Abonnementspreis
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175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Dienstag, den 30. Januar.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die 600 Millionen Reichs= und Preußen=
Anleihe wird vorausſichtlich überzeichnet werden.
Am Sonntag iſt in Berlin der Deutſche
Wehrver=
ein mit Generalmajor Keim als Vorſitzenden
gegrün=
det worden.
Der weimariſche Landtag iſt geſtern eröffnet
worden.
Staatsminiſter a. D. Hobrecht=Berlin iſt ſchwer
erkrankt.
Der Kaiſer von Oeſterreich hat das
Entlaſſungs=
geſuch des Grafen Aehrenthal nicht
geneh=
migt und ihm einen ſechsmonatlichen Urlaub bewilligt.
Der Miniſterpräſident un d der
Arbeits=
miniſter in Belgien haben mit den Vertretern
der Grubenbeſitzer von Mons verhandelt.
Die Zuckerfabrik Aarberg iſt vollſtändig
nieder=
gebrannt.
Portugieſiſcher Kolonialausverkauf.
— Vor einiger Zeit hieß es, das neue Regime in
Portugal denke dauan, ſeinen Kolonialbeſlitz
zu verkaufen, da man mit demſelben nichts rechtes
anzufangen wiſſe. Die Nachricht iſt zwar in Abrede
ge=
ſtellt worden, aber ſo lau, daß man dieſem Dementi nicht
allzuviel Glauben beimißt, ſondern eine derartige Abſicht=
Portugals für wahrſcheinlich hält. Auch Meldungen aus
engliſcher Quelle laſſen durchblicken, daß
Verhand=
lungen irgend welcher Art zum mindeſten eingeleitet
ſind und daß man über kurz oder lang mit der Tatſache
der Veräußerung des portugieſiſchen Kolonialbeſitzes zu
rechnen haben wird.
Insbeſondere handelt es ſich um Angola, ein
Land, das auch wegen ſeiner Nachbarſchaft mit
deut=
ſchem Schutzgebiet für uns von größtem Intereſſe
iſt. Es iſt dies ein ausgezeichnetes Land mit gutem
Klima und Waſſerreichtum, ſodaß es ſich auch vortrefflich
zur Anſiedlung von Weißen eignet. Auf Grund eines
vor ca. 20 Jahren abgeſchloſſenen deutſch=
eng=
liſchen Abkommens haben wir nun für den Fall
der Aufgabe Angolas durch Portugal vertraglich das
Vorkaufsrecht für das ſüdliche Angola zugeſichert
erhalten, während der Norden England zufällt. Da iſt
denn nicht ohne Intereſſe, daß jetzt, wo die Möglichke
eines Verkaufes von Angola näherrückt, man ſich von
engliſcher Seite bereits rührt, um unſere Anſprüche, die
man zwar vertraglich nicht beiſeite räumen kann, doch
recht irrelevant zu machen. In Angola iſt ſchon
eng=
liſches Kapital ſyſtematiſch eingedrungen, und einer der
wertvollſten Häfen nicht nur dieſes Landes, ſondern ganz
Afrikas überhaupt, die Sobitu=Bai, iſt nur dem Namen
nach noch portugieſiſcher Beſitz, in Wirklichkeit iſt ſie
bereits in den Händen der Engländer, obwohl gerade
dieſer Hafen in das deutſche Vorkaufsrecht mit
einbezo=
gen iſt. Man will dieſen Hafen weiter ausbauen und
mit dem Hinterland in Verbindung bringen, wobei bei
einem eventuellen Verkaufe die Engländer auch zum
min=
deſten eine Strecke des Hinterlandes werden für ſich
be=
anſpruchen wollen. Es heißt daher für uns, die Augen
offen zu halten, um nicht noch mehr zu verlieren, hat doch
erſt vor einigen Jahren England einen bedeutenden Teil
des ſüdweſtlichen Angola, das ſogenannte Barotſe=Reich,
unter ſeinen Einfluß geſtellt und das von England
finanziell abhängige Portugal gezwungen, dieſes
Pro=
tektorat über das betreffende Gebiet anzuerkennen.
Man ſieht wieder einmal, die Engländer ſind große
Kaufleute, ſie ſind früher aufgeſtanden als wir, und es
kann leicht dahin kommen, daß wir im Eventualfalle das
Nachſehen haben werden, indem für uns nur einige
Häfen abfallen werden, während England den
Löwen=
anteil davon trägt. Mit Recht macht der bekannte
Kolo=
nialpoitiker und Afrikakenner Dr. Paul Rohrbach
einer Zeitſchrift auf dieſen Vorgang aufmerkſam und
faßt ſeine Darlegungen in einem Reſumée
folgender=
maßen zuſammen: „Die Südhälfte Angolas muß
zu=
künftiges deutſches Intereſſengebiet bleiben und darf
ihrer eventuellen Beſtimmung, Südweſtafrika
wirtſchaft=
lich und territorial abzurunden, nicht durch engliſche
Schach= und Winkelzüge, die ſich ſehr ſchlecht mit den jetzt
von jenſeits des Kanals zu uns herüber tönenden
Be=
ſchwichtigungen und Lockungen vertragen, ſtill aber wirt
ſam entfremdet werden!‟ Dieſe Worte enthalten eine
überaus beherzigenswerte Mahnung und es wäre ſehr
zu hoffen, daß ſie bei den zuſtändigen Stellen auf frucht
baren Boden falle.
Die Hetze der japaniſchen Preſſe gegen
Deutſchland.
* Aus Tokio, Ende Dezember, ſchreibt man den
Ber=
liner Neueſten Nachrichten:
Die höchſt törichte und gefährliche Hetze
gegen Deutſchland, in der ſich die japaniſche Preſſe
faſt ausnahmslos, und nun ſchon ſeit geraumer Zeit,
ge=
fällt, iſt in jüngſter Zeit ſo ausgeartet, daß die
Regie=
rung es für angemeſſen gehalten hat, der Preſſe einen
warnenden Wink zu geben. Es geſchah dies durch
den neuen Miniſter des Auswärtigen Baron Uchida,
und zwar bei Gelegenheit einer Verſammlung des
Shun=
jukai oder des Preſſevereins hierſelbſt. Unter rückhaltloſer
Anerkennung der Freiheit der Meinungsäußerung der
Preſſe auch in diplomatiſchen und international
politi=
ſchen Fragen betonte der Miniſter doch in
bemerkenswer=
ter Weiſe die Notwendigkeit höchſter hierbei
anzuwenden=
der Diskretion, ſpeziell bei der Aufnahme ſolcher Artikel,
die die Gefühle befreundeter Mächte zu
be=
rühren geeignet ſeien. Baron Uchida wies mit Recht
dar=
auf hin, daß die Aeußerungen der japaniſchen Preſſe
heut=
zutage nicht mehr unter Ausſchluß der internationalen
Oeffentlichkeit erfolgten, ſondern im Ausland durch
Ueber=
ſetzungen bekannt und dort wohl beachtet würden,
Es, wäre ſehr zu wünſchen, daß die japaniſche Preſſe
diefen. Wink des Miniſters beherzigte: unſere Zuverſicht
hierauf iſt indes nicht gar zu groß. Denn die japaniſche
Preſſe hat in der Behandlung Deutſchland angehender
Angelegenheiten ſich in eine blinde Einſichtsloſigkeit
ver=
rannt, deren Ueberwindung ihr nun vielleicht gerade
dar=
um beſonders ſchwer werden dürfte, weil ihre Haltung
ſo gänzlich unbegründet, ja unverſtändlich iſt. Was in
aller Welt hat denn Japan und die japaniſche Preſſe für
ein Intereſſe daran, die engliſchen Märchen
nachzu=
beten, weiter zu verbreiten und zu beſtätigen, als ob in
der Marokkofrage Deutſchland der Friedensſtörer
geweſen und nur durch England von einem Ueberfall des
unſchuldigen Frankreich abgehalten worden ſei? Oder
was kann denn nur Japan für einen Vorteil davon haben,
daß der Tripoliskrieg, an dem Japan ſo wenig
beteiligt iſt, wie etwa Neuſeeland, als eine Machination
des Dreibundes dargeſtellt wird? Die bereits
ge=
meldeten Verleumdungen der deutſchen Politik in der
gegenwärtigen chineſiſchen Kriſe ſpinnen alſo, wie man
ſieht, nur einen alten Faden weiter, und es iſt hoch an der
Zeit, daß dieſem Unfug endlich einmal geſteuert wird.
Daß auf ſeiten der japaniſchen Preſſe auch böſer Wille
vorliegt, wird dadurch bewieſen, daß die Zeitungen
Rich=
tigſtellungen von tendenziöſen Falſchmeldungen über
Deutſchland nur in den ſeltenſten, Fällen loyal
veröffent=
lichen.
Iſt es das Ziel der japaniſchen Preſſe, die
Bezieh=
ungen zwiſchen Deutſchland und Japan zu
ſtören, ſo hat ſie allerdings dazu das richtige
Verfah=
ren erwählt, und ſie hat bereits erreicht, daß auf
deut=
ſcher Seite der Unwille über ihr unaufrichtiges und
un=
verſtändliches Verhalten gegen Deutſchland in ſchneller
Zunahme begriffen iſt.
Deutſches Reich.
Die Reichsfinanzen. Die Reichseinnahmen
an Zöllen, Steuern und Gebühren haben in den erſten
neun Monaten des laufenden Etatsjahres 1224 Millionen
Mark betragen, d. h. rund 124 Mill. Mark mehr, als der
entſprechende Anteil am Etatsvoranſchage beträgt. Ob
der Ueberſchuß in dieſer Höhe bis zum Schluſſe des
Etats=
jahres andauern wird, ſteht noch nicht feſt. Jedenfalls kann
man aber ſchon jetzt annehmen, daß an Zöllen und
Steu=
ern im Etatsjahre über 100 Mill. Mark mehr tatſächlich
einkommen werden, als veranſchlagt war.
— Leere Beſorgniſſe. Der Köln. Ztg. wird
aus Berlin gemeldet: Am Sonntag haben angeblich aus
Hamburg ſtammende Nachrichten politiſchen Charakters
an der Börſe eine gewiſſe Beunruhigung und einen
Druck auf die allgemeine Haltung des Marktes
hervor=
gerufen. Von zuſtändiger Seite iſt ſogleich auf Anfrage
erklärt worden, daß zurzeit kein Grund zur Beunruhigung
vorliege, und wenn in der Tat auch heute noch manche
Wolken am politiſchen Horizont ſtehen und ſchwierige
Probleme zu löſen ſind, ſo iſt doch tatſächlich nichts
vor=
gefallen, was zu beſonderen peſſimiſtiſchen
Ausſtreuun=
gen berechtigte. Solche werden von Zeit zu Zeit immer
an der Börſe auftauchen, und dieſe ſollte eigentlich ganz
von ſelbſt wiſſen, wie ſolche allgemein gefaßten und ohne
greifbare Unterlage auftretenden Gerüchte zu werten
ſind. Wenn der türkiſch=italieniſche Krieg und die Wir=
ren in China bei der Abſchätzung der europäiſchen Lage
nicht außer acht gelaſſen werden können, ſo bleibt doch
die friedliche Abwickelung des marokkaniſchen Falles
ein Faktor, der nur im Sinne einer Beſſerung der
allge=
meinen Lage ausgelegt werden kann.
Wahlanfechtungen. Gegen die Wahl des
Generals v. Lieber, der im Wahlkreis Borna mit nur
23 Stimmen Mehrheit gewählt worden iſt, wurde
Pro=
teſt eingelegt, weil Wahlbeeinfluſſung vorgekommen ſein
ſoll. — Im Wahlkreis Koſel=Groß=Strelitz werden die
Polen gegen die Wahl des fürſtbiſchöflichen Kommiſſars
Glowatzki wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten
Ein=
ſpruch erheben. — In Kattowitz=Zabrze wollen die
Sozialdemokraten die Wahl des Polen Soſienski
anfech=
ten. — In Löwenberg beabſichtigen die Konſervativen
gegen die Wahl des fortſchrittlichen Rektors Kopſch
Pro=
teſt einzulegen. — Gegen die Schwetzer Wahl proteſtieren
die Polen. Nach polniſchen Blättern erkannte der
Mini=
ſter die Berechtigung der polniſchen Beſchwerde an.
Danach wäre Sasjaworski gewählt und die Stichwahl
ungültig geweſen. Der Miniſterbeſcheid traf aber zu
ſpät ein.
Die Durchführung des
Schiffahrts=
abgabengeſetzes. Es iſt vielfach die Rede davon
geweſen, daß die Durchführung des
Schiffahrtsabgaben=
geſetzes auf den Stromgebieten Deutſchlands erſt
erfol=
gen könne, wenn die Verhandlungen mit Oeſterreich=
Ungarn und den Niederlanden, die noch nicht begonnen
haben, erfolgreich abgeſchloſſen wären. Dagegen wird,
offenbar auf Grund amtlicher Inſpiration, verſichert, es
ſei nicht nur möglich, ſondern notwendig, daß die
Be=
ſtimmungen des Geſetzes auf diejenigen Stromgebiete
vorher Anwendung finden, an die nur deutſche
Bundes=
ſtaaten grenzten. Zur Inangriffnahme von
Stromregu=
lierungen ſei nun die Bildung der Stromverbände nach
den Beſtimmungen des Geſetzes notwendig. Es werde
daher zunächſt eine ſolche erfolgen, da die Durchführung
der Stromverbeſſerungen im Rahmen des Geſetzes Sache
der Bundesſtaaten ſei. Für Preußen dürfte in erſter
Linie die Regulierung der Oder und der Weſer in Frage
kommen, für die umfangreiche Pläne ausgearbeitet ſind,
deren Durchführung auf die Verabſchiedung des
Schiff=
fahrtsabgabengeſetzes gewartet hat. Die Mittel zur
Durchführung der Stromregulierungen müſſen von den
Bundesſtaaten bereitgeſtellt werden; ihre Verzinſung und
Amortiſation wird dann durch die Abgaben auf den
regulierten Waſſerſtraßen erzielt. Preußen wird daher
ſchon in nächſter Zeit recht erhebliche Mittel in erſter
Linie für den Ausbau det Oder unterhalb Breslaus vom
Landtag beantragen müſſen, wobei es ſich um einen Plan
handelt, der 40 Millionen Mark erfordern wird.
— Die Frage der Erbſchaftsſteuer. Die
Frage, ob die Erbſchaftsſteuer dem neuen Reichstage
wieder vorgelegt wird, iſt anſcheinend noch
unentſchie=
den, weil die Erbſchaftsſteuer, wie in gewiſſen
Regie=
rungskreiſen angenommen wird, einen neuen Zankapfel
zwiſchen den bürgerlichen Parteien bilden würde und
weil die Regierung ſchließlich zur Durchführung der
Marine= und, Heeresvorlagen doch auf ein
Zuſammenwir=
ken der bürgerlichen Parteien angewieſen iſt. Jedenfalls
werden in dieſer Frage keine endgültigen Entſchließungen
getroffen werden, ohne daß vorher ein Einvernehmen
mit den führenden bürgerlichen Parteien im Reichstage
erzielt worden iſt. Mit den Bevollmächtigten des
Bun=
desrats iſt ,wie gemeldet wird, wegen Einführung einer
Erbſchaftsſteuer bereits Fühlung genommen worden. Die
Erbſchaftsſteuer wird ſich nach der letzten Vorlage
rich=
ten, die im Reichstage 1909 abgelehnt wurde. Es
han=
delte ſich damals um die ſogenannte Erbanfallſteuer, d.h.
um die Beſteuerung der einzelnen Anteile, die die Kinder,
bezw. die Ehegatten oder Eltern erben. Der Ertrag
die=
ſer Steuer wurde damals auf 55 Millionen Mark
ge=
ſchätzt.
— Partei und Gewerkſchaft. Zwiſchen den
Leipiger Gewerkſchaften und der Leipziger
Sozialdemo=
kratie iſt es zu einem Streit gekommen. Der
Gewerk=
ſchaftsausſchuß für Leipzig hat der Partei Fehde
an=
geſagt. Er will die Beziehungen zur Partei abbrechen
und die im Jahre 1907 beſchloſſenen Grundlinien für
das gemeinſame Zuſammengehen zwiſchen Partei und
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
Nummer 25.
Gewerkſchaften als nicht vorhanden betrachten. Der
Ge=
werkſchaftsausſchuß will ferner der beſtehenden
Bil=
dungseinrichtungen der Partei ein gleichartiges
Unter=
nehmen durch Gründung einer Gewerkſchaftsſchule
ent=
gegenſtellen. Da die Parteileitung ſich weigert, auf die
Vorſchläge der Gewerkſchaften einzugehen, iſt der
Kon=
flikt ausgebrochen. Wie der Streit verlaufen wird, muß
die Zukunft zeigen. Intereſſant iſt die Angelegenheit
nur deshalb, weil die Leipziger Sozialdemokraten, wie
ſie auch jetzt wieder im Wahlkampf bewieſen haben, zu
den roteſten gehören.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Graf Aehrenthal. Offiziell wird mitgeteilt,
daß Graf Aehrenthal zwar nach ſeiner Rückkehr vom
Semmering den Kaiſer unter Hinweis auf ſeinen
unbe=
friedigenden Geſundheitszuſtand mündlich um
Enthe=
bung von ſeinem Poſten gebeten hat, daß jedoch der
Kaiſer dieſer Bitte nicht willfahrte in der Erwartung,
daß eine längere Erholungszeit die Geſundheit des
Mi=
niſters kräftigen und ihn ſeinem Amte erhalten wird.
Graf Aehrenthal hat, nachdem die Demiſſion durch den
Kaiſer nicht angenommen wurde, um einen
ſechsmonat=
lichen Urlaub erſucht. Der Kaiſer hat dieſen bewilligt
und gleichzeitig den erſten Sektionschef des Auswärtigen
Amtes, Baron Müller, mit ſeiner Vertretung betraut.
Gleichzeitig verlautet, daß der Thronfolger in den
näch=
ſten Tagen eine Erklärung abgeben will, in der er die
unter Hineinziehung ſeines Namens vorgenommene
Hetze gegen den Grafen Aehrenthal verurteilt und erklärt,
daß er mit dieſer nichts zu tun habe.
Schweiz.
Anſchaffung von Kriegsmaterialien.
Der am 4. März zuſammentretenden ſchweizeriſchen
Bundesverſammlung legt die Bundesregierung eine
Reihe von Anträgen über die Anſchaffung von
Kriegs=
materialien vor, für die insgeſamt nach und nach, wie
verlautet, 28 Millionen Franken erforderlich ſind. Der
Betrag ſoll durch eine beſondere Anleihe aufgebracht
werden, es heißt jedoch auch, daß man zunächſt wegen
der ungünſtigen Geldmarktverhältniſſe davon abſehen
wolle, eine neue Anleihe auszugeben. Im einzelnen
handelt es ſich bei den neuerdings nötigen
Kriegsmate=
rialien um das Material für Infanterie=
Maſchinenge=
wehre, um Haubitzen für die neuen Haubitzen=
Abteilun=
gen, Geſchützmaterial für die neuen Gebirgsbatterien und
um die Erſetzung der alten 8,4 Zentimeter=
Feſtungs=
mörſer der Artillerie durch 7,5 Zentimeter=Haubitzen.
Frankreich.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Ver=
handlungen, die in den nächſten Tagen wieder
auf=
genommen werden ſollen, wird gemeldet, daß von
eng=
liſcher Seite ein Vermittelungsvorſchlag gemacht wurde,
wonach die Regelung des Verwaltungsſtatuts in der
ſpa=
niſchen Zone vorläufig vertagt werden foll. Zur
Prü=
fung dieſer Frage, die bei den ſchwebenden
Verhandlun=
gen die Hauptſchwierigkeit bildet, ſoll eine beſondere
ſpa=
niſch=franzöſiſche Kommiſſion eingeſetzt werden.
Amerika.
Argentinien und Paraguay. Der
gegen=
wärtig in Buenos Aires weilende Juſtizminiſter der Re=
publik Paraguay erwartet die Bevollmächtigung feiner
Regierung, um zur Beilegung des argentiniſch=
para=
guayaniſchen Zwiſchenfalles Unterhandlungen
anzu=
knüpfen. Das argentiniſche Geſchwader wird ſich darauf
beſchränken, in Paraguay die argentiniſchen
Handels=
intereſſen zu ſchützen. Es herrſcht die Hoffnung, daß
der Zwiſchenfall eine baldige Löſung finden wird.
Braſilien. Den letzten Nachrichten aus Bahia
zufolge herrſchen dort anarchiſche Zuſtände. Der
Gou=
verneur Amelio Vianna hat ſich in das franzöſiſche
Kon=
ſulat geflüchtet, das von Bundestruppen bewacht wird.
Die Provinz Bahia iſt ohne Leitung, die Stadt den
Sol=
daten und dem Pöbel ausgeliefert. Der Handel ſtockt.
Es wird angekündigt, daß die Konſuln der fremden
Mächte zuſammentreten werden, um eine
Proteſterklä=
rung abzufaſſen. Die Bundesregierung hat den General
Veſpaſiano mit dem Sonderauftrag nach Bahia entſandt,
dort die Ordnung wieder herzuſtellen. Der Miniſter für
öffentliche Arbeiten Seabra gab ſeine Entlaſſung. Mit
der vorläufigen Wahrnehmung ſeiner Geſchäfte wurde
der Ackerbauminiſter Toledo beauftragt.
* Gründung des Deutſchen
Wehrver=
eins. Unter zahlreicher Beteiligung von Vertreiern
nationaler Vereine und Organiſationen, darunter auch
des Deutſchen Frauenbundes, trat am Sonntag im
Mar=
morſaale des Zoologiſchen Gartens zu Berlin eine
Ver=
ſammlung zuſammen, um die Gründung des
Deut=
ſchen Wehrvereins zu beſchließen. Generalmajor
z. D. Keim leitete die Verhandlung mit einer Anſprache
ein, in der er darauf hinwies, daß Deutſchlands Schickſal
nicht in Parlamenten, Werkſtätten und Kontoren
entſchie=
den werde, ſondern am beſten auf dem Schlachtfelde.
