Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
taren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer wird am 29. Februar die
Mittelmeer=
reiſe antreten.
Die Erbſchaftsſteuer wird, Blättermeldungen
zufolge, im Reichstage nicht wieder eingebracht werden.
Der Landtag des Fürſtentums
Schwarz=
bur g=Rudolſtadt, in dem die Sozialdemokraten
die Mehrheit haben, wählte zwei ſozialdemokratiſche
Präſidenten.
Das Reichsgericht erkannte im Prozeß Becker
auf Verwerfung der Reviſion des Angeklagten.
In der Unteroffiziersſchule zu Potsdam ſind
180 Mann an Darmkatarrh plötzlich erkrankt.
Die italieniſche Kammer nahm mit 423 gegen
9 Stimmen das Geſetz über die Souveränität Italiens
in Tripolis und Cyrenaika an. In Rom fanden
be=
geiſterte Kundgebungen ſtatt. Der Senat nahm die
Vorlage einſtimmig an.
Die Italiener haben am Samstag Beirut
bom=
bardiert
Der belgiſche Kriegsminiſter Hellebaut
iſt zurückgetreten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Das Ende des „Made in Germany‟.
C) Mit ſorgenvoller Aufmerkſamkeit beobachtet man
in England den Eroberungszug des
deut=
ſchen Außenhandels, der in Großbritannien und
ſeinen Kolonien wachſende Erfolge erringt. Nun hat
im engliſchen Unterhauſe E. A. Goulding ein
neues Geſetz eingebracht, das hauptſächlich dazu
be=
ſtimmt iſt, der weiteren Ausbreitung des deutſchen
Export=
handels in den Ländern engliſcher Flagge einen Riegel
vorzuſchieben. Als vor Jahren das engliſche Parlament
jenes Geſetz annahm, das beſtimmt, daß alle in England
und in engliſche Kolonien eingeführten Induſtrie=
Erzeug=
niſſe deutlich ſichtbar die Angabe des Herſtellungslandes
tragen müßten, glaubte man damit ein wirkſames
Hilfs=
mittel im Wettkampfe mit der deutſchen Konkurrenz
ge=
ſchmiedet zu haben. Aber das anfangs ſo eifrig
ver=
höhnte „Made in Germany”, das nun auf allen
Indu=
ſtrieprodukten deutſcher Fabrikation auftauchen mußte,
er=
wies ſich bald als eine zweiſchneidige Waffe für die
Eng=
länder: das Wort wurde zu einem Ehrentitel und in
fernen Ländern zu einer wirkſamen Reklame für die
Lei=
ſſtungsfähigkeit deutſchen Fleißes und deutſcher Arbeit.
Man hat inzwiſchen in England voll Bitternis erkannt,
daß die deutſche Induſtrie und der deutſche Handel in
kür=
zeſter Zeit aus dieſem jenſeits des Kanals gefertigten
vermeintlichen Hemmſchuh Siebenmeilenſtiefel des
Fort=
ſſchrittes zu machen verſtanden, und nun will man das
gefährliche „Made in Germany” wieder beſeitigen.
Der neue Geſetzentwurf ſieht vor, daß alle
in England hergeſtellten Erzeugniſſe als britiſche Waren
bezeichnet werden; die Produkte des Auslandes aber
ſol=
len nicht mehr die Bezeichnung ihres Urſprungslandes
tragen, ſondern ſchlicht die Aufſchrift „not british”. Man
will damit die propagandiſtiſche Wirkung für
Induſtrie=
leiſtungen des Auslandes beſeitigen und vor allem das
für Deutſchland ſo raſch ehrenvoll gewordene „Made in
Germany” aus der Welt ſchaffen. Mit der Aufſchrift
„not british” aber hofft man das Nationalgefühl der
Käufer und Konſumenten aufzuſtacheln. Waren, die
die=
ſer Vorſchrift nicht entſprechen, würden künftig von der
Einfuhr in England und in Englands Kolonien
ausge=
ſchloſſen, während britiſchen Produkten im Falle der
Ver=
ſendung in die Kolonien ein Konſularatteſt beigegeben
werden ſoll, worin ausdrücklich beſtätigt wird, daß die
Artikel Erzeugniſſe der engliſchen Induſtrie ſind. Der
Vorſchlag und der Geſetzentwurf haben bereits die
freu=
dige Zuſtimmung einer ganzen Reihe von engliſchen
Han=
delskammern gefunden und man glaubt, mit dieſem
Mit=
tel die Handelsbeziehungen Englands zu feinen
Kolo=
nien enger zu geſtalten und zugleich läſtigen
Nebenbuh=
lern Schwierigkeiten zu bereiten.
Die Streiklage in England.
* In der Kriſis der Kohlen=Induſtrie iſt
ein neues Entwickelungsmoment zu verzeichnen. Die
Verhandlungen am Freitag hatten kein
poſi=
tives Reſultat. Das weitere wird im weſentlichen
von der Konferenz des Bergarbeiterverbandes am
näch=
ſten Dienstag abhängen. Viele Fabriken würden im
Falle eines Kohlenarbeiterſtreiks ſchließen müſſen und
tauſenden von Arbeitern werde bereits für dieſen Fall
gekündigt. Die Preiſe für Kohlen ſind beträchtlich
ge=
ſtiegen; Bunkerkohle ſteht in New Caſtle auf 16 Schilling,
in Swenſea auf 18 bis 19 Schilling pro Tonne gegen 11
Schilling unter normalen Umſtänden. Der Lordmayör
von London hat die Lordmayors und Mayors von
eng=
land und Wales auf Samstag nachmittag zu einer
Kon=
ferenz im Manſionhouſe geladen, um über die Lage zu
beraten. In gewiſſen Kreiſen iſt die Ueberzeugungg
breitet, daß es nur zu einem Streik in Wales, aber nicht
zu einem allgemeinen Streik kommen werde. Mehrere
Polizeigerichte in Wales haben um Entſendung von
Truppen erſucht, da im Zuſammenhang mit dem Streik
Unruhen befürchtet werden.
König Georg empfing am Freitag den
Premier=
miniſter in Privataudienz. Wie verlautet, wünſchte der
König über den Fortſchritt der Verhandlungen in Sachen
der Ausſtandsbewegung unterrichtet zu werden. Eine
Verſammlung des Transportarbeiterverbandes in
Man=
cheſter beſchloß, die Bergleute der Kohlengruben im Falle
eines Ausſtandes zu unterſtützen. Das bedeutet, daß
die Transportarbeiter ſich weigern werden, fremde Kohle
zu befördern.
Aus Bochum wird gemeldet: Die Londoner
Nach=
richt, die internationale
Bergarbeiterkon=
ferenz habe eine Aktion zugunſten der engliſchen
Gru=
benarbeiter beſchloſſen, iſt durchaus unzutreffend.
Während der zweitägigen Beratungen, denen auch die
bekannten britiſchen Bergarbeiterführer Edwards und
Aſhten beiwohnten, wurde beſonders die Frage erörtert,
ob der Erfolg des britiſchen Mindeſtlohnkampfes durch
die ausländiſche Kohleneinfuhr überhaupt ernſtlich in
Frage geſtellt werden könne. Die Beſchlüſſe ſollen
vorläu=
fig ſtreng vertraulich behandelt werden. Keinesfalls
iſt aber eine internationale Aktion
vorge=
ſehen.
Deutſches Reich.
— Die Mittelmeerreiſe des Kaiſers. Aus
amtlicher Quelle verlautet: Die Kaiſerjacht „Hohenzollern”
erhielt den Befehl, am 29. Februar die Mittelmeerreiſe
anzutreten. Die Jacht wird Venedig anlaufen, wo der
Kaiſer ſich zur Fahrt nach Korfu einſchifft. Ein Hochſee=
Torpedoboot und ein Kreuzer begleiten die Kaiſerjacht.
— Die Erbſchaftsſteuer. Wie aus
Reichs=
tagskreiſen verlautet, iſt die geplante Wiedereinbringung
der Erbſchaftsſteuer bis auf weiteres aufgegeben worden.
Ob andere Deckungsvorſchläge gemacht werden ſollen,
oder ob verſucht wird, zunächſt die Mehrausgaben für
die Wehrvorlage durch die vorjährigen Ueberſchüſſe des
Reichshaushaltsetats auszugleichen, iſt noch nicht
ent=
ſchieden. Uebereinſtimmend hiermit meldet die Berliner
Morgenpoſt aus Breslau: Die Schleſiſche Volkszeitung
erklärt: Wir ſind auf Grund beſter Informationen in
der Lage, zu verſichern, daß die Erbſchaftsſteuer ſich nicht
unter den Deckungsvorlagen befinden wird.
Wahrſchein=
lich iſt, daß dem Reichstag eine Erhöhung der
Wertzu=
wachsſteuer und Couponſteuer, ſowie eine
Dividenden=
ſteuer vorgeſchlagen werden wird.
— Der „rote Landtag”. Bei der
Präſidenten=
wahl im Landtag des Fürſtentums Schwarzburg=
Rudol=
ſtadt wurde der ſozialdemokratiſche Abgeordnete Winter
zum Präſidenten, der ſozialdemokratiſche Abgeordnete
Hartmann zum Vizepräſidenten gewählt. Die bürgerlichen
Abgeordneten gaben weiße Zettel ab. Im Laufe der
Sitzung wurden mehrere Anträge der Sozialdemokraten
eingebracht, u. a. auch die Einführung der Wahl an
Sonntagen, Trennung von Kirche und Staat und
Zurück=
ziehung eines der fürſtlichen Zivilliſte bewilligten
Zu=
ſchuſſes von 32000 Mark. Die Regierung ſcheint ſchon
jetzt die beſtimmte Abſicht zu haben, den Landtag
aufzu=
löſen, weil ſie ihn nicht für arbeitsfähig hält. Sie hat
aufs neue eine Wahlrechtsgeſetzvorlage eingebracht, nach
der den Höchſtbeſteuerten eine größere Stimmenzahl
ein=
geräumt werden ſoll. Die, Sozialdemokraten, die hierin
eine Verſchlechterung des allgemeinen Wahlrechts
er=
blicken, werden auf keinen Fall dieſem Geſetz zuſtimmen.
— Die Reiſe Dr. Solfs nach
Südweſt=
afrika. Die in der Preſſe verbreiteten Einzelheiten
über das Reiſeprogramm des Staatsſekretärs des Reichs=
Kolonialamtes, Dr. Solf, nach Südweſtafrika (deren
Rich=
tigkeit wir in Zweifel gezogen hatten) ſind leere
Vermu=
tungen. Die Reiſe war ſeit Wochen geplant und hat mit
irgendwelchen deutſch=engliſchen Verhandlungen nichts zu
tun. Sie iſt vielmehr darauf zurückzuführen, daß der
Staatsſekretär dieſe Kolonie nicht kennt und ihre
mannig=
faltigen Probleme aus eigener Anſchauung kennen zu
lernen beſtrebt iſt.
Ausland.
Italien.
Die Kammer verhandelte am Freitag über das
Annexionsdekret. Das Haus bot einen glänzenden
An=
blick. Der Sitzungsſaal iſt voll beſetzt. Auf den
über=
füllten Tribünen bemerkte man zahlreiche namhafte
Per=
ſönlichkeiten. Sämtliche Miniſter waren anweſend.
Miniſterpräſident Giolitti verlas eine Depeſche des
Generals Caneva, in der dieſer für die geſtrige
Kund=
gebung des Parlamentes ſeinen Dank ausſpricht. (
Allge=
meiner lebhafter Beifall. Sämtliche Abgeordnete
erhe=
ben ſich von ihren Sitzen.) Der Berichterſtatter der
Kom=
miſſion zur Prüfung des Geſetzentwurfes, betreffend das
Dekret vom 5. November 1911, Martini, führte u. a.
aus: Das Dekret vom 5. November 1911 war ein Gebot
der politiſchen Raiſon, des Bewußtſeins der ſchweren
Gefahren einer doppelten Herrſchaft, ſowie des Gefühls,
daß dort, wo unſere Fahne flattert, wo die Blüte
unſe=
rer tapferen Jugend gefallen iſt, aus dem Boden, der die
kühnen Heldentaten unſerer Marine genährt hat, wo wir
im Erwachen der ſchlummernden Kräfte uns ſelbſt wieder
gefunden haben, einzig und allein unſere Herrſchaft
be=
ſtehen kann. Genehmigen wir das Dekret vom 5.
Novem=
ber, damit die Welt weiß, daß das, was ein Akt der
Re=
gierung war, der unwiderrufliche Wille der Nation iſt.
Der Bericht Martinis wurde unter begeiſterten
Kund=
gebungen angenommen. — Chieſa fragte die
Regie=
rung nach den Gründen für die Unternehmung und drückte
die Meinung aus, daß eine erleuchtete, kluge diplomatiſche
Tätigkeit die italieniſchen Intereſſen unter Vermeidung
eines Konfliktes hätte ſicherſtellen können. Barzilat
erklärte, auch im Namen anderer Republikaner, daß er
für die Vorlage ſtimme. trotzdem er Gegner des Kabinetts
ſei. Der Krieg mit Tripolis war eine unaufſchiebbare
hiſtoriſche Notwendigkeit für die Politik Italiens.
Ita=
lien müſſe und werde in Libyen bleiben. (Lebhafter
Bei=
fall.) Enrico Ferri ſprach ſich zu Gunſten des
koloni=
alen Unternehmens aus. Durch die heutige Abſtimmung
werde das italieniſche Parlament der ziviliſierten Welt
gegenüber die neue Beſtimmung des italieniſchen Volkes
feierlich beſtätigen.
Miniſterpräſident Giolitti erklärte unter großer
Aufmerkſamkeit des Hauſes, er ſtelle mit Genugtuung feſt,
daß die Beifallskundgebungen der Kammer bewieſen,
daß die große Mehrzahl derſelben die Geſetzesvorlage
billige. Er müſſe aber dennoch auf verſchiedene
Bemer=
kungen der Vorredner antworten. Er erkenne mit
Son=
nind an, daß die heutige Abſtimmung nicht die
Bedeu=
tung einer Vertrauenskundgebung für die Regierung
ha=
ben müſſe. Es handele ſich vielmehr um eine weit höhere
Frage, die die wichtigſten Intereſſen des Vaterlandes
be=
rühre. (Beifall.) Das Beiſpiel aller ziviliſierten Länder
beweiſe, daß das Kolonialproblem ſich als oberſte
Not=
wendigkeit aufdränge, und er wünſche von Herzen, daß
es keine anderen Kriege als Kolonialkriege geben möge,
die Kriege der Ziviliſation ſeien. Aus dem Bericht könne
die Kammer die wahren Gründe erſehen, die nicht durch
Begeiſterung, ſondern durch Ueberlsgung und innere
Ueberzeugung den Miniſterpräſidenten und ſeine
Kolle=
gen vom Kabinett beſtimmt hätten, ſich an das
Unter=
nehmen zu machen als eine wahre nationale
Notwendig=
keit, um die ſehr ſchweren Gefahren zu vermeiden, die
man in kurzer Zeit zu beklagen gehabt hätte. Italien
hätte niemals dulden können, daß andere von Tripolis,
ſeinem ſtändigen Ziel, Beſitz ergriffen, und weiteres
Ab=
warten würde zu ſchmerzlichen Konflikten geführt haben.
(Lebhafter Beifall.) Das Dekret ſei nicht die Annexion.
Es beſtätige die Souveränität Italiens, die ſich in der
Weiſe entwickeln werde, wie es die Spezialgeſetze
beſtim=
men werden, die auf beſonderen lokalen Bedingungen
und die religiöſen Gefühle dieſer Völker Rückſicht nehmen
würden. Italien habe ſich nicht damit einverſtanden
er=
klären können, daß die politiſche Souveränität der Türkei
in dieſen Ländern fortdauerte. Zu dem Deputierten
Chieſa bemerkte der Miniſterpräſident, daß Italien von
keiner Macht Widerſpruch erfahren habe, oder in ſeinem
Vorgehen behindert worden ſei. Wenn Italien ſeine
mi=
litäriſchen Operationen teilweiſe eingeſchränkt habe, um
ernſten Rückwirkungen vorzubengen, ſo habe es das aus
vollſter freier Initiative und unter Berückſichtigung
ſei=
ner Intereſſen getan. (Sehr richtig!) Giolitti ſchloß,
indem er die Kammer aufforderte, den Geſetzentwurf
an=
zunehmen und ſo den Beweis zu geben für den feſten
Willen der Kammer, als Dolmetſch des feſten und
einmü=
tigen Willen des Landes.
Die Kammer nahm durch namentliche Abſtimmung
mit 431 gegen 38 Stimmen bei einer
Stimment=
haltung die von der Regierung gebilligte Tagesordnung
Carcano an, die beſagt: „Die Kammer geht in der
ſiche=
ren Ueberzeugung, damit dem allgemeinen Gefühl des
Landes zu entſprechen, zur Beſprechung der einzelen
Ar=
tikel des Geſetzentwurfes betr. das Annexionsdekret über.”
Dann wurde in geheimer Abſtimmung der
Geſetz=
entwurf betr. die Genehmigung des Dekrets vom 5.
November 1911 mit 423 gegen 9 Stimmen
ange=
nommen. Die Verkündigung des
Abſtimmungsreſul=
tates wurde mit ſtürmiſchen Beifallsbezeugungen
aufge=
nommen und die Sitzung hierauf geſchloſſen.
Patriotiſche Kundgebungen. Während.
der Kammerſitzung am Freitag zogen mehrere Tauſend
Perſonen mit Fahnen nach dem Monte Citerio, um eine
patriotiſche Kundgebung vor dem Parlamentsgebäude zu
veranſtalten. Unter dem brauſenden Jubel der immer
weiter anwachſenden Menge erſchien nach kurzer Zeit
Miniſterpräſident Giolitti und die anderen Miniſter mit
idem Kammerpräſidenten Maxvera auf einem Balkon.
Giolitti dankte für die patriotiſche Kundgebung und
brachte ein Hoch auf Italien aus. Nachdem die Miniſter
ſich unter neuen Beifallskundgebungen zurückgezogen
hat=
ten, marſchierte die Menge nach dem Quirinal, wo bereits
gegen 20000 Perſonen Aufſtellung genommen hatten.
Hier wurde dem König und der Königin, die mit den
Königlichen Kindern mehrere Male auf einem Balkon
erſchienen, ebenfalls begeiſterte Huldigungen dargebrachk.
Später zog die Menge auch noch nach dem
Kriegs=
miniſterium und veranſtaltete dort patriotiſche
Kund=
gebungen. Vom Kriegsminiſterium, deſſen Front
glän=
zend illüminiert war, begab ſich die Menge unter
fort=
währenden Rufen: „Es lebe der König! Es lebe
Ita=
lien! Es lebe Giolitti!” zum Denkmal Viktor Emanuels,
wo ein Student eine mit lebhaftem Beifall
aufgenom=
mene Rede hielt. Dann zerſtreute ſich die Menge in
gro=
ßer Begeiſterung.
Frankreich.
In der Kammer forderte Pion (liberal) die
Dringlichkeit und ſofortige Diskuſſion für einen Antrag,
durch den die Regierung aufgefordert wird, den Artikel
der Verfaſſung zu ändern, der den Präſidenten der
Re=
ſpublik zum Abſchluß von Geheimverträgen ermächtigt.
Der Miniſterpräſident betonte, daß die Diskuſſion des
Antrages mit Rückſicht darauf, daß ſie die geſamte
aus=
wättige Politik berühre, am beſten mit den
Interpella=
tionen über die auswärtige Politik zu verbinden wäre.
Auf Erſuchen des Miniſterpräſidenten beſchloß die
Kam=
mer, über den Antrag am Freitag vor der Interpellation
über die auswärtige Politik zu verhandeln.
Geſetzentwurf über das
Militärflug=
ſweſen. Kriegsminiſter Millerand hat den Wortlaut
des Geſetzentwurfes über das Militärflugweſen
fertigge=
ſſtellt und wird denſelben nach Einvernehmen mit dem
Fi=
nanzminiſter und dem Marineminiſter in kurzem der
KKammer vorlegen.
Der Senat nahm den Artikel des Finanzgeſetzes
ſan, durch welchen die Einführung eines amtlichen
Kurs=
zettels und auf die Termingeſchäfte an den
Produkten=
börſen eine Steuer feſtgeſetzt wird. Der Artikel wurde
in der Faſſung angenommen, die verſchieden iſt von der
in der Kammer abgeſchloſſenen.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen. Was die Stellung der franzöſiſchen
Geiſtlich=
keit in Marokko anbelangt, die gleichfalls Gegenſtand
der franzöſiſch=ſpaniſchen Verhandlungen bildet, ſo
be=
merkt das Blatt ABC, daß zur Regelung dieſer
Ange=
legenheit die vorherige Einwilligung der Kurie
notwen=
dig wäre, welche wiederholt erklärt habe, daß ſie
Frank=
reich keinerlei Zugeſtändniſſe machen werde, ſolange die
diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen dem Heiligen Stuhl
und der franzöſiſchen Regierung abgebrochen ſeien. Der
Matin ſchreibt: Die ſpaniſche Regierung legt dadurch,
daß ſie ihrerſeits das Küſtengebiet von Isni beanſprucht
und anderſeits das Gabe=Del=Agna=Gebiet abzutreten
ſich nicht bereit erklärt, Frankreich gegenüber eine
Un=
nachgiebigkeit an den Tag, wie die öffentliche Meinung
ſie nicht erwartet hatte. Das Miniſterium Poincaré wird
gezwungen ſein, dieſer Stimmung des franzöſiſchen
Vol=
kes Rechnung zu tragen.
Belgien.
Demiſſion des Kriegsminiſters. Der
Kriegsminiſter, General Hellebaut, hat
ſeine Demiſſion gegeben. Der König hat die Demiſſion
angenommen. Der Miniſterpräſident, Baron de
Broque=
ville, wird das Portefeuille des Kriegsminiſters
interi=
miſtiſch verwalten. Die Demiſſion des Kriegsminiſters
hängt mit der Kritik zuſammen, die im Laufe des letzten
Sommers gegen die Organiſation des belgiſchen Heeres.
namentlich von liberaler Seite, gerichtet wurde.
Vermehrung der Zahl der Deputierten
und der Senatoren. Der Miniſter des Innern hat
der Kammer einen Antrag unterbreitet, nach dem auf
Grund der letzten Volkszählung am 1. Januar 1911 die
Anzahl der Deputiertenſitze um 20 und die Anzahl der
Sitze im Senat um 10 Sitze vermehrt werden ſoll. Die
Deputiertenkammer wird in Zukunft 186 anſtatt 166 Sitze
und der Senat anſtatt 84 94 Sitze haben.
Perſien.
Die perſiſche Regierung hat ſich bereit
er=
klärt, die Bedingungen der engliſch=ruſſiſchen Note
an=
zunehmen unter der Vorausſetzung, daß die Erhaltung
der Integrität Perſiens grundſätzlich in dem Abkommen
anerkannt werde. England und Rußland verlangen die
Verbannung des Emir Mufeham auf drei Jahre.
* Wien 24. Febr. Kaiſer Franz Joſef hat
geſtern nachmittag zum erſtenmal ſeit Monaten einen
halbſtündigen Spaziergang im Freien unternommen. Der
Kaiſer befindet ſich jetzt vollkommen wohl. Durch die
Tatſache des heutigen Spazierganges erſcheinen die
gegen=
teiligen, hauptſächlich im Auslande nicht verſtummen
wollenden Gerüchte am beſten widerlegt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Februar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den
Generalleut=
ant z. D. Draudt, den Oberſt v. Etzel, beauftragt mit
der Führung der 75. Infanterie=Brigade in Allenſtein,
den Major v. Lewinski im Generalſtabe der Großh.
Heſſ. (25.) Diviſion, den Oberleutnant Graf von Limburg=
Stirum im Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 24, kommandiert zur Geſandtſchaft in Bern, den
Leutnant v. Ebmeyer, Adjutant desſelben Regiments,
den Bürgermeiſter Neff von Bingen, den Lehrer Döring
von Ober=Ramſtadt; zum Vortrag den Staatsminiſter
Ewald, den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Weil aus Bürgel eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Weiskirchen, Kreis Offenbach.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 4 enthält:
1. Verordnung, die Enteignung von Gelände zur
Er=
weiterung des Bahnhofs Bad Nauheim betreffend.
2. Verordnung, den Arbeiterſchutz und die Unfallverhütung
bei Hoch= und Tiefbauten betreffend.
-g. Strafkammer. Der 60 Jahre alte Landwirt
Mar=
tin Winkler I. aus Bürſtadt hatte vom Schöffengericht
Lorſch eine Geldſtrafe von 10 Mark erhalten, weil er einen
Jungen, der ihm Grimaſſen ſchnitt, mit der Peitſche
ge=
züchtigt hatte; der Junge hatte erhebliche Verletzungen
über dem Auge erhalten. Außerdem war er wegen
Kör=
perverletzung zu 3 Wochen Gefängnis und 45 Mark Buße
verurteilt. Er hatte dem Bierfahrer Peter Kirſch nach
kurzem Wortwechſel mit ſeinem Stock einen Schlag über
den Kopf verſetzt. Er legte gegen beide Verurteilungen
Berufung ein, die aber von der Strafkammer verworfen
wurde. — Auf der Kirchweihe in Viernheim hatte der
Schuhmacher Franz Träger einen Metzger beleidigt
und als ihn der Metzger Joh. Heckmann zur Rede
ſtellte, zog Träger das Meſſer. Der den Vorgang
beob=
achtende Bruder Georg Heckmann ſprang zwiſchen die
beiden Streitenden und ſchlug den Träger mit einer
lee=
ren Weinflaſche über den Kopf. Er hatte ſich deshalb vor
der Strafkammer wegen Körperverletzung zu
verantwor=
ten, wurde jedoch freigeſprochen, da er in Notwehr
gehan=
delt habe, um einen Angriff auf ſeinen Bruder
abzu=
wehren.
g. Provinzialausſchuß. Die Gemeinde Neu=Iſenburg!
beabſichtigt, die Friedrichſtraße zwiſchen Frankfurter= undt
Luiſenſtraße zu eröffnen und benötigt hierzu 3146
Quadrat=
meter Gelände des Eigentümers Friedrich Wilhelm Koch.
