Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Hanſabund beſtätigt die Nachricht vom
Rück=
tritt ſeines Direktors Knobloch.
Bei einem Zuſammenſtoß ſtreikender
Berg=
leute mit der Gendarmerie in Buer wurde ein
An=
greifer erſchoſſen.
In Trzebinia (Galizien) erreignete ſich ein ſchweres
Eiſenbahnunglück, bei dem 20 Arbeiter ſchwer
und 33 leicht verletzt wurden. Die Zahl der Toten iſt
unſicher.
Auf den König von Italien wurde geſtern
vor=
mittag ein Revolverattentat verübt. Der
König blieb unverletzt. Der Täter wurde verhaftet.
Die Konferenz zwiſchen den engliſchen
Berg=
werksbeſitzern und Kohlenarbeitern
wurde auf Donnerstag vertagt. Die Blätter äußern
ſich jetzt weniger vptimiſtiſch über die Ausſichten einer
Beilegung des Streiks.
Der neue engliſche Flottenetat.
O Man ſchreibt uns: Der neue engliſche
Flotten=Etat, der erſte, den Winſton Churchill als
Marineminiſter einbringt, beläuft ſich auf rund 44
Mil=
lionen Pfund Sterling und iſt daher nur um rund
300000 Pfund kleiner als der vorjährige. Gerade durch
die Größe ſeiner Anforderungen hat der neue Etat die
Zuſtimmung ſowohl der liberalen wie der
oppoſitionel=
len Preſſe gefunden. Was aber alle Blätter in
merkwür=
diger Uebereinſtimmung mit beſonderer Befriedigung
er=
füllt, iſt die Erklärung Churchills: der Flotten=Etat ſei
unter der Vorausſetzung aufgeſtellt, daß die
vorhande=
nen Flottenprogramme der anderen Seemächte keine
Er=
weiterung erfahren. Aus dieſer Erklärung wird, wie
nicht anders zu erwarten, die Nutzanwendung auf
Deutſchland gezogen, deſſen
Linienſcheffsbaupro=
gramm Churchill gemäß dem Standard 211 begegne.
In ſolcher Nutzanwendung ſteckt mehr, als der
Wortlaut beim erſten Blick erkennen läßt, nämlich das
Beſtreban, Deutſchland auf ſein gegenwärtiges
Linien=
ſchiffsbauprogramm feſtzulegen, damit Großbritannien,
es im Verhältnis 2:1 übertrumpfend, ein
größe=
res Uebergewicht über die deutſche Flotte
erlange, als es ſonſt erreichen könnte. Iſt
doch der Standard 211 für die Linienſchiffsbauten
Eng=
lands in den letzten Jahren nicht der Standard geweſen.
Das britiſche Bauprogramm hat beiſpielsweiſe für das
Jahr 1911 bloß 5 Linienſchiffe gegenüber den deutſchen 4
umfaßt, nachdem im Jahre 1909 zuſammen 6 angefordert
worden waren. Aus dieſem Verhältnis darf der Schluß
ge=
zogen werden, daß Großbritannien den Standard 211
praktiſch nur dann durchführen kann, wenn das deutſche
Bauprogramm nur 2 Linienſchiffe vorſieht. Hierbei
geriete Deutſchland um ſo ſicherer ins Hintertreffen, als
Churchills Etat gleichzeitig den Bau von 8 kleinen
Pan=
zerkreuzern eines neuen Typs vorſieht, der ſie nach der
Meinung engliſcher Blätter befähigt, die Funktionen der
großen Panzerkreuzer zu übernehmen. Welchen
Stärke=
zuwachs dieſe 8 Panzer unter ſolchen Umſtänden für die
engliſche Flotte bedeuten, erhellt aus der Tatſache, daß
das engliſche Bauprogramm für 1911 nur 3 größere und
1 kleinen geſchützten Kreuzer umfaßte.
Den politiſchen Zweck einer ſo großen
Flottenver=
verſtärkung deutet der Daily Chronicle mit der trockenen
Bemerkung an: erſt nach einer Verſtändigung
mit Deutſchland könne eine Einſchränkung der
Rüſtungen eintreten. Offenbar ſoll alſo der neue
Flot=
tenetat ein Mittel ſein, die Verſtändigung
Großbritan=
niens mit Deutſchland ganz nach engliſchen Wünſchen
zu geſtalten. Jenſeits des Kanals beſchränkt man ſich
indeſſen zur Erreichung dieſes Zieles nicht auf das
Ge=
biet der Seerüſtungen, ſondern bringt mit erſtaunlicher
Unbefangenheit auch unſere Rüſtung zu Lande in den
gleichen Zuſammenhang. Der Navv and Military Re=
cord hat in dieſer Beziehung vor kurzem wörtlich
aus=
geführt:
„Die ſtetig wachſende Stärke des deutſchen Heeres
iſt eine deutliche Bedrohung des europäiſchen Friedens,
und dieſe Bewegung, verbunden mit dem Anwachſen der
deutſchen Seerüſtungen, iſt eine üble Vorbedeutung, wie
wir ſie derartig ſeit dem Emporkommen Napoleons nicht
mehr erlebt haben. Die ganze Richtung der deutſchen
Politik iſt aggreſſiv, und die engliſche Marine iſt, wie
Captain Mahan dargelegt hat, jetzt der einzige
Hemm=
ſchuh für Deutſchlands grenzenlos ehrgeizige Ziele.‟
Eine derartige Beurteilung unſerer Rüſtung zu
Lande ſteht in ſchneidendem Gegenſatz zu der bisher
be=
liebten engliſchen Methode, uns die Verſtärkung des
Landheeres auf Koſten der Flotte als ein Verfahren zu
empfehlen, das der Natur der Lage Deutſchlands
ent=
ſpreche.: Wenn jetzt, wo wir aus zwingenden Gründen
den Ausbau unſerer Rüſtung zu Lande in Angriff
neh=
men wollen, von engliſcher Seite die wachſende Stärke
des deutſchen Heeres als eine Bedrohung des
euro=
päiſchen Friedens ausgegeben wird, dann verrät ſich
auch hierin die Abſicht, Deutſchland für die „
Verſtändi=
gung” mit Großbritannien klein zu kriegen.
Tie verantwortlichen Leiter der deutſchen Politik
müßten mit Blindheit geſchlagen ſein, falls ſie ſich durch
ſolche Leimruten einfangen und verblüffen ließen.
Die Wehrvorlagen.
* Der Tägl. Rundſchau wird vom 13. ds. Mts.
ge=
ſchrieben: Die morgige Konferenz der leitenden
Mini=
ſter der Bundesſtaaten (auch die Finanzminiſter nehmen
an der Konferenz teil. D. Red.) wird die Entſcheidung
über die Deckung der Koſten der neuen Wehrvorlagen
noch nicht bringen. Es iſt keine Beſchlußfaſſung
vorge=
ſehen, ſondern nur ein Meinungsaustauſch, damit der
Reichskanzler ſchon jetzt darüber unterrichtet iſt, welche
Stellung ſeitens der größeren Bundesſtaaten zur
Deckungsfrage zu erwarten iſt. Es iſt ein offenes
Ge=
heimnis, daß die Schwierigkeit augenblicklich bei Bayern
liegt, das ſich die bekannten Zentrumsvorſchläge zu eigen
gemacht hat und ſich daher im direkten Gegenſatz zum
Staatsſekretär Wermuth befindet. So weitz ſich aber
bisher überſehen läßt, ſtehen die leitenden Miniſter der
übrigen größeren Bundesſtaaten dem bayeriſchen
Vor=
ſchlage ablehnend gegenüber und unterſtützen die Anſicht
des Schatzſekretärs, daß zur Deckung der Wehrvorlage
eine neue Steuerquelle erſchloſſen werden muß.
Dem Wunſche nach baldiger Veröffentlichung der
Vorlagen wird, wie wir weiter erfahren, vorausſichlich
nicht Folge gegeben werden. In eingeweihten Kreiſen
rechnet man damit, daß die Entwürfe erſt im Monat Mai
an die Oeffentlichkeit gelangen werden.
Als erſte Maßnahme der Flotten=Novelle iſt —
vor=
ausgeſetzt, daß ſie Geſetzeskraft erlangt — eine ſtarke
Vermehrung der Flottenmannſchaft ins Auge gefaßt.
Die neu ausgebildete Mannſchaft wird nach und nach
für die Bemannung des dritten Geſchwaders verwendet
werden. Es beſteht die Abſicht, ſchon im Herbſt ds. Js.
2500 Mann mehr einzuſtellen, und da nach dem
Flotten=
geſetz rund 3400 Mann mehr jährlich eingeſtellt werden,
ſo iſt für den Herbſt ds. Js. mit einer Mehreinſtellung
von rund 5900 Mann zu rechnen. Die Koſten der neuen
Mannſchaften belaufen ſich auf rund 7½ Millionen Mark,
wobei auf den einzelnen Mann eine jährliche Ausgabe
von 3000 Mark gerechnet wird. Die zweiten 7½
Millio=
nen, die für das erſte Jahr in Ausſicht genommen ſind,
werden zum ſchleunigen Ausbau unſerer
Unterſeeboots=
flotte verwendet werden.
Deutſches Reich.
Die Reichstagskommiſſion für das
Reſchsangehörigkeitsgeſetz faßte Beſchluß
über den § 6 des Geſetzes. Nach Ablehnung zahlreicher
hierzu geſtellter Anträge wurde auf Grund eines
Kom=
promißantrages Waldſtein (Fortſchr. Vp.) und Frhr. von
Richthofen (nl.) dem § 6 folgende Faſſung gegeben: „Die
Aufnahme wird einem Deutſchen von jedem
Bundes=
ſtaat, in deſſen Gebiet er ſich niedergelaſſen hat, auf
ſei=
nen Antrag erteilt, falls kein Grund vorliegt, der nach
den §§ 3 bis 5 des Geſetzes über die Freizügigkeit vom
1. November 1867 die Abweiſung eines Neuanziehenden
oder die Verſagung der Fortſetzung des Aufenthaltes
rechtfertigt. Der Antrag einer Ehefrau bedarf der
Zu=
ſtimmung des Mannes. Die fehlende Zuſtimmung kann
durch die Vormundſchaftsbehörde erſetzt werden. Hat
der Aufzunehmende das 16. Lebensjahr vollendet, 19
bedarf der Antrag ſeiner Zuſtimmung.”
— Inkrafttreten des
Reichsviehſeuchen=
geſetzes. Wie Berliner Blätter melden, hat es ſich
nicht ermöglichen laſſen, dan für das Inkrafttreten des
Viehſeuchengeſetzes in Ausſicht genommenen Termin,
den 1. April, innezuhalten. Das Inkrafttreten des
Ge=
ſetzes dürfte daher durch kaiſerliche Verordnung auf den
1. Mai dieſes Jahres feſtgeſetzt werden. Der Grund
hierfür liegt darin, daß die Bundesregierungen mit ihren
Ausführungsbeſtimmungen zum Geſetz und zur
Ausfüh=
rungsinſtruktion des Bundesrates nicht rechtzeitig fertig
geworden ſind.
— Eine neue Handwerkerkonferenz=ſoll
noch in dieſem Fühjahr vom Reichsamt des Innern
ab=
gehalten werden. Der genaue Zeitpunkt dafür ſteht noch
nicht feſt, weil der Tag für die Beratung naturgemäß
von dem Stande der Arbeiten im Reichstag abhängig
gemacht werden muß.
Die Beratung iſt als Fortſetzung der erſten
Hand=
werkerkonferenz anzuſehen, die am 7. April vorigen
Jah=
res im Reichstagsgebäude ſtattfand. Gegenſtände der
Be=
ratungen werden folgende Fragen bilden: Abgrenzung
von Fabrik und Handwerk; Heranziehung der Induſtrie
zu den Koſten der Lehrlingsausbildung für das
Hand=
werk. Aufhebung des § 100g der Gewerbeordnung, der
den Innungen verbietet, ihren Mitgliedern in der
Feſt=
ſetzung der Preiſe ihrer Waren oder Leiſtungen oder in
der Annahme von Kunden Beſchränkungen aufzulegen.
Die letztere Frage iſt gerade gegenwärtig wieder
Gegen=
ſtand einer Reihe von Anträgen im Reichstag und im
praußkſchen Landtag. Bei der vorjährigtn
Handwer=
kerkonferenz waren die Auffaſſungen des Handwerks
über die Zweckmäßigkeit der Aufhebung dieſer
Beſtim=
mung der Gewerbeordnung geteilt.
— Der Hanſabund beſtätigt die Nachricht vom
Rücktritt ſeines Direktors Knobloch. Die von ihm aus
Geſundheitsrückſichten erbetene Entlaſſung iſt ihm in
wärmſter Anerkennung ſeiner Verdienſte bewilligt
wor=
den. Er bleibt dem Hanſabunde auch weiterhin zur
Verfügung.
Die evangeliſche Landesſynode
Württembergs nahm bei der Beratung des
Ent=
wurfs eines kirchlichen Geſetzes, betreffend die Lage der
landesherrlichen Kirchenregimentsrechte im Falle der
Zugehörigkeit des Königs zu einer anderen als der
evangeliſchen Konfeſſion die entſcheidende Beſtimmung
in der Form an, daß an Stelle der Mitglieder des
Ge=
heimen Rates allgemein der evangeliſchen Kirche
ange=
hörige Staatsminiſter oder Chefs der
Verwaltungsdepar=
tements in die Kirchenregierung berufen werden.
Ausland.
Frankreich.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Ver=
handlungen wird aus Madrid gemeldet: Spanien
verlangt, daß ihm ein Teil der aus der Münzprägung
in ſeiner Zone erzielten Erträgniſſe zufalle. Da dieſe
Prägung Sache der marokkaniſchen Staatsbank iſt, ſo
wird ſich die ſpaniſche Regierung über dieſe Frage mit
der Staatsbank direkt zu verſtändigen haben.
England.
Im Unterhauſe fragte Chapple an, ob das
Auswärtige Amt eine Mitteilung habe über die Schritte,
die Frankreich für die Erklärung des Protektorats über
Marokko tun werde, und ob der Sultan unter dem
deutſch=franzöſiſchen Abkommen das Recht habe, das
Protektorat anzunehmen oder abzulehnen. Acland
er=
widerte: Wie es heißt: iſt der franzöſiſche Geſandte in.
Tanger auf dem Wege nach Fez, um mit dem Sultan
über den Vertrag zu verhandeln. Ich kann nicht ſagen,
welches die genaue Abgrenzung des Vertrages ſein wird.
Bazüglich der letzten Anfrage kann ich nur auf den Text
des deutſch=franzöſiſchen Vertrages hinweiſen, der die
Frage beantwortet. Im weiteren Sitzungsverlauf
er=
klärte Mc. Kenna, die Regierung habe ohne ein Geſetz
nicht die Macht, den Kohlentransport zu verhindern oder
vorzubeugen. Die Frage eines dahingehenden Geſetzes
wurde von der Regierung ſorgſam erwogen, aber ſie kam
zu dem Schluß, daß die gegenwärtige Lage durch eine
ſolche Maßregel nicht weſentlich gebeſſert werden könne.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Nummer 64
Aegypten.
Der Bewäſſerungsplan für Unter=
Aegpyten, durch den der Anbau einer Fläche von
399000 Hektar während der letzten vier Jahre ermöglicht
werden ſoll und der einen Geſamtkoſtenaufwand von
2500000 Pfund erfordert, wurde vom Miniſterrat
gut=
geheißen. Der erſte Spatenſtich für das Werk wird am
23. März bei Inſhab in Gegenwart Lord Kitcheners,
der Miniſter und anderer hervorragender Perſonen
ge=
tan werden.
Amerika.
Die Vereinigten Staaten und Mexiko.
Präſident Taft wies auf einer Konferenz im Weißen
Hauſe gegenüber dem Senatsausſchuſſe für die
auswär=
tigen Beziehungen darauf hin, daß die Neutralität in
den Geſetzen der Vereinigten Staaten ungenügend
be=
rückſichtigt ſei. Wie berichtet wird, ſagte der Präſident,
daß, wenn nicht der Kongreß neue Maßregeln ergreife,
es ſchwierig ſein werde, den Frieden mit Mexiko zu
be=
wahren. Durch die Konferenz iſt bekannt geworden, daß
Madero die Vereinigten Staaten erſucht hat, die
Ver=
ladung von Waffen nach Mexiko auf dem Wege über
Juarez, das jetzt von den Rebellen gehalten wird, zu
verhindern. Der mexikaniſche Botſchafter wies darauf
hin, daß die gegenwärtigen Geſetze der Vereinigten
Staaten zu Beginn des verfloſſenen Jahrhunderts
ab=
gefaßt worden ſeien, als man ſich von derartigen
Pro=
blemen, wie ſie ſich jüngſt ergeben haben, noch nichts
träumen ließ. Der Senatsausſchuß für die
auswär=
tigen Beziehungen hat eine Reſolution entworfen, durch
welche Taft es ermöglicht werden ſoll, der Ausfuhr von
Waffen und Munition nach irgend einem amerikaniſchen
Lande zu ſteuern, in dem innere Unruhen beſtehen.
Wahrſcheinlich wird die Maßnahme von dem Parlament
ſchleunigſt durchberaten werden. Den Zollbehörden von
Texas ſollen bereits Anweiſungen zugegangen ſein, alle
für Mexiko beſtimmten Schiffsſendungen mit Waffen
anzuhalten. Der Senat hat einſtimmig den Beſchluß
an=
genommen, der Taft ermächtigt, die Waffenausfuhr nach
Mexiko zu verbieten.
* Die deutſche Elektrizitätsinduſtrie
in England. Die Morning Poſt gibt einem „Fair
play” unterzeichneten Brief Raum, in dem auf eine
„neue deutſche Invaſion” aufmerkſam gemacht
wird. Angeblich beabſichtigt die London-Brighton
and South Coast Railway die Allgemeine
Elek=
trizitäts=Geſellſchaft in Berlin mit der
Elektriſierung ihrer Strecken zu beauftragen. Dieſelbe
Firma hat den elektriſchen Betrieb für die Strecken
Lon=
don Bridge-Victoria und London Bridge=Chriſtal Palace
eingerichtet. Wird ihr nun ein ſo bedeutender Auftrag
wie der oben beſchriebene zuteil, ſo würde die deutſche
Firma, meint der Briefſchreiber, damit allen britiſchen
Firmen in deren eigenem Lande den Vorrang ablaufen.
Noch ſei der elektriſche Eiſenbahnbetrieb in England in
den Kinderſchuhen, und es beſtehe die Gefahr, daß, wenn
eine deutſche Firma den erſten großen Auftrag auf dieſem
Gebiete ausführe, auch andere engliſche und koloniale
Bahnen ſie mit ſolchen Aufträgen betrauen würden. Das
aber könne die ohnehin ſehr bedrängte engliſche
Elek=
trizitätsinduſtrie nicht vertragen. Der Briefſchreiber, der
erklärt, in keiner Weiſe an der Sache intereſſiert zu ſein,
ſondern nur aus Patriotismus zu handeln, drückt die
Hoffnung aus, daß die engliſchen Firmen doch
wenig=
ſtens Gelegenheit erhalten, mitbieten zu können, ehe der
Auftrag an die deutſche Firma vergeben werde.
** Rom, 13. Mäz. Der Oſſervatore Romano
ſchreibt: Einige italieniſche und ausländiſche Blätter
brachten die Nachricht über ein päpſtliches
Schrei=
ben, nach dem das Mindeſtalter der Prieſterweihe
hinausgeſchoben werden ſollte. Wir können verſichern,
daß dieſe Meldung vollkommen unbegründet iſt, daß
weder ein Schreiben erging, noch eine Reform jemals
ge=
plant iſt.
* Rom 14. März. Der ſozialiſtiſche Abgeordnete
Ferry veröffentlicht in hieſigen Blättern einen „offenen
Brief” an Auguſt Bebel, dem er vorwirft, nichts
anderes zu ſein als ein verkappter Monarchiſt. Sein
Brief ſchließt mit den Worten: Ich weiſe jeden Angriff
Bebels auf mich entſchieden zurück, da ich ſtets mit
ehr=
lichen Waffen kämpfe und nicht wie andere, unter
Zu=
hilfenahme von Fälſchungen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. März.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Betriebsaufſeher Johannes Weſp zu
Arheilgen, in Dienſten des Städtiſchen Gaswerks zu
Darmſtadt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
In=
ſchrift „Für 50jährige treue Dienſte” am Bande des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen zum
14. März 1912.
* Uebertragen wurde der Schulamtsaſpirantin Klara
Grebert aus Darmſtadt eine Lehrerinſtelle an der
Höheren Bürger= (Mädchen=) Schule zu Bensheim mit
Wirkung vom 1. April lfd. Js. an.
-g. Schwurgericht. In der Strafſache gegen
Schmidt füllte die Beweisaufnahme auch den
geſtri=
gen Verhandlungslag aus. Uebereinſtimmend wurde
von vielen Zeugen ausgeführt, daß ſie durch die
Beglau=
bigung der Unterſchrift der Verträge bei einem Notar
in den Glauben verſetzt wurden, daß ihnen durch dieſe
Beglaubigung das Geld nicht verloren gehen könne. Sie
ſeien auch nicht vom Notar über den Inhalt der
Ver=
träge eingehend orientiert worden. Die Ausſagen
man=
cher Zeugen erregen oft ſtürmiſche Heiterkeit durch die
Manipulationen, die Schmidt mit ihnen porgenommen
hat. So wurde ein Kontrolleur, dem Schmidt aufgah
zwei Wächter in Zivil (da er für ihn keine Uniform
hatte) ſo zu kontrollieren, daß die beiden davon nichts
bemerkten. Dabei wurde der Kontrolleur von Poliziſten,
denen er verdächtig wurde, feſtgenommen. Durch die
Beweisaufnahme wurde u. a. auch feſtgeſtellt, daß
be=
reits im Jahre 1910 bei Schmidt gepfändet werden ſollte;
er hatte aber das ganze Mobiliar ſeinem Bruder
ver=
ſchrieben. — Die Beweisaufnahme dürfte morgen
been=
det werden, ſodaß das Urteil für morgen zu erwarten iſt.
* Tilgung der Staatsſchuld. Nach dem Stand
der landſtändiſchen Geſchäfte kann, der „Darmſt. Ztg.”
zufolge, nicht darauf gerechnet werden, daß der von der
Regierung im Dezember v. Js. eingebrachte Geſetzentwurf
über die Tilgung der Staatsſchuld noch vor dem
1. April 1912 verabſchiedet wird. Die Großh. Regierung
ſchlägt daher nunmehr vor, die Tilgung auch für 1912
— unbeſchadet der demnächſtigen endgültigen Ordnung
des Gegenſtandes — wie in 1911 durch ein Notgeſetz
zu regeln. Der entſprechende Geſetzentwurf iſt den
Ständen inzwiſchen zugegangen. Er ſchließt ſich eng
an jenes Notgeſetz an.
* Heilſtättenverein. Donnerstag, den 21. März,
nachmittags 3 Uhr, findet im Sitzungsſaale der
Landes=
verſicherungsanſtalt in Darmſtadt (Wilhelminenſtr. 34)
eine außerordentliche Hauptverſammlung
ſtatt, welche die Bau= und Betriebspläne für das in
Gießen zu erbauende heſſiſche Lupusheim beraten
und genehmigen ſoll. Das Lupusheim ſoll 14 Betten
2. Klaſſe und 12 Betten 1. Klaſſe enthalten und mit
allen für die moderne Lichtbehandlung uſw. der
Lupus=
kranken erforderlichen Einrichtungen verſehen werden.
K. V. Kunſt=Verein. Wegen Vorbereitung einer
neuen Ausſtellung bleibt die Kunſthalle auf einige
Tage geſchloſſen.
B. Goldenes Jubiläum. Geſtern waren es 50 Jahre,
ſeit Herr Betriebsaufſeher Jean Weſp im ſtädtiſchen
Gaswerk tätig iſt. Die Betriebsabteilung des ſtädt.
Gas=
werks wollte dieſe ſeltene Jubiläumsfeier für ihren lieben
Herrn Weſp ganz beſonders feſtlich geſtalten, und ſo
ver=
einigten ſich denn in ſchönſter Harmonie alle Beamten,
Be=
dienſteten und Arbeiter der Betriebsabteilung unter
Lei=
tung des Herrn Betriebsinſpektors Volquardts ſchon am
Vorabend des Jubiläumstages im großen Speiſeſaal des
Gaswerks. Herr Betriebsinſpektor Volquardts feierte in
einer ſchwungvollen Anſprache den Jubilar; in begeiſterten
Worten legte er dar, was Herr Jean Weſp in dieſen langen
und doch ſo kurzen 50 Jahren alles erlebt und durchgemacht
hatte, welche Wandlungen auch das Gaswerk durchgemacht.