Generalleutnant z. D. Litzmann=Berlin behandelte die
Frage, in welchen Formationen unſer Heer
verſtärkungs=
bedürftig ſei und kam zu dem Ergebnis, daß dies
eigent=
lich für alle Truppengatungen notwendig ſei. An die
bei=
den Vorträge ſchloß ſich eine Ausſprache. — Nach einer
Pauſe wurde der Satzungsentwurf en bloc angenommen,
worauf ſich der Ausſchuß des neuen Wehrvereins
konſti=
tuierte. In dieſen wurde auch eine Dame delegiert, die
Vorſitzende des Deutſchen Frauenbundes, Exz. v. Alten.
Zum Vorſitzenden des Ausſchuſſes wurde Generalmajor
Keim gewählt. An letzter Stelle ſprach Dr. Sevin über
„Deutſchlands Wehrmacht, eine volks= und
finanzwirt=
ſchaftliche Betrachtung‟
* Brüſſel, 29. Jan. Der Miniſterpräſident und
der Arbeitsminiſter haben ſich geſtern nach dem
Streik=
gebiet von Mons begeben, um mit den Vertretern
der Grubenbeſitzer zu verhandeln. Die Unterredung hat
über eine Stunde gedauert. Man erwartet nun, daß die
Einigungsverhandlungen zwiſchen den Grubenbeſitzern
und den Bergarbeitern baldigſt aufgenommen werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Januar.
* Vom Hofe. Die Großherzogin und
Prinzeſſin Viktoria zu Schleswig=
Hol=
ſtein beſuchten am Sonntag vormittag den
Gottes=
dienſt in der Hofkirche. Nachmittags 1 Uhr 50 Min.
traf der Großherzog mit Gefolge von Berlin wieder
im Neuen Palais ein.
g. Von der Strafkammer. Wegen Erkrankung muß der
Vorſitzende der Strafkammer II, Landgerichtsdirektor Dr.
Zimmermann, ſeine Tätigkeit bis auf weiteres
unter=
brechen. Als ſtellvertretender Vorſitzender der Strafkammer
II iſt Landgerichtsrat Weiffenbach beſtellt worden.
g. Strafkammer. In der geſtrigen Sitzung der
Straf=
kammer wurde das Urteil in dem Strafprozeß gegen den
Amtsrichter von Pfeddersheim, Gerichtsaſſeſſor Ernſt
Günther, wegen Beleidigung des Notars Dr.
Gärt=
ner verkündet. Ueber die Verhandlung, die am vorvergange=
nen Montag ſtattfand, hatten wir berichtet; das geſtern
verkündete Urteil lautete auf Freiſprechung. In der
Begründung wurde ausgeführt, daß eine Beleidigung in
dem Antrage des Aſſeſſors Günther auf Disqualifikation
es Dr. Gärtner nicht geſehen werden konnte, da der
An=
trag nicht öffentlich geſchah, ſondern geheim, alſo gewiſſer
maßen dienſtlich war. Daß in den angeführten Worten „
ge=
wöhnlicher Denunziant” eine abſichtliche Beleidigung liegen
ſollte, konnte das Gericht nicht annehmen. Jedenfalls glaubte
ſich Günther zu den Ausdrücken berechtigt, da er das
Be=
nehmen des Dr. Gärtner als nicht vereinbar mit der Würde
des Offizierſtandes erachtete. Es mußte deshalb
auf Freiſprechung erkannt werden. Die Koſten
des Verfahrens fallen der Staatskaſſe zur Laſt.
— Der Arbeiter Bernhard Wißmann in
Zell=
hauſen hatte ſeit 1908 das Amt eines Kaſſierers
bei der Zweigſtelle Zellhauſen der Kranken= und Sterbekaſſe
Meißen. Durch Krankheit ſeiner Frau und leichtſinnige
Geſellſchaft ließ, er ſich verleiten, ab und zu Beträge aus
der Kaſſe zu nehmen. Erleichtert wurde ihm das dadurch,
daß die Reviſoren jahrelang ſich nicht um den
Kaſſen=
beſtand kümmerten. Nach ſeinem Geſtändnis entnahm er
bereits 1909 Geld aus der Kaſſe, das er aber wieder
er=
ſetzen konnte. Später wuchs ihm aber die Sache über den
Kopf und als die Hauptverwaltung im Dezember 1911
eine Prüfung der Kaſſengeſchäfte vornahm,zeigte ſich, daß=
Wißmann bereits zwei Jahre lang unter die
Neviſions=
protokolle die Unterſchriften der Reviſoren ſelbſt ſetzte. Die
Reviſoren ſelbſt haben ſich nie darum gekümmert. Der
Kaſſe iſt ein Schaden von 230 Mk. entſtanden. Wegen
fort=
geſetzten Vergehens der Untreue, der Unterſchlagung und
der Urkundenfälſchung wird Wißmann zu 6 Monaten
Gefängnis verurteilt.
*X* Die Zahl der Gewerbeſteuerpflichtigen im
Groß=
herzogtum Heſſen belief ſich im Jahre 1910 auf 81740
Per=
ſonen, von denen ein Gewerbeſteuerkapital von 9335 443
Mark verſteuert wurde. Die Zahl der zur Handelskammer
wahlberechtigten Firmen betrug 7883, die mit einem
Ge=
werbeſteuerkapital von 5205522 Mark veranlagt waren.
Die meiſten Zugehörigen zur Handelskammer wies
Darmſtadt auf, nämlich 1820 (im Jahre 1905 dagegen
1907), die ein Gewerbeſteuerkapital von 1058657 Mark
aufbrachten, während in Mainz trotz der geringeren
Mitgliederzahl (1655) ein Gewerbeſteuerkapital von
1332962 Mark aufgebracht wurde; die Zahl der
wahlberech=
tigten Firmen iſt hier ſeit 1905 um 36 geſtiegen. Noch
leiſtungsfähiger zeigt ſich die Handelskammer
Offen=
bach, in der von 1042 Firmen ein Gewerbeſtenerkapital
von 1036 161 Mark verſteuert wird; hier haben die
wahl=
berechtigten Firmen gegen das Jahr 1905 ſich um 84
ver=
mehrt. Im Bezirk der Handelskammer Worms wieſen
784 Zugehörige 869912 Mark Gewerbeſteuerkapital auf, in
Gießen 972 ein Gewerbeſteuerkapital von 441371, in
Bingen 855 281661 Mark, und in Friedberg 755
184 798 Mark. Mit Ausnahme von Mainz und Offenbach
iſt die Zahl der wahlberechtigten Firmen in allen anderen
fünf Handelskammern zurückgegangen, und zwar um
rund 300 Firmen.
* Nothelferinnen in der Landkrankenpflege läßt der
Verband evangeliſch=kirchlicher
Frauen=
vereine im Großherzogtum Heſſen erſtmalig in
die=
ſem Jahre für ſolche Gemeinden, deren Frauenverein ſich
dem Verbande angeſchloſſen hat, ausbilden. Die Aufgabe
der Nothelferin ſoll ſein: den Hausfrauen in der Pflege
ihrer Kranken und Siechen beizuſtehen, dem Arzt hilfreich
zur Hand zu gehen, ſeine Verordnungen auszuführen, die
erſte Hilfe bei Unglücksfällen zu leiſten, ſich der Säuglinge
und ihrer Mütter anzunehmen und, wo die Hausfrau krank
daniederliegt, auch im Haushalte helfend einzugreifen. Es
iſt Frauen und Mädchen, die allein ſtehen und allen ſolchen,
die ſich gerne im Dienſte des Nächſten nützlich machen
wollen, eine vorzügliche Gelegenheit geboten, ſich in
ſegen=
bringender Weiſe zu betätigen. Der Kurſus beginnt am
1. Mai und dauert vier Monate, und zwar zwei Monate
im Eliſabethenſtift zu Darmſtadt, einen Monat auf einer=
Gemeindepflegeſtation des Eliſabethenſtifts und einen
Monat auf einer Station der Großh. Zentrale für
Mut=
ter= und Säuglingsfürſorge. Ausgebildet können
Die Hüte des Jahres 1912.
** Die Parole für die Hutmoden des
kom=
menden Frühjahrs und Sommers iſt nun nach
langer, ſchwieriger Beratung von den Pariſer
Mode=
künſtlern ausgegeben und ſie bringt diesmal
wirk=
lich eine Ueberraſchung: die Ankündigung, daß das
Jahr 1912 — keine Hutmode habe. „Jede Frau ſei ihr
eigener Richter: das iſt der Wahrſpruch der franzöſiſchen
Geſchworenen des Modegerichts, man kann im Jahre 1912
tragen, was einem gefällt und was einem paßt, ohne
damit Gefahr zu laufen, als unmodern und unelegant von
allen liebevollen Freundinnen doppelt herzlich willkommen
geheißen zu werden. Aber die ſchlechteren Ehehälften, die bei
dieſer Ankündigung am Ende in ſtiller Dankbarkeit den
Blick zum Himmel richten, ſollen ſich nicht zu früh freuen,
denn keine Mode iſt auch eine Mode. Die Pariſer
Mode=
ſchöpfer wollen ſich in der kommenden Saiſon nur nicht
auf eine beſtimmte Form feſtlegen, ſie wollen, daß möglichſt
viele Formen modern ſeien, damit eine moderne Frau bei
dem Umfang ihrer Huteinkäufe nicht durch das Bedenken
beſchränkt werde, zu viel in der Form ähnliche Hüte zu
beſtellen. Zudem waren in den letzten Monaten die „
An=
regungen” des Geſchmackes zu mannigfaltig, um ſich zu
einem beſtimmten Typus verſchmelzen zu laſſen.
Das Wiedererwachen der Directoiremoden, das
ruſ=
ſiſche Ballett mit ſeinen prächtigen orientaliſchen Turbanen,
die niedlichen weißen Leinenmützen, die Miß Phylis
Care den erſtaunten Pariſerinnen zeigte, das alles läßt ſich
nicht auf eine beſtimmte Formel bringen, aber in vielen
Formen vielleicht ſogar noch beſſer ausnützen. Und ſo
werden die kommenden Frühjahrshüte nach den
Prophe=
zeiungen der eingeweihten Sachverſtändigen faſt alle
Zeit=
alter der Mode in buntem Wechſel wiederſpiegeln. Man
wird griechiſche Figuren ſehen, dazu „Merkurmützen”
orientaliſche Turbane, ägyptiſche „Kopftrachten”, Toques
à la Henri II., mittelalterliche Mützen, „Füllhörner à la
Louis XV.,” große „Musketierhüte” kleine Direktoire=
Jokeys, kurz, ein waſres Bilderbuch aller Moden im
Wandel der Zeiten. Nur eine Vorſchrift gilt für die neue
Saiſon: Pleureuſen und Federn aller Art ſind als „
ge=
ſchmacklos” ſtreng verpönt. Man wird keine Reiher= und
Straußenfedern mehr ſehen und auch nicht mehr jene
aus=
geſtopften bunten, kleinen Vogelleichen, die im vergangenen
Jahre den Hut jeder Dame von Welt ſchmückten. Und den
Erſatz für dieſe ſchwindenden Herrlichkeiten hat man auch
nicht vergeſſen: das Frühjahr bringt diesmal auf dem
Damenhut einen unbedingten Triumph der Blumen. Man
prophezeit beſonders einer neuen „Kreation” ungeahnte
Erfolge: der „Blumenmütze”, die über und über mit Blüten
geſchmückt ſein wird. Die Modiſtinnen erhoffen davon
be=
ſonders viel Freude, denn ſie haben unter den Hüten „von
geſtern” viel zu leiden gehabt, da ungarnierte Hüte ſehr
beliebt waren und die Verdienſtmöglichkeiten ſchmälerten.
Die Frühjahrs= und Sommerhüte werden im Jahre 1912
keine großmaſchigen und derben Strohgeflechte mehr
bringen: faſt alle Modelle zeigen ein feines und zartes
Geflecht. Dem großen Hut prophezeit man ein baldiges
Ende; an ſeiner Stelle wird eine kleine, eng anliegende
Mütze das Feld beherrſchen, die über und über mit weißen
und gelben Margueriten geſchmückt iſt, wobei die
Blumen=
pracht ſich auf beiden Seiten bis tief zum Ohr binabziehen
ſoll. Die wenigen großen Hüte, die fortleben, werden
Re=
naiſſance=Motive zeigen und durch eine üppige Pracht von
Spitzen auffallen. An der Riviera ſieht man jetzt eine Art
von Toques vorherrſchen, die mit Ponpons aus Roſen und
Margueriten geſchmückt ſind. Den Ehemännern zum Troſte
mag noch etwas verraten ſein: die koſtſpielige Aigrette aus
echten Vogelfedern oder aus geſponnenem Glas iſt erledigt
und „tot”.
Der neue Reichstag.
(Nachdruck verboten.)
Mancher alte Reichstagsrecke
Blieb im Kampfe auf der Strecke,
Viele waren hart bedroht,
Retteten ſich nur mit Not,
And’re ſiegten glatt und ſchnell
Gleich im erſten Wahlduell.
Flott gewählt ſeh’n wir auf’s neu
Bebel den ergrimmten Leu,
Der bald mit dem Zungenſchweif
Wieder ſchlägt gewalt’gen Reif,
Ferner Vollmar Frank und Thiele,
Südekum und ſonſt noch viele
Führer vom Genoſſenheer!
Mächtig ſtieg das rote Meer;
Röter als das alte Haus,
Sieht der neue Reichstag aus,
Minder ſchwarz und minder bläulich!
Viele finden das abſcheulich,
Viele andere erfreulich.
Muſtert man die bunten Namen,
Die teils neu, teils wieder kamen,
Nach dem Wortſinn, ſo enthüllt
Sich ein vielverſprechend Bild:
Steinreich iſt das Parlament,
Denn die Namensliſte nennt
Löwen=, Bieber=, Feuerſtein,
Und noch Bernſtein obendrein!
Keine Geldſorg’ greift mehr Platz,
Denn bereit iſt ſtets ein — Schatz!
Feld ſowohl, wie Dorf und Stadt
Auch der Reichstag in ſich hat:
Thünefeld und Oppersdorff,
Oldenburg, Kiel, Stubbendorff.
Männlich iſt des Reichstags Sinn,
Denn es ſind viel Männer drin:
Hof= und Hoff= und Baſſermann
Haus= und Hauß= und Heſtermann,
Leh=, Nor=, Gleits=, Thu=, Scheidemann!
Einen König hat das Haus!
Auch ein Herzog zieht voraus!
Und ein Held in alter Treu
Steht zu Dienſten ihm aufs neu!
Dichter gibt es, und zwar feine;
Nämlich Hebel, Putlitz, Heine!
David kann die Harfe ſchlagen,
Auf den Bock kann Jaeger jagen.
Pfeiffer kann ein Liedchen pfeifen,
Durch’s Revier der Förſter ſtreifen,
Fiſcher kann den Salm ſich fangen
Richter in der Robe prangen;
Bauer Müller fehlen nicht,
Leſer übt die Leſepflicht.
Handwerksleute hat man auch:
Löſcher für den Brand und Rauch;
Schmid und Metzger gibt’s, ſodann
Träger, Pfleger Zimmermann.
Wieder hat der Reichstag Hitze,
Spahn und Roeren im Beſitze,
Tiere auch in reichem Maße:
Wolf, Fuchs. Geyer, Wurm, Krebs, Haaſe,
Zu ſolenner Schmauſerei
Sind bereit ſtets Quarck und Brey
Pfannkuch, Hähnle, Kohl und Speck.
Und für Brot ſorgt wohl der Beck?
Pichler iſt nur einer da,
Den man auch ſchon früher ſah.
Einer zog als Frommer ein,
Einer nur will Rother ſein!
Kämpf’ gibt’s auch im Reichstag heute,
Doch der Sieg iſt gleich zur Seite;
Wenn auch einſchob ſich ein Keil,
Blüht dem Parlament doch — Heyl!
Ausgezeichnet auch durch Liſt
Dieſer neue Reichstag iſt!
Daß in ihm herrſcht feiner Ton,
Dafür ſorgt wohl — Knigge ſchon!
W. Widmans.
Nummer 25.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
Seite 3.
werden: evangeliſche Mädchen, Frauen oder Witwen von
nbeſcholtenem Ruf im Alter von mindeſtens 20 Jahren.
Ein Leumundszeugnis ihres Ortspfarrers, ein
Geſund=
heitszeugnis des Arztes des Ortes oder Bezirkes, an dem
ſe ſpäter tätig ſein ſollen, und ein Taufſchein ſind
vorzu=
legen. Die Anmeldungen von Bewerberinnen ſind.
inn Laufe des Monats Februar an den Vorſtand des
be=
greffenden Ortsfrauenvereins, oder, wo ein ſolcher noch
nicht gegründet iſt, an den Kirchenvorſtand zu richten, der
ſe an den Vorſtand des Verbandes weitergibt. Es wird
gebeten, daß dies nicht ſpäter wie Anfang März geſchieht.
Der Verband übernimmt zur Ausbildung nur ſolche Per=
Inlichkeiten, die vom Vorſtand des Ortsfrauenvereins
der Kirchenvorſtand ausgeſucht und empfohlen werden
und unter der Bedingung, daß der ſpätere Unterhalt der
Nothelferin durch den Kirchenvorſtand oder einen zu
ründenden Verein geſichert iſt. Der betreffende Vorſtand
ſchließt mit ihr einen Vertrag ab, der dem Verband
vorzu=
leegen iſt, welcher ſich auch für ſpäter eine gewiſſe Kontrolle
vorbehält. Die Koſten der Ausbildung richten ſich nach
er Zahl der Teilnehmerinnen und dürften
durchſchnitt=
lach etwa 160 Mark betragen. Sie fallen in der Hauptſache
den betreffenden Vereinen zu; einen Teil derſelben kann
jedoch der Verband aus den ihm für dieſen Zweck zur
Gerfügung geſtellten Mitteln übernehmen. Angeſtellt
wird die Nothelferin von dem Frauenverein ihrer
Ge=
meinde und unterſteht hinſichtlich ihrer Führung dem
Vor=
f and desſelben. Bei der Hilfeleiſtung in der
Kranken=
pflege und ihrer Tätigkeit in der Mutter= und
Säuglings=
ftirſorge unterſteht ſie weiter dem jeweiligen Arzt und hat
eſſen Weiſungen genau nachzukommen. Für ihre
Dienſt=
leeiſtungen wird ſie bezahlt; das Nähere hat der Verein
mit ihr zu vereinbaren und in dem mit ihr
abzuſchließen=
en Vertrag feſtzulegen. Die bei ihrer Arbeit
vorgeſchrie=
hene Kleidung hat ſie ſelber zu ſtellen. Ebenſo wie die
Beziehungen der Frauenvereine zu der Nothelferin
wer=
en auch diejenigen zu dem Verbande durch einen Vertrag
veregelt. Die Anſtellung einer Nothelferin iſt
hauptſäch=
nich kleineren Gemeinden zu empfehlen, die zur
Anſtel=
lung einer voll ausgebildeten Schweſter nicht in der Lage
und, auch größeren Gemeinden, wo bereits eine Schweſter
ätig iſt, um dieſe bei Arbeitsüberhäufung zu entlaſten.
Zu näherer Auskunft ſind gern bereit die Damen des
Verbandsvorſtandes: Frau Pfarrer Strack=Birkenau,
Frau Johanna Wenzel=Darmſtadt, Liebigſtraße 49, und
Ihre Durchlaucht die Fürſtin zu Erbach=Schönberg, König
um Odenwald.
* Für die Jugendpflege der Stadtgemeinde
Darmſtadt, die ſeither durch den Vereinsgeiſtlichen der
Inneren Miſſion im Nebenamt beſorgt wurde, hat die
(ebere Kirchenbehörde nunmehr eine beſondere Kroft
an=
geſtellt in der Perſon des Pfarraſſiſtenten
Lauten=
ſchläger, ſeither an der Martinsgemeinde. Die
Stadtgemeinde leiſtet zu der Neueinrichtung einen nam=
Haften Zuſchuß.
* Frauenverein des Oſtbezirks. Der
Familien=
abend, den der Frauenverein des Oſtbezirks der evang.
Stadtgemeinde am Sonntag veranſtaltete, nahm einen
außerordenlich anregenden Verlauf. Die Räume des
Ge=
meindehauſes erwieſen ſich leider nicht als ausreichend
ffür die Menge der Beſucher; viele mußten wieder
um=
hehren. Der Aufbau des Programms verriet hohen
künſt=
beriſchen Geſchmack. Tüchtige Kräfte hatten ſich wieder
im ſelbſtloſer Weiſe in den Dienſt der Gemeindeſache geſtellt.
Frau Bergrat Chelius führte die kindlich=heitere
Kinder=
ſcymphonie von Haydn auf und erntete mit ihrem fröhlichen
Orcheſter ſtürmiſchen Beifall. Frl. Mathilde Heißner
ſang eine Anzahl herrlicher Lieder mit künſtleriſcher
Voll=
endung. Frau Fabrikant Arnold brachte das Seidlſche
Gedicht „Muſik der armen Leute” in melodramatiſcher
Be=
erbeitung eindrucksvoll zum Vortrag. Frl. Hanna Vogel
begte durch ihr Violinſpiel aufs neue hervorragende Proben
Uhrer guten Schulung und Auffaſſung ab; die
Klavier=
jeegleitung der beiden Stücke: Air von Bach und Romanze
von Wilhelmy lag in den berufenen Händen des Frl.
W. Heißner, die auch die Lieder empfindungsvoll
be=
gleitete. Eingeleitet wurde der genußreiche Abend durch
den eindrucksvollen Vortrag des ſtimmungsreichen
Kreuz=
rittermarſches von Liſzt, bearbeitet für Klavier und
Har=
monium, durch Herrn Pfarrer Vogel und Rudi Kratz.
Den Schluß bildete die Egmont=Ouverture, von Herrn
Miniſterialrat Dr. Kratz und Sohn wundervoll geſpielt.
