter 277
Eiſenbahnarbeitern angeſtellt wurden, haben ungefähr
das=
fſelbe Ergebnis hervorgebracht. Trotz dieſer für die
vorge=
brachten Wünſche ungunſtigen Feſtſtellungen würde die
Re=
gierung ihre Bemühungen fortſetzen. Ob ſie allerdings
Aus=
ſicht haben würden, das laſſe ſich jetzt nicht ſagen.
Abg. Henrich zollt den Bemühungen der Regierung
Anerkennung, der Reichsregierung könne aber der Vorwurf
der Kleinlichkeit nicht erſpart werden. Im Uebrigen ſchließt
der Redner ſich den Ausführungen des Abg. Dr. Oſann
an und bemerkt noch, daß beiſpielsweiſe Orte in Baden, wo
die Verhältniſſe ähnlich lägen, beſſer behandelt worden ſeien.
Geh. Staatsrat Krugvon Nidda bemerkt hierzu, daß
man nicht immer die Verhältniſſe mit denen anderer Orte
vergleichen könne. Nicht der Preis des Einheitszimmers,
ſondern die Deklarationen der Beamten würden in Betracht
gezogen.
Abg. Lang wendet ſich gegen die
Benachteilig=
ung Erbachs, das erheblich ſchlechter geſtellt ſei, als
Michel=
ſtadt, trotzdem dort die Verhältniſſe die gleichen ſeien.
Na=
mentlich die Wohnungsverhältniſſe für die Unterbeamten
ſeien in Erbach traurige.
Geh. Staatsrat Krug von Nidda bemerkt noch,
daß es keineswegs ausgeſchloſſen ſei, daß Erbach in eine
höhere Ortsklaſſe noch verſetzt werden könnte. Wenn die
Verhältniſſe dort ſo lägen, wie der Abg. Lang ſie geſchildert
habe, dann würde die Regierung nicht anſtehen, ein
ent=
ſprechendes Geſuch zu unterſtützen.
Abg. Adelung bittet, auch Mainz zu berückſichtigen,
das Wiesbaden gegenüber ſchlechter geſtellt ſei. — Abg.
Bach (ſchwer verſtändlich) wendet ſich gleichfalls gegen die
Schlechterſtellung von Mainz Wiesbaden gegenüber. In
Mainz ſeien Erhebungen bei Beamten angeſtellt worden,
die ſich ſehr bei der Miete einſchränken müßten.
Abg. Dr. Schmitt dankt der Regierung für das
Ge=
ſchehene, hofft aber auf beſſeren Erfolg. Er teilt mit, daß
ſchon früher Unterſuchungen über die Verhältniſſe in Mainz
und Wiesbaden angeſtellt wurden. Auf Grund dieſes
Materials werde man ſchon zum richtigen Mittel kommen.
Allerdings dürfe nicht das Material von Beamten dabei
berückſichtigt werden, die in der Wohnungsmiete zu
Ein=
ſchränkungen genötigt werden. — Nach weiteren Bemerk=
ungen des Geh. Staatsrats Krugvon Nidda, der ſich mit
den letzten Ausführungen einverſtanden erklärt, wird die
Beſprechung geſchloſſen.
Zu der Anfrage des Abg. Dr. Oſann über das
Do=
mänengut Hof Hayna verlieſt Finanzminiſter
Braun Exz. eine Regierungserklärung, in der er die
Ver=
pachtung an einen Einzelnen zu rechtfertigen ſucht und in
der er auf eine Petition von 51 Einwohnern von Dornheim
und Leeheim verweiſt, die mit der geſchehenen Verpachtung
einverſtanden ſind.
