Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer tritt heute ſeine Reiſe nach dem
Süden an.
Aus dem Bochumer Bezirk wird ein Abflauen
des Streikes gemeldet.
Bei dem Untergang des engliſchen
Dampfers Oceana ſind 17 Perſonen
er=
trunken.
Die internationale Zuckerkonferenz in
Brüſſel hat ihre Sitzungen beendigt.
Durch einen Automobilunfall in der Nähe
von Marſeille wurden zwei Perſonen getötet und
zwei ſchwer verletzt.
Die Türkei erklärte die von Italien vorgeſchlagenen
Friedensbedingungen für unannehmbar.
Die Kaiſerreiſe nach Korfu.
*⁎* Am Dienstag verläßt Kaiſer Wilhelm die
Reichs=
hauptſtadt, um wieder, wie nun faſt regelmäßig im
Früh=
jahr, gen Süden zu fahren und einen mehrwöchigen
Auf=
enthalt in ſeiner Beſitzung auf Korfu zu nehmen.
Ur=
ſprünglich war vorgeſehen, daß die Kaiſerin ihren
Ge=
mahl begleiten werde, aber davon ſcheint Abſtand
genom=
men worden zu ſein, denn eine offiziöſe Meldung beſagt,
daß die Kaiſerin kurz nach Oſtern zur Kur nach Nauheim
gehen werde.
Auch in dieſem Jahre läßt es ſich der Kaiſer nicht
neh=
man, auf der Fahrt nach Korfu in Wien einzukehren und
den Kaiſer Franz Joſef zu begrüßen. Seit März v. Js.
weilte er nicht am öſterreichiſchen Hofe, und um ſo mehr
iſt es ihm jetzt ein Herzensbedürfnis, den greiſen Freund
und Verbündeten wiederzuſehen. Nur etwa zwölf
Stun=
den wird Kaiſer Wilhelm in Wien bleiben, dann fährt er
weiter bis Pola, um dort ſeine Jacht „Hohenzollern” zu
beſteigen, die ihn über Venedig nach Korfu bringen ſoll.
In Pola harrt des Kaiſers Erzherzog Franz Ferdinand,
der bekanntlich recht regen Verkehr mit dem deutſchen
Kaiſerhofe unterhält und erſt kürzlich zur Taufe des
Kron=
prinzenſohnes in Berlin war.
Am 22. März trifft der Kaiſer in Venedig ein, wohin
ſich König Viktor Emanuel zur Begrüßung ſeines
Ver=
bündeten zu begeben gedenkt. Eine ſolche Zuſammenkunft
der beiden Herrſcher auf der Reiſe des Kaiſers nach Korfu
war früher die Regel geweſen, ſie fand im April 1905 in
Neapel, im April 1908 und 1909 in Venedig ſtatt, war
aber im vorigen Jahre unterblieben, was zu allerhand
Vermutungen Anlaß gab, ſich aber in ganz natürlicher
Weiſe dadurch erklärte, daß König Viktor Emanuel, der
im vorigen Jahre aus Anlaß der
Jubiläumsfeierlichkei=
ten ungewöhnlich ſtark in Anſpruch genommen war, auf
ſpeziellen Wunſch des Kaiſers von der Reiſe nach Venedig
Abſtand genommen hatte. Von irgend welcher Trübung
der perſönlichen Beziehungen zwiſchen den beiden
Monar=
chen konnte keine Rede ſein, wie ja auch die Erfahrung
beſtätigt hat.
Eine Reihe von Wochen wird nun der Kaiſer im
Aus=
lande verweilen. Die Fahrt nach Korfu gilt in erſter
Linie der Erholung, und daß dieſe dem Kaiſer in vollem
Maße zuteil werden möge, wollen wir von ganzem
Her=
zen wünſchen.
Wehrvorlagen — Liebesgabe — Wechſel im
Reichsſchatzamt.
*⁎* Ueber den Umfang der Wehrvorlagen ſelbſt ſind
noch keine amtlichen Mitteilungen ergangen und, wie
es heißt, auch kaum vor Oſtern zu erwarten, dagegen iſt
der Schleier bezüglich der Deckungsfrage gelüftet
wor=
den, und die von uns bereits zur Kennntis gebrachte
offi=
ziöſe Auslaſſung, daß die Mittel für die Wehrvorlagen
durch Beſeitigung der ſog. Liebesgabe beſchafft werden
ſollen, hat nicht geringe Ueberraſchung hervorgerufen.
Daß die Reichsregierung bei dieſer
Deckungs=
frage urſprünglich die Erbanfallſteuer im Auge
hatte und mit einem gewiſſen Entgegenkommen
der Konſervativen rechnete, daran iſt wohl nicht
zu zweifeln. Die Rede des Staatsſekretärs
Wermuth im Reichstage am 17. Februar ließ gar keine
andere Deutung zu, und man wird ſich noch erinnern.
wie betroffen der Reichskanzler war, als das Zentrum
die etwaige Einbringung einer Erbſchaftsſteuervorlage
eine Brüskierung der früheren blau=ſchwarzen Mehrheit
nannte. Unverkennbar iſt die Regierung vor der
ehemali=
gen Mehrheit zurückgewichen und ſuchte nach anderen
Deckungsmitteln. Selbſtverſtändlich haben dabei auch die
Parteiverhältniſſe im Reichstage mitgeſprochen. Für den
Ausbau der Erbſchaftsſteuer wären die Liberalen
ge=
ſchloſſen eingetreten; die Sozialdemokraten ſind ebenfalls
Anhänger dieſer Steuerform, aber es war bei ihrer Taktik
in Etats= und Steuerfragen möglich, daß ſie aus
prin=
zipiellen Gründen gegen die Steuer geſtimmt hätten.
Je=
doch kann wohl kein Zweifel darüber beſtehen, daß die
Regierung, auch wenn ſie der äußerſten Linken ſicher war,
mit dieſer die Steuer nicht gemacht haben würde,
nach=
dem die Rechte und das Zentrum, anſcheinend wider
Er=
warten ſo energiſch jede Konzeſſion in Bezug auf
Er=
weiterung der Erbſchaftsſteuer abgelehnt hatten.
Natürlich war innerhalb der Regierung die
Verle=
genheit ſehr groß, da eine neue Belaſtung des Verbrauchs
und des Verkehrs keine Mehrheit im Reichstage gefunden
haben würde. An den Ausweg der Beſeitigung der
Liebesgabe hat man wohl erſt gedacht, als von den
Kon=
ſervativen, die Jahrzehnte hindurch die Liebesgabe mit
allen Kräften verteidigt hatten — noch im Sommer 1909
war die Aufhebung mit 207 gegen 143 Stimmen vom
Reichstage abgelehnt worden — kürzlich erklärt wurde,
für Norddeutſchland ſei die Kontingentierung nicht von
dem geringſten Vorteil, ihre Partei hätte ſie nur im
In=
tereſſe der kleinen ſüddeutſchen Landwirte befürwortet
Die Regierung ſah einen Rettungsanker vor ſich, ſie griff
den Gedanken der Beſeitigung der Liebesgabe auf und
hatte nun Deckung für die Koſten der Wehrvorlagen.
Die ſog. Liebesgabe hat in den Reichstagsdebatten
ſtets eine große Rolle geſpielt. Sie war durch die
Ver=
brauchsabgabe auf Spiritus entſtanden, die ſeit der
letz=
ten Feſtſetzung 105 Mark pro Hektoliter für den bis zu
einer beſtimmten Menge (das Kontingent) des erzeugten
Spiritus beträgt. Was darüber hinaus gebrannt wird,
zahlt 125 Mark. Da nun der Konſum bedeutend höher
iſt als das Kontingent, ſo richtet ſich der Preis des
ge=
ſamten Trinkſpiritus nach der Verbrauchsabgabe von
125 Mark, mithin erhält der Brenner auf ſeinen 105er
Spiritus einen Zuſchlag von 20 Mark, was bei rund 2,5
Millionen Hektoliter Kontingentſpiritus für den
Trinkver=
brauch 50 Millionen Mark ausmacht, die von den
Bren=
nern eingeheimſt werden. Daß der Spiritus in der
Fi=
nanzwirtſchaft des Reiches eine erhebliche Rolle geſpien
hat, iſt bekannt, auch mit der jetzt geplanten Reform der
Verbrauchsabgabe dürfte dieſe Rolle noch nicht zu Ende
ſein, und immer mehr ebnen ſich die Wege zu einem
Reichs=Spiritusmonopol, das ſchon ſeit Jahren in der
Luft liegt.
Das Aufgeben der Erbſchaftsſteuerprojekte muß den
Wünſchen des Staatsſekretärs Wermuth doch nicht ganz
entſprochen haben, ſonſt lag für ſeinen Rücktritt eigentlich
kein Grund vor. Seine Ueberzeugungstreue hat alſo
doch wohl trotz aller freiwillig=gouvernementalen
Ableug=
nungen dieſen Beamten geſtürzt, der mit ſeinen
Grund=
ſätzen „Keine Ausgabe ohne Deckung” und „Fortführung
der Schuldentilgung” ſich in weiteſten Kreiſen
Anerken=
nung verſchafft hat. Innerhalb kurzer Zeit iſt es
bekannt=
lich der zweite Chef eines Reichsamts, dem ſeine
Ueber=
zeugung zum Verderben gereicht — im letzten Herbſt
Lindequiſt und jetzt Wermuth! Daß der neue
Reichsſchatz=
ſekretär Kühn ein dornenvolles Amt übernimmt. geht daraus
hervor, daß Herr Kühn ſeit Beginn dieſes Jahrhunderts
der fünfte Leiter des Reichsſchatzamtes iſt : . .
Zu den Beweggründen, die die
Reichs=
regierung dazu beſtimmten, als Deckungsquelle für die
neuen Wehrvorlagen die Aufhebung der vielbefehdeten
„Liebesgabe” in Vorſchlag zu bringen, wird dem
Lokal=Anzeiger von maßgebender Seite folgendes
mit=
geteilt:
Der Gedanke lag nahe, gerade dieſen Weg
einzuſchla=
gen. Es handelt ſich bei dem Plan, die den Brennern
ge=
währten Kontingentierungsvorteile aufzuheben, um eine
alte Forderung der linksſtehenden Parteien. Dieſe
Stel=
lungnahme der Liberalen konnte natürlich für ſich allein
noch nicht bewirekn, daß auch der Bundesrat ſich mit der
Frage ernſtlich befaßte. Dies konnte erſt geſchehen,
nach=
dem man ſich vergewiſſert hatte, daß auch auf
konſervati=
ver Seite Stimmung für die Opferung der Liebesgaben
vorhanden war. Infolgedeſſen wurde Fühlung mit der
konſervativen Fraktion genommen, und da ergab ſich, daß
auf Grund der Erklärungen, die die norddeutſchen
Bren=
ner abgaben, hier kein Wert mehr auf das
Fort=
beſtehen des Kontingentierungsvorteiles gelegt wurde.
Die Einkünfte, die die Reichsregierung ſich von deren
Be=
ſeitigung verſpricht, werden auf dreißigbis vierzig
Millionen Mark jährlich veranſchlagt. Wie wir
weiter mitteilen können, ſollen die ſüddeutſchen
Brenne=
reien für den Ausfall, den ſie durch die volle
Verbrauchs=
abgabe auf den Kontingentſpiritus erleiden, in einer noch
zu beratenden Weiſe entſchädigt werden. Die norddautſchen
Brennereibetriebe hingegen ſollen die ſogenannte „
Liebes=
gabe” ohne irgendwelche Entſchädigung verlieren. Die
Einbringung der Wehr= und Deckungsvorlage
wird erſt nach der Oſtervertagung erfolgen.
Das Plenum des Bundesrats hat ſich übrigens erſt
kürz=
lich mit der Deckungsvorlage beſchäftigt und über
ſie beſchließen können. In mehreren Blättern begegnen
wir der Anſicht, daß die Beſeitigung der „Liebesgabe‟
im Verhältnis zu den neuaufzubringenden Mitteln nur
einen verſchwindenden Betrag darſtellen würde. Dabei
wird als durch neue Steuern aufzubringen eine viel zu
hohe Summe, in einzelnen Blättern ſogar ein Betrag von
170 bis 180 Millionen, genannt. Wir möchten daran
er=
innern, daß auch bisher nicht daran gedacht worden iſt,
die Neuforderungen völlig durch neue Steuern zu
decken. Der durch neuaufzutreibende Mittel zu deckende
Betrag reicht auch nach den früheren Berechnungen nicht
annähernd an die genannte Ziffer heran. Die durch
Er=
weiterung der Erbſchaftsſteuer aufzubringende
Summe würde ſich nach dem Maßſtab der Pläne von 1909
auf etwa fünfzig Millionen belaufen haben. Aus
der Beſeitigung der „Liebesgabe” würden bis zu vierzig
Millionen zu erwarten ſein. Der Unterſchied iſt alfo
keineswegs erheblich. Aufgabe der Miniſterbeſprechung
war es, ſich darüber ſchlüſſig zu werden, welcher Teil der
neuen Ausgaben durch Erſchließung neuer
Einnahme=
quellen zu decken ſein würde. Die Höhe dieſer Summe
iſt unter völliger Wahrung der bisherigen Grundſätze der
Reichsfinanzverwaltung feſtgeſtellt worden.
Wie die Poſt aus Zentrumskreiſen
er=
fährt, iſt man über die Art und Weiſe, wie der
Deckungsvorſchlag an die Oeffentlichkeit
gekom=
men iſt, ſehr ungehalten. Auch die führenden Leute des
Zentrums haben nicht gewußt, daß es ſich um die
Liebes=
gaben handeln wird. Es iſt anzunehmen, daß ſie gegen
kleine Zugeſtändniſſe für die ſüddeutſchen Brenner ſich
ſchließlich mit dem Vorſchlage der Regierung abfinden
werden. Ferner erfährt die Poſt von einem
konſervati=
ven Abgeordneten: „Die Veröffentlichung des neuen
Pla=
nes iſt auch der konſervativen Partei völlig
überraſchend gekommen. Beſprechungen mit den
Kon=
ſervativen, die doch fehr lebhaft von der Neuerung
be=
rührt werden, haben nicht ſtattgefunden. Augenblicklich
ſchon etwas über die Aufnahme zu ſagen, die der
Vorſchlag bei ſeiner ſpäteren Beratung im Reichstag
fin=
den wird, erſcheint aus dem Grunde untunlich, weil die
Fraktionen bisher noch nicht dazu gekommen ſind,
Be=
ſprechungen über den Fall vorzunehmen. Auch iſt zu
er=
warten, daß es mit der alleinigen Aufhebung der
Liebes=
gabe nicht getan ſein kann, ſondern das Geſetz über die
Branntweinbrennerei noch andere Eraänzungen ſinden
muß. Wenn aus einem beſtehenden Geſetz ein ſo
wich=
tiger Bauſtein des Fundaments, wie ihn die Liebesgabe
darſtellt, fortgenommen wird, ſo kann es nicht ohne noch
weitere einſchneidende Veränderungen abgehen. Rein
ſubiektiv angeſehen, liegt die Sache ſo, daß immerhin
ernſtliche Bedenken dem Plan, die Liebesgabe fallen zu
laſſen, entgegenſtehen.‟ — Intereſſante Details bringt
auch die Täal. Rundſchau; ſie ſchreibt: Wie wir hören,
hat der ſo plötzlich über Nacht eingetretene Wechſel im
Reichsſchatzamt nicht zuletzt in Bundesratskreiſen
ſehr überraſcht, da nach den Konferenzen der
Finanz=
miniſter der Eindruck vorherrſchte, daß es gelungen ſei,
die einander widerſtrebenden Gegenſätze auf einer
mittle=
ren Linie zu vereinigen. Die Auslaſſungen des
offi=
ziöſen Telegraphenbureaus haben in amtlichen politiſchen
Kreiſen größte Verwunderung hervorgerufen, denn man
hatte ſich ſtrenaſtes Stillſchweigen gelobt, und nun wird
plötzlich das Ergebnis der Beſprechungen, offenbar im
Auftrage des Kanzlers, veröffentlicht.
Deutſches Reich.
Deutſch= und Freikonſervative. In
der Konſ. Korr, findet ſich folgende Notiz: Durch die
Preſſe ging folgende Nachricht, es beſtehe zwiſchen den
Konſervativen und der Deutſchen Reichspartei eine
Ver=
ſtimmung. Eine Kandidatur Schulz als zweiter
Vize=
präſident ſei an dem Widerſpruch des Herrn v. Heydebrand
geſcheitert. Auch der Vorſchlag zugunſten der
Reichspar=
tei, die Mindeſtzahl für die Fraktionen herabzuſetzen, ſei
durch den Einſpruch der Konſervativen gefallen.
Dem=
gegenüber ſtellen wir feſt, daß alle dieſe Nachrichten
durchaus unrichtig ſind. Die daran geknüpften
Erörterun=
gen ſind ebenſo müßig wie hinfällig.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Nummer 67.
Fortſchrittliche Volkspartei und
So=
zialdemokratie. Der Zentralausſchuß der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei ſetzte am Sonntag in Berlin
ſeine Beratungen fort. Der Abgeordnete Fiſchbeck ging
dabei auf das Stichwahlabkommen mit der
Sozialdemo=
kratie ein. Er verſicherte, nicht die Leitung der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei ſei an die ſozialdemokratiſche
Parteileitung herangetreten, wie von ſozialdemokratiſcher
Seite behauptet wurde, ſondern die ſozialdemokratiſche
Parteileitung habe zuerſt Vorſchläge für ein
Stichwahl=
abkommen gemacht. Fiſchbeck bezeichnete den Abſchluß
des Abkommens als notwendigen Ausfluß des
Ergeb=
niſſes der Hauptwahlen und als Konſequenz der
politi=
ſchen Haltung der Partei, die auf Beſeitigung der
ſchwarz=
blauen Mehrheit gerichtet war. In einer Reſolution
wurde nach eingehender Beſprechung dem
geſchäftsfüh=
renden Ausſchuß für ſeine erfolgreiche Tätigkeit Dank
und Anerkennung ausgeſprochen, und die von der
Partei=
leitung getroffenen taktiſchen Maßnahmen wurden
ge=
billigt. — Auch die Verſammlung des Verbandes
ſozial=
demokratiſcher Wahlvereine von Groß=Berlin beſchäftigte
ſich mit dem Stichwahlabkommen mit den bürgerlichen
Parteien. Der Wahlkreis Nieder=Barnim forderte
Zu=
ſtimmung zu der Erklärung, die Parteigenoſſen Groß=
Ber=
lins bedauerten das Stichwahlabkommen des
Parteivor=
ſtandes mit der Fortſchrittlichen Volkspartei inſofern, als
dadurch unſere Genoſſen in 16 Wahlkreiſen, wo wir mit
dem Freiſinn in Stichwahl ſtanden, verpflichtet wurden,
die Wahl des fortſchrittlichen Kandidaten durch Dämpfung
des Wahlkampfes zu ſichern. Der Parteiſekretär Braun
verteidigte das Abkommen mit dem Hinweiſe auf den
Er=
folg für die ſozialdemokratiſche Partei auch in Hagen und
Nordhauſen. Die Fortſchrittliche Volkspartei ſei jedoch
keine politiſche Null, mit der man keine Verträge
abſchlie=
ßen könne. Zu einem Beſchluß kam es noch nicht. Man
vertagte die weitere Erörterung auf eine ſpätere
General=
verſammlung.
Günſtige Eiſenbahnfinanzen. Die
Budgetkommiſſion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes
beſchäftigte ſich, wie ſchon kurz gemeldet, mit dem Etar
der Eiſenbahnverwaltung. Der Eiſenbahnminiſter
ent=
warf ein erfreuliches Bild von der Entwicklung des
preu=
ßiſchen Eiſenbahnweſens. Statt 57 Millionen Mark, die
der Etat für 1911 vorgeſehen hatte, würden etwa 140 bis
150 Millionen Mark in den Ausgleichsfonds fließen. Der
Betriebskoeffizient dürfte unter 66 herabſinken. Die
Be=
triebsſicherheit habe ſich erhöht. Allerdings habe hierbei
der Reinertrag als Konjunkturgewinn zu gelten und der
Betriebskoeffizient werde ſich ſchwerlich auch in Zukunft
auf ſo günſtigem Stande halten, da Löhne und Gehälter
geſtiegen ſeien und die Durchſchnittseinnahmen für den
Per=
ſonenkilometer zurückgingen. Die Nebenbahnen ſeien
bereits auf 42 Prozent des Geſamtnetzes angewachſen.
Die Redner der Parteien äußerten ihre Befriedigung über
die günſtige Entwicklung.
Ausland.
Rußland.
Aenderung des Preßgeſetzes. Der
Juſtiz=
miniſter brachte in der Duma eine Geſetzesvorlage betr.
die Durchſicht der Geſetze über Beleidigung und
Verleum=
dung in der Preſſe ein, darunter auch über die
Beleidi=
gung der fremden Staatsoberhäupter und Diplomaten.
Eine Aenderung der Prozeßordnung in dem Sinne, daß
Prozeſſe in ſolchen Fällen nicht wie bisher von den
Ge=
ſchädigten, ſondern von der betreffenden Regierung oder
von ihren diplomatiſchen Vertretern angeſtrengt werden,
genüge nicht. Ausländiſche Geſetzgebungen beſtraften
derartige Vergehen härter als analoge gegen
Privatper=
ſonen, um die Ruhe nach außen zu ſichern und eine
Ver=
letzung des internationalen Friedens zu verhindern.
Des=
halb beantragt die Vorlage, auch die Strafgeſetze
entſpre=
chend zu ergänzen. Er empfehle nach dem Muſter der
deutſchen und ſchweizeriſchen Geſectzgebung das Strafmaß
anglog dem in dem betreffenden fremden Staate
beſtehen=
den feſtzuſetzen.
Kreta.
Die neue revolutionäre Regierung hat
an den König von Griechenland ein Telegramm gerichtet,
in dem dem König die Konſtituierung mitgeteilt und
der ehrfuchtsvollen Ergebenheit an den griechiſchen Thron
Ausdruck gegeben wird. Die revolutionäre Regierung
wird ihre Konſtituierung den Konſuln der Schutzmächte
mitteilen. Sie hat beſchloſſen, daß künftighin alle
De=
krete im Namen des Königs von Griechenland
unter=
zeichnet werden ſollen. Die Einberufung der Reſerve und
Miliz iſt zurückgenommen worden. Es herrſcht
vollſtän=
dige Ruhe auf Kreta.
Perſien.
Die Antwort auf die engliſch=ruſſiſche
Note iſt, wie man glaubt, fertig. Die beiden Mächte
haben Perſien zugeſichert, daß ſie die Stärke der perſiſchen
Armee nicht beſchränken wollten, und gegen die
Verwen=
dung von Offizieren kleinerer Mächte bei der Armee und
der Gendarmerie keinen Einſpruch erheben. Indeſſen
würden die Offiziere der Koſakenbrigade ſtets Ruſſen ſein.
Die Regierung hat mit der Auflöſung der Fidais
begon=
nen und dieſe iſt bis jetzt ohne Störung vonſtatten
ge=
gangen.
Amerika.
Die Vereinigten Staaten und
Nicara=
gua. Präſident Taft ging ein Telegramm des
Staats=
ſekretärs Knox zu, in dem dieſer mitteilt, daß von der
Regierung und dem Volke Nicaraguas die ſchnelle
Erle=
digung des nicaraguaniſchen Anleihevertrages durch den
Senat der Vereinigten Staaten ungeduldig erwartet
werde. Der Staatsſekretär ſtellt gleichzeitig in Abrede,
daß irgend welche unangenehmen Zwiſchenfälle während
der Reiſe nach Managua ſich ereigneten.
Marokko.
Vereitelte Flucht des Sultans. Aus
Fez wird vom 16. März gemeldet: Der Sultan hatte in
einem Anfall von Neuraſthenie die Abſicht, abzudanken
und den Palaſt zu verlaſſen. Er iſt aber auf die ihm
ge=
machten Vorſtellungen hin von ſeinem Entſchluß
zurück=
gekommen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. März.
Vom neuen Bahnhof.
m. Seit unſerem letzten Bericht ſind die Arbeiten
auf dem Gebiete des Perſonenbahnhofs
außer=
ordentlich gefördert worden. In der Breiten Allee ſind
beiderſeitig runde Maſten zur Aufnahme des Lichts und
der elektriſchen Drähte aufgeſtellt worden. Vor dem
Empfangsgebäude iſt der letzte Reſt des ſeitherigen
Wald=
beſtandes gefallen, ſodaß ein freier Blick die
Großzügig=
keit in der Anlage des neuen Bahnhofs leicht erkennen
läßt. Die Auffüllungsarbeiten erfordern noch viele
Ar=
beit. Eben arbeiten viele Leute an der Pflaſterung des
Platzes vor dem Hauptgebäude, an dem auf Poſtamenten
zu Seiten des Hauptportals Blumenvaſen aufgeſtellt
werden. Zwiſchen Verkehrshäuschen und Haupthalle
wird eben das Eiſenbetonfundament für den vom
hieſi=
gen Verkehrsverein aus Anlaß ſeines 25jährigen
Be=
ſtehens geſtifteten Monumentalſpringbrunnen
feſtgelegt. Die ſehr ſchwere, ſteinerne Schale des
Brun=
nens liegt an Ort und Stelle bereit. Auf dem breiten
Rande ſteht die Widmung des Vereins. Die Einfaſſung
des Waſſerbehälters wird in ähnlicher Form, wie bei
den Brunnen auf dem Luiſenplatze, geſchaffen. Rings
um das Empfangsgebäude werden die Fußſteige mit
dicken Zementplatten belegt. Die Verglaſung der Haupt=
und Seitenhallen über dem Bahnkörper dürfte dieſe
Woche noch beendigt werden.
