Abonnementspreis
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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
In der Zweiten Heſſiſchen Kammer erklärte
Geheimerat Dr. Becker, die Regierung würde für die
Aufhebung der Liebesgabe ſtimmen, aber die
Intereſſen der kleinen Brennereien wahren.
Geſtern nachmittag fand in Gegenwart des
Großher=
zogs und des PrinzenAdalbert von
Preußen die Enthüllung des Denkmalsfürden
Kapitänleutnant Fiſcher auf dem Hofe des
Realgymnaſiums ſtatt.
Die Abreiſe des Kaiſers nach dem Süden
iſt auf Freitag abend feſtgeſetzt worden.
Die engliſche Mindeſtlohnbill für die
Kohleninduſtrie wurde am Dienstag im
eng=
liſchen Unterhauſe eingebracht und einſtimmig
an=
genommen.
*
Bei einer Bomben=Exploſion in
Oporto=
wurden vier Perſonen getötet und ſieben verwundet.
Eine offiziöſe Erklärung zur Deckung
der Wehrvorlagen.
* Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt: Die
Entſchließungen des Bundesrats über die Deckung der
Wehrvorlagen werden von einem Teile der Preſſe
partei=
politiſch auszunutzen verſucht, um die Unterwerfung des
Reichskanzlers unter den ſchwarz=blauen Block zu
erwei=
ſen. Damit wird ein altes, abgeſtandenes Gericht
aufge=
wärmt. Als neue Beilage erſcheint die Behauptung, die
Entſchließungen bedeuteten einen Sieg Bayerns über den
Reichskanzler. Wir ſtellen demgegenüber zum Teil in
Wiederholung früherer Mitteilungen folgendes feſt:
erſtens, man war im Bundesrat einſtimmig der Anſicht,
daß die Einbringung der früheren Erbſchaftsſteuer zur
Deckung der Wehrvorlagen mit Rückſicht auf die Stellung
der Sozialdemokraten zu den Wehrvorlagen ein politiſcher
Fehler ſei und nicht einmal einen Erfolg verſpreche;
zwei=
tens, man war ferner einig darin, daß die mit
einzelſtaat=
licher Beſitzſteuer verquickte Reichserbſchaftsſteuer ſtarken
Bedenken für das Reich und die Bundesſtaaten
unter=
liege; drittens, über die Aufhebung der Liebesgabe waren
im Reichsſchatzamte Vorarbeiten aufgeſtellt. Dieſer Plan
war bis zur Veröffentlichung weder direkt noch indirekt
mit irgend einer Partei beſprochen worden; viertens, den
Vorſchlag, durch Aufhebung der Liebesgabe die
erforder=
lichen Mittel zu beſchaffen, hat Bayern weder gemacht
noch inſpiriert. Er ging von norddeutſcher Seite aus
und wurde nach eingehender Diskuſſion von allen
Staa=
ten akzeptiert; fünftens, der vom Reichskanzler mit aller
Entſchiedenheit betonten Auffaſſung, daß die Koſten der
Wehrvorlagen nicht ohne Erſchließung neuer Einnahmen
gedeckt werden könnten, traten auch diejenigen Staaten
bei, darunter auch Bayern, welche die gegenwärtige
Finanzlage des Reiches günſtiger beurteilen, als der
Reichskanzler dies zu tun können glaubte.
Schließlich wollen wir noch auf folgendes hinweiſen:
Seit einem Jahrzehnt muß die ſogenannte Liebesgabe
dazu herhalten, die Habgier der Agrarier zu Laſten der
übrigen Steuerzahler an den Pranger zu ſtellen. Seit
einem Jahrzehnt bildet die Liebesgabe einen
bevorzug=
ten Agitaſionsſtoff gegen die rechtsſtehenden Parteien
und die angeblich in deren Banne ſtehende Regierung.
Jetzt will die Regierung die Aufhebung vorſchlagen, ſofort
dreht ſich der Wind, nun iſt die Aufhebung nichts mehr
wert und die Liebesgabe ein Schutz für die Konſumenton
geworden. Vielleicht erleben wir es noch gar, daß die
bisher ſo verhaßte Liebesgabe zu Gunſten der
Verbrau=
cher noch erhöht werden ſoll. Das wäre der Gipfel.
Churchills Flottenrede.
C Man ſchreibt uns: Mit vollkommener Offenheit
hat der engliſche Marineminiſter vor dem Unterhauſe die
Flottenfrage dargelegt und es an deutlicher Bezugnahme
auf Deutſchland nicht fehlen laſſen. Deshalb iſt eine
offene Antwort umſomehr am Platze, je klarer es am
Tage liegt, daß Churchills Rede in erſter Linie darauf
zugeſchnitten iſt, die öffentliche Meinung Deutſchlands zu
beeinfluſſen. Beſitzt das deutſche Volk in der Tat den
„derben Verſtand”, den Churchill an ihm rühmt. dann
wird ihm nicht verborgen bleiben, daß in London bei dem
Streben nach maßgebender Einwirkung auf die deutſche
Flottenpolitik ein Syſtemwechſel ſich vollzogen hat. Von
dem ſtolzen Standard: zwei engliſche Kiele gegen einen
deutſchen Kiel will Churchill jetzt nichts wiſſen; ihm
ge=
nügt ſchon eine Ueberlegenheit von 60 Prozent an
Schlacht=
ſchiffen und Schlachtkreuzern; ja, er ſtellt ſogar für den
Fall, daß Deutſchland das geplante Bautempo während
der nächſten 6 Jahre ermäßigt, die engliſche Nachahmung
dieſes Beiſpiels in größerem Maßſtabe in Ausſicht.
Den praktiſchen Wert derartiger Flottenpläne
Groß=
britanniens richtig zu erkennen ,hat Churchill dem
deut=
ſchen Volke durch die Vorbehalte ermöglicht, die er
be=
treffs ihrer Durchführung macht. Denn während er auf
dem Papier das engliſche Programm allein nach dem
Verhalten Deutſchlands bemißt, läßt er die Durchführung
des engliſchen Programms nicht nur von der Aenderung
des geltanden deutſchen Flottengeſetzes abhängen,
ſon=
dern auch von anderen Momenten, die ſich der Einwirkung
Deutſchlands gänzlich entziehen. Dahin gehören zunächſt
„unerwartete Entwickelungen anderer Länder‟. Das
heißt: ſobald beiſpielsweiſe Frankreich oder Rußland mit
ihren Bauprogrammen einen nennenswerten Schritt
vorwärts getan haben oder es beſchleunigen, behält ſich
Churchill vor, zu erklären, daß Großbritannien jetzt mit
dem Standard von 60 Prozent Ueberlegenheit über die
deutſchen Schlachtſchiffe nicht mehr auskomme. Ein
zwei=
ter Vorbehalt Churchills betrifft die engliſchen Schiffe der
Vordreadnoughtperiode. Da dieſe Schiffe im Vergleich
mit den allermodernſten allmählich an Gefechtswert
ver=
lieren, ſoll hier das engliſche Verhältnis in Neubauten
über den 60 Prozent=Standard ſteigen. Damit hat ſich
Churchill für die Ueberſchreitung ſeines laut verkündeten
60 Prozent=Standards ſo gewaltige Hintertüren offen
gehalten, daß ſie auch von einem Volke mit weniger
der=
bem Verſtand, als er uns Deutſchen nachrühmt, bemerkt
werden müſſen.
Kann angeſichts ſolcher Vorbehalte das ſcheinbare
Entgegenkommen Churchills nicht den mindeſten Eindruck
herporrufen, ſo gilt das Gleiche betreffs ſeiner ſonſtigen
Verſuche, uns von der Verſtärkung der maritimen Rüſtung
abzubringen. Churchill arbeitet da vor allem mit der
Fiktion, daß Deutſchland noch gar keine Ahnung von den
Koſten habe, die die Erhaltung eines großen
Schiffs=
beſtandes erfordere. In Wirklichkeit weiß Deutſchland
infolge ſeines feſten Flottenplans hierüber genauer
Be=
ſcheid als Großbritannien, das den Standard ſeiner
Flot=
tenſtärke erklärtermaßen je nach den Umſtänden einrichtet.
Meint aber Churchill, Deutſchland habe keine praktiſchen
Erfahrungen über den tatſächlichen Geldbedarf für die
Erhaltung einer ſtarken Flotte, ſo wird dieſe Anſchauung
durch den Umſtand widerlegt, daß die deutſche Flotte, die im
Jahre 1901 eine Ausgabe von 194,8 Millionen Mark
erfor=
derte, im Jahre 1912 eine Ausgabe von 449,5 Millionen
Mark beanſprucht. „Die Grundlage der Flottenpolitik
iſt die Finanzwirtſchaft”, ſagte Churchill am Anfang
ſei=
ner Rede. Nun, wir haben nach Ueberwindung großer
Schwierigkeiten dieſe Grundlage geſchaffen und werden
nicht nur gewillt, ſondern auch imſtande ſein, ſie zu
er=
halten. Für Großbritannien aber ergeben ſich gerade
von der finanziellen Grundlage der Flottenpolitik aus
Schwierigkeiten, deren Ernſt im Zuſammenhange mit der
geſamten inneren Politik des Inſelreiches täglich ſchärfer
hervortritt. Sachkundige Beurteiler erblicken gerade hierin
den Hauptgrund des engliſchen Trachtens nach
Beſchnei=
dung der deutſchen Flottenausgaben.
Churchill hat ferner unter militäriſchem Geſichtspunkt
uns die maritime Abrüſtung ans Herz gelegt. Er ſah
für den Kriegsfall der engliſchen Flotte nicht weniger als
die „abſolute Ueberlegenheit” geſichert, wenn auf dem
fürchterlichen Wege des „Ausmerzens” Schiff gegen Schiff
in jeder Klaſſe verloren werde. Bei ſolcher Auffaſſung
iſt vorausgeſetzt, daß Großbritannien nur mit einer ſtarken
Seemacht zu kämpfen habe, und es wird völlig überſehen,
welche Erſchütterung Englands Weltſtellung erleiden
muß, wenn ein Krieg ſeine Flotte ſo ſtark dezimiert, daß
es ihm unmöglich wird, den anderen Mächten gegenüber
die Seeherrſchaft zu behaupten. Offenbar greift
Chur=
chill zu derartigen, der Wirklichkeit abgewandten
Beweis=
mitteln, weil er uns um jeden Preis einreden will: „Die
Deutſchen werden an Seemacht durch eine Vermehrung
nichts gewinnen und durch eine Verminderung nichts
verlieren.” — Das iſt eine höfliche Umſchreibung
ſei=
nes Ausſpruchs von der deutſchen „Luxusflotte”. Auf
ein Volk mit derbem Verſtand wird Churchills Höflichkeit
von heute ebenſowenig Eindruck machen, wie ſeine
gro=
teske Grobheit von geſtern. Denn wir können mit
eige=
nen Augen ſehen, was eine ſtarke Flotte für die Seemacht
eines Staates bedeutet, und wir finden durch die
Erfah=
rungen der Geſchichte denſelben Sachverhalt beſtätigt.
Uns in dieſer Beziehung beſchwatzen zu wollen, gehört
zu dem Syſtem offenen Bauernfanges, das jetzt an der
Themſe Trumpf iſt.
Deutſches Reich.
Senſationsnachrichten? In Berliner
Blättern tauchen die ſich widerſprechendſten Gerüchte über
angebliche Veränderungen in den höchſten
Reichsäm=
tern auf.
Nachdem die Nationalzeitung verſichert hatte, die
Stellung des Reichskanzlers ſei erſchüttert und der
Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes von Kiderlen=
Wächter werde bald gehen und durch den Botſchafter in
Waſhington Grafen von Bernſtorff erſetzt werden, erklärt
die Morgenpoſt: An v. Kiderlens Stelle, der Nachfolger
des Frhrn. v. Marſchall in Konſtantinopel wird, trete
der Direktor der politiſchen Abteilung im Auswärtigen
Amt Wilhelm Frhr. v. Stumm. Dagegen verſichern der
Berliner Lokalanzeiger und das Berliner Tageblatt, von
Kiderlen habe ſeine Demiſſion nicht gegeben und werde
auch nicht zurücktreten. Wohl aber beſtehen nach dem
Berliner Tageblatt zwiſchen Herrn von Tirpitz und den
Marinekreiſen einerſeits und Herrn von Bethmann
Holl=
weg, Herrn von Kiderlen=Wächter und der geſamten
deutſchen Diplomatie anderſeits Unſtimmigkeiten wegen
der engliſchen Politik. Dasſelbe Blatt verſichert auf das
beſtimmteſte, daß die Rede Churchills nicht das Mindeſte
mit der beabſichtigten Verſchiebung der Kaiſerreiſe nach
Wien, Venedig und Korfu zu tun habe. Es treffe aber
zu, daß der Kaiſer wegen des Streiks im Ruhrrevier die
Reiſe hinausſchieben wollte. Da der Streik beendet iſt,
werde die Abreiſe am Freitag erfolgen. Der Berliner
Lokalanzeiger erklärt in einem inſpirierten Artikel
eben=
falls, daß die Hinausſchiebung der Kaiſerreiſe lediglich
durch die Ausſtände und durch den Wunſch, die
Wehrvor=
lagen vor der Abreiſe ſpruchreif zu ſehen, bedingt iſt.
Wahrſcheinlich werde die Reiſe nächſten Montag
angetre=
ten werden können. — Die Köln. Ztg. tritt allen dieſen
Kriſengerüchten entgegen Sie ſchreibt: Als ein Zeichen
übertriebener Nervoſität kann wohl die Aufregung
betrach=
tet werden, die ſich einiger Kreiſe angeſichts der Meldung
bemächtigt hat, daß die Reiſe des Kaiſers nach Korfu
ver=
ſchoben ſei. An ſich iſt es wirklich nicht weſentlich, ob der
Kaiſer dieſe Reiſe einige Tage früher oder ſpäter antritt,
und um ihr eine Bedeutung beizumeſſen, mußte man ſie
künſtlich mit anderen Vorgängen in Verbindung bringen,
wie der Rede des engliſchen Marineminiſters,
unfreund=
lichen Abſichten Rußlands gegen die Türkei und
angeb=
lichen Konferenzen im Reichsmarineamt. Zugleich wurde
aber auch die Verſchiebung der Reiſe mit Schwierigkeiten
der inneren Lage begründet. Das alles verfehlte auf die
Börſe ſeinen Eindruck nicht, und wenn man den
umſchwir=
renden Gerüchten nicht ſehr ſchnell von amtlicher Seite
entgegengetreten wäre, ſo würden die Kurſe wahrſcheinlich
noch mehr nachgegeben haben. Tatſächlich hat nun die
Verſchiebung der Reiſe in gar keiner Weiſe mit der
aus=
wärtigen Politik zu ſchaffen, und alle daran geknüpften
Folgerungen und Vermutungen ſind ganz hinfällig. Auch
in der inneren Politik ſind Ueberraſchungen zurzeit wohl
ausgeſchloſſen, und auch die Entwickelung des
Ausſtan=
des der Bergleute vollzieht ſich in einer Weiſe, welche die
Anweſenheit des Kaiſers nicht nötig macht. Wenn dieſer
trotzdem eine Verſchiebung der Abfahrt ſo lange für
wün=
ſchenswert hielt, bis ſich die Ruhe im Lande noch weiter
befeſtigt hat, ſo iſt das ein Entſchluß, den man nur
ver=
ſtehen und billigen kann. Wenn alle die ſchwierigen
Fra=
gen, unter deren Druck wir noch immer ſtehen, ſo leicht
erlediat werden könnten wie die Gerüchte, die man an Fir
Verſchiebung der Reiſe des Kaiſers nach Korfu geknüpft
hat ſo würde ſich die europäiſche Lage bald ſehr
ange=
nehm geſtalten.
Zum Rücktritt Wermuths wird verſichert,
daß niemand, weder der Kaiſer noch der Reichskanzler,
daran gedacht hat, dem Staatsſekretär Schwierigkeiten
in ſeinem Amte zu machen oder ihm eine
Amtsnieder=
legung auch nur im mindeſtan nahezulegen. Dieſe
ent=
ſprang vielmehr lediglich dem eigenen und als ſolchen
ausdrücklich betonten Wunſche Wermuths.
Die Verkehrseinnahmen der
deut=
ſchen Eiſenbahnen im Februar 1912 betrugen
im Perſonenverkehr 50914278 Mark, im Güterverkehr
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Nummer 69.
157 262 411 Mark, das bedeutet gegen das Vorjahr ein
Mehr von 4626959 reſp. 20080 560 Mark.
Inder Frage der Feſtlegungdes
Oſter=
feſtes hat, wie mitgeteilt wird, die Reichsleitung
meh=
rere Staaten um eine Meinungsäußerung erſucht. Die
eingelaufenen Antworten ſind zum Teil zuſtimmend, zum
Teil ausweichend ausgefallen. Nur Rußland und
Ita=
lien ſind nicht geneigt „einer Feſtlegung des Oſterfeſtes
zu=
zuſtimmen, und wollen auch keine Vertreter zu einer
inter=
nationalen Konferenz, die unſere Regierung angeregt hat,
entſenden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Zahlenlotto und Klaſſenlotterie. Die
öſterreichiſche Regierung hat im Abgeordnetenhauſe einen
Geſetzentwurf über die allmähliche Aufhebung des
Zah=
lenlottos und Einführung einer Klaſſenlotterie
einge=
bracht.
Frankreich.
Die militäriſchen Operationen in
Ma=
rokko. Die Kammer debattierte über einen
Ergän=
zungskredit von ungefähr 60 Millionen für die
militäri=
ſchen Operationen in Marokko. Der Kriegsminiſter
er=
klärte, Frankreich müſſe in dem Augenblick, wo es daran
gehe, das Protektorat zu errichten, alle zur Verfügung
ſtehenden Mittel anwenden. Es werde die Marokkaner
zum Kriegsdienſt annehmen, aber die aus ihnen
rekru=
tierten Streitkräfte würden ausſchließlich den franzöſiſchen
Intereſſen dienen. Poincaré ſagte, die Regierung
be=
trachte es einſtimmig als unmöglich, im Voraus die
nö=
tigen Kredite zu beſtimmen. Man müſſe für das nächſte
Jahr die gleichen Summen wie für 1912 vorſehen, aber
die Regierung könne ſich nicht verpflichten, ſie nicht zu
überſchreiten. Die Vorlage wurde mit 425 gegen 70
Stim=
men angenommen.
England.
Die Flottenvorlage. Die Weſtminſter
Ga=
zette ſchreibt: „Der Zweimächte=Standard hat uns
bis=
her die notwendige Ueberlegenheit über eine Macht
ge=
geben. Unter der neuen Formel tun wir nichts weiter,
als ihn behaupten. Die Deutſchen würden in unſeren
Lage nichts anderes und nichts weniger tun. Sie werden
die Darlegung der für uns notwendigen Handlungsweiſe
ſchwerlich übelnehmen. Eine Vermehrung des deutſchen
Schiffsbaues um zwei Dreadnoughts in ſechs Jahren
iſt keine beſonders fürchterliche Ausſicht. Wir brauchen
deswegen keinen Streit, können aber zugleich nach einer
Beſſerung der politiſchen Beziehungen, von denen
ſchließ=
lich der Wettbewerb zur See abhängt, ſtreben und abſolut
klarmachen, daß wir unſer Tempo nicht beſchleunigen.
Das Kohlenzechengeſetz. Premierminiſter
Asquith brachte am Dienstag bei ſtark beſetztem Hauſe
den Geſetzentwurf über die Mindeſtlöhne in der
Kohlen=
induſtrie ein.
Asquith erklärte, daß er dieſe Maßregel nur mit dem
größten und aufrichtigſten Widerſtreben vorſchlüge, aber
eine ſchnelle Annahme des Geſetzentwurfes ſei abſolut
nö=
tig zum Beſten des Landes. Die Regierung habe zu
ei=
nem Geſetzentwurf ihre Zuflucht genommen, als jede
Hoffnung auf eine Beilegung des Streiks durch Vergleich
geſchwunden war. Nachdem er ſodann die Politik der
Regierung hinſichtlich der Verhandlungen verteidigt hatte,
erläuterte er die Verordnungen in dem Entwurf, der
feſt=
ſetzt, daß den unter Tage Arbeitenden ein Mindeſtlohn
gezahlt werden ſoll. Dieſer Lohn ſoll von dem Augenblick
an zahlbar ſein, wo die Arbeiter ihre Arbeit wieder
auf=
nehmen und ſoll durch Bezirksausſchüſſe feſtgeſetzt
wer=
den. Der Entwurf enthält keinerlei Strafbeſtimmungen.
Der Arbeitgeber hat den Arbeitenden unter Tage nicht
weniger Lohn zu zahlen, als in dem Entwurf beſtimmt
werden wird. Indeſſen wird der Entwurf den
Gruben=
beſitzer nicht zwingen, ſeine Kohlengruben zu öffnen,
ebenſowenig, wie den Arbeiter dazu, einzufahren. Ein
Zwang wird alſo nach keiner Seite ausgeübt werden.
Auch iſt der Entwurf nur eine vorübergehende
Maß=
nahme, die drei Jahre lang in Kraft bleiben wird. Er,
Asquith, glaube und hoffe, daß der Entwurf Erfolg haben
würde, aber das iſt alles, was vom Parlament jetzt verlangt
werden kann. Er hoffe, daß man nicht zu anderen
abwei=
chenden Maßregeln gezwungen ſein würde, um die
In=
duſtrie und das Volk gegen Elend und Not zu ſchützen.
Bonar Law erklärte es für möglich, daß das von der
Regierung vorgeſchlagene Mittel gegen die herrſchende
Notlage ſich als weit gefährlicher herausſtellen könnte,
als die Notlage ſelbſt. In dem Entwurf ſei keine von
den Bürgſchaften gegen die Verminderung der
Kohlen=
förderung vorgeſehen, die Asquith den Grubenbeſitzern
verſprochen habe. Die Lage ſei die, daß ſie einen Druck
auf Regierung und Parlament ausüben könnten, um ihre
Forderungen durchzuſetzen. Dadurch, daß das Haus den
Entwurf annehme, werde es jeden anderen
Handels=
zweig, der eine ſtarke Organiſation beſitze, auffordern,
ſeine Macht zur Erreichung desſelben Erfolgs zu
gebrau=
chen und die Bildung neuer Organiſationen hervorrufen,
wo augenblicklich keine beſtänden. — Ramſay Macdonald
erklärte, jedermann wünſche den Streik unter den
Be=
dingungen beigelegt zu ſehen, die von den Grubenbeſitzern
verwirklicht und von den Arbeitern angenommen
wer=
den könnten. Wenn der vorliegende Entwurf dieſes
er=
reiche, würde die Arbeiterpartei ihre Unterſtützung geben.
Obgleich ſie für die Aufnahme von gewiſſen Bürgſchaften
in den Entwurf eintrete, werde ſie doch alles tun, was in
ihrer Macht ſteht, um das Durchbringen des Geſetzes noch
in dieſer Woche zu ſichern. — Lord Robert Cecil erklärte,
der Streik ſei ein Teil einer großen Verſchwörung einer
kleinen Schar von revolutionären Gewerkſchaftlern, die
die Macht über die Induſtrie des Landes erlangen
wollten. Lloyd George gab zu, daß die Bill ein
zeit=
weiliger Notbehelf ſei, aber es ſei gegenwärtig ein
zeit=
weiliges, aber ſofort wirkſames Mittel notwendig, das
den Charakter des Verſuchs tragen müſſe. Er glaube
nicht, daß die Gewerkſchaften eine wirkliche Gefahr
dar=
ſtellten. Die Forderung eines Mindeſtlohnes ſei gar
keine Forderung der Gewerkſchaften. Niemand habe
einen beſſeren Vorſchlag machen können, als die
Regier=
ung. Wenn die Maßnahme fehlſchlage, könnten immer
noch ſtärkere Mittel angewandt werden.
Das Unterhaus nahm die Mindeſtlohn=Bill in erſter
Leſung einſtimmig an. Man glaubt allgemein, daß die
Bill am Samstag Geſetz wird.
England und die franzöſiſch=ſpaniſchen
Marokko=Verhandlungen. In Erwiderung
auf eine Anfrage im Unterhauſe erklärte Sir Edward
Grey, die britiſche Regierung wolle an den
Verhandlun=
gen zwiſchen Frankreich und Marokko nicht teilnehmen.
Es ſei eine allgemeine Regel, daß man gute Dienſte nicht
anbiete, wenn ſie nicht von beiden im Widerſtreit
befind=
lichen Parteien verlangt werden, und daß man ſie nicht
verweigere, wenn ſie auf dieſe Weiſe verlangt würden.
Er habe keinen Grund zu der Annahme, daß in dieſem
Falle irgend eine Differenz entſtehen könne. Chapple
fragte an, ob England beabſichtige, alle Intereſſen in
Ma=
rokko aufzugeben. Grey erwiderte: Unſere Stellung
Marokko gegenüber iſt gegeben durch die Abkommen, die
dem Hauſe vorgelegen haben und durch die Mitteilungen,
die dem Hauſe im letzten Jahre gemacht wurden.
Rußland.
Waſſſerverhindung zwüſchen Wollga
und Don. Das Verkehrsminiſterium hat eine
Kom=
miſſion gebildet, die das von privater Seite entworfene
Projekt betreffend eine Waſſerverbindung zwiſchen Wolga
und Don prüfen ſoll. Der Kanal ſoll von Zarizin nach
Kalatſch führen. Die Baukoſten ſind auf 60 Millionen
veranſchlagt.
Vereinigte Staaten.
Das demokratiſche Verbrauchs= und
Ein=
kommenſteuergeſetz iſt vom Repräſentantenhauſe
ohne Abänderung mit 249 gegen 41 Stimmen
angenom=
men worden. Auch von republikaniſcher Seite ſtimmten
viele dafür.
* Paris, 19. März. Der König und die
Kö=
nigin von Belgien ſind heute abend hier
einge=
troffen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 21. März.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Dienstag vormittag 11 Uhr im
Neuen Palais den Kunſtmaler Vollbehr aus München
und nachmittags 4 Uhr den Königlich Preußiſchen
Geſandten Freiherrn v. Jeniſch. (Darmſt. Ztg.)
* Zum Vortrag empfingen Se. Königl. Hoheit der
Großherzog am Mittwoch den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach und den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Das Großh. Regierungsblatt Beil. Nr. 5,
ent=
hält: 1. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium des
Innern für das Kalenderjahr 1912 genehmigten
Um=
lagen zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen
Religionsgemeinden des Kreiſes Mainz. 2. Ueberſicht
der von Großh. Miniſterium des Innern für das
Etatsjahr 1912 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung
der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden
des Kreiſes Lauterbach. 3. Ordensverleihungen. 4.
Er=
mächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder
Orden. 5. Namensveränderung. 6. Dienſtnachrichten.
7. Dienſtentlaſſung. 8. Promotionen an der Großh.
Landesuniverſität im Jahre 1911. 9.