— Großen Beifall fand die Meditation von Bach=Gounod
ſtür Klavier, Geige und Harmonium. Pfarrer Vogel hielt
teinen Vortrag über den Dichter Guſtav Schüler, und
die dargebotenen Proben aus den Dichtungen dieſes echten
Gottſuchers unſerer Zeit hinterließen tiefen, nachhaltigen
Eindruck. Alles in allem — es war ein überaus
har=
moniſch verlaufener Abend, gemütlich im edelſten Sinne.
Möge er dazu gedient haben, das Gemeindegefühl zu
ſttärken.
* Der Verein heſſiſcher Kulturtechniker hielt im
oberen Saale des Hotel Prinz Karl ſeine Jahres=
verſammlung, verbunden mit 10jährigem
Stif=
tungsfeſt und Kaiſersgeburtstagsfeier, ab. Nachdem in
ca. 4 ſtündiger Sitzung der geſchäftliche Teil ſeine
Er=
ledigung gefunden hatte, ging man zu dem gemütlichen
Teil über. Der Vorſitzende Großh. Kulturtechniter
Ohl=Darmſtadt gedachte in patriotiſchen Worten des
Kaiſers und Großherzogs. Bei Muſik und Geſang
ver=
gingen die wenigen Stunden zu ſchnell und die letzten
Züge entführten die lieben Gäſte nur allzufrüh in die
Heimat. Küche und Keller des Herrn Reſtaurateurs
Chriſt boten Vorzügliches. Die Teilnehmer werden noch
oft mit Freuden an die ſchön verlebten Stunden zurüdc
denken.
* Gartenbauverein. Wie im Anzeigenteil erſichtlich
iſt, findet nächſten Donnerstag abend die diesjährige
Hauptverſammlung ſtatt.
* Verein für Verbreitung von Volksbildung. Herr
Prof. Dr. Anthes, ſeit Jahren im Dienſte
archäologi=
ſcher Forſchungen auf ſeinen Reiſen in die ſüdeuropäiſchen
und kleinaſiatiſchen Länder wiſſenſchaftlich tätig, hält den
erſten ſeiner drei Vorträge heute Dienstag, den 30.
Ja=
nuar, im Saale 138 der Techniſchen Hochſchule. Dieſer
Vortrag behandelt die Geſchichte der
Valkanlän=
der im Altertum, die Verteilung der
Völ=
ker und die Römerherrſchaft. Die
teilnehmen=
den Hörer erhalten eine orientierende Kartenſkizze. Der
zweite Vortrag folgt am 2. Februar, der dritte am 6.
Februar. Im Schlußvortrag am 9. Februar beſpricht
Dr. Jäckh=Heilbronn die wirtſchaftlichen und
handels=
politiſchen Fragen der Balkanländer der Gegenwart.
Karten im Verkehrsbureau und am Saaleingang.
* Der Sterbekaſſe=Verein Einigkeit I hielt ſeine
Ge=
neralverſammlung ab. Aus dem Tätigkeitsbericht,
ſo=
wie Rechenſchaftsbericht konnte man erſehen, daß der
Verein im letzten Jahre ſich gut entwickelt hat. Er hat
ſchon vielen Mitgliedern oder deren Angehörigen in
ban=
gen Stunden helfend zur Seite geſtanden. Der Verein
zählt nahezu 500 Mitglieder und hat ein Barvermögen
von über 4000 Mark. Als Sterberente wird gegenwärtig
über 200 Mark ausbezahlt und erhoben wird von jedem
Mitglied bei einem Sterbefall 50 Pfg. Da der Verein
unter Aufſicht des kaiſerl. Aufſichtsamtes ſteht, ſo iſt
je=
dem Mitglied das Sterbegeld geſichert. Aufnahmefähig
ſind alle geſunden und unbeſcholtenen Perſonen beiderlei
Geſchlechts vom 18. bis 50. Lebensjahre gegen ein
mä=
ßiges Eintrittsgeld.
* Orpheum. Gaſtſpiel Jobs Luſtige Bühne.
Heute, Dienstag, und morgen, Mittwoch, finden die
letzten Vorſtellungen der luſtigen Gäſte aus dem
Rheinlande ſtatt. An beiden Tagen kommen die Novitäten
„Der Schwebebahnkontrolleur” Schwank in einem Akt.
und „Mein Freund das Rindviech” Schwank in 2 Akten,
zur Aufführung. Sicher werden ſich in dieſen
Abſchieds=
vorſtellungen die zahlreichen Freunde des Köllſchen
Humors noch einmal vollzählig verſammeln, um ſich,
wie ſo oft, nochmals herzlich auszulachen und den
Scheidenden ein „Auf Wiederſehen” zurufen zu können.
§ Zuſammenſtoß. Am Samstag nachmittag gegen
fünf Uhr kollidierte ein Laſtautomobil an der Ecke
der Gardiſten= und Arheilgerſtraße mit einem
Einſpän=
ner=Fuhrwerk, wobei das Fuhrwerk beſchädigt
wurde. Der Fuhrmann iſt vom Wagen geſchleudert
wor=
den und hat ſich am rechten Bein eine Verletzung
zu=
gezogen.
§ Feſtgenommen. Eine Frau aus Spiesheim iſt
wegen Diebſtahls feſtgenommen worden.
§ Streit: Am Sonntag vormittag gegen 6½ Uhr
wurde in der Eliſabethenſtraße ein Kaufmann von mehe
reren Artilleriſten ohne jegliche Veranlaſſung angefallen
und mißhandelt.
C. Pfungſtadt, 28. Jan. Heute nachmittag fand unter
großer Beteiligung in der neuerbauten katholiſchen
Ka=
pelle die Glockenweihe ſtatt, die Herr Oberlehrer
Fauſtmann=Mainz unter Aſſiſtenz des Herrn
Pfarr=
kurat Daus=Eberſtadt und Kaplan Eckſtein=Darmſtadt
vornahm. Geſangliche Darbietungen der Schulkinder
denen ſich die Feſtpredigt des Herrn Oberlehrers
Fauſt=
mann anſchloß, waren vorausgegangen. Stifter der
drei Glocken ſind außer dem Feſtprediger Herr
Bier=
brauereibeſitzer G. Grohe=Darmſtadr und Frl. Eva
Sauer=Mainz.
3 Pfungſtadt, 29. Jan. Die zwiſchen hier und Hahn
belegene große Ringofen Ziegelei der Firma
A. und J. Gandenberger von hier wurde dieſer Tage
auf gerichtlichen Antrag verſteigert. Das ganze
Anweſen, die dazu gehörigen Grundſtücke ſamt dem
le=
benden Inventar ,ging für den Preis von 72600 Mark
in den Beſitz des Ziegeleifabrikanten Lud. Nungeſſer von
Pfungſtadt über. Derſelbe vereinigt die Ziegelei mit
ſeiner nahe dabeiliegenden Ringofen=Backſteinbrennerei
zu einem großen Betriebe. — Die in der letzten Zeit hier
ſſtattgefundenen Holzverſteigerungen erzielten
hohe Erlöſe.
g. Bensheim, 28. Jan. Kaiſers Geburtstag wurde
auch hier in alter Weiſe gefeiert. Erfreulicherweiſe
konn=
ten in dieſem Jahre zum erſten Male wieder die durch
Herrn Prof. Metzendorf vollſtändig umgebauten
Räume des „Deutſchen Hauſes” hierfür benutzt werden.
Am Samstag fand das offizielle Feſteſſen daſelbſt ſtatt,
am Abend war die Feier des Eiſenbahnvereins, während
am Sonntag abend der Kriegerverein
Abendunterhal=
tung und Ball in den neuen Sälen abhielt.
Lampertheim, 29. Jan. Schwer verunglückt
iſt in der chemiſchen Fabrik Wohlgelegen der Arbeiter
Ziegler dadurch, daß ein Block Salpeter
her=
unterfiel, wodurch ihm ein Bein gebrochen und
das andere gequetſcht wurde. — Vom Zug
über=
fahren wurde hinter der Benzſchen Fabrik ein
Strecken=
arbeiter. Der Mann ſtand abſeits der Kolonne und bei
dem herrſchenden Nebel merkte er das Herannahen des
Zuges nicht. Er wurde von demſelben gegen eine
Tele=
graphenſtange geſchleudert, wobei er ſo ſchwere
Verletz=
ungen erhielt, daß er alsbald danach ſtarb.
* Kailbach i. O., 29. Jan. Heute früh kurz nach
6 Uhr wurde zwiſchen Kailbach und Schöllenbach von
dem um 5,44 Uhr in Eberbach abgehenden Perſonenzug
460 Eberbach-Frankfurt der in Kailbach ſtationierte
Streckenläufer Bahnwart Bäuerlein auf dem
Dienſt=
gang überfahren und war ſofort tot. Bäuerlein
hinterläßt Frau und drei unmündige Kinder.
Mainz, 29. Jan. Geſtern morgen 10 Uhr wurde der
27jährige Tüncher Friedr. Schlier von Kindern im
Wallgraben am Fort Joſeph mit ſchweren
Ver=
letzungen und halb erſtarrt aufgefunden. Von
der Sanitätswache wurde der Verletzte verbunden und
ins Spital gebracht. Ob ein Unfall oder ein Verbrechen
vorliegt, konnte nicht feſtgeſtellt werden. Nach einer
neueren Meldung iſt der Verletzte, ohne das
Bewußt=
ſein wieder erlangt zu haben, im Rochushoſpital
ge=
ſtorben.
Worms, 29. Jan. Der 50jährige
Fabrikarbei=
ter Aug. Saal ſtürzte geſtern abend von der nach
ſeiner Wohnung führenden Treppe hinab, wobei er
anſcheinend ſchwere Verletzungen erlitt. Er mußte heute
früh ins Krankenhaus gebracht werden.
Oppenheim, 29. Jan. An der Großherzoglichen
Wein= und Obſtbauſchule zu Oppenheim werden im
Jahre 1912 folgende Obſtbau=Kurſe abgehalten:
1. Kurſus für Gartenbeſitzer, Landwirte und Freunde
des Obſtbaues in der Zeit vom 5. bis 10. Februar 1912.
2. Kurſus für Obſtbaumwärter, 1. Teil vom 13. Februar
bis 16. März 1912, 2. Teil vom 3. bis 8. Juni 1912, 3. Teil
vom 23. September bis 5. Oktober 1912. Die Zeit des
Beginnes und des Schluſſes des Unterrichts geſtattet, daß
die Kursteilnehmer eventl. die Bahn täglich zur Hin=
und Rückfahrt benützen können; es iſt aber auch
Gelegen=
heit geboten, in Oppenheim für die Dauer der Kurſe Koſt
und Wohnung zu mäßigen Preiſen zu bekommen.
Un=
bemittelten Teilnehmern aus den Provinzen
Starken=
burg und Rheinheſſen kann von den Provinzial=
Aus=
ſchüſſen der Landwirtſchaftskammer ein Stipendium
ge=
währt werden.
Oppenheim, 29. Jan. Eine intereſſante
prin=
zipielle Entſcheidung betr. § 6 (
Etikettenpara=
graph) des neuen Weingeſetzes wurde, der W. Ztg.
zufolge, von dem hieſigen Schöffengericht gefällt. Bekannt.
lich gibt es in faſt allen weinbautreibenden Orten
Wein=
bergslagen, die im Verkehr mit anderen Namen
bezeich=
net werden, als deren Grundbuchseintrag lautet. So gibt
es in Oppenheim eine Anzahl verſchiedenen Beſitzern
ge=
hörige Weinberge, die als Steig” im Grundbuche
ein=
getragen ſind, jedoch ſeit Menſchengedenken ſtets als
„Herrenberg” bezeichnet wurden. Die Beſitzer der als
Herrenberg eingetragenen Weinberge (es ſind nur drei)
glaubten nun auf Grund des § 6 des neuen Weingeſetzes
den Namen „Herrenberg” für ſich als Monopol in
An=
ſpruch nehmen zu können; es wurde deshalb ein Beſitzer
der vorgenannten Lage Steig wegen Vergehens gegen
§ 6 des Weingeſetzes denunziert. In der heutigen, ſehr
umfangreichen Verhandlung konnte nachgewieſen
wer=
den, daß ſeit unvordenklichen Zeiten die früheren und
jetzigen Beſitzer die fragliche Lage Steig als Herrenberg
bezeichnet und verkauft haben. Der Großh. Bürgermeiſter
und das Ortsgericht, ſowie viele andere Zeugen
bekun=
deten, daß die betreffenden Weinberge von jeher im
Volksmunde Herrenberg heißen und daß der in denſelben
gewonnene Wein ebenſo gut ſei, wie der in der
einge=
tragenen Lage Herrenberg gewonnene. Ferner wurde
aus in dem ſtädtiſchen Archiv gefundenen Urkunden
nach=
gewieſen, daß im Jahre 1701 die fraglichen Weinberge
die amtliche Bezeichnung Herrenberg trugen, daß alſo die
Bezeichnung im Volksmunde keine willkürliche, ſondern
eine hiſtoriſch begründete iſt. Das Gericht kam zu dem
Urteil, daß für Lagenbezeichnungen nicht das Grundbuch,
Großherzogliches Hoftheater.
Samstag, 27. Januar:
„Figaros Hochzeit“
W-l. Die heutige Wiederaufführung von Mozarts
göttlicher Oper „Figaros Hochzeit” die uns heute
nach ſo mancherlei konſtruierten und unwahren
Muſikpro=
dukten und zweifelhaften muſikaliſchen Genüſſen wie eine
Erlöſung und Offenbarung zugleich erſcheint, fand ein für
die unvergänglichen Schönheiten des Werkes
empfäng=
liches Publikum. Die Freude an ihnen konnte auch
da=
durch nicht getrübt werden, daß manches nicht ſo war,
ſwie es wohl ſein ſollte, namentlich ließ die äußere
Reprä=
ſentation in mancherlei Hinſicht zu wünſchen übrig.
Unver=
ländert in ſeiner Friſche, Liebenswürdigkeit und geſang
flichen Schönheit war der Graf des Herrn Weber. Auch
Herrn Stephanis Sangestüchtigkeit zeigte ſich in
ſei=
nem Figaro wieder von der beſten Seite. Frau
Spei=
ſſer=Suchanek als Suſanne, geſanglich und muſikaliſch
zuverläſſig, wie immer, ſtellte ſich ihnen gleichwertig zur
Seite. Für die herrlich geſungene Arie „Endlich naht ſich
die Stunde” gebührt ihr noch ein beſonderes Lob.
Leider kann man das gleiche von Frau von Sughs
Gräfin nicht behaupten. Die Unruhe des Tones und der
Mangel an tonlicher Schattierung ließen die Schönheiten
ihrer Arien nicht voll zur Geltung gelangen. Im Dialog
ſtörte die ſtarke Dialektfärbung noch mehr, als im
„Fidelio”. Fräulein Bruker hat mit ihrem recht tüchtig
geſungenen Cherubin heute abend manche Scharte von
früher ausgewetzt. Herrn Bernhardts Tongebung
waßt ſich der Mozartſchen Muſik nicht gut an. Sehr hübſch
ſpielte und ſang Fräulein Schaub die Rolle des
Bärb=
chens. An Stelle des wieder indisponierten Fräuleins
Howard hatte Frau Rudolph die Partie der
Marzel=
line und an Stelle des beurlaubten Herrn Hoff Herr
Riechmann die des Bartolo übernommen.
Herr Hofkapellmeiſter de Haan leitete die
Aufführ=
ung mit feinem muſikaliſchem Verſtändnis und
künſtleri=
ſcher Energie.
Zu den mancherlei komiſch wirkenden Widerſprüchen
in den älteren Opern gehört es, daß der Graf im Dialog
ſeine Gemahlin mit „Frau Gräfin” und Sie” anredet,
beim Singen ſie dagegen duzt. Ließe ſich dies nicht
ändern?
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Spielplan des
Frankfurter Stadttheaters. Opernhaus.
Dienstag, 30. Jan.: Liebelei. Mittwoch, 31.: Troubadour
Donnerstag, 1. Febr.: Die Jüdin. Freitag, 2., geſchloſſen.
Samstag, 3.: Oberſt Chabert. Sonntag, 4., 3½ Uhr: Die
luſtige Witwe; 7 Uhr: Lohengrin. Montag, 5.: Die
ge=
ſchiedene Frau. Dienstag, 6.: Tell. —
Schauſpiel=
haus. Dienstag, 30. Jan.: Nach mir Mittwoch,
31.: Nach mir Donnerstag, 1. Febr.: Büxl. Freitag,
2.: Glaube und Heimat. Samstag, 3.: Nach mir
Sonntag, 4., 3½ Uhr: Büxl; 7 Uhr (zum erſten Male):
Die Vergnügungsreiſe. Ein Reiſeſchwank in 4 Stationen
von Fritz Friedmann=Frederich. Montag, 5.: Die
Ver=
gnügungsreiſe. Dienstag, 6.: 1. Gaſtſpiel von Alexander
Moiſſi vom Deutſchen Theater in Berlin: Geſpenſter.
(Oswald: Alexander Moiſſi). — Neues Theater.
Dienstag, 30. Jan.: Hans Sonnenſtößers Höllenfahrt.
Mittwoch, 31.: Julchens Flitterwochen. Donnerstag, den
1. Febr.: Papa. Freitag, 2.: Meyers. Samstag, 3.:
Hans Sonnenſtößers Höllenfahrt. Sonntag, 4., vorm.
11½ Uhr: Matince „Henry=Delvad” 3½ Uhr: Arbeiter:
bildungs=Ausſchuß; 8 Uhr: Julchens Flitterwochen.
Mon=
tag, 5., geſchloſſen. Dienstag, 6.: Papa.
Spielplan des Großh. Hof= pnd
Natio=
naltheaters Mannheim. Dienstüg, 30. Jan.:
Sappho. Mittwoch, 31: Die Fledermaus. Donnerstag,
1. Febr.: Der Evangelimann. Freitag, 2. (zum erſten
Male): Michel Michael. Samstag, 3., keine Vorſtellung.
Sonntag, 4. (zum erſten Male): Tosca.
* Der Kaiſerliche Automobilpark. Die Automobile
des Kaiſers haben die bekannte Gemsfarbe, die auch der
kaiſerliche Hofzug hat. Die Wagen des Kaiſers ſind nach
innen mit rotem Leder, die der Kaiſerin mit
gelbbräun=
lichem Tuch ausgepolſtert. Alle ſind innen vierſitzig. Im
ganzen verfügt der kaiſerliche Automobilpark über 25
Wa=
gen, wovon ſich 20 in Berlin und 5 auf Korfu befinden.
Es ſind ausſchließlich Wagen deutſcher Fabriken: Adler,
Benz, Opel, Mercedes. Die Stadtwagen ſind mit
elektri=
ſchem, die übrigen mit Benzinbetrieb verſehen. Der Park
bildet einen Teil des geſamten kaiſerlichen Marſtalls, der
ſich unter der Leitung des Oberſtallmeiſters Freiherrn
v. Reiſchach befindet. Zur Bedienung des
Kraftwagen=
parks gehören insgeſamt 5 Oberwagenführer, 7
Wagen=
führer, 12 Begleitleute, 3 Laſtwagenführer, 1
Maſchinen=
meiſter, 1 Monteur, 1 Wagenhalter und 1 Telephoniſt.
Im Mai 1904 hielt das erſte Automobil ſeinen Einzug in
den Marſtall in der Breiten Straße, ein Spirituswagen;
erſt ein Jahr ſpäter folgte der erſte Benzinwagen, dem
dann in ſchnellerer Folge ſich die weiteren anſchloſſen.
* Neue Briefmarken gibt Mitte Februar das
Für=
ſtentum Liechtenſtein heraus — die erſten ſeit dem
200jährigen Beſtehen des Staates. Bisher wurden im
Fürſtentum lediglich öſterreichiſche Marken verkauft, wie
denn auch der Poſt=, Telegraphen= und Telephonbetrieb
durch öſterreichiſche Beamte (die zugleich dem Fürſten ver
pflichtet wurden) und auf Rechnung Oeſterreichs ſich voll
zog; Liechtenſtein erhielt alljährlich als Gegenleiſtung eine
beſtimmte Pauſchalſumme. Durch Uebereinkommen beider
Regierungen vom 4. Oktober v. J. kommen nunmehr be=
Seite 4.
Nummer 25.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
ſondern in erſter Linie die volkstümliche Benennung
maß=
gebend iſt, ſprach auf Grund der Beweisaufnahme den
Beſitzern der fraglichen Lage Steig das Recht zu, ihre
Weinberge auch fernerhin als Herrenberg zu bezeichnen.
Sämtliche Koſten der Entſcheidung fallen der Staatskaſſe
zur Laſt.
Oppenheim, 29. Jan. Der Weinhändler Schober
von hier iſt in Montreal (Kanada) verhaftet
worden.
B. Bingen, 28. Jan. Die Beerdigung des bei
dem Brande des Katholiſchen Vereinshauſes (Mainzer
Hof) auf ſo traurige Weiſe verunglückten
Feuer=
wehrmannes Julius Hagemann fand heute nachmittag
bei ungeheurer Beteiligung ſtatt. Von nah und fern aus
dem ganzen Kreiſe Bingen hatten ſich die Feuerwehren,
u. a. die von Gau=Algesheim, Ingelheim, Genſingen,
Büdesheim eingefunden, um dem im Beruf
verunglück=
ten Kollegen das letzte Geleite zu geben.
B. Bingen, 28. Jan. Einige halbwüchſige Burſchen
treiben hier ſeit einiger Zeit groben Unfug, indem ſie
an Geſchäftsfenſtern und=Schildern die aufgeklebten
Buchſtaben abſchlagen und Schilder abſchrauben. Als ſie
in letzter Nacht von der herbeigerufenen Polizei
ver=
folgt wurden, ergriffen ſie die Flucht. Es gelang ihnen
leider, zu entkommen.
