Darmstädter Tagblatt 1912


12. März 1912

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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Die leitenden Miniſter der Bundesſtaaten
treffen am Donnerstag in Berlin ein, um über die
Deckung der Wehrvorlage zu verhandeln.
Soweit es ſich nach den bisher vorliegenden Nachrichten
überſehen läßt, dürfte im ganzen ein Drittel der Be=
legſchaft
im Ruhrrevier ſich am Streik
. beteiligen.
Infolge des engliſchen Kohlenarbeiter=
ausſtandes
ruht die Kohleneinfuhr ſeit 8 Tagen
vollſtändig.
Die Mächte haben von neuem Vermittlungsverſuche
zur Einſtellung der Feindſeligkeitzen
zwiſchen Italien und der Türkei unter=
nommen
.
Juanſchikai wurde in Peking in dem neuen Wai=
wupupalaſt
zum proviſoriſchen Präſidenten eingeſetzt.

Generalſtreik im Ruhrgebiet.

* Das Befürchtete iſt eingetreten. Die Vertrauens=
männer
des Dreibundes von ſämtlichen Zehen des
Ruhrreviers haben, wie ſchon geſtern mitgeteilt, den ſo=
fortigen
Generalſtreik beſchloſſen. Mehr als
160000 organiſierte ſozialdemokratiſche, polniſche und
Hirſch=Dunckerſche Bergleute ſollen der Parole ihrer Ver=
bandsleiter
folgen. Es wird darauf ankommen, ob der
Beſchluß in den nächſten Tagen auch von den chriſtlichen
und unorganiſierten Bergleuten anerkannt wird. Die
Bergarbeiter erwarten, daß ſich die Bergarbeiter in Sach=
ſen
und Oberſchleſien in den nächſten Tagen dem Streik
anſchließen werden, aber im Saargebiet und in Lothrin=
gen
wird es höchſtwahrſcheinlich nicht gelingen, Sym=
pathieſtreiks
zuſtande zu bringen. Auch iſt es ſehr zwei=
felhaft
, ob die Kaſſen der Bergleute ſo gut gefüllt ſind,
daß ſie eine ſolche Rieſenſumme, wie ſie die Unterſtützung
von 250300000 Streikenden erfordert, wochenlang aus=
zahlen
können. Und da bereits aus England Nachrichten
kommen, daß die Streikſtimmung unter den Arbeitern
merklich abflaut, ſo kann man dem jetzt ausgebrochenen
Generalſtreik im Ruhrrevier keine lange Dauer prophe=
zeien
. Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Eſſen:
Die Ausſichten des Kampfes der ſtreiken=
den
Bergarbeiter ſind vorläufig unſicher. Es
iſt damit zu rechnen, daß diejenigen Zechen, deren Be=
trieb
durch den Streik in nennenswerter Weiſe betroffen
werden, im Intereſſe der Arbeitswilligen nur in einer
Schicht fördern laſſen, als etwa von 8 Uhr früh bis 4 Uhr
nachmittags. Der Abgang und Zugang der nichtſtreiken=
den
Bergleute vollzieht ſich dann am hellen Tage und
dadurch wird ein erhöhter Schutz gegen die Beläſtigun=
gen
der Streikenden geſchaffen. Die Streikenden verfü=
gen
im ganzen über 30 Mark pro Kopf der Organiſierten,
daher kann der Streik nicht lange dauern. Die geſamte
Belegſchaft des Ruhrkohlengebietes betrug am 1. Jan.
1912 336 104 Köpfe.
Bis Sonntag abend 9 Uhr lagen bei dem Alten
Verband Berichie von 69 Verſammlungen der
Bergarbeiter, die von 140000 Perſonen beſucht waren,
vor. Es iſt demnach mit einem Geſamtbeſuch von 150000
Mann in den 80 abgehaltenen Verſammlungen zu rech=
nen
. Die Streikparole wurde allenthalben mit großer
Begeiſterung aufgenommen. Die Verſammlungan waren
zum Teil überfüllt, ſodaß mehrfach Parallelverſammlun=
gen
veranſtaltet werden mußten. Die Verſammlungen
ſind überall ruhig verlaufen. Der Alte Verband hat fol=
gendes
Flugblatt herausgegeben: Nachdam die Ze=
chenverwaltungen
des Ruhrreviers die ſelbſt von dem
Chriſtlichen Gewerkverein als berechtigt anerkannten
Forderungen der Ruhrbergleute abgelehnt und auch den
Ausſchüſſen in den letzten Tagen nichts Beſtimmtes ver=
ſprochen
haben, hat die in Herne ſtattgefundene Revierkon=
ferenz
, die von ca. 600 Delegierten beſucht war, beſchloſ=
ſen
, in den Streik zu treten. Kameraden! Nie war die
Zeit ſo günſtig, etwas zu erreichen, als jetzt. Denn die
engliſche Kohlenzufuhr iſt durch den engliſchen Rieſen=
ſtreik
ganz abgeſchnitten. Die Konferenz richtet an alle
Ruhrbergleute den dringenden Appell zur Beſonnenheit,
Rnhe und Diſziplin. Gleichzeitig verpflichtet die Kon=

ferenz alle Ruhrbergleute zur ſtrengen Meidung des
Alkohols. Hoch die Einigkeit und Diſziplin der Ruhr=
bergleute
!
Der Gewerkverein chriſtlicher Berg=
arbeiter
will den Streik nicht mitmachen. Am Sonn=
tag
morgen veranſtaltete der Chriſtliche Gewerkverein in
Eſſen eine Verſammlung zur Warnung gegen den Streik.
In der Verſammlung, die von über 2000 Perſonen be=
ſucht
war, erklärte der Redakteur Imbuſch, der jetzt be=
abſichtigte
Streik ſolle in erſter Linie dazu dienen, den
Chriſtlichen Gewerkverein zu vernichten.
Die Lohnforderungen der Arbeiter, die an ſich berechtigt
ſeien, ſpielten nicht die Hauptrolle. Die Führer des
Alten Verbandes würden von den Anarcho=Sozialiſten
in den Kampf gedrängt, der Streik könne den engliſchen
Bergarbeitern nichts nützen. Der Gewerkverein Chriſt=
licher
Bergarbeiter für das Ruhrrevier verbreitet ein
Flugblatt, in dem er auf den beabſichtigten Berg=
arbeiterſtreik
eingeht und erklärt, daß der Gewerkverein,
trotzdem ihm ſozialdemokratiſcherſeits ſogar die Vernich=
tung
angedroht werde, ſich nicht für den Streik er=
kläre
, weil der Streik in dieſem Augenblick unver=
antwortlich
und für die Arbeiterſchaft ſchädlich ſei.
Es heißt in dem Aufruf u. a.:
Es handelt ſich aber um die Frage: Kann durch den
Streik jetzt das, was die Bergleute wünſchen, durchgeſetzt
werden? Darauf kann die Antwort nur lauten: Nein!
Da in England geſtreikt wird, beſteht nicht die Gefahr,
daß unſerm Bergbau Abſatzgebiete verloren gehen. Der
Streik im Ruhrbergbau würde jatzt in erſter Linie den
engliſchen Grubenbeſitzern nützen. Nicht
überſehen werden darf auch, daß im Saarrevier. Wurm=
revier
, Sachſen, Oberſchleſien und Niederſchleſien jetzt
nicht geſtreikt wird. Können wir jetzt ſo lange ſtreiken.
daß unſere Arbeitgeber nachgeben müſſen? Nein!
Etwa die Hälfte der Ruhrbergleute ſind noch unorga=
niſiert
. In vierzehn Tagen wären die Gelder der
Organiſationen verteilt. Was wären alſo die Folgen
des Streiks? Not und Elend in hunderttauſenden von
Bergarbeiterfamilien. Der Streik der Bergleute würde
die Arbeiter anderer Berufe in Mitleidenſchaft ziehen
und insbeſondere auf den Mittelſtand ungünſtig einwir=
ken
. Die Zechenverwaltungen müſſen aber die berechtig=
ten
Forderungen der Bergleute erfüllen. Die Arbeiter=
ausſchüſſe
müſſen ſich mit den Grubenverwaltungen in
Verbindung ſetzen, damit ſie ihnen entgegenkommen. Von
der Behörde verlangen wir ausreichenden Schutz aller
Bergleute, die nicht ſtreiken wollen.
Regierungspräſident v. Bake richtet an die Bevöl=
kerung
die Mahnung zur Ruhe. Es wird in dem öf=
fentlichen
Erlaß darauf hingewieſen, daß die preußiſche
Verfaſſung jedem Staatsbürger die Unverletzlichkeit ſeiner
Perſon und ſeines Eigentums gewährleiſtet. Die per=
ſönliche
Freiheit umfaſſe auch das Selbſtbeſtſim=
mungsrecht
des freien Arbeiters darüber, ob
er für ſeine Familie arbeiten wolle oder nicht. Um dieſes
verfaſſungsmäßige Recht zu ſichern, ſeien die Polizei=
behörden
angewieſen, mit unbedingter Strenge
von vornherein dem Ernſt der Lage Rechnung zu tragen
und jedem Ang riff auf Arbeitswillige und
deſſen Eigentum, ſowie jeder Ausſchreitung unnachſicht=
lich
und erforderlichen Falles mit der Waffe entgegen=
zutreten
. Der Erlaß ermahnt ferner die Ausſtän=
digen
, ihre wirtſchaftlichen Kämpfe innerhalb der geſetz=
lichen
Grenzen zu führen. Das Publikum wird eindring=
lich
ermahnt, ſich von Anſammlungen auf der Straße
oder ſonſtigen Unruhen fern zu halten.
Zahlreiche am Sonntag im Wurmrevier ab=
gehaltene
Bergarbeiterverſammlungen haben
unter großer Beteiligung eine Reſolution angenommen,
in der es u. a. heißt: Die Verſammlung ſpricht der
Leitung des Gewerkvereins chriſtlicher Bergarbeiter voll=
ſtes
Vertrauen aus für ihre jetzige Stellungnahme zu
der Lohnbewegung. Die unredlichen Abſichten der ſozial=
demokratiſchen
Verbandsleitung im Wurmgebiet be=
weiſen
, daß es dem ſozialdemokratiſchen Ver=
bande
nicht um eine wirkliche Beſſerung der
Lohnverhältniſſe, ſondern um agitatoriſche
Verhetzung der Arbeiter untereinander zu tun
iſt. Die Konferenz ſpricht die Erwartung aus, daß der
Eſchweiler Bergwerksverein eine den Verhältniſſen ent=
ſprechende
Aufbeſſerung der Löhne, ſowohl der unterirdi=
ſchen
als auch der oberirdiſchen Arbeiter eintreten läßt.
Die Löhne der oberirdiſchen Arbeiter, ſowie der Heizer
und Maſchiniſten müſſen als beſonders niedrig
bezeichnet werden. Es werden ſodann die einzelnen
der Aufbeſſerung bedürftigen Löhne der verſchiedenen

Arbeiterkategorien aufgezählt und hervorgehoben, daß
feſte Gedingſätze eingeführt werden müſſen, damit die
Arbeiter nicht auf das Wohlwollen der Beamten ange=
wieſen
ſeien. Die Konferenz beantragt, die Arbeiter=
ausſchüſſe
der Gruben und die früheren Vereinigungs=
geſellſchaften
bei der Verwaltung vorſtellig werden zu
laſſen, und ſpricht die Erwartung aus, daß die Direktion
des Eſchweiler Bergwerksvereins den berechtigten Wün
ſchen der Belegſchaft Rechnung tragen werde.

Der engliſche Flottenetat.

* Die engliſche Preſſe beſchäftigt ſich mit dem eng=
liſchen
Flottenetat, deſſen Veröffentlichung im Laufe der
Woche erwartet wird. Der Daily Chronicle glaubt, daß
die Admiralität in der Lage ſein wird, die langerwartete
und willkommene Verminderung der Ausgaben anzu=
kündigen
. Das Blatt ſchreibt: Die Lage zwiſchen Eng=
land
und Deutſchland iſt für eine freundſchaftliche Ver=
ſtändigung
günſtig, aber immer noch delikat. Unſer Pro=
gramm
ſollte daher nicht nach einer Anſchwellung aus=
ſehen
, ſondern eine mittlere Linie einſchlagen. Wir
wünſchen Freundſchaft, daher ſollte unſer Programm und
unſere Prlitik mit dieſen Wünſchen im Einklang ſtehen
und nichts von der aggr’ſſiven Haltung andeuten, die
den Fingos 15 ſehr gefällt. Die Daily News ſind mit
einer neuen Reduktion des Flottenetats um eine Million
Pfund, die die Times angekündigt hatten, ncht z f ie=
den
, da das engliſche Sch’ffsbauprogramm der FormI
Zwei Kiele gegen einen entſprechen müſſe. Die
Times äußern Bedenken gegen eine Reduktion des Flot=
tenetats
; denn wenn auch im neuen Etatsjahre fünf
große Panzerſchiffe auf Kiel gelegt würden, ſo müſſe der
Mannſch flsbeſtand der Flotte vermehrt werden, weil er
an ſich nicht ausreiche und eine Vermehrung der Mann=
ſch
f’sbeſtände in Deutſchland zu erwarten ſei. Das
Blatt befürwortet entweder die Politik eines Zwei=
mächteſtandards
, wbei Deutſchland und Amerika als
die zwei in Betracht kommenden Mächte anzuſehen ſeien,
oder ein Programm von zwei Schiffen gegen jedes
deutſche; es bemerkt aber, daß dieſes zweite Programm
weder von der Regierung noch von den verantwortlichen
Führern der Oppoſition formell angenommen ſei. Die
Angabe des Times=Korreſpondenten über die beabſich=
tigte
Reduktion des Etats könne nur als proviſoriſch
angeſehen werden. Wenn die Situation ſich weiterent=
wickelte
, ſo würden große Nacktragsforderungen notwen=
dig
ſein. Der Daily T lagrph ſagt, daß England vor
einer neuen Situation ſtehe und daß eine wirkliche Kri=
ſis
von jahrelanger Dauer eingetreten ſei. Die größte
Schwierigkeit für England liege in der Finanzfrage. Der
neue deutſche Flottenplan ſei ein ſchwererer Schlag als!
irgend ein früherer. Die Vorherrſchaft Englands zur
See ſei in Gefahr und es brauche einen ſtarken Mann,
um die notwendigen Mittel zu finden, wenn England
nicht den Dreizack aus den Händen verlieren ſolle.

Deutſches Reich.

Baſſermann über die Aufgaben des
Reichstags. Auf dem in Köln abgehaltenen Ver=
tretertag
der Nationalliberalen Partei im Rheinland
ſprach der Abgeordnete Baſſermann über die Tätigkeit
des neuen Reichstags, der ſich bald mit den neuen
Wehrvorlagen befaſſen müſſe. Bezüglich der Deckungs=
frage
vermiſſe man eine gewiſſe Feſtigkeit und Entſchloſ=
ſenheit
in der Regierung. Es wäre lebhaft zu bedauern,
wenn man durch die Unſtimmigkeiten der Regierungs=
kreiſe
den Reichsſchatzſekretär verlieren müſſe. Die na=
tionalliberale
Fraktion würde für Konſum= und Ver=
kehrsſteuern
nicht zu haben ſein, vielmehr zur Deckung
der Wehrvorlagen eine allgemeine Beſitzſteuer akzeptie=
ren
für dieſe ſei auch im Zentrum Neigung vorhanden:
ſelbſt unter den Konſervativen beſtehe Neigusg, es über
dieſe Frage nicht zum Konflikt kommen zu laſſen. Die
Hauptſache ſei, daß innerhalb der Regierung baldigſt
Klarheit geſchaffen werde, wie die Deckungsfrage gelöſt
würde. Zum Schluß ſeiner Rede trat Baſſermann für
eine ehrliche liberale und Sozialpolitik ein und erklärte,
daß er als Führer der Nationalliberalen Partei eine an=
dere
Politik nicht vertreten könne. Hinein ins Volk, da=
mit
wir die abſeits ſtehenden Maſſen zurückgewinnen für
den ſtarken nationalen Gedanken. Mit Ariſtokraten= und
Honpratiorenpolitik gewinnen wir keine Mandater

[ ][  ][ ]

Ein Antrag auf Arbeitswilligen=
ſchutz
. Im preußiſchen Herrenhauſe hat Herr von Putt=
kammer
folgenden Antrag geſtellt.
Das Herrenhaus wolle beſchließen, die königliche
Staatsregierung zu erſuchen, alle erforderlichen Maßnah=
men
, nötigenfalls auch durch Einbringung von Geſetzes=
vorlagen
, zu ergreifen, welche geeignet erſcheinen, Ar=
beitswillige
und Gewerbetreibende in der Verwertung
ihrer Arbeiskraft und in ihrer geſchäftlichen Tätigkeit
wirkſam zu ſchützen vor Vergewaltigung und Bedrückung,
ſei es, daß dieſe im Wege unmittelbaren oder mittel=
baren
Zwanges verſucht werden. In der Begründung
des Antrags heißt es: Die tägliche Erfahrung lehrt,
daß der von der Umſturzpartei geübte Terrorismus auf
allen Gebieten des wirtſchaftlichen Erwerbslebens eine
große Zahl von Arbeitswilligen und Gewerbetreibenden
nicht nur in der berechtigten Ausübung ihres Berufes
hindert, ſondern ſie vielfach auch körperlichen Mißhand=
lungen
ausſetzt. Dieſer Zuſtand übt zugleich eine ent=
ſittlichende
, das perſönliche Verantwortlichkeitsgefühl
vernichtende, die ſtaatliche Ordnung beeinträchtigende
Wirkung. Angeſichts der gegenwärtig erneut drohenden
Gefährdung der für die wirtſchaftlichen Bedürfniſſe der
Volksgeſamtheit unerläßlichen Erwerbszweige ergibt ſich
in verſtärktem Maße die Notwendigkeit, dem brutalen
Treiben mit allen zuläſſigen Mitteln und mit tunlichſter
Beſchleunigung entgegenzuwirken.
Der Antrag wird bereits heute, Dienstag, im Her=
renhauſe
beraten werden und dürfte eine lebhafte Aus=
ſprache
über die Frage des Schutzes der Arbeitswilligen
hervorrufen.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Zur Kriſe in Ungarn. Man glaubt, daß der
Beſchluß der Arbeitspartei zur Verringerung der Schwie=
rigkeiten
der Kriſe weſentlich beigetragen habe; denn
dadurch, daß die PPartei nicht unbedingtes Feſthalten
an der Faſſung des Reichstagsbeſchluſſes in der Reſer=
viſtenfrage
beſchloß, ſei die Möglichkeit eines Ausgleichs
in dieſer Frage für ein durch den Wortlaut der Ab=
machungen
mit der Koſſuthpartei nicht gebundenes ſpä=
teres
Kabinett offen gelaſſen. Als wahrſcheinlichſter
Nachfolger Khuens gilt auch heute Lukacs, der mit Tiſza
Frieden geſchloſſen hat, wodurch ſich der gegen ihn bis=
her
bemerkbare Widerſtand weſentlich milderte. Aller=
dings
könnte Lukacs nicht auf der von der Juſthpartei
herbeigeſehnten Grundlage das neue Kabinett bilden,
ſondern nur mit Einbeziehung der ganzen Arbeitspartei.
Das Magnatenhaus bereitete dem Grafen Khuen bei der
Anmeldung ſeines Rücktritts ſtürmiſche Ovationen, wie
ſie in dieſer Körperſchaft noch niemals ſtattfanden.
Frankreich.
Parade in St. Vincent. Präſident Falliéres
und die Miniſter wohnten am Sonntag auf dem Poly=
gon
von St. Vincent der Parade über die Garniſon von
Paris bei. Zehn Flugzeuge und mehrere Lenkballons
manövrierten gleichzeitig über dem Paradefeld. Eine
große Zuſchauermenge brachte dem Präſidenten, den Mi=
niſtern
und den Fliegern begeiſterte Huldigungen dar.
Die Blätter ſprechen ſich in lebhaften Worten über die
Begeiſterung aus, in welcher die Volksmenge bei der
Parade den Truppen zugejubelt hätten.
Poincaré bleibt. Bei einem Bankett der
Berichterſtatter hielt der Gründer des Vereins, Miniſter=
präſident
Poincaré, eine Rede, in der er unter Anſpie=
lung
auf die Gerüchte von ſeiner Amtsmüdigkeit unter
anderem ſagte: Wenn ich nur meinen perſönlichen Nei=
gungen
gefolgt wäre, dann würde ich gewiß die Mini=
ſterpräſidentſchaft
abgelehnt haben; aber da ich dieſes
Amt inmitten ſchwieriger Verhältniſſe übernommen habe,
werde ich es bei den erſten Zuſammenſtößen nicht im
Stich laſſen. Ich werde ohne Entmutigung und ohne
Schwäche meine Aufgabe weiterführen mit dem feſten
Willen, meine Pflicht als guter Republikaner und vor
allem als guter Franzoſe bis zum Ende zu erfüllen.

