Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Heute findet die Eröffnung des neugewählten
bayeriſchen Landtags ſtatt.
Im Ruhrkohlengebiet wurden am Sonntag etwa
20 Bergarbeiter=Verſammlungen
abge=
halten, in denen Reſolutionen für die Lohnerhöhungen
angenommen wurden.
Das Amtsblatt für Luxemburg proklamiert die
Thronbeſteigung der Erbgroßherzogin
Maxia Adelheid.
Der türkiſche Miniſterrat beſchloß die
Aus=
weiſung der in den Wilajets Aleppo, Beirut und
Syrien anſäſſigen Italiener.
Die Deckungsfrage.
— Kommt ſie oder kommt ſie nicht? nämlich die
Erb=
ſchaftsſteuer, das iſt das große Rätſelraten, das jetzt
ein=
geſetzt hat. Es muß auffallen, daß die Einbringung der
Vorlage, die ſeit langem bekannt und auch ſchon vor
Wochen offiziell angekündigt worden war, ſo lange auf
ſich warten läßt. Es ſcheint ſogar, daß man über die
militäriſchen Forderungen an ſich auch noch nicht ganz
einig iſt, und daß noch weiter hierüber Verhandlungen
ſchweben, in der Hauptſache wohl aus finanziellen
Grün=
den. Der Schatzſekretär hat in dieſen Fragen ein nur zu
gewichtiges Wort mitzuſprechen, denn ſeine Aufgabe iſt
es ja, das Geld für die großen Mehrforderungen
herbei=
zuſchaffen, und es iſt daher begreiflich, daß er, ſoweit es
irgend angängig iſt, den Verſuch macht, die Forderungen
ſeiner Kollegen herabzudrücken. Aber woher nehmen?
Die Deckungsfrage iſt es, die Herrn Wermuth
ſchwe=
res Kopfzerbrechen macht, denn bei der jetzigen
Zuſam=
menſetzung des Reichstags iſt es nicht ſo einfach, neue
Steuern auszuklügeln, die auf eine Mehrheit rechnen
können. Nach den Erkärungen des Herrn von Bethmann
Hollweg und noch mehr nach denjenigen des
Schatzſekre=
tärs konnte man mit ziemlicher Sicherheit darauf
ſchlie=
ßen, daß die bei der Reichsfinanzreform durch den
Wi=
derſtand der Konſervativen und des Zeiſtrums
abge=
lehnte Erbanfallſteuer wieder kommen und den
Haupt=
beſtandteil für die Deckung der neuen Wehrvorlagen
bil=
den würde. Bei dieſer Ankündigung iſt den leitenden
Stellen aus den Reihen der Konſervativen wie des
Zen=
trums ein ſchroffes „nein” entgegengeklungen, während
andererſeits ſämtliche übrigen Parteien einſchließlich der
Freikonſervativen dieſer Steuer zuſtimmen würden,
ſo=
daß eine beträchtliche Mehrheit für ſie geſichert wäre.
Jetzt mit einem Male taucht in konſervativen Blättern auf
Grund von parlamentariſchen Gerüchten die Meldung
auf, die Regierung wolle angeſichts der Haltung der
erſt=
genannten Parteien auf die Wiedereinbringung der
Erb=
anfallſteuer verzichten und mit anderen Steuern
hervor=
treten; wahrſcheinlich ſei, daß dem Reichstage eine
Er=
höhung der Wertzuwachs= und Kuponſteuer, ſowie eine
Dividendenſteuer vorgeſchlagen werden ſolle.
Dieſe Nachricht dürfte das größte Aufſehen erregen,
da ſie mit den Erklärungen der Regierungsvertreter im
Reichstage nicht in Einklang zu bringen iſt.
Insbeſon=
dere dürfte die Nachricht bei der Linken die lebhafteſte
Er=
regung hervorrufen, und es ſteht außer Frage, daß,
wenn es ſich bei dieſer Nachricht nicht um einen bloßen
„Verſuchsballon” handelt, der Kampf der Parteien in
vielleicht noch ſchärferer Form entbrennen wird als zur
Zeit der Reichsfinanzreform. Es wäre nicht
ausge=
ſchloſſen, daß unter ſolchen Umſtänden vielleicht ein
An=
trag auf Einführung der Erbanfallſteuer als
Gegenvor=
ſchlag aus dem Hauſe ſelbſt kommt und vielleicht auch
Annahme fände. Andererſeits wäre es auch nicht
ausge=
ſchloſſen, daß außer der Erbanfallſteuer auch noch die
eben erwähnten kommen, die zum Teil vielleicht auch auf
Annahme rechnen könnten, zumal nicht anzunehmen iſt,
daß die Erbſchaftsſteuer an ſich die Koſten für den
Mehr=
bedarf von Heer und Marine zu decken vermag.
Es wäre dringend erwünſcht, daß die Regierung ſich
nicht in geheimnisvolles Schweigen über ihre Pläne
hüllte, die ja doch binnen kurzem mitgeteilt werden
müſ=
ſen. Die augenblicklich in dieſer Hinſicht vorherrſchende
Unklarheit iſt nicht geeignet, die noch beſtehende
Verſtim=
mung zu beſeitigen.
Die Eröffnung des bayeriſchen Landtags
findet am heutigen Dienstag ſtatt, und zwar wird nach
den vorläufigen Beſtimmungen Prinzregent Luitpold
per=
ſönlich die Thronrede verleſen. Dadurch kommt die
be=
ſondere Bedeutung zum Ausdruck, die an maßgebender
Stelle dem Ereigniſſe beigemeſſen wird. Seit dem 14.
November vorigen Jahres, wo die Abgeordnetenkammer
aufgelöſt wurde, ſind in Bayern auf innerpolitiſchem
Ge=
biete mehrere bemerkenswerte Vorgänge zu verzeichnen
geweſen. Zunächſt die Wahlen, die zwar der
Zwei=
drittelmajorität des Zentrums ein Ende bereitet, dieſes
aber doch noch als ſtärkſte Partei im Abgeordnetenhauſe
belaſſen haben. Nach der Zahl der abgegebenen
Stim=
men gebührte der vereinigten Linken dieſe Mehrheit,
aber erſt wenn das Zentrum bei ſpäteren Wahlen
wei=
ter geſchwächt und die Mehrheit verloren haben wird,
kann dem Gebote der Gerechtigkeit durch eine gleichmäßige
Wahlkreiseinteilung entſprochen werden. Der zweite
be=
deutſame Vorgang war die Demiſſion des Kabinetts
Po=
dewils und die Berufung eines Kabinetts unter dem
Frhrn. v. Hertling, womit trotz des auch in dieſem
Mi=
niſterium noch enthaltenen Konzeſſions=Proteſtanten die
Entwickelung des, bayeriſchen Kabigetts zu einer rein
klerikalen Regierung einen weiteren Fortſchritt gemacht
hat. Allgemein ſieht man hierin wohl nicht mit
Un=
recht den Einfluß des präſumtiven Thronfolgers, des
Prinzen Ludwig.
Eine neue Abgeordnetenkammer und eine neue
Re=
gierung werden ſich alſo heute Dienstag in Bayern
prä=
ſentieren. In erſterer hat bekanntlich die Linke eine
be=
achtenswerte Minderheit erlangt, ſodaß ſie nicht mehr in
gleichem Maße wie früher der Vergewaltigung durch das
Zentrum preisgegeben ſein wird. Obletzteres ſeine bisherige
Gewaltpolitik fortſetzen wird, muß ſich ſchon in der erſten
Geſchäftsſitzung am Mittwoch bei der Wahl des
Präſi=
diums zeigen. Den Präſidenten wird natürlich das
Zen=
trum ſtellen, ob es aber den beiden Parteien der Linken
die Vizepräſidentenpoſten überlaſſen wird, ſodaß dann
alle drei größeren Parteien im Präſidium vertreten ſein
werden, oder ob es auch den erſten Vizepräſidenten
be=
anſpruchen wird, darauf iſt man allgemein geſpannt.
Zu denjenigen Vorlagen, die alsbald der Erledigung
be=
dürfen, gehört bekanntlich auch der Lotterievertrag mit
Preußen, für den das Zentrum keine Sympathie hat.
Lehnt es die Vorlage ab, ſo iſt ein Konflikt zwiſchen
Mehrheit und Regierung geſchaffen, indeſſen glaubt man
allgemein, daß es das Zentrum zu dieſem Aeußerſten
nicht kommen laſſen wird. Jedenfalls hat man Urſache,
den bayeriſchen Parlamentsverhandlungen auch
außer=
halb der blauweißen Grenzpfähle mit großem Intereſſe
entgegenzuſehen.
Die italieniſche Kammer und die deutſche
Sozialdemokratie.
Man ſchreibt uns: Die Begeiſterung, mit der
die italieniſche Kammer das Dekret über die
Einverleibung Tripolitaniens aufgenommen hat,
veran=
laßt den Vorwärts, von einem „imperialiſtiſchen
Haſchiſch=
rauſch” der bürgerlichen Parteien zu ſprechen. Und
aus dem Jubel der Kammer über die Taten von
Ita=
liens Heer und Flotte ſchließt das ſozialdemokratiſche
Zentralorgan, daß den bürgerlichen Politikern „klares
Denken” abhanden gekommen ſei. Dieſe Kritik muß
an=
geſichts der dem Vorwärts nicht unbekannten
Kammer=
verhandlungen um ſo ſchärfer zurückgewieſen werden, je
klarer die Tendenz iſt, die aus ihr ſpricht. Letztere
näm=
lich iſt offenbar darauf gerichtet, die deutſchen
Sozial=
demokraten von der Tatſache abzulenken, daß die
So=
zialdemokratie Italiens, obwohl ſie
größten=
teils gegen das Einverleibungsdekret ſtimmte, doch
er=
klärtermaßen einer nationalen Haltung
ſich=
fleißigen wollte. Hat „Genoſſe” Ferri unmittelbar für
die Gültigkeit des Dekrets geſtimmt, ſo beweiſt die Rede
des Sozialiſtenführers Biſſolati, wie ſehr die italieniſche
Sozialdemokratie von der antinationalen Richtung der
deutſchen entfernt iſt. Biſſolatis Huldigung vor
Ita=
liens Heer und Flotte, ſeine Erklärung, daß die
ſozie=
liſtiſche Partei von den Gefühlen der ganzen Nation ſich
nicht trennen dürfe, der Regierung in dieſem feierlichen
Augenblick keine Schwierigkeiten ſchaffen, die türkiſchen
Hoffnungen auf ihre Oppoſition enttäuſchen wolle —, läßt
die nationale Empfindung der italieniſchen
„Genoſſen” auf das unzweideutigſte erkennen. Wenn der
Vorwärts trotzdem den Eindruck hervorruft, als ob nur
die bürgerlichen Parteien der Kammer von
kriegeriſcher Begeiſterung erfüllt ſeien, ſo geſchieht es
ſelbſtverſtändlich in der Abſicht, ſeine Leſer nicht merken
zu laſſen, wie wenig die antinationale Haltung der
deut=
ſchen Sozialdemokratie Gemeingut des internationalen
Sozialismus iſt, wofür übrigens Frankreich ſchon längſt
Beweiſe geliefert hat.
Deutſches Reich.
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichstags wird ihre nächſte Sitzung zur Behandlung
geſchäftlicher Fragen am Mittwoch, den 28. Februar,
ab=
halten. Es ſollen zunächſt diejenigen Mandate geprüft
werden, bei denen die Abgeordneten mit ſehr geringer
Mehrheit gewählt worden ſind. Es ſind das die
Abge=
ordneten Dr. Becker (gewählt in Alzey=Bingen mit zwei
Stimmen Mehrheit), Koelſch (nl.), gewählt in Kehl=
Offenburg (8 Stimmen), Kaempf (Fortſchr. Vp.), gewäylt
in Berlin 1 (9 Stimmen) und Haupt (Soz.) gewählt in
Jerichow 1 und 2 (7 Stimmen).
— Sankt Bureaukratius und die
nationalen Verbände. Unter dieſem Stichwork
ſchreibt die Tägl. Rundſchau:
Wir haben ſchon erwähnt und bedauert, daß daran
gedacht wird, die großen nationalen Vereine künftig unter
die Kategorie der „politiſchen Vereine” zu rechnen. Unter
den Beteiligten: Flotten=, Wehr= und Kolonialverein, hat
dies das größte Aufſehen hervorgerufen und wird —
falls der Gedanke zur Durchführung gebracht werden ſoll —
die heftigſte Abwehr der betroffenen Vereine
herausfor=
dern. Die Unterſtellung der genannten Vereine unter die
Kategorie der politiſchen Vereine würde das Ausſcheiden
aller aktiven Offiziere aus den Vereinen im Gefolge
ha=
ben, u. a. müßte Großadmiral v Köſter, der als
Groß=
admiral aktiver Offizier iſt, von der Leitung des
Flotten=
vereins ſcheiden. Wie erinnerlich, entbrannte der Streit,
der vor einigen Jahren im Flottenverein tobte, über die
Frage, ob der Flottenverein ein national=unpolitiſcher
bleiben oder ein politiſcher Verein werden ſoll. Der
Streit wurde zugunſten der unpolitiſchen Richtung
pe=
endigt, der Präſident Fürſt Salm trat zurück, und General
Keim nahm ſeinen Abſchied. Damals trat auch der
Pro=
tektor des Vereins, Prinz Heinrich, entſchieden für deſſen
unpolitiſchen Charakter ein. Und nun dennoch, und von
Polizei wegen, „politiſcher Verein!? Wie ſchwer die
Vereine von der Unterſtellung unter die Kategorie der
„politiſchen Vereine” betroffen würden, ergibt ſich von
ſelbſt, wenn man bedenlt, daß dies die polizeiliche
Kon=
trolle der Vorträge und Lichtbildervorträge zur Folge
hätte, und daß z. B die Schülerfahrten nach der
Waſſer=
kante nicht mehr zuläſſig wären. Bisher hat der
Flot=
tenverein in zwölf Jahren etwa 40 000 deutſche Kinder
nach der Waſſerkante geſchickt, die ſich an dem
Emporbli=
hen der deuſchen Kriegs= und Handelsflotte erfreuen
konn=
ten. und das will Sankt Bureaukratius aus der Welt
dekretieren? Wenn in dieſer Weiſe gegen die großen!
nationalen Vereine vorgegangen wird, ſo geht man wohl
nicht fehl, wenn man dieſe Pläne mit dem Beginn der
deutſch=engliſchen Verſtändigungsverſuche in
Zuſammen=
hang bringt. Dieſe Vermutung aber kann unmöglich das
Vertrauen mehren, mit dem die Nation die Regierung
in dieſes neue Spiel um unſere Weltgeltung ſich einlaſſen
ſieht.
Quem deus perdere vult, dementat.
— Reichsländiſche Politik. In der letzten
Sitzung der Budgetkommiſſion des elſaß=lothringiſchen
Landtages beantragten, wie aus Straßburg gemeldet:
wird, die Sozialdemokraten beim Etat der Finanzen, den
Gnadenfonds des Kaiſers in Höhe von 100000 Mark und
den Dispoſitionsfonds des Statthalters in Höhe von
130000 Mk. zu ſtreichen. Die Debatte warf ein
bezeichnen=
des Licht auf die politiſchen Zuſtände im Reichslande.
Bezüglich des Gnadenfonds entſpann ſich eine
län=
gere Debatte, weil die Mehrheit ein Kontrollrecht des
Parlaments auch für dieſen Fonds in Anſpruch nahm
und forderte daß eine Unterkommiſſion von vier
Mit=
gliedern die Belege im einzelnen nachprüfen ſolle. Die
Regierung erklärte, dieſem Verlangen nicht ſtattgeben zu
können, da der Fonds als Gnadenfonds nicht auch
gleich=
zeitig der parlamentariſchen Kontrolle unterliegen könne.
Die Liberalen nahmen das Kontrollrecht im Prinzip in
Anſpruch, erklärten aber mit Rückſicht auf die Zweckbe=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Nummer 49.
ſtimmung des Fonds aus Gründen des varlamentariſchen
Taktes, auf ſeine Ausführung zu verzichten, und wieſen
darauf hin, daß auch der aus demokratiſchen Wahlen
her=
vorgegangene Reichstag für den entſprechenden Fonds in
Höhe von 3 Millionen Mark das Kontrollrecht nie
bean=
ſprucht habe. Es müſſe dieſe Forderung von dem Kaiſer
als eine Brüskierung empfunden werden, zu der die
Li=
beralen nie die Hand reichen könnten. Gegen die
Stim=
men der Liberalen wurde hierauf der Fonds geſtrichen.
Der Dispoſitionsfonds wurde gegen die Stimmen der
Sozialdemokraten bewilligt. Die Belege über die
Aus=
gaben werden der Rechnungsprüfungskommiſſion
mitge=
teilt werden. Ueber die Verwendung des Gnadenfonds
wurde ein Beſchluß nicht gefaßt. Von dem
Repräſen=
tationsfonds des Statthalters in Höhe von 200000 Mark
wurden auf Antrag des dem Zentrum angehörigen
Vor=
ſitzenden der Budgetkommiſſion 100000 Mark als künftig
wegfallend bezeichnet. Die entſprechende Kürzung der
Gehälter des Staatsſekretärs und der
Unterſtaatsſekre=
täre wurde für die Beratung der Beſoldungsvorlage
vor=
behalten. Geſtrichen wurde auch von der gleichen
Mehr=
heit wie oben der geheime Fonds der politiſchen Polizei
(44000 Mark), weil auch darüber die Regierung die
Vor=
lage der Belege verweigerte, was in keinem Parlamente
geſchehen dürfe.
Die Sozialdemokratie allein hätte ihren Antrag auf
Streichung des Gnadenfonds nicht durchzuſetzen vermocht,
ſie konnte dies nur mit Hilfe des Zentrums, das die
Majo=
rität im Parlament der Reichslande behalten hat und nun
die erſte beſte Gelegenheit ergreift, ſich an einer
Brüs=
kierung des Kaiſers zu beteiligen. Sachliche Gründe, den
Gnadenfonds zu beſeitigen, lagen nicht vor. Denn
we=
der der mäßige Betrag von 100000 Mark ließ die
Strei=
chung gerechtfertigt erſcheinen ,noch geſchah dies durch
die Weigerung der Regierung, dem Parlamente ein
Kontrollrecht über die Verwendung des Fonds
einzü=
räumen, der ja doch einzig und allein dem Lande wieder
zugute kommt und dem Kaiſer Gelegenheit geben ſoll,
nach eigenem Ermeſſen in dringenden Fällen materielle
Hilfe zu gewähren, beſondere Verdienſte zu lohnen uſw.
Ein ſolcher Fonds beſteht wohl in den meiſten Staaten,
und daß ſeine Verwendung nicht durch parlamentariſche
Kontrolle im Einzelnen der Kritik unterzogen werden
kann, iſt ſelbſtverſtändlich, ſollte es wenigſtens für jede
bürgerliche Partei, namentlich, wenn ſie, wie das Zentrum,
immer ihre monarchiſche Geſinnung betont, ſein. Man
darf geſpannt ſein wie ſich das Plenum des Landtages
zu dem Beſchluſſe des mit den Sozialdemokraten
verkün=
deten Zentrum verhalten wird.
Ausland.
Italien.
Roms Kampf gegen den Modernismus.
Der Vatikan ſetzt unentwegt den Kampf gegen den
Mo=
dernismus mit Strenge fort. Ein am Freitag in den
amtlichen Acta Sedis Apoſtolicae erſchienenes Dekret der
Konſiſtorial=Kongregation verfügt, daß die Biſchöfe auf
ihrer Romfahrt ad limina künftig ihren Berichten jeweils
die Kapitel über die moderniſtiſche Bewegung in ihren
Diözeſen beifügen ſollen. Daraufhin wird der Vatikan
neue einſchneidende Maßregeln gegen die des
Modernis=
mus überführten Perſönlichkeiten treffen.
Frankreich.
Das Militärflugweſen. Miniſterpräſident
Poincaré, Marineminiſter Delcaſſé und Kriegsminiſter
Millerand ſprachen ſich über die von der Preſſe zugunſten
des Militärflugweſens eingeleitete Propaganda
ſehr anerkennend aus. Delcaſſé ſagte unter anderem,
durch die Militärflugzeuge könnten die Bedingungen des
Seekrieges umgeſtaltet werden. Das Flugweſen
ent=
wickeln heiße die Größe Frankreichs fördern. Millerand
erklärte, er nehme mit Dank die durch die Preſſe
gewid=
meten Geldſpenden an, doch müſſe der Kriegsverwaltung
die vollſtändige Freiheit der Auswahl der
anzuſchaffen=
den Flugzeuge gelaſſen werden. — Der Petit Pariſien
ſtiftete für die zu veranſtaltenden Schauflüge gleichfalls
50000 Francs.
Der Senat nahm in das Finanzgeſetz einige auf
die Arbeiterpenſionen bezügliche Artikel auf, u. a. die
Be=
ſtimmung, wonach die Altersgrenze für die Penſionierung
auf 60 Jahre herabgeſetzt wird. Der Senat nahm das
Budget im Ganzen an.
England.
Die Konferenz der Bergarbeiter, die am
Dienstag in London zuſammentritt, wird entweder in
corpore oder durch eine Kommiſſion direkt mit dem
Pre=
mierminiſter in Verbindung treten. In verſchiedenen
Bezirken laufen die Kündigungstermine am Dienstag
oder am Mittwoch ab, im großen und ganzen aber
wer=
den die Leute bis Donnerstag bei der Arbeit bleiben,
ſo=
daß allgemein der Streik am Freitag beginnen würde.
In Alderſhot ſind 16000 Mann Kavallerie und
Infan=
terie bereit, binnen wenigen Stunden zur Unterdrückung
etwaiger Unruhen auszurücken. Eine Verſammlung von
Bürgermeiſtern aus allen Teilen des Landes, die unter
dem Vorſitze des Lordmayors in dem Manſion=Houſe
ſtattfand, nahm einſtimmig eine Reſolution an, welche
die Führer der beiden Parteien im Kohlenſtreik
auffor=
dert, den überragenden Intereſſen des Gemeinwohls
Rechnung zu tragen, und gleichzeitig der Meinung
Aus=
druck gibt, daß es keine Schwierigkeiten gebe, welche die
Vermittler zwingen könnten, unverrichteter Sache
aus=
einanderzugehen.
Perſien.
Die engliſch=ruſſiſche Note. Ueber den
Inhalt der letzten engliſch=ruſſiſchen Note an die perſiſche
Regierung verlautet, daß die beiden Großmächte dahin
übereingekommen ſind, Perſien mit 2 Millionen Rubel
zu ſubventionieren, wenn Perſien folgende Bedingungen
annimmt: Organiſation der Gendarmerie in Nord= und
Süd=Perſien unter der Leitung ſchwediſcher Inſtrukteure,
die Auszahlung einer Jahresrente von 50000 Tomanen
an den entthronten Schah und die Ausweiſung Fidei
Kahns und endlich Anpaſſung der perſiſchen Regierung
an das ruſſiſch=engliſche Abkommen. Nach Erfüllung
dieſer Bedingungen wird die perſiſche Regierung durch
weitere zwei Millionen unterſtützt werden. Der ruſſiſche
Konſul in Aſterabad, Iwanow, riet privatim dem Exſchah,
nachzugeben. Es heißt, daß dieſer in Frankreich oder in
der Schweiz ſeinen Aufenthalt nehmen wird.
Vereinigte Staaten.
Rooſevelt erklärte in Beantwortung einer von
den Gouverneuren der Weſtſtaaten an ihn gerichteten
An=
frage, ob er Präſidentſchaftskandidat ſein wolle: Ich
nehme die Nominierung an, falls ſie mir angeboten wird.
Ich verharre bei dieſem Entſchluß, bis der Konvent ſeine
Wahl getroffen hat.
* Eſſen a. d. Ruhr, 25. Febr. Im ganzen
Ruhr=
kohlengebiete wurden heute etwa 20
Bergarbeiter=
verſammlungen abgehalten, die von dem ſogenannten
Dreibund, dem alten ſozialdemokratiſchen Verband, den
Hirſch=Dunckerſchen und dem polniſchen
Bergarbeiterver=
band einberufen worden waren, um die Lage der
Bergarbeiter zu erörtern. Der Chriſtliche
Gewerk=
verein, der ſich von der Lohnbewegung fern hält,
ver=
breitete Flugblätter im ganzen Bezirk, in denen vor
Putſchen gewarnt und zur Bewahrung der Ruhe, ſowie
zum Vertrauen auf die Verbandsleitung aufgefordert
wird. In einer Verſammlung in Oberhauſen betonte der
Reichstagsabg. Sachſe die Notwendigkeit der
Lohn=
erhöhungen und wies es zurück, daß die im Gange
befind=
liche Bewegung den engliſchen
Bergarbei=
tern die Kaſtanien aus dem Feuer holen ſolle. Niemals
hätten die Engländer von den Deutſchen einen
Sympathie=
ſtreik verlangt. Doch ſei keine Zeit geeigneter, wie die
jetzige, die Lohnforderungen der Bergarbeiter
durchzu=
drücken. Der Vertreter des Hirſch=Dunckerſchen Verbandes
begründete die zehn Forderungen der Bergarbeiter. In
einer großen Verſammlung, die in Bochum ſtattfand,
wurde namentlich bedauert, daß der Chriſtliche
Gewerk=
verein ſich von der Lohnbewegung ausgeſchloſſen habe und
dadurch die Einigkeit der Bergarbeiter gefährde. So
ſchmerzlich auch der Kampf ſei für die Arbeiter, für die
Nation und für das Wirtſchaftsleben, ſo müſſe doch dieſe
Eventualität in Kauf genommen werden, falls die
Unter=
nehmer nicht auf der Baſis des Verhandelns den Frieden
erhalten wollten. In allen Verſammlungen wurk
gleichlautende Reſolutionen angenommen, in de
ſich die Bergarbeiter mit dem Vorgehen der
Verbands=
vorſtände zwecks Herbeiführung einer Lohnerhöhung
ein=
verſtanden erklären, die längſt notwendig war und bei der
günſtigen Lage der Induſtrie auch zweifellos möglich ſei.
Die bisherigen Lohnbeſſerungen reichen nicht aus, die
ſtarke Lebensmittelteuerung auszugleichen. Der gewählte
Zeitpunkt ſei für die Verwirklichung der wohlberechtigten
Lohnforderungen durchaus günſtig. Für den Fall, daß
die Erwartung der Bergleute getäuſcht werden ſollte,
be=
auftragten die Verſammelten die Vorſtände des
Dreibun=
des, geeignete Schritte für die entſchloſſenen Forderungen
im Intereſſe der Bergarbeiter zu tun und verſprachen, die
Organiſationsleitungen mit allem Nachdruck zu
unter=
ſtützen. Die Verſammlungen verliefen ruhig.
Mehrere Verſammlungen des Chriſtlich=
So=
zialen Bergarbeiterverbandes im
Wurm=
revier nahmen zur augenblicklichen Lage des deutſchen
Bergbaues eine Reſolution an, in der es heißt: Den
Sympathieſtreik zugunſten der Engländer lehnt die
Chriſt=
liche Arbeiterſchaft des Aachener Kohlenreviers ganz
ent=
ſchieden ab, weil ſie nur dann in den Streik eintreten
kann und will, wenn der Streik im Intereſſe der deutſchen
Bergarbeiter notwendig iſt und Erfolg verſpricht. Die
Reſolution weiſt darauf hin, daß der engliſche
Berg=
bau bei früheren Streiks der deutſchen Bergarbeiter
Deutſchland mit Kohlen überſchwemmt habe, und dadurch
dem deutſchen Bergbau ganzeerhebliche Abſatzgebiete
weg=
genommen habe. Zum Schluß ſpricht die Reſolution die
Erwartung aus, daß die Unternehmer, entſprechend der
Hebung der Konjunktur, eine Erhöhung der Löhne
ge=
währen werden, wie es bereits der Eſchweiler Bergwerks=
Verein dem Arbeiterausſchuß der Grube Anna beſtimmt
in Ausſicht ſtellte.
* Großherzog Wilhelm von
Luxem=
burg f. Wie bereits mitgeteilt, iſt der Großherzog von:
Luxemburg am Samstag abend geſtorben.
Großher=
zog Wilhelm von Luxemburg folgte ſeinem
Vater, Großherzog Adolf, dem erſten ſelbſtändigen
Groß=
herzog von Luxemburg, der von 1890 bis 1905 regierte.