Abg. Dr. Oſann hält es für richtiger, bei derartigen
Verpachtungsfällen eine öffentliche Verſteigerung anzuſetzen,
damit das Intereſſe des Fiskus beſſer gewahrt werden
könnte. In dem Falle des Hofes Hayna komme aber ferner
in erſter Linie das Intereſſe der Gemeinden Leeheim und
Dornheim in Betracht. Dieſe hätten großes Intereſſe daran,
daß die Pacht des Hofes nicht in einer Hand liege, zumal
die Bevölkerungszahl der Gemeinden ſtetig wachſe und man
vermeiden müſſe, daß die Söhne der Bauern von der Scholle
getrieben würden, weil ſie keine Arbeit und keinen Grund
und Boden zur Bewirtſchaftung in ihrer Heimat finden
könnten. Denn dort ſei tatſächlich ein ſtarker Hunger nach
Land vorhanden, die Regierung hätte den Wünſchen der
Gemeinden nachgeben und nicht den Hof auf 14 Jahre
wie=
der in eine Hand verpachten ſollen, denn die
Unzufrieden=
heit dort ſei ſehr ſtark und man würde ſie auch noch ſpäter
öfters fühlen. Die Petition der 51 Einwohner, die vielleicht
auch in beſonderer Weiſe zuſtande gekommen ſei, könne
nicht maßgebend ſein, denn der weitaus größte Teil der
Einwohner ſei anderer Anſicht. (Lebh. Beifall.) — Abg.
Senßfel der wünſcht, daß künftig nicht ein Mann zum
Nachteil größerer Bevölkerungskreiſe berückſichtigt werde. —
Abg. Korell ſpricht im Sinne der Vorredner im Intereſſe
der Gemeinden Leeheim und Dornheim. — Abg. Raab
bittet die Regierung, bei ſolchen Dingen künftig vorſichtiger
zu verfahren, und kritiſiert ein Geſuch von 51 Arbeitern,
die den bisherigen Zuſtand erhalten wiſſen wollten, als
be=
einflußt. — Auch Abg. Schott (ſchwer verſtändlich) tritt
für Berückſichtigung der Wünſche des Bauernſtandes bei
etwaigen Verpachtungen ein.
Geheimerat Wilbrand legt die Grundſätze der
Re=
gierung in ſolchen Fragen dar und ſucht ihr Vorgehen in
der Haynaer Sache zu rechtfertigen. 51 Arbeiter hätten ſich
gegen die Parzellierung ausgeſprochen. Auch habe man
Rückſicht auf den bisherigen Pächter und die Staatskaſſe
zu nehmen gehabt. In jener Gegend ſei übrigens ſchon
ziemlich viel parzelliert worden.
Abg. Dr. Oſann bemerkt, daß ihn die Ausführungen
des Geheimerats Wilbrand nicht befriedigen könnten. Man
habe ſchon einmal bei Verpachtung des Boxheimerhofes zu
viel Rückſicht auf den Pächter genommen; er wolle auch
darauf verweiſen, daß die finanzielle Leiſtungsfähigkeit der
genannten Gemeinden vorzüglich ſei und daß ſie beſſere
Pachtpreiſe hätten zahlen können.
Es folgt die Beſprechung der Anfrage der Abgg. Dr.
Boxheimer u. Gen., die Bekämpfung der Reb=
ſchädlinge und Tierſeuchen betreffend, und die
Beſprechung der dringlichen Anfrage des Abg. Dr.
Wink=
ler, betreffend Bekämpfung des Heu= und
Sauer=
wurms.
Abg. Dr. Boxheimer beſpricht eine Verordnung des
Kreisamts Worms, betreffend die Rebſchädlinge. Dieſelbe
ſei nicht geeignet geweſen, Sicherheit in die Rechtſprechung
hineinzubringen und laſſe einen klaren Begriff der „
Zweck=
dienlichkeit” vermiſſen. Das habe ſich auch bei einem der
Gerichtsverfahren gezeigt. Die Verordnung bilde in ſich
einen Widerſpruch und die Auslegung ſei ganz verſchieden
geweſen. Die Sache habe große Erbitterung hervorgerufen.