Spanien.
Die marokkaniſſchen Verhandlungen.
Canalejas erklärte, daß der endgültige Abſchluß der Ver=
handlungen
im Laufe dieſer Woche zu erwarten ſei, da
nur noch die Frage der Einflußzone zu erledigen ſei.
Im Senat ſprach Canalejas ebenfalls über den Stand
der Verhandlungen und meinte, wenn er bisher irgend
ein Wort oder irgend einen Gedanken geäußert hätte,
wäre er indiskret geweſen. Er hoffe und wünſche, daß
die Verhandlungen bald zu einer Löſung gelangten, und
verſicherte, die Haltung Frankreichs gegen Spanien ſei
immer korrekt und freundſchaßlich geweſen. Die als
Sachverſtändige für die marokkaniſche Frage beſtellten
Delegierten Frankreichs und Spaniens haben ſich über
die Frage der ſchwebenden Schuld im Prinzip geeinigt.
Türkei.
Zur Lage auf Kreta. Nach den bei der Pforte
eingelaufenen Meldungen iſt die geſamte engliſche
Schiffs=Diviſion von Malta aus nach Kreta in See ge=
gangen
. Die Schutzmächte ſind entſchloſſen, unter allen
Umſtänden zu verhindern, daß Kreta Deputierte nach
Athen ſchickt.
* München, 11. März. Prinzregent Luit=
pold
, der keinen Anlaß vorübergehen läßt, ſein reges In=
tereſſe
an dem Blühen und Gedeihen aller Erwerbsſtände
wie auch der ideellen Kultur des Landes durch die Tat zu
beweiſen, hat heute für die Bayeriſche Gewerbe=
ſchau
München 1912, deren Protektor er iſt, eine
Stiftung gemacht. Der Regent hat an den Miniſter=
präſidenten
folgendes Handſchreiben gerichtet: Mein lieber
Staatsminiſter Dr. Freiherr v. Hertling! Bei der großen
Bedeutung, welche der Bayeriſchen Gewerbeſchau München
1912 für die Entwicklung des Gewerbes und für das Zu=
ſammenwirken
des Künſtlers mit dem Handwerker zu=
kommt
, erſcheint es Mir wünſchenswert, daß den Inter=
eſſenten
die Beteiligung an der Ausſtellung tunlichſt erleich=
tert
wird. Ich ſtelle deshalb den Betrag von 25000 Mark
zur Verfügung mit der Beſtimmung, daß hiervon kleineren
Gewerbetreibenden und Handwerkern, denen die Teilnahme
an der Ausſtellung empfindliche Koſten auferlegt, Zuſchüſſe
zur Deckung ihrer Auslagen gewährt werden. Beſonders
charakteriſtiſch iſt es, daß der Regent durch ſeine Stiftung
die beſondere Bedeutung der bevorſtehenden Ausſtellung
neuerdings vorbildlich betont: Die Notwendigkeit des Zu=
ſammenwirkens
von Kunſt und Handwerk. Die Vereinig=
ung
von Kunſt und Handwerk zur Förderung des Gewerbe=
fleißes
in Stadt und Land iſt Bayerns hiſtoriſcher Vorzug.
Sie gibt dem Lande Erwerbsmöglichkeiten, die, richtig und
energiſch benützt, ſogar auszugleichen vermögen, was die
Ungunſt der Natur und der geographiſchen Lage der wirt=
ſchaftlichen
Entwicklung auf dem Gebiete der Großinduſtrie
verweigert.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 12. März.
* Vom Hofe. Zur Abendtafel im Neuen Palais
am 9. d. Mts. waren Graf und Gräfin Kuno zu Stolberg=
Roßla nebſt Prinzeſſin=Tochter geladen. Die Groß=
herzoglichen
Herrſchaften wohnten am Sonntag vormittag
dem Gottesdienſt in der Hofkirche an. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Privatdozenten Dr. phil. Chriſtian Rauch
in Gießen zum außerordentlichen Profeſſor bei der philo=
ſophiſchen
Fakultät der Landesuniverſität.
* Entlaſſen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den außeretatsmäßigen außerordentlichen Pro=
feſſor
an der Techniſchen Hochſchule Dr. phil. Karl
Guſtav Schwalbe in Darmſtadt auf ſein Nachſuchen
mit Wirkung vom 1. April 1912 ab aus dem Staats=
dienſte
.
* Erteilt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz
Guſtav Erckmann und dem Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Worms Heinrich Mann den Charakter
als Amtsgerichtsrat.
* Auszeichnungen für Dienſtboten. Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin haben am 11. März, als
am Geburtstage Ihrer Großh. Hoheit der Höchſtſeligen
Prinzeſſin Eliſabeth, folgende Ehrenzeichen
für langjährige treu geleiſtete Dienſte in ein
und derſelben Familie an folgende Dienſtboten
verliehen: A. Das Goldene Kreuz mit Brillanten:

Margarete Dingeldein aus Rimbach, 42 Jahre ber
Fräulein Katharine Lindenſtruth in Fürth i. Odw.
Eva Grad aus Hirſchhorn, 40 Jahre bei Herrn Dekan
Geiſtlicher Rat Heſch in Nieder=Olm. Eliſabethe Sieg
aus Münſter, 40 Jahre bei Herrn Bauinſpektor K. Schön
in Lich. Katharina Weil aus Rockenberg, 40
Jahre bei Herrn Bernhard Seulburger I. in Butzbach.
Magdalene Zahn aus Seligenſtadt, 40 Jahre bei
Herrn Geh. Juſtizrat Dr. Gutfleiſch in Gießen.
B. Das Goldene Kreuz. Margarete Berres
aus Vielbrunn, 25 Jahre bei Herrn Schmiedemeiſter
Ludwig Pohl in Darmſtadt. Eliſe Kartheuſer
aus Allendorf, 25 Jahre bei Freiin Marie van der
Hoop in Darmſtadt. Katharina Klöppinger aus
Pfungſtadt, 25 Jahre bei Herrn Heinrich Brunner in
Darmſtadt. Katharine Oeſtreich aus Stockhauſen,
25 Jahre bei Herrn Auguſt Riedeſel Freiherrn zu Eiſenbach
in Darmſtadt. Bertha Pfeffer aus Oſterfeld, 26
Jahre bei Herrn Generalmajor à 1. s. Maximilian
Freiberrn von Heyl in Darmſtadt. Anna Volkert
aus Unterſuhl, 25 Jahre bei Herrn Forſtmeiſter i. P.
Bornemann in Darmſtadt. Eliſabeth Clement aus
Erbach i. Odw., 25 Jahre bei Ihrer Erlaucht Gräfin
Sophie zu Erbach=Erbach in Erbach i. O. Eliſabethe
Gebhardt aus Ernsbach, 30 Jahre bei Herrn Georg
Brunner in Steinbach i. Odw. Margarete Lämmer
aus Angersbach, 29 Jahre bei Herrn Geh. Kommerzien=
rat
Adolf Krafft in Offenbach a. M. Emma Stritt=
matter
aus Bollingen, 25 Jahre bei Herrn Geh. Kom=
merzienrat
Adolf Krafft in Offenbach a. M. Ka=
tharina
Walther aus Langen=Brombach, 25 Jahre
bei Herrn Bürgermeiſter Karl Meiſinger in Kirch= Brom=
bach
. Eliſabethe Nau aus Nieder=Ohmen, 25 Jahre bei
Herrn Reſtaurateur Wilhelm Prell in Gießen. Minna
Reeh aus Weilmünſter, 25 Jahre bei der Familie des
Schulinſpektors Gutberlet in Gießen. Margarete
Will aus Treis an der Lumda, 25 Jahre bei Herrn
Löb Glück in Allendorf an der Lumda. Auguſte Roth
aus Petersberg, 30 Jahre bei Herrn Ernſt Falkenhainer
in Alsfeld. Chriſtine Eiſenträger aus Eſchwege,
25 Jahre bei dem Prälaten Profeſſor Dr. Fr. Falk in
Mainz. Barbara Gerlach aus Hochſtein, 25 Jahre bei
Frau Carl Georg Joſeph Strobel Witwe in Mainz. Ka=
tharina
Schabel aus Weinheim, 25 Jahre bei Herrn
Johann Baptiſt Krug in Mäinz. Margarete Bauch
aus Girkenroth, 28 Jahre bei Herren Dyckerhoff und
Söhne in Amöneburg. Philippine Döß aus Monzern=
heim
, 25 Jahre bei Herrn Bäckermeiſter Adam Weiß
in Worms. Thereſe Lacroix aus Ueberach i. Elſaß,
25 Jahre bei Frau Moritz Schott Witwe in Worms.
Geſuche um Verleihung des Goldenen Kreuzes
zum 11. März 1913, welchen eine Beſcheinigung der
zuſtändigen Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde bei=
gefügt
ſein muß, aus der hervorgeht, daß die Be=
dingungen
für die Verleihung des Goldenen Kreuzes
erfüllt ſind, müſſen bis längſtens den 15. Februar 1913i
eingereicht ſein bei Freiherrn Riedeſel zu Eiſenbach,
Ober=Kammerherr.
g. Schwurgericht. Das Schwurgericht verhandelte
geſtern in der Strafſache wegen Totſchlags gegen den
31jährigen ledigen Gelegenheitsarbeiter Jakob Sams=
tag
I. von Viernheim. Samstag iſt beſchuldigt, am
15. Oktober 1911 in Viernheim den Taglöhner Franz=
Kanuff I. durch einen Revolverſchuß vorſätzlich ge=
tötet
, aber die Tötung nicht mit Ueberlegung ausgeführt
zu haben. Vertreter der Anklage iſt Staatsanwalt Bern=
hards
Vertreter des Angeklagten Rechtsanwalt!
Neuſchäffer. Als Sachverſtändige ſind geladen:
Geh. Medizinalrat Dr. Lehr von hier und Oberarzt an
der Landesirrenanſtalt Heppenheim Dr. Götze. Der
lngeklagte und der Getötete waren am 14. Oktober mit
noch zwei Viernheimern in der Wirtſchaft Zum ſchwar=
zen
Peter und hatten dort bis zum Morgen Karten ge=
ſpielt
. Es kam auch einmal zu Streitigkeiten wegen des
Spielgeldeinſatzes, bei dem Samstag nicht direkt beteiligt
var. Bei Gelegenheit hatte Samstag gezeigt, daß er
einen Revolver bei ſich hatte, und als er gegen Morgen
ſo viel Geld verſpielt hatte, daß ihm der Wirt Geld bor=
gen
mußte, ging er nach Hauſe und holte ſein Flobert=
gewehr
, angeblich, um es dem Wirt als Pfand anzubie=
ten
. Gegen halb 8 Uhr früh endlich verließen die vier
Kartenſpieler das Lokal, wo ſie die Nacht durch, nach
Ausſage des Wirtes, etwa 12 bis 13 Liter Bier getrun=
ken
hatten. Dem Zeugen Faltermann drohte hier der
Angeklagte mit dem Revolver, ſo daß dieſer vor Angſt
usrückte. Als der ſchwer betrunkene Kanuff auf die
Straße kam, torkelte dieſer auf Samstag zu und ſtieß ihn
an, worauf Samstag antwortete: Ich will mit Euch
nichts zu tun haben, Ihr ſeid mir viel zu gering wobei
er ſich zurückzog. K. ging hinter Samstag her und frug
drohend: Wer iſt Dir zu gering? Auch die Aeußerung:
Die Piſtole nehmen wir Dir ſchon ab ſoll gefallen
ſein. Der Zeuge Baumeiſter ging zuſammen mit Kanuff

Aus Roald Amundſens Leben.

** Im vergangenen Herbſt kam ganz plötzlich und
unerwartet die Nachricht, daß Kapitän Amundſen,
der eine Nordpolarexpedition angetreten
hatte, ſich nach dem Gegenpol gewandt habe und mit
ſeinem Expeditionsſchiff, der berühmten alten Fram
ſich bereits auf dem 16000 Meilen weiten Wege nach
dem ſüdlichen Eismer befinde. In ſeinem Bekenntnis,
das er an Nanſen richtete, gab Amundſen Aufklärung
über dieſe überraſchende Aenderung ſeiner Pläne. Sein
eigentliches Ziel war es ja, eine weite Reiſe durch das
nördliche Polarbecken, in dem er ſchon ſo Großartiges
vollbracht, zum Zwecke ausgedehnter wiſſenſchaftlicher
topographiſcher Aufnahmen zu wagen. Aber das Inter=
eſſe
für den Nordpol war, nachdem Peary hier das
Sternenbanner aufgepflanzt hatte, abgeflaut; der Süd=
pol
war gerade in Mode, und ſo entſchloß ſich denn der
Forſcher ganz im Geheimen, damit nicht der oder jener
ſeiner Gönner, die Geld für die Erforſchung des Nord=
pols
beigeſteuert hatten, ſich dagegen wenden könne,
zuerſt einen Vorſtoß nach dem Südpol zu machen. Ge=
lang
es ihm, wie er hoffte, die engliſche Expedition
unter Kapitän Scott zu ſchlagen und als erſter den Süd=
pol
zu betreten, dann glaubte er, eine zugkräftige Pa=
role
gefunden zu haben, um die alte Begeiſterung für
ſein Lieblingsfeld, die Nordpolarzone, zu entflammen
und genügende Mittel zu einer arktiſchen Expedition
aufzubringen. Als ſeine Erklärung erſchien, da hatte
die Fram ſchon ihr Winterquartier in der Walfiſch=
bai
im Roßmeer bezogen. . . . Dieſe kühne und eigen=
artige
Idee iſt nun von Amundſen ſo ausgeführt wor=
den
, wie er ſie ſich vorgenommen hatte. Die Erober=
ung
des Südpols, die ihm nur Mittel zum Zweck war,
iſt ihm geglückt, und als gefeierter Held des Tages wird
es ihm jetzt leicht werden, die nötigen Summen zur
Durchführung ſeiner Lieblingspläne aufzubringen. Das
ganze Abenteuer iſt aber bezeichnend für den Mann
ſelbſt, der gleichſam im Vorbeigehen den Südpol ent=

deckte, während ſein Herz eigentlich ſchon im nördlichen
Eismeer weilte, wohin er bald nach der Rückkehr von
dieſem erfolggekrönten Unternehmen aufzubrechen
gedenkt.
Amundſen hat ſich ſeine Sporen als Polarforſcher
bei einer Südpolarexpedition, der belgiſchen unter
Adrien de Gerlache (1897/98), verdient, aber all ſeine
Leidenſchaft und Sehnſucht galt doch ſtets dem arktiſchen
Gebiet, wo er denn auch bisher ſeine größten Erfolge
errungen hatte. Die von Amundſen 1903 ausgerüſtete
Expedition iſt ſo recht ein Beweis dafür, daß es ſtets
hohe wiſſenſchaftliche Geſichtspunkte geweſen ſind, die
ihn zu ſeinen Forſchungsfahrten antrieben. Das wich=
tige
Problem, das er ſich damals zu löſen vorgenom=
men
hatte, war kein blendendes und aufregendes Ziel,
war nicht die Entdeckung des Nordpols, ſon=
dern
beſtand in der Neubeſtimmung des magnetiſchen
Nordpols, die ſeit Roß nicht mehr ausgeführt worden
war. Da die Magnetpole keine feſten Punkte ſind, ſon=
dern
hin= und herwandern, ſo war es von höchſter Be=
deutung
, die Lage des magnetiſchen Nordpols und ſeine
Verſchiebungsrichtung neu zu ermitteln. Bei ſeiner
Erforſchung von Nordoſt=Grönland (1901) hatte
Amundſen dieſen Entſchluß gefaßt und ſich auf der deut=
ſchen
Seewarte in Hamburg und am Magnetiſchen
Obſervatorium in Potsdam in gründlichen Studien für
ſein auf fünf Jahre berechnetes Unternehmen wiſſen=
ſchaftlich
vorbereitet. Aber dem Glücklichen fiel auch
auf dieſer zu ſo nüchternen Beobachtungen unternom=
menen
Reiſe ein großartiges, aufſehenerregendes Re=
ſultat
gleichſam in den Schoß: was durch Jahrhunderte
das Ziel ſo vieler kühner Seefahrer geweſen war, woran
noch kurz vorher die unglückliche Franklin=Expedition
geſcheitert war, das gelang ihm: die Vollendung der
Nord=Weſt=Paſſage, die nordweſtliche Durchfahrt um
Amerika.
In einem großen Werke, Die Nord=Weſt=Paſſage
etitelt, hat er in ſeiner ſtillen, ſachlichen Art dieſe Ex=.
pedition ſeines Schiffes Gjöa geſchildert, die zu den

hervorragendſten Polarforſchungen gehört und groß=
artige
Forſchungsergebniſſe zeitigte. Wie er auch bei
ſeiner Südpolarreiſe mit möglichſt geringer Belaſtung
auszukommen ſuchte und viel leichter und beweglicher
war, als Scott mit ſeinen Motorſchlitten und Ponys,
ſo hatte er ſchon damals in der Gjöa eines der klein=
ſten
Schiffe gewählt, das jemals im Dienſte der Polar=
forſchung
zur Verwendung gekommen iſt. Die leichte,
bewegliche Eismeerjacht erwies ſich denn auch als treff=
lich
geeignet, um in den engen, von Treibeis erfüllten
Sunden des nordamerikaniſchen Polararchipels zu
manövrieren, und gelangte ſicher längs der Weſtküſte
von Boothia bis zum Südoſtgeſtade von King Williams=
Land, wo im Schutze des Gjöa=Hafens Amundſen ſein
Winterlager errichtete, in dem 19 Monate lang die mag=
netiſchen
und anderen wiſſenſchaftlichen Beobachtungen
ausgeführt wurden. Nachdem die Lage des magreti=
ſchen
Pols genau beſtimmt war und Amundſen einen
zweiten Winter in der Arktis verbracht hatte, unter=
nahm
vom 13. Auguſt 1905 an die Gjöa die nordweſt=
iche
Durchfahrt, die vorher noch niemandem gelungen.
Obwohl die offenen Waſſer zwiſchen dem Eis oft nicht
viel breiter, als das Schiff waren, obwohl der Kiel faſt
den Boden ſtreifte, drang das Schiff doch glücklich zwi=
ſchen
dem King Williams= und Viktoria=Land einer=
ſeits
und dem nordamerikaniſchen Feſtland andererſeits
durch. Wegen unerwarteter Eishinderniſſe mußten die
Forſcher dann noch eine dritte Ueberwinterung im
Polargebiet durchmachen, und erſt im Oktober 1906 kehr=
ten
ſie zurück. Als der Ueberwinder der Nord=Weſt=
Paſſage wurde damals Amundſen überall gefeiert. Aber
nicht die Vermehrung ſolchen Ruhmes lag ihm vor allem
am Herzen, ſondern er wollte der Ergründung der
wiſſenſcheftlichen Fragen näher kommen, die ihm in den
Polarmeeren aufgeſtoßen waren. Dem Eroberer des
Südpols wird es nun möglich ſein, die Durchführung
ſeiner Lebensaufgabe mit den reichſten Mitteln aus=
zuführen
.

[ ][  ][ ]

Kreisamtmann Emmerling von Worms, ſowie ſämtliche
Oberbeamten des hieſigen Polizeiamts eingefunden.
* Verband der Detailliſten=Vereine für das Groß=
gerzogtum
Heſſen. Der Ausſchuß hielt in Friedberg eine
Sitzung ab, die unter zahlreicher Beteiligung einen an=
regenden
Verlauf nahm. Vor Eintritt in die Tages=
ordnung
gedachte der Vorſitzende, Herr W. Kalbfuß=
Darmſtadt, des verſtorbenen Vorſitzenden des befreunde=
ten
Pfälzer Verbandes Herrn W. Dörner, der ſtets
für die Intereſſen des Detailliſten= und Mittelſtandes
in hervorragender Weiſe tätig geweſen ſei. Zur Ehr=
ſung
des Verſtorbenen erhoben ſich die Anweſenden von
üihren Sitzen. Es wird ſodann in die Tagesordnung
leingetreten. Der Vorſitzende berichtete über die ſeit=
herige
Tätigkeit der Verbandsleitung. Zur Regelung
des Submiſſionsweſens ſind die Vorarbeiten
im Gange. Bezüglich der Regelung der Sonntags=
ruhe
auf reichsgeſetzlichem Wege wurde Mitteilung
über die ſtattgehabten Verhandlungen der Heſſiſchen
Handelskammer gemacht. Die Stadtverwaltung von
Bad Nauheim beabſichtigt die Einführung einer Schil=
derſteuer
. Der Verband erblickt in dieſer Maßnahme
eine ungerechte Belaſtung der Geſchäftsleute. Der De=
tailliſten
=Verein Bingen klagt über die Schäden der
Wanderlager, die ihre Reklame nicht auf die Stadt
allein beſchränken, ſondern auf den ganzen Umkreis aus=
dehnen
. Es müßte dieſem Gebahren bei Feſtſetzung der
Steuer Rechnung getragen und dieſe dementſprechend
höher veranſchlagt werden. Der Vorſitzende bemerkte
dazu, daß wohl in abſehbarer Zeit auf reichsgeſetzlichem
Wege gegen die Wanderlager vorgegangen würde. Bis
dahin aber ſeien die Vereine auf Selbſthilfe angewie=
ſen
. Der Aufnahme einer neugegründeten Vereinigung
von Kolonial= und Materialwarenhändler in den Ver=
band
wird im Prinzip zugeſtimmt. Der Antrag einer
ſüddeutſchen Feuerverſicherungsgeſellſchaft auf Abſchluß
eines Sondervertrages mit dem Verband wird, als den
Beſtrebungen des Verbandes entgegenſtehend, abgelehnt.
Eine Reihe wirtſchaftlicher Verbände Deutſchlands
haben in Gemeinſchaft mit bedeutenden induſtriellen
Firmen eine großzügige Aktion gegen das den Fabri=
kanten
und Detailliſten mit Unkoſten belaſtende, das
Publikum irreführende und damit das Geſchäft auf eine
ungeſunde Bahn drängende Zugabeweſen einge=
leitet
. Der Verband hat ſich dieſem Vorgehen ange=
ſchloſſen
. Die Erwartungen, die man von dem Geſetz
gegen den unlauteren Wettbewerb gehegt,
ſind nicht eingetroffen, denn wirklich große Erfolge hat
man mit demſelben wohl noch nicht gehabt. Ein Erfor=
dernis
ſind daher die Einigungsämter, die den
Handelskammern angegliedert und mit amtlichem Cha=
rakter
ausgeſtattet werden müſſen. Der Verband wird
dieſer Frage näher treten und ſie eventuell auf ſeinem
diesjährigen Verbandstage, der im Herbſt ſtattfinden ſoll,
noch ausführlich erörtern.
Der Sitzung ſchloß ſich eine öffentliche, von der
Handelskammer Friedberg einberufene, ſehr
gut beſuchte Verſammlung an, zu welcher die
Detailliſten=Vereine Friedberg, Bad Nauheim und Butz=
bach
, ſowie der Verbandsausſchuß eingeladen maren.
Die Tagesordnung war: Stellungnahme zur
Gründung einer Kleinhandelsberufs=
genoſſenſchaft
. Nach den Ausführungen des Herrn
W. Waldecker, wiſſenſchaftlicher Hilfsarbeiter der
Handelskammer Friedberg, und des Herrn W. Kalb=
fuß
, Vorſitzender des heſſiſchen Detailliſten=Verbandes,
wurde einſtimmig beſchloſſen, die Errichtung einer Be=
rufsgenoſſenſchaft
für den Kleinhandel mit allen Kräf=
ten
anzuſtreben.
* Hauptverſammlung der Turngemeinde Darmſtadt.
Am Samstag hielt die Turngemeinde Darmſtadt ihre
diesjährige ordentliche Hauptverſammlung
unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder ab. Der
erſte Sprecher, Herr Oberpoſtſekretär Krämer, eröffnete
ſie mit Worten der Begrüßung und gab einen ausführ=
lichen
Bericht über die Lage, die unter der wirtſchaftlich
ſchlechten Zeit eine Beſſerung nicht aufzuweiſen hat.
Dagegen iſt die Turngemeinde auf turneriſchem Gebiete,
vas ja der eigentliche Zweck derſelben iſt, vorwärts ge=
ſchritten
. Redner gedachte der im Laufe des Jahres ver=
ſtorbenen
Mitglieder, deren Andenken in der üblichen
Weiſe durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Nach=
dem
das Protokoll aus der vorjährigen Hauptverſamm=
lung
verleſen war, ſchritt man zur Berichterſtattung.
Ueber die Tätigkeit des Vorſtandes während des abge=
laufenen
Vereinsjahres berichtete der 1. Schriftwart,
Wilh. Hauſt, in ausführlicher Weiſe. Alsdann gab der
Säckelwart Wolff einen eingehenden Bericht über die
Rechnung 1911 und die Vermögenslage der Gemeinde.
Dieſen Berichten ſchloſſen ſich diejenigen der Redewarte,