In das dreifache Hoch auf Herrn Weſp ſtimmten alle
Feſt=
teilnehmer begeiſtert ein. Unter beſten Glückwünſchen wurde
hierauf Herrn Betriebsaufſeher Jean Weſp ein prachtvoller
Ruheſeſſel und ein Ehrendiplom überreicht. Die Feier wird
dem Herrn Jubilar ſtets eine ſchöne und angenehme
Erinne=
rung ſein und dies umſomehr, als das geſamte
Betriebs=
perſonal daran begeiſterten Anteil nahm.
* Heſſiſche Handwerker=Zentral=Genoſſenſchaft A.=G. Die
Heſſiſche Handwerker=Zentral=Genoſſenſchaft A.=G.,
ge=
meinnützige Gewerbeförderungsanſtalt in Darmſtadt,
hielt geſtern vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte ihre
8. ordentliche Generalverſammlung ab. Von
der Verwaltung konnte wiederum ein ſehr günſtiger
Ge=
ſchäftsbericht erſtattet werden. In dem abgelaufenen
Jahre, obwohl es wegen Verlegung des Jahresſchluſſes
von Ende Dezember auf den 30. November nur 11 Monate
umfaßte, ſtieg dennoch der Umſatz von 285000 Mark auf
rund 290000 Mark. Beſonders lebhaft war der
Geſchäfts=
gang in der Maſchinen= und Benzin=Abteilung; aber auch in
der Kohlen= und Glas=Abteilung wurden die gehegten
Er=
wartungen durchaus erfüllt. Das Nettoerträgnis im
Be=
trage von 8509 Mark geſtattete die Verteilung der
ſtatu=
tariſch zuläſſigen Höchſtdividende von 4 Prozent, und die
Ueberweiſung von 4306 Mark an die Reſerven. Der in
Beziehung zum Umſatz (rund 300000 Mark)
verhältnis=
mäßig geringe Gewinn erklärt ſich aus dem gemeinnützigen
Prinzipe des Inſtitutes, das auf jeden Unternehmergewinn
verzichtend, ſich nur mit der Deckung der Unkoſten und der
Bildung der notwendigen Reſerven begnügt, dadurch aber
auch in der Lage iſt, ſeinen Abnehmern außerordentlich
vor=
teilhafte Preiſe zu bieten. Die Reſerven erreichen durch die
diesjährige Ueberweiſung einen Betrag von 34000 Mark,
das ſind 34 Prozent des Stammkapitals. Die Stärkung der
Reſerven wird durch die den Abnehmern gewährten
Teil=
zahlungen bedingt. Das Inſtitut erſtrebt nämlich, dem
tüchtigen Handwerker die Beſchaffung der zu ſeiner
Konkur=
renzfähigkeit notwendigen Maſchinen durch Gewährung
entgegenkommender Teilzahlungen zu erleichtern. Die
Aus=
ſichten für das neue Geſchäftsjahr wurden als ſehr gute
be=
zeichnet. Infolge der allgemein günſtigen Geſchäftslage und
des Baues der Ueberlandzentralen in den Provinzen
Starkenburg und Rheinheſſen herrſcht insbeſondere in der
Maſchinenabteilung ein außerordentlich lebhafter
Geſchäfts=
gang. Gegenwärtig liegen bereits für rund 200000 Mark
Aufträge vor. Die Verwaltung rechnet allerdings damit,
daß auf die gegenwärtige günſtige Konjunktur in
abſeh=
barer Zeit auch wieder eine weniger günſtige Geſchäftslage
folgen wird, wie ſich dies bisher bei allen Hochkonjunkturen
ils ein faſt naturnotwendiger Rückſchlag in immer raſcherem
Wechſel gezeigt hat. In der Verſammlung wurde auch
da=
rauf hingewieſen, daß das Inſtitut allen Handwerkern
un=
entgeltlich techniſchen Rat und Auskunft erteilt, und in dem
Gewerbemuſeum eine dauernde Ausſtellung von Motoren
und Werkzeugmaſchinen für alle Handwerkszweige in
modernſter Ausführung unterhält. Die Beſichtigung iſt
unentgeltlich und unverbindlich.
— Alice=Frauenverein für Krankenpflege im
Groß=
herzogtum Heſſen. Die Verhandlungen der zwanzigſten
ordentlichen Mitgliederverſammlung zu Darmſtadt am 30.
Oktober 1911, über die ſ. Zt. berichtet worden iſt, ſind im
Druck erſchienen. Die 96 Seiten umfaſſende Broſchüre
ent=
hält: Protokoll über die Mitgliederverſammlung am 30.
Oktober 1911, Bericht des Generalſekretärs, Verzeichnis der
Berufskrankenpflegerinnen (Schweſtern) und der
Hilfs=
ſchweſtern, Bericht des Schatzmeiſters, Bericht über die
Krippe des Alice=Hoſpitals (Karl und Marie Merck=
Stiftung), Bericht der Abteilung I (für Waiſenpflege), der
Abteilung II (für Pflegekinderüberwachung), der Abteilung
III (Freiwilliger Erziehungsbeirat), Mitteilungen aus den
Berichten der Zweigvereine: (Mainz, Offenbach, Alsfeld,
Alzey, Bad=Nauheim, Büdingen, Butzbach, Framersheim,
Friedberg, Gau=Odernheim, Gießen, Großen=Buſeck.
Gun=
dersheim. Lich, Oppenheim, Reinheim=Ueberau,
Rüſſels=
heim a. M., Schotten und Wöllſtein), Mitteilungen aus den
Berichten der außerordentlichen Zweigvereine:
Schwe=
ſternſchaft des Stadtkrankenhauſes Offenbach a. M., „
Vik=
toriaheim” Kur= und Erholungshaus für Rote=
Kreuz=
ſchweſtern zu Bad=Nauheim. Verzeichnis der Mitglieder des
Zentralkomitees, der Abteilungen und der Vorſtände der
Zweigvereine, Vortrag über die kulturgeſchichtliche
Ent=
vicklung des Kriegsheilweſens, Bericht über den Verband
der Deutſchen Frauen=Hilfs= und Pflegevereine unter dem
Roten Kreuz, Verbandsordnung der Deutſchen Landes=
Frauenvereine vom Roten Kreuz.
* Ueber die Anlagen von Kraftzentralen ſpricht
heute abend im Ortsgewerbeverein Herr
Diplom=Ingenieur Ritzert. Das Thema iſt ein
zeit=
gemäßes und von beſonderem Intereſſe. Es ſei deshalb
hierauf nochmals hingewieſen. Gäſte willkommen. Im
Anſchluß an den Vortrag findet die
Generalver=
ſammlung des Gewerbevereins ſtatt. (Vergl.
An=
zeigenteil.)
* Zur Beſichtigung der Brauerei Rummel lädt
der Ortsgewerbeverein ſeine Mitglieder auf
Montag nachmittag ein. Zugleich ſei darauf
hinge=
wieſen, daß die nächſte Wanderung am Sonntag,
den 24. März, ſtattfinden wied.
— Evangeliſcher Bund. Pfarrer Dr. Buſch von
St. Lukas in Frankfurt a. M., der eine der beiden
Redner des am nächſten Sonntag im Saalbau
ſtatt=
findenden Familienabends, hat im letzten Herbſt
Spanien von St. Sebaſtian bis Gibraltar durchreiſt
und wird aus eigener Anſchauung von der Lage der
vangeliſchen Kirche in Spanien erzählen. Daß dabei
manches „bunte Bild” von Land und Leuten, von
Kulturzuſtänden, von Kunſtdenkmälern und Kunſtſtätten
und von manchem anderen geboten werden wird,
ver=
teht ſich von ſelbſt.
* Jugendſchriften=Ausſtellung und
Konfirmations=
geſchenke. In den Tagen der Konfirmationen, an denen
in Stadt und Land Tauſende Knaben und Mädchen aus
den fröhlichen Kindertagen den Schritt tun ins ernſtere
Jünglings= und Jungfrauenalter, da pflegen Eltern und
eſchwiſter die Feſtkinder mit mancherlei Geſchenken zu
erfreuen. Doch mit welchen?, ſo fragen ſich viele. Ja
nicht mit Putz= und vergänglichem Flitterkram! Neben
der praktiſchen Gabe, ſei ſie zur nützenden Kleidung oder
zur Berufsausrüſtung gewählt, ſoll in Betracht kommen,
was als Dauergeſchenk für den noch
bildungs=
weichen Sinn des Konfirmanden von wirklichem Wert
und Gehalt iſt. Man wähle ein Buch, ein Bild, eine
Kunſtmappe, Gaben, die als Herz und Sinn ver=
Die Löſung der Kohlenfrage.
** „In Zukunft wird es keine Kohlenſtreiks mehr
geben, die imſtande wären, das ganze wirtſchaftliche Leben
einer Nation brach zu legen,” ſo ſchreibt J. T. Armſtrong
an leitender Stelle des Daily Expreß in einem Aufſatze,
der gerade zu dieſer Stunde geeignet iſt, ein lebhaftes Echo
zu finden, denn er weiſt den Weg, uns von der
beding=
ungsloſen Abhängigkeit von der Kohle zu
befreien. Seit kurzem beſteht in Amerika eine Geſellſchaft,
die gebildet wurde, um ein neues Patent auszunutzen, ein
Verfahren, durch das es möglich wird, Petroleum in feſter
Form als Brennſtoff zu verwenden. Die Erfindung, die
unter dem Namen Armſtrong=Morgan=Verfahren bereits
geſchützt iſt, ermöglicht es, etwa 6 Prozent Petroleum mit
90 Prozent Strohreſten, Abfällen, Sand und Kohlenſtaub
zu vermengen und damit wird ein feſter Brennſtoff
gewonnen, der in der Form an Briketts gemahnt, im
üb=
rigen aber bei weitaus billigerem Preiſe eine ungleich
höhere Heizkraft entwickelt als die Kohle. Dieſer neue
Heizſtoff iſt vor kurzem bereits von der britiſchen
Admirali=
tät eingehenden praktiſchen Verſuchen unterworfen
wor=
den, die ein ſehr günſtiges Reſultat hatten. Gegenwärtig
ſind die amerikaniſche, die franzöſiſche und die ruſſiſche
Re=
gierung mit der Erprobung dieſes neuen Heizmaterials
beſchäftigt und die Verſuche werden vorausſichtlich zu der
Einführung dieſes Brennſtoffes in ſtaatlichen Betrieben
und vielleicht auch in der Marine führen.
Aber es handelt ſich bei dieſem Verfahren nicht um eine
mehr oder minder verheißungsvolle Zukunftsmuſik; das
Stadium der Verſuche kann als überwunden gelten, denn
in Amerika ſind bereits eine ganze Anzahl großer
indu=
ſtrieller Betriebe zu dieſem Heizſtoffe übergegangen und in
England hat vor kurzem eine große Fabrik in
Shef=
field, ein Stahlwerk, das über 2000 Arbeiter beſchäftigt,
ſich von der Kohle unabhängig gemacht. Als vor einigen
Monaten die erſten Vorboten des drohenden Kohlenſtreiks
am Horizont der Induſtrie auftauchten, erwarb dieſe
Shef=
fielder Fabrik von dem amerikaniſchen Unternehmen die
nötigen Preſſen und Maſchinen, um in Sheffield ſelbſt den
neuen petroleumgetränkten Brennſtoff herzuſtellen. Das
Stahlwerk hatte bisher wöchentlich rund 100 Tons Kohlen
verbraucht. Welche gewaltige Erſparnis das neue
Heiz=
material mit ſich bringt, zeigt ein Vergleich der jetzigen
Wochenrechnungen mit den früheren. Die Fabrik
ver=
brauchte vor Einführung der Petroleumbriketts für 100
Tons Kohlen rund 1800 Mark in der Woche; jetzt wird der
geſamte Betrieb mit 100 Tons des neuen Heizmaterials
aufrecht erhalten und die Koſten belaufen ſich nur auf
wöchentlich 400 Mark. Nach der Ausſage Armſtrongs, der
als Miterfinder des Verfahrens in die Transaktionen der
neuen amerikaniſchen Brennſtoffgeſellſchaft einen genauen
Einblick hat, haben in den letzten Wochen bereits mehr
als 12 große ausländiſche Elektrizitätsgeſellſchaften dieſes
„feſte Petroleum” beſtellt. Der Ausbreitung der
Pe=
troleumfeuerung in der Induſtrie Großbritanniens und
Europas ſtand bisher die Schwierigkeit des
Petroleum=
transportes im Wege. Die Frachtraten des
Ozeantrans=
portes ſind ſo hoch, daß eine Tonne Petroleum, die man
in Kalifornien für 7,50 Mark kaufen kann, in England rund
40 Mark koſtet. „Dies iſt der Punkt, an dem die prak=
tiſche Bedeutung des neuen Heizverfahrens
einſetzt. Mit Hilfe des Armſtrong=Morgan=Verfahrens
ſind wir in wenigen Stunden imſtande, Petroleum in einen
feſten, ſtetig brennenden Heizſtoff zu verwandeln, von dem
eine Tonne ebenſo viel Hitze hervorbringt, als drei Tonnen
der beſten Kohle. Die großen wirtſchaftlichen Möglichkeiten
und die Billigkeit dieſes Petroleumbrandes erklären ſich
durch die Stoffe, die hier zu Brennzwecken verwendet
wer=
den: Materialien, die heute als wertlos gelten. Denn, wie
geſagt, außer dem Zuſatz von Kohlenſtaub verarbeiten wir
in großem Maße Abfälle, Lumpen, Staub, Sand und
Stroh, und dieſer Maſſe werden nur 6 Prozent Petroleum
zugeſetzt, die vollauf ausreichen, um eine der Kohle
drei=
fach überlegene Heizkraft zu erzielen. Damit werden
Ab=
fallmengen, für deren Beſeitigung die Stadtverwaltungen
Europas alljährlich viele Millionen aufwenden, einer
prak=
tiſchen Verwertung zugeführt.”
Wenn die Ausführungen des amerikaniſchen
Erfin=
ders ſich in dieſem Umfange beſtätigen, ſtände die Induſtrie
mit dieſem neuen Brennſtoff in der Tat vor einer
wirt=
ſchaftlichen Umwälzung, deren Bedeutung kaum abzuſehen
wäre. Das wäre die Emanzipation von der Kohle. Und
damit wäre auch ein Geſpenſt verbannt, das immer wieder
mit dem Aufleben der Kohlenſtreiks die nationale
Wohl=
fahrt gefährdet: das Geſpenſt eines Landes, in dem alle
Fabriken verödet liegen und alle Betriebe ruhen.
* Berichtigung. In dem vorgeſtrigen Artikel über
das Sonnenſyſtem muß es in dem Abſchnitt über Jupiter
heißen 7 Zentimeter ſtatt 70 Zentimeter.
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Seite 3.
edelnde Schönheit und Geſchmack bildende Hausſchätze
den wachſenden Menſchen durchs Leben hinaus
beglei=
ten können! Alſo zum Buch= und Kunſthändler! Zuvor
aber beſuche man die Ausſtellung
empfehlens=
werter Jugendſchriften und guter,
billi=
ger Bildwerke im Rathausſaal am Markt:
die Ausſtellung iſt für dieſe Geſchenkzeit beſonders
ge=
ordnet und reich ausgeſtattet. Das Geld iſt rar, darum
trotz aller Verwandtenliebe Vorſicht und Ruhe bei der
Auswahl, ſie ſchützen vor Enttäuſchungen. Die
Aus=
ſtellung iſt geöffnet an den drei nächſtfolgenden
Sams=
tagen und Sonntagen von 4—7 Uhr nachmittags;
Sonn=
tags auch von 11—12¼ Uhr. Eintritt frei.
* Mode=Abend. Wie aus dem Anzeigenteil
er=
ſichtlich iſt, veranſtaltet der D. P. G. V. am 24. März,
abends 7 Uhr, im Kaiſerſaal einen Friſuren=Mode=
Abend, bei dem erſte hieſige und auswärtige
Damen=
friſeure ca. 25 moderne, hiſtoriſche und Fantaſie=Friſuren
an lebenden Modellen ausführen. Dieſe Veranſtaltung
iſt in dieſem Umfange in Darmſtadt noch nie geſehen
worden. Der Verein tritt mit ihr zum erſtenmale an
die Oeffentlſchkeit. Die Vorführungen ſollen
hauptſäch=
lich den Zweck haben, die Auswüchſe der
Damenfriſur=
mode zu beſeitigen und nur gediegene Friſuren in
muſtergültiger Weiſe unter Anwendung moderner
Hilfs=
mittel zur Ausführung zu brin en.
-s. Zum Raubanfall in der Altſtadt. Der wegen
Raubmordverſuchs verhaftete Taglöhner Gölz verharrt
gegenüber allen ſchweren Belaſtungsmomenten bei ſeinem
Leugnen, das ihm nach Lage des Falles wenig helfen
dürfte. In den letzten Tagen fand durch den
Unter=
ſuchungsrichter Landgerichtsrat Müller unter
Zu=
ziehung eines Aſſiſtenten von Gerichtschemiker Dr. Popp,
Frankfurt a. M., und in Anweſenheit des Beſchuldigten
nochmals Augenſchein am Tatort ſtatt.
Inter=
eſſant iſt die Tatſache, daß Gölz am Tage des
Ver=
brechens als Zuhörer der
Schwurgerichts=
ſitzung beiwohnte, in welcher Gürtler Hitzel von
Ober=Roden des Totſchlags angeklagt war. Jene
Ver=
handlung dauerte bis 6 Uhr nachmittags. Gölz war
bis zum Schluß anweſend und weiß für die
darauf=
folgende Zeit, in der ſich der Ueberfall auf den
Alt=
händler Lippmann Falk abſpielte, kein Alibi anzugeben.
Orpheum. Das glänzende Varieté=Programm der
erſten Märzhälfte wird ſich heute Freitag
verabſchie=
den, um dem allbeliebten Oberbayeriſchen Bauerntheater
Platz zu machen, welches morgen Samstag, 16. März, unter
Leitung ſeines volkstümlichen Direktors, Michael Dengg,
ſein diesjähriges Gaſtſpiel beginnt. (Siehe Anz.)
Offenbach, 14. März. Der Offenbacher Hafen,
der gänzlich verſchlammt iſt, ſoll nach dem Beſchluß des
Hafenausſchuſſes ausgebaggert werden. Man
be=
rechnet die Verſchlammung auf ungefähr 15000
Kubik=
meter. Ferner wurde die Anſchaffung eines Eisbrechers
für den Bürgeler Dampfkran beſchloſſen und hierfür 550
Mark bewilligt. — Der für den Theaterneubau
gebildete Ausſchuß der Stadtverordneten=Verſammlung
befaßte ſich mit dem von Profeſſor Hugo Eberhard
entworfenen Theaterprojekt, das eine private
Theater=
geſellſchaft in der Frankfurterſtraße errichten will. Die
Geſellſchaft war um die koſtenloſe Ueberlaſſung des
Platzes auf die Dauer von 99 Jahren eingekommen. Ein
Beſchluß wurde jedoch nicht herbeigeführt, ſondern die
Angelegenheit bis auf weiteres vertagt.
Offenbach, 13. März. Seit einiger Zeit machte ſich, wie
die Offb. Ztg. mitteilt, ein Unbekannter das zweifelhafte
Vergnügen, an eine große Anzahl hieſiger Einwohner in
Lackſchrift geſchriebene, von der „ſchwarzen Hand”
unter=
zeichnete Erpreſſerbriefe zu ſchreiben. Es mögen
etwa 30 Perſonen geweſen ſein, denen dieſe Briefe ins
Haus flatterten, die bei vielen nicht geringen Schrecken und
Aufregung verurſachten. Summen bis zu 1000 Mark
ver=
langte der unbekannte Erpreſſer, und das Geld ſollte ſtets
an einem jeweils näher bezeichneten Ort, der bei jedem
Adreſſaten verſchieden war, niedergelegt werden. Der
Ver=
faſſer und Abſender jener Briefe, den die Kriminalpolizei
geſtern ermittelt hat, iſt ein geiſtesſchwacher, pervers
ver=
anlagter Menſch, der 23 Jahre alte Architekt Hugo May
aus Frankfurt, dem die Energie und die Neigung zu einer
erſprießlichen Berufstätigkeit infolge ſeiner krankhaften
Ver=
anlagungen fehlt und der dann auf die abſurde Idee der
„ſchwarzen Hand” verfiel, um ſich die notwendigen
Geld=
mittel zu beſchaffen. Bereits im verfloſſenen Herbſte war
er einmal unter dem Verdachte, Erpreſſerbriefe verſandt
zu haben, von der Frankfurter Polizei feſtgenommen, dann
aber wieder freigelaſſen worden, weil es an Beweiſen für
ſeine Schuld fehlte. Unter der gegen ihn vorliegenden
er=
drückenden Beweislaſt geſtand er jetzt die Täterſchaft.
In=
wieweit der junge Menſch für ſeine Verfehlungen ſtrafrecht=
lich verantwortlich iſt, wird die gerichtliche Unterſuchung
des Falles ergeben.
Eppertshauſen, 14. März. Einen eigenartigen
Unfall erlitt der Viehhändler Samuel Rotſchild. Als
er in den Stall des Peter Röhrig kam, um ein Kalb zu
be=
ſichtigen, riß ſich die Kuh plötzlich los, ſtürzte ſich
auf denſelben und bearbeitete ihn mit den Hörnern
derart, daß er ſchwere Kopfwunden davontrug. Wären
nicht die Nachbarn zu Hilfe gekommen, ſo hätte das Tier
ſein Opfer erdrückt.
M. Stockſtadt, 14. März. Die auf der Bahnſtrecke
zwiſchen Stockſtadt und Goddelau gefundene Leiche wurde
als der Landwirt Jakob Kraft III., der ſich ſeit
Sonntag von Crumſtadt entfernt hatte, erkannt.
Miß=
liche Vermögensverhältniſſe haben den Mann in den Tod
getrieben.
Mainz, 13. März. In der heutigen
Stadtverordneten=
ſitzung wurde der Bau eines neuen
Realgym=
naſiums an der Greifenklauſtraße beſchloſſen. Dafür
wurden 583000 Mark bewilligt. Der Neubau wird 21
Klaſſenſäle enthalten, die Raum für 990 Schüler bieten.
Mainz, 14. März. Vor dem Schwurgericht hatte
ſich ein eigenartiger Brandſtifter in der Perſon
des 50jährigen Webers Karl Thieme aus Gera zu
ver=
antworten, der ſchon faſt ein ganzes Menſchenalter wegen
zahlreicher Brandſtiftungen im Zuchthaus zugebracht hat.
Jedesmal, wenn Thieme eine Brandſtiftung begangen
hatte, ſtellte er ſich ſelbſt freiwillig und erzählte dann vor
Gericht, daß eine „innere Stimme” ihn zu den
Brandſtif=
tungen antreibe. War er dann aus dem Zuchthaus
ent=
laſſen, ſo beging er wieder eine neue Brandſtiftung. Dieſe
Manie beherrſcht ihn ſeit ſeinem 22. Lebensjahre.
Dies=
mal war es ein Strohhaufen in der Nähe von Oppenheim,
den er anzündete, nachdem er darin genächtigt hatte. Er
erzählte den Geſchworenen auch diesmal wieder von der
„inneren Stimme” Als er kaum ein Jahr alt geweſen
ſei, ſei ſein Vater bei einem Brande verunglückt, und es
müſſe „der Teufel in ihn gefahren ſein”, ſodaß er dem
Hang zum Brandſtiften nicht widerſtehen könne. Man
glaubte ihm aber auch diesmal nicht und ſchickte ihn
wie=
der auf 4 Jahre ins Zuchthaus.
Bingen, 14. März. Am Rheinufer werden jetzt ſowohl
bei Geiſenheim wie bei Gaulsheim in Rheinheſſen
Vermeſſungen und Abſteckungen vorgenommen, aus
denen ſich erſehen läßt, daß die neue Rheinbrücke
ober=
halb des Geiſenheimer Hafens über die Ilmenau nach dem
weſtlichen Teile von Gaulsheim gehen wird.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. März. Der
öſterrei=
chiſch=ungariſche Generalſtabschef Feldmarſchall=Leutnant
v. Schemua iſt heute abend 8¾ Uhr in Begleitung des
Flügeladjutanten Ritter von Pohl hier eingetroffen. Zum
Empfang war der erſte Adjutant des Chefs des
General=
ſtabes der Armee, Major von Fabeck, erſchienen. Die
Herren fuhren in der Hofequipage zum Hotel Adlon.