Für die Bahnſteigſchaffner werden am Ende der
Ueberdachung auf den Fußſteigen fünf kleine Kabinen
errichtet. Die Poſtbrücke dürfte auch als fertig angeſehen
werden. Nach Anſicht von Sachverſtändigen erſchwert ſie
aber den Ueberblick auf den nördlichen Teil des
Bahn=
hofes, von welcher Seite aus die meiſten Züge ein= und
ausfahren. Die Aus= und Einfahrtſignalmaſte ſind erheblich
an dieſer Stelle vermehrt worden und erhalten eben den
Oelfarbenanſtrich. Am Nordende des Hauptgebäudes iſt
da, wo der kupfergedeckte Pavillon errichtet iſt, ein mit
weißen Steinſäulen geſchmückter Vorgarten mit
Spring=
brunnen hergeſtellt worden, der aber in kürzeſter Zeit
durch eine bereits aufgeführte, aber noch nicht vollſtändig
geſchloſſene Mauer den Blicken der Außenſtehenden
ent=
zogen wird. Zwiſchen dem Verwaltungsgebäude, das
ſich an den Pavillon anſchließt, und dem neuen
Poſt=
gebäude verhindert eine lange, etwa zwei Meter hohe
Mauer den Blick nach den Bahngleiſen und den ein= und
ausfahrenden Zügen. Hinter dieſer Mauer ſind Bäume
gepflanzt, welche, wenn ſie im Blätterſchmuck ſtehen, das
öde Ausſehen der langen Mauer verdecken. Am
Haupt=
gebäude des Bahnpoſtamtes iſt die unſchöne Inſchrift
durch eine kräftige, ſchwarz gehaltene, weithin ſichtbare
Inſchrift erſetzt worden. Die mit Schmiedeeiſen
verait=
terten Fenſter wirken nicht unſchön auf das Auge des
Be=
ſchauers. Neben dem Poſtgebäude iſt der das kleine
Wohnhaus umgebende Garten terraſſenförmig angelegt.
Der Dornheimer Weg iſt vollſtändig mit Steinpflaſter
verſehen worden. Bei Eröffnung des neuen Bahnhofes
werden nur einige Räume im Verwaltungsgebäude auf
der Nordſeite des Perſonenbahnhofes bezogen werden
können. In dieſem Gebäude wird die Stationskaſſe
untergebracht. Die Arbeiten an dem Beamtengebäude
auf der Südſeite an der Griesheimer Chauſſee können
bis zur Eröffnung im Mai nicht fertiggeſtellt werden.
Man ſchätzt, daß dieſes Gebäude erſt im Auguſt bezogen
werden kann. Alles in allem: es muß noch gehörige
Arbeit geleiſtet werden, wenn der neue Bahnhof bis zum
Eröffnungstermin ein einigermaßen befriedigendes
Aus=
ſehen bieten ſoll.
* Vom Hofe. Die Großherzogin empfing am
Samstag mittaa 12½ Uhr im Neuen Palais den Geh.
Regierungsrat Dr. Dietz und am Sonntag mittag
12 Uhr Freifrau von Heyl zu Herrnsheim aus Warms. —
Graf Hermann zu Stolbera=Wernigerode nahm am
Samstag, Prinz und Prinzeſſin Victor zu Erbach=
Schönberg nahmen Sonntag an der Frühſtückstakel im
Neuen Polais teil. Die Großherzoglichen Herrſchaften,
ſowie Prinz und Prinzeſſin Victor zu Erbach=
Schön=
berg begaben ſich am Sonntag nachmittag 2 Uhr mit
Gefolge im Auto zum Beſuch des Reiterfeſtes im
Hippodrom nach Frankfurt. Die Rückkehr nach
Darm=
ſtadt erfolgte um 8½ Uhr. — (Prinzeſſin Heinrich von
Preußen iſt Montag vormittag 8 Uhr 4 Min. mit
dem Prinzen Sioismund in Begleitung der Hofdame
Fräulein von Plänckner zum Beſuch im Neuen Palais
eingetroffen. (Darmſt. Zig.)
* Geh. Obermedizinalrat Dr. Neidhart in den
Ruheſtand verſetzt. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den vortragenden Rat in der Abteilung
für öffentliche Geſundheitspflege des Miniſteriums des
Innern, Geheimen Obermedizinalrat Dr. Karl Friedrich
Neidhart auf ſein Nachſuchen und unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen und ſehr erſprießlichen Dienſte
mit Wirkung vom 16. April d. J. an in den Ruheſtand
verſetzt und ihm aus dieſem Anlaß das Komturkreuz
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verlieben.
Dr. Karl Neidhart wurde am 20. Februar 1837
zu Altenſchlirf im Kreiſe Lauterbach geboren. Er
promovierte in Gießen am 7. Januar 1860, war alsdann
als prakt. Art in Altenſchlirf tätig, wurde am 5. Oktober
1870 zum Kreisarzt des Kreismedizinalamts Homberg,
am 7. März 1876 zum Kreisarzt des Kreismedizinalamts
Oppenheim und am 7. April 1877 zum Kreisarzt des
Kreisgeſundheitsamts Worms ernannt. Am 12.
Septem=
ber 1881 erhielt er den Charakter als „Medizinalrat”,
wurde am 31. Mai 1882 zum Kreisarzt des
Kreisgeſund=
heitsamts Darmſtadt ernannt und am 24. September
1887 zum vortragenden Rat bei der Abteilung des
Mi=
niſteriums des Innern und der Juſtiz für öffentliche
Ge=
ſundheitspflege mit dem Amtstitel „Obermedizinalrat”
befördert. Am 12. September 1889 erhielt Neidhart das
Ritterkreuz 1. Klaſſe und am 25. November 1901 das
Ehrenkreuz des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen. Am 25. November 1892 wurde ihm der
Cha=
rakter als „Geh. Obermedizinalrat” verliehen. Am 7.
Januar 1910, aus Anlaß ſeines 50jährigen
Doktorjubi=
läums, wurde er vom Aerztlichen Verein für das
Groß=
herzogtum Heſſen zum Ehrenmitglied ernannt.
Dem=
ausgezeichneten Beamten, der ſich als Vorſitzender des
Heſſiſchen Landesverbandes gegen den Mißbrauch
geiſti=
ger Getränke, als Mitbegründer der Darmſtädter
Volks=
küche und der Heſſiſchen Trinkerheilſtätte um das
Ge=
meinwohl noch beſondere Verdienſte erworben, mag ein
heiterer, geſunder Lebensabend von Herzen gewünſcht
werden. Er war ein außerordentlich verdienſtvoller
Beamter, deſſen hervorragendes Wirken auf dem Gebiete
der öffentlichen Geſundheitspflege ganz beſonders unſere
Der lebende Tod von Süd=Wales.
*⁎* Ein düſter=eindrucksvolles Stimmungsbild aus
einem der Hauptgebiete des engliſchen Kohlenſtreiks
ver=
öffentlicht Erneſt Townley in einem Londoner Blatte: „Von
einem ſchweren Traum bin ich ſoeben erwacht, von dem
Alpdruck des lebenden Todes in Süd=Wales, von einem
furchtbaren Nachtgeſpenſt, unter dem viele Tauſende in
dumpfer Starrheit dahinleben. Es iſt wie die grauſige
Nachtviſion, die uns im Schlafe bedrängt, wie einer jener
ſchlimmen Träume, in denen ein Ungeheuer, etwas
Ent=
ſetzliches näher und näher kommt und wir, an allen
Glie=
dern gelähmt, uns nicht rühren können. Nur ſieht man
in dieſem Traumbild andere Menſchen, Tauſende und
Abertauſende unter dem grauſigen Griff des nahenden
Dä=
mons, gefeſſelt an Händen und Füßen, wehrlos, machtlos.
Eine ungeheuere Gefahr rückt näher und näher heran, die
keiner abzuwehren vermag; ſie liegt wie ein ſchwüler Druck
über dieſen Tälern, ſo daß man nicht frei zu atmen wagt,
gebannt von dem Baſiliskenblick des Untiers. Nur wenn
man die entſetzlich öde Lethargie des Kohlenreviers, dieſe
Stimmung des lebendigen Todes von ſich ſchüttelt, erwacht
man, in kalten Schweiß gebadet, und begreift, wie
furcht=
bar dieſer Alp geweſen iſt. Mag ſich auch an der
Obex=
fläche hie und da eine gezwungene Luſtigkeit zeigen, im
Singen, im Fußballſpielen, in den
Kinematographen=
theatern uſw. die Lähmung, die dieſes Land mit ſeinen
200000 untätigen Bergleuten ergriffen hat, löſt in jedem
ein tiefes Gefühl der Verödung und des Jammers aus,
ein dunkles Ahnen kommenden Unglücks, das eintreten
wird, entweder als Hungersnot oder als Aufruhr, man
weiß nicht als was; aber es ſchleicht heran über die Berge
und wird die Wolken des namenloſen Schreckens, die
dun=
kel über den Tälern laſten, mit Blitzſtrahlen der Gewalt
zerreißen.
Ich gehe nach Rhondda, dieſer Stätte unermeßlicher
Kohlenſchätze, und ſehe die Tauſende von Arbeitern. Men=
ſchen mit herkuliſchen Fäuſten und Muskeln, wie ſie an
den Mauern, Toren und Brücken hinſchlendern, ziellos
herumſtehen auf den unbelebten Straßen oder träge ſich
auf Abhängen gelagert haben. Und über den Bergen in
anderen Tälern das gleiche monotone Bild, die gleichen
Haufen Untätiger. Leer und tot gähnen die
Schacht=
öffnungen; ſchlaff und müde ſtehen die Gruppen, wie wenn
mit dem Innehalten des ſonſt ſo unermüdlich rollenden
Rades die Arbeit auch all ihre Kraft zum Stillſtand
ge=
bracht wäre. Man kann nirgends dieſem furchtbaren
Bilde eines Volkes entgehen, deſſen Lebensmächte gelähmt
ſind; ſtets drängt ſie ſich uns auf, dieſe geſpenſtige
Nacht=
viſion eines lebendigen Todes. Man mag jeden Fels
in dieſem Kohlengebiet lieben, wie ich es tue, man mag
mit den Bergleuten ſympatiſieren oder nicht, nirgends
kann man dem Alp der Verödung entgehen, wenn man
dies träge Land durchwandert. Die Stimmung drückt auf
das Gehirn; ſie ſchaltet jedes Denken aus und man möchte
in den qualvollen Schrei ausbrechen: „Herrgott, befreie
uns davon!” Zwei Wochen in den Tälern von Süd=Wales
ſind jetzt wie eine Ewigkeit in Dantes Hölle. Es iſt das
niederdrückendſte Gefühl ſtummer Verzweiflung, das ſich
die ſchwermütigſte Phantaſie nur vorſtellen kann. Keine
Fenſterſcheibe iſt bisher zerbrochen worden, aber die
Gra=
besruhe, die über den Tälern liegt, iſt unnatürlich. Dieſe
Menſchen haben heißes, walliſiſches Blut in ihren Adern,
und wenn ihre Leidenſchäften aufgepeitſcht werden durch
Hunger oder durch das Bewußtſein ihrer Niederlage, dann
werden alle Hemmungen, die ſie heute noch zurückhalten,
verfliegen wie der Wind. Ueberall mahnen ſie ihre Führer
an die Pflicht der Friedfertigkeit, aber überall grollt eine
dumpfe Unterſtrömung der Erbitterung und des Aufruhrs.
Ein Vulkan ſcheint unter ihren Füßen zu dröhnen. Möge
alles nur ein Alp ſein, nur ein dunkles, nächtliches
Ge=
ſpenſt, wie es jeder jetzt empfinden muß im Kohlenrevier
von Süd=Wales . ..
Miniaturen=Ausſtellung in München.
P. Im Münchener Kunſtverein findet zur Zeit unter
dem Protektorat der Prinzeſſin Arnulf eine inſtruktiver
und auch an künſtleriſcher Ausbeute ſehr reiche
Ausſtel=
lung einer Kunſtart ſtatt, für welche ſchon zweimal, und
jetzt wohl endgültig die Todesſtunde geſchlagen hat. Wie
die Erfindung der Buchdruckerkunſt der blühenden
Miniaturmalerei empfindlichen Abbruch tat, da der
Holz=
ſchnitt zugleich mit dem Letternſatz zur Illuſtrierung der
Bücher verwendet werden konnte, ſo machte die
Photo=
graphie der faſt ausſchließlich als Porträtkunſt zur Zeit
des Rokoko zu neuer Blüte erwachten Miniaturmalerei
ein raſches Ende. Dieſe reizvolle Kleinkunſt ſpiegelt den
Geiſt der jeweiligen Epochen, ſowie den Wechſel der
Stil=
richtungen nicht weniger deutlich wider, als die große
Kunſt. Das Barockporträt mit ſeinem ſchweren
Farben=
prunk und die leichtgetönte Silberſtiftzeichnung der
Empirezeit, leichtes, ſchwebendes Rokoko und ſolides
Münchener Bürgertum der Biedermeierzeit blickt uns aus
den Glaskäſten und Vitrinen entgegen. Nicht minder
charakteriſtiſch ſind auch die Rahmen dieſer niedlichen
Bildchen. Welch feiner Geſchmack offenbart ſich in der=
Wahl der Faſſung der kleinen Porträts ſowohl nach Form
und Farbe, als auch hinſichtlich des Materials.
Obwohl die ausgeſtellten Werke faſt nur aus
Mün=
chener Privatbeſitz ſtammen — mit Ausnahme der
größe=
ren Kollektionen des Fürſten zu Hohenzollern und des
Grafen von Neipperg, Schwaigern —, ſind doch alle
Nationen und Zeiten vertreten: England mit einem
Bild=
des alten Oliver aus dem 16. Jahrhundert,
Ruß=
land mit einem prächtigen Jugendvorträt der Kaiſerin
Eliſabeth von dem erſt kürzlich entdeckten Petersburger
Meiſter Ritt. Der Däne Gilberg und die
Venezia=
nerin Roſalba Carriera ſind ſo genau in ihrer
Art zu ſtudieren wie die Franzoſen Jſabey, Fanny
Charrin, Auguſtin, Desvernois, Lebrun
Nummer 67.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Seite 3.
Reſidenz, ja das ganze Heſſenland zu dauernder
Dank=
barkeit verpflichtet hat.
* Beſtatigt wurde der von dem Herrn Fürſten
zu Stolberg=Wernigerode=Gedern auf die erledigte
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Volkartshai,
Kreis Schotten, präſentierte Schulamtsaſpirant Heinrich
Rabenau aus Keſſelbach, Kreis Gießen, für dieſe Stelle.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs Georg Schäfer zu
Büdingen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Friedrich
Speck=
hardt zu Wembach, Kreis Dieburg, eine Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Seeheim, Kreis Bensheim;
dem Lehrer Heinrich Schwamb zu Höchſt i. O., Kreis
Erbach, eine Lehrerſtelle an der evangeliſchen Schule zu
Nierſtein, Kreis Oppenheim.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
Friedrich Frank zu Echzell auf ſein Nachſuchen vom
15. April 1912 an bis zur Wiederherſtellung ſeiner
Geſundheit.
-g. Strafkammer. Der 21jährige Anſtreicher Hermann
Lenzer aus Triemar hatte ſich geſtern wegen
Dieb=
ſtahls vor der hieſigen Strafkammer zu verantworten.
Len=
zer war früher beim Bäckermeiſter Walter in
Bauſch=
heim als Hausburſche beſchäftigt und benutzte die
er=
langte Lokalkenntnis im Juli 1911 dazu, um in das
Haus einzuſteigen und verſchiedene Kleidungsſtücke zu
entwenden. Er ſtellte ſich ſpäter ſelbſt der Polizei und
wird zu 4 Monaten 2 Wochen Gefängnis,
ab=
züglich 1 Monate 1 Woche der Unterſuchungshaft,
ver=
urteilt
Der erſt 17 Jahre alte Taglöhner Johann Dörr
aus Homburg v. d. H. hat ſich wegen ſchwerer
Körper=
verletzung zu verantworten. Er hatte am 9. Februar von
ſeinem Vater ſeinen Lohn ausgezahlt erhalten und
die=
ſen ſogleich in mehreren Wirtſchaften des Großen
Bier=
grundes in Offenbach in Alkohol umgeſetzt. Die dadurch
erwachte Tatkraft verſuchte er mit dem Meſſer zu
betäti=
gen und ein unſchuldiger Hund entging nur durch die
Flucht der Mißhandlung. Dafür griff er den des Weges
kommenden Portefeuiller Karl Mehling an und verſetzte
dieſem einen Meſſerſtich in die Bruſt. Mehling gab ihm
eine Ohrfeige, die Dörr ſofort mit einem Meſſerſtich in
den Kopf erwiderte. Der Stich verurſachte eine fünf
Zentimeter lange Wunde, die bis auf den Knochen ging.
Mehling war durch dieſe Verletzungen 14 Tage
arbeits=
unfähig. Der reuige Angeklagte wird zu 6 Monaten
Gefängnis verurteilt. Von der Unterſuchungshaft
wird ihm ein Monat in Anrechnung gebracht. Da
Flucht=
verdacht nicht vorliegt und er im väterlichen Geſchäft
dringend gebraucht wird, wird der Haftbefehl gegen den
Angeklagten aufgehoben.
Der 25jährige Portefeuiller Jakob Gimbler aus
Offenbach hat trotz ſeiner Jugend ſchon ſehr viele
Vor=
ſtrafen aufzuweiſen. Kaum, daß er das Gefängnis
ver=
laſſen hat, begeht er immer wieder neue Straftaten.
Die=
ſes Mal iſt er wiederum des Diebſtahls angeklagt.
Sei=
nem Schlafkollegen ſoll er eine Uhr im Werte von 25
Mark und ein Portemonnaie geſtohlen haben. Den
Diebſtahl der Uhr gibt er zu, während er den Diebſtahl
des Portemonnaies beſtreitet. Da der Angeklagte
unver=
beſſerlich erſcheint, erkennt das Gericht auf 9 Monate
Gefängnis und 3 Jahre Ehrverluſt.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstaa, den 23. März, vormittags
9½ Uhr, lautet: 1. Beanſtandung eines Beſchluſſes der
Stadtverordneten=Verſammlung zu Offenbach a. M.
über die Stellvertretung des Bürgermeiſters. 2. Geſuch
der Johann Georg Kopp Ehefrau zu Viernheim um
Erteilung eines Wandergewerbeſcheines. 3. Klage des
Ortsarmenverbandes Wiesbaden gegen den
Landarmen=
werband Offenbach.
G. H.Th. Vom Hoftheater. Da zu Faſtnacht die
Kin=
ldervorſtellung „Apfelbaum, Erdmännchen und
Flöte” total ausverkauft war, ſodaß viele Kinder auf
die Freude verzichten mußten, das reizende Märchen von
Görner zu ſehen, iſt für dieſen Mittwoch, den 20.,
nachmit=
ttags 5 Uhr, eine Wiederholung angeſetzt worden. Der
Kartenverkauf zur Kindervorſtellung, die bei ermäßigten
Preiſen gegeben wird, findet am Dienstag, den 11. März,
rund Mittwoch, den 20. März, vormittags von 11—1 Uhr
an der Tageskaſſe im Hoftheater ſtatt.
O Von der Techniſchen Hochſchule. Auf einſtimmigen
Antrag der Abteilung für Chemie wurde durch Beſchluß
von Rektor und Großem Senat der Techniſchen Hochſchule zu
Darmſtadt Herrn Geheimen Regierungsrat Profeſſor Dr.
Karl Graebe in Frankfurt a. M. in Anerkennung ſeiner
ausgezeichneten Arbeiten auf dem Gebiete der organiſchen
Chemie, die ſowohl der Wiſſenſchaft neue Impulſe gegeben
haben, als auch in ganz beſonderem Maße für die Technik
von weittragender Bedeutung geworden ſind, die Würde
eines Doktor=Ingenieurs Ehrenhalber ver
liehen.
** Die Meiſterprüfungen in der Provinz
Starken=
burg aus dem Herbſt vorigen Jahres ſind nunmehr
endgültig zum Abſchluß gelangt. Von den 62
Prüf=
lingen beſtanden 48, 6 traten im Laufe der Prüfung
zurück, während die übrigen 8 nicht beſtehen konnten.
10 Handwerker legten ihre Prüfungen wiederholt ab
und beſtanden ſämtlich. Nach den einzelnen
Berufs=
arten getrennt entfallen von den beſtandenen 48
Jung=
meiſtern auf das Bäckergewerbe 6, Buchdruckgewerbe 3,
Friſeur 6, Goldſchmied 1, Inſtallateur 1, Küfer 1,
Dekorationsmaler 2, Maurer 3, Mechaniker 2, Metzger 3,
Gürtler und Metalldrucker 1, Portefeuiller 6, Schloſſer 2,
Schneider 3, Schornſteinfeger 2, Schreiner 2,
Schuh=
macher 1, Ofenſetzer 1, Mechaniker und Inſtallateur 1
und auf das Zimmerergewerbe 1. Das geſamte
Prü=
fungsverfahren erforderte zeitraubende Arbeiten, bis die
ſämtlichen Meiſterſtücke, Arbeitsproben abgenommen und
die ſchriftlichen und mündlichen Prüfungen in Fach=,
Buch= und Rechnungsführung, ſowie Geſetzeskunde
durch=
geführt waren. Außer dem Vorſitzenden der Prüfungs
kommiſſion und deſſen ſtändigen Beiſitzern wirkten
noch 26 Prüfungsmeiſter aus den verſchiedenen
Ge=
werben mit.
* Städtiſche Bureau=Aſſiſtenten=Prüfung. Mit
der mündlichen Prüfung fand am letzten Freitag die
zweite ſtädtiſche Bureau=Aſſiſtenten=Prüfung ihr Ende.
Sie fand unter dem Vorſitz des Herrn Bürgermeiſters
Mueller ſtatt. Von den 11 Kandidaten trat im
Ver=
lauf der ſchriftlichen Prüfung einer zurück, weitere fünf
konnten zur mündlichen Prüfung nicht zugelaſſen
werden, weil ihre ſchriftlichen Arbeiten und die Leiſtungen
im Stenographieren den geſtellten Anforderungen nicht
entſprachen, die fünf übrigen beſtanden, und zwar
einer mit „ſehr gut”, einer mit „gut” und drei mit
„genügend‟
* Was fangen wir mit unſeren ſchulentlaſſenen
Töch=
tern an? Man ſchreibt uns: In unſerer Zeit, in der die
ſozialen Verhältniſſe ſich immer ſchwieriger geſtalten, iſt
es unbedingt nötig, daß die Frau, die einem Haushalt
vorſtehen muß, mit Kenntniſſen und Fertigkeiten für die
hauswirtſchaftliche Tätigkeit nach Möglichkeit ausgerüſtet
iſt. Gewiß gibt es auch Frauen, denen das Leben nicht
die Gelegenheit bietet, am eigenen Herde zu wirtſchaften
vielleicht aber wirken ſie dann in fremden Häuſern, oder
ſie ergreifen irgend einen anderen Beruf. Aber auch dieſe
haben noch ein gewiſſes Maß von hauswirtſchaftlicher
Ausbildung nötig, ſo daß eine gründliche Ausbildung
in der Hauswirtſchaft gewiſſermaßen als eiſerner Beſtand
aller weiblicher Bildung verlangt werden muß. Dieſer
Tatſache ſollten ſich die Eltern der heranwachſenden
Mäd=
chen nicht verſchließen und deshalb darauf bedacht ſein,
ihre Töchter für den Kampf ums Daſein vor allem dadurch
zu rüſten, daß ſie ihnen Gelegenheit geben, ſich für die
Arbeiten des Haushalts möglichſt gründlich vorzubereiten
An Anſtalten, in denen dies geſchehen kann, fehlt es
ja=
in unſerer Vaterſtadt nicht. Wir möchten indeſſen die
Eltern hier beſonders auf die Anſtalt hinweiſen, welche
ſeit 23 Jahren hier beſteht, und die für Mädchen aus den
breiteſten Volksſchichten beſtimmt iſt, die ſtädtiſche
hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule.
Da anzunehmen iſt, daß es vielen Eltern erwünſcht ſein
wird, wenn ſie einiges über dieſe Schule erfahren, ſo laſſen
wir hier das Bemerkenswerteſte aus dem Jahresbericht
der Anſtalt für 1910/11 folgen: Die hauswirtſchaftliche
Fortbildungsſchule beſteht aus drei Abteilungen. Die
erſte iſt im Schulhauſe in der Rundeturmſtraße, die zweite
im Schulhauſe in der Lagerhausſtraße und die dritte im
Mittelſchulgebäude in der Hermannſtraße untergebracht.
Jede Abteilung verfügt über eine zweckmäßig
eingerich=
ete Küche, einen Bügelraum und die nötigen Klaſſenſäle
für Handarbeitsunterricht uſw. In allen Abteilungen
wird in folgenden Fächern unterrichtet: Hand= und
Maſchinennähen, Flicken, Stopfen und
Sticken, Kleidermachen, Bügeln, Kochen
Waſchen und Putzen, Haushaltungskunde
Deutſch und hauswirtſchaftlichem Rechnen.