igegen Samstag vor, worauf dieſer auf K. mit ſeinem
Revolver ſchoß. Er traf den in gebückter Haltung ihm
Entgegentorkelnden in die linke Halsſeite. Der Schuß
durchbohrte auch die Lunge und führte nach wenigen
Minuten den Tod durch Verblutung herbei. Samstag,
der gedienter Soldat war und die Wirkung von Schuß=
waffen
genau kannte, ſah wohl ſofort, was er mit ſeinem
unvorſichtigen Schuß angerichtet hatte, und aus Furcht
vor der zu erwartenden Strafe trieb er ſich vom Sonntag
bis Donnerstag in den Wäldern umher, bis er in Lam=
pertheim
in Haft genommen wurde. Samstag iſt der Tat
in vollem Umfange geſtändig, doch will er im Glauben
geweſen ſein, daß ihn die beiden angreifen wollten;
auch hätte er bei dem Kanuff eine Meſſerſpitze aus der
Hoſentaſche herausragen ſehen, weshalb er einen Schreck=
ſchuß
abgeben wollte. Die Abſicht, den Kanuff zu er=
ſchießen
, habe er nicht gehabt. Herr Geh. Medizinalrat
Dr. Lehr hat den Angeklagten auf ſeinen Geiſteszuſtand
unterſucht und erklärt, daß S. an angeborenem Schwach=
ſinn
leide, demzufolge er die Tat in einem Zuſtande
krankhafter Störung der Geiſtestätigkeit ausgeführt
habe, durch die ſeine freie Willensbeſtimmung ausge=
ſchloſſen
geweſen ſei. Daraufhin hat die zur Abgabe
eines Obergutachtens gebildete Kommiſſion ſechs Wochen
Samstag in der Landesirrenanſtalt Heppenheim unter=
ſucht
. Sie kam zu. der Anſicht, wenn auch Gründe für
die Annahme einer krankhaften Geiſtesbeſchaffenheit des
Angeklagten, wodurch ſeine freie Willensbeſtimmung
während der Tat ausgeſchloſſen geweſen ſei, nicht vor=
handen
ſeien, ſo iſt doch zuzugeben, daß der Angeklagte
vermindert zurechnungsfähig iſt. Die Geſchworenen
erkennen den Angeklagten ſchuldig des Totſchlags und
bejahten die Frage nach mildernden Umſtänden. Das
Gericht verurteilte daraufhin den Angeklagten zu zwei
Jahren Gefängnis. Von der verbüßten Unter=
ſſuchungshaft
werden ihm drei Monate angerechnet.
-g. Strafkammer. Wegen Vergehen gegen § 2 und
§ 6 des Geſetzes vom 1. Juli 1909, über die Sicherung der
Bauforderungen, hatte ſich geſtern vor der hieſigen Straf=
kammer
der 55jährige Bauunternehmer Franz Peter Wer=
ner
aus Neu=Iſenburg zu verantworten. Es wird ihm
zur Laſt gelegt, nach dem Inkrafttreten dieſes Geſetzes
die vorgeſchriebenen Baubücher nicht ordentlich geführt zu
haben. Werner baute auf eigenes Riſiko Häuſer und hatte
ſich nach ſeiner Ausſage in zwanzigjähriger Arbeit ein an=
ſehnliches
Vermögen erſpart. In letzter Zeit verſchaffte
ihm ein gewiſſer Katz die Hypotheken und er führte auch
für ihn mehrere Dutzend Häuſer auf. Der Buchhalter
Lieſe, dem die Buchführung oblag, konnte die vorgeſchrie=
benen
Baubücher nicht ordnungsgemäß führen, da die
Materiallieferungen meiſt für mehrere Bauten gemein=
ſchaftlich
geſchahen und ihm auch nähere Mitteilungen
darüber, was mit den einzelnen Bauhandwerkern abge=
macht
wurde, nicht gemacht wurden. Die Geſchäfte wur=
den
ſchließlich für Werner immer unüberſichtlicher, ſodaß
er ſchließlich den Konkurs anmelden mußte. Die Hypo=
thekargläubiger
hielten ſich an den Grundſtücksobjekten
ſchadlos. Der Konkursverwalter erklärte, daß die Schä=
digung
der übrigen Gläubiger um 54000 Mark hätte ver=
mieden
werden können, wenn die Hypothekargläubiger eine
genügende Zeit zum Abwickeln der Geſchäfte gelaſſen hät=
ten
. W. gibt an, er hätte nicht die kaufmänniſche Ausbil=
dung
, um die Baubücher zu führen und hätte ſich in dieſer
Beziehung ganz auf Lieſe verlaſſen. Da aber Werner für
die richtige Führung dieſer zum Schutze der Bauhand=
werker
vorgeſchriebenen Bücher verantwortlich iſt, wird
er vom Gericht nach dem Antrag des Staatsanwalts zu
100 Mark Geldſtrafe, die evtl. mit 20 Tagen Haft
zu verbüßen ſind, verurteilt.
Der wiederholt vorbeſtrafte 37jährige Taglöhner Hein=
rich
Appel aus Offenbach hat am 13. Januar auf dem
Güterbahnhof Offenbach verſucht, einen Zentner Briketts
im Werte von 1 Mark vom Bahnwagen zu ſtehlen; er war
aber überraſcht worden, ſodaß er die Tat nicht ausführen
konnte. Den zweiten Diebſtahl verſuchte er am 21. Ja=
nuar
, ebenfalls auf dem Bahngelände. Diesmal mußte
er jedoch über einen Bretterzaun ſteigen. Von einem
Bahnwagen nahm er ſieben Bretter im Werte von 3,70
Mark und es gelang ihm auch, dieſe im Hofe einer Wirt=
ſchaft
zu verſtecken. Er war jedoch auch bei dieſem Dieb=
ſtahl
beobachtet worden, und ein herbeigeholter Schutzmann
konnte ihn alsbald feſtnehmen. Der Angeklagte wird zu
3 Monaten 1 Woche Gefängnis, abzüglich vier
Wochen der Unterſuchungshaft, verurteilt.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 16. März, vormittags
9½ Uhr, lautet: 1. Klage des Ortsarmenverbandes
Offenbach gegen den Ortsarmenverband Bieber. 2. Klage
des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den

Ortsarmenverband Offenbach. 3. Beſchwerde der Firma
Brunn & Seeger gegen die Heranziehung zur Gewerbe=
ſteuer
in Offenbach. 4. Beſchwerde des Wirtes Nolde zu
Bensheim gegen ſeinen Nachbar Karl Koch daſelbſt.
* Richtigſtellung. Mit Bezug auf unſeren Bericht über
die Sitzung des Landtages vom 7. März wird uns mit=
geteilt
, daß der Landtagsabgeordnete Korell= König=
ſtädten
nicht erklärt hat, das Mainzer Journal habe ſich
darüber aufgehalten, daß die heſſiſchen Geiſtlichen, beſon=
ders
auch der Oberkonſiſtorialrat Euler ſich der Bewegung
für Jatho angeſchloſſen haben. Vielmehr hat der Redner
eine Zuſchrift im Mainzer Journal erwähnt, in der die
Tatſache als ſehr bezeichnend mitgeteilt wurde, daß weder
ein Mainzer Pfarrer noch der Superintendent für Rhein=
heſſen
den Proteſt der Poſitiven gegen die Jatho=
freunde
unterſchrieben hätten. Hiergegen hat der Abge=
ordnete
Korell als eine unberechtigte Einmiſchung in die
inneren Angelegenheiten der evangeliſchen Kirche Ver=
wahrung
eingelegt. Ob nicht mit jener Notiz der Anſchein
erweckt werden ſollte, daß die Nichtunterzeichner des
poſitiven Proteſtes Jathofreunde ſeien, könne dahin ge=
ſtellt
bleiben. Es gehe das Zentrum nichts an, wer für
oder gegen Jatho eintrete.
* Warnung vor Ankauf gefrevelten Schmuareiſigs.
(Nachdruck erwünſcht.) Es iſt in letzter Zeit die Beob=
achiung
gemacht worden, daß in den Waldungan in der
Nähe größerer Städte durch Entwendung von
Laub= und Nadelholzreiſig ſtark gefrevelt wird. Nament=
lich
die Weymeuthskiefer kommt hier in Betracht, aber
auch andere ſeltenere Nadelhölzer wie die Douglastanne,
Blaufichte und edle Laubhölzer wie Roteiche, Ahornarten
werden durch dieſe Frevel geſchädigt. Der Frevel ge=
ſchieht
meiſt gewohnheitsmäßig und der Verkauf findet
vorzugsweiſe in den Städten auf Märkten, bei Gärt=
nern
und in privaten Haushaltungen ſtatt, wo die
auf unrechtmäßige Weiſe erlangten Zweige zu lohnen=
den
Preiſen Abſatz finden. Manchen Stadtbewohner,
der das Grün des Waldes liebt und ſein Heim mit ihm
ausſchmücken will, kauft die Aeſte zum Schmucke ſeiner
Wohnung, ohne ſich bewußt zu werden, daß er dadurch
gerade derartige Frevel an fremdem Eigentum begün=
ſtigt
. Daher ſollte jeder Käufer derartigen Schmuck=
reiſigs
ſich über den rechtmäßigen Erwerb dieſer Zweige
von Seiten des Verkäufers vergewiſſern und ſich unter
Umſtänden die Beſcheinigungen der betr. Oberförſtereien
darüber vorlegen laſſen. Es ſind vor kurzem Weiſungen
ergangen, dieſem Unfug durch eine ſtrengere Handhabung
der Beſtimmungen des Forſtſtrafgeſetzes entgegenzutre=
ten
. Die Oberförſtereien ſind übrigens bereit, Schmuck=
reiſig
an Liebhaber zu angemeſſenen Preiſen aus der
Hand abzugeben.
Frau Antonie Mayr=Olbrich . In Würzburg
iſt am Samstag infolge eines Schlaganfalles die Großh.
Kammerſängerin i. P. Frau Antonie Mayr=Olbrich,
Ehrenmitglied unſerer Hofbühne, geſtorben. Antonie
Mayr=Olbrich, eine ausgezeichnete Koloraturſängerin,
war zu der Saiſon 1868/69 nach erfolgreichem Gaſtſpiel
für unſere Hofoper verpflichtet worden und erwies ſich
in der Folge bald als eine außerordentlich ſchätzbare
und vielſeitige Künſtlerin, die nie verſagte, ganz gleich
an welchen Platz die Regie ſie ſtellte. Und beinahe ein
Vierteljahrhundert hindurch blieb die Künſtlerin eine
Zierde der Hofbühne, gleich betiebt beim Publikum wie
bei den Künſtlerkollegen. Im Jahre 1892 ſchied ſie aus
dem Verband des Hoftheaters. Doch noch oftmals hielt die
Künſtlerin Einzug auf unſerer Hofbühne als ſtets gern
geſehener und gehörter Gaſt, ſtets von neuem durch ihr
prächtiges Stimmaterial, durch ihr routiniertes, anmut=
volles
Spiel die Zuſchauer erfreuend. Sie war mit
dem Hofſchauſpieler und ſpäteren Regiſſeur Benedikt
Mayr vermählt. Vor der Spielſaiſon 1893/94 feierte
das Künſtlerehepaar ein Doppeljubiläum. Vor 25
Jahren, am 20. Auauſt 1868, hatte Antonie Mayr=Olbrich
als Königin der Nacht und am 23. Auguſt desſelben
Jahres Benedikt Mayr als Eleazar debutiert. Der
Großherzog ernannte aus Anlaß dieſes Jubiläums
die Künſtlerin am 5. Oktober 1893 zum Ehrenmit=
glied
der Hofbühne, mit der ſie, wie geſagt, trotz
ihrer Penſionierung durch ihre Gaſtſpiele immer noch
eng verbunden war. Der nun entſchlafenen Künſtlerin
wird ein dauerndes Gedenken ſicher ſein. R. i. p.
§ Heſſiſche Polizeikonferenz. Geſtern vormittag
fand im Polizeiamtsgebäude dahier eine Konferenz der
heſſiſchen Polizeiverwaltungsvorſtände unter dem Vorſitze
des Herrn Regierungsrats Gennes ſtatt. Zu dieſer
Konferenz hatten ſich außer den Vorſtänden der Polizei=
verwaltungen
von Alzey, Bad Nauheim, Gießen, Mainz
und Worms auch die Herren Provinzialdirektor Fey,

Vorträge.

* Ueber Mexiko und ſeine Vegetation
hielt am Samstag abend in der Techniſchen Hochſchule Herr
Geh. Hofrat Profeſſor Dr. Schenck auf Veranlaſſung der
Abteilung Darmſtadt der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft
einen Lichtbildervortrag. In mehr als zweiſtündigem
Vortrag gab Redner einen ungemein feſſelnden Bericht von
ſeiner im Jahre 1908 unternommenen Studienreiſe durch
dieſes Land einer frühen hochſtehenden Kultur. Er gab zu=
nächſt
eine eingehende Schilderung der geographiſchen Ver=
hältniſſe
des Landes. Es liegt zum Teil im gemäßigten,
zum Teil im tropiſchen Amerika und bildet im weſentlichen
eine etwa 2000 Meter über dem Meere liegende Hochebene,
die auch zu gewaltigen Höhen anſteigt, wie beim Popo=
catepetl
, der eine Höhe von 5384 Meter erreicht. Da Meriko
ſo verſchiedenartige Geſtaltung in geograpiſcher Beziehung
aufweiſt, ſind auch die Vegetationsbilder ſtetig wechſelnde.
Redner zeigte uns in ſeinen prächtigen Lichtbildern wun=
derbare
Beiſpiele tropiſcher Vegetation. Alle Kulturen der
tropiſchen Zone gedeihen hier, neben fruchtbaren Kulturen
von Kokospalmen, Ananas, Bananen gedeihen auch Kaut=
ſchukbäume
, Vanille, Kakao und Kaffee in vorzüglicher
Weiſe. Der Vortragende gab dann eine eingehende Schil=
derung
der Ernte und der Zubereitung des Kakaos, Kaffees
und der Vanille. Auch dem Volksleben und den Volks=
ſitten
der Mexikaner widmete der Vortragende intereſſante
Betrachtungen. Auch Ueberreſte der verſchwundenen uralten
aztekiſchen Kultur führte der Redner im Bilde vor. Dem
Vortrage wurde von der zahlreichen Zuhörerſchaft lebhafter
Beifall geſpendet.
Feuilleton.
* Aus der Bühnenwelt. Ibſen über ſei=
nen
Baumeiſter Solneß. Herr Profeſſor
Dr. Karl Alt ſchreibt uns: In den Kunſt=
notizen
des Darmſtädter Tagblattes vom 8. März iſt eine
ſehr bedeutſame, von mir leider überſehene Aeußerung
Ibſens mitgeteilt worden, die den Ausführungen meines
Vortrages über dieſes Stück den Boden zu steieben

ſcheint. Während ich das Symboliſche der Dichtung ſtark
betont habe, erklärt Ibſen: Ich ſchreibe nichts Sym=
boliſches
. Aber merkwürdig gleich darauf deutet
er ſelbſt das Beſteigen des Turmes als Sinnbild innerer
Vorgänge: ihn führt es (das Leben mit Hilde) auf
wärts, höher als je vorher Wenn Ibſen dennoch ſagt,
er ſchreibe nichts Symboliſches, ſo beweiſt das nur, daß
für ihn der Sinn ſchon im Bilde enthalten war,
während wir ihn nicht ſelten erſt ſuchen müſſen. Sinn=
ſchwere
, beziehungsreiche Worte deuten ſo auch ſonſt viel=
fach
über die Handlung hinaus auf etwas Allgemeine=
res
. Wie weit wir freilich im Deuten gehen dürfen das
iſt eine Frage für ſich, die übrigens auch durch Ibſens
Worte nicht geklärt wird. Ich glaube demnach an mei=
nen
Ausführungen feſthalten zu können und ſehe nur,
daß ein wichtiger Vorgang von mir nicht genügend
hervorgehoben worden iſt: der Gewinn an Lebenswer=
ten
, den der Baumeiſter und Hilde einander verdanken.
Man ſchreibt uns: Am Sonntag erlebte Die kleine
Baroneß Operette in einem Akt von Paul Has=
linde
am Stadttheater in Mainz ihre Uraufführ
ung. Der Komponiſt, der aus Berlin ſtammt und zur
Zeit als Schauſpieler an dem genannten Theater tätig
iſt, hat auch den Text der Operette verfaßt, die im ver=
gangenen
Jahre bei einer Wohltätigkeitsveranſtaltung
in Berlin bereits, allerdings nur für ein ganz kleines
Orcheſter, gehört wurde und Anerkennung gefunden hatte.
Das Werk hat inzwiſchen für Bühnenzwecke eine voll=
ſtändig
neue Bearbeitung und Umarbeitung erfahren;
eine Form, in der es jetzt in Mainz zum
erſten Male in die Oeffentlichkeit gelangte. Der
beſſere Teil der Operette iſt einſtweilen noch der
Text, der das Märchen vom Aſchenbrödel ins Moderne
kehrt und eine Fülle echten Humors enthält. Der muſika=
liſche
Teil hat den Nachteil, zu lang bei einzelnen Lie=
dern
zu ſein, die kürzer ſich halten werden. Das gleiche
gilt für den Schluß des Werkes, das in der jetzigen Form
etwas über eine Stunde Aufführungszeit beanſprucht
Die Inſtrumentation iſt nicht ungewandt und die Melo=
dienerfindung
zeigt originelle Anſätze, die bei einer
Pflege Erfolg verſprechen. Die Uebergänge verraten den

Autodidakt, der der Verfaſſer großenteils iſt. Beſon=
ders
gefielen das Sektlied das Junggeſellenlied
und das Kompliment=Terzett Auch ſonſt hob die Auf=
führung
die Vorzüge des Stückes gut hervor. Max
Brückner (Prinz), Käthe Dorſch (Annalieſe) und Fritz
Schlotthauer (Liborius) beſtanden mit Ehren. Der
Dichterkomponiſt konnte mit den Hauptdarſtellern unter
dem ſtürmiſchen Beifall des ausverkauften Hauſes für
den unbeſtrittenen Erfolg danken.
Spielplan des Frankfurter Stadt=
theaters
. 1. Opernhaus. Dienstag, 12. März:
Oberſt Chabert. Mittwoch, 13.: Viertes Abonnements=
Konzert. Donnerstag, 14.: Der Evangelimann. Frei=
tag
, 15.: Lohengrin. Samstag, 16.: Die verſchenkte Frau.
Sonntag, 17., 3¼ Uhr: Fräulein Teufel; 7 Uhr: Tell.
Montag, 18.: Mignon. Dienstag, 19.: Der fliegende Hol=
länder
. 2. Schauſpielhaus. Dienstag, 12.:
Johannisfeuer. Mittwoch, 13. (2. Gaſtſpiel Irene
Trieſch): Hedda Gabler. Donnerstag, 14.: Fauſt, 1. Teil.
Freitag, 15. (3. Gaſtſpiel Irene Trieſch): Rosmersholm.
Samstag, 16.: Flachsmann als Erzieher. Sonntag. 17.,
3½ Uhr: Primeroſe; 7 Uhr: Götz von Berlichingen. Mon=
tag
, 18. (4. und letztes Gaſtſpiel Irene Trieſch): Maria
Magdalene. Dienstag, 19.: Heimat. 3. Neues
Theater: Dienstag, 12.: Hundstage. Mittwoch, 13,:
Die fünf Frankfurter. Donnerstag, 14.: Die fünf Frank=
furter
. Freitag, 15.: Julchens Flitterwochen. Samstag,
16.: Die Ahnengalerie. Sonntag, 17., 3½ Uhr: Arbeiter=
bildungsauſchuß
; 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Montag,
18.: Meyers. Dienstag, 19.: Die fünf Frankfurter.
Spielplan des Großh. Hof= und Natio=
naltheaters
Mannheim. Dienstag, 12. März:
Das Rheingold. Mittwoch, 13.: Die Walküre. Don=
nerstag
, 14.: Gudrun. Freitag, 15.: Siegfried. Sams=
tag
, 16. (Zum erſten Male): Die fünf Frankfurter. Sonn=
ag
, 17. (Ring des Nibelungen, 3. Tag): Götterdämmer=
ung
. Neues Theater. Dienstag, 12. (10. Gaſt=
ſpiel
Konrad Dreher): Wann der Auerhahn balzt.
Mittwoch, 13. (11. Gaſtſpiel Konrad Dreher): Weh’ dem
der fliegt. Donnerstag, 14. (12. Gaſtſpiel Konr. Dreher):
Meyers, Freitag, 15, (letztes Gaſtſpiel Konr. Dreher):

[ ][  ][ ]

