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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
mren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
tr. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
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ichriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
175. Hahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Ber
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt am Samstag vormittag in Wien
und Schönbrunn eingetroffen. Abends reiſte er
nach Venedig ab, wo er am Sonntag eintraf.
Der Kaiſer iſt mit dem Prinzenpaar Auguſt Wilhelm
und der Prinzeſſin Viktoria Luiſe in Neapel
angekom=
men.
Die Oſterferien des Reichstags ſollen vom
29. März bis zum 16. April dauern.
Die Internationalle Hygiene=
Ausſtel=
lung in Dresden hat einen Reingewinn von
1 Million Mark ergeben.
Die franzöſiſche Kammer ſprach der Regierung
durch Annahme einer Tagesordnung mit 431 gegen
81 Stimmen ihr Vertrauen wegen der auswärtigen
Politik aus.
Die Beratung der engliſchen Kohlenbill
im Unterhauſe wurde auf dieſe Woche vertagt.
Der engliſche Bergarbeiterverband
be=
ſchloß, am Montag vormittag mit der Regierung
zu=
ſammenzukommen und ſeine eigenen Beratungen erſt
am Nachmittag aufzunehmen.
Der Fürſt von Samos, Kopaſſis, iſt von
einem Griechen erſchoſſen worden,
Die Wehrvorlagen.
* Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt:
Die folgenden zuverläſſigen Angaben über den
In=
halt der Wehrvorlagen können nur mit dem Vorbehalte
remacht werden, daß die Entwürfe ihre endgültige
Ge=
ſalt für den Reichstag erſt durch die Beſchlüſſe des
Bun=
desrats erhalten.
Die Vorſchläge der Heeresverwaltung
bewe=
gen ſich in zwei Richtungen. Sie bringen eine
Verſtär=
jung nicht allein nach der Zahl der im Frieden
auszubil=
denden und unter den Waffen zu haltenden
Mannſchaf=
ten, ſondern auch eine Verſtärkung durch
Vervollkomm=
nung in der Organiſation. In erſter Linie handelt es
ſich um eine ſchnellere Durchführung des
Friedens=
käſenzgeſetzes von 1911. Nach den
urſprüng=
ſichen Plänen, die ſich auf einen Zeitraum von fünf
Jah=
gen verteilten, ſollten weſentliche Verſtärkungen erſt für
*914 und 1915 bewirkt werden. So z. B. die
Aufſtel=
nung der bei der 37. und 39. Diviſion noch fehlenden
zwei=
nen Feldartillerie=Regimenter. Alle dieſe Formationen
vollen nunmehr am 1. Oktober 1912 die Lücken füllen,
de=
zen Ausfüllung das Geſetz von 1911 vorſieht. Hierzu
ge=
hören neben den zwei erwähnten Feldartillerie=
Regimen=
dern die Neubildungen der Fußartillerie und die Auf=
Sellung eines Telegraphen=Bataillons.
Alsdann handelt es ſich darum, das
Friedensprä=
ſenzgeſetz von 1911 zu ergänzen, um durch ſtärkere
Heran=
fiehung der zum Waffendienſt Fähigen und durch
Ver=
vollkommnung unſerer Organiſation die
Kriegsbereit=
chaft des Heeres zu ſteigern. Zu dieſem Zweck ſollen
wei neue preußiſche Armeekorps unter
Ver=
wendung der im Oſten und Weſten (beim 1. und 14.
Ar=
meekorps) vorhandenen dritten Diviſionen gebildet
wer=
den. Es werden alſo zwei Generalkommandos
und zwei Diviſionsſtäbe neu aufgeſtellt
werden müſſen. In die neuen Diviſionen werden Bri=
Laden eingereiht werden, die hierfür verfügbar ſind. Die
Neubeſchaffung von Korpsverbänden und die Regelung
der Befehlsverhältniſſe an der Weſtgrenze erfordert die
Errichtung einer neuen 7. Armee=Inſpektion.
Ueber die Zahl der aufzuſtellenden dritten
Ba=
taillone bei den ſog. kleinen Infanterie=Regimentern
ifſt dahin Entſcheidung getroffen, daß ſo viel Bataillone
angefordert werden, als für die normale Stärke der
Ar=
meekorps und für einige beſondere Zwecke notwendig
And. Es handelt ſich um 14 Bataillone. Außerdem ſoll
Sachſen ein Infanterie=Ragiment aufſtellen und wird
io bei jedem ſeiner beiden Armeekorps die Zahl von 8
trreichen. Für die neuen Diviſionen ſind die
erforder=
ſichen Feldartillerieformationen, bei jeder Diviſion eine
Brigade, und für die beiden Korps je ein Pionier=
Bataillon und je ein Train=Bataillon
vorge=
ſehen. Darüber hinaus rechnet der Entwurf mit einem
weiteren Pionier=Bataillon, mit Ergänzungen unſerer
Verkehrstruppen, mit Aufſtellung einer Flieger=
1 ruppe und mit Erhöhungen des Etats bei einer
gro=
izen Anzahl von Infanterie=Bataillonen und
Feldartil=
herie=Abteilungen. Kavallerie ſoll in Preußen als
Folge der Bildung zweier neuer Armeekorps ein
Kaval=
herie=Regiment zu fünf Schwadronen aufgeſtellt werden.
Aluch in Bayern iſt eine Verſtärkung der Kavallerie in
Ausſich,” genommen. Bei jedem Infanterie=Regiment
voll eine Maſchinengewehr Kolmpagniie
eingerichtet werden.
Nach allem wird das Reich gegenüber dem
Prä=
ſeenzgeſetz von 1911 die Friedensſtärke des Heeres um
rund 29000 Mann, ausſchließlich Unteroffiziere,
vermehren. Neben dieſer Vermehrung der Zahl der
Ausgebildeten iſt gleichzeitig die Verbeſſerung der
Offi=
fierſtellenbeſetzung im Kriege in Ausſicht genommen durch
weitere Schaffung von Stellen, die im Frieden den Trup=
penoffizier bon allzu häufiger Verwendung außerhalb
ſeiner Dienſtſtelle entlaſten und im Kriege für Beſetzung
der Neuformationen verfügbar ſind. Endlich beſteht die
Abſicht, gleichzeitig mit der Heeresvorlage eine
Er=
höhung der Mannſchaftslöhrzung
vorzu=
ſchlagen.
Die Vorſchläge der Marineverwaltung
ſuchen zwei ſchweren Mißſtänden in der Organiſation
der Flotte abzuhelfen. Der eine Mißſtand beſteht darin,
daß im Herbſt jedes Jahres auf allen Schiffen der
Schlachtflotte die Reſerviſten, d. h. faſt ein Drittel der
Beſatzung entlaſſen und im weſentlichen durch Rekruten
der Landbevölkerung erſetzt werden. Dadurch wird die
Kriegsbereitſchaft der Schlachtflotte für längere Zeit
er=
heblich herabgeſetzt. Der zweite Mißſtand beſteht darin,
daß zur Zeit bei einer Etatsſtärke von 58 großen
Schif=
fen zunächſt nur 21 große Schiffe zur Verfügung ſtehen,
wenn die Reſerveflotte nicht rechtzeitig bereit geſtellt
wer=
den kann. Lehteres iſt ſeit Auftelung des
Flottenge=
ſetzes immer unwahrſcheinlicher geworden, weil der
Zeitpunkt, zu dem die Reſerveflotte kriegsbereit ſein
kann, ſich mehr und hinausſchiebt. Beide Mißſtände
ſol=
len durch allmähliche Bildung eines dritten
aktiven Geſchwaders beſeitigt oder doch erheblich
eingeſchränkt werden. Die für dieſes dritte aktive
Ge=
ſchwader erforderlichen Schiffe ſollen gewonnen werden:
a) durch Verzicht auf das Reſerveflottenflaggſchiff,
b) durch Verzicht auf die zur Zeit vorhandene
Material=
reſerve: 4 Linienſchiffe, 4 große und 4 kleine Kreuzer,
c) durch allmählichen Neubau von 3 Linienſchiffen und
2 kleinen Kreuzern. Da die Indienſthaltungen bei der
Reſerveflotte infolge Vermehrung der aktiven Verbände
um die Hälfte reduziert werden können, macht die
Bil=
dung eines dritten aktiven Geſchwaders gegenüber den
bereits im Flottengeſetz vorgeſehenen Indienſthaltungen
nur die Mehrindienſthaltung von 3 Linienſchiffen, 3.
gro=
ßen und 3 kleinen Kreuzern erforderlich. — Dies bedingt
eine entſprechende Vermehrung des
Per=
ſonals. Eine weitere Perſonalvermehrung iſt
erfor=
derlich, weil in den letzten Jahren die Beſatzungen aller
Schiffsklaſſen einſchließlich der Torpedoboote, verſtärt
werden mußten. Ferner iſt eine Vermehrung der Uns
terſeeboote und die Beſchaffung einiger:
Luft=
ſchiffe in Ausſicht genommen. Die Unterſeeboote, die
zur Zeit noch ohne Organiſation ſind, ſollen bezüglich der
Perſonalbeſetzung nach Art der Torpedoboote
organi=
ſiert werden.
Die Marinevorlage hat die Form einer Novelle
zum Flottengeſetz, die in 3 Artikeln Beſtimmung
trifft über den Schiffsbeſtand, die Indienſthaltungen und
den Perſonalbeſtand der Flotte. Der Novelle iſt der
Schiffbauplan für die nächſten 6 Jahre beigefügt.
Da=
nach ſollen von den erforderlichen Neubauten je ein
Linienſchiff in den Jahren 1913 und 1916 in Angriff
ge=
nommen werden. Der Mehrbedarf an Perſonal macht
eine Verſtärkung dar jährlichen
Perſonalver=
mehrung des Flottengeſetzes bis zum Jahre 1920 um
durchſchnittlich 75 Seeoffiziere. Marine=Ingenieure, Aerzte
und Zahlmeiſter und 1600 Mann notwendig.
Der Geſamtmehrbedarf für dieke
Verſtär=
kung des Heeres und der Flotte ſtellt ſich für 1912 auf
rund 97 Millionen Mark, 1913, in welchem Jahre der
höchſte Koſtenbetrag erreicht wird. auf rund 127
Millio=
nen und 1914 auf rund 114 Millionen Mark. Der
An=
teil der Flotte beträgt 1912 rund 15 Millionen Mark
1913 rund 28 Millionen Mark. 1914 rund 38 Millionen
Mark und erreicht im Jahre 1916 ſeine Höchſtſumme mit
43 Millionen Mark.
Zur Deckung der neuen Ausgaben ſoll unter
Wah=
rung der Grundſätze für die Schuldentilgung nach den
Vorſchlägen des Reichsſchatzamtes ein Teil der
Ueberſchüſſe des Jahres 1911 verwendet werden,
während der Reſt auf die laufenden Einnahmen und die
Mehreinnahme aus der beabſichtigten Aenderung der
Biranntweinſteuer=Geſetzgebung verwieſen
wird.
*⁎* Wie die vorſtehenden Mitteilungen der
Norddeut=
ſchen Allgemeinen Zeitung über den Inhalt der
Wehr=
vorlagen beweiſen, iſt die Regierung von ihrer
angeb=
lichen urſprünglichen Abſicht, die öffentliche Meinung
über die Tragweite der geplanten Heeres= und
Flotten=
verſtärkung bis zur Ueberweiſung der Vorlagen an den
Reichstag im Dunkel zu laſſen, zurückgekommen. Und
das mit Recht, denn über den Umfang der erhöhten
Wehr zu Lande und zu Waſſer waren ſo übertriebene
Meldungen verbreitet worden, daß ſich der
Oeffentlich=
keit hier und da eine gewiſſe Beunruhlgung bemächtigt
hatte. Es mag ſein, daß ſich die Reichsregierung auch mit
Rückſicht auf unſere internationalen Beziehungen zur
Bekanntgabe des weſentlichen Inhalts der
Wehrvor=
lagen entſchloſſen hat, die zwar noch der Entſcheidung
des Bundesrats unterliegen, aber kaum noch erhebliche
Veränderungen erfahren dürften.
Der Umfang der geplanten Verſtärkung unſerer
Land= und Seeſtreitkräfte gibt zu irgend welcher Beun=
ruhigung keinen Anlaß und niemand kann ſich durch ſie
bedroht fühlen. Die Friedensſtärke des deutſchen Heeres
iſt zwar erſt im vorigen Jahre neu feſtgeſetzt worden,
je=
doch haben die Ereigniſſe des letzten Sommers gezeigt,
daß wir unſerer Rüſtung doch noch eine größere
Sorg=
falt angedeihen laſſen müſſen, um einen uns
aufgedrun=
genen Kampf gegen mehrere Fronten mit Ausſicht auf
Erfolg aufnehmen zu können. Dabei liegt aber in der
geplanten Mannſchaftserhöhung um rund 29000 Mann
keine Herausforderung nach irgend einer Seite hin, und
an maßgebender Stelle dürfte ja auch der Hauptwert
mehr auf die Vervollkommnung der Organiſation gelegt
werden. Was von vornherein der Zuſtimmung des
Reichstags ſicher ſein kann, iſt die Erhöhung der
Mann=
ſchaftslöhne; freilich ſcheint die Ausgabe hierfür in der
Koſtenberechnung für die Verſtärkung des Heeres nicht!
mit enthalten zu ſein.
Die Umſtände, die die Marineverwaltung zur
all=
mähligen Bildung eines dritten aktiven Geſchwaders
bewogen haben, leuchten auf den erſten Blick ein. Es
handelt ſich zwar um eine Mehrindienſtſtellung von drei
Linienſchiffen, drei großen und drei kleinen Kreuzern,
ſowie einer Anzahl Unterſeeboote, aber dies kann
un=
möglich Beunruhigung erregen, da die Vermehrung ſich
auf eine Reihe von Jahren verteilt — bezüglich des
Mehrbedarfs an Perſonal wird der, Höchſtbeſtand erſt
1920 erreicht. Gerade über die Erhöhung des
Perſonal=
beſtandes waren übertriebene Gerüchte verbreitet, die
nun ad absurdum geführt werden. Man darf geſpannt
ſein, ob Lord Churchill die deutſche Flottenverſtärkung
zum Anlaß nimmt, das britiſche Marinebudget weiter zu
belaſten
Was nun die Koſten für die Wehrvorkagen betrifft,
ſo entfällt der weitaus größte Anteil auf das Heer. Eine
Prüfung darüber, ob nicht Erſparniſſe zu machen ſind,
iſt natürlich unerläßlich, zumal die Deckungsfrage nach
wie vor den Stein des Anſtoßes bildet. Die
Mehrein=
nahme aus der Aenderung der
Branntweinſteuergeſetz=
gebung wird nicht weit her ſein, wenn erſt noch
Ent=
ſchädigungen an die ſüddeutſchen Brenner gezahlt
wer=
den ſollen. Und der ganze Reſt der Koſten ſoll unter
gleichzeitiger Fortſetzung der Schuldentilgung aus den
laufenden Einnahmen gedeckt werden! Jedenfalls wird
ſich der Kampf im Reichstag weniger um die
Wehrvor=
lage ſelbſt als um die Deckungsfrage drehen.
Die ſämtlichen rechtsſtehenden Blätter, vor allem die
Poſt, kritiſieren die ihnen zu mäßig erſcheinenden
An=
forderungen der Regierung, während die liberale Preſſe
an der Deckungsfrage herummäkelt. Die Poſt meint;
die von der Norddeutſchen Allgemeinen Zeitung
veröf=
fentlichten Einzelheiten der Vorlagen brachten zwar
vieles erfreuliche, bereiteten aber auch recht bittere
Ent=
täuſchungen. Der Reichstag muß unbedingt die Lücken
ausfüllen. — Wie die Kreuzzeitung glaubt,
ent=
ſpricht insbeſondere die Vorlage über das Heer den
ge=
hegten Erwartungen nicht. — Die Deutſche
Tages=
zeitung ſchreibt: Unſeres Erachtens hätten ſich die
Differenzen um dieſe beiden Schiffe nicht gelohnt. Es
wäre vielleicht richtiger geweſen, wenn die Regierung
beſchloſſen hätte, unter Beſchränkung auf den rein
organi=
ſatoriſchen Teil der Forderungen, zunächſt zu einer
all=
gemeinen politiſchen Verſtändigung mit England zu
ge=
langen, nachdem von dort aus die erſten Anregungen
ge=
kommen waren. — Die Tägliche Rundſchau konz
ſtatiert bei der Heeresvorlage einen bedeutenden
Fort=
ſchritt gegen die Beſtimmungen des
Quinquennats=
geſetzes von 1911, insbeſondere gefällt ihr das, was die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchamhaft verſchweigt,
daß nämlich eine durchgängige Herabſetzung der
Etats=
ſtärke der Kompagnien nicht erfolgt. Dagegen iſt das
Blatt mit den Marineforderungen ſehr unzufrieden. Daß
die erſte große Novelle vom vorigen November längſt
zuſammengeſchrumpft iſt, wüßte man ja. Unſer
Bau=
tempo ſollte demnach von drei auf zweieinhalb
Groß=
kampfſchiffe jährlich ſinken, jetzt aber erfahren wir daß
nur 2½ Dreadnoughts jährlich herauskommen, daß wir
die erſte der drei Vermehrungsbauten auch erſt 1913, die
zweite 1916, die letzte weiß der liebe Himmel auf Stapel
legen wollen. Im Effekt heißt das, wir geben den
Eng=
ländern Luft. Im nächſten Luſtrum können die two keels
triumphieren. — Der Börſenkurier rechnet, daß zur
Deckung der Wehrausgaben die 30 Millionen Liebesgabe
in keiner Weiſe genügen, ohne daß gegen den Grundſatz
„weder Verkehr noch Konſum zu belaſten” verſtoßen
wird. — Die Voſſſiſche Zeitung ſchreibt: Die
Wehrvorlagen gehen über die niedrigſten bisherigen
Schätzungen erheblich hinaus, bleiben aber hinter den
höchſten Schätzungen zurück. Das Blatt bemängelt, daß
der Kanzler auf die Erbanfallſteuer verzichtet hat, obwohl
die neuen Ausgaben durch neue Einnahmen zum
weit=
aus größten Teil nicht gedeckt ſind. — Das Berliner
Tageblatt meint, man wird klug tun, mit einer
dauernden Mehrbelaſtung von rund 125 Millionen —
vorläufig — zu rechnen. Das Blatt finder die Art, wie
die Deckungsfrage in der Norddeutſchen Allgemeinen
Zei=
tung geſtreift wird, laichtherzig. Die Aufhrbung der
Liebesgabe bringe höchſtens 25 Millionen, es blieben
alſo vorläufig 100 Millionen ungedeckt. Daß dies auf
die einſtweiligen papierenen Ueberſchüſſe des Jahres
1911 verrechnet werden ſoll, ſei der erſtaunliche Beſchluß
des Bundesrates, deſſen Mitglieder zum Teil wider
beſſere Einſicht Ja und Amen geſagt hätten. Der
Reichs=
tag müſſe aufs ſchonungsloſeſte die Deckungsvorlage
der Regierung prüfen. — Der Vorwurts ſchreibt:
Die Antwort der Sozialdemokraten auf dieſe ins
Ufer=
loſe gehenden Forderungen des Imperialismus und des
Militarismus kann nur ein rückſichtsloſes Nein ſein.
Deutſches Reich.
— Der Sentorenkonvenk des Reichs=
tags trat zu einer Beſprechung der Geſchäftslage
zu=
ſammen. Das Ergebnis war die Aufrechterhaltung des
Beſchluſſes vom 15. März, nach dem der Etat der
Reichs=
poſt= und Telegraphenverwaltung und der Etat der
Reichsdruckerei noch vor Beginn der Oſterferien erledigt
werden. Hiermit hofft man bis zum 29. März fertig zu
werden. Die Oſterferien ſollen bis zum 16. April dauern.
Weiter prüfte der Seniorenkonvent die Frage, ob die
Reichspartei, nachdem ihr mehrere Abgeordnete als
Ho=
ſpitanten beigetreten ſind, als eine Fraktion
anzuerken=
nen iſt. Man beſchloß dieſe Frage einer
Geſchäftsord=
nungskommiſſion zu übergeben, damit dieſe entſcheide,
was zu einer Fraktionsbildung erforderlich iſt.
— Bei der Reichstagerſatzwahl im
Wahlkreiſe Münſter=Coesfeld wurde
Ge=
heimer Medizinalrat Dr. Gerlach (Ztr.) mit 20619
Stimmen gewählt; zerſplittert waren 153 Stimmen. Die
Nationalliberalen, Freiſinnigen und Sozialdemokraten
hatten Stimmenthaltung proklamiert.
— Junggeſellenſteuer. Die
Steuerkom=
miſſion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes lehnte den
nationalliberalen Antrag auf Einführung einer Jung
geſellenſteuer, die mit einem Einkommen von 3000 Mark
beginnen ſoll, und zu den bisherigen Steuerſätzen einen
Zuſchlag von zehn Prozent einführen will, ab. Ebenſo
wurde die Steuerfreiheit der verheirateten Perſonen
un=
ter 1050 Mark Einkommen abgelehnt.
— Miſchehen in den Kolonien. Die
Bud=
getkommiſſion des Reichstags beſchäftigte ſich mit der
Frage der Miſchehen in den Kolonien. Das Zentrum
beantragte, Ehen zwiſchen Weißen und Eingeborenen
ſollten in allen deutſchen Schutzgebieten für gültig
er=
klärt werden, da derartige Verbindungen doch nicht zu
verhindern ſeien; eine öffentlich rechtliche Gleichſtellung
mit den rein weißen Ehen ſei darum noch nicht nötig.
Die Erfahrungen des Staatsſekretärs bezüglich der
Raſ=
ſenmiſchung ſind nicht gut, und in 25 Staaten Amerikas,
überall da, wo die Frage akut iſt, ſind Miſchehen
verbo=
ten; er will daher die bürgerliche Ehe in dieſen Fällen
nicht gewähren, ſondern nur die kirchliche. Ihm ſtimmten
die Konſervativen zu mit der Begründung, die
Deut=
ſchen könnten Kultur in den Kolonien nur verbreiten,
wenn ſie die überwiegende Stellung behielten, und die
Aufnahme von Miſchlingen in die deutſche
Volksgemein=
ſchaft ſei unerwünſcht. Dagegen ſchloſſen ſich
National=
liberale, Fortſchrittliche Volkspartei und
Sozialdemokra=
ten dem Zentrumsantrag an; er wurde angenommen
mit einem fortſchrittlichen Zuſatz, daß auch die Rechte
der unehelichen Kinder in Deutſch=Südweſtafrika
gere=
gelt werden ſollen, wo dieſe Regelung allein noch
aus=
ſteht.
Der bayeriſche Miniſterpräſident
über die innerpolitiſche Lage. In der
baye=
riſchen Kammer der Abgeordneten erklärte
Miniſterprä=
ſient Frhr. v. Hertling auf eine Anfrage des Abg.
Caſſel=
mann:
Bei den Verhandlungen des Bundesrats über die
Deckung der Wehrvorlagen habe die Erbſchaftsſteuer in
der Form von 1909 nicht mehr zur Diskuſſion geſtanden.
Er habe ähnlich wie andere Regierungen ſeine Stellung
dahin präziſiert, daß die früher eingebrachte
Erbanfall=
ſteuer, wenn es die politiſche Lage geſtattet, jetzt zuſtande
kommen würde. Er könne an ſeiner Stellung, die er
früher der Erbſchaftsſteuer gegenüber eingenommen habe,
nicht feſthalten. Wenn alſo die Erbſchaftsſteuer zur
Dis=
kuſſion gekommen wäre, wäre ſie an dem Widerſpruch
Bayerns nicht geſcheitert. Der Vorſchlag, für dieſen Fall
die Abſchaffung der ſogenannten Liebesgabe ins Auge zu
faſſen, ſei nicht von Bayern ausgegangen, ſondern von
einer norddeutſchen Regierung. Dieſer Vorſchlag wurde
von zwei anderen Regierungen unterſtützt. Die
bayeri=
ſchen Vertreter ſagten, daß die Sonderrechte der
ſüd=
deutſchen Brenner intakt bleiben würden. Als man ſich
im Bundesrat über die Möglichkeit einigte, auf dieſem
Wege die notwendigen Mittel zu beſchaffen, war die
Meinung maßgebend, daß man durch die Aufhebung der
Liebesgabe eine alte, von liberaler Seite erhobene
For=
derung erfüllen werde. Der Miniſterpräſident fuhr fort:
Ich bedauere, daß die Hoffnung des Bundesrats, dadurch
freudig zu wirken, nicht erfüllt worden iſt. Früher hat
man die Liebesgabe bekämpft, nun zeigt ſich der
Bundes=
rat bereit, die Liebesgabe an die norddeutſchen Brenner
zu beſeitigen, und nun iſt wieder nichts. (Heiterkeit.)
Bei den Beſprechungen hatte es ſich nur um vorläufige
Beſprechungen gehandelt. Eine Vorlage exiſtiert nicht,
es finden noch Verhandlungen ſtatt. Noch ein Wort über
den Reichsſchatzſekretär Wermuth. Im Bundesrat war
man übereinſtimmend der Meinung, daß zu einem ſolchen
Rücktritt durch die Verhandlungen ein Anlaß nicht
gege=
ben war. Durch das, was Wermuth mit ſo großer
Ener=
gie und ſo großem Erfolge vertrat, daß nämlich keine
neuen Ausgaben ohne genügende Deckung gemacht
wer=
den dürfen, um nicht in die alte Schuldenwirtſchaft
zu=
rückzufallen, ſind viele Mitglieder des Bundesrats
befrie=
digt geweſen. Es iſt auch infolgedeſſen, da man nicht
ſicher ſein konnte, ob die vorhandenen Mittel ausreichen,
ein neues Deckungsmittel ins Auge gefaßt. Wir
wa=
ren der Meinung, daß Wermuth keine Veranlaſſung
ge=
habt habe, dem Reiche ſeine überaus ſchätzbare Tätigkeit
zu entziehen. Damit hoffe ich, mit den Gerüchten, die ſich
an die Erbanfallſteuer in Verbindung mit meiner
Per=
ſon geknüpft haben, aufgeräumt zu haben.
Dke ſächſiſche Regierung und die
Deckungsfrage: In der Zweiten ſächſiſchen
Kam=
mer gab Finanzminiſter v. Seydewitz aufterhalb der
Tagesordnung die Erklärung ab, Sachſen habe ſich nicht
nur bei der Vorberatung, ſondern auch in der
Miniſter=
konferenz am 14. März auf den Standpunkt geſtellt, daß
für die Koſten der Wehrvorlagen, ſoweit ſie nicht aus
den vorhandenen Etatsmitteln beſtritten werden können,
in der Erbanfallſteuer die Deckung zu ſuchen iſt. Die
ſächſiſche Regierung ſprach ſich aber gegen eine
Ver=
quickung der Reichserbſchaftsſteuer mit den
einzelſtaat=
lichen Vermögensſteuern aus, weil ſo die gleichmäßige
Einführung der Steuer im ganzen Gebiet des Reiches
nicht zu erreichen geweſen wäre. Nach eingehenden
Be=
ratungen habe die ſächſiſche Regierung ſich den Bedenken
nicht verſchließen können, welche gegen die Einbringung
der Erbanfallſteuer im jetzigen Moment geltend gemacht
wurden und ſtimmte bei der Sachlage in Ermangelung
eines beſſeren Ausweges dem andererſeits gemachten
Vorſchlage zu, daß zur Beſchaffung der erforderlichen
Mittel der Wegfall der ſogenannten Liebesgabe
heran=
gezogen werde.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Kriſis in Ungarn. Khuen iſt am Freitag
in Wien eingetroffen, um bei den Feſtlichkeiten zu Ehren
des deutſchen Kaiſers die ungariſche Regierung zu
ver=
treten. Er wird zum Kaiſer berufen werden, und man
glaubt in ungariſchen Kreiſen, daß der Kaiſer ihm die
Neubildung des Kabinetts übertragen, dabei jedoch
ver=
langen werde, er ſolle die Reſerviſten=Reſolution fallen
laſſen und das erhöhte Rekrutenkontingent für Oktober
durch Verhandlungen mit den beiden Oppoſitionsparteien
ſicherſtellen. Da ein Erfolg ſolcher Verhandulngen
zwei=
felhaft iſt, iſt es ungewiß, ob Khuen den Auftrag
über=
nimmt.