Er war am 22. April 1852 geboren und vermählt mit
Maria Anna, Infantin von Portugal. Obwohl ſelbſt
evangeliſch, ließ er ſeine Töchter im katholiſchen Glauben
erziehen. Er hinterläßt ſechs Töchter, von denen die älteſte,
„Erbgroßherzogin” Marie jetzige Großherzogin,
geb. am 14. Juni 1894, nach dem luxemburgiſchen Geſetz
vom 10. Juli 1907 zur Thronfolge berufen iſt, und zwar
zunächſt unter der Regentſchaft ihrer Mutter. Der
Groß=
herzog war ſeit Jahren ſchwer leidend. Schon am 19.
No=
vember 1908 ging die Regentſchaft an die Großherzogin
Marie Anna über, da dem Großherzog das unheilbare
Leiden die Weiterführung der Regierungsgeſchäfte
un=
möglich machte.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. Februar.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Hermann zu Stolberg=
Wernigerode iſt am Samstaa nachmittag 2 Uhr 50 Min.
abgereiſt. Prinz und Prinzeſſin Viktor zu Erbach=
Schön=
berg nahmen am Sonntag an der Frühſtückstafel im
Neuen Palais teil. Die Großherzoglichen Herrſchaften,
ſowie Prinz und Prinzeſſin Viktor zu Erbach=Schönberg
begaben ſich am Sonntag nachmittag 2¾ Uhr mit Gefolge
im Auto nach Frankfurt und beſuchten im Hippodrom
das Reiterfeſt. Die Rückkehr nach Darmſtadt erfolgte
8¼ Uhr. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Bürgermeiſter, Ortsgerichtsvorſteher und
Standesbeamten Philipp Heinrich Fritzel zu Ober=
Eſchbach das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen; das Ehrenzeichen für Mitglieder
frei=
williger Feuerwehren an Andreas Simon, Adam
Schroth und Heinrich Neudecker, ſämtlich zu
Klein=Auheim.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den außerordentlichen Profeſſor bei der
juriſtiſchen Fakultät der Landesuniverſität Gießen Dr.
Hans Albrecht Fiſcher zum ordentlichen Profeſſor in
dieſer Fakultät mit Wirkung vom 1. April 1912 an und
den Finanzamtmann bei dem Finanzamt Friedberg
Erich Doerr zu Friedberg zum Vorſtand des
Finanz=
amts Schotten.
Die Frau in Haus und Beruf.
Die Ausſtellung des Deutſchen
Lyzeum=Klubs.
Der Deutſche Lyzeum=Klub, der einen
Mittelpunkt für die mannigfachen Beſtrebungen der
heu=
tigen Frauenwelt bildet, will durch die Ausſtellung,
die am Samstag in den Ausſtellungshallen am
Zoolo=
giſchen Garten in Berlin eröffnet worden iſt, dieſen
Be=
ſtrebungen einen ſichtbaren Ausdruck geben. Es ſollte
dieſe Ausſtellung die Leiſtungen der deutſchen
Frauen unſerer Zeit in zuſammenfaſſender
Form veranſchaulichen und zur Darſtellung bringen.
Was die Leitung der Ausſtellung hier zuſtande gebracht
hat, iſt in der Tat eine glänzende Zuſammenfaſſung
einer impoſanten Tätigkeit, der ſinnfällige Beweis
da=
für, wie ausſchlaggebend in unſeren Tagen die Frau
auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens arbeitet, und
es iſt hier eine Welt erſtanden von dem allumfaſſenden
Komplex emſiger Arbeit und produktiven Fleißes, den
die Frauenwelt entwickelt.
Die Frau im Beruf iſt durch eine große Zahl
von Einzelgruppen verkörpert. Sie erſcheint im
Kunſt=
gewerbe zunächſt in der dekorativen Malerei, in einem
Fries und einer Apſis, die von Ida C. Soever
herge=
ſtellt worden ſind. In den Wohnungseinrichtungen
zeigt ſich die Tätigkeit der Frau in vielfältigen Abarten.
Die Klubempfangshalle iſt eine reizvolle und von
Ge=
ſchmack durchwehte Arbeit, deren Entwurf von Fia Wille
ſtammt. Man ſieht hier dann ein hübſches
Redaktions=
zimmer, ein Muſikzimmer und endlich Spiel= und
Be=
ſchäftigungszimmer für die Jugend. Korb=Dielenmöbel
veranſchaulichen die Einwirkung der Frau auf die
Bild=
ung eines gemütlichen und geſchmackvollen Heims. In
der Schmuck= und Fächerkunſt macht ſich die weibliche
Frauenarbeit beſonders eindringlich bemerkbar. Ein
impoſanter Schatz von echten Spitzen iſt in dieſer
Ab=
eilung ausgebreitet, und auch in den Ausſtellungs=
objekten für Glas, Porzellan und Keramik erkennt man
die freundlichen und wirkungsvollen Linien, die nur
dem Schönheitsſinn der modernen Frau entſproſſen ſein
können.
Die Frau in perſönlichen und
öffent=
lichen Intereſſen iſt in dieſer inſtruktiven und
durchaus feſſelnden Ausſtellung auf verſchiedenen
Ge=
bieten dargeſtellt. Man begegnet hier der Frau als
Sammlerin, und es iſt ein überraſchender Eifer ſeitens
echter Kennerinnen entwickelt worden, dem das
Zu=
ſammentragen wertvoller Objekte zu danken iſt. Die
Frau im Beruf erſcheint nun zunächſt in ihrer
Eigen=
ſchaft als Redakteurin von Tageszeitungen und als
Modenredakteurin. Proben ihrer Tätigkeit liegen in
einer großen Anzahl von Exemplaren
verſchiedenartig=
ſter Zeitungen und Zeitſchriften aus. Was die Frau
in der Literatur bedeutet, iſt allerdings ſo bekannt, daß
die Bibliothek der Ausſtellung, die ungefähr 2000 Bände
von geiſtiger Arbeit der Frau umfaßt, nur noch
ge=
wiſſermaßen als amtliche Beſtätigung dieſer großen
Werte angeſprochen werden kann. Für die Frau in der
Muſik iſt ein eigener ſchöner Raum in der Ausſtellung
vorbehalten. Hier treten uns die Muſikerinnen der
Gegenwart in ihren Kompoſitionen entgegen, hier ſehen
wir die Frau an der pädagogiſchen und
muſikwiſſen=
ſchaftlichen Arbeit. Namen von gutem Klang tauchen
auf, Gemma Bellincioni, Anna Morſch, Lina Ramann
und viele andere.
Die Beteiligung der Frau an Sport
und Körperkultur iſt in unſerer ſportfreudigen
Zeit natürlich eine ſehr rege. Die Ausſtellung bringt
Beweiſe dafür, indem ſie die Frau zeigt, wie ſie jagt,
wie ſie Fechtkunſt übt, radelt und rodelt.
Selbſtver=
ſtändlich iſt die Ausſtellung ein glänzender Beweis
da=
für, welche ſegensvolle Rolle die Frau in der
Kranken=
pflege ausübt. Die Gruppen dieſer Abteilung ſind
der Darſtellung für berufliche Krankenpflege und für
die private Betätigung auf dieſem Felde gewidmet.
Ganz reizvoll iſt die Gruppe, die die Frau in der Gärt=
nerei, ſelbſtändig und als angeſtellte Gärtnerin,
dar=
ſtellt. Die Frau im Hauſe zeigt ſich zunächſt in der
Ab=
teilung „Die Hausfrau in ihrem Werdegang‟ Eine
Haushaltungsſchule demonſtriert die theoretiſche
Aus=
bildung der Frau zur Hüterin des Hauſes, die
Gewerbe=
ſchule zeigt, in welcher Weiſe Frauen für die Handarbeit,
für die Wäſcheanfertigung, für das Schneidern und für
das Putzmachen ausgebildet werden. Auf dieſer
Grund=
lage baut ſich dann die Gruppe auf, die die Tätigkeit
der Frau im hauswirtſchaftlichen Großbetrieb
veran=
ſchaulicht. Hier erfährt man Intereſſantes über die
Schulſpeiſung, hier werden in Gaslehrküchen Speiſen
zubereitet, die an das Publikum gegen Löſung von
Marken verabreicht werden. Eine alkoholfreie Gaſtſtube
erbringt den Beweis dafür, daß man auch ohne Wein
und Bier durch andere wohlſchmeckende Getränke
ſei=
nen Durſt ſtillen kann, während dann wieder drüben,
auf der anderen Seite der Halle, eine überaus
an=
heimelnde Gaſtſtube „Zum grünen Baum” auch
alkoho=
liſche Getränke birgt.
Was die Frau in der Hauspflege leiſtet,
ſieht man an der Darſtellung verſchiedener Zweige auf
dieſem ſo weitverzweigten Gebiete. In ſtatiſtiſchen
Ta=
bellen und an Ausſtellungsobjekten erweiſt ſich die Art,
in der die Frau in den Kolonien für das Haus und für
die Familie tätig iſt. Man ſieht da Nachweiſe über die
Ergebniſſe von Wohlfahrtseinrichtungen in den
Kolo=
nien, ferner Modelle tropiſcher Wohn= und
Wirtſchafts=
gebäude, eingemachtes Obſt und konſervierte
Nahrungs=
mittel aus den Landesprodukten der Kolonien. Der
Pavillon für Jugendpflege umfaßt die Darſtellung der
verſchiedenen Methoden, nach denen ſolche Kinder
er=
zogen und beſchäftigt werden, die zwar rechtlich und
tatſächlich einer Familie angehören, wo aber die
Fa=
milie als erzieheriſcher Faktor verſagt. Die Hausfrau
auf dem Lande tritt uns auf der Ausſtellung entgegen
in zahlreichen Ergebniſſen ihrer poſitiven Arbeit in der
praktiſchen Landwirtſchaft, in der Geflügelzucht und in
der Schweinezucht. Dieſe letztere Gruppe iſt beſonders
Nummer 49.
Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Seite 3.
-g. Strafkammer. Ein Dummerjungenſtreich brachte
geſtern zwei 13jährige Schuljungen aus Offenbach vor die
Strafkammer unter der Anklage des Einbruchdiebſtahls.
Die beiden Jungen hatten in Gemeinſchaft mit zwei
anderen noch nicht ſtrafmündigen Volksſchülern eine
ver=
ſchloſſene, als Kontor dienende Bretterbude gewaltſam
erbrochen und daraus mehrere Reißzeuge entwendet. Der
Staatsauwalt bedauerte ſelbſt, daß die Sache in
Erman=
bgelung eines Jugendſtrafrechtes die Strafkammer
be=
ſchäftigen muß, aber nach dem geltenden Recht hätten die
Angeklagten ſich zweifellos ſtrafbar gemacht, er ſtellte das
Strafmaß in das Ermeſſen des Gerichts. Das Gericht
ſprach einen Angeklagten frei und verurteilte den anderen
zu einem Verweiſe. — Der 33jährige Emil Koſchinsky
aus Breslau war im Februar 1911 von der Offenbacher
Pharmazeutiſchen Induſtrie=Geſellſchaft als Vertreter des
Geſchäftsführers engagiert worden. Als ſolcher hatte er
auch die Geldgeſchäfte der Geſellſchaft zu beſorgen. Die
Scheckvollmacht beſaß er jedoch nicht, ſondern der Bruder
des Geſchäftsführers Schwaner. Am 31. Juli verließ
Ko=
ſſchinsky die Stellung ohne vorherige Kündigung, um in
Brüſſel eine Stellung anzutreten. Vorher hatte er jedoch
mit zwei Schecks etwa 1100 Mark abgehoben, wozu er ſich
vorher von dem Bruder Schwaners zwei Blankoſchecks
mit der Unterſchrift verſehen ließ. Koſchinsky gibt an,
er hätte gewiſſermaßen das Recht gehabt, ſich das Geld
auf dieſe Art zu verſchaffen, da ihm der Geſchäftsführer
leine hohe Entſchädigung bei zufriedenſtellender
Geſchäfts=
führung in Ausſicht geſtellt hatte. Da er es aber nicht
ſchriftlich hatte, ſo hätte er es vielleicht doch nicht
bekom=
men. Das Geld hat er nach ſeiner Angabe für den
Um=
zug ſeiner Familie nach Brüſſel und zur Bezahlung von
Schulden verbraucht. Er wurde wegen Unterſchlagung
in zwei Fällen zu 9 Monaten Gefängnis
verur=
teilt. Von der Unterſuchungshaft wird ihm ein Monat
angerechnet.
D Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 2. März, vormittags
9½ Uhr, lautet: Geſuche um Ausſtellung je eines
Wandergewerbeſcheins 1. der Ernſt Meinhardt Ehefrau
zu Offenbach, 2. des Heinrich Spengler zu Darmſtadt,
3. des Auguſt Weiß daſelbſt, 4. der Roſa Götz geb.
Schüßler zu Darmſtadt.
* Der 49. Verbandstag der heſſiſchen
landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaften findet am Montag, den 4. März,
vormittags 10 Uhr, im Städtiſchen Saalbau ſtatt.
Tagesordnung: 1. Jahresbericht, erſtattet von
Generalſekretär Haas. 2. Vorlage und Beſcheidung der
Rechnung und Bilanz für 1910. 3. Neuregelung der
Jah=
resbeiträge. 4. Neuwahl von
Verbandsausſchußmitglie=
dern. a) Es ſcheiden turnusmäßig aus und ſind wieder
wählbar die Herren: 1. Geh. Regierungsrat Bichmann=
Darmſtadt, 2. Oekonomierat Dr. Heidenreich=Darmſtadt,
3. Bürgermeiſter Keller=Spiesheim, 4. Bürgermeiſter
Löſch=Wald=Uelversheim, 5. Gutsbeſitzer Mergler=
Gerns=
heim, (6. Lehrer i. P. Ritz=Darmſtadt, 7. Bürgermeiſter
Senßfelder=Büttelborn, 8. Oekonomierat Walter=Lengfeld.
b) Es hat Erſatzwahl ſtattzuſinden für die verſtorbenen
Verbandsausſchußmitglieder: 1. Oekonomierat Wernher
Nierſtein, 2. Gutsbeſitzer Wilh Seiboldt I.=Nieder=
Eſch=
bach. 5. Vortrag des Herrn Geh. Hofrat Prof. Dr.
Wag=
ner=Darmſtadt: „Die Propagandatätigkeit auf dem
Ge=
biete der Dünger=Verwendung”.
* Aus dem Militäretat 1912 für Darmſtadt. Für das
auf dem Akaziengartengrundſtück zwiſchen der
Eſcholl=
brückerſtraße und der Stadtallee geplante
Militär=
lazarett wird für das Rechnungsjahr 1912 die erſte
Baurate von 235000 Mark angefordert. Von den auf
1780000 Mark berechneten Geſamtkoſten ſind bis jetzt
428000 Mark verbraucht für den Ankauf des früher dem
Großherzog gehörenden Akaziengartens und für die
Ent=
wurfsbearbeitung. Der Bau umfaßt 2 Krankenblöcke,
1 Krankenpavillon, 1 Abſonderungshaus, zuſammen mit
182 Betten; ferner 1 Luft= und Lichtbad, 1
Verwaltungs=
gebäude mit Wohnung für den Chefarzt und 1 oberen
Lazarettbeamten, 1 Wirtſchaftsgebäude, 1
Sanitätskaſerne=
ment mit Wohnungen für 3 Unterbeamte, 1 Desinfektions=
und Leichenhaus, 1 Wagenſchuppen, ſowie die erforderlichen
Nebenanlagen. Das alte Lazarett ſoll nicht — wie
ur=
ſprünglich beabſichtigt war — verkauft, ſondern zur
Unter=
kunftsverbeſſerung des Infanterie=Regiments Nr. 115
be=
nutzt werden. — Zur Fortſetzung der im vergangenen
Jahre ebenfalls im Akaziengarten bereits begonnenen
Erweiterungsbauten des Proviantamts
ſind für das Rechnungsjahr 1912 150000 Mark in den
Etat geſtellt. 155000 Mark der auf 600000 Mark
berech=
neten Bauſumme ſind bereits verbraucht. Die Bauten
umfaſſen ein Körnermagazin von 2840 Tonnen (56800
Zentner) Faſſungsvermögen mit Rieſeleinrichtung und
eine Scheune.
* Im Kunſtverein iſt die überlebensgroße Büſte
des verſtorbenen Reichs= und Landtagsabgeordneten
Phil. Köhler=Langsdorf, von dem hieſigen Bildhauer
Phil. Schwarz, ausgeſtellt.
* Ausſtellung deutſcher und franzöſiſcher Medaillen=
Funſt im Gewerbemuſeum. Es ſei nochmals auf die
Be=
ſuchszeiten der intereſſanten Ausſtellung (täglich
vor=
mittags 11—1 Uhr, außerdem Mittwoch und Samstag
nachmittags 2½—4½ Uhr, Eintritt frei) aufmerkſam
ge=
macht.
* Kurſus für Armenpflege und Jugendwohlfahrt. Am
Samstag nachmittag 2 Uhr fand die Schlußfeier des
Vortragskurſus im hübſch mit Pflanzen dekorierten
Gar=
tenſaal des Städtiſchen Saalbaues ſtatt. Herr
Bürger=
meiſter Mueller konnte eine zahlreiche Verſammlung
willkommen heißen. Er hob hervor, daß dieſe letzte
Tag=
ung eigentlich keinen offiziellen Anſtrich haben, ſondern
einen mehr intimen Charakter tragen ſolle. Es ſei nur
be=
zweckt, einen Rückblick über die Veranſtaltung, die erſte
derartige in unſerer Stadt, zu geben. Der Kurſus habe
bezweckt, das Intereſſe für die ſdziale Arbeit zu fördern,
diejenigen in ihrem Wiſſen zu feſtigen, die in dieſer Arbeit
ſtehen, denjenigen ſolches Wiſſen zu vermitteln, die dafür
Intereſſe haben und dieſes Intereſſe da zu wecken und zu
fördern, wo es noch nicht vorhanden iſt. Man dürfe wohl
annehmen, daß dieſer Zweck auch erreicht worden ſei
Zahlreiche Damen und Herren haben ſich mit regem
In=
tereſſe eingefunden, um drei Wochen lang ſoziale Geſchichte
zu hören. Großer Dank gebühre den Helfern und
Helfe=
rinnen, welche die gute Sache durch Vorträge oder
Führ=
ung bei den Beſichtigungen unterſtützt haben. Aber nicht
nur die Bereitwilligkeit an ſich ſei es, welche die
Stadt=
verwaltung mit Dank erfülle, es ſei die Freudigkeit und
Begeiſterung, mit der ſich die Damen und Herren in den
Dienſt der Sache geſtellt haben, die beglücke und eine
Fort=
ſetzung für die Zukunft rechtfertige. Der Geiſt, der die
Teilnehmer beſeelt, habe der Verwaltung die Gewähr
ge=
geben, daß fruchtbares Land und willige, fleißige Hände
da ſind, die Freude an und Liebe zu der ſozialen Arbeit
haben. In dieſem Bewußtſein rief der Redner der
Ver=
ſammlung ein Wiederſehen im kommenden Jahre zu.
Herr Prof. Kiſſinger ſprach namens der Verſammlung
Herrn Bürgermeiſter Mueller den Dank für die Einrichtung
des Kurſus aus. Zwangloſe Unterhaltung bei Tee
be=
ſchloß die Tagung.
* Im Sprachverein hielt am Samstag Profeſſor Dr.
Hans Reis aus Mainz einen Vortrag über die heſſiſchen
Mundarten. Zunächſt kennzeichnete er vier große
Grup=
pen: 1. die niederheſſiſchen Mundarten (von Schlitz bis
Kaſſel), 2. die oberheſſiſchen (zwiſchen Marburg und
Se=
ligenſtadt), 3. die binnenfränkiſchen oder untermainiſchen
(um Aſchaffenburg, Darmſtadt, Frankfurt, Mainz,
Wies=
baden), 4. die pfälziſchen (ſüdlich der Scheidelinie
Kaub — Geiſenheim — Gernsheim — Zwingenberg —
Klingenberg). Dann erörterte er die auffallendſten
Ab=
weichungen, die bei den Mitlauten und Selbſtlauten
zwiſchen den Mundarten und der Schriftſprache beſtehen.
Aus dem vom Redner verfaßten Werke: „Die
Mund=
arten des Großherzogtums Heſſen” weitere Auskunft zu
gewinnen, iſt gewiß das Verdienſt vieler Zuhörer
ge=
worden. Hochſchulprofeſſor Dr. A. Berger berichtete als
Vorſitzender des Vereins über die Arbeit des letzten
Jah=
res, und der Schatzmeiſter, Buchhändler Säng, trug die
Rechnung vor. Viel ſoll in nächſter Zeit erreicht
wer=
den; u. a. hegt man die Hoffnung, hieſige
Bürger=
meiſterei werde mit der Begriffsverwirrung, die ihr
Lieblingsausdruck: „Anſchluß einer Ueberlandzentrale
an die ſtädtiſchen Elektrizitätswerke” ſtiftet, endlich auch
aufhören; denn vernünftigerweiſe kann nur von einer
Fernleitung oder Ueberlandleitung die Rede ſein, ſowie
von deren Anſchluß an das Elektrizitätswerk, das die
„Zentrale”, d. h. das Kraftwerk, iſt. — Die Sprachwarte
des Vereins will auch künftighin in ſprachlichen Dingen
koſtenlos und verſchwiegen ſachverſtändigen Rat erteilen.
Anfragen — aber nicht etwa Aufforderungen,
Bittſchrif=
ten anzufertigen oder Satzungen zu entwerfen! — richte
man an Profeſſor Dr. Berger, Wilhelmſtraße 16.
* Muſikaliſcher Vereinsabend des Frauenvereins der
Südoſtpfarrei der evangeliſchen Stadtgemeinde. Man
ſchreibt uns: Die Veranſtaltungen des Frauenvereins
üben ſtets große Anziehungskraft auf die Mitglieder aus.
Das zeigte auch wieder der Sonntag Abend, an dem ein
muſikaliſcher Vereinsabend im Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
ſtattfand. Die Damen W. Weinmann und M.
Schwan, der Herr Finanzamtmann Lony, ſowie der
Gemeinde=Geſangverein unter Leitung ſeines Dirigenten
Herrn Kapellmeiſter Landwich hatten ihre Mitwirkung
gütigſt zugeſagt und ernteten reichen Beifall für ihre Dar=
bietungen. Ein reichhaltiges, intereſſantes Programm war
aufgeſtellt. Den Anfang machte der Geſang die „Loreley”
von Fr. Mendelsſohn, vorgetragen vom Geſangverein.
Die Solopartie führte Frl. Sturmfels mit
ſympathi=
ſcher Sopranſtimme vortrefflich durch, und Frl. Weinmann
hatte die Begleitung übernommen. Herr Pfarrer
Kle=
berger begrüßte die Anweſenden und erklärte den Zweck
dieſer Veranſtaltungen als Dank für alle Hilfe, die dem
Verein von allen Seiten zuteil wird, beſonders für die
Kleinkinderſchule, die ein Segen für Viele iſt, wieviel
Koſten ſie auch veranlaßt. Nach der „Loreley” ſang Herr
Finanzamtmann Lony drei Lieder von Löwe: „Der ſeltne
Beter”, „Die nächtliche Heerſchau” und „Prinz Eugen” bei
denen ſeine prächtige Baritonſtimme trefflich zur Geltung
kam. Die Begleitung am Klavier hatte Frl. Schwan
über=
nommen und führte ſie mit großer Bravour durch. Frl.
Weinmann ſpielte mit Vollendung eine prächtige
Kom=
poſition von Fr. von Rees: „Erinnerung an Wengernalp”,
die außerordentlich gefiel, ſodaß ſich die Künſtlerin zu
einer Zugabe verſtehen mußte Sie ſpielte nun eine „
Er=
innerung an Darmſtadt” einen Walzer derſelben
Kom=
poniſtin. Herr Lony ſang hierauf drei Lieder von Wolf:
„Biterolf” „Heimweh” und „Der Freund‟. Eine
Tee=
pauſe brachte etwas Abwechſelung. Der zweite Teil brachte
einige Lieder von Herrn Lony: „Aus der Winterreiſe” von
Schubert; „Gute Nacht”, „Der Lindenbaum” „
Frühlings=
traum”, „Die Krähe‟, „Die Poſt‟ Dieſe Lieder eigneten
ſich ſo recht für die weiche Stimme des Sängers. Frl.
Sturmfels ſang noch: „Das Kraut Vergeſſenheit” von
Hildach, „Wiegenlied” von Humperdinck und „Kinderlied”
von Berger, welch letzteres die Sängerin wiederholen
mußte. Hierauf zeigte Frl. Weinmann wieder ihr
eminen=
tes Talent durch den Vortrag von „Der Zug der Zwerge‟
von Grieg. Den Schluß bildeten noch zwei Chöre des
Ge=
meinde=Geſangvereins: „Ritters Abſchied” und „
Abend=
lied‟ Der Abend war in allen ſeinen Teilen
wohl=
gelungen.
— Volksverein für das katholiſche Deutſchland. Man
ſchreibt uns: Der Volksverein für das katholiſche
Deutſch=
land veranſtaltete am Sonntag abend im Konkordiaſaale
in Verbindung mit einer Reihe anderer katholiſcher
Ver=
eine der Stadt eine überans ſtark beſuchte Windthorſt=
Gedächtnisfeier. Dieſelbe wurde durch einen von
Herrn Muſikdirektor Klaſſert auf dem Klavier
vorgetra=
genen Feſtmarſch eingeleitet, dem eine Anſprache des erſten
Vorſitzenden des Volksvereins Herrn Dr. Kocks ſich
an=
ſchloß, worin er Windthorſt als denjenigen Mann
be=
zeichnete, der dem Zentrum Richtung und die wahre
Be=
deutung gegeben und ſich durch die Gründung des
Volks=
vereins ein unvergängliches Denkmal geſetzt habe. Hierauf
folgte ein von Herrn Rektor Peters verfaßter ſinniger
Prolog, den Frl. Eva Schmitt in verſtändnisvoller Weiſe
vortrug. Den Mittelpunkt der Feier bildete die
groß=
zügige Feſtrede des Herrn Landtagsabgeordneten von
Brentano, der unter Beifügung perſönlicher Einnerungen
Windthorſt als einen Mann von unentwegter deutſcher
Treue, Uneigennützigkeit und Zähigkeit des Charakters,
nie wankenden Rechtsgefühls und ſtaunenswerter
Klug=
heit feierte. Die Abſingung eines von Herrn Lehrer L.
Schmitt gedichteten Windthorſtliedes, des Liedes
Deutſch=
land, Deutſchland über Alles und der Vortrag der
Beet=
hovenſchen Hymne „Die Ehre Gottes aus der Natur” ſeitens
des Kirchengeſangvereins St. Ludwig bildete den zweiten
Teil der gelungenen Feier.
nn. Der Sterbekaſſeverein Darmſtadt hielt am
Samstag abend in der Reſtauration zur Stadt Koburg
ſeine 25. ordentliche Hauptverſammlung ab die ſehr
zahlreich beſucht war. Aus dem von dem Vorſitzenden,
Herrn Lehrer Köhres, erſtatteten Jahresbericht war zu
entnehmen, daß die ſehr umfangreichen Vereinsgeſchäfte
in 12 Vorſtandsſitzungen erledigt wurden. Der Verein
zählt zurzeit 680 Mitglieder. An Sterbegeld wurden
in 22 Fällen 6551 Mark ausbezahlt. Dem Verein ſind
17 neue Mitglieder beigetreten. Ausgetreten ſind 5
Mit=
glieder. Das Vereinsvermögen betrug Ende 1911
14885,96 Mark mit einem Vermögenszuwachs von 893,48
Mark gegen das Jahr 1910. Das Vereinsvermögen iſt
in guten inländiſchen Staatspapieren angelegt, die auf
der Volksbank und der Städtiſchen Sparkaſſe deponiert
ſind. Den verſtorbenen Mitgliedern widmete der
Vor=
ſitzende einen ehrenden Nachruf und erhob ſich die
Ver=
ſammlung zu ihrem Andenken von den Sitzen. Herr
Rendant Baſtert erſtattete hierauf den Kaſſebericht, der
einen günſtigen Vermögensſtand nachwies. In ſäntlichen
22 Sterbefällen konnte ſofort die Sterberente in Höhe
von rund 300 Mark zur Auszahlung gelangen und
da=
mit in mancher Familie die erſte Not gelindert werden.
Nach dem Bericht der Rechnungsprüfer, Herren A.
Rup=
pel und W. Witte, wurden Bücher und Kaſſe geprüft
und richtig befunden und wurde dem Rechner, Herrn
anſchaulich gemacht dadurch, daß anſtelle der
theoreti=
ſchen Erörterungen ein wirkliches Mutterſchwein mit
ſechs Ferkeln laut und vernehmlich für die gute Sache
eintritt. In der Induſtrie und dem Handwerk iſt die
Frau unſerer Zeit ein weſentlicher Faktor der Arbeit.