Dieſer hat ſich in der Lokalkommiſſion am 6. Oktober 1911
zu einem Vergleich bereit erklärt unter folgenden
Beding=
ungen: Die Gemeinde verſetzt auf ihre Koſten den vor
ſeinem Hauſe errichteten elektriſchen Lichtmaſt, durch den
ſein Wohnhaus in ſeinem Nutzungswert vermindert iſt und
deſſen Entfernung er durch Klage, allerdings ergebnislos,
anſtrebte. Die Gemeinde ſoll den geſamten Kochſchen
Grundbeſitz ankaufen mit Ausnahme des Gehöfts und
zahlt für den Quadratmeter 6,50 Mark. Koch trat ſpäter
von dem Vergleichsvorſchlag zurück und forderte 8 Mark.
Das Ortsgericht ſchätzte den Wert des benötigten
Grund=
ſtückes auf 19000 Mark, das ſind etwa 6,20 Mark. Koch
erhob ſchließlich Einſpruch in die Eröffnung der Straße,
da ſie nicht im öffentlichen, ſondern im privaten Intereſſe
liege, ſonſt müſſe ſie nicht bis zur Luiſenſtraße, ſondern
bis zur Wallſtraße durchgeführt werden. Hierauf
bean=
tragt die Gemeinde beim Provinzialausſchuß die
Enteig=
nung des Kochſchen Geländes. Dieſer beſchließt eine
Augenſcheinnahme des zu enteignenden Geländes.
Die Firma Chemiſche Fabrik Griesheim=Elektron,
Werk Oehler zu Offenbach, ſuchte um die Konzeſſion für
einen Neubau zur Gewinnung von Zwiſchenprodukten der
Farbenfabrikation nach. Mit dieſem Geſuch hatte ſich der
Kreisausſchuß Offenbach auf Einſpruch der der Firma=
Elektron benachbarten Union=Lederwerke zu beſchäftigen. Der
Kreisausſchuß hat am 6. Dezember 1911 die nachgeſuchte
Konzeſſion unter 13 Bedingungen erteilt. Die Bedingungen
beziehen ſich auf die Beſeitigung der Abwäſſer, Abgaſe und
Dämpfe, Staub uſw. Als Punkt 3 der Bedingungen war
der Firma auferlegt worden, zur Ableitung der
entſpre=
chenden Gaſe und Dämpfe einen 80 Meter hohen
Sam=
melſchornſtein zu errichten. Gegen dieſe Bedingung legte
die Firma Chemiſche Fabrik Elektron Rekurs beim
Pro=
vinzialausſchuß ein; ſie erklärte ſich bereit, die entſtehenden
Dämpfe und Gaſe durch Kondenſation und Abſorption
unſchädlich zu machen und die Abgaſe ſoweit zu entſäuern,
daß eine Beläſtigung der Nachbarſchaft nicht entſtehen kann.
Ein 60 Meter hoher Sammelſchornſtein würde den
weiteſt=
gehenden Anſprüchen durchaus genügen. Der als
Sach=
verſtändiger vernommene Gewerberat Engel führt aus,
daß ſich mit Sicherheit nicht vorher angeben laſſe, ob die
Dämpfe und Gaſe ſoweit unſchädlich gemacht werden
kön=
nen, daß ein 60 Meter hoher Sammelſchornſtein zur
Ab=
leitung genüge, da dies davon abhängt, welche Produkte
hergeſtellt werden. Er iſt aber der Anſicht, daß der Firma
erſt dann die Errichtung eines neuen Schornſteins von
80 Meter Höhe auferlegt werden ſolle, wenn die Ableitung
der Dämpfe in dem beſtehenden 60 Meter hohen
Schorn=
ſtein nicht Beläſtigungen vermeide. Dieſe Ableitung in
den beſtehenden Schornſtein wäre inſofern günſtig, als ſich
die Abgaſe hier am leichteſten durch Vermiſchung mit den
Verbrennungsgaſen verdünnen würden. Die Firma Union=
Lederwerke bittet, es bei der Bedingung eines 80 Meter
hohen Schornſteins zu belaſſen, da es ſich hier hauptſächlich
um überaus giftige Stickſtoffgaſe handelt, deren Abſorption
und Unſchädlichmachung noch nicht erprobt und wohl auch
icht durchführbar ſei. Der Provinzialausſchuß beſchließt
Einſichtnahme in die Akten des Kreisausſchuſſes und
Augen=
ſcheinnahme an Ort und Stelle unter Vernehmung der:
heute geladenen Zeugen.
Der frühere Gemeindeeinnehmer Georg Riebel IV.
zu Lindenfels i. O. klagt gegen die Fürſorgekaſſe für
Be=
amte um Gewährung von Ruhegeld. Riebel iſt 1852
ge=
boren und bei ſeinem Eintritt in die Fürſorgekaſſe wurde
ihm als Vordienſtzeit die Zeit vom 1. Februar 1886
an=
gerechnet. Am 18. Juli 1910 legte er ſein Amt als
Ge=
meindeeinnehmer der Gemeinde Lindenfels nieder und im
November 1910 reichte er bei der Fürſorgekaſſe ein Geſuch
um Gewährung eines Ruhegehaltes ein unter
gleichzei=
tiger Uebergabe einer Beſcheinigung der Gemeinde
Linden=
fels, daß Riebel ſein Amt nicht durch eigenes Verſchulden
niederlegte. Der Verwaltungsrat der Kaſſe gewährte am
30. Dezember 1910 auch das Ruhegeld unter Vorbehalt der
noch nicht entſchiedenen Gewährung einer Invalidenrente.
Das Schiedsgericht für die Invalidenverſicherung lehnte
die Invalidenrente ab, da Riebel noch imſtande ſei, ein
Drittel des ortsüblichen Tagelohns zu verdienen. Am
5. September 1911 lehnte auch der Verwaltungsrat der
Fürſorgekaſſe das Ruhegeld ab, da Riebel ſein Amt wegen
feſtgeſtellter Unregelmäßigkeiten niederlegen mußte. Bei
einer Reviſion durch das Kreisamt wurde ein Fehlbetrag
von 5487,96 Mark feſtgeſtellt, der aber von Riebel gedeckt
wohltätigen Spenden floſſen ihr innerhalb zwanzig
Jahren im ganzen 3960000 Francs und aus dem Paris
Mutuel der Rennen als Wohltätigkeitsgabe 350000
Francs zu. Der Umfang der bewilligten Lötterien
be=
trug 28 Millionen. Die Einnahmen überſtiegen bei
weitem die Ausgaben und Schweſter Candida ſchwamm
ſozuſagen in Gold ob ihres frommen Werkes. Sie
grün=
dete alſo weiter, zunächſt 1889 ein Krankenhaus, dann
1891 noch zwei Krankenhäuſer, eines in Villiers an der
Marne und ein anderes in Noiſy=le=Grand, ein Heim
für Geneſende in Rougemont und Kurkolonien in den
Departements des Doubs, des Var und der Obern
Marne. Die meiſten dieſer Anſtalten wurden auf den
Namen einer Bodengeſellſchaft eingetragen, von deren
130 Aktien zu je 5000 Francs Schweſter Candida für ſich
allein 108 beſaß.
Mit jeder neuen frommen Gründung wuchs der Ruf
und das Anſehen der Schweſter Candida und auch ihr
Kredit. So kaufte ſie noch einige Häuſer in Paris dazu,
in denen ſie gleichfalls wieder der kranken Menſchheit
Hilfe ſpenden ließ. Als mediziniſchen Sachverſtändigen
holte ſie ſich einen Arzt namens Petit aus dem Süden
heran, der ſeinen Wohnſitz in Paris aufſchlug und
zu=
gleich ihr geſchäftlicher Generalſekretär wurde. Im Jahre
1892 ſchritt ſie, kühn gemacht durch die bisherigen
Er=
folge, zu einem beſonders großen Unternehmen. Sie
kaufte auf den Namen einer neuen Geſellſchaft, deren
In=
haberin in Wirklichkeit ſie wieder ganz allein war, die
prächtige Domäne San Salvadour an der Riviera und
geſtaltete ſie zu einem Quellbad und Sanatorium mit
einem prächtig eingerichteten Gaſthof um. Die Arbeiten
verſchlangen mehrere Millionen, von denen die
Gründe=
rin einen Teil ſchuldig bleiben mußte. Damit kam aber
nun das Unheil. Denn die erhofften Einnahmen
blieben aus und ſo wurden die Schulden von Jahr
zu Jahr größer, von Jahr zu Jahr heikler und ſchwie=
Der Prozeß der Schweſter Candida
in Paris.
* Das moderne Paris — ſo ſchreibt die Köln.
Ztg. — erzeugt ſeine ganz beſonderen Abarten des
menſchlichen Genies, die nur ſeinem eigenartigen
Nähr=
boden entſpringen. Mehr als irgendwo anders ſpielt
auch die Frau unter dieſen Abarten eine Rolle. Denn
nirgendwo anders ſpricht der Anteil der Frau am Leben
der Nation — wenn auch nicht immer offen — ſo
gewich=
ftig mit, wie in Frankreich und insbeſondere in Paris.
Das Cherchez la femme iſt nicht ohne Grund ein
franzö=
ſiſches Wort. Und in allen Schichten der Geſellſchaft, in
allen Kreiſen iſt es ſo. Die Republik hat ihre Thereſe
Humbert und Frau Steinheil aus jüngſter Zeit. Die
Kirche und die fromme gläubige Welt hat jetzt ihre
Schweſter Candida. Freilich, Schweſter Candida,
die Oberin des Ordens von der hl. Anna von
Fouge=
rolles, deren Prozeß die Pariſer Strafkammer eben
ver=
handelt, iſt — ſagen wir es vorweg — weit beſſer als
jene beiden Heldinnen der republikaniſchen Chronique
scandaleuse. Wenn auch ſie den Leuten, die ihr
vertrau=
ten, Millionen entlockt hat, die ſich ſchließlich in Spreu
auflöſten, ſo tat ſie dies nicht, um ſelbſt davon in Luxus
und Ueppigkeit zu leben, gleich der großen Thereſe. Ihr
Fehler war der unwiderſtehliche Drang nach
Gründun=
gen, mit denen ſie die arme oder kranke Menſchheit zu
beglücken gedachte, aber ſchließlich ſelbſt auf die
Anklage=
bank geriet, da ſie, wie ſo manche Gründer, in der Wahl
ihrer Mittel zu unbedenklich wurde. Schweſter Candida
gründete zuerſt im Jahre 1888 die Anſtalt von Ormeſſon
für ſchwindſüchtige Kinder. Einflußreiche und vermögende
Perſonen unterſtützten ſie. Der Staat begünſtigte das
Werk durch die Bewilligung mehrerer Lotterien. Die
Preſſe trat dafür ein. So blühte es bald empor. An
riger die Lage der Schweſter, die die drängenden
Gläubi=
ger befriedigen mußte. So kam ſie dazu, um ſich aus
der Verlegenheit zu helfen, zu einem Mittel zu greifen,
von denen man des öfteren in den Pariſer Zeitungen in
Verbindung mit Namen lieſt, deren Klang nur noch
ihren einzigen und letzten Wert bedeutet. Sie kaufte
teils auf Abzahlung oder nahm in Kommiſſion zum
Wiederverkauf koſtbare Juwelen, Perlen und Brillanten
im Werte von vielen Hunderttauſenden, um ſie ſofort
in London zu verſetzen und zunächſt mal mit den auf dieſe
Weiſe erhaltenen Barmitteln die dringlichſten Gläubiger
zu befriedigen. Das Unvermeidliche blied nicht aus.
Als auch eines Tages die Juwelenhändler ihr Geld oder
die Juwelen zurückverlangten und Schweſter Candida
veder das eine noch das andere liefern konnte, brach ihr
ganzes Werk zuſammen. Dr. Petit, ihr Generalſekretär,
nahm Gift und wurde in ſeiner Wohnung tot
aufgefun=
den. Auf die Klage der Juwelenhändler eröffnete die
Staatsanwaltſchaft gegen Schweſter Candida die
Unter=
ſuchung wegen Schwindels und Betrügerei und ſetzte ſie
ſelbſt hinter Schloß und Riegel. Die mit der
Abwickel=
ung des Krachs beauftragten Sachverſtändigen ſtellten
eine nachweisliche Schuldenſumme von 17
Mil=
lionen feſt, die aber in Wirklichkeit noch größer
iſt, da eine Anzahl frommer Gläubiger ihre
Forderun=
gen anzumelden unterließen. Die Vermögenswerte
be=
tragen 3 Millionen, daher der Fehlbetrag von 14
Millio=
nen. In dieſem ſind die von der Schweſter in Kauf oder
Kommiſſion genommenen, aber ſchuldig gebliebenen
Kleinodien mit 5 Millionen verzeichnet. Die Aufgabe
der Rechnungsſachverſtändigen, Klarheit in die
geſchäft=
liche Lage der verſchiedenen Unternehmungen und Werke
zu bringen, war ſehr ſchwer, da es an jeder ordentlichen
und geregelten Buchführung fehlte.
Wie bereits mitgeteilt, wurde Schweſter Candida zu
18 Monaten Gefängnis verurteilt.
wurde. Gegen das ablehnende Urteil des
Verwaltungs=
rats legten Riebel und die Bürgermeiſterei Lindenfels
Re=
kurs beim Provinzialausſchuß ein. Das Urteil des
Pro=
vinzialausſchuſſes lautet: Der Anſpruch des Riebel auf
Ruhegehalt iſt unbegründet, der Rekurs desſelben und der
Gemeinde Lindenfels wird für unbegründet erklärt, unter
Auferlegung einer Averſionalſtrafe von je 10 Mark unter
ſolidariſcher Haftbarkeit.
js. Haftet der Gaſtwirt für den Unfall, den ein Kellner
wegen des glatten Saalparketts erleidet? (
Reichsgerichts=
entſcheidung, Nachdruck verboten.) Der Kellner E, war
von dem Beſitzer des Kaſinohofes „Zum Gutenberg” in
Mainz anläßlich eines Feſteſſens zu Kaiſers Geburtstag
zur Aushilfe engagiert worden. Als er eine Schüſſel nach
dem Speiſeſaal tragen wollte, wurde er vom Wirt
zurück=
gerufen. Beim Umdrehen glitt er, wie er ſpäter behauptete,
auf etwas Glitſchigem aus und ſtürzte auf dem Parkett
hin. Durch die Scherben der dabei zerbrochenen Schüſſel
wurden ihm drei Sehnen der linken Hand zerſchnitten.
Er verlangte auf Grund der §§ 618 und 823 des
Bürger=
lichen Geſetzbuchs Schadenserſatz vom Wirt und machte
zur Begründung geltend: es hätten Läufer gelegt werden
und die während des Servierens auf das Parkett
gefalle=
nen Speiſereſte nach jedem Gang weggekehrt werden
müſſen. Seine Anſprüche wurden von den Gerichten
je=
doch nicht als rechtsgültig anerkannt. Landgericht Mainz
und Oberlandesgericht Darmſtadt wieſen
die Klage ab. In den Entſcheidungsgründen des
Ober=
landesgerichts heißt es dazu unter anderem: Nach der
Ge=
werbeordnung iſt der Wirt verpflichtet, die Arbeitsräume
ſo einzurichten, daß der Verpflichtete gegen Gefahr für
Leben und Geſundheit geſchützt iſt. Jedoch beſteht dieſe
Verpflichtung nur in dem Umfange, als es die Natur der
Dienſtleiſtung und des Betriebes geſtattet. Vorausſetzung
für eine Haftung des Wirts iſt alſo eine ſchuldhafte
Ver=
letzung dieſes Schutzgeſetzes. Im vorliegenden Falle hat
ſich nicht feſtſtellen laſſen, wodurch der Kläger zu Fall
ge=
kommen iſt. Es iſt aber anzunehmen, daß der Unfall
in=
folge der Glätte des Parketts eintrat. Dieſe Gefahr wäre
durch Läufer nicht beſeitigt, ſondern höchſtens vergrößert
worden, denn die Kellner hätten über die Läufer leicht
ſtolpern können. Auch ließen ſie ſich nicht im ganzen Saale
legen. Ein Kellner muß es aber verſtehen, ſich auf dem
Parkett zu bewegen und entſprechendes Schuhzeug tragen.
Nach der Natur des Betriebes könne dem Beklagten auch
nicht die Verpflichtung auferlegt werden, nach jedem Gang
kehren zu laſſen. Bei großen Feſten iſt es unvermeidlich,
daß fortgeſetzt Speiſeteile zu Boden fallen. Dieſem Urteil
iſt das Reichsgericht nicht beigetreten. Auf die Reviſion
des Klägers hat der höchſte Gerichtshof das Urteil des
Oberlandesgerichts Darmſtadt auf gehoben
und die Sache zur anderweiten Verhandlung und
Entſchei=
dung an einen anderen Senat des Oberlandesgerichts
zu=
rückverwieſen.
* Großh. Hoftheater. Anſtelle der Oper „Mignon”
kommt am Dienstag, den 27. Februar, die Operette
„Grigri” bei großen Preiſen zur Aufführung.
— Die Landesausſchußſitzung der
National=
liberalen Partei, die für den 3. März in Ausſicht
ge=
nommen war, kann an dieſem Tage nicht
ſtatt=
finden weil bereits verſchiedene Organiſationen
mit=
geteilt haben, daß ſie an dieſem Tage verhindert ſeien
und um Verlegung auf einen ſpäteren Tag bitten.
— Kurſus für Armenpflege und Jugendwohlfahrt.
Trotz des ſchlechten Wetters haben weit über 100
Perſo=
nen an der Beſichtigung der Erziehungsanſtalt
Ohly=
ſtift Gräfenhauſen teilgenommen. Die Damen und
Herren wurden im Ohlyſtift von Herrn Vorſteher Joſt
und ſeiner Gemahlin empfangen. Im großen
Speiſe=
ſaal wurden die Erſchienenen zunächſt mit dem Zweck
und den Einrichtungen der Anſtalt vertraut gemacht. Das
Ohlyſtift verdankt der Initiative des verſtorbenen
Ober=
bürgermeiſters Ohly ſeine Entſtehung. Es beſteht aus
einem Knaben=, Mädchen= und einem Schulbau,
Scheu=
nen und Stallungen. Die Anſtalt hat eine eigene
Licht=
gasanlage und bewirtſchaftet zirka 35 Morgen Acker= und
Wieſenland. Gärtner, Schuhmacher und Schneider
wer=
den in den Werkſtätten angelernt und zu Geſellen
aus=
gebildet. Die Anſtalt ſoll zunächſt zur Aufnahme
ver=
wahrloſter Kinder aus der Stadt Darmſtadt und den
Landorten des Kreiſes Darmſtadt dienen. Soweit Platz
vorhanden iſt, können auch Zöglinge aus den übrigen
heſſiſchen Kreiſen Aufnahme finden. Aufgabe des Ohly=
ſtifts iſt es, verwahrloſte Kinder durch Erziehung,
Unter=
richt und angemeſſene Beſchäftigung zu brauchbaren
Mit=
gliedern der bürgerlichen Geſellſchaft heranzubilden. Die
Ausbildung der ſchulentlaſſenen Mädchen erfolgt in allen
hauswirtſchaftlichen Arbeiten. Eine
Mädchenfortbild=
ungsſchule ſoll demnächſt ins Leben gerufen werden. Nach
der Konfirmation kommen die meiſten Jungen in freie
Lehrſtellen. Die Mädchen verbleiben bis zur
Ausbild=
ung, in der Regel noch zwei Jahre, in der Anſtalt. Dem
Vorſteher und ſeiner Ehefrau ſind als Hauseltern die
Er=
ziehung der Zöglinge und die Führung des Hausweſens
übertragen. Ihnen zur Seite ſtehen als Gehilfen 1
Leh=
rer, 1 Landwirt, 1 Gärtner, 1 Schuhmacher=, 1
Schneider=
meiſter, 2 Erziehungsgehilfinnen und eine
Küchengehil=
fin. Nach der Belehrung erfolgte ein Rundgang durch
die ſämtlichen Anſtaltsräume. Unverhohlene
Anerken=
nung wurde allenthalben geäußert. Man hatte ſich die
Einrichtung einer Erziehungsanſtalt vielfach anders
vor=
geſtellt. Die Zeichnungen der Zöglinge, die in den
Werk=
ſtätten angefertigten Stiefel und Anzüge, die
Handarbei=
ten der Mädchen waren ausgeſtellt und wurden
be=
wundert. Zum Schluſſe hatte die Anſtalt in gaſtlicher
Weiſe einen Kaffeetiſch aufgetragen, der dem einer
fei=
nen Geſellſchaft nicht nachſtand. Hier zeigte ſich die
Hausfrau im glänzendſten Lichte. Die Beſucher ſchieden
abends wohlbefriedigt.
R. Neue Schulbauten. Die
Stadtverordnetenverſamm=
lung genehmigte in ihrer Sitzung am 15. Februar die
Er=
richtung von ſechs neuen Klaſſen an den ſtädtiſchen Mittel=
und Volksſchulen. Eine ſolche Genehmigung kehrt ſeit
Jahren wieder; wurden doch in den letzten 5 Jahren 38
neue Schulklaſſen errichtet. Merkwürdig iſt dabei die
Tat=
ſache, daß die Stadt in der letzten Zählungsperiode keine
großen Zugänge zu der Bevölkerungsvermehrung zu
ver=
zeichnen hatte, ja in dem Jahre 1911 ſogar einen Rückgang.
Auch iſt die Zahl der Eheſchließungen ſeit dem Jahre 1904,
das den Höhepunkt bezeichnet, um 2,3 Prozent
zurückge=
gangen; und doch dabei das Wachstum der ſchulpflichtigen
Kinder? Sei es, wie es will, die Tatſache iſt vorhanden
und die Stadt wird ſich in Bälde in die Lage verſetzt ſehen,
ein oder zwei neue Schulhäuſer zu bauen. Die Rede iſt
hart, wer mag ſie hören, wird ſo mancher Darmſtädter
Bürger ſeufzen; haben wir in den letzten 10 Jahren nicht
ſechs neue Schulhäuſer und zwei große Umbauten
vorge=
nommen? Das iſt wohl wahr, aber Schulnot iſt doch
vor=
handen! Man höre! Die Stadt hat in dem letzten Jahre
allein 29 Klaſſen außerhalb ihrer eigentlichen Schulhäuſer
untergebracht. Die Knabenmittelſchule I allein hat 8
Klaſ=
ſen in 4 verſchiedenen Lokalen, ebenſo die Ballonſchule, die
Mädchenſchule I, die Mädchenmittelſchule I uſw. Zum
Glück iſt die Stadt im Beſitz des alten Theaters, worin
einige Klaſſen Unterkunft gefunden und in dieſem Jahre
noch mehrere finden ſollen. Und dabei iſt dieſes Haus
zu einem Schulhaus gar nicht geeignet. Das letzte
Jahr=
zehnt des 19. Jahrhunderts hat die Aufführung neuer
Schulbauten verſäumt und ſich auch nicht dafür vorgeſehen,
in einer Zeit, wo die Bevölkerung rapid gewachſen und die
Finanzen vorzüglich waren, und für dieſe
Unterlaſſungs=
ſünde muß die Jetztzeit büßen. Manche der Herren
Stadt=
väter werden nicht gerne in den ſauren Apfel beißen und
die Neubauten auf eine ſpätere Zeit verſchieben wollen,
aber die Folgen würden dann umſo verhängnisvoller für
die Stadt ſein. Auch kann eine umſichtige
Stadtverwal=
ng nicht einem kurzſichtigen Rate folgen und das
Mini=
mum der Schülerzahl einer Klaſſe erhöhen wollen, um die
Neubauten zu erſparen. Das würde ein Fiasko für unſer
muſterhaftes und blühendes Schulweſen bedeuten und
Darmſtadt in die Reihe zurückgebliebener Städte und
Land=
orte zurückſchrauben. Das muß vermieden werden, zur
Ehre unſerer Vaterſtadt.
* Frauenverein der Johannesgemeinde. Was am
Freitag abend Herr Pfarrer Marguth über eine
„Wanderung durch Schwaben” ſeinen ſehr
zahl=
reich verſammelten Zuhörern bot, war nicht eine bloße
Reiſeſchilderung, ſondern eine Nutzbarmachung der auf
einer Wanderung durch Württemberg gewonnenen
Ein=
drücke und Erinnerungen zum Verſtändnis der
Licht=
ſeiten des ſchwäbiſchen Volkscharakters, auf deſſen
Ent=
wickelung, wie der Vortragende ausführte, der Genius
ſeiner Dichter, der Gang ſeiner Geſchichte und nicht zum
wenigſten die auf kirchlichem Gebiete durch die
Eigentüm=
lichkeit ſeiner theologiſchen Bildungsanſtalten gewonnene
Kräftekonzentration von Einfluß waren. In dieſem
Sinne führte uns der Vortrag an Mörikes und Juſt.
Ker=
ners Wohnſtätten, in Schillers Geburtsort, in die Kirchen
von Wimpfen und Heilbronn und in die theologiſchen
Seminare in den früheren Klöſtern zu Maulbronn uſw.,
und die dankbaren Zuhörer merkten mit ſteigendem
Inter=
eſſe, wie man von einer einfachen Wanderung in der
deutſchen Heimat bei offenen Augen und der nötigen
Vor=
bildung reichen geiſtigen Gewinn haben kann.
