Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
In der Stadtverordnetenverſammlung
teilte Beig. Jäger mit, daß das Denkmal für
Kapi=
tänleutnant Fiſcher auf dem Hofe des
Real=
gymnaſiums Aufſtellung finden ſoll.
Im preußiſchen Abgeordnetenhauſe erklärte
der Miniſter des Innern, daß die Einbringung einer
neuen Wahlrechtsvorlage ausſichtslos ſein
würde.
Bei Hamborn iſt bei einem Zuſammenſtoß ein
Bug=
ſierdampfer geſunken; acht Perſonen ſind
ertrunken.
Im Bahnhof von Orleans verübten Anarchiſten
einen Einbruch, wobei zwei Bahnbeamte verwundet
und ein Gendarm getötet wurden und zwei Einbrecher
Selbſtmord begingen.
Die Grubenbeſitzer der Borinage haben die
Vermittelungsvorſchläge des Miniſterpräſidenten zur
Beilegung des Bergarbeiterſtreiks abgelehnt.
Der ſpaniſche Miniſterpräſident
Canale=
jas erklärte, die Lage in Portugal ſcheine äußerſt
ernſt zu ſein.
In Sofia findet heute die Großjährigkeitserklärung
des Kronprinzen Boris von Bulgarien
unter großen Feſtlichkeiten ſtatt.
Die Kaiſerin=Witwe von China unterrichtete
das Kabinett davon, daß der Thron ſich für den
Frie=
den entſchieden habe und wies die Miniſter an,
ent=
ſprechende Maßnahmen zu treffen.
Eine dynaſtiſche Feier in Hofia.
*⁎* In Anweſenheit einer Reihe von Vertretern
be=
freundeter Höfe begeht man heute in Sofia die
Großjäh=
rigkeitserklärung des Kronprinzen Boris
von Bulgarien. Für das Land und die Dynaſtie iſt
dies ein bedeutungsvolles Ereignis, und deshalb ſind denn
auch feſtliche Veranſtaltungen aller Art in der bulgariſchen
Hauptſtadt vorgeſehen worden.
Kronprinz Boris wurde am 31. Januar 1894 aus der
Ehe des damaligen Fürſten Ferdinand und deſſen erſten
Gemahlin Marie Luiſe von Bourbon=Parma geboren. Der
Ehe entſtammen außerdem noch der Fürſt Kyrill, geboren
1895, die Prinzeſſinnen Eudoxie Auguſta und Nadeſchda,
geboren 1898 bezw. 1899. Einen Tag nach der Geburt der
letztgenannten Prinzeſſin ſtarb die Fürſtin.
Vom Kronprinzen Boris iſt während der letzten
ſechszehn Jahre in der Oeffentlichkeit nicht ſoviel die Rede
geweſen wie in den beiden erſten Lebensjahren. Man wird
ſich erinnern, wie hocherfreut der Fürſt über die Geburt des
erſten Stammhalters war und wie es viel belächelt wurde,
als er dem Kinde alsbald nach ſeinem Erſcheinen in der
Welt die Tapferkeitsmedaille in die Wiege legte. Fürſt
Ferdinand hatte eine Verfaſſungsänderung dahin
durch=
geſetzt, daß außer dem Fürſten auch der erſte Thronfolger
noch der römiſch=katholiſchen Religion angehören dürfte und
ſo wurde denn auch der junge Boris in dieſem Glauben
getauft. Indeſſen mußte er ſich ſpäter noch eine zweite
Taufe gefallen laſſen. Als Ferdinand am 2. Auguſt 1887
zu Tirnowo den Eid auf die bulgariſche Verfaſſung
ge=
leiſtet hatte, befand ſich das Fürſtentum in ernſter Fehde
mit ſeinem ruſſiſchen Befreier. Die Nachwehen der Aera
Kaulbars machten ſich ſehr fühlbar, und ſeit dem Putſche
von Ruſtſchuk waren erſt einige Monate verfloſſen. Dieſe
Lage war für Bulgarien umſo ſchwieriger, als die
ent=
ſchieden ablehnende, ja feindſelige Haltung Rußlands
gegenüber dem von den Bulgarien gewählten Fürſten ein
recht empfindliches Hindernis für deſſen internationale
An=
erkennung bildete. Es bedurfte daher eines beſonders
be=
gabten und taktvollen Landesherrn, um das Staatsſchiff
an allen Klippen vorbeizuſteuern. Als ſolcher hat ſich
Fer=
dinand I. unzweifelhaft erwieſen, und die Anbahnung
guter Beziehungen zu Rußland war denn auch ſein
vor=
nehmſtes Beſtreben. Als nach dem Tode Alexanders III.
die Ausſichten auf eine Verſöhnung mit Rußland gebeſſert
ſchienen, brachte Fürſt Ferdinand das für ihn und ſeine
ſtrenggläubige katholiſche engere Familie ungeheuere Opfer,
den Thronfolger der orthodoxen Kirche zuzuführen. Prinz
Boris wurde am 14. Februar 1896 umgetauft, und Zar
Nikolaus II. übernahm ſelbſt die Patenſtelle. Die Sache
machte damals ungeheueres Aufſehen, da dem Fürſten die
Exkommunikation drohte und auch ſein Verhältnis zum
Wiener Hofe getrübt wurde. Indeſſen hatte der Schritt
den gewünſchten politiſchen Erfolg, denn Rußland wandte
ſeine Gunſt wieder Bulgarien zu, und wenige Wochen nach
der zweiten Taufe Boris’ wurde Ferdinand als Fürſt von
Bulgarien vom Sultan anerkannt, und die übrigen Mächte
hatten nun auch keinen Grund mehr, mit der Anerkennung
zurückzuhalten.
So hat die Perſönlichkeit des Kronprinzen, der nun
für volljährig erklärt wird, ſchon in früheſter Jugend einen
weſentlichen Einfluß auf die Geſchicke des Landes
aus=
geübt. Später iſt von ihm im Auslande wenig mehr die
Rede geweſen. Kurz vor der Erhebung Bulgariens zum
ſelbſtändigen Königreich ſchenkte ihm ſein Vater eine zweite
Mutter in der Prinzeſſin Eleonore von Reuß=Köſtritz, Bei
der Unabhängigkeitserklärung wurden in Sofia auch dem
jungen Thronfolger lebhafte Ovationen dargebracht.
Letz=
terer weilte im vorigen Oktober mit ſeinem Bruder Kyrill
in Deutſchland zu Beſuch, um in Koburg der Enthüllung
des Denkmals für den Prinzen Joſias beizuwohnen.
Durch die im letzten Jahre vorgenommene
Verfaſſungs=
reform iſt die Stellung der Dynaſtie Koburg in Bulgarien
neu geſtärkt worden, ein beſonders feſtes Band um Thron
und Volk bildet aber die in der Perſon des Kronprinzen
Boris geſicherte Thronfolge, ſo daß es erklärlich iſt, wenn
dieſem Ereigniſſe der Großjährigkeitserklärung des
künf=
tigen bulgariſchen Herrſchers eine große Bedeutung
bei=
gelegt wird.
Die Gefahren eines engliſchen Kohlenſtreiks.
C Wenn vor dem 1. März eine Einigung zwiſchen
den engliſchen Kohlenminenbeſitzern und
den Bergarbeitern nicht zuſtande kommt, werden
vom letzten Februartage an 730000 Bergarbeiter ihre
Arbeit niederlegen und in ganz England ſoll bis zum
Ende des Streikes kein Förderkorb mit Kohlen aus den
Tiefen der Erde zum Tageslicht emporgehen. Was das
für England bedeuten würde, welche Wirkungen ein
Koh=
lenſtreik von längerer Dauer auf Induſtrie, Land und
Leute haben müßte, ſucht eine engliſche Wochenſchrift in
einem ausführlichen Aufſatze darzulegen.
Ein Streik aller Kohlenarbeiter müßte ſchon nach
kur=
zer Dauer Handel und Wandel vollkommen lahm legen,
Dunkelheit und Ehaos würden herrſchen, 20 00
Lofo=
motiven und 700 000 Eiſenbahnwagen müßten ſtill liegen,
gegen 1 Million Fabriken und Werkſtätten ihre Pforten
ſchließen, die Schiffahrt würde brach liegen und die ganze
britiſche Flotte die Möglichkeit verlieren, das Land zu
ſchützen. Das iſt.” ſo führt die Zeitſchrift aus, „kein
vages Phantaſiebild, ſondern nur eine wirklichkeitsgetreue
Schilderung deſſen, was eintreten müßte, wenn ein ſolcher
Streik wirklich länger als einige Wochen dauern würde.
Denn unſer ganzes modernes Leben iſt von der Kohle
ab=
hängig. Nach 14 Tagen würden vorausſichtlich alle
Bah=
nen Englands ihren Betrieb einſtellen müſſen, wenn man
ſich nicht dazu entſchließen würde, zu fabelhaften Preiſen
in Amerika oder Deutſchland Kohlenerſatz zu ſuchen.
Amerika wäre zwar imſtande, genügend Kohlen zu
lie=
fern, aber die hohen Frachtraten machen den Import
un=
möglich und würden ſofort die Rentabilität aller großen
Unternehmen zerſtören.
Es gibt nur wenige Fabriken in England, die
ge=
nügend Kohlenvorräte beſitzen, um bei einem Ausbleiben
der Kohlenlieferung 2 oder 3 Wochen lang ihren Betrieb
aufrecht zu erhalten; man verfügt nicht über die
genügen=
den Lagerräume und kann infolgebeſſen für den
Streik=
fall nur unvollkommene Vorbereitungen treffen. Die
britiſche Admiralität kauft ſchon jetzt alle Kohlenvorräte
auf, die ſie erlangen kann, denn unter normalen
Verhält=
niſſen würden die Kohlenlager der Marine nur 14 Tage
lang ausreichen, um den Dienſt der Kriegsflotte
aufrecht=
zuerhalten. Die Kohlenſchiffe, die zweifellos aus
Deutſch=
land oder Holland geringere Mengen des, unentbehrlichen
Brennſtoffes nach England ſchaffen würden, könnten
damit nur wenig, keinesfalls entſcheidende Hilfe bringen,
aus dem einfachen Grunde, weil mit dem Stocken des
Bahnbetriebes die Möglichkeit erliſcht, die Ware ins
Land=
innere zu befördern. Aber da auch die Gasanſtalten und
die Elektrizitätswerke auf Kohlenlieferungen angewieſen
ſind, würde das Land nach wenigen Wochen keine
Be=
leuchtung mehr haben.‟ Einen Vorgeſchmack von den
ſchrecklichen Folgen eines Kohlenſtreiks hat man in
Eng=
land bereits im Jahre 1893 genoſſen, als die Bergwerke
von Yorkſhire, Lancaſhire. Nottinghamſhire. Derbyſhire,
Warwickſhire und Staffordſhire ihren Betrieb einſtellten.
Die anderen Kohlenbergwerke arbeiteten fort, da ſie nicht
dem Bergwerksbeſitzerverband angehörten, und dadurch
war es möglich, daß die Arbeit in den anderen Werken
ſechs Monate lang ruhen konnte. Sofort gingen die
Koh=
lenpreiſe gewaltig in die Höhe, man zahlte in London
4 Mark für den Zentner Kohlen für Haushaltszwecke, die
Fabriken arbeiteten mit Verluſt und ſtellten ſchließlich den
Betrieb ein. Hunderttauſende von Menſchen waren
brot=
los und bitterſter Not ausgeliefert; nur unter gewaltigen
Anſtrengungen gelang es den
Wohltätigkeitsorganiſatio=
nen durch Eröffnung von Freiküchen das Geſpenſt des
Hungertodes hintanzuhalten.
Wenn heute in England ein allgemeiner Kohlenſtreik
ausbricht, werden nach einigen Wochen 16 Millionen
Menſchen, Männer und Frauen, durch das Stilliegen aller
Betriebe und Geſchäfte brotlos. Zugleich aber ſteigen die
Lebensmittelpreiſe gewaltig an. Die Bergarbeiter ſelbſt
würden mit jeder Woche Streik 30 Millionen Mark Lohn
einbüßen, und die Arbeiter der Baumwolle, Wolle=,
Stahl= und Erdwareninduſtrie nach kurer Zeit
wöchent=
lich zuſammen über 40 Millionen. Glücklicherweiſe iſt die
Gefahr, daß ein Kohlenſtreik in England längere Zeit
waltet, nicht allzu groß, aus dem einfachen Grunde, weil
auch die Arbeitnehmer bei einer längeren Dauer dieſes
Kampfes ökonomiſch dezimiert würden. Der engliſche
Bergarbeiterverband zählt heute 730000 Mitglieder, das
Vermögen des Verbandes und die Streikkaſſe verfügt
über 30 Millionen Mark. Selbſt wenn der Verband ſeinen
ſtreikenden Mitgliedern wöchentlich nur 10 Schilling
be=
zahlt, würde das eine Wochenſumme von 7300 000 Mk.
bedeuten, ſodaß im Verlaufe von 4 Wochen das
Vermö=
gen der Arbeiterorganiation vollommen aufgezehrt wäre.
Hierzu aber tritt noch die Frage: wie ſollen bei den ſofort
eintretenden Preisſteigerungen aller Lebensmittel die
Bergarbeiterfamilien mit 10 Schilling in der Woche
eri=
ſtieren können, wenn ſie bei jetzigen Verhältniſſen mit 30
kaum auskommen? Die Wahrſcheinlichkeit eines längeren
Kohlenſtreikes iſt alſo gering.
Deutſches Reich.
— Die Eröffnung des Reichstags. Das
Reichsamt des Innern gibt bekannt, daß die Eröffnung
des Reichstags am 7. Februar, mittags 12 Uhr, im
Wei=
ßen Saale des Schloſſes ſtattfindet. Zuvor wird ein
Gottesdienſt für die Mitglieder der evangeliſchen Kirche
in der Schloßkapelle und für die Mitglieder der
katholi=
ſchen Kirche in der Hedwigskirche abgehalten.
— Die Novelle zum
Staatsangehörig=
keitsgeſetz. Wie die Tägliche Rundſchau hört, wird
dem neuen Reichstag außer dem Etat für ſeine erſte
Tagung nur die Wehrvorlage und eine Novelle zum
Staaatsangehörigkeitsgeſetz zugehen. Dieſes Geſetz bringt
weſentliche Aenderungen gegenüber der bisherigen
Rechts=
lage. Der Verluſt der deutſchen Staatsangehörigkeit wird
ſehr erſchwert. Bisher wurde die deutſche
Staatsange=
hörigkeit im Auslande verloren, wenn nicht innerhalb
zehn Jahre bei einem deutſchen Konſulat die Feſtſtellung
der deutſchen Staatsangehörigkeit erfolgte. Künftig ſoll die
Staatsangehörigkeit nur nach einer Austrittserklärung
aus dem Staatsverband verloren werden, doch ſoll auch
einem aus dem deutſchen Staatsverband ausgeſchiedenen
Deutſchen der Wiedererwerb des deutſchen Heimatrechtes
tunlichſt erleichtert werden.
— Die Schiffahrtsabgaben und die
Rhein=Regulierung. In der Zweiten Badiſchen
Kammer erklärte Miniſter des Innern von Bodman auf
eine Anfrage, daß auch die Koſten der Rhein=Regulierung
von Sondernheim bis Straßburg aus den
Schiffahrts=
abgaben beſtritten werden ſollen. Allerdings würden die
Abgaben erſt zur Erhebung gelangen, wenn die Rhein=
Regulierung beendet, die Neckar=Kanaliſierung bis
Heil=
bronn durchgeführt und die Main=Kanaliſierung bis
Aſchaffenburg vollendet ſei. Und dann noch nicht mit
dem vollen Betrage, ſondern zu dreiviertel, ſolange nicht
die Vertiefung des Rheins von St. Goar bis Mannheim
ihren Abſchluß gefunden habe. Wenn übrigens das
Ge=
ſetz in Kraft trete, hänge davon ab, ob und wann die
Zuſtimmung der Niederlande zur Exhebung von
Schiff=
fahrtsabgaben erfolge. Ein Grund, mit der Durchführung
der Rhein=Regulierung zu warten, beſtehe nicht. Man
würde vielmehr dadurch das Neckar=Regulierungswerk
ſchädigen. Die Ausgaben ſollen ſamt den erwachſenen
Zinſen erſetzt werden.
— Sozialdemokratie und
Sammlungs=
politik. In Hamburg ſprach Geheimrat Rieſſer vom
Hanſabund in einer von über 5000 Perſonen beſuchten
Verſammlung über die Sammlungspolitik. Er erklärte,
es täte ihm leid, daß die Sozialdemokratie ſo ſtark
gewor=
den ſei, glaube aber nicht, daß die größte Reichstagsfrak=
Seite 2
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
Nummer 28.
kion auf ihrem negierenden Standpunkt beharren werde.
Tue ſie das, ſo wäre allerdings der Moment der
Samm=
lung gekommen.
Keine neue Wahlrechtsvorlage für
Preußen. Im preußiſchen Abgeordnetenhauſe ergriff
Staatsminiſter des Innern von Dallwitz bei der
Etats=
beratung nach dem Abg. Friedberg (nl.) das Wort und
führte folgendes aus:
Auf die Frage des Abgeordneten Friedberg nach der
Wahlrechtsreform kann ich folgendes erklären: Vor zwei
Jahren war dem Hauſe bekanntlich ein
Wahlrechtsent=
wurf vorgelegt worden, der ſcheiterte. Im Vorjahre habe
ich mir bei der erſten Leſung des Etats erlaubt, die
Gründe darzulegen, die die Wiedereinbringung der
Wahl=
rechtsvorlage im Vorjahre untunlich erſcheinen ließ. Ich
wies darauf hin, daß bei den beſtehenden
Meinungsver=
ſchiedenheiten innerhalb der bürgerlichen Parteien keine
Möglichkeit gegeben war, die beſtehenden Gegenſätze zu
überbrücken und eine Verſtändigung herbeizuführen, für
den Wahlrechtsentwurf auf einer für die
Staatsregie=
rung annehmbaren Baſis. Ich bin der Anſicht, daß ſich
die Verhältniſſe ſeit dem Vorjahre in dieſer Beziehung
nicht geändert haben. Vielmehr haben die
Verhand=
lungen bei der Beratung des Wahlrechtsantrages
Aron=
ſohn und Genoſſen am Schluſſe der vorigen Seſſion
ganz deutlich erwieſen, daß eine Klärung und Näherung
der widerſtreitenden Parteien nicht ſtattgefunden hat, daß
ſogar die beſtehenden Gegenſätze, die im Jahre 1911 das
Scheitern der damaligen Wahlrechtsvorlage herbeigeführt
waren, ſich eher verſchärft als vermindert haben. Ich
glaube, daß die Reichstagswahlen meine Auffaſſung
be=
ſtätigt haben. Unter dieſen Umſtänden würde die
Auf=
nahme der Wahlrechtsfrage keinen Erfolg verſprechen.
— Die koburgiſche Staatsregierung hat
die Einführung einer Warenhausſteuer für das
Herzog=
tum abgelehnt.
Ausland.
Frankreich.
Die Kongofrage. Die Senatskommiſſion zur
Prüfung des Geſetzentwurfes betr. das Vorkaufsrecht
Frankreichs auf den belgiſchen Kongo hat dem von der
Kammer angenommenen Geſetzentwurf zugeſtimmt, in
dem die Aufrechterhaltung des Vorkaufsrechts feſtgeſetzt
wird, nachdem zwiſchen den beiden Regierungen über
eine Anzahl noch ſchwebender Fragen eine Verſtändigung
erzielt worden war.
Spanien.
Regierung und Konſervative. In der
Kammer erklärte der Führer der Konſervativen, Maura,
die Verfaſſung habe eine ungewöhnliche Kriſe
durchge=
macht. Die Nachgiebigkeit der Liberalen gegenüber den
Revolutionären ſei ein Anzeichen des Unterganges und
des Falles der Monarchie. Maura tadelte ſodann die
Regierung, daß ſie das Budget noch nicht vorgelegt und
noch nicht einmal aufgeſtellt habe. Die Konſervativen
ſeien nicht geſonnen, die Verantwortung, die die
Regie=
rung übernehme, zu teilen. Miniſterpräſident Canalejas
erwiderte, er wünſche, daß Konſervative wie Liberale dem
Lande nach beſten Kräften dienen mögen. Die
Libera=
len hätten eine klar umſchriebene Politik und ſeien
kei=
neswegs geneigt, dieſe zu ändern, wie auch immer die
Konſervativen darüber dächten.
Rußland.
Die ruſſiſchen Untertanen in Finnland.
Der Reichsrat nahm die Vorlage, durch die den ruſſiſchen
Untertanen in Finnland die gleichen Rechte wie den
finniſchen Bürgern verliehen werden, in der von der
Duma gebilligten Faſſung an.
Bulgarien.
Die Großjährigkeitserklärung des
Kronprinzen. Alle europäiſchen Monarchien, mit
Ausnahme der ſkandinaviſchen, ſind zu den Feſtlichkeiten
anläßlich der Großjährigkeitserklärung des Thronfolgers
Boris eingeladen. Angeſagt ſind die Thronfolger von
Rumänien, Serbien, Montenegro und Griechenland,
Ver=
treter der regierenden Häuſer von Rußland, Oeſterreich=
Ungarn, Deutſchland und Koburg und beſondere
Miſſio=
nen Frankreichs, Italiens, Englands, Belgiens, Spaniens
und Hollands. Am Freitag iſt Eidesleiſtung des
Kron=
prinzen und wahrſcheinlich Parade der Garniſon unter
Kommando des Kronprinzen, abends Feſtmahl im Schloſſe,
nachher Empfang. Am Samstag findet ein Ball im
Offizierskaſino ſtatt und am Sonntag die Abreiſe der
Gäſte. Allgemein wird der Feier mit Intereſſe
entgegen=
geſehen, namentlich dem Zuſammentreffen der fünf
chriſt=
lichen Kronprinzen des Balkans. Die Entſendung des
Prinzen Friedrich Leopold von Preußen als Vertreter des
Kaiſers wird mit Genugtuung aufgenommen.
* Die höchſtbeſoldeten Beamten des
Deutſchen Reiches. Es beſteht vielfach die
An=
ſicht, daß der deutſche Reichskanzler unter den Beamten
des Reiches das höchſte Gehalt bezieht. Die Auffaſſung
iſt tatſächlich aber unzutreffend. Die Bezüge des
Reichs=
kanzlers beſtehen in einem Gehalt von 36000 Mark und
in Repräſentationskoſten von 64000 Mark. Daneben hat
der Reichskanzler bekanntlich freie Dienſtwohnung.
Die=
ſes Gehalt des Reichskanzlers von 100000 Mark wird
jedoch durch die Gehaltsbezüge von 6 anderen
Reichs=
beamten im diplomatiſchen Dienſt übertroffen. Und zwar
erhalten die höchſten Gehälter die deutſchen Botſchafter
in London und Petersburg, nämlich 150000 Mark neben
freier Wohnung. Mit 120000 Mark und freier
Dienſt=
wohnung ſind ausgeſtattet die Botſchafterpoſten in
Kon=
ſtantinopel, Paris, Waſhington und Wien. Es folgen
die Stellungen in Rom und Madrid, deren Inhaber
100000 Mark beziehen. Daran ſchließen ſich die
Bot=
ſchafterpoſten in Tokio mit 80000 Mark, die
Geſandten=
poſten in Peking mit 75000 Mark, in Teheran mit 60000
Mark, in Mexiko mit 54000 Mark, und in Rio de
Ja=
neiro mit 53000 Mark. Alle anderen Stellungen im
di=
plomatiſchen Dienſt ſind mit Gehaltsbezügen unter
50000 Mark ausgeſtattet. Die Stellungen der
Staats=
ſekretäre der Reichsregierung haben zwei verſchiedene
Ge=
haltsſätze, der Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes
und des Reichsamtes des Innern erhalten 50000 Mark,
nämlich 36000 Mark Gehalt und 14000 Mark
Repräſen=
tationskoſten, die Staatsſekretäre des Schatzamtes, der
Marine, der Kolonien, der Juſtizverwaltung und der
Reichspoſt erhalten 44000 Mark, nämlich 30000 Mark
Ge=
halt und 14000 Mark Repräſentationskoſten. Sämtliche
Staatsſekretäre haben freie Dienſtwohnung bis auf
den=
jenigen des Kolonialamtes, der an ihrer Stelle eine
Mietsentſchädigung von 20000 Mark bezieht. Die
preu=
ßiſchen Miniſter erhalten durchweg ein Gehalt von 36000
Mark und daneben eine Dienſtzulage von 14000 Mark,
die jedoch nicht bei der Penſionierung in Anrechnung
ge=
bracht wird.