Charakter=
erteilungen.
g. Strafkammer. Wegen verſuchter Mitnahme von
Werkzeug ſtand geſtern der 34jährige Schloſſer Jakob
Köhler aus Neu=Iſenburg unter der Anklage des
ver=
ſuchten Diebſtahls vor der hieſigen Strafkammer. Der
bereits wegen Eigentumsdelikten wiederholt, einmal ſogar
mit Zuchthaus, vorbeſtrafte Angeklagte war im Dezember
vorigen Jahres als Werkzeugſchloſſer in der
Metall=
warenfahrik Moller in Offenbach beſchäftigt. Am 8.
De=
zember kündigte er ſein Arbeitsverhältnis auf. Am
Samstag vor Ablauf dieſer Zeit wollte er das von der
Firma gelieferte Arbeitszeug im Anſchaffungswerte von
60—80 Mark mit nach Hauſe nehmen, wurde dabei jedoch
vom Betriebsleitar überraſcht. Das Gericht ſchenkte der
Ausrede des Angeklagten keinen Glauben und erkannte
ihn des verſuchten Diebſtahls ſchuldig und verurteilte ihn
zu 3 Monaten Gefängnis.
* Von der Landesuniverſität. Der
Fakultäts=
prüfung für das höhere Lehramt zu Gießen
unterzogen ſich im Winterſemeſter 1911/12 57
Kandi=
daten. Davon beſtanden 38 — 66,7 %, und zwar
auf Grund einmaliger Prüfung 22, von zwei
Prü=
fungen 14 und von drei Prüfungen 2. Es beſtanden
die Prüfung nicht 19 Kandidaten = 33,3 %. — Zu
den ſogenannten Erweiterungsprüfungen wurden 5
Kandi=
daten zugelaſſen, von denen 2 nicht heſtanden.
* Vom Hoftheater. Wegen Unpäßlichkeit des Herrn
Hans Hacker wird die Partie des Geſangslehrers Alfred
in der „Fledermaus” von Herrn Bernhardt geſungen,
der die Partie kürzlich ſchon einmal geſungen hat.
— Vom Roten Kreuz. Unter dem Vorſitz J. K. H. der
Großherzogin fand am Montag, den 18. März,
nach=
mittags 3 Uhr, im Alten Palais zu Darmſtadt eine
Delegierten=Verſammlung des Alice=
Frauenvereins für Krankenpflege (des
Heſſi=
ſchen Landes=Frauenvereins vom Roten Kreuz) ſtatt, um
über die Bildung eines Landesausſchuſſes für die
Zweig=
vereine Beſchluß zu faſſen. Der Generalſekretär
Geheime=
rat Beſt referierte über die Aufgaben des zu ſchaffenden
Landesausſchuſſes, der dazu berufen ſein ſoll, eine engere
Fühlung zwiſchen dem Zentralkomitee und den
Zweigver=
einen herzuſtellen und die die Zweigvereine
gemeinſchaft=
lich berührenden Angelegenheiten zu beraten. Er legte die
Notwendigkeit dar, für die Ausbreitung des Alice=
Frauen=
vereins neuen Boden zu gewinnen und die
Vereinsorgani=
ſation weiter auszubauen, und ſtreifte hierbei die
Ver=
hältniſſe der Landes=Frauenvereine vom Roten Kreuz in
den Nachbarſtaaten, denen gegenüber der Alice=
Frauen=
verein an Zahl der Zweigvereine und Mitglieder nicht
unerheblich zurückſteht. Er trug hierauf den Entwurf der
Satzung für den Landesausſchuß vor, der mit geringen
Aenderungen die Zuſtimmung der Verſammlung fand.
Nach der Satzung beſteht der Landesausſchuß aus einem
weiteren und einem engeren oder geſchäftsführenden
Aus=
ſchuß. Der weitere Ausſchuß ſetzt ſich zuſammen aus je
zwei von den Zweigvereinen gewählten Delegierten, den
Vertrauensdamen, den Mitgliedern des engeren
Aus=
ſchuſſes und den Mitgliedern des Zentralkomitees. In
den engeren Ausſchuß wurden 17 Mitglieder, 12 Damen
und 5 Herren, berufen. Von der hohen Präſidentin
wur=
den Freifrau von Nordeck zur Rabenau zur Vorſitzenden
des engeren Ausſchuſſes und Frau Geh. Medizinalrat
Pfannenſtiel zur ſtellvertretenden Vorſitzenden,
Miniſterial=
rat Dr. Kratz zum Geſchäftsführer und Legationsrat Dr.
Neidhart zu deſſen Stellvertreter ernannt. Auf Grund der
Wahl gehören dem engeren Ausſchuß als Mitglieder
wei=
ter an: Frau Geh. Kommerzienrat Strecker in Mainz,
Frau Marie Bachfeld in Offenbach, Frau Kommerzienrat
Grünewald in Alsfeld, Frau Kreisrat Freifrau Schenck
zu Schweinsberg in Alzey, Frau Bürgermeiſter Dr. Kayſer
in Bad=Nauheim, Frau Margarete Weickardt in Butzbach,
Frau Medizinalrat Dr. Nebel in Friedberg, Frau Pfarrer
Aus der Leidenszeit einer
Operetten=
königin.
* * Daß das Leben manchmal überraſchendere
Ro=
mane ſchreibt, als ſie die kühnſte Phantaſie erſinnen möchte,
beweiſt die Geſchichte der großen Operettendiva Marie
Desclauſaz, die ſoeben im Alter von 72 Jahren in
Paris geſtorben iſt. Sie hatte beſonders dem genialen
Charles Lecocg ſeine Triumphe erringen helfen und war
ſchon bei der erſten Aufführung ſeiner berühmten „Tochter
der Mme. Angot” in einer wichtigen Rolle beſchäftigt
ge=
weſen. Als nun Lecocgs Operette vor kurzem wieder zu
allgemeinem Entzücken im Pariſer Galté=Theater
aufge=
führt wurde, kam der engliſche Korreſpondent John N.
Raphael auf den Gedanken, die alte Dame aufzuſuchen
und ſich aus ihren Anfängen erzählen zu laſſen. „Ich war
mit 18 Jahren ein armes, unglückſeliges ,von aller Welt
verlaſſenes Ding”, erzählte ihm Mme. Desclauſaz.
„Meine Eltern waren beide tot, ich hatte wenige oder gar
keine Freunde und ſtand ſeit meinem 14. Jahre auf den
„weltbedeutenden Brettern” — die alten Lippen
um=
ſpielte dabei ein kleines pathetiſches Lächeln. — „Ich hatte
es ſchlecht. Schon auf dem Konſervatorium hatte ichs
ſchlecht gehabt, aber da lebten noch meine Eltern und ich
fand bei ihnen Troſt und Zuflucht vor meinen
Ent=
täuſchungen. Nach ihrem Tode ſpielte ich meiſt in der
Provinz; wenn man es ſpielen nennen kann, daß ich ein
oder zwei Verſe zu ſprechen hatte. Dafür bekam ich eine
Gage, die faſt ganz für meine Kleidung draufging, ſo daß
ich oft hungrig zu Bett gehen mußte. Das konnte ſo nicht
weiter gehen. Ich dachte damals ſehr ernſthaft an
Selbſt=
mord; ſchien mir doch mein Leben für niemanden mehr
von Nutzen zu ſein, am wenigſten für mich ſelbſt.
Wie ich ſo elend und ſo verlaſſen war, las ich eines
Morgens in den alten Briefen meiner Mutter, die ſie einſt
von meinem Vater erhalten. Es waren zerknitterte
Liebesbriefe auf vergilbtem Papier, und ich weinte und
weinte über ihnen, denn ich hatte noch nie einen
Liebes=
brief bekommen und war 18 Jahre alt. Da fiel aus der
Schublade, wo die Briefe lagen, plötzlich ein Blatt, das
an mich adreſſiert war; der Name meines Vaters ſtand
darunter. „Meine gute kleine Marie,” las ich, „wenn Du
jemals Hilfe brauchen ſollteſt, dann wende Dich an Prof.
Z. in Paris. Er iſt mein Freund, und er wird meiner
Tochter helfen.” Wenn ich jemals Hilfe brauchen ſollte!
Ich zog mein ſchäbiges Jackett an und ging — den alten
Brief mit meinen Fingern feſt umklammernd — um
Prof. Z. aufzuſuchen. Ich kannte ſeinen Namen; ganz
Paris kannte ihn, denn er war damals der berühmteſte
Arzt. Und er war meines Vaters Freund geweſen!
„Dritter Stock” ſagte der Portier, als ich vor dem großen
Hauſe ſtand, wo er wohnte. Ein alter Diener öffnete mir,
fragte nach meinem Namen und führte mich dann direkt in
ein Zimmer, wo ein Herr ſchreibend an einem großen Tiſch
ſaß. Er war jünger, als ich erwartet hatte. Er ſchob einen
Haufen Papier beiſeite und wandte ſich freundlich an mich.
„Was kann ich für Sie tun, mein Fräukein,” ſagte er.
„Ich bin Malwina Erneſtine Armand,” erwiderte ich
(mein wirklicher Name iſt nicht Marie Desclauſaz, müſſen
Sie wiſſen). Sie waren der Freund meines Vaters und
ich bin am Verhungern.” Ich ſah den Herrn nur noch
ganz verſchwommen durch meine hervorſtürzenden Tränen,
denn ich hatte meinen ganzen Mut zuſammengenommen
und war jetzt am Ende. Ich wußte, wie beſchäftigt große
Aerzte ſind, und ſo erzählte ich nun haſtig unter
beſtän=
digem Schluchzen meine Geſchichte. Sie war ja nicht lang:
Vater und Mutter tot; nachdem ſie begraben, gerade noch
Geld genug, um die Trauerkleider zu bezahlen und eine
Woche zu leben; mein Engagement in Rheims; die
Un=
möglichkeit für ein anſtändiges Mädchen, von der Gage zu
leben. . . Ich erzählte dann, wie ich entſchloſſen war, zu
ſterben, als ich meines Vaters Brief fand, und daß er
meine einzige Hoffnung wäre. Er ſaß und hörte und ſah
mich an, und in ſeinen Augen waren Tränen. „Armes
Kind, armes Kind!” ſagte er wieder und wieder. Und
dann klingelte er und ließ Madame rufen. Seine Frau
kam; ſchon grau, aber mit jungem Geſicht und voll
mütter=
licher Liebe. Er wies auf mich, er ſtotterte erwas, denn er
war zu gerührt, um zu ſprechen. Seine Frau umarmte
und küßte mich. Ich brach zuſammen vor Glücksgefühl. Es
war ja ſo lange her, ſo lange, daß ein paar gütige Arme
mich umfingen, daß man liebevoll zu mir geſprochen hatte:
Ich erzählte meine Geſchichte von neuem. „Nun iſt all Ihr
Leid zu Ende,” ſagte ſie; „er hat großen Einfluß und hat
ſchon einen Brief für Sie geſchrieben.‟ Es war ein
Empfehlungsſchreiben an einen großen Pariſer
Theater=
direktor, den Direktor der „Ambigu Comique‟ Ich
be=
dankte mich. „Mein Kind” ſagte der Herr, „in dieſen
Kleidern können Sie aber nicht zu dem Direktor gehen.
Sie ſind etwas abgetragen und ich habe ihm geſchrieben,
er ſolle Ihnen ein gutes Engagement verſchaffen.” „
Kom=
men Sie mit mir,” fiel die Dame ein „Wir hatten eine
Tochter, die ganz in Ihrem Alter war, als ſie vor wenigen
Monaten ſtarb.” Ich ſah, daß die Beiden auch ſchwarze
Kleider an hatten. „Ich kann Ihnen nicht danken, Herr,”
ſagte ich, „aber ich muß Ihnen das hier geben; es iſt das
einzige Ding von Wert, das ich habe.” Ich hielt ihm
meines Vaters Brief hin; er nahm ihn, las ihn und ſah
michverſtaunt an. „Mein Kind,” ſagte er, „das iſt ein
außerordentliches Mißverſtändnis, ich habe Ihren Vater
nie gekannt.” „Was — Sie ſind nicht Prof. Z. — der
große Arzt?” fragte ich. „Nein, mein Mann iſt Charles
Lecocg, der Komponiſt,” antwortete ſeine Frau lachend.”
„Prof. Z. wohnt einen Stock unter uns,” erklärte Lecocg.
„Doch gehen Sie nun mit meiner Frau mit, laſſen Sie ſich
nett anziehen und beſuchen Sie dann den Direktor. Die
Vorſehung hat Sie zu mir geſchickt; der gute Gott hat ſeine
eigenen wunderbaren Wege.” Und ſo bekam ich mein
erſtes Pariſer Engagement,” ſchloß Marie Desclauſaz.
Nummer 69.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Seite 3.
Rheinfurth in Gau=Odernheim, Frau Geh. Juſtizrat
Geb=
hardt in Gießen, Frau Kommerzienrat Martha Opel in
Rüſſelsheim, Direktor des Stadtkrankenhauſes in
Offen=
bach, Dr. Rebentiſch, Pfarrer Chriſtmann in Framersheim
und Bürgermeiſter Moller in Wöllſtein. Nach Schluß der
Verſammlung folgten die Teilnehmer einer Einladung
J. K. H. der Großherzogin zum Tee.
* Warnung. Ein gewiſſer Percy Zimmermann,
der erſt vor einigen Monaten aus dem Gefängnis S.
Domingo entlaſſen wurde, beſchäftigt ſich augenblicklich
damit, daß er durch Annoncen in deutſchen Zeitungen junge
Leute ins Ausland engagiert, denen gegenüber er ſich als
Kaufmann und Plantagenbeſitzer ausgibt. Da ſeinem
Treiben keine guten Abſichten zugrunde liegen, muß davor
gewarnt werden, mit Zimmermann in Verbindung zu
treten.
* Heſſiſcher Goethebund. Für den heute Abend vom
Goethebund veranſtalteten Vortrag von Pfarrer Jatho ſind
ſämtliche Karten ausverkauft. Der Vortrag findet
pünkt=
lich abends 8 Uhr im großen Saale der Turnhalle am
Woogsplatz ſtatt. Der Saal wird um 7 Uhr geöffnet. Um
einer Ueberfüllung des Saales vorzubeugen, werden keine
Karten mehr ausgegeben.
— Der Mozart=Verein beſchließt ſeine dieswinterliche
Tätigkeit nächſten Montag, den 25. März, im Saalbau
mit einer Männerchor=Aufführung großen Stils.
Mit=
wirkende ſind die Konzertſängerin Frl. Elſe Ziegler von
Frankfurt a. M., eine talentvolle und mit hervorragenden
Stimmitteln begabte Kunſtjüngerin, die Herren
Hofopern=
ſänger Alfred Stephani und Konzertſänger Franz
Müller von hier, ſowie die Großh. Hofkapelle: Das
Programm des Abends, das ausſchließlich moderne
Kom=
poſitionen mit Begleitung des Orcheſters aufweiſt, bringt
in ſeinem erſten liederartigen Teile Fr. Schuberts „
All=
macht” für Tenorſolo und Chor in der Liſztſchen
Bear=
beitung, „Nachtgeſang” für eine Baßſtimme von S.
Hauſſegger (Herr Stephani), Lieder für Alt von Guſt.
Mahler: a) „Ich atmet’ einen linden Duft”, b) „
Rhein=
legendchen” (Frl. Ziegler). Lieder für Tenor von Fr.
Liſzt: a) „O komm im Traum”, b) „Mein Kind, wär ich
König” (Herr Fr. Müller), ſowie 2 Chöre von dem
jungen erfolgreichen Schweizer Karl Bleyle: a) „Ein
Har=
fenklang” mit Altſolo und b) „An den Miſtral”. Die zweite
Abteilung wird von einem größeren Chorwerke Heinrich
Zöllners, des Komponiſten der Oper „Die verſunkene
Glocke” ausgefüllt, über deſſen Bedeutung und Inhalt
Näheres folgen wird
* Der Ortsgewerbeverein erläßt eine Aufforderung
zur Beteiligung ſeiner Mitglieder an einer zweiten
Wan=
derung mit folgenden Worten: Jetzt heißt es nicht
träu=
men, ſondern mit der erwachenden Natur dem Frühjahr
entgegengehen. Wie raſch iſt gerade der Zauber der
auf=
ſpringenden Knoſpen am Waldesrand verſäumt. Wie
raſch war ſchon ſo oft das erſte Grün durch eine Froſtnacht
zerſtört, um erſt im kommenden Frühjahr in ſeiner vollen
Schönheit wieder zu erſcheinen. Darum ſoll nach der
Wochenarbeit am Sonntag den Gewerbetreibenden
Gele=
genheit geboten werden, mit geringen Koſten und nicht zu
anſtrengender Wanderung ſich zu erholen; gibt es dabei
doch auch Gelegenheit, ſich mit Kollegen, ſonſtigen
Ge=
werbetreibenden und Beamten auszuſprechen, zur Zeit
ſchwebende Fragen zu erörtern und — was hierbei die
Hauptſache iſt — es ſoll und wird die frohe Stimmung
nicht fehlen; iſt doch der Zauber der Natur mächtig genug,
auf ein paar Stunden die böſen Grillen zu vertreiben.
Die Wanderung führt diesmal vom Böllenfalltor aus über
den Bordenberg, die Papiermühle, den Kohlberg, Mordach
und Kirſchberg mit Blick auf Waſchenbach uſw. nach
Nie=
der=Ramſtadt. Auf lauſchigen, von manchem noch nie
be=
gangenen Wegen geht es diesmal etwas bergauf und
bergab, doch nicht zu anſtrengend, ſodaß Alt und Jung
teilnehmen kann. Denen, die nicht mitwandern können,
iſt am Ziel Gelegenheit geboten, mit der frohen
Wander=
ſchar ein paar gemütliche Stunden zu verleben. Drum
Friſch auf zur zweiten Wanderung am kommenden
Sonn=
tag. Gäſte ſind ſtets willkommen. Näheres iſt aus dem
Anzeigenteil zu erſehen.
* Die Mitglieder des Vereins für Verbreitung von
Volksbildung genießen zu dem Vortrag am Freitag abend
im Saalbau von Oberleutnant Graetz: „Quer durch
Afrika” Vorzugspreiſe im Vorverkauf bei Schutter,
Eliſa=
bethenſtraße.
* Lieder zur Laute von Elſa Laura von
Wol=
zogen. Das Konzert findet nun am 10. April im
Saale des Hotels zur Trauhe ſtatt. Näheres folgt.
* Die Abteilung Darmſtadt der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft macht hiermit auf ihre in dieſer
Nummer erſcheinende Anzeige aufmerkſam.
* Ornis. Man ſchreibt uns: Die
Monatsver=
ſammlung des Vereins für Geflügel= und Vogelzucht
„Ornis” eröffnete der zweite Vorſitzende. Nach Verleſen
der Niederſchriften, die nicht zu beanſtanden waren,
wurden die Einläufe bekannt gegeben und einige
Ver=
bandsangelegenheiten beſprochen. Dann fand die Wahl
der Preisrichter für die diesjährige Ausſtellung ſtatt.
Da die bisher beſtellten drei Preisrichter, infolge der
zahlreichen Beſchickung der Ausſtellung mit faſt
durch=
weg hervorragenden Tieren ſtets überlaſtet waren,
wurde einſtimmig beſchloſſen, für die Folge vier
Preis=
richter mit der Prämiierung der ausgeſtellten Tiere zu
betrauen. Wegen des nächſten Beratungsgegenſtandes
„Bruteierbezug”, worüber Herr Geiger referierte,
entſtand eine lebhafte Ausfrrache, an der ſich
ins=
beſondere die Herren Nungeſſer und Waldſchmidt
beteiligten. Nach der üblichen Verloſung ſchloß der
zweite Vorſitzende um ½12 Uhr die Verſammlung.
h. Eberſtadt, 20. März. Man ſchreibt uns Der
Hin=
weis auf die 250jährige Zugehörigkeit
Eberſtadts zur Krone Heſſen” in Nr. 42
d. Bl. vom 19. Februar, hat in dem einſtigen „
Markt=
flecken” welchen der bekannte Heſſen=Hiſtoriker Dr. H. E.
Scriba „eine der ſchönſten Oertlichkeiten der von der
Natur ſo reichlich ausgeſtatteten Bergſtraße” nennt, Zweifel
an Ihrer Zuverläſſigkeit hervorgerufen. Je nun, wer Zeit
zu viel hat, treibe beſtätigende archivaliſche Studien
oder ſuche auf der Hofbibliothek das voluminöſe Werk
des Chroniſten Winckelmann und in ihm nach Band I,
Seite 97 folgende Stelle: „Herr Landgraf Ludwig VI.
aber hat die (sie!) Stadt Freyheit gegeben, wie „zu
Ende des VI. Theiles mehr hievon”; er kann dabei
— viel Zeit verlieren! Beſagten Scriba aber dürften
wohl die weiteſten Kreiſe als durchaus zuverläſſig kennen
— und er ſchreibt in ſeiner „Geſchichte der Burg und
ehe=
maligen Herrſchaft Frankenſtein” (Darmſtadt, Jonghaus
1853), Seite 118 ganz am Schluſſe: „Die Frankenſteiner
folgten nur dem Vorgang ihrer Vettern, der Grafen von
Schönburg (sie, nicht Schönberg) indem ſie ihre Anteile
an der Herrſchaft d. d. 1662 an Heſſen für 88000 fl.
ver=
kauften” — ein vom heſſiſchen Fürſtenhauſe 150 Jahre
lang „mit eiſerner Konſequenz verfolgtes Ziel!” Auf
Scriba fußen Dr. G. Windhaus und Dr. E. Anthes:
„Führer durch den Odenwald und die Bergſtraße, neueſte
Auflage 1911, und alle die anderen, wie auch: „Auerbach,
ſeine Umgebung und das Hotel zur Krone — eine
kleine Spende der Hotel=Leitung für die verehrten Gäſte,
wie Herr Georg Diefenbach ſich allzubeſcheiden ausdrückt,
denn das 90 Seiten umfaſſende Werk — mit zahlreichen
Illuſtrationen — iſt eine wertvolle hiſtoriſche Arbeit! Die
Eberſtädter dürfen alſo getroſt mit ihrem diesjährigen 50.
Gaufeſt des Turngaues Main=Rhein auch das andere,
fünf=
mal ſo weit zurückreichende feiern. Man munkelt auch
bereits von Hiſtoriſchem Feſtzug mit Prachtwagen
und entſprechenden Gruppen.
Mainz, *20. März. Auf das im Dezember vorigen
Jahres erlaſſene Preisausſchreiben zur Erlangung von
Entwürfen für die Anlage etnes neuen Urnenhains
am Mainzer Krematorium liefen Arbeiten ein, deren
Prü=
fung das aus berühmten Gartenarchitekten, Baumeiſtern
und anderen Perſönlichkeiten zuſammengeſetzte
Preisrich=
terkollegium am 18. März vornahm. Da die Entwürfe
mit den Kennworten „Ueber allen Wipfeln iſt Ruh (H. R.
Jung, ſtädtiſcher Garteninſpektor, Köln), „Hortus
mor-
tuorum” (H. Forth, Gartenarchitekt und P. Recht,
Ar=
chitekt, Köln), der geſtellten Aufgabe am beſten entſprachen
und als gleichwertig anerkannt werden mußten, wurde
von der Erteilung eines erſten Preiſes Abſtand
genom=
men und dieſen beiden Entwürfen zwei zweite Preiſe von
je 400 Mark zugeſprochen. Der dritte Preis fiel an den
Einſender der mit dem Kennwort „Heiliger Hain”
bezeich=
neten Arbeit (Georg Gerſtadt und Ed. May,
Frank=
furt). Des weiteren wurden die Entwürfe mit den
Kennworten „Birkenhain=Roſenhag” (Otto Gaedt,
Gar=
tenarchitekt, Köln) und „Flamme (Gebr. Röthe,
Garten=
architekten, Bonn) dem Verein für Feuerbeſtattung zum
Ankauf empfohlen.
Mainz, 20. März. Zur Vorſicht beim
Rad=
fahren mahnt folgender tödlich verlaufene Unglücksfall,
wegen den ſich geſtern vor der Mainzer Strafkammer der
33jährige Schreiner Franz Buſam aus Worms wegen
fahrläſſiger Tötung zu verantworten hatte. Der
Angeſchuldigte fuhr am 21. Auguſt vorigen Jahres mit
ſeinem Fahrrad von der Hafen= nach der Römerſtraße.
An der Ecke der Römerſtraße wollte er einem Fuhrwerk
und einem anderen Radfahrer ausweichen. Er fuhr
des=
halb raſcher und auf der linken Seite der Straße. Er
ſtieß dabei gegen eine Leiter, auf der der Laternenputzer
Kaſpar Jung ſtand und eine an einem Hauſe befindliche
Laterne reinigte. Die Leiter ſtürzte um, und als ſich Jung
an der Laterne feſthalten wollte, brach dieſe ab und fiel
mit ihm auf den Fußſteig. Jung erlitt eine ſchwere
Schä=
delverletzung und ſtarb bald darauf an den Folgen.
Bu=
ſam will die Leiter und den darauf beſchäftigten Jung
nicht geſehen haben. Nach längerer Verhandlung wurde
er zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt.
Mainz, 20. März. Die Berliner Maſchinenbau=Akt.=
Geſ. vorm. Schwartzkopff hat dieſer Tage für die
Main=
zer Eiſenbahndirektion mehrere
Schnellzugsloko=
motiven neueſter Bauart geliefert. Die
Ma=
ſchinen, die die größten bis jetzt gelieferten ſind. haben
fünf Achſen und mit dem Tender eine Länge von 20 Meter
und ein Gewicht von 1500 Zentnern. Dem doppelachſigen
Drehgeſtell an der Spitze folgt die Triebachſe und die
bei=
den anderen Achſen, deren Räder miteinander verkoppelt
ſind und die einen Durchmeſſer von 2 Metern haben. Der
Tender iſt vierachſig (zwei doppelachſige Drehgeſtelle) und
hat ein Waſſerbaſſin von 21,5 Kubikmeter Inhalt, nebſt
Raum für 100 Zentner Kohlen. Die Lokomotiven können
eine Geſchwindigkeit bis zu 120 Kilometer in der Stunde
entwickeln. — Geſtern gegen mittag iſt an der
Badenia=
halle am Rheinufer eine Fuhre mit dem Pferd ins
Waſſer geſtürzt. — Gendarmeriewachtmeiſter Nichel,
der vor längerer Zeit bei der Verhaftung des Zigeuners
Ebender von dieſem durch einen Piſtolenſchuß in den
Leib ſchwer verletzt wurde, mußte ſich infolge eines
eingetretenen Leiſtenbruches einer nochmaligen Operation
unterziehen, die gut verlaufen iſt. Ebender, der
nachträg=
lich bei Fulda einen Förſter ermordet hatte und auch von
Frankfurt aus wegen Mordverſuchs verfolgt wird, iſt trotz
aller Nachforſchungen bis heute noch nicht ermittelt. Auf
ſeine Ergreifung ſind 3000 Mark Belohnung ausgeſetzt.
