Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
In der geſtrigen Stichwahl im Wahlkreiſe
Darmſtadt -Groß=Gerau ſiegte der
ſozialdemo=
kratiſche Kandidat mit 4600 Stimmen.
Staatsſekretär von Kiderlen=Wächter iſt
am Sonntag abend von Rom wieder abgereiſt.
Der frühere Oberbürgermeiſter der Stadt Offenbach Karl
Brink iſt geſtern geſtorben.
In Frankreich herrſcht über die Auslieferung
der türkiſchen Paſſagiere der „Manuba”
große Erbitterung.
Die Neuwahlen zum türkiſchen Parlament
finden Anfang Februar ſtatt.
Meldungen aus New=York zufolge iſt es bei Jagnaſchi
in China zu einer blutigen Schlacht zwiſchen
Kaiſerlichen und Revolutionären gekommen, bei der
die Kaiſerlichen geſchlagen wurden.
Begleiterſcheinungen des fürkiſcheitalieniſchen
Krieges.
** Es hat wohl ſelten einen Krieg gegeben, in dem ſo
wenig Rührſamkeit gezeigt wurde, und Monate vergingen,
ohne daß es zu bemerkenswerten Kämpfen gekommen
wäre. Vor mehr als einem Vierteljahr iſt die
Kriegser=
klärung gefallen, und da ſich die Italiener ſchon ſeit langem
für den Krieg gerüſtet hatten, ſetzte die Operation ſofort
ein, es ging Schlag auf Schlag — aber nur im Anfang.
Großer Siegesjubel herrſchte in Rom, als Tripolis nach
kurzem Scheinwiderſtande geräumt war, man glaubte, daß
dieſer Feldzug nur von kurzer Dauer ſein würde, doch
heute iſt man genau ſo weit wie zu Beginn. Es hat ja
an Gefechten nicht gefehlt, von wirklicher Bedeutung waren
ſie aber nicht, und bei wechſelndem Glück kamen die
Italiener kaum vom Fleck. Auch der jüngſte elfſtündige
Kampf iſt trotz der Hartnäckigkeit, mit der die Türken und
Araber anſtürmten nicht von ſonderlicher Bedeutung. So
iſt es dahin gekommen, daß man ſich weit weniger um
den Krieg an ſich kümmert als um mancherlei
Be=
gleitumſtände, die er im Gefolge hat. Auch
außer=
halb Tripolis haben die Italiener anſcheinend nicht viel.
Glück. In Frankreich beiſpielsweiſe hat die
Beſchlag=
nahme zweier franzöſiſcher
Handelsdamp=
fer, auch wenn ſie nachher wieder frei gelaſſen worden
ſind, ſehr verſchnupft. Nur mit Mühe iſt es Herrn
Poincaré gelungen, die Gemüter der Parlamentarier durch
gütliches Zureden in Privatgeſprächen zu beſchwichtigen,
andernfalls hätte es ſofort in der Kammer eine Debatte
gegeben, bei der Italien wohl wenig freundliche Worte
vernommen hätte. Geſteigert hat ſich die Erregung in
Frankreich noch infolge der Auslieferung der türkiſchen
Paſſagiere der Manuba. Es liegt auf der Hand, daß der
Zwiſchenfall auf die politiſche Konſtellation nicht ganz ohne
Einfluß bleiben wird.
Die Pariſer Preſſe erörtert die Auslieferung der
türkiſchen Reiſenden in ſehr erregter Weiſe. —
Der Matin ſchreibt: Dieſes Vorkommnis bildet für uns
eine unerträgliche Demütigung. Wir haben
Männer, welche ſich im Schatten der franzöſiſchen Flagge
in Sicherheit glaubten, ihren Feinden ausgeliefert. Eine
unſichtbare Hand bringt alle unſere Karten in
Verwir=
rung. Welch ein Glück wäre es für die Gegner
Frank=
reichs, wenn ſie in drei Tagen die Anſtrengungen zu nichte
machen könnten, welche Italien und Frankreich ſeit zehn
Jahren unternommen haben, um ſich einander zu nähern
und im Mittelmeer zu einer Verſtändigung zu gelangen.