Frankreich.
Die Beſprechung der Interpellationen
über die auswärtige Politik in der Kammer
wurde am Freitag fortgeſetzt.
Jaurés erklärte, die marokkaniſche Angelegenheir
brachte zwiſchen den lateiniſchen Mächten eine
Verſtim=
mung und brachte Frankreich in ein heikles Verhältnis
zu der Welt des Islams. Die internationale Lage ſeil
nicht gut. Die Kanzleien fragten ſich, wie die Haltung
Rußlands in der italieniſch=türkiſchen Angelegenheit ſein
werde. Jaurés trat dafür ein, daß der Vertrag mitt
Spanien vom Jahre 1911 ohne Schikanen hingenommen
werde. Poincaré wies auf das Nationalgefühl hin, das
Frankreich kürzlich bewieſen habe und ging dann auf
den Vertrag vom 4. November 1911 ein, der Frankreich
geſtatte, in Marokko das Protektorat aufzurichten und
die Kontrolle über die Finanzen des Maghzen auszuüben,
Man werde dieſe Kontrolle nicht mißbrauchen, um den
Sultan auszuplündern. Die Regierung werde
ſich bemühen, nur friedliche Mittel
anzuwen=
den. Die Schwierigkeiten, die man überwung
den habe, könnten jetzt keine Rückwirkung mehr
auf Frankreichs Beziehungen zu den Mächten haben, noch
die ſtändige, notwendige Richtung ſeiner Politik zu äne
dern. Der Vertrag werde mit Loyalitat angewandt, diel
es gar nicht erſt zu Mißverſtändniſſen kommen laſſen
werde. Die Marokko=Angelegenheit ermögliche es, dier
Bande zu prüfen, die Frankreich und Rußland
vereinig=
ten. Die franzöſiſch=ruſſiſche Allianz ſei eine Bürgſchaft
deren ganzen Wert Frankreich kenne und die es nicht
an=
greifen laſſe. Ebenſo werde Frankreich die Entente mitl
England pflegen.
Der einfache Uebergang zur Tagesordnung, gegen
den die Regierung ſich erklärt, wird mit 431 gegen 109
Stimmen abgelehnt. Schließlich wird die Tagesord
nung Raynaud=Deschanel, in der der Regierung das
Vertrauen der Kammer ausgeſprochen und die Erkläruns
gen gebilligt werden, mit 413 gegen 81 Stimmen anges
nommen.
England.
Die Spezialdebatte über die Bill der Minkmallöhne
wurde am Freitag fortgeſetzt.
Premierminiſter Asquith lehnte das Amandemenk,
das den Minimallohn auf fünf Schilling für Arbeiten
unter Tage feſtſetzt, ab, und erklärte, er ſei nicht geneigt,
die Löhne durch Parlamentsakte feſtzulegen. Ein
ſol=
ches Verfahren ſei auch gefährlich für die Arbeiter.
Bo=
nar Law unterſtützte die Regierung in ihrer ablehnenden
Haltung gegenüber dem Amendement King (liberal),
wo=
durch der Minimallohn auf fünf Schilling feſtgeſetzll
wird. Asquith erklärte, da nur noch die Frage des
Min=
deſtlohnes von fünf Schilling ſtrittig ſei, unternehme dier
Regierung Schritte, um eine weitere Konferenz der
Gru=
benbeſitzer und Arbeiter auf den 25. März einzuberufen
in der Hoffnung, dadurch dieſe Streitfrage noch mehr
ein=
zuſchränken. Unter dieſen Umſtänden würde die Bill
vertagt, bis das Ergebnis der Konferenz bekannt iſtl
Ramſay Macdonald erklärte, die Bill ſei wertlos,
ſo=
lange keine Einigung über dieſen Punkt zuſtande
gekom=
men ſei. Der Redner erklärte ferner, er hoffe, daß als
Ergebnis der Konferenz vom Montag eine Einigung
über die Bill, wenn überhaupt eine Bill notwendig ſeil
zuſtande kommen werde.
* Wien, 22. März. Der Aufenthalt des Kül
nigs von Sachſen in Wien hatte, wie entgegel
verſchiedenen Gerüchten an zuſtändiger Seite betont wird
rein privaten Charakter. Der Beſuch des Königs gall
ausſchließlich ſeiner Schweſter, Erzherzogin Maria Ide
ſepha. Die Aufwartung beim Kaiſer war ein
Höflich=
keitsakt, wie er bei längerer, nichtoffizieller Anweſenhei
des Königs in Wien ſelbſtverſtändlich iſt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. März.
* Vom Hofe. Die Fürſtin zu Solms=Licht
iſt Freitag nachmittag 4½ Uhr zum Beſuch im Neuen
Palais eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog empfingen am Samstag den Major v. Gélien,
Bataillons=Kommandeur im Leibgarde=Infanterie=
Regi=
ment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Geheimen
Ober=
medizinalrat Dr. Neidhart, den Oberzahlmeiſter a. D
Frhrn. v. Zedlitz und Neukirch, den Forſtmeiſter Bus
von Grebenau, den Finanzamtmann Schnupp von Gießen,
den Baurat Landmann von Offenbach a. M., den
Be=
riebsaufſeher Weſp, den Vorſtand des Großh.
Denkmal=
archivs Profeſſor Dr. Anthes, den Oberlehrer Dr. Collin
von Gießen; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald,
den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts
Heheimerat Römheld, den Generaldirektor des Hoftheaters
und der Hofmuſik Geh. Hofrat Werner.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
„Für Verdienſte” dem Vizewachtmeiſter a. D. Rodrian
ſeither im 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 610
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl=
Hoheit der Großherzog haben dem ſtädtiſchen
Garten=
direktor W. Schröder zu Mainz die Erlaubnis zu
Ein Charakterbild des türkiſchen
Soldaten.
— Eine intereſſante Charakterſchilderung des in den
Wüſten von Tripolis gegen die Italiener kämpfenden
türkiſchen Soldaten gibt der in Ghurian weilende
be=
kannte engliſche Kriegskorreſpondent Alan Oſtler. Es
iſt ſchwer, den Türken mit den europäiſchen Soldaten zu
vergleichen. Der Türke hat die Furchtloſigkeit des
fran=
zöſiſchen Piou=piou, aber nicht deſſen Fröhlichkeit, er hat
die Zähigkeit des Ruſſen, aber nicht deſſen mürriſche
Gleichgültigkeit, er hat die Disziplin des Deutſchen und
doch nicht deſſen kriegeriſchen Sinn; er iſt ein Rätſel, ein
wahres Rätſel des Mutes und der Dummheit. „Wenn
ich ihn beſchreiben will, ſo muß ich von zwei
Eigenſchaf=
ten ſprechen, die er in höchſtem Maße beſitzt: von ſeiner
ſchlechthin beiſpielloſen Ausdauer und von ſeiner
über=
menſchlichen Dummheit. Seine Ausdauer iſt ein
Wun=
der. Schlecht gekleidet, ſchlecht genährt und ganz
beſon=
ders ſchlecht bezahlt, wird er Tag für Tag vom Morgen
bis zum Abend marſchieren und kämpfen, und er braucht
nur eine Handvoll Mehl und eine Taſſe ſchlechten
Waſ=
ſers, um ſeine Kraft aufrecht zu erhalten. Er ſchläft ohne
Zeltdach im Regen oder im Sandſturm, marſchiert
fünf=
zehn Kilometer weit zum Lazarett mit einer Wunde, die
jedes andere menſchliche Weſen töten würde; er liegt in
einem ſchmutzigen, überfüllten Krankenraum, wo die
Aerzte ihn nicht pflegen können, weil ſie keine
Inſtru=
mente und keine Arzneien haben. Und wenn es Gott
gefällt, wird er wieder geſund, um ſofort wieder ſeine
Pflicht zu erfüllen; oder er ſtirbt ſtill und ruhig. Nie
id ae
entfliehen. Der türkiſche Soldat murrt nie und
über=
nimmt wortlos jeden Befehl, wie hart die Aufgabe auch
ſein mag. Wenn man heute irgend einen dieſer
türki=
ſchen Soldaten vom Lager in Ghurian rufen würde und
ihm befähle: Geh hin, ins italieniſche Lager und
er=
morde den feindlichen General” — er würde ſalutieren,
kehrt machen, ſein Gewehr holen und zwei Minuten
ſpä=
ter auf dem Wege gegen den Feind ſein. Ich habe
Sol=
daten geſehen, die zwei Tage gar nichts, aber auch gar
nichts gegeſſen hatten; ſie waren halb verhungert;
end=
lich hat der Zufall ihnen einen Brocken rohes Fleiſch in
die Hand geſpielt. Und dann hockt ſich dieſer türkiſche
Krieger hin, macht ein Feuer, wartet eine halbe Stunde,
bis das feuchte Holz endlich aufflammt und ſitzt dann
friedlich vor dem Topf und wartet. Und erhält er dann
irgend einen belangloſen Auftrag, vielleicht einen ganz
überflüſſigen, der ihn aber zwingt, ſeine langerſehnte
Mahlzeit im Stich zu laſſen, ohne Ueberlegung wird
er aufſtehen, davongehen und tun, was er tun ſoll. Vor
ein paar Tagen brachte mir ein Soldat einen Mantel,
den ich in einer weit entfernten Vorpoſtenſtellung liegen
gelaſſen hatte. Der Mann marſchierte fünfzehn
Kilo=
meter durch den Sand, um mir den Mantel zu bringen,
war um keinen Preis der Welt zu bewegen, eine
Be=
lohnung anzunehmen, gab ſeinen Mantel ab, machte
kehrt und marſchierte geradewegs wieder auf ſeinen drei
Stunden entfernten Poſten davon. Und dabei war er
von Morgengrauen an im Dienſt geweſen und mußte
ſchon totmüde ſein, als er ſeine Wanderung zu mir
antrat.
Dieſer treue türkiſche Soldat lebt ein Hundeleben.
Ja die meiſten Hunde werden beſſer behandelt, werden
ſorgſamer gepflegt, als er. Bis vor kurzem noch behan=
delten die Vorgeſetzten ihre Untergebenen ſehr hart,
unmenſchlich; aber nie gab es ein Wort der Klage.De
Mann, der murrt, würde noch im ſelben Augenblick von
ſeinen Kameraden verachtet und ausgeſtoßen. Aber in
dieſem unerſchütterlichen Gehorſam, in dieſer beiſpiel
loſen Ausdauer im Ertragen der furchtbarſten
Entbehr=
ungen und Anſtrengungen waltet auch eine Macht, die
zum echten türkiſchen Soldaten gehört: ſeine Dummheit
Sie überſteigt europäiſches Verſtändnis. Und der tür
kiſche Kämpe weiß das. Zwei von den Soldaten hien
waren beauftragt, die Quartiere des Stabes täglich
aus=
zukehren, die Betten zu machen und die Räume ſauber
zu halten. Emin und Ahmed. Eines Morgens treffe ich
Ahmed bei ſeinem Werke, den Beſen in der Hand;
kehrt und fegt mit ſo wilder Energie, daß die
Staub=
wolken hoch aufwirbeln. Ich erhebe Einſpruch, ich mache
Ahmed darauf aufmerkſam, daß er ſein Geſchäft auch
etwas ſanfter erledigen könne. Ahmed bleibt unbeweg
lich ſtehen und erwartet weitere Befehle. Ich erkläre
ihm, er möge weiterkehren, aber vorſichtiger, damit nicht
ſo viel Staub aufwirbele. Sofort beainnt er mit dem
gleichen Ingrimm weiterzukehren. Während ich mich
vergeblich bemühe, ihm das Problem klar zu machen,
erſcheint Emin. In kaum zwanzig Minuten habe ich
Emin erklärt, was ich will. Und dann ſagt mir Emin
Ahmed ſei nun einmal ſchwer von Begriff. „Ahmed hat
den Geiſt eines Viehs, ſehr dumm. Nicht wahr, Ahmed?”
Und Ahmed gab das ohne weiteres zu und zwar nicht
im geringſten gekränkt. Er ſagt ſogar: „Selbſt Lutfi”
(einer der berüchtigten Dummköpfe des Lagers) „nennt
mich einen Eſel‟. Emin aber erzählte noch tagelang
daß er mich „faſt auf der Stelle” verſtanden habe.”
Nummer 72.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
Seite 3.
Umnahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem
eutſchen Kaiſer und König von Preußen verliehenen
önigl. Kronen=Ordens 4. Klaſſe und des ihm von Ihrer
öönigl. Hoheit der Großherzogin=Regentin von
Luxem=
burg verliehenen Ritterkreuzes 2. Klaſſe mit der Krone
Des Naſſauiſchen Militär= und Zivilverdienſtordens Adolfs
lvon Naſſau erteilt.
* Kirchliche Dienſtnachrichten. Ernannt wurden:
farrverwalter Döll zu Dittelsheim zum Pfarrverwalter
Freienſteinau, Dekanat Lauterbach; Pfarramtskandidat
önning zu Darmſtadt zum Pfarrverwalter in
Brauer=
ſchwend, Dekanat Alsfeld; Pfarramtskandidat Flöel,
z Zt. beurlaubt, zum Pfarraſſiſtenten der Petrusgemeinde
Darmſtadt, Dekanat Darmſtadt.
Milträrdienſtnachrichten. In den in letzter
Nummer mitgeteilten Militärdienſtnachrichten muß es
heißen: Külp, Leutnant im Inf.=Regt. Nr. 118, nicht
0 berleutnant.
-g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
be=
ſchäftigte ſich in ſeiner Sitzung am Samstag mit der Be=
Nartſtandung des Beſchluſſes der
Stadtverordnetenver=
ſammlung zu Offenbach vom 26. Mai 1911 über die
Stell=
vertretung des Bürgermeiſters. Als Beigeordnete
fun=
gerten bis zum Jahre 1911 die Herren Walther, Porth
lud Rech. Als der Beigeordnete Walther vom Amte
ſhied, wurde von der Stadtverordnetenverſammlung als
Weigeordneter Stadtbauinſpektor Weil gewählt mit der
gleichzeitigen Beſtimmung, daß die Vertretung des
Bür=
germeiſters dem juriſtiſchen Beigeordneten, Herrn Rech,
zuſtehen ſollte. Dieſer Beſchluß der Stadtverordneten
An urde erſt im November 1911 aktuell, als der
Bürger=
rreiſter verreiſte. Dieſer beſtimmte, gemäß des
Stadt=
verordnetenbeſchluſſes, den Beigeordneten Rech zu ſeiner
Vertretung. Jetzt fühlte ſich der dienſtälteſte
Beigeord=
nete Porth in ſeinen Rechten geſchmälert und er
bean=
lſtandete den Beſchluß der Stadtverordnetenverſammlung
lbeim Kreisamt. Dieſes enthielt ſich zunächſt der
Ver=
hrrndlung, wenn es auch der Anſicht des Beigeordneten
Porth beitrat; doch ſei nicht zweifelsfrei feſtgeſtellt, ob
de Friſt genügend gewahrt ſei. Das Kreisamt
veran=
laßte den Bürgermeiſter, gemäß Artikel 122 der
Städte=
erdnung den Beſchluß der
Stadtverordnetenverſamm=
lung zu beanſtanden. Auf die Beanſtandung hin ver=
Aharrte die Verſammlung auf ihrem früher gefaßten
Be=
ſchluß. In der nunmehr erfolgten Verhandlung vor dem
srreisausſchuß wurden zunächſt von der Vertretung der
etadtverordnetenmehrheit der Kreisrat, der
Stellvertre=
trr und der Beiſitzer aus der Stadt Offenbach als befan=
Agen abgelehnt. Dieſe Ablehnung wurde als unzuläſſig
ſerklärt, da die Vorausſetzungen des § 54 der
Städte=
rdnung nicht gegeben ſeien. Der Kreisausſchuß hat
nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen als Verwaltungsgericht
zu entſcheiden. Der Kreisausſchuß erkannte die
Be=
lſchwerde der Stadt Offenbach gegen den Eingriff in das
Gelbſtverwaltungsrecht als nicht berechtigt an. In der
Begründung wurde ausgeführt, nach Artikel 29 der
Ert.=O. ſtehe in erſter Linie dem dienſtälteſten
Beigeord=
neten die Stellvertretung des Bürgermeiſters zu, bei
Agleichem Dienſtalter dem lebensälteſten Beigeordneten.
Alls einzige Ausnahme läßt der Art. 29 zu, wenn bei der
Bahl des Beigeordneten abweichende Beſtimmungen
ge=
troffen würden. Der Beigeordnete habe zur Wahrung
Uder Selbſtändigkeit ein Recht auf den ihm zuſtehenden
ang innerhalb der Stadtverwaltung. Das Prinzip der
E elbſtverwaltung finde eine Beſchränkung in den
Be=
ſtrmmungen der St.=O. ſelbſt und eine derartige
Be=
ſchränkung wolle der § 29 beſtimmen. Aus dieſem
AGrunde ſei der Stadtverordnetenbeſchluß
ungerecht=
fertigt.
In der Verhandlung vor dem Provinzialausſchuß
bemerken die beiden Vertreter der Stadt Offenbach,
daß der Kreisausſchuß gewiſſermaßen anerkenne, daß es
Aſich um die Wahrung des Privatrechts des Beigeordneten
North handele und nicht um eine Frage des
Verwalt=
urrgsrechts. Die Vorſchrift der St.=O., daß abweichende
Beſtimmungen nur bei der Wahl der Beigeordneten ge=
Atnoffen werden können, beweiſe, daß bei dem Ausſchei=
Aden des bisherigen Stellvertreters eine Neuregelung
vorgenommen werden könne. Die Konſequenz des
Krreisausſchußurteils ſei ſchließlich, daß wohl der
neu=
gewählte Beigeordnete Weil zum Stellvertreter beſtimmt
Amerden könne, aber keine Auswahl unter den beiden älte=
Aren Beigeordneten getroffen werden könne. Der Pro=
Avnzialausſchuß erkennt dahin, der Rekurs der Stadt
Offenbach gegen die Entſcheidung des Kreisausſchuſſes
wird als unbegründet erklärt unter Auferlegung eines
AAwerſionalbetrages von 25 Mark. Der
Provinzialaus=
ſchuß iſt der Anſicht, daß Art. 29, 4 der Städte=Ordnung
beſtimmt, daß die Regelung der Dienſtverhältniſſe bei
der Wahl der Beigeordneten ſtattfinden müſſe. Es hätte
demnach bei der Wahl des Beigeordneten Rech beſtimmt
werden müſſen, welches Rangverhältnis er innerhalb der
Stadtverwaltung einnehmen ſollte.
Die Ehefrau des Johann Georg Kopp zu
Viern=
heim ſucht um Erteilung eines Wandergewerbeſcheins
für den Verkauf von Schirmen und Küchenwaren nach
Der Kreisausſchuß Heppenheim hatte die Erteilung
ver=
ſagt, da der Geſuchſteller wegen Eigentumsdelikten und
Körperverletzung vielfach vorbeſtraft iſt. Der
Provin=
zialausſchuß erkennt auf Abweiſung des Rekurſes gegen
das Urteil des Kreisausſchuſſes, da für die fünf Kinder
des Geſuchſtellers nicht die genügende Pflege
gewähr=
leiſtet ſei und da die Vorſtrafen die Verſagung des
Wan=
dergewerbeſcheines empfehlenswert erſcheinen laſſen.
Der Ortsarmenverband Wiesbaden klagt gegen den
Ortsarmenverband Offenbach auf Erſatz von 30 Mark
Pflegekoſten für den Schneider Wilhelm Starms aus
Hüls. Starms war am 16. Januar 1911 aus dem
Ver=
ſorgungshaus der Stadt Offenbach, wo er wegen
Magen=
katarrh in Behandlung war, als beſchränkt erwerbsfähig
entlaſſen worden. Anfangs Februar 1911 mußte er
wegen desſelben Leidens in das Krankenhaus zu
Wies=
baden aufgenommen werden. Wiesbaden verlangt nun
Erſtattung der Pflegekoſten, da es die Auffaſſung
ver=
tritt, es ſei keine neue Erkrankung vorliegend und Starms
ſei gar nicht erwerbsfähig geweſen. In der
Zwiſchen=
zeit habe er ſich ſeinen Lebensunterhalt zweifellos durch
Betteln erworben, während Offenbach die Erkrankung
für einen neuen Pflegefall erklärt. Der
Provinzialaus=
ſchuß weiſt die Klage des Ortsarmenverbandes
Wies=
baden ab unter Auferlegung eines Averſionalbetrages
von 10 Mark.
-g. Strafkammer. Die bereits wegen
Mietgeld=
ſchwindels mehrfach vorbeſtrafte 23jährige Dienſtmagd
Anna Katharina Palmy aus Groß=Zimmern ſtand
am Samstag wegen desſelben Delikts abermals vor der
Strafkammer. Sie hatte vom Offenbacher Gericht eine
Ladung erhalten, am 12. Oktober 1911 eine dreimonatige
Gefängnisſtrafe anzutreten, und am 13. Oktober
ver=
dingte ſie ſich noch bei einem hieſigen Wirt. Sie ließ ſich
2 Mark Mietgeld geben und ließ ſich nicht wieder ſehen.
Die Angeklagte wird zu 3 Monaten Gefängnis
verurteilt; von der Unterſuchungshaft wird ihr 1
Mo=
nat in Anrechnung gebracht. Sie nimmt die Strafe an,
trotzdem ſie die Betrugsabſicht vorher ganz energiſch in
Abrede geſtellt hatte.
Der Mineralwaſſerfabrikant Melchior Jakob I.
aus Lorſch hatte im Lorſcher Gebiet ein Jagdrevier
ge=
pachtet, das an ein fiskaliſches Jagdgebiet grenzt. Am
1. Oktober 1911 wurde von dem Forſtwart Barth
beob=
achtet, daß J. vom Grenzweg aus einen Schuß nach dem
fiskaliſchen Gebiet hin abgab. Er brachte den J. wegen
Jagdvergehens zur Anzeige. Vor dem Schöffengericht
hatte der Angeklagte die Behauptung aufgeſtellt, er hätte
auf einen Raben geſchoſſen, der über den Grenzweg flog.
Dieſe Behauptung wurde jedoch durch einen
umfangrei=
chen Indizienbeweis widerlegt. Zunächſt hatte der
Forſt=
wart die Richtung des Schuſſes genau feſtſtellen können,
dann wurden in einem Sandhaufen und in einem Baum
auf fiskaliſchem Revier Schrotkugeln gefunden und
da=
neben abgeſchoſſene Lapinhaare. Schrot und Haare
waren trocken, trotzdem es wenige Stunden vorher
ge=
regnet hatte. Auf Grund dieſes Indizienbeweiſes wurde
der Angeklagte vom Schöffengericht zu 40 Mark
Geld=
ſtrafe verurteilt. Außerdem wurde auf Einziehung des
Gewehres und des Jagdhundes erkannt. Gegen das
Urteil legte Jakob Berufung ein, die jedoch von der
Strafkammer unter Würdigung der vom Schöffengericht
anerkannten Beweisgründe als unbegründet verworfen
wurde.
Wegen Verbrechens nach § 176,3 wurde nach
nicht=
öffentlicher Verhandlung der 22jährige Dienſtknecht
Hein=
rich Laux aus Heidelberg zu 1 Jahr 3 Monaten
Gefängnis, abzüglich 1 Monat der
Unterſuchungs=
haft, verurteilt.
* Jahresbericht der Freiwilligen Sanktäts=Haupt=
Kolonne. Die Freiwillige Sanitäts=Haupt=Kolonne vom
Roten Kreuz zu Darmſtadt gibt ſoeben ihren die Zeit
vom 1. Oktober 1910 bis 30. September 1911 umfaſſenden
Jahresbericht heraus, aus dem wir Folgendes
ent=
nehmen: Die Hauptkolonne Darmſtadt hat eine
antritts=
bereite Mannſchaft von 53 Trägern und 27 Pflegern; die
Zweigkolonne Nieder=Ramſtadt 17 bezw. 7, die Abteilung
Roßdorf 20 bezw. 3, die Abteilung Arheilgen 20 bezw. 1.
Im ganzen ſind 110 Träger und 38 Pfleger ſofort verfüg=
bar. Der Bericht gibt ſodann Auskunft über die
Ver=
anſtaltungen des Jahres, über die wir fortlaufend
be=
richtet haben.
An Zuwendungen von größeren Geldſpenden
und Geſchenken gingen dem Verein u. a. zu: das
Ver=
mächtnis des Herrn Präſidenten D. Buchner Exz. 200 M.,
Spende der Frau Regierungsrat Fröhlich Witwe 100 M.,
des Rabattſparvereins 50 M., der Firma Gebr. Röder
10 M., des Herrn Miniſterreſident v. Knorring Exz.
12,60 M., des Herrn Buchhalter von der Heid 10 M., des
Gärtnervereins „Anemone” 7,50 M., des
Weihnachtsſpar=
vereins „Speſſartring” 10 M. — Der Jahresbericht
be=
weiſt, daß rege Arbeitſamkeit und Tätigkeit in der
Ko=
lonne geherrſcht hat und daß ſie in der Lage war, den an
ſie ergangenen Anforderungen im Rahmen ihrer Satzung
und ihrer Geldmittel allzeit gerecht zu werden. Ein
Ausblick auf die folgenden Jahre verſpricht aber eine
zweifelloſe Steigerung der Anforderungen, an die
Leiſt=
ungsfähigkeit der Kolonne. Darum ergeht der Aufruf
an alle Kreiſe der Bevölkerung, ſich zum freiwilligen
Dienſt bei der Kolonne zu melden! Helfer, die ſich in
Reih und Glied ſtellen, ſich ausbilden laſſen und mit
zu=
greifen, wo menſchliche Hilfe geheiſcht wird, können nie
genug werden.
* Im Silberkranz. Herr Friedrich Noll und
Ehe=
frau, geb. Noll, Gardiſtenſtraße 18, feierten am Samstag
das Feſt der Silbernen Hochzeit.
