Abonnementspreis
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
Inſerafe
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
werden angenommen in Darmſtadt,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
ſowie von unſeren Agenturen und
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoneenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die nationalliberale Fraktion des
Reichs=
tags beſchloß, ſich an der Präſidiumswahl nicht mehr
zu beteiligen. Prinz von Schönaich=Carolath hat das
Amt des 1. Präſidenten abgelehnt. Paaſche
trat zurück.
Ein großer Grubenbrand brach auf der
Lytan=
der =Grube bei Antonienhütte aus, bei dem ſechs Mann
ihren Tod fanden.
Die offziöſe Weſtminſter Gazette und
an=
dere engliſche Blätter mißbilligen die Rede
Chur=
chills.
Die Kölniſche Zeitung teilt mit, daß Lord Haldane
keinen öffiziöſen Auftrag in Berlin gehabt hat.
General Caneva wird nach Tripolis zurückkehren
und das Oberkommando wieder übernehmen.
Das Edikt über die Abdankung der Dynaſtie und
die Einſetzung der Republik in China wurde
amt=
lich veröffentlicht.
Die Nationalliberalen und die
Präſidenten=
wahl.
O Von nationalliberaler Seite wird uns
geſchrie=
ben: Der Verzicht des Zentrumsabgeordneten Dr. Spahn
auf den Präſidentenpoſten hat der nationalliberalen
Frak=
tion ſchneller als anzunehmen war, die Möglichkeit
ver=
ſchafft, einen ſchweren politiſchen Fehler gut zu machen,
deſſen Wiederholung nicht nur für die nationalliberale
Fraktion, ſondern auch für die nationalliberale Partei
von den ernſteſten Folgen begleitet ſein dürfte. Die=
Tatſache, daß Nationalliberale in erheblicher Anzahl für
fozialdemokratiſche Agitatoren wie die „Genoſſen” Bebel
und Scheidemann als Präſidenten ſtimmten, muß als
Zeichen eines nationalliberalen Linksabmarſches auf das
Ziel der Großblockpolitik hin beurteilt werden. Je
nach=
drücklicher eine Großblockpolitik für das Reich auf
natio=
nalliberalen Vertretertagen zurückgewieſen worden iſt,
um ſo erſtaunlicher erſcheint jetzt eine Haltung, die das
Gegenteil der grundſätzlich verkündeten Reichspolitik
be=
deutet.
Es bedarf keiner weiteren Ausführungen darüber,
daß eine Großblockpolitik, wie ſie von den
National=
liberalen Baſſermannſcher Richtung bei der
Präſidenten=
wahl betrieben wurde, mit der überlieferten Rolle der
Nationalliberalen Partei als einer nationalen
Mittel=
partei unvereinbar iſt. Wer in dieſer Hinſicht aber noch
irgend welche Zweifel hegt, kann aus den
ſozialiſten=
freundlichen, radikal=demokratiſchen Blättern entnehmen,
weſſen politiſchen Ziele die Richtung Baſſermann durch
ihre praktiſche Begünſtigung des Großblockgedankens
fördert und unterſtützt. Sollte ein Lob der
Baſſermann=
ſchen Richtung von dieſer Seite noch nicht genügend
an=
zeigen, was die Stunde geſchlagen hat, ſo würde das
Verhalten der Sozialdemokratie dieſe Aufgabe erfüllen.
Der Vorwärts verweiſt die Nationalliberalen auf den
„Anſchauungsunterricht”, den die ſozialdemokratiſche
Reichstagsfraktion ihnen mit der Abſägung des Prinzen
Schönaich=Carolath als Präſidenten deshalb erteilte,
weil die Nationalliberalen nicht ſofort für den roten
erſten Vizepräſidenten zu haben waren. Das alte Wort
„Wer nicht pariert, der fliegt” iſt an den
Nationallibera=
len von den „Genoſſen” in einer Weiſe wahr gemacht
worden, die für ein nationalliberal=ſozialdemokratiſches
Großblockverhältnis ohne Zweifel typiſch ſein würde.
Dieſer Entwickelung ſich zu entziehen, ſteht heute noch
in der Macht der nationalliberglen Reichstagsfraktion.
Verſchließt ſich aber die badiſch=jungliberale
Fraktions=
leitung der „Forderung des Tages”, dann ſollte ſie zum
Wohl der Nationalliberalen Partei je eher je beſſer
durch eine entſchloſſen preußiſche Führung erſetzt werden.
Daß die rechtsſtehenden Blätter die
Nationallibera=
len angreifen und verurteilen, weil ſie für einen
ſozial=
demokratiſchen Vizepräſidenten geſtimmt haben, iſt
ſelbſt=
redend; bemerkenswert aber iſt, daß auch
national=
liberale Blätter dieſen Standpunkt einnehmen und das
Eintreten für einen ſozialdemokratiſchen Präſidenten
be=
dauern. Die Kölniſche Zeitung erteilt ſolchen National=
liberalen eine förmliche Abſage. Sie ſchreibt unter der
Ueberſchrift: „Ein bedauerlicher Fehler”:
Wir haben ſchon erwähnt, daß die im Reichstag
ge=
tätigte Präſidentenwahl den Politikern draußen im
Lande ein Rätſel aufgibt, das auch die inzwiſchen zu uns
gelangten Verſuche, Licht in das Dunkel zu bringen, nicht
zu löſen vermocht haben. Uns will ſcheinen, daß die an
ſich ziemlich einfache Sachlage durch Anſchauungen und
Vorſtellungen parteitaktiſcher Art unnötig verwickelt
wor=
den iſt. Als die zahlenmäßig ſtärkſte Partei hatte die
So=
zialdemokratie den Anſpruch auf den Poſten des erſten
Präſidenten. Ihn kann ein Sozialdemokrat
ſelbſtverſtänd=
lich nur dann bekleiden, wenn er ſich den Bräuchen des
monarchiſchen Staatsweſens, in dem wir leben, fügt. Und
zwar genügt es nicht, daß er die mit dem Amt eines
Präſidenten verbundenen ſtaatsrechtlichen Pflichten auf
ſich nimmt, wozu die Sozialdemokraten bereit geweſen
ſein ſollen, ſondern er muß auch die höfiſchen
Obliegen=
heiten erfüllen, die mit dem monarchiſchen Staatsweſen
nun einmal verknüpft ſind. Unter den obwaltenden
Um=
ſtänden wäre ein Verzicht auf dieſe Bräuche mehr als
das Aufgeben von Aeußerlichkeiten geweſen, wenigſtens
wäre es in weiten Kreiſen des Volkes mit Recht als eine
Kapitulation vor dem republikaniſchen Staatsideal der
Sozialdemokratie gedeutet nud empfunden worden. An
dieſer ſelbſtverſtändlichen Bedingung war daher unter
allen Umſtänden und ganz gleichgültig, ob es ſich um die
Stelle des erſten oder des zweiten oder des dritten
Prä=
ſidenten handelte, feſtzuhalten. Auch war es nicht
angän=
gig, die Erfüllung dieſer Bedingung ſtillſchweigend dem
Takt des zu wählenden Präſidenten anheimzuſtellen, denn
auf den ſozialdemokratiſchen Takt war kein Verlaß, wenn
ſich die Sozialdemokratie auch in einigen ſüddeutſchen
Staaten dem parlamentariſch=monarchiſchen Brauche
an=
gepaßt hat.
Da die nationalliberale Fraktion, dank ihrer im
Wahlkampf ſo glücklich gewahrten Stellung als
Mittel=
partei, bei der Mehrheitsbildung im neuen Reichstag
den Ausſchlag gibt, war gerade ſie gehalten, von den
Sozialdemokraten die Erfüllung dieſer Bedingung zu
for=
dern. Die Sozialdemokratie weigerte ſich, die Garantie
zu geben; infolgedeſſen hätte ſie logiſcherweiſe für alle
Präſidentenſitze ausſcheiden müſſen; aber es hätte in
ihrer Hand gelegen, trotzdem durch die Wahl eines
li=
beralen Präſidenten der tatſächlich vorhandenen Mehrheit
der Linken programmatiſchen Ausdruck zu geben. Auch
dieſen Ausweg hat die Sozialdemokratie nicht betreten
und es ſo möglich gemacht, daß das Zentrum. die Partei.
die Graf Balleſtrem einſt ſtolz als die Leibgarde des
Papſtes bezeichnet hat, den Stuhl des erſten Präſidenten
des deutſchen Reichstags beſetzte. Ein Teil der
national=
liberalen Fraktion hat bei dieſer Entſcheidung zu
Gun=
ſten des Zentrums mitgewirkt; das hätten wir, wie wir
ſchon ausführten, gern vermieden und lieber geſehen,
wenn ſich die Fraktion geſchloſſen der Abſtimmung
ent=
halten hätte. Nach genau denſelben hiſer dargelegten
Grundſätzen hätte auch bei der Wahl der beiden
Vizeprä=
ſidenten verfahren werden müſſen. Da ſich die
Sozial=
demokratie auch bei dieſen Stellen weigerte, den
Erfor=
derniſſen des monarchiſchen Staates Rechnung zu
tra=
gen, und kurzſichtig genug war, auf ihrem Schein zu
be=
ſtehen. ſo hätte die den Ausſchlag gebende nationalliberale
Fraktion auch bei dieſen Wahlen beſſer abſeits geſtanden
und der Sozialdemokratie die Verantwortung für die
Zuſammenſetzung des Präſidiums überlaſſen. Das wäre
auch der logiſche Schluß aus dem Verhalten der
ſozial=
demokratiſchen Fraktion geweſen. Statt deſſen hat ſich
ein Teil der nationalliberalen Abgeordneten über die
Kluft, die zwiſchen ihren monarchiſchen und den
repu=
blikaniſchen Anſchauungen der Sozialdemokratie klafft,
hinweggeſetzt, obſchon die Sozialdemokraten durch ihre
hartnäckige Weigeruna, ſich den beſtehenden Bräuchen zu
fügen, dieſen arundſätzlichen Zwieſpalt noch beſonders
betont und vertieft hatten. Das war ein Fehler, und wir
bedauern, aufs deutlichſte erklären zu müſſen, daß wir
jenen Abgeordneten, die unter dieſen Umſtänden dem
ſo=
zfaldemokratiſchen Abgeordneten Scheidemann zum Siege
verholfen haben, auf dieſem Wege nicht folgen können.
Deutſchland und England.
** Während der engliſche Kriegsminiſter nach Berlin
reiſt, um in Geſprächen mit Kaiſer und Kanzler die
Beſſe=
rung des deutſch=engliſchen Verhältniſſes zu erörtern, hält
der engliſche Marineminiſter eine Rede, die von der
ent=
gegengeſetzten Abſicht eingegeben ſein könnte. Denn in ſo
ausſchweifend ſinnloſer Art, wie Lord Churchill das
Daſeinsrecht der deutſchen Flotte beſtreitet, hat ſich
bis=
her kaum ein deutſchfeindliches Hetzblatt geäußert. Es
ſchmeckt doch wirklich nach Faſchingsſtimmung, wenn
Lord Churchill die Flotte eines Landes, deſſen überſeeiſcher
Handel dem britiſchen ſozuſagen auf dem Fuße folgt, als
einen Luxus bezeichnet! Hätte ſich Churchill darauf
be=
ſchränkt, zu ſagen, daß für Großbritannien die Flotte eine
wichtigere Rolle ſpiele als für Deutſchland, dann wäre
dagegen nichts einzuwenden geweſen. Statt deſſen wirft
Lord Churchill in die öffentliche Erörterung ſeines
Vol=
kes eine völlig haltloſe Redensart, die, zum Schlagwort
geworden, die engliſche Stimmung gegenüber
Deutſch=
land geradezu vergiften müßte, wofern nicht der geſunde
Menſchenverſtand des Briten an der offenbaren
Sinn=
loſigkeit jener Redensart Anſtoß nähme.
Lord Churchill hat ſich jedoch nicht hierauf beſchränkt,
ſondern hinzugefügt, daß England, jeder finanziellen und
perſonellen Sorgen enthoben, (?) die prozentuale
Ueber=
legenheit ſeiner Flotte größer und nicht kleiner würde
werden laſſen, falls die Verſtärkungen auf dem Kontinent
ſtattfinden ſollten. Dieſe Ankündigung richtet ſich nicht
unmittelbar gegen Deutſchland allein. Da aber ſoeben in
der deutſchen Thronrede eine Verſtärkung unſerer
See=
rüſtung dem Reichstage dringend ans Herz gelegt
wor=
den iſt, wird man den Eindruck nicht los, daß Lord
Chur=
chills Rede den Zweck verfolgt, vor dieſer Verſtärkung
abzuſchrecken. Nach den Erfahrungen des letzten
Som=
mers müſſen derartige engliſche Verſuche an nüchternen
Beurteilern abprallen. Und ſteht der engliſche „Verſucher”
vollends auf dem Standpunkt, für Deutſchland eine Flotte
als überflüſſigen Luxus zu betrachten, dann ſchneidet er
ſelbſt von vornherein jede ernſthafte Ausſprache ab. Von
ſolchem Standpunkte führt natürlich auch nicht der ſchmalſte
Weg zur Beſſerung der deutſch=engliſchen Beziehungen.
Der Hinweis eines deutſchen Diplomaten, Lord Churchills
Rede beweiſe, daß bei den Berliner Unterhandlungen
Lord Haldanes die Abrüſtungsfrage nicht beſprochen ſein
könne, iſt ſicherlich in dem Sinne richtig, daß ein
Aus=
gleich der beiderſeitigen Intereſſen ſolange unmöglich
er=
ſcheinen muß, als Lord Churchill die britiſche Auffaſſung
der Flottenfrage verkörpert.
Liegen aber die Dinge ſo, dann dürfte man gut tun,
von der Berliner Reiſe Lord Haldanes, über deren
Er=
gebnis an unterrichteter Stelle Schweigen beobachtet
wird, nur kärgliche Früchte zu erwarten.
* Die offiziöſe Weſtminſter Gazette verſucht jetzt, die
Flottenrede Churchills etwas abzuſchwächen und lieſt
dem Marineminiſter den Text. Das Blatt ſchreibt:
Wenn Churchill in den letzten Jahren Zeit für das
Studium der deutſchen Literatur zur Flottenfrage
gefunden hätte, ſo hätte er wahrſcheinlich in ſeiner
Glasgower Rede gewiſſe Wendungen und Argumente
ver=
mieden, die er offenbar für harmlos und nichtsſagend
hielt, die indeſſen Gegenſtand heftiger Polemik geworden
ſind. Churchill zeigte weniger Einſicht als gewöhnlich,
als er mit Deutſchland über die deutſche Auffaſſung
von der deutſchen Flotte disputierte. Unſere Auffaſſung
von unſerer Flotte iſt unſere Sache, die deutſche
Auffaſ=
ſung von der deutſchen Flotte iſt deutſche Sache. Wir
werden am eheſten eine gegenſeitige
Verſtändi=
gung, die wir alle wünſchen, erreichen, wenn wir uns
auf unſeren Anteil des Geſchäfts beſchränken und den
Deutſchen überlaſſen, eigene Theorien zu entwickeln. Alle
Deutſchen werden bereitwillig zugeben, daß unſere Flotte
eine Notwendigkeit iſt, aber kaum einer wird ſich ſagen
laſſen wollen, daß ihre Flotte ein
Lurusgegen=
ſtand ſei. Ebenſo verhält es ſich mit der Antitheſe
zwiſchen einer Flotte für die Exiſtenz und einer Flotte
für Expanſion.
Das Blatt kommt dann auf die gegenſeitigen
Beſorg=
niſſe vor Angriffen durch das andere Land zu
ſpre=
chen und fährt fort: Die beſte Ausſicht für eine
Ver=
ſtändigung liegt nicht darin, daß man mit den Deutſchen
über die Begründung ihrer Befürchtungen und
Flotten=
theorien disputiert, ſondern die Tatſache akzeptiert, daß
das ihr Standpunkt iſt und daß ſie ihn nicht leicht
auf=
geben werden, weik wir anders denken. Die Anahme
der unioniſtiſchen Blätter, daß Churchills Rede zeitlich
mit Rückſicht auf Haldanes Beſuch in Berlin angeſetzt
worden ſei, darf als ganz unbegründet gelten. Falls
Haldane wirklich Flottenfragen in Berlin beſpricht.
wäre es für die anderen Mitglieder der Regierung klüger
geweſen, die Frage ruhen zu laſſen. Aber wir
müſ=
ſen unſere Miniſter mit ihren Fehlern und
Vorzügen nehmen, und wenn Churchill warm
wurde, brauchen wir ſeinen Worten nicht
diploma=
tiſche Bedentung zu. geben. Haldane kennt
die Anſichten der Regierung und verſteht völlig die
deutſche Pſychologie. Was er in Berlin ſagt oder tut.
wird durchaus praktiſch ſein. Er wird ganz ehrlich
be=
zeugen können, daß hier keine Jingoſtimmung gegen
Deutſchland herrſcht, ſondern vielmehr der aufrichtige
Wunſch, ein Mittel zur Erleichterung der Lage zu
fin=
den, die beide Länder mit wachſender Koſtenlaſt und mit
begleitenden Reibungen bedroht.
Der Daily Telegraph kommt nochmals auf Miniſter
Churchills Rede in Glasgow zu ſprechen, in der er die
deutſche Flotte als einen Lurusgegenſtand bezeichnet
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Nummer 37.
hatte. Das Blatt bezeichnet den Ausdruck als
unglück=
lich und unzeitgemäß und ſpricht die Hoffnung aus, daß
er keine Rückwirkung auf die ſehr delikaten
Verhandlun=
gen Lord Haldanes gehabt hat. Das Blatt ſagt: Es
war eine rein perſönliche Phraſe Miniſter Churchills. Das
britiſche Volk wünſcht ſo gut wie einſtimmig, die
Be=
ziehungen zu Deutſchland auf eine beſſere Grundlage
ge=
ſtellt zu ſehen. Der Daily Telegraph ſchreibt: Jedes
Land hat das Recht, die Maßnahmen zu treffen, die es
zu ſeinem Schutze für notwendig hält. Von dieſem
Ge=
ſichtspunkt aus bedauern wir, daß Miniſter Churchill
ei=
nen Unterſchied zwiſchen der britiſchen Flotte als einer
Notwendigkeit und der deutſchen Flotte als einem
Lurusgegenſtand gemacht hat.
Deutſches Reich.
Zur Reichstagspräſſidentenwahl.
Am Sonntag fanden innerhalb der Linksparteien
Beſprechungen ſtatt. Eine gemeinſame Erörterung der
Präſidentenfrage war nicht möglich, da zahlreiche
Abge=
ordnete am Freitag Berlin verlaſſen hatten, um die ihnen
bis zum Dienstag gewährte freie Zeit bei ihren
Angehö=
rigen zu verbringen.
— Rücktritt des italieniſchen Botſchaf
ters? Trotz aller offiziöſer Dementis wird es als Tatſache
bezeichnet, daß der italieniſche Botſchafter am Berliner
Hofe, Alberto Panſa, der ſeit fünf Jahren dieſen Poſten
bekleidet, in den nächſten Wochen bereits ſeine
diploma=
tiſche Laufbahn aufgeben wird. Er beabſichtigt, ſich nach
Bologna, wo er eine Villa beſitzt, zurückzuziehen. Panſa
ſtammt aus der Schule Cavours. Im Jahre 1865 wurde
er Miniſter des Aeußern. Er war längere Zeit
italieni=
ſcher Geſandter in Peking, dann Botſchafter in
Konſtan=
tinopel und London, bis er im Januar 1907 auf ſeinen
jetzigen Poſten berufen wurde.
— Die Welfen im Reichstage ſchließen ſich nicht
dem Zentrum an, ſondern wollen eine unabhängige
Gruppe bleiben. Die welfiſche Deutſche Volkszeitung
in Hannover ſchreibt nämlich: „Die Deutſch=
Hannover=
ſchen Abgeordneten im Reichstage konſtituieren ſich als
eine von jeder Verbindung mit irgend einer anderen
Par=
tei freie und unabhängige Gruppe unter dem Vorſitz des
Freiherrn von Schele=Schelenburg. Für dieſen Beſchluß
dürfte mit maßgebend geweſen ſein die
unverantwort=
liche Taktik der Zentrumsorganiſationen im
Hannover=
lande, die in erſter Linie dafür verantwortlich gemacht
werden müſſen, daß eine Reihe hannoverſcher Wahlkreiſe,
in denen bei treuem Zuſammenhalten beider Bekenntniſſe
der Sieg ſicher war, den Gegnern beider ausgeliefert
wor=
den iſt. Dieſe Taktik wird übrigens auch von der
Zen=
trumsfraktion des Reichstages durchaus verurteilt.”
Ueber den Aufenthalt Sir Erneſt
Caſſels in Berlin werden von vertrauenswürdiger
Seite folgende Mitteilungen gemacht: Sir Erneſt Caſſel,
der Berlin wieder verlaſſen hat, hat während der
gan=
zen Zeit im Hotel Adlon gewohnt, wo über ſeinen
Auf=
enthalt die ſtrengſte Diskretion beobachtet wurde. Er hat
das Hotel nicht einen Augenblick verlaſſen. Alle wichtigen
Konferenzen haben bei ihm im Hotel ſtattgefunden. Sir
Erneſt Caſſel konferierte mit drei Herren, und zwar mit
dem engliſchen Kriegsminiſter Haldane, mit dem
eng=
liſchen Parlamentsmitgliede Admiral Lord Beresford
und noch mit einer dritten Perſönlichkeit, deren Name
geheim gehalten wird. Die Beſprechungen mit dem
eng=
liſchen Kriegsminiſter haben zeitweiſe drei Stunden in
Anſpruch genommen.
Zur Bekämpfung des Mädchenhan
dels. Dem Reichstag iſt ein Ausführungsgeſetz zu dem
internationalen Uebereinkommen zur Bekämpfung des
Mädchenhandels vom 4. Mai 1910 zugegangen. Dieſes
Uebereinkommen verfolgt den Zweck, die Bekämpfung des
Mädchenhandels ſo wirkſam wie möglich zuſ geſtalten.
Deshalb haben die Vertragsſtaaten die Verpflichtung
übernommen, die zu dem Verbrechen des Mädchenhandels
gehörenden Handlungen in die Aufzählung derjenigen
ſtrafbaren Taten aufzunehmen, derenwegen die
Ausliefe=
rung nach den unter den Vertragsſtaaten bereits
beſtehen=
den Vereinbarungen ſtattfindet. Die deutſchen
Straf=
geſetze umfaſſen ſämtliche Tatbeſtände, wie ſie das
Ueber=
einkommen vorſieht, bedürfen daher keiner Abänderung
Dagegen bedürfen die in Auslieferungsverträgen des
Reichs mit einzelnen Vertragsſtaaten aufgezählten
Straf=
taten, die die Auslieferung begründen, einer Ergänzung
Um dieſe Ergänzung herbeizuführen, ſoll das
Ausfüh=
rungsgeſetz erlaſſen werden.
Der Handelsvertrag mit der Türkei.
Die Vorlage über die Verlängerung des Handelsvertrags
mit der Türkei, die dem Reichstag zugegangen iſt, enthält
den Schriftwechſel zwiſchen dem deutſchen Botſchafter in
Kkonſtantinopel und dem türkiſchen Miniſter der
auswär=
igen Angelegenheiten, worin beide ſich bereit erklären,
ie Wirkſamkeit des zwiſchen der Türkei und Deutſchland
geltenden Handelsvertrags, der am 13. März 1912
ab=
laufen würde, bis zum 25. Juni 1914 zu verlängern. In
einer beigegebenen Denkſchrift wird erwähnt, daß ſich die
Pforte zunächſt wenig geneigt zur Verlängerung des
Ver=
trags zeigte, da ſie zur Anbahnung neuer Handelsverträge
nach Möglichkeit freie Hand gewinnen wollte. Da aber
durch den Ablauf des Handelsvertrags auch die der
Tür=
kei zugeſagte 3prozentige Zollerhöhung hinſichtlich
Deutſch=
lands ihre Wirkſamkeit verlieren würde, hat ſich die
Pforte ſchließlich zur Verlängerung des Handelsvertrags
bereitgefunden.
— Das Kabinett Hertling iſt ein
Zentrums=
kabinett, enthält aber auch zwei Proteſtanten, außer dem
Kriegsminiſter Grafen Horn noch Dr. Ritter v.
Thele=
mann und den neuen Juſtizminiſter, der persona
gratissima beim Regenten iſt und als konſervativ gilt.
Da Graf Horn aus Geſundheitsrückſichken bald abgehen
dürfte, dürfte der kommandierende General des 3.
Armee=
korps in Nürnberg, General Freiherr von Kraſſenſtein
ſein Nachfolger werden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die innerpolitiſche Lage Ungarns ſpitzt
ich in bedenklicher Weiſe zu. Sollte die Oppoſition durch
hre Obſtruktion das Abgeordnetenhaus dauernd
arbeits=
unfähig zu machen, ſo würde die Regierung nicht zögern,
ine Auflöſung des Parlaments ernſtlich in Erwägung
zu ziehen.
Portugal.
Der ehemalige König Manuel an ſeine
Anhänger. Wie eine Liſſaboner Drahtung mitteilt,
verbreiten die Agitatoren der Royaliſten in Tauſenden
von Exemplaren, beſonders im Norden des Landes, einen
Brief des Erkönigs Manuel, in dem es unter anderem
heißt, daß Manuel die Hoffnung hegt, ſein Land in nicht
allzu langer Zeit wieder begrüßen und die Zügel der
Re=
gierung ergreifen zu können. Das Schreiben des
Ex=
königs hat zu neuen Bewegungen Anlaß gegeben. Da für
die nächſte Zeit Unruhen und Ausſchreitungen erwartet
werden, hat die Regierung abermals
Truppenverſtärkun=
gen nach den nördlich gelegenen Provinzen abgehen laſſen.
Türkei.
Aufhebung des Belagerungszuſtandes
in Konſtantinopel. Der Miniſterrat beſchloß die
Aufhebung des Belggerungszuſtandes in Konſtantinopel,
die Einſtellung der Tätigkeit der Kriegsgerichte kurz vor
Beginn der nächſten Seſſion des Parlaments und die
Amneſtierung der aus politiſchen Gründen Verurteilten
mit einigen Einſchränkungen.
* Paris, 12. Febr. Die Mitglieder des
repolutio=
nären allgemeinen Arbeiterverbandes veranſtalteten geſtern
nachmittag die angekündigte Straßenkundgebung
anläßlich des Leichenbegängniſſes des in
Algi=
verſtorbenen Soldaten der Strafkompagnie. Eine groß=
Menge folgte dem Leichenzuge, der von einem beträch
lichen Aufgebot von Sicherheitsbeamten begleitet wurde.
Nach der Beiſetzung auf dem Kirchhof Pére=Lachaiſe kam
es am Tore zu mehreren Zuſammenſtößen zwiſchen
Demonſtranten und den Sicherheitsbeamten, die von der
Menge mit Pflaſterſteinen und anderen Wurfgeſchoſſan
beworfen wurden. Zwei Polizeibeamte und ein
Wacht=
meiſter wurden verletzt, der Wachtmeiſter ſchwer. Hierauf.
zogen die Gendarmen blank und verhafteten zwanzig
Per=
ſonen. Der Regen zerſtreute ſchließlich die Manifeſtanten.
Mehrere Blätter erörtern die Straßenkundgebung und
meinen, die Kundgebung hätten eine Art Mobiliſierung
der Revolutionäre gebildet. Die große Menge der
Teil=
nehmer, die auf weit mehr als 100000 geſchätzt werden,
zeige, welches Unheil die antimilitariſtiſchen und
revolutionären Lehren bereits angeſtiftet haben.
Das Echo de Paris greift den Miniſter des Innern
ſehr ſcharf an, weil er der Polizei die Weiſung gegeben
habe, die Manifeſtanten gewähren zu laſſen, die denn auch
ungehindert die Armee und die Polizei verhöhnt hätten.
Nach dem Polizeibericht wurden bei den geſtern
porge=
kommenen Ruheſtörungen 21 Schutzleute verwundet. Auch
in mehreren Provinzſtädten, ſo in Marſeille, Lorient und
St. Etienne fanden auf Veranlaſſung des revolutionären
allgemeinen Arbeiterverbandes Verſammlungen und
Stra=
ßenkundgebungen ſtatt, bei denen gegen die
Aufrechterhal=
tung des Strafbataillons heftig Einſpruch erhoben wurde.
* Petersburg, 11. Febr. Zu Ehren des
Kö=
nigs von Montenegro fand im Winterpalais ein
Diner ſtatt, an welchem der Kaiſer, die Kaiſerin, die
Kaiſe=
rin=Witwe, die Großfürſten und Großfürſtinnen, der König
und Prinz Peter von Montenegro, das Herzogspaar von
Mecklenburg=Schwerin, Prinz von Battenberg, die
Mini=
ſter, der deutſche Botſchafter mit Gemahlin, das Gefolge
des Königs und der ruſſiſche Geſandte in Cetinje
teilnah=
men. Während des Mahles brachte der Kaiſer folgen
den Toaſt aus: „Ich bin froh, Ew. Königliche Majeſtät
zu begrüßen. Nachdem Sie durch die Annahme des
Königstitels ihre 50jährige, an ſtaatlichen Großtaten und
kriegeriſchem Heldenmut reiche Regierung gekrönt haben,
hoffe ich eine weitere friedliche Entwickelung und das
Ge=
deihen des jungen Königreichs unter der weiſen Leitung
Ew. Majeſtät. Es wird ſtets lebhaften Widerhall, brüder
liche Teilnahme und, wo es nötig iſt, bei mir und in
Rußland Unterſtützung finden. Ich trinke auf das Wohl
des Königs von Montenegro, des Feldmarſchalls der
ruſſiſchen Armee, Königin Milena, des ganzen königlichen
Hauſes und des heldenmütigen montenegriniſchen Volkes.”
Das Hoforcheſter intonierte die montenegriniſche Hymne.
In der Erwiderung ſprach König Nikolaus ſeinen
tiefgefühlteſten Dank für die huldreichen Worte des Kai
ſers aus, insbeſondere ſoweit ſie ſein teueres Montenegro
beträfen. Er, der König, ſei tief durchdrungen von der
hohen Auszeichnung, die ihm als Führer des dem ruſſi
ſchen Volke von jeher treuen und tapferen Bergvolkes,
durch die Ernennung zum Feldmarſchall der ruſſiſchen
Armee zuteil geworden ſei. Der König verſicherte, der
Kaiſer verfüge ebenſo über die unbegrenzte Treue und Er
gebenheit aller ſeiner Montenegriner, welche den ruſſiſchen
Kaiſer und Rußland heiß liebten und in deren machtvoller
Unterſtützung das beſte Unterpfand für ihre Zukunft er
blickten. Der König trank auf das Wohl des Kaiſers,
Kaiſerin, des ganzen Kaiſerhauſes und des ruhmreiche
ruſſiſchen Volkes.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Februar.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Wilhelm von Sachſen=
Weimar und Prinzeſſin=Tochter nahmen am Samstag
an der Frühſtückstafel im Neuen Palais teil. —
Nach=
mittags 2 Uhr empfing die Großherzogin den Vorſtand
des Polizeiamts, Regierungsrat Gennes. — Die
Groß=
herzogin und Prinzeſſin Hermann zu Stolberg=Wernigerode
beſuchten Sonntag vormittag den Gottesdienſt in der
Hofkirche. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Richard Schönheit aus Altenburg, Kreis Alsfeld,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Ulfa, Kreis
Schotten.
— Berufung. Der außeretatsmäßige außerordentliche
Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule Dr. phil. Carl G.
Schwalbe hat einen Ruf als ordentlicher Profeſſor
für Chemie an die Kgl. Forſtakademie Eberswalde
bei Berlin erhalten und angenommen.
g. Strafkammer. Des ſchweren Diebſtahls iſt der
17jährige Taglöhner Karl Haun aus Elfershauſen an=
Der rare 1911er.
(2) Die begeiſterten Schilderungen der Weinkenner und
der Eingeweihten über die herrlichen und unvergleichlichen
Eigenſchaften des 1911ers haben in vielen Herzen die ſtille
Hoffnung erweckt, binnen kurzem im leuchtenden Römer
einen Wein an die Lippen führen zu können, wie ihn uns
der Rheingau ſeit dem berühmten Kometenjahre 1811
nicht geſchenkt hatte. Die Mehrheit dieſer hoffnungsvollen
Freunde eines guten Tropfens wird gut tun, ihre Hoff
nung ein wenig herabzuſtimmen. In ein paar Jahren,
wenn der köſtliche 1911er nach ſorgſamer Ablagerung im
Faß und dann in der Flaſche ſeine Entwicklung vollendet
und die volle Reife feines Bouquets und ſeine wirklich
unvergleichlichen Vorzüge erreicht hat, wird der goldene
Trunk gewiß das Entzücken genießender Kenner bilden,
aber dieſem Zukunftsbilde folgt ein Aber, das manchen
Traum zerſtört. Denn die Freuden des neuen 11ers
wer=
den nur jenen durſtigen Seelen blühen, die ihre Sorgenlaſt
im eigenen Automobil oder in der zweiſpännigen Equipage
durchs Leben ſchleppen, kurz denen, deren Bankkredit aus
ſiebenſtelligen Zahlen beſteht. Der wackere Bürger, der
vielleicht hofft, binnen kurzem für 2 Mark oder für 2,50
Mark einen echten 1911er erſtehen zu können, geht bitteren
Enttäuſchungen entgegen und wird ſich mit einem, wie der
Weinhändler ſagt, ſehr „kleinen Wein” begnügen müſſen,
mit Qualitäten, in denen die wirklichen Vorzüge des
Wein=
jahres 1911 nur recht, recht beſcheiden zur Geltung kommen
Der neue Elfer iſt nicht nur ein prachtvoller Wein, er
iſt auch rar, und ein Getränk, das von vornherein dazu
beſtimmt erſcheint, nur das Labſal der Millionäre zu
wer=
den. An der Moſel und am Unterrhein iſt die Ernte
durch=
aus kein Rekordjahr; die Wunderwirkungen der
Sommer=
ſonne haben eigentlich nur im Rheingau und in der Pfalz
unumſchränkt gewaltet; und die Folge davon iſt, daß für
die wirklich guten Lagen und wirklich hervorragend ſchönen
Weine bereits jetzt wahre Märchenpreiſe bezahlt
werden. Erſt vor wenigen Tagen wurde für ½ Stück
be=
ſonders ſchönen Rheingauers 12000 Mark bezahlt; 12000
Mark für 600 Liter, aus denen ſpäter 800 Flaſchen werden.