* Eine franzöſiſche Erbſchafts=
Statiſtik. In Paris iſt ſoeben eine amtliche Statiſtil
erſchienen, die einen intereſſanten Ueberblick über die
Zahl und den Umfang der Hinterlaſſenſchaften im Jahre
1910 gewährt. Die Erbſchaften, die in Frankreich
wäh=
rend dieſes Zeitraumes verſteuert und angegeben
wur=
den, erreichen die ſtattliche Summe von 5688 200043
Franken; das iſt jedoch der Bruttobetrag, von dem die
Paſſiven abgezogen werden müſſen. Der voll
vorhan=
dene und verſteuerte Endwert belief ſich auf 5318 982380
Franken, die ſich auf insgeſamt 358836 Erbſchaften
ver=
teilten. Die Zahl der Hinterlaſſenſchaften im Werte von
1—500 Franken betrug 98657, die im Werte von 2000 bis
10000 Franken 104713, von 10001—50000 45 529, von
250 001—500000 Franken 1706. Dagegen erreichen die
Erbſchaften im Werte von 1—2 Millionen Franken nur
die Zahl 785, die von 2—5 Millionen 142, die von 5—10
Millionen 29 und die von 10—50 Millionen 10. Von
dieſen letzten 10 Multimillionären lebten allein 8 im
Departement de la Seine, alſo in und um Paris.
* Brüſſel, 31. Jan. Die Grubenbeſitzer
des Borinagebezirks haben heute die
Vermitt=
lungsvorſchläge des Miniſterpräſidenten zur Beilegung
des Bergarbeiterſtreiks abgelehnt.
* Brüſſel, 31. Jan. Nach Privatmeldungen, die
die Agence Havas aus unterrichteten Kreiſen erhalten hat,
wird angenommen, daß die Zuckerkonferenz, da die
Beſchlüſſe einſtimmig angenommen werden müſſen und da
Deutſchland auf ſeinem Widerſtand gegen die Erhöhung
des ruſſiſchen Export=Kontingents in dem verlangten Um
fange beharrt, zu einem Kompromiß gelangen wird, um
den Fortbeſtand der Union ſichern zu können.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 2. Februar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberſt v. Müller,
Kommandeur des Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feld=Artillerie=Regiments Nr. 25, den
Oberſt=
leutnant v. Oheimb, Pferdevormuſterungskommiſſar in
Darmſtadt, den Major v. Weſternhagen,
Bataillons=
kommandeur im Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, den Hauptmann Graf zu Lynar, Adjutant
der 49. Infanterie=Brigade (1. Großh. Heſſ.), den K. u. K.
Oeſterr. Oberleutnant Nießner vom 1. Tiroler Landes=
Schützen=Regiment in Ala (Südtirol), den Leutnant
Frhrn. Röder v. Diersburg vom Garde=Dragoner=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Kammerherrn
Frhrn. v. Oetinger, die Hofſchauſpieler Baumeiſter und=
Hacker, den Baurat Jaeger, Beigeordneter der Stadt
Darmſtadt, die Pfarrer Schäfer von Biebesheim, Frank
von Rohrbach bei Dieburg, Sommerlad von Watzenborn
und Hepding von Hauſen bei Gießen, den
Landgerichts=
rat Strack von Gießen; zum Vortrag den Staatsminiſter
Ewald, den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Ordenskanzler
Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Diersburg, den Oberſt z. D.
Frhrn. Röder v. Diersburg, den Vorſtand des Kabinetts=
Geheimerat Römheld.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Forſtwart der Kommunalforſtwartel
Dieburg I Nikolaus Stemmler zu Dieburg aus
Anlaß ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand den Charakten
als „Förſter”
* Entlaſſen wurde der Aktuariatsaſſiſtent bei dem
Amtsgericht Herbſtein Karl Michael Gabelmann auf
Nachſuchen ſeines Dienſtes.
* Militärdienſtnachricht. Prinz Wolfgang
von Löwenſtein=Wertheim=Freudenberg
als Leutnant im Leib=Drag.=Regt. (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 24 angeſtellt, und zwar vorläufig ohne Patent.
g. Strafkammer. Ein rückfälliger Verbrecher, der 26
Jahre alte Taglöhner Michael Schwöbel aus Ober=
Klingen, hatte ſich geſtern vor der hieſigen Strafkammer
wegen Einbruchsdiebſtahls zu verantworten. Schwöbel
war am 4. Oktober 1911 bei dem Wirt H. Bangert hier
eingekehrt und hatte die Gelegenheit ergriffen, als der
Wirt einen Augenblick aus der Wirtsſtube ſich entfernte,
ſich die Kaſſe mit einem Inhalt von 80 bis 90 Mark
anzu=
eignen. Er wurde jedoch bald ergriffen. Unter
Einbezieh=
ung einer von der Strafkammer Mainz inzwiſchen
erkann=
ten Zuchthausſtrafe von 1 Jahr 2 Monaten wird er zu
1 Jahr6 Monaten Zuchthaus verurteilt; die
bür=
gerlichen Ehrenrechte werden ihm auf die Dauer von
fünf Jahren aberkannt. — Der 37jährige Korbflechter
Heinrich Vollmer aus Opladen hat am 5. Juli 1911 bei
ſeiner Feſtnahme wegen Landſtreicherei einen falſchen
Namen angegeben. Er wird wegen Urkundenfälſchung zu
2 Monaten Gefängnis verurteilt. — Der 27 Jahre
alte Schloſſer Heinrich Löchel hatte am erſten Weil
nachtsfeiertage ſeiner Logiswirtin Ludwig Bücking Ehe
frau mittels ſchweren Einbruches aus einem
verſchloſ=
ſenen Zimmer einen Geldbetrag von 30 Mark geſtohlen
Er wird zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. — Der
noch nicht vorbeſtrafte 23jährige Kaufmann G. Stieler
war im Oktober 1911 bei einem hieſigen Kolporteur als
Reiſender beſchäftigt. Als ſolcher fälſchte er 14
Beſtell=
ſcheine, um die Proviſion zu erlangen. Das Gericht
ver=
urteilte den geſtändigen Angeklagten in anbetracht der
nicht erheblichen Beträge von etwa 17 Mark zu 2
Mona=
ten Gefängnis. — Die 63jährige Witwe Michael
Röſch aus Bensheim iſt auf eigentümliche Art zu einer
Anklage wegen Urkundenbeſeitigung gekommen. Zur Anlage
einer Bewäſſerungsanlage in dem den Söhnen der Witwe
Röſch gehörigen Hauſe war die Stadt beauftragt worden,
die Pläne hierzu anfertigen zu laſſen. Am 18. Auguſt
1911 ging die Witwe nach der Bürgermeiſterei, um die
Pläne zu beſichtigen. Sie wollte ſich jedoch vor dem
Un=
terſchreiben der Pläne erſt über den Inhalt genau
infor=
mieren und nahm deshalb einen der Pläne mit und ließ
ſich auch durch verſchiedene Aufforderungen nicht zur
Rück=
gabe bewegen. Sie ſah ſich nnach ihrer Angabe für
be=
rechtigt an, den Plan zu behalten. Das Gericht ſpricht
die Angeklagte frei da es annimmt, die Angeklagte
hätte in gutem Glauben gehandelt.
Eine „Renoir”ausſtellung.
München, Ende Januar.
Der franzöſiſchen impreſſioniſtiſchen Malerei aus dem
letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts bringen
bereits weitere Kreiſe des deutſchen Publikums
Inter=
eſſe und Verſtändnis entgegen. Nicht zum mindeſten
verdanken wir dies der aufklärenden
Publikationstätig=
keit Julius Meier=Graefes. Leider iſt die Veranſtaltung
einer Kollektivausſtellung von Werken dieſer
bahnbrechen=
den Meiſter in Deutſchland mit den größten
Schwierig=
keiten verknüpft. Um ſo höher muß man es ſchätzen, daß
die „Moderne Galerie Thannhauſer” kein Mühe ſcheute,
um durch die heuer veranſtaltete „Renoir”ausſtellung dem
Münchener Publikum einen der wenigen noch lebenden
Impreſſioniſten aus dem Kreiſe eines Manet, Monet und
Sisley vorzuführen, deren Einfluß auf einen Teil unſerer
modernen deutſchen Malerei unverkennbar iſt.
Renoirs Werke reden die Sprache einer ehrlichen
tiefen Künſtlernatur, die in ihrer ſchlichten Beſcheidenheit
im ſo eindringlicher auf den Beſchauer wirkt. Die beſten
der ausgeſtellten Arbeiten entſtammen den 70er und den
80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Als
Prunk=
ſtück der Ausſtellung und gleichſam als Typus für die
große Anzahl ſchlafender und träumender Frauen, die
Renoirs Können auf die Leinwand bannte, hinterläßt
das geradezu altmeiſterlich gemalte Bild „La femme
au chat” den nachhaltigſten Eindruck. Ein ſchlafendes
junges Mädchen hält eine ſchlafende Katze im Schoß; das
delikate Grau des Felles umſpielt von dem ſchimmernden
Blau des Rockes. Ein ſimples Motiv ohne tieferen
ge=
danklichen Inhalt, aber von einer geradezu
übermenſch=
lichen künſtleriſchen Geſtaltungskraft. Das Ganze lebt,
atmet, ſchläft und träumt, als müßte es erwachen, die
verſchlafenen Glieder recken und vor uns aus dem
Rah=
men treten. Von gleicher Meiſterſchaft zeugt das „Porträt
de Mlles. D. R.”, zwei junge Mädchen auf einer
Garten=
bank, dahinter das durchlichtete Grün der Büſche,
ſchim=
mernde Perlmuttlichter auf den duftigen Kleidchen. Es
erinnert in der Behandlung des Lichtes an die bekannte
„Liſe” im Folkwang=Muſeum zu Hagen, wenn es ſie auch
an Bedeutung nicht erreicht. Die Augen der Kinder
leuch=
ten fragend wie große Rätſel. Ueberall kehren dieſe
ver=
ſchleierten, verträumten rätſelhaften Blicke wieder, wo
Renoir Frauen ſchildert. Obwohl man den Künſtler unter
die Impreſſioniſten rechnet, zeigt die Mehrzahl der hier
vertretenen Werke eine geradezu peinlich genaue
Wieder=
gabe des Details, was in der ſchwankenden Entwicklung
des Künſtlers ſeine Begründung findet. Mehr als einmal
rang er ſich zu impreſſioniſtiſchem Schauen durch, aber
immer wieder kehrte er zur exakten Wiedergabe der Form
zurück. Niemals trägt er jedoch die Geſte des
Revolutio=
närs zur Schau. Beſcheidene Zurückhaltung iſt allen
ſeinen Werken eigen. Nur zwei Marinen und einige
Land=
ſchaften, die die Ausſtellung aufweiſt, ſind in jener Zeit
entſtanden, da Manets Impreſſionismus die Meiſterſchaft
Renoirs beeinflußte. Von unſagbarem Reize ſind ſeine
Aktbilder, beſonders das in unzähligen Variationen
be=
handelte Motiv der „Badenden” Der Körper iſt mit Licht
und Luft zu einer pantheiſtiſchen Einheit verwoben,
da=
bei von einer vortrefflich gelungenen Modellierung und
voll chromatiſcher Harmonien. Leider ſind einige
ausge=
ſtellte Akte aus neuerer Zeit von einer bei aller
Anerkenn=
ing nicht zu leugnenden Süßlichkeit. Man hätte
über=
haupt gut daran getan, einige Arbeiten des hochbetagten
Künſtlers aus den letzten Jahren nicht der Ausſtellung
einzuverleiben, andererſeits wiederum ermöglichen ſie
einen vollſtändigeren Ueberblick über das Geſamtwerk
ſei=
nes Lebens. Intereſſant ſind noch einige Blumenſtücke,
impreſſioniſtiſch erfaßt und wiedergegeben, zwar ohne
Rückſicht auf botaniſche Treue, doch eine blühende Pracht
voll Duft und Farbe.
Das Münchener Publikum wird der „Modernen
Ga=
lerie” für die Veranſtaltung dieſer über 40 Werke Renoirs
umfaſſenden Ausſtellung Dank wiſſen, um ſo mehr, als
faſt alle Arbeiten des Künſtlers ſich in feſten Händen
be=
finden und daher der Allgemeinheit unzugänglich ſind.
Schon dieſer Umſtand trägt außer der künſtleriſchen Höhe
des Dargebotenen zu dem vollen Erfolge der Ausſtellung
bei.
Dr. Walter Georgi.
Fenilleton.
* Von Kopf bis zu Fuß in einen Stoff, ſo wird der
Köln. Ztg. geſchrieben, kleidet ſich augenblicklich die
elegante Pariſerin. Das wirkt eigentümlich genug. Am
beliebteſten ſind für dieſe neue Mode weiche filzartige
Stoffe, Meluſine genannt, die in gedämpften Farbentönen
auftreten und ihre langhaarige, ſeidig glänzende
Schmieg=
ſamkeit ebenſo hübſch als Kleid um den Körper wie als
Turbanhut um den Kopf ſchlingen. Die Meluſine gleicht
vollſtändig dem langhaarigen weichen Seidenfilz, aus
dem man früher die großen weichen, ſchlaffen Hutformen
machte. Ihre Farben ſind gedämpftes Rot, Violett, Grau
und Braun in allen Schattierungen. Seltener ſieht man
ſie in Schwarz oder Schneeweiß. Die Machart der
Melu=
ſinekleider iſt eine ziemlich ſchlichte. Glatte, gerade
Mie=
derröcke mit jäckchenartig gearbeiteten Kimonomiedern,
deren Spitzenausſchnitt ein Untermieder aus hellem Tüll
ausfüllt und deſſen eine Jackenklappe das zum
vollſtändi=
gen Anzug notwendige Spitzenjabot nachahmt, ſind die
beliebteſte Form. Die Hüte gleichen hohen, dabei tief
über den Kopf gezogenen gepufften und geknifften
Tur=
banen, die einſeitig von einer hellen Roſette oder einem
Federſtutz geziert werden. Die Gamaſchenſchäfte der
Stiefel beſtehen dazu aus dem Stoff des Kleides und des
Hutes ebenſo wie die begleitenden Jacken oder Mäntel.
Die Muffen, von Pelzſtreifen umſäumt, ſind ebenfalls aus
Meluſine mit feſtem, wärmendem, wattiertem Atlasfutter.
Eine andere Art der gleichmäßigen Bekleidung der ganzen
Geſtalt in einen Stoff iſt die, zu geſtrickten Jackenkleidern
geſtrickte kleine Mützchen, geſtrickte Schuhſchäfte und
ge=
ſtrickte Muffen anzufertigen. Solche Kleider, die man in
Hellgrau, in Rot und Blau, auch in Weiß anfertigt, gelten
als hübſch und elegant für vormittägliche Spaziergänge
in den Winterfriſchen am Mittelmeer, werden jedoch auch
in der Mittagſtunde im Bois de Boulogne getragen.
Ab=
geſehen von dem ſchwarzen Sammet, der, indem er zur=
Herſtellung von Kleidern. Mänteln, Hüten, Muffen. Schaft
und Stiefeln verwendet wird, eigentlich an erſter Stelle in
dieſer Mode der einſtofflichen Bekleidung des ganzen
Körpers zu nennen wäre, kommt auch Pelz hier noch in
Nummer 28.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
Seite 3.
g. Kriegsgericht. Vor dem Kriegsgericht der 25.
Diviſion hatte ſich geſtern der Musketier Jakob Mees
aaus Ober=Ingelheim wegen unvorſchriftsmäßigen
Um=
egehens mit Schußwaffen zu verantworten. Mees lag am
*10. Januar mit einer Patrouille vom 168. Infanterie=
Megiment in einem Wäldchen bei Meſſenhauſen, um den
Feind zu erwarten. Als dieſer in Sicht kam, ſchoß Mees
idas mit einer Platzpatrone geladene Gewehr ab und traf
iden zufällig vorübergehenden Musketier Günther in die
Wruſt. Nur dem Umſtande, daß Günther ſich nicht in
direkter Schußlinie befand und er nur einen Streifſchuß
zerhielt, iſt es zu danken, daß Günther nicht ernſte
Verletz=
ungen erhielt. Mees erhält 5 Tage Mittelarreſt.
Der im dritten Jahre dienende, aus Elmshauſen ge=
Wbürtige Pferdeknecht Adam Rettig vom Dragoner=
Re=
ggiment Nr. 23 erhielt am 3. Januar in Gemeinſchaft mit
ßzwei Kameraden den Auftrag, Miſt nach Auerbach zu
ffahren. Der Empfänger ſpendete mehrere Flaſchen Wein
rund Bier und R. war durch den Genuß des Weines nicht
rmehr ganz nüchtern. Auf der Rückfahrt ließ er ſich nun
ödem begleitenden Unteroffizier gegenüber zu verſchiedenen
Widerſetzlichkeiten hinreißen, u. a. bedrohte er ihn mit
idem Meſſer. In der Kaſerne angelangt, mußte er in ſein
ZZimmer getragen werden, da er feſt eingeſchlafen und
micht munter zu kriegen war. Der Anklagevertreter
be=
antragte für elf verſchiedene Straftaten insgeſamt 39
Mo=
mate Gefängnis, die er zu einer Geſamtſtrafe von 1 Jahr
Gefängnis vereinigte. Das Gericht verurteilte den
Ange=
klagten zu 7 Monaten 1 Woche Gefängnis; der
ſtrafausſchließende Paragraph 51 wurde ihm nicht
zu=
ggebilligt.
* Großh. Hoftheater. Wegen plötzlicher
Er=
ikrankung des Kammerſängers Weber gelangte geſtern,
ida ein Vertreter des „Scarpia” von 5 auswärtigen
Bühnen nicht zu beſchaffen war, ſtatt „Tosca” das
„Glöckchen des Eremiten” als Volksvorſtellung zur
Aufführung.
E Zur Frage der weiblichen Handwerker ſchreibt
uuns die Handwerkskammer: In der letzten Zeit iſt die
grechtliche Stellung der Frau im Handwerk, d. h. die
Frage, ob und in welchem Umfange die beſonderen
geſetz=
llichen Beſtimmungen für Handwerker auf weibliche
Ge=
twerbetreibende anzuwenden ſind, ſowohl in
Handwer=
kerkreiſen, wie in den Kreiſen der erwerbstätigen Frauen
ſſelbſt wiederholt der Gegenſtand eingehender
Erörterun=
ggen geweſen. Zur Vermeidung von Zweifeln weiſen
twir auf folgendes hin: Die Gewerbeordnung macht,
ab=
rgeſehen von den Arbeiterſchutzbeſtimmungen für Frauen,
ſhinſichtlich der Ausübung des Gewerbebetriebs keinen
Unterſchied zwiſchen dem männlichen und weiblichen
Ge=
wwerbetreibenden. Danach finden auch die das Handwerk
betreffenden Vorſchriften der Gewerbeordnung,
insbe=
ſſondere die über das Lehrlingsweſen, über die
Ableg=
rung der Geſellen= und Meiſterprüfungen und über die
Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen auf männliche
rund weibliche Gewerbetreibende gleichmäßige
Anwend=
rung. Was die Zulaſſung der Frauen zu den
Geſellen=
tund Meiſterprüfungen anlangt, ſo iſt zu berückſichtigen,
rdaß bisher die über die Ausbildung der
Handwerkslehr=
linge, ſowie über die Ablegung der Geſellen= und
Mei=
ſſterprüfung beſtehenden Vorſchriften inbezug auf
weib=
liche Perſonen meiſtens nicht beachtet worden ſind, und
daß dieſe daher vielfach nicht in der Lage ſein werden,
Die für das betreffende Handwerk vorgeſchriebene Lehr=
Zeit, die Ablegung der Geſellenprüfung oder die
vor=
ſchriftsmäßige Geſellenzeit nachzuweiſen. Es würde
micht gerechtfertigt ſein, hierfür allein die Frauen
ver=
rantwortlich zu machen und von ihnen jetzt plötzlich die
ktrenge Erfüllung der für die Zulaſſung zu den
Geſellen=
uund Meiſterprüfungen der Regel nach zu beobachtenden
Worſchriften zu verlangen. Vielmehr erſcheint es billig,
aß ſie während einer gewiſſen Uebergangszeit zu den
Weſellen= und Meiſterprüfungen auch dann zugelaſſen
wwerden, wenn ſie die vorgeſchriebene Lehr= und Geſellen=
Zeit, oder die Ablegung der vorgeſchriebenen
Geſellen=
prüfung nicht nachzuweiſen vermögen. Entſprechend den
Uebergangsvorſchriften in Art. II des Reichsgeſetzes
wom 30. Mai 1908, betreffend die Abänderung der
Ge=
wwerbeordnung, können derartige Geſuche bis zum 1.
Oktober 1913 berückſichtigt werden. Mit Rückſicht auf die
ggeſchilderten Verhältniſſe erſcheint innerhalb der Friſt
bis zum 1. Oktober 1913 auch eine Erleichterung
hinſicht=
llich der Erteilung der Befugnis zum Anleiten von
Lehr=
llingen gerechtfertigt (vergl. § 129 Abſ. II, G.=O.). Die
Handwerkskammer befürwortet daher die Erteilung der
Anleitungsbefugnis an weibliche Handwerker durch die
Werwaltungsbehörden (Großh. Kreisämter und
Städte=
bürgermeiſtereien) auch ohne Nachweis einer Lehrzeit,
wwenn ſie am 1. Oktober 1908 bereits 5 Jahre ihr Gewerbe
ſſelbſtändig betrieben haben oder während einer gleich
llangen Zeit als Direktrice oder in ähnlicher Stellung
tätig waren und das nach den früheren Vorſchriften
er=
forderliche Alter (24 Jahre) hatten. Die Anträge
hier=
für ſind an die vorgenannten Verwaltungsbehörden zu
richten, etwaige Anfragen erledigt die Handwerkskammer
zu Darmſtadt.
g. Kaiſerkommers des Darmſtädter S. C. Im feſtlich
geſchmückten großen Saale des Städtiſchen Saalbaues hatte
ſich am Mittwoch abend eine große Anzahl von Alten Herren
und Aktiven des W. S. C., zahlreiche Vertreter vom
Offi=
zierkorps, der Herr Rektor Profeſſor Wickop und viele
Profeſſoren eingefunden zu dem vom Darmſtädter S. C.
veranſtalteten Kommers zur Feier des Geburtstages des
Kaiſers. Auch viele Damen waren auf den Galerien
er=
ſchienen, um der Feier beizuwohnen. Der Senior des
präſidierenden Korps „Haſſia‟ E. M. Voormann,
be=
grüßte die Erſchienenen und feierte den Kaiſer als Schöpfer
von Heer und Marine und betonte, daß dieſe zum Schutze
des Vaterlandes nötigen Beſtrebungen ſtets die größte
Un=
terſtützung von ſeiten der akademiſchen Korps erhalten
wer=
den. Die Korps hätten ſich die Erziehung der akademiſchen
Jugend zu perſönlichem Mut und Aufrichtigkeit zur Auf
gabe gemacht. Er forderte die Gäſte zu einem dreifachen
Hoch auf Se. Maj. den Kaiſer auf. Stud. Joedicke
(Rhenaniae) führte aus, daß unſer Großherzog vor kurzem
durch ſeine Reiſe nach Berlin zum Geburtstage des Kaiſers
bekundet habe, daß er treu zu Kaiſer und Reich ſtehe. Der
Großherzog ſei ebenfalls wie ſein Vorgänger von der
Not=
wendigkeit eines Handinhandgehens mit Preußen überzeugt
und um den Willen der Studentenſchaft zur kräftigen
Mit=
arbeit am Wohle des Vaterlandes zu bekunden, forderte
er zu einem dreifachen Hoch auf S. Kgl. Hoheit den
Groß=
herzog auf. Stud. Kreutzer (Franconiae) ſpricht den
Herren Profeſſoren den Dank für das zahlreiche Erſcheinen
aus. Er freue ſich, daß die Profeſſoren ſich eins fühlen mit
der Studentenſchaft und daß durch die Anweſenheit bei den
Feſten der Studenten ihnen Gelegenheit gegeben wird,
ſich menſchlich näher zu treten. Die Profeſſoren ſollen den=
Studenten nicht als Vorgeſetzte, ſondern mit väterlicher
Freundſchaft entgegenkommen, bei den Feſten der Jugend
werden ſie ſelbſt wieder jung, ſodaß ſie die Fühlung mit der
Jugend nicht verlieren. Den Gefühlen, die die
Studenten=
ſchaft mit den Profeſſoren der hieſigen Techniſchen Hochſchule
verbinden, bitte er durch einen urkräftigen Salamander
Ausdruck zu geben. — Rektor Profeſſor Wickop dankte im
Namen der Profeſſorenſchaft für die herzliche Begrüßung.