Ein ſeltſames und auffallendes Zuſammentreffen iſt es,
daß im Augenblick, wo die franzöſiſchen Poſtdampfer
be=
ſchlagnahmt wurden, der deutſche Miniſter des Aeußern
Herr von Kiderlen, in Rom eintrifft. Welche Worte wird
er dort wohl vernehmen laſſen? — Aehnliche Bemerkungen
finden ſich auch in anderen Zeitungen.
Offiziös wird mitgeteilt, der franzöſiſche
Vizekon=
ful in Cagliari habe das Miniſterium des
Aeußern telegraphiſch verſtändigt, daß er zwei
amt=
liche Depeſchen erhalten habe, deren Entzifferung
unmög=
lich geweſen ſei. Anderſeits wird behauptet, der
Vize=
konſul habe mit der auf offener See zurückgehaltenen
„Manuba” keine Verbindung erlangen und deshalb die
ihm zukommenden Weiſungen dem Kapitän des Schiffes
nicht übermitteln können. Der Alderſpruch zwiſchen den
Erkkärungen des Kapitäns Coſtes der Manuba” und
des Miniſteriums des Aeußern wird durch beide
Darſtel=
lungen womöglich noch verſchärft. Siécle meint, wenn
die Darſtellung des Kapitäns Coſtes richtig ſei, dann
be=
deute der Vorfall eine ſchwere moraliſche
Schlappe für Frankreich, ganz abgeſehen davon,
daß die Türkei das Recht hatte, an die franzöſiſche
Re=
gierung diplomatiſche Reklamationen zu richten. Nach
einer anſcheinend vom Quai d’Orſay ſtammenden
Mit=
teilung iſt die franzöſiſche Regierung entſchloſſen, eine
Re=
gelung ihrer Forderung betreffend die Freilaſſung der
türkiſchen Reiſenden durch einen Schiedsſpruch oder
durch Anrufung des Haager
Schiedsge=
richts nicht zuzulaſſen. Wie aus
Konſtanti=
nopel gemeldet wird, hat die Pforte durch ihren
Pa=
riſer Botſchafter ſchon vor anderthalb Monaten die
fran=
zöſiſche Regierung um die Ermächtigung erſucht, 27
Mit=
glieder des Roten Halbmondes über Tunis nach
Tripo=
lis ſenden zu dürfen. Dieſe Erlaubnis wurde ebenſo wie
im November vorigen Jahres einer anderen Gruppe auch
diesmal erteilt. Es ſei durchaus unrichtig, daß die
Mit=
glieder des Roten Halbmondes Waffen mitführten. Nur
einige derſelben trugen zu ihrer perſönlichen Sicherheit
Browningrevolver. Das Paris Journal behauptet, die
antifranzöſiſche Haltung der italieniſchen Regierung ſei
darauf zurückzuführen, daß ihr Verſuch, in Paris eine
verkappte Anleihe aufzunehmen, geſcheitert ſei,
weil die franzöſiſche Regierung eine derartige Anleihe
als eine Neutralitätsverletzung angeſehen hätte.
Dem Echo de Paris zufolge iſt man in den
politi=
ſchen Kreiſen von der Haltung der Italiener aufs tiefſte
verletzt. Man glaubt den zwiſchen Rom und Paris
ſchwebenden diplomatiſchen Unterhandlungen entnehmen
zu können, daß die Italiener Zeit gewinnen und den
Streitfall dem Haager Schiedsgericht unterbreiten
wol=
len. Botſchafter Barräre werde mit formellen
Weiſun=
gen ausgeſtattet nach Rom abreiſen.
