Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Regierung des Herzogtums
Sach=
ſen=Koburg=Gotha ließ dem Ausſchuß des
Ge=
meinſchaftlichen Landtages eine Vorlage über
Ein=
führung des direkten Wahlrechts zu den
Landtagswahlen zugehen.
Die braunſchweigiſche
Landesverſamm=
lung iſt geſtern eröfnet worden. Die Thronrede
kündigt einen Geſetzentwurf an, betr. die Reform des
Wahlrechtes für die Landesverſammlung.
Das engliſche Königspaar iſt in Malta
ein=
getroffen und vom franzöſiſchen Geſchwader begrüßt
worden.
Die Meldung von dem bevorſtehenden Rücktritt
des ſpaniſchen Miniſteriums iſt von
Cana=
lejas als unrichtig bezeichnet worden.
Die Opiumkonſerenz im Haag wurde am
Diens=
tag geſchloſſen und die internationale
Opiumkonven=
tion unterzeichnet.
Die Abdankung der Mandſchudynaſtie in
China iſt wieder in Frage geſtellt.
Zu dem franzöſiſcheitalieniſchen Streitfall
ſchreibt die Liberté: Die franzöſiſche Regierung kann
von ihren der Gerechtigkeit, den Geſetzen und der
natio=
nalen Würde entſprechenden Beſchlüſſen nicht abgehen.
Wenn Italien gegen alle Erwartung auf die
Forderun=
gen Frankreichs eine ablehnende Antwort erteilen ſollte,
ſo würde die franzöſiſche Regierung ſich gezwungen
ſehen, ſofort in einſchneidender Weiſe den Charakter und
ihre Beziehungen zu Italien zu ändern. Die erſte
Maß=
nahme würde offenbar die ſein, daß man den Botſchafter
in Rom, Barrére, zum mindeſten in Form eines
Ur=
laubs abberufen würde. Ferner würde Frankreich
unverzüglich gewiſſe Verhaltungs= und
Zwangsmaß=
regeln ergreifen, alle den Italienern bisher gewährten
maritimen und ſonſtigen Erleichterungen vorübergehend
aufheben und eine ſtrenge Ueberwachung ihrer Umtriebe
an der tuneſiſchen Grenze anordnen. Weiter glaubt das
Blatt beſtätigen zu können ,daß die franzöſiſche Regierung
bereits die erforderlichen Weiſungen erteilt habe, damit
die Schiffsabteilungen des
Mittelmeergeſchwa=
ders ſich zum Schutze der Intereſſen Frankreichs bereit
halten, falls ſie noch länger bedroht würden.
Allgemein herrſcht die Anſicht, daß die
Unterhand=
lungen zwiſchen der franzöſiſchen und der italieniſchen
Regierung über den „Manuba”=Zwiſchenfall erſt nach der
Rückkehr des franzöſiſchen Botſchafters Barrére nach
Rom wieder aufgenommen würden. Auf beiden Seiten
ſcheint man jedoch den Wunſch nach einer ſchnelleren
Regelung des bedauernswerten Zwiſchenfalles
zu haben, da ſchon am Dienstag eine Unterredung in
Rom ſtattgefunden hat. Beim Empfang des
Geſchäftsträ=
gers Legrand, der den franzöſiſchen Standpunkt
ausein=
anderſetzte, ſtützte ſich di San Giuliano auf den
Artikel 47 der Londoner Deklaration, den Poincaré
zi=
tierte. In franzöſiſchen politiſchen Kreiſen iſt man der
Anſicht, daß der freundſchaftliche Geiſt, von dem bisher
die Verhandlungen zwiſchen den beiden Regierungen
ge=
tragen wurden, dafür bürge, daß der Zwiſchenfall eine
befriedigende Löſung finden werde.
Der Matin glaubt behaupten zu können, daß die
ita=
lieniſche Regierung die Forderung Frankreichs
betr. Rückgabe der 29 türkiſchen Reiſenden annimmt.
Dem Echo de Paris zufolge telegraphierte der in Rom
eingetroffene Botſchafter Barrsre, daß die italieniſche
Regierung die Abſicht habe, die Türken freizugeben,
ſo=
bald ihre Identität feſtgeſtellt ſei und die nach Cagliari
entſandte Kommiſſion, die die Türken einer mediziniſchen
Prüfung unterziehen ſoll, das Ergebnis derſelben
mit=
geteilt habe. Das Blatt meldet ferner, daß der
franzö=
ſiſche Geſchäftsträger in Rom, Legrand, nach dem von
ihm begangenen „monumentalen Irrtum” kaum auf
ſei=
nem Poſten verbleiben werde. Miniſterpräſident Poin=
ꝛcaré habe eine längere Unterredung mit dem Botſchafter
Jules Cambon gehabt. Am Quai d’Orſay ſtänden große
Perſonalveränderungen unmittelbar bevor. Mehrere
Blätter greifen den italieniſchen Botſchafter Tittoni ſehr
lebhaft an und behaupten, es ſei ſehr unwahrſcheinlich,
daß er noch lange in Paris verbleiben könne.
Die italieniſche Tribuna ſchreibt: Zwiſchen der
fran=
zöſiſchen und italieniſchen Regierung finden
Unterhand=
lungen ſtatt, die von wechſelſeitigem verſöhnlichem
Geiſte getragen ſind, um eine Löſung zu finden, die eine
wechſelſeitige Genugtuung auch der öffentlichen Meinung
beider Staaten geben könnte. Wir können verſichern, daß
die beſtehenden überaus herzlichen Beziehungen
zwiſchen den beiden Nationen keine Störung durch
dieſe vorübergehenden Zwiſchenfälle erleiden werden, die
vor allem hervorgerufen wurden durch die
Kriegsnot=
wendigkeit, in der ſich Italien befindet. Anderſeits hält
Italien an den herzlichen Beziehungen zu Frankreich feſt
und wir können uns nicht erklären, wie einige Blätter
dieſen Zwiſchenfall von geringer Bedeutung ſo
aufbau=
ſchen konnten, als wollten ſie daraus eine Frage von
po=
litiſchem Charakter machen. Die italieniſche Regierung
hat geglaubt, von ihrem guten Rechte Gebrauch
zu machen. Davon legt der Vorſchlag Zeugnis ab, den
Zwiſchenfall dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten.
Keine Miniſterkriſe in Spanien.
* Aus Madrid wurde am Dienstag gemeldet: Es
ſcheint erwieſen, daß der bevorſtehende Rücktritt des
Miniſteriums Canalejas auf eine Unterredung
zwiſchen dem König und dem Konſervativen Maura
zurückzuführen ſei, welcher erklärt hatte, daß es im
In=
tereſſe der Monarchie liege, die Konſervativen nicht
län=
ger in der Oppoſition zu laſſen und daß ein ſo günſtiger
Augenblick, die Konſervativen ans Ruder zu rufen, ſich
nicht ſo bald wieder finden werde. Unter dem Eindruck
dieſer Erklärung habe der König Canalejas zum
Rück=
tritt aufgefordert.
Der Korreſpondent des Temps berichtet,
hervorra=
gende Mitglieder der liberalen Partei hätten
ihm geſagt, daß es ſich um einen wahren
Staatsſtreich handele, der die ernſteſten Folgen
nicht bloß für die liberale Partei, ſondern für das
Re=
gime ſelbſt haben könne.
Canalejas bezeichnete dagegen bei ſeiner Rückkehr
aus dem Königsſchloß die Gerüchte über eine Kriſis
als unrichtig, indem er hinzufügte, daß es ſich um
Phantaſien handele, die in den Wandelgängen in der
Deputiertenkammer entſtanden ſeten. Das Parlament
werde ſeine Arbeiten in gewohnter Weiſe fortſetzen. Wie
die Agence Havas meldet, herrſcht jedoch allgemein die
Ueberzeugung, daß tatſächlich irgend etwas vorgefallen
ſei, daß aber wegen des ungünſtigen Eindrucks
und der Ueberraſchung, die die Nachricht von dem
uner=
warteten Sturz des Kabinetts aus unbekannten Gründen
hervorgerufen habe, jeder Gedanke an eme
Aende=
rung des Kabinetts fallen gelaſſen worden ſei.
Die liberale Preſſe hat nämlich ihrer einſtimmigen
Ent=
rüſtung über die Kriſe Ausdruck gegeben und Einſpruch
erhoben gegen die Art und Weiſe wie dieſe
hervorgeru=
fen ſei.
Republikaner und Sozialiſten beſchloſſen, zu
erklä=
ren, daß die Kriſe nicht geduldet werden könne, weil ſie
außerhalb des Parlaments liege und das
Vorhandenſein des perſönlichen Regiments beweiſe. Beide
wollen ſich der Rückkehr der Konſervativen zur
Regie=
rungsgewalt widerſetzen, Canalejas aber trotzdem
be=
kämpfen, da er das liberale Programm nicht
verwirk=
liche. Der Führer der Republikaner wird in der
Kam=
mer Interpellationen über die Kriſe einbringen.
Die franzöſiſche Volkszählung.
* Die Ergebniſſe der franzöſiſchen Volkszählung
vom 5. März 1911 werden erſt jetzt im Amtsblatt
ver=
öffentlicht. Frankreich hat noch immer nicht die vierzigſte
Million erreicht, iſt ihr aber etwas näher gekommen, denn
es fehlen dazu nur noch 400000 Einwohner.
Der Zuwachs der Bevölkerung in den fünf
Jahren von 1906 bis 1911 betrug 349 264 Einwohner.
Dieſe Vermehrung iſt ſtärker als die 1906 verzeichnete.
Damals war die Bevölkerung in den 5 Jahren der
Zäh=
lungsperiode nur um 290 300 geſtiegen. Die ungünſtigſte
Periode ſeit dem Kriege von 1870 war übrigens die von
1886 bis 1891, wo ſich die Bevölkerung nur um 124980
Seelen vermehrt hat. Trotz einzelner Verbeſſerungen iſt
aber die Bewegung im ganzen doch rückgängig, denn
1876 zählte man eine Vermehrung von 802867 Seelen
und dieſe Zahl iſt ſpäter nicht mehr erreicht worden. Im
ganzen iſt die Zahl von 1872 bis 1911 nur von 36 102921
auf 39 601509 geſtiegen. In der gleichen Friſt hat die
deutſche Bevölkerung um mehr als 20 Millionen
zuge=
nommen.
Betrachtet man die Ergebniſſe der 87
Depar=
tements, in die Frankreich zerfällt, ſo ergibt ſich, daß
in 64 Departements die Bevölkerung zurückging und
nur in 23 geſtiegen iſt. Dieſe 23 Departements ſind
ent=
weder an der Grenze gelegen und daher der
Einwan=
derung beſonders zugänglich oder enthalten große
Städte, die die ländliche Bevölkerung an ſich ziehen. Die
ſtärkſten Vermehrungen haben die Seealpen mit Nizza.
die Rhonemündungen mit Marſeille, die Rhone mit
Lyon, die Seine mit Paris, Seine=et=Oiſe mit
Verſail=
les aufzuweiſen. Dazu kommen die Grenzdepartements
des Finiſterre, des lothringiſchen Meurthe=et=Moſelle, des
Norden, des Pas=de=Calais und der Nieder=Seine.
Am ſtärkſten zurückgegangen iſt die Bevölkerung in
den vorwiegend ländlichen Departements des Allier,
der Ardeche, der Oberloire, des Lot, der Manche, der
Nievre, der Somme und der Yonne. In einigen
Depar=
tements haben die wichtigeren Städte zugenommen,
ſelbſt wenn die Geſamtzahl ſich vermindert hat. So hat
die Aube 2915 Einwohner verloren, aber die Hauptſtadt
Troyes 2039 gewonnen. Illeset=Vilaine verlor 3707,
aber die Stadt Rennes gewann 3732 Einwohner.
Sehr ſtark iſt übrigens die Zunahme der
Städte in den letzten fünf Jahren nicht geweſen. Wie
damals, zählt Frankreich nur 15 Städte, die mehr denn
100 000 Einwohner zählen. Lhon verlor vor fünf
Jah=
ren die zweite Stelle an Marſeille und hat ſie nicht
zurück=
erobert, denn Marſeille zählt nun 550 619 Einwohner
und Lyon nur 523 790. Dann folgen in weitem Abſtande
Vordeaur und Lille und nach einer weiteren Kluft
Nan=
tes, Toulouſe, Saint=Etienne; Nice, Hapre, Rouen,
Rou=
bair, Naneh, Reims und Toulon, das 104582
Einwoh=
ner zählt.
Deutſches Reich.
Der neue Reichstag. Aus Berlin wird
uns geſchrieben: Beſonders bedeutſam wird die völlige
Veränderung der Zuſammenſetzung des Reichstages für
die Geſtaltung der kommenden Vorlagen zunächſt für die
Zwecke der Landesverteidigung ſein, die unter ſolchen
Um=
ſtänden kaum auf ſo ſchnelle Erledigung wird rechnen
dürfen wie im bisherigen Reichstag. Noch ſchärfer aber
dürften die Meinungen aufeinander platzen, wenn es ſich
um den neuen Zolltarif und die Handelsverträge handeln
wird, notabene wenn dieſer Reichstag überhaupt bis
da=
hin noch leben wird. Angeſichts der zu erwartenden
Kon=
flikte gehört wenig Prophetengabe dazu, um
vorauszu=
ſehen, daß die Gefahr der vorzeitigen
Parlamentsauf=
löſung keine geringe iſt und daß ſich die Dinge
bedauer=
licherweiſe dahin entwickeln werden. Für den inneren
Frieden Deutſchlands bricht kaum eine erfreuliche Periode
an. Die Verantwortung dafür tragen die Wähler.
Der neue Rleichstagspräſident. Die
von einigen Zeitungen gebrachte Meldung, daß im
Schoße der ſozialdemokratiſchen Partei die
Präſidenten=
frage bereits entſchieden worden iſt und die
Sozialdemo=
kraten den erſten Vizepräſidentenpoſten für ſich
beanſpru=
chen, iſt, wie das Depeſchen=Bureau Herold erfährt,
voll=
kommen unbegründet. Die Frage iſt bisher in den
Sitzungen des ſozialdemokratiſchen Parteivorſtandes noch
nicht mit einem Worte berührt worden. Ebenſo
unrich=
tig iſt es, wenn bereits verlautet, daß über die
Be=
ſetzung dieſes Poſtens ſchon irgend welche Beſchlüſſe
ge=
faßt worden ſind. Die ganze Meldung eilt den
Ereig=
niſſen voraus. Uebrigens nimmt man in informierten
Abgeordnetenkreiſen an, daß die ſozialdemokratiſche
Par=
tei tatſächlich einen Poſten im Präſidium für ſich in
An=
ſpruch nehmen wird, wenn auch die Frage, wie ſchon oben
erwähnt, noch in keiner Weiſe zur Beratung
geſtan=
den hat. Als Alterspräſident im neuen Reichstage wird
der 82jährige Albert Träger am 7. Februar die erſte
Reichstagsſitzung eröffnen.
— Die Wehrvorlagen und ihre
Der=
kung. Der Köln. Ztg. wird aus Berlin geſchrieben:
Die erwarteten Vorlagen für Heer und Marine ſind zwar
bei den in erſter Linie in Betracht kommenden beiden
Fachreſſorts in allen weſentlichen Punkten aufgeſtellt
wor=
den, doch iſt eine bindende endgültige Geſtaltung der
Vorlagen noch nicht erfolgt und ebenſowenig ſind
Vor=
lagen für die Deckung fertiggeſtellt. Mitteilungen hierüber
an die Oeffentlichkeit werden wohl auch erſt erfolgen,
wenn die Vorlagen den ganzen vorgeſchriebenen Weg
durchgemacht, d. h. von den verſchiedenen Reſſorts, vom
Reichskanzler und dem Bundesrat genehmigt worden
ſind. Was die Deckung anlangt, ſo liegt es gewiſſermaßen
in der Luft, daß man ſie durch eine Erbſchaftsſteuer
auf=
zubringen verſuchen wird. Die Berechtigung und die Ge=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
Nummer 21.
rechtigkeit dieſer Steuer iſt in weiteſten Kreiſen anerkannt
worden. Daß die Konſervativen ihre Abneigung gegen
ſie aufgegeben haben, iſt zwar auch nach den Erklärungen
ihres Führers v. Heydebrand bei der marokkaniſchen
De=
batte im Reichstag noch nicht ſicher, aber auch ſie dürften,
falls dieſe Steuer beantragt werden ſollte, ſich ſelbſt ſagen
müſſen, daß bei der ganzen Zuſammenſetzung des neuen
Reichstags neue indirekte Steuern wenig Ausſicht auf
Annahme haben und daß man wohl oder übel gezwungen
ſein werde, eine Vermögensſteuer in irgendeiner Form
zu wählen.
— Wahlrechtsvorlage für das
Herzog=
tum Koburg=Gotha. Dem Ausſchuß des
gemein=
ſchaftlichen Landtages der Herzogtümer Koburg und
Gotha, der in nächſter Woche in Koburg zuſammentritt,
iſt ſeitens der Gothaiſchen Staatsregierung eine Vorlage
betreffs Einführung direkter Wahl zum Landtage
zuge=
gangen. Der Landtags=Ausſchuß iſt zunächſt um eine
gutachtliche Aeußerung erſucht worden.
— Die bayeriſch en Biſchöfe und der
Jeſuitenerlaß. Mitte Februar wird in Freiſing
eine Konferenz der bayeriſchen Biſchöfe ſtattfinden, die
ſich neben der endgültigen Regelung der Feiertagsfrage
auch mit dem Jeſuitenerlaß des Kultusminiſters
be=
faſſen ſoll.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Graf Aehrenthal. Dem Neuen Peſter
Jour=
nal wird mitgeteilt, daß es der Wunſch des Kaiſers
Franz Joſef iſt, daß Graf Aehrenthal auf ſeinem Poſten
bleibt. Der Kaiſer ließ dem Miniſterium des Aeußern
ſagen, Graf von Aehrenthal möge ſich Schonung
auf=
erlegen und ſich ſo lange wie möglich Ruhe gönnen, um
bei den Delegationen wieder auf ſeinem Poſten zu ſein.
Nach einem Telegramm der Morgenpoſt iſt Graf von
Aehrenthal ſchwer an Influenza erkrankt, die ſeinen
Zuſtand als ſehr ernſt erſcheinen läßt.
Rußland.
Die Reichsduma nahm in dritter Leſung die
Vor=
lage betreffend die Krankenverſicherung der Arbeiter an.
Bau einer Schwarzen Meer=Flotte. Der
Marineminiſter forderte im Miniſterrat einen
Nachtrags=
kredit von 11500000 Rubel zum Bau einer Schwarzen
Meer=Flotte.
Serbien.
Wie die Tribuna meldet, legte der Kronprinz
infolge von Meinungsverſchiedenheiten mit dem
Kriegs=
miniſter die Würde eines Generalinſpektors der Armee
nieder.
Marokko.
Die Spanier in Marokko. Nach einer
Blätter=
meldung aus Tanger habe das willkürliche Vorgehen der
Spanier in Larraſch und Elkſar, durch das die
Franzo=
ſen verhindert würden, daſelbſt Landbeſitz zu erwerben,
nicht nur in franzöſiſchen Kreiſen, ſondern auch bei allen
Ausländern großen Unwillen erregt. Die Vertreter
ver=
ſchiedener Großmächte hätten die Aufmerkſamkeit ihrer
Regierungen auf das Verhalten der ſpaniſchen Behörden
gelenkt, deren Abſicht offenkundig dahin gehe, aus ihrer
Einflußzone alle nichtſpaniſchen Unternehmer
auszu=
ſchließen.
Japan.
Die auswärtige Politik und das Budget.