Bingen, 19. März. Dienstag abend 8,50 Uhr
ent=
gleiſte zwiſchen Langenlonsheim und Bretzenheim
(Nahe) infolge Achſenbruches die Maſchine des
D=Zuges 116 Köln-Baſel. Verletzt wurde niemand.
Der Hilfszug von Bingerbrück war alsbald zur Stelle.
Der Verkehr wurde eingleiſig aufrecht erhalten. Die Züge
von und nach Bingerbrück erhielten erhebliche
Verſpätun=
gen. Der D=Zug 116 fuhr mit anderthalbſtündiger
Ver=
ſpätung weiter.
Friedberg, 20. März. Am Sonntag fand im Hotel
Trapp eine Zuſammenkunft des deutſchen
Auto=
mobilklubs des Gaues 3 ſtatt. Etwa 40 Automobile
und ebenſo viele Motorräder brachten die Teilnehmer
hier=
her. Vertreten waren Kaſſel, Marburg, Gießen, Hanau,
Frankfurt, Mainz, Darmſtadt, Worms, Bingen,
Wies=
baden, Heidelberg, Mannheim uſw.
Heldenbergen, 20. März. Ueberfahren und getötet
wurde ein Weißbinder der noch in den bereits im
Gange befindlichen Zug nach Vilbel einſteigen wollte.
Echzell. 20. März. Der aus dem Lucius’ſchen
Knaben=
inſtitut entſprungene Schüler J. v. Putkammer wurde
in Bamberg ermittelt. Man hatte ſchon den
Georgenteich, zu dem Spuren führten, abgelaſſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 19. März. Der Kaiſer
nahm, wie angekündigt, heute abend an dem Diner beim
franzöſiſchen Botſchafter Jules Cambon teil. Um 7½
Uhr traf der Kaiſer im Auto in der Botſchaft ein, wo er
von Herrn Cambon und Gemahlin empfangen wurde.
Der Kaiſer unterhielt ſich in lebhafter herzlicher Weiſe
mit den Damen und geladenen Herren. Nach der Tafel
begaben ſich die Herrſchaften in den Salon, wo franzöſiſche
Kunſt zum Vortrag kam. Der Kaiſer verließ die Botſchaft
erſt um 12¼ Uhr. Es wird bemerkt, daß dies erſt das
zweite Mal ſeit dem Jahre 1870 iſt, daß ein deutſcher
Kai=
ſer ſich in offizieller Weiſe auf die Berliner franzöſiſche
Botſchaft begab. — Die Kronprinzeſſin wird Ende
März ſich für einige Zeit nach Potsdam begeben. Sie
wird dabei von ihren Kindern begleitet ſein. Der Grund
für den zeitweiſen Wechſel des Aufenthaltes liegt in dem
Umſtand, daß das Frühjahr in Potsdam erheblich früher
eintritt als in Langfuhr. Im Marmorpalais werden
um=
fangreiche Vorbereitungen getroffen. Wie verlautet, wird
auch die Kaiſerin dort wohnen, ſo lange der Kaiſer und
die Prinzeſſin ſich auf Korfu befinden. — Prinz
Hein=
rich der Niederlande iſt in Berlin eingetroffen und
im Hotel Eſplanade abgeſtiegen. — Wegen
Betrüge=
reien in großem Stile verhaftet wurde der 40
jäh=
rige Kaufmann Debrin, der im Potsdamer Viertel eine
Verwertungsſtelle für Landesprodukte errichtete und
wert=
loſe Wechſel in Zahlung gab. Die eingahenden Waren
wurden lombardiert oder ſofort verkauft. Nach den
bis=
herigen Ermittelungen handelt es ſich um mehrere
hun=
derttauſend Mark.
Frankfurt, 20. März. An dem Neubau des
israeliti=
ſchen Krankenhauſes iſt heute vormittag der Boden des
Parterreſtockes durchgebrochen und die Decke vom 1.
Stock nach dem Parterre eingeſtürzt. Der Arbeiter Peter
Hock wurde ſchwer verletzt.
Weimar, 20. März. Vier Brüder namens Haupt in
Weimar, übel beleumdete Leute, hänſelten nachts auf dem
Heimwege von Gaberndorf einen Arbeiter. Der
hinzu=
kommende Arbeiter Kümmling, der nach der Urſache des
Streites fragte, wurde von den beiden älteren Brüdern
gepackt und mit einem großen Schlachtmeſſer in den
Rücken geſtochen. Kümmling war ſofort tot.
Die Täter wurden verhaftet.
Halberſtadt, 19. März. Heute mittag wurde der
Leut=
nant v. Rußdorf vom hieſigen Küraſſierregiment nach
Schluß des Offizierreitens am Ausgang der Reitbahn
vom Pferde vor die Bruſt geſchlagen. Er war ſofort tot.
Hamburg, 20. März. Geſtern abend um 9 Uhr
began=
nen die Chauffeure der „Hedag” einen Streik. Sie
Konzerte.
mm. Von hervorragender Bedeutung im hieſigen
Kunſtleben war der 198. Vereinsabend des Richard
Wagner=Vereins (der letzte Abend in dieſer
Sai=
ſon), den Herr Profeſſor Henri Marteau aus
Ber=
lin, der bedeutende Violinmeiſter, der hier ſchon mit
dem größten Erfolge aufgetreten war, zuſammen mit
Frau Ellen Saatweber=Schlieper aus
Bar=
men am Klavier als Schwediſchen Komponiſtenabend
gaben. Die gleichmäßig ſchöne Wirkung im ganzen und
die charakteriſtiſche Darſtellung der beſonderen
Eigen=
tümlichkeiten der einzelnen Werke, die ja ein Verſenken
in den uns immerhin ein wenig ferner liegenden
nordi=
ſchen Stimmungsgehalt ſo nötig machen, iſt in nicht
ge=
ringem Maße durch die Anpaſſungsfähigkeit der
vor=
trefflichen Pianiſtin, die ihre Kunſt hier zum erſten Male
darbot, gewährleiſtet geweſen. Mit bewundernswerter
Feinfühligkeit wurden beide Künſtler einerſeits den
Ideen des Komponiſten vollkommen gerecht, wie ſie es
andererſeits vortrefflich verſtanden, den ſoliſtiſch
ſelbſtän=
digen Stellen des Partners auch freien Spielraum zu
laſſen.
Die Violinſonate Nr. 2 in G=dur von Wilhelm
Peterſon=Berger erſchloß die eigenartig
anmu=
tende Klangwelt, die den drei hier zum erſten Male
ge=
ſpielten Tonſtücken gemeinſam iſt. Sehr gut paßt der
weiche und eindringliche Ton, den Herr Profeſſor
Mar=
teau aus ſeinem Inſtrument zieht, zu dem Anfangsſatz
der melodienreichen Kompoſition, die mit einer zart=
ele=
giſchen Geſangsmelodie beginnt und, in einem
ergreifen=
den „Lento=allegretto” weitertönend, einer
leidenſchaft=
lichen Stimmung im Schlußſatz weicht.
Für die große Kunſt der Pianiſtin, unter deren
Hän=
den der Ibachflügel prachtvoll und fein ſchattiert ertönte,
erwies ſich am dankbarſten ein Duo für Klavier und
Vio=
line von Franz Berwald, eine gewandt und glatt
dahinfließende Kompoſition, die auch das virtuoſe
Ele=
ment hinlänglich berückſichtigt und deren lebhafte Eckſätze
am meiſten anſprechen. Dem ganzen Werk hört man
eine vollendete, hohe Kunſtausbildung ſeines Schöpfers
an, der mit Recht als ein großes Talent gefeiert wurde.
Die meiſten originellen Züge finden ſich in der
So=
nate Nr. 3, op. 24, in C-moll von Emil Sjögren, aus
der die neuartigen Akkordverbindungen im Allegretto
wohltuend empfunden werden. Im folgenden ruhigen
Andante (3. Satz) entzückte noch einmal die volle
Klang=
pracht des reizvollen Geigentones. Die Stimmung der
Sonate könnte hier ſehr wohl abſchließen, doch verſteht
es Sjögren, mit dem vierten Satz (Con fuoco) in einem
kraftvollen Motiv dem Gedankengang eine unerwartet
neue Richtung zu geben. Lebhafte und wiederholte
Bei=
fallsbezeugungen wurden beiden Künſtlern von den ſehr
zahlreichen Konzertbeſuchern dargebracht.
Vorträge.
* Was müſſen die Beamten und
Ange=
ſtellten von der Bodenreform wiſſen? Auf
Einladung des ſozialen Ausſchuſſes der techniſchen und
kaufmänniſchen Angeſtellten entwickelte am Dienstag
abend im „Fürſtenſaal” Herr P. O. Rüppel=Berlin
die reformatoriſchen Ideen der modernen
Bodenreform=
bewegung. Er ging aus von der Tatſache, daß gerade
in den Induſtriezentren die Arbeiter trotz vielfach beſſerer
Bezahlung in ihren Lebensverhältniſſen hinter der übrigen
Arbeiterſchaft zurückſtehen und daß fortwährende
Er=
höhungen des Lohnes und der Gehälter erforderlich ſind.
Die Bodenreform ſieht die Haupturſache dieſer
Verteu=
erung der Lebenshaltung beſonders in der
Boden=
rente und den durch die Spekulation fortwährend
ſtei=
genden Mietpreiſen. Bei allen ſonſtigen Wertfaktoren iſt
einer unbegrenzten Wertſteigerung durch den freien Verkehr
eine beſtimmte Grenze gezogen, beim Bodenbeſitz iſt eine
gewiſſe Monopolſtellung gegeben, was am beſten aus den
ungeheuren Bodenpreiſen in den Großſtädten erſichtlich iſt.
Dieſe Wertſteigerungen bedingen automatiſch eine
Er=
höhung der Laden= und Mietpreiſe. Die Bodenreform
er=
ſtrebt an, daß jede Wertſteigerung von Grund und
Bo=
den, die doch faſt ausſchließlich durch allgemeine, nicht in
der Perſon des Beſitzers liegende Umſtände herbeigeführt
wird, auch der Allgemeinheit wieder zugeführt wird.
Durch die Wertzuwachsſteuer iſt zum erſten Male den
Ideen der Bodenreformbewegung Rechnung getragen
worden, doch müſſen durch Ausdehnung dieſer Steuer
be=
ſonders die reichen Bodenſchätze — Kohlen und Erze —
der Allgemeinheit mehr nutzbar gemacht werden. Auch die
Gemeinden müſſen für eine großzügige Bodenpolitik
ge=
wonnen werden, was am beſten aus der Tatſache erhellt,
daß Düſſeldorf Gelände vor etwa 40 Jahren für 3000 Mk.
pro Morgen verkaufte und jetzt muß es für den Rückkauf
220000 Mark für den Morgen zahlen. Vorbildlich in der
Frage des ſtädtiſchen Grundeigentums iſt die Stadt Ulm,
in deren Beſitz ſich 80 Prozent des Grund und Bodens
der Stadt befinden. An den intereſſanten Vortrag ſchloß
ſich eine längere Debatte an.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Nummer 69.
fuhren auf einem Platze auf und begaben ſich in eine
Ver=
ſammlung, in der ſie eine Lohnerhöhung forderten. Nach
zweiſtündiger Verhandlung wurde ihnen ein Wochenlohn
von 28 Mark und 5 Prozent der Einnahmen bewilligt.
Um elf Uhr war der Streik, der eine große Störung im
Verkehr hervorrief, beendet. Sämtliche Chauffeure
wer=
den ein Strafmandat erhalten wegen unbefugten Haltens
auf einem öffentlichen Platz.
Hagen i. Weſtf., 19. März. Heute abend zwiſchen
8 und 9 Uhr wurde ein Schachtmeiſter von zwei
monte=
negriniſchen Arbeitern überfallen. Der Angegriffene
ſchoß in der Notwehr auf beide Arbeiter. Einer von
ihnen war ſofort tot, während der andere lebensgefährlich
verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde.
Dover, 20. März. Der Flensburger Dampfer „
Rock=
land” der im Nebel gegen das Wrack des vor einigen
Tagen geſunkenen Dampfers „Ozeana” gerannt war, wurde
in den Kriegshafen von Dover geſchleppt. Es wird
unter=
ſucht werden, ob er bei dem Zuſammenſtoß beſchädigt
wurde.
Calais, 20. März. Infolge eines ſtarken
Weſt=
ſturmes, der den ganzen geſtrigen Tag über im Kanal
herrſchte, konnte der Poſtdampfer „Queen”, der den
ſtän=
digen Dienſt zwiſchen Folkeſtone und Boulogne verſieht,
geſtern nachmittag, mit 150 Paſſagieren an Bord, nur
unter äußerſt ſchwierigen Umſtänden in den Hafen von
Boulogne einlaufen. Geſtern abend kehrte er mit
zahl=
reichen Paſſagieren nach Folkeſtone zurück. Auch der
Zug=
verkehr von Paris nach Brüſſel iſt ſtarken Verzögerungen
unterworfen. Sämtliche Züge werden über Calais nach
ihrem Beſtimmungsort geleitet. Zahlreiche Fiſcherboote
mußten wegen des ſtarken Unwetters im Hafen Schutz
ſuchen.
London, 19. März. Der bekannte
Arbeiterfüh=
rer Tom Mann wurde in Seaford verhaftet; wie
es heißt, ſteht ſeine Verhaftung in Verbindung mit der
gerichtlichen Verfolgung der Zeitung The Syndicaliſt, die
letzthin die Soldaten in einem Artikel aufforderte, auf die
Streikenden nicht zu ſchießen, wenn es befohlen würde:
Tom Mann iſt Präſident der Syndikaliſten=Liga, unter
deren Leitung die beſchlagnahmte Zeitung erſcheint.
Chriſtiania, 20. März. 300 Fiſcher, die an der
Küſte von Finnland fiſchten, ſind auf einer Eisſcholle ins
Meer hinausgetrieben worden.
Liſſabon, 19. März. In der Gegend von Ribatejo
wurden einige Erdſtöße wahrgenommen, welche die
Bevölkerung in Schrecken ſetzten.
Oporto, 19. März. Heute nachmittag
explodier=
ten einige Bomben in vier Häuſern des Stadtviertels
Mirgaya, wo ſie hergeſtellt worden waren. Vier Tote
wurden aus den Trümmern gezogen. Ein Verdächtiger
wurde verhaftet. Die Häuſer, in welchen die Bomben
explodierten, erlitten beträchtliche Beſchädigungen. Die
Zahl der Verwundeten beträgt ſieben.
New=Vork, 19. März. Die Streikenden an der
Südpazifikbahn in Texas haben ſich zu Round Houſe bei
San Antonio an den Arbeitswilligen auf entſetzliche
Weiſe gerächt. Sie ſchafften in einen
Lokomotiv=
keſſel, der in einem Schuppen ſtand, wo die Nichtſtreikenden
untergebracht waren, heimlich Dynamit und brachten es
zur Exploſion. Die Wirkung war furchtbar. 25 der
Ar=
beitswilligen wurden auf der Stelle getötet. Der
Loko=
motivſchuppen und die Kupferſchmiede wurden völlig
zer=
ſtört. An anderen benachbarten kleineren Gebäuden
wur=
den ebenfalls große Schäden angerichtet. Die im
Schup=
pen befindlichen übrigen Lokomotiven wurden zertrümmert.
In der Grobſchmiede wurden allein fünfzehn Leichen
auf=
gefunden, die teilweiſe in Dachſpalten oder zwiſchen
Ma=
ſchinenteile eingeklemmt waren. Der vordere Teil der
explodierten Lokomotive wurde auf ein in einiger
Ent=
fernung befindliches Haus geſchleudert durchſchlug das
Dach, zerſtörte drei Zimmer und blieb im Erdgeſchoß
liegen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchiehe, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Lieder zur Laute von Sven und Liſa
Scholander. Sven und Liſa Scholander werden in
allen großen Städten Europas als liebe Bekannte und
Freunde begrüßt, auf die man jedes Jahr mit Ungeduld
wartet, um ſich an ihren einzig ſchönen Liedern zu
er=
freuen. Wir erachten es als unſere Pflicht, auf den
Scholander=Abend hinzuweiſen, als auf ein Ereignis, das
wegen ſeiner Bedeutung für die Allgemeinheit das größte
Intereſſe verdient. „Die kühnſten Erwartungen wurden
übertroffen” ſchreibt die Saale=Zeitung. „Des Beifalls
war ſchier kein Ende,” ſo ſchließt der Berliner Lokalanzeiger
ſeine Kritik über einen Scholander=Abend. Und mit
welcher Begeiſterung wird Scholanders Tochter Liſa
über=
all aufgenommen! Ihre beſtrickende Anmut, die
er=
quickende Natürlichkeit und der hinreißende Schmelz ihrer
Stimme nimmt gleich alle Zuhörer gefangen. — Was
bie=
ten nun Sven und Liſa Scholander? Nicht eine Muſik, die
nur für Auserleſene beſtimmt iſt, ſondern ſie wollen mit
ihren Liedern zur Laute das allgemeine muſikaliſche
Empfinden, das in jedem fühlenden Herzen ruht,
wach=
rufen und beglücken. Das Konzert findet am Donnerstag,
28. März, im Saale Hotel Traube ſtatt. Kartenverkauf
bei Georg Thies Nachf. Leopold Schutter.
Enthüllung des Denkmals für
Kapitän=
leutnant Fiſcher.
Auf dem Hofe des Realgymnaſiums, wo er als Kind
mit den Schulkameraden ſo oft im fröhlichen Spiele ſich
ergangen, vor dem Bau, in dem er ſeine Schulbildung
erhalten, hat man dem Helden des „U. 3‟, dem erſten
ſchwerſten Opfer, das die modernſte Seekriegswaffe der
deutſchen Marine gefordert, Kapitänleutnant Ludwig
Fiſcher nun ein Denkmal geſetzt. Einen ſchlichten
ernſten Stein mit einem Bronzerelief, das die Züge
des Verſtorbenen — ernſt und energiſch — zeigt. Den
jungen Menſchenkindern, die hier täglich ein= und
aus=
gehen, ſoll es ein Mahner ſein, ein ſtetes Erinnern an
einen, der auch einſt hier ein= und ausging, wie ſie; der
ſpielte und lernte wie ſie, und der dann hinauszog in
ſeines Lebens Maienzeit, einem ernſten, harten, aber
ſchönen Beruf ſich zu widmen, dem Dienſt fürs deutſche
Vaterland und für den Kaiſer. Und der in dieſem
Be=
rufe ſeine Pflicht tat, ernſt und freudig, wie jeder
Ka=
merad, bis — — nun, bis das Schickſal ihn erhob über
alle ſeine Kameraden, ihn an einen Platz ſtellte, da er
berufen ward, ein Großes, Erhabenes zu vollbringen, wie
es gleich groß, gleich erhaben nur Wenigen zu tun
be=
ſchieden: für ſeine Kameraden zu ſterben.
Gewiß, er dachte nicht daran, als er eingeſchloſſen
mit 28 braven Seeleuten in ſeinem Fahrzeug auf dem
Grund des Meeres lag und nun in vollem Bewußtſein
ſeiner Verantwortung und ſeiner Pflicht alles tat, die
Kameraden zu retten. Er dachte nicht daran, ein
Denk=
mal ſich zu erwerben, ein Held zu werden. Er tat ſeine
Pflicht und nichts anderes, als was alle anderen in
gleicher Lage auch für ihn getan hätten. Das iſt ſo
See=
mannsbrauch. Und doch, die Welt ſprach von dem
Toten als von einem Helden! Vielleicht liegt gerade
in dieſer Selbſtverſtändlichkeit der Pflichterfüllung die
Größe dieſes Heldentums. Aus ihr ſpricht der Geiſt, der
die ganze deutſche Marine beherrſcht, vom Leichtmatroſen
bis zum Großadmiral. Vielleicht war es dieſe
Erkennt=
nis, die die Welt in Atem hielt, als vom Heldentod
Fiſchers Kunde ward.
Nun hat man dem Toten ein Denkmal geſetzt in
ſeiner Vaterſtadt, auf deren Friedhof er ruht. Die
deut=
ſche Marine entſandte den jungen Kaiſerſohn zur Feier,
deſſen Name ſeit je in der deutſchen Flotte einen hehren
Klang hat und deß erſten Träger ein Denkmal in Erz in
Deutſchlands größtem Kriegshafen, Wilhelmshaven, ehrt:
den Prinzen Adalbert von Preußen der
auch ſeinen erlauchten Vater, des Heeres und der Flotte
oberſten Kriegsherrn, vertrat. Mit ihm erſchien unſer
Landesfürſt Se. Kgl. Hoheit der Großherzog und
des Prinzen Heinrich von Preußen zweiter Sohn
Sigismund.
Der Feier der Enthüllung wohnten weiter bei die
Generäle und Regimentskommandeure der Garniſon,
ſowie Offiziersdevutationen ſämtlicher hieſiger
Regimen=
ter: außerdem Admiral Weſtphal, Oberſtallmeiſter
Frhr. v. Riedeſel zu Eiſenbach, General à 1. s.
Frhr. v. Heyl Generaladiutant Hahn,
Bezirkskom=
mandeur Mootz, Hofmarſchall Frhr. v. Un gern=
Sternberg, Geheimerat Süffert, Geh.
Ober=
ſchulrat Nodnagel, Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſ=
ſing, Bürgermeiſter Mueller, viele Stadtverordnete,
der Vorſtand des Polizeiamts Regierungsrat Gennes,
ſowie die Lehrerſchaft des Realgymnaſiums.
Von Kiel waren erſchienen der perſönliche
Adju=
tant des Prinzen Adalbert, Korvettenkavitän v.
Haxt=
hauſen, und als Offiziersabordnung die Herren
Kapi=
tänleutnants Lützow Frhr. v. Bechtolsheim,
Hinſch, von Roſenberg=Gruszeynski'
Plange und Schött, letztere drei
Unterſeebootskom=
nandanten, und die fünf Unterofiziere des „U. 3‟:
U.=Oberbootsmannsmaat Noſtrodt, U.=
Obermaſchi=
niſtenmaat Karge, U.=Oberbootsmannsmaats Godau
und Heinrich und U.=Maſchiniſtenmaat Gurmann.
— Eine zahlreiche Menſchenmenge hielt den Hof und die
Straße beſetzt.
Das Niederländiſche Dankgebet, geſpielt von der
Kapelle des Feldartillerie=Regiments 61 unter Leitung
des Herrn Muſikmeiſters Weber, leitete ſinnig die Feier
ein, zu der die Gäſte im Halbkreis vor dem verhüllten
Denkmal Aufſtellung genommen hatten. Ein
Schüler=
chor unter der Leitung des Herrn Hoforganiſt Römer
ſang das Matroſenlied „Hurra, ihr blauen Jungen”. —
Dann erfolgte die
Uebergabe des Denkmals
an die Stadt. Herr W. Grodhaus hielt im Namen
des Denkmalausſchuſſes folgende Anſprache:
Eure Königlichen Hoheiten!
Hochzuverehrende Weiheverſammlung!
Von ſeiten des Denkmalausſchuſſes wurde mir der
ehrende Auftrag, Allerhöchſt Seiner Königlichen Hoheit
dem Großherzoge für die hochehrende Anteilnahme an der
Errichtung des Denkmals, ſowie der Enthüllung
des=
ſelben ehrerbietigſten Dank ausſprechen und Sie alle
begrüßen zu dürfen. — Zu ganz beſonderem herzlichſten
Dank ſind wir weiter verpflichtet Seiner Königlichen
Hoheit dem Prinzen Adalbert, ſowie den lieben
Ka=
meraden des Kapitänleutnants Fiſcher, welche es ſich
nicht nehmen ließen, zur Denkmalsweihe von Kiel
hier=
her zu eilen. — Ebenſo danken wir den Lehrern und
Schülern des Realgymnaſiums, ſowie den Herren
Ober=
bürgermeiſter, Bürgermeiſter, Beigeordneten und
Stadt=
verordneten, wie allen gütigen Gebern, mit deren
Mit=
teln uns ermöglicht wurde, nicht nur das Denkmal hier,
ſondern auch einen Denkſtein auf der Ruheſtätte des
Helden errichten zu können.
Hochverehrteſter Herr Oberbürgermeiſter! Wir
über=
geben Ihnen das Denkmal zu bleibend ehrendem
Ge=
dächtniſſe mit der Bitte, es namens der Stadt in treue
Obhut und Pflege zu nehmen!
Möge es die heranwachſende Jugend zu gleich
vater=
ländiſcher Geſinnung und Pflichttreue anſpornen bis in
den Tod!
Dann fiel die Hülle. Herr Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing übernahm das Denkmal dankend und
über=
wies es mit kurzen herzlichen Worten der Schule, damit
es den Schülern als leuchtendes Beiſpiel der
Pflichterfül=
lung diene. Im Namen der Oberrealſchile übernahm
Herr Geheimerat Münch das Denkmal dann in Obhut
der Schule und hielt
die Feſtrede,
in der er etwa folgendes ausführte:
Mit dem Gefühle des tiefſten Dankes nehme ich im
Namen unſerer Anſtalt das ihr gemachte Geſchenk hin
und verſpreche, daß wir es als hohes Gut der Schule
treu bewahren wollen, als eine Gabe, wie ſie uns
herr=
licher nicht hätte zuteil werden können. Dieſer aufrichtige
und herzliche Dank gilt allen, die zu dieſem
Denkmal=
beigetragen haben. Untertänigſten Dank vor allem
ſchulden wir Eurer Königlichen Hoheit unſerem geliebten
Landesfürſten, der mit richtigem Blick erkannt hat,
daß=
neben einem Gedenkſtein auf dem Grabe ein Denkmal
für den Kapitänleutnant Fiſcher in die Schule gehöre,
die ihm die Vorbildung für ſeinen Beruf gegeben hat,
Untertänigſten Dank Euerer Königlichen Hoheit Prinz=
Adalbert für das Erſcheinen, durch das in erhebender
Weiſe die Anteilnahme der kaiſerlichen Marine an der
heutigen Enihüllungsfeier zum Ausdruck kommt.
Ver=
bindlichen Dank auch der Stadt, die uns die Aufſtellunge
des Denkmals in der Schule ermöglicht hat. Aus
die=
ſem Dankgefühl und aus dem Gefühle der Freude heraus
möchte ich mir erlauben, kurz auszuführen, warum das
der Schule gewordene Geſchenk für uns von ſo hohem
Werte ſein muß.
Königliche Hoheiten! Sehr geehrte Feſtgenoſſen!
Liebe Schüler!
Unſere Schule beſitzt ſchon einige Denkmäler. An
der Front des Hauſes nach dem Kapellplatz hin finden
Sie die Standbilder von 4 Männern der Wiſſenſchaft.
