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175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Eröffnung des neuen Bahnhofs in
Darmſtadt iſt für den 28. April in Ausſicht
ge=
nommen.
Der Reichstag wählte den Abg. Kämpf (Fortſchr.
Pp.) zum erſten Präſidenten und den Abg.
Dove (Fortſchr. Vp.) zum zweiten
Vizeprä=
ſidenten, nachdem Abg. Paaſche (nl.) dieſes Amt
niedergelegt hatte.
Der bayeriſche Kriegsminiſter Horn hat
ſeine Entlaſſung eingereicht, die genehmigt wurde.
Das neue Zeppelin=Luftſchiff „Viktoria
Luiſe” iſt geſtern zum erſten Male in
Friedrichs=
hafen aufgeſtiegen.
Die franzöſiſche Kammer nahm die
Flotten=
vorlage mit 425 gegen 73 Stimmen an.
Die belgiſche Kammer nahm ein Amendement
zum Bergarbeitergeſetz an, nach deſſen Inkrafttreten
der Streik in der Borinage geſetzlich beendet
wird.
Die ſerbiſche Skupſchtina wurde geſtern
aufge=
löſt. Die Neuwahlen finden am 14. April ſtatt.
Die japaniſchen Dampfer „Ryohamaru”, der
von Hakata kam, und „Morimaru” von Moji kommend,
ſind zuſammengeſtoßen. Beide ſind geſunken.
Im ganzen ſind 46 Perſonen ertrunken.
Juanſchikai hat den Titel „Bevollmächtigter
Organiſator der Republik” angenommen.
Die Gründe der Nationalliberalen.
* Zur Wahl des Reichstagspräſidiums
geht der Köln. Ztg. von führender parlamentariſcher
Seite folgende Darſtellung zu:
Die nationalliberale Reichstagsfraktion, die ſich in
allen Stadien ihrer Beratung zu einſtimmigen oder
nahe=
zu einſtimmigen Beſchlüſſen vereinigte, ging von
Anbe=
ginn an von zweierlei Grundſätzen aus. Sie erachtete
einerſeits die Beteiligung an einem ſchwarzblauen
Prä=
ſidium angeſichts des Wahlkampfes und der
Anſchauun=
gen der Freunde im Lande für ausgeſchloſſen;
ebenſo=
wenig konnte ſie ſich zu der Anſchauung bekennen, daß
ein reines ſogenanntes Großblockpräſidium möglich ſei.
Abgeſehen von ſachlichen Bedenken, die gegen den
letz=
teren Gedanken ſprachen, waren es die
Stärkeverhält=
niſſe der Fraktionen im Reichstage, die ein
Großblock=
präſidium als nicht arbeitsfähig und nicht von Dauer
erſcheinen ließen. Die ſachlichen Gründe gegen ein
Großblockpräſidium liegen zutage. Die Nationalliberale
Partei im Reiche hat die Großblockidee immer
zurückge=
gewieſen und kann ſie auch in einem Präſidium nicht
verwirklichen. Die ſcharfe Grenzlinie zwiſchen der
Na=
tionalliberalen Partei und der Sozialdemokratie muß
gezogen bleiben. Anderſeits liegen die
Fraktionsverhält=
niſſe im Reichstag ſo, daß Rechte und Linke annähernd
gleich ſtark ſind. Das Zentrum zählt heute 90 und unter
Hinzuzählung von 9 Elſaß=Lothringern und dem Grafen
Oppersdorf 100 Mandate. Die Konſervativen ſind nach
Hinzutritt von Teilen der Wirtſchaftlichen Vereinigung
und der Reformpartei unter Hinzurechnung von 8 übrig
gebliebenen Mitgliedern der Wirtſchaftlichen Vereinigung
auf 56 Stimmen zu rechnen. Das macht zuſammen 155
Dazu kommen 18 Polen und 5 Welfen, macht zuſammen
179. Dazu einſchließlich des Abg. Bruhn, der zuzählt,
14 Reichspartei, 2 bayeriſche Bauernbündler und 4 Wilde,
das ergibt 199. Auf der Linken ſtehen dem entgegen 198.
Rechnet man die bayeriſchen Bayernbündler zur Linken,
ſo iſt das Stärkeverhältnis: 200 auf der Linken, 197 auf
der Rechten. Daß unſer dieſen Umſtänden weder ein
ſchwarzblaues noch ein Großblockpräſidium lebensfähig
erſchien, war klar.
Die Abſicht der nationalliberalen Fraktion war nun,
ein arbeitsfähiges Präſidium, das auch eine gewiſſe
Daner verſprach, zu ſchaffen. Zu dieſem Zweck wurde
der Anſpruch des Zentrums und der Sozialdemokratie,
der beiden ſtärkſten Parteien, auf einen Sitz im
Prä=
ſidium anerkannt. Der dritte Sitz wurde für die
Natio=
nalliberalen in Anſpruch genommen. So wurde auch
das Präſidium dann in der Tat gebildet und es war
anzunehmen, daß der Abgeordnete Spahn auch perſönlich
keine Bedenken getragen hätte, Präſident des Reichstages
zu ſein. Nun traten hochpolitiſche Erwägungen ein.
Offenbar rechnete man damit, daß es nun möglich ſei, die
nationalliberale Fraktion gegen ihren urſprünglichen
Willen in ein Großblockpräſidium und ſie dadurch in Ge=
genſatz zu bringen mit ihrer Wählerſchaft im Lande. Die
nationalliberale Fraktion war ſich nach eingehender
Be=
ratung darüber klar, daß ſie an ihrem urſprünglichen
Standpunkt feſthalten müſſe und ſich durch die Amtsnie=
Herlegung des Abg. Spahn und die hinter derſelben
ſtehenden Pläne der Konſervativen und des Zentrums
nicht zwingen laſſen werde, nunmehr in ein ſolches
Pra=
ſidium der Linken einzutreten. So erklärt ſich der
Be=
ſchluß, Herrn Abg. Paaſche um Rücktritt von der zweiten
Vizepräſidentenſtelle zu erſuchen, und der Verzicht des
Prinzen Carolath auf die Präſentation als erſter
Prä=
ſident. In allen ihren Erwägungen war ſonach die
na=
tionalliberale Fraktion getragen von dem Wunſche, ein
aktionsfähiges Präſidium herzuſtellen und dabei auf den
bewährten Grundſatz zurückzugreifen, daß hierfür die
Fraktionsſtärke maßgebend ſein müſſe.
Was die Beteiligung der Sozialdemokratie im
Prä=
ſidium anlangt, ſo iſt darauf hinzuweiſen, daß ſeit
vie=
len Jahren Sozialdemokraten zu Vorſitzenden von
Kom=
miſſionen ernannt werden, daß unter ihrem Vorſitz
Bun=
desratsbevollmächtigte und Miniſter tagen und
verhan=
deln. Als die nationalliberale Fraktion ſich auf den
Standpunkt ſtellte, daß die Vertretung der
Sozialdemo=
kratie auch im Präſidium eine Notwendigkeit ſei, war ſie
geleitet von dem Gedanken, daß ohne dieſe Beteiligung
eine geordnete Geſchäftsführung nicht verbürgt exſchien,
während es anderſeits wünſchenswert ſein mußte, dem
In= und Auslande zu zeigen, daß der deutſche Reichstag
auch bei 110 Sozialdemokraten ſeine Geſchäfte in Ruhe
und Ordnung zu führen vermag. Ich glaube, wenn dieſe
nüchterne Betrachtung zur Grundlage des Urteils gemacht
wird, das Urteil im Lande gerechter ſein wird als es in
mancher öffentlichen Kundgebung erſcheint. Daß einzelne
Nationalliberale in der Stichwahl zwiſchen. Bebel und
Spahn dem Abgeordneten Bebel die Stimme gaben,
da=
mit hat die Fraktion nichts zu tun. Das war die
ſpon=
tane Willensäußerung einzelner Herren gegen ein
Zen=
trumspräſidium, die beſſer unterblieben wäre. Die
Tat=
ſache, daß die Sozialdemokratie auch im zweiten
Wahl=
gang für Herrn Bebel ſtimmen werde, war überraſchend,
da bis zum Beginn der Sitzung Grund zur Annahme
vorhanden war, daß die Sozialdemokratie im zweiten
Wahlgange dem Prinzen Carolath ihre Stimmen geben
werde. Bemühungen von dritter, nicht nationalliberaler
Seite, dieſes Reſultat herbeizuführen, waren bis zum
Beginn dieſer Abſtimmung im Gange. Die Wahl des
Prinzen Carolath ſcheiterte, weil die nationalliberale
Fraktion auf Grund ihres Beſchluſſes, in ein
Großblock=
präſidium nicht einzutreten, der Sozialdemokratie eine
Erklärung, daß ſie Herrn Scheidemann als erſten
Vize=
präſidenten nach vollzogener Wahl des Prinzen Carolath
zum Präſidenten wählen werde, abzugeben ablehnte und
auch nicht abgeben konnte. So wurde Herr Spahn
Prä=
ſident und Herr Scheidemann, nachdem die Wahl eines
ſchwarzblauen Präſidiums dadurch unmöglich gemacht
werden konnte, Vizepräſident. Die endgültige Regelung
der Präſidialfrage wird erſt in vier Wochen erfolgen. Ihr
Ausgang iſt ungewiß, und ungewiß iſt vor allem, wer in
dieſen kommenden Wahlen Präſident wird, und ob Herr
Scheidemann wiederum zum Vizepräſidenten des
Reichs=
tags berufen wird.
Das franzöſiſche Flotten= und
Luftſchiff=
programm.
* Die franzöſiſche Kammer beriet am
Diens=
tag das Flottenprogramm.
Der Präſident der Marinekommiſſion
bemerkte zu der Frage der Einſchränkung der
Rüſtun=
gen, man müſſe von dieſer friedlichen Politik Gebrauch
machen. Trotzdem ſei es notwendig, daß man gut
be=
waffnet ſei; Frankreich würde ſich einem Vorſchlag
der Einſchränkung der Rüſtungen gewiß nicht
verſchließen. Bemerkenswert ſei, daß Amerika, während
es einen internationalen Schiedsgerichtsvertrag
vor=
ſchlage, ſeine Tätigkeit im Flottenbau verdoppele.
Nie=
mals habe England ſo viele Schiffe gebaut: 30 Schiffe
ſeien jetzt im Bau. Deutſchland, Oeſterreich
und Italien entwickelten ihre Marine. Deshalb ſei
es nicht Frankreichs Aufgabe, die Abrüſtung zu
be=
ginnen. Es muß vielmehr große Anſtrengungen machen.
Thomſon wies auf den Fortſchritt der deutſchen Marine
hin und ſchloß, wenn Frankreich ſeine Bündniſſe und
Freundſchaften erhalten wolle, ſo müſſe es ſeine Stellung
auf dem Lande und der See bewahren. Painlevé
verteidigte im Namen der Budgetkommiſſion den
Geſetz=
entwurf. Vor allem ſei es nötig, daß die Seeſtreitkräfte
Frankreichs im Mittelmeer mindeſtens den vereinigten
Sceſtreitkräften Italiens und Oeſterreichs gleichwertig
ſeien, damit die freie Verbindung zwiſchen Frankreich
und Nordafrika ſichergeſtellt werde. Frankreich habe im
Mittelmeer franzöſiſche und engliſche Intereſſen zu
ſchützen. Das gegenwärtige Programm ſtelle nun das
Minimum dar. Berichterſtatter Nail verlangte die
An=
nahme des Entwurfs, der übrigens nicht einmal
aus=
reiche Frankreich die Herrſchaft über das Mittelmeer
für 1920 zu ſichern. Der gegenwärtige Flotenplan habe
die Entente cordiale zur Bedingung, denn wenn man
dieſe auflöſen ſollte, wäre Frankreich nicht genügend
gerüſtet. Frankreich könne jedoch Vertrauen zu den
gegenwärtigen Ententen haben, die in der
Gemeinſam=
keit der Intereſſen begründet ſeien. Der Redner
er=
wartete bedeutende Erſparniſſe durch die Umwandlung
der Arſenale in induſtrielle Unternehmen.
Marineminiſter Delcaſſé wies auf die
Notwen=
digkeit hin, neue Schiffe zu bauen, und erläuterte die
Einzelheiten des Flottenbauprogrammes, deſſen
Aus=
führung bis Ende 1919 geſichert ſei. Die Regierung
ſei verpflichtet, die Rüſtungen der fremden Mächte zu
beachten, habe es jedoch als nicht unbedingt notwendig
erachtet, das Programm zu erweitern. Sie habe
viel=
mehr die Ausführung um zwei Jahre beſchleunigt. Die
Geſamtausgabe werde ſich auf 1318 Millionen belaufen.
Im Jahre 1920 werde Frankreich 12 Docks für
Panzer=
ſchiffe von mehr als 20 000 Tonnen haben. Der
Mini=
ſter wies auf die Anſtrengungen Oeſterreichs, Italiens
und Deutſchlands hin. Die Thronrede des Kaiſers laſſe
erkennen, daß Deutſchland, deſſen Flottenprogramm im
Jahre 1911 ſeinen Höhepunkt erreicht habe, im Jahre
1912 in nichts nachlaſſen werde. Frankreich müſſe nicht eine
beſtimmte Zahl Panzerſchiffe bauen, nur weil andere
Mächte eine beſtimmte Anzahl bauen wollten. Die
fran=
zöſiſche Flotte müſſe aber überall furchtbar ſein und dort
die Uebermacht bilden, wo die Hauptintereſſen des
Lan=
des liegen. Für Frankreich iſt nichts an Wichtigkeit
ver=
gleichbar mit dem Mittelländiſchen Meer. In der
eige=
nen Kraft finde jede Macht die Gewähr für ihre Würde.
Die Klugheit gebiete, daß Frankreich immer imſtande ſei,
ſeine zu wahren. Das zur Beratung ſtehende Programm
genüge heute, Frankreich Sicherheit zu geben. Delcaſſé
kam auf die Verteilung der Seſtreiträſte zu ſprechen
und führte aus, im Kanal und im Ozean könne
Frank=
reich ſich mit ſeinen Torpedobootszerſtörern und
Unter=
ſeebooten begnügen und Defenſive beobachten. Eine
ſolche Haltung würde im Mittelmeer verhängnisvoll
ſein. Die franzöſiſche Flote miſſe vorbereitet ſein und
ſich gegen jede Flotte wenden, die Frankreichs
Verbind=
ungen mit Nordafrika bedrohen will. (Lebhafter
Bei=
fall.) Er wies darauf hin, daß es im Mittelländiſchen
Meere gegenwärtig über ein mächtiges Geſchwader
ver=
füge, das gegen jede Eventualität gewappnet ſei. Das
andere Geſchwader ſei in Breſt gebildet. England,
deſſen Lage einzigartig ſei, verlange die Suprematie
zur See und halte zwiſchen ſeiner Flotte und denen des
Auslandes immer den Abſtand inne den es ſich
feſt=
geſetzt habe. Das ſei ſein Geſetz und dem bleibe es treu.
Deutſchland verdanke ſeinen Rang, deſſen Erreichung
man ihm nicht zutraute, den Anſtrengungen, die es erſt
ſeit 7 Jahren machte Ein höherer Wille habe
gegen=
über der zunächſt widerſtrebenden öffentlichen Meinung
ſich durchzuſetzen gewußt. Frankreich könne im Intereſſe
Ser Nationalverteidigung eine ähnliche Anſtrengung
machen und habe die Pflicht, ſich ihr nicht zu entziehen.
Die allgemeine Diskuſſion wurde dann geſchloſſen.
Die Kammer trat in die Beſprechung der einzelnen
Ar=
tikel ein. Die Sitzung wurde ſodann auf abends 9 Uhr
verſchoben. Nach der Wiederaufnahme der
Verhandlun=
gen und nach weiterer unwichtiger Diskuſſion wurde
das Flottenprogramm mit 452 gegen
73 Stimmen angenommen.
Im Senat erklärte bei der Diskuſſion des
Kriegs=
budgets der Berichterſtatter Milliés=Lacroix, die bis
jetzt eröffneten Kredite für das Flugweſen
be=
trügen 12 Millionen; ſie würden noch ergänzt werden
durch Nachtragsforderungen. Die Ausgaben würden ſich
in dieſem Jahre auf 22 Millionen, in den
folgen=
den Jahren auf 25 Millionen belaufen.
Kriegsminiſter Millerand führte aus, man gehe
der Schaffung einer „fünften Waffe”
ent=
gegen. Augenblicklich ſei man allerdings erſt bei der
Schaffung der techniſchen Sektion für Luftſchiffahrt. Er
werde den Offizieren alle Erleichterungen gewähren,
damit ſie ſich mit dem Flugweſen vertraut machen
könnten. Auch die lenkbaren Luſtſchiſfe werde man nicht
vernachläſſigen. 15 Luftkreuzer des verbeſſerten Spyſtems
würden gebaut, doch werde man die Aufmerkſamkeit
hauptſächlich auf die Flugzeuge richten. Die Flugeinheit
der Luftgeſchwader werde acht Flugzeuge mit einem,
zwei und mehr Sitzen umfaſſen, ferner zwölf
Automo=
bile und einen Werkzeugwagen. Heute ſchon könnten 13
Luftgeſchwader gebildet werden. Er beſitze 208
Flug=
zeuge. Für jedes Luftgeſchwader beſtehe ein
Mobiliſa=
tionsplan. Millerand fuhr fort: Gegen Ende dieſes
Jahres werden wir 27 Feld= und 5
Feſtungsluft=
geſchwader, beſtehend aus 344 Flugzeugen,
mobili=
ſieren können. Im Jahre 1912 werden 30 Zentren für
das Flugweſen eingerichtet ſein, zu denen noch die
ſelbſtändigen Flugplätze kommen. Jedes
Fluggeſchwa=
der wird 7 Piloten und Mechaniker aufweiſen. Im
Seite 2.
Nummer 39.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
ganzen werden wir 234 Offizierpiloten, 210 Beobachter,
42 Mechaniker, 110 Offiziere, 1600 Korporale oder
Sap=
peure und 550 Soldaten aufzuweiſen haben. Ferner
wird ein Luftſchiffer=Regiment mit 7 Kompagnien
ge=
bildet. Die Piloten und Beobachter erhalten
Vergütun=
gen, Verletzungen ſollen als Verwundungen im Kriege
angeſehen werden. Redner betonte ſodann, daß zur
Verwirklichung dieſes Programms 12 Millionen nicht
ausreichen würden. Er werde ſofort nach Annahme des
Budgets einen beſonderen Geſetzentwurf einbringen,
durch den 11 Millionen für Material und 1 Million für
Perſonalausgaben ausgeſetzt werden. Andererſeits
ſollen zu den für das Luftſchiffweſen vorgeſehenen 5
Millionen Francs noch 3 Millionen für die Herſtellung
von Luftſchiffen und Luftſchiffhäfen hinzukommen.
Reymond ſprach die Befürchtung aus, daß die
Lage weniger gut ſei, als Millerand annehme. Unter
den 208 Flugzeugen Frankreichs ſeien kaum 100, die
ernſt=
lich dienſtbereit ſeien. Es ſei nötig, einen Erkundungs=
und Zerſtörungsdienſt von Aeroplanen zu organiſieren,
und Werkzeuge zu erfinden, um die deutſchen
Lenk=
ballone zu vernichten. Frankreich habe 139 Piloten und
82 Pilotenſchüler, aber nur 73 hätten das Militärpatent,
nur 50 ſeien tatſächlich dienſtbereit. Reymond verlangte,
daß man die Opferwilligkeit der Privatinduſtrie
er=
mutige. Er bemerkte andererſeits, daß unter 15
fran=
zöſiſchen Lenkballons nur 10 Dienſte tun könnten.
Reynaud wies darauf hin, daß Deutſchland 20
Lenkballons beſäße und 10 projektiert hätte. Die
Zeppe=
linſchiffe können ſich leicht bis zu 2000 Meter erheben
und hätten teilweiſe eine Schnelligkeit von 70 Kilometern
in der Stunde, die franzöſiſchen nur eine ſolche von 45
Kilometern. Die Deutſchen hätten 25 Luftſchiffhallen
erſter Klaſſe, Frankreich dagegen nur 10. Die deutſchen
Offiziere ſeien auch imſtande, die Lenkballons zu führen.
Die Inferiorität Frankreichs dauere an, weil
es die Erfindungen Deutſchlands ſich nicht zunutze
mache und weil Deutſchland das Fabrikationsmaterial
monopoliſiere, ohne Zweifel, damit Frankreich am Tage
der Mobiliſierung es entbehren müſſe. Monis drückte
die Anſicht aus, daß die militäriſche Aviatik vollſtändig
autonom werden müſſe. Der Kriegsminiſter erwiderte,
die Kriegsverwaltung ſei im Sinne einer Autonomie
des Flugweſens tätig. Nichts werde vernachläſſigt,
da=
mit die Mittel, welche von dem Parlament ſo freigiebig
bewilligt wurden, die höchſtmöglichſte Wirkung erzielten.
Das Kapitel 34 wurde angenommen und die Sitzung
aufgehoben.
Deutſches Reich.
Der Kaiſer trifft am Samstag morgen in Kiel
ein und begibt ſich an Bord des Flottenflaggſchiffs
Deutſchland. Der Aufenthalt in Kiel dauert zwei Tage.
Am Sonntag abend 10 Uhr 45 Minuten verläßt der Kaiſer
Kiel und kehrt nach Berlin zurück. Am Samstag mittag
wohnt er dem Stapellauf des Turbinenlinienſchiffs
Er=
ſatz Odin auf der Kruppſchen Germaniawerft bei. Prinz
Ludwig von Bayern hält die Taufrede und Prinzeſſin
Thereſe von Bayern tauft das Schiff auf den Namen
Prinzregent Luitpold. Im Anſchluß an den Stapellauf
findet im Königlichen Schloſſe eine Feſttafel ſtatt. Abends
bewirtet der Kaiſer ſeine Gäſte an Bord der Deutſchland.
Am Sonntag vormittag wird er auf ſeinem Wohnſchiff
Gottesdienſt abhalten.
Junggeſellen= und Wehrſteuer. Der
Tägl. Rundſchau wird von unterrichteter Stelle beſtätigt,
daß der Bundesrat mit der Beratung der
Wehrvor=
lagen beginnen wird. Die auf eine Verbeſſerung unſerer
Wehrmacht zu Land und zur See hinzielenden Vorſchläge
der zuſtändigen Reſſorts dürften wohl ohne weſentliche
Veränderungen verabſchiedet werden. Nicht ſo einfach iſt
die Löſung der Deckungsfrage. Die Verbündeten
Regierungen ſind ſich nun darüber einig, daß die
Deſzen=
dentenſteuer zur Deckung herangezogen werden muß. Da
aber die Deſzendentenſteuer in der ihr ſeinerzeit vom
Reichsſchatzamt gegebenen Form allein zur Deckung der
Mehrerforderniſſe nicht hinreicht, ſind verſchiedene
Pro=
jekte aufgetaucht, die für die fehlenden Millionen Deckung
bringen ſollen. Ein Teil der Bundesregierungen vertrat
den Standpunkt, außer der Deſzendentenſteuer von neuen
Steuern abzuſehen und die Mehrausgaben auf den ordent=
lichen Gat zu nehmen. Dieſer Vorſchlag ſ vom Stats
ſekretär Wermut mit Erfolg bekämpft worden und nun
liegt dem Bundesrat das Projekt vor, mit der
Erb=
ſchaftsſteuer eine Wehr= und
Jungeſellen=
ſteuer in der Weiſe zu verknüpfen, daß Junggeſellen und
Perſonen, die von der Wehrpflicht befreit ſind, bei
Erb=
ſchaften mit höheren Sätzen zur Erbſchaftsſteuer
herange=
zogen werden ſollen. Der Grundgedanke dieſes
Vorſchla=
ges iſt durchaus gerecht, denn es lann keinem Zweifel
unterliegen, daß unverheiratete und von der Wehrpflicht
befreite Perſonen dem Staate höhere Abgaben leiſten
können, wie Familienväter und Wehrpflichtige, die
wäh=
rend der Dienſtzeit ihrem bürgerlichen Berufe entzogen
werden. Es iſt auch der Gedanke aufgetaucht, die Wehr=
und Junggeſellenſteuer als eigene Steuerquellen vor den
Reichstag zu bringen, doch ſcheint man davon wieder
abgekommen zu ſein, da die ſelbſtändige Erhebung dieſer
Steuern einen nicht unbedenklichen Eingriff des Reichs
in die Finanzhoheit der Bundesſtaaten notwendig machen
würde. Die mit der Wehr= und Junggeſellenſteuer
ver=
bundene Deſzedentenſteuer hat die beſte Ausſicht, vom
Bundesrate angenommen zu werden, und die Erträgniſſe
dieſer erweiterten Erbſchaftsſteuer dürften zur Deckung
der Wehrvorlagen annähernd hinreichen.
Die Meldung hat zunächſt nur inſofern Intereſſe, als
ſie beweiſt, wie raſch ſich die Anſichten in manchen Dingen
oft ändern. Wie hat man nicht über die „
Junggeſellen=
ſteuer”, der man eine Berechtigung doch nicht abſprechen
kann, gelacht und gehöhnt, man hat ihre Verteidiger als
politiſch unreife Köpfe und ſozuſagen als Halbnarren
be=
zeichnet und lächerlich gemacht. Inzwiſchen hat der
Ge=
danke ihrer Einführung weitere Fortſchritte gemacht, und
jetzt wird ſich ſogar der Bundesrat allen Ernſtes mit
ihr, wenigſtens im Prinzip, zu beſchäftigen haben.
Zentrum und Elſäſſer. Das Berliner
Tageblatt bittet der Lothringer Reichstagsabgeordnete
Windeck um Aufnahme einer Erklärung, worin es heißt:
Gegenüber der Behauptung, ich ſei dem Zentrum
beige=
treten, erkläre ich: Ich ſtehe für meine Perſon in keinerlei
Beziehungen zu dem Zentrum. Ich bin der elſaß=
lothrin=
giſchen Gruppe beigetreten, die, weil ſie nur aus neun
Mitgliedern beſteht, und daher keinen Anſpruch auf einen
Sitz in den Kommiſſionen hat, ſich aus rein formalen
Gründen dem Zentrum anſchloß, um ſich von ihm die zur
Kommiſſionsbeteiligung fehlenden Sitze zur Verfügung
ſtellen zu laſſen.