Nieder=Olm, 29. Jan. Große Beunruhigung herrſcht
in einer hieſigen Gemeinde wegen einer ganzen Anzahl
von Diebſtählen, die in den letzten Nächten hier
ausge=
führt wurden. In allen Fällen handelte es ſich um
Wäſchediebſtähle größeren Stils. Einer der
Beſtohlenen fand genau abgezeichnete Fußſpuren in
ſei=
nem Garten und fertigte hiervon ſofort Gipsabdrücke an,
mit deren Hilfe die Gendarmerie die Täter zu ermitteln
hofft. Einen Teil der geſtohlenen Wäſche fand man in
Weinbergen verſteckt vor.
* Gießen, 29. Jan. Der Großherzog von Heſſen hat
dem Inhaber der Firma G. Ph. Gail, Tabak= und
Zi=
garrenfabrik, Herrn Geh. Kommerzienrat Wilhelm
Gail, das Komturkreuz zweiter Klaſſe des
Verdienſt=
kreuzes Philipps des Großmütigen, den Prokuriſten
Jung und Petri das Ritterkreuz zweiter Klaſſe
des=
ſelben Ordens und drei Arbeitern das Allgemeine
Ehren=
zeichen verliehen. Miniſter des Innern von Hombergk
zu Vach ſprach im Namen der Staatsregierung der
Firma die Glückwünſche aus. Herr Kommerzienrat W.
Gail errichtete aus Anlaß des Jubiläums eine Georg
Philipp=Gail=Stiftung für Beamte und Arbeiter im
Be=
trage von 50000 Mark.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Jan. Die Taufe
des vierten Sohnes des Kronprinzenpaares
wurde heute abend 7 Uhr im kronprinzlichen Palais
feier=
lich vollzogen. In feierlichem Zuge begaben ſich die
Fürſtlichkeiten unter Vortritt des Hofmarſchalls Grafen
von Bismarck=Bohlen in den grünen Salon und
grup=
pierten ſich im Halbkreis um den Altar. Der König von
Sachſen führte die Kaiſerin, der Kaiſer die
Kronprin=
zeſſin von Griechenland, Erzherzog Franz Ferdinand die
Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen, der Graf von
Tu=
rin die Prinzeſſin Heinrich von Preußen, der
Großher=
zog von Mecklenburg=Schwerin die Herzogin Johann
Albrecht und Herzog Johann Albrecht die Prinzeſſin
Adolf zu Schaumburg=Lippe. Der neugeborene Prinz
wurde auf den Namen Friedrich getauft, weiter
er=
hielt er die Namen Georg, Wilhelm, Chriſtoph. Gegen
8 Uhr fand Tafel in den Feſtſälen ſtatt. — In der Nähe
der Rettungsſtation am Müggelſee ereigneten ſich heute
vier ſchwere Unglücksfälle, von denen einer
töd=
lich verlief. Ein junger 25jähriger Mann geriet da, wo
das Eis morſch und ſchwach geworden war, unter die
Eisdecke und ertrank. Faſt an derſelben Stelle brach
mittags ein Kaufmann ein, der ſich 25 Minuten im
Waſ=
ſer halten konnte, bis er von vier Angeſtellten der
Ret=
tungsgeſellſchaft ans Ufer gebracht werden konnte. Die
anderen Rettungen geſtalteten ſich ſchwieriger. — Vier
Kinder, die von den Eltern in der Wohnung allein
gelaſſen waren, wurden, als bald nach Fortgang der
El=
tern aus der Wohnſtube dichter Rauch drang, von einem
derartigen Schrecken befallen, daß ſie nicht wagten, aus
der unverſchloſſenen Wohnung zu flüchten. Auf das
Hilfegeſchrei eilten Hausbewohner herbei und reiteten
die Kinder, die in großer Lebensgefahr ſchwebten. —
Mehrere Studenten unternahmen geſtern einen
Aus=
flug nach den Rauenſchen Bergen, um dort zu
ro=
deln. Einer von ihnen ſtürzte bei der Fahrt gegen
einen Baumſtamm und erlitt einen doppelten
Schädel=
bruch. Er ſtarb auf dem Transport nach Fürſtenwalde.
In der Beuſſelſtraße hatte der in Charlottenburg
wohn=
hafte Arbeiter Warlicke mit zwei bisher unbekannt
ge=
bliebenen Burſchen eine Schlägerei, bei der er, um ſich
der Burſchenzzu erwehren, aus einem kleinkalibrigen Re=
volver fünf Schüſſe abgab, durch die drei
Paſſan=
ten in der Beuſſelſtraße leicht verletzt wurden. Ein
gro=
ßer Auflauf, der durch die Schlägerei entſtanden war,
wurde durch die Polizei zerſtreut.
Frankfurt, 29. Jan. Die Frankfurter Bankiers Louis
und Moritz Bernus, die aus Anlaß des Geburtstages
des Kaiſers in den erblichen Adelsſtand erhoben
wurden, ſind die einzigen Vertreter dieſes Namens in
Frankfurt a. M. Die beiden Brüder entſtammen einer
Hugenotten=Familie, die von Frankreich aus ſich zuerſt nach
Hanau und dann nach Frankfurt a. M. wandte. Der ältere,
Louis Bernus, iſt 80 Jahre alt, Moritz einige Jahre jünger.
Keiner von ihnen iſt jemals im öffentlichen Leben
hervor=
getreten. Man weiß nur, daß ſie ſehr wohlhabend und
wohl=
tätig ſind. Moritz Bernus iſt der Stifter zweier Kirchen des
evangeliſch= kirchlichen Hilfsvereins, der Chriſtus=Kirche und
der Immanuelkirche. Ihr Vater Friedrich Alexander
Ber=
nus war unter der freien Reichsſtadt Senior der ſämtlichen
Bürger=Repräſentationen, und zum Andenken errichtete
ſeine Frau eine jetzt unter ſtädtiſcher Verwaltung ſtehende
Stiftung für Stipendien zum Beſuch des Gymnaſiums und
zu Univerſitätszwecken.
Karlsruhe, 29. Jan. Unter enormem Andrang des
Publikums begann heute vormittag vor dem hieſigen
Schwurgericht der Prozeß gegen den Schloſſer
Fried=
rich Wilhelm Hager, geboren am 29. Juli 1885 zu
Ruß=
heim, angeklagt wegen Mordes, begangen an der
geſchie=
denen Frau Zwecker im Germersheimer Walde am 10.
Auguſt 1911. Der Angeklagte, vom Vorſitzenden gefragt,
gab zu, ſchuld daran zu ſein, daß die Frau Zwecker
geſtor=
ben ſei. Er habe ſie aber nicht mit Vorſatz getötet. Die
Verhandlung, zu der 99 Zeugen geladen ſind, wird
voraus=
ſichtlich drei Tage dauern.
Karlsruhe, 28. Jan. Mit einem eigenartigen
Trick verſuchte der Kaufmann Max Wolff die
Redak=
tionen hieſiger Blätter hineinzulegen. Im vorigen Monat
hatten die hieſigen Blätter die Nachricht gebracht, daß ſich
ein Kaufmann Wolff erſchoſſen habe. Die Mitteilung war
den Blättern von einem Manne zugegangen, der ſich Weber
nannte. Nachdem die Selbſtmordnotiz erſchienen war,
be=
ſuchte ein Bruder des vermeintlichen Selbſtmörders die
Redaktionen und teilte mit, daß die Nachricht unrichtig ſei,
ſein Bruder lebe noch. Bald traf auch der zum
Selbſt=
mörder geſtempelte Bruder ein, tat ſehr entrüſtet über die
falſche Notiz, gab aber zu verſtehen, daß er gegen eine
Ent=
ſchädigung bereit ſei, die Angelegenheit nicht den Gerichten
zu unterbreiten. Darauf ließen ſich natürlich die Zeitungen
nicht ein, ſie ſahen ſich vielmehr zunächſt den Herrn einmal
genauer an und machten dabei die verblüffende Entdeckung,
daß der Ueberbringer der Nachricht von dem Selbſtmorde
und der angebliche Selbſtmörder ein und dieſelbe Perſon
ſeien. Darauf erfolgte gegen den ingenieuſen Herrn Wolff
die Anzeige wegen verſuchten Betrugs. Die Strafkammer
verurteilte ihn zu einer Gefängnisſtrafe von 5 Monaten.
Duisburg, 29. Jan. Auf der Zeche Phönix ereignete
ſich am Samstag abend abermals ein Hochofen=
Un=
glück. Auf dem Hochofen 5 erfolgte ein ſogenannter
Durchbruch. Dabei wurden zwei Arbeiter durch
glühende Erzmaſſen ſchwer verbrannt. Einer wurde tödlich
verletzt, den anderen hofft man am Leben zu erhalten.
Dresden, 29. Jan. Auf der Rodelbahn im Vorort
Rochwitz verunglückte geſtern ein mit 5 Perſonen
be=
ſetzter Schlitten dadurch, daß eine Hinterkufe brach und der
Schlitten an der Kurve aus der Bahn geſchleudert wurde.
Ein 24jähriger Techniker aus Dresden war auf der Stelle
tot. Eine Dame erlitt leichtere Verletzungen, die übrigen
drei Perſonen blieben unverletzt.
Breslau, 27. Jan. Die langjährige Mißſtimmung der
Breslauer Studenten gegen den Direktor der
Ana=
tomie, Geheimrat Karl Haſſe, wegen des nach Anſicht der
Studenten unangemeſſenen Verkehrstons gegen ſeine Hörer,
hat veranlaßt, daß viele Mediziner der hieſigen Univerſität
fernblieben und führte vor Jahresfriſt bereits zur
Einſetz=
ung eines anderen Examinators beim Staatsexamen. Jetzt
hat eine Generalverſammlung der Klinikerſchaft einſtimmig
beſchloſſen, den Vorleſungen
Haſſesfernzublei=
ben, bis die Studentenſchaft vor deſſen weiteren
Willkür=
lichkeiten definitiv geſchützt ſei.
Breslau, 29. Jan. Bei einer großen Feuersbrunſt
in einer Fabrik für Zelluloid=Erzeugniſſe in Jordanowice
an der ſchleſiſch=ruſſiſchen Grenze verbrannten ein
Ar=
beiter und eine Arbeiterin. Der Werkmeiſter Sobelf und
vier Arbeiter erlitten lebensgefährliche Verletzungen.
Thorn, 28. Jan. Im Weichſelgebiet ſank das
Ther=
mometer auf 25 Grad unter Null.
Paris, 29. Jan. Marineminiſter Delcaſſé iſt ſeit
einigen Tagen an einer ziemlich heftigen Influenza
er=
krankt. Er muß auf Anordnung des Arztes das Zimmer
hüten.
Paris. 29. Jan. Der aus Oberrad bei
Frank=
furt a. M. gebürtige Direktor der Pariſer Adler=
Schreibmaſchinen=Geſellſchaft, Konrad Zimmer, wurde in
ſeinem Bureau in der Rui Vivienne nahe der Börſe von
einem früheren Angeſtellten namens Barbeaux überfal=
len. Dieſer verſetzte Zimmer hinterrücks mit einem
Ham=
mer mehrere Schläge auf den Kopf. Jedoch gelang es dem
Ueberfallenen, ſich loszureißen, worauf der Angreifer
flüch=
tete. Er wurde jedoch auf der Straße eingeholt und
ver=
haftet. Die Verletzungen Zimmers ſind ſehr ſchwer.
Paris, 28. Jan. Ein myſteriöſes Abenteuer
hatte eine Dame der vornehmen Pariſer Geſellſchaft vor
einigen Tagen zu beſtehen. Die Dame, deren Namen die
Pariſer Blätter diskret verſchweigen, wollte ſich nach einer
Theatervorſtellung in einem Automobil nach ihrer
Wohnung begeben. Sie befand ſich bereits in dem
Kraft=
wagen und hatte dem Chauffeur ihre Adreſſe angegeben, als
dieſer die Tür öffnete und noch einmal nach ihrer Wohnung
fragte. Die Dame gab dem Chauffeur den nötigen Beſcheid.
Als ſie ein Stück Weges zurückgelegt hatte, fühlte ſie, wie
ihr plötzlich die Sinne ſchwanden, und als ſie erwachte,
be=
fand ſie ſich in der Nähe des Bois de Boulogne von fünf
Rowdies umgeben, die ihr ihr Geld und ihre Schmuckſachen
abgenommen hatten. Dann ſchleppten die Verbrecher ſie in
den Wald, wo ſie, da ſie ganz erſchöpft war, die ganze Nacht
über zubringen mußte. Von den Tätern fehlt bisher jede
Spur.
London, 27. Jan. Von New=York wird beſtätigt, daß
Pierpont Morgan ſeine in Londoner und
kontinen=
talen Muſeen ausgeſtellten Kunſtſchätze nach New=York
überzuführen gedenkt. Morgans Sohn erklärt in
amerika=
niſchen Blättern, daß ſein Vater keineswegs unzufrieden ſei
mit der Art, wie ſeine Sammlungen, die er engliſchen
Mu=
ſeen leihweiſe überlaſſen habe, behandelt worden ſeien.
Er ſei lediglich von dem Wunſche geleitet, ſie unter eine
Verwaltung in ſeiner Heimatſtadt zu ſtellen. Bis vor
kur=
zem hatte er eine Einfuhrſteuer von 1200000 Mark in
Amerika für die Kunſtſchätze bezahlen müſſen, aber der jetzt
geltende Tarif geſtatte zollfreie Einfuhr.
London, 29. Jan. Die Zeitungen veröffentlichen ein
Bulletin über das Befinden des Herzogs von
Fife aus Kairo vom 28. ds. Das Bulletin beſagt, daß der
Herzog an Bruſtfellentzündung erkrankt iſt, daß der
Zuſtand=
ſeit Freitag ernſthafter geweſen iſt, daß aber die
Wider=
ſtandskraft des Patienten befriedigend ſei.
ſondere Liechtenſteiniſche Freimarken im Nennwerte von 5,
10 und 25 Hellern zur Ausgabe, welche neben den bisher
geltenden öſterreichiſchen Marken im Fürſtentum
Gültig=
keit haben. Sie bilden ein Unikum durch ihre Ausſtattung
— die Umſchrift lautet: „K. K. öſterreichiſche Poſt im
Für=
ſtentum Liechtenſtein‟. Die Mitte der Marke wird von
dem vorzüglich ausgeführten Bruſtbilde des Fürſten
Johann II. eingenommen, das Liechtenſteinſche
Landes=
wappen nimmt die Ecke rechts oben ein. Die Fünfheller=
Marken ſind grün, die zu zehn Heller rot, die zu
fünfund=
zwanzig blau, wie die gleichwertigen öſterreichiſchen.
Sammlern ſei ausdrücklich bemerkt, daß die
Liechtenſtein=
ſchen Poſtämter Beſtellungen auf dieſe neuen Freimarken
nicht ausführen dürfen, ſondern ſie an die „
Wertzeichen=
verſchleißſtelle des k. k. Poſtamts Wien I/1‟ zu leiten haben.
Von den europäiſchen Kleinſtaaten haben nunmehr außer
Liechtenſtein noch die Republik San Marino (ſeit 1877)
und das Fürſtentum Monaco (ſeit 1885) eigene
Poſtmar=
ken, während die Bauernrepublik Andorra in den
Pyre=
näen dieſes Hoheitszeichens noch entbehrt.
* Ein Mammutfund in Württemberg. Die
Samm=
lungen des Königlichen. Naturalienkabinetts in Stuttgart
ſind im vergangenen Winter nach mühſamer Arbeit um
ein bedeutendes Stück bereichert worden: in ihnen wurde
das größte bis jetzt bekannte Mammutſkelett aufgeſtellt,
das im Sommer 1910 in einer Sandgrube bei dem
be=
rühmten Fundorte Steinheim an der Murr bei Marbach
in Württemberg entdeckt und gehoben wurde. Das
außer=
ordentlich ſchöne und gut erhaltene Skelett hat eine Höhe
von 4 Meter, die Stoßzähne ſind 2.5 Meter, das
Schenkel=
bein iſt 1,42 Meter lang. Das Tier iſt nicht der häufige
jungdiluviale Mammut, der aus dem Eis von Sibirien
und Alaska bekannt iſt, ſondern ein älteres Glied am
Stammbaum, ein altdiluvialer Vorläufer des Mammut.
Seine Stoßzähne zeigen noch nicht die zweckwidrige
Schraubenform, ſondern eine zum Stoßen und Graben
geſchickte Krümmung mit einwärts gebogenen Spitzen.
Die Beine ſind die eines guten Läufers. Die älteren
Funde von Steinheim zeigen dieſen Mammur als
Zeit=
genoſſen des Urelefanten, des Wiſent und des Ur, führen
alſo in die Periode, aus der die erſten Spuren des
Men=
ſchen ſtammen.
ml. Das Meerſchweinchen beim Brande des
Equitable=
gebäudes. Bei der Untertunnelung der New=Yorker
Equitable=Brandſtätte, die zum Zwecke der Ausgrabung
der verſchütteten Treſors unternommen wurde, und die
be=
reits zur Auffindung von 100 Millionen unverſehrter
Wertdepots führte, ſtieß man unter dem Schutt auf ein
lebendiges Meerſchweinchen, das zwar recht ſchwach war,
aber ſonſt weiter keinen Schaden gelitten hatte. Das arme
Tier, das volle 16 Tage ohne Futter und Waſſer
einge=
ſchloſſen geblieben, war einen Tag vor Ausbruch des
Feuers von den Aerzten der Verſicherungsgeſellſchaft nach
dem dritten Stock des Gebäudes geſchafft worden, um hier
zu Zwecken der Viviſektion zu dienen. Das Tier war
Gott weiß auf welchem Wege während des Wirrwars der
Feuerpanik in die Kellerräume gelangt und hatte hier die
Höllenglut des Feuers wie die ihr folgende Eisperiode
glücklich überſtanden. Es war bei der Auffindung ſehr
erſchöpft, aber noch kräftig genug, um den Händen ſeiner
Befreier energiſchen Widerſtand zu leiſten. Das arg
ge=
prüfte Meerſchweinchen wird zur Belohnung der
überſtan=
denen Pein jetzt das Gnadenbrot erhalten, nachdem es
das Feuer vor der Viviſektion und die Schatzgräber der
Brandwache vor dem Hungertode ſo wunderbar gerettet
haben.
Karneval in Darmſtadt.
Ein Zigeunerfeſt boten in launiger Faſchingsluſt
der Bürgerverein gemeinſam mit dem
Darm=
ſtädter Fechtklub heuer anſtelle eines Maskenballs
ihren Mitgliedern und Freunden, die in ſtattlicher Zahl
zu der ſchönen Veranſtaltung ſich eingefunden.
Der=
hübſche, intime Saal des Hotels „Zur Traube” trug
feſt=
lich=närriſchen Schmuck und an der Stirnſeite hatte man
ein wild=romantiſches Zigeunerlager mit Wald= und
Felspartien errichtet. Der hübſchen Idee, die ein frohes,
ungebundenes, hin und wieder gar ausgelaſſenes Leben
und Treiben von vornherein garantierte, hatte man faſt
ohne Ausnahme entſprochen und ſo bildete eigentlich der
ganze Saal ein Zigeunerlager, bevölkert von braunen
Töchtern der Freiheit, die blitzenden Augen und den
lachenden Mund umrahmt von ſchwarzem, wildem
Ge=
lock, und von wild und verwegen, oder auch —
verführe=
riſch dreinſchauenden, gleich braunen Söhnen der Pußta,
die im Czardas ſich drehten, das braune Lieb im Arme,
das nur zu willig ſich hingab der ſeligen Luſt, die Muſik
und Tanz und Sang und Gläſerklang für ein paar
Stun=
den dem grauen Alltag abtrotzten. Und dann hielt ein
richtiger, verwegener Zigeunertrupp ſeinen Einzug und
nahm das Lager in Beſitz und vor den Augen und Ohren
der Beſucher entrollte ſich ein farben= und launefrohes
Lagerleben um flackerndes Waldfeuer, über dem in
rußi=
gem Keſſel es appetitlich duftend ſiedete.
Im Schatten des Waldes, im Buchengezweig,
Da regt ſich’s und raſchelt’s und flüſtert zugleich;
Es flackern die Flammen, es gaukelt der Schein
Um bunte Geſtalten, um Laub und Geſtein.
Das iſt der Zigeuner bewegliche Schar,
Mit blitzendem Aug’ und mit wallendem Haar,
Geſäugt in des Niles geheiligter Flut,
Gebräunt von Hiſpaniens ſüdlicher Glut.
Ums loderne Feuer in ſchwellendem Grün,
Da lagern die Männer verwildert und kühn,
Da kauern die Weiber und rüſten das Mahl
Und füllen geſchäftig den alten Pokal. — —
Und dann wickelte das reizende, poeſieumwobene
Zi=
geunerſpiel, das Herr Karl Goebel gedichtet, ſich flott
und wirkungsvoll ab. Es zeigte, wie die Hüter der
hei=
ligen Hermandad zunächſt keinen Sinn haben für die
wildſchöne Romantik des Zigeunerlebens und es jäh
beenden wollen. Wie ſie doch dann ſelbſt erliegen den
Verführungskünſten der glutäugigen Schönen und willig
ſich in ihren Bann ſchlagen laſſen. Doch lange ſoll die
Freude nicht währen, denn ein anderer Gendarm kommt
und nach anfänglichem Poltern und Schelten und nach
reichlichem Genießen des famoſen Rebenſaftes gibt er den
gutgemeinten Rat, ſich ſchleunigſt fortzumachen, weil
Ver=
ſtärkungen gleich nachfolgen würden. Nun brechen die
Zigeuner ſchleunigſt ihr Lager ab und der Zug entfernt
ſich fluchtartig.
Doch wie nun im Oſten der Morgen erwacht,
Verlöſchen die ſchönen Gebilde der Nacht;
Laut ſcharrt das Maultier beim Tagesbeginn,
Fort zieh’n die Geſtalten. Wer ſagt dir, wohin? — —
Dargeſtellt wurde das Stückchen von etwa 30 Damen
und Herren in friſcher, wirkungsvoller Weiſe; die
Haupt=
rollen lagen in den bewährten Händen der Damen A.