Zeugwarte, des Bauwartes, der Vorſitzenden der Ver=
gnügungs
= und Aufnahme=Prüfungs=Ausſchüſſe an. Aus
dem Bericht des 1. Turnwarts Maurer iſt zu entneh=
men
, daß das turneriſche Vereinsleben, der Lebenszweck
der Gemeinde, befriedigend iſt. An den Turnübungen
beteiligten ſich 152 Mitglieder, 42 Zöglinge, 18 Damen,
19 Mädchen und 28 Knaben, zuſammen 251 Vereins=
angehörige
. Die Geſamtbeteiligung war 7548 Tur=
nende
, durchſchnittlich 75 an einem Abend. Die Früh=
abteilung
(Geſundheitsturner) übte unter Leitung der
Vorturner Hofferberth und Joſt an 46 Abenden mit 20
Turnenden. Die Fechtriege übte unter Fechtmeiſter Kai=
ſers
Leitung an 22 Abenden mit 8 Fechtern. Die Spiel=
riege
konnte ſich unter Joſts Leitung einer beſſeren Aus=
bildung
erfreuen, denn ſie hatte während des abgelau=
fenen
Jahres recht gute Erfolge aufzuweiſen. Auch die
Damenabteilung, die Vorturner Joſt leitet, darf auf eine
Beſſerung zurückblicken. An dem Turnen der Jugend=
abteilung
(Mädchen, unter der Leitung von Fräulein
Schmuck, und die Knaben, wiederum unter Joſts Leit=
ung
) beteiligten ſich 18 Knaben und 20 Mädchen. Die
Schwimmriege übte an 48 Donnerstag=Abenden im
Städtiſchen Schwimmbad mit einem Durchſchnittsbeſuch
von 18 Turner=Schwimmern. Turner Gg. Grohe er=
rang
bei dem Sechskampf in der Hygieniſchen Ausſtel=
lung
in Dresden den 19. Sieg. Nach der Berichterſtat=
tung
wurde zu den Wahlen des Vorſtandes und der
Ausſchüſſe geſchritten. Die beiden Sprecher, die Schrift=
warte
, der Säckelwart, der Bauwart, der 2. Zeugwart
und der Bücherwart wurden wiedergewählt, während
ſich in den anderen Aemtern und den Ausſchüſſen Ver=
änderungen
ergaben. Mit Freude konnte der 1. Spre=
cher
feſtſtellen, daß auch in dieſem Jahre eine Anzahl
Turner auf ihre 50jährige bezw. 25jährige Mitglied=
ſſchaft
zurückblicken kann. 50 Jahre gehören der Ge=
meinde
die Turner Karl Frank, Kaufmann, Ludwig
Pohl, Schmiedemeiſter, und Konrad Mahr, Zimmer=
meiſter
, an. Dieſelben wurden unter Ueberreichung
einer Ehrenurkunde zu Ehrenmitgliedern ernannt. Lei=
der
war es dem kürzlich verſtorbenen Mitglied Hein=
rich
Fehrer nicht mehr vergönnt, dieſes Jubiläum zu
feiern, auf das er ſich ſchon lange gefreut hatte. Der
1. Sprecher gedachte dieſes für die deutſche Turn=
ſache
verdienſtvollen Mitgliedes mit ehrenden Wor=
ten
. Die Ehrenurkunde über 25jährige Mitgliedſchaft
erhielten die Turner Karl Krickſer, Glaſermeiſter, Ralph
Meiſel, Verwalter, Heinrich Klink, Kaufmann, und Karl
Vogelsberger, Buchbindermeiſter.
* Turngemeinde Beſſungen. Man ſchreibt uns: Welch
glücklichen Griff die Vorturnerſchaft der Turngemeinde
Beſſungen mit der Auswahl des bekannten Odenwälder
Volksſtücks 's Millerſch Lisl vunn Michl=
boch
gemacht hat, das zeigte der gewaltige Andrang,
der am Sonntag an der Kaſſe der geräumigen Turnhalle
herrſchte. Vorzüglich waren die Darbietungen und mit
geſpannteſter Aufmerkſamkeit lauſchte die vielhundert=
köpfige
Zuſchauermenge den Geſängen und Vorführ=
ungen
. Lauter Beifall lohnte beſonders nach jedem
Akte die innige Hingabe der Darſteller an ihre Aufgabe.
Um nun auch denjenigen, die diesmal nicht in den Beſitz
einer Eintrittskarte gelangen konnten, die Möglichkeit
eines Beſuches zu geben, ſoll am nächſten Sonntag, den
17. März, eine zweite Aufführung ſtattfinden, zu der die
Karten bereits jetzt in den bekannten Vorverkaufsſtellen
zu haben ſind. Die recht anſprechenden Koſtüme ſtam=
men
aus der Theater= und Maskengarderobe von A. und
J. Schlegel, hier.
* Liederabend Paula Manecke. Auf den Lieder=
abend
der Lautenkünſtlerin Paula Manecke der
am Mittwoch abend im Saale der Traube ſtattfindet,
ſei hierdurch nochmals hingewieſen. Mitwirkende ſind
Frau Luiſe Manecke (Laute), Hofkonzertmeiſter E. Schmidt
(Violine), Kommermuſiker H. Eymann (Viola) und Hof=
muſiker
W. Manecke (Laute). (S. Anzeige.)
Kammermuſikvereinigung. Die letzte der dies=
winterlichen
Matineen findet kommenden Sonntag ſtatt.
Einem willkommenen Brauch zufolge iſt ſie dem größten
aller Muſiker geweiht und wird außer der letzten Violin=
ſonate
in G=dur das ſelten gehörte Streichquartett
Nr. 15 bringen.
* In der liturgiſchen Paſſionsandacht, die am
13. März, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche ſtatt=
findet
, wird der Kirchengeſangverein der Stadtgemeinde
folgende Chöre zum Vortrag bringen: 1. Brich entzwei,
mein armes Herze von J. S. Bach; 2. Jeſu, der du
deine Liebe von J. Crüger; 3. Wer hat dich ſo ge=
ſchlagen
(geſetzt von Bach); 4. Meine ſchönſte Zier und
Kleinod (Weiſe aus dem Jahre 1581); 5. Du Friede=
fürſt
, Herr Jeſu Chriſt (geſetzt von Bach). Die Feier

wird eingele tet durch einen Orgelchoral von M. Reger
über die Melodie Seelenbräutigam
* Ehemalige 13er Huſaren. Man ſchreibt uns:
Dem Aufruf zur Zuſammenkunft ehemaliger 13er Huſaren
betreffs Teilnahme an der Hundertjahrfeier des aktiven
Regiments in Diedenhofen, leiſteten am Sonntag im
Hotel Merz eine große Anzahl ehemaliger Angehöriger
des Regiments von Darmſtadt und Umgebung Folge.
Welch großes Intereſſe der Aufruf erweckte, zeigte, daß
ſich Kameraden des Jahrganges 1871/74 einfanden. Auf
einſtimmigen Beſchluß wurde ein Verein ehemaliger
13er Huſaren für Darmſtadt und Umgebung ge=
gründet
, welcher den engeren Anſchluß ehemaliger An=
gehöriger
dieſes Regiments zue nander bezweckt.
* Die Einziehung der Zeitungsgelder erfolgt durch
die Briefträger in der Zeit vom 15. bis einſchließlich 25.
des letzten Monats im Vierteljahr koſtenlos. Die Brief=
träger
ſind zur vollgültigen Quittungsleiſtung über die
erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Die Vorteile, die
die Einrichtung für das Publikum bietet, ſpringen in
die Augen, wenn man berückſichtigt, daß der regelmäßige
Fortbezug der Zeitungen geſichert, der Gang zur Poſt
und das Warten an den Schaltern, die am Vierteljahrs=
ſchluſſe
beſonders ſtark in Anſpruch genommen ſind, er=
ſpart
wird.
A Vom Krankenhauſe. Während des Monats
Februar d. J. wurden im Städtiſchen Kranken=
haus
782 Kranke verpflegt, worunter 412 männlichen
und 370 weiblichen Geſchlechts. Die Zahl der Pflegetage
betrug 9917, ſo daß ſich eine durchſchnittliche Tages=
belegung
von 342 Kranken ergibt gegen 329 im vorher=
gegangenen
Monat.
m. Im Herrngarten ſind umfaſſende Neupflanzungen
vorgenommen worden, nachdem abgeſtordene oder zu
hochgewachſene Sträucher entfernt worden waren. Um
nun den ſeit Jahren im Unterholz zu licht gewordenen
Sträuchergruppen wieder ein geſchloſſenes Ausſehen zu
geben, hat man die entſtandenen Lücken mit ſchatten=
liebendem
Niederholz zugepflanzt. Alte, vom Borken=
käfer
zerſtörte Bäume, welche ſchon mehrere Jahre kahl
daſtanden, wurden entfernt. Auf der nördlichen Seite
des Herrngartens ſind auf dem Beete längs der Mauer
neue Bäume geſetzt worden. Der Herrngartenteich iſt
eben nicht ſonderlich belebt: drei Schwäne und ein
Dutzend Paar Enten tummeln ſich auf dem zur Zeit
ziemlich klaren Waſſer. Die männlichen Enten haben
ihr Hochzeitskleid an, das in herrlichen Farben leuchtet.
§ Feſtgenommen. Durch die bieſige Polizei ſind
feſtgenommen worden: ein Taglöhner aus Eſchollbrücken
wegen Diebſtahl, ein Knecht aus Roxheim wegen Fahr=
raddiebſtahl
und ein Dienſtknecht aus Oeſterreich wegen
Diebſtahl.

Groß=Gerau, 11. März. Der 29 Jahre alte Fuhr=
mann
Karl Schäfer aus Frankfurt a. M. machte im
Auguſt letzten Jahres zurzeit der großen Dürre mit
einer Geſellſchaft eine Wagenfahrt nach dem Ried und
verurſachte hierbei dadurch einen kleineren Feld= und
Waldbrand, daß er das zum Anzünden einer Zi=
garre
gebrauchte Zündholz achtlos zur Seite
warf. Ein Fruchtacker brannte dadurch ab und auch
der angrenzende Wald fing Feuer. Schäfer mußte nicht
nur 25 Mark Brandſchaden und 80. Mark Löſchungs=
koſten
zahlen, ſondern erhielt jetzt auch noch 40 Mark
Geldſtrafe und die erheblichen Gerichtskoſten. So kommt
ihn jetzt die Zigarre auf zirka 180 Mark zu
ſtehen.
Offenbach, 11. März. Der ſtädtiſche Voranſchlag
für 1912 ſchließt in Einnahmen und Ausgaben mit
8 092300 Mark (i. V. 7 476341 Mark) ab. Die Gemeinde=
ſteuern
werden mit 4 723 610 Mark (4475853 Mark) ver=
anſchlagt
. Die Gas=, Waſſer= und Elektrizitätswerke
ſtehen mit einer Einnahme von 570000 Mark ohne Zu=
ſchuß
zu Buch, während das Elektrizitätswerk im Vor=
ahre
noch eine Ausgabe von 92700 Mark zu verzeich=
nen
hatte. Die Straßenbahn dagegen erfordert
immer noch einen erheblichen Zuſchuß, und zwar iſt
dieſer auf 87100 Mark (i. V. 52500 Mark) angewachſen.
Die Schulden belaſten den Etat mit 1354388 Mark
(1308956 Mark).
Lampertheim, 9. März. Hier verunglückte das
10jährige Töchterchen des Wirtes Joh. Adam Herweck
auf ſchreckliche Art. Es hantierte vor dem Waſchkeſſel, als
plötzlich die Kleider Feuer fingen. In ſeiner Angſt
lief das Kind auf den Hof, wo die Eltern und herbei=
geeilte
Nachbarn die Flammen mit naſſen Tüchern er=
ſtickten
. Das Mädchen erlitt ſchwere Brandwunden an den
Füßen und am Unterleib.

Lampertheim, 11. März. Zwiſchen hier und Sand=
torf
lief eine führerloſe Schafherde in einen fahren=
den
Güterzug hinein, wodurch 26 Schafe zum Teil ſo=
fort
getötet oder tödlich verletzt wurden.
Fürth i. O., 9. März. Geſtern nachmittag wurde das
5 Jahre alte Söhnchen des Gaſtwirts und Schreiner=
meiſters
Joh. Zeiß von einem Auto überfahren und
ſchwer verletzt. Der Autolenker wurde ſofort zur Anzeige
gebracht.
Beerfelden, 10. März. Vom hieſigen Gewerbe= und
Volksbildungsverein veranlaßt, hielt geſtern abend in der
Turnhalle Herr Lehrer Kaiſer aus Groß=Zimmern einen
Vortrag über Die drahtloſe Telegraphie‟ Die Entwicke=
lung
des Verkehrs im allgemeinen bot den wirkungsvollen
Hintergrund, auf dem ſich das Bild von der Vervollkomm=
nung
und Anwendung der Elektrizität von der erſten Tele=
graphie
im Jahr 1809 bis zu den wunderbaren Erfolgen
von heute um ſo plaſtiſcher abhob. Redner ſchloß ſeine
hochintereſſanten Ausführungen mit einem Ausblick, der
den Hörer ahnen ließ, welch wunderbare Umwälzungen
die Anwendung der Elektrizität noch bringen kann und
wird; lebhafter Beifall der zahlreichen Anweſenden lohnte
die trefflichen Ausführungen des Redners. Die Ver=
ſteigerung
der Sch.ſchen Holzſchneiderei am
Ende voriger Woche erzielte ein vorläufiges Höchſtgebot von
18500 Mark, ein Nachgebot iſt ſchon erfolgt.
Mainz, 11. März. Das Schwurgericht verurteilte am
Samstag nach mehrtägiger Verhandlung den Schneider
Dezmann, der am erſten Weihnachtsfeiertag eine
Frau im offenen Geſchäftsladen niederſchlug, um die
Ladenkaſſe zu rauben, zu 10 Jahren Zuchthaus
und 10 Jahren Ehrverluſt.
A Worms, 11. März. Herr Regierungsbaumeiſter
Knöll, zurzeit bei der hieſigen Kreisbauinſpektion ver=
wendet
, iſt zum Vorſtand des Tiefbauamtes der Stadt
Elbing in Oſtpreußen gewählt worden und wird dieſe
Stelle ſchon in den nächſten Tagen antreten.
Worms, 11. März. In einer Wirtſchaft in der
Speyererſtraße erlitt geſtern nachmittag ein auf der
Durchreiſe begriffener 40 Jahre alter Hausburſche
aus Württemberg verſchiedene Kopfverletzungen,
infolge deren er von der Sanitätsabteilung in das
ſtädtiſche Krankenhaus gebracht werden mußte. Die
Verletzungen ſind nicht lebensgefährlich. Nach Ausſagen
der Augenzeugen hat der Menſch ſich in der Wirtſchaft
derart frech benommen, daß der Wirt ihn zurecht=
wies
. Hierauf bedrohte der Fremde den Wirt und
ging mit einem Inſtrument, das er mitgebracht hatte,
auf dieſen los. Die Folge war, daß der Fremde eine
Tracht Prügel bekam. In zwei anderen Wirtſchaf=
ten
ſoll er in gleicher Weiſe Streit geſucht haben, ſodaß
ihm dort faſt das Gleiche blühte. Vom Gerüſt ge=
ſtürz
t iſt gegen ½11 Uhr in der Burkardſtraße ein
Tünchergeſelle. Er ſtürzte aus 3 Meter Höhe ab
und zog ſich Verletzungen zu, die ſeine Aufnahme ins
Krankenhaus nötig machten. Ueber den Umfang der
Verletzungen läßt ſich zurzeit nichts ſagen.
Worms, 11. März. Im Voranſchlag für 1912
ſchließt die Betriebsrechnung in Einnahme und Ausgabe
mit 4099810 Mark ab; das iſt gegen das Vorjahr eine
Steigerung von 327758 Mark. Die ſtädtiſchen Umlagen
ſind mit einem um 3 Prozent erhöhten Koeffizienten mit
1576 912 Mark eingeſtellt.
Welgesheim, 9. März. Geſtern abend nach 9 Uhr
wurde von dem Zuge Alzey=Bingen vor der Station Wel=
gesheim
ein Mann überfahren und bis zur Un=
kenntlichkeit
verſtümmelt. Es konnte bis jetzt noch nicht
feſtgeſtellt werden, wer der Lebensmüde war.
Wallertheim, 9. März. Geſtern abend um ½12 Uhr
brach hier ein großer Brand aus, dem zwei Scheunen
mit Nebengebäuden zum Opfer fielen. Die Urſache iſt noch
nicht feſtgeſtellt.
(*) Bingenheim, 9. März. Spurlos verſchwun=
den
iſt von dem Luziusſchen Inſtitut ein 15jähriger Zög=
ling
. Da er vor ſeinem Weggang zu Kameraden äußerte,
ſie würden ihn nicht wieder ſehen, ſo nimmt man an, daß
er ſich in den Georgenteich geſtürzt hat. Der Polizeihund
nahm auch dorthin die Spur auf.
(*) Alsfeld, 9. März. Eine Verfügung des Kreis=
amtes
erklärt den Kreis Alsfeld für zigeunerfrei und
nimmt die Anordnung wegen Beſtellung von Sicherheits=
wachen
in den Dörfern zurück.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 10. März. Wie wir ſchon mit=
geteilt
, beabſichtigt Oberbürgermeiſter Kirſchner
ſein Amt niederzulegen. Der Magiſtrat nahm

Der Nachtwandler. Sonntag, 17.: Die Bildſchnitzer:
Luciennes Miſſion; Lottchens Geburtstag.
* Ein Verlegertrick. Adolf Fürſtner läßt die Kom=
poſitionen
, die Richard Strauß zu Moliéres Bürger=
edelmann
ſchreibt, ſowie Straußens Ariadne auf
Naxos in Paris erſcheinen. Ueber dieſes be=
merkenswerte
Vorgehen ſchreibt der Fürſtnerſche Verlag:
Dieſe zuerſt in Frankreich ſtattfindende Publikation
eines deutſchen Werkes hat für die Autoren und den Ver=
leger
den großen Vorzug, daß das Werk hierdurch den
auf dem internationalen Markt den Werken franzöſiſchen
Urſprungs geſicherten umfangreicheren Urheberrechts=
ſſchutz
genießt. Insbeſondere kommt dem Werke in allen
Ländern der Berner Literatur=Union, deren Geſetze die
50jährige Schutzfriſt nach dem Tode des Autors gewäh=
ren
, dieſer längere Rechtsſchutz zugute.
* Die Aſtronomin. Eine junge Dame, Fräulein
Edmée Chandon, iſt zur Aſtronomin am Pariſer Obſer=
vatorium
ernannt worden. Clement Vautel, der Sati=
riker
des Matin, beſpricht dieſen Vorfall in folgender
Weiſe: Gewöhnlich intereſſieren ſich die Frauen für die
Aſtronomie in recht beſcheidenem Maße. Man erzähle
ihnen von den Wundern des Himmelsgewölbes, und
ſie werden einen anſchauen, als ob man ſelbſt ſoeben
erſt vom Himmel gefallen wäre, man nenne ihnen einen
Stern, und ſie werden mit tödlicher Sicherheit anneh=
men
, daß ein Opernſtern gemeint ſei. Und nun iſt
plötzlich eine reizende junge Dame beamtete Stern=
guckerin
geworden! Die Aſtronomie war ſchon in frü=
heſter
Jugend ihre Paſſion. In dem Alter, in welchem
die jungen Mädchen mit der Puppe ſpielen, beobachtete
Fräulein Chandon das Firmament: ihr Herr Papa war
alſo wahrſcheinlich nicht der Anſicht, daß die Kinder
früh ſchlafen gehen ſollen. Aber warum ſoll ſchließlich
eine Frau nicht Aſtronomin ſein? Es iſt, nebenbei be=
merkt
, ſehr zu bedauern, daß die Jünger des Koperni=
kus
nicht mehr den ſpitz zulaufenden Hut und die mit
Monden und Kometen beſäte Robe tragen: dieſe Tracht
würde Fräulein Chandon ſicher ſehr gut kleiden. So
viele Frauen ſuchen Flecken auf der Reputation ihrer
guten Freundinnen: die neue Aſtronomin aber wird
ſie weniaſtens nur auf der Sonne ſuchen. Wenn die

Obſervatoriumsbeamtin verheiratet wäre, könnte ihr
Gatte ſich ſchließlich beklagen, daß ſie alle Nächte außer=
halb
des Hauſes verbringt. Aber ſie iſt frei, und es
kann wohl nichts Reineres geben, als die Seele einer
Aſtronomin, die im Schweigen der Nacht mit den Ster=
nen
plaudert. Wünſchen wir alſo Fräulein Edmée
Chandon Glück: ſie eröffnet ihrem Geſchlecht eine un=
endliche
, grenzenloſe Laufbahn, den mit Welten beſäten
Himmel, jenen Himmel, welchen ſo viele Frauen wegen
ihres Hutes nie zu ſehen bekommen. . . ."
Eine tragiſche Geſchichte von der verlorenen Naſe.
Die ſeltſame Geſchichte eines armen Uhrmachergehilfen,
der durch einen Unglücksfall in Not geriet, aus Not zum
Schwindler wurde, Jahre lang Ruhm, Ehre, Geld und
Auszeichnungen genoß und jetzt doch endlich dem rächen=
den
Schickſal anheimgefallen iſt, wird im Journal des
Débats aus Rußland berichtet. Der junge Baklykoff war
in einer kleinen ruſſiſchen Stadt der Gehilfe eines Uhr=
machers
. Als er eines Tages eine Muſikuhr reparierte,
ritzte er ſich durch eine ungeſchickte Bewegung an der
Naſe. Die Verletzung war völlig unbedeutend; er küm=
merte
ſich nicht weiter darum, aber die kleine Wunde ent=
zündete
ſich, das Ende war, daß der junge Baklykoff ins
Krankenhaus kam; der Fall war ernſt geworden, Blut=
vergiftung
drohte: die Aerzte amputierten ihm die Naſe.
Aber mit der Naſe verlor er auch den Erwerb. Wo im=
mer
er ſich meldete und Arbeit ſuchte, ward er abgewie=
ſen
, die biederen Uhrmachermeiſter glaubten an irgend
eine ſchlimme Krankheit; er fand keine Stellung mehr.
Schon dachte der junge Menſch in ſeiner Verzweiflung
an Selbſtmord, als der ruſſiſch=japaniſche Krieg aus=
brach
. Er fuhr nach Charbin, um ſich als Freiwilliger
zu melden; aber wieder zerſtörte die fehlende Naſe ſeine
Hoffnungen. Man wies ihn ab und nahm ihn nicht in
die Armee auf. Da kam dem ſo ſchwer Heimgeſuchten
ſchließlich der Gedanke, ſeine weite Reiſe und das Feh=
len
ſeiner Naſe nutzbringend zu verwerten. Er kaufte
ſich eine alte Uniform, kehrte nach Rußland zurück und
ſpielte ſich nun als den Kriegshelden auf, als ein Bei=
ſpiel
von der barbariſchen Grauſamkeit der Japaner, die
ihm, dem Verwundeten und Gefangenen, die Naſe ab=
geſchnitten
haben ſollten. Und er erzählte von den

ſchrecklichen Schlalhten, von ſeiner Gefangennahme
nach heroiſcher Gegenwehr und den erduldeten
Martern; kein Auge blieb trocken, jeder griff in
die Taſche, um dem armen, ſchwergeprüften Kriegsvete=
ranen
zu helfen. Durch ſeine Erfolge ermutigt, beför=
derte
ſich Baklykoff zum Unteroffizier. Und nun begann
er die Provinz zu bereiſen, hielt Vorträge und ſtieg im
Range, je weiter er reiſte. Nach treuer Dienſtzeit hatte
er ſich ſchließlich zum Infanterieleutnant a. D. und zum
aktiven Polizeikommiſſar befördert. Es dauerte lange,
bis die wirkliche Polizei aufmerkſam wurde, aber ſie
wurde es ſchließlich doch. Er wurde verklagt, einmal
freigeſprochen, dann aber verurteilt und ſchließlich vom
Zaren begnadigt, worauf er alsbald ſeine Vortrags=
reiſen
wieder aufnahm und in Samara eine Lehrerin
heiratete. Aber das Eheleben befriedigte ihn nicht; eines
Tages verſchwand er und tauchte erſt im Kaukaſus wie=
der
auf. Hier führte er ein Götterleben, von allen be=
wundert
und verehrt, als Gaſt der Ariſtokratie; er ließ
ſich in einer Hauptmannsuniform photographieren,
einen mächtigen, ſchweren Säbel in der Hand. Bis das
Schickſal ihn ereilte; er hatte ſich an Lurus gewöhnt, das
Geld fehlte und nun hat er doch als Hochſtapler im Ge=
fängnis
geendet; vor kurzem wurde er zu acht Monaten
verurteilt.
* Bellachini und die Damenhüte. Dem Zauber=
künſtler
Bellachini ſind die großen Damenhüte ein Dorn
im Auge. In einer ſeiner letzten Vorſtellungen ſah er
Damen mit Hüten im Zuſchauerraum ſitzen. Er bat die
Damen, die Hüte abzunehmen, und als dieſe zögerten,
fügte er hinzu: die Damen, welche falſche Haare tragen,
können die Hüte aufbehalten. Der Erfolg war durche
ſchlagend.
* 20 Mark oder eknen großen Bratän als Belohnung.
In einem Schaufenſter eines Schlächterladens in der
Admiralſtraße in Berlin erregt jetzt folgendes Plakat
die Aufmerkſamkeit aller Paſſanten: Wer mir meinen
kleinen ſchwarzen Hund wiederbringt oder nachweiſt,
erhält zwanzig Mark oder einen großen Braten ald
Belohnung!