Es ſind imponierende Zahlen, die uns in den
ausge=
legten Statiſtiken zeigen, wie ſich die Beteiligung der
Frau in dieſen Berufen äußert. Wir finden die Frau
in der Bekleidungs= und Textilinduſtrie, in
verſchie=
denen Handwerken, in der Photographie. Und was
die Frau im Handel und Verkehr für unſer geſamtes
Wirtſchaftsleben bedeutet, das zeigt die Gruppe, die
die=
ſer Tätigkeit der Frau gewidmet iſt. Hier begegnet man
der Darſtellung von all dem, was uns auch ſonſt im
täglichen Leben entgegentritt, — den Frauen in den
kaufmänniſchen und induſtriellen Gebieten, der Frau in
den Kontors, auf den Poſtämtern, in allen anderen
Stätten, wo es auf genaue, fleißige und gewiſſenhafte
Arbeit ankommt.
Ein ganz gewaltiges Feld der Tätigkeit erſchließt
ſich der Frau in der ſozialen Arbeit. Die
große Gruppe, die dieſe Arbeit zeigt, umfaßt die
kirch=
liche und konfeſſionelle Liebestätigkeit, die kommunale
Fürſorgetätigkeit, die Armenpflege, dann die
Wohl=
fahrtsbeſtrebungen für Kinder und Jugendliche, und
endlich die Fürſorge für Kranke und Gebrechliche. Die
Frau im Vereinsleben wird dargeſtellt durch die
Nach=
weiſe über die Tätigkeit des Bundes Deutſcher
Frauen=
vereine und dann in den Statiſtiken über die
evange=
liſche und katholiſche Frauenorganiſation, ſowie über
die paritätiſchen Frauenorganiſationen. In einer
hüb=
ſchen Gruppe, „Die Deutſche im Ausland” ſoll gezeigt
werden, daß die Frau von deutſcher Geburt und
Er=
ziehung auch in dem nichtdeutſchen Lande, das vom
Schickſal ihr zum Aufenthalt zugewieſen wurde, ihren
Einfluß auf Kultur, Kunſt und wirtſchaftliche Fragen
zweifellos ausüben kann. Man ſieht hier die Nachweiſe
für die Arbeit deutſcher Frauen im Auslande auf vielen
Gebieten der öffentlichen Wohlfahrtspflege. „Die Frau
auf der Reiſe” zeigt den geiſtigen Niederſchlag deſſen,
was reiſende Frauen erworben, in Wort und Schrift
dargelegt haben. Zunächſt iſt es eine vollſtändige
Reiſe=
literatur der Frau, die hier ganz beſonders intereſſiert.
Der Vaterländiſche Frauenverein
um=
faßt in der Ausſtellung eine intereſſante Gruppe für
ſich. Seine Tätigkeit iſt dargeſtellt, ſo weit ſie ſich auf
die Krankenpflege, den Haushaltungsunterricht und auf
die Sorge für Schulkinder erſtreckt, und auch ſeine
ſegensreiche Tätigkeit auf dem Gebiete der
Seuchen=
bekämpfung erfährt in dieſer Gruppe eine ſinnfällige
Darlegung. Dieſer Gruppe ſchließen ſich an verſchiedene
andere Ausſtellungen von Frauenvereinen und eine
ſolche des Volksheilſtättenvereins vom Roten Kreuz=
Die Frau bei ihrer Arbeit in Erziehung und Unterricht
tritt auf als Kindergärtnerin, als Schulpflegerin, als
Volksſchullehrerin, als Hauswirtſchafts= und
Hand=
arbeitslehrerin. Die gewaltige Summe der Vorarbeit
zur Heranziehung der Frauen für ihren künftigen Beruſ
und ihre Tätigkeit innerhalb desſelben wird durch
lehr=
reiche Nachweiſungen dargeſtellt, die ſich auch auf die
Lehrerin an den Höheren Lehranſtalten erſtreckt. Auch
die Frau als Bibliothekarin erſcheint auf der Ausſtellung
Es ſind hier Arbeiten von Frauen ausgeſtellt, die
ent=
weder ſelbſtändig oder doch in weſentlicher Mitarbeit an
Bibliotheken tätig ſind. Zum erſten Male liefert die
Ausſtellung des deutſchen Lyzeum=Klubs eine
zuſam=
menfaſſende und erſchöpfende Darſtellung des
Frauen=
ſtudiums. Die Tafeln, die in dieſer Gruppe als ein
glän=
zender Beweis für die geiſtige Kraft der Frau prangen,
zeigen den Anteil der Frau an den Studien an allen
deutſchen Univerſitäten und an den
Vorbildungsanſtal=
ten. Sehr reizvoll ſind die Bildniſſe hervorragender
Frauen der Vergangenheit. Hier treten ſie alle noch
ein=
mal zuſammen, die in früherer Zeit der
Frauenbeweg=
ung den Weg gebahnt hatten, in einer Epoche, in der
ihren Beſtrebungen ſich der Widerſtand ererbter
alther=
gebrachter Anſchauungen entgegenſtellte. Alle Gebiete
des menſchlichen Wiſſens und der menſchlichen Tätigkeit
zeigen hier die Pioniere der nun ſo mächtig und
erfolg=
reich gewordenen ſchaffenden Arbeit der Frau.
Die Ausſtellung beſitzt im Berliner
Tonkünſtlerinnen=
orcheſter ein eigenes Orcheſter das bei den geſelligen
Zuſammenkünften in den Ausſtellungsräumen an den
Nachmittagen wirken wird. Es iſt dies nur ein Teil der
äußerlichen Hilfsmittel, die dazu beitragen ſollen, dieſer
inſtruktiven und bedeutſamen Veranſtaltung auch
geſel=
ligen Reiz zu verleihen. Und neben dem, was die
Aus=
ſtellung an ſinnfälligen Werten bietet, kommt noch der
Umſtand zur Geltung, daß die Ausſtellung im Ganzen
und in all ihren Details eine überaus reizvolle
Vereini=
gung von Schönheit und Anmut iſt. Das äußere Bild
des Ganzen iſt die Verkörperung von hohem Geſchmack
und von der Erkenntnis deſſen, was dem Aufnehmenden
den Genuß des Inhalts erleichtert. Es gibt ſich alles in”
den gewaltigen Räumen ſo natürlich und einfach, ſo
ſelbſtverſtändlich und überzeugend. Mit Liebe und mit
Eifer zuſammengetragen fließen die Einzelwerte zu
einem gewaltigen Aufbau von Sachkenntnis und
Ver=
ſtändnis zuſammen, und man kann gern und freudig
ſagen, daß dieſe einzigartige Ausſtellung einen Sieg
bedeutet für die mächtige Arbeitsbewegung im Leben
der Frauenwelt, für den eiſernen Willen und für die
Zähigkeit, mit der eine gute Sache, eine unabweisbare
Notwendigkeit, für ihren endlichen Durchbruch gekämpft
hat. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die Veranſtalter der
Ausſtellung aus ihrem natürlichen Weſen heraus ihr
Werk mit dem Schimmer von Anmut und Grazie
ver=
ſehen haben. Man fühlt ſich wohl in dieſen Räumen,
weil man überall das Walten kluger Verſtändigkeit ſpürt
und weil die Frauen es verſtanden haben, den Ernſt der
Sache, ihre zweifelloſe Wichtigkeit, in gefälliger Art und
Weiſe zur Anſchauung zu bringen. Die Ausſtellung iſt
ein großer Erfolg, der ſich gewiß in der regen
Anteil=
nahme aller Schichten des Publikums dartun wird.
J. O. L.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Nummer 49.
Rendant Baſtert, unter Dankesworten des Vorſitzenden
Entlaſtung erteilt. Ein Antrag des Vorſtandes auf
Satz=
ungsänderung, dahin gehend, daß bei Erbſchaftsfällen
eine gerichtliche Feſtſtellung der Erben vor Auszahlung
der Sterberente herbeigeführt werden ſoll, fand nach
einem eingehenden Referat des Vorſitzenden Annahme.
Bei der Neuwahl des Vorſtandes wurden der verdiente
erſte Vorſitzende, Herr Lehrer J. Köhres, ſowie als
Rech=
ner Herr Rendant Baſtert einſtimmig wiedergewählt
und denſelben Dank und Anerkennung für ihre
mühe=
volle und erſprießliche Tätigkeit zum Wohle des
Sterbe=
kaſſevereins ausgeſprochen. Auch die übrigen aus dem
Vorſtand ſatzungsgemäß ausſcheidenden Herren wurden
per Akklamation wiedergewählt. Neugewählt wurde
Herr Kaufmann Schad und zum Rechnungsprüfer Herr
Drechsler. Einem Wunſche aus der Verſammlung
ent=
ſprechend, ſoll das Mitgliederverzeichnis dem
nächſtjäh=
rigen Jahresbericht beigefügt werden.
* Badener Verein. In dem vollſtändig gefüllten
Mathildenhöhſaal hielt der Badener Verein einen
Familienabend ab. Nach erfolgter Begrüßung
durch den 1. Vorſitzenden, Herrn Inſpektor Scheyrer,
folgten in bunter Reihe Vorträge des Braunſchen
Vokalquartetts (Herren Braun, Vetter, Schüppel und
Geyer vom Großh. Hoftheater), Rezitationen der Herren
Hans Winter aus Frankfurt und Vetter, ſowie
Klavier=
ſtücke (darunter eine hübſche eigene Kompoſition „
Herbſt=
zeitloſe‟) des Herrn W. Etzold. Reicher Beifall lohnte
die durchweg trefflichen Darbietungen. Hieran reihte
ſich das Liederſpiel „Das Singvögelchen” von Jacobſon,
Muſik von Hauptner, durch Fräulein Held und die
Herren Braun, Schüppel und Vetter in tadelloſer Weiſe
ausgeführt. Eine von Fräulein Müller geleitete Quadrille
von 16 Damen und Herren im Anzuge von Köchinnen
und Köchen führte zum allgemeinen Tanzvergnügen über,
das den ſchönen Abend lange, ſehr lange ausdehnte
Die Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft
hat ſoeben mit der Hamburger Leſſing=Geſellſchaft eine
Vereinbarung getroffen, wonach dieſe, im Anſchluß an
ein mehrtägiges Frankfurter Gaſtſpiel, auch in
Darm=
ſtadt „Die Tragödie des Doctor Fauſtus” von
Chriſtopher Marlowe (1604) in einer Uebertragung von
A. Moorsbach jr. und A. Rapp unter Leitung des
Herrn E. Stockhauſen Mittwoch, den 9.
Ok=
tober d. J., zur Aufführung bringen wird. Die
Leſſing=Geſellſchaft ſtellt ſämtliche von Profeſſor R. Lukſch
entworfenen Dekorationen und Koſtüme, denen
gelegent=
lich der Hamburger Aufführung im Oktober v. J.
grandioſe Wirkungen nachgerühmt wurden, zur
Ber=
fügung. Für die Rolle des Fauſtus iſt Herr Dr. Max
Alberty vom Neuen Theater in Frankfurt a. M.
ge=
wonnen worden. Für einen großen Teil der übrigen
Rollen ſollen hieſige Dilettanten zur Mitwirkung
heran=
gezogen werden.
Der Schlußvortrag über
Volksgeſundheits=
pflege, den Herr Dr. Nöllner nächſten Mittwoch, den
28. d. M., 8¼ Uhr abends, für die Teilnehmerinnen der
Abendkurſe in der Hauswirtſchaftlichen
Fort=
bildungsſchule, Rundeturmſtraße, abhalten wird,
hat die „unnatürliche Ernährung des Säuglings” zum
Gegenſtand. Die ſeitherigen Vorträge waren jedesmal
von 80—90 Frauen und erwachſenen Mädchen beſucht.
Wir machen auf verſchiedene Anfragen hin darauf
auf=
merkſam, daß auch Intereſſentinnen, die nicht Schülerinnen
der Anſtalt ſind, an den Vorträgen teilnehmen können.
Konzert. Zum Beſten der Hilfskaſſe der
Muſikgruppe Darmſtadt veranſtalten Frl. Anna Rau
und Frl. Clara Hofmann mit einigen Schülerinnen und
unter Mitwirkung von Frl. Emily Beck eine muſikaliſche
Abendunterhaltung. Zweck der Hilfskaſſe iſt die oft
dringend notwendige Unterſtützung erkrankter,
erwerbs=
unfähiger Kolleginnen. Ein reger Kartenverkauf wäre
in Anbetracht des guten Zweckes ſehr erwünſcht. Den
Kartenverkauf haben gütigſt übernommen Pianolager
Schweisgut, Rheinſtraße, und das Verkehrsbureau.
* Liturgiſche Paſſionsfeier in der Stadtkirche.
In der morgen Mittwoch abends 8 Uhr, ſtattfindenden
Paſſionsfeier, wird der Kirchengeſangverein folgende
Chöre ſingen: 1. In meines Herzens Grunde, aus der
Johannespaſſion von J. S. Bach; 2. Wirf dein Anliegen
auf den Herrn von F. Mendelsſohn; 3. Adoramus te
von Paleſtrina und 4. So gibſt du nun, mein Jeſu, gute
Nacht von J. S. Bach. Außerdem werden auch
zwei Orgelſtücke zum Vortrag kommen: 1. Fantaſie über:
„O Lamm. Gottes, unſchuldig” von J. S. Bach,
2. „Gethſemane” von Otto Malling.
Akademiſche Volksunterrichtskurſe Darmſtadt.
Das Schlußfeſt findet am Sonntag, den 3. März, im
großen Saale des Kaiſerſaales ſtatt. Frl. Homann
wird Lichtbilder aus dem Odenwald nach eigenen
künſt=
leriſchen Aufnahmen vorführen. Muſikaliſche Vorträge
und ſonſt allerlei Darbietungen, ſowie Tanz folgen.
C. Gemeinnützige Gartenſtadt=Genoſſenſchaft.
Wie wir hören, hat die Gemeinnützige Gartenſtadt=
Genoſſenſchaft den Ankauf von Gelände am Heinrich=
Wingertsweg und Martinspfad nunmehr beendet. Der
erworbene zuſammenhängende Geländekomplex reicht aus
zur Errichtung von etwa 30 Einzelwohnhäuſern, womit
den bis jetzt vorliegenden Wünſchen für jene
Stadt=
gegend voll entſprochen werden kann. Bei der Bedeutung
des Projekts für weite Kreiſe hofft man zuverſichtlich,
daß die erforderlichen behördlichen Genehmigungen bald
erteilt werden. Alsdann wird mit der Aufteilung des
Geländes und mit den Bauarbeiten im Spätſommer
begonnen werden können. Die Rohbauten können dann
überwintern und die Wohnungen hoffentlich im
Früh=
jahr 1913 bezogen werden.
* Darmſtädter Volksbank. Es wird nochmals auf die
heute abend ſtattfindende Generalverſammlung
hingewie=
ſen und beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß
min=
deſtens 100 Mitglieder anweſend ſein müſſen, um die
Be=
ſchlußfaſſung über die Statutänderung zu ermöglichen.
* Gala=Sportfeſt. Das große Gala=Sportfeſt, das der
Veloziped=Klub Darmſtadt am Sonntag, den 3. März, im
Städtiſchen Saalbau veranſtaltet, verſpricht nach den
vorliegenden Meldungen glänzende ſportliche Leiſtungen
im Kunſtfahren, Radball= und Radpoloſpiel, ſowie in den
verſchiedenen Arten des Reigenfahrens. Die Meldungen
ſind ebenſo erſtklaſſig als zahlreich ausgefallen, denn zum
Einer=Kunſtfahren finden ſich nicht weniger als 6
Kunſt=
fahrer ein, von denen der Kunſtmeiſterfahrer von
Deutſch=
land, Toni=Neuber=München, beſondere Beachtung
ver=
dient. Für die Radballſpiele ſind zuſammen 15
Mann=
ſchaften genannt, darunter mehrere der beſten deutſchen
Radballmannſchaften. Die große Anzahl der
Radball=
ſpieler macht Vorwettbewerbe erforderlich, die
vormit=
tags zum Austrag gelangen, ſodaß am Abend nur die
Sieger der Vorwettbewerbe um die Preiſe ſpielen
wer=
den. Im Kunſtreigen, der höchſten Vollendung im
Saal=
fahren, treten drei Vereine in Konkurrenz, von denen die
oft preisgekrönte Mannſchaft des Radfahrervereins
Ger=
mania=Höchſt a. M. beſonders intereſſiert. Die übrigen
Programmnummern, wie Poloſpiel, Zweier=Kunſtfahren,
Achter=Reigen und Schmuckreigen ſind ebenfalls
vorzüg=
lich beſetzt und der große 24er Maſſenreigen des
Velozipedklubs dürfte ein beſonders reizvolles Bild
bie=
ten, das hier in Darmſtadt neu iſt. Alles in allem läßt
alſo das Gala=Sportfeſt hohe ſportliche Genüſſe
erwar=
ten, die ſich die Anhänger und Freunde des Saalſports
nicht entgehen laſſen werden.
* Fiſch=Kochkurſe. Nachdem zu Anfang dieſes
Monats nochmals 89 Anmeldungen zu Fiſch=Kochkurſen
bei der Leitung der hauswirtſchaftlichen
Fortbildungs=
ſchule eingegangen ſind, werden am 4. und 5. März
nochmals 4 derartige Kurſe beginnen. Davon ſollen
2 in der Fortbildungsſchule in der Rundeturmſtraße,
einer in der Lagerhaus= und einer in der
Hermann=
ſtraße ſtattfinden. Den angemeldeten Teilnehmerinnen
werden in dieſen Tagen die Stundenpläne zugehen.
Mitte März ſind dann dieſe Kurſe, an denen im ganzen
im Winterhalbjahr 459 Frauen und Mädchen
teil=
genommen haben, beendigt.
Vom Fernſprechnetz, a) Neue Anſchlüſſe.
1857 Dr. Blecher, Spezialarzt für Chirurgie, Sandſtr. 2
2081 Eliſe Curſchmann, Privatin, Eichbergſtr. 7. 2079
Willy Ewald, Kaufmann, Herdweg 91. 2077 v. Fiſcher,
Leutnant im Garde=Drag.=Regt. Nr. 23, Waldſtr. 30.
2076 Fritz Gelfius, Hoffriſeur, Ernſt=Ludwigſtr. 21.
(341) Hoffmann, Reg.=Baumeiſter, Allee 1. 2074 Friedrich
Hugenſchütz, Privatier, Heinrichſtr. 94. 2071 Richard
Kautter, Amtsrichter a. D., Herdweg 67. 2542 Frau
Rittmeiſter von Köppen, Hermannſtr. 31. (520) Edmund
Körner, Profeſſor, Architekt, Alexandraweg 26, Ernſt=
Ludwigshaus. 1811 E. Merck, Ammonialfabrik,
Gräfen=
häuſer Weg 125. 2082 Offizier=Kaſino, Inh. Carl
Rieſterer, Oekonom, Truppenübungsplatz, Lagerſtr. 103.
2083 Patent= und Techniſches Bureau, Heinrich Uhrig,
Rheinſtr. 47. 2078 V. Schwierz, Hauptmann,
Seiters=
weg 14. 2062 Frau Eliſabeth Selck Wwe.,
Moosberg=
ſtraße 2. 1184 Geſchw. Strauß, phot. Atelier,
Wil=
helminenſtr. 9. 2061 Hugo Thümmel, Zahnarzt,
Schul=
ſtraße 3. 2083 H. Uhrig, Ingenieur, Landskronſtr. 83.
1734 Auguſt Venten, Kaufmann, Schulſtr. 9. 2590 Gr.
Direktion der Viktoriaſchule und des Lehrerinnen=
Seminars, Hochſtr. 44. — b) Aenderungen. 343
Augenklinik, Weberſche, Dr. Praun, übertragen an Dr.
Ollendorff. 1796 Heinrich Bruſt, übertragen an Karl
Fay. 1918 O. Röhm, Frankfurterſtr. 38, jetzt
Herd=
weg 61. — c) Abgebrochene Sprechſtelle. 1731
C. W. Witterſtädter.
— Der Odenwaldklub Frankonia hielt im feſtlich
dekorierten Kaiſerſaal ſeinen erſten Maskenball ab. Der
Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. An ſchönen
und originellen Masken war kein Mangel und auch die
Aelteren erfreuten ſich an dem luſtigen und fröhlichen
Faſchingstreiben. Eine ſchöne Nachfeier am Sonntag
bei Landsmann Trinkaus, Teichhausſtr. 34, beſchloß das
in allen Teilen ſchön gelungene Arrangement.
§ Verhaftung. Der wegen Unterſchlagung
ſteckbrief=
lich verfolgte Kaufmann Guſtav Schrappe hat ſich
der Staatsanwaltſchaft freiwillig geſtellt. Er legte
ein umfaſſendes Geſtändnis ab.
§ Tobſüchtig. In der Nacht von Sonntag auf
Montag gegen 1 Uhr iſt ein Mann in total betrunkenem
Zuſtande auf dem Ballonplatz aufgefunden worden.
Auf die Revierwache verbracht, bekam er einen
Tob=
ſuchtsanfall und mußte durch die Sanitätswache mittelſt
Krankenautomobils in das Städtiſche Krankenhaus ver
bracht werden.
* Griesheim, 26. Febr. Die Griesheimer
Jagd=
verpachtung hatte folgendes Ergebnis: 1. Bezirk
A. Hüffner=Frankfurt 2010 Mark, 2. Bezirk Friedrichs,
855 Mark, 3. Bezirk de Neuſville, hier, 1321 Mark, 4.
Be=
zirk H. Schecker=Griesheim, 5.1 Mark, 5. Bezirk H. Mees,
635 Mark, 6. Bezirk J. Dillmann, 500 Mark, zuſammen
2852 Mark, gegen früher 5050 Mark.
* Offenbach, 26. Febr. In der vergangenen Nacht
wurde der Hauſierer Johann Nikolaus Liebler von
ſeinem Konkurrenten, dem Hauſierer W. Büttner durch
einen Meſſerſtich in den Unterleib getötet, während
Büttner durch ſechs Stiche ſchwer verletzt wurde.
Lorſch, 26. Febr. In einer zur Zeit ruhig ſtehenden
Ziegelei zwiſchen hier und Heppenheim wurde geſtern
die Leiche eines Mannes an dem Gebälk hängend
auf=
gefunden. Es handelt ſich um den 61jährigen Viktor
Friedrich aus Heppenheim, der in letzter Zeit Spuren
geiſtiger Umnachtung gezeigt haben ſoll.
Mainz, 26. Febr. Vor der erſten Strafkammer begann
heute vormitag die Verhandlung gegen 32 ehemalige
Ver=
käuferinnen eines hieſigen Warenhauſes, die wegen
Diebſtahls angeklagt ſind. Die Verhandlung ſoll 3 Tage
dauern und findet im Schwurgerichtsſaal ſtatt; 11
Rechts=
anwälte haben die Verteidigung der Angeklagten
über=
nommen. Im Gegenſatz zu dieſer Aufwendung an Zeit
und Arbeit ſtehen die ſehr geringfügigen
Ver=
fehlungen der Angeklagten; es handelt ſich um
Dieb=
ſtahl von allerhand Kleinigkeiten und die Leitung des
Warenhauſes hatte auch gar nicht die Abſicht, die Sache
an=
zuzeigen; ſie entließ die Mädchen bis auf zwei und wollte
die Angelegenheit damit als erledigt anſehen, weil die
Diebſtähle, wie geſagt, ſo geringfügig waren, daß man ſie
durch die Entlaſſung der Mädchen für genügend gefühnt
hielt. Die Staatsanwaltſchaft erhielt jedoch Kenntnis
da=
von und es wurde Anklage erhoben. Die Feſtſtellung der
Perſonalien der Angeklagten füllte faſt ganz den erſten Tag
der Verhandlung aus. Eine der Verkäuferinnen wurde
bei Entwendung von Seidenſtoff erwiſcht, ſie gab eine
andere an, und durch dieſe wurden dann ſämtliche
Ange=
klagte ermittelt. Eine belaſtete die andere und ſo ging es
fort. Die Hausſuchungen förderten hauptſächlich billige
Ramſchwaren zu Tage: Phantaſiefedern, Weingläſer,
Spiegelgläſer, Salzfäſſer, Fenſterleder, Füllfederhalter,
Handſchuhe, Bleiſtiftmappen, Bügeleiſen, Kleiderbürſten,
Gumiſchwämme, Hoſenſpanner, Schleier uſw. Zur
Ver=
handlung ſind nur 3 Zeugen geladen.
Mainz, 26. Febr. Auf dem Karnevalsball am
Faſt=
nachtsdienstag in der Stadthalle verlor eine Dame
ein mit 23 Brillanten beſetztes halbmondförmiges
Hals=
band im Werte von 1600 Mark. Nunmehr hat ſich ein
Herr aus Frankfurt gemeldet, der das Halsband in der
Stadthalle gefunden und der Dame wieder zugeſtellt hat.
— Die junge Frau eines Arbeiters iſt ſeit einigen Tagen
verſchwunden und hat zwei kleine Kinder
zurückge=
laſſen. Nunmehr hat der Getäuſchte auch die
Wahr=
nehmung gemacht, daß ſein Sparkaſſenbuch mit
ei=
ner Einlage von etwa 200 Mark aus ſeiner Wohnung
verſchwunden war und daß ſeine Frau den auf das Buch
eingelegten Betrag erhoben hat. Weiter hat er ermittelt,
daß auch ein „guter Freund” von ihm ſeit einigen Tagen
von hier verſchwunden iſt, mit dem ſeine Frau am
Faſt=
nachtdienstag einen Ball beſucht hatte. — Seither wurden
jenen Schülern der Volksſchule, deren Eltern es wünſch=
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 25. Februar:
„Der Kuhreigen”
W-l. Vor vollbeſetztem Hauſe gelangte heute
Kienzls neue Oper „Der Kuhreigen” mit ſtarkem
Erfolge zur Aufführung. Sie nennt ſich muſikaliſches
Schauſpiel, würde aber paſſender wohl als Volksoper
bezeichnet.
Die Handlung, der die Novelle von R. H. Bartſch
„Die kleine Blanchefleure” zu Grunde liegt, ſpielt zur
Zeit der franzöſiſchen Revolution im Jahre der
Hinricht=
ung Ludwigs XVI. in Paris. Im Kaſernenhofe von
St. Honoré lungern Schweizer und franzöſiſche
Solda=
ten. Einer der letzteren erzählt von den Schweizern, die
eden Sang meiden”:
Da gibt’s ein Lied von beſonderer Macht,
Der „Kuhreigen” heißt es, Gott weiß, wer’s gemacht.
Wenn der erklang, ſind ſie in Haufen
Einſt deſertiert und zur Mutter gelaufen.
Drum, die Armee vor Schad’ zu bewahren,
Gibt’s ein Geſetz ſeit hundert Jahren:
Dem Henker verfällt, das Uebel zu ſperr’n,
Wer den „Kuhreigen” ſingt in der Schweizer Kaſern.
Als die Schweizer beiſammen ſitzen, ſingt, von
unwider=
ſtehlicher Sehnſucht ergriffen, der Unteroffizier Primus
Thaller trotzdem dieſes Volkslied (das ſich ja auch in
deutſchen Volksliederbüchern findet):
Zu Straßburg auf der Schanz',
Da ging mein Trauern an;
Das Alphorn hört’ ich drüben wohl anſtimmen,
Ins Vaterland mußt’ ich hinüberſchwimmen,
Das ging nicht an”
Er wird angezeigt und zum Tode verurteilt, aber durch
die Fürſprache der Gemahlin des Kommandanten
Mar=
quis Maſſimelle, Frau Blanchefleure, begnadigt. Als er
ihr ſeinen Dank abſtattet, findet ſie Gefallen an ihm. Sie
will ihn nach der damaligen Hofſitte zu ihrem „Liebſten”
machen. Der brave Schweizer aber bedankt ſich für dieſe
zweifelhafte Ehre und verabſchiedet ſich. Im letzten Akt
iſt das Schloß des Marquis erſtürmt, er ſelbſt zur Guil=
lotine geführt und über die Marquiſe wird das
Todes=
urteil geſprochen. Da ſie jetzt Witwe geworden, bietet
ihr der inzwiſchen zum Kapitän avancierte Primus, um
ſie vom Tode zu retten, ſeine Hand an, aber ſie lehnt
ſtolz ab.
Wenn ich nicht als Marquiſe kann leben,
So muß ich mit der alten Welt verſchwinden. . .