Die Agenzia Stefani gibt von Rom aus folgende
Rechtfertigung bekannt: Die Schiffahrtsgeſellſchaft,
der der Dampfer „Manuba” gehört, läßt in den
Zeitun=
gen veröffentlichen, die 29 Türken an Bord der „
Ma=
nuba” ſeien Aerzte und Krankenpfleger des
Roten Halbmondes. Demgegenüber hat ſich
er=
geben, erſtens, daß die Türken verſucht hatten, Marſeille
heimlich zu verlaſſen und eine Privatjacht zu mieten, um
an einem unbeobachteten Punkt der öden tuneſiſchen oder
trivolitaniſchen Küſte zu landen. Sie konnte dieſen Plan
nicht ausführen, weil der Eigentümer der Jacht die
Qualität der aktiven Offiziere erfuhr und ſich weigerte,
das Fahrzeug zu vermieten. Zweitens wurde ermittelt,
daß die Türken weder in Marſeille noch anderswo
chirur=
giſches Material gekauft haben. Man fand bei ihnen
zwei Etuis mit chirurgiſchen Inſtrumenten von wenig
mediziniſchem Ausfehen und kein Verbandszeug, was
ernſtlich bezweifeln läßt, daß ihre Miſſion darin beſtand,
den Orten mediziniſchen Beiſtand zu leiſten, an denen
viele Kranke aber vollkommen unzureichendes
Verbands=
zeug ſich befindet. Drittens wurde feſtgeſtellt, daß die
Zweifel an der Eigenſchaft der Aerzte gerechtfertigt ſind
durch den Umſtand, daß einige ſich als Rechnungsbeamte.
ausgaben und beträchtliche Summen, ſowie einen Scheck
von über 1100000 Francs beſaßen. Um feſtzuſtellen,
welche Eigenſchaft die gefangenen Türken beſitzen, wurde
von Perſonen, die auf mediziniſchem Gebiete maßgebend
ſind, eine Unterſuchung eröffnet.
Der Beſuch des deuiſchen Kaiſers in der Schweiz.
* An die Nachricht, daß der Kaiſer im Herbſt die
Schweiz beſuchen und auch den dortigen Manövern
beiwohnen werde, hatte ein deutſches Blatt die
Bemer=
kung geknüpft, daß der Kaiſer als ſolcher dem
ſchweizeri=
ſchen Volke zweifellos höchſt willkommen ſein werde, als
Inſpizienten der ſchweizeriſchen Armee werde man ihn
aber ſchwerlich ebenſo willkommen heißen. Eine
hoch=
angeſehene und ernſte deutſch=ſchweizeriſche Zeitung, die
Baſeler Nachrichten, ſieht ſich veranlaßt, dieſe Annahme
entſchieden zurückzuweiſen. Das Blatt ſchreibt:
Wir ſind davon überzeugt, daß dieſe letztere
An=
nahme jeder Begründung entbehrt und daß der großen
Mehrheit des Schweizervolkes auch die Beſichtigung
ſei=
ner Armee durch den deutſchen Kaiſer willkommen
iſt. Daß dem ſympathiſchen Monarchen des uns eng
befreundeten Staates dabei die Rolle eines „
Inſpizien=
ten” ferntliegt, braucht nicht betont zu werden, und
an=
derſeits darf ſich die Schweiz nur gratulieren, daß ſie ihre
Milizarmee in einem Stande erhalten kann, der das
In=
tereſſe der höchſten militäriſchen Stellen der großen
aus=
wärtigen Staaten wachzurufen vermag. Es wurde
ſei=
nerzeit in der Schweiz lebhaft begrüßt, daß den
Jura=
manövern vom Jahre 1910 hohe franzöſiſche Militärs
beiwohnten, und es erfüllte gleichermaßen mit
Genug=
tuung, daß auch der damalige öſterreichiſche
Generalſtabs=
chef Frhr. Konrad von Hötzendorf den Uebungen unſerer
Miliz folgte. In erhöhtem Maße darf der oberſte Kriegs=
herr des Deutſchen Reiches, der ſich ſchon lange für die
ſchweizeriſche Armee intereſſiert, auf einen herzlichen
Em=
pfang in der Schweiz rechnen, und er darf überzeuzt
ſein, daß das Schweizervolk in ſeinem Beſuche nichts
ſieht als einen willkommenen Beweis für die engen und
friedlichen Beziehungen, die ſeit langem zwiſchen der
Schweiz und dem Deutſchen Reiche herrſchen.