In überlebensgroßer Geſtalt erinnern ſie uns, unter
ihnen unſer Darmſtädter Landsmann, der Chemiker
Liebig, was wir den Wiſſenſchaften verdanken, zu deren
Pflege wir unſere Schüler vorbereiten. Im
Lehrerzim=
mer iſt die Marmorbüſte des früheren Direktors
Lorey=
aufgeſtellt, der ſich große Verdienſte um die Anſtalt er=
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Der Boykott der
Kinos durch Schauſpieler und
Schriftſtel=
ler. Der Kampf gegen die Kinematographentheater hat
begonnen. Nicht nur Städte wie Schöneberg,
Wilmers=
dorf und Neukölln gehen gegen die
Kinematographen=
theater vor, ſondern jetzt auch die Vereinigungen von
Autoren und der Deutſche Bühnenverein, ſowie die
Ge=
noſſenſchaft Deutſcher Bühnenangehöriger. In der
Gene=
ralverſammlung des Verbandes Deutſcher
Bühnenſchrift=
ſteller kamen all dieſe Dinge zur Sprache. Eine Umfrage
von 120 Provinzbühnen habe ergeben, daß infolge der
Kinos die Lage der Theater geradezu troſtlos geworden
ſei und wenn noch gar — nach dem Beiſpiel Stettins —
ſtädtiſche „Kientöppe” errichtet werden ſollten, dann wäre
das Ende der kleinen Bühnen beſiegelt. Das
Kinemato=
graphentheater ſoll nach Anſicht der Verſammlung lediglich
dem wiſſenſchaftlichen Gebiet dienen, unter keinen
Umſtän=
den aber dem Drama. Die Theaterdirektoren haben ſich
gegen die Mitwirkung der Schauſpieler aus rein
materiel=
len Gründen zu wehren. Die Abneigung, die in
Bühnen=
kreiſen und bei der Schriftſtellerwelt ſich ergeben hat,
ver=
dichtete ſich in folgender Reſolution: Beim Deutſchen
Büh=
nenverein, bei der Genoſſenſchaft Deutſcher
Bühnenange=
höriger und beim Verband Deutſcher Bühnenſchriftſteller
iſt anzuregen, daß ihre Mitglieder und die von ihnen
Ab=
hängigen ſich verpflichten, für Kinematographentheater
nicht mehr tätig zu ſein. Es ſind geeignete Schritte zu
unternehmen, um zu bewirken, daß die vom Ausland
ein=
geführten Films und die Negative zur Herſtellung dieſer
Films mit einem möglichſt hohen Einfuhrzoll belegt
wer=
den. Alle Mitglieder des Verbandes ſind zu verpflichten,
Verletzungen des Urheberrechts an ihren Werken durch
Films dem Verbande zur Anzeige an die
Staatsanwalt=
ſchaft mitzuteilen.
Geheimer Hofrat Prof. Hermann Kluge, der
Bibliothekar der Altenburgiſchen Landesbibliothek, hat in
dieſen Tagen in geiſtiger Friſche ſeinen 80. Geburtstag
feiern dürfen. Er iſt beſonders bekannt geworden durch
ſeine bereits in 46. Auflage erſchienene „Geſchichte der
deutſchen Nationalliteratur” die auch in franzöſiſcher,
eng=
liſcher und italieniſcher Ueberſetzung vorliegt.
P. Münchener Theater. Der „Neue Verein” brachte
am 18. März Wilhelm Weigands dreiaktiges
Schau=
ſpiel „Pſyches Erwachen” zur Uraufführung. Das
Problem, das Weigand behandelt, hat bereits analytiſch
und künſtleriſch ſeine klaſſiſche Behandlung erfahren; es
handelt ſich um die Pſychologie des plebejeſchen Menſchen,
der erſt dann der Realität ſeines Glücks ſich verſichert fühlt,
wenn er einen Zeugen dafür hat, den Typus des eitlen,
innerlich hohlen Menſchen, der den Effekt auf die anderen
als das Maß alles Wertes betrachtet. In „Gyges und ſein
Ring” hat Hebbel das gewaltige Problem künſtleriſch
er=
faßt und bewältigt. Die klaſſiſche Analyſe dieſer
Weſens=
art, dieſes Gegenſatzes zum „vornehmen” Menſchen, gab
der Wiener Philoſoph Oskar Ewald in ſeinem
glänzen=
den Werk „Gründe und Abgründe” Weigand kann nur
das zweifelhafte Verdienſt beanſpruchen, das dort
Ge=
leiſtete verflacht, verſeichtigt und für den Geſchmack des
großen Publikums zurechtgemacht zu haben. Er hat das
tragiſche Problem ſeiner Dignität entkleidet und läßt ſich
die Tugend zu Tiſch ſetzen, wenn ſich das Laſter erbricht.
Sein Gyges — Wilfert heiratet am Schluß die Geliebte
ſeines Malerkollegen Geiger=Kandaules, die dieſer ihm,
weil er nicht an ihre Schönheit glauben wollte, in
ſtrahlen=
der Nacktheit gezeigt hatte. Hedwig=Rhodope nimmt ſich
auch nicht das Leben, als ſie von dem Frevel ihres
Ge=
liebten erfährt, von dem brutalen Eingriff in ihr innerſtes
Weibempfinden. Weigand hat dem Problem nur die
pathetiſchen und ſentimentalen Elemente entnommen und
das, was bei Hebbel zum Weltaſpekt wird, zur kosmiſchen
Perſpektive, unter den Geſichtswinkel der
Normalanſtän=
digkeit bürgerlichen Empfindens gerückt. Daß gerade
Weigand, der feine Eſſayiſt und Kenner Montaignes es
iſt, der ſich dieſer Aufgabe unterzog, iſt eines jener
ſchmerz=
lichen Rätſel, die uns unſere Zeit aufgibt. Nicht allein
unſere Mörike und Uhlande wetteifern mit Kotzebue,
ſon=
dern auch unſere feinen Aeſthetiker und Pſychologen. Die
Aufführung war gut, ſtellte auch keine beſonders großen
Anforderungen. Für die Hauptrollen hatte ſich der „Neue
Verein” Hans Lackner vom Deutſchen Volkstheater in Wien
und Lina Loſſen vom Leſſing=Theater in Berlin verſchrie=
ben. Das Publikum, das ſich bei Hebbel immer noch ſo
befremdet fühlt, und ſich immer freut, wenn es alles ſo
gut „verſteht” bereitete dem Stück eine freundliche
Auf=
nahme, ſo daß ſich Weigand wiederholt verneigen konnte.
* Ein Schülerausſtand. Bei den Proteſtkundgebungen
der öſterreichiſchen Südſlawen gegen die Machtanſprüche
der Madjaren in den Balkanprovinzen wurden nicht bloß
die Wählermaſſe und die großjährige Bevölkerung
auf=
geboten, auch die Jugend beteiligte ſich mit der
angebore=
nen Begeiſterung daran. Nach dem Vorgang der
Schul=
jugend von Agram wurde in den Mittelſchulen Kroatiens
der Ausſtand der Schüler verkündet und durchgeführt,
Doch dabei blieb es nicht. Die jugendlichen Politiker
ver=
anſtalteten Kundgebungen, zogen durch die Straßen und
verhandelten mit der vorgeſetzten Behörde. Nachdem man
ſich etwas beruhigt hatte, ſetzten die hoffnungsvollen
Patrioten ſogar einen Schülerausſchuß ein, der über dier
Maßnahmen der Behörde wachen ſollte. Gegen eine
An=
zahl unter ihnen wurden Disziplinarunterſuchungen
ein=
geleitet. Das Ergebnis war, daß der allgemeine Streil
und die öffentlichen Kundgebungen wieder aufgenommen
wurden. In Agram durchzogen 6000 Menſchen die
Stra=
ßen, hielten eine Verſammlung und beſchloſſen den
Gene=
ralſtreik aller Mittelſchüler in Kroatien und in den
benach=
barten Ländern. Dieſe Aufforderung hat auch gleich ein
Echo gefunden. Nach dem Fremdenblatt ſind die Schüler
und Schülerinnen an ſämtlichen Volks= und Bürgerſchulen
von Raguſa (Dalmatien) in den Ausſtand getreten und
haben unter Abſingen kroatiſcher und ſerbiſcher
National=
lieder die Stadt durchzogen. Kleine Kinder machten den
Zug unter dem Schutz der Eltern mit. Auch Bosnien iſt
in dieſem Beiſpiel gefolgt. Alle Mittelſchüler von
Sera=
jewo nahmen ſich der „guten” Sache an, die einmal
Ab=
wechslung in das Einerlei des Schullebens zu bringen
verſprach; es kam aber zu Ausſchreitungen und die
Poli=
zei machte dem Unfug der Kinder ein Ende.
* „Medaillen für Biertrinker” erteilt jetzt eine=große
Ber=
liner Wirtſchaftäm Potsdamer Viertel. Wer nachBeendigung
der Bockbierzeit die meiſten Medaillen aufzuweiſen hat,
ſoll 100 Mark erhalten. Man braucht kein Abſtinenzler zu
ſein, um dieſe Art der Reklame verwerflich zu finden.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Seite 5.
worben hat. Sie ſoll uns Lehrer, die wir an der Anſtalt
zu wirken berufen ſind, aneifern, wie er, unſere ganze
Kraft der Schule und ihren Schülern zu widmen.
Ein Denkmal aber fehlte uns. Das Denkmal eines
früheren Schülers. Das wird uns heute geſchenkt und
darum ſind unſere Freude und unſer Dank ſo groß.
Vor Jahren zog der Verſtorbene, den wir hier feiern,
mit dem Reifezeugnis der Schule von uns hinaus ins
Leben, um ſich im Dienſte Seiner Majeſtät unſeres
Kai=
ſers unſerem Vaterlande zu widmen. Nachdem er
ge=
treu bis in den Tod, ſich aufopfernd bis zur
Selbſtver=
nichtung, ſeine Pflicht getan hat, kehrt er nun gleichſam
zu uns zurück, wo er einſt den Traum vom Leben
drau=
ßen geträumt hat, und es wird ihm in dieſem Denkmal
ein Zeugnis der Hochachtung, der Verehrung und der
Liebe ausgeſtellt.
Für den Soldaten und erſt recht für den Offizier ſind
Tapferkeit und Todesverachtung ganz ſelbſtverſtändliche
Dinge, vor allem für den deutſchen Offizier. Ich bin
der letzte, der die Anſchauung teilt, als ob wir nötig
hätten, mit einem Leonidas oder einem Arnold von
Winkelried unſere Schüler zum Tod fürs Vaterland zu
begeiſtern. Der Füſilier des 7. Regiments, ſein Name
iſt leider nicht bekannt, der im deutſchen
Befreiungs=
kriege in der Kolbenſchlacht am Hagelberg bei Dresden
die franzöſiſchen Bajonette zuſammenpackte, und, ein
zweiter Winkelried, ſich in die Bruſt ſtieß, der Pionier
Klinke, der, als die braven Truppen von den Geſchoſſen
der geſchützt liegenden Dänen hingemäht wurden. dem
ſicheren Tode ins Auge ſehend, mit einem Sack Pulver
die feindlichen Paliſſaden in die Luft ſprengte, die
zahlrei=
chen Helden aus 70/71 und die Tapferen in Südweſt
lie=
fern uns genug wertvolle Beiſpiele. Wir brauchen
unſe=
ren patriotiſchen Himmel nicht mit fremden Sternen zu
ſchmücken und dabei der=unſerigen zu vergeſſen. Gerade
darum iſt es aber für uns eine große Freude, durch einen
früheren Schüler unſerer Anſtalt, der zum tüchtigen und
vorbildlichen Mann herangereift war, täglich und
ſtünd=
lich an unſere Pflichten gegen das Vaterland erinnert
und zur Nacheiferung ermahnt zu werden.
Hier in der Schule ſind werdende Menſchen. Wenn
ſie erfahren, daß einer, der früher die gleiche Schule
be=
ſuchte, einer, der ihnen näher ſteht als tauſend andere
vorbildliche Menſchen, ſo Herrliches geleiſtet hat, ſo
wer=
den ſie Selbſtvertrauen und Mut faſſen zur Nachahmung.
Sie werden empfinden, daß es auch für ſie nicht
unmög=
lich iſt, dem Vaterland durch treue Pflichterfüllung zu
dienen, und ſie werden; wenn ſie unter dieſem Eindruck
zu Männern herangewachſen ſind, ebenſo wie der heute
Gefeierte, ihre Pflicht unter Hingabe ihres Lebens
er=
füllen.
Und wenn er als deutſcher Offizier unter ſeinen
Ka=
meraden, die keinen Augenblick ſich bedenken werden, das
Gleiche wie er zu tun, nur ſeine Pflicht getan hat, für
uns, für unſere Schüler, iſt er ein Held, um deſſen Haupt
der Glorienſchein der Unſterblichkeit erſtrahlt; eine
Ge=
ſtalt, in der ſich Jugend, Pflichtgefühl, Tapferkeit und ein
früher Heldentod zu einem eigenartigen Zauber
zu=
ſammengefunden haben; zu einem Zauber, der nicht nur
uns, ſondern die aanze gebildete Welt in ihren Bann
zwingen muß. Welch herrliche Wirkung muß dieſer
Zauberbann auf unſere Schüler ausüben!
Wir alle, die wir im Leben ſtehen, haben den Wunſch,
weiter zu wirken und das begonnene Werk
durchzufüh=
ren. Wir ſind meiſt der Meinung, daß unſerem Wirken
durch den Tod eine Grenze, ein Ende geſetzt ſei. Wie
falſch iſt doch dieſe Anſicht. Ein Blick auf dieſen Stein
muß uns davon überzeugen. Wieviel dem jungen Offizier
noch zu leiſten vergönnt geweſen wäre, wenn ſein Leben
nicht jäh geendet hätte — er wirkt in uns und unſeren
Schülern weiter als Verkörverung des Pflichtgefühls;
derjenigen EEigenſchaft, die allein uns in den Stand ſetzt,
tüchtige Bürger unſeres Vaterlandes zu werden.
Und darum danken wir dir und preiſen dich
glück=
lich, du junger Held, der du jetzt unter uns weilen und
weiter wirken wirſt. Deine letzte Tat war ein Triumph,
die Krönung deines irdiſchen Daſeins. Dein Atemzug
iſt nun erloſchen, aber dein Tod iſt ein Zeuge deiner
edlen Denkungsart. Wer, wie du, für die anderen freudig
in den Tod ging; wer, wie du, aus Liebe für den
Näch=
ſten, aus Treue zu ihm nicht an ſich dachte, der iſt über
den leiſeſten Verdacht der Selbſtſucht erhaben.
Wir werden unſerer Pflichten gegen dich gedenken
immerdar. Nicht weinerliches Mitleid, nicht kalte
Be=
wunderung, nicht künſtliche Lobrednerei — Dankbarkeit,
herzliche Dankbarkeit durch unſere Werke und Taten ſind
wir dir ſchuldig.
So wirſt du über das Grab hinaus wirken auf die
kommenden Geſchlechter, denn die machtvollſte Wirkung
geht ſtets von Perſonen aus. So wirſt du uns und
unſeren Schülern als Vorbild vorangehen. — Dein guter
Geiſt möge über uns walten immerdar!
Danach trat Herr
Kapitänleutnant Lützow
aus Kiel vor den Denkſtein, um im Namen der
Kamera=
den und Freunde herzlichſte kernhafte Seemannsworte
zu ſprechen, die wirkungsvollen Widerhall fanden. Er
ſagte ungefähr Folgendes:
„Die heutige Feier ruft auch in uns, den Kameraden
und Freunden unſeres unvergeßlichen Ludwig Fiſcher
bittere Wehmut wieder wach. Deutlicher noch als im
alltäglichen Leben werden wir wieder daran erinnert,
was wir in ihm verloren haben. Er war uns ein treuer,
immer fröhlicher und doch ernſthafter Kamerad, ein
wohl=
wollender Vorgeſetzter, ein ſchneidiger
Unterſeeboots=
kommandant; er war uns ein Vorbild in allen
militäri=
ſchen, ſeemänniſchen und männlichen Tugenden, kurzum,
er war ein Mann und ein Soldat bis ins innerſte Mark
hinein.
Aber gerade beim Andenken an einen ſolchen
Ka=
meraden kann das Gefühl des Schmerzes nicht die
Ober=
hand behalten. Der Schmerz weicht dem Stolz und der
Freude, daß er einer der unſeren war, daß wir ihn zwölf
Jahre lang in unſerer Mitte gehabt haben. Er erwarb
ſich unſere Freundſchaft und unſeren Dank durch ſeine
Treue, Anhänglichkeit und Freundlichkeit, unſere
Hoch=
achtung durch ſeine ritterliche Geſinnung und ſein großes
Können und unſere Bewunderung durch ſeinen
Helden=
tod. Wir bewundern die vollendete Ruhe und
Geiſtes=
gegenwart, mit der er, als das Unglück über ſein
Fahr=
zeug hereinbrach, alle Maßnahmen zur Rettung traf,
ohne die geringſte außer Acht zu laſſen, — wir bewundern
aber vor allem die heldenhafte Geſinnung, mit der er,
ohne auch nur einen Augenblick zu ſchwanken, ſein Leben
voll für die Rettung ſeiner Beſatzung einſetzte und alle
Mahnungen, auch an ſich ſelbſt zu denken, zurückwies.
Mit dieſer Tat hat er weit über die Grenzen unſeres
Vaterlandes hinaus ein leuchtendes Beiſpiel von dem
Geiſt gegeben, der in der Kaiſerlichen Marine herrſcht,
und wir werden darum ihn und ſeinen Heldentod in
dankbarſter und ſtolzeſter Erinnerung behalten, ſo lange
noch ein Tropfen Blut in unſeren Adern rinnt, und
wer=
den ſein Vorbild als ein koſtbares Vermächtnis dem
Nachwuchs unſerer Marine tief einprägen.
Das Denkmal für dieſen Mann ſteht vor uns. Es
wird der Jugend dieſer Stadt das ſtolze Andenken an
das männliche Leben und den heldenmütigen Tod
unſeres Kameraden wach erhalten, es wird Begeiſterung
für den Beruf erwecken, in dem die Ideale der
unerſchüt=
terlichen Anhänglichkeit und Treue für Kaiſer und Reich
gepflegt, in dem die tüchtigſten und edelſten
Charakter=
eigenſchaften betätigt werden, wie es das Vorbild
unſeres unvergeßlichen Freundes zeigt. So wird das
Denkmal eine große und herrliche Aufgabe erfüllen.”
Gottfried Schwabs herrliches Flottenlied: „Michel,
horch, der Seewind pfeift” von den friſchen
Knabenſtim=
men trefflich geſungen, bildete den Schluß der Feier.
Der Vater des Kapitänleutnants Fiſcher ſprach ſeinen
Dank in kurzen Worten aus. Es folgte eine Reihe von
Kranzniederlegungen.
Als erſter trat Prinz(Adalbert an das
Denk=
mal, um im Auftrage Sr. Maj. des Kaiſers einen
Kranz mit Schleife und Widmung niederzulegen. Sein
perſönlicher Adjutant. Herr Korvettenkapitän v.
Haxt=
hauſen, legte den Kranz des Prinzen mit lila Schleife,
Generaladjutant Hahn den des Großherzogs mit
weißroter Schleife und der junge Prinz Sigismund
den ſeines Vaters, des Prinzen Heinrich von
Preu=
ßen, deſſen Schleife die Namen „Heinrich, Irene,
Sigis=
mund” trug, nieder. Weiter wurden Kränze niedergelegt
von den Seeoffizieren des Jahrganges 1899, von der
Inſpektion des Torpedoweſens Kiel, von den
Unteroffi=
zieren des „U. 3‟, vom Marineverein Darmſtadt u. a. m.
Der Großherzog ließ ſich nach den Offizieren
auch die Unteroffiziere des „U. 3” vorſtellen, unterhielt
ſich mit ihnen und drückte jedem der Braven die Hand.
Es folgte Beſichtigung des Denkmals.
Das Denkmal
iſt ein ſchlichter ernſter Gedenkſtein aus Muſchelkalk. Zwei
ſchwarze Säulen aus poliertem Serpentinſtein tragen,
reliefartig herausgearbeitet, das Leben des Verewigten
ſvmboliſierend. ein Bogengeflecht von Roſen, Diſteln und
Dornen. Unter dem Bronzerelief, das außerordentlich
gut und lebenstreu des jungen Offiziers Bruſtbild zeigt,
ſteht in deutſcher Schrift die Widmung: „Ludwig
Fiſcher, Kapitänleutnant und Kommandant Sr. Maj.
Unterſeeboot „U. 3‟ fand mit ſeinem Wachoffizier und
einem Mann am 17. Januar 1911 in der Kieler Bucht den
Heldentod. Er war von 1896 bis 1899 Schüler des
Real=
gymnaſiums zu Darmſtadt. Errichtet von ſeinen
Ka=
meraden, Freunden und Schülern der Anſtalt,” Der Fuß
des Denkmals zeigt ein Unterſeeboot ebenfalls im
Bronze=Relief. Schöpfer des Denkmals iſt Bildhauer
Wilh. Götze hier.
Die Stadtgärtnerei hatte für ſinnigen Schmuck mit
Blumen und Pflanzengrün Sorge getragen.
M. St.
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, 19. März.
„Siegfried.”
W—l. In einer nahezu fünfſtündigen Aufführung
ging heute Richard Wagners „Siegfried” wieder in
Szene. Durch die Anſetzung einer ſtrichloſen, um 6 Uhr
beginnenden Aufführung auf einen Wochentag verzichtet
man von vornherein auf den Beſuch eines großen Teils
des Publikums, und auch nach des Tages Arbeit iſt es
kaum fähig, ſolche in ſich aufzunehmen. Wir kommen
da=
her auf unſeren früheren Vorſchlag zurück, wenn man
an den ſtrichloſen Aufführungen feſthalten will, ſie nur
an Sonntagen ſtattfinden zu laſſen und für
Aufführun=
gen an Wochentagen gekürzte Vorſtellungen zu wählen.
Geſchieht dies bei Klaſſikern, ſo iſt es bei Richard Wagner
keine Sünde. Gerade die Oper „Siegfried” fordert zu
Strichen förmlich heraus und „es iſt ſo ſchwer, den rechten
Weg zu meiden”
Die heutige Wiederaufführung war ungleichmäßig.
Am meiſten gleich blieb ſich Herr Weber als
vortreff=
licher, ſtimmlich und geſanglich bedeutender Repräſentant
des Wotan=Wanderer, der durch ſeine gereifte Kunſt über
die himmliſchen Längen der Partie hinweghalf. Herr
Becker müßte in Geſang und Darſtellung mehr
charak=
teriſieren und noch mehr impulſives Temperament
entfal=
ten; in ſtimmlicher Hinſicht mag er viele Sänger
über=
treffen; nach einer vorübergehenden Ermüdung im
zwei=
ten Akte war er am Schluſſe der Vorſtellung noch ſo gut
bei Stimme, wie am Anfang, auch ſeine geſangliche
Sicher=
heit und Zuverläſſigkeit ſind hoch einzuſchätzen,
geſang=
lich muß aber die lhriſche Szene des zweiten Aktes und
darſtelleriſch die Schlußſzene mit Brünnhilde noch
charak=
teriſtiſcher herausgearbeitet werden. Frau von Sugh
ſang die Partie der Brünnhilde wieder mit ſtimmlicher
Friſche und Ausdauer und Geſchmack und zeigte ſich in
ihrer Ausführung von der vorteilhafteſten Seite ihres
Könnens.
Herr Bernhardt beherrſchte die Partie des Mime
in anerkennenswerter Weiſe; nach dem Maßſtab anderer
Partien des Tenorbuffo kann dieſe nicht beurteilt werden:
ſie ſteht ſogar in einem direkten Gegenſatz zu ihnen, da
ſie auf das Schönſingen ganz verzichtet und das Gegenteil
zum Prinzip erhebt; den Höhepunkt nach dieſer Richtung
hin bezeichnet das Zankduett zwiſchen Alberich und Mime,
Herr Bernhardt war mit Erfolg beſtrebt, der Partie eine
entſprechende tonliche Charakteriſtik zu teil werden zu
laſſen, wenn auch das Organ ſeinen Intentionen nicht
im=
mer ganz gehorchte. Die kleineren Partien des Alberich und
des Fafner ſangen wieder die Herren Hoff und
Riech=
mann und die des Waldvogels Frau Speiſer=
Su=
chanek mit autem Gelingen. Beſonders ſchön gelang
das Duett zwiſchen Herrn Weber und Frl. Howard
am Anfange des dritten Aktes.
Mittwoch, 20. März:
Kindervorſtellung.
Heute gelangte in dem Rahmen einer
Kindervor=
ſtellung die Komödie für Kinder von Görner: „
Apfel=
baum, Erdmännchen und Flöte” zur
Auffüh=
rung. Für kleinere Kinder berechnet, wird das Stück
auf ſie ſeinen Eindruck nicht verfehlen, zumal auch
kleines Perſonal in ihm mitwirkt, das ſeine Rolle
min=
deſtens nicht ſchlechter gelernt hatte, als die Großen, bei
denen es im Dialog manchmal haperte. Friſch und
natürlich ſpielte Herr Schneider den zum Prinzen
avancierenden Gärtner und Drachentöter Ludolf; ſeine
feigen und böſen Kameraden Strips und Schluck wurden
von den Herren Jordan und Speiſer dargeſtellt,
die drei Prinzeſſinnen von den Damen Uttmann,
Gothe und Meißner anmutig verkörpert. Das
Erd=
männchen wurde von Lilly Dobsky recht hübſch
ge=
ſprochen; ſehr putzig war der kleine Ritter der Hedwig
Jungkurth, die ſogar ein Blumenbukett als Preis
davontrug. Die übrigen kleineren Rollen waren
ent=
ſprechend beſetzt. Daß die von den Balletteleven
aus=
geführten Tänze der Erdmännchen und der
Blumen=
walzer der Damen Fräulein Huber, Fräulein
Croneberg, Fräulein Baranoff, Fräulein
Rehr und den Damen des Ballettkorps den Kleinen
beſonders gefielen, braucht wohl nicht erſt geſagt zu
wer=
den. Das kleine Publikum, das nicht ſehr zahlreich war,
ſpendete nach jedem Akte begeiſterten Beifall.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 19. März. (Schluß der Abendſitzung.)
Beim Kapitel Geſundheitsamt befürwortet Abg.
Hart=
rath (Ztr.) eine Reſolution des Zentrums auf ſchärfere
Kontrollmaßregeln für die Einfuhr ausländiſcher Weine.
— Abg. Dr. Quarck (Soz.) befürwortet eine Reſolution
auf Reviſion des Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchaugeſetzes,
durch die die Einfuhr von ausländiſchem Gefrier=
Büchſen=
fleiſch ermöglicht wird. — Abg. Blankenhorn (natl.)
tritt für die Reſolution des Zentrums auf Verſchärfung
der Weinkontrolle ein und befürwortet weiter eine
Reſo=
lution auf Abänderung der Weinzoll=Ordnung in dem
Sinne, daß bei der Beurteilung der Einfuhrfähigkeit
aus=
ländiſcher Weine neben der chemiſchen Analyſe auch
Ge=
ſchmacksproben durch erfahrene Sachverſtändige aus der
Praxis, ſowie der Inhalt der einſchlägigen
Geſchäfts=
papiere berückſichtigt werden. — Abg. Dr. Struve (
Fort=
ſchrittl. Vpt.) führt Beſchwerde darüber, daß jüdiſche
Me=
dizinalpraktikanten zur Ableiſtung eines Pflichtjahres in
den Krankenhäuſern nicht zugelaſſen werden. —
Staats=
ſekretär Dr. Delbrück: Wir können den kommunalen
Krankenhäuſern oder Anſtalten und Stiftungen oder
kon=
feſſionellen Vereinigungen eine Verpflichtung für die
An=
nahme von Praktikanten nicht auferlegen. Man ſoll den
Leitern dieſer Anſtalten möglichſt freie Hand laſſen.