Wenn für eine hervorragende Sorte ſchon im Faſſe
15 Mark für die Flaſche vom Großhändler bezahlt
werden, wird ſelbſt der Laie ſich eine Vorſtellung davon
machen können, wie tief er dereinſt in ſeinen Beutel wird
greifen müſſen, um einen würdigen Elfer an ſeiner Tafel
ſehen zu können. Der Wein will jahrelang behandelt
werden, das Kapital iſt zu verzinſen und dazu kommt noch
der gerade bei teuren Weinen durchaus nicht beſcheidene
Gewinn der Großhändler und der Kleinhändler. Und
dieſe Rekordpreiſe, die ſchon jetzt bezahlt werden, ſind nur
ein Vorgeſchmack von dem, was der Weingroßhandel
er=
leben wird, wenn im kommenden Mai die „großen Weine‟
verſteigert werden, die Steinberger aus den Königlichen
Domänen und die Johannisberger Kabinett, Kreszenz
Fürſt Metternich. Schon heute rechnen Kenner der
Ver=
hältniſſe damit, daß die beſten Steinberger, die ſchönſten
Kabinettweine vorausſichtlich mit 40000 Mark für das
Stück von 1200 Litern zu bezahlen ſein werden; dieſe
Er=
wartungen brauchen ſich nur halb zu erfüllen, und die
Flaſche wird, bis ſie in die Hand des Privatmannes kommt,
ihre 40 Mark koſten müſſen. Die Poeten werden ſich alſo
wohl dazu entſchließen müſſen, künftig Bier oder billige
Sorten zu beſingen. Natürlich fehlt es nicht an „kleinen
Weinen” aber auch ſie ſind bereits im Verhältnis zu
früheren Jahren ſehr teuer, die allergeringſten Qualitäten
Elfer wurden bisher nicht unter 850 Mark das Stück
ver=
kauft. Aber der Dichter, der vielleicht in „ſchönem
Wahn=
ſinn” in ſtiller Kemenate einer Flaſche von dieſem Elfer
den Hals bricht, wird wahrſcheinlich ſeiner Feder
unver=
ſehens ſtatt eines Hymnus eine Satire entfließen ſehen,
ganz abgeſehen davon, daß dieſe billigen Weine nicht rein
in den Handel kommen, ſondern „verſchnitten” werden,
alſo mit anderen Weinen von anderer Lage und anderem
Charakter eine Ehe eingehen. Der „große 1911er” alſo iſt
nicht nur ein Göttergetränk, ſondern auch unerſchwinglich
teuer und wird daher für die Mehrheit ewig ein ſchöner
Mythus bleiben.
Konzerte.
mm. In ihrer dritten Matinee bot am Sonntag
vor=
mittag die Kammermuſik=Vereinigung der
Herren Hofrat de Haan (Klavier), Hofkonzertmeiſter
Ernſt Schmidt (1. Violine), Hofmuſikus Gims (2.
Violine), Konzertmeiſter Schnurrbuſch (Viola) und
E. Andrä (Violoncello) mit drei hochintereſſanten
modernen Werken in durchweg vollendeter und
begeiſtern=
der Ausführung den zahlreichen Freunden des Kammer
muſikſtils einen hohen Kunſtgenuß, und es iſt dies um ſo
mehr anzuerkennen, weil trotz wiederholter Veränderung
in der Beſetzung der Streichinſtrumente, dank den eifrigen
Bemühungen ihres künſtleriſchen Leiters, das
Zuſam=
menwirken ſo vollkommen befriedigt, daß kein Wunſch un
erfüllt bleibt. Auch das Programm brachte inſofern eine
angenehme und notwendige Abwechſelung zu denjenigen
der in letzter Zeit ſehr oft gehörten reiſenden Quartett=
Geſellſchaften, als man einmal keinem Streichquartett
begegnete; es ſtanden ſich vielmehr zwei Werke für nur
drei Streichinſtrumente gegenüber, das erſte mit das
andere ohne Klavier, deren Wirkung man vergleichen
konnte. Dazu kam — an zweiter Stelle ausgezeichnet und
ſehr effektvoll geſpielt — das in ſeiner geſättigten
Klang=
entfaltung, wie in der abgerundeten Ebenmäßigkeit der
Kompoſition gleich gut wirkende, prächtige Quintett,
Op. 9, von Fr. Gernsheim, an deſſen Ausführung ſich
Herr Kammermuſiker Brückmann (Viola) mit
betei=
ligte. Ganz beſonders anſprechend wirkte von den vier
Sätzen das gedankenreiche Andante espressivo und das
molto vivace des lebhaften Schlußſatzes. Die famoſe
Wirkung des ganzen, ſehr gediegen gearbeiteten
Werkes weckte denn auch in vielen den Wunſch nach eine
gelegentlichen Wiederholung.
Wenn es in dem vorigen zum Teil mit die impoſante
Wirkung des „deutſchen Fünfklangs” der
Streichinſtru=
mente iſt, was dem Werk in ſo hohem Grade ſeinen Erfolg
ſichert. ſo will Dr. Max Reger in ſeinem zu Anfang
geſpielten Trio op. 77b für Violine, Viola und
Violoncell in der Beſchränkuna der Stimmen den
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
geklagt. Er logierte im Herbſt vorigen Jahres mit 18
jungen Leuten in einem Zimmer in Offenbach. Nach
ſeinen Angaben wurden ihm nun des öfteren Geldbeträge
entwendet und er hatte den 20jährigen Taglöhner
Do=
wehn im Verdacht, dieſe Diebſtähle begangen zu haben,
da dieſer die Angewohnheit hatte, immerzu ſein Geld zu
zählen. Um wieder zu ſeinem Gelde zu kommen, nahm er
am 8. Dezember 1911 dem D. den Schlüſſel zu der Kiſte,
in der dieſer ſein Geld verwahrte, aus der Hoſentaſche
und erbrach das mit einem Vexierſchloß verwahrte Porte=.
monnaie. Von dem Inhalt von etwa 250 Mark eignete
er ſich 100 Mark an, ſo viel, wie er glaubt, daß ihm
ge=
ſtohlen worden wäre. Die Strafkammer beſchloß, die
Akten der Staatsanwaltſchaft zurückzureichen, damit
unterſucht werde, wer den Haun beſtohlen hat. Dowehn
gibt zu, daß Haun beſtohlen ſein könne; er ſtellt aber
eid=
lich in Abrede, der Täter zu ſein. Die Prüfung dieſer
Frage erſcheint dem Gericht wichtig, da Haun ſich zwar
objektiv des Diebſtahls ſchuldig gemacht habe, fraglich ſei
aber, ob er bewußt rechtswidrig gehandelt hat.
Des unlauteren Wettbewerbes ſind die
Schuhwaren=
kändler Karl Schmidt aus Hanau und Chriſtian
Kaufmann aus Offenbach, die beide in Offenbach ein
Schuhgeſchäft betrieben, angeklagt. Im Auguſt vor. Js.
entſchloſſen ſie ſich, das Geſchäft aufzugeben und
arran=
gierten einen Ausverkauf. Es wird ihnen nun zur Laſt
gelegt, der Handelskammer nicht drei Tage vorher den
Ausverkauf angezeigt und auch ein unvollſtändiges
Wa=
renverzeichnis eingereicht zu haben. In den
Ankündig=
ungen ſollen ſie den Anſchein erweckt haben, als handele
es ſich bei dem Ausverkauf um ein Fabriklager, indem in
den Anzeigen angezeigt wurde, es werden auch einzelne
Paare verkauft. Schließlich ſollen auch während des
Ausverkaufs Nachſchübe von Waren ſtattgefunden haben.
Der Angeklagte Schmidt wird der Uebertretung in zwei
Fällen ſchuldig befunden und zu je 25 Mark
Geld=
ſtrafe verurteilt; Kaufmann wird freigeſprochen.
D Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
für die Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 17. Februar,
vormit=
tags halb 10 Uhr, lautet: 1. Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch
des Peter Bauer I. zu Glattbach. 2. Errichtung einer
dritten Schulſtelle in Hetzbach, Kreis Erbach. 3.
Gewerbe=
betrieb des Trödlers Bernhard Maiberg zu Offenbach.
G. H. Th. Vom Hoftheater. Der Spielplan für
die laufende Woche mußte aus zwingenden Gründen
ab=
geändert werden und geſtaltet ſich nunmehr wie folgt:
Dienstag, 13. Februar A 30. Das Tänzchen. Anfang
7½ Uhr. — Mittwoch, 14. Februar C 28. Auf
Aller=
höchſten Befehl: Madame Butterfly. Anfang 7½ Uhr. —
Donnerstag, 15. Februar D 29. Grigri. Anfang 7 Uhr. —
Freitag, 16. Februar C 29. Alt=Heidelberg. Anfang
7 Uhr. — Samstag, 17. Februar gelangt als Vorſtellung
zu ermäßigten Preiſen Der Opernball zur Aufführung,
Sonntag, 18. Februar der Faſchingszeit entſprechend,
Die Fledermaus.
* Heſſiſche Nationalliberale. Der Führer der
Darm=
ſtädter Jungliberalen, Finanzamtmann Bangel, der
Mainzer Landtagsabgeordnete Lehrer Bach und der
Führer der Offenbacher Nationalliberalen, Fabrikant Th.
Boehm hatten für Sonntag vormittag eine
Verſamm=
lung ihrer politiſchen Freunde in den Kaiſerhof in
Frankfurt einberufen, die von etwa 200 Perſonen beſucht
war. Die Verſammlung nahm folgende Reſolution
an: „Die aus allen Kreiſen Heſſens zahlreich
verſammel=
ten Mitglieder der Nationalliberalen Partei erklären
ein=
ſtimmig nach gründlicher Ausſprache, daß ſowohl Herr
v. Heyl als Dr. Becker nicht als nationalliberal betrachtet
werden können. Die Verſammlung wünſcht dem Antrag
Mainz und Offenbach entſprechend eine ſofortige Klärung
der politiſchen Verhältniſſe innerhalb der heſſiſchen
Lan=
despartei. Insbeſondere verlangt ſie eine klare
Stel=
lungnahme der heſſiſchen Landespartei zu der
Mitglied=
ſchaft der beiden Herren und deren Vereine, ſowie eine
klare Stellungnahme zu dem Bunde der Landwirte.”
(Die Abgg. Frhr. von Heyl und Dr. Becker ſind in
dem offiziellen Verzeichnis der Parteien bereits den
Fraktionsloſen zugezählt.)
* Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft. Herr
Stadt=
verordneter Schupp ſchreibt uns: „In der letzten
Stadt=
verordnetenverſammlung hatte ich (kurz vor der
Abſtim=
mung) mein Erſtaunen und Bedauern darüber
ausge=
ſprochen, daß die Stadt ſich von den rheinheſſiſchen Städten
Mainz und Worms, zu deren Ueberlandzentralen das ganze
Ried von der Mainſpitze bis zur Südgrenze des Landes
mit ſeinen vielen wohlhabenden und großen Orten habe
wegnehmen laſſen, während das Ried doch nur in den
Intereſſenkreis der Provinzialhauptſtadt Darmſtadt
ge=
höre, die zwei große Elektrizitätswerke, darunter ein ganz
modernes, rieſiges und ſehr leiſtungsfähiges in die
Ge=
meinſchaft gäbe. Dieſe Tatſache werde ſich ſpäter, wenn
die Ueberland=Zentralen erſt einmal beſſer rentieren, ſehr
fühlbar machen. Sie haben nun hiervon keine Notiz
ge=
nommen, während Sie die Ausführungen der übrigen
Redner ſehr ausführlich gebracht haben. Im Intereſſe der
Sache, nicht in dem meinigen, bedauere ich dies ſehr.”
(Unſer Referent hat wohl dieſe Ausführungen nur
deshalb als unwichtig weggelaſſen, weil mit Herrn Schupp
ſicher alle Stadtverordnete und auch wir dieſe Tatſache
bedauern, das Bedauern aber auch gar nichts an der
Tatſache ändern kann. Die Red.)
— Richard Wngner=Verein. Am heutigen 13. Februar
feiert die muſikaliſche Welt Richard Wagners 29.
Todes=
tag. Zu ſeinem Gedächtnis wird die Meininger
Hofkapelle als Schlußnummer ihres morgigen
Kon=
zertes die Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer”
ſpie=
len, die bisher im Richard Wagner=Verein noch nicht zur
Aufführung gelangte. — Das nächſte Orcheſter=Konzert
des Vereins ſoll, wie wir hören, anläßlich der Feier
ſei=
nes 200. Vereinsabends im Monat Oktober veranſtaltet
werden.
— Aerztekonferenz. Heute Dienstag, den 13. Februar,
findet im Hotel Britannia nachmittags (4—7 Uhr)
eine Konferenz der Aerzte der Beratungsſtellen
der Großh. Zentrale für Mutter= und Säuglingsſchutz
ſtatt, zu der alle Aerzte aus Darmſtadt und Umgebung
Einladung erhalten haben. Vorträge werden halten die
Herren Hofrat Meier=München, Dr. Ferrari=
Heppen=
heim, Dr. Vidal=Darmſtadt.
* Bezirksverein Altſtadt. Auf den heute abend
im Kaiſerſaal ſtattfindenden öffentlichen Vortrag des
Herrn Pfarrer D. Dr. Diehl ſei hiermit nochmals
be=
ſonders hingewieſen. Als ganz ausgezeichneter Kenner
der Geſchichte unſerer Altſtadt iſt Herr Dr. Diehl durch
ſeine Schriften und Vorträge weithin bekannt geworden.
Der Eintritt iſt für jedermann, Damen und Herren, frei
und darf man die Berſicherung abgeben, daß den
Be=
ſuchern ein überaus genußreicher Abend und einige
an=
genehme und belehrende Stunden geboten werden.
* Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Seine verehrlichen Alt= und alle Darm=, Eber= und
Nieder=Ramſtädter Mitglieder und Freunde ladet der
Vorſtand des Vereins für Verbreitung von
Volks=
bildung ein, den heute, Dienstag, abend von
Stadt=
pfarrer D. Dr. Diehl gebotenen Vortrag „Alt=Darmſtadt
vor 150 Jahren” beſuchen zu wollen.
* Vorträge über Geſundheitspflege wird im
Auf=
trag der Zentrale für Säuglingspflege und Mutterſchutz
auch in dieſem Jahre wieder Herr Dr. Noellner den
Teilnehmerinnen der Abendkurſe in der
hauswirtſchaft=
lichen Fortbildungsſchule halten. Der erſte Vortrag
wird nächſten Mittwoch, den 14. Februar, abends 8 ¼ Uhr,
in der Turnhalle, Rundeturmſtraße 9, ſtattfinden. Der
Eintrit iſt ſelbſtverſtändlich frei und auch die
Teil=
nehmerinnen der Fiſch=Kochkurſe ſind freundlichſt zur
Beteiligung eingeladen.
* Martinsgemeinde. Die Männervereinigung
und der Frauenverein unſerer Gemeinde veranſtalten
am nächſten Freitag, den 16. Februar, zwei Vorträge
mit Lichtbildern, welche der als vorzüglicher Redner
bekannte Miſſionar Gſell aus Frankfurt
über=
nommen hat. Durch Beſchluß des Kirchenvorſtandes
wurde das Gemeindehaus in der Mollerſtraße an das
elektriſche Kabel angeſchloſſen, was für unſere
Licht=
bildervorträge von beſonderem Vorteil iſt. Herr
Miſſionar Gſell wird diesmal ſprechen über: „Mit
dem weſtafrikaniſchen Neger durch Buſch
und Urwald” Man darf den am Freitag
ſtatt=
findenden Vorträgen mit großer Spannung
entgegen=
ſehen. Um einer Ueberfüllung des Saales vorzubeugen,
finden am genannten Tage zwei Veranſtaltungen ſtatt,
zu welcher alle Miſſionsfreunde aufs herzlichſte
einge=
laden ſind. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Das Marionettentheater Münchener Künſtler gibt
heute, Dienstag, nachmittags 5 Uhr und abends 8 Uhr,
noch eine letzte Vorſellung der in vorvoriger Woche
bei der Privatſoirée vor Sr. Kgl. Hoheit dem
Großher=
zog im Neuen Palais mit ſo großem Beifall aufgenom
menen komiſchen Oper „Die Nürnberger Puppe” von
Adam, mit Figuren und Dekorationen von Prof. Joſef
Wackerle; dieſem humorvollen Werke geht voraus „Das
Eulenſchloß” vom Grafen Pocci. Für morgen Mittwoch
ſteht noch eine Doppel=Premiére bevor.
* Der Gabelsberger Stenographenverein (gegründet
1861 — Protektor Se. Kgl. Hoheit der Großherzog) hielt
am 10. Februar im Fürſtenſaal ſeine
Hauptver=
ſammlung ab, die außerordentlich gut beſucht war.
Aus dem Jahresbericht und dem Bericht der
Unterrichts=
kommiſſion war zu entnehmen, daß auch das abgelaufene
Jahr äußerſt gute Erfolge für den Verein zeitigte. Der
Verein zählt 351 Mitglieder. Die Vorſtandswahl ergab
die Wiederwahl des ſeitherigen erſten Vorſitzenden. Die
übrigen Aemter fielen teilweiſe anderen Mitglie
dern zu. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde der
Geburtstag Gabelsbergers gefeiert. Der Vorſitzende des
Bundes und Ehrenvorſitzende des Vereins, Herr Proſ.
Pfaff, hielt hierbei eine Anſprache, in der er
insbeſon=
dere die Erfolge des Vereins, ſowie die Beſtrebungen für
die Einheitsſtenographie hervorhob, auch den Stand der
Verhandlungen und ſchließlich die neueſte Statiſtik der
Gabelsbergerſchen Schule mitteilte. Aus dieſer ergab ſich,
daß die Schule Gabelsberger im Deutſchen Reich im
letz=
ten Zähljahre um faſt 70 Vereine, rund 2700 Mitglieder
und über 2300 Unterrichtete zugenommen hat. Der
der=
zeitige Stand beträgt 2296 Vereine, 99018 Mitglieder
und 103 449 Unterrichtete. Nach Erledigung des
offiziel=
len Teiles ſorgte eine Reihe von bewährten
Mitglieder=
kräften für Unterhaltung, und es kam hierbei auch die
tanzluſtige Jugend zu ihrem Rechte.
* Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”.
Auf der vom 9. bis 12. Februar ſtattgehabten 15.
Deut=
ſchen nationalen Geflügelausſtellung zu
Frank=
furt a. M., welche mit 6769 Nummern beſchickt war,
haben nachſtehende Mitglieder des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis‟=Darmſtadt wieder guten Erfolg
mit ihren ausgeſtellten Tieren gehabt. Es erhielt K.
Berntheiſel 1 Ehren= und 1 Reſervepreis, 4 erſte, 4 zweite
Preiſe und 1 dritten Preis: Pet. Dietz II. zu Wixhaufen
1 erſten und 1 dritten Preis; A. Geppert einen 2., einen
3. Preis und 2 vierte Preiſe; H. Hein 1 vierten Preis;
L. Hering II. 1 zweiten und 1 vierten Preis; G.
Schleidt 1 zweiten Preis und 2 vierte Preiſe.
Der Olympia=Kinematograph hat ſein neues Heim
am Hauſe des Schloßcafé, Rheinſtraße, bezogen und
geſtern nachmittag unter großem Andrange ſeine
Er=
öffnungsvorſtellung gegeben. Die Vorſtellung
wurde durch einen ſchwungvollen Prolog, von einem
Künſtler ausdrucksvoll geſprochen, eingeleitet. Dann
er=
folgte zunächſt die Vorführung einer neuen Erfindung,
die den oft große Gefahren bringenden Filmbrand
unmöglich machen ſoll. In der Tat war die Wirkung
des an ſich einfachen, gewiſſermaßen das Ei des
Kolum=
bus darſtellenden Apparates frappierend. Während der
ſtehende Film, dem Lichte ausgeſetzt, ſchon nach 10—12
Sekunden exploſionsartig in Brand geriet, konnte ihm
die Hitze nach Einſchaltung des neuen Apparates nichts
mehr anhaben. Der Film blieb ¼ Stunde lang dem
Lichtſtrahl ausgeſetzt, ohne auch nur im geringſten zu
leiden, und flammte nach Entfernung des Apparates
ſchon in 8 Sekunden wieder auf. Das Experiment wurde
mehrfach mit gleichem Erfolge wiederholt. Die
Schutz=
kraft des Apparates beruht einfach darin, daß der Licht=
und Hitzeſtrahl, ehe er den Film trifft, durch eine Ar=
Glaskäſtchen geleitet wird, das dauernd mit Waſſer, und
zwar ſtets ſich erneuerndem, durchfließendem Waſſer ge
füllt iſt. So kann der Film ſtundenlang „ſtehen” ohne
entzündet zu werden. Die neue Erfindung ſtammt von
dem Sohne des Beſitzers, Herrn Lindl jr., und iſt zum
Patent angemeldet. Von der „Internationalen
Film=
verleih=Anſtalt” Karlsruhe wurde Herrn Lindl für ſeine
bedeutungsvolle Erfindung ein Lorbeerkranz mit
Wid=
mung überreicht. — Das Theater ſelbſt iſt recht hübſch
und ſehr praktiſch eingerichtet. Selbſtverſtändlich nach
den Vorſchriften der Bau= und Sicherheitspolizei
ſtreng=
ſtens ausgeſtattet. Zahlreiche bequeme Notausgänge
geben Gewähr für leichteſte Rettung bei event. Unfällen,
die aber ſo gut wie ausgeſchloſſen ſind. Doppelte
Venti=
latoren zu beiden Seiten des Lokales ſorgen für gute
Temperatur, und wenn die Direktion nun auch dem
Pro=
gramm, d. h. der Auswahl der Films, in Zukunft die
gleiche Aufmerkſamkeit widmet, wie zu der
Eröffnungs=
vorſtellung, wird der Erfolg nicht ausbleiben. —
Uebri=
gens wurden, wie wir zu erwähnen gebeten werden, auch
dem Beſitzer am Samstag abend unerwartete Ehrungen
zuteil durch Ueberreichung von 3 Lorbeerkränzen mit
Widmungen. Den erſten Lorbeerkranz erhielt er vom
Werkmeiſter=Verband mit der Widmung: Unſerem lieben,
vorwärtsſtrebenden Kollegen M. L., welcher immer
be=
müht war, vom „Guten das Beſte” zu bringen; den
zwei=
ten „Von Anhängern der Kinematographie” zur
Er=
innerung an den Eröffnungstag; den dritten „Von
Stammkunden” dem uns lieb gewordenen Olympia=
Theater.
*X* Verhaftung. Der mit der Reviſion der in
Kon=
kurs geratenen Nieder=Modauer Spar= und
Darlehenskaſſe betraut geweſene
Genoſſenſchafts=
reviſor wurde am Samstag abend wegen Verdachts
be=
trügeriſcher Beihilfe auf Veranlaſſung der
Staatsanwalt=
ſchaft verhaftet. Er war während der Dienſtzeit
Meiſter zeigen. In dieſem Werke ſind es ſeiner Natur
nach mehr die getragenen Sätze, die tief ergreifen und
die Selbſtändigkeit der Stimmen verfolgen laſſen, vor
allem der ernſte Einleitungsſatz (Sostenuto) und das
Larghetto. Am meiſten verrät das etwas ſpröde Scherzo,
daß es der Schaffensperiode Regers noch angehört, in
der er ein Suchender und Werdender war, und auch in
dem Schlußſatz unterbricht oftmals ein ſpontaner Halt
den ſonſt großzügigen Melodienfluß, oft ohne innere
Notwendigkeit und ganz unerwartet, ein beſonderes
Kennzeichen der in jener Zeit entſtandenen Werke des
Meiſters, das in ſpäteren Werken immer mehr
ver=
ſchwindet. Die Klarheit und Einfachheit der
Kompo=
ſition, deren Wiedergabe die drei Herren ſich mit
beſon=
derer Hingabe gewidmet hatten, mußte ihm neue Freunde
werben. Zum Schluß fand mit Herrn Hofrat de Haan
am Ibachflügel das Klavierquartett (mit
Vio=
line, Viola und Cello), o p. 4 1, von Saint=Saéns,
die vor Jahren unter Mitwirkung des Komponiſten ſelbſt
hier zu Gehör kam, die beſte Aufnahme, ein
formvollen=
detes Werk eines ausgereiften Tonſetzers, der alle Mittel
der Klangwirkung am rechten Platze gut auszunutzen
verſteht. Wenn ein Tonſtück ſo ganz den Zuhörer feſſelt,
wie das Andante, ſo iſt es um ſo verdienſtvoller für den
Schöpfer, wie auch für die Vortragenden, wenn man auf
einmal mitten im Anhören gewahrt, daß es in einer der
ſtrengſten Kunſtformen (einer Doppelfuge) geſchrieben iſt,
deren Themen ſo geſchickt eingeführt und verbunden
wer=
den, daß nichts von der Abſichtlichkeit, an der viele
an=
dere Tonſtücke dieſer Gattung leiden, zunächſt auffällt,
ein Beweis für die hohe Gediegenheit der Kompoſition.
Reizvoll iſt auch der dritte Satz (das Allegro am Schlu
während das bravouröſe Allegro des letzten Satzes, in
dem die erſte Violine glänzend hervortrat, einen
impo=
nierenden Höhepunkt der ſich ſtets bis zuletzt ſteigernden
Wirkung bildete, zu der die verſtändnisvolle
Interpreta=
tion des Klavierpartes, dem eine wichtige Aufgabe
ge=
ſtellt iſt, das ihre beitrug.
Feuilleton.
* Kunſt und Wiſſenſchaft. Spielplan des
Frankfurter Stadttheaters. 1.
Opern=
haus. Dienstag, 13. Febr.: Tannhäuſer. Mittwoch,
14.: Geſchloſſen. Donnerstag, 15.: Boccaccio. Freitag,
16.: Geſchloſſen. Samstag, 17.: Siegfried. Sonntag,
18., ½4 Uhr: Der Graf von Luxemburg; 7 Uhr: Oberſt
Chabert. Montag, 19.: Geſchloſſen. Dienstag, 20.:
Boccaccio. — 2. Schauſpielhaus. Dienstag, 13.
Februar: Die Vergnügungsreiſe. Mittwoch, 14.: Die
Vergnügungsreiſe. Donnerstag, 15.: König Lear.
Frei=
tag, 16.: Büxl. Samstag, 17.: Zum erſten Male (deutſche
Uraufführung): Primeroſe, Luſtſpiel in 3 Akten von
Robert de Flers und Caillavet. Sonntag, 18., ½4 Uhr:
Madame Bonivard; 7 Uhr: Fauſt, 1. Teil mit Prolog
im Himmel. Montag, 19.: Othello. Dienstag, 20.:
Prime=
roſe. — 3. Neues Theater. Dienstag, 13. Febr.:
Mandragola. Mittwoch, 14.: Hans Sonnenſtößers
Höllenfahrt. Donnerstag, 15.: Mandragola. Freitag, 16.:
Meyers. Samstag, 17.: Mandragola. Sonntag, 18.:
Julchens Flitterwochen.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
naltheaters Mannheim. Dienstag, 13. Febr.:
Rigoletto. Mittwoch, 14.: Hamlet. Donnerstag, 15.:
Die Walküre. Freitag. 16.: Frühlingsluft. Samstag,
17.: Michel Michael. Sonntag, 18.: Der fidele Bauer.
Montag, 19.: Die goldene Märchenwelt (zum erſten
Male, Kindervorſtellung).
* Sport und weibliche Grazie. Der Sport ſchadet der
Grazie und der Eleganz der Frauen außerordentlich; dieſe
Theſe verficht ein Mitarbeiter der Nuova Antologia,
in=
dem er beweiſt, daß die Hände und die Füße der „
Sports=
women” größer und plumper ſind, als die einer normalen
Frau, die Schultern und die Taille entwickelter und „
vier=
ſchrötiger” Bruſt und Hüften dagegen kleiner. Hier ein
Vergleich zwiſchen einer jungen Dame, die von einem
berühm=
ten Bildhauer als Typus der vollſtändig ebenmäßig gebauten
Frau gewählt wurde, und einer „sports-women” von
gleicher Größe, 1,70 Meter: Während die „vollkommene
Frau” 68 Kilogramm wiegt, wiegt das Sportsweib nur 64;
während die erſtere an der Bruſt 90 Zentimeter mißt, mißt
die andere nur 84; der Hüftenumfang beträgt bei der erſteren
1 Meter, bei der anderen 95 Zentimeter. Dagegen hat das
Sportsweib am Handgelenk 18 Zentimeter Umfang,
wäh=
rend die vollkommene Frau nur 16 Zentimeter hat; die
vollkommenen Hände ſind 17 Zentimeter lang, während ſie
bei der Sport treibenden Frau 19 Zentimeter meſſen; am
merklichſten aber iſt der Unterſchied an den Füßen, die bei
einer tadellos geformten Frau von 1,70 Meter nur 23
Zentimeter meſſen dürfen, während der Sport das
Fuß=
maß auf 27 Zentimeter hinaufſchnellen läßt. Es muß
aber hervorgehoben werden, daß nicht der Sport an ſich
derartige Schönheitsfehler in die Erſcheinung treten läßt,
ſondern einzig und allein der falſch getriebene Sport.
Jede körperliche Uebung ſoll mit Grazie gemacht werden,
dann behält man auch ſeine ſchönen Körperformen. Das
behauptet u. a. die berühmte ruſſiſche Tänzerin Pawlowa,
und das beweiſen zahlreiche bekannte „sports-women”,
die ſich trotz ihrer Sportliebhaberei ſehr ſchön zu erhalten
wiſſen, weil ſie dem Sport nach einer vernünftigen Methode
huldigen.
ml. Im Motorboot über den Ozean. Eine waghalſige
Reiſe haben ſechs Perſonen in einem kleinen Motorboot
ausgeführt, das am 28. Dezember vorigen Jahres von
Weymouth in England abfuhr und am 31. Januar im
bra=
ſiliſchen Hafen Pernambuco einlief, nachdem es bei einer
Durchſchnittsſchnelligkeit von 140 Meilen pro Tag eine
Entfernung von 4500 Meilen zurückgelegt hatte. Die auf
den Namen „Lingurta” getaufte Nußſchale iſt 20 Meter
lang und wird von einem 30 Pferdeſtärken=Benzinmotor
getrieben. In der Mitte des Bootes iſt ein winziger
Laderaum untergebracht, in dem die ſechs Reiſenden bei der
Abfahrt von Weymouth ein Fuß Butter, 12 Brote von
je 1 Kilo Gewicht, 40 Kilo Roaſtbeef, 7 Säcke Kartoffeln,
2 Säcke getrockneten Stockfiſch, 1600 Liter Waſſer und
mehrere Kiſten Schiffszwieback nebſt 1600 in 400 Fäſſer
verpackte Liter Benzin verſtaut hatten. Die „Lingurta”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Nummer 37.
des Rechners Adam Verbandsreviſor und wurde nach der
Flucht Adams mit der Weiterführung der Geſchäfte des
Rechners betraut. Er ſoll in dieſer Eigenſchaft eine Reihe
von Unterſchleifen begangen, Baurechnungen für dem
Verein gehörige Häuſer gefälſcht haben uſw. Die
Ver=
haftung iſt wahrſcheinlich auf Grund der Ausſagen des in
Unterſuchungshaft befindlichen Rechners Adam erfolgt,
der kürzlich von Amerika hierher ausgeliefert worden iſt.
Wie jetzt verlautet, iſt Adam nicht von den amerikaniſchen
Behörden ermittelt worden, ſondern er hat ſich, nachdem
er trotz wiederholter dringender Briefe und
Aufforderun=
gen zur Sendung von Geld von ſeinen guten Freunden
im Stich gelaſſen worden war, in völliger Mittelloſigkeit
freiwillig den Behörden geſtellt, die dann ſeine
Ausliefe=
rung veranlaßten. Nachdem er ſo gezwungen war, ſein
Inkognito zu lüften und ſich ſelber auszuliefern, ſcheint
er auch die Rückſichten auf ſeine Freunde und Mithelfer
fallen gelaſſen zu haben.
Karneval in Darmſtadt.
— Bayern=Verein. Man ſchreibt uns: Der Bayern=
Verein hielt am Sonntag in ſämtlichen Räumen ſeines
Vereinslokals „Zur Sonne” eine Kappenſitzung ab.
Bereits der erſte Redner, Herr Aug. Dreſte, verſtand es
mit ſeinen urkomiſchen, gereimten Verſen die Anweſenden
ſo in die richtige Karnevalsſtimmung zu bringen. Herr
Sticht brachte ebenfalls gut verfaßte Geſchichtchen zu
Ge=
hör. Herr Bauer hatte mit ſeinen intereſſanten
Leiſtun=
gen die Lacher ſtets auf ſeiner Seite. Das Duett „Die
beiden Wildſchützen” von den Herren Bauer und
Schild mit darauffolgendem Schuhplattler hatte einen
derartigen Erfolg, daß es nochmals wiederholt werden
mußte.
* Im Britanniahotel fand am Sonntag abend ein
Kolonialfeſt ſtatt, das zahlreiche Beſucher angelockt
hatte. Sämtliche Räume des Hotels mit Einſchluß der
im erſten Stock gelegenen Fremdenzimmer waren durch
prachtvolle, ſtilgerechte Dekorationen in den Bereich des
Feſtes gezogen. Vor dem Portal empfing die
Teilneh=
mer ein als Beduinen verkleideter Doppelpoſten. Den
Räumlichkeiten war mit Palmen und anderen
Dekora=
tionen ein kolonialfeſtlicher Anſtrich gegeben, den auch
die Beſucher in ihren verſchiedenen Koſtümen und
Kopf=
putz zu wahren verſtanden. Reiches Wogen und Treiben
entwickelte ſich in den verſchiedenen Räumen bei den
Klängen mehrerer Kapellen. In den oberen Sälen wurde
getanzt und in lauſchigen Niſchen fand man ſich in
luſti=
ger Geſellſchaft zuſammen. Die Wogen froher
Lebens=
luſt trieben ihr lebhaftes Spiel und erſt ſpät trennte man
ſich von den Räumen, in denen man ſo prächtige
Unter=
haltung gefunden hatte.
* Karneval im Hotel Heß. Man ſchreibt uns:
Nach=
dem am Sonntag die karnevaliſtiſche Reunion ſo ſehr gut
verlaufen iſt, wird heute ſchon darauf aufmerkſam gemacht,
daß auch dieſes Jahr der Karneval im Hotel Heß der Clou
aller hieſigen Faſtnachtsveranſtaltungen ſein wird. Es
ſind große Vorbereitungen getroffen, auf welche wir in
den nächſten Tagen weiter eingehen werden.
* Künſtler=Redoute „unter Blüten” im Orpheum.
Vom Großen Rat der Karnevalgeſellſchaft
Narrhalla wird uns geſchrieben: In ein Meer von
Blüten getaucht die weite Rotunde des Orpheums,
Blu=
mengirlanden von der Decke herab zu den Balkonlogen
bilden, einer Krone gleich, eine Blütenkuppel; Blumen und
grünes Gerank umaibt die teppichbehängten
Logenbrüſtun=
gen und umſchließt die tauſendfach ſtrahlenden
Beleuch=
tungskörper, Fahnen und Flaggen vervollſtändigen das
feſtlich=farbenfrohe Bild; und unten ringsum eine Reihe
grüner, blumenüberſäeter Lauben, aus denen grün= und
rotgedämpfter Lichtſchein magiſch hervorlugt; lauſchige
Niſchen, geheimnisvolle, verheißende Chambres ſeparées,
Das ungefähr wird der äußere Rahmen ſein unſeres
Blü=
tenfeſtes am Faſtnachts=Samstag. Und in dieſes entzückende
Bild hinein ſollen blühendes Leben, frohes Genießen
tragen unſere holden Närrinnen, die Schar ſtets gern
ge=
nießender Narren; ſoll mit lachender Freude erhellen das
Enſemble des Dresdener Belvedere, die Künſtlerinnen und
Künſtler, die in Darmſtadt gefeiert werden ſeit Wochen,
wie ſelten ein Enſemble. Dieſes Bild ſollen erfüllen
Trude Troll, als des Blütenfeſtes Königin, mit ihrem
hellen, ſilbernen Lachen, mit ihrer übermütigen Tanzkunſt,
ihrem hinreißenden Humor, und Hanni Weiße, die
ihr in Tanz und Geſang eine gleichwerte Partnerin,
Maria Lee, der verkörperte Schick, Elſe Clermont
und Maud Howley, die treffliche Vortrags=
beherbergt im Vorderteil eine 3 Meter lange und 1½ Meter
breite Kapitänskajüte und im Hinterſchiff eine 2 Meter
lange und 1½ Meter breite Kabine für die Mannſchaft.