Eine ſolche Verordnung hätte nicht ins Blaue erlaſſen
wer=
den ſollen, man hätte ſich vielmehr vorher genau orientieren
ſollen, ob das Abbürſten der Reben zweckdienlich ſei. Dieſe
Maßregel werde ja vielfach für ganz verkehrt gehalten. Auch
ſei die Verordnung viel zu ſpät ergangen, als die Reben
bereits geblüht hätten. Solche Maßregeln ſollten übrigens
zentraliſiert werden und nicht auf eine einzelne Gemeinde
beſchränkt bleiben. Die Verordnung habe große Verwirrung
in weite Kreiſe hineingebracht und ihr Erfolg ſei durchaus
zweifelhaft geweſen. Die Strafverfahren ſollten
niederge=
ſchlagen bezw. die Strafen erlaſſen werden. Hinſichtlich der
Vorſchriften über die Tierſeuche finde er, daß die Zahl der
Verurteilungen im Kreiſe Worms auffallend groß ſei, was
auf eine große Schärfe des Vorgehens ſchließen laſſe. In
eine einzige Gemeinde ſeien für 1100 Mark Strafbefehle
gekommen. Er wünſche namentlich Erlaß der
Gefängnis=
ſtrafen, die viel zu hart ſeien, und deren Umwandlung in
Geldſtrafen. Hier ſei offenbar zu ſcharf vorgegangen
worden.
Abg. Dr. Winkler ſchließt ſich den Ausführungen des
Vorredners an und weiſt darauf hin, daß Worms der
ein=
zige Kreis ſei, wo die Zwangsmaßregeln ſo ſcharf
durch=
geführt würden. Das ungeſchickte Vorgehen der unteren
Verwaltungsbehörden habe eine große Erregung geſchaffen;
die Regierung ſolle wenigſtens die Strafen für fahrläſſige
Uebertretungen erlaſſen.
Dann wird die Sitzung abgebrochen. Schluß 1 Uhr.
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geht? fragte der Kapitän.
Einen Augenblick zögerte noch Ravna Janſon, dann
ſagte er mit einem vielſagenden Blick zu Bjarna
Pe=
trurſſon hinüber:
In Bjarnis Schutz weiß ich meine Tochter in treuer
Hut. Sie mag euch geleiten, und Mar, der Schafjunge,
mag auch mit euch gehen. Er kennt die Wege gut und
kann euch nützlich ſein. Jetzt aber, Alte, ſchaff etwas
zu eſſen, herrſchte er Gynna an. Der Herr wird hungrig
und müde ſein. Rüſte die Gaſtkammer und tummle dich.
Hörſt du?
Gynna rührte ſich nicht. Mit ſtarren Augen blickte ſie
in die Ferne, dann aber raffte ſie ſich plötzlich auf, und
die Hand drohend gegen den Kapitän erhoben, ſchlürfte
ſie mit ſchweren Tritten zur Tür hinaus
Laßt euch nicht ſchrecken, Herr, die Alte iſt vollſtändig
vitlaus (wild, verrückt), aber ſonſt ganz ungefährlich.
Ich bin überzeugt, ſie wird euch gut verſorgen, ſo ihr
dieſe Nacht unſer Gaſt ſein wollt im Widarhof.
Iich nihne nit Dau enue Geſtendſchaft an,
aut=
gegnete der Fremde, denn ſchwerlich könnte ich heute nach
Reykjavik und mein Schiff, das draußen in der Reede
liegt, erreichen, und dann, ſich zu Hallgerdr wendend,
fuhr er langſam und bedeutungsvoll fort, habe ich noch
einen beſonderen Auftrag der ſchönen Signe Thorkjel
an euch, Hallgerdr Jonſon.
Ich höre, Herr, entgegnete das Mädchen mit
geſenk=
ten Augen.
Ich ſollte euch künden, daß am Sonnabend der
„Blücher” in den Hafen läuft. Wie ſo oft will man den
Paſſagieren des fremden Schiffes ein Konzert in der
Konzerthalle Barubud geben. Man rechnet dabei auf
eure Mitwirkung. Am Abend iſt dann Ball am Bord,
und Montag früh, wenn es euch paßt, könnten wir dann
gleich von Reykjavik zu unſerer Tour aufbrechen.
Hallgerdrs Herz zitterte. Sie wagte nicht aufzuſehen.
Wie würde der Vater entſcheiden? Er war ja ganz
un=
denkbar, daß er die Erlaubnis gab, und doch drängte es
ſie ungeſtüm, nach Reykjavik zu kommen, in dem Kreiſe
ihrer alten Freunde zu vergeſſen, daß es einen
Widar=
hof gab, auf dem ſie leben und ſterben mußte.