[ ][  ][ ]

mit lebhafteſtem Bedauern von dieſem Entſchluf
Kenntnis und beſchloß einſtimmig, dem Ober=
bürgermeiſter
das volle Vertrauen des Kollegiums aus=
zuſprechen
und ihm die inſtändige Bitte vorzutragen, ſeine
Rücktrittsabſicht aufzugeben. Oberbürgermeiſter Kirſchner
ſteht im 71. Lebensjahre. Die Berliner 281= Mil=
lionen
=Anleihe iſt vom Finanzminiſter und vom
Miniſter des Innern nur in Höhe von 262 Millionen Mark
genehmigt worden. Für Verkehrszwecke haben die Mi=
niſter
19 Millionen Mark an den Anleihe geſtrichen. Die
Anleihe von 262 Millionen Mark ſoll nach Bedarf zu 3½
bis zu 4 v. H. Zinſen begeben werden und dient im
weſentlichen werbenden Zwecken (Nord=Südbahn, Straßen=
bahnen
= Hafenanlagen, Gas= und Waſſerwerken). Aus
Anlaß des 100. Jahrestages der Emanzipation der
preußiſchen Juden fand in der Synagoge eine
Feier ſtatt, an der auch Vertreter der Behörden teilnahmen.
Zu einer Panik kam es in der heutigen Nacht bei
einem Brande, der in der Kleinen Markusſtraße ausbrach
Nicht weniger als acht Perſonen, vier Kinder, drei Männer
und eine Frau mußten durch die Feuerwehr über Leitern
und mit Fangleinen ins Freie gebracht werden, da ſie in
Erſtickungsgefahr ſchwebten. Die Rettung verlief ohne
jeden Unfall und die acht Perſonen erholten ſich bald wie=
der
von der ausgeſtandenen Angſt. Zwiſchen Franzöſiſch=
Buchholz und Schönelinde im Norden von Berlin wollte
der Chauffeur eines Automobils, in dem mehrere Ar=
beiter
eine Ausfahrt unternahmen, einem Brotwagen aus=
weichen
. Dabei rannte das Auto mit voller Wucht gegen
einen Baum und wurde vollſtändig zertrümmert. Die drei
Inſaſſen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.
München, 10. März. Der männermordende Kampf der
königlich bayeriſchen Biertrinker um die volle Maß
iſt ſoeben durch eine Verfügung der Staa tsan=
waltſchaft
am Landgericht I München zu einem über=
raſchenden
Abſchluſſe gekommen. Man erinnert ſich, daß.
Jahre lang von den Münchener Biertrinkern mit aller Ent=
ſchiedenheit
als gewiſſermaßen höchſtes bayeriſches Re=
ſervatrecht
der vollgefüllte Maßkrug angeſtrebt wurde.
Man gründete ſogar einen Verein gegen das betrügeriſche
Einſchänken um die Wirte bezw. Schankkellner der großen
Münchener Bierkeller zu zwingen, die Maß bis an den
Eichſtrich zu füllen. Der Verein ſetzte es auch durch, daß
Krüge mit ſogenanntem Schaummaß eingeführt wurden.
Aber trotzdem verſtummten die Klagen nicht. Und eines
Tages brach ſelbſt im Kgl. Hofbräuhaus die Rebellion aus,
indem man auch dieſes unter ſtaatlicher Kontrolle ſtehende
Inſtitut ganz offen beſchuldigte, die Feldwebels= Neig=
ungen
der übrigen Wirte und Schankkellner zu teilen.
Bald darauf folgte dann die Verurteilung des Pächters
des Löwenbräukellers und ſeiner Schankkellner, die den
Wirten und Kellnern einen heilſamen Schrecken einjagte.
In den nächſten Tagen ſollte nun auch der Prozeß gegen
das Königliche Hofbräuhaus beginnen. Aber in dieſem
Streit erlebten die Münchener Biertrinker eine gründliche
Enttäuſchung. Die Verwaltung des Kgl. Hofbräuhauſes
hatte inzwiſchen eine eigene Kommiſſion von Sachver=
ſtändigen
eingeſetzt, und dieſe Kommiſſion ſtellte feſt, daß
es ſelbſt beim beſten Willen nicht möglich ſei, die Maß ſo
einzuſchänken, wie der Gaſt es wünſche. Es liege alſo in
keiner Weiſe eine betrügeriſche Abſicht vor, wenn die Maß
nicht ganz voll ſei. Die Staatsanwaltſchaft ſah ſich daher
genötigt, in letzter Stunde das Verfahren gegen das Kgl.
Hofbräuhaus einzuſtellen, zumal die Verwaltung ver=
ſicherte
, daß ſie ihre Schankkellner mit aller Schärfe kon=
trollieren
würde.
Weimar, 10. März. Auf der Landſtraße nach Erfurt
geriet ein Automobil, in dem ſich ein Weimarer Kauf=
mann
und einem anderen Weimarer und vier Damen be=
fanden
, infolge Verſagens der Steuerung zwi=
ſchen
zwei Bäume, von denen der eine umbrach und
zwiſchen die Inſaſſen fiel. Sämtliche Paſſagiere erlitten
zum Teil lebensgefährliche Verletzungen und mußten ins
Krankenhaus gebracht werden.
Dresden, 11. März. Kronprinz Georg trat heute
vormittag ſeine Auslandsreiſe nach dem Süden an. Der
König, ſowie die Prinzen und Prinzeſſinnen des König=
lichen
Hauſes geleiteten ihn nach dem Bahnhof.
Toulon, 10. März. Durch eine Springflut wurde
im Hafen und namentlich im Arſenal beträchtlicher Schaden
angerichtet. Durch den Wirbelſturm wurde das Blechdach
eines Arſenalſchuppens losgeriſſſen und mehrere Meter
weit geſchleudert.
Innsbruck, 11. März. Die Innsbrucker Nachrichten
melden, daß unweit der Tiroler Grenze in dem italieniſchen
Orte Sabbada ein Soldat aus dem Tripolis=Kriege nach
Hauſe zurückkehrte. Als ſeine Mutter, die vor Freude außer

ſich war, dem Sohne half, den Mantel abzulegen und dabei
bemerkte, daß ihrem Sohn beide Arme fehlten, brach ſie mit
einem Aufſchrei zuſammen und war ſofort tot. Ein
Herzſchlag hatte ihrem Leben ein Ende gemacht.
Piſa, 10. März. Ueber den Einbruch im Dom,
über den ſchon kurz berichtet wurde, liegen jetzt nähere
Einzelheiten vor. Geraubt wurde die juwelengeſchmückte
maſſiv goldene Krone der Madonna, eine ſehr große Zahl
goldener und ſilberner, mit Edelſteinen beſetzter Weih=
geſchenke
, das ſilberne Kreuz und die ſilberne Tür des aus
dem 17. Jahrhundert ſtammenden Ciboriums, deſſen
Hoſtien auf den Boden geſtreut wurden. Außerdem wur=
den
die Gebeine des Heiligen Rainer aus der Gruft ge=
riſſen
. Das Skelett wurde auf den Altar gelegt und ſeines
reichen Juwelenſchmuckes beraubt. Von den Tätern hat
man noch keine Spur. Am Donnerstag nachmittag wurde
der Dom geſchloſſen und ſoll erſt nach einem feierlichen
Sühnegottesdienſt wieder eröffnet werden. Die Gebeine
des Heiligen Rainer werden nur im Beiſein des Dom=
kapitels
wieder in die Gruft gelegt. Die Bewohner Piſas
ſind über den Einbruch in den Dom vollſtändig konſterniert,
da Sankt Rainer der Schutzheilige der Stadt iſt.
Hobart, 9. März. Amundſen erklärte im Ge=
ſpräch
, es ſei durchaus möglich, daß auch Scott den
Südpol erreicht habe, er hoffe, daß dem ſo ſei. Sein Stand=
lager
war 400 Meilen von demjenigen Scotts entfernt.
Amundſen, der mit Glückwünſchen förmlich über=
ſchüttet
wird, bleibt in Hobart, bis ſein Expeditionsſchiff,
die Fram den Hafen verläßt. Er hält einen Monat
hindurch Vorträge in Auſtralien. Darauf geht er in
Buenos Aires wieder an Bord der Fram, um über den
Beringſee durch das nördliche Eismeer ſich nach Kopen=
hagen
zu begeben.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor=

Guſtav Mahler wird als Komponiſt häufig
der Vielumſtrittene genannt. Wenn in Bezug auf ſeine
großen ſymphoniſchen Werke die Berechtigung ſolcher Be=
zeichnung
zugeſtanden werden muß, ſo hat doch ein an
Umfang kleines Werk von ihm allgemeine Anerkennung ge=
funden
, das Frau Metzger=Lattermann am Dienstag im
Richard Wagner=Verein uns zu Gehör bringen
wird: die Kindertotenlieder. Die fünf auf Rückertſchen
Text geſetzten Lieder gehören in der Tat zu dem Schönſten,
was die große Liederliteratur an zykliſchen Gebilden auf=
zuweiſen
hat. Die Muſik iſt durch die Klarheit der Ge=
ſtaltung
leicht faßlich einfach wie gewöhnlich dazu
geſagt wird und inſofern nicht modern als die Sing=
ſtimme
meiſt die Trägerin der oft volkstümlich anklingen=
den
Melodie iſt. Nur in der zweiten und in der erſten
Hälfte des fünften Stücks iſt die Singſtimme zwar ſang=
bar
und melodiſch geführt, überläßt aber die Herausſtellung
plaſtiſcher Melodien der Begleitung. In den anderen
Nummern ſind dieſe der Singſtimme ſelbſt anvertraut, ſo=
daß
deren Linie einen in ſich faßlichen, bedeutſamen muſika=
liſchen
Sinn erzielt, der auch ohne Worte ein entſchieden
charakteriſtiſches Geſicht zeigt. Der Verzicht auf das heute
ſo beliebte Durchkomponieren bedeutet keine Vernach=
läſſigung
der Deklamation, gibt aber dem muſikaliſchen
Element ein bei dem ſtofflich ſo erſchütternden Text für die
künſtleriſche Wirkung ſehr wohltätiges Uebergewicht.
Wenn mit den vorſtehenden wenigen Worten auf die for=
male
Eigentümlichkeit der Kindertotenlieder hingewieſen
wurde, ſo darf eine eingehende Beſprechung des Gehalts
der ergreifenden Lieder nach Seiten des Ausdrucks um ſo
eher unterbleiben, als dieſer zu dem empfänglichen Hörer
bei ſo ausgezeichneter Ausführung, wie ſie von Frau Metz=
ger
zu erwarten iſt, ſelbſt ſprechen wird.
* =Profeſſor Heinrich Kiefer Cello=
virkuoſe
gibt unter Mitwirkung von Profeſſor Hein=
rich
Schwarz, beide von der Kgl. Akademie der Tonkunſt
in München, am 21. März im großen Saale des Hotels
zur Traube ein eigenes Konzert. Heinrich Kiefer iſt einer
der erſten Vertreter ſeines Inſtrumentes Profeſſor
Schwarz vereinigt ſeine reife Künſtlerſchaft mit der Kunſt
Kiefers. Es ſei auf den genußreichen Abend beſonders hin
gewieſen.
Komponiſten=Abend von Frl. Johanna
Senfter. Am Freitag, den 15. ds. Mts., wird Frl.
Johanna Senfter, eine ungemein begabte junge Künſtlerin,
hier im Saale der Vereinigten Geſellſchaft einen eigenen
Kompoſitionsabend veranſtalten, der gewiß allſeitigem In=
tereſſe
begegnen dürfte. Frl. Senfter hat ſchon einmal in
einem Kompoſitionsabend des Richard Wagner=Vereins

Zeichen ihres Könnens abgelegt. Die Muſik ſchreibt
über die talentvolle Künſtlerin: Ein anderer Kompoſitions=
abend
bedeutete einen ſchönen Erfolg. Johanna Senfter
ſo heißt die Reger=Schülerin iſt zweifellos begabt, hat
viel gelernt und kennt eine Menge Literatur, vielleicht nur
zu viel. Ihre Lieder, ganz modern gehalten und meiſtens
das weſentliche treffend, dabei klangſchön geſetzt, ſtehen
ſichtlich unter dem Einfluß ihres Meiſters. Mehr noch
ſagte eine G=dur=Violin=Klavierſonate, die die techniſche
und formaliſtiſche Geſchicklichkeit, die echt ſonatenmäßige
Empfindung der Autorin in eine untrügliche Beleuchtung
rückte. Lehnt ſie ſich hierin ungewollt an Brahms an, ſo
oll das ihrer Jüngerſchaft nicht zu ſchlimm angerechnet
werden. In der Wahl ihrer Interpreten hatte ſie eine
glückliche Hand: Gertrud Fiſcher=Maretzki (Geſang), Anna
Hegner (Violine) und Paul Otto Möckel (Klavier) waren
tapfere Helfershelfer.
Den Kartenverkauf beſorgt die Firma Gg. Thies
Nachf. (Leopold Schutter), Hofmuſikalienhandlung, Eliſa=
bethenſtraße
.

Der 4. Verbandstag des Verbandes der ſüd=
weſtdeutſchen
Milchproduzenten=Vereinigungen

fand am 9. und 10. März hierſelbſt ſtatt. Die Tagung
begann am Samstag, nachmittags 5 Uhr, im Hotel zum
Prinz Heinrich mit einer Vorſtands= und Delegierten=
ſitzung
, der ſich ein geſelliges Zuſammenſein anſchloß.
Am Sonntag, vormittags 11 Uhr, folgte im Kaiſerſaal,
Grafenſtraße, die offizielle Tagung mit einer Begrüßung
durch den Verbandsvorſitzenden Oekonomierat Fritſch=
Dilshofen und den ſtellvertretenden Vorſitzenden der feſt=
gebenden
Genoſſenſchaft Oekonomierat Walter= Leng=
feld
.
Herr Bürgermeiſter Mueller dankte namens der
Stadt für die liebenswürdige Einladung und begrüßte ſei=
nerſeits
den Verbandstag. Nachdem er den Verhand=
lungen
beſten Erfolg gewünſcht hatte, fuhr er fort:
Möchten die in den gegenſeitigen Begrüßungen zum
Ausdruck kommenden guten Beziehungen ihre Schatten
vorauswerfen auf die künftige Geſtaltung der Dinge. Ich
ſehe die Zeit kommen, und ſie iſt gar nicht fern, da die
Beſchaffenheit dieſer Beziehungen von beſonderer Wich=
tigkeit
ſein wird. Natürlich iſt ein, ſagen wir harmo=
niſches
, Verhältnis zwiſchen Produzenten und Konſu=
menten
überhaupt und zu allen Zeiten wichtig geweſen.
Im Normalfalle tritt es bloß nicht in die Erſcheinung.
Es iſt wie bei dem guten Ruf einas Menſchen, er iſt umſo
beſſer, je weniger man davon ſpricht. Man darf alſo
wohl von normalen Zeiten, von einem geſunden Zu=
ſtande
reden, wenn die Beziehungen zwiſchen der Pro=
duktion
und dem Konſum die Allgemeinheit nur in un=
tergeordneterem
Maße beſchäftigen. Und umgekehrt iſt
der Umſtand, daß dieſa Beziehungen heute mit beſon=
derem
Ernſt erörtert werden, ein Zeichen dafür, daß
nicht alles ſo iſt, wie es ſein ſollte. Die Verſorgung
dar Bevölkerung der Städte mit den notwendigſten Le=
bensmitteln
wird in ſolchen Zeiten zum Problem. Die
Einkommen, ſind wohl allgemein größer geworden, als ſie
es früher waren, dine Steigerung, an der übrigens der
Mittelſtand den geringſten Anteil hat, das Tempo des
Anwachſens der Ausgaben für die dringendſten Lebens=
bedürfniſſe
iſt aber ein raſcheres geweſen. Und das
Mißverhältnis iſt umſo größer geworden, als die geſtei=
gerten
Einkommen in den noch günſtigen Jahren die
Anſprüche an die Lebenshaltung in die Höhe geſchraubt
und manches zu einem unentbehrlichen Bedarfsartikel
gemacht haben. auf das früher ohne Schaden für die Be=
teiligten
verzichtet werden konnte. An dieſem Mißver=
hältnis
ändert nichts die Tatſache, daß die Guthaben der
Sparer bedeutend gewachſen ſind, und daß, augenblick=
lich
wenigſtens, von einem eigentlichen Notſtand nicht
geſprochen werden kann. Es ändert daran auch nichts
die weitere Tatſache, daß manche Menſchen und Kreiſe
hre prekäre Lage erſt entdeckt haben, nachdem ſie in em=
ſiger
Weiſe darauf aufmerkſam gemacht worden ſind.
Die allgemeine und unaufhaltſame Entwickelung der
Dinge geht dahin, daß die notwendigſten Ausgaben eine
ſtetig weiter ſteigende Tendenz aufweiſen. Und eben
dieſer Umſtand macht es erklärlich, daß man ſich der Wich=
tigkeit
der Beziehungen zwiſchen Produktion und Kon=
ſum
wieder bewußt wird und allenthalben nach Mitteln
und Weſen ſucht, um jene Entwickelung aufzuhalten oder
och in ihren Wirkungen abzuſchwächen. Man kann
dieſe Fragen, die Frage der Herſtellung normaler Be=
ziehungen
zwiſchen Produktion und Konſum nicht löſen,

Kunſthalle am Rheintor.

II.
Die beiden Parterreſäle, ſowie Treppenhaus und der
kleine Raum I des oberen Stocks ſind gefüllt mit Bildern
der Simpliziſſimus=Künſtler. Man mag über Blätter die=
ſer
Art denken und ſchreiben wie man will, und unſere
Leſer wiſſen, daß wir die politiſche Haltung, den ganzen
Textgehalt dieſes Blattes ſchon oft bekämpften, das Zuge=
ſtändnis
muß man ihm machen, es hat das künſtleriſche
Niveau vom rein künſtleriſch=techniſchen Standpunkt aus
betrachtet der Witzblatt=Illuſtrationen gehoben und es
ſichert in dieſer Beziehung der deutſchen Witzblatt= Illuſtra=
tionskunſt
die führende Stellung auch gegenüber dem
Beſten, was das Ausland auf gleichem Gebiete hervorzu=
bringen
vermag. Sie iſt zu eigenem Typ, faſt zu eigenem
Stil geworden die Simpliziſſimuskunſt und einer ihrer
beſten Vertreter, Frhr. von Reznicek, hat ihr den
Stempel ſeiner Perſönlichkeit aufgedrückt, der in einem
Zweige, in der Behandlung der eleganten, graziöſenHalb=
welt
, lange herrſchend blieb, ſodaß des Künſtlers Tod zu=
nächſt
einen Verluſt bedeutete, der kaum ausgleichbar ſchien.
In Ernſt Heilemann dürfte dem Verſtorbenen ein
würdiger Nachfolger erſtanden ſein. Wenigſtens zeigen
ſeine Blätter bei ſouveräner Beherrſchung der Technik ganz
den Eſprit, den warm=ſinnlichen, leichtlebigen Charakter,
der dieſen Typen nun einmal anhaftet und auch im Bilde
anhaften muß, wenn der Künſtler reſtlos geben will, was
er beabſichtigt. Darum behalten dieſe Blätter auch künſt=
leriſchen
Wert, ohne den hier ja fehlenden Witztert, was
ſonſt nicht bei allen der Fall iſt. Mehr die geſellſchaftliche
Satire trifft Ed. Thöny, und politiſch=ſatiriſch, manch=
mal
ſehr ſcharf, iſt Olaf Gulbranſſon. Wieder anderen
Charakters ſind Rudolf Wilkes und Bruno Pauls Er=
zeugniſſe
, die aus Geſellſchaft, Politik und Leben ſchöpfen,
auch in der Technik. Mehr die grobe Karikatur bevorzug=
ten
Wilhelm Schulz, der aber in einigen Blättern zeigt,
daß er auch anders kann. R. Kirchner iſt mit einem
ganz reizenden Blatt Aſchermittwoch vertreten, und auch
H. Kley, der feine, geiſtreiche und auch boshafte Zeichner,
hat nur ein Blatt Gabelfrühſtück, das aber ein Charak=
teriſtikum
ſeiner Kunſt iſt, ausgeſtellt. Mit Pascin,

Dudovich, R. Kirchner, Wennerberg und L.
Kainer iſt die an Reizen verſchiedenſter Art reiche Kol=
lektion
dann erſchöpft.
Jakob Haag=Stuttgart iſt mit vier Oelgemälden
vertreten, die ihre Reize mehr im Verborgenen tragen
Man muß ſich in die hübſchen Bilder vertiefen. Liebe=
voll
iſt die Landſchaft beobachtet und mit Innigkeit ge=
malt
, ſodaß mehr Stimmung entſteht, als urſprünglicher
Landſchaftscharakter. Vielleicht wäre hier und da
ein wenig mehr Licht, ein ſtärkeres Leuchtenlaſſen der
natürlichen Farben von Vorteil geweſcn. Ein Tadel ſoll
das jedoch nicht ſein, die vier Landſchaften ſind durchaus
reife Werke, die überall ſich behaupten. Beſonders die
Schwäbiſche Dorſſtraße iſt ein) außerordentlich ſekn
geſtimmtes Bild voller Charakteriſtik und koloriſtiſcher
Reize.
Auch Ludwig Zorn=Freiburg i. B. hat in ſeinem
November im Schwarzwald den an ſich ernſten, faſt
düſteren Charakter des Schwarzwaldes, deſſen herbe
Schönheiten doch immer wieder anziehen, überraſchend
ſicher getroffen, auch die Novemberſtimmung. Und wie
ein echter Naturkenner und=Freund hat er auch im trü=
ben
Novembertag maleriſche Schönheiten entdeckt und ſie
mit Meiſterhand feſtgehalten. Weniger glücklich will mir
ſcheinen, iſt ſeine Hand in dem anderen Bild Winter=
ſonne
geweſen. Auch dieſes Bild iſt koloriſtiſch reizvoll
und der Vorwurf gut und bildmäßig erfaßt, aber es
darf hier wiederholt werden, was von Haag geſagt
wurde, er hat die Leuchtkraft ſeiner Farben nicht aus=
genutzt
, was ihm gerade dieſer Vorwurf gut geſtattet
hätte.
Zwiſchen den Zornſchen Bildern hängt ein durch den
Vorwurf ſachlich gehaltenes Gemälde, das Eigentum der
Geſellſchaft für hiſtoriſche Kunſt iſt, Klaus Meyers
Der zwölfjährige Jeſus im Tempel‟ Das Gemälde
erſchöpft den Vorwurf in durchaus treffender Weiſe und
feſſelt ſowohl durch den Ernſt der Darſtellung, wie durch
die ſouveräne Beherrſchung der Technik. Ganz vortreff=
lich
iſt die Geſtalt des Schriftgelehrten mit dem klugen
Geſicht feſtgehalten, der eben an den Lippen des Jeſus=
knaben
, der ſchlicht und doch ſchon mit einem andeuten=

den Schimmer des Erhabenen dargeſtellt iſt, die Rechte
erhoben. Auch die übrigen Geſtalten ſind fein charak=
teriſiert
und das Kolorit bei aller Sachlichkeit und
Würde von hohem Reiz.
K. Arp=Weimar ſtellt drei Landſchaften aus, friſch
und flott gemalt, und recht dekorativ wirkend, aber gar
zu ſtark im impreſſioniſtiſchen Fahrwaſſer ſchwimmend.
Am paſſabelſten ſcheint mir der Rauhfroſt, vorausgeſetzt,
daß er aus der richtigen Entfarnung genoſſen wird.
Recht intereſſant und voller Stimmung und Farben=
reiz
iſt Profeſſor W. Baders Frühling den er durch
einen in myſtiſch komponierter, von abendlichem Däm=
merſchimmer
durchwobener, ſaftig grüner Waldlandſchaft
ſchreitenden Lautenſpieler, verkörpert. Charakteriſtiſch für
Baders Bilder gleicher Art iſt das tiefe ſatte Blau des
Hintergrundes, von dem die letzten Bäume der Landſchaft
in ſcharfer Silhouette ſich abheben
Moriz Melzer=Berlin=Wilmersdorf bringt vier
Bilder, zwei Selbſtvorträts, in denen der Künſtler ſich
ſelbſt beleidigt und je ein Steinkrug und Neuhof be=
zeichnetes
Gemälde (?). Melzer gehört zu der Gruppe
der Neo=Impreſſioniſten, die ſich auf der Ausſtellung
Darmſtadt 1910 um Pechſteins gelbe Oeljacke und blaue
Kähne paarten (van Gogh=Gruppe) und über deren
Schaffen wir uns ſeinerzeit eingehend verbreiteten. *) Die
Neo=Impreſſioniſten fanden damals einſtimmige Ab=
lehnung
und wir müſſen geſtehen, wir können auch heute
beim beſten Willen ihrer Kunſt keinen Geſchmack abge=
winnen
.
Die Plaſtik iſt nur mit einem Werke vertreten und
zwar mit einer Koloſſalbüſte des verſtorbenen allbekänn=
ten
Köhler=Langsdorf, deren Schöpfer Ph. Schwarz=
Darmſtadt iſt. Die Büſte iſt ungemein lebenswahr und
charakteriſtiſch. Das ſcharfgeſchnittene Geſicht mit dem
immer lebendigen Ausdruck iſt ganz vorzüglich getroffen.
Wenn man irgendwo Köhler=Langsdorf im Denkmal
verewigen will, ſollte man ſich dieſe Büſte nutzbar
M. St.
machen.
*) Vgl. Streeſe Im Sonnenreich der Kunſt‟ Darm=
ſtadt
1910.