* „Spießbürgerliche Freuden‟. Eine junge Dame ging
in Iſchl, ein Kind an der Hand führend, nach „Sophiens
Doppelblick” um die Ausſicht zu genießen. Sie traf dort
eine kurz zuvor zum Kurgebrauch eingetroffene Dame aus
Rumänien. Die hochelegant gekleidete Fremde bewunderte
das mit Vergißmeinnicht geſtickte Kleid des Kindes und
fragte deſſen junge Mutter, wo ſie es gekauft habe. Die
Antwort lautete: „Ich ſticke dieſe Röckchen alle ſelbſt; es
macht mir viel Vergnügen.” In hochmütiger Weiſe
er=
widerte die Fremde: „Das geht wohl nur bei einem kleinen
Haushalt. Wer, wie ich, Gäſte aus vornehmen Kreiſen
empfängt, dem bleibt für ſolche ſpießbürgerliche Freuden
keine Zeit!‟ Die Mutter des Kindes lächelte und
entgeg=
nete nichts. Die Rumänin aber ſetzte das Geſpräch fort
und ſtellte eine Reihe von Fragen, auf die die junge Dame
endlich antworten mußte. Sie ſagte: „Auch ich muß
bis=
weilen die Honneurs im Salon machen. Mein Papa, der
Kaiſer, beglückt uns von Zeit zu Zeit mit ſeinem Beſuche;
auch die Kaiſerin kommt oft, ihre Enkelkinder zu umarmen,
und auch ſonſt kommen viele Gäſte; doch in den
Morgen=
ſtunden bleibt mir noch immer Zeit zu kleinen
Handarbei=
ten für meine Lieblinge.” Ehe ſich die elegante Rumänin
von ihrem Erſtaunen und ihrer Verlegenheit erholen
konnte, hatte ſich die Erzherzogin Valerie, die Tochter
Kaiſer Franz Joſefs I. von Oeſterreich, freundlich grüßend,
mit ihrem Töchterchen ſchon entfernt.
* Eine einfache Löſung. Das Ladies Home Journal
bringt folgendes Geſchichtchen: „In dem Salonwagen des
Expreßzuges hört die reiſende Dame, wie ihr Gegenüber
den Bedienten erſuchte, das Coupéfenſter zu öffnen. Die
Dame ſpürt ſchon den kalten Zug und bedeckt ſich
ſchleu=
nigſt mit einem Mantel. Sie wandte ſich zu dem Diener:
„Wenn das Fenſter geöffnet wird, friere ich zu Tode.”
„Und wenn das Fenſter zubleibt, erſticke ich,” erklärt das
Gegenüber. Der arme Diener ſteht ratlos zwiſchen den
beiden Feuern. Schließlich wandte er ſich an den dritten
Paſſagier, einen Geſchäftsreiſenden: „Was würden Sie
tun?” Und der dritte erwidert: „Tun? Nun es gibt doch
nichts Einfacheres. Oeffnen Sie das Fenſter und warten
Sie, bis die Dame erfroren iſt. Dann machen Sie es zu
und laſſen den anderen erſticken.”
künſtlerin, die auch in gediegenſter
Toiletten=
pracht ſich gegenſeitig überbieten, und dann die Herren
Walter Ritter, Indra, Otto Bellmann, Artur
Freiberg und wie ſie alle heißen. Alle werden ihr
Beſtes geben, um dieſem glanzvollen Feſte heiterſtes,
vor=
nehm=künſtleriſches Gepräge zu verleihen. Daß daneben
auch der Elferrat alles tun wird, um den alten guten Ruf
der Karnevalgeſellſchaft Narrhalla neu zu feſtigen, iſt
ſelbſt=
verſtändlich. Und ſo iſt ſicher Gewähr dafür geboten, daß
der Faſtnachts=Samstag dieſes Jahres ein Feſt bringt
wie es gleich ſchön und eigenartig und gleich wohlfeil
Darmſtadt nie geſehen. (Siehe Anzeige.)
* Der Katholikenverein veranſtaltet am Sonntag,
den 18. Februar, ſeinen Maskenball. (S. Anzeige.)
3 Pfungſtadt, 12. Febr. Im hieſigen
Volksbildungs=
verein hielt geſtern abend Herr Lehrer Wetzel einen
intereſſanten Vortrag über „Flur= und
Gewann=
namen der Gemarkung Pfungſtadt und ihre Bedeutung”
Der Referent erörterte im Anſchluß an die Bedeutung
der Heimatforſchung die Frage der Entſtehung der Flur=
und Gewannamen überhaupt. Dann erklärte er die
Be=
deutung der in hieſiger Gemarkung vorkommenden
Namen, geſchichtliche Ereigniſſe und Daten damit
ver=
bindend. Danach haben die Forſchungen ergeben, daß in
der Gemarkung Pfungſtadt viele Spuren römiſcher
Nie=
derlaſſungen nachzuweiſen ſind. Namentlich ſind in der
an die Gernsheimer Gemarkung angrenzenden Flur
„Steinmauer” viele Reſte aus römiſcher Zeit vorhanden.
Auf dem ſogenannten „Heidendamm” einem noch jetzt
an verſchiedenen Stellen deutlich erkennbaren Erdwall,
ſtanden die römiſchen Poſten Wacht. Eine Römerſtraße
führte von Gernsheim über Pfungſtadt nach Dieburg
Auch einen römiſchen Legionſtein mit der Zahl 13 fand
man in eine Gartenmauer eingemauert. Die von
Gries=
heim nach Pfungſtadt ziehende Chauſſee hat im
Grund=
buch den Namen „Geleitsſtraße” Auf dieſer Straße gab
der Landgraf Philipp der Großmütige dem Herzog
Ulrich von Württemberg das Geleite bis Darmſtadt.
Intereſſe erweckte auch der Bericht über die Aufteilung
des Gemeindegeländes unter die hieſigen Bewohner. Nach
dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag ging Herr
Bür=
germeiſter Lang an der Hand der auf dem Rathaus
auf=
bewahrten Urkunden noch etwas näher auf die
Ent=
wickelung unſerer Stadt ein. Danach befanden ſich vor
dem 30jährigen Krieg ausgedehnte
Weinberganpflanzun=
gen in hieſiger Gemarkung, nämlich in der Richtung nach
Malchen. Seine Mitteilung, daß die Stadtbehörde die
Gründung eines Orts= und Heimatmuſeums in die Wege
leiten will, wurde mit Beifall aufgenommen. Der
Vor=
ſitzende des Vereins, Herr Lehrer Grund, bemerkte im
Anſchluß daran, daß über die Einrichtung eines ſolchen
Muſeums Herr Lehrer Eidmann=Darmſtadt ſpäter
hier ſprechen wird.
S. Zwingenberg, 11. Febr. Die heutige General=
Verſammlung des Obſtverwertungsvereins
Z wingenberg, E. V., war von hier und der
Um=
gebung ſehr gut beſucht. Es ſtanden 5 Punkte auf der
Tagesordnung. Rechenſchaftsbericht und
Vor=
anſchlag fanden die Genehmigung. Es) wurde faſt
ein=
ſtimmig der Bau einer Markthalle beſchloſſen,
wo=
für zirka 300 Quadratmeter Gelände nächſt dem
Bahn=
hof auf dem Grundſtück des Chriſtoph Hechler in
Aus=
ſicht genommen worden ſind. Der Bau iſt zu 3000 Mark
veranſchlagt. Die Mitgliederzahl iſt von 110 im Jahre
1910 auf 212 angewachſen.
— Bensheim, 12. Febr. Unſere aufſtrebende Stadt
hat durch die am Samstag erfolgte Einweihung des
von Herrn Prof. H. Metzendorf vollſtändig
umge=
bauten Hotels „Deutſches Haus” einen
Haupt=
anziehungspunkt für Fremde und Einheimiſche erhalten.
Trotz ſeiner günſtigen Lage am Eingange des
Odenwal=
des und trotz ſeiner guten Bahnverbindungen hatte
un=
ſere Stadt in den letzten Jahren immer weniger Anteil
an dem großen, durch den ſteigenden Wohlſtand unſeres
deutſches Volkes immer mehr wachſenden
Fremdenver=
kehr. Das iſt mit einem Schlage anders geworden. Herr
Prof. Metzendorf hat in dem Umbau des Deutſchen
Hau=
ſes ein Meiſterſtück geleiſtet, das in ſeinen großen
Feſt=
ſälen, ſeinem Wintergarten, den gedeckten Terraſſen und
dem überaus einladenden Speiſeſaal ein Etabliſſement
geſchaffen, wie es die Neuzeit verlangt. Das hoben denn
auch alle Redner des Abends freudig hervor, Herr
Bür=
germeiſter Dr. Frenay, Herr Oberſt v. Kalinowski
und Herr Geh. Schulrat Geiger, und auch die Feſtgäſte
waren einig in der Anſicht, daß das Deutſche Haus unter
der derzeitigen ganz ausgezeichneten Bewirtſchaftung
durch den neuen Hotelier, Herrn C. Heimberger,
ge=
wiß von nah und fern reichen Zuſpruch zu erwarten
habe.
— Groß=Gerau, 11. Febr. Nachdem von
verſchiede=
nen Seiten die Gründung eines
national=
liberalen Vereins angeregt worden iſt, war für
heute nachmittag 4 Uhr eine Verſammlung in das „
Gaſt=
haus zur Krone” hier anberaumt. Zahlreiche Herren
fanden ſich ein. Herr Amtsrichter Dr. Hof begrüßte die
Anweſenden und eröffnete die Verſammlung. Nach
ein=
gehender Diskuſſion ſchritt man zur Wahl des
Vorſtan=
des, der aus vier Vorſtandsmitgliedern und drei
Bei=
ſitzern beſtehen ſoll. Es wurden gewählt: 1. Herr
Amts=
richter Dr. Hof als Vorſitzender, 2. Herr Ingenieur
Mül=
ler als ſtellvertretender Vorſitzender, 3. Herr
Kreisamts=
gehilfe Kreuder als Schriftführer. 4. Herr
Vollziehungs=
beamter Vogel als Rechner, als Beiſitzer: 5. Herr
Direk=
tor Pillhardt, 6. Herr W. H. Diehl, 7. Herr Gendarm i. P.
Hofmann
Offenbach, 12. Febr. Unter Leitung des Kommiſſars
Becker fand heute eine Razzia in den
Zigeunerwoh=
nungen in der Borngaſſe ſtatt, bei der über 100 Männer,
Frauen und Kinder feſtgenommen wurden. Die
Feſtnahme ſollte lediglich dazu dienen, um feſtzuſtellen,
wer von den Zigeunern im Beſitze von Ausweispapieren
iſt. Als die Beamten in das Haus Nr. 7 eindrangen,
fiel ein Schuß, der jedoch niemand verletzte. In den
Wohnungen wurden eine Menge Waffen, geladene
Re=
volver, Dolche uſw. gefunden. Diejenigen Zigeuner, die
im Beſitz von Ausweispapieren ſind, werden wieder
frei=
gelaſſen, die anderen ausgewieſen.
Neu=Iſenburg, 12. Febr. Seit geſtern vormittag
wird die 16jährige Näherin Minna Meier, Tochter des
Schreiners Jakob Meier von hier, vermißt. Nachdem
ſie in Frankfurt in einem Geſchäft Näharbeit abgeliefert
und neue Arbeit erhalten hatte, entfernte ſie ſich nach
Ausſage des Inhabers des Geſchäfts in der Richtung nach
Neu=Iſenburg, wohin ſie jedoch bis jetzt noch nicht
zurück=
gekehrt iſt. Ob ihr ein Unglück zugeſtoßen iſt, oder ob
ſie von irgend jemand entführt wurde, iſt noch nicht
feſt=
geſtellt. Alle Nachforſchungen nach dem Verbleib
ver=
liefen bis jetzt reſultatlos. — Geſtern abend gegen 9 Uhr
wurde unſere Einwohnerſchaft durch Feueralarm in
große Aufregung verſetzt. In der Möbelſchreinerei von
H. Jockel war ein Schadenfeuer ausgebrochen, das
eine Werkſtätte zerſtörte. Nur dem raſchen und
tatkräf=
tigen Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr iſt es zu
verdanken, daß die Nebenanlieger, Seifenfabrikant Koch
und Metzgerei Arnoul, verſchont blieben. Immerhin
dürfte der Schaden an zerſtörten fertigen und
halbfer=
tigen Möbeln einige 1000 Mark betragen. Die Löſch=
und Aufräumungsarbeiten dauerten bis ſpät in die Nacht
hinein.
g. Lengfeld, 12. Febr. Der wegen des
Mordver=
ſuchs an dem Dienſtmädchen verfolgte Kuhſchweizer
Kaſpar Chriſten aus Luzern konnte bereits am
Samstag abend in Groß=Umſtadt verhaftet werden.
Der Zuſtand des verletzten Mädchens iſt noch immer
be=
ſorgniserregend.
* Lindenfels, 11. Febr. Herr Fabrikant Karl
Kreutzer, der Mitbegründer der hieſigen Granit= und
Syenitwerke, iſt ganz unerwartet infolge eines
Herzſchla=
ges aus dem Leben geſchieden. Sein Kollege, Herr M.
Böhringer, iſt ihm vor zwei Jahren im Tode
vorangegan=
gen. Beide ſtammten aus Bayern und kamen vor etwa
30 Jahren hierher. Aus beſcheidenen Verhältniſſen
ha=
ben ſie ſich emporgearbeitet und durch Fleiß, Energie und
Umſicht ein Werk geſchaffen, das auf dem Gebiete der
Stein=Induſtrie tonangebend für ganz Deutſchland war,
eine Tatſache, die alle Anerkennung verdient und dieſe
auch den beiden nun Verſtorbenen in den weiteſten
Krei=
ſen eingetragen hat. In ihren Betrieben beſchäftigten
ſie über 500 Arbeiter. Herr Kreutzer übernahm die
Be=
triebe in Bensheim und Gronau, während Herr
Böhrin=
ger die in Lindenfels und Elmshauſen behielt. Herr
Kreutzer beabſichtigte, ſich vom Geſchäfte zurückzuziehen
und nach Weißenſtadt in Bayern überzuſiedeln. Daſelbſt
hat ihn der Tod ereilt.
Mainz, 12. Febr. Der Schneider Detzmann, der
an der Frau eines Zigarrenhändlers auf dem
Schiller=
platz einen Raubmordverſuch verübte, iſt zur Beobachtung
ſeines Geiſteszuſtandes in die Irrenanſtalt Alzey
übergeführt worden.
Mombach, 10. Febr. Als vor 5 Jahren die
Einge=
meindungsbedingungen zwiſchen Mainz und Mombach
feſtgelegt wurden, legte man in Mombach Wert darauf,
die Straßenreinigung ſelbſt vorzunehmen, eine
Bedingung, auf die man in Mainz der Erſparnis halber
mit Freuden einging. Jetzt verlangt man mit aller
Ent=
ſchiedenheit ,daß die Stadt Mainz, genau wie ſie es auch
mit dem eingemeindeten Kaſtel hält, die
Straßenreini=
gung in Mombach durch das ſtädtiſche Reinigungsamt
ausführen laſſe. Die Stadt verweigert dies indes unter
Hinweis auf den Vertrag und ließ gleichzeitig die
Haus=
beſitzer zur zweimaligen Straßenreinigung in der Woche
auffordern. Daraufhin griffen dieſe zum
Maſſen=
ſtreik. Kein einziger Hausbeſitzer rührt einen Beſen
oder eine Schippe zur Straßenreinigung an. Angedrohte
Polizeiſtrafen blieben wirkungslos. So hängt nun ſchon
ſeit Monaten die Sache in der Schwebe, und die Folge
davon iſt, daß der Stadtteil Mainz=Mombach den
zwei=
felhaften Ruhm hat, der ſchmutzigſte Ort Rheinheſſens
zu ſein. Die Hauptſtraße bildet eine einzige
kilometer=
lange Breimaſſe, die völlig unpaſſierbar iſt.
Worms, 12. Febr. Eine hieſige Witwe machte im
vorigen Jahre, als ſie bei Verwandten in Nidda zu
Be=
ſuch war, die Bekantſchaft eines Sommerfriſchlerpaares,
das ſich ihr als Poſtaſſiſtent Fleiſcher und Frau vorſtellte.
Die Freundſchaft zu dieſem Paare wurde derartig, daß
ſich die Witwe veranlaßt ſah, dem neuen Freunde, der
in Geldſachen recht bewandert ſchien, 18000 Mark
in Wertpapieren zur Aufbewahrung zu übergeben.
Wie ſich jetzt herausſtellt, hat Fleiſcher einen Teil der
Pa=
piere unter dem Namen Gabler bei zwei hieſigen
Bank=
häuſern, den Reſt die Frau in Zürich verkauft. Die
Iden=
tität Gablers mit Fleiſcher wurde durch Schriftvergleiche
bewieſen. Wahrſcheinlich hält ſich das Gaunerpaar in
Berlin auf.
(*) Gießen, 11. Febr. Die 4.
Sängerverſamm=
lung zur Bekämpfung der Unlauterkeiten
bei Geſangswettſtreiten tagte heute nachmittag
im Hotel Schütz” unter Leitung des Chormeiſters
Schloſſer=Wiesbaden. Dieſer wies auf die drei
vorher=
gegangenen Verſammlungen zu Frankfurt a. M.,
Wies=
baden und Limburg hin; überall hätten Dirigenten und
Sänger ſchwere Klagen über Mißſtände und
Unredlich=
keiten geführt. Auch die heutigen Verhandlungen
zei=
tigten zahlreiche Beſchwerden der Redner. Es ſprachen
u. a. A. Klein=Gießen, Bauer=Wetzlar, Lehrer Heller,
Rrichmann=Ockershauſen. Die Notwendigkeit zur
Be=
ſettigung der Mißſtände und zur Reform der
Wett=
ſtreite wurde faſt allſeitig betont. Namentlich wurde
gefordert, daß die Preisrichter nicht Komponiſten ſein
dürfen; dadurch ſei es ſchon zu Unredlichkeiten und
Be=
einfluſſungen gekommen. Viele Wettſtreite würden
ab=
gehalten, um ein Geldgeſchäft zu machen; in der
Um=
gegend Gießens ſeien dieſes Jahr allein ſechs Wettſtreite.
Die erörterten und beanſtandeten Mängel und Mißſtände
ſollen veröffentlicht, die Reform der Wettſtreite
ange=
ſtrebt werden.
Gießen, 12. Febr. Auf eine 25jährige Tätigkeit als
akademiſcher Lehrer konnte am Montag der Geh.
Juſtiz=
rat Prof. Dr. Arthur Benno Schmidt zurückblicken. Er
iſt ſeit 1897 Mitglied der Erſten Kammer der Stände als
Vertreter der Landes=Univerſität. Sein Lehrfach umfaßt
Geſchichte des deutſchen Rechts, bürgerliches Recht,
Wech=
ſelrecht und Kirchenrecht. Geheimerat Schmidt iſt ein
ge=
borener Leipziger. Der Gelehrte iſt Mitglied des Großh.
Verwaltungsgerichtshofes und ſtaatliches Mitglied der
Hiſtoriſchen Kommiſſion für das Großherzogtums Heſſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Febr. In einer von
1000 Perſonen beſuchten Verſammlung wurde, um den
endgültigen Frieden in der Berliner
Damenkon=
fektion herbeizuführen, die Wahl einer paritätiſchen
Kommiſſion zwiſchen den Schneidermeiſtern und den
Fabrikanten einerſeits und den Arbeitnehmern anderſeits
beſchloſſen. — Der Adventiſt Neumann, der ſich
weigerte, als er Soldat geworden war, am Samstag
Dienſt zu tun und deshalb zu 5 Jahren Gefängnis
ver=
urteilt worden war, iſt, nachdem er nahezu 4 Jahre im
Feſtungsgefängnis geweſen iſt, vom Kaiſer begnadigt
worden. — Auguſt Thyſſen der Aeltere will die
Gläu=
biger ſeines älteſten Sohnes Auguſt Thyſſen befriedigen,
unter Bedingungen, die er in einem Schreiben an die
Deutſche Treuhandgeſellſchaft niederlegte. Danach ſollen
alle legitimen Gläubiger volle Befriedigung erhalten,
wenn das Vermögen ſeines Sohnes einſchließlich der
etwaigen Rechte aus den Verträgen von 1885/86 abge=
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Febrnor
1912.
Seite 5.
treten wird. Auch ſoll der Sohn eine Rente von 120000
Mark erhalten. — Frau Toſelli kommt einſtweilen
nicht nach Berlin. Eine Dame, die in der Fantener
Straße in Wilmersdorf eine größere Wohnung gemietet
hat und die man in der dortigen Gegend infolge der
Zei=
tungsmeldungen für die angekündigte Frau Toſelli hielt,
hat nun unter der Zudringlichkeit mancher Leute ſehr zu
leiden. Es wird beſtätigt, daß beide Perſönlichkeiten
keineswegs identiſch ſind. Der innere Zuſammenhang
der Angelegenheit iſt freilich nicht klargeſtellt worden.
Mannheim, 12. Febr. Herrn Bankier H. Marx,
In=
haber des Bankhauſes H. Marx u. Goldſchmidt=
Mann=
heim, wurde vom Großherzog von Heſſen der
Charakter eines Hofrats verliehen.
Rufach (Elſ.), 12. Febr. Geſtern morgen fand man die
Witwe des penſionierten franzöſiſchen Gendarmen
Mil=
licher in ihrer Wohnung ermordet auf. Im
Ver=
laufe des geſtrigen Tages wurde mit Hilfe eines
Polizei=
hundes recherchiert. Dieſer nahm die Spur nach der
Woh=
nung eines Nachbarn, der mit der Ermordeten in einen
Prozeß verwickelt war; der mutmaßliche Täter wurde
ver=
haftet.
Gleſch bei Bergheim, 12. Febr. Der Rentenempfänger
Wirtz wurde vor einigen Tagen tot aufgefunden.
Die Kriminalpolizei ſtellte feſt, daß Wirtz erſchlagen
wor=
den iſt. Als mutmaßliche Täter ſind der Sohn und der
Schwiegerſohn des Getöteten verhaftet worden. Geſtern
gab der Sohn die Tat bereits zu.
Reichenbach, 12. Febr. Der Vogtl. Anzeiger ſchreibt:
Heute vormittag fand eine furchtbare Bluttat im
Stadt=
teile Oberreichenbach ſtatt. Der dort wohnende
Korb=
machergehülfe Heinrich Dillinger ermordete ſeine Familie,
beſtehend aus 5 Kindern im Alter von 3 bis 13 Jahren.
Die Leichen wurden in den Betten mit Schußwunden
in den Köpfen aufgefunden. Dillinger wurde auf ſeiner
Arbeitsſtelle feſtgenommen. Er geſtand die Tat ein. Er
hatte noch einen Revolver mit Patronen bei ſich. Die
Leichen wurden ins Städtiſche Krankenhaus gebracht Bei
der Ueberführung gab das jüngſte Kind noch ſchwache
Lebenszeichen von ſich. Die Urſache der Tat iſt
uner=
mittelt.
Stendal, 12. Febr. Ein ſchwerer
Unglücks=
fall ereignete ſich am Samstag in Bellingen. Hier
hatte der Arbeiter Albrecht bei der Ueberlandzentrale
Erdarbeiten auszuführen. Dabei geriet ein Brett, auf
dem Albrecht arbeitete, ins Schwanken. Albrecht griff
nach einem Halt und geriet dabei an die
Starkſtromlei=
tung, Er, wurde auf der Stelle getötet. Der
Verun=
glückte hinterläßt eine Frau und mehrere Kinder.
Rathenow, 12. Febr. Einen frechen
Erpreſ=
ſungsverſuch hat hier in der vergangenen Woche
der 24jährige Schmiedegeſelle Räbiſch aus Bunzlau
un=
ternommen. Räbiſch ſandte dem Oberleutnant von
Brü=
ning vom 4. Garde=Regiment einen Brief, worin er ihn
zur Ueberſendung von 800 Mark poſtlagernd aufforderte.
Im Weigerungsfalle drohte er dem Oberleutnant mit
einer Anzeige. Dieſer übergab den Brief der Polizei, die
Räbiſch in dem Augenblick verhaftete, als er am
Poſt=
ſchalter nach dem Geldbriefe Nachfrage hielt. Herr von
Brüning iſt als ſehr vermögender und wohltätiger Mann
bekannt und Räbiſch hat wahrſcheinlich auf die
Gutmü=
tigkeit Brünings gebaut, um in den Beſitz von
Geld=
mitteln zu gelangen.
Wien, 12. Febr. Hofburgſchauſpieler Konrad Löwe
iſt im Alter von 56 Jahren geſtorben.
Brüſſel, 11. Febr. Der deutſche Schillerverein
feierte heute ſein 50jähriges Beſtehen durch eine
General=
verſammlung im Rashaus zu Brüſſel, der u. a. der deutſche
Geſandte v. Flotow, der engliſche Geſandte Villiers, der
Gouverneur von Brabant, Beco, und der Bürgermeiſter
von Brüſſel beiwohnten. Abends vereinigte ſich die
deutſche Kolonie im Grand Hotel zu einem Feſtmahl, auf
dem der Vertreter der Regierung, Carton de Wiart, der
deutſche Geſandte, der öſterreichiſch=ungariſche Geſandte
Graf Clary und Aringen, der deutſche Konſul in Brüſſel
und andere teilnahmen.
C. K. Brüſſel, 11. Febr. In den letzten Tagen kam
es zur Kenntnis der Brüſſeler Polizei, daß einige
ver=
dächtig ausſehende Geſellen bei ihren Einkäufen mit
Gold= und Silbermünzen bezahlten, die die Jahreszahl
1815 trugen. Es wurden ſofort Nachforſchungen
einge=
leitet, die alsbald zu der Entdeckung führten, daß Diebe
im Waterloo=Muſeum gehauſt und eine ganze
Reihe von Reliquien von der großen Schlacht
ge=
raubt hatten. Am Dienstag wurden dann ein
Fran=
zoſe und ein Schweizer verhaftet; die Hausſuchung ergab,
daß der Franzoſe in dem Muſeum die juwelenbeſetzte
Tabaksdoſe Napoleons und zahlreiche andere koſtbare
Gegenſtände entwendet hatte, u. a. auch franzöſiſche und
engliſche Münzen von Waterloo. Eine ziemlich ſtattliche
Menge dieſer Münzen war bereits verſchwunden, und es
bleibt fraglich, ob man die geſtohlenen Gegenſtände
voll=
zählig wieder zurückerlangen wird.
Paris, 12. Febr. Faſt in ganz Frankreich, beſonders
aber an der Mittelmeer= und Atlantiſchen Küſte
herrſch=
ten geſtern nachmittag überaus heftige Stürme. In
Marſeille wurde durch Hagelwetter beträchtlicher Schaden
angerichtet. Man befürchtet, daß zahlreiche
Schiffs=
unfälle vorgekommen ſind.
London, 11. Febr. Lord Liſter, der Begründer der
antiſeptiſchen Wundbehandlung, iſt heute Nacht im Alter
von 85 Jahren geſtorben.
Moskau, 12. Febr. Bei dem Brande eines
Arbei=
terwohnhauſes ſind drei Arbeiter verbrannt.
Fünf=
zehn erlitten ſchwere Brandwunden
New=York, 11. Febr. Der Berl. Lokalanz. meldet: Im
Weſten der Union dauert der grimmige Froſt noch an.
Es werden anhaltend Temperaturen von 28 Grad Celſius
regiſtriert. Dazu herrſchen furchtbae Schneeſtürme, die den
Verkehr unterbrechen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
G. H.-Th. Hoftheater. „Das Tänzchen”.
Luſt=
ſpiel von Hermann Bahr, das heute Dienstag erſtmalig
hier zur Aufführung gelangt, zeigt den Dichter von einer
neuen Seite. Das Stück iſt eine politiſch=geſellſchaftliche
Satire. Licht und Schatten ſind aber gleichmäßig auf
alle Kreiſe verteilt, Dialog und Handlung voll aktueller
Anſpielungen.
* Konzert in der Johanneskirche. Das
am nächſten Freitag um 6 Uhr in der Johanneskirche
ſtattfindende Konzert wird diesmal zwar keinen
Chor=
geſang, aber eine Reihe auserleſener Soloſtücke bieten.
Außer der die Schlußnummer bildenden Kreuzſtab=
Kantate von J. S. Bach, deren Vortrag auch vor
einigen Jahren ſeinen erhebenden Eindruck hinterließ,
gelangt noch ein Stück aus der A-moll-Meſſe von Bach
(„Quoniam tu solus sanctus”) und Mörikes „Herr,
ſchicke, was du willſt” in der Vertonung von H. Wolf,
zum Vortrag. Herr R. Leucht, deſſen Celloſpiel nach
uns vorliegenden Berichten edler Ton und warme
Em=
pfindung nachgerühmt wird, hat Stücke von Tartini,
Rheinberger und Meckle zum Vortrag ausgewählt,
wäh=
rend unſer geſchätzter Stadtorganiſt Herr Borngäſſer
auf der bekanntlich trefflichen Orgel der Johanneskirche
je ein Stück von F. Mendelsſohn=Bartholdy (über den
Choral „Aus tieefr Not”) u. von J. S. Bach (Cdur=Fuge)
bringen wird. Das Konzert wird etwa eine Stunde
dauern. Wir ſind gewiß, daß es auch diesmal alte und
neue Freunde in der Johanneskirche verſammeln wird.
Eintrittskarten ſind im Gemeindehauſe der
Johannes=
gemeinde, im Verkehrsbureau, ſowie bei Schutter in
ver=
ſchiedenen Preislagen zu haben.
Kurſus für Armenpflege, Jugendwohlfahrt
und Jugendfürſorge.
* In das Programm wurde noch eingeſchoben: Die
Beſichtigung des Krüppelheims und der Anſtalt
für Epileptiſche zu Nieder=Ramſtadt heute,
Dienstag, den 13. d. M., nachmittags 3 Uhr. Für
die=
jenigen, die mit der Bahn fahren, iſt Abfahrt 2,35 Uhr
vom Hauptbahnhof, 2,46 Uhr vom Oſtbahnhof, 2,56 Uhr
Ankunft in Nieder=Ramſtadt. Diejenigen, die gehen
wollen, treffen ſich pünktlich um 2 Uhr am Böllenfalltor.
Zug zur Rückfahrt ab Nieder=Ramſtadt 6,25 Uhr.
Die Nationalliberalen und die
Präſidenten=
wahl.
* Berlin, 12. Febr. Von parlamentariſcher Seite
wird uns mitgeteilt: Die Vorgänge bei der
Prä=
ſidentenwahl im Reichstage führte zu einer
freien Beſprechung nationalliberaler
Ver=
trauensmänner aus dem Reiche, die geſtern unter
Teilnahme einer Reihe von Abgeordneten ſtattgefunden
hat. Von der Verſammlung wurde folgende
Erklä=
rung einſtimmig angenommen: Ernſte Nachrichten aus
verſchiedenen Landesteilen laſſen erkennen, daß dort über
die Haltung, die ein Teil unſerer Reichstagsfraktion bei
der Präſidentenwahl eingenommen hat, ſtarke
Verſtim=
mung herrſcht und daß zweifellos mehrfach die Gefaht
übereilter Entſchließungen vorliegt. Unter dem Ausdruch
unſeres vollen Verſtändniſſes für jene Verſtimmung
möch=
ten wir eine dringende Mahnung an alle unſere engeren
Freunde richten, gerade im gegenwärtigen Augenblick
un=
ter allen Umſtänden bei der alten Fahne zu bleiben. Nur
wenn alle treuen Verfechter bedingungslos bei den
na=
tionalen und ruhmvollen
Ueberlieferun=
gen unſerer Partei geſchloſſen in der Partei
aus=
harren. können wir über die jetzige Kriſis hinwea und
zu der Geſundung auch der Verhältniſſe im Reichstage
zurückgelangen.
* Berlin, 12. Febr. Wie das Wolffſche Bureau
ent=
gegen anderslautenden Blättermeldungen von
zuverläſſi=
ger Seite erfährt, hat Prinz von Schönaich=
Caro=
lath. wie die volitiſchen Verhältniſſe heute liegen,
ent=
ſchieden abgelehnt, eine etwa auf ihn fallende Wahl
zum Präſidenten anzunehmen.
* Berlin, 12. Febr. Die nationalliberale
Fraktion des Reichstags hat der F. Z. zufolge
nach langen Debatten beſchloſſen, daß der 2. Vizepräſident
Paaſche von dieſem Poſten zurücktritt und daß die
Fraktion ſich an der weiteren Wahl des
Präſidiums nicht mehr beteiligen wird,
nach=
dem der Verſuch, ein Geſchäftspräſidium zu bilden, durch
die Weigerung des Zentrums geſcheitert iſt. Der Abg
Prinz v. Schönaich=Carolath hat, wie die
politi=
ſchen Dinge jetzt ſich geſtaltet haben, die Uebernahme des
1. Präſidenten abgelehnt.
* Berlin, 12. Febr. Die Nationalliberale
Korre=
ſpondenz veröffentlicht morgen folgenden, von der
natio=
nalliberalen Reichstagsfraktion gefaßten Beſchluß: Die
nationalliberale Fraktion iſt von vornherein der Anſicht
geweſen und dieſem Standpunkt iſt durch die
Präſiden=
tenwahl am 9. Februar Rechnung getragen worden, daß
nur ein Präſidium gewählt werden könne, in dem ſowohl
die Rechte als auch die Linke vertreten iſt. Nur unter
einem ſolchen reinen Geſchäftspräſidium wäre ein
er=
ſprießliches Arbeiten möglich geweſen. In dem
gewähl=
ten Präſidium waren die beiden ſtärkſten Parteien
ver=
treten. Nachdem das Zentrum aus dem Präſidium
aus=
geſchieden war. hat ſich die Fraktion damit einverſtanden
erklärt, daß Prinz von Schönaich=Carolath es abgelehnt
hat, ſich an einer Neubildung des Präſidiums zu
beteili=
gen. Es iſt auch beſchloſſen worden, daß Dr. Paaſche
ſein Amt als zweiter Vizepräſident niederlegt.
Luftfahrt.
* Straßburg, 12. Febr. In Baden=Baden tagte
geſtern die Delegiertenverſammlung der
ſüdweſtddeut=
ſchen Gruppe des Dautſchen Luftfahrer=
Verbandes, bei der über den diesjährigen
Zuverläſſig=
keitsflug am Oberrhein beraten wurde. Den Vorſitz führte,
da Geheimrat Prof. Dr. Hergeſell verhindert war, der
General der Infanterie Gaede=Freiburg Nach einem
Bericht von Dr. Linke=Frankfurt a. M. über die von
ihm bearbeitete Denkſchrift zum oberrheiniſchen Flug von
1911 wurden finanzielle Fragen behandelt und dann über
die endgültige Feſtlegung der diesjährigen Flugſtrecken
de=
battiert: Die erſte und zweite Etappe von Straßburg nach
Metz und von Metz nach Saarbrücken ſteht feſt, die dritte
Etappe führt von Saarbrücken nach Mannheim oder nach
Darmſtadt oder Mainz, die vierte Etappe nach Frankfurt
a. M., die fünfte nach Karlsruhe, die ſechſte nach Freiburg,
die ſiebente nach Konſtanz.