Ein Tanz war mein Leben, ein Gleiten, ein Schweben
Auf weichen Blumen, auf ebenem Plan.
Nun tanz ich verwegen dem Tode entgegen
Mit lächelnden Lippen, wie je ich’s getan.
Und ſo tritt ſie ſtolz ihren letzten Gang an.
Auch an dieſer Oper bewahrheitet es ſich, daß die
Handlung den halben Erfolg ausmacht und daß eine
Oper mit ihr ſteht und fällt: Lebendige Soldaten= und
Volksſzenen, eine pikante Liebesgeſchichte, ein
amüſan=
tes „Lever” des Königs, das uns die lächerliche Etiquette
eines entarteten Hofes mit vielem Humor und großem
ſzeniſchen Aufwand vorführt und die mit flammenden
Farben gemalten Schreckensbilder der franzöſiſchen
Re=
volution, das alles iſt zu einem wirkungsvollen und
höchſt ſpannenden Ganzen geſchickt vereinigt.
Kienzl kehrt zu dem älteren Stil der Oper zurück und
bringt, wie ſchon in ſeinem „Evangelimann” die
Me=
lodie wieder zu Ehren. Das kann für ſeine volkstümliche
Oper natürlich nur von Vorteil ſein. Er iſt auch ein
Muſiker, der ſich auf ſein Handwerk verſteht und ſo klug
iſt, nicht einem bloßen Prinzip zu Liebe auf das
Bühnenwirkſame zu verzichten, ohne das nun einmal ein
Bühnenwerk nicht beſtehen kann. Auch eines Mittels, das
ſo alt iſt wie die Bühne ſelbſt, bedienen ſich der Librettiſt
und der Komponiſt mit Geſchick, nämlich der
Kontraſt=
wirkung. Dahin gehört z. B. der Uebergang von der
wilden Marſeillaiſe zum ſanften Kuhreigen im dritten
Akte, die Gegenüberſtellung des ſteifen Hofzeremoniells
und der zuchtloſen Plebs, der vornehmen Würde, mit der
die im Anblick des Todes Menuett tanzenden
Vertre=
ter der Ariſtokratie zur Guillotine gehen, und der
ent=
feſſelten Leidenſchaften des widerwärtigen
Revolutions=
pöbels ꝛc.
So ſtellt ſich die neue Over mit ihren hübſchen
Lie=
dern und Melodien und effektvollen Enſembles als eine
glückliche Miſchung von Lyriſchem und Dramatiſchem
dar, deren ſtarker Erfolg begreiflich iſt. Den dramatiſchen
Höhepunkt erreicht ſie in der — hier überdies brillant
inſzenierten — Revolutionsſzene, die den dritten Akt
einleitet, in dem furchtbaren „Rattenlied” der fanatiſchen
und blutgierigen Sansculotten und Dirnen:
Ratten, ratten, ratten, ratten
Nieder mit der Tyrannei!
ihre höchſte Steigerung erhält und nach dem Spottlied
auf den geköpften Maſſimelle in die Marſeillaiſe
aus=
klingt.
In der Inſzenierung der Oper bewährten ſich Herrnk
Oberregiſſeurs Valdek Kunſt und Geſchmack. Der erſte
Akt zeigte ein lebendiges und friſches Bild. Das von einer
graziöſen Muſik eingeleitete und begleitete große
Lever des Königs im zweiten Akte, das eine Satire auff
die höfiſchen Sitten jener Zeit darſtellt, geſtaltete ſich zur
einem amüſanten Schauſtück. Von packender Realiſtik
war, wie ſchon bemerkt, die Revolutionsſzene des dritten
Aktes — „da werden Weiber zu Hyänen ꝛc.”. Auch die
Schlußſzene im Kerker, in dem die zum Tode Verurteilten
nach einer graziöſen Muſik Menuett tanzen, verfehlte ihre
ſchaurige Kontraſtwirkung nicht.
Die von Herrn Hofkapellmeiſter de Haan mit
vie=
lem Temperament geleitete Aufführung verdient
eben=
falls warme Anerkennung. Als Blanchefleure bot Frll
Geyersbach eine ſtimmlich und geſanglich gut ge
lungene und darſtelleriſc ſympathiſche Leiſtung. Hern
Becker ſang die Partiesdes Primus mit geſanglichen
Zuverläſſigkeit und entſprechendem Erfolge.
Darſtelle=
riſch müßte er aber noch mehr aus ſich herausgehen. Von
den übrigen Partien, die hinter dieſen beiden und den
Enſembleſzenen zurücktreten, ſeien noch der Durſel und
der Favart der Herren Riechmann und Sempen
und die Cleo des Frl. Howard ferner auch der Mar4
quis des Herrn Hoff und der König des Herrn
Ste=
phani erwähnt. Eine ſchöne Megäre war die Doris
des Frl. Schaub, die auch das Revolutionslied
wirk=
ungsvoll zu ſingen verſtand. Die Chöre, denen in der
Oper, wie ſchon bemerkt, eine Hauptaufgabe zufälltt
beſtanden mit Ehren.
Nummer 49.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Seite 5
ten, die Lernmittel von der Stadt koſtenlos
gelie=
fert. In der letzten Sitzung des Schulvorſtandes wurde
mit Rückſicht auf den Umſtand, daß bereits 90 Prozent
von dieſer Beſtimmung Gebrauch machen, beſchloſſen,
allen Volksſchülern freie Lernmittel zu liefern. Der
Be=
ſchluß bedarf noch der Zuſtimmung der Stadtverordneten.
Worms, 24. Febr. Geſtern fand in den feſtlich
ge=
ſchmückten Räumen des Vereinshauſes der Firma
Cor=
nelius Heyl zu Ehren ihrer Jubilare des Jahres
1911 eine größere Feier ſtatt, an der die Direktion, die
Beamtenſchaft und etwa 1300 Fabrikangehörige des Hauſes
teilnahmen. Baron Cornelius v. Heyl gedachte in längerer
Anſprache der treuen Mitarbeiter, denen er unter
Ueber=
reichung von Geſchenken die Glückwünſche des Hauſes
dar=
brachte, worauf Jubilar Aufſeher Heinrich Hoffmann
namens des Gefeierten dankte. Ein Jubilar, Karl Feickert,
kann auf eine 50jährige Dienſtzeit zurückblicken, 7 ſtanden
40 Jahre, 60 weitere 25 Jahre im Dienſt der Firma.
Friedberg, 26. Febr. Mit Beginn des neuen
Schul=
jahres wird in den heſſiſchen Lehrerſeminarien
ein vierjähriger Kurſus eingeführt. Zurzeit finden
vorbereitende Klaſſeneinteilungen ſtatt. Manche
Semina=
riſten müſſen ihren Seminarort wechſeln, damit eine
mög=
lichſt gleichmäßige Klaſſeneinteilnug ſtattfinden kann. Die
derzeitigen Seminariſten ſind gefragt worden, welche von
ihnen freiwillig in eine andere Seminarſtadt gehen würden.
Das Friedberger Lehrerſeminar hält nur eine Oberklaſſe
von zirka 40 Schülern, aber drei Parallelklaſſen, mithin im
ganzen ſieben Klaſſen.
Nieder=Mörlen, 26. Febr. Der frühere langjährige
Gemeinderechner Pet. Jak. Möbs hat von der politiſchen
Gemeinde Nieder=Mörlen das alte katholiſche
Pfarrhaus für 10000 Mk. erworben und der
katho=
liſchen Gemeinde mit der Beſtimmung geſchenkt, daß in ihm
ein katholiſches Schweſternhaus mit
Klein=
kinderſchule errichtet werden ſoll. Sobald das Gebäude
hergeſtellt iſt und wieder katholiſche Schweſtern (an denen
in Heſſen großer Mangel iſt) vorhanden ſind, wird die
Station eingerichtet. Die Gemeinde Nieder=Mörlen
er=
baut hinter der jetzigen Kirche ein neues Pfarrhaus, dem
in nicht allzu ferner Zeit der Neubau einer Kirche folgen
wird.
Reich und Ausland.
Aus dr Reichshauptſtadt, 25. Febr. Wie mitgeteilt
wird, ſoll Schloß Rheinsberg jetzt für einen
kür=
zeren Sommer=Aufenthalt des Prinzen Auguſt Wilhelm
eingerichtet werden. Auch die Gartenanlagen werden
er=
neuert werden. — Wie mitgeteilt wird, iſt durch das
Kam=
mergericht jüngſt entſchieden worden, daß die
Verfügun=
gen der Oberpräſidenten, durch die der Beſuch der
Kinos durch Kinder nur bis 9 Uhr abends geſtattet
wird, Rechtskraft haben. Fernerhin beſteht auch die
Be=
ſtimmung zu Recht, daß Kinder unter 16 Jahren ohne
Be=
gleitung Erwachſener nur Kindervorſtellungen beſuchen
dürfen, die als ſolche ausdrücklich bezeichnet ſind. Die
Rechtsgültigkeit dieſer Verfügungen wird dadurch für
ganz Preußen anerkannt, nachdem ſie bereits in einem
früheren Urteil für Berlin Wirkſamkeit erhalten hatten.
Das Kammergericht ſteht auf dem Standpunkt, daß es das
Amt der Polizei ſei, die notwendigen
Vorkehrun=
gen zur Erhaltung der Sittlichkeit und zur Abwendung
der dem Publikum bevorſtehenden Gefahren zu treffen.
Der Schutz der Kinder ſei aber auch an kleinen Orten am
Platze. — Als die Feuerwehrmannſchaften in das Innere
der am Sonntag früh in Wilmersdorf explodierten
Sauerſtoff=Fabrik vordrangen, fanden ſie den
Maſchiniſten Frewald als Leiche vor. Die Beine
wa=
ren dem Unglücklichen abgeriſſen und der Kopf förmlich
auseinandergeſpalten. Sein Arbeitskollege Ruhland
ent=
ging dem Tode nur durch den gewaltigen Luftdruck. Er
wurde mit der Decke in die Höhe geſchleudert und blieb
mehrere Meter neben dem Gebäude liegen. Die
unge=
heure Gewalt des Luftdrucks, der in der Umgebung der
Unfallſtelle großen Schaden anrichtete, wird darauf
zu=
rückgeführt, daß ausſtrömendes Leuchtaas mit der in dem
großen Raum vorhandenen Luft ein leicht erplodierendes
Gasgemenge ſich bilden ließ, das durch eine Lötlampe
zur Erploſion gebracht worden iſt. — Eine andere ſchwere
Erploſion ereignete ſich heute nachmittaa in dem im
Südoſten von Berlin gelegenen Dorfe Kalbow. Die
Azetylen=Apparate waren undicht geworden. Als ſie von
einem Arbeiter abaeleuchtet wurden, erfolgte eine
don=
nerähnliche Erploſion, die im ganzen Dorfe gehört wurde.
Der betreffende Arbeiter erlitt ſo ſchwere Brandwunden,
daß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte.
Frankfurt, 26. Febr. Geſtern abend hat ſich in einem
Reſtaurant der Altſtadt der 45jährige Schauſpieler Guſtav
Dupout aus Stuttgart durch einen in ſelbſtmörderiſcher
Abſicht beigebrachten Schuß in die Bruſt ſo ſchwer verletzt,
daß er heute morgen ſeinen Verletzungen im Hrankenhauſe
erlegen iſt.
Kronberg, 26. Febr. Der Frankfurter Kunſtmaler
Prof. Norbert Schrödl iſt heute früh 7 Uhr in ſeiner
Villa in Kronberg im 70. Lebensjahr geſtorben. Seit
1880 war er hier anſäſſig.
München, 25. Febr. Dem Schriftſteller Hofrat
Maxi=
milian Schmidt wurden aus Anlaß ſeines 80.
Ge=
burtstages zahlreiche Beweiſe freundſchaftlicher Ehrung
zuteil. Prinz Ludwig erſchien perſönlich bei dem Jubilar
und überreichte einen Blumenſtrauß. Faſt ſämtliche
Mit=
glieder des königlichen Hauſes gratulierten teils
tele=
graphiſch, teils mit eigenhändigen Schreiben. Der deutſche
Kaiſer ließ dem Jubilar durch den preußiſchen Geſandten
v. Treutler den Roten Adlerorden dritter Klaſſe
über=
reichen.
Stuttgart, 26. Febr. Der König begibt ſich heute
Nachmittag zu mehrwöchigem Erholungsaufenthalt nach
Kap Martin bei Mentone.
Trier, 26. Febr. Nach einer Fauſt=Aufführung
im Stadtheater ſchlug ein als Mephiſto gaſtierender
Mannheimer Schauſpieler ſo unglücklich auf die Töpfe,
daß eine Scherbe den dirigierenden Kapellmeiſter ins
Auge traf und ihm den Augapfel ſpaltete.
Fulda, 25. Febr. Zu einem Keſſeltreiben
ge=
gen die des Mordes und Mordverſuchs verdächtigen
Zi=
geuner Gebrüder Ebender und Reinhardt ſind am
Samstag 50 Mann vom Marburger Jägerbataillon
un=
ter Führung eines Oberleutnants hier eingetroffen.
Fer=
ner ſollen zwei Kompagnien des 116. Infanterie=
Regi=
ments in Gießen einen Streifzug unternehmen und
end=
lich wird ein Gendarmeriekorps von 60 Mann ſich an
dem Keſſeltreiben beteiligen.
Hamburg, 26. Febr. Die Direktion der Hamburg-
Amerika=Linie veröffentlicht, um übertriebene
Dar=
ſtellungen über das nachts auf Kuhwerder ausgebrochene
Feuer zu verhüten, folgende Mitteilung: Nachts
ent=
ſtand auf bisher unaufgeklärte Weiſe Feuer im Wäſche
magazin der Hamburg-Amerika=Linie auf Kuhwerder.
Der Raum, in dem ſich ein größerer Poſten Wäſche befand,
iſt ausgebrannt. Der Schaden iſt durch Verſicherung
ge=
deckt. Das Feuer wurde alsbald gelöſcht.
Halle a. S., 25. Febr. Am 12. Januar, dem Tage der
Reichstagswahlen, ſtellte ſich der Töpfer Max
Klemm am Eingang eines Halleſchen Wahllokals mit einem
großen, an der Bruſt befeſtigten Plakat auf, das die
Worte enthielt: „Wählt Fritz Kunert! Kampf den
Volks=
ausbeutern! Kampf den Volksentrechtern! Kampf den
Kriegshetzern!‟ Ein Polizeibeamter nahm ihm das Schild
ab und brachte ihn wegen Ausſtellung eines unerlaubten
Plakates zur Anzeige. Ende Januar erhielt Klemm einen
amtsrichterlichen Strafbefehlüber 15 Mark wegen
Uebertretung des § 9 des preußiſchen Preßgeſetzes von
1851. Dieſer Paragraph geſtattet nur das Ausſtellen
ſol=
cher Plakate, auf denen erlaubte öffentliche
Verſammlun=
gen, Vergnügungen, öffentliche Verkäufe und dergl.
ange=
kündigt werden. Der § 30 des Reichspreßgeſetzes hebt die
diesbezüglichen beſonderen landesgeſetzlichen
Beſtimmun=
gen nicht auf. Gegen den Strafbefehl erhob Klemm
Ein=
ſpruch. Vor dem Schöffengericht führte er zu ſeiner
Recht=
fertigung an, er habe geglaubt und glaube noch, daß zur
Wahlzeit Ausnahmen zugelaſſen und Plakate, deren
In=
halt ſich auf die Wahl beziehe, nicht verboten ſeien. Das
Gericht war indes anderer Anſicht und verwarf den
Ein=
ſpruch. Ausnahmen für die Wahlzeit ſeien vom Geſetz
nicht vorgeſehen.
Dresdan, 25. Febr. Redakteur Müller von der
ſozial=
demokratiſchen Chemnitzer Volksſtimme iſt wegen
Be=
leidigung des Rates der Stadt Chemnitz in
ſeinem Blatt zu vier Monaten Gefängnis verurteilt
worden.
Neubrandenburg, 26. Febr. Eine aufregende
Szene ſpielte ſich geſtern abend am Auguſtabad am
Tollenſe=See ab. Ein Primaner war von der Stadt
über das Eis des Sees gegangen. Etwa 150 Meter vom
Auguſtabad brach er ein. Von der Villa ſeiner Mutter,
von wo aus der Vorfall beobachtet worden war, eilte
ein junger Mann mit einer Leiter herbei, um dem
Ver=
unglückten Hilfe zu bringen. Bei dieſem Verſuch brach
er aber ſelbſt ein und mußte einen halbſtündigen Kampf
um ſein Leben führen, bis es ihm endlich gelang, auf
die Eisdecke zu gelangen. Der Primaner konnte nicht
ge=
rettet werden. Vor den Augen einer großen
Menſchen=
menge verſank der Unglückliche unter lauten Hilferufen
in dem eiſigen Waſſer.
Schwerin, 26. Febr. Heute abend um 8,20 Uhr fuhr
auf dem Bahnhof Ventſchov der Güterzug 6211 von
Kleinen kommend auf den Güterzug 6002, der von Güſtrow
gekommen war und auf dem Bahnhof hielt. Der
Sta=
tionsbeamte gab verſehentlich die Einfahrt in das Gleis,
worauf der Zug 6002 hielt. Der Zugführer Kuhlmann=
Schwerin iſt ſchwer verletzt. Die Lokomotive von Zug
6002 iſt defekt. Acht Güterwagen beider Züge wurden
ſtark beſchädigt. Der Verkehr wird durch Umſteigen
auf=
recht erhalten.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Ueber Frau E. Knibbe=Thiel, die am 7.
März mit der Kapelle Hauske hier im Kaiſerſaal ein
ſymphoniſches Konzert veranſtalten wird,
ſchrei=
ben die Münchener Neueſte Nachrichten: Im Rahmen
des am Dienstag im Kaiſerſaal des Hotels Wagner
ab=
gehaltenen Konzertes ſtellte ſich dem erſchienenen
Publi=
kum Frau E. Knibbe=Thiel vor, die bisher einzige
weib=
liche Dirigentin in Deutſchland. Das gab ein ſeltenes
Bild, als die ſchlanke geſchmeidige Geſtalt in ſchlichter
ſchwarzer Soiré=Toilette vor der bunten Verſammlung
der Muſikerſchar des kgl. bayer. 2. Infanterie=Regiments
„Kronprinz” der ausnahmsweiſe das Tragen der
Uni=
form an dieſem Abend geſtattet worden war, ſtand und
taktierte, mit eißtem temperamentvollen Schwung und
einer Umſicht, wie eben ein routinierter Kapellmeiſter
männlichen Geſchlechts. Was ſie dirigierte, waren
ſämt=
lich eigene Schöpfungen, die eine hübſche kompoſitoriſche
Begabung verrieten und durch ihre innige Melodioſität
und Empfindung gar bald den Weg zu den Herzen der
Zuhörer fanden, zumal die Komponiſtin ſelbſt als
Diri=
gentin mit Geſchick die Feinheiten der Partitur
heraus=
zuholen verſtand. So kargte denn auch das Publikum
keineswegs mit herzlichem Beifall und erſetzte durch ſeine
Stärke das, was ihm an Zahl abging. Mit dem Vortrag
zweier Sätze aus dem Mozartſchen Krönungs=
Klavierkon=
zert erwies ſich die Gaſtin auch als tüchtige Pianiſtin und
erntete, namentlich mit der ſeelenvollen Wiedergabe des
Larghetto lauten Applaus.
— Wie aus der heutigen Anzeige erſichtlich iſt, wird
Frl. Marie Detrez von hier, Konzert= und
Opernſän=
gerin, einen Lieder= und Arienabend für Sopran und
Mezzoſopran veranſtalten. Es wirken aufsbeſte eingeführte
Kräfte mit, Herr Hofmuſiker Andrä, Violoncello, Herr
Hofopernſänger Jahn, Tenor, ferner der hier noch nicht
gehörte Heldenbariton Alfred Ilma, Konzert= und
Opernſänger, ausgebildet durch Herrn Profeſſor und Leh=”
rer am Konſervatorium zu Paris, Jean Deretzke. Dieſe‟
vereinten Kräfte werden dem verehrten Publikum durch
ein auserleſenes Programm einen Kunſtgenuß bereiten.
(Alles Nähere ſiehe Anzeige.)
* Lauten=Abend. Am Mittwoch, den 13. März,
veranſtalten Frl. Paula Manecke und Hofmuſiker W.
Manecke mit mehreren einheimiſchen Künſtlern einen!
Lauten=Abend. Das ſehr abwechslungsreiche
Pro=
aramm dürfte vielſeitigem Intereſſe begegnen, da außer
Lieder zur Laute, Terzette in Verbindung mit Violine,
Viola und Laute, ſowie Lautenſtücke aus dem 16.
Jahr=
hundert für drei Lauten zur Aufführung gelangen. Den
Kartenverkauf führt die Firma Thies Nachf. (L. Schutter.)
* Zernin=Ausſtellung. Wir machen
wieder=
holt auf die reichhaltige Ausſtellung des immer mehr zur
allgemeinen Anerkennung gelangenden hieſigen Malers
Heinrich Zernin aufmerkſam, die inzwiſchen durch
ver=
ſchiedene überaus feine und wirkungsvolle Gemälde
er=
gänzt worden iſt. Die Ausſtellung, im Schaufenſter und
Laden der Hof=Buch= und Kunſthandlung Johs. Waitz
(Eliſabethenſtraße 16) veranſtaltet, begegnet dem regſten
Intereſſe der hieſigen Kunſtkreiſe.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 26. Febr. Der
Geſetz=
gebungsausſchuß der Zweiten Kammer trat
heute vormittag zu einer Sitzung zuſammen. Es wurde
zunächſt die Regierungsvorlage, betr. die
Ausführungs=
beſtimmungen zum Reichsviehſeuchengeſetz weiter
beraten und noch einmal die ganze Vorlage durchgeſprochen.
Eine von dem Geſetzentwurf abweichende Stellung nahm
der Ausſchuß bezüglich des Art. 11 der Vorlage ein, indem
er den Ausſchlag der Beiträge nicht nach der Stückzahl,
ſon=
dern nach dem Wert der Tiere feſtſetzte. Auch die Anſätze
für die Koſten dieſer Ermittelungen erſchienen dem
Aus=
ſchuß zu hoch, da bei den örtlichen Verhältniſſen für die
Taxatoren eine Vergütung, wie ſolche den Feldgeſchworenen
zu Teil wird, genügend erſcheine. Abg. Wolf=Stadecken
wurde beauftragt, das Ausſchußreferat in kürzeſter Friſt
zu erſtatten, damit das Geſetz noch vor dem 1. Apriled. J.
von der Kammer verabſchiedet werden kann. Bezüglich der
Vorlage, betr. die Entſchädigung für an Maul= und
Klauenſeuche gefallenes Vieh iſt der Ausſchuß im
all=
gemeinen mit der Regierung einverſtanden, er glaubt aber
hier ebenfalls als Grundlage für den Ausſchlag der
Bei=
träge nicht die Kopfzahl, ſondern den Wert feſthalten zu
Vorträge.
G. Die Kirche der Reformation im Kampf
mit den feindlichen Mächten der
Gegen=
wart. So lautete das bei der Ankündigung nicht ganz
richtig angegebene Thema, über das auf Veranlaſſung
der Kirchlich=poſitiven Vereinigung Direktor Paſtor
Stuhrmann aus Barmen am 23. Febr. im „
Kaiſer=
ſaal” vor einer ſehr zahlreichen Verſammlung ſprach
Im Eingangswort gedachte Pfarrer Widmann des
kürzlich verſtorbenen Vorſitzenden der Vereinigung, der
jetzt von aller Mühe und allem Kampfe ruhe, den
Ueber=
lebenden aber die Pflicht zur Weiterarbeit und
Weiter=
ſtreiten als heiliges Vermächtnis hinterlaſſen habe.
Dar=
auf erteilte er dem Vortragenden das Wort zu
folgen=
den Ausführungen:
Unſere Zeit iſt, wie es ſcheint, dazu beſtimmt, eine
bedeutungsvolle Wendung in der Geſchichte der
Menſch=
heit herbeizuführen. Große Probleme legt ſie auf allen
Gebieten einem nur zu häufig ſich als klein erweiſenden
Geſchlecht vor. Große Gegenſätze, die zur Entſcheidung
drängen, und harte Kämpfe, die ausgefochten werden
müſſen, bringt ſie mit ſich. Darum iſt ſie eine große Zeit,
aber bei aller Größe und bei allem
Wirklichkeitsbewußt=
ſein doch auch eine Zeit des Scheins, des Flittergoldes
und der Imitation, in der die Phraſe die Menge der
Urteilsloſen mehr als je beſtrickt. Mit ihren erſtaunlichen
Erfindungen und Entdeckungen und ihrem Ringen auf
dem wirtſchaftlichen und ſozialen, dem geiſtigen und
reli=
giöſen Gebiete gleicht ſie in vieler Hinſicht dem
Refor=
mationszeitalter. Die religiöſen Kämpfe der damaligen
Zeit haben ſich im Zeichen des Kreuzes von Golgatha
vollzogen. Zu dieſem Zeichen muß die Kirche der
Re=
formation zurückkehren, wenn und ſo weit ſie ſich von
ihm bei ihrem Entwickelungsgang entfernt hat. Nur
dann, wenn ſie das tut, wird ſie Beſtand haben und den
Aufgaben der Gegenwart gewachſen ſein, denn in allen
Kämpfen unſerer Zeit handelt es ſich im Grunde um die
Weltanſchauung. Der Unterſchied und der wahre Wert
der einzelnen Weltanſchauungen wird aber recht erkannt
nur in dem Lichte, das von dem Kreuz ausgeht.
Zu den der Kirche der Reformation feindlichen
Mächten gehört natürlich immer noch die Kirche des
Papſttums. Aber wichtiger und einſchneidender als
jener Gegenſatz zwiſchen Wittenberg und Rom iſt
heut=
zutage der zwiſchen Chriſtentum und Widerchriſtentum.
Zwiſchen der „modernen” und der chriſtlichen
Weltan=
ſchauung gibt es nichts Gemeinſames. Gefährlicher als
die äußeren ſind für die Kirche der Reformation die
inneren Feinde. Eine Kirche verträgt nur eine einzige
Lebensauffaſſung. Die „andere” Weltanſchauung iſt die
der Autoritätsloſigkeit, die bibliſche dagegen die der
gött=
lichen Autorität. Mit der göttlichen ſteht und fällt die
menſchliche Autorität. Als einzige Autorität
gilt vielen in unſerer Zeit =das eigene
Ich. Man beruft ſich gern Säuf ſein
Ge=
wiſſen und beſonders auch auf Luther. Aber Luthers
Gewiſſen war von anderer Art als das der „Modernen”.
Er fühlte ſich als ein von Gott begnadigter Sünder. Die
„Modernen” mögen eine gute Abſicht haben, aber ſie
laſſen ſich von Illuſionen irreführen. Die Schwäche ihrer
Stellung, die der Klarheit und Folgerichtigkeit ermangelt,
iſt der ſozialdemokratiſchen Preſſe nicht entgangen. Die
von vielen, und zwar nicht nur von „Modernen”
empfoh=
lene Trennung der Kirche von dem Staate würde den
gewünſchten Erfolg nicht haben. Die Errichtung der
Volkskirche, die man erſtrebt, wäre mit der Preisgebung
des bibliſchen Evangeliums zu teuer erkauft. Bleibt nur
das Evangelium unſerem Volke erhalten, ſo wird auf
dieſem Fundamente der Herr der Kirche, wenn einmal
die alte Form zerfallen iſt, einen neuen, feſteren Bau
er=
ſtehen laſſen. Eine freie Bekenntniskirche, nicht eine
be=
kenntnisfreie Kirche iſt das erſtrebenswerte Ziel. Ohne
Bekenntnis gibt es keine Kirche. Das Bekenntnis muß
der Ausdruck der Geſinnung ſein. Bekenntnis ohne
Geſinnung führt zu einer toten Orthodoxie, Geſinnung
ohne Bekenntnis führt zur Anarchie. Geſinnung und
Be=
kenntnis müſſen im Leben den Tatbeweis ihrer Echtheit
erbringen. Wer ſich auf Luther beruft, der habe auch
den Luthermut und gehe den Lutherweg!