[ ][  ][ ]

ohne Rückſicht zu nehmen auf die Tatſache, daß auch der
Produzent, daß unſere Landwirtſchaft und daß der
Handel wichtige Volksglieder ſind und ſchon darum ein
Recht haben zu leben, daß auch ſie Konſumentan ſind
und kaufkräftig ſein und bleiben müſſen, wenn nicht die
ganze Nation auf eine ſchiefe Ebene geraten ſoll. Der
Genoſſanſchaftsgldanke muß, wenn er wirklich geſund
ſein ſoll, bei aller Würdigung und Wahrung der engeren
Intereſſen der zunächſt Beteiligten durchtränkt ſein von
dem Verantwortungsgefühl für das Wohl des Volks=
ganzen
. Dann iſt es auch möglich, die an ſich wider=
ſtreitenden
Wirtſchaftsintereſſen der einzelnen Stände zu
vereinigen, einen Modus vivendi zu finden und durch=
zuführen
, der allen Volksgenoſſen die Möglichkeit gibt,
teilzunehmen an den Gütern des Lebens, und damit die
unerläßliche Vorbedingung ſchafft für die izis ſo bitter
nottuende Freude am Vaterlande. (Beifall.)
Im Auftrage des Vorſitzenden des Verbandes land=
wirtſchaftlicher
Genoſſenſchaften, Herrn Geh. Rat
Haas, dankte Herr Generalſekretär Haas für die ihm als
Vertreter der Heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaf=
ten
gewordene Begrüßung und wünſchte den Verhand=
lungen
guten Erfolg.
Der Vorſitzende eröffnete dann die Tagesordnung mit
einem kurzen Ueberblick über das vergangene Jahr. Er
wies auf die Schäden die die Landwirtſchaft in dieſer
Zeit heimſuchten, die Mäuſeplage und die Futternot hin.
Die Frachtermäßigung für die Kraftfuttermittel habe
ihre Preiſe nur in die Höhe getrieben, ohne daß die Land=
wirte
davon Vorteile hatten. Man müßte die Regierung
bitten, daß in Zukunft die Rückvergütung der halben
Fracht eingeführt würde. Große Schaden habe auch die
Maul= und Klauenſeuche hervorgerufen. Es wäre zu
wünſchen, daß das von der Landwirtſchaftskammer vorge=
ſchlagene
Viehverſicherungsgeſetz eingeführt würde.
Auch könnte die Eiſenbahnverwaltung den Milchproduzen=
ten
mehr entgegenkommen und die Beſtimmung beſeitigen,
wonach dieſe ihre Milchkannen ſelbſt abholen müßten.
Auch ſolle man die ſoziale Fürſorge für die landwirtſchaft=
lichen
Arbeiter ausdehnen, daß die Milch befördernden
Züge nicht zu früh, im Sommer um 6 Uhr und im Winter
um 7 Uhr abgingen. (Bravo!)
Der Geſchäftsbericht wurde von dem Geſchäftsführer
des Verbandes, Herrn Dr. Krüger=Darmſtadt, erſtattet.
Er führte aus, daß der Verband jetzt 45000 Mitglieder um=
faßt
, die in 11 Organiſationen zuſammengeſchloſſen ſind.
Sie beſitzen 300000 Kühe im Werte von 210 Millionen
Mark, die täglich 3 Millionen Liter Milch liefern. Die Ge=
ſamtproduktion
der Mitglieder beläuft ſich im Jahre auf
über 1 Milliarde Liter im Werte von 182 Millionen Mark.
Der Verband erſtreckt ſich über 4 Staaten, von Kehl bis
Marburg, von Freiburg bis Waldeck und Koblenz. Er iſt
die größte Milchproduzenten=Vereinigung Deutſchlands,
vielleicht der ganzen Welt.
Daran ſchloß ſich ein Vortrag des Herrn Dr. Hamann=
Darmſtadt über Die Milchverſorgung der
Städte der mit großem Beifall aufgenommen wurde.
In der anſchließenden Diskuſſion ſprachen die Herren
Henſell=Dortelweil, Oekonomierat Walter=Lengfeld,
Direktor Riehm=Karlsruhe. Herr Landwirt und Land=
tagsabgeordneter
Friedrich ſchlug eine Reſolution an die
Zweite Ständekammer vor, die ſich gegen die Beſtimmungen
der Eiſenbahnverwaltung wandte, wonach die Milchliefe=
ranten
ihre Milchkannen ſelbſt aus dem Gepäckwagen aus=
laden
müßten. Herr Schnepp ſprach für Futtermittelver=
einigungen
. Darauf wurde die Verſammlung um ½2 Uhr
durch den Vorſitzenden mit dem Wunſche, daß das Jahr
1912 für die Landwirte ein beſſeres als das vergangene
ſein möchte, geſchloſſen.

Gerichtszeitung.
Der Prozeß Glauß.

Aurich, 10. März. Während der deutſch=engliſchen
Spannung im letzten Sommer erregte es in ganz Deutſch=
land
begreifliches Aufſehen, als bekannt wurde, daß in
Wilhelmshaven, dem Hauptſtützpunkt der deutſchen
Schlachtflotte, eine Spionenbande ihr Weſen treibe,
die um ſo gefährlicher werden konnte, als ihre Mitglieder
teilweiſe aus Beamten beſtanden, denen geheim zu haltende
Gegenſtände leichter zugänglich waren, als anderen Per=
ſonen
. Die Entdeckung der Geſellſchaft gelang nach mehr=
wöchentlicher
Beobachtung erſt im Herbſt v. J. und zwar
infolge des Umſtandes, daß mehrere der Beteiligten auch
eine regelrechte Diebesbande gebildet hatten, die ſich
durch Einbruchsdiebſtähle einen guten Nebenverdienſt ver=
ſchaffte
. Es handelte ſich in erſter Linie um den Schutz=
mann
Glauß und den Schutzmann Jänicke. Bei der
Wilhelmshavener Polizei waren im Laufe weniger Wochen
verſchiedene ſchwere Einbrüche gemeldet worden, ohne daß
es gelang, die Täter zu faſſen. Bei der Unterſuchung
einiger verdächtiger Perſonen, die in Gegenwart von Poli=
zeihunden
erfolgte, ſprang zwar einer der Hunde auf Glauß
los. Dieſer ſuchte den Verdacht geſchickt dadurch zu ent=
kräften
, daß er darauf hinwies, er habe bei Verſuchen mit
Polizeihunden wiederholt den Verbrecher markiert. Der
zuſtändige Kriminalkommiſſär wurde den Verdacht aber
ſchließlich doch nicht los und ließ eine Hausſuchung bei
Glauß veranſtalten, die ein ganzes Warenlager geſtohlener
Sachen zu Tage förderte. Es ſtellte ſich heraus, daß noch
ein dritter Schutzmann Hempel als Mittäter in Betracht
kommt. Alle drei wurden verhaftet. Glauß iſt an=
ſcheinend
die Seele des Verbrecherkleeblattes geweſen.
Er iſt als Sohn eines Gendarmeriewachtmeiſters, eines
Veteranen von 1870/71, geboren, beſuchte das Gymnaſium
bis Tertia und wurde dann Kaufmann und Zeitungs=
reporter
, bis er ſchließlich als Soldat bei der Matroſen=
artillerie
eintrat. Infolge ſeiner guten Führung wurde
er zum Unteroffizier befördert und, nachdem er nicht weiter
kapitulieren wollte, von der Wilhelmshavener Königlichen
Schutzmannſchaft angenommen.. Seine dienſtliche Führung
und ſeine Fähigkeiten waren ſehr gute, nur hatte er ſehr
noble Paſſionen, die ihn ſehr viel Geld koſteten und ihn
ſchließlich auf die ſchiefe Ebene brachten. Einige Wochen
nach ſeiner Einlieferung in das Gefängnis gelang es Glauß
zu entfliehen. Die Flucht wurde durch verſchiedene
glückliche Umſtände ermöglicht. Die Aufſicht in der Nacht
führte ein junger Aufſeher, der mit den Schlichen der Ver=
brecher
noch nicht ſo recht vertraut war Als der Aufſeher
nach dem letzten Reviſionsgange die Türe hinter ſich zu=
warf
, klemmte Glauß in geſchickter Weiſe eine kleine Bürſte
vor den Riegel, ſodaß das Schloß nicht richtig einſchnappte.
Er gelangte dann durch das Oberlichtfenſter, das er zer=
trümmerte
, aufs Dach, ließ ſich an der Dachrinne herunter,
überkletterte zwei Mauern und die hohe äußere Um=
faſſungsmauer
mit Hilfe von zuſammengetragenen Holz=
ſcheiten
und gelangte ſo ins Freie Er hat anſcheinend
Helfershelfer gehabt, die ihn ſofort nach der Flucht in
Empfang nahmen und ihn mit Geldmitteln und Zivil=
kleidern
verſahen. Die Flucht wurde am nächſten Morgen
entdeckt und ſofort die Verfolgung durch Polizeihunde auf=

genommen, es war aber unmöglich, den geriebenen Ver=
brecher
zu erwiſchen. Glauß kam glücklich nach Paris und
blieb hier einige Zeit, worauf er ſich nach London wandte.
Hier wurde ſein Aufenthalt von den deutſchen Behörden
ermittelt und er auf Anſuchen derſelben in Haft genommen.
Die Auslieferungsverhandlungen zogen ſich nur kurze Zeit
hin, da die deutſchen Behörden den Auslieferungsantrag
nur auf Grund der von Glauß und ſeinen Genoſſen bereits
zugeſtandenen Diebſtählen ſtellten, die Spionageaffäre da=
gegen
außer Spiel ließen, zumal ja England wegen der=
artiger
Vergehen nicht ausliefert.
Weit myſteriöſer, iſt die Spionageangelegenheit,
in welche die drei Schutzleute verwickelt ſind.
Mit ihnen kommt als Schuldiger noch ein
Signalmaat der Kaiſerlichen Marine in Betracht. Ueber den
Umfang der landesverräteriſchen Tätigkeit iſt in der
Oeffentlichkeit zur Zeit nichts bekannt, da naturgemäß die
Marinebehörde dieſe Dinge mit äußerſter Diskretion be=
handelt
. Es wurde aber zugegeben, daß ein geheimes
Signalbuch geſtohlen und an die engliſche Admiralität ver=
kauft
worden ſei. Andererſeits gingen Gerüchte durch die
Preſſe, die von viel umfangreicheren, ausgeſprochenen
Offenſivmaßregeln der engliſchen Admiralität anläßlich
der Spannung des letzten Sommers mit Hilfe der drei An=
geklagten
wiſſen wollten. Es wurde angedeutet, daß aus
dem Auslande eingegangene Wertſendungen an Angehörige
der Marine den Verdacht der Vorgeſetzten erregten und daß
dieſe eine Unterſuchung anordnete. Es habe ſich ergeben,
daß die Pläne der Einfahrtsſchleuſen zum Wilhelms=
havener
Kriegshafen, die Pläne der Süßwaſſerverſorgung
und das geheime Signalbuch verraten worden waren.
Von offiziöſer Seite erfolgte ein Dementi dieſer und
anderer Mitteilungen. Was wahres an der Sache iſt, wird
die Oeffentlichkeit wohl nie erfahren, da der Hauptſchuldige,
eben Glauß, wegen dieſer Straftaten nicht ausgeliefert
worden iſt und nicht zur Verantwortung ge=
zogen
werden kann. Er hatte ſich aber nunmehr wegen
der von ihm eingeſtandenen Einbruchsdiebſtähle vor der
Strafkammer des hieſigen Landgerichts zu verantworten.
Zu ſeiner Verteidigung führte der Angeklagte an, daß er
on dem Schutzmann Jänicke, der ſich gegenwärtig in einer
Irrenanſtalt befindet, zu den Verbrechen aufgefordert wor=
den
ſei. Der Vorſitzende ſtellte feſt, daß gegen Jänicke, als
deſſen Geiſteskrankheit noch nicht erkannt war, in der Sache
bereits verhandelt worden ſei. Jänicke habe dabei aus=
geſagt
, daß Glauß der Verführer geweſen ſei. Der Ge=
richtshof
verurteilte Glauß, wie bereits gemeldet, zu einer
Zuchthausſtrafe von ſechs Jahren und 10 Jahren
Ehrverluſt. Einige weitere Fälle werden demnächſt der
Aburteilung durch das Gericht unterliegen.

Handel und Verkehr.

Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
m. b. H., am 29. Februar 1912. Aktiva. 1. a) Kaſſa,
Sorten und Kupons M. 71718.47: b) Guthaben bei der
Reichsbank u. dem Poſtſcheckamt M. 17753.29, zuſammen
M. 89 471.76. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 482 648.83.
3. Bankverkehr=Konto M. 376309.56. 4. Lombard=Konto
M. 363071.25. 5. Effekten=Konto M. 535595.96. a) inlän=
diſche
Staatspapiere Nom. M. 312 500.: b) ſonſtige
bei der Reichsbank und anderen deutſchen Notenbanken
beleihbare Wertpapiere M. 199000.; c) ſonſtige Wert=
papiere
M. 55 400.. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämtlich
gedeckt) M. 2958 106.53. 7. Vorſchuß= u. Vorſchußwechſel=
Konto M. 854 318.80. 8. Haus= und Immobilien=Konto
M. 346851.15. 9. Mobilien=Konto M. 406.20. 10. Schrank=
fächer
=Konto M. 1 11. Haus= u. Immobilien= Unter=
haltungskoſten
=Konto M. 163.59. 12. Verwaltungskoſten=
Konto M. 10892.41. Sa. M. 6917837.04. Paſſiva.
1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1508457.60. 2. Reſervefonds
Konto 1. und 2. und Immobilenreſerve M. 417 462.65.
3. Delkredere=Konto M. 50000.. 4. Penſions= u. Unter=
ſtützungsfonds
=Konto M. 180545.20. 5. Hypotheken=Konto
M. 66000.. 6. Akzeptationen= u. Aval=Konto M. 68 158.40.
7. Dividende=Konto M. 82218.37. 8. Sparkaſſen= und
Scheck=Konto M. 3618683.94. 9. Zinſen=Konto M. 11310.88.
10. Jubiläumsfonds M. 15000.. Sa. 6017837.04.
Umſchlag im Februar M. 4663499.95. Zahl der Mit=
glieder
Ende Februar 1989.
Im Reichspoſtgebiet iſt die Zahl der
Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende Februar
1912 auf 64666 geſtiegen. Auf dieſen Poſtſcheckkonten
wurden im Februar gebucht 1103 Millionen Mark
Gutſchriften und 1106 Millionen Mark Laſtſchriften. Das
Geſamtguthaben der Kontoinhaber betrug im Februar
durchſchnittlich 130 Millionen Mark. Im Verkehr der
Reichspoſtſcheckämter mit dem Poſtſparkaſſenamte in
Wien, der Poſtſparkaſſe in Budapeſt, der Großh. Luxem=
burgiſchen
, der Belgiſchen Poſtverwaltung und den
SchweizeriſchenPoſtſcheckbureaus wurden faſt 6 Millionen
Mark umgeſetzt, und zwar auf 2400 Uebertragungen in
der Richtung nach und auf 10 420 Uebertragungen in der
Richtung aus dem Auslande.
Reichskursbücher in D=Zugwagen.
Wie der Manufakturiſt erfährt, hat die preußiſch=
heſſiſche
Staatsbahnverwaltung eine Neuerung geſchaffen,
die den langjährigen Wünſchen des reiſenden Publi=
kums
entſpricht und bereits mit Beginn des Sommer=
fahrplanes
in Kraft tritt. Danach werden in ſämtlichen
D=Zügen, ſowie Luxus= und Badeſchnellzügen vom 15.
April 1912 ab Reichskursbücher ausgelegt, und zwar
für jeden Eiſenbahnzug je eines. Die Bücher werden
ſtets nur zur Verfügung des reiſenden Publikums
ſtehen. Der Wagen, in dem das Kursbuch ausliegt,
wird durch eine Tafel bezeichnet, die neben der Zug=
richtungstafel
am Aeußeren der Wagen angebracht
wird, z. B.: Das Kursbuch befindet ſich in Wagen
Nr. 4. Um der unberechtigten Entnahme der Kurs=
bücher
vorzubeugen, werden ſie mittels Kette im Innern
des Wagens angeſchloſſen.
* Bekämpfung minderwertiger Bank=
firmen
. Die Verurteilung des ſogen. Bankiers
Willibald Gorille zu einer Gefängnisſtrafe von 1 Jahr
6 Monaten und 3 Jahren Ehrverluſt, welche die dritte
Strafkammer des Landgerichts I zu Berlin ausgeſprochen
hat, bedeutet einen wertvollen Erfolg der Tätigkeit des
Zentralverbandes des Deutſchen Bank= und Bankier=
gewerbes
zur Bekämpfung minderwertiger Bankfirmen
(ſogen. Bucketſhops). Die Beſchwerden, welche von Kun=
den
des Verurteilten bei der Zentralſtelle des genann=
ten
Verbandes eingegangen waren, kennzeichneten die
Geſchäftsgebarung des Gorille als eine ſo offenbar be=
trügeriſche
, daß die Zentralſtelle ſich für verpflichtet er=
achtete
, die Sache an die zuſtändigen Behörden zur wei=
teren
Verfolgung abzugeben. Das Gericht iſt im vor=
liegenden
Falle zu einer zutreffenden ſtrafrechtlichen
Würdigung des Bucketſhopsſyſtems gelangt, indem es
einen Betrug im Sinne des § 263 des Strafgeſetzbuches
darin fand, daß ein in Berlin anſäſſiger Effektenhänd=
ler
, welcher zur Börſe nicht zugelaſſen war, ſeinen Be=
trieb
als Bankgeſchäft bezeichnete und die von Kunden

durch eindringliche Empfehlung und Propaganda herbei=
gezogenen
Ordres planmäßig und grundſätzlich unaus=
geführt
ließ, ohne auch nur im Beſitze von Mitteln zu
ſein, welche zur Tragung eines Teils des damit von
ihm übernommenen erheblichen Riſikos ausgereicht hät=
ten
: der Erfolg war, daß Kunden die ihnen aus den
Gorille übertragenen Geſchäften zuſtehenden Summen
nicht erhielten, ſondern ſich mit der Inzahlungnahme
wertloſer Wechſel und zweifelhafter Wertpapiere begnü=
gen
mußten. Daß in dieſer für künftige, ähnliche Fälle
präjudiziellen Sache eine Entſcheidung im gedachten
Sinne erging, beruht nicht zum mindeſten auf der ſorg=
fältigen
Vorbereitung der Verhandlung. Die ſeinerzeit
vom preußiſchen Juſtizminiſter auf Anregung des Zen=
tralverbandes
getroffene Maßnahme, bei den Staats=
anwaltſchaften
der größeren Landgerichte Spezialdezer=
nate
für Bankſtrafſachen einzurichten, hat ſich vorliegend
aufs beſte bewährt; ebenſo wie der vom Zentralverband
benannte Sachverſtändige, ein angeſehener Börſenfach=
mann
, durch ſachkundige Aufklärungen die Verhandlun=
gen
zu fördern weſentlich in der Lage war. Das war=
nende
Beiſpiel, welches das vorliegende Urteil aufſtellt,
vird hoffentlich dazu beitragen, das Bucketſhopsunweſen
in Deutſchland, wo es ſeit dem Einſetzen des energiſchen
Kampfes des Bankgewerbes und der Preſſe erheblich zu=
rückgegangen
iſt, völlig auszurotten. Es iſt zu hoffen,
daß die franzöſiſchen und engliſchen Strafverfolgungs=
behörden
, den Anträgen der Londoner und Pariſer Ver=
trauensſtellen
des Zentralverbandes folgend, mit gleicher
Energie und mit gleichem Erfolge die dortigen Schwin=
delbankfirmen
unſchädlich machen werden, auf welche ſich
zur Zeit in der Hauptſache die bei der Berliner Zentral=
ſtelle
eingehenden Beſchwerden beziehen.

Luftfahrt.

sr. Für das Gordon=Bennett=Rennen
der Flugmaſchinen iſt nun auch noch eine An=
meldung
aus der Schweiz eingegangen, die durch den be=
kannten
Flieger Audemars vertreten werden wird, der
zurzeit auf einer Tournee in Amerika weilt. Es ſind
alſo 11 Teilnehmer am Start dieſes intereſſanten Ren=
nens
zu erwarten, da außer Amerika, welches den Preis
zu verteidigen hat, noch Frankreich 3 Aviatiker angemel=
det
hat. England beabſichtigt 2 Flieger ſtarten zu laſſen,
Holland, Belgien und die Schweiz je einen.

Sport.