Der bayeriſche Landtag wird am 22. oder
23. d. Mts. eröffnet werden. Der deutſche Bauernbund
wird ſich nicht der nationalliberalen Fraktion anſchließen,
ſondern mit dem alt=bayeriſchen Bauernbund zuſammen
eine Fraktion bilden, die neun Mann ſtark ſein wird. Es
iſt auch wahrſcheinlich, daß die Sozialdemokraten einen
Platz im Präſidium wie im Deutſchen Reichstag
einneh=
men werden.
Die Fortſchrittliche Volksparkei
Bayerns erläßt einen Aufruf zum Kampf für die
Staatshoheit und für die Gewiſſensfreiheit gegen
Into=
leranz, konfeſſionelle Trennung und mittelalterliche
Kne=
belung des kulturellen Fortſchritts. Jener Partei, die die
Mehrheit im Landtag, wenn auch zu Unrecht, ſo doch
tat=
ſächlich noch beſitzt, ſei die volle ſtaatsrechtliche
Verantwor=
lung für ihr Miniſterium auferlegt, an deſſen klerikalen
Parteicharakter die dekorative Einbeziehung einiger
ſoge=
nannter Geſchäftsminiſter nichts ändere. „Es gelte, die
brennende Scham darüber, daß im Deutſchen Reich zum
erſten Male ein offizielles ultramontanes Regiment ſitze,
in fruchtbringende Kampfarbeit umzuſetzen.”
Erregte Auseinanderſetzungen im
ſächſiſchen Landtag. Der Freiſinn interpellierte
in der ſächſiſchen Zweiten Kammer die Regierung, welche
Grinde für die Anſetzung der Stichwahl im Wahkreis
Plauen auf einen ſpäteren Termin als für die asdern
ſächſiſchen Stichwahlen maßgebend geweſen ſeien. Die
Freiſinnigen behaupteten, das ſei aus parteipolitiſchen
Gründen geſchehen, um den Konſervativen Gelegenheit
zu geben, den freiſinnigen Führer Günther gegen die
Sozialdemokratie durchfallen zu laſſen, falls der Freiſinn
bei den andern ſächſiſchen Stichwahlen nicht die
Konſer=
vativen unterſtützt habe. Miniſter Graf Vitzthum beſtritt
dieſe Beweggründe natürlich und erklärte, die Anſetzung
des ſpätern Wahltermins ſei lediglich aus örtlichen
Gründen in Uebereinſtimmung mit dem Freiſinn erfolgt.
Alsdann forderten die Nationalliberalen, die Regierung
möge im Bundesrat auf die Anſetzung eines einheitlichen
Stichwahltermins im Reiche hinwirken. Die Regierung
lehnte das ab, da es ausſichtlos ſei. Die Interpellation
führte zu langen außerordentlich erregten
Auseinander=
ſetzungen über den Bülow=Block, die Reichspolitik, die
Präſidentenwahl in der Zweiten Kammer, das
Verhält=
nis der Konſervativen zu den Nationalliberalen, das
Ver=
halten der Nationalliberalen bei der Wahl der
Reichs=
tagspräſidenten und über anderes. Die Konſervativen
machten den Nationalliberalen den Vorwurf des
man=
gelnden Patriotismus, des mangelnden
natio=
nalen Gefühls. Sie hätten Stichwahlbündniſſe
mit den Sozialdemokraten im Reiche geſchloſſen. Bei
dieſen Auseinanderſetzungen kam es vielfach zu
Lärm=
ſzenen und erregten Zwiſchenrufen. Im Lärm waren
manche Redner unverſtändlich, und der Präſident konnte
nur ſchwer Ruhe ſtiften. Die nationalliberalen
Abgeord=
neten Hettner, Nitzſchke, Zöphel und Niethammer wieſen
die konſervativen Vorwürfe ſcharf zurück. Abg. Nitzſchke
betonte, der konſervative Fraktionsführer Opitz ſei für den
Vorwurf, die Nationalliberalen hätten ein
Stichwahl=
abkommen mit den Sozialdemokraten geſchloſſen, jeden
Beweis ſchuldig geblieben. Die Konſervativen hätten
wahrhaftig keinen Anlaß, den Patriotismus in Pacht zu
nehmen, da ſie in der Provinz Hannover gemeinſam mit
dem Bund der Landwirte eine Anzahl Wahlkreiſe an die
Welfen ausgeliefert hätten. Gegenüber der konſervativen
Sehnſucht nach dem alten Kartell betonten die
Abgeord=
neten Hettner und Nitzſchke: Die Nationalliberalen haben
keine Sehnſucht nach dem Kartell. Die Konſervativen
haben das Kartell nur ſo verſtanden, daß die
National=
liberalen ſich duckten. Sonſt gab es kein Zuſammengehen.
die erregten Auseinanderſetzungen dauerten einige
Stunden.
Ausland.
Frankreich.
Das deutſch=franzöſiſche Abkommen.
Das Amtsblatt veröffentlicht das von der
Kam=
mer und vom Senat angenommene Geſetz, betreffend die
Ratifizierung des deutſch=franzöſiſchen Abkommens vom
4. November 1911.
Belgien.
Geſetzliche Beendigung des Streiks in
der Borinage. Der Arbeitsminiſter brachte einen
Geſetzentwurf ein, der das Alterspenſionsgeſetz dahin
ab=
ändert, daß Mitgliedsbeiträge für die Alterspenſion da,
wo eine achttägige Lohnzahlung gebräuchlich iſt, nur
all=
monatlich vom Arbeitslohn zurückgehalten werden dürfen.
Die Kammer hat dies Amendement zum
Bergarbeiter=
geſetz, das eiligſt durchberaten wurde, einſtimmig
ange=
nommen. Der Senat iſt auf heute Donnerstag
einbe=
rufen worden, um dem Amendement Geſetzeskraft zu
ver=
leihen. Hierdurch wird der Streik in der Borinage, der
ſechs Wochen gedauert hat, durch Geſetz beendet werden.
Portugal.
Der Senat nahm den Geſetzentwurf an, der die
Aufhebung der konſtitutionellen Garantien rückgängig
macht. Das Geſetz wurde veröffentlicht.
Wie Liſter die antiſeptiſche
Wund=
behandlung fand.
(2) Der Tod Lord Liſters beraubt die Menſchheit
eines ihrer größten Wohltäter, des Entdeckers der
Anti=
ſepſis, durch die Unzählige vom Tode gerettet worden ſind
und die gewaltigen Fortſchritte der modernen Chirurgie
begründet wurden. Der hohe, ſchlanke, in ſeinen
Beweg=
ungen ſo grazile Mann mit dem feinen, würdigen, echt
engliſchen Geſicht, dem gewinnenden Lächeln, den ruhigen,
ſtets wachſamen Augen und den beweglichen,
zuſammen=
gepreßten Lippen, der der Medizin als Lord und Peer
alle irdiſchen Würden eroberte und die höchſten
Auszeich=
nungen, ſo auch den preußiſchen pour le mérite, beſaß,
war ein bedeutender, gefeierter Arzt. Doch nicht ſeine
ausgebreitete praktiſche Tätigkeit hat ihn in erſter Linie
berühmt gemacht, ſondern ſein Name iſt für immer mit
einer einzigen Idee von weltgeſchichtlicher Bedeutung ver
knüpft, mit der größten und folgenreichſten Entdeckung,
die das 19. Jahrhundert neben der Narkoſe auf
chirurgi=
ſchem Gebiete hervorgebracht hat. Wie kam nun der
Glas=
gower Profeſſor um die Mitte der 60er Jahre des 19.
Jahrhunderts auf dieſen großen Gedanken?
Wie bei den meiſten bedeutenden
naturwiſſenſchaft=
lichen Entdeckungen waren auch ihm bereits die Wege
be=
reitet; die theoretiſche Forſchung war bis zu einem
Sta=
dium gediehen, wo ein genialer Praktiker eingreifen und
das erlöſende Wort ſprechen mußte. Paſteur, der große
Lehrer und Vorgänger Liſters, hatte endlich das
Jahr=
tauſende lang gepredigte Evangelium von der
Urzeug=
ung vernichtet. Die Mediziner der Renaiſſance, ein
van Helmont z. B., glaubten ja noch, daß in einem
Ge=
fäß, in dem ſich Mehl und ein ſchmutziges Hemde befinden,
Mäuſe entſtänden, daß die Fröſche ihre Exiſtenz dem
Schlamme des Sumpfes verdanken. Derartige
Vorſtel=
lungen ſpukten auch noch in den Geiſtern des 19.
Jahr=
hunderts. Da war es denn Paſteur, der der Tatſache
dauernde Gültigkeit verſchaffte: „kein Leben ohne früheres
Leben‟. Er bewies durch ſeine Experimente einwandfrei,
daß die Eiterung in den Wunden nicht etwa durch eine
Urzeugung die ſchädlichen Mikroben ſelbſt hervorbringe,
ſondern daß gewiſſe Bakterien die Eiterung veranlaſſen,
die von außen an die Wunde herankommen. Dieſe
Tat=
ſachen nahm Liſter, der ſich ſchon geraume Zeit mit den
bei der Eiterung ſtattfindenden Prozeſſen beſchäftigt hatte,
auf. Er erkannte, daß, wenn es ihm gelänge, die
ſchäd=
lichen Keime fernzuhalten oder an Ort und Stelle
unſchäd=
lich zu machen, die Wunde nicht eitern könne. Aber wie
dieſe „Sterilität” der Wunde erreichen? Da kamen ihm
Unterſuchungen zu Hilfe, die gerade kurz vorher der
Apo=
theker Lemaire auf Grund einer durch Küchenmeiſter
(1860) erfolgten Beſchreibung der Karbolſäure in den
Jah=
ren 1863—65 durchführte. Lemaire ſtellte feſt, daß die
Karbolſäure, ein wichtiger Beſtandteil des
Steinkohlen=
teers, alles organiſche Leben in kurzer Zeit vernichtet und
jede Gärung verhindert, auch wenn ſie nur in geringen
Mengen den gärungsfähigen Flüſſigkeiten zugeſetzt wird.
Dadurch wurde er zu der Erkenntnis geführt, daß die
Karbolſäure auch die Eiterbildung an Wunden verhindert
oder ganz unmöglich macht.
Nun war Liſter das Mittel gegeben, mit dem er der
Wundeiterung entgegentreten konnte. An dem
denkwür=
digen 12. Auguſt 1865 wurde in dem von ihm
gelei=
teten Glasgower Krankenhauſe die erſte praktiſche
Anwendung ſeiner genialen antiſeptiſchen
Wundbehandlungsmethode vorgenommen.
Frei=
lich wurden dieſe erſten Verſuche, verglichen mit der
heu=
tigen hohen Vollendung, in ſehr primitiver Form
aus=
geführt. Man bedeckte die Wunden eines komplizierten
Knochenbruches mit Lint, das in Karbolſäure getaucht
wor=
den war, und ſah unter dem dadurch erzeugten Schorfe
die Wunde heilen. Bei Wunden, die durch eine Operation
hervorgerufen wurden, wuſch man zuerſt die zu operierende
Stelle mit 25prozentiger Karbolſäurelöſung (die Stärke
der Konzentration erklärt ſich durch unreine Präparate) ab
und bedeckte ſie mit einem in gleich ſtark konzentrierte
Löſung getauchten Stück Verbandsſtoff. Vor der Overation
öffnete man den Umſchlag an der geeigneten Stelle und
operierte nun gewiſſermaßen unter einem antiſeptiſchen
Verbande. Schließlich folgte der definitive
Schlußver=
band, der ſehr kompliziert ausfiel. Die Wunde ſelbſt wurde
mit der ſogenannten „Schutzgaze” bedeckt. Dann kam eine
achtfache Schicht karboliſierter Gaze darüber, dann
noch=
mals eine Lage waſſerdichten Stoffs und dann der
Schluß=
verband mit Gazebinden. Die Operationen ſelbſt wurden
von Liſter anfangs unter einem Nebel von Karbol
aus=
geführt, den er mittels eines beſonderen Apparates, des
Richardſonſchen Zerſtäubers, erzeugte. Die ganze Methode
wurde unter der Vorausſetzung ausgebildet, daß die
Eiterung hauptſächlich durch die Keime der Luft erzeugt
werde; erſt ſpäter erkannte man, daß die an den
Inſtru=
menten, Fingern, Verbandſtoffen haftenden Paraſiten viel
gefährlicher ſeien, als die Bakterien in der Luft. An die
Stelle der Antiſepſis trat die Aſepſis, die Methode,
die Wunde ſelbſt möglichſt von desinfizierenden
Chemi=
kalien und komplizierten Verbänden freizuhalten und
da=
für das Eindringen von Keimen und Verunreinigungen
anderer Art zu verhindern. So iſt von der urſprünglichen
Technik Liſters heute nichts mehr übrig geblieben, als die
große grundlegende Idee, die eine vollſtändige
Revo=
lution in der Chirurgie hervorrief.
Liſter legte, nachdem er bereits ſeit 1867 in kleineren
Aufſätzen auf ſeine Entdeckung hingewieſen hatte, 1873 in
der Schrift „On the germ theory of putrefaction and
other fermentative changes” ſeine Methode dem Urteil
der Aerztewelt vor und ſie fand überraſchend ſchnell
all=
gemeinſte Verbreitung. Beſonders die Deutſchen, der
Ber=
liner Chirurg Bardeleben, der geniale Richard
Volkmann, nahmen Liſters Gedanken auf und bildeten
ihn fort, und nachdem Liſter ſelbſt nach Deutſchland
ge=
kommen war und einige Gelehrte in die neue Lehre
ein=
geführt hatte, fand er bei uns die begeiſtertſten Anhänger.
Die Chirurgie iſt durch Liſters Entdeckung in ganz neue
Bahnen gelenkt worden, aber auch die Hygiene verdankt
ihm viel, und an ſeine Bekämpfung der
Wundinfektions=
krankheiten hat Robert Koch angeknüpft.
Nummer 39.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar
Seite 3.
Rußland.
Der Miniſterrat ſprach ſich dahin aus, daß der
von 30 Mitgliedern der Reichsduma geſtellte
Initiativ=
antrag auf Anerkennung der Streikfreiheit
unannehm=
bar ſei.
Türkei.
Aus Kreta meldet die Neue Freie Preſſe: Die
Mohammedaner im Diſtrikt Rethymna ſind in die Stadt
Kanea geflüchtet. Sie verlangen von den Vertretern der
Mächte Schutz gegen die fortwährenden Mordtaten. Die
Regierung berief die Repräſentanten ein, um über die
Abwehrmaßregeln zu beraten.
Amerika.
Aus Mexiko wird gemeldet: 40 Aufſtändiſche ſind
in einem Treffen mit den Regierungstruppen gefallen.
Die Aufſtändiſchen brannten bei Cuarnava ſechs Dörfer
nieder und töteten mehrere Einwohner. Die Banditen
begehen zahlreiche Verbrechen.
Auſtralien.
Eine Volksabſtimmung über die Frage
der Schankſtätten in Neuſeeland hat
folgen=
des Ergebnis: Dafür, daß, wie bisher, die Zulaſſung
von Schankſtätten den Ortsbehörden anheimgeſtellt
wer=
den ſoll, waren 237025 Wähler, dagegen, in dem Sinne,
daß es überhaupt keinen Ausſchank geiſtiger Getränke
mehr geben ſoll, waren 234656; außerdem wurden 13 329
weiße oder ungültige Zettel abgegeben. Ueber die Frage,
ob der Ausſchank geiſtiger Getränke überhaupt durch
Lan=
desgeſetz verboten werden ſoll, wurde wie folgt
abge=
ſtimmt: Für das Verbot 259661, dagegen 205661,
ver=
lorene Stimmen 19345. Demnach hätte in Neuſeeland
die letzte Stunde der Wirtshäuſer geſchlagen.
* Kaſſel, 14. Febr. Bei den
Stadtverord=
netenwahlen in der dritten Klaſſe verloren die
Sozialdemokraten drei ihrer bisherigen Sitze,
darunter den, welchen der jetzige Vizepräſident des
Reichstages, Scheidemann, bis zu ſeiner Ueberſiedelung
nach Berlin im Herbſt inne hatte.
* Wien, 13. Febr. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Peſt: Der Landesverein ungariſcher
Eiſenwerke und Maſchinenfabriken beſchloß
einſtim=
mig, alle Arbeiter, etwa 26000, am 24. auszuſperren.
* Schloß Berg (Luxemburg), 14. Febr. Heute
morgen um 10 Uhr wurde folgendes ärztliche
Bulle=
tin veröffentlicht: In den letzten Tagen wurden bei
Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog
erheb=
liche Schluckbeſchwerden feſtgeſtellt, ſodaß die
Nahrungs=
aufnahme mit großer Mühe erfolgte. Als Folge
hier=
von iſt eine bedeutende Gewichtsabnahme und ein
Ver=
fall der Kräfte zu konſtatieren. Geſtern abend trat
Fie=
ber ein: 38,9 Grad. Puls 120. Atmung unregelmäßig.
Die Nacht war unruhig bis gegen 1 Uhr nachts;
dann wurde der Großherzog unter allmählichem
Zurück=
gehen der Temperatur ruhiger. Temperatur heute
mor=
gen: 37 Grad, Puls 96. Atmung regelmäßig.
* Brüſſel, 13. Febr. Die Ständige
Kom=
miſſion der Internationalen
Zuckerkonfe=
renz hat heute ihre Arbeiten unterbrochen. Sie wird
erſt am 26. Februar wieder zuſammentreten. Ueber die
letzte Sitzung wird folgendes offizielle Communiqué
veröffentlicht: Die Ständige Kommiſſion der
Inter=
nationalen Zuckerkonferenz hat ihre heutige Sitzung
dazu benutzt, um einen endgültigen Vertragsentwurf
auszuarbeiten. Sie hat hierauf die erzielten Ergebniſſe
zuſammengeſtellt und feſtgeſtellt, daß das
Einverſtänd=
nis aller Länder über folgende zwei Punkte erzielt
wurde: Erſtens: die Erneuerung der Konvention auf
veitere fünf Jahre nach ihrem Ablauf unter den gleichen
Bedingungen wie zuvor. Zweitens: Rußland iſt ein
außerordentliches Exportkontingent von 250000 Tonnen
zu bewilligen, wovon 150 000 Tonnen auf die Kampagne
1911/12 kommen, während 100000 Tonnen auf die
ver=
ſchiedenen Kampagnen ſpäteren Datums zu verteilen
ſind. Die einzige Frage, die noch zu regeln iſt, iſt die,
wie die Verteilung der 100000 Tonnen auf die
verſchie=
denen Kampagnen oder in welchem Verhältnis ſie ſtatt=
finden ſoll. Wenn man die Bedeutung der Punkte, über
die eine Einigung erzielt wurde, in Betracht zieht, ſo
ergibt ſich, daß ſich die Kommiſſion nur noch über eine
untergeordnete Frage zu einigen hat. Unter dieſen
Be=
dingungen wurde es für nützlich gehalten, die
auslän=
diſchen Delegierten nicht mehr in Brüſſel feſtzuhalten,
um die verſchiedenen Möglichkeiten der Verteilung
herauszufinden. Man erklärte ſich vielmehr damit
ein=
verſtanden, daß dieſe Frage zwiſchen den beiden
haupt=
beteiligten Ländern, zwiſchen Deutſchland und Rußland,
auf direktem Wege geregelt werden ſoll. Das Ergebnis
dieſer Verhandlungen ſoll dann am 26. Februar in
einer Plenarſitzung der Kommiſſion mitgeteilt werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. Februar.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Reuß j. L. nebſt
Prin=
zeſſin=Tochter und Gräfin Luitgarde zu Solms=Laubach
ſind Dienstag mittag 12 Uhr 5 Min. von hier
ab=
gereiſt. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog, empfingen geſtern den Generalleutnant z. D
Korwan, die Prokuriſten Petri und Jung von Gießen
zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den
Finanz=
miniſter Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Enthobeu haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den evangeliſchen Pfarrer Auguſt
Hilde=
brand zu Echzell auf ſein Nahſuchen von dem Amte
des Dekanſtellvertreters des Dekanats Nidda.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs dem Jakob Germer III.,
Ferdinand Rinn, Karl Germer, Jakob Sack VI.,
ſämtlich zu Heuchelheim, Kreis Gießen.
* Gerichtsperſonalien. Durch Entſchließung Großh.
Miniſteriums der Juſtiz wurden die Referendare Robert
Beck aus Alzey, Johannes Gruber aus Darmſtadt,
Ernſt Hartmann aus Gießen, Ludwig Klein aus
Gießen, Otto Melior aus Darmſtadt, Wilhelm Orth
aus Darmſtadt und Martin Winkler aus Mainz zu
Gerichtsaſſeſſoren ernannt.
C Die feierliche Eröffnung des neuen Bahnhofes
iſt, wie wir erfahren, für Sonntag, den 28. April,
in Ausſicht genommen. Der Betrieb ſelbſt wird
jedoch erſt mit Inkrafttreten des neuen Fahrplans, am
. Mai, eröffnet werden. Zur feierlichen Eröffnung wird
u. a. auch der Miniſter der öffentlichen Arbeiten, Exzellenz
Breitenbach, aus Berlin nach hier kommen.
js. Möglichkeit der Gleichartigkeit von Waxen, die
ganz verſchjedenartige Beſtimmungen haben. (
Reichs=
gerichtsentſcheidung, Nachdruck verboten.) Nach § 9 des
Warenzeichenrechts kann die Löſchung eines Zeichens
verlangt werden, wenn das Zeichen auf Grund einer
rüheren Anmeldung für dieſelbe oder für gleichartige
Waren eingetragen iſt. Vorausſetzung iſt natürlich die
Verwechſelungsfähigkeit der Zeichen an ſich. Der
vor=
iegende Rechtsſtreit zeigt, daß auch Waren, die im
gro=
zen und ganzen einen anderen Zweck verfolgen, als
„gleichartige Ware” betrachtet werden können, wenn
ie in irgend einer Art den Anſchein der Gleichartigkeit
erwecken. Der Fabrikant pharmazeutiſcher Präparate
Dr. P. in Offenbach hatte ein Abführmittel in
Tabletten=
form unter dem Namen „Darman” in den Handel
ge=
racht. Gegen ihn hatte der Kaufmann W. in
Stutt=
art, der ſeit längerer Zeit für ſeine Produkte (Tee,
jätetiſche Nährmittel und ähnliche Waren) den Namen
Darma” gebraucht, Klage auf Unterlaſſung der
Benutz=
ng des Zeichens „Darman” erhoben, weil es zu
Ver=
echſelungen mit ſeinen Waren geeignet ſei. Das
Land=
gericht Darmſtadt wies den Kläger ab. Das Landgericht
verneinte die Gleichartigkeit zwiſchen dem Tee und den
bführmitteln und deshalb auch die Gefahr einer
Ver=
vechſelung der Waren. Das Oberlandesgericht
Darm=
tadt dagegen hat den Beklagten zur Löſchung ſeines
Warenzeichens verurteilt. Nach der Erklärung, daß die
Warenzeichen an ſich ohne weiteres verwechſelungsfähig
ind, vertritt das Oberlandesgericht die Anſicht, daß
urch das Badeſalz, das auch in Tablettenform zu haben
t, wie die Abführmittel, Verwechſelungen herbeigeführt
erden können. Die Gleichartigkeit erblickt das
Oberlan=
sgericht darin, daß das Badeſalz in den gleichen
Ge=
chäften zum Verkauf kommt und von gleichartigen
Fa=
briken fabriziert wird. Auch ſei eine Irreführung
da=
urch gegeben, daß das Karlsbader Salz als
Abführ=
ittel bekannt iſt und auch vom Kläger geführt wird.
Das Reichsgericht hat das Urteil des Oberlandesgericht
Darmſtadt beſtätigt.
g. Strafkammer. Eine anläßlich des Streiks bei de
Firma Stöckicht in Offenbach im Juni vorigen Jahres
begangene Streikausſchreitung beſchäftigte geſtern d
hieſige Strafkammer als Berufungsinſtanz. Der Wir
Meier aus Offenbach war vom Schöffengericht Offen
bach wegen Vergehen gegen § 153 der Gewerbeordnun
zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Die Streiken
den verkehrten in der Wirtſchaft des Meier und als ar
26. Juni abends der Arbeitswillige Müller, der bis zun
Ausbruche des Streiks an anderer Stelle arbeitete un
ſofort bei Stöckicht als Arbeitswilliger eintrat, von der
Arbeitsſtätte auf dem Rade nach Hauſe fuhr, ſoll der An
geklagte Meier nach der Angabe des Müller gerufen haben
Auf das Rad, ihm nach und ſchlagt ihn tot! Dieſer Aus
ſpruch wird nur von dem Zeugen Henrich inſoweit be
ſtätigt, als dieſer gehört haben will: Nehmt den Bengel
und ſchlagt ihn tot. Einige andere Zeugen ſagen
unte=
ihrem Eide aus, daß ſie einen derartigen Ruf hätten hörer
müſſen, da ſie neben Meier ſtanden. Es iſt ihnen aber
nichts derartiges bekannt. Der Verteidiger beantragt in
der Berufungsverhandlung Freiſprechung oder Anwen
dung des § 152 des Strafgeſetzbuches, der eine Geldſtrafe
zuläßt. Der Ausruf ſei nicht einwandfrei erwieſen. Die
Strafkammer hebt das Urteil des Schöffengerichts au
und verurteilt den Angeklagten nach § 153 der Gewerbe
Ordnung unter gleichzeitiger Heranziehung des § 241 des
Strafgeſetzbuches zu einer ev. mit 6 Tagen Haft zu
ver=
büßenden Geldſtrafe von 30 Mark. — Der bereits
mehrfach wegen Diebſtahls vorbeſtrafte Fahrburſche Wil
helm Schulmayer aus Langen iſt angeklagt, dem Wir
Jordan ein Faß Bier im Werte von 8 Mark geſtohlen zu
haben. Der Angeklagte hatte am 2. November 1911 be
dem Wirt Jordan gemeinſam mit dem Arbeiter Wolf vie
bis fünf Fäſſer abgeladen. Ein abſeits ſtehendes Faß
hatte er wieder zurückgenommen, da das Bier trüb war
Er trug das Faß auch ſofort in ſein Buch ein, trotzden
erfolgte Anzeige wegen Diebſtahl des Faſſes. Der An
geklagte wird freigeſprochen, da nicht
anzuneh=
men ſei, daß Schulmayer ſich das Faß aneignen wollte.