Krömmelbein und E. Lorenz und der Herren
J. Fiſcher und K. Langnes. Die hübſchen,
charak=
teriſtiſchen Tänze hatte Frl. Käthe Müller einſtudiert.
Durch Violinvorträge erfreute Herr Jeidels und durch
Sologeſänge Herr Röhler. Den zweiten Tag des
Feſtes bildete ein flotter Ball, und als der Tag graute,
brachten die erſten „Elektriſchen” die letzten
Feſtteilneh=
mer heim.
g. Darmſtädter Karneval=Geſellſchaft. Eine große
Anzahl von fröhlichen Närrinnen und Narren hatte ſich
am Sonntag auf die Einladung des Großen Rates zur
erſten Damen= und Herren=Sitzung der Darmſtädter
Karnevalgeſellſchaft im Städtiſchen Saalbau
eingefun=
den und als um 7,11 Uhr der Elferrat unter den
Klän=
gen der Hauskapelle einzog, herrſchte bereits in dem
när=
riſch ausgeputzten Saale ein echt karnevaliſtiſches
Trei=
ben. Narr Fey begrüßte die unterſchiedlichen Verehrer
des Gottes Jokus mit einer närriſch=poetiſchen, in die
Melodie der Tannhäuſer=Ouverture gekleideten
Feſt=
anſprache, der Präſes Hans Schramm den offiziellen
Dank des Komitees für das Erſcheinen folgen ließ.
Hier=
auf ſtieg der Protokollführer Georg Schneider in die
Bütt, ein vom Narr Kommnick wunderſam
angefer=
tigtes Zwitterding von Pegaſus und Flugmaſchine; die
Nummer 25.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
Seite 5.
auf dieſer Bütt verbrochenen Monologe waren deshalb
auch von „hohem” poetiſchen Schwunge. Ein von
Narr Fritz Jäniſch=Frankfurt verfaßtes Lied „
Aus=
blicke in die Zukunft” wurde hierauf von der
Narren=
gemeinſchaft mit der nötigen Begeiſterung zum Vortrag
gebracht. Als nächſter Proſavortrag folgte das
Klage=
lied eines geplagten Schuſterjungen, den der
unermüd=
lich Narr Veith mit geſundem Mutterwitz und
unüber=
trefflicher Komik mimte. Doch ſoll hier gleich bemerkt
werden, daß auch die beiden anderen Schuſterjungen (die
Schuſterinnung ſchien an dem Abend ihren ſämtlichen
Lehrbuben Urlaub gewährt zu haben), die von den
Narren Brück und Engel verkörpert wurden, eine
der=
artige Schuſterjungenweisheit entwickelten, daß man in
den Glauben verſetzt werden kann, der ziemlich
ausge=
ſtorbene Berliner Schuſterjunge hätte in Darmſtadt eine
neue Heimat gefunden. Schallende Heiterkeit erntete
Narr Feh auch mit ſeinem „Hoſenkavalier”. Er erhielt
für ſeine ausgezeichnete Schneider= und Vortragsleiſtung
den Hoſenbandorden. Auch eine Närrin konnte als
Dichterin mit einem Orden ausgezeichnet werden, es war
dies Frl. Schneider, die Tochter des närriſchen
Pro=
tokollanten. Der bekannte und beliebte Narr Krämer
brachte mit ſeinen muſikaliſch=künſtleriſchen Leiſtungen,
die er als echter Narr im humoriſtiſchen Gewand
dar=
bot, angenehme Abwechslung in das reichhaltige Menu.
Er zeigte ſich als Meiſter beim Fylophonſpielen und
ſeine muſikaliſchen Leiſtungen mit den Glocken, den
Hu=
pen und den Weingläſern waren ein willkommener
Ge=
nuß. Er wurde ebenfalls mit einem Orden bedacht.
Eine feine „Nummer” war der „Durchfallskandidat” des
Narren Wirthwein, der den Reichstagswählern
(allerdings verſpätet) den Rat gab, nur Narren in den
Reichstag zu wählen, dann würden wir die
Abgeord=
neten wohl alle unter eine Kappe bringen. Sodann
er=
ſchien der ſelige Geiſt des alten Heppenheimer und
er=
zählte ſchaurig=ernſte Geſchichten, die er als Wächter in
dem „Herrn ſeim Garten” erlebt hatte. Der ehrwürdige
Alte mit de Pip war der Narr Karl Rupp, der für
ſeine intereſſanten Geſchichten ebenfalls mit einem Orden
dekoriert wurde. Als Gelegenheitsarbeiter ſtellte ſich nun
Narr Bauſcher vor, der mit ſeiner Vorleſung reichen
Beifall fand, desgleichen der Fremdenführer des Narren
Hennemann=Frankfurt. Den Schluß des Programms
bildehn zwei Kabinettſtücke des Narren Erbes=
Gie=
ßen. der mit ſeinem Feuerwehrmann und dem Schüler
wahre Lachſtürme hervorrief. An dem Liederbuch haben
ſich dichteriſch beteiliat außer den bereits Erwähnten die
Komiteemitglieder Singer und Schinner! ſowie
die Narren Münch. Bell, Enders und Schäfer.
die ſämtlich als Anerkennung vom Rat einen Orden und
von der Kayelle einen kräftigen Tuſch erhielten.
Zum Schluß erhielten noch die Mitwirkenden des
letzten Kabarett=Abends Ordensauszeichnungen, worauf
der Präſes um ½12 Uhr die Sitzung für beendet
er=
klärte. Die Tanzfrohen vereinigten ſich ſodann im
Gar=
tenſaale zu einem flotten Tänzchen, das noch bis zum
Morgen dauerte.
Karneval=Verein Beſſungen. Eine ganz
vor=
züglich verlaufene Sitzung hat am Sonntag der
Karneval=Verein Beſſungen, die närriſchen
Elfer, ſeinen zahlreichen Beſuchern in der
Beſ=
ſunger Turnhalle geboten. „Lang wolle mer
lewe — aber beſſer wie ewel” prangte in
Rieſenbuchſtaben über den Thronſeſſeln des Hohen Rates
als Motto, nach dem zu leben, ſicher nachahmenswert.
Und vor den Seſſeln glitzerten im Kerzenlicht die
gold=
funkelnden Hälſe einer ganz ſtattlichen Flaſchenbatterie
als treffende Illuſtration des Mottos, wenigſtens in dem
Sinne, wie die Elfer ſelbſt das „beſſere Leben” ſich
aus=
malen. Seitlich machte ein rieſiger Lapin, mit
Ordens=
kette und Stern geſchmückt, ſein Männcher und gar oft
mußte dieſes Wahrzeichen der Beſſunger ſeinen Kopf
laſſen im Laufe des Abends, und jedes Mal entſtieg dann
ſeinem Bauche ein mehr oder weniger poetiſch
angehauch=
ter Büttredner, um ſeine Geiſtesblitze und=Witze zu
ver=
ſenden. Sie ſcheint ſcharf gepfefferte und paprikierte
Speiſe beſonders zu lieben, die große närriſche Gemeinde
im Reiche der Lapins. Wenigſtens ließ auf dieſe
Seelen=
gemeinſchaft mit den Landsleuten Bruder Janoſchs die
Tatſache ſchließen, daß, je ſchärfer gewürzt die
Geiſtes=
ſpeiſe ſerviert, deſto ſtürmiſcher der Beifall wurde. Und die
närriſchen Köche und Ganymeds trugen dem Rechnung
in jeder Beziehung. Aber abgeſehen von der ſtarken
Würze, waren die Darbietungen des Abends ganz
vor=
züglich und von echt karnevaliſtiſchem Geiſte getragen,
ſodaß der Große Rat wohl zufrieden mit dem Verlauſe
der Sitzung ſein darf.
Den Vorſitz führte der altbewährte Narr Schardt,
der in ſchwung= und humorvollen Verſen die Schar der
Närrinnen und Narren willkommen hieß und mit dem
erſten Lied (Dichter „Viktoria=Hering) den Auftakt zu
den reichhaltigen Darbietungen gab. Nach dem Liede
hielten der Elferrat der Karnevalgeſellſchaft
Narrhalla und des Faſchingsausſchuſſes der
Turn=
gemeinde Darmſtadt ihren Einzug. Die Gäſte
hieß der Präſident in einer herzlichen
Begrüßungs=
anſprache willkommen. Für die Narrhalla dankte deren
Präſident Max Weiner, für den Karnevalausſchuß der
Turngemeinde deſſen Präſident Narr Fillmann. Herr
Max Anſpach, Ehrenpräſident der Narrhalla, ſtattete
noch dem Karneval=Verein Beſſungen für ſein Erſcheinen
zu der Veranſtaltung der Narrhalla und namentlich für
ſeine vortreffliche Gruppe im Jubiläumszuge den
herz=
lichen Dank mit humorvollen Worten ab. Eine Reihe
Ordensauszeichnungen bildeten den äußeren Beweis der
herzlichen Begrüßungen. Dann kam der Protokoller zum
Wort. Es war Narr Mar Ekers, der, von lebhaftem
Beifall begrüßt, in humoriſtiſcher Form allerlei Welt= und
Lokal=Ereigniſſe regiſtrierte. Und dann folgten Schlager
auf Schlager und reicher Ordensſegen ergoß ſich auf
ein=
geborene Lavins und auf „Reingeritſchte” oder
Auslän=
der. Den Plakatanſchläger Mehlbapp, die Bapp=Jule
(Narr Reuter) löſte ein Darmſtädter Rentner (Narr
Angermann) ab, und dieſen wieder ein Humoriſt
(Fritz Erbes). Dann rauſchte eine „Markthockern” in
den Saal und was ſie zu erzählen wußte aus ihrer
be=
ruflichen Tätigkeit und aus ihrem idylliſchen
Familien=
leben erregte Stürme der Heiterkeit. Es war Narr
Guckelsberger. Als zwei beſonders „herrliche
Mäuschen” zeigten ſich Frl. Illgen und Frl.
Hel=
fert. Dann zog eine weltumſegelnde Spezialitätentruppe
unter der Direktion des kleinen Herrn Lili aus Put ein
und erregte mit ihren ſtaunenswerten Leiſtungen am Reck
berechtigte Aufmerkſamkeit. Die gewandte Bande wurde
dargeſtellt von Mitgliedern der Turngemeinde Beſſungen.
Ein „Luſtiges Miniatur=Theater”, zunächſt ein Sänger,
dann ein Unteroffizier und Gemeiner im Zwiegeſpräch,
wurde von den Narren Ganßmann und Ekers dar=
geſtellt. Als Dienſtmann ſtellte ſich Narr Spöhrer vor,
und Herr Fey brachte das Kunſtſtück fertig, am ſelben
Abend ſich an zwei verſchiedenen Stellen durch den
„Hoſenkavalier” einen Orden erſingen. Fraa
Peffer=
loch hatte diesmal ihren Mann, den Herrn Pefferloch
(Narr Schardt), geſchickt, der als Wahlredner für die
Pfefferminzpartei eine köſtliche Agitationsrede hielt. Ein
Schuſterbub (Narr Veith) und endlich ein Arbeitsloſer
(Narr Held) beſchloſſen den Reigen der Vorträge.
Sämt=
liche Redner erhielten Orden. Ebenſo die Liederdichter
für ihre zum Teil ganz brillanten Leiſtungen. Es waren
dies die Narren Hering, Heß, Wandel,
Rei=
mund und Schardt. — ½2 Uhr war’s geworden, als
das Füllhorn der karnevaliſtiſchen Fruchtbarkeit endlich
leer war und Präſident Schardt voller Befriedigung
den ſchönen Abend beſchließen konnte.
* Die Karnevalgeſellſchaft Narrhalla plant für ihre
nächſte große Veranſtaltung am Sonntag, den 4. Febr.,
ganz beſondere Ueberraſchungen. Wie man uns mitteilt,
iſt es dem Großen Rat gelungen, Künſtler zu verpflichten,
die ſich als beiſpielloſe Zugkräfte erweiſen dürften.
Vor=
ausſichtlich werden ſchon morgen nähere Mitteilungen
gemacht werden.
Sport.
— F.=K. „Olympia 1898‟ Am Sonntag verlor
die erſte Mannſchaft gegen F.=K. „Phönix”=Ludwigshafen
mit 3:0 Toren. Die zweite Mannſchaften errang einen
ſchönen Sieg, indem ſie die gleiche des F.=K. „Britannia”=
Frankfurt a. M. mit 5:0 Toren ſchlug, während ſich die
dritte Mannſchaft der gleichen des Frankfurter Vereins
mit 4:3 Toren beugen mußte.
Den Darmſtädter Sportsleuten ſteht in aller Kürze
ein intereſſantes Spiel bevor. Am Sonntag, den 10.
Februar, tritt der F.=K. „Olympia” ſeinem Lokalrivalen,
dem Darmſtädter Sportklub, auf dem Olympia=
Sport=
platz gegenüber. Es wird ſich ein heißes Ringen um
den Sieg entſpinnen, da ſich beide Vereine in guter Form
befinden. Weitere Reſultate: Weſtkreis: „Phönix”=
Mannheim-„ Pfalz”=Ludwigshafen 210.
Ludwigshafe=
ner F.=Geſ. 1903—F.=V. Kaiſerslautern 211. „
Germa=
nia”=Ludwigshafen-Verein für Raſenſpiele=Mannheim
3:3. Südkreis: F.=V. Karlsruhe-, Alemannia‟=
Karls=
ruhe 311. F.=K. Mühlburg-Kickers=Stuttgart 1:0. „
Phö=
nix”=Karlsruhe-„Union”=Stuttgart 310. Sportfreunde=
Stuttgart-F.=K. Freiburg 4:0. F.=K. Pforzheim-F.=V.
Straßburg 211. Oſtkreis: Sp.=V. Fürth-, Wacker”=
München 4:3, „Batenn”=München-, Konkordla”=
Nürn=
berg 642. Verein für Bewi=Svort=Nürnberg-F.=K:
Nürnberg 1:0. Nordkreis: F.=V. Frankfurt-F.=K.
Bür=
gel 011. Sp.=V. Frankfurt-,Germania”=Frankfurt 110.
„Viktoria”=Hanau-„Germania”=Bockenheim 4:1. Hanau
1893—Sp.=V. Wiesbaden 310. „Britannia”=Frankfurt-
„Germania‟=Bieber 222.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 29. Jan. An Vormeldungen auf die
heute zur Zeichnung aufliegenden 600 Millionen Reichs=
und Preußen=Anleihen waren, wie uns von
maßgebender Seite mitgeteilt wird, ſchon am Samstag
ſo große Beträge gezeichnet, daß mit Sicherheit auf einen
vollen Erfolg und nach den bisherigen Erfahrungen
wahrſcheinlich auf eine nicht unerhebliche
Ueberzeich=
nung zu rechnen iſt. Beſonders hoch ſtellen ſich die
An=
meldungen für Schuldbucheintragungen.
Der Arbeiteraufruhr in Differdingen.
* Luxemburg, 29. Jan. Das Luxemburger Wort
meldet aus Differdingen: Einer der bei den
Un=
ruhen verletzten Arbeiter iſt geſtern abend geſtorben,
ſodaß die Zahl der Opfer jetzt fünf beträgt. Heute
mor=
gen iſt alles ruhig, die Arbeit iſt aber noch nicht wieder
aufgenommen worden.
— Differdingen, 29. Jan. Die italieniſche
Regierung wurde amtlich von den revolutionären
Ausſchreitungen der italieniſchen
Arbei=
ter in Deutſch=Luxemburg unterrichtet mit dem
Hinzu=
fügen, daß demnächſt alle in Luxemburg arbeitenden
Ita=
liener, die ſchon längſt eine Gefahr für das Land bildeten,
des Landes verwieſen würden. Da bei dem
Be=
gräbnis der getöteten Pbrſonen erneute Unruhen
be=
fürchtet werden, wurden umfangreiche
Sicherheitsvor=
kehrungen getroffen. Der geſtrige Sonntag iſt ruhig
verlaufen. Infolge der verſöhnlichen Haltung der
Dif=
ferdinger Verwaltung beſteht Hoffnung auf baldige
Be=
endigung des Streiks. Heute treffen in Differdingen 150
Arbeiter aus Dortmund ein zu den 120, die ſchon am
Samstag aus Hamburg angekommen ſind.
Vermiſchtes.
— Berufsvormundſchaft. Der Magiſtrat in
Berlin hat beſchloſſen, vom 1. April d. J. ab die
Sam=
melvormundſchaft für die gefährdeten Kinder, denen die
regelmäßige elterliche Fürſorge fehlt, einzuführen. Die
Organiſation wird im engen Anſchluß an die 7
Säug=
lingsfürſorgeſtellen in Berlin getroffen. Wie bekannt,
hat die Sammelvormundſchaft in Darmſtadt bereits vor
einiger Zeit dieſelbe Einrichtung mit der Großh.
Zen=
trale für M. u. S. und deren Beratungsſtellen getroffen.
Hoffentlich wird auch in den anderen größeren Städten
Heſſens bald die Sammelvormundſchaft eingeführt. Was
in dem großen Berlin möglich iſt, ſollte auch bei uns ſchon
deshalb zu erreichen ſein, weil die Sammelvormundſchaft
auch für die Außenverwaltung eine pekuniäre Entlaſtung
bedeutet.
— Franzöſiſche Warenhäuſer in
Deutſch=
land. Die Preſſe beſchäftigte ſich kürzlich wiederholt mit
angeblichen Gründungen franzöſiſcher Warenhäuſer in
Deutſchland; beſonders erwähnt wurde ein franzöſiſches
Gründungsprojekt in Straßburg. Wie uns der „Verband
Deutſcher Waren= und Kaufhäuſer” hierzu mitteilt, handelt
es ſich bei dieſem Unternehmen um eine Gruppe
Straß=
burger Spezialgeſchäfte, die gemeinſam unter Beteiligung
franzöſiſcher Geſchäftsfreunde — die altangeſeſſenen
elſaß=
lothringiſchen Geſchäfte ſind bekanntlich mit den
franzöſi=
ſchen vielfach noch eng liiert — ein Warenhaus errichten
wollen. Aus dieſem einfachen Straßburger Vorgange
wurde dann gleich eine „Invaſion franzöſiſcher
Waren=
häuſer nach Deutſchland” gemacht.
— Gemeinde= und Krankenpflege des
Diakoniſſenweſens. Ueber den Beſtand des mit
der Gemeinde= und Krankenpflege aufs engſte
verbun=
denen Diakoniſſenweſens macht die Kaiſerswerther Ge=
neralkonferenz letzten Jahres nachſtehende Angaben: Zur
Zeit beſtehen 84 Mutterhäuſer mit 19958 Schweſtern auf
7216 Arbeitsfeldern bei einer Einnahme von 20 528 586
Mark. Die Arbeitsfelder umfaſſen 1115 Krankenhäuſer,
155 Rekonvaleszentenhäuſer, 460 Siechen= und
Verſor=
gungshäuſer, 90 Anſtalten für Krüppel, Blinde,
Taub=
ſtumme, Blöde und Epileptiſche, 3454 Gemeindepflegen,
202 Erziehungshäuſer, 1117 Kleinkinderſchulen, 154
Krip=
pen, 77 Mägdeanſtalten, 78 Erziehungshäuſer für
ver=
wahrloſte Kinder, 62 Magdalenen= und Fürſorgeanſtalten
und 252 verſchiedene ſonſtige Zweige. Von den
Haupt=
mutterhäuſern hat Kaiſerswerth 1337 Schweſtern,
Biele=
feld 1255, Stuttgart 923, Königsberg 869, Neuendettelsau
750, Dresden 703, Hannover 569, Breslau=Bethanien 527,
Poſen 432, Witten 419, Berlin=Bethanien 368, Berlin=
Paul Gerhardtſtift 378, Karlsruhe 375 Schweſtern. An
Arbeitsfeldern hatte mit Schweſtern zu verſorgen
Biele=
feld 401, Königsberg 370, Kaiſerswerth 340, Dresden 274,
Neuendettelsau 253, Hannover 221, Stuttgart 200. In der
Krankenpflege ſtehen 51,8 Prozent, in der Gemeindepflege
30,6, in der Erziehung 14,8, auf ſonſtigen Gebieten 2,8
Prozent der Schweſtern, darunter 130 im Orient und 45
auf 24 Stationen im Miſſionsdienſt. Seit 1907 iſt die
Zahl der Schweſtern um 10, der Arbeitsfelder um 8,8
Prozent, die Einnahme um 12 Prozent gewachſen.
Literariſches.
— Praktiſch in Form und Inhalt, vornehm in der
Ausſtattung, ſo präſentiert ſich der ſoeben in 45. Auflage
erſchienene Zeitungs=Katalog der
Annon=
cen=Expedition Rudolf Moſſe. Es gibt auf
dem großen Gebiete des Zeitungsweſens kaum eine Frage,
auf die dieſer bewährte Ratgeber die Antwort ſchuldig
bliebe. In gewohnter überſichtlicher Anordnung enthält
der Katalog alle für den Inſerenten wiſſenswerten
An=
gaben. Von beſonderem Wert iſt der dem Katalog
bei=
gefügte „Rudolf Moſſe Normal=Zeilenmeſſer” der die
einzige, ſichere und bequeme Handhabe für korrekte
Raum= und Koſtenberechnung bietet. Wie in den letzten
Jahren widmet die Firma Rudolf Moſſe ihren Kunden
als Beigabe zum Katalog eine elegank ausgeſtattete
Schreibmappe mit einem Notizkalender für jeden Tag
des Jahres, einer Reihe für das Geſchäftsleben wichtiger
Geſetzesbeſtimmungen, ſtatiſtiſcher Notizen, Portotarife,
Zinstabellen uſw.
* Neu erſchienene Broſchüren. Die
Selbſt=
ſuggeſtion zur Heilung chroniſcher Krankheiten. Von Dr.
med. Kühner, Arzt und Amtsarzt z. D. (80 Pfa.) Leipzig,
Hof=Verlag Edmund Demme. — Das gefährliche Alter
oder: Die Wechſeljahre der Frau. Gefahren, Verhütung
und Behandlung. Von Dr. med. Kühner, Arzt und Herzogl.