In einer bei der Eröffnung des Abgeordnetenhauſes
ab=
gegebenen Erklärung über die äußere Politik wies der
Miniſter des Aeußeren, Vicomte Uchida, zunächſt darauf
hin, daß das engliſch=japaniſche Bündnis durch die
Revi=
ſion des Vertrages eine Kräftigung erfahren habe und
be=
tonte ſodann, daß die Regierung die Wiederherſtellung der
Ordnung in China wünſche. Japan habe gemeinſam mit
England ſeine guten Dienſte zur Erleichterung der
Ver=
handlungen zwiſchen den ſtreitenden Parteien angeboten
und habe ferner gemeinſam mit den andern Mächten die
Kämpfenden auf die Notwendigkeit hingewieſen, Frieden
zu ſchließen. Er bedauere, daß die Vorſtellungen zunächſt
ohne Erfolg geweſen ſeien; denn die Grundlage der
ja=
aniſchen Politik ſei der Friede im fernen Oſten. —
Mini=
ſterpräſident Saijonji erklärte, die Regierung ſei mit der
Reorganiſation der Verwaltung und der Neuordnung
des Steuerweſens beſchäftigt. Finanzminiſter Yamamoto
legte das Budget vor, das lediglich nach dem Grundſatz
aufgeſtellt iſt, zwiſchen Einnahmen und Ausgaben das
Gleichgewicht herzuſtellen, um die allgemeine
wirtſchaft=
liche Lage zu fördern und um die Finanzen auf eine feſtere
Grundlage zu ſtellen. Die gegenwärtige ungünſtige
Han=
delsbilanz ſei Gegenſtand reiflichſter Ueberlegung
ge=
weſen. Die Ermunterung der Ausfuhr und die
Förde=
rung der Induſtrie ſeien Angelegenheiten von
dringend=
ſter Wichtigkeit. Der Miniſter betonte ſchließlich, daß eine
Aenderung im Tilgungsplan der Anleihen nicht
beabſich=
tigt iſt.
* Haag, 23. Jan. Wie nunmehr amtlich bekannt
gegeben wird, hat die leichte Erkrankung der
Köni=
gin während der letzten Tage die eine Zeitlang gehegten
Hoffnungen zunichte gemacht. Der Zuſtand der Königin
iſt indes befriedigend.
* Haag, 23. Jan. Die Opiumkonferenz hielt
in Gegenwart des Miniſters des Aeußern und des
Staats=
miniſters Aſſer ihre letzte Sitzung ab. Der Miniſter des
Aeußern erklärte, die niederländiſche Regierung werde gern
die Arbeiten übernehmen, die ſich aus der Opiumkonvention
ergeben würden. Die Konferenz wurde ſodann geſchloſſen.
Die bevollmächtigten Vertreter der zwölf beteiligten
Staa=
ten unterzeichneten hierauf die internationale
Opiumkon=
vention, die 25 Artikel enthält, ſowie das Schlußprotokoll.
Die beteiligten Staaten ſind: Deutſchland, die Vereinigten
Staaten von Amerika. China, Frankreich, Großbritannien,
Italien, Japan, die Niederlande, Perſien, Portugal,
Ruß=
land und Siam.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. Januar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Oberſtleutnant a. D.
Frhrn. Schenck zu Schweinsberg, den Lehrer Emmerich
von Roßdorf, die Lehrer Rothſchild, Rieß und Lehr von
Worms, den Bauinſpektor Joſt von Bad Nauheim; zum
Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Ernannt wurden durch Entſchließung Großh.
Miniſteriums des Innern die Referendare Dr. Hermann
Fitting zu Darmſtadt und Hans Goebel zu Groß=
Rohrheim zu Regierungsaſſeſſoren.
Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog und
die Großherzogin reiſten heute abend nach Berlin zur
Teilnahme an der Kaiſergeburtstagsfeier. Die Rückkehr
erfolgt am 28. d. Mts.
* Aus der Geſellſchaft. Die Tochter des Herrn
Staatsminiſters Ewald Exz., Fräulein Eliſabeth, hat ſich
mit dem Leutnant im Garde=Dragoner=Regiment Herrn
v. Guſtedt verlobt.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 1.
vom 24. Januar hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, die Beiträge der waldbeſitzenden Gemeinden
und Körperſchaften zu den Beſoldungen der Oberförſter
betreffend. 2. Bekanntmachung, die Beſtellung des
Denkmalrats betreffend. 3. Ordensverleihungen. 4.
Er=
mächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder
Orden. 5. Namensveränderungen. 6. Zulaſſung zur
Rechtsanwaltſchafk. 7. Dienſtnachrichten. 8.
Dienſtent=
laſſungen. 9. Charaktererteilungeu. 10.
Ruheſtands=
verſetzungen.
g. Strafkammer. Geſtern hatte ſich vor der hieſigen
Strafkammer der ſchon oft vorbeſtrafte Gärtner
Ill=
mer aus Reichelsheim wegen dreier Diebſtähle zu
ver=
antworten. Er hatte im Dezember 1911 in Klein=
Stein=
heim und Mühlheim beim Betteln Wäſche geſtohlen, die
ihm aber bald wieder abgenommen werden konnte. Er
wurde wegen Bettelns zu 3 Wochen Haft und wegen
Diebſtahls in drei Fällen zu 4 Monaten
Gefäng=
nis verurteilt.
* Frauenverein der Johannesgemeinde. Im
Vortragsabend des Frauenvereins der
Johannes=
gemeinde erzählte am Dienstag abend Miſſionar
Weis=
mann „Ernſtes und Heiteres von einer
in=
diſchen Miſſionsſtation‟. Der Vortragende,
der über 30 Jahre in Indien tätig war, bot ein
Bilder=
buch voll intereſſanter Ausſchnitte aus jenem
merk=
würdigen Lande, mit deſſen Natur und Volk und ſeinen
Geſchicken in Freud und Leid, ſeinen Märchen und
ſeinem Gemütsleben überhaupt die Zuhörer in
an=
regender, oft draſtiſcher Form bekannt gemacht wurden.
Der zahlreiche Beſuch bewies, daß Schilderungen aus
der Miſſion auch heute noch auf das Intereſſe weiter
Kreiſe rechnen können.
* Sektion Darmſtadt, D. u. Oe. Alpenverein. Am
zweiten, von der Sektion Darmſtadt im Januar im
Kaiſerſaal veranſtalteten Vortragsabend ſprach Herr
Hof=
ſchauſpieler Hans Baumeiſter über Klettertouren im
Wilden Kaiſer. Die Gipfel des Predigtſtuhls und der
Kleinen Halt mit ihren gigantiſch aufragenden Wänden
und ſchwierigen Kaminen waren von ihm mit
gleich=
geſinnten Kletterfreunden führerlos bezwungen worden.
Vom einzigen Gedanken beſeelt, die Größe der Natur
mit ihrem Zauber nach jeder Richtung hin genießen und
geiſtig auskoſten zu wollen, ſieht der Redner in der
kör=
perlichen Leiſtung und der techniſchen Ueberwindung der
Schwierigkeiten nur das Mittel zur Erreichung ſeines
ſtolzen Zieles. In glänzender Sprache, mit tiefer
Empfin=
dung und einem alle menſchlichen Schwächen des
Tou=
riſtentums liebenswürdig umrankenden Humor zwang
der Vortragende die zahlreich verſammelten Hörer leicht
in den Bann, einen die Bergwelt ſtolz beherrſchenden
Alpiniſten hören zu dürfen. Eine Reihe ausgezeichneter
Lichtbilder von Kufſtein, dem Bärenbad und
Stripſen=
joch, ſowie von den ſchweren und ſchwindeligen Stellen
in den trotzigen Bergwänden halfen zur Vertiefung des
Eindrucks. Den reichen wohlverdienten Beifall der Hörer
faßte der Vorſitzende noch in beſonderem Dankesworte
zuſammen.
g. Antiſpiritiſtiſcher Wohltätigkeits=Abend. Im
großen Saal des Städtiſchen Saalbaues fand am
Diens=
tag abend zum Beſten der Kaſſe des Heſſiſchen
Fechtver=
eins „Waiſenſchutz” ein gut beſuchter Experimental=
Vor=
trag des Antiſpiritiſtenpaares Ida Lané=Ney und Rich.
Lané ſtatt. Als erſte Nummer zeigte Frau Lané=Ney ein
Experiment von anſcheinender Gedanken= und
Willens=
beeinfluſſung. Sie konnte mit verbundenen Augen ein
vorher vom Publikum beſtimmtes Bild aus einem großen
Tableau herausfinden, anſcheinend, durch
Gedankenüber=
tragung, während ſie in Wahrheit durch die durchſichtige
Binde von ihrem Partner durch Anwendung einer genial
ausgedachten Zeichenſprache die Nummer des
betreffen=
den Bildes wahrnahm. Das Feſſel=Experiment, das wir
bereits vor kurzem von einem anderen Antiſpiritiſten
er=
klärt erhielten, wurde ebenfalls vorgeführt, aber
er=
weitert durch die Befreiung aus der Zwangsjacke, ein
ziemlich anſtrengendes Experiment. Das Geheimnis, daß
das gefeſſelte Medium verſchiedene Inſtrumente ertönen
läßt, wurde durch das Vorhandenſein von Dubletten
ge=
löſt. Herr Richard Lané, der bei dieſen Experimenten
das Publikum durch ſeine humoriſtiſchen Bemerkungen
ſehr beluſtigte, führte zum Schluß einige
Taſchenſpieler=
kunſtſtückchen des Zauberkünſtlers Bosko vor, die ebenſo
wie die übrigen Vorführungen reichen Beifall ſanden.
Den Beſchluß des Programms bildete ein Zeugnis der
Gedächtniskunſt der Frau Lané=Ney, die 30 vom
Pübli=
kum angegebene Gegenſtände aus dem Gedächtnis der
Reihe nach wiedergab, dann auch beliebig nach der
Num=
mer den Gegenſtand oder umgekehrt; ein Experiment, das
nicht auf Täuſchung des Publikums beruht, ſondern
lediglich auf einer mächtigen Uebung des Gedächtniſſes.
Wie glaubhaft verſichert wurde, iſt Frau Lané=Ney
im=
ſtande, dieſes Gedächtnismeiſterſtück bis auf 100 Gegen
ſtände auszudehnen. — Hochbefriedigt, und viele wohl
auch belehrt und bekehrt von manchem Aberglauben,
gingen die Erſchienenen nach Hauſe.
* Vortrag. Auf den von der Deutſchen
Kolo=
nialgeſellſchaft, Abteilung Darmſtadt, unter
An=
ſchluß der Kreisgruppe Darmſtadt des Deutſchen
Flotten=
vereins, heute abend 8 Uhr veranſtalteten Lichtbilder=
Vortrag des Herrn Spezialarztes Dr. Vir von hier über
ſeine Forſchungsreiſen in den Ländern zwiſchen den Scen
im Nordweſten von Deutſch=Oſtafrika 1910/11 erlaubt
man ſich, hiermit aufmerkſam zu machen. (Näh. ſ. Anz.)
* Kaiſerfeier des Wartburg=Vereins. Der
Chriſt=
liche Verein junger Männer Wartburg feierte den
Ge=
burtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers im Feierabend,
Stiftſtraße 51. Die Feier, die unter der Deviſe:
Fürchtet Gott, Habt die Brüder lieb!
Ehret den König! ſtand, nahm einen glänzenden
Verlauf. Ein ſorgfältig gewähltes, reichhaltiges
Pro=
gramm, welches von den Mitgliedern des Poſaunen=
Chors zuſammengeſtellt wurde, ſorgte dafür, daß ſich
dieſe Feier allen früheren würdig anſchloß. Fanfaren,
Trommelwirbel und Paukenſchlag eröffneten den Abend,
dem ſich der Eröffnungsgeſang, Prolog und Begrüßungs=
Anſprache anſchloß. Nach einem wirkungsvollen
Poſaunen=
vortrag folgte eine Deklamation: Max Schneckenburgers
Wacht am Rhein, worauf der Poſaunenchor das
Alt=
niederländiſche Dankgebet zu Gehör brachte. — Im
Mittelpunkt des Abends ſtand das echt vaterländiſche
Schauſpiel: „Deutſche Treue” von Th. Körner, welches
den Darſtellern reichen Beifall einbrachte. Im 2. Teil
trug der Poſaunenchor die wunderbare Arie des Saroſtro
aus der Zauberflöte vor, worauf der Männerchor durch
das ſchöne Lied: „Das treue deutſche Herz” erfreute.
2 Terzette für Flügelhörner und eine Deklamation: „Das
Aegyptens neuer Hafen.
C) Ehe vor einigen Wochen bei Beginn des
Tripo=
lis=Krieges die Engländer die bisher türkiſche Bai von
Sollum für britiſches, bezw. ägyptiſches
Eigen=
tum erklärten, war der Name dieſes Golfes außerhalb
geographiſcher Fachkreiſe ſo gut wie unbekannt. Es kam
faſt nie vor, daß ein Europäer jenen abgelegenen öden
Küſtenſtrich beſuchte, der jetzt dazu beſtimmt iſt, ein neuer
Hafen Aegyptens zu werden. In der Tat beruht
der Wert des Golfs von Sollum nur auf den ganz
unge=
wöhnlich günſtigen natürlichen Vorbedingungen zu einem
Hafenplatze. Ein Engländer, der jetzt nach der
Beſitzergreif=
ung Sollums die lange Zeit hindurch vergeſſene Stätte
auf=
geſucht hat, gibt eine aufſchlußreiche Schilderung dieſes
neuen britiſchen Beſitztums. Der natürliche Hafen bildet
einen vollkommen ſicheren Schutz gegen die verheerenden
Weſt=
winde, die gerade in jenem Teile des Mittelmeeres oft
Un=
heil anrichten. Die hohen, roten Sandſteinklipen, die den
Golf umrahmen, und eine natürliche Schutzmauer gegen
Sturm und Wogen bilden, erheben ſich in einer Höhe von
200—300 Fuß. Dagegen exiſtieren künſtliche Hafenanlagen
überhaupt noch nicht. Der Verkehr mit Schiffen muß durch
kleine Boote bewerkſtelligt werden, was nur bei ganz
ſtillem Wetter ohne Schwierigkeiten durchzuführen iſt. Das
heutige Dorf Sollum beſteht aus einem halben Dutzend
verlaſſener, armſeliger Lehmhütten und einem „Zollamt”.
das ein kleines Zimmer umfaßt und ebenfalls verlaſſen iſt.
Auf den Gipfeln der Klippen liegt auch ein kleines Fort.
Aber wie öde und armſelig dieſe Stätte heute auch
an=
mutet, es finden ſich zahlreiche Anzeichen, die erkennen
laſſen, daß Sollum einſt eine große und
bedeu=
tende Stabt war. Aus dem Sande ragen noch die
Ruinen mächtiger alter Mauern, aber vor allem überraſchen
die großen Waſſerreſervoirs, die heute freilich verfallen
ſind, einſt aber mächtigen Regenwaſſermengen Raum
ga=
ben. Einer dieſer gemauerten Waſſerbehälter mißt ſogar
nicht weniger als 36 Meter im Quadrat. Das Waſſer wurde
durch Löcher und Röhren in der Regenzeit in die Behälter
geleitet, denn Sollum iſt einſtweilen völlig auf Regen
an=
gewieſen, da ſonſt nur ungenießbares Brachwaſſer zu finden
iſt. Wie ſtark aber auch zu gewiſſen Jahreszeiten die
Regenniederſchläge ſind, die Vegetation iſt von einer
troſt=
loſen Dürftigkeit. In den Wintermonaten ſieht man nicht
die geringſte Spur von Grün. Nur kleine, rauhe Sträucher,
eigentlich Büſchel von nur 6 Fuß Höhe, gedeihen hier im
Wüſtenſande und bilden die Nahrung für die Kamele.
Die Klippen münden landeinwärts auf ein Hochplateau,
mit dem die Wüſte beginnt, ſo weit das Auge ſchweift
Nirgends ein Hügel, ein Felſen, eine Geländeerhebung,
überall nur Sand und hin und wieder Sanddünen. Zur
Regenzeit bilden ſich dann Salzſümpfe, die für Menſch und
Tier gefährlich ſind. Ebenſo dürftig iſt die Fauna, nur
ſelten ſieht man eine vereinzelte Gazelle, bisweilen ein
Wüſtenhuhn und vielleicht auch eine Lerche. Nur wer
ge=
zwungen iſt, wird dieſen verlaſſenen, öden Weltwinkel
auf=
ſuchen, der jetzt durch die jüngſten Vorgänge beſtimmt
ſcheint, künftig im Mittelmeer als ein wichtiger ſtrategiſcher
Punkt eine Rolle zu ſpielen.
Sollum und ſeine felſige Umgebung iſt ein geradezu
idealer Hafen, der beſte aller Naturhäfen im ganzen
ſüdöſtlichen Mittelmeerbecken. Mit dem Golf von Sollum
haben die Italiener, ſofern der Krieg in ihrem Sinne enden
wird, den ſchönſten Hafen und die wertvollſte ſtrategiſche
Poſition Großtripolitaniens verloren. Die Höhen von
Sollum beherrſchen die Cyrenaika und ſchützen Aegypten.
Man könnte dieſe Poſition geradezu als das Gibraltar
des Oſtens bezeichnen. Es war ſeit vielen Jahren die
Abſicht des Vizekönigs, ſein großartiges
Bahnunterneh=
men, die khediviale Bahn, durch die Mariutwüſte einmal
in Sollum endigen zu laſſen und damit den Weg nach
Aegypten zu verkürzen. Die khediviale
Privat=
bahn hat bereits 225 Kilometer weſtlich von Alexandrien
durch die Wüſte und das Gebiet der Auladalirbeduinen
vorgedungen. Ihre jetzige Endſtation iſt Sidi el Haggag
in ziemlicher Nähe vom Hafen Mirſa Matru. Es ſoll nach
dem Ausbau der Linie bis zum Golf von Sollum und der
gleichzeitig zu unternehmenden Verſtärkung und
Verdoppe=
lung der Geleiſe ein Expreßverkehr mit Kairo eingeführt
werden und im Anſchluß daran der Schiffsverkehr mit
Sollum. Der Seeweg von Italien nach
Aegyp=
ten wird dadurch eine Verküzung um einen
vol=
len Tag erfahren. Es wird die kürzeſte Route nach dem
Orient darſtellen. Für die ExpreßzügeSollum=Kairo wären
dann höchſtens neun Stunden Fahrt anzuſetzen und dieſe
Fahrt berührt intereſſante, bisher unbekannte Regionen
Aegyptens. Sollum wäre der ideale Endpunkt dieſer
Bahn. Der große prächtige Golf bietet eine unvergeßliche
Szenerie. Bei klarem Wetter ſieht man von den Höhen
aus die Inſel Kreta in weiteſter Ferne verſchwinden.
Die beſondere ſtrategiſche Bedeutung dieſer Bahnlinie
für Aegypten (und für die Okkupation!) hat übrigens der
ägyptiſchen Staat veranlaßt, ſie dem Khediven abzukaufen.
Die Verhandlungen ſind jüngſten Datums und man hat
vereinbart, dem Khediven die erſte Hälfte des Kaufpreiſes
im Juni 1912, den Reſt anfangs 1913 auszuzahlen. De
Vizekönig macht dabei einerſeits ein glänzendes „Geſchäft”
erlebt aber andererſeits die Freude, ſeinen alten Traum.
der Verkürzung des Seeweges nach Aegypten, wenn auch
von Staats wegen, ſo doch unter ſeinen eigenen Auſpizien
ſich verwirklichen zu ſehen,
Nummer 21.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
Seite 3.
deutſche Vaterland” löſten weiteren großen Beifall aus.