— Zur Lage der Nationalliberalen Partei in Heſſen
wird uns geſchrieben: Am 11. Februar fand, wie die
Frankfurter Zeitung berichtet, eine Sitzung von heſſiſchen
Nationalliberalen ſtatt, die von dem Führer der
Darm=
ſtädter Jungliberalen, Finanzamtmann Bangel, dem
Mainzer Landtagsabgeordneten Lehrer Bach und dem
Führer der Offenbacher Nationalliberalen, Fabrikanten
Theodor Böhme, eingeladen war. Die Verſammlung nahm
zwei Reſolutionen an; die eine ſpricht aus, daß ſowohl
Herr von Heyl als Dr. Becker nicht als nationalliberal
betrachtet werden können und wünſcht klare Stellungnahme
der heſſiſchen Landespartei zu der Mitgliedſchaft der beiden
Herren und dem Verein, ſowie eine klare Stellungnahme
zu dem Bund der Landwirte. Die zweite Reſolution
ver=
ſichert Baſſermann ihres unbedingten Vertrauens. — Es
muß zur Verhütung von Mißverſtändniſſen darauf
hinge=
wieſen werden, daß dieſe Verſammlung keineswegs
von der offizieklen Parteileitung zuſam
men berufen war; dies ergibt auch ſchon die
Tat=
ſache, daß der Vorſitzende der heſſiſchen Nationalliberalen
Landespartei, Dr. Oſann, der Verſammlung nicht
bei=
wohnte, übrigens auch erſt in letzter Stunde eingeladen
wurde. Dagegen befaßte ſich der geſchäftsführende
Ausſchuß der Nationalliberalen Partei in
ſeiner Sitzung vom 12. Febr. mit der Lage der Partei
im Reiche und Heſſen, hierbei wurde insbeſondere
die damalige Lage der Präſidentenwahl im Reichstage
und die Tatſache, daß ein Teil der Nationalliberalen
Frak=
tion bei der Präſidentenwahl dem
Sozialdemokra=
ten Bebel, bei der Vizepräſidentenwahl dem
Sozial=
demokraten Scheidemann ihre Stimme gegeben
hatten, auf das Tiefſte bedauert. Dagegen war
man der Anſicht, daß die von den in Frankfurt am 11.
Februar verſammelten heſſiſchen Nationalliberalen gefaßte
Reſolution auf dem Vertretertag der heſſiſchen
National=
liberalen von dem Landesausſchuſſe zu behandeln
ſei, da dieſer die Entſcheidung in ſolchen Fragen zu geben
berufen ſei.
Dies die Sachlage. Bedauerlich iſt, daß die Frankfurter
Verſammlung in ihren Beſchlüſſen die
Oeffentlich=
keit bereits beſchäftigen konnte, ehe ſie an der berufenen
Stelle zur Entſcheidung kommt und den Gegnern der
nationalliberalen Partei in Heſſen willkommene
Gelegen=
heit gab, die Partei wiederum in eine ſchwierige Lage zu
Konzerte.
* Im Richard Wagner=Verein konzertierte
am Dienstag zum dritten Male die Meininger
Hof=
kapelle, diesmal unter Leitung des in unſerer Stadt
beſonders beliebten und gefeierten Hofkapellmeiſters Prof.
Dr. Max Reger. Der Feſtſaal der Turngemeinde
war überfüllt; die Großherzoglichen
Herrſchaf=
ten wohnten nebſt hohem Beſuch dem Konzerte bei.
Max Reger hat hier ſchon öfters den Dirigentenſtab
geſchwungen und wir haben ihn als Dirigenten nicht
min=
der denn als Komponiſten ſchätzen und verehren gelernt.
Er enthält ſich als Dirigent im Gegenſatz zu anderen
modernen aller äußeren Hilfsmittel, aber wer ihn beim
Dirigieren beobachtet, wird gewahr, wie es in ſeinem
Innern gewaltig arbeitet und wie er ſich mit ganzer Seele
in den zu beherrſchenden Stoff verſenkt. Dieſe
Inner=
lichkeit und Vergeiſtigung teilt ſich auch ſeinen Muſikern
mit. Daß Reger nicht auf klangliche
Maſſenwirkun=
gen und Herausarbeitung rauſchender Effekte das
Haupt=
gewicht legt, bewies die Wahl des Programms: denn
weder die 8. Beethovenſche Symphonie, noch das
Bran=
denburgiſche Konzert” für Flöte, Violine und Klavier
von J. S. Bach geben zu ſolchen Gelegenheit. In jener
war es die wiſſenſchaftliche Tiefe der Auffaſſung und
Subtilität der Ausführung, in dieſem die entzückende
Fein=
heit und Intimität der Klangwirkungen, die den
Leiſtun=
gen der Kapelle das charakteriſtiſche künſtleriſche Gepräge
verliehen. In dem Vortrag des Bachſchen Werkes ſei noch
der überaus fein abgetönten und empfindungsvollen
Aus=
führung des Klavierparts durch Herrn Mar Reger
gedacht. Die Flöte ſpielte Herr Hofmuſiker
Wunder=
lich, die Violine Herr Konzertmeiſter Treichler;
geleitet wurde das Konzert von Herrn Konzertmeiſter
Profeſſor Piening.
Wundervolle Klangwirkungen und Klangſteigerungen
entfaltete die Kapelle in den prachtvollen Variationen.
von Brahms über ein Thema von Joſef Haydn, op. 56
eine nicht minder gewaltige Wirkung hinterließ die
Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer” deren rauſchende
Klangpracht wie Sturmwind daherbrauſte. Zwiſchen
beiden Werken gelangte Regers neue Luſtſpielouvertüre,
die kürzlich im Konzert der hieſigen Hofmuſik zum erſten
Male geſpielt wurde, zum Vortrag. Richtig gewürdigt
werden kann dieſe Kompoſition nur vom Standpunkt der
muſikaliſchen Technik aus.
Dem Richard Wagner=Verein gebührt für die
Ver=
anſtaltung dieſes gewiß mit großen Opfern verbunden
geweſenen Konzertes, das ein Ereignis der Saiſon
bil=
dete, Dank. Der geniale Dirigent wurde vom Publikum
ſehr gefeiert.
Vorträge.
* Im Kaiſerſaal hielt am Dienstag abend auf Veran
laſſung des Bezirksvereins Altſtadt Herr Stadt
pfarrer D. Dr. Diehl einen Vortrag über das Thema:, Aus
dem Leben der Altſtadt vor 150 Jahren”
Das außerordentlich zahlreich erſchienene Publikum
be=
reitete dem geſchätzten Redner ſchon beim Erſcheinen au
dem Podium lebhafte Ovationen. Nach herzlicher
Begrü=
ßung durch den Vorſitzenden des Vereins, Herrn Stadtv.
Linck, führte der Vortragende, nachdem er kurz nochmals
die Darſtellungen im Mathildenhöhſaale in der vorigen
Woche rekapitulierte, etwa folgendes aus:
Das 18. Jahrhundert zeigte im allgemeinen eine
rück=
ſtändige Geſinnung. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts
unter dem Landgrafen Ludwig VIII., hatte Heſſen, und
insbeſondere Darmſtadt, ſchwer unter dem Jagdunweſen
zu leiden. Eine neue Zeit begann mit dem Jahre 1768, die
Zeit der Aufklärung, die bis etwa 1790 zu rechnen iſt.
1770 begann eigentlich dieſe Aufklärung mit der
Be=
rufung Karl Friedrich Barths an die Univerſität Gießen,
Bechtold, ein Darmſtädter, brachte ihn dorthin. Aber nicht
von der Berufung eines Profeſſors war die Bewegung
ab=
hängig, ſondern es war der Geiſt, der in der Bevölkerung
lebte unter dem Landgrafen Ludwig IX. Landgraf Lud
wig IX. wird viel verkannt, wohl war er ein Freund des
Gamaſchendienſtes und ſein Militär war nicht für den
Krieg da; es exerzierte z. B. bei Regenwetter nicht im
Freien, damit die Uniformen nicht verdarben, ſondern in
dem eigens dafür erbauten Exerzierhauſe. Das Ideal des
Landgrafen war Friedrich der Große. Man ſollte auch
ein=
mal ſeine Randbemerkungen zu den Akten ſammeln und
veröffentlichen; man wird daraus einen Mann erkennen,
der viel für ſeine Untertanen übrig hat, aber auch oft
recht grob iſt. Laukhard wirft ihm Orthodoxie vor; es iſt
aber kein Zweifel, daß er im Sinne ſeiner Zeit ein
aufge=
klärter Mann war. Im Jahre 1771 gründete er die
Refor=
mierte Gemeinde. Weiter geſtattete der Landgraf, daß
Schüler jüdiſcher Konfeſſion das Gymnaſium beſuchen
durf=
ten. 1791 erließ er einen Freiheitsbrief für die Katholiken,
in dem ihnen freie Religionsübung zugeſichert wurde.
Ganz aufkläreriſch geſinnt war die Landgräfin
Karo=
line. Die Zeit der Aufklärung änderte auch manches in
der Bevölkerung und im Stadtbild. Jetzt war man
durch=
drungen von dem Werte der Perſönlichkeit. Unter
Lud=
wig VIII. ſetzte ſich der Stadtrat nur aus den
Ratsver=
wandten zuſammen; unter Ludwig IX. wurde das anders.
Die neue Zeit brachte auch in wirtſchaftlicher Beziehung
große Fortſchritte, denn in den 50er und 60er Jahren des
vorigen Jahrhunderts war die Armut in Darmſtadt ſehr
groß. Der Landgraf errichtete an der Univerſität Gießen
die ökonomiſche Fakultät. Fabriken wurden im Lande und
auch in Darmſtadt errichtet und die Darmſtädter Zeitung
gegründet, die durch die Verbreitung guter und nützlicher
Ideen und durch das Beiſpiel wirken ſollte. Die
Landkom=
miſſion wurde errichtet, die das Erwerbsleben von Grund
aus umgeſtalten ſollte. Kammerrat Martin legte die
Wie=
ſen um Darmſtadt nach neuen Grundſätzen an, auch wurden
die Bauern veranlaßt, die Stallfütterung einzuführen.
Mancher Widerſtand war da zu überwinden. Viele
Hand=
werkszweige lagen damals danieder, wurden aber jetzt
ge=
fördert.
An der Hand eines Planes ſchilderte der Redner nun
die Veränderungen im Darmſtädter Stadtbild. Die beſſeren
Familien wollten nicht mehr in den Spelunken an der
Kaplaneigaſſe wohnen, ſie zogen nach dem Birngarten und
der Ochſengaſſe, die man in Ochſenſtraße umtaufen wollte.
Aeußerlich wurde das Stadtbild nicht allzu ſehr geändert,
denn durch die Verlegung des Militärs und die Verlegung
eines Teiles der Regierung nach Pirmaſens wurden hier
viele Wohnungen frei; auch wurde ein großer Teil der
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Nummer 39.
bringen und das zu einer Zei, in der die Pariet auch in
Reiche ſich in ſchwieriger Lage befindet.
Auf Grund der Ausſprache in dem geſchäftsführenden
Ausſchuſſe hat Herr Fabrikant Böhm von Offenbach
ſeinen Austritt aus dieſem erklärt. Die Parteileitung
in Heſſen wird, ſoweit irgend möglich, ſich jeder weiteren
Stellungnahme in der Oeffentlichkeit enthalten und
dem Landesausſchuſſe die Entſcheidung in die Hand geben.
Aus den Kreiſen der Nationalliberalen
Partei Heſſens wird uns weiter mitgeteilt, daß
ver=
ſchiedene hervorragende Männer aus der
Bür=
gerſchaft, Beamtenſchaft, dem Handel und der
Induſtrie, langjährige Mitglieder der Partei, entſchloſſen
waren, angeſichts der Wahl von Sozialdemokraten in das
Präſidium des Reichstags durch Mitglieder der
National=
liberalen Reichstagsfraktion ihren Austritt aus der
Partei anzuzeigen. Nachdem die Sachlage jetzt
durch die neue Stellung der Nationalliberalen
Reichstags=
fraktion eine andere Wendung genommen hat, iſt zu hoffen,
daß dieſe Herren der Partei erhalten bleiben.
* Vom Truppenübungsplatz. Infanterie=Reſerve=
Offizieraſpiranten=Kurſe treten auf dem
Truppenübungs=
platz Darmſtadt zuſammen vom 1. bis 27. März und vom
21. März bis 17. April; zu letzterem ſind zwei aktive
Kompagnien kommandiert. In der Zeit vom 29. April
bis zum 11. Mai werden Bataillonsübungen und in
Meſſel Gefechtsübungen abgehalten vom Infanterie=
Regiment Nr. 116. Weiter werden dort abgehalten
Ba=
taillonsübungen: das Infanterie=Regiment Nr. 118 vom
6. bis 18. Mai; Regimentsübungen: das Füſilier=
Regi=
ment Nr. 80 vom 28. Mai bis 5. Juni, und das
Infan=
terie=Regiment Nr. 81 vom 30. Mai bis 5. Juni. Im
An=
ſchluß hieran beginnen die Brigadeübungen der 42.
In=
fanterie=Brigade (beſtehend aus den beiden
letztgenann=
ten Regimentern), die vom 6. bis 13. Juni dauern. Vom
4. bis 18. Juni hält das Ulanen=Regiment Nr. 6 dort
Felddienſt= und Regimentsübungen ab, während das
Dragoner=Regiment Nr. 6 vom 15. bis 18. Juni ſeine
Regimentsübungen beendet. Hiernach haben dieſe beiden
Kavallerie=Regimenter (21. Kavallerie=Brigade) vom 19.
bis 28. Juni ihre Brigadeübungen. Schießübungen
hal=
ten ſodann ab: die 25. Feldartillerie=Brigade (25. und
61. Feldartillerie=Regiment) vom 1. bis 10. Juli, und
die 21. Feldartillerie=Brigade (27. und 63. Feldartillerie=
Regiment) vom 22. Juni bis 10. Juli Am 8. Auguſt tritt
ein Kurſus für Kavallerie=Reſerve=Offiziere und Reſerve=
Offiziers=Aſpiranten zuſammen, der bis zum 28. Auguſt
übt. Vom 14. bis 28. Auguſt übt die 50. Infanterie=
Bri=
gade auf dem Darmſtädter Truppenübungsplatz; es
wer=
den Regiments= und Brigadeübungen, ſowie
Gefechts=
ſchießen abgehalten. Im Anſchluß hieran findet eine
14tägige Uebung einer zu bildenden Reſerve=Infanterie=
Brigade des 18. Armeekorps ſtatt. Vom 2. bis 15.
Okto=
ber übt eine zu bildende Reſerve=Feldartillerie=
Abteil=
ung des 18. Armeekorps.
D Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die
Einnah=
men betrugen im Jan. 1912: 1. Perſonenverkehr 555 132 Mk.
(Januar 1911: 513044 Mark), 2. Güterverkehr: 66 546
Mark (60 723 Mark), 3. Nebeneinnahmen: 5506 Mark
(5617 Mark), 4. Geſamteinnahmen, 627184 Mark (579384
Mark).
* Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz in
Verbindung mit dem Alice=Frauenverein
ver=
anſtaltet auch in dieſem Jahre Lehrgänge für Damen, die
während eines Krieges vorzugsweiſe in der freiwilligen
Krankenpflege hier in Darmſtadt tätig ſein wollen. Der
theoretiſche Lehrgang beginnt am 1. März und beſteht
wie ſeither aus 20 Vorleſungen, die der Großh. Leibarzt
Herr Dr. Happel jeden Montag, Mittwoch und Freitag
von 5—7 Uhr nachmittags im Feſtſaal des Ludwig
Georg=Gymnaſiums abhalten wird. Er bezweckt die
Ausbildung von Damen zu „Samariterinnen”. Ein
tun=
lichſt bald ſich anſchließender praktiſcher Lehrgana von vier
Wochen in einem Krankenhaus hat die Weiterbildung von
Samariterinnen zu „Helferinnen” im Auge. Es iſt
drin=
gend zu wünſchen, daß die Damen von Darmſtadt und
Umgegend ſich zahlreich an dieſen ganz unentaeltlichen
Lehraängen beteiligen, damit die genannten Verbände
des Roten Kreuzes imſtande ſind, den großen
Anforderun=
gen an ausgebildetem weiblichen Pflegeperſonal zu
genü=
gen, die ein Krieg an ſie ſtellt. Wann das deutſche Volk
die Waffen wird ergreifen müſſen zur Abwehr eines
feindlichen Angriffs weiß niemand. Aber die Erlebniſſe
des Jahres 1911, die kein Deutſcher ſo bald vergeſſen
wird, haben uns ja klar vor Augen geführt, daß heute
mehr als je das alte Wort „Feinde ringsum” Anwen=
dung findet auf unſer Vaterland. Sie haben uns von
neuem eindringlich gemahnt an die zwingende
Notwen=
digkeit, unſer Schwert ſcharf und unſere Rüſtung ſtark zu
halten. Wie deshalb Heer und Flotte immer gewärtig
ſind, daß der Kaiſer ſie zum Kampfe ruft, ſo muß auch
das Rote Kreuz und mit ihm der unter ſeinem Zeichen
zur Mitarveit berufene Teil der deutſchen Frauenwelt
ſtets bereit ſein zur Uebernahme der ernſten Pflichten,
de=
ren Erfüllung das Vaterland von ihnen erwartet. Nähere
Angaben über den erwähnten theoretiſchen Lehrgang
ent=
hält der Anzeigenteil der heutigen Nummer.
* Im Ortsgewerbeverein ſpricht am morgigen
Frei=
tag abend im Vortragsſaal der Großh. Zentralſtelle für
die Gewerbe Herr Profeſſor Brockmann aus
Offen=
bach über „Neue Apparate und Methoden
zum Schweißen und Schmieden der Metalle
mit Hilfe des elektriſchen Stromes‟ Der
Vortragende hat verſchiedenfach Gelegenheit gehabt,
ein=
gehende Studien über die neuzeitlichen Methoden des
Schweißens und Schmiedens anzuſtellen und wird ſeine
Ausführungen durch eine große Anzahl Lichtbilder und
Muſterſtücke illuſtrieren. Der Vortrag iſt intereſſant für
jedermann, da ein Einblick in neue Verwendungsweiſen
des elektriſchen Stromes eröffnet wird.
* Der Kirchengeſangverein der Johannesgemeinde
veranſtaltet am Freitag, den 16. Februar, abends 8 Uhr,
im Fürſtenſaale (Grafenſtraße) einen Familien=
Abend mit muſikaliſchen Aufführungen, lebenden
Bil=
dern u. a. Hierzu ſind alle Freunde des Vereins
ein=
geladen. (S. Anz.)
* Religiöſer Vortrag. Am 23. d. M. wird auf
Ver=
anlaſſung der Kirchlich=poſitiven Vereinigung Herr
Di=
rektor Paſtor Stuhrmann aus Barmen im
Kaiſer=
ſaale hier einen Vortrag über das Thema halten: „Die
Kinder der Reformation im Kampfe mit
den feindlichen Mächten der Gegenwart”.
Wie die Faſſung des Themas zeigt, wird eine Reihe der
wichtigſten unſere Zeit bewegenden Fragen, beſonders
auch die Bekenntnisfrage, zur Beſprechung kommen. Daß
dies in tiefgehender und anziehender Weiſe geſchehen
wird, dafür bürgt der Name des als Leiter mehrerer
großen kirchlichen Verbände mit den religiöſen Nöten
unſerer Zeit vertrauten und durch ſeine kraftvolle
Bered=
ſamkeit rühmlichſt bekannten Theologen. Genauere
An=
zeige erfolgt nächſtens in dieſem Blatte.
* Berufsbildung für Töchter gebildeter Stände. In
dem mit dem Hofmänniſchen Inſtitut verbundenen
Semi=
nar beginnen zu Oſtern neue Kurſe für moderne
Spra=
chen, neuere Literatur, Kunſtgeſchichte und Pädagogik.
Sie ſind eine Berufs= und Frauenſchule für ſtrebſame
Mädchen, die Verſtändnis der Neuzeit erlangen und ſich
zu einem Beruf vorbereiten wollen: als Sprachlehrerin,
Erzieherin, Korreſpondentin, Bibliothekarin, Leiterin von
großen Anſtalten wie Sanatorien, Penſionaten und
Hei=
men aller Art. (Siehe Anzeige.)
O Unbeſtellbare Poſtſendungen. Wie wir erfahren,
lagern bei der Oberpoſtdirektion in Darmſtadt folgende
Sendungen, deren Abſender vielleicht zu unſeren Leſern
zählen, als unbeſtellbar: 1 Poſtanweiſung über 10 Mark
vom 11. 10. 10, Aufgabeort Offenbach, Empfänger und
Beſtimmungsort unbekannt; 1 Poſtanweiſung über 29.50
Mark vom 11. 11. 10, Aufgabeort Wolfsgarten Jagdſchloß,
Empfänger und Beſtimmungsort unbekannt. 1
Poſtan=
weiſung über 3 Mark 5 Pfg. vom 21. 11. 10, Aufgabeort
Darmſtadt II, Empfänger und Beſtimmungsort
unbe=
kannt. 1 Poſtanweiſung über 2 Mark 50 Pfg. vom 23. 12.
1910, Aufgabeort Darmſtadt I, Empfänger und
Beſtim=
mungsort unbekannt. 1 Poſtanweiſung über 3 Mark 45
Pfg. vom 7. 12. 10, Aufgabeort Roßdorf (Heſſen),
Emp=
fänger Amtsgericht in Darmſtadt. 1 Nachnahme=
Poſtan=
weiſung über 1 Mark 90 Pfg. vom 23. 11. 10, Aufgabeort
Eſſen (Ruhr), Empfänger unbekannt, Beſtimmungsort
Offenbach (Main). 1 Poſtanweiſung über 3 Mark 19 Pfg.
vom 2. 1. 11, Aufgabeort Sprendlingen (Kreis
Offen=
bach), Empfänger u. Beſtimmungsort unbekannt. 1
Poſt=
anweiſung über 9 Mark vom 22. 2. 11, Aufgabeort
Offen=
bach (Main), Empfänger und Beſtimmungsort
unbe=
kannt. 1 Poſtanweiſung über 7 Mark 40 Pfg. vom 27. 2.
1911, Aufgabeort Langen (Bezirk Darmſtadt), Empfänger
und Beſtimmungsort unbekannt. 1 Poſtanweiſung über
5 Mark vom 27. 2. 11, Aufgabeort Neu=Iſenburg,
Emp=
fänger und Beſtimmungsort unbekannt. 1
Poſtanweiſ=
ung über 17 Mark vom 10. 3. 11, Aufgabeort Beerfelden,
Empfänger und Beſtimmungsort unbekannt. 1
Ein=
ſchreibbrief vom 30. 6. 11, Aufaabeort Offenbach (Main),
Empfänger Alfred Fuchs in Marburg. 1 gewöhnlicher
Brief, Inhalt 100 Mark, vom 23. 6. 11, Aufgabeort Offen=
bach (Malh), Eupfänger und Beſtmmungsort unesbar.
1 gewöhnliches Paket vom 17. 6. 11, Aufgabeort
Offen=
bach (Main), Empfänger Georg Weber in Straßburg
i. Elſ. Die zur Empfangnahme der Gegenſtände
Be=
rechtigten müſſen ſich binnen vier Wochen bei der
Ober=
poſtdirektion melden, widrigenfalls die
Poſtanweiſungs=
beträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch
Verſteigerung des Inhalts erlöſten Geldbeträge der
Poſt=
unterſtützungskaſſe überwieſen, die Briefe aber vernichtet
werden.
— Zur Verhaftung des früheren Rendanten Beck
wird uns von zuſtändiger Seite mitgeteilt: In der im
Anſchluß an die Verhaftung des früheren Rendanten des
Spar= und Kreditvereins, e. G. m. u. H., Nieder=
Modau, Beck, wegen Verdachts der Beihilfe an den
betrügeriſchen Handlungen des Adam durch die Preſſe
gehende Notiz befindet ſich die Angabe, Beck ſei früher
Verbandsreviſor geweſen bezw. übe zur Zeit noch eine
Tätigkeit als Genoſſenſchaftsreviſor aus. Zur
Richtig=
ſtellung ſei demgegenüber bemerkt, daß Beck allerdings
bis zum Jahre 1908, in welchem er von dem Spar= und
Kreditverein Nieder=Modau zum Rendanten als
Nach=
folger Adams gewählt wurde, in Dienſten des
Verban=
des der Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
als Reviſionsbeamter ſtand, ſeine Tätigkeit ſich jedoch
nicht auf die Vornahme von Verwaltungsreviſionen bei
den Verbandsgenoſſenſchaften, welche Aufgabe die
Ver=
bandsreviſoren zu erfüllen haben, erſtreckte, er vielmehr
auf der Bücherprüfungsſtelle des Verbandes beſchäftigt
war. Im Jahre 1910 legte Beck ſeinen Poſten bei der
Nieder=Modauer Kaſſe nieder und wurde Beamter der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank, welche
Stel=
lung ihn mit dem genoſſenſchaftlichen Reviſionsweſen
nicht in Berührung brachte.
Karneval in Darmſtadt.
* Künſtler=Redoute „Unter Blüten” im Orpheum.
Der große Rat der Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla”
ſchreibt uns: An die glänzenden tollen Münchener Feſte
der Kunſt, des Frohſinns und des Humors, an jene
welt=
berühmten Redouten, wo im feſtlich geſchmückten
Deut=
ſchen Theater Hunderte von Paaren ſich nach den
berau=
ſchenden Klängen eines Walzers ſelig drehen, von Logen
und Balkonen herab blühendes, ſprühendes Leben winkt,
ſoll es erinnern das Blütenfeſt, das am Samstag abend
im Orpheum die holden Närrinnen und Narren lockt.
Und doch kein Mißverſtändnis! Keine blinde
Nach=
ahmung fremder Feſtlichkeiten wird es ſein, es iſt
heimi=
ſchem Boden entſprungen, ein Erzeugnis bewährter
Ar=
rangeure im Elferrat. Selbſtverſtändlich ein
Masken=
feſt wird es ſein. Der Masken= oder Geſellſchaftsanzug
wird vorgeſchrieben. Ein Blütenfeſt wird es werden.
In verſchwenderiſcher Fülle wird der Rundbau des
Or=
pheums mit Blüten, Blumen und Girlanden geſchmückt.