* Hermann Knispel=Abend. Nach der Hochflut
von muſikaliſchen und rezitatoriſchen Veranſtaltungen des
Winters gegen Ende der Saiſon noch einen
Vortrags=
abend zu geben, iſt immerhin ein Wagnis. Unſer
heimiſcher Künſtler Hermann Knispel darf es jedoch
unternehmen, denn er hat ſich im Laufe der Jahre auch
als Rezitator in Darmſtadt zahlreiche Freunde erworben,
die immer wieder kommen, wenn er zu ſeinem Abend
einladet. Wie alljährlich, findet derſelbe auch diesmal
wieder am erſten Tage der Karwoche (1. April) im
Saale „Zur Traube” ſtatt und ſind Karten zu 2 Mk.
und 1 Mk. in Bergſträßers Hochbuchhandlung,
Rhein=
ſtraße, zu haben. Der Künſtler hat ſein Programm in
dieſem Jahr nur auf den heiteren Ton geſtimmt. Unter
der Flagge „Im Reiche des Humors” ſegelt der Abend,
der im erſten Teil Dichtungen von Storm, Grillparzer,
Goethe, Heine, Hepp. Schwab, Buſch, Fulda und im
zweiten wie üblich, Dichtungen im Pfälzer Dialekt von
Kobell, Nadler, Woll uſw. bringt.
* Bismarck=Ausſtellung. Das ſtädtiſche
Muſeum beabſichtigt vom 1. April an eine Bismarck=
Ausſtellung abzuhalten, wozu aus dem Bismarck=
Muſeum in Schönhauſen bereits ſehr anziehende
Gegen=
ſtände hier angekommen ſind. Ebenſo ſind außer den
bereits im ſtädtiſchen Muſeum befindlichen Sachen
wert=
volle Gegenſtände, beſonders bisher noch unbekannte
Briefe Bismarcks an Darmſtädter, zur Verfügung
ge=
ſtellt. Es ſei hiermit die Bitte an alle diejenigen
ge=
richtet, die im Beſitze von Gegenſtänden (Bilder, Briefe,
Aufzeichnungen, Medaillen uſw.) ſind, die Bismarck und
ſeine Beziehungen zu Darmſtadt betreffen, ſolche zu
dieſem Zweck für kurze Zeit freundlichſt herzuleihen.
Anfragen und Sendungen ſind zu richten an
Stadt=
bibliothekar Noack (Luiſenſtraße, ſtädtiſche Leſehalle.)
* Heſſiſcher Goethebund. Man ſchreibt uns: Auf
den mit ſo großem Erfolg verlaufenen Jathovortrag
folgt am nächſten Donnerstag, den 28. März, ein wegen
ſeines Themas äußerſt intereſſanter Vortrag. Herr
Inſtitutsvorſteher M. Elias ſpricht an dieſem Abend
im Mathildenhöhſaal, Dieburgerſtraße, über „
Reform=
bewegungen auf dem Gebiete der Schule”.
Der Vortrag wird deshalb beſonders Intereſſe
er=
wecken, weil ſich an ihn freie Ausſprache anſchließen
wird. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Franzöſiſche Vorträge. Hiermit wird auf den
dritten franzöſiſchen Vortrag von Profeſſeur J. Berryer
über „Alph. Daudet et ses oeuvres‟ (1840—1897) und
einen Monolog, früher von Coquelin=Cadet rezitiert,
Mon=
tag, 25. März, 8½ Uhr abends, im Kaufm.
Vereins=
ſaal, Grafenſtraße 18, hingewieſen.
* Naumann=Vortrag. Man ſchreibt uns: Der
Vor=
trag findet, wie bereits angekündigt, beſtimmt am
kommenden Mittwoch abend in der Turnhalle am
Woogsplatz pünktlich 8 Uhr ſtatt. Als Thema des Abends
wurde „Individualismus und Sozialismus” gewählt.
Naumann gilt als der zurzeit bedeutendſte Redner und
iſt deshalb mit einem ſehr ſtarken Beſuch zu rechnen. Es
empfiehlt ſich, für dieſen Vortrag Karten ſofort bei dem
Verkehrsbureau, das den Vorverkauf übernommen hat,
zu holen. Plätze zu 1,50 Mark werden nur in geringer
Anzahl ausgegeben. Der größere Teil des Saales iſt
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 22. März.
„Othello”.
W-l. Auch Shakeſpeares Othello iſt wieder aktuell
geworden. Der italieniſch=türkiſche Krieg, der dem erſten
Akte den politiſchen Hintergrund verleiht, verläuft hier
allerdings etwas ſchneller als zu unſerer Zeit und der
General Othello wird mit dem Türken leichter fertig, als
ſtin Nachfolger, General Caneva, er bohrt die türkiſchen
Ecchiffe kurzerhand in Grund und erklärt den Krieg für
beendet, während man heutzutage durch Dekrete
an=
nektiert.
Aber nicht der General, ſondern der eiferſüchtige
Ehemann Othello iſt es, der uns hier beſchäftigt, der
Mann von „gradem und freiem Gemüt und liebevoller,
ſeeuer und edler Art” der in ſeiner Einfalt und
Leicht=
gläubigkeit dem Schurken Jago zum Opfer fällt und in
dem Paroxysmus der Leidenſchaft ſein eigentliches Weſen
ganz verkehrt. Die Entwicklung der Handlung und die
Zeichnung der Charaktere ſind von ſo zwingender Logik
und grandioſer Genialität, daß kein Widerſpruch und
kein Zweifel ihnen gegenüber ſtand hält und die
furcht=
bare Tragik ſich mit innerer Notwendigkeit aus ihnen
engibt. Herr Baumeiſter, der den Mohren zum erſten
Male ſpielte, wurde der dreifachen Aufgabe feiner Rolle,
nämlich der Charakteriſtik des ſchlichten und graden
Mannes und des Liebhabers mit dem kindlich einfältigen
Herzen, ſeiner Verwandlung und Entartung zum
eifer=
füchtigen Ehemann und der entfeſſelten Leidenſchaft des
von dem Wahnſinn der Imagination Befallenen mit
chauſpieleriſcher Kunſt und in überzeugender Weiſe
ge=
recht. Herr Baumeiſter ging in der Darſtellung der
Lei=
benſchaft bis an die äußerſte Grenze, was wir im Prinzip
nicht als einen Fehler bezeichnen möchten, nur muß die
ſprrachtechniſche Behandlung der Rolle mit ihr gleichen
Schritt halten können. In dem wundervollen Monolog
im Schlafgemach der Desdemona hätte Herr Baumeiſter
lnoch ergreifendere Töne finden können. Rein
ſchau=
ſtüeleriſch betrachtet war ſein Othello eine bedeutende
Leiſtung. Die Desdemona, die ſonſt die Vertreterin des
ſeritimentalen Faches geſpielt hat, fand durch Frl.
Meißner eine anmutige Verkörperung, die auch in den
tragiſchen Szenen die rechten Töne zu finden wußte.
Herrn Lehrmanns Jago war eine
wohldurch=
dachte, planmäßig und konſequent durchgeführte
künſt=
leriſche Leiſtung, die ſich von allen theatraliſchen
Ueber=
treibungen fern hält und in der Hervorkehrung der
berech=
nenden und verſtandesmäßigen Ueberlegenheit des
Schur=
ken das Richtige trifft.
Die Rolle des Leutnants Caſſio wurde von Herrn
Weſtermann, die des Roderigo von Herrn
Schnei=
der die Emilia von Frl. Heumann und des
Bra=
bantio von Herrn Heinz geſpielt, die ihrer Aufgaben
mit gutem Gelingen gerecht wurden.
Vorträge.
Im Motorboot quer durch Afrika.
Vor einer außerordentlich zahlreichen Zuhörerſchaft
ſprach am Freitag abend Herr Oberleutnant a. D. Paul
Graetz über die Erlebniſſe der Deutſchen
Motor=
boot=Expedition quer durch Afrika.
Ober=
leutnant Graetz gehört zu den kühnen Forſchern, die zu
großen Taten gereizt werden, ſteigend in dem Maßo,
als die Gefahren, die dem Ziele ſich entgegenſtellen,
grö=
ßer werden. Bekanntlich durchquerte Graetz in den
Jah=
ren 1907 bis 1909 im Automobil Afrika von Daresſalam
nach Swakopmund. Auf dieſer Reiſe erlauſchte er am
Lagerfeuer von den Lippen der Arembas in Nord=
Rho=
deſia die ſonderbaren, märchenhaft klingenden
Erzählun=
gen über den ſagenumſponnenen Banguelo=See.
Meeres=
gleich dehnt ſich rings um den See undurchdringlicher
Sumpf. Der Zambeſi, der Quellfluß des Kongo, hart
ſüdlich des Tanganyika entſpringend und in den
Ban=
quelo=See mündend, bildet die einzig mögliche Zufahrt
zu dieſem Binnenſee, den die lebhafte Negerphantaſie
zur Stätte des Grauens macht: Ungeheuer von
vorſint=
flutlichen Dimenſionen, verderbenſprühende
Seeſchlan=
gen, giftige Peſtwinde, kochende Springquellen lauern
auf den Eindringling, der es wagt, im ſchaukelnden
Kanoe dieſe öde Stätte des Entſetzens zu berühren.
Da=
mals faßte Graetz den Entſchluß, mit dem geographiſch
noch unerforſchten Zambeſi in einem ſestüchtigen Mo=
torboot den Banquelo=See zu erforſchen. Am 27. April
1911 brach die Deutſche Motorboot=Expedition vom
In=
diſchen Ozean an der Oſtküſte nach dem Banguelo=See
auf und erreichte trotz aller ſich in den Weg ſtellenden
Hinderniſſe, trotz aller Widerwärtigkeiten und trotz des
Unheils, das ein angreifender Büffel mit der
Verwun=
dung des Führers und dem Tode ſeines einzigen
Gefähr=
ten über ſie brachte, am 30. November ihr Ziel.
Ueber ſeine Erlebniſſe, über die zahlreichen
Aben=
teuer, denen die Expedition ausgeſetzt war und über die
wiſſenſchaftliche Ausbeute, die ſie brachte, gab der
Vor=
tragende ſeinen zahlreichen Zuhörern nun an Hand
treff=
licher Lichtbilder und Kinematographien eine Reihe
feſ=
ſelnder Darſtellungen. Er begann mit der Erläuterung
des Weges der Expedition an Hand einer Kartenſkizze
und ließ danach in Wort und Bild, und in ungemein
inſtruktiver lebendiger Darſtellung durch die
Kinoaufnah=
men die Zuhörer die an Gefahren und wunderſamen
Reizen gleich reiche Reiſe mitmachen. In Chinde in
Por=
tugieſiſch=Oſtafrika, wo die Reiſe begann, gings zum
Zambeſi, dann wurden Shire und der Nyaſſaſee paſſiert.
Nun galt es, eine gewaltige Hinderniſſe bietende
Waſſer=
ſcheide zu bewältigen. Prachtvolle Kinoaufnahmen
zeig=
ten das Gebirgspanorama des zentralafrikaniſchen
Hoch=
plateaus, die Fahrt des Bootes durch einen ſeichten Fluß,
wie das Boot mit Hilfe von 100 Boys unter unſäglichen
Mühen die Kammhöhe der Waſſerſcheide erklettert, auf
Knüppeln über die Felſen eines trockenen Flußbettes
ge=
führt wird, den Uferabhang eines Gebirgsfluſſes
hinab=
rollt, dann auf verbreitertem Saumwege über den Kamm
der Waſſerſcheide transportiert wird, eine Knüppelbrücke
durch ein Gebirgsflußbett paſſiert, quer durch den Buſch
und durch die Steppe gezogen wird, wie die Karawane
eine ſchwankende Drahtſeilbrücke paſſiert und das
Motor=
boot endlich wieder in den Karungu gleitet. Aber die
Mühſalen der Fahrt waren noch längſt nicht behoben.
Durch das Dickicht des Karungu mußte mit Beilen und
Meſſern dem Boot der Weg gebahnt werden, bis mit
Ruder und Motor endlich das Wawiſadorf Pumba
er=
reicht wurde. Wieder zeigen zahlreiche Bilder und
Kine=
matographien Leben und Gebräuche des Volkes der
Wa=
wiſa und der Avemba. Zebra=, Leoparden=, Antilopen=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
Nummer 72.
für Plätze zu 1 Mark und zu 50 Pfg. beſtimmt. Der
Vor=
verkauf wird, ſobald die Plätze verkauft ſind, ſofort
ge=
ſchloſſen.
* Die „Vereinigten Kriegervereine Darmſtadts”
ver=
ſanſtalten am nächſten Donnerstag im Schützenhof einen
öffentlichen Vortragsabend, an dem Chefredakteur
W. Ammenn=Darmſtadt über das Thema, „
Staaten=
bündniſſe” ſprechen wird. Man darf wohl
anneh=
men, daß dieſer Gegenſtand in der heutigen Zeit ein
ganz beſonderes Intereſſe erwecken wird. Näheres iſt
aus der heutigen Anzeige erſichtlich.
C. Volksbureau. Am Freitag abend fand im
Konkordiaſaal eine vom Volksverein für das katholiſche
Deutſchland einberufene Verſammlung ſtatt, in der die
Frage der Errichtung eines Volksbureaus beſprochen
wurde. In Verhinderung des Herrn Dr. Kocks
prä=
ſidierte Herr Betriebsinſpektor Schmidt, der zunächſt
Herrn Sekretär Zurnieden=Worms über das
ge=
nannte Thema das Wort erteilte. Redner legte die
Ge=
ſchichte der Volksbureaus dar und bezeichnete als deren
Veranlaſſung die Fälle der ſozialen insbeſondere
Ver=
ſicherungsgeſetzgebung, die dem Einzelnen es zur Pflicht
macht, ſich mit dieſen Fragen zu befaſſen. Die Zahl
ſämtlicher Sekretariate in Deutſchland beträgt zur Zeit 261.
Die Volksbureaus ſeien ein Element des ſozialen Friedens,
vor allem aber der ſozialen Aufklärung mit Hilfe der von
ihnen veranſtalteten Unterrichtskurſe. Schließlich regt
Red=
ner die Errichtung eines ſolchen Bureaus in hieſiger Stadt
an, Der Vorſitzende teilt hierauf die Grundzüge der
Organiſation des Bureaus, ſowie den Finanzierungsplan
mit. In der folgenden Diskuſſion traten Herr
Eiſen=
bahnaſſiſtent Schmelz und der Vorſitzende des hieſigen
chriſtlichen Gewerkſchaftskartells Herr Laufer für den
Plan ein. Letzterer ſchlägt eine Beſprechung der
Ver=
treter der einzelnen intereſſierten Organiſationen vor
und kündigt unter lebhaftem Beifall die Beteiligung der
von ihm vertretenen Organiſation an. Herr Lehmann
vom katholiſchen Männer= und Arbeiterverein und der
Präſes des katholiſchen Geſellenvereins Herr Kaplan
Moſer ſympathiſieren ebenfalls mit dem Projekt und
bitten dafür Propaganda zu machen. Der Antrag
Laufer wurde einſtimmig angenommen.
* Bilder vom Tage. Von heute ab ſind in der
Aus=
lage unſerer Expedition (Rheinſtraße 23) folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Zur Einweihung des Campanile von
San Marco; vom Untergang des engliſchen Dampfers
„Oceana”; Volkskundgebung nach dem Attentat auf das
italieniſche Königspaar; der engliſche Miniſter Winſton
Churchill.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 16. März l. J.
männ=
lich 9407, weiblich 6461, zuſ. 15868, in Prozenten 59,29,
40,71. Der Krankenſtand betrug am 16. März I. J.
männlich 359, weiblich 169, in Prozenten 4,15, 2,61.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 11. März bis 16. März l. J. 5710,30 Mk. (1911: 6234,65
Mark.) An Wöchnerinnen waren vorhanden am
16. März I. J. 28. Sterbefälle kamen vor in der
Woche vom 11. März bis 16. März l. J. 2.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50, Eier 7—8 Pf.,
Schmierkäſe ½ Ltr. 22—25 Pf., Handkäſe 4—10 Pf.,
Kar=
toffeln Zentner 4,50—5,00 M., Kumpf (10 Liter) 80 Pf.,
½ Kg. 7—8 Pf., Mäuschen ½ Kg. 15 Pf.; Obſt u. dgl.:
Aepfel ½ Kg. 15—25 Pf., Zitronen, Apfelſinen 5—8 Pf.;
Salat, Gemüſe: Kopfſalat 15—16 Pf., Endivien 10 Pf.,
Körbchen Feldſalat 10 Pf., desgl. Lattich 15 Pf., neue
Schälgurken 60—70 Pf., Topf Schnittlauch 25 Pf., Bündel
Radischen, Rettiche 7—8 Pf., Meerrettich 15—35 Pf.
Zwiebeln, Gelberüben ½ Kg. 12 Pf., Tomaten ½ Kg. 60 Pf.,
Weißerüben ½ Kg. 10 Pf., Bündel Römiſch=Kohl 3 Pf.
Spinat ½ Kg. 18—20 Pf., Wirſing 10—60 Pf., Grünkohl
½ Kg. 30 Pf., Weißkraut, Rotkraut ½ Kg. 18 Pf.,
Blu=
menkohl 20—60 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 30—35 Pf.,
Roſenkohl ½ Kg. 40 Pf.; Spargeln ½ Kg. 1 M.;
Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 80—85 Pf., Enten 4
bis 5. M., Hahnen und Hühner 2,00—2,50 M., Tauben
60—70 Pf., Zuchttauben das Paar 1,50—10,00 M., Lapins
0,90—1,00 M., Zicklein 3,50—4,50 M.: Fiſche ½ Kg.:
Hecht 80 Pf., Aal 1,20 M., andere Rheinfiſche 35—60 Pf.,
Rotzungen 60 Pf., Schollen 25 Pf., Kabeljau, Schellfiſche,
Seelachs 18—29 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.:
Rindfleiſch 60—66 Pf., Hackfleiſch 70—80 Pf., Rindsfett
60 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Kalbfleiſch,
Schweine=
fleiſch 80 Pf., geſalzenes Schweinefleiſch und Koteletts
90 Pf., Schwartenmagen, Fleiſchwurſt 80 Pf., Leber= u.
Blutwurſt 60 Pf.
§ Feſtgenommen. Durch die hieſige Polizei ſind
hier feſtgenommen worden: ein 25 Jahre alter
Tag=
löhner von hier wegen Diebſtahl im Rückfalle, ein
40 Jahre alter Kaufmann aus Leiſelheim wegen Betrug
und Urkundenfälſchung, ein 17 Jahre alter Taglöhner
von hier wegen Diebſtahl und ein 24 Jahre alter Bäcker
us Leutershauſen wegen Fahrraddiebſtahl.
3 Pfungſtadt, 23. März. Herr Peter Grund von
hier, bisher Schüler der Landesbaugewerbeſchule zu
Darmſtadt, abſolvierte dieſe Anſtalt mit der Note: Mit
Auszeichnung beſtanden. Als Schüler dieſer
Lehr=
anſtalt beteiligte er ſich bereits an einem
Preisausſchrei=
ben und errang ſich einen Preis. Auf Grund ſeiner
Prüfungsarbeiten wurde ihm ein Zeugnis ausgeſtellt,
wonach ihm die Prüfung zum einjährig=freiwilligen
Militärdienſt erleichtert wird. — Die auf einem Teil
der hieſigen Gemeindewieſen ausgeführten Rieſelanlagen
ſind zur größten Zufriedenheit der Stadtbehörde
ausge=
fallen. Man beabſichtigt darum, auch die übrigen
ge=
meindlichen Wieſen mit ſolchen Anlagen zu verſehen. Die
Pläne hierzu wurden von Herrn Kulturtechniker
Ritter=Darmſtadt angefertigt, der auch die
Ausführ=
ung der Arbeiten beaufſichtigte.
B. Ober=Ramſtadt, 23. März. Geſtern wurde der am
9. Februar d. J. begonnene 10. Kurſus der Kreis=
Wanderhaushaltungsſchule hier durch eine
Prüfung geſchloſſen. Zu der Feier hatten ſich die
Mit=
glieder des Gemeinderats und des Schulvorſtandes,
ſo=
wie die Mütter der 28 Kurſusteilnehmerinnen
eingefun=
den. Aus Darmſtadt waren außer den Vertretern der
Kreisbehörden u. a. erſchienen Frau Miniſter von
Hom=
bergk Exzellenz, Frau Provinzialdirektor Fey, Frau von
der Schulenburg, Frau Regierungsrat Reinhart, Frau
Profeſſor Frenzel, Herr Bürgermeiſter Mueller und
Ver=
treterinnen der Großh. Zentrale für Säuglingsfürſorge.
Herr Provinzialdirektor Fey begrüßte die Gäſte,
ins=
befondere Ihre Exz. Frau von Hombergk und dankte für
das durch ihr Erſcheinen bewieſene Intereſſe für das
Land und die ländliche Wohlfahrtspflege. In der nun
folgenden Prüfung legten die jungen Mädchen
Zeug=
nis ab von einem ſehr erfreulichen Wiſſen und Können,
zugleich aber auch von der treuen, unermüdlichen
Ar=
beit, die Fräulein Mayer, die Lehrerin der Schule,
wäh=
rend der ganzen Dauer des Kurſus geleiſtet hat.
Dar=
auf ſprach Herr Kreisſchulinſpektor Profeſſor Dr.
Fren=
zel über die Bedeutung des Haushaltungs= und
Koch=
unterrichts für die Familie und die Geſamheit des
Volkes. Fräulein Mayer gab noch einen Ueberblick über
die einzelnen Unterrichtszweige, die im Kurſus
betrie=
ben werden, und über die dabei übliche und bewährte
Arbeitsteilung. Nach dieſem amtlichen Teil der Feier
fand ein gemütliches Zuſammenſein der Gäſte mit dem
Ortsvorſtand, Schulvorſtand, den Müttern der jungen
Mädchen, ſowie dieſen ſelbſt bei Kaffee und Kuchen ſtatt.
Am Montag, den 25. März, wird, wie Herr Profeſſor Dr.
Frenzel mitteilte, in Ober=Ramſtadt ein weiterer
Kurſus der Haushaltungsſchule beginnen;
er findet abends ſtatt und iſt weſentlich für
Fabrikarbeite=
rinnen beſtimmt. Es iſt dies der erſte derartige Kurſus
im Kreiſe; die ſeitherigen Bemühungen, einen ſolchen
an anderen Orten zuſtande zu bringen, waren nicht
ge=
glückt. Es iſt deshalb doppelt erfreulich, daß nunmehr
auch dieſe Seite der ländlichen Wohlfahrtspflege einen
Erfolg aufzuweiſen hat. Dies iſt insbeſondere auch dem
anerkennenswerten Entgegenkommen von Arbeitgebern
zu verdanken, welche die Koſten für die Arbeiterinnen
übernommen haben. An demſelben Tage beginnen, wie
von der Kreisbehörde weiter mitgeteilt wurde, Fräulein
Schubert und Schweſter Katharina, Helferinnen der
Großh. Zentrale für Säuglingsfürſorge, im Anſchluß an
den jetzt geſchloſſenen Haushaltungskurſus und für deſſen
Teilnehmerinnen einen Kurſus in Säuglingspflege. Nicht
weniger als 60 Frauen und Mädchen haben ſich für
die=
ſen Kurſus gemeldet, der infolgedeſſen in drei
nachein=
anderfolgenden Abteilungen abgehalten werden muß.
Mainz, 22. März. Vom Fuhrwerk eines
Weinguts=
beſitzers, deſſen Pferde durchgegangen waren, wurde heute
auf der Rehbacher Steig bei Nierſtein der 28jährige Knecht
Peter Weißenſtein aus Wintersheim überfahren. Er
war ſofort tot.
Gießen, 23. März. Dr. jur. Leo Roſenberg,
Privatdozent für bürgerliches Recht mit Einſchluß des
römiſchen Rechts und des Prozeßrechts an der Univerſität
Göttingen, wurde zum außerordentlichen Pro=
feſſor berufen. Er tritt hier an Stelle von Prof. Dr,
Hans Albrecht Fiſcher, der Ordinarius wurde.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. März. Ein
Auf=
ſehen erregender Vorfall ſpielte ſich vor der
Kaſerne des zweiten Garde=Feldartillerie=Regiments in
Nedlitz bei Potsdam ab. Dort wurde die fünfte Batterie
mit neu eingeführten Feldhaubitzen vertraut gemacht,
Die einzelnen Teile der Geſchütze wurden dabei
ausein=
ander genommen und den Mannſchaften erklärt. In
die=
ſem Augenblick fuhr ein Automobil vor, dem ein
elegant gekleidetes Paar entſtieg, das lebhaftes Intereſſel
für die Uebungen zeigte und eine photographiſche
Auf=
nahme machte. Dies ſah ein bei den Uebungen beteiligter
Offizier, der den Herrn darauf zur Rede ſtellte und ihm
den zur Aufnahme benutzten Apparat abnahm. Das Paar
wurde nach der Potsdamer Polizeidirektion gebracht,
wo ſich die Beiden als Amerikaner legitimierten und
dar=
auf entlaſſen wurden. Der Vorfall erregte in Potsdam
großes Aufſehen und wurde mit einer Spionage=Affäre
in Verbindung gebracht. — In der Wohnung einer
ſtudentiſchen Verbindung, die gerade im
Um=
zug begriffen iſt, hatte ſich bei dem Abſchrauben einer
Gaslampe in der Decke ein Verſchluß des
Gas=
rohres gelockert, ſo daß das Gas ausſtrömte. Als der
Kouleurdiener den Gasgeruch bemerkte, beging er die
Unvorſichtigkeit, daß er mit einem offenen Licht das
Zim=
mer betrat. Die ausgeſtrömte Gasmenge entzündete ſich,
kam zur Exploſion, und der erzeugte Druck war ſo
gewaltig, daß die Decke vollſtändig in ſich
zuſammen=
ſtürzte. Der Kouleurdiener erlitt ſtarke Brandwunden
an Geſicht und Händen. — Der Raubmörden
Trenkler wird ſich in der Mitte April anfangenden
Schwurgerichtsperiode wegen des dreifachen
Raubmor=
des an der Juwelierfamilie Schulz in der Alten
Jakob=
ſtraße von der Geſchworenen zu verantworten haben. Diel
Unterſuchung ſoll noch im Laufe dieſer Woche
abgeſchloſ=
ſen und Trenkler ſodann die Anklageſchrift zugeſtellt
wer=
den. Sein Geſundheitszuſtand hat ſich in den letzten
Wochen ſonderbarerweiſe gebeſſert. Der Mörder iſt ſehr
niedergeſchlagen, er hofft aber, daß er infolge ſeines
ſchweren Lungenleidens der Todesſtrafe entgehen wird
wenn er auch zum Tode verurteilt würde. Seiner
Um=
gebung gegenüber hat er der Hoffnung Ausdruck gegeben,
daß der König ihn dann begnadigen werde.
Metz, 22. März. Im Prozeß wegen
Erſchieß=
ung des Hoboiſten Maaſch lautete das Urteil
gegen Martin auf zehn Monate Gefängnis bei voller
An=
rechnung der Unterſuchungshaft. Die übrigen vier
An=
geklagten wurden freigeſprochen. Die Koſten wurden
Mar=
tin auferlegt.
Leipzig, 22. März. Ein z weit es
Bau=
unglück ereignete ſich in dem nahen Engelsdorf. Wie
von dort gemeldet wird, ſtürzte der Erweiterungsneubau
der Betriebswerkſtätte der Eiſenbahn ein, wobei acht
Perſonen unter den Trümmern begraben wurden. Die
Rettungsmannſchaft hat drei Schwer= und vier
Leichtver=
letzte ans Tageslicht gebracht, während ein Verſchütteterl
nur als Leiche geborgen werden konnte. Die
Verunglück=
ten wurden mittels Automobil in das Leipziger
Kran=
kenhaus geſchafft.