— Die deutſchen Offizierspiloten
Ober=
leutnant Bahrends und Leutnant Solmitz,
die, wie berichtet, von Döberitz aus nach Hamburg flogen
und damit einen neuen deutſchen Ueberlandflug=Rekord
er=
zielten, indem ſie die Diſtanz von 240 Kilometer in 2 Std.
10 Min. zurücklegten, ſind glücklich nach ihrem Quartier
in Döberitz zurückgekehrt. — Weniger glücklich waren die
Leutnants Fiſch und Carganico, die auf der Rückreiſe
von Neuſtrelitz bei Oranienburg eine Zwiſchenlandung
vor=
genommen hatten. Infolge Defektes eines Flügels mußte
eine weitere Zwiſchenlandung bei Naſſenheide
vorgenom=
men werden. Da eine Reparatur an Ort und Stelle nicht
möglich war, wurde der Wright=Doppeldecker abmontiert
und nach Döberitz verladen. — Einen Flug von Döberitz
nach Brandenburg und zurück unternahm der Offiziers=
pilot Oberleutnant Canter mit Hauptmann
Wagen=
führ als Paſſagier. Der Flug, bei dem die Aufgabe
geſtellt war, eine Meldung nach der Infanterie=Kaſerne
in Brandenburg zu übermitteln, gelang einwandfrei.
sr. Eine Auszeichnung öſterreichiſcher
Aviatiker wird aus Wien gemeldet. Kaiſer Franz
Joſef dekorierte den bekannten Aviatiker Baron Economo
mit dem Komthurkreuz des Franz Joſefsordens, den
Flugzeugkonſtrukteur Igo Etrich mit dem Ritterkreuz des
Franz=Joſefs=Ordens, und den Chef=Piloten der
Oeſter=
reichiſchen Motorluftfahrzeug=Geſellſchaft Illner mit dem
Goldenen Verdienſtkreuz mit der Krone.
** Ein neuer Flug quer durch
Nordame=
rika iſt dem Aviatiker Fowler geglückt. Er war am 11.
September bei San Francisko geſtartet und erreichte nach
einem Fluge von 115 Tagen Jackſon=Ville (Florida). Die
erſte Durchquerung Amerikas im Flugzeug wurde
bekannt=
lich von dem Aviatiker Rodgers ausgeführt, der in 45
Tagen von New=York nach Kalifornien flog
Sport.
— F.=C. „Olympia 1898. Das am Sonntag auf
dem „Olympia”=Sportplatz zum Austrag gekommene
Wettſpiel zwiſchen dem Darmſtädter Sportklub 1905
und dem F.=C. „Olympia 1898” endete nach intereſſantem
Spiel mit 310 Toren zu Gunſten des F.=C.
„Olympia‟. Die Meiſterſchaftsſpiele des
Nord=
kreiſes ergaben folgende Reſultate: „Germania”=
Frank=
furt gegen „Sportverein”=Wiesbaden 311, Fußball=
Sport=
verein=Frankfurt gegen „Germania‟=Bockenheim 310,
Fuß=
ballverein=Frankfurt gegen „Kickers”=Offenbach 3:2, Hanau
1893 gegen Germania‟=Bieber 511. Im Südkreis
un=
terlagen „Kickers”=Stuttgart dem Karlsruher Fußball
verein mit 4:8 Toren, während „Phönix”=Karlsruhe den
I. F.=C. Freiburg mit 210 Toren ſchlug. Im Weſtkreis
ſpielte „Phönix”=Mannheim gegen Verein für Raſenſpiele=
Mannheim und gewann mit 1.0. „Phönix” wird
Weſt=
kreismeiſter, wenn der ſchwebende Proteſt für ihn günſtig
entſchieden wird.
— Darmſtädter Sportklub 1905. Das am
Sonntag auf dem Sportplatze an der Windmühle zum
Austrag gekommene Wettſpiel zwiſchen der 3. Mannſchaft
der Offenbacher Kickers und der gleichen des Darmſtädter
Sportklubs 1905 endete nach ſchönem Spiele mit 711
To=
ren zugunſten der Einheimiſchen.
* Der Fußballklub Alemannia=Darmſtadt ſtellte
ſeine 1. Mannſchaft gegen die gleiche des F.=K. Union=
Meſſel im fälligen Retour=Wettſpiel, wobei die
Darm=
ſtädter Mannſchaft mit 4:0 ſicher gewinnen konnte. Beim
Vorſpiel gewannen die Darmſtädter in Meſſel mit 3:0
Toren.
Das Retour=Wettſpiel zwiſchen dem F.=K.
Olym=
pia=Weiterſtadt 1910 und dem F.=K. Teutonia=Weiterſtadt
1911 endete 111 (Vorſpiel 1:1).
Grubenbrand.
* Beuthen (Oberſchleſien), 12. Febr. Ein großer
Grubenbrand brach auf der Lytander=Grube bei
An=
tonienhütte aus. Durch die gewaltige Rauchentwickelung
wurde einer großen Anzahl von Bergleuten, etwa 30, der
Ausgang abgeſchnitten. 6 Leichen wurden bereits
ge=
borgen. Die übrigen Eingeſchloſſenen ſcheinen verloren
zu ſein. Ueber die Entſtehungsurſache iſt noch nichts
be=
kannt.
* Antonienhütte, 12. Febr. Ueber den
Gru=
ben=Unfall auf der Lytander=Grube, der ſich geſtern
nachmittag ereignete, wird amtlich mitgeteilt, daß 6 Mann
zu Tode gekommen ſind. Die Verunglückten ſind ein
Steiger, ein Oberhauer, ein Maſchinenwärter und dret
Mann. Der Unfall wurde von zwei Mann, die auch
ver=
mutlich durch Fahrläſſiakeit das Unglück auf der vierten
Einfahrtsſohle veranlaßt haben, gemeldet. Die
umlau=
fenden Gerüchte, daß noch über 20 Mann eingeſchloſſen
ſind, entſprechen nicht den Tatſachen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die
Rehaktiot=
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Da man wieder dem ſo abſeits geſetzten
Landes=
kriegerdenkmal ſeine berechtigte eiſerne Einfriedigung
zu=
weiſen will, um es vor weiteren Bubenſtreichen zu
ſchützen, denn ohne ſeine Einfriedigung iſt aller greifbare
Schmuck und die hiſtoriſchen Erinnerungen mit der Zeit
wohl ganz verſchwunden, möchte Einſender ehe man
weitere Gelder opfert, den betreffenden Behörden
empfeg=
len, die Platzfrage nochmals zu prüfen und zu
beleuch=
ten. Der jetzige Platz iſt dem Denkmal nicht würdig.
Das Denkmal, das der jetzigen und den zukünftigen
Gene=
rationen als ein Heiligtum, ein Wahrzeichen aus
ſchwe=
rer Zeit gelten muß für alle die Opfer an Gut und Blut
um unſer Heiligſtes, das Vaterland, zu ſchützen und zu
retten, das bedroht war, vom Erzfeinde zertreten zu
werden, und nun durch germaniſche Kraft, geeint als
mächtiges Deutſches Reich, mit ſeinem Heldenkaiſer an
der Spitze, hervorging, hochgeachtet von der Welt,
mäch=
tig auf dem erſten Platze! Dem Wahrzeichen heſſiſcher
Kraft und Manneszucht gehört ein Platz, der leicht von
jedem ankommenden Fremden zu finden iſt und eine
Um=
gebung hat, der es für alle Zeiten würdig iſt. Es iſtdies die
Landgraf=Philipp=Anlage und insbeſondere der freie
Platz vor dem Main=Neckar=Bahnhofe in der Achſe der
verkehrsreichen Bleichſtraße. Iſt der Durchbruch nach
dem jetzigen neuen Bahnhofe fertig und die neue
Bahn=
hofsſtraße (der Griesheimer Weg) verbreitert und
wür=
dig mit zwei breiten Fußgängerſteigen mit Linden
ver=
ſehen, denn es iſt die nächſte Zukunftsſtraße zu Fuß für
das Volk nach der Stadt und zum Bahnhofe, ſo wird
jeder, wenn er auf den ſchönen jetzigen Bahnhofsplatz
in der Landgraf=Philipp=Anlage tritt mit ſeinen
ehr=
würdigen Linden, überraſcht das herrliche
Landeskrieger=
denkmal bewundern und ſich der ſchweren Zeit erinnern,
die Deutſchland, und namentlich unſere braven Krieger,
durchgemacht, als ſie in Feindesland den heimiſchen Herd,
Frau und Kind ſchützten. Das Straßenbild kann in der
Art verändert werden, daß z. B., wenn das Denkmal in
der Achſe der Bleichſtraße ſtände, ein Teil der Anlage
nach dem Ludwigsbahnhofe zu entfernen wäre, um die
Zufuhrſtraße nach der Bleich= und Friedrichſtraße
zu erweitern. Möchte man bei zuſtändiger Behörde
obi=
ges würdigen und dem Denkmal dieſen ſchönen freien
Einer für viele!
Platz zuweiſen.
Vermiſchtes.
C.K. Eine internationale Kunſtgewerbe=
Ausſtellung in Paris. Aus Paris wird berichtet:
Der Plan, in den nächſten Jahren in der franzöſiſchen
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Nummer 37.
Hauptſtadt eine große internationale Ausſtellung für
Kunſt=
gewerbe zu veranſtalten, iſt jetzt endgültig geſichert: im
Jahre 1915 ſollen ſich die Pforten dieſer Ausſtellung
öffnen, deren Ziel es iſt, ein möglichſt lückenloſes Bild der
Leiſtungen und Beſtrebungen modernen Kunſtgewerbes
aus allen Kulturländern zu vermitteln. Urſprünglich
be=
ſtand der Plan, im Jahre 1920 in Paris wiederum eine
Weltausſtellung zu veranſtalten, aber dieſer Abſicht ſtellten
ſich ſchwerwiegende Bedenken entgegen, und ſo wurde aus
dem Projekt die nunmehr geſicherte „Exposition
inter-
nationale des arts décoratives modernes 1915‟ Der
Gedanke war ſchon im vergangenen Jahre aufgetaucht und
ging auf zwei einflußreiche Körperſchaften zurück: auf den
franzöſiſchen Zentralverband für Kunſtgewerbe und aus
der Geſellſchaft zur Förderung der Kunſt und Induſtrie.
Das Projekt iſt von dem Kunſtminiſterium genehmigt
wor=
den, und nun iſt auch in der Kammer der Geſetzentwurf
eingebracht, der die Einzelheiten des Unternehmens regelt.
Die Ausſtellung wird die erſte große und internationale
Spezialausſtellung ſein, die amtlich, auf Antrag des
Par=
laments und mit Unterſtützung der Regierung ſtattfindet.
* Etwas vom Schmerz. Ueber allen Geſchöpfen der
Erde waltet der Fluch des Schmerzes. Das Schmerzgefühl
iſt eine allgemeine phyſiologiſche Mitgift aller Lebeweſen,
ſowohl derer, die ohne Nerven gebildet ſind, wie derer, die
ein hochorganiſiertes Nervenſyſtem beſitzen. Eine recht
ſinnfällige Erklärung dafür, was der Schmerz iſt, wie er
ent=
ſteht und ſich uns als Empfindung mitteilt, gibt Prof. Dr.
L. Schleich in einer kurzen Abhandlung in einem der
neueſten Hefte von „Ueber Land und Meer” (Stuttgart,
Deutſche Verlags=Anſtalt). Unter vergleichender
Heran=
ziehung der Erſcheinungen bei der Elettrizität bezeichnet
Prof. Dr. Schleich den Schmerz als einen elektroiden
Kurz=
ſchluß der Taſtnerven. Wie die elektriſchen Drähte beſitzen
die Taſtnerven eine Umhüllung, die das ſeitliche Abſpringen
der Funken verhütet. Eine ſeitliche Verletzung dieſer
Um=
hüllungen oder „Nervenſcheiden” iſt die Grundbedingung
jedes Schmerzes. Eine Quetſchung, ein Stich, ein Gift, ein
Kriſtall, ein Bakterium, ein abnormer Gewebeſaft, ein
Fremdkörper im Gewebe, all das ſtört die ſeitliche Iſolation
der Empfindungsnerven. Die Folge iſt ſeitlicher Kontakt
verſchiedenſter Syſteme und eine Alarmmeldung zum
Ge=
hirn. Es entſteht der elektroide Kurzſchluß, der ungefähr
geradeſo wirkt, wie eine Meldung hunderter von
Telephon=
anſchlüſſen gleichzeitig auf die Bedienerinnen einer
Tele=
phonzentrale: Verwirrung, Unorientiertheit, Tohuwabohu
iſt hier genau wie im Gehirn die Folge. Während die
Taſtnerven Meldungen der Orientiertheit übermitteln,
ver=
anlaßt ihre ſeitliche Iſolationsbeſchädigung den phyſiſchen
Eindruck der Hilfloſigkeit mit dem Charakter der Gefahr. Der
Schmerz iſt alſo ein Gemiſch von Bedrohung, Angſt,
Un=
ſicherheit, Zerſtörung des Beſtandes und Sorge um
Vor=
dringen der Vernichtung unſerer Apparate und damit
Ge=
fährdung unſerer Perſönlichkat. Nichts anderes geſchieht
beim ſeitlichen Schmerz: Sprengung der Iſolationen
un=
ſerer ſeeliſchen Empfangsorgane. Ein Eindruck unſeres
Auges, Gehörs uſw. enthält immer ſo ſchwere Ladungen,
daß die ſeeliſchen Rezeptoren ſeitlich geſprengt werden und
dasſelbe Gefühl des Verlorenſeins, der Hilfloſigkeit, des
Vernichtetwerdens in der Seele Platz greift wie beim
kör=
verlichen Schmerz. Der Schmerz iſt alſo ſtets die Folge einer
Verletzung der ſeitlichen Hemmungsapparate des
Nerven=
ſyſtems, er iſt ein Kurzſchluß ſeeliſcher Leitungen.
Literariſches.
— Der photographiſchen Kunſt fürſtlicher Autoren iſt
in der „Modernen Kunſt” eine feſſelnde Plauderei von
Hans Spörl gewidmet, die eine Fülle koſtbaren
Illuſtra=
tionsmaterials enthält. Aus dem übrigen Inhalte dieſes
neueſten (11.) Heftes der illuſtrierten Zeitſchrift „
Mo=
derne Kunſt” (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57.
Preis des Vierzehntagsheftes 60 Pfg.) heben wir
beſon=
ders den ſpannenden Beginn eines Romanes von
Sera=
fine Détſchy „Unſichtbare Bande” hervor, der zu Beginn
der Befreiungskriege ſpielt und mit einer ergreifenden
Begebenheit einſetzt. Den Kunſtfreunden wird eine
geiſt=
volle Würdigung der Kunſt Franz von Lenbachs durch
den engliſchen Maler Profeſſor Hubert von Herkomer
willkommen ſein; die „Theaterneuheiten” werden durch
Dr. Oskar Anwand von hoher Warte gewürdigt. Der
illuſtrative Schmuck des Heftes bietet neben anderen
präch=
tigen Abbildungen die doppelſeitige, farbige
Reproduk=
tion von P. A. Laſzlos nueſtem Porträt Kaiſer
Wil=
helms II. Da der Zick=Zack auch diesmal wieder von
Be=
gebniſſen und Perſönlichkeiten aus dem Geſellſchafts=,
Kunſt= und Sportleben in kurzen, illuſtrierten Beiträgen
originell und markant zu erzählen weiß, enthält dieſes
Heft eine Fülle feſſelnden Materials.
— Dem Andenken Friedrichs des Großen gewidmet
iſt das letzte Heft der bei der Deutſchen Verlags=Anſtalt in
Stuttgart erſcheinenden Monatſchrift „Arena”. Auch der
übrige Inhalt dieſes wiederum reich ausgeſtatteten
ſchmucken Heftes iſt ein ebenſo intereſſanter wie
vielſei=
tiger. Artikel, Eſſays und Plaudereien geſchichtlicher,
geo=
graphiſcher, techniſcher und naturwiſſenſchaftlicher Art
wech=
ſeln mit Erzählungen ernſten und heiteren Geiſtes und
Gedichten. Ein reicher Bilderſchmuck erhöht außerdem
den Reichtum und Reiz des Gebotenen, und rechnet man
dazu noch die Vielſeitigkeit deſſen, was am Schluß auf
32. Seiten unter dem treffenden Sammelbegriff „Kultur
der Gegenwart” ſich vorfindet, ſo muß man mit Freuden
bekennen, daß alles in allem auch dieſes Heft den Ruf
der Zeitſchrift als vornehm und gediegen vollauf zu
be=
feſtigen vermag.
— Neumanns Kurstabellen der
Berli=
ner Fondsbörſe. 23. Jahrgang 1911. Soeben
er=
ſcheint die diesjährige Ausgabe von Neumanns Kurs=
Tabellen. Das ſeit nunmehr 23 Jahren in Bank= und
Kapitaliſtenkreiſen vorzüglich eingeführte Werk erſcheint
in dem Verlag für Börſen= und Finanzliteratur A.=G. zu
Berlin, Leipzig und Hamburg, der die bekannteſten
Bör=
ſen=Handbücher in ſeinem Verlage vereinigt. Neumanns
Kurs=Tabellen ſind auch in dieſem Jahre wieder mit
ge=
wohnter Sorafalt bearbeitet. Trotz des immer mehr
an=
wachſenden Materials iſt der Preis des Buches (5.50 Mk.)
nicht erhöht worden. Dasſelbe iſt durch alle
Buchhand=
lungen oder direkt vom genannten Verlage zu beziehen.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 10. Febr. Zwiſchen dem
Miniſterpräſiden=
ten, dem Kriegsminiſter und dem General Caneva
herrſcht vollſtändiges Einvernehmen. Alle Gerüchte, die
von einem Zwiſt etwas wiſſen wollen, ſind glatt
erfun=
den. Caneva wird in einigen Tagen nach Tripolis
zurückkehren und dort das Oberkommando wieder
über=
mehmen. Auch in der Kriegsführung wird keine Aender=
ung eintreten. Dieſe wird genau nach den bisherigen
Geſichtspunkten durchgeführt werden, die da ſind:
Ge=
wonnenes nicht wieder aufgeben, Verluſte an
Menſchen=
leben möglichſt zu vermeiden und die ausſichtsloſen
An=
griffe des Feindes nicht zu verhindern ſuchen, damit ſich
dieſer aufreibt.
* Rom, 12. Febr. Auf der Tagesordnung der erſten
Kammerſitzung ſteht nach der Wiedereröffnung am
22. Februar die Gültigkeitserklärung des Dekrets vom
5. November 1911, durch das Tripolitanien und
Cyrenaika der vollen Souveränität des Königreichs
Italien unterſtellt werden.
— Konſtantinopel, 11. Febr. Der Miniſter
des Aeußern, Aſſin Bey, lehnte geſtern einen
Frie=
densvorſchlag des öſterreichiſch=ungariſchen
Bot=
ſchafters ab, wonach Italien die offizielle Anerkennung
von Tripolis und der Cyrenaika zurückzieht und ſich mit
einer Organiſation des Landes im Namen beider
Herrſcher Italiens und der Türkei begnügen will. Die
Pforte kann aber nur dann Frieden ſchließen, wenn die
im Felde ſtehenden Araber ihn wollen. Nach
Informa=
tionen, die der Pforte zugegangen ſind, iſt General
Ca=
neva nur zu informatoriſchen Zwecken nach Rom gereiſt.
Die Revolution in Ching.
* Nanking, 12. Febr. In gut unterrichteten
Krei=
ſen glaubt man, daß das Abdankungsedikt
mor=
gen veröffentlicht wird. Eine Konferenz der Führer hat
beſchloſſen, die bisher angebotenen Bedingungen des
Ediktes zurückzuziehen, wenn das Edikt nicht am 8.
Fe=
bruar, dem chineſiſchen Neujahrstage, veröffentlicht wird.
Es iſt aber Grund zu der Annahme vorhanden, daß alle
Punkte, mit Ausnahme der Feſtſetzung der künftigen
Hauptſtadt, endgültig geregelt ſind. Ein ſtarkes Element
wird zweifellos ſich der Wahl Juanſchikais widerſetzen,
wenn er nicht nach Nanking kommt.
* Peking, 12. Febr. Heute wurden drei Edikte
bekanntgegeben. Das erſte Edikt erklärt, daß der Thron
die Republik annimmt, das zweite erklärt ſich mit
den zwiſchen Juanſchikai und den Revolutionären
feſtge=
ſetzten Bedingungen einverſtanden und das dritte Edikt
teilt mit, daß die Vizekönige davon unterrichtet werden
ſollen, daß der Thron ſich von der politiſchen
Macht zurückzieht, um dem Wunſche der
Bevöl=
kerung zu entſprechen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 12. Febr. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Während ſeines Berliner Aufenthaltes hat Lord
Haldane reichlich Gelegenheit gehabt, ſich mit den im
Deutſchen Reiche maßgebenden Perſönlichkeiten
auszu=
ſprechen und ſich ein Bild von der Stimmung zu machen,
wie ſie in Deutſchland zurzeit vorherrſcht. Einen
offiziellen Auftrag zu Verhandlungen hat Lord
Haldane nicht gehabt, und es gilt deshalb auch für
ganz unwahrſcheinlich, daß die beſonderen Fragen, von
denen vielfach in der Preſſe die Rede war, mit ihm
er=
örtert worden ſind. Wenn eine Perſönlichkeit von dem
Gewichte des engliſchen Kriegsminiſters nach
Beendig=
ung einer Orientierungsreiſe heimkehrt, ſo werden die
von ihm gemachten Erfahrungen zweifelsohne für ſeine
Regierung von Gewicht ſein, ſie werden u. a. vielleicht
zur Aenderung der überraſchenden Auffaſſung Churchills
beitragen, daß die Flotte für Deutſchland nur eine
Luxusſache ſei. Ob die Haldaneſche Reiſe weitere
Fol=
gen haben wird, muß abgewartet werden.
* München, 12. Febr. Heute morgen brach im
Maga=
zin der Königlichen Porzellanmanufaktur
in Nymphenburg aus unbekannter Urſache ein
Großfeuer aus, dem der ganze Raum mit Modellen
und Holzvorräten zum Opfer fiel.
* Beuthen in Oberſchleſien, 12. Febr. Das
Bank=
geſchäft Sohrauer u. Förſter hat ſeine Zahlungen
eingeſtellt. Die Verbindlichkeiten belaufen ſich auf gegen
4 Millionen Mark. Veranlaßt wurde der Konkurs durch
die Zahlungseinſtellung der Holzgroßhandlung A.
Gold=
ſtein in Königshütte, die mit 3 Millionen fallierte.
Be=
teiligt ſind bei dem Zuſammenbruch mehrere Breslauer
Großbanken, eine Berliner Großbank und eine Wiener
Bank.
* Beuthen, 12. Febr. Zu der Zahlungs=
Ein=
ſtellung der Firmen A. Goldſtein in Königshütte
und Sohrauer u. Förſter in Beuthen wird von den Firmen
naheſtehender Seite mitgeteilt, daß ſich die genaue Summe
nicht feſtſtellen laſſe, aber anfangs dieſer Woche ein genauer
Status bekanntgegeben werden ſolle. — Wie beſtimmt
ver=
ſichert wird, findet in den nächſten Tagen eine
Zuſammen=
kunft mehrerer Großbanken in Beuthen und Königshütte
ſtatt, um durch eine Fuſion die Firmen Sohrauer u. Förſter
in Beuthen und A. Goldſtein in Königshütte zu halten.
* London, 12. Febr. Lord Haldane erklärte bei
ſeiner Ankunft einem Berichterſtatter, man habe ihn in
Berlin empfangen, wie er es nur habe wünſchen können.
Berlin ſei eine ſehr hübſche Stadt, ſeine Bevölkerung ſei
ſehr liebenswürdig.
* Mancheſter, 12. Febr. Die Hafenarbeiter
willigten ein, die Arbeit wieder aufzunehmen,
da die Shipcanal=Company verſprochen hat, die
Be=
ſchwerden zu prüfen.
— Gotha, 12. Febr. In der Lutherſtraße wurde durch
eine Gasexploſionsein Dienſtmädchen getötet.
Die Frau wurde in der Wohnung tot aufgefunden, der
Ehemann ſcheint durch die Gasvergiftung und Schreck
irrſinnig geworden zu ſein. Das Ehepaar hat
wahrſchein=
lich einen Selbſtmordverſuch verübt und die Gasexploſion
entſtand durch den Eintritt des Dienſtmädchens mit einer
offenen Lampe.
— Waldeck, 12. Febr. Die kürzlich vom Fürſten zu
Waldeck geadelte Witwe Valentin Koch hat zu
wohl=
tätigen Zwecken 175000 Mark geſtiftet.
— Neunkirchen (Saar), 12. Febr. Auf dem
Weſt=
ſchacht der Grube „Rheden” in der Nähe der
Bahn=
ſtation Friedrichsthal, der neu abgeteuft wird, riß heute
morgen kurz nach 2 Uhr ein Förderſeil, wodurch die
Förderkübel ſich oben überſchlugen. Der Inhalt
entleerte ſich auf die Arbeiter, von denen drei getötet,
drei ſchwer und zwei leicht verletzt wurden.
H. B. Paris, 12. Febr. Die franzöſiſche Regierung
ver=
folgt mit lebhaftem Intereſſe die in Berlin gepflogenen
Unterhandlungen, welche bei der Anweſenheit
Lord Haldanes dort ſtattfanden. Vor der Abreiſe
des engliſchen Kriegsminiſters nach Berlin hat die
eng=
liſche Regierung tatſächlich dem franzöſiſchen Kabinett
mit=
geteilt, daß England feſt entſchloſſen iſt, die Bande des
herzlichen Einvernehmens zwiſchen England und
Frank=
reich aufrecht zu erhalten und noch feſter zu ſchließen, ſowie
ferner die franzöſiſche Regierung auf dem Laufenden zu
halten über alle Unterhandlungen, welche gepflogen werden
könnten. Es wird weiter hinzugefügt, und zwar auf Grund
ſicherer Informationen, daß die franzöſiſche Regierung
eine Beſſerung der Beziehungen zwiſchen England und
Deutſchland mit beſönderer Befriedigung ſehen würde.
Alle Mächte Europas könnten hieraus, ſo glaubt man hier,
Nutzen ziehen, ohne daß das beſtehende Syſtem der
Bünd=
niſſe und Verſtändigungen irgendwie beeinträchtigt würde.
In Frankreich würde man mit großer Genugtuung ſehen,
wenn eine Verſtändigung zwiſchen London und Berlin
wegen der Flottenrüſtungen erfolgen würde.
— Paris, 12. Febr. Nach einem Gerücht ſoll die
Gioconda nicht geſtohlen, ſondern durch einen
Be=
dienſteten aus Unachtſamkeit beſchädigt worden ſein,
ſo=
daß er das Bild aus Angſt beſeitigte.
H. B. Brüſſel, 12. Febr. Der Gouverneur der
Pro=
vinz Hennegau fordert die Streikenden der Bo
rinage durch einen Aufruf zur Schonung der Nahrungs
mittel auf. Die Kaufleute, deren Läden geplündert wurden,
erhoben Schadenerſatzklagen gegen die Gemeinden.
In=
zwiſchen ſind weitere militäriſche Verſtärkungen
einge=
troffen, weshalb geſtern ziemliche Ruhe herrſchte. Die
Verhandlungen zur Beilegung des Streiks durch
Vermitte=
lung des Gouverneurs werden fortgeſetzt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Oſten und Weſten des Erdteils liegen Depreſſionen
während vom Norden her hoher Druck vordringt.
Temperaturen liegen im Nordoſten zum Teil erheblich
unter Null. Deutſchland iſt mit geringen Ausnahmen
froſtfrei. Niederſchläge fielen teils in erheblicher Menge.
Der hohe Druck dürfte ſich weiter ausbreiten und etwas
kälteres Wetter bedingen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 13. Febr.:
Vielfach heiter, Morgennebel, meiſt trocken, etwas kälter.
Ich teile Ihnen
gerne mit, daß mir der regelmäßige Gebrauch von
Scotts Emulſion vorzüglich bekommen iſt. Beſonders
ſtelle ich feſt, daß ſich mein Appetit wieder eingeſtellt
hat und mir das Eſſen vortrefflich ſchmeckt.
Infolge=
deſſen hat ſich mein Gewicht anſehnlich vermehrt, und
ich fühle auch ſonſt eine allgemeine Kräftigung meines
Körpers. Meine Nerven ſind viel ruhiger geworden,
und das bekannte nervöſe Flimmern hat faſt gänzlich
aufgehört.
Kois Einaieien
hat mir alſo wirklich recht gut getan!
Mitteilung von Herru Friedrich Kreiter, Irrenpfleger, Ilten
bei Hannover, Anſtalt Köthenwald, den 5. Auguſt 1910.
Der regelmäßige Gebrauch von Scotts Emulſion iſt in der
Tat häuſig von ganz auffallender Wirkung auf die Eßluſt. Es
gibt ſo viele Fälle, denen man nur beikommen kann, wenn es
gelingt, den Appetit zu beleben, d. h. die Eßluſt anzuregen. Es
gilt dies nicht etwa nur für Kinder, ſondern mindeſtens
ebenſo=
gut für Erwachſene; ein Verſuch wird überzeugen.
Scotts Emulſion wird bon uns ausſchließlich im großen verkauft.
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, fondern nur in verſiegelten.
Originalflaſchen in Karton mit= unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem
Dorſch). Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
2 Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima Glyzerin
50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphorigſaures Natron 2,0,
pulv Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi pulv. 2,0, Waſſer 129,0, Alkohol.
11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl
je 2 Tropfen.
CAKWUETeTVohk
Eine Flasche 60 Pfg. ersetzt eine Hausapotheke.
Karmelitergeist
(131a
Preiswerk und gebrauchsſertig ſind:
Feinsfe Mevonneise
Anchovy-Faste à Sardellen-Buſter
Willkommen zum Leetiſch, Jrüßſtück etc.
Hotel Darmstädter Hof
Vornehmes Sälchen für
— Vertobte
zur Abhaltung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet.
(130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein‟.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute vormittag 9 Uhr entſchlief nach
langem, ſchwerem Leiden mein lieber Gatte,
unſer guter Vater, Sohn, Schwiegerſohn,
Bru=
der, Schwager und Onkel
(*3486
Heinrich Machleid
Schneider.
Darmſtadt, den 12. Februar 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Machleid, geb. Gebhard.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14.
Fe=
bruar, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Darmſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
mmer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar
1912.
Seite 7.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Nachricht, daß unſere liebe,
gute Mutter, Schwiegermutter, Schweſter,
Schwägerin und Großmutter
(3825
FrauElisabeth Gelfius
geb. Ganßmann
Montag nachmittag 2 Uhr nach langem
Lei=
den ſanft aus dem Leben geſchieden iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Gelfius,
Fuhrmannſtraße 6.
Darmſtadt, den 12. Februar 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. Febr.,
nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Dankſagunge
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem herben Verluſte bei dem Heimgang unſerer
innigſtgeliebten Mutter
(3806
Frau Henriette Illig
geb. Boßler
ſowie für die vielen Blumenſpenden, und Allen,
die mir ſo liebevoll zur Seite ſtanden, ſagen auf
dieſem Wege innigen Dank.
In tiefem Schmerz:
Sokie Illig.
Elisabeth Abel, geb. Illig.
Dankſagung.
Für die überaus vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang meines teuren
Gatten, unſeres lieben Vaters und Bruders
Oberlandesgerichtsrat i. P.
Dr. Carl Zimmermann
ſagt innigen Dank
(3802
im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Amalie Zimmermann.
Darmſtadt, den 12. Februar 1912.
Dankſagung.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme bei dem Hinscheiden
un-
serer lieben Mutter, Schwiegermutter
und Grossmutter
(3781
Frau
Elise Bodenstein
sagen aufrichtigen Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmstadt, den 11. Februar 1912.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Ab. A): „Das
Tänzchen”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert der Meininger Hofkapelle um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Gaſtſpiel des Marionetten=Theaters Münchener
Künſt=
ler um 5 und 8 Uhr im Hotel „Zur Traube”.
Vortrag von Stadtpfarrer D. Dr. Diehl um 8½ Uhr
im „Kaiſerſaal” (Bezirksverein Altſtadt).
Vortrag mit Lichtgilder von Rechnungsrat Schupp um
8¼ Uhr im „Mathildenhöhſaal” (Bezirksverein
Mathil=
denhöhviertel).
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß=
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Lirmpia=Kinematograph Rheinſtraße 2.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Eröffnung des Reichstages durch Alterspräſident
Trä=
ger; das Reſultat der bayeriſchen Landtagswahlen;
das verunglückte engliſche Unterſeeboot „A. 3‟ der
Rektor des St. Bernhard=Hoſpizes mit ſeinen Hunden.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 14. Februar.
Acker=Verſteigerung des Leonh. Treuſch um 10 Uhr
auf dem Ortsgericht I.
Herrenanzüge= ꝛc. Verſteigerung um 9 u. 3 Uhr
Grafenſtraße 25.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Brennholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im
Wald=
reſtaurant Einſiedel.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Rathaus
zu Arheilgen.
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im
Ge=
meindewald Langenſelbold (Zuſammenkunft am
Bahn=
hof).
Unentgeltliche ärztliche Beratungsſtelle
für Säuglingspflege, Heinheimerſtraße 21.
Sprechſtunden: Montags und Donnerstags 2—3 Uhr,
Dienstags und Freitags 4½—5½ Uhr.
Mauſoleum zu beſuchen nach vorheriger
Erlaubnis=
einholung beim Großh. Hofmarſchallamt.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Een Renfert
das wegen seines Wohlgeschmackes, seiner milden, sicheren Wirkung mit Recht
beliebteste Mittel zur Regelung des Stuhlganges und Verhütung von Verstopfung,
für Erwachsene und Kinder, sollte in keinem Haushalt fehlen. Von zahlreichen
Aerzten wärmstensempfohlen. Originalblechdosen mit 20 Fruchttabletten M. 1.—
Man hüte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAKIN. (VI2083
fertige billig Hosen,
Mür Knaben Blusen, Anzüge eic.
Aelt. Sachen werden mit verarb.
Schneiderin, Liebfrauenstr. 79. 1266a
Aufpol. v. Möb.
Spezialität: uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (1265a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
reinigen und
Reparaturen bügeln von
Herrn= u. Damengarderoben ſchnell,
gut und billig. Poſtkarte genügt.
*3413
Willmann, Neckarſtr.
Franikurt ſ.
Brutmaſchine Eier preiswert zu
verkaufen. Näh. Ecke Ruths= und
Pankratiusſtraße (Laden). (*3442id
Verloren
am Sonntag zwiſchen 12 u. 1 Uhr
mittags in der Nähe des Fußweges
nach Traiſa kleiner weißer
Kinder=
velz. Gegen gute Belohnung
ab=
zugeben Martinſtr. 74, I. (B3824
Billige
beste
Ur
Nahff0
Fettschrot 60% Stück
Steinkohlenbriketts
Union-Briketts. (B1657
Verlangen Sie Preise u. Probezentner.
Karl-
Tel.
1sos Gg. Schött str. 54
Alt Darmſtädter
Anſichten, Porzellane, Geſchirre,
Uhren, Inſtrumente, Pläne, Karten
ꝛc. zu kaufen geſucht. Offert. m.
Preis u. W 73 an die Exp. (1248t
Ilavierſtimmer Emil Schultze,
Kammermuſiker, Herderſtr. 11.