Grünes Gerank bilden die lauſchigen Lauben auf den
Eſtraden Die teilweiſe in Chambres ſeparées
verwan=
delten Balkonlogen leuchten im Blumenſchmuck. Sind
nicht auch die reizendſten Blüten unſerer Damenwelt
zahlreich vertreten! — Eine beſondere „botaniſche‟
Ueberraſchung wird dann noch kommen. wenn die
Polo=
näſenklänge die Tanzluſtigen rufen. Endlich ein
Künſt=
lerfeſt wird das Feſt noch ſein. Das Enſemble des
Dres=
dener Kgl. Belvedere wird das Feſt mit der Aufführung
ſeiner Revue eröffnen und im bunten Teil werden all
die lebenſprühenden Künſtlerinnen und Künſtler, die
Abend für Abend im Orpheum mit Beifall überſchüttet
werden, Maud Hawley, Trude Troll. Hanny
Weiße, Marie Lee, Elſe Clermont, D. Rennard,
die Herren Ritter, Indra, Bellmann und
Frei=
berg zur Geltung kommen. Ein eigenartiges Feſt wird
es werden. ein Feſt übermütiger Luſt, und doch auch
wie=
der von vornehmem Gepräge. Fröhlichkeit und
Lebens=
luſt werden die Parole ſein, mag man ſich in das
wo=
gende, wirbelnde Treiben des Saales ſtürzen, wo die
Klänge zweier Orcheſter, darunker der Kapelle Hauske,
zum Tanzen verlocken, mag das in einer Ecke errichtete
Sektzelt ziehen. mag man von den Logen herab das bunte
Treiben träumeriſch paſſieren laſſen, mögen verſchwiegene
Lauben heimiſche, köſtliche Raſt vom übermütigen
Ge=
triebe gewähren. Das Wort wird zur Wahrheit werden
vom unvergleichlichen, unvergeßlichen Zauber der
Künſt=
ler=Redoute unter Blüten. Bemerken wollen wir noch,
daß der Vorverkauf für die numerierten und
unnumerier=
ten Plätze lebhaft im Gange iſt, und daß für geeignete
Fahrverbindung zum Feſtabend geſorgt werden wird.
Neu unter Ludwig IX. wurde das Baumgartenviertel, der tigt wurden außerdem noch Konſtantinopel, Smyrna,
„Bangertsgarten” (der Name lebt noch verſtümmelt in Jaffa, Jeruſalem, Port=Said. Kairo, Pyramiden,
Pankratiusſtraße), das jetzige Martinsviertel, angelegt. In Alexandrien, Kreta, Meſſina, Monte Carlo Marſeille.
Zum Schluß erwähnte der Redner die Einfachheit der Sit=cher Beifall wurde dem Redner am Schluſſe ſeiner gegen
den Lurus bei Kleidern und Schmuck wurde geſtreift, ſowie ſpendet.
die Beſtrebungen zur Unterdrückung des Kaffeetrinkens.
Das Publikum, das den Kaiſerſaal bis auf den letzten
Platz füllte, ſpendete dem Redner am Schluß ſeiner
Aus=
führungen lebhaften Beifall.
ZZahlreiche Mitglieder mit ihren Angehörigen, ſowie ſicher als ein Fall gelten, der Ben Akibas Wort zu=
Gäſte hatten der Einladung des Bezirksvereins zu einem ſchanden werden läßt. Der Fall iſt ſoeben in Auſtralien
rats Schupp im Mathildenhöhſaal Folge geleiſtet. Mutter Natur einen wunderbaren Sopran von
eigen=
eifriger Wirkſamkeit zur Förderung ſtädtiſcher Fragen Freunde. „Eine Goldmine, die wir ausbeuten wollen,” er=
Reiſebeſchreibung ſeiner Mittelmeerfahrt, ange= zahlt, die vollauf ausreichen, die intereſſante Kleine nach
nommen worden iſt. Herr Schupp führte aus, daß er Paris zu ſchicken, und dort ausbilden zu laſſen. Nach
be=
ſich einem Studien=Reiſe=Klub angeſchloſſen, deſſen endeten Studien wird ſie unzweifelhaft leicht ein gutes
Städten erſtreckte. Der Reiſeweg führte von München wurden 1000 Anteilſcheine von je 20 Mark zur Zeichnung
über Roſenhain nach Salzburg und mit der neu
eröffne=
ten Bahn über Gaſtein, Klagenfurt, Görz nach Trieſt.
Die Fahrt ging dann weiter über Venedig nach Korfu
mit ſeiner herrlichen, rings von Bergen und Zitadellen
umgebenen Bucht. Von Korfu ging die Reiſe nach
bei, nach dem Pyräus, dem Hafen von Athen. Mit der tiert und zu dieſem Kurſe lebhaft gehandelt.
Bahn in Athen angelangt, wurde die Stadt, beſonders
die Akropolis, einer eingehenden Beſichtigung unter= eine Anzahl Cauber Jungen im Rhein und fiſchten dabei
zogen. Weiter ſchilderte der Redner die Fahrt mit dem eine Flaſche aus dem Strom. Später machten ſie ſich den
Schiff ins Aegäiſche Meer, in die Dardanellen mit ihren Scherz, eine „Flaſchenpoſt” dem Rhein anzuvertrauen. Auf
vielen Forts, bei Galivoli in das 1300 Meter tiefe Mar= einen Zettel ſchrieben ſie: „Die beſten Grüße vom Cauber
den vielen Oekonomiehöfen der Stadt wurden viele Häuſer! Erwähnenswert iſt die tadellos ſcharfe Vorführung der
errichtet, daher kommt es, daß die Altſtadt ſo winkelig iſt. zahlreichen, den Vortrag unterſtützenden Lichtbilder.
Rei=
ten jener Zeit, aber auch der Kampf der Behörden gegen ½11 Uhr beendigten intereſſanten Ausführungen ge=
Feuilleton.
herrſchaftlichen Häuſer an landgräflichen Beſitz verkauft. mara==Meer, dann nach Stambul und Skutari.
Beſich=
ml. Die Sängerin auf Aktien. Daß die Stimme einer
Sängerin als Baſis zu einer Aktiengeſellſchaft gemacht
* Bezirksverein Mathildenhöh=Viertel, wird, die ihren Aktionären reiche Erträge abwirft, darf
Vortrag mit 70 Lichtbildern des Herrn Rechnungs= Ereignis geworden. Lebt da ein blutarmes Mädel, dem
Herr Stadtverordneter Schäfer begrüßte die Erſchiene= artigem Timbre und ungewöhnlichem Umfange verliehen.
nen. Er hob hervor, daß man neben der Entfaltung Sie hat eine Goldmine in der Kehle” pries einer ihrer
auch den Familienangehörigen durch Veranſtaltungen widerte der andere. „Wir wollen einfach eine Geſellſchaft
für die Folge etwas bieten wolle, und daß daher mit zur Erſchließung und zur Ausbeutung dieſer Goldgrube
Dank das Anerbieten des erſten Vorſitzenden, eine gründen. Als Stammkapital werden 20000 Mark einge=
Reiſeroute ſich über das öſtliche Mittelmeer mit Land= Engagement finden, und wir werden als glückliche
Aktio=
ung an den ſchönſten und hiſtoriſch intereſſanteſten näre fette Dividenden einheimſen.” Geſagt, getan. Es
aufgelegt, die glatt Aufnahme fanden. Die junge
Auſtra=
lierin bildete ſich in Paris zur großen Sängerin aus, die
nach der Rückkehr in die Heimat rauſchende Erfolge
er=
zielte. Und die mit 20 Francs emittierten Aktien werden
dreißigſtündiger Seefahrt, an unzähligen Inſeln vor= heute an der Börſe in Melbourne mit 87,45 Francs no=
* Merkwürdige Flaſchenpoſt. Im Juli 1911 badeten
Badeklub! Wer dieſe Flaſche landet, erhält zwei
Bade=
hoſen.‟ Darunter ſchrieben ſie ihre Namen und ſteckten
den Zettel in die Flaſche, verkorkten ſie tüchtig und
über=
gaben ſie den Fluten. Die Sache ſchien vergeſſen. Da kam,
wie das Wiesbadener Tagblatt mitteilt, dieſer Tage ein
Brief aus — Rirdorf bei Berlin an den
mit=
unterzeichneten Heinrich Debus an mit folgendem
Wort=
laut: „Herrn Heinrich Debus, Caub a. Rh.,
Mauer=
ſtraße 91. Wie Sie aus beiliegendem Zettel erſehen, habe
ich Ihre Flaſchenpoſt heute gelandet (8. Februar 1912,)
und zwar, worüber ich mich ſelbſt ſehr wundere, im
Rixr=
dorfer Stichkanal in Berlin. Ich wäre Ihnen ſehr
dank=
bar, wenn Sie Ihr Verſprechen einlöſen würden, lediglich
aus Intereſſe an der Sache. Mit freundlichem Gruß aus
Berlin: Louis Rolfs, Rixdorf bei Berlin,
Wildenbruch=
ſtraße 17.‟ Wie erklärt man ſich dieſe Wanderung einer
Flaſche von Caub nach Berlin?
* Theaterdämmerung in Soeſt. Der Direktor des
Weſtfäliſchen Städtebundtheaters, Herr E, Planer, der
letzthin in Soeſt geſpielt hat, läßt ſich auf dem Theaterzettel
nach einer Ankündigung des Luſtſpiels „Huſarenfieber”
„ſtatt beſonderer Anzeige” dahin vernehmen, daß er bei der
geringen Unterſtützung, die ſein Unternehmen trotz aller
Lobeserhebungen hier finde, die letzte Vorſtellung zu geben
gezwungen ſei. Er ſchließt: Nur wenn ſich eine größere
An=
zahl von Herrſchaften zu einem Theaterverein
zuſammen=
ſchließen und das Unternehmen unterſtützen, kann die
hie=
ſige Saiſon gerettet werden. Sonſt gedenke ich hier einen
Kientopp zu eröffnen. Um ſtilles Beileid bittet E. Planer,
Theaterdirektor.” Kientopp als Bühnenerbe ein Zeichen
der Zeit!
* Der unbequeme Adel im Wahlkampf. Man ſchreibt
der Kreuzzeitung: Ein Adliger, der ſich entſchuldigt, adlig
zu ſein, iſt der neue fortſchrittliche Reichstagsabgeordnete
für Freiburg i. Br., Prof. v. Schulze=Gaevernitz. In einer
kleinen Stadt in ſeinem Wahlbezirk hat er ſich bei ſeinen
Wählern entſchuldigt, daß er adlig wäre; „er könne aber
verſichern, daß ſein Adel nicht weit herwäre; denn erſt ſein
Vater wäre geadelt worden und zwar für das unbedeutende
Verdienſt, einen Prinzen unterrichtet zu haben.”
Nummer 39.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februor
1912.
Seite 5.
* Darmſtädter Karneval=Geſellſchaft. Man
ſchreibt uns: Der nunmehr ſchon ſeit 34 Jahren am
Faſtnachtsſamstag im Saalbau abgehaltene
Geſell=
ſchafts=Maskenball der Darmſtädter Karneval=
Geſellſchaft wird auch an dem diesjährigen
Faſt=
nichtsſamstag ſeine alte Anziehungskraft ausüben, we
der überaus flotte Kartenverkauf und ſonſtige
Sympathie=
kundgebungen beweiſen. Gerade dieſer Maskenball der
Darmſtädter K rneval=Geſellſchaft hat ſich derart
ein=
gebürgert, daß den Närrinnei und Narren die Faſtnacht
nur halb erſchiene, wäre dieſer Geſellſchafts=Maskenball
nicht. Daher verwendet die Karneval=Geſellſchaft auch
die größte Sorgfalt auf dieſen Maskenball, um ihn zum
Gla=zpunkt und würdigen Schluzakkord ihrer
Faſtnachts=
veranſtaltungen zu geſtalten.
* Katholiſcher Geſellenverein. Die
Veranſtal=
tungen des Vereins erfreuen ſich ſtels wachſender
Be=
liebtheit und immer zahlreicheren Beſuches. Würdig ſoll
ſich den verfloſſenen Feſtlichkeiten der große
Masken=
ball am Abend des 18. Februar anſchließen. Derſelbe
beginnt 7 Uhr 11 Minuten und verſpricht wiederum
einige ſehr vergnügte Stunden in echt geſelliger Freude
und Fröhlichkeit. Maskenkarten ſind ſchon im voraus
beim Hausmeiſter zu haben. (Siehe Anzeige.)
— Liedertafel. Man ſchreibt uns: „Das muß man
ſehen” ſo lautet das Motto an alle Närrinnen und
Narren, die den am 24. Februar 1912 in ſämtlichen
Räumen der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindenden
Maskenball, der unter dem Titel: „Im Reiche der
Venus” abgehalten wird, beſuchen wollen. Die ge
ſchmackvolle Dekoration iſt durchaus dem Charakter des
Feſtes angepaßt und verſetzt die Beſucher in das Reich
der Venus, ſowie in die Sage des Hörſelbergs, welche
durch den Einzug der Venus in Begleitung Tannhäuſers,
der drei Grazien, als Gefolge Amor und Amoretten,
dargeſtellt wird. Ein luſti er Reigen von Amor und
Amoretten wird zur fidelen Stimmung des Feſtes
bei=
tragen. Damit aber nicht nur für das Auge geſorgt
iſt, wird eine zauberhafte Sekthöhle die Durſtigen ſtillen.
Auch unſer vielbel ebter M. Weber wird mit ſeinen 61ern
in 2 Abteilungen, welche ununterbrochen ſpielen, das
Möglichſte leinten. Einer beſonderen Empfehlung bedürfen
die Maskenbälle der Ledertafel nicht mehr, denn dazu
ſind ſie viel zu populär geworden.
* Hotel Britannia. Man ſchreibt uns: Auch dieſes
Jahr ſollen am Faſtnachtsſonntag wie Faſtnachtsdienstag
zwei vornehme Karnevalsfeiern mit Ball im Britann a=
Hotel ſtattfinden. Nur iſt den getroffenen Maßnahmen
nach etwas noch bei weitem glänzenderes als im
Vorjahre zu erwarten. So iſt die Zahl der
Künſtler=
kapellen verdoppelt, ſowie durch Aufſtellung von
Sekt=
ſtänden und talten Büffets dafür Sorge getragen
worden, daß in all den herrlichen, weiten Räumen trotz
Größe und Prunk das Milieu einer vornehmen, intimen
Veranſtaltung gewahrt bleibt. Die Dekoration wird
allein eine Sehenswürdigkeit ſein. So brauchen nur der
Blütenſalon, der reizende kleine Ballſaal, die in magiſchem
roten Licht erſtrahlenden hinteren Räume genannt zu
werden. Das vornehmſte Publikum unſerer Reſidenz
wird ſich hier ein Stelldichein geben, um an dieſer
wirklich einzigartigen Karnevalsfeier teilzunehmen, ſowie
dem Tanze zu huldigen. Vorausoeſtellung von Tiſchen
und Soupers erbeien. Ebenſo iſt es ratſam, ſich
mög=
lichſt balo mit Eintrittskarten zu verſehen. (Näheres
ſiehe Anzeige.)
* Arheilgen, 14. Febr. Dem Geſangverein
Liederzweig ging heute von der Großh.
Kabinetts=
direktion die Mitteilung zu, daß zu ſeinem 50jährigen
Ju=
biläum, das mit einem großen nationalen
Geſangswett=
ſtreit verbunden iſt, Se. Kgl. Hoheit der Großherzog
einen Ehrenpreis ſtiften wird.
Ss. Griesheim, 14. Febr. Dieſer Tage trieb ſich hier
eine Schwindlerin umher, die ſich für eine
Krankenſchwe=
ſter ausgab und der hieſigen Einwohnerſchaft einen Tee
anpries, der die Eigenſchaft haben ſollte, für alle
Krank=
heiten ein Heilmittel zu ſein. Sie verkaufte auch hiervon
an viele Familien jede Packung für 1 Mark. Als man
der Sache auf den Grund ging, ſtellte es ſich heraus, daß
der Tee ganz minderwertig war. Trotzdem die Polizei
eine eifrige Tätigkeit entfaltete, iſt es ihr nicht gelungen,
die Perſon verhaften zu können.
Offenbach, 13. Febr. Unter dem myſteriöſen Titel
„Die ſchwarze Hand” verſuchen die Erpreſſer der
verſchiedenſten Gattungen Schrecken zu verbreiten und
ihre Opfer willfähriger zu machen. Einer dieſer
Ver=
brecher hat es allem Anſchein nach auf die Offenbacher
Pfarrer abgeſehen. Schon vor einiger Zeit hatte, wie
die Offenbacher Zeitung damals meldete, der hieſige
Pfarrer Palmer einen Drohbrief von einem unbekannten
Mitglied der „ſchwarzen Hand” erhalten mit dem
Auf=
trag, 100 Mark poſtlagernd an das Hauptpoſtamt
Frank=
furt a. M. zu ſenden. Die damals nach dem Erpreſſer
an=
geſtellten polizeilichen Ermittelungen hatten ein negatives
Ergebnis. Das ſcheint dem unbekannten Täter Mut zu
neuen Angriffen gemacht zu haben, die diesmal gegen den
Pfarrer Hofmeyer gerichtet ſind. Wie ſein Amtsbruder
erhielt auch er einen Drohbrief, unterſchrieben mit „Die
ſchwarze Hand” und mit der Aufforderung zur Zahlung
eines Geldbetrages, da ſonſt ſein Sohn, der das
Gym=
naſium beſucht, dem Tode verfallen ſei. Die Polizei hat
daraufhin erneute Ermittelungen nach dem unbekannten
Schreiber jener Briefe angeſtellt, die hoffentlich recht bald
zur Ergreifung des Täters führen werden, wenn dieſer
auch, nach der ganzen Art und Weiſe ſeines Vorgehens
zu ſchließen, nicht daran denkt, ſeine Drohung in die Tat
umzuſetzen, ſondern anſcheinend durch dieſe Drohungen
und die ominöſe Unterſchrift die betreffenden Perſonen in
Schrecken verſetzen will.
Offenbach, 14. Febr. Heute früh fand eine Konferenz
von Vertretern der an dem Bau einer elektriſchen
Bahn Offenbach-Langen intereſſierten
Gemein=
den in Langen ſtatt. Man konnte ſich, wie Blätter zu
melden wiſſen, mit der Inausſichtſtellung des Bahnbaues
ſeitens der Stadt Darmſtadt im Verein mit der
Süd=
deutſchen Eiſenbahngeſellſchaft nicht befreunden. Man
kam vielmehr dem Gedanken nahe, dieſe Bahn
gemein=
ſam mit Offenbach in Verbindung mit der Frankfurter
Kleinbahn=Geſellſchaft zu erbauen. Die weiteren
Ver=
handlungen ſollen älsbald eingeleitet werden.
Neu=Iſenburg, 12. Febr. Die ſeit Sonntag vermißte
16 Jahre alte Näherin Minna Meier wurde geſtern
mit einem Zuſchneider aus Frankfurt in Mainz
feſt=
genommen, als ſie im Pfandhaus 40 Damenhoſen, die
ſie zur Bearbeitung erhalten hatte, verſetzen wollte. Die
flüchtige Näherin wurde von ihrem Vater abgeholt und
der Zuſchneider verhaftet.
Worms, 14. Febr. Nachdem erſt am Samstag abend
von einem etwa 40 Jahre alten Strolch verſucht wurde,
einer heimkehrenden jungen Dame in einem Flur in der
Johanniterſtraße ein Handtäſchchen gewaltſam zu
ent=
reißen, iſt geſtern abend gegen 9 Uhr einer älteren
Dame, als ſie ahnungslos durch die Feſthausſtraße ging,
plötzlich ihr Handtäſchchen durch einen jungen Menſchen
gewaltſam entriſſen worden, worauf dieſer flüchtig ging.
Das Täſchchen enthielt außer Schlüſſeln einen Barbetrag
von etwa 1,50 Mark und für 1 Mark Briefmarken.
Spä=
ter wurde das Täſchchen in der Bismarckanlage
gefun=
den. Das Geld und die Marken fehlten. In beiden Fällen
konnten die Täter noch nicht ermittelt werden.
Wörrſtadt, 14. Febr. Bei einer Einwohnerzahl von
etwa 2500 und bei einer Zahl von nahezu 600
Wahl=
berechtigten ſtellte ſich bei den Wahlprüfungen heraus, daß
in den Wählerliſten abſolut keine
Steuerreſtan=
ten eingetragen ſind. Wörrſtadt dürfte darin einzig
daſtehen.
Boſenheim, 14. Febr. Ueber das Vermögen des
Weinhändlers Joſef Zander wurde das
Konkurs=
verfahren eröffnet und Rechtsanwalt
Alten=
dorf in Wöllſtein zum Konkursverwalter ernannt.
For=
derungen ſind bis zum 1. März beim Amtsgericht
Wöll=
ſtein einzureichen.
(*) Friedberg, 13. Febr. Heute nachmittag tagten
im Hotel „Drei Schwerter” die Hauptverſammlungen
des Landwirtſchaftlichen Bezirksvereins
Friedberg und des Landwirtſchaftlichen
Provinzial=
vereins für die Provinz Oberheſſen. Kreisrat
Schliep=
hake hieß die Erſchienenen willkommen. Der
Provinzial=
verein und der Bezirksverein hätten in ihrem 75
jähri=
gen Beſtehen zum Segen der Landwirtſchaft erfolgreich
gewirkt. Punkt 1 der Verhandlungen betraf die
Ehr=
ung landwirtſchaftlicher Dienſtboten für langjährige
Dienſtzeit. Mit 15jähriger Dienſtzeit erhalten Männer
Medaillen, Frauen Broſchen; mit 25 Jahren gibt es
künſtleriſche Ehrendiplome; die Herrſchaft ſoll gebeten
werden, ein Geldgeſchenk zu überreichen. Punkt 2
Rech=
nung für 1912. Die Einnahmen betrugen 1347,67 Mark.
die Ausgaben 282,75 Mark, ſodaß das Vermögen auf
1064,92 Mark angewachſen iſt. Dem Rechner Getroſt
wird Entlaſtung erteilt. Der Voranſchlag für 1912 ſieht
in Einnahme und Ausgabe 1767,92 Mark vor und findet
einſtimmige Annahme. Nach den Vorſtandswahlen
be=
gann unter Leitung des Oekonomierats Schlenke=
Fried=
berg die Hauptverſammlung des Provinzialvereins. Er
weiſt auf die Notwendigkeit des Fortbeſtandes des
Land=
wirtſchaftlichen Provinzialvereins neben der
Landwirt=
ſchaftskamer hin und teilt mit, daß von jetzt an außer der
Hauptverſammlung in Gießen alljährlich noch drei
wei=
tere Hauptverſammlungen in anderen Kreisſtädten
ab=
gehalten werden ſollen, die intereſſante Vorträge
brin=
gen werden. Darauf ergriff der Sekretär der
Landwirt=
ſchaftskammer, Dr. Hamann=Darmſtadt, das Wort zu
einem Vortrag „Die Ergebniſſe der Kartoffelbauverſuche
der Landwirtſchaftskammer und einige wichtige Fragen
aus dem Gebiete des Kartoffelbaues”.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. Febr. Anläßlich der
Tagung des Deutſchen
Landwirtſchafts=
rats hielten der Staatsſekretär des Innern, Delbrück,
und Frau Delbrück einen Empfang, der eine
außer=
ordentlich ſtattliche, anſehnliche Verſammlung in den
Feſt=
räumen des Reichsamts des Innern vereinigte.
Staats=
miniſter Delbrück und Gemahlin machten, unterſtützt von
ihrer Tochter und einigen jüngeren Herren des Reichsamts,
in liebenswürdigſter Weiſe die Honneurs und die
beſon=
dere Note, die dieſer „Landwirtſchaftsabend” immer hat,
zuſammen mit der ungewöhnlich intereſſanten
parlamen=
tariſchen Situation, ergab einen politiſchen Abend von
außerordentlicher Lebendigkeit und hohem Reiz. Mit den
Vorſitzenden der deutſchen Landwirtſchaftsräte, Graf von
Schwerin=Löwitz, Freiherr von Cetto und Dr. Mehnert,
waren außerordentlich zahlreiche Mitglieder dieſer
Körper=
ſchaft erſchienen. Außerdem ſah man viele Mitglieder des
Bundesrats. Auch die Parlamente waren ſtark vertreten.
Die Automobil=Omnibuſſe werden von der
Gemeinde Grunewald mit ſcheelen Augen
betrach=
tet, namentlich aber haben es ihr die Wagen mit Deckſitzen
angetan. Der Grund hierfür iſt, daß dieſe Wagen „den
Verkehr hemmen, Fuhrwerk und Fußgänger gefährden, das
Straßenpflaſter ruinieren, ſowie Lärm und Staub
ver=
urſachen‟. Da dies aber keine Gründe ſind, den Verkehr
der Auto=Omnibuſſe in den Straßen der Kolonie
Grune=
wald zu verbieten, ſo müſſen jetzt die Straßenbäume reſp.
die auf dem Verdeck ſitzenden Paſſagiere und das
Ueber=
gewicht der Wagen als Retter in der Not aushelfen. Der
Amtsausſchuß der Gemeinde Grunewald hat beſchloſſen,
aus dieſen Geſichtspunkten heraus den Erlaß einer Polizei=
Verordnung zu beantragen, nach der das Befahren der
Straßen und Plätze in der Kolonie Grunewald mit Deckſitz=
Omnibuſſen überhaupt verboten wird. — Ein 10—12 Jahre
alter Knabe vergnügte ſich damit, auf den Eisſchollen
des Berlin=Spandauer Schiffahrtskanals nahe der
Eiſen=
bahnbrücke umherzuſpringen. Plötzlich glitt er ab und
ver=
ſchwand in den eiſigen Fluten. Vorübergehende, die
Zeu=
gen des Vorfalles geweſen waren, und ein Schutzmann
ſtellten ſofort Rettungsverſuche an, die aber erfolglos
blieben.
Frankfurt, 14. Febr. In dem Prozeß der
Frank=
furter Nachrichten gegen den Herausgeber der
Fackel, Müller=Herfurth, wurde das Urteil um 2¼
Uhr nachts — bis zum Schluß war der Zuhörerraum
dicht beſetzt — geſprochen. Es lautet gegen Müller=
Her=
furth wegen öffentlicher Beleidigung auf 1000 Marl
Geldſtrafe. Auf die Widerklage werden Dr.