Er führte aus, daß die Kaiſergeburtstagsfeier nicht nur
dem Kaiſer als dem Träger des Reichsgedankens gelte,
ſondern auch ſeiner Perſönlichkeit. Bismarck ſagte einmal,
der Kaiſer ſei kein Philiſter. Das klingt zwar ſehr
burſchi=
kos, iſt aber ſehr bezeichnend, denn ein Philiſter frägt immer,
was folgt danach, dagegen ein Menſch von rechter Erziehung
und Grundſätzen, was iſt recht? Dieſe Geſinnung werde
auch in den Korporationen gepflegt und darum ſtehen ihnen
auch die Profeſſoren ſympathiſch gegenüber. Er ſchloß mit
der Aufforderung zu einem kräftigen Salamander auf ein
friſches, frohes Verbindungsleben an der hieſigen
Hoch=
ſchule. Nach dem allgemeinen Geſang „Hoch ragt eine Burg
im Odenwald” bat Präſides Voormann, auf ein vivat,
floreat, erescat des W. S. C. einen urkräftigen
Sala=
mander zu reiben. Es ſprach dann auf die „Alten Herren”
Stud. Heilmann (Chattiae), worauf der Mitbegründer
der Haſſiae, Generalkonſul Steffen, im Namen der Alten
Herren dankte. Stud. Selzer (Obotritiae) toaſtete auf die
Stadt und die Gäſte. Stadtkommandant Generalmajor von
Randow dankte im Namen der Gäſte für den herzlichen
Empfang. Die letzte Rede auf die Damen brachte Stud.
Peters (Haſſiae) aus, worauf der inoffizielle Teil ſeinen
Anfang nahm, der erſt in den Morgenſtunden zu Ende ging.
Herr Paul Brann, der Direktor des Marionetten=
Theaters Münchner Künſtler, das vom 4. bis 8. Februar
im Hotel zur Traube hier gaſtieren wird, iſt von Sr.
Königl. Hoheit dem Großherzog zu einer Aufführung
vor den Allerhöchſten Herrſchaften für heute abend ins
Neue Palais eingeladen worden.
* Einkaufsgenoſſenſchaft ſelbſtändiger Maler und
Tüncher. Aus dem Jahresbericht für 1911,
er=
ſtattet in der Generalverſammlung von Herrn J.
We=
ber, iſt zu entnehmen, daß die Bilanz in dieſem Jahre
mit einem um rund 1500 Mark höheren Saldogewinn
abſchließt, als im vorigen Jahre, trotzdem Materialien
und Werkzeuge zu den billigſten Tagespreiſen, ja
teil=
weiſe unter denſelben abgegeben wurden, ſodaß der
Ge=
ſchäftsgewinn lediglich auf die günſtigen Einkäufe
zurück=
zuführen iſt. Ein erfreuliches Bild bieten die
Geſchäfts=
anteile. Es hatten ſich anfangs des Jahres 1911 zwanzig
Mitglieder bereit gefunden, einen zweiten
Geſchäfts=
anteil zu nehmen; dieſelben haben dies auch am 1.
Fe=
bruar 1911 zur Ausführung gebracht. Es kamen noch
drei hinzu, ſodaß jetzt 23 Mitglieder mit zwei Geſchäfts=
anteilen und 8 Mitglieder mit einem Geſchäftsanteil der
Genoſſenſchaft angehören. Der Mitgliederſtand war
an=
fangs des Jahres 1911 31. Leider wurde der
Genoſſen=
ſchaft ein treues Mitglied, Heinrich Schneider, durch
den Tod entriſſen; derſelbe bekleidete das Amt als
Vor=
ſitzender des Aufſichtsrates von Beginn an und wird
ihm ſowohl für ſeine erſprießliche Tätigkeit als auch
für ſeine kollegiale Geſinnung, die er bei allen
Gelegen=
heiten an den Tag legte, ein ehrendes Andenken bewahrt
werden. Als Mitglied trat Herr Friedrich Zimmermann
ein, ſodaß der Mitgliederſtand am Ende des Jahres
1911 derſelbe geblieben iſt. Der Warenumſatz betrug in
1911 zuſammen 96 911,87 Mark. Der Warenausgang im
Jahre 1910 war 80 196,59 Mark, mithin war der Umſatz
im Jahre 1911 16715,28 Mark höher. Der Saldogewinn
weiſt laut Bilanz einen Betrag von 7478,56 Mark auf
Zur Verteilung der Dividenden macht der Aufſichtsrat
in Gemeinſchaft mit dem Vorſtand den Vorſchlag, die
Kapitaldividenden auf 4 Prozent der Geſchäftsanteile
feſtzuſetzen, während die Warendividenden in drei
Ab=
teilungen zerfallen ſollen. Der Durchſchnittsprozentſatz
iſt 6,2 Prozent. Der in Betracht kommende Betrag für
die Dividenden iſt 6378,21 Mark. Mit dem Jahre 1911
iſt auch das Zuſammengehen der Genoſſenſchaften
inner=
halb des Arbeitgeberverbandes für das Malergewerbe
um einen erfreulichen Schritt vorwärts gekommen. Die
angeſchloſſenen Genoſſenſchaften ſind: Mannheim,
Darm=
ſtadt, Frankfurt a. M., Karlsruhe, Wiesbaden,
Tauber=
biſchofsheim, Sigmaringen, Kiel, Hildesheim, Aachen,
Bremen, Forſt i. L., Bielefeld, Remſcheid.
Vortrag. Ueber den Kaiſer Wilhelm=
Kanal und ſeine Erweiterung ſpricht heute abend
8½ Uhr im Ortsgewerbeverein Herr
Regierungs=
bauführer Rumpf. Wir verfehlen nicht, auf dieſen
intereſſanten Vortragsabend nochmals aufmerkſam zu
machen. Der Vortrag findet im Sitzungsſaal der
Großh. Zentralſtelle für die,Gewerbe, Neckarſtraße 3
ſtatt. Gäſte ſind willkommen. (S. Anzeige.)
* Zu den Balkanvorträgen. Herr Profeſſor Dr.
Antbes wird in ſeinem zweiten Vortrag heute,
Freitag, in der Techniſchen Hochſchule, Saal 138,
Erd=
geſchoß, behandeln die Zuſtände im Mittelalter:
Be=
ſiedelung durch die Serben, Gründung nationaler Reiche,
Stürme der Völkerwanderungen, Awaren und Hunnen,
ſpäter die Türken.
* Kohlenbedarf decken. Man ſchreibt uns: Von
allen Seiten kommen Nachrichten über ausgebrochene
oder drobende Streiks, beſonders im Kohlengewerbe.
Der 1. März dürfte uns vielleickt ſchlimme Nachrichten
bringen und wenn auch bei uns der Streik durch
Ent=
gegenkommen der Zechen verhütet wird, ſo würde ein
Streik, wie er in England geplant iſt, auch für uns recht
nachteilige Folgen haben. Jede Familie, die
voraus=
ſichtlich im März Kohlen nötig hat, wird deshalb im
eigenen Intereſſe handeln, wenn ſie ſchon im Februar
den für März nötigen Bedarf deckt.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 27. Jan. l. J.
männ=
lich 8914, weiblich 6342, zuſ. 15 256, in Prozenten 58,43,
41,45. Der Krankenſtand betrug am 27. Jan. I. J.
männlich 452, weiblich 179, in Prozenten 5,07, 2,82.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 22. Jan. bis 27. Jan. l. J. 6871,18 Mk. An
Wöch=
nerinnen waren vorhanden am 27. Jan. I. J. 22.
Sterbefälle kamen vor in der Woche vom 22. Jan.
bis 27. Jan l. J. 1.
* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Der Große Rat
ſchreibt uns: Leider mußten die Verhandlungen mit
Herrn Spemann in letzter Stunde, trotzdem ein beide
Teile befriedigender Abſchluß nahe bevorſtand,
abgebro=
chen werden, und zwar wegen der auch für einen
Lippe=
ſchen Kammerſänger zu hohen Forderung (es handelt
ſich um eine 4ſtellige Zahl) des Herrn Spemann. Doch
wird darum der Künſtlerabend am Sonntag nicht viel
an Intereſſe einbüßen, denn der Große Rat hat alsbald
die nötigen Schritte getan, um als vollgültigen Erſitz
eine andere künſtleriſche Kraft zu engagieren, ſodaß auch
ſo Gewähr für ein gutes und intereſſantes
Konzert=
programm geboten iſt. Dem Konzert wird ſich, wie
immer, ein Feſtball anſchließen, und zwar ſoll dieſer
pünktlich um ½ 11 Uhr beginnen, was dadurch
er=
reicht würde, daß nicht, wie ſonſt, der große Saal
ge=
räumt werden muß, ſondern der kleine Turnſaal,
feſt=
lich dekoriert, alsbald nach dem Konzert als Tanzſaal
in Gebrauch genommen werden ſoll. Für fröhliche
Stim=
mung werden außerdem die Luftſchlangenſchlacht und
verſchiedene Ueberraſchungen ſorgen. (S. Anz.)
* Hotel Britannia. Man ſchreibt uns: Wie im
Anzeigen=
teil erſichtlich, findet Sonntag, den 11. Februar, ein
Kolo=
niefeſt in den Parterre=Räumen und 1. Etage des Hotels
Britannia ſtatt. Das Feſt iſt als Koſtümfeſt mit
Masken=
zutritt, allerdings letztere nur in Dominos, gedacht. Eine
großartige Palmendekoration wird ſämtliche Räumlichkeiten
ſchmücken, ſo daß man ſich an dieſem Abend in die
Urwäl=
der unſerer Kolonien verſetzt fühlen wird. Im Parterre
wie in den oberen Lokalitäten werden mehrere Muſikkapellen
ihre Weiſen ertönen laſſen. In den oberen Sälen wird
außer muſikaliſcher Soirég Tanz ſtattfinden. Bei lauſchigen
Niſchen, Champagner, Tee= und Mokka=Salons mit
pom=
pöſer Dekoration dürfte den Beſuchern ein durchaus
ab=
wechſelnder, vergnügter Abend bevorſtehen.
Ss. Griesheim, 1. Febr. Als heute morgen die um
7.50 Uhr von Darmſtadt abfahrende Straßenbahn im
Einfahren begriffen war, ſprang eine Frau Kraft von
hier vor die Maſchine, um ſich überfahren zu
laſ=
ſen. Sie wurde von der Maſchine zur Seite
geſchleu=
dert, wodurch ſie Verletzungen am Naſenbein und
Schul=
terblatt davontrug, ſowie einen Gelenkbruch an der Hand
und innere Verletzungen erlitt. Sie wurde in das
Städ=
tiſche Krankenhaus nach Darmſtadt überführt. Der Grund
zu der Tat ſoll in einem geiſtigen Defekt der Frau zu
ſuchen ſein.
-h- Bensheim, 1..Febr. Das bekannte Weinreſtaurant
Kappel am Marktplatz ging durch Kauf um den Preis von
40000 Mk. an einen Herrn Imhof über.
-h- Zwingenberg, 31. Jan. Der Obſtverwertungsverein
hat mit dem Zimmermeiſter Hechler in der
Wieſenprome=
nadenſtraße ein Abkommen getroffen, wonach der genannte
Verein auf dem Hechlerſchen Grundſtück eine Markthalle
für den Bergſträßer Obſtmarkt errichten wird. — Die Ville
der Frau J. J. Kiſſel Witwe, früher dem Rentner Henning
gehörend, an der Auerbacher Straße, ging geſtern dura,
Kauf an einen auswärtigen Herrn über. — Für die katho
liſche Kirche werden gegenwärtig die
Fundamentierungs=
arbeiten ausgeführt.
-h- Hähnlein, 31. Jan. Für die hieſige Kirche hat Herr
Ph. Kalb in Frankfurt eine neue Orgel geſtiftet.
Offenbach, 30. Jan. Zwiſchen der Stadtverwaltung und
der Regierung iſt nach dem M. J. neuerdings ein Konflikt
entſtanden, der in der ablehnenden Haltung der Regierung
einem Ortsſtatut über die bewaffnete Macht gegenüber
be=
ſteht. Unter der letzten bürgerlichen Stadtverordnetenmehr=
Betracht. Ich ſah Jackenkleider aus Breitſchwanz, auch
ſſehr kurzhaarigem Otter, ja aus Hermelin mit paſſenden
Hüten, Muffen, Stiefelſtulpen und Handtaſchen aus
dem=
ſſelben Pelz.
* Ein exotiſches Diner. Die Pariſer Société d'Ae=
Olimatation hat jetzt wieder ihr großes Jahresbankett
aabgehalten, bei dem ſie ihren erwählten Gäſten ſtets eine
wunderliche Liſte merkwürdiger exotiſcher Leckerbiſſen vor=
Zuſetzen pflegt. Doch wie intereſſant ein ſolches Feſtmahl
ſich auch in einer Schilderung ausnimmt: es iſt ſchwerer
zzu eſſen als zu beſchreiben. Ein Teilnehmer erzählt in den
Annales mit einem Unterton gelinden Grauens von ſeinen
Erinnerungen an dieſe Veranſtaltung. „Wenn ich daran
Zurückdenke, iſt mir, als läge mir jenes Diner noch heute im
Magen. Ich habe Rieſenſchlange gegeſſen, jawohl,
eein richtiges Stück Rieſenſchlange. Das iſt ein dicker,
wwunderlich gerundeter Knochen. Und in den Höhlungen des
Beines findet man ein weißliches, gelatineartiges,
vollkom=
imen geſchmackloſes Fleiſch. In ihm vereint ſich die
Weich=
heit eines Schleimales mit der Fadheit einer zu lange ge=
Sochten Scholle. Und trotzdem, wir alle, wir Gäſte, ſtarrten
runs ängſtlich an: doch keiner wagte, ſeine Gabel fallen zu
llaſſen. Denn man hat nicht täglich Gelegenheit,
Rieſen=
ſſchlange zu eſſen. Und wenn man vielleicht die
Schmackhaf=
ttigkeit dieſes Gerichtes nicht ſchätzt, ſo muß man doch ſeine
Seltenheit achten. Dann gab es Schildkröten. Nichts
ſſt ſchlechter als Schildkröten. Man glaubt, altes, gekochtes,
Zu fettes Ochſenfleiſch zu eſſen. Dagegen iſt die Gazelle
eganz ſchmackhaft und erinnert an Lammbraten. Dann aber
ggab es etwas Fürchterliches: „terrine de corbeaux” eine
AArt Rabengoulaſch. O, lieber Leſer, iß niemals in
deinem Leben terrine de corbeaux! Das iſt etwas ganz
SSchwarzes, das iſt etwas ganz Hartes, das iſt etwas, von
dem ich nie mehr träumen möchte. Es war des Guten zu
wiel: alle Gäſte ſchoben entſetzt ihren Teller von ſich und man
ſſpürte ordentlich, wie jedem ein Schauer über das Rückgrat
rrieſelte. Aus Vorſicht hatten die Veranſtalter des exotiſchen
Feſtmahles auch ſchamhaft ein ganz gewöhnliches ſchlichtes
Roaſtbeef in ihr Menu eingeſchmuggelt. Ganz klein
hatte man es gedruckt und errötend in Klammern geſetzt.
Nach Rieſenſchlangen, Schildkröten, Gazellen und Raben
kam dieſes gute Roaſtbeef mit kleinen Kartöffelchen. Und
wenn ich heute an jenes Bankett zurückdenke, ſo muß ich laut
erklären: dieſes Roaſtbeef war — exquiſit.”
* Ein guter Poſten. Das Amt des Zenſors iſt in
London frei geworden. Tauſende bewerben ſich um
dieſen Poſten; denn er iſt einer der angenehmſten und
ein=
träglichſten, die die engliſche Regierung zu vergeben hat.
Das Gehält beträgt 6400 Mark jährlich, aber der Zenſor
bezieht das dreifache an Tantiemen. Für jedes Werk, das
ihm zur Begutachtung unterbreitet wird, ſteht ihm die
feſte Gebühr von 1 Guinea (21 Mark) zu. Hat der Autor
aber mehr als zwei Akte zuſammengeſchrieben, ſo hat er
dem Zenſor 2 Guineas zu entrichten. Wenn man bedenkt,
daß jährlich ungefähr 500 Stücke dem Zenſor eingereicht
werden, ſo läßt ſich wohl verſtehen, daß ſich für die Poſten
zahlreiche Liebhaber finden. Aber noch ein anderes
Vor=
recht ſteht dem Zenſor laut Parlamentsalte zu: er hat in
jedem Theater zu jeder Vorſtellung einen Platz zu
bean=
ſpruchen. Das Amt ſtellt jedoch auch große Anforderungen
an den Inhaber, denn um 500 Manuſkripte jährlich zu
leſen und aufmerkſam durchzuarbeiten, bedarf man nicht
nur großen Fleißes und einer gediegenen Aufmerkſamkeit,
ſondern auch eines ausgezeichneten Wiſſens, und, um
ge=
recht zu ſein, eines guten Gewiſſens. Von den 7000
Stücken, die Redford während ſeiner langjährigen
Tätig=
keit zur Beurteilung vorgelegt wurden, hat er 30
zurück=
gewieſen.
Der Haſe als Defraudant. Die Bäuerin Sophie
Trenhauer behob in Szatmär bei der Sparkaſſe ihr
Ver=
mögen von 200 Kronen. Auf der Rückkehr nach ihrem
Dorfe begegneten ihr Schulkinder, die ihr einen Haſen zum
Kauf anboten. Die Frau erwarb den Haſen, band ihn
mit dem Tuche, in dem ſich das Geld befand, feſt, und ſchob
das Tierchen in den Korb. Während einer Ruhepauſe am
Felde befreite ſich der Haſe aus dem Korbe und ging ſamt
dem Gelde und dem Tuche durch. Die Frau erhängte ſich
aus Verzweiflung über den Verlüſt.
Seite 4.
Darmſtädker Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
Nummer 28.
heit und unter beſonderer Befürwortung der beſitzenden
Klaſſen hatte nämlich die Stadtverordnetenverſammlung
vor etwa 2 Jahren ein diesbezügliches Statut beſchloſſen,
wonach von der Einquartierung von Militär
nur die Perſonen betroffen werden ſollen, die ein
Mindeſt=
einkommen von 10000 Mark beſitzen. Dieſes Ortsſtatut iſt
von der Regierung in einer Anzahl Poſitionen beanſtandet
worden, die aber bei näherer Nachprüfung durch den
Bei=
geordneten Rech ſich mit Ausnahme einer einzigen als
un=
berechtigt erwieſen haben. Bemerkt ſei hierbei, daß in
Darm=
ſtadt ſowohl als auch in Frankfurt ähnliche Verfügungen
beſtehen, die zu keinerlei Anſtoß geführt haben. Unter
Hin=
weis auf die in dieſen beiden Städten beſtehenden
Beſtimm=
ungen iſt man ſtädtiſcherſeits bei der Regierung gegen
die Beanſtandung vorſtellig geworden. Dieſe hat auf ihrem
ablehnenden Standpunkte verharrt unter der Motivierung,
ſie könne es nicht zugeben, daß man die Laſten einer
etwaigen Einquartierung nur auf die oberſten beſitzenden
Klaſſen abwälzen wolle. Nach einer Aufſtellung der
Re=
gierung werden bei der Zugrundelegung eines Einkommens
von 10000 Mark nur 448 Perſonen betroffen werden. Nach
den Vorſchlägen des Kreisamtes ſoll vielmehr als
Mindeſt=
grenze für Einquartierungen ein Einkommen von 2000 Mk.
maßgebend ſein. Die Angelegenheit wird ohne Zweiſel
im nächſten Landtag zur Sprache gebracht werden.
Mainz, 1. Febr. Zu dem Max Reger=Abend der
Mainzer Liedertafel trafen der Großherzog und
die Großherzogin im Automobil pünktlich hier ein.
Landgerichtsrat Dr. Krug brachte auf den Protektor der
Mainzer Liedertafel ein Hoch aus, worauf die
National=
hymne, die von den Anweſenden ſtehend angehört wurde,
zum Vortrag kam. Regers Opus 106, der 100. Pſalm, zu
Beginn und Schluß des Konzertes zu Gehör gebracht,
wirkte heute um vieles bedeutender, wie am Sonntag,
auch der Chor hatte inzwiſchen weſentliche Fortſchritte
gemacht. Wunderbar ſang Frau Fiſcher=Maretzky=Berlin
einige Regerſche Volkslieder. In der Pauſe empfing der
Großherzog den Geheimerat Dr. Strecker, den
Provinzial=
direktor Dr. Breidert, den Gouverneur der Feſtung, Graſ
von Schlieffen und den Juſtizrat Dr. Oppenheim.
Mainz, 1. Febr. Ein Händler aus Dotzheim war am
Mainzer Amtsgericht auf Zahlung zweier Schweine
ver=
klagt. Die Sache ſtand geſtern zur Verhandlung. Als
das Gericht gegen den Händler ein verurteilendes
Er=
kenntnis ergehen ließ, bekam er plötzlich einen
Tob=
ſuchtsanfall. Er mußte aus dem Gerichtsſaal
ge=
bracht werden. Die Sanitätswache brachte den
Tobſüch=
tigen ins Krankenhaus. Durch dieſen Vorfall regte ſich
eine im Saal anweſende Frau derart auf, daß ſie einen
Ohnmachtsanfall bekam.
Bodenheim, 1. Febr. Selbſtmord verübte geſtern
abend die 18jährige Maria Jertz, Tochter des Aufſehers
in der hieſigen Tongrube, dadurch, daß ſie ſich von dem
Mainzer 9 Uhr=Zug in nächſter Nähe ihrer elterlichen
Wohnung überfahren ließ.
Oppenheim, 1. Febr. Ueber die Verhaftung
Schobers verlautet noch folgendes: Schober ſoll es
verſtanden haben, vom Ausland aus durch Deckadreſſen
mit ſeiner Familie Briefe zu wechſeln. Der mit der
Ver=
folgung beauftragte Kriminalkommiſſar Ruppel, der nach
Brüſſel entſandt war, ſoll den Aufenthalt des Schober in
Montreal ermittelt haben, ſodaß ſeine Feſtnahme erfolgen
konnte. Nach ſeiner Auslieferung wird ſich Schober
au=
ßerdem mit ſeiner Frau und noch zwei Mitſchuldigen vor
dem Schwurgericht in Mainz wegen Konkursverbrechens
zu verantworten haben. — Ueber das Vermögen der Frau
Schober iſt das Konkursverfahren eröffnet worden.
Kon=
kursverwalter iſt Rechtsanwalt Dr. Winkler. Forderungs=
Anmeldungen ſind bis zum 15. Februar beim hieſigen
Amtsgericht einzureichen.
Wöllſtein, 31. Jan. Im Kreuznacher Krankenhaus
ſtarb geſtern eine hieſige Näherin. Vermutlich hat
ſie beim Nähen irgend einen Farbſtoff in eine
un=
ſcheinbare Fingerwunde gebracht, denn ſie wurde plötzlich
vom Starrkrampf befallen. Das Mädchen war die
einzige Ernährerin ihrer alten Mutter. Man ſieht hieraus,
wie vorſichtig man mit auch unſcheinbaren Fingerwunden
umgehen muß.
(*) Alsfeld, 31. Jan. Das renovierte Rathaus,
eine Zierde unſerer Stadt, wird nächſten Sonntag
einge=
weiht. Der Feſtakt findet in der Feſthalle des Rathauſes
durch Bürgermeiſter Dr. Völſing ſtatt.
Gedern, 31. Jan. Ein weiteres größeres
Baſaltwerk wird demnächſt in der Nähe des
hieſi=
gen Bahnhofes errichtet werden. Ein Unternehmer aus
Offenbach hat dazu einen Geländekomplex gepachtet.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 31. Jan. Im Weißen Saale
des Schloſſes fand heute Abend der erſte Hofball dieſes
Jahres ſtatt. Gegen 9 Uhr erſchien unter großem Vortritt
der Hof. Der Kaiſer, im roten Rock der Gardedukorps
mit dem italieniſchen Ordensband, führte die Kaiſerin,
welche eine Robe in weiß mit Gold angelegt hatte. Der
Graf von Turin führte die Kronprinzeſſin von Griechenland,
dann folgten die Prinzen und die Prinzeſſinen des
König=
lichen Hauſes, ſowie die fürſtlichen Gäſte. Gegen 11 Uhr
begann das Souper, nach dem der Ball ſeinen Fortgang
nahm. Das Kronprinzenpaar iſt heute nachmittag
3 Uhr 25 Min. vom Anhalter Bahnhof mit dem
fahrplan=
mäßigen Baſeler Schnellzuge nach Celerina abgereiſt.
— Die Genehmigung der Nord=Süd=Bahn iſt vom
Polizeipräſidenten erteilt worden. Der Magiſtrat von
Ber=
lin iſt jetzt in der Lage, ſofort mit der Inangriffnahme der
Vorarbeiten für die Verlegung der Kanäle uſw. zu
be=
ginnen. — Ein ſeltener Gaſt weilt gegenwärtig in Groß=
Berlin. Der ehemalige tapfere Führer der Buren während
ihres Kampfes gegen England, General Joubert,
der, wie berichtet, vor einigen Tagen von der Königin von
Holland empfangen wurde, kam geſtern zu kurzem
Aufent=
halt nach Friedenau. Der alte Krieger iſt auf einer Reiſe
durch Deutſchland begriffen, deſſin intereſſante Stätten
und Perſönlichkeiten er kennen lernen will. Der
Kriminalpolizei iſt es gelungen, auch den dritten der
Warenſchwindler, die unter Anwendung von
Be=
täubungsmitteln Boten von Wäſchegeſchäften Waren
ab=
nahmen, in einer Penſion in der Friedrichſtraße zu
ver=
haften, trotzdem er heftigen Widerſtand leiſtete.