Dann folgte eine Kaiſerhuldigung in Lied und Bild,
ausgeführt von den Bläſern, welche ſehr effektvoll wirkte.
Nach einem allgemeinen, begeiſterten Geſang, dem
an=
ſchließend die Schlußanſprache folgte, brachte der Poſaunen
chor noch den großen Zapfenſtreich und Gebet unter
Benutzung von Schlagzeug zu Gehör, dem dann noch
eine weitere Zugabe folgte. Erwähnt ſei auch noch
Herr Martin Beſt, der wieder einige ſeiner beliebten
Lieder vortrug. Der Reinertrag des Feſtes wurde den
wackeren Bläſern zur Neuanſchaffung von Inſtrumenten
zur Verfügung geſtellt.
* Freiwillige Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten
Kreuz. Im Mathildenhöhſaal fand am Dienstag die
Schlußprüfung des Winterkurſus unter zahlreicher
Beteiligung ſtatt. Erſchienen waren u. a. Herr General=
Arzt Dr. Lindemann, Oberkonſiſtorialpräſident Nebel,
Oberpoſtdirektor Milkau, Provinzialdirektor Fey, Major
Maaß und Regierungsrat Gennes. Abordnungen hatten
entſandt die Sanitätskolonnen Eberſtadt, Groß=Biberau,
Nieder=Ramſtadt und Roßdorf. Die Leiſtungen der
Prüflinge in dem unter Leitung von Herrn Oberleutnant
Lotheißen ſtattfindenden theoretiſchen und praktiſchen
Prüfungen waren äußerſt befriedigend und zeugten von
dem Fleiß von Schüler und Lehrer. Herr Generalarzt
Dr. Lindemann beſprach hierauf eingehend die
An=
forderungen, die heute an die Sanitätsmannſchaften
ge=
ſtellt werden und betrachtete die gezeigten Leiſtungen der
Prüflinge nach dieſer Hinſicht. Er gab ſeiner Freude
über die vorzüglichen Leiſtungen lebhaften Ausdruck. Es
wurde hierauf die Modellſammlung der Sanitätskolonne
einer eingehenden Beſichtigung unterzogen. In der ſich
anſchließenden intimen Feier würdigte Herr
General=
arzt Dr. Lindemann die Tätigkeit der Kolonnen im
In=
tereſſe des Gemeinwohles. Am Schluſſe ſeiner Rede
brachte er ein Hoch aus auf Se. Maj. den Kaiſer, in das
begeiſtert eingeſtimmt wurde. Herr Oberleutnant
Loth=
eißen berichtete ſodann über die Tätigkeit der Kolonne
und ihre Entwicklung im vergangenen Jahre, wonach
an die Prüflinge die Ausweiskarten verteilt wurden,
womit ſie ſich überall als ausgebildete Krankenpfleger
ausweiſen können, um überall einſpringen zu können,
wo ihre Tätgkeit erforderlich iſt. Für fünfjährige Arbeit
in der Sanitätskolonne konnten an 7 Mitglieder Diplome
verteilt werden.
* Die Balkan=Vorträge. In dem zweiten
Vor=
trag des Vortragszyklus über das Balkangebiet am
Donnerstag, den 25. Januar, behandelt Herr Profeſſor
Dr. Klemm die Oberflächenformen, die
Bodenverhält=
niſſe und Glieder der Halbinſel, insbeſondere auch
Griechenland und die benachbarte Inſelwelt. Lichtbilder
und Karten werden den Vortrag bereichern und
er=
läutern. Lokal: Techniſche Hochſchule. Karten an den
bekanntgegebenen Stellen und am Saaleingang.
* Handel mit Rußland. In der heutigen Nummer
unſeres Blattes befindet ſich eine Veröffentlichung der
Großh. Handelskammer Darmſtadt. über die
Anweſen=
heit des Handelsſachverſtändigen beim Kaiſerl.
General=
konſulat in St. Petersburg am 10. und 12. Februar zur
Verrechnung in Frankfurt a. M.
* Kinovorführungen für die Jugend. Man ſchreibt
uns: Der Darmſtädter Ausſchuß für Beſſerung in
kine=
matographiſchen Darſtellungen hat mit dem Beſitzer des
Reſidenztheaters vereinbart, daß nächſten Samstag, an
Kaiſers Geburtstag, wieder kinematographiſche Schüler=
Vorſtellungen ſtattfinden. Die zur Darſtellung
gelangen=
den Films, von Ausſchußmitgliedern ausgewählt, ſind in
ihrer Mehrheit belehrenden Inhalts und der Geographie,
Geſchichte und Naturkunde entnommen; eine Nummer:
„Fritzchen als Zauberkünſtler” bildet die humoriſtiſche
Beigabe. Die Vorführungen, zwei am Vormittag und
drei am Nachmittag, beginnen um 10 Uhr bezw. 1½ Uhr
und dauern je 1—1¼ Stunden. Eintrittskarten zu 10 Pfg.
ſind erhältlich ab Donnerstag am Verkehrsbureau; ſie
ſind von beſonderer Farbe für jede Vorſtellung, deren
Beginn auf der Rückſeite vermerkt iſt. Eine Begleitung
durch den Vater, die Mutter oder ein erwachſenes Fami=
lienglied iſt geſtattet gegen vorausgegangene Löſung einer
Karte zu 20 Pfg. Oben genannter Kommiſſion gereicht es
zu einiger Befriedigung, erwirkt zu haben, daß der
In=
haber des Darmſtädter Reſidenztheaters das Verſprechen
gegeben hat, künftig von dem Aushang ſolcher
Reklame=
bilder abſehen zu wollen, die bei ihrer ſenſationellen
Wirkung auf Sitte und äſthetiſches Empfinden als
an=
ſtößig bezeichnet werden könnten, ſelbſt wenn ſie
polizei=
behördlich geſtattet ſind.
* Die Darmſtädter Karneval=Geſellſchaft ſchreibt
uns: Die Geſellſchaft wird am nächſten Sonntag den 28.
ds. Mts., abends 7 Uhr 11 Minuten im Saalbau ihre erſte
Große Damen= und Herrenſitzung abhalten.
Die Feſte der Darmſtädter Karneval=Geſellſchaft ſind
ja immer in vornehmem Stile gehalten geweſen, und
ſo wird dieſe große Sitzung ganz beſonders prächtig
aus=
geſtaltet werden, ſodaß ein Beſuch zu empfehlen iſt,
zu=
mal der Eintrittspreis ſo niedrig gehalten iſt, daß ſelbſt
eine größere Familie den Beſuch riskieren kann. Da
Se. Königl. Hoheit der Großherzog ſeinen Beſuch in
Ausſicht ſtellte, bleibt die Hofloge für die Allerhöchſten
Herrſchaften reſerviert, und auf der Galerie werden die
erſten Reihen der Sitzplätze numeriert und ſind zu 2 Mk.
pro Stück in dem Verkehrsbureau zu haben. Es werden
von dieſen Karten nur 60 Stück verkauft und empfiehlt
es ſich, mit dem Kauf nicht zu zögern. Auf die Sitzung
ſelbſt kommen wir noch zu ſprechen.
B. Arheilgen, 24. Jan. Am Montag feierte Herr
Lehrer Herget ſein 25jähriges Jubiläum. Der
Männergeſangverein „Eintracht” deſſen Mitglied der
Jubilar iſt, veranſtaltete eine Feier im Vereinslokal „Zur
Krone”, zu der eine ganze Anzahl Herren, die dem
Jubi=
lar nahe ſtehen, ſich einfanden. Nachdem der aktive Chor
zur Einleitung der Feier das Lied „An die Heimat”
ge=
ſungen hatte, ehrte der Vorſitzende des Vereins den
Ju=
bilar mit einer warm empfundenen Anſprache, in der
er die guten Eigenſchaften hervorhob, durch welche ſich
der Jubilar die Achtung und das große Vertrauen der
Einwohner von Arheilgen zu erwerben wußte, ſodaß
heute eine große Anzahl Schüler und Schülerinnen, die
jetzt zu Männern und Frauen herangereift ſind, mit
Ehrerbietung zu ihrem Lehrer emporblicken, und ſchloß
mit dem Wunſche, daß es dem Jubilar vergönnt ſein
möge, auch ſein 50jähriges Jubiläum in gleicher
Ge=
ſundheit zu feiern. Hierauf dankte der Jubilar dem
Verein für die Ehrung, die er ihm aus Anlaß des
heuti=
gen Tages zuteil werden ließ, und ermahnte die Sänger,
in ihrem Beſtreben und unter der Leitung des
Dirigen=
ten, Herrn Damm, fortzufahren und die Ehre und das
Anſehen des Vereins auch nach außen hin zu fördern.
Weitere Anſprachen wurden noch gehalten von Herrn
Pfarrer von der Au, Herrn Sekretär Hirſch und Herrn
Beigeordneten Benz, durch welche der Jubilar geehrt
und gefeiert wurde. Die Anſprachen wurden durch
Ge=
ſangsvorträge gewürzt, welche mit großem Beifall
auf=
genommen wurden.
Offenbach, 24. Jan. Eine hochherzige
Stift=
ung hat der am 4. Januar verſtorbene Rentner
Hein=
rich Krumm in einer letztwilligen Verfügung gemacht,
indem er ein Kapital von 300000 Mark ſtiftete,
deſſen Zinſen zu wohltätigen Zwecken Verwendung finden
ſollen, die im Teſtament des Verſtorbenen näher bezeichnet
ſind. In der Hauptſache kommt die Stiftung dem
Städti=
ſchen Krankenhaus und einer Reihe ſonſtiger, mit dieſem
Inſtitut verbundener Nebenanſtalten zugute, ſo unter
an=
derem der Beratungsſtelle für Mutter= und
Säuglingsfür=
ſorge. Die Verwendung der Zinſen im einzelnen ſoll dem
Ermeſſen des jeweiligen Bürgermeiſters und des
Chef=
arztes des Krankenhauſes überlaſſen bleiben. Das Kapital
fällt nach dem Tode der Witwe des Verſtorbenen an die
Stadt und wird bis zu dem genannten Zeitpunkt im Sinne
der Stiftung ſichergeſtellt. Auf die Nutznießung des
Ka=
pitals hat bis zu ihrem Ableben Frau Witwe Heinrich
Krumm Anſpruch.
* Fränkiſch=Crumbach, 23. Jan. Vor kurzem wurde,
wie gemeldet, in dem Schloſſe der Freiherren von
Gemmingen in Fränkiſch=Crumbach ein bedeutender
Einbruch verübt und außer einer Anzahl afrikaniſcher
Waffen und ſonſtiger Seltenheiten auch eine goldene
Mon=
ſtranz, ein goldener Abendmahlskelch, eine Figur (das
Jeſukind darſtellend) in Gold, eine goldene Krone und
einige hundert alte Goldmünzen aus dem 15. und 16.
Jahr=
hundert von beträchtlichem Werte geſtohlen. Vor einigen
Tagen nun wurde ermittelt, daß herumziehende
Zigeu=
ner die das Keſſelflickerhandwerk betreiben, in
verſchie=
denen Wirtſchaften auf dem Lande den Verſuch gemacht
haben, von dieſen geſtohlenen Goldſtücken zu verkaufen.
Die Polizeiorgane ſind, wie die Darmſt. Ztg. berichtet,
aufgefordert worden, ein wachſames Auge auf die Zigeuner
zu haben.
Mainz, 24. Jan. Im Mai v. Js. war in Worms
und Umgegend ein Streik der Schreiner
ausge=
brochen. Am Himmelfahrtstag erſchienen in den
Werk=
ſtätten verſchiedener Schreinermeiſter in Worms,
Hoch=
heim und Pfiffligheim drei Schreinergeſellen, um
angeb=
lich im Auftrage des Polizeiwachtmeiſters Meis zu
kontrollieren, ob an dieſem Tage gearbeitet werde. Wegen
gemeinſchaftlichen Hausfriedensbruchs wurden die drei
Geſellen vom Schöffengericht Worms zu je 10 Tagen
Ge=
fängnis verurteilt. Der Polizeiwachtmeiſter hatte
ent=
ſchieden beſtritten, den Angeklagten einen Auftrag gegeben
zu haben, er will mit den Leuten nur geſprochen haben.
Gegen das Urteil legten die Angeklagten Berufung ein,
die koſtenpflichtig verworfen wurde. — Ein
Arbei=
ter wurde am 1. Dezember vor dem Schöffengericht als
Zeuge vernommen. Er gab an, täglich 4,60 Mark zu
ver=
dienen und verlangte in dieſer Höhe ſeine
Zeugenge=
bühren. Dem Richter erſchienen die Gebühren zu hoch,
auf eindringlichen Vorhalt gab der Zeuge zu, nur 3,60
Mk. täglich zu verdienen. Nun hatte er ſich wegen
Be=
trugsverſuchs gegenüber dem heſſiſchen Fiskus
heute vor dem Schöffengericht zu verantworten. Er wurde
zu 25 Mark Geldſtrafe verurteilt. (M. Tgbl.)
Worms, 24. Jan. In der Gerberei der Firma
Cor=
nelius Heyl fanden Arbeiter den 25jährigen
Fabrik=
arbeiter Jakob Born aus Pfiffligheim mit dem Rücken
gegen den Ausſchalter der elektriſchen Leitung gelehnt
tot auf. Wahrſcheinlich iſt er der Leitung zu nahe
gekommen und durch den ſtarken Strom getötet worden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. Jan. Die
Gedächt=
nisfeier für Friedrich den Großen ſetzte ſich
abends um 6 Uhr in der Kriegsakademie fort. Der
Kai=
ſer erſchien in Begleitung des Prinzen Heinrich,
außer=
dem waren ſämtliche hier anweſenden Prinzen des
kö=
niglichen Hauſes zugegen. Generalmajor Frhr. von
Freytag=Leringhofen hielt den Feſtvortrag über „König
Friedrich als Kriegsherr und Heerführer”. In Potsdam
begann die Feier des 200. Geburtstages mit einem
Feſt=
gottesdienſt in der Garniſonkirche, zu dem das
Kaiſer=
paar, die kaiſerliche Familie, die anweſenden
Fürſtlich=
keiten, der Reichskanzler erſchienen waren. Die
Feſtpre=
digt hielt Feldprobſt Wölfling. Sodann legte der
Kai=
ſer am Sarge des großen Königs einen Kranz nieder.
Deputationen von Regimentern legten ebenfalls Kränze
mit Inſchriften am Sarkophag nieder., Dann begann die
Parade im Luſtgarten, bei der der Kaiſer eine Anſprache
an die Truppen hielt. Es folgte ein Frühſtück im
Re=
gimentskaſino des 1. Garde=Regiments zu Fuß. Das
Denkmal Friedrichs des Großen Unter den Linden iſt mit
grünem und goldenem Lorbeer umwunden und wird von
Pylonen von goldenen Königskronen überragt.
Topf=
gewächſe flankieren den hohen Unterbau, Girlanden
ver=
binden die Pylonen. Vier Poſten vom Alexander=
Regi=
ment mit Blechmützen halten Wache. Die öffentlichen
Gebäude Berlins ſowie ſtaatliche und ſtädtiſche Gebäude
tragen Flaggenſchmuck. Auf dem königlichen Schloſſe
ſind drei Standarten gehißt. — Wie der Berliner
Lokal=
inzeiger hört, wird der Kronprinz und die
Kron=
prinzeſſin im Laufe des Monats Februay einen
Vorträge.
— Die Stenographen=Vereinigung
Ga=
belsberger hielt am 23. Januar, abends, im
Fürſten=
ſaale ihre Monatsverſammlung ab. Nach Aufnahme
von 4 Mitgliedern wurde eine Ueberſicht über die neueſten
Vorgänge auf ſtenographiſchem Gebiste geboten und der
Wert des Leſens für die ſtenographiſche Uebung betont.
Darauf hielt Herr Lehrer Speckhardt einen nach
Inhalt ſehr lehrreichen, in der Darbietung feſſelnden
Vortrag über die Entwickelung und den Stand
der deutſchen Valuta. Dieſes Fremdwort
iſt in dem kaufmänniſchen Leben allgemein
be=
kannt durch ſeine Bedeutung als „Wert”
Weiter=
hin wird es gebraucht, um die Währung, den
Münzfuß, anzugeben. Vor der Reichsgründung
gab es ſechs verſchiedene Münzſyſteme: Talerwährung,
Guldenwährung, Frankenwährung und die lübiſche,
ham=
burgiſche und Bremer Währung. Dazu kam der
Um=
lauf vieler ausländiſcher Münzen, ſodaß es vorkam, daß
eine größere Bezahlung in 25 verſchiedenen Sorten
Mün=
zen gemacht wurde. Dadurch ergaben ſich unhaltbare
Zuſtände, denn es war nötig, die Währung aller dieſer
Geldſorten zu kennen, die Berechnung war ſehr
umſtänd=
lich uſw. Wie von Familie zu Familie ein
fortwähren=
der Austauſch des Geldes durch den Abſatz der Produkte
oder durch den Ankauf deſſen, was gebraucht wird,
er=
folgt, ſo entwickelte ſich auch zwiſchen den einzelnen
Völ=
kern ein Verkehr, und das Geld hat die Funktion, den
Austauſch im Inlande und nach dem Auslande
auszu=
gleichen. Im Welthandel hat nun das Volk den Vorzug,
das das beſte Tauſchmittel gibt, und als ſolches gilt heute
das Gold. England hat das früh eingeſehen; es hat viel
Goldgeld hergeſtellt und dadurch mit im Weltverkehr
ſeine Bedeutung erlangt. Im Anfang des vorigen
Jahr=
hunderts war Frankreich Englands ſtärkſter Rivale;
Frankreich wollte einen maßgebenden Einfluß dadurch
gewinnen, daß es die Kontinentſtaaten unter ſeiner
Führung auf die Goldwährung zu vereinigen ſich
be=
ſtrebte; es ſammelte Gold an, um die anderen Staaten,
die ſelbſt kein Gold produzieren, in ſeine Abhängigkeit
zu bringen. Im Jahre 1867 kam dann die
Münzkonfe=
renz zuſtande, und daß ſie ergebnislos verlief, können
wir nur als einen Erfolg Bismarcks anſehen. Als aber
der Krieg 1870 das Deutſche Reich uns brachte und
da=
mit die Einheit auf ſo vielen Gebieten, da wurde auch
die Münzeinheit für Deutſchland erreicht. Es kam ein
ausreichender Goldvorrat nach Deutſchland, ſodaß die
Münzgeſetze von 1871 und 1873 auch für Deutſchland die
Goldwährung einführten. Unſer 20=Mark=Stück bildet
dabei die Grundlage. Seitdem haben wir eine deutſche
Valuta. Sie lehnt ſich an die engliſche an, nur haben
wir die Dezimalteilung. England rechnet nach Karat. Die
Valuta dient dem Handel, dem Großverkehr, dem
Klein=
verkehr dient die Scheidemünze. Mit der deutſchen
Va=
luta iſt ein wichtiges Gut der Nation erzielt worden.
Dies zu ſchützen, iſt Aufgabe der Reichsbank, die durch
das Fallen und Steigen des Diskonts den Goldbeſtand
auf der erforderlichen Höhe hält. An gemünztem Gold
ſind im Deutſchen Reiche bis 1911 geprägt für
4 749002000 Mark. Es iſt zu hoffen, daß durch die
deutſche Valuta die Stellung Deutſchlands auf dem
Welt=
markte eine immer günſtigere wird. Reicher Beifall
lohnte den geſchätzten Redner. Zum Schluſſe fand die
Verteilung der Ehrenpreiſe und Diplome vom letzten
Vereinspreisſchreiben ſtatt. Darauf hielt eine
Abend=
unterhaltung die Mitglieder und Gäſte noch lange
zu=
ſammen.
Feuilleton.