Die Unterrichtsſtunden liegen im Kochen, Waſchen und
Putzen täglich vormittags von 8—12 Uhr, in den übrigen
Unterrichtsgegenſtänden nachmittags zwiſchen 3—7 Uhr
Um jedoch auch Frauen und Mädchen, denen durch
Er=
werbstätigkeit der Beſuch der Tageskurſe unmög
lich iſt, Gelegenheit zur Erweiterung und Vertiefung
ihrer hauswirtſchaftlichen Ausbildung zu geben, werden
noch beſondere Abendkurſe im Kochen, Einmachen und
Einlegen, Backen, Nähen und Flicken abgehalten. Die
Unterrichtsſtunden für dieſe Kurſe liegen zwiſchen 7 bis
10 Uhr abends Das Schulgeld beträgt für Schülerinnen
der Tageskurſe vierteljährlich 3 Mark. Es kann auch in
monatlichen Raten von 1 Mark bezahlt werden. Teil=
nehmerinnen der Abendkurſe zahlen 2 Mark für den
Kur=
ſus. Für Speiſen, welche die Schülerinnen in den Küchen
genießen, wird ein beſonderes Speiſegeld von 15 Pfg.
für jede Mahlzeit erhoben. Die Geſamtzahl der
Schü=
lerinnen betrug in 1910/11 — 414 gegen 404 im Vorjahr,
darunter waren 30 Frauen. Von dieſen 414 Schülerinnen
waren 88 über 21 Jahre alt; die älteſte Teilnehmerin an
den Abendkurſen ſtand im 54. Lebensjahre. Das laufende
Schuljahr wird am 31. März und 1. April mit einer
Aus=
ſtellung von Schülerinnenarbeiten in der Abteilung III.,
Hermannſtraße, beſchloſſen. Dort werden auch
Anmel=
dungen für das neue Schuljahr, das am 22. April beginnt,
entgegengenommen.
* Der zweite Familienabend des Evangeliſchen
Bun=
des fand Sonntag abend im feſtlich geſchmückten Saalbau
ſtatt. Waren auch viele Evangeliſche gekommen, ſo hätten
die beiden vorzüglichen Vorträge es doch wohl verdient, von
einer noch zahlreicheren Verſammlung gehört zu werden,
denn es waren wahrhaft goldene Worte, die Herr
Pfar=
rer Eckel von Lampertheim über die
internatio=
nalen Aufgaben des Evangeliſchen Bundes
den Evangeliſchen ins Herz hinein rief. Ausgehend vom
Begriff „national” der ſeine natürliche Ausprägung in
echtem Nationalgefühl und ſtarkem Nationalſtolz haben
muß, zeigte der Vortragende auch an Beiſpielen, wie nur
ſtarke, treudeutſche Perſönlichkeiten, wirkliche Charaktere,
den Beſtand und die Zukunft einer Nation verbürgen. —
Das freie Deutſchland iſt durch Geiſtesarbeit groß und
mächtig geworden und muß darum durch ſie erhalten
wer=
den. Ohne Reformation hätten wir die großen Geiſter von
Luther bis Goethe und Bismarck in deutſchen Landen nicht
geſehen. Man möchte darum lächeln, wenn man lieſt: daß
Deutſchland nur groß war, ſo lange es katholiſch war.
Da=
rum dürfen wir Deutſche auch nicht vergeſſen, was wir
unſerer Zeit ſchuldig ſind. Was der Evangeliſche Bund
da=
für tun kann, iſt fleißige Kleinarbeit: Volkserziehung in der
Familie, an der Jugend, im Berufsleben, an den Maſſen,
denn nur Treue im Kleinen läßt zur Geſundung im Großen
gelangen. Wirkliche nationale Zuverläſſigkeit der Führer
des katholiſchen Volkes muß gefordert werden, die
natio=
nale Unzuverläſſigkeit in der Weſt= und Oſtmark, ſowie im
Herzen Deutſchlands durch die gefliſſentliche Trennung der
Konfeſſionen, z. B. auch durch Vereine, die bewußte
Miß=
achtung des proteſtantiſchen Empfindens und
Rechts=
bewußtſeins müſſen ſchwinden, dann erſt kann ehrlicher
Friede werden unter den Konfeſſionen. Nur ein ſtarker,
geſunder, fleißiger Proteſtantismus kann dieſe nationalen
Ziele erreichen. — Herr Pfarrer Dr. Buſch von
Frank=
furt a. M. gab dann äußerſt anſprechende Bilder aus ſeiner
vorjährigen Reiſe durch die Evangeliſchen Gemeinden
Spaniens. Wohl alle Anweſenden hätten noch gerne
länger ſeinen Darſtellungen gelauſcht. Reicher Beifall
zeigte, wie ſehr beide Herren Redner es verſtanden hatten,
den rechten Ton zu treffen. Ein von Herrn Muſikmeiſter
Mittelſtädt geſtelltes Quartett füllte die kurzen Pauſen in
angenehmer Weiſe aus.
Devrients Lutherfeſtſpiel in Darmſtadt. Man
ſchreibt uns: In Sachen des im Herbſt d. Js. aus
An=
laß der 25jährigen Jubelfeier des Heſſiſchen Hauptvereins
des Evangeliſchen Bundes in Darmſtadt aufzuführenden
Lutherfeſtſpiels von Emil Devrient fand in voriger Woche
eine Sitzung des vorläufigen Feſt=Ausſchuſſes
ſtatt, an welcher ſich auch Herr Hofrat
Ed=
ward beteiligte und zu der die ſämtlichen
evangeliſchen Geiſtlichen der Stadt
Einladun=
gen erhalten hatten. Der Vorſitzende, Profeſſor
Pfann=
müller, konnte gleich zu Beginn der Sitzung ſeiner
Freude darüber Ausdruck geben, daß für die Rolle der
„Käthe” eine geeignete Darſtellerin ſich gefunden hat.
Frau Regierungsrat Thorade, geborene Gürtler aus
Darmſtadt, jetzt wohnhaft in Osnabrück, hat ſich in
zuvor=
kommendſter Weiſe bereit erklärt, die Rolle zu
überneh=
men. Wegen der Darſtellung des „Luther” ſind
Verhand=
lungen im Gang, die hoffentlich zu einem baldigen
Ab=
chluß führen. Die künſtleriſche Leitung des Feſtſpiels
wird Herr Oberregiſſeur Dalmonico in Weimar, früher
in Darmſtadt, übernehmen, welcher auch jüngſt die in
Worms ſtattgehabte Aufführung des Devrientſchen „
Lu=
ther” mit ſo großem Erfolg galeitet hat. Da ein ſo
gro=
ßes Unternehmen nur in großem Stile zum erwünſchten
Ziele gelangen kann und deshalb mit beträchtlichen
Un=
koſten verknüpft iſt, wurde beſchloſſen, an die Gründung
eines Garantiefonds heranzutreten, wozu wir ſchon an
dieſer Stelle die oft bewährte Opferwilligkeit der
evan=
geliſchen Bewohner Darmſtadts aufzubieten wagen. Als
erſter Tag der Aufführung wurde der 26. Oktober d. Js.
in Ausſicht genommen, als letzter der 10. November,
Lu=
thers Geburtstag. Sodann wurde zur Bildung der
ein=
zelnen Ausſchüſſe geſchritten bezw. geeignste Vorſchläge
wegen der zu wählenden Damen und Herren entgegen=
uſw. Den größten Raum nehmen jedoch die deutſchen
Klaſſiker dieſes Genres ein: Daffinger und Füger.
Des letzteren Porträt: Franz Ludwig von Erthal,
Kur=
fürſt von Mainz, iſt ein meiſterhaftes Werkchen. Ver
gleicht man damit das in Farbe und Haltung ſo
grund=
verſchiedene Selbſtporträt Fügers, ſo erkennt man, daß
ſelbſt innerhalb dieſes räumlich ſo eng begrenzten
Be=
reiches für das echte Talent alle Möglichkeiten zur
Ent=
faltung gegeben waren. Es ſind wirkliche Menſchen, die
uns aus den kleinen Rahmen anſchauen. Nur bei den
Miniaturmalern geringeren Grades verſchwindet der
charakteriſtiſche Ausdruck des Lebens hinter der
modi=
ſchen Geſte, dem ſtereotypen Lächeln: Von den
Münche=
ner Meiſtern ſind beſonders die beiden Heigel, Vater
und Sohn, zu nennen. Des letzteren Porträt einer
ſitzen=
den Dame: Freifrau v. K., iſt von einer Zartheit und
doch Beſtimmtheit im Ausdruck, daß die gleichzeitige
Porträtmalerei großen Formats dieſem Juwel kaum
Aehnliches an die Seite zu ſtellen vermag. Da die
Aus=
ſteller zum größten Teile Angehörige der hohen
Ariſto=
kratie ſind bildet die Ausſtellung zugleich ein
geſellſchaft=
liches Ereignis erſten Ranges.
Konzerte.
mm. Mit der vierten Matinee beſchloß die
Kammermuſikvereinigung der Herren Hofrat
de Haan, Hofkonzertmeiſter Ernſt Schmidt,
Konzert=
rneiſter Schnurrbuſch, Hofmuſiker Gims und
Andrä am Sonntag vormittag im Muſikvereinsſaal
ihr Programm für dieſen Winter mit dem ſeit Jahren
üblich gewordenen Beethoven=Morgen.
Nur zwei, aber ausgedehntere Tonwerke des Meiſters
enthielt das Programm, das Streichquartett op. 132, das
der letzten Schaffenszeit Beethovens angehört und, um
vollſtändig gewürdigt werden zu können, öfter gehört
wer=
den muß, ſowie die leichter verſtändliche und anſprechende
Sonate Nr. 10, op. 96 für Violine und Klavier. Ernſte
Stimmung ertönt aus den erſten beiden Sätzen des
Quar=
tetts; denn ſelbſt der zweite, das Scherzo, trägt noch immer
einige Anklänge an die im erſten Satz ausgedrückte
ſchwer=
mütige Stimmung, die erſt im dritten mit dem in der
Lydiſchen Tonart geſchriebenen „Dankgeſang eines
Ge=
neſenen” neue Lebenskraft atmet. Dieſer Dankgeſang, ein
harmoniſch ſehr wohlklingender, freierfundener Choralſatz
in der ſelten gebrauchten alten eigentümlichen Tonart, iſt
ohne weiteres leicht zu verſtehen und ſeine Melodie, die
in kunſtvoller Verarbeitung mit neuen Gedanken ſich
wie=
derholt im weiteren Verlaufe dieſes Satzes heraushören
läßt, gibt dem Quartett ein eigenes Gepräge. Dieſes
Molto Adagio ſprach ſichtlich zu den Herzen der Zuhörer.
Die Temponahme hätten wir indes noch etwas langſamer
und die Tongebung zarter in ganz gleichmäßigen
Har=
monien (ohne Vibrato) gewünſcht; im allgemeinen machte
ſich diesmal gegenüber den früheren Produktionen hin und
wieder eine nicht ganz ſo ruhige Bogenführung, wie ſonſt,
bemerkbar. Der Schluß des Quartetts kam in vollſtändig
zufriedenſtellender Weiſe zu Gehör.
Als zweites Tonſtück kam mit beſtem Gelingen und
vortrefflicher Dispoſition der beiden ausführenden Herren
die Violinſonate durch Herrn Hofkonzertmeiſter Schmidt,
von Herrn Hofrat de Haan auf einem klangvollen
Ibach=
flügel begleitet, zur Aufführung. Beide Künſtler hatten
ſich ganz der Stimmung überlaſſen, die der Vortrag des
Werkes erfordert. Seelenvoll und weich erklang das
aus=
drucksvolle Adagio. Im Scherzo und Schluß=Allegretto
hatte die Geige mit ſtets edlem Ton Gelegenheit zu
vir=
tuoſer Betätigung, die indes naturgemäß ſich dem
künſt=
leriſchen Erfordern unterordnete. Mit pianiſtiſcher
Fein=
heit führte Herr Hofrat de Haan den Klavierpart durch
und man konnte aus ſeinem Spiel die beſondere Verehrung
Beethovens deutlich heraushören. Den kommenden
Ma=
tineen des nächſten Winters wird man mit gleichem
In=
tereſſe entgegenſehen.
Feuilleton.
* Aus der Bühnenwelt. Die Stadt Hanau hat
den Vertrag mit Herrn Direktor Adalbert Steffter über
die Pachtung des Stadttheaters in Hanau a. M. bis zum
Jahre 1917 verlängert.
Spielplan der Vereinigten
Stadt=
theater Frankfurt. 1. Opernhaus. Dienstag,
19. März: Der fliegende Holländer. Mittwoch, 20.:
Mignon. Donnerstag, 21.: Oberſt Chabert. Freitag, 22.:
Geſchloſſen (Muſeums=Konzert). Samstag, 23.:
Boccac=
cio. Sonntag, 24., ½4 Uhr: Die Fledermaus: 7 Uhr:
Der fliegende Holländer. Montag, 25.: Marthä.
Diens=
tag, 26.: Die Entführung aus dem Serail. — 2.
Schau=
ſpielhaus. Dienstag, 19. März: Heimat. Mittwoch,
20., 2½ Uhr: Wilhelm Tell; 7 Uhr: Zopf und Schwert.
Donnerstag, 21.: Büxl. Freitag, 22.: Die
Vergnügungs=
reiſe. Samstag, 23.: Die luſtige Perſon; hierauf: Der
Tartüff. Sonntag, 24., ½4 Uhr: Madame Sans=Géne;
7 Uhr: Die luſtige Perſon; hierauf: Der Tartüff.
Mon=
tag, 25.: Francois Villon. Dienstag, 26.: Anatol=Zyklus.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
nal=Theaters Mannheim. Dienstag, 19. März:
Michel Michael. Mittwoch, 20.: Oper. Donnerstag, 21.:
Die fünf Frankfurter. Freitag, 22.: Zum erſten Male:
Alles um Geld. Samstag, 23.: Der Bergſee. Sonntag,
24.: Hoffmanns Erzählungen. Montag, 25.: Gudrun.
* Der Fernſprecher iſt keimfrei. Aus London kommt
eine wiſſenſchaftliche Meldung, die alle Benützer des
Fernſprechers mit Freude hören werden: der
Fernſpre=
cher iſt keimfrei! Im Auftrage des Generalpoſtmeiſters
hat nämlich Dr. Spitta vom St. Georges=Hoſpial
Ver=
ſuche mit Fernſprechern gemacht, die hauptſächlich der
Möglichkeit der Uebertragung von Tuberkeln durch das
Mundſtück galten. Eine Reihe vielbenutzter
Fernſprech=
apparate aus großen Londoner Geſchäftshäuſern, die
lange Zeit in Gebrauch geweſen und nicht auf beſondere
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Nummer 67.
genommen. In der dritten Woche nach Oſtern ſoll eine
größere Verſammlung gehalten werden, in welcher
haupt=
ſächlich auch die Rollenanmeldung ſtattfinden ſoll. Wir
ſprechen heute ſchon den Wunſch aus, daß ſich recht viele
Damen und Herren bereitfinden mögen, ihre Gaben in
den Dienſt dieſer ſchönen Sache zu ſtellen.
* Achtzigſter Geburtstag. Se. Exz. Generalmajor
z. D. Auguſt von Herff, der ſeit Jahren in
Zurück=
gezogenheit auf ſeinem Beſitztum in Seeheim a. d.
Bergſtr. lebt, langjähriger Flügeladjutant und
Ordens=
kanzler Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, feiert am
22. März ds. Js. in geiſtiger und körperlicher Friſche
ſeinen 80. Geburtstag.
* Stiftungsfeſt des Gemeindegeſangvereins der
evan=
geliſchen Stadtgemeinde. Am Sonntag abend fand im
Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, das 5. Stiftungsfeſt des
Gemeindegeſangvereins der evangeliſchen Stadtgemeinde
ſtatt. Das Programm war äußerſt reichhaltig. Herr
Pfarrer Kleberger begrüßte die Anweſenden und
dankte im Voraus den Mitwirkenden und denjenigen,
die das ſchöne Feſt vorzubereiten geholfen. Er ging auf
das Gedeihen des Vereins ein, der im Anfang mit
man=
chen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, aber trotzdem auf
ein ſchönes Wachstum ſehen kann, und der ſo viel des
Schönen ſchon geboten hat. Als erſte Nummer ſang der
Chor das Finale des erſten Aktes aus der unvollendeten
Oper „Loreley” von Mendelsſohn=Bartholdy, in welchem
Fräulein Sturmfels mit ihrer ſympathiſchen klaren
Stimme das Solo übernommen hatte, während
Fräu=
lein Weinmann die Begleitung am Klavier mit ihrer
bekannten Bravour durchführte, und am Dirigentenpult
Herr Landwich den Stab ſchwang. Es folgte ein
Trio von Haydn für Violine, Cello und Klavier. Herr
Grebert, ein jugendlicher, ſehr talentvoller Violiniſt,
führte ſeinen Part prächtig durch, begleitet von Fräulein
Weinmann (Klavier) und Herrn Landwich (Cello).
Fräu=
lein Sturmfels errang reichen Beifall durch den Vortrag
der Schmuckarie aus „Fauſt” von Gounod, begleitet von
Fräulein Stoll, wie auch Fräulein Weinmann durch die
„Zigeunerpolka” von Liſzt. Den Schluß des erſten
Tei=
les bildete der „Pſalm 100” von Mendelsſohn=Bartholdy,
In der großen Kaffeepauſe brachten verſchiedene
Mit=
glieder die humoriſtiſche Szene „Der Kaffeeklatſch” zur
Aufführung und ſetzten durch die gelungene Darſtellung
die Lachmuskeln in Bewegung. Es wäre ſchwer, einer
der acht Damen die Palme zuzuerkennen. Den zweiten
Teil eröffneten zwei Chöre: „Es waxen zwei
Königskin=
der” und „Hab oft im Kreiſe der Lieben‟ Dann folgte
ein zweites Trio „Loin du bal” von Gillet und
„Songe d’amour aprés le bal” von Ezibulka. Dann
brachte Fräulein Sturmfels noch drei Lieder, „Forelle‟
von Schubert, „Geburtstagslied” von Sachs und „
Nie=
mand hat’s geſeh’n” von Karl Löwe; als Zugabe noch
„Zuſchaun” von Bohm und „Vergebliches Ständchen”
von Brahms. Ein luſtiger Schwank von G. von Putlitz,
„Das Schwert des Damokles” wurde ſehr flott und
munter geſpielt und errang reichen Beifall. Den Schluß
des Programms bildeten noch zwei Chöre, „
Sturm=
beſchwörung” und „Abendlied‟
Vortrag. Der Arbeitgeberverband für das
Bau=
gewerbe lädt zu einem Vortrag des Herrn Stadtv.
Sames über „die Unfallverſicherung nach der neuen
Reichsverſicherungsordnung” am 20. ds. Mts. ein.
(S. Anzeige.)
* Vortrag. Heute abend findet der Vortrag des
Sozialen Ausſchuſſes verbündeter Vereine kaufmänniſcher
und techniſcher Angeſtellter über Bodenieform im
Fürſtenſaal, Grafenſtraße, ſtatt und weiſen wir darauf
nochmals hin. (Siehe Anzeige.)
* Der Feſthaus=Verein Darmſtadt gedenkt ſeine
dies=
jährige ordentliche Hauptverſammlung am Dienstag,
2. April, im „Kaiſerſaal” abzuhalten, worauf die
Mit=
glieder jetzt ſchon aufmerkſam gemacht ſein mögen.
* Elſa Laura von Wolzogen hat ihren für den 23. I.
Mts. in Ausſicht genommenen Liederabend zur Laute
auf die Zeit nach Oſtern verſchoben. Für das Konzert
macht ſich ſchon jetzt in unſerem Publikum das lebhafteſte
Intereſſe geltend, zumal die Künſtlerin in Ausſicht
ge=
ſtellt hat, die Hälfte der Reineinnahme in liebenswürdiger
Weiſe dem Feſthaus=Verein Darmſtadt zu überweiſen.
Frau Leopoldine Konſtantin=Strakoſch vom
Deut=
ſchen Theater in Berlin, die in dieſen Tagen auf
Einlad=
ung des Darmſtädter Vortragsverbandes hier einen
Re=
zitations=Abend geben wollte, hat denſelben auf den Herbſt
verſchieben müſſen.
* Der Verein ehemaliger 13er Huſaren fordert zur
Verſammlung am Sonntag im Hotel=Reſtaurant Merz
auf. Daſelbſt findet jeden Samstag kameradſchaftlicher
Abend ſtatt. (S. Anzeige.)
— Der Darmſtädter Anwaltverein hat in ſeiner
Sitzung vom 13. März 1912 einſtimmig beſchloſſen: daß
vom 1. Mai 1912 ab die Geſchäftsſtuben ſeiner
ſämtlichen Mitglieder an allen Samstag=Nach=
mittagen von 1 Uhr ab, ebenſo an allen Sonn= und
Feiertagen geſchloſſen zu halten ſeien.
* Turngemeinde Beffungen. Man ſchreibt uns: Eines
über alles Erwarten zahlreichen Beſuches hatte ſich die
zweite Aufführung von Schwalbachs: „'s. Müllerſch Lisl
vunn Mich’lboch” zu erfreuen. Saal, Eſtrade und Galerie
der geräumigen Turnhalle waren nicht imſtande, alle Gäſte
zu faſſen und gar mancher mußte, ohne Einlaß gefunden
zu haben, wieder umkehren. Nahezu 700 Beſucher
lauſch=
ten mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit den vorzüglichen
Darbietungen und reicher Beifall lohnte die Spieler, von
denen jeder auch ſein Beſtes gab. Allſeitigem Wunſche
gemäß ſoll nun am nächſten Samstag, den 23. März, eine
dritte und letzte Aufführung folgen, wozu die Karten
bereits gelöſt werden können.
C. Der Spar= und Vorſchußverein der katholiſchen
Ge=
meinde Darmſtadt, der im vorigen Jahre eine eingetragene
Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht geworden iſt,
hielt am Sonntag im Hauſe des Katholikenvereins ſeine
ordentliche Generalverſammlung ab. Der Vorſitzende des
Aufſichtsrates, Herr Weinhändler Malzi, begrüßte die
er=
ſchienenen Genoſſenſchafter und den Gaſt, Herrn
Ober=
reviſor Lehr von dem Verband der landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften, und erſtattete ſodann den Bericht üver
die Tätigkeit des Aufſichtsrates im letzten Geſchäftsjahre.
Aus dem darauffolgenden Bericht des Direktors Herrn
Profeſſor Ensgraber ergibt ſich, daß bei einer Zahl
von 48 Genoſſen und rund 400 Einlegern im Jahre 1911
ein Geſchäftsumſatz von 688694 Mark erzielt wurde,
gegen=
über 550 045 Mark im Vorjahre. Für die Zeit vom 1. April
bis Ende 1911 werden 5 Prozent Dividende bezahlt, die
Verwaltungskoſten betrugen 0,28 Prozent des
Aktivver=
mögens. Das Jahr war den derzeitigen Verhältniſſen
entſprechend ein günſtiges. Hierauf erfolgte die Entlaſtung
der Verwaltungsorgane und eine teilweiſe Neuwahl des
Aufſichtsrats und des Vorſtandes, wobei die
ausſcheiden=
den Mitglieder durch Akklamation wiedergewählt wurden.
Zum Schluſſe ſprach Herr Weinhändler Malzi insbeſondere
Herrn Oberreviſor Lehr für ſeine erteilten wertvollen
Winke den Dank der Verſammlung aus.