Ravna Jonſon überlegte gelaſſen. Er ſah die
bren=
nende Begierde in ſeinem Kinde, an dem ihr gebotenen
Vergnügen teilzunehmen, und ſo gern er es Hallgerdr
gegönnt hätte, ſo war doch etwas in ihm, das ihn warnte.
Andererſeits ſagte er ſich, daß, wenn er ſich entgegene
kommend zeigte, Hallgerdr ſeinen Wünſchen bezüglich
Bjarnis gewiß gefügiger ſein würde.
Wenn Hallgerdr mit zu dem Geyſir will, ſagte er
liſtig, denn er überlegte im Stillen, wie viele Tage da
Hallgerdr Gelegenheit hatte, mit Bjarni zuſammen zu
ſein, ſo mag ſie auch das Konzert und den Ball mitt
machen. Ich will ihr das Vergnügen nicht mißgönnen,
Hallgerdr flog auf ihren Vater zu und faßte ſtürmiſch
dankbar nach ſeiner Hand.
Was tat es, daß Bjarni, der noch immer ſo lauernd
daſtand, mit dabei war? Sie würde für wenigſtens
vierzehn Tage frei ſein, dem Hofe fern und im Kreiſg
lieber Freunde.
Und der fremde Mann dort, der ſie ſo ſeltſam ans
ſtarrte, der würde auch dabei ſein. Ein Schauer rang
ihr plötzlich über den Leib.
Dieſer Mann hatte geſehen, wie ſie Kaare Mym
dal zum Abſchied geküßt. —
Gynna kehrte mit der ſchnell zubereiteten Abendmahle
zeit zurück.
Hallgerdr half ihr den Tiſch decken. Sie brachte auch
in einer alten Wickinger=Schale köſtlichen Meth, den ſie
lächelnd dem Gaſt kredenzte.
Er nahm dankend den Labetrunk, und Hallgerdr tief
in die Augen ſehend, ſagte ers
Nummer 75.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
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Verzeiht, daß ich hier ſo herein ſchneite und noch
nicht einmal Gelegenheit gefunden habe, mich zu nennen.
Ingwald Anderſen bin ich. Das Tal von Merok, die
blauen Fjorde Norwegens ſind meine Heimat.
Ingwald Anderſen!
Wie ein Schrei kam der Name plötzlich von den
Lippen Ravna Jonſons.
Mit blitzenden Augen, bleich bis in die Lippen, ſtand
der ſtarke Mann da und ſtarrte auf den Gaſt, der ſo
be=
haglich an ſeinem Tiſche ſaß und ſich an dem verſpäteen
Mahl nun gütlich tat.
Ingwald Anderſen, wiederholte Ravna dumpf, und
es klang wie ein Stöhnen aus tiefſter Bruſt.
Kennt ihr den Namen? fragte der fremde Kapitän
erſtaunt, oder habt ihr einen meines Namens jemals
gekannt?
Der Bauer ſchüttelte ſtill ſein graues Haupt.
Ich habe niemals einen euren Namens auf dem
Widarhofe geſehen. Nein, der Name weckte
Erinne=
rungen. Ingwald hieß mein älteſter Knabe, der in dem
wilden Waſſer da draußen errank.
Ein warmer Schein trat in Anderſens Augen.
Ihr habt viel Leid erfahren, Mann, ich leſe es in
eurem Geſicht, das von vielen einſamen Stunden und
leng durchwachten Nächten redet. Es tut mir leid, daß
mein Name für euch ſchmerzliche Erinnerungen weckt
Aber wem bliebe des Lebens Leid erſpart? Nur die
Jugend hat noch das Vorrecht der Luſt und Freude. Nur
die Jugend kennt das Glück!
Er ſagte es mit einem Blick auf Hallgerdr, der mehr
als eine Huldigung war.
Bjarni, der bis jetzt beharrlich geſchwiegen, fing den
Blick auf. Dunkelrot ſtieg ihm das Blut in das
wetter=
harte Geſicht, und er ſagte grollend, mit finſteren Augen:
Die Jugend weiß ſelten, was ihr frommt.
Ihr gehört ja ſelbſt noch dazu, lachte der Fremde auf.