Nach weiterer Debatte wird die Weiterberatung, nachdem
Präſident Kaempf noch mitteilt, daß nicht morgen, wohl
aber evtl. übermorgen wieder eine Abendſitzung ſtattfinden
werde, auf Mittwoch, 1 Uhr, vertagt.
* Berlin, 20. März. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1,20 Uhr. Die Etatsberatung des
Reichsamts des Innern
wird beim Kapitel Geſundheitsamt fortgeſetzt. (14. Tag.)
Abg. Dr. Burckhardt (Wirtſch. Vereinigg.): Der
Schluß der geſtrigen Abendſitzung hat wieder einmal
ge=
zeigt, daß, wenn man einem Juden zunahe tritt, dann die
ganze Judenſchaft entflammt iſt. Was den jüdiſchen
Me=
dizinern paſſiert iſt, iſt kürzlich auch einem
chriſtlich=
nationalen Kandidaten bei einem liberal verwalteten
Krankenhaus paſſiert. Ich danke dem Staatsſekretär für
ſeine Erklärung. — Eine ſchärfere Weinkontrolle iſt
wün=
ſchenswert, wenn auch zu erkennen iſt, daß das neue
Wein=
geſetz erhebliche Vorteile gebracht hat. Wie ſteht es mit
der Regelung des Apothekenweſens?
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Ueber die
Aende=
rung des Apothekenweſens, die durch Landesgeſetz
erfol=
gen muß, ſchweben gegenwärtig die Vorverhandlungen.
Ich werde mich alsbald mit den zuſtändigen Stellen in
Verbindung ſetzen.
Abg. Dr. Graf v. Poſadowsky=Wehner: Die
Ausdehnung der Chlor=Kali=Induſtrie hat ernſte
Uebel=
ſtände herbeigeführt, ſowohl für die Bevölkerung, wie
für die Landwirtſchaft, Fiſcherei und Induſtrie. Die
Chlorkalifabriken führen ihre Endlaugen, die große
Men=
gen von Magneſium enthalten, in die ihnen benachbarten
Flüſſe ab. Die Brunnen werden vielfach aus den
Fluß=
läufen geſpeiſt und die Tatſache, daß das dortige
Trink=
waſſer einen ſtarken Chlorgeſchmack hat, führt zu den
größ=
ten Bedenken. In der Induſtrie entſteht dadurch, daß der
Anſatz von Keſſelſtein in großen Maſſen herbeigeführt
wird, eine nicht zu unterſchätzende Exploſionsgefahr und
Betriebsſchädigungen. Ein Eingreifen der
Reichsgeſetz=
gebung iſt unbedingt notwendig. (Beifall.)
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Es iſt uns der
er=
hebliche Mißſtand in dieſen Dingen nicht entgangen.
Reichsgeſetzlich iſt dieſen Umſtänden ſchwer Herr zu
wer=
den. Ich hoffe, daß zwiſchen den Einzelſtaaten durch eine
Verſtändigung der Uebelſtand beſeitigt werden wird.
Abg. Brey (Soz.): Eine Aenderung der ärztlichen
Prüfungsordnung iſt auch uns erwünſcht. Wo bleibt das
ſeit Jahren verſprochene Nahrungsmittelgeſetz? Viele
Erſcheinungen der Neuzeit, ſo auch die
Methylalkoholver=
giftung, machen dieſes Geſetz dringend nötig. Wir
ver=
langen weiter in unſerer Reſolution, daß in den
geſund=
heitlich beſonders gefährdeten chemiſchen Fabriken die
Mitwirkung der Arbeiterorsaniſationen bei Abſtellung der
Uebelſtände geſetzlich feſtgelegt wird. Das trifft
insbe=
ſondere zu für Giftarbeiter und die Bleiweißfabriken.
Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Unſere chemiſche
Induſtrie hat muſtergültige Einrichtungen für den
Arbei=
terſchutz, wie ſie in keinem anderen Lande der Welt zu
fin=
den ſind. Dies hätte dem Abgeordneten Brey, wenn er
ſich mit dieſen Digen beſchäftigt hätte, nicht entgehen
kön=
nen. Die Bleiweißfabriken bilden fortgeſetzt den
Gegen=
ſtand der eifrigſten Unterſuchungen ſeitens der einzelnen
Landesregierungen.
Abg. Hepp (Natl.): Der deutſche Bauer hat die
Fleiſchverſorgung des Volkes ſo gefördert, daß ½ des
Bedarfs von unſerer Landwirtſchaft gedeckt werden. Nun
iſt es nötig, durch einen mäßigen Schutzzoll und einen
ſcharfen Grenzſchutz dem Bauernſtand weiter bierin zu
helfen. — Abg. Fiſchbeck (Fortſchr. Vpt.): Den
unte=
ren Bevölkerungsſchichten ſollte man mehr
entgegenkom=
men, indem man das ausländiſche Gefrierfleiſch zuläßt.
Die bäuerliche Produktion leidet hierdurch keinen
Scha=
den. Natürlich darf man das ausländiſche Fleiſch
bezüg=
lich der Kontrolle nicht beſſer behandeln als das
inlän=
diſche. — Abg. Baumann (Zentrum): Im
Weinhan=
del beſtehen durch die Einfuhr ausländiſcher Deſſertweine,
die im Inlande unter falſcher Flagge ſegeln, große
Miß=
ſtände. Im Intereſſe unſeres mittelſtändleriſchen
Wein=
baues iſt es nötig, den ausländiſchen Weinbau nicht zu
begünſtigen. Eine ſcharfe Grenzkontrolle iſt durchaus
ge=
boten. Von unſerer Reſolution ziehen wir den Paſſus
zurück, daß die Stundung der Einfuhrzölle für Wein
auf=
gehoben wird. — Geheimrat von Stein: Mit
Befrie=
digung kann ich feſtſtellen, daß alle Redner anerkannt
haben, daß das Weingeſetz im Großen und Ganzen
ge=
lungen iſt und ſich bewährt hat. Dem Wunſche, daß die
Nahrungsmittelunterſuchungsämter ſich mit der
Wein=
kontrolle befaſſen mögen, iſt im ganzen Deutſchen Reiche
entſprochen worden. Die Kontrolle an der Grenze ſoll
unzulänglich ſein. In der Verallgemeinerung trifft
die=
ſer ſchwere Vorwurf nicht zu, ihn mit Tatſachen zu bele=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Nummer 69.
gen, wird nemanden gelingen. Die ausländiſchen Weine
ſchärfer zu faſſen und von der Einfuhr auszuſchließen, iſt
recht ſchwierig, wenn ſie den Anforderungen unſerer
deut=
ſchen Geſetze entſprechen. Auf den bloßen Verdacht hin
iſt das Verbot der Zulaſſung nicht möglich. — Präſident
des Reichsgeſundheitsamts Bumm: Was die
Aende=
rung des Fleiſchbeſchangeſetzes anbetrifft, ſo iſt es
uner=
läßlich, daß die Fleiſchbeſchau desaausländiſchen Fleiſches
ſtrenger gehandhabt wird, wie die des inländiſchen.
Un=
hedingtes Vertrauen auf die ausländiſchen Fleiſchbeſchauer
können wir nicht hegen. Bei Büchſenfleiſch iſt ja die
Unterſuchung von vornherein ausgeſchloſſen, hierbei ſich
auf die ausländiſche Unterſuchung zu verlaſſen, geht nicht
an. Nun ſagt man, gefrorenes Fleiſch könne nicht
einge=
führt werden, weil die inneren Organe mit unterſucht
werden müſſen. Es iſt aber in letzter Zeit gefrorenes
Fleiſch zuſammenhängend mit den zur Unterſuchung
not=
wendigen Teilen nach Deutſchland eingeführt worden.
Von einer Unterernährung des deutſchen Volkes zu
ſpre=
chen, iſt ein Unfug. Die beſte Stellung der Regierung iſt,
daß ſich der Konſum auf die inländiſche Fleiſchproduktion
zu ſtützen hat. Dem Volk kann das beſte und geſundeſte
Fleiſch nur geliefert werden, wenn die Unterſuchungen
am lebenden und geſchlachteten Tier geſchehen können.
Redner beſpricht dann eingehend das Gutachten über die
Waſſerhärte der Saale und Unſtrut und verteidigt dieſes.
— Abg. Becker=Heſſen (natl.): Die verſchärfte
Wein=
kontrolle hat unſtreitig dem reellen Weinhandel große
Vorteile gebracht. Die Südweine, die als Kranken= und
Kinderweine in den Handel gebracht werden, müſſen
un=
bedingt einer ſchärferen Kontrolle unterworfen werden.
Es iſt nicht zu rechtfertigen, unſere heutige
Prüfungsme=
thode für Weine als ſchlecht zu bezeichnen. Wenn geſagt
wird, unſer Volk leide an Unterernährung, ſo iſt das zum
mindeſten eine ſtarke Uebertreibung — Abg. Schulze=
Gachernitz (Fortſchrittl. Vpt.): Die Behandlung der
ausländiſchen Weine iſt nicht ganz einwandfrei. Spaniſche
Weine werden z. B. auf Grund des Weingeſetzes nach
Deutſchland eingeführt und dann auf Grund des
Nah=
rungsmittelgeſetzes der Vertrieb unterbunden. Die
Zun=
genprobe iſt noch immer keine Bekömmlichkeitsprobe.
Er=
ziehen wir unſere Zungen. — Vizepräſident Dove macht
darauf aufmerkſam, daß noch acht Redner beim
Reichs=
geſundheitsamt gemeldet ſind und bittet die Redner, ſich
möglichſt zu beſchränken. — Abg. Pauli=Cochem (Ztr.):
Das neue Weingeſetz wird nicht allen Weingegenden
ge=
recht. — Vizepräſident Dove bittet den Redner, nicht über
wirtſchaftliche, ſondern über geſundheitliche Fragen zu
ſprechen. — Redner fährt aber unbeirrt fort, bleibt
ſchließ=
lich fortwährend in ſeiner Rede ſtecken und kramt unter
großer Heiterkeit des Hauſes in ſeinen Mannſkripten. Er
fährt fort: Der geſunde Wein macht fröhlich, der
Ver=
ſchnittwein hingegen führt zu Exzeſſen. Als Pauli auf
Mittelſtandsfragen und Ueberlandzentralen zu ſprechen
kommt, macht ihn der Vizepräſident Dove abermals auf
die Tagesordnung aufmerkſam. Redner ſchließt:
Unbe=
dingt nötig iſt eine gerechte und ſtrenge Weinkontrolle. —
Abg. Bruckhoff (Fortſchrittl. Vpt.): Das ausländiſche
Fleiſch wird durch die Unterſuchung ſtark benachteiligt.
Das deutſche Volk iſt durch die Impfung däniſcher Rinder
mit Tuberkulin ſtark geſchädigt worden. — Präſident
des Reichsgeſundheitsamts Bumm: Keine Vorwände,
ſondern überzeugende Darlegungen unſerer
Tierſachver=
ſtändigen haben uns zu den Vorſchriften über die
Unter=
ſuchung von Schinken und Speck geführt.
Tuberkulin=
impfungen haben tatſächlich ſtattgefunden, aber
Schädigun=
gen ſind dadurch für die Konſumenten nicht entſtanden. —
Abg. Richter (Zentr.) tritt für eine energiſche
Wein=
kontrolle ein. — Geheimer Rat Frhr. v. Stein ſpricht
über die Reviſion des Nahrungsmittelgeſetzes, bleibt aber
unvarſtändlich. — Abg. Blunck (Fortſchrittl. Vpt.)
be=
gründet die Reſolution ſeiner Partei, die die Regelung der
Arbeitsverhältniſſe der in öffentlichen und privaten
Kran=
kenhäuſern, Heilſtätten und Geneſungsheimen
Beſchäftig=
ten fordert. — Miniſterialrat Dr. Caſpar: Ueber die
Arbeitsverhältniſſe der in der Krankenpflege Tätigen
wer=
den ſeit längerer Zeit Erhebungen angeſtellt, das Material
liegt bereits vollſtändig vor und wird nach der
Bearbei=
tung einer reichsgeſetzlichen Regelung unterworfen
wer=
den. — Abg. Schwarz=Schweinfurt (Zentr.): Das
Reichsgeſundheitsamt müßte von ſelbſt für das
Kranken=
pflegeperſonal eintreten, vor allem iſt eine Regelung der
Arbeitszeit notwendig. — Abg. Nacken (Zentr.)
befür=
wortet die Reſolution ſeiner Partei auf Aenderung der
Gewerbeordnung dahin, daß die volle Arbeitsruhe an den
Weihnachts=, Oſter= und Pfingſtfeiertagen in den Metall=,
Hütten= und Walzwerken bald Geſetz wird. —
Miniſterial=
rat Dr. Caſpar ſagt wohlwollende Prüfung dieſer
Frage zu. — Abg. Krings (Zentr.): Gegen die
Staub=
beläſtigung durch die Automobile und die elektriſchen
Bahnen muß die ländliche Bevölkerung eneraiſch
ge=
ſchützt werden. — Geheimrat Lewald: Dies iſt Sache
des Straßenbaues, doch ſoll das eingehend erwogen
wer=
den. — Abg. Duffner (Zentr.): Bei den Schäfiaungen
durch die Kaliabwäſſer darf die Frage der
Entſchädigun=
gen nicht ungeprüft aelaſſen werden. — Das Kapitel wird
bewilligt und ſämtliche Reſolutionen angenommen.
Die Weiterberatung des Etats wird auf
Donners=
tag 1 Uhr vertagt. — Schluß 7 Uhr.
* Berlin, 20. März. Die
Wahlprüfungs=
kommiſſion des Reichstages erklärte die Wahl von
Fürſt zu Salm=Reifferſcheidt (Zentr.) 4. Aachen (Düren=
Jülich) für gültig und beſchloß bezüglich der Wahlen
Kölſch (natl.) 7. Baden (Offenburg=Kehl) und Haupt
(Soz.) 3. Magdeburg (Jerichow) Beweiserhebungen.
Die Bergarbeiterbewegung.
Deutſchland.
* Bochum, 19. März. Die heutige
Revierkon=
ferenz in Bochum faßte eine Reſolution, worin es heißt,
daß es nicht mehr möglich ſei, den Kampf mit Erfolg
weiter zu führen. Die Konferenz beſchloß deshalb, den
Streik aufzuheben und fordert alle Kameraden auf, dem
Beſchluſſe zu folgen. Die Konferenz erklärt, daß nur die
rigorofen Maßregelungen der ſtaatsbürgerlichen Rechte und
die ſyſtematiſche Irreführung und Verhetzung der
öffent=
lichen Meinung durch die arbeiterfeindliche Preſſe (!) es
vermochten, den Kämpfenden den Erfolg zu nehmen. Zum
Schluß fordert die Konferenz alle Bergarbeiter auf, durch
die Stärkung der mitkämpfenden Organiſationen dazu
beizutragen, daß ſie baldmöglichſt wieder auf dem
Kampfplatze erſcheinen können.
* Bochum, 19. März. Die Annahme der von der
Revierkonferenz gefaßten Reſolntion erfolgte
mit 349 gegen 215 Stimmen. 13 Delegierte hatten ſich der
Abſtimmung enthalten. Da ſomit keine Dreiviertel=
maſoritat für ein Weiterſtreilen zuſande gekommen war,
iſt der Streik aufgehoben. Im Laufe des heutigen Abends
wurden überall Verſammlungen abgehalten, die durchaus
ruhig verliefen, ſo in Eſſen, und anderwärts. In
die=
ſen Verſammlungen wurden die in der Reſolution
nieder=
gelegten Gründe für den Streikabbruch ausführlich
er=
örtert und beſchloſſen, morgen wieder anzufahren. In der
Eſſener Verſammlung wurde beſonders betont, daß die
Streikenden ſich morgen beim Streikbureau zu melden
haben, um dann geſchloſſen erhobenen Hauptes zu den
Zechen zu gehen, wo die Arbeiterausſchüſſe zu den
Be=
triebsführern geſchickt werden ſollen.
* Bochum, 20. März. Wie mitgeteilt wird, geht
die Wiederaufnahme der Arbeit glatt
von=
ſtatten.
* Dortmund, 19. März. In Aſſeln wurden
ver=
gangene Nacht an den Wohnungen dreier Arbeitswilliger
Dynamitpatronen zur Exploſion gebracht.
Türen und Fenſter wurden ſtark beſchädigt, Perſonen aber
nicht verletzt. Die Behörden haben eine Unterſuchung
ein=
geleitet. Auf die Ermittelung der Täter iſt eine
Be=
lohnung von 1000 Mark ausgeſetzt worden.
* Dortmund, 20. März. In der vergangenen
Nacht wurde der Vorſitzende des Chriſtlichen
Gewerk=
ſchafts=Kartells in Lünen von drei Streikenden
überfallen, zu Boden geworfen und mit Stöcken
miß=
handelt. Der Angegriffene rief um Hilfe und gab zwei
Schüſſe ab, worauf die Angreifer entflohen Einer
ſtürzte, von einem Schuß getroffen, tot nieder. Der
An=
gegriffene wurde nach der polizeilichen Vernehmung
frei=
gelaſſen.
* Bückeburg, 19. März. Heute nachmittag fanden
in verſchiedenen Orten des Fürſtentums ſtark beſuchte
Ver=
ſammlungen des fiskaliſchen Geſamtkohlenbergwerks
Obernkirchen ſtatt, in denen über das Ergebnis der
Ver=
handlungen zwiſchen dem Arbeiterausſchuß
und den Vertretern des Bergamtes beraten
wurde. Die vom Bergamt zugeſtandene Erhöhung des
Schichtlohnes um zehn Pfennig ab 1. April wurde als
un=
zureichend bezeichnet und dann mit etwa fünfachtel
Mehr=
heit der Streik beſchloſſen. Die Geſamtbelegſchaft beläuft
ſich auf etwa 2500 Mann.
* St. Avold, 20. März. Der Streik auf den
Gruben der Saar= und Moſel=
Bergwerks=
geſellſchaft iſt beendet. Heute früh ſind ſämtliche
Ar=
beiter zur Arbeit erſchienen. Die Zugeſtändniſſe, die die
Verwaltung von Anfang an gemacht hatte, ſind von den
Arbeitern angenommen worden.
Oeſterreich=Ungarn.
* Prag, 19. März. In Brüx ſind bei der
Nach=
mittagsſchicht von 736 Bergleuten 634 nicht eingefahren.
Zum Schutz der Arbeitswilligen iſt Gendarmerie
aufge=
boten. Auf Teplitzer Gebiet wird der Ausſtand für den
31. März angekündigt, falls die Forderungen unbeantwortet
bleiben, doch hält ein Teil der Arbeiterſchaft dieſen
Zeit=
punkt für zu weit hinausgeſchoben mit Rückſicht auf die der
Löſung ſich nähernde Streiklage in Deutſchland und
Eng=
land. Im Kladneer=Revier beſchloſſen die Grubenbeſitzer
eine Lohnerhöhung vom 1. April ab in Ausſicht zu ſtellen.
* Prag, 20. März. Der Streik im Brüxer
Kohlenrevier gewann geſtern an Ausdehnung;
auf weiteren Schächten beſtehen partielle Ausſtände. Die
Geſamtzahl der Streikenden betrug geſtern 3302.
Frankreich
* Lens, 19. März. Der ausführende Ausſchuß des
nationalen Verbandes der Bergarbeiter
hat eine Kundgebung erlaſſen, in der er die
Berg=
arbeiter auffordert, ſich dem Beſchluß des Kongreſſes von
Angers zu fügen und worin die Streikenden im Denain=
Revier erſucht werden, die begonnene Bewegung
einzu=
ſtellen und ihre Kräfte für den von dem Kongreß in Angers
beſtimmten Moment aufzuſparen.
* Lens, 19. März. Der
Bergarbeiterver=
band im Departement Loire erließ einen gleichlautenden
Aufruf an ſeine Mitglieder mit der Erklärung, daß nur
Disziplin und Einigkeit den Erfolg verbürgten.
* Valenciennes, 19. März. Die Delegierten der
Syndikatsabteilungen beſchloſſen den Streik. Man
wird verſuchen, ihn zu einem Generalſtreik zu machen.
Die Bergleute des Gebietes von Abscon ſtimmten
gleich=
falls für den Streik; ſie fordern den achtſtündigen
Arbeits=
tag und nach 25 Jahren eine Penſion von 2 Francs täglich.
Von 13000 Bergleuten im Revier ſtreiken 6500.
England.
* London, 20. März. In mehreren
Streik=
gebieten kam es geſtern zu Demonſtrationen
und Unruhen, die ſich gegen nichtorganiſierte Arbeiter
richteten, die die Arbeit wieder aufgenommen hatten. In
mehreren Fällen mußte die Schutzmannſchaft einſchreiten.
In St. Helen in Lancaſhire machten die Streikenden
meh=
rere Verſuche, die Grube Collins Green zu ſtürmen. Bei
dem dabei erfolgenden Zuſammenſtoß mit der Polizei
wurden auf beiden Seiten mehrere Perſonen verletzt.
Nach=
dem die Polizei Verſtärkungen erhalten hatte, gelang es,
die Menge zu zerſtreuen.
Luftfahrt.
* Straßburg, 19. März. Ueber das Befinden
der bei der heutigen Ballonkataſtrophe verunglückten
bei=
den Offiziere erfährt man folgendes: Oberleutnant
Clorer vom Infanterie=Regiment Nr. 132 iſt ſehr
ſchwer verletzt. Sein Zuſtand iſt faſt
hoffnungs=
los. Neben einem Schädelbruch hat er einen Armbruch, ſchwim. 160,50 (* 1,75), Mais Mixed Febr.=März 137,50
einen Oberſchenkelbruch und ſtarke Quetſchungen,
viel=
leicht auch innere Verletzungen davongetragen. Das
Be=
finden des Oberleutnants Röwer vom 10.
Fuß=
artillerie=Regiment iſt gut. Er iſt mit einem
Unterarm=
bruch und leichten Quetſchungen davongekommen und es
geht ihm verhältnismäßig gut.
* Straßburg, 20. März. (Amtliche
Meld=
ung.) Das Kabel des geſtern verunglückten
Feſ=
ſelballons riß anſcheinend infolge eines plötzlichen
beſonders heftigen Windſtoßes, nachdem wenige
Minu=
ten vorher eine länger andauernde Meſſung des Zuges
weniger als die Hälfte des zuläſſigen Höchſtzuges
er=
geben hatte. Der Führer des Ballons, Oberleutnant
Röwer vom Fußartillerie=Regiment Nr. 10, ergriff
dar=
aufhin, wie er ſelbſt angibt, die für eine Freifahrt
er=
forderlichen Maßnahmen. Nachdem der Ballon auf 500
Meter geſtiegen war, öffnete er das Ventil. Kurz darauf
hörte er einen Puff und ſah Flammen aus dem
Ventil herausſchießen. Die Ballonhülle brannte nur
in einem ſchmalen Ring um das Ventil aus, jedoch ſo
weit, daß das Ventil nicht mehr ſchloß und der ſchnelle
Gasverluſt das Fallen des Ballons zur Folge hatte.
Der Fall wurde dabei durch die fallſchirmartige Wirkung
der Ballonhülle und der Schwanztuten gebremſt. Ob
die Entzündung durch Berühren des herabhängen=
den Kabels mit einer Hochſpamungskeitung oder infolge
von atmoſphäriſchen Entladungen entſtänden iſt, iſt
zweifelhaft. Es iſt fraglich, ob eine Aufklärung in
dieſer Hinſicht überhaupt möglich iſt. Für jede der
bei=
den Annahmen ſprechen gewiſſe Anzeichen. Den beiden
verunglückten Offizieren wurde von zwei Zivilärzten
und von in der Umgebung beſchäftigten Einwohnern in
dankenswerteſter Weiſe die erſte Hilfe zuteil.
Oberleut=
nant Röwer befindet ſich außer Gefahr. Der Zuſtand
des Oberleutnants Clorer vom Infanterie=Regiment
132 iſt ernſt.
Sport.
sr. Das elfte Hockey=Ländermatch zwiſchen
Irland und Schottland in Dublin endete mit dem knappen
Siege der Iren von 1.0 Toren (Halbzeit 010). Der
Hockey=Länderkampf England=Wales in
Henders=
field, der zum 15. Male ausgetragen wurde, ſah die
Eng=
länder mit 6:3 (Halbzeit 4:1) ſiegreich.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 20. März. Dem Vernehmen nach
be=
jahte das Reichsgericht im Gegenſatz zu den beiden
Vor=
inſtanzen die Steuerpflichtigkeit ſchriftlicher
Beſtätigungen von Bankkunden über den Empfang
von Geld aus ihrem Bankguthaben und wies die Klage
der Diskontogeſellſchaft auf Rückzahlung des
Quittungs=
ſtempels ab.
* Frankfurt a. M., 20. März. In der heutigen
Generalverſammlung der Mitteldeutſchen
Kre=
ditbank wurden ſämtliche Anträge der Verwaltung
genehmigt und die Verteilung einer Dividende von 6½
Prozent beſchloſſen. Die ausſcheidenden Mitglieder des
Aufſichtsrats wurden wiedergewählt.
Landwirtſchaftliches.
Kurzer Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 12. bis 18. März 1912.
Nach einer weiteren Befeſtigung zu Beginn der Woche
wurde die Haltung unter dem Einfluſſe amerikaniſcher
Preisrückgänge zeitweiſe recht matt. England, das bis
dahin rege Kaufluſt bekundet und dabei auch deutſchen
Weizen berückſichtigt hatte, zeigte ſich angeſichts der
ameri=
kaniſchen Fläue vorſichtiger, und die Ausſicht auf große
argentiniſche Wochenabladungen trug weiter dazu bei, die
Unternehmungsluſt einzuſchränken. Der Einfluß dieſer
Verhältniſſe wurde indes weſentlich durch den Umſtand
gemildert, daß die Knappheit an Kleberweizen zunächſt
fortbeſteht, und daß das Angebot vom Imande wegen der
Feldbeſtellung nur geringen Umfang aufweiſt. Auch die
kältere Witterung und wiederholte Nachtfröſte boten ein
Gegengewicht. Die Forderungen für ausländiſchen
Wei=
zen, die anfangs zur Nachgiebigkeit neigten, gaben in den
letzten Tagen nicht weiter nach, ſodaß ſich trotz größerer
Weltverſchiffungen wieder eine feſtere Stimmung
durch=
zuſetzen vermochte. Für Roggen wirkte anfangs der
Um=
ſtand befeſtigend, daß ein Teil der Winterladungen nach
der Küſte abgelenkt wurde und neues Angebot ſeitens der
Provinz knapp blieb. Später folgte Roggen der
ſchwäche=
ren Tendenz des Weizenmarktes, um ſich zuletzt wieder
leicht zu befeſtigen. Die Mühlen zeigten im Hinblick auf
den unbefriedigenden Mehlabſatz wenig Kaufluſt, aber
auch Mangel an Lagerraum macht ſich im Berliner
Ge=
treidehandel ſtörend bemerkbar. Hafer war aus den
ein=
getretenen Waſſerzufuhren ſtärker angeboten, in den
Pro=
vinzforderungen aber keineswegs nachgiebiger. Im
Lie=
ferungsgeſchäft gaben ruſſiſche Rückkäufe wieder mehrfach
Anlaß zu Deckungen. Ruſſiſche Futtergerſte hat bei
ge=
ringem Export und wieder lebhafter gewordener
Nach=
frage neuerdings im Preiſe angezogen und für
ſchwim=
mende Ware ungefähr wieder den Höchſtbeſtand erreicht.