* Der Bauverein „Daheim‟ Darmſtadt,
ver=
ſendet ſoeben ſeinen Bericht über das Geſchäftsjahr
1911, zugleich mit der Einladung zur
Generalverſamm=
lung am Freitag, den 22. März 1912, im „Kaiſerſaal”
In dem Bericht heißt es: Das Bauprogramm, welches
wir im letzten Jahresberichte entwickelt haben, iſt zur
Ausführung gekommen. Die ſechs Häuſer, die im
Sommer 1911 fertiggeſtellt waren, ſind am 1. Oktober
bezogen worden. Im Herbſt noch wurde mit, den
Fundamenten der letzten ſechs Häuſer begonnen und der
Rohbau vor Eintritt des Froſtwetters vollendet. Die
Häuſer ſollen zum 1. Juli fertig geſtellt ſein, und haben
ſich zur Uebernahme dieſer ſechs Neubauten bereits
11 Kaufliebhaber gemeldet. Wegen der großen
Nach=
frage haben wir für richtig gehalten, mit der
Bautätig=
keit keinen Moment auszuſetzen. Infolgedeſſen war
unſer Kapital aber ſtets in Anſpruch genommen, während
Mieteingänge nur für einen kleinen Teil des Jahres
eingeſtellt werden konnten; wir werden deshalb für das
Jahr 1911 nur eine Dividende von 3½ % in Vorſchlag
bringen können, mit dem nächſten Jahre wird ſich das
wieder beſſern. Das neue Geſchäftsjahr iſt der
Fertig=
ſtellung der ſechs letzten Häuſer gewidmet. Damit iſt
das Vogelſche Gelände bebaut. Ob wir in dieſem
Jahre auch noch mit neuen Bauten beginnen können,
iſt zweifelhaft, da es uns bis jetzt nicht gelungen
iſt, geeignetes Gelände zu erwerben; wir ſtehen
aber darüber in Unterhandlungen. Die Einnahmen
be=
trugen 61819,81 Mk., die Ausgaben 61 473,79 Mk.,
Kaſſevorrat 346,02 Mk. Das Geſamtvermögen des
Vereins beträgt 91040,40 Mk., die Kapitalſchulden
72065,34 Mk., alſo reines Vermögen 1897506 Mk.
g. Der Ortsgewerbeverein hatte ſeine Mitglieder
für geſtern nachmittag zu einer Beſichtigung der
Brauerei Rummel eingeladen. Etwa 50 Herren
hatten ſich eingefunden, die in zwei Abteilungen von
Herrn Rummel jun. und dem Herrn Braumeiſter durch
den umfangreichen Betrieb geführt wurden. Zunächſt
wurde der Mälzerei ein Beſuch abgeſtattet, wo die Gerſte
nach ſorgſamer Reinigung und Vorbereitung bei
mäßi=
ger Temperatur zum Keimen ausgebreitet wird, damit
die Stärke in Zucker umgeſetzt wird. Von hier aus wirk
die keimende Gerſte durch pneumatiſche Vorrichtungen
nach der Darre befördert, wo bei einer Temperatur von
60—80 Grad alle Feuchtigkeit aus der Gerſte
herausge=
zogen wird. Sinnreiche mechaniſche Vorrichtungen
ſor=
gen für eine gleichmäßige Austrocknung. Nun iſt das
Malz fertig; es kommt durch die Schrotmaſchine, die
gleichzeitig zu ſteuerlichen Zwecken dient, denn jedes Kilo
geſchrotenes Malz wird hier genau notiert. Zu erwähnen
ſind bei der Malzbereitung noch die komplizierten
Ma=
ſchinen, um den Staub und ſonſtige Verunreinigungen
aus der Gerſte zu entfernen, ſogar die gebrochenen
Ger=
ſtenkörner werden ausſortiert. Der nächſte Beſuch galt
dann dem Sudhaus, den Kühl= und Gäranlagen; alle
Vorgänge ſind durch maſchinelle Einrichtungen aufs
äußerſte zeit= und raumſparend gemacht, und was bei der
Bierproduktion das Wichtigſte iſt, ſie ermöglichen die
weiteſtgehende Sauberkeit. Dasſelbe Prinzip verfolgen
die Flaſchen= und Fäſſerreinigungs= und Füllapparate,
die in erſtaunlicher Weiſe Zeit und Material ſparen. Die
umfangreichen Dampfkeſſelanlagen, ſowie die
Eisfabrika=
tion zeigen ebenfalls in hohem Maße das Beſtreben der
Firma Rummel, die Fabrikation zum Beſten des
konſu=
mierenden Publikums zu verbilligen; ſo iſt zum Beiſplel
die Eisfabrikation imſtande ſelbſt in heißen Sommern
genügend Eis für die Kundſchaft zu liefern. Den
Be=
ſchluß der Beſichtigung bildete die Inaugenſcheinnahme
der großen Kellereien der Firma, wo bei voller Belegung
5000 hl. Bier der Erlöſung durch durſtige Kehlen
har=
ren können. Auch dem modern ausgeſtatteten
Brauerei=
laboratorium wurde ein kurzer Beſuch abgeſtattet. Hier
werden die Gerſtelieferungen auf ihren Gehalt an Starke
und Stickſtoff und das werdende Bier in allen
Entwick=
lungsſtadien auf das genaueſte unterſucht; hier wird alſo
jeder etwaige Mangel noch während der Produktion
be=
merkt, ſo daß es beinahe ausgeſchloſſen erſcheint, daß ein
Trunk an den Konſumenten gelangt, der einen
erheb=
lichen Mangel aufweiſt. Nach der intereſſanten und
äußerſt lehrreichen Beſichtigung bat die Firma die
Be=
ſucher noch zu einem Imbiß und einer Koſtprobe des
hel=
len und des dunklen Rummelbräus. Hierbei gab Herr
Rummel ſeiner Freude über den Beſuch Ausdruck und
brachte ein dreifaches Hoch auf den Ortsgewerbeverein
aus. Im Namen des Vorſtandes ſprach Herr
Maler=
meiſter Kraus den Dank an die Firma Rummel
für=
das liebenswürdige Entgegenkommen aus und brachte
ein dreifaches Hoch auf das Blühen und Gedeihen der
Firma aus, in das die Gäſte froh einſtimmten.
Hottonia. Man ſchreibt uns: Am Samstag
abend veranſtaltete der Verein für Aquarien= und
Terrarienkunde „Hottonia” im Saale des Heſſiſchen
Hofes einen Projektionsabend, der viel des Intereſſanten
und Lehrreichen bot. Im erſten Teil wurden „die
Kleinlebeweſen des Waſſers” gezeigt und daran
an=
ſchließend „vorweltliche Rieſentiere‟. Während wir
einesteils die dem unbewaffneten Auge nicht
erkenn=
baren zahlreichen zierlichen Formen und Arten der
kleinſten Lebeweſen vielhundertmal vergrößert bewundern
konnten, boten ſich uns andererſeits in verjüngtem
Maßſtabe die gigantiſchen, bizarren Leiber der Rieſen
einer längſt verfloſſenen Epoche der Weltentwickelung
im Bilde dar und ließen uns deutlich die Großartigkeit
der Natur in dieſen beiden Extremen erkennen.
Gaſtſpiel des Oberbayeriſchen Bauerntheaters im
Orpheum. Seit Samstag haben liebe und geſchätzte Gäſte
ihren Einzug ins Orpheum gehalten. Michl Denggs
großes oberbayeriſches Bauerntheater, das uns nun ſchon
mehrfach mit ſeinar urwüchſigen, volkstümlichen Kunſt
erfreute, gibt wieder einmal ein Gaſtſpiel mit allabendlich
ſteigendem Erfolg. Mit einem für uns neuen köſtlichen Stück
von Ludwig Ganghofer, einer dreiaktigen Komödie
aus dem Volksleben, „Der heilige Rat”, wurde das
Gaſtſpiel eröffnet und geſtern abend fand ſchon die dritte
Wiederholung der Aufführung ſtatt, die hoffentlich nicht
die letzte ſein wird. Heute Dienstag gibts die berühmten
beiden Einakter von Ludwig Thoma, „Die Medaille‟
und „Erſte Klaſſe” die hier wie überall bei der
Erſtauf=
führung bekanntlich durchſchlagenden Erfolg errangen.
Wir kommen auf die Vorſtellungen noch eingehend zurück.
* Olympia=Lichtſpiel=Theater. Das gegenwärtige
Pro=
gramm bietet eine Reihe intereſſanter Neuheiten. Eine
vorzügliche Naturaufnahme iſt der Film „Büffeljagd in
Kambodſcha” welcher ſpannende Szenen beim Verfolgen
der Büffelherde und eines aufgeſcheuchten Tigers zeigt.
Eine weitere Senſationsnummer iſt der amerikaniſche
Film „Die Tochter des Indianerſtammes‟. Den
humo=
riſtiſchen Teil des Programms bilden der groteske Film
„Zeitungsreporter Kiekebuſch” und „Der Herr Leutnant in
Zivil‟. Ein lebenswahres Drama „Zerbrochenes Glück”
aus der Zeit des franzöſiſcheitalieniſchen Krieges, ſowie die
modernſte Berichterſtattung „Der Wochenbericht”
vervoll=
ſtändigen das ſehenswerte Programm.
* Immobilienverkehr. Am Ortsgericht
Darm=
ſtadt II wurden im Monat Februar Kaufverträge
ab=
geſchloſſen: Bebaute Grundſtücke 3 im Geſamtwert
von 97 250 Mk. Unbebaute Grundſtücke 3 im
Geſamt=
wert von 18355 Mk. Mitgeteilt durch das
Immobilien=
geſchäft von C. W. Braun.
* Das Proviantamt Darmſtadt macht bekannt, daß
der Haferankauf beendet, Roggen und Stroh aber
weitergekauft wird. (S. Anz.)
§ Feſtgenommen. Am Sonntag ſind durch die
hieſige Polizei feſtgenommen worden” zwei Taglöhner
von hier wegen Diebſtahl ein Taglöhner aus Lützel=
Wiebelsbach und ein Monteur aus Arheilgen wegen
Hausfriedensbruch, ſowie ein Techniker aus Neuhammer,
welcher von der Staatsanwaltſchaft Karlsruhe wegen
Weiſe gereinigt worden ſind, wurden bakteriologiſch
unterſucht. Dr. Spitta konnte an keinem der Mundſtücke
Tuberkeln nachweiſen. Außerdem wurden Fernſprecher
bakteriologiſch geprüft, bei denen das Auffinden von
Tuberkeln viel wahrſcheinlicher geweſen wäre, nämlich
ſolche aus Heilſtätten für Lungenkranke. Dieſe
Fern=
ſprecher wurden ebenfalls, nachdem ſie lange Zeit
unge=
reinigt im Gebrauch geweſen waren, aufs ſorgfältigſte
geprüft, jedoch durchaus keimfrei befunden. Dr. Spitta
erklärt als Ergebnis ſeiner Unterſuchungen, daß ihm
die Uebertragung der Tuberkuloſe durch das Mundſtück
des Fernſprechers unmöglich erſcheine, und ſchließt ſich
damit dem Ergebniſſe eines anderen Londoner Arztes,
Dr. Klein, an, der vor einigen Jahren ähnliche Verſuche
gemacht hat.
(*) Gartenkultur auf dem Kopfe. Wir leſen im
Jour=
nal des Débats: „Das Haupthaar wird von der
Herren=
welt kaum noch getragen, zum mindeſten nicht in den
gro=
ßen Städten: das Haar iſt ländliche Vegetation. Es
ge=
deiht nicht in der Luft der Großſtadt. Und doch gleicht
nichts der Trauer eines Mannes, dem dieſe Krone geraubt
iſt. Es fängt immer mit einer leichten Beunruhigung an.
Im Friſeurladen hält uns ein teilnehmender Geſelle einen
Spiegel gegen den Hinterkopf und zeigt dann eine ganz
kleine kahle Stelle. „Bah,” denkt man, „du haſt immer
noch genug.‟ Dann kommen die Heimſuchungen: dieſer
kleine Kreis erweitert ſich, durch die Haarſträhnen beginnt
die Kopfhaut zu ſchimmern. Man beginnt die ſchönen
übrig bleibenden langen Haarſträhnen kunſtvoll über dieſe
Lücken zu drapieren, man blickt den Freunden auf den
Kopf und ſagt ſich freudig: „Er iſt jünger und hat ſchon
weniger als ich.” Bis ſchließlich die heimliche
Selbſt=
erkenntnis Allgemeingut aller Bekannten zu werden droht.
Dann rafft man ſich auf und marſchiert zum Spezialiſten.
Unzählig ſind die Mittel, die für uns bereit ſtehen. „Hat
nichts zu bedeuten,” ſagt der Fachmann, „Sie haben noch
Flaumhaar.‟ Denn das Flaumhaar iſt die letzte
Hoff=
nung; es kommt nur darauf an, aus dieſem Flaum
wirk=
liches Haar zu machen. Da gibt es tauſend Wege: Du
wirſt maſſiert, eingeſeift, man kühlt den Kopf, man
ſchnei=
det das Haar, man fettet den Schädel ein. Am
geiſtreich=
ſten ſind ſicher Methoden wie etwa die folgende: man reißt
die noch übrigen Haare heraus, weil ſie die kommenden
beſchatten und ihnen das Licht rauben. Man macht reinen
Tiſch und wartet. Dieſe Stunden der Erwartung ſind
herrliche Stunden, wenn man noch den Glauben hat: und
den hat man immer. Die letzte Hoffnung, die verloren
geht, iſt die Hoffnung auf jene einſamen wenigen Haare,
die aus dem Schädel emporragen wie Binſen am
Sumpf=
rand. Ihre Zähigkeit flößt anfangs unbegrenztes
Ver=
trauen ein. Wenn dann eines nach dem anderen
dahin=
geht, empfindet man es wie einen Verrat. Der Weg zur
Glatze führt durch ein Labyrinth von Seelenqual. Aber
nun iſt das alles vorüber. Ein neuer Spezialiſt iſt
aufge=
taucht und hat ein neues Mittel gefunden. Die Zeitungen
kündigen es uns an. Dieſer Spezialiſt hat ſich geſagt:
„Wenn die Haare ausfallen, ſo geſchieht das nur, weil ſie
ſchlecht am Kopf befeſtigt ſind.” Wirklich ein Mann von
geſundem Menſchenverſtand! Und die Logik gab ihm
den rettenden Gedanken: „Um dieſes Ausfallen zu
verhin=
dern, braucht man nur die Befeſtigung zu verbeſſern.‟ Er
ſticht Euch die Haare, wie man Salat ſticht: ein kleines
Loch in die Kopfhaut und in dieſes Loch ein Haar Und
dieſes Haar wird mit einem winzigen kleinen Goldring
befeſtigt. Es ſoll auf Lebenszeit halten. Man kann in
einer Stunde bis zu 300 Haare auf dieſem Wege pflanzen.
In hundert Stunden wäre Samſon gegen uns nur noch
ein Waiſenknabe. Das iſt eine glückliche Tat: man kann
Verbeſſerungen, Verfeinerungen anbringen, kann
Haar=
parterres anlegen, oder Moſaikzeichnungen durchführen,
kurz, der Kunſt des Gärtners erblüht auf dem
Menſchen=
ſchädel ein neues dankbares Betätigungsfeld. Man kann
ſich in ſchwarzes Haar ein blondes Monogramm
einpflan=
zen laſſen oder die ſchwarze Haarflut durch blonde
Punk=
tierungen beleben, man kann ſich Hermelinköpfe machen
laſſen, treue Liebhaber werden ſich das Haar ihrer
Ge=
liebten auf den Schädel verpflanzen laſſen, ach, welch ein
Feld für ein freies Ausleben perſönlicher Neigungen und
perſönlichen Geſchmackes! Nur iſt dieſe Gartenkultur auf
dem Kopfe natürlich koſtſpielig. Man wird ſchließlich viele
hundert Gramm Gold auf dem Kopfe herumtragen. Aber
zuſammen mit den Goldplomben der Zähne iſt das ein
willkommener Spargroſchen für ſchlechte Zeiten, in denen
man ſich dann nicht mehr zwecklos das Haar ausrauft.
* Ein Expreßzug, der ſich verlaufen hat. Ein
in der Eiſenbahngeſchichte noch nicht dageweſener
Vor=
fall geſchah vor einigen Tagen in Dänemark. Dez
Nachterpreß der von Aarhus aus ſüdwärts gehen
ſollte, war auf ein falſches Gleis geleitet worden und fuhr
infolgedeſſen nach der entgegengeſetzten Richtung, nämlich
nach Norden. Das Merkwürdige daran iſt, daß weder dier
Führer und Heizer der beiden Maſchinen, die den Zug
zogen, noch ſonſt jemand vom Zugperſonal etwas davon
merkte, daß ſich der Zug auf falſchem Wege befand. Erſt ein
Bahnwärter, der höchlichſt erſtaunt war, plötzlich einen ganz
unbekannten Schnellzug auf ſeiner Linie vorüberſauſen zu
ſehen, wurde auf das Vorkommnis aufmerkſam. Er
alar=
mierte die Station Aarhus, und von dort aus wurde nach
der nächſten Station telephoniert, den Zug durch
Halteſig=
nale aufzuhalten. So erreichte die wilde Fahrt nach 20
Minuten ihren Abſchluß; der Zug wurde nach Aarhus
zu=
rückgebracht, und das Perſonal ſoll bei der Ankunft auf dem
Bahnhof, was begreiflich iſt, einen ſehr verſtimmten
Ein=
druck gemacht haben. Dann erſt konnte der Expreß mit
bei=
nahe einſtündiger Verſpätung ſeinen Weg nach dem Süden
antreten.
Nummer 67.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Seite 5.
Betrug in wiederholtem Rückfall ſteckbrieflich verfolgt
wird.
§ Rauferei. In der Nacht von Samstag auf
Sonntag kurz nach 1 Uhr fand auf dem Schillerplatz
zwiſchen mehreren jungen Leuten eine Rauferei ſtatt,
wobei ein Schloſſer Verletzungen am Kopfe davontrug.
§ Zwangszögling. Ein Zwangszögling von hier,
welcher uus der Erziehungsanſtalt Ohyſtift bei
Gräfen=
hauſen entwichen iſt, wurde aufgegriffen und nach der
Anſtalt zurückverbracht.
— Ober=Ramſtadt, 18. März. Geſtern fand auf
Ver=
anlaſſung der Sanierungskommiſſion eine
Mitgliederver=
ſammlung des Nieder=Modauer Spar=und
Dar=
lehnskaſſen=Vereins ſtatt, in der Blättermeldungen
zufolge zunächſt über die Tätigkeit der Kommiſſion
refe=
riert wurde. Ein Referent verbreitet ſich über die
Sa=
nierung ſelbſt. Danach könne bei gutem Willen das
Defizit von zirka einer Million in folgender Weiſe ohne
be=
ſondere Schwierigkeiten gedeckt werden. Durch die
Er=
klärung der Spareinleger 20 Prozent nachlaſſen zu wollen,
wenn eine gütliche Verſtändigung ohne Konkurs
herbei=
geführt wird, ſind zirka 300000 Mark gerettet, weitere
330000 Mark wollen die Mitglieder des Vorſtandes und
Aufſichtsrates zu Gunſten der Gläubiger decken, der Reſt
von 350000 Mark könne durch Zeichnungen der Mitglieder
der Kaſſe aufgebracht werden. Ein Darmſtädter
Bank=
haus hat ſich bereit erklärt, die ganze Aktion auszuführen.
Nicht ausgeſchloſſen ſei es, daß trotzdem noch der Verband
und die heſſiſchen Kaſſen die Hilfsaktion unterſtützten. Nach
weiterer aufklärender Ausſprache wurde eine erweiterte
Kommiſſion ernannt, die mit Unterſtützung der
Mitglieder=
der Sanierungskommiſſion die weitere Arbeit übernimmt.
Weiter wurde einſtimmig eine Reſolution beſchloſſen,
nach der in aller Kürze in Darmſtadt eine Verſammlung
ſtattfinden ſoll, in der unter Beteiligung aller in Betracht
kommenden Faktoren über die Vermeidung des Konkurſes
beraten werden ſoll. Zu dieſer Beratung ſollen außer den
Mitgliedern, Gläubigern, Einlegern, auch die Regierung,
Bürgermeiſter Mueller=Darmſtadt, Vertreter verſchiedener
Banken, der Verband, die Genoſſenſchaftsbank, die
Land=
tagsabgeordneten ꝛc. geladen werden, in der ſicheren
Er=
wartung, daß unter Hintanſetzung aller perſönlichen
Gegen=
ſätze bei ernſtlichem Wollen das ſchwere Unglück auf das
Mindeſtmaß zurückgeführt wird.
Offenbach, 18. März. Am Samstag iſt durch Beſchluß
des Großh. Amtsgerichts Offenbach über das Vermögen
des Bauunternehmers Peter Karl Augenthaler
in Offenbach a. M. das Konkursverfahren
er=
öffnet worden. Die Paſſiven betragen
ſchätzungs=
weiſe 3 Millionen, die hauptſächlich in Hypotheken
beſtehen, die auf etwa 40, dem Augenthaler gehörigen
Häuſern in Offenbach laſten. Ferner ſind zahlloſe
lau=
fende Forderungen vorhanden, darunter ſolche von
Bau=
handwerkern in Höhe von mehreren 100000 Mark. Das
Konkursverfahren iſt auf Antrag der Heſſiſch=Naſſauiſchen
Baugewerks=Berufsgenoſſenſchaft erfolgt, deren
Forder=
ung in Höhe von etwa 5000 Mark Augenthaler nicht
mehr zu befriedigen vermochte, nachdem es ihm noch
gelungen war, die Zurückziehung einer Reihe von
Kon=
kursanträgen, die im Laufe der Woche eingegangen
waren, zu bewirken. Zum Konkursverwalter wurde der
Rechtsanwalt Dr. Schoenenberg ernannt. Die
buch=
mäßigen Aktiven betragen etwa 2,8 Millionen Mark.
Mainz, 18. März. Einen ſchweren Verluſt hat
ein hieſiger bejahrter Arbeiter erlitten. Durch
Einſtei=
gen in ſeine zu ebener Erde gelegene Wohnung wurde
ihm eine wertvolle goldene Uhr, die er mit
entſpre=
chender Widmung bei ſeinem 50jährigen Arbeitsjubiläum
bei einer hieſigen Firma erhalten hatte, entwendet.
Bingen, 17. März Im Kreuzbach bei Bingerbrück
wurde am Samstag eine noch warme männliche Leiche
gefunden. Die Perſonalien der Leiche konnten bis jetzt
noch nicht feſtgeſtellt werden. Es iſt eine Perſon von etwa
70 Jahren, von kräftiger Statur und 1,60 Meter groß.
Alsfeld, 17. März. Die Firma Th. Köſter, Tabak=
und Zigarrenfabrik, konnte auf ihr
hundertjähri=
ges Beſtehen zurückblicken.
Alsfeld, 17. März. Ein anſcheinend am Delirium
tremens leidender älterer Mann von Unter=Sorg, Kreis
Alsfeld, trieb ſich geſtern abend in unſerer Stadt herum
und zeigte einen ſcharf geladenen Revolver
womit er den Wachtmeiſter Mathes totſchießen wolle, der
ihn am Tage zuvor aus einer Wirtſchaft, woſelbſt er in
ſeiner Trunkenheit Sachbeſchädigungen verübt hatte,
hinausbefördert hatte. Der Unhold machte ſich mit ſeiner
Waffe ſo dreiſt, daß er mir nichts dir nichts einen
ſchar=
fen Schuß auf einen Gewerbeſchüler abgab. Gendarmerie
verfolate alsdann im Zivil den Helden, der inzwiſchen
das Weite geſucht hatte, und konnte ſeiner etwa eine
Stunde von der Stadt entfernt habhaft werden. Er trug
nur noch ſechs Kugelpatronen bei ſich, der Revolver war
ihm bereits unterwegs von einem jungen Mann aus
Ober=Sorg abgenommen worden. Er wurde in Haft
genommen.
Billertshauſen, 17. März. Hier wurde ein 16jähriger
Burſche von einem hier bedienſteten Knecht mit einem
Revolver in den Kopf geſchoſſen. Die Kugel
konnte bis jetzt noch nicht entfernt werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 17. März. Zur
Ab=
ſchaffung der Sonderrabatte in Berlin hat ſich
auf Veranlaſſung des Verbandes der Berliner
Spezial=
geſchäfte eine Vereinigung gebildet. Um die nötigen
Un=
terlagen zur Beſeitigung der in den Kreiſen des
Publi=
kums wie der Geſchäftswelt als ſchädlich empfundenen
Sonderrabatte zu erlangen, iſt von dieſer Vereinigung
eine Umfrage bei den Mitgliedern der ihr angehörenden
Organiſationen gemacht worden. Es hat ſich ergeben, daß
viele der angeſehenſten Firmen grundſätzliche Gegner der
Sonderrabatte ſind und ſolche überhaupt nicht gewähren.
Eine weitere Gruppe von Firmen hat ſich bereit erklärt,
nach Ablauf der beſtehenden Verträge dieſe nicht mehr zu
erneuern und damit auch in den Kreis derer einzutreten,
die ſich dem Sonderrabattweſen gegenüber ablehnend
ver=
halten. — Im Virchow=Krankenhauſe verſtarb
heute der Invalide Berthold Walbraun. Es beſteht der
dringende Verdacht, daß er einer Methylalkohol=
Vergiftung zum Opfer gefallen iſt. Die Leiche wurde
deshalb von der Staatsanwaltſchaft beſchlagnahmt und
zur genaueren Unterſuchung nach dem Schauhauſe
ge=
bracht. — Aus San Francisco kommt die überraſchende
Nachricht, daß dort der bekannte Grundſtücks=Spekulant
Leo Schiffmann deſſen Name bei den Hypotheken=
Geſchäften der Frankfurter Vereinsbank und des
preußi=
ſchen Leihhauſes eine ſo zweifelhafte Rolle geſpielt hat,
verhaftet worden iſt und wahrſcheinlich nach
Deutſch=
land ausgeliefert werden wird. — Im Prozeß gegen
den Grafen Metternich und Gen. beantragte der
Staatsanwalt nach längerer Rede gagen den Angeklagten
Bujes wegen ſechs Betrugsfällen 4 Jahre Gefängnis und
für jeden einzelnen Fall außerdem 2000 Mark Geldſtrafe
und 5 Jahre Ehrverluſt, gegen den Grafen Giesbert Wolff=
Metternich wegen Betrugs=Verſuches, Betruges und
ver=
ſuchter Urkundenfälſchung 1 Jahr 3 Monate Gefängnis
Frankfurt, 18. März. Geſtern mittag ſtürzt e im Hauſe
am Tiergarten 64, eine Zimmerdecke ein und
ver=
ſchüttete die im Zimmer anweſenden Perſonen, eine 70
jäh=
rige Witwe und einen 17jährigen jungen Mann. Die Witwe
wurde unverletzt aus den Trümmern hervorgezogen, der
junge Mann, der über innere Schmerzen klagte, wurde ins
Heiliggeiſt=Hoſpital übergeführt.
Frankfurt a. M., 18. März. Vor einigen Tagen iſt
be=
kanntlich die 42 Jahre alte Stickerin Bertha Bögel in
einem Hotel in der Kronprinzenſtraße ermordet aufgefunden
worden. Im Verdacht, ſie erſchoſſen zu haben, ſtand ihr
Vater ein 76 Jahre alter Chemiker, der nach der Tat
geflüchtet war. Heute früh wurde er als Leiche bei Hanau
aus dem Main gezogen.