Um den Beſuch richtig zu bewerten, muß man ſich
erinnern, daß doch ſchon verſchiedene fremde
Statsober=
häupter in der Schweiz geweilt haben. Kaiſer Franz
Joſef begrüßte in ſeinem Jubiläumsjahr die
ſchweize=
riſche Bundesregierung in Rorſchach, König Viktor
Ema=
nuel kam zur Einweihung des Simplontunnels nach Brig,
Präſident Falliéres beſuchte im Auguſt 1910 die
Bundes=
ſtadt Bern. Uebrigens iſt ja Kaiſer Wilhelm auch ſchon
einmal, 1893, auf der Durchreiſe in Luzern von den
Bundesbehörden begrüßt worden. Als der Beſuch des
Präſidenten Falliéres bevorſtand, hat man auf
ſchwei=
zeriſcher Seite nicht verſäumt, hervorzuheben, daß man
mit derſelben Bereitwilligkeit und Freundſchaft Kaiſer
Wilhelm in Bern empfangen würde. Wenn er im Herbſt
dorthin geht, ſo erwartet man davon nur eine Stärkung
der guten und herzlichen Beziehungen, die zwiſchen der
Schweiz und Deutſchland beſtehen.
Deutſches Reich.
— Für das Präſidium des neuen
Reichs=
tages wird neben dem Prinzen Heinrich zu Schönaich=
Carolath auch Graf Poſadowsky genannt. Von den
Freunden dieſer Kandidatur wird die Anſicht verfochten,
man müſſe bei den vorausſichtlich ſehr knappen
Majoritäts=
verhältniſſen des neuen Reichstags die Präſidialgeſchäfte
in eine möglichſt neutrale Hand legen und dieſe ſei am
allerbeſten in der Perſon des Grafen Poſadowsky zu
fin=
den. Das Zentrum ſoll nicht gewillt ſein, den Präſidenten
zu ſtellen, die Linke heißt es, wolle als erſten
Vizepräſi=
denten den Sozialdemokraten Dietz präſentieren.
— Rückgang der Wahlbeteiligung. Die
endgültigen amtlichen Wahlziffern ſind vom
Reichs=
anzeiger veröffentlicht worden, wobei die Zahlen von
1907 zum Vergleich gegenübergeſtellt werden. Die
An=
zahl der Wahlberechtigten betrug danach 14 441777 (1907:
13 350 698). Gültige Stimmen wurden abgegeben:
12 206 808 (1907: 11 262775). Demnach Wahlbeteiligung:
84,5 (gegenüber 84,7 Prozent bei der Wahl 1907). Das
bedeutet gegenüber der bisherigen amtlichen Zählung und
Schätzung eine Korrektur. Die Wahlbeteiligung iſt nicht,
wie zuerſt berechnet, gegen 1907 geſtiegen, ſondern trotz
der ungeheueren Agitation der Parteien um 0,2 Prozent
geſunken.
— „Ein engliſch=deutſches Geſchäft.”?
Die Saturday Review bringt heute unter der
Ueber=
ſchrift „Ein engliſch=deutſches Geſchäft” intereſſante
Mit=
teilungen, die ſich mit dem Plan einer Aufteilung des
portugieſiſchen Kolonialbeſitzes zwiſchen Deutſchland und
England beſchäftigen. Es iſt eine feſtgeſtellte, wenn auch
noch nicht bekannt gegebene Tatſache, ſo ſchreibt das Blatt,
daß Deutſchland bei einer etwaigen Veräußerung der
portugieſiſchen Beſitzungen in Weſtafrika ein Vorkaufsrecht
beſitzt ähnlich dem, das uns über die Delagoabay
einge=
räumt iſt. Die Zeit rückt heran, wo Portugal in ſeiner
Finanznot Angola dem Deutſchen Reich zum Kauf
anbie=
ten wird. Wir haben gute Gründe, zu folgender
Feſtſtel=
lung: Unſer Auswärtiges Amt hat unter der Hand darauf
hingewieſen, daß England dieſer deutſchen Erwerbung
gegenüber keine Einwendungen machen würde.