Dresden, 23. März. Die International
Hygiene=Ausſtellung Dresden 1911 hat, wie
die Morgenblätter melden, einen Reingewinn von
einer Million Mark ergeben. Der Ueberſchußl
ſoll nach einer den Stadtverordneten von Geheimrat
Lingner zugegangenen Denkſchrift zu den auf 3 594000
Mark vſeranſchlagten Baukoſten des Hygieniel=Muſeum
Dresden verwandt werden. Die fehlende Summe von
2½ Millionen Mark ſoll von der Staatsregierung erben
ten werden.
Halle a. d. S., 23. März. Der
Aeroplanſchup=
pen der Gebrüder Becker auf dem Exerzierplatz des
Artillerie=Regiments in Hälle wurde geſtern in Brand
geſteckt und durch Feuer vollſtändig verniche
tet. Der Feuerwehr gelang es, ſämtliche im
Schuppen=
untergebrachte Aeroplane bis auf einen zu retten, der
mit dem Motor verbrannte. Die Brandſtiftung iſt
offen=
bar auf einen Racheakt zurückzuführen.
Hamburg, 22. März. Der Hamburger Dampfer
„Augsburg” von der Deutſch=Auſtraliſchen
Dampf=
ſchiffahrts=Geſellſchaft, der am 2. Februar mit einer
Lad=
ung Petroleum von New=York nach Kapſtadt abgegangen
und Hühnerjagden ſchaffen der Expedition Proviant.
Von wunderbarer wildromantiſcher Schönheit war die
Fahrt durch den Zambeſi, in deren Verlauf des kühnen
Forſchers treuer Gefährte Octave Fiere im Kampf mit
einem Büffel getötet, er ſelbſt ſchwer verwundet wurde.
Dieſes furchtbarſte Erlebnis wußte der Vortragende
ein=
drucksvoll zu ſchildern. Er ſelbſt wurde von dem
ange=
ſchoſſenen Büffel geſpießt. Als er das Bewußtſein
wie=
der erlangte, lag er, umgeben von den heulenden Boys,
mit aufgeriſſener Wange, faſt abgeriſſener Zunge und
zer=
ſchmetterter Kinnlade bei dem Boot, vier Tagereiſen weit
von der nächſten Europäer=Anſiedelung; die tiefe
Fleiſch=
wunde nähte er ſich ſelbſt zu, aber acht Tage dauerte es,
bis er in ſachgemäße Pflege in einem engliſchen
Arzt=
haus kommen und endlich der äußerſt ſchmerzhafte
Kno=
chenbruch eingerichtet werden konnte. Noch im Verband
ſetzt er die Reiſe fort und erforſchte das bisher faſt
unbekannte, im Sumpf nomadiſierende Volk der Wapua,
über das er eine beſondere Literatur demnächſt erſcheinen
läßt. Die letzten Bilder zeigten ein Watualager,
Nil=
pferde im Luapula, die Mombatutafälle im Luapula,
das Motorboot unterhalb der Mombatutafälle und in den
Stromſchnellen unterhalb der Mombatutafälle, Raſt im
Schutze eines Steinwalls im Luapula, das Felſenufer
des Luapula, endlich die Fahrt des Bootes über dem
Waſſerfall von Nyengwengengwe und Kakonga, woſelbſt
die Fahrt vorläufig ihr Ende erreichte und im Mai
die=
ſes Jahres fortgeſetzt werden ſoll.
Der feſſelnde Vortrag wurde mit rauſchendem Beifall
aufgenommen. Von beſonderem Intereſſe und der
Nach=
ahmung wert war die Vorführung der
kinematographi=
ſchen Bilder zum geſprochenen Wort.
Feuilleton.
C Mekeorologiſches abs Heſſen (vgl. Nr. 46 dieſes
Blattes vom 23. Februar). Der verfloſſene Februar war,
abgeſehen von einigen Tagen zu Anfang, wo ſtrenge
Kälte herrſchte, ſehr mild und in der letzten Dekade
früh=
lingsmäßig. Unter den elf Stationen war dieſes Mal
Darmſtadt mit einem Temperaturmittel von 4,7 Grad
Celſius (2,3 über normal) die wärmſte, worauf Worms
und Alzey mit 4,1 und dann erſt Mainz, ſonſt die mildeſte
Station, mit 4,0 Grad folgen. Am kälteſten war der
Mo=
nat in Bad Nauheim, wo ein Mittel von nur 2,8 Grad
notiert wurde, das ſogar um 0,1 Grad tiefer iſt, als das
in Lauterbach (die Beobachtungen von Ulrichſtein fehlen).
Den höchſten Thermometerſtand in dieſem Monat weiſt
merkwürdigerweiſe Lauterbach auf, wo am 29., auf den
faſt überall die Maxima fallen, ein Wert von 17,8 Grad
abgeleſen wurde (Darmſtadt: 16,7). Dagegen betrug in
Neunkirchen das Maximum nur 14,2 Grad. Die tiefſten
Stände brachte infolge friſchen Schneefalls und darauf
eingetretener Aufheiterung, verbunden mit polaren
Win=
den, die Periode vom 3. bis 5. Hier finden wir in
Michelſtadt mit — 23,9 Grad die größte Kälte, während in
Mainz das Thermometer nicht unter — 12,7 ſank (
Darm=
ſtadt: — 15,4). Die Zahl der Froſttage ſchwankt zwiſchen
7 in Darmſtadt und 16 in Bad Nauheim, die der Eistage
zwiſchen 3 und 5. Hinſichtlich der Himmelsanſicht bilden
Alzey mit einem Prozentſatz der Bewölkung von 67 und
Mainz mit einem ſolchen von 83 die Gegenſätze (
Darm=
ſtadt: 73). Die Niederſchlagsmengen übertrafen im
Zu=
ſammenhang mit den weit überwiegenden äquatorialen
Winden an den meiſten Stationen den Durchſchnitt, doch
gehörte auch in dieſem Monat Schnee zu den
Selten=
heiten. Die Gegenſätze ſtellen Lauterbach mit 27,9 und
Oberhiltersklingen mit 106,6 Millimeter dar (
Darm=
ſtadt: 51,6). Die größten Mengen lieferte faſt überall
der 24. und 25. An erſterem Tage fiel in Herchenhain
die größte in dieſem Monat beobachtete Tagesmenge
von 32,2 Millimeter, gegenüber nur 6,2 in Oppenheim
am 25. Von Schlitz und Oberhiltersklingen wird ein
und von der Tromm zwei Hagelfälle gemeldet. Die
Waſſerſtände blieben an den größeren Flüſſen mehr oder
minder erheblich hinter dem Durchſchnitt zurück.
A. K. Der neue Stern in den „Zwillingen” Ueber
das Aufleuchten des von Enebo in Dombaas in der
Nacht vom 12. zum 13. März 1912 entdeckten hellen
Ster=
nes im Bilde der „Zwillinge” iſt auf Grund des von
dem Entdecker an die Zentralſtelle in Kiel gerichteten
Telegramms in der Aſtron. Korreſp. bereits Mitteilung
gemacht worden. Heute liegt ſchon eine ganze Reihe von
Beobachtungen dieſes bemerkenswerten Geſtirns vor.
Nach A. N. 4562 ſahen ihn Schroeter in Chriſtiania,
Strömgren in Kopenhagen, Hartwig in Bamberg,
Picke=
ring in Cambridge u. a. Hartwig gibt als genauen Ort
des Sternes Rektaſzenſion 6h 49m 11.87s und Deklinas
tion — 32 15' 6” ſeine Helligkeit 4.3 und ſeine Farben
rötlich an; er bemerkt ferner, daß die Nova genau dem
Sternchen 13. Größe der photographiſchen Sternkarte von
Wolf und Paliſa entſpreche. Das Aufſuchen der Noya
Geminorum iſt laicht, da ſie ſogar mit bloßem Auge, das
die Sterne bis zur 5. Größe erkennt, geſehen werden kann
Sie ſteht zufolge der oben angegebenen Poſition faſt
ge=
nau ſüdlich von dem Sterne Theta der „Zwillinge”, der
die Helligkeit 3.7 beſitzt und folgende Poſition hat:
Rek=
taſzenſion 6h 46m 59.43s und Deklination — 34 4 505
die Nova befindet ſich mithin 1‟ 49’ ſüdlich von dieſem,
nahezu eine Größenklaſſe hellerem Sterne. Das
Stern=
bild der „Zwillinge” iſt nach Eintritt der abendlichen
Dunkelheit ſehr hoch im Süden, nicht ſehr weit vom Zenſt
ſichtbar und bleibt dann, nach Weſten abſteigend, den
größten Teil der Nacht über dem Horizonte.
— Auf der Suche nach den Schätzen der „Oceana
Wird es gelingen, die 15 Millionen wieder dem Meer
zu entreißen, die die „Oceana” in Gold= und
Silbermün=
zen mit ſich führte, als ſie bei dem Zuſammenſtoß mit
der „Piſagua” verſank? Die engliſche
Verſicherungsgeſell=
ſchaft Lloyd hat am Freitag den Abſendern den verſicher
ten Betrag einſtweilen ausgezahlt: der Scheck lautete auf
15 Millionen Mark. Nun rüſten ſich bereits die Taucher
um ihre abenteuerliche Wanderung in die Meerestiefe
und in den Rumpf des verſunkenen Schiffes anzutreten,
Im Hafen von Newhaven liegt der kleine Dampfer
fahrt=
bereit, der die Taucher an die Unglücksſtelle führen ſoll,
und in der Kabine ſitzen die fünf Männer und beraten die
Einzelheiten ihres ſchwierigen Operationsplanes. Denn
einſtweilen wird der Erfolg ihrer Bemühungen von einem
winzigen Schlüſſel abhängig, der irgendwo in einer
Schub=
lade im Rumpfe des geſunkenen Dampfers liegt. Wird
es den Männern mit dem Kupferhelm gelingen, im
Dun=
kel und in des Waſſers Tiefen über Treppen und durch
waſſergefüllte Gänge den Weg zu dieſem kleinen Schlüſſel
zu finden? Denn nur mit ihm kann der ſchwere,
feuer=
ſichere Stahlſchrank geöffnet werden, in dem, in
Eiſen=
käſten verwahrt, das koſtbare Metall liegt. Sie werden
alſo erſt den Schlüſſel ſuchen müſſen, ſich dann in der
Finſternis einen Weg zu dem Stahlſchrank bahnen, hier
die ſchwere Stahltür zu öffnen ſuchen, und wenn das
gelingt, hat der Taucher noch die ſchwierige Aufgabe, unter
Nummer 72.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
Seite 5.
Eſt, traf bisher dort noch nicht ein und iſt auch von keiner
Zwiſchenſtation gemeldet worden. Man vermutet, daß
hm ein Unfall paſſiert iſt. Er hat 39 Mann Beſatzung.
Neuhaldensleben, 23. März. Geſtern abend gab
der Oberſekundaner Dankert auf zwei andere
Sekundaner, mit denen er zuvor Streit gehabt hatte,
mehrere Schüſſe ab, die einen namens Lippert am
Oberarm und Kopf ſchwer verletzten. Dann brachte ſich
Dankert einige, allerdings nicht ſchwere Schußwunden
bei. Der Täter wurde verhaftet.
Stettin, 23. März. Der hieſige Magiſtrat hat nach
dem Vorgange der Stadt Altona beſchloſſen, ein
Kine=
matographentheater mit ſtädtiſcher
Re=
gie einzurichten. Man hofft, daß die Stadt trotz der
ſiberreichen Anzahl privater Kinematographentheater
ſſogar ein gutes Geſchäft machen wird, und plant, nur
reale Lebensvorgänge in dem ſtädtiſchen
Kinematographen=
theater vorzuführen. Die Schwierigkeit beſteht nur darin,
daß die Herſtellung von Films ſolcher Vorgänge vielfach
ſehr ſchwierig und mit großen Koſten verbunden iſt.
Der Magiſtrat Stettin hat nun den Plan gefaßt, eine
größere Anzahl von Kommunen und gemeinnützigen
Vereinen, ſowie techniſche und wiſſenſchaftliche Inſtitute
zu einem Verbande zu vereinigen, um mit den beſten
Mit=
teln moderner Wiſſenſchaft und Technik
kinemato=
graphiſche Aufnahmen von intereſſanten zeitgeſchichtlichen
Vorgängen aller Art ausführen zu laſſen. Die Films
ſol=
len vervielfältigt und in ſtändigem Wechſel bei den
Mit=
gliedern des Verbandes zur Vorführung in eigenen
Kinematographentheatern in Umlauf geſetzt werden.
Paris, 23. März. Das aus 52 Gebäuden beſtehende
Dorf Salvenach des Schweizer Kantons Freiburg
äſt geſtern ein Raub der Flammen geworden.
Das Feuer brach gegen 11 Uhr abends aus und nahm,
won ſtarkem Winde angefacht, ſchnell einen verheerenden
Umfang an. 42 Familien ſind durch das Feuer
obdach=
llos geworden. Die Not der Leute iſt um ſo größer, als
ähre Gebäude meiſt nicht verſichert waren.
London, 22. März. Der Journaliſt Bowman wurde
zu neun Monaten, die Drucker Gebrüder Buck zu jeſechs
Monaten Zuchthaus verurteilt, weil ſie in der
Zeitung The Syndicaliſt einen offenen Brief an die
bri=
tiſchen Soldaten publizierten, in dem dieſe aufgefordert
rverden, nicht auf die Streikenden zu ſchießen,
venn dies befohlen werden ſollte.
Mac Curtin, 23. März. In der Sanbois=Grube ſind
107 der 116 eingeſchloſſenen Bergleute aufgefun=
Den worden. Von dieſen waren 26 am Leben. 5 2
Leichen wurden zu Tage gefördert und die Lage von
D9 Leichen feſtgeſtellt.
Tokio, 23. März. Der Brand im Joſſiwara=
Wiertel hat ſein Ende erreicht. 1200 Häuſer ſind den
Flammen zum Opfer gefallen.
Verkehrsausſchuß der Bergſtraße.
* Der Engere Ausſchuß des Verkehrsausſchuſſes der
Bergſtraße trat im Hotel zur Krone=Auerbach zu einer
Sitzung zuſammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung
rnachte der Vorſitzende, Herr Rentner Paul Sieben=
Auerbach, Mitteilung, daß Se. Kgl. Hoheit der
Groß=
herzog der Bitte des Vorſtandes, das Protektorat
tüber den Verkehrsausſchuß zu übernehmen, willfahren
Habe, und verlas die von Sr. Kgl. Hoheit vollzogene
Protektorats=Urkunde. Nach Eintritt in die
Tagesord=
rtung ſchilderte der Vorſitzende an Hand einer tabellari
ſchen Ueberſicht die Finanzlage des Ausſchuſſes mit
Be=
zug auf die vielſeitigen Verpflichtungen desſelben. Der
in der Generalverſammlung — Oktober 1911 —
aufge=
fſtellte Voranſchlag für das laufende Geſchäftsjahr wurde
einer Reviſion unterzogen, und ergab das Reſultat der
Verhandlungen, daß die Mittel des Vereins für die
not=
wvendige Propaganda ausreichend ſind. Die
Heſſennum=
aer der Leipziger Illuſtrierten Zeitung iſt am 21. März
erſchienen, und ſteht zu erwarten, daß die Nummer
be=
rechtigten Erwartungen entſprechen wird. Da die
Bera=
ktraße und der Odenwald darin vorzüglich durch Bild und
Schrift vertreten ſind, iſt von der Beteiligung großer
Erfolg zu erwarten.
Die im vorigen Jahre auf der Internationalen
Aus=
ktellung für Reiſe und Verkehr in Berlin ausgeſtellt
ge=
tveſenen Dioramen der Bergſtraße und einzelner heſſiſcher
Städte gelangen binnen kurzem in der Trinkhalle des
Bades Nauheim zur Ausſtellung. Die Ausſtellung wird
in Nauheim eine größere Bedeutung haben, als in Ber=
der Laſt des Waſſerdruckes die ſchweren Metallkäſten zur
Oberfläche zu ſchleppen. Schon am Mittwoch morgen
hatte der Dampfer die Taucher zu der Stelle gebracht, wo
Die „Oceana” in den Fluten ihr Grab gefunden hat und
evo die beiden Maſtſpitzen noch emporragen. Aber der
Wind war zu heftig und der Seegang zu ſtürmiſch, um
ofort etwas zu unternehmen, man wartete vergebens auf
zuhigere Witterung und mußte ſchließlich unverrichteter
Dinge wieder in den Hafen zurückkehren. Inzwiſchen aber
Eſt der Rumpf des geſunkenen Schiffes der Strömung
ausgeſetzt, iſt in Gefahr, im Sand begraben zu werden,
und wenn die Eingänge in das Innere des Rumpfes erſt
einmal verſchüttet ſind, wird die Arbeit der Taucher lange
Zeit erfordern, ehe ein Erfolg greifbar werden kann. So
rvird es nicht nur von der Kühnheit und der
Widerſtands=
kraft jener fünf Männer, ſondern auch von der Gunſt des
Zufalles abhängen, ob die Verſicherungsgeſellſchaft die
15 Millionen wiedererlangt, die ſie auszahlen mußte, um
Den Verluſt zu erſetzen.
* Elektriſch geheizte Weſten. Elektriſche Heizteppiche
enit einer Einlage von Aſbeſtgewebe und elektriſch heiz=
Hare Umſchläge für Kranke ſind nichts Neues mehr. Jetzt
ſt man auch dazu übergegangen, die heizbaren Gewebe
für die Herſtellung von Kleidungsſtücken zu benutzen. Wie
vie Elektrotechniſche Zeitſchrift mitteilt, ſind für die
Zep=
welingeſellſchaft in mehreren Exemplaren Weſten geliefert
vorden, die bei Anſchluß an eine Elektrizitätsquelle dem
Träger ſtändig Wärme zuführen und als vorzüglicher
Erſatz ſchwerer Pelze angeſehen werden, die bisher vom
Luftſchiffer in höheren kalten Regionen getragen werden
rnußten.
* Jubiläum des Herrn Müller. Die Biebricher
Tagespoſt bringt in einer ihrer letzten Nummern
fol=
gende weltbewegende Mitteilung aus Hochheim a. M.:
„Ein ſeltenes Jubiläum feiert heute (18. März) ein
Mit=
glied der Montags=Skat=Geſellſchaft im Weihergarten.
Es iſt heute das 400. Mal, daß Herr Lehrer Müller von
Delkenheim in dem Zeitraum von 17 Jahren regelmäßig
an den Skatabenden teilnimmt. Die Spiele dauern
edes Mal bis 9 Uhr abends und nach deren Beendigung
Hat der Jubilar in allen Jahreszeiten und bei allen
Witterungsverhältniſſen den eine Stunde langen Weg
mach Hauſe zurückgelegt. Gewiß ein Beweis von großer
Liebe zur Sache. Wir wünſchen dem Skat=Jubilar für
heute abend mehrere gute „Grand” beim Spiel.”
lin, da die Dioramen dort auf Staatseigentum
aufge=
ſtellt, gewiſſermaßen einen offiziellen Stempel tragen
und unter keinerlei Konkurrenz anderer Ausſteller zu
lei=
den haben werden. Die Dioramen bleiben 6 Monate
ausgeſtellt, unterſtehen ſprachgewandter Aufſicht und
bie=
ten einem reiſefertigen Publikum — zirka 100000
Men=
ſchen bei etwa ſechsmaligem Wechſel gerechnet —
Gelegen=
heit, unſere ſchöne Bergſtraße, en miniature, zu
betrach=
ten. Es wurde beſchloſſen, daß die Wirte, welche in
Nauheim durch den Verkehrsausſchuß Proſpekte verteilen
laſſen wollen, zunächſt Mitglied des Verkehrsausſchuſſes
ſein müſſen, ſich zur Zahlung eines Beitrages von 10 bis
20 Mark verpflichten, und bis zum 15. April an den
Vor=
ſitzenden je zwei Stück ihrer Proſpekte als Muſter
ein=
ſenden, damit vermieden wird, daß Unbefugte ſich dieſe
ſelten günſtige Gelegenheit zur Empfehlung ihres
Ge=
ſchäftes zu Nutze machen. Laut Abrechnung des
Ver=
bandes Heſſ. Verkehrsvereine über die vorjährige
Ber=
liner Reiſe=Ausſtellung iſt ein Ueberſchuß von 343 Mark
verblieben, welcher als ein Ausſtellungsfonds angelegt
werden ſoll. Eine evtl. aus den Einzahlungen für die
Illuſtrierte Zeitung verbleibender Ueberſchuß ſoll,
vor=
behaltlich der Wünſche der Neckarorte, gleichfalls einem
Ausſtellungsfonds verbleiben.
Die Verſammlung beſchloß zum Schluß die für
die=
ſes Jahr in Ausſicht genommene Reklame in den
Eiſen=
bahnwagen der Preuß.=Heſſ. Eiſenbahnen bei dem Bund
Deutſcher Verkehrsvereine abzumelden und für nächſtes
Jahr zurückzuſtellen. Die hierfür bereits geleiſteten
Ein=
zahlungen werden in einem für dieſen Zweck reſervierten
beſonderen Fonds angelegt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 23. März. Präſident Dr. K a e mp f
eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten. — Erſte
Beratung des
Geſetzentwurfes betreffend die
vorläu=
fige Regel=ung des Reichshaushalts und
des Haushalts der Schutzgebiete für 1912.
Staatsſekretär des Reichsſchatzamtes Kühn: Ich habe
die Ehre, zum erſten Male in meiner gegenwärtigen
Stellung ein Etatsgeſetz einzubringen. Dieſes Geſetz iſt
aber ſo rein finanzieller Natur, daß es finanzpolitiſche
Auseinanderſetzungen ausſchließt. Ich will mich dieſer
Frage um ſo mehr enthalten, als wir in einigen Wochen
gelegentlich der Rüſtungsvorlagen uns näher darüber
unterhalten können. Ich will aber noch etwas
ausſpre=
chen, was mir nach den Ereigniſſen der letzten Tage
Her=
zensbedürfnis iſt. Es bedauert niemand lebhafter als
ich den Fortgang des Mannes, der vor mir hier
geſtan=
den hat und der die allgemeinen Richtlinien für die
Finanzpolitik des Reiches für die Zukunft in
muſtergül=
tiger Weiſe feſtgelegt hat. (Lebhaftes Bravo!) Das
Geſetz, das Ihnen hier vorliegt, ſoll uns in den Stand
ſetzen, die notwendigen Ausgaben auf budgetmäßige
Weiſe zu beſtreiten. Ich bitte, das Geſetz, das beſonderen
Bedenken nicht begegnen kann, bald mit Ihrer
Zuſtim=
mung verſehen zu laſſen.
Abg. Baſſermann (natl.): Wir ſtimmen der
Vorlage zu, legen aber Verwahrung dagegen ein, daß
aus unſerer heutigen Zuſtimmung Konſequenzen für die
Zukunft gezogen werden. — Abg. Fiſchbeck (Fortſchr.
Vpt.): Auch wir haben derartige Bedenken und
beantra=
gen Verweiſung an die Budgetkommiſſion. — Abg.
Mol=
kenbuhr (Soz.): Auch wir legen gegen die Art dieſes
neuen Notgeſetzes Verwahrung ein. Die Vorlage wird
ſodann an die Budgetkommiſſion verwieſen. — Es folgt
die erſte Leſung des in Brüſſel am 17. März 1912
voll=
zogenen
Protokolls betreffend die Fortſetzung
der durch den Zuckervertrag vom 5. März
1902 gebildeten Internationalen
Ver=
einigung.
Staatsſekretär K ü hn: Der Vertrag von 1902 war
für uns auch ein Sprung ins Dunkle; trotzdem hat ſich
gezeigt, daß kein Rückgang, ſondern vielmehr eine
er=
hebliche Zunahme des Konſums zu verzeichnen iſt. Nun
haben wir Rußland weitere Vorteile einräumen müſſen.
Ich kann mir wohl denken, daß die Zeit kommen kann,
wo die Konvention derartige Vergünſtigungen für
Ruß=
land enthält, daß ſie für uns jeden Wert vekliert. (Sehr
richtig!) In der Stärkung der ruſſiſchen Zuckerinduſtrie
liegt kein Gewinn für die heimiſche Induſtrie. (Sehr
richtig!) Wenn wir den übertriebenen ruſſiſchen
For=
derungen gegenüber Oppoſition machten, ſo handelte es
ſich darum, unſere berechtigten Intereſſen zu wahren. Wir
haben ſchwere Opfer gebracht. Es fragt ſich nur, ob die
Konvention des Opfers wert iſt, und dieſe Frage muß
ich bejahen. Namentlich die Ereigniſſe des letzten Jahres
mit den ungünſtigen Produktionsverhältniſſen haben uns
gezeigt, wie leicht Rußland uns auf dem engliſchen Markt
bedrängen kann. Jedenfalls haben wir erreicht, den
ruſſiſchen Wettbewerb in beſtimmte Grenzen zu feſſeln.
Wir haben unſerer Zuckerinduſtrie die Exportmöglichkeit
geſichert und unſerem Handel die Geſtalt gegeben, deren
er bedarf. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß der
in=
ländiſche Konſum auf weitere fünf Jahre vor höheren
Zuckerpreiſen geſichert iſt und daß der Zucker auch
weiter=
zum Volksnahrungsmittel werden wird. Trotz aller
Be=
denken bin ich überzeugt, daß, wenn Sie den
Abmach=
ungen zuſtimmen. Sie damit der Zuckerinduſtrie, dem
Rübenbau, dem Handel und der großen Maſſe der
hei=
miſchen Zuckerverbraucher einen wertvollen Dienſt
er=
weiſen. (Beifall.)
*. Abg. Schwabach (natl.) verlieſt eine
Proteſtreſolu=
tion der Braunſchweiger Zuckerinduſtriellen. — Abg. Dr.
Braf v. Schwerin=Löwitz (konſ.): Der
Staatsſekre=
tär hat anerkannt, daß große Opfer von den
Intereſſen=
en gebracht werden müſſen. (Sehr richtig!) Er erkannte
aber auch an, daß der Preis des Opfers wert ſei. Es
fragt ſich für uns, ob ein vertragloſer Zuſtand den
jetzi=
gen Bedingungen vorzuziehen ſei, da Rußland, das an
ſich im Rübenbau von der Natur bevorzugt iſt,
weſent=
liche Vorteile erhält dadurch, daß es einen erheblichen
Teil ſeiner Produktion unter Ausfuhrprämien ausführen
darf. Die Stellung der verbündeten Regierungen iſt eine
unanfechtbare, wenn ſie einmütig den Standpunkt aller
Intereſſenten in der Frage feſtgehalten hätten. (Sehr
richtig! rechts.) Da die Regierung dies aber nicht getan,
ſondern aus nationaler Courtoiſie in gewiſſen Punkten
nachgegeben hat, ſo wird ein Teil meiner Freunde, zu
denen auch ich gehöre, gegen die Konvention ſtimmen,
wenn es mir auch ſchwer fällt, ein einmal von der
Reichs=
regierung abgeſchloſſenes internationales Abkommen
ab=
zulehnen, weil dadurch leicht das Anſehen der Regieruna
im Auslande geſchädigt werden kann. Der andere Teil
meiner politiſchen Freunde wird trotz ſchwerer Bedenken
für die Vorlage ſtimmen. (Beifall rechts.) — Abg.