H. G. Der Heſſiſche Goethe=Bund wird im Laufe des
März und April eine Reihe hochbedeutender
Veranſtalt=
ungen abhalten. Am Dienstag, den 5. März, hält Herr
Profeſſor Dr. Alt von der Techniſchen Hochſchule einen
Vortrag als Einführung in Ibſens einige Tage ſpäter
im Hoftheater erſcheinendes Drama „Baumeiſter
Sol=
neß”. Am 18. März folgt ein Vortrag des bekannten
gemaßregelten Kölner Pfarrers Jatho über ein noch
feſtzuſetzendes kulturpolitiſches Thema. Am 28. März
wird ſodann Herr Inſtitutsvorſteher Elias die „
Re=
formbewegung auf dem Gebiete der Schule” behandeln.
Bei der großen Wichtigkeit des Themas hat der
Vor=
ſtand des H. G.=B. beſchloſſen, eine freie Ausſprache dem
Vortrage folgen zu laſſen. Für den 15. April endlich iſt!
ein Vortrag des Herrn Privatdozenten Dr. Dammanni
von der Techniſchen Hochſchule geplant, Er iſt gedacht als
Führung durch die zu dieſer Zeit ſtattfindende
Ausſtel=
lung mittelalterlicher Wandmalereien auf heſſiſchem
Bo=
den, die Herr Dr. Dammann augenblicklich in der Aula”
der Hochſchule vorbereitet. Die genaue Zeitangabe der,
einzelnen Abende wird nochmals in Inſeraten und
kur=
zen Notizen bekannt gegeben werden.
* Prüfung von Handarbeitslehrerinnen. An der
Aliceſchule fand am 22. und 23. Februar die ſtaatliche
Prüfung der Handarbeit slehrerinnen
un=
ter dem Vorſitz des Herrn Geh. Oberſchulrats Dr.
Scheuermann und in Anweſenheit des Großh.
Kreis=
ſchulinſpektors Prof., Kiſſinger und der übrigen
Mitglieder der Prüfungskommiſſion ſtatt. Der mündlichen
Prüfung wohnte auch Herr Geheimerat Süffert,
Vor=
ſitzender der Miniſterialabteilung für
Schulangelegenhei=
ten, bei. Die Prüfung hatte ein ſehr erfreuliches
Ergeb=
nis. Die 12 Schülerinnen des Handarbeitslehrerinnen=
Seminars der Schule konnten als beſtanden erklärt
wer=
den. Bei den Probearbeiten und der Prüfung in
prak=
tiſcher Fertigkeit wurde keine Note unter Nr. 2 erteilt.
Die ſchriftlichen und praktiſchen Prüfungsarbeiten,
letz=
tere in einer geſchmackvollen Ausſtellung in der
Alice=
ſchule vorgeführt, bekundeten großen Fleiß der
Schüle=
rinnen und ſind ein beredtes Zeugnis für den Erfolg des
erteilten Unterrichts. In herzlichen Worten verabſchiedete!
der Herr Staatskommiſſar die geprüften Lehrerinnen und
widmete dankbare Anerkennung den Lehrern und
Lehre=
rinnen an der Aliceſchule.
* Vortrag. In dem am mächſten Donnerstag,)
den 29. Februar, durch den Volksbildungsverein
veran=
ſtaltenden öffentlichen Vortrage des Herrn Profeſſor
Dr. W. Sonne über „Altes und Neues aus der
Sprengſtofftechnik” werden Mitteilungen aus der
Ge=
ſchichte der Sprengſtoffe, über die Herſtellung und
Verwendung von Schwarzpulver, rauchſchwachem Pulver,
Schießbaumwolle, Nitroglyzerin, Dynamit,
Knallqueck=
ſilber und neue Sprengſtoffe gebracht werden. Der
Vortrag wird durch Verſuche, Abbildungen und
Prä=
parate veranſchaulicht werden. Die Verſuche ſind
ſelbſt=
verſtändlich für die Zuhörer gefahrlos, die Ausführungen
ſind für jedermann verſtändlich. Der Vortrag findet
im Hörſaal Nr. 326 der Techniſchen Hochſchule (Eingang,
Hochſchulſtraße) ſtatt und beginnt um 8½ Uhr.
* Bilder vom Tage. Unſere Bilderauslage Rhein=,
ſtraße 23 zeigt für die nächſten Tage das berühmte
Madonnenbild Mantegnas „Maria mit dem!
Kinde”, das jüngſt einen Preis von 590000 Mk. erzielte,
ferner das neue große Zeppelin=Luftſchiff „Viktoriat
Luiſe” einige Neuheiten in der Technik und die Toten
der Woche: Graf Aehrenthal, Lady Goſchen, Exkönig
Mataafa.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
ver=
gangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50, in Partien 1,40 M.,
Eier 10—12 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20—22 Pf., Handkäſe
4—12 Pf., Kartoffeln Zentner 4,50—5,00 M., Kumpf!
(10 Liter) 80 Pf., ½ Kg. 6—7 Pf., Mäuschen ½ Kg. 12 bis
15 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel Zentner 15—25 M., ½ Kg.
15—25 Pf., Kaſtanien ½ Kg. 16 Pf., Nüſſe 100 Stück 70
bis 80 Pf., Zitronen 8—10 Pf., Apfelſinen 5—10 Pf.;
Salat Gemüſe: Kopfſalat 15 Pf.. Endivien 10—15 Pf.,
Rote Rüben ½ Kg. 12 Pf., Rettiche 8—10 Pf., Meerrettich
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 23. Februar.
„Das Tänzchen”
W-l. „Solchen Quark mußt du nicht ſchreiben, das
können die anderen auch” — dieſe Worte Mercks über
Goethes Clavigo fielen uns heute abend ein, als wir
das neue Luſtſpiel „Das Tänzchen” von Hermann
Bahr über uns ergehen laſſen mußten. Wie es ſcheint,
hat der Verfaſſer eine antiagrariſche, politiſche Satire
ſchreiben wollen, aber „dazu langt’s nicht”; denn zu
einer wirklichen Satire fehlt dem Stück ſowohl eine
gründlichere Kenntnis, oder, vorſichtiger geſagt,
Schilder=
ung der politiſchen Verhältniſſe, als auch der eigentliche
Witz, an deſſen Stelle die Kalauerei tritt. Auch die
Sprache bewegt ſich fortgeſetzt in Platituden, und der
Berliner Jargon bewirkt, daß die ſchnodderigen
Aus=
drücke, in denen ſich die beiden Helden des Stückes, der
Rittergutsbeſitzer von Bieſt=Zeſer, M. d. R., und ſein
ſogenannter politiſcher Gegner, der Inſeratenagent Paul
Windel, zu bewegen lieben, noch gewöhnlicher klingen.
Das Geſchmackloſeſte in dieſer Hinſicht iſt wohl das
Ge=
ſpräch des Vaters Bieſt mit ſeiner Tochter über deren
Zukunft im letzten Akte.
Der erſte Akt, in dem lediglich Phraſen gedroſchen
werden, iſt, auch wenn man zugibt, daß die politiſche
Phraſendreſcherei einen dankbaren Stoff für eine
Sa=
tire abgibt, von tötlicher Langweile. Der zweite Akt,
in dem der Vater der lex Bieſt zur Erhaltung der
Sitt=
lichkeit auf Abwege und in die Netze einer zweifelhaften
Frau, der Ehefrau ſeines politiſchen Gegners, gerät,
gipfelt in einer Erpreſſungsaffäre, aus der ſich der
Agra=
rier mit Hilfe ſeines ſchlauen jüdiſchen Freundes, des
Generaldirektors Lavin — wer erkennt in ihm nicht den
alten Meyer? — herauswickelt. So bleibt nur ein
ſchwa=
ches kriminelles Intereſſe an dem Ausgang der Affäre
übrig, die aber ſchließlich im Sande verläuft, ſodaß das
Stück auch nicht einmal einen Schluß hat.
Vorüber=
gehend wird das Intereſſe belebt durch die Rolle des im
Schlußakt auftretenden Generaldirektors Lavin,
Verfer=
tigers des Lavinol. Sie rettete das Stück vor einer
Ab=
lehnung.
Mit den Rollen des Stückes iſt im ganzen nicht viel
anzufangen. Was aus der farbloſen Rolle des Agrariers
Joachim von Bieſt zu machen iſt, hat Herr Heinz
ge=
wiß daraus gemacht, der dem politiſchen Phraſenhelden
kräftige Töne verlieh und den auf Liebesabenteuern
ausgehenden Lebemann, in dem ſich der „Johannestrieb”
regt, möglichſt lebenswahr darſtellte. Aus dem
politi=
ſchen Hochſtapler Paul Windel machte Herr Jürgas
eine ſcharf ausgeprägte Charakterfigur. Die beſte und
dankbarſte Rolle des Stückes, die des Lavin, fand in
Herrn Jordan einen intelligenten Vertreter, der ſich
auch von jeder unſchönen Uebertreibung fern hielt. Daß
Frl. Alſen an der Rolle des weiblichen Lockſpitzels
Frau Heydt keinen beſonderen Gefallen fand, iſt
begreif=
lich, etwas mehr könnte ſich aber doch wohl daraus machen
laſſen. Als zyniſcher Propſt von Kathen war Herr
Wagner ſehr originell. Kleinere Rollen wurden von
den Damen Frl. Heumann (Frau von Bieſt), Frl.
Uttmann (Malwine), Herrn Knispel (Geheimrat
Schnebbern) und den Herren Lehrmann,
Schnei=
der, Weſtermann, Peterſen und Kroczak
geſpielt.
Die Regie lag bei Herrn Hacker in bewährten
Händen.
Der Beifall des Publikums war ſo ſpärlich, wie der
Beſuch.
Vorträge.
g. Die akademiſche Trinkſitte und
un=
ſer Volk. Der Deutſche Alkoholgegnerbund hatte am
Freitag abend eine öffentliche Verſammlung in der
Tech=
niſchen Hochſchule veranſtaltet, die recht zahlreich von
Akademikern und Nichtakademikern beſucht war. Der
Vorſitzende der hieſigen Ortsgruppe des
Alkoholgegner=
bundes Dr. Vidal begrüßte die Erſchienenen und
er=
teilte dem Referenten, Profeſſor Dr. Leimbach aus
Heidelberg, das Wort zu ſeinem Vortrag. Der Redner
gab zunächſt eine Schilderung der Trinkſitten der
Studen=
tenſchaft, die beſonders an den Stiftungsfeſten der
Kor=
porationen einen wenig erfreulichen Anblick bieten. Dies
ſei um ſo bedauerlicher, als der Alkoholgenuß nicht nur
einen degenerierenden Einfluß auf den Körper, ſondern
auch vor allem auf den Geiſt ausübe und das gerade zu
einer Zeit, wo der junge Menſch alle Kräfte anſpannen
ſollte, um das geſteckte Ziel ohne unnütze Kraft= und
Zeitvergeudung zu erreichen. Aber die Trinkſitten
der Studentenjahre bedrohen auch den feſteſten
Grund=
pfeiler des Staates, ein geordnetes Familienleben, denn
ie ſpielen meiſt bis ins hohe Philiſterium hinein. Red=
ner erörtert dann den Alkoholgenuß in tropiſchen
Län=
dern; hier ſeien die Regierungen erfreulicherweiſe zu der
Ueberzeugung gekommen, daß der Alkoholgenuß, auch der
minimalſte, die Leiſtungsfähigkeit der Soldaten auf das
empfindlichſte beeinflußt. Er befürwortete für die
Kolo=
nien das unbeſchränkte Verbot des Alkoholverkaufs.
Be=
dauerlich ſei, daß die akademiſchen Trinkſitten auch in
vielen Volkskreiſen Nachahmung finden. Er betonte die
äufige Abhängigkeit der Turn= und Geſangvereine und
der Gewerkſchaften mit ihren Gewerkſchaftshäuſern vom
Alkoholkapital. Auch die in jüngſter Zeit ſo energiſch
be=
kämpfte Wohnungsnot hänge am engſten mit dem
Alkohol=
konſum zuſammen, eine Aufſtellung hätte ergeben, daß bei
ſteigendem Einkommen wohl die Ausgaben für Alkohol
prozentual geſtiegen wären, aber nicht diejenigen für die
Wohnung. Der Zuſammenhang zwiſchen Alkohol und
Verbrechen ſei jetzt allgemein anerkannt. Nach einer
Sta=
tiſtik kommen in Deutſchland 200000 Aburteilungen,
dar=
unter von 50000 Jugendlichen vor, die auf Alkohol als
Triebfeder zurückzuführen ſeien. In volkswirtſchaftlicher
Beziehung käme in Deutſchland der Alkoholgenuß dadurch
zur Anſchaulichkeit, wenn man bedenke, daß ein Gebiet ſo
groß wie Württemberg lediglich der Kultur zur
Alkohol=
fabrikation diene. Redner erörterte dann, ob Abſtinenz
oder Mäßigkeit angebracht ſei, und beſprach, wie das
Alkoholkapital, der einzige ernſthafte Widerſtand, zu
über=
winden ſei, Er befürwortete, den Gemeinden das Recht
zuzuerkennen, den Alkoholverkauf gänzlich zu unterſagen.
Aufgabe der Abſtinenzbewegung ſei daher vorerſt,
Anhän=
ger zu werben und die geſetzgeberiſchen Kräfte für die
große Sache zu intereſſieren. Das Alkoholverbot ſei keine
Maßregel in entſittlichendem Sinne, denn ſtets haben die
Beſten die Geſetze für die Guten machen müſſen. Als
wirkſame Waffe im Kampfe gegen den Alkoholismus
be=
zeichnete Redner die bedingte Begnadigung für
Ver=
gehen, die im Alkoholrauſch begangen wurden, wie ſie
in Lippe, Braunſchweig und auch in Heſſen eingeführt
iſt. — Reicher Beifall dankte dem Redner für ſeinen
Vor=
trag. In der Diskuſſion ſprach Stud. Eitel aus
Heidel=
berg, fordert zum Beitritt zu einer neu zu gründenden
Ortsgruppe des Bundes abſtinenter Studenten auf, worauf
Herr Dr. Vidal mit einer Einladung zu den offenen
Abenden der Ortsgruppe die Verſammlung ſchloß.
15—50 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 12—14 Pf., Tomaten ½ Kg
60 Pf., Gelberüben ½ Kg. 10—15 Pf., Spinat ½ Kg.
30—40 Pf., Wirſing 5—25 Pf., Grünkohl 5—10 Pf.,
Blumen=
kohl, Weißkraut 15—60 Pf., Rotkraut 10—60 Pf.,
Erdkohl=
rabi 6—10 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 30—35 Pf., Roſenkohl
½ Kg. 40 Pf.; Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 80 bis
85 Pf., Enten 4—5 M., Hahnen und Hühner 2,00 bis
2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Lapins 1 M.; Fiſche ½ Kg.:
Hecht 80 Pf., Aal 1,20 M., andere Rheinfiſche 30—40 Pf.,
Rotzungen 60 Pf., Schollen 35—40 Pf., Kabeljau,
Schell=
fiſche 20—30 Pf., Seelachs 22—33 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 60—66 Pf., Hackfleiſch 76 Pf.,
Rindsfett 55 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Kalb=
fleiſch 80 Pf., Schweinefleiſch 72 Pf., Schwartenmagen
70 Pf., Leber= und Blutwurſt 60 Pf.
§ Feſtgenommen. Ein 32 Jahre alter Taglöhner
von hier iſt wegen Diebſtahl feſtgenommen worden.
§ Zuſammenſtoß. Am Freitag vormittag gegen
11 Uhr iſt an der Ecke der Heidelberger= und
Eſcholl=
brückerſtraße ein Militärfuhrwerk mit einem
Milchfuhr=
werk zuſammengeſtoßen, wobei der Vorderteil
und die Deichſel des Milchfuhrwerks beſchädigt wurde.
3 Pfungſtadt, 24. Febr. Der hieſige
Zweigver=
ein des Evangeliſchen Bundes veranſtaltete
geſtern einen Familienabend, der einen äußerſt
anregenden Verlauf nahm. Den Mittelpunkt der
Dar=
bietungen bildete ein Vortrag des Herrn Pfarrverwalter
Römheld=Dreieichenhain, eines Sohnes des hieſigen erſten
Geiſtlichen. Derſelbe war zwei Jahre in den
evangeli=
ſchen Diaſporagemeinden von Steiermark tätig. In
feſ=
ſelnder Weiſe wußte er die zahlreiche Zuhörerſchaft zu
unterhalten, indem er Selbſterlebtes mit der Geſchichte
dieſer evangeliſchen Gemeinden verband. Chöre des
Kirchengeſangvereins, Deklamationen und muſikaliſche
Darbietungen umrahmten die Veranſtaltung. Auf
Vor=
ſchlag des Herrn Pfarrer Krämer wurde eine Sammlung
zu Gunſten der ſteiriſchen Glaubensgenoſſen veranſtaltet,
die auf die Unterſtützung des Heſſiſchen Hauptvereins
des Evangeliſchen Bundes angewieſen ſind.
* Offenbach, 24. Febr. Der Landesverband
Heſſiſcher Geflügelzüchter hält am Sonntag,
den 3. März, einen Heſſiſchen Geflügelzüchtertag in
Offen=
bach ab. Anſchließend daran findet ein Heſſiſcher
Vogel=
ſchutztag ſtatt, der zum Zweck haben ſoll, ſämtliche
Geflü=
gelzuchtvereine Heſſens für den Vogelſchutz zu
intereſ=
ſierren.
Offenbach, 24. Febr. In das Sportshaus des
Offen=
bacher Rudervereins „Germania” wurde von unbekannten
Tätern geſtern eingebrochen und 3 Boote ein
Achter, ein Vierer und ein Skiff durch Anbohren
unbrauchbar gemacht. Der Schaden beläuft ſich auf
über 2000 Mark.
Lengfeld i. O., 23. Febr. Die kürzlich hier von dem
Schweizer Kaſpar Chriſten aus Luzern an der
Dienſt=
magd Marie Held verübte Bluttat findet, dem
Ver=
nehmen nach, bereits vor dem nächſten Schwurgericht in
Darmſtadt ihre Ahndung. Die meuchlings Ueberfallene
befindet ſich ſchon ſeit einiger Zeit nicht mehr in
Lebens=
gefahr und dürfte bald wieder völlig hergeſtellt ſein.
Mainz, 24. Febr. Am Montag nimmt ein Prozeß
wegen Diebſtahls gegen 32 Verkäuferinnen in
einem hieſigen Warenhaus ſeinen Anfang. Für die
Ver=
handlung ſind zwei Tage in Ausſicht genommen, die im
Schwurgerichtsſaale ſtattfindet.
Worms, 24. Febr. Feſtgenommen wurde ein
hier in Arbeit ſtehender, 18 Jahre alter Bäckergeſelle
aus Stockſtadt, der zum Nachteile ſeines Arbeitgebers
Kundengelder im Betrage von etwa 40 Mark
unterſchlagen hat, ferner ein 28 Jahre alter
Tag=
löhner von hier, der ſich in Kreuznach einer
Unter=
ſchlagung ſchuldig gemacht hat. — In einem Hauſe
in der Donnersbergerſtraße hat geſtern abend in der Küche
eine kleine Gasexploſion ſtattgefunden, die ohne
er=
heblichen Schaden verlief. Vermutlich war der von der
Hauptleitung nach dem Gaskochherd führende Schlauch
beſchädigt, ſo daß Gas ausſtrömte. Als das
Dienſt=
mädchen die Küche mit Licht betrat, explodierte das Gas,
wodurch dem Mädchen das Haar leicht geſengt und
meh=
rere Glasſcheiben an der Küchen= und Vorplatztüre
zer=
ſprengt wurden. — Frau Hauptmann Gernsheim hat
der Bürgermeiſterei 300 Mark überwieſen, die für
Arme ohne Unterſchied der Konfeſſion im
Andenken an den verſtorbenen Herrn Hauptmann
Gerns=
heim verwendet werden ſollen.
Bechtolsheim, 23. Febr. Ein Eiſenbahnunfall
ereignete ſich auf der hieſigen Station. Infolge falſcher
Weichenſtellung lief der um 3 Uhr 20 Min. fällige
Per=
ſonenzug in ein falſches Gleis ein, auf dem der mit vielen
Milchkannen beladene Wagen der hieſigen
Dampf=
molkerei ſtand. Der Wagen wurde glatt über den Haufen
gerannt, wobei ſämtliche Milchkannen mit vielen hundert
Liter Inhalt ausgeleert wurden. Die Maſchine des
Zuges wurde beſchädigt.
(*) Aus Oberheſſen, 23. Febr. Die Städtchen
Ober=
heſſens beſchäftigen ſich ſchon lebhaft mit der
Garni=
ſonfrage des eventuell zu bildenden dritten
Batail=
lons der 168er. In Alsfeld verhandelte der
Ge=
meinderat am Mittwoch in geheimer Sitzung über die
Garniſonfrage. Soviel man erfahren konnte, will die
Stadtverwaltung zwecks Erhaltung der Garniſon Schritte
tun. Die Audienz des Bürgermeiſters und der beiden
Beigeordneten von Friedberg beim Großherzog ſoll
auch mit der Garniſon zuſammenhängen. Butzbach
gibt ſich ebenfalls alle Mühe, zu dem erſten Bataillon
noch das dritte und den Regimentsſtab zu erhalten.
Butzbach ſagt, es hätte ſowohl hinſichtlich des
Gelände=
erwerbs für den Kaſernenbau und die Schießſtände als
des Exerzierplatzes die günſtigſten Verhältniſſe. In
Gießen ſind ebenfalls Beſtrebungen im Gange, das
dritte Bataillon der 168er zu erhalten.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Febr. Polizeipräſident
von Jagow hat als Aufſichtsbehörde den Magiſtrat von
Berlin angewieſen, den Bau der Städtiſchen
Un=
tergrundbahn Nord-Süd bis zum Jahre 1916
fer=
tigzuſtellen und bei einer Verſpätung des Baues eine
Strafgebühr von 200000 Mark für jedes Jahr feſtgeſetzt.
— Die bekannte Berliner Konzertſängerin Frau Gertrud
Fiſcher=Maretzki wäre geſtern beinahe das Opfer eines
leichtſinnigen Revolverſchützen gewörden.
Die Dame kehrte im Abendzuge von Hannover nach
Ber=
in zurück. In der Nähe von Spandau wurde auf den
Zug ein Revolverſchuß abgefeuert. Die Kugel durchſchlug
ein Fenſter des Abteils, in dem Frau Fiſcher=Maretzki ſaß
und ſtreifte dieſe an der Stirn. Ihre Verletzung iſt nur
leicht. Sie konnte ſich ohne fremde Hilfe nach ihrer
Woh=
nung begeben. Die polizeilichen Ermittelungen nach dem
Täter ſind im Gange. — Nach dem plötzlichen Tode des
erſten Direktors Hempel von der Borſigwalder
Terrain=Aktien=Geſellſchaft haben ſich große
Unterſchlagungen heransgeſtellt, die nach einer
vorläufigen Schätzung nahezu 100000 Mk. betragen ſollen.
Als Schuldiger kommt der verſtorbene Direktor in
Be=
tracht. Zu der Angelegenheit, die in Börſenkreiſen großes
Aufſehen erregt hat, werden folgende Einzelheiten
gemel=
det: Der Aufſichtsrat hat nach dem vor einigen Tagen
erfolgten plötzlichen Tode des Begründers und
langjäh=
rigen Direktors Hempel eine außerordentliche Reviſion
vornehmen laſſen, die leider ergab, daß der Verſtorbene
ſich ſtrafbare Handlungen zuſchulden kommen ließ, die
anſcheinend ſämtlich in die letzten Monate fallen. Unter
Berückſichtigung geleiſteter Garantien dürfte der
Geſell=
ſchaft möglicherweiſe hieraus ein Schaden von etwa 85000
Mark entſtehen. Die Fertigſtellung der Bilanz per 31.
De=
zember 1911 iſt behufs eingehender Nachprüfung der
Vor=
gänge einer Treuhandgeſellſchaft übertragen worden.
Trotz dieſer Mitteilungen der Darmſtädter Bank
erhal=
ten ſich hartnäckig die Gerüchte, daß die Unterſchlagungen
des Direktors Hempel weit höher zu beziffern ſind. In
eingeweihten Kreiſen ſpricht man von einer halben Million
Mark. Hempel hat die Betrügereien in der Weiſe
vor=
genommen, daß er eingegangene Gelder für ſich verwandte
und die Bücher einfach fälſchte. Nach den bisherigen
Ermittlungen hat der Verſtorbene umfangreiche
Speku=
lationen an der Börſe und am Terrainmarkt
unternom=
men. — Der Raubmörder Trenkler wurde geſtern
während des ganzen Tages bis in die ſpäten
Abendſtun=
den hinein vernommen. Dabei ergänzte er ſein
Geſtänd=
nis in mehreren Punkten. Die polizeiliche Unterſuchung
iſt damit abgeſchloſſen. Heute wird Trenkler nach Moabit
gebracht und dem Unterſuchungsrichter zugeführt. Der
ſchwerkranke Verbrecher wird vorausſichtlich im Lazarett
des Unterſuchungsgefängniſſes untergebracht werden
müſſen
Potsdam, 24. Febr. Geſtern fuhr ein Automobil,
in dem ſich der Landrat v. Winterfeldt und ein
Regier=
ungsaſſeſſor befanden, in der Nähe des Dorfes
Schöne=
beck gegen einen Chauſſeebaum. Der Landrat wurde in
den Graben geſchleudert und erlitt mehrere
Quet=
ſchungen an der Bruſt; der Aſſeſſor ſchlug gegen den
Vorderſitz und zog ſich mehrere erhebliche Verletzungen
im Geſicht zu. Der Chauffeur erlitt einen ſchweren
Ober=
ſchenkelbruch.
Wiesbaden, 24. Febr. Johann Jakob Söhnlein,
der Gründer und frühere langjährige Chef der Firma
Söhnlein & Co Rheingauer Schaumweinkellerei=A.=G.,
iſt heute morgen im 85. Lebensjahre geſtorben.