Aufträge werd. auch. i. der Buchhdl.
v. Schroth, Rheinſtr. 15, entg. (2804a
Fir Herrenl die wenigſtens 2 Anzüge u. 1 Patetot innerhalb eines Jahres benötigen, koſtet
jed. Anzug od. Paletot nur Mk. 50.— bezw. Mk. 55.— im Abonnement. Proſpekte u. Stoffproben an
Inte=
reſſent. umſ. Christian Hoeser, Schneidermſtr., Mainz, Schillerstr. 48. I. Nur ff. Maßanfertig. Gegr. 1888. (3794a
Söchin, 9000 Mk. bar, wünſcht
Rpaſſende Heirat mit Beamten
Frau Schäfer, Worms a. Rh.,
(*3471
Burkardſtraße 23.
Nehrer, ev., 29 Jahre, ſucht betr.
* Heirat mit Mädch., ev., 30 000
Mk. Vermög., bek. zu werd. Frau
Schäfer, Hyp.= u. Immob.=Geſch.,
Worms a. Rh., Burkardſtr. 23. *3470
Päckerm., ev., ſucht Mädchen mit
5000 Mk. zwecks Heirat. Frau
Schäfer, Worms a. Rh., Hyp.= u.
Imm.=Geſch., Burkardſtr. 23. (*3469
Rädch., 42 J., kath., 25000 M., ſucht
Mmit Beamten (Witwer) betr.
Heirat in Verbind. zu tret. Frau
Schäfer, Worms a. Rh., Hyp.= u.
Imm.=Geſch, Burkardſtr. 23. (*3468
Brief M. S. 100
liegt „Darmſtädter Tagbl.” (*3467
Damez-Masken
faſt alle neu, ſeid. Koſtüme, Jung=
Deutſchland, Ruſſin, Monte=Carlo
Roſe, Tirol., Großes Loos,
Waſſer=
roſe, Stern, Veilchen, Zigeunerin,
Gärtnerin, Pierretts in all. Farben,
Spaniſche Tänzerinnen, Soubrette
Goldfiſch, Rokoko, Italienerin u.
verſchied. Trachten von 3 Mk. an,
Domino 1 Mk. Stiftſtr. 89, pt. (2576a
Einige ſchöne Maskenkoſtüme
zu verleihen oder zu verkauf.
Riegerpl. 11, p., u. 12, II. (*3055di
Hocheleg. Damenmasken, teils
neu, von 3 Mk. an zu verleih.
Roßdörferſtr. 16, 1. St. (2497a
askenkoſtüme billig zu verl.
Ball und
Gesellschaftsfrisuren
werd. jederzeit elegant ausgeführt,
auch werd. noch Damen i.
Abonne=
ment angenommen. Beſtellungen
erbitte Mauerſtr. 4, part.; daſ.
Kopfwaſch. f. Damen u. Trocknen
mit dem neueſten Trockenappar.
Damenſalon ſeparat. (*565a
MEliſabethenſtr. 43, H. I. l. (3405a
Laskenkoſtüm (Schmetterling)
f. zierliche Figur zu verleihen eventl. billig zu verkaufen
2564a)
Empfehle mich den werten
Damen in Anfertigung
und Modernisieren der
(3556fi
Garderobe
Berta Müller
Nieder=Ramſtädterſtr. 5½, III.
hmnter u. Schen t et.
Mauerſtr. 4, part. Ahaſtr. 10, H. p. r. (*3418imd
Kurſe vom 10. Februar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Pf. Staatspapiere. I Pro.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl.. 91,10
81,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . . 91,10
82,10
(3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,10
93,50
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .100,50
90,09
do.
3½
79,80
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,40
4 do. do. (unk. 1918) 100,40
89,50
do.
do.
78,40
Sächſiſche Rente . . . 81,80
Württemberger v. 1907 100,70
do.
95,10
Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
Griechen v. 1887
Italiener Rente . . . 99,00
½ Oeſterr. Silberrente . 94,00
do. Goldrente . . 96,90
do. einheitl. Rente 90,60
Portug. unif. Serie I 65½
do. unif. Ser. III 67,80
do. Spezial. 10,10
Rumänier v. 1903 . . 101,30
do. v. 1890. . 95,00
do. v. 1905. . 92,00
Mat.
4 Ruſſen v. 1880. 91,75
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,40
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
3½ Schweden. . . . .
4 Serbieramort. v. 1895 86,00
4 Türk. Admin. v. 1903 84,50
4 do. unifiz. v. 1903 91,50
Ungar. Goldrente 92,35
do. Staatsrente 90,40
5 Argentinier . . . . . . 101,30
89,60
do.
4
4½ Chile Gold=Anleihe 92,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 99,20
94,40
do.
95,70
Japaner
Innere Mexikaner . 97,40
61,10
do
4 Gold=Merikan. v. 1904 91,00
5 Gold=Mexikaner . . . 100,40
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
141,20
fahrt
. 104,80
3 Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb 600
Einz. Mk. 408 113,80
Baltimore & Ohio. . 104½
Gotthardbahn
In Pre.
6% Oeſt.=Ungar. Staatsb. 155,25
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 18,75
6 Pennſylvania R. R. 120,00
Induſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 200,00
3 Werger=Brauerei
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 498,50
14 Fabrik Griesheim . . 255,00
27 Farbwerk Höchſt . . . 550,75
20 Verein chem. Fabriken
338,90
Mannheim .
127,00
5 Lahmeyer .
. 161,90
7 Schuckert
12 Siemens & Haleke. 238,25
30 Adlerfahrradw. Kleyer 474,30
12 Bechumer Bb. u. Guß 225,75
.203,00
17 Gelſenkirchen .
196,30
Harpener .
15 Phönix, Bergb. u.
Hit=
tenbetrieb . . . . . . . 256,10
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 89,30
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,20
92,00
do.
3½.
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
do. ſteuerfrei. 96,00
5 Oeſterr. Staatsbahn.
95,30
do.
do. alte . 80,20
5. Oeſterr. Südbahn . . 99,80
80,70
do.
55,60
do.
3 Raab=Oedenburger. 77,60
89,20
Ruſſ. Südweſt..
Kronpr. Rudolfbahn . 96,00
S.. 1
70,50
Livorneſer.
Miſſouri=Paciſte .. 74,00
Bagdadbahn Mk. 408 34,30
Anatoliſche Eiſenb., . 97,50
99,25
5 Tehuantepec
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 150,00
6½ Darmſtädter Bank. . 125,75
12½ Deutſche Bank .264,25
6 Deutſche Vereinsb. 125,25
10 Diskonto=Geſellſchaft 191,60
8½ Dresdner Bank 160,25
6½ Mitteldeut. Kredibk. 121,75
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 127,60
6½ Pfälzer Bank 130,25
141,00
6,45 Reichsbank .
Rhei. Kredit=Bark. 135,50
7½Wiener Bank=Verein
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
3½ do. S. 19. . . . 90,00
4 Irkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Dank 100,00
89,75
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=B. 101,30
90,30
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,00
do. (unk. 1914) 89,30
3½
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
90,60
do.
3½
E12
Br.
Städte=
Obligationen
Darmſtast . . 4..₰
3½ 8o.
90,00
4 Fomankkuns
100,60
½ ha.
95,80
3½ 2.
99,50
20,
89,70
* 100,00
5, 0
90,10
-
3½ 28.
4 Ma
ee 100,00
½ 52.
90,30
4
3½ 59.
e
100,00
8½ Nanhein
90,00
Rürberg.
99,90
3½ do.
Offenbach
3½ da.
4 Wiesbabes . .. 3.40 100.00
3½ ds.
90,60
Worns
3½ de.
Liſſabenes a. 1885₰ 80,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 136,50
5 Donau=Reg. fil. 100
3 Holl. Komm. „ 100 107,40
5 Brn
8t.
8 Madrider Fs. 100 77,60
Meining. Pr.=
Pfand=
brieß. . . . . . . . 137,50
Oeſterr. 1860er Loſe 180,80
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 156 115,00
Unverzinsliche
Aulebensloſe.
Augsburger fl. 7 36,00
Braunſchweige: Tlr. 20 202,50
F. 15 —
Freibunge
Js. 45 —
Meillahs
Fs. 10 —
5a
g. 7 —
Meiningss
Oeſtessohtss a 1664 ₰ 100 527,00
2a. à 1658 „ 100 —
Ungar. Gtaus „ 100 370,60
Benadign Frs. 30 —
Tärkiſche
„ 400 170,60
Golb, Sülber und
Banknoten.
Engl. Gorreigns .
20,47
20 Franks=Stücke
16,25
Gleſtarg. 20-ronan.
16,90
Amertkanſſche Roten
4,19
Engliiche Moten
20,48
Franzsfliche Roten . .
81,30
Holländiſche Noten . . . . 169,45
Italienößche Noten .
80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,90
Ruſſiſche Neten . . . . . . 216,00
Schweiger Asten . . . . . 81,10
Reichsbask=Diskonto . . . 5½
Reichäbe-ombard 335 6%
Seite 8
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Nummer 37.
Die neuen Vorſchriften über die
Inva=
liden= und Hinterbliebenenverſicherung
nach der Reichsverſicherungsordnung.
Am 1. Januar 1912 ſind die Vorſchriften des vierten
Buches der Reichsverſicherungsordnung und die zu ihrer
Durchführung erforderlichen anderen Vorſchriften dieſes
Ge=
ſetzes, das in ſeinen übrigen Teilen erſt nach und nach durch
laiſerliche Verordnung in Wirkſamkeit geſetzt werden wird,
in Kraft getreten. Die Aenderungen gegen das ſeither
geltende Recht des Invalidenverſicherungsgeſetzes ſind
der=
art weittragende, daß eine Ueberſicht über die weſentlichſten
Aenderungen des Geſetzes, die aber naturgemäß ein
Ein=
gehen auf alle Einzelheiten vermeiden muß, für weite Kreiſe
von großem Intereſſe ſein dürfte.
Zunächſt iſt der
Kreis der Verſicherten
erweitert. Hier ſind neu einbezogen in den Kreis der
ver=
ſicherungspflichtigen Perſonen die Gehilfen und Lehrlinge
in Apotheken, ferner die Bühnen= und Orcheſtermitglieder
ohne Rückſicht auf den Kunſtwert ihrer Leiſtungen.
Vor=
ausſetzung des Verſicherungszwanges iſt aber, daß dieſe
Per=
ſonen das 16. Lebensjahr vollendet haben, gegen Entgeld
beſchäftigt werden und ihr regelmäßiger
Jühresarbeits=
verdienſt 2000 Mk. an Gehalt nicht überſteigt. Unter der
gleichen Vorausſetzung ſind weiterhin Betriebsbeamte,
Werk=
meiſter und andere Angeſtellte in ähnlich gehobener Stellung
dann zu verſichern, wenn dieſe Beſchäftigung ihren
Haupt=
beruf bildet.
Auf der anderen Seite iſt auch der Kreis der von der
Verſicherung befreiten Perſonen weiter gezogen, als der
des ſeitherigen Invalidenverſicherungsgeſetzes vom 13. Juli
1899. So iſt z. B. verſicherungsfrei nicht nur der, der eine
Invalidenrente bezieht, oder invalide iſt, auch der Bezug
einer Hinterbliebenenrente befreit von der
Verſicherungs=
pflicht; weiter werden nach § 1238 R. V. O. auf ihren
An=
trag von der Verſicherungspflicht befreit
Verſicherungs=
pflichtige, die während oder nach der Zeit eines
Hochſchul=
unterrichts zur Ausbildung für ihren künftigen Beruf oder in
einer Stellung beſchäftigt werden, die den Uebergang zu
einer der Hochſchulbildung entſprechenden
verſicherungs=
freien Beſchäftigung bildet. Der Bezug einer Unfallrente
oder die Vollendung des 70. Lebensjahres bilden dagegen
vom 1. Januar 1912 ab keinen Grund mehr für die
Be=
freiung von der Verſicherungspflicht; etwa erteilte
Be=
freiungen ſind hier mit genanntem Tage ungültig
geworden.
Weitergehende Aenderungen betreffen den
Gegenſtand der Verſicherung.
Dieſer iſt zwar, ſoweit Invaliden= und
Altersver=
ſicherung in Betracht kommen, der gleiche geblieben.
Hin=
zugetreten iſt die Hinterbliebenverſicherung.
Nach § 1251 erhält Invaliden= oder Altersrente, wer
die Invalidität oder das geſetzliche Alter nachweiſt, die
Wartezeit erfüllt und die Anwartſchaft aufrechterhalten
hat. Hinterbliebenenfürſorge wird gewährt, wenn der
Verſtorbene zur Zeit ſeines Todes die Wartezeit für die
Invalidenrente erfüllt und die Anwartſchaft
aufrecht=
erhalten hat. Witwengeld und Waiſenausſteuer nur,
wenn außerdem die Witwe zur Zeit der Fälligkeit der
Bezüge ſelbſt die Wartezeit für die Invalidenrente
er=
füllt und die Anwartſchaft aufrechterhalten hat (§ 1252).
Nach § 1255 erhält Invalidenrente ohne Rückſicht
auf das Lebensalter der Verſicherte, der infolge von
Krankheit oder anderen Gebrechen dauernd invalide iſt.
Die Begriffsbeſtimmung der Invalidität iſt im
weſent=
lichen die gleiche wie ſeither. Als invalide gilt nämlich
nach § 1255 Abſ, 2 R. V. O., wer nicht mehr imſtande iſt,
durch eine Tätigkeit, die ſeinen Kräften und Fähigkeiten
entſpricht, und ihm unter billiger Berückſichtigung ſeiner
Ausbildung und ſeines bisherigen Berufes zugemutet
werden kann, ein Drittel deſſen zu erwerben, was
körver=
lich und geiſtig geſunde Perſonen derſelben Art mit
ähn=
licher Ausbildung in derſelben Gegend durch Arbeit zu
verdienen pflegen.
Auch bei vorübergehender Invalidität wird
Invali=
denrente — wie ſchon jetzt — gewährt. § 1255 Abſ. 3
beſtimmt: „Invalidenrente erhält auch der Verſicherte,
der nicht dauernd invalide iſt, aber während 26 Wochen
ununterbrochen invalide geweſen iſt oder der nach
Weg=
fall des Krankengelds invalide iſt, für die weitere Dauer
der Invalidität.‟ Dieſe Rente wird jetzt ausdrücklich
als Krankenrente bezeichnet.
Eine Neuerung enthält § 1291. „Hat der Empfänger
der Invalidenrente Kinder unter 15 Jahren, ſo erhöht
ſich die Invalidenrente für jedes dieſer Kinder um ein
Zehntel bis zu dem höchſtens anderthalbfachen Betrage.”
Dieſe Vorſchrift gilt jedoch nur für ſolche Empfänger
von Invalidenrenten, deren dauernde Invalidität nach
dem 31. Dezember 1911 eingetreten iſt, oder deren
Kran=
kenrente nach dieſem Tage beginnt.
Altersrente erhält der Verſicherte vom vollendeten
70. Lebensjahre an, auch wenn er noch nicht ivalide iſt
(§ 1257).
Die neu hinzugetretene Hinterbliebenenfürſorge
zer=
fällt in Witwenrente, Waiſenrente, Witwerrente,
Wit=
wengeld und Waiſenausſteuer.
Keinen Anſpruch auf Hinterbliebenenfürſorge haben
die Hinterbliebenen ſolcher Verſicherten, welche am 1. Ja
nuar 1912 bereits verſtorben waren; das gleiche gilt
für die Hinterbliebenen ſolcher Verſicherten, welche an
dem genannten Tage im Sinne des
Invalidenverſicher=
ungsgeſetzes dauernd — alſo nicht blos vorübergehend
erwerbsunfähig waren und dann verſtorben ſind,
ohne inzwiſchen die Erwerbsfähigkeit wieder erlangt zu
haben (Artikel 71 Abſ. 1 und 2 des Einführungsgeſetzes
zur R. V. O.
Die Vorausſetzungen für dieſe Bezüge der
Hinter=
bliebenen ſind in den §§ 1258 ff. R. V. O. geregelt.
Hier=
nach erhält Witwenrente die dauernd invalide Witwe
(§ 1258 Abſ. 2) nach dem Tode ihres verſicherten Mannes.
Die gleiche Rente erhält auch die Witwe, die nicht
dauernd invalide iſt, aber während 26 Wochen
ununter=
brochen invalide geweſen iſt, oder die nach dem Wegfall
des Krankengeldes invalide iſt, für die weitere Dauer der
Invalidität (Witwenkrankenrente) (§ 1258).
Waiſenrente erhalten nach dem Tode des
verſicher=
ten Vaters ſeine ehelichen Kinder unter 15 Jahren, nach
dem Tode einer Verſicherten ihre vaterloſen Kinder unter
15 Jahren. Als vaterlos gelten auch uneheliche Kinder
(§ 1259).
Die Vorausſetzungen der Witwerrente ſind in dem
§ 1260, die der Waiſenrente für Kinder, deren Mutter
geſtorben iſt und deren Vater erwerbsunfähig iſt, oder
ſich ſeiner väterlichen Unterhaltungspflicht entzogen hat,
in den §§ 1260—1261 und der Waiſenrente für elternloſe
Enkel in dem § 1262 geregelt.
Die Renten der Hinterbliebenen beginnen mit dem
Todestage des Ernährers. War die Witwe an dieſem
Tage noch nicht invalide, ſo beſtimmt ſich der Beginn
der Rente nach dem Eintritt ihrer Invalidität oder nach
dem Eintritt der Berechtigung zum Bezuge der
Witwen=
krankenrente (§ 1263). Das Witwengeld und die
Waiſen=
ausſteuer ſtellen einmalige Leiſtungen dar; das
Witwen=
geld wird mit dem Tode des Ehemannes, die
Waiſen=
ausſteuer bei Vollendung des 15. Lebensjahres der
Kin=
der fällig (§§ 1264, 1296).
Erhebt eine Witwe, ehe ſie invalide iſt, Anſpruch auf
Grund der Hinterbliebenenverſicherung, ſo wird auf
ihren Antrag die Höhe ihrer Witwenrente feſtgeſtellt und
die Witwe über ihre Rechte belehrt, nach Eintritt der
Invalidität ihren Anſpruch auf Zahlung anzumelden
(Anwartſchaftsbeſcheid) (§ 1743).
§ 1294 beſtimmt:
„Die Renten der Hinterbliebenen dürfen zuſammen
nicht mehr betragen als das anderthalbfache der
In=
validenrente, die der Verſtorbene zur Zeit ſeines Todes
bezog oder bei Invalidität bezogen hätte.
Waiſenrenten allein dürfen zuſammen nicht mehr
betragen als dieſe Invalidenrente.
Ergeben die Renten einen höheren Betrag, ſo
wer=
den ſie im Verhältnis ihrer Höhe gekürzt.
Enkel haben nur ſoweit einen Anſpruch, als nicht
der zuläſſige Höchſtbetrag den Kindern zufließt.”
Beim Ausſcheiden eines Hinterbliebenen (§ 1294
Abſ. 3) erhöhen ſich die Renten der übrigen bis zum
zu=
läſſigen Höchſtbetrage (§ 1295). Als Witwengeld wird
der zwölfache Monatsbetrag der Witwenrente, als
Waiſenausſteuer der achtfache Monatsbetrag der
bezoge=
nen Waiſenrente gewährt (§ 1296).
Die Witwen= und Witwerrente fallen bei der
Wieder=
verheiratung fort. Die Waiſenrente fällt weg, ſobald
die Waiſe das 15. Lebensjahr vollendet. Der Anſpruch
auf das Witwengeld verfällt, wenn er nicht innerhalb
eines Jahres nach dem Tode des Ehemannes geltend
gemacht wird (§§ 1298 bis 1300).
Die Einführung der Hinterbliebenenverſicherung
äußert ihren Einfluß auch auf die Gewährung von
Heilverfahren.
Die Landesverſicherungsanſtalt war ſeither zur
Ein=
leitung eines Heilverfahrens befugt, um die infolge
einer Erkrankung drohende Invalidität eines Verſicherten
abzuwenden. Sie kann dies auch jetzt tun, um die
in=
folge einer Erkrankung drohende Invalidität einer
Witwe abzuwenden.
Als Vorausſetzung für den Bezug der
Verſicherungs=
leiſtungen werden vom Geſetz im allgemeinen Erfüllung
der Wartezeit und Aufrechterhaltung der Anwartſchaft
gefordert.
Die Vorſchriften über die
Wartezeit
ſind die gleichen geblieben (§§ 1278—1279); die
Beſtim=
mungen über die
Anwartſchaft
haben dagegen weſentliche Aenderungen erlitten.
Nach § 1280 erliſcht die Anwartſchaft, wenn während
zweier Jahre nach dem auf der Quittungskarte
ver=
zeichneten Ausſtellungstage weniger als 20
Wochen=
beiträge auf Grund der Verſicherungspflicht oder
Weiter=
verſicherung entrichtet worden ſind; unter Umſtänden
können als Erſatztatſachen auch Krankheitswochen, ſowie
Zeiten militäriſcher Dienſtleiſtung uſw. den
Beitrags=
wochen gleichgeachtet werden. — Näheres zu vergl. § 1281.
Bei der Selbſtverſicherung und ihrer Fortſetzung
müſſen dagegen zur Aufrechterhaltung der Anwartſchaft
innerhalb der oben bezeichneten zwei Jahre mindeſtens
40 Beiträge geleiſtet werden. Dieſes gilt nicht, wenn
auf Grund der Verſicherungspflicht mehr als 60 Beiträge
geleiſtet worden ſind.
Eine erloſchene Anwartſchaft kann wieder aufleben;
§ 1283 Abſatz 1 beſtimmt — wie ſeither —: „Die
An=
wartſchaft lebt wieder auf, wenn der Verſicherte wieder
eine verſicherungspflichtige Beſchäftigung aufnimmt oder
durch freiwillige Beitragsleiſtung das
Verſicherungs=
verhältnis erneuert und danach eine Wartezeit von 200
Beitragswochen zurücklegt.”
Neu ſind dagegen Abſ. 2 und 3 des § 1283, die derart
wichtig ſind — namentlich für ältere Verſicherte- daß ſie
in ihrem Wortlaut wiedergegeben werden müſſen. Sie
lauten wie folgt: „Hat der Verſicherte bei der
Wieder=
aufnahme der verſicherungspflichtigen Beſchäftigung
oder bei der Erneuerung des Verſicherungsverhältniſſes
durch freiwillige Beitragsleiſtung das 60. Lebensjahr
vollendet, ſo lebt die Anwartſchaft nur auf, wenn er vor
dem Erlöſchen der Anwartſchaft mindeſtens 1000
Beitragsmarken verwendet hatte.
Hat der Verſicherte das 40. Lebensjahr vollendet, ſo
lebt die Anwartſchaft durch freiwillige Beitragsleiſtung
nur auf, wenn er vor dem Erlöſchen der Anwartſchaft
mindeſtens 500 Beitragsmarken verwendet hatte und
danach eine Wartezeit von 500 Beitragswochen
zurück=
legt.”
Hat aber ein Verſicherter, deſſen Anwartſchaft
er=
loſchen iſt, vor dem 1. Januar 1912 oder bis zum 1.
Ja=
nuar 1913 wieder eine verſicherungspflichtige
Beſchäftig=
ung aufgenommen oder durch freiwillige
Beitrags=
leiſtung das Verſicherungsverhältnis erneuert, ſo gelten
für das Wiederaufleben der Anwartſchaft die ſeitherigen
Vorſchriften des § 46 Abſatz 4 IVG. weiter, ſo lange
nicht die Anwartſchaft abermals erliſcht. (
Ar=
tikel 74 EG.).
Die Vorſchriften über die
Entziehung der Renten
ſind im großen und ganzen die gleichen wie ſeither
geblieben. Hervorzuheben iſt wohl nur, daß jetzt nach
§ 1306 einem Rentenempfänger, der ſich ohne Grund
einer Nachunterſuchung oder Beobachtung in einem
Krankenhauſe entzieht, die Rente auf Zeit ganz oder
teil=
weiſe entzogen werden kann, wenn er auf dieſe Folge
hingewieſen worden iſt.
Was dagegen das
Ruhen der Renten
(§§ 1311—1318) betrifft, ſo iſt hier die weſentlichſte
Aen=
derung gegen das Recht des
Invalidenverſicherungs=
geſetzes die, daß Penſionen, Wartegelder und ähnliche
Bezüge eine etwa zu gewährende Invaliden= oder
Alters=
rente nicht mehr, wie ſeither, zum Ruhen bringen, daß
alſo ein Beamter für die Folge unbeſchadet der Höhe
ſeiner Penſion Invalidenrente neben ſeiner Penſion
be=
ziehen kann. Dieſe Vorſchrift hat Wirkſamkeit auch für
bereits ruhende Renten.
Treffen Invaliden= Alters= oder Hinterbliebenen=
Renten zuſammen, ſo ruht die niedrigere Rente vom Tag
des Zuſammentreffens an.
Zur Vermeidung von Mißverſtändniſſen iſt jedoch
darauf hinzuweiſen, daß bei den Mitgliedern der
Für=
ſorgekaſſe für Beamte und Bedienſtete der
Landgemein=
den und Kommunalverbände der Wegfall des Ruhens
der Rente eine Erhöhung ihrer Venſionsbezüge nicht im
Gefolge hat, da nach Art. 20 Abſ 1 F. K. G. der
Ruhe=
gehalt ſich um die Renten vermindert.
Fortgefallen ſind die Beitragserſtattungen der §§ 42
bis 44 des J. V. G. Der Hauptfall war hier der, daß
weiblichen Perſonen, welche eine Ehe eingegangen waren,
ein Anſpruch auf Erſtattung der Hälfte der für ſie
geleiſte=
ten Beiträge zuſtand, wenn die Beiträge vor Eingehung
der Ehe für mindeſtens 200 Wochen entrichtet waren.
Eine ſolche Erſtattung iſt für die Folge nicht mehr
zuläſ=
ſig. Die Aufhebung dieſer Vorſchrift bedeutet aber für
die Landesverſicherungsanſtalten wohl kaum eine
Er=
leichterung, da mit der Rückzahlung der Beiträge, die
auch nur zur Hälfte erfolgte, der Verluſt aller Rechte aus
dem ſeither beſtehenden Verſicherungsverhältnis
verbun=
den war. Für die Folge iſt aber zu hoffen, daß auch
ver=
heiratete Frauen, die ſeither zwangsverſichert waren, auch
nach der Eheſchließung, ſelbſt wenn ſie keine Lohnarbeit
mehr verrichten ſollten, von dem Recht der
Weiterver=
ſicherung Gebrauch machen und ſo ſich ihre Anſprüche auf
die Leiſtungen des Geſetzes erhalten werden.
Die in den vorſtehenden Ausführungen dargelegten
Erhöhungen und Erweiterungen der Leiſtungen bedingen
auch eine Erhöhung der
Beiträge.
Demgemäß wird jetzt nach § 1392 als Wochenbeitrag
erhoben:
in Lohnklaſſe
16 Pfg. (früher 14 Pfg.)
20
24
. 32
24
ℳ*40
30
V
36
. 48
Die Berechnung der Lohnklaſſen, die die gleichen
wie ſeither geblieben ſind, erfolgt nach den §§ 1246 ff. Für
die Uebergangszeit gilt hier die Bekanntmachung des
Reichskanzlers vom 21. Dezember 1911, betreffend
Ueber=
gangsbeſtimmungen für die Invaliden= und
Hinterblie=
benenverſicherung nach der Reichsverſicherungsordnung
(R. G. Bl. S. 1130).
Für die Zeit nach dem 1. Januar 1912 dürfen
Mar=
ken in alten Werten (§ 130 J. V. G.) nicht mehr
ver=
wertet werden. Selbſtverſtändlich ſind aber die alten
Werte, auch nach dem 1. Januar 1912, für ſolche Zeiten
nachträglich zu verwenden, die vor dem 1. Januar 1912
liegen. Im übrigen können die alten Marken bis zum
31. Dezember 1913 bei den Markenverkaufsſtellen gegen
gültige Marken in gleichem Geldwert umgetauſcht
wer=
den. (Art. 72 E. G) Weiterhin ſind nach dem 1. Januar
1912 nur Quittungskarten neuen Muſters zu verwenden.
Die bis zu dieſem Tage ausgeſtellten alten
Quittungs=
karten dürfen innerhalb zweier Jahre nach dem
Aus=
ſtellungstage und, wenn ihre Geltungsdauer durch
Ab=
ſtempelung verlängert iſt, bis zu dem letzteren Zeitpunkt
verwendet werden. Vom 1. Januar 1912 an dürfen
Ver=
längerungsvermerke in den Quittungskarten nicht mehr
angebracht werden.
Was die Verwendung der Beitragsmarken, den
Um=
tauſch und die Ausſtellung der Quittungskarten uſw.
an=
langt, ſo iſt alles dieſes in den §§ 1411—1464 R. V. O.,
ſowie in der Bekanntmachung des Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 21. Dezember 1911, die
Ausführung des Vierten Buches der
Reichsverſicherungs=
ordnung betreffend (Regierungsblatt Nr. 37 S. 589 ff.)
geregelt. Die weſentlichſten Aenderungen gegen den
ſeit=
herigen Zuſtand ſind die, daß eine Nachentrichtung von
Pflichtbeiträgen über die ſonſt gültige Zeit von 2 Jahren
auf 4 Jahre zurück nur dann ausgeſchloſſen iſt, wenn
ein Verſchulden des Verſicherten vorliegt. Ein
Verſchul=
den des Arbeitgebers allein genügt alſo zu dem
Aus=
ſchluß der vierjährigen Friſt nicht mehr. Ein Verſchulden
des Verſicherten liegt dann nicht vor, wenn der
Arbeit=
geber die Quittungskarte aufbewahrt und ſie nicht zur
richtigen Zeit ordnungsgemäß umgetauſcht hat (§ 1442).
Vielfach, insbeſondere in ſolchen Fällen, in denen
Zweifel über die Verſicherungspflicht oder =berechtigung
beſtehen können, kommt es vor, daß Verſicherte jahraus,
jahrein Marken verwenden, und daß nach Eintritt der
Invalidität ihr Rentenanſpruch daran ſcheitert, daß dieſe
Perſonen weder verſicherungspflichtig, noch
verſicherungs=
berechtigt waren. In ſolchen Fällen empfiehlt es ſich,
gemäß § 1445 Abſ. 2, von der Landesverſicherungsanſtalt
möglichſt bald, jedenfalls vor dem Eintritt der
Invali=
dität, die Feſtſtellung der Gültigkeit der verwendeten
Marken zu verlangen. „Hat die Verſicherungsanſtalt die
Verſicherungspflicht oder die Verſicherungsberechtigung
anerkannt, ſo kann der Rentenanſpruch nicht mit der
Be=
gründung abgelehnt werden, daß die Marken zu Unrecht
verwendet ſind.” Beſtreitet die
Landesverſicherungsan=
ſtalt die Verſicherungspflicht oder die
Verſicherungsberech=
tigung, ſo kann die Entſcheidung des zuſtändigen
Ver=
ſicherungsamtes nach § 1459 von dem Antragſteller
an=
gerufen werden. Ueberhaupt kann nach Ablauf von zehn
Jahren ſeit Aufrechnung der Quittungskarte die
rechts=
gültige Verwendung der in der Aufrechnung
beſcheinig=
ten Marken nicht mehr angefochten werden, es ſei denn,
daß der Verſicherte oder ſein Vertreter oder ein zur
Für=
ſorge für ihn Verpflichteter die Verwendung der Marken
in betrügeriſcher Abſicht herbeigeführt hat. (§ 1445 Abſ. 3.)
Weiterhin gelten nach § 1446 Beiträge, die in der
irrtüm=
lichen Annahme der Verſicherungspflicht entrichtet
wor=
den ſind und nicht zurückgefordert werden, als für die
Selbſtverſicherung oder Weiterverſicherung entrichtet,
wenn das Recht dazu in der Zeit der Entrichtung
beſtan=
den hat.
In der oben erwähnten Bekanntmachung vom 21.
Dezember 1911 hat das Großh. Miniſterium des Innern
an dem Einzugsverfahren für die Entrichtung der
Bei=
träge zur Invaliden= und Hinterbliebenenverſicherung
feſtgehalten, ebenſo iſt im allgemeinen die Hinterlegung
der Quittungskarten wieder vorgeſchrieben worden. Von
Einbeziehung der nicht ſtändigen Arbeiter in das
Ein=
zugsverfahren iſt einſtweilen Abſtand genommen; für die
freiwillige Verſicherung konnte nach § 1452 R. V. O. das
Einzugsverfahren nicht vorgeſchrieben werden. Als
frei=
wvillige Verſicherung gilt übrigens auch die
Zuſatzverſicherung,
welche durch die Reichsverſicherungsordnung neu
einge=
führt und in den §§ 1472 ff. geregelt iſt.
Alle Verſicherungspflichtigen und alle
Verſicherungs=
berechtigten können zu jeder Zeit und in beliebiger Zahl
Zuſatzmarken einer beliebigen Verſicherungsanſtalt in
die Quittungskarte einkleben. Sie erwerben dadurch
An=
ſpruch auf Zuſatzrente für den Fall, daß ſie invalide
wer=
den. Der Wert der Zuſatzmarke beträgt 1 Mark. Die
durch Zuſatzmarken erworbene Anwartſchaft erliſcht nicht.
Die Höhe der Zuſatzrente berechnet ſich nach § 1473.
„Für jede Zuſatzmarke, die der Verſicherte eingeklebt
hat, erhält er als jährliche Zuſatzrente ſo viel mal 2 Pfg.,
als beim Eintritt der Invalidität Jahre ſeit
Verwend=
ung der Zuſatzmarke vergangen ſind.
Gezählt wird von dem Kalenderjahr, in dem die
Quittungskarte aufgerechnet worden iſt, bis zu dem, wo
die Invalidität eintritt. Der Wert der Zuſatzmarken, die
danach ausfallen, wird dem Verſicherten oder ſeinen
Hin=
terbliebenen (§ 1302) erſtattet.”
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Seite 9.
Die Zuſatzrente wird gezahlt, ſo lange die
Invali=
dität dauert. (§ 1474 R. V. O.). Die Zuſatzrente wird
hiernach nur für den Fall der Invalidität gewährt; der
Bezug einer Altersrente, ohne daß Invalidität vorliegt,
genügt alſo nicht. Ebenſo hat die Verwendung von
Zu=
ſatzmarken keinen Einfluß auf die Höhe der
Hinterblie=
benenverſorgung.
Eine Wartezeit wird nicht gefordert.
Abfindung auf Antrag iſt zuläſſig, ſofern die
Zuſatz=
rente nicht mehr als 30 Mark jährlich beträgt.
Im Anſchluß hieran hat Großh. Miniſterium des
Innern beſtimmt:
„Die Einzugsſtelle hat die bei ihr hinterlegten
Quit=
tungskarten den Verſicherten auf Verlangen zum
Ein=
kleben von Zuſatzmarken vorzulegen. Die Verſicherten
können auch Zuſatzmarken der Einzugsſtelle übermitteln,
worauf dieſe die ihr übermittelten Marken unverzüglich
in die Quittungskarten einzukleben und zu entwerten hat.
Die Einzugsſtellen können ſich auch bereit erklären, für
ihnen übermittelte Barbeträge die entſprechenden
Zuſatz=
marken zu beſchaffen und in die Quittungskarte des
Ver=
ſicherten einzukleben.”