Seht mich an. Vierzig Jahr bin ich geworden, und was
ich mir als meines Lebens Ziel geſetzt, ich habe es nicht
erreicht! Heimatlos ziehe ich umher, trotzdem mir drüben
im Meroktal, wo die weißen Waſſer ſchäumen, ein
Hei=
matſtüblein winkt.
Ihr ſeid ſchon lange unterwegs, Herr? fragte Ravna
den Gaſt.
Der nickte und verfolgte die jugendliche
Mädchenge=
ſtalt, die mit Gynna den Tiſch abräumte und Bjarni ein
Zeichen gab, den Vater mit dem Gaſt allein zu laſſen.
Drei Jahre mögen es her ſein ,daß ich zuletzt in der
Heimat war, begann Ingwad Anderſen, als er mit
Ravna Janſon allein war. In dem wilden Grönland,
zwiſchen Schnee und Eis, habe ich unendliche Weiten
durchmeſſen und hundertmal dem Tode in das ſtarre
Antlitz geſchaut.
Monatelang war meine Katla, die Hexe, eingekeilt
zwiſchen himmelhohen Eisbergen, und meine Leute und
ich hatten uns ſchon längſt zum Sterben fertig gemacht.
Hel”) aber meinte es gnädig mit uns. Sie kränzte
ande=
ren die bleichen Stirnen.
Und was feſſelt euch an Island? fragte Ravna leiſe,
und es war, als zitterte ſeine rauhe Stimme voll
unter=
drückter Angſt und heimlichen Grauens.
Eine Miſſion führt mich in dieſes merkwürdige Land,
Ravna Jonſon. Eine Miſſion, der ſchon mein Vater zum
Opfer fiel, und die ich erfüllen muß, bevor ich ſterbe.
Ihr ſucht jemand auf Island? Kann ich euch da
vielleicht behilflich ſein?
Ich glaube kaum, Rava Jonſon, denn kein Name gibt
Kunde, wer der Mann war, der einſt meinen Großvater
auf Island rettungslos untergehen ließ, obwohl er ihn
hätte retten können.
Wollt ihr nicht erzählen, Herr?
Der Gaſt ſchob die Methſchale weit von ſich und ſein
Auge ſuchte die Ferne.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
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Dannerstag, 28. März.
1912.
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Protektor: Seine Königliche Hoheit der Grossherzog.
Piertes Konzert
im Winter 1911/12
(Achtzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters
Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung
der Konzertſängerinnen Frau Sophie Schmidt-IIling
aus Darmſtadt und Frau Paula Werner-Jensen aus
Berlin, der Konzertſänger Herrn Franz Müller aus
Darmſtadt und Herrn Theodor Harrison aus München,
des Stadtorganiſten Herrn Wilhelm Borngässer ſowie
der Grossherzoglichen Hofkapelle.
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Hauptprobe: Mk. 1.50. Textbuch 20 Pfg.
Zu Konzert und Hauptprobe kann nur eine beſchränkte Anzahl
Eintrittskarten käuflich abgegeben werden. Es empfiehlt ſich, die
Karten möglichſt zeitig zu beſchaffen.
Die Kirche wird an beiden Tagen um halb 7 Uhr geöffnet.
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Der Vorstand.
Hessischer Goethe-Bund.
Donnerstag, 28. März, abends 8 Uhr,
ſpricht im Mathildenhöhſaal, Dieburgerſtraße
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auf dem Gebiete der Schule‟.
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Eintritt für Mitglieder frei. Eintrittskarten für Nichtmitglieder
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 28. März 1912.
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das Zeichen zu einem viertelſtündigen wilden Jagen.