Mülhauſen i. E., 31. Jan. Unter ſtarkem Andrang
des Publikums aus Stadt und Land, ſodaß ein
beſon=
derer Sicherheitsdienſt eingerichtet werden mußte,
be=
gann heute vormittag vor dem Schwurgericht der
Prozeß gegen den Raubmörder Adolf, der
im vergangenen Sommer in Sandozweiler bei
Senn=
heim die Gaſtwirtin Weber erſchlagen und beraubt
hatte. Die Vormittagsſitzung wurde durch die
Ver=
nehmung des Angeklagten ausgefüllt, der anfangs die
in der Vorunterſuchung gemachten Ausſagen zu wider=
rufen ſuchte, durch den Vorſitzenden aber durch geſchickte
Fragen zum Sprechen veranlaßt wurde. Nachmittags
erfolgte die Vernehmung von Zeugen, Sachverſtändigen
und Aerzten. Der Angeklagte iſt unter anderem ſchon
dreimal wegen Sittlichkeitsverbrechens vorbeſtraft. Die
Verhandlung wurde auf morgen vormittag vertagt.
Nürnberg, 31. Jan. Die bisherige Unterſuchung
der Urſache des Schadenfeuers in der
Maſchi=
nenfabrik Augsburg=Nürnberg ergab nach
Mitteilung der Verwaltung folgendes: Bei einer
Ma=
ſchine, die ſchon ſeit Monaten als Verſuchsmaſchine
lief. war in der Luftzuführungsleitung durch
Zuſammen=
treffen verſchiedener unglücklicher Umſtände eine
Schmier=
exploſion eingetreten. Die Luftzuleitung erhielt hierdurch
verſchiedene Riſſe, aus welchen die Flammen gleichzeitig
herausſchlugen und auf in nächſter Umgebung wie auch
entfernter ſtehende Brennſtoffbehälter überſprangen. Der
Unfall war deshalb ſo furchtbar, weil an dieſem Tage
außergewöhnlich viele Perſonen an der Maſchine und
in der Umgebung beſchäftigt waren, wodurch die
Klei=
der des Verſuchsperſonals, ſowie die brennbaren Stoffe
der Umgebung mit Oel getränkt waren. Dadurch iſt es
auch erklärlich, daß faſt alle Verletzungen auf
Verbren=
nung zurückzuführen ſind. Drei Perſonen wurden tot
aufgefunden, fünf ſind ihren Verletzungen erlegen und
fünf liegen im Krankenhauſe leicht verletzt.
B. Bad Dürkheim, 31. Jan. Beim Eislauf
durch=
gebrochen ſind auf dem hier gelegenen Herzogsweiher
10 Kinder. Die Eisdecke war noch nicht ſtark genug,
die große Laſt der vielen Kinder zu halten und gab nach.
Mit großer Mühe gelang es, noch ſämtliche Kinder zu
retten.
Köln, 1. Febr. In das Schloß Haag des Grafen
Hoensbroech wurde in vergangener Nacht
eingebro=
chen. Den Dieben fielen Silberſachen im Werte
von über 12000 Mark in die Hände. Die Einbrecher ſind
wahrſcheinlich über die holländiſche Grenze geflüchtet.
Eſſen, 31. Jan. Vor der hieſigen Strafkammer
hatte ſich heute der Polizeikommiſſar Emil Reich,
ge=
boren in Suhl, Kreis Schleuſingen, wegen Spionage
zu verantworten. Unter den geladenen Zeugen befand
ſich auch der vom Reichsgericht zu ſieben Jahren
Zucht=
haus verurteilte Schiffshändler Schultz. Der Prozeß
fand unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtatt. Nach
acht=
ſtündiger Verhandlung wurde der Angeklagte wegen
Vergehens gegen § 49a des Strafgeſetzbuches zu 1½
Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 6
Mona=
ten Unterſuchungshaft verurteilt. Gleichzeitig wurde
auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die
Dauer von 5 Jahren erkannt.
Duisburg, 1. Febr. In vergangener Nacht erfolgte
eine mittelſchwere Exploſion eines Hochofens
der Rheiniſchen Stahlwerke, durch welche ein Arbeiter
ge=
tötet, einer ſchwer und zwei Arbeiter leicht verletzt
wurden. Der Betrieb des in allen Hauptteilen intakt
ge=
bliebenen Ofens bleibt vorausſichtlich drei Tage
unter=
brochen. Der Materialſchaden iſt nicht allzu groß.
Hamborn, 1. Febr. Heute morgen 6 Uhr geriet auf
der Höhe von Alſum ein kleiner Bugſierdampfer
der Gewerkſchaft „Deutſcher Kaiſer” welcher die auf dem
jenſeitigen Rheinufer Wohnenden täglich überſetzt, infolge
der durch Schneetreiben gehinderten Ausſicht in das Rad
eines vorüberfahrenden Frachtdampfers. Der
Bugſier=
dampfer kenterte. Acht Perſonen ertranken.
Vier Perſonen konnten gerettet werden.
Deſſau, 1. Febr. Der vom Landgericht Leipzig
we=
gen mehrerer Einbrüche zu 8 Jahren Zuchthaus
verur=
teilte Arbeiter Petzold ſollte geſtern in einem Schnellzug
von Wittenberg nach dem Zuchthaus in Waldheim
ge=
bracht werden. Unterwegs ging der Verbrecher in den
Abort und ſprang aus dem Fenſter desſelben ins
Freie. Der Zug wurde ſofort zum Stehen gebracht, der
Einbrecher war jedoch verſchwunden.
Paris, 31. Jan. Ein Verbrecher griff heute morgen
in der Rue Meslay den Kaſſierer Gouypellier von der
Societé Celluloid an. Er warf ihm Pfeffer in die Augen,
verſetzte ihm einen Schlag auf Kopf und Magen und
raubte deſſen Geldtaſche mit 150000 Franken. Der
Angreifer iſt entkommen.
Bergen, 31. Jan. Geſtern ging beim Skellanger
Leuchtturm die Bark „Eline” aus Kriſtianſund unter.
Von der ſechzehn Mann ſtarken Beſatzung ſind zwölf
ertrunken, vier wurden gerettet. Sieben Leichen
ſind bisher an Land getrieben worden. Die Mannſchaft
beſtand aus Angehörigen verſchiedener Nationen.
Belgrad, 1. Febr. Im Nationaltheater ſpielte ſich
während der Aufführung des Dramas „Sturm”
gleich=
zeitig auf der Bühne und im Zuſchauerraum ein
Eifer=
ſuchtsdrama ab. Als die Heldin im letzten Akt ſich
aus Eiferſucht in die Wolga ſtürzte, erhob ſich der 27
jäh=
rige Maler Kriletie und ſchoß auf ſeine in einer
Par=
terreloge ſitzende Braut zwei Schüſſe ab, die das
Mäd=
chen ſofort töteten. Dann jagte ſich der Mörder ſelbſt
eine Kugel in die Schläfe. Er wurde ſterbend ins
Kran=
kenhaus gebracht.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchiehr, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Darmſtädter Vortragsverband. Der
für heute (Freitag) angekündigte „Luſtige Abend” des
Chefredakteurs der Luſtigen Blätter Alexander
Mosz=
kowski begegnet trotz des kurz vorangegangenen
Mar=
cell Salzer=Abends allſeitigem Intereſſe. Es mögen hier
noch zwei Preſſeſtimmen über den trefflichen Humoriſten
mitgeteilt ſein, die gelegentlich ſeines erſten Auftretens in
Prag laut wurden: „Kein beſſerer Geſandter des
allmäch=
tigen Humors hätte erſcheinen können, als Alexander
Moszkowski, der geſtern ein zahlreiches Publikum mit
ſeinen geiſtreichen, feinpointierten Ein= und Ausfällen
unterhielt. Die geſtern um Moszkowski vereint waren,
haben die trüben Alltagsſorgen vergeſſen und wieder
ein=
mal recht herzlich gelacht; das iſt wohl das ſchönſte Lob,
das man einem Humoriſten ſagen kann.” (Montagsblatt
aus Böhmen.) — „Alexander Moszkowski erſchien geſtern
in Prag als Vorleſer. Im Rahmen der Konkordia=
Vor=
träge las er einige ſeiner neueren ſatiriſchen Skizzen
ſeiner heiteren Dichtungen und erzielte damit die
fröh=
lichſte Wirkung. Die Prager Blätter feiern Moszkowski
als den „erſten Humoriſten der deutſchen Reichshauptſtadt
neben Julius Stettenheim.” (Berliner Börſen=Cour.)
* Ueber das Marionetten=Theater
Münchener Künſtler, das vom 4. bis 8. Februar in
Darmſtadt gaſtieren wird (vergl. heutige Anzeige), ſchreibt
Fritz Stahl im Berliner Tageblatt: Geſtern iſt in Berlin
der neue deutſche Puppenſpieler, Paul Brann, mit ſeinen
Puppen eingezogen. Er lud uns in den großen Saal des
neuen Kunſthauſes der Firma Keller u. Reiner, wo hinter
einem Proſzenium von Joſeph Wackerle, einem kleinen
Kunſtwerke, ſein Theater mit der Lautenſchlägerſchen Dreh=
bühne aufgebaut iſt. Er bringt ſtatt der derben
Marionet=
ten ſolche, die von Meiſterhand geſchnitzt und angezogen
ſind, und läßt ſtatt wandernder Komödianten wirkliche
Künſtler für ſie ſprechen und ſingen. Zum Glück iſt aber
bei all dieſer Verfeinerung nicht der gute Humor verloren
gegangen, der aus den alten Spielen die Hörer ſo herzhaft
anlachte. Ich habe ſchon vor Jahren mit dieſen Puppen
Freundſchaft geſchloſſen und hier auch des öfteren von ihnen
erzählt. Ich habe geſtern dieſe Freundſchaft erneuert. Es
iſt wirklich erſtaunlich, welchen Grad von
Ausdrucksfähig=
keit ſie beſitzen. Die Soubrette, die in der graziöſen Oper
von Pergoleſe die Zofe ſpielt, die ſich durch eine Liſt zur
Herrin macht, kann von keiner menſchlichen erreicht werden:
von jeder Schwere befreit, iſt ſie völlig Muſik, völlig Tanz,
völlig Rokoko. Und ähnlich ſteht es mit den anderen, die
uns fortwährend durch eine Bewegung, die wir ihnen nicht
zutrauten, überraſchen oder ergötzlich mit dem ganzen
Kör=
perlichen ihre Empfindungen und Stimmungen ausdrücken,
ſo daß ſie, wie der Kaſperle in der Szene von Pocci, in
der er als Porträtmaler auftritt, oder der ſterbende Martin
in Schnitzlers Spiel vom „tapferen Caſſian” ganz veritable
perſönliche Schauſpielererfolge haben. Ihre Beweglichkeit
und ihre Laune reißt das Spiel über alle Hinderniſſe
hin=
weg. . . . Das Publikum nahm die Spiele gut gelaunt und
beifallsluſtig auf. Zum Schluß wurden die Bühne, die
Dekorationen und die Puppen beſichtigt und nach Verdienſt
bewundert.
— Daß Alois Burgſtaller deſſen
Lieder=
abend am 9. Februar im heutigen Anzeigenteil von der
Freien Literariſch=Künſtleriſchen
Geſell=
ſchaft bekannt gegeben wird, hier unvergeſſen iſt,
ließ=
ſich leicht vorausſehen. Die Teilnahme des Darmſtädter
Publikums an dieſem Wiederauftreten ſeines einſtigen
gefeierten Lieblings ſcheint jedoch ſo ſtark zu ſein, daß in
Erwägung gezogen wurde, die Veranſtaltung nach der
Turnhalle oder dem Saalbau zu verlegen, beſonders da
die Mitglieder der Geſellſchaft bereits mehr als die Hälfte
der im Mathildenhöhſaal vorhandenen Plätze für ſich
inAln=
ſpruch nehmen. — Doch hat man, um der intimen
Wirkung des Abends keinen Abbruch zu tun, von einer
Verlegung nach einem größeren Saal Abſtand genommen
und durch Errichtung beſonderer Sperrſitze für
Nicht=
mitglieder auch dieſen die Möglichkeit eines guten
Platzes geſchaffen. Immerhin dürfte es
empfehlenswert=
ſein, ſich dieſer bei Zeit zu verſichern, da nur eine
be=
ſchränkte Anzahl ſolcher „beſonderer Sperrſitze” zur
Aus=
gabe gelangen kann. (Vergl. heutige Anzeige.)
Stadtverordneten=Verſammlung.
21. Sitzung.
St. Darmſtadt, 1. Februar.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing macht der
Ver=
ſammlung vor Eintritt in die Tagesordnung folgende
Mitteilungen:
Der Heſſiſche Landesverband des Bundes
Deutſcher Militäranwärter hat zu dem aus
Anlaß ſeines Verbandstages ſtattfindenden Feſtakt,
ver=
bunden mit der Feier des Geburtstages des Kaiſers,
ein=
geladen.
Der Verein ſtädtiſcher Beamten hat für die
Bewilligung eines ſtädtiſchen Beitrages zu ſeiner
Unter=
ſtützungskaſſe gedankt.
Dem Schutzmann Wilhelm Kaufmann iſt
aus Anlaß der Vollendung einer 25jährigen Tätigkeit als
Schutzmann der Titel Schutzmannswachtmeiſter
verliehen worden.
Merck-Rieger=Stiftung.
Medizinalrat Dr. Merck und Frau haben
unter der Bezeichnung „Merck-Rieger=Stiftung” ein
Kapital von 50000 Mark ausgeſetzt, deſſen Zinſen für
einen Landaufenthalt ſchwächlicher oder ſich in der
Geneſ=
ung befindender Kinder Verwendung finden ſollen. Die
Stiftung ſoll in erſter Linie Kindern von Arbeitern der
Firma Merck zugute kommen. Der Vorſitzende nimmt
Veranlaſſung, den Stiftern für die hochherzige, reiche
Stif=
tung den Dank der Stadtverwaltung auszuſprechen.
Bürgermeiſter Mueller macht nochmals auf die
Armenpflegekurſe aufmerkſam.
Fuhrunternehmer Lengfelder hat um Erlaubnis
zur Aufſtellung von Fleiſchtransportwagen in
der Wagenhalle des Städtiſchen Schlachthofs nachgeſucht.
Dem Geſuch konnte zur Zeit nicht entſprochen werden.
Der Gaſtwirteverein Stadt= und
Land=
kreis Darmſtadt hat in einer Eingabe darauf
hingewieſen, daß den Wirten Darmſtadts durch die
Er=
richtung einer Wirtſchaft im Platanenhain und deren
Be=
trieb während der Dauer der Kunſtausſtellung 1911
Schäden zugefügt worden ſeien; er hat gebeten, für die
Folge einem Anſuchen auf Errichtung eines
Wirtſchafts=
betriebes im Platanenhain in dem ſeitherigen Umfang
die Genehmigung zu verſagen. Die Bürgermeiſterei iſt
der Anſicht, daß im Intereſſe der Fortentwickelung der
Stadt, ihrer Induſtrie und des heimiſchen Kunſtgewerbes
die Veranſtaltung von Ausſtellungen auch in Zukunft
er=
forderlich iſt, daß aber Ausſtellungen ohne, oder nur mit
einem beſchränkten Wirtſchaftsbetrieb nicht möglich und
nicht vorteilhaft ſind. In Rückſicht auf die größeren
Intereſſen der Allgemeinheit können
Son=
derintereſſen eines Berufsſtandes, der nicht in
dem behaupteten Umfange geſchädigt werde, nicht
vor=
zugsweiſe berückſichtigt werden. Die Wirtſchafts=
Depu=
tation iſt dieſer Auffaſſung der Bürgermeiſterei
einſtim=
mig beigetreten und hat bezüglich des Geſuches
Uebergang zur Tagesordnung beſchloſſen.
Vom Kriegerdenkmal.
Stadtv. Roth macht darauf aufmerkſam, daß das
Landes=Kriegerdenkmal von Bubenhand mehrfach
beſchä=
digt worden iſt. Das ſei eine Folge davon, daß man
das Schutzgitter nach der Verſetzung des Denkmals
weg=
gelaſſen hat. Er bittet, dieſes Gitter wieder anbringen
zu laſſen, oder ſonſt für geeigneten Schutz zu ſorgen. Der
Oberbürgermeiſter ſagt dies zu.
Denkmal für Kapitänleutnant Fiſcher.
Hierzu teilt Beig. Jäger mit, daß dieſes Denkmal
im Hofe des Realgymnaſiums ſeine Aufſtellung finden
ſoll. Es ſollen dazu 750 Mark aus vorhandenen Mitteln
bewilligt werden. Das Denkmal ſoll am 4. März enthüllt
werden. Die Verſammlung ſtimmt nach längerer Debatte
zu. — Darauf wird in die Tagesordnung
einge=
treten.
Bausdispensgeſuche.
Um Geſtattung einer Ausnahme von der Beſtimmung
in § 5 des Ortsbauſtatuts ſuchen nach: 1. die Firma
Ge=
brüder Lutz für eine proviſoriſche Halle am Weiterſtädter
Weg, 2. die Firma Reinhardt u. Ko. für ein
Fabrik=
gebäude am Landwehrweg und 3. Weißbindermeiſter Fr.
Schmidt für eine Werkſtätte am Elfeicherweg. Der
Hoch=
bau=Ausſchuß hat die ſämtlichen Geſuche gegen Ausſtel=
Nummer 28.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
Seite 5.
llung des üblichen Reverſes befürwortet. Nach Referaten
ider Stadtvv. Wagner und Markwort wird den
Ausſchußanträgen entſprochen.
Das Baukonſortium Mathildenhöhe
be=
abſichtigt, nach einheitlichem Plan und unter beſonderer
Berückſichtigung künſtleriſcher Intereſſen gegenüber dem
fſtädtiſchen Ausſtellungsgebäude am Olbrichweg eine
grö=
ßere Gruppe von Wohnhäuſern zu errichten. Der
Hoch=
bau=Ausſchuß hat die hierzu nachgeſuchte Befreiung von
iden Beſtimmungen des § 38a des O.=B.=St. und Art. 47,
Abſ. 2 der A. B.=O. befürwortet. Nach dem Bericht des
Stadtv. Schäfer wird dem Ausſchußantrag gemäß
be=
ſchloſſen.
Vom Haus Hagenburg.
Die inzwiſchen erfolgte Umänderung der
Einfriedig=
ungsmauer der Hofreite Dieburger Straße Nr. 241 (Villa
Hagenburg) iſt von dem Hochbau=Ausſchuß gutgeheißen
worden, nachdem der Beſitzer wegen der im Falle der
Verbreiterung der Dieburger Straße notwendig
werden=
den Erwerbung der Mauer durch die Stadt eine
be=
zügliche Erklärung abgegeben hat. Nach dem Bericht des
Stadtv. Sames wird dem Ausſchußantrag zugeſtimmt.
Das zur bauplanmäßigen
Durchführung der Teichhausſtraße
zzwiſchen Soder= und Adolf=Spieß=Straße erforderliche
Ge=
klände befindet ſich nunmehr im Beſitze der Stadt, mit
AAusnahme eines etwa 4 Quadratmeter großen Streifens
ider Hofreite Soderſtraße 34. Die mit der Erwerbung
Idieſes Geländes und der notwendig werdenden
Verſetz=
rung einer maſſiven Einfriedigungsmauer verbundenen
Koſten können vermieden werden, wenn die Fluchtlinie
ider Straße eine geringere Verſchiebung nach Weſten hin
erfährt. Der Hochbau=Ausſchuß iſt mit dieſer
Aender=
rung einverſtanden. Ebenſo die Verſammlung. Referent:
Stadtv. Schäfer.
Verſetzung von Randſteinen.
Auf der Nordſeite des Griesheimer Wegs vor dem
1Berduxſchen Gelände ſoll auf Koſten des Anliegers die
Verſetzung der Randſteine und die Herſtellung eines
Pflaſterfußſteiges vorgenommen werden. Die Tiefbau=
Deputation empfiehlt dieſe Herſtellung. Die
Verſamm=
llung ſtimmt zu. Referent: Stadtv. Wagner.
Von der Gartenſtadt am Hohlen Weg.
Die Anlieger des Baublocks I der Gartenſtadt am
Hohlen Weg haben darum nachgeſucht, einen Teil der
=Koſten der Herſtellung des Hohlen Wegs auf die Stadt
zzu übernehmen, da die umfangreichen und koſtſpieligen
„Erdarbeiten infolge der durch die Bahnverlegung
nat=
twendig gewordenen Veränderung der Höhenlage des
Hohlen Wegs verurſacht worden ſeien. Finanz=Ausſchuß
rund Tiefbau=Deputation ſchlagen vor, dem Geſuch zu
gentſprechen und die entſtandenen beſonderen Koſten auf
idie Stadtkaſſe zu übernehmen. Nach dem Referat des
SStadtv. Wittmann wird dem zugeſtimmt.
Ein weiteres Geſuch der Anlieger des
Bau=
lblocks I der Gartenſtadt betrifft die
Rückzahl=
tung derfür die Kanaliſation des genannten
Bau=
lblocks geleiſteten Koſtenvorlage. Finanz=Ausſchuß und
Tief=
lbau=Deputation befürworten die Rückzahlung inſoweit, als
ldie Bebauung der Grundſtücke dies nach dem Ortsbauſtatut
zuläßt. Auch dem wird zugeſtimmt. Referent Stadtv.
2Bender.
Die Ruthsſtraße
ſſoll auf der Strecke zwiſchen Schloßgarten= und Arheilger
SStraße auf Koſten der Anlieger definitiv hergeſtellt
twerden. Die Fahrbahn ſoll Chauſſierung mit beiderſeitigem
Floßrinnenpflaſter erhalten, auf der Nordſeite werden die
„Randſteine verſetzt und auf der Südſeite ein Pflaſterſtreifen
rmit Kies hergeſtellt. Gleichzeitig ſoll auf Koſten der Stadt
tvon der Schloßgartenſtraße ab auf 70 Meter ein
Rohr=
kanal eingelegt werden. Tiefbau=Deputation und
Finanz=Ausſchuß haben die Herſtellung gutgeheißen und
ldie Bewilligung der Mittel für den Kanal befürwortet.
Re=
fferent Stadtv. Sames. Die Verſammlung ſtimmt zu und
lbewilligt die Mittel.
Telephon der Bahnpolizeiwache.
Von der Elektrizitätswerks=Deputation und dem
Fi=
manz=Ausſchuß wird vorgeſchlagen, zwiſchen der Bahnpoli=
Zzeiwache im neuen Hauptbahnhof und dem Polizeiamt eine
Telephonverbindung herzuſtellen. Die Mittel werden im
Voranſchlag für 1912 vorgeſehen. Nach dem Referat des
Stadtv. Bender ſind 360 Mark erforderlich, die bewilligt
twerden.
Kabellegung in der Weiterſtädter Straße.
Die Firma Röhm u. Haas hat den Anſchluß ihrer
Fabrik in der Weiterſtädter Straße an das ſtädtiſche
Kabel=
metz beantragt. Da die Rentabilität der Anlage geſichert
lſt, haben die Elektrizitätswerks=Deputation und der Finanz=
Ausſchuß die Einlegung des Kabels in die Weiterſtädter
Straße gutgeheißen und die Bewilligung der Mittel
befür=
wwortet. Nach dem Bericht des Beigeordneten Ekert
ſſtimmt die Verſammlung zu.
Notſtandsarbeiten.
Zur Ergänzung der bereits getroffenen Maßnahmen
Zur Beſchaffung von Arbeitsgelegenheit für
Notſtandsarbei=
ker im Winter 1911/12 werden von der Tiefbau=Deputation
die folgenden Herſtellungen vorgeſchlagen: 1. Planierung
Der verlängerten Kirſchenallee zwiſchen Dornheimerweg und
Bachgangweg; 2. desgleichen der Lichtenbergſtraße von der
Dieburger= bis zur Gutenbergſtraße; 3. desgleichen der
Kiesbergſtraße zwiſchen Weinberg= und Moosbergſtraße;
u. Chauſſierung des Grünen Wegs von der Ohlyſtraße bis
Zur Straße Am Erlenberg und 5. desgleichen des
Speſſart=
rings zwiſchen Alexandra= und Fiedlerweg. Mit
Zuſtim=
rnung des Finanz=Ausſchuſſes wird beantragt, für die
Pla=
nierung der Kirſchenallee die Mittel im Betrage von 2500
Mark bereit zu ſtellen. Die Mittel mit rund 28000 Mark
ffür die übrigen Arbeiten ſind vorhanden. Die Verſamm=
Cung ſtimmt, nach längerer Debatte, in der noch verſchiedene
Wünſche geäußert werden, zu. Referent Stadtv. Sames.