Die Einführung aller dieſer Aenderungen hat den
Erlaß einer Anzahl von
Ausführungsvorſchriften
erforderlich gemacht, deren Kenntnis wünſchenswert ſein
kann. Im Nachſtehenden ſoll daher eine
Zuſammenſtel=
lung dieſer Vorſchriften, ſoweit ſie hier von Intereſſe ſind,
gegeben werden. — Es ſind alſo ſeither erlaſſen worden:
1. Kaiſerliche Verordnungen und Bekanntmachungen
des Reichskanzlers:
a) Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 1. Auguſt
1911, betr. das Verfahren bei Anſtellung, Kündigung und
Entlaſſung von Angeſtellten und Beamten der
Kranken=
kaſſen, ſowie bei Streitigkeiten aus deren
Dienſtverhält=
niſſen (R. G. Bl. Nr. 44 S. 863 ff.).
b) Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 10.
No=
vember 1911 über die Einrichtung von Quittungskarten
für die Invaliden= und Hinterbliebenenverſicherung,
ſo=
wie das Entwerten und Vernichten der Beitragsmarken
und der Zuſatzmarken (R. G. Bl. Nr. 58 S. 937 ff.)
c) Kaiſerliche Verordnung vom 24. Dezember 1911
über Geſchäftsgang und Verfahren des
Reichsverſicher=
ungsamts (R. G. Bl. S. 1083 ff.).
d) Kaiſerliche Verordnung vom 24. Dezember 1911
über Geſchäftsgang und Verfahren der
Oberverſicherungs=
ämter (R. G. Bl. S. 1095 ff.).
e) Kaiſerliche Verordnung vom 24. Dezember 1911
über Geſchäftsgang und Verfahren der
Verſicherungs=
ämter (R. G. Bl. S. 1107 ff.).
k) Kaiſerliche Verordnung vom 24. Dezember 1911,
betr. die Gebühren der Rechtsanwälte im Verfahren vor
den Verſicherungsbehörden (R. G. Bl. S. 1094—95)
g) Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 21.
De=
zember 1911, Uebergangsbeſtimmungen für die Invaliden=
und Hinterbliebenenverſicherung nach der Reichsverſicher
ungsordnung betr., (R. G. Bl. S. 1130 ff.)
b) Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 22. De
zember 1911, Uebergangsbeſtimmungen zur Reichsver
ſicherungsordnung betr., (R. G. Bl. S. 1132—33).
1) Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 23.
De=
zember 1911, Uebergangsbeſtimmungen zur
Reichsver=
ſicherungsordnung betr., (R. G. Bl. S. 1133).
k) Beanntmachung vom 30. Dezember 1911, die
amt=
liche Veröffentlichung grundſätzlicher Entſcheidungen des
Reichsverſicherungsamtes betr. (R. G. Bl. Nr. 1 S. 2
von 1912).
2. Landesrechtliche Vorſchriften:
a) Landesherrliche Verordnung vom 16. Dezember
1911, die Ausführung der Reichsverſicherungsordnung
betr. (Reg.=Bl. S. 587).
b) Landesherrliche Verordnung vom 16. Dezember
1911, die Ausführung des Vierten Buches der
Reichsver=
ſicherungsordnung betr. (Reg.=Bl. S. 588).
c) Bekanntmachung vom 21. Dezember 1911, die
Aus=
führung des Vierten Buches der
Reichsverſicherungsord=
nung betr. (Reg.=Bl. S. 589 ff.).
d) Bekanntmachung vom 27. Dezember 1911, die
vor=
läufige Beſtellung der Verſicherungsbehörden betr. (Reg.=
Bl. S. 597).
Zum Schluſſe noch einige Zahlen! Die Koſten der
Hinterbliebenenverſicherung werden auf jährlich etwa
66½ Millionen und die der neu eingeführten
Zuſatz=
kinderrente (§ 1291 R.V.O.) auf jährlich etwa 9 Millionen
Mark geſchätzt. Da aber die Reichsverſicherungsordnung
auch auf den Gebieten der Kranken= und der
Unfallver=
ſicherung weſentliche Mehrleiſtungen gegen ſeither
auf=
weiſt, ſo wird man nicht fehlgehen, wenn man die
Leiſt=
ungen der deutſchen Arbeiterverſicherung für die Folge
auf jährlich rund eine Milliarde Mark veranſchlagt.
Zahlen beweiſen! Mögen aus ihnen die richtigen Schlüſſe
gezogen werden!
Hoeben gelangte zur Ausgabe:
Februar=Heft 1912
der
Heſſiſchen Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: D. Dr. Wilhelm Diehl: Zur Lebensgeſchichte Friedrich Chriſtian
Laukhards. — Dr. Karl Eſſelborn: Johann Jacob Mendel. — Dr. Karl
Knetſch: Ein Gang über die Marburger Friedhöfe (mit Abbildungen). —
Pfarrer Otto Ausfeld: Stammtafel der altheſſiſchen Pfarrersfamilie
Schröder. — Kleinere Mitteilungen: Profeſſor Karl Henkelmann: Die
Mutter des Waldes. — Pfarrer Hermann Knott: Geſchichte der Familie
Schenck. — Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften. — Umfragen.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte (Januarheft) unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik”
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
(3723
ſchreibe ich nicht aus, dafür enthält jedes
Paket des ſo beliebten Dr. Geniner’s
Beilchenſeiſenpulvera
woote „Goldperle‟ anen
ein reizendes Geſchenk.
Alleiniger Fabrikant auch des flüſſigen
Metallputzmittels „Gentol”:
Carl Gentner, Fabrik chem.=kechn. Drod
Göppingen.
Totar-Ausverkauf
wegen Geschäftsaufgabe
Rheinstrasse 31
Joh. Jacob Schenzer Wwe.
Verkaufe die Restbestände meines Lagers während
Februar u. März zu noch weiter herabgesetzten Preisen.
Besonders empfehle:
(2468a
Spitzen, Bänder, Besätze, sowie Samt- Seiden-,
Spitzenstoffe u. Carneval-Artikel etc.
geprüſt, übernimmt! Gehr. Trumeau zu kaufen
Hebammk, Wochenbettpflege. geſucht. Offerten unter H 3 an
B355
(3038a die Expedition.
Näheres Expedition.
Speiſe= u. Saatkartoff.
prima Ueberrh. Induſtrie,
nord=
eutſche, gut koch. Ware (*3440if
Franz Thüsing Nachf., Kahlertſtr. 36.
Welche hieſige
Herrenſchneiderei
liefert Jahres=Garderobe im
Abonnement? Offert. m. Angabe
der Bedingungen unter H 67 an
(*3395
die Expedition ds. Bl.
O
5
Neu!
Neu!
Darmstädter Monument
gesetzlich geschützt unter No. 142,450
zeue Möbel weit unterm Preis!
M Schreibtiſch (Diplomat), gr.
2tür. Kleiderſchrank, lack., hochf.
Vertiko, Ausziehtiſch, Stegtiſch,
Diwans, Chaiſelongue, mod.
Kleiderſtänder. Nähtiſchchen,
Spiegel m. Conſoltiſch
abzu=
geben Gartenſtr. 20, part. (*3479id
hesvoragende, OUALITETSCIGARREI
milde
Nc. 1 Einzelpreis 12 Pfg., Originalk, 50 St. 5.50
50 „ 4.75
10
50 „ 3.75
8
„ 3
(Erstklassige Spezialfabrikate)
(1436a
BS. FEITLER, Darmstadt
HAUPTGEScHAFT: LOUISENSTRASSE 4 TELEFON 338
F SOWEE IN SAMTLICHEN FLLIALEN U. NIEDERLAGEN.
Gewinnansing
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlokkerte.
2. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 10. Februar 1912.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und I.
Es können ſich noch einige Damen
an der Kochſtunde beteiligen. Er
lernung der guten bürgerl. Küche.
Frl. J. Friedrich, Frankfurterſtr. 74,
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne übg
98 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 5000 Mk. 141106
4 Gewinne zu 3000 Mk. 101015 185775
2 Gewinne zu 1000 Mk. 174806
6 Gewinne zu 500 Mk. 36529 108144 130121
12 Gewinne zu 400 Mk. 13080 34715 58942 90234
127253 149345
16 Gewinne zu 300 Mk. 43213 79817 87179 106972
112015 120688 137661 186701
66 Gewinne zu 200 Mk. 3803 5607 13118 15269
16210 17001 24108 27083 29041 47170 47697 65893
75283 76541 91182 93861 95587 110771 115496 119426
120988 124615 126470 129109 132616 137211 140582
140691 145630 151322 163966 173517 179799
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewimme über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 5000 Mk. 86396
2 Gewinne zu 3000 Mk. 43626
3 Gewinne zu 1000 Mk. 55894 122470 131138 136600
8 Gewinne zu 500 Mk. 8336 61711 119819 1836044
16 Gewinne zu 400 Mk. 12082 16913 30984 42117!
74973 118884 139762 148636
26 Gewinne zu 300 Mk. 6957 14689 17471 24408
73751 81639 82085 944876 109106 114257 130675
136779 156864 166529
88 Gewinne zu 200 Mk. 36 784 6904 9563
13936 24265 28836 29925 35405 36500 38013 45584
46341. 49800 52781 60842 62162 64319 66004 66394
73662 86515 90875 93581 102688 110827 116917
122219 125816 131114 131447 132063 187071. 141648
146425 147822 150460 152027 162282 163224 163767
69315 182300 185700
eis vor=
Trauerhüte rätg.
Putzſalon Mauerſtr. 20, I. (19
Futterkartoffel
abzugeben Dieburgerſtr. 19. (*3489
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Nummer 37.
Weiblich
Junge Frau empfiehlt ſich im
Flicken u. Ausbeſſern von
Weiß=
zeug und Kleidern, nimmt auch
Geſchäftskundſchaft an. Frau Bien,
*3450
Arheilgerſtraße
1Pfahrige Frobet ſche
Finder=
gärtnerin ſucht Stellung zu 1—2
Kindern, ev. auch für halbe Tage.
Näh. Mühlſtr. 66, 1. St. (*3203sid
Empfehle mich im Waſch. Frau
Schmidt, Dieburgerſtr. 36, II. (*3389
das kochen kann und
Mädchen, Hausarb. übernimmt,
ſucht tagsüber Beſchäftigung. Näh.
Waldſtraße 10, part. (*3384im
Ich empfehle mich im Waſchen
und Putzen. Frau Reinhard,
Roßdörferſtraße 1.
*3394)
Frau ſ. tagsüb. Beſchäft. Frau
Kollmer, Döngesborngaſſe 4. (*3458
Mädchen ſucht Stelle für
tags=
über oder auch Aushilfe. Näheres
(*3461
Schloßgaſſe 29, I.
Ein 13jähr. Mädchen ſ. Beſchft.
tirgend welch. Art nach der Schule
Arheilgerſtraße 14. (*3462
ut empf. Frau sucht 2 Std. Lanfd. f. vorm.
Zu erfr. Kirchstr. 10, 3. St. (*3454
Junge, ſaubere Frau ſucht
Putz=
ſtelle Lauteſchlägerſtr. 13, pt. r. (*3489
Frau ſucht ſof.Arbeit, gehtwaſch.
u. putzen Brandgaſſe 12, part. (*3472
Männlich
Stenograph (Gabelsberger) und
Maſchinenſchreiber (n. d.
Zehn=
finger=Blindſchreibemethode
ausge=
bildet) ſucht bis 1. April, eventuell
ſpäter Stellung. Gefl. Offerten
unt. H 61 an die Exped. (*3390ids
Cand. arch.
fertigt Perſpektiven von
Bauent=
würfen ſchnell u. bill. Off. unt.
H 86 an die Expedit. (*3487im
Junger Mann
mit höherer Schulbildung, ſucht
zu Oſtern in einer hieſigen
Ma=
ſchinenfabrik Stelle als Volontär.
Gefl. Offerten H 81 an die
Ex=
pedition ds. Bl.
(*3451
Geprüſt. Heizer, 20 J. a., mit
elektr. Lichtanlagen vertraut, ſucht
Stellung (kann ſofort eintreten).
Näh. in der Expedition. (*3453im
J. verh. Mann mit guter
Hand=
ſchrift ſucht f. h. Tage, am l. vorm.,
irgendwelche Beſchäftig. Gefl. Off
unt. H 76 an die Exp. (*3422
in aller Ar=
Gartenarbeiter beit vertraut,
ſucht Stellung. Offerten unter
H 87 an die Expedition. (*3488
Junger Mann (*3466
22 J. alt, m. all. vorkommend.
Kontorarb. durchaus vertr., an
ſelbſt. Arbeit. gew., auch bereits
3 J. d. größt. Teil Deutſchl.
be=
reiſt, ſucht geſtützt auf la Ref.,
p. bald dauernde
Kontoran=
ſtellg., evtl. Reiſep. Gefl.
An=
gebote erb. u. H 82 an d. Exp.
Junge Dame
für Schreibmaſchine und leichtere
Kontorarbeiten geſucht. Off. mit
Gehaltsanſpr. u. H 88 Exp. (*3491
Angehende Schneiderin für ein.
Tag in der Woche geſucht. Zu
er=
fragen in der Exped. (*3480
Erfahren. junger Kaufmann, led.,
ſucht bei gering. Anſprüch.
Stel=
lung auf Kontor, Lag., od. Exp.,
Branche egal. Off. unter F 12
an die Exp.
83sdsi
Tücht. nüchterner Mann
mit g. Handſchrift ſucht Arbeit,
einerlei welcher Art. Gefl. Angeb.
u. H 66 a. d. Exped. erb. (*3401imd
Suche für meinen 12jähr. Jungen
mittags Beſchäftigung. (*3409im
Kranichſteinerſtr. 8, Stb. (Müller),
Weiblich
Für unſere
Kurzwaren=Abteilung
ſuchen per 1. März
tüchtige
Offerten mit Zeugniſſen u.
Gehaltsanſprüche erbitten
Gebr. Rothschildl
Markt 2. (3336a
Schuhbranche.
Tüchtige, branchekundige
Ver=
käuferin zur Leitung einer Filiale
in Darmſtadt od. Kaiſerslautern mit
Kaution von zirka 2000 Mk. per ſof.
ſod, ſpäter bei hohem Gehalt und
dauernd. Poſten geſucht. Off. nebſt
Zeugnisabſchrift., Photogr. u.
Ge=
haltsanſpr. u. M W 491 an Haasen-
Sstein & Vogler A.-H., München. (3785Hf
eine perfekte Herrſchaftsköchin.
Näh. Heidelbergerſtr. 22. (*3209soi Braves, zuverläſſiges
Mädchen
für alle Hausarbeiten geſucht
3755a) J. Jacobi, Karlſtr. 34. Hausmädchen geſucht, Nähen
und Bügeln verlangt. Eintritt
1. März. Zu erfr. in d. Exp. (2805a Ein ſauberes Laufmädchen zu
2 Damen über Mittag geſucht
Gervinusſtraße 36, I. (3782 Braves fleiß. Mädchen ſof. gef
Gutenbergſtr. 61, III. (*3423 Zum 1. März wird ein durch=
aus tüchtiges
Mädchen
welches bürgerlich kochen kann, mit
prima Zeugniſſen in gute dauernde
Stellung geg. hohen Lohn geſucht.
Näheres bei Hoflieferant Hein,
(3811a
Schuſtergaſſe. 19. eine tüchtige Putzfrau
Suche wöchentlich zwei halbe
Tage, die in beſſ. Häuſern Beſcheid
weiß Wilhelmſtr. 14. (B3814 Tüchtig. Alleinmädchen
im Kochen bewandert, in kl. Haus=
halt (3 Perſ.) per 1. März oder
ſpäter gegen guten Lohn geſucht.
Näh. Karlſtraße 43, II. (3810 Suche zum 1. April anſtändiges
Junges, sauber. Dienstmädchen
Heinrich Müller, Frankfurter=
(*3438
ſtraße 79. Nicht zu junges Mädchen,
tüchtig im Haushalt, tagsüber ge=
ſucht Hochſtr. 26, I.
(*3412 Suche u. empfehle tücht. Mäd=
chen jeder Art. Johannette Weiß=
mantel, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*3415 zum 1. März tüchtiges
Suche Mädchen, das ſelbſtändig
kocht und etwas Hausarbeit macht.
Meldg. 7—9 abends. Frau von
Sierakowski, Olbrichweg17. (3792in Saubere Lauffrau für 2 Stund.
vormittags geſucht
(*3490
Roßdörferſtr. 82, 3. St. Solides,tucht. Mädchen
das etwas Hausarbeit übernimmt
in beſſerem Haushalt zu einem
Kinde ſofort geſucht. Anfragen
zwiſchen 10—1 Uhr vormittags
Beckſtraße 68, p.
3818im) Köchinnen, Hausmädchen,
Sllchk Kinder= u. Alleinmädchen,
w. koch. u. etw. v. Koch. verſtehen,
in Herrſch.=, Privat= u. Geſchäftsh.,
fern. ſuche für Hotels= u. Reſtaur.,
Büſettfräul., Bei= u. Kaffeeköchin,
Küchenmädch., Saiſon=Perſonal
in großer Anzahl.
(*3481
Mina Dingeldein,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Schützenſtraße 10½ 2. Stock,
Telephon 531. Sauberes Mädchen tagsüber
geſucht Landwehrſtr. 15. (3804a Laufmädchen für vormittags
von 9 Uhr ab geſucht Beſſunger=
(B3808
ſtraße 3 I. Eine Lauffrau geſucht für mor=
gens und mittags Wittmann=
ſtraße 3, I. Stock.
(B3807 Männlich Schriftl. Nebenerwerb. Proſp.
frei, durch Adreſſenverlag
„Naſſovia” Steglitz.
(*3456id
ſofort
Tücht. Schreiner gesucht.
. Schorlemmer, Hügelstr. 73. (*3406
Wir ſuchen überall
tüchtige Herren als
General=
vertreter für durchaus reellen
Maſſen=Artikel und bieten
ohne Kaution oder Licenz
glänzende Exiſtenz.
Geſchäft wird auch als
Neben=
erwerbvollſtändig eingerichtet
und kann mühelos in eigner
Wohnung betrieben werden.
Außergewöhnl. Gelegenheit!
Auskunft koſtenl. unt. Chiffre
Indnſtrie 59 an Danbe & Co.,
(3784D
Cöln a. Rhein.
Bei Grofiſten, Eiſenwaren=
Hdlg., Waren=Häuſern gut
ein=
geführte
Vertreter
zum Verkauf eines pat.
Maſſen=
artikels der Haush.=Branche
geg. Prov. f. beſtimmte Bezirke
geſucht. Off. u. F. V. R. 217 an
Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. (3791M
aller Berufe
Offene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533M
Für den hieſigen Bezirk werden
von leiſtungsfähig. Verſich.=
Geſell=
ſchaft tücht. Agenten geſ. Offert.
unter H 63 an die Exped. (*3387
1.
Fleißige Herren finden vornehme
Exiſtenz bei großem Unternehmen
geg. monatl. Fixum und
Neben=
bezüge. Offerten unter J. 455 an
Haasenstein & Vogler, A.-G.,
(1830H
Frankfurt a. M.
Schön iſt der Chauffeur=Bernf,
Jedermann kann ihn erlernen
bei ermäßigtem Winterhonorar
bis zur komm. Saiſon. (*3448ids
Chauffenr=Schule
Grafenſtraße 22.
Schäfer (kreisamtl. zugelaſſen).
Schiffsjungen
erhalten gratis Ausk. üb. Karriere
und Ausrüſt. I. Brandt, Altona a. d.
Elbe, Fiſchmarkt 20.
(2503E
Leichter, lohnender
Nebenverdienſt.
Wir ſuchen in allen Ständen
Ver=
treter, die in ihren Bekannten= u.
Verwandten=, ſowie Berufskreiſen
Feuer=, Einbruch=, Diebſtahl= oder
Waſſerleitungsſchäden, Verſiche
rungen abzuſchließen bereit ſind.
Gute Proviſionen und jede ge
wünſchte Unterſtützung wird
zuge=
ſichert. Offerten unter H. 1379
an Haaſenſtein & Vogler, A.=G.,
Frankfurt a. M.
(3786f
Bei der Induſtrie
gut eingeführter, fleißiger
Vertreter
von Fabrik der techniſchen
Branche gegen hohe Prov.
geſucht. Det. Offerten sub=
F. A. R. 200 an Rudolf
Mosse, Frankfurt a. M.
(3788m)
Darmſtadt
Haupt=Agentur zu verg.
einer großen Feuer= Einbruch=,
Diebſtahl= und
Waſſerleitungs=
ſchäden=Verſicherungs=
Aktiengeſell=
ſchaft mit vorhandenem Inkaſſo.
Es wird nur auf einen Herrn
reflektiert, der nennenswerte
Neu=
geſchäfte zu bringen in der Lage
iſt. Offerten unter J. 1380 an
Haasenstein & Vogler, A.-G.
Frankfurt a. M. (3787H
Stellenſuchende und Prinzipale
benützen mit beſtem Erfolge unſere
aner=
kannt leiſtungsfähige Stellenvermtttlung,
die bis 74278 Stellenvermittelte.
Ende 1911—
Verlange!
Sie koſtenl. Zuſendung des Proſpektes 12
Kaufmännischer Verein Frankfurt a. H.
Dessere, Sonde EKietenz
bietet sich fleiss. Herrn ohne Branchekenntnisse,
mit einem jährlichen Einkommen von 4000 Mk.
Existenz ist von Dauer und streng reell. Erforderlich sind
600 Mk. — Angebote unter H 69 an die Exped. d. Bl. (3789ff
Geſucht per 1. April tüchtiger,
ſelbſtändiger, junger Mann, der
ſich auch zum Beſuch von
Stadt=
kundſchaft eignet, geg. hoh. Salär.
Off. unt. H 72 a. d. Exp. (*3404
Tüchtiger Kutſcher ſofort geſucht
(*3427
Pankratiusſtr. 16.
Tücht. Packer, i. Papierfach bew.,
ſof. geſucht. C. W. Leske. (*3380
Tücht. zuverläſſiger Kohlenfuhr
nann ſofort geſucht. Zu erfr. in
(*3428
der Expedition.
Zuverl. jüng. Hausburſche geſ.
*3421) Wendelſtadtſtr. 8, I.
Einigejunge Burschen
für leichte Arbeit geſucht (3817im
Hötel „Hess‟.
Junger Herrſchaftskutſcher u.
Diener, beide ledig, jg. Hausburſche
Reſtaurant geſucht, gute Zeugn.
A. Dingeldein, gewerbsmäßiger
Stellenvermittler, Schützenſtr. 10½.
Telefon 531.
(*3476
Ordentlicher u. ſauberer junger
Mann von 17 bis 20 Jahren mit
guten Zeugniſſen geſucht (*3447id
Schwab, Kantine
I. Abt. Art.=Regts. 61.
Ein geariing
ſucht
K. Wiegmann
Tapezier-, Polster- und
Dekorations-Geschäft
7 Markt 7. (3480a
Glaſerlehrling
geſucht Glaſerei Franz
Lang-
heinz, Karlſtr. 25. (3763a
Lehrling
und
Lehrmädchen
zu Oſtern geſucht.
(2942a
Nur ſolche, die erſt an Oſtern der
Schule entlaſſen werden, wollen
ſich melden bei
Gebr. Rothschild, Markt 2.
Lenriing
mit guter Schulbildung zu Oſtern
geſucht. Perſönl. Vorſtell. zwiſch.
11 und 1 Uhr Rheinſtr. 15. (*3405
Heinrich Schroth
vorm. Karl Buchner, Hofbuchhandlung
Oet Zimmer
Das Haus zum Alleinbewohnen
Bismarckſtr. 41½, 10 Zimmer mit
Halle u. Zubehör, Zentralheizung,
Vor= u. Hintergarten, iſt per ſof.
beziehbar zu verm., ev. zu verkauf.
Näheres bei Harres & Barth.
Saalbauſtraße 79.
(2298a
Dieburgerstr. 26
1. Stock, geräumige 7 Zimmer=
Wohnung mit Loggia, Veranda,
Gas und Zubehör per 1. April zu
vermieten. Näheres daſelbſt oder
Brauerei z. Goldnen Anker. (3303ids
immer
Heinrichstrasse 105
elegante 6-Zimmerwohnung
(hochparterre) mit reichlichem
Zubehör, Bad, Fremden=,
Mäd=
chenzimmer und Garten iſt per
April 1912zu vermieten. Preis
Mk. 1200.—. Näh. im Laden
Rheinſtraße 33. (1835ids
Grüner Weg 17 ſchöne 6
Zim=
mer=Wohnung zu vermieten. —
Näh. Saalbauſtr. 78. (*3430id
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
Näh. daſ. part.
(3648t
Kahlertſtraße, 5 Z., Zubeh., ev.
Harten, per ſof. z. verm., 650 Mk.
Ausk. Wendelſtadtſtr. 40, I. (331ids
Gutenbergſtraße 12
1. Stock, ſchöne 5=Zimmerwohn.,
der Neuzeit entſpr. eingerichtet, mit
allem Zubehör p. 1. April zu vm.
Näh. daſ. v. 2—5 Uhr. (1736ids
Zmer
3 Zimmerwohnung
zu verm. Näh. Kiesſtr. 28, I. (3533a
Landgr. Georgſtr. 62 (früh. 6),
2. St., ſchöne 3= u. 4=Zim.=Wohn.
zu vermieten.
(2694is
Näh. Carl Ph. Müller Wwe.
Ecke Pankratius= und
Irene=
ſtraße 1 drei ſchöne 3
Zimmer=
wohnungen mit allem Zubehör,
daſelbſt ſchöner Laden mit 2 Zim.=
Wohnung per 1. April od. per ſof.
zu vermieten, die Wohnungen ſind
jeden Nachmittag zwiſchen 2 und
¼4 Uhr einzuſehen.;
(3458t
Schwanenſtraße 6 eine ſchöne
3 Zimmerwohnung bis 1. April zu
verm. Näh. 1. Stock. (3527if
Villa
in Alsbach a. d. Bergſtr.
5 Zimmer mit allem Zubehör,
Gas, Waſſerleitung, Balkon,
Loggia, ſowie großem Garten,
per 1. April zu vermieten. Preis:
400 Mk. Näheres bei K. Kreh,
Darmſtadt, Erbacherſtr. 11. (3776ids
Elisabethenstrasse 17
Ecke der Wilhelminenſtr., 1. Stock,
auch zu Geſchäftszwecken ſehr
ge=
eignet, per ſofort zu verm. (45if
In der Mitte der Stadt
große helle Werkſtatt od.
Lager=
räume mit Kontor zu vermieten.
Gas, elektr. Kraft und Licht
vor=
handen. Näheres Karlſtraße 34,
Kontor.
(3585ids
Schöner Eiskeller
am Ritzſtein billig zu vermiet.
durch Heinr. Funk,
Soder=
ſtraße 76. Telef. 1031. 2979t.
für 2 Pferde, nebſt
Stallung hübſcher 3= bis 4=
Zimmerwohnung, Nähe Bahnhof.
Off. mit Preisang. u. H 79 an die
Expedition ds. Bl.
(*3439id
e Zimmer
Ecke Bock-u. Darmstr. 5
II., Wohn= u. Schlafzimm., nur f.
beſſ. Herrn, vollk. freie ruh. Lage,
herrl. Ausſicht, Balkon, Gas, alle
Beguemlichſeht.
(3035a
Pankratiusſtr. 26, I., möbl. Z.
zu verm. Preis 15 Mk. (3584si
Bleichſtr. 45, I., ſchön möbl. Zim.
mit od. ohne Penſ., a. für2 H. (3312a
Waldstrasse 2 3 möblierte
Zimmer, zuſammen oder getrennt,
ſofort zu vermieten. (27166
Mathildenplatz 3, Stb. II., einf.
möbl. Zimmer ſof. billig. (3666a
Luiſenſtr. 32, II., bei Gg. Wedel,
einf. möbl. Zim. m. Penſ. (3805a
Aliceſtr. 32, I., 2 möbl.
Zim=
mer, 1 zu 15 Mk., 1 mit Klavierben.
u. Mittagst., ſof. zu verm. (*3424im
Ludwigsplatz 4, II., ein großes
u. 2 kleine möbl. Zim. (*3433imc
Waldſtr. 18, pt. möbl. Zimmer
m. ſep. Eing. p. 1. März. (*3492imd
Waldſtr. 11, III., ſchön möbl.
Manſ.=Zim., die Woche 3 M. (*345
e
Oe
zum Alleinbe=
Ein Häuschen wohnen in der
Nähe Darmſtadts mit 3—4 Zim.,
Stall u. etw. Gart. zu miet. geſucht
Off. u. H 48 an die Exp. (*3351idi
erh. Gärtner, in ſtädt. Stellung,
ſucht 2—3 Zim.=Wohn., wofür
er Haus= u. Gartenarb. übernimmt,
auch noch einen kl. Betrag Miete bez.
Off. unt. H 78 an die Exp. (*3416
zine Fam. mit ein. Kinde,
Schuh=
mach., ſucht per 1. April eine
2 Zimmerwohn. zum Preiſe bis
18 Mk. in nächſter Nähe d. mittl.
Karlſtr. Off. u. H 73 Exp. (*3403im
Aeltere Perſon
ſucht ein unmöbl. Zim. mit
Koch=
vorrichtung zum 1. März. Offert.
unt. H 60 an die Exp. (*3393
Güngerer Privatbeamter ſucht zum
1. April zwei fein möblierte
Zimmer als Wohn= u. Schlafzim.
Off. u. H 11 a. d. Exp. (*3243soi
Hübſche Wohnung mit Garten
oder Bleiche, paſſend für kleine
Waſcherei zu mieten geſucht. Gefl.
Off. u. H 83 an d. Exp. (*3464
ſucht ein möbl. Zim=
Dame mer mit Frühſtück od.
voller Penſion. Off. u. H 36 an
die Expedition ds. Bl. (B3690
Einjähriger
ſucht ungeniertes Zimmer mit
ſeparatem Eingang, Nähe
Heidel=
bergerſtraße. Offert. unter H 54
an die Exvedition ds. Bl. (B3760
Schlagzeug
hat zu verleihen
(*3446
Heinrich Müller, Frankfurterſtr. 79.
5 Ia Musikkapellen empfehl.
ſich i. Spiel. v. Blas= u. Streichm,
Klaviermuſik bill. Näh. d. Untern.
V. Arasld, Mollerſtr. 36. (*3465
1912.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes,
ſowie ſämtliche mit Einziehung der Beiträge, Ausſtellung und Umtauſch der
Quittungskarten beauftragten Stellen.
Wir weiſen Sie auf den Abdruck der neuen Vorſchriften über die Invaliden=
und Hinterbliebenenverſicherung nach der Reichsverſicherungsordnung in der
heutigen Nummer des „Darmſtädter Tagblatt” ausdrücklich hin und empfehlen
Ihnen, ſich mit den betreffenden geſetzlichen Vorſchriſten an Hand des Geſetzes baldigſt
vertraut zu machen.
Gleichzeitig machen wir Sie noch auf die landesherrlichen Verordnungen vom
16. Dezember 1911, die Ausführung der Reichsverſicherungsordnung und die
Ausfüh=
rung des 4. Buchs der Reichsverſicherungsordnung betreffend Regierungsblatt Seite 587
und 589), ſowie auf die Bekanntmachungen vom 21. und 27. Dezember 1911, die
Aus=
führung des 4. Buchs der Reichsverſicherungsordnung und die vorläufige Beſtellung
der Verſicherungsbehörden betreffend (Regierungsblatt Seite 589 ff. und 597)
aufmerk=
ſam und empfehlen Ihnen, ſich auch dieſe Beſtimmungen zu eigen zu machen.
Da nach dem § 24, Abſ. 2, pos. 2 der Bekanntmachung vom 21. Dezember v. Js.
die Vorſchriften des § 1 und der §§ 3 bis 16 der Verordnung vom 13. Dezember 1899,
die Ausführung des Invalidenverſicherungsgeſetzes vom 13. Juli 1899 betreffend,
inſolange und inſoweit in Kraft bleiben, als die Vorſchriften der
Reichsverſiche=
rungsordnung über die Krankenverſicherung noch nicht in Kraft getreten ſind und die
Krankenverſicherung noch bei Gemeindekrankenverſicherungen, Baukrankenkaſſen oder
bei landesrechtlichen Einrichtungen ähnlicher Art wie die Gemeinderankenverſicherung
auch nach dem 1. Januar 1912 noch erfolgen kann — es alſo bei den beſtehenden
Vorſchriften bis auf weiteres verbleibt —, halten wir es für angezeigt, Ihnen
nach=
ſtehend die Leiſtungen und Erforderniſſe der heutigen Invaliden= und Hinterbliebenen=
Verſicherung nochmals in überſichtlicher Darſtellung bekannt zu geben.
Die zu gewährenden Leiſtungen ſtellen ſich dar als: Invalidenrente,
Alters=
rente, Witwenrente, Witwerrente, Waiſenrente, Witwengeld oder Waiſenausſteuer.
I. Inbalidenrente kann nach § 1251. beanſpruchen, wer nach § 125
erwerbs=
unfähig iſt und nach § 1278 die Wartezeit erfüllt hat.
Dabei iſt zu berückſichtigen, daß nach der neuen Vorſchrift des § 1291 bei
In=
validenrentenempfängern, die Kinder unter 15 Jahren haben, ſich die Invalidenrente
für jedes dieſer Kinder um ein Zehntel bis zu dem höchſten anderthalbfachen Betrag
der Rente erhöht. Dieſe Vorſchrift gilt jedoch nur für ſolche Empfänger von
Inva=
lidenrente, deren dauernde Invalidität nach dem 31. Dezember 1911 oder deren
Krankenrente (§ 1255, Abſatz 3) nach dieſem Tag beginnt.
II. Altersrente kann nach dem § 1257 der Verſicherte beanſpruchen, der das
70. Lebensjahr vollendet und nach § 1278, 2 die Wartezeit erfüllt hat, auch wenn er
noch nicht Invalide iſt.
III. Witwenrente kann nach § 1258 die invalide Witwe nach dem Tode ihres
verſicherten Mannes beanſpruchen, falls dieſer nach § 1275 die Wartezeit erfüllt hat.
IV. Witwerrente kann nach § 1260 der erwerbsunfähige, bedürftige Witwer
nach dem Tode der verſicherten Ehefrau beanſpruchen, falls dieſe den
Lebensunter=
halt ihrer Familie ganz oder überwiegend aus ihrem Arbeitsverdienſt beſtritten und
nach § 1278 die Wartezeit erfüllt hat.
V. Waiſenrente erhalten eheliche Kinder unter 15 Jahren
1. nach § 1259 bei Tod des Vaters, falls dieſer nach § 1278 die Wartezeit
er=
füllt hat.
2. nach § 1260 im Falle der Bedürftigkeit der Kinder und der
Erwerbs=
unfähigkeit des Vaters bei Tod der Mutter, falls dieſe aus ihrem
Arbeits=
verdienſt den Lebensunterhalt ihrer Familie ganz oder überwiegend
be=
ſtritten hat.
3, nach § 1261 im Falle der Bedürftigkeit der Kinder und im Falle
Fern=
bleibens des Ehemanns ohne geſetzlichen Grund von der häuslichen
Ge=
meinſchaft und Unterlaſſung ſeiner väterlichen Unterhaltungspflicht bei Tod
der verſicherten Mutter, vorausgeſetzt, daß dieſe nach § 1278 die Wartezeit
erfüllt hat.
4. Waiſenrente erhalten außerdem
a) eheliche, vaterloſe und uneheliche Kinder unter 15 Jahren (§ 1259) nach
dem Tode der verſicherten Mutter, falls dieſe nach § 1278 die Wartezeit
erfüllt hat.
b) elternloſe Enkel unter 15 Jahren, ſo lange ſie bedürftig ſind, bei Tod
des Großvaters oder der Großmutter, falls der verſtorbene Großelternteil
nach § 1278 die Wartezeit erfüllt und den Unterhalt der
verſicherungs=
berechtigten Enkel ganz oder überwiegend beſtritten hat.