* Im Aeroplan zur Reichstagswahl. Heutzutage
gibt es ſchon Leute, die im Aeroplan zur Jagd gehen oder
ihre Hochzeitsreiſe machen. Da nimmt es nicht mehr
wunder, daß ein Aviatiker, diesmal ein Deutſcher, im
Flugzeug ſich zur Wahlurne begeben hat. Der Gradepilot
Heinz A. Falderbaum führte am Samstag von dem
Gradewerken in Bork (Belzig) vom Flugfeld „Mars”
einen Ueberlandflug aus, flog von Bork über Neuendorf
und Rottſtock nach Brück, landete bei Brück auf den Wieſen,
begab ſich zur Wahl und flog dann, nachdem er bei einer
bekannten Familie ſich geſtärkt hatte, wieder zurück nach
dem Flugfeld „Mars” wo er glatt landete. Wenn dem
Wahlkandidaten alle Stimmen ſo zugeflogen kamen, dann
kann er von Glück ſagen.
C.K. Diebſtahl an drahtloſer Telegraphie. Die
Fortſchritte der drahtloſen Telegraphie und ihrer
Aus=
nutzung haben in Frankreich die Notwendigkeit eines
neuen Geſetzes zur Folge gehabt, das die unberechtigte
Benutzung dieſer neueſten Errungenſchaft der Technik
verhindert. Seit einigen Monaten werden vom
Eiffel=
turm durch die Herzſchen Wellen zweimal am Tage
ge=
naue Zeitſignale ausgeſandt, die auf hoher See von
denen, die eine genaue Beſtimmung ihres Längengrades
machen, zu einer richtigen Zeitbeſtimmung benutzt
wer=
den können. Einige unternehmende Perſonen, vor allem
Uhrmacher, ſind nun auf die Idee gekommen, daß es für
jedermann leicht iſt, dieſe Signale mit Hilfe eines
ziem=
lich leicht zu konſtruierenden Apparates aufzufangen. Um
dieſem Mißbrauch zu ſteuern, iſt daher ein geſetzliches
Verbot der unberechtigten Benutzung der Zeitſignale
er=
gangen. Wenn man daran denkt, meint dazu das
Athe=
näum, daß die britiſchen Poſtbehörden eine beträchtliche
Summe für die Lieferung der Zeitſignale von
Green=
wich zahlen müſſen, ſo kann man verſtehen, daß man ſich.
gegen den Mißbrauch zu wehren ſucht; aber wie das
geſetzliche Verbot durchgeführt werden ſoll, das kann
man ſich nur ſehr ſchwer vorſtellen.
* Die herzogliche Familie im Gepäckaufzug. In New=
York ſind, wie gemeldet wird, der Onkel König Georgs von
England, der Herzog von Connaught, mit der Herzogin und
ihrer Tochter Prinzeſſin Patricia angelangt und feſtlich
em=
pfangen worden. In amerikaniſchen Depeſchen wird
aus=
führlich erzählt, wie die herzogliche Familie den
unver=
meidlichen amerikaniſchen Reportern und
Zeitungsphoto=
graphen entwiſchte. Man hatte dieſen Herren geſagt, der
Extrazug werde am Bahnſteig 23 halten, während er in
der Tat am Bahnſteig 24 hielt. Die herzogliche Familie
wurde dann an einen Gepäckaufzug gebracht, an dem die
Warnung aufgeſchrieben war: „Wer dieſen Aufzug benutzt,
tut es auf ſeine eigene Gefahr hin.” Indeſſen gelangten die
hohen Gäſte ungefährdet auf die Straße und fuhren in
be=
reitſtehenden Automobilen nach der Wohnung Mr.
White=
law Reids, des amerikaniſchen Botſchafters in London, wo
ſie während ihres New=Yorker Aufenthaltes wohnen
werden.
* Prinz Lulus Taufkiſſen. Das Taufkiſſen, auf dem
Prinz Lulus Köpfchen ruhte, als er zur Taufe getragen
wurde, liegt zur Zeit in New=York in den Kunſträumen von
Mr. E. F. Bonaventure zur Anſicht aus. Das viereckige
Kiſſen iſt mit Stickereien verziert, die von den Frauen
von Nancy verfertigt wurden; es iſt ein Geſchenk der
Stadt Nancy an die Kaiſerin Eugenie und Napoleon III.
Lange Zeit war das Kiſſen im Beſitz der Gräfin Taſcher
de la Paherie, einer Kouſine des Kaiſers, deren Vater zur
Zeit des großen Kaiſers Oberhofkämmerer war. Die
Stickerei iſt ſehr gut erhalten, das Kiſſen iſt ungefähr 24
Quadratzoll groß und mit dem kaiſerlichen Wappen und
dem Namenszug verſehen. An den vier Ecken befindet
ſich je ein gekröntes N und unter dieſem die Abzeichen der
Ehrenlegion. Die Stickerei iſt von feinſter Ausführung
und das Kiſſen wird von Kennern auf 8000 Mark Wert
ge=
ſchätzt.
— Die handſchuhloſe Mode. Nach Ausweis der
Lon=
doner Zeitungen gilt es bei den Damen nicht mehr als
„bon ton”, zur Abendtoilette Handſchuhe zu tragen. „Die
Mode der langen Handſchuhe iſt zurzeit abgetan”
er=
klärte eine der tonangebenden Größen im Reiche der
Toilette. Das gilt insbeſondere für die
Theaterbeſuche=
rinnen, die der überwiegenden Mehrzahl nach mit
nack=
ten Armen und Händen erſcheinen. Mit dem
Handſchuh=
verkauf geht es deshalb unabläſſig abwärts, und in den
Kreiſen der Händler, die für ihre Waren keinen Abſatz
mehr finden, herrſcht ob der Abkehr von der
Handſchuh=
mode begreifliche Erregung.
mehrwöchigen Aufenthalt in der Schweiz nehmen. — Der
Rixdorfer Wahlrechtsſtreit, der ſich um die
Gültigkeit von 28 Stadtverordnetenwahlen aus dem
Jahre 1910 dreht, beſchäftigte heute den Erſten Senat
des Oberverwaltungsgerichts. Der Bezirksausſchuß zu
Potsdam hatte die 28 Wahlen für ungültig erklärt, weil
ſie erfolgt waren auf Grund einer Liſte, die die
Grund=
ſätze des Geſetzes betreffend die Aufſtellung der
Wähler=
liſten vom Jahre 1909 nicht berückſichtige. Das
Oberver=
waltungsgericht beſtätigte das Urteil des
Bezirksaus=
ſchuſſes. — Eine aufregende Szene ſpielte ſich vor
einer Abteilung des Schöffengerichts ab. Auf die
An=
klage des Diebſtahls hatte ſich eine Frau zu verantworten.
Sie leugnete entſchieden, wurde aber auf Grund der
Aus=
ſage einer Zeugin, die ſie beſtimmt wieder erkannt, zu
zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Da ertönte von der
Anklagebank ein furchtbarer Schrei. Die Verurteilte rief
verzweifelt aus: Ich bin unſchuldig, ſo wahr ich dieſes
Gift trinke! Sie ſetzte ein Fläſchchen an den Mund und
trank es aus. Der Vorſitzende, die Gerichtsdiener und
der im Zuhörerraum anweſende Ehemann ſtürzten
auf die Lebensmüde zu und es wurde ihr ſofort
herbei=
geſchaffte Milch eingeflößt. Dann brachte man ſie zum
Krankenhauſe, wo ihr der Magen ausgepumpt wurde.
Biebrich, 24. Jan. Die Stadtverordnetenverſamm
lung erteilte dem Magiſtrat die Ermächtigung zum
Ab=
ſchluß eines Kaufvertrages mit der Geſellſchaft zur
Er=
richtung von kaufmänniſchen
Erholungs=
heimen wegen Abtretung eines Baugeländes im Stadt
walde am Bahnhof Chauſſeehaus. Damit iſt die
Erricht=
ung eines weiteren Erholungsheimes im Taunus geſichert.
Frankenheim (Rhön), 24. Jan. Drei Männer fuhren
beim Rodeln in voller Fahrt gegen einen Baum. Einer
wurde ſofort getötet, die beiden anderen lebensgefährlich
verletzt und beſinnungslos vom Platze getragen.
Köln, 24. Jan. Der Bauunternehmer Ohl in
Wem=
metsweiler, der ſich, in eine Wahldebatte vertieft, bis
morgens 4 Uhr in einem Lokale aufgehalten hatte, war
gerade im Begriff, mit einigen Bekannten fortzugehen, als
drei als raufluſtig bekannte Burſchen das Lokal betraten.
Der Wirt weigerte ſich, ihnen Getränke zu verabreichen.
Darauf ergriff der eine der Burſchen eine Bierflaſche
und ſchlug damit dem Wirt auf den Kopf. In dem nur
entſtehenden Handgemenge fiel Ohl, von einer Kugel in
die Stirn getroffen, tot zu Boden.
Leipzig, 23. Jan. Das Reichsgericht verwarf
die Reviſion der Logisvorſteherin Voigt, die am 15.
Oktober 1911 vom Schwurgericht Chemnitz wegen
Gift=
mordes an ihrer Tochter und Brandſtiftung zum Tode
zu zwei Jahren fünf Monaten Zuchthaus und 300 Mark
Geldſtrafe verurteilt worden war. In der
Reviſions=
ſchrift waren nicht weniger als 36 Rügen vorgebracht, die
aber ſämtlich als belanglos erachtet wurden.
Leipzig, 23. Jan. Wir haben bereits berichiet, daß
das Urteil der Strafkammer Mainz, das den Redakteur
Hirſch wegen Beleidigung der Polizei=Aſſiſtentin von
Mainz, Frau Dr. Schapiro und des Beigeordneten
Berndt zu ſechs Monaten Gefängnis verurteilt hatte,
vom Reichsgericht aufgehoben worden iſt. Die
Auf=
hebung iſt erfolgt, weil dem Angeklagten vielllicht zu
Un=
recht der Schutz des Paragraphen 193 verſagt worden ſei,
wenigſtens, ſoweit er an den Amtshandlungen der Frau
Schapiro Kritik geübt habe. Das Reichsgericht erklärt es
für zweifellos daß Mißgriffe
vorgekom=
men ſind. Dieſe habe der Angeklagte als Mainzer
Bür=
ger und Stadtverordneter rügen dürfen, ſogar
öffent=
lich rügen dürfen da er ebenfalls öffentlich wegen
ſeiner Kritik in der Stadtverordnetenverſammlung
an=
gegriffen worden ſei. Durch die unzuläſſige Verquickung
der Beleidigungen gegen Berndt und die Beleidigungen
gegen Frau Schapiro durch die Mainzer Strafkammer
werde die Vermutung einer ungenügenden Prüfung, ob
der Angeklagte gegen Frau Schapiro berechtigte
Inter=
eſſen wahrgenommen habe, nahegelegt.
Eilenburg, 23. Jan. In der Eilenburger Kattun=
Manufakturen=Aktiengeſellſchaft brach in der vergangenen
Nacht, vermutlich infolge Selbſtentzündung, ein größeres
Feuer aus, das die Färberei zerſtörte. Der
Schaden an Maſchinen und Gebäuden iſt durch
Verſicher=
ung gedeckt; der Schaden an Waren iſt unerheblich. Die
Betriebsſtörung wird nach Mitteilung des Vorſtandes
nur eine kurze ſein, da ein Umſichgreifen des Feuers auf
die übrigen Gebäude verhindert werden konnte.
Hannover, 24. Jan. Als ein Opfer ihres
Be=
rufes büßte die Aſſiſtenzärztin Frl. Dr. Luiſe Brinck ihr
Leben ein. Sie hatte ſich bei der Behandlung
ſcharlach=
kranker Kinder in der Kinder=Heilanſtalt eine Infektion
zugezogen, an der ſie geſtern im Alter von 27 Jahren
ver=
ſtarb. Die Aerztin hatte in München und Göttingen
ſtudiert. Sie wirkte erſt ſeit einem halben Jahre an der
Kinder=Heilanſtalt.
Altona, 23. Jan. Im Rathaus erfolgte die
Grün=
dung des Elektrizitätswerkes Unterelbe,
A.=G., mit einem Aktienkapital von 3 Millionen Mark
Stammaktien, die die Stadt Altona übernommen hat, und
3½ Millionen Mark Vorzugsaktien, die von der
Allgemei=
nen Elektrizitätsgeſellſchaft, der Elektrobank in Kiel und
der Elektrizitäts=Lieferungsgeſellſchaft zu gleichen Teilen
übernommen worden ſind. Die Stadt bringt das
vorhan=
dene Elektrizitätswerk ein. In den Aufſichtsrat wurden
u. a. gewählt: Oberbürgermeiſter Schnackenburg,
Bürger=
meiſter Dr. Schulz=Altona, Profeſſor Dr. Klingenberg=
Berlin, Kommerzienrat Menroth=Berlin und Direktor
Sander=Zürich.
Kiel, 23. Jan. Wegen Fahnenflucht, Unterſchlagung,
Diebſtahls, Betrugs und ſchwerer Urkundenfälſchung
hatte ſich der Heizer Willi Holbein von der 1.
Werft=
diviſion vor dem Kriegsgericht zu verantworten.
Holbein gab ſich nach der Deſertion abwechſelnd als
Diplom=Ingenieur, Gerichtsaſſeſſor und Arzt aus und
hatte zahlreiche Perſonen in Magdeburg, Breslau, Poſen,
Blankeneſe, Görlitz, Hannover, Berlin und anderen
Orten durch Hochſtapeleien zum Teil ſchwer geſchädigt.
Das Kriegsgericht erkannte gegen den Angeklagten auf
ſechs Jahre Gefängnis, fünf Jahre Ehrverluſt und
auf Verſetzung inedie zweite Klaſſe des Soldatenſtandes.
Sechs Wochen wurden durch die Unterſuchungshaft als
verbüßt erachtet.
Danzig, 23. Jan. Rudolf Presber war am
Samstag vom Kronprinzen von Preußen zur
Tafel in die kronprinzliche Villa nach Danzig=Langfuhr
geladen und hat dort nach Tiſch Ernſtes und Heiteres
aus ſeinen Werken zum Vortrag gebracht.
London, 24. Jan. Die Maſchiniſten und
Hei=
zer der Kohlenzechen von Süd=Wales haben
mit einer Mehrheit von faſt 12 zu 1 den Ausſtand
be=
ſchloſſen, um eine Lohnerhöhung durchzuſetzen, die die
Grubenbeſitzer abgelehnt haben. Die Kündigung ſoll am
1. Februar auf den 1. März erfolgen. Das würde einen
Stillſtand aller Kohlengruben von Süd=Wales bedeuten,
auch wenn der Streik der Bergarbeiter vermieden wird.
Der Ernſt der Lage wächſt dadurch, daß, wenn die
Ma=
ſchinen nicht in Gange bleiben, ein Teil der Gruben unter
Waſſer geſetzt wird.
Warſchau, 24. Jan. Geſtern abend überfielen in
Hruſchtſchobrody im Gouvernement Petrikau in
Abweſen=
heit des Pfarrers ſechs Räuber den Pfarrhof. Das
Dienſtperſonal wurde getötet und eine große Barſumme
geraubt. Die Dorfpolizei verfolgte die Räuber und es
entwickelte ſich ein Revolverkampf. Zwei Räuber wurden
getötet, die anderen konnten verhaftet werden. Auch
wur=
den viele Hausſuchungen und Verhaftungen in der
Nach=
barſchaft vorgenommen.
Hamilton (Georgia), 23. Jan. Drei Neger und
eine Negerin waren des Mordes bezichtigt und in
das Unterſuchungsgefängnis gebracht worden. 100
Män=
ner überwältigten den Kerkermeiſter, ſchleppten die Neger
vor die Stadt und hingen ſie an Bäumen auf und gaben
auf die Gehängten Schüſſe ab.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Ueber die Schweſtern Tula und Maria
Reemy, die hier in dem von der Freien Studentenſchaft
zum Beſten der Akademiſchen Leſehalle veranſtalteten
Kon=
zerte auftreten werden, ſchrieb Profeſſor Nicolai in der
Eiſenacher Zeitung: Frl. Tula und Maria Reemy aus
Mexiko, die Violiſtinnen des geſtrigen Abends, haben ihre
Ausbildung in Deutſchland genoſſen; ſie ſind die
Schüle=
rinnen der Joachimſchüler Petri und Halir und des
be=
rühmten Geigenvirtuoſen im großen Stil Henri Marteau.
Aus dieſem Unterricht ſtammt die ſchlichte Natürlichkeit und
Größe ihres Spieles, die außerordentliche Sicherheit in
Tongebung und Bogenführung. An Größe und Fülle des
Tones verdient vielleicht Frl. Tula Reemy den Vorzug,
aber auch Frl. Maria hat eine ganz herrliche Tonfülle.
Ganz einzigartig iſt das Zuſammenſpiel der beiden
Geige=
rinnen; nur dauerndes gemeinſames Ueben konnte ein
der=
artiges feines Sicheinleben der einen künſtleriſchen
In=
dividualität in die andere hervorbringen. Hier ſcheint auch
die große Zukunft der Künſtlerinnen zu liegen; im
Zuſam=
menſpiel können ſie nicht übertroffen werden, auch nicht von
Petſchnikoff und Gattin, die in dieſer Beziehung
gewöhn=
lich für muſterhaft gelten. Das von den Künſtlerinnen
ge=
ſpielte D-moll=Konzert für 2 Violinen von Bach kam ſo
ſtil=
echt und groß zum Vortrag, daß das einzigartige
Kunſt=
werk eindringlichſt wirkte. Nach dem Largo erfolgte
ſpon=
taner Applaus, und obwohl der Vortrag von aller falſcher
Sentimentalität entfernt war, füllt ſich manches Auge mit
Tränen.
gegen Konſervative, 3 gegen Reichspartei, 3 gegen
Zen=
trum, 7 gegen Nationalliberale, 5 gegen Fortſchr.
Volks=
partei, 1 gegen Wilden. Die Fraktionsloſen 1
Bauern=
bund gegen Konſervativen, 1 Wilder gegen
Sozialdemo=
kratie.
Von dieſen 33 Wahlkreiſen gehörten bisher 8 den
Kon=
ſervativen, nämlich Marienburg, Schwetz, Potsdam,
Landsberg, Kalau, Striegau, Freiſtadt, Salzwedel und
Merſeburg, 8 der Fortſchr Volkspartei, nämlich
Glogau, Bunzlau, Liegnitz, Hirſchberg, Wittenberg,
Nord=
hauſen, Altena und Lennep, 5 den
Sozialdemo=
kraten, nämlich Frankfurt a. O., Bochum, Dortmund,
Düſſeldorf und Duisburg, 3 der Reichspartei, nämlich
Züllichau, Sangerhauſen und Elberfeld, 3 den Polen,
nämlich Schwetz, Krotoſchin und Oppeln, 3 dem Zentrum,
nämlich Osnabrück, Eſſen und Mörs, 3 den
National=
liberalen, nämlich Guben, Sorau und Torgau.
* Bingen, 24. Jan. Nach der vorläufigen amtlichen
Feſtſtellung des Wahlergebniſſes von Bingen=
Alzey durch das Kreisamt Bingen hat Dr. Becker
(nat.=lib.) 12013, Korell (Fortſchr. Vpt.) 12010 Stimmen
erhalten.
Danach wäre Korell wieder nicht gewählt.
Eine Anzahl Stimmen wurde abgegeben, welche auf
„Dr. Becker in Sprendlingen, Rheinprovinz,” lauteten. Da
der Kandidat nicht in Sprendlingen in Rheinheſſen, ſondern
in Sprendlingen bei Langen wohnt, ſo wurden dieſe
Stimm=
zettel vom Wahlkommiſſar ausgeſchieden. Ob dies richtig
war, erſcheint zum mindeſten zweifelhaft, da doch aus den
Stimmzetteln mit abſoluter Sicherheit hervorgeht, welche
Perſönlichkeit die Wähler auf ihren Stimmzetteln
bezeich=
nen wollten.