Vom ſtädtiſchen Leihamt.
Nachdem ſich die Notwendigkeit einer Abänderung des
im Jahre 1900 aufgeſtellten Statuts des ſtädtiſchen
Leihamtes und in Verbindung damit eine Reviſion
Der Dienſtvorſchriften für die Angeſtellten dieſer Anſtalt
er=
geben hat, iſt von der Bürgermeiſterei der Entwurf
einer neuen Satzung und der neuen
Dienſtvorſchrif=
tzen ausgearbeitet worden, der zur Genehmigung vorgelegt
rvird. Die Pfandhaus=Deputation und der Rechtsausſchuß
Haben den Entwurf gutgeheißen. Die vorgeſchlagene neue
Satzung des ſtädtiſchen Leihamtes iſt in einer den
Stadt=
werordneten zugegangenen Druckvorlage eingehend
begrün=
bet. Es ſeien hier kurz die weſentlichſten Aenderungen,
Die gegenüber dem dermaligen Rechtszuſtand vorgeſchlagen
rverden, zuſammengefaßt: Die Inanſpruchnahme des
Leih=
amtes iſt durch die Vorlage auf die Einwohner Darmſtadts
und ſeines wirtſchaftlichen Umkreiſes, ſowie durchreiſende
Fremde beſchränkt worden. Es ſoll damit einer
mißbräuch=
lichen Benutzung der Anſtalt durch Auswärtige, wie ſie
ſeit=
her wiederholt vorgekommen iſt, vorgebeugt werden. Nach
den ſeitherigen Vorſchriften war die Städteordnung für die
Dienſtführung nur der angeſtellten Pfandhausbeamten für
anwendbar erklärt worden. Es empfiehlt ſich, dieſen
Be=
ſtimmungen jede etwa weiter im Betrieb beſchäftigte
Per=
ſon zu unterwerfen. Bei neuen Waren iſt die
Ver=
pfändung überhaupt verboten. Durch die Veränderung des
alten Ausdruckes „Sachen” in „Gebrauchsgegenſtände” ſoll
ausdrücklich betont werden, daß Handelsware nicht
Gegen=
ſtand der Verpfändung ſein darf.
§ 5 ſieht ausdrücklich vor, daß Handelsware nicht
an=
genommen werden darf, beſtimmt jedoch eine Ausnahme
zugunſten Darmſtädter Einwohner unter den im
Entwurfs=
text angegebenen Vorausſetzungen. Dieſe Ausnahme
ent=
ſpricht einem Wunſche der Pfandhausverwaltung im
Hin=
blick auf bereits wiederholt vorgekommene Fälle. § 6 legt
das ſchon ſeither geübte Verfahren feſt, Uhren nicht
ledig=
lich nach ihrem Metallwert abzuſchätzen. Die
Verfall=
zeit der Pfänder iſt von drei Monaten auf ein Jahr
aus=
gedehnt worden. Die Aenderung entſpricht in gleichem
Maße dem Kreditbedürfnis des Publikums wie ſie die
Ver=
waltung erleichtert. In § 21 iſt vorgeſehen, daß die
Aus=
löſungsfriſt um weitere zwölf, ſtatt früher ſechs Monate,
alſo im ganzen auf zwei Jahre erſtreckt werden kann. Die
Aenderung entſpricht den Bedürfniſſen des Publikums. Für
die Verlängerung ſoll die Erneuerungsgebühr 3 Prozent,
ſtatt ſeither 2 Prozent, betragen.
Die Anzahl der Pfandverſteigerungen iſt von
2 auf 3 erhöht worden. Die Termine ſind ſo feſtgelegt, daß
eine Schädigung der hieſigen Geſchäftswelt ausgeſchloſſen
erſcheint. Neu iſt, daß ein Pfand bei Weniger=Gebot nicht
gleich aus freier Hand verſteigert werden darf, ſondern erſt
dann, wenn ſich bei der nächſten Verſteigerung ein Weniger=
Gebot ergibt. Die Aenderung kommt den berechtigten
For=
derungen der Geſchäftswelt entgegen.
Dem Referat des Bürgermeiſters Mueller
entſpre=
chend wird die Satzung angenommen.
Auf Antrag des ſtädtiſchen Leihamts ſollen die zum
Verſatz kommenden Brillanten, Gold= und
Silbergegen=
ſtände durch einen Fachmann abgeſchätzt werden. Ein
hierüber vereinbarter Vertrag wird von der Pfandhaus=
Deputation und dem Rechtsausſchuß zur Genehmigung
empfohlen und von der Verſammlung nach dem Referat
des Stadtv. Lindt angenommen.
Ueber den Abſchluß der Stadtkaſſe und der
ſtädtiſchen Nebenkaſſen für das
Rechnungs=
jahr 1910
referierte Stadtv. Bormet. Die vorläufigen
Hand=
buchsabſchlüſſe für 1910 weiſen folgende Kaſſenergebniſſe
auf: Stadtkaſſe: 1. Für die Verwaltung. Die
Ein=
nahme beträgt 7089504 Mark 28 Pfg., die Ausgabe
be=
trägt 6 440 217 Mark 51 Pfg. Verglichen, bleiben Reſt
649 286 Mark 77 Pfg. Hiervon ſind in Abzug zu bringen
80087 Mark 19 Pfg. Es bleiben ſomit verfügbar 569 199
Mark 58 Pfg. Die im Voranſchlag für 1910 vorgeſehene
Entnahme von 100000 Mark aus dem Ausgleichsfonds
wurde infolge dieſes günſtigen Abſchluſſes nicht
erfor=
derlich. Es wird beantragt: 1. von der Entnahme des
Betrages von 100000 Mark aus dem Ausgleichfonds
ab=
zuſehen; 2. Ablieferung des Ende 1910 verbleibenden
Barvorrats von 569 199 Mark 58 Pfg. an den
Ausgleichs=
fonds. 2. Für das Vermögen. Die Einnahme beträgt
7551919 Mark 20 Pfg., die Ausgabe beträgt 1369951
Mark 34 Pfg. Verglichen, bleiben Reſt 6 181967 Mark
86 Pfg. Die in das Rechnungsjahr 1911 zu übertragenden
Kredite, deren Deckung aus obigem Vermögensbeſtand
be=
antragt wird, ſtellen ſich auf 3 169390 Mark.
Elektri=
zitätswerkskaſſe. Es wird beantragt: 1.
Feſt=
ſetzung des an die Stadtkaſſe abzuliefernden
Betriebs=
überſchuſſes auf die Summe von 121 227 Mark 4 Pfg.:
2. Verwendung der Abſchreibungsmittel mit 46 748 Mark
92 Pfg. zur Schuldentilgung und mit 76165 Mark 39
Pfg. zur teilweiſen Deckung der Neubaukoſten in 1910; 3.
Bewilligung eines außerordentlichen Zuſchuſſes aus
An=
lehensmitteln der Stadtkaſſe in Höhe von 63633 Mark
84 Pfg. Gaswerkskaſſe. Es wird beantragt: 1.
Feſtſetzung der Ablieferung an die Stadtkaſſe aus dem
Betriebsüberſchuſſe auf die Summe von 458 539 Mark
6 Pfg.; 2. Verwendung des Abſchreibungsmittel mit
35 766 Mark 85 Pfg. zur Schuldentilgung und mit 107575
Mark 89 Pfg. nebſt dem in 1910 erzielten Betrag aus dem
Abbruch alter Gaswerksgebäude von 787 Mark 50 Pfg.
zur Deckung der in 1910 entſtandenen Anlagekoſten von
36811 Mark 61 Pfa.; 3. Uebertragung des verbleibenden
Reſtes von 71551 Mark 78 Pfg als verfügbarer
Erneue=
rungsfonds nach 1911. Waſſerwerkskaſſe. Es
wird beantragt: 1. Feſtſetzung des an die Stadtkaſſe
ab=
zuliefernden Betriebsüberſchuſſes auf die Summe von
223 780 Mark 76 Pfg. 2. Verwendung der
Abſchreibungs=
mittel mit 35816 Mark 76 Pfg. zur Schuldentilgung und
mit 13 248 Mark 78 Pfg. zur Deckung von Anlagekoſten.
3. Bewilligung eines außerordentlichen Zuſchuſſes aus
Anlehensmitteln der Stadtkaſſe von 12688 Mark 46 Pfg.
Polizeikaſſe. Die Ausgaben betragen 383 684 Mark
49 Pfg., die Einnahmen 31360 Mark 71 Mark. Es
er=
ſcheinen hiernach ungedeckt 352323 Mark 78 Pfg. Es wird
beantragt. den Zuſchuß der Stadtkaſſe (laut Voranſchlag
362250 Mark 18 Pfg.) auf 352323 Mark 78 Pfg.
feſtzu=
ſetzen. Krankenhauskaſſe. Die Ausgaben
betra=
gen 399 219 Mark 17 Pfg., die Einnahmen betragen 314 267
Mark 67 Pfg. Hiernach erſcheinen ungedeckt 84951 Mark
50 Pfg. Es wird beantragt, Feſtſetzung des Zuſchuſſes aus
der Stadtkaſſe auf 88868 Mark 45 Pfg. (gegen 71 243
Mark 50 Pfg. im Vorjahr und 103000 Mark nach dem
Voranſchlag für 1910). Armenkaſſe. Die Ausgaben
betragen 382080 Mark 85 Pfg., die Einnahmen betragen
155 247 Mark 81 Pfg. Es erſcheinen hiernach ungedeckt
226833 Mark 4 Pfg. Es wird Feſtſetzung des Zuſchuſſes
aus der Stadtkaſſe auf 226833 Mark 4 Pfg. gegenüber den
voranſchlagsmäßigen 230 225 Mark beantragt.
Pfand=
hauskaſſe. Die ordentlichen Einnahmen betragen
20 540 Mark 85 Pfg., die ordentlichen Ausgaben betragen
17569 Mark 41 Pfa. Verglichen, erſcheint eine
Mehrein=
nahme von 2971 Mark 44 Pfg., welcher Betrag an die
Stadtkaſſe ſtatt des vorgeſehenen Zuſchuſſes von 3100
Mark abzuliefern iſt. Es wird beantragt: 1. Feſtſetzung
des an die Stadtkaſſe abzuliefernden ordentlichen
Ueber=
ſchuſſes auf 2971 Mark 44 Pfg. 2. Feſtſetzung des
au=
ßerordentlichen Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe auf 1036
Mark 45 Pfg. Grunderwerbskaſſe. Die
Aus=
gaben für die Verwaltung betragen 180631 Mark 64 Pfa. Einnahmen für die Verwaltung betragen 18795 Marl
94 Pfg. Verglichen, erſcheint eine Mehrausgabe von
161835 Mark 70 Pfg. Es wird beantragt: 1. Feſtſetzung
der 3½prozentigen Darlehensſchuld der
Grunderwerbs=
kaſſe an die Stadtkaſſe zur Beſtreitung der
Verwaltungs=
ausgaben in 1910 auf die Summe von 161835 Mark 70
Pfg. 2. Feſtſetzung der als Abtragung auf die Darlehen
der Stadtkaſſe zur Verwendung kommenden Summe auf
704 216 Mark 35 Pfg. Saalbaukaſſe. Die Ausgaben
betragen 51411 Mark 63 Pfg., die Einnahmen betragen
39 436 Mark 95 Pfg. Verglichen, erſcheint eine
Mehraus=
gabe von 11974 Mark 68 Pfg. Die aus der Stadtkaſſe
erforderliche Zuſchußleiſtung ſtellt ſich auf 12914 Mark 68
Pfg., ſtatt des im Voranſchlag vorgeſehenen Zuſchuſſes
von 13500 Mark. Straßenbahnkaſſe. Die
Be=
triebseinnahmen betragen 437553 Mark 42 Pfg., die
Be=
triebsausgaben (ohne Schuldentilgung und ohne
Rück=
lage für den Erneuerungs= und Reſervefonds) betragen
413 739 Mark 45 Pfg. Verglichen, ergibt eine
Mehrein=
nahme von 23813 Mark 97 Pfg. Es wird beantragt:
1. Feſtſetzung des zur Deckung der außerordentlichen
Auf=
wendungen in 1910 erforderlichen Zuſchuſſes aus
An=
lehensmitteln der Stadtkaſſe auf 107105 Mark 52 Pfg.
2. Abſtandnahme von der Durchführung der prozentualen
Abſchreibungen an den Anlagewerten im Betrage von
66 329 Mark 40 Pfg. 3. Entnahme der Koſten der
Schul=
dentilgung (18543 Mark 5 Pfg.) und der erforderlichen
Rücklage für den Reſervefonds (28 Mark 1 Pfg.) aus den
Betriebseinnahmen. 4. Uebertragung des alsdann noch
bei Vergleichung der Betriebseinnahmen mit den
Be=
triebsausgaben verbleibenden Ueberſchuſſes von 5242 Mk.
91 Pfg. unter dem Vorbehalt der demnächſtigen
Beſtim=
mung ſeiner Verwendungsweiſe in 1911. 5. Abhebung
des z. L. des Erneuerungsfonds gehenden Betrages von
7535 Mark 84 Pfg. aus dem Sparkaſſenbuch des
Erneue=
rungsfonds. Schlachthofkaſſe. Es wird
bean=
tragt: Zu a) Schlachthof. 1. Ueberweiſung des
Ueber=
ſchuſſes von 114 127 Mark 14 Pfg. an die Stadtkaſſe. 2.
Verwendung des Abſchreibungsmittel von 24050 Mark 24
Pfg. mit 10 783 Mark zur Schuldentilgung und mit dem
Reſtbetrag von 13 267 Mark 24 Pfg zur Abführung an den
als Schlachthofbaufonds zurückgeſtellten
Erneuerungs=
fonds. 3. Uebertragung von in 1910 unverwendet
geblie=
benen Krediten über zuſammen 4300 Mark in 1911. Zu
b) Fleiſchbeſchau. 4. Deckung des Fehlbetrages von 3630
Mark 83 Pfg. in der oben angegebenen Weiſe. Kaſſe
des Hallenſchwimmbades. Es wird beantragt:
1. Feſtſetzung des Zuſchuſſes aus der Stadtkaſſe auf 61468
Mark 46 Pfg. 2. Verwendung der Abſchreibungen von
16681 Mark 84 Pfg. zur Schuldentilgung mit 128886
Mark 64 Pfg. und mit 3795 Mark 20 Pfg. zuzüglich des
aus dem Vorjahre verbliebenen Reſtes der
Abſchreibun=
gen von 2773 Mark 53 Pfg. zur Ueberführung als
Erneue=
rungsfonds in das Rechnungsjahr 1911. Knaben
Arbeits=Anſtaltskaſſe. Die Ausgaben betragen
21 368 Mark 80 Pfg., die Einnahmen betragen 19349 Mark
13 Pfg. Verglichen, erſcheint eine Mehrausgabe von
2019 Mark 67 Pfg. Die aus der Stadtkaſſe erforderliche
Zuſchußleiſtung ſtellt ſich auf 3419 Mark 67 Pfg., ſtatt des
in dem Voranſchlag vorgeſehenen Zuſchuſſes von 5750 Mk.
Uneinbringliche und niedergeſchlagene
Poſten. Es wird beantragt, die Niederſchlagung und
ausgäbliche Verrechnung dieſer Poſten von zuſammen
78478 Mark 12 Pfg. gutzuheißen, vorbehaltlich der noch
vorzunehmenden Prüfung der Verzeichniſſe über
unein=
bringliche Gemeinde= und Kirchenſteuern. Liquidierte
Ausſtände. Die Ausſtände betragen zuſammen
20843 Mark 59 Pfg. Es wird Genehmigung zur
Liqui=
dation dieſer Beträge beantragt. Vorlagen. Die im
Rechnungsjahr 1910 unerſetzt gebliebenen und in das
Rechnungsjahr 1911 zu übertragenden Vorlagen bei der
Stadtkaſſe betragen laut beſonderer Nachweiſung nebſt
Erläuterung 861 733 Mark 46 Pfg.
Sämtliche Anträge werden angenommen.
Neue Feuermeldeſtellen.
Im neuen Elektrizitätswerk und im neuen
Oktroierheb=
gebäude am Dornheimer Weg ſollen Feuermeldeſtellen
er=
richtet werden. Feuerlöſch= und Finanz=Ausſchuß
befür=
worten die Bewilligung der Mittel zu Laſten des
Reſerve=
fonds. Hierüber berichtet Stadtv. Roth. Die Mittel mit
430 Mark werden bewilligt.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Die Verkehrsfragen.
Nach Schluß der Tagesordnung teilte der Vorſitzende
noch mit, daß über die mehrfach erwähnte Regelung der
ſtädtiſchen Verkehrsfragen am nächſten Donnerstag
und Freitag in öffentlicher Sitzung verhandelt
wer=
den ſoll.
Luftfahrt.
sr. Ein intereſſanter Prozeß iſt von einer
Reihe von Fliegern gegen das Organiſations=Komitee des
Flugmeetings von Cannes, das im März 1910 ſtattfand,
angeſtrengt worden. Die damals engagierten Flieger haben
von den gewonnenen Preiſen bisher keinen Pfennig
erhal=
ten; ſie haben ſich deshalb zuſammengetan und nicht
weniger als 25 Organiſations=Mitglieder, darunter den
Bürgermeiſter von Cannes, verklagt. Man ſieht dem
Urteil mit Spannung entgegen.
Sport.
Rr. Frank Kramer, der zehnmalige Meiſterfahrer
von Amerika, befindet ſich augenblicklich auf der Reiſe nach
Europa. Wie verlautet, will der berühmte Amerikaner
ſich an dem zweiten Berliner Sechstage=Rennen im Hippo=
Velodrom am Halleſchen Tore beteiligen. Von der
Direk=
tion ſoll ihm für ſeinen Start ein außerordentlich hohes
Angebot gemacht worden ſein. Ein Partner ſteht für den
„fliegenden Yankee” noch nicht feſt, da der urſprünglich für
ihn in Ausſicht genommene Moran vorher das Sechstage=
Rennen im Sport=Palaſt beſtreitet.
Handel und Verkehr.
Schiffsliſte für billige Briefe nach den
Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pfg.
für je 20 Gramm): „Preſident Grant” ab Hamburg 3.
Fe=
bruar, „George Waſhington” ab Bremen 10. Februar,
„Amerika” ab Hamburg 17. Februar, „Prinz Friedrich
Wil=
helm” ab Bremen 20. Februar, „Kronprinz Wilhelm” ab
Bremen 27. Februar, „Main” ab Bremen 2. März. (
Poſt=
ſchluß nach Ankunft der Frühzüge.) Alle dieſe Schiffe, außer
„Preſident Grant”, „Prinz Friedrich Wilhelm” und „Main”
ſind Schnelldampfer oder ſolche, die für eine beſtimmte Zeit
vor dem Abgange die ſchnellſte Beförderungsgelegenheit
bieten. Es empfiehlt ſich, die Briefe mit einem
Leitver=
merke wie „direkter Weg” oder „über Bremen oder Ham=
Nummer 28.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
Seite 6.
burg” zu verſehen. Die Portoermäßigung erſtreckt ſich nur
auf Briefe, nicht auch auf Poſtkarten, Druckſachen uſw. und
gilt nur für Briefe nach den Vereinigten Staaten von
Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B.
Kanada.
Anarchiſtiſches Verbrechen.
* Paris, 31. Jan. Im Bahnhof von Orleans
verwundeten heute nacht mehrere Einbrecher zwei
Bahn=
beamte mit Revolverſchüſſen, flüchteten dann und
beſtiegen in Aubray den Pariſer Zug. Die hiervon
ver=
ſtändigte Gendarmerie ſetzte den beiden Tätern nach. In
dem Augenblick jedoch, als ſie dieſelben feſtnehmen wollte,
ſchoß einer der Verbrecher einen Gendarmen
nie=
der und entkam. In Etampes durchſuchten die Gendarmen
die Waggons, und als ſie ein Abteil erſter Klaſſe betraten,
jagte ſich ein Reiſender eine Kugel in den Kopf. Die
Identität des Selbſtmörders, der zweifellos einer der
Ein=
brecher war, iſt noch nicht feſtgeſtellt. Nach einer ſpäteren
Meldung hat noch ein zweiter Verbrecher, der während
der Fahrt aus dem Wagen ſprang und von den Gendarmen
verfolgt worden war, Selbſtmord begangen. Ein mit den
beiden Erſterwähnten in Verbindung ſtehender dritter
Verbrecher konnte feſtgenommen werden; er gab an, Wilſon
zu heißen und aus Kanada zu ſtammen.
* Paris, 1. Febr. Nach übereinſtimmenden
Berich=
ten gehören die Räuber, die geſtern im Bahnhof von
Or=
leans überraſcht und dann im Eiſenbahnzug verfolgt
wur=
den, einer Bande von anarchiſtiſchen
Ver=
brechern an. Die Identität eines der Selbſtmörder
konnte bisher immer noch nicht feſtgeſtellt werden; aber auf
Grund einer eigenartigen Tätowierung am linken Arm
glaubt die Polizei, daß der Tote der Bande „Der fünf
Punkte” angehört, einer der gefährlichſten
Verbrechergeſell=
ſchaften, die insbeſondere in Paris und Umgebung ihr
Un=
weſen treibt. Ob der Mann, der ſich im Eiſenbahnzug von
Etampes entleibte, Mitglied der Bande war, erſcheint jetzt
fraglich. Man nimmt jetzt an, daß dieſer Mann Jean
Pascal heißt, irgend ein anderes Verbrechen auf dem
Ge=
wiſſen hatte und ſich, als die Polizei in das Wagenabteil
drang, entdeckt glaubte. Der bei Etampes verhaftete
Ein=
brecher Wilſon, der von den Gendarmen nur mit Mühe
vor der Volkswut geſchützt werden konnte, erklärte, daß er
Anarchiſt ſei. Auf die Frage, ob er vielleicht mit dem
kürzlich in der Rue Ordener verübten Raubanfall in
Ver=
bindung ſtehe, verweigerte er die Antwort und erklärte
ferner, daß er fortan nur in Gegenwart eines Advokaten
ſprechen werde.
Der Generalſtreik in Liſſabon.
* Liſſabon, 31. Jan. Während die Zeitungen
heute nicht erſchienen, ließ die Regierung mit
Auto=
mobilen in der Stadt eine Note verbreiten, worin ſie
über den Verlauf der Ereigniſſe berichtet: Nach Aufhebung
der konſtitutionellen Garantien habe man beſtimmte
kom=
promittierte Perſönlichkeiten verhaftet. In den
Wohnun=
gen der Führer der Syndikaliſten habe man
Bom=
ben beſchlagnahmt. Das Gebäude der Vereinigung der
Syndikate ſei von Feldartillerie und Infanterie belagert
worden. An die Syndikaliſten wurde die Aufforderung
gerichtet, ſich binnen einer Viertelſtunde zu ergeben,
widrigenfalls Gewalt angewendet würde. Darauf
er=
gaben ſich die Syndikaliſten, von denen dann etwa
6000 auf Kriegsſchiffe gebracht wurden. Die Note beſagt
weiter, daß die Bewegung, in die man die ehrlichen
Arbei=
ter Liſſabons habe verwickeln wollen, von den
Syndi=
kaliſten, die in innigen Beziehungen zu den
Anarchi=
ſten ſtänden, vorbereitet und mit monarchiſtiſchem Gelde
unterſtützt worden ſei. — Die Stimmung beruhigte ſich
nach dem Erfolg der von dem Diviſionskommandanten
von Liſſabon getroffenen Maßnahmen.
* Liſſabon, 31. Jan. Die von der Regierung
getroffenen militäriſchen Maßnahmen ſichern
die perſönliche Freiheit, die Arbeit und die öffentliche
Ordnung. Der Straßenbahnverkehr iſt wieder
aufgenom=
men worden und die Blätter erſcheinen heute nachmittag
wieder. Heute ſind anläßlich des Jahrestages der
Pro=
klamierung der Republik alle Läden geſchloſſen.
* Liſſabon, 1. Febr. Geſtern wurden neue
Ver=
haftungen vorgenommen. Auf der Placa das flores
im Zentrum der Stadt explodierte eine Bombe, durch
welche eine Perſon getötet und zwei ſchwer verletzt
wur=
den. In den Geſchäftsräumen des Verbandes für
Arbeiterſyndikate wurde eine Werkſtatt zur
Her=
ſtellung vom Bomben entdeckt. Die Behörde
beſchlag=
nahmte dort Sprengſtoffe, Revolver und Dolche.