Den hundertſten Geburtstag feiert morgen der
Ehrenmeiſter der Berliner Schloſſerinnung, Herr
Rent=
ner Wilhelm Fritſch, in vollkommenſter Friſche des
Körpers und Geiſtes. Geboren zu Zechlin bei Wriezen,
erlernte er das Schloſſerhandwerk und ging dann, wie
das in der alten Zeit üblich war, auf die Wanderſchaft.
1836, alſo erſt 24 Jahre alt, machte er ſich in Berlin als
Meiſter ſelbſtändig. Jetzt lebt der Hundertjährige bei
ſeiner 72 Jahre alten Tochter und beſucht noch öfters in
Grunewald ſeine Schwiegertochter, Frau Fritſch, die
Witwe ſeines einzigen, vor ſechs Jahren verſtorbenen
Sohnes. Der Jubilar geht überhaupt noch gerne
ſpa=
zieren. Schlaf und Appetit ſind vortrefflich. — Der
Agent Eugen Joſeph Margolin aus Stabislau in
Galizien, der gegenwärtig wegen ſchweren Betrugs gegen
die Frau Kommerzienrat Hecht in der Strafanſtalt
Ra=
witſch eine dreieinhalbjährige Zuchthausſtrafe verbüßt,
hat ſich vor dem Landgericht I Berlin neuerdings wegen
Wechſelfälſchung in 13 Fällen und Betrugsverſuchs in 3
Fällen zu verantworten. Zu der Verhandlung ſind über
20 Zeugen geladen, darunter auch die
Operettenſänge=
rin Mizzi Wirth, deren Aufenthalt aber nicht ermittelt
werden konnte, weshalb die Staatsanwaltſchaft auf dieſe
Zeugin verzichtete. Nach Verleſung der Zeugen wurde
die Verhandlung auf morgen vertagt. — Eine
Poſt=
anweiſung über 1 Pfennig, die im September
vergangenen Jahres unter Nr. 25511 auf dem Poſtamt 61
in Berlin von einem unbekannten Abſender eingezahlt
wurde, hat der Poſtverwaltung viel Arbeit gemacht. Es
handelt ſich augenſcheinlich um eine Ulkſendung, der
Adreſſat verweigerte die Annahme, um die 5 Pfg.
Beſtell=
geld zu ſparen. Die Poſtanweiſung wurde öffentlich
ausgeboten, was die Tätigkeit von nicht weniger wie
ſieben Poſtbeamten erforderte. Jetzt iſt nach Ablauf der
Aufbewahrungsfriſt dieſer herrenloſe Pfennig dem
Reichspoſtſäckel als außerordentliche Einnahme zugeführt
worden. Hoffentlich wird dieſe außerordentliche
Zu=
wendung eine allgemeine Herabſetzung des Briefportos
ermöglichen.
Potsdam, 14. März. Bei dem Billardturnier
in den Billardſälen im Zentralhotel in Potsdam
mit dem Weltmeiſter Kerkau ſiel der Billardmeiſter Algner
geſtern abend nach der 60. Karambolage entſeelt neben
dem Billard zu Boden. Als Todesurſache wird
Herz=
ſchlag angenommen.
Hanau, 14. März. Ein Fabrikdirektor zu Mainkur hatte
verſchiedene Drohbriefe erhalten, in denen er
aufgefor=
dert wurde, an einer beſtimmten Stelle 10000 Mark
nie=
derzulegen, ſonſt würde er und ſeine Familie durch den
Anarchiſtenklub ermordet werden. Der Direktor ging
darauf ein, verſtändigte aber gleichzeitig die Polizei. Dieſe
umſtellte den näher bezeichneten Platz, und zur feſtgeſetzten
Stunde ſtellte ſich der Arbeiter Hermann Apel aus
Nieder=
planitz ein. um das Geld abzuholen. Er hatte ſich deshalb
heute vor der hieſigen Strafkammer zu verantworten. Das
Urteil lautete auf zwei Jahre Zuchthaus, drei Jahre
Ehrverluſt und Stellung unter Polizeiaufſicht.
Detmold, 14. März. Wegen umfangreicher
Unter=
ſchlagung von Parteigeldern verurteilte das
hieſige Schöffengericht den Kaſſierer des ſozialdemokratiſchen
Landeswahlvereins des Fürſtentums Lippe, Fehlet, zu 3
Wochen Gefängnis.
Dresden, 13. März. Bei der Sprengung eines
Fabrikſchornſteins in der Keſſelsdorferſtraße durch
ein Pionierkommando, wurden die Trümmer trotz der
ſtren=
gen Abſperrungsmaßnahmen unter die Zuſchauermenge
ge=
ſchleudert. Ein 22jähriger Poſtbote wurde am Hinterkopfe
getroffen, eine 40jährige Arbeiterfrau faſt auf der Stelle
getötet, ein Baumeiſter im Geſicht erheblich verletzt. Eine
Reihe anderer Perſonen trug leichtere Verletzungen davon.
Krakau, 13. März. Am Mittwoch früh ereignete ſich bei
der Station Trzebinia an der Grenze von Weſtgalizien
ein ſchweres Eiſenbahnunglück. Eine
Verſchiebe=
lokomotive fuhr in einen Arbeiterzug. Beide Lokomotiven
und mehrere Wagen wurden zertrümmert. Der Sonderzug
beſtand aus einer Lokomotive und 18 Wagen, die mit 600
Feldarbeitern angefüllt waren, die ſich nach Sachſen und
Preußen begeben wollten. Bei dem Zuſammenſtoß wurden
zwanzig Perſonen ſchwer und 33 leicht verletzt.
Der erſte Rettungszug kam aus Trzebinia, der zweite aus
Krakau, wohin die Verletzten in die Krankenhäuſer gebracht
wurden. Während des Transportes iſt ein Arbeiter
ge=
ſtorben. In dem verunglückten Zuge waren Arbeiter,
ſogenannte Sachſengänger, förmlich eingepfercht, woraus.
ſich die große Zahl der Verletzten erklärt. Die
Rettungs=
arbeiten geſtalteten ſich äußerſt ſchwierig, da viele Paſſagiere
in den Trümmern der umgeſtürzten Waggons eingeklemmt
waren. Die Verletzungen beſtehen vielfach in Arm= und
Beinbrüchen ſowie Quetſchungen. Als nach der Rückkehr
des Hilfszuges nach Krakau die Verletzten in die
Kranken=
häuſer gebracht wurden, mußten zu den Transporten
Möbelwagen und andere Fuhrwerke benutzt werden. An
der Unfallſtelle wurde ein noch größeres Unglück dadurch
verhütet, daß ein Bahnbeamter dem Wien=Krakauer
Schnell=
zug, der die Kreuzung bald nach dem Zuſammenſtoß
paſ=
ſieren mußte, entgegeneilte, und durch Laternenſignale im
letzten Augenblick zum Stehen brachte Wie amtlich
feſtge=
ſtellt wird, iſt das Unglück dadurch herbeigeführt worden,
daß bei der Annäherung des Arbeiterzuges 1441 gegen die
Ausfahrtsweiche der Führer einer auf dem Nebengleiſe
ſtehenden Rangierlokomotive — dieſe ſtand nach vorwärts
dieſe gegen den ausfahrenden Zug in Bewegung ſetzte.
Von dieſem entgleiſte ein Waggon, während 16 durch
Auf=
fahren an die Rangierlokomotive ſtark beſchädigt und deren
Inſaſſen beſonders auf der betroffenen Seite verletzt
wurden.
Genua, 13. März. Als ein Bankier ſeine Wohnung
verließ, um ſein Geſchäft aufzuſuchen, ſtreckten ihn zwei
Ban=
diten durch Revolverſchüſſe nieder. Der Leiche wurde
ein Säckchen mit 20000 Lire in Gold entriſſen. Ein junges
Mädchen, das durch die Schießerei herbeigelockt worden war,
wurde durch einen Schuß ſchwer verwundet. Die Mörder
entkamen.
Paris, 14. März. Der Pariſer Gemeinderat
hat jüngſt beſchloſſen, 500 Londoner Kinder
einzu=
laden, vom 25. bis 29. Mai als Gäſte der Stadt nach Paris
zu kommen. Die Einladung wurde von der Londoner
Ge=
meindevertretung angenommen.
Bukareſt, 14. März. In dem von der Königin
Eliſa=
beth von Rumänien gegründeten Blindenheim iſt
in=
folge Verabreichung ſchlechter Koſt ein allgemeiner
Hun=
gerſtreik ausgebrochen. Ungefähr 40 Blinde verließen
Konzerte.
St. Der Lieder= und Lautenabend, den Fräulein
Paula Manecke unter Mitwirkung von Frau
Louiſe Manecke (Laute), Herrn Hof=Konzertmeiſter E.
Schmidt (Violine), Herrn Kammermuſiker H. Eymann
(Viola) und Herrn Hofmuſiker W. Manecke (Laute) am
Mittwoch im Saale des Hotels „Zur Traube”
veranſtal=
tete, war erfreulich gut beſucht und nahm einen recht
intereſſanten Verlauf. Fräulein Paula Manecke erwies
ſich als eine recht begabte junge Sängerin, die ihrer
eigen=
artigen reizvollen Kunſt mit vielem Verſtändnis und gut
gegründetem Können gegenübertritt. Ihre Stimme,
weich timbriert und von angenehm vollem Wohlklang
und reicher Modulation, läßt noch eine außerordentliche
Entwicklungsmöglichkeit vermuten und es wäre, nicht
nur im Intereſſe der Künſtlerin, ſehr zu beklagen, wenn
aus irgend welchen Gründen die weitere zielbewußte
Ausbildung bis zur Reife unterbliebe. Denn die Reife
iſt offenbar noch nicht vorhanden, davon zeugte ſchon die
künſtleriſche Ungleichheit im Vortrag der einzelnen
Lie=
der. Ein paar Jahre weiteren ernſten Studiums könnten
die junge Künſtlerin zu einer der Beſten in der Kunſt
des Lautengeſanges machen, ein Ziel, das doch
zweifel=
los des Strebens wert. Frl. Manecke weiß im Vortrag
ſo viel Charme zu entwickeln, daß die äußerſt
wirkungs=
volle Art ihres Vortrags über die noch vorhandenen
Mängel in der Ausſprache, in der Dialektbeherrſchung
und in die Vertiefung in den muſikaliſch= und ſeeliſchen
Gehalt ihrer Lieder leicht hinwegtäuſcht. Die Kritik
hat aber wohl die Pflicht, darauf zu achten. Von den
Liedern geſielen am beſten die alte Volksweiſe „Es fiel
ein Reif” (Zuccalmaglio), „Der freie Sänger” von C.
M. v. Weber, das geiſtliche Wiegenlied „Auf dem Berge‟
„Träumſt von Kränzlein” von A. Mayer und vor allem
der als Zugabe geſungene „Niggerſang‟ Das
Publi=
kum ſpendete der ſympathiſchen jungen Sängerin, der
auch mehrfache Blumenſpenden zuteil wurden,
ungewöhn=
lich lebhaften Beifall und forderte mehrfache Zugaben.
Die den Abend eröffnende Serenade, op. 4, von J.
Küffner (Allegro, Andante con moto, Menuetto, Rondo
Scherzando) für Violine, Viola und Laute litt unter
geringfügigen Unſtimmigkeiten im Zuſammanſpiel, wurde
ſonſt aber wirkungsvoll zum Vortrag gebracht. Als dritte
Nummer brachte das Programm Vorträge für 3 Lauten
aus einem alten Lautenbuch des 16. Jahrhunderts
die von der Familie Manecke gewiß ganz vortrefflich
ge=
ſpielt wurden, aber wohl kaum den Wunſch nach
Ein=
führung oder Wiederbelebung der Lauten als
Solokonzert=
inſtrumente erſtehen ließen, zumal, wenn es ſich um ſo
primitive Kompoſitionen handelt wie hier. Recht
an=
ſprechend aber war das altitalieniſche Tanzlied. Einen
hohen Kunſtgenuß bereitete der Vortrag von Saraſates
Playera, einer Sonate von Paganini, und beſonders der
Gavotte von Goſſee (1734) für Violine und Laute. Die
Gavotte wurde auf den ſtürmiſchen Beifall da capo
ge=
ſpielt. In der Tat bot Herr Hofkonzeitmeiſter Schmidt
gerade darin eine Leiſtung von höchſter künſtleriſcher
Vollendung.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Hervorragender
Gemäldefund. Im Palais Neceſſidades in Liſſabon
wurde eine Anzahl wertvoller Gemälde aufgefunden, die,
in Kiſten verpackt, über hundert Jahre in einem Speicher
verſteckt lagerten. Es handelt ſich um drei Werke Giovanni
Bellinis und zwar zwei Madonnen von vollendeter Anmut
und wundervollem Kolorit, ſowie ein Bildnis des Dogen
Giovanni Nororigo, und ferner um 2 herrliche Tizians,
ein umfangreiches Gemälde mythologiſchen Inhalts und ein
Bildnis Kaiſer Karls V das eine auffallende Aehnlichkeit
mit dem in der Münchener Pinakothek befindlichen zeigt.
Die Gemälde ſind Eigentum der portugieſiſchen
Königs=
familie.
U eber eine „Aida”=Aufführung bei der
Cheops=Pyramide. Aus Kairo wird der Tägl.
Rundſchau unterm 4. d. M. berichtet: Ein eigenartiges
Schauſpiel hat ſich geſtern hier am Fuße der Pyramiden
abgeſpielt Verdis Oper „Aida”, die der Komponiſt dem
Khediven Iſmael Paſcha für 80000 Fr. komponierte, und
die 1870 ihre erſte Aufführung erlebte,die ſeitdem auf keinem
Spielplan in keiner Spielzeit fehlen darf, ſie wurde
ange=
ſichts der alten ehrwürdigen Pyramiden, Zeugen einer
glanzvollen ägyptiſchen Vergangenheit, vor einer
tauſend=
köpfigen Menge aufgeführt, die den Vorgängen auf der
pittoresken Bühne mit der größten Begeiſterung lauſchte.
Bekanntlich ſpielt der Inhalt der Oper ſich in Aegypten zur
Zeit der Pharaonen ab. Sänger und Sängerinnen,
ge=
leitet von ihrem genialen Kapellmeiſter, dem Italiener Mr.
Bracale, getragen von der Begeiſterung des Publikums,
gaben ihre Rollen in Vollendung wieder. Ohne Störung
verlief der unvergeßliche Nachmittag. In größter Ordnung
zerſtreute ſich die Menge, um einer anderen Platz zu machen,
die gekommen war, um bei dem Schein des Mondes noch
einmal der Muſik des genialen Verdi zu lauſchen.
** Der Gentleman=Verbrecher im Gefängnis. Man
ſollte annehmen, daß der Gentleman=Verbrecher, der früher
den höheren Ständen angehörte und eine gute Erziehung
genoſſen hat, ſich im Gefängnis beſonders geſittet und gut
betragen werde. Die Gefangenenaufſeher aber machen die
gegenteilige Beobachtung, wie wenigſtens für England die
Mitteilungen beweiſen, die ein Wärter, der viele Jahre
lang in den großen Gefängniſſen von Portland und
Dart=
moor tätig geweſen iſt, in einer engliſchen Wochenſchrift
veröffentlicht. Er bezeichnet die Gefangenen im
allgemei=
nen als willig und leicht zu behandeln, „aber wenn ein
böſes Schaf unter der Herde iſt, dann kann dieſes mehr
Unheil anſtiften, als man für möglich hält, und dieſe böſen
Schafe ſind hauptſächlich die gebildeten Verbrecher.
Ver=
möge ihres beſſer geſchulten Intellekts ſind ſie fähig,
aller=
lei Intrigen anzuzetteln und die anderen zu beeinfluſſen,
und während ſie ſich ſelbſt im Hintergrund halten, wirken
ſie durch ihre geiſtige Ueberlegenheit verderblich auf die
Disziplin. Ein anderer Typus des „gebildeten”
Gefange=
nen iſt der Querulant, der ſeine geiſtigen Fähigkeiten zu
ewigen Beſchwerden und zu einem zähen Kampf gegen die
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Nummer 64
den Mittagstiſch, ohne etwas gegeſſen zu haben und
be=
gaben ſich in geſchloſſenem Zuge auf die Straße, um nach
dem königlichen Palais zu ziehen. Sie wurden bald von
einer großen Menſchenmenge begleitet. Aus ihrer Mitte
hörte man die Rufe: Wir haben ſchon ſeit zwei Tagen nichts
gegeſſen. Eine große Anzahl Poliziſten ſperrte die Straßen
nach dem Palais ab und es gelang ſchließlich, die Blinden
zur Rückkehr zu bewegen. Bald darauf erſchien die
Köni=
gin in der Anſtalt, wo ſie über eine Stunde verblieb.
Warſchau, 13. März. Das Gerücht, daß der Mönch
Maczoch geflohen ſei, hatte ſeinen Urſprung darin,
daß von der Ochrana bereits alle Vordereitungen zur
Flucht getroffen waren. Auch die Polizei war an dieſem
Fluchtplane beteiligt (!). Durch ein Mitglied der Ochrana
wurde der Fluchtplan verraten und die Flucht konnte noch
im letzten Augenblick vereitelt werden
New=York, 13. März. Der den Namen „Twentieth
Cen=
tury Limited” führende nach Oſten fahrende ſchnellſte
Ex=
preßzug der Newyork=Zentralbahn der zwiſchen Chicago
und Newyork verkehrt, iſt in der Nähe von Poughkeepſie
verunglückt. Bei dem Unglück iſt niemand umgekommen.
jedoch eine Anzahl Perſonen verletzt worden. Vier Wagen
ſind vom Bahndamm durch das Eis in den Fluß geſtürzt.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Könſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
C Zu dem Kompoſitionsabend Johanna
Senfter, der heute im Saale der Vereinigten
Geſellſchaft ſtattfinden wird, ſei noch eine
Preß=
ſtimme hier angefügt, die ſich folgendermaßen äußert:
„Ein unzweifelhaftes Kompoſitionstalent bekundete
geſtern die Reger=Schülerin Johanna Senfter in zwei
kammermuſikaliſchen Arbeiten und in acht Liedern, die
freilich bis jetzt die typiſchen Merkmale des Schaffens
ihres Lehrers aufzeigen. Wer wollte das aber einem
aufſtrebenden Talente verdenken? Die Eigenart Regers
kommt namentlich in der Modulation, dann auch in der
thematiſchen Bildung und rein kompoſitoriſchen
Ver=
arbeitung zum Vorſchein. Das alles iſt indeſſen ſo
allem Landläufigen abhold, ſo ſicher geſtaltet, daß man
der Dame nur dazu gratulieren kann. Wem ſo viel
ge=
geben iſt, der hat auch die Pflicht, mit dem Pfunde
weiter zu wuchern.” Fräulein Johanna Senfter iſt,
wie ſchon bemerkt, eine Schülerin von Max Reger. In
einem uns vorliegenden Briefe ſchreibt Reger von der
„außerordentlich kompoſitoriſchen Begabung” ſeiner
Schülerin. Vom Leipziger Konſervatorium erhielt
Fräulein Senfter das Arthur Nikiſch=Stipendium für
beſte Kompoſitionsarbeiten. Das Programm für heute
abend bringt Lieder, eine Sonate in G=dur für Violine
und Klavier und eine ebenſolche in A-dur. Der Beſuch
des hochintereſſanten Konzerts ſei nochmals empfohlen.
(S. Anzeige.)
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 14. März. Das Haus tritt in die
Be=
ratung der
Interpellation des Zentrums betreffend
den Bergarbeiterſtreik
ein. Die Interpellation lautet: Iſt der Herr
Reichs=
kanzler bereit, über den Stand des Streiks im
rheiniſch=
weſtfäliſchen Kohlenrevier Auskunft zu geben? Was
ge=
denkt der Herr Reichskanzler zu tun, um unter
Berück=
ſichtigung der berechtigten Wünſche der Bergarbeiter ein
raſches Ende des die deutſche Volkswirtſchaft ſchwer
ſchä=
digenden Ausſtandes herbeizuführen? Zur Begründung
der Interpellation erhält das Wort Abg. Schiffer=
Borken (Zentr.): Nachdem der Abg. Sachſe noch beim
Etat des Innern erklärt hatte, daß an einen Streik nicht
zu denken ſei, war nicht zu erwarten, daß wir ſobald
mitten im Streik ſtehen würden. Die Bergarbeiter
ha=
ben berechtigte Wünſche. Seit dem Jahre 1907 ſind ihre
Löhne bedeutend geſunken. Sie ſind zwar in der letzten
Zeit wieder etwas heraufgegangen, haben aber den
Stand von 1907 noch lange nicht erreicht. Die Lage des
Bergbaus an ſich iſt gut, teilweiſe glänzend. Die
Koh=
lenpreiſe zeigen eine aufſteigende Kurve. Auch der
Ge=
werkverein chriſtlicher Bergarbeiter hat unter
Berückſich=
tigung der tatſächlichen Verhältniſſe und der gegebenen
Situation in voller Würdigung ſeines Charakters als
Arbeiterorganiſation mit Ernſt und Energie nach
Lohn=
verbeſſerungen geſtrebt. Wir verwahren uns aber mit
aller Entſchiedenheit dagegen, an die Seite der
ſogenann=
ten gelben Gewerkſchaften geworfen zu werden. (Hört!
Hört!) Das haben wir immer hervorgehoben.
Ver=
nünftige Gründe haben uns abgehalten, uns an dem
gegenwärtigen Streik zu beteiligen. Dieſe gelben
Ge=
werkſchaften bilden keine Zierde unſereiArbeiterbewegung.
(Sehr richtig! im Zentrum. Hört! Hört! und
Zwiſchen=
rufe bei den Soz.) Es fragt ſich: Iſt der Streik gerecht,
iſt er ausſichtsvoll und drittens, ſind alle friedlichen
Mit=
tel angewendet, ſodaß nur noch der Kampf übrig blieb?
Während des deutſchen Bergarbeiterſtreiks im Jahre
1905 hat der engliſche Bergbau die Situation ausgenutzt
und hat ſich großer Teile des deutſchen Abſatzgebietes
bemächtigt. Wir müſſen nun für unſere heimiſche
In=
duſtrie dieſe Gebiete wiedergewinnen. Auch die Arbeiter
haben ein großes Intereſſe daran. (Sehr richtig!) Ein
ſolcher Kampf, der Millionen von Arbeitern ins Elend
treiben kann, darf nicht ohne große Urſache begonnen
und durchgeführt werden. Die öffentliche Meinung würde
nicht auf unſerer Seite ſtehen, wenn es ſich nicht um einen
Sympathieſtreik für die Engländer handelte. (Rufe bei
den Soz.: Unwahr!) Dieſer Punkt muß ebenfalls
klar=
geſtellt werden. Das Verhalten des Alten Verbandes
erweckt den Anſchein, als ob immer erſt Weiſungen aus
England abgewartet werden. Die Haltung des
chriſt=
lichen Verbandes iſt für die Sozialdemokraten und
Anarcho=Sozialiſten ein Grund mehr für den Streik
ge=
weſen, um die Chriſtlichen zu dezimieren, und, wenn
möglich, zu ruinieren. Es iſt an der Zeit, daß die
Unter=
nehmer mit den verſtändigen nationalen Arbeitern
ver=
handeln und ſich verſtändigen. Das muß ſchnellſtens
ge=
ſchehen. (Sehr richtig!) Sie müſſen ſich um die Lebens=
und Wohnungsverhältniſſe der Arbeiter kümmern.
Freiwillig hat ſich noch kein chriſtlich Organiſierter am
Streik beteiligt. (Lebhaftes Hört! Hört! rechts und im
Zentrum.) Unſere Leute werden abgeſperrt von der
Arbeitsſtätte, verhöhnt, verſpottet und mißhandelt.
(Lebh. Hört! Hört!) Der Terrorismus hat im
Ruhr=
revier geradezu Triumphe gefeiert. (Lebhafte
Unterbre=
chungen.) Auch viele hundert Sozialdemokraten arbeiten
noch heute weiter. (Rufe bei den Soz.: Märchen!) Aber
nur da. wo die Chriſtlichen die Majorität beſitzen.
An=
dere ſtreiken nur gezwungen mit. (Lebhafte
Unterbre=
chungen.) Ich erhebe meinerſeits nicht den Ruf nach
Militär. (Hört! Hört! links.) Die perſönliche Freiheit
der Arbeiter muß unbedingt gewahrt werden. (Lebhaftes
Sehr richtig.) Gegen Streikpoſten haben wir nichts.