Kreisphyſikus z. D. (50 Pfg.) — Das Mädchenſchulweſen
in den deutſchen Einzelſtaaten. Eine vergleichende
Ueber=
ſicht von Liz. Dr. Schnell in Güſtrow. Preis 80 Pfg.
Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin. — Die
Löſung der ſozialen Frage! Von Karl Ludwig. 35 Pfg.
Verlag der Handelsdruckerei in Bamberg. — Chroniſch
kalte Füße, Weſen. Wirkung, Verhütung und Heilung. Von
Dr. Orlob und Dr. Walſer. (30 Pfg.) 4. Aufl. Verlag
von Edmund Demme. Leipzig. — Upton Sinclairs
Hun=
gerkur. oder: Das gelöſte Geheimnis, wie man vollkommen
geſund wird und bleibt. Von Dr. H. Starving. 30 Pfg.
3. Aufl.. Leipzig. Hofverlaasbuchhandlung Edmund Demme.
— Tripolis und der Dreibund. Von Arthur von Studnitz
(Deutſches Druck= und Verlagshaus, G. m. b. H., Berlin
SW. 68), 40 Pfg.
Muſik.
Den bisher erſchienenen Wagner=Heften der
popu=
lären Noten=Zeitſchrift „Muſik für Alle” ſchließt ſich
nunmehr „Rienzi” an und wird dieſes Heft eine
willkom=
mene Ergänzung ſein. Die noch ganz im Meyerbeer=Stil
gehaltene Oper bietet eine reiche Fülle der herrlichſten
Me=
lodien. Das „Rienzi=Heft” iſt wie die bisher erſchienenen
Wagner=Hefte (Tannhäuſer (2 Hefte), Lohengrin, Triſtan
und Iſolde, Die Meiſterſinger von Nürnberg (2 Hefte),
Der fliegende Holländer) zum Preiſe von 50 Pfg. in
ſämtlichen Buch= und Muſikalienhandlungen, ſowie
di=
rekt vom Verlage Ullſtein und Co., Berlin SW. 68,
Koch=
ſtraße 23/24, zu beziehen.
Die Revolution in China.
* Peking, 29. Jan. Wutingfang forderte
tele=
graphiſch, der Thron ſolle noch heute abdanken, die
Feind=
ſeligkeiten würden ſonſt morgen wieder aufgenommen. Die
Regierung bemüht ſich, die Verlängerung des
Waffenſtill=
ſtandes zu erlangen.
* Peking, 29. Jan. Zu dem Ultimatum
Wu=
tingfangs an den Thron wird weiter gemeldet, daß
General Liyungheng ſich zum Vormarſch von Wutſchang
nach dem Norden rüſtet. Wenn der Waffenſtillſtand nicht
verlängert wird, hängt die Lage davon ab, ob die
Kaiſer=
lichen kämpfen werden, woran man jedoch zweifelt.
Juan=
ſchikais Truppen beziffern ſich jetzt auf 7000 Mann. Weitere
Verſtärkungen werden erwartet. General Tichliang, der
Gegner Juanſchikajs, iſt nach Zientſin geflohen. — Der
Ge=
ſundheitszuſtand des durch das Bombenattentat
verwunde=
ten Generals Liangpi hat ſich gebeſſert.
* London, 29. Jan. Der Daily Telegraph meldet
aus Peking vom 28. ds.: Während der letzten fünf Tage
haben 32 Bomben= und Revolveratkentate in
Mukden ſtattgefunden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Bremen, 29. Jan. Das Schulſchiff des
Deut=
ſchen Schulſchiffvereins „Prinzeß Eitel
Fried=
rich” iſt am 28. Januar wohlbehalten in Havanna
an=
gekommen und tritt am 3. Februar ſeine Heimreiſe an.
* Wien, 29. Jan. Die Poſtſparkaſſe teilt bezüglich
der Zeichnung auf die neue Schatzſchein=Renten=
Anleihe mit, die Nachfrage nach der neuen Rente ſei
ſo rege, daß ein glänzender Erfolg der Subſkription als
geſichert betrachtet werden könne.
* Peſt, 29. Jan). Als der Miniſterpräſident
heute zum erſten Male nach der Augenoperation wieder
im Abgeordnetenhauſe erſchien, wurde er von der
Regie=
rungspartei mit großen Ovationen empfangen. Heute
abend veranſtaltet die Regierungspartei anläßlich der
Ge=
neſung ein Feſtbankett.
* Madrid. 29. Jan. Laut einer Meldung des
Blat=
tes „Eſpana Nueva” liefen von den Azoren Nachrichten
ein, nach denen der Dampfer „Querubie” auf der Höhe
des Archipels geſtrandet iſt und viele Menſchen
um=
gekommen ſind.
* Belgrad, 29. Jan. Wie die Tribuna meldet, iſt
der Zwiſt zwiſchen dem Kronprinzen und dem
Kriegsminiſter beigelegt. Die angeordneten
Ver=
ſetzungen im Offizierkorps wurden aufrecht erhalten.
* Guayaquil, 29. Jan. Erregter Pöbel drang am
Samstag in das Gefängnis von Quito ein, obwohl
dieſes doppelt bewacht wurde, und lynchte die Generale
Eloy Alfaro, Flavio Alfaro, Medardo Alfaro, Ulpiano
Paez, Manuel Serrano die fünf hervorragende
Revolu=
tionäre waren.
— Berlin, 29. Jan. Der 87jährige Ehrenbürger der
Stadt Berlin, Staatsminiſter Hobrecht, iſt ſchwer
er=
krankt.
— Weimar, 29. Jan. Der Landtag des
Großher=
zogtums wurde heute mittag eröffnet. Unter den
Re=
gierungsvorlagen befindet ſich ein Dekret, betreffend die
Aufhebung der Grundſteuer, ein Antrag auf Bewilligung
größerer Summen für Straßenbauten, die endliche Ordnung
der Grundſtückszuſammenlegung und Erhöhung der
Gehäl=
ter verſchiedener Beamtenkategorien. Auch das Geſetz für
den Gebietsaustauſch zwiſchen dem Großherzogtum Sachſen=
Weimar und dem Herzogtum Sachſen=Meiningen liegt dem
Landtag zur Genehmigung vor.
— Bern, 29. Jan. Die Zuckerfabrik in Aarberg iſt
gänzlich niedergebrannt. Man vermutet
Brand=
ſtiftung.
— Paris, 29. Jan. Geſtern riß ſich ein
wildgewor=
dener Stier von ſeinem Treiber los. Ein Schutzmann,
der ſich dem Tier in den Weg ſtellte, wurde aufgeſpießt,
ein Soldat ſchwer verletzt. Es gelang ſchließlich, den
Stier durch Schüſſe niederzuſtrecken.
H. B. Madrid, 29. Jan. Zu einem blutigen
Zu=
ſammenſtoß kam es in Yeres. Eine Delegation war in
den Ort gekommen, um dem Deputierten des Bezirks eine
Bittſchrift zu überreichen. Hierbei gerieten ſie mit den
Be=
wohnern der Stadt zuſammen. Die Delegierten wurden mit
Schüſſen und einem Hagel von Steinen empfangen. Mehrere
Perſonen wurden verwundet. Der Gemeindevorſteher wurde
durch zwei Schüſſe in den Kopf getroffen und brach tödlich
verletzt zuſammen. Der Bürgermeiſter der Stadt, der die
Ruhe wieder herſtellen wollte, wurde ebenfalls verwundet.
Die aufgeregte Menge verſuchte ihn zu lynchen. Den
hinzu=
eilenden Truppen gelang es noch rechtzeitig, ihn zu retten
und die Ruhe wieder herzuſtellen.
Zur Kräftigung der Knochen.
Mein 34jähriges Töchterchen Anna, das im erſten
Lebensjahr ſehr unter einem zarten Knochenbau zu leiden
gehabt hatte, deſſen Folgen ſich immer wieder zeigten,
hat mir zu Anfang des Jahres große Sorge gemacht.
Das Kind war ſo ſchwach, daß es tatſächlich kaum laufen
konnte. Ich ließ es deshalb eine Zeitlang regelmäßig
Noitr Eillaisioh
nehmen und kann heute feſtſtellen, daß mein Töchterchen
nach vier Wochen um 31 Pfund zugenommen hat.
Die gewünſchte Kräftigung ließ nicht lange auf ſich
warten, und heute ſpringe die Kleine über Stock und
Stein, iſt viel heiterer als früher und entwickelt auch
einen ganz gehörigen Appetit.
(Gez.) Fran Roſa Zuber, Nürnberg, Unterer Jubenhof 9 III, 8. 8. 1910.
Daß Scotts Lebertran=Emulſion, wie kaum ein anderes
Mittel, dazu beiträgt, die Knochen der Kinder zu kräftigen, daß
Kinder, die nicht ſtehen und laufen lernen wollen, ſchon nach
kurzem Gebrauche der echten Scotts Emulſion anfangen, ſich
aufzurichten, allein auf den Füßchen zu ſtehen und zur Freude
ihrer Eltern bald zu laufen beginnen, iſt eine jetzt unzählige
Male feſtgeſtellte Tatſache, über die ſich nichts Neues mehr ſagen
läßt. Dieſe allgemein anerkannten Erfolge ſprechen für ſich ſelbſt.
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſiegelten
Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem
Dorſch). Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima Glyzerin
50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphorigſaures Natron 2,0
pulb. Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi pulv. 2,0, Waſſer 129,0, Alkohol
11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl
ie 2 Tropfen.
Es ist ein uralter Widerspruch,
daß alle Vergnügen des Menſchen auch die
größten Gefahren in ſich ſchließen. Ob ſich’s nun
um Bälle, um Eisſport und Schlittenfahrten
handelt — immer iſt die Möglichkeit vorhanden,
daß man ſich tüchtig erkältet und das Vergnügen
in langer Stubenhaft, mit Schmerzen und den
läſtigen Erſcheinungen ſchwerer Katarrhe büßen
muß. Darum ſollte man bei allen ſolchen
Ver=
anſtaltungen immer Fays ächte Sodener Mineral=
Paſtillen benützen, die in ihrer bequemen
An=
wendungsform kein Vergnügen ſtören und doch die
Gefahren ganz erheblich herabſetzen. Fays Sodener
kauft man überall für 85 Pfg. die Schachtel. (1829M
Hotel Darmstädter Hof
Vornehmes Sälchen für
— Vertobte
zur Abhaftung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet.
(130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein‟.
bringt niemand in ſein Haar, der es
ſich dauernd erhalten will. Sie ſind
Haartöter, weil ſie das Haar
ver=
ſchmieren, die Poren verſtopfen und
die zur Erhaltung des Haares
not=
wendige Hautatmung unmöglich
machen. Bei ſtändigem
Javol=
gebrauch wird das Haar leicht jede
gewünſchte Form der Friſur an= 2
nehmen, und trotzdem werden die
Nachteile, die die Anwendung von
Pomaden und Oelenhat, vermieden. Javol” kräftigt ferner
das Haar und beugt dem Haarausfall vor, „Javol” wird
nur in Originalflaſchen zu 2 M. und in Doppelflaſchen zu
3,50 M. verkauft. Es wird fetthaltig für trockenes Haar und
fettfrei für fettreiches Haar hergeſtellt. Ueberall zu haben.
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Aus Winterkurorten.
Man ſchreibt aus St. Blaſien im
Schwarz=
wald: Wir haben hier oben auf den
Schwarzwald=
höhen prächtiges Winterweiter und die liebe Sonne
ſcheint vom frühen Morgen auf die Terraſſen, Balkone
und in die Liegehallen, die, am Rande des herrlichen
Tannenwaldes gelegen, freundlich auf das Albſtädtchen
herabſchauen. St. Blaſien genießt wegen ſeiner
erfolg=
reichen Winterkuren Weltruf und wer einmal die
wohl=
tuende Wirkung ſeiner klaren Höhenluft empfunden hat,
der wird begreifen, daß die Zaol der Wintergäſte von
Jahr zu Jahr wächſt. Das hieſige, 800 Meter hoch
ge=
legene Sanatorium für Lungenlranke iſt auch in dieſem
Winter völlig beſetzt.
Aus dem Geſchäftsleben.
Man lebt jetzt in der Zeit der „Weißen Woche‟
Am hieſigen Platze tritt dieſes Jahr die Firma
Mainzer Warenhaus (Guggenheim & Marz)
zuerſt auf den Plan, die ihr modernes Geſchäftslokal
mit Zuhilfenahme 1000er von Taſchentüchern und
Wäſcheſtücken in eine weibe Wandelhalle umgeſtaltet hat.
Im Parterre ſind große Quantitäten Wäſche und
Weiß=
waren ausgelegt, neben dieſem hat die Firma, um ihren
Kunden den Aufenthalt recht angenehm zu machen,
einen eleganten Teegarten (Erfriſchungsraum) eingerichtet,
wo Tee und Gebäck gratis verabreicht wird.
(2824
Ein ſeltenes Angebot macht die bekannte
Firma Wilkes & Cie., Aachen. Dieſelbe verſendet
koſtenlos und ohne Kaufzwang an Jedermann die aus
über 1000 Neuheiten beſtehende Muſterkollektion von
Herren= und Damenſtoffen. Die Muſter werden
vollſtändig franko verſandt und außerdem wird das
Porto für die Rückſendung beigefügt! Eine ſolche
Ge=
legenheit ohne einen Pfennig Koſten! und ohne jede
Kaufverpflichtung einen Einblick in die neueſie Mode zu
gewinnen, ſollte Niemand unbeachtet laſſen. Man
be=
achte die heutige Beilage.
Se. Kgl. Hoheit Prinzregent Luitpold von
Bayern ſind wie bekannt vor wenigen Wochen bei
den Jagden im Speſſart zum erſtenmale in einem
Auto=
mobil und zwar in einem Benzwagen gefahren und
haben nun ſoeben bei den welibekannten Benzwerken in
Mannheim eine 25/45=pferdige Limuſine beſtellt.
Aecher Anerkennung und welchen Rufes ſich die
Benz=
wagen erfreuen, beweiſt nachſtehende Liſte der Aufträge,
die der Firma Benz u. Cie. von Allerhöchſten und
Höchſten Herrſchaften in den letzten Monaten erteilt
worden ſind. Es gaben in Auftrag: Seine Majeſtät
der Deutſche Kaiſer einen 29/60=pferdigen Wagen, das
Hofmarſchallamt Seiner Majeſtät des Kaiſers von
Rußland ein 10 20 und ein 25/45 Ps. Landaulet. S.
Kgl. H. der Großherzog von Baden ein 25/45 PS.
Lan=
daulet, S. Kgl. H. der Großherzog von Mecklenburg=
Strelitz eine 25/45 PS. Limuſine, Ihre Kgl. H. die
Großherzogin von Luxemburg einen 14/30 PS. Wagen,
S. Kgl. H. der Fürſt von Hohenzollern ein 29/60 Ps.
Runabout, S. Kgl. H. der Erbgroßherzog von
Mecklen=
burg=Strelitz einen 25/45 PS. Wagen, S. Kaiſerl. H.
Großfürſt Nikolai=Nikolajewtſch von Rußland ein 25/45
PS. Landaulet, S. Kgl. H. Prinz Eitel=Friedrich von
Preußen einen 29/60 PS. Wagen, S. Kgl. H. Prinz
Heinrich von Preußen ein 29/60 PS. Runabout, J. Kgl. H.
Prinzeſſin Heinrich von Preußen ein 14/30 PS. Landaulet,
S. Kal. H. Prinz Waldemar von Preußen ein 14/30 PS.
Runabout, S. Kgl. H. Prinz Friedrich Leopold von
Preußen einen 29/60 PS. Wagen, S. Kgl. H. Prinz
Wilhelm von Schweden zwei 25/46 PS. und einen 14/30
PS. Wagen, S. Kgl. H. Prinz André von Griechenland
ein 29/60 PS. Runabout, S. H. Herzog Adolf Friedrich
von Mecklenburg=Strelitz einen 14 30 PS. Wagen, S. H.
Herzog von Glücksburg einen 14/30 PS. Wagen.
Bad Wildungen, 26. Januar 1912. Die
dies=
jährige ordentliche Generalverſammlung der Bad
Wil=
dunger Heilquellen A.=H. Königsquelle fand geſtern
in Kaſſel ſtatt. Der Geſchäftsbericht bezeichnet das
ab=
gelaufene Jahr als ein außerordent ich günſtiges, ſowohl
hinſichtlich des Waſſerverſandes, als auch für den Kur=
und Badebetrieb. Der Verſand der Königsquelle iſt
gegen das Vorjahr um faſt 50 Proz. geſtiegen.
Infolge=
deſſen konnte zum erſten Male eine Dividende von
3 Proz. genehmigt werden. In den Aufſichtsrat wurden
gewählt die Herren: Hotelbeſitzer Höhle=Wildungen als
Vorſitzender, Karl Dietrich in Firma Gebrüder Dietrich=
Fritzlar als Stellvertreter, Lehrer Drinhaus=Wildungen,
Rechtsanwalt Dr. Heye=Bremen, Rentner Koch=
Wil=
ungen, Kaufmann Larbig=Fritzlar, Kaufmann
Lieb=
nann=Sachſenhauſen, Rentner Ludewig=Hamburg und
Gerichtsaſſeſſor Schulte=Wintrop, Münſter. Sämtliche
Beſchlüſſe und Waklen erfolaten einſtimmig.
Ogansnsgätasatanse
Die glückliche Geburt eines geſunden kräftigen
Ca
Knaben
zeigen hocherfreut an
wes 3
Meiningen, 24. Januar 1912
Augenarzt Dr. Lindeman u. Frau
Johanna, geb. Stoy.
Ogetehsd
Die Beerdigung der
(2794
Frau Eiimererrmann
findet am 30. Januar, nachmittags 2 Uhr,
vom Hauſe Große Kaplaneigaſſe aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen ſagt tiefgefühlten Dank
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Lina Gaßmann, geb. Droste.
Darmſtadt, den 29. Januar 1912. (2831
Stadtkirche.
Mittwoch, 31. Januar, abends 8 Uhr:
Kirchen=
muſikaliſche Abendfeier. Kollekte.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Mitteleuropa lagert ein ausgedehntes
Hoch=
druckgebiet, unter deſſen Einfluß wir überall trockenes,
kaltes Wetter haben. Im Nordoſten liegt eine ſtarke
Depreſſion, die unſer Wetter nicht beeinfluſſen wird. Im
Bereich des hohen Drucks haben wir morgen keine
Aenderung des Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 30. Januar:
Wolkig, trocken, kalt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Ab. A): „Madame
Butterfly”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Violinvirtuoſen Reemy um 8¼ Uhr in
der Aula der Techniſchen Hochſchule.
Vortrag mit Lichtbilder von Victor Zobel um 8
Uhr=
im „Mathildenhöhſaal” (Freie lit.=künſtl. Geſellſchaft).
Vortrag über die Balkangebiete um 8¼ Uhr im
Saal 326 der Techn. Hochſchule (Volksbildungsverein).
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heſ.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Gra=
phiſche Zuſammenſtellung der
Reichstagswahlergeb=
niſſe; Brand des katholiſchen Vereinshauſes in
Bin=
gen; Teilnehmer an der Spitzbergenkonferenz; das neue
Stadthaus in New=York.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 31. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Karl Wilke (
Schwanen=
ſtraße 27) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Holzverſteigerung um ½9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Holzverſteigerung um 10 Uhr im Georgenhäuſer
Gemeindewald (Zuſammenkunft bei Gaſtwirt Schneider
bei Station Meſſel).
Jagdverpachtung um 11 Uhr im Hebererſchen Saale
zu Meſſel.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
Seite 7.
Nummer 25.
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Ungar. Goldrente . . 92,40
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80,70
do.
do,
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6½ Darmſtädter Bank. . 126,40
12½ Deutſche Bank . . . 266,50
6 Deutſche Vereinsb. 125,00
10 Diskonts=Geſellſchaft 192,00
160,00
8½ Dresdner Bank .
6½ Mitteldeut. Kreditbk. 121,90
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 127,75
6½ Pfälzer Bank . . . . 130,50
.140,50
6,45 Reichsbank . .
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 137,50
Pfandbriefe.
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S. 16 und 17 99,20
3½ do. S. 19. . . . . 90,10
4 Frkf. Hyp.=Kreditverem
S. 15—19, 21—26 98,50
4. Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
89,75
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,30
90,30
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,10
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3½ do.
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Italieniſche Noten . . . . 80,80
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Ruſſiſche Noten . . . . . . 216,00
Schweizer Noten . . . . . 81,10
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Reichsbaus=Kombard Zsl. 6
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Jauuar 1912.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
Nummer 25.
CARWertorVohL
Eine Flasche 60 Pfg. ersetzt eine Hausapotheke.
(1313
Karmelitergeist
Luftfahrt.
sr. Für den Zuverläſſigkeitsflug am
Oberrhein, der in dieſem Jahre unter dem
Protek=
torate des Prinzen Heinrich von Preußen vom Kartell der
Südweſtdeutſchen Luftſchiffer=Vereine abgehalten werden
ſollte, hat neuerdings auch die Stadt Freiburg i. B.
einen Preis von 8000 Mark geſtiftet. Die näheren
Propoſitionen für den Flug ſollen in einer demnächſt in
Berlin ſtattfindenden Sitzung feſtgelegt werden, in der
vorausſichtlich Prinz Heinrich den Vorſitz führen wird.
sr. Zwei neue Aeroplan=Weltrekords
wurden am Freitag wiederum in Frankreich aufgeſtellt;
beidemale waren Sommer=Apparate verwendet worden.