Vermut=
lich hatte auch Sir Edward Grey dieſen Beſitzwechſel
im Sinne, als er ſeinerzeit erklärte, er werde einer
deut=
ſchen Ausbreitung in Afrika keinen Widerſtand
entgegen=
ſetzen.
— Die Zukunftsprobleme der
politi=
ſchen Entwicklung in Deutſchland. In einem
Artikel des Stuttgarter Neuen Tagblatts „Die
National=
liberale Partei und der Ausfall der Reichstagswahlen”
ſchreibt der frühere nationalliberale
Reichstagsabge=
ordnete Dr. Streſemann:
Es gibt viele Wahlkreiſe in Deutſchland, bei denen
man mit mathematiſcher Sicherheit den Zeitunkt voraus
beſtimmen kann, wo ſie dem Liberalismus verloren gehen
und unbeſtrittener Beſitzſtand der Sozialdemokratie
wer=
den. Was nützt alle Aufopferung und
Begeiſterungsfreu=
digkeit, wenn infolge der wachſenden Induſtrialiſierung
einzelner Gegenden, wenn bei der immer einſeitiger wer=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912,
Nummer 19,
denden Entwicklung der gewerkſchaftlichen Bewegung zu
Gunſten der ſogenannten freien, in Wirklichkeit
ſozial=
demokratiſchen Gewerkſchaften jede Möglichkeit ſchwindet,
an den deutſchen Fabrikarbeiter überhaupt noch
heranzu=
kommen? Es iſt heute für den Liberalismus unmöglich,
Wahlkreiſe wie Mannheim, Hamburg und große Teile
Sachſens zurückzugewinnen. Flammt einmal die
natio=
nale Parole durchs Land, wie bei den Septenatswahlen
oder den Blockwahlen, dann ſiegt der Impuls des
Augen=
blicks noch einmal für eine kurze Zeit, dann aber kommt
für die bürgerlichen Parteien die Zeit der Reſignation.
So iſt es in allen ſächſiſchen Kreiſen des Chemnitzer
Be=
zirks geweſen, zu denen auch mein eigener früherer
Wahl=
kreis gehört; ſo iſt es in den beiden Reußiſchen
Wahl=
kreiſen gegangen, und ſo wird es in Zukunft für eine
ganze Zahl gewerblich=induſtrieller Kreiſe weitergehen.
Will der Liberalismus nicht zerrieben werden zwiſchen
den Mühlſteinen der extremen Parteien in Deutſchland,
dann wird er dieſem Problem, das zugleich auch das
Zu=
kunftsproblem der ganzen deutſchen politiſchen
Entwick=
lung iſt, doch noch mehr als bisher ſeine Aufmerkſamkeit
ſchenken müſſen. Die Frage der Förderung einer
natio=
nalen gewerkſchaftlichen Entwicklung — denn der
Orga=
niſationsgedanke beherrſcht heute alles — und die Frage
der Bekämpfung der ſozialdemokratiſchen
Jugenderzieh=
ung gehören in dieſes Kapitel.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die auswärtige Politik. Die Wiener
Abendpoſt ſchreibt: Während der Verhandlungen, die
zwiſchen dem Finanzminiſter und dem unter Führung
des Gouverneurs der Poſtſparkaſſe ſtehenden
Banken=Konſortium über die Emiſſion
ei=
ner Renten=Anleihe und von Schatzſcheinen ſtattfanden,
kam auch die auswärtige Politik und deren mögliche
Rückwirkung auf den Geldmarkt zur Sprache. Der
Fi=
nanzminiſter wies in ſeiner Unterredung mit dem
Gou=
verneur der Poſtſparkaſſe auf die letzten ſehr
beruhigen=
den Erklärungen des Miniſters des Aeußern in. den
Dele=
gationen hin, und bemerkte unter Berufung auf die ihm
von dem Miniſter Grafen von Aehrenthal in dieſer
Rich=
tung ſoeben gemachten Mitteilungen, daß ſeit Erſtattung
jenes Expoſés nichts vorgefallen ſei, was irgend eiren
Grund zu einer mindergünſtigen Beurteilung der
aus=
wärtigen Lage geben könnte.