Bernſtein (Soz.): Wir haben im letzten Jahre eine
verminderte Produktion und Minderernten gehabt, aber
die Preiſe ſind bedeutend geſtiegen, und das iſt ein
Zei=
chen, daß die Produzenten trotzdem ein gutes Geſchäft
gemacht haben. Wir können der Konvention unſere
Zu=
ſtimmung nicht verſagen, wenn wir auch ſchwere
Be=
denken dagegen haben. Die Herabſetzung des Zuckerzolls
iſt dringend nötig, damit der Zucker verbilligt wird. es uns verſprochen wurde. — Abg. Sieg (natl.):
In der Folge wird man es nicht verſtehen, daß es unſern
Vertretern bei der Konferenz nicht möglich war, beſſere
Bedingungen für uns herauszuholen. Wir hoffen, daß
das Verſprechen der Regierung auf Herabſetzung der
Zuckerſteuer erfüllt wird. Ich habe zu der Regierung das
Vertrauen, daß ſie für genaue Innehaltung der
Abmach=
ungen der Konvention ſorgen wird. Ein Teil meiner
Freunde wird mit mir für die Konvention ſtimmen, ein
Teil dagegen. — Abg. Dr. Graf v. Schwerin=
Lö=
witz (konſ.): Wenn gemeint wurde, wir Konſervativen
würden uns einer Herabſetzung der Zuckerſteuer
wider=
ſetzen, ſo beruht das auf Nichtkenntnis der Sache. Ich
bin ſeit zwanzig Jahren Vorkämpfer dieſer Idee
ge=
weſen (Sehr richtig!), und auf meinen Antrag hat der
Reichstag beſchloſſen, die Abgabe von 14 auf 10 Mark
heraßzuſetzen. — Abg. Kleye (natl.): Namens einer
Minderheit der Nationalliberalen Partei muß ich mich
ganz entſchieden gegen die Konvention ausſprechen.
Die Haltung des Zentrums iſt mir nicht ganz
verſtänd=
lich. Wäre das Zentrum in Braunſchweig gewählt, ſo
würde ſeine Haltung jedenfalls auch anders ſein. In
ganz Mitteldeutſchland würde man es begrüßen. wenn
die Konvention abgelehnt würde. — Abg. Wurm
(Soz.): Was man bei der Prämienwirtſchaft beſtreitet,
wird jetzt zugeſtanden, nämlich, daß der Zucker ein
Volks=
nahrungsmittel iſt und daß der Konſum durch billige
Preiſe zu fördern iſt. — Abg. Vogt=Hall (konſ.): Wir
bedauern, daß Rußland derart bevorzugt wird und
hät=
ten viel lieber den ausſichtsreichen Kampf zugunſten
unſerer heimiſchen Induſtrie geſehen. — Abg. Koch
(Fortſchr. Vpt.): Wir können nicht die Verantwortung
für ein derartig gewagtes Experiment übernehmen, wie
es die Herbeiführung einer Vertragsloſigkeit bedeuten
würde.
Damit ſchließt die erſte Leſung. Es folgt
unmittel=
bar die zweite Leſung. Dieſe geht ohne Diskuſſion
vorüber. Ueber Paragraph 1 wird beſonders abgeſtimmt.
Er wird gegen die Stimmen der Konſervativen, der
Reichspartei, der Wirtſchaftlichen Vereinigung und
eini=
ger Nationalliberaler unverändert angenommen, ebenſo
der Reſt der Vorlage.
Sodann wird die geſtern abgebrochene Debatte über
den
Etat des Innern
fortgeſetzt, und zwar beim außerordentlichen Etat: „
För=
derung der Kleinwohnungen”. — Abg. Dr. Jäger
(Zentrum): Das Haus iſt ſich darin einig, daß der Kampf
gegen die Mietskaſernen mit aller Energie geführt
wer=
den muß. Die Frage des Kleinwohnungsweſens iſt
ſpruchreif, deshalb müſſen möglichſt große Mittel für
die=
ſen Zweck zur Verfügung geſtellt und ein
Reichswohn=
ungsgeſetz geſchaffen werden. Das Rundſchreiben des
Reichsverſicherungsamtes, in dem der Zinsfuß auf die
Baudarlehen erhöht wird, ſollte bald revidiert werden.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Das Rundſchreiben
des Reichsverſicherungsamtes vom 11. Mai 1910 iſt
er=
neut zum Gegenſtand einer eingehenden mehr oder
weni=
ger abfälligen Kritik gemacht worden. Es iſt erfreulich,
daß die Verſicherungsanſtalten in der Lage und bereit
waren, aus ihren Kapitalien gemeinnützige Zwecke zu
fördern, insbeſondere das Wohnungsbauweſen. Es
mußte aber ſchließlich daran in erſter Linie feſtgehalten
werden, daß die Zinserträge dazu zu verwenden waren,
die Renten zu decken, die die Verſicherten zu fordern
haben, und lediglich aus dieſen Rückſichten, da ernſte
Be=
ſoraniſſe für die Deckung beſtanden, ſah ſich das
Reichs=
verſicherungsamt verpflichtet, auf eine vorſichtigere
Ver=
waltung der Kapitalien zu dringen. In dieſem Punkte
hat das Reichsverſicherungsamt nur ſeine Pflicht getan,
und ich kann es nur billigen. Ueberflüſſige Härten
ſoll=
ten da vermieden werden. Bei Erhöhung des Zinsfußes
auf 3½ Prozent insbeſondere ſollte Rückſicht genommen
werden hinſichtlich der Kündigung der Kapitalien. Daß
weiteſtgehende Rückſichtnahme erfolgt iſt, geht daraus
her=
vor, daß der Zuwachs im Jahre 1911, alſo nach dem
Erlaß, ſich auf mehr als 85 Millionen Mark belaufen hat.
Im ganzen ſind über 1000 Millionen Mark für dieſen
Zweck inveſtiert. Ich muß bedauern, daß dem
Reichsver=
ſicherungsamt ein Mangel an ſozialem Verſtändnis und
ſozialem Gefühl außerhalb des Hauſes vorgeworfen
worden iſt. Das Amt hat ſtets das richtige Verſtändnis
für die ihm obliegenden ſozialen Aufgaben gezeigt.
Der=
artige allgemeine abfällige Kritiken an ſeinen
Maßnah=
men ſind nicht berechtigt. Ich kann nur verſichern, daß
ich beſtrebt bin, die Urſachen der Kritik zu beſeitigen und
werde gern an ihren Kommiſſionen teilnehmen, um mit
Ihnen gemeinſchaftlich die Grundſätze zu erörtern, nach
denen wir den zweifellos beſtehenden Uebelſtänden im
Wohnungsweſen begegnen können.
Abg. Götting (natl.): Das Großkapital muß zu
dieſer wichtigen Kulturfrage durch das Erbbaurecht
her=
angezogen werden. Alle Quellen, die zu dieſem
wichti=
gen Werke vorhanden ſind, müſſen erſchloſſen werden,
und diejenigen, die früher offen waren, jetzt aber
ver=
ſchloſſen ſind. müſſen wieder neu aufgeſchloſſen werden.
— Abg. v. Markowski (Pole) empfiehlt eine
Reſo=
lution ſeiner Fraktion auf Vorlegung eines Geſetzes zur
Regelung des Wohnungsweſens. — Abg. Fiſcher=
Hannover (Soz.): Die Kulturfrage erſten Ranges, die
die Wohnungsfrage darſtellt, läßt ſich in dieſem
kapitg=
liſtiſchen Staate nicht löſen. Wir bedürfen zunächſt einer
beſſeren Wirtſchaftsform, und die iſt die ſozialdemokras
tiſche. — Abg. Schirmer (Zentr.): Die
Sozialdemo=
kraten haben bisher ſtets das Beſtreben der
Bodenrefor=
mer gehindert. (Sehr richtig! und Widerſpruch.) Der
Staatsſekretär mag im nächſten Jahre eine größere
Summe einſtellen, damit der fortgeſetzten
Wohnungs=
preisſteigerung vorgebeugt wird. Das
Schlafburſchen=
weſen iſt eine erſchreckende Gefahr, die beſonders im
Weſtfäliſchen vorkommt.
Damit ſchließt die Debatte. Die Einſetzung einer
Kommiſſion zur Beratung der zur Wohnungsfrage
ein=
gebrachten Reſolutionen wird beſchloſſen.
Nach Erledigung einiger weiterer Titel ohne Debatte
iſt der Etat des Reichsamts des Innern erledigt. — Der
Etat iſt damit angenommen.
Es folgt der Etat der Reichspoſt= und
Telegraphen=
verwaltung. (Es wurden Rufe nach Vertagung laut.)
Abg. Zubeil (Soz.): Nachdem Sie unſerer Anregung
auf Vertagung nicht zugeſtimmt haben, bedauere ich ſehr,
Ihre Zeit noch ein wenig in Anſpruch nehmen zu
müſ=
ſen. Die Löhne der Unterbeamten ſind derart, daß in
weiten Kreiſen Unzufriedenheit herrſcht. Der
Wohn=
ungsgeldzuſchuß, beſonders der Unterbeamten, bedarf
dringend einer Reviſion. Die Unterbeamten der Poſt=
verwaltung werden oft derartig ausgenutzt, daß die
Leute in ihrer Geſundheit gefährdet werden.
Demgegen=
über ſcheinen manche Poſtdirektoren ſehr viel freie Zeit
zu haben, denn über Kleinigkeiten werden oft lange
Pro=
tokolle aufgenommen. Manche Poſtdirektoren haben ſo
viel zu tun, daß ſie ſtundenlang am Fenſter ſtehen können,
um dem Leben und Treiben auf der Friedrichſtraße
zuzu=
ſehen. Die Dienſtzeit der Beamten in den Bahnzügen iſt
viel zu lang. Die Berliner Markenverkäuferinnen bitten
um Erhöhung ihrer Tagesbezüge um 25 Pfg., ſo daß ſie
auf 3 Mark zu ſtehen kommen. Das würde ſich ſehr leicht
ermöglichen laſſen, denn bei den 90 Millionen Mark
Ueberſchüſſen dürfte das nicht ſehr ins Gewicht fallen.
Den Unterbeamten wird bei Vertretung ihrer
Beſchwer=
den verwehrt, einen Rechtsbeiſtand zuzuziehen. Das
dürfte durch nichts gerechtfertigt werden können. Sehr
ſonderbar iſt es auch, daß von den Beamten die
Befolg=
ung der Vorſchriften der Paketordnung verlangt wird,
während die Direktoren nicht dazu verpflichtet zu ſein
glauben. So lange der jetzige Staatsſekretär im Amte
iſt, dürfte ſehr wenig für die Unterbeamten zu erwarten
ſein. Der blickt nur nach oben, um Dank für große
Ueber=
ſchüſſe zu erlangen, während er ſich nach unten nicht
be=
müht, die Liebe ſeiner Beamten zu erwerben. Meine
Herren, Sie weiſen immer auf den Eid hin, den der
Be=
amte zu leiſten hat, aber wenn ihm ſeine Rechte ſo
ge=
ſchmälert werden, braucht er auch dieſen Eid nicht zu
halten. — (Präſident Dr. Kaempf ruft den Redner
wegen dieſer Aeußerung zur Ordnung.)
Hierauf wird die Weiterberatung auf Dienstag
1 Uhr vertagt. Vorher Zuckerkonvention und
Wahlprüf=
ungen. — Schluß nach 5 Uhr.
Die Mittelmeerreiſe des deutſchen Kaiſers.
* Berlin 22. März. Das Prinzenpaar Auguſt
Wilhelm und Prinzeſſin Viktoria Luiſe
ſind mit Gefolgen heute abend 6½ Uhr nach Wien
ab=
gereiſt von wo die Weiterfahrt nach Venedig und
Korfu erfolgt. Bei der Abfahrt waren u. a. zugegen:
Die Kaiſerin, das Kronprinzenpaar, das Prinzenpaar
Eitel Friedrich, die Prinzen Oskar und Joachim, Prinz
Friedrich Leopold mit Gemahlin und Tochter, Prinz
Georg von Griechenland die Hofſtaatsdame der Kaiſerin,
Frl. v. Gersdorff, der Reichskanzler, Staatsſekretär des
Aeußern v. Kiderlen=Wächter, der öſterreichiſche
Bot=
ſchafter, der italieniſche Botſchafter.
* Wien, 23. März. Der Hofzug des deutſchen
Kaiſers iſt heute vormittag 10,15 Uhr auf dem
Nord=
bahnhof eingetroffen und hat auf der
Verbindungsbahn=
linie die Fahrt nach Penzing fortgeſetzt.
* Wien, 23. März. Auf der Reiſe nach dem Süden
iſt Kaiſer Wilhelm heute vormittag zu eintägigem
Aufenthalt in Wien eingetroffen, um, wie alljährlich,
ſeinem Freunde und Bundesgenoſſen, Kaiſer Joſef, in
Schönbrunn einen Beſuch abzuſtatten. Die am
Schön=
brunner Schloß liegenden Stadtteile haben reichen
Feſt=
ſchmuck angelegt und waren ſchon lange vor der Ankunft
des Kaiſers von Menſchenmaſſen dicht beſetzt, die
herbei=
geſtrömt waren, um den hohen Gäſten den
Willkommens=
gruß zu entbieten. Der Bahnhof Penzig iſt mit
Guirlan=
den, Fahnen und Blumen geſchmückt. Schon frühzeitig
hatte die Ehrenkompagnie am Bahnſteig Aufſtellung
ge=
nommen, wo ſich auch die in Wien weilenden Erzherzöge
in preußiſchen Uniformen eingefunden hatten. Ferner
war erſchienen die Gemahlin des deutſchen Botſchafters
v. Tſchirſchky. Der Botſchafter war in Begleitung des
Militärattachés Grafen v. Kageneck und des
Marineatta=
chés Grafen v. Poſadowsky dem Kaiſer bis Gänſerndorf
entgegengefahren. Sodann hatten ſich eingefunden: Der
Botſchafter Prinz Stolberg=Wernigerode mit den
Her=
ren der deutſchen Botſchaft und deren Damen, der
bay=
eriſche Geſandte Freiherr v. Tucher, der ſächſiſche Geſandte
Graf Rex mit den Herren der Geſandtſchaft, der deutſche
Generalkonſul in Peſt, Graf v. Brockdorff=Rantzau, der
deutſche Generalkonſul v. Kiebig und Konſul v. Vievenot
mit den Mitgliedern des Konſulats und Vertreter der
reichsdeutſchen Vereine in Wien.
Pünktlich lief der Hofzug im Bahnhof ein. Die
Muſik intonierte die deutſche Nationalhymne. Unter
dem Jubel des Publikums entſtieg Kaiſer Wilhelm,
der die Uniform eines öſterreichiſch=ungariſchen
Feld=
marſchalls trug, dem Salonwagen. Er begrüßte den
Erzherzog Leopold Salvator der als
Ver=
treter des Kaiſers erſchienen war, und die übrigen
Erz=
herzöge auf das herzlichſte. Gleich herzlich geſtaltete ſich
die Vorſtellung und Begrüßung zwiſchen dem
Prinzen=
paar Auguſt Wilhelm und der Prinzeſſin Viktoria Luiſe
einerſeits und den Erzherzögen andererſeits. Während
die prinzlichen Damen ſich nach dem auf dem Bahnſteig
errichteten. Zelte begaben und dort die Herren und
Damen der deutſchen Botſchaft begrüßten, ſchritt der
Kaiſer mit den Erzherzögen und dem Prinzen Auguſt
Wilhelm die Ehrenkompagnie ab. Hierauf begab ſich der
Kaiſer ebenfalls in das Zelt, wo auch er die anweſenden
Herren und Damen begrüßte. Nach kurzem Cercle
be=
ſtieg der Kaiſer mit den Fürſtlichkeiten die bereitſtehenden
Hofwagen, welche wegen des Regens geſchloſſen waren.
Kaiſer Wilhelm nahm mit Erzherzog Leopold Salvator
im erſten Wagen Platz und fuhr unter den begeiſterten
Hochrufen des Publikums zum Schönbrunner
Schloß.
Nach ½12 Uhr fuhr die kaiſerliche
Hofequi=
page im Schönbrunner Schloßhof ein. Hier
fand der Empfang Kaiſer Wilhelms durch den
Oberzere=
monienmeiſter ſtatt. Auf der ſogenannten Blauen Stiege
erfolgte dann die Begrüßung beider Monarchen, eine
Willkommensſzene, die ſich ganz ohne Oeffentlichkeit
ab=
ſpielte und ungemein warm war. Die Monarchen
be=
grüßten einander durch innige Händedrücke und
wieder=
holte Küſſe. Ebenſo herzlich begrüßte Kaiſer Franz
Joſef, der die Uniform eines preußiſchen
Generalfeld=
marſchalls mit dem Bande des Schwarzen Adler=Ordens
trug, den Prinzen Auauſt Wilhelm und die beiden
Prin=
zeſſinnen. Nach der Begrüßung geleitete Kaiſer Franz
Joſef ſeine Gäſte nach den Fremdenappartements. Die
beiden Monarchen blieben einige Minuten im Geſpräch.
Hierauf begab ſich der Deutſche Kaiſer auf das Plateau
der Blauen Stiege, wo ſich inzwiſchen die aus Penzing
angekommenen Erzherzöge verſammelt hatten.
Außer=
dem hatten ſich die Erzherzoginnen Maria Joſefa, Maria
Chriſtina, Blanka und Marie Valerie, ſowie Erzherzog
Rainer zur Begrüßung eingefunden. Hierauf ſtattete der
deutſche Kaiſer dem Kaiſer Franz Joſef einen Dankbeſuch
ab. Die beiden Monarchen blieben längere Zeit in
in=
timem Geſpräch. Inzwiſchen hatten ſich im Maria
Thereſiazimmer die höchſten Hofwürdenträger, die
ge=
meinſamen Miniſter, die beiden Miniſterpräſidenten.
Graf Stürgkh und Khuen Hedervary, zur Aufwartung
verſammelt, deren Vorſtellung der deutſche Kaiſer ent=
gegennahm. Um 12¼ Uhr fand allerhöchſtes
Familien=
dejeuner im intimſten Kreiſe ſtatt und gleichzeitig ein
Marſchallsdejeuner, an dem die Suite des deutſchen
Kaiſers, Botſchafter v. Tſchirſchky und die Hofchargen
teilnahmen.
* Wien, 23. März. Die Blätter entbieten dem
deutſchen Kaiſer überaus herzliche Willkommgrüße und
heben namentlich das intime Gepräge hervor, das die
alljährlichen Begegnungen der beiden Monarchen
auf=
weiſen. Ferner betonen die Blätter die ausgezeichneten
Beziehungen zwiſchen dem Kaiſer und dem Erzherzog
Franz Ferdinand, die jetzt wieder durch den Beſuch des
Kaiſers in Brioni bekräftigt würden. Schließlich weiſen
ſie auf die Bedeutung der dem Beſuche in Wien
unmittel=
bar folgenden Zuſammenkunft des Kaiſers mit dem
König von Italien in Venedig hin.
* Wien, 23. März. Der deutſche Kaiſer
emp=
fing nach dem Frühſtück den Miniſter des Aeußern Grafen
v. Berchtold in Audienz. Nach der etwa einſtündigen
Audienz fuhr Kaiſer Wilhelm in die Stadt und beſuchte
gegen 4½ Uhr die deutſche Botſchaft, wo er mit der
Prin=
zeſſin Viktoria Luiſe den Tee einnahm. Im Laufe des
Nachmittags ließ Kaiſer Wilhelm in der Kapuzinergruft
an den Sargen der Kaiſerin Eliſabeth und des Prinzen
Rudolf Kränze niederlegen. Um 7 Uhr war Hoftafel in
der Hofgalerie. Trinkſprüche wurden nicht ausgebracht.
Um ¾9 Uhr erfolgte von Schönbrunn die Abfahrt des
Kaiſers Wilhelm und ſeiner Kinder zum Hetzendorfer
Bahnhof. Der Abſchied beider Monarchen war ebenſo
herzlich wie der Willkommengruß. Erzherzog Leopold
Salvator begleitete Kaiſer Wilhelm. Auf dem Wege ſtand
rotz des unfreundlichen Wetters viel Publikum, das den
deutſchen Kaiſer ſympathiſch begrüßte. Auf dem Bahnhof
waren Botſchafter Tſchirſchky und das Botſchaftsperſonal
anweſend. Um 9 Uhr ging der Hofzug nach Venedig ab.
* Venedig, 24. März. Kaiſer Wilhelm das
Prinzenpaar Auguſt Wilhelm und Prinzeſſin Viktoria
Luiſe ſind um 12 Uhr hier eingetroffen. Am Bahnhofe
waren der deutſche Botſchafter, der deutſche Konſul,
her=
vorragende deutſche Perſönlichkeiten und Vertreter der
venetianiſchen Behörden erſchienen. Eine große
Menſchen=
menge begrüßte die hohen Herrſchaften mit begeiſterten
Kundgebungen. Das Wetter iſt ſchon.
Die Ankunft der hohen Herrſchaften trug privaten
Charakter. Auf dem Bahnhof hatten ſich außer dem
Bot=
ſchafter Konſul Rechſteiner und die Ehrendame der
Königin, Comteſſa Brandolini eingefunden. Ferner
waren erſchienen: die Botſchaftsattachees v. Kleiſt und
Fuchs, die Herren der Botſchaft und Frau Konſul
Rech=
ſteiner mit ihrer Tochter. Der Kaiſer trug Marineuniform,
die andeen Herren Reiſeanzug. Der Kaiſer begrüßte die
Anweſenden auf das freundlichſte. Die Damen
überreich=
ten den Prinzeſſinnen Blumenſträuße. Darauf begab ſich
der Kaiſer mit einer Rudergig der „Hohenzollern” durch
den Kanal Grande zur Kaiſerjacht, auf dem ganzen Wege
begleitet von den reich geſchmückten Gondeln der
Ruder=
vereine. Auf Brücken und Ufern hatten viele Menſchen
und Vereine mit Fahnen Aufſtellung genommen. Von
der Muſik wurde die Nationalhymne geſpielt. Auf der
ganzen Fahrt erfolgten herzliche Kundgebungen. Viele
Paläſte waren mit Fahnen und Teppichen geſchmückt.
Unter dem Salut begab ſich der Kaiſer an Bord der „
Ho=
henzollern” — Die Blätter begrüßen den Kaiſer
aufs herzlichſte.
Die Bergarbeiterbewegung.
* Zabrze 23. März. Auf dem Velſenſchachte der
Berginſpektion Knurow ging bei der Frühſchicht die
Zahl der Ausſtändigen um die Hälfte zurück.
Nach den Entlaſſungen wegen Kontraktbruchs und durch
die Heranziehung der Gendarmen zur Sicherung der
Ar=
beitswilligen ſteht die Beendigung der
Ausſtandsbeweg=
ung unmittelbar bevor.
* Prag, 23. März. Geſtern nachmittag iſt ein
Rückgang in der Streikbewegung infolge von
Zugeſtändniſſen der Grubenbeſitzer eingetreten. Der
Aus=
ſtand im Teplitzer Revier dürfte bereits beendet ſein.
Die Delegierten der Schächte „Friedrich Adolf Ernſt” und
„Dolbhof III” gaben die Wiederaufnahme der Arbeit
bekannt, alle anderen Gewerkſchaften erklärten ſich zu
weitgehenden Zugeſtändniſſen bereit. Die Gewerkſchaft
„Brucherwerke” wo ſich der Herd des Ausſtandsgebiets
befindet, erklärte ſich in einer Kundgebung zu
Zugeſtänd=
niſſen bereit, falls auf allen Schächten die Arbeit bis
Dienstag wieder aufgenommen wird.
* Paris 23. März. Der Vollzugsausſchuß des
nationalen Bergarbeiterverbandes richtete an
die Bergarbeiter von Anzin die Aufforderung, den
gegenwärtigen Streik aufzugeben, da aus
demſelben keinerlei Vorteile erwachſen könnten. Wie aus
Carmaux gemeldet wird, beſchäftigt ſich das
Bergarbeiter=
ſyndikat mit dem Plan, den Geſamtausſtand für den
1. Mai zu proklamieren, um die Deputiertenkammer zu
zwingen, die Forderungen der Bergleute noch vor den
Oſterferien in Beratung zu ziehen. Es heißt, die
einge=
ſchriebenen Seeleute und die Hafenarbeiter hätten
be=
ſchloſſen, die Streikbewegung dadurch zu unterſtützen,
daß ſie das Löſchen auswärtiger Kohle verweigern
würden. Der Geſamtausſtand ſcheint demnach
unmittel=
bar bevorzuſtehen.
* London, 22. März. Nach den heute vorliegenden
Berichten ſind die Bergleute von Nordwales
be=
friedigt über die geſtrigen Verhandlungen im Parlament.
Sie machen ſich mit dem Gedanken vertraut, am Montag
zur Arbeit zurückzukehren. Eine gewiſſe Unzufriedenheit
tritt über die ſchnelle Erſchöpfung des Streikfonds zutage.
Es ſind Anzeichen dafür vorhanden, daß die Bergleute
einiger Gruben ihre Beziehungen zu dem Verband
voll=
ſtändig abbrechen.
* Cleveland (Ohio), 23. März. Den
Minen=
beſitzern und Grubenarbeitern iſt bisher eine
Einigung nicht gelungen. Die Verhandlungen
wurden auf Dienstag vertagt. Die Angeſtellten haben bis
jetzt alle von den Minenbeſitzern vorgeſchlagenen
Ver=
gleiche abgelehnt.
Handel und Verkehr.
— Patentanmeldungen: M. 45348. Ver
fahren zur Darſtellung von Allophanſäreeſtern. Fa. E=
Merck, Darmſtadt. — Patenterteilungen: 245 228
Numerierwerk mit zwangläufiger Hemmradſchaltung.
Jean Goebel, Darmſtadt, Griesheimer Weg 23/27. —
245 286. Selbſttätige Wage für Maſſengüter mit
umlau=
fendem Becherwerk, Phil. Trumpfheller II., Momart bei
König, Odenwald. — Gebrauchsmuſter=
Ein=
tragungen: 497836. Drahtablaufgeſtell. Georg
Fried=
rich Nau, Biebesheim in Heſſen. — 497975. Holzklammer
mit Spiralfeder und Haken. Georg Friedrich Nau,
Bie=
besheim. — 498054. Haarbürſte mit feſten, am Ende
ſtumpfen Zähnen. Heinrich Beſt, Griesheim bei
Darm=
ſtadt. — 497 747. Künſtlicher Zahn. The Anglo American
Tooth Mfg. Comp. m. b. H., Sprendlingen, Kreis
Offen=
bach. — 499 624. Vorrichtung zum Offenhalten von
Büchern. Franz Knipp, Darmſtadt, Beſſunger Straße 51,
— 498 920. Hygieniſche Ohren=Reinigungszange. Karl
Müller, Darmſtadt, Karlſtraße 124. — 499000. Klammer
für Handtuchſtänder. Willi Richter, Darmſtadt,
Schützen=
ſtraße 10. — 498 618. Knopf aus Vulkanfiber. Franz
Knipp, Darmſtadt, Beſſungerſtraße 51. — 498 619 Zwie
ſchen ſpiralfederartigen Drehungen feſtſtellbare Hutnadelz
Anton Luckardt, Darmſtadt, Schützenſtraße 10.