Stuttgart, 24. Febr. In einem Neubau in der
Neckar=
ſtraße verlor heute vormittag beim Aufwinden eines
Steines die Aufzugmaſchine auf ihrem hohen
Ge=
rüſt das Gleichgewicht und ſtürzte in die Tiefe.
Zwei Arbeiter wurden mitgeriſſen und auf die Straße
geſchleudert. Der eine wurde in hoffnungsloſem Zuſtand
und der andere ſchwer verletzt ins Krankenhaus geſchafft.
Duisburg, 23. Febr. In vergangener Nacht kam es
zwiſchen einem Trupp Polen und einigen Poliziſten zu
einem blutigen Zuſammenſtoß. Die Poliziſten
mußten, um ſich ihrer Angreifer zu erwehren, die mit
Meſſern und Stöcken auf ſie eindrangen, von der Waffe
Gebrauch machen. Drei Polen und ein Polizeibeamter
erlitten erhebliche Verletzungen. Als ein verſtärktes
Poli=
zeiaufgebot erſchien, ergriffen die Polen die Flucht. Drei
von ihnen wurden feſtgenommen.
Neuenahr, 24. Febr. Bei dem
Preisausſchrei=
ben des Neuenahrer Männerchors zur Erlangung eines
volkstümlichen Ahrliedes erhielt den 1. Preis
der Schriftſteller Max Bewer in Laubegaſt bei Dresden.
den 2. Preis Profeſſor Claus Schneider in Eupen und
den 3. Preis der Schriftſteller Kurt Schulze in Dresden.
Hamburg, 24. Febr. Der außergewöhnlich ſtrenge
Winter, der hinter uns liegt, hat auch für die
Hallig=
inſeln in der Nordſee, ja ſogar für die größeren
der Küſte vorgelagerten Eilande, außergewöhnliche
Ver=
hältniſſe gebracht. Norddeutſche Blätter berichten
dar=
über: Die Inſulaner und die Halligleute beginnen beim
Schmelzen des Eiſes aufzuatmen. Seit
Jahr=
zehnten ſind ſie nicht ſo lange vom Feſtland abgeſperrt
geweſen wie in dieſem Winter. Am ſchlimmſten war man
auf der Hallig „Nordſtrandiſchmoor” daran, die ſeit dem
11. Januar vom Verkehr mit Nordſtrand völlig
abgeſchnit=
ten war, ſo daß die Halligleute auch nicht zur
Reichstags=
wahl konnten. Erſt am 25. Januar konnte man die Poſt
zum erſten Male mit dem Eisboot übers Nordſtrander
Tief nach der Hallig bringen. Nicht viel beſſer erging es
den Pellwormern, die vom Einſetzen des Froſtes an bis
heute nur zehnmal ihre Poſt mit dem Eilboot erhalten
konnten, ſo daß in einigen Fällen ſelbſt dringende Briefe
erſt nach 14 Tagen in die Hände der Adreſſaten
gelang=
ten. In vielen Pellwormern Haushaltungen ſind Kaffee,
Tee und Bier auf die Neige gegangen, und Petroleum
fehlt ſchon ſeit einigen Tagen faſt ganz auf der Inſel, ſo
daß man ſich vielfach mit Wachslichtern behelfen muß.
Beſſer ſind die Nordſtrander daran; über den Damm von
dem Feſtlande, der durch verſchiedene Vorkehrungen noch
paſſabler als bisher gemacht wurde, ſah man täglich
ganze Reihen von Inſulanern mit Proviant beladen
wandern.
Hannover, 24. Febr. Der Poſthilfsſtellen=Inhaber
Münſtermann in Schillerslage wurde in der letzten Nacht
durch die Alarmglocke geweckt. Als er das Poſtbureau
betrat, ſah er einen Mann in der Telephonzelle. Er gab
einen Schuß auf ihn ab. Der Einbrecher fiel, ins Herz
getroffen, tot zu Boden.
Halle a. S., 24. Febr. Kommerzienrat Hagenbeck,
der Beſitzer des Tierparks in Stellingen, iſt von der
Leopoldiniſch=Karoliniſch=deutſchen Akademie der
Natur=
forſcher zum Mitglied ernannt worden.
Leipzig, 24. Febr. Heute begann vor dem
Reichs=
gericht zum zweiten Male der bekannte Beleidigungs=
Prozeß gegen den Rittergutsbeſitzer Becker=
Bartmannshagen. Der Angeklagte und ſein
Ver=
teidiger, Rechtsanwalt Berndt=Stettin, ſind ſelbſt
anwe=
ſend. Der Nebenkläger, Landrat Freiherr von Maltzahn
in Grimma iſt nicht erſchienen. Nach kurzem Rückblick
auf die erſte Verhandlung begann heute der Referent den
Vortrag, indem er an der Hand des ſehr umfangreichen
Aktenmaterials die einzelnen Fälle durchſprach.
Preußiſch=Stargard, 24. Febr. Im Wien-Bukareſter
Schnellzug geriet der Schlafwagen in Brand.
Die Paſſagiere mußten geweckt und in notdürftiger
Kleid=
ung aus dem Wagen befördert werden. Der Brand
wurde bald gelöſcht, doch iſt die Inneneinrichtung
zer=
ſtört. Infolge der Aufregung fielen mehrere Frauen in
Ohnmacht.
Rom, 23. Febr. Corriere d’Italia meldet aus Neapel:
Der Dampfer „Montenegro” der Société Nationale und
der Dampfer „Therapia” vom Norddeutſchen Lloyd von
Alexandria kommend, mit zahlreichen Paſſagieren an Bord,
ſtießen am Eingang des Hafens zuſammen. Unter
den Paſſagieren entſtand eine große Panik. Die
Beſchä=
digungen der Dampfer ſind jedoch nur leicht. Der
Hafen=
kommandant hat eine Unterſuchung eingeleitet, um die
Verantwortlichen feſtzuſtellen.
Paris, 24. Febr. Zu den gegen die
Autodroſch=
ken gerichteten Anſchlägen wird noch gemeldet:
Es ſteht nunmehr vollſtändig außer Zweifel, daß die
Bomben von Fahrgäſten in die Wagen geſchmuggelt
wur=
den. Aufgrund der von mehreren Autodroſchkenlenkern
gemachten Angaben fahndet die Polizei nach einem wegen
ſeiner anarchiſtiſchen Ideen bekannten ausländiſchen
Chauffeur, ſowie nach einem Ruſſen, der am Mittwoch
nachmittag auffallend häufig gerade die Wagen einer
Ge=
ſellſchaft benutzt hatte, die den Forderungen der
Streiken=
den beſonderen Widerſtand entgegengeſetzt hatte.
Kammerkunſtabend Marya Delvard=
Marc Henry.
Man hätte „Lieder und Stimmungen” als Titel wählen
ſollen für den Abend, wenn es durchaus einer
Spezialbezeich=
nung bedurft hätte. Kammerkunſt in eigentlicher
Deut=
ung des Wortes war es nicht, was Marya Delvard und
Marc Henry boten und auch erſchöpfend war die
Bezeich=
nung nicht. Dieſe Feſtſtellung ſoll den Erfolg des Abends
durchaus nicht beeinträchtigen, kann es auch nicht. Wohl
aber kann es die unrichtig gewählte Bezeichnung, die
Dar=
bietungen eines beſonderen Kunſtgenres verhieß und
dieſer Verheißung die reſtloſe Erfüllung ſchuldig blieb. Die
Kritik muß an einen „Kammerkunſt”=Abend doch einen
an=
deren Maßſtab legen, als an einen „Lieder und
Stim=
mungen” verheißenden Unterhaltungsabend.
Marya Delvard und Marc Henry waren ſchon
mehr=
mals in Darmſtadt, zuletzt einen halben Monat lang im
Orpheum, und ſie entzückten damals wie heute durch die
Eigenart und künſtleriſche Durcharbeitung ihrer
Darbiet=
ungen auf muſikaliſchem, geſanglichem und deklamatoriſchem
Gebiet, denen ſie durch die Individualität ihrer
Perſönlich=
keiten und ihres Könnens eine hohe künſtleriſche Note zu
geben wußten, die ſie weit hinaushob über ſonſt gewohnte
Varietékunſt. Immerhin ward’s nicht zur Kammerkunſt.
Stimmung, viel Stimmung atmet Marya Delvards
und Mare Henrys Kunſt. Stimmung bieten ſie dem Ohr
und dem Auge. Wie Marya Delvard ſich kleidet, wie ſie
heraustritt und am Flügel Platz nimmt oder vor dem
Vor=
hang zum eigenen Vortrag: Koſtüm, Linie und Form und
Hintergrund zu einzigem dekorativen Gemälde einend.
Auch viel Poſe. Aber künſtleriſcher Takt läßt dieſe als
ſolche höchſtens den empfinden, der ſie öfter zu konſtatieren
Gelegenheit hatte. Dazu Marc Henrys liebenswürdiger
Humor, deſſen Wirkung — es iſt leider noch immer ſo bei
den lieben Deutſchen — erhöht wird, weil er in
radebrechen=
dem Deutſch gegeben wird, obwohl Marc Henry längſt ſo
gut deutſch ſpricht, wie Marya Delvard franzöſiſch. Und
die äußerſt wirkungsvolle Art, wie er den Textgehalt der
franzöſiſchen Lieder deutſch erklärt, definiert! Und
end=
lich das ganz vorzügliche, durch nun wohl jahrzehntelange
Uebung bedingte Zuſammenwirken des Künſtlerpaares.
Das alles eint ſich zu faszinierender Wirkung. Daher der
rauſchende Beifall, der ungeteilt ſchien bei dem zahlreichen
und keineswegs kritikloſen Publikum, trotz mancher
Bean=
ſtandung der Kritik.
Neben vielem Bekanntem brachte der Abend auch neues.
Von dieſem gefiel uns am beſten das ſtimmungsvolle
Ge=
dicht „Holzflöße” von Maximilian Dauthendey, das Marya
Delvard meiſterhaft vortrug, die Duette „Monſieur et
Ma=
dame Denis, Chanſon de Déſangiers,” und „Partant pour
la Syrie, Chanſon attribuée à la reine Hortenſe” für deren
Vortrag die Künſtler ſtilechte Koſtüme aus der Zeit Louis
Philipps, von Kunſtmaler Karl Hollitzer entworfen, trugen,
und ganz beſonders „Les cris de Paris” Pariſer Ausrufe,
die, zur künſtleriſchen Einheit geformt, von Mare Henry
erläutert und von Marya Delvard geſungen, von
außer=
ordentlich intimer Stimmung waren. Einige Lieder von
Ariſtide Briand (nicht zu verwechſeln mit dem
Miniſter gleichen Namens), darunter das ebenfalls bekannte
aber ſehr charakteriſtiſche „Auf dem Pflaſter” wurden als
Zugabe geſungen. Das Publikum ſpendete jeweils
rau=
ſchenden Beifall.
Die Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft hat, das
darf anerkannt werden, trotz des Eingangs Geſagten, mit
dieſer eigenartigen Veranſtaltung ihren Mitgliedern wieder
einen hochintereſſanten Abend bereitet. Vielleicht
wäre die künſtleriſche Wirkung der „Stimmungen” noch
er=
höht worden, hätte man den den Hintergrund bildenden
Vorhang durch einen in Stoff und Farbe paſſenderen
er=
ſetzt.
St.
Feuilleton.
* Maximilan Schmidt, genannt Waldſchmidt, der
in Bayern als Verherrlicher des Oberlandes verehrte
und weitbekannte Volksſchriftſteller, begeht am 25.
Fe=
bruar ſeinen 80. Geburtstag. Schmidt, der zu Eſchlkam
im Bayeriſchen Wald geboren iſt und als Offizier den
Feldzug gegen Frankreich mitmachte, wandte ſich erſt in
reiferen Jahren der Schriftſtellerei zu. Er war
unge=
mein fruchtbar und hat neben Dialektdichtungen und
Bühnenſtücken zahlreiche Romane aus der Gebirgswelt
Bayerns veröffentlicht, die, auch in Norddeutſchland, von
dem breiten Publikum viel geleſen wurden und
wer=
den und vor allem für die Volksbibliotheken ein
be=
gehrtes und wertvolles Material ſind. Die meiſten
ſei=
ner Werke, die vor einigen Jahren in einer
geſammel=
ten Ausgabe von 34 Bänden erſchienen ſind, erreichten
hohe Auflagen (bis zum 20. Tauſend). Er gilt als
Nach=
folger Hermann von Schmids, der neben Joſeph
Fried=
rich Lentner und Ludwig Steub die oberbayeriſche
Dorf=
erzählung in die Literatur einführte. Von ihm, wenn
auch nicht als Autor, ſo doch als Verbreiter, rührt das
heute reichlich abgeſungene Lied vom Böhmerwald her.
Während ſeiner ſchriftſtelleriſchen Tätigkeit, die der rüſtige
Achtziger noch fleißig fortſetzt, fand Schmidt viele
Aner=
kennung und Ehrungen von Dichtern, Gelehrten und
Fürſten.
— Der Doppelhut. Die engliſchen Modeerfinder ſetzen
ihren Stolz darein, nicht nur elegante, ſondern auch
prak=
tiſche Sachen ihrem Publikum darzubieten. Während die
franzöſiſchen Toilettenkünſtler in ihren häufig
extravagan=
ten lururiöſen Phantaſien das Bedürfnis der „praktiſchen
Hausfrau” nicht ſelten außer Acht laſſen, nimmt man in
England darauf beſondere Rückſicht und weiß, daß ein
Modell auf den beſten Erfolg zu rechnen hat, wenn es das
ſützliche mit dem Angenehmen verbindet und Schick mitz
Paris, 24. Febr. Weitere ernſte Erdrutſche
fin=
den in der Gegend von Crouzat ſtatt. Die ganze Gegend
ſcheint durch unterirdiſche Waſſerläufe unterminiert zu
ſein. Nunmehr werden auch aus der Gegend von Ceyrat
Erdrutſche gemeldet, wo ein Hügel von 700 Meter Länge
in Bewegung geraten iſt. Die Behörden haben umfaſſende
Maßnahmen getroffen, um eine Kataſtrophe zu
verhin=
dern. Man führt gegenwärtig Bohrungen aus, in der
Hoffnung, auf die unterirdiſchen Waſſerläufe zu ſtoßen
und zu verſuchen, das Waſſer abzuleiten. Von Einfluß
auf die Erdrutſche dürfte auch der Umſtand ſein, daß die
ganze Gegend entwaldet iſt.
London, 24. Febr. Entgegen der Meldung
auswär=
tiger Blätter von einem ſchweren Jagdunfall des
Her=
zogs Arthur von Connaught erfährt das
Reu=
terſche Bureau, der Herzog ſei bei einer Jagd in North=
Hohna vom Pferde geſtürzt, aber nicht ernſt
ver=
letzt worden. Er brauche den Militärdienſt nicht zu
unter=
brechen.
Hull, 23. Febr. Der Dampfer „Eskimo” der
Wilſon=
linie iſt, von Kriſtiania kommend, mit einem Mann von
dem britiſchen Kriegsſchiff „Foxhound” hier eingetroffen.
Der Mann, der ein in England naturaliſierter Deutſcher
iſt, war wegen Spionageverdachts in
Gewahr=
ſam. Es heißt, er wurde ertappt, als er an Bord des
„Foxhound” in einer Geheimſchrift Notizen machte, die er
ſich zu erklären weigerte. Bei der Ankunft des „Eskimo”
ging eine Marineabteilung an Bord des Schiffes und nahm
den Mann in Arreſt. Nach einem Bericht ſoll der Mann
nur auf dem „Foxhound” angeſtellt geweſen ſein.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
M.=V. Das nächſte Konzert des Muſik=
Vereins am Montag, den 11. März d. J., wird ein
neues Werk von Willem de Haan bringen: „Das
Mär=
chen und das Leben!‟ Die Kompoſition unſeres
einhei=
miſchen Meiſters, welcher ſein eigener Textdichter geweſen
iſt, eine Kantate in vier Abteilungen für Soli, Chor,
Orcheſter und Orgel, kommt in dieſem Konzert zum erſten
Male in Süddeutſchland zu Gehör. Die
vorhergegan=
genen Aufführungen in Barmen und im Haag fanden
bei den Hörern und der Kritik die beſte Aufnahme. Die
ſorgfältige Vorbereitung und die Auswahl der Soliſten
laſſen auch in unſerer Stadt eine dieſen Konzerten
eben=
bürtige Wiedergabe des Werkes erwarten. Der regen
Teilnahme unſeres muſikaliſchen Publikums darf die
Schöpfung unſeres Mitbürgers, des langjährigen
vor=
trefflichen Leiters unſerer Hofkapelle, ja zweifellos ſicher
ſein.
Zu der Frage des Vereinsrechtes der Angeſtellten
in den ſtädtiſchen Betrieben
geht uns folgende Erklärung des
Oberbürger=
meiſters zu:
In den letzten Sitzungen der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung fand wiederholt eine Ausſprache über das
Vereinsrecht der Angeſtellten ſtatt. Mit Rückſicht darauf,
daß es der Verwaltung leider nicht möglich war, den
Herren Preſſeberichterſtattern alles Material vorher
zu=
gänglich zu machen, und die Preſſe daher nicht in der
Lage war, die Verhandlungen genau wiederzugeben, ſehe
ich mich veranlaßt, zur Beſeitigung von Zweifeln den
Inhalt meiner Erklärungen und die Beſchlüſſe der
Stadt=
verordneten=Verſammlung bekannt zu geben.
Es hat ſich in erſter Linie um die Frage gehandelt,
ob die Verwaltung verpflichtet iſt, bei Verhandlungen
über Lohn= und Gehaltsforderungen der Angeſtellten und
andere Fragen zur Vertretung der Intereſſen der
An=
geſtellten, jede Organiſation zuzulaſſen. Hierbei kann es
ſich auch um ſolche Organiſationen handeln, die in
Darm=
ſtadt ihren Sitz nicht haben, ſondern von irgend einer
Zentralſtelle geleitet werden. Kraft der
beſtehen=
den Rechtsordnunglehne ich die Zulaſſſung
geiner ſolchen Intereſſenvertretung ab,
wenn hier bekann t iſt, daß ſie die
Inter=
eſſen der Allgemeinheit auf das ſchwerſte
ſchädigen wird und nicht davor
zurück=
ſchreckt durch einen allgemeinen Streik
die Werke der Stadt ſtillzulegen und den
Verkehrsdienſtaufzuheben. Es iſt mir hierbei
gleichgültig, zu unterſuchen, welche politiſche Färbung
eine ſolche Organiſation beſitzt, ob ſie von
ſozialdemokra=
tiſcher oder nichtſozialdemokratiſcher Seite ins Leben
gerufen iſt. Zur Erläuterung dieſes Standpunktes habe
ich das Folgende ausgeführt:
Wie jedem Reichsangehörigen, ſo ſteht auch dem
Arbeitnehmer, dem Angeſtellten und Beamten, das Recht
zu, ſich in Vereinen zuſammenzuſchließen und
Verſamm=
lungen abzuhalten. Auch die Verwaltung der
Eiſen=
bahnen des Reiches und der großen Gemeinſchaften legen
dem Angeſtellten und Arbeiter in dieſer Beziehung
Hin=
derniſſe nicht in den Weg. Nicht weniger als 50
Fachver=
eine und Organiſationen exiſtieren in dem Betriebe der
Eiſenbahnen, die bisher im weſentlichen in Frieden mit
der Verwaltung gelebt haben. Auch bei der Städtiſchen
Straßenbahn iſt das Vereinsrecht gewährleiſtet.
Jeder=
zeit kann der Vorſtand des Vereins Wünſche bei der
Ver=
waltung vorbringen und macht ſtets von dieſem Rechte
Gebrauch. Wohl aber hat das beſtehende
Recht bezüglich der Koalitionsfreiheit
dem Bahnperſonal eine Sonderſtellung
zugewieſen, in der Erkenntnis, daß alle
Beſtrebun=
gen, welche darauf gerichtet ſind, die Ordnung und unter
Umſtänden den ganzen Verkehrsdienſt aufzuheben, ſich
niemals mit den Intereſſen eines für die Allgemeinheit
zu leiſtenden Bahnbetriebes vereinigen laſſen. Als im
Jahre 1910 der Streik der franzöſiſchen Eiſenbahner und
die Aufhebung des Straßenbahnverkehrs in Bremen und
anderen Städten zur öffentlichen Diskuſſion ſtanden,
konnte feſtgeſtellt werden, daß alle Räder ſtille ſtehen und
Paris infolge der Stillegung der Werke längere Zeit ohne
Beleuchtung, ſowie ohne jeden Verkehr exiſtieren mußte.
Damals hat der franzöſiſche Miniſterpräſident Briand,
der ſelbſt früher als Sozialrevolutionär den Streik
pre=
digte, in der Sitzung der franzöſiſchen Kammer vom
8. November 1910 erklärt, an verantwortlicher Stelle ſei
er verpflichtet, die Ordnung herzuſtellen, der Anarchie mit
allen Machtmitteln entgegenzutreten und den Verkehr
wiederherzuſtellen. Der Miniſterpräſident ſtellte die
Frage: „Iſt es in einem ſolchen Falle zuläſſig, daß die
beſonderen Intereſſen einer Korporation, ſo ſehr ſie der
Anteilnahme würdig ſind, ſich gegen das allgemeine
In=
tereſſe erheben und es als Unterpfand an ſich ziehen; iſt
es zuläſſig, daß Angeſtellte, die freiwillig einen
öffent=
lichen Dienſt und deſſen beſondere Vorteile genießen, den
Dienſt im Stich laſſen und in der Hoffnung auf einen
Er=
folg ihrer eigenen Anſprüche den ganzen Dienſt zum
Stillſtand bringen zum Nachteil der Geſamtheit aller
Bürger und unter Lahmlegung des nationalen Lebens
und ſelbſt auf die Gefahr hin, das Vaterland durch die
Eröffnung der Grenzen ſeiner Verteidigungsmittel zu
berauben?‟ Da er die Frage verneinte, fühlte er ſich
verpflichtet, erforderlichenfalls mit Gewalt der
Schädig=
ung von öffentlichen Intereſſen vorzubeugen. Ich bin
mir bewußt, daß eine Gewaltanwendung
bei unſeren Verhältniſſen kaum in Frage
kommen wird. Wohl aber lehne ich auch
nur den Scheineiner Begünſtigungdes
Ver=
kehrsſtreiks mit aller Entſchiedenheit im
Intereſſe der Allgemeinheit und des in
Frage kommenden Perſonals ab. Ich habe
in der Stadtverordneten=Verſammlung darauf
hinge=
wieſen, daß das Perſonal der Städtiſchen Straßenbahn
neben ſeinem Gehalt eine Reihe von Rechten, Bezügen
und Vorteilen beſitzt, welche heute ſchon eine
beamten=
ähnliche Stellung darſtellen. Sie ſind zuſammengeſtellt
unter Feſtſetzungen für Ueberſtunden, Weiterzahlung des
Lohnes in Krankheitsfällen, Weiterzahlung des Lohnes
bei Einberufung zu militäriſchen Uebungen, Lohnzahlung
bei Betriebsunfällen, Ruhegehalt und
Hinterbliebenen=
verſorgung, Urlaub, freie Fahrt und Dienſtkleidung. In
ähnlicher Weiſe werden dem ſtädtiſchen Arbeiter neben
ſeiner Lohnzahlung Bezüge zuteil, die zuſammengeſtellt
ſind unter Krankenlohn, Fortzahlung des Lohnes an
ge=
ſetzlichen Feiertagen, Fortzahlung des Lohnes bei
Arbeitsunterbrechung, Erholungsurlaub, Alterszulage,
Ruhegehalt, Witwen= und Waiſengeld. Ich habe die
Frage geſtellt, ob der Arbeiterführer, der das ſtädtiſche
Perſonal in einen Streik hineindrängt, die
Verantwort=
ung übernimmt, daß die ſtädtiſchen Angeſtellten mit der
Niederlegung ihrer Amtsſtellung dieſer ſämtlichen
Wohl=
fahrtseinrichtungen verluſtig gehet Als der
verantwort=
liche Leiter der Verwaltung habe ich Maßnahmen zu
tref=
fen, die der Stadt die ſofortige Einſtellung von
Erſatz=
perſonal die Aufrechterhaltung des Verkehrsdienſtes
ge=
währleiſten. Im Intereſſe des Perſonals lehne ich die
Verantwortung für einen Verkehrsſtreik ab; auch der
Führer des Streiks ſollte die Verantwortung nicht
über=
nehmen, die mit der Fürſorge des Perſonals und ihrer
Familien verbunden iſt. Als der Leiter der Verwaltung
hat der Oberbürgermeiſter die Pflicht, durch entſchiedenes
Einſchreiten ſeine Verantwortung zu betätigen, die ihm
auferlegt iſt von der Allgemeinheit und der
Aufſichtsbe=
hörde. Bei meiner Stellungnahme befinde ich mich in
Uebereinſtimmung mit allen ſtädtiſchen Verwaltungen,
deren Stellungnahme mir bekannt iſt.
Ich vertrete vorſtehende Auffaſſung ohne Rückſicht
darauf, ob das geplante Gemeinſchaftsverhältnis mit der
Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft zuſtande kommt oder
nicht. Die Intereſſen der Arbeiter und Angeſtellten
wer=
den nicht weniger wirkſam gewahrt werden. Sie finden
ihren Schutz ebenſo ſehr in den allgemeinen für alle
Arbeiter aufgeſtellten Geſetzen, als auch in unter
Mit=
wirkung der Arbeiterſchaft erlaſſenen Spezialgeſetzen.