Schlimmer als in Moabit geben jetzt halbwüchſige
Bur=
ſchen den Ton an. (Lärm.) Die Ausſchreitungen ſollen
planmäßig inſzeniert, organiſiert und dirigiert ſein. Ich
wünſche und hoffe, daß es doch noch zu einem guten
Ende kommt. (Lebh. Beifall rechts und im Zentrum.
Pfuirufe, großer, andauernder Lärm bei den Soz. und
Rufe: Judas! Präſident Dr. Kaempf rügt die Pfuirufe.)
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Streng genommen
handelt (es ſich bei dieſer Arbeitseinſtellung um eine
rein preußiſche Angelegenheit. Auf der anderen Seite iſt
es unbeſtreitbar, daß auch die Reichsgeſetzgebung in die
Verhältniſſe eingreift und daß eine Arbeitseinſtellung im
Ruhrrevier hineinreicht in weite Kreiſe der Bevölkerung
Deutſchlands und die lebhafte Entwickelung unſerer
In=
duſtrie bedroht. Der Reichskanzler, der augenblicklich
durch eine dringende Sitzung behindert iſt, behält ſich
vor, zu einem ſpäteren Zeitpunkt in die Debatte
einzu=
greifen. Anfang dieſes Jahres iſt die ſchon früher in
Erſcheinung getretene Bewegung unter den Beraleuten
lebhafter geworden und führte dazu, daß der
ſozialdemo=
kratiſche, der Hirſch=Dunckerſche und der polniſche
Berg=
arbeiterverband an den Zechenverband und den
Berg=
baulichen Verein eine Eingabe richteten, die 10
Forde=
rungen enthielt, deren wichtigſte eine allgemeine 15
pro=
zentige Lohnerhöhung war. Der chriſtliche
Bergarbeiter=
verband hat ſich dieſem Schritt nicht angeſchloſſen. Die
Arbeiterverbände erhielten die Antwort, daß der
Zechen=
verband und der Bergbauliche Verein in Lohnfragen
nicht zuſtändig ſei. Der Zechenverband ſtellte ferner in
ſeiner Antwort feſt, daß eine Erhöhung der Schichtlöhne
eingetreten und eine Erhöhung des Gedingeverdienſtes
mit Sicherheit zu erwarten ſei. Dann richteten die drei
Verbände Eingaben an 165 Zechenverwaltungen. In
einem großen Teil der Antworten wurde hervorgehoben.
daß die Verwaltungen auf die Forderungen der
Ver=
bände nicht eingehen könnten, da nach der geſetzlichen
Vorſchrift nur die Arbeiterausſchüſſe berufen ſeien, die
Forderungen der Arbeiterſchaft zu vertreten Bis zum
6. März war ein Anlaß zur Beunruhigung nicht
vorhan=
den, ſofern es ſich um eine Steigerung der Löhne
han=
delte. Die meiſten Zechenverwaltungen waren dazu
be=
reit, mit den Arbeiterausſchüſſen zu verhandeln.
In=
zwiſchen wurde es, namentlich durch den Hinweis der
Preſſe auf den engliſchen Streik unruhiger. Ich ſah mich
deshalb veranlaßt, mit einzelnen Abgeordneten zu
ver=
handeln, denen geſellte ſich ungeladen Herr Hué zu.
(Hört)! Hört!) Ich gewann die Auffaſſung, daß ein
Lohnſtreik in dieſem Augenblick nicht geboten ſei und
daß die Möglichkeit noch gegeben ſei, die Sache zu einem
friedlichen Ende zu führen. Ich wandte mich ſofort an
den preußiſchen Handelsminiſter, der mir ſeine
Unter=
ſtützung zuſagte, andererſeits aber ſchon in
gleicher Richtung gewirkt hatte und überzeugt
war, daß die Zechenverwaltungen bereit ſeien,
um den von uns gezeigten Weg zu betreten (Hört! Hört!),
was mir auch direkt aus dem Ruhrrevier beſtätigt wurde.
Ich hielt es für richtig, darauf hinzuweiſen, daß es
not=
wendig ſei, ruhiges Blut zu bewahren und mit den
Zechenleitungen zu verhandeln. Dies habe ich durch das
W. T.=B. den beteiligten Zechenverwaltungen ans Herz
und den Arbeitern nochmals die Verantwortung
nahe=
legen laſſen, wo ſie unter Kontraktbruch in den Streik
ein=
treten würden. Den Ausführungen des Abgeordneten
Schiffer habe ich nichts hinzuzufügen. (Hört, hört! links.)
Sie beſtätigen die Richtigkeit der Anſchauungen, daß der
Zeitpunkt für den Streik nicht gekommen war, auch wenn
man auf dem Standpunkt der chriſtlichen Arbeiter ſtand,
die eine Reihe von erheblichen Forderungen an die
Zechen=
verwaltungen ſtellten. Der Streik war nicht nötig
und er hat begonnen, ehe die vorhandenen Mittel zur
fried=
lichen Beilegung erſchöpft waren. (Sehr richtig.) In
der ſozialdemokratiſchen Preſſe iſt zu dieſer Zeit auf
Eng=
land hingewieſen worden, obwohl ausdrücklich anerkannt
war, daß ein Sympathieſtreik beabſichtigt ſei. Das war
am 11. März, als in vielen anderen Ländern
Arbeiterkund=
gebungen ſtattfanden und aller Augen auf Deutſchland
gerichtet waren. (Hört, hört!) Eine Reihe von
Proto=
kollen über Ausſchußverhandlungen, in denen die
ſozial=
demokratiſchen Mitglieder anweſend waren, beſagen
dar=
über, es könne kein Zweifel ſein, daß ein Streik notwendig
ſei, es handelte ſich nicht um einen Lohnſtreik, ſondern um
einen von der Organiſation befohlenen Streik. (
Lebhaf=
tes hört, hört, Lachen und große Unruhe.) Das ſteht im
Protokoll mit Namensunterſchrift. Die Preiſe bei der
Fettkohle waren im Jahre 1911 5,5 Prozent niedriger als
im Jahre 1907, bei Bruchkohlen, Koks um 10 Prozent,
da=
gegen ſtanden die Löhne 1911 gegen 1907 zurück um 4
Pro=
zent, bei den Heuern um 7 Prozent. Faſt ohne Ausnahme
haben nunmehr die Zechenbeſitzer mit den Ausſchüſſen über
Lohnverhältniſſe verhandelt, wenn auch eine 15prozentige
Lohnaufbeſſerung als undurchführbar bezeichnet und auch
nach Ausbruch des Streiks haben ſich die Zechen
zuvorkom=
mend gezeigt und die Kontraktbruchzeit von 3 auf 6 Tage
hinausgeſchoben. Dadurch ſollte Gelegenheit gegeben werden,
das Ergebnis der Beſprechungen zu prüfen und den durch
mangelnden Schutz von der Arbeit zurückgehaltenen
Ar=
beitern die Arbeit zu ermöglichen. (Zuruf bei den Soz.:
Anwalt der Zechenverwaltungen!) Ich bin kein Anwalt
der Zechenverwaltungen, ich habe mich immer bemüht, die
Dinge objektiv darzuſtellen. Was ich ſage, ſind keine
Mei=
nungen, ſondern feſtſtehende Zahlen und ich halte mich für
verpflichtet, vor dem Lande dieſes Material bekannt zu
geben, damit man ſich ein Urteil bilden kann, ob der Streik
notwendig war. Damit die Regierung jetzt etwas zur
Beilegung tun kann, dazu fehlt die Vorausſetzung. Sie
(zu den Sozialdemokraten) ſind in den Streik getreten.
(Zuruf: Wir?) Ihre Leute ſind in den Streik getreten!
Die Zechenverwaltungen haben weiter verhandelt, obwohl
der Streik bereits begonnen hatte. Geht der Streik aber
weiter, dann können Sie mit ziemlicher Sicherheit
anneh=
men, daß dann die Zechenverwaltungen nicht mehr bereit
ſein werden. (Zuruf bei den Soz.: Anwalt der
Zechen=
verwaltungen!) Nicht Anwalt, ſondern ich prüfe die
Tat=
ſachen. Ein vorzeitiges Eingreifen in eine ſolche
Beweg=
ung würde ein Fehler ſein, würde das Ende des Streiks
nicht beſchleunigen, ſondern hinausſchieben. Da die
Ar=
beitseinſtellung nur eine teilweiſe iſt, ſo ſtellt die große
Menge der Arbeitswilligen an die Behörde die Forderung
eines abſoluten ſicheren Schutzes ihres Körpers, ihrer
Ge=
ſundheit und ihrer Ehre. Die Behörden ſind ſich dieſer
Pflicht keinen Augenblick unbewußt geweſen. Gegen 6000
Polizeibeamte ſind im Ruhrgebiet vereinigt und es iſt
zu hoffen, daß es mit dieſem Aufgebot gelingen wird, den
erforderlichen Schutz durchzuführen. Ich perſönlich habe
es angenommen, weil ich Ihre (zu den Sozialdemokraten)
Disziplin überſchätzt habe. Wir haben uns bisher
ge=
ſträubt, Militär heranzuziehen, aber wenn die
vorhan=
denen Sicherheitsorgane für den perſönlichen Schutz nicht
ausreichen, ſo wird ohne Zögern Militär herangezogen
werden. Später wird ſich ja herausſtellen, wer bei den
letzten Unruhen zuerſt geſchoſſen hat. Auf Vater und
Mutter wird nicht geſchoſſen, es ſollen nur die
Arbeits=
willigen an Körper und Ehre geſchützt werden. Wenn es
zu Zuſammenſtößen kommt, ſo ſind diejenigen daran
ſchuld, die wohl für ſich die perſönliche Freiheit verlangen,
aber das gleiche anderen verweigern.
Gefängnisverwaltung ausnutzt. So kenne ich einen
frühe=
ren Rechtsanwalt, der Mündelgelder unterſchlagen hatte.
Er kannte das Gefängnisrecht beſſer als der Direktor ſelbſt,
und mit wachſamen Blicken paßte er auf jede kleine
Un=
regelmäßigkeit auf, die er ſogleich zur Anzeige brachte. So
hatte er z. B. einen merkwürdigen Inſtinkt dafür, ob die
Speiſerationen, die er täglich erhielt, auch genau das
vor=
geſchriebene Gewicht hatten, und wenn er meinte, er habe
ein paar Gramm zu wenig erhalten, machte er ſogleich
eine Eingabe an die Verwaltung. Nichts war ihm zu
ge=
ringfügig, um ſich zu beſchweren. Dieſes Querulantentum
war ſeine Unterhaltung und ſein Sport. Er befindet ſich
gegenwärtig in Freiheit und wir alle fürchten uns vor dem
Tage, wo er wieder wegen irgend einer ſeiner
Betrüge=
reien eingeliefert werden wird. Der Gentleman=Verbrecher,
der früher nie körperliche Arbeit verrichtet hat, empfindet
das Hantierenmüſſen mit Spaten und Hammer durchaus
nicht als etwas Furchtbares. Unerträglich aber iſt es
vie=
len, daß ſie ihre Zelle ſelbſt aufräumen ſollen. Einer bot
mir tauſend Mark, die er mir wohl auch bezahlt hätte,
nach=
dem er wieder frei geworden war, wenn ich ihm dieſe „ihn
ſchändende” Arbeit abnähme. Eine andere Klaſſe der
ge=
bildeten Gefangenen ſind die Dandies, die ihre frühere
geſellſchaftliche Stellung dadurch zu dokumentieren glauben,
daß ſie den größten Wert auf ihr Aeußeres legen. Viele
von ihnen hängen beſonders an den Augengläſern, die ſie
früher getragen haben, und wenn der Gefangenenarzt
feſt=
ſtellt, daß ſie ſolcher Gläſer nicht bedürfen, ſind ſie außer
ſich, ihre Zier entbehren zu müſſen Ich kenne Gefangene,
die das Fett von ihrer Suppe abſchöpften, um es als
Pomade zur Herſtellung eines eleganten Scheitels zu
ver=
wenden .
C.K. Die „künſtlichen Inſtinkte” der Tiere. In einer
inhaltsreichen Abhandlung beſchäftigt ſich der Direktor des
franzöſiſchen Inſtitutes für Tierpſychologie, P. Hachet=
Souplet, mit der Frage, wie „künſtliche Inſtinkte” bei den
Tieren durch Dreſſur entſtehen, und führt als ein beſonders
intereſſantes Beiſpiel die Ohrenrobben an, deren
Ge=
ſchicklichkeit als Eauilibriſten vielfach Erſtaunen hervor=
gerufen hat. Dieſe Floſſenfüßer beſitzen nach den
Be=
obachtungen der Gelehrten bereits vor der Dreſſur
Fähig=
keiten, die die Dreſſeure ausgenutzt haben und die für den
Pſychologen von hoher Wichtigkeit ſind. Es paſſiert ſehr
häufig, daß die Ohrenrobben, wenn ſie untertauchen, um
einen Fiſch zu fangen einen Fiſch an der Oberfläche des
Waſſers hinjagen. Will der Fiſch nach einer Seite
aus=
weichen, ſo bedroht ihn die Robbe ſogleich von dieſer Seite,
ſchneidet ihm den Rückzug ab und zwingt ihn ſo, wieder an
die Oberfläche zu flüchten, wo er dann gefangen wird.
Solcher Uebung verdanken die Ohrenrobben die
außer=
ordentliche Beweglichkeit ihres Halſes; dieſe Bewegungen
ſind nun aber gerade diejenigen, die ein Jongleur
aus=
führen muß, um einen langen Gegenſtand auf der Naſe zu
balanzieren. Hat man dieſe bei den Robben ſo ſehr
ent=
wickelte Fähigkeit erſt einmal feſtgeſtellt, dann hat man auch
das Geheimnis ihrer Dreſſur gelöſt. Um die Robbe zum
Equilibriſten auszubilden, ſetzt man ihr zunächſt einen
Stock auf die Naſe, an deſſen Spitze ſich ein Fiſch befindet.
Es genügt dann nach einer beſtimmten Zahl von
Wieder=
holungen, wenn die Robbe einen Fiſchgeruch an dem Stabe
findet, damit ſie ihn auf der Naſe behält. So wird alſo
ein „künſtlicher Inſtinkt” hier durch die Dreſſur ausgenützt,
wie auch ſonſt häufig.
** Das ideale Hausmädchen. Einer der reichſten
Bankiers von Chicago, Mr. Farſon, ſucht ein Hausmädchen.
Das iſt an ſich kein ungewöhnlicher Fall, aber ungewöhnlich
iſt das Hausmädchen, das Mr. Farſon ſucht Der reiche
Amerikaner, ſo berichtet der Gaulois, verlangt von dieſem
idealen Hausmädchen, daß ſie „ideal ſerviere”: ſie müſſe
von den Augen der Gäſte deren Wünſche ableſen können.
Sie ſoll nie ſchlechter Laune ſein. Als ganz beſonders
wich=
tig aber wird erwähnt, daß dieſes Mädchen beim Servieren
niemals ein gelangweiltes oder gar ein dummes Geſicht
machen darf. Nebenbei ſoll ſie noch perfekt kochen können
und mit allen Obliegenheiten einer guten Kammerzofe
ver=
traut ſein. Doch Mr. Farſon iſt mit ſeinem Wunſchzettel
noch nicht fertig: der erſehnte Hausgeiſt muß immer hübſch,
geſchmackvoll und elegant gekleidet ſein und ſich dabei ſeine
Kleider ſelbſt machen, er darf keine „Bekanntſchaft” haben,
darf nicht klatſchen und in traulicher Abenddämmerung mit
den Dienſtmädchen der Nachbarhäuſer Zwieſprache halten.
Und ſchließlich ſoll dieſes Dienſtmädchen ein korrektes
Be=
tragen zeigen und in ſeinem Benehmen gegen die Herrſchaft
ſtets den nötigen Abſtand walten laſſen. Aber dieſes
Dienſt=
mädchen, das Mr. Farſon vermutlich nicht allzu ſchnell
fin=
den wird, ſoll ihre koſtbare Perſönlichkeit auch nicht umſonſt
in den Dienſt des Hauſes Farſon ſtellen. Der Bankier
ver=
pflichtet ſich, ihr teſtamentariſch eine Million zu
vermachen, ganz abgeſehen von dem hohen Lohn und den
vielen koſtbaren Geſchenken, die ihr verheißen werden.
sh. Daß ein Junge vier Jahre lang die Schule ſchwänzt,
ohne daß die Lehrer oder Eltern dahinterkommen, ſollte
man kaum für möglich halten, und doch hat ſich dieſer Fall
in Dortmund zugetragen. Bis zu ſeinem 9. Lebensjahre
beſuchte der jetzt 13 Jahre alte Schüler Erich Steiner, Sohn
eines Bergmanns, die Melanchthonſchule und als ſeine
Eltern im Jahre 1908 in einen anderen Stadtteil
über=
ſiedelten, wurde er der Krimſchule überwieſen. Durch
irgend ein Verſehen muß der Name des Angeklagten aber
aus den Schulliſten verſchwunden ſein, und das
machte ſich der Junge zu nutze, indem er ſeit dieſer Zeit die
Schule ſchwänzte. Jeden Morgen ließ er ſich von ſeiner
Mutter ſein Schulränzel packen und mit einer ordentlichen
Frühſtücksſtulle ausgerüſtet, begab er ſich angeblich auf den
Weg zur Schule. Statt aber zur Schule zu gehen, trieb er
ſich auf den Wochenmärkten umher, wo er ſich durch
aller=
hand Botengänge uſw einige Groſchen verdiente. Jetzt
erſt, nach vier Jahren, (!) kamen die Eltern hinter dies
Doppelleben ihres Sprößlings, und der Vater brachte ihn
ſofort zur Schule, die der Junge nun wohl etwas länger als
bis zu ſeinem 14. Lebensjahre wird beſuchen müſſen.
B.B. Die erſte königliche Anktionatorin weiſt die Stadt
Osnabrück auf. Dort legte Fräulein Uhlenkamp die für das
Amt eines gerichtlich beſtellten Auktionators erforderliche
Prüfung ab und wurde jetzt zur Königlichen Auktionatorin
beſtellt.
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Seite 5.
Auf Antrag des Abg. Gröber (Ztr.) wird
Be=
ſprechung der Interpellation beſchloſſen.
Abg. Sachſe (Soz.): Als dieſe Interpellation
einge=
bracht wurde, hieß es, im Ruhrgebiet iſt alles ruhig und
es wurde behauptet, daß noch kein Zuſammenſtoß
ſtattge=
funden habe. Heute will das Zentrum nichts mit den
Gelben zu tun haben und doch hatte Schiffer von geſunden
gelben Grundſätzen geſprochen. Wir verlangen auch
für=
derhin volle Freiheit für diejenigen, die arbeiten wollen,
aber auch für diejenigen, die nicht arbeiten wollen.
Un=
erklärlich iſt es mir, daß die chriſtlichen Gewerkſchaften ein
ſolches Vertrauen auf den Gerechtigkeitsſinn der
Zechen=
herren haben, obwohl dieſe ihre Verſprechungen nicht
ge=
halten haben. Für einen Kontraktbruch iſt kein Beweis
vorhanden. Wer behauptet, dem Streik liegen unlautere
Motive zu Grunde, der ſpricht bewußt die Unwahrheit.
Auch bei den chriſtlichen Gewerkſchaften iſt es früher zu
Tumulten gekommen. Damals erklärte die Kölniſche
Volkszeitung, wer Streikarbeit verrichtet, iſt kein
anſtän=
diger Menſch. Das vom Zentrum verlangte Militär iſt
in Bochum bereits eingetroffen. Die Meldungen über die
Ausſchreitungen ſind übertrieben. Die Bevölkerung iſt
empört über die ſenſationellen Meldungen verſchiedener
Berliner Blätter. In den gemeldeten Fällen hat die
Poli=
zei ohne Zweifel ihre Befugniſſe überſchritten. Auch
Ihnen, Herr Staatsſekretär, würde die Galle überlaufen,
wenn Sie die Meldungen von den Taten dieſer Bluthunde
erfahren. (Vizepräſident Dove ruft den Redner wegen
der Aeußerung „Bluthunde” zur Ordnung.) Wer iſt ſchuld
an dieſen Vorgängen? (Graf Weſtarp ruft: Die frivole
Streikhetze.) Herr Graf, wenn Ihnen einmal die
Lebens=
mittel unerhört verteuert würden und Sie ſollten mit
einem Tagelohn von 5 Mark eine fünfköpfige Familie
er=
nähren, ſo würden Sie wohl nicht mehr Streikhetzer ſagen.
Soeben wird mir durch Telegramm mitgeteilt, daß im
Ruhrgebiet Militär mill Maſchinengewehren eingezogen
ſei. Ruhe dürfte damit nicht erreicht werden. Nein und
abermals nein, aber trotz dem Militär werden wir alles
auf=
bieten, daß auch in Weſtfalen alles ruhig bleibt. Die
Ar=
beiter wollen nicht als Sklaven, ſondern als Menſchen
behandelt werden, dazu gehört eine menſchenwürdige
Be=
handlung und angemeſſene Löhne. Sorgen Sie, daß den
Bergarbeitern menſchenwürdige Verhältniſſe geboten
wer=
den, dann wird auch Ruhe und Frieden eintreten.
Abg. Rogalla von Bieberſtein (konſ.): Der
Abg. Sachſe hat geſagt, er wolle friedliche Zuſtände haben,
aber ſeine Rede, war das Gegenteil davon. Ich begrüße
es mit lebhafter Freude, daß Militär entſandt werden
wird, ivenn die Polizei nicht ausreichen ſollte. Herr Sachſe
hat es natürlich ſo hingeſtellt, als ſeien die Streikenden
an allem unſchuldig. Nach den eingelaufenen Meldungen
ſind die Arbeitswilligen von den Streikenden in
unerhör=
ter Weiſe drangſaliert worden. Ich behaupte, daß dieſer
ganze Streik aus politiſchen Gründen hervorgerufen iſt.
Er ſtellt ſich lediglich als eine Machtprobe des Dreibundes
dar, nur glaube ich nicht, daß dieſe Machtprobe ganz
ge=
lingen wird. Die geſtellten 10 Forderungen ſind direkt
unmöglich zu bewilligen und ein Entgegenkommen der
Grubenbeſitzer undenkbar. Die Arbeiter ſind ſyſtematiſch
verhetzt worden. Ich freue mich, daß der Staatsſekretär
den vollſten Schutz der perſönlichen Freiheit zugeſichert
hat. Wir verlangen, daß die preußiſche Regierung ſogleich
ihre Machtmittel in umfaſſender Weiſe entfaltet, um der
brutalen Vergewaltigung der bürgerlichen Ordnung
ſei=
tens der Sozialdemokratie vorzubeugen.
Preußiſcher Handelsminiſter Sydow: Im Namen
der preußiſchen Regierung habe ich zu erklären, daß
vor ihr alle Staatsbürger gleich ſind, wenn ſie ſich nicht in
Widerſpruch mit den Geſetzen ſtellen. Zur Unterſtützung
dieſer meiner Behauptung verweiſe ich auf eine
Erklä=
rung des Polizeipräſidenten von Eſſen, in der es heißt,
daß den ſich ruhig verhaltenden Streikenden bei Angriffen
der Gegenpartei ebenſo polizeilicher Schutz zuteil wird wie
den Arbeitswilligen. Wir haben Telegramme erhalten,
in denen über Ausſchreitungen der Streikenden aufs
ſchärfſte geklagt wird. Außerdem verweiſe ich auf den
Bericht des Regierungspräſidenten von Münſter, der die
objektiv ermittelten Tatſachen enthält. Darin ſind die
Vorfälle weſentlich anders als ſie von den
Sozialdemo=
kraten dargeſtellt werden. Danach ſind Arbeitswillige
und ihre Angehörigen, die ihnen das Mittagbrot
brach=
ten, aufs ärgſte beläſtigt und beſchimpft worden. Herr
Sachſe hat mich gefragt, welche Vermittelungsvorſchläge
die Regierung gemacht hat? Die verlangten 15 Prozent
gehen weit über das hinaus, was bewilligt werden
kann, ſie würden die Betriebe einfach unrentabel machen.
Ueber ſchlechte Bezahlung können ſich unſere Arbeiter
nicht beklagen. — Abg. Böttger (nl.): Die
Aufrecht=
erhaltung der Ruhe muß unter allen Umſtänden geſichert
werden. Der Streik muß ſobald als möglich beendet
werden. Die Untertagarbeiter und erwachſenen
männ=
lichen Arbeiter haben den Lohndurchſchnitt von 1907
er=
reicht, die Uebertagarbeiter ſogar überſchritten. Wir
hoffen, daß es bald gelingen möge, Ruhe und Frieden
durch Beilegung des Streiks herbeizuführen.