Mais war infolge ſtärkerem Plata=Angebote zunächſt
wil=
liger, befeſtigte ſich aber, als aus Argentinien ſtarke
Regen=
fälle gemeldet wurden, die bei längerer Dauer eine
Schä=
digung der Maisernte befürchten laſſen. Es ſtellten ſich die
Preiſe für inländiſches Getreide am letzten Markttage
wie folgt:
Roggen
Weizen
Hafer
176½
Königsberg. . 206
192
179
190
Danzig
.209
Stettin
183
. 208
193
Poſen
181
)191
.204
181
Breslau
191
.204
187
Berlin
.211
)208
185
)209
Magdeburg .208
189 (*1 ) 215
Leipzig
.209
189
.210
Dresden
)212
Roſtock
183½ (*1½) 194
.208
Kiel
210
193 (43 ) 105
Hamburg . . 216
197 (*4 ) 212
192
213
Braunſchweig . 203
Hannover . .206
191
212
204
Düſſeldorf . . 218 (4
)196
)193
217
Köln
)205
Frankfurt a. M. 219
199
212½
Mannheim . . 225
195
)215
Straßburg . . 225
) 201½
)215
München . 230 (* 1 ) 211
211
Weltmarktpreiſe Weizen: Berlin Mai 216(—2), Peſt
April 196,40 (—1,85), Liverpool Mai 171,85 (F0,45),
Paris März 225,65 (-- 2,05), Chicago Mai 155,55 (— 5.80)
Roggen: Berlin Mai 192,50 (— 1), Hafer: Berlin Mai
194,50 (—1), Futtergerſte frei Hamburg unverzollt
(—0,50), La Plata Mai=Juni 118,50 (—0,50) Mk.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Beröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
Leinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Elektriſche Straßenbahn.
Am heutigen Donnerstag beſchäftigt ſich die
Stadtverordneten=Verſammlung mit dem kommenden
Sommerfahrplan der elektriſchen Straßenbahn.
Das Publikum darf wohl vorausſetzen, daß dieſer
Fahr=
plan endlich den Sechs=Minutenverkehr bringt,
der ſchon ſeit Jahren laut Stadtverordnetenbeſchluß zur
Einführung — zumal nach Eröffnung des neuen
Hauptbahnhofs — vorgeſehen iſt; lediglich zu dieſem
Zweck wurde der zweigleiſige Ausbau verſchiedener
Teilſtrecken genehmigt. Mit Sehnſucht erwartet man
allgemein den erſten Spatenſtich zur Erbauung der
jetzt=
nach Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs unbedingt=
und dringend notwendigen Linie nach dem
Oſt=
bahnhof, die gleichfalls ſeit Jahren von den
Stadt=
verordneten genehmigt und noch immer nicht in Angriff
genommen iſt
Nummer 69.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Seite 7.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 20. März. Die Abreiſe des Kaiſers
nach dem Süden iſt auf Freitag abend feſtgeſetzt
worden.
* Berlin, 20. März. Im Spielerprozeß Metternich
wurde heute nachmittag das Urteil gefällt. Bujes
erhält wegen wiederholten Betruges eine Geſamtſtrafe von
2½ Jahren Gefängnis, in einem Fall erfolgte
Frei=
ſprechung, Metternich wurde wegen Betruges in einem
Fall zu 1 Woche Gefängnis verurteilt, die als durch
die Unterſuchungshaft verbüßt erachtet wurde. In den
übrigen Fällen, beſonders von der Anklage des
Falſch=
ſpiels, wurde Metternich freigeſprochen.
* Berlin, 20. März. Der Schauſpieler Willi Froböſe
vom Leſſingtheater erſchoß ſich in einem Zuge der
Reineckendorf=Liebenwalder Bahn. Die Veranlaſſung iſt
vermutlich in finanziellen Schwierigkeiten zu ſuchen.
* Wien, 20. März. In einem Peſter Zug erſchoß
ſich, der Neuen Freien Preſſe zufolge, der ungariſche
Reichstagsabgeordnete und Präſident der ungariſchen
Ad=
vokatenkammer, Emmerich Szivak.
* London, 20. März. Die Verhaftung des bekannten
Agitators Tom Mann fand geſtern in
Wimble=
don bei London auf Veranlaſſung der Polizeibehörde von
Salford ſtatt, nicht, wie berichtet wurde, in Seaford.
* Kriſtiania, 19. März. Um Klarheit zu
be=
kommen, ob die Eisbarriere im Ganzen am Südpol
ſchwimmt, ſandte Aftenpoſten an Amundſen folgendes
Telegramm: „Schwimmt Eisbarriere?” Hierauf erhielt
Aftenpoſten ein Telegramm aus Hobart: „Um Framheim
feſt, äußerer Rand ſchwimmt.”
* Waſhington, 19. März. Die Kommiſſion des
Re=
präſentantenhauſes für den zwiſchenſtaatlichen Handel hat
die Einſetzung einer internationalen
Kommiſ=
ſion beſchloſſen, um eine Bill Lees zu beraten, die
die Ausdehnung des Geſetzes über Schiedsgericht
und Einigung in Arbeiterſtreitigkeiten
beim Kohlenbergbau bezweckt. Lee verſpricht
ſich von dieſem Geſetz, das bereits für die Eiſenbahnen in
Kraft iſt, die Abwendung des befürchteten Kohlenſtreiks.
— Berlin, 20. März. Als der Leiter einer in der
Lands=
berger Allee befindlichen Filiale des Buttergeſchäftes von
Aßmann, der Kaufmann Kahſe, ſich geſtern mit einem
gefüllten Geldbeutel auf der Treppe nach den
Kontor=
räumen befand, begegneten ihm zwei junge Burſchen, von
denen der eine ihm gemahlenen Pfeffer in die Augen
warf. Der Ueberfallene wehrte ſich, worauf die Räuber
ohne Beute flüchteten.
H. B. München, 20. März. Die Verhaftung des
Tanzſchul=Direktors Hieber zieht weitere Kreiſe. Außer
den 12 Mädchen von 8 bis 16 Jahren, ſämtlich Kinder
klei=
ner Leute, die er zuletzt gegen ein Honorar von 30 bis 50
Mark im Nakttanz unterrichtete, ſind auf Grund von
Auf=
zeichnungen noch 78 Mädchen ermittelt worden, die bei
Hieber „ſtudiert” haben.
— London, 20. März. Einer Times=Meldung aus
Tokio zufolge iſt in Nordkorea eine Verſchwörung
gegen den japaniſchen Generalgouverneur Tarauchi entdeckt
worden. Ueber 100 Perſonen wurden als verdächtig
ver=
haftet; es ſind zur Hälfte bekehrte Chriſten. Auch ein
ame=
rikaniſcher Miſſionar wurde feſtgenommen.
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ſeither in Tauſenden von
Fa=
milien ein Hausmittel geworden.
Nur echt mit dieſer
Marke-demFiſcher Keine andere Lebertran=Emulſion
— dem
Garantie=
zeichen des
Scott=
ſchen Verfahrenz! blickt auf ſolche Erfolge zurück,
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nach kurzem, ſchwerem Leiden aus dieſem Leben
abzurufen.
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Johannes Kesting.
Die Beerdigung findet ſtatt: Freitag, den
22. März, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus.
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unſere gute Mutter, Schweſter, Schwägerin
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und Tante
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geb. Weber
heute früh 5 Uhr nach kurzem Leiden ſanft
verſchieden iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Die Einſegnung findet Donnerstag,
nachmit=
tags 5 Uhr, im Hauſe Rhönring 71, I, ſtatt.
Die Einäſcherung erfolgt in Offenbach.
Blumenſpenden und Kondolenzbeſuche dankend
verbeten.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
gliedes und Feldzugskameraden
Herrn Oberpoſtſchaffner i. P.
Ladam Kramer
findet am Donnerstag, den 21. März,
nachm. ½5 Uhr, vom Sterbehaus
Schwanen=
ſtraße 30 aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Lahr
bis Probſt, ſowie des 2. Bezirks ſich dort
zu verſammeln.
(6854
Der Vorstand.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage hat ſich ſeit geſtern nur wenig
ge=
ändert. Während ſich die über England und der Nordſee
lagernde Zyklone etwas verflacht hat, ſteigt der Druck
von Südweſten her weiter langſam. Randwirbel der
Depreſſion werden bei uns veränderliches Wetter
ver=
urſachen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 21. März:
Wechſelnd bewölkt, einzelne leichte Regenfälle, kühl.
Tageskalender.
Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. C): „Die Fledermaus”.
Orpheum, Anfang 8½ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Der Meineidbauer”.
Konzert von Hch. Kiefer und Hch. Schwarz um 8 Uhr
im Hotel „Zur Traube‟.
Vortrag von Pfarrer Jatho um 8 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz (Heſſ. Goethebund).
Franzöſiſcher Vortrag von Profeſſeur Berryer um
8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Hauptverſammlung des Schlittſchuhklub —
Sport=
vereins um 6 Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Hauptprüfung um 5 Uhr im Konſervatorium für
Muſik (Mühlſtraße).
Bibelſtunde von Prediger Schrenk um 8½ Uhr
Mühlſtraße 24.
Konzerte:
Hotel Heß
und Bürgerkeller um 8 Uhr. — Reſtaurant „Metropol”
um ½ 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Rheinſtraße 2.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.,
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 22. März.
Hofreite=Verſteigerung des Karl Hermann (
Lich=
tenbergſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟
Dünger=Verſteigerung um 10 Uhr in der Artillerie=
Kaſerne (Regiment Nr. 25).
Brennholz=Verſteigerung um 10 Uhr im
Spach=
brücker Gemeindewald (Zuſammenkunft bei Gaſtwirt
Schneider an der Bahnſtation Meſſel).
Holzverſteigerung um 10 Uhr auf der
Thomas=
hütte (Oberförſterei Meſſel).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Dimmerarbeiten zu vergeben,
event. gegen Schreinerarbeiten
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Mainzer Zuge 7.15 Uhr auf
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Nummer 69.
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Brummer 69.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Seite 9.
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Nähr=
wert der Naturmilch vollſtändig gleichwert. Dieſe Kunſtmilch läßt
ſich zum Trinken, Kochen und Backen ganz an Stelle von Naturmilch
verwerten. Trotzdem läßt ſie ſich zu ½ des Preiſes der Naturmilch
in den Handel bringen und läßt noch für den Herſteller einen
Ver=
dienſt, der ihn in kurzer Zeit zum reichen Mann machen muß,
umſo=
mehr, da Milch wohl der bedeutendſte Konſumart. iſt. Der
Ver=
brauch iſt tägl. durchſchnittl. ½ Ltr. pro Perſon. Wenn nur 10 %
des geſamten Abſatzes an Kunſtmilch abgeſetzt wird, ſo iſt der
Ver=
dienſt ein ganz horrender. Man denke nur an Margarine, auch ein ähnl.
Kunſtprod., das wohl 50% des Geſamt=Abſatzgebietes an Butter
erobert hat. Dabei iſt aber die Kunſtmilch in ihrer Zuſammenſetzung
der Naturmilch viel ähnlicher, als Margarine der Butter. Zur
Her=
ſtellung ſind nur geringe Räume und keine Vorkenntniſſe nötig. Das
Verfahren zur Herſtellung dieſer Kunſtmilch ſoll in allen Bezirken
gegen eine verhältnismäßig ſehr geringe Vergütung vergeben werden
und wollen Intereſſenten, die im Beſitze von 500—1000 Mk. bar
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
N8 33.
Donerstag, 21. März.
1912.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 22., 25., 26.,
29 März 1912 von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends von Truppenteilen des
VIII. Armee=Korps Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz bei
Meſſel abgehalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
im Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe=Geishecke einſchließlich
wird während desSchießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. Sept. 1909, Kreisamt Offenbach a. M., 20. Sept. 1909.)
Iſt das Schießen früher beendet, ſo werden die Gemeinden Meſſel und Offenthal
von Aufhebung der Abſperung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 16. Februar 1912.
(4911a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf § 12 Ziffer 4 des Stellenvermittlergeſetzes vom 2. Juni
910, wonach ein Stellenvermittler, der die amtlich feſtgeſetzte Taxe überſchreitet oder
ſich außer den taxmäßigen Gebühren Vergütungen anderer Art von dem Arbeitnehmer
oder dem Arbeitgeber gewähren oder verſprechen läßt, mit Geldſtrafe bis zu 600 Mark
oder mit Haft beſtraft wird, bringen wir nachſtehend den ſeit dem 1. Oktober 1910 in
Heltung befindlichen Gebührentarif für gewerbsmäßige Stellenvermittler im Kreiſe
Darmſtadt wiederholt zur Kenntnisnahme.
Darmſtadt, den 15. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtavt.
Fey.
Gebührentarif
für gewerbsmäßige Stellenvermittler im Kreiſe Darmſtadt,
gültig vom 1. Oktober 1910 ab,
Feſtgeſetzt nach Anhörung des Trägers des öffentlichen Arbeitsnachweiſes, der Vertreter
der Stellenvermittler, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer:
Gewerbliche und landwirtſchaftliche Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter,
(ſoweit nicht unter II und III gehörig):
1. bei Monatslohn bis 15 Mk. und freier Station oder bei Monatslohn bis 60 Mk. 2 Mk.
2.
„über 15—25
„ über 60—70 „ 3 „
3. „
25—40
70—85 „ 4 „
n. „
40
.
85
5 „
II.
Perſonal im Haushalt:
A. bei Monatslohn bis 15 Mk. und freier Station
2 Mk.
2.
von über 15 Mk. — 25 Mk. und freier Station . .
3 „
Z. bei Monatslohn von über 25 Mark — 40 Mark und freier Station . . . 4
4.
„ 40
5 „
5. Aushilfsperſonal (Servier=, Lauf=, Putz=, Koch=, Waſchfrauen, Näherinnen,
Büglerinnen uſw.) für jeden Vermittlungsfall
. . . . 0,20 Mk.
III.
Perſonal im Gaſtwirtsgewerbe:
II. Oberkellner, Küchenchefs und Hotelportiers .
7 Mk.
2. Köche und Köchinnen
*7
Z. Kellner .
. ..
*:
4. Büffetiers, Büffetdamen und Zäpfer . . . . . . . . . . . . . .
5. Hoteldiener . . .
. . .. . . . . . .. . .4
B. Kellnerinnen . . .
.. . „ 2
7. Hausburſchen und ſonſtiges männliches Perſonal . . . . . . . . . . 2
B. Sonſtiges weibliches Perſonal . .
. ,„ . . . . „ 2
B. Aushilfen. . .
. . . . . . . . 0.20 „
IV.
Krankenwärter und Ammen:
u1. Krankenwärter a) für 1 Monat und länger
5 Mk.
,,,, „
b) für 14 Tage bis zu 1 Monat : . .
c) für kürzere Zeit als 14 Tage .
12. Ammen
1
Haben beide Teile die Tätigkeit des Stellenvermittlers in Anſpruch genommen,
ſo iſt die Gebühr je zur Hälfte von dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zu
zahlen: eine entgegenſtehende Vereinbarung zu Ungunſten des Arbeitnehmers iſt nichtig.
Eine Gebühr darf nur erhoben werden, wenn der Vertrag infolge der Tätigkeit
des Vermittlers zuſtande kommt.
(6635ds
Darmſtadt, den 28. September 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Muſterungs=Geſchäft im Kreiſe Darmſtadt im Jahre 1912.
Für den Kreis Darmſtadt wird das Muſterungs=Geſchäft vom 1. bis 24. April
lfd. Js. im Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5 dahier, vorgenommen werden.
Die Muſterung findet in folgender Weiſe ſtatt:
Montag, den 1. April: der ſämtlichen Militärpflichtigen aus der Stadt
Darm=
ſtadt, deren Namen mit den Buchſtaben A bis C beginnen.
Dienstag, den 2. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe D bis F.
2. Gemeinde Hahn.
Mtwoch, den 3. Aprft. Stadf Darmſtadt, Buchſade 6., 2.
Ge=
meinde Weiterſtadt. 3. Gemeinde Wirhauſen.
Mittwoch, den 10. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben H und J.
Donnerstag, den 11. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe K;
2. Gemeinde Gräfenhauſen.
Freitag, den 12. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben L und M,
2. Gemeinde Eſchollbrücken. 3. Gemeinde Schneppenhauſen.
Samstag, den 13. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben N bis R.
2. Gemeinde Eich.
Montag, den 15. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe 8, jedoch!
nür die in den Jahren 1890 und 1891 geborenen Militärpflichtigen.
2. Gemeinde Erzhauſen. 3. Gemeinde Traiſa.
Dienstag, den 16. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe S, die
im Jahre 1892 geborenen Militärpflichtigen, 2. Gemeinde Malchen.
3. Gemeinde Roßdorf.
Mittwoch, den 17. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben I bis Z.,
2. Gemeinde Meſſel.
Donnerstag den 18. April: desgleichen 1. Gemeinde Braunshardt, 2. Gemeinde
Arheilgen.
Freitag den 19. April: desgleichen 1. Gemeinde Eberſtadt, 2. Gemeinde Nieder=
Beerbach.
Samstag, den 20. April: desgleichen Gemeinde Griesheim.
Montag, den 22. April: desgleichen 1. Gemeinde Nieder=Ramſtadt, 2. Gemeinde
Ober=Ramſtadt.
Dienstag, den 23. April: desgleichen Gemeinde Pfungſtadt.
Sämtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1802 geboren und im Kreiſe
Darmſtadt geſtellungspflichtig ſind. die Ueberzähligen (dienſttaugliche Leute aus
früheren Jahren, weiche infolge hoher Losnummer nicht eingeſtellt worden ſind und
über die noch nicht definitiv entſchieden iſt, die alſo keine andere Militär=Legitimation
haben, als ihre Loſungs= und Geſtellungsſcheine), ſowie die Zurückgeſtellten aus
früheren Jahren (im Jahre 1890 und 1891 Geborene) werden hiermit aufgefordert,
ſich an den vorbezeichneten Tagen jedesmal pünktlich 7¼ Uhr vormittags zur
Muſterung einzufinden.
Die Militärpflichtigen aus früheren Jahren haben ihre Loſungsſcheine, ſofern
dieſelben nicht ſchon bei der Anmeldung zur Stammrolle abgegeben worden ſind, bei
der Muſterung vorzulegen damit ſie ergänzt und berichtigt werden können.
Auch werden unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 3. Januar l. Js.
(Amtsverkündigungs=Blatt Nr. 5 von 1912) die im Jahre 1892 geborenen, im Beſitz
des Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Dienſt befindlichen
Militär=
pflichtigen, welche bis jetzt ihre Zurückſtellung vom Militärdienſt noch nicht
bean=
tragt haben, wiederholt aufgefordert, dies alsbald und ſpäteſtens im
Muſterungs=
termin zu tun.
Mittwoch, den 24. April findet die Loſung ſtatt, und zwar von vormittags
8 Uhr ab für die Militärpflichtigen aus der Stadt Darmſtadt, von 10 Uhr ab für
die Militärpflichtigen aus den Landgemeinden.
Von der verſönlichen Geſtellung vor der Erſatz=Kommiſſion ſind nur entbunden:
1. Diejenigen im Beſitz des Berechtigungsſcheins zum einjährig=freiwilligen
Dienſt befindlichen Leute, welche vorſchriftsmäßig ihre Zurückſtellung bei
der Erſatz=Kommiſſion beantragt haben.
2. Diejenigen, welche ſich als Freiwillige bei einem Truppenteil gemeldet und
Annahmeſchein für die Einſtellung im Herbſt l. Js. erhalten haben.
3. Diejenigen, welche wegen ihres Geſundheitszuſtandes, z. B. Blödſinn,
Ver=
krüppelung ꝛc. nicht perſönlich ſich ſtellen können, was durch ein ärztliches
Zeugnis und eine Beſcheinigung der betreffenden Bürgermeiſterei beſtätigt
ſein muß.
Wer an Epilepſie zu leiden behauptet, hat auf eigene Koſten drei
glaubhafte Zeugen hierfür zu ſtellen oder ein Zeugnis eines beamteten
Arztes beizubringen.
Die Militärpflichtigen, welche ohne genügenden Entſchuldigungsgrund ſich zur
Muſterung nicht ſtellen oder nicht pünktlich zu derſelben erſcheinen, haben die Nachteile
zu erwarten, welche für dieſen Fallin der Wehrordnung feſtgeſetzt ſind. Dieſelben
ver=
lieren unter Umſtänden die Berechtigung, an der Loſung teilzunehmen, ſowie die aus
Reklamationsgründen erwachſenen Anſprüche und werden, neben Verurteilung in eine
Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder 3 Tagen Gefängnisſtrafe, vorweg zum Militärdienſt
herangezogen.
Das perſönliche Erſcheinen bei der Loſung bleibt den Militärpflichtigen überlaſſen.
Bezüglich der Geſuche um Zurückſtellung und Befreiung vom Militärdienſt
in Berückſichtigung häuslicher, gewerblicher und Familienverhältniſſe ꝛc, wird auf
die §§ 32 u. 33 der Wehrordnung vom 22. November 1888 (Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901),
das Reglement vom 12. Mai 1868 (Reg.=Bl. Nr. 26 von 1868) und die diesſeitige
Bekannt=
machung vom 7. Februar l. Js. (Amtsverkündigungs=Blatt Nr. 23) mit dem Anfügen
aufmerkſam gemacht, daß diejenigen Perſonen, zu deren Gunſten wegen Arbeits= und
Aufſichtsunfähigkeit die Zurückſtellung eines Miltärpflichtigen in Anſpruch genommen
wird (Eltern und Geſchwiſter ꝛc. derſelben), vor der Erſatz=Kommiſſion an dem Tage
zu erſcheinen haben, an welchem die Muſterung der betreffenden Militärpflichtigen
ſtatt=
findet. Die Geſuche ſind alsbald, ſoweit noch nicht geſchehen, bei den Großherzoglichen
Bürgermeiſtereien vorzubringen.
Ebenſo haben diejenigen Reklamanten, deren Söhne 1910 und 1911 wegen
häus=
licher ꝛc. Verhältniſſe zurückgeſtellt worden ſind, inſofern ſie eine weitere Zurückſtellung
bezw. die Befreiung vom Militärdienſt für die Friedenszeit glauben in Anſpruch
nehmen zu können, ihre Geſuche bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien zu erneuern
und mit ihren Söhnen vor der Erſatzkommiſſion zu erſcheinen, gegenfalls die
Reklama=
tionen unberückſichtigt bleiben.
Ferner wird darauf hingewieſen, daß ſpätere Geſuche um Zuweiſung zu einem
anderen Truppenteil unberüickſichtigt bleiben; denen, die beſondere Wünſche für einen
Truppenteil oder Standort haben, wird empfohlen, ſich rechtzeitig zum freiwilligen
Dienſt zu melden.”
Zugleich wird bekannt gemacht, daß über etwaige von Reſerve= und
Landwehr=
mannſchaften, ſowie Erſatz=Reſerviſten eingereichten Geſuche um Zurückſtellung wegen
häuslicher, gewerblicher oder Familienverhältniſſe an den Tagen verhandelt wird, an
welchen die Muſterung der betreffenden Ortsangehörigen angeſetzt iſt.
Darmſtadt, am 9. März 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart Reg.=Rat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(6821
ſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr ſtatt.
Verloſung der Schuldverſchreibungen der
Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darm=
ſtadt ſind heute nachſtehende 3½ %ige Schuldverſchreibungen auf den
Inhaber durch Verloſung zur Rückzahlung berufen worden, nämlich:
1. Rückzahlbar am 1. Juli 1912
Buchſt. G. Abt. I Nr. 16, 59, 131, 230, 332, 359, 381, 651, 727, 797,
820, 928, 1042.
G. „ II „ 111, 139, 161, 239, 468, 568, 643, 767, 857,
,
925, 933, 980, 1032, 1242, 1261, 1268.
III „ 13, 40, 52, 277, 395.
G.
2. Rückzahlbar am 1. September 1912
Buchſt. M. Abt. I Nr. 79, 93, 110, 139, 276, 729, 849, 860, 924, 987,
992, 1008.
II „ 36, 43, 187, 212, 270, 456, 514, 604, 669, 737,
M.
771, 920, 996, 1571, 1653, 1867, 1901, 1943,
2089, 2093, 2103, 2131. 2134, 2338, 2361.
III „ 293, 315, 378, 424, 657, 672, 736, 738, 978,
1021, 1043, 1048, 1115, 1141, 1150, 1232,
1267, 1323, 1355, 1419, 1707, 1736, 1754,
2061, 2367, 2400.
M. „ IV „ 197. 222, 367, 770, 848, 855, 890, 932, 951,
1039, 1135.
Die Einlöſung aller Stücke geſchieht bei unſerer Stadtkaſſe;
außerdem für das Anlehen Buchſt. G., bei der Bank für Handel u.
Induſtrie zu Darmſtadt und Berlin und deren übrigen
Nieder=
laſſungen; für das Anlehen Buchſt. M. bei den Bankhäuſern
Del=
brück Schickler & Co., Hardy & Co. und bei der Nationalbank
für Deutſchland in Berlin, ſowie bei der Deutſchen Vereinsbank,
Filiale Darmſtadt (vorm. Ed. G. Gerſt zu Darmſtadt) und bei
dem Bankhauſe Ferd. Sander zu Darmſtadt. 2
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit den oben
genannten Verfallterminen auf.
Darmſtadt, den 15. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
V.: Mueller.
Bekanntmachung.
Betr.: Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit.
Wir beſtimmen hiermit, daß die Tauben vom 20 I. Mts. bis
zum 15, k. Mts, eingeſperrt gehalten werden müſſen.
Zuwiderhandlungen werden nach Art. 39 Ziffer 2 des
Feld=
ſtrafgeſetzes mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu
einer Woche beſtraft.
Mit Rückſicht auf die großen Schäden, die von den Tauben
zur Saatzeit angerichtet zu werden pflegen, muß eine genaue
Beob=
achtung der Vorſchrift im landwirtſchaftlichen Intereſſe verlangt werden.