Auch die Stadt Darmſtadt hat in eingehender Weiſe eine
Arbeitsordnung und Beſtimmungen für Arbeiterausſchüſſe
erlaſſen. Die Bürgermeiſterei hat es für
ſelbſtverſtänd=
lich gehalten, daß das neue Unternehmen die
Verpflich=
tung hat, dem übertretenden Perſonal mindeſtens
diejenigen Rechte, Bezüge und Vorteile, insbeſondere
auch hinſichtlich der Gewährung von Dienſtalterszulagen,
Ruhegehalten und Hinterbliebenenfürſorge zu gewähren,
wie ſie ſeitens der Stadt zur Zeit gewährt und für die
Zukunft eingeräumt ſind. Auf meinen Antrag hat ferner
die Stadtverordneten=Verſammlung folgende Beſchlüſſe
gefaßt:
1. Im Hinblick auf die zur Zeit bei der ſtädtiſchen
Verwaltung bereits beſtehenden Einrichtungen ſollen auch
bei der A.=G. Einrichtungen getroffen werden, die die
neue Verwaltung und ihren Vorſtand über die Intereſſen
und Wünſche der Bedienſteten, Arbeiter und des
Fahr=
perſonals vollſtändig unterrichten. Es ſoll hiernach im
Wege geordneter und friedlicher Verhandlungen mit aus
der Mitte des Perſonals frei gewählten
Vertrauensmän=
nern des Perſonals eine Verſtändigung über vorgebrachte
Wünſche möglich ſein.
2. Insbeſondere ſoll auch der Vorſtand der neuen
A.=G. in allen geeignet erſcheinenden Fällen,
insbeſon=
dere auch bei der Entſcheidung, Anträge, Wünſche und
Beſchwerden, eine gutachtliche Aeußerung der
Vertrauens=
männer des Perſonals oder der Ausſchüſſe herbeiführen.
Es wurde ferner auf Antrag der Verwaltung eine
Kommiſſion geſchaffen, die der Stadt einen beſonderen
Einfluß auf die Geſchäftsführung des Vorſtandes der
neuen Geſellſchaft gewährt. Die Kommiſſion iſt berufen. in
allen Fragen des Betriebes den Vorſtand zu beraten,
auch Beſchwerden gegen die Entſcheidung des Vorſtandes
entgegenzunehmen, zu prüfen und auf eine gütliche
Schlichtung daraus entſtehender Streitigkeiten
hinzuwir=
ken. Auch die Kommiſſion ſoll den aus der Mitte des
Perſonals frei gewählten Vertrauensmännern und den
Ausſchüſſen Gelegenheit geben, bei den Verhandlungen
von Beſchwerden gehört zu werden.
Darmſtadt, den 24. Februar 1912.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
Bombardement von Beirut.
* Paris, 24. Febr. Nach einer Reuterdepeſche
aus Beirut forderten heute die italieniſchen Kreuzer
„Volturno” und „Garibaldi” daß ihnen die türkiſchen
Kanonenboote, welche ſich im Hafen von Beirut
befinden, ſofort ausgeliefert werden. Noch bevor
der Wali in Verhandlungen eintreten konnte, begannen
die italieniſchen Kriegsſchiffe das
Bom=
bardement und bohrten die türkiſchen
Ka=
nonenboote in den Grund. Sie fügten auch den
verſchiedenen Baulichkeiten des Hafens, insbeſondere den
Zollgebäuden, Schaden zu. Die Zahl der Toten beträgt
an 60. Die Bevölkerung, welche von einer großen Panik
ergriffen wurde, flüchtete ſich in den Libanon. Die
tür=
kiſchen Militärbehörden hätten wirkſame
Gegenmaßnah=
men getroffen. — Nach einer hier eingetroffenen Meldung
ſcheint die Stadt ſelbſt unter dem Bombardement nicht
gelitten zu haben.
* Konſtantinopel, 24. Febr. Das Mini=,
ſterium des Innern veröffentlicht über das
Bom=
bardement von Beir u t folgende Mitteilung:
Heute früh 7 Uhr erſchienen zwei italieniſche Panzer
vom Typ „Vittoria Emanuele” und zwei Transportſchiffe
vor Beirut und verlangten die Uebergabe des
Kanonen=
bootes „Ain Illah” und des Torpedobootes „Angora”.
Die türkiſchen Schiffe machten ſich unverzüglich
kampf=
fertig, während die Behörden über die von dem
italieni=
ſchen Kontreadmiral geſandte Note beratſchlagten. Noch
bevor die von den Italienern geſetzte Friſt abgelaufen
war, begannen die italieniſchen Kriegsſchiffe mit dem
Beombardement. Die türkiſchen Schiffe verteidigten
ſich tapfer. Das Kanonenboot wurde von mehreren
Ku=
geln getroffen und fing Feuer. Ein Keſſel explodierte und
die Mannſchaft wurde mit den Waffen ſo ſchnell als
mög=
lich ausgeſchifft. Nachdem ſowohl die „Ain Illah” wie
die „Angora” zum Sinken gebracht worden waren,
entfernten ſich die feindlichen Schiffe und kehrten zwei
Stunden ſpäter wieder zurück. Sie bombardierten die
treibenden türkiſchen Schiffe von neuem. Ein Geſchoß
ſchlug in das Gebäude der Banque Ottomane ein und
beſchädigt es. Sodann entfernten ſich die italieniſchen
Schiffe. Die Bevölkerung wurde im erſten Augenblick
von großer Erregung ergriffen, doch wurde dank ſchnell
getroffener Maßnahmen die Ordnung wiederhergeſtellt.
Der Wali machte einen Rundgang durch die Stadt und
veröffentlichte eine Proklamation. Es gelang ihm, aauf
dieſe Weiſe die Bevölkerung zu beruhigen.
* Konſtantinopel, 24. Febr. Eine amtliche
Depeſche des Wali von Beirut beſtätigt die
be=
reits gemeldete Beſch ießung der beiden türkiſchen
Kriegsſchiffe. Eine weitere Depeſche des Wali berichtet,
daß die Italiener, noch während der Wali ſich im Konak
befand, das Gebäude zu bombardieren begonnen haben.
Ob auch auf türkiſcher Seite Tote zu beklagen ſind, wird
nicht geſagt. Die Depeſche ſpricht nur davon, daß eine
Anzahl Verwundeter in das Lazarett der Stadt gebracht
worden iſt.
Billigkeit vereint. So haben Londoner Modefirmen vor
einiger Zeit die Geſellſchaftstoilette gebracht, die gewendet
als Straßenkleid getragen werden kann. Wie aus der
Raupe ſich der ſchöne Schmetterling entwickelt, ſo
verwan=
delt ſich die Beſitzerin eines ſolchen „En=tout=cas” aus der
Trägerin eines einfach=knappen Promenadenkoſtüums in
eine Dame in großer Toilette. Der Erfolg mit dieſem
Verſuch hat nun die Erfindung des Doppelhutes zur Folge
gehabt, der in der engliſchen Modewelt gegenwärtig
Auf=
ſehen erregt. Bei der Koſtſpieligkeit der modernen Hüte
iſt es aber auch wirklich die ebenſo einfache wie kluge
Löſung eines ſchwierigen Problems, daß die Käuferin
eines ſolchen Doppelhutes — zwei elegante Hüte erwirbt.
Die Hüte ſind aus weichem Seidenſtroh gemacht; die äußere
und die innere Seite weiſen verſchiedene Färbungen auf.
Das außerordentlich weiche Stroh läßt ſich falten, biegen
und wenden, ohne daß es bricht, und ſo genügt eine
Hand=
bewegung, um den weißen Strohhut umzuwenden und nun
einen roten aufzuſetzen. Der Rand wird aufgeklappt und
bietet einen pikanten, farbigen Kontraſt zu dem Kopf. Die
Garnierung beſteht aus einer großen Schnalle oder
Schleife, die am äußerſten Ende des Randes angebracht iſt,
und beim Umdrehen wieder an dieſelbe Stelle kommt. Die
Hüte ſind in Farbe und Form höchſt geſchmackvoll
zuſam=
mengeſtellt und können durch die beiden verſchiedenen
Far=
bennuancierungen, die ſie aufweiſen, zu zwei verſchiedenen
Toiletten in Harmonie gebracht werden.
C) Ein Arzt, der ſich ſelbſt operiert. Aus New=York
wird berichtet: Durch ein verwegenes Experiment macht
der Chefarzt und erſte Chirurg des ſtädtiſchen
Kranken=
hauſes von San Franzisko, Dr. Bertram Alden, in Amerila
jetzt viel von ſich reden: er hat am Dienstag den Verſuch
unternommen, an ſich ſelbſt eine Blinddarmoperation
aus=
zuführen und hätte die Operation auch ganz zu Ende ge=
führt, wenn ſeine Freunde nicht eingegriffen und ihn daran
verhindert hätten. Dr. Alden behauptet, mit dieſem
chirur=
giſchen Wagnis bewieſen zu haben, daß ein geſchickter und
kaltblütiger Chirurg ſich ſelbſt operieren kann. Das
Ex=
periment fand in Gegenwart von zwei Kollegen des
Chi=
rurgen ſtatt; Dr. Thomas O'Connor und Dr. Mardis
wohnten dem Vorgange bei. Dr. Alden begann die
Ope=
ration und hatte ſie nahezu vollendet, als Dr. Mardis eine
Komplikation befürchtete und erklärte, er würde das
Zim=
mer verlaſſen, wenn Dr. Alden von der Fortſetzung ſeines
Verſuches nicht ablaſſe. „Ich hätte die Operation
voll=
kommen allein zu Ende geführt,” äußerte ſich Dr. Alden.
„Ich injizierte mir das Anäſthetikum ſelbſt und machte
auch ohne Schwierigkeiten die erſten Schnitte. Ich hatte
den Blinddarm bereits freigelegt und wollte nun das
ent=
zündete Organ entfernen. Wenn die anderen Aerzte nicht
die Möglichkeit einer Unſicherheit der Hand gefürchtet
hätten, würde ich die Operation .auch zu Ende geführt
haben. Aber die Kollegen befahlen mir, innezuhalten und
drohten, das Zimmer zu verlaſſen, falls ich auf meinem
Vorhaben beſtände.” In New=Yorker Aerztekreiſen
behan=
delt man die Angelegenheit mit einem Achſelzucken und
behauptet ſehr richtig, dieſe Selbſtoperation beweiſe nur
Sinn für eine ziemlich vulgäre Reklame.
* Der Kuchen des Reichstagspräſidenten. Herr
Kaempf feierte bekanntlich vor einigen Tagen ſeinen 70.
Geburtstag, zu dem ihm außer anderen Glückwünſchen
auch ſolche einer Schülerin aus Bunzlau zugingen. Das
junge Mädchen, das die Volksſchule beſucht, hatte dabei
Herrn Kaempf mitgeteilt, daß es mit ihm an dem
glei=
chen Tage Geburtstag habe. Herr Kaempf ſandte
darauf=
hin mit Dank und eigenen Glückwünſchen einen großen
Kuchen an die Schülerin.
Konzerte.
* Am Samstag veranſtaltete der Klaviervirtuoſe
Télémaque Lambrino im Saale „Zur Traube‟
einen Klavierabend. Der Saal war nur ſpärlich
beſetzt. Der Künſtler hatte es im Gegenſatz zu andern
verſchmäht, das Frequenzbild durch Ausgabe von
Frei=
karten zu fälſchen. Um ſo ſicherer konnte er ſein, ein nur
kunſtverſtändiges Publikum vor ſich zu haben. Als erſte:
Nummern ſpielte er kleinere Stücke von Bach, Mozart und
Scarlatti und die eis=moll-Sonate von Beethoven, deren
Vortrag eine Achtung gebietende Leiſtung war, wenn auch
ohne eigentliche perſönliche Note. Die erſtgenannten Stücke
wurden mit etwas robuſtem Ton geſpielt, in der
Beetho=
venſchen Sonate litt die Klarheit der Figuren bisweilen
unter dem zu ausgiebigen Pedalgebrauch. Auf der Höhe
zeigte ſich der Künſtler erſt in den acht Fantaſieſtücken von
Schumann, in denen er mit unfehlbarer Technik und Tiefe
und Poeſie der Auffaſſung eine feine Schattierungskunſt,
Reichtum an tonlichen Nuancen und Plaſtik des Ausdrucks
vereinigte. Auch die Wahl der übrigen Stücke: „
Volks=
weiſe und Papillons von Grieg, Réve angélique von
Ru=
binſtein und La campanella von Paganini=Liſzt, entſprach
der individuellen Beanlagung des Künſtlers. In dem
obligaten Liſztſchen Schluß=Bravourſtück entfaltete er ein
ſchier unglaubliches tonliches Ausdrucksvermögen und
verblüffende Klangeffekte. Das Publikum, das nach den
herrlich geſpielten Schumannſchen Stücken warm
gewor=
den war, ſpendete ihm ſehr reichen Beifall, für den er
durch eine Zugabe dankte.
* Rom, 24. Febr. Bezugnehmend auf die Haltung
der Evening News, daß italieniſche Kriegsſchiffe
Bei=
rut bombardiert hätten, veröffentlicht die Agencia
Stefani folgende Note:
Die Italiener hatten Kenntnis, daß ſich vor Beirut
zwei türkiſche Kriegsſchiffe befanden, die
Kriegskontre=
bande befördern, ſowie die italieniſchen
Truppentrans=
portſchiffe angreifen ſollten. Infolgedeſſen erhielten die
italieniſchen Kriegsſchiffe Befehl, ſich nach Beirut zu
be=
geben, die oben erwähnten türkiſchen Kriegsſchiffe
anzu=
greifen und zu zerſtören. Dieſe Operation, über welche
bisher kein amtlicher Bericht vorliegt, iſt wahrſcheinlich
inzwiſchen ausgeführt worden. Jedoch iſt es
ausge=
ſchloſſen, daß auch die Stadt bombardiert
wurde. (!)
* Rom, 25. Febr. Nach einem Telegramm des
Kon=
treadmirals Direvel, der die Aktion vor Beirut
leitete, wurde der Panzerkreuzer „Ferruccio” nachmittags
ausgeſchickt, um ſich nach dem bombardierten Torpedoboot
zu erkundigen. Da er es immer noch im Hafen ſchwimmen
ſſah, brachte er es durch Feuer zum Sinken. Weder
vor=
mittags noch nachmittags wurde gegen die Stadt oder
die militäriſchen Gebäude ein Schuß abgegeben. Die
italieniſchen Schiffe blieben unbeſchädigk.
* Rom, 25. Febr. (Agencia Stefani.) Von
Admi=
ral Faravelli, dem Kommandanten des italieniſchen
Geſchwaders, dem die Kriegsſchiffe Garibaldi” und
„Ferruccio” angehören, iſt folgendes Telegramm
einge=
laufen: Bei Tagesanbruch überraſchte ich im Hafen von
Beirut das türkiſche Kanonenboot „Ain Illah” und
ein türkiſches Torpedoboot. Wir forderten zur
Ueber=
gabe auf und gewährten eine Friſt bis 9 Uhr. Dieſe
Entſchließung wurde dem Gouverneur und den
Konſular=
behörden durch Vermittelung eines an Bord gekommenen
türkiſchen Offiziers mitgeteilt. Um 9 Uhr forderten wir
durch ein Signal abermals zur Uebergabe auf. Da keine
Antwort erfolgte, eröffneten wir das Feuer gegen das
Kanonenboot, das lebhaft erwiderte. Um 9 Uhr 20 Min.
war das Kanonenboot zum Schweigen gebracht. An
Bord desſelben brach Feuer aus. Ich ließ unſer
Artil=
leriefeuer einſtellen und fuhr mit dem „Garibaldi” allein
zur Hafeneinfahrt, von wo das Torpedoboot zerſtört
wurde. Das Geſchwader entfernte ſich hierauf.
Von einer Beſchießung der Stadt Beirat
ſelbſt kann demnach nicht die Rede ſein. (?)
* Konſtantinopel, 24. Febr. (8¾4 Uhr abends.)
Die amtliche Unterſuchung ergab, daß in Beirut 15
Perſonen getötet und ungefähr 100 verwundet
wurden. Drei Schwadronen Kavallerie ſind von
Da=
maskus abgeſandt worden. Die Pforte richtete an die
Mächte einen Proteſt gegen die Beſchießung Beiruts,
welches kein befeſtigter Platz iſt. Es geht das Gerücht, der
Miniſterrat werde morgen beſchließen, ſeine frühere
Ent=
ſchließung bezüglich der Ausweiſung aller Italiener zur
Durchführung zu bringen.
* Konſtantinopel, 24. Febr. (11.40 Uhr abends.)
Eine weitere Depeſche des Walis von Beirut beſagt: Auf
dem Hafenkai ſind nur das Zollamt, die Filialen der
Banque Ottomane und der Bank von Saloniki, ſowie
zwei Privatgebäude beſchädigt worden. Die meiſten
Ge=
ſchoſſe fielen außerhalb der Stadt nieder. Als der Wali
gerade auf der Hafenpräfektur weilte, um über die Note
des italieniſchen Kontreadmirals zu beraten, fielen die
Granaten ſo zahlreich nieder, daß der Wali wie durch ein
Wunder unverſehrt blieb. Die Zahl der Toten beträgt
mehr als 30, der Verwundeten ungefähr 150. Es iſt
unbekannt, ob auch Ausländer getötet worden ſind.
* Konſtantinopel, 24. Febr. Nach weiteren
aus Beirut vorliegenden Meldungen wurden durch das
Bombardement 20 Perſonen getötet und 50 ſchwer
verletzt. Das Gebäude der dortigen Ottomanbank
iſt faſt gänzlich durch die Kanonade vernichtet worden.
(Frkf. Ztg.)
* Paris, 24. Febr. Die Agence Havas meldet
weiter aus Beirut: In der Stadt herrſcht lebhafte
Bewegung. Es kam zu Kundgebungen gegen die
Fremden. Ein Ruſſe wurde getötet.
* Paris, 24. Febr. Die Nachricht von dem
Bom=
bardement Beiruts hat hier großes Aufſehen
erregt. Die Liberté meint, daß das Bombardement den
Beginn einer neuen Phaſe des italieniſch=türkiſchen
Krie=
ges bedeute, welcher für die Intereſſen der Neutralen ſehr
nachteilig werden könne.
* Paris 25. Febr. Der franzöſiſche Kreuzer „
Ad=
miral Charner” gegenwärtig in der Suda=Bai, erhielt
Befehl, nach Beirut zu gehen.
* London, 25. Febr. Ein Telegramm aus Malta
meldet: Der Panzerkreuzer „Lancaſter” erhielt den
Be=
fehl, ſofort mit verſiegelter Order in See zu
gehen, man glaubt nach Beirut.
Luftfahrt.
sr. Der aviatiſche Michelin=Preis von
160000 Franken von dem ſeit dem Jahre 1908
alljährlich 20000 Franken nach beſonderen Beſtimmungen
zur Verteilung gelangen, wird für das Jahr 1912 neu
ausgeſchrieben. In den erſten drei Jahren, alſo 1908,
1909 und 1910, wurden die beſten Entfernungsflüge, die
auf einer geſchloſſenen Bahn ohne Zwiſchenlandung
aus=
geführt wurden, mit dem Preiſe bedacht. 1911 wurde
das Reglement dann inſofern abgeändert, als der beſte
Diſtanzflug gewertet wurde, der bei einem
Ueberland=
flug zwiſchen zwei vorher feſtgelegten Punkten, die
be=
liebig oft gerundet werden konnten, erzielt wurde.
Zwi=
ſchenlandungen wurden geſtattet, jedoch war
vorgeſchrie=
ben, daß die Punkte 50 bis 100 Kilometer voneinander
ent=
fernt liegen mußten. Nach dieſen Beſtimmungen gewann
im Jahre 1908 Wilbur Wright den Pokal mit einem
Fluge von 124,7 Kilometer in 2 Stunden 20 Min. 31 Sek.;
1909 blieben Henry Farman mit 234,212 Kilometer in
4117:32½ ſiegreich; 1910 wurde der Preis Maurice
Ta=
buteau zugeſprochen, der in 7 Stunden 48 Minuten 30½
Sekunden 582,935 Kilometer zurücklegte; 1911 endlich
ſiegte mit den veränderten Beſtimmungen Helen mit einem
Flüge von 1252,8 Kilometer. Jetzt hat das Reglement,
wie ſchon ſeiner Zeit angekündigt war, wiederum eine
erhebliche Aenderung erfahren. Die 20000 Franken und
der Pokal im Werte von 10000 Franken werden
demjeni=
gen Flieger zufallen, der bis zum 1. Oktober 1912 auf
einem aus drei Schleifen beſtehenden Circuit die größte
Zahl von Kilometern zurücklegt. Die Strecke, die ein
für allemal feſtgelegt iſt, beſteht aus drei Schleifen, von
denen die erſte und dritte 500 Kilometer lang ſind und
drei oder vier Zwiſchenlandungsorte enthalten können
Die zweite Schleife führt über 225 Kilometer und auf ihr
können eine oder zwei obligatoriſchen Zwiſchenlandungen
vorgenommen werden.
sr. Ein ſchwerer Fliegerſturz ereignete ſich
ſauf dem Flugfelde von Jeuveſy. Dort ſtürzte der
In=
genieur Bauvaral mit einem Eindecker aus geringer
Höhe ſo unglücklich ab, daß an ſeinem Aufkommen
ge=
zweifelt wird. Der Apparat iſt vollſtändig zertrümmert.
* Paris, 24. Febr. Auf Anregung des Matin
ſprechen ſich zahlreiche Blätter dafür aus, in ganz
Frankreich Schauflüge zu veranſtalten, um die
Propaganda für Militärflugzeuge zu unterſtützen. Matin,
Journal und Petit Journal haben für dieſen Zweck
be=
reits je 50000 Francs gezeichnet und die
Aeroplanfabri=
kanten haben 7 Flugzeuge und Flieger zur Verfügung
geſtellt.
Sport.
sr. Für die Deutſche
Meiſterſchafts=
ruderregatta, die dem Frankfurter Regatta=Verein
übertragen wurde, iſt eine neue Rennſtrecke ausgewählt
worden, da die alte Frankfurter Regatta=Strecke infolge
von Brückenbau unbenutzbar geworden war. Es wurde
eine zwiſchen den Orten Dörnigheim und Rumpenheim
gelegene 3000 Meter lange Strecke von ſo beträchtlicher
Breite gewählt, daß evtl. 6 Boote gleichzeitig ſtarten
kön=
nen. Die Strecke liegt nur 8 Kilometer von Frankfurt
entfernt, und da auch das anliegende Gelände ſich für
Zuſchauerzwecke ſehr gut eignet, dürfte der Wahl dieſer
Strecke für die Meiſterſchaftsruderregatta kaum etwas
mehr im Wege ſtehen. Immerhin wird erſt noch der
Ausſchuß des Deutſchen Ruderverbandes ſeine
Genehmi=
gung zur Wahl dieſer Regattaſtrecke für das
Meiſterſchafts=
rudern zu erteilen haben. Falls ſich weitere
Schwierigkei=
ten ergeben ſollen, dürfte die Meiſterſchaftsruderregatta
jedenfalls in Berlin abgehalten werden.
Handel und Verkehr.
Dortmund, 24. Fehr. Da die Bemühungen,
ein Meratorium herbeizuführen, an dem Widerſtande
einiger Gläubiger geſcheitert ſind, ſah ſich die
Ver=
waltung des Werkes „Rote Erde” Akt.=Geſ.
Dortmund genötigt, Konkurs anzumelden. Von den
1600000 Mark betragenden Aktienkapital ſollen etwa
500000 Mk. verloren ſein. Die Geſellſchaft verfügt über
einen großen gering belaſtenden Grundbeſitz,
Die Revolution in China.
* Mukden, 24. Febr. Die ſogenannte „Geſellſchaft
der Unerſchrockenen” benachrichtigte Juanſchikai, ſſie
würde mit den Waffen in der Hand gegen die Republik
kämpfen. Der Geſellſchaft gehören als tätige Mitglieder
Prinz Tſaitſe und Schae=er=Hſuen an.
Darmſtadt, 26. Februar.
* Exkurſion. Am vergangenen Freitag unternahm
Herr Obermedizinalrat Profeſſor Dr. Heyl mit den
Studierenden der Pharmacie eine ſehr intereſſant
verlau=
fene Exkurſion nach dem pharmaceutiſchen Inſtitut des
Herrn L. W. Gans, Oberurſel. Das Inſtitut iſt
bekannt=
lich von Frankfurt mit ſeiner Neu=Aufführung nach
Ober=
urſel verlegt worden und wurde dort am 20. Jan.
be=
zogen; ſo ſtellt es in Anlage und Ausführung ein ganz
modernes Unternehmen dar, in dem namentlich die
wiſſen=
ſchaftlichen Erfahrungen der neueſten Zeit verwendet
wer=
den. Neben den Anlagen, in denen kaufmänniſch
gearbei=
tet wird, ſind es ſolche, die der wiſſenſchaftlichen
Betäti=
gung dienen: und ſie mußten naturgemäß beſonderes
Intereſſe erregen. Man hat die einzelnen Laboratorien
o vereinigt, daß der Ueberblick erleichtert iſt; die
Ein=
richtung iſt eine ſolche, daß ſie ein ideales Arbeiten
ver=
bürgt. Es wird dorten in der Hauptſache bakteriologiſch
gearbeitet; maßgebend dafür ſind die Erfahrungen
wiſſen=
ſchaftlicher Größen aus der neueſten Zeit. Deren Einfluß
können wir auch in der Anlage des Seier=Saales, der
Brut=Oefen, der Steriliſierung, der Reinigung
gebrauch=
ter Kleider und Inſtrumente uſw. erkennen. In der
wirk=
amen Bekämpfung der Tierſeuchen bietet ſich ein
wich=
tiges Betätigungsfeld; krank geweſene Tiere werden von
Landwirten und Anſtalten nach dorthin zur Unterſuchung
expediert — in einem beſonders brauchbaren
Verbrenn=
ungsofen werden die Kadaver dann eingeäſchert. Die
Unterſuchungen führen dann weiter zur Herſtellung der
verſchiedenſten Heilſera gegen Tierkrankheiten; alle
pro=
duzierten Sera unterliegen der genaueſten ſtaatlichen
Kon=
trolle. An lebendem Tier=Material beherbergen die nach
Zweckmäßigkeit und Hygiene wieder lervorzuhebenden
Stallungen Pferde, Hämmel, Schweine und eine ganze
Reihe Klein=Tiere, die zu Verſuchszwecken gehalten
wer=
den. Das Laboratorium, aus dem die Reagentien für
ie Waſſermannſche Reaktion auf Lues hervorgehen, und
in dem die aus Aerzte=Kreiſen einlaufenden Blut=Proben
ntach Geheimrat von Waſſermann unterſucht werden; war
ür die Teilnehmer der Exkurſion beſonders intereſſant.