Durch die Ueberzeugungstreue glaubensſtarker und
ſich ihrer Verantwortung bewußter Perſönlichkeiten hat
einſt die Kirche alle Verfolgungen beſtanden. Wenn ihr
ſolche Perſönlichkeiten wieder in größerer Zahl
erwach=
ſen, wird auch das Gewölk von heute unſchädlich
vor=
überziehen. Mag man die, die ſo denken, „altmodiſche‟
Leute nennen, in Wahrheit ſind ſie ganz modern, weil
Jeſus und, was er den Menſchen gebracht hat und
fort=
während bringt, dem Bedürfnis jeder Zeit entſpricht und
alſo ſtets modern iſt. Auf dem alten Grunde ſtehend,
muß die Kirche der Reformation den Kampf aufnehmen,
und im alten Kreuzeszeichen wird ſie ſiegen, indem ſie
alle bibelgläubigen Männer und Frauen zu treuer Arbeit
und zu tapferem Streite eng zuſammenſchließt. Zu
ſol=
cher Sammlung rufen allerorten die Kirchlich=poſitiven
Vereinigungen und der auch die nationale Aufgabe
be=
tonende Deutſche Evangeliſche Volksbund. Bei
einmüti=
gem Handeln wird die Morgenröte einer neuen, beſſeren
Zeit erglänzen. Dann iſt es eine Luſt zu leben. Auch
die unchriſtliche und widerchriſtliche Preſſe, die in unſerer
Zeit ſo mächtig iſt, wird ihre Kraft verlieren, wenn ſich
alle ernſten Chriſten mit ehrlichem Haſſe gegen
das Niedere, Gemeine und Schmutzige, der
mit dem Gebot der Nächſtenliebe ſich
durch=
aus verträgt, von ihr entſchloſſen
abwen=
den. Wohl ſchwebt die Kirche der Reformation wie ein
ſchwankendes Schiff auf wildbewegten Wogen zwiſchen
Felſen, die ihr den ſicheren Untergang zu drohen ſcheinen;
aber dem Glauben ſind alle Dinge möglich, und in dem
Zeichen des Kreuzes wird ihm gewiß der Sieg zufallen.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Nummer 49.
ſollen. Im Einverſtändnis mit der Regierung wurde die
Höchſtentſchädigung für gefallenes Vieh auf 600 Mark
feſt=
geſetzt. Der Ausſchußreferent Abg. Lutz, wurde ebenfalls
um ſchleunigſte Fertigſtellung des Berichts erſucht. Die zu
dieſen Geſetzentwürfen vorliegenden Anträge ꝛc. ſollen mit
Rückſicht auf die ſtarke Inanſpruchnahme der Kammer erſt
nach der Budgetberatung zur Erledigung kommen.
Der Heſſiſche Automobilklub
hielt, wie ſchon kurz mitgeteilt, am 25. d. M. ſeine
ordent=
liche Generalverſſammlung ab. Dem vom
Vor=
ſitzenden, Herrn Aſſeſſor Zimmer, erſtatteten
Jahres=
bericht entnehmen wir das Nachfolgende: Der Klub hat
im Berichtsjahre 6 offizielle Klubfahrten
ver=
anſtaltet, und zwar: 1. an Oſtern eine zweitägige Tour
nach Herrenalb, Wildbad, Baden=Baden, Darmſtadt;
2. am 14. Mai über Erbach nach Ernſttal, am Neckar
ent=
lang nach Heidelberg; 3. an Pfingſten eine zweitägige
Tour nach Cochem an der Moſel; 4. am 9. Juli eine
Picknickfahrt nach Lindenfels; 5. am 27. Auguſt eine Fahrt
nach Eberbach; 6. am 10. September über Aſchaffenburg,
Rohrbrunn im Speſſart, Stadtprozalten, Miltenberg,
Wörth, Seckmauern, Höchſt, Darmſtadt, insgeſamt 1600
Kilometer Klubtouren. Es nahmen an den Touren teil
insgeſamt 53 Wagen, die nach dem Klubtourenbuch 179
Fahrgäſte beförderten. Nach der Punktwertung gingen
als Sieger hervor: 1. Herr Ingenieur Friedrich
Crößmann mit 1600 Punkten, 2. Herr Architekt A.
Asmus mit 1240 Punkten, 3. Herr Kaufmann M.
Kattler mit 870 Punkten, 4. Herr Patentanwalt P.
Dominik und 5. Herr Direktor L. Meyer mit je 690
Punkten. Zu dem Zuverläſſigkeitsflug am Oberrhein
am 20.—28. Mai waren bei den letzten Etappen 8 Herren
des Klubs mit ihren Automobilen zur eventuellen
Hilfe=
leiſtung herangezogen. Dem Vorſitzenden wurde für
ſeine Tätigkeit von Seiten des Komitees eine Plakette
überreicht. Die im Frühjahr geplante kriegsmäßige
Ballonverfolgung konnte leider infolge widriger
Um=
ſtände nicht zur Ausführung gelangen und mußte auf
das Jahr 1912 verſchoben werden. Der Bericht erwähnt
in anerkennendſter Weiſe das freundſchaftliche
Verhält=
nis, das ſich im Berichtsjahre zwiſchen dem
Wies=
badener Automobil=Klub und dem H. A.=K.
herausgebildet hat. Der Vorſtand glaubte in Anbetracht
der Entwickelung des Klubs den Antrag auf
Auf=
nahme in das Kartell des Kaiſerlichen
Automobil=Klubs ſtellen zu ſollen, nachdem
zu=
vor mit den benachbarten Klubs dieſerhalb
Verhand=
lungen ſtattgefunden hatten. Während von den übrigen
Klubs dem in Ausſicht genommenen Antrag auf
Auf=
nahme in das Kartell keine Schwierigkeiten in den Weg
gelegt wurden, hat der Frankfurter Automobil=
Klub unſere Abſicht durch eine Reihe von Schwierigkeiten
zu vereiteln geſucht. Auch hier iſt es wiederum der
Wies=
badener Automobil=Klub geweſen, der in dankenswerter
Weiſe uns zur Seite geſtanden hat und in der letzten
Kartellſitzung des Kaiſerlichen Automobilklubs unſeren
Antrag auf das wärmſte befürwortet hat. Leider konnte
über dieſen Antrag auf der letzten Kartellſitzung noch
nicht abgeſtimmt werden im Hinblick auf den energiſchen
Proteſt des Frankfurter Automobil=Klubs, der in dem
raſchen Aufblühen des Heſſiſchen Automobil=Klubs
ernſt=
lich um ſeine Exiſtenz fürchtete! Wie nunmehr aus dem
offiziellen Protokoll über dieſe Kartellſitzung erſehen
wer=
den kann, iſt der Vorſitzende des Frankfurter Automobil=
Klubs bei ſeinen Auslaſſungen über den Heſſiſchen
Autd=
mobil=Klub mindeſtens objektiv nicht bei der Wahrheit
geblieben: ſo z. B. wenn er behauptet, der Heſſiſche
Auto=
mobil=Klub beſitze nur ein Automobil und beſtehe zum
größten Teil aus Motorradfahrern. Wir beſaßen zu
jener Zeit 95 Mitglieder, von denen 75 Wagenbeſitzer
und 3 Beſitzer von Motorrädern waren, tatſächlich waren
nur zirka 12 Prozent unſerer aktiven Mitglieder
Nicht=
wagenbeſitzer, während, laut der Mitgliederliſte des
Frankfurter Automobil=Klubs, zirka 20 Prozent bei ihm
keine Automobile beſaßen. Weiter, wenn er behauptet,
wir hätten in Bad Nauheim und Salzſchlirf Tafeln mit
der Aufſchrift 15 Kilometer anbringen laſſen. Dies
ſtimmt nicht. Wohl aber haben wir in einer großen
An=
zahl anderer Orte derartige Tafeln auf Erſuchen der
be=
treffenden Gemeinden aufgeſtellt, ausgehend von der
Erwägung, daß einerſeits es die vornehmſte Aufgabe
eines Automobil=Klubs ſein ſoll, vor allem vorerſt den
geſetzlichen Vorſchriften gerecht zu werden, andererſeits
durch Aufſtellen ſolcher Tafeln die Gemeinden davon
abzuhalten, auf anormale Geſchwindigkeitsbegrenzungen
zu verfallen, wie ſie oft uns mit „5—6 Kilometer” ent=
entgegenleuchten. Die Bedingungen, die der
Frankfur=
ter Automobil=Klub ſtellte, unter denen er für unſere
Aufnahme in das Kartell ſtimmen wollte, waren für uns
unannehmbar. Er verlangte Begrenzung unſeres
Ge=
bietes durch eine Linie bis nördlich Darmſtadt und
Aen=
derung unſeres Namens in „Darmſtädter Automobil=
Klub‟. Damals hatten wir bereits 95 Mitglieder, die
über ganz Heſſen verſtreut wohnten, während der
Frank=
furter Automobil=Klub zu jener Zeit in Gießen mit der
geringen Anzahl von nur in Gießen wohnenden 6—10
Herren eine Sektion gründete mit dem Namen „
Ober=
heſſiſcher Automobil=Klub”; warum ging der
Frankfur=
ter Automobil=Klub nicht mit gutem Beiſpiel hier
voran und nannte dieſe Sektion „Gießener Automobil=
Klub”? Wie kann ſich der Vorſitzende des Frankfurter
Automobil=Klubs für berechtigt halten, über unſere im
Sommer veranſtaltete Fahrt für gebrechliche Kinder
ab=
fällig zu ſprechen, ſie als eine „Kinderei” hinzuſtellen,
„die kein ernſt denkender Automobil=Klub mache”, wo die
Preſſe einmütig nur lobend über dieſe Veranſtaltung
ſprach. Oder iſt etwa der Engliſche Automobil=Klub
(nach Anſicht des betreffenden Herrn) auch kein ernſt
denkender Automobil=Klub, der alljährlich dieſe Fahrten
in größerem Maße veranſtaltet! Ferner erlaubt ſich der
Vorſitzende des Frankfurter Automobil=Klubs eine
Kri=
tik über die von uns herausgebrachten Hotelſchilder, die
er neben der Ausgabe der 15 Kilometer=Tafeln wohl als
die einzige Arbeit des Klubs hinſtellt. Wir fügen nur
an, daß einige Zeit nach uns auch der Frankfurter
Auto=
mobil=Klub Hotelſchilder herausgebracht hat. Die
Aus=
laſſungen erreichen jedoch ihren Höhepunkt, wenn dort
behauptet wird, der Heſſiſche Automobil=Klub ſei nicht
der führende Klub in Heſſen, dies ſei vielmehr (
beſon=
ders durch die Wucht der Perſönlichkeiten) der in Gießen
beſtehende Klub (der Oberheſſiſche Automobil=Klub).
Ganz abgeſehen davon, daß dieſe Bemerkungen in der
Kartellſitzung vom 14. Oktober 1911 gemacht wurden, der
Oberheſſiſche Automobil=Klub aber erſt acht Tage ſpäter
am 21. Oktober 1911, gegründet wurde, iſt es ein eigenes
Unterfangen, dem zwei Jahre alten, aus faſt 100
hoch=
angeſehenen Mitgliedern beſtehenden Heſſiſchen
Automo=
bil=Klub die Führung abſprechen zu wollen, gegenüber
einem damals überhaupt noch nicht beſtehenden, ſondern
erſt 8 Tage ſpäter mit einer geringen Mitgliederzahl
ge=
gründeten Oberheſſiſchen Automobil=Klub.
Nachdem der Frankfurter Automobil=Klub es für
angezeigt gehalten hat, durch Gründung der Sektion
„Oberheſſiſcher Automobil=Klub” und durch die
beabſich=
tigte Gründung weiterer Sektionen innerhalb unſeres
Klubgebietes unſere Intereſſen zu gefährden und den
Beitritt zum Kartell des Kaiſerlichen Automobil=Klubs
zu vereiteln, oder mindeſtens auf ein Jahr
hinauszu=
ſchieben, beſchloß der Vorſtand einſtimmig am 11.
De=
zember 1911, dem Wiesbadener Automobil=
Klub als Sektion beizutreten. Hierdurch hat
es der Klub erreicht, daß wir als Sektion des
Wiesbade=
ner Automobil=Klubs trotz des energiſchen Proteſtes
des Frankfurter Automobil=Klubs dem Kartell des
Kai=
ſerlichen Automobil=Klubs nunmehr angehören und Sitz
und Stimme in dem Kartell haben. Damit wurden
gleichzeitig die geplanten Expanſionsgelüſte des
Frank=
furter Automobil=Klubs in unſerem Klubgebiet
zer=
ſtört, während andererſeits unſer Klub ſeine völlige
Selbſtändigkeit mit eigener Verwaltung gewahrt hat.
Damit hat der Klub den Mitgliedern einen weiteren,
nicht zu unterſchätzenden Vorteil durch den koſtenloſen
Bezug von Grenzkarten uſw. verſchafft.
Die Ausführungen fanden den lebhafteſten Beifall
der Verſammlung und einmütige Zuſtimmung. Der
Voranſchlag für 1912, der in Einnahme 7042 und in
Ausgabe 5900 Mark vorſieht, alſo einen Ueberſchuß von
1142 Mark aufweiſt, wurde gut geheißen. Das Ergebnis
der Vorſtandswahl haben wir bereits mitgeteilt.
Handel und Verkehr.
Odenwälder Hartſtein=Induſtrie
A.=G., Darmſtadt. In der am 24. Februar
ſtattge=
habten Aufſichtsratsſitzung legte die Direktion den
Ab=
ſchluß für das Jahr 1911 vor. Nach Abſchreibungen in
Höhe von 145945,89 Mark gegen 144085.19 Mark in 1910
verbleibt ein Reingewinn von 138112,81 Mark gegen
126866,47 Mark in 1910. Die Direktion ſchlägt vor,
hier=
aus eine Dividende von 7½ Prozent gegen 7 Prozent in
1910 zu verteilen.
— Nach dem Bericht der Frankfurter
Hypo=
thekenbank über das Geſchäftsjahr 1911
weiſt die Gewinn= und Verluſtrechnung einen der ge=
ſchäftlichen Vergrößerung entſprechend höheren
Zins=
überſchuß auf und geſtattet neben bisheriger Dotierung
der Reſerven auf das erhöhte Aktienkapital die gleiche,
9½prozentige Dividende in Vorſchlag zu bringen. Nach
der Jahresrechnung verbleibt ein Reingewinn von
3 285857,31 Mark. Nach Art. 23 des Statuts iſt hiervon
zunächſt der zehnte Teil mit 328 585,73 Mark in den vom
Aufſichtsrat beſtimmten geſetzlichen Reſervefonds
einzu=
ſtellen; ſodann kommen in Abzug 4 Prozent erſte
Divi=
dende aus 22000000 Mark mit 880000 Mark. Weiter
wird vorgeſchlagen, der Penſionsanſtalt 50000 Mark zu
überweiſen. Demnächſt wird beantragt, dem geſetzlichen
Reſervefonds weitere 171 414,27 Mark und dem
außer=
ordentlichen Reſervefonds 100000 Mark zu überweiſen.
Von dem verbleibenden Betrage von 1755857,31 Mark
kommen ſtatutengemäß in Abzug die Tantiéme des
Auf=
ſichtsrats mit 202 727,16 Mark, die Tantiéme des
Vor=
ſtandes mit 96 295,40 Mark, die Vergütungen an die
Be=
amten mit 92000 Mark. Es wird vorgeſchlagen 1 210000
Mark zu weiterer Dividende von 5½ Prozent zu
beſtim=
men, insgeſamt alſo 9½ Prozent zu verteilen und
über=
ſchießende 154834,75 Mark zuſammen mit dem
Bprjäh=
rigen Gewinnvortrag von 316 644,98 Mark auf neue
Rechnung vorzutragen.
Stimmen aus dem Publikum.
FFür die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktios
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Es dürfte vielleicht weitere Kreiſe intereſſieren,
daß, wie ſchon ſo oft, der Straßenbahnzug der
Süddeut=
ſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft 7,30 Uhr ab Arheilgen am
letzten Samstag wegen eines Maſchinendefektes wieder
einmal nicht in Bewegung gebracht werden konnte. Es
war angeblich an der Maſchine ein Dampfrohr geplatzt,
eine Erſatzmaſchine war nicht vorhanden, ſodaß die
Fahr=
gäſte mit einer Verſpätung von einer Stunde erſt nach
Darmſtadt kamen. Eine Anzahl Paſſagiere hat ſich den
Luxus erlaubt, mittels Automobil nach Darmſtadt an ihre
Arbeitsſtelle zu fahren und werden die Teilnehmer die
Rechnung für dieſe Extratour der Süddeutſchen
Eiſen=
bahn=Geſellſchaft zur Begleichung einreichen. Ob dieſes
ſchon wiederholte Vorkommnis eine günſtige Perſpektive
auf das ſpätere Gemeinſchaftsverhältnis wirft, iſt eine
andere Frage.
G.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
Das Bombardement von Beirut.
* Konſtantinopel, 25. Febr. Der Miniſterrat
hat die Ausweiſung der in dem Wilajets Aleppo,
Beirut und Syrien anſäſſigen Italiener mit
Aus=
nahme der Ordensgeiſtlichen, beſchloſſen. Den
Ausgewieſe=
nen wird eine Friſt von 14 Tagen gewährt, innerhalb deren
ſie das Land verlaſſen müſſen. Ueber Beirut iſt der
Be=
lagerungszuſtand verhängt worden. Man behauptet, daß
im Miniſterrat eine Strömung beſtand, welche die
all=
gemeine Ausweiſung der Italiener verlangte. Aber die
Anſicht, daß eine teilweiſe Ausweiſung zu verfügen ſei,
drang durch. Einem Gerücht zufolge ſoll die Regierung
beabſichtigen, auch einige der wohlhabenden Klaſſe
ange=
hörige Italiener in Konſtantinopel auszuweiſen.
Eine Depeſche des Walis von Beirut beſagt, es
wurde konſtatiert, daß während des geſtrigen
Bombarde=
ments fünf Kanonenkugeln die Banque Ottomane
ge=
troffen haben, drei eine deutſche Bank, welche gegenüber
liegt, fünf die Kalilagerhaus=Geſellſchaft, eine Kugel die
Bank von Saloniki und das Paß=Bureau. Eine Kugel
traf ferner eine private Bank im Innern der Stadt. Einige
Kugeln fielen im ſtädtiſchen Garten bei dem Hoſpital und
der Induſtrieſchule nieder. Kugeln trafen auch das
Zoll=
amt und beſchädigten Waren. Während der geſtrigen
Er=
regung wurden bei einem Waffenhändler Waffen geraubt.
Die Schuldigen werden geſucht. Die genaue Zahl der
Ge=
töteten und Verwundeten iſt noch nicht feſtgeſtellt. 50 Mann
der Beſatzung des Kanonenbootes „Ain Illah” werden
ver=
mißt. Ein Geſchoß fiel in das Libanondorf Djedide, welches
ſechs Kilometer vom Hafen entfernt liegt, und explodierte,
ohne Schaden anzurichten. Es heißt, daß die Italiener
auch zwei Torpedo gegen die „Ain Illah” abgeſchoſſen
haben.
— Beirut, 26. Febr. Die Nacht verlief hier
ruhig. Die italieniſchen Kriegsſchiffe ſind außer
Sicht=
weite. Das Militär lagert in den Straßen. Der Hafen
iſt verwüſtet. Die Straßen ſind mit Granatſplittern
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Profeſſor
Mar=
eell Salzer wurde vom Fürſten Leopold zur Lippe
durch die Verleihung des Ordens der Lippiſchen Roſe für
Kunſt und Wiſſenſchaft ausgezeichnet.
Wilhelm Kienzls „Kuhreigen” hat
Sonn=
tag abend am Mainzer Stadttheater ſeine
Erſt=
aufführung erlebt. Die ſzeniſche Leitung hatte Hofrat
Behrend ſelbſt, die muſikaliſche Albert Gorter
übernom=
men. Bei dem Zuſammenwirken dieſer beiden Kräfte
konnte man eine gediegene und würdige Arbeit erwarten,
und das ſehr zahlreich erſchienene Publikum — das Haus
war im Parterre und dem erſten und zweiten Rang
beſetzt — wurde nicht enttäuſcht. Der Beifall, der nach den
Schlüſſen des erſten und zweiten Aktes ſchon ſtark war,
ſteigerte ſich nach dem dritten zu langen Ovationen für die
Hauptdarſteller und für Hofrat Behrend und Kapellmeiſter
Gorter, die beide ebenfalls wiederholt an die Rampe
ge=
rufen wurden.
Spielplan des Frankfurter
Stadt=
t heaters. 1. Opernhaus. Dienstag, 27. Febr.:
„Die Entführung aus dem Serail” Mittwoch, 28.: „
Fräu=
lein Teufel‟ Donnerstag, 29.: Zum erſten Male: „Die
verſchenkte Frau” Freitag, 1. März: Geſchloſſen.
Sams=
tag, 2.: „Madame Butterfly” Sonntag, 3., ½4 Uhr: „Die
luſtige Witwe‟; 7 Uhr: „Oberſt Chabert”. Montag, 4.:
„Der Poſtillon von Lonjumeau‟ Dienstag, 5.: „Die
ver=
ſchenkte Frau” — 2. Schauſpielhaus. Dienstag,
27. Febr.: „Iphigenie auf Tauris”. Mittwoch, 28.: „Der
Kaufmann von Venedig‟ Donnerstag, 29.: „Medea”.
Freitag, 1. März: „Glaube und Heimat”. Samstag, 2.:
Zum erſten Male: „Frangois Villon”, Romantiſche
Ko=
mödie in 4 Akten von Leo Lenz. Sonntag, 3., ½4
Uhr: Vorſt. bei erm. Pr.: „Die Vergnügungsreiſe” 7 Uhr:
„Frangois Villon”. Montag, 4.: „Primeroſe‟. Dienstag,
15.: Frangois Villon”. — Neues Theater Dienstag,
27. Febr.: „Die 5 Frankfurter”. Mittwoch, 23.:,
Mandra=
gola‟ Donnerstag, 29.: „Hans Sonnenſtößers Höllenfahrt”
Freitag, 1. März: „Die 5 Frankfurter”” Samstag, 2.:
„Die 5 Frankfurter”. Sonntag, 3., ½4 Uhr: Arbeiter=Bil=
dungs=Ausſchuß. 8 Uhr: „Die 5 Frankfurter” Montag, 4.:
„Julchens Fliterwochen‟. Dienstag, 5.: Zum 1. Male:
„Hundstage‟. Luſtſpiel in 3 Akten von Korfiz Holm.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
nal=Theaters in Mannheim. Dienstag, 27. Febr.:
„Die Bildſchnitzer‟ Der Barbier von Berriac”, „Lottchens
Geburtstag”. Mittwoch, 28.: „Frühlingsluft‟.
Donners=
tag, 29.: „Die Jungfrau von Orleans”. Freitag, 1. März:
„Madame Butterfly” Samstag, 2.: „Das Kätchen von
Heilbronn”. Sonntag, 3.: 7. Matinee: „Politiſche Lyrik”.
„Der Roſenkavalier”.
* Suffragetten in der Orgel. Die beiden Londoner
Suffragetten Miß Heten Craggs und Miß Howey, die
ſich in der großen Orgel in der Colſton=Halle in Briſtol
verſteckten, hatten eine größere Angſt und Qual
auszu=
ſtehen, als ſie vermutet hatten. Vierundzwanzig
Stun=
den lang waren ſie in dem Orgelbau verborgen, ehe der
Zeitpunkt kam, wo ſie ihren Kopf zwiſchen den
Orgel=
pfeifen hindurchſtecken konnten, um in der großen Anti=
Suffragettenverſammlung ihr Kriegsgeſchrei ertönen zu
laſſen. Dieſe vierundzwanzig Stunden waren wohl die
unangenehmſten Stunden im Leben der beiden Damen.
Kurz nachdem ſie ihr Quartier zwiſchen den Orgelpfeifen
bezogen hatten, verſagten ihre elektriſchen Taſchenlampen
und ſie mußten ſich im Dunkeln zurechtfinden, wobei ſie
alle Augenblicke über ein Hindernis ſtolperten. Eine
unangenehme Nacht verbrachten ſie dort und einen noch
viel unangenehmeren Tag. Kurz nach der
Frühſtücks=
zeit kam eine Anzahl Männer in die Halle und
began=
nen die Orgel zu ſtimmen. Die beiden Suffragetten
ſaßen in der Nähe des Blaſebalges. Der Spektakel dort
muß ohrenbetäubend geweſen ſein. Eine der Damen
ſagte nachher, daß das Geräuſch der Stimmen ſie
bei=
nahe zum Wahnſinn getrieben hätte.
* Die Ehen des Karnevals. In Wien ſind am
vor=
letzten Sonntag nicht weniger als 1100 Paare, die ſich
während der 45tägigen Regentſchaft des luſtigen Prinzen
auf dem glatten Parkett fanden, vor den Altar getreten,
um den Bund fürs Leben zu ſchließen. Verlobungen,
die im Faſching eingegangen werden, ſollen, einem alten
Ehebrauch zufolge, ſpäteſtens am Faſchingsſonntag in
Eheſchließungen umgewandelt werden, und daher erklärt
ſich auch der Maſſenandrang der Heiratsluſtigen zu den
Altären der Wiener Kirchen. Ein gewiſſenhafter
Kar=
nevalsſtatiſtiker hat, dem Neuen Wiener Tagblatt zufolge,
auf Grund ſorgfältiger Aufzeichnungen die Zahl der bis
zu dem Sonntag in der Donauſtadt vom Prieſter
geſeg=
neten Karnevalsehen 1912 mit rund 1400 beziffert, ſo daß
die Eheſtiftungsbilanz des Prinzen Karneval auf 2500
ſteigt. Außerdem weiſt dieſer Statiſtiker noch über 300
Hochzeiten nach, die aber nicht auf das Konto des
Fa=
ſchings — wenigſtens des diesjährigen — gebucht
wer=
den dürfen, nämlich 300 ſilberne und 12 goldene. Die
Prieſter waren genötigt, immer mehrere Paare
gleich=
zeitig zu trauen, um die ſonſtige Dienſtordnung aufrecht
erhalten zu können, und es kam ſogar dazu, daß in einer
der am ſtärkſten beſuchten Kirchen 40 Brautleute
gleich=
zeitig vor den Altar traten. Der Wiener Faſching 1912
hat alſo ſeine Pflicht erfüllt!
* Auch eine Schmugglergeſchichte. Aus Mülhauſen
im Elſaß wird der Straßburger Poſt folgendes nette
Geſchichtchen erzählt: Ein ehrſamer Bürger unſerer
Stadt, der den in Italien und der Schweiz ſo vorzüglich
hergeſtellten Salami zu ſeinen Lieblingsſpeiſen zahlt,
beabſichtigte kürzlich eine dieſer wohlſchmeckenden Würſte
von einer nach Baſel unternommenen Geſchäftsreiſe
mit=
zubringen. Nun dürfen aber unter keiner Bedingung
Fleiſchwaren eingeführt werden, ſelbſt wenn man ſie
ver=
zollen möchte, Unſer Freund beſchloß daher kurzerhand,
eine Salamiwurſt von beträchtlicher Länge über die
Grenze zu ſchmuggeln. In ſorgfältiger Verpackung ſteckte
er ſie in ſeinen Regenſchirm und eilte in letzter Stunde
dem Bahnhofe zu. Bei der Zollreviſion öffnete er
bereit=
willigſt ſeinen Handkoffer. Den Schirm ſtellte er
während=
deſſen behutſam in die nächſte Ecke. Als der dienſttuende
Beamte pflichtſchuldigſt die Reviſion vorgenommen hatte,
packte der Elſäſſer ſeine ſieben Sachen wieder zuſammen
und lenkte vergnügten Sinnes ſeine Schritte dem
bereit=
ſtehenden Eiſenbahnwagen zu. Aber als der Zug ſich in
Bewegung ſetzte, merkte er, daß er ſeinen Schirm mit
dem wertvollen Inhalt vergeſſen hatte. Es braucht wohl
nicht geſagt zu werden, daß er den „in Gedanken ſtehen
gebliebenen Regenſchirm” nicht zurückverlangte. Auch
brauchte er für den Spott ſeiner Freunde nicht zu ſorgen.
Nummer 49.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Seite 7.
füberſät. Die Banque de Saloniki iſt vollſtändig zerſtört.
Der italieniſche Angriff hat ſämtliche hier lebenden
Euro=
ſpäer in größte Gefahr gebracht, denn die maßlos erregte
Menge wäre zu jedem Schritt gegen die Fremden fähig
fgeweſen. Verſuchte Metzeleien wurden ſofort unterdrückt.
* Konſtantinopel, 25. Febr. Die Blätter greifen
heftig Italien an wegen des Bombardements
vonBeirut. Der Tanin meint, die Beſchießung
Bei=
ruts werde den Mut der Ottomanen nicht wankend machen,
ſondern im Gegenteil den Patriotismus der ottomaniſchen
Nation nochemehr anfeuern. Es gebe nun keinen Grund
mehr, den in der Türkei lebenden Italienern=
Gaſtfreund=
ſchaft zu gewähren. Mit der Votierung des
Annexions=
dekrets ſei jede Möglichkeit geſchwunden,
Frieden zu ſchließen und ſich wieder zu verſöhnen.