Hierauf wird die Weiterberatung vertagt. —
Perſön=
lich wendet ſich Abg. Sachſe gegen Aeußerungen des
Miniſters Sydow, die ſeine Perſon angehen.
Nächſte Sitzung Freitag 1 Uhr. Fortſetzung der
heutigen Debatte und Nachtragsetat. — Schluß halb
7 Uhr.
Die Bergarbeiterbewegung.
Deutſchland.
* Berlin, 13. März. Aus dem Verlauf der geſtrigen
Herrenhausdebatte über den Schutz der
Arbeits=
willigen betreffenden Antrag Puttkamer iſt in der
Preſſe hier und da gefolgert worden, daß die
Staats=
regierung bei dem gegenwärtigen Streik im
Ruhr=
gebiete es in genügendem Maße an Energie bei der
Durchführung des Arbeitswilligenſchutzes fehlen ließe.
Wie unzutreffend eine derartige Maßnahme iſt, geht aus
den ſtrengen Inſtruktionen hervor, die zum Beginn der
Bewegung in dieſer Beziehung an die mit der
Durch=
führung des Schutzes beauftragten Provinzialbehörden
ergangen iſt. Dieſe Behörden ſind veranlaßt worden, mit
Hilfe der weſentlich verſtärkten Polizei= und
Gendar=
meriemacht den Schutz der Arbeitswilligen in
umfaſſend=
ſtem und voll ausreichenden Maße durchzuführen. Auch
die Behörden ſind ausdrücklich darauf hingewieſen
wor=
den, daß, wenn hiernach der unbedingt zu gewährleiſtende
Schutz der Arbeitswilligen mit den vorhandenen
Poli=
zeikräften nicht durchgeführt werden kann, rechtzeitig
militäriſche Hilfe heranzuziehen iſt.
* Eſſen (Ruhr), 13. März. Wie der
Bergbauver=
ein mitteilt, ſollten bei der geſtrigen Nachtſchicht
an=
fahren 18944 Mann, angefahren ſind 11890, es fehlten
87,20 Prozent. In der kombinierten Früh= und Mite
tagsſchicht (berichtigte Zahlen) ſollten anfahren 312 181
Mann, angefahren ſind 123 201, es fehlten 46,54 Prozent,
in der Mittagsſchicht ſollten anfahren 16895 Mann,
an=
gefahren ſind 9453, es fehlten 44,05 Prozent.
* Kölin, 14. März. Aus dem Wurmrevier
wird gemeldet: In einer geſtern von ungefähr tauſend
Perſonen beſuchten Verſammlung des Gewerkvereins
chriſtlicher Bergarbeiter in Alsdorf kam eine Reſolution
zur Annahme, der auch die anweſenden
ſozialdemokra=
tiſchen Bergarbeiter zuſtimmten, worin entſchieden
ver=
urteilt wird, daß die Bergleute im Ruhrrevier ſich
durch ſozialldemokratiſche Verhetzung in
den Streik treiben laſſen. Durch das
Vor=
gehen der Führer, der Streikbewegung im Ruhrgebiet
werde nicht allein die Sache der Bergarbeiter, ſondern
die geſamte Arbeiterbewegung geſchädigt. Die
öffent=
kiche Meinung iſt durch den Kontraktbruch der
Ausſtändigen gegen die berechtigten Forderungen der
Bergleuſe dingenommen. Die Verſammlung ſprach
ſchließlich der Leitung des chriſtlichen Gewerkvereins
der Bergarbeiter ihr Vertrauen aus.
* Hamborn, 13. März. Wie die
Polizeiverwal=
tung mitteilt, wurden heute nachmittag vier Perſonen
verhaftet, weil ſie auf vereinzelt reitende Patrouillen
geſchoſſen haben, eine Perſon, weil ſie aus dem
Fenſter auf einen vorübergehenden Polizeikommiſſar
mit Eiſenſtücken geworfen hatte. Krawalle fanden
nach=
mittags und abends nicht ſtatt.
* Herne, 13. März. Wie die Polizei mitteilt,
wur=
den heute mittag wiederum Schutzleute
beſchoſ=
ſen, die auch die Schußwaffe gebrauchten. Ein
zwan=
zigjähriger Bergmann erhielt einen Schuß in den
Unter=
ſchenkel.
* Buer, 13. März. Die Polizeiverwaltung teilt
mit: Heute nachmittag wurde in der Königgrätzer
Straße der Bergmann Zapolla erſchoſſen. Der
Sach=
verhalt iſt kurz folgender: Die Gendarmerie würde mit
Steinen beworfen, als ſie nun zur Verhaftung eines
Beteiligten ſchritt, wurde ſie von fünf bis ſechs
Per=
ſonen angegriffen und abermals mit Steinen beworfen.
Der mehrmaligen Aufforderung, auseinander zu gehen,
wurde keine Folge geleiſtet. Die Gendarmerie war
ſchließlich gezwungen, die Schußwaffe zu gebrauchen.
* Münſter. 14. März. Heute vormittag gehen
zwei Bataillone Infanterie und zwei
Schwadronen Küraſſiere in den Kreis
Recklinghau=
ſen ab, ferner ein Regiment Infanzerie und zwei
Schwadronen Huſaren in den Kreis Dortmund.
* Minden (Weſtfalen), 14. März. Das
Infan=
terie=Reglment Prinlz Friedrich der
Niederlande Nr. 2, Weſtfäliſches Nr. 15, iſt mit
einer Maſchinengewehrkompagnie mittels Sonderzügen
nach Dortmund abgegangen.
* Zwickau, 13. März. Von dem hieſigen
Berg=
arbeiterverband iſt das königliche Bergamt
Freiberg um Vermittelung zwiſchen den
Ar=
beitern und den Werken erſucht worden. Das Bergamt
ſagte dieſe zu. Die Vermittelungsverſuche werden im
Laufe der Woche ſtattfinden. Am Sonntag finden
wie=
derum Bergarbeiterverſammlungen ſtatt, die ſich mit der
neu geſchaffenen Laga befaſſen werden.
England.
* London, 13. März. Die Konferenz
zwi=
ſchen den Bergwerksbeſitzern und den
Kohlenarbeitern wurde auf morgen vertagt. Die
amtliche Bekanntmachung der Konferenz beſagt: Die
allgemeine Beſprechung der Lage wurde heute fortge)
ſetzt und ſodann auf morgen vertagt, um den
Delegier=
ten Gelegenheit zu geben, gewiſſe Anregungen, die vom
Premierminiſter gegeben worden ſind, zu erwägen.
* London, 14. März. Die Zeitungen äußern ſich
heute weniger optimiſtiſch über die Ausſichten einer
bal=
digen Beilegung deis Kohlenſtreiks. Man
glaubt, daß lokale Verſtändigungen zwiſchen
Arbeit=
gebern und Arbeitern in den einzelnen Revieren die
ſicherſte Grundlage für einen ſpäteren Ausgleich abgeben
werden. Die Verluſte in den Bruttoeinnahmen, die die
Eiſenbahngeſellſchaften durch die Einſchränkung ihres
Dienſtes ſeit dem Beginn des Streiks erlitten haben,
werden auf eine Million Pfund angegeben. Dieſe Summe
überſteigt die Verluſte der Geſellſchaften in den
Eiſen=
bahnerſtreik im letzten Sommer. In St. Helene in
Lan=
caſhire kam es zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen den
Bergarbeitern und der Polizei, wobei drei Schutzleute
verletzt wurden.
London, 14. März. Die Bergleute haben
zwei bis drei Millionen Pfund Sterling (60 Millionen
Mark) in den Unionskaſſen. Da ſie jedoch jede
Woche eine Million Pfund ausgebon, ſo können ſie es
höchſtens drei Wochen lang aushalten. Die Arbeiterſchaft
hat, indem ſie erklären ließ, in den verſchiedenſten
Di=
ſtrikten ſofort mit den Grubenbeſitzern zu verhandeln,
ihre Streikhaltung aufgegeben. Es dürfte dem Verband
ſchwer fallen, zu verhindern, daß da, wo die Arbeiter
ſich mit den Arbeitgebern verſtändigen, die Arbeit
aufge=
nommen wird. Die Verhandlungen nach Diſtrikten
kön=
nen damit ohne Verzögerung beginnen, da alle Leute,
die in Betracht kommen, in London verſammelt ſind.
* Sheffield, 13. März. Nachdem die Werke
außerordentliche Anſtrengungen gemacht haben, ihren
Be=
trieb aufrecht zu erhalten, ſchließen jetzt eines nach
dem anderen. Sie halten es für weniger koſtſpielig, den
Betrieb einzuſtellen, als weitorhin für die Tonne Kohlen
32½ Schilling zu bezahlen.
Amerika.
* New=York, 13. März. Die Beſitzer der
Anthrazitgruben lehnen die von den Arbeitern
geforderte 40prozentige Lohnerhöhung mit der
Begründung ab, daß dadurch die Produktionskoſten jeder
Tonne Kohlen um 40 Cents erhöht würden. Es ſei ihnen
unmöglich, die Lohnerhöhung zu bewilligen, wenn es
nicht geſtattet werde, die Kohlenpreiſe entſprechend zu
er=
höhen.
Luftfahrt.
* Berlin, 13. März. Der vor kurzem in Weimar
gegründete Verein „Deutſcher Flugverband” wird
dem Ehrenpräſidium Mitteldeutſcher Bundesfürſten
unter=
ſtehen. Zur Zeit haben bereits der Großherzog von
Sach=
ſen, der Herzog von Sachſen=Coburg=Gotha und der Herzog
von Sachſen=Altenburg ihren Eintritt in das
Ehren=
präſidium des Vereins endgültig zugeſagt.
* Pau, 13. März. Leutnant Savelleſtürzte mit
ſeinem Flugzeug ab und war auf der Stelle tot.
Attentat auf den König von Italien.
* Rom, 14. März. Als ſich der König heute
mor=
gen zu einer Seelenmeſſe für König Humbert (deſſen
Todes=
tag heute iſt) zum Pantheon begab, feuerte ein Unbekannter
mehrere Revolverſchüſſe auf den König ab. Der
König blieb unverletzt. Der Täter wurde verhaftet.
* Rom, 14. März. In der Begleitung des Königs.
auf der Fahrt nach dem Pantheon befand ſich auch die
Königin. Während die Majeſtäten unverletzt geblieben
ſind, wurde der Kommandeur der den Wagen des Königs
begleitenden Küraſſiereskorte, Major Lang, durch einen
der auf den König abgefeuerten Schüſſe verwundet.
* Rom, 14. März. Der Anſchlag auf den
Kö=
nig, bei dem, wie jetzt gemeldet wird, drei Schüſſe
abge=
geben wurden, erfolgte in der Nähe der Kirche Santa Maria
in der Via Lata bei dem Corſo Umberto und dem Palazzo
Doria. Das Königspaar ſetzte die Fahrt nach dem
Pan=
theon fort, wo der König dem Unterrichtsminiſter das
Attentat ſchilderte. Den Major Lang, der vom Pferde
ge=
ſunken war, brachte ein Krankenwagen nach dem St.
Ja=
kobskrankenhaus. Der verhaftete Verbrecher gab auf dem
Polizeikommiſſariat an, er heiße Antonio Dalba, ſei 21
Jahre alt und Maurer in Rom. Als das Königspaar das
Pantheon verließ, wurde es von der Menge, die ſich
inzwi=
ſchen auf dem Pantheonplatze angeſammelt hatte, begeiſtert
begrüßt. Die Volksmenge begleitete den königlichen Wagen,
der denſelben Weg nach dem Quirinal zurückfuhr, und rief
immer wieder: Es lebe der König! Es lebe die Königin!
Es lebe Savoyen! Kurze Zeit darauf begab ſich der König
in einem offenen Automobil nach dem Krankenhaus, um
dem Major Lang einen Beſuch abzuſtatten. Auf der Hin=
und Rückfahrt wurde der König wieder lebhaft bejubelt.
* Rom, 14. März. Der Attentäter ſtammt aus
einer römiſchen Familie. Sein Vater war bei den
Aus=
grabungsarbeiten in den Thermen beſchäftigt. Der
Atten=
täter war fünf Minuten lang in den Händen der Menge,
bis ihn der Polizeikommiſſar befreien konnte. Er wurde
übel zugerichtet.
* Rom, 14. März. In dem Verhör proteſtierke
Dalba dagegen, daß er von der Menge, die ihn
lyn=
chen wollte, mißhandelt worden ſei. Er legte ein halbes
Geſtändnis über die Abſichten ab, die er bei dem Attentat
gehabt hatte, ſagte aber nur wenig. Er ſprach von
ſei=
ner Vergangenheit und ſeinem gegenwärtigen Leben,
ſtellte in Abrede, daß ein Komplott beſtände; er habe
das Verbrechen allein erſonnen und allein ausgeführt.
Er habe Vater, Mutter und einen Bruder. Dalba
wur=
den einige Papiere abgenommen. Er hatte einige
Schrammen im Geſicht, die ihm von der Menge im
Augenblick ſeiner Verhaftung zugefügt worden waren.
Dalba hatte ſich hinter einer Säule des Palais Salviati
verborgen. Sobald der königliche Wagen, in dem das
Königspaar und der Generaladjutant Bruſati ſich
befan=
den, an dem Palais vorüberfuhr, feuerte er den erſten
Schuß ab.
* Rom, 14. März. Der Urheber des
Atten=
tats iſt ein junger, bartloſer, verhältnismäßig gut
ge=
kleideter Mann mit dem charakteriſtiſchen Ausſehen eines
Apachen. Wie ſich im Verhör herausſtellte, iſt der Täter
mehrfach vorbeſtraft, dreimal wegen Diebſtahls. In den
letzten Jahren wurde er Anarchiſt, und zwar
indivi=
dualiſtiſcher Anarchiſt. Zuerſt behauptete er, den
Revol=
ver gefunden zu haben, doch räumte er ſpäter ein, daß
er ihn ſeit einiger Zeit beſitze. Während des Verhörs
wechſelte er mehrmals ſeine Taktik.
* Berlin 14. März. Bei Eröffnung der
heu=
tigen Reichstagsſitzung gedachte der
Präſi=
dent Kaempf mit folgenden Worten des Attentats auf
den Königund die Königin von Italien: Meine
Herren! Seine Majeſtät der König von Italien Viktor
Emanuel III., der hohe Verbündete Seiner Majeſtät des
deutſchen Kaiſers und des deutſchen Volkes, und Ihre
Majeſtät die Königin von Italien Elenna ſind einer
ſchwe=
ren Lebensgefahr entronnen, indem die auf ſie abgegebenen
verbrecheriſchen Schüſſe ihr Ziel verfehlt haben. Ich bin
ſicher, in Ihrer aller Sinn zu ſprechen, wenn ich der Freude
und Genugtuung des Reichstags darüber Ausdruck gebe,
daß Seine Majeſtät der König und Ihre Majeſtät die
Kö=
nigin unverletzt geblieben ſind. (Lebhafte Zuſtimmung im
ganzen Hauſe.) Namens des Reichstags werde ich in einer
an den Präſidenten der italieniſchen Deputiertenkammer
in Rom zu richtenden Depeſche dieſen Gefühlen den
herzlichſten Ausdruck geben. (Lebhafte Zuſtimmung.) Der
Reichstag hörte die Worte ſtehend an.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 13. März. In der Kammer erinnerte
der Kriegsminiſter an die letzten Kämpfe,
die Einnahme von Margheb am 27. Februar, den Kampf
bei Derna am 5. März und bei Tobruk am 11. Mäkz.
Endlich ſprach der Miniſter von der geſtrigen Schlacht
bei Benghaſi, wo die Sonne des Sieges von neuem noch
ſtrahlender über den italieniſchen Waffen erglänzte.
Während die italieniſchen Luftfahrzeuge in Tripolis und
Benghaſi am Himmel dahingezogen ſeien, hätten die
Truppen einen vollen Sieg davongetragen, ſodaß der
italieniſche Beſitz an allen Küſten Libyens von neuem
durch das Blut der Italiener erworben und durch die
italieniſchen Waffen geheiligt ſei. Legen wir, ſo ſchloß
der Miniſter, neue Lorbeeren und Kränze auf die
Grä=
ber der Edlen und ſprechen wir den Kämpfern unſeren
Gruß und Dank aus. Das ganze Vaterland weiß, daß
ſeine Fahnen, ſein Glück, ſeine Zukunft in guten
Hän=
den liegt. Die ganze Kammer erhob ſich und begrüßte
den Kriegsminiſter mit begeiſtertem Beifall. Hochrufe
auf die Armee wurden ausgebracht. Der Präſident
Mar=
cora ſchloß ſich den Worten des Miniſters an. Auch er
wurde mit lebhaftem Beifall begrüßt. Der
Kriegsmini=
ſter gab im Senat die gleichen Erklärungen ab, wie
in der Kammer, die auch hier andauernden, lebhaften
Beifall hervorriefen.
* Konſtantinopel, 13. März. Das
Kriegs=
miniſterium macht bekannt, daß nach einer
Mitteil=
ung des Kommandanten der Dardanellen Dampfer
und Segelſchiffe von heute nach Sonnenaufgang an die
Meerenge auf der für die Durchfahrt freien Linie nur
dann paſſieren dürfen, wenn ſie von Lotſen geführt
wer=
den. Segelſchiffe müßten geſchleppt werden, ſonſt iſt
die Durchfahrt wegen drohender Gefahr unterſagt.
Die Revolution in China.
* Peking, 13. März. Nach chineſiſchen Berichten
aus Kanſu zerſtreute General Schengyun an der
Spitze der kaiſerlichen Armee der Provinz Kanſu, die aus
10000 Mann wohlbewaffneter Truppen beſteht, eine
Abteilung Regierungstruppen und marſchiert nun in der
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Nummer 64.
Richtung der Kalgan Eiſenbahn nach Kanſu. Die Gilbde
ſandte eine Botſchaft an Schengyun, worin ſie ihm die
gegenwärtige Lage auseinanderſetzt und ihm rät, nicht
weiter nach Peking vorzurücken. Die kaiſerlichen Garden
erhielten die Meldung, daß Schengyun gekommen ſei,
um den Kaiſer wieder einzuſetzen.
Juan=
ſchikai ſchickte Schengyun Geſandte entgegen. Er hofft,
mit ihm zu einem Einverſtändnis zu gelangen.
* London, 13. März. Wie das Reuterbureau
erfährt, beendete die Konferenz der engliſchen, deutſchen,
amerikaniſchen und franzöſiſchen Banken ihre Sitzungen
und beſchloß, für die dringendſten Bedürfniſſe der
Re=
publik China zu ſorgen, die Fraga der großen
Anleihe jedoch noch in der Schwebe zu laſſen, bis die
Republik durch die Mächte anerkannt iſt.
* London, 14. März. Nach einem Telegramm
der Times aus Tokio ſollen weitere 3000 Mann
japa=
niſcher Truvpen nach Port Arthur abgehen, teils
um die kürzlich nach Tientſin abgeſchickten tauſend Mann
zu erſetzen, teils, um nötigenfalls nach dem Norden
Chinas vorzurücken.
* Mukden, 14. März. Tſchanſiluan iſt nach
Peking abgereiſt, um Juanſchikai über die Lage der
Dinge in Mukden Bericht zu erſtatten. Chineſiſchen
Meldungen zufolge iſt ihm von Juanſchikai aufgetragen
worden, die Abſichten Rußlands und Japans auf die
Mandſchurei feſtzuſtellen. In ſeinem Berichte wird
an=
erkannt, daß die Mandſchurei ſeitens beider Mächte
be=
droht ſei, da ſie ſich über eine Annexion verſtändigt
hät=
ten. Tſchanſiluan betont, es beſtehe die dringende
Not=
wendigkeit, ohne Zögern Vorſichtsmaßregeln zu
er=
greifen.
Literariſches.
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Preis ermäßigt werden.
Letzte Nachrichten.
Berlin, 14. März. Von der Nebenfigur Wend von
Ileburg am Standbilde des Kurfürſten
Fried=
rich I. in der Siegesallee wurde der 15 Zentimeter lange
Schwertknauf abgeſchlagen. Der Täter iſt nicht
er=
mittelt.
London, 14. März. Das Torpedoboot Nr. 5
von der zweiten Zerſtörerflottille iſt in der Nähe von
Portland geſtrandet. Es hat ſchweren Schaden
er=
litten.
London, 14. März. In dem Vorort Helborne
wurden dem Reiſenden einer Birminghamer
Juwelier=
firma Juwelen im Werte von 100000 Mark
geſtoh=
len. Der Dieb iſt entkommen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinentale Hoch hat ſich etwas verflacht,
während ſich die nordweſtliche Depreſſion, ſich verſtärkend,
dem Feſtland genähert hat. Sie wird auch morgen
unſere Witterung beeinfluſſen, ſodaß wir Zunahme der
Bewölkung und der Niederſchläge erwarten dürfen. Bei
leichten weſtlichen Winden dürfte ſich die Temperatur
nicht weſentlich ändern.
Ausſichten für Freitag, den 15. März 1912:
Trüb, leichte Regenfälle, mild.
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Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. D): „Goethes
Fauſt=Tragödie‟
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kompoſitionsabend von Johanna Senfter um
8 Uhr im Saale der Vereinigten Geſellſchaft.
Dichtungen von Rudolf Presber um 8 Uhr im
„Mathildenhöhſaal” (Freie lit.=künſtl. Geſellſchaft).
Phonola= und Dea=Klavierabend um 8 Uhr im
Arnoldſchen Muſikſaal (Ecke Erbacherſtraße).
Generalverſammlung des Ortsgewerbevereins um
8½ Uhr im Reſtaurant Sitte.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.
Reſtaurant „Metropol” um ½ 8 Uhr. — Chauſſeehaus
um 7 Uhr.
Fachausſtellung für das Maler= z. Gewerde
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ſtraße 3 (geöffnet von 11—1 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr,
Olympia=Kinematograph, Rheinſtraße 2.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 15. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 15 Min.
Samstag, den 16. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt
9 Uhr 20 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 20 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr.
Abends 6 Uhr.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 16. März:
Vorabend 5 Uhr 50 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr. Sabbatausgang 7 Uhr 20 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 17. März, an:
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 6 Uhr.
NB. Dienstag, den 19. März:
Rausch Caudesch Nissan.
Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Mitteilung.)
Heute nacht verschied nach schwerem, in grosser Geduld getragenem
Leiden, im erst vollendeten 29. Lebensjähre, mein innigstgeliebter Gatte, unser
herzensguter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel
(6311
Kerr Kekkrfen Kaffer
Aepfelwein-Keltereibesitzer.
Darmstadt, Giessen, Neu-Isenburg, den 14. März 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Erna Müller, geb. Eilert.
Die Beerdigung findet Samstag, den 16. März, nachmittags 3 Uhr, vom Eingang des
Friedhofes aus, statt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Es hat Gott gefallen, unſeren lieben Vater,
Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater
Herrn
Ludwig Lautenschläger
im Alter von 92 Jahren zu ſich zu nehmen.
Darmſtadt, den 13. März 1912.
Georg Lautenschläger und Familie.
Heinrich Lautenschläger u. Familie.
Ludwig Lautenschläger und Familie.
Georg Freund und Familie.
Heinrich Wedel und Familie.
Friedrich Becker und Familie.
Die Beerdigung findet am Samstag, den
16. März, vormittags 10¼ Uhr, vom Eingang
des Friedhofes aus, ſtatt.
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und vornehmen Ausſehen ſehr verlangt werden. Die
heutige Zeitungsbeilage enthält das Nähere. (6310
Todes-Anzeige.
Heute entſchlief nach ſchwerem Leiden unſer
treuer Gatte, Vater, Schwiegervater, Schwager
und Onkel
Sponglermeister
Joh. Georg Homberger sen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 14. März 1912. (6236
Die Einäſcherung findet in Offenbach ſtatt.
Blumenſpenden dankend verbeten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei der ſchweren Krankheit und dem Ableben
unſeres lieben Vaters, Großvaters u.
Schwieger=
vaters
(6278
Wilhelm Stork
Weichenſteller i. P.
ſagen wir hierdurch unſeren tiefgefühlten Dank;
beſonders ſeinen Kollegen von Darmſtadt und
Umgegend, dem Weichenſtellerverein Ortsgruppe
Wixhauſen, unſerer Krankenſchweſter, ſowie dem
Herrn Pfarrer Zimmermann für ſeine troſtreichen
Worte am Grabe.
Wixhauſen, 14. März 1912.
Familie Stork,
Schunk,
Berz.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem plötzlichen Hinſcheiden unſerer lieben,
un=
vergeßlichen Mutter ſagen wir Allen, insbeſondere
Herrn Pfarrer Fiſcher für die ſehr troſtreiche
Grab=
rede, ſowie Herrn Lehrer Eckſtein für den
erheben=
den Geſang der Schulkinder unſeren tiefgefühlten
Dank.