Luftfahrt.
sr. Eine Summe von 25 Millionen
Fran=
ken für das franzöſiſche Militär=
Flug=
weſen wird die Finanzkommiſſion des franzöſiſchen
Senats in einer Verſammlung des höheren Kriegsrates
fordern, die am Donnerstag im Beiſein des franzöſiſchen
Kriegsminiſter abgehalten werden ſoll. Gelegentlich einer
Sitzung dieſer Finanzkommiſſion zur Beratung der
Nach=
tragskredite für die Militär=Aviatik wurden zunächſt elf
Millionen bewilligt, die reſtliche Summe ſoll dann nach
dem Ergebnis der Verſammlung des höheren Kriegsrats
genehmigt werden. — Auch die öſterreichiſche
Heeresver=
waltung beabſichtigt, in dem Budget=Voranſchlag für das
Jahr 1912 einen Betrag von 3—4 Millionen Kronen für
aviatiſche Zwecke einzuſtellen. Dieſe Summe ſoll teilweiſe
für Ankäufe von Flugapparaten, die Anlage von
Flug=
plätzen und aviatiſchen Stationen, ferner für die
Auf=
beſſerung der Gehälter für Flieger=Offiziere und=
Mann=
ſchaften verwendet werden, und teils für Preiſe bei
grö=
ßeren Veranſtaltungen des Kriegsminiſteriums ausgeſetzt
werden.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 24. Jan. (
Frucht=
marktbericht.) Am Wochenmarkt war Landweizen
und Landroggen reichlich offeriert, aber die
Forderun=
gen meiſt erhöht. Infolgedeſſen konnte ſich kein richtiger
Verkehr entwickeln, da die Mühlen und der Konſum nur
wenig kauften. Für Hafer zeigte ſich weitere ſtärkere
Nachfrage zu anziehenden Preiſen. Gerſte und Mais
waren feſt. Futterartikel wenig verändert. Mehl ſtetig
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt ffeſt bei
nahezu unveränderten Preiſen. An der Berliner
Produktenbörſe lag Getreide matter, da das
Tau=
wetter und die bald zu erwartende Wiedereröffnung der
Schiffahrt verſtimmten; auch Hafer wurde billiger
abgegeben. Inländiſches Angebot und ausländiſche
Offer=
ten waren noch feſt. — Nach den letzten Kabelnachrichten
von den amerikaniſchen Getreidemärkten
(Chicago und New=York) war Weizen nach mehrfachen
Schwankungen ſtetig auf den hauſſelautenden Viſſible
Suppley=Ausweis. Mais anfangs nachgebend auf das
milde Wetter im Weſten der Vereinigten Staaten und
auf großes Angebot der Farmer, dann aber mäßig
be=
feſtigt. Schluß kaum behauptet, trotz Käufen Armours.
Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche
von 67.11 Millionen Buſhels auf 64.87 Mill. Buſh. und
die Maisvorräte von 5.24 Millionen Buſhels auf 4.77
Mill. Buſh. zurückgegangen. Auch in Kanada reduzierten
ſich die Weizenvorräte in dieſer Woche von 23.57 Mill.
Buſh. auf 21.55 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen hieſiger und Wetterauer, 21.90—22,
Norddeutſcher 21.90, Kurheſſiſcher 21.90—22, Rumäniſcher
23.50—24, Laplata 24—24.25. Ruſſiſcher 23.50—24, Kanſas
24—24.25, Redwinter 24—24.25, Walla=Walla 24—24.25,
Manitoba 24—24.25; Roggen hieſiger 20.00, Bayeriſcher
(Pfälzer 20.00, Ruſſiſcher — Amerikaniſcher
Rumäniſcher —.—; Gerſte (Pfälzer) 22.50—23.25, hieſ.
und Wetterauer 22.50—23, Fränkiſche 22.50—23.25,
Un=
ariſche 24—25.25, Riedgerſte 22.50—23, Ruſſiſche
Futter=
gerſte —.—: Hafer hieſiger 20.25—20.75, Bayeriſcher
20.25—20.75, Ruſſiſcher 20—21, Rumäniſcher 20—20.75,
Amerikaniſcher 19.50—20: Mais mixed 18.10—18.25,
Ruſſiſcher 18.30—18.50, Donaumais 18.25—18.50,
Rumä=
niſcher 18.30—18.50, Weißer Mais 18.30—18.40, Laplata
18.25—18.50; Weizenſchalen 13—13.25, Weizenkleie 13 bis
13.25, Roggenkleie 13.50—14, Futtermehl 14—16,
Biertre=
ber getrocknet 14—15.50; Weizenmehl, hieſiges (Baſis
ab Mannheim) Nr. 0: 30.75—31.25, feinere Marken 31.50
bis 31.75, Nr. 1: 29.25—29.50, feinere Marken 29.75—30,
Nr. 2: 28.25—28.50, feinere Marken 28.75—29, Nr. 3: 26.25
is 26.50, feinere Marken 26.75—27; Nr. 4: 23.25—23.50,
feinere Marken 23.75—24; Roggenmehl, hieſiges,
Nr. 0: 27.50—28, Nr. 1: 25.50—26, Nr. 2: 22—22.50.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 24. Jan. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer beſchäftigte ſich in
ſeiner heutigen gemeinſamen Sitzung mit der Regierung,
die durch die Herren Staatsminiſter Ewald,
Finanz=
miniſter Braun, Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vach, die Geheimeräte Beſt, Dr. Weber und
Miniſterialrat Hölzinger vertreten war, in erſter
Linie mit Kapitel 67 des Staatsvoranſchlags, worin bei
einer Einnahme von 38 200 Mark 97948 Mark Ausgaben
verzeichnet ſind. Es wurde zunächſt eingehend die durch
die Reichsverſicherungsordnung veranlaßte Organiſation
der Verſicherungsämter und das zu errichtende
Oberver=
ſicherungsamt beſprochen. Die Regierungsvertreter
recht=
fertigten den Standpunkt, daß die Anſtellung von drei
Ober= und vier mittleren Beamten, ſowie einer Anzahl
Gehilfen das Minimum ſei, was für die Durchführung
der Verſicherungsorganiſation notwendig werde. Auf
andere Weiſe laſſe ſich der infolge der Durchführung der
Reichsgeſetzgebung benötiate Beamtenapparat nicht
her=
ſtellen. Zu Kapitel 30: Provinzialdirektion und
Kreis=
ämter, wurde den Klagen aus dem Ausſchuß gegenüber
wegen allzu reichlicher Benutzung von Wagenfahrten bei
Beſichtigung uſw. durch die Beamten der Kreisämter
ſei=
tens der Regierungsvertreter durch den Hinweis auf die
Herabſetzung der im letzten Jahre verbrauchten Summe
von zirka 7000 Mark entgegnet. Die Regierung habe in
dieſer Hinſicht einen „Bremserlaß” an die Kreisämter
ergehen laſſen, und ſie verlange daher, daß dieſe
Nota=
mina aus dem Ausſchuß durch einzelne Tatſachen belegt
werden, da ſonſt Aenderungen in dieſer Richtung nicht
weiter eintreten laſſen könne. Jedenfalls habe ſie die
ſtrikte Anweiſung gegeben, daß nur in beſtimmten
Aus=
nahmefällen Wagen benutzt werden düeften, wenn keine
andere Fahrgelegenheit vorhanden ſei. Die Regierung
erläuterte dann weiter ihren Standpunkt in der Frage
der drei Kreisamtmänner, die in dem
vergan=
genen Jahre von der Kammer nur auf den
Inhaber bewilligt worden waren. Der
Regierungsver=
treter erklärte die Notwendigkeit der drei im neuen Etat
wieder angeforderten Beamten (für Mainz, Darmſtadt
und Gießen), ohne die man nicht auskommen könne. Sehr
eingehend wurde ſodann die Frage der
Verſtaatlich=
ung der Polizei in Offenbach erörtert. Miniſter
v. Hombergk zu Vach gab eine ausführliche
Darleg=
ung und Aufklärung über die dringende Notwendigkeit
der Verſtaatlichung. Nur durch eine Trennung von
loka=
len Einflüſſen und durch Stellung der Polizei unter das
Kreisamt werde die Selbſtändigkeit und Unabhängigkeit
der Polizei gewährleiſtet. Ein Beſchluß über die
be=
treffende Etatspoſition wurde vom Ausſchuß noch nicht
gefaßt. Die Fortſetzung der Etatsberatung erfolgt
mor=
gen vormittag.
Die Reichstagswahlen.
* Heute Donnerstag, finden noch 33 Stichwahlen
in folgenden Wahlkreiſen ſtatt: Marienberg=Elbing,
Schwetz, Potsdam=Oſthavelland, Landsberg=Soldin,
Frank=
furt a. O.=Lebus, Züllichau=Croſſen, Guben=Lübben,
So=
rau=Forſt, Calau=Luckau, Krotoſchin, Striegau=
Schweid=
nitz, Oppeln. Grünberg=Freyſtadt, Glogau, Lüben=Bunzlau,
Liegnitz=Goldberg, Schönau=Hirſchberg, Salzwedel=
Garde=
legen. Liebenwerda=Torgau, Schweinitz=Wittenberg,
Sangerhauſen=Eckartsberge, Querfurt=Merſeburg, Nord
hauſen, Osnabrück, Altena=Iſerlohn, Bochum=Gelſenkirchen,
Dortmund, Lennep=Remſcheid. Elberfeld=Barmen,
Düſſel=
dorf, Eſſen, Mülheim (Ruhr)=Duisburg, Mörs=Rees.
An dieſen Stichwahlen entfallen auf:
Die Konſervativen 1 gegen Reichspartei, 1 gegen
Bauernbund, 3 gegen Fortſchrittliche Volkspartei, 4 gegen
Sozialdemokratie. Die Reichspartei 1 gegen
Konſer=
vativen, 2 gegen Polen, 3 gegen Sozialdemokratie. Das
Zentrum 1 gegen Polen, 2 gegen Nationalliberale, 3
gegen Sozialdemokratie. Die Polen 2 gegen Reichspartei,
1 gegen Zentrum. Die Nationalliberalen
gegen Zentrum, 7 gegen Sozialdemokratie. Die
Fort=
ſchrittliche Volkspartei 3 gegen Konſervative, 5
gegen Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie 4
Vermiſchtes.
C.K. Die engliſche Bücherflut. Die
Jahres=
ſtatiſtik der neuen Bücher für 1911, die ſoeben in engliſchen
Fachzeitſchriften veröffentlicht wird, zeigt, daß die
Ueber=
produktion noch immer zunimmt. 1910 waren es 19804
Bücher, 1911 ſind es 10914. Die größten Zunahmen
ent=
fallen dabei auf die Abteilungen Philoſophie und
Reli=
gion, Wiſſenſchaft und Technik, Geſchichte und Biographie,
Poeſie und Drama. Neue Dichtungen gab es 1238 Bände;
mit 933 Neuausgaben, 40 Ueberſetzungen und 4
Bro=
ſchüren kommt dieſe Abteilung auf die ſtattliche
Geſamt=
ziffer von 2215 Bänden. Es iſt zweifellos, bemerkt dazu
das Athenaeum, daß das Angebot bei weitem größer iſt
als die Nachfrage. Auch der Fachmann findet es unter
den heutigen Bedingungen ſchwierig, das
Bemerkens=
werte unter einer ſolchen Fülle von Neuerſcheinungen her
auszufinden, aber er erkennt ſchließlich darunter eine
Menas „Aufgewärmtes”, das nicht zu eriſtieren braucht.
Nummer 21.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
Seite 5.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 23. Jan. Die Italiener
haben geſtern morgen den öſterreichiſchen Panzer „
Bre=
genz” angehalten.
Die Revolution in Ching.
* Peking, 23. Jan. Juanſchikai beſuchte
heute früh im geheimen den Palaſt und hatte eine
Unterredung mit der Kaiſerin=Witwe.
Dieſe, die unter dem Einfluß der jungen
Mandſchuprin=
zen ſteht, erklärte ſich für die Wiederaufnahme der
Feind=
ſeligkeiten. Juanſchikai ſoll dieſer Anſicht beiſtimmen
und den Rat gegeben haben, die Mandſchus ſollten
zu=
ſammenhalten und die nötigen Mittel zum Kampf
ver=
ſchaffen. Man ſolle aber vor Beginn der
Feindſelig=
keiten den Vormaſch der Revolutionäre abwarten.
Da=
mit ſind jedoch die jungen Mitglieder des kaiſerlichen
Hauſes nicht einverſtanden. Es wird hauptſächlich
be=
hauptet, daß Tichliang den Umſchwung am Hofe
herbei=
geführt hat und jetzt die Ermordung Juanſchikais
an=
regt, da er Juanſchikais Einfluß für ſo groß hält, daß
man ihm nicht erlauben dürfe, Peking zu verlaſſen.
Juanſchikai ſelbſt trifft zu ſeinem perſönlichen Schutz
um=
faſſende militäriſche Vorſichtsmaßregeln. Er hat jetzt
4000 Mann ſeiner eigenen Truppen um ſich, während die
Mandſchus 12000 Mann haben. Indeſſen halten die
Mannſchaften und alle nordchineſiſchen Truppen zu
Juan=
ſchikai. Die Geſandtſchaften glauben nicht, daß den
extre=
men Ratſchlägen der Mandſchuprinzen Folge gegeben
wird und daß die Abdankung des Thrones nur einen
Aufſchub erfahren hat.
* Schanghai, 24. Jan. Da es den
Revolutio=
nären an Mitteln fehlt, den Ende Februar fälligen Sold
den Truppen auszuzahlen, forderte der republikaniſche
Kriegsminiſter die Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft für chineſiſche
Waren auf, zehn Millionen Taels zu zahlen, widrigenfalls
die Schiffe der Geſellſchaft beſchlagnahmt und verkauft
würden. Die Direktoren der Geſellſchaft baten um
Auf=
ſchub, um ihre Aktionäre befragen zu können.
* Mukden, 24. Jan. In Ausführung eines
kaiſer=
lichen Erlaſſes richtete der Vizekönig der
Mandſchu=
rei ein Rundſchreiben an die Behörden der drei
Provin=
zen der Mandſchurei, das umfaſſende Maßnahmen zum
Schutz des Lebens und Eigentums der Ausländer gegen
die Chunchuſen auch für den Fall eines Uebergreifens der
revolutionären Bewegung auf die Mandſchurei vorſchreibt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Potsdam, 24. Jan. Der Kaiſer verlieh dem
Regiment Gardedukorps in Erinnerung an
den heutigen Tag ein Bruſtſchild mit dem Namenszug
Friedrichs des Großen, das bei Paraden und
Feſtlichkei=
ten zu tragen iſt.
* Rheinsberg, 24. Jan. Die 200. Wiederkehr des
Geburtstags Friedrichs des Großen wurde
geſtern mit einem Fackelzuge eingeleitet. Heute
vor=
mittag wurde ein Umzug durch die Straßen
veranſtal=
tet, der am Denkmal Friedrich des Großen endigte, wo
eine Anzahl Kränze niedergelegt wurde. Am
Mit=
tag fand im Ratskeller ein Feſtkommers ſtatt.
* Rudolſtadt, 24. Jan. Während der geſtrigen
Vor=
ſtellung im fürſtlichen Theater entſtand durch ein
Feuer auf der Bühne mit ſtarker Rauchentwicklung eine
Panik. Durch das energiſche Eintreten von
Geheim=
rat Grube konnte das Publikum beruhigt werden.
* Braunſchweig, 24. Jan. Heute vormittag wurde
im Weißen Saal des Reſidenzſchloſſes die 3 1.
Landes=
verſammlung durch den Herzog=Regenten
feier=
lich eröffnet. In der Thronrede heißt es u. a.: Der
Landtag trete zu einer ſchweren Zeit zuſammen, zu einer
Zeit, wo treu zu Kaiſer und Reich ſtehende
Vaterlands=
freunde mit ernſtem Blick in die Zukunft blicken. Die
Zeit ſollte davon zurückhalten, an den bewährten
Ein=
richtungen eine Aenderung vorzunehmen, dennoch habe
ſich die Regierung dazu entſchloſſen, und der
Landesver=
ſammlung werde ſofort unter Zugrundelegung der
ge=
heimen und direkten Wahl und des Dreiklaſſen=Syſtems
der Entwurf zu einem Geſetz über die Zuſammenſetzung
der Landesverſammlung und den Wahlen hierzu zugehen.
* Malta, 4. Jan. Das engliſche Königspaar
iſt, von der Bevölkerung lebhaft begrüßt, hier
einge=
troffen. Das franzöſiſche Geſchwader ſalutierte.
* Buenos Aires, 24. Jan. Der Miniſterrat
be=
ſchloß, den Eiſenbahngeſellſchaften zu
befeh=
len, daß ſie binnen vier Tagen für Wiederherſtellung des
normalen Verkehrs der Perſonen= und Güterzüge ſorgen
ſollten und daß bis zum 15. Februar der Eiſenbahndienſt
im geſamten Umfange wieder aufzunehmen iſt.
— Berlin, 24. Jan. In der Berliner Straße in
Charlottenburg fuhr heute vormittag ein
Auto=
mobil gegen einen Straßenbahnmaſt. Der
Chauffeur wurde herausgeſchleudert und erlitt einen
Schädelbruch.
— Danzig, 24. Jan. Der ſchwediſche Dampfer
„Tromſoe” wurde bei ſeiner Ankunft im hieſigen
Hafen wegen einer Schadenerſatzforderung von 90000
Mark beſchlagnahmt. Der Dampfer hatte im
Kai=
ſer Wilhelm=Kanal einen großen Leichter angerannt und
zum Sinken gebracht.
— Waldenburg i. Schl., 24. Jan. In vergangener
Nacht iſt die Klempnerfamilie Prampf in Hermsdorf
durch Einatmung von Gaſen vergiftet worden. Aus
einer am Hauſe vorbeiführenden Leitung war Gas durch
den Keller in die Schlafräume eingedrungen. Die
Ehe=
frau, 2 Töchter und ein Sohn waren tot, der Ehemann
iſt hoffnungslos erkrankt.
H. B. Rom, 24. Jan. Auf ſeiner Rückreiſe nach
Deutſchland ſandte Staatsſekretär von Kiderlen=
Wächter von der Grenze aus an den Miniſter des
Aeußeren di San Giuliano ein in herzlichen Worten
ge=
haltenes Telegramm, das ebenſo herzlich erwidert wurde.
Was für Erinnerungen ſtrömen auf mich ein
wenn ich ſo auf die letzten 25 Jahre zurückſehe!
Was hat man damals doch alles aushalten müſſen,
wenn man erkältet war. Schwitzen, Tees,
Süßig=
keiten, die einem beſtimmt den Magen verdorben,
u. was ſonſt noch alles. Und heute? Da kauft man
ſich einfach eine Schachtel Fays ächte Sodener
Mineral Paſtillen, lutſcht ſie, wo man gerade iſt,
u. verliert ſeinen Katarrh, ohne daß man recht merkt,
wie. Die Sodener ſind kleine Wunderdinger, die nie
verſagen. Die Schachtel koſtet n. 85 Pfg., manlaſſe ſich
aber niemals Nachahmungen aufſchwätzen. (1350M
Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. REICH
Grösste u. leistungsfähigste Färberei in Darmstadt
Telephon 1501 und 1472.
(125a
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute nachmittag um 5½ Uhr verſchied
nach kurzem, aber ſchwerem Leiden mein guter
lieber Mann, unſer treubeſorgter Vater,
Bru=
der, Schwager, Schwiegervater, Großvater und
Onkel
(2507
für Erwachſene.