Zunächſt griff der Aviatiker Bathiat auf einem
Som=
mer=Eindecker mit 70 PS.=Gnome=Motor den
Schnellig=
keitsrekord an, der bisher von dem Aviatiker Védrines
gehalten wurde. Bathiat verbeſſerte ſämtliche Rekords bis
120 Kilometer. Er flog 10 Kilometer in 4:8½ (bisher
Védrines 4113½), 20 Kilometer in 8:13½ (8:26½),
30 Kilometer in 12:25½ (12:40¾), 40 Kilometer in 16:33½
(16:53), 50 Kilometer in 20:43½ (21:04), 100 Kilometer in
41:28½ (41:46½, und ſchließlich 120 Kilometer in 49:45.
Die durchſchnittliche Stundengeſchwindigkeit betrug 146
Kilometer 440 Meter gegen die bisherige Beſtleiſtung von
Védrines mit 145,177 Kilometer. Teilweiſe erreichte
Ba=
thiat ſogar eine Geſchwindigkeit von 150 Kilometern. —
Der zweite Weltrekord wurde von dem Aviatiker Molla
auf einem Sommer=Doppeldecker aufgeſtellt. Er hatte
5 Paſſagiere an Bord genommen, mit denen er 1 Stunde
6 Minuten in der Luft blieb. Das Geſamtgewicht der
Paſſagiere, ſowie des Benzin= und Oelvorrates betrug
500 Kilogramm, ſo daß mit dieſem Rekord eine Leiſtung
aufgeſtellt wurde, die vorläufig kaum überboten werden
dürfte.
sr. Die Proteſte um den Preis der
Frei=
heitsſtatue von 10000 Dollars ſind nunmehr
end=
gültig erledigt worden. Der Preis iſt jetzt dem engliſchen
Aviatiker Graham White ausgehändigt worden, deſſen
Anſprüche vom Internationalen Luftſchiffertag in Rom
im Herbſt vorigen Jahres bekanntlich anerkannt worden
ſind.
Sport.
— Braunshardt, 28. Jan. Am Sonntag ſpielte
die 1. Mannſchaft der Fußballriege der
Turn=
gemeinde Braunshardt gegen die 2. Mannſchaft
des Fußballklubs „Britannia”=Gräfenhauſen, reſp. 1.
Mannſchaft, da „Britannia” die Hälfte ihrer 1.
Mann=
ſchaft ins Spiel ſtellte. Das Spiel endete mit 6:2 Toren
zugunſten der „Britannia” Zu Halbzeit ſtand das Spiel
2.2 Toren.
sk. Die deutſche Ski=Meiſterſchaft
ge=
langte am Sonntag bei Immenſtadt (Bayern) in
An=
weſenheit des Prinzen Franz von Bayern und Vertretern
von England, Schweden, Norwegen, Schweiz und
Oeſter=
reich zum Austrag. Trotz ungünſtiger Wetterverhältniſſe
nahmen die Wettläufe einen ſehr befriedigenden Verlauf
und es wurden hervorragende Zeiten erzielt. Den
Se=
nioren=Dauerlauf über 14 Kilometer gewann Lauritz
Bergendahl=Chriſtiania in 35:33 vor Henrickſen=
Chri=
ſtiania und Ulleroldſaeter=Nordmarken 38:08. Der
Ver=
teidiger der Meiſterſchaft, Böhm=Hennes, blieb
unpla=
ziert. Für den Senioren=Sprunglauf waren 32
Meldun=
gen abgegeben. Den Sieg errang Oeſtbyn mit einem
Sprung von 32 Metern, der damit die Meiſterſchaft
ge=
winnt. Im Offiziers=Lauf kam Leutnant Brendel=
Frei=
ſing nach 38 Minuten als Erſter durchs Ziel. Der
Ju=
nioren=Dauerlauf über 8 Kilometer brachte Gerber=
Mün=
chen mit 42104 den erſten Preis. Den Militär=Lauf über
8 Kilometer gewann der Freiwillige Eſpermüller=
Kemp=
ten. Einen Hindernis=Lauf über eine ſehr ſchwere
Strecke gewann Heiler=München und den Junioren=
Sprunglauf Knorr=München mit einem Sprung von 21½
Meter.
em. Die deutſche Eishockey=
Meiſter=
ſchaft, die am Sonntag im Berliner Eispalaſt vom
Eishockey=Bezirk Berlin zum erſten Male veranſtaltet
wurde, brachte nur einen Kampf zwiſchen dem Bexliner
Schlittſchuh=Klub und dem Sport=Klub Charlottenburg.
Der Berliner Schlittſchuh=Klub konnte gegen die gute
Verteidigung des Sport=Klubs Charlottenburg anfangs
nichts ausrichten; dagegen gelang es Charlottenburg,
kurz vor der Pauſe ein Tor zu erzielen. Nach Halbzeit
fiel das ausgleichende Tor des Berliner Schlittſchuh=
Klubs. Bis zum Schluſſe wurde von keiner Seite ein
weiterer Erfolg erzielt. Nach dreimaliger
Spielverlän=
gerung gelang es endlich dem Berliner Schlittſchuh=
Klub, das heißerſehnte ſiegende Tor zu ſchießen. Der
Berliner Schlittſchuh=Klub gewann ſo
knapp mit 211 den vom Kultusminiſterium geſtifteten
Wanderpreis.
h. Die Berliner Hockeyſpiele um die Ver
bands=Meiſterſchaft brachten am Sonntag wegen des
ſpielunfähigen Bodens nur ein Geſellſchaftsſpiel zwiſchen
dem Berliner Sport=Klub und dem F. C. Preußen, das
von Preußen knapp mit 211 gewonnen wurde. — Der
Berliner Hockey=Klub hatte den Deutſchen Hockey=Klub
Hannover zu Gaſte. Wie am Samstag gegen den
Ber=
liner Sport=Klub unterlagen die Hannoveraner auch am
Sonntag gegen den Berliner Hockey=Klub, und zwar
mit 5:0. Der Berliner Hockey=Klub war die beſſere
Mannſchaft und führte bereits bei der Pauſe mit 3:0.
sr. Deutſcher Sieg in der Monaco=
Stern=
fahrt. Die deutſchen Teilnehmer an der internatio
nalen Automobil=Sternfahrt nach Monaco ſchnitten bei
der am Sonntag vorgenommenen Preisverteilung
glän=
zend ab. Der erſte Preis im Betrage von 10000
Francs, ſowie der vom Fürſten von Monaco geſtiftete
Pokal wurde Herrn Direktor J. Beutler=Berlin
(Berliet) zuerkannt, deſſen prächtig ausgeſtattete
Limou=
ſine die 1700 Kilometer lange Strecke Berlin=Monaco
faſt in der gleichen Zeit wie der zuerſt eingetroffene
offene Berliet=Wagen zurückgelegt hatte. Auch der
zweite Preis von 5000 Francs, ſowie der Preis des
Erbprinzen von Monaco fiel an einen Deutſchen, und
zwar an Herrn von Esmarch, der mit ſeiner kleinen
Dürkopp=Limouſine als zweiter deutſcher Teilnehmer und
als dritter im Geſamtklaſſement das Ziel erreicht hatte.
An dritter Stelle klaſſierte ſich ein franzöſiſcher Wagen,
und zwar die große Limouſine des Monſ. Meunier=
Paris, die von den deutſchen Teilnehmern am meiſten
gefürchtet worden war. Vierter wurde Graf Malvaſia=
Le Havre; Fünfter Alfred Fiſcher=Berlin; Sechſter
Paſ=
pard=Brüſſel; Siebenter Frot=Paris: Achter Pariſer=
Verlin; Neunter Nagel=Petersburg; Zehnter Barbario
di San Giorgia=Berlin; Elfter Meyan=Le Havre;
Zwölf=
ter Rougier=Paris; Neunzehnter Haaſe=Stettin;
Vierun=
zwanzigſter Schmidt=Berlin
sr. Internationales Eislaufen in
Da=
vos. Das ſich über zwei Tage erſtreckende
internatio=
nale Eislaufen in Davos nahm am Samstag ſeinen
An=
fang. Für die Damen=Kunſtlauf=Meiſterſchaft hatten ſich
7 Konkurrentinnen gemeldet, die auch alle am Start
er=
ſchienen. Das internationale Schneelaufen über 500
Me=
ter gewann Bohrer=Klagenfurt mit 45,1 Sekunden vor
Chriſtianſen=Davos mit 46,2 Sekunden und Sörenſen=
Helſingfors. Im 5000 Meter=Schnellaufen wurde
Boh=
ren überraſchenderweiſe geſchlagen. Sörenſen blieb mit
9 Minuten 21 Sekunden Sieger über Bohrer mit 9
Minu=
ten 28 Sekunden und Chriſtianſen 9 Minuten 40
Se=
kunden. — Am Sonntag blieb im Kürlaufen um die
Damen=Meiſterſchaft Frl. Meray=Horvath=
Buda=
peſt im Endklaſſement mit der Platzziffer 7 überlegene
Siegerin vor Mrs. G. Smith=London, welche die
Platz=
ziffer 14 erzielte. Dann folgten Miß G. Lycett=London,
Mrs. Johnſon=London, Frl. Straſilla=Troppau, Frl.
Wellenreiter=Wien und Frl. Jacobſon=Helſingfors. Frl.
Meray=Horvath wurde nach ihrem glänzenden Siege von
der ungariſchen Kolonie ein großer Blumenſtrauß
über=
reicht. Im internationalen Junior=Kunſtlaufen blieb W.
Hennig=Berlin (Berliner Schlittſchuh=Klub) mit der
Platzziffer 11 Sieger vor Baſil Williams mit der
Platz=
ziffer 15 und Pigueron=Paris mit der Platzziffer 16. Im
ganzen beteiligten ſich 6 Konkurrenten. — Das inter=
nationale Schnellaufen über 1500 Meter gewann
Boh=
rer=Klagenfurt in 2:30,3 vor Sörenſen=Helſingfors,
Chriſtianſen=Davos und Kniel. Im Schnellaufen über
10 Kilometer erlitt Bohrer dagegen überraſchenderweiſe
eine Niederlage. Sörenſen ſiegte in 18:59 gegen Bohrer
(19118). Chriſtianſen wurde Dritter vor Kniel. Das
Endklaſſement ſtellt ſich nunmehr wie folgt: Bohrer 6
Punkte vor Sörenſen 7 Punkte, Chriſtianſen 11 und
Kniel 16 Punkte.
Rdr. Lapize-Georget Sieger im Pariſer
Sechsſtunden=Rennen. Auf der Pariſer
Winter=
bahn kam am Sonntag ein Sechsſtunden=Rennen zur
Ent=
ſcheidung, das von 18 Mannſchaften beſtritten wurde. Die
Konkurrenz, die Sonntag morgen 7 Uhr 47 Min. ihren
Anfang nahm, ging bei außerordentlich ſtarkem Beſuche
vor ſich, und auch der diesmal frei gegebene Innenraum
war trotz des 20 Franken betragenden Eintrittsgeldes
dicht beſetzt. Zu Anfang des Rennens lagen die
amerika=
niſchen Sechstagefahrer an der Spitze, von denen Collins
und Fogler einige vergebliche Ausreißverſuche
unternah=
men. Die Prämie der erſten halben Stunde ſicherte ſich
Folger im Spurt. Die erſte Stunde legten die führenden
Berthet=Charron 39,700 Kilometer zurück. Martin
La=
roche und Michard=Carapezzi waren hier bereits einmal
überrundet, und das gleiche Schickſal erfuhren Coſtet=
Cöt=
trel in der zweiten Stunde. Das Tempo war durchweg
ſehr ſcharf. Nach drei Stunden waren von der
Spitzen=
gruppe 120 Kilometer zurückgelegt. Die favoriſierten
Amerikaner verhielten ſich verhältnismäßig ruhig. Vor
Ende der fünften Stunde unternahmen die Mannſchaften
Berthet=Charron und Lapize=Georget einen heftigen
Vor=
ſtoß, der aber von den Amerikanern vereitelt wurde. Bald
darauf erfolgte ein 2. glänzender Antritt von Georget=
Lapize, der nach einer langen Jagd von Erfolg gekrönt
war, da die Franzoſen das ganze Feld überrundeten. Das
Reſultat iſt: 1. Lapize=Georget 234,325 Kilometer, 2.
Fog=
ler=Moran, 1 Runde zurück; 3. Comes=Garrigou, eine
wei=
tere Runde zurück; 4. Dupuy=Petit Breton, 5. Appelhans
Bader, 6. Polledri=Petit Bredon, 7. Root=Hill, 8. Berthet=
Charron, 9. Collins=de Mara, zwei Runden zurück; 10.
Heller=Rudi Ruß, 11. Michard=Carapezzi, vier Runden
zurück; 12. Jacquard=Crupelandt, 13. Cottrel=Coſtet.
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
12.
Dienstag, 30. Januar.
1912.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppenübungs=
platz für die Zeit vom 30. Januar bis 1. Februar bringen wir hierdurch zur
allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
(2587si
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung
der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. Januar bis 1. Februar 1912.
Dauer
Datum
der Abſperrung Die Abſperrung
Tag
Truppenteil
erſtreckt ſich
von
his
30. Januar Dienstag Feldart.=Regt. Nr. 251900 vorm. 30nachm.
über das ganze
31.
Mittwoch
300
Abſperrgelände
1. Februar Donnerstag
30
Die Maul= und Klauenſeuche in Mörfelden iſt erloſchen.
(2796
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis der beteiligten Kreiſe, daß das Proviantamt
Darmſtadt fortgeſetzt Roggen und Hafer ankauft. Auskunft über
Lieferungsbeding=
ungen uſw. wird den Verkäufern vom Proviantamt auf Anfrage ſofort erteilt.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt
In Vertr.: v. Werner.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, für Verbreitung vorſtehender Bekanntmachung in Ihren
Gemeinden beſorgt zu ſein
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
(2461dsi
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: v. Werner.
Bekanntmachung.
Betreffend: Reichstagswahlen 1912.
Bei der am 22. d. M. ſtattgefundenen engeren Wahl im VI. heſſiſchen
Reichs=
tagswahlkreis ſind 21094 gültige Stimmen abgegeben worden.
Hiervon erhielten:
Herr Graveur Ludwig Haſenzahl zu Erbach i. O. 11913 Stimmen
und
Herr Buchhändler Otto Rippel zu Hagen i. W. 9181
Erſterer iſt ſomit zum Reichstagsabgeordneten für den VI. heſſiſchen
Wahl=
kreis gewählt.
Gemäß § 28 des Wahlreglements wird dies hiermit öffentlich bekannt gemacht.
Heppenheim, den 26. Januar 1912.
Der Wahlkommiſſär für den VI. heſſiſchen Reichstagswahlkreis:
v. Hahn, Großherzoglicher Kreisrat.
(2797
Dt wart und eeerege eee eentndt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ſinden ſich: 1 Pinſcher. 1 ſchotiſcher Schäferhund, 2 Pinſcher (
eu=
gelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (2765
Lieferung
von Fleiſch — mit Ausnahme des Ochſenfleiſches —, Fleiſchwaren,
Brot, Flaſchenbier, Milch, Butter, Eier, Mehl, Kaffee,
verſchie=
dene Kochviktualien, Seife u. dergl. mehr für das Stadt=
Kranken=
haus während des Verwaltungsjahres vom 1. April 1912 bis
31. März 1913.
Die Lieferung der vorbezeichneten Bedarfsartikel ſoll auf dem
Wege der Verdingung vergeben werden.
Bei allen Artikeln wird erſte Sorte verlangt.
Die Lieferungsbedingungen ſind auf dem Verwaltungsbüro im
Stadt=Krankenhaus, Grafenſtraße 9, einzuſehen. Für die Angebote
ſollen der Einheit wegen beſtimmte Druckſormulare verwendet werden.
Sie können auf dem Verwaltungsbüro des Stadt=Krankenhauſes gegen
geringe Vergütung in Empfang genommen werden. Angebote, bei
denen das vorgeſchriebene Formular nicht verwendet iſt, finden keine
Berückſichtigung.
Wir laden diejenigen, die ſich an der Lieferung zu beteiligen
gedenken, ein, ihre verſchloſſenen, mit bezüglicher Aufſchrift verſehenen
Angebote Donnerstag, den 1. Februar l. Js., vormittags zwiſchen
10 und 12 Uhr, im Stadt=Krankenhauſe, Grafenſtraße 9, in dem
am Haupteingange angebrachten Angebotkaſten einzulegen. Die Proben
dagegen ſind auf dem Verwaltungsbüro abzugeben.
Wir weiſen ganz beſonders darauf hin, daß die Proben nicht
mit dem Namen des Einlegers verſehen ſein dürfen, ſondern lediglich
durch ein Zeichen oder Buchſtaben kenntlich gemacht ſein ſollen, welches
Zeichen in dem Angebot ebenfalls genau enthalten ſein muß. Alle
Preiſe ſind (unter Nichtberückſichtigung der ſogenannten Ladenpreiſe)
lediglich per Kilogramm, bezw. per Liter zu ſtellen; nur für die
Brötchen wird Angebot auf den Preis von 3 Pfennig für 50 Gramm
verlangt.
Die Genehmigung der Vergebung, ſowie die Auswahl unter
allen Anbietenden bleibt Großh. Bürgermeiſterei vorbehalten.
Die Krankenhausdirektion:
Dr. Fiſcher.
(2072a
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.
In den Waldungen der Gemeinde Ober=Ramſtadt, Diſtrikt
Hainböhl in der Gemarkung Ober=Modau werden an Ort und
Stelle verſteigert:
Montag, den 5. Februar 1. Js.,
4 Eichen=Stämme von 29—32 cm mittl. Durchm., 6—11 m Länge
= 2,40 Kubikmeter,
4 Lärchen=Stämme von 27—37 cm mittl. Durchm., 11—20 m Länge
— 4,50 Kubikmeter,
178 Fichten=Stämme von 19—51 cm mittl. Durchm. 5—23 m Länge
— 218,89 Kubikmeter,
Dienstag, den 6. Februar I. Js.,
22rm Buche=, 6 Eiche= und 2 Fichte=Scheiter, 26rm Buche=, 4 Eiche=,
6 Lärche= und 34 Fichte=Knüppel, 1560 Stück Fichten=Wellen,
6 rm Buche=, 4 Eiche= und 68 Fichte=Stöcke.
Bemerkt wird, daß die Fichtenſtämme ſehr ſchöne Schnitt= und
Streckhölzer ſind, nächſt der Kreisſtraße liegen u. gut abzufahren ſind.
Zuſammenkunft an beiden Tagen jedesmal vormittags halb
10 Uhr auf der Kreisſtraße Nieder=Modau-Frankenhauſen am
Ein=
gang des Waldes.
(2784is
Ober=Ramſtadt, den 23. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Stammholz=Verſteigerung.
Freitag, den 2. Februar d. Js., vorm. 10½ Uhr
anfangend, werden in den Diſtrikten: Rondel, Kohlacker,
Dicke=
buche und Schlößchen verſteigert:
Buchen: 4 Schnittſtämme mit 2,33 km Inh.,
Kiefern: 78 Stück Schnitt= und Bauſtämme mit 53,09 fm Inh.,
darunter 33 Stämme mit über 34 bis 47 cm mittl.
Durchm. und 5—12 m Länge (anerkannt vorzügliches
Schreinerholz);
Eichen: 2 Schnittſtämme mit 53 cm Durchm. u. 8,5 m Länge u.
46 cm Durchm. u. 4 m Länge: 1 Stammabſchnitt mit
38 cm Durchm. u. 2 m Länge (Schreiner= u. Glaſerholz);
65 Stämme mit 15—35 cm Durchm. mit zuſ. 14,88 fm
(Wagnerholz).
Zuſammenkunkt der Steigerer vorm gegen 10½ Uhr auf dem
Rondel der Staatsſtraße von hier nach Höchſt i O.
Dag Rondel iſt 3 km von der Bahnſtation Wiebelsbach=Heubach
und ebenſoweit von Höchſt=Neuſtadt entfernt.
(2783
Groß=Umſtadt, den 27. Januar 1912.
Freiherrlich Wambolt’ſche Kellerei.
Saleck.
Bekanntmachung.
Nach den für Abgabe von Waſſer
aus dem Waſſerwerk beſtebenden
Satzungen werden als Groß=
Ab=
nehmer angeſehen dieienigen
In=
duſtriellen, Gewerbetreibenden und
Grundſtückbeſitzer, welche pro Jahr
mehr als 1000 Kubikmeter=
Waſſer verbrauchen und ſich vor
Beginn des Verwaltungsjahres
hierzu auf ein Jahr verpflichten.
Es iſt hierbei gleichgültig, ob der
Waſſerverbrauch an einer Stelle
ſtattfindet, oder ob der Abnehmer
mehrere eigene Verbrauchsſtellen
beſitzt. Im letzteren Falle wird
er indeſſen zum Erſatz der Koſten
herangezogen, welche der Stadt
durch die Ausführung der weiteren
Zuleitung nebſt Waſſermeſſern uſw.
erwachſen ſind.
Diejenigen Waſſer=Abnehmer,
welche gemäß dieſer Beſtimmungen
im Verwaltungsjahr 1912 auf den
Groß=Abnehmerpreis Anſpruch zu
machen gedenken, werden erſucht,
bindende ſchriftliche Erklärung bis
15. März l. Js. an die Städtiſche
Waſſerwerks=Verwaltung gelangen
zu laſſen.
Die ſeitherigen Groß=Abnehmer
ſind, bei weiterer Beanſpruchung
des Groß=Abnahmepreiſes zur
Er=
neuerung ihrer Erklärung
inner=
halbgedachten Termins verbunden.
Denjenigen Abnehmern, welche
keine Erklärung abgeben, wird das
Waſſer im Verwaltungsjahr 1912
zum gewöhnlichen Preis,
bezieh=
ungsweiſe zur feſtgeſetzten
Mini=
maltaxe berechnet.
(2773a
Darmſtadt, 26. Januar 1912.
Städt. Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Weißbinderarbeiten.
Die bei Errichtung eines
Oktroi=
erhebegebäudes am Dornheimer
Weg, ſowie eines ſtädtiſchen
Ge=
bäudes am neuen Hauptbahnhof
vorkommenden
Weißbinderarbei=
ten ſoln vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Grafenſtraße Nr.30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Dienstag, 6. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(2725oi
reichen.