Der Amerikaner gewinnt einige Meter Vorſprung, wird
aber ſofort von Stol paſſiert, der nun ſeinerſeits zum
Angriff übergeht. Dann gehen Lorenz-Saldow an die
Spitze. Endlich macht ein Sturz von Carapezzi, Techmer
und v. Natzmer der Hetz ein Ende. Doch die erſte
Ent=
ſcheidung iſt gefallen; nur fünf Mannſchaften bilden noch
die Spitzengruppe. Lange dauert es, bis folgendes
Klaſ=
ſement für die 70. Stunde (10 Uhr abends) bekannt
ge=
geben wird: Rüt-Stol, Moran-Root, Lorenz-
Sal=
dow, Miquel-Poulain, Stabe-de Mara 2279,133
Kilo=
meter; Schilling-Pawke eine Runde, Galvin-
Groß=
mann zwei Runden, Stellbrink-Rudel, Roſellen-Eſſer,
Arend-Carapezzi drei Runden, v. Natzmer-Marx fünf
Runden, Finn-Packebuſch, Peter-Scheuermann ſieben
Runden zurück. Techmer Erſatz. Das Feld iſt
unermüd=
lich. Das Ende des dritten Tages (72. Stunde) ergibt
mit 2350,166 Kilometer (Weltrekord) den gleichen Stand.
In der 73. Stunde ereignet ſich ein äußerſt gefährlich
aus=
ſehender Zwiſchenfall. Moran ſtürzt durch Pneumatik=
Defekt. Der in voller Fahrt befindliche Lorenz fährt ihm
direkt über den Hals und kommt dann ebenfalls zu Fall.
Wie durch ein Wunder kommen beide Fahrer mit dem
Schrecken davon. Die nächſten Stunden verlaufen etwas
ruhiger, doch ſorgen Prämienkämpfe, bei denen ſich
be=
ſonders Schilling und Roſellen auszeichnen, für genügend
Abwechſelung. Das Feld verkleinert ſich inſofern, als die
Paare Peter-Scheuermann, Finn-Packebuſch und der
Erſatzmann Techmer aufgeben, ſo daß nur noch elf
Mann=
ſchaften fahren. Am Dienstag morgen gab es eine
origi=
nelle Prämie zu verdienen: eine Schönheitskonkurrenz,
bei welcher die weiblichen Beſucher das
Schiederichter=
amt übernahmen. Glücklicher Sieger wurde
überraſchen=
derweiſe der Amerikaner Galvin vor Roſellen und
Mi=
quel. Die Tagesſtunden bringen dann ein vollſtändiges
Abflauen der Pace. Viertelſtundenweiſe läßt ſich kein
einziger Fahrer auf der Bahn blicken; ein Uebelſtand,
dem auch alle Strafandrohungen ſeitens der Direktion
kein Ende bereiten. Schließlich werden einmal ſämtliche
Fahrer mit 100 Mark in Geldſtrafe genommen; aber
auch dies hilft nichts. Infolgedeſſen ſinkt der Vorſprung
gegenüber den alten Weltrekords bedenklich und 7 Uhr
abends (91. Stunde) iſt er nur noch um 5 Kilometer
über=
troffen. Für den heutigen Abend hat ſich der zweite Sohn
des Kaiſers, Prinz Eitel Friedrich, angeſagt. Der Stand
iſt folgender: Spitzengruppe: Rütt-Stol, Lorenz-
Sal=
dow, Moran-Root, Stabe-de Mara, Poulain-Miquel,
2860,883 Kilometer. Schilling-Pawke zwei Runden,
Galvin-Großmann drei Runden, Rudel-Stellbrink,
Roſellen-Eſſer vier Runden, Arend-Carapezzi fünf
Runden, v. Natzmer-Marx ſechs Runden zurück.
Pferderennen. Die am Sonntag eröffnete engliſche
Flachrennſaiſon brachte am Dienstag in dem
Lincoln=
ſhire=Handikap das erſte größere Ereignis. Für
das mit 30000 Mark ausgeſtattete Meilenrennen wurden
17 Pferde geſattelt. Nach längerem Aufenthalt an dem
Start wurde das Feld im Rudel entlaſſen. Schon bei
Einbiegen in die Gerade ging Long Sett (W. Higgs) an
die Spitze, um ſich nichts mehr nahe kommen zu laſſen.
Der Hengſt des Mr. Sol Joel gewann überlegen mit vier
Längen gegen Uncle Pat (Whalley); drei Längen zurück
endete der Favorit Warfare (Longhurſt) vor Moscato
und den übrigen. Wetten: 13:2, 711, 311. Platzwetten:
1318, 714, 5.4.