Herr Carl Scholl
Ganz zu Unrecht nimmt man vielfach an,
Scotts Emulſion eigne ſich nur als
Stärkungsmittel für Kinder. Ihr
Ge=
brauch empfiehlt ſich auch für Erwachſene
jeden Alters, Frauen und Männer, wenn
ihre darniederliegenden Kräfte einer
Neu=
belebung und Wiederauffriſchung bedürfen.
Scotts Emulſion
Nur echt mit
dieſer Marke— S
dem Fiſcher —
d. Kennzeichen
des Seottſchen
Verfahrens!
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nür in verſiegelten
Oriainalſlaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mik dem.
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im 72. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Minna Scholl, geb. Hieronymie,
Carl Scholl und Familie,
Ferdinand Scholl und Familie,
Hermann Scholl.
Darmſtadt, den 23. Januar 1912.
Die Beerdigung findet am Freitag, den
26. ds. Mts um 2½ Uhr nachm., vom
Darm=
ſtädter Friedhof aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend abgelehnt.
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Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Südoſten Europas liegt hoher Druck, während
im Nordoſten und Weſten Tiefdruckgebiete lagern. Unter
dem Einfluß des Hochs herrſcht heute morgen in unſerem
Gebiet meiſt heiteres und trockenes Wetter, während es
geſtern allenthalben geregnet hat. Wir werden vorläufig
mit wechſelndem Einfluß des Hochs und des Tiefs zu
rechnen haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 25. Jan.:
Wechſelnd bewölkt, geringe Niederſchläge, Temperatur
weni verändert
Schnebericht.
Schierke im Harz (Brockengebiet), 23. Jan.
2 Grad Wärme. Schneeverhältniſſe noch günſtig.
Sport=
ausübungen einſtweilen unterbrochen.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Gudrun”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag über die Balkangebiete um 8¼ Uhr im
Saal 326 der Techn. Hochſchule (Volksbildungsverein).
Vortrag mit Lichtbilder von Dr. med. Vix um
8 Uhr im Saal „Zur Traube” (Kolonialgeſellſchaft und
Flottenverein).
Bilderr vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Miniſter bei der Reichstagswahl der Brand des
Equi=
tablepalaſtes in New=York, Porträts von Exzellenz
v. Radowitz †, und Miniſterpräſident Poincaré;
Bil=
der vom Winterſport.
Verſteigerungskalender.
Pferde=Verſteigerung um 10 Uhr in der Train=
Kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Domanialwald
Frankenſtein (Zuſammenkunft auf der Straße nach
Nieder=Beerbach gegenüber Villa Burgwald.
Schwellen=Verſteigerung um 9 Uhr auf Bahnhof
Groß=Zimmern.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
(756a
Nur mit kochendem Wasser
übergossen, geben sie
augenblick-
lich delikate Fleischbrühe zu
Sup-
pen, Gemüsen, Saucen und
Trink-
bouillon.
(VI 2466
Man verlange stets ausdrücklich MAGGls Bouillon-Würfel und weise andere Marken zurück!
=MAGüls gute, sparsame Küche.
[ ← ][ ][ → ]Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
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§ 10.
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1912.
Bekanntmachung.
Im Anſchluß an unſere Bekanntmachung vom 2. Oktober 1908 (
Amtsverkün=
digungsblatt Nr. 239 vom 10. Oktober 1908) bringen wir die nachſtehenden, für
weibliche Handwerker genehmigten Ausnahmebeſtimmungen zur öffentlichen Kenntnis:
1. Während einer bis 1. Oktober 1913 erſtreckten Uebergangszeit werden
weib=
liche Handwerker zur Geſellen= und Meiſterprüfung auch dann zugelaſſen, wenn ſie
die vorgeſchriebenen Lehr= und Geſellenzeit oder die Ablegung der Geſellenprüfung
nicht nachzuweiſen vermögen.
2. Weiblichen Handwerkern, welche beim Inkrafttreten des Geſetzes am
1. Oktober 1908 ihr Gewerbe bereits 5 Jahre ſelbſtändig ausgeübt haben oder
während einer gleich langen Zeit als Direktrice oder in ähnlicher Stellung
tätig geweſen ſind und am vorgenannten Termin das nach den früheren
Beſtim=
mungen für die Anleitungsbefugnis erforderliche Alter — 24 Jahre — bereits hatten,
iſt auf ihren Antrag die weitere Beſugnis zum Anleiten von Lehrlingen zu verleihen,
auch wenn ſie eine Lehrzeit nicht nachzuweiſen vermögen. Die weiblichen
Hand=
werker, weiche hiernach um die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen
einkommen müſſen, wollen ihre Geſuche bei der unterzeichneten Stelle einreichen.
Die dazu erforderlichen Antragsformulare ſind bei den Großherzogl.
Bürger=
meiſtereien erhältlich,
3. In allen anderen Fällen wollen ſich die weiblichen Handwerker wegen
weiterer Auskunft an die Handwerkskammer zu Darmſtadt wenden.
4. Wir machen ferner darauf aufmerkſam, daß der Begriff gſelbſtändig” bei
den weiblichen Handwerkern ſehr häufig irrtümlich aufgefaßt wird. Insbeſondere
wird von Damenſchneiderinnen vielfach angenommen, daß die Selbſtändigkeit einen
in der eigenen Wohnung ſtattfindenden Geſchäftsbetrieb vorausſetze. Die ſelbſtändige
Ausübung eines Gewerbes (unter eigenem Namen, auf eigene Rechnung und unter
eigener Verantwortlichkeit) iſt jedoch auch bei ſolchen weiblichen Handwerkern gegeben,
die zin der Behauſung der Kundſchaft ſchneidern”.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
(2494
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes!
Wir weiſen Sie auf die vorſtehende Bekanntmachung mit dem Auftrag hin,
dieſelbe wiederholt ortsüblich bekannt zu machen.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
In Arheilgen und Weiterſtadt ſind die an Maul= und Klauenſeuche
er=
krankt geweſenen Tiere ſeit länger als 14 Tagen abgeheilt. Nachdem die
vor=
geſchriebenen Desinfektionen vorgenommen worden ſind, werden die für die
Gemeinden und Gemarkungen Arheilgen und Weiterſtadt angeordneten
Sperr=
maßregeln hiermit aufgehoben.
Beide Gemeinden und G markungen treten dem Beobachtungsgebiet hinzu,
das bis auf weiteres beſteht aus den Gemeinden und Gemarkungen Arheilgen,
Braunshardt, Erzhauſen, Gräfenhauſen, Meſſel, Schneppenhauſen, Weiterſtadt
und Wixhauſen.
Für dieſes Beobachtungsgebiet bleiben die wiederholt bekannt gemachten
Anordnungen in Kraft.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Anordnungen werden mit hohen Strafen
ge=
ahndet und zwar, wenn ſie wiſſentlich begangen werden, auf Grund des § 328 Str.
G. B. mit Gefängnisſtrafe.
Darmſtadt, den 24. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
(2493
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung hin. Sie wollen ſie
orts=
üblich veröffentlichen laſſen und außerdem die in Ihren Gemeinden wohnenden
Viehhändler ausdrücklich darauf hinweiſen.
Darmſtadt, den 24. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
In Groß=Zimmern (Kreis Dieburg) iſt die Maul= und Klauenſeuche
aus=
gebrochen.
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis der beteiligten Kreiſe, daß das Proviantamt
Darmſtadt fortgeſetzt Roggen und Hafer ankauft. Auskunft über
Lieferungsbeding=
ungen uſw. wird den Verkäufern vom Proviantamt auf Anfrage ſofort erteilt.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt
In Vertr.: v. Werner,
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, für Verbreitung vorſtehender Bekanntmachung in Ihren
Gemeinden beſorgt zu ſein
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
(2461dsi
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
2 In Vertr.: v. Werner.
Bekanntmachung.
Die Abſtimmungsliſte über die Errichtung einer Zwangsinnung für das
Photo=
graphenhandwerk liegt in der Zeit vom
26. Januar bis zum 9. Februar einſchließlich
auf dem Großh. Kreisamt (Neckarſtraße 3), Zimmer 19, zur Einſicht und Erhebung
etwaiger Einſprüche ſeitens der Beteiligten offen.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
(2462
Der Kommiſſar:
Herling, Kreisamtsgehilfe.
Darmſtadt, den 22. Januar 1912.—
Betreffend: Das Militär=Erſatzgeſchäft; hier Einſendung von Auszügen aus den
Sterberegiſtern des Jahres 1911.
Der Zivil=Verſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich erinnere diejenigen von Ihnen, welche mit Einſendung der Sterberegiſter=
Auszüge noch im Rückſtande ſind an die ſofortige Erledigung. (Siehe Verfügung
vom 23. Dezember v. Js., Amts=Verkündigungsblatt Nr. 145).
(2399
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Diejenigen im Jahre 1892 geborenen Militärpflichtigen, welche ſich im Beſitz des
Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt befinden und im
Kreis Darmſtadt dauernden Aufenthalt haben, werden darauf hingewieſen, daß ſie
gemäß § 93,2 der Wehrordn. ihre Zurückſtellung beantragen müſſen und daher
auf=
gefordert, ihre Berechtigungsſcheine alsbald hier, Neckarſtraße 3, 3. Stock — Zimmer
Nr. 38 — vorzulegen, damit in denſelben der erforderliche Zurückſtellungsvermerk
ein=
getragen werden kann.
Es wird noch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die Abſicht, ſich am 1. April
oder 1. Oktober l. J. zum Dienſtantritt melden zu wollen, von der Verpflichtung, die
Zurückſtellung zu beantragen, nicht entbindet.
Darmſtadt, den 3. Januar 1912,
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
(1050a
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen Militärpflichtigen, welche
Berechti=
gungsſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober l. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheines die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beiaufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt 1. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
(1051a
Darmſtadt, den 3. Januar 1912.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Forterrier, 1 Kriegshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(2484
Bekanntmachung.
Gemäß § 3 Abſ. 2 des Reichsgeſetzes vom 28. Mai 1894,
be=
treffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im
Kriege, veröffentlichen wir unter Bezugnahme auf die nachſtehend
abgedruckten Beſtimmungen des erwähnten Reichsgeſetzes die Namen
der Brieſtaubenzüchter, die Mitglieder des „Darmſtädter
Brieſtauben=
klubs” und des Brieftaubenklubs „Gut Flug‟ Darmſtadt=Beſſungen
ſind. Beide Vereine gehören dem Verband Deutſcher
Brieftauben=
liebhaber=Vereine an und haben ſtatutengemäß ihre Brieftauben der
Militär=(Marine=)Verwaltung zur Verfügung geſtellt.
I. Darmſtädter Brieftaubenklub.
1. Ernſt Achen, Grafenſtraße 22.
2. Ludwig Beſt, Nieder=
Ram=
ſtädter Str. 47.
3. Ph. Deutſch, Neckarſtraße 11.
4. Karl Heß, Saalbauſtraße 41.
5. Heinrich Heinzerling,
Emil=
ſtraße 26.
6. Friedrich Holler, Merck’ſche
Kolonie (Arheilgen).
7. Karl Kämmerer, Parkusſtr. 10.
8. H. Kraft, Frankfurter Str. 90,
9. Ch. Mölbert, Hochſtraße 6.
10. Auguſt Nold, Landgraf=
Phi=
lip=Anlage 52.
11. W. Nungeſſer, Dieburger
Straße 10.
12. Adolf Reuter, Louiſenplatz 6.
13. W. Schmuck, Kirchſtraße 6.
14. Adolf Schneider, Nieder=
Ramſtädter Straße 72
15. Georg Schnepper,
Lang=
gaſſe 19.
16. Karl Steinmetz, Neckarſtr. 24.
17. L. Stoll, Heinheimerſtraße 4.
18. Heinrich Thierolf, Karlſtr. 23.
19. Peter Walther. Kaupſtr. 12.
20. von Iſenburg, Prinz,
Goethe=
ſtraße 44.
II. Brieftaubenklub „Gut Flug‟ Darmſtadt=Beſſungen.
1. Georg Aberle, Hochſtraße 4.
2. Georg Beyer, Louiſenſtr. 32
3. Georg Caſtritius,
Ludwigs=
höhſtraße 3.
4. Ludwig Demmel,
Ludwigs=
höhſtraße 64.
5. Ludwig Enes, Beſſunger
Straße 66.
6. Ludwig Erbes,
Bruchwieſen=
ſtraße 26.
7. Philipp Erbes,
Schießhaus=
ſtraße 42.
8. Philipp Geiger, Beſſunger
Straße 17
9. Heinrich Geyer,
Weinberg=
ſtraße 36¾
10. Wilhelm Geyer,
Orangerie=
ſtraße 2.
11. Arthur Haas, Beſſunger Str. 7.
12. Philipp Haun,
Herrngarten=
ſtraße 23.
13. Heinrich Henkel,
Klappacher=
ſtraße 88.
14. Friedrich Henn, Griesheim b.
Darmſtadt
15. Ludwig Hering,
Sandberg=
ſtraße 18.
16. Heinrich Horſt,
Wittmann=
ſtraße 34.
17. Wilhelm Jäger,
Ludwigshöh=
ſtraße 24.
18. Georg Schulz, Beſſunger
Straße 74.—
19. Friedrich Stein,
Sandberg=
ſtraße 19.
20. Ludwig Vollhard,
Schieß=
hausſtraße 59.
21. Karl Wambold, Herdweg 2.
22. Karl Weidmann,
Wittmann=
ſtraße 8.
23. Friedrich Weigold, Beſſunger
Straße 44.
Wiemer,
Taunen=
ſtraße 23.
25. Mihin Wilmnan, Seclate
ſtraße 16.
Darmſtadt, den 22. Januar 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Auszug aus dem Geſetz
betreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr
vom 28. Mat 1894.
§ 1. Die Vorſchriften der Landesgeſetze, nach welchen das Recht,
Tauben zu halten, beſchränkt iſt, und nach welchen im Freien
be=
troffene Tauben der freien Zueignung oder der Tötung unterliegen,
finden auf Miltärbrieſtauben keine Anwendung.
Dasſelbe gilt von landesgeſetzlichen Vorſchriften, nach welchen
Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümer
des letzteren gehören.
§ 2. Inſoweit auf Grund landesgeſetzlicher Beſtimmungen
Sperrzeiten für den Taubenflug beſtehen, finden dieſelben auf die
Reiſeflüge der Militärbrieftauben keine Anwendung. Die Sperrzeiten
dürfen für Militärbrieſtauben nur einen zuſammenhängenden
Zeit=
raum von höchſtens je 10 Tagen im Frühjahr und Herbſt umfaſſen.
Sind längere als zehntägige Sperrzeiten eingeführt, ſo gelten für
Militärbrieſtauben immer nur die erſten zehn Tage.
§ 3. Als Militärbrieftauben im Sinne dieſes Geſetzes gelten
Brieftauben, welche der Militär=(Marine=Verwaltung gehören oder
derſelben gemäß der von ihr erlaſſenen Vorſchriften zur Verfügung
geſtellt und welche mit dem vorgeſchriebenen Stempel verſehen ſind.
Privatperſonen gehörige Militärbrieſtauben genießen den Schutz
dieſes Geſetzes erſt dann, wenn in ortsüblicher Weiſe bekannt
ge=
macht worden iſt, daß der Züchter ſeine Tauben der Militärverwaltung
(2434md
zur Verfügung geſtellt hat.
Holzverſteigerung.
Donnerstag, 1. k. Mts., von vormittags 9 Uhr an,
werden in dem oberen Lokale des Turnhauſes dahier (
Woogs=
platz Nr. 5) aus verſchiedenen Abteilungen von Domanialwald=
Diſtrikt Burgwald und Baſſinteil, ſowie der Philippshoſpitalwald=
Diſtrikten Saufang, Eichbaumeck und Texas verſteigert:
Scheiter, rm: 1 Buchen 152 Kiefern: Knüppel, rm:
5 Buchen, 4 Eichen, 60 Kiefern; Reiſig, Wellen: 330 Buchen,
500 Eichen, 660 Virken, 50 Linden, 8030 Kiefern, 60
Wey=
muthskiefern 2950 Fichten; Durchforſtungsreiſig, Wellen:
1790 Kiefern, 20 Lärchen.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Schimpf dahier (Forſtmeiſterſtraße
Nr. 9) iſt beauftragt, dasſelbe auf Verlangen vorzuzeigen. Die blau
unterſtrichenen Nummern Holz bleiben von der Verſteigerung
aus=
genommen.
(2459di
Darmſtadt, den 23. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Soktorbuch (Platen) 3 Bändeſ
und 1 Nähtiſch bill. zu verk.
Näheres in der Exped. (*1816
Sochherd, gut erhalten, mittel=
3 groß, ſuch. zu kaufen. Offert.
unter D 41 an die Exp. (*1826ds
Aus Anlaß der Feier des
Ge=
burtstags Sr. Maj. des Kaiſers
bleiben am Samstag, den 27. ds.
Mts, die ſämtlichen ſtädtiſchen
Ge=
ſchäftszimmer und Kaſſen
ge=
ſchloſſen.
(2463
Darmſtadt, 25. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Maßnahmen gegen die
allgemeine Teuerung.
Die Beträge für Kartoffeln und
die Abtragungen auf die
Dar=
lehen zur Kohlen= und
Holzbe=
ſchaffung ſind in den auf den
Rechnungen angegebenen
Ter=
minen von jetzt ab bei uns (
Zahl=
ſtelle 1) während der regelmäßigen
Zahlſtunden (vormittags von 8½
bis 12½ Uhr) einzuzahlen.
Die bereits fällig geweſenen
Raten erſuchen wir alsbald zu
ent=
richten.
(2215sdi
Darmſtadt, 18. Januar 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen der Odenwälder
Ba=
rytwerke, Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, in
Darm=
ſtadt, wird nach erfolgter
Abhal=
tung des Schlußtermins und.
Vollzug der Schlußverteilung auf=
(2458
gehoben.
* Darmſtadt, 20. Januar 1912.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die geſtern und heute abge
haltene Brennholzverſteigerung iſt
genehmigt. Die Ueberweiſung des
Holges und erſter Abfuhrtag ſind
auf Donnerstag, den 1. Februar,
feſtgeſetzt.
(2455
Darmſtadt, 23. Januar 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Kassenschrann
zu verk. Näh. Expedit. (*1869dfs
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912
Nummer 21.
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
(637a
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
Holz-Verſteigerung.
Mittwoch, den 31. Januar, von vormittags
10 Uhr an.
werden im Georgenhäuſer Gemeindewald folgende
Holzſorti=
mente verſteigert:
6 Eichen=Stämme — 6,63 fm, 2 Hainbuchen=Stämme —0, 56fm,
12 Fichten=Stämme — 2,39 fm, 5 Fichten=Derbſtangen
0,39 fm, 5 rm Hainbuchen=Rundſcheit — 3,05 fm.
Brennholz.
Scheiter, rm: 17 Buchen, 36 Eichen=Knüppel, 28 Buchen,
29 Eichen, 1 Erlen, 1 Fichten; Wellen: 725 Buchen, 150 Eichen;
(2382md
Stöcke, rm: 16 Buchen, 22 Eichen.
Die Zuſammenkunft iſt bei Herrn Gaſtwirt Schneider bei
Station Meſſel.
Georgenhauſen, den 23. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Georgenhauſen.
Lehr.
Stammholz=Verſteigerung.
Montag, den 29. Januar I. J., vorm. 9½ Uhr
anfangend, ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt
Klings=
ackertanne
269 Stück Kiefernſtämme von 24—54 cm Durchmeſſer und
4—14 m Länge
öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert werden.
Zuſammenkunft der Steigerer auf dem Beckerweg am Eingang
des Waldes.