* Fußballſport. Am Sonntag ſtand die erſte
Mannſchaft des F.=K. Alemannia‟=Darmſtadt der glei=
chen
des F.=K. Olympia=Weiterſtadt in Weiterſtadt im
Wettſpiel gegenüber. Kurz nach Halbzeit machte Ale=
mannia
einen Durchbruch und ſchoß das 1. Tor. Kurz
vor Ende des Spiels fiel das 2. Tor von Seiten der
Olympia und nachdem Alemannia nach heftigem
Kampf das letzte Tor ſchoß, fand das Spiel mit 222 To=
ren
ſeinen würdigen Abſchluß.
* F.=K. Olympia 1898 Am letzten Sonntag
ſpielte die erſte Mannſchaft des F.=K. Olympia 1898 ge=
gen
die gleiche des F.=K. Germania=Frankfurt a. M.
Das Spiel nahm einen intereſſanten Verlauf und endete
mit 111 unentſchieden. Vorher ſpielte die vierte Mann=
ſchaft
gegen die dritte des F.=K. Dreieich und
gewann erſtere mit 13:0 Toren. In Frankfurt a. M. tra=
fen
ſich der Nordkreismeiſter (Frankfurter Fußballverein)
und der Oſtkreismeiſter (Spielverein Fürth i. B.) im Zwi=
ſchenſpiel
um die ſüddeutſche Meiſterſchchaft. Der Oſt=
kreismeiſter
konnte nach hartem Kampfe mit 1:0 das Spiel
zu ſeinen Gunſten entſcheiden.
sr. Das internationale Schachturnier zu
San Sebaſtian wurde mit der 4. Runde fortgeſetzt.
Spielmann gelang es, ſeinen großen Vorſprung noch zu
erhöhen, indem er Schlechter eine Niederlage bereitete.
Die übrigen Partien der Runde, nämlich diejenigen zwi=
ſchen
Teichmann und Tarraſch, Niemzowitſch=Marſchall
und Perlis=Rubinſtein ſind noch nicht beendet. Duras
und Leonhardt waren ſpielfrei. Von den Hängepartien
gewann Rubinſtein diejenige gegen Schlechter, Duras die
ſeine gegen Tarraſch. Spielmann hat nun bereits 10 Gut=
punkte
; an zweiter Stelle ſteht Niemzowitſch mit 7 Gut=
punkten
, er hat aber noch eine Hängepartie zu erledigen.
Perlis und Rubinſtein ſtehen mit je 6½ Punkten und je
einer Hängepartie an dritter Stelle, es folgt Marſchall und
dann Tarraſch mit je 1½ Punkten Abſtand. Duras ſteht
mit Tarraſch vorläufig gleich, hat jedoch nicht wie jener
noch die Chancen einer Hängepartie. Teichmann und
Schlechter haben je 5, erſterer hängt noch mit einer Partie,
Leonhardt ſteht an letzter Stelle mit 4 Punkten.

Der Bergarbeiterſtreik in England.

* London, 10. März. Das Mitglied des Unter=
hauſes
Sir Tudor Walters ſagte in einer Rede in Shef=
field
, er glaube, der Vorabend zur Beilegung
des Ausſtandes ſei gekommen. Londoner Kreiſe,
die die Lage genau überblickten, ſeien heute hoffnungs=
voller
. Wahrſcheinlich werde bis Dienstag eine nicht
ingeeignete Grundlage für eine Einigung geſchaffen.
Die Grubenbeſitzer und Bergleute in Schottland hegen
wenig Hoffnung auf eine baldige Beilegung, obwohl ſie
der Anſicht ſind, daß eine neuerliche nationale Konferenz
der Bergleute zu einem günſtigen Ergebnis führen
könnte.
H. B. London, 11. März. Der Arbeiterführer
Kair Hardie erklärte geſtern abond in einer An=
ſprache
, daß auf die eine oder andere Weiſe am nächſten
Sonntag der Ausſtand ſein Ende erreicht haben
werde. Macdonald äußerte ſich dahin, daß eine Wen=
dung
der Kriſe nur dadurch möglich ſei, daſ das Unter=
haus
einen Antrag annehme, der die Grubenbeſitzer von
Südwales, die ſich geweigert haben, ſich mit den Arbei=
tern
zu verſtändigen, zu einer Verſtändigung zwingen
wird. Wenn die Grubenarbeiter und Grubenbeſitzer ſich
einigen ſollten, eine neue Beſprechung abzuhalten, ſo
erfolgt ſie am Dienstag. Der Optimismus in England
iſt allgemein und man glaubt, daß eine baldige Löſung
bevorſteht.
* Hamburg, 11. März. Infolge des engliſchen
kohlenanbeiterausſtandes ruht die engliſche
Kohleneinfuhr ſeit acht Tagen vollſtändig, wodurch eine
bedeutende Preisſteigerung eingetreten iſt. Durch die
Aufhebung der Einfuhr iſt auch die Schiffahrt ſtark in
Mitleidenſchaft gezogen, was ſich durch das Aufliegen der
auf der engliſchen Fahrt beſchäftigten Dampfer bemerk=
bar
macht. Gegenwärtig befinden ſich 12 Dampfer außer
Betrieb. Von Stettin iſt die erſte Ladung ſchleſiſcher
Kohle hier eingetroffen.

[ ][  ][ ]

Die Revolution in Ching.

* Peking, 9. März. Die internationalen
Banken haben der Regierung einen Kredit von
320000 Taels gewährt und ſich bereit erklärt, den chine=
ſiſchen
Vertretern im Auslande weitere 180000 Taels zu
zahlen. In der nächſten Woche werden der Pekinger
Regierung 600000 Taels ausgezahlt werden. Die Banken
beabſichtigen, die Regierung oder die Regierungen zu
finanzieren, bis deren Finanzen wieder in Ordnung ſind,
und bereiten ſich darauf vor, innerhalb der nächſten zwei
oder drei Monate 6 bis 7 Millionen Taels vorzüſchießen.
Die Japaner und Ruſſen ſind zur Teilnahme zugelaſſen,
doch hatten die Ruſſen noch keine angemeſſene Bankvertre=
tung
geſchaffen. Wenn die Sechs=Mächte=Gruppe gebildet
worden iſt, wird das Abkommen rückwirkende Kraft be=
kommen
. Die Anleihe wird ſowohl den gegenwärtigen
Vorſchuß wie den jüngſten Vorſchuß an die Nankinger Re=
gierung
decken.
* Peking, 10. März. Yuanſchikai wurde zum
proviſoriſchen Präſidenten in dem neuen
Waiwupupalaſt eingeſetzt. Anweſend waren Vertreter
der Mandſchu, Mongolen, Mohammedaner und Tibetaner,
ferner von Nanking, Wutſchang und den anderen Provin=
zen
, Delegierte des Heeres, der Flotte, des Handels und
zahlreiche Fremde. Die fremden Geſandtſchaften waren
nicht vertreten. Yuanſchikai, in militäriſcher Uniform, trat
durch eine Seitentür ein und verlas, indem er gegenüber
dem Throne ſtand, folgende Erklärung: Da die Republik
errichtet iſt, müſſen viele Werke vollbracht werden. Ich
werde mich treu bemühen, die Republik zu entwickeln, die
Nachteile der abſoluten Monarchie zu beſeitigen, die Vor=
ſchriften
der Verfaſſung zu achten, die Wohlfahrt des
Landes zu fördern und eine ſtarke Nation zuſammenzu=
ſchweißen
aus fünf Raſſen, die ſie umfaßt. Wenn die
Nationalverſammlungen einen dauernden Präſidenten er=
nennt
, werde er zurücktreten. Das ſchwor er vor der chine=
ſiſchen
Republik.
Die Nankinger und die übrigen Delegierten gratulier=
ten
Yuanſchikai. Zwei Lamas in gelben Kleidern über=
reichten
ihm die Schärpen. Dieſer Teil allein gab der
Zeremonie orientaliſchen Einſchlag, da die Mehrheit der
Anweſenden Fräcke und Uniformen trugen. Die Muſik
der Garden ſpielte angemeſſene Weiſen. Der Ton der
Zeremonie war feierlich, faſt pathetiſch. Das fremde Ele=
ment
bildete einen ſtarken Gegenſatz zu den Vertretern
alten Stils wie General Tſchangkweiti und bot ein
typiſches Bild für den Wechſel in China und die Beſtre=
bungen
der jüngſten Führer.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 11. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Die leitenden Miniſter der Bundes=
ſtaaten
treffen am Donnerstag in Berlin ein, um über
die Deckung der Wehrvorlagen zu verhandeln.
* Diedeßthofen, 11. März. Die Lothringer Nachrich=
ten
melden aus Hayingen: In der Nacht zum Sonn=
tag
riſſen ſich auf der hieſigen Hütte drei mit flüſſigem
Eiſen gefüllte Gußformen von der Lokomotive los, raſten
das ſteile Gleiſe hinab und ſtießen auf eine andere Ma=
ſchine
. Der Lokomotivführer, der Heizer und ein itg=
lieniſcher
Arbeiter wurden getötet, ein Arbeiter ſchwer
verletzt. Die Getöteten hatten ſchreckliche Brandwunden
erlitten.
* Eſſen (Ruhr), 12. März. Die Lage im Streik=
revier
wird als ruhig bezeichnet. Bis jetzt liegen
keinerlei Meldungen über Ausſchreitungen vor. Die
arbeitenden Bergleute gehan im Gegenſatz zu
1905, wo ſie truppweiſe, geſchützt von Polizeiorganen,
ihre Arbeitsſtätte aufſuchten, einzeln ungehindert zur
Arbeit, was darauf zurückzuführen iſt, daß auf allen zu
den Zechen führenden Straßen Wachtpoſten aufgeſtellt
ſind. Die arbeitenden Bergleute werden von den Streik=
poſten
nicht behelligt und von Zurufen verſchont. Im
Ganzen ſind für den Bezirk mehrere Tauſend
Schutzleute und Gendarmeriemannſchaf=
ten
zuſammengezogen. Im Gegenſatz zu dem weſtlichen
Teile im Ruhrrevier kam es im Dortmunder Revier zu
einigen kleinen Zwiſchenfällen, ſo auf der Zeche Scharn=
horſt
wo heute früh vier Arbeitgwillige von einem
Streikenden beläſtigt wurden, den ſie dafür verprügelten.
* Beuthen, 11. März. Im ſchleſiſchen Kohlen=
revier
fanden geſtern 40 Bergarbeiterverſammlungen
ſtatt, die ſämtlich dringend vom Streik abrieten. Der
Ausſchuß wurde von ihnen aufgefordert, noch einmal zu
verhandeln, um eine friedliche Einigung herbeizuführen.

H. B. Brlunſchweig, 11. März. Im Hauſe des Her=
zogs
von Cumberland iſt demnächſt eine Ver=
lobung
zu erwarten. Wie die Braunſchweiger
Neueſten Nachrichten aus Gmunden erfahren, wird ſich
die Prinzeſſin Olga, die dritte Tochter des Herzogs, mit
dem Erbgroßherzog von Mecklenburg=Strelitz verloben.

Gegen Schluß des Schuljahres
ſtellt ſich, hauptſächlich bei raſch wachſenden
Mädchen und Knaben, nicht ſelten Müdigkeit
und Appetitloſigkeit ein. Vorſorgliche Eltern
tun gut, dieſem Zuſtande gleich zu wehren,
wobei die Darreichung von
Scotts Lebertran=Emulſion, einem
ſeit Jahrzehnten erprobten Stär=
kungsmittel
, vortreffliche Dienſte
leiſtet. In leicht verdaulicher,
dabei wohlſchmeckender Form,
enthält ſie kraftbildende, appetit=
Nur echt mit bieſer verbeſſernde Beſtandteile, deren
Markedem Fiſcher
dem Garanties günſtige Wirkung auf den jugend=
zeichen
des Scott=
ichen
Verfahrens! lichen Körper unbeſtritten iſt.
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen
verkauft und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur
in verſiegelten Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke
(Fiſcher mit dem Dorſch). Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima
Glyzerin 50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphorig=
ſaures
Natron 2.0, pulv. Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi
pulv. 2,0, Waſſer 129,0 Alkohol 11,0. Hierzu aromatiſche
Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl je 2 Tropfen.
(35962

Emanzipierie Frauen

mit geſchorenem Haar brauchen kein
Javol. Es wäre Geldverſchwendung;
denn wenn ſie das Haar doch ſchneiden
laſſen, warum ſollen ſie es zu langem
Wachstum anregen? Damen, die
dagegen durch ihre Weiblichkeit wirken
wollen und das Haar als weſentliches
Merkmal ihres weiblichen Charakters
anſehen, können nichts Beſſeres tun, als T
Javol zur Pflege des Haares anwen=
den
. Javol verſchönt das Haar in
jeder Weiſe und macht es lang, voll,
üppig, geſchmeidig und ſeidig glänzend. Javol wird nur
in Originalflaſchen zu 2 M. und in Doppelflaſchen zu 3,50 M.
verkauft. Es wird fetthaltig für trockenes, ſprödes und fett=
frei
für fettreiches Haar hergeſtellt. Ueberall zu haben.
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.

Z
Helſer bei nnerwartetem Beſuch ſind:
15.
Uela
Sarue r etcht
Fleisch-s Geflügel-Pasfen
KlachsButter z Sandwich-Fischpaste
Hehr nahrhaft und leicht verdaulich.

Amtlicher Weiterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Beim Vorbeiziehen des auf der geſtrigen Karte an=
gedeuteten
Teiltiefs fielen in Süddeutſchand geringe
Niederſchläge. Heute erſtreckt ſich bas Tief über Mittel=
deutſchland
nach Böhmen. Das Hoch im Nordoſten hat
ſich weiter verſtärkt, während ſich das weſtliche Tief
ganz verflacht hat; aber über der Biskaya iſt ein neues
erſchienen. Die Temperaturen in Dautſchland bewegen
ſich über dem Gefrierpunkt. Für morgen ſteht trübes
Wetter mit Regenfällen in Ausſicht. Jedoch ſcheint ſich
im allgemeinen das Hoch weiter zu entwickeln, ſo daß
ſpäter Aufheiterung zu erwarten wäre.
Ausſichten für Dienstag, den 12. März 1912:
Trüb, Niederſchläge, Temperatur unverändert.

Familiennachrichten.

Statt Karten.

Die Verlobung unseres Sohnes
MORlT2 mit Fräulein ELSE KAUF-
MANN beehren wir uns hierdurch er-
gebenst
anzuzeigen.
(5968
E. Joseph u. Frau.
DARMSTADT, Landwöhrstrasse 14.
Else Kaufmann
Moritz Joseph
VERLOBTE

BERLIN
Kurfürstendamm 36.

BERLIN
Lützowstrasse 27.

Die glückliche Geburt eines kräftigen
Stammhalters zeigen an
Darmstadt, den 11. März 1912
Professor DreIng. Koehler u. Frau
Doris, geb. Rummel.

Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Nachricht.)
Heute nacht verſchied ſanft infolge eines
Herzſchlags mein innigſtgeliebter guter Gatte,
unſer treubeſorgter Vater, Schwiegervater, Groß=
vater
, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Postsekretär
Rudolf Goldmann
im kurz vollendeten 60. Lebensjahre.
Um ſtilles Beileid bitten:
Minna Goldmann, geb. Güttler,
Sophie Brinkmann, geb. Goldmann,
Tilli Goldmann,
Heinrich Brinkmann,
und 2 Enkel.
Darmſtadt, Mühlhauſen i. Th., Lau=
bach
i. H., Nürnberg, 11. März 1912.
Die Beiſetzung findet Mittwoch, 13. März,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
(6012

Todes-Anzeige.
Heute verſchied ſanft nach kurzem, ſchwerem
Leiden unſere liebe, gute, treubeſorgte Mutter
Uhristine Malgarothe Matter
geb. Schrimpf
im 73. Lebensjahre.
(5984
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Gaſtwirt Joh. Müller u. Tochter.
Goddelau, am 9. März 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt am Dienstag nach=
mittag
um 3 Uhr.

Todes-Anzeige.
(Statt besonderer Anzeige.)
Am 9. März entschlief unerwartet in Würzburg infolge eines Schlag-
anfalles
unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter
(6009
Frau Antonie Mayr-Olbrich
Grossh. Kammersängerin i. P.
Cöln, Darmstadt, Würzburg, Dortmund, den 12. März 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Hans Mayr,
Grete Lotheißen, geb. Mayr,
Toni Weiß, geb. Mayr,
Ludwig Mayr,
Gertrud Mayr, geb. Kalthoff,
Lotti Mayr,
Reinhard Lotheißen, Oberleutnant a. D.,
Wilhelm Weiß, Major und Bat.-Kommandeur
im Königl. Bayr. 9. Infanterie-Regiment.
Die Beisetzung findet nach erfolgter Einäscherung auf dem Familienbegräbnis in Darmstadt statt.

[ ][  ][ ]

Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß unſer lieber Vater,
(5934
Großvater und Urgroßvater
Herr Franz Joseph Lung
Schlosser 1. P.
nach kurzem Leiden ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Lang nebſt Familie,
Eliſe Raab, geb. Lang,
Theodor Lang nebſt Familie,
Auguſte Schöller, geb. Lang,
Lina Schott, geb. Lang.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Eſſen,
(5934
den 10. März 1912.
Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmit=
tags
3 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus,
ſtatt.

Kirchliche Nachricht.

Stadtkirche. Mittwoch, 13. März, abends 8 Uhr:
Liturgiſche Paſſionsfeier. Pfarrer Voger. Kollekte.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. C): Goethes
Fauſt=Tragödie‟.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lieder= und Duetten=Abend von Ottilie Metzger=
Lattermann und Theodor Lattermann um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Vortrag von Dr. med. Kennel um 8¼ Uhr im Mathil=
denhöhſaal
(Naturheilverein).
Monatsverſammlung des deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im Fürſtenſaal.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.
Reſtaurant Metropol um ½8 Uhr.
Fachausſtellung für das Maler= ꝛc. Gewerbe Neckar=
ſtraße
3 (geöffnet von 111 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 411 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Heldentaten der Londoner Suffragetten; die Leipziger
Frühjahrsmeſſe; vom Kriegsſchauplatz in Tripolis; das
Verbrechen von Ezenſtochau vor Gericht.

Verſteigerungskalender.

Mittwoch, 13. März.
Hofreite=Verſteigerung des Jakob Weicker (Nieder=
Ramſtädterſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr Rundee
turmſtraße 16.,
Mobiliargꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr Eliſabethen=
ſtraße
30.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der Turn=
halle
am Woogsplatz.
Brennholz=Verſteigerung um ½9 Uhr in der
Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Gaſthaus
Zur Krone zu Erfelden.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.

Gewinnausing
der
226. Königlich Prenßiſchen Flaſſenlotterie.
3. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 9. März 1912.

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und I.

Gachdmic verdoten;
(ohn Gewihr. 6l. St.cl. . 3.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 75000 Mk. 130566
2 Gewinne zu 5000 Mk. 7156
6 Gewinne zu 1000 Mk. 33910 86036 151609
18 Gewinne zu 500 Mk. 17209 19931 21607 26444
67796 112671 118259 116904 126527
24 Gewinne zu 400 Mk. 8042 14490 15163 28327
29891 81593 113340 123917 125294 126123 129898
181409
68 Gewinne zu 300 Mk. 9199 9549 9628 9714
30160 38647 41109 45902 46858 49476 55578 68296
68350 81172 94828 102862 104239 104515 10617a
107463 109109 110845 125808 130952 131579 134469
145518 161540 153226 163315 158194 171820 184615
487394
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50000 Mk. 94364
2 Gewinne zu 10000 Mk. 150149
2 Gewinne zu 3000 Mk. 28606
6 Gewinne zu 1000 Mk. 1065 4770 183145
10 Gewinne zu 500 Mk. 20168 67258 77705 93808
179740
16 Gewinne zu 400 Mk. 12309 14565 18464 48444
B4798 80279 116800 163894
82 Gewinne zu 300 Mk. 7098 14535 24756 30120
B1464 39802 41047 46445 52659 53158 53523 59481.
64486 64621 66356 66490 71505 74247 64405 85679
B8719 189353 92699 121805 122924 125709 127767
129229 129851 130940 132388 137919 144332 145583
155652 158839 164439 166913 174045 179077 188363

Sie lernen tanzen

und zwar ohne Lehrer in Ihrer eigenen Wohnung, wenn Sie K. Baums
Modernes Tanzlehrbuch für Herren und Damen benutzen. Dasſelbe ent=
hält
weit über 100 Illuſtrationen, zu faſt allen Tänzen iſt jeber Schritt und
Tritt genau und deutlich abgebildet und dann noch ausführlich erläutert. Ich
übernehme volle Garantie, daß nach dieſem Buche jedermann ohne weitere
Ausgaben die hauptſächlichſten Rund= und Figurentänze erlernen kann zwar
nicht innerhalb einiger Stunden, wie von anderer Seite marktſchreieriſch be=
hauptet
wird, denn das iſt unmöglich und wird von keinem vernünftigen
Meuſchen geglaubt, aber in ca. zwei Wochen kommen Sie mit leichter
Mühe ſoweit, daß Sie eine Tanzfeſtlichkeit ohne Furcht vor Blamage mit=
machen
können. Um Anfängern die Sache noch mehr zu erleichtern, gibt
der Verfaſſer in dem Buche auch Anleitungen wie man beim Tanze Geſpräche
anknüpft, den Partner oder die Partnerin amüſant unterhält uſw. Achten Sie
aber darauf, daß Sie auch wirklich das Buch von K. Baum erhalten. Nur
auf dieſes bezieht ſich meine Garantieleiſtung. Gegen Einſendung von M. 2.50
(auch in Briefmarken) liefere ich das Buch franko an iede Adreſſe. (Nachnahme
20 Pfennige teurer).
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erteilt franz. Unter=
Wer richt? Off. m. Preisang.
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Unter Hinweis auf die §§ 3, 1527 der Verordnung vom 6. Mai 1927, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verfäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1912
von heute ab bis 31. März 1912 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen. Anträge, die nach dem 1. April 1912 geſtellt werden, können keine
Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Verordnung, den Radfahrverkehrbetreffend.

Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 1527 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3)
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die Radfahr=
karten
auf der Rückſeite den Vermerk Stempelfrei bis 31. März 19 . ..
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der Nummer=
platte
verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten wer=
den
muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal. und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Jahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes läng=
ſtens
binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplatte
anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen Wohn=
oder
Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden Dienſt=
geſchäfte
benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht;
8. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen:
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im Groß=
herzogtum
aufhalten:
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).

Wird auf Grund des 6 B eine Befreiung von der Stenpelahgabein An=
ſpruch
genommen, ſo iſt vorzulegen:
1, in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde da=
hingehend
, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
verwendet wird.
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren Voraus=
ſetzung
. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine Beſcheinig=
ung
des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß:
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum Mit=
führen
einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten Per=
ſonen
, wenn:
1 dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und Tele=
graphenverwaltung
und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den Urkunden=
ſtempel
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907, Zuwiderhand=
lungen
gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin vor=
behältenen
allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in Gemäß=
heit
des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels zuwider=
handeln
, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine Geld=
ſtrafe
verwirkt welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels gleich=
kommt
, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
din Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50 53. 60, 90 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die Vor=
ſchriſten
des Artikels 31. Abſ. 2 bis 4 ſinden eutſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derienige,
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritk
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(4719a

Bekanntmachung.

Da das am 2. März 1899 auf den Namen des Schiffers Johann Ludwig Vor=
reuther
von Neckar=Steinach ausgeſtelle Segelſchifferpatent dem letzteren abhanden
gekommen iſt, wird gemäß § 5 der Verordnung, betreffend die Erteilung der Rhein=
ſchifferpatente
vom 23. März 1905 und der hierzu erlaſſenen Bekanntmachung Groß=
herzoglichen
Staatsminiſteriums von dem gleichen Tage, die Ungültigkeit des genannten
Patents hiermit ausgeſprochen.
(5939
Darmſtadt, den 6. März 1912.
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg.
J V.: von Werner.

Bekanntmachung.

Die Lieferung der Schreibmaterialien für die unterzeichneten Behörden im
Rechnungsjahr 1912 ſoll im Submiſionsweg vergeben werden.
Offerten ſind bis zum 20. ds. Mts, dahier einzureichen. Zuſchlagsfriſt drei Tage.
Die miniſteriellen Vorſchriſten finden Anwendung, insbeſondere ſind für die Eigen=
ſchaften
des Papiers die in der Bekanntmachung Großherzoglichen Staatsminiſteriums
vom 17. Januar 1907 (Regierungsblatt Nr. 7 von 1907) vorgeſchriebenen Beſtimmungen
(5938
maßgebend.
Darmſtadt, den 8. März 1912.
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg
und
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.