Rücktritt Aehrenthals. Nach Mitteilungen
von unterrichteter Stelle unterliegt es keinem Zweifel
mehr, daß der Miniſter des Aeußern, Graf Aehrenthal,
krankheitshalber bald aus dem Amte ſcheiden wird. Ein
Ter=
min für ſeinen Rücktritt kann heute noch nicht angegeben
werden. Man weiß jetzt noch nicht einmal, ob es Graf
Aehrenthal möglich ſein wird, in den Ende Februar
ta=
genden Delegationen zu erſcheinen. Die Aerzte haben der
Familie des Grafen dringend nahe gelegt, auf ihn
ein=
zuwirken, damit er die Arbeit ſobald als möglich aufgibt,
Auf keinen Fall erfolgt ſein Rücktritt aus politiſchen
Gründen, denn Graf Aehrenthal genießt das vollſte
Ver=
trauen des Kaiſers, der ſich erſt in den allerletzten Tagen
über den Miniſter in einer für dieſen ſehr ſchmeichelhaften
Weiſe geäußert hat.
Frankreich.
Organiſierung des Marine=
Flug=
weſens. Wie verlautet, hat Marineminiſter Delcaſſé
auf Grund eines von dem Kapitän zur See Daveluy
aus=
gearbeiteten Voranſchlages beſchloſſen, vom Parlament
einen Kredit von einer Million zur Organiſierung des
Marineflugweſens zu verlangen.
Dänemark.
Neue Hafenanlagen in Däniſch=
Weſt=
indien. Finanzminiſter Neergaard brachte im Fol=
keting einen Geſetzentwurf ein, nach dem die Régierung
ermächtigt werden ſolle, einem Konſortium, deſſen
Ehren=
präſidium zu übernehmen Prinz Waldemar ſich bereit
er=
klärte, die Konzeſſion auf Anlegung eines großen
Frei=
hafens und Ausführung umfangreicher Hafen= und
Dock=
anlagen auf St. Thomas in Däniſch=Weſtindien für den
Zeitraum von 99 Jahren zu erteilen. Das erforderliche
Kapital iſt auf 20 Millionen Kronen feſtgeſetzt worden.
Das Konſortium beſteht aus Direktor Anderſen von der
Oſtaſiatiſchen Company, Direktor Cold von der
Vereinig=
ten Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft, Direktor Glückſtadt von
der Däniſchen Landsmannsbank, Landstingsabgeordneten
Großkaufmann Peterſen und Vizeadmiral Richelieu.
England.
Eine Verteidigungsrede Sir Eduard
Greys. Sir Eduard Grey hielt in Sunderland die ſeit
längerer Zeit angekündigte politiſche Rede. Der Miniſter
erklärte: Ich bin in letzter Zeit wiederholt Gegenſtand
zahlreicher politiſcher Angriffe geweſen, ich konnte aber
nicht alle die wider mich erhobenen Beſchuldigungen
widerlegen, da die miniſteriellen Geſchäfte mir dazu keine
Zeit gelaſſen haben. Ich weiß aber, daß man mir
Vor=
würfe wegen der auswärtigen Politik machte. Dieſe
Poli=
tik iſt aber nicht die meinige, ſondern die der Liberalen.
Manche denken, England interveniere nicht hinreichend in
der Mongolei und Zentralaſien. Aber, wenn wir in
die=
ſen Gebieten intervenieren, die von der engliſchen Grenze
ſoweit entfernt ſind, würden uns daraus nur große
Un=
koſten für die Flotte erwachſen und es wäre notwendig,
unſere Ausgaben für die Armee beträchtlich zu erhöhen.