Eine ſtrenge Ueberwachung der Durchführung dieſer Anordnung
iſt daher veranlaßt worden.
Auf die Militärbrieftauben derMitglieder des hieſigen
Brieftauben=
klubs findet vorſtehendes nur in ſoweit Anwendung, als dies das
Reichs=
geſetz vom 28. Mai 1894, den Schutz der Brieſtauben betreffend, zuläßt.
Darmſtadt, den 13. März 1912.
(6729md
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jäger.
ſVermalungsberiht9l0h
Der Verwaltungsbericht für das
Rechnungsjahr 1910, ſowie die
Rechnungen der Stadtkaſſe und
der übrigen ſtädtiſchen Kaſſen für
das Rechnungsjahr 1910 und der
ſtädtiſchen Sparkaſſe für das
Ka=
lenderjahr 1910 ſind von
Don=
nerstag, den 21. bis
einſchließ=
lich Freitag, den 29. März d. J.,
gemäſt Art 57 der Städteordnung,
auf dem Stadthauſe, Zimmer 39,
während der Dienſtſtunden zur
Ein=
ſicht offen gelegt. (6773md
Darmſtadt, 18. März 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Zur Abfuhr des Holzes aus den
Verſteigerungen Nr. 1 bis 11 (
ein=
ſchließlich) fordern wir unter
Friſt=
bewilligung bis 1. April I. J. auf.
Darmſtadt, 18. März 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann. (6806do
Pähmaſch. (Retenſt), mehr. Me=
Mnag., Beleuchtungsgeg., 1 Bidet
u. a. m. b. abz. Näh. Exp. (*7198df
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Nummer 69.
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 25. März I. J., vormittags 9 und
nachmittags 3 Uhr anfangend,
verſteigere ich im Auftrage des Konkursverwalters K. Dechert, die zur
Konkursmaſſe E. Cohen gehörigen Geſchäftseinrichtungsgegenſtände
und Möbelſtücke, in den ſeither von der Firma innegehabten
Ladenlokalitäten
Wilhelminenſtraße 17½
und zwar:
moderner 3teil. Konfektionsſchrank 2,67X2,60X0,71m
mit Schränkchen und Schubladen im Unterſatz, im Oberteil
Spiegelglas u. Bleiverglaſungstüren, 1 Konfektionsſchrank
mit Glasſchiebetüren 2,40X2,00X0,60 m, 3 Ladentiſche
mit Schubladen u. Schränkchen, eine moderne weiß lackierte
Geſchäftseinrichtung, beſtehend aus:
2 Spiegelſchränken, 1 Schrank mit Schubladen und
Glasſchiebetüren, 1 Toilettetiſchchen mit Spiegelaufſatz,
1 rundes Tiſchchen, 1 viereck. Tiſchchen mit Schränkchen,
1 ſpan. Wand, 1 Sofa, Seſſel und Stühle, 1 groß. Teppich,
verſchiedene Wachsbüſten und Köpfe, Kleider= u.
Bluſen=
büſten, Dekorations= u. Hutſtänder u. Kleiderſtänder jeder
Art, und verſchiedene Hutkartons.
Hochmoderner Beleuchtungskörper für elektr. Licht
und Gas. Ferner 1 großer Kaſſenſchrank, 1
Schreib=
maſchine, 1 Kontrollkaſſe, 1 Kovierpreſſe mit Tiſch, 2 kl.
Pultchen, Zuſchneide=, Zuricht=, Bügel= und Arbeitstiſche,
Ablegetiſche mit Stoffbelag, Seſſel, Stühle, Hocker, 1
Gas=
herdchen, 1 Bügelofen, Bügeleiſen, große und kleine
Steh=
leitern, 1 Stoßkarren, eine große Partie Kleider= und
Rockbügel.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen ſofortige
bare Zahlung ſtatt.
(6843ds
Darmſtadt, den 21. März 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, 21. März 1912, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
a) für beſtimmt:
4 Regulateure, 24 Herrentaſchenuhren, 5 Damenuhren,
3 Uhrketten, 6 Weckeruhren, 1 Opernglas, 7 Schirme,
2 Glaſerdiamanten, 1 Ledertaſche;
b) vorausſichtlich:
5 Vertikos, 2 Büfetts, 5 Diwans, 3 Sofas, 3 Kleider=
2 Spiegel=, 2 Kaſſen=, 6 Waren= und 2 Glasſchränke, 4
Fahr=
räder, 1 Sprechapparat, 1 Landauer, 1 Viktoriawagen,
eine Partie Falzziegel und Schieferſteine, 150 Flaſchen Spiri=
(6807
tuoſen ꝛc.;
c) auf freiwilligen Antrag:
1 Diwan.
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Eichenſtammholz=Verſteigerung.
Mittwoch, 3. April I. Js., vormittags ½9 Uhr
beginnend, werden zu Darmſtadt, in der Reſtauration „Zum
Hei=
ligen Kreuz” (Halteſtelle der elektriſchen Straßenbahn), verſteigert:
524 Eichenſtämme und Abſchnitte = 640,31 fm, und zwar:
108 Stück I. Kl. (60 und mehr cm mittl. Durchm. v. R.) — 236,67 fm.
10
„ II. „ (50—59 cm
„ „ — 168,48
,
„ III. „ (40—49 cm
166
, „ — 177,17. „
,
,
6 „ IV. „ (30—39 cm
.„ — 39,83 „
,
*8
V. „ (25—29 cm
, „ „ — 3,82 „
„
„ VI. „ (unter 25 cm
„ — 14,34
78
Maßliſten werden koſtenfrei, Revierkarten gegen portofreie
Einſendung von 50 Pfennig durch unterzeichnete Stelle abgegeben
das Holz wird durch die in den Maßliſten namhaft gemachten
Forſt=
warte vorgezeigt, auch kann auswärtigen Intereſſenten auf Wunſch
Führer zur Beſichtigung des Holzes zur Vertügung geſtellt werden
(Telephon Darmſtadt 405). Die nächſten Bahnſtationen ſind 2—5 km
entfernt.
(6802
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Stammholz-Verſteigerung.
Donnerstag, 28. März I. J., werden verſteigert aus Diſtr. I
Eichen, Abt. 14, 15, 27, 28, 30, 44, 45, 51, 55 u. 60: Stämme, Eichen:
8 I. Kl. — 13 fm; 8 II. Kl. — 9 fm: 28 III. Kl. — 25 fm: 98 IV. Kl.
— 54 fm; 76 V. Kl. — 24 fm; 219 VI. Kl. — 42 km; Rotbuchen:
2 II. Kl. — 3,3 fm; 8 III. Kl. — 8 fm; 2 Hainbuchen — 0,2 fm;
2 Ulmen — 0,5 km; 13 Eiche Derbſtangen = 0,65 fm.
Zuſammen=
kunft morgens 9 Uhr auf der Chauſſee Meſſel-Urberach am
Wald=
eingang von Meſſel her. Auskunft durch die Großh. Forſtwarte
Engel zu Meſſel und Kirſchner zu Steinacker (Poſt Meſſel).
Meſſeler Forſthaus, 19. März 1912.
(6862
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
Schlag.
Autz= und Brennholz=Verſteigerung.
Montag, den 25. März I. Js.,
ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne,
nach=
verzeichnete Holzſortimente öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Es kommen zum Ausgebot:
186 Stück Kiefern=Stämme von 15—34 cm Durchm. u. 4—12 m Länge
19,6 rm
Rundſcheiter
1,75 „
Zaunpfoſten
19,4 „
„
2,20 „ „
60 rm Kiefern=Scheiter
40
Knüppel
800 Stück „ Wellen
70 rm
Stock.
Die Zuſammenkunft der Steigerer vormittags um 9½ Uhr am
Waldfriede.
Bemerkt wird, daß das Brennholz von 12 Uhr ab zum
Aus=
gebot kommt.
Eberſtadt, den 19. März 1912.
(6804ds
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
der Mitglieder der Sektion Darmstadt
des Int. Philat.-Vereins Dresden
im Blauen Saal des „Hotel Hess” am Samstag,
den 23. März 1912, von 11 bis 1 Uhr und von 2 bis 7 Uhr
Freier Eintritt nur gegen Karte
Wünsche auf Karten sind in die bei den Firmen D. Faix Söhne, Ernst-
Ludwigs=
platz 1, Heinrich Lautz, Rheinstrasse 12, L. Müller, Gerh. Schmitt Nachf.,
Luisen-
strasse 10, Briefmarken-Bazar Daudt, Schulstrasse 11 und im Hotel Hess aufliegenden
Listen einzutragen, oder schriftlich bei Herrn Oberleutnant a. D. Sturt, Grüner Weg 30,
anzubringen.
(5733ssm
Rheinſand.
Die Lieferung von 2000 cbm
Rheinſand ſoll verdungen werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen
bei dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 7,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen. Auch werden dort
die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, den 29. März I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(6816ds
Darmſtadt, 20. März 1912.
Tiefbauamt.
Keller.
Pfennigſparkaſſe Darmſtadt.
Samstag, den 23. des
gegen=
wärtigen Monats iſt der letzte
Ter=
min im laufenden Vierteljahr,
an welchem Einlagen in die
Pfen=
nigſparkaſſe gemacht werden
kön=
nen. Die Einleger werden daher
erfucht, ihre eingelegten Beträge
durch Zulage an dieſem Tage auf
volle Mark abzurunden, da
andern=
falls ihre Einlagen für jetzt nicht
in die Sparkaſſebücher der
ſtädti=
ſchen Sparkaſſe übertragen werden
(6819
können.
Darmſtadt, 20. März 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende:
Wagner.
Verſteigerung.
Am Mittwoch, den 27. März
1912, 890 vormitt., werden auf
dem Wagenhaushofe hierſelbſt,
Eſchollbrückerſtraße 18, eine größere
Anzahl Mündungsdeckel,
Wiſch=
ſtöcke, 4 Treppenläufe, 16
Dach=
fenſter, 21 Fernrohrlagertaſchen,
alte Schreibmaſchine, ſowie alte
Materialien und Metalle öffentlich
meiſtbietend verſteigert. (6836do
Artilleriedepot Darmſtadt.
Herrenzimmer
1 Mahagoni=Salon, 1
Speiſe=
zimmer, 2 Schreibtiſche, 2
Bü=
cherſchränke, 5 Kleiderſchränke,
5 Waſchkommoden mit u. ohne
Marmor, 4 kompl. Betten, Tiſche,
Diwan, Chaiſelongue, Stühle,
Kommode, Spiegel, ſowie ſonſtige
guterh. Möbel durch alle Rubriken
zu Verſteigerungspreiſen durch
Auktionator
Krammeck, u. Taxator,
Grafenſtraße 4.
(*7235
3a
Hachsten Samstug
Ziehung
der Mainzer Pferdelotterie
Lose à MMk., II. St. 10 Mk.
in allen Lotteriegeſchäften (6579id
Generalvertrieb,
er,
Karl ung.
Mainz
Arbeltspterde, 5 u. 7 J., gut im
2 Zug u. Gang, abzug. w. Aufg.
meiner Oekon. P. Hechler Witwe,
Brometzberg b. Schmalbeerbach i. 0. (*7195
Ein Stamm ſchöner Pecking=
Enten, vorjähr. Zucht,
preis=
würdig zu verkaufen bei Philipp
Walter, Gaſtwirt i. Traiſa. (*7130md
Deutsche Dogge
1½ J. alt, Prachtexempl., ferner ein
Break
(Zweiſpän.) preisw. z. verk. (6613ids
Griesheim, „Zum Chausseehaus‟
Vergebung des Blumen= und Obſthandels
im neuen Hauptbahnhof in Darmſtadt.
Im neuen Empfangsgebäude zu Darmſtadt ſoll ein Stand
zum Verkauf von Blumen und Obſt vom Tage der Inbetriebnahme
des Bahnhofs ab (1. Mai d. Js.) vergeben werden. Die Bedingungen
ſind von unſerem Zentralbureau in Mainz gegen portofreie
Einſen=
dung von 50 Pfg. (nicht in Briefmarken) zu beziehen. Angebote,
denen die anerkannten Bedingungen beizufügen ſind, müſſen bis
Donnerstag, den 28. März 1912, vormittags 11 Uhr,
ver=
ſchloſſen und mit der Aufſchrift „Angebot auf die Ausſchreibung des
Blumen= und Obſthandels in Darmſtadt” verſehen, bei uns
einge=
gangen ſein.
Die Oeffnung der Angebote findet um die oben angegebene
Zeit im Zimmer 72 unſeres Verwaltungsgebäudes in Gegenwart
etwa erſchienener Bieter ſtatt.
(36839
Zuſchlagsfriſt 10 Tage.
Königlich Preußiſche und Großherzoglich Heſſiſche Eiſenbahndirektion.
Vergebung von Kohlen.
Die Anlieferung von ca. 12 Waggon Anthrazitkohlen für das
Elektrizitätswerk Ober=Ramſtadt ſoll vergeben werden.
Angebote ſind verſchloſſen bis Dienstag, den 26. März
1912, nachmittags 5 Uhr, an unterzeichnete Stelle einzureichen.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
(6797ds
Konservatorlam tar Masin
Gegrüßdet 1878
Mühlstr. 70 Direktor: Wilhelm Süss
an den Nachmittagen des 21., 23., 25., 26., 27., 28., 30.,
dem Vormittag des 24. und den Abenden des 22., 29,
und 30. März.
Eintritt frei.
Eintritt frei.
Programme und Prospekte, auf der Direktion, der
Hofmusikalien-
handlung Gg. Thies Nachf. und in dem Papiergeschäft Heckmann,
Mühlstrasse 72.
(6800do
Anmeldungen werden schon von jetzt ab für das
Sommer-
haibjahr entgegengenommen.
Wssenschaftliches und
Haushaltungs-Pensionat
Heidelbergerstr. 43 mit Externat Heidelbergerstr. 43.
Beginn des Sommer-Semesters am 23. April.
Fortbildungskursus: Deutsch, Französisch, Englisch (von
Aus=
länderinnen), Geschichte, Geographie, Kunstgeschichte und
Hand-
arbeit. Pro Vierteljahr 45 Mk., pro Jahr 140 Mk. Praktisch. Kursus=
Kochen (Haushaltungslehrerin), Haushaltungschemie, Handarbeit
und Buchführung. Pro Vierteljahr 60 Mk., pro Jahr 180 Mk.
Kunstgewerbl. Fächer. — Prosp. und nähere Auskunft täglich von
11—12 Uhr und 4—5 Uhr durch die Vorsteherin.
(*7166dm
Frl. Dupré, Oberlehrerin.
Zur Besichtigung der am 26., 27. und 28. März im Institut ausgestellten
Handarbeiten der Schülerinnen wird höflich eing laden.
4
Ferohin Aenenbein teiteherg.
Gymnasial-Realklass. Vorb. f. Secunda, Prima (7/8. Kl.), Einj.-
Freiw. Linzelbehandlung. Aufgaben unter Anleitung i. tägl.
Ar-
beitsstunden. Spiel. Wanderungen. Gartenarbeit. Werkstätte,
Familienheim. Prüfungsergebnisse durch d Direktion. M6833
Pranganrs heunelen.
Vercedesstiefel
5
400 Filialen u. Verkaufsstellen.
Günstige Gelegenheit
Hocheleg. Konfirmandenstiefel
Kinder- u. Mädchenstiefel
eenh
extra breite Form
(6377
Knabenstiefel
Herren-Fasson — in bekannt guter Qualität.
J. Sauerwein
Schwarz-weisse Rabattmarken.
1 Markt 1.
Nummer 69.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Seite 13.
Frankfurter Hypotyekenbank.
49ſtes Geſchäftsjahr, Abſchluß per 31. Dezember 1911.
Einnahmen
Gewinn=Vortrag vom Jahre 1910
Zinſen aus:
Hypotheken . .
M. 22,682,740.24
Kommunal=Darlehen .
355,001.65
Lombard=Darlehen, diskontierten
Wechſeln, Konto=Korrent und
Staatspapieren
423,666 98
Darlehensproviſionen
Von den Hypothekenſchuldnern erſetzte Stempelſteuern .
Aktiva
Ausgaben
2t,190 475s
Bil
M. 19,277,378.46
158,982.71
Zinſen von:
Pfandbriefen . . . . .
Kommunal=Obligationen
Verwaltungskoſten
, ,
Steuern und Stempel
Reingewinn, beſchloſſene Verwendung:
9½% Dividende aus M. 22,000,000.— M. 2,090,000.−
600,000.−
Ueberweiſung an die Reſerven
50,000.−
Ueberweiſung an die Penſionsanſtalt
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donterstag, den 21. Marz 1912.
Nummer 69.
Zweite Kammer der Stände.
2 4. Sitzung.
St. Darmſtadt, 20. März.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Geheimeräte Dr. Becker,
Dr. Beſt, Lorbacher Miniſterialrat Dr. Kratz,
Geh. Oberbaurat Imroth; ſpäter Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach Erz., Geheimerat Dr. Weber,
Miniſterialrat Hölzinger.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9¼
Uhr. — Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein.
Die Beratung des Hauptvoranſchlages wird
beim Kapitel 89:
Gerichte,
fortgeſetzt. — Abg. Berthold tritt für die Erbauung
eines Amtsgerichts in Rüſſelsheim ein. Die Gemeinde
warte ſchon über 30 Jahre darauf. Sie werde das
Ge=
lände und eventuell auch die Behauſung des Freiherrn
v. Seckendorff zur Verfügung ſtellen, ſodaß die Errichtung
faſt gar nicht mit Koſten verknüpft ſei. — Abg. Dr.
Hei=
denreich (auf der Tribüne unverſtändlich) bekämpft
die beabſichtigte Einziehung der zweiten Richterſtelle in
Waldmichelbach und bittet dringend, es bei dem
derzeiti=
gen Zuſtande dort zu belaſſen.
Abg. Molthan möchte auch ſeinerſeits feſtſtellen,
daß das ſchwach beſetzte Haus am Freitag nicht ein
Zeug=
nis mangelnden Intereſſes am Juſtizetat iſt. Es ſind
wohl alle Mitglieder des Hauſes in gleicher Weiſe an
dem Kapitel „Juſtizetat” intereſſiert. Redner beſpricht
dann die beabſichtigte Vereinfachung zu dieſem Kapitel
und begrüßt es, daß die Regierung nichts in dieſer
Be=
ziehung entſcheiden will, ohne die Gemeinden zu
befra=
gen. Er tritt dann dafür ein, daß die Gemeinde Nieder=
Saulheim nicht dem Bezirk Wörrſtadt zugeteilt wird,
ſondern bei dem Bezirk Nieder=Olm bleiben ſoll. — Zur
gleichen Sache ſpricht Abg. Korell=Königſtädten und
weiſt den Vorwurf zurück, daß von der Gemeinde
Wörr=
ſtadt in dieſer Angelegenheit irgend etwas Falſches nach
Darmſtadt berichtet worden ſei. Er beſpricht dann des
näheren die Verhältniſſe des Landſtädtchens Wörrſtadt.
das im Laufe der Zeit ſchon ſo öft hat in den
Hinter=
grund treten müſſen, nun eine weitere wirtſchaftliche
Schädigung aber nicht mehr ertragen kann. Er bittet die
Regierung dringend, dafür Sorge tragen zu wollen, daß
nicht von gewiſſer Seite der Verſuch durchdringt.
Wörr=
ſtadt in ſeiner wirtſchaftlichen Entwickelung zu hindern.
Abg. Molthan tritt dieſen Ausführungen mit
Schärfe entgegen. Er habe einzig die Intereſſen Nieder=
Olms vertreten. Der Abg. Korell kämpfe gegen
Wind=
mühlen. Er ſcheine überhaupt keine Debatte führen zu
können, als in leidenſchaftlich erregter Weiſe mit einem
Schwall von Redensarten. Daß von Wörrſtadt unwahre
Behauptungen nach Darmſtadt berichtet wurden, ſei
Tat=
ſache.
Präſident Köhler rügt es, daß der Vorredner
von einem anderen Abgeordneten ſagte, er mache
Redens=
arten.
Abg. Wolf=Stadecken verbreitet ſich eingehender
über die „unwahren Behauptungen‟. Es dreht ſich
dar=
um, daß die Bürgermeiſterei zuerſt nach Darmſtadt
be=
richtete, ſie ſei mit der Abtrennung des Ortes Nieder=
Saulheim einverſtanden, ſpäter aber den
entgegengeſetz=
ten Standpunkt vertrat. — Abg. Korell=Königſtädten
nimmt nochmals den Bürgermeiſter von Wörrſtadt in
Schutz und beſtreitet, daß er leidenſchaftlich erregt
ge=
weſen ſei. Seine Ausführungen ſollten einzig die
Re=
gierung veranlaſſen, die wirtſchaftlichen Intereſſen
Wörr=
ſtadts zu ſchützen. — Nach Bemerkungen perſönlicher Art
des Abg. Dr. Schmitt ſchließt die Debatte.
Der Ausſchußantrag: a) in Einnahme 2022860
Mark, in Ausgabe 3 588 939 Mark zu bewilligen; b) 15
Amtsrichter auf den Inhaber zu ſetzen mit der Maßgabe,
daß die Regierung ermächtigt werde, im Falle der
Er=
ledigung einer Richterſtelle an einem Amtsgericht mit
einem Richter oder einer Amtsrichterſtelle, von welcher
ungeachtet einer etwaigen zweckmäßigeren Neueinteilung
des Amtsgerichtsbezirkes feſtſteht, daß ſie dauernd
er=
forderlich iſt, dieſe Stellen alsbald wieder zu beſetzen,
wird angenommen.
Ohne Debatte werden nach den Ausſchußanträgen
erledigt die Kapitel bis 100.
Zu Kapitel 101: Forſtverwaltung, tritt Abg.
Dr. Schmitt wiederholt für ſtärkere Verwendung der
Buchenſchwellen zum Eiſenbahnbau anſtelle der jetzt
mehr gebräuchlichen Stahl= oder Eiſenſchwellen ein. Er
ſtellt folgenden Antrag: „Die Kammer wolle Großh.
Regierung erſuchen, durch Verhandlung mit dem Königl.
Preußiſchen Eiſenbahnminiſter dahin zu wirken, daß die
Holzſchwellen, beſonders die Buchenſchwellen, eine
ſtär=
kere Verwendung finden, insbeſondere auch im Bezirke
der Eiſenbahndirektion Mainz.” — Der Antrag wird
einſtimmig angenommen. Ebenſo der
Aus=
ſchußantrag, 34700 Mark in Ausgaben zu bewilligen.
Zum Kapitel 102: Kataſter meint Abg. Ur
ſtadt, es ſeien von beachtenswerter Seite ungünſtige
Urteile über unſer Vermeſſungsweſen ergangen. Er
bittet die Regierung um Aeußerung hierüber. Er hält
es für angebracht, daß die Kammer einmal durch einen
Fachmann, vielleicht durch den Profeſſor für Geodäſie an
der Techniſchen Hochſchule genauer unterrichtet wird.
Abg. Henrich beſpricht wiederholt die
Anſtellungsver=
hältniſſe der Geometer.
Geheimerat Dr. Becker verbreitet ſich kurz über die
Anſtellungsverhältniſſe der Geometer und
Kataſtergehil=
fen. Man ſollte doch in einer Zeit, wo allgemein
Ver=
einfachung und Sparſamkeit verlangt wird, nicht darauf
dringen, daß jede frei werdende Stelle alsbald wieder
beſetzt wird. Die Kataſterſtellen werden je nach dem
Be=
dürfnis, nach dem Stand der Feldbereinigung, beſetzt und
die derzeit angeſtellten Geometer ſind durchaus
aus=
reichend, ſo daß kein Bedürfnis vorliegt, weitere
anzu=
ſtellen. Die Denkſchrift werde eine Menge ſicher
ſchätz=
baren Materials bringen, doch könne nicht in Ausſicht
geſtellt werden, daß ſich das alles gleich in die Praxis
umſetzen läßt.
Abg. Wolf=Stadecken beſpricht Verhältniſſe in
Nierſtein und klagt darüber, daß man dort unter Mangel
an Bauſand leide, dem die Regierung abhelfen könne
da=
durch, daß ſie mehr die kleinen Bagger am Orte
berück=
ſichtigt, als die Großunternehmer. — Abg. Eißnert
möchte aufmerkſam machen auf die ſchlechte Bezahlung
der mittleren Beamten des Baufaches und der Damm=
und Schleuſenwärter. — Abg. Lang wiederholt einen
früheren Antrag, die Baggereien betr., und tritt für
Beſ=
ſerſtellung der Baggerarbeiter ein.
Geh. Oberbaurat Imroth gibt entſprechende
Aus=
kunft über den vom Abg. Wolf angeſchnittenen
Spezial=
fall. Die Vergebung der Baggerarbeiten erfolgt nicht zu
Zwecken der Bauſandgewinnung, ſondern im Intereſſe
der Schiffahrt, und es werde jeweils nach Gutachten der
Sachverſtändigen beſtimmt, wieviel und wo gebaggert
werden ſoll. Die Vergebung erfolge nicht freihändig,
ſondern durch Ausſchreiben und die derzeitigen
Unter=
nehmer zahlen einer ſehr bedeutend höheren Preis.
Der Ausſchußantrag: a) die Einnahmen mit
62 400 Mark, b) die Ausgaben mit 255307 Mark zu
be=
willigen, wird angenommen.
Ohne reſpektive nach unweſentlicher Debatte werden
erledigt die Kapitel 103—113 und 115. Kapitel 114:
Ausgleichs= und Tilgungsfonds, wird
aus=
geſetzt.
Zu Kapitel 116: Verhältnis zum Reich,
be=
ſpricht Abg. Henrich (auf der Tribüne
unverſtänd=
lich) wieder Anſtellungsverhältniſſe mittlerer Beamten,
denen man, wenn ſie perſönlich tüchtig ſind, den Weg zu
höheren Stellen nicht verſchließen ſollte.— Abg. B ach
beſpricht die Bezüge der Steuerbeamten im
Schiffsbe=
gleitungsdienſt. — Abg. Dorſch kommt auf die
Ab=
ſchaffung der Liebesgabe zu ſprechen und führt
Zeitungs=
ſtimmen an, die feſtſtellen, daß dieſe Abſchaffung, für die
die Linke ſo energiſch eintrete, für viele gar keinen
Vor=
teil, ſondern für Süddeutſchland gar Nachteile bringe. —
Abg. Ulrich ſtellt dem andere Preßſtimmen entgegen. —
Abg. Weber tritt wieder dem Vorredner entgegen.