* Paris, 1. Febr. Dem Journal wird aus Badajoz
an der ſpaniſch=portugieſiſchen Grenze gemeldet, daß dort
die ernſteſten Gerüchte über die Lage in
Por=
tugal im Umlauf ſeien. Man ſage, daß die
Regierun=
gen von England und Spanien ſich bereit hielten, in
Por=
tugal einzuſchreiten. Aus Liſſabon eingetroffene Reiſende
behaupten, daß die republikaniſche Garde mit den
Auf=
ſtändiſchen gemeinſame Sache gemacht hätten. Die
Car=
bonarie hätten unter Hochrufen auf die ſoziale Revolution
Dynamitbomben gegen die Truppen geſchleudert. Die
Regierung habe zwar Truppen aus der Provinz
herbei=
gerufen, doch fürchte man, daß dieſe durch
Eiſenbahn=
ſabotage nicht eintreffen könnten.
H. B. Madrid 1. Febr. Kabinettschef Canalejas
erklärte im Laufe einer Unterredung, die Lage in
Por=
tugal verurſache der ſpaniſchen Regierung ernſte
Beſorg=
niſſe. Bis jetzt ſei keine offizielle Beſtätigung der
Nach=
richt eingetroffen, daß die revublikaniſchen Truppen
ge=
meinſame Sache mit den Aufſtändiſchen gemacht haben.
Die Lage ſcheine äußerſt ernſt zu ſein. Wir werden
nicht umhin können, die eventuellen Folgen in Betracht zu
ziehen und dementſprechende Maßregeln zu treffen,
Literariſches.
— Wie mannigfache Zuſchriften an uns ergeben und
wie wir auch von Unterverbänden hörten, beſteht in den
Kreiſen des Verbandes ein beſonderes Intereſſe für das
neue „Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte‟.
Eine ſehr geeignete Unterlage zur Unterrichtung hierüber
bietet der Leitfaden, den Rechnungsrat Harth=
Darmſtadt und Geſchäftsführer Oſtermayer
Mann=
heim=Worms bearbeitet haben. Es ſind die
Geſetzesbe=
ſtimmung ſyſtematiſch geordnet und es iſt damit eine
grö=
ßere Ueberſicht geſchaffen worden. Die Erläuterungen
ſtützen ſich in der Hauptſache auf die amtlichen Materialien
(Begründung, Kommiſſionsbericht,
Rleichstagsverhandlun=
gen). Wir können dieſe Schrift, die von Geſchäftsführer
Oſtermayer=Worms, Zornſtraße 11, zu dem ſehr mäßigen
vorläufigen Preiſe von 50 Pfg. bezogen werden kann, nur
empfehlen.
— Friedrichs des Großen gedenkt anläßlich der 200 Gedächtnisfeier ſeines Geburtstags die bekannte
literariſche Münchner Wochenſchrift Die Leſe in Heft 3.
Sie bringt aus dieſem Anlaß eine Auswahl aus
Fried=
richs Geſprächen mit de Catt, Proben von Gedichten des
Königs, Ausſprüche von ihm über Poeſie und Literatur.
Es iſt alſo vor allem der kunſtliebende Fürſt, der
Litera=
turkenner und Philooſph, der hier gezeigt wird. Der
Weg=
weiſer bringt für den, der gründlichere Studien machen
will, eine Zuſammenſtellung von „Schriften über
Fried=
rich den Großen” wonach jeder das für ihn Geeignete
leicht auswählen kann. Nicht zu vergeſſen ſind auch die
Bilder von Friedrich dem Großen in dem Hefte,
Zeich=
nungen von Ad. Menzel, ſowie das Porträt des Königs
von Graff. Außerdem bringt das Heft eine Reihe von
Antworten auf eine Rundfrage an die Leſer nach Werken,
die ſich zum Vorleſen am Familientiſch eignen.
Probe=
nummern der Zeitſchrift, deren Bezugspreis nur 6 Mk.
für den Jahrgang einſchließlich zweier Buchbeigaben,
1.50 M. für das Vierteljahr beträgt, verſendet auf Wunſch
umſonſt und poſtfrei die Geſchäftsſtelle der Leſe,
Mün=
chen, Rindermarkt 10.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Paris, 31. Jan. Zwiſchen der franzöſiſchen
und der italieniſchen Regierung ſchweben
Be=
ſprechungen behufs genauer Feſtſtellung derjenigen Punkte
des Zwiſchenfalles von Cagliari die dem Haager
Schiedsgericht unterbreitet werden ſollen.
* Marſeille, 31. Jan. Die
Unterſuchungskom=
miſſion beendete ihre Aufgabe, die Identität der
türki=
ſchen Paſſagiere feſtzuſtellen, und begab ſich dann
nach Paris zurück. Die Ergebniſſe der Unterſuchung
wer=
den dem Miniſterpräſidenten Poincaré unterbreitet. Die
Türken ſollen in Le Frioul bleiben, bis die Entſcheidung
der Regierung gefallen iſt.
* Tobruk, 1. Febr. Heute morgen ſtieg der
Avia=
tiker Roiſi mit ſeinem Farman=Apparat mit dem
Hauptmann Montu als Paſſagier auf. Sie flogen über
das ausgedehnte Lager der Feinde und warfen mit gutem
Erfolg Bomben hinab. Der Aeroplan wurde von den
Feinden beſchoſſen, vier Geſchoſſe trafen. Hauptmann
Montu wurde leicht verletzt.
Die Revolution in China.
* Peking, 31. Jan. Das Auswärtige Amt teilt mit:
Die Kaiſerin=Witwe unterrichtete das Kabinett
da=
von, daß der Thron ſich für den Frieden entſchieden
habe und wies die Miniſter an, entſprechende Maßnahmen
zu treffen.
* Peking, 1. Febr. Juanſchikai ſchickt zur
Auf=
rechterhaltung der Ordnung weitere chineſiſche Truppen
nach Peking. In Peking befinden ſich jetzt 11000 Mann
chineſiſche Truppen; ferner ſind 10000 Mann kaiſerlicher
Truppen auf dem Wege nach Siaokau nördlich von Hankau
nach Honan. Der Reſt fraterniſiert mit den Republikanern.
* Mukden, 31. Jan. Anläßlich der Verhaftung
mehrerer Japaner, die der Revolutionspropaganda
ver=
dächtig waren, iſt eine japaniſche
Truppenabteil=
ung zum Schutz von Leben und Eigentum der Japaner
in Mukden einmarſchiert. Geſtern und heute wurden 37
Revolutionäre hingerichtet. In der Stadt herrſcht große
Erregung. Die Geſchäfte ſind teilweiſe geſchloſſen. Viele
Einwohner verlaſſen Mukden.
* Schanghai, 1. Febr. Die Eiſenwerke von
Han=
jang haben unter Anweiſung der republikaniſchen
Regierung und durch Vermittelung der Yokohama
Speziebank den vorläufigen Vertrag mit gewiſſen
japaniſchen Finanzmännern unterzeichnet. Der
Zweck iſt die Zulaſſung japaniſchen Kapitals in die
Geſell=
ſchaft unter Bedingungen, die die chineſiſchen Intereſſen
ſicherſtellen. Die Geſellſchaft wird ſpäter der
republika=
niſchen Regierung in Nanking eine Anleihe von 5 Millionen
Taels gewähren.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 1. Febr. Der Bankier Paul Wilſchek
ver=
übte Selbſtmord. Er ſoll beſonders an der Londoner
und New=Yorker Börſe durch verfehlte Spekulationen
grö=
ßere Summen verloren haben. Seine Verbindlichkeiten
an der Berliner Börſe ſind gering.
* Duisburg, 1. Febr. Die Rheiniſchen Stahlwerke
tei=
len mit: Der bei dem Hochofen=Unglück
ſchwer=
verletzte Arbeiter iſt heute mittag geſtorben. Außer den
beiden getöteten Arbeitern iſt niemand verunglückt. Der
Betrieb iſt nicht unterbrochen, der Schaden unbedeutend.
* Paris, 1. Febr. Die Humanité veröffentlicht ein
In=
terview mit dem Abgeordneten Karl Liebknecht, der
unter anderem geſagt habe: „Die Kraft der ſozialiſtiſchen
Partei muß im Hinblick auf Kriegszeiten ſtärker als im
Hinblick auf Friedenszeiten ſein. Wenn der Krieg
er=
klärt werden ſollte, ſo müſſen wir ihn verhindern
können, indem wir uns ihm einfach widerſetzen.
Von den fünf Millionen Bürgern, die die Reſerve des
deut=
ſchen Heeres bilden, iſt die Hälfte aus unſeren Reihen
her=
vorgegangen. Die beiden erſten Reſervejahrgänge und die
jungen Leute von 18 bis 20 Jahren gehören der Mehrheit
nach zu uns; die Regierung weiß dies und iſt darüber ſehr
beunruhigt.”
* Paris, 1. Febr. Zwei Taxameter=
Auto=
mobilgeſellſchaften in Levallois=Perret verſuchten
trotz des Streiks heute morgen ihre Wagen in den
Ver=
kehr zu bringen. Es kam zu Zuſammenſtößen zwiſchen
Ausſtändigen und Polizeibeamten. Mehrere Wagen
wur=
den umgeworfen und die Polſter zerfetzt. Ein
Chauf=
feur und ein Polizeibeamter wurden verletzt.
* Brüſſel, 1. Febr. Nach Privatmeldungen des
Reu=
terſchen Bureaus erklärte heute vormittag auf der
Zuckerkonvention der ruſſiſche Delegierte, wenn
die Kommiſſion dem Verlangen Rußlands auf eine
Er=
höhung des Exvort=Kontingents für 1911/12 in
umfang=
reichem Maße Rechnung tragen würde, wolle Rußland
auf weitere fünf Jahre bei der Konferenz verbleiben.
* Algeciras, 1. Febr. Der Kreuzer „Catalung”
der mit der Flottendiviſion zur Begrüßung des
Kö=
nigspaares von England hier eingetroffen war,
iſt in der Nacht plötzlich nach Vigo abgegangen. Die
Ab=
fahrt wird mit der Lage in Portugal in Zuſammenhang
gebracht.
H. B. Berlin, 1. Febr. Wie der Lok.=Anz. an hieſiger
zuſtändiger Stelle erfährt, ſind die Zeitungsmeldungen
von einer bevorſtehenden Reiſe des Prinzen
Adalbert nach Amerika und von der Entſendung eines
deutſchen Geſchwaders nach den Vereinigten Staaten
un=
begründet.
— Berlin, 1. Febr. Auf der Vorortſtrecke Berlin=
Bernau wurde heute morgen am Bahnhof Geſundbrunnen
eine KolonK Streckenarbeiter beim Ausweichen eines
Zuges von einem aus entgegengeſetzter Richtung
heran=
brauſenden Vorortzug überfahren. Zwei
Strecken=
arbeiter wurden ſchwer verletzt, einer ſtarb im
Kranken=
haus, zwei wurden leicht verletzt. Der Unfall dürfte durch
den ſtarken Nebel hervorgerufen worden ſein. — Faſt zu
derſelben Zeit erfolgte vor der Einfahrt in die
Rangier=
halle am Schleſiſchen Bahnhof ein Zuſammenſto
zweier Leerzüge. Fünf Wagen entgleiſten und
wurden teils zertrümmert. Perſonen ſind nicht verletzt
worden. Auch hierbei dürfte der Nebel die Urſache ſein.
H. B. Kaſſel, 1. Febr. Ein ſchweres
Automo=
bil=Unglück hat ſich zwiſchen Kaſſel und Warburg
bei Bonenburg ereignet. Ein mit vier Herren beſetztes
Auto rannte gegen einen Baum. Alle Inſaſſen wurden
herausgeſchleudert und ſchwer verletzt. Der Kaplan
Heidemann aus Bonenburg war ſofort tot. Der Beſitzer
des Autos, Fabrikant Liberty aus Krefeld, und
Bürger=
meiſter Funke aus Borgentreich erlitten lebensgefährliche
Schädelbrüche.
H. B. Dresden, 1. Febr. Heute früh wurde auf dem=
Hofe des Landgerichts der Raubmörder
Göhlert=
hingerichtet, der am dritten Oſterfeiertage den
72jährigen Rentier Todt in beſtialiſcher Weiſe ermordet
beraubt und die Leiche vergraben hatte. Die Hinrichtung
erfolgte mit dem Fallbeil durch den Scharfrichter Brand.
Nach der Verleſung des Urteils durch den Staatsanwalt
Dr. Weichardt beteuerte Göhlert nochmals ſeine Unſchuld
Er beſchimpfte dann den Staatsanwalt in einer
nicht=
wieder zu gebenden Weiſe. Göhlert war auf Grund er
drückender Schuldbeweiſe verurteilt worden.
— Roſtock, 1. Febr. Ein Geldbriefträger
ver=
mißte nach dem Beſuche eines in einem hieſigen Hotel
wohnhaften Berliner Agenten ſeine
Banknoten=
taſche, die Papiergeld im Werte von 6000 Mark entz
hielt. Der Verbleib der Taſche iſt noch unaufgeklärt.
Weiße, blitzende Zähne. Die Pflege der Zähne mit
der Kosmodont=Zahnbürſte und Kosmodonk=Zahncreme mit
aktivem Sauerſtoff iſt ſchon nach verhältnismäßig kurzem
Gebrauch deutlich dadurch erkennbar, daß die Zähne ein
beſſeres Ausſehen erhalten. Die Kosmodont=Zahnereme mit
aktivem Sauerſtoff reinigt die Zähne und macht ſie blendend
weiß. Ein Fachmann ſchreibt uns: „Schließlich möchte ich
noch die große, ebenfalls auf der Wirkung des aktiven
Sauerſtoffes beruhende Reinigungskraft der Kosmodont=
Zahncreme erwähnen. Ich habe über 6 Jahre ein und dieſelbe
Zahnereme gebraucht, habe mich aber nach nur 3 bis 4
wöchiger Benutzung zur Kosmodont=Zahnereme gewandt, da
ſie ſogar den Niederſchlag von 20 Zigaretten pro Tag faſt
ſpurlos vernichtet.” Kosmodont=Zahnereme mit aktivem
Sauerſtoff (Tube 60 Pfennig) iſt in allen einſchlägigen
Geſchäften zu haben. Drobetube grakis durch die
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Auf kaum über 1 Pfennig ſtellt ſich eine Taſſe
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Dieſe vorzügliche und durch ihre Ausgiebigkeit im
Ge=
brauch ſo billige Teemiſchung iſt zum täglichen
Ge=
nuß ganz beſonders geeignet. (Das 125 Gr.=
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(795a
Aus dem Geſchäftsleben.
Herzkranke und Bleichſüchtige können keinen Kaffee
und Tee vertragen und ſind daher um ein Getränk oft
in Verlegenheit, da ſie die ihnen ſo wohltuende Milch
nicht längere Zeit genießen können. Durch Zuſatz von
„Kufeke” mit oder ohne ein wenig Kakao kann man
ſich aus der Milch ein ſehr wohlſchmeckendes Getränk
herſtellen, das ſeines angenehmen Geſchmackes wegen
nicht nur ſehr lange Zeit ohne Widerwillen genoſſen
werden kann, ſondern das auch die Milch zugl ich leichter
verdaulich macht und die Nährkraft derſelben nicht
un=
bedeutend erhöht. Auch bei Erwachſenen zeigt ſich die
anregende Wirkung des „Kufeke” auf den oft ganz
fehlenden Appetit. Durch etwas größeren Zuſatz von
„Kufeke” macht man aus dem Getränke eine
wohl=
ſchmeckende Suppe.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Ab. C): „Der dunkle
Punkt”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Luſtiger Abend von Alex. Moszkowski um 8¼ Uhr
im „Kaiſerſaal” (Vortragsverband).
Vortrag über die Balkangebiete um 8¼ Uhr im
Saal 326 der Techn. Hochſchule (Volksbildungsverein).
Vortrag mit Lichtbilder von Regierungsbauführer
Rumpf um 8½ Uhr Neckarſtr. 3 (Ortsgewerbeverein).
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 3. Februar.
Jagdverpachtung um ½12 Uhr im Rathaus zu Ober=
Ramſtadt.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 2. Februar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 15 Min.
Samstag, den 3. Februar:
Morgengottesdienſt 9 Uhr. Nachmittags 4 Uhr
Jugendgottesdienſt und Predigt. Sabbatausgang 6 Uhr
10 Minuten.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 3. Februar:
Vorabend 4 Uhr 50 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 10 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 4. Februar, an:
Morgens 7 Uhr. Nachmittaas 4 Uhr 45 Min.
Nummer 28.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
Seite 7.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute abend 7¼ Uhr
meine herzensgute und treusorgende Frau, unsere liebe und unvergessliche
Tochter, Schwester und Schwägerin
(3007
Frau Oberlehrer Anna Marie Rothermel
geb. Schaffner
nach langem, schwerem, doch in grosser Geduld getragenem Leiden im Alter
von 32 Jahren durch einen sanften Tod zu sich in sein himmlisches Reich
abzurufen.
Darmstadt und Goddelau, am 31. Januar 1912.
Inselstr. 19 z Hospitalstr. 13
Karl Rothermel, Grosshzgl. Oberlehrer,
Marie Schaffner, geb. Kolb,
Georg Schaffner,
Elise Schaffner,
Kätchen Schaffner, geb. Fey.
Die Beerdigung findet Samstag, 3. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause
Insel-
strasse 19 aus, statt. Die Einsegnung erfolgt unmittelbar vorher.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute abend 5¾ Uhr verſchied ſanft und
Gott ergeben unſer lieber, guter, treubeſorgter
Gatte, Vater, Großvater, Schwiegervater,
Bru=
der, Schwager und Onkel
(3005
Herr
Kgl. Rechnungsrat
Adolf Roth.
Darmſtadt, Schwelm, Wiesbaden,
Mei=
ningen, 31. Januar 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Auf Wunſch des Verſtorbenen Blumenſpenden
dankend verbeten.
Beerdigung findet in Schwelm (Weſtfal.) ſtatt.
Schneebericht.
Schierke im Harz (Brockengebiet), 31 Januar
7 Grad Kälte. Starker Schneefall, jeder Sport im
Gange. Für großes Winterſportfeſt in Schierke am
nächſten Samstag und Sonntag, den 3. und 4. Februar,
beſte Ausſichten.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute abend entſchlief ſanft nach kurzer
ſchwerer Krankheit meine liebe Frau (*2551
Katharina Wüst
geb. Belz.
Darmſtadt, den 31. Januar 1912.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Georg Wüst.
Die Beerdigung findet Samstag, den 3.
Fe=
bruar, nachmittags 2 Uhr, von der
Friedhofs=
kapelle aus, ſtatt.
M
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die ſtarke Depreſſion über Nordoſteuropa hat ſich
wenig oſtwärts verlagert. Vor der Biskaya her dringt
ein Tief ſchnell nach dem Kontinent vor. Wir hätten
daher bei ſüdlichen Winden mit ſteigender Temperatur
und Niederſchlägen zu rechnen.
Ausſichten für Freitag,
ebruar 1912:
Wolkig, geringe Niederſchläge, Temperatur ſteigend.
Statt besonderer Anzeige.
Verwandten und Freunden machen
wir die Mitteilung, dass unsre liebe,
un-
vergessliche Schwester, Tante, Grosstante
und Urgrosstante
(3015
Fräulein
Sophie Drever
uns am 25. ds. Mts. zu Hamburg im 82.
Jahre ihres Lebens durch einen sanften
Tod entrissen wurde.
Die Beisetzung hat in Dresden in aller
Stille stattgefunden.
Moskau, Hamburg, Darmstadt,
30. Januar 1912.
Olga Levé, geb. Drever,
Julie Godeffroy, geb. Dreyer,
Adele Dreyer,
Marie Bopp, geb. Weber,
Olly Godeffroy,
Dr. Alexander Bopp,
Elisabeth Bopp, geb. Hedderich,
und 2 Söhne,
Heinrich Bopp,
Adele Schenck, geb. Bopp,
Dr. Alwin Schenck,
Marie Luise Bopp.
Für die vielen Beweise aufrichtiger
Teilnahme bei dem uns betroffenen
schweren Verlust sagen herzlichsten
Dank.
(3008
lie K. G. Groobe-Grimu.
Darmstadt, 31. Januar 1912.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Oto Wardaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streſe;
für den Inſeratenteil: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtebs
Für den redaktionellen Teilbeſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts= zu adreiſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Von der Bedeutung und Wirkung der Dun=
Präparate kann ſich jedermann durch
Einſichtnah=
me meines neueſten Proſpektes mit 59
wahrheits=
gemäßen Heilberichten überzeugen. Weitere
dank=
ſagende Zuſchriften ſtehen jederzeit zur Verfügung.
tes hin unſer Kind nach Darmſtadt ins Krankenhaus brachten. fühlte ſie ſich wieder völlig geſund.
herausgenommen. Nach ¾ Jahr heilte der Fuß zu. Beim
eintrat und der Arzt uns wiederholt riet, den Fuß oder Ihr Dun=Präparat vorz. Dienſte geleiſtet.
das Unterbein abnehmen zu laſſen, entſchloſſen wir uns,
es einmal mit den viel empfohlenen Dun=Präparaten zu
verſuchen. Wir hatten, Gott ſei Dank, beſten Erfolg. Der
und geſund und die Wunde geſchloſſen.
Roßdorf, 6. II. 1910.
Dunpillen ſind eine Wohltat für die Nerven und gegen
Schlafloſigkeit. Die Dunzäpfchen gegen Homorrhoiden und
harten Stuhl, die Dunſalbe gegen Rheumatismus und
ich ohne Unterbrechung weiter
Frau Dr. Schäfer, Straßburg.
ſo ſchwer an Bauchfellentzündung erkrankt, daß der Arzt Schleim=Schlaganfall getroffen worden war.
das Schlimmſte befürchtete. Durch Auflegen von Dun= Darmſtadt, 3. Juni 1910.
Bestandteile: Cerat. resin, pini 25: Cerat. Cetacci 2
EINL WUlETA
Meine Tochter Kätchen verletzte ſich vor 2 Jahren den Pflaſter auf den Leib und öfteres Einnehmen von
Dun=
rechten Fuß unterhalb des Knöchels. Der Fuß wurde Pillen war ſie nach wenigen Stunden aus aller Gefahr waren von außerordentlicher Wirkung und habe ich meinem
ſchlimmer und ſchlimmer, ſodaß wir auf Anraten des Arz= und bereits nach 8 Tagen wieder auf. Nach 3 Wochen 6jährigen Jungen ein Drüſengeſchwür (das im Entſtehen
Dort wurde Knochentuberkuloſe feſtgeſtellt und ein Knöchel Forſthaus Eiſernhand bei Ober=Ramſtadt. W. Hoffmann. kam. Wegen desſelben Leideps mußte ich den Knaben vor
Gerne teile ich Ihnen mit, daß mein kleiner Albert, 2 Jahren 18 Tage lang in ein Krankenhaus in Operation
Verlaſſen des Krankenhauſes wurde uns vom dortigen als er kaum ¾ Jahr alt war, durch Behandlung mit und Behandlung geben:
Arzt mitgeteilt, daß der Fuß oder das ganze Unterbein Ihrer Dun=Salbe innerhalb 8 Tagen von Keuchhuſten,
abgenommen werden müßte, wenn die Wunde wieder der ihn bereits 4 Wochen lang gequält hatte, befreit wurde. geworden und habe ich es ſchon oft empfohlen und auch
aufbrechen ſollte. Als nach 5 Monaten der Fall wirklich Auch bei Katarrhen, Fieber und Brandwunden hat mir an Bekannte geliehen und wurden dort gleichfalls gute
Darmſtadt, 15. 8. 1909.
Frau A. Melchior.
Maſern. Mein kleiner Hugo erkrankte an Maſern ſo
Eiter wurde durch die Dun=Salbe raſch aus der Wunde ſchwer, daß er im Fieber irr redete und wir das Zschias und hochgradiger Nerpoſität an, und behandelte
herausgezogen, die Anſchwellung verſchwand, der Fuß Schlimmſte befürchteten. Er war am ganzen Körper ſo rot mich zuerſt Herr Dr. Sch. ohne Erfolg. Dann kam ich ins
bekam bald wieder ſeine natürliche Farbe und heute iſt wie ein Krebs und zeigte ſich die Krankheit beſonders hef= Krankenhaus nach Worms, aus dem ich ebenfalls ungeheilt
unſer Kätchen, das zuvor ſchlecht ausſah, wieder friſch tig an den Augen. Da ich Dun=Präparate ſchon öſter entlaſſen wurde. Hierauf wurde durch das
Invalidenver=
mit beſtem Erfolge angewandt hatte, rieb ich ihn am gan= ſicherungsamt ein Heilverfahren in einer Heilſtätte zu
Georg Friedrich Gunkel. zen Körper mehrmal mit Dun=Salbe ein und gab ihm Darmſtadt eingeleitet und dort alles mögliche angewandt.
Dun=Pillen. Der Erfolg war der, daß das Fieber raſch ab= Bei größter Ruhe linderte ſich mein Schmerz, aber bei der
Nervoſität, Hämorrhoiden und Rheumatismus. Die nahm und Hugo nach etwa 3 Tagen wieder geſund war. kleinſten Anſtrengung kam er immer wieder. Erſt nach An=
Darmſtadt.