Roh=
waldt und Schiedt wegen eines Falles formeller
Belei=
digung, die in dem Ausdruck „journaliſtiſcher Bravo”
erblickt wird, zu je 30 Mark Geldſtrafe verurteilt. Von
den Koſten tragen Dr. Rohwaldt und Schiedt ein Zehntel,
Müller=Herfurth neun Zehntel. Die Begründung
des Urteils beſagt: Die Verhandlung habe ergeben, daß
Müller=Herfurth die beiden Kläger in ſchwerſter Weiſe
beleidigt habe, wie das kaum je in der Preſſe zu finden
iſt. Eine erhebliche Strafe iſt am Platze. Man hat von
einer Gefängnisſtrafe abgeſehen in der Erwägung, daß
Müller=Herfurth bei der Veröffentlichung durch die
Bro=
chüre ſchwer gereizt war. Zwar hat er ſich dies ſelbſt
zuzuſchreiben, denn er hat neun Monate lang die
Nach=
richten fortgeſetzt ſchwer angegriffen. Was die
Wider=
klage betrifft, ſo kann in dem Ausdruck „beſtellte und
be=
zahlte Arbeit” keine Beleidigung erblickt werden. Die
Kläger hatten Grund zu dieſer Annahme. Wenn der
Be=
weis auch heute noch nicht voll geführt iſt, ſo haben die
Kläger doch in Wahrung berechtigter Intereſſen
gehan=
delt, und dieſer Fall ſcheidet aus. Dagegen haben die
Beiden in der Zeitung und in einem Flugblatt von
„journaliſtiſchem Bravo und Landsknecht” geſprochen.
Das iſt ſchon in der Form eine Beleidigung. Es mag
ja erklärlich ſein, daß ſie ſich gefreut haben, als Müller=
Herfurth die Klage gegen das Offenbacher Abendblatt
zurückzog. Aber ſie hatten kein Recht, ſich die Ausdrücke
dieſes Blattes zu eigen zu machen. Bei der
Strafbemeſ=
ſung zur Widerklage kam in Betracht, daß Dr. Rohwaldt
und Schiedt ſchwer gereizt waren.
Köln, 13. Febr. Ein Bombenleger, der es
augen=
ſcheinlich auf die Zertrümmerung von Droſchken abgeſehen
hat, treibt hier ſein verbrecheriſches Spiel. Vor Kurzem
wurde erſt, wie wohl noch erinnerlich, an ſehr belebter
Stelle eine Droſchke durch eine rätſelhafte Exploſion
zer=
trümmert, nachdem ein feingekleidetes Ehepaar den Wagen
verlaſſen hatte, und geſtern ließ ſich vom Vorort
Ehren=
feld aus ſchon wieder ein vornehm auftretender Herr
mit einer Taxameterdroſchke nach einer abgelegenen Straße
fahren, um angeblich dort ſeine Frau abzuholen. Kaum
hatte er den Wagen verlaſſen, ſo erfolgte ein heftiger
Knall, die Droſchke brach in Trümmer, der Kutſcher wurde
in weitem Bogen auf das Pflaſter geſchleudert und erlitt
ſchwere Verletzungen. Der unbekannte Held entkam im
Dunkel der Nacht.
Köln, 14. Febr. Amtliche Meldung. Heute
vormit=
tag 6 Uhr entgleiſte auf Bahnhof Deutz=Ehrenfeld
ein Leerzug infolge falſcher Weichenſtellung. Ein
Eiſen=
bahnbeamter wurde ſchwer, ein zweiter leicht verletzt.
Mehrere Perſonenwagen ſind teilweiſe erheblich
beſchä=
digt. Mehrere von Köln abfahrende Perſonenzüge
er=
litten eine Verſpätung. Sonſt blieb der Betrieb
unge=
ſtört.
Düſſeldorf, 13. Febr. Im Düſſeldorfer
Spie=
lerprozeß wurde heute abend das Urteil verkündet.
Es lautete wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen
Glücks=
ſpiel gegen Dr. Schröder auf zwei Monate Gefängnis und
300 Mk. Geldſtrafe, gegen Georg v. Wrede auf 1 Monat
Ge=
fängnis, gegen deſſen Bruder, den Kapitän a. D. Erich
v. Wrede, auf zwei Wochen Gefängnis, gegen den
Kauf=
mann Leo Wen auf einen Monat Gefängnis. Die Strafen
ſind durch die Unterſuchungshaft verbüßt.
Dresden, 14. Febr. Die Schulreiterin Hilde
Gregori aus Charlottenburg wurde auf dem
Bismarck=
platz beſinnungslos aufgefunden und neben ihr eine
ge=
ladene Piſtole. Vorher nahm die Dame Gift. Das Motiv
zur Tat ſcheint unglückliche Liebe zu ſein.
Breslau, 14. Febr. In einem Steinbruch in Polniſch=
Oſtrau wurde durch eine Dynamitexploſion eine
Baracke und ein Haus in die Luft geſprengt. Die
Ex=
ploſion entſtand dadurch, daß ein Aufſeher gefrorenes
Dy=
namit am Ofenſauftauen wollte. Zum Glück ſind keine
Menſchenleben zu Schaden gekommen.
Antonienhütte, 14. Febr. Wie die Verwaltung
mit=
teilt, ſind noch zwei Bergleute auf der Litandre=
Grube, die nachträglich vermißt wurden, zu Tode
gekommen. Die Zahl der Toten erhöht ſich damit
auf acht. Es war bisher unmöglich, ſie zu bergen, da
die Grube vollſtändig verqualmt iſt und ein Damm um
den Brandherd gelegt werden muß. Zurzeit wird mit
dem Unterwaſſerſetzen der Grube begonnen. Die
Unter=
ſuchung hat ergeben, daß der Brand durch die
Unvorſich=
tigkeit zweier Bergleute entſtanden iſt. Dieſe wurden
bei der gerichtlichen Unterſuchung zur Demonſtration des
Sachverhalts nahe dem Brandherd vernommen.
Amſterdam, 14. Febr. Heute früh brach im
Spei=
cher der Geſellſchaft Ozean im Hafenviertel ein Brand
aus, der das ganze 150 Meter lange Gebäude zerſtörte.
Waren im Werte von einer Million Gulden ſind
mitver=
brannt.
London, 13. Febr. Die Prinzeſſin Viktor
Hohenlohe iſt im St. Jamespalaſt geſtorben.
London, 13. Febr. Bezüglich der Meldung, daß die
ſächſiſchen Gerichtshöfe ſich mit den öſterreichiſchen Gerichten
in Verbindung geſetzt hätten, um die Frau Toſelli
unter Kuratel zu ſtellen, äußerte ſich ihr Londoner
Ver=
leger, Mr. Eveleigh Naſh, einem Vertreter des Evening
Standard gegenüber, das Gerücht könne möglicherweiſe
etwas Wahres entßalten. Im Oktober vorigen Jahres habe
der Miniſter des Königlichen Haushaltes in Dresden an ſie
geſchrieben, und ihr mitgeteilt, daß ihre jährliche Apanage
von 40000 Mark auf 20000 Mark herabgeſetzt werden
würde. Dieſen Brief habe Naſh ſelbſt geleſen. Vor
we=
nigen Wochen ſei der Frau Toſelli dann mitgeteilt worden,
daß ihr die ganze Apanage entzogen werden würde. Dies
ſei nunmehr tatſächlich geſchehen. Unwahr ſei, daß ſie ein
Haus in Berlin gemietet habe, da ſie nicht nach Deutſchland
kommen dürfe, doch beſäße ſie ein neues Haus in Brüſſel.
London, 13. Febr. Wie Lloyds aus Nagaſaki
meldet, ſind die japaniſchen Dampfer „Ryohamaru” von
Hakata kommend, und „Morimaru” von Moji kommend,
zuſammengeſtoßen. Beide Dampfer ſind
geſun=
ken. Von der Beſatzung und den Paſſagieren des „
Ryo=
hamaru” ſind 32, von dem „Morimaru” 14 Perſonen
er=
trunken.
London, 14. Febr. In der Induſtrieſchule von Meath
County (Irland) haben zwei Schüler ihren 27 Jahre
alten Lehrer namens John Kelly totgeſchlagen.
Als der Lehrer über den Schulſpielplatz ging, verſetzte
ihm einer der Knaben einen Schlag mit einem ſtumpfen
Gegenſtand auf den Hinterkopf, ſo daß er bewußtlos zu
Boden ſtürzte. Ein anderer Knabe ſchlug mit einem
Prügel auf den hilfloſen Lehrer ein und ſechs weitere
Burſchen ſollen ihn mit Füßen getreten haben. Dem
Lehrer wurden dabei der Schädel und die Kinnlade
zer=
ſchmettert. Die beiden Haupttäter flüchteten, wurden
aber gefaßt; einer der Burſchen iſt älter als 16 Jahre.
Madrid, 14. Febr. Seit 22 Tagen gaben die beiden
Leuchtturmwärter in Labetre durch Signale die
Nach=
richt, daß ſie ohne Nahrungsmittel ſeien. Mehrere Schiffe
verſuchten vergeblich, dem Leuchtturm nahezukommen. Man
glaubt, daß die Wächter dem Hungertode erlegen ſind.
San Remo, 14. Febr. Zu dem Einſturz wird noch
berichtet: Vierzig Knaben der Gemeindeſchule
be=
fanden ſich auf einem Ausfluge in eine benachbarte
Ort=
ſchaft und gingen die Uferpromenade entlang, welche die
Stadt zum Andenken an Kaiſer Friedrich geſchaffen hat.
Plötzlich ſenkte ſich das Zementtrottoir und es entſtand ein
breiter, 10 Meter langer Spalt. Etwa 20 Knaben ſtürzten
hinein und wurden von den Trümern begraben. Fünf zog
man als Leichen hervor. Acht weitere ſchwer verletzte
Kinder wurden in das Krankenhaus gebracht, mehrere
andere leichter verletzte zu ihren Familien. Die
Ka=
taſtrophe iſt durch das Meerwaſſer verurſacht worden,
das durch die Ufermauer drang.
Gibraltar, 14. Febr. Die engliſche Polizei
ver=
haftete einen Deutſchen, der die Feſtungsbatterien
photographierte.
New=York, 14. Febr. Eine Meldung aus=Havanna
berichtet, daß der Panzer „Maine” deſſen Exploſion
ſeinerzeit den Spaniſch=Amerikaniſchen Krieg verurſachte,
wiederflott gemacht worden iſt. Zahlreiche
Neu=
gierige woßnten der Flottmachung bei.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Nummer 39.
Kurſus für Armenpflege, Jngendwohlfahrt
und Jugendfürſorge.
* Etwa 70 Kurſusteilnehmer beſuchten am Dienstag
nachmittag die Anſtalt für Epileptiſche in
Nieder=Ramſtadt und das dieſer Anſtalt
ange=
gliederte Krüppelheim. Die Führung durch das
Anſtalts=
gebiet übernahmen der Leiter der Anſtalt, Herr Pfarrer
Weimar, der Anſtaltsarzt Herr Dr. med. Heid und der
zweite Geiſtliche Herr Pfarrer Glock. Zuvor machte Herr
Dr. Heid die Erſchienenen mit dem Weſen der
Krank=
heitserſcheinungen, Herr Pfarrer Weimar mit den
Ein=
richtungen der Anſtalt bekannt. Epileptiker ſind nach den
Ausführungen des Herrn Dr. Heid Kranke, die an der
Fallſucht leiden. Die Patienten erleiden Krampfanfälle
und fallen hin. Die Krankheit wird meiſt im früheſten
Kindesalter erworben. Scheinbar geheilte
Gehirnhaut=
entzündungen und Krampfanfälle treten ſpäter oft als
Epilepſie auf. Infolge von Vorgängen im Gehirn des
Kranken nimmt ſein Verſtandesvermögen ab. Er wird
geiſtig minderwertig. Dieſer Vorgang wird nicht in
allen, aber doch in den meiſten Fällen beobachtet. Die
Anſtalt hat nun die Aufgabe, all dieſe Kranken in Heſſen
zu ſammeln und aufzunehmen. Die Aufnahme geſchieht
zur Sicherheit der Patienten. Der Epileptiker verletzt
ſich beim Fallen und iſt daher in der Familie nicht
hin=
reichend geſchützt. Aber auch für die Angehörigen können
die Kranken eine Gefahr bringen. Der Epileptiker kann
in ſeinem Zuſtande Dinge tun, für die er nicht
verant=
wortlich gemacht werden kann. Er kann Verbrechen
und Handlungen begehen, die ſeine Mitmenſchen
ge=
fährden. In der Anſtalt hat man die Mittel, die Anfälle
überhaupt zu verhindern, oder einzuſchränken. Abſolute
Abſtinenz, geregelte Zeiteinteilung und beſondere,
ſalz=
arme Koſt ſind die Haupterforderniſſe, die zur Geſundung
des Epileptikers gehören. Das Inſtitut in Nieder=
Ram=
ſtadt iſt keine Staatsanſtalt, ſondern hervorgegangen aus
der Arbeit der inneren Miſſion. Die Anſtalt wurde am
1. Oktober 1900 eröffnet. Vorhanden waren 35 Plätze,
die alsbald beſetzt waren. Nach zwei weiteren baulichen
Vergrößerungen wurde im Jahre 1909 ein zweites
gro=
ßes Gebäude eröffnet. Die Anſtalt hat eigene
maſchi=
nelle Einrichtungen, u. a. Maſchinen zur Erzeugung
elek=
triſchen Stromes. Männliche und weibliche Kranke ſind
getrennt in beſonderen Gebäuden untergebracht. Zurzeit
ſind 203 Pfleglinge vorhanden. Für jeden Kranken wird
ein jährliches Pflegegeld von 480 Mark bezahlt. Dieſer
Betrag deckt aber bei weitem nicht die Selbſtkoſten, die
ſich auf 750 Mark belaufen. Die Höhe der Koſten iſt
durch das große Perſonal — auf 6—8 Pfleglinge kommt
ein Wärter — und durch die große Zinſenlaſt —
jähr=
lich 30000 Mark — bedingt. Die Erträgniſſe einer
aus=
gedehnten Landwirtſchaft, freiwillige Liebesgaben und
9000 Mark jährlicher Staatszuſchuß helfen die großen
Koſten decken. Das kleine Krüppelheim wurde vor zwei
Jahren auf dem Anſtaltsgebiete errichtet. Es birgt 13
Kinder, die hier unterrichtet und ſpäter einem Beruf
zu=
geführt werden. Die Operationen finden in Darmſtadt
ſtatt. Bei dem Rundgang durch die Krankenhäuſer fällt
das gute körperliche Ausſehen der Kranken auf. Sie ſind
nicht etwa eingeſperrt, ſondern bewegen ſich frei, teils
mit Spielen nach Kinderart. Man merkt ihnen keine
Not an. Sie ſind fröhlich und zutraulich wie Kinder.
Eine gütige Vorſehung zieht einen Schleier über ihr
Gedächtnis und läßt ihnen ihren Zuſtand nicht bewußt
werden.
Heute, Donnerstag, den 15., d. M., nachmittags 3½
Uhr, hält Herr Amtmann Krapp im Städtiſchen
Saal=
bau einen Vortrag über: „Die
Berufsvormund=
ſchaft‟ Daran anſchließend erfolgt von 5 Uhr an
Be=
ſichtigung der Knabenarbeitsanſtalt, Stiftſtraße 20, und
des Mädchenhorts, Rundeturmſtraße 1.
Deutſcher Reichstag.
Präſidentenwahl.
* Berlin, 14. Febr. Erſter Vizepräſident
Scheide=
mann eröffnet die Sitzung um 2,13 Uhr. Von dem
zweiten Vizepräſidenten Dr. Paaſche iſt folgendes
Schreiben eingegangen: „Dem Präſidium des Reichstags
teile ich hierdurch ergebenſt mit, daß ich mein Amt als
zweiter Vizepräſident hiermit niederlege.” (Bravo! rechts
und im Zentrum. Heiterkeits links und Lachen bei den
Sozialdemokraten.)
Vizepräſident Scheidemann ſchlägt dem Hauſe vor,
die notwendig gewordene Erſatzwahl ſofort nach der
Präſidentenwahl vorzunehmen. Widerſpruch erhebt ſich
nicht. Bei der Wahl zum Präſidenten wurden
374 Stimmzettel abgegeben, davon 173 weiße Zettel. Abg.
Kämpf (Fortſchr. Vp.) erhielt 193 Stimmen, 8
Stim=
men waren zerſplittert. Abg. Kämpf erklärt: Ich fühle
mich verpflichtet, die Wahl anzunehmen.
Es folgt die Wahl eines zweiten
Vizeprä=
ſidenten. Von 206 abgegebenen gültigen Stimmzetteln
(165 unbeſchrieben) erhielt Abg. Dove (Fortſchr. Vp.)
194 Stimmen, 12 ſind zerſplittert, hiervon entfiel eine
auf den Abg. Baſſermann. Dove iſt ſomit gewählt.
Er nimmt die Wahl mit Dank an.
Ein ſchleuniger Antrag auf Einſtellung der
Strafver=
fahren gegen die Abgeordneten Ehlert (Soz.),
Fi=
ſcher=Sachſen (Soz.) und Feuerſtein (Soz.) wird
ohne Debatte angenommen. — Es folgt die
Interpellation der Nationalliberalen
betr. die Brüſſeler Zuckerkonferenz.
Staatsſekretär Wermuth: Die Lage der
Ver=
handlungen um Veränderungen und Verlängerungen der
Zuckerkonvention geſtattet nach internationalem Brauche
nicht, die Interpellation zu beantworten. Ich werde aber
nicht verfehlen, ſo wie die Lage es geſtattet, darauf
zu=
rückzukommen. — Damit iſt die Interpellation für heute
erledigt. — Es folgen die Interpellationen der
Freiſinnigen und der Sozialdemokraten auf zeitweilige
Aufhebung der Zölle auf Mais und
Futtergerſte
und auf vorläufige Suspendierung des am 15. Februar
eingetretenen Kartoffelzolles.
Staatsſekretär Wermuth: Der Reichskanzler iſt
bereit, beide Interpellationen im Laufe der nächſten Woche
zu beantworten. Damit ſind auch dieſe Interpellationen
vorläufig erledigt.
Das Haus tritt nun ein in die
erſte Leſung des Etats.
Staatsſekretär Wermuth: Bei Beginn der
Legis=
laturperiode iſt es nützlich, einen Rückblick zu werfen auf
die Entwickelung des deutſchen Finanzweſens in der
Zeit von 1872 bis 1912. Der Etat von 1872 begann mit
einem Ausgabe=Etat von 450 Millionen Mark, von
de=
nen auf Heer und Marine nur ein geringer Prozentſatz
entfiel. Die Einnahmen aus Steuern und Zöllen
betru=
gen 191 Millionen Mark, Anleihen wurden 1872 nicht
be=
geben. Der Etat von 1912 ſieht eine Geſamtausgabe von
2819 Millionen Mark vor, an effektiven Anleihen 44
Mil=
lionen. Auf Heer entfällt ein Drittel, auf Marine ein
Sechſtel. Die Einnahmen aus Steuern und Zöllen und
der Ueberſchuß von Poſt und Eiſenbahn ſind bedeutend
geſtiegen. An der Spitze unſerer Ausgaben ſtehen heute
jene für unſere Wehrkraft. Daraus dem Reichshaushalt
einen Vorwurf zu machen, wäre ungerecht. Das Reich iſt
es den Bundesſtaaten und der Bevölkerung einfach
ſchul=
dig, Handel und Beſitz zu ſchützen und unſere Wehrkraft
auf der Höhe zu halten. Hierbei wurde nichts verabſäumt.
Redner gibt ſodann eine Ueberſicht über die ſeit 1909
auf=
genommene Reichsſchuld und die Verteilung der
wichtig=
ſten militäriſchen Ausgaben. Aber den Ausgaben müſſe
immer die Deckung vorausgehen. Um die Einnahmen zu
erhöhen, iſt die Sicherſtellung immer neuer Steuerquellen
nötig geworden. Wie vorauszuſehen war, iſt dieſe
Ent=
wickelung nicht ohne ſchwere politiſche Erſchütterungen vor
ſich gegangen. Die Entwickelung des Finanzweſens ſeit
Beſtehen des Reiches hat die Form der Erhebung
be=
ſtimmter Matrikularbeiträge von den Bundesſtaaten
ge=
zeitigt. Aus dieſen hat ſich das Syſtem der geſtundeten
Matrikularbeiträge entwickelt, das ein wünſchenswertes
und nicht zu miſſendes Bindeglied zwiſchen Reich und
Bundesſtaaten geworden iſt. Redner gibt ſodann eine
Statiſtik der Matrikularbeiträge aus den 80er Jahren.
Eine beſſere Ausſtattung der Armee durch Luftfahrzeuge
hat ſich als dringend notwendig erwieſen, deshalb ſind
auch 2 Millionen Mark im außerordentlichen Etat erbeten
worden. Die Kolonien zeigen eine gute Entwickelung
ihrer Finanzen mit Ausnahme von Südweſt=Afrika
in=
folge der Lage auf dem Diamantenmarkt. In Oſtafrika
konnte die Bürgſchaft für die Zentral=Bahn bereits auf
den Etat der Schutzgebiete übergeführt werden. Angaben
über die Zahlen für die jüngſt erworbene Kolonie
Neu=Kamerun kann ich jetzt noch nicht machen. Die
übrigen Einnahmen laſſen einen durchaus normalen
Fortſchritt erkennen. Im auswärtigen Etat iſt der
Schulfonds auf eine Million erhöht worden. Beim
Reichsamt des Innern iſt der Fonds für
Kleinwohnungs=
bau auf 2 Millionen erhöht worden. Mehr Ausgaben
er=
fordern die Veteranenbeihilfe und Familienunterſtützungen
infolge der Friedensübungen. Der Etat für 1912 beruht
auf dem gleichen Grundſatz wie ſeine beiden Vorgänger.
Er entlaſtet den außerordentlichen Etat um 80 Millionen,
die ordentlichen Anleihen um 53 Millionen. Den jetzt
be=
ſchrittenen Weg der Finanzgebahrung dürfe man nicht
verlaſſen. Die außerordentliche Ueberlaſtung unſerer
Schatzanweiſungs=Fonds iſt beſeitigt. An einer kürzlich
ausgegebenen Preußiſchen Staatsanleihe hat ſich das
Reich mit 80 Millionen beteiligt. Das ſind
Lebensäußer=
ungen, zu denen jede Finanzverwaltung verpflichtet iſt.
Wenn die Finanzwirtſchaft eine muſtergültige iſt, wird
auch die Wehrhaftigkeit des Reiches eine gute ſein,
inner=
halb wie außerhalb. Wenn das geſchieht, wird der
Reichs=
tag Vertrauen verdienen; möge das geſchehen im Intereſſe
unſeres geſamten Staatsweſens. (Lebhaftes Bravo.)
Fortſetzung der Etatsberatung Donnerstag 1 Uhr.
Schluß nach 5 Uhr.
* Berlin, 14. Febr. Von der Fraktion der
Fortſchrittlichen Volkspartei wird uns über
die heute von ihr gefaßten Beſchlüſſe mitgeteilt: Die
demonſtrative Weigerung der zunächſt berufenen
Par=
teien, in das Reichstagspräſidium einzutreten, hat zu
ei=
ner Präſidentenkriſis geführt, die die Geſchäftstätigkeit
des Reichstages aufzuheben droht, und damit eine
Not=
lage geſchaffen hat. Angeſichts dieſer Gefahr hält es die
Fortſchrittliche Volkspartei für ihre Pflicht, in die Breſche
zu treten und die formellen Vorausſetzungen für den
end=
lichen Beginn der ſachlichen Verhandlungen zu ſchaffen.
In der erfolgten Erwählung eines Vertreters der
ſtärk=
ſten, die größte Wählerzahl vertretenden Fraktion zum
Vizepräſidenten kann die Fortſchrittliche Volkspartei
kei=
nen Grund erblicken, das Amt des Präſidenten
abzuleh=
nen, auf das ſie einen Anſpruch nicht erhoben hat. Für
die ſpätere Zeit nach Beſeitigung der gegenwärtigen
au=
ßerordentlichen Lage behält ſich die Fortſchrittliche
Volks=
partei ihre Entſcheidung vor. Aus dieſen Gründen hat die
Fraktion ihre Mitglieder Kämpf und Dove dringend und
einmütig gebeten, ſich für das parlamentariſche Amt des
Präſidenten und des zweiten Vizepräſidenten zur
Ver=
fügung zu ſtellen.
Luftfahrt.
* Friedrichshafen, 14. Febr. Heute
vormit=
tag ¾410 Uhr war das neue Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” zum erſten Aufſtieg fertig. Es wurde
langſam aus der Halle gebracht, um ſeine erſte Probefahrt
unter Führung des Grafen Zeppelin anzutreten. Das
Wetter iſt trübe, aber ziemlich windſtill. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” iſt punkt 10 Uhr aufgeſtiegen. Die
Fahrt nahm gleich zu Beginn einen ſchönen, glatten
Ver=
lauf. Bemerkenswert war ſofort die leichte Steuerbarkeit
und die erhebliche Geſchwindigkeit des neuen
Luft=
kreuzers.
* Friedrichshafen, 14. Febr. Das neue
Luft=
ſchiff „Viktoria Luiſe” iſt von ſeiner Probefahrt um 11,10
Uhr zurückgekehrt und Alatt gelandet.
Voraus=
ſichtlich findet heute noch ein weiterer Aufſtieg ſtatt.
* New=York, 14. Febr. Der Aviatiker
Beat=
tie war auf ſeinem Zweidecker mit einer Dame als
Paſ=
ſagier aufgeſtiegen, als in einer Höhe von 1000 Fuß die
Maſchine infolge Einfrierens des Benzins
ſtill ſtand Der Aviatiker begann bereits ſeinen
Ab=
ſtieg, als die Dame in hyſteriſche Krämpfe
ver=
fiel und ſich aus dem Flugzeug ſtürzen wollte. In ſeiner
gefährlichen Lage mußte der Mann mit der Dame
kämp=
fen. Schließlich gelang es ihm, ſie mit einem Arm
feſtzu=
halten, während er mit der freien Hand die Maſchine im
Gleitflug wohlbehalten zur Erde brachte.