Es wird bemerkt, daß ſich hierunter ca. 30 Stämme, geeignet
für Pumpenmacher, befinden.
Eberſtadt, den 19. Januar 1912.
(2524df
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Stamm= u. Stangenholz=Verſteigerung.
Montag, den 29. Januar I. J.,
vormittags 9½ Uhr anfangend, werden im Roßdörfer
Gemeinde=
wald, Diſtrikt Mark,
Stämme: 2 Eiche — 144 fm, 2 Eſche — 0,28 fm, 3 Lärche
— 0,47 fm, 5 Kiefern = 2,16 fm, 335 Fichte = 88,39fm;
Derbſtangen: 3 Eſche — 0,18 fm, 1534 Fichte = 68,14 fm,
44 Lärche — 1,64 fm;
Reisſtangen: 1687 Fichte — 9,38 fm
(2523df
verſteigert. — Zuſammenkunft auf der Kubig.
Roßdorf, den 23. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.
Billige
Gemüse
Spinat
ſehr fein, 2 Pfd.=D. 78 Pfg.
Carotten
in Würfel
2 Pfd.=D. 30 Pfg.
Kohlrabi
zart in Scheiben
2 Pfd.=Doſe 80 Pfg.
Erbsen
mittelfein, 2 Pfd.=D. 60 Pfg.
Sellerie
2 Pfd.=D. 7 Pfg.
Macédoine
gemiſchte Gemüſe
2 Pfd.=D. 60 Pfg.
Bei 10 Doſen, auch ſortiert,
2 Pfg. per Doſe billiger.
Prompter Versand.
(2510
Horlz Landad
Mathildenplatz 1.
Telephon 116.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 25. Januar 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) für beſtimmt: 1 Bettſtelle mit Strohmatratze,
1 Waſchſchränkchen, 1 Tiſch, 2 Stühle, 1 Spiegel,
1 Waſchgeſtell und verſchiedene kleine Gegenſtände;
b) vorausſichtlich: 1 Büfett, 5 Vertikos, 3 Diwans,
4 Sofas, 2 Kaſſen=, 3 Spiegel=, 2 Glas=, 2 Eis=, 3 Waren=,
2 Kleider= und 2 Bücherſchränke, 3 Schreibſekretäre, 2
Waſch=
tiſche, 2 Fahrräder, 8 Mille Zigarren, 1 photogr. Apparat,
1 Partie Drell, Halbleinen, Bettkolter, Tafeltücher, Hemden
und Kravatten, 2 Spiegel, 2 Bilder, 2 Ladentheken pp.
Darmſtadt, den 24. Januar 1912.
(2465
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Gauſierer u. Wiederverkäufer
erhalt. Schuheréme, feinſte
Ware, das Hundert von 2.50 Mk.
an. Näheres Pankratiusſtr. 30½
Hinterh. part. rechts. (*1885
Schiffsbericht.
Nordd. Lloyd Bremen.
Mitgeteilt von dem Vertreter Anton
Fiſcher, Darmſtadt,
Frankfurter=
ſtraße 12 und 14.
Der Doppelſchrauben=Dampfer
„Willehad” iſt. am 23. Januar,
10 Uhr vormittags, in
Phila=
delphia angekommen.
Daipfer „Berlin” iſt am 20. Jan.,
1 Uhr nachmittags von New=
York abgegangen.
Dampfer „Rhein” iſt am 22. Jan.,
7 Uhr vormittags, von
Balti=
more abgegangen.
Dampfer „Main” hat am 21. Jan.,
10 Uhr vormittags, Lizard
paſ=
ſiert.
(Lanarienhähne, Seiſert, untr.
S. Garantie, frei von
Entwertungs=
touren, noch 3 Stück à 15 Mk. zu
verk. Gervinusſtr. 42, II. (2218a
Schweres Zugpferd
zu verk., unter zweien die Wahl.
Viktoriaſtraße 53. (*1860
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn
Adolf Rady, Darmſtadt.
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Barcelona”, 21. Januar
11 Uhr morgens von Boſton nach
Philadelphia.
Dampfer „Cincinnati”, von Genua
und Neapel, 22. Januar 4 Uhr
30 Min. morgens in New=York.
Dampfer „Foreric” nach Newport
News, 21. Januar 10 Uhr 15 Min.
morgens in Baltimore.
Dampfer „Graf Walderſe”, nach
New=York, 22. Januar 3 Uhr
30 Min. nachmittags Cuxhaven
paſſiert.
Honder Ir-Rasslanue
Wir erſuchen diejenigen Firmen, welche am 10. u. 12. Februar d. J.
den Handelsſachverſtändigen beim Kaiſerlichen
Generalkonſulat in St. Petersburg
welcher bereit iſt, den Intereſſenten Auskünfte über die
Hanoelsver=
hältniſſe in Rußland zu erteilen, in Frankfurt a. M. zu ſprechen
wünſchen, uns dies ſpäteſtens bis Donnerstag, den 1. Februar,
mitteilen zu wollen. Unſer Sekretariat iſt zu weiterer Auskunft
gerne bereit.
(2456
Die Großh. Handelskammer Darmſtadt.
Der Vorſitzende:
Der Syndikus:
C. Parcus.
Dr. Human.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 25. Januar 1912,
nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
1 Pferd, 1 Vertiko, 1 Diwan und 1 Fahrrad.
Ferner nachmittags 3½ Uhr an Ort und Stelle:
1 Lokomobile.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber Ecke Feldberg= und
Land=
wehrſtraße.
(2487
Darmſtadt, den 24. Januar 1912.
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher in Darmſtadt,
Kaſinoſtraße 24.
Schenrische Cablau
2
Hebermenis Flaschenbiere
aus den vorzüglichst. Rohstoffen hergestellt
— hell und dunkel —
Nlsch1e₰ ½Fasche 6₰
(Flaschenpfand 10 Pfennig) (2512
V. IDDERAEHL
Telefon 547
Elisabethenstrasse 53 — Lauteschlägerstrasse 4
Mollerstrasse 17 — Sandbergstrasse 27
sowie Ecke Hoch- und Kiesstrasse.
Gute Kinderbadewanne
(Zink) 4 Mk., 1 Vorderrad von
Straßenrenner (Holzfelge) mit
a Deckmantel 4 Mk., 1 Paar
ſtarke Schnürſtiefel, für
Fuhr=
mann geeignet (neu), 4,50 Mk.
Näh. Expedition. (2520soi
Wer dort? (2518a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Ein n. guter Liegwagen f. 10 M.
zu verk. Eckhardtſtr. 5, pt. (*1893ds
Lieg= und Stzwagen billig zu
verk. Döngesborngaſſe 3. (*1891
Korpulenz
Fettleibigkeit
wird beseitigt durch „Tonnola‟.
Preis-
gekrönt mit gold. Medaillen und
Ehren-
diplomen. Kein starker Leib, keine starken
Hüften mehr, sondern jugendlich schlanke,
elegante Figur u. graziöse Taille. Kein
Heil-
mittel, kein Geheimmittel, sondern, wie
aus-
drückl. hervorgehoben wird, für krankhafte
Fettleibigkeit nicht anzuwenden, lediglich
ein Entfettungsmittel für zwar korpulente,
jedoch gesunde Personen. Keine Diät, keine
Aenderung d. Lebensweise. Vorzgl. Wirkung.
Paket 2,50 M. fr. geg. Postanweis. od. Nachn.
D. Franz Stelner & Co.
Berlin 214 Königgrätzer Strasse 06.
In Darmstadt zu haben: (a249o
Hof-Apoth., Bällonplatz 11.
Kurſe vom 24. Januar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Staatspapiere. I1Pro.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl.. 91,40
do.
82,40
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
3½ do. Conſols . . . . 91,40
82,30
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,40
do.
93,90
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .101,20
90,20
do.
3½
do.
80,10
4 Hamburger Staatsanl. 100,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,25
4 do. do. (unk. 1918) 100,80
90,20
do.
3½
do.
79,70
3 Sächſiſche Rente . . . 81,80
4 Württembergerv. 1907,100,80
do.
94,90
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1887 . . 53,20
½ Italiener Rente . .
½ Oeſterr. Silberrente . 93,90
do. Goldrente . . 96,90
do. einheitl. Rente 90,90
4 Portug. unif. Serie I 65,40
do. unif. Ser. III 68,20
3 do. Spezial. 10,10
5 Rumänier v. 1903 . . 101,10
do. v. 1890. . 95,30
da. P. 1995. . *91,70
4 Ruſſen v. 1880. . . . 91,80
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,50
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
91,00
3½ Schweden. . . .
4 Serbieramort. v. 1895 87,40
4 Türk. Admin. v. 1903 85,30
do. unifiz. v. 1903 91,70
4 Ungar. Goldrente . . 92,60
do. Staatsrente . 90,40
5 Argentinier . . . . . . 100,80
89,70
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe 99,25
94,00
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 95,80
5 Innere Merikaner . . 97,90
61,90
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 91,50
5 Gold=Mexikaner . . . 101,20
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
..144,90
fahrt .
.105,50
3 Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 124,00
Aktien ausländiſcher
Trausportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 114,80
6 Baltimore & Ohio. . 105,75
Gotthardbahn . . . .
InPru.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 153,25
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19,00
6 Pennſylvania R. R. 119,50
Induſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 201,50
3 Werger=Brauerei . . . 75,50
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 495,00
14 Fabrik Griesheim . . 258,00
27 Farbwerk Höchſt . . . 530,50
20 Verein chem. Fabriken
339,00
Mannheim
130,00
5 Lahmeyer .
.164,20
7 Schuckert
12 Siemens & Halsle. . 241,00
30 Adlerfahrradw. Kleyer 464,40
12 Bochumer Bb. u. Guß 23 ,00
. 208,00
17 Gelſenkirchen .
.201,25
7 Harpener .
15 Phönix, Bergb. u. Hit=
. 258,00
tenbetrieb . .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 89,30
. 100,40
4 Pfälzer Prt. .
92,10
do.
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
do. ſteuerfrei. 96,50
Oeſterr. Staatsbahn.
90,00
do.
do. alte . 80,50
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,80
80,70
do.
55,90
do.
26
3 Raab=Oedenburger . . 77,50
Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,70
4 Kronpr. Rudalfbaßn.. 96.60
S. 1,
72,40
24 Livorneſer.
74,00
Miſſouri=Vacifie
Bagdadbahn Mk. 408 84,50
Anatoliſche Eiſenb.. . 97,70
5 Tehuantepee.
100,50
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgef. 173,50
6½ Darmſtädter Bank. . 126,50
267,10
12½ Deutſche Bank
6 Deutſche Vereinsb. 125,00
10 Diokonto=Geſellſchaft 191,60
160,40
8½ Dresdner Bank
6½ Mitteldeut. Kreditbk. 121,75
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 128,10
130,50
6½ Pfälzer Bank
6,45 Reichsbank .
140,30
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 137,90
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
3½ do. S. 19. . . . . 90,10
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
3½
do.
89,75
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,30
90,30
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
do.
89,50
3½
4 Rhein.=Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,20
do. (unk. 1914) 89,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
da.
90.60
3½
Iwßuag.
3.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
-
3½ ds.(2
4 nche
100,60
3½ be.
95,10
4 Gieße
100,00
3½ da.
99,80
3½ da.
90,00
4 S
100,00
89,80
½,
-
99,90
3½
3½ da.
90,20
München.
100,50
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg
100,20
3½ do.
91,00
4 Offenbe
3½ de.
4 Wiesbe
99.70
3½ de.
4 Worms
-
3½ de.
90,10
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Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 136,50
5 Donau=Reg. fl. 100 185,00
3 Holl. Zomm. A 100 109.00
In Ves,
8 Madrider Fs. 100 78,50
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . . . . . . 137,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe 179,70
3 Oldenburger . . . . . 127,00
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlebensloſe.
Augsburgn fl. 1 37,25
Braunſchweign Tlr. 20 211,00
Freiburges
Fs. 15 70,20
Mailände
Fs. 45 —
da
Fs. 10 33,00
Meiningn
ſt. 7.
Oeſterreißssà 1864 ₰ 100
vo. N 1858 „ 100 455,00
Ungar. 100
Benedigss Frs. 30 42,50
Tärtiſche
„ 400 172,00
Gold, Sülber und
Wanknoten.
Engl. Sepereigns.
20,43
20 tücke .
16,23
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Amerikaniſche Noten
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Engliſche Noten .
20,18
Franzöfiſche Noten
81,25
Holländiſche Noten . . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Roten 85 0
Ruſſiſche Noten . . . . . . 216,00
Schweiger Noten . . . &.. 81,05
Reichsbank-Diskonte . . . 5
echäh
gahard. AMk. Gen
Nummer 21.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
Seite 9.
mit Licht-
Eimddung zum vortras bildern
des Herrn Dr. med. W. Vix, Sp.-Arzt dahier
über seine Forschungsreisen in den Ländern zwischen
den Seen im Nordwesten von Deutsch-Ostafrika 1910/11
am Donnerstag, den 25. Januar 1912, abends 8 Uhr,
im Saale der Traube,
veranstaltet von der
Abt. Darmstadt der Deutschen Kolonialgesellschaft u.
der Kreisgruppe Darmstadt d. Deutsch. Flottenvereins.
Eintrittskarten zu 50 Pfg. (Studenten Schüler und
Schüle-
rinnen zu 20 Pfg.), sind in den Buchhandlungen Bergsträsser und
Waitz, sowie abends an der Kasse zu haben. Die Mitglieder obiger
Vereine haben gegen Vorzeigen ihrer Einladungs- oder
Mitglied-
karten freien Eintritt.
(2307id
ereinigte Gesellschalt.
Freitag, den 26. Januar 1912, abends 8 Uhr
(35
zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers.
Karten zu dem gemeinſchaftlichen Abendeſſen zum Preiſe von
Mk. 2.25 werden bis zum 26. d. Mts., mittags 12 Uhr, durch den
Geſellſchaftswirt ausgegeben. Für Teilnehmer ohne Karten erhöht
ſich der Preis des Gedeckes auf Mk. 2.75. Im Intereſſe geordneten
Servierens wird gebeten, die Löſung von Tiſchkarten nicht zu verſäumen.
Auf vielseitigen Wunsch!
Nochmaliges und letztes Gaſtſpiel
Lustige Simplicissimus-Spiele Münchn. Känstler
Mittwach, 31. Januar, abends 8¼ Uhr, Saal zur Traube, Eing. Luiſenſtr.
Grösster künstlerischer Erfolg!
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Samstag, den 27. Januar, abends 8½ Uhr,
im grossen Saale des Hotel „Zur Traube‟s
—Zigeunerfest
mit verschiedenen Aufführungen.
Die Einzeichnungsliste für einzuführende Gäste
liegt im Lesezimmer auf.
2517df)
Die Vergnügungs-Kommission.
Nor kaan Neid! Leitung: Hans Schramm.
Sonntag, den 28. Januar, abends 7 Uhr 11
im städtischen Saalbau:
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und Seefiſchausſtellung gefl.
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zuteilen. Irgend welche Koſten
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Erſter 1 Nor= Hr. Herrmann
Zweiter) manne Hr. Weiß
Normannen. Hegelinge.
Schauplatz im 1. Akt: Plattform
zwiſchen zwei Türmen; im 2. Akt:
Turmgemach der Gudrun; im 3.
u. 5. Akt: Diele in der Burg des
ſtrand.
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
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33)
So wenig wie heute hatte Lothar die Füchſe noch nie
geſchont.
Es war, als jagten ſeine wildſtürmenden Gedanken
um die Wette mit den edlen Tieren, die er unbarmherzig
antrieb.
Oh, dieſes Mädchen! Wie hatte er es geliebt aus der
Tiefe ſeines Herzens, mit jener heißen, innigen, treuen
Liebe, wie nur ein gereifter Mann zu lieben vermag.
Und ſie hatte ihn glauben laſſen, daß ſie ihm auch gut
ſei. Und doch heute dieſes ſchamloſe Spiel mit dem
an=
deren — weil der eine glatte, hübſche Larve trug und
jung war.
Oh, er hätte den Buben züchtigen mögen, der ſo keck
nach dem griff, was ihm gefiel, der nicht danach fragte,
ob er einem anderen damit weh tat, ihm das Beſte nahm!
Tor, der er war! Warum hatte er nicht geſprochen und
ſich des geliebten Weibes verſichert?
Und wie ſehr hatte er ſich nach dieſem ſüßen, blaſſen
Mund geſehnt, ihn einmal zu küſſen! Einmal das holde
Geſchöpf im Arm zu halten!
Aber war es nicht gut, daß es ſo gekommen? Noch
zur rechten Zeit hatte er ihren Unwert erkannt — daß es
nur Truggold war, was er für echt gehalten — und doch
drängte ihm dieſe Enttäuſchung heiße Tränen ins Auge!
Das würde er nie verwinden!
Seit dieſem Tage war Lothar wie verwandelt. Nie
wieder ſprach er in dem herzlichen Ton wie vordem zu
Yvonne; nie wieder traf ſie ſein warmer, liebevoller Blick,
den ſie ſtets wie eine zärtliche Liebkoſung empfunden. Mit
tadelloſer, eiskalter Höflichkeit begegnete er ihr, und ihre
ſchüchternen Verſuche, das frühere Einverſtändnis
wieder=
herzuſtellen, ließ er unbeachtet.
In vielen ſchlafloſen Stunden fragte ſich Yvonne,
wo=
her dieſer jähe Umſchlag in ſeinem Verhalten kam. Hatte
er vielleicht gefürchtet, Hoffnungen, die er nie erfüllen würde,
in ihr zu erwecken. Noch war ja kein bindendes Wort
ge=
ſprochen — und ein Blick, ein Händedruck kann ſo täuſchen.
Sie war tief unglücklich. Jetzt ſchlief ſie nicht mehr
ſo gut, und heiße Tränen netzten ihr Kopfkiſſen. Sie weinte
nach dem Mann, den ſie mit ihrer ganzen Seele liebte, ohne
den ſie nicht mehr ſein konnte — und er hatte ſich von ihr
abgewandt! Tauſend Schmerzen litt ſie um ihn, und all
ihr Stolz konnte ihr nicht helfen, dieſe Liebe zu
über=
winden.
Frau von Steinhagen und Tochter ſchwammen im
Strom der Geſelligkeit tapfer mit; längſt hatten ſie die
Mahnungen und Vorſtellungen Lothars vergeſſen und
lebten luſtig darauf los. Sein blaſſes, ernſtes Geſicht
rührte ſie nicht!
Lutz von Brücken war in der Geſellſchaft tonangebend.
Ein Feſt ohne ihn hielt man für undenkbar — und er
ſtürzte ſich nur ſo hinein in den Strudel. Manchmal kam
es vor, daß er nach Hauſe ging, den Geſellſchaftsanzug
ab=
legte, eine Duſche nahm, dann hinein in den Dienſtanzug
und fort in die Kaſerne, auf den Exerzierplatz
Yvonne hörte ſo viel von ihm und nicht immer
Gün=
ſtiges. Zuweilen ſah ſie ihn auch und war faſt erſchreckt
von ſeinem verlebten Ausſehen. Bange Sorge erfüllte ſie.
Einmal begegnete ſie ihm zufällig; ſie ſollte Konſtanze
von der Schneiderin abholen; es war noch zu früh dazu.
Er blieb ſofort ſtehen. Wohin des Weges, Yvonnchen?
Sie gab ihm Antwort und ſagte dann: Gut, daß ich
Dich treffe, Lutz! Ich ängſtige mich ſo um Dich! Was iſt
mit Dir?
Sehr gütig, Deine Teilnahme! Doch laſſe mich nur
ich werde ſchon nach meiner Faſſon ſelig!