München, 18. März. Die Verhandlungen mit dem
Hofkapellmeiſter Walther als Mottls
Nachfol=
ger ſind abgebrochen worden, da die Wiener Hofoper
Walther nicht freigibt.
München, 17. März. Auf Beſchluß der
Polizeidirek=
tion der bayeriſchen Hauptſtadt iſt die Nackttänzerin
Adorée Villany (richtig. Erna Reich) aus Bayern
ausgewieſen worden. Die Ausweiſung erfolgte auf
Grund des § 39 Art. 1 des Heimatsgeſetzes, weil, wie die
Polizei erklärt, die Künſtlerin ihre Staatszugehörigkeit nicht
nachzuweiſen vermag. Für ihre Angabe, ſie ſei eine
Fran=
zöſin, konnte ſie keinen Beleg beibringen.
Limburg, 18. März. Am Sonntag abend entſtand in
Weſterburg ein Großfeuer, dem ſechs Wohnhäuſer zum
Opfer fielen.
Breslau, 18. März. Pfarrer Traub will gegen das
auf Strafverſetzung lautende Urteil des Konſiſtoriums
Berufung beim evangeliſchen Oberkirchenrat einlegen.
Bautzen, 18. März. Geſtern nachmittag erſchoß im
benachbarten Meſchwitz der Feldwebel Symank vom
Bautzener Infanterie=Regiment Nr. 103, den 46jährigen
Ziegeleibeſitzer Kraus und dann ſich ſelbſt. Die Braut
Sy=
manks hatte das Verhältnis gelöſt und wollte Kraus
hei=
raten. Der auf das Mädchen abgegebene Schuß ging fehl.
Kraus und Symank waren ſofort tot.
Rom, 18. März. Der Dr. chem. Nikolaus Tavit
ru=
mäniſcher oder türkiſcher Nationalität, wurde wegen
Ver=
dachts der Anſtiftung zum Königs=Attentat nach dem
Unterſuchungsgefängnis übergeführt.
Ta=
vit kommt aus Genf und ſoll dort an anarchiſtiſchen
Kon=
ventikeln teilgenommen haben. In Rom war Tavit ſeit
drei Monaten.
Paris, 17. März. Während des militäriſchen Fackel
zuges im 20. Arrondiſſement kam es geſtern abend zu
Krawallen, da von einzelnen Perſonen feindliche
Rufe ausgeſtoßen wurden und dieſelben gegen die Menge
Stellung nahmen. Dreizehn Perſonen wurden
ver=
haftet, ein Poliziſt verwundet.
London, 17. März. Nach Erkundigungen in
Eaſt=
bourne ſind dort keine Nachrichten über die vermißten
Inſaſſen des erſten Bootes der „Oceana” eingegangen.
Es wird jetzt für gewiß erachtet, daß dieſe ſiebzehn
ertrunken ſind.
C. K. London, 17. März. Durch die großherzige
Stif=
tung eines Londoner Bürgers, der ſeinen Namen nichtz
ge=
nannt wiſſen will, iſt der Plan eines großen Neubaues
für die Londoner Univerſität nunmehr geſichert.
Der unbekannte Stifter hat dem Vorſitzenden der
König=
lichen Univerſitätskommiſſion, Viscount Haldane, eine
Summe von 2 Millionen Mark zur Verfügung geſtellt zum
Ankauf eines geeigneten Grundſtückes. Es handelt ſich
da=
bei um das prächtige Beſitztum des Herzogs von Bedford,
das in unmittelbarer Nachbarſchaft des Britiſchen
Mu=
ſeums, und zwar nördlich von ihm liegt.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Profeſſor Henri Marteaus Name ſcheint
auf unſer kunſtliebendes Publikum wieder die gleiche
An=
ziehungskraft auszuüben wie bei ſeinem letzten hieſigen
Auftreten vor einigen Jahren, wo der Kartenverkauf
be=
reits am Tage vorher geſchloſſen werden mußte. Er wird
bei ſeinem heutigen (Dienstag abend) im R ich ar d
Wagner=Verein veranſtalteten Konzerte von der
trefflichen Barmer Pianiſtin Frau Ellen Saatweber=
Schlie=
per begleitet ſein, die bei dieſer Gelegenheit in unſeren
Konzertſälen zum erſtenmale erſcheint. Die Kreuz=Ztg.
ſchreibt über ſie: Im Mozartſaale gab Frau Ellen
Saat=
weber=Schlieper ihr drittes und letztes Konzert. Die
außerordentlich vornehme und echt muſikaliſche Art der hier
bisher unbekannten Klavierſpielerin hat ſehr gefallen. Es
liegt ſo viel natürliche Anmut in der Behandlung des
Kla=
viertones, daß man hoch aufhorcht, wenn ſie die Hände
auf die Taſten legt. Dabei iſt alles, was ſie ſpielt, von
wirklicher Empfindung getragen und alles trägt den
Stempel liebenswürdiger Weiblichkeit. Daß ſie keinen
Verſuch macht, die natürlichen Grenzen ihrer Eigenart zu
überſchreiten und ſich von leerem Virtuoſentum und
un=
ſchöner Kraftmeierei gleich weit entfernt hält, ſei ihr zum
beſonderen Ruhme nachgeſagt.”
Zum Konzert des Violinvirtuoſen
Wolfgang Bülau aus Hamburg, das am Mittwoch,
20. dieſes Monats, im Saale der Traube hier ſtattfindet,
ſei aus den zahlreichen uns vorliegenden Kritiken
bedeu=
tendſter Blätter die eines führenden Dresdener Blattes
hier angefügt, das ſich wie folgt über den Künſtler
äußert: „Bülau iſt geborener Hamburger und hat ſeine
Ausbildung bei Henri Marteau und Karl Fleſch genoſſen.
Damit iſt ſchon geſagt, daß man ſeinen Leiſtungen mit
berechtigten Erwartungen entgegenſehen durfte. Sein
Spiel erfüllt alle Vorbedingungen, die einen bedeutenden
Violiniſten ausmachen. Sein Ton iſt glockenrein, ſeine
Bogenführung iſt glatt und ölig, frei von allen ſtörenden
Nebengeräuſchen. Den hervorragenden techniſchen
Eigen=
ſchaften ſteht ein geſundes, in die Tiefe gehendes
muſika=
liſches Empfinden gegenüber, das ſich ſchon in der
Zu=
ſammenſtellung des Programms äußerte. Herr Dr. Bülau
ewies ein nicht gewöhnliches Vortragstalent, das
inni=
gem Ausdruck ebenſo gerecht wird, als leidenſchaftlichen
Aeußerungen. Das zeigten namentlich die beiden letzten
Sätze der Regerſchen Suite und der markige Aufbau der
Fuge. Eine Prachtleiſtung war die Solopartita von Bach,
namentlich die großartig aufgebaute Fuge, bei der man
Kompoſition und Wiedergabe in gleicher Weiſe
bewun=
dern mußte. Aus der Brahms=Sonate quoll ſchönſtes
blühendes, von herzlicher Innigkeit erfülltes Leben
her=
vor, das dem in Form und Ausdruck ſchlechthin
klaſſi=
ſchen Werk nichts ſchuldig blieb.” — Das Konzert dürfte
auch in Darmſtadt lebhaftes Intereſſe erwecken.
Die Bergarbeiterbewegung.
Deutſchland.
* Bochum, 17. März. Die heute auf dem
Schützen=
hof abgehaltene öffentliche Verſammlung, des
Bergarbeiter=Dreibundes ließ durch einen
ſchwächeren Beſuch gegenüber der am 14. d. M.
abgehal=
tenen Verſammlung ein Abflauen des Streiks im
Bochumer Bezirk erkennen. Es hatten ſich nur etwa 2000
Perſonen eingefunden und die Stimmung war
augen=
ſcheinlich ſehr gedrückt. Reichstagsabgeordneter Sachſe
forderte auf, heute und morgen beſonders eifrig zu
agitie=
ren. Die Streikenden ſeien mit einer ſofortigen
Lohn=
erhöhung um 10 Prozent unter Zuſicherung einer weiteren
Erhöhung um 5 Prozent ab 1. April zufrieden. Aus den
übrigen Bezirken des Streikgebietes wird berichtet, daß
der heutige Sonntag vollkommen ruhig verlaufen ſei.
Nir=
gends kam es zu Zwiſchenfällen oder Unruhen.
* Bochum, 18. März. Im Landkreis= und
Polizei=
direktionsbezirk nahm die Zahl der Arbeitenden
auch heute erheblich zu. Einzelne Zechen arbeiten wieder
in zwei Schichten. In der heutigen Frühſchicht ſind gegen
die Geſamtzahl der am Samstag angefahrenen 2300 Mann
mehr angefahren. Auch in der heutigen Mittagsſchicht
wird eine erhebliche Zunahme erwartet. Ausſchreitungen
ſind nicht vorgekommen.
* Bochum, 18. März. Die erſten Fälle von
Streik=
vergehen kamen heute vor der Strafkammer zur
Aburteilung. Alle Angeklagten ſind Polen. Wegen eines
Ueberfalles auf den Invaliden Ullke wurde der Arbeiter
Idaszek zu einem Jahre, der Mitangeklagte Arbeiter
Idal=
zek zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Die letztere Strafe
traf den Bergmann Malinowski, der auf Arbeitswillige
ge=
ſchoſſen hatte. Die Vorfälle hatten ſich auf den Kruppſchen
Gruben Hannover und Hannibal abgeſpielt. Am hieſigen
Landgericht wird für Streikvergehen eine beſondere
Strafkammer gebildet werden, die, ſo lange
erforder=
lich, täglich Sitzungen abhalten wird.
* Hannover, 18. März. Von der Belegſchaft der
Deiſter=Bergwerke, die 2600 Mann beträgt, ſind
heute früh nur 100 Mann eingefahren. Alle anderen haben
ſich dem Streik angeſchloſſen. Die Bergwerksverwaltung
hat in Erwartung eines eventuellen Streiks ſchon ſeit einer
Woche die geförderte Kohle aufgeſpeichert und dadurch
eine bedeutende Menge gewonnen, welche jetzt an die
gro=
ßen Werke abgegeben werden kann.
Oeſterreich=Ungarn.
* Teplitz, 18. März. Die
Delegiertenver=
ſammlung der ſozialdemokratiſchen
Berg=
arbeiterunion in Turn beſchloß, den Zechen bis zum
20. März die neuen Forderungen zu überreichen. Wenn
dieſe nicht ſpäteſtens bis zum 28. März beantwortet ſein
ſollten, werden die Forderungen am 31. März abermals.
überreicht und die Arbeit niedergelegt. Die
Deutſch=
nationalen Bergarbeiter beſchloſſen geſtern in Brüx das
ſolidariſche Vorgehen mit den Sozialdemokraten. Die
tſchechiſch=nationalen und tſchechiſch=anarchiſtiſchen
Berg=
arbeiter dürften in demſelben Sinne entſcheiden.
* Prag, 18. März. Geſtern fanden im böhmiſchen
Braunkohlenrevier Verſammlungen der
Bergarbeiter ſtatt. Die Verſammlungen der
ſozialiſti=
ſchen Union beſchloſſen, daß, falls die Forderungen der
Union nicht erfüllt werden ſollten, die Bergleute den
ein=
zelnen Schächten nochmals ihre Forderungen überreichen
ſollen. Man glaubt annehmen zu können, daß ein
all=
gemeiner Streik im Braunkohlenrevier nicht oder
wenigſtens nicht unmittelbar bevorſteht. Im Brüxer
Ge=
biet ſind von 608 Bergarbeitern 149 nicht eingefahren=
Frankreich.
* Douai, 17. März. Der Verband der
Berg=
arbeiter des Norddepartements richtete an die
Unter=
verbände eine Kundgebung, in der in Uebereinſtimmung
mit der geſtrigen Kundgebung des nationalen
Bergarbei=
terverbandes der ſofortige Generalſtreik
gemiß=
billigt wird.
* St. Avold, 18. März. Der Streik auf den
Schächten der Saar= und Moſel=Bergwerks=Geſellſchaft iſt
unverändert. Auf Schacht 5 ſtreiken 1900 von 2300,
auf Schacht 6 900 von 1000 und auf einem dritten Schacht
1100 von 1200 Mann.
England.
* London, 17. März. In den Städten Bellſhill
und Blantyre im Bergwerksbezirk der ſchottiſchen
Grafſchaft Lancaſhire kam es geſtern wegen
Wiederauf=
nahme der Arbeit durch zweihundert nichtorganiſierte
Bergleute zu ernſten Ruheſtörungen. Die Menge
bewarf die Polizei, die die Arbeitswilligen zur
Arbeits=
ſtätte begleitete, mit Steinen und zertrümmerte die Fenſter
verſchiedener Häuſer. Eine Anzahl Bergarbeiter wurde
verhaftet, darunter mehrere Polen, die einen großen Teil
der Bergleute des Bezirks ausmachen. Aehnliche
Vor=
gänge kamen auch in anderen Bezirken vor. In nächſter
Woche werden ernſte Ruheſtörungen befürchtet, da viele
nichtorganiſierte Bergleute dem Verhungern nahe
ſind und die Abſicht äußerten, zur Arbeit zurückzukehren.
In den angrenzenden Bezirken Coatbridge und Motherwell
feiern etwa zwanzigtauſend Arbeiter der Stahl= und
Eiſen=
werke, ſie leiden bittere Not. In Glasgow wurden geſtern
tauſende von Arbeitern entlaſſen; weitere tauſende
erhiel=
ten Mitteilung, ſie würden in wenigen Tagen entlaſſen
werden.
* London, 18. März. Die Angaben über die Zahl
der beſchäftigungslos gewordenen
Arbei=
ter gehen weit auseinander. Die Morningpoſt ſchätzt ſie
einſchließlich der Bergleute auf faſt 1800000, die Times auf
etwas über 1340000. Die Gewerkſchaften, deren
Mitglie=
der gegen Arbeitsloſigkeit verſichert ſind, werden bereits
ſtark in Mitleidenſchaft gezogen. Nach einer Berechnung
der Morningpoſt hatten die Gewerkſchaften, abgeſehen
von den Organiſationen der Bergleute, am letzten
Sams=
tag über 2 Millionen Mark an Unterſtützungsgeldern zu
zahlen.
Luftfahrt.
Der Feldbergflug.
* Frankfurt, 17. März. Nachdem am Sonntag
das Luftſchiff „Viktoria Luiſe” das zwei Ausfahrten
machte, die immer an den Rhein führten, den
Luftſchiff=
hafen an der Mainzer Landſtraße verlaſſen hatte, machte
ſich der Leipziger Flieger Kahnt ſtartbereit zum Flug
um den Wronkerpreis auf den Feldberg. Es
herrſchte nicht das beſte Wetter, wenigſtens nicht für einen
Flug, der in Höhen bis zu 900 Meter führt. Die
Taunus=
kette lag im Nebel und in den oberen Regionen war
ſtar=
ker Wind; das merkte man an den fliegenden Wolken.
Gegen 4 Uhr zog Kahnt von dannen. Er hielt ſich
lange in niederen Höhen und wurde anſcheinend vom
Wind aus der Fahrtrichtung getragen. Nach 1 Stunde
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Nummer 67.
bangen Wartens wurde vom Feldberg gemeldet, daß K.
zwiſchen Altkönig und Feldberg niedergegangen ſei.
So=
weit die Geſchehniſſe auf dem Flugplatze, die mit der
Landung der „Viktoria Luiſe” ihr Ende erreichten. Von
einem Feldbergwanderer wird der F. Ztg. über die
Lan=
dung Kahnts noch Folgendes berichtet: Wir ſahen vom
Feldberg aus, daß der Flieger vom Wind, der ziemlich
ſtark war, gegen die Nordſeite des Altkönigs hin
abge=
trieben und endlich von einem Luftwirbel zur Erde
nie=
der gedrückt worden war. Die Landung erfolgte ziemlich
heftig in einem niederen Gehölz. Kahnt wurde beim
Aufſtoß gegen den Benzinbehälter geworfen und erlitt
dabei ſtarke Verletzungen. Durch die
Verſpannungs=
drähte wurde ihm das Geſicht zerſchnitten, ſo daß es
ge=
näht werden mußte. Außerdem hat er beim Aufſtoßen
auf die Erde die Speiche des rechten Arms gebrochen. An
dem Apparat ſcheint nur das hintere Steuer unbrauchbar
geworden zu ſein. Durch das Automobil der Kommiſſion
für Flugſportliche Veranſtaltungen, das am Feldberge
hielt, wurde Kahnt nach dem Grand=Hotel in Königſtein
gebracht, wo er in ärztliche Behandlung genommen ward.
Der Apparat muß abmontiert werden.
* Frankfurt, 18. März. Das Zeppelin=Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” bleibt zwei Tage in der Halle,
weil im Getriebe einige Auswechſelungen vorgenommen
werden müſſen. Für Mittwoch vormittag iſt wieder
ein Aufſtieg geplant.
Handel und Verkehr.
* Zahlungseinſtellungen. Aus Büdingen,
16. März, wird der Frankf. Ztg. geſchrieben: „Vor dem
Amtsgericht Büdingen fand heute in dem nunmehr drei
Jahre währenden Konkurs über das Vermögen der
Bankfirma Max Wertheim u. Co. in Büdingen
eine Gläubigerverſammlung ſtatt. Nach dem Bericht des
Konkursverwalters haben die angemeldeten Forderungen
die Höhe von über zwei Millionen Mark erreicht, wovon
bis jetzt 884013 Mark anerkannt ſind. Zur Verteilung
an die Gläubiger werden rund 130000 Mark vorhanden
ſein, ſo daß eine Quote von 6½ Prozent herauskommen
wird. Somit haben ſich für die Gläubiger die Ausſichten
etwas günſtiger geſtaltet, da man anfangs vermutete,
daß kaum 1½ bis 2 Prozent in der Maſſe liegen würden.
Weiter teilte der Konkursverwalter mit, daß die
Verwalt=
ung des Konkurſes Gerichtsreferendar a. D. Burk in
Gießen rund 700000 Mark Forderungen an den
Kon=
kurs Wertheimer u. Co. eingereicht habe, wovon 350000
Mark anerkannt worden ſeien. Die Konkursverwaltung
des Vorſchuß= und Kreditvereins Ober=
Mockſtadt e. G. m. u. H., habe, wie ſchon kurz
ge=
meldet, Forderungen von 711000 Mark geltend gemacht.
Alle drei Konkurſe (Burk=Gießen, Vorſchuß= und
Kre=
ditverein Ober=Mockſtadt und Wertheimer u. Co.) ſind
eng miteinander verknüpft. Die Stadt Büdingen hat
130000 Mark Forderungen angemeldet, doch muß hier
erſt der von ihr gegen die frühere Aktien=Zuckerfabrik
Stockheim angeſtrengte Prozeß erledigt ſein. Der
Kon=
kursverwalter glaubt, daß der Konkurs bis zum Jahre
1915 erledigt ſein wird.”
Deutſcher Reichstag.
* Berlin 18. März. Ein Schreiben des
Reichs=
kanzlers gibt Mitteilung von der Demiſſion des
Reichsſchatzſekretärs Wermuth und von der
Ernennung des bisherigen Unterſtaatsſekretärs Kühn
zum Staatsſekretär des Reichsſchatzamtes.
Sodann wird die
Zweite Leſung des Etats des Innern
fortgeſetzt (zwölfter Tag), und zwar bei Kapitel 7b
(Reichsſchulkommiſſion).
Abg. Dr. Preuß (Zentrum): Den
ſozialdemokrati=
ſchen Anträgen, das ganze Schulweſen zur Reichsſache zu
machen, zuzuſtimmen, iſt uns unmöglich. Da heißt es für
uns: Principiis obsta! In unſerem höheren
Schul=
weſen ſteht es nicht ſo, wie der Abg. Schulz es darſtellt,
ſondern es geht ein friſcher, tatenfröhlicher Zug durch
unſer höheres Schulweſen. Unſere Gymnaſien ſollen nicht
Fachſchulen, ſondern Vorbereitungsſchulen für die
verſchie=
denen Fächer ſein. Zur Erlangung einer größeren
Auto=
rität iſt eine über die Maßen hervorragende Bildung
nötig. Das Bedenklichſte iſt für uns der von den
Sozial=
demokraten geprieſene Atheismus. Wir wollen deshalb
an dem religiöſen Charakter der Schule feſthalten. Die
Ziele der Sozialdemokraten im Schulweſen, Beſeitigung
des Einjährig=Freiwilligen=Dienſtes uſw. haben große
Aehnlichkeit mit den Vorgängen bei der franzöſiſchen
Revolution. (Präſident Dr. Kaempf bittet den Redner,
bei dem Thema zu bleiben.) Nimmt man dem Menſchen
die Religion, ſo ſinkt er zur Beſtie hinab. — Abg.
Kei=
nath (Natl.): Die Ausſicht auf das Einjährig=
Frei=
willigen=Zeugnis veranlaßt vielfach den Beſuch von
höhe=
ren Schulen durch minder begabte Schüler, die nicht
dort=
hin gehören. Mehr als bisher ſollten die Lehrer von
Reichswegen veranlaßt werden, das Schulweſen im
Aus=
lande zu ſtudieren. Die Uebernahme des Schulweſens
auf das Reich iſt für uns nicht annehmbar. Wir wollen
die Dezentraliſation aufrechterhalten. Die Schulbildung
zu fördern, muß Sache der Einzelſtaaten bleiben. (Beifall
bei den Nationallib.) — Abg. Müller=Meiningen
(Fortſchrittl. Vpt.): Für die Zulaſſung Militärpflichtiger
zum Einjährig=Freiwilligen=Dienſt ſollte auch die
körper=
liche Tüchtigkeit mitentſcheidend ſein. Berechtigt iſt die
Forderung der deutſchen Turnerſchaft, daß auch
hervor=
ragende turneriſche Leiſtungen mit dem
Berechtigungs=
ſchein ausgezeichnet werden. (Beifall.) — Abg.
Bruck=
hoff (Fortſchrittl. Vpt.): Es iſt nicht möglich, will man
unſere Kulturentwicklung nicht hemmen, den Einzelſtaaten
das Schulweſen zu nehmen. Wir begrüßen die
Ausdehn=
ung des Einjährig=Freiwilligen=Dienſtes auf
Volksſchul=
lehrer und Kunſtſchüler. Hoffentlich wird das noch
wei=
ter ausgedehnt werden, namentlich auf tüchtige
Handwer=
ker und Gewerbetreibende. Einer religionsloſen Schule
kann ich als praktiſcher Schulmann nicht das Wort reden.
(Zuruf: Das iſt ein fortſchrittlicher Lehrer!) Das hat mit
dem Fortſchritt nichts zu tun. Die Schaffung eines
Reichsſchulamtes müſſen wir ablehnen. Schaffen wir
beſſere Lehrerperſönlichkeiten, dann erziehen auch unſere
Schulen ein ſtarkes Geſchlecht, das für das Vaterland
ſeine Schuldigkeit tun wird. (Beifall links.) — Abg.
Schulz=Erfurt (Soz.): Durch die Einführung der
Einjährigen=Prüfung iſt eine falſche Entwicklung in unſer
Schulweſen gekommen. Durch Reichsgeſetzgebung muß
den Einzelſtaaten eine gewiſſe Innehaltung der
Schul=
formen vorgeſchrieben werden, eine Schabloniſierung iſt
damit nicht beabſichtigt, den Einzelſtaaten ſoll in
weit=
gehendſtem Maße die Selbſtverwaltung zuſtehen. Eine
Beſeitigung der Religion verlangen wir nicht, nur eine
Garantie der perſönlichen Freiheit in religiöſen
Fra=
gen. — Abg. Mumm (Wirtſch. Vgg.): Die Reſolution
verlangt nicht nur eine ſelbſtändige Behörde, ſondern eine
Parallelbehörde zum Reichsamt des Innern und zum
Kolonialamt. — Der Titel wird bewilligt und die
ſozial=
demokratiſche Reſolution abgelehnt.
Bein Kapitel „Heimatsweſen” fordert eine Zentrums=
Reſolution Bekämpfung des Zigeunor=Weſens. —
Staats=
ſekretär Dr. Delbrück: Auf Anregung der bayeriſchen
Regierung ſind von den Einzelſtaaten gemeinſchaftliche
Anordnungen getroffen worden, namentlich hinſichtlich der
Einführung der Ausweispapiere und der Seßhaftmachung.
Das zigeunermäßige Umherziehen ſoll polizeilich
verbo=
ten werden. Auch für Preußen ſtehen ähnliche
Maßnah=
men bevor. — Abg. Rupp=Marburg (W. Vgg.): Das
Ausländerunweſen erfordert die außerordentliche
Auf=
merkſamkeit unſerer Behörden. Die Vorkommniſſe in
letz=
ter Zeit in Heſſen=Naſſau machen umfaſſende Maßnahmen
notwendig. Es ſcheint ſo, als ob die Landbevölkerung die
Zigeuner aus Furcht vor Rache in Schutz nimmt. Die
Reſolution wird angenommen.
Bei Titel „Ausführung des Kaligeſetzes” fordert eine
Reſolution der Budget=Kommiſſion, daß als vierte
Sta=
tion für die Berechnung der Fracht Mülhauſen i. Elſ.
eingeſetzt wird. Ferner ſoll eine Denkſchrift über die
Löhne, Arbeitszeit und Tarifverträge vorgalegt werden.