Sport.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Man ſchreibt
uns: Der Sportplatz an der Windmühle wird für die
kommenden Sonntage der Schauplatz einer Reihe von
intereſſanten Fußballwettkämpfen ſein. Es iſt dem
Darm=
ſtädter Sportklub 1905 gelungen, die erſten Mannſchaften
einiger bekannter, beſteingeführter Fußballvereine der
A-Liga des Nordkreiſes nach hier zu verpflichten, an
welchen ſeine erſte Team ihre Spieltüchtigkeit zu
erpro=
ben Gelegenheit haben wird. Am nächſten Sonntag
fin=
det bereits das erſte dieſer Treffen ſtatt. Der
Darm=
ſtädter Sportklub 1905 empfängt allda die erſte Elf des
Frankfurter F.=K. Britannia. Es iſt dies eine ſehr ſtarke
Mannſchaft, deren Ruf für ein ſpannendes, ſchönes
Fuß=
ballwettſpiel Genüge bietet. Die Alte Herren=Mannſchaft
des Darmſtädter Sportklubs 1905 ſpielt gegen diejenige
des gleichen Frankfurter Vereins.
* Schierke im Harz (Brockengebiet), 13. Febr.
8 Uhr morgens 1 Grad Kälte, Schnee in Ausſicht,
Eis=
bahn in gutem Zuſtande. Winterfeſt der
Kurver=
waltung am 17., 18., 19., 20. und 25. Februar 1912.
Sonn=
tag, den 18. Februar, Faſtnachtsdiner und Faſtnachtsball
im Hotel Kurhaus in Schierke.
Handel und Verkehr.
* Berlin 14. Febr. Der Betrag der per 2. Jan.
ausgeloſten Stücke der éprozentigen Chineſiſchen
Staatsanleihe von 1895 iſt nunmehr eingegangen=
Die Stücke werden zuzüglich 6 Prozent Zinſen für 1½
Monate ab 15. Februar in Berlin bei der Nationalbank
für Deutſchland und Heydt & Co. in Hamburg, ſowie bei
L. Behrens und Söhne eingelöſt.
Erdbeben.
* Laibach, 13. Febr. Heute gegen 9 Uhr 5 Min.
begann die Aufzeichnung eines
kataſtrophenarti=
gen Nahbebens. Die Herddiſtanz beträgt etwa 700
Kilometer. Der Ort des Bebens ſcheint der Balkan zu
ſein.
Literariſches.
Sammlung der neueſten
Entſcheidun=
gen des Reichsgerichts, des Bayer. Oberſten
Lan=
desgerichts, des K. Patentamtes, des
Reichsverſicherungs=
amtes, der Oberlandesgerichte, der Verwaltungsgerichte,
ſowie zahlreicher Verwaltungbehörden in Kartothek=
Aus=
gabe. Unter Mitwirkung zahlreicher Fachleute
herausge=
geben unter redaktioneller Oberleitung von Juſtizrat Dr.
Fuld=Mainz. Verlag von Emil Roth in Gießen. Preis
jedes Monatsheftes 2,50 Mark. Der Gedanke, die
oberſt=
gerichtlichen Entſcheidungen in Kartothekform
herauszu=
geben, hat ſich glänzend bewährt, und wir haben an dieſer
Stelle ſchon mehrmals empfehlend auf dieſe für die
Praxis ſo große Vorteile bietende Sammlung
hingewie=
ſen. Heute liegt uns das erſte Heft des ſoeben
beginnen=
den 3. Jahrganges vor.
— Théodore Duret: Die beiden
Napo=
leons und die Napoleonlegende. Aus dem
Franzöſiſchen ins Deutſche übertragen von Dr. Emil
Waldmann. Broſch. 3 Mk., geb. 4 Mk. Verlag von Paul
Caſſierer, Berlin W. 10. Dieſes Buch, einfach und klar,
wie alles, was Duret ſchreibt, ſucht mit unausweichlicher
Logik die Idee des Verfaſſers zu beweiſen, daß der erſte
Napoleon, dieſer Menſch von antik=römiſchem Gewächs,
dieſe rückſtändige Natur, dieſer geniale Soldat und
unzu=
längliche Politiker, daß er ſtürzen mußte, ohne
Frank=
reichs politiſche Größe geſteigert zu haben, und daß ſein
Neffe einem gleichen Schickſal erlag. Zwiſchen die
hiſto=
riſche Darſtellung hinein hat Duret dann die andere
Hauptidee verflochten, er hat den pſychologiſchen Prozeß
aufgedeckt, der den beiden Napoleons die
Imperator=
rolle in der Phantaſie, Frankreichs verſchaffte. So iſt
dieſes Buch ein wichtiges Dokument, nicht nur abſolut
genommen, nicht nur für die hiſtoriſche Erkenntnis,
ſon=
dern auch ein Beitrag zur Zeitgeſchichte.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Derna, 13. Febr. In der Nacht führte der Feind
zwei heftige Angriffe auf die italieniſche Südfront
aus. Beide wurden erfolgreich zu rückgewieſ en. Der
erſte, der ſehr heftig war, hatte gegen 11 Uhr durch
eine Bewegung begonnen, die darauf abzielte, die
vorge=
ſchobene neue italieniſche Verteidigungslinie und die rechte
Seite der älteren Linie, die weiter zurück iſt, einzuſchließen.
Der Angriff wurde von einer Kompagnie des
Gebirgs=
bataillons Edolo, die das neu angelegte kleine Fort
Lom=
bardia bewacht, und von den anderen Kompagnien
des=
ſelben Bataillons, die ſofort herbeieilten, zurückgeſchlagen.
Zwei aufeinander folgende Angriffe mit Bajonetten trieben
den Feind in die Flucht. Gleichzeitig warfen ſich andere
Abteilungen gegen den italieniſchen äußerſten rechten Flügel
und griffen zweimal an. Der Angriff auf die Redoute
wurde beide Male nach heißem Kampf zurückgewieſen. Zu
dem Erfolg der Italiener trugen nicht wenig das ſehr
wirk=
ſame, zur rechten Zeit erfolgende Eingreifen der fünf Forts
bei, die ſehr zweckmäßige Verwendung der Hunde,
die den Vormarſch der Feinde ankündigten, ſowie die
groß=
artige Wirkung der Scheinwerfer, die, trotzdem ſie
ganz beſonders das Ziel des feindlichen Feuers waren, ruhig
und geſchickt gehandhabt wurden. Um 2 Uhr morgens war
der Feind vollſtändig zurückgeſchlagen. Vor
dieſem Teil der italieniſchen Front wurden bei
Tages=
anbruch zahlreiche Zeichen ſehr ernſter feindlicher Verluſte
wahrgenommen.
Die Revolution in China.
* Peking, 13. Febr. In einem heutigen Manifeſt
nimmt Juanſchikai den Titel „Bevollmächtigter
Organi=
ſator der Republik” an und befiehlt den Zivilbeamten und
der Polizei, ihre Obliegenheiten weiter zu verfolgen und
die Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Manifeſte ſind jetzt
an die Stelle der kaiſerlichen Edikte getreten. Die chineſiſche
Preſſe veröffentlicht heute in rotem Druck die geſtrigen drei
Edikte. Die Blätter verzeichnen die Art, wie die Republik
begründet wurde, als eine „wundervolle” Leiſtung und
be=
tonen die Schnelligkeit des Umſchwunges und den geringen
Verluſt an Menſchenleben.
* Mukden, 14. Febr. Der Erlaß über die
Er=
richtung der Republik wurde von den hieſigen
Chi=
neſen mit Jubel aufgenommen. Die Bevölkerung iſt noch
beunruhigt wegen des Standpunktes des Vizekönigs und
des Befehlshabers der Polizeitruppen, die beide noch am
Vorabend des Erlaſſes die Revolutionäre verfolgt haben.
Der Vizekönig hat die Garniſon durch vier Bataillone
In=
fanterie verſtärkt mit Rückſicht auf etwaige Unruhen.
* London, 14. Febr. Die Times melden aus
Nan=
king vom 13. Februar: Die kaiſerlichen Edikte
haben viele Republikaner nicht befriedigt, da ſie eine
An=
erkennung des Abkommens mit der proviſoriſchen
Regier=
ung nicht enthalten und dieſe überhaupt nicht erwähnen,
da ferner die Macht auf Juanſchikai perſönlich und nicht
auf eine proviſoriſche Regierung übertragen worden iſt.
Die Nationalverſammlung wird morgen über die Lage
be=
raten und über die künftige Politik beſchließen.
* London, 14. Febr. Die Times melden aus
Schang=
hai: Sowohl Wutingfang wie Tangſchaoyi
äußerten ſich ſehr optimiſtiſch über die Lage. Wutingfang
befürwortete eine Konferenz zwiſchen Nord und Süd.
Nummer 39.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Vermiſchtes.
C. K. London als Muſikſtadt. Das
Muſik=
verſtändnis Londons iſt in alter und neueſter Zeit
viel=
fach angezweifelt worden, aber mag man über dieſe
tie=
fere Befähigung zur Muſik denken wie man will:
jeden=
falls verfügt die britiſche Hauptſtadt über ein gewaltiges
Heer von Berufsmuſikern, wie eine ſoeben veröffentlichte
Statiſtik beweiſt. Danach gibt es in London nicht weniger
als 1700 Soloſänger von Beruf, unter denen
merkwür=
digerweiſe die Sopraniſtinnen am zahlreichſten ſind.
Während 638 Sängerinnen Sopranſtimmen haben, ſind
die Altiſtinnen viel weniger zahlreich; die Klage über
den Mangel an Tenören wird als unzutreffend
erſchei=
nen, wenn man hört, daß es 255 in London gibt und
nur etwa ein Dutzend mehr Baritons. Die Schar der
Muſiklehrer, die die Londoner in den verſchiedenſten
In=
ſtrumenten unterrichten, erreicht die ſtattliche Menge von
6734. Vierhundert Dirigenten leiten die Rieſenſchar der
Orcheſtermitglieder; über 1000 Solovioliniſten wollen mit
ihrem Spiel von Berufs wegen entzücken und es gibt
ſo=
gar 153 Soloflötiſten von Beruf. Die Zahl der
Muſik=
geſellſchaften und Chorvereinigungen in London beläuft
ſich auf 73.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Febr. Ueber die Ermordung des
Deutſchen Angermann wird aus Mexiko auf
Grund der bisherigen amtlichen Ermittelungen
folgen=
des gemeldet: Angermann war bewaffnet in das Haus
des Dieners Hernandez gegangen, um es nach angeblich
geſtohlenem Gummi zu durchſuchen. Anſcheinend iſt er
beim Durchſuchen des Bettes von Hernandez durch
Meſ=
ſerhiebe getötet worden. Der Mörder wird verfolgt.
* München, 14. Febr. Die Korreſpondenz Hoffmann
meldet: Das Kriegsminiſterium teilt mit, daß der
Prinz=
regent den Rücktritt des Kriegsminiſters
Horn genehmigte.
* Hannover, 14. Febr. Der in Mexiko
ermor=
dete Deutſche ſcheint identiſch zu ſein mit dem vor
anderthalb Jahren von hier nach Amerika
ausgewan=
derten Hans Angermann. Der jetzt 20jährige Angermann
wurde auf ſeiner Reiſe nach Amerika von einem New=
Yorker Arzt beſtimmt, nach deſſen Farm in El Porvenir
als Verwalter zu gehen und ſollte demnächſt Mitinhaber
werden. In ſeinen letzten Briefen, die er an ſeine hier
wohnenden Eltern richtete, beklagte er ſich bereits über
die fortwährenden Beläſtigungen durch die Banditen.
Seit etwa drei Wochen ſind die Eltern ohne jede
Nach=
richt geblieben.
* Belgrad, 14. Febr. In der Skupſchtina
ver=
las der Miniſterpräſident einen Ukas des Königs, durch
den die Skupſchtina aufgelöſt wird. Die Neuwahlen
werden für den 14. April ausgeſchrieben und die neue
Skupſchtina für den 1. Mai zu einer außerordentlichen
Seſſion einberufen.
* Buenos Aires, 14. Febr. Die Kammer nahm den
Etat für 1912 an, der die ordentlichen Einnahmen und
Ausgaben auf 434 Millionen Piaſter feſtſetzt. Der
Prä=
ſident Saenz Pena empfing eine Abordnung der
ausſtändigen Eiſenbahner und ſchlug ihnen
als Baſis für eine Verſtändigung vor, er wolle eine
Kom=
niſſion ernennen, die verſuchen ſolle, durchzuſetzen, daß
die Eiſenbahngeſellſchaften ſo viel Perſonal wie
not=
vendig anſtellen. Die Ausſtändigen werden morgen auf
den Vorſchlag antworten.
* Quito, 14. Febr. Die öffentliche Ordnung
iſt wieder hergeſtellt. Das ganze Land iſt zum
konſtitutionellen Regime zurückgekehrt. General Leonidas
Plaza und der Staatsmann Carlos Tovar ſind die
republikaniſchen Präſidenten der nächſten Wahlen.
* Devilslake (Norddakota), 14. Febr. Bei einem
Eiſenbahnunglück auf der Great Northern=
Rail=
way wurden 20 Perſonen verletzt.
— Saargemünd, 14. Febr. Auf der Grube
Ree=
den riß das Förderſeil. Fünf verheiratete
Berg=
leute ſtürzten in die Tiefe und wurden getötet.
— Chemnitz, 14. Febr. Vergangene Nacht ſtarb
in=
folge eines Schlaganfalles der Sohn des ehemaligen
Staatsſekretärs des Reichspoſtamtes, der Leiter der
Muſik= und Theaterſchule, Heinrich von Stephan.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Wir kommen immer mehr unter den Einfluß eines
ausgedehnten Hochdruckgebietes, ſo daß weitere
Aufklär=
ung und Abnahme der Temperatur zu erwarten iſt. Die
heutige Trübung iſt auf ein Teiltief über dem Kanal
zu=
rückzuführen.
Ausſichten für Heſſen am Donnerstag, 14. Febr.:
Vielfach heiter und trocken, etwas kälter, Morgennebel.
Bis an die Grenze
des Erlaubten wird die Packung von
Scotts Lebertran=Emulſion vielfach
nachgemacht, um ja den Eindruck des
Originalpräparates zu
er=
wecken. Man hüte ſich vor
ſolchen Nachahmungen und
beſtehe darauf, die echte
Scotts Emulſion zu er=
Nur echt mit dieſer
Marte-demFiſcher halten, wenn man ſein Geld
— dem
Garantie=
zeichen des Scotts
ichen Verjahrens!
nutzbringend anwenden will.
(73955
Es ist die echte Scotts Emulsion.
die sich seit 35 Jahren bewährt hat.
Knorr-
Hafermehl
und
Reismehl
haben sich seit ;40 Jahren als
Kindernahrung 7sovortrefflich
bewährt, weil die Fabrikation
nach wissenschaftlich
bewähr-
ten Grundsätzen erfolgt.
Oesesetgganse
Statt beſonderer Anzeige.
Die glückliche Geburt eines Sohnes
be=
ehren ſich anzuzeigen
Hauptmann v. Strzemieczny
und Frau lise, geb. v. Boetticher.
Schwerin, 12. Februar 1912. (3921
Ggs0
Seil über 50 Jahren bewährt
bei Husten und Heiserkeif
und
Natürliches Emser Quellsalz
pro Glas 80 Pfg.
(1808M
(165
Kuranstalt Hofheim Taunus.
(1/2 Stunde von Frankfurt a. M.), für Erholungsbedürftige,
Herven- u. innere Kranke. Sommer und Winter besucht.
Prospekte durch
pr. m. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.
Du bist eine komische Figur, mein Sohn,
wie du unter Menſchen gehſt: mit roter Naſe,
ſtockheiſer, ächzend, ſtöhnend und huſtend. Einen
Katarrh kann natürlich jeder mal bekommen, aber
dann tut man doch ſofort etwas dagegen, damit
man die Choſe bald wieder los wird. Ich
ver=
wende ſtets Fays ächte Sodener Mineral=
Paſtillen, die ich für 85 Pfennig in irgend
einer Apotheke oder Drogerie kaufe, und ich bin
mit meinen Katharrhen immer fertig geworden,
ehe ſie noch recht zum Ausbruch kamen. Laß
dir raten und tue desgleichen!
(3950Mf
Aus dem Geſchäftsleben.
Keine Hausfrau verſäume einen Verſuch mit
Seeligs kandiertem Korn=Kaffee zu machen,
wenn ſie dieſen ausgezeichneten Getreide=Kaffee noch
nicht kennen ſollte. Koſtenfreie Proben ſind in jedem
beſſeren Kolonialwarengeſchäft erhältlich. Wir verweiſen
auch auf die in unſerem Blatt regelmäßig erſcheinenden
Inſerate.
Eine Täuſchung der Käufer wird uns in folgenden
Zeilen geſchildert: Neuerdings verſuchen in verſchiedenen
Gegenden Hauſierer und Detailreiſende, den Hausfrauen
das bekannte ſelbſtätige Waſchmittel „Perſil” loſe
und zu beſonders billigen Preiſen zu verkaufen. Die
Fabrikanten Henkel & Co., Düſſeldorf, machen
aus=
drücklich darauf aufmerkſam, daß ſie „Perſil” nur in den
bekannten Originalpaketen, — niemals loſe — in den
Handel bringen.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Todes-Anzeige.
Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unsern innigstgeliebten,
herzens-
guten Gatten und Vater, unsern lieben Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager
und Onkel, den
(4004
Großh. Arresthausverwalter i. P. und Oberleutnant a. D.
EI vvarter
heute abend 7 Uhr nach langem, mit grosser Geduld getragenem Leiden in ein
besseres Jenseits abzurufen.
Darmstadt, Charlottenburg, Jauer, Klein-Wierau, Dätzdorf in Schlesien,
den 13. Februar 1912.
Um stille Teilnahme bitten Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Elisabeth Walter, geb. Strack,
Fritz Walter.
Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, statt. Die Einsegnung ½ Stunde vorher. — Beileidsbesuche dankend verbeten.
Krieger-Verein
Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied und Feldzugs=
(3988
kameraden
Herrn Emil Walter
Provinzialarreſthausverwalter a. D.
Oberleutnant a. D.
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Freitag, den
16. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom
Darm=
ſtädter Friedhof aus, ſtatt.
Sammlung am Darmſtädter Friedhof.
Zur Teilnahme an der Beerdigung
wer=
den die Kameraden Eckhard bis Heppenheimer,
ſowie der 6. Bezirk erſucht.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.
Unterfertigte Burſchenſchaft erfüllt hiermit
die traurige Pflicht, ihre lieben Bundesbrüder,
Freunde und Bekannte von dem am 13.
Fe=
bruar in Darmſtadt erfolgten Ableben ihres
(3969
lieben Alten Herrn
Fritz Jäger
Oberapotheker der Reserve
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Darmſtadt, den 14. Februar 1912.
Die Darmstädter Burschenschaft
FRISIA.
J. A.: Hermann Zeh Xx.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Nummer 39,
Dankſagung.
Für die uns beim Hinſcheiden unſerer lieben
Tante erzeigte herzliche Teilnahme ſagen wir
auf=
richtigen Dank.
(3980
Natalie Alefeld,
Wilhelm Alefeld.
Darmſtadt, Bad Niederbronn, Elſaß, 14. Febr. 1912.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): „Gudrun”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kurſus über Armenpflege ꝛc.: Vortrag von
Amt=
mann Krapp um 3½ Uhr im Saalbau. — Beſichtigung
der Knaben=Arbeitsanſtalt und des Mädchenhorts um
5 Uhr.
Gaſtſpiel des Marionetten=Theaters Münchener
Künſt=
ler um 5 und 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟.
Vortrag von Dr. med. Winſch um 8¼ Uhr im
„Kaiſerſaal” (Naturheilverein).
Monatsverſammlung des deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im „Fürſtenſaal”.
Kräppelkaffee der Vereinigten Geſellſchaft um 5 Uhr.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Rheinſtraße 2.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Eröffnung des Reichstages durch Alterspräſident
Trä=
ger; das Reſultat der bayeriſchen Landtagswahlen;
das verunglückte engliſche Unterſeeboot „A 3‟; der
Rektor des St. Bernhard=Hoſpizes mit ſeinen Hunden.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 16. Februar.
Aecker= und Wieſe=Verſteigerung des Hch. Phil.
Jacoby zu Eberſtadt um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Herrenanzüge= ꝛc. Verſteigerung um 9 u. 3 Uhr
Grafenſtraße 25.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der Train=
Kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Stangenholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im Ober=
Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft auf der
Straße Ober=Ramſtadt-Nieder=Modau am Eingang
des Waldes).
Brenn= u. Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr
im Gräfenhäuſer Gemeindewald (Zuſammenkunft auf
der Hardt am Erzhäuſer Fußpfad).
Patentſchriften=Auslegeſtelle in der Gewerbe=
Bibliothek, Neckarſtr. 3. Zeit der Benutzung: an allen
Wochentagen von 8½—12½ u. 3—5½ Uhr (Samstag=
Mittag ausgenommen).
Gottendienſt der israelitiſchen Keligionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 16. Februar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 45 Min.
Samstag, den 17. Februar:
Morgengottesdienſt 9 Uhr — Min. Predigt 9 Uhe
40 Min. Sabbatausgang 6 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Beligions=
geſellſchaft.
Samstag, den 17. Februar:
Vorabend 5 Uhr 10 Min Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 35 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 13. Februar,
an: Morgens 6 Uhr 40 Min. Nachmittags 5 Uhr.
NB. Sonntag, den 18. und Montag, den 19. Februar
Rausch Caudesch Ador
Druck und Verlag: L. C. Witlich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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Nummer 39.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Seite 97
Erhst Ludwis
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(675a
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Nummer 39.
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mit Fräul. oder Witwe o. Kinder
mit etwas Verm. bekannt zu w.
Anonym zwecklos. Off. u. J 34
an die Expedition.
(*3649ds
rerslahel-Kragen
verloren. Abzugeb. geg. gute
Be=
lohn. Heidenreichſtr. 41, I. (*3703
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
Donnerstag, 15. Februar.
1912.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Bekanntmachung des Großh. Kreisgeſundheitsamts Darmſtadt
vom 8. d. Mts, bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 9. Februar 1912.
(3929a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Betr.: Ausführung des Reichsimpfgeſetzes.
Alle Eltern und Pflegeeltern, die in dieſen Tagen von uns aufgefordert worden
ſind, den Nochweis zu führen, daß die Impfung ihrer im Jahre 1911 impfpflichtigen
Kinder und Pflegebefohlenen erfolgt oder aus einem geſetzlichen Grund unterblieben
iſt, machen wir darauf aufmerkſam, daß dieſer Nachweis durch Vorlage des
Impf=
ſcheins oder, falls ein geſetzlicher Hinderungsgrund für die Impfung beſtanden, durch
Vorlage eines ärztlichen Zeugniſfes an folgenden Tagen:
Mittwoch, den 14., 21. und 28. Februar und 6. März.
nachmittags von 2—3 Uhr,
in dem Schulhaus in der Rundeturmſtraße 9 geführt werden muß, wenn ſie ſich nicht
die in § 14 des Reichsimpfgeſetzes angedrohten Strafen zuziehen wollen.
Darmſtadt, 8. Februar 1912.
Großh. Kreisgeſundheitsamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Beſt.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Bekanntmachung des Königlich Preußiſchen Miniſters der
öffentlichen Arbeiten vom 18. Dezember 1911, die Ausführung der
Reichsverſicherungs=
ordnung im Vereiche der preußiſcheheſiſchen Eiſenbahngemeinſchaft betreffend, bringen
wir hiermit zur Kenntnis der Intereſſenten.
Darmſtadt, den 8. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt
Fey.
Betreffend: Ausführung der R.V.O. im Bereiche der preußiſch=heſſiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft.
Fekanntmachung.
Berlin, den 18. Dezember 1911.
Nachdem die Satzungen der bisher als beſondere Kaſſeneinrichtung im Sinne
des Invalidenverſicherungsgeſetzes anerkannten Penſionskaſſe für die Arbeiter der
preußiſch=heſſiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, die auf Grund des Artikels 83 des
Ein=
führungsgeſetzes zur Reichsverſicherungsordnung auch ohne die bisher noch nicht
er=
folgte neue Zulaſſung durch den Bundesrat bis zum 31. März 1912 als Sonderanſtalt
nach den §§ 1360—1380 der Reichsverſicherungsordnung gilt, durch die am 28. /29.
No=
vember ds. Jo. abgehaltene Hauptverſammlung gemäß Artikel 81 des
Einführungs=
geſetzes mit Gültigkeit vom 1. Januar 1912 geändert worden ſind, beſtimme ich nach
Genehmigung dieſer Aenderungen zur weiteren Durchführung der Invaliden= und
Hinterbliebenenverſicherung folgendes:
I. Auf Grund des §112 der Reichsverſicherungsordnung werden von den den
Ver=
ſicherungsämtern zuſtehenden Aufgaben nachſtehende den auf Grund des § 63 der
Satzungen als örtliche Verwaltungsſtellen errichteten Bezirksausſchüſſen übertragen:
a) Entſcheidung über Anträge auf Befreiung von der Verſicherungspflicht (§ 1240
der R. V. O., § 2 Abſ. 7 der Satzungen).
b) Wiederruf der Befreiung von der Verſicherungspflicht (§ 1241 der V. V. O., § 2
Abſ. 8 der Satzungen).
c) Verlangen der eidesſtattlichen Erklärung von den Hinterbliebenen eines
ver=
ſchollenen Verſicherten über die erhaltenen Nachrichten (§ 1265 der R. V.O.,
§ 11 Abſ. 17 der Satzungen).
d) Entſcheidung von Streitigkeiten zwiſchen der Gemeinde und den
Renten=
empfängern bei Gewährung von Sachbezügen (§§ 121, 1276 der R. V.O., § 17
Abf. 6 der Satzungen).
e) Beſtimmung der Perſonen, an die eine Waiſenausſteuer zu zahlen iſt wenn
der zum Bezuge Berechtigte vor ihrer Auszahlung ſtirbt (§ 1303 der R.B.H.,
§ 14 Abſ. 7 der Satzungen).
f) Entſcheidung bei Streitigkeiten über die Beitragspflicht, über die Berechtigung
zur freiwilligen Verſicherung und über die Beitragsleiſtung (§ 1459 der R. V.O.,
§ 2 Abſ. 9, § 3 Abſ. 4, § 8 Abſ. 9 der Satzungen).
g) Genehmigung zur ausnahmsweiſen Uebertragung von Anſprüchen der
Berech=
tigten auf andere (§ 119 der R. V.O., § 23 Abſ. 2 der Satzungen).
h) Entgegennahme, Vorbereitung und Begutachtung der Anträge auf die Leiſtungen
(§§ 1613—1629 der R. B. O., § 24 der Satzungen).