Die Mächte würden keinen Boden mehr für eine
Ver=
ſſtändigung finden.
eete Msgre geinr Kiſle gilt. Se=
* Paris, 25. Febr. Das. Bombardement des
Hafens von Beirut wird von der geſamten Preſſe
lebhaft erörtert. Mehrfach wird hervorgehoben, das
Vor=
gehen der Italiener könne auf Grund des Wortlautes der
Haager Konvention zwar berechtigt erſcheinen, ſei aber
be=
dauerlich mit Rückſicht auf die beträchtlichen Intereſſen,
welche faſt alle Mächte in Beirut haben und noch mehr
wegen der den Chriſten aller Nationen drohenden Gefahren,
falls der religiöſe Fanatismus der Muſelmanen durch
der=
artige Vorkommniſſe aufgeſtachelt würde. Einige Blätter
fführen eine ſehr ſcharfe Sprache und meinen: Der Umſtand,
daß die Italiener für ihre neueſte Aktion gerade Beirut
lauserſehen haben, wo Frankreich ſeit Jahrhunderten
über=
wiegende Einflüſſe ausübe, laſſe beinahe annehmen, daß
es ſich nicht nur um ein zufälliges Zuſammentreffen, ſondern
um einen neuen Ausbruch von Franzoſenhaß handle.
* New York, 25. Febr. Die Sun erklärt, das
Bombardement von Beirut müſſe die Entrüſtung
der ganzen ziviliſierten Welt hervorrufen. Aehnlich äußert
ſich die Tribune.
* Hamburg, 26. Febr. Nach den letzten Telegrammen,
die der Deutſchen Paläſtinabank hier von ihrer Filiale in
Beirut zugegangen iſt, iſt die Stadt wieder ruhig. Dank
der energiſchen Maßnahmen der Behörden herrſcht eine
muſterhafte Ordnung. Da die Beiruter Garniſon ſchwach
iſt, rückte Militär von Damaskus in die Stadt ein. Auf
den Straßen patrouillieren ſtarke Truppengbteilungen.
Europäer ſollen nicht verletzt ſein.
Literariſches.
— In völlig neuer Ausſtattung gelangt dieſer Tage
der bekannte, allſeitig beliebte große Zeitungs=
Katalog für 1912 der Haaſenſtein und
Vog=
ler A.=G. zur Ausgabe. Aeußerlich zeigt der Katalog
diesmal ein anderes Bild, indem das bekannte längliche
Format aufgegeben und dafür eine Groß=Quartform
ge=
wählt wurde. Anlaß dazu gaben verſchiedentliche
Anregun=
gen von Geſchäftsfreunden und die von Jahr zu Jahr
wachſende Fülle des zu verarbeitenden Materials.
In=
haltlich hat dieſes Nachſchlagewerk, das auf dem großen
Gebiete des Zeitungsweſens längſt ein unentbehrlicher
Ratgeber geworden iſt, eine weſentliche Erweiterung
er=
fahren. Der aufs praktiſchſte geſtaltete Notizkalender
wurde beibehalten, ebenſo ein nach Städten alphabetiſch
igeordnetes Verzeichnis ſämtlicher Agenturen der Firma
im In= und Auslande. Ein Ortsregiſter, das ein
ſofor=
tiges Auffinden der an den betreffenden Plätzen
erſchei=
nenden Tageszeitungen ermöglicht, ſowie eine erweiterte,
branchenweiſe Zuſammenſtellung der aufgeführten
Fach=
zeitſchriften ſchließen ſich an.
— Die verbündeten kaufmänniſchen Vereine für
weibliche Angeſtellte, Sitz Frankfurt a. M., haben für
1912 ein Jahrbuch für
Handlungsgehilfin=
nen herausgegeben, das durch ſeinen gediegenen
In=
halt geeignet iſt, ſeinen Zweck zu erfüllen, nämlich den
Handlungsgehilfinnen ein Ratgeber und Freund zu
werden. Das Jahrbuch iſt für den Preis von 30 Pfg.
gegen Einſendung von Briefmarken durch die „
Propa=
ganda” Zentrale der verbündeten kaufmänniſchen
Ver=
eine in Kaſſel, Untere Karlſtraße 3 I, oder durch die
an=
geſchloſſenen Vereine zu beziehen.
— Hauſer=Edel, Gedankenmoſaik. (Hans
Sachs=Verlag in München.) Reife Früchte einer
abge=
klärten Weltanſchauung bildet Hauſer=Edel in ihren
Aphorismen. In der klaren Sprache eines durch
Nach=
denken und Reflexion geſchärften Geiſtes bricht ſie vom
Lebensbaum die goldenen Früchte der Weisheit. Der
Beſamteindruck des Buches iſt der einer vollendeten
Har=
monie und Klarheit. Es iſt keine Augenblickslektüre,
ſon=
dern ein Büchlein, das man ſich in ernſten Stunden gern
hervorholt, um mit ihm Zwieſprache zu halten über alles,
was das menſchliche Herz und das menſchliche Leben
bewegt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 26. Febr. Aus Deutſch=Oſtafrika
wird gemeldet, daß die erſte Lokomotive geſtern in
Tabora, einem Hauptplatz im Innern Deutſch=Oſtafrikas,
eingefahren iſt. Die von Daresſalam ausgehende
Zen=
tralbahn hat damit eine Länge von 350 Kilometer erreicht.
* Potsdam, 26. Febr. Zu den
Maſſenerkran=
kungen in der Unteroffizierſchule gab das
Kommando heute vormittag bekannt: Die Zahl der in der
Unteroffizierſchule in Potsdam erkrankten Mannſchaften
hat ſich ſeit dem 25. Februar nicht erhöht. Bei allen
Er=
ſkrankten iſt das Fieber heruntergegangen und meiſt ganz
beſeitigt. Ihr Allgemeinbefinden iſt gut. In den
Aus=
leerungen der Kranken wurde der Erreger der
Fleiſchver=
giftung feſtgeſtellt. Die Unterſuchungen werden
fort=
geſetzt.
* Leipzig, 26. Febr. Heute morgen iſt der geſtern
beſchloſſene Speditionsarbeiterausſtand
ein=
getreten. 500 Mann ſind ausſtändig. Die Unternehmer
haben die Angelegenheit dem Arbeitgeberverband
über=
tragen, der mit dem Transportarbeiterverband
verhan=
deln ſoll. Der Arbeitgeberverband hat gemeſſenen
Auf=
trag, den Tarifvertrag abzulehnen. Der Ausſtand wird
auf die An= und Abfuhr keinen Einfluß haben, da die
Eiſenbahndirektion den Betrieb der Spediteure
über=
nimmt. Von einer Gefährdung der Leipziger
Engros=
meſſe kann daher keine Rede ſein.
* Luxemburg, 26. Febr. Das Amtsblatt proklamiert
die Thronbeſteigung der Erbgroßherzogin
Maria Adelheid und bringt einen Nachruf für den
verſtorbenen Großherzog, in dem deſſen
Herrſchertugen=
den gerühmt werden. — Die Ueberführung der
Leiche des Großherzogs von Schloß Berg nach
Luxemburg erfolgt wahrſcheinlich am Donnerstag. Die
Leiche wird während des Tages im Billardzimmer des
Palaſtes aufgebahrt und das Publikum wird zur Be=
ſichtigung zugelaſſen. Danach wird die Leiche in den
pro=
teſtantiſchen Tempel gebracht und ſpäter erfolgt die
Bei=
ſetzung in der Familiengruft zu Weilburg an der Lahn.
* Brüſſel, 26. Febr. Die ſtändige Kommiſſion
der internationalen Zuckerkonferenz ſollte
ihre Verhandlungen heute nachmittag wieder aufnehmen.
Der Beginn der Beratungen wurde aber vorher vertagt.
Es iſt wahrſcheinlich, daß die ſtändige Kommiſſion im
Laufe der nächſten Woche zuſammentritt.
* Paris, 24. Febr. Das Echo de Paris ſchreibt über
die geplante militäriſche Organiſation
Ma=
rokkos: Die mit dieſer Angelegenheit betraute
Kom=
miſſion ſei der Anſicht, man müſſe nach Marokko ein ſtarkes
Beſatzungskorps ſchicken, um raſch und in vorteilhafter
Weiſe an die Organiſierung des Landes und an die
Aus=
nützung ſeiner ungeheuren Hilfskräfte, auch der
militäri=
ſchen, zu ſchreiten und alle Aufſtandsgelüſte
hintanzuhal=
ten. Unter dieſen Umſtänden könnten aus den urſprünglich
vorgeſehenen drei Brigaden drei Diviſionen werden,
de=
ren Geſamtſtärke ſich auf 100000 Mann belaufen werde.
Man habe in maßgebenden Regierungskreiſen begriffen,
daß nur eine hinreichende Streitmacht die
Aufſtandsdro=
hungen und die nicht bloß von marokkaniſcher Seite
an=
gezeltelten, anttfranzöſiſchen Ränke im Keime erſticken
könne. Kriegsminiſter Millerand hoffe, die für dieſe
Streitkräfte erforderlichen Offiziere durch das neue
Ka=
dresgeſetz erlangen zu können, das möglichſt bald dem
Parlament vorgelegt werden ſolle.
* Saloniki, 26. Febr. Der engliſche Dampfer
„Vayet” aus Hull, mit einer Petroleumladung an
Bord, iſt infolge unrichtigen Kurſes trotz aller von dem
Fort gegebenen Signale in der Nähe des großen Kaps
Kara Burun aufgelaufen.
— Frankfurt, 26. Febr. Außer 50 Gendarmen
betei=
ligen ſich freiwillige Abteilungen von Kriegervereinen an
der Verfolgung der hier ihr Weſen treibenden
Zigeuner=
bande. Man beabſichtigt, den ganzen Kreis Fulda und
Schlüchtern von den Zigeunern zu ſäubern. Bis jetzt
ſind die Nachforſchungen noch nicht von Erfolg geweſen.
H. B. Beuthen i. Oberſchl., 26. Febr. Auf der
Zen=
trumsgrube ereignete ſich ein ſchwerer Unfall. Aus
unaufgeklärter Urſache ſtürzten plötzlich größere
Kohlen=
maſſen ein und verſchütteten eine Anzahl Bergleute. Ein
Arbeiter konnte nur als Leiche geborgen werden, während
die anderen gerettet wurden.
H. B. Halle a. d. S., 26. Febr. Wie der
national=
liberale Landtagsabgeordnete Keil und der freiſinnige
Abgeordnete Delius in einer von etwa 1000 Perſonen
beſuchten Verſammlung erklärten, bereiten ſowohl die
nationalliberalen wie die freiſinnigen Fraktionen des
Landtages und Reichstages Anträge vor, die
Staats=
regierung möge wegen der am Wohnungsgeld=
Zuſchuß deklaſſierten Orte ſchleunigſt erneut
Erwägungen anſtellen.
— Toulon, 26. Febr. In der Kohlengrube von Luc
wurden geſtern durch einen Erdſturz 12 Arbeiter
verſchüttet. Nach mehrſtündiger Arbeit gelang es,
alle lebend, wenn auch mit erheblichen Verletzungen,
ans Tageslicht zu fördern.
— Nizza, 26. Febr. Auf der Rückfahrt von Monte
Carlo wurde eine Pariſerin durch Chloroform
ein=
geſchläfert und um 1800 Francs beraubt.
Briefkaſten.
St. Das iſt ganz verſchieden und richtet ſich je nach
der Abmachung.
M. Sch. Wenden Sie ſich an einen Rechtsanwalt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der Hochdruckrücken, der geſtern über Deutſchland
lag, aber durch einige Teiltiefs unterbrochen war,
ver=
urſachte geſtern vielfach trübes Wetter mit ſtrichweiſen,
geringen Niederſchlägen. In der Temperaturverteilung
iſt gegen geſtern keine weſentliche Aenderung eingetreten,
nur der Süden Rußlands iſt etwas wärmer geworden.
Der Druck iſt in Mitteleuropa geſtiegen, während er über
England fällt. Das Hoch, das geſtern über Italien lag,
iſt über die Alpen vorgedrungen. Vorläufig haben wir
wenig Aenderung der herrſchenden Witterung zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 27. Febr.:
Wolkig, meiſt trocken, mild, nebelig.
Gut haushalten
muß man auch mit ſeinen Körperkräften;
wer ſie überanſtrengt, oder beruflich zu
ſehr in Anſpruch nehmen muß, tut gut,
um Verlorenes wieder einzuholen,
Scotts Emulſion
einzu=
nehmen. Seit 35 Jahren
beſtens bewährt, iſt Scotts
Emulſion gerade für ſolche
Zwecke ein vorzügliches
* Stärkungsmittel. Man mache
einen Verſuch, achte aber
Nur echt mit dieſer wohl darauf, die echte
Marke —dem Fiſcher
— dem Sarantie= Scotts Emulſion zu
zeichen des
Scott=
ſchen Verfahrens; erhalten.
(34734
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen
verkauft und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur
in verſiegelten Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke
(Fiſcher mit dem Dorſch). Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima
Glyzerin 50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3,
unterphosphorig=
ſaures Natron 2.0, pulv. Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi
pulv. 2.0, Waſſer 129,0 Alkohol 11,0. Hierzu aromatiſche
Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl je 2 Tropfen.
Neuheit f. Hausfrauen, Couriſten, Jäger:
Die Freudeiſigroß,
wenn man nach unzähligen,
nutz=
loſen Verſuchen endlich das richtige
Mittel findet. Javol iſt unbeſtritten
ein Haarpflegemittel, das
unge=
zählten Perſonen zu vollem, üppigem
und prächtigem Haar verholfen hat.
„Javol” enthält nachweisbar
Kräu=
terauszüge, die den Haarwuchs
be=
leben und die Haarpapillen zu
er=
höhter Tätigkeit anregen. „Javol”
wird nur in Originalflaſchen zu
2 Mark und in Doppelflaſchen zu 3,50 Mark verkauft.
Es wird fetthaltig für trockenes, ſprödes Haar und
fett=
frei für fettreiches Haar hergeſtellt. Ueberall zu haben.
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
VI A7
Ou bist eine komische Figur, mein Sohn,
wie du unter Menſchen gehſt.: mit roter Naſe,
ſtockheiſer, ächzend, ſtöhnend und huſtend. Einen
Katarrh kann natürlich jeder mal bekommen, aber
dann tut man doch ſofort etwas dagegen, damit
man die Choſe bald wieder los wird. Ich
ver=
wende ſtets Fays ächte Sodener Mineral=
Paſtillen, die ich für 85 Pfennig in irgend
einer Apotheke oder Drogerie kaufe, und ich bin
mit meinen Katharrhen immer fertig geworden,
ehe ſie noch recht zum Ausbruch kamen. Laß
dir raten und tue desgleichen!
(3950M
Hotel Darmstädter Hof
Vornehmes Sälchen für
Vertobte
zur Abhaltung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet. (130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein‟.
Todes-Anzeige.
Nach kurzer Krankheit verſchied heute morgen
10½ Uhr mein lieber Gatte, unſer Vater und
Großvater
(4771
Christian Geissner
Hautboist 1. P.
im Alter von 75 Jahren.
Namens der Hinterbliebenen:
M. Geißner und Kinder.
Darmſtadt, den 26. Februar 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, 28. Febr.,
nachm. 4 Uhr, von Lauteſchlägerſtraße 38 aus.
Einſegnung 3¾ Uhr.
Kirchliche Nachrichten.
Stadtkirche. Mittwoch, den 28. Februar, abends
8 Uhr: Liturgiſche Paſſionsfeier. (Kollekte.) Pfarrer Velte.
Johanneskirche. Mittwoch, den 28. Februar,
abends 8 Uhr: II. Paſſionsandacht. Pfarrer Kraus.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. A): „Grigri”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert von Elly Ney=van Hoogſtraaten und Lotte
Hegyeſi um 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz
(Richard Wagner=Verein).
Hauptverſammlungen: Ev. Kirchengeſangverein der
Paulusgemeinde um 7½ Uhr im Gemeindeſaal. —
Darmſtädter Volksbank um 8 Uhr im „Fürſtenſaal”
— Bezirksverein Mathildenhöhviertel um 8½ Uhr im
„Hanauer Hof”
Konzerte: Kölniſcher Hof um 6 Uhr, — Hotel Heß
und Bürgerkeller um 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr,
Olympia=Kinematograph, Rheinſtraße 2.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 28. Februar.
Hofreite=Verſteigerung des Karl Wilke (
Schwanen=
ſtraße 27) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Gg. Gerlach (
Kranich=
ſteinerſtraße 22) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 und 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Ziegeleigeräte= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr der
Firma Gandenberger zwiſchen Pfungſtadt und Hahn.
Holzverſteigerung um ½9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen. — Hierauf Streulaub=
Verſteigerung.
Holzverſteigerung um 4 Uhr im Gaſthaus „Zum
Mühltal” zu Eberſtadt.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr
im Traiſaer Gemeindewald.
Nußbaum= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr am
Bahn=
hof Langen.
Stamm=, Nutz= u. Nutzholz=Verſteigerung um
10 Uhr (Zuſammenkunft an der Halteſtelle des neuen
Schießhauſes).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Seit
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Markt 2.
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(99a) 18 Ernst-Ludwigstr. 18.
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1. März an Aushilfsſt. f. 4 Wochen.
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Schützenſtraße 10½. Telefon 531.
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einer Stellung war u. mit Pferden
umgehen kann, ſucht paſſende
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erbitten
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auf 2 Stunden vormittags geſucht
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Hausarbeit tagsüber geſucht
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gründl. u. ſauber in allen häusl.
Arbeit., findet per 1. März gute,
dauernde Stelle. Näh. Exv. (4706
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(*4615
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Hermannſtraße 51, part.
Gesucht
zum 1. März oder ſpäter ein
er=
fahrenes Hausmädchen.
Vorſtel=
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Martinſtraße 39.
B4737)
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ein tüchtiges, nicht zu junges
Mädchen geſucht. Näh. in der
Expedition ds. Bl. (*4624
Geſucht ſof. od. 1. Märg beſſ.
Alleinmädchen od. einf. Stütze,
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dem. Hauſe. Näh. i. d. Exp. (*4621
Laufmadchen
ſuchen (4748
Strauss & Mayer.
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Mädchen zum Spülen
und für Küchenarbeit in meine
Hotelküche zu Anfang März
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ausgeſchloſſen. Hotel zur Krone,
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Auerbach (Heſſen).
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(*4659
je 2 Stunden geſucht
Klappacherſtraße 17, 1. St.
Ordentliches Laufmädchen für
vormittags per 1. März geſucht
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in gutem Hauſe gedient, wird
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geſucht. Näh. i. d. Exp. (4768im
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(4765
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Büfettfräul., Servierfräul.,
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Tüchtige Wirtschafterin
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Seite 9.
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4½ do. v. 1905 .
100,50
3½ Schweden . .
92,60
4 Serbier amort. v. 1895 85,80
4 Türk. Admin. v. 1903 84,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 92,20
4 Ungar. Goldrente . . . 92,40
4 do. Staatsrente . . . 90,30
In Proz.
Zf.
5 Argentinter .
101,70
do.
89,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,50
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,25
do.
95,10
4½
95,50
4½ Japaner . . .
5 Innere Mexikaner:
96,90
3
61,10
do.
4 Gold=Mexikaner v. 1904 89,30
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,30
3 Buenos Aires Provinz 73,00
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 140,40
3 Nordd. Lloyd . . . . . 104,25
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60 %
Einz. Mk. 408 . . 113,80
8 Baltimore und Ohio . 104½
6 Schantungbahn . . . . 132,80
6½ Luxemb. Prince Henri 157,00
0 Heſt. Südbahn (Lomb.) 155,50
6 Pennſylvania R. R. . 18,25
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 70,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 495,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
. . . . 253,50
27 Farbwerke Höchſt . . 546,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . .
8 Cement Heidelberg . . 159,90
32 Chem. Werke Albert 445,25
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 292,80
4 Lahmeyer . . . . . . . —
In Proz.
Letzte
Owid.
7 Schuchert, Nürnberg . 159,80
12 Siemens & Halske . 237,50
12 Bergmann Electr. . . 182,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 182,00
25 Gummi Peter . . . 144,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 132,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 471,50
12 Maſchinenf. Badenia 203,00
16 Wittener Stahlröhren 239,50
8 Steana Romana Petr. 135,20
15 Zellſtoff Waldhof . . 245,20
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 209,00
10 Neue Boden=A.A.=Geſ. 134,00
3 Südd. Immobilien . 70,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 185,50
12 Bochumer Bergb. und
Gußſt. . . . . . . 222,30
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 184,00
10 Gelſenkirchener . . . . 198,50
7 Harpener . . . . . . . 191,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 252,75
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Garo. . . . . . . . 88,70
4 Laurahütte . . . . . . 176,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 191,50
10
5 South Weſt Afrira
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 90,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. —
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 92,80
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,60
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 95,30
80,10
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,75
Snsen
3f.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,20
55,30
do.
2%
78,40
3 Raab=Oedenburg
1 Kronprinz Rudolfbahn 95,75
89,00
4 Ruſſ. Südweſt.
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,90
do.
. 89,70
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 79,40
92,00
4½
do.
71,00
2½ Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir . 66,50
84,40
4 Bagdadbahn ..
4½ Anatoliſche Eiſenb. : 97,30
73,90
4 Miſſouri=Pacific. .
.101,00
4 Northern=Pacific
. 95,40
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
88,60
Francisco..
5 Tehuantepec . . . . . . 99,90
Bank=Aktien
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,00
8½ Bergiſch=Märkiſche
150,90
Bahn . .
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 172,50
6½ Darmſtädter Bank . 125,00
12½ Deutſche Bank . . . 262,80
6 Deutſche Vereinsbank . 125,40
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,70
10 Diskonto=Kommandit 190,10
8½ Dresdener Bank . . 157,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,50
6½ Mitteld. Kreditbank 121,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 126,00
5½ Pfälziſche Bank . . 130,25
6.48 Reichsbank . . . . . 138,30
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 132,50
7½ Wiener Bankverein . 138,70
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 99,20
Srchen
Zf. Pfandbriefe.
3½ Frankſ. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 100,00
89,75
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 101,10
90,30
3½
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 100,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . .
100,80
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
90,30
S. 3—5.
90,10
90,20
S. 9—11
4 Meininger Hyp.=Bank 100,00
3½
89,50
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 99,00
3½ do. (unk. 1914) . . 89,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
do.
3½
90,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . 3
3½ do.
90,20
4 Frankfurt.
.100,90
do.
96,00
(5
4 Gießen . .
,
do.
3½
4 Heidelberg . .. ..
3½ do.
89,40
4 Karlsruhe
.10000
3½ do.
90,50
4 Magdeburg. .
3½ do.
4 Mainz .
3½, do.
89,60
4 Mannheim . . .
do.
3½
90,10
4 München .
100,10
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
99,90
do.
90,80
4 Offenbach .
Ieen.
Ae
91,00
3½ Offenbach
4 Wiesbaden .
91,10
do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 80,75
Verzinsliche
Aulehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 169,20
3½ Cöln=Mindner , 100 136,40
3 Holl. Komm. . fl. 100 106,30
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,80
.125,80
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
fl. 7
Augsburger . .
Braunſchweiger Tlr. 20 200,00
Freiburger
Fs. 15
.Fs. 45 —
Mailänder
do.
Fs. 10 30,00
fl. 7 34,60
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864fl. 100 527,00
do. v. 1858fl. 100 453,00
Ungar. Staats . . fl. 100 370,60
Benediger . . . . Fs. 30 40,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 168,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,47
20 Franks=Stücke .
16,24
Amerikaniſche Noten.
4,19
Engliſche Noten .
20,48
81,25
Franzöſiſche Noten.
Holländiſche Noten. .
169,35
Italieniſche Noten .
80, 45
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
Ruſſiſche Noten
216,00
Schweizer Noten . .
. 81,00
Reichsbank=Diskonto.
5
Reichsbank=Lombard Zsf. 6.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
§0 23.
Dienstag, 27. Februgr.
1912.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1927, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verfäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1912
von heute ab bis 31. März 1912 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen. Anträge, die nach dem 1. April 1912 geſtellt werden, können keine
Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Verordnung, den Radfahrverkehrbetreffend.
Vom 6. Mai 1907. §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht,
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19. ".
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
platte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
den muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal. und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alliährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplatte
anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Rummerplate
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht;
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten:
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
da=
hingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
herwendet mirh.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft 1912, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund häuslicher
Verhältniſſe ꝛc.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Angehörigen
von Militärpflichtigen oder Militärpflichtige ſelbſt, welche glauben, die nachſtehend
ab=
gedruckten Vergünſtigungen des § 32,2 der W.=O. in Anſpruch nehmen zu können, ihre
desfallſigen Anträge alsbald und ſpäteſtens bis zum Erſatz=Geſchäft im
laufen=
den Jahr bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien vorzubringen haben, und wird
hierbei ausdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, daß Geſuche der rubr. Art, welche nach
dem Erſatz=Geſchäft eingehen, keine Berückſichtigung mehr finden können, es ſei denn,
daß die Verhältniſſe, welche einen Antrag rechtfertigen, erſt nach dieſer Zeit
ein=
getreten ſind.
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatzkommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
ꝛc.
ꝛc.
Abdruck
2. Es dürfen vorläufig zurückgeſtellt werden:
a) die einzigen Ernährer hilfloſer Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern
oder Geſchwiſter;
b) der Sohn eines zur Arbeit und Aufſicht unfähigen Grundbeſitzers, Pächters
oder Gewerbetreibenden, wenn dieſer Sohn deſſen einzige und unentbehrliche
Stütze zur wirtſchaftlichen Erhaltung des Beſitzes, der Pachtung oder des
Gewerbes iſt;
c) der nächſtälteſte Bruder eines vor dem Feinde zebliebenen, oder an den
er=
haltenen Wunden geſtorbenen, oder infolge derſelben erwerbsunfähig gewordenen
oder im Kriege an Krankheit geſtorbenen Soldaten, ſofern durch die
Zurück=
ſtellung den Angehörigen des leizteren eine weſentliche Erleichterung gewährt
werden kann;
d) Militärpflichtige, welchen der Beſitz oder die Pachtung von Grundſtücken durch
Erbſchaft oder Vermächtnis zugefallen, ſofernihre Lebensunterhaltung auf deren
Bewirtſchaftung angewieſen und die wirtſchaftliche Erhaltung des Beſitzes oder
der Pachtung auf andere Weiſe nicht zu ermöglichen iſt;
e) Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere
Arbeiter beſchäftigt ſind, ſofern der Betrieb ihnen erſt innerhalb des dem
Militärpflichtjahre vorangehenden Jahres durch Erbſchaft oder Vermächtnis
zugefallen und deren wirtſchaftliche Erhaltung auf andere Weiſe nicht möglich
iſt. Auf Inhaber von Handelshäuſern entſprechenden Umfangs findet dieſe
Vorſchrift ſinngemäße Anwendung;
k) Militärpflichtige, welche in der Vorbereitung zu einem beſtimmten Lebensberufe
oder in der Erlernung einer Kunſt oder eines Gewerbes begriffen ſind und
durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden.
g) Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben.
ꝛc.
ꝛc.
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft 1912, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häus=
licher ꝛc. Verhältniſſe.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine Bekanntmachung vom Heutigen in rubr. Betreff
hin=
weiſe, beauftrage ich Sie zugleich, die aufgenommenen Reklamationsprotokolle, gehörig
vervollſtändigt und erläutert, ſtets alsbald hier vorzulegen. Sie wollen auch, ſoweit
tunlich, für die Verbreitung der Bekanntmachung in Ihren Gemeinden Sorge tragen
und namentlich ſolche Leute, von denen Ihnen aus eigener Erfahrung bekannt iſt, daß
ihre Verhältniſſe einen Antrag rechtfertigen, möglichſt auf dieſelbe aufmerkſam machen.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
(3243s
Bekanntmachung.
Ain den Fülln der Ziſſr 2 der lehzte Steuerzeitel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmnachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 35, 41, 49, 50, 53, 60, 80 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjienige
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde,
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 21. Februar 1919.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(4719a
Fey.
Nummer 23.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Dienstag, den 27. Februar 1912.
Kohlenlieferung.