(6305
Goddelau, am 13. März 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Gaſtwirt Müller und Tochter.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkrivtewerden nicht
zurückgeſandt.
Gewerbe=Muſeum, Neckarſtraße 3. Täglich geöffnet
v. 11—12½ Uhr, Sonntags v. 11—1 Uhr. Eintritt frei.
bei
(1m
Grafenstrasse 23½.
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Seite 7.
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geht aus einer großen Anzahl ärztlicher Zuschriften hervor,
von denen wir einige im Auszuge hier folgen lassen:
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die Erklärung ab, dass meine Erfahrungen am eigenen Körper, wie bei
meinen Patienten, mir seit 12 Jahren gezeigt haben, dass der
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brunnen bei Gicht alle anderen Heilwässer weit an Wirksamkeit übertrifft.
Ich wende als Brunnen nur Bonifacius an.
Dr. med. R. in H. Der Brunnen macht nicht nur den Körper frei
und elastisch, sondern er übt auch auf das Gemüt und die Stimmung
einen günstigen Einfluss aus.
Dr. med. M. in E. Die Wirkung des Bonifaciusbrunnens gegen die
Gallensteine ist so ausgezeichnet, dass die Kolikanfälle nunmehr ganz
beseitigt sind. Jedoch gehen seit dem Gebrauch des Brunnens noch öfter
Steine und deren Trümmer mit dem Stuhlgang ab.
Stadtarzt Dr. med. B. in N. Ich bin durch den vorjährigen
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[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Nummer 64.
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Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(6246
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
(637a
Wieſen-Verpachtung.
Samstag, 23. März d. J., ½9 Uhr vormittags,
werden in Arheilgen (Brücher’ſche Wirtſchaft) die Hahn=, Neu=,
Schuchmannsbornwieſe, Gemarkung Arheilgen, und
Hahnenfang=
wieſe, Gemarkung Wixhauſen, ab Herbſt 1912 auf 9 Jahre losweiſe
neu verpachtet.
Darmſtadt, den 14. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Brennholz=Verſteigerung Nr. 17
(Stadtwald).
Dienstag, den 19. I. Mts., vormittags 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus den Diſtrikten
Rücksbrünnchen (Abt. 49) und Hinterhecke (Abt. 6), ſowie aus
ver=
ſchiedenen Diſtrikten (Dürr= und Windfallholz) der Forſtwartei
Heilig=
kreuz (Forſtwart Hofmann) verſteigert:
Scheiter:
253 rm Buchen, 87 rm Eichen
Knüppel:
385
94
Reiſigknüppel: 155
26 „
Stöcke (fein): 18
Das Holz trägt die laufenden Nummern 2190 bis 2572. Weitere
Brennholz=Verſteigerungen finden im Stadtwald nicht mehr ſtatt.
Vorherige Einſichtnahme des Holzes erwünſcht.
Darmſtadt, den 13. März 1912.
(6234fm
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(6281
Holz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 21. März I. Js., vormittags
½9 Uhr,
werden in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen aus
Hirſch=
garten 24, Forſtwartei Faſanerie, aus Diſtrikt Altes Jagen,
Forſt=
wartei Kranichſtein, ſowie von der Abtriebsfläche am Schirmweg
verſteigert:
Scheiter, rm: 99 Buchen I. Kl., 162 Buchen II. Kl.,
40 Eichen, 8 Birken, 16,8 Kiefern; Knüppel, rm z 75 Buchen,
24 Eichen, 2 Birken, 1 Kiefer; Reiſig, Wellen: 3310 Buchen,
430 Eichen, 120 Birken; Stöcke, rm: 93 Buchen, 37 Eichen,
3 Birken, 13 Kiefern.
Das Holz aus Hirſchgarten ſitzt in nächſter Nähe der
Dieburger=
ſtraße, das übrige nahe der Kernſchneiſe und Meſſeler Chauſſee.
Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Auskunft
erteilen Forſtwart Schmidt zu Faſanerie und Forſtwart Karn
zu Kranichſtein, beides Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, den 14. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(6280
Stamm= und Nutzholz=Verſteigerung.
Dienstag, den 26. März, vormittags 9 Uhr,
wird in dem Gaſthaus „Zur Krone” in Groß=Gerau das
Stamm= und Nutzholz aus dem Gerauer Domanialwald verſteigert,
und zwar
Eiche: 14 I. Kl. — 30,60 fm, 16 II. Kl. — 24fm, 62 III. Kl.
— 61,68 fm, 4 IV. Kl. — 3,69 fm, 3 VI. Kl. — 0,66 fm:
Eſche: 1 I. Kl. — 0,68 fm, 3 II. Kl. — 2,67 fm, 1 III. Kl.
— 0,42 fm, 10 IV. Kl. — 5,61 fm, 7 V. Kl. — 2,55 fm.
2.VI. Kl. — 0,65fm; Buche: 4 I. Kl. — 7,61 fm, 6 II. Kl.
— 10,18 fm, 15 III. Kl. — 17,57 fm; Hainbuche: 1 IV. Kl.
— 0,38 fm, 5 V. Kl. — 1,63 fm; Birke: 3 IV. Kl. — 3,01 fm,
13 VI. Kl. — 4,01 fm; Ulme: 1 III. Kl. —0,55 fm, 2 IV. Kl.
1,27 fm, 5 V. Kl. — 1,92 fm, 4 VI. Kl. — 0,97 fm;
Linde: 1 III. Kl. — 1,52 fm, 2 IV. Kl. — 1,34 fm: Kiefer:
3 I. Kl. — 7,45 fm, 16 II. Kl. — 31,32 fm, 13 III. Kl.
18,60 fm, 2 IV. Kl. — 1,36fm Fichte: 1 II. Kl. — 0,90 fm,
1 III. Kl. — 0,62 fm, 7 IV. Kl. — 7,41 fm, 30 V. Kl. —
14,07 fm, ſowie 12 Fichten= und 8 Birken=Derbſtangen
und 3 rm Erlen=Nutzröller von 2m Länge.
(6233
Stammholzauszüge werden vom 17. März ab von
unter=
zeichneter Stelle auf Anfordern unentgeltlich verabfolgt; ebendaſelbſt
ſind Waldkarten zum Preiſe von 50 Pfg. zu haben. Auskunft
erteilt das Forſtperſonal und wird das Holz auf vorherige
Anmel=
dung vorgezeigt.
Groß=Gerau, 7. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Groß=Gerau.
Ruths.
Einladung zum Abonnement.
Der Abonnementspreis auf die Frankfurter Zeitung bei unter=
(6091mdf
zeichneter Stelle beträgt:
. Mk. 9.−
pro II. Quartal 1912 frei ins Haus
Mk. 3.—
pro Monat April 1912 frei ins Haus .
Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis
1. April 1912 gratis geliefert. Probenummern gratis und franko.
Die Agentur der Frankfurter Zeitung.
Inh.: Christian Kullmann, Wilhelminenſtraße 9.
Die Agentur liefert die „Frankfurter Zeitung‟: billiger u. rascher wie die Reichspost.
Annahme von Anzeigen zu Originalzeilenpreiſen.
Bank für Handel und Induſtrie
59. ordentliche Generalverſammlung.
Wir beehren uns hiermit, unſere nach §§ 24 und bezw. 27 der Satzungen berechtigten Herren
Aktionäre zu der
Donnerstag, den 4. April a. c., vormittags 11 Uhr,
in unſerem Geſchäftslokale zu Darmſtadt ſtattfindenden neunundfünfzigſten ordentlichen
Generalver=
ſammlung einzuladen.
In derſelben werden die in § 30 der Satzungen unter Nummer 1—4 genannten Gegenſtände
der Tagesordnung der regelmäßigen Generalverſammlungen verhandelt werden.
Die Hinterlegung der Aktien in Gemäßheit des § 24 der Satzungen hat ſpäteſtens am
30. März a. c. während der üblichen Geſchäftsſtunden zu erfolgen, und zwar entweder
bei den Niederlaſſungen unſeres Inſtituts in Darmſtadt, Berlin, Frankfurt a. M., Bamberg,
Cottbus, Düſſeldorf, Forſt i. L., Frankfurt a. O., Freiburg i. B., Fürth (Bayern),
Gießen, Greifswald, Guben, Halle a. S., Hannover, Landau (Pfalz), Leivzig,
Ludwigs=
hafen a. Rh., Mannheim, München, Neuſtadt a. H., Nürnberg, Offenbach a. M.,
Prenzlau, Quedlinburg, Sorau N. L., Spremberg, Stargard i. Pom., Stettin,
Straß=
burg i. E., Wiesbaden,
oder in Bremen
bei der Deutſchen Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien,
„ Breslau
Breslauer Disconto=Bank,
„ Deutſchen Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien,
„ Dortmund
„ den Herren Albert Kuntze & Co.,
„ Dresden
Eſſen a. d. Ruhr „ Herrn Simon Hirſchland,
der Vereinsbank in Hamburg,
Hamburg
„ den Herren Joh. Berenberg, Goßler & Co.,
Rümelin & Co.,
Heilbronn
Königsberg i. Pr. „ der Oſtbank für Handel und Gewerbe,
Mainz
„den Herren Schmitz, Heidelberger & Co.,
Merck, Finck & Co.,
München
Fuld & Co.,
Pforzheim
Poſen
„ der Oſtbank für Handel und Gewerbe,
„ „ Württembergiſchen Vereinsbank,
„ Stuttgart
Württembergiſchen Bankanſtalt vormals Pflaum & Co.
Darmſtadt, und Berlin, den 12. März 1912.
Bank für Handel und Induſtrie.
Hedderich v. Klitzing.
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Hessische Nandeis Behranstatf
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DARMSTADT
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beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
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schäftsrechnen. — 2 Rechenmaschinen.
Maschinenschreiben nach allen eingeführten Systemen, besonders nach Tastsystem
zur Schonung der Nerven trotz erhöhter Leistungen in deutscher, lateinischer,
französischer, englischer und italienischer Sprache.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch
(5546a
Wilhelm Siedersleben
Sprechstunden:
Montag bis Freitag
12—1 und 3—5 Uhr.
staatl. geprüfter Handelslehrer
und gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.
Steuer=Erhebung.
Das 5. und 6. Ziel der
Ge=
meindeſteuer für das
Rechnungs=
jahr 1911 iſt, bei Vermeidung der
Mahnung, bis Ende dieſes
Mo=
nats an den Werktagen,
vormit=
tags von 8½ bis 12½ Uhr, hierher
zu entrichten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 11. März 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (6095a
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Kaufmanns
Chri=
ſtian Lampe, Inhabers der Firma
Heinrich Jakob Lampe in
Darm=
ſtadt, wird nach rechtskräftiger
Be=
ſtätigung des Zwangsvergleichs,
erfolgter Abhaktung des
Schlußter=
mins und Vollzug der
Schlußver=
erse
teilung hierdurch aufgehoben. (8
Darmſtadt, 8. März 1912.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Bekanntmachung.
Die am 11. und 12. ds. Mts.
in Roßdorf abgehaltene
Holzver=
ſteigerung iſt genehmigt. Die
Abfuhrſcheine können vom 19. März
an abgeholt werden.
(6232
Ober=Ramſtadt, 13. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
Daab.
Matratzenſtreu=
Verkauf.
Am Montag, den 18. ds. Mts.,
um 8 Uhr vormittags,
wird in der Kaſerne am Beſſunger
Weg die Matratzenſtreu aus einem
Batterieſtall öffentlich und
meiſt=
bietend verſteigert. (6033mdfs
Darmſtadt, im März 1912.
I. Abteilung
Feldartillerie=Regts. Nr. 61.
Großh. Realgymnaſium zu Darmſtadt.
Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Montag, den
18. März, vormittags 9—12 und nachmittags 3—5 Uhr, im
Schulgebäude (Eingang Kirchſtraße 22) entgegengenommen.
Geburtsſchein, Impfſchein, Entlaſſungszeugnis der früheren
Schule ſind vorzulegen.
Die Aufnahmeprüfungen finden Montag, den 15. April,
vormittags von 9 Uhr ab, ſtatt.
(5830a
Der Unterricht beginnt Dienstag, den 16. April ds. Js.,
vormittags 9 Uhr.
Die Großherzogliche Direktion:
Münch, Geh. Schulrat.
Großherzogliche Landes=Bangewerkſchule
Darmſtadt.
Beginn des Sommerſemeſters: 28. März,
Schluß
Mitte Auguſt.
Fünf Klaſſen für Hoch= und Tiefbau. Ausbildung in der
heimiſchen Bauweiſe. Schulgeld 100 Mark pro Semeſter.
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gramm und Auskunft durch die Direktion der Anſtalt, Neckarſtr. 3.
Der Direktor.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Nummer 64.
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Kurſe vom 14. März 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,40
81,40
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
90,60
3½ do. Conſols
81,40
3. do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,90
93,2
do.
3½
84,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100, 10
89,40
do.
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,90
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,75
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
do.
89,30
3½
do.
3
78,60
3 Sächſiſche Rente.
81,40
4 Württemberger v. 1907 100,40
do.
3½
95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 55,10
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 93,00
4 do. Goldrente . . . 97,00
4 do. einheitl. Rente 89,90
3 Portug. unif. Serie I 64,90
3 do. unif. Ser. III 68,00
3 do. Spezial . .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 91,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,90
4 do. v. 1902 . . . . 90,70
4½ do. v. 1905 . . . . 100, 40
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,40
4 Türk. Admin. v. 1903 84,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,00
4 Ungar. Goldrente . . . 92,10
4 do. Staatsrente . . 90,00
In Proz.
Zf.
. 100,60
5 Argentinter
do.
4
88,90
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,80
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
4½
do.
95,40
4½ Japaner . . . . . . . 95,30
5 Innere Mexikaner . . . 93,80
do.
3
59,50
4 Gold=Mexikaner v. 1904 88,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,60
3 Buenos Aires Provinz 72,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 141,00
8 Nordd. Lloyd . . . . . 104,10
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,75
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 114,75
8 Baltimore und Ohio . 103½
6 Schantungbahn . . . . 133.75
6½ Luxemb. Prince Henri 155,25
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17½
6 Pennſylvania R. R. . 118,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
. 493,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.256,00
27 Farbwerke Höchſt . . 543,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 339,90
8 Cement Heidelberg . . 159,80
32 Chem. Werke Albert 442,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 291,80
4 Lahmeyer . . . . . . . 127,50
Letzte
(
Divid.
7 Schuchert, Nürnberg . 155,50
12 Siemens & Halske . 234,50
12 Bergmann Electr. . . 181,75
10 Deutſch.Ueberſee Electr. 178,75
25 Gummi Peter . . . . 144,25
0 Kunſtſeide Frankfurt 134,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 462,50
12 Maſchinenf. Badenia 196,80
16 Wittener Stahlröhren 219,00
8 Steana Romana Petr. 134,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 241,90
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 208,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 129,30
3 Südd. Immobilien . 71,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 186,30
12 Bochumer Bergb. und
Gußſt. . . . . . . 224,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 181,40
10 Gelſenkirchener . . . . 1977/
7 Harpener . . . . . . . 192,30
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 250,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
. . . . 86,00
4 Laurahütte . . . . . . 174½
10 Kaliwerke Aſchersleben 169,00
Weſteregeln 194,25
10
5 South Weſt Africa . 153½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 89,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 95,60
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,90
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,50
3
do.
79,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,70
Aum
Zf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.)
54,80
do.
27/10
3 Raab=Oedenburg . . .
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 88,40
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,70
do.
90,80
4 Wladichawchas .
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 78,80
92,50
41
do.
24/10 Livorneſer . . . . . 70,60
3 Salonique=Monaſtir . 65,40
84,40
4 Bagdadbahn . .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,00
73,80
4 Miſſouri=Pacific. .
4 Northern=Pacific . . . 101,00
4 Southern=Pacific
95,10
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 88,30
5 Tehuantepec . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 193,00
8½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 149,80
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 171,25
5½ Darmſtädter Bank . 124,75
12½ Deutſche Bank . . . 262,10
6 Deutſche Vereinsbank . 124,50
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,30
10 Diskonto=Kommandit 189,70
8½ Dresdener Bank . . 156,20
9½ Frankf. Hypoth.=B. 212,50
6½ Mitteld. Kreditbank 121,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,30
5½ Pfälziſche Bank . . 130,25
6.48 Reichsbank . . . . . 137,70
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 130,50
7½ Wiener Bankverein . 138,00
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 99,20
Zf. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 98,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,75
do.
89,50
1 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,90
do.
3½
90,10
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
.100,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
.100,75
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
90,10
S. 3—5
89,90
S. 9—11
90,00
4 Meininger Hyp.=Bank 100,00
3½
do.
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,70
do. (unk. 1914) . . 89,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do.
90,30
3½
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . . . .
3½ do.
90,10
4 Frankfurt .
100,50
3½ do.
96,00
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg
99,60
3½ do.
89,00
4 Karlsruhe
3½ do.
90,00
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
98,80
3½ do.
90,30
4 Mannheim
3½ do.
90,10
4 München
99,60
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg
98,50
do.
90,80
4 Offenbach.
In Proz.
3½ Offenbach
99,70
4 Wiesbaden .
89,25
3½ do.
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 167,20
3½ Cöln=Mindner , 100 135,60
3 Holl. Komm. . fl. 100 105,50
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,50
. 125,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 35,80
Braunſchweiger Tlr. 20 199,00
Freiburger.
. Fs. 15
Mailänder .
Fs. 45 —
do.
Fs. 10 31,60
. fl. 7 34,50
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 529,00
do. v. 1858 fl. 100 453,00
Ungar. Staats . . fl. 100 369,80
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 169,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,47
20 Franks=Stücke .
16,26
Amerikaniſche Noten . . . 4,20½
Engliſche Noten . . . . . 20,47
Franzöſiſche Noten. . . . 81,20
Holländiſche Noten. . . . 169,35
Italieniſche Noten . . 80,65
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,65
Ruſſiſche Noten . . . . 215,75
Schweizer Noten . . . . . 80,85
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 3sf. 6
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Seite 13.
Einſchränkung des Zubdranges zu dem höheren Stundium.
Schließlich würde es auch ſo weit kommen, daß man
gar keine Volksſchullehrer mehr bekomme. Die
Regier=
ung werde alſo dieſen Weg nicht einſchlagen, denn ſchon
jetzt ſei der Volksſchullehrer=Erſatz außerordentlich
ſchwer. Die Regierung werde auf dieſem Wege langſam
fortſchreiten; ſie gehe ohnehin ſchon weiter, als andere
Staaten. Die neue nationale Schule habe der Abg.
Ur=
ſtadt als Zukunftsideal bezeichnet. Möge man ſie darum
auch den Männern der Zukunft überlaſſen. Wir haben
mit der Gegenwart genug zu tun.
Abg. Bach möchte dem widerſprechen, daß es keine
berufene Vertretung der Lehrerſchaft gebe oder daß dieſe
keine Intereſſenvertretung bilde. Die Lehrerſchaft fühle
ſich gewiſſermaßen als Vertreterſchaft der Volksbildung,
nicht nur als Standesvertretung. Redner verbreitet ſich
dann darüber, wie er ſich das Ideal der Einheitsſchule
denke. — Der Ausſchußantrag — Bewilligung der
Einnahme mit 4071 Mark und der Ausgabe mit 372170
Mark — wird dann angenommen.
Zum Kapitel 41: Volksſchulen, beſpricht Abg.
Uebel die zum Teil troſtloſe Lage der iſraelitiſchen
Religionslehrer. Er möchte beſonders die F. Ztg., die
doch ſonſt ſo großes Intereſſe an den Verhältniſſen in
Heſſen zeige, darauf aufmerkſam machen, weil er meine,
dieſes Blatt habe doch gerade auf die Kreiſe, auf die es
hier ankommt, erheblichen Einfluß. Redner erörtert zur
Illuſtration ſeiner Beanſtandungen eine Anzahl
Spezial=
fälle aus Viernheim, Fürfeld und vielen anderen
Ge=
meinden. Er ſchlägt zur Abhilfe vor daß die Regierung
die Bezahlung dieſer Lehrer beeinfluſſen und ſich die mit
ihnen abzuſchließenden Verträge vorlegen laſſen möge.
Auch ſolle aus allgemeinen Staatsmitteln etwas zu den
Laſten für die iſraelitiſchen Religionslehrer beigetragen
werden.
Abg. Bach unterſtützt dieſe Ausführungen und
be=
ſtätigt die dringend der Abhilfe bedürfenden Verhältniſſe.
Redner beſpricht dann die Kreisſchulinſpektionen und
rügt dabei, daß einige dieſer Stellen nur mit
Akademi=
kern beſetzt werden, wodurch ſich andere
Kreisſchulinſpek=
toren zurückgeſetzt fühlen. Er führt weiter Klage über
die ungleichmäßige Verteilung der Beiträge des Staates
zu den Schulhausbauten. Rheinheſſen ſei hierbei ſehr
ſtiefmütterlich behandelt worden.
Abg. Urſtadt fordert den Elternrat oder irgend
eine Elternvertretung auch für die Volksſchulen. Wenn
Geheimerat Süffert geſtern geſagt habe, der Elternrat
werde erſetzt durch die Elternabende, ſo müßte dem doch
widerſprochen werden. Die Elternabende ſeien wohl
ge=
eignet, die Eltern zu unterrichten über die Ziele der
Schule uſw., nicht aber, ſie zu befragen zum Zwecke der
Ausgeſtaltung der Schulen. Er polemiſiert dann gegen
den Abg. Uebel.
Geheimerat Süffert (vielfach unverſtändlich): Die
Regierung kenne die ſchlechte Lage der iſraelitiſchen
Re=
ligionslehrer und habe, was ihr irgend möglich war,
getan, ſie zu beſſern. Schuld an der Lage dieſer Lehrer
ſei nicht die Regierung, ſie ſei vielmehr in den
Ver=
hältniſſen der Religionsgemeinſchaften begründet. Man
dürfe den Iſraeliten aber nicht den Vorwurf machen,
daß ſie nicht genügend für ihre Religionsbedürfniſſe
auf=
bringen. Tatſächlich bringen die Juden für
Religions=
zwecke die größten Opfer. Die Beſtellung akademiſcher
Kreisſchulinſpektoren in den Städten ſei nicht aus
prinzi=
piellen, ſondern aus Zweckmäßigkeitsgründen eingeführt.
Auf die Ausführungen des Abg. Urſtadt bezüglich des
Elternrates wolle er eingehen bei der Reviſion des
Volksſchulgeſetzes. Eine Art Oeffentlichkeit des
Unter=
richts habe man früher ſchon gehabt und damit wenig
gute Erfahrungen gemacht. — Das Kapitel wird dann
mit 2 830 370 Mark in Ausgabe bewilligt.
Zum Kapitel 42: Turn= und
Zeichenunter=
richt, dankt der Abg. Beſt der Regierung, daß ſie dem
vorjährigen Antrag Bach, den Kreisturninſpektor auf den
Inhaber zu bewilligen, nicht zugeſtimmt habe. — Abg.
Bach hält nach wie vor den Kreisturminſpektor für
über=
flüſſig. Er beſpricht dazu auch den Zeichenunterricht,
bleibt auf der Tribüne aber unverſtanden. — Abg. Raab
bedauert es, daß der Vorredner nicht wieder den Strich
der hier angeforderten Summe beantragt. Der Poſten
eines Kreisturninſpektors ſei tatſächlich nach Anſicht
wei=
ter Kreiſe überflüſſig. Er ſtellt erneut darum den
An=
trag, den Kreisturninſpektor nur auf den
Inhaber zu bewilligen.
Abg. Köhler erſucht das Haus, nicht den gleichen
Weg, wie im Vorjahre, zu gehen und dem Antrag Raab
keine Folge zu geben. Die Stelle des
Kreisturninſpel=
tors ſei heute notwendiger denn je. Die Tätigkeit des
Turninſpektors ſei außerordentlich ſegensreich für das
geſamte Turnweſen und es wäre durchaus zu bedauern,
wenn dieſe Zentralſtelle wegfiele, die in Zukunft ja auch
wohl die Zentrale aller der Beſtrebungen bilden werde,
die die Jugendpflege zum Ziele haben, wie Spiele,
Wan=
derungen uſw.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach:
Die Regierung bitte, den Antrag Raab abzulehnen, und
zwar aus den Gründen, die ſie ſchon im Vorjahre geltend
gemacht habe. Auf dieſe im Protokoll der Zweiten
Kam=
mer niedergelegten Gründe nehme er ausdrücklich
Be=
zug. Es komme heute noch ein gewichtiger weiterer
Grund hinzu, das iſt die Jugendpflege, deren
Notwendig=
keit heute von allen Kreiſen anerkannt wird. Es iſt
rich=
tig, daß auch für dieſe Beſtrebungen die
Kreisturninſpek=
tion die Zentrale bilden ſoll, und auch aus dieſem Grunde
bitte er, den Antrag Raab abzulehnen. (Bravo!)