Ein Antrag der Fortſchrittlichen Volkspartei will
Straß=
burg für Mülhauſen in die Reſolution einſetzen. Ein
An=
trag der Wirtſchaftlichen Vereinigung verlangt die
Ver=
öffentlichung der Durchſchnittslöhne und=Arbeitszeit im
Reichsarbeitsblatt. Der Berichterſtatter Graf v. Weſtarp
berichtet eingehend über die Verhandlungen der
Kommiſ=
ſion. — Abg. Hoch (Soz.): Das Kaliſyndikat verdankt
ſeine Macht dem Geſetz und deshalb hat auch der
Reichs=
tag die Pflicht, ein wachſames Auge auf deſſen Tätigkeit
zu haben, damit es ſeine Macht nicht mißbraucht. Gegen
die Bekanntgabe der Durchſchnittslöhne und der
Arbeits=
zeit durch Anſchlag in den Betrieben haben wir nichts
einzuwanden. Die Propagandagelder, die dem Bund der
Landwirte zugefloſſen ſind, müſſen dem Reich verbleiben.
Ueber die Verwendung der Propagandagelder ſoll
alljähr=
lich eine Denkſchrift vorgelegt werden. Die großen Werke
ſtehen ſich unter dem Geſetz ſehr gut, da könnten die Löhne
ebenfalls ohne Gefahr erhöht werden. Ein
Staatsmono=
pol für die Kaliproduktion iſt dringend erforderlich, ſollen
nicht ungeheure Verluſte an nationalem Vermögen
ent=
ſtehen durch die unglaubliche Wirtſchaft der
Verwaltun=
gen. Reif iſt dieſe Produktion lange für die
Verſtaatli=
chung und die Vorgänge im Ruhrrevier drängen gerade
dazu. Die Ueberſchüſſe der Monopole dürfen nicht
Ein=
zelnen zukommen, ſondern ſie müſſen zum Abbau der
indirekten Steuern auf Lebensmittel verwendet werden. —
Unterſtaatsſekretär Richter: Eine Denkſchrift haben
wir nicht vorlegen können, da das Kaligeſetz erſt ein Jahr
in Wirkſamkeit iſt. Am 1. Juli wird ſich eventuell
über=
ſehen laſſen, welche Verſchiebungen in den
Produktions=
erhältniſſen eingetreten ſind, ebenſo bezüglich der
Quo=
tenverteilung. Der Vorwurf, es wäre ein Skandal, daß
wir das Geſetz nicht abgeändert haben, obwohl ſich
Män=
gel gezeigt haben, trifft nicht zu. Wir können unmöglich
in einem ſo jungen Geſetz herumdoktern, ohne klar zu
ſehen. Ueber die Verteilung von Propagandageldern
ſind nach Hörung von Sachverſtändigen beſtimmte
Grund=
ſätze aufgeſtellt worden. Dieſe Grundſätze ſtehen zur
all=
gemeinen Kritik. — Abg. Bärwinkel (Natl.): Eine
Bevorzugung des Bundes der Landwirte und des
Fiſche=
rei=Vereins ſollte nicht ſtattfinden. Alle in dieſer
Rich=
tung tätigen Organiſationen, mögen ſie Bauernbund oder
Hanſabund heißen, müſſen gleichmäßig behandelt werden.
die Produktionsverhältniſſe zeigen ein gleichmäßiges
Wachſen. Die Propaganda im Auslande muß weiter
ge=
fördert werden. Von der Veröffentlichung der Löhne kann
ich mir keinen Nutzen verſprechen, im Gegenteil, es kann nur
die Unzufriedenheit dadurch erregt werden. Wir ſollten
die Kaliinduſtrie nicht von neuem beunruhigen. — Abg.
Bell (Zentr.): Die Verhältniſſe des Kaliabſatzes an der
preußiſch=ruſſiſchen und der holländiſchen Grenze müſſen
genau betrachtet werden. — Abg. Struwe (Fortſchrittl.
Vpt.) tritt für die Reſolution ſeiner Partei ein, ſtatt
Mül=
hauſen Straßburg zu ſetzen. — Abg. Thumann (Elſ.):
Elſaß=Lothringen iſt in jüngſter Zeit in die Reihe der
Produktionsländer eingetreten und hat demnach Anrecht
auf, eine Berechnungsſtelle, und zwar ſpäteſtens für 1.
Ja=
nuar 1914. — Abg. Behrens (W. Vgg.) tritt für die
Reſolution ſeiner Partei ein. — Hierauf wird vertagt.
— Präſident Kaempf teilt mit, daß im Falle die
Ver=
handlungen keinen ſchnelleren Fortgang nehmen, auch
noch Abendſitzungen ſtattfinden müſſen. — Näch ſte
Sitzung Dienstag 1 Uhr. Schluß 7½ Uhr.
Der italfeniſch=türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 17. März. Die Pforte iſt
bereits durch Vermittelung zweier Botſchafter von der
Antwort Italiens bezüglich der
Friedens=
bedingungen in Kenntnis geſetzt worden. Die
Hauptbedingungen ſind Zurückziehung der türkiſchen
Truppen, Anerkennung der Annektion Libyens, wogegen
Italien ſich bereit erklärt, der Türkei gewiſſe Vorteile zu
gewähren, insbeſondere eine Geldentſchädigung,
Zuſtim=
mung zur Aufhebung der Kapitulationen für den Fall,
daß auch die anderen Mächte ihre Zuſtimmung dazu
er=
teilen, Anerkennung der religiöſen Autorität des
Kha=
lifen. Aus informierter Quelle verlautet, daß die Pforte
nach dem heutigen Miniſterrat die türkiſchen Botſchafter
angewieſen habe, den Mächten zu erklären, daß ſie dieſe
Friedensbedingungen für unannehmbar
halte.
* Rom, 18. März. Die Agenzia Stefani meldet aus
Benghaſi: Im türkiſch=arabiſchen Lager befinde ſich
kein italieniſcher Kriegsgefangener. Jedes gegenteilige
Ge=
rücht ſei falſch. Am 16. März ſchleuderten italieniſche
Flieger einige Bomben, welche ungefähr zehn Feinde töteten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Gelſenkirchen, 18. März. Ende voriger Woche ſind
Verſchiedene nach dem Genuß von
ſelbſtbereite=
tem Schnaps erkrankt. Bisher ſind vier
Berg=
leute und zwei Frauen geſtorben. Sie haben das
zur Schnapsbereitung erforderliche Material in einer
Drogerie gekauft. Es wird angenommen, daß
Brenn=
ſpiritus, der mit Methylalkohol denaturiert war,
verab=
folgt wurde.
* Brüſſel, 18. März. Nach dem offiziellen Komuniqué
hat die ſtändige Kommiſſion der Internationalen
Zuckerkonferenz am geſtrigen Sonntag zwei
Sitz=
ungen abgehalten, nach deren Beendigung die
diplomati=
ſchen Abkommen von den Regierungsdelegierten unter=
zeichnet wurden. Die Konvention vom 5. März 1905 iſt
danach für eine Zeitdauer von fünf Jahren ab 1.
Septem=
ber 1913 erneuert worden. Nach Schluß der
Verhand=
lungen hat der belgiſche Miniſter des Aeußeren Davignon
perſönlich den Mitgliedern der Internationalen
Konfe=
renz ſeine Glückwünſche zur glücklichen Beendigung ihrer
Arbeiten überbracht.
* Madrid, 18. März. Nach einer Meldung des Blattes
ABC. aus Ceuta ſind der erſte Offizier und der Bootsmann
des geſtrandeten deutſchen Dampfers „
Axen=
fels” deren Tod der Imparcial gemeldet hatte, geſund,
wenn auch halbtot vor Erſchöpfung, in Ceuta angekommen.
Die Strandung des Dampfers wurde durch Nebel
verur=
ſacht. Das Schiff iſt verloren.
* Konſtantinopel, 18. März. Die Pforte iſt wegen
der neuen Wendung der Kretafrage ſehr beſorgt.
Sie proteſtierte bei den Schutzmächten gegen die
Abſchaf=
fung des Exekutivkomitees, die eine Verletzung des
ge=
währleiſteten Status quo bilde. Sie erklärte den
Schutz=
mächten und Griechenland, daß die Entſendung der
kreti=
ſchen Deputierten nach Athen die türkiſch=griechiſchen
Be=
ziehungen ernſtlich gefährden würde. Gerüchtweiſe
ver=
lautet, daß eine Schutzmacht den übrigen vorgeſchlagen
habe, die Verwaltung der Inſel einer neutralen
Regier=
ung zu übergeben.
— Wien, 18. März. Eine aus Wien ſtammende
Büh=
nenkünſtlerin hat heute beim Haarbrennen den
Tod gefunden. Sie heißt mit dem bürgerlichen
Namen Suſchay und dem Künſtlernamen Silvan.
HB. Mailand, 18. März. Der König von
Ita=
lien wird im Frühjahr, ſpäteſtens im Mai, den
Be=
ſuch des Zaren erwidern. Die Unterhandlungen
über dieſen Beſuch ſind vor Beginn des italieniſch=
türki=
ſchen Krieges begonnen worden, wurden durch deſſen
Ausbruch aber unterbrochen. Der König von Italien
wünſcht jedoch jetzt, den freundſchaftlichen Beziehungen
zwiſchen den beiden Ländern durch dieſen Beſuch
Aus=
druck zu geben.
H. B. Paris, 18. März. Wie aus Tanger gemeldet
wird, ſtrandete an der marokkaniſchen Küſte während
des heftigen Sturmes der letzten Tage der norwegiſche
Dampfer „Maridal‟ Die Bemannung konnte gerettet
werden, doch gilt das Schiff als völlig verloren. Schwere
Sturm=Verheerungen werden aus Colomb Bechar
ge=
meldet. In Süd=Oran iſt die Eiſenbahnlinie ſo
beſchä=
digt, daß der Verkehr eingeſtellt werden mußte. Der
Poſt=
dienſt wird vorläufig durch Artilleriſten verſehen.
H. B. Paris, 18. März. Ein ſchwerer
Auto=
mobilunfall, dem mehrere Menſchen zum Opfer
gefallen ſind, ereignete ſich geſtern bei Marſeille. In
einer etwas ſcharfen Kurve ſchlug ein mit vier Perſonen
beſetztes Automobil um und ſtürzte einen 50 Meter tiefen
Abhang hinab. Ein Mann war ſofort tot; eine Frau
wurde ſterbend nach dem Hoſpital gebracht, während die
beiden anderen Mitfahrer ebenfalls ſchwere Verletzungen
davontrugen.
Ooher
reube
teilen wir Ihnen mit, daß unſer Otto jetzt ganz allein
läuft. Wir hatten anfangs des Jahres nicht gedacht,
daß unſer Kind noch zum Laufen käme, denn es
ver=
mochte damals, 14 Jahr alt, noch mcht ſich ohne Hilfe
aufzurichten. Beforgt um das Kind, gaben wir ihm
eine Zeitlang Ihr bekanntes Kinder=Kräftigungsmittel
Sorts Eindisioh
und konnten in der Tat bald merken, daß Otto
all=
mählich zu Kräften kam. Wir ſahen deutlich, wie ſeine
Knochen kräftiger wurden; der Appetit wurde vorzüglich
und das Ausſehen des Kleinen von Woche zu Woche
friſcher. Sobald er ſich ſeiner Kraft bewußt war,
be=
gann er ſeine Gehverſuche. Heute läuft er munter.
umher und nimmt ſeine Scotts Emulſion gerade ſo
gern wie am Anfang.
(Gez.) P. Schreiber, Kuhz bei Haßleben, Uckerm., 29. Sept. 1910.
Beim Einkauf verlange man ausdrücklich Scotts
Emul=
ſion. Es iſt die Marke „Scott” welche, ſeit über 30 Jahren
eingeführt, für die Güte und Wirkung bürgt.
*Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Mas ſondern nur in verſiegelten
Originalflaſchen in Karton mit ur ſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem
Dorſch). Scott & Bowne, G m. b. H., Frankfurt a. M.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima Glyzerin
50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphorigſaures Natron 2,0
pulv. Tragant. 3.0, feinſter arab. Gummi pulv. 2,0, Waſſer 129,0, Alkohol
11,0 Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriabl
ie 2 Tropfen.
Diehiesangsurohe
braucht nicht auszufallen, meine
Herren, wennSiesich angewöhnen,
Wybert-Tabletten bei sich zu
führen u. bei belegter Stimme oder
rauhen Hals davon zu nehmen. -Es
gibt kein besseres Mittel, um die
Stimme sofort klar und frisch zu machen. Dies ist
der Inhalt zahlloser Zeugnisse über die in ihrer
Wirkung unerreichten Wybert-Tabletten, die in
allen Apotheken und Drogerien 1 Mark pro Schachtel
kosten. Niederlage in Darmstadt: in sämtlichen
Apotheken; Drogerie v. Paul C. Finke; Germania-
Drogerie, Mühlstrasse 78; Bismarck-Drogerie, Ecke
Karl- u Hügelstr.; Medizinal-Drogerie von Fr.
Becken-
haub, Ecke-Schul- und Kirchstr. und Drogerie von
C. Watzinger, Wilhelminenstrasse 11.
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Wilhelminenpl. 2, a. d. kath. Kirche. Tel. 1466,
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auch Sonntags von 9—12 Uhr. (6584a
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zur Abhaltung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet. (130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein‟.
Nummer 67.
Darmſtädter Tagblatt, Diensagt, den 19. März 1912.
Seite 7.
as Spezialhaus fürDamen-Konfektion
Dienmatſt genten unten
10 Ernst-Ludwigstraße 10, Ecke Marktpassage,
hält während seines jetzt 30jährigen Bestehens stets
streng an dem Grundsatze fest:
(5745a
brauchbare gute Waren
mög-
lichst billig zu liefern. :: 3 35
Aus Bädern.
Bad Wildungen. In der Sitzung des
Auf=
ſichtsrats der Bad Wildunger Heilquellen=
Aktiengeſell=
ſchaft Königsquelle vom 11. März 1912 wurde als
wich=
tigſter Punkt der Bau eines neuen Verſandhauſes mit
Zentralheizung und Motorbetrieb unter Anlage einer
eigenen elektriſchen Zentrale gemäß der vom
Vor=
ſtand vorgelegten Zeichnungen beſchloſſen und das
er=
forderliche Kavital bewilligt. Die jetzigen Anlagen
ge=
nügen nämlich nicht mehr, um den ſeit den letzten
Monaten geſtiegenen Mehrabſatz der heilkräftigen
Königs=
quelle, weiche von jetzt ab auch als ſanitäres
Tafel=
waſſer in halben Flaſchen in den Verkehr gelangt,
be=
wärtigen zu können. Zu der ſeit Januar erfolgten
Ver=
mehrung des Büroperſonals um weitere 6 Kräfte wurde
die Zuſtimmung erteilt und die Gehälter bewilligt. An
dieſer Sitzung nahmen auch die in der letten
General=
verſammlung neugewählten auswärtigen Aufichtsrats=
Mitglieder, die Herren Rechtsanwälte Dr. Heye, Bremen,
und Schulte=Wintrop, Hamborn, teil.
een
i
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Nachricht, daß unſere
liebe, treuſorgende Mutter, Schweſter u. Tante
Margarete Weisse Wwe.
nach étägigem Krankenlager heute abend ſanft
(634
verſchieden iſt.
Um ſtilles Beileid bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Sophie Weisse,
Luise Weisse,
Greta Weisse.
Darmſtadt, den 17. März 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, 20. März,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe,
Laute=
ſchlägerſtraße 19 aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Sonntag abend entſchlief unſere liebe Tante
Frau
Luise Knispel Wwe.
geb. Habicht
im 94. Lebensjahre, was wir hiermit
Ver=
wandten und Bekannten mitteilen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Hermann Habicht, Apotheker.
Darmſtadt, 18. März 1912,
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
4½ Uhr ſtatt.
(B664s
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem so frühen
Hin-
scheiden meines innigstgeliebten, teuren Gatten, unseres unvergesslichen Sohnes.
Schwiegersohnes, Bruders, Schwagers und Onkels
(6654
Hertr Keihrich Küffer
Aepfelwein-Keltereibesitzer
besonders für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Vogel, sowie für die
zahlreichen Blumenspenden sagen wir Allen herzlichen Dank.
Darmstadt, Giessen, Neu-Isenburg, den 18. März 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Erna Müller, geb. Eilert.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem ſchmerzlichen Verluſt unſeres teuren Vaters,
Schwiegervaters, Großvaters, Bruders u. Onkels
Bäckermeiſter
Christoph Hofmann
ſagen wir allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten, insbeſondere dem Herrn Pfarrer
Heine=
mann für die troſtreiche Grabrede, auf dieſem
Wege unſeren innigſten Dank.
(6572
Roßdorf, am 17. März 1912.
Familie Fleckenstein,
Familie Kaffenberger.
Dankſagung.
Für die freundlichen Beweiſe der
Teil=
nahme an unſerer Trauer ſagen wir herz=
(6573
lichen Dank.
Darmſtadt, den 16. März 1912.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Ludwig Lautenschläger.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe wohltuender Teilnahme
ſowie für die herrlichen Blumenſpenden bei dem
Heimgange unſerer lieben Entſchlafenen ſprechen
(6662
wir unſeren herzlichſten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Louis Sohl.
Darmſtadt, am 19. März 1912.
Mete ente
Stadtkirche. Mittwoch, 20. März, abends 8 Uhr:
Liturgiſche Paſſionsfeier. Pfarrer Kleberger. Kollekte.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß von Randwirbeln regnete es
geſtern in Deutſchland an vielen Orten, jedoch nirgends
erheblich. Das Hochdruckgebiet im Nordoſten hält ſich
noch, während die Depreſſion weiter nach dem Feſtland
vorgedrungen iſt; ſie wird uns bei ſüdlichen Winden
Regenfälle bringen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 19. März:
Trüb, Regenfälle, mild.
Tagekalender.
Hoftheater Anfang 6 Uhr (Ab. D): „Siegfried‟
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Die Medaille” und „I. Klaſſe‟.
Konzert von Frau Ellen Saatweber=Schlieper und
Profeſſor Henry Marteau um 8 Uhr in der Turnhalle
am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Vortrag von Nachum Goldmann um 9 Uhr im Hotel
Heß (Zioniſtiſche Ortsgruppe Darmſtadt).
Vortrag von P. O. Rüppel um 8½ Uhr im „
Fürſten=
ſaal” (Verein kaufm. und techn. Angeſtellten).
Vibelſtunde von Prediger Schrenk um 8½ Uhr
Mühlſtraße 24.
Generalverſammlung des Bürgervereins
Darm=
ſtadt um 9 Uhr im Vereinshaus.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr. —
Reſtaurant „Metrovol” um ½ 8 Uhr.
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Rhein=
u . Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Rheinſtraße 2.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23,
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtr. 23): Das
end=
gültige Reichstagspräſidium; vom Bergarbeiterſtreir
im Nuhrrevier; Bilder= von der Erreichung des
Sid=
pols durch Amundſen.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 20. März.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
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turmſtraße 16.
Nutzholz=Verſteigerung um 8½ Uhr im Reſtaurant
„Heiliges Kreuzu
Nutz= u. Brennholz=Verſteigerung um 10 Uhr
im Spachbrücker Gemeindewald (Zuſammenkunſt bei
Gaſtwirt Schneider an der Bahnſtation Meſſeh).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt=
— Für den redaktionellen Teilbeſtimmte Mittelungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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Pfungstädter „Pilsner‟
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Bestellungen erbittet man per Telefon, Amt Darmstadt Nr. 246
od. an die mit Plakaten gokonnzeichneten Verkaufsstellen zu richten
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Nummer 67.
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Stellung in einem Kontor. Off.
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Schriftl. Nebenarbeiten jegl
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morg. Beſch. Näh. Exp. (*6821oim
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ſo=
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(*6918imd
Alleinmädchen geſucht, etwas
Kochen u. Bügeln verlangt
Saal=
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(*5048fsi
eſucht wird ein iung. Mädchen
vom Lande Beckſtr. (*6617si
Zum 1. oder 15. April
einfache, feinbürgerl. Köchin von
8—30 J. in herrſch. Landhaushalt
geſucht. Mehrjähr. Zeugniſſe
Be=
dingung. Off. mit Bild u.
Zeug=
nisabſchr. an Frau Otto Sturm.
Rüdesheim a. Rh.
(*6891id
Ein ſauberes, ord. Mädchen
welches ſchon in beſſ. Hauſe tätig
war, tagsüber gegen guten Lohn
ueſucht Mühlſtr. 62, III (*6884imd
Zum 1. April ſuche ich für alle
Hausarb.
ein Mädchen.
Kochen nicht nötig. Frau von
Linſingen, Alsbach. (6589imd
Geſucht für ſofort, wegen
Er=
krankung des jetzigen Mädchens,
ein beſſeres tüchtiges
(B6593
Alleinmädchen
das kochen kann für den Haushalt
v. 4 Erw. Näheres Moſerſtr. 2, I.,
Frau Geh. O.=K.=Rat Peterſen.
Ein junges Mädchen für den
ganzen Tag geſucht
(*6960
Viktoriaplatz 9, part.
Lauſmädchen geſucht
6615im) Roßdörferſtraße 51½, I.
Tüchtige Köchin in herrſchaftl.
Haus per 1. April geſucht (*6978im
Artillerieſtraße 9.
zin im Servieren u. Bügeln
be=
wandertes 1. Hausmädchen
ge=
ſucht Artillerieſtr. 9. (*6977im
Suche einf. bürgerl. Köchinnen,
gr. Anz. Alleinm., welche ſelbſtänd.
ochen können, zwei Küchenm. in
Herrſchaftsh. neb. Köch. u. Küchench.
für 1. April Minna Dingeldein,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin.
Schützenſtr. 10½, Telef. 531. (*6981
geſucht, tagsüber
Laufmädchen von 1. April ab.
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(*6976im
ſofort ver=
Putzfrau langt
Wil=
helminenſtr. 13, Laden. (*6938
Männlich
Jüng. träſt. Hausburſche geſ.
*6925) Wendelſtadtſtraße 8, 1, St.
Nummer 67.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März
1912.
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
3 32.
Dienstag. 10. März.
1912.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1977, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verfäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1912
von heute ab bis 31. März 1912 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen, Anträge, die nach dem 1. April 1912 geſtellt werden, können keine
Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Verordnung, den Radfahrverkehrbetreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres. beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nur die Hälfte dieles Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzulleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19 ½
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf. weißem Grund in 6 om
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
platte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
den muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal, und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert. hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplatte
anzuzeigen.
Wer ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Rabfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Pläten nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht:
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen:
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten:
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
4. in den Fällen der
hingehend, daß das Jahrad ü b er wle gen d zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird.
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weileren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß:
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1 dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haſtpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tariſnummern 10, 35, 41 49, 50, 53. 60, 90 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige,
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritk
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz. 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(4719a
Bekanntmachung.
Nachſtehend bringen wir eine Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppenübungsplatz bei Darmſtadt für die Zeit vom 19. bis 21. März 1912 zur
öffentlichen Kenntnis. Die Abſperrungsgrenze, ſowie die Dauer der Abſperrung ſind
in der Zuſammenſtellung enthalten.
(6326si
Darmſtadt, den 12. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Zuſammenſtellung
der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt für die Zeit vom 19. bis
a1. März
Dauer der Die Abſperrung
Truppenteil
Tag
Datum
Abſperrung
erſtreckt ſich
von 1 bis
u9. 2. 1Denstan
Bis zum Land=
Infanterie
20. 3. Mittwoch
graben.
Shie
21. 3. Donnerstag
Bekanntmachung.
Die Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt beabſichtigt auf der Südſeite
der Weiterſtädter Straße die Herſtellung einer Induſtriegleisanlage, um den dort
anſtoßenden Grundſtücken auf Nachſuchen der Eigentümer Gleisanſchluß zu ermöglichen.
Der Plan der Anlage liegt in der Zeit von Dienstag, den 19. ds. Mts.,
bis Montag, den 25. ds. Mts. einſchließlich, auf Großh. Bürgermeiſterei
da=
hier, Zimmer Nr. 29, zur Einſicht offen.
Dermin zur landespolizeilichen Prüfung des Entwurfs wird anberaumt
auf Freitag, den 29. ds. Mts., nachmittags auf 4 Uhr, auf Großh.
Bürger=
meiſterei Darmſtadt.
Einwendungen gegen die geplante Anlage ſind bei Meidung des Ausſchluſſes
in dieſem Termin vorzubringen.
(6636
Darmſtadt, den 17. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In. Vertr. Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Wir machen die Beſitzer derjenigen Pferde und Fahrzeuge, welche bei der
Aushebung im Falle einer Mobilmachung zu geſtellen ſind, bereits im Frieden
ausdrücklich auf folgende geſetzlichen Beſtimmungen aufmerkſam:
1. Uebertretungen der hinſichtlich der Stellung der Pferde zur Aushebung
ge=
troffenen Anordnungen werden nach § 27 des Kriegsleiſtungsgeſetzes vom
13. Juni 1873 mit Geldſtrafe bis zu 150 Mark geahndet.
2. Pferdebeſitzer, welche ihre geſtellungspflichtigen Pferde nicht ungeſäumt und
vollſtändig vorführen, haben außer der geſetzlichen Strafe zu gewärtigen daß
auf ihre Koſten eine zwangsweiſe Herbeiſchaffung der nicht geſtellten Pferde
vorgenommen wird.
3. Der Verkauf eines Pferdes vor erhaltener Geſtellungsaufforderung entbindet
nicht von deſſen Geſtellung, ſofern die Ablieferung an den neuen Erwerber
noch nicht erfolgt iſt. Eine Ausnahme findet nur ſtatt, wenn nachweislich
der Verkauf an die Militärbehörde, an Offiziere, Sanitälsoffiziere oder
Militärbeamte, welche ſich ihre Pferde für die Mobilmachung ſelbſt beſchaffen,
erfolgt war=
Nummer 32.