Lutz, denke an Deine Mutter, denke an Großmama!
flehte ſie.
Schweig’, fuhr er ſie heftig an, wenn Du mir weiter
nichts zu ſagen haſt, Kleines! Spare Dir das
Schul=
meiſtern, es ſteht Dir gar nicht! ſetzte er milder hinzu, da
er Tränen in ihren ängſtlichen Augen blinken ſah. Heftig
preßte er ihre Hand. Ich habe eine ſo raſende Sehn
ſucht nach dieſem ſüßen Munde, der immer ſo klug ſprechen
kann und doch lieber töricht küſſen ſollte! Er drängte ſich
an ſie heran, und ſie fühlte ſeinen heißen Atem. Küſſe
mich wieder, Du Süße, dann wird alles gut.
Lutz, Du beleidigſt mich, und ich meine es doch ſo gut!
ſagte ſie empört. Heut’ iſt nicht zu reden mit Dir. Adieu!
Sie ließ ihn einfach ſtehen und ging davon. Nach
wenigen Schritten ſah ſie ſich um. Er ſtand noch immer
auf derſelben Stelle und ſtarrte ihr nach. Etwas
Ge=
hetztes, Ruheloſes lag in ſeinen Zügen, und ſie hatte
Angſt. Am liebſten wäre ſie umgekehrt, hätte ihn am Arm
Nummer 21.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
Seite 11.
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Bley, Wilhelminenstr., Friedr.
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gefaßt, ihn gerüttelt: Lutz, ſag’ mir doch, was mit Dir iſt,
ich weiche nicht von Dir, ehe Du nicht geſprochen!
Doch die Zeit drängte. Es war gleich ſechs, und ſie
hatte mit Konſtanze noch einige Weihnachtsbeſorgungen
zu machen. Die Damen hatten diesmal einen größeren
Wunſch, den ſie ſich auch ohne weiteres erfüllten: ein
Auto=
mobil! Beinahe kindlich freuten ſie ſich, als der elegante
Kraftwagen zum erſten Male in ihrem Hauſe einfuhr —
als ihr Eigentum!
Ein wenig ängſtlich waren ſie ja, was wohl Lothau
ſagen würde! Sie hatten ſich wohl gehütet, ihn zu fragen. Er
mußte ſich eben mit der Tatſache abfinden.
Zum Glück war er vom 20. Dezember bis 8. Januar
verreiſt — und wenn er zurückkam, Konnte er nichts mehr
an dem Geſchehenen ändern.
Lothar war ganz mit ſich zerfallen; er mußte einige
Wochen fort — andere Luft, andere Umgebung haben. Der
Gedanke an Yvonne ließ ihn keine Ruhe finden.
Warum ließ er ſich von einem Phantom quälen? Sie
war ihm doch noch keine Treue ſchuldig geweſen. Wenn
er jetzt ſprach, konnte noch alles gut werden!
Aber es war da etwas zwiſchen ihr und Baron
Brücken, das ihn faſt bis zum körperlichen Schmerz quälte.
Was er mit ſeinen eigenen Augen geſehen, was er gehört,
das war da — das war kein Hirngeſpinſt, das ließ ſich
nicht wegbringen. Wie eine Mauer trennte es ihn von
dem geliebten Mädchen!
Lothar war zurückgekehrt. . Die drei Wochen, die er in
großer Zurückgezogenheit in einer ſtillen Penſion in
Gar=
done verbracht, hatten ihm ſeine körperliche Friſche wieder=
gegeben, die er durch die heftigen neuraliſchen Schmerzen
etwas verloren hatte.
Doch Yvonne hatte er nicht vergeſſen können!
Spät am Abend war er gekommen, er hatte deshalb
in einem Hotel in der Stadt geſchlafen und machte ſich nun
am anderen Vormittag auf, die Damen zu begrüßen.
Er traf Yvonne allein an; ſie war damit beſchäftigt,
im Salon Staub zu wiſchen.
Bei ſeinem unerwarteten Anblick zitterte ſie. Durch
ſein Verhalten in den letzten Wochen war ſie ſo
eingeſchüch=
tert, und doch freute ſie ſich über ſein gutes, geſundes
Aus=
ſehen und ſprach das auch aus.
Mit ruhiger Höflichkeit antwortete er — ohne jede
Wärme im Ton — wie man zu einem ganz Fremden
ſpricht.
Das Herz tat ihr weh. Es fehlte nicht viel, und die
Tränen wären ihr unaufhaltſam gefloſſen; ihre Lippen
zitterten, und ſie mußte ſich abwenden. Wenn ſie ahnte,
wie ſchwer ihm ſein förmliches Verhalten wurde, wie ſehr
er ſich dazu zwingen mußte!
Hätten die Damen gewußt, daß wir Sie heut’ ſchon
er=
warten durften, wären ſie nicht ausgefahren; ſie müſſen
aber jeden Augenblick wiederkommen, ſagte Yvonne.
Ausgefahren? fragte er erſtaunt. So zeitig? Es iſt ja
kaum halb zwölf. Uebrigens ſah ich doch den Kutſcher.
Die Damen ſind heute früher aufgeſtanden, kommen
aber bald zurück. Der Chauffeur — hier ſtockte ſie
plötz=
lich; Lothar wußte ja noch nichts von dem neuen
Auto=
mobil. Wie würde ihn das in Aufregung bringen!
Sie ſagen Chauffeur. Weſſen denn?
Nun, der unſerige.
Was? Hab’ ich recht gehört?
Ja, die Damen haben doch ſeit Weihnachten ein
Auto=
mobil, entgegnete ſie mit niedergeſchlagenen Augen.
Ein Automobil?
Sie nickte und warf einen ſcheuen Blick in ſein
Ge=
ſicht. Ein jäher Zorn flammte darüber hin; er preßte
die Lippen feſt aufeinander; mit heftigen Schritten ging
er einige Male auf und ab. Bitte, Fräulein Legene, laſſen
Sie mein Zimmer lüften und ein wenig in Ordnung
bringen.
Das iſt bereits geſchehen. Ich — wir erwarteten Sie
doch jeden Tag, und da dachten wir
Ich danke Ihnen. Er ging hinaus, und betrübt ſah
ſie ihm nach. Ihre Fürſorge rührte ihn. Denn das war
doch nur von ihr ausgegangen, ſolche Umſicht gab es
veder bei Mutter noch Schweſter. Das Zimmer war
behaglich durchwärmt und blühende Hyazinthen
durchduf=
teten den Raum.
Voller Zorn und Ungeduld ſtand er am Fenſter.
End=
lich ſah er den Wagen kommen und einfahren.
Jetzt hörte er die beiden lachenden Frauenſtimmen
auf der Diele deutlich zu ſich herauftönen. Dann klopfte
es an ſeiner Tür, und das Stubenmädchen meldete, daß
man ihn zum Frühſtück erwarte.
Ich danke, ich habe bereits gefrühſtückt. In ungefähd
zehn Minuten komme ich.
(Fortſetzung folgts
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
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[ ← ][ ][ → ]§6 21.
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Juge, geblele Frau
wünſcht beſſ. Filiale zu übernehm.
Kaution kann geſtellt werden. Off.
unt. D 40 an die Exped. (*1822do
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ſucht I. Stellung. Zeugniſſe uſw.
zur Verfügung. Off. unter C 81
a. d. Expedition d. Bl. (B2371
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Weißnähen, am liebſt. in ein
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ſchäft. Offert. unt. D 14 an die
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Flickerinnen, Weißzeugnäherin.,
Schneiderin., die die Arbeit abholen
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Stickerinnen u. Strickerin. f. Hand
u. Maſch. werd. nachgew.
Grafen=
ſtraße 45, I., bei Fr. Meyer, Arbeits=
Vermittl. d. Gew.=Vereins d.
Heim=
arb. Nur vorm. Poſtk. gen. (*1854do
m. g.
Aelteres Mädchen ſucht
Stel=
lung bei einzelnem Herrn. Zu
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fragen Arbeitsnachweis
Wald=
ſtraße Nr. 6.
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Landmädchen, darunter mehrere
Oberheſſinnen, eine Lehrerstochter
uch. in Darmſtadt Stell. Fr. Berta
Nehling, Ludwigſtraße 8,
gewerbs=
näßige Stellenvermittlerin. (*1840df
Saub. tücht. Frau ſ. nachm.
Be=
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Frau Wiasspki. Heinheimerſtr. 22, H.
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mäßige Stellenvermittlerin,
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bethenſtraße 45.
(*2505
Vorzüglich empfohlene Fröbel=
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Beſchäftigung. Zu erfragen in d.
Expedition ds, Bl. (*1872
Gutempf. Frau ſ. Laufd., g. a. h.
T. waſch. u putz. Arheilgerſtr.25. (*134
Mehr. Landmädchen, u. Aushilfe
in. g. Zeugn. ſuch. paſſ. Stell. d. Joh.
Weihmantel, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*1882
Männlich
Kaufmann
geſetzten Alters, welcher ſelbſtändig
erfolgreich tätig war, ſucht Stellung
als Buchhalter, Geſchäftsleiter od.
ſonſtigen Vertrauenspoſten. Kaut.
kann geſtellt werden. Off. unter
D 58 an die Exp. d. Bl. (*1865
Jung. Mann
23 Jahre alt, ſucht Stellung
als Bureaudiener, Kaſſierer,
Magazinier oder ſonſt ähnl.
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Offerten unter D 11 an die
Expedition d. Bl. (*1671ids
Junger Mann, militärfrei, ſucht
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welcher Art. Kaution kann geſtellt
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Tüchtiger Buchhalter
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Of. unt. D 61 an die Erp. (*1857
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(2100a
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Burſche, beſten Zeugn. a.
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Jung. Mann mit gut. Zeugn.
ſucht Stellung als Hausburſche.
Off. unt. D 60 an die Exp. (*1858
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u. nachmitt. v. 2—½7 Uhr geſucht
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Näh. Neckarſtr. 28, 2. St. (*1820
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das gut bürgerlich kochen kann u.
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welche koch. können, erhalten recht
gute Stellen zu einer Dame, zu zwei
Leuten hier u. auswärts. Fr. Berta
Nebling, Ludwigſtraße 8,
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mäßige Stellenvermittlerin. (*1842df
Tüchtiges Servierfräul. geſ.
Obergaſſe 3, Ratskeller. (*1835
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ſtraße 8, 3. Stock.
(*1843
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gut=
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morg. 2 Stund., mittags Spülen.
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ſauberes Dienſtmädchen, welches
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Riedlingerſtr. 41, 3. St.
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Hausarb., geſ., ſol., zu verl., a.
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mädch. zu kinderl. Ehep. in g. Stelle.
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Köch., Alleinmädch.,
Suche welche koch. können, m.
gut. Zeugn. für hier u. Offenbach,
Heidelberg, Köln und Frankfurt
Frau Gertrude Hartmann,
gewerbs=
mäßige Stellenvermittlerin,
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bethenſtraße 45.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Januar 1912.
Nummer 21.
Das „Nadelgeld” der Königin
Marie Antoinette.
** Dem Leben und Walten der berühmten Mlle.
Bertin, der Schneiderin der unglücklichen Marie
An=
toinette, hat der franzöſiſche Hiſtoriker Emile Langlade
vor kurzem ein feſſelndes Werk gewidmet, das auf Grund
umfaſſender Studien auch einen intereſſanten Einblick in
das Kleiderbudget der Fürſtin gewährt, die nach Jahren
des Glanzes und der Verſchwendung auf der Guillotine
ſo tragiſch ihr Leben beſchließen mußte. Der Königin
war für die Beſtreitung ihrer Garderobe ein jährliches
Nadelgeld von 120000 Livres ausgeſetzt, wobei man im
Vergleich mit der Gegenwart den damaligen ungleich
höheren Wert des Geldes in Betracht ziehen muß. Aber
dieſes „ordentliche Budget” reichte in Wirklichkeit nie aus.
Man weiß, zu den ordentlichen Ausgaben treten immer
noch die außerordentlichen, und bei den
Kleiderrech=
nungen der Königin Marie Antoinette waren dieſe
außerordentlichen Ausgaben auch ſtets die größeren.
In den Leetures pour tous werden einige Auszüge
aus den heute noch erhaltenen Rechnungen des Haushalts
der Königin veröffentlicht. Wir erfahren daraus, daß
z. B. im Jahre 1780 die Königin zur Begleichung ihrer
Ausgaben für Kleider und Wäſche, am Schluß des
Jah=
res außer den empfangenen 120000 Livres von dem
Schatzmeiſter noch weitere 194 118 Livres beanſpruchen
mußte, die als außerordentliche Ausgaben figurieren und
die ausſchließlich für die Garderobe der Fürſtin verwandt
wurden. Zwei Jahre ſpäter erreichen dieſe jährlich
wie=
derkehrenden außerordentlichen Ausgaben für
Kleidungs=
zwecke 199509 Livres, und bereits im Mai 1783 muß die
erſte Hofdame, die Gräfin d’Oſſin, von dem
Generalkon=
trolleur Fleury noch einen Extrazuſchuß von 111509 L.
verlangen; es wird dabei geltend gemacht, daß die
Feſt=
lichkeiten zu Ehren des Herrn Grafen „du Nord” des
Kronprinzen Paul von Rußland, ungewöhnliche
Extra=
ausgaben mit ſich gebracht hätten. Die Gräfin hofft, daß
dafür das laufende Jahr „weniger teuer” ſein würde.
Aber ach, ſchon 1795, muß der nur allzu hilfsbereite
Schatzmeiſter Calonne wiederum einen Zuſchuß von
258000 Livres auszahlen, und von dieſer Summe erhält
Roſe Bertin, die Schneiderin, allein 91930 Livres.
Lud=
wig XVI. iſt ein ſparſamer Hausvater, er ſieht
perſön=
lich alle Rechnungen durch; er ſelbſt begnügt ſich für ſeine
Kleidung mit einer beſcheidenen Jahresſumme, und bei
der ſteten Ebbe in der Königlichen Schatulle beginnen
ihn die jährlich wachſenden Rieſenausgaben der Königin
zu beängſtigen. Er wird verſtimmt, aber die Königin
weint, fleht, und wie immer vermag der gutmütige
Lud=
wig nicht zu widerſtehen und gibt nach. Zudem leiſtet der
ewig optimiſtiſche Calonne die Zahlung mit einem ſo
freundlichen und ſorgloſen Lächeln. Er ſcheint faſt glück=
lich zu ſein, zahlen zu dürfen. Und außer den
Schneider=
rechnungen der Königin zaubert er noch 900000 Livres
aus der Schatulle, mit der die allerdringendſten Schulden
ein wenig gemindert werden können.
Was erhielt nun die Königin für dieſe fürſtlichen
Summen, die ſie jährlich für ihren perſönlichen Bedarf
ausgab? Wie waren dieſe Roben und dieſer Putz für
das Haar beſchaffen, die Mlle. Bertin unermüdlich erfand
und erſann. Es war Mode, die unförmig hochgetürmten
Friſuren mit einem Haufen von Gegenſtänden zu
„ſchmücken” die ſymboliſche Bedeutung haben ſollten.
Roſe Bertin erfindet z. B. die „Pouf aux eentimens”,
einen für unſer Empfinden grotesken Kopfſchmuck, der
in ſeiner Zuſammenſetzung die Vorlieben, die
Gedanken=
welt im Geſchmack, kurz die Gefühle der Trägerin
wieder=
geben ſollte. Die Herzogin von Chartres lanciert dieſe
„Gefühlspuffe”: in der Mitte der Friſur ſieht man eine
Dame mit einem Säugling auf einem Seſſel ſitzend. Zur
Rechten erſcheint ein Papagei mit einer Kirſche im
Schna=
bel, zur Linken ein kleiner Neger. Der obere Teil der
Friſur iſt mit Haarlocken des Herzogs von Chartres,
(des Ehemanns), des Herzogs von Psnthiévre (des
Va=
ters), und des Herzogs von Orleans (des
Schwieger=
vaters’ geſchmückt. Nicht weniger Begeiſterung als dieſe
Friſur erregt die Puffe der Herzogin von Lauzun. Sie
beſteht aus einer ganzen Relieflandſchaft: zuerſt ſieht man
ein vom Wind aufgepeitſchtes Meer am Strande
ſchwim=
men Enten, am Ufer ſteht im Buſche ein Jäger im
An=
ſtand; oben wird dieſe Friſur von einer Mühle mit einer
Müllerin gekrönt; an der einen Seite unten in der
Nä=
he des Ohres ſieht man einen Müller einen Eſel führen.
Die Modiſtin der Königin iſt unerſchöpflich im Erfinden
derartiger Novitäten; beſonders beliebt iſt die Pouf àla
Bonne Maman, die nur 150 Livres koſtet und die
präch=
tige „Qués Aco” deren Federſchmuck ungefähr einen Meter
lang iſt, ſodaß die ſchöne Trägerin im Wagen den Kopf
tief herabbeugen muß um die Coiffüre nicht zu zerſtören.
Aber der ſinnigſte Kopfſchmuck, wenn vielleicht auch ein
wenig unbequem, iſt die von Mme. d’Oberkirch
beſchrie=
bene Coiffüre; „ſehr modern, wenn auch ein wenig
um=
ſtändlich. In der Friſur trägt man kleine, abgeplattete,
der Kopfform angepaßte Flaſchen mit Waſſer; das Waſſer
ſoll dazu dienen, die in der Friſur eingeflochtenen friſchen
Blumen zu tränken. Das geſchieht durch eine beſondere
Kopfbewegung; es iſt ſehr ſchwierig und gelingt nicht
immer, aber wenn es glückt, ſieht es reizend aus . .
Vermiſchtes.
— Sängergagen in alter Zeit. Die häufig
auf=
tauchende Annahme, daß die beſonders in Amerika
aufgewand=
ten märchenhaften Gagen für Sänger und Sängerinnen in
früheren Zeiten unbekannt geweſen ſeien, wird durch eine
intereſſante Studie widerlegt, die Gine Monaldi in der
Nuova Antologia veröffentlicht. Vor 1830 bezahlte man,
wie aus einem Briefe Roſſinis hervorgeht, einer guten
Sängertruppe für eine Stagione von rund 40 Tagen
fol=
gende Gagen: die Primadonna erhielt 2000 Lire, der erſte
Baß und der erſte Bariton je 1500, der erſte Tenor 1750, der
Kapellmeiſter 950 Lire. Aber nach 1830 ſtiegen die Gagen
zu ſtolzen Zahlen empor. Der Tenor Donzelli wurde
1836/37 von dem königl. Theater in Madrid für die Karne
valszeit mit 38000 Lire Gage engagiert, der Ungher
zahlte man in Palermo für wenige Abende 17000 Lire
und im Jahre 1838 in Wien für eine einzige Stagione
72000. In Paris erhielt die Griſi für 6 Monate 80000
Francs und in London bezahlte man ihr für 3 Abende
15000. Der Baß Lablanche wurde mit 1500—2000 Francs
für den Abend bewertet und die Taſchinardi Perriani
er=
hielt ſogar 3000 für die Vorſtellung. Der berühmteſte
Te=
nor jener Zeit, Robini, bezog im feſten Engagement eine
garantierte Einnahme von wenigſtens 195000 Francs, und
in London zahlte man ihm für ein zweimonatiges
Engage=
ment weitere 100000 Francs. Erhaltene Briefe und
Do=
kumente zeigen, daß in jener Zeit für bekannte Sänger
und Sängerinnen bei einer kurzen Stagione Gagen von
30—40000 Francs an der Tagesordnung waren. Wenn
man berückſichtigt, daß damals das Geld einen ungleich
höheren Wert hatte als heute, zeigt ſich, daß bewährte
Künſtler der Oper auch in den 30er Jahren
Nahrungs=
ſorgen nicht ausgeſetzt waren.
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