Die Lieferung von circa 2000 Zentner Ruhrkohlen (Nuß II) für die Kreis=
Abdeckerei des Kreiſes Darmſtadt, ſowie der erforderlichen Anthrazit= und Nußkohlen
zur Heizung der vom Kreiſe benutzten Räumlichkeiten im Erdgeſchoß des Hauſes
Neckarſtraße Nr. 3, lieferbar nach Bedarf in der Zeit vom 1. April 1912 bis 31. März
1913, ſoll an den Wenigſtnehmenden vergeben werden.
Angebote, welche frei Magazin in der Anſtalt, Gräfenhäuſerweg 201, bezw.
Keller des Hauſes Neckarſtraße 3, und einſchließlich Oktroi zu verſtehen ſind, werden
mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bis 5. k. Mts. erbeten.
Die Zeche, von welcher die Kohlen bezogen werden ſollen, iſt anzugeben.
Für die Kreis=Abdeckerei iſt waggonweiſe direkt ab Zeche zu liefern.
(4653
Darmſtadt, den 22. Februar 1912.
Der Kreis=Ausſchuß des Kreiſes Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Der Stadtvorſtand von ſeld beabſchtigt mit dem am 290. Juld. Zs. daſelbſt
ſtatt” enden Prämien= und Pferdemarkt eine Verloſung von Vieh und
landwirt=
ſchaftlichen Maſchinen und Geräten zu verbinden.
Großherzogliches Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Veranſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 20000 Loſe
zu 0,50 Mk. das Stück aussegeben werden dürfen und mindeſtens 50% des
Brutto=
erlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu
verwen=
den ſind. Zugleich wurde der Vertrieb der Loſe im Großherzogtum geſtattet. (4766
Das Großh. Miniſterium des Innern hat dem landwirtſchaftlichen Bezirk=Verein
Mannheim und dem badiſchen Rennverein die Erlaubnis erteilt, 10000 Loſe einer mit
dem diesjährigen Mannheimer Maimarkt verbundenen Verloſung von Pferden,
Rind=
vieh und ſonſtigen Sachgegenſtänden innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben.
Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen
bis zu 100000 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertriebe in Heſſen dürfen nur
mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
(4767
Anliche achtihten des Groſh. polzeiants Darnſadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dalmatiner (zugelaufen). Die Hunde können von
den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(4731
Bekanntmachung.
Im hieſigen Schlachthof iſt am 22. ds. Mts. bei einem
Trans=
port von Schweinen die Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt worden.
Sämtliche Schlachttiere wurden daſelbſt alsbald abgeſchlachtet und
die Desinfektion vorgenommen. Die Seuche iſt demnach als erloſchen
(4710
zu betrachten.
Darmſtadt, den 24. Februar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung,
nachträgliche israelitiſche Gemeindeſteuer
für 1911 betreffend.
Neun Hebregiſter über nachträglich ausgeſchlagene israelitiſche
Gemeindeſteuer für 1911 liegen vom 27. ds. Mts. ab acht Tage lang
zur Einſicht der Intereſſenten bei dem Gemeinderechner, Herrn Karl
Flehinger, Alexanderſtraße 4, während der Dienſtſtunden, von 8 bis
12 Uhr vormittags, offen.
Beſchwerden gegen die in den Hebregiſtern enthaltenen
An=
ſätze ſind binnen der erſten 4 Wochen nach Ablauf der
Offenlegungs=
friſt entweder ſchriftlich oder mündlich zu Protokoll bei Großh.
Kreis=
amt Darmſtadt vorzubringen. Später vorgebrachte Beſchwerden
können keine Berückſichtigung finden.
(4707
Darmſtadt, den 26. Februar 1912.
Der Vorſtand
der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Holz=Verſteigerung.
Donnerstag, 29. d. Mts., von vormittags 9 Uhr an
werden in dem oberen Lokale der Turnhalle dahier (Woogsplatz 5)
aus Domanialwalddiſtrikt Böllenfalltor (Kirchſchlag), ſowie dem
Philippshoſpitalwalddiſtrikt, Grabenſtück, verſteigert:
Nutzſcheiter (1,75 m lang, ungeſpalten) rm: 6 Kiefern;
Scheiter rm: 351 Buchen, 33 Eichen, 1 Birken, 25 Kiefern;
Knüppel rm: 229 Buchen 27 Eichen, 8 Birken, 1 Pappeln,
26 Kiefern; Reiſig Wellen: 7035 Buchen, 270 Eichen,
165 Birken, 20 Pappeln, 280 Kiefern, 15 Fichten; Stöcke
rm: 46 Buchen, 1 Eichen, 1 Kiefern, 2 Lärchen, 1 Fichten;
Stöcke (fein) rm: 8 Buchen.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Klipſtein zu Forſthaus
Böllen=
falltor wird dasſelbe auf Verlangen vorzeigen. Das Holz mit blau
unterſtrichenen Nummern wird nicht zur Verſteigerung kommen.
Darmſtadt, 19. Februar 1912.
(4354
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Ruß= und Rennhoh=Ferſteigerung.
Donnerstag, den 29. Februar I. Js.,
von vormittags 9½ Uhr an,
werden in dem hieſigen Gemeindewald in den Diſtrikten
Kuhträn=
brech, Klosberg und Loh nachverzeichnete Holzſortimente an Ort und
Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert:
2 Eichenſtämme von 25 cm mittl. Durchmeſſer und 10 bis
14 m Länge.
6 Buchenſtämme von 35 bis 49 cm mittl. Durchmeſſer und
4 bis 8 m Länge.
3 Lärchenſtämme von 14 bis 19 cm mittl. Durchmeſſer und
12 bis 16 m Länge.
3 Lärchen=Derbſtangen von 9 cm mittl. Durchmeſſer und
6 m Länge.
144 rm Buchen= und Kiefern=Scheiter.
44 rm Buchen= und Kiefern=Knüppel.
27 Hundert Buchen=, Eichen= und Kiefern=Wellen.
69 rm Buchen=, Eichen= und Kiefern=Stöcke.
Die Zuſammenkunft iſt am Bonstal, am Eingang des Waldes.
Nieder=Ramſtadt, den 26. Februar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Nieder=Ramſtadt.
Appel.
(4786
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 28. Februar 1912,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
gaſſe) öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1. vormittags 10 Uhr:
ca. 300 Meter doppelbr. Bettkattun, 1 Stück
Bett=
drell, Bettbarchent und Bettdamaſt, Rouleauxköper,
Flockpique, Hemden= u. Schürzenſtoffe, 16 Bettkoltern,
4½ Dutzend Damenhemden, 67 Bettdecken u. a. m.
2. nachmittags 3 Uhr:
10 Mille Zigaretten, 1 Muſikautomat mit Walzen, 1
Eis=
ſchrank, ſowie Hausmobilien durch alle Rubriken u. a. m.
Die Verſteigerung findet vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 26. Februar 1912.
(4773
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.
Parkettböden
werd. gereinigt Dieburgerſtr. 4. (70a
Möbelwagen
Wann geht ſolcher bis 15
v. Frankfurt leer nach Darn
Off. u. M13 an die Exped.
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Gottfr. Beck. Inſtall., Karlstr. 39
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hergerichteter Milchwagen zu
verkaufen Bleichſtraße 5. (*4422si
Bekanntmachung.
Dienstag, 9. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Steinmetzmeiſter Jakob
Weicker Eheleuten dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 949% 304/010 Hofreite
Nieder=Ramſtädterſtr.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K142/11
Darmſtadt, 23. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4718
Bekanntmachung.
Dienstag, 29. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Schneidermeiſter Adam
Walter und deſſen Kindern dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 9971%/100 212¾/10 Hofreite
Wienersſtraße 46,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K116/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 16. Februar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V4717
in unſer Handels=Regliſter, Ab=
) teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Süddeutſche Papierwaren=
Induſtrie, Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung,
Darmſtadt.
Der Sitz der Geſellſchaft iſt nach
Eberſtadt verlegt.
Auguſt Römer iſt ausgeſchieden
und ſtatt ſeiner Kaufmann Carl
Kraemer in Darmſtadt zum
Ge=
ſchäftsführer beſtellt. (4784
Darmſtadt, 24. Februar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
) teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Aktiengeſellſchaft
Würt=
tembergiſche
Metallwaren=
fabrik zu Geislingen.
Die Prokura des Karl
Gro=
ſchopf in Geislingen iſt
er=
loſchen.
(4785
Darmſtadt, 22. Februar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Wolf
War=
tensleben II. in Ober=Ramſtadt
iſt zur Abnahme der
Schlußrech=
nung des Verwalters, zur
Er=
hebung von Einwendungen gegen
das Schlußverzeichnis der bei der
Verteilung zu berückſichtigenden
Forderungen — und zur
Beſchluß=
faſſung der Gläubiger über die
nicht verwertbaren
Vermögens=
ſtücke — der Schlußtermin auf
Dienstag, 12. März 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor dem Großh. Amtsgericht II
hierſelbſt, neues Gerichtsgebäude,
Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 118,
be=
ſtimmt.
(4711
Darmſtadt, 21. Februar 1912.
Merkel,
Gerichtsſchreiber des Großh.
Amtsgerichts II.
Gerissen
Tannen-Stocktolz
zirka 100 Meter, ab Lagerplatz hier,
zu verkaufen. — Näheres
Stift=
ſtraße 19, Bureau.
(4625si
Wollene Pferdedecken,
Segeltuchdecken,
Lederdecken
ſowie alle Artikel für den S
Fahr=u. Reitſport
empfiehlt in guten Qualitäten
H. Buchhammer
Sattlermeister,
Tel. 1214. Eliſabethenſtr. 44.
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Ein=
ſpännerwagen, 30 Malter
Saat=
kartoffeln u. 30 Malter Eßkartoffeln,
beide Induſtrie, b. Heinrich Adam
Hamm, Dreſchmaſchinenbeſitzer,
Weiterstadt, Kreuzſtr. 23. (4539sis
Brennholz-Verſteigerung.
Montag, den 4. März 1912, vormittags von
9 Uhr anfangend,
werden auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt aus Diſtrikt Malcher=
Tanne
323 rm Kiefern=Scheit,
2 rm Buchen=Scheit,
474 „
=Knüppel,
1 „ „ „=Knüppel,
137
=Stock,
=Stock,
3000 Stück Kiefern=Wellen,
50 Stück Buchen=Wellen,
an die Meiſtbietenden verſteigert.
(4708im
Pfungſtadt, den 24. Februar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Stammholz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 29. Februar, vorm. 9½ Uhr
anfangend, ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt
Klings=
ackertanne
150 Kiefernſtämme von 4—16 m Länge und 19—52 cm
Durch=
meſſer, ſowie
675 Bohnenſtangen (Reisſtangen)
öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Es wird bemerkt, daß die Zuſammenkunft bei der
Stammholz=
verſteigerung am Beckerweg am Eingang des Waldes und bei der
Verſteigerung der Bohnenſtangen vormittags um 12 Uhr am
Ueber=
gang der Schlangenſchneiſe und Main=Neckar=Bahn iſt.
(4661oim
Eberſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 28. Februar 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokal Rundeturmſtraße 16 („Zur Roſenhöhe‟)
verſchiedene Möbel, darunter:
Schreibtiſche, Vertikos, Küchenſchrank, 2 Pianinos, Diwans,
Spiegelſchränke, Kommoden, Spiegel, ferner 1
Ladenkontroll=
kaſſe, 1 Warenſchrank, 1 Kaſſenſchrank und verſchiedene
Landauer und Coupees
(4774
zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, 1. März l. J., vorm. 9 Uhr u. nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich auf Antrag der Erben die zum Nachlaß der Frau
Ge=
heimerat Dr. Nell Witwe gehörigen Möbel, Haushaltungs=
Gegenſtände ꝛc. in deren ſeitheriger Wohnung Grüner Weg 30,
I. Etage, und zwar folgende Gegenſtände:
1 Sofa, 2 Seſſel und 6 Stühle mit rotem Plüſchbezug,
1 Diwan mit buntem Bezug, 1 Sofa mit Ripsbezug, 1
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meau mit Spiegel in nußb., 1 Büfett, nußb. pol. mit
Mar=
morplatte, 1 Herrenſchreibtiſch mit Aufſatz, 1 Sekretär,
1 Stehpult, 1 Kaſſenſchrank, 1 Spieltiſch, 3Tiſche, 3 runde
Tiſche, 2 Ziertiſche, 2 Kommoden, 1 Weißzeugſchrank, 3
Kleider=
ſchränke, 4 komplette Betten mit Roßhaar=Matratzen, 6
Nacht=
tiſche, 3 Blumentiſche, 2 Regulateure, 2 Pendülen, 2
Baro=
meter, 2 Gaszuglampen, 1 Lüſter, 3 flamm., ſämtl. Vorhänge,
verſch. Spiegel und eine Anzahl Bilder, darunter gute
Stiche, verſch. Seſſel, 1 Gartentiſch u. Stühle, 2 Eisſchränke,
1 faſt neue Waſchmange, 2 Rollwände, ſehr gut erhalten,
2 Küchenſchränke, 1 Gasherd, 1 Tafelwaage mit Gewichten,
1 Badewanne, ferner 1 große Partie Nippſachen, Porzellan
und Gläſer ꝛc.
Die Wohnung iſt am Donnerstag, den 29. Februar, von
nachm. 3—6 Uhr zur Beſichtigung der Gegenſtände für
Intereſſenten geöffnet.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 27. Februar 1912.
(4739id
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Freihändiger Möbel= etc. Verkauf.
Von Dienstag, den 27. Februar, bis Samstag,
den 2. März 1912,
verkaufe aus hochherrſchaftlichem Hauſe folgende in gutem
Zu=
ſtande befindliche Gegenſtände in meinem
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und 12 Stühle, 1 Pianino, 1 Klubſeſſel, Bücherſchrank,
Smyrna=Teppich, Diwan=Umbau, Schränke, Stühle und
Tiſche in Mahagoni, beſſere und einfache Tiſche, Salon= und
andere Spiegel, Diwan, Chaiſelonaue, Waſch= und
Nacht=
tiſche mit und ohne Marmor, 2 eintürige Kleiderſchränke,
2 Reformbettſtellen mit Matratzen, Kommode, kleine
Waſchmange, Eisſchrank, 1 Dezimalwage, Kinderwagen,
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Ferner: 3 antike Schränke, 2 Kommoden, 3 Truhen,
Hausuhr, Zinnteller, Porzellan, ſowie ein Poſten
Zigarren, beſſere Marken, Wirtſchafts=Porzellan und
Herren=Schnürſtiefel, durch
(4751
Johannes Krummeck,
Auktionator und Taxator.
Wohnung: Grafenſtraße 4.
NB. Annahme von Verſteigerungen und Verkäufen. So
fortige Abrechnung. Ia Referenzen.
Nummer 49.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Seite 13.
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Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
17)
Sieh, Gerdt, begann ſie leiſe und ganz langſam
ſpre=
chend, als ich geſtern hier eintrat, da erſchien mir alles ſo
kalt, fremd, ja dürftig! Man iſt ja alles ſo ganz anders
gewöhnt.
Das kann ich mir denken, Lilli! Als ob in dem
äuße=
ren Krimskrams Glück und Lebensfreude läge! Wenn ich
des Abends nach harter Arbeit eintrete, müde, durchfroren,
und die Köhlen knacken im Ofen, unſer Junge ſpringt mir
entgegen, dann kommt es über mich, eine große Ruhe, das
Gefühl, wenigſtens das Rechte zu wollen und mich dafür
gequält zu haben.
Sie glaubte wirklich, ihn zu verſtehen in dieſem
Augen=
blick. Er zwang ihr gleichſam ſeine Empfindungen auf.
Ich verſtehe, Gerdt. Mir erſcheint es beinahe heimiſch
heute. Als geſtern abend der Wind in den Bäumen
brauſte, ſonſt alles ſo ſtill, da drückte ich mich behaglich ins
Bett und zog die Decke hoch hinauf. Es weht ein Zauber
in einem Hauſe, wo alle zuſammenwohnen und Schutz
finden unter demſelben Dache.
Lilli Lührſen wußte ſelbſt nicht, daß ſie log. Ohne
ſich klar zu ſein, ſchrieb ſie einen Roman im Sprechen,
ſchil=
derte ſie Empfindungen, die ſie hätte haben können. Das
iſt die furchtbare Gefahr für Menſchen, die Phantaſie haben.
Aber er glaubte ihr, weil es ihm unmöglich war, zu
den=
ken, daß ein Menſch unwahr ſein könne, ohne es ſelbſt zu
wiſſen. Und als ſie fortfuhr: Gerdt, wir wollen uns
wenig=
ſtens nicht mehr zürnen, ſchon um unſeres Kindes willen
nicht, ſchicke mir Fränzchen wenigſtens einmal im Jahre,
da ſchwieg er lange Zeit. Er wußte, daß dies in das
Leben des Kindes einen Zwieſpalt bringen würde von
Jugend auf. Er mußte eigentlich glatt nein ſagen, aber
er brachte es nicht fertig.
Vielleicht, ja, es wird ſich wohl ſo einrichten laſſen.
Ich danke Dir, Gerdt. Noch eins! Du ſandteſt mir
noch immer Geld. Bitte, laß das, ich brauche es nicht.
Es ſteht Dir zu als Mutter unſeres Kindes.
Nicht als Deine Frau?
Da ſah er ſie durchdringend an. Ja, gewiß, aber nur
als ſolche hätteſt Du es doch wahrſcheinlich nicht
ange=
nommen.
Sie ſagte kein Wort hierauf, ſondern ſenkte den Blick,
weil er ihr elne Geſinnung aufdrängte, die ſie gar nicht
gehabt hatte.
Wie ſie ſo ſtand, ſchallte des Kindes Stimme zu ihnen.
Tante Dora, Tante Do-ra!
Lührſen zuckte zuſammen und ſah Lilli groß an. Aber
dieſe lief zur Tür. Ja, Fränzchen, ich komme ſchon!
Dann hörte Lührſen, wie das Kind drinnen weinte
und wieder den Namen Dora rief, und er hörte, wie die
Mutter es überredete, und das war alles ſo peinigend, daß
er am liebſten aus dem Hauſe gelaufen wäre, fort, nur
weit fort!
Als dann Dora kam mit einem Anſchreibebuch in der
Hand und es auf ſeinen Schreibtiſch legte, erſchrak ſie über
ſeinen Geſichtsausdruck, und als ſie hörte, wie Fränzchen
noch einmal ihren Namen rief und ſie hineingehen wollte,
ſagte er mit harter Stimme: Laſſen Sie nur, ſeine Mutter
iſt ſchon bei ihm!
Da ging ſie ſtill wieder hinaus, aber ihr war es, als
hörte ſie im Zimmer einen dumpfen Schlag, wie wenn
jemand mit der Fauſt auf den Tiſch ſchlägt. Sie ging in
Nachdenken nach der großen Diele, um nachzuſehen, ob
Stine den Kälbern ſchon zu ſaufen gegeben hätte, und ob
Bohlmann Strohſeile über die Stalltürfugen genagelt
hätte, damit der Oſtwind nicht allzuſehr hereinpuſtete.
Sie traf Dänhardt, der von draußen hereinkam. Der
Fuß des Knechtes ſei ſchlimmer und er müſſe ſchneiden.
Sie ſolle doch Verbandwatte, Lyſol und Waſſer holen.
Das tat ſie ſchnell und fragte, wo er ſo lange geweſen ſei?
Erſt habe ich etwas mit Bohlmann geſchwatzt. Er
iſt doch ein Original und meinte ganz treuherzig, ich ſollte
nur die Spökenmarie mitbringen, daß die den Fuß
Jo=
chens beſpräche, und dann, das glauben Sie mir gar
nicht, habe ich Natur gekneipt. Ich bin nach dem Bach
hinuntergegangen, wo die dichten Tannen ſtehen und
auf dem Fußboden kaum Schnee lag, denn er war an
den Tannen hängen geblieben, die ihn geduldig tragen,
Seite 14,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Nummer 49.
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dis der Bid die Ende hie, ihnen die Loſtnr
ehn=
ſchütteln. Da war es beinahe behaglich und warm auf
dem kleinen freien Platz, wo Sie im Sommer gern
abends ſitzen. Ich habe da über allerlei nachgedacht
und mich gewundert, daß man ganz alberne
ſentimen=
tale Stimmungen haben kann, wenn man daran denkt,
daß man doch vielleicht einmal in die Großſtadt wieder
zurück müßte, und daß, wenn man es täte, man
eigent=
lich ein rechter Eſel wäre. Aber das Eſeltum iſt doch
ſtärker angeboren, als man ſich ſelbſt eingeſteht. Na, nun
wollen wir den armen Kerl von ſeinen Schmerzen
be=
freien, aber wundern Sie ſich nicht, wenn er ſchreit wie
die Helden Homers.
Und Dora half ihm bei der Operation, die er
ge=
ſchickt machte, und ſie freute ſich über Jochen, der die
ſchmerzhafte Operation ſcheinbar ſo gekaſſen hinnahm,
obgleich ſie hörte, wie er mit den Zähnen knirſchte, um
nicht zu ſchreien. Auf der Tenne allerdings ſtand vor
der Knechtekammer die Stine und heulte ganze Bäche von
Tränen wegen Jochen, denn ihr Herz ſchwankte noch
zwiſchen ihm und Bohlmann. Der hatte etwas und
Jochen nichts, außer ſeiner Jugend, und das iſt ein
Kon=
flikt auch für eine Bauerndeern, die ganz gut weiß, was
Liebe iſt, aber ihr ganzes Leben lang hört, daß
Hei=
ratsſachen Vernunftſachen ſind und bleiben ſollen, ſo wie
nun einmal der Bauer denkt und auch meiſtens handelt.
Als die Operation beendet war und Dänhardt ſeine
Inſtrumente reinigte, die Dora in Lyſolwaſſer gelegt
hatte, dachte er, wie glatt und ſchön das alles ginge,
wenn eine verſtändige Frau einem zur Hand geht, und
was Lilli wohl angeſtellt haben würde, wenn ſie dabei
hätte behilflich ſein müſſen.
Sie hätten eigentlich Krankenpflegerin werden
ſol=
len, Fräulein Plattner.
Das wollte ich auch, Herr Doktor, und wenn mich
damals meine Schweſter nicht beredet hätte, hier die
Stellung anzunehmen, ich wäre es vielleicht geworden.
Hm, machte Dänhardt. Ich will mir noch meinen
Mantel holen. Iſt Lührſen allein im Wohnzimmer?
Er ſei vor kurzem dort allein geweſen. Wenn der
Doktor mittags nach Bütfeld zurückkäme, möchte er doch
ihrer Schweſter ſagen, daß Dora die nächſte Nacht dort
bei den Verwandten ſchlafen wolle.
Er ſah ſie forſchend an. Na ja, ich verſtehe, ich wills
beſtellen. Es iſt doch komiſch, was ein Menſch für
Un=
ruhe geben kann.
Mehr ſagte er nicht. Schon vor der Tür hörte er,
daß Lührſen im Zimmer auf und ab ging, und daß im
Krankenzimmer Lilli mit dem Kinde ſprach.
Der Jochen wird in acht Tagen wieder leichte
Ar=
beit tun können. Ich wollte nur meinen Mantel holen,
ſagte er, indem er das Kleidungsſtück vom Haken nahm.
Haſt Du einen Augenblick Zeit für mich, Dänhardt?
Ja, wenn Du mir eine Zigarre gibſt.
Dort ſteht die Kiſte, nimm Dir eine.
Nachdem der Doktor eiwas umſtändlich und ohne
große Eile die Zigarre angezündet hatte, holte er aus
der Rocktaſche einen Brief heraus. Da, lies den erſt
mal! Profeſſor Tommſen will mich an ſeine Klinik in
Berlin haben.
Donnerwetter, und das ſagſt Du ſo kühl? fragte
Lührſen und überflog ſchnell das Schreiben.
Ja, Lührſen, offen geſtanden, ich habe keine rechte
Luſt dazu. Es müßte ja auch ſehr bald ſein.
Aber, Dänhardt, das iſt doch ſehr ehrenvoll! Du
greifſt natürlich zu, wenn Du kein Narr biſt.
Und wenn ich nun ein Narr ſein wollte —?
Unſinn! Du mußt einfach ſo etwas annehmen, um
Deine Fähigkeiten auszubilden.
Da lachte Dänhardt kurz auf und ſah Lührſen ver=
e ent er et en r mnt
An Dir ſelbſt übſt Du eine ganz andere Lebenspraxis.
Was Du mir da ſagſt, das ſagte Dir eigentlich mit
an=
deren Worten damals Deine Frau.
Lührſen ſah eine Weile nach.
Nein, Dänhardt, das iſt etwas anderes. Dir bieten
ſich Möglichkeiten, Dich weiter auszubilden,
Möglich=
keiten, die Dir hier fehlen. Wenn das ein Menſch ſieht,
iſts Sünde, nicht zuzugreifen.
Angenommen, daß Du recht hätteſt, Lührſen. Ich
verſtehe das ſelbſt nicht recht in mir. Ich könnte, weiß
Gott, Heimweh nach Bütfeld und Halligboſtel bekommen.
Die Spökenmarie wird mir auch fehlen. So ein
Ori=
ginal gibt es in Bütfeld nicht wieder. Ihr habt hier ſo
eine Doſis Heimat=Ozon in der Luft. Man gewöhnt
ſich daran wie ander Leute an Morphium.
Alles Gewohnheit, mein Junge! Vier Wochen
Ber=
liner Luft, dann glaubſt Du, daß man nirgend anderswo
leben könnte.
Lührſen, Du überſchätzeſt mich. Mir geht ſo allerlei
durch den Kopf. Stell Dir mal vor: Fräulein Dora
Plattner, erſter Rang Reſidenztheater in Berlin vor ſo
einer netten franzöſiſchen Schweinerei!
Das Bild war ſo komiſch, daß Lührſen lachen mußte.
Na ja, aber wozu das? Wir ſprachen doch von Deiner
Zukunft?
Ganz recht, von meiner Zukunft. Dänhardt legte
Betonung in das Wort „meiner”.
Aber Lührſen achtete nicht darauf. Na, das wird
ſich alles finden. Dänhardt, etwas anderes, wir ſind ja
alte Freunde. Ich möchte Deinen Rat, aber aufrichtig,
Deinen Rat als Freund und Mann!
Großer Gott, Menſch, ſtelle mich bloß nicht vor
Kon=
flikte. Das liebe ich nicht einmal auf der Bühne,
(Fortſetzung folgt.)
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(*4673
Seite 18.
Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Nummer 49.
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Reismehl
haben sich seit 40 Jahren als
Kindernahrung so vortrefflich
bewährt, weil die Fabrikation
nach wissenschaftlich
bewähr-
ten Grundsätzen erfolgt.
Luftfahrt.
— Todesſturz. Die Meldung, daß der
franzö=
ſiſche Offiziers=Flieger, Leutnant Ducourneau, am Freitag
nachmittag in der Nähe von Pau durch Sturz in einen
Sumpf das Leben einbüßte, trifft nicht ganz zu. Der Pilot
hatte mit einem Eindecker eine Höhe von 150 Metern
er=
reicht, als plötzlich ein Flügel ſich loslöſte und die
Ma=
ſchine vorn überkippte. Der Pilot flog von ſeinem Sitze
hinunter und ſchoß in Kreiſen zur Erde. Als man ihm
zur Hilfe kam, konnte man nur noch ſeinen Leichnam
auf=
heben. Man hat feſtgeſtellt, daß der Unfall durch den Bruch
eines Propellers hervorgerufen wurde. Teile des
zerſplit=
terten Propellers zerbrachen einen Flügel, wodurch der
Apparat zum Stürzen kam. Ducourneau hat am 7. April
1911 das Pilotenzeugnis erworben und im folgenden
Mo=
nat auch die Militär=Flugprüfung beſtanden.
* Einen bemerkenswerten
Ueberland=
flug abſolvierte am Sonntag nachmittag der bekannte
deutſche Flieger Wiencziers von den Sächſiſchen
Flug=
zeugwerken in Leipzig. Der Pilot ſtieg am Nachmittag
kurz nach ¾5 Uhr in Leipzig auf und erreichte, der
Bahn=
linie folgend, bereits nach 12 Minuten Halle a. S.
Winc=
ziers kreuzte dort einige Zeit über der Stadt, war dann
aber infolge aufſteigender Luftſtrömungen gezwungen, das
Stadtgebiet zu verlaſſen. Der Flieger flog darauf nach
Merſeburg und kehrte nach einem Geſamtfluge von etwa 40
Minuten nach Leipzig zurück, wo er glatt auf dem dortigen
Exerzierplatz landete.