Lawn=Tennis. Die Lawn=Tennis=
Meiſter=
ſchaft von Frankreich ergab im Herren=
Einzel=
ſpiel den Sieg von Laurentz gegen Germot mit 6:0, 611,
5:7, 6.1. Die Meiſterſchaft im Herren=Doppelſpiel gewann
Gobert-Laurentz gegen Meny-Ganet mit 4:6, 622, 4:6,
631, 6:0.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 26. März. (
Fnuchtmarkt=
bericht.) Die feſtere Stimmung an den
Auslandsmärk=
ten übte auch hier ihren Einfluß aus. Die Preiſe von
Landweizen und Landroggen konnten ſich beſſern, dabei
blieb aber der Abſatz ſchleppend. Hafer auf ſtärkere Kon=
ſunfrage ebenſall anziehend. Gerſte und Malis ſehr füll
Futterartikel ſtetig. Die Forderungen für Mehl ſind uns
verändert; es mangelt an Käufern. Der Mannheimer
Getreidemarkt verkehrt in feſter Haltung. An der
Berliner Produktenbörſe waren die Preiſe nur
mäßig höher, da das ſonnige, milde Wetter die
Ent=
wickelung der Saaten, wie die Frühlingsarbeiten
begün=
ſtigt. Außerdem wurde La Plataweizen etwas billiger
und reichlicher offeriert. Die ruſſiſchen Angebote waren
knapp und feſt. Hafer gut behauptet, aber ſtill; nur in
Lokoware einiges Geſchäft. Nach den letzten
Kabelnach=
richten von den amerikaniſchen Getreidemärkten
(New=York und Chicago) war Weizen ſchließlich williger
auf die baiſſelautenden, wöchentlichen Verſchiffungen und
den baiſſelautenden Ausweis der ſchwimmenden Vorräte,
Mais blieb ſtetig auf die höheren Lokomärkte und
Käufe=
der Kommiſſionshäuſer. Die ſichtbaren Weizenvorräte
ſind dort in dieſer Woche von 59,46 Mill. Buſh. auf 58,89
Mill. Buſh. zurückgegangen, hingegen die Maisvorräte,
von 15,64 Mill. Buſh. auf 16,20 Mill. Buſh. geſtiegen. In
Kanada erhöhten ſich die Weizenvorräte in dieſer Woche
von 27,56 Mill. Buſh. auf 28,39 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Welzen, hieſiger und Wetterauer, 22,15—22,25, nordd.
22,15—22,25, kurheſſiſcher 22,15—22,25, ruſſiſcher 24—24,25,
La Plata 22,75—23,50, rumäniſcher 23,25—24, Kanſas 23.
bis 23,50, Walla Walla 24—24,50, Redwinter 23— 23,75,
Manitoba 23—25; Roggen, hieſiger, 19,75—19,80,
bayeri=
ſcher (Pfälzer) 19,75—19,85, ruſſiſcher 20—20,25,
amerika=
niſcher —, rumäniſcher 20—20,25; Gerſte, Pfälzer —, hieſige
und Wetterauer —, Riedgerſte —, ungariſche —,
frän=
kiſche — ruſſiſche Futtergerſte —; Hafer, hieſiger, 21—21,40,
bayeriſcher 21,25—21,50, ruſſiſcher 21,25—21,75,
amerika=
niſcher 20,75—21, rumäniſcher 21,30—21,70; Mais, mixed,
17,90—18,10, ruſſiſcher 18—18,25, La Plata 17,75—17,90,
rumäniſcher 17,90—18, weißer Mais 18—18,25, Donaumais
17,90—18, Weizenſchalen 14,25—14,50, Weizenkleie 14 bis
14,25, Roggenkleie 14,25—14,50, Futtermehl 16—16,50,
Biertreber, getrocknet, 15,25—15,50; Weizenmehl, hieſiges
(Baſis ab Mannheim), Nr. 0 31,25—31,50, feinere Marken
31,75—32, Nr. 1 30,25—30,50, feinere Marken 30,75—31,
Nr. 2 28,25—28,50, feinere Marken 28,75—29, Nr. 3 27,25.
bis 27,50, feinere Marken 27,75—28; Nr. 4 23,50—23,75,
feinere Marken 24—24,25; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0
28—28,25, Nr. 1 26—26,25, Nr. 2 22—22,50.
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