Dies würde eine Politik der Intervention bis aufs
äußerſte bedeuten, welche unſere Freundſchaften auf ein
Minimum beſchränken würden. Eine ſolche Politik würde
uns bald keinen einzigen Freund in Europa laſſen. Es
wäre dies eine ebenſo zweckloſe wie koſtſpielige Politik,
eine Politik, die den Intereſſen der Liberalen Partei und
denjenigen der Nation zuwiderlaufen würde. Sir Eduard
Grey bemerkte dann auf eine Anfrage über
Perſien, Rußland habe Perſien nicht erobert.
Wenn behauptet würde, England müßte die
Un=
abhängigkeit Perſiens garantieren und man von England
ein ſolches Vorgehen erwarten müßte, ſo würde man dem
Lande nur Laſten und Aufgaben auferlegen, welche es
nicht ertragen kann.
Parlaments=Auflöſung. Zu den
Gerüch=
ten über eine mögliche oder gar wahrſcheinliche
Parla=
ments=Auflöſung im Lauf der bevorſtehenden Tagung
verdient die Tatſache verzeichnet zu werden, daß bei
Lloyds ſchon eine ziemliche Anzahl von Verſicherungen
abgeſchloſſen worden iſt, um ſich für dieſe Möglichkeit zu
decken. Wie hoch man die Möglichkeit anſchlägt, geht aus
dem Umſtand hervor, daß 25 Prozent Prämie notiert
wurde.
Türkei.
Die Neuwahlen zum Parlament ſinden
bereits Anfang Februar ſtatt. Die Regierung trifft
um=
faſſende Vorbereitungen, um ſich den Sieg zu verſchaffen.
In der Hauptſtadt Konſtantinopel wird der
Belagerungs=
zuſtand für die Wahlzeit aufgehoben, in den meiſten
Provinzſtädten bleibt er nach Bedarf verhängt.
* Wien, 22. Jan. Das Befinden des
Kai=
ſers iſt wieder normal. Es wird daher mit den
offi=
ziellen feſtlichen Veranſtaltungen demnächſt begonnen
werden. Die erſte, an der der Kaiſer teilnehmen wird,
wird die Tafel am 27. Januar zu Ehren des
Geburts=
tages Kaiſer Wilhelms ſein.
* Haag, 20. Jan. Die Opiumkonferenz nahm
die Schlußbeſtimmungen und das Schlußprotokoll der
Konvention an, die ſodann im Ganzen angenommen
wurde. Sie wird in der definitiven Faſſung in der am
nächſten Montag ſtattfindenden Sitzung feſtgelegt, ſo daß
am Dienstag das Dokument von den bevollmächtigten
Delegierten unterzeichnet werden kann. Die Konferenz iſt
zu einer allgemeinen Verſtändigung und damit zu dem
gewünſchten Ziel gekommen.
* Buenos Aires, 22. Jan. Die
ausſtändi=
gen Eiſenbahner haben beſchloſſen, den Dienſt
auf=
zunehmen, falls das geſamte Perſonal wieder angeſtellt
wird. Die Regierung wird die Eiſenbahngeſellſchaften
erſuchen, ſofort an die Löſung der Frage heranzutreten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 23. Januar.
* Vom Hofe. Am Samstag abend 8 Uhr fand
im Neuen Palais eine Abendgeſellſchaft ſtatt, zu der
40 Einladungen ergangen waren. Nach dem Abendeſſen
wurden von Herrn Scholander und Tochter aus
Stock=
holm einige Lieder zum Vortrag gebracht.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Kaiſerlichen Geheimen Regierungsrat und
Direktor im Kaiſerlichen Geſundheitsamt Dr. Auguſt
Weber in Berlin das Ehrenkreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen.
* Ernannt wurden die Gefangenwärter an der
Zellenſtrafanſtalt Butzbach Karl Buß und Ludwig
Bullmann zu Gefangenaufſehern an dieſer Anſtalt,
beide mit Wirkung vom 7. Februar 1912.
* Zur Ausübung konſulariſcher Verrichtungen im
Großherzogtum iſt der Generalkonſul der Republik
Kuba Calixto Enamorado in Hamburg, dem das
Exequatur des Reichs erteilt wurde, zugelaſſen worden.