Ein rein chemiſches Laboratorium ſoll demnächſt zur
Ar=
beit übergeben werden. Ueberhaupt ſehen wir die ganze
nlage ſo gehalten, daß ſie in der Folgezeit noch
bedeu=
tend ſich erweitern läßt. Die Teilnehmer wurden von
Herrn L. W. Gans und dem wiſſenſchaftlichen Leiter des
Inſtituts, Herrn Dr. von Lande, in der
entgegenkommend=
ſten Weiſe empfangen und durften ſich einer bis ins
ein=
zelne gehenden Einſichtnahme und Belehrung erfreuen.
65 Der Heſſiſche Automobilklub wählte in ſeiner
geſtrigen General=Verſammlung folgendes Präſidium:
Vorſtand: Kommerzienrat J. P. M. Goebel,
Darm=
ſtadt, Aſſeſſor E. Zimmer, Darmſtadt, Direktor L.
Meyer, vom ſtädt. Elektrizitätwerk, Darmſtadt,
Schatz=
neiſter=Bankier J. Reichenbach, Darmſtadt.
Sports=
kommiſſion: Dipl.=Ing. Architekt Carl Müller,
Darm=
tadt, Architekt H. Asmus, Darmſtadt, Patentanwalt
P. Dominik, Offenbach, Finanzkommiſſion: Dr. med.
Schmidt, Oppenheim, Ingenieur L. Lange, Darmſtadt,
Syndikus: Rechtsanwalt F. Sieger, Darmſtadt,
Schriftführer: Kaufmann M. Müller, Darmſtadt,
Beiſitzer: Bergwerksdirektor Dr. Eſch, Darmſtadt,
Fabrikbeſitzer L. Arzt, Michelſtadt. — Auf den Verlauf
der Verſammlung kommen wir noch zurück.
* Ortsgewerbeverein. Am Sonntag fand die
1. Wanderung des Ortsgewerbevereins ſtatt. Es
hatten ſich ca. 60 Wanderinnen und Wanderer
einge=
funden, um trotz bedeckten Himmels in froher
Geſell=
ſchaft mit hinaus zu wandern, und endlich zeigte ſich
die Sonne. Vom Bahnhof Erzhauſen aus an den
Sängerbuchen vorbei ging es in den Wildpark am
Ernſt=Ludwig=Teich „Ein weißer Hirſch” jauchzte die
Jugend und aufgeſcheucht durch die Rufe trabte ein
ſtattlicher Rudel dieſer majeſtätiſchen Tiere über die
Wieſe, um hinter dem Waldrande zu verſchwinden.
Weiter gings nun übor rauſchende Bäche und ſilberne
Wäſſerchen, die nun im Frühjahr ſo zahlreich Wieſen
und Felder berieſeln, durch hochſtämmige Eichenforſten
am Forſthaus Steinacker vorbei und, nachdem noch an
den Waldrändern die üblichen Sträuße Kätzchen gepflückt
waren, hinein nach Meſſel zu Gaſtwirt „Heberer”
In froher Runde bei luſtigen Heimatsliedern und
einem Tänzchen blieb die frohe Schar noch ein par
Stunden beiſammen, um wieder bis Bahnhof Meſſel zu
marſchieren, wo noch bis Ankunft des Zuges 8.24 Uhr
in paar frohe Liedchen geſummt wurden. Alles in
allem dürfte die fröhliche Schar die Mahnung des
Führers nicht nötig haben, ſich bei der nächſten
Wande=
rung im März eben ſo zahlreich einzufinden, ſondern
mehr gilt die Mahnung denen, die es verſäumt, noch
nicht ſchlüſſig geweſen, oder gar das Wetter geſcheut
hatten, mitzuwandern.
g. Maskenball der Liedertafel. Zu einem Maskenball
im „Reiche der Venus” hatte die Liedertafel ihre Mitglieder
im Samstag eingeladen, und in den geſchmackvoll
dekorier=
ten Räumen der Turnhalle hatte ſich eine derartig
zahl=
reiche Maskengeſellſchaft eingefunden, daß die Räume den
Erſchienenen faſt nicht genügend Raum boten. Im großen
Saal, wo faſt ununterbrochen zwei Muſikkapellen ihre
Weiſen erklingen ließen, herrſchte ein ſchier beängſtigendes
Gedränge von bunten Masken. Man ſchien dagegen
Pro=
teſt einlegen zu wollen, daß des luſtigen Herrſchers
unum=
ſchränktes Regiment, daß das Narrſein mit ſeinem
unge=
trübter Frohſinn und der ausgelaſſenen Karnevalsſtimmung
nun ein Ende haben ſoll. Jedenfalls waren Alle
gekom=
men, um noch einmal einen Abend in heiterer Geſelligkeit
und holdſeligem Leichtſinn zu verleben und ſicher kam
jeder auf ſeine Rechnung, insbeſondere die Tanzfreudigkeit
hatte noch keine Einbuße erlitten. Auch eine Abordnung
der Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla” beehrte das Feſt durch
ihren Beſuch. Nach der Demaskierung gegen 12 Uhr hielt
unter den Klängen des Einzugsmarſches aus „Tannhäuſer”
Venus in Begleitung Tannhäuſers, der drei Grazien und
zahlreichem Gefolge ihren feierlichen Einzug und nahm
nach einem mehrmaligen Umzug mit den drei Grazien auf
der in den Venusberg umgewandelten Bühne Platz. Die
das Gefolge bildenden Amoretten führten hierauf einen
anmutigen Reigen auf, der mit ſeinen Farbenſpielen und
den graziöſen Szenen und Gruppen herzlichen Beifall und
dankbare Anerkennung fand. Der ſo angenehm
unter=
brochene Tanz nahm darauf wieder ſeinen ungeſtörten
Fortgang und . . . . es ſei recht ſpät geweſen, meldet die
Fama, als die Letzten das „Reich der Venus” verließen.
K. Schadenfeuer. Geſtern abend zwiſchen 6 und
7 Uhr brannte die Herrn Sanitätsrat Dr. Quetſch
ge=
hörige, zwiſchen der Kraftsruhe und Nieder=
Ramſtädter=
traße gelegene Scheuer vollſtändia nieder. Das Feuer
hatte durch die Futtervorräte reiche Nahrung. Nach
Ver=
auf einer halben Stunde war das Gebäude in ſich
zu=
ſammengebrochen. Von allen Seiten ſtrömte das
Pu=
likum zur Brandſtelle.
— Gießen, 24. Febr. Dem Geheimen Juſtizrat Dr.
Gutfleiſch, der dem Aufſichtsrat der Heſſiſchen
Landes=Hypothekenbank ſeit der Gründung angehörte,
zuletzt als Vorſitzender, iſt anläßlich ſeines Rücktritts von
Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog das
Komtur=
kreuz des Philippsordens verliehen worden.
Die Auszeichnung wurde Herrn Dr. Gutfleiſch heute
perſönlich vom Herrn Finanzminiſter Dr. Braun Exz.
überreicht. Gleichzeitig erſchienen der Staatskommiſſar
der Bank, Geh. Oberfinanzrat Schäfer, und als
Abörd=
nung der Verwaltungsorgane der Bank die
Aufſichtsrats=
mitglieder Geh. Kommerzienrat Dr. Bamberger=Mainz,
Forſtmeiſter Dr. Weber=Konradsdorf, ſowie ein
Direktions=
mitglied, um auch ihrerſeits dem hochverdienten Manne
Dank und Anerkennung auszudrücken. Geheimerat Dr.
Gutfleiſch hat erklärt, daß er die Arbeit der Bank
auch=
weiterhin mit ſeinem wärmſten Intereſſe begleite.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 24. Febr. Die Ausſtellung „Die
Frau im Haus und Beruf” wurde heute
vormit=
tag von der Kaiſerin als Protektorin in Gegenwart
zahlreicher hoher Gäſte eröffnet. Die Feſtrede hielt Frau
Kommerzienrat Heyl. An die Einführungsrede des
Fräuleins Böhmer ſchloß ſich ein Rundgang, wobei die
Kaiſerin die Ausſtellung eingehend beſichtigte.
* Berlin, 25. Febr. Im Fabrikgebäude der
Sauer=
ſtoff=Induſtrie=Aktiengeſellſchaft in der
Hildegardſtraße in Wilmersdorf erfolgte heute früh aus
unaufgeklärter Urſache eine Exploſion. Ein Arbeiter
wurde getötet, ein anderer leicht verletzt. Das
Fabrik=
gebäude und die inneren Einrichtungen ſind
voll=
ſtändig zerſtört worden,
* Potsdam, 24. Febr. Das Kommando der
Unter=
offiziersſchule teilt mit: Bei der
Unteroffiziers=
ſchule ſind im Laufe des geſtrigen Nachmittags und nachts
etwa 180 Mann unter Erſcheinungen fieberhaften
Magen= und Darmkatarrhs plötzlich erkrankt.
Die Urſache für die Erkrankungen ließ ſich bis jetzt nicht
feſtſtellen. Es wird angenommen, daß die Veranlaſſung
in der Mittagskoſt vom 22. Februar zu ſuchen iſt.
Die ſofort eingeleiteten bakteriologiſchen Unterſuchungen
bewegen ſich in dieſer Richtung hin. Das Befinden der
in der Kaſerne untergebrachten und ärztlich ausreichend
verſorgten Mannſchaften iſt trotz der teilweiſe hohen
Fieberbewegung durchweg gut. Da im Laufe des
heu=
tigen Tages nur vereinzelt Fälle zugegangen ſind, iſt
anzunehmen, daß die Ausbreitung der Krankheit zum
Stillſtand gekommen iſt. Aufnahme in das Lazarett war
bei keinem Falle erforderlich.
* Potsdam, 25. Febr. Zu den
Maſſenerkrank=
ungen in der Unteroffizierſchule wurde heute
vor=
mittag vom Kommando nachfolgende Nachricht
aus=
gegeben: Das Befinden ſämtlicher erkrankten Leute hat
ſich bedeutend gebeſſert. Während der heutigen Nacht
ſind ſieben leichte Erkrankungen zugegangen.
Lebens=
gefahr beſteht bei keinem der Erkrankten.
Stuttgart, 25. Febr. In vergangener Nacht
brannte die Mühle im Hohenzollernſchen Dorfe
Fi=
ſchingen nieder. Der Müller Linſenmann, ſeine Frau
und vier Kinder verbrannten zwei Söhne konnten
gerettet werden. Ein Knecht brach beide Füße.
* Karlsruhe, 24. Febr. Der Großherzog hat ſich
heute Mittag 12 Uhr 34 Min. wieder nach Schloß Berg in
Luxemburg begeben. Der Fürſt zu Hohenlohe=Langenburg
iſt zu längerem Aufenthalt hier eingetroffen und hat im
Palais Prinz Karl Wohnung genommen.
* Luxemburg, 26. Febr. Der Großherzog von
Luxemburg iſt geſtern abend 7 Uhr geſtorben.
* St. Moritz, 26. Febr. Das Gerücht von einem
Un=
fall des Kronprinzen iſt auf einen ſtark
über=
triebenen unbedeutienden Vorfall
zurückzufüh=
ren. Der Kronprinz glitt beim Eishockey aus und zog
ſich eine leichte Schwellung der Wange zu. Er nahm
ſpäter am Sport wieder teil.
* Peſt, 24. Febr. In der heutigen Sitzung des
Abge=
ordnetenhauſes hielt Miniſterpräſident Khuen Hedervay
eine Rede, in der er feſtſtellte, daß auch bezüglich der noch
obwaltenden Differenzen in der
Wehrreformvor=
lage ein Einvernehmen mit der Koſſuthpartei
her=
geſtellt werden könne. Der Abgeordnete Apponyi bezeich=
nete dieſe Erklärung unter Wahrung des grundſätzlichen
Standpunktes für annehmbar. Er fügte hinzu, er habe es
für ſeine patriotiſche Pflicht gehalten, mitzuwirken, daß
die parlamentariſchen Verhandlungen in normale Geleiſe
kämen. Somit iſt die Obſtruktion gegen die
Wehrreform=
vorlage ſeitens der Koſſuthpartei eingeſtellt, welche dies
auch in der heute abend ſtattfindenden Konferenz in einem
formellen Beſchluß ausſprechen wird. Die 37 Mitglieder
ſtarke Juſthpartei beharrt weiter in der Obſtruktion.
* Rom, 24. Febr. Bei Beginn der Sitzung des
Se=
nats ſind die Tribünen überfüllt. Ueber 150 Senatoren
ſind anweſend, darunter der Herzog von Genua, bei
deſſen Eintritt ſich die Senatoren mit dem Rufe, es lebe
der König! von den Sitzen erhoben. Als während der
Verleſung des Protokolls der Herzog von Aoſta
er=
ſchien, wiederholte der Senat die Kundgebung. Der
Prä=
ſident begrüßte im Namen des Senats die Herzöge von
Aoſta und Genua und dankte für ihr Erſcheinen in der
heutigen Sitzung. (Anhaltender Beifall.) Nachdem der
Herzog von Aoſta, zugleich im Namen des Herzogs
von Genua, für den ihnen bereiteten herzlichen Empfang
in einer kurzen Rede, die von dem Hauſe mit immer
er=
neuten, begeiſterten Kundgebungen aufgenommen wurde,
gedankt hatte, brachte Giolitti den von der Kammer
angenommenen Geſetzentwurf ein, durch den dem Dekret
über die Annexionserklärung Tripolitaniens
Gültigkeit verliehen wird. (Lebhafter, wiederholter
Bei=
fall.) Auf Antrag des Miniſterpräſidenten ernannte der
Präſident des Senates eine Kommiſſion, die
beauf=
tragt wurde, noch heute über den Geſetzentwurf Bericht
zu erſtatten. Hierauf wurde die Sitzung geſchloſſen.
Nach Wiederaufnahme der Sitzung verlas der
Bericht=
erſtatter den Bericht, wobei er erklärte, der Geſetzentwurf
gehöre zu denen, über die man nicht debattieren dürfe,
ſon=
dern die man einſtimmig annehmen müſſe. Sodann verlas
der Schriftführer den Geſetzentwurf, den alle Senatoren,
auch die Herzöge, ſtehend anhörten. Das ganze Haus und
auch die Tribünen applaudierten. Senator Torrigliani
be=
antragte, den Geſetzentwurf ohne Debatte
an=
zunehmen. Dieſer Antrag wurde in namentlicher
Ab=
ſtimmung unter allgemeiner Begeiſterung von Saal und
Tribünen einſtimmig angenommen. Namentlich
die Abſtimmung der Herzöge von Aoſta und Genua riß
die Anweſenden zu begeiſterten Kundgebungen hin. Man
rief: Es lebe der König! Es lebe Italien!
Miniſterprä=
ſident Giolitti dankte dem Senat lebhaft für dieſe
glän=
zende Kundgebung, die ohne Beiſpiel daſtehe. Der Senat
ſei der wahre Dolmetſch der Gefühle des Landes. Die
Regierung werde in der Unterſtützung des Senats die
nötige Kraft finden, um das Unternehmen zu Ende zu
füh=
ren, das Italien zur Ehre gereichen werde. (
Langanhal=
tender Beifall.)
In geheimer Abſtimmung wurde ſodann der
Geſetz=
entwurf von den anweſenden 202 Senatoren
einſtim=
mig angenommen.
* Paris, 24. Febr. Der Miniſterrat beſchloß, den
Geſetzentwurf über kommunale Genoſſenſchaftsbäckereien
und Fleiſchereien, der der Kammer vorgelegt war,
zurück=
zuziehen und neue Erhebungen über dieſe Frage
einzu=
leiten.
Paris, 25. Febr. König Alfons iſt heute in
Bordeaux eingetroffen, wo er einen Spezialarzt für
Naſen= und Ohrenleiden konſultierte, der ihn ſchon ſeit
Jahren behandelt.
* Le Havre, 25. Febr. In der Schneiderſchen
Werk=
ſtatt explodierte eine Bombe, als zwei Arbeiter
verſuchten, das Patronenholz zu entfernen. Ein Arbeiter
wurde getötet, der andere lebensgefährlich verletzt.
* London, 24. Febr. Hier hat ſich heute ein
ſchweres Unglück zugetragen. Im Elektrizitätswerk
von Blackfriars war, um für den Fall eines Streikes
Vorſorge zu treffen, eine ungeheure Menge Kohlen
aufgehäuft worden. Der große Kohlenberg verurſachte
den Einſturz einer Mauer. Mehrere Kinder wurden
unter ihren Trümmern begraben. Bisher ſind zwei
Leichen und zwei Schwerverletzte aus dem Schutt
herausgezogen worden.
London, 24. Febr. Der Kreuzer „Peverful” mit
Prinzeß Royal und Töchtern, ſowie der Leiche des
Herzogs von Fife iſt in Spithead angekommen.
Das Königspaar und Königin Alexandra ſind heute früh
von London der Prinzeß Royal entgegengereiſt. Die
Leiche wurde in aller Stille in Windſor beigeſetzt.
* Konſtantinopel, 24. Febr. Wie verlautet, lenkte der
bulgariſche Geſandte die Aufmerkſamkeit der
Pforte auf den ſchlechten Eindruck, welche die Ereigniſſe
von Kirtſchewo in Bulgarien hervorgerufen habe. Der
Miniſter des Aeußern erklärte, die Pforte bedauere die
Vorgänge und habe eine Unterſuchung eingeleitet, um
die Schuldigen zu beſtrafen.
* New=York, 24. Febr. Nach einem Telegramm aus
Terrſen in Mexiko ſind 227 Rebellen in einem
Ge=
fecht am Sonntag bei St. Pedro getötet und verwundet
worden. Die Regierungstruppen lockten die Rebellen in
die Stadt und machten ſie mit zwei Maſchinengewehren
nieder.
* Waſhington, 24. Febr. Amerikaniſche
Truppen wurden angewieſen, die mexikaniſche
Grenze zu überſchreiten, ſobald dies notwendig
ſei, um die Beſchießung nordamerikaniſchen Gebiets zu
verhüten. Die Frage einer allgemeinen Mobilmachung
an der Grenze wird erörtert.
* Waſhington, 24. Febr. In der geſtrigen
Frie=
densverſammlung der Flottenliga hielt Präſident Taft
eine Anſprache, in der er erklärte, er ſei für den Bau
von zwei neuen Schlachtſchiffen in dieſem
Jahre und werde den entſprechenden Geſetzentwurf
unter=
zeichnen. Er verſicherte weiter, daß er für eine tüchtige,
ſtarke Flotte eintrete, die die amerikaniſche Nation inſtand
ſetze, ihre Stellung zu wahren und ihren berechtigten
Forderungen in anderen Ländern Achtung zu verſchaffen.
Er halte die Zeit, bei den Flottenausgaben zu ſparen,
erſt dann für gekommen, wenn der Krieg abgeſchafft ſei.
Man ſolle ſich nach der Situation richten.
H. B. Berlin, 24. Febr. Das auf der Danziger
Schi=
chau=Werft am 3. Juni 1910 vom Stappel gelaſſene
Linienſchiff Oldenburg wird im nächſten Monat
dienſtbereit ſein und dem erſten deutſchen Dreadnought=
Geſchwader, dem dann 8 Schiffe dieſes größten Typs
an=
gehören, zugeteilt werden. Sein geſamter
Ingenieur=
ſtab weilt bereits an Bord. Ein zweiter auf der Danziger
Schichau=Werft als Erſatz Aegir hergeſtellten Dreadnought
wird demnächſt vom Stapel gelaſſen werden. Er ſoll den
Namen König Albert erhalten. Wie verlautet, hat der
König von Sachſen eine Einladung zu dieſem
Stapel=
lauf erhalten und angenommen. Er wird die Taufe des
neuen Schiffes vollziehen.
-Leipzig, 24. Febr. In der
Reviſionsverhand=
lung des Rittergutsbeſitzers Arthur Becker wegen Be=
Aeidigung des Landrates von Grimmen, v. Maltzahn. der
am 20. Oktober vom Landgericht Stettin zu drei Monaten
Gefängnis verurteilt worden war, erkannte das
Reichs=
gericht auf Verwerfung der Reviſion des
Ange=
klagten Becker.
— Altona, 24. Febr. Der 40jährige, mehrfach mit
Zuchthaus vorbeſtrafte Schuhmacher Förſter, verſetzte
heute mittag ſeiner Logiswirtin, der in der Steinſtraße
wohnenden Zigarrenarbeitersfrau Heydorn, während ſie
ſchlief, mehrere Meſſerſtiche. Es gelang der Frau,
ans Fenſter zu eilen und um Hilfe zu ſchreien. Die
Paſ=
ſanten ergriffen den Verbrecher. Die Frau wurde
lebens=
gefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht.
— Zürich, 24. Febr. Auf dem Kai von Bon Port in
Montreux erfolgte ein Einſturz in dem Augenblick, als
ein zweiſpänniges Fuhrwerk darüber fuhr. Wagen und
Pferde verſchwanden in dem See. Die Inſaſſen
konnten gerettet werden.
H. B. New=York, 24. Febr. Der Schneeſturm hat
faſt in ganz Amerika große Verwüſtungen angerichtet.
Der Sturm erreichte mitunter eine Geſchwindigkeit von
mehr als 100 Kilometer in der Stunde. Tauſende von
Telegraphenleitungen ſind umgeweht und die Drähte
zer=
riſſen. Der Eiſenbahnverkehr zwiſchen New=York und
Denver iſt faſt vollſtändig unterbrochen. Zwiſchen Buffalo
und Chicago ſitzt ein halbes Dutzend Züge im Schnee und
auf den großen Seen an der atlantiſchen Küſte und ſelbſt
im New=Yorker Hafen und auf dem Hudſon ſind
zahl=
reiche Schiffe geſcheitert. Beſonders ſchlimm war der
Sturm im Süden, wo zahlreiches Vieh vernichtet wurde.
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Statt beſonderer Mitteilung.
Heute ſtarb unſer lieber kleiner (4701
Kurt.
Augenarzt Dr. K. Schlippe
und Frau Gertrud, geb. Brückner.
Darmſtadt, den 24. Februar 1912.
Blumen u. Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Todes-Anzeige.
Heute morgen 4 Uhr entſchlief nach kurzem
Leiden mein guter Mann, unſer lieber Vater,
Großvater, Schwiegervater, Bruder und Onkel
Herr Theodor Jordan
Großh. Hoflackierer
im Alter von 61 Jahren.
(4705
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Katharina Jordan, geb. Struth.
Darmſtadt, den 25. Februar 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
2½ Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß
mein innigſtgeliebter Gatte, unſer treubeſorgter
Vater, Bruder, Schwager und Onkel (4704
Herr
Georg Dietrich
Grossh. Gerichtsvollzieher
heute morgen kurz nach 7 Uhr infolge eines
Herzſchlages verſchieden iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Minna Dietrich und Kinder:
Reinheim, den 24. Februar 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 27.
Fe=
bruar, nachmittags 2 Uhr, vom Portale
des Darmſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme an unserem so
schmerz-
lichen Verlust sagen aufrichtigen
Dank
(B4700
Pauline Seederer
Oberst Seederer
und Familie.
Darmstadt, 24. Februar 1912.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): „Die
Rivalin”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kammermuſik=Abend des Darmſtädter
Streich=
quartetts um 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟
Hauptverſammlung des Bezirksvereins
Johannes=
viertel um 8½ Uhr im „Frankfurter Hof”
Maskenball des Kellnerbundes U.=G. um 7.71 Uhr
im „Perkeo”
Konzerte: Kölniſcher Hof um 6 Uhr, — Hotel Heß
und Bürgerkeller um 8 Uhr.
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Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph, Rheinſtraße 2.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 27. Februar.
Hofreite=Verſteigerung des Hch. Obſt (
Teichhaus=
ſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite= ꝛc. Verſteigerung des Karl Aug. Klein
(Frankfurterſtr. 105) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht I.
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„Zum Löwen” zu Nieder=Ramſtadt.
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im Gundernhäuſer Gemeindewald (Zuſammenkunft auf
der Herrnwieſenſchneiſe am Pflanzgarten).
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Oberförſterei
Meſſel (Zuſammenkunft auf der Kreuzung von
Waizen=
born= und Schmellenbruchſchneiſe).
Kunſtverein. Täglich geöffnet von 11—4 Uhr,
Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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Die Rivalin.
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Eugen Ritter.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
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ſen, Arzt, Prof. Hr. Baumeiſter
Eliſe, ſeine Mutter Frl. Heumann
Margot, ſ. Frau Frl. Alſen
Wilh. Berger, Geh.
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Paul v. Naſſow,
Rittergutsbeſitzer Hr. Heinz
Horſt v. Raſſow,
ſein Sohn . . . Hr. Schneider
Fritz Wernicke,
Holzhändler . Hr. Jordan
Klara, ſ. Tochter. Frl. Gothe
Aug. v. Dalenberg Hr. Semler
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Amtsgerichtsrat. Hr. Hacker
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Dienstag, 27. Febr. 125. Ab.=V.