** Drei 50000 Francs=Spenden für die
franzöſiſche Militär=Aviatik wurden von dem
Verlag des Matin, dem Direktor des Journal,
Lettel=
lier, und dem Direktor des Petit=Journal, Prevet,
ge=
macht. Der Matin knüpft an die Spende die Aufforderung
an die franzöſiſche Preſſe, allerorts Aeroplanmeetings zu
veranſtalten, deren Erlös dem Kriegsminiſterium zur
Ausgeſtaltung der Militär=Aviatik übergeben werden ſoll.
sr. Der Königliche Aero=Klub von
Groß=
britannien kündigt an, daß der Leutnant Barington=
Kennett am 14. Februar einen Flug mit Paſſagier von
400 km in 479 Meter Höhe ausgeführt hat. Dieſe Leiſtung
ſtellt einen Weltrekord dar und der Königl. Aero=Klub hat
die Anerkennung dieſes Fluges bei der Internationalen
Federation beantragt.
Sport.
* Fußball. Am Sonntag ſpielte der Darmſtädter
Fußballverein gegen den Fußballklub Jung=Deutſchland.
Das Spiel endete zugunſten des erſteren mit 711 Toren (O:1).
Das Wettſpiel am vergangenen Sonntag zwiſchen
der 1. Mannſchaft des Fußballklubs Olympia=Weiterſtadt
1910 und der gleichen Mannſchaft des Fußballklubs
Alemannia=Gräfenhauſen 1909 endete 211 Toren zugunſten
des Letzteren.
Die Würzburger Kickers ſchlugen am Sonntag
den Sportklub Erfurt mit 511 Toren.
* Der Frankfurter Rennklub veranſtaltete
am Sonntag im Hippodrom ein Preisreiten und
Preis=
ſpringen, das folgendes Ergebnis hatte: Jagd=
Spring=
konkurrenz: 1. Oblt. de Ridders (21. Drag.)
Or=
lando (Oblt. Sommerhoff), 2. Lt. Graf Hohenaus (Leib=
Kür.) Pretty, 3. Oblt. Wätjens (24. Drag.) Horridoh (Lt.
von Iſſendorf), 4. Lt. Wenchers (19 Ul.) Hexe, 5. Lt.
Le=
nichs (5. Chev.) Dummer Auguſt, 6. Lt. v. Moſchs (14. Ul.)
Sunbeam, 7. Oblt. Benders (30. Art.) Gipſy Girl, 8. Rittm.
Landbecks (9. Ul.) Siegfried, 9. Lt. Meyers (9. Huſ.)
De=
viſe, 10. Lt. Graf Grotes Polyphem. — Reitpferd=
Qualitätsprüfung: 1. Oblt. Schädes (8. Kür.)
Hannele und Rittm. Scheibleins (7. Chev.) Nazi, 3. Lt.
Bergers (25. Drag.) Zigeunerbaron, 4. Lt. von Moſchs (14.
Ul.) Sumbeam, 5. Lt. Looſes (7. Ul.) Miß May, 6. Prinz
Friedrichs Karl von Heſſen Daiſy (Rittm. Graf Weſtphalen,
Leib=Kür.), 7. Major Frhrn. v. Maltzahns (6. Drag.)
Steif=
bock (Lt. Frhr. v. Giſe), 8. Rittm. Boeges (14. Ul.) Fairy
Queen, 9. Frl. E. Seyferths Jonny (Oblt. Frhr. von
Riedeſel), 10. Dr. Fiſchers Leibburſch. — Damen=
Springkonkurrenz: 1. Rittm. von Radowitz’ (25.
Drag.) Quitt (Frau Mauritz), 2. Lt. Linkenbachs (14.
Ul.) Palma (Frau J. Boege), 3. Oblt. Benders (30. Art.)
Gipſy Girl (Frau Bender), 4. K. Müllers Wuſchu (Frl.
Müller=Bennecke), 5. Lt. von Moſchs (14. Ul.) Sumbeam
(Frau J. Boege), 6. Oblt. Frhr. von Leoprechtings (7. Ul.)
Nonius (Frl. Müller=Bennecke). — Kaiſerpreis=
Springkonkurrenz: 1. Rittm. von Günthers (Adj.
der 30. Kav.=Brig.) Harald, 2. Lt. Stuckens (21. Drag.)
Hans, 3. Rittm. von Radowitz” (25. Drag.) Quitt (Oblt.
Zeltmann), 4. Lt. von Willichs (24. Drag.) Edelſtein, 5.
Oblt. d’Hengeliéres Wexford, 6. Oblt. d. L. Frhrn. von
Mänken zu Gcerath IJimmy, 7. Oblt. Sommerhoffs (21.
Drag.) Pandour, 8. Oblt. Sommerhoffs Scots Grey, 9.
Oblt. Bolongaro Crevennas (7. Drag.) Iriſh Bov, 10. Lt.
von Grunelius? (24. Drag.) 2 II (Lt. Frhr. von Riedeſel),
11. Lt. Graf Hohenaus (Leib=Kür.) Pretty Girl, 12. Lt.
Graf von Schasbergs (26. Drag.) Lilliput, 13. Oblt. d. L.
Roßmanns Cark Petrel, 14. Oblt. Gepperts (61. Art.)
Well=
gunde, 15. Oblt. d. Reſ. Heils Grey Girl.
sr. Ein neuer deutſcher Stundenrekord
im Laufen. — Der bekannte Berliner Läufer Paul
Nettelbeck unternahm am Samstag auf der Aſchenbahn des
Berliner Sport=Klubs zu Charlottenburg einen Angriff auf
den deutſchen Stundenrekord im Laufen, der zur Zeit mit
16,971 km von Blankenburg=Berlin gehalten wird. Es
ge=
lang Nettelbeck, den Rekord zu ſchlagen, da er in der
Stunde 17,412 Kilometer zurücklegte. Bis zum 9. km war
er hinter den deutſchen Rekords zurückgeblieben. Dann
ſteigerte er ſeine Leiſtung und konnte auch über 10 und 15
Kilometer neue Zeiten aufſtellen. Nettelbeck hat die
Ab=
ſicht, ſich mit dieſer Leiſtung von der Athletik zu
verab=
ſchieden, um ſich künftig dem Radſport zu widmen.
Handel und Verkehr.
— Der Poſtſcheckverkehr des
Reichspoſt=
gebietes hat nach dem jetzt erſcheinenden neueſten
Geſchäftsbericht des Reichspoſtamtes im Kalenderjahre
1911 einen Geſamtumſatz von 25117 Millionen Mark
er=
zielt, das ſind gegenüber 1910 36 Prozent und gegenüber
dem erſten Geſchäftsjahre 1909 156 Prozent mehr. Die
Zahl der Kontoinhaber iſt auf 62 450 geſtiegen, das heißt
in den beiden letzten Jahren um 71 Prozent. Von den
Kontoinhabern ſind 74,5 Prozent gewerbliche
Unterneh=
mungen und Kaufleute. Das Guthaben der Kontoinhaber
betrug Ende Dezember 1911 139,7 Millionen Mark; es
hat ſich danach gegen 1909 (63,6 Millionen Mark) mehr
als verdoppelt. Den Konten wurden im Jahre 1911
gut=
geſchrieben 12,5 Milliarden Mark, darunter 7,2
Milliar=
den Mark durch Einzahlungen mit Zahlkarte und 5,3
Milliarden Mark durch bargeldloſe Uebertragung von
anderen Poſtſcheckkonten. Unter den Abſchreibungen
um=
faßten die baren Auszahlungen 5300 Millionen Mark,
die bargeldlos durchgeführten Laſtſchriften dagegen 7226
Mill. Mk., das ſind 136 Proz. der Barrückzahlungen. Auf
ein Poſtſcheckkonto entfielen im Jahre 1911
durchſchnitt=
lich 1425 Gut= und Laſtſchriften über 443000 Mark, ſowie
ein Guthaben von 2000 Mk. Von dem durchſchnittlichen
Geſamtguthaben der Kontoinhaber im Dezember 1911 mit
rund 129 Millionen Mark waren angelegt in
Reichsan=
leihen ſowie in Staatsanleihen verſchiedener
Bundes=
ſtaaten 48 Millionen Mark, in Darlehen an
Genoſſen=
ſchaften 3,5 Millionen Mark, in Wechſeln 10 Millionen
Mark und durch Ueberweiſung an die Reichshauptkaſſe
55,5 Millionen Mk., während der Reſt mit 11,7 Millionen
Mark zur Verſtärkung der Betriebsmittel der
Poſtanſtal=
ten und als Kaſſenbeſtand der Poſtſcheckämter diente.
Von dem der Reichshauptkaſſe überwieſenen Betrage
werden 40 Millionen Mark zur Gewährung von
Dar=
lehen an Einrichtungen zur Förderung von Induſtrie,
Handel und Landwirtſchaft bereit gehalten; im übrigen
liefern jene der Reichshauptkaſſe aus dem
Poſtſcheckver=
kehr überwieſenen 55,5 Millionen Mark der Reichspoſt
eine Zinseinnahme von 3 Prozent. Der Finanzabſchluß
des Poſtſcheckverkehrs, der in den Jahren 1909 und 1910
noch einen Minderertrag ergab, weiſt für 1911 ein
Gleich=
gewicht der Einnahmen und Ausgaben auf.
Im internationalen Poſt=Giroverkehr mit
Oeſter=
reich, Ungarn, der Schweiz und Belgien wurden 1911
58,6 Millionen Mark bargeldlos überwieſen. Am 1. Jan.
1912 iſt noch Luxemburg dieſem Verkehr beigetreten.
Literariſches.
— Eine neue Unterrichtsmethode im
Malen und Zeichnen. Die Methode des
Unter=
richts auf ſchriftlichem Wege iſt viel angefeindet und in
ihren Möglichkeiten angezweifelt worden. Inzwiſchen
ſtehen ihre großartigen Erfolge über jedem Zweifel
er=
haben da — der Unterricht auf ſchriftlichem Wege hat ſich
die Welt erobert. War es ſchon ſchwer, für den
brief=
lichen Sprachunterricht ein Syſtem zu finden, ſo erſcheint
es faſt unmöglich, die ſchwierige Kunſt des Malens und
Zeichnens auf ſchriftlichem Wege zu lehren. Wer hätte
der geringen Erfolge wegen nicht ſchon ein Selbſtſtudium
aufgegeben! Und in der Tat, wo der Anſporn zum
Ler=
nen nicht im Syſtem ſelber liegt, da wird es beim
Ler=
nenden immer an der nötigen Energie fehlen. Alle dieſe
ernſten Fragen ſind nun in dem neuen Unterrichtskurſus
im Malen und Zeichnen bearbeitet, von Albert Knab
und Karl Matthies aufs glänzendſte gelöſt. Der
Kurſus beſteht aus 24 Lehrbüchern; er enthält neben
leicht verſtändlich und feſſelnd geſchriebenen Aufſätzen
ein reiches Vorbildermaterial, nach dem Aufgaben
ge=
ſtellt ſind, die der Schüler ſelbſtändig löſen und dann
zur Korrektur einſenden muß. Mit den üblichen
Vor=
lagenwerken zum Selbſtſtudium darf dieſer einzigartige
Lehrgang, der in der „Mal= und Zeichen=Unterricht=
G. m. b. H., Berlin W. 9” erſcheint, nicht verglichen
wer=
den, denn es handelt ſich hier um einen gründlichen
Unterricht im beſten Sinne des Wortes, der alle
tech=
niſchen und künſtleriſchen Gebiete des Malens und
Zeich=
nens erſchöpft und deshalb aufs wärmſte empfohlen ſei.
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Nummer 49.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Seite 19.
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Bezirktsverein Mathildenhöh=Viertel.
Ordentliche Hauptverſammlung
am 27. Februar, abends 8½ Uhr,
im Hanauerhof=Saal.
Tagesordnung:
1. Rechenſchaftsbericht des Vereinsrechners.
2. Jahresbericht des 1. Vorſitzenden.
3. Beſprechung event. Anträge und öffentlicher Angelegenheiten,
insbeſondere des Verkehrsvertrags zwiſchen Stadt und
Süddeutſcher Eiſenbahn=Geſellſchaft.
4. Neuwahl des Vorſtandes ziel
Unſere Mitglieder werden der Wichtigkeit der Sache halber
gebeten, vollzählig zu erſcheinen.
Der Vorstand.
4750)
Mittwoch, den 28. Februar 1912, abends 6 Uhr,
im Saale des „Muſikvereins”
zum Beſten der Hilfskaſſe der Muſikgruppe Darmſtadt:
Masihalscne Vertrage.
Mitwirkende:
Frl. E. Beck, Violine, Frau L. Bornträger, Konzertſängerin
aus Mainz (Schülerin von Frl. Rau), Frl. C. Hofmann und
A. Rau mit einigen Schülerinnen.
(*4685
Holer zur eraube.
Freitag, den 1. März, abends 8¼ Uhr:
Lieder= und Arien=Abend
für Mezzo-Sopran und Sopran von
Marie Detrez aus Darmstadt.
Mitwirkende: Herr Alfred IIma, Bariton, Herr
Hofopernsänger Jahn, Tenor, Herr Hofmusiker
Andrä, Violin-Cello.
Programm:
3 Lieder von Schubert, d’Albert, Hildach. Arien von
Mozart, Nicolay, Saint-Saéns. Duett von Götze und Rubinstein.
Terzett von Beethoven. Sonate von Pergelesi. Air von Sotti,
Zigeunertanz von Jeral für Violin-Cello.
Ein Teil des Reinertrags wird einem
wohltätigen Zwecke überwiesen.
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Pfungstädter „Kaiserbräu‟
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Bestellungen erbittet man per Telefon, Amt Darmstadt Nr. 246
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1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. Ende 10½ Uhr.
Kartenperk. 11—1 u. von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 28. Febr. 126. Ab.=V.
B 32. Neu einſtud.: „Liebele i.”
Schauſpiel v. Schnitzler. Hierauf,
neu einſtudiert: „
Abſchieds=
ſouper” von Schnitzler. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr
Donnerstag, 29. Febr. Außer
Abonnem. Erſtes Gaſtſpiel des
Tenoriſten Veon Laffitte.
A1d a.‟ Rhadames. Hr. Laffitte.
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr. —
Vergl. beſondere Anzeige.
Freitag, 1. März. 127. Ab.=V.
C 32. „Robert u. Vertram.”
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Die Hoftheaterhauptkaſſe iſt an
allen Wochentagen, vormittags
von 10—12½ Uhr, geöffnet.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 2. März. Außer Ab.
Zweites und letztes Gaſtſpiel des
Tenoriſten Léon Laffitte. „
Car=
men.‟ Joſé . Hr. Laffitte. Gr.
Preiſe. Anfang 7 Uhr. —Vergl.
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Gebraucht. Badeofen m. Kohlen=
(heizung geſucht. Offert. unt.
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Al 8 an die Exped=
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Freitag mittag 6 Uhr!
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Erbitte ſofort Mitteilung
wann u. wo bald. in
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furt zu ſprechen? MI B 12603
Frankfurt a. M. postl. (*4609
Täglich frische
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Mainzer (4364a
obere Bleichstr 13. Telefon 1265.
Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, 27. Februar.
125. Abonnem.=Vorſtellung. A. 32.
Zum ſiebenten Male:
Grigri.
Operette in 3 Akten v. Paul Lincke.
Muſikal. Leit.: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Baldek.
Perſonen=
Gaſton Deligny . Hr. H. Hacker
KönigMagawewe Hr. Jordan
Grigri, ſ. Tochter Frl. Schaub
Pantoufle.
. Hr. Speiſer
Mvonne
.Frl. Grünberg
Polpre
. . Hr. Jürgas
Madame Brocard Fr. Rudolph
Jeanne, i. Tochter Frl. Bruker
Ein Ofizier der
Spahi
. Hr. Hartmann
Der Großfürſtvon
Paleſtrien . . Hr. Semler
Der Regiſſeur des
Apollogartens . Hr. Peterſen
Maud,
. Frl. Lederer
Eiſſy,
Amy,
Toll,
Polly,
Molly,
(253
Frl. Croneberg.
. Frl. Müller
Frl. Baranoff
Frl. Rehr.
Frl. Kumpf
Anläßlich des hier stattfindenden Frühjahrs-Gautages
des Gaues 9 des Deutschen Radfahrer-Bundes findet
am Sonntag, den 3. März, nachmittags 5 Uhr
im Städtischen, Saalbau
Großes-tald Sorr Fest
statt.
Hierbei: Wettbewerbe im Kunstfahren, Radball- und
Polospfel, Kunst-, schul-, schmuck- und Massen-Reigen
Auftreten des Kunstmeisterfahrers v. Deutschland Toni
Neuber-München, jugendl. Kunstfahrer Gülz-Straßburg
etc., u. erster Radball- u. Saalmannschaften Deutschlands
Erstklassiger Sport!
Spannende Kämpfel
Nach Beendigung: Preisverteilung und Festball für
Mitglieder u. Inhaber num. Karten. Vorschrift: Galasport- od. Ballanzug.
-Musik: Kapelle Ueber, unter versönlicher Leitung.
An der Kasse:
. . Mk. 3.−
„ 2.—
„ 1.50
Mitglieder haben freien Eintritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte.
Vorverkaufsstellen: Verkehrsbüro; Kaiser-Automat, Rheinstraße:
Benz & Co., Grafenstraße; Hch. Beyer, Rheinstr. 33; S. Guttmann,
Wendelstadtstraße 26; D. Numrich, Mühlstraße 76; Arnold Rode,
Ernst-Ludwigstraße; J. Donges & Wiest, Grafenstraße. :: :: :: ::
Veranstalter: Velociped-Club Darmstadt.
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Hofzauberkunstler L.Bellachini
reist mit einem Transport von zirka 140 Zentner!
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B10
Einladung
zu der am Dienstag, den 27. Februar 1912, jeweils vormittags
von ½ 10—12 Uhr und nachmittags von 2—5 Uhr in Darmſtadt
im Hotel „zur Traube” ſtattfindenden Vorführung des
Staubſauge=
apparates „Odeeot (für jeden elektriſchen Anſchluß).
Der „Odeco” wird bereits in vielen
Herrſchaftshäuſern, in Fabrikbetrieben,
ſowie in Bureaus verwendet u. ſind die
Käufer außerordentlich zufrieden.
Wichtig für Hotels u. Penſionate,
„ feine Privathäuſer,
„ Krankenhäuſer,
„ Ladengeſchäfte.
Der „odeco‟ dient zum Entſtauben
von Teppichen, Betten, Polſtermöbeln,
Decken, Wänden, Fabriken, Bureaus,
Lagerräumen uſw., und zum
Aus=
blaſen von Pianos, Inſtrumenten,
Maſchinen, Motoren und dergl.
Der „Odeco” ſaugt oder bläſt nach
(4732
Belieben!
Ein Wunder der Technik!
Kein Leder oder Gummiteile, die
abgenützt werden können.
Fachleute bezeichneten auf der „Elektrotechniſchen Ausſtellung in
München 1911” den „Odeco” als den zweckmäßigſten,
viel=
ſeitigſten und ſolideſten Staubſaugeapparat der Gegenwart.
Preis komplett nur 500 Mark. — Netto. (Betriebskraft nur zirka
6 Pfg. die Stunde.) — Der „Odecz” erſetzt eine teuere
Entſtaubungs=
anlage und iſt bequemer beim Gebrauch. — Anfragen und Aufträge
richte man an= M. Gengenbach, Pforzheim, Iſpringerſtraße 18.
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Kgl. Belvedere Ensemble
Dresden
Heitere Kunst 28
So leben wire!
Aktuelle Revue in 12 Bildern
v. Dr. Rich. Hirsch u. Harry Waldau
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Dannerstag. 20, Febr.
Abschieds-Vorstellung
Ermäßigter Vorverkauf wie bekannt.
Num. Parkett bei Hugo de Waal
Rheinstraße- 12.
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Februar 1912.
Nummer 49.
EinE Wenkta!
Von der Bedentung und Wirkung der Dun=
Präparate kann ſich jedermann durch
Einſichtnah=
me meines neueſten Proſpektes mit 59
wahrheits=
gemäßen Heilberichten überzeugen. Weitere
dank=
ſagende Zuſchriften ſtehen jederzeit zur Verfügung.
Meine Tochter Kätchen verletzte ſich vor 2 Jahren den
rechten Fuß unterhalb des Knöchels. Der Fuß wurde
ſchlimmer und ſchlimmer, ſodaß wir auf Anraten des
Arz=
tes hin unſer Kind nach Darmſtadt ins Krankenhaus brachten.
Dort wurde Knochentuberkuloſe feſtgeſtellt und ein Knöchel
herausgenommen. Nach ¼ Jahr heilte der Fuß zu. Beim
Verlaſſen des Krankenhauſes wurde uns vom dortigen
Arzt mitgeteilt, daß der Fuß oder das ganze Unterbein
abgenommen werden müßte, wenn die Wunde wieder,
aufbrechen ſollte. Als nach 5 Monaten der Fall wirklich
eintrat und der Arzt uns wiederholt riet, den Fuß oder
das Unterbein abnehmen zu laſſen, entſchloſſen wir uns,
es einmal mit den viel empfohlenen Dun=Präparaten zu
verſuchen. Wir hatten, Gott ſei Dank, beſten Erfolg. Der
Eiter wurde durch die Dun=Salbe raſch aus der Wunde
herausgezogen, die Anſchwellung verſchwand, der Fuß
bekam bald wieder ſeine natürliche Farbe und heute iſt
unſer Kätchen, das zuvor ſchlecht ausſah, wieder friſch
und geſund und die Wunde geſchloſſen.
Georg Friedrich Gunkel.
Roßdorf, 6. II. 1910.
Nervoſität, Hämorrhoiden und Rheumatismus. Die
Dunpillen ſind eine Wohltat für die Nerven und gegen
Schlafloſigkeit. Die Dunzäpfchen gegen Homorrhoiden und.
harten Stuhl, die Dunſalbe gegen Rheumatismus und
Reißen. Ich nahm dieſe Präparade nur ½ Jahr lang
und habe jetzt wieder Luſt am Leben. Die Pillen nehme
ich ohne Unterbrechung weiter
Frau Dr. Schäfer, Straßburg.
Knochenhautentzündung. Aus freiem Antriebe teile ich
Ihnen hierdurch mit, daß mich Ihre Dun=Salbe von einer
ſchmerzhaften Knochenhautentzündung in wenigen Tagen
geheilt hat. Ich bemerke dabei, daß ich das vortreffliche
Heilmittel leider erſt anwandte, nachdem ich bereits
wochen=
lang gelegen und gelitten hatte. Darmſtadt. Frau E. Frank.
Bauchfellentzündung. Meine Tochter Minchen war
ſo ſchwer an Bauchfellentzündung erkrankt, daß der Arzt
das Schlimmſte befürchtete. Durch Auflegen von Dun=
Pflaſter auf den Leib und öfteres Einnehmen von Dun=
Pillen war ſie nach wenigen Stunden aus aller Gefahr
und bereits nach 8 Tagen wieder auf. Nach 3 Wochen
fühlte ſie ſich wieder völlig geſund.
Forſthaus Eiſernhand bei Ober=Ramſtadt. W. Hoffmann.
Gerne teile ich Ihnen mit, daß mein kleiner Albert,
als er kaum ½ Jahr alt war, durch Behandlung mit
Ihrer Dun=Salbe innerhalb 8 Tagen von Keuchhuſten,
der ihn bereits 4 Wochen lang gequält hatte, befreit wurde.
Auch bei Katarrhen, Fieber und Brandwunden hat mir
Ihr Dun=Präparat vorz. Dienſte geleiſtet.
Frau A. Melchior.
Darmſtadt, 15. 8. 1909.
Maſern. Mein kleiner Hugo erkrankte an Maſern ſo
ſchwer, daß er im Fieber irr redete und wir das
Schlimmſte befürchteten. Er war am ganzen Körper ſo rot
wie ein Krebs und zeigte ſich die Krankheit beſonders
hef=
tig an den Augen. Da ich Dun=Präparate ſchon öſter
mit beſtem Erfolge angewandt hatte, rieb ich ihn am
gan=
zen Körper mehrmal mit Dun=Salbe ein und gab ihm
Dun=Pillen. Der Erfolg war der, daß das Fieber raſch
ab=
nahm und Hugo nach etwa 3 Tagen wieder geſund war.
Frau A. Melchior.
Darmſtadt.
Als Krankenpflegerin mit faſt 30jähriger Dienſtzeit
würde ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen,
von deſſen Vorzügen und völliger Unſchädlichkeit ich mich
nicht zuvor überzeugt hätte. Ich habe vielfach
Gelegen=
heit gehabt, zu ſehen und zu hören, daß die Dun=
Präpa=
rate mit nie verſagendem Erfolg bei offenen Wunden,
Ka=
tarrhen, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus,
Js=
chias, Lungen= und Rippenfellentzündung, Blinddarm= und
Bauchfellentzündung u. a. angewandt wurden. Mir ſelbſt
haben die Dunſalbe und Dunpillen gegen Rheuma und
Anſchwellung der Beine treffliche Dienſte geleiſtet, und ich
bin überzeugt, daß nur ſie allein mir das Leben gerettet
haben, als ich kurz vor Weihnachten von einem ſchweren
Schleim=Schlaganfall getroffen worden war.
K. S.
Darmſtadt, 3. Juni 1910.
für Kranke und Geſunde ſind Dun=Salbe
(1.30),=Pillen (1.30) und Zäpfchen (2.00).
Proſpekte und kliniſch=therapeutiſche
Abhand=
lung koſtenfrei durch die Fabrik Hans
Heiss, Darmstadt, Roßdörferſtraße 22.
Die im April von Ihnen bezogenen Dunpräparate
waren von außerordentlicher Wirkung und habe ich meinem
Gjährigen Jungen ein Drüſengeſchwür (das im Entſtehen
war) geheilt, ſodaß die Eiterung gar nicht zum Ausbruch
kam. Wegen desſelben Leidens mußte ich den Knaben vor
2 Jahren 18 Tage lang in ein Krankenhaus in Operation
und Behandlung geben.
„Dun” iſt bei uns zu einem unentbehrlichen Heilmittel
geworden und habe ich es ſchon oft empfohlen und auch
an Bekannte geliehen und wurden dort gleichfalls gute
Reſultate erzielt.
Lengfeld i. O., 1. 12. 1910.
Wilh. Heuß II.
Meine Leidenszeit fing 8 Wochen vor Weihnachten mit
Ischias und hochgradiger Nervoſität an, und behandelte
mich zuerſt Herr Dr. Sch. ohne Erfolg. Dann kam ich ins
Krankenhaus nach Worms, aus dem ich ebenfalls ungeheilt
entlaſſen wurde. Hierauf wurde durch das
Invalidenver=
ſicherungsamt ein Heilverfahren in einer Heilſtätte zu
Darmſtadt eingeleitet und dort alles mögliche angewandt.
Bei größter Ruhe linderte ſich mein Schmerz, aber bei der
kleinſten Anſtrengung kam er immer wieder. Erſt nach
An=
wendung Ihrer Dun=Präparate wurde ich mit jedem Tag
beſſer, und heute, nach dreiwöchigem Gebrauch, finde ich
mich körperlich wie geiſtig wohl, und habe ich wieder einen
ſehr guten Schlaf. Auch gegen mein Hämorrhoidalleiden
haben mir Ihre Dun=Präparate vortrefflich geholfen und
ſage ich Ihnen hiermit, daß mir nichts anderes geholfen hat.
Gg. Scheuermann.
Monsheim (Rheinheſſen).
Herr Guillermo Alter, Naturarzt in Buenos Aires,
ſchrieb am 18. Mai 1909: In die Salbe ſind die Kranken
einfach verrückt. Ich habe einige ſehr ſchöne Heilerfolge
mit der Salbe bei Knochentuberkuloſe, Flechten,
Geſchwül=
ſten und Fiſteln. Durch die Pillen einen auffallenden
Er=
folg bei Nierenſteinen.
Nur in Apotheken zu haben oder durch Ver=
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mittlung der Fabrik.
Bestandteile: Cerat. resin, pini 25; Cerat. Cetacci 25; Ol. Jecor Aselli 15; Cer. Flav. 15; Bals. Canad. 2; Mirrha 0,5; Seb. cerv. filtr. 15; Vitell. ovi 25. — O1
Arach. 6; Ol. Jecor Aselli 12: Cerat. res. pini 19: Cer. Flav. 12; Bals. Canad. 1,5: Cerat. Cetacci 2; Seb. cerv. filtr. 12; Vitell. ovi 12,5. Rad. lig. 23. —
Cerat. res. pini 25; Cerat. 4,5; Mirrha 0,5; Vitell. ovi 20; Cerat. Cetacci 25; Ol. Jecor Aselli 15; Mel. 5; Bals. Canad. 2; Seb. cerv. filtr. 4.
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