VI. Witwengeld kann beanſpruchen nach §§ 1252 und 1264 im Falle des Todes
des Mannes die hinterbliebene Witwe, wenn beide Ehegatten nach § 1278 die
Warte=
zeit erfüllt haben.
VII. Waiſenſteuer können beanſpruchen nach den §§ 1252 und 1264 Kinder bei
Vollendung des 15. Lebensjahres im Falle des Todes des Vaters, wenn beide
Eltern=
teile nach § 1278 die Wartezeit erfüllt haben.
Endlich weiſen wir Sie noch auf die in den §§ 1472 ff. geregelte „freiwillige
Zuſatzverſicherung” hin. Hiernach können alle Verſicherungspflichtigen und
Verſiche=
rungsberechtigten zu jeder Zeit und in beliebiger Zahl Zuſatzmarken einer beliebigen
Verſicherungsanſtalt in die Luittungskarte einkleben. Sie erwerben dadurch Anſpruch
auf Zuſatzrente im Falle ihrer Invalidität. Die Zuſatzrente wird bezahlt, ſolange
die Invalidität dauert.
Dabei ſei nochmals ausdrücklich betont, daß nur eintretende Invalidität nicht aber
der Bezug von Altersrente einen Anſpruch auf die Zuſahzrente begründet. Ebenſowenig
hat die Verwenduug von Zuſatzmarken Einfluß auf die Hinterbliebenenverſorgung.
Bezüglich des Verfahrens bei Verwendung von Zuſatzmarken hat das Großh.
Miniſterium des Innern zu § 1472 ausdrücklich beſtimmt, daß die Einzugsſtelle die
bei ihr hinterlegten Quittungskarten den Verſicherten auf Verlangen zum Einkleben
von Zuſatzmarken vorzulegen hat. Die Verſicherten können auch Zuſatzmarken der
Einzugsſtelle übermitteln, worauf dieſe die ihr übermittelten Marken unverzüglich in
die Luittungskarten einzukleben und zu entwerten hat. Die Einzugsſtellen können
ſich auch bereit erklären, für ihnen übermittelte Barbeträge die entſprechenden
Zuſatz=
marken zu beſchaffen und in die Luittungskarte des Verſicherten einzukleben.
Dabei wird den Einzugsſtellen mit Rückſicht auf die Vorſchrift des § 1472,
Abſatz 2 empfohlen, die Aufrechnung der Luittungskarten bei Verwendung von
Zuſatz=
marken tunlichſt derart frühzeitig vorzunehmen, daß möglichſt viele Jahre für die
Zuſatzrente angerechnet werden können.
In Ausführung des § 1629 iſt noch zu beachten, daß außer dem
Verſicherungs=
amt auch die Bürgermeiſtereien die Landesverſicherungsanſtalt in Darmſtadt zu
be=
nachrichtigen haben, wenn ſie erfahren, daß
ir Beſtcen, Wime durh ein heilberſahem voerder Znpalibitit
bewahrt werden kann;
der Empfänger einer Invuliden=, Witwen=, Witwer= oder Zuſatzrente durch
ein Heilverfahren wieder erwerbsfähig werden kann;
die Invaliden=, Witwen=, Witwer= oder Zuſatzrente zu entziehen iſt;
eine Rente zu ruhen hat.
Für die Zeit nach dem 1. Januar 1912 dürfen Marken in alten Werten nicht
mehr Verwendung finden: dabei iſt es ſelbſtverſtändlich, daß eine nachträgliche
Ver=
wendung alter Werte für Zeiten vor dem 1. Januar 1912 auch noch nach dieſem
Termin zuläſſig iſt.
Nach Art. 72 des Einführungsgeſetzes können die alten Marken bis zum 31.
De=
zember 1913 bei den Markenverkaufsſtellen gegen gültige Marken im zleichen
Geld=
werte umgetauſcht werden.
Endlich dürfen nach dem 1 Januar 1912 nur Quittungskarten und
Renten=
antragsformulare neueſtens Muſters verwendet werden. Die
Landesverſicherungs=
anſtalt Großherzogtum Heſſen hat für die verſchiedenen Arten der Bezüge
Antrags=
formulare ausgearbeitet und können dieſe durch uns bezogen werden.
Die bis zum 1. Januar 1912 ausgeſtellten alten Quittungskarten dürfen
inner=
halb zweier Jahre nach dem Ausſtellungstag und, wenn ihre Geltungsdauer durch
Abſtempelung verlängert iſt, bis zu dem letzteren Zeitpunkt verwendet werden. Vom
1. Januar 1912 an dürfen Verlängerungsvermerke von Quittungskarten nicht mehr
angebracht werden.
(3770
Darmſtadt, am 8. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Großh. Miniſterium des Innern hat dem Straßburger Münſterverein die
Er=
laubnis erteilt, von einer ihm zur Beſchafung von Mitteln für
Wiederherſtellungs=
arbeiten am Straßburger Münſter genehmigten, in zehn Reihen auszuſpielenden
Geldloterie je 400 Loſe einer jeden Serie innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben.
Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen in
jeder Reihe 250 000 Loſe à 3 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen
nur mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
Während der Zeit des Vertriebs der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königlich
Preußiſchen Lotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht
geſtattet.
(3768
In Dieburg iſt die Maul= und Klauenſeuche erlſochen.
(3767
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft 1912, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund häuslicher
Verhältniſſe ꝛc.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Angehörigen
von Militärpflichtigen oder Militärpflichtige ſelbſt, welche glauben, die nachſtehend
ab=
gedruckten Vergünſtigungen des § 32,2 der W.=O. in Anſpruch nehmen zu können, ihre
desfallſigen Anträge alsbald und ſpäteſtens bis zum Erſatz=Geſchäft im
laufen=
den Jahr bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien vorzubringen haben, und wird
hierbei ausdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, daß Geſuche der rubr. Art, welche nach
dem Erſatz=Geſchäft eingehen, keine Berückſichtigung mehr finden können, es ſei denn,
daß die Verhältniſſe, welche einen Antrag rechtfertigen, erſt nach dieſer Zeit
ein=
getreten ſind
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Der Zini=Varſitzende der Erſatzkommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
ꝛc.
ꝛc.
Abdruck
2. Es dürfen vorläufig zurückgeſtellt werden:
a) die einzigen Ernährer hilfloſer Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern
oder Geſchwiſter;
b) der Sohn eines zur Arbeit und Aufſicht unfähigen Grundbeſitzers, Pächters
oder Gewerbetreibenden, wenn dieſer Sohn deſſen einzige und unentbehrliche
Stütze zur wirtſchaftlichen Erhaltung des Beſitzes, der Pachtung oder des
Gewerbes iſt;
c) der nächſtälteſte Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen, oder an den
er=
haltenen Wundengeſtorbenen, oder infolge derſelben erwerbsunfähig gewordenen
oder im Kriege an Krankheit geſtorbenen Soldaten, ſofern durch die
Zurück=
ſtellung den Angehörigen des letzteren eine weſentliche Erleichterung gewährt
werden kann;
d) Militärpflichtige, welchen der Beſitz oder die Pachtung von Grundſtücken durch
Erbſchaft oder Vermächtnis zugefallen, ſofernihre Lebensunterhaltung auf deren
Bewirtſchaftung angewieſen und die wirtſchaftliche Erhaltung des Beſitzes oder
der Pachtung auf andere Weiſe nicht zu ermöglichen iſt:
e) Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere
Arbeiter beſchäftigt ſind, ſofern der Betrieb ihnen erſt innerhalb des dem
Militärpflichtjahre vorangehenden Jahres durch Erbſchaft oder Vermächtnis
zugefallen und deren wirtſchaftliche Erhaltung auf andere Weiſe nicht möglich
iſt. Auf Inhaber von Handelshäufern entſprechenden Umſangs findet dieſe
Vorſchrift ſinngemäße Anwendung;
f) Militärpflichtige, welche inder Vorbereitung zu einem beſtimmten Lebensberufe
oder in der Erlernung einer Kunſt oder eines Gewerbes begriffen ſind und
durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden.
e) Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben.
ꝛc.
ꝛc.
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft 1912, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häus=
licher ꝛe. Verhältniſſe.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine Bekanntmachung vom Heutigen in rubr. Betreff
hin=
weiſe, beauftrage ich Sie zugleich, die aufgenommenen Reklamationsprotokolle, gehörig
vervollſtändigt und erläutert, ſtets alsbald hier vorzulegen. Sie wollen auch, ſoweit
tunlich, für die Verbreitung der Bekanntmachung in Ihren Gemeinden Sorge tragen
und namentlich ſolche Leute, von denen Ihnen aus eigener Erfahrung bekannt iſt, daß
ihre Verhältniſſe einen Antrag rechtfertigen, möglichſt auf dieſelbe aufmerkſam machen.
(3773a
Dr. Reinhart, Regierungsrat.
Antiche Rachrichten des Groih. Poligeinis Darnſadt=
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
der Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 56
be=
den ſich: 1 Jagdhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
gentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
igerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(6705
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Berſteigerangs-Anzeche.
ermin Mittwoch, den 14. Febr. 1912, vorm. 11Uhr,
rden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Schreibtiſche, Vertikos,
Klei=
derſchränke, Büfett, Spiegelſchrank, Kommode,
Nachtſchränk=
chen, Sekretär, Sofas, ferner Regale, Laden= und
Waren=
ſchränke, Ladenkaſſe, Coupees, Landauer. 400 Paar Herren=
Damen= und Kinderſtiefel und 1 Grammophon mit
12 Platten
angsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet be=
(3816
mmt ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.
groß., ſchöner, wachſ. Bernhardiuer
mit Stammbaum, Rüde, bill. zu Junge fleißige Lege=Hühner
rkaufen Dieburgerſtr. 18. (3430azu verk. Riedeſelſtr. 64. (*3383imd
Vergebung
von Fuhrleiſtungen bei dem
ſtädtiſchen Gaswerk
imBetriebs=
jahr 1912.
Die Fuhrleiſtungen für das
Rechnungsjahr 1812 (1. April 1912
bis Ende März 1913) ſollen
ver=
dungen werden.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 22. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten
Verwal=
tung, Frankfurterſtraße Nr. 29, I.,
Zimmer Nr. 3, verſchloſſen und mit
der Aufſchrift: „Angebote auf
Fuhrleiſtungen” verſehen,
einzu=
reichen, woſelbſt auch die
Ver=
dingungsbedingungen eingeſehen
und die Angebotsſcheine koſtenlos
in Empfang genommen werden
(391ms!
können.
Darmſtadt, 5. Februar 1912.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
Friedrich.
Parkettböden
werd. gereinigt Dieburgerſtr. 4. (70a
Brennholz=Verſteigerung Nr. 12
(Stadtwald).
Montag, den 19. Februar I. Js., vorm. 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus den Abteilungen 44
(Nachtweide), 47 (Wannemachersplate), 48 (Sauſchwanz) und 45
(Rücksbrünnchen) der Forſtwartei Heiligkreuz (Forſtwart Hofmann)
verſteigert:
Scheiter: 521rm Buchen, 113rm Eichen, 7rm Erlen 2rm Fichten.
Knüppel: 121 rm Buchen, 41 rm Eſchen, 273. rm Eichen, 39 rm
Erlen, 5 rm Fichten.
Reiſigknüppel: 24 rm Buchen, 12 rm Eſchen, 110 rm Eichen,
3 rm Fichten.
Reiſig: 32,75 Hdt. Wellen Buchen, 2,75 Hdt. Wellen Eichen.
Stöcke: 139rm Buchen (fein 67rm Eichen (fein), 27rm Fichten (grob).
Das Holz ſitzt ſämtlich an ſehr gut fahrbaren Wegen in der
Nähe der Dieburger Staatsſtraße und hat die laufenden Nummern
1272bis 1869. Unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Um
vorherige Einſichtnahme wird gebeten.
(3771is
Darmſtadt, den 7. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
ſtarkes Tourenrad,
gebraucht, Chalfe
Diwan, kongue zu verkaufen 1 Jahrrad, aut erhalten, zu
Magdalenenſtr. 19. (*3482 verk. Mathildenſtr. 5, I. (*3483
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dieustag, den 13. Februar 1912.
Nummer 37.
Vhamnrmüchate
Die Lieferung von Betriebs= und Werkſtätten=Materialien pro
1912/13 für unſere Bahnen ſoll auf dem Submiſſionswege vergeben
werden. Angebote mit der Aufſchrift:
Submiſſion auf Betriebs= und Werkſtätten=Materialien
ſind bis ſpäteſtens am 1. März er., vormittags 10 Uhr, an unſer
Maſchinen=Techniſches Bureau hier einzureichen, bei welchem auch die
Lieferungsbedingungen eingeſehen reſp. gegen portofreie Einſendung
von 80 Pfg. bezogen werden können.
Darmſtadt, im Februar 1912.
(3797
Süddeutſche Eiſenbahu=Geſellſchaft.
Kußholz=vertreigerung.
Donnerstag, den 22. d. Mts., von vormittags 9 Uhr an
werden in dem oberen Lokale der Turnhalle dahier (Woogsplatz 5.
aus dem Domanialwald=Diſtrikt Böllenfalltor verſteigert:
a) Stämme:
1 Eichen I. Kl. — 1,39fm 2 Kiefern II. Kl. — 2,55 fm
III. „ — 0,60
III. „ — 1,35 „
Lärchen IV. „ — 3,11 „
IV. „ — 3,65 „
8
— 40,58 „
V.
V. „ — 3,95 „144
13
„
Fichten IV. „ — 3,20 „
VI. „ — 19,69 „
118
V. „ — 54,36 „
3 Eſchen IV. „ — 0,74 „ I 203
1 Weißtannen V. „ — 0,56
3 Rotbuchen II. „ — 3,63
1 Weym.=Kief. IV. „ — 1,05
III. „ — 4,34
6
V. „ — 1,31 „
IV. „ — 6,14
*11
—0,36 „
4 Douglastann. V.
1 Ulmen IV. „ — 0,64 „
1 Akazien V. „ — 0,28 „
b) Derbſtangen:
276 Fichten — 14,63 fm
1 Eſchen — 0,09 fm
1 Weißtanne — 0,06 „
34 Rotbuchen — 1,14 „
305 Douglastann. — 6,68 „
1 Hainbuchen — 0,05
25 Lärchen — 1,60
c) Reisſtangen:
70 Fichten — 0,74 fm 286 Douglastannen — 1,16 fm
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Nummernverzeichniſſe über dasſelbe werden nicht
aus=
gegeben. Forſtwart Klipſtein zu Forſthaus Böllenfalltor iſt
be=
auftragt, das Holz auf Verlangen vorzuzeigen und ſonſt gewünſcht
(3783io
werdende Auskunft zu erteilen.
Darmſtadt, den 11. Februar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Stammholzverſteigerung.
Donnerstag, den 22. Februar, vormittags 10 Uhr,
werden im Gasthaus zur Krone zu Gross-Gerau folgende
Stämme von Abtriebsflächen der Diſtr. Alterwalb und Wieſenſumpf
in Forſtwartei Untr. Königſtädter Forſthaus verſteigert:
50 Eichen II-IV. Kl. — 39,9 fm, 3 Buchen I. Kl. —
5,3 fm, 5 Birken V. u. VI. Kl. — 2,4 fm, 126 Kiefern
1.—IV. Kl. — 127,9 fm.
Auskunft erteilt Gr. Forſtwart Vöglin auf dem Untr.
König=
ſtädter Forſthaus ſowie unterzeichnete Stelle.
Gedruckte Stammholzverzeichniſſe ſind vom 16. ab dort erhältlich.
Jagdſchloß Mönchbruch (Poſt Mörfelden), den 9. Febr. 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Mönchbruch.
Schäfer.
3774)
Die Fuhrleiſtungen
zu den Unterhaltungsarbeiten des
Tiefbauamts im Verwaltungsjahr
1912 ſollen nach 3 Loſen getrennt
verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei unſerem
Amte, Zimmer Nr. 7, während der
Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Auch werden dort die
Angebot=
ſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 29. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
daſelbſt einzureichen. (3722oi
Darmſtadt, 10. Februar 1912.
Tiefbauamt.
Fuhrleiſtungen
im Rechnungsjahr 1912.
Bedingungen liegen in dem
Ge=
ſchäftszimmer, Waldſtraße Nr. 19,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen, auch werden dort
die Angebotsformulare abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 16. Februar 1912,
vormittags 10½ Uhr,
daſelbſt einzureichen. (3516fi
Darmſtadt, 3. Februar 1912.
Städtiſche Waſſerwerksverwaltung
Rudolph.
1 kompl. Herrenzimmer
eleg. u. mod., la Fabrikation,
1 Kaſſenſchrank, klein, 1 Bücher,
ſchrank, mod., 1 Clubſofa, Rindl.=
* Chaiſelongne, 1 Büfett,
Aus=
ziehtiſch u. 12 Stühle, eich.,
Roll=
pult, Vitrine, Salon=Spiegel,
Salon=Stühle, beſſere Tiſche,
Diwan, Waſch= u. Nachttiſch m.
Marmor u. a. m., alles aus
hoch=
herrſchaftlichem Hauſe, gut erhalten
und billig abzugeben durch
Krummeck,
Auktionator und Taxator
Grafenſtraße 4. (*3437
Ankauf
vonalten Flaſchen, Eiſen, Lumpen
und Papier.
(*3460
Ch. Zwickler Holzſtraße 24.
Tafel=Aepfel
größere Sendung eingetroff.: feinſte
franzöſiſche 10 Pfd. 2 Mk., Ananas=
Reinetten 10 Pfd. 2.50 Mk. empfiehlt
Joh. Walther,
Ecke Roßdörfer= u. Wienersſtr.
Telefon 1598. (*3475id
Ein noch gut erhaltener
Kinderwagen
billig zu verkaufen. Näh.
Pan=
kratiusſtraße 26½, 1. St. Anzuſ.
mittags von 4 Uhr ab. (*3449
Tüchtiger
kautions=
fähiger Wirt
geſucht. Offerten unter 6 35 an
die Expedition d. Bl. (*2962mo
Alt= oder Innenſtadt.
Wer vermietet (evtl. richtet ein)
Wirts-Lokal
per 1. April oder ſpäter? (3156a
Gefl. Off. u. F 69 a. d. Exped
Stricken m. d. Maſch. w. ſchnelſt.
beſorgt Mühlſtr. 17½. (*3419ids
Tacht. Wrrtstente
für altbekanntes Lokal in der
Altſtadt per ſofort geſucht.
An=
erb. u. H 17 an die Exp. (B3636
an fertiger Straße gelegen, zum
Preiſe von 15 Mk. pro
Quadrat=
meter zu verkaufen. Haustauſch
nicht ausgeſchloſſen. Off. unter
H 43 an die Expedition. (*3336so
Einfamilienhaus
mit 8—10 Wohnräumen
ſo=
fort zu kaufen geſucht.
Ange=
bote mit Preisangabe unter
H 64 an die Exp. (*3386imd
Einlamnrenhaus.
Im Geiſenſee 11, Ecke
Schieß=
hausſtraße, nach den Plänen des
Herrn Prof. Pützer ſolid u.
prak=
tiſch erbaut, mit 8 Zimmern,
4 Manſarden, Bad, elektr. Licht,
ſchönen Wirtſchaftsräumen im
Souterrain u. Zentralheizung, iſt
zu verkaufen oder zu vermieten
per 1. April 1912.
Geſamt=
flächengehalt einſchl. des Gartens
711 qm. Die Bedingungen ſind
günſtig geſtellt. Weiteren
Auf=
ſchluß erteilt das
Immobilienge=
ſchäft Sebastian Eckler,
Rhein=
ſtraße 9, Telephon 243. (2726a
Verkauf.
Das Einfamilienhaus, gelegen
im Geiſenſee 11, Ecke Schießh., nach d. Plänen des Herrn
Prof. Pützer ſolid u. prakt. erbaut,
mit 8 Zim., 4 Manſ., Bad, elektr.
Licht, ſchön. Wirtſchaftsräumen im
Souterrain u. Zentr.=Heiz. iſt zu
verkaufen od. zu vermieten per
1. April. Geſamtfläch.=Geh. einſchl.
des Gartens 711 qm. Die
Beding=
ungen ſind günſt. geſtellt. Weiteren
Aufſchluß erteilt das
Immobilien=
geſchäft Sebastian Eckler, Rheinſtr. 9,
Telefon 243.
(1785a
Suche an der Dieburgerſtr. oder
am Hohlen Weg einen größeren
Bauplatz
zu kaufen. Berückſichtigt werden
nur Angebote direkt von Beſitzern
mit genauer Angabe der Lage
Größe und des Preiſes. Offerten
erbet. u. H 65 an die Exp. (B3777
3X4 Zimmer und
Wohnhaus Manſarde,
Hof=
raum, großer Garten, Gas,
Waſſer=
leitung, iſt erbteilungshalber zu
ver=
kaufen. Lage: Kiesſtraße nächſt der
Hochſtraße. Näh. Auskunft erteilt
P. Luft, Liebfrauenſtr. 70. (54a
Einfamilienhaus.
Das modern eingerichtete
Einfamilienhaus
49 Riedeſelſtr. 49
beſteh. aus 12 Zimm., Bad,
Veranda, Garten, reichlich.
Zubehör, iſt ſehr preisw.
unter günſt. Bedingungen
zu verkaufen. Alles Näh.
daſ. u. durch das
Immo=
bilienbüro von Hermann
Marx, Grafenſtraße 12.
Telefon 1468.
(2774a
Haus-Gerkauf.
In einem größeren Vorort
Darmſtadt iſt eine gutgehende
Wirtſchaft nebſt
Kolonialwaren=
geſchäft, krankheitshalber, unter
günſtigen Bedingungen zu
ver=
kaufen. Auskunft erteilt Rud.
Ringler, Waldſtraße 54. (2135a
Das 2½ſtöckige, in tadelloſem
Zuſtand befindliche Wohnhaus
Hoffmannstrasse 23
(Nähe Heinrichſtr.) mit groß. ſchatt.
Garten u. Toreinfahrt, iſt Sterbef
wegen unter günſt. Bedingungen zu
verkauf. Das Haus iſt zurzeit zum
Alleinbewohnen eingerichtet, kann
jedoch leicht in zwei 5=Zim.=Wohn.
umgewandelt werden. Näh. Ausk.
erteilt ausſchl. die mit dem Verkaufe
beauftragte Firma Julius Kahn,
Schulſtraße 15. Tel. 135. (K1185
Eihranmenhaus.
Unter günſtigen Bedingungen iſt
ein gediegenes Haus mit 12 Zim.,
gr. Garten u. all. neuzeitl. Komf.
preiswert zu erwerben. Näheres
Schießhausſtraße 130. (B2728
Geſchaftshaus,
in frequenter Lage, kl. Laden, in
welch. mit Erfolg ein
Spezereige=
ſchäft betrieben wird, Toreinfahrt,
Stallung für 1 Pferd u. Remiſe.
Mieteinnahme über 3900 Mk. für
65 000 Mk. verkäufl. Guter
Reſt=
kaufſchilling od. 2. Hypothek wird
in Zahlung, klein. Wohnhaus in
Darmſtadt, Eberſtadt od. Arheilgen,
auch Baugrundſtück daſ., in Tauſch
genommen. Offerten unter G 25
an die Expedition. (*2918mfi
in Auerbach a. d. Vergſtr.,
Pilld 7 Zim., Küche, Waſchk., Kell.,
Speich., Garten, Waſſerleit., iſt zu
14000 M. unt. ſehr günſt.
Zahlungs=
beding. zu verk. od. auch ſof. zu verm.
Off. unt. H 77 an die Exp. (3803a
am Wald, 6 Zimmer,
Landhaus Bad, Kloſetts, groß.
Zier= u. Gemüſegarten, ſofort
be=
ziehbar, billig zu verk. Off. unt.
H 70 an die Exped. (*3400isi
3s wird geſucht
Eeine geräumige Villa
mit groß. Obſtgart, im Eberſtädter
Wald od. im Mühltal, gegen ein
erſtklaſſiges 6 Zimmer=Etagenhaus
in feinſter ſüdöſtlicher Höhenlage in
Darmſtadt einzutauſchen. Offert.
unt. H 75 an die Exp. (*3435
Schönes Anweſen, f. Metzgerei
alleiniges Geſchäft am Platze,
in Nähe Darmſtadts zu verkauf.
Off. u. H 47 a. d. Exp. (*3352o
Elieerschdrer
Die Ausſtellung der Arbeiten des Handarbeitslehrerinnen=
Seminars findet am 24. Februar, vorm. von 10- 1 Uhr, nachm.
von 2—5 Uhr, desgl. Sonntag, den 25. Februar, vorm. von
11—1 Uhr, ſtatt.
Beginn des Sommerhalbjahres: Dienstag, den 16. April.
Handarbeitslehrerinnen=Seminar: Dauer 1 Jahr.
Bei der Anmeldung hierzu iſt vorzulegen: das Abgangszeugnis
der Schule und ein kreisärztl. Geſundheitszeugnis.
Handelskurſus: Dauer 1 Jahr. Auch hier iſt das
Schul=
zeugnis bei der Aufnahme vorzulegen.
Gewerbliche Fachkurſe für:
1. Handnähen u. Anfangsunterricht im Maſch.=Nähen; 2.
Ma=
ſchinennähen u. Wäſchezuſchneiden; 3. Schneidern; 4. Bluſenkurſus;
5. Bügeln: viermonatl. Kurs u. einmonatl. Kurs; 6. Flicken; 7.
Weiß=
ſticken u. Stopfen; 8. Buntſticken; 9. Freihandzeichnen; 10.
Spitzen=
klöppeln; 11. Spindelgipüre; 12 Holzbrand u. Schnitzen.
Kochen und Einmachkurſus.
Anmeldungen werden Freitag nachmittags von 2—4 Uhr
im Vorſtandszimmer der Alice=Schule, Friedrichſtraße 4, entgegen=
(3772id
genommen.
Der Vorſtand.
Hessische Handels-Eenranstatt
Rheinstr. 6, II.
Fernspr. 923.
Darmstadt
II. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
I. Halbjahrskurse zur Vorbereitung f. d. kaufm. Beruf.
Beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Neu: Maschinenschreiben nach dem Tastsystem.
Neue Kurse beginnen: Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch:
Sprechstunden: Wilhelm Siedersleben
Montag bis Freitag staatl. peprüfter Handelslehrer u.
12—1 und 3—5 Uhr. gerichtl. beeidigt. Bücherrevisor.
Privat-Handelsschule
Gegründet 1829 :: Darmstadt: Mathildenplatz 7
3403a)
Handelskurse zur Vorbereitung und
Fortbildung für den kaufm. Berur für
Damen u. Herren (Dauer, 3, 6 u. 12 Monate)
Besondere —
Abteil. zr - Fortbildungsschüler,
Das Sommer-Semester beginnt Anfangs April. Einzelfächer
können täglich begonnen werden. Leiter: Oskar Dierker.
Bücher-Revisionen, Bücher-Abschlüsse, Bücher-
Ein-
richtungen nach allen Buchführungs-Methoden,
In-
stan dsetzung rückständiger Bücher, Umwandlung
einfacher Buchführung in doppelte oder amerikanische
Buchführung. Aufstellung und Prüfung von
Inven-
turen, Bilanzen, Rechnungsauszügen u. dergl., sowie
die gewissenhafte Erledigung (3822id
kaufmännischer Vertrauens-Arbeiten
übernimmt
H. Mohwinkel
Bücherrevisor
Fernsprecher
1568.
Darmstadt
Wilhelminenstr.
17.
getrag. Herren
u. Damenkleid.,
Ich kaufe Schuhe. Zahle d.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (3820a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
Stachelbeerſtraucer
größere Anzahl, billig zu verkaufen.
Näh. Ruthsſtr. 24 (Laden). (*3441id
kadem. geb. Herr, durchaus
ehrenhaft, ſ. 500 Mk. nur aus
Privathand. Gefl. Offerten unter
H 6 an die Expedition. (*3219soi
verleiht Kreditgeſchäft
Geld Reform, Plauen i. V.
Gross. Kapital, Kein Schwindel. (2577a
Deine 2. Hypoth. bis 70% leihe
7 ſelbſt aus. Ausführl. Beſchreib.
unt. F 96 an die Exp. (3298ids
Zum Ausleihen
50000 Mark
liegen
von 100 Mk. an aufw. bereit. Diskr.,
ratenw. Rückzahl., ev. ohne Bürg.
*3434) Gg. Nau, Hügelstr. 32, p
Sprechz. nur vorm. von 11—1 Uhr.
I u. II. Hypoth., a. auf chem.,
mech. Fabrik. u. Mühlen, Darl. a.
Wechſel, Schuldſch., Möbel unt. reell.
Beding. Ph. jetzger, Riedeſelſtr. 70, I.
Sprechſt. v. 10—12 u. 3—6 Uhr. (*3474
Kaufmann wünscht sich an rentablem
Unternehmen mit Kapital zu
beteili-
gen; würde eventuell die
Buch-
führung übernehmen.
Offerten unter H 85 an die
Expedition d. Bl.
(*3478
Wandch Zahfe
die höchſten Preiſe für getr.
Kleider, Schuhe, Wäſche, alte
Bettfedern, Zahngebiſſe ꝛc. ꝛc.
Komme ſofort auf Beſtellung,
auch n. auswärts
(*3473im
J. Wallach. Holzſtr. 1.
Kaufe
getr. Kleider, Schuhe
ꝛc. zu den höchſte
Preiſ. Poſtkarte gen
M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29. (3821a
Schiffsbericht.
Nordd. Lloyd Bremen.
Mitgeteilt von dem Vertreter Anton
Fiſcher, Darmſtadt,
Frankfurter=
ſtraße 12 und 14.
Der Doppelſchrauben=Poſtdampfer
„Köln” iſt am 9. Februar, 10 Uhr
vormittags, in Philadelphia
an=
gekommen.
Der Doppelſchrauben=Poſtdampfer
Prinzeß Irene” iſt am 9. Febr.,
3 Uhr nachmittags, in New=
York angekommen.
Der Dampfer „Berlin” iſt am
8. Februar, 12 Uhr mittags, von
Genua abgegangen.
Der Dampfer „Main” iſt am
7. Februar, 2 Uhr nachmittags,
von Baltimore abgegangen.
Der Dampfer „Hannover” iſt am
9. Februar, 2 Uhr nachmittags,
von Bremerhaven abgegangen.
Der Dampfer „Caſſel” iſt am
8. Februar, 5 Uhr vormittags,
in Antwerpen angekommen.
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Seite 13.
oischnkan &
Großer Inventur=Ausverkauf
dauert bei spottbilligen Preisen
(3796
hur noch
2
Ta
C. 2
Man benutze die Gelegenheit!
Man benutze die Gelegenheit!
Mekäderen
aller Damen-
Sonnenfalten-,
Frau B. Dietsch Hoch- und Flachplisse
Herren-Stoffe (99a) 18 Ernst-Ludwigstr. 18. Gaufrieren, Auszacken
und
Nur wenige Tage, vom 10. bis 15. ds. Mts.
Suisen-Ausverkaufs
Herren-Westen .
von 3.− Mk. an
Oberhemden . .
2.50
Farbige Garnituren .
—.50
Kragenschoner .
—.40
Kravatten-Selbstbinder
—.30
Lange durchbrochene
Damen-Ball-Handschuhe
—,40
G. Hauptmann, Rheinstr. 19
Während des Ausverkaufs gewähre auf alle nicht
an-
geführten Artikel 10 Prozent Rabatt.
Ia Speisekartoffeln
verſch. Sorten, empfiehlt Guſtav
Groß, Bleichſtraße 43, I. (3154a
Zur Beseitigung von
WGesichtz-u. Körperhaaren
Damenbart
ist
tatsäch-
lieh das
beste Mitel
der Weit
„Sabito‟
weil esdie
Maare
sofort
schmerzlos
onternt
radikal mit Wurzel
so dass ein Wiederwachen
dieser Haare ausgeschlosen
jst. Heine Hautreigung und
besser alsElektrolysc. *101.38
Garantie absol. unschädl.
S eichererErfolg. Preis K. 50/.
St Frdiegehröntgeſd. Redele Hadeluntrchr.
Versand äisleret geg. Nachm.
od. Voreinsnd (auchbrietm.)
Friedrich Tillmann
Elisabethenstrasse 21.
Keiormllosen
Für Damen u. Mädchen
empfehle:
(2295a
Marke: Spezial, gute Qualität
Länge: 70 45 50
55 60 65
ℳ 1.20 1.40 1.60 1.80 2.— 2.20 2.40 2.60 2.80 3.00
Marke: Superfein, extra, blau und grau vorrätig
Länge: 40 45 50
55 60 65
75 80 85
ℳ 1.75 2.— 2.25 2.50 3.— 3.25 3.50 3.75 4.— 4.25
Philipp Hess
Darmstadt
Schillerplatz 5.
Miglied des
Rabattsparvereins.
Gasbadeofen
Ein gebraucht. Gasbadeofen mit
Konſol in noch ſehr gut. Zuſtand,
billig abzugeben.
(3046a
Gottfr. Beck, Inſtall., Karlstr. 39
Buchenſcheitholz:
kurz geſchnitten und geſpalten
la trocken (3386a
per Ztr. Mk. 1,30, frei Keller
Karl Schimmer
Heinheimerſtr. 76. Telephon 212.
m zu räumen wegen Umzug
Vgut erh. getr. Herrenmaßanzüge,
Ueberzieher, Jacketts Capes,
Ko=
ſtüme, Bluſen, Röcke. Weſten,
Stiefel, Knabenüberzieher u.
ver=
ſchied. mehr Stiftſtr. 89, pt. (3313a
Suche einen eintürigen
Kleiderſchrank
billig zu kaufen. Offerten mit
Preis unter H 55 Exved. (3759oi
P. 2.
Viele Jahre litt ich an einer naſſen
Banderſlechte, verſuchte vieles, aber
alle umſonſt. dis ich 1904 in der
Zeitung von Ihrer Rino=Salbe las.
Ich kauſte mir 2 Doſen und die
Flechte iſt ſei dem verſchwunden.
Ich ſage Ihnen meinen beſten Dank
ſo ſoät weil ich erſt wiſſn wolle.
ob der Erfolg ein dauernder iſt, was
ich jetzt nach 2 Jahren wohl annehmen
darf.
Em. Marx.
Vörlitz, den 14./2. 06.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinlelden, Flechten und
Haut=
leiden angewandt und iſt in Doſen 2.
Mk. 1. 15 und Mk. 2.25 in den Apotheken
vorrütig; aber nur echt in
Original=
patung weiß=grünerot und Firma
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fülſchungen weiſe man zurüg.
Wollene Pferdedecken,
Segeltuchdecken,
Lederdecken
ſowie alle Artikel für den S
Fahr=u. Reitſport
empfiehlt in guten Qualitäten
H. Buchhammer
Sattlermeister,
Tel. 1214. Eliſabethenſtr. 44.
prohl 60 Pf.,
Brenntannäpfel beielbnahme
von 10hl 50 Pf. liefert auf
Be=
ſtellung frei Haus
(51a
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61. Telephon 91.
Eine Partie gut erhaltene
Porzellan= und
eiſerne Oefen
zu verkaufen. Nähere Ausk. erteilt
das Architekturbureau von Mahr 4
Markwort, Kaſinoſtraße 8. (B3752
Magerkeit
Schöne, volle Körperformen, wundervolle
Süste dureh unser Orient. Fraftpulver
„Büsteria” ges. gesch., preisgekrönt mit
goid. Nedallf. in 6—5 Wochen bir 20 Pfgk.