Unter Hinweis auf den nachſtehend abgedruckten Art. 39 Ziff. 2 des Feldſtraf=
geſetzes
vom 13. Juli 1905 beauftragen wir Sie, den Zeitraum, während deſſen die
Tauben demnächſt eingeſchloſſen zu halten ſind, alsbald zu beſtimmen und in Ihren
Gemeinden wiederholt öffentlich bekannt zu machen. Bei der Bekanntmachung wollen
Sie ausdrücklich darauf hinweiſen, daß mit Rückſicht auf die Schäden, die von
Tanben zur Saatzeit angerichtet zu werden pflegen, eine genaue Beobachtung der
Vorſchriſt im landwirtſchaftlichen Intereſſe verlangt werden muß.
Dem Polizei= und Feldſchutzperſonal iſt die Durchführung Ihrer Anordnung
anzuempfehlen.
(5937id
Darmſtadt, den 7. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Artikel 39 Ziffer 2 des Feldſtrafgeſetzes.
Mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu einer Woche wird beſtraft:
Wer Tauben zur Saat= oder Erntezeit innerhalb des durch die Ortspolizeibehörde
beſtimmten und öffentlich bekannt gemachten Zeitraums nicht eingeſchloſſen hält. 4

Die bei Berechnung der Lieſerungen für die Arme zugrunde zu legenden Durch=
ſchnittsmarktpreiſe
im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Februar 1912 für Hafer
(59si
22 Mk., für Heu 11 Mk., für Stroh 6 Mk. pro 100 Kilo betragen.

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(5988

Die noch rückſtändigen Rechnungen über Forderungen an uns aus
dem Jahre 1911 ſind wegen unſeres demnächſtigen Bücher=
(5969im
ſchluſſes
bis ſpäteſtens 25. ds. Mts.
einzuſenden.
Darmſtadt, den 11. März 1912.
Großherzogliche Kabinetts= und Hofkaſſe.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 13. März 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Waſchkommode, Nachtſchränk=
chen
, Kleiderſchränke, Schreibtiſche, Vertikos, Sofas, Pianinos,
Diwans, Spiegelſchränke, 1 vollſtänd. Bett, ferner 1 Akten=
ſchrank
, 2 gr. Ladenſchränke, 3 Ladentiſche, 2 Laden=
regale
, 2 Kaſſenſchränke, 2 Ladenkontrollkaſſen, 1 Papierſchneid=
maſchine
, 2 Stickmaſchinen, 2 Nähmaſchinen, 1 Elektro=
motor
, 1 Fahrrad, 1 Büfett mit Marmorpl. u. Schank=
ſäule
, 1 Gläſerſchrank mit Spiegelſcheiben, 4 Wirts=
tiſche
, längl., 1 ov. Tiſch, 45 Stühle mit Holzſitz,
1 Kokosläufer, 17 Bände Brockhaus=Lexikon, 63 Bände
verſch. Klaſſiker, 2000 Zigarren und eine faſt neue gold=
platt
. Herrenuhr mit goldplatt. Kette
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet
(5989
beſtimmt ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.

Staum.=,Stangene u. Brenahol= Verſteigerung.

Im Gemeindewald Ober=Ramſtadt werden an Ort und Stelle
verſteigert:
Donnerstag, den 14. März, vormittags 9 Uhr
anfangend, im Diſtrikt Eichelberg am Breitenſtein.
4 Lärchen=Stämme von 1319 cm mittl. Durchm. 821 m Länge
174 Fichten=Stämme 1237 820
44 Fichten=Derbſtg. 1118
1118
9 Rm. Eiche=Knüppel, 390 Stück Fichte=Wellen, 12 Rm. Buche= und
11 Fichte=Stöcke. Die im Diſtrikt Finſterhöllenberg liegenden Fichten=
ſtämme
werden im Diſtrikt Eichelberg verſteigert.
Freitag, den 15. März, vormittags 9 Uhr
anfangend, in den Diſtrikten Eichelberg und Silberberg.
12 Rm. Buche=, 2 Eiche= und 56 Kiefern=Scheiter; 3 Rm. Buche=,
63 Eichen=, 155 Kiefern= und 13 Fichten=Knüppel; 130 Stück Eichen=
Wellen; 36 Rm. Buche= und 12 Kiefern=Stöcke.
Zuſammenkunft: Am erſten Tag im Diſtrikt Eichelberg an der
neuen Brücke nächſt dem Breitenſtein, am zweiten Tag im Diſtrikt
Eichelberg auf dem Frankenhäuſerweg, beim Wegweiſer Franken=
hauſen
Waſchenbach.
Ober=Ramſtadt, den 4. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt
Rückert.
(5691si

Brennholz-Verſteigerung.

Donnerstag, den 14. März l. Js.,
ſollen im Eberſtädter Gemeindewalddiſtrikt Klingsackertanne nachver=
zeichnete
Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle
verſteigert werden:
178 rm Kiefern=Scheiter 12 rm Buchen=Aſtreiſig
102
Knüppel
310 Stück Wellen
159 rm Stöcke.
Die Zuſammenkunft der Steigerer iſt vormittags um 9 Uhr
am Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Bemerkt wird, daß das meiſte Holz in Abt. 3132 und 36, in
nächſter Nähe der Eſchollbrückerſtraße lagert und nach Darmſtadt und
nach dem Ried gut abzufahren iſt.
Eberſtadt, den 5. März 1912.
(5522di
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.

wie neu, ſehr
Adler-Rad, billig zu verk.
4430a)
Grafenſtraße 26.

Salonſchrank, Tiſch,
Umbaul, alles neu, billig zu
verkaufen Taunusſtr. 24. (*5410dii

Delieſerung.

Die Anlieferung von ca. 8000 kg
Fußbodenöl ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungen
liegen bei dem unterzeich=
neten
Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der Dienſt=
ſtunden
offen.
Die Verdingungsunterlagen wer=
den
nach auswärts nicht verſandt.
Angebote ſind bis
Montag, 18. März 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
reichen
.
(5880oi
Darmſtadt, 8. März 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Bekanntmachung.

Dienstag, 9. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Steinmetzmeiſter Jakob
Weicker Eheleuten dahier zuge=
ſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 949¾/10 304¼/10 Hofreite
Nieder=Ramſtädterſtr.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K142/11
Darmſtadt, 23. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4718

Bekanntmachung.

Dienstag, 9. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Schneidermeiſter Adam
Walter und deſſen Kindern dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 99719/100 212¾/10 Hofreite
Wienersſtraße 46,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K116/11
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 16. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4717

Bekanntmachung.

Dienstag, 23. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Jakob Weicker Ehe=
leuten
dahier gehörigen Liegen=
ſchaften
:
Flur Nr. qm
IV 52¾/10 1306 Acker im
Soder,
IV 34 2150 Acker in den
Mockenröder,
IV 36
662 Acker daſelbſt,
IV 285/100 393 Werkſtättem.
Hofraum,
Friedhof=
Allee,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
ſteigert
werden.
Darmſtadt, 8. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V5967

ein gut erhaſt. Fahr=
Geſucht rad mit Freilauf.
Off. mit Preisang. u. Fabrikat u.
R 36 an die Exped.
(*6163

Autz= und Brennholz=Verſteigerung.

Montag, den 18. März, vormittags von 9 Uhr an,
ſollen in der Gaydoul’ſchen Wirtſchaft in Hahn aus dem Kolonie=
wald
verſteigert werden:
Stämme, Eichen: 10 Stck. IV. Kl., 26 Stck V. Kl., 46 Stck.
VI., zuſ. 29,62 cbm; Eſchen: 1 Stck. III. Kl., 4 Stck. IV. Kl.,
1 Stck. V. Kl., 9 Stck. VI. Kl., zuſ. 5,02 ebm; Buchen: 1 Stck.
I. Kl., 5 Stck. III. Kl., zuſ. 5,17 ebm: Kirſchbaum: 1 Stck.
II. Kl. 1,49 cbm; Erlen: 5 Stck. IV. Kl., 6 Stck. V. Kl.,
6 Stck. VI. Kl., zuſ. 10,84 ebm; Kiefern: 1 Stck. II. Kl.,
5 Stck. III. Kl., 2 Stck. IV. Kl., zuſ. 4,96 cbm: Lärchen:
70 Stck. V. Kl. 15,53 cbm; Fichten: 3 Stck. I. Kl., 8 Stck.
II. Kl., 19 Stck. III. Kl., 10 Stck. IV. Kl., 47 Stck. V. Kl.,
zuſ. 61,31 cbm; Weißtannen: 1 Stck. III. Kl., 1 Stck. IV. Kl.
zuſ. 1,45 cbm.
Derbſtangen: 10 Eichen, 7 Buchen, 23 Lärchen, 102 Fichten.
Bemerkt wird, daß die Fichten im Flachsgrund bereits ver=
ſteigert
ſind und daß die mit F gezeichneten Stämme nicht ver=
ſteigert
werden.
Dienstag, den 19. März, vormittags 9 Uhr,
in demſelben Lokal aus demſelben Diſtrikt:
Scheiter, rm: 60 Buchen, 11 Eichen ꝛc., 4 Erlen, 26 Fichten ꝛc.;
Knüppel, rm: 163 Buchen, 55 Eichen ꝛc., 218 Nadelholz;
Reiſig, Hdt. W.: 28 Buchen, 8 Birken ꝛc., 4 Nadelholz;
Stöcke, rm: 14 Buchen, 4 Birken, 4 Fichten.
Verſteigert werden die Nummern 926 bis 1171.
Ober=Ramſtadt, den 5. März. 1912.
(5933
Großherzogliche Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.

Bekanntmachung.

Die im Domanialwald Fran=
kenſtein
ſtattgehabte Nutz= und
Brennholz=Verſteigerung vom
7. und 8. März 1. Js. iſt ge=
nehmigt
. Die Abfuhrſcheine
können von Montag, 18. März
an, bei den Untererhebeſtellen ein=
gelöſt
werden. Ueberweiſung und
Fahrtag Dienstag, 19. März
I. Js.
(5932
Eberſtadt, 9. März 1912.
Großh. Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.

En unſer Handelsregiſter, Ab=
teilung
B, wurde heute fol=
gender
Eintrag vollzogen hinſicht=
lich
der Firma:
Maſchinenfabrik u. Müh=
lenbauanſtalt
G. Luther,
Aktiengeſellſchaft, Filiale,
Darmſtadt.
Dr. Gerhard Luther, Ingenieur
in Braunſchweig, iſt zum ſtell=
vertretenden
Vorſtandsmitglied be=
ſtellt
.
(5936
Darmſtadt, 8. März 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

En unſer Handelsregiſter, Abtei=
teilung
B, wurde heute fol=
gender
Eintrag vollzogen hinſicht=
lich
der Firma:
(5935
Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſellſchaft, Darmſtadt.
Das ſtellvertretende Vorſtands=
mitglied
, Direktor Otto Karl
Hubrich in Eſſen, iſt als ordent=
liches
Vorſtandsmitglied beſtellt.
Darmſtadt, 8. März 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

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Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
29)

Außer dem Hofhund, der aus dem Schlupfloch neben
der großen Scheunentür herausgepreſcht kam und ihn be=
grüßte
, ſah er keine Menſchen. Sonſt kam Dora ſtets gleich
und fragte, wie es geweſen ſei, und ob er irgend etwas
wünſche. Heute war es, als gäbe es außer dem Hunde
niemand mehr in Halligboſtel, der ſich um Gerdt Lührſen
noch kümmerte. Er ging in ſein Bureau und vertauſchte
den ſchwarzen Rock mit einer Hausjoppe. Sollte er noch
einmal in die Ställe gehen? Wozu? Es hatte Zeit bis
nachher, und Bohlmann wußte ja, daß er um halb acht
Uhr nach der Station fahren ſollte. Im Wohnzimmer
war es faſt finſter, auch das Feuer im Ofen ſchien erloſchen
zu ſein. Er horchte an der Tür zu Fränzchens Zimmer,
aber er vernahm weder Stimmen noch Geräuſch, alſo
ſchlief der Junge wohl. Wo war Lilli, wo war Dora?
Es hätte doch jemand hier ſein ſollen, damit der Kleine
jederzeit rufen konnte. Er kniete vor dem Ofen, legte eine
Torfſode auf und mühte ſich, durch Anblaſen die faſt er=
loſchene
Glut wieder anzufachen. Dann zündete er die
Lampe an, ſetzte ſich vor ſeinen Schreibtiſch und ſchrieb
im Tagesjournal die kleinen Ausgaben der heutigen Reiſe
nach Harburg auf. Er hatte doch beinahe acht Mark aus=
gegeben
. Und wofür? Für nichts, nicht einmal für ein
Vergnügen, ſondern lediglich, weil es ſo dazu gehörte, daß

er ais Barſand des landwitſchefüche dereins biuſihe=
Lührſen war nicht geizig, aber er hatte lernen müſſen zu
rechnen, und er hatte nie gern Geld ausgegeben für ganz
unnütze Dinge. Hätte er die acht Mark einem Armen ge=
ſchenkt
, es wäre beſſer geweſen! Außerdem hatte er ſich
mit dem Präſidenten herumgeärgert, den er nicht ausſtehen
konnte, ſchon weil der von landwirtſchaftlichen Dingen
nichts verſtand, aber wohlhabend war, ſtets einen Gehrock
mit weißer Weſte trug und ſchöne Reden halten konnte,
d. h. die Kunſt verſtand, mit möglichſt vielen ſchön klin=
genden
Worten gar nichts zu ſagen. Hierauf nahm Lühr=
ſen
das große Wirtſchaftsbuch vor. Aber bald ſah er ein,
daß er keine Ruhe finden konnte. Er ſtützte den Kopf in
die Hand und brütete vor ſich hin.
Die Tür ging faſt unhörbar auf, und Lilli kam herein.
Sie trug auf dem Arm ihren Pelzmantel und hing dieſen
neben ihren Hut an den Kleiderrechen neben der Tür.
Lührſen hatte wohl gehört, daß jemand hereinkam,
aber er konnte ſich nicht entſchließen, ſich umzublicken. Es
war ihm ja alles ſo gleichgültig, und er glaubte, es ſei
die Stine oder die Tannert geweſen.
Lilli trat hinter ihn und legte ihre ſchmale Hand auf
ſeine Schulter. Er ſah die Hand, die feine, nervöſe, vor=
nehme
Hand. Guten Abend, Gerdt! Ich dachte, Du kämſt
von einem Feſteſſen?
Guten Abend, Lilli! Ich, von einem Feſteſſen ? Ja
ſo, gewiß, was man ſo Feſteſſen nennt. Für mich gibt es
keine Feſte mehr, für mich bleibt das Leben hart. Wenn
man nur im Innern noch Feſte feiern könnte, ſo wie früher,

eis mon und ſung und detreneteſeig var und glundte,
das Leben müſſe den Feſttiſch decken. Danach ſehnt man
ſich zuweilen!
Alſo endlich ſiehſt Du ein, Gerdt, daß Du Dein Leben
zwiſchen zwei Bretterwände klemmteſt, über die kein Strahl
von Lebensfreude mehr zu Dir gelangen kann.
Er ſchwieg eine Weile. Dann richtete er ſich auf und
ſah ſie an. O doch! Ich ſehe über die Bretterwände
hinaus. Man hat nur zuweilen dieſe erbärmlichen Stim=
mungen
. Es kommt nicht oft vor, denn ich habe für Stim=
mungen
wenig Zeit. Es heißt arbeiten, und iſt es nicht
immer ein Feſt, ſo iſt es doch Freude, wenn man ſieht,
daß man Werte ſchafft, die nur aus ſolcher Arbeit wachſen
können.
Sie ſtand noch neben ihm. Ihre Hand war von ſeiner
Schulter herabgeglitten, und ihre Stimme zitterte ein
wenig, als ſie begann: Gerdt, ich habe alles zur Abreiſe
vorbereitet. Ich ſehe ein, daß es ſein muß. Meine Miſ=
ſion
iſt ja nun hier zu Ende. Der Koffer iſt zwar gepackt,
aber eines habe ich nicht mit hineinbringen können, das
bleibt hier, nämlich die Sehnſucht nach Fränzchen, ja auch
die Sehnſucht nach einem Heim, wo ich ſeine Stimme hören
kann und und und
Und, Lilli?
Auch die Sehnſucht, Gerdt, nach Zeiten, die wir einſt
verlebt, zuſammen verlebt haben.
Lührſen zuckte zuſammen und ſtand auf. Was war
das? Sie ſprach ja immer leicht in feinen Bildern und
gehobenen Worten. Er hatte dies früher einmal bewun=

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denn er ſprach, wie er war, kurz, ungehauen, nur immer
nach dem klarſten, aber nicht nach dem ſchönſten Wort
ſuchend.
Erſt wenn ſein Inneres in höchſte Erregung geriet
bis zur unerträglichen Spannung, konnte er ſprechen, wie
Lilli immer ſprach. Aber in dieſen Tagen und heute be=
ſonders
klang ihm dieſe Art des Sprechens bei Lilli bei=
nahe
pathetiſch. So ſah er ſie ſchweigend an, die den
Kopf geſenkt hielt und ſich nicht rührte. Jetzt, nach fünf
Jahren, Lilli?
Ja. Sie blickte ihn groß an, und er ſah, daß in ihren
dunkeln Augen Sehnſucht war. Ja, Gerdt, es hat mich
hier wieder ergriffen in Deinem Hauſe. Wiſſen ſollſt Du
es, ehe wir wieder auseinandergehen! Mir bangt vor der
Einſamkeit. Laß mich nicht allein gehen, Gerdt Lührſen!
Ah, ſie bettelte um ihr Kind. Das war ja natürlich
und immerhin berechtigt. Gewiß, ich kann begreifen, wie
Dich das quält, Lilli! Aber was willſt Du mit dem Jun=
gen
in der großen Stadt? Du weißt, daß er zart war, als
er zur Welt kam. Er würde verderben und verkommen
an Leib und Seele. Auch iſt er nicht ganz leicht zu leiten.
Du würdeſt nicht geringe Schwierigkeiten haben. Er
braucht eine Manneshand über ſich, wenigſtens vorläufig
noch, und er braucht Wald und Feld und freie Luft und
ein Austoben darin, wenn er geſund bleiben ſoll.
Gerdt, Du verſtehſt mich nicht oder willſt mich nicht
verſtehen. Mehr will ich noch als unſer Kind. Gerdt, geh
mit mir und ihm!
So, nun war es heraus. Zwar dachte Lilli es
hätte ganz anders klingen müſſen, um in Lührſens Seele
Widerhall zu wecken. Es gab noch zu viele Sperren zwi=
ſchen
ihr und ihm! Nichts kam unmittelbar mehr von

(hin zen andent auf weiſtichen Srſen, fanden ale
mußte Notbrücken benutzen, was von einem zum andern
wollte. Unfreie Menſchen waren ſie beide gegeneinander.
Was was ſprichſt Du da, Lilli, weißt Du, was Du
geſagt haſt, Nichts hätte ihn ſo verwunden können.
Eine furchtbare Bitterkeit war in ihm. Aha, ſei doch ehr=
lich
, endlich ganz ehrlich, Lilli! Du meinſt , na, Du
meinſt, das Kind bekomme ich nicht ohne den Vater! Den
muß ich wohl oder übel mit in den Kauf nehmen!
Das traf! Sie ſchrie beinahe: Gerdt, das iſt abſcheulich!
Das iſt es nicht, mag es auch hart ſein, wie die Wahr=
heit
hart iſt! Meine Schuld iſt es nicht. Früher kannte
ich kein Mißtrauen. Damals war ich wie ein großer,
dummer, vertrauensſeliger Junge, ſo der richtige deutſche
Michel, den noch keine Hunde aus ſeiner Haur herausgehetzt
hatten! Was kann Dich ſonſt auf ſolche Gedanken bringen?
Als ob ich hier fortkönnte, weglaufen wie ein fauler Knecht
von der Arbeit. Nie und nimmer!
Sag nicht dieſes Nie und Nimmer, Gerdt! Iſt denn
wirklich alles aus zwiſchen Dir und mir?
Er antwortete nicht, ſondern blieb dicht an der Tür
ſtehen und hielt den Blick grübelnd zu Boden geſenkt.
Ich will Dir was ſagen! fuhr ſie dann fort, feſtgebiſſen
haſt Du Dich hier, weiter nichts! Voll Trotz und Wut feſt=
gebiſſen
! Ich ſehe es ja, und Du erkennſt es ſelbſt, Du biſt
nicht mehr derſelbe Mann wie einſt!
Das iſt richtig, ich war’s nicht mehr, beſonders nicht
in dieſen Tagen!
Ja, wo iſt denn Deine Heiterkeit, Dein Kraftbewußt=
ſein
, Dein Stolz geblieben, Gerdt? Verzettelt, verſchleu=
dert
! Sie faßte nach ſeiner herabhängenden Hand. Heraus
ſollſt und mußt Du hier! Laß uns die Aſche der letzten
Jahre beiſeite ſchieben und ſehen, was darunter iſt, wenn

uit nen uſtngaet Aont uit ait u ſtaldiger änheie n
einen großen Wirkungskreis! Ich gebe zu, daß ich gefehlt
habe, nicht das rechte Wort finden konnte zur rechten Zeit.
Wir waren beide jünger. Ich konnte nicht klar ſehen in
der erſten Empörung, als Du ſo tateſt, als ſei es ganz ſelbſt=
verſtändlich
, daß ich hier mit hinauskäme, ohne überhaupt
als freier Menſch gefragt zu werden!
Er machte ſeine Hand aus der ihrigen los und ſtürmte
an ihr vorbei durchs Zimmer. Phraſen ſind das, nichts
wie Phraſen! Jedes Wort ein Beweis, daß Du mich und
meine Art gar nicht verſtehſt, vielleicht nicht verſtehen
kannſt, wenn Du auch wollteſt. Frei bin ich hier, hier in
Halligboſtel, freier als irgendwo!
Das iſt nicht wahr, und wenn Du es tauſendmal be=
haupteſt
!
Begreifſt Du das wirklich nicht? Das wäre ſo etwas
ganz Modernes, ſo eine ſchöne Illuſtration dieſer weibi=
ſchen
Zeit! Die Frau führt im Triumph Mann und Kind
zurück, und er, der gezähmte Wilde, frißt wieder brav aus
der Hand! Es muß ja wohl auch die Sorte von Männern
geben! Wäre ich eine Frau, ich nähme von der Sorte
keinen geſchenkt! Aber natürlich, die Frau iſt großdenkend,
heroiſch, mutig! Der Mann iſt kleinlich, konventionell,
feige! Das wird ja als Tatſache verkündet von allen Ka=
thedern
, auf jedem Fetzen Druckpapier und vor jeder ge=
malten
Theaterkuliſſe. Aber, das laßt Euch geſagt ſein:
die beſten von uns Männern, die wirklichen Männer, die
hängen nicht an einer Weiberſchürze, die werden es lernen,
zu ſagen: Ich gehe meine eigenen Wege, auch ohne Weib,
ich kann auch ohne Eheverpflichtungen und all das Brim=
borium
auskommen. Es muß ja nicht ſein!
(Fortſetzung folgt.)

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