1) Entſcheidung über den wiederholten Antrag auf Invaliden= oder Witwenrente
(§ 1635 der R. V.D § 30 der Satzungen).
Soweit nach den Vorſchrifen der Reichsverſicherungsordnung die
Verſicherungs=
ämter im Beſchlußverfahren (Beſchlußausſchuß) zu entſcheiden haben, wird das gleiche
einen Beſchlußausſchuß, beſtehend aus dem Vorſitenden oder deſſen Stellvertreter und
zwei Mitglieder, die in geheimer Wahl gewählt ſind, zu bilden (§ 63 Abſ. 4 der
Satzungen).
11. So lange Oberverſicherungsämter und Verſicherungsämter noch nicht errichtet
ſind, werden auf Grund des Artikels 7 des Einführungsgeſetzes zur
Reichsverſicherungs=
ordnung
a) den nach § 30 der bisherigen Satzungen der Arbeiterpenſionskaſſe für die
ein=
zelnen Eiſenbahndirektionsbezirke errichteten „Schiedsgerichten für die
Arbeiter=
verſicherung” alle Aufgaben der Oberverſicherungsämter,
b) den Bezirksausſchüſſen die Aufgaben der Verſicherungsämter (vgl. zul) übertragen.
Der Miniſter der öffentlichen Arbeiten.
J. V.: (gez.) Stieger.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Zurückſtellung von Reſerviſten, Wehrleuten I. und II. Aufgebots,
Erſatz=Reſerviſten und ausgebildeten Landſturmpflichtigen infolge
häus=
licher ꝛc. Verhältniſſe.
Diejenigen Reſerviſten, Wehrleute I. und II. Aufgebots, Erſatz=Reſerviſten
und ausgebildete Landſturmpflichtige, welche auf Grund der nachſtehend abgedruckten
Beſtimmungen des § 122 der Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 eine
Zurück=
ſtellung hinter den älteſten Jahrgang der Reſerve, der Landwehr I. bezw. II. Aufgebots,
Erſatz=Reſerve und des Landſturms in Anſpruch nehmen zu können glauben, werden
hiermit aufgefordert, ihre bezüglichen Geſuche baldigſt und ſpäteſtens bis zum
25. März 1. Js. bei den betreffenden Großherzoglichen Bürgermeiſtereien einzureichen.
Die nach dieſer Zeit eingehenden Geſuche können für das laufende Jahr (d. h. bis zum
nächſtjährigen Zurückſtellungstermin) keine Berückſichtigung mehr finden.
Die eingereichten Geſuche unterliegen der Entſcheidung der verſtärkten Erſatz=
Kommiſſion gelegentlich des Muſterungsgeſchäfts. Dieſe Entſcheidungen behalten ihre
Gültigkeit nur bis zum nächſten Zurückſtellungstermin. Im Falle des Bedürfniſſes ſind
die Anträge auf weitere Zurückſtellung zu erneuern.
Außerterminlich kann Geſuchen um Zurückſtellung durch ſchriftliches
Ueberein=
kommen der ſtändigen Mitglieder der Erſatz=Kommiſſion nach § 124, 2 der Wehr=
Ordnung nur dann ſtattgegeben werden, wenn nach dem allgemeinen Entlaſſungs=
Termin der Rerſerven dringende Verhältniſſe die ſofortige Zurückſtellung einzelner
der entlaſſenen Mannſchaften gerechtfertigt erſcheinen laſſen.
Darmſtadt, am 7. Februar 1915.
(3929a
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
Abdruck.
§ 122 der Wehr=Ordnung.
1. Zurückſtellung im Sinne der in § 118, 3 und 120, 5 enthaltenen Feſtſetzungen
dürfen aus folgenden Gründen (Zurückſtellungsgründe) eintreten
a) wenn ein Mann als der einzige Ernährer ſeines arbeitsunfähigen Vaters oder ſeiner
Mutter bezw. ſeines Großvaters oder ſeiner Großmutter, mit denen er dieſelbe
Feuerſtelle bewohnt, zu betrachten iſt und ein Knecht oder Geſelle nicht gehalten
werden kann, auch durch die der Familie bei der Einberufung geſetzlich zuſtehende
Unterſtützung der dauernde Niedergang des elterlichen Hausſtandes nicht
abge=
wendet werden könnte:
b) wenn die Einberufung eines Mannes, der das dreißigſte Lebensjahr vollendet hat
und Grundbeſitzer, Pächter oder Gewerbetreibender oder Ernährer einer zahlreichen
Familie iſt, den gänzlichen Verfall des Hausſtandes zur Folge haben und die
An=
gehörigen ſelbſt bei dem Genuſſe der geſetzlichen Unterſtützung dem Elend
preis=
gegeben würden:
c) wenn in einzelnen dringenden Fällen die Zurückſtellung eines Mannes, deſſen
ge=
eignete Vertretung auf keine Weiſe zu ermöglichen iſt, im Intereſſe der allgemeinen
Landeskultur und der Volkswirtſchaft für unabweislich notwendig erachtet wird.
2. Mannſchaften, welche wegen Kontrollentziehung nachdienen müſſen, haben
ledoch auch in den vorgenannten Fällen keinerlei Anſpruch auf Zurückſtellung.
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Betreffend: Die Führung der Rekrutierungsſtammrollen; hier Zu= und Abgänge
Militärpflichtiger.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
au die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf die Beſtimmungen des § 46 Poſ. 13 der Wehr=Ordnung vom
22. November 1888 (Neuabdruck im Reg.=Bl. Nr. 68 von 1911) hinweiſe, nach welcher
von jeder An= und Abmeldung eines Militärpflichtigen zur bzw. von der Stammrolle
infolge Aufenthaltswechſels, behufs Berichtigung der alphabetiſchen und Reſtanten=
Liſten, hierher Mitteilung zu machen iſt, empfehle ich Ihnen die entſprechenden
An=
zeigen — bei Anmeldungen unter Vorlage des Loſungsſcheins — für jeden Mann
getrennt, alsbald zu erſtatten.
(3699a
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 1 Dachshund, 2 Jagdhunde (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtat. (3965
Autzholz=Verſteigerung Nr. 13.
(Stadtwald.)
Freitag, den 23. Februar I. Js., morgens 9 Uhr,
werden im Saale der hieſigen Turngemeinde, Woogsplatz 5,
— 174,64 im Nutzholz verſteigert, und zwar:
I. Aus der Forſtwartei Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr)
Abt. 1 und 2 (Dieterſchlag), Abt. 31 und 32 (Dachsberg):
Eichen=Stämme 1 Stück III. Kl. — 083 1m
IV. „ — 2,64 „
11 „ V. „ — 3,88 „
VI. „ - 21,98 „
13 „
II. „ — 5,38
3
Buchen
III. „ = 17,82
19.
IV. „ = 22,49
40
— 1,03
V.
1
V.
- 3,28 „
3
Lärchen
— 1,59 „
V.
3 „
Fichten
— 0,20
I.
Eichen =Stangen 3 „
— 0,18 „
II.
3
— 8,37 „
I.
119
Fichten
— 6,73 „
I.
261
0,55 „
II.
„ „Reisſtangen 95
II. Aus den Forſtwarteien Städtiſche Tanne (Forſtwart
Ahl=
heim) Abt. 4, 16 und verſchiedene, ſowie aus Beſſunger Tanne
(Forſtwart Geriſch) Abt. 33, 41, 43, 47 und andere:
Kiefern=Stämme 2 Stück I. Kl. — 5,55 fm
„ 11 „ „II. „ — 12,03 „
„ 59 „ III. „ — 46,49 „
5 „ IV. „ — 3,62
Sämtliches Holz iſt an gut fahrbare Wege gerückt.
Unter=
ſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Nummernverzeichniſſe
ſind bei den obengenannten Forſtwarten zu haben. In den beiden
Tannen finden keine weiteren Verſteigerungen mehr ſtatt.
Darmſtadt, den 8. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
(3925dm
Kullmann.
Stung!
Weißen von Decken 3.50 M., Küchen
5 M. Off. u. J 54 an die Exp. (*3726
uterhaltener Gasherd mit
Bratofen und Waſſerſchiff zu
n geſucht. Offert. mit Preis
H 99 an die Exped. (3827md
Lieferung
verſchiedenerBekleidungs=
Bett=
werks= und ſonſtiger Stoffe in
Halbwolle, Baumwolle und
Leinen, ſowie von Wolle und
Baumwolle zum Stricken und
von wollenen Teppichen.
Für die diesſeitige Anſtalt iſt
der vorbemerkte Bedarf für die
Zeit von jetzt an bis Ende März
1913 zu vergeben.
Bedarfsver=
zeichnis. Lieferungsbedingungen
und Muſter können im
Stadt=
haus, Zimmer Nr. 24, eingeſehen
werden.
Die Angebote ſind am
29. Februar ds. Js.,
vormit=
tags zwiſchen 11 und 12 Uhr,
in den am Eingang zum linken
Flügel des Stadthauſes
aufge=
hängten Submiſſionskaſten
einzu=
legen, die Muſter aber in Zimmer
Nr. 24 abzugeben.
(3967
Darmſtadt, 12. Februar 1912.
Das Kuratorium der
Erziehungs=
anſtalt „Ohlyſtift Gräfenhauſen”.
J. V.: Mueller.
Fuhrleiſtungen.
Die Abfuhr von 1000 cbm
Grund nach Ablagerungsſtellen vor
dem neuen Hauptbahnhof ſoll
ver=
dungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Zimmer Nr. 7,
während der Dienſtſtunden zur
Ein=
ſicht offen. Auch werden dort die
Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Montag, 19. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(3877md
reichen.
Darmſtadt, 13. Februar 1912.
Tiefbauamt.
Ein gut erh. Kinder=Sitz=Liege=
Ewagen zu verk. Näh.
Blumen=
thalſtr. 115, 1. St. l. (*3500md
Tüchenabfälle.
Die in der Küche vorkommenden Abfälle als Kartoffelſchalen,
Gemüſereſte, Speiſereſte, Knochen uſw. ſollen vom 1. März d. Js. ab
anderweit vergeben werden. Die Bedingungen hierzu ſiegen auf
Zimmer 18 des Stabsgebäudes Artillerie=Kaſerne am Beſſungerweg
während den Dienſtſtunden zur Einſicht offen. Schriftliche Angebote
ſind bis ſpäteſtens 20. d. Mts. verſchloſſen an die unterzeichnete
(3883md
Stelle einzureichen.
Darmſtadt, im Februar 1912.
Die Küchenverwaltung
der 1. Abtlg. Feldartillerie=Regiments Nr. 61.
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händter auch
Dienstag und
Samstag=
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
(637a
ſind an den Verkaufständen angeſchlagen.
Bücher-Revisionen, Bücher-Abschlüsse, Bücher-
Ein-
richtungen nach allen Buchführungs-Methoden,
In-
standsetzung rückständiger Bücher, Umwandlung
einfacher Buchführung in doppelte oder amerikanische
Buchführung. Aufstellung und Prüfung von
Inven-
turen, Bilanzen, Rechnungsauszügen u. dergl., sowie
die gewissenhafte Erledigung (3822id
kaufmännischer Vertrauens-Arbeiten
übernimmt
H. Mohwinkel.
Bücher revisor
Fernsprecher
1865.
Darmstadt
Wilhelminenstr.
17.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Febtuar 1912.
Nummer 39.
1e.
Die Ausſtellung der Arbeiten des Handarbeitslehrerinnen=
Seminars findet am 24. Februar, vorm. von 10- 1 Uhr, nachm.
von 2—5 Uhr, desgl. Sonntag, den 25. Februar, vorm. von
11—1 Uhr, ſtatt.
Beginn des Sommerhalbjahres: Dienstag, den 16. April
Handarbeitslehrerinnen=Seminar: Dauer 1 Jahr.
Bei der Anmeldung hierzu iſt vorzulegen: das Abgangszeugnis
der Schule und ein kreisärztl. Geſundheitszeugnis.
Handelskurſus: Dauer 1 Jahr. Auch hier iſt das
Schul=
zeugnis bei der Aufnahme vorzulegen.
Gewerbliche Fachkurſe für:
1. Handnähen u. Anfangsunterricht im Maſch.=Nähen; 2.
Ma=
ſchinennähen u. Wäſchezuſchneiden; 3. Schneidern; 4. Bluſenkurſus;
5. Bügeln: viermonatl. Kurs u. einmonatl. Kurs; 6. Flicken; 7.
Weiß=
ſticken u. Stopfen; 8. Buntſticken; 9. Freihandzeichnen; 10.
Spitzen=
klöppeln; 11. Spindelgipüre; 12 Holzbrand u. Schnitzen.
Kochen und Einmachkurſus.
Anmeldungen werden Freitag nachmittags von 2—4 Uhr
im Vorſtandszimmer der Alice=Schule, Friedrichſtraße 4, entgegen=
(3772id
genommen.
Der Vorſtand.
Kaufmänniſche Fortbildungsſchule.
Der Fortbildungsunterricht beginnt am 23. April d. J.
mit folgenden Unterrichtsfächern:
Buchführung, Wechſellehre, Korreſpondenz, kaufm. Rechnen,
Stenographie, Maſchinenſchreiben, Engliſch und Franzöſiſch.
Anmeldungen bis 1. April bei: Frl. A. Ruths, Heidenreichſtr. 29, I.
und Frl. Ph. Walz, Karlſtraße 43, I.
Auskunft und Proſpekte bei: Frl. Neudecker, Schirmgeſchäft,
Ernſt=Ludwigſtraße 9.
Der Vorstand.
3932a)
Seminar für moderne Sprachen, Literatur,
Kunstgeschleite und Tuungosan
am
Hofmannschen Institut
Fortbildungskurse: Vorbereitung zum Examen als
Sprachlehrerin. — Anmeldung vormittags Neckarstr. 5.
3939dss)
C. v. Szczepanski.
Hessische Handeis Eehranstart
Rheinstr. 6, II.
Fernspr. 923. S
Darmstadt
II. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
I. Halbjahrskurse zur Vorbereitung f. d. kaufm. Beruf.
Beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Neu: Maschinenschreiben nach dem Tastsystem.
Neue Kurse beginnen: Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch:
Sprechstunden: Wilhelm Siedersleben
Montag bis Freitag staatl. peprüfter Handelslehrer u.
12—1 und 3—5 Uhr. gerichtl. beeidigt. Bücherrevisor.
Kgl. Lonservatorium zu Dresden.
57. Schuljahr. Alle Fächer für Muſik und Theater. Volle
Kurſe und Einzelfächer. Eintritt jederzeit. Haupteintritt 1. April
und 1. September. Proſpekt durch das Direktorium. (3952M
des Verbandes pfälz. Frauen=
Wirtschaftliche Frauenschule intereſſen=Vereine zu
Für Töchter gebildeter Stände. Ordl. Ausbildung
Frankentndl, in allen Zweigen der Hauswirtſchaft, in
Garten=
bau und Geflügelzucht. Beginn der Kurſe: April, Oktober. Der
Lehrgang iſt einjährig mit abſchließender Prüfung. Es werden auch
Halbjahrsſchülerinnen
für wirtſchaftl. Lehrerinnen mit
Seminal ſtaatl. Prüfung. Ausbildungszeit
aufgenommen.
zweijährig. Eintritt nur Oktober. Penſion mit Unterricht.
Pfälzer=
innen 800 Mk. Nichtpfälzerinnen 1000 Mk. Proſpekte durch die
Vorſteherin der Wirtschaftlichen Frauenschule
Franken-
thal (Rheinpfalz).
(3948M
Scherlnsche 10₰ Uabllad 22₰
500 Har 29₰
Feinste Sührahm-Margarine, best. Arsatz für
Datter. Pfund 88₰
Irobermont
Telephon 547 —
Elisabethenstrasse 53 — Lauteschlägerstrasse 4
Sandbergstrasse 27 — Mollerstrasse 17
sowie Ecke Hoch- u. Kiesstrasse. (3996
weiß. Wollbatiſtkleid, Gr. 44,
1 ganz neu, billig zu verkaufen.
Einzuſehen bis 3 Uhr nachmittags
*3633) Kaupſtraße 26, 3. St.
Ein gut erhaltenes Sopha zu
ver=
kaufen. Ein einmal getragener
Maskenanzug zu verleihen od. zu
verkfn. Beckſtraße 2. (*3660df
Schulgeld=Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium und deſſen
Vor=
ſchule, die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchulen, die Großh.
Liebigs=Oberrealſchule, die
Vor=
ſchule der Großh. Gymnaſien,
die Viktoriaſchule, das
Lehrer=
innen=Seminar, die
Eleonoren=
ſchule und die Mittelſchulen für
das I. Kalender=Vierteljahr
1912 iſt, bei Meidung der
Mah=
nung, bis Ende lfd. Mts. an
den Werktagen, vormittags von
8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
(3918a
Darmſtadt, 12. Februar 1912.
Die Stadtkaſſe.
J. V.: Hahn.
Fuhrleiſtungen.
Die Fuhrleiſtungen bei dem
Stadtbauamte im
Verwaltungs=
jahr 1912, ſowie die Anfuhr der
in dem Verwaltungsjahre 1912 für
die ſtädtiſchen Schulanſtalten ꝛc.
benötigten Kohlen ſollen getrennt
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden öffen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Montag, 26. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(4000df
reichen.
Darmſtadt, 14. Februar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Kanalſteine.
Die Lieferung von 187000 Stück
Backſteinen für den Kanalbau ſoll
verdungen werden.
Lieferungsbedingungen liegen
bei dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 7,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen. Auch werden dort
die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 23. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(3867md
reichen.
Darmſtadt, 13. Februar 1912.
Tiefbauamt.
n unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Backſtein=Verkaufsſtelle
Darmſtadt, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt.
Durch Beſchluß der
Geſellſchaf=
ter vom 29. Dezember 1911 ſind
die §§ 2 und 6 des
Geſellſchafts=
vertrags und die §§ 4, 10 und 12.
des Anhangs zum
Geſellſchafts=
vertrag abgeändert.
(3937
Darmſtadt, 10. Februar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handets=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Möbelfabrik
Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, Darmſtadt.
Die Prokura des Kaufmanns
Eduard Röhler in Darmſtadt iſt
erloſchen.
(3936
Darmſtadt, 6. Februar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
n unſer Handels=Regiſter, Ab=
J teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 3. Februar 1912.
Aenderung hinſichtlich der
Firma:
Engel=Drogerie Ludwig
Netz, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Kaufmann Heinrich Schaub in
* armſtadt übergegangen.
Der Uebergang der in dem
Be=
triebe des Geſchäfts begründeten
Verbindlichkeiten und Forderungen
iſt bei dem Erwerbe des Geſchäfts
durch Heinrich Schaub
ausge=
ſchloſſen.
Die Firma iſt geändert in:
Engel=Drogerie Heinrich
Schaub.
Ludwig Netz, Kaufmann
Ehe=
rau Marie, geb. Germann, in
Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin
be=
ſtellt.
Am 7. Februar 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Johann Michel, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Johann Michel Gaſtwirt Witwe,
Katharina, geb. Binzel, in
Darm=
ſtadt, übergegangen.
Gelöſcht die Firma:
Karl Diehl Nachfolger,
Darmſtadt.
Am 12. Februar 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Ludwig Joſeph, Darmſtadt.
Max Schloß, Kaufmann in
Leipzig, iſt in das Geſchäft als
perſönlich haftender Geſellſchafter
eingetreten.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am 1. Jan.
1912 begonnen.
(3935
Darmſtadt, 13. Februar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
für den Frühſtückstiſch!
(Auch zum Kreppelfüllen ſehr geeignet.)
Fabrikat: J. Clot & Co., Strassburg,
J. Keiller, Tangermünde.
Aprikosen . .
Erdbeer
Himbeer . .
Johannisbeer
Kirschen
Reineklauden
Mirabellen
Pflaumen .
1 Pfd.=Glas
Pfd.=Glas
1 Pfd.=Glas
Pfd.=Glas
1 Pfd.=Glas
1 Pfd.=Glas
Pfb.=Glas
1 Pfd.=Glas
Mk. 1.—
Mk. 1.—
Mk. 1.—
Mk. 1.—
Mk. 1.—
Mk. 1.—
Mk. 1.—
Mk. 1.—
3 Glas sortiert 95 Pfg. per Glas
Aechtes Rheinisches Apfelkraut
— 1 Pfund=Doſe 65 Pfg. — (3968
Marmeladen in Eimerchenvon 5 u. 10 Pfd. billigst.
Prompter Verſand auch nach auswärts.
Mathildenpl. 1.
Telephon 116.
Empfehle in
lebend=
friſcher Ware:
Holländer u. Nordſee=
V
JsländerSchellſiſche
im Ausſchnitt
B
Nordsee:
Kabeliau
im Ausſchnitt
Fischcarbonade
Heilbutt, Silbersalm
Schollen, Rotzungen
Bratschellfische
Knurrhahn
Grüne Heringe
Bratbücklinge
a Dordsee-Kabeliau
mit Kopf, 2—6 pfündig
per Pfund 30 Pfg.
Hochfeine Jsländer
Matjes=Heringe
Fiſchhandlung
Karlstr. 47, Tel. 641.
Kreppeloel
feines Kreppeloel per Lit. 90 Pfg.
extra feines, ſchmeckt wie Butter
per Lit. 1,20 Mk. (*3636df
Karlſtraße 26. Teleph. 2037.
„Frankfurt‟ f. 50
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
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Dora Plattner.
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(Nachdruck verboten.)
Sie atmete ſchwer auf, als er des Kindes erwähnte.
Ach, das iſt alles Sophiſterei! Das Kind kennt ſeine
Mutter nicht mehr, nicht die Mutter, die ſeinem Vater
Treue gelobt hat. Und wenn ſolch ein Kind das erſt
er=
faſſen kann, woran ſoll es glauben in den Eltern?
Be=
währt ſich die Treue nur in der einen Richtung, daß Mann
und Frau einander nicht betrügen?
Sie konnte ſehr ſcharf und logiſch disputieren, wenn
ſie auf ſolche Dinge zu ſprechen kam. Weshalb wurden die
beiden Menſchen erregt bei dieſem Geſpräch, ſelbſt
Dän=
hardt, der Erregungen einfach für Unſinn hielt?
Stimmt, Fräulein Dora, aber die Frage bleibt in
bezug auf die Ehe: Wie kann ein junger Menſch für ſein
ganzes Leben, für alles, was kommen mag, für alles, was
noch in der Zukunft liegt, mit einem Gelöbnis einſtehen?
Man entwickelt ſich doch!
Entwickelt ſich? — Ja, ſagen Sie mal, Herr Doktor,
doch wohl nur in der Richtung, in der man ſich entwickeln
will und darf. Wenn ein erwachſener Menſch nicht für
ſich einſtehen kann, dann — dann —
Nun, Fräulein Dora?
Dann gehört er eigentlich ins Irrenhaus oder doch
unter Vormundſchaft!
Hm, ſo herum —! Er zwang ſich zum humoriſtiſchen
Ton zurück und lachte auf. Ja, das würde aber das
Staatsbudget ungeheuer belaſten, denn dann brauchten
wir heute mehr Irrenhäuſer und ſtaatlich ſubventionierte
Heianſcle ais lbſentet, und ne mehene botſeichte
Mietwohnung ohne Iſolierzelle wäre ebenſo unmöglich
wie eine ohne Badezimmer! Uebrigens, wünſchen Sie
wirklich bei ganz ruhiger, verſtändiger Ueberlegung, daß
dieſe Ehe ſich wieder — wie ſoll ich ſagen, ſich wieder
ein=
renkt?
Ganz gewiß!
So? Um des Kindes willen oder um ſeinetwillen
oder nur wegen der hochnotpeinlichen Moral des
kate=
goriſchen Imperativs im allgemeinen?
Herr Doktor, wenn wir Freunde bleiben wollen, dann
laſſen Sie dieſe Art des Sprechens. Ich kann’s nicht
aus=
ſtehen. Uebrigens, ich weiß ja nicht einmal, wie alles ſo
kam. Sie wiſſen das ja beſſer.
Soll ich es Ihnen erzählen?
Wenn’s kein Vertrauensbruch iſt — — Da ſprang
ſie auf, Herrgott, da ſind ſie ja ſchon! Sie eilte ans Fenſter.
Man hörte einen Peitſchenknall. Wahrhaftig, ich ſehe die
Schlittenlaternen ſchon in der Allee. Wo wollen Sie hin,
Doktor?
Dieſer hatte ſeinen Mantel vom Kleiderrechen neben
der Tür genommen und war in den einen Aermel
hinein=
gefahren. Ich? Glauben Sie, ich hätte Luſt, hier eine
Rührſzene mit zu erleben. Ich denke, das laſſen wir
das Paar allein abmachen.
Da rang ſie die Hände und hatte Tränen in den
Augen, und das ſonſt ſo ruhige Geſicht war in tiefer
Er=
regung. Aber ich, ich muß doch zunächſt hierbleiben. Herr
Doktor, bitte, bleiben Sie um meinetwillen, ich wollte
ſagen, um der Mutter willen, die doch ſicher ſich von
Ihnen gern beruhigen laſſen will. Es iſt zu peinlich,
ich hier allein mit den beiden —1
ie en en e er et e
bingte den Mantek zuricl. Ag, weil eie ſo oilen aut
Es iſt kurios. (Entweder Sie befehlen, oder Sie bitten,
tun muß man es auf alle Fälle.
Nun hörte man ſchnelle Schritte draußen auf dem
Flur und Lührſens Stimme. Dort Lilli, die erſte Tür
links! Er öffnete und ſie kam haſtig herein. Der Schnee
lag noch dick auf ihrem wollenen Kopftuch, und ihr Geſicht
war faſt ſo weiß wie der Schnee, der raſch zu blitzenden
Tropfen zuſammenſchmolz in der warmen Stube.
Hatte ſie Tränen in den Augen oder rollten nur einige
Tropfen Schneewaſſer ihr über die Wangen? Bis mitten
ins Zimmer kam ſie mit kurzen, haſtigen Schritten, blieb
dort ſtehen und ſah ſch wie geiſtesabweſend um im
Zim=
mer, bis ihr Blick auf Dänhardt haften blieb. Da ſagte
ſie nur tonlos: Tag, Doktor! Dora trat an ſie heran und
fragte leiſe: Wollen Sie nicht ablegen? Der Schnee
ſchmilzt.