Zunahme, garant. unschädlich. Streng reeit
-kein Schwindel. Wele Dankschrb. Karton
mit Gebrauchsanneis. 2 M., Postanw, od.
Nachn. erll. Porig. Distrete Zusendung.
D. Franz Steiner & Co.,
Serin 2r, Königgrützer Str. 33.
In Darmstadt zu haben: Hof-
Apotheke, Ballonplatz 11. (42862
Starkes Transport-
Dreirad
(Seydel & Naumann)
(4—5 Ztr. Tragkraft) für Geſchäfte
ſehr geeignet, in ſehr gutem
Zu=
ſtand, preiswert zu verkaufen.
Näheres in der Exped. (3559soim
Einoleumteppich, Tiſch, Chaiſe=
E longue zu verkaufen
Becker=
ſtraße 25, 3. Stock.
(*3360oi
Dannenklötzchen m. etw. Eichen,
per Ztr. 1.20 M. frei Haus
Feldbergſtraße
(*3350oi
deutschen Soct
Groit ab Fabrit? die
Sparen dabelweit mehr,
als die hohe Steuer
aus-
macht! Unerreicht
ist unser Cabinet Gold
à 2.50 M. (Ausnahme-
S preis) erkl. Steuer. —2
Flaschen z. Probe franke
Nachnahme 8 M. —
Ver-
langen Sie Preisliste der
Seetkelfereien
Kupferberg G. Co.,
chheim a. M. und Borlin hw. 87.
Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
Lührſen nahm die Zügel. Der Wallach machte beim
Anziehen einen Satz in die Sielen, daß Frau Lilli Lührſen
faſt rücklings vom Sitz gefallen wäre, wenn nicht der
ſchwere Fußſack das Gegengewicht gehalten hätte. Dann
ging es bergein auf Bütfeld zu, und Peter, der Wallach,
machte hier und da einen Galopp auf eigene Rechnung aus
Freude, daß es nun nach Hauſe zu ging. Er dachte wirklich,
es ſei nur aus Freude darüber, weil er nun bald im Stall
ſein würde, wo Bohlmann wartete mit warmen Decken
und ihm den Rücken mit kniſterndem Stroh trocken reiben
würde. So dachte der Wallach. Aber in Wahrheit war
es doch nicht ſo. Die Lieſe hatte nämlich mehr
Schulter=
freiheit und mehr Schub in der Hinterhand, und wenn ſie
bergunter in Trab kam, dann ging ſie im Stechtrab, gegen
den der Wallach mit ſeinen hohen Aktionen nicht ankonnte.
Alſo Galopp daneben, wie er dachte, aus Ueberſchuß an
Kraft und Feuer, und doch in Wahrheit war es nur
Tu=
gend aus Not, damit man hinter einem anderen nicht
zurückbleibt, dem es leichter und freier von Hand und Fuß
geht. Der Schimmer der Schlittenlaternen tanzte vor
den vier emſigen Pferdebeinen her, rund um jede Laterne
ein Regenbogenkreuz in den Schneeflocken, mit hellem
Klingeln vorbei an den Dorfhäuſern und auch an des Pa=
ſtors Hauſe, dem ſeine Frau gerade den
Nachmittags=
kaffee einſchenkte.
Das wird Lührſen ſein, ſagte ſie und horchte hinaus.
Ja, ob ſie wohl angekommen iſt?
Frau Helene Liebetrau beugte ſich vor und ſah ihren
Mann an, ernſt und doch mit einem Schimmer warmen,
ſicheren Glücks in den Augen.
Helene, ſagte er nur und gab ihr einen Kuß.
So fuhr Lührſen mit ſeiner Frau, die hinter ihm im
Schlitten ſaß, gegen den Hohlweg zu, im Schritt jetzt.
Seit der Abfahrt vom Bahnhof hatten die Eheleute kein
Wort miteinander geſprochen. Worte ſtecken feſt in der
Kehle, wenn Herzen nicht zueinander kommen können, und
wenn jeder für ſich ſo viele Gedanken zu denken hat, die
ſich zwiſchen Herz und Zunge drängen. Auch hatte
Lühr=
ſen auf die Pferde zu achten. Es lagen hohe Schneewehen
ſchräg über die Straße, faſt hinter jeder Pappel eine,
ſchrägüber, wie der Sturm pfiff. Im Hohlweg war es
ſchlimmer, als er gedacht hatte. Er mußte die Peitſche
hoch nehmen. Das quietſchte und ächzte im Lederzeug der
Geſchirre und knarrte im Holz des Schlittens, und die
Pferde ſtampften mit kurzen Schritten. Lührſen kroch aus
ſeinen Decken heraus und ſprang aus dem Schlitten. Ihm
war es, als hörte er von ihr einen leiſen Ausruf.
Bleib ruhig ſitzen, ich will es nur den Pferden leichter
machten. Der Schnee ging ihm an manchen Stellen faſt
bis an die Hüften. Er ſtemmte die Hand gegen den
Schlittenrand und ſchob, mehr einem Drange folgend, den
Tieren zu heiſen, als daß er wirlich damit diek nihen
konnte. Peter und Lieſe arbeiteten mit allen Kräften und
keuchendem Pruſten. Der Peitſche bedurften ſie nicht, denn
ſie wußten, wer neben dem Schlitten ging, und daß das
einer war, der durch wollte und mußte. Links ſtand im
Hohlweg eine ſchon bald zwei Meter überhängende
Schnee=
wand von der Böſchung herunter. Der Rand zur Rechten
aber war kahl gefegt, und windverkrüppelte und
ſchiefgele=
gene Kirſchbäume hoben die ſchwarzen Zweige in den
Schein der Laternen. Seltſam war es ihr, daß er, ihr
Mann, ſo durch die Schneenacht neben ihr herſtampfte.
Gute Worte wollten ihr auf die Lippen kommen, aber ſie
hätte jedes Wort hinausſchreien müſſen gegen den Sturm,
wenn er ſie verſtehen ſollte. Da preßten ſich ihre Lippen
feſt zuſammen.
Endlich waren ſie aus dem Durchſtich heraus. Die
Pferde ſtanden und reckten atemlos die Köpfe an
langge=
ſtreckten Hälſen; ihre Flanken flogen, und die Vorderbeine
zitterten in den Knien. Er ſtand neben der Stute, auch
atemlos, und klopfte ihr den naſſen Hals. Bald hoben
ſich die Pferdeköpfe, der Atem war wieder da. Nun
ſchwang ſich Lührſen wieder in den Schlitten. Ziemlich
ſcharf bergunter ging es zuerſt von der Chauſſee ab, hinein
in die Halligboſteler ſchnurgerade Birkenallee — uralte
hohe Birken, berühmt in der Gegend, zu denen ſelbſt die
Bauern im Mai kamen, um zu ſehen, wie die Bäume ſich
mit wunderbar feinen, grüngelblichen Zweigen zu einer
langgeſtreckten Halle formten. Jetzt aber ſtanden die wei=
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Nummer 37.
Plungstädter Flaschenbiere In altbewahrter Reinhen und Gute
Pfungstädter „Pilsner‟
Pfungstädter „Kaiserbräu‟
Pfungstädter „Märzen‟
Pfungstädter „„Bock Ale‟
Brauerei-Füllung
direkt vom Lagerfass
Bestellungen erbittet man per Telefon, Amt Darmstadt Nr. 246
od. an die mit Plakaten gekennzeichneten Verkaufsstellen zu richten
Exportbrauerei J. Hildebrand, G. m. b. H.
Pfungstadt.
(3114a
Nur bis 15. Februar
Saison-Ausverkauf
in Handschuhen, Krawatten,
Kragen-
schoner, Cachenez, Unterzeuge,
,
:: Socken, Herrenwäsche .3
mit
bis
Kurr Uchbauer
24 Ernst-Ludwigs-Strasse 24.
(3158a
Schneeweiße Wäsche
gibt
Sohauths Waschwulver
„Gemahlene Salmiak-Terpentin-Seife‟.
Garantie für höchste Reinigungskraft beigrößter
Schonung der Wäsche.
Ueberall zu haben
in weissen Paketen mit grünem Druck und roten
(3779a
Hämmern.
Alleiniger Fabrikant:
P. H. Schrauth, Neuwied am Rhein.
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
(3272a
Preiſen
G. Kanzler, Friſeur, Marktſtr. 3.
Heyl&John, Manufakturwaren. (6a
Gebr. Geſchäftseinrichtung.
Regale und dergl. geſucht. Offert.
unt E 58 an die Exp. (B3460
werden gegen
Küchen=Abfälle Vergütung
ab=
geholt von Rich. Kienzle,
Gries=
heim b. Darmſt., Gäßchen 5. (3022a
Konnrmtandeh
Buxkins,
3306a)
Kleiderstoffe
schwarz, weiß und farbig
zu außergewöhnlich billigen Preisen im Total-Ausverkauf.
Markt 11.
Kaspar Schlosser
Inh.: Marie Günther.
Markt 11.
Mir.
8eeh9 1.50
Taschenuhren-Reparaturen v. M. 1.50 an
„ 1.05 „
Neue Feder
Gläser 25, Zeiger 10—25, Schlüssel 10 Pfg.
Ferner neue Taschenuhren v. M. 3.50 an
Stets gutgeh. gebr. Taſchenuhren
vorrätig. Alles mit Garantie
im Uhrengeſchäft (*3445
Grosse Ochsengasse 30.
K.
anarienhähne zu verkaufen
Bismarckſtr. 23, part. (3385a
Kaufe
alte und getragene Orden
und Medaillen jeder Art u.
aller Länder, auch in
Minig-
ture-Vormat Offerten unter
J. B. 6609 beförd. Rudolf
Mosse, Berlin S. W. (37900f
1
Wer dort? (3406s
hier V. Schatz, Aleranderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk.genüakt.
Graue Haare.
Es gibt nichts einf. als Dr.
Kuhn’s Nußöl 1.20 u.
— 60. Färbepomade
Nutin 2.—, 1.—, von
Frz. Kuhn, Kronen=
Parfüm., Nürnberg. Hier:
F. B. Grodhaus,
Seifen=
fabrik am weißen Turm u. b.
Friſeuren.
(73795
Eine wertvolle Bibliothek für das Haus!
Für wenig Geld eine für alle Zeit wertvolle Bibliothek zu
erwerben — dieſe Gelegenheit bietet ſich Ihnen durch Abonnement
auf die im Verlage der Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart erſcheinende
(V1344
Bibliothek der Unterhaltung
und des Wissens.
Die „Bibliothel der Unterhaltung und des Wiſſens”
be=
ginnt bereits ihren 36. Jahrgang.
In vielen Millionen
von Bänden verbreitet
erfüllt ſie ihr Programm:
jedem Bücherliebhaber Gelegenheit zu geben zur Anlegung
einer wirklich gediegenen, ſpannendſte Unterhaltung und eine
unerſchöpfliche Fundgrube des Wiſſens zugleich bietenden
Privatbibliothek
ee
Die „Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens” erſcheint
in 13 vierwöchentlichen, reich illuſtrierten, elegant in echte
Leinwand gebundenen Bänden mit Goldrücken= und
Deckel=
preſſung. Jeder Band iſt mit einem hübſchen farbigen
Umſchlag verſehen. Um die Anſchaffung auch weniger
Be=
mittelten zu ermöglichen, beträgt der Abonnementspreig
nur 75 Pfennig für den Band
ein Preis, zu welchem der Buchbinder im einzelnen noch nicht
einmal den bloßen Einband zu liefern im ſtande wäre.
Beſtellungen nehmen Buch= und
Kolportage=
handlungen, Journalexpeditionen ꝛc. entgegen.
Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen per
(67a
ſofort. bilſig und gut=
gebrauchte, gut erhalt. Keſſel
4a mit Zubehör für Metzger od.
Landwirte zu verkauf. Schloſſerei
(3587a
Rindfrey, Traiſa.
gut erhaltenen 8
gebrauchten Schreibtiſch
mit Aufſatz zu kaufen geſucht. Of.
unt. H 59 an die Exp. (*3382
Haare
ausgekämmte, werden zu den
höchſten Preiſen angekauft
A. Daniel, Friſeur,
Ludwigspl. 8. (*3358ims
den, ic eritſen Sihmne wie brihe, iamne Sehbein=
Nur in den Kronen, da ſchlenkerten die ſchlanken Zweige
wie Peitſchenſchnuren oft wagerecht in die Luft hinaus,
und das pfiff und ſurrte dort oben wie ungeduldiges
Schelten über ſolche Behandlung. Ganz weit hinten, wo
die Birkenſtämme ſich ſchon einander näherten von beiden
Seiten, blitzte hier und da ein Licht auf. Das iſt
Hallig=
boſtel ſagte Gerdt Lührſen und zeigte mit dem
Peitſchen=
ſtiel geradeaus.
Währeno oben an der Bütfelder Station die
Tele=
graphendrähte ſangen und Gerdt Lührſen manches zu
er=
zählen wußten, war es in der Halligboſteler Wohnſtube
ſo ſtill, daß das gleichmäßige, langſame, ſonſt ſo
beſchei=
dene Ticken der alten Bauernuhr neben dem Ofen
ordent=
lich hart und laut klang und man deutlich das wiſpernde
Herabrieſeln des Schnees an den Fenſterſcheiben
verneh=
men konnte. In Zwiſchenpauſen heulte wohl der Wind
auf, nachdem er heranmarſchiert war mit dumpfem
Brau=
ſen in den alten Eichen und nun gegen die Hausecke mit
dem Kopf anrannte.
Daß in dem Wetter ein Käuzchen hin und wieder laut
kreiſchend aufſchrie, klang wenig anmutig, aber es gehörte
dazu, und die Halligboſteler kannten das. Zuweilen hörte
man auch das behagliche Brummen einer Kuh und das
Klirren der Halfterketten im Pferdeſtall, wenn Stine die
Tür offen ließ, die vom Giebelwohnhaus und deſſen Flur
nach der großen Diele führte, an der unter demſelben
Dach rechts und links die Ställe ſich befanden.
Dora Plattner ſaß dicht unter der Hängelampe am
Mitteltiſch, mit einer Näharbeit beſchäftigt. Doktor
Dän=
hardt hatte ſich in den Lehnſtuhl dicht am Ofen gedrückt,
drehte an ſeinem braunen Schnurrbart, ſah Dora an und
merkte, daß ſie unruhig war und mit der Näharbeit nicht
vorwärts kam. Ab und an hob ſie den blonden Kopf und
lauſchte. Schließlich meinte er: Laſſen Sie doch die olle
Näherei ſein, Fräulein Plattner. Es fleckt i doch nicht,
und Sie müſſen morgen wieder alles auftrennen.
Da ließ ſie den Stoff ſinken und legte die rechte Hand
darauf. Sie haben vielleicht recht, Herr Doktor. Alſo nach
Ihrer Anſicht iſt Fränzchen tatſächlich außer Gefahr?
Da=
bei ſtand ſie auf, ging leiſe zur Tür und lauſchte: Ich
höre nichts.
Laſſen Sie nur den Kleinen ruhig ſchlafen. Ja, ich
denke, er iſt durch. Aber mit Diohtheritis iſt nicht zu
ſpaßen, und die Anſteckungsgefahr iſt groß.
Als ob man daran dächte! Woran ich immer denken
mußte, war: Wenn nun das Kind ſtürbe, ehe, ehe —
ſie ſtockte, klang das nicht wie Schlittenglocken?
Nein, Fräulein Dora, das war nur das Klirren von
Ketten im Stall. Sie meinen, ehe — die Mutter hier
wäre.
Ja, das war eine fürchterliche Angſt. Und dann der
Vater, die ganze Nacht hat er hier am Schreibtiſch geſeſſen,
äußerlich ruhig wie ein Stein, aber ich weiß, wie es
ib=
innerlich gepackt hielt. Wie hätte er den Tod des Kindes
ertragen.
Hm, machte Dänhardt, Gerdt Lührſen hätte es ſchon
ertragen. Solche Naturen halten feſt an ihrer Bahn wie
ein Pflug in ſchwerem Marſchboden. Sie ſehen, ich ſpreche
ſchon ganz gewandt in landwirtſchaftlichen Gleichniſſen,
verſpottete er ſich ſelbſt.
Sie ſchüttelte den Kopf. Das weiß ich beſſer, Herr
Deiten, Wpfer ſeht und anbeiet den der Rant: doß
nur für ſein Kind. Wenn ſie nur durchkommen bei dem
Schneetreiben, vielleicht wäre es beſſer, ich ſchickte
Bohl=
mann mit den Ackerpferden entgegen?
Sie ſind ja, weiß Gott, nervös, Fräulein Dora. Den
Zuſtand hätte ich Ihrer Natur gar nicht zugetraut. Kennen
Sie Lührſen noch immer nicht? Der kommt durch, der
bleibt nicht ſtecken.
Dora lächelte leicht.
Sie mögen recht haben, aber merkwürdig iſt es doch,
daß man ſich immer ſicher fühlt, wenn er etwas anfaßt.
Man denkt, er bringt alles fertig, mag es biegen oder
bre=
chen! Damit ging ſie nach der Tür zum Vorſaal und rief
nach Frau Tannert. Dieſe ſollte Kriſtallzucker herausgeben
und zum Kaffee drei Lot extra nehmen. Dann kam ſie
zurück und zog das Rouleau hoch vor dem Fenſter, das
nach der Front zeigte. So, dann können wir ſehen, wenn
ſie vorfahren, und — freundlicher ſieht es auch aus, wenn
der Lichtſchein in die Allee fällt. Hu, wie das puſtet!
Wohl dem, der heute ein warmes Heim hat!
Das ſtimmt, lachte Dänhardt, in meiner Bude wird
es wieder hundekalt ſein, denn mein Hausdrache ſitzt
ſicher wieder bei Nachbars und erzählt
Geſpenſterge=
ſchichten.
Ja, Herr Doktor, Sie müſſen eben heiraten.
Er pfiff durch die Zähne. Ach ſo, Sie meinen wegen
des kalten Ofens und wegen der Geſpenſtergeſchichten
von Mutter Maak?
Vielleicht auch deswegen. Das gehört eines zum
andern.
(Fortſetzung folgt.)
Fastnacht-
Samstag, den 17. Februar 1912
in sämtlichen feenhaft dekorierten Räumen
des „Orpheums‟:
unter Blüten
(Närrisches Blütenfest mit Redoute)
Sonder-Aufführungen des Dresdner
Kgl. Selvedere 6
(gesamtes Ensemble).
Blütenball.
Keine Demaskierung.
Anfang 811 Uhr.
Karnevalistisches Konzert in den Parterreräumen.
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februar 1912.
Seite 15.
AsverturFrause
Montag, den 19. Februar 1912 (Rosenmontag) in sämtlichen Parterresälen u. im Grossen Saal u. Nebenräumen
Ichennscher Harkevaf
mit
Kostümfest=
ausgeführt von der ganzen Kapelle des Grossherzoglichen Artilleriekorps
:: unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters F. Mickley.
(3815if
Masken mit Larven haben keinen Zutritt. : Maskenabzeichen für Damen und Herren an der Kasse.
Eintritt à Person: Herrenkarte Mk. 1.50, Damenkarte Mk. 1.—. Im Vorverkauf (beim Portier des
Hotels) Herrenkarte Mk. 1.25, Damenkarte Mk. O.75.
In den Parterreräumen Soupers à Mk. 3.—. Bestellungen für Tische und Soupers rechtzeitig erbeten.
Anfang 7½ Uhr.
Hochachtungsvoll: Adolf Reuter, Hoflieferant.
rpheur
Unser
Tagesgespräch bildet das
Gastspiel d. Ensemble
vom Königl. Belvedere,
Dresden. (VI3819
Heute! Dienstag
13. Februar
und die folgende Tage:
ss Heitere Kunst 2s
So leben wir-!
Aktuelle Revue in 12 Bildern
v. Dr. Rich. Hirsch u. Harry Waldan
Bunter Teil
etc.
etc.
Ermäßigter Vorverkauf wie bekannt.
Num. Parkett bei Hugo de Waal
Rheinstraße. 12.
Lnene
(Prinz)
Ein Maskenkostüm bilig zu
verl. Karſtr. 53, 3. St.,
Tzu verl. Sackgaſſe 1. (*3443
Jald 2
Auskenban
am Fastnachtsamstag
findet in diesem Jahre nicht im Saalbau statt. Probſt Rochus v.
Im
Orpheum
(*3414
Pleg. Maskonkost. (Biederm.) z. verl.
L od. z. verk. Kiesſtr. 68, I. (*3423id
WGleg. Chanſonette=Maske zu
Everleih. Grafenſtr. 4, I. (*3402imd
wübsche Damenmaske bill. zu verl.
Hod. z. pk. Steinſtr. 24, pt. (*3407im
Gleg. Damen=
Biedermeierko=
ſtüm zu leihen geſucht. Off.
erb. u. H 71 a. d. Exp. (*3408im
Damenmaskenanzüge f. 3 Mk.
Gleg. Damenmaske (Deutſcher
Sekt) für ſtärkere Figur billig
(*3139imd
zu verleihen
Riedeſelſtraße 72, H., part.
Schwerttänzerin u. Hölle,
ganz neu, zu verl.
Louiſen=
ſtraße 32, 1. Stock.
(*3426im
§ 1. Preis d. Kar=
„Odaliske” nevalgeſelſchaft
1911 u. verſch. a. Masken z. vl. o.
zu verk. Steinſtr. 5, pt. (*3396id
neue Damenwaske (Holländerin)
zu verl. Grafenſtr. 23½, p. (.2412
in
Maskenkostüme großer
Auswahl von 3 Mk. an, Domino
1 Mk., bis 10 Uhr abends
ge=
öffnet Stiftſtr. 89, part. (2184a
askenanzug (Pierrette) für
Wſch. Fig. einmal getr. z. verl.
B3679) Beſſungerſtr. 74, I. r.
Eleg. ſeid. Damendomino z. vl.
3643a) Schillerplatz 8, 1. St.
hochf. Maskenanzüge (Polin,
3 Spielhölle, Bauernmädch.) bill.
zu verl. Waldſtr. 24, part. (*3431
3 ſchöne Maskenkoſtüme
(Spanierin, Orientalin u. Pierrette)
billig zu verleihen
(2571t
Gutenbergſtraße 11, part.
Im
Orpheum
Eintritt im Vorverkauf:
Reserv. Platz Mk. 3.—, alle übrigen
Plätze Mk. 2 —, an der Abendkasse
Mk. 3.50 u. 2.50
Keine
Verkehrsbüro und Robert Schneider‟
Zigarrenfiliale (Ecke Hoch- und
Nieder-Ramstädterstrasse).
Nachzahlung.
3813ids)
Dleg. Bühnengarderobe, Carmen, Ori-
B enteln, Ausikeans, Fainisn. MesGlanzoolistes u. einzigartiges Haskenresl des Saison
Dudelsack, Biedermeier, Edeidame,
Wzegen großen Warenbedarfs
Sſeg. ſeid.Maskenanz. (Pierrette
Aennchen, lust. Iwe u. a. m v. 3M. an zu
zahle die höchſten Preiſe
verl. Gutenbergstr. 66, III. I. (*322imd E gelb mit lila) bill. z. verl. od. z. Gute israelit. Pension für Faſtnachtskleider, Kleider,
Derren= u. Damenmaskenanz. verk. Waldſtr. 34, II. (*3397im
in groß. Auswahl bill. zu verl. (Fleg. Damen=Masken v. 3 M. an,
zu verl. Kiesſtr. 35, I. r. (*3463
3071oi)
Mühlſtraße 8.
3 eleg. Damenmasken zu ver= Schöne Damenmaske zu
leihen Kahlertſtr. 13, pt. (3465averleihen
Damenmasken, H.=Dominos zu Heidelbergerſtraße 81‟ III.
perl. od. verk. Kiesſtr. 32.(2499aRokokp, Dominoſpiel, Tag u.
Die Masken Glühwürmchen, N1 Nacht u. Domino bill. zu verl.
Amor u. Waſſerroſe bill. zu
verl. Liebfrauenſtr. 52, pt. (*3378oi
El. Maskenkoſtüm bill. zu verl.
Gervinusſtr. 39, I. (*3361oim.
(B3798
*3477imd) Heidelbergerſtr 85, II.
erhalt. Schüler u. Schülerinnen
höherer Lehranſtalten. Of. u.
P 95 an die Exped. (*3399ids
Täglich frische
Mazzen
Bäckerei u. Conditorei
Mainzer (3464a
obere Bleichstr. 13. Tel. 1265.
Schuhe, Wäſche, Zahngebiſſe
(*3185im
und Federbetten
David Schaffier, Schloßgaſſe 2.
Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, 13. Februar.
114. Abonnem.=Vorſtellung. A 30.
Zum erſten Male:
Das Tänzchen.
Luſtſpiel in 3 Akten von
Her=
mann Bahr.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Sohn . . . . Hr. Weſtermann
Frau KlaraHeydt,
Klavierlehrerin . Frl. Alſen
Paul Windel,
In=
ſeratenagent . . Hr. Jürgas
Kathen .
. Hr. Wagner
Prinz Heinrich
Dalm=Duhna . Hr. Schneider
Geheimrat Prof.
Schnebbern . . Hr. Knispel
Frhr. von Jentz . Hr. Lehrmann
Schmelka, Landr. Hr. Peterſen
Leutn. v. Boſch . Hr. Kroczak
Hach, Oberkellner Hr. Semler
Ein Kellner
Hr. Indorf
Ein Zimmerkellner Hr. Herrmann
tete
Rittergutsbeſitzer
Joachim v. Bieſt=
Zeſer, M. d. R. Hr. Heinz
Johanna, ſ. Frau Frl. Heumann
Malwine, ſ. Tocht. Frl. Uttmann
Generaldir. Emil
Lavin . . . . Hr. Jordan
Regierungsaſſ. Dr.
James Lavin, ſ.
Spielt in Berlin, der 1. Akt bei
Vorchardt der 2. einen Tag ſpäter
in einer Mietswohnung d.
Luiſen=
ſtraße, der 3. drei Tage nach dem
2. im Adlon.
Nach dem 1. u. 2. Akte läng. Pauſe.
Preiſe der Plätze (Gr. Pr.):
Proſzeniumsloge 6 Mk.,
Fremden=
loge 6 M. Balklonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1. —6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.—8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anf. 7½ Uhr. Ende nach 9½ Uhr.
Kartenverk. v. 11—1 u. v. 6½ Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 14. Febr. 115. A.=V.
C 28. Auf Allerhöchſten
Befehl: Madame
Butter=
fln.‟ Gr. Preiſe. Anf. 7½ Uhr.
Donnerstag, 15. Febr. 116. A.=V.
D 29. „Grigri.” Gr. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Freitag, 16. Febr. 117. Ab.=B.
C 29. „Alt=Heidelberg.”
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Die Hoftheaterhauptkaſſe iſt an
allen Wochentagen, vormittags
von 10—12½ Uhr, geöffnet.
Samstag, 17. Februar.
Außer Abonnem. Anfang 7 Uhr.
Vorſtellung zu ermäß. Preiſen.
Der Opernball.
Operette in 3 Aken von Victor=
Léon und Hugo von Waldberg.
Preiſe der noch
vorhan=
denen Plätze:
Proſzeniums=
loge 2 Mk., Fremdenloge 2 Mk.,
Balkonloge 2 Mk., 1. Rang 2 Mk.
Sperrſitz 1.50 Mk.
Der Kartenverkauf findet am
Freitag, 16. Februar, ſowie an dem
darauffolgenden Tage, vormittags
v. 11—1 Uhr, an der Tagesk. ſtatt.
Montag, 19. Februay
Außer Abonnem. Anfang 5 Uhr.
Kinder=Vorſtell. zu erm. Preiſen.
Apfelbaum,
Erdmännchen und Flöte.
Eine Komödie für Kinder in fünf
Bildern. Nach einem Märchen
be=
arbeitet von C. A. Görner.
Muſik von Fritz Keiſer.,
Preiſe der Plätze:
Pro=
ſzeniumsloge 2 Mk., Fremdenloge
2 Mk, Balkonloge 2 Mk., Erſter
Rang 2 Mk., Zweiter Rang 1 Mk.,
Sperrſitz 1.50 Mk. Parterre 1 Mk.,
Erſte Galerie 40 Pfg., Zweite
Ga=
lerie 30 Pfg.
Der allgemeine Kartenverkauf
zu dieſer Vorſtellung findet
Sams=
tag, 17. Februar, ſowie an den
darauffolgenden Tagen, vormittags
von 11—1 Uhr, für die noch
vor=
handenen Plätze an der
Tages=
kaſſe ſtatt.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 13. Februär 1912.
Nummer 37.
Doooeh
Kopfkissen
aus federdichtem Barch.
mit 2 Pfd. Federn, nur 3.80
Sehr billig!
Kopfkissen
Kopfkissen
aus echt rot. Federköp. m.
zefüllt mit 2 Pfd. Federn 2.80 2 Pfd. Halbdaunen, nur 5.25
Deckbett, 1½ schläfig
gefüllt mit 6 Pfund guten
Federn . . . . . . . . . 11.50
Deckbett, 1½ schläfig
aus federdichtem rot. Barchent,
15.50
gefüllt mit 6 Pfd. Federn .
Deckbett
aus echt rotem Köper m. 6 Pfd. guten Halbdaunen, nur 18,50
Deckbett, „Famos‟
1½ schläfiges Deckbett, aus
garantiert federdichten, echtrot.
Federköper, mit 6 Pfund prima
Daunen
nur 22.50
Matratzen
Seegras-Matratze
12.50
aus rotem oder gestreiftem Drell
Patent-Matratzen
ohne Gegendruck . . 12.50
16.50
mit Gegendruck
Woll-Matratze
3teilig, aus Ia rotem
Drell . . . . . nur 22.00
Matratzen-Schoner
von 2.80 an
Eisen-
Bettstellen
in einfacher bis zur
ele-
gantester Ausführung
7.50 bis 46.00 Mk.
Kinder-Deckbettchen
und
Kinder-Kopfkissen
in grösster Auswahl.
Enorm billig!
(3800)
Kinderbettstelle
in gr. Auswahl, 28.— b.
10.50
Hezirköverein Mathudenhoy=Viertel.
Am 13. Februar, abends 8¼ Uhr,
findet im Mathildenhöhſaal der Vortrag mit Lichtbildern unſeres
1. Vorſitzenden Herrn Rechnungsrat Schupp über: (3769
„Eine 21tägige Mittelmeerfahrt‟
ſtatt, wozu unſere Mitglieder nebſt Gäſten bereits Einladung
Der Vorstand.
erhalten haben.
Bezirks=Verein Altſtadt.
Vertrue
aus dem Leben der Altſtadt vor 150 Jahren.
Redner: Herr Pfarrer D. Dr. Diehl.
Heute abend präzis 8½ Uhr im Kaisersaal,
Grafenſtraße 18.
Eintritt für Damen und Herren frei. (3710si
Männervereinigung und
Frauen-
verein der Martinsgemeinde.
Einladung zum Vortrag mit Lichtbildern
des Herrn Miſſionar Gsell
über:
„Mit dem westafrikanischen Neger
durch Busch und Urwald‟
am Freitag, den 16. Februar, im Gemeindehaus, Mollerſtr. 23.
Um 6 Uhr beſonders für Kinder, Eintrittspreis 10 Pfg.
Um 8¼ Uhr nur für Erwachſene
20
Eintrittskarten ſind bei den beiden Kirchendienern und abends
an der Kaſſe zu haben.
(3801
Mittwoch, den 14. Februar 1912:
Erietzelsappe
Dienstag, den 13. Februar, abends: Bratwurstschmaus
Feinſtes Erbacher Hof=Bräu
Verſand in Flaſchen, die ¼ Fl. 18 ₰, ½ Fl. 10 ₰; in Fäßchen 20 ₰ p. Ltr.
Bierbrauerei Gabriel Grohe
Karlſtraße 10.
(*3381
Anziehende
Frauen
sind meist gut
an-
gezogene Frauen.
Wer modern und
preis-
wertgekleidetseinwill,
der benütze z.
schnei-
dern die vorzüglichen
Favorit-Schnitte, o
Bei
Hunderttausen-
den im Gebrauch!
Anleitung durch das
Grosse Favorit-Moden-
Album (nur 70 Pf. fr.) u.
Jugend-Moden-Album (60 Pf. fr.)
von der Verkaufsstelle der Firma
oder wo nicht am Platze, direkt
von der Internationalen
Schnitt-
manufaktur, Dresden-N. 8.
Arthur Sittig, Louisenplatz 4
Gelegenheitskauf! Auto.
Moderne, komfortable
Limousine
4 Zyl., 11/18 P. S., mit kompl.
Zubehör, gut erhalten,
An-
schaff.-Pr. 15500 Mk., ist äuß.
preiswert zu verkauf. (3775im
Wilhelm Möbus, Limburg a. L.
ut erhaltene Kommode zu
kaufen geſucht. Offerten unter
H 80 an die Exped. d. Bl. (*3444
ehrock, Frack u. Smoking=
An=
züge zu verleihen u. zu verkauf.
93a)
Soderſtraße 14, 1. St.
Bettſtelle, 1 Sprungfeder= u.
eine Zteil. Matratze zu verk.
*3392imd) Hügelſtr. 77, Hth. I. St.
Keichter Paletot, gut erh. Gehrock,
Adreßbuch 1911 abzugeben
*3391) Mathildenplatz 3, 2. St.
Billige Briefmarken
3388)
Waldſtr. 20, Laden.
Parkettböden
werden gereinigt, alte und neue
Böden auf Blindboden und in
Asphalt verlegt, jede Reparatut
prompt und billig ausgeführt.
Näheres Lichtenbergſtr. 20, III
Vereinigte Geſellſchaft.
Donnerstag, den 15. Februar, um 5 Uhr:
Kräppel-Kaffee. 660
Um 6½ Uhr:
Die Dienſtboten,
Luſtſpiel von R. Benedix
aufgeführt von Damen und Herren der Vereinigten Geſellſchaft,
unter Leitung des Herrn Hofſchauſpielers und Regiſſeurs Hacker.
Nach der Aufführung:
Karten für den Kreppel=Kaffee zu 70 Pfg. ſind bis 15. Februar,
mittags 12 Uhr, bei dem Geſellſchaftswirt zu löſen. (3746oi
Katholikenverein.
Sonntag, den 18. Februar 1912, abends 8 Uhr,
Haskenbatr.
Eintritt für Mitglieder frei. Nichtmitglieder, welche durch
Mit=
glieder eingeführt werden müſſen, zahlen Herren 1.50 Mk., Damen
1.00 Mk.
Maskenkarten und Fremdenkarten werden Sonntag, den
18. Febr. von 11—1 Uhr im Vereinslokal ausgegeben.
(3795
Der Vergnügungsausschuss.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe (B10
Grafen-
Grafen-
str. 18 Schlegel S str. 18
Theater-u. Masken-Garderobe
Verleih- und Versandhaus.
Grösstes Lager am Platze. —
Ueber 1200 Kostüme u. Dominos
für Herren, Damen u. Kinder.
Historische Kostüme für Festzüge und Kostümfeste.
Kulissen — Fahnen von 50 an
zu verleihen.
(3111a
ede Daien Hasttengarderoße
Mühlstrasse 40, 1. Stock, Konfektion
nächst Turnhalle (Woogsplatz).
eue, nicht getragene Kostüme, Damen- und Herren-
Dominos vom hochelegantesten bis einfachsten zu ver-
eihen.— Massanfertigung.
(3625a