Poſtwertzeichen=Ausſtellung der Sektion
Darm=
ſtadt des Internationalen Philateliſten=Vereins
Dresden.
C Die am Samstag, den 23. März, in den oberen
Feſtſälen des „Hotel Heß” aus Veranlaſſung des 25
jähri=
gen Beſtehens der Sektion veranſtaltete Poſtwertzeichen=
Ausſtellung verlief in geradezu glänzender Weiſe. Die
Ausſtellung, die einen Geſamtwert von 100000 Mk. hatte,
wurde von rund 800 Perſonen beſucht. Damen und
Her=
ren und Kinder aus Darmſtadt und auswärts, viele
Sammler und Händler aus den benachbarten Städten,
wie Frankfurt, Rödelheim, Mainz, Wiesbaden, Worms
und Mannheim; ſie alle waren gekommen, um ſich an
den ausgelegten Markenſchätzen zu erfreuen, die
ſachge=
mäß angeordnet, in tadelloſer Aufmachung, ſich den
Be=
ſchauern darboten. Die in dankenswerter Weiſe von den
Herren Gebr. Heß den Ausſtellern zur Verfügung
über=
wieſenen Säle förderten durch ihre geeigneten Raum=
und Lichtverhältniſſe das ſchöne Unternehmen.
Siebzehn Darmſtädter Sammler hatten Teile ihrer
Sammlungen ausgelegt. In bunter Reihenfolge
wech=
ſelten Marken und Ganzſachen miteinander ab. Mang
erblickte die klaſſiſchen, ſo ſehr begehrten Marken Alt=
Deutſchlands, die Poſtwertzeichen der europäiſchen
Staa=
ten und die auf techniſch ſo hoher Stufe ſtehenden
Mar=
ken Großbritanniens und ſeiner Kolonien. Raritäten
und ſeltene Einzelſtücke, Einzelſammlungen und Briefe
aus längſt vergangenen Tagen, alles war in reicher
Aus=
wahl vertreten.
Ein beſonderes Intereſſe beanſpruchte die großzügig
angelegte Alt=Deutſchland=Sammlung des Herrn
Rechts=
anwalts Dr. Geßner, eine abgeſchloſſene St. Vincent=
Sammlung des Herrn L. Kahn, die prächtigen
Eduards=
köpfe des Herrn Oberzahlmeiſters Klein, eine
ſpeziali=
ſierte England=Sammlung des Herrn Geh.
Oberrech=
nungsrats Dr. Wagner, und die ſeltenen Alt=
Deutſch=
land=Umſchläge des Hrn. Oberingenieurs Wißmann.
Die Kap der Guten Hoffnung=Sammlung des
Schrift=
führers Herrn Oberleutnant Sturt wurde hewundert,
doch der Hauptanziehungspunkt der Ausſtellung waren
jedenfalls die Markenſchätze des Vorſitzenden, des Herrn
Oberlandesgerichtsrats Dr. Berchelmann mit ſeiner
bis ins Kleinſte ausgearbeiteten Heſſen=Sammlung, von
der ein Teil vor Jahren in Regensburg mit der ſilbernen
Medaille ausgezeichnet wurde. Die Raumverhältniſſel
verbieten, auf alles ausführlich einzugehen; man kann
nur ſagen, es wurde vieles Gute und manches
Vorzüg=
liche gezeigt.
Die Sektion Darmſtadt darf mit ihrem Unternehmen
zufrieden ſein. Die große Arbeit und die vielen Opfer
ſind nicht umſonſt geweſen. Schon während der
Aus=
ſtellung erfolgten mehrere Geſuche um Aufnahme in den
Verein. Wiederholt wurde von allen Seiten dem Wunſch
Ausdruck gegeben, daß in Darmſtadt in abſehbarer Zeit
eine zweite Ausſtellung veranſtaltet würde, die durch
längere Dauer weiteren Kreiſen zugänglich gemacht
wer=
den könnte:
Das Arrangement der Ausſtellung lag in Händen
eines Ausſchuſſes, gebildet aus den Herren Oben
landesgerichtsrat Dr. Berchelmann (Vorſitzender), Ober
leutnant Sturt (Schriftführer), Rechtsanwalt Dr. Geßner,
Bankier Leop. Kahn, Kaufmann Arthur Berger,
Haupt=
mann Hofmann (Leibgarde=Regiment Nr. 115),
Ober=
zahlmeiſter Klein, Direktor Klefenz und Kaufmann Karll
Diehl. Die Herren haben ſich um die Ausſtellung ſehrl
verdient gemacht. Das auffallend lebhafte Intereſſe, das
alle Kreiſe, alle Berufe und Altersklaſſen der ſchönen
Veranſtaltung entgegenbrachten, darf als Beweis dafür
gelten, daß ein derartiger auf mehr wiſſenſchaftlicher
Grundlage beruhender Sammelſport immer neue
Wur=
zeln ſchlägt und daß der Philatelismus, der Anfang der
50er Jahre in Deutſchland feſten Fuß gefaßt hat, heute in
voller Blüte ſteht. — Nach Schluß der Ausſtellung
blie=
ben die Darmſtädter Herren mit den auswärtigen
Ehren=
gäſten und Ausſtellern in den unteren Räumen noch
lange in angeregter Unterhaltung zuſammen. Wie
an=
geregt und anregend die Unterhaltung war, geht daraus
ervor, daß ein Zug nach dem anderen — verpaßt wurde
und man ſchließlich die Abreiſe ganz vergaß.
Als Abſchluß der Jubiläumsfeier fand geſtern,
Sonn=
tag, abend 7 Uhr im gelben Saale der Reſtauration Sitten
ein ſolennes Feſteſſen ſtatt, an dem auch die von
auswärts erſchienenen Ehrengäſte teilnahmen, und das
Gelegenheit bot, die Gründer des Vereins, die noch heute
ſeine treueſten Stützen ſind. gebührend zu ehren. Die
Begrüßungsrede hielt der Vorſitzende Herr
Oberlandes=
gerichtsrat Dr. Berchelmann. Er gab gleichzeitia einen
kurzen, aber intereſſanten Rückblick auf die Geſchichte des
Vereins. Im Anſchluß an die Begrüßungsrede
über=
reichte mit herzlichen, anerkennenden Worten Herr
Ober=
leutnant Sturt dem Vorſitzenden Herrn Dr.
Berchel=
mann und den Herren Karl Dauth und Oberingenieur
Wißmann, die ſeit dem Vierteljahrhundert des
Be=
ſtehens die Geſchäfte des Vereins als Kaſſierer bezw
Tauſchobmann führen, je einen ſilbernen Ehrenbecher
mit Widmung. Trinkſprüche und Darbietungen
muſika=
liſch=deklamatoriſcher Art würzten das Mahl, das einen
trefflichen Verlauf nahm.
Luftfahrt.
* Straßburg, 24. März. Von den bei der
Ballon=
kataſtrophe vom vergangenen Dienſtag verunglückten
beiden Offizieren befindet ſich, wie wir von zuſtändiger
Seite erfahren, der Ballonführer Oberleutnant Röwer
vom Fußartillerie=Regiment Nr. 10 wohl. Bei dem ſchwer
verletzten Oberleutnant Clorer vom Infanterie=Regim=
Nr. 132 mehren ſich die Anzeichen wiederkehrenden
Be=
wußtſeins. Das Fieber iſt nur noch gering, die
Herz=
tätigkeit kräftiger.
* Paris, 24. März. Die Sammlung für das
Militärflugweſen hat heute den Betrag von zwei
Millionen überſchritten.
Sport.
D. Waldlauf. Der am Sonntag abgehaltenen
Waldlauf erfreute ſich nicht nur durch einen guten
Be=
ſuch von Seiten des Darmſtädter Publikums, ſondern
war auch von den Sportvereinen des erweiterten
Ver=
bandes für Turnſport Frankfurt a. M. hervorragend be=
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
Seite 7.
ſchickt. Es ſtarteten folgende Vereine: Sportklub „Hellas”=
Nordend Frankfurt a. M., Turnſportverein=Franfurt a. M.,
Fußballſportverein=Frankfurt a. M., Schwimmklub=
Niederrad, Sportklub Germania”=Mörfelden, F.=C.
„Olympia‟=Darmſtadt. Die mit allſeitigem Intereſſe am
Start erwartete Turngemeinde Beſſungen trat leider nicht
an, da ſie ihre Mannſchaft nicht zuſammen brachte.
Sieger des Waldlaufes wurde der Sportklub „
Ger=
rnania”=Mörfelden, der auch am letzten Sonntag
rvider Erwarten beim großen Waldlauf in Frankfurt a. M.
als Erſter einlief. Hervorzuheben iſt, daß von der
Darm=
tädter „Olympia”=Mannſchaft die Gebrüder Schröck noch
wor der Mörfelder Mannſchaft einliefen, jedoch ihren
Hrillanten Lauf nicht gewertet bekamen, da mindeſtens
5 Mann im geloſſenen Lauf durchs Ziel laufen mußten.
Die ſiegende Mannſchaft erhielt Lorbeerkränze. Die ca.
8 km lange Strecke wurde in der brillanten Zeit von
32 Minuten vom Sieger durchlaufen.
Anſchließend an den Waldlauf ſpielte die I.
Mann=
ſſchaft des F.=C. „Kickers=Offenbach gegen die gleiche
Mannſchaft des F.=C. „Olympia” und gewann nach
hartnäckigem Spiel mit 2:1 Toren. Offenbach war meiſt
Em Angriff, die glänzende Olympiaverteidigung
ver=
eitelte jedoch jeden Erfolg. Der Sieg wurde in
Letzter Minute durch einen Elfmeter=Stoß errungen.
Weitere Reſultate von großer Bedeutung ſind: der Sieg
Des F. C. „Phönix” Mannheim über den F. V. Kaiſers=
Lautern mit 2:0, der dem F. C. „Phönix” den Meiſter=
Eitel des Weſtkreiſes einbrachte. Das Länderſpiel
Deutſch=
and gegen Holland, das in Zwolle in Holland ausge=
Fochten wurde, endete unentſchieden 5:5.
Ermordung des Fürſten von Samos.
* Konſtantinopel, 24. März. Der Fürſt von
Samos, Andreas Kopaſſis, iſt geſtern auf Samos
won einem Griechen durch Revolverſchüſſe getötet
worden.
* Konſtantinopel, 25. März. Durch den
Be=
ſſchluß des Miniſterrats wurde der frühere Gehilfe des
WWali von Janina, Begleri Effendi, zum Fürſten
kvon Samos ernannt.
Nach einer amtlichen Meldung wurde der
Mordan=
fſchlag auf den Fürſten Kopaſſis vorgeſtern abend in dem
Augenblick ausgeführt, als der Fürſt ins Palais
zurück=
ffuhr. Der Mörder feuerte fünf Schüſſe auf den
FFürſten ab, von denen drei trafen. Der Fürſt iſt geſtern
machmitag den Verletzungen erlegen. Der
Mör=
ider, ein Grieche namens Parides, wurde verhaftet.
Literariſches.
* Dem Großherzogtum Heſſen iſt die
meueſte, am 21. März erſchienene Nummer der Leipziger
Illuſtrirten Zeitung (Verlag von J. J. Weber)
ggewidmet. Sie bildet in der raſch beliebt gewordenen,
wrächtigen Serie „Kulturbilder aus Deutſchland” bereits
die VI. Publikation und zeichnet ſich gleich ihren
Vor=
gängerinnen durch ihre ebenſo ſplendide wie vornehme
ggediegene Ausſtattung, ihren Reichtum an mehrfarbigen
wprächtigen Bilderproduktionen, ihren durch eine
ver=
ſſchwenderiſche Fülle von Illuſtrationen unterſtützten, von
eerſten Autoren geſchriebenen Text und ihre glänzende
drucktechniſche Aufmachung aus. Die Nummer umfaßt
micht weniger als 112 Seiten. Dieſe Sondernummer gibt
ein zuverläſſiges Bild von der geſchichtlichen,
kulturge=
ſſchichtlichen und kunſtgeſchichtlichen Bedeutung Heſſens,
won dem Werte ſeiner Bildungsanſtalten, von den
in=
timen Reizen ſeiner Städte und Städtchen, von den
Schönheiten ſeiner Berge, von der Entwicklung ſeiner
Induſtrie und ſeines Weinbaus, von dem Reichtum ſeiner
Sammlungen in den verſchiedenen Muſeen ꝛc. Im
eeinzelnen bringt die Nummer folgende durchweg vielſeitig
filluſtrierte Aufſätze: Bilder aus der heſſiſchen Geſchichte‟
on Archivdirektor Dr. Dietrich, „Die geſchichtliche
Ent=
fwicklung Heſſens” von Profeſſor Dr. Ed. Anthes, Die
Kunſtſammlungen des Großh. Landesmuſeums” von dem
Direktor Dr. Friedrich Back, „Großherzog Ernſt Ludwig
rnd die Darmſtädter Künſtlerkolonie” von Dr. Georg
Biermann, „Die Mainzer Muſeen” von Profeſſor Neeb,
„Von Darmſtadt an die Bergſtraße und durch den
Oden=
wald ins Neckartal” von Profeſſor Heinrich Werner,
„Oberheſſen, Vogelsberg und Wetterau” von Franz
Como, „Mainz” von Hans Ludwig Linkenbach, „Heſſens
Weinbau” von Oekonomierat Fuhr, ferner Artikel über
Worms und das dortige Paulusmuſeum, die
Univerſi=
ttätsſtadt Gießen, Bad=Nauheim, Butzbach. „Die
In=
dduſtrie des Großherzogtums Heſſen” behandelt Dr.
Wil=
helm Vaubel, „Die Techniſche Hochſchule in Darmſtadt‟
Profeſſor Dr. W. Sonne, „Kunſtgewerbliche Induſtrie und
Künſtler” Profeſſor E. Eberhardt. Eine wahre Zierde
der Nummer bildet das die Titelſeite ſchmückende
wohl=
wgetroffene Porträt des Großherzogs Ernſt Ludwig von
Walter Illner, ſowie das anmutige Bildnis der
Groß=
lherzogin mit den beiden Söhnen von dem gleichen
Künſtler. Mit trefflichen, zum Teil mehrfarbigen
Illu=
ſſtrationen ihrer hervorragendſten Schöpfungen ſind die
Mitglieder der Darmſtädter Künſtlerkolonie vertreten,
rebenſo finden wir auch die übrigen heſſiſchen Künſtler mit
bemerkenswerten Proben ihrer Kunſt berückſichtigt. Eine
filluſtrierte Revue über die heſſiſche Induſtrie verleiht der
Nummer noch eine beſondere charakteriſtiſche Note. Der
Einzelpreis der Nummer beträgt nur 2 Mark.
— Es tut wirklich wohl, nach den vielen Torheiten,
Die die Mode in der letzten Zeit gebracht hat, nun endlich
eine entſchiedene Wendung zum guten Geſchmack
kon=
ſſtatieren zu können. Wie anders und um wieviel vorteil=
Hafter wird die Frauenwelt in den kleidſamen Toiletten
ausſehen, die das neue 13. Heft der Wiener Mode in
rreichſter Fülle darſtellt! Auch der ſonſtige Inhalt des
Heftes bietet überraſchend viel Intereſſantes und Neues,
wie die Photo=Chronik, den „Fragekaſten”, deſſen
Aus=
rünfte ſo raſch unentbehrlich geworden ſind, den
anregen=
den Unterhaltungsteil uſw. Es iſt kein Wunder, daß ſich
das trefflich geleitete Blatt einer fortwährend ſteigenden
Leſerzahl rühmen kann. Wenn irgend ein Erfolg
wohl=
werdient iſt, ſo iſt es dieſer des einzigen öſterreichiſchen
Modenblattes, das zugleich ein führendes Blatt deutſcher
Sprache iſt.
— Formenkunde von Brückmann,
Mittel=
ſchulrektor in Königsberg i. Pr. Zweite Auflage mit 14
zzum Teil farbigen Tafeln. (IV und 25 S.) Preis 1,40
Mark. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin.
Der Verfaſſer hat hier zum Anſchauen das Tun gefügt und
in das Hantieren mit Plaſtilina und Papier, mit
Maß=
ſſtab und Schere eine gewiſſe Stufenfolge gebracht. Das
rreiche Bildermaterial veranſchaulicht die Verſuche in
treff=
llicher Weiſe und wird ſicher dazu beitragen, daß die
deutſche Lehrerſchaft ſich — je länger, deſto mehr, — mit
manueller Betätigung des Kindes in der Schule
be=
freundet, ohne doch in ungeſunden Manualismus zu
ver=
fallen.
Darmſtadt, 25. März.
Das Großherzogspaar wohnte am Samstag
dem von der Abteilung Darmſtadt des Frauenvereins
für Krankenpflege in den Kolonien veranſtalteten
„Vaterländiſchen Abend” bei.
—. Hanſa=Bund. Am 22. März d. J. hat die
ordent=
liche Mitglieder=Verſammlung der Bezirksgruppe
Darmſtadt des Hanſa=Bundes im Kaiſerſaal
tattgefunden. Aus dem Geſchäftsbericht ging hervor,
daß verſchiedene Ortsgruppen einen erhöhten
Mitglieder=
beſtand aufweiſen und in einigen Orten die frühere
Mit=
gliederzahl derartig geſtiegen iſt, daß in nächſter Zeit daran
gedacht werden kann, dortſelbſt ebenfalls Ortsgruppen zu
gründen. Der Geſamt=Ausſchuß der Bezirksgruppe beſteht
nunmehr aus 66 Mitgliedern, während die laufenden
Ge=
ſchäfte von dem aus 26 Mitgliedern beſtehenden
geſchäfts=
führenden Ausſchuß erledigt werden. Die Tätigkeit der
Bezirksgruppe war in hervorragendem Maße durch die
heſſiſchen Landtagswahlen und die Reichstagswahlen in
Anſpruch genommen. Bei den Landtagswahlen hatte die
Bezirksgruppe im Verein mit dem Landesverband Heſſen
des Hanſa=Bundes vor allen Dingen daraufhin zu wirken
geſucht, daß möglichſt viele Kandidaten aus dem
Erwerbs=
ſtänden Gewerbe, Handel und Induſtrie aufgeſtellt würden.
Bei den Reichstagswahlen wurde im Wahlkreiſe Worms=
Seppenheim=Wimpfen die fortſchrittliche Kandidatur,
da=
geßen im Wahlkreiſe Darmſtadt=Groß=Gerau bei der
Stich=
wahl die nationalliberale Kandidatur unterſtützt. Im
Wahlkreiſe Erbach=Bensheim konnte die Bezirksgruppe
leider dicht eingreifen, da ſich dort zwei Kandidaten der
liberalen Parteien gegenüberſtanden. Eine beſondere
Unterſtützung wurde den beiden liberalen Parteien des
Be=
zirkes noch durch die Gewährung anſehnlicher Geldmittel
aus dem zur=Verfügung ſtehenden Reichstagswahlfonds
zuteil. Auswärts hat die Bezirksgruppe an einer Anzahl
von Sitzungen des Landesverbandes Heſſen des Hanſa=
Bundes, ſowie verſchiedener Hanſa=Bund=Tagungen
teilgenommen. — Herr Stadtverordneter Heinrich
Sames hielt nach Erſtattung des Geſchäftsberichtes noch
einen ſehr belehrenden Vortrag über die Neuregelung des
Sübmiſſionsweſens. Nach eingehender Ausſprache wurde
beſchloſſen, den geſchäftsführenden Ausſchuß der
Bezirks=
gruppe mit der Errichtung eines Submiſſions=Ausſchuſſes
für den Bezirk zu betrauen, deſſen Aufgabe es ſein ſoll,
über die Handhabung des Submiſſionsverfahrens eine
ſtändige Kontrolle auszuüben.
g. Friſuren=Mode=Abend. Die Damenwelt hatte ſich
zu dem vom Damenfriſeur= und
Perücken=
macherg ehilfen=Verein am Sonntag abend im
„Kaiſerſaal” veranſtalteten Friſuren=Mode=Abend
außer=
ordentlich zahlreich eingefunden, handelte es ſich doch um
eine den Kleider= und Hutfragen durchaus ebenbürtige
Toilettenfrage. Und wie verſtanden es doch dieſe
Haar=
künſtler mit dem von der Natur oft ſo ſparſam gegebenen
Pfunde zu — wuchern. Im Nu entſtanden unter ihren
ge=
ſchickten Händen wahre Wunderwerke der Friſurenkunſt.
25 Herren aus Darmſtadt, Frankfurt, Wiesbaden, Mainz,
Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe hatten ſich
ein=
gefunden, um Proben ihres Könnens abzulegen. Sie
wur=
den vom Vorſitzenden des Vereins, Herrn Hardt
herz=
lichſt begrüßt, ebenſo die Gäſte und die zahlreich
erſchiene=
nen Prinzipale. Gegen 8 Uhr begannen die Künſtler ihr
Werk mit Kämmen, Bürſten, Brennſcheren uſw. Als gegen
9 Uhr ſämtliche 25 Herren ihr Werk vollendet hatten, da
konnte auch der ärgſte Kritiker mit ſeinem
uneingeſchränk=
ten Lobe nicht zurückhalten. Jeder Geſchmack kam bei den
entzückenden Modellen auf ſeine Rechnung, vor allem
zeig=
ten die Friſuren, daß gerade mit beſcheidenen Mitteln
ge=
ſchmackvolle Wirkungen erzielt werden können. Neben
mo=
dernen, einfachen und komolizierten Friſuren wurden auch
einige originelle Phantaſiefriſuren gezeigt u. a. eine
Direk=
toirfriſur, wie ſie um das Jahr 1790 getragen wurde, eine
„Marine”=Friſur, mit einem Schiff auf dem zu gewaltiger
Höhe aufgeſteiften Haar und ſchließlich eine Friſur betitelt
„Die Sprengung des ſchwarz=blauen Blocks” die in dem
richtigen Verhältnis ſämtliche Parteifarben enthielt.
Nach=
dem die Modelle von den Gäſten genügend in Augenſchein
genommen waren, traten Frieſierte und Friſierende zu
einem gemeinſchaftlichen Umzuge auf. — Nach dieſem
ernſten Teil, trat auch die Fröhlichkeit mit anſchließendem
Ball in ihre Rechte.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. März. In der geſtrigen Sitzung des
Zentralvorſtandes der Nationalliberalen
Par=
tei wurde ein Antrag angenommen, der die
Hinaus=
drängung der Jungliberalen zur Folge hat.
Baſſermann wurde wiedergewählt, doch waren
30 Zettel weiß.
* München, 23. März. Die bayeriſche
Heeres=
verwaltung beabſichtigt anläßlich der
Heeresverſtär=
kung die nachſtehenden Maßnahmen auszuführen: Bei der
Infanterie ſoll eine Anzahl Bataillone auf höhere
Etats gebracht werden. Zwei Bataillone werden von
dem diesſeitigen Bayern nach der Pfalz verlegt. Die der
Grenze benachbarte dritte Diviſion wird dadurch ſchon im
Frieden auf die volle Anzahl von Bataillonen gebracht.
Bei ſämtlichen Infanterieregimentern, denen noch keine
Maſchinengewehrkompagnien zugeteilt ſind, ſollen
Maſchi=
nengewehrkompagnien errichtet werden. Die Zahl der
Stellen der Majore und Hauptleute beim Stabe und den
Infanterieregimentern ſoll vermehrt werden, um über die
bei Beſetzung der Stabsoffizierſtellen bei der
Mobilma=
hungsformation benötigten Offiziere zu verfügen. Beim
fünften Chevauxlegers=Regiment in Saargemünd wird
eine 5. Eskadron errichtet. Fünf
Artillerieregi=
menter ſollen die noch fehlenden ſechſten Batterien
er=
halten. Die Batterie niederen Etats ſollen auf mittleren
Etat gebracht werden. Mit Rückſicht auf den Bedarf an
Offizieren im Mobilmachungsfall iſt beabſichtigt, bei der
Feldartillerie Stellen für ſechs Oberſtleutnants und ſechs
weitere Hauptleute beim Stabe zu etatieren. Die
Fuß=
artilleriebrigade wird in drei Regimentern zu je
zwei Bataillonen gegliedert. Als Standorte ſollen
zuge=
wieſen werden dem erſten Regiment München und
Neu=
ulm, dem zweiten Metz, dem dritten Ingolſtadt. Jedes
Re=
giment erhält eine Beſpannungsabteilung. Die in den
Etats ſchon beſtehenden Beſpannungsabteilungen werden
erhöht. Bei den Pionieren wird ein viertes Batailon
gebildet; zwei Kompagnien werden neu errichtet. Bei
den Verkehrstruppen werden die Etats erhöht. Das
Tele=
graphenbataillon erhält eine dritte Kompagnie und eine
eigene Beſpannungsabteilung. Eine Fliegerkom=
pagnie wird neu errichtet. Bei den Pionierbataillonen
ſollen vier Kompagnien aufgeſtellt werden. Endlich werden
vier Landwehrinſpektionen errichtet mit dem
Sitz in München, Nürnberg, Würzburg und Landau. Die
Durchführung der beabſichtigten organiſatoriſchen
Maß=
nahmen iſt verteilt auf die Jahre 1912 bis 1914.
* Braunſchweig, 23. März. Heute Abend brach in
der Antiquitätenhandlung von Karl Löhr
Groß=
feuer aus, das bald einen gewaltigen Umfang annahm,
da das Feuer an den aufgeſpeicherten Altertümern,
Möbeln uſw. reiche Nahrung fand. Gegenſtände von
ſehr großem Werte, koſtbare Fürſtenberger und andere
Porzellanſachen wurden vernichtet, auch das alte, aus
dem 15. Jahrhundert ſtammende Haus iſt vorausſichtlich
verloren. Gegen 10 Uhr war der Brand auf ſeinen Herd
beſchränkt. Die beiden unteren Stockwerke ſind erhalten
geblieben. Die ganze wertvolle Gemäldeſammlung iſt
verloren.
* Peſt, 24. März. Miniſterpräſident Graf Khuen
Hedervary, der am 8. März die Demiſſion des
Kabinetts eingereicht hatte, wurde vom Kaiſer in
Schönbrunn in Audienz empfangen. Darauf hatte er
eine kurze Unterredung mit Graf Stuergkh. Graf
Khuen Hedervary hat morgen abermals eine Audienz.
* Prag, 24. März. In Verſammlungen der
Gru=
benarbeiter in den Kohlenrevieren Außig, Brüx,
Dux und Teplitz wurde beſchloſſen, morgen in den
Ge=
neralſtreik zu treten.
* Venedig, 23. März. Der deutſche Botſchafter
v. Jagow iſt hier eingetroffen.
* Paris, 23. März. Der Kaſſationshof verwarf
die von Rochette eingelegte Berufung und wird ſpäter
einen neuen Appellationshof zur Erledigung des
Pro=
zeſſes beſtimmen.