Dienstag, den 19. März 1912.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
4. Von Bekanntgabe des Mobilmachungsbefehls bis nach Beendigung der
Pferdeaushebung iſt jede Ausführung von Pferden in andere Kreiſe oder
Ortſchaften verboten. Zuwiderhandlungen werden für jeden einzelnen Fall
mit der in § 27 des Kriegsleiſtungsgeſetzes vom 13. Juni 1873 vorgeſehenen
Strafe geahndet. Eine Ausnahme von dem Verbote findet nur ſtatt, wenn
nachweislich der Verkauf an Militärbehörden des Aushebungsbezirks oder
an ſolche Offiziere, Sanitätsoffiziere oder Militärbeamte, welche ſich die
Pferde für die Mobilmachung ſelbſt beſchaffen, geſchehen iſt.
5. Bei der Vorführung müſſen die Pferde durch den Beſitzer verſehen ſein mit:
Halfter, Trenſe, zwei mindeſtens zwei Meter langen Stricken und gutem
Hufbeſchlag.
Der Wert dieſer Stücke iſt in der Taxe mitenthalten. Fehlt eines
der=
ſelben, ſo werden die dadurch entſtehenden Koſten bei der Taxſumme in
Ab=
zug gebracht.
6. Pferde, welche als brauchbar ausgewählt, aber zunächſt nicht abgenommen
werden, ſind von den Beſitzern, bei Meidung der unter 1 erwähnten Strafe,
auf drei Wochen, vom Tage der Aushebung an gerechnet, zur Verfügung
der Militärbehörde zu halten. Bis zur förmlichen Abnahme haben die
Be=
ſitzer oder deren Beauftragte die Pferde zu beaufſichtigen und auf eigene
Koſten zu verpflegen. Wenn die Beſitzer dieſer Verpflichtung nicht genügen.
werden die dadurch entſtandenen Koſten bei Auszahlung der Taxſumme in
Abzug gebracht.
7. Bei den bereits früher gemuſterten Pferden ſind an den Halftern auf der
linken Seite die Beſtimmungstäfelchen, welche die Deſignation der letzten
Muſterung aufweiſen, zu befeſtigen.
8. Schläger und biſſige Pferde ſollen ausdrücklich als ſolche bezeichnet werden,
um Unfällen vorzubeugen.
Darmſtadt, den 11. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(6580
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Foxterrier (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(6604
tag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Da in letzter Zeit wiederholt über Beläſtigungen des Publi
kums durch Ball= und andere Spiele auf der Straße Beſchwerde
geführt worden iſt, ſehen wir uns veranlaßt, darauf hinzuweiſen, daß
nach Art. 292 des Polizeiſtrafgeſetzbuches und § 366,7 des
Reichsſtrafgeſetzbuches derjenige mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk.
oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft wird, der auf Straßen
oder öffentlichen Plätzen mit Steinen oder anderen Gegenſtänden
wirft, wodurch Menſchen beſchädigt oder verunreinigt werden
können. Unter dieſen Tatbeſtand fallen insbeſondere auch Spiele
mit Hartgummibällen.
Iſt die mit Strafe bedrohte Handlung von Kindern begangen
worden, ſo werden nach Art. 44 des Polizeiſtrafgeſetzbuches die
Eltern oder andere aufſichtspflichtige Perſonen, die es an der
er=
forderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen, beim erſten Fall
poli=
lich verwarnt, im Wiederholungsfalle mit Geldſtrafe bis zu einem
Drittel der auf die Uebertretung ſelbſt angedrohten Strafe belegt.
Bei eintretenden Körperverletzungen können außerdem nach
§§ 823 ff., 832 des Bürgerlichen Geſetzbuches für den Täter und
auf=
ſichtspflichtige dritte Perſonen (Eltern uſw.) weitgehende
zivilrechi=
liche Schadenerſatzverpflichtungen entſtehen.
Darmſtadt, den 15. März 1912.
(6560oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Im Intereſſe des ungehinderten Fußgängerverkehrs auf den
Fußſteigen iſt das Befahren der Fußſteige mit Fuhrwerken jeder
Art (auch Handwagen) bei Strafe verboten. Ausgenommen von
dieſem Verbote iſt, ſoweit hierdurch der Fußgängerverkehr nicht
ge=
hindert wird, die Beförderung von Kindern in Kinderwagen und
von Kranken in Krankenwagen (Fahrſtühlen); es dürfen jedoch
nie=
mals 2 Kinder= oder Krankenwagen gleichzeitig nebeneinander
auf dem Fußſteig aufgeſtellt oder fortbewegt werden.
Die Schutzmannſchaft iſt zur Ueberwachung angewieſen und
wird namentlich gegen das die Fußgänger in hohem Grade
gefähr=
dende Abwärtsfahren der Kinder mit Sportwagen u. dergl. auf
den Fußſteigen ſteiler Straßen einſchreiten.
Darmſtadt, den 16. März 1912.
(6639im
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die nachſtehenden, vom Bundesrat beſchloſſenen
münzpolizei=
lichen Vorſchriften über die Herſtellung, Verwendung ꝛc. von
Medail=
len und Marken werden hiermit zur Kenntnis der Intereſſenten
ge=
bracht.
Darmſtadt, den 16. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Auf Grund des § 14 des Münzgeſetzes vom 1. Juni 1909
(Reichs=Geſetzblatt S. 507) hat der Bundesrat folgende Vorſchriften
erlaſſen:
§ 1. Medaillen und Marken (Reklame=, Rabatt=, Spiel=, Speiſe=
und ſonſtige Wertmarken) dürfen nicht das Bildnis des Kaiſers oder
eines Bundesfürſten in der auf den Reichsmünzen befindlichen
Ge=
ſtaltung tragen oder mit einer auf dem Rande befindlichen Schrift
verſehen ſein. Auch dürfen ſie nicht die Bezeichnung einer im
Deutſchen Reiche geltenden Münzgattung oder die Angabe eines
Geldwertes enthalten.
Von dem Verbot im Abſatz 1 Satz 1 iſt das auf Denkmünzen
etwa in abweichender Geſtaltung angebrachte Bildnis des Kaiſers
oder eines Bundesfürſten ausgenommen.
Unter das Verbot der Randſchrift (Abſ. 1 Satz 1) fällt nicht
die Anbringung eines Stempelzeichens, des Namens, der Firma des
Herſtellers oder bei Preismedaillen die Anbringung des Namens
des Preisträgers.
§ 2. Marken (§ 1) dürfen nicht mit einem Durchmeſſer von
mehr als 20 bis einſchließlich 22 Millimeter hergeſtellt werden. Dies
gilt auch für Medaillen aus unedlem Metalle, die zu geringen Preiſer
für den Maſſenabſatz angefertigt werden.
§ 3. Medaillen und Marken von ovaler, oder von drei= bis
achteckiger Form werden von der Vorſchrift im § 2 nicht berührt.
Dieſe Medaillen und Marken, ſowie die Medaillen und Marken mit
einem Durchmeſſer von wenigſtens 41 Millimeter ſind von dem
Ver=
bot im § 1 Satz 1 ausgenommen.
§ 4. Die in den §§ 1 und 2 enthaltenen Beſchränkungen finden
keine Anwendung auf ſolche Medaillen und Marken, die für das
Ausland hergeſtellt und unmittelbar ausgeführt werden.
§ 5. Es iſt verboten, Münzen, die auf Grund der Reichs
münzgeſetze vom Bundesrat außer Kurs geſetzt ſind, nachzumachen
und ſolche nachgemachten Münzen in den Verkehr zu bringen oder
ſonſt zu vertreiben, ſofern dieſe nicht vermittels ener feſten metalliſchen
Verbindung Beſtandteile anderer Gegenſtände bilden.
§ 6. Wer gewohnheits= oder gewerbsmäßig obigen Vorſchriften
zuwider Medaillen oder Marken herſtellt, feilhält, verkauft oder zu
geſchäftlichen Zwecken in Gebrauch hält, oder dem Verbote des § 5
zuwider Nachahmungen von ſolchen Münzen, die auf Grund der
Reichsmünzgeſetze vom Bundesrat außer Kurs geſetzt ſind, in den
Verkehr bringt oder ſonſt vertreibt, wird, ſofern nicht nach anderen
Beſtimmungen eine ſchwerere Strafe verwirkt iſt, mit Geldſtrafe bis zu
150 Mk. oder mit Haft bis zu 6 Wochen beſtraft.
§ 7. Die vorſtehenden Beſtimmungen treten mit dem 1. April
1912 in Kraft.
Berlin, den 23. Juni 1910.
Der Reichskanzler.
I. V.: Wermuth.
(6638
Engl. Ray-Gras
(Dungartikel) billigſt (6632
Emanuel Fuld
Kirchſtraße 1.
Telefon 137.
Nähmaſchine, tadelos nähend,
für 20 Mk. abzug.
(*6889
Alexanderſtr. 4, Hinterh. 2. St.
müſſen einmal mit
Max Schnitzer einen
Verſuch mach. beim
Verkauf von getr.
Herrn= u. Damen=
Kleider, Stiefeln,
Wäſche ꝛc. Poſtt.
gen. Schloßgaſſe 29:
Kaufe auch bei Händler. (*6945
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 1. bis 15. März 1912:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 22.50 bis 26.50
Korn
„ 18.50 „ 21.-
Gerſte
„ 17.75 „ 22.50
Hafer
19.50 „ 22.—
Butter ½ Kilo Mk. 1.50
Butter in Partien Mk. 1.40
Eier per Stück 10 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.25
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 10.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 3.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 4.50
Heu per 50 Kilo Mk. 5.50
Darmſtadt, 18. März 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Die Zimmerarbeiten
bei Herſtellung der Einfriedigungen
an dem ſtädtiſchen Grundſtück der
Rennbahn (Heidelberger Straße)
ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen.
Angebote ſind bis
Samstag, 23. März 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(6555oi
reichen.
Darmſtadt, 16. März 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Der Haferankauf iſt bendet.
Roggen und Stroh wird
weiter gekauft.
(6610
Proviantamt Darmſtadt.
An das Genoſſenſchafts=Regiſter
I wurde heute eingetragen
hin=
ſichtlich der Firma:
Darmſtädter Konſum=,
Spar= und
Produktions=
genoſſenſchaft,
eingetra=
gene Genoſſenſchaft mit
beſchränkter Haftpflicht,
Darmſtadt.
Durch Beſchluß der
Generalver=
ſammlung vom 11. Februar 1912
iſt der Gegenſtand des
Unterneh=
mens dahin ergänzt, daß die
Be=
ſtimmung: „Annahme von
Spar=
geldern der Mitglieder gegen
Ver=
zinſung” den Zuſatz: „zur
Förde=
rung gemeinnützigen Bauweſens
durch Erbauung eigener
Wohn=
häuſer”
Durch Beſchluß der
Generalver=
ſammlung vom 11. Februar 1912
iſt die Beſtimmung, „daß jedes
Mitglied ſich mit mehreren, aber
nicht mit mehr als 20
Geſchäfts=
anteilen beteiligen kann”,
aufge=
hoben.
Durch Beſchluß der
Generalver=
ſammlung vom 11. Februar 1912
ind die Beſtimmungen über
Ge=
genſtand des Unternehmens,
Zu=
ſammenſetzung, Wahl und
Beſol=
dung des Vorſtandes,
gemein=
ſchaftliche Obliegenheiten des
Vor=
ſtandes und des Aufſichtsrats,
Befugniſſe der
Generalverſamm=
lung, ordentliche
Generalverſamm=
lungen, Eintritt und Ausſchluß der
Genoſſen, Rechte der Mitglieder,
Eintrittsgelder, Geſchäftsanteile,
Notfond, Warenkredit,
Reſerve=
fond, Immobilienfond, Betriebs=
Erweiterungsfond,
Dispoſitions=
fond, Spareinlagen, Warenverkauf
und Lieferantengeſchäft,
Mitglieds=
karte, Konſumbüchlein und
Konto=
buch, Rechnungsweſen, Verteilung
des reinen Ueberſchuſſes,
Auf=
löſung der Genoſſenſchaft und die
zu veröffentlichenden
Bekannt=
machungen. (§§ 1, 4, 5, 6, 28, 29,
30, 41, 42, 44, 47, 51, 53, 54, 55,
57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65,
66, 67, 62, 69, 70, 71, 72, 73, 74,
75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83,
84, 87, 90 des Statuts geändert).
d) das Geſchäftsjahr läuft
nun=
mehr vom 1. Juli bis 30. Juni.
b) Bekanntmachungen erfolgen
nunmehr unter der Firma im
„Darmſtädter Tagblatt” und im
„Heſſiſchen Volksfreund‟ (6583.
Das ganze Statut hat eine neue
Faſſung erhalten.
Darmſtadt, 13. März 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
unſtmaler möchte einige Ge=
K mälde (Haide, Marine) ſehr
billig abgeben. Off. erbeten unter
T 36 an die Exp. d. Bl. (*6880
Holz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 21. ds. Mts., von vormittags
9 Uhr an,
werden in dem oberen Lokale der Turnhalle dahier (
Woogs=
platz 5) aus Domanialwald=Diſtrikt Beſſunger Forſthaus
ver=
verſteigert:
Stämme:
52 Eichen=Schwellen (2,7 m lang mit 25 cm Minimalkopfſt.)
— 12,88 fm
1 Eichen
I. Kl. — 0,91 fm 18 Eichen IV. Kl. — 7,46 fm
II. . — 4,50 „
V. „ — 1,87 „
III. „ — 5,16 „ 36
VI. „ — 5,63 „
1 Buchen
I. „ — 1,33 „ 1 15 Buchen III. „ — 16,13 „
II. „ — 5,69 „ 11
IV. „ = 7,97
11 Hainbuchen VI. „ — 1,65 „ 9 Eſchen VI. „ — 1,54 „
1 Birken
IV.
— 0,83 „ I. 1 Birken V. „ — 0,66
1 Erlen
IV. „ — 0,92 „ 2 Erlen VI.
—0,49
„ — 0,29
16 Lärchen V. „ — 2,76
3 Fichten
IV.
2,02 „ 127 Fichten V.
32,27
Derbſtangen: 4 Eſchen — 0,35fm, 202 Fichten — 11,03 fm,
58 Lärchen — 1,86 fm.
Reisſtangen: 33 Lärchen — 0,30 fm.
Nutzſcheiter, rm: (Rollen) 20 Eichen, 5 Erlen.
36 Eichen.
11 Kiefern (2 m lang).
Nummernverzeichniſſe werden nicht ausgegeben. — Im
An=
ſchluß hieran, mit Abzählungsnummern 849—966
Scheiter, rm: 80 Buchen, 25 Eichen, 1 Birken, 2 Erlen;
Knüppel, rm: 33 Buchen, 2 Hainbuchen, 11 Eichen, 1 Birken;
Reiſig, Wellen: 1260 Buchen, 270 Eichen, 20 Birken;
Stöcke, rm: (grob) 15 Buchen, 7 Eichen, 1 Erlen: (fein)
7 Buchen, 7 Eichen; 1,5 rm ungeſpaltene Buchenſtöcke, ſind
zu Hackklötzen gut geeignet.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Kolb (Beſſunger Forſthaus) iſt
beauftragt, dasſelbe auf Verlangen vorzuzeigen.
(6084mi
Darmſtadt, den 12. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
übſche
Kinderwagen
illig z. vk. Liebfrauenſtr. 36, I. (*6973.
Letzte Brennholz=Verſteigerung.
Donnerstag, 21. März 1912, vormittags 11 Uhr
anfangend, werden auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt, aus Diſtrikt
Klingsackertanne
38 rm Kiefern=Scheit
11 rm Kiefern=Knüppel
33 rm Kiefern=Stock
und aus Diſtrikt Malchertanne
32 rm Kiefern=Scheit
7 rm Kiefern=Knüppel
9 rm Kiefern=Stock
an den Meiſtbietenden verſteigert.
(6512oi
Pfungſtadt, den 14. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Brennholz-Verſteigerung.
Montag, den 25. und Dienstag, den 26. März,
jedesmal von vormittags 9 Uhr an, ſollen in der Günther’ſchen
Wirtſchaft in Roßdorf aus den Diſtrikten Spieß und Pfarrholz
ver=
ſteigert werden:
Scheiter rm: 254 Buchen, 19 Eichen und Birken, 12 Kiefer;
Knüppel rm: 459 Buchen, 123 Eſchen und Eichen. 38 Birken,
17 Erlen, 16 Kiefer, 29 Lärche und Fichte; Reiſig Hdt. W.:
96,1 Buchen, 16,7 Eichen, 5,7 Birke und Erle, 16,7 Kiefer
und Fichte; Stöcke rm: 73 Buchen, 14 Eiche und Birke,
4 Erle und Kiefer.
Am erſten Tag kommen die Nummern 905 bis 1196 (Diſtr.
Pfarrholz), am zweiten Tag 1197 bis 1433 (Diſtr. Spieß), zum
Ausgebot.
Ober=Ramſtadt, den 15. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
(6656
Holzverſteigerung.
Montag, den 25. I. Mts., von vorm. 10 Uhr an,
werden im Zeilharder Gemeindewald, Diſtrikt Mark, verſteigert:
Scheiter rm: 6 Eichen, 107 Kiefern
Knüppel „ 16
91
Reiſig 67 rm Fichten=Bohnenſtangen
Wellen 2785, 2 rm Stöcke.
Die Zuſammenkunft iſt bei Wirt Schneider bei Station
Meſſel.
Zeilhard, den 15. März 1912.
(6599B
Großherzogliche Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 20. März 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Vertikos, Ausziehtiſche, Sofas,
Nachtſchränkchen, Spiegel, Schreibtiſche, Kleiderſchränke,
Di=
wans, Pianinos, ferner 1 Warenſchrank, 1
Federpritſchen=
wagen, 1 Grammophon, 12 St. Taillenbänder à ca. 22 m,
8 Rollen Nahtband, 6 Dtzd. Kragenſtützen, 4¾ Dtzd.
Armblätter, ca. 1 Pfd. Fiſchbein=Stäbchen
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet
be=
ſtimmt ſtatt.
(6641
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Nummer 67.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Seite 13.
Aufruf
Die ſichere und glückliche Zukunft unſeres Vaterlandes beruht auf einer kräftig geſund an Leib und Seele und wehrhaft heranwachſenden Jugend! Und gerade
der Jugend drohen in unſerer Zeit in leiblicher, ſittlicher und vaterländiſcher Beziehung die größten Gefahren! Deshalb ſind in allen deutſchen Gauen von jeher
treudeutſche Männer und Frauen, ſowie vaterländiſche Vereinigungen am Werke, unſerer ſchulentlaſſenen Jugend ein frohes Gedeihen zu körperlicher Kraft und ſittlicher
Tüchtigkeit zu erleichtern. Von dieſer verdienſtlichen Arbeit darf jetzt eine noch tiefere und umfaſſendere Wirkung erhofft werden, nachdem die daran beteiligten
Ver=
bände ſich neuerdings in einzelnen Bundesſtaaten in beſondere Organiſationen zuſammengeſchloſſen haben. Soll aber ein voller Erfolg erzielt, ſoll die geſamte
deutſche Jugend erfaßt werden, ſo bedarf es der Mitwirkung der weiteſten Volkskreiſe, vor allem auch der Väter und Mütter unſerer heranwachſenden Jugend.
Dieſe allgemeine Teilnahme beſonders für einen wichtigen Zweig der Jugendpflege gewinnen zu helfen: für die Erziehung der Jugend zu körperlicher und
ſittlicher Tüchtigkeit in Haus, Beruf und öffentlichem Leben, hat ſich der
Bund „Jungdeutſchland‟
zum Ziel geſetzt.
Von der nach Millionen zählenden deutſchen ſchulentlaſſenen Jugend treibt jetzt noch nicht viel mehr als ein Viertel regelmäßig irgendeine Art körperlicher
Uebung. Nahezu drei Viertel gilt es noch dazu heranzuziehen.
Deutſche Väter und Mütter! Wir brauchen ein ſtarkes Geſchlecht für die Zukunft unſeres Volkes! Nur eine wehrhafte Jugend ſichert
den Staaten und Nationen eine glückliche Zukunft. Das lehrt die Geſchichte aller Zeiten bis in die jüngſte Stunde.
Darum ſendet eure Kinder in die Vereine, die die körperliche und ſittliche Erziehung im vaterländiſchen Geiſte als ernſtes Ziel vor
Augen haben, und wo es an ſolchen Vereinigungen fehlt, helft neue gründen als Glieder des Bundes „Jungdentſchland” und hütet im Herzen
der Jugend die Liebe zum Deutſchtum und Vaterland.
Dieſem Aufruf des von Generalfeldmarſchall Frhr. v. d. Goltz ins Leben gerufenen Bundes Jungdeutſchland folgend wurde am 31. Januar ds. Js. in
Darmſtadt ein Heſſiſcher Landesverband Jungdeutſchland als Glied des Geſamtbundes gegründet. Zahlreiche Vereine und Einzelmitglieder ſind ihm bereits
beigetreten. Soll es ihm aber gelingen, ſeine Ziele überall im Lande zu verwirklichen, ſo bedarf er der Mithilfe der weiteſten Kreiſe.
Darum ergeht unſer Ruf an alle die, denen das Wohl der Jugend am Herzen liegt. Helfen Sie uus, treten Sie unſerem Bunde bei
zur gemeinſamen Arbeit an der Erſtarkung der heranwachſenden Jugend; denn ſie iſt die Zuknuft unſeres Vaterlandes!
Im Namen des Landes=Ausſchuſſes
des Heſſiſchen Landesverbandes Jungdeutſchland:
Frhr. v. Heyl.
Darmſtadt, im März 1912.
Zuſchriften werden erbeten an die Geſchäftsſtelle des Heſſiſchen Landesverbandes Jungdeutſchland in Darmſtadt, die weiteres Material gerne überſendet. — Die
Höhe des Mitgliedsbeitrags iſt nach den Satzungen in das Ermeſſen des Einzelnen geſtellt.
(6614
Büchereinliale und Cals
Steuer=Erhebung.
geeigneter Laden hierzu zu mieten
Privat-Handelsschule
geſucht. Offerten unter P 3 an
Das 5. und 6. Ziel der Ge=
(*6785soi
die Exped. ds. Bl.
Gegründet 1899 :: Darmstadt:: Matbildenplatz 7meindeſteuer für das Rechnungs=
Würfel, Nuß .
Sto
Handelskurse zur Vorbereitung undjahr 1911 iſt bei Vermeidung der
In d. Nähe d. Mathildenhöhe wirt
Mahnung, bis Ende dieſes
Mo=
zu
s Fortbildung für den kaufm. Beruf für nats an den Werktagen,
vormit=
miet.
tags von 8½ bis 12½ Uhr, hierher j. Nußs H und Meillel Gartel geſ.
bamen u. Herren (Dauer, 3, 6 u. 12 Mounte) hl zu entrichten.
Off. unt. P 38 Expedition. (6607
Besondere —
Im Intereſſe raſcheſter Ab=
Pl. Wiese od. Kleestück
lAbtell. ur =Fortbildungsschüler.fertigung an den Zahlſchaltern! Stück-Kohlen 12 zu pachten geſ., am liebſten in
wird gebeten, die Gelder abge=
Das Sommer-Semester beginnt Anfangs April. Einzelfächer
der Nähe der Ludwigshöhe. Off.
können täglich begonnen werden. Leiter: Oskar Dierker.lzählt bereit zu halten.
von der Saar prompt liefer=unt. T 55 an die Exped. (*6947
Darmſtadt, 11. März 1912.
Höhere Vrwatſchule Darmſtadt
Grüner Weg 19.
Fernſprecher 1512.
Die Anſtalt bereitet in ſorgfältigem Unterricht zur
Einj.= Prim.=, Fähnrich= und Reifeprüfung
vor. Die grundſätzlich beſchränkte Schülerzahl ermöglicht eine
durch=
aus individuelle Behandlung in Unterricht und Erziehung; beſte
Lehrkräfte; nachweisbar ausgezeichnete Erfolge. Nähere Auskünfte,
Prüfungsergebniſſe uſw. durch den Vorſteher
H. Rupp.
B6286)
Sie lernen tanzen
und zwar ohne Lehrer in Ihrer eigenen Wohnung, wenn Sie K. Baums
„Modernes Tanzlehrbuch für Herren und Damen” benutzen. Dasſelbe
ent=
hält weit über 100 Illuſtrationen. zu faſt alln Tänzen iſt jeder Schritt und
Tritt genau und dentlich abgebildet und dann noch ausführlich erläutert. 3ch
übernehme volle Garantie, daß nach dieſem Buche jebermann ohne weitere
Ausgaben die hauptſächlichſten Rund= und Figurentänze erlernen kann:
zwar=
nicht innerhalb einiger Stunden, wie von anderer Seite marktſchreieriſch der
hauptet wird, denn das iſt unmöglich und wird von keinem vernünftigen
Menſchen geglaubt, — aber in ea. zwei Wochen kommen Sie mit keichter
Mühe ſoweit, daß Sie eine Tanzfeſtlichkeit ohne Furcht vor Blamage
mit=
machen können. Um Anfängern die Sache noch mehr zu erleichtern. gibt
der Verfaſſer in dem Buche auch Anleitungen, wie man beim Tanze Geſpräche
anknüpft, den Partner oder die Partnerin amüſant unterhält uſw. Achten Sie
aber darauf, daß Sie auch würklich das Buch von K. Baum erhalten. Nur
auf dieſes bezieht ſich meine Garantieleiſtung. Gegen Einſendung von M. 2.50
(auch in Briefmarken) lieſere ich das Buch franko an jede Adreſſe. (Nachnahme
20 Pfennige teurer),
Otto Steiniger in Leipzig-Connewitz Nr. 721.