Darmſtadt, 26. Januar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Maßnahmen gegen die
allgemeine Teuerung.
Die Beträge für Kartoffeln und
die Abtragungen auf die
Dar=
lehen zur Kohlen= und
Holzbe=
ſchaffung ſind in den auf den
Rechnungen angegebenen
Ter=
minen von jetzt ab bei uns (
Zahl=
ſtelle 1) während der regelmäßigen
Zahlſtunden (vormittags von 8½
bis 12½ Uhr) einzuzahlen.
Die bereits fällig geweſenen
Raten erſuchen wir alsbald zu
ent=
richten.
(2215sdi
Darmſtadt, 18. Januar 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
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Offerten unt. E 51 an die Exped.
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Antike Soderſtr. 79, II. (*2198ids
Holzverſteigerung.
Donnerstag, 1. k. Mts., von vormittags 9 Uhr an,
werden in dem oberen Lokale des Turnhauſes dahier (
Woogs=
platz Nr. 5) aus verſchiedenen Abteilungen von Domanialwald=
Diſtrikt Burgwald und Baſſinteil, ſowie der Philpshoſpitalwald=
Diſtrikten Saufang, Eichbaumeck und Texas verſteigert:
Scheiter, rm: 1 Buchen 152 Kiefern: Knüppel, rm:
5 Buchen, 4 Eichen, 60 Kiefern; Reiſig, Wellen: 330 Buchen,
500 Eichen, 660 Birken, 50 Linden, 8030 Kiefern, 60
Wey=
muthskiefern 2950 Fichten; Durchforſtungsreiſig, Wellen:
1790 Kiefern, 20 Lärchen; Stöcke, rm: 55 Kiefern.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Schimpf dahier (Forſtmeiſterſtraße
Nr. 9) iſt beauftragt, dasſelbe auf Verlangen vorzuzeigen. Die blau
unterſtrichenen Nummern Holz bleiben von der Verſteigerung
aus=
genommen.
(2459di
Darmſtadt, den 23. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Stamm= und Autzholz=Verſteigerung.
Freitag, den 2. Februar I. Js., vormittags 10 Uhr
anfangend, werden im Spachbrücker Gemeindewald, Diſtrikt Mark,
verſteigert:
Stämme: 5 Stück eichen, I. Kl., 65—79 cm Durchm., 2—6 m lg., 10,27fm
*17
, „ II. „ 50—59 „
2—8 „ „ 16,72 „
23 „ „ III. „ 40—49 „
2—6
14,37 „
1 buchen
6 — „
1,04 „
7 kiefern
6—13, „ 5,55 „
5 erlen
22—27 „
6—12, „ 2,08 „
3 Fichten=Derbſtangen und 36 rm eichen Scheiter I. Klaſſe:
Die Zuſammenkunft iſt bei Gaſtwirt Schneider an der
Bahn=
ſtation Meſſel.
Anfang der Verſteigerung auf der neuen Kreisſtraße an der
Klein=Zimmerer Grenzſchneiſe.
Spachbrücken, den 26. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Spachbrücken
Illert.
(2801im
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 31. Januar I. Js., nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” dahier
(Obergaſſe) öffentlich gegen Barzahlung
a) zwangsweiſe:
3 Diwans, 1 Parfümſchrank ſamk Inhalt, 1 Pianino, 1
Aus=
ziehtiſch, 1 Schreibtiſch, 1 Brotgeſtell, 1 Ausſtellſchrank,
1 Vertiko, 1 größere Partie Kleidungsſtücke, 1 deutſcher
Schäferhund u. a. m.;
b) auf freiwilligen Antrag:
1 Billard mit Zubehör, 8 Türabſchlüſſe, teilweiſe mit
Glas=
ſcheiben, 2 Gaslüſter mit Gläſern.
Darmſtadt, den 29. Januar 1912.
(2818
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Freihändiger Möbel= etc. Verkauf.
Von Dienstag, den 30. Januar, bis Samstag,
den 3. Februar 1912
verkaufe wegen Wegzug einer Herrſchaft zu Verſteigerungspreiſen
in der Auktionshalle „Grafenſtraße 44 folgende gebrauchte
Ge=
genſtände:
1 kompl., mod., eleg. Herrenzimmer=Einrichtung (eichen),
1 kompl. Küche (mod.), 1 Klubſeſſel, 1 Büfett, 1
Auszieh=
tiſch u. 12 Stühle (eich.). 1 kleinen Kaſſenſchrank, 1
Sekre=
tär, verſchied. beſſ. Tiſche, Kommode, Diwan, Stühle,
Chaiſelongue, 2 Kleiderſchränke (eintür.) 1 Waſch= und
Nachttiſch mit Marmor, 1 mod. Bettſtelle mit Nachtiſch
(pol), 1 älteres Bett und Betſtelle, Eisſchränke (ein= und
zweitür.), Pancelbretter, 1 Füllofen (faſt neu), Nippſachen,
Wirtſchafts=Geſchirr, 1 kompl. Kolonialwaren=
Einrich=
tung und Glasſchrank, eine Partie Cigarren, Weine,
Eognae u. a. m.
(*2222
Ferner: 2 antike Schränke, Kommode, Bilder u. a. m. durch
Johannes Krummeck,
Auktionator und Taxator.
Wohnung: 4 Grafenſtraße 4.
NB. Uebernahme von Verſteigerungen und Verkäufen bei
ſofortiger Abrechnung. Beſte Referenzen.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
Nummer 25.
Eine abselut sichere
Verteidigungswaffe
ist eine unbedingte Notwendigkeit der heutigen Zeit. Hervorragend
für Verteidigungszwecke sind besonders die verschiedenen Systeme
der automatischen Pistolen für Browning-Patronen deren Vorzüge
all-
gemein hinreichend bekannt sind. Speziell dic neueste Verbesserung
auf diesem Gebiete, die 7schüssige automatische Walman-Selbstlade-
Pistole, Kal. 6,35 ist empfehlenswert, da deren unterbrochene Visierlinie
das Zielen ganz bedeutend erleichtert und der Waffe dadurch eine
er-
cöhte Treffsicherheit gibt und zu einer erstklassigen Verteidigungswaffe
stempelt.
Die Durchschlagskraft ist kolossal, als Verteidigungswaffe gibt es
nchts besseres; es genügt hervorzuheben, daß die Kugel auf eine
Entfernung von 100 Meter tötlich wirkt. Die Einfachheit der
Kon-
struktion ist überraschend, ohne Werkzeug läßt sich die Walman-
Pistole bequem auseinandernehmen und leicht reinigen.
Die Sicherung ist eine absolut zuverlässige, selbst bei kräftigem
Stoß ist ein unbeabsichtigtes Losgehen nicht möglich.
Andere Vorteile dieser Art Pistolen sind der „Walman”
eben-
falls in erhöhtem Maße eigen. Sie hat insbesondere das flache, sehr
kleine Westentaschenformat und ist dabei noch leichter als alle
anderen bekannten Modelle. (Gewicht mit Magazin nur 290 Gramm).
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Mittwoch, den 31. Januar, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale, Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe),
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ſchränkchen, Büfetts, Diwans, Pianinos, Kleiderſchränke,
Kommoden, Schreibtiſche, Spiegelſchränke, Vertikos, Sofas,
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Aufhamme zu Ustern 191z.
Die Anmeldung neuer Schüler für alle Klaſſen der Vorſchule für
das Oſtern 1912 beginnende Schuljahr findet ſtatt am Donnerstag,
den 1. Februar, vormittags von 10 bis 1 Uhr und nachmittags
von 3 bis 5 Uhr und Freitag, den 2. Februar, vormittags von
10 bis 1 Uhr im Realgymnaſium (Eingang durch das Portal am
Kapellplatz). Geburts= und Impfſchein ſind vorzulegen. (2775a
Die Großh. Direktion:
Münch, Geh. Schulrat.
Darmstädter Lädagogium, Herinegös. Tel. 351
staatlich konzessionierte Reformanstalt.
Mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern, Abt.
für Schulangelegenheiten, wird von Oſtern d. J. ab der Unterricht
nach den modernen Reformgrundſätzen der Arbeits= und
Erziehungsſchule erteilt.
Aufnahme finden von jetzt ab ſchon Kinder (Knaben und
Mädchen) vom vollendeten 6. Lebensjahre ab. Näheres über
Ein=
richtung und Methode durch die Proſpekte.
Anmeldungen für das neue Schuljahr werden ſchon jetzt ent=
(B2701
gegengenommen.
Der Leiter: M. Elias.
Institut der Englischen Fräulein
Katholische Privat-Mädchenschule
Darmstadt — Waldstrasse 31.
Das neue Schuljahr beginnt am 16. April. —
An-
meldungen neuer Schülerinnen werden jederzeit
entgegen-
genommen. Prospekte und nähere Auskunft erteilt
Die Vorsteherin.
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Gräfin Laßbergs Enkelin.
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(Nachdruck verboten.)
36.
Was machſt Du nun mit dem vielen Gelde, Yvonne?
fragte Herta neugierig. Das muß doch ein herrliches
Ge=
fühl ſein!
Ja, ich freue mich auch darüber. Ich werde ſehr viel
Gutes tun; für mich allein iſt’s zu viel, und wer reich iſt,
hat auch die Verpflichtung, von ſeinem Beſitz einen
wür=
digen Gebrauch zu machen.
Iſt das Haus, in dem Du wohnſt, wenigſtens
ſtan=
desgemäß? fragte Frau Aline.
Was für Mademoiſelle Yvonne Legene gut war,
ge=
nügt auch der Komteſſe. Das junge Mädchen unterdrückte
ein kleines Lächeln. Ich werde aber trotzdem nur, ſo lange
ich es noch muß, dort bleiben. Uebrigens verkehrt Lutz
auch in der Familie.
Ah, da habt Ihr Euch alſo öfter geſehen und
ge=
ſprochen?
Geſehen ja, geſprochen ſo gut wie gar nicht. Du
ver=
gißt, Tante Aline, daß ich dort abhängig, alſo nicht
gleich=
berechtigt war. Man weiß gar nicht, daß Lutz mein
Vei=
ter iſt. Ich habe mein Inkognito gewahrt, und Lutz hat
es reſpektiert. Er hat unſere Verwandtſchaft nicht
ver=
raten.
Die Gräfin beobachtete die Enkelin. Mit welcher Ruh
und Sicherheit dieſe ſprach! Yvonne war ganz unver=
indent, dieſe mechoſſe Gecbſhaſt daue inr nicht im
ge=
ringſten den geſunden Menſchenverſtand verwirrt, und das
gefiel ihr.
Vielleicht lag jetzt ein wenig mehr Herzlichkeit in
ihrer Stimme, und nicht ganz ſo kalt blickten ihre Augen,
als ſie dem jungen Mädchen gute Reiſe wünſchte.
Wohltuend empfand Yvonne das, und ihr Herz
er=
füllte ein wärmeres Gefühl für die alte, ſtolze Frau, deren
Anblick ſie rührte, weil ſie verſorgt und alt ausſah, und
nur Lutz trug die Schuld daran; ein Groll auf ihn
er=
faßte ſie.
Pünktlich, wie ſie geſagt, war Yvonne in das
Stein=
hagenſche Haus zurückgekehrt. Aber kein Wort von der
Veränderung in ihrem Geſchick kam von ihren Lippen.
Wie immer, erfüllte ſie ihre Obliegenheiten. Sie bat nur
für nächſte Woche nochmals um drei Tage Urlaub nach
Burgau. Brennend gern hätte Konſtanze gewußt, was es
war. Wie ein Geheimnis ſchien es ihr in der Luft zu
liegen; aber jeder noch ſo geſchickt geſtellten Frage wich
Yvonne aus, und ſie amüſierte ſich im Stillen über
Kon=
ſtanzes Neugierde. Lothar hatte ſie nicht geſehen. Bei
Tiſch ſprach man von ihm.
Morgen will er hier ſeine Bücher und ſonſtigen
Rari=
täten einpacken, ſagte Konſtanze. Er hat vorhin
tele=
phoniert. Ich mag ihn nicht mehr ſehen, wir fahren aus.
Ich glaube, er hat wegen Steinhagen ſchon annonciert;
es iſt ihm Ernſt. Na ja, die alte Klitſche, was iſt denn
dran!
Kone biche der ſih richer das Her al ihr dch,
das zu hören. Fremden Händen mußte er nun ſein
Lebenswerk überlaſſen. Wie bitter ſchwer würde ihm das
werden! Sie ſann darüber nach, wie ſie ihm wohl helfen
könnte.
Am Nachmittag ließ ſich Baron Brücken melden. Die
Damen ſaßen gerade beim Tee, und als guter Bekannter,
wie er ſagte, lud er ſich mit dazu ein, damit er
Gelegen=
heit hatte, Yvonne zu ſehen.
Nur wenige Worte erſt hatte er mit den Damen
ge=
wechſelt, als er auch ſchon Yvonne begrüßte, während ſie
ihm eine Taſſe Tee reichte. Er verſah ſich mit Rahm und
Zucker und ſagte dann: Grüß Gott, Yvonnchen! Wie geht
es auf Bernried und Burgau? Haſt Du alle geſund
an=
getroffen? Ah, pardon, wandte er ſich an Frau von
Stein=
hagen und Tochter, die beide mit nicht gerade geiſtvollem
Geſichtsausdruck dieſe Begrüßung mit anhörten. Pardon,
ich vergaß wohl, den Damen in Komteſſe Yvonne
Laß=
berg meine Couſine vorzuſtellen? Dann lächelte er. Nicht
wahr, das iſt eine Ueberraſchung! Für mich war es eine
ebenſo große, meine Baſe hier in Ihrem gaſtfreundlichen
Hauſe anzutreffen. Sie bat mich aber um ſtrengſte
Dis=
kretion — bis zu einem gewiſſen Zeitpunkt, und ich mußte
ihr unbedingten Gehorſam geloben. Ja, mein verehrtes
Bäschen liebt es manchmal ſehr, ihre eigenen Wege zu
gehen.
Die Damen hatten ſich noch nicht von ihrem Staunen
erholt, als ſie Lutz auch ſchon weiterſprechen hörten:
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chen, und ich bin platt, einfach platt! Bin dann
herge=
ſtürzt, um Dir meine herzlichſten Glückwünſche zu Füßen
zu legen!
Glückwünſche — wozu? Darf man fragen? Hat
Kom=
teſſe Geburtstag?
Oder ſich verlobt? fragte Konſtanze. Daher vielleicht
die Reiſe, denn zum Geburtstag verreiſt man doch nicht
ſo ſchnell, beſonders nicht, wenn man Differenzen mit den
Angehörigen gehabt hat.
Nein, noch nicht, betonte Lutz. Er beachtete nicht die
Bitte Yvonnes, nicht weiterzuſprechen. Er ſchien wie von
einem Rauſch erfaßt. Noch nicht, meine Damen! Sie hat
nur zwei Millionen geerbt. Guter Witz, was, meine
Gnädigſte? Und er brach dabei in ein unmotiviertes
Lachen aus, ſo daß Yvonne ihn erſchreckt anſah.
Es ſchien, als ob er nicht im vollen Beſitz ſeiner
Gei=
ſteskräfte war. Sein Lachen hatte etwas Krampfartiges,
Nervöſes, das ſeine Züge verzerrt erſcheinen ließ. Hatte
ihn die Nachricht ihrer Erbſchaft ſo aus dem ſeeliſchen
Gleichgewicht, gebracht?
Mit vor Verwunderung faſt offenem Munde ſtarrten
die Damen ihre Geſellſchafterin an. Anfangs fehlten ihnen
die Worte; dann aber überfielen ſie ſie förmlich mit einer
Flut von Glückwünſchen. Konſtanze fand es in ihren
Ge=
danken unbegreiflich, ſpleenig, daß Yvonne trotzdem bei
ihr geblieben war und ihre Arbeiten verrichtete, als ſei
nichts Beſonderes vorgefallen. Heute vormittag hatte ſie
im Salon noch Staub gewiſcht und ſich danach mit ihr
(Konſtanze) eine Stunde lang mit Grammatik geplagt.
O Komteſſe, und davon haben Sie uns nichts geſagt?
Wir freuen uns über dieſes Glück mit Ihnen, und ich bitte
Sie, ſich lediglich als Gaſt bei uns zu betrachten!
Aber, gnädige Frau, das hat doch damit nichts zu tun;
oder erfülle ich meine Pflicht nicht mehr zu Ihrer
Zufrie=
denheit? fragte ſie mit feinem Lächeln. Allerdings möchte
ich Sie um meine Entlaſſung bitten, ſobald Sie Erſatz
ge=
funden haben.
Hier alſo auch wieder der Tanz um das goldene Kalb
dachte ſie verächtlich. Ihre Perſon, ihre Kenntniſſe hatte
man gering eingeſchätzt; aber ihr Vermögen, ihre Stellung,
das imponierte!
Die Damen fanden nicht mehr den richtigen Ton gegen
Yvonne. Lutz verabſchiedete ſich ſchnell, er müſſe noch zum
Dienſt. Mit krampfhaftem Druck hielt er die Hand der
Couſine in der ſeinen, und mit einem letzten, flehenden, ihr
unerklärlichen Blick entfernte er ſich.
Am nächſten Vormittag wollte Frau von Steinhagen
mit ihrer Tochter ausfahren, um ein Begegnen mit Lothar
zu vermeiden. Wie gewöhnlich, hatten ſie ſich bei der
Toilette ein wenig verſpätet und trafen ihn infolgedeſſen
gerade, als ſie aus dem Hauſe gehen wollten.
Höflich trat er zur Seite. Im Vorübergehen ziſchelte
ihm Konſtanze zu: Sei klug, lieber Lothar! Verſuche Dein
Glück bei Komteſſe Laßberg, die über Nacht zum
Millioneus=
chen geworden iſt. Ja, ja, es iſt kein Scherz, gratuliere ihr.
War das Wahrheit, oder wollte Konſtanze ihn zum
beſten haben? Er erwiderte nichts darauf, ſondern begab
ſich direkt in ſein Zimmer, ohne Yvonne geſehen zu haben.
Kurze Zeit darauf ließ ſich Leutnant von Brücken
melden.
Die Damen ſind ausgefahren; ſie werden bedauern!
Ich bitte Komteſſe Laßberg um eine Unterredung.
Milli führte ihn in den Salon.
Verwundert trat ihm Yvonne entgegen.
Du, Lutz? Schon wieder? Was willſt Du? Du weißt
doch, daß die Damen heut’ ausfahren wollten! Haſt Du es
vergeſſen?
Nein, ſie haben es mir ja deutlich genug geſagt, daß
ſie am Exerzierplatz vorüberauteln wollten, und weil ich
Dich allein wußte, deshalb komme ich.
Aber, Lutz, das geht doch nicht; bedenke, daß ich
Herrgott, ja, Yvonnchen! Mache es mir doch nicht ſo
ſchwer! Er warf ſich in einen Stuhl und ſchlug ungeduldig
in die Hände.
Sie ſtand vor ihm und betrachtete ihn kopfſchüttelnd.
Ich weiß, was Dich drückt, Lutz. Das alte Lied.
Schulden, ſagte ſie traurig.
Er nickte wie verzweifelt.
Und nun kommſt Du zu mir — iſt es dringend?
Ja, ſehr!
Ich habe aber mein Geld noch gar nicht. Fünfzig=
Mark hab’ ich gerade noch über, die kann ich Dir gleich
geben. Außer dem Reiſegeld nach Burgau brauche ich jo
nichts.
Er machte eine abſpehrende Handbewegung.
Ich kann mir ja denken, daß es viel mehr iſt
Er ſtöhnte tief auf.
(Fortſetzung folgt.!
Nummer 25.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
Seite 15.
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Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, 30. Januar.
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Madame Butterfly.
Tragiſche Oper in 3 Akten von
Giacomo Puccini.
Leit.: Hofkapellm. Hofr. de Haan.
Spielleitung: Oberreg. Valdek.
Perſonen:
Cho=Cho=San,
gen. Butterfly . Frl. Geyersbach
Suzuki, Cho=Cho=
San’s Dienerin Frl. Howard
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Die Mutter Cho=
Cho=San’s
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Die Tante
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Freun=
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Zwiſchen d. 1. u. 2. Akte lieg. 3 Jahre.
Ort der Handlung: Nagaſaki.
Zeit: Gegenwart.
Nach dem 1. Akte längere Pauſe.
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Proſzeniumsloge 6 Mk.,
Fremden=
loge 6 Mk. Balkonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.—6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.—13. Reihe)
4 Mk., (14.—20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.—5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.—8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg,
Anfang 7½ Uhr. — Ende 10 Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. v. 6½ Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 31. Jan. 105. A.=V.
B 27. Zum erſten Male
wieder=
holt: „Gudrun.” Große Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Freitag, 2. Febr. 106. Ab.=V.
C 26. „Der dunkle Punkt.”
Große Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt
n allen Wochentagen, vorm.
von 10—12½ Uhr, geöffnet.
Donnerstag, 1. Februar.
Vorſtellung zu ermäß. Preiſen.
Anfang 7½ Uhr.
Tosca.
Muſikdrama in 3 Akten von V.
Sardou, L. Illica u. G. Giacoſa.
Deutſch von Max Kahlbeck.
Mu=
ſik von G. Puccini.
Preiſe der noch
vorhan=
denen Plätze:
Proſzeniums=
loge 2 Mk., Fremdenloge 2 Mk.,
Balkonloge 2 Mk., 1. Rang 2 Mk.
Sperrſitz 1.50 Mk.
Der Kartenverkauf zu dieſer
Vor=
ſtellung findet Mittwoch, 31. Jan.,
ſowie an dem darauffolg. Tage,
vormittags von 11—1 Uhr, an der
Tageskaſſe ſtatt.
Aus dem Spielplan.
Sonntag, 4. Febr. 107. Ab.=V.
D 27. Zum erſten Male: „Ter
Ruhreigen.” Muſikal.
Schau=
ſpiel in drei Aufzügen von Rich.
Batka. Muſik von Wilh. Kienzl.
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Januar 1912.
Nummer 25.
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