Als Krankenpflegerin mit faſt 30jähriger Dienſtzeit beſſer, und heute, nach dreiwöchigem Gebrauch, finde ich
Reißen. Ich nahm dieſe Präparade nur 1. Johr lang würde ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen, mich körperlich wie geiſtig wohl, und habe ich wieder einen
und habe jetzt wieder Luſt am Leben. Die Pillen nehme von deſſen Vorzügen und völliger Unſchädlichkeit ich mich ſehr guten Schlaf. Auch gegen mein Hämorrhoidalleiden
nicht zuvor überzeugt hätte. Ich habe vielfach Gelegen= haben mir Ihre Dun=Präparate vortrefflich geholfen und
heit gehabt, zu ſehen und zu hören, daß die Dun=Präpa= ſage ich Ihnen hiermit, daß mir nichts anderes geholfen hat.
rate mit nie verſagendem Erfolg bei offenen Wunden, Ka=
Knochenhautentzündung. Aus freiem Antriebe teile ich tarrhen, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus, Js=
Ihnen hierdurch mit, daß mich Ihre Dun=Salbe von einer chias, Lungen= und Rippenfellentzündung, Blinddarm= und Herr Guillermo Alter, Naturarzt in Buenos Aires,
ſchmerzhaften Knochenhautentzündung in wenigen Tagen Bauchfellentzündung u. a. angewandt wurden. Mir ſelbſt ſchrieb am 18. Mai 1909: In die Salbe ſind die Kranken
geheilt hat. Ich bemerke dabei, daß ich das vortreffliche haben die Dunſalbe und Dunpillen gegen Rheuma und einfach verrückt. Ich habe einige ſehr ſchöne Heilerfolge
Heilmittel leider erſt anwandte, nachdem ich bereits wochen= Anſchwellung der Beine treffliche Dienſte geleiſtet, und ich mit der Salbe bei Knochentuberkuloſe, Flechten,
Geſchwül=
lang gelegen und gelitten hatte. Darmſtadt. Frau E. Frank. bin überzeugt, daß nur ſie allein mir das Leben gerettet ſten und Fiſteln. Durch die Pillen einen auffallenden Er=
Bauchfellentzündung. Meine Tochter Minchen war haben, als ich kurz vor Weihnachten von einem ſchweren folg bei Nierenſteinen.
ſer Frane und Giſinde ind Dun=Saide
(1.30), =Pillen (1.30) und Zäpfchen (2.00).
Proſpekte und kliniſch=therapeutiſche
Abhand=
lung koſtenfrei durch die Fabrik Hans
Heiss, Darmstadt, Roßdörferſtraße 22.
Die im April von Ihnen bezogenen Dunpräparate
war) geheilt, ſodaß die Eiterung gar nicht zum Ausbruch
„Dun” iſt bei uns zu einem unentbehrlichen Heilmittel
Reſultate erzielt.
Lengfeld i. O., 1. 12. 1910.
Wilh. Heuß II.
Meine Leidenszeit fing 8 Wochen vor Weihnachten mit
Frau A. Melchior.wendung Ihrer Dun=Präparate wurde ich mit jedem Tag
Gg. Scheuermann.
Monsheim (Rheinheſſen).
Nur in Apotheken zu haben oder durch Ver=
K. S. mittlung der Fabrik.
(1480a
Mirrha 0,5; Seb. cerv. filtr. 15; Vitell. ovi 25. — O1 2: Seb. cerv. filtr. 12; Vitell. ovi 12,5. Rad. lig. 23.—
5; Mel. 5; Bals. Canad. 2; Seb. cerv. filtr. 4.
Beginn morgen Samstag früh.
Weiße Damenhemden, Cretonne mit
Stück
Spitze . . . . .
Weiße Damenhemden, Cretonne mit
Feston u. gestickter Passe, Stück
Weiße Damenhemden aus gutem
Cretonne mit Spitze . . Stück
Weiße Damenhemden mit Stickerei
Stück
Weiße Damenhemden mit gestickter
Passe.
. Stück
Weiße Fantasiehemden mit breiter
Stickerei . . . . . . Stück
Panesbendaneiche Sicket.
Verzierung . . . . Stück
Weiße Beinkleider, Croisé, gebogt
Stück 1.35
Weiße Beinkleider, Croisé, mit
Stickerei . . . . . . Stück 1.75
Kinder-Wäsche
Fischwäsche
Tischtücher
Drell
100X150 cm, Stück 65
Teegeseke
mit 6 Servietten
mit Franzen 3.50
Tischtücher
Damastmuster
100X150 cm, Stück 98 ₰
Tischtücher
solide Qualität
II0X130 cm, Stück 1.35
Tischtücher
B’wolldamast
IIOX15o cm, Stück 1.35
Tegededeke
mit 6 Servietten
ohne Franzen 3.75
. Stück 45, 38, 30 und 25 ₰
Servietten
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Weiße Gerstenkorn-Handtücher mit
rotem Rand . . .
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Weiße Handtücher
Meter
Weiße Gerstenkorn-Handtücher
45/50 cm breit
Meter
Weiße Handtücher mit rotem Rand
Meter
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grau gestreift
Stück
weiß mit rotem
Rand . . Stück
Weiße Zierschürzen mit bunter
Borde . . . . . . . Stück 25 ₰
Weiße Zierschürzen
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Weisse Schürzen
Stück 42 ₰
Stickerei . . . . . . Stück 55 ₰
Weisse Zierschürzen mit Träger
Stück 65 ₰ 85 ₰ 95 ₰
Weisse Hausschürzen . . Stück 95 ₰
Weisse Servierschürzen
Stück 1.40
mit Trager . .
Weiße Zierschürzen mit ringsum
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während der Weißen Woche 10%
Badewäsche
Badehandtücher
40X75 44X100 50X100 50X110 cm
38₰ 48₰ 65 ₰ 85
55X110 cm 1.10
9
Badetücher
80X100 100X100 100X120 125X140 cm
85 ₰ 135 1.55 1.95
Weiße Waffel-Bettdecken
2.25 an
S
Jaschentückher
Weiss- und Leinen-Waren
Weiß Hemdentuch
solide Qualität .
Weiß Cretonne
starkfädige Ware
Weiss Cretonne
gute Qualilät
Meter 35 ₰
Meter 45 ₰
Meter 50 ₰
2 besonders
billige Posten Cretonne
Posten I
Meter 42 ₰
Posten II
Meter 58
Weiß Renforcé
Weiß Flock-Piqué .
Weiß Flock-Piqué
gute Qualität . .
Weiß Piqué-Damassé
Meter 38 ₰
Meter 42 ₰
Meter 55 ₰
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Weiß Damast
130 cm breit
Meter
Weiß Damast, 130 cm breit, gute
Qualität . . . . . . Meter
Weiß Damast
Meter
160 cm breit
Weiß Damast, 160 cm breit, solide
Meter
Qualität
Weiß Dowlas, 150 cm breit, für
Meter
Bettücher .
Weiß Cretonne, 160 cm breit, für
. Meter
Bettücher . . .
Batist mit Hohlsaum, weiß
Dutzend
Batist mit buntem Rand
Batist mit buntem Rand, bessere
Qualität . .
Batist mit buntem
für Herren . . . ½ Dutzend
Batist mit buntem
Batist, weiß, für Damen, gute
Qualität . .
¼ Dutzend
. ½ Dutzend
Rand
Rand
bessere Qualität . ¼/ Dutzend
¼/ Dutzend
Weiß Halbleinen
150 cm breit
Meter
besonders
preis-
werte Posten
Posten
130
Weiss Croise
Posten II 38 ₰ Posten III 48 ₰ Posten IV
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do. bess, Ausführ. ¼ Dtzd. 95 ₰
do. mit Schw. Stick. ¼ Dtz. 115 ₰
do. mit Parfüm ¼ Dtz. 135 ₰
Kinder-Taschentücher
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Weiße Klöppel-Spitzen
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Milieux . . 95 ₰ Läufer . . 1.25
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Kissenplatten, fertig 1.15
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Betwandechoner
gezeichnet —
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auch zum Sticken geeignet
Milieux . 1.50 Läufer . . 1.75
Nähtischdecke . 1.95
Büfettdecke 2.50 Tischdecke 4.95
Servietten . . . . 58 ₰
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— zum Sticken
.95₰
Steilig . . . . .
Sofakissen, fertig geftllt von 95 an
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Mull- und Batist-Stickerei, schmal .
Madapolam-Festons, schmal
Stück 68
Madapolam-Stickerei, mittelbreit
*95 ₰
Schweizer Stickerei, schmal ..
Stück 95 ₰
Schweizer Stickerei, mittelbreit
Stück 1.25
Madapolam-Stickerei, mittelbreit
Stück 1.25
in großen Vorräten.
Weiße
Weisse
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Zatist- u. Stickerei-Roben
mit reichen Einsätzen garniert
11.50 12.50 14.75 16.50 22.00
Mousselin .
Meter von 75
Woll-Batist . Meter von 1.25₰
Cheviot
Meter von 1.75
Cachemire und Serge
Meter von 1.90
Seiden-Mousselin und
-Folienne . Meter von 3.25
an
Kerren-Krawatten
besonders für die „Weiße Woche” zusammengestellt
beliebige Form 2 Stück6
Breite Selbstbinder . . . jetzt Stück 75 ₰ und 95 ₰
Damen-Konfektion
Weiße Batistkleider
moderne Fassons . von 6 an
Weiße Stickereikleider
mit hübschen Einsätzen
garniert .
. von
Weiße Wasch-Voilekleider
in Fältchen abgenäht
von
50
an
Weiße Batist-Blusen
vorteilhafte Fassons, von Soan
Weiße Stickerei-Blusen
mit Valeneiene, Pase u. 795
Manschetten
von an
Weiße Wollbatist-Blusen
95
gefüttert mit gestickten Ein-
. von an
sätzen
Weisse
Seidenstoffe
Weiß Rautendelein, Meter 1.25
Weiß Messaline, Meter von 1.95 ar
Weiß Taffet . . Meter 1.70
Bettwäsche
Weiße Kissenbezüge, gebogt
Stück
Weiße Kissenbezüge
mit Kurbelbogen . Stück
Weiße Kissenbezüge
mit Schrift-Einsatz Stück
Weiße Kissenbezüge
mit Stickerei-Einsatz, Stück
Vollständige
Wohnungs-Einrichtungen
und einzelne Möbelstücke
gegen bar und auf bequeme Abzahlung bei
Bleich-
Auu-Karf
str. 30.
(2559
Aeltestes, größtes und leistungsfähigstes Geschäft am Platze.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
sind unvergleichlich für Kinder-
und Krankennahrung, weil sie
nach wissenschaftlich
bewähr-
ten Grundsätzen aus sorgfältig
gewählten Rohstoffen
her-
gestellt werden.
Erziehung zur Mäßigkeit.
-Br. Daß in unſerem Volke der Kampf gegen die
Un=
mäßigkeit, namentlich beim Genuſſe alkoholiſcher
Ge=
tränke, ſeine volle Berechtigung hat, wird niemand, der
ein offenes Auge für ſeine Umgebung hat, zu beſtreiten
wagen. Man braucht deshalb noch lange kein Anhänger
der Totalabſtinenz zu ſein, nein, auch in vielen anderen
Kreiſen vertritt man dieſe Anſicht. Um dieſes Ziel nun
zu erreichen, verlangt man — ein Charakteriſtikum für
unſer Volk — in erſter Linie die Hilfe des Staates.
Durch Verminderung der Schankkonzeſſionen, durch
frühen Schluß der Gaſtwirtſchaften und ähnliche
Ein=
richtungen hofft man, werde das Volk — allerdings durch
Zwang — zu der für dasſelbe ſegensreichen Mäßigkeit
ge=
bracht werden können.
Man vergißt dabei aber, daß gerade durch den
Zwang ein um ſo ſtärkerer Gegendruck ſich auslöſt, ſodaß
der Zweck illuſoriſch gemacht wird. So werden in
Lon=
don alle Gaſtwirtſchaften nachts um halb ein Uhr
ge=
ſchloſſen: der Erfolg iſt, daß viele die Zeit bis zum
Knei=
penſchluß ſo ausnützen, daß um dieſe Zeit die Mehrzahl
der Beſucher der Bars und Salons einen Zuſtand
er=
reicht haben, den auch der größte Optimiſt nicht mehr
als nüchtern bezeichnen kann.
Ein weiteres Beiſpiel für die Erfolgloſigkeit
poli=
zeilicher Verfügungen auf dieſem Gebiete bietet ferner
die in England geltende Beſtrafung der öffentlichen
Trunkenheit, die ja auch uns das neue Strafgeſetzbuch
bringen ſoll. Man ſieht nirgendwo auf dem Kontinent
ſo viel Berauſchte — namentlich ſchon bei Tage — wie
in den engliſchen Städten. Weitere ebenſo ſchlagende
Exempel bieten die nordamerikaniſchen Prohibitivſtaaten,
in denen trotz ſtaatlichen Verbotes des Alkoholverkaufs
doch ein ſegensreicher Einfluß auf die Mäßigkeit ihrer
Bewohner nicht zu ſpüren iſt.
Will man alſo ein Volk zur Mäßigkeit anhalten, ſo
kann dies niemals durch den äußeren Zwang, ſondern
einzig und allein durch Erziehung und Aufklärung
ge=
ſchehen. Dieſer Weg iſt naturgemäß auch von den
Abſti=
nenten und Mäßigkeitsvereinen ſeit langem beſchritten
worden, allein es iſt dies bisher in einer Weiſe geſchehen,
die weitaus die Mehrzahl der Gebildeten mißbilligen
muß. Anſtatt den wirklichen Mißbrauch des Alkohols
zu bekämpfen, ſuchte man vielmehr dem Volke auch den
beſcheidenſten Genuß alkoholiſcher Getränke zu verekeln.
So ſtellte man dem Arbeiter der nach angeſtrengter
Ar=
beit ſich an ein paar Glas Bier erquicken will, dieſen
Trunk als die Urſache der ſchlimmſten Gefahren, die ſein
Leben, ſeine Geſundheit, ja ſogar ſeine Nachkommenſchaft
bedrohen, hin und pries die Totalabſtinenz als das einzig
Wahre. Man ſuchte alſo durch künſtliſche Aufbauſchung
der Gefahren die der Alkoholgenuß zur Folge haben
ſollte, das Volk vom Genuß derartiger Getränke
abzu=
ſchrecken. Es hat dieſes Vorgehen ziemliche Erfolge
ge=
zeitigt: Sehr viele ſind, um ja den Gefahren
über=
mäßigen Alkoholgenuſſes aus dem Wege zu gehen,
Abſti=
nenten geworden und ſo in das andere Ertrem gefallen.
Und doch ſteht Erfahrung und Wiſſenſchaft heute
auf dem Standpunkte, daß die aurea medioeritas, der
goldene Mittelweg, wie überall, ſo auch im vorliegenden
Falle als das Erſtrebenswerteſte anzuſehen ſei. Dieſe
Anſicht müßte im Volke verbreitet werden, um durch eine
derartige Aufklärung die wa hre Mäßigkeit im
Al=
koholgenuß herbeizuführen. Es wäre das eine
Auf=
gabe für diejenigen Vereine, die nicht auf dem Boden
der Totalabſtinenz als der allein ſeligmachenden
Lebens=
anſchauung ſtehen, bei denen ſie der Zuſtimmung aller
ge=
bildeten Kreiſe unſeres Volkes gewiß ſein könnten, von
denen ſich jetzt weitaus die Mehrzahl ihren Beſtrebungen
gegenüber indifferent verhält, da ſie eine Bekämpfung des
beſcheidenen, wenn auch regelmäßigen Alkoholgenuſſes,
dem ſie größtenteils ſelbſt huldigen, nicht verſtehen können.
Literariſches.
Hülſen, Das aufſteigende Leben. Hans
Sachs=Verlag in München. Groß geworden an der
neu=
artigen und glänzenden Darſtellungskunſt eines Thomas
Mann, bringt uns der Verfaſſer hier etwas ganz
Eigen=
artiges. Einen Beamtenroman. Von einem
pflichtge=
treuen, fleißigen, begabten, ein wenig kühlen und doch
lie=
benswürdigen Verwaltungsbeamten wird erzählt, der ſich
im Dienſte des Staats aufreibt; ſein Amt erfordert den
ganzen Mann, der vom Landrat zum Stadtrat, dann zum
Oberbürgermeiſter, und ſchließlich zum Handelsminiſter
avanciert. Die Darſtellung iſt ſtiliſtiſch glänzend und
ver=
meidet mit Glück allzu große Breiten, wie ſie bei Thomas
Mann oft ermüden.
De Rubris, Im Banne der
Erinne=
rung. Hans Sachs=Verlag in München. Wer die
Ri=
viera nur von der ſonnnigen, lachenden Seite kennt, muß
dies kleine ſpannende Buch leſen, um hier Menſchen
zu=
finden, heißblütige und italieniſche wie in Sizilien.
Es=
ſind verſchiedene Erzählungen aus dem liguriſchen
Volks=
leben, die mit einer eigenartigen herben Darſtellungskunſt
geſchrieben ſind; ſie berichten von dem Treiben des
niede=
ren Volkes, mit ſeinen ungezügelten Trieben und bieten
hier und da ländliche Stimmungsbilder von kräftiger,
realiſtiſcher Färbung.
— Johan Falkberget. Minenſchüſſe und
Fak=
kelbrand, Erzählungen eines norwegiſchen
Grubenarbei=
ters; Preis broſch. 2 Mk., geb. 3 Mk., Leipzig, Verlag der=
Nordiſchen Bücherei von Georg Merſeburger in
Leipzig. „Falberget iſt ein Dichter voll wunderbarer
Glut. Seine Sprache iſt knapp und erzſchwer, zuweilen
klingt ſie wie ſtarke Axthiebe im Walde. Er iſt ſelbſt
wild und ſtark, ein Kämpfer, hinausgeſchleudert ins
Le=
ben, ein ſtarker Mann, der aber doch ſo leicht dazu
kom=
men kann, ſein Angeſicht ſchluchzend im Schoß der
Mut=
ter oder am Buſen eines geliebten Weibes zu verbergen”
Ein Teil dieſer Erzählungen wurde von Falkberget
ge=
ſchrieben, als er noch als Bergarbeiter in den Erzgruben
arbeitete.
LAEI Konfekt
das wegen seines Wohlgeschmackes, seiner milden, sicheren Wirkung mit Recht
beliebteste Mittel zur Regelung des Stuhlganges und Verhütung von Verstopfung,
für Erwachsene und Kinder, sollte in keinem Haushalt fehlen. Von zahlreichen
Aerzten wärmstensempfohlen. Originalblechdosen mit 20 Fruchttabletten M. 1.—
Man hüte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIN. (VI2083
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Nabatt=
Spar=Vereins
Darmſtadt.
Nummer 28.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
llicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ffinden ſich: 2 Pinſcher, 1 Wolfshund (zugelaufen). Die/Hunde können
won den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Werſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
ttag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(3000
Vorschule des Großh. Realgymnastums und
Ider Groph. Ubettedischuien zu Darmstadl.
Aufhanme zu Ustern 191z.
Die Anmeldung neuer Schüler für alle Klaſſen der Vorſchule für
idas Oſtern 1912 beginnende Schuljahr findet ſtatt am Donnerstag,
lden 1. Februar, vormittags von 10 bis 1 Uhr und nachmittags
von 3 bis 5 Uhr und Freitag, den 2. Februar, vormittags von
10 bis 1 Uhr im Realgymnaſium (Eingang durch das Portal am
Kapellplatz). Geburts= und Impfſchein ſind vorzulegen. (2775a
Die Großh. Direktion:
Münch, Geh. Schulrat.
Stammholz=Verſteigerung.
Montag, den 5. und Dienstag, den 6. Februar,
ljedesmal vormittags 9½ Uhr anfangend, ſollen im Eberſtädter
Ge=
fmeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne, 610 Kiefern=Stämme von
220—57 cm Durchmeſſer und 4—17 m Länge an Ort und Stelle
ver=
fſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt am erſten Tag auf der
Schlangenſchneiſe am Bahnübergang und am zweiten Tag auf dem
Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Es wird bemerkt, daß am erſten Tag erſtklaſſiges Schnittholz
rund am zweiten Tag ſchöne Pumpenſtämme zum Ausgebot kommen.
Eberſtadt, den 30. Januar 1912.
(2938dfs
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Vergebung von Ring=
Bekanntmachung.
ofenſteinen.
Freitag, den 16. Februar 1912,
Die Lieferung der im
Verwal=
vormittags 10 Uhr,
tungsjahr 1912 — zur Abdek= ſollen die dem Heinrich Philipp
kung von Kabeln — notwendig Jacoby zu Eberſtadt in der
Ge=
werdenden vollen Ringofenſteine1markung Beſſungen gelegenen
Grundſtücke:
ſoll vergeben werden.
Die Bedingungen liegen auf dem Flur Nr. qm
Büro der unterzeichneten Verwal= XIII 64 1313 Acker, oberſte
Golläcker,
tung, Luiſenſtraße 22, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch
XIII 65 881 Acker, daſelbſt,
die Angebotsſcheine abgegeben XIII 140 2631 Acker, am
werden.
Pfungſtädter
Weg,
Angebote ſind bis
Donnerstag, 15. Februar 1912,IXXXVI 28 975 Wieſe, die
Rudolphs=
vormittags 10 Uhr,
wieſe,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(3014fs in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
reichen.
Darmſtadt, 1. Februar 1912. mannſtraße 1, zwangsweiſe ver=
Städt. Elektrizitätswerksverwal= ſteigert werden.
Darmſtadt, 2. Januar 1912.
tung Darmſtadt.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
Meyer.
(Beſſungen).
Frantz. (V744
Schlacken=Abfuhr.
Die Abfuhr der im Verwal=
Bekanntmachung.
ttungsjahr 1912 ſich ergebenden
Schlacken ꝛc. ſoll vergeben werden. Freitag, 1. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
Die Bedingungen liegen auf dem
Büro der unterzeichneten Verwal=ſoll die den Gaſtwirt Jakob Petri
tung, Luiſenſtraße 22, während derEheleuten dahier zugeſchriebene
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch Liegenſchaft:
die Angebotsſcheine abgegeben! Flur Nr. qm
(3012fs IV 3549/100 318/10 Hofreite
werden.
Liebfrauen=
Angebote ſind bis
Montag, 12. Februar 1912,
ſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſ
vormittags 10 Uhr,
(K5/12
bei unterzeichneter Stelle einzu=verſteigert werden.
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
reichen.
Darmſtadt, 1. Februar 1912.Großh. Ortsgerichts Darmſtadt I.
Müller. (V2068
Städt.
Elektrizitätswerksverwal=
tung Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Meyer.
Ausladen von Steinkohlen.
Das Ausladen der
Steinkoh=
len für das neue Elektrizitätswerk
am Dornheimer Weg im
Ver=
waltungsjahr 1912 ſoll vergeben
werden.
Die Bedingungen liegen auf dem
Büro der unterzeichneten
Verwal=
tung, Luiſenſtraße 22, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch
die Angebotsſcheine abgegeben
werden.
Angebote ſind bis
Dienstag, 13. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(3013fs
reichen.
Darmſtadt, 1. Februar 1912.
Städt.
Elektrizitätswerksverwal=
tung Darmſtadt.
Meyer.
Bekanntmachung.
Freitag, 9. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Techniker Friedrich
Heyl dahier zugeſchriebenen Immo=
bilien:
Flur Nr. qm
Frank=
27 60¼/10 322 Hofreite furter=
27 63¼/10 1068 Grab= (ſtraße
garten) Nr. 128,
27 63¾/10 1853 Hofreite
Frank=
furterſtr. Nr. 130,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K111/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nichtentgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 16. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2065
Ernſt Wolff,
Konkursverwalter.
Möbel
und (1479a
einzelne Gegenstände
sowie
ganze Einrichtungen
reell, kulant, billig.
Janus wagher
Darmstadt, Kirchstr. 19.
Freitag, 1. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Hein=
rich Jacoby VIII. dahier gehöri
gen Immobilien:
Flur Nr. qm
I 32¾/10 232 Hofreite
Luiſenſtr.
I 32710 233 Hofreite
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K141/11
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(V2066
Müller.
i i5 in M u
i0
je
&
Bekanntmachung.
Freitag, 1. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des Heinrich
Jacoby VIII. dahier gehörige
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
I 31 730 Hofreite
Luiſenſtr.,
I 32¼/10 157 Grabgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K1/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2067
Konkursverfahren
über das Vermögen des Adam
Hofmann IV. in Griesheim.
Die Forderungen der noch zu
berückſichtigenden, nicht
bevorrech=
tigten Gläubiger, betragen M. 3784
12 Pfg.
Es liegen zur Verteilung an
dieſelben Mk. 1492 62 Pfg., mithin
39 444% in der Maſſe. (2932
Darmſtadt, 31. Januar 1912.