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Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 28. Febr. 126. Ab.=V.
B 32. Neu einſtud.: „Liebele i.n
Schauſpiel v. Schnitzler. Hierauf,
neu einſtudiert: „Das
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ſchiedsſouper” v. Schnitzler.
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1 Uhr nachmittags von New=
York über Neapel nach Genug.
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22. Februar 1 Uhr nachmittags
von New=York über Plymouth
und Cherbourg nach Hamburg.
Dampfer „Prinz Adalbert” von
Philadelphia kommend, 22.
Fe=
bruar 12 Uhr nachts Biſhop
Rock paſſiert.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Jagdhund. 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(4660
Bekanntmachung.
Polizeiverordnung,
betreffend die Entwäſſerung von Grundſtücken und die Anlage
von Gruben und Behältern zur Aufnahme von Regen= und
Schmutzwäſſern.
Auf Grund der Artikel 2, 32, 35 und 80 der Allgemeinen
Bau=
ordnung und der §§ 4, 6 und 8 der Ausführungsverordnung hierzu,
ſowie des Art. 56 der Städteordnung wird als Nachtrag zu den
§§ 14—19, 22, 23, 25—29 und 48 der Baupolizeiordnung vom 22.
Sep=
tember 1887 nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung,
unter Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes, und mit Genehmigung
Großh. Miniſteriums des Innern vom 23. Januar 1912 zu Nr. M.
d. J. 860, folgendes für die Stadt Darmſtadt hiermit verordnet:
§ 1. Bei Herſtellung öffentlicher Kanäle ſind die Regen= und die
Schmutzwäſſer von den an die Straßen grenzenden Grundſtücken in
die Kanäle einzuführen und die beſtehenden
Privatentwäſſerungs=
anlagen innerhalb zweier Jahre nach vom Tiefbauamt ergangener
Aufforderung zu beſeitigen oderrabzuändern. Die Neuanlage ſolcher
Entwäſſerungen, von Gruben und Behältern zur Aufnahme aller
Abwäſſer innerhalb kanaliſierter Stadtgebiete iſt verboten. Die
Bei=
behaltung von waſſerdichten Gruben und dergleichen, ſowie deren
Neuanlage kann nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung
in beſonderen Fällen geſtattet werden.
§ 2. Verfehlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen
unter=
lliegen den Strafvorſchriften des Art. 80 der Allg. Bauordnung.
Neben der Strafe kann die Bürgermeiſterei auf Grund des Art. 56
Ziffer 3 der Städteordnung die zur Herbeiführung ordnungsmäßiger
Zuſtände erforderlichen Zwangsmaßregeln auf Koſten der Schuldigen
anordnen.
(4695oo
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt ſofort in Kraft.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des
Waſſer=
rohrnetzes in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 26. zu Dienstag, den
27. Februar 1. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke 1 und II.
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der
Bismarck=
ſtraße, weſtlich vom Paradeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraße,
zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und Wilhelminenſtraße, weſtlich des
Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße und
Heinrichs=
ſtraße, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der
Heinrichs=
ſtraße von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelberger=Straße, öſtlich
des Teiles der Heidelberger=Straße, zwiſchen Heinrichsſtraße und
Eſchollbrücker=Straße, nördlich der Eſchollbrücker=Straße, zwiſchen
Heidel=
berger=Straße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee von der
Eſcholl=
brücker=Straße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=
Bahn zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken
der Wilhelminenſtraße und der Heinrichsſtraße und die Nordſeite der
Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und Wilhelminenſtraße.
Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurter=Straße, zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 28, zu Donnerstag,
den 29. Februar I. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke III und IV.
: In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich
der Bismarckſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die
Straßenzüge nördlich der Holzhofallee und weſtlich der Main=Neckar=
Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden
mitge=
ſpült die Frankfurter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung
nach Arheilgen und die Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles
der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Heinrichs= und Rheinſtraße, ſüdlich
des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=
Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=Ludwigs=Platz und Marktplatz,
ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des Teiles der
Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des
Teiles der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der
Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs=
und des Marktplatzes und die Oſtſeite des Wilhelminenplatzes, ferner
wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 2. zu Sonntag, den
3. März I. Js. werden geſpült:
die Spülbezirke VI und VII.
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw.
Alexander=
ſtraße und Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=,
Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz, ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis
zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen iſt die
Mathilden=
höhe, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
(4541so
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Verſteigerung
von Ziegelei= u. landwirtſchaftlichen Geräten.
Mittwoch, den 28. Februar I. J., vorm. 10 Uhr,
verſteigere ich auf der ſeitherigen Ziegelei der Firma A. & J.
Gan=
denberger, an der Straße zwiſchen Pfungſtadt und Hahn gelegen,
folgende Gegenſtände:
3 Kippwagen, 8 Etagenwagen, 8 Schärchkarren, 5 eiſerne
Karren, 7 Schubkarren, 10 alte Karren, 285 Hageböcke, 400
Strohdecken, 1 Ventilator, 1 Pult, 2 Tiſche und 20 Stühle;
ferner; 1 zweiſitz. Break, 4 Einſpänner= und 4 Zweiſpänner=
Wagen, 1 Mähmaſchine, 1 Heuwender, 1
Dickwurz=
mühle, 1 Häckſelmaſchine, div. Ackergeräte, als Pflüge,
Eggen ꝛc., 2 Paar Ernteleitern mit Zubehör, verſch. alte
Kummete, 2 Jauchefäſſer, 1 Partie altes Bauholz und
Dachſchiefer.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden nur gegen
ſofortige bare Zahlung ſtatt.
(4538so
Darmſtadt, den 24. Februar 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Täglich frisch gelegte Eier
empfiehlt J. Triebert,
Viktorioſtraße 63. hitr (*4102mfo
Gasherd 2.50, 1. kl.
Gas=
lampe, f. Küche od. Gang, 2.50
zu verk. Karlſtr. 29, 1. St. (*4529
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Umpflügen von
an Feldwege
ſtoßen=
den Grundſtücke.
Vor der jetzt beginnenden
Feld=
arbeit machen wir hierdurch darauf
aufmerkſam, daß das Einpflügen
in die Feldwege, ſowie das
ſcha=
denbringende Wenden der Pflüge
auf denſelben verboten iſt, und
Zuwiderhandlungen gemäß den
Beſtimmungen der Art. 49 und 51
des Feldſtrafgeſetzes Strafe nach
ſich ziehen.
Das Feldſchutzperſonal iſt
an=
gewieſen, die Befolgung dieſes
Ge=
bots zu überwachen und
Zuwider=
handelnde unnachſichtlich zur
An=
zeige zu bringen. (4602so
Darmſtadt, 21. Februar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Jaeger.
Schulgeld-Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium und deſſen
Vor=
ſchule, die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchulen, die Großh.
Liebigs=Oberrealſchule, die
Vor=
ſchule der Großh. Gy mnaſien,
die Viktoriaſchule, das
Lehrer=
innen=Seminar, die
Eleonoren=
ſchule und die Mit telſchulen für
das I. Kalender=Vierteljahr
1912 iſt, bei Meidung der
Mah=
nung, bis Ende lfd. Mts. an
den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
(3918a
Darmſtadt, 12. Februar 1912.
Die Stadtkaſſe.
I. V.: Hahn.
Bekanntmachung.
Montag, 11. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Balle zu
Frankfurt a. M und dem Jakob
Mohr zu Darmſtadt, im
Grund=
buch der Gemarkung Darmſtadt
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 112 3723¾/10 Hof= )
Die=
reite (burger=
III 110¾10 198 Grab=ſtraße
garten! Nr. 96,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K143/11
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2737
Bekanntmachung.
Montag, 25. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Gaſtwirt Philipp
Adam zu Nieder=Modau, in
Grundbuch der Gemarkung Darm
ſtadt zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
35 149¾/10 286 Hofreite
Heinheimer=
ſtraße Nr. 75,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K7/12
Darmſtadt, 31. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V3729
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die Nutzholz=Verſteigerung
Nr. 13 unterm Heutigen iſt
geneh=
mnigt. Ueberweiſung des Holzes
und erſter Abfuhrtag iſt Montag,
den 4. März 1912.
Darmſtadt, 23. Februar 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann. (4663
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Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 67795 bis 100000 und
Nr. 1 bis einſchließlich Nr. 2641 werden aufgefordert, die Verſatzzeit
der Pfänder verlängern zu laſſen. Bis Ende Februar ds. Js. iſt
die einfache, vom 1. bis 9. März 1912 die doppelte
Verlängerungs=
gebühr zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis 9. März ds. Js. nicht
ver=
längert wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 20. April ds. Js.,
vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 22. April ds. Js.
ab, werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
(689a
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Städtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul.
Stamm=, Nutz= und
Brennholz=Versteigerung.
Mittwoch, den 28. Februar, vormittags 10 Uhr
anfangend,
laſſen die Unterzeichneten aus ihren in hieſiger Gemarkung gelegenen
Privat=Waldparzellen (neben der Otto’ſchen Fabrik) nachſtehende
Holz=
ſortimente öffentlich verſteigern:
23 Stück Kiefern=Stämme (meiſt Schnittholz) von 27—45 cm
mittlerem Durchmeſſer und von 4—15 m Länge,
Eichen=Stämme,
11 „ Eichen=Pfoſten von 16—31 cm mittl. Durchmeſſer
und 3—6 m Länge,
20 rm Kiefern=Scheiter,
24 „ Eichen=Knüppel,
54 „ Kiefern=Knüppel,
38 „ Kiefern=Stöcke,
1200 Stück Eichen=Wellen,
2800 „ Kiefern=Wellen.
(4624so
Zuſammenkunft an der Halteſtelle des neuen Schießhauſes.
Dek a
Darmſtädter Exhauſtoren, Kleinmotoren= und
Apparatenfabrik, G. m. b. H.
Stammholz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 29. Februar, vorm. 9½ Uhr
anfangend, ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt
Klings=
ackertanne
150 Kiefernſtämme von 4—16 m Länge und 19—52 cm
Durch=
meſſer, ſowie
675 Bohnenſtangen (Reisſtangen)
öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Es wird bemerkt, daß die Zuſammenkunft bei der
Stammholz=
verſteigerung am Beckerweg am Eingang des Waldes und bei der
Verſteigerung der Bohnenſtangen vormittags um 12 Uhr am
Ueber=
gang der Schlangenſchneiſe und Main=Neckar=Bahn iſt.
Eberſtadt, den 21. Februar 1912.
(4661oim
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Nutzholz-Verſteigerung.
(Harras.)
Dienstag, den 5. März l. Js., morgens 9 Uhr,
werden im „Darmſtädter Hof” in Griesheim aus Harras, Abt. 1,
8, 19 und 29, ſowie Trieſch, Abt. 1 — 120 fm Nutzholz verſteigert,
nämlich:
5 Eichenſtämme II. Kl. — 7,66 ſm
14
III. „ — 10,77 „
10
IV. „ — 4,31 „
38
V. „ — 13,23
68
VI. „ — 14,74 „
1 Birkenſtamm IV. Kl. — 0,54 fm
— 0,43 „
1 Kiefernſtamm I. „ — 2,55 „
12 Kiefernſtämme II. „ — 15,57 „
53
III. „ — 35,15 „
34
IV. „ — 15,05 „
Alle Stämme ſind an die Wege gerückt und gut abzufahren.
Entfernung an die Bahn 3—4 km. Unterſtrichene Nummern
wer=
den nicht verſteigert. Stammholzverzeichniſſe können von größeren
Abnehmern durch Herrn Förſter Decher unentgeltlich abgegeben
werden.
(4666of
Darmſtadt, den 18. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Grossh. Technische Hochschule zu Darmstadt
Abteilungen für Architektur, Ingenieurwesen, Maschinenbau,
Papierfabrikation, Elektrotechnik, Chemie (Elektrochemie und
Phar-
mazie). Allgemeine Abteilung (insbesondere für Mathematik und
Naturwissenschaften), Kursus für Geometer I. Klasse. Prüfungen zur
Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs und der Würde eines
Doktor-Ingenieurs. Fachprüfungen. Reichsprüfung für Pharmazeuten
und Nahrungsmittel-Chemiker. (Gegenseitige Anerkennung der Diplom-
Vor- und Hauptprüfung in Hessen und Preussen für den Staatsdienst
im Hochbau- Ingenieurbau- und Maschinenbaufache.) Beginn des
Studiums im Herbst oder zu Ostern. Aufnahmen vom 19. April bis
20. Mai. Beginn des Unterrichts 23. April. Programme gegen portofreie
Einsendung von 60 Pfg., Ausland 80 Pfg. Das Rektorat. (4678II
Messische Handels-Lehranstalt
Rheinstr. 6, II. Darmstadt
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I1. Halbjahrskurse zur Vorbereitung f. d. kaufm. Beruf.
Beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
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Neue Kurse beginnen: Dienstag, den 16. April.
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2—1 und 3—5 Uhr. gerichtl. beeidigt. Bücherrevisor.
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Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruk verboten.)
16)
Weil ſo harte Naturen wie Lührſen ſofort zart
wer=
den, wenn ein anderer Rührung zeigt, antwortete er: Du
haſt ganz recht, aber abſichtlich geſchieht es nicht. Sieh
mal, noch nicht ein Wort des Dankes haſt Du ihr geſagt,
ihr, die doch Dein, unſer Kind alle die Jahre behütet und
in dieſen Tagen gepflegt hat.
Du haſt recht, Gerdt. Aber ich bin ſo wund innerlich,
Du weißt nicht wie ſehr!
Das verſtehe ich vollkommen, Lilli, und jeder hier
be=
müht ſich, dieſe Lage, die nun einmal wurde und beſteht,
möglichſt zu erleichtern. Wir haben Dir Dein volles Recht
dort im Krankenzimmer eingeräumt.
Ah, auch das iſt nichts als Qual! Mein Kind iſt gegen
mich wie gegen eine Fremde. Betteln muß ich um Liebe,
was ſage ich, um Duldung meiner Gegenwart, betteln bei
meinem Kinde!
Ja, das iſt hart, Lilli! Aber ſei gerecht und laß uns die
Dinge anſehen, wie ſie ſind. Wir ſind doch beide keine
Naturen, die nach dem, was geſchah, nun ſo aneinander
hin=
gehen können. Pflichten und Rechte, die man einmal
auf=
gab, können nicht beliebig wieder zurückgenommen werden.
Ich weiß, wir durſten einnder nie wiederſchen, aber ich
konnte es nicht verantworten, da Franz ſo ſchwer krank
war —
Da begann ſie zu ſchluchzen. Sie ſetzte ſich dort, wo
Dora vorhin geſeſſen, legte die Arme auf das Nähtiſchchen
und begann zu ſchluchzen. Ja, ja, ſchlag nur zu, ich bin ja
wehrlos, eine wehrloſe Frau!
Er trat neben ſie und legte ihr ſeine ſchwere Hand auf
die Schulter. Ja, Lilli, wehrlos wurdeſt Du, denn ohne
Waffen iſt jeder, der ſein gutes Recht fortwirft. Früher
hieß das: ich bin ein freies, ſelbſtändiges Weſen, ich habe
mein Recht für mich. Wer ein Kind hat, gehört ſich nicht
mehr ſelbſt! Lilli, unſere Ehe war ſchon die letzten zwei
Jahre, ehe mein Vater ſtarb, keine Ehe mehr! Wir gingen
jeder unſeren eigenen Pfad. Ich konnte nicht mit Dir
gehen, denn alle die Menſchen faſt, an denen Dir lag, waren
mir in den Tod zuwider, und ich, ich lebte ſo einſam wie
nie vorher in meinem Leben. Wie Du mit dieſen
Lite=
raten und Schöngeiſtern umgingſt, das war mir alles
un=
verſtändlich, denn ich war, ja, ich war doch für Euch alle
nichts als ein — Philiſter, und das iſt beinahe ſchlimmer,
als wenn man ſilberne Löffel ſtiehlt!
Schlag nur zu, ſchlag nur zu! ſchluchzte Lilli auf.
Das will ich wahrlich nicht tun. Aber da es ſich nun
einmal ſo fügte, daß wir eine perſönliche Ausſprache haben
können, nachdem Du mich damals kaum anhören wollteſt,
ſonitich ſaiſtrchne Als ch bir aleht aſanget uche,
da hatte ich keine Menſchenſeele, der ich von meiner
äuße=
ren Not und von meinen Sorgen ſprechen konnte. Die
innere bittere Not mußte ich ſowieſo mit mir ſelbſt
ab=
machen. Das macht bitter und hart, Lilli. Dann kam
Dora Plattner. Sie hat an unſerem Kinde Mutterſtelle
vertreten, ſie war immer mutvoll, wenn ich glaubte,
ver=
zweifeln zu müſſen. Das ſchweißt Menſchen zuſammen,
enger und feſter als Leidenſchaften und Glück. Und, Lilli,
vergeſſen wir nicht, ſie bleibt, wenn — Du gehſt.
So war es denn heraus! Das mußte geſagt werden,
wenn nicht jede weitere Stunde zur unerträglichen Qual
werden ſollte. Sie wiederholte noch immer ſchluchzend
ſeine letzten Worte: wenn du gehſt.
Lilli, kannſt Du nicht groß genug ſein, Dich ſelbſt zu
bezwingen, um wenigſtens neue Disharmonien zu
ver=
meiden?
Hätter er nur nicht ſo ruhig, ſo weich geſprochen! Alles
andere würde ſie eher ertragen haben, ja ſelbſt einen
Wut=
ausbruch ſeinerſeits, aber er ſprach ja mit ihr wie mit
einem Kinde, dem man zureden muß, gut zu ſein. Da
wurde ſie wieder heftig und bitter: Ja, ohne Disharmonie,
ganz paſſiv, eine Fremde, Geduldete!
Das haſt Du nicht anders gewollt! ſagte er herbe und
ließ die Hand von ihrer Schulter gleiten, denn er verſtand
die ungeduldige Bewegung, die ſie machte.
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nicht recht? Iſt das die Arbeit, in der ein Mann wie Du
ſeine Fähigkeiten entfalten kann? Iſt das Deiner Bildung,
Deiner Fähigkeiten würdig, daß Du Dich hier abrackerſt
wie ein Knecht? Du mußt hier ja geiſtig verkommen! Es
iſt ja gar nicht anders möglich!
Da richtete er ſich hoch auf und lachte. Es war ein
herbes, kein freies, geſundes Lachen!
Geiſtig perkommen —? Das laß meine Sorge ſein.
Die Phraſen kenne ich alle. Und wenn das wäre, was tut
es? Hier entfalte ich moraliſche Fähigkeiten, und es iſt
die Frage, was mehr not tut. Ich denke, zielbewußt wollen
für eine Sache, das ganze Leben in eine Männerfauſt
preſſen und ſehen, was es wert iſt, das heißt für mich:
bil=
den, bauen, das iſt Bildung! Mich hat alles hierher
ge=
rufen, die Natur der Dinge, meine Abſtammung! Hier will
ich unſerem Jungen das Heimatrecht erhalten, hier kann
er zu einem geſunden, freien Mann aufwachſen. Ich habe
in Deine, in Eure Welt hineingeſehen. Das iſt ein
Ge=
ſchwatz und Getue von ethiſcher Kultur. Worte, nichts als
Worte, klingende Worte und papierene Programme, mit
denen mein keinen Hund hinter dem Ofen hervorholt! Mag
jeder ſehen, wo er bleibt. So blind bin ich nicht, daß ich
nur meine Arbeit gute Arbeit nenye. Ich wollte hier
bleiben und ich bleibe, weil’s mir angemeſſen, vielleicht
an=
geboren iſt! Das iſt mein gutes Recht!
Er hielt tief aufatmend inne. Lilli ſah, wie ſein Auge
leuchtete, ſie hörte die Wucht in ſeiner Sprache, die tief aus
dem Innern quoll,
Gerdt, Gerdt, hätteſt Du damals ſo zu mir geſprochen,
ſo vor mir geſtanden, dann, dann —
Ah, damals —! Er ſtürmte einigemal durchs
Zim=
mer. Damals —? Da brach ja alles über mich herein.
Ich war noch jünger. Die Mutter lebte noch, zwar nur
noch ein Jahr, aber ſie lebte, und ich hätte doch, wenn ich
nicht einſpringen wollte, alles unter den Hammer bringen
müſſen. Das brachte ich nicht übers Herz! Die Tatſachen
waren Dir doch auch bekannt. Ich hatte geglaubt, ein
reicher Mann zu ſein, und war arm. Da war nur ein
Ge=
danke in mir, nenn’s Trotz, der da rief: Gib nicht nach, du
biſt doch ein Mann, der etwas kann! Und dann Du,
Lilli — —? Kaum, daß ich die Abſicht äußerte, da ſtandeſt
Du auf. Unmöglich ſei es, Wahnſinn! Eine Scholle
Lan=
des, was daran läge? Ganz recht, das konnteſt Du nicht
verſtehen, aber Du hatteſt auch nicht die Spur von Achtung
vor meiner Art, die Dinge anzuſehen. Du ſtandeſt auf und
riefſt: Ich habe auch Pflichten gegen mich ſelbſt, ich habe
auch meinen Beruf, auch ich bin Kämpferin, und zwar für
mein Geſchlecht! Du könnteſt Dich nicht vergraben hinter
Erbſen, Bohnen und Kochtöpfen! Gut, da zog ich einen
Strich. Ich wollte Dir nicht die Freiheit nehmen, denn
Du hatteſt von Deinem Standpunkt aus ebenſo recht wie
ich von meinem. Der Strich mußte gezogen werden!
Hör auf, Gerdt, Du quälſt mich maßlos!
Das will ich nicht, bei Gott nicht! Ich war auch
ſtarr=
köpfig! Das andere wiſſen wir ja. Ein hartes Wort gab
das andere, weshalb die alten Geſchichten aufrühren.
Bet=
teln, Dich bitten? Das konnte ich nicht. Andere Männer
ulbten dis kinen, ic auns ichif Zuiget wall ich
Dich nicht, auch nicht durch Bitten oder Ueberredung. Es
iſt ja nun vorüber, und wir werden genug zu tun haben,
um es zu vergeſſen.
Er hatte ſich auf einen Stuhl geſetzt, und ſie kam ihm
näher und legte die Hand auf ſeinen Arm. Ja, Gerdt,
ver=
geſſen —, aber auch vergeben —? Das heißt, uns
gegen=
ſeitig. Ich habe vergeben —1
O, das habe ich auch. Es gibt Stunden, wo ich ohne
Bitterkeit daran denken kann. Du konnteſt nicht gegen
Deine Natur, wie ich nicht gegen meine, und in einem
ſolchen Falle trennt man ſich eben.
Und nicht vergeſſen —, Gerdt?
Ich weiß nicht. Ihr Frauen könnt das wohl eher,
weil ihr ganz anders liebt. Ihr könnt ſo etwas vielleicht
auswiſchen, wie man mit einem Schwamm über eine
Schie=
fertafel wiſcht. Einem Mann, einem gereiften Mann wird
es ſchwerer.
Ich weiß, ich kann’s verſtehen jetzt. Ihre Hand ſank
langſam von ſeinem Arm herunter, und ſie trat ans Fenſter.
Ganz ſtill war es! Sie erkannte doch nicht ganz klar,
daß ein Mann, der ſo über jene Zeiten und Dinge ſprechen
konnte, innerlich damit fertig war, ihre fremder geworden
war, als ſie wußte. Ganz leiſe, unbewußt, war in ihr
wieder etwas lebendig geworden, von dem ſie ſich noch
keine Rechenſchaft gab. Ja, Lührſen war in dieſen Jahren
ein anderer geworden. Ihr erſchien er beinahe wie ein
neuer Menſch, den ſie früher nicht ſo gekannt hatte.
(Fortſetzung folgt.
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12 Bochumer Bergb. und
Gußſt. . . . . . .225,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 185½
10 Gelſenkirchener . . . . 201,75
7 Harpener .
. . . 194,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 255,25
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . .
. 89,00
4 Laurahütte . . . . . . 178,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 192,00
10
5 South Weſt Africa . 155,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 90,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,00
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . .. 75,80
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn
80,20
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 100,00
In Proz.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,50
55,40
do.
26
3 Raab=Oedenburg . .
4 Kronprinz Rudolfbahn 96,00
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 89,10
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,90
do.
4 Wladichawchas . . . . 101,60
4 Rjäſan Koslow . . .
79,70
3 Portugieſ. Eiſenb.
92,00
do.
24/ Livorneſer . . . . . 71,30
3 Salonique=Monaſtir 66,90
84,50
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,00
4 Miſſouri=Pacific . . . . 73,90
4 Northern=Pacific . . . 101,00
95,50
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
88,70
Francisco . .
99,90
5 Tehuantepec . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,00
8½ Bergiſch=Märkiſche
150,60
Bahn . . . .
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 173,30
6½ Darmſtädter Bank . 125,50
12½ Deutſche Bank . . . 264,25
6 Deutſche Vereinsbank . 125,50
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 119,10
10 Diskonto=Kommandit 190,90
8½ Dresdener Bank . . 158,25
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,50
6½ Mitteld. Kreditbank 121,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 126,40
5½ Pfälziſche Bank . . 130,25
6.48 Reichsbank . . . . . 139,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . 133,30
Wiener Bankverein . 138,50
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 99,20
Zf. Pfandbriefe. In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . .
. 90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 100,00
do.
89,75
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 101,10
do.
90,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 100,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
. 100,85
18—23.
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
90,30
S. 3—5 .
90,10
S. 9—11
90,20
4 Meininger Hyp.=Bank 100,20
do.
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 99,10
3½ do. (unk. 1914) . . 89,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
do.
90,60
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
3½ do.
4 Frankfurt.
.100,90
3½ do.
96,00
4 Gießen
do.
31
-
4 Heidelberg
3½ do.
89,60
4 Karlsruhe
.100,00
3½ do.
90,50
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
do.
4 Mannheim
3
do.