Frau Lührſen ſah Dora groß an, neſtelte aber das
wollene Tuch los, ſtreifte den Pelzmantel ab und ſagte:
Da, nehmen Sie. Ja, der Schnee ſchmilzt.
Das iſt Fräulein Dora Plattner, die hier den
Haus=
halt führt, ſagte Lührſen.
Ja, ja, Gerd! und plötzlich, wie ſich beſinnend, rief
ſie: Wo iſt Fränzchen, wo iſt mein Kind? Ihre Lippen
bebten und ſie ſah die andern an, als wären ſie alle ihre
Feinde. Lührſens Bewegung nach der Tür bemerkend,
lief ſie auf die Tür zu.
Aber Dänhardt kam ihr zuvor und trat vor die Tür,
Verzeihung, gnädige Frau, Sie wiſſen, daß das Kind
Dipbtheritis hat? Die Anſteckungsgefahr iſt groß.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Nummer 39.
Sie ſtutzte einen Augenblick. Ach ſo, ja! Doch was geht
das mich an! Laſſen Sie mich zu meinem Kinde!
Aber Dänhardt hielt noch die Türklinke feſt. Ich rate
Ihnen als Arzt, daß Sie ſich erſt beruhigen. Das Kind
ſchläft. Gehen Sie nicht ſo hinein. Wenn es erwachte und
plötzlich ein fremdes Geſicht — — das heißt, ich wollte
ſagen, wenn es ſo plötzlich geweckt wird und —
Da jammerte die Mutter auf. Sie meinen, wenn ein
fremdes Geſicht —
Nimm es ruhig und natürlich, Lilli, verſuchte Lührſen
zu beruhigen.
Sie ſah ihn mit gerunzelter Stirn an, feindſelig, und
lachte bitter auf. Ach ſo, ja, unſer Kind. Man kann nicht
erwarten, daß es ſeine eigene Mutter kennt! und
plötz=
lich, in Angſt ausbrechend, als ſie Lührſen mit Dänhardt
einige leiſe Worte wechſeln ſah: Was ſprecht ihr da
zu=
ſammen? Um Gotteswillen, ich ſehe es, ihr lügt mir alle
was vor, mein Kind iſt gar nicht beſſer, es iſt — — iſt —
Ich ſage Ihnen als Arzt, daß die Kriſis glücklich
über=
ſtanden iſt. Laſſen Sie doch Fräulein Plattner leiſe
hinein=
gehen. Ich glaube, der Junge iſt wach. Wir laſſen dann
die Tür auf, damit Sie ihn ſehen können.
Er öffnete die Tür, und als Dora an Lilli vorbeiging,
flüſterte dieſe halblaut mit Schluchzen: Ach ja, Sie können
zu ihm!
Dora kniete am Bett nieder, ſchlang die Arme um des
Kindes Schultern und hob deſſen Oberkörper etwas.
Ihre Stimme war verſchleiert, als ſie ſagte: Sieh,
Fränzchen, nun wirſt Du beſſer, eine liebe Fee iſt gekommen,
die will dich geſund machen.
Da ſtand die Mutter am Pfoſten der Tür und preßte
das Taſchentuch gegen den Mund, um nicht aufzuſchreien,
und ſagte nur leiſe: Mein lieber, ſüßer Junge. Gott, o Gott,
wie bleich er iſt!
Doktor Dänhardt ſchloß ſachte die Tür, gab Lührſen
ſchweigend die Hand, nahm Hut und Mantel und ging
hin=
aus. Nun waren Lührſen und ſeine Frau allein.
Auf der Diele traf der Doktor Dora, die aus dem
Krankenzimmer kam. Ihr Geſicht war verſtört und bleich,
und als ſie ihm die Hand gab, fühlte er, daß dieſe kalt war
und zitterte.
Nehmen Sie es nicht allzu ſchwer, Fräulein Plattner.
Sie müſſen ſolch eine Natur, wie Frau Lührſen, nicht nach
Ihren Maßſtäben beurteilen. Dieſe Art Frauen ſind ſo,
und was ſich äußerlich als Sturm zeigt, iſt innerlich noch
lange nicht Sturm, ſondern höchſtens ein Aprilwind.
Ach, es war zu entſetzlich! Sehen Sie, wie gut es war,
um des Kindes willen, daß Sie blieben.
Ich blieb auch um Ihretwillen, Fräulein Dora. Aber
ſie überhörte dies gänzlich.
Wo wollen Sie heute abend noch hin, Herr Doktor?
Ich, ich wollte nur noch raſch nach Boſtel hinunter,
und dann komme ich über Halligboſtel zurück, wenn ich nach
Hauſe gehe.
Bitte, holen Sie mich hier ab. Ich möchte die Nacht
zu meinen Geſchwiſtern.
Das verſtehe ich ganz gut, Fräulein Dora, aber als Arzt
muß ich abraten. Wer ſoll denn die Nacht bei dem Jungen
ſchlafen? Die Muter? Das geht doch nicht, ehe er ſich nicht
an ſie gewöhnt hat.
Ach ſo, ja, daran dachte ich nicht. Sie ſtand und über=
legte, und er ſah ſie zum erſtenmal, ſeit er ſie kannte,
unent=
ſchloſſen.
Sie müſſen bleiben. Es hat Ihnen doch ſo gefallen,
was Carlyle ſagt: Tue immer die nächſte Pflicht zuerſt.
Ja ja, aber — es liegen oft zwei Pflichten gleich nahe.
Na, bleiben Sie wenigſtens dieſe Nacht noch. Ich
ſpreche morgen früh vor. Gute Nacht!
Als er die Haustür öffnete, fegte der Sturm ſo
wuch=
tig herein, daß Dora nur mit Anſtrengung die Tür hinter
ihm zudrücken konnte. Dann ſtand ſie und lauſchte. Im
Wohnzimmer hörte ſie Frau Lilli Lührſens helle und
er=
regte Stimme. Da ſenkte ſie den Kopf und ging nach der
Küche, um nach dem Abendeſſen zu ſehen.
Der Doktor ſtampfte langſam durch den Schnee auf
Boſtel zu, was man in wenigen Minuten erreichen
konnte. Einige male blieb er ſtehen, weniger um Atem
zu ſchövfen, ſondern weil er über etwas nachdenken
mußte. Er konnte nicht klug werden aus Dora Plattner.
Ja, was würde nun werden? Wenn der Junge geſtern
geſtorben wäre? Ob das die Eheleute ſchneller
zuſammen=
gebracht hätte, auch innerlich? Das wäre etwas grauſam
erkauft geweſen. Ach was! Mochte es auch in ſeiner
Junggeſellenbude heute abend unbehaglich ſein,
behag=
licher als im Wohnzimmer auf Halligboſtel war es
alle=
mal. So fand Doktor Dänhardt den ſchönen Troſt, der
nun einmal immer der beſte bleibt, und der aus einer Art
von Schadenfreude entſteht. Es war doch kurios, daß
Lührſen und Lilli Baltensperg zuſermmenkommen
muß=
ten. Von einer verſtändigen Weltordnung war da nicht
viel zu merken und von viel Vernunft bei den Menſchen
auch nicht.
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3½
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79,80
4 Hamburger Staatsanl. 100,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,40
4 do. do. (unk. 1918) 100,40
do.
89,50
3½
do.
78,60
Sächſiſche Rente . . 81,80
4 Württembergerv. 1907 100,60
do.
95,40
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
½Griechen v. 1887 . . 52,50
Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 93,90
do. Goldrente . . 96,70
do. einheitl. Rente 90,60
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do. unif. Ser. III
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Rumänier v. 1903 . . 101,70
do. v. 1890. . 95,20
do, v. 1905. . 92,00
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4 Ruſſen v. 1880. . . . 92,00
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,40
100,50
4½ do. v. 1905 . .
3½ Schweden. . . . . . . 95,30
Serbieramort. v. 1895 86,30
4 Türk. Admin. v. 1903 84,50
do. uniſiz. v. 1903 91,40
Ungar. Goldrente . . 92,25
do. Statsrente . 9030
5 Argentinier . . . . . . 101,70
89,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,20
5 Chineſ. Staatsanleihe 99,90
95,25
do.
95,70
.,
4½ Japaner
5 Innere Merikaner . . 97,50
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 91,00
5 Gold=Merikaner . . . 100,40
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Palet=
.141,00
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. 104,80
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Transportanſtalten.
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6 Baltimore & Ohio. . 104,70
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6 Pennſylvania R. R. 120,00
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.162,20
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12 Bochumer Bb. u. Guß 226,00
.2028/
17 Gelſenkirchen .
. 197,30
7 Harpener .
15 Phönix, Bergb. u. Hüt=
.. 256,25
tenbetrieb .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 89,50
4 Pfälzer Prt. .
92,00
do.
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
4 do. ſteuerfrei. 96,20
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
95,10
do. alte . 80,20
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,80
80,50
do.
55,40
do.
29
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89,30
Ruſſ. Südweſt.
4 Kronpr. Rudolfbahn . 96,00
In 1.
: 71,10
„ Livorneſee. . .
74,00
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5 Anatoliſche Eiſenb., . 97,60
.. 100,00
5 Tehuantepec ..
Bank=Aktien.
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6½ Darmſtädter Bank. . 126,25
12½ Deutſche Bank . . . 265,30
Deutſche Vereinsb. 125,25
10 Diskonto=Geſellſchaft 191,50
8½ Dresdner Bank . . . 159,50
6½Mitteldeut. Kreditbk. 121,50
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 127,30
6½ Pfalzer Bank . . . . 130,25
6,45 Reichsbank.
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 139,00
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
90,00
do. S. 19..
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
do,
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=B. 101,30
90,30
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,30
do. (unk. 1914) 89,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bl.=Pf. 100,60
da.
3½
zzz.
R
Städte=
Obligationes
4 Darmſtadt
3½ be.
89,65
Frau . rge 100,90
3½ bs.
95,90
4 Giehn
2.
99,50
3½ H.
89,50
4
100,00
3½
90,10
-
3½ 50.
4 Mai
§ 100,00
3½ 59.
90,30
4 Man
3½ de.
89,60
4 München
100,10
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
99,90
3½ do.
90,80
4 Offenbach
3½ de.
-
4 Wiesbad
* 100.00
3½ da.
90,50
4 Worms
99,20
89,75 3½ do.
89,60
4 Liſſabonzs v. 1886. ℳ 80,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 168,00
3½ Cöln=Mindner . 100 136,50
5 Donau=Reg. fi. 100 180,50
90.60s Hell. Komm. ℳ 100 106.50
In Pest
S1
3 Madrider Fs. 100 78,75
4 Meining. Pr.=
Pfand=
brieſe.
.. 137,40
4 Oeſterr. 1860er Loſe 180,00
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer ſi. 156 114,50
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Braunſchweiger Tlr. 20 202,00
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Franzöfiſche Noten . . . . 81,25
Holländiſche Noten . . . . 169,55
Italieniſche Noten . . . . 80,85
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Roten . . . . . . 216,00
Schweizer Noten . . . . . 81,10
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Reichshnl-Gemharb Eck 6%
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Seite 16
armſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Nummer 39.
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1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
Donnerstag, 15. Februar.
1912.
Sarhevarzon-CaEherkadwig
Dekoration:z, Die Zeit der Apfelblüten‟
amstag, Sonntag, Montag u. Dienstag: Konzerte der Kapelle Weher (6ier)
Liederbücher mit Originaldichtungen
Luftschlangenschlacht etc.
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Eintritt pro Tag 50 Pfg.
Confetti verboten!
Passepartout: Mk. 1.—
Aufruf
an die Damen von Darmſtadt u. Umgegend.
Der vom Vorſtand des Heſſiſchen Landesvereins vom Roten
Kreuz in Verbindung mit dem Alice=Frauenverein auch in dieſem
Jahr veranſtaltete theoretiſche Lehrgang in der
Kriegskranken=
pflege beginnt
Freitag, den 1. März, nachmittags 5 Uhr,
im Feſtſaal des Ludwig=Georg=Gymnaſiums, Karlſtr. 2.
Wir ſind der Zuverſicht, daß die Damen von heute nicht werden
zurückſtehen wollen hinter denen von 1870/71, die während der ganzen
Dauer dieſes Krieges mit opferwilliger Hingabe hier in den Lazaretten
und an anderen Stellen tätig waren und nicht wenig beitrugen zur
Erleichterung des Loſes der Verwundeten. Weit mehr als damals
iſt aber heute eine gute und gründliche Schulung im Frieden für die
erſprießliche Ausübung einer ſolchen Tätigkeit im Kriege geboten.
Un=
geſchulte Pflegekräfte haben wenig Wert.
Wir hoffen daher auf zahlreiche Beteiligung und bitten
ſchrift=
liche Anmeldungen mit Angabe von Vor= und Zunahmen, ſowie der
Wohnung alsbald, ſpäteſtens aber bis zum 25. Februar zu richten
an Frau Staatsminiſter Rothe, Wilhelminenſtraße 32, oder an den
General Korwan, Wilhelmſtraße 25.
Darmſtadt, den 15. Februar 1912.
(3985
Heſſiſcher Landesverein vom Alice=Frauenverein für
Roten Kreuz.
Krankenpflege.
Im Allerhöchſten Auftrag Ihrer
Korwan
Königl. Hoheit der Großherzogin
Generalleutnant z. D.
von Heſſen und bei Rhein(
Vorſitzender.
Marie Rothe
Vize=Präſidentin.
Verein für naturgemässe Lebens= u.
Heil=
weise, e. J. (Daturheilverein), Darmstadt.
Am Donnerſtag, den 15. Februar, abends 8¼ Uhr
wird Herr Dr. med. Winſch aus Halenſee=Berlin
im „Kaiſerſaal” (Grafenſtraße), einen
öffentlichen Vortrag für Damen und Herren halten
Ueber Herzkrankheiten.
Herr Dr. Winſch iſt als Verfaſſer verſchiedener Schriften (über
„Wärmekultur” ꝛc) und durch ſeine vorzüglichen Vorträge
vorteil=
haft bekannt.
Wir läden zu zahlreichem Beſuche ein.
Der Eintritt iſt für Mitglieder mit Familie und für
neuein=
tretende Mitglieder frei. Nichtmitglieder zahlen 30 Pfg. Eintrittsgeld.
Der Vorſtand: L. Saeng, Vorſitzender.
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(Gleg. Maskenanzug (Carmen),
ein blauer Domino zu verl.
Anzuſehen von 10—2 Uhr (3047a
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ſtraße 35, 1. St.
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(*1903md
6 1. Preis d. Kar=
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C3643a) Schillerplatz 8, 1. St.
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Freitag, den 16. Februar, abends 6 Uhr
Konzert in der Johanneskirche
zum Besten der Kinderschule und der Krippe der Johannesgemeinde.
Unter gefälliger Mitwirkung der Herren Stadtorganiſt
Born-
gässer (Orgel), Richard Leucht von Worms (Cello) und
Hof=
opernſänger Stephani (Baß).
Eintrittskarten zu 3.—, 2.50, 2.—, 1.50 und 1.— Mark auf
numerierte und zu 50 Pfg. auf nichtnumerierte Plätze ſind im
Gemeinde=
haus in der Kahlertstrasse, ſowie im Verkehrsbüro und in der Musikalien-
(3924
Landlung von Schuter zu haben.
Kireiengesungveren derschamnessenleinde
Freitag, den 16. Februar, abends 8 Uhr,
im Fürſtenſaal in der Grafenſtraße
Fammen=nbend
mit muſikaliſchen und anderen Aufführungen.
Hierzu ſind beſonders auch unſere inaktiven Mitglieder und
(3981
Freunde eingeladen.
Der Vorstand.
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jede weitere Dame 50 Pfg.
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Kaufmann J. Stichel, Rheinſtr. 4. W. Ackermann,
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frauenſtr. 47. G. Wilhelm, Arheilgerſtr. 50. Kaufmann Fr.
Mar=
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bei Reſtaurateur Fuchs, Dieburgerſtr. 26.
Karten fü Mitglieder nur bei Weißbindermeiſter K. Schmidt,
Heinheimerſtr. 27.
Nachfeier: Sonntag, den 18. Februar in
Roßdorf, „Darmſtädter Hof‟ (J. Krämer). Abmarſch
2¼ Uhr vom Vereinshaus, Dieburgerſtraße 26.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 15. Februar 1912.
Nummer 39.
Mundwasser
Luftfahrt.
sr. Die Ausſchreibung für den
diesjäh=
rigen Fernflug Berlin-Wien, der
gemein=
ſam vom Verein Deutſcher Flugtechniker (Berlin) und
dem K. u. K. Oeſterreichiſchen Aeroklub (Wien) für Juni
dieſes Jahres in Ausſicht genommen iſt, iſt von dem
Arbeitsausſchuß durchberaten. Die Vorſchläge, die
nun=
mehr zunächſt dem Oeſterreichiſchen Komitee vorgelegt
werden ſollen, ſind etwa folgende: Der Wettbewerb iſt
für deutſche und öſterreichiſch=ungariſche Reichsangehörige
offen, die Flugmaſchinen deutſchen und
öſterreichiſch=
ungariſchen und Motoren beliebigen Urſprungs benutzen.
Bedingung iſt, daß der Flug mit Paſſagier ausgeführt
wird, jedoch können die Paſſagiere unterwegs gewechſelt
werden. Auch Zwiſchenlandungen und Reparaturen
jeder Art ſind geſtattet. Die Teilnehmer müſſen bis zum
Meldeſchluß einen Stundenflug mit Paſſagier nachweiſen
können. Das Meldegeld beträgt 250 Mark reſpektive 300
Kronen. Meldeſchluß iſt vorausſichtlich der 15. Mai; der
letzte Termin für Nachmeldungen mit doppeltem Einſatz
vorausſichtlich der 20. Mai. Die Abnahme der Maſchinen
ſoll in Johannisthal bei Berlin am 8. Juni von 4 Uhr
nachmittags an erfolgen. Der Flug ſelbſt wird in der
Zeit vom 9. bis 12. Juni ſtattfinden. Der
unſprüng=
liche Termin vom 16. bis 19. Juni wurde einem von
öſterreichiſcher Seite geäußerten Wunſch entſprechend
auf=
gegeben, und zwar mit Rückſicht auf die am 16. Juni
be=
ginnende Oeſterreichiſche Automobil=Alpenfahrt, an der
zahlreiche Sportsmen, die ſich auch für den Fernflug
Ber=
lin-Wien intereſſieren, beteiligt ſind. Der Flug geht
von Johannisthal vorausſichtlich über Breslau, wo eine
Zwangszwiſchenlandung vorgeſehen iſt, nach Wien,
Flugfeld Aſpern. Möglicherweiſe wird noch auf
öſter=
reichiſchem Boden eine zweite Zwangszwiſchenlandung
eingelegt werden. Der Start in Johannisthal und den
Etappenſtationen wird von 3 Uhr morgens und 6 Uhr
nachmittags an offen ſein. Als Ankunftszeiten werden
3 Uhr morgens bis 9 Uhr abends in Ausſicht genommen.
Für den Start in Johannisthal werden zwei Tage
frei=
gegeben werden. Die Ankunft in Wien muß ſpäteſtens
um 9 Uhr desjenigen Tages erfolgen, der auf den erſten
Starttag des letzten Zwiſchenlandungsortes erfolgt. In
Wien ſchließt ſich an den Flug eine Ausſtellung der
beteiligten Flugmaſchinen an. Von den 80000 Mark an
Preiſen, die je zur Hälfte von deutſcher und
öſterreichi=
ſcher Seite aufgebracht worden ſind, ſollen drei Preiſe
von 5000, 3000 und 2000 Mark zunächſt an die drei zuerſt
in Wien ankommenden Flieger ohne Rückſicht auf ihre
Flugzeiten verteilt werden, die die ganze Strecke Berlin-
Wien zurückgelegt haben. Gleichfalls an die Teilnehmer
am Geſamtflug kommen ferner 40000 Mark im
umgekehr=
ten Verhältnis ihrer Flugzeiten zur Verteilung. An
alle Flieger, alſo auch diejenigen, die nur einzelne
Etap=
pen zurückgelegt haben, ſollen ferner 30000 Mark, ohne
Rückſicht auf die Flugzeiten, und zwar im Verhältnis der
geflogenen Entfernungen verteilt werden. Dazu kommen
eventuell noch einzelne Etappenpreiſe, Ehrenpreiſe uſw.
Landwirtſchaftliches.
Kurzer Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
vom 6. bis 12. Februar.
Mit dem Umſchwung zu milder Witterung nahm der
Getreidehandel eine ruhigere Haltung an, und wie zuvor
die geſteigerte Nachfrage nach Futtermitteln, ſo blieb
zu=
letzt das Nachlaſſen derſelben nicht ohne Einfluß auf die
Lage des Brotſtoffmarktes. Dieſe Rückwirkung zeigt ſich
namentlich beim Roggen, da deſſen Verwendung zu
Fut=
terzwecken ja lediglich von der Höhe der
Futtermittel=
preiſe abhängt. Neben derartigen Erwägungen ſpielte
in der Berichtswoche aber der Umſtand mit, daß die
Pro=
vinz zu Preiſen, die ſich zirka 18 Mark unter Maiwert
ſtellten, als Abgeber für September auftrat. Da
außer=
dem die Käufer an der Küſte wie im Inland etwas mehr
zurückhielten, büßten Sommertermine im Verlauf
gleich=
falls 3—4 Mark ein. Weizen konnte ſeinen Preisſtand
im allgemeinen beſſer behaupten, da für dieſen Artikel die
andauernd feſte Lage des Weltmarktes den Ausſchlag
gibt. In Argentinien dauert der Streik fort, ſo daß die
Verſchiffungen wieder nur geringen Umfang aufwieſen
und mehrfach Rückkäufe von Januar= und
Februarkon=
trakten erfolgten. Hinzu kommt, daß Italien und zu
letzt auch Frankreich Intereſſe für deutſchen Weizen
be=
kunden, zumal dieſer ſich weſentlich billiger ſtellt, als
andere Provenienzen. Meldungen über ſcharfen Froſt
in Amerika trugen heute weiter dazu bei, die Preiſe zu
ſtützen, ſo daß der Verluſt im Lieferungsgeſchäft ſich auf
1—2 Mark beſchränkt. Für Hafer zeigten die Händler ſich
merklich zurückhaltender. Die Provinz trug dieſer
Situation mit einer Ermäßigung ihrer Forderungen
Rechnung, ſchien aber zuletzt weiteren Untergeboten
Wi=
derſtand entgegenzuſetzen, zumal Rußland feſt blieb und
Argentinien manches zurückkaufte. Futtergerſte mußte
ſich auch etwas niedriger ſtellen, aber das Angebot von
Rußland bleibt knapp, da die Vorräte dort ſchon ſehr
zuſammengeſchmolzen ſind. Für Mais zeigte ſich Amerika
entgegenkommender, und damit mußten auch die Preiſe
für Odeſſa= und Donaumais entſprechend nachgeben,
während die weſentlich niedrigeren Forderungen für
Plata=Mais nur eine leichte Abſchwächung erfuhren. Es
ſtellten ſich die Preiſe für inländiſches Getreide am letzten
Markttage wie folgt:
Hafer
Roggen
Weizen
182
Königsberg. .209
194
195
Danzig
186½
.210
189
197
211
Stettin
195
.206
Poſen
184
*194
. 184
Breslau .
.205
211
214
Berlin
192½
190
210
Magdeburg .209
Halle
212
192
.211
218
Leipzig
193
. 210
Dresden
190
213
.212
Roſtock
202
194
.212
Hamburg . . 218
218
202
Hannover . . 211
215
200
Düſſeldorf . . 216
204
202
Köln
.216
200
198
Frankfurt a. M. 223½
213
203
Mannheim . . 227½
212½ (f-2½)
202½
Straßburg . . 230
210
215
München . 230
215 (*1
213
Weltmarktpreiſe: Weizen: Berlin Mai 218,75 (—
Peſt April 202,65 (— 2,35), Liverpool März 177,15
(—1,15), Paris Febr. 222,15 (— 1,20), Chicago Mai 159,50
— 1,35), Roggen: Berlin Mai 196,25 (—3). Hafer:
Berlin Mai 193,50 (—3,25). Futtergerſte cif. Hamburg
ſchwim. 157,50 (— 3), Febr. 157,25 (—3,25). Mais Mixed
Febr.=März 138 (— 1,50), Odeſſa ſchwim. 136 (— 3), Donau
ſchwim. 128 (—2), La Plata Mai=Juni 121 (—2) Mk.
Literariſches.
Das 13. Heft der illuſtrierten Zeitſchrift
„Zur guten Stunde‟ (Deutſches
Ver=
lagshaus Bong und Co. Preis des
Vierzehntagshef=
tes 40 Pfennig), bringt eine große Anzahl
in=
tereſſanter Ausſprüche des alten Fritz. Dieſes Heft iſt
hauptſächlich dem Andenken Friedrichs gewidmet. In zwei
längeren Aufſätzen lernen wir Friedrich den Großen als
Feldherr und als Philoſoph kennen. Sehr intereſſant und
ſtimmungsvoll zugleich iſt die farbige Kunſtbeilage „Die
Gruft Friedrichs des Großen in der Garniſonkirche zu
Potsdam” In dem engen Raum ſteht im rötlichen Licht
üſter der ſchlichte Sarg des großen Königs. Auch der
große doppelſeitige Holzſchnitt „Friedrich der Große nach
der Schlacht bei Torgau” und Marſchalls bekanntes
Ge=
mälde „Friedrich der Große und der Page” werden
all=
gemein intereſſieren. Wir finden weiter in dem
reich=
haltigen Hefte noch eine mit vielen Illuſtrationen
ge=
ſchmückte lehrreiche Plauderei über „Die Größe der Erde‟
von Bruno H. Bürgel, kleinere Aufſätze und Gedichte, in
den Rubriken „Erfindungen und Entdeckungen” und „Für
unſere Frauen” viele illuſtrierte Artikel aus dem Gebiete
der Wiſſenſchaft und Technik, ſowie aus dem Frauen= und
Wirtſchaftsleben. Den Hauptleſeſtoff des Heftes bilden
die beiden großen Romane „Das Kuckucksei” von Hanna
Brandenfels und „Fata Morgana” von Wilhelm
Rubi=
ner, zwei Erzählungswerke von großer Eigenart und
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