Für den Abenatisen
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Frisch eingetroffen
Hochf. Gothaer Cervelatwurst
und Salami (2994
Pr. Braunschw. Mett- u. Leberwurst.
„ Trüffel- u. Gänseleberw. m. Trüffel
„ Münch. Bierwurst
„ Th. Rotw.- u. Zungenwurst
Pariser Lachsschinken
Echte Frankfurter Würstchen
Pr. Teewurst
Goudaer, Edamer,
Tilsiter Käse
Camembert
westfäl. Pumpernickel
in Dosen u. Pak. 10 u. 27 Pfg.
Simons- und Steinmetzbrot.
Georg Ludwig Kriegk
Fernspr. 779 Rheinstr. 17.
Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins.
Zinnauisgenossenschalt
Selbstandiger Mlaler u. Tuncher
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht
Darmſtadt, Rheinſtraße 47.
Bilanz per 31. Dezember 1911
A. Aktiva: Mk.
1. Warenbeſtand lt.
Auf=
nahme
8 377.40
2. Brennmaterialbeſtand 50.00
3. Kaſſabeſtand .
694.93
4. Bankguthaben . . . 12003.70
5. Außenſtände lt.
Auf=
ſtellung
. 16 985.19
6. Mobiliarlt. Hauptbuch 779.50
7. Werkzeug u. Maſchinen
lt. Hauptbuch
708.72
8. Stammanteil
Volks=
bank
500.00
Sparkaſſe Guthaben 2054.33
B. Paſſiva: Mk.
1. Schulden lt. Aufſtellg. 17 284.71
2. Geſchäftsanteile der
Genoſſen eingezahlt 15900.00
3. Reſervefonds.
1 490.50
4. Saldogewinn . . . 7478.56
Mk. 42 155 2
Se läe
Gewinn= u. Verlust=Rechnung 1911
Mk.
1. Unkoſten lt. Unkoſten=
Konto . . .
6 696.82
2. Abſchreibung vom
Mo=
biliar .
86.61
3. Abſchreibung v.
Werk=
zeug und Maſchinen 236.23
4. Saldo=Gewinn . . . 7 478.56
Mk. 14 195. 2
1. Waren=Konto
2. Zinſen=Konto
Mk.
14 439.39
58.83
Mk. 14 418.28
Einen Posten
Aa Dhem.
Braunkohlen=
.. Briketts ..
bei ſofortiger Abnahme billig
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zugeben. Angebote unter K. V.
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Zahl der Genoſſen am 1. Januar 1911
Neu eingetreten im Jahre 1911
Ausgetreten im Jahre 1911
Verſtorben im Jahre 1911 .
Zahl der Genoſſen am 1. Januar 1912‟
Das Geſchäftsguthaben hat ſich im Jahre 1911 vermehrt um Mk.à 6 900
Die Haftſummen haben ſich im Jahre 1911 vermehrt um Mk. 6900
Die Geſamthaftſumme beträgt bei 30 Genoſſen . . . . .Mk. 15900
Der Vorstand:
L. Hahn. Gg. Hillgärtner.
J. Weber.
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(
Doppel=
ſitziger Kinder=Stoßſchlitten
z. vk. Wendelſtadtſtr. 5, pt. (*2503
Gehrock u. Weſte, mittl Figur,
faſt neu, f. 15 Mk. z. verkauf.
Liebfrauenſtraße 21, I. I.
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Mebaer Bolharen, Frankrurt d. II.
ön-ud ſunchie-ion
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Verkauf u. Vermietung v. Industriegelände u. Lagerplätzen.
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Kanal. Wasserleitung, elektrischen Kabeln, Telefonleitungen.
Feuermeldeleitungen usw. Nahe Lage zum Ostbahnhof und
zur Stadt, gute Straßenbahnverbindungen. Alle Ufer und Plätze
hochwasserfrei. Hafen auch als Sicherheits- und Ueberwinterungs-
Hafen ausgebildet. Günstiger Untergrund. Leichte
Arbeiter-
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und Umgebung erteilt kostenlos der Frankfurter
Verkehrs-
verein, Bahnhofsplatz 8.)
Hafenverkehr im Westhafen von 156,000 t auf 2,000,000 t
gestiegen. Neuer Osthafen umfaßt 40 ha Wasserflächen,
14 km Ufer, 45 ha Lagerplätze, 55 ha
Wasserindustriege-
lände. 200 ha Binnenindustriegelände. Gesamtkosten 72Mill. ℳ.
Näh. Auskunft erteilt die städt. Hafenbaudirektion Frankfurt a. M.,
Rathaus-Südbau.
(32958
feinſte Ware, erh.
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Wiederverkäufer, das Hundert
zu 3,50 Mk. Näh.
Pankratius=
ſtraße 30½, Hth., part. (*2479
Eile 29 Zif. Hellss
verkauft Peter Heinrich Kunz,
Griesheim, Schöneweiberaaſſe 24.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Febrüar 1912,
Nummer 28.
SZtel
Weiblich
ſuch. paſſ. Stellen d. Johannette Weiß-mittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*2517 Eintritt geſucht. 1 ſehr br. Hausm., 1 ält. Mädch.,
mehr. Mädch. i. Geſch.= u. Privath.
Frau Eleonore Roth, gewerbsmäßige Stellen-
vermittlerin, Schloßgartenſtr. 49. (*2491 perdient jedermann, auch als Neben= Männlich erbietet ſich z.
russischer u. polnischer Korrespond.,
Uebersetzungen j. Art w. ſaub. beſorgt. Ing. Schmitz, Hotel zur Tranbe. (*2480
Off. u. F13 a. d. Exp. (*2484fms Kaufmann
ſämtl. Kontorarb. einſchl. Inſeraten=
weſen beſt. vertr., in Sprachen bew.
veränd. Gefl. Ang. unt. P 17 an die
Exped. d. Bl. erb. Jüng. Kaufmann hauptſächlich
auch für kleinere Reiſen. (*2007sik abſchriften erbeten
Kaution kann geſtellt werden.
Offert. u. D 86 an die Exped. Maſchinentechniker fertigt ſchn.
und ſauber Pauſen ꝛc. Off. unt.
D59 a. d. Exp. ds. Bl. (*1863omf Junger Mann ſucht Stellung
als Kaſſierer oder dergl., Ver=
trauenspoſten. Kaution kann ge=
an die Exp. ds. Bl. (*2441df Großherzogt. Heſſen zu beſetzen. Oeterien Weiblich Ein mit der Adler= Schreib=
maſchine und leichteren Kontor=
arbeiten
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kann, geſ. Alexanderſtr. 18. (2719a Zuverläſſiges, gewandtes
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ſteherin, Mauerſtr. 5. (2872dfsol Ecke Schuchard= u. Luiſenſtraße. das gut. Zeugn. aufw. kann, in kl. Zeichen-Atelier
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meiner Köchin ſuche ich z. 1. März
od. ſpät. ein ſaub. beſch. Mädchen,
das kochen kann u. etwas Haus= 2 WiCker
arbeit übernimmt. Meldung. nach=
mittags v. 4—6 Uhr. (*2307mf
Frau von Köppen, Hermannſtr. 31. W. Müller, Schuhfabrik Ein jüngeres, reinliches Lauf=
mädchen geſucht
(*2482
Frankfurterſtraße 78, 3. St. Geſucht für ſofort od. 15. Febr.
reinliches, fleißiges Laufmädchen
für vor= und nachmittags
2991fso) Stiftſtraße 19, 3. St. Besseres Mädchen
das zu Hauſe ſchlafen kann,
tagsüber zu 2 jährigem Kinde
geſucht. Näh. in d. Exp. (*2528 (*2542
Lauffrau geſucht
Beckſtraße 48, 1. Stock. Männlich Mehr. Mädch., ged. u. nicht ged.,1 Jüng. Bürogehilfe
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Fl. reinl. Mädch. g. waſch. d. g. T. Schriftl. Meldungen m. Gehalts=
Zu erfr. Pankratiusſtr. 29, p. (*2520 anſprüchen u. Zeugnisabſchr. erb.
Stelle ſuch. e. tücht. Reſt.=Köch., Messen-Nass. Baugewerks- Berufs-
perf. i. Küche u. Haus. Stelle find. genossenschaft Section II, Darmst idt.
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39
Yvonne atmete tief, tief auf, als ſie das
verhängnis=
volle Papier in Händen hielt — als ihr Eigentum!
Faſt glücklich lächelnd blickte ſie auf des Mannes fette
Hände mit den ſchmutzigen Fingernägeln, wie er die
Scheine in ſeiner Brieftaſche unterbrachte.
Gnädigſte Komteſſe ſind wirklich nobel, der Herr
Baron kann ſich nur freuen! konnte Herr Keſtner ſich nicht
enthalten, zu ſagen, und ſein Grinſen verriet, daß er doch
noch eine eigene perſönliche Anſicht außer der
geſchäft=
lichen von dieſer Angelegenheit hatte.
Yvonne hielt ſtolz ſeinam dreiſten Blick ſtand.
Lang=
ſam und mit Betonung ſagte ſie: Und wir wiſſen ſehr
wohl, Herr Keſtner, daß Sie ein gutes, ein nach
allgemei=
nen Begriffen zu gutes Geſchäft gemacht haben!
Der kleine dicke Mann wurde feuerrot; er puſtete und
ſchnaubte und ſuchte nach Worten. Komteſſe belieben zu
ſcherzen. Das Geld iſt teuer — und wenn es ſo preſſiert
wie beim Herrn Baron. Unſereiner hat die Mühe und
die Lauferei.
Wie, hitte? fragte ſie, ſchon die Tür öffnend.
Scheu ſchlich er an ihr vorbei. Stets gern zu Dienſten,
Komteſſe! Er verneigte ſich noch mehrere Male. Habe
die Ehre, gehorſamſter Diener, gnädigſte Komteſſe.
Adieu, Herr Keſtner! Herablaſſend nickte ihm
Yvonne zu. Jetzt ſchwand die Sorgloſigkeit aus ihrem
Geſicht; mit einem tiefen Seufzer trat ſie zurück ins
Zim=
mer. Jetzt kam das Schwerſte! Die Großmama.-
Erſchreckt ſah Yvonne die, an die ſie dachte, vor ſich
ſtehen!
Großmama! ſagte ſie innig und beſchwörend.
Die Angeredete hörte nicht; ſie hielt den Wechſel in
ihren beiden Händen feſt und ſtierte förmlich darauf. Yvonne
verſuchte, ihn ihr wegzunehmen. So, das iſt erledigt,
be=
merkte ſie leichthin. Und legſt du dich ein wenig.
Yvonne, laſſe dieſes Telegramm ſofort beſorgen. Die
Gräfin reichte ihr ein Briefblatt, auf das ſie einige Worte
geſchrieben.
Sogleich kommen. Gräfin Laßberg, las Yvonne. Es
war an Lutz.
Nicht doch, Großmama! Wozu das? Erſpare dir dieſe
Aufregung, bat ſie; aber ihr Einſpruch nützte nichts, und
ſeufzend fügte ſie ſich, Kroßmann die Depeſche zu übergeben.
Bitte, Yvonne, noch ein paar Worte. Wußteſt du um
den Wechſel?
Ja, Großmama. Lutz hatte mir gebeichtet und ich
wollte heute noch alles in Ordnung bringen. Und nun hat
der abſcheuliche Mann durch ſeinen vorzeitigen Beſuch mir
alles verdorben.
Daher auch dein Wunſch, der mir geſtern ſo ſeltſam
und unerkläclich erſchien, eine ſo greße Summe bares Geld
in Beſitz haben zu wollen! Und ich glaubte, du wollteſt dir
Schmuck kaufen oder ſonſt etwas.
Nein, Großmama, es war für Lutz beſtimmt, lächelte
ſie rührend.
Die Gräfin neigte ſich vor und forſchte in ihrem Geſicht.
Yvonne, wußteſt du auch, daß der Wechſel — gefälſcht
war? Hat er dir das auch gebeichtet, Heiſer und tonlos
klang ihre Stimme.
Nein, Großmama, das wußte ich nicht — bis vorhin,
als ich dich ſah! ſagte ſie leiſe. Aber rechne es ihm nicht ans
er hat unüberlegt gehandelt, gehe nicht zu ſtreng mit ihm ins
Gericht. Er hat mir ſein Wort gegeben, daß er ſich ändern
wird.
Das hat er mir auch gegeben, Yvonne, und hat es nicht
gehalten. Er iſt ein unverbeſſerlicher Spieler — das
ver=
hängnisvolle Erbteil ſeines Vaters! Er iſt ein Wort
brüchiger — ein Fälſcher!
Großmama! rief Yvonne erſchüttert. Nein, nein — er
iſt nicht ſchlecht!
Mit einem langen Blick hafteten die Augen der alten
Frau auf dem lieblichen Geſicht der Enkelin.
Yvonne, wie mußt du ihn noch lieben!
Da ſtieg eine feine Röte in die blaſſen Wangen des
Mädchens.
Nein, Großmama, ich lebe ihn nicht tgehr. Ick habe
überwunden!
Und tateſt das geſdan ſin ihn
Seite 14.
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du, ich bin nicht ſtolz darauf, daß ich eine Gräfin Laßberg
bin?
Die Gräfin ſah mit einem unbeſchreiblich wehmütigen
Blick auf die rührende Mädchengeſtalt vor ſich. In ihrem
geſicht arbeitete und zuckte es. Sie war eine Beute
wider=
ſtreitendſter Empfindungen; ſie fühlte ihren Haß ſchwinden
vor der Bewunderung, die ſie Yvonnes tapferem und
ſelbſt=
loſem Handeln zollen mußte. Wie war das Mädchen groß
und edel in der ſchlichten Selbſtverſtändlichkeit ſeines Tuns!
Unwiderſtehlich trieb es die Gräfin, die Arme zu öffnen
und Yvonne an ihr Herz zu nehmen — zum erſten Male!
Mein liebes Kind, flüſterte ſie und küßte Yvonne auf
die Stirn.
Ergriffen kniete die Enkelin vor ihr. Großmama!
Und ihre Tränen netzten die Hand der Großmutter.
Yvonne, ich muß dir danken für das Opfer, das du mir
gevracht — und das ich nicht um dich verdient habe. Du biſt
eine Laßberg in jedem Blutstropfen — mehr als alle
an=
deren. Du biſt meines edlen Sohnes würdige Tochter,
ſagte ſie in ungewohnter Weichheit.
Yvonne war tief erſchüttert. Was mußte die alte Frau
innerlich erlebt haben, daß ſie ſich dieſem Bekenntnis
hin=
durchgekämpft hatte!
Aber ſie war glücklich darüber und dieſer eine
Augen=
blick gab ihr volle Genugtuung für das erlittene Unrecht
der vergangenen Jahre.
Als Lutz das Telegramm öffnete, das ihn nach Burgau
befahl, legte ſich ihm ein ſchwerer Druck auf die Bruſt. Es
mußte etwas geſchehen ſein — aber was? Hatte die
Groß=
mutter erfahren? — Doch nein, Yvonne war ja klug und
verſchwiegen. Er konnte ihr unbedingt trauen.
e e e e e
mann, aufzuſuchen. Doch nein, — wozu? Es war noch
Zeit, und ſeine Angelegenheit war in beſten Händen.
Lutz ſtand der Großmutter gegenüber.
Sie hatte ihm die Hand zum Willkommengruß
ver=
weigert, und ein Blick in ihr unerbittliches Geſicht ſagte
alles. Sie wußte Beſcheid. Aengſtlich irrte ſein Auge zu
Yvonne, die ihn traurig anſah und faſt unmerklich nickte.
Da unterbrach die Gräfin mit heiſerer Stimme das
ſchwüle Schweigen.
Bedanke dich bei Yvonne, daß ſie dich vor der Schande
gerettet hat!
Er blickte verſtändnislos drein.
Lutz, geſtern war ein Herr Keſtner hier, der deinen
Wechſel kurz vor der Zeit präſentierte, ſagte Yvonne leiſe.
Ich konnte es nicht verhindern.
Der Schuft! ſtieß Lutz zwiſchen den Zähnen hervor.
Yvonne bekam Angſt, als ſie die Großmutter betrachtete.
So hatte dieſe noch nie ausgeſehen. Die Augen, die großen,
dunklen, harten Augen glühten faſt unheimlich in dem
bleichen, ſtarren Geſicht, das einen furchterregenden Ausdruck
trug. Sie faßte beſchwörend die Hand der alten Frau.
Bitte, liebe Großmama!
Lutz ſah vor ſich nieder und klemmte die Unterlippe
zwiſchen die Zähne. Er hatte nicht den Mut, ein Wort nur
zu ſagen.
Bitte, Yvonne, laß mich mit Lutz allein.
Zögernd nur entfernte ſie ſich; ſie mußte gehorchen und
hätte doch ſo gern, unter allen Umſtänden, ein Alleinſein
von Großmutter und Enkel verhindert.
Die Gräfin zog ein Blatt Papier aus der Taſche und
reichte es Lutz; es war ſein Wechſel,
Was haſt du mir hierzu zu ſagen?
e
O, Lut, daß du mich ſo entäuſchen würdeſt, mir meine
letzten Tage mit ſolcher Schmach vergiften würdeſt, hätte ich
nie gedacht! Du, für den ich alles getan habe! Wenn auch
durch Yvonnes großmütiges Eintreten für dich dir die
größte Schande erſpart geblieben, vor der Oeffentlichkeit
als ein Fälſcher dazuſtehen, für mich bleibt es das gleiche.
Lutz, in meinen Augen biſt du ein Ehrloſer, der mein und
ſein Wappenſchild mit Schmutz beworfen hat, ſagte ſie hart.
Großmama, fuhr er auf. So darfſt du nicht ſprechen:
das laſſe ich mir auch nicht von dir ſagen! Ich weiß, daß
ich gefehlt habe, doch habe ich das durch bitterſte Qual=
und Reue—
Spare dir jedes Wort von Reue, ich kann es dir nicht
mehr glauben. Wie oft haſt du mich ſchon belogen, und ich,
blind vertrauend, glaubte dir, ließ mich erweichen — und
gab. Wir ſchränkten uns hier ein, indeſſen du in einer Nacht
Tauſende verſpielteſt. Und wenn Yvonne jetzt nicht für dich
eingetreten wäre —
Großmama, warum haſt du mir Yvonne damals
ge=
nommen? Ich liebte ſie, und ſie an meiner Seite hätte mir
einen Halt gegeben.
Betrüge dich nicht mit dieſen Gedanken, du hätteſt jie
nur unglücklich gemacht, wie ich dich jetzt kennen gelernt
habe. Dir iſt eine ſtrenge Zucht nötig, eine eiſerne Hand;
ohne Aufſicht darfſt du nicht ſein. Was du mir getan, das
kann ich nie vergeſſen, die Schande brennt ewig. Du biſt
auch nicht mehr würdig, deines Kaiſers Rock zu tragen. Ich
wünſche, daß du dein Abſchiedsgeſuch morgen einreichſt.
Schwer fiel das Wort von den Lippen der Großmutter.
Er erſchrak.
Das tue ich nie! rief er. Dazu bin ich viel= zu ſehr
mit meinem Beruf verwachſen.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 28.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
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9 Monate betragenden Geſchäftsjahres.
2. Wahl zum Aufſichtsrat. Es ſcheiden aus ſtatutengemäß die
Gen. Schulte, Klar, Jung, Voigtländer. Die Ausſcheidenden
find wieder wählbar.
3. Statutenänderung: betreffend die §§ 1, 4, 5, 6, 28, 29, 30, 41,
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
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Sämtliche Lokalitäten ſind in Palmenhaine verwandelt.
In der 1. Etage: Grosses Ballfest u. musikalische Soirée.
Wintergarten, lauschige Rischen, Champagner=, Tee- u. Mokka-Salon à la Madame Butterfly.
— Die Konzert= und Ballmuſik
wird von der Kapelle des Großh. Art=Korps ausgeführt. Leitung: Herr Obermuſikmeiſter F. Mickley.
Der Reinertrag wird dem Roten Kreuz der deutſchen Kolonien (Protektorin:
Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin) überwieſen.
Eintritt an der Kaſſe Herrenkarten .
1.50 Mk.
* „ „ Damenkarten .
Im Vorverkauf Herrenkarten
Damenkarten
Zu beziehen beim Portier des Hotels oder im Bureau des Verkehrs=Vereins.
Auserwähltes Souper. — Vorausbestellung von Tischen erbeten.
Kaſſeöffnung 7 Uhr. — Anfang 8 Uhr.
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Sonntag, 4. Februar
in der „Narrhalla” am Woogsplatz:
Kunstier-Abend
mit Festball
Bailbeglm ½ 11 Uhr.
Anfang 811 Uhr.
Ball im kleinen festlich geschmückten
Turnsaal pünktlich um ½11 Uhr.
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Eintritt 50 Pfg.
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Maud Hawley, Walter Ritter,
Trude Troll, Otto Bellmann,
Maria Lee, Henny Weisse,
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Elſe, „Kinder . . Frl. Gothe
Gebhard Frhr. v.
d. Dühnen . . Hr. Lehrmann
Marie Luiſe, ſeine
Frau.
. Fr. Rudolph
Emmerich, ſ. Sohn Hr. Schneider
Chr. Adam
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meyer, Kom.=Rat Hr. Jordan
Lotti, ſ. Tochter . Frl. Uttmann
Dr. Roby
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. Hr. Jürgas
Ida, Mädchen bei
. Frl. Wisthaler
Kuckrott.
Anton, Diener bei
Dühnen
. Hr. Peterſen
Zeit: Gegenwart. — Ort: 1. Akt:
Berlin; 2. u. 3. Akt: auf Schloß
Dühnen, in der Nähe von Berlin.
Nach dem 1. u. 2. Akte läng. Pauſe.
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loge 6 Mk. Balkonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.—6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.—8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anf. 7½ Uhr. — Ende vor 10 Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. v. 6½ Uhr an.
Vorverkauf
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Sonntag, 4. Febr. 107. Ab.=V.
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Kuhreigen.” Muſikal.
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ſpiel in drei Aufzügen von Rich.
Batka. Muſik von Wilh. Kienzl.
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Dienstag, 6. Febr. 108. A.=V.
B. 28. „Figaro’s Hochzeit.”
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 7. Febr. 109. A.=V.
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Anfang 7 Uhr.
Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt
an allen Wochentagen, vorm.
on 10—12½ Uhr, geöffnet.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2. Februar 1912.
Nummer 28.
Furnhalle am Woogsplatz.
1872
40
1912
Samstag, den 3. Februar 1912, abends 8 Uhr 11 Minuten, in sämtlichen feenhaft dekorierten Räumen:
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&. Rettberg, Ludwigsplatz, Meyers Cigarrenfilialen, H. Brück, Ecke Lauteschläger- u. Magdalenenstrasse und beim Restaurateur der Turnhalle.
Studentenkarten à 1 Mk. bei Pedell Herrn Stork, Techn. Hochschule und H. Brück, Ecke Lauteschläger- u. Magdalenenstrasse.
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Mitglieder der Turngemeinde erhalten Karten zu ermässigtem Preise beim Hausmeister. Abends an der Kasse 3 Mark.
Der grosse Rat der Turngemeinde Darmstadt.
Orisgewerbeverein Darmstadt.
IV. Winterverſammlung
am Freitag, den 2. Februar, abends 8½ Uhr,
im Sitzungsſaal der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe
(Neckarſtraße 3):
Vortrag mit Lichtbildern
des Herrn Regierungsbauführer Rumpf
über:
Der Laiſer Wilhelm=Nanal
und ſeine Erweiterung.
Unſere Mitglieder und deren Angehörige laden wir hiermit zu
zahlreicher Beteiligung freundlichſt ein. — Gäſte ſind willkommen.
Der Vorſtand.
(2863mf
Freitag, 9. Februar, „Mathildenhöhsaal‟, abends 8 Uhr:
Alois Burgstaner
Liederabend
unter Mitwirkung der Fräulein Lili Hickler (Violine).
Karten für Nichtmitglieder im Vorver kauf bei
A. Bergstraesser (Rheinstrasse) zu Mk. 4.—, 3.—, 2.—, 1.—. An der
Abendkasse: Mk. 4.50, 3.50, 2.50, 1.50. Die Mitglieder sind
berechtigt, ihre erhaltenen Karten gegen ein Aufgeld von Mk. 1.—
in Karten der nächst höheren Kategorie bei A. Bergstraesser um-
(2730ofm
zutauschen.
Sonntag, den 4. Februar 1912
abends 6 Uhr 11
in ſämtlichen Räumen des Schützenhofs
(Hügelstrasse)
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wozu wir alle Freunde und Gönner nebſt Angehörigen herzlichſt
einladen.
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Nor kaan Neid!
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Sonntag, den 4. Februar 1912, abends 8 Uhr 11 Min.
im Städtischen Saalbau
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I. Teil: Darmstädter Komponisten
II. Teil: Humoristica und Chorlieder
III. Teil: TAINZ.
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Leitung: „dule Simon‟.
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