Paris, 24. März. Der blutige
Zuſammen=
ſtoß zwiſchen den arbeitswilligen und
ſtreiken=
den Chauffeuren hat unter den letzteren große
Erregung hervorgerufen. Die Ausſtändigen behaupten,
daß ihr Kamerad von einem Schutzmann erſchoſſen
worden ſei, was die Polizei jedoch leugnet. Die Leiter
des Syndikats der Autodroſchkenlenker wollen die
Ver=
bände der übrigen Transportbedienſteten auffordern,
zum Zeichen des Proteſtes einen 24ſtündigen Streik zu
beſchließen. Mehrere ſozialiſtiſche Deputierte
beabſich=
tigen, den Vorfall in der morgigen Kammerſitzung zur
Sprache zu bringen.
Paris, 24. März. Der bekannte Orientaliſt Profeſſor
Philipp Berger, Mitglied des Inſtituts und
Senator von Belfort iſt heute Morgen im Alter von
63 Jahren geſtorben.
* Madrid, 24. März. Wie die Tribuna aus Almeria
meldet, iſt eine Fiſcherbarke auf hoher See
unter=
gegan gen, wobei die geſamte Beſatzung von
zwan=
zig Mann den Tod fand.
* Chriſtiania, 23. März. Die Bank von
Nor=
wegen erhöht ab Montag den Diskont von 5 auf
5½ Prozent.
Petersburg, 23. März. Reichsduma. In
ge=
heimer Sitzung wurde die dritte Leſung der
Geſetzes=
vorlage der Wehrpflichtreform beendet. Eine lebhafte
Debatte rief ein von den Kadetten eingebrachter Antrag
auf Streichung des Paragraphen, wonach die Familie
eines Juden, der ſich der Wehrpflicht entzogen hat, mit
300 Rubel beſtraft werden ſoll und die Feſtnahme ſolcher
Juden belohnt wird. Eine Reihe von Rednern der
Op=
poſition forderte die Streichung dieſes Paragraphen,
der rechtlich unhaltbar ſei, da er das Prinzip der
perſön=
lichen Verantwortlichkeit verletze. Der Berichterſtatter
der Staatsverteidigungskommiſſion und Gehilfe des
Miniſters des Innern ſprachen ſich für die Beibehaltung
dieſes Paragraphen aus. Der Antrag der Kadetten
wurde mit 102 gegen 101 Stimmen abgelehnt, der
ge=
ſamte Geſetzentwurf mit 147 gegen 72 Stimmen
an=
genommen.
* Petersburg, 24. März. Der Duma iſt eine
Vor=
lage unterbreitet worden, betreffend die Errichtung von
vier Funkenſtationen an der Karaſee und am Weißen
Meer.
* Petersburg, 24. März. Der Militärattaché in
Dänemark, Schweden und Norwegen, Oberſt Graf
Ignatjew, iſt zum Militärattaché in Paris ernannt
worden.
* Kuldſcha, 24. März. Die im Auslande verbreitete
Alarmnachricht von der Proklamierung einer
Republik Ili iſt vollſtändig erfunden. Hier herrſcht
vollkommene Ruhe. Die örtliche Regierung handelt in
vollem Einvernehmen mit der Zentralregierung.
* Helſingfors, 23. März. Nach ſiebenſtündiger
De=
batte nahm der Landtag die Proteſtadreſſe in
der Faſſung der Adreßkommiſſion ohne die Zuſätze und
Abänderungen mit 105 gegen 81 Stimmen an. Der von
einigen Sozialdemokraten verlangte Hinweis, der
Land=
tag werde die Forderung der ruſſiſchen Regierung
betref=
fend die Wehrpflichtentſchädigung ſelbſt dann nicht
billi=
gen, wenn die Frage des Landtags in geſetzmäßiger
Ordnung aufgeworfen werde, wurde mit 105 gegen 80
Stimmen abgelehnt.
* Uddevalla, 24. März. Der ſchwediſche Dampfer
„Pollux” ſtieß in der Nordſee mit einem deutſchen
riegsſchiff zuſammen. Der „Pollux” ſank. Die
aus 17 Mann beſtehende Beſatzung wurde an Bord des
Kriegsſchiffes gebracht.
London, 23. März. In der ſchriftlichen Erwiderung
auf die parlamentariſche Anfrage, ob der Bau und die
Ausrüſtung der im Bau befindlichen Schiffe infolge des
Kohlenſtreiks verzögert würden, erklärte Churchill,
unzweifelhaft werde der Fortſchritt der Arbeit durch den
Kohlenſtreik verzögert, doch ſei es unmöglich, das Maß
der Verzögerung ſchon jetzt abzuſchätzen.
* London, 24. März. Beim heutigen Jahresfeſt
der deutſchen Wohltätigkeitsgeſellſchaft
trank nach einem Toaſte auf die engliſche Königsfamilie
der Vorſitzende Bruno Freiherr von Schröder auf das
Wohl des deutſchen Kaiſers. Er hob die Liebe der
Ko=
lonie zum deutſchen Vaterland hervor, gedachte der engen
Bande, welche die beiden Herrſcherhäuſer verknüpften und
trank ſodann auf das Wohl des Kaiſers von Oeſterreich,
des treuen Bundesgenoſſen Deutſchlands, und der
ande=
ren Protektoren der Geſellſchaft. Der deutſche Botſchafter
dankte dem Freiherrn von Schröder für die Uebernahme
des Vorſitzes und rühmte die Verdienſte des verſtorbenen
Onkels des Freiherrn um die deutſchen
Wohltätigkeitsein=
richtungen in England. Der Geſamtbetrag der
Samm=
lungen und Geſchenke betrug 4750 Pfund Sterling und
ſtellte bisher das höchſte Ergebnis dar. Kaiſer Wilhelm
ſtiftete 50 und Kaiſer Franz Joſef 25 Pfund.
* London, 23. März. Bej dem geſtrigen Diner der
Internationalen Schiedsgerichtsliga
ſprach Sir Frank Lascelles über die deutſch=engliſchen
Be=
ziehungen und betonte, daß in den letzten drei Wochen
ine beträchtliche Beſſerung in den
Bezieh=
ungen beider Länder eingetreten ſei, die in hohem
Maße, wenn nicht ausſchließlich, auf den Beſuch Lord Hal=
danes zurtückzuſühren ſel. Ein Beweis für dieſe
Beſer=
ung ſei die Aufnahme, die die letzte Rede Churchills in
Deutſchland gefunden habe. Noch vor ein paar Monaten
würde die Rede einen Aufruhr des Zornes ſeitens der
deutſchen Preſſe hervorgerufen haben; jetzt ſei zwar auch
eine feindſelige Kritik laut geworden, aber im ganzen war
die Haltung der Preſſe namentlich der einflußreichen
Zei=
tungen, mäßig. Sir Frank Lascelles glaubte jetzt eine
Lage geſchaffen, von der er zuverſichtlich hoffe, daß ſie zu
einem Arrangement beiderſeitigen Zuſammengehens der
Intereſſen beider Länder führen werde.
* Konſtantinopel. 23. März. Bisher wurden in den
Dardanellen zwei Reihen zu je vierzig
Kontakt=
minen gelegt. Es verlautet, gleich nach dem Legen
der Minen explodierten vier, ohne Schaden anzurichten.
Die Miniſter berieten geſtern bei dem Großweſir die
Lage. Infolge der Erklärungen zwiſchen dem ruſſiſchen
Miniſter des Auswäritgen und dem türkiſchen
Botſchaf=
ter wurden, den Zeitungen zufolge, die türkiſchen
Trup=
pen aus dem von den Türken Nevahiichorkie benannten
perſiſchen Gebiet zurückgezogen. Die ruſſiſchen
Abteilun=
gen ſollen auch von dort zurückgezogen worden ſein. Der
Grund der ruſſiſchen Konzentration war angeblich, daß
die Türken in Nevahiichorkie eine Volkszählung
be=
gannen.
* Konſtantinopel, 23. März. Die Zeitung „Sabah”
veroffentlicht eine Erklärung des Miniſters des Aeußern,
in welcher dieſer über die allgemeine Lage ſich
ſehr optimiſtiſch äußert. Die Beziehungen der
Pforte zu allen Balkanländern werden als beträchtlich
gebeſſert bezeichnet, was auf die Friedensliebe Auſtro=
Ungarns hinweiſt. Er glaube nicht, daß die Ordnung
auf dem Balkan geſtört würde, ſie ſei vielmehr durch die
von der Pforte ergriffenen Reformmaßregeln gefeſtigt
worden. Er glaube die Gerüchte nicht, daß die Mächte
auf die Pforte einen Druck zu Gunſten des Friedens
ausüben werden. Die freundſchaftlichen Beziehungen
zu den Mächten und die Grundſätze des
Völker=
rechts ſchließen einen ſolchen Schritt aus. Es ſei
un=
vereinbar mit der Ehre der Mächte, der Türkei
vor=
zuſchlagen, die Bedingungen Italiens blindlings
an=
zunehmen. Es ſei vollſtändig unmöglich, die türkiſchen
Truppen, die den Heldenkampf führten, zurückzuziehen.
Die Türkei würde auf Friedensverhandlungen eingehen,
aber von einer Annexion dürfe nicht geſprochen werden.
Die Beziehungen zu Rußland ſeien fortgeſetzt
freund=
ſchaftlich. Der ruſſiſche Miniſter des Aeußern erklärte
dem türkiſchen Botſchafter in Petersburg, wenn die
Abberufung Tſcherykoris eine Aenderung der ruſſiſchen
Politik mit ſich brächte, ſo werde es die ſein, noch größere
Aufrichtigkeit zu bekunden. Die Ernennung Giers, der
den Ruf eines friedliebenden Mannes genieße, bilde
eine hinreichende Bürgſchaft.
* Waſhington, 23. März. Staatsſekretär
Knox teilte dem Staatsdepartement auf drahtloſem
Wege von dem Kreuzer „Waſhington” mit, daß ſeine
Reiſe nach Lateiniſch=Amerika die gewünſchten
Ergebniſſe gezeitigt habe. Es verlautet, der Hauptzweck
der Reiſe, über deren volle Bedeutung wohl keine
amt=
liche Bekanntmachung herausgegeben wird, war die
Grundlage, engere Beziehungen zwiſchen den Vereinigten
Staaten und Lateiniſch=Amerika zu ſchaffen, um jeder
Möglichkeit eines europäiſchen Angriffes auf deſſen
Han=
del oder Politik vorzubeugen.
New=York, 24. März. Eine mit der Poſt
über=
ſandte Bombe zerſtörte das Haus des Richters
Roſalski. Eine ähnliche Bombe war bereits am
15. März im Poſtamt durch Aufſichtsbeamte vor der
Auslieferung angehalten worden.
Buenos Aires, 23. März. Aus Aſuncion wird
gemeldet: Die Siege der Revolutionäre und die
Flucht des Präſidenten beſtätigen ſich. Die Zahl der
Opfer in dem Kampf bei Aſuncion ſoll 600 überſteigen.
* Caſtellammarg de Stabia, 24. März. Der
Auf=
klärungskreuzer „Marſala” iſt glücklich vom Stapel
gelaufen.
— Berlin, 23. März. Der „Berliner Lokalanzeiger”
meldet aus Berlin: Die von einer in Kiew domizilierten
Zigarettenfabrik in Berlin errichteten
Verkaufs=
räume, darunter das prunkvolle Verkaufslokal in der
Friedrichsſtraße, wurde heute von der
Staatsanwalt=
ſchaft geſchloſſen, nachdem der Geſchäftsführer
geſtern flüchtig wurde. Die Geſamtpaſſiven werden auf
über eine Million geſchätzt, denen faſt keine Aktiven
ge=
genüberſtehen.
* H.B. Berlin, 23. März. Heute vormittag hatte
Staatsſekretär Delbrück Beſprechungen mit dem
Vorſitzenden des deutſchen Arbeitgeberbundes
für das Schneidergewerbe, Schwarz=München.
Die Regierung wollte ſich darüber informieren, welche
Gründe zum Streik geführt haben und ob der jetzige
Augenblick zu einem Vermittlungsverſuch geeignet wäre.
Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß ſchon Anfang nächſter
Woche eine Ausſprache zwiſchen den Führern der
betei=
ligten Organiſationen im Reichsamt des Innern
ſtatt=
finden werde, um die Grundlagen für weitere
Verhand=
lungen zu ſchaffen.
Nei=Port, 23. März. Die Behörden haben den
unter Spionageverdacht verhafteten Deutſchen
Salbach aus der Haft entlaſſen. Serry, Denig und
Graſſal, die am 19. März unter Spionageverdacht
ver=
haftet worden waren, wurden nach einer
Kautions=
ſtellung ebenfalls aus der Haft entlaſſen, da das
gericht=
liche Verfahren bisher keine Beweiſe erbracht hat.
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Georq Jahn
am Samstag abend nach langem, ſchwerem,
mit großer Geduld ertragenem Leiden im
22. Lebensjahre zu ſich zu rufen.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Paul Jahn,
Oberbahnaſſiſtent.
Darmſtadt, 25. März 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe
Kahlert=
ſtraße 5½ aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Heute morgen entschlief sanft nach kurzer Krankheit unsere liebe Mutter,
Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante
(7178
Frau Ensabem Samlestedthier nWer
im 79. Lebensjahre.
geb. Brosius
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Samesreuther, Apotheker.
Darmstadt, den 23. März 1912.
Die Einsegnung findet Sonntag, nachm. 6 Uhr, die Einäscherung in der Stille in Mainz statt.
Wir bitten von Kondolenzbesuchen absehen zu wollen.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Mitteilung, daß meine liebe Frau,
meine gute Mutter
(B7156
Frau Luise Bach
geb. Eisenhuth
nach langem, ſchwerem Leiden heute abend
6½ Uhr im 52. Lebensjahre ſanft dem Herrn
entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Bach, Kanzleirat,
Dr. phil. Robert Bach, Lehramtsreferendar.
Darmſtadt, den 22. März 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 25. März,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute verſchied nach ſchwerem Leiden mein
lieber Gatte, unſer herzensguter,
innigſtge=
liebter Vater, Schwiegervater und Großvater
Theodor Bickhardt.
Darmſtadt, den 22. März 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Barbara Bickhardt,
Georg Bickhardt und Familie,
Wilh. Rühl und Familie, Gettenau.
Die Beerdigung findet Montag, den 25. März,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
(*7608
Dankſagung.
Für die uns bewieſene Teilnahme beim
Hin=
ſcheiden unſerer nun in Gott ruhenden lieben,
guten Mutter ſagen wir Allen unſeren
tiefge=
fühlten Dank.
(7169
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Johannes Kesting.
Darmſtadt, den 23. März 1912.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Ab. A): „Der
Raub der Sabinerinnen”
Orpheum, Anfang 8½ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Aus der Art geſchlagen”).
Konzert des Mozartvereins um 8 Uhr im Saalbau,
Verſammlung des Vereins „Braunshardter Heim”
um 4 Uhr im neuen Gerichtsgebäude.
Franzöſiſcher Vortrag von Profeſſeur Berryer um
8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Vortrag für Frauen und Jungfrauen von Prediger
Schrenk um 8½ Uhr Mühlſtraße 24.
Hauptprüfung um 5 Uhr im Konſervatorium für
Muſik (Mühlſtraße).
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.
Vorſtellungen in Holzmüllers Menagerie um 4, 6
und 8 Uhr am Hallenſchwimmbad.
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Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptemerden nicht
zurückgeſandt.
Nummer 72.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
Seite 9.
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Dampfer „Fürſt Bismarck”, nach
Havana und Mexiko, 21. März
10 Uhr abends von Coruna.
Nummer 72.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
ſiher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
linden ſich: 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde können von den
egentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ttrigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
iegg vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahrswechſel bringen wir
nachſtehen=
s Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis.
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
J. V.: Müller.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
äumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Estadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach An=
Förung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J. 37271
folgendes Ortsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in Kraft
t eten.
§ 1. Endigt das Mietsverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
räerteljahres, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume durch
ieen Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) beim mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 12 mittags,
c) bei größen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die in § 1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
er Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, zwei Zimmer
chon am erſten Tag des folgendes Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
ungs, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miets=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen,
finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
vertrags=
mäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung einer
Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2 bezeichneten
Mäumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die Räumung
zanz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ttaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
(7070soi
Stammholz= u. Stangen=Verſteigerung.
Dienstag, 2. April I. J., vormittags ½9 Uhr,
wverden in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen ver
ſteigert aus:
1. Forſtwartei Bayerseich: Stämme, Lärche: 1 Stück IV. Kl
— 0,65 fm, 4 Stück V. Kl. — 1,26 fm (Faulbruch).
2. Forſtwartei Steinacker: Stämme, Lärche: 3 Stück V. Kl.
— 0,77 fm; Fichte: 2 Stück IV. Kl. — 1,94 fm, 7 Stück
V. Kl. — 5,08 fm, 24 Stück Vb. Kl. — 8,39 fm; Derbſtangen,
Fichte: 24 Stück I. Kl. — 2,50 fm (Feldhügel und
Allee=
ſchlag).
3. Forſtwartei Kalkofen: Stämme, Fichte: 3 Stück III. Kl.
— 2,56 fm, 5 Stück IV. Kl. — 3,97 fm, 32 Stück Va. Kl. —
17,31 fm, 74 Stück Vb. Kl. — 17,08 fm; Derbſtangen,
Fichte: 25 Stück I. Kl. — 2,29 km (Dianaburg).
4. Forſtwartei Kleeneck: Stamme, Fichte: 3 Stück Va. Kl.
— 1,71 fm, 2 Stück 5b. Kl. — 0,41 fm (Mörsbacher= und
Silzſchlag).
5. Forſtwartei Kranichſtein: Stämme, Fichte: 2 Stück III. Kl.
— 2,28 fm, 2 Stück IV. Kl. — 2,45 fm, 10 Stück Va. Kl.
- 7,74 fm, 11 Stück Vb. Kl. — 4,07 km (Bucheneck).
6. Forſtwartei Faſanerie: Stämme, Fichte: 8 Stück Va. Kl.
— 4,24 fm, 80 Stück Vb. Kl. — 14,34 fm; Derbſtangen,
Fichte: 101 Stück I. Kl. — 5,89 fm, 26 Stück II. Kl. —
0,55 fm; Lärche: 2 Stück — 0,17 km (Bergſchlag).
Nummerverzeichniſſe werden nicht ausgegeben. Auskunft
er=
teilen die Forſtwarte und unterzeichnete Stelle.
(7158
Darmſtadt, den 23. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Stammhotz=Verſteigerung.
Dienstag, den 2. April ds. Js.,
von vormittags 10¼ Uhr ab werden im Gaſthauſe von Friedr.
Lehr (früher Gg. Heyl) zu Altheim aus dem Domanialwald Ober=
und Mittelforſt verſteigert:
Stämme, Eiche: 2 I. Kl. — 3,15 fm, 8 II. Kl —10,33 fm,
31 III. Kl. — 26,06 fm, 37 IV. Kl. — 24,94 fm, 3. V. Kl. —
1,38 fm; Buche: 4 I. Kl. — 4,08fm, 18 II. Kl. — 22,02 fm,
25 III. Kl. — 33,00 fm, 14 IV. Kl. — 12,10fm: Hainbuche:
1 IV. Kl. — 0,26 fm; Eſche: 9 V. und VI. Kl. — C,99 fm
Birke; 1 III. Kl. — 0,46 fm; Ulme: 35 V. und VI. Kl.
— 12,89 fm; Akazien: 8 VI. Kl. — 1,10 fm; Kiefern:
12 I. Kl. — 22,97 fm, 46 II. Kl. — 79,59 fm, 95 III. Kl.
106,03 fm; Lärche: 3 V. Kl. — 1,26 fm; Fichte: 2 I. Kl.
5,96 fm, 6 II. Kl. — 11,97 fm, 21 III. Kl. — 40,05 fm und
1 IV. Kl. — 1,58 fm.
Nutzſcheiter, Eiche: 6,4 rm.
Großh. Förſter Schott zu Altheim und Großh. Forſtwart
Wolf zu Richen zeigen auf Verlangen das Holz vor und erteilen
nähere Auskunft. Gedruckte Stammholz=Verzeichniſſe werden vom
27. d. M. ab von der Oberförſterei koſtenlos abgegeben.
Dieburg, den 19. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Dieburg.
Hofmann.
(7131
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Reinigt, wichſt und poliert gleichzeitig. Keine Stahlſpäne,
keine Wichſe und kein Terpentinöl mehr nötig.
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französischer, englischer und italienischer Sprache.
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Zahlungs=Aufforderung.
Die Beiträge zur
Invaliden=
verſicherung für diejenigen
Ver=
ſicherten, die einer der hier
be=
ſtehenden Orts=, Betriebs= oder
Innungskrankenkaſſen nicht
an=
gehören (Dienſtboten, Mitglieder
eingeſchriebener Hilfskaſſen uſw.)
für das I. Vierteljahr 1912
ſind, bei Vermeidung des
Bei=
treibungsverfahrens, bis längſtens
Ende dieſes Monats, an unſere
Kaſſe, Waldſtraße Nr. 6, zu
ent=
richten.
Arbeitgeber, die es unterlaſſen,
die Verſicherungs=Beiträge bis
zu dem oben bezeichneten
Zeit=
punkte abzuführen, können nach
§ 176 des
Invalidenverſiche=
rungsgeſetzes mit Geldſtrafe bis
zu 300 Mk. belegt werden.
Darmſtadt, den 21. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt
J. V.: Mueller. (7170
Kanalbenutzungsgebühren.
Das Hebregiſter über die für
das Verwaltungsjahr 1912 zur
Er=
hebung kommenden
Kanalbenutz=
ungsgebühren liegt in der Zeit
vom 27. März bis 10. April d. Js.
während der Dienſtſtunden auf
dem Geſchäftszimmer der
Stadt=
kaſſe, Grafenſtraße 28, zur
Ein=
ſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind
innerhalb der gleichen Friſt bei
Meidung des Ausſchluſſes,
münd=
lich oder ſchriftlich bei der
ge=
nannten Stelle vorzubringen.
Darmſtadt, den 21. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt
J. V.: Ekert. (7168oi
Der Plan über die Herſtellung
eines Zementkanals in der
Landgraf Philipp=Anlage und
Um=
legung des Erdkabels in der
Kra=
nichſteinerſtraße liegt bei dem
Kai=
ſerlichen Telegraphenamt hier von
heute ab 4 Wochen aus. (7133
Darmſtadt, 22. März 1912.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Zur Abfuhr des Holzes aus den
Verſteigerungen Nr. 1 bis 11 (
ein=
ſchließlich) fordern wir unter
Friſt=
bewilligung bis 1. April I. J. auf.
Darmſtadt, 18. März 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann. (6806do
Verſteigerung.
Am Mittwoch, den 27. März
1912, 890 vormitt., werden auf
dem Wagenhaushofe hierſelbſt,
Eſchollbrückerſtraße 18, eine größere
Anzahl Mündungsdeckel,
Wiſch=
ſtöcke, 4 Treppenläufe, 16
Dach=
fenſter, 21 Fernrohrlagertaſchen,
1 alte Schreibmaſchine, ſowie alte
Materialien und Metalle öffentlich
mneiſtbietend verſteigert. (6836do
Artilleriedepot Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Die geſtern in Waſchenbach
abgehaltene Holzverſteigerung iſt
genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können von
Donnerstag, den 28. März an,
(7136
abgeholt werden.
Ober=Ramſtadt, 22. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
Daab.
Brennholz=Verkauf.
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dem Vormittag des 24. und den Abenden des 22., 29.
und 30. März.
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Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruc verboten.)
3)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
So aber ritt Signe, die lachende, törichte Signe, an
ihrer Seite und plauderte von Kaare Myrdal, und wie
luſtig der lachen könnte, und wenn er heim käme aus dem
Polargebiet, vor dem ihr ja grauſte, dann würde er ſich
einen Herd bauen, ganz gewiß, das würde er, und dann
— ja, wer weiß, was dann geſchah?
Und Signe lachte ſo hell wie Glocken klangen, ihre
roten Lippen glühten, und die ſchwarze Seidenkordel ihrer
Mütze, die lang auf die Schulter herabhing, tanzte einen
wilden, übermütigen Tanz.
Und zur anderen Seite Hallgerdrs ritt John Thorkjel,
Signes Bruder, der Student. Er beſuchte die Lacknaskoli
(mediziniſche Schule) in Reykjavik und quälte ſich mit
ernſten Gedanken an die Zukunft.
Er ſprach leiſe und gedämpft, und ſeine großen,
blau=
grauen Augen ſahen ſeltſam verſonnen aus dem blaſſen
Geſicht mit dem brandroten Haar. Er hatte auch ſo rote
Lippen wie Signe, nur daß dieſe Lippen nicht lachten.
Jetzt entwickelte er ſeinen Zuhörerinnen, daß er, ſobald er
ſein Studium beendet, nach Kopenhagen wollte, um einen
Kurſus an den Spitälern zu abſolvieren, was notwendig
ſei für ſeine Anſtellung als Arzt in der Heimar.
Hallgerdr hörte ihm ſtill zu. Sie kannte die
verſon=
nenen Gedanken des rothaarigen Jungen und ſein
heim=
liches Wünſchen, und ſie lächelte wehmütig, wenn ſie daran
dachte, daß dieſes Wünſchen ſich niemals erfüllen würde.
Nun lag die Stadt ſchon weit hinter ihnen. Der Tag,
der ſo ſonnengoldig aufgeflammt, verdämmerte grau in
grau. Schwefeldämpfe erfüllten die Luft, und ab und zu
ſtieg ein feiner Rauch auf.
Der kam aus den heißen Quellen, die hier und da
aus dem dunklen Erdreich hervorbrachen, kochend, ſiedend,
brodelnd.
Die Pferde gingen, mit den kleinen Hufen kaum den
Boden berührend, ſicher und vorſichtig zwiſchen den
ſchwar=
zen Lavabrocken ihren Weg.
Hier und da ein ſpärlicher Graswuchs. Kein Baum,
kein Strauch. Nur zuweilen, wie ſchwarze Sammetbänder,
iefe Erdrinnen in dem ſtarren, dürren Boden, mit dem
leiſen, gleißenden Grün, in denen ſo oft dunkel und
ge=
heimnisvoll der Tod ſchon lauerte.
Die lebhaften Geſpräche der kleinen Reitergeſellſchaft
waren nach und nach verſtummt. Nur Jorum, die Jüngſte,
ſcherzte noch mit ihrem Vater, deſſen Augen ſorgenvoll den
grauen Wolkenhimmel ſtreiften, an dem einige ſchwarze
Fetzen drohend wie dunkle Flügel das wildzerklüftete
Land beſchatteten.
Ihr werdet eilen müſſen, Hallgerdr, wandie er ſich,
ſeinen Pony etwas zügelnd, zurück. Wir bekommen Sturm,
und da iſt es beſſer, Ihr habt ein Dach über Euerem Haupte.
Sorgt Euch nicht um mich, Herr Amtmann, ich komme
noch rechtzeitig heim. Bjarni iſt ein zuverläſſiger Führer.
Jon kann mit Euch reiten. Es iſt ſicherer als allein
mit dem Knecht.
Nein, Herr, ich danke Euch. Bjarnieiſt mir kein
Frem=
der. Er iſt gut und treu. Jon hat für morgen ſeine
Lek=
tionen, und er könne ſchwerlich noch heute zurück.
Sie ſah nicht die heiß auflodernden Augen des blaſſen
Jünglings, dem ſie jetzt kühl die Hand zum Abſchied reichte.
Gehab Dich wohl, Jon, und Dank für Dein Geleit.
Er hielt ihre feſte, kühle Hand in ſeiner blaſſen Rechten.