Großer Bücherkatalog, gratis.
Meh
Dädugoglum Heidelberg.
T Seit 1300- 217 Einjähr., 140 Pri.
Deuenheim=
maner 7./8. Kl. Pensionat. (6066Ml
BrauerSchule
Worms?Rh.
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Beginn Hosbammn-Samesters
am 17. April rorz.
uver-Akademie.
Programm dufd Cc
Jeune allemande (dipl. frang.)
cherche une dame fransaise poul
conversation. Eventuellement
donnerait en échange lecons
Gallemand ou autres.) Reponse
sous T 40 à Pexpedition de co
(*6905
journal.
Wer erteilt junger Dame
dramatischen
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unter A 70 poſtlagernd. (*6951
Putz-Kurs.
Teile ergebenſt mit, daß der Kurs
äm Montag beg. Damen können
n. teilnehm. Mühlſtr. 17½, I. (*6885
u. Nachhilfe in
Unterricht allen Schulfächern
erteilt Lehrerin. Sprachenaustausch.
5545a)
Riedlingerſtraße 20.
wünſcht engliſch.
Engländerin Unterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 19, I. (5295a
Existenz:
Damen u. Herren
werden in geſonderten Kurſen in
Körperpflege und Maſſage
aus=
gebildet geg. ehr mäßiges Honorar.
Gefl. Zuſchriften unter L. 62 an
die Exped. ds. Bl.
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Sbeſſerer Konfektion mitmachen.
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Von der Reiſe
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Harnkrankheiten
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Die Stadtkaſſe.
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Am Montag, den 25. ds. Mts.,
um 8 Uhr vormittags,
wird in der Kaſerne am Beſſunger
Weg die Matratzenſtreu aus einem
Baterieſtall öffentlich und
meiſt=
bietend verſteigert. (6640mffs
Darmſtadt, im März 1912.
I. Abteilung
Feldartillerie=Regts. Nr. 61.
Zimmerarbeiten zu vergeben,
O event. gegen Schreinerarbeiten
Näh. Eliſabethenſtr. 62. (*6876id
bar abzugeben. Anfragen
erbitten unter T 51 an
die Exped. ds. Bl. (6643a
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ner 4,50 Mk. verkauft (*6979
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
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35)
Geſprochen haben Dora Plattner und Gerdt
Lühr=
ſen kein Wort miteinander, als ſie bei dem Toten wachten.
Nur Doras Hand hatte ſich ihm entgegengeſtreckt, als
alles vorüber war, und er hatte ſie mit beiden Händen
genommen und war in die Knie hinunter geglitten, als
er ſeine Augen auf ihre Hand drückte, die auf der Bruſt
des Jungen lag, in der kein Pochen mehr war. Lautlos
nur rann ihr Träne auf Träne hinunter. Ganz ſtill war
es in der Mühle. Alle andern ſchliefen noch ein paar
Stunden gegen Morgen. Nur das Waſſer rauſchte
gleich=
mäßig aus den Mühlenteichen übers Wehr in den
Flut=
graben hinunter.
Lührſens Seele rang mit ihrem Gott. War es ein
Strafgericht geweſen für ihn, für Lilli, für ſie beide?
Dieſe Frage mußte kommen, und die Antwort konnte nur
die Zeit geben.
Als es im Hauſe ſich zu regen begann, ging Dora
leiſe hinaus. Sie kam bald wieder und ſagte zu Lührſen:
Kommen Sie, wir müſſen beide etwas genießen.
Er tat, was ſie wollte. Das Tier im Menſchen will
ſein Recht; und es iſt gut ſo und zu unſerm Heile, daß
es ſo iſt. Auch das Tägliche im Leben will ſein Recht
fordern. Lührſen mußte ſich um die Pferde und Kühe
kümmern und mußte noch einmal nach Halligboſtel
hinü=
ber in dem trüben dämmernden Morgen, um ſich zu
über=
zeugen, daß es neu aufgebaut werden müſſe, wenn es
noch ein Halligboſtel geben ſollte. —
Den Brief an Lilli ſchrieb der Pfarrer Liebetrau.
Dänhardt kam zur Beerdigung und ſagte, daß Lilli
nicht hätte kommen können, denn ſie wäre gar nicht
im=
ſtande geweſen, zu reiſen. Es iſt beſſer ſo, Lührſen. Er
ging auch zu Dora und gab ihr kräftig die Hand. Seien
Sie ganz ruhig! Lührſen holt es durch, mag es jetzt auch
ſchlimm in ihm ausſehen. Er iſt geſund. Die ſchweren
Zeiten werden vom Körper entſchieden. Iſt der geſund,
ſo beibt der Wille zum Leben auch kräftig. Wir Aerzte
wiſſen das. Aber er ſieht ſchecht aus, das iſt wahr!
Lührſen war in Hamburg geweſen, wo er geſchäftlich
zu tun gehabt hatte. Ein heller Tag war es, ſo daß er
in Harburg den Zug verließ, um zu Fuß nach Boſtel zu
gehen. Der Winter hatte jäh abgebrochen, und überall
im Felde ſah man ſchon Arbeit und Schaffen. Die Stare
waren im Lande und jubilierten in den Chauſſeepappeln.
Lührſen mußte an die Frühjahrsbeſtellung denken, denn
was auch wurde, der Acker mußte beſtellt werden.
Maak aus Bütfeld überholte ihn mit ſeinem Geſchirr.
Steigen Sie. mit auf, Herr Lührſen.
Sie ſprachen von dieſem und jenem, über
Winter=
ſaat, Kornpreiſe und wie der Schimmel, der rechts ging,
ſich herausgemacht hätte, nun er fünfjährig geworden
war. Wie es denn ſtünde, und wann das Bauen
los=
gehen ſolle in Halligboſtel, und ob die Verſicherung
ge=
zahlt hätte?
Ja, Maak, das hat ſie getan. Aber man muß viel
herunterfreſſen. Ich habe wohl gemerkt, daß man
nach=
forſchte, ob ich nicht am Ende ſelbſt Halligboſtel
nieder=
gebrannt hätte, weil man wußte, daß ich bares Geld
nötig gehabt.
Ja, Herr Lührſen, meinte der Bauer, der ſeine ſiebzig
Jahre hatte, das is nu ſo in der Welt! Seit es die Ver=
ſicherungen gibt, hat kein Menſch mehr ſeine Ehre ſicher.
Nicht einmal, wenn einer mauſetot iſt. Da haben ſie
neulich den ollen Peters in Wermsdorf begraben. Ich
hab ihn gut gekannt, und ein rechtlicher Kerl war er ſein
Lebelang. Wie er tot war, da hat die Lebensverſicherung
herumgeſucht, ob am Ende ſein Sohn nicht ein büſchen
nachgeholfen hätt. Der Alte hatte ſich ja durchs
Boden=
loch zu Tode gefallen, weil er halb blind war. Und denn
haben ſie gemeint, ob der Alte nicht vielleicht ſogar
Selbſtmord begangen hätte, damit der Junge nicht mehr
ſo lange die Prämie zahlen müſſe. Das iſt doch rein
ver=
rückt. Die Verſicherungen ſind ja ganz ſchön, ich bin
ſelbſt drin. Aber als ich jung war, da ſtand jeder Bauer
nur auf ſeinen eigenen Beinen, und kam er in Not, denn
halfen die andern. Aber ein Fell muß einer heutzutage
haben über ſeiner Ehre, wer weiß wie dick! Früher wurde
ein rechtlicher Kerl ſchon halb toll, wenn er nur in
Ver=
dacht kam, heute nimmt er es ſchon ruhig hin, wenn er
verurteilt wird. Und denn mein ich, Herr Lührſen, wenn
jeder weiß, daß er in Not beim Nachbarn anklopfen muß
und kann, denn kümmert ſich einer um den andern, weil
er der nächſte iſt; heute gibt’s das nicht mehr!
Lührſen nickte mit dem Kopfe. Es war was
Rich=
tiges daran, was der alte Bauer als Philoſophie aus
dem Leben gelernt hatte, ſo unbeholfen er es auch
aus=
drückte.
Sie kamen an Bohlmanns Haus vorbei. Ja, nu
kieken Sie bloß, Herr Lührſen, nimmt der olle Bohlmann
die Frau wieder an! Da hantiert ſie in ſeinem
Kartoffel=
land, und die Kleine hat er dazu auf dem Halſe. Was
die Lene is, die ſoll nu doch verſtändiger geworden ſein.
Ja, das war ſo, und der Paſtor war kürzlich bei
Bohl=
mann eingekehrt und hatte mit den beiden ein ernſtes Wort
Nummer 67.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Seite 15.
aſtrachen dais es an beſen eire, iehſenten inunder
wieder.
Zwar Bohlmann hatte noch Bedenken gehabt. Ja,
Herr Paſtor, wenn ſie weiß, daß ſie mich wieder feſt hat,
denn paſſen Sie auf, denn läßt ſie mich wieder das Eſſen
anbrennen. Das iſt in die letzte Zeit bloß einmal
paſ=
ſiert. Aber ich bin nu nich mehr ſo dämlich. Nee! Ich
hab ihr geſagt, die Bohnen könnt ſie allein eſſen, die
wären grad gut für unſer Schwein. Seither is nix wieder
vorgekommen. Aber wenn ich ſie nu heirat', denn geht
das wieder los. Da bin ich gewiß für. Ich ſage man,
ich hab mich bloß an die klein nüdliche Deern gewöhnt.
Wenn das lütte Ding mich mein Frühſtück aufs Feld
bringt, dann ſchmeckt mich das noch mal ſo gut, und
Schnaps trink ich gar nicht mehr. Aber wenn der Herr
Paſtor meinen, denn kann ich ja das Aufgebot beſtellen,
wenn die Zeit herum is.
Wie hatte der Paſtor gelacht, als er ſeiner Frau dieſe
Unterredung erzählte, und was für na feine kleine
Ge=
ſchichte war daraus geworden auf dem Papier! —
Es war eine ſchöne Fahrt auf der Chauſſee zwiſchen
den Feldern hin. Maak, Sie könnten mich mitnehmen
bis Bütfeld, ich will auf den Kirchhof.
Is recht, Herr Lührſen, das tu ich gern.
Ais ſe an di binle inten dealtie Rat eit den
Peitſchenſtiel nach Halligboſtel. Herr Lührſen, nix für
ungut, aber das tun Sie uns doch nicht an! Die Leute
drähnen ſo allerlei, Sie wollten verkaufen?
Ich weiß noch nicht, Maak.
Das wär nicht gut, Herr Lührſen. Sie gehören nun
doch hierher, und ich laß mich totſchlagen, die ganzen
Bauern in der Gegend helfen Steine und Holz fahren,
und keiner nimmt nen Groſchen dafür.
Da wurde Lührſen das Herz warm wie der
Sonnen=
ſchein, der auf dem dunkelgrünen Winterkorn lag. Er
gab unwillkürlich dem Bauer die Hand. Ich weiß nicht,
Maak, mein Leben iſt nun doch einmal kaput. Was ſoll
ich wieder anfangen?
Herr Lührſen, das is man nen dummen Snack.
Neh=
men Sie das nich übel, ich red gradzu. Das darf ein
Mann in Ihre Jahre nich ſagen, und unſer Herrgott will
ſo was nich hören. Das weiß ich gewiß!
Lührſen ſagte nichts mehr, bis er den Wagen verließ,
um nach dem Kirchhof zu gehen. Man hätte ſchon ganz
gut Primeln auf das Grab ſetzen können. Vor dem
Kirch=
hof hielt ein Mietwagen aus der Stadt. Er achtete nicht
darauf. Als er um die nächſte Wegecke bog, wo hundert
Schritte weiter ſeines Kindes Grab lag, da ſah er, daß
am Grabe eine Frau ſtand. Dora war es nicht und deren
Scheſer aich nicht Er beim in Schret id wirde
feige, ja er war nahe daran, umzudrehen. So ſtand er
eine Weile und ſah hinüber. Sie wandte ihm den
Rücken zu.
Einige Zeit nach dem Begräbnis hatte er von ihr
einen Brief bekommen, in dem ſie ſich in den
leidenſchaft=
lichſten Worten anlagte; es war ein Brief ganz wie Lilli,
aber am Ende klang er doch ruhiger aus. Er ſolle ihr
einiges freundliches Gedenken bewahren. Nach dem, was
geſchehen, müßten ſie ſich nun wirlich trennen, denn das
Kind ſei die Brücke geweſen, über die ſie vielleicht
zuein=
andar wieder hätſten zurückokmmen können. „Ich
be=
ſchwöre Dich, Gerdt, gehe Du Deinen Weg, wie er Dir
gegeben iſt. Ich wimmere nach einem Menſchen, der
mich lieb hat, aber ich weiß, es iſt mir nicht gegeben, ſo
zu lieben und ſo geliebt zu werden. Alle unſere Freuden
und Entbehrungen ſind uns gegeben durch die Natur
unſeres Weſens. Ich habe früher leicht gedacht über
eine Ehetrennung. Aber gewiß weiß ich, daß
Zuſammen=
leben nur aus Pflicht noch weit ſchlimmer iſt, weil dann
alle Lebensſtröme verſiegen müſſen. Verſuchen wir beide
ein neues Leben und denken wir freundlich voneinander
um unſeres kleinen Toten willen.”
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rechnen wir auf die Anweſenheit aller unſerer Mitglieder.
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An der Verſammlung Sonntag, den 24. März,
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Kameraden, welche dem Verein noch nicht beigetreten
ſind ganz beſonders gebeten, teilzunehmen.
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Kaiſerkrone
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Der Meineidbauer.
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Großherzogl. Hoftheater
Dienstag. 19. März.
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Zweiter Tag aus der Trilogie
„Der Ring des Nibelungen” in
3 Aufzügen von Richard Wagner.
Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Siegfried
. Hr. Becker
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Der Wanderer . Hr. Weber
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Die Stimme des Fr. Speiſer=
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Anfang des 2. Aufzuges 7¼ Uhr.
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Donnerstag, 21. März. 141. A.=V.
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Freitag, 22. März. 142. Ab.=V.
B 35. Neu einſtud.: „Othello”.
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Aus dem Spielplan.
Sonntag, 24. März. 143. A.=V.
C 37. „Götterdämmerung.”
Große Preiſe. Anfang 5½ Uhr.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. März 1912.
Nummer 67.
Kinder, kauftEuch
„Javol”, wenn Ihr über
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des Haares zu klagenhabt. Javo!
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„Javol” enthält nachweisbar
Kräuterauszüge, von denen die S
Wiſſenſchaft feſtgeſtellt hat, daß 8
ſie auf den Haarwuchs eine
wunderbare Wirkung ausüben. Darum die Erfolge des
„Javol‟. „Javol” wird nur in Originalflaſchen
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* Frankfurt, 17. März. Unter lebhafter
Teil=
nahme des hieſigen Publikums und vieler Offiziere ſpielte
ſich am Sonntag der zweite Teil des vom Frankfurter
Rennklub veranſtalteten Preisreitens und
Preis=
ſpringens ab. Die Preisverteilung wurde von der
Großherzogin von Heſſen vorgenommen. Die
Reſultate ſind: Chargenpferd=Springkonkurrenz:
1. Leutn. v. Moritz’ (25. Art.) Braut, 2. Oberleutn.
Du=
liers (2. Jäger zu Pferde) Tobitſchau und Leutn. v.
Har=
bous (20. Drag.) Grundherr, 4. Oberleutn. Bruchs (5.
Jäger zu Pferde) Qualm, 5. Oberleutn. Giulinis (2.
Chev.) Friſch auf, Leutn. Schulte=Herkendorfs (14. Ul.)
Amazone und Leutn. v. Willichs (24. Drag.) Edelſtein.
Unteroffizier=Reitkonkurrenz. Feld=Artillerie: 1. Feldart.=
Regt. 61, 2. Feldart.=Regt. 63, 3. Feldart.=Regt. 61:
Schwere Kavallerie: 1. Kür.=Regt. 8, 2. Ul.=Regt. 20,
3. Jäger zu Pferde; Leichte Kavallerie: 1. Drag.=Regt.
Nr. 25, 2. Huſaren=Regt. 11, 3. Drag.=Regt. 22. —
Reit=
pferd=Qualitätsprüfung. Abteilung A (für leichtes
Ge=
wicht): Leutn. v. Willichs (24. Drag.) Mäuschen, 2.
Ritt=
meiſter v. Platens (24. Drag.) Snowſtorm, 3. Leutn.
v. Moſchs (14. Ul.) Truggold, 4. Rittm. Böges (14. Ul.)
Silly Sally, 5. Leutn. Graf v. Schäsbergs (19. Ul.) Don
Juan, 6. Leutn. Geißlers (6. Ul.) Bravo, 7. des
deut=
ſchen Kronprinzen Jacobin (Oberleutn. v. Zobeltitz), 8.
Oberleutn. d’Hengelieres (2. Chev.) Aurel. Abteilung B
(für ſchweres Gewicht): 1. Major Frhr. v. Maltzahns
(6. Drag.) Eſſex (Rittm. Halling), 2. des deutſchen
Kron=
prinzen Damascener (Oberltn. F. v. Zobeltitz), 3. Oberltn.
Bürkners (2. Jäger zu Pferde) Gral, 4. Rittmeiſter
Scheibleins (7.Chev.) Wendelin, 5. Leutn. Frhr. v.
Ga=
gerns (3. Garde=Ul.) Idealiſt, 6. Oberleutn. Frhr. v.
Mir=
bachs (2. Garde=Ul.) Huntsman, 7. Oberleutn. v.
Tres=
kows (5. Jäger zu Pferde) Wodan (Oberleutn. v.
Vo=
pelius), 8. Leutn. Graf v. Jaſchs (20. Drag.) Franktireur.
Huſaren) Radetzki (Frl. Hugo), 2. Oberſtleutn. Hugos (9.
Huſaren) Raretzki (Frl. Hugo), 2. Oberſtleutn. Hugos
(9. Huſaren) Scharnhorſt (Frl. Hugo), 3. L. W. Gans
Dainty (Frau Willemer), 4. Rittm. Böges (14. Ulanen)
Silly Sally (Frau J. Böge), 5. Leutn. Linkenbachs (14.
Ul.) Palma (Frau J. Böge), 6. Oberleutn. Benders
(30. Art.) Gipfh Girl (Frau Bender). — Armee=
Reitkon=
kurrenz um den Ehrenpreis des Kronprinzen: 1. Oberltn.
F. v. Zobeltitz’ (2. Garde=Ul.) Kolumbus, 2. Leutn. Frhr.
v. Marſchalls (Leib=Garde=Huſaren) Lohengrin, 3.
Ober=
leutnant Hunglingers (8. Chev.) Zola, 4. Oberleutn.
v. Braunſchweigs (16. Huſ.) Regent, 5. Leutn. Bergers
(25. Drag.) Lotte. — Schwere Springkonkurrenz: 1.
Ober=
leutnant Sommerhoffs (21. Drag.) Scots Grey und
Ritt=
meiſter v. Günthers (Adj. 30. Kav.=Brag.) Harald, 3. H.
R. Roßmanns Cark Petrel und Leutn. Graf v.
Schäs=
bergs (5. Ul.) Grundſee, 5. Oberleutn. Wätjens (24.
Drag.) Horridoh (Leutn. v. Iſſendorf, 24. Drag), 6.
Leutn. Baltz’ (6. Drag.) Carmen und Otto Kochs Rinaldo,
8. H. R. Roßmanns Evening Star, Otto Kochs Bravo
und Leutn. O. v. Hartliebs (4. Chev.) Inker.
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Handikap; 2500 Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Hrn. A. v.
Schilgens Argile (Torke), 2. Yamethen (Wedgewood),
3. Edgar Girl (Shurgold). Tot. 50:10, Pl. 15, 29, 12110.
Unpl.: Blue Dragee (4), Mikado III, Royal Flaſh,
Solo=
mons Wisdom, Greyburn, Schikane, Bäuerin, Journal,
Skipio. Leicht, 3—4 Lg. — Wiederſehen=Hürden=Rennen;
2500 Mark, Diſtanz 2600 Meter: 1. Hrn. G. Kochs
Mi=
randa (Scholz), 2. Fälſcher (Dittmar), 3. Peene (
Prin=
ten). Tot. 46:10, Pl. 14, 20, 15:10. Unpl.: Schönbrunn
(4), Miß Wodan, Avanti, Cobden. Ueberlegen, 8 Lg.—
Kopf. — Wald=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mk.,
Diſtanz 3500 Meter: 1. Frau E. Hildebrandts Bieſelberg
(Hr. Purgold), 2. Fifth Ace (Leutn. v. Moßner), 3.
Reine du Jour (Hr. Dodel). Tot. 85:10, Pl. 20, 26, 17110.
Unpl.: Angola (4), Saint Mihiel (gef.), Kilruddery,
Mi=
ſtic Light, Lady Forfar. Sicher, ¾—2 Lg. —
Straus=
berger Handikap=Jagdrennen; Ehrenpreis und 3000 Mk.,
Diſtanz 3500 Meter: 1. Hrn. A. Peters Tarpaulin II
(Torke), 2. Emma Olivia (G. Lommatzſch), 3. Antaeus
(Roſäk). Tot. 49110, Pl. 15, 13, 26:10. Unpl.: Myrthe
(4), Avignon (5), Hacklers Beauty, Ragot, Clutch, Blair
Baggley, Beautiful Eve, Holy Terror (angeh.). Sicher,
1½—2 Lg. — Preis von Herzfelde; Ehrenpreis und 2000
Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn A. Schilgens Celius
(Beſ.), 2. Hidden Charms (Hr. Purgold), 3. Pruneliere
(Dr. Rieſe). Tot. 53:10; Pl. 12, 12, 11:10. Unpl.: Galley
(4), Procles, Lochlee. Leicht 1 Lg. bis Hals. — Preis
vom Quaſt; 2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn
G. Nettes Oben Hinaus (Printen), 2. Revolte (Torke),
3. Doma (Wurſt). Tot. 22:10; Pl. 15, 14110. Unpl.:
Erda, Carter, Dietlinde. Leicht 3½—6 Lg.
Eröffnungsrennen in Dresden. Preis
2500 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Prinz A. Taxis’
Kis=
betyar (Jangl), 2. Peking (M. Aylin), 3. Hille Bobbe
(A. Schläfke). Tot. 28:10, Pl. 14, 13.10. Unpl.: Lord
Mayor (4), Kaſtanie. Ueberlegen, 6—8 Lg. — Frühjahrs=
Handikap, Ehrenpreis und 2100 Mk., Diſtanz 1600 Meter;
1. Leutn. F. v. Zobeltitz’ Edelmann (Beſ.), 2. Konſtantin
(Herr C. Lücke), 3. Triglav (Rittm. Keyſer). Tot. 24:10,
Pl. 14, 17, 27:10. Unpl.: Apatin (4), Mikado, Prognoſe,
Shifty, Douceur. Kampf, ½—½ Lg. — Damenpreis=
Jagdrennen; Ehrenpreis und 2300 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Leutn. F. v. Zobeltitz’ Rojeſtwensky (Beſ.) 2.
Jago (Leutn. Streſemann), 3. Milon II (Leutn. Braune),
Tot. 29110, Pl. 16, 38:10. Unpl.: Haſchiſch, Le Repas,
Tory Hill II. Kampf, ½—6 Lg. — Räcknitzer=Handikap;
Ehrenpreis und 2900 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn.
B. Wolffs Black River (Blades), 2. Brennus (M. Aylin),
3. Gernot (Jentzſch). Tot. 98:10, Pl. 26, 24, 19110.
Un=
plaziert: Livadia (4), Bleibtreu II. Eilige, Burggraf.
Leicht, ½—3 Lg. — Hoſterwitzer Hürden=Rennen: 2300
Mark. Diſtanz 2600 Meter: 1. Hrn. H. Hoeſchs Gruna
(Kutke jr.), 2. Wanderburſch (Buſch), 3. Eiſenbart I
(Berndt). Tot. 79:10, Pl. 25, 47110. Unpl.: Muscateller
(4), Charis (gef.). Ueberlegen, 5—4 Lg. — März=Jagd=
Handikap; 2500 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Hrn. E. F.
Gütſchows Trill (Leutn. Frhr. v. Wangenheim), 2.
Brö=
ſen (Leutn. v. Oertzen), 3. Mrs. Dot (Leutn. Streſemann).
Tot. 26:10, Pl. 15. 26:10. Unpl.: Sunburſt II, Chauri
(gef.). Sicher, 1—2 La.
Das Eröffnungs=Meeting in
Dort=
mund ging bei kühlem Wetter vor ſich. Trotzdem war
der Beſuch ein hervorragender. Die Rennen brachten
verſchiedene Ueberraſchungen. Stark von Zwiſchenfällen
heimgeſucht war das Verkaufs=Jagdrennen, in welchem
Haltefeſt ausbrach und Marigny und Job ihrem Beiſviel
folgten. Ormsby gewann ſchließlich ſicher gegen Harmlos.
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Die Zeiten ſind ſchlecht und teuer — da heißt es rechnen
und ſparen. Auch Sie verwenden wahrſcheinlich ſchon die billigeren
Kaffee=Surrogate anſtelle von Bohnenkaffee oder benutzen ſie als
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Aber seien Sie vorsichtig!
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