Abg. Finger bittet ebenfalls um Ablehnung des
Antrages Raab und Bewilligung der Stelle für die
Zu=
kunft. Er beſpricht dann den Zeichenunterricht und
meint, mit dieſem ſcheine es namentlich an den höheren
Schulen rückwärts zu gehen, anſtatt vorwärts. (Im
Hauſe herrſcht wieder allgemeine Unruhe, ſodaß der
Redner nicht zu verſtehen iſt.)
Abg. Eißnert unterſtützt den Antrag Raab. Die
Stelle ſei ja dadurch nicht alsbald aufgegeben, ſondern
erſt, wenn der gegenwärtige Turninſpektor ausſcheide.
Er glaube, daß ein Pädagoge beſſer ſich für die
Jugend=
pflege eigne, als ein Turnlehrer. — Abg. Bach: Er ſtehe
heute noch auf dem Standpunkt, daß der
Kreisturninſpek=
tor für die Inſpektion des Volksſchullehrers nicht mehr
notwendig ſei, daß er aber ſeinen Antrag nicht erneuert
habe, weil für den Kreisturninſpektor eine Anzahl
wei=
terer Aufgaben erwachſen ſind, die ihn unentbehrlich
er=
ſcheinen laſſen. Inſonderheit meine auch er die
Jugend=
pflege. Uebrigens ſei der derzeitige Turninſpektor ein
Pädagoge.
Der Ausſchußantrag, 17100 Mark in Ausgabe
zu bewilligen, wird angenommen. Der Antrag
Raab wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten
abgelehnt.
Zum Kapitel 42a: Jugendpflege, iſt erſtmalig
ein Betrag von 15 000 Mark vorgeſehen. Es iſt
beabſich=
tigt, ähnlich wie in Preußen, die Beſtrebungen auf dem
Gebiete der Jugendpflege, wie ſie von konfeſſionellen
Jugendvereinen, Volksbildungsvereinen, Turn=, Spiel=
und ſonſtigen Sportvereinigungen jetzt geleiſtet wird,
mit ſtaatlichen Mitteln zu unterſtützen und in einheitliche
Bahnen zu lenken. Der Ausſchuß beantragt, die
Summe von 15000 Mark zu bewilligen.
Abg. Korell=Königſtädten möchte an dieſer Stelle
einmal ein Wort des Dankes ausſprechen für das, was
bisher von privater Seite auf dieſem Gebiete geſchehen
iſt. beſonders durch die Volksbildungsvereine uſw. Er
möchte aber auch bitten, darauf zu achten, daß, wie es
jetzt manchmal den Anſchein hat, nicht des Guten zu viel
getan wird, daß nicht die ſogenannte Muskelfererei auf
die Jugendpflege übergreift. Daß die Regierung
nun=
mehr ihrerſeits Mittel für die Jugendpflege bereitſtellt,
iſt dankbar zu begrüßen, und er hoffe, daß die Summe in
Zukunft noch erhöht wird. Bedenklich hält Redner die
angeſtrebte Zentraliſation, die alle Beſtrebungen „in ein=
Praktisch-
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Wie verlieren wir die Zähne? Ganz harmlos fängt
es an! Eine kleine Stelle wird ſchwarz, „ſtockig,, wie
viel=
fach geſagt wird. Dann bricht ein Stück aus. Zahnſchmerz
ſtellt ſich ein. Allmählich iſt der ganze Zahn hohl
ge=
worden. Stück um Stück bröckelt ab. Schließlich bleibt
nur noch die Wurzel übrig, die von Zeit zu Zeit
unange=
nehm ,uckert: Der eben geſchilderte Vorgang iſt die
Zahnfäule oder Zahnkaries. Die Haupturſache iſt
gewöhn=
lich nichts anderes als die grenzenloſe Vernachläſſigung
der Zähne, wenn auch andere Arſachen, beſonders
Anter=
ernährung, nicht ganz unerwähnt bleiben dürfen. Bleibt
bei den Mahlzeiten Speiſebrei an und zwiſchen den Zähnen S
haften, ſo fängt er zu gähren an, zerſetzt ſich und bildet
Säuren. Außerdem iſt er ein guter Nährboden für
Bak=
terien. Die entſtandenen Säuren löſen die Kalkbeſtandteile
der Zihne auf, es bleibt eine knorpelige Maſſe zurück, die
durch die Bakterien in Fäulnis übergeführt und zerſtört wird.
Zahnkaries wird verhütet durch tägliches, zweimaliges
Dutzen der Zähne mit Kosmodont=Zahncreme mit aktivem
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Zweite Kammer der Stände.
19. Sitzung.
St. Darmſtadt, 14. März.
Am Regierungstiſch: Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach Exz., Geheimeräte Dr. Becker, Dr.
Weber, Süffert, Miniſterialräte Hölzinger,
Dr. Kratz, Geh. Oberfinanzrat Seip.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9 Uhr
15 Min. — Die Beratung des Hauptvoranſchlags
wird bei Kapitel 39: Höhere Bürgerſchulen,
fortgeſetzt. Das Kapitel wird auf Antrag des Abg.
Mol=
than vorerſt zurückgeſtelt.
Zu Kapitel 40: Lehrerſeminarien,
pädago=
giſcher Kurſus und
Präparandenanſtal=
ten, vertritt Abg. Bach (faſt unverſtändlich) den
Wunſch, die Präparandenanſtalten an die Seminarien
anzugliedern. Er rügt, daß bei der Reform der
Semi=
narien bezw. der Lehrpläne derſelben die Lehrerſchaft
von der Regierung nicht befragt werde. Er tritt dann
dafür ein, daß das Seminar zu einer höheren Lehranſtalt
ausgebaut werde, die zum Beſuch der Univerſität
be=
rechtige und beſpricht ſonſt, ſchultechniſche Fragen. Zu
Seminarlehrern ſollte man nur ſolche Lehrer verwenden,
die allen Anforderungen im höchſten Maße gerecht
wer=
den können, und dieſen Lehrern auch die höchſten
Gehäl=
ter bewilligen. Ferner wünſcht er, an den Seminarien
Schulgelder einzuführen und ſchlägt rund 100 Mark vor.
Das würde eine erhebliche Einnahme für den Staat
geben und ſei durchaus berechtigt, da ja auch alle
ſonſti=
gen höheren Lehranſtalten Schulgeld erheben. Das
einſt=
weilen unerreichte Ideal, überhaupt kein Schulgeld zu
erheben, erkenne er an.
Abg. Adelung tritt dem entgegen. Auf dieſem
Wege komme man doch nicht zu dem Ideal des überhaupt
freien Schulbeſuches.
Abg. Urſtadt ſtimmt dem Abg. Bach zu, daß, wenn
das Lehrerſeminar nun ausgebaut ſei, es auch zum
Uni=
verſitätsſtudium berechtigen müſſe. Mit dem Ausbau der
Seminarien ſollte man, wenn auch in ferner Zukunft, zu
einer neuen nationalen Lehranſtalt kommen.
Geheimerat Süffert verbreitet ſich zunächſt kurz
über die Reform der Seminarien. (Die Ausführungen
bleiben auf der Tribüne unverſtändlich.) Daß die
Lehrer=
ſchaft vor der Reform nicht gefragt wurde, ſei wohl
da=
rin begründet, daß die Lehrerſchaft eine berufene
Vertret=
ung nicht habe. Mit der Landwirtſchaftskammer könne
die Lehrerſchaft doch nicht verglichen werden; ſie bilde
doch keinen Zweckverband und ſei für die Schule da,
nicht die Schule für die Lehrer. Die Forderung, die
Seminariſten zum Beſuch der Univerſität zu berechtigen,
ſtehe in Widerſpruch mit der geſtern allgemein geforderten
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Nummer 64.
heitliche Dahnen: kenten will. Man ſolle jeden
Burean=
kratismus von der Jugendpflege fern halten. Vor allem
ſollte die Jugendpflege ſich von dem Kampf gegen die
Sozialdemokratie fern halten und unter allen Umſtänden
jede Politik beiſeite laſſen. Das wäre das beſte
Gegen=
gewicht gegen die ſozialdemokratiſche Jugendbewegung.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
iſt in der angenehmen Lage, den Ausführungen des
Vor=
redners faſt in allen Punkten zuzuſtimmen. Die
Regier=
ung erkennt vollauf an, was die private Tätigkeit in
die=
ſer Beziehung bisher getan hat, und iſt nur beſtrebt, zu
verhindern, daß die einzelnen Kreiſe, die das gleiche Ziel
verfolgen, einander entgegenarbeiten. Die Jugendpflege
ſoll in Zukunft nicht von der Regierung betrieben
wer=
den. Sie wolle nur ſtets unterrichtet ſein, wo etwa es
notwendig iſt, helfend und fördernd einzugreifen. Die
Jugendpflege iſt natürlich nicht als Kampforganiſation
gedacht, aber ſelbſtverſtändlich werden wir nur
diejeni=
gen unterſtützen können aus Staatsmitteln, die auf dem
Boden der beſtehenden Staatsordnung ſtehen und neben
der körperlichen Pflege auch die der Vaterlandsliebe auf
ihre Fahne geſchrieben haben. Daß die Summe von
15000 Mark keine ausreichende iſt, ſei richtig. Sie ſoll auch
nur einen Anfang bedeuten, und er würde ſich freuen,
wenn die Finanzlage des Landes recht bald eine
Er=
höhung geſtattet.
Abg. Adelung proteſtiert dagegen, daß die auf
ſozialdemokratiſchem Boden ſtehenden Organiſationen
weniger Vaterlandsliebe pflegen. Er glaube, daß eher
das Gegenteil der Fall iſt.
Das Kapitel wird dann angenommen. Ebenſo
ohne Debatte die Kapitel bis 44. Dann tritt eine
Pauſe ein.
Zu Kapitel 45: Privat=Erziehungs= und
Beſſerungsanſtalten, übt Abg. Adelung
Kri=
tik an den Beſſerungsanſtalten, die allgemein ſehr im
Argen liegen. Vielfach biete die Fürſorgeanſtalt keine
beſſere Erziehung, als das Elternhaus. Der Staat habe
aber doch die Pflicht, wenn er die Erziehung der Eltern
ausſchließe, etwas Beſſeres dafür zu ſetzen. Sehr ſelten
werde in Beſſerungsanſtalten wirklich ein Zögling
ge=
beſſert. Die Fürſorgeerziehung in Familien ſei der in
Anſtalten vorzuziehen.
Abg. Wolf teilt dieſe Anſichten. Er hält ebenfalls
eine Erziehung in anderen Familien für beſſer, als die
in Zwangsanſtalten. In gleichem Sinne ſpricht ſich
Abg. Hauck aus, für vollkommen halte er beide Syſteme
nicht. — Abg. Bach meint, es müſſe unterſchieden
wer=
den zwiſchen Fürſorge= und Zwangserziehung. Wenn
Eltern ihre Erziehungspflicht grob vernachläſſigen ſei
es berechtigt, ihnen die Kinder wegzunehmen. Wenn
das rechtzeitig geſchehe, werden dieſe Kinder meiſt noch
zu retten, ſein. Wo erbliche Belaſtung vorliegt, hilft
natürlich die Fürſorgeerziehung nicht mehr. Da iſt
Ver=
bringung in Anſtalten notwendig. Zu empfehlen wäre
die Verkleinerung und Vermehrung der Anſtalten.
Geh. Oberregierungsrat Dr. Weber widerſpricht
dem, daß das Fürſorgeerziehungsweſen gerade in Heſſen
ſehr im Argen liege. Das ſei nicht richtig. Die
Re=
gierung habe mehrfach angeordnet, daß bei Anwendung
der Zwangserziehung möglichſt vorſichtig und
rückſichts=
voll vorgegangen werde. Die Erfahrungen mit der
Zwangserziehung ſeien in Heſſen durchaus nicht ſchlecht,
vielmehr beweiſen die Berichte meiſtens das Gegenteil.
Auch die privaten Anſtalten kommen ihrer Verpflichtung
durchaus nach. Zuzugeben ſei, daß die Dinge ſich
viel=
leicht noch beſſern könnten, wenn die Anſtalten alle
ver=
ſtaatlicht werden. (Die weiteren Ausführungen des
Red=
ners bleiben bei der allgemeinen Unruhe im Hauſe
unver=
ſtanden.)
Abg. Adelung: Seine Anſtände beruhten auf
Er=
fahrungen in der Armenverwaltung. Er habe nicht über
einen Mangel an Anſtalten geklagt, ſondern über die
Wirkſamkeit der einzelnen Anſtalten. Die Regierung
müßte einheitliche Lehr= und Erziehungspläne aufſtellen.
Ob Familien= oder Anſtaltserziehung zweckmäßig iſt,
muß in Einzelfällen entſchieden werden. Es ſei bei uns
in Heſſen nicht ſchlimmer, als anderswo, aber ſchlimm
genug überall. — Das Kapitel wird dann nach dem
Ausſchußantrag angenommen und 6000 Mark in Ausgabe
bewilligt.
Es wird dann zunächſt Kapitel 39: Höhere
Bür=
gerſchulen, beraten. Hierzu liegt ein Antrag des
Abg. Wolf=Stadecken vor, der Gründung einer
pri=
vaten Lehranſtalt in Nierſtein die
Genehmig=
ung zu erteilen.
Geheimerat Süffert bitet, den Antrag an den
Ausſchuß zu verweiſen, da er nicht mit dieſem Kapitel
verquickt werden kann. Die Regierung habe nicht nur
finanzielle, ſondern auch prinzipielle ſchultechniſche
Be=
denken gegen den Antrag. Er halte es darum für ſehr
erforderlich, den Antrag erſt im Ausſchuß zu beraten.
Nach längerer Geſchäftsordnungsdebatte wird
be=
ſchloſſen, den Antrag alsbald zu beraten.
Abg. Wolf begründet ſeinen Antrag. Es ſeien
ſchon 32 Kinder angemeldet und an den Staat ſollen
keinerlei Anforderungen geſtellt werden. Man erbittet
nur die Genehmigung der Regierung. Dieſe
Genehmig=
ung hat die Regierung abgelehnt mit der Begründung,
daß ſtaatliche Schulen dadurch beeinträchtigt werden.
(Oppenheim). Das kann Redner nicht gelten laſſen. Die
Gemeinde Oppenheim erhalte faſt alles und Nierſtein
nichts. Das führt zur Rivalität. Eine Konkurrenz
ent=
ſtehe der Oppenheimer Schule nicht. Mit der
Verwei=
gerung werde mehr Unheil angerichtet, als durch die
Ge=
nehmigung.
Geheimerat Süffert: Es ſei geradezu traurig, daß
mit jeder Ablehnung eines Antrages immer gleich
Un=
heil entſtehe oder gar Aufruhr und dergleichen mehr.
Wenn das wahr iſt, liege es nicht an der Ablehnung
ſelbſt, ſondern an der Art und Weiſe, wie man dieſe
Ab=
lehnung kritiſiere. (Zuſtimmung.) Es ſei doch nicht zu
beſtreiten, daß die Regierung das Recht habe, die
Ge=
nehmigung zu verſagen. Das Bedürfnis für eine
An=
ſtalt begründe ſich nicht immer in der Zahl der Schüler.
Die Regierung verfahret gewiß großzügig und
weit=
herzig inbezug auf die Zulaſſung privater Schulen, hier
ſei aber tatſächlich ein Grund gegeben, die
Genehmig=
ung zu verſagen. Es liege durchaus kein Bedürfnis für
die Schule in Nierſtein vor. Man habe früher immer
darin übereingeſtimmt, daß die Anſtalt in Oppenheim, das
ja mit Nierſtein eng verbunden iſt, für beide Orte
aus=
reiche. Nun mit einem Male ſoll ein ſo dringendes
Be=
dürfnis entſtanden ſein. Der Schulweg ſei nicht weiter,
als ihn die Kinder in größeren Städten auch zu machen
haben. Ein finanzielles Bedenken werde ſich tatſächlich
ergeben, wenn die Oppenheimer Schule weniger beſucht
werde. Was hier geſchaffen werden ſoll, iſt nichts
an=
deres, als eine neue Vorſchule. Dabei werde jedes Jahr
über die vielen Vorſchulen geklagt. Prinzipiell ſei man
auch wegen der Konſequenzen gegen die Genehmigung.
Denn mit dem gleichen Recht, wie heute Nierſtein, käme
morgen Erbach und ſo weiter mit dem gleichen Geſuch.
Es liege alſo durchaus kein Bedürfnis vor und er bitte,
den Antrag abzulehnen.
Abg. Dr. Schmitt kann die Gründe der Regierung
nicht gelten laſſen und tritt warm für die Genehmigung
der Schule ein. Man ſollte froh ſein, daß ſich Eltern
fin=
den, die ein Opfer für eine Schule ſelbſt bringen wollen,
um ihre Kinder vor den ſittlichen Gefahren zu bewahren,
die der Schulweg mit ſich bringe. — Abg. Wolf tritt
nochmals für ſeinen Antrag ein. Das Bedürfnis ſei
ſchon dadurch gegeben, daß die Eltern von 32 Kindern
ſich bereit erklärt haben, alle=Koſten zu tragen. — Abg.
Bach iſt gegen den Antrag Wolf aus prinziviellen
Grün=
den. — Abg. Molthan unterſtützt den Antrag Wolf
und bedauert den ablehnenden Standpunkt der
Regier=
ung. — Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Bähr,
Wolf, Bach, Stephan. Dr. Schmitt und des
Geheimerat Süffert erfolgt Abſtimmung.
Der Ausſchußantrag und der Antrag
Wolf werden angenommen.
Darauf wird die Sitzung um 1.10 Uhr geſchloſſen.
Nächſte Sitzung nachmittags 3 Uhr
20. Sitzung.
(Nachmittags=Sitzung.)
Am Regierungstiſch: Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach Exz., Geheimeräte Dr. Becker
und Dr. Weber, Miniſterialrat Dr. Kratz.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um 3¼
Uhr. Die Beratung wird beim Kapitel 46:
Hofbiblio=
thek, fortgeſetzt. Dieſes, ſowie das Kapitel 47:
Lan=
desmuſeum — die vorgeſehenen Beträge von 2500
Mark in Einnahme und von 101 276 Mark in Ausgabe
zu bewilligen — werden debattelos genehmigt.
Zum Kapitel 48: Denkmalpflege, beanſtandet
Abg. Schönberger in längeren Ausführungen die
Tätigkeit des Denkmalrates, der zum mindeſten 75
Pro=
zent unnötige Arbeit verrichte, die viel Geld koſte und
bieſach unangenehm enpfſunden werde. Der
Dentnal=
rat greife oft willkürlich in Gemeindeangelegenheiten
ein. Er bringt zum Beweiſe deſſen zahlreiche
Spezial=
fälle zur Sprache. Seine kernigen Ausführungen
wer=
den vielfach von lebhaften Heiterkeitsausbrüchen
unter=
brochen. — Der Ausſchußantrag wird dann gegen
die eine Stimme des Abg. Schönberger
ge=
nehmigt und 26 200 Mark bewilligt.
Ohne Debatte werden nach den jeweiligen
Ausſchuß=
anträgen erledigt die Kapitel 49 bis 52.
Die
Kapitel 53: Aerztlicher Dienſt, und 54:
Impfweſen,
werden zuſammen beraten. Abg. Köhler verbreitet
ſich des längeren über die beabſichtigte Abänderung des
Impfgeſetzes und beantragt, die Kreisärzte für den
Weg=
fall der Impfgebühren zu entſchädigen, auch im Falle
einer Verſetzung. Er beſpricht ferner die
Anſtellungs=
verhältniſſe der Kreisaſſiſtenzärzte und bittet vor allem,
dieſen, wenn ſie ſchon in reifem Alter ſich befinden, eine
andere Amtsbezeichnung zu geben und dahin zu wirken,
daß eine gerechte Verteilung der Amtsgeſchäfte zwiſchen
Kreisarzt und Kreisaſſiſtenzarzt erfolgt.
Geheimerat Dr. Weber: Der Antrag des Abg.
Köhler kommt in ſeiner Tendenz den Abſichten der
Re=
gierung durchaus entgegen und wird demgemäß
be=
grüßt; doch möchte Redner darauf aufmerkſam machen,
daß die Koſten für die Regierung erheblich höher
wer=
den, als im Voranſchlag angegeben iſt, denn unter
Um=
ſtänden könne der Antrag ergeben, daß man einem
Beamten, der in einen Kreis verſetzt werde, wo die
Ge=
bühren an ſich erheblich niedriger ſind, Entſchädigung
gewähren muß in Höhe der Gebühren des anderen
Krei=
ſes. Die Wünſche betr. der Kreis= und Aſſiſtenzärzte
werde die Regierung wohlwollend und eingehend prüfen.
Abg. Finger bleibt auf der Tribüne
unverſtänd=
lich. — Abg. Stephan unterſtützt den Antrag Köhler
Abg. Dr. Weber erklärt zur Geſchäftsordnung, daß
die Mitglieder des Finanzausſchuſſes Bedenken tragen,
dem Antrag Köhler ohne Ausſchußberatung
zuzuſtim=
men. — Abg. Ulrich widerſpricht dem, da die
Regier=
ung erklärt hat, die Höchſtſumme von 15000 Mark
keines=
falls zu überſchreiten. — Abg. Dr. Weber ſtellt
trotz=
dem den Antrag, den Antrag Köhler an den
Aus=
ſchuß zu verweiſen. Das wird ſodann
be=
ſchloſſen.
Die Ausſchußanträge werden zu beiden
Ka=
piteln angenommen.
Zu dieſen Kapiteln liegt eine
Regierungsvor=
lage, betreffend:
Geſetzentwurf, die Abänderung des
Ge=
ſetzes, die Ausführung des Reichs=
Impf=
geſetzes
vom 8. April 1874 betreffend, vom 25. Mai 1875 vor. Nach
dem Geſetz vom 25. Mai 1875 erhielten die Impfärzte
(Kreisärzte bezw. Kreisaſſiſtenzärzte) die von den
Ge=
meinden zu tragenden Gebühren; dieſe bildeten einen
Teil ihres Dienſteinkommens. Es entſpricht dem
über=
einſtimmenden Wunſche beider Kammern, daß in
Zu=
kunft die Impfgebühren in die Staatskaſſe fließen ſollen
und daß die Gehälter der Impfärzte neu geregelt
wer=
den. In dem Hauptvoranſchlag für das Jahr 1912 iſt
dementſprechend Vorſorge getroffen. Die von der
Groß=
herzoglichen Regierung vorgeſchlagene Abänderung der
Artikel 1 und 2 des Geſetzes vom 25. Mai 1875 bringt
die von beiden Kammern gewünſchte Neuregelung der
Impfgebühren zum Ausdruck; der Zweite Ausſchuß
befürwortet die Annahme der Regierungsvorlage und
beantragt daher Annahme des Geſetzes.
Der Artikel 1 erhält danach folgende Faſſung:
Von den durch die Ausführung des Impfgeſetzes für
das Deutſche Reich vom 8. April 1874 entſtehenden Koſten
trägt der Staat den Aufwand für die Herſtellung der
Impfinſtitute, für die Beſchaffung der erforderlichen
Liſten, für die Scheine, Zeugniſſe und
Verhaltungsvor=
ſchriften für die Angehörigen der Impflinge und der
Wiederimpflinge, ſowie für die Tagegelder und
Reiſe=
koſten der Impfärzte.
Der Artikel 2 erhält folgende Faſſung: Die
Ge=
bühren für die Impfungen und Wiederimpfungen in
den öffentlichen Impfterminen fallen der Gemeinde zur
Laſt und werden zur Hauptſtaatskaſſe erhoben. Der
Be=
trag der für die einzelne Impfung und Wiederimpfung
Das iſt eben der ungeheure Vorzug der Kavon=Seife, daß alles, was im Hauſe
überhaupt zu waſchen iſt, mit dieſer Seife ohne jedes weitere Waſchmittel
gewaſchen werden kann. Die einfachſten Wäſcheſtücke, wie Hemden,
Taſchentücher, Bett= und Tiſchwäſche, Schürzen, uſw. ſelbſtverſtändlich —
aber was erſtaunlich iſt, das iſt, daß man auch alle
empfindlicheren Sachen, wie Wollſachen, feinere Spitzen
und Gewebe, Gardinen uſw. mit der Kavon=Seife
waſchen kann, ohne daß das ſonſt immer ſo ärgerliche
Farbeverlieren, Einlaufen, Verfilzen oder Verbleichen
eintritt.