Und wann, Hallgerdr, werden wir Dich wiederſehen?
Wenn der Singſchwan über die Fjelde zieht, lachte
Jo=
rum, die Jüngſte, Du kannſt dann Verſe machen, Jon, wie
es in Island Brauch iſt, wenn der Frühling kommt.
Wenn Tanzweiſen erklingen, rief Signe luſtig
dazwi=
ſchen, ihren Schimmel kerzengerade in die Luft ſteigen
laſſend, während ſie mit der Gerte einen Kreis über ihrem
Haupte zog. Wenn es auf den Schiffen im Hafen ſingt und
klingt, dann kehrt Hallgerdr zu uns zurück.
Ich werde niemals wieder auf den Schiffen im Hafen
tanzen, entgegnete das blonde Mädchen ernſt, und in ihren
blaugrünen Augen lag ein verlorenes Sinnen.
Signes rote Lippen ſchürzten ſich im leiſen Spott.
Man ſoll nichts verſchwören, Hallgerdr. Sieh, da kommt
gerade im rechten Moment der fremde Kapitän der „Katla”
der ſchwarzen Hexe, die nun ſchon ſeit Wochen ſo faul im
Hafen liegt, gerade auf uns zu. Er muß ſchon einen weiten
Ritt hinter ſich haben, der fremde Mann, denn ſein
Gold=
fuchs ſcheint müde und nicht mehr ganz friſch.
In Hallgerdrs Wangen ſtieg leiſe ein tiefes Rot.
Der da jetzt im vollen Galopp auf die kleine Reiterſchar
zukam, war derſelbe, der heute nacht den Abſchiedskuß
ge=
ſehen, den ſie Kaare auf den Mund gedrückt.
Schon von weitem ſah Hallgerdr ſeine Augen, kalte,
graue, ſcharfe Augen, feſt auf ſich gerichtet.
Jorum rief ihn lachend an, und der Fremde parierte
ſein Pferd.
Der Anmmn geiſte hin ſchlich, ais hile ſe ſch
lange gekannt, mit einem kräftigen Händedruck. Das gab
Geſellſchaft für den Rückweg, die war dem luſtigen
Amt=
mann immer willkommen, und Signes Augen ſtrahlten in
verführeriſchem Glanz.
Der Fremde gewahrte es nicht. Seine Blicke hingen
an dem Antlitz der blonden Reiterin, die Augen hatte wie
die tiefen, blaugrünen Spalten der Gletſcher. Er zog
grü=
ßend die Mütze, die er, während der Amtmann ſeine kleine
Reiterſchar vorſtellte, ehrerbietig in der Hand behielt. Das
gebräunte, von einem braunen Bart umſchattete Antlitz
neigte ſich jetzt vor Hallgerdr, und während ein leiſes
Lächeln über das ernſte, faſt finſtere Antlitz des Fremden
glitt, ſagte er, ſich vom Pferde tief vor dem blonden Weib
verneigend:
Wir begegneten uns heute nicht zum erſtenmal, ſchönſte
Frau. Freya, die Holde, Freya, die Schöne, die allen,
die in ihren Bannkreis treten, goldene Jugendkraft
ver=
leiht, wandelt wieder wie zur Zeit des alten
Götter=
geſchlechtes über die Thingvallaebene und bietet uns armen
Sterblichen die goldenen Aepfel dar.
Was quatſcht der Kerl, fragte Jorum, ſich in den
Steigbügeln aufrichtend, den Bruder, während ſie ihre
ſtrohgelben Flechten hinter die Ohren riß, ich denke, er
ſoll uns zum Ball einladen, und nun iſteer ja bei den
alten Göttern, die ich ſchon von der Schule her im Magen
habe, und redet, was man gar nicht verſteht. Du, Jon,
ich finde ihn aber doch himmliſch, den Kapitän, fuhr ſie,
den Bruder heimlich in den Arm kneifend, flüſternd fort.
Wie der fliegende Holländer ſieht er aus, und ſein Schiff
iſt auch ganz ſchwarz. Sieb mal bloß Signe an. Die
ſ aus ſchan wider aus ſiſch vor hulf hnnit, aumn
iſt Kaare Myrdal fort, ſo hat ſie ſchon wieder einen
an=
deren.
Schweig doch ſtill, Du vorlauter Balg, ziſchte ihr der
Bruder zu, aber Jorum lachte unbekümmert, und drängte
ihren Pony jetzt dicht an den Hallgerdrs heran, denn nun
hieß es Abſchied nehmen.
Der ging ſchnell vorüber. Ohne Tränen und ohne
Weh, ganz anders, als man ſich gedacht. Der fremde
Schiffskapitän war ſchuld daran. Man konnte doch dem
Fremden nicht zeigen, daß man Leid im Herzen trug?
Wenn wir uns nicht eher wiederſehen, Hallgerdr, ſo
tanzen wir auf dem nächſten Schiffball zuſammen, ſagte
Jon zum Abſchied.
Ich hoffe, auf meiner „Katla”, rief der Kapitän mit
dunkel aufglühenden Augen. Wenn die Herrſchaften meine
Gäſte ſein wollen?
Nein, Herr Kapitän, lachte Signe kokett. Wir werden
uns ſchön hüten, uns in den Zauberkreis Ihrer ſchwarzen
Hexe zu begeben. Wir tanzen in vierzehn Tagen auf
einem der wundervollen Paſſagierdampfer, die uns die
Hapag=Geſellſchaft zweimal im Jahre ſchickt. Darauf
freuen wir alle uns ſchon das ganze Jahr. Ihre Hexe?
Nein, lieber Kapitän, vor der fürchten wir uns ſehr. Wir
ſind nämlich rieſig furchtſame Leute.
Sie ſchaute lachend zu ihm auf. Und er ſah das
ſelt=
ſame Flimmern und Zittern in ihren Augen und den
ſchwellenden, roten, betörend ſüßen Mund. Er ſah auch,
daß ihr Haar dunkler war als das der hohen Frau, die
ihn an das alte Göttergeſchlecht gemahnt, und er ſah aus
dieſem leuchtenden, vollen, ſeidenweichen Haar Signes
einen roten Schimmer hervorſprühen, der glänzte wie
wabernde Lohe.
Er gewahrte das alles, und dennoch gingen ſeine
Augen der Frau nach, die jetzt, den näher gekommenen
Knecht zur Seite, links vom Wege abbog und leicht
grü=
ßend zu den anderen zurückblickte, deren Pferde
ungedul=
dig ob des langen Abſchiedes, mit den Hufen ſcharrten,
und die nicht müde wurden, die ſchöne Baerstochter, die
heimwärts zog, zu grüßen.
Geſprochen hatte Hallgerdr nicht ein einziges Wort
mit dem fremden Mann, von dem der Amtmadur nur
geſagt, daß er Ingwald Anderſen hieß.
Ingwald Anderſen, das klang wie eine ſſeltſam
ſchmeichelnde Melodie, die kam aus einem fremden Lande
da drüben weit über das Meer.
Hallgerdr kauſchte dem fremden Klang, während ſie
auf dem Falben immer tiefer hinein in das unwirtliche,
wilde Land ritt, dem Hof des Schweigens zu, der ihrer
wartete, ſo wie das Schickſal, das gierig auf Beute
lauert.
Ueber dem Hof ſchatteten wie drohend erhobene
Fin=
ger ſchwarze, ſtarre Felſen.
Wild rollte, dumpf brauſend, zu ihren Füßen das
ewige Meer.
Auf Hallgerdrs warme Seele ſank es wie
Schnee=
geſtieber.
Dieſes Jahr kam der Winter früh, ſie fühlte es,
ob=
wohl der Sommer noch über den Fjelden lag.
(Fortſetzung
Nummer 72.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
Nummer 72.
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Der Jahresbeitrag beträgt Mk. 2.— Anmeldungen, die vor
obigem Vortrag erfolgen, berechtigen zu freiem Eintritt. (R7155
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Herzliche Einladung zu den Evangeliſations=Verſammlungen
von Herrn Prediger E. Schrenk, Barmen.
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Montag, den 25. ds. Mts., abends 8½ Uhr,
für Frauen und Jungfrauen.
Dienstag, den 26. ds. Mts., abends 8½ Uhr,
für Männer und Jünglinge.
Thema: „Der Anſpruch unſerer Zeit an die
Männerwelt.”
Der Vorstand.
Eintritt frei.
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abends 8 Uhr,
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an der Abendkasse.
(6799dod
Aufruf!
Das 1. Kurheſſiſche Infanterie=Regiment Nr. 81 begeht
am 24., 25. und 26. Juli 1913 die hundertjährige
Wieder=
kehr des Stiftungsjahres.
Alle ehemaligen aktiven und Reſerve=Offiziere, Sanitätsoffiziere
und Beamten des Infanterie=Regiments 81, ſowie des früheren
1. Infanterie=Regiments „Kurfürſt”, welche der Feier beiwohnen wollen,
ebenſo alle diejenigen Unteroffiziere und Mannſchaften, welche ihre
Teilnahme noch nicht bei den in Bildung begriffenen
Kreisvereinig=
ungen ehemaliger 81er in Siegen, Lüdenſcheid, Werdohl, Neheim,
Wetzlar, Bad Ems, Marburg, Caſſel, Ziegenhain, Hanau,
Geln=
hauſen und Fulda angemeldet haben, werden gebeten, ihre Adreſſen —
unter Angabe der Dienſtzeit, Kompagnie — baldmöglichſt an das
Regiment Frankfurt a. M., Kaſerne, Gutleutſtraße oder an die
ge=
nannten Vereinigungen einzuſenden.
(7132
Weitere Mitteilungen gehen ſpäter zu.
Frankfurt a. M. den 22. März 1912.
Königliches Kommando des 1. Kurheſſiſchen
Infanterie=Regiments Nr. 81.
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der Gesellschaft sowohl, wie einzelne Zimmer zur Verfügung stehen, halte ich mich
bestens empfohlen. Zum Ausschank kommen nur Weine aus den Kellern der Gesellschaft.
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Tagesordnung: 1. Jahresbericht für 1911/12. 2. Rechnungsablage
für 1911/12. 3. Voranſchlag für 1912/13. 4.
Touren=
programm für 1912/13. 5. Vorſtandswahl.
Die Mitglieder werden um zahlreichen Beſuch gebeten.
Der Vorſtand.
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Darmstadt
(Rechtsfähiger Verein).
Einladung
zur
Hauptversammlung
Mittwoch, den 27. März, abends 9 Uhr,
im Kaisersaal, Grafenstrasse (Grünes Zimmer).
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſitzenden.
2. Rechnungsablage.
3. Neuwahl des Vorſtandes.
4. Antrag des Vorſtandes auf Ausdehnung des Vereins
auf die Landorte in der nächſten Umgebung Darmſtadts.
5. Anträge.
6. Verſchiedenes.
Anträge ſind bis ſpäteſtens Mittwoch, den 20. ds.,
beim Vorſtand einzureichen.
(5916a
Wir erſuchen unſere Mitglieder um vollzähliges
Erſcheinen.
Der Vorſtand:
W. Kalbfuss.
Fr. Stephani.
Vereinigte Kriegervereine
Darmstadts.
Donnerstag, den 28. März 1912, abends 8½ Uhr
im Schützenhof=Saal (Hügelſtraße):
Vortrag
des Kameraden Herrn Chefredakteur W. Ammenn-Darmſtadt
über: Staaten=Bündniſſe.
Unſere Mitglieder nebſt ihren Angehörigen laden wir zu
zahl=
reichem Beſuche ein. Ganz beſonders werden die ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Behörden, ſowie Intereſſenten zu dieſem Vortrag eingeladen.
Der Vorstand.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. Marz 1942.
Nummer 7
Seite 16.
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1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. März 1912.
Nummer 72.
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Luftfahrt.
* Deutſche Aero Liga. Am 15. Februar iſt
der Verein „Deutſche Aero=Liga” gegründet und unterm
9. März 1912 in das Vereinsregiſter des Königlichen
Amtsgericht Berlin=Mitte unter Nr. 1408 eingetragen
worden. Der Verein gibt allen Perſonen beiderlei
Ge=
ſchlechts, ganz gleich, welcher politiſchen Partei ſie
an=
gehören, durch Zahlung einer geringen Beitragsſumme
Gelegenheit, mitzuwirken, um Deutſchlands Luftflotte zu
vermehren und den internationalen Luftverkehr zu
för=
dern. Es wird jedermann, im Intereſſe der großen Sache,
gebeten, dem Verein beizutreten. Der jährliche Beitrag
beträgt 3 Mark, jedoch iſt es jedermann überlaſſen, ſeinen
Verhaltniſſen entſprechend dieſen für ſich ſelbſt
feſtzu=
ſſetzen. Nach den Satzungen des Vereins iſt auch eine
Ehren= und lebenslängliche Mitgliedſchaft, auch von
Kor=
vorationen, vorgeſehen. Die Geſchäftsſtelle befindet ſich
Berlin W, Kleiſtſtraße 62, hochparterre rechts. Konto des
Vereins: Nationalbank für Deutſchland, Depoſitenkaſſe:
Nollendorfplatz 8; Einzahlungen an alle Filialen.
sr. Der Aeroplanflug Rund um Berlin,
der für Auguſt gemeinſam vom Kaiſerlichen
Automobil=
klub, Kaiſerlichen Aeroklub und dem Berliner Verein
für Luftſchiffahrt vorgeſehen war, wird demnächſt zur
Ausſchreibung gelangen. Die Propoſitionen ſehen
fol=
gende Hauptbeſtimmungen vor: Startberechtigt ſind nur
deutſche Flieger mit deutſchen Flugzeugen. Am 24. Aug.
ſollen die mit mindeſtens 180 Kilogramm belaſteten
Flugzeuge einen in 500 Meter Höhe gehaltenen
Feſſel=
ballon in einer vorgeſchriebenen Zeit überfliegen und
daran anſchließend die Strecke Johannisthal,
Linden=
berg, Schulzendorf, Spandau, Potsdam, Teltow,
Johan=
nisthal zurücklegen. Dieſer Rundflug ſoll dann am 25.
Auguſt zweimal hintereinander mit einer
Zwangszwi=
ſchenlandung von 15 Minuten in Johannisthal
wieder=
holt werden. Die zur Verfügung ſtehenden Preiſe ſollen
in der Weiſe verteilt werden, daß die Hälfte an die
ſchnell=
ſten drei Flieger aller drei Runden und die ſchnellſten
drei Flieger der beiden Tagesrunden fällt, während die
andere Hälfte des Preisfonds an alle Teilnehmer zur
Verteilung gelangt, welche alle drei Runden in der
vor=
geſchriebenen Zeit zurückgelegt haben. Die Verteilung
ſoll in umgekehrtem Verhältnis der Flugzeiten erfolgen.
Sport.
* Fußball. Um die engliſche
Ligafußball=
meiſterſchaft fand ein weiterer Kampf zwiſchen
Sheffield Wednesday und Bury ſtatt, das von der erſten
Mannſchaft mit 2:1 gewonnen wurde. Sheffield
Wed=
nesday iſt nunmehr bis auf einen Punkt an die
führen=
den Blackburn Rovers herangerückt. Das gegenwärtige
Klaſſement iſt jetzt folgendes: Blackburn Rovers 37,
Shef=
field Wednesday 36, Everton, Newcaſtle United und
Bol=
ton Wanderers je 34, Aſton Villa 33, Weſt Bromwich
Albion und Sheffield Wednesday je 32, Middelsborough,
Tottenham Hotſpur und Sunderland je 31, Mancheſter
United, Bradford City und Woolwich Arſenal je 30,
Notts County 29, Oldham Athletiks 26, Preſton Northend
25, Liverpool 24, Mancheſter City 20 und Bury 17 Punkte.
Der Länder=Fußballkampf Deutſch=
Jand-Ungarn findet am 14. April in Peſt ſtatt.
Als Schiedsrichter bei dieſer Begegnung ſoll H. Meiſel=
Wien fungieren. — Der Länder=Fußballwettſtreit
Oeſter=
reich-Ungarn gelangt am 5. Mai in Wien zur
Ent=
ſcheidung.
sr. Die „Eliſabether” als
Fußballſpie=
ler. Auf dem Britannia=Sportplatz in Berlin=
Schmar=
gendorf fand eine neuerliche Begegnung zwiſchen
Preu=
ßen und einer Mannſchaft des Königin Eliſabeth=
Regi=
ments ſtatt, die wie frühere Begegnungen unentſchieden
2:2 endete. Die Soldaten=Mannſchaft zeigte ſich
Preu=
ßen durchaus ebenbürtig. Bei Halbzeit ſtand das Spiel
noch 2:1 für die Eliſabether. Erſt vier Minuten vor
Schluß konnte Preußen das ausgleichende Tor erzielen.
Die Eliſabether haben nach dieſer ſchönen Leiſtung ihre
Favoritenſtellung für die jetzt zum Austrag gelangende
Berliner Militär=Fußballmeiſterſchaft noch mehr gefeſtigt.
* Hockey. Das Brüſſeler Eishockey=
Weltmeiſterſchafts=Turnier, das von
Deutſch=
land, Frankreich, Kanada, Belgien und der Schweiz
be=
ſtritten wird, hat ſeinen Anfang genommen. Eingeleitet
wurde die große Veranſtaltung mit der Begegnung
Ka=
nada-Schweiz, die mit einem leichten Sieg der Orforder
Studenten=Mannſchaft über die Schweizer endete. Zu
einem aufregenden Treffen geſtaltete ſich der Kampf der
Orford Canadians mit dem Deutſchland vertretenden
Berliner Schlittſchuhklub. Nachdem das erſte Tor von
ſeiten der Canadians erzielt wurde, erfolgten
nachein=
ander auf beiden Seiten gute Torſchüſſe, ſo daß mit 5: 4
für Kanada die Seiten gewechſelt wurden. Nach
Wieder=
beginn glich Berlin aus, von ſechs weiteren kurz
hinter=
einander folgenden Schüſſen für Berlin zählt der engliſche
Schiedsrichter nur vier. Trotz aller Anſtrengungen
ge=
lingt es der berühmten Kanadiſchen
Studentenmann=
ſchaft, nur noch drei Tore zu erzielen, ſo daß Berlin mit
9:8 als Sieger das Kampffeld verlaſſen konnte. Eine
weitere empfindliche Niederlage erlitten die Schweizer
durch den Brüſſeler Jce=Hockey=Klub mit 6:1.
sr. Leutnank Graf Holck als Waldläufer.
Der deutſche Herrenreiter=Chamvion Leutn. Graf Holck
(3. Garde=Ulanen=Regiment) verſucht ſich nicht nur auf
dem grünen Raſen, ſondern betätigt ſich auch auf anderen
ſportlichen Gebieten. Der 3. Garde=Ulan, der im Winter
bei keinem größeren Radrennen fehlte, beſchäftigt ſich
jetzt in ſeinen Mußeſtunden mit der Dreſſur eines jungen
Löwen, eine immerhin außergewöhnliche Beſchäftiaung.
Neuerdings hat ſich Leutn. Graf Holck auch als
Wald=
läufer verſucht, indem er in Geſellſchaft von Prinz
Fried=
rich Karl von Preußen an einem der ſtändigen
Training=
waldläufe der Ofiziersabteilung des Berliner Sportklubs
teilnahm.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 23. März. (
Börſen=
wochenbericht.) Die eben ſchwerfällige Lage des
Geldmarktes macht der Spekulation viel Sorge und
be=
wirkte, daß die Zeitſpekulationen ſehr eingeſchränkt
wer=
den. Geld für den kommenden Ultimo war nicht unter
6½ erhältlich und auch tägliches Geld zeigte ſich knapper.
Dabei blieb jedoch der Privatſatz verhältnismäßig niedrig
(4¼/10 Proz., in Berlin 4½ Proz.), was auf eine nur
vor=
übergehende Anſpannung, höchſtens über den Apriltermin
hindeutet. Vorübergehend zeitigten ungünſtige
politi=
ſche Gerüchte eine Abſchwächung an der Börſe: doch konnte
wieder eine etwas feſtere Stimmung Platz greifen,
nach=
dem der deutſche Kaiſer die beabſichtigte Reiſe angetreten
hat und damit ſind alle politiſchen Kombinationen über
eine etwaige Verſchiebung hinfällig. Der Londoner
Markt bekundete ebenfalls gute Haltung, umſomehr die
Annahme der Mindeſtlohn=Bill im engliſchen Unterhaus
einer Verſtändigung zwiſchen Arbeitgeber und
Arbeit=
nehmer die Wege ebnet.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend waren
deutſche Renten relativ feſt, bei ganz kleinen Umſätzen;
auch Ausländiſche Staatsfonds wurden teilweiſe billiger
abgegeben, wobei einzelne Gattungen, wie Merikaner, im
Kurs profitieren konnten. Von Transportaktien lagen
Hamburger Paketfahrt, Nordd. Lloyd und Prince Henri
recht feſt; ferner waren Baltimore und Ohio anſehnlich
höher. Am Bankenmarkte waren die Aktien der
führen=
den Inſtitute unter dem Eindruck der Beteiligung bei der
inſolventen Baufirma (Mosler und Werſche in Berlin mit
mehreren Millionen Engagements) zeitweilig ſchwächer.
Nach den alsbald erfolgten Erklärungen, daß faſt durch=
weg genügende Sicherheiten bei den einzelnen beteiligten
Banken vorhanden ſind, beſſerte ſich auch die Stimmung
auf dieſem Gebiete.
Das Montangebiet geſtaltete ſich weſentlich günſtiger,
nachdem der Streik im Ruhrgebiet ein ſchnelles Ende
ge=
funden hat. Der Rückgang der belgiſchen Eiſen=
Export=
preiſe rief zwar die Befürchtung hervor, daß am
Welt=
markt ſich eine Konjunktur=Verſchlechterung einſtellen
könne, aber die Kurſe wurden dadurch wenig beeinflußt.
Man beachtete noch den befriedigenden Abſchluß und den
größeren Auftragsbeſtand der Oberſchleſiſchen Eiſenbahn=
Bedarfsgeſellſchaft. Elektrizitätswerke waren nach
mat=
ter Eröffnung ſchließlich erholt, trotz der wenig
erfreu=
lichen Meldungen über das Glühlampen=Geſchäft; nur
Bergmann weiter, bis 155 rückgängig. Die Verhältniſſe
dieſer Geſellſchaft, insbeſondere wegen der
Geldbeſchaf=
fung, ſind noch ungeklärt und es beſtehen Verſionen, daß
die Angliederung an einen Konzern am vorteilhafteſten
wäre. Andernfalls dürfte eine namhafte Kürzung der
Dividende (bis etwa 5 Prozent) für mehrere Jahre die
Folge ſein.
Am Kaſſainduſtriemarkte beſtand für einzelne
chemi=
ſche Aktien ſtärkere Kaufluſt, die eine Steigerung der
Deutſchen Gold= und Silber=Scheideanſtalt bis 1070, der
Höchſter Farbwerke bis 575, der Chemiſchen Albert bis
443, der Chemiſchen Griesheim bis 260 bewirkten.
Kunſt=
ſeide avanzierten bis 143½ auf die etwas optimiſtiſchen
Anſichten, daß in den ſachlichen Verhältniſſen doch
nun=
mehr eine Wendung zum beſſeren eingetreten ſei, und daß
das Unternehmen jetzt konkurrenzfähig werde.
Holzver=
kohlung notieren 292, Gummi Peter 143½, Kleyer 462.
Badiſche Anilin waren niedriger 490,30, ebenſo Moenus=
355. Einen bedeutenden Rückgang erfuhren Fahrzeug=
Eiſenach bis 114. Die Aktien der Badiſchen
Maſchinen=
fabrik und Eiſengießerei vorm. G. Sebold und Sebold
u. Neff, Durlach i. B., werden am 25. d. M. von der
Deutſchen Effekten= und Wechſelbank an der Frankfurter
Börſe eingeführt und iſt ein Kurs von 139—140
Prozent=
in Ausſicht genommen. Voranmeldungen werden bis 25.
d. M., vormittags 11 Uhr, entgegengenommen, wobei
ſolche mit dreimonatiger Sperrverpflichtung
vorzuas=
weiſe berückſichtigt werden. Die Geſellſchaft verteilte pro
1910/11 9 Prozent und in den drei vorangegangenen
Jahren je 8 Prozent Dividende. Die Portland=
Zement=
werke Heidelberg und Mannheim bringen für das
abge=
laufene Geſchäftsjahr 10 Prozent (im Vorjahr 8 Prozent),
die Daimler Motoren=Geſellſchaft Stuttgart=
Unterdürck=
heim 10 Prozent wie im Vorjahre, zur Verteilung.
Von Loſen notieren: Augsburger 35.10. Braunſchweiger
198,50, Pappenheimer 55.—, Freiburger 72,—, Türkiſche
169.—, Genua 190.—. Ungariſche 368,50 B.. Meininger
35,20, Venediger 42,25, Mailänder 45=Fres.=Loſe 140
(nominell), Mailänder 10=Fres.=Loſe 34,40, Raab=Grazer
Anrechtsſcheine 38 20, in Reichsmark; Gothaer Prämie II
117,50, Donau=Regulierung 170 (nominell), Madrider
77¾4 B., in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis
1918 unkündbar) 101,—. 3½proz. Reichs 90 70, 3proz.
Reichs 81,30, 4proz. Heſſen von 1899 99,90 G., 4proz.
Heſſen von 1906 99,80. 4proz. Heſſen von 1908/09 9990,
4proz. Heſſen (unkündbar bis 1921) 10060 G., 3½proz.
Heſſen 89 G., 3proz. Heſſen 78,40, 4proz. Därmſtädter
99,10, 3½proz. Darmſtädter 89,60 G., 4prbz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—23) 100,60 G., 4proz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (Serie 24—25) 100,70 G., 3½proz. Heſſ. Hyp.
Pfdbr. (Serie 3—5 89,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (Serie 9—11) 89,70 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=
Pfdbr. (Serie 10—12) 100,70 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=
Pfdbr. (Serie 13—14) 100,80 G., 3½proz. Heſſ.
Kommu=
nal=Pfdbr. (Serie 1—3) 89,80 G., 3½proz. Heſſ. Kommus
nal=Pfdbr. (Serie 4) 89,70 G., Darmſtädter Bank 124.—
Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 71 G., Südd.
Eiſenbahn=Geſellſchaft 123,70, Lederwerke vorm. Spicharz
(Offenbach a. M.) 78,—, Schramms Lack= und
Farben=
fabriken (Offenbach a. M.) 272,—, Chemiſche Mühlheim
am Main 76——, Schantungbahn 133.—, South=Weſtafrika
152¾4, Otavi=Anteile 92,50, Otavi=Genußſcheine 67,—
4½proz. Ruſſen 100,45, 4proz. 1880er Ruſſen 90.20 G.,
4proz. 1902er Ruſſen 90 G.. 3/proz. Ruſſen 88,30, 3½proz.
Ruſſen 84,80 G., 3proz. Ruſſen 80,75, 4proz. unifizierte
Türken 91,—, 4proz. Adminiſtrations=Türken 83,60 G.,
4proz. konvertierte Türken (1905/11) 81,60, 4proz.
Bagdad=
bahn 84,20, 5proz. Chineſen 100,80, 4½proz. Chineſen
95,—, 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 98,55, 4½proz.
Japaner 95,—, 4proz. Japaner 89,60, 3proz. Buenos=
Aites 72,—.
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