Geheimerat Dr. Becker: Die Frage der Bezüge
bezw. der Koſtenerſätze der Steuerbeamten als
Schiffs=
begleiter für das ganze Reich einheitlich zu regeln, ſei
nicht ſo einfach. Die Unterſchiede beruhen darin, daß die
betreffenden Beamten in Heſſen niedrigere Tagegelder
beziehen, als in Preußen und daß Heſſen nicht über dieſe
Sätze hinausgehen kann. Wenn der Abg. Henrich
ge=
wünſcht hat, den Zollbeamten mehr praktiſche Ausbildung
zuteil werden zu laſſen, ſo darf feſtgeſtellt werden, daß
dieſe Ausbildung dieſer Zollbeamten bei uns in Heſſen
ſo ausgedehnt in der Praxis erfolgt, daß ein weiteres
Bedürfnis durchaus nicht vorliegt; ſie geht weiter, wie in
anderen Bundesſtaaten. Was die angeſchnittene Frage
der Branntweinſteuer bezw. der Liebesgabe betrifft, ſo
muß jeder, der ſich einmal mehr mit dieſer Frage
beſchäf=
tigt hat, als zu Zwecken des Wahlkampfes nötig iſt (
Hei=
terkeit, Zuſtimmung) zugeben, daß ſie eine
außerordent=
lich ſchwierige Materie iſt, deren ſachliche Löſung hier
im Hauſe ungleich ſchwerer iſt, als ſie meiſtens draußen
in Volksverſammlungen erfolgt. Redner verbreitet
ſich dann eingehend über die hiſtoriſche Entwickelung
dieſer Steuer und ihre Wirkung. Es ſei Tatſache, daß
bei uns die Brennereien dauernd immer mehr
zurück=
gehen, ſodaß alſo auch die Liebesgabe nicht ausreichte,
die Brennereien rentabler zu geſtalten. Es ſei bei uns
ſehr ſelten mehr als das Kontingent hergeſtellt worden.
In Preußen hingegen rentiere der Betrieb auch ohne
Liebesgabe noch immer ſehr gut und ſicher beſſer als bei
uns, denn in Preußen ſei die Produktionsmöglichkeit
billiger. Tatſache ſei, was auch der badiſche Herr
Mi=
niſter des Innern beſtätigt hat, daß die Aufhebung der
Liebesgabe ohne jeglichen Erſatz den Brennereien, die
zurzeit das Kontingent haben, einen nicht
unerheb=
lichen, manchen ſogar ſehr ſchweren
Schaden zufügen wird. (Hört, hört!) Die Frage ſei
alſo eine rein wirtſchaftliche, keine Parteifrage. Man
ſollte ſie alſo einmal nüchtern, nicht durch die
Partei=
brille, beurteilen. Daß allerdings die oſtelbiſchen
Jun=
ker bei der Einführung dieſer Branntweinſteuer den
Rahm abgeſchöpft haben, iſt, wenn auch mit Ausnahmen,
nicht zu beſtreiten. Die Regierung wird der Abgabe der
Liebesgabe zuſtimmen, aber wenn die Frage aktuell
wird, beſtrebt ſein, die kleinen Brenner Heſſens nach
Möglichkeit zu ſchützen. (Bravo!)
Abg. Hauck ſpricht dem Vorredner Dank für ſeine
Ausführung aus. — Die Abſtimmung wird einſtweilen
ausgeſetzt.
Staatsminiſter Ewald möchte eine Anfrage des
Abg. Henrich dahin beantworten, daß die Regierung
be=
reit ſei, auf die Anfrage betr. Verſetzung der Stadt
Darmſtadt in eine höhere Servisklaſſe Antwort zu
er=
teilen, ſobald der Herr Präſident die Sache auf die
Tagesordnung ſetzt.
Darauf tritt eine Pauſe ein.
Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen reilt
Vizepräſident Dr. Schmitt mit, daß heute nachmittag
keine Sitzung ſtattfindet (es findet Weinprobe in
Mainz ſtatt), daß dafür aber bis 2 Uhr durchgetagt
wer=
den ſoll.
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Debatte den Ausſchußanträgen entſprechend erledigt die
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 69.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Seite 15.
Zum Kapitel 133: Ankegung neuer
Grund=
bücher, fragt Abg. Wolf=Stadecken an, ob es
rich=
tig ſei, was vielfach behauptet werde, daß eigentlich auch
nach dem neuen Grundbuchgeſetz die Neuanlegung der
Grundbücher in Heſſen nicht notwendig geweſen wäre.
Staatsminiſter Ewald Exz.: Die Anlegung der
Grundbücher in der Form, wie ſie erfolgt, war nicht
unbedingt nötig, man hätte auch eine andere Form
wählen können. Die Fortführung der alten
Grund=
bücher war nach dem neuen Geſetz aber unmöglich.
Ohne Debatte werden dann die Kapitel bis 145
er=
ledigt.
Damitiſt der Etatbis auf die
ausgeſetz=
ten Kapitel erledigt.
In der Fortſetzung der Debatte über Kapitel 116:
Verhältnis zum Reich, widerſpricht der Abg.
Adelung den Ausführungen des Geheimerat Dr.
Becker zur Liebesgabe. Die Rede des
Regier=
ungsvertreters war inkonſequent. Sie bedeutete
inhalt=
lich eine Verteidigung der Liebesgabe, ſodaß es zum
Schluß eigentlich überraſchte, daß er ſich für die
Beſei=
tigung erklärte. Eine gleiche Inkonſequenz liege im
Verhalten des Zentrums und des Bauernbundes. —
Abg. Korell=Königſtädten ſtimmt dem zu. Das
Zen=
trum ſei tatſächlich in vielen offiziellen Schriften
wäh=
rend des Wahlkampfes und auch im Reichstag gegen die
Abſchaffung der Liebesgabe geweſen, während es heute
dem Regierungsvertreter Beifall zolle, daß er ſich gegen
die Liebesgabe erklärte. — Abg. Uebel beſtreitet das.
Das Zentrum ſei kein Freund der Liebesgabe geweſen,
es habe nur die maßloſe Aufbauſchung, die damit im
Wahlkampf getrieben wurde, bekämpft. — Abg. Dorſch
iſt erfreut darüber, daß die Frage, die er angeſchnitten,
eine ſo gute Beleuchtung erfahren hat, die doch
ziem=
lich Klarheit gebracht habe. Mit der
Liebesgaben=
agitation ſei ein furchtbarer Schwindel getrieben
wor=
den. Auch dem Weltblatt aus der Eſchenheimer Gaſſe
komme mit einem Male eine Erleuchtung. — Abg.
Ulrich ſpricht ſich im Sinne ſeines Freundes Adelung
aus und polemiſiert gegen das Zentrum. Er ſehe noch
heute die ſtrahlenden Geſichter der Junker im Reichstag,
als ſie ſahen, daß das Zentrum mit ihnen zuſammen
auf Raub auszugehen bereit war. (Vizepräſident Dr.
Schmitt rügt dieſen Ausdruck.) Der Geheimerat Dr.
Becker habe tatſächlich heute in einem Teil ſeiner
Aus=
führungen ſich für die Liebesgaben ausgeſprochen. Den
Branntweinboykott werde ſeine Partei fortſetzen, im
Intereſſe der Arbeiterſchaft.
Geheimerat Dr. Becker präziſiert nochmals ſeinen
Standpunkt und tritt den Ausführungen des Abg.
„Adelung entgegen. Seine Ausführungen ſollten keines=
(wegs den Zweck haben, nachzuweiſen, daß die
Liebes=
gaben für irgend einen und zu irgend einer Zeit
not=
wendig waren, ſondern ſie ſollten den Zweck haben, nach=
zuweiſen, daß bei einer Aufhebung der Liebesgabe
da=
für geſorgt werden muß, daß den kleineren und
mittle=
ren Brennereien in irgend einer Form geholfen
wer=
den muß, ſei es durch eine dauernde Maßnahme, ſei es
durch Uebergangsbeſtimmungen. Daß für Heſſen nur
kleine und mittlere Brennereien in Frage kommen,
be=
weiſen die Zahlen. Wir haben in Heſſen insgeſamt 213
Brennereien. Davon produzieren 89 bis zu 10
Hekto=
liter, 67 bis zu 100 Hektoliter, 38 bis zu 300 Hektoliter,
19 von 300 bis 1200 Hektoliter. Ueber dieſes Quantum
hinaus produziert gar keine Brennerei. Daraus geht
doch klar hervor, daß in Heſſen im weſentlichen kleine
und mittlere Brennereien zu ſchützen ſind, die zum
gro=
ßen Teil keine Exiſtenzberechtigung mehr haben,
wenn die Liebesgaben abgeſchafft werden. Das
zu konſtatieren, war doch notwendig, Von den ganzen
45 Millionen, die die Aufhebung für das Reich bedeutet,
kommen für Heſſen 350000 Mark, alſo eine ſehr
gering=
fügige Summe, in Frage. Für die kleinen Brennereien
Heſſens wird das ein ſchlechter Troſt ſein, wenn der Abg,
Ulrich ihnen ſagt, er habe durch Aufhebung der
Liebes=
gaben den oſtelbiſchen Junkern die Vorteile von
Hun=
derttauſenden und mehr genommen, wenn das den
eige=
nen Ruin zur Folge hatte. Daß die erhöhte Steuer eine
Preiserhöhung für die Konſumenten bringen würde, ſei
wohl ſicher. Aber das ſollte der Abg. Ulrich doch
begrü=
ßen, denn es unterſtützten die hohen Preiſe doch ſehr
wirkſam den Branntweinboykott, in deſſen Intereſſe man
doch möglichſt hohe Preiſe wünſchen ſollte.
Abg. Urſtadt verteidigt den Standpunkt ſeiner
Partei zu dieſer Frage in der Wahlagitation. — Abg.
Hartmann wendet ſich gegen die Entſchädigung der
Brennereien. Die Tabak= und Zündholzarbeiter habe
man auch nicht geſchützt.
Dem tritt Geheimerat Dr. Becker entgegen und
erinnert daran, daß z. B. für die Tabakarbeiter 8—9
Millionen ausgeworfen wurden. Daß die heſſiſchen
Brenner auch nach der Aufhebung der Liebesgaben noch
ein gutes Geſchäft machen, ſei nicht richtig. Schon jetzt
ſeien die Brennereien wenig rentabel geweſen.
Abg. Breidenbach beſtätigt, daß die kleinen
Brennereien ſchon jetzt nicht rentieren. Er ſelbſt habe aus
dieſem Grunde die Brennerei aufgegeben. — Abg.
Ulrich tritt dem entgegen. — Damit ſchließt die
De=
batte. Das Kapitel wird nach dem Ausſchußantrag:
Bewilligung der Einnahmen von 3938 773 Mark und
der Ausgaben von 5 208639 Mark, angenommen.
Es folgt Beratung des Kapitels 98:
Finanz=
miniſterium und der Anträge hierzu, betr. die
Schreibgehilfen. Abg. Dr. Oſann als Berichterſtatter
des Finanzausſchuſſes beantragt, die Anträge vorläufig
zurückzuſtellen bis zur Vorlage der Beſoldungsordnung
und es bis dahin bei dem derzeitigen Zuſtande zu
be=
laſſen. Dem Antrag wird zugeſtimmt.
Zum Kapitek 5tt Zmpfweſan, liegt ſolgender
Antrag vor: Die Abgeordneten Köhler und Dr.
Stephan beantragen, in der Anmerkung zu Kapitel
54, Impfweſen, Einnahme, auf Seite 64 die Sätze: „Dieſe
Vergütungen ſollen nur die jetzigen Stelleninhaber
be=
ziehen. Sie kommen deshalb auch im Falle einer
Verſetz=
ung in Wegfall. Doch ſoll die Regierung ermächtigt ſein,
in beſonders gearteten Fällen auch bei Verſetzungen bis
zur Höhe der früheren Bewilligung Entſchädigung zu
gewähren”, zu ſtreichen.
Nach dem Bericht des Abg. Ulrich und nach kurzen.
Darlegungen des Geheimerat Dr. Weber wird der
An=
trag angenommen und das Kapitel im übrigen nach dem
Ausſchußantrag erledigt.
Zum Kapitel 75: Förderung einzelner
Zweige der Landwirtſchaft, liegt folgender
An=
trag Korell=Angenrod und Genoſſen vor: Wir
be=
antragen, die verſuchsweiſe Erhöhung der Sprunggelder
ſtatt von 10 Mark auf 20 Mark, zu ſetzen von 10 Mark auf
15 Mark. und zwar eine erſte Rate von 10 Mark und eine
zweite Rate von 5 Mk. — Abg. Dr. Weber als
Be=
richterſtatter beantragt Ablehnung des Antrags, empfiehlt
dagegen einen Antrag Brauer, der ein Deckgeld von 10
Mark und, falls ein Fohlen zur Welt kommt, ein
Fohlen=
geld von 10 Mark zu erheben wünſcht.
Miniſterialrat Hölzinger bittet aus finanziellen
Gründen um Ablehnung beider Anträge.
Nach Ausführungen des Abg. Lutz wird der
Aus=
ſchußantrag (Dr. Weber) angenommen.
Zu Kapitel 81: Gewerbeaufſicht, liegt ein
An=
trag des Abg. Raab vor, die Vergütung der Gehilfen
bei den Gewerbe=Inſpektionen, als auch deren
Anſtel=
lungsverhältniſſe denjenigen der Gehilfen bei der
Feld=
bereinigung gleichzuſtellen. — Nach dem Bericht des
Abg. Henrich wird der Ausſchußantrag angenommen
und der Antrag Raab der Regierung als Material
überwieſen.
Zu den Kapiteln 116a und 116b: Ausgleichs=und
Tilgungsfonds, ſowie Nachträge hierzu, beantragt
Abg. Dr. Oſann als Berichterſtatter, das vorgelegte
Notgeſetz anzunehmen, die Zahlen entſprechend zu
ändern und im Artikel 1 eine Beſtimmung einzufügen,
nach der über den Reſtefonds nur mit Zuſtimmung der
Kammer verfügt werden kann. Der Antrag wird
angenommen.
Zu Kapitel 128: Zentralbauweſen,
wer=
den die Titel 2: Neubau der Blindenanſtalt
Friedberg (42500 Mark in Ausgabe), und die
Regier=
ungsvorlage, betr. Seminaranbau Bensheim,
an=
genommen.
Darauf wird die Sitzung um 2 Uhr geſchloſſen.
Nächſte Sitzung Donnerstag 9 Uhr.
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empfiehlt hiermit ihren Mitgliedern den Besuch des
diesen Freitag abend stattfindenden
Vortrags
des Oberleutnants Graetz:
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„Im Motorboot durch Afrika‟.
Felicitas.
Silvia .
Sabine .
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Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, 21. März.
141. Abonnem.=Vorſtellung. C 36.
Die Fledermaus.
Operette in 3 Aufz. v. Joh. Strauß.
Muſikal. Leitung: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
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. Hr. Speiſer
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Suchanek
Frau
Frank, Gefängnis=
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direktor.
Prinz Orlofsky . Frl. Howard
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ſangslehrer . . Hr. Bernhart
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Stubenmädchen. Frl. Grünberg
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Ramuſin,
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ſchafts=Attaché . Hr. Indorf
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Aly=Bey, Egypter Hr. Jungmann
Frl. Gothe
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Frl. Daniel
Melanie .
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Fr. Kroczak
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Fauſtine.
Fr. Jungkurth
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Jvan, Kammerd.
des Prinzen . . Hr. Dobski
Ein Diener des
. Hr. Feder
Eiſenſtein.
Vorkommende Tänze, arrangiert
von der Hofballettmeiſterin Frau
Thiele=Leonhardt. Im 2. Aufz.:
a) Böhm. Polka, getanzt von 8
Eleven der Ballettſchule. b)
Donau=
walzer, getanzt von den Damen
Huber, Croneberg, Lederer, Pfau,
Röder, Müller und dem Corps
de Ballet. e) Mazurka, getanzt
von Fräulein Huber.
Nach dem 1. u. 2. Aufz. läng. Pauſe.
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Kartenverk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverk.auf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Freitag, 22. März. 142. Ab.=V.
B 35. Neu einſtud.: „Othello”.
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Sonntag, 24. März. 143. A.=V.
C 37. „Götterdämmerung.”
Große Preiſe. Anfang 5½ Uhr.
Montag, 25. März. 144. Ab.=V.
A 36. „Der Raub der
Sa=
binerinnen.” Kleine Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
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allen Wochentagen, vormittags
von 10—12½ Uhr, geöffnet.
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 26. März. 145. A.=V.
B36. „Mignon.” Kl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr
Mozart-Verein.
Montag, den 25. März 1912, abends 8 Uhr,
II. Winter-Konzert
im Saalbau.
Mitwirkende:
Fräulein Else Ziegler aus Frankfurt a. Main; Herr
Alfred Stephani, Grossh. Hofopernsänger von hier;
Herr Franz Müller, Konzertsänger von hier.
Die Großh. Hofkapelle.
(6846
Leitung: Herr Grossh. Kapellmeister Frdr. Rehbock.
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Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
Gerdt Lührſen, der immer gewußt hatte, was er
wollte, wußte es heute wahrlich nicht. Er war 35 Jahre
alt. Für wen ſollte er arbeiten? Nur für ſich, nur um
überhaupt die Zeit hinzubringen, die Zeit, bis der
mit=
leidige Tod einen Unnützgewordenen und Ueberflüſſigen
einmal abrief, an die er meiſtens ſo ſpät erſt herangehr.
Er ſchiebt die Sache immer auf bei ſolchen, weil es ſich
kaum der Mühe lohnt, ſie ſterben zu laſſen. Sollte er
ſein Geld auf die Bank legen nud Staatsgläubiger
wer=
den, irgendwo ſich hinſetzen und ſtudieren, Reden halten,
ſoder Artikel ſchreiben über eine Sache, ſtatt ſie ſelbſt zu
tun?
Nein, das war nichts für Gerdt Lührſen. Er ſah
auf ſeine großen, kräftigen Hände herunter. Die hatten
ſchon wieder etwas Sonnenbraun angeſetzt. Vor ſeinen
Augen wuchs das alte Haus wieder auf. Dort oben im
Giebel war ſeiner Mutter Zimmer geweſen, und ſie hatte
oft aus dem offenen Fenſter ſeinen Namen gerufen. Ihm
war es, als hörte er genau ihre Stimme, wie ſie rief:
Ge-e-erdt! Und dann ſah er ein anderes Geſicht dort,
ein freies, kräftiges, junges Geſicht mit blonden Haaren
darüber zwiſchen den Weinranken. Sie hatte oft dort
ge=
ſtanden und zu ihm heruntergeredet über die Arbeit, die
am nächſten Tage getan werden ſollte,
Auf der Grundmauer ſaß ein Rothkehlchen, hielt den
Kopf ſchief und ſah ihn neugierig an, um gleich darauf
pfeilſchnell die ganze Mauer entlang zu huſchen nach einer
Märzmücke. Großer Gott, er kam ſich ſo hilflos vor!
Was ſollte er tun? Keinen Mann in der Welt, ja keinen
Menſchen ſollte es geben, der das jemals fragt! Aber
Gerdt Lührſen fragte doch: Wozu? Für wen?
Jene drei Wintertage waren vor ſeinem Gedächtnis.
Aber aus allem, was ſie gebracht hatten, hörte er nur
eine Altſtimme, die rief: Sie wollen Halligboſtel
ver=
kaufen? Das tun Sie doch nie!
Da ſtand Lührſen auf und ging die Allee hinunter.
Nur langſam, denn er blieb oft ſtehen und blickte auf die
einzelnen Felder. Wie ſchön die Saat ſtand, und alles
war in Ordnung. Jeder Morgen Land erzählte, daß er
mit Liebe und Kenntnis gepflegt ſei, gepflegt fünf Jahre
lang in zielbewußter Arbeit, und jeder Acker war bereit,
Brot zu geben. Die vom Sturm an der Waldecke
gebro=
chenen Bäume waren abgefahren „aber es ſah noch wüſt
aus, wenn auch das Unterholz noch ſtand. Die jungen
Tannen machten Geſichter, als hätten ſie nur auf den
Windbruch gewartet, um nun loszuſchießen im Sommer.
Hier war es geſchehen, wo Dora Plattner faſt zu Tode
kam! Wenn das geſchehen wäre? Aber es war ja nicht
geſchehen, und ſie lebte.
Da reckte ſich Lührſen hoch auf, und ſein Schritt wurde
lang und weit ausgreifend. Und wenn Dora Plattner
jetzt unter tauſend Menſchen geſtanden hätte, er hätte ſie
laut gefragt,
Bohlmann, der mit ſeiner Adoptivfrau aus der Kirche
kam, ſah ihm ganz verdutzt nach. Kiek einer, der Herr
hat es ja bannig eilig So forſch habe ich ihn lang nicht
laufen ſehen. Das is akkurat wie dazumals, als er noch
Student war. Nu möchte ich bloß wiſſen, wenn er ans
fangen will zu bauen?
Der will ja verkaufen an en Hamburger Millionär,
wie die Tannert verzählt hat.
Lene, hör Du bloß nich auf die Tannert ihr Ge=. Der verkauft doch Halligboſtel nicht. Was ſoll
denn mit uns werden?
Na, wenn da en reichen Hamburger Herrn ſitzt, denn
hab ich mir ſo gedacht, wir könnten am Ende
Hausmanns=
leute da werden.
Na nu! ſagte Bohlmann und blieb ſtehen.
Haus=
mannsleute? Er ſpuckte aus. Komm mich nu bloß nich
mit ſo ne Hamburger Moden! Mit ſo großmäulige
Stadtleute will ich nichts zu tun haben, Windhunde ſind
ſie alle, ſo weit ſie warm ſind. Dann kommt hier ſo eins
her, ſo nel neue Gnädige, die ſchon an zu kriſchen fängt,
wenn ſie ne Maus ſieht oder ne Spinne, und jedesmal
das Taſchentuch an die Nas hält, wenn ſie an nen ſchönen
Miſthaufen vorbei muß. Das könnte mich grad paſſen=
Dann wird aus unſerer Heirat nichts, das ſag ich Dir!
Lene dachte an ihren toten Hafenarbeiter, der immer
ſo gern ſtreikte, und ſie ſah Bohlmann von der Seite an,
der ſo gemütlich neben ihr her tründelte auf ſeinem ſchies
fen Beinwerk und ſeine Sonntagspfeife rauchte. Stags
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Nummer 69.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. März 1912.
Seite 19.
ſche den der hoanltnige Linſund gauten, der der
Bohlmann war doch ſolider, und zu die kleine Deern war
er zu gut, alles was recht iſt. —
Als Lührſen auf die Diele kam bei Liebetraus, traf
er dort die Paſtorin. Er ſagte nicht einmal Guten Tag,
ſondern nur ganz kurz: Wo iſt Ihre Schweſter?
Meine Schweſter —? Ja ſo, die iſt oben in der
Plättſtube.
Er eilte die Treppe hinauf, immer zwei Stufen auf
einmal.
Was war denn los? Wenn nur Liebe krau zu Hauſe
wäre, dachte Frau Helene.
Ja, Gerdt Lührſen kannte jede Stube im Hauſe, auch
die Plättſtube, wo die Leinenſchränke ſtanden und der
Plättofen, und wo im Winter die Aepfel lagen. Er
klopfte nicht, ſondern trat ſchlankweg ein und zog die Tür
hinter ſich zu. Da ſtand Dora, vor ſich ein Plättbrett
und darauf ein weißes Kinderkleidchen des jüngſten
Neſ=
fen, an dem ſie bügelte, weil er es nachmittags anziehen
ſollte bei einem Beſuch in der Nachbarſchaft. Da ſtand
ſie und ſah Lührſen groß und erſchrocken an, der mit
herabhängenden Händen, ſchwer atmend, an der Tür
ſtehen geblieben war. Sie ſah ſein Geſicht und wußte,
daß ihr Schickſal bei ihr anklopfen wollte, ja, ſie dachte
an die Nacht, als ſie damals von Halligboſtel fortging
und hier im Hauſe wie im Fieber geſchlafen hatte.
Dora Plattner, ich weiß nicht, was ich tun ſoll? Ich
kann Halligboſtel verkaufen.
eer e e e e
hatte er ſie nie angeſehen. Sie ſenkte den Blick und zog
das weiße Kinderkleidchen eine Bahn weiter um das
Plättbrett und ſetzte das Eiſen an.
Dora Plattner, ſoll ich verkaufen?
Das Plätteiſen fuhr einmal hin und wieder zurück.
Nein, das ſollen Sie nicht!
Dann muß ich gleich bauen. Es eilt:
So bauen Sie. Weshalb fragen Sie eine Frau, was
Sie tun ſollen?
Ich kann nur neu bauen, wenn Du mir helfen willſt,
Dora Plattner.
Er trat dicht vor ſie. Nur das Plättbrett und das
weiße Kinderkleidchen waren zwiſchen ihnen. Ja, Dora,
ich will bauen, ſchaffen und arbeiten, wenn Du ins neue
Haus mit mir kommſt als meine Frau!
Gerdt Lührſen, ich will Dir gern helfen!
Da ging ein Atemzug aus ſeiner Bruſt, als holte er
zum erſten Male wieder tief Atem ſeit langen, langen
Jahren. Er rührte ſich nicht und faßte nicht einmal nac
ihrer Hand. Aber ſie ſah, daß dem harten Gerdt Lührſen
das Waſſer in beide Augen emporſtieg.
Komm mit nach Halligboſtel. Ich will Dir erzählen,
wie wir bauen wollen!
Sie wollte die Arbeit fertig haben. Aber es war
wohl zum erſten Male, daß Dora ſo ſchlechte Arbeit
ab=
lieferte. So, nun wollen wir nach Halligboſtel.
Ihre Schweſter hörte, wie zwei die Treppe herab=
imn, Sie komie von Fenſer ſchen, die die dedhen
aus dem Vorgarten links umbogen auf die Straße, und
ſie ſah, daſ: Dora barhaupt war und die weiße Schürze
nicht abgebunden hatte.
So gingen ſie mit haſtigen Schritten wortlos bis
dahin, wo die Allee anfing. Dort blieb Lührſen ſtehen.
Hier iſt Halligboſteler Boden. Willkommen, Dora! Ihre
Hände lagen feſt ineinander.
Weiter ging es die Allee entlang bis zur Rundbank
an der Eiche, wo Lührſen noch vor kurzem geſeſſen und
nicht gewußt hatte, was er tun ſollte. Dort zeigte er ihr
das Bild von Halligboſtel, wie er es in ſich trug, wie er
bauen wollte, faſt genau wie das alte Haus. Nur die
Ställe ſollten beſſer werden, die Küche größer, und das
Waſchhaus ſollte an die Küche gleich dicht heran, auch die
Stuben im Giebel ſollten größer und höher werden. Sie
merkte wohl, daß er doch die ganze Zeit an den Neubau
und an ſie gedacht hatte.
Es war Mittag längſt vorüber, und die beiden ſaßen
noch immer im Sonnenſchein unter der Eiche und bauten
an der Zukunft.
Da kam Bohlmann von der anderen Seite. Er war
nach dem Mittageſſen hergegangen, um nachzuſehen, ob!
es genug abgetrocknet hätte, daß er morgen pflügen.
könnte. Kiek einer, ſagte er, nu weiß ich, daß Halligboſtel
wieder gebaut wird. Er bog links ab, denn er war ja.
zu=
gut und wollte nicht ſtören.
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