Es iſt einfach eine Pracht.
(5004)l
Es iſt jeder Hausfrau aufs dringendſte anzuempfehlen,
unbedingt einmal einen Verſuch zu machen, und ſie ſoll
zu dieſem Waſchverſuch empfindlichere oder beſonders
ver=
ſchmutzte Sachen nehmen. Man wird die Wäſche nicht
wiedererkennen, ſo ſchön iſt ſie geworden.
Ein Stück Kavon=Seife (Preis 20 Pfennig) genügt zu
dieſem Verſuch vollſtändig. Mit einem Stück Kavon=Seife
kann man einen ganzen Haufen Wäſche und andere Sachen
waſchen. (Achtung! Die Kavon=Seife gibt ſofort Schaum. Starkes
Aufdrücken wie bei anderen Seifen iſt unnötige Verſchwendung! Bei
richtiger Behandlung muß man mit halb ſo viel Seife wie ſonſt auskommen.)
Wer mit Kavon=Seife einmal gewaſchen hat, nimmt keine andere Seife wieder.
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
Seite 15.
zu entrichtenden Gebühr wird durch Unſer Miniſterium
des Innern feſtgeſetzt.
Die Vorlage wird einſtimmig
ange=
nommen.
Zu Kapitel 55: Hebammen=Lehranſtalt zu
Mainz, bringt Abg. Adelung Beſchwerden
mehre=
rer Aerzte dieſer Anſtalt vor darüber, daß der
Direk=
tor auch außerhalb ſeiner Stellung ärztliche Praxis
ausübt.
Geheimerat Dr. Weber erklärt, die Regierung
habe hierzu ſchon früher, gelegentlich einer Beſchwerde
des Abg. Wolf, ihren Standpunkt zu dieſer Sache
präzi=
ſiert. Er verweiſt auf die damalige Regierungsantwort
und ſtellt feſt, daß der Direktor außer ſeiner
gynäkologi=
ſchen keinerlei allgemein ärztliche Praxis ausübt, was
einwandfrei feſtgeſtellt wurde.
Abg. Adelung hält aufrecht, daß die Aerzte von
Mainz ſich beſchweren über die Privatpraxis des
Direk=
tors. Die Regierung möge ſich einmal in Aerztekreiſen
informieren.
Geheimerat Dr. Weber ſtellt nochmals feſt, daß
der frühere Anſtaltsleiter jahrzehntelang unbeanſtandet
umfangreiche allgemeine Praxis ausübte. Wenn man
dieſe Praxis vollſtändig unterbinden wolle, müſſe man
dem Direktor auch ein ausreichendes Gehalt gewähren.
Nach weiteren Ausführungen Adelungs wird der
Ausſchußantrag mit 18760 Mark in Einnahmen
und 50 234 Mark in Ausgaben bewilligt.
Ohne Debatte wird Kapitel 56:
Philipps=
hoſpital, angenommen.
Zum Kapitel 57: Landes=Heil=und
Pflege=
anſtalt Heppenheim, vertritt Abg. Wiegand
Wünſche der Beamten und Wärter. — Geheimerat Dr.
Weber teilt das Wohlwollen für die Beamten, doch ſei
eine Erfüllung der Wünſche wegen der Konſequenzen
nicht angängig. Das Kapitel wird bewilligt.
Ohne Debatte werden erledigt die Kapitel bis 59.
Zu Kapitel 59: Förderung der
Wohnungs=
fürſorge für Minderbemittelte, beklagt
Abg. Dr. Oſann, daß der Staat für Zwecke der
Wohn=
ungsfürſorge zu wenig Mittel zur Verfügung ſtelle. In
dieſer Beziehung ſei das Geſetz betr. die
Landeskredit=
kaſſe ſehr unzulänglich. Die Regierung müßte auf die=
Abg.
ſem Gebiete eine freigebigere Hand haben.
Wiegand ſpricht ſich im gleichen Sinne aus. — Abg.
Hartmann meint, die Schwierigkeit liege namentlich
in der Beſchaffung des Bauplatzes. Da ſollte die
Re=
gierung ihren Einfluß einmal geltend machen.
Miniſterialrat Hölzinger: Die Regierung iſt
durchaus davon überzeugt, daß die Wohnungsfürſorge
einer der wichtigſten Zweige ſozialer Tätigkeit ſei. Sie
habe darum auch ſchon Anweiſung ergehen laſſen, daß
die Landeskreditkaſſe unter gewiſſen Bedingungen auch
für ſolche Häuſer Geld hergebe, die zu Zwecken des
Ver=
kaufs erbaut werden. Die Landesverſicherungsanſtalt
ſtelle übrigens erhebliche Geldmittel zur Verfügung.
Der Ausſchußantrag wird dann angenommen.
Debattelos erledigt wird das Kapitel 59b.
Zu Kapitel 60: Abwehr und Unterdrückung
von Viehſeuchen, machen die Abgg. Fenchel und
Singer einige Ausführungen, werden aber auf die
Verhandlungen zu der beſonderen Vorlage, betr.
Ent=
ſchädigung für durch Seuchen gefallenes Vieh, verwieſen.
Das Kapitel wird angenommen. Ebenſo die Kapitel
61 und 62.
Zu Kapitel 63: Armenpflege, bittet Abg.
Sin=
ger um Auskunft, welche Erfahrungen mit den ſogen.
Wanderarbeitsſtätten gemacht wurden.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
erläutert die Erfahrungen, die die Provinz Starkenburg
gemacht hat. Der Ausſchußantrag wird dann
ange=
nommen.
Die Kapitel 64, 65, 66 und 68 werden angenommen.
Kapitel 67: Reichsverſicherung, wird vorerſt
zurückgeſtellt.
Zu Kapitel 69: Kreisgeometer, beſpricht Abg.
Boxheimer die Lage der Geometer II. Klaſſe, die bei
der Neuregelung der Vermeſſungsämter nachteilig
be=
handelt ſind. — Abg. Wolf ſpricht ſich in gleichem
Sinne aus. Er verbreitet ſich eingehend über die
Kreis=
vermeſſungsämter. — Ebenſo Abg. Henrich, der eine
Reihe von Zuſchriften erörtert, in denen die
Befürcht=
ung ausgeſprochen wird, daß die Kreisvermeſſungsämter
aufgehoben werden ſollten. Es ſind noch 13 Abgeordnete
im Hauſe anweſend. — Abg. Lang bleibt auf der
Tri=
büne unverſtanden. — Abg. Leun ſpricht ſich gegen die
Anſchließung der Kreisvermeſſungsämter an die
Grund=
buchämter aus.
Geheimerat Dr. Becker ſtellt verſchiedenes in den
Ausführungen des Abg. Wolf richtig. Das Inſtitut der
Kreisvermeſſungsämter ſei von jeher ein
Schmerzens=
kind geweſen und noch heute gingen die Meinungen
dar=
über weit auseinander. Eine ausreichende Erklärung
über die zukünftige Geſtaltung dieſes Inſtituts könne er
auch heute noch nicht geben. Man müſſe die
Kreisver=
meſſungsämter vorerſt ſich ruhig ſelbſt entwickeln laſſen.
Im weiteren betont Redner die Notwendigkeit der
Bei=
behaltung der topographiſchen Güterverzeichniſſe. Die
Regierung werde nichts tun, die Selbſtändigkeit der
Kreisvermeſſungsämter zu beeinträchtigen.
Das Kapitel wird ſchließlich genehmigt.
Darauf ſchließt die Sitzung um ¾7 Uhr.
Nächſte Sitzung Freitag, 9 Uhr.
Sport.
sr. Das Internationale Schachturnier zu
Sansebaſtian ergab auch in der 17. Runde noch keine
Klärung über den vorausſichtlichen definitiven Stand der
Teilnehmer. Bemerkenswert iſt vor allem die in der 17.
Runde bereits angekündigte Begegnung zwiſchen
Spiel=
mann und Tarraſch, die möglicherweiſe zu ungunſten des
noch immer führenden Spielmann ausgehen wird, da
Tar=
raſch ein Angriffsmanöver von Spielmann in glänzender
Weiſe widerlegte. Die Partie wurde zunächſt abgebrochen,
ebenſo die Partien Marſchall=Perlis und Leonhard=
Teich=
mann. Beendet wurde die Partie Rubinſtein=Duras, die
Erſterer gewann. Schlechter und Niemzowitſch waren
ſpiel=
frei. Die 16. Runde wird vorausſichtlich erſt am Donners=
tag geſpielt werden, da am Mittwoch die zahlreichen
Hänge=
partien ihre Erledigung finden ſollen.
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München hat uns eine neue Sammlung von Schattenriſſen
„Schattengeiſt” von Gertrud Stamm beſchert, die
nicht bloß, wie ſo viele andere Erſcheinungen auf dem
Ge=
biete der Silhouetten eine Variation früherer Schöpfungen,
ſondern voll vom ſprühenden Geiſt des modernen Lebens
ſind. Jedes der 22 Blätter iſt ein Kunſtwerk, das man mit
heller Freude an der glänzenden Beobachtungsgabe der
Künſtlerin, an dem Humor, der in jeder Linie, in jeder
Form ſteckt, immer wieder betrachtet. Der Kunſtwartverlag
hat mit dieſer neuen Mäppe, die nur 2 Mark koſtet, einen
guten Griff getan, zu dem man ihn beglückwünſchen kann.
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erſcheinende, von Dr. Erich Janke geleitete Deutſche
Roman=Zeitung und Romanbibliothek
er=
freut ſich von jeher der beſten Aufnahme in der deutſchen
Familie. Dies verdankt ſie ihrem bewährten Grundſatze,
die beſten Erzeugniſſe der belletriſtiſchen Literatur in
ſorg=
ſamer Auswahl unter einheitlicher auf die Pflege deutſcher
Geſinnung gerichteter Führung zu bringen. Zurzeit
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Alltag des Lebens” von Elſe Rema und „Um die Ecke” ein
deutſch=auſtraliſcher Roman von Georg Lüneburg zum
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32)
Die ſoll nicht heimatlos werden durch dich! Er riß die
Tür auf und rief laut durch das Haus: Fräulein Dora
Plattner, Fräulein Dora!
Sie war oben in der Vorratskammer und ſchrak auf
und flog die Treppe hinunter. Der Ruf klang ſo unheimlich,
als ſei jemand in Not!
Da hatte er auch ſchon ihr Handgelenk umſpannt und
zog ſie ins Zimmer, während Lilli haſtig ihren Mantel vom
Haken riß. Das ertrage ich nicht! Laßt mich hinaus!
Hier geblieben! Er ſtand breit vor der geſchloſſenen
Tür.
Herr Lührſen, laſſen Sie meine Hand los! Er gab
Doras Hand frei.
So, hier, Auge in Auge! Wer hat dein Kind gepflegt
und dem Tode abgerungen, wer zu mir und ihm geſtanden
in Not und Sorgen? Wer war mutiger, ſtolzer? Die, die
jetzt gehen wollte, oder du, Lilli, die du nur Rechte
zurück=
nehmen willſt? Jetzt weiß ich, Dora Plattner weshalb Sie
gehen wollten! Um dieſer da Platz zu machen!
Dora hatte den erſten Schrecken überwunden. Ruhig
ſah ſie ihn an. Herr Lührſen, ich gab Ihnen kein Recht
und gebe Ihnen kein Recht, ſo zu mir und über mich zu
ſprechen. Nein, Platz machen wollte ich nicht, keinem
Men=
ſchen in der Welt brauche ich Platz zu machen! Dem Recht
ſeinen Platz geben, das wollte ich.
Das brachte ihn zur Beſinnung. Ein Recht? Sie
will ja gar kein Recht haben hier!
Will ich auch nicht! rief Lilli, ich, deine Frau, mache
Platz, weil ich zu ſtolz bin, mein Recht zu nehmen! Nun
bin ich frei. Ich hätte kein Heimrecht —? Gut, ſo nehme
ich mir ein neues!
Da öffnete Lührſen nur die Tür. Die Bahn iſt frei!
ſagte er langſam.
Und nun geſchah etwas, was allen durch Mark und
Bein ging. Eine klagende Kinderſtimme klang langgedehnt
und weinerlich aus dem Nebenzimmer: „Tante Dora!
Tante Dora!
Lilli zuckte zuſammen. Sie tat einen Schritt nach der
andern Tür hin. Dann zögerte ſie und ſah Dora mit
großen angſtvollen Augen an. Hören Sie nicht? Mein
Kind ruft nach Ihnen, nicht nach mir, nicht nach ſeiner
Mutter. Weshalb gehen Sie nicht zu ihm?
Und wieder klang es: Tante Dora, Tante Dora!
So gehen Sie doch! Ich will’s!
Da ging Dora langſam an jene Tür, öffnete ſie und
ſank vor dem Kinderbett in die Knie, vor dem Kinde, das
ſeine Arme um ihren Hals ſchlang.
Ganz ſtill iſt es geworden, ganz ſtill. Man hört die
Atemzüge von Lührſen und Lilli. Sie trat einen Schritt
auf ihn zu und ſagte mit brechender Stimme, immer den
Blick durch die offene Tür auf ihr Kind und Dora gerichtet:
Gerdt Lührſen, der war es dort, der Junge, um
deſſent=
willen hätte ich bleiben müſſen. Ich weiß es nun. Erzählt
meinem Kinde nichts Schlechtes von ſeiner Mutter!
Lilli, wie kannſt du das denken! Es war, als wollte
der Mann beginnen zu ſchluchzen.
Gut, ich danke dir. Glaube mir, ich will nie mehr in
deinem Wege ſein! — Sie ſah noch einmal hin und ging
hinaus.
Sie ſtand wie erſtarrt. Draußen klingelten die
Schlittenglocken vor der Haustür. Er horchte und hörte
nach wenigen Sekunden, wie der Schlitten davonfuhr; dann
ſchloß er leiſe die Tür zum Krankenzimmer und nickte
einigemale vor ſich hin. Er warf ſich auf den Stuhl vor
ſeinem Schreibtiſch und legte beide Fäuſte auf deſſen Platte.
Sie hatte es ja ſo gewollt! Er konnte nicht lügen und
wollte es nicht lernen, nie! Seine Gedanken gingen im
Kreiſe. Immer wieder dieſelben Fragen in ſein eigenes
Innere, bis die Tür aufging und Frau Tannert hereinkam
mit verheulten Augen.
Was ich gleich ſagen wollte, Herr Lührſen, das Frölen
iſt fort. Ich ſollte die Nacht bei dem Kinde ſchlafen, und
ſie käm nich wieder!
Da lachte er bitter auf. Ich werde ſelbſt dort neben
dem Jungen wachen. Wir ſprechen morgen über das
Weitere!
Will der Herr denn jetzt zu Abend eſſen?
Nein, ich will allein ſein.
Das klang ſo, daß Frau Tannert hinausging und um
kei=
nen Preis der Welt ungerufen wieder hereingekommen wäre.
Und Lührſen war und blieb allein und ſaß neben dem Bett
des Kindes und grübelte vor ſich hin, die Augen auf das
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
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aber heulte der Sturm.
— Lilli hatte im Wegfahren noch einmal
zurück=
geſehen, und ſie ſah nur noch ein erleuchtetes Fenſter von
Halligboſtel. Dann wurde es ganz dunkel. Das Licht aber
kam aus dem Zimmer, in dem ſie geſchlafen hatte. Der
Leuchter ſtand auf dem Spiegeltiſch vor dem Fenſter, wo
ſie ihn hatte ſtehen laſſen, ehe ſie zu Lührſen herunterging.
Aber kein Menſch ging heute abend durch Haus und Ställe,
weder Lührſen noch Dora Plattner! So brannte das Licht
ſtill vor dem Fenſter, ſtill und geduldig und flackerte nur
zu=
weilen, wenn der Sturm allzuſehr gegen die Scheiben
drückte.
Das kam von Nordweſten in langen, wuchtigen
Luft=
wellen — der warme Seewind, der über ſein Spielzeug,
das Meer, dahergebrauſt war, von jedem weißen
Schaum=
rande der Salzwellen in toller wilder Luſt gegrüßt, bis er
über die toſende Brandung der Nordſeewatten
hinüber=
taumelte und ins Land hinein auf die weißen weiten
Flächen gleiten konnte. So ſtieß er auf das Holz in
Hallig=
boſtel und auf die Birken und ſchüttelte und ſchwenkte die
Tannen und Föhren, daß ihnen die ſchweren Schneelaſten
herunterſchoſſen mit dumpfem Gepolter, und riß trockene
Aeſte herab und brauſte, wie nur der Tauwind heulen und
brauſen kann, und riß Dora die Röcke ſo ſtramm vor die
Knie, daß ſie nur mühſam Schritt für Schritt dagegen
an=
konnte. Der Schnee hatte Waſſer gezogen, und bei jedem
Schritte rutſchte ſie einen halben Fuß wieder zurück! Aber
ihr feſter Wille war dagegen, der Wille gegen die Natur
und den Sturm und gegen die eigentliche Natur in ihr
ſelbſt, der Wille, der das Kommando führt, wie es Pflicht
und echter Stolz wollen, derſelbe Wille, der in ihr alles
zerzauſte und unterdrückte, die Liebe zu dieſer Heimat, die
Liebe zu ihrer Arbeit, die Liebe zu einem mutterloſen
kranken Kinde und — und die Liebe zu einem Manne, von
welcher Liebe ſie nicht wiſſen wollte. Der ſtarke Nordweſt
war mit ihrer eigentlichen Natur und wollte ſie
zurück=
drücken, dorthin, wo alles lag, was ſie lieb hatte. Als ſie
bis in die Mitte der Allee gekommen war, warf er ihr einen
ſchweren Bruchaſt vor die Füße daß ſie zuſammenfuhr, als
ihr die äußerſten Zweigſpitzen wie Peitſchen ins Geſicht
ſchlugen. Das knarrte in den Birkenſtämmen, an denen ſie
ihren Weg hinkämpfte, und dann — oben an der Holzecke
begann es zu praſſeln, zu krachen, zu brechen, zu toben, als
ob die Hölle los wäre in der Finſternis. Der Sturm fegte
im Kreiſe herum und drehte die ſtarken Stämme wie
Kork=
zieher und drehte ſie ab, ſechs Fuß über den Wurzeln. Sie
ſank faſt in die Knie. Sie ſtand und hörte den Höllenlärm
und ſah vor ſich getürmte Bäume über den Weg lagern.
Sie bog ab nach links in die Felder hinein, hinein in
den Schnee, am nächſten Feldgraben bis unter die Arme
hinein. Sie keuchte, ihre Kräfte wurden lahm, und es fehlte
nicht viel, ſo hätte ſie es aufgegeben, ſich herauszuarbeiten.
Aber nein, das ſtarke Leben wollte nicht. So kroch ſie
heraus und weiter der Chauſſee zu, immer bis faſt an die
Knie im weichen, naſſen Schnec.
Als ſie oben war an der Landſtraße, da ging ihr Atem
keuchend, das Herz hämmerte, und die Schlagadern an
ihrem Halſe klopften wie Hammerſchläge. Sie taumelte
bis zur Bank unter der letzten Birke, die Lührſen dort im
vorigen Jahre geſetzt hatte, weil Dora den Blick von da auf
Bütfeld ſo gern hatte. Sie wollte nur einen Augenblick
ruhen, bis das Zittern in den Knien vorbei ſei. Nicht mehr
denken konnte ſie. Nur Ruhe, nur Stille, nur wenige
Se=
kunden! — Aber die Sekunden reichten einander die eiligen
Hände und wurden zu Minuten. Sie weinte vor
Kraft=
loſigkeit; aber aus dem Weinen wurde leiſes Schluchzen,
und die Augenlieder wurden ſo ſchwer wie Blei. So ſaß
Dora auf der Bank in der Nacht und hatte alles vergeſſen.
Der Sturm riß ihr das Kopftuch zurück und zerrte ihr die
Haare aus der Stirn.
— Derſelbe Sturm aber lag gegen den Giebel von
Halligboſtel, drückte auf Wand und Fenſter und ruckte an
dem Fenſter vor dem das einſame, kleine, geduldige Licht
ſtand, und ſchließlich drückte der Sturm das Fenſter nach
innen, weil der Riegel von der Stine am Morgen nicht
ordentlich herumgedreht worden war, denn das Fenſterholz
hatte ſich gezogen in der Kälte. Das Licht wurde
umge=
worfen und rollte über die weiße Decke, die auf dem Tiſche
lag, und der Sturm puſtete hinterher.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
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Einladung zur ordenl. Hauptversammlung
auf Freitag, 22. März 1912, abends 8½ Uhr
im Reſtaurant „Kaiſerſaal”, Grafenſtraße 18.
Tagesordnung: 1. Bericht des Vorſitzenden;
2. Rechenſchaftsbericht;
3. Wahl von Vorſtandsmitgliedern;
4. Erledigung der Anträge von Mitgliedern.
Anträge ſind bis zum 15. März bei dem Vorſitzenden, Herrn
Rechtsanwalt Dr. Stein, Annaſtraße 20, einzureichen. Die Rechnung
liegt zur Einſicht der Vereinsmitglieder vom 15. März an bei Herrn
Rechner Sulzmann, Gräfenhäuſerſtr. 11, auf.
Darmſtadt, den 8. März 1912.
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Einladung
zur
ordentl. Generalversammlung
am Freitag, den 15. März, abends pünktlich 8½ Uhr,
im gelben Saale
des Restaurants Sitte (Karlſtraße).
Tagesordnung:
1. Bericht über die Tätigkeit des Vorſtandes, der Kommiſſionen und
der Gewerbeſchule.
2. Rechnungsablage des Ortsgewerbevereins für 1910 und der
Eck=
hardtſtiftung für 1911.
3. Neuwahl der 3 Vorſitzenden und 6 Vorſtandsmitglieder:
Es haben auszuſcheiden:
a) die 3 Vorſitzenden: Jacobi, Hillgärtner und Werner,
b) die Vorſtandsmitglieder: Eberhard, Ganß, Hahn, Hild,
Baurat Jaeger und Prof. Dr. Meiſel.
4. Verſchiedenes, Vorſchläge u. Wünſche zu den diesjährig. Exkurſionen.
Der Verſammlung voraus geht ein
Vortrag des Herrn Dipl.-Ing. Ritzert, bier, über:
„Die Anlage v. Kraftzentralen unter beſonderer
Berückſichtigung der Elektrizitätswerke und ihre
Be=
deutung für Gewerbe und Handwerk.”
Unſere Mitglieder erſuchen wir ergebenſt, recht zahlreich
er=
ſcheinen zu wollen. Zu dem Vortrag ſind auch Gäſte willkommen.
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Der Vorſtand.
Verein Brauushardter Heim in Darmſadt
(eingetragener Verein)
Ordentliche Mitglieder=Versammlung
Montag, den 25. März 1912, nachmittags 4 Uhr,
in Darmſtadt, Neues Gerichtsgebäude (Strafkammerſaal).
Tagesordnung: 1. Berichterſtattung über die Tätigkeit des Vereins
im Jahre 1911. — 2. Voranſchlag für 1912. — 3.
Ergänzungs=
wahl von Ausſchußmitgliedern.
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Die Vorſitzende:
Marie, Fürstin von Erbach-Schönberg.
Prinzesein von Battenberg.
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Freitag, den 22. März ds. Js., abends 8 Uhr, findet im
Kaisersaal (Kaufm. Vereinsſaal)
Darmſtadt, Grafenſtraße 18, die
ordentliche Mitglieder-Versammlung ſtatt.
Tagesordnung.
1. Erſtattung des Geſchäftsberichts über das Jahr 1911.
2. Neuregelung des Submiſſionsweſens.
Referent: Herr Stadtverordneter Heinrich Sames.
Die Mitglieder des Hanſa=Bundes ſind freundlichſt
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eingeladen.
Die Bezirksgruppe Darmstadt des Hansa-Bundes.
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(Rechtsfähiger Verein).
Einladung
zur
Hauptversammlung
Mittwoch, den 27. März, abends 9 Uhr,
im Kaisersaal, Grafenstrasse (Grünes Zimmer).
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſitzenden.
2. Rechnungsablage.
3. Neuwahl des Vorſtandes.
4. Antrag des Vorſtandes auf Ausdehnung des Vereins
auf die Landorte in der nächſten Umgebung Darmſtadts.
5. Anträge.
6. Verſchiedenes.
Anträge ſind bis ſpäteſtens Mittwoch, den 20. ds.,
beim Vorſtand einzureichen.
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Erſcheinen.
Der Vorſtand:
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. März 1912.
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