90,20
München .
100,10
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
99,90
do.
90,80
-
4 Offenbach
In Proz.
3½ Offenbach
99,80
4 Wiesbaden .
3½ do.
90,40
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do.
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3½ Cöln=Mindner 100 136,40
3 Holl. Komm. . fl. 100 105,75
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Pfand=
briefe . . . . . . . 137,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,20
3 Oldenburger . . . . . . 124,60
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger .
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Braunſchweiger Tlr. 20 200,50
Freiburger
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Mailänder
Fs. 45
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do.
.fl. 7 35,50
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Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 527,00
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Venediger .
Fs. 400 171,80.
Türkiſche .
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
20,47
20 Franks=Stücke
16,24
Amerikaniſche Noten
4,19
Engliſche Noten
20,48
Franzöſiſche Noten.
81,25
Holländiſche Noten.
169,35
Italieniſche Noten .
80,70
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
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ſeitherigen Stellungen zur
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fügung. Näh. bei Frau M. Wittich,
Eichbergſtraße 1. (4298t
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der Haushaltungsbranche ſucht
Stell. Off. u. L. 51 a. d. Exp. (*4395
gewandt
Intell. jg. Mädchen, im Ma
ſchinenſchr. u. Stenogr. m. g. Zeugn.
wünſcht bald. paſſende Stelle. Off.
erb. unter L 49 a. d. Exp. (4581so
Jung. Fräul., das Stenogr. u.
Schreibmaſch. gel. hat u. ſch. prakt.
tätig war, ſucht Stelle. Off. unt.
M3 an die Exp. d. Bl. (*4580oi
Schneiderin, ſelbſt., tücht., empf.
ſich in u. auß. d. Hauſe. Karte gen.
Preis mäß. Soderſtr. 22, pt. (*4555
Frauleln, Stellg.,
noch in
i. Nähen
u. Büg. bew., ſucht ſof. Stellg.
Be=
dingung: Familienanſchl. u. etwas
Taſcheng. Off. u. L.80 a. d. Er. (*4530
Unabhängige Frau ſucht 2 Std.
morgens Laufdienſt Karlſtr. 64,
Seitenbau, F. Gallei. (*4334fo
Aelt. Fräul. ſ. Stell. b. ält. Herrn o.
Dame, Lohn 15 M. monatl., g. Beh.
erw. Off. u. L.70 a. d. Exp. (*4501so
Beſſeres Mädchen
in allen Arb. erfahren, ſucht Stelle
als Stütze oder Haushält. bei einz.
Herrn od. Dame a. 1. Apr. od. ſpät.
Off. u. L. 83 a. d. Exp. d. Bl. (*4542
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Mitte dreißig, aus guter Familie,
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ält. Herrn od. zu mutterloſ. Kindern.
Off. u. L 79 a. d. Exp. (*4538oms
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ſucht Stell. in einem kl. Haushalt
od. zu ein. Kinde. Zu erfr. Gervinus
ſtraße 30, p. v. nachm. 3 Uhr ab. (*4534
8 Jahre, ſucht
Hausmädchen, Stelle, a. liebſt
bei Kindern, zum 1. evtl. 15. März.
Off. u. A 18 hauptpoſtlagd. (*4531
ſucht Stell. in beſſer.
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Morneweg, Wwe., Goetheſtr. 20. (B4569
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Allein=
mädchen, welche kochen und nicht
kochen, ſof. u. ſpäter durch Johannette
Weißmantel, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*4569
Fleiſige Frau hat noch einige
Tage frei im Waſcher, u. Putzen.
(*4572
Näheres Expedition.
Geb. Fräul. mitl. Alters, mit
erſtkl. Zeugn., ſucht ſelbſtänd.
Wir=
kungskreis in frauenl. Haushalt.
Offert. unter M 1 an die Exped.
(*4571om
dieſes Blattes.
Tücht. Waſchfrau n. n. Kund.
an Lauteschlügerstr. 13, pt. r. (*4577
Männlich
Handels-
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kfm. Praxis, ſucht ſich per Oſtern
zu verändern. Gefl. Anfragen
unter L 99 an die Geſchäftsſtelle
(*4567osm
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Kaufmann ſucht
Vertrauensstellung,
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die Exvedition. (*4192do
Schriftliche Heimarbeiten
werden korrekt und prompt
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an die Expedition ds. Bl. (*4181do
Junger Mann
aus der Umgegend, welcher Oktbr.
ſeine Lehrzeit in Kurz= u.
Manu=
faktur hier beendigte, ſucht Stellung
unter beſcheid. Anſprüchen. Gutes
Lehrzeugnis ſteht zu Dienſten. Of
unter L. 90 a. d. Exp.
(*4545
Janger Mann
24 Jahre alt, mit kaufm. Bildung
Suchr Stelle
im Odenwald oder an der
Berg-
strasse. Off. u. F. L. M. 8696
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(4677M)
Junger Mann
23 Jahre, militärfrei, in noch
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gekünd. Stellung, mit la Zeugn.,
ſucht Engagement als Platzmeiſter
oder ſonſtigen Vertrauenspoſten.
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Hefl. Offerten unter L. 97 an die
Expedition.
(*4565oms
Tüchtig. Schriften=und
Plakat=
naler ſ. feſt. od. zeitw. Engagement.
Off. u. L 92 an die Exped. (*4556
Suche für einen Jungen ſ(Waiſe)
zu Oſtern Lehrſtelle auf Bureau.
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geſucht Viktorigſtr. 41. (*4541
Eiiige Nädchen
(über 16 J. alt) f. leichte Fabrikarb.
geſ. Pallaswieſenſtr. 153. (*4544oi
welches
Tücht. Dienſtmädchen, aut
bürgerl. kochen kann, ſofort geſucht.
Herber, Wilhelminenſtr. 10. (*4350fso
Ein jüng. Mädchen für
Haus=
arbeit tagsüber geſucht. (4446a
Adam Bender, Karlſtraße 51.
zum 1. April als
Geſucht Köchin ein
zuver=
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Mitte d. 20er Jahre, d. etw.
Haus=
arbeit neb. Hausmädch. übernimmt.
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Jugenheim a. d. Bergstr. (4477fso
Brav. Mädchen
nicht zu jung, d. gut kochen kann,
zum 1. April in herrſch. Haus
ge=
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4 Jahr im Dienſt. Gefl. Offert.
unt. L. 63 an die Exped. (B4631
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Kochen und Bügeln verlangt
*4476soi) Saalbauſtr. 69, 2. Stock.
Saub., brav. Laufmädch. ſof. oder
1. März geſ. Roßdörferstr. 40. (*4497so
oder Frau tagsüber
Mädchen f. Hausarb. p. 1. März
geſucht Waldſtr. 30, part. (*4553
in braves Mädchen
das kochen kann ſofort geſucht
Fuchsſtr. 21, 1. Etage. (*4550omd
Laufmädchen geſucht für
tags=
über Erbacherſtraße 67, II. (*4570
für tagsüber. Grafenſtr. 41. (*4554
Laufmädchen geſucht
Ludwigſtraße 11, Stb.
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von 17. bis 20. Jahr, das ſich der
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Vertr. engag. werden können, desh.
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Die Reformationskirche als
Gedächtnis=
kirche.
Daß für den Bau der geplanten neuen Kirche nicht der
ideale Gedanke, der Reformation ein Denkmal in unſerer
Stadt zu errichten, entſcheidend iſt, ſondern die
unabweis=
bare Notwendigkeit der Weiterentwickelung unſerer
teil=
weiſe noch rückſtändigen evangeliſchen
Gemeindeverhält=
niſſe, wurde kürzlich in einem Artikel dargetan. Aber
jener ideale Geſichtspunkt verdient es gleichwohl, noch
einmal beſonders hervorgehoben zu werden. Denn die
neue Kirche ſoll, ſo hofft man, in dem großen
Jubiläums=
jahre 1917 ihre Vollendung erleben und den bedeutſamen
Namen „Reformationskirche” erhalten. Sie wird alſo
ſchon durch ihren Namen und ihre Entſtehungsgeſchichte
zu einem ſichtbaren Zeugnis der unermeßlichen und
un=
auslöſchlichen Dankesſchuld werden, die wir Evangeliſchen
bei dem Worte „Reformation” empfinden. Darmſtadt
gehört zwar nicht zu den „Lutherſtädten”, die ſich rühmen
dürfen, den großen Reformator in ihren Mauern geſehen
zu haben „aber es gehört zu den Städten, deren Bürger
ſchon im Frühling der erſten reformatoriſchen
Begeiſter=
ung dem neuen Glauben ihre Herzen öffneten, und es iſt
die Reſidenz des einzigen regierenden Fürſtenhauſes, das
ſeine Geſchichte auf den in Kämpfen und Leiden der
Reformation ſo ritterlich bewährten Landgrafen Philipp
den Großmütigen zurückführt. Wir ſind noch immer ſtolz
darauf, daß dieſer Mann mit dem weitſchauenden Auge
und dem furchtloſen Herzen unter den heldenmütigen
Vorkämpfern und Schirmherren des Proteſtantismus
einen der hervorragendſten Plätze einnimmt, und daß er
kühn genug war, aus den reformatoriſchen Gedanken
alsbald die praktiſchen Folgerungen nicht bloß für das
religiös=kirchliche, ſondern auch für das ſtaatliche,
wiſſen=
ſchaftliche und ſoziale Leben zu ziehen. Aber dieſer
be=
rechtigte, edle Stolz hat doch nur dann einen ſittlichen
Wert, wenn er ſich auch da zeigt, wo es gilt, den Sinn
und Geiſt der Väter zu bewähren in opferwilliger und
freudiger Hingebung an die dringenden Aufgaben der
Gegenwart. Und dazu gehört, und wahrlich nicht an
letzter Stelle, die Gewinnung und Organiſation von
lebendigen, widerſtandsfähigen Gemeinden, in denen die
evangeliſche Kirche ihre unüberwindlichen Bollwerke gegen
die heranbrauſenden Sturmfluten findet. Der
Proteſtan=
tismus beſitzt keine äußeren Machtmittel, er verzichtet auf
jede Anwendung von Zwang, aber er kann ſich nicht
be=
gnügen mit einem ſtillen Privatchriſtentum; er muß, um
auf die Volksſeele und auf das Volksleben Einfluß zu
gewinnen, ſeine Stärke in dem Leben und der Arbeit der
Gemeinden ſuchen. Wer dafür Verſtändnis hat, der weiß
auch, welche Aufgaben gerade in unſeren Städten noch
ihrer Löſung harren, und wie darum jeder Schritt, der
uns in dieſer Richtung voranführt, die Beachtung und
Unterſtützung aller der Kreiſe verdient, denen die Zukunft
der evangeliſchen Kirche und unſeres Volkes am Herzen
liegt. Aus ſolchen Erwägungen leuchtet es dann auch
klar hervor, daß der Gedanke, das 400jährige Jubiläum
der Reformation mit dem Jubiläumsgeſchenk einer
Ge=
dächtniskirche in unſerer Stadt zu krönen, nicht nur ſinnig
und ſchön iſt, ſondern auch ein dem Geiſt der Reformation
und den Aufgaben der Gegenwart entſprechendes
Tat=
bekenntnis fordert, das der großen Erinnerung würdig
iſt. Das Jubiläum wird reden von der gewaltigſten
Glaubens= und Gewiſſenstat in der deutſchen Geſchichte,
von den Helden, die in kraftvoller Begeiſterung alles
ein=
geſetzt haben, und von der unausdenkbaren Segensfülle,
die wir empfangen haben; aber es wird uns auch fragen,
ob in uns, den Kindern und Erben der Reformation, von
der hohen Geſinnung jener großen Zeit noch etwas lebt.
Mögen die Steine der zukünftigen Reformationskirche an
ihrem Teile den kommenden Geſchlechtern unſerer Stadt
und unſeres Landes bezeugen, daß wir Menſchen von
heute für die Helbentaten und das Geiſteserbe der Väter
mehr übrig haben, als — hohe Worte!
N.-V.
Sport.
sr. Preisreiten des Berlin=Potsdamer
Reiter=Vereins. Die erſte Berliner Reit= und
Fahrſport=Woche erreichte am Freitag mit dem
Preis=
reiten des Berlin=Potsdamer Reiter=Vereins ihren
Ab=
ſchluß. Die Konkurrenz fand in der großen Arena des
Sportpalaſtes in der Potsdamer Straße ſtatt, deſſen weite
Halle von einem vornehmen Publikum dicht gefüllt war.
Faſt alle Kavallerie=Regimenter der Berliner und
Pots=
damer Garniſon waren vertreten; ein eleganter
Damen=
flor umſäumte die Ränge. Punkt 11 Uhr traf der Kaiſer
ein und nahm in der Hofloge Platz. Anweſend waren
ſerner Prinz Eitel Friedrich und Gemahlin, Prinzeſin
Friedrich Leopold mit ihrer Tochter und ihrem älteſten
Sohn, dem Prinzen Siegismund, Herzog Ernſt Günther
zu Schleswig=Holſtein, Prinz Georg von Griechenland,
Erbgroßherzog von Mecklenburg=Strelitz, Herzog zu
Ra=
tibor, Generaloberſt von Pleſſen, die Generäle v. Keſſel,
v. Scholl, v. Dulitz, v. Longchamp=Berier, Prinz Max
von Hohenlohe, Oberlandſtallmeiſter v. Oettingen,
Ober=
ſtallmeiſter v. Reiſchach, Vize=Oberſtallmeiſter v. Eſebeck,
Major Graf Spee, Polizeipräſident v. Jagow,
Flügel=
adjutant des Kaiſers, Major Freiherr v. Holzing, der
ruſſiſche General Tatiſchew u. a. m. Das Programm
um=
faßte vier Konkurrenzen, in denen faſt durchweg
aus=
gezeichnetes Pferdematerial gezeigt und gute Leiſtungen
geboten wurden. Um den Kaiſerpreis entſpann ſich ein
ſcharfer Kampf. Leutn. F. v. Zobeltitz, der ſeinen von
der Rennbahn her bekannten ausgezeichneten Steepler
Lord Forfar ritt, kam dadurch um die Siegesehren, daß
der Fuchswallach, dem ſonſt auf der Rennbahn kein
Hin=
dernis zu ſchwer iſt, eine leichte Hürde refüſierte. Die
Trophäe des Oberſten Kriegsherrn errang Rittmeiſter
von Schlick auf ſeinem engliſchen Fuchswallach Oreſt. Der
von Leutn. Freiherr v. Marſchall geſteuerte alte
Fuchs=
wallach Nord des Prinzen Eitel Friedrich wurde außer
Konkurrenz Zweiter. Im Prinz Friedrich Leopold=Preis
für Vollblutpferde ſiegte der bekannte Herrenreiter Leutn.
Graf Holck auf ſeinem 6jährigen braunen Hengſt Candeal.
er. Goldpokal von Davos. Das
Internatio=
nale Bobsleigh=Rennen um den Goldpokal von Davos
wurde am Freitag nachmittag bei trübem Wetter auf der
Schatzalp=Bobbahn ausgefahren. Wie gemeldet wird,
ſiegte der von Herrn Lüders=Charlottenburg geſteuerte
Bob „Torpedo” in der Rekordzeit von 3 Minuten 14½
Sekunden. Die Mannſchaft des ſiegreichen Bobs beſtand
außer dem Steuermann aus den Herren Driewer=
Düſſel=
dorf, Baron Seckendorff=Bayern und Bocci=Italien. Als
Zweiter kam „Jeanne d’Arc” in 3118,3 vor „Splendide‟
in 3:19,3 ein, während der Bob „Biuls” ſtürzte. An dem
Rennen nahmen elf Fahrzeuge teil.
Luftfahrt.
sr. Der Kampf um die Wright=Patente,
der ebenſo wie in Frankreich und in Amerika, auch in
Deutſchland tobt, hat in Deutſchland nunmehr zu einer
Entſcheidung des Patentamtes geführt, durch die der
Hauptanſpruch der deutſchen Wright=Patente für
nich=
tig erklärt wurde. Die Inhaber des Patentes haben
nun noch einen Beſchwerdeweg am Reichsgericht offen.
sr. Neue Schnelligkeitsrekorde für
Flugmaſchinen wurden, wie ſchon kurz gemeldet,
von dem franzöſiſchen Aviatiker Vedrines in Frankreich
aufgeſtellt. Bei günſtigen Witterungsverhältniſſen gelang
es Vedrines, mit einem Deperduſſin=Eindecker, der mit
einem 140pferdigen Gnom=Motor ausgeſtattet war, alle
beſtehenden Weltrekorde bis zu 200 Kilometer zu drücken.
Vedrines flog 50 Kilometer in 19:03½, 100 Kilometer
in 37:48½, 150 Kilometer in 56:41½ und 200 Kilometer
in 1.15.20½ Sekunden. In einer Stunde legte er 159,303
Kilometer zurück. Die ſchnellſte Runde von 7 Kilometer
abſolvierte er mit einer durchſchnittlichen
Stundenge=
ſchwindigkeit von 169 Kilometer. Von den alten Rekords
hielt Bathiat denjenigen über 50 Kilometer mit 20143½,
den über 100 Kilometer mit 41:28½. Der 200 Kilometer=
Rekord wurde bisher von Tabuteau mit 1154:21 gehalten.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 24. Febr. (
Börſen=
wochenbericht.) Die Börſe war auch in der
abgelaufe=
nen Geſchäftswoche ſehr ſtill und die Stimmung im ganzen
unluſtig. Daß die Warnungen des Reichsbankpräſidenten
bezüglich der Kreditfrage gerade kurz vor Beginn der
Bau=
periode einſetzten, hat weiterhin verſtimmt. Nachdem im
vorigen Jahre eine mäßige Belebung des Baugeſchäfts zu
verzeichnen war, hat man auf das heurige Frühjahr
ziem=
lich viel Hoffnungen geſetzt und ſich auch für unſere
In=
duſtrie von einer Ausdehnung der Bautätigkeit manches
verſprochen. Auch am Geldmarkt ſind die Verhältniſſe noch
ungeklärt; doch dokumentiert die kleine Ermäßigung des
Privatdiskonts auf 3½0, wenigſtens eine Erleichterung.
Es ſind Ausſichten vorhanden, daß die Bank von
Frank=
reich vielleicht eine Herabſetzung ihrer Zinsrate vornehmen
wird und, falls dieſer Fall eintritt, dürfte unſere Reichsbank
ebenfalls mit einer Ermäßigung, wenn auch um ein halbes
Prozent, nachfolgen. Der Wochenſchluß bleibt ohne
Be=
lebung und machte ſelbſt der recht günſtige Abſchluß der
Berliner Handelsgeſellſchaft, die 9½ Proz. verteilt, keinen
Eindruck, weil ihm die Nachricht gegenüberſtand, daß bei
der Roſtocker Bank die flüſſigen Mittel durch Ausgabe von
Prioritätsaktien verſtärkt werden ſollen. Dies ähnelt ſehr
einer Hilfsaktion.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, ſind
Deutſche Renten bei kleinen Umſätzen gut behauptet.
Die an den Markt zurückſtrömenden neuen deutſchen
Reichsanleihen wurden mit einer geringen
Ab=
ſchwächung ſchlank aufgenommen. Von den ausländiſchen
Staatsfonds iſt die Feſtigkeit der türkiſchen Werte
bemer=
kenswert. Man hat unverminderte Hoffnung auf eine
ſchließliche Einigung zwiſchen Italien und der Türkei.
Griechiſche Anleihen waren höher, im Zuſammenhang mit
der Beſſerung in den Einnahmen der
Staatsſchuldenver=
waltung. Chineſen ebenfalls anziehend auf die ausſichts=
volle poliſche Sitnakton in der neuten Rehublit. Am
Bankenmarkte ſchließen Diskonto=Kommandit und Berliner
Handelsgeſellſchaft befeſtigt, ſonſt ſind die Veränderungen
geringfügig. Transportaktien bekundeten eine gute
Hal=
tung, namentlich zeigten ſich Schantung bevorzugt und
ſteigend; ferner waren Hamburger Paketfahrt, Nordd,
Lloyd und Lombarden beſſer.
Am Montangebiet mußten die Kurſe faſt durchweg
nachgeben, trotzdem die Berichte aus den heimiſchen
In=
duſtriebezirken über die derzeitige Lage fortdauernd
be=
friedigend lauten. Man befürchtet hingegen eine neue
Ar=
beiterbewegung im Ruhrgebiet, während die Nachrichten
vom engliſchen Streik heute beruhigend ſind.
Elektrizitäts=
aktien waren heute vernachläſſigt. Einen weiteren
Rück=
gang bis 194½ erfuhren Bergmanns Elektrizitäts auf die
Geldbedürfniſſe diefer Geſellſchaft und eine geringere
Di=
vidende gegen das Vorjahr. Ebenſo drückte die Ausſicht
auf Kapitalsvermehrung den Kurs der „Mannesmann”
bis 214.
Ein freundlicheres Bild bot der Kaſſainduſtriemarkt,
wo Kleyer bis 473¼, Holzverkohlung zu 292,60,
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Motoren bis 233, und Deutſche Gold= und Silberſcheide=
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13—14) 101,10 G., 3½proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (Serie
1—3) 90,30, 3½proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (Serie 4) 90,20,
Darmſtädter Bank 126½, Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft
124 G., Südd. Imm.=Geſ. (Mainz) 80 B., Lederwerke vorm.
Spicharz, Offenbach a. M., 276,50 G., Chemiſche Mühlheim
a. M. 75,30, Schantungbahn 134½, South=Weſt=Afrika
155½, Otavi=Anteile 92½, Otavi=Genußſcheine 62,—, 4
½=
proz. Ruſſen 100,40 G., 4proz. 1880er Ruſſen 92 G., 4proz.
1902er Ruſſen 91,45, 3¼oproz. Ruſſen 88 G., 3½proz. Ruſſen
86,40, 3proz. Ruſſen 82.25, 4proz. unifizierte Türken 92,10 G.,
4proz. Adminiſtrations=Türken 84,90 G., 4proz. konvertierte
Türken von 1905/1911 81,80 G., 4proz. Bagdadbahn 84,50,
5proz. Chineſen 100,20, 4½proz. Chineſen 95,95, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 99,—, 4½proz. Japaner 95,35,
4proz. Japaner 90,45, 3proz. Buenos=Aires 73 G.
Literariſches.
— Soeben erſchien in der bekannten „Kollektion
Nel=
ſon”, à 1 Mk. gebunden (Thomas Nelſon & Sons,
Leip=
zig) Victor Hugo: Ruy Blas. Les
Burgra=
ves. Das heutige Leſepublikum iſt meiſtens recht
ſchwer zu befriedigen und läßt ſich nicht ſelten durch
ſchöne Aufmachung über den wertloſen Inhalt manchen
Buches hinwegtäuſchen. Dieſes iſt nun nicht bei den
unter dem Sammeltitel „Collektion Nelſon”
veröffent=
lichten franzöſiſchen Werken zu befürchten, denn die
Ver=
leger legen augenſcheinlich ein großes Gewicht darauf,
nur die beſten Werke der allererſten franzöſiſchen
Auto=
ren in ihre Sammlung aufzunehmen und die
Aus=
ſtattung dem Inhalt entſprechend vornehm zu machen.
— Woher kommt das Wort Silhouette? Im neueſten
Heft der „Photographie für Alle” (Verlag der
Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft Berlin S. 61) wird
da=
rüber näheres mitgeteilt. In allerjüngſter Zeit iſt das
photographiſche Silhouettieren in Paris wieder „ſchick”
geworden, und zwar in einer neuen, originellen Form:
Man photographiert die Perſon zugleich mit ihrem, auf die
Wand geworfenen Schatten. Praktiſche Winke für die
Aus=
führung derartiger photographiſcher Schattenriſſe gibt dann
ausführlich Dr. Neuhann. Aus dem weiteren Inhalt dieſes
Heftes erwähnen wir die Artikel: Landſchaftsſtudien an
trüben Wintertagen” „Zwei neue
Entwickelungs=
methoden”, „Amateur und Urheberrecht”, einen Bericht über
den „Wettbewerb des Amateur=Photographenvereins
Lü=
beck” uſw.
— Was die Kindermode Neues bietet, erfährt jede
Mutter am beſten durch Bezug des Anfang Februar
er=
ſcheinenden „Jugend=Modenalbums und
reich=
haltigen Wäſchebuches” das, zum Preiſe von
50 Pfg. erhältlich, neben einer großen Anzahl eleganter
und praktiſcher Kinderkleider die letzten Erſcheinungen auf
dem Gebiete der Kindergarderobe bringt und dadurch
jede Mutter in den Stand ſetzt, ſich über die neue Mode zu
orientieren. Zu beziehen iſt das reich illuſtrierte Album
durch die Internationale
Schnittmanufak=
tur, Dresden=N. 8, oder durch deren Agenturen.
Doeh
Daser
eine neuartige Haushaltſeife
von
fabelhafter Waſchkraft.
Es iſt jeder Hausfrau aufs dringendſte anzuempfehlen, unbedingt einmal einen Verſuch zu machen, und ſie ſoll
zu dieſem Waſchverſuch empfindlichere oder beſonders verſchmutzte Sachen nehmen. Man wird die Wäſche nicht
wiedererkennen, ſo ſchön iſt ſie geworden.
Ein Stück Kavon=Seife (Preis 20 Pfennig) genügt zu dieſem Verſuch vollſtändig. Mit einem Stück Kavon=Seife
kann man einen ganzen Haufen Wäſche und andere Sachen waſchen. (Achtung! Die Kavon=Seife gibt ſofort Schaum.
Starkes Aufdrücken wie bei anderen Seifen iſt unnötige Verſchwendung! Bei richtiger Behandlung muß man mit
halb ſo viel Seife wie ſonſt auskommen.)
Wer mit Kavon=Seife einmal gewaſchen hat, nimmt keine andere Seife wieder.
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