* Ordensverleihungen. Anläßlich des preußiſchen
Krönungs= und Ordensfeſtes erhielten u. a. den Roten
Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife: Dr. Buſchmann,
Ober= und Geh. Regierungsrat, Direktor des
Provinzial=
ſchulkollegiums in Mainz; Dr. Michaelis, Präſident
der Eiſenbahndirektion in Mainz; Neuhaus, Oberſt,
Kommandeur des 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regts. Nr. 168;
den Roten Adlerorden 4. Kl.: v. Schmelzinger und
Wernſtein, Rttmeiſter im Garde=Drag.=Regt. Nr. 23;
Schrader, Baurat in Mainz; den Kronenorden
3 Kl: Mootz Oberſtleutnant z D. in Darmſtadt.
Ferner erhielten: den Roten Adlerorden erſter Klaſſe
mit Eichenlaub: General der Kavallerie Graf von
Schlieffen, Gouverneur von Mainz; den Roten
Adlerorden vierter Klaſſe: Rittmeiſter Ritter von
Po=
ſchinger, Adjutant des Generalkommandos des 18.
Armeekorps; Hauptmann Wangemann, im 2. Großh.
Heſſ. Feldartillerie=Regiment Nr. 61; Zeughauptmann
Beyer, beim Artillerie=Depot in Mainz;
Feuerwerks=
hauptmann Drüſedau, beim Artillerie= Depot in
Mainz; die Oberſtabsärzte Dr. Stahn Regimentsarzt
des Infanterie=Regiments Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.)
Nr. 118, und Dr. Blecher, Regimentsarzt des
Leib=
garde=Infanterie=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115;
den Königlichen Kronen=Orden dritter Klaſſe: die
Oberſt=
leutnants Heuer, beim Stabe des Infanterie=
Regi=
ments Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, und
Hotzel, zugeteilt der Fortfikation in Mainz; das
All=
gemeine Ehrenzeichen: Garde=Sergeant Hahn in der
Großh. Heſſ. Garde=Unteroffizier=Komp., Muſikmeiſter
Stabstrompeter Mittelſtädt im Garde=Dragoner=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, Garde=Sergeant
Brüchmann in der Großh. Heſſ. Garde=Unteroffizier=
Kompagnie, Wachtmeiſter Schwendtner im 2.
Groß=
herzogl. Feldartillerie=Regiment Nr. 61, Lazarett=
Unter=
inſpektor Weide, beim Garniſon=Lazarett Gießen,
zu=
geteilt dem Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm 2.
Großh. Heſſ.) Nr. 116, die Unter=Zahlmeiſter Stein im
Großh. Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=
Regiment Nr. 25, Schoeler im Großh. Heſſ. Train=
Bataillon Nr. 18, und Witting im Infanterie=
Regi=
ment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116.
* Militärdienſtnachrichten. Generalleutnant Frhr.
v. d. Goltz (früher Adjutant der 25. Diviſion),
Kom=
mandeur der 30. Diviſion in Straßburg i. Elſ., in
Geneh=
migung ſeines Abſchiedsgeſuches mit der geſetzlichen Pen=
Ernſt Hardts Gudrun.
Zur Einführung von Dr. Walter Georgi.‟)
Ernſt Hardt liebt es, Frauengeſtalten der ritterlichen
Minnedichtung nach dem Empfindungsleben des modernen
Dichters auszubauen und pſychologiſch zu vertiefen. Die
dichteriſche Geſtaltungskraft löſt ſie innerlich von der
Denkungswelt der alten Sagenſtoffe los und erhöht ſie
zu Trägern von ſublimen Problemen unſerer Zeit. Im
„Tantris” ſucht die verfeinerte kultivierte Seele Iſoldens
mit ergreifender Sehnſucht nach der Reinheit des
zurück=
gekehrten Geliebten, ſie ringt um die grenzenloſe höchſte
Einheit zwiſchen Mann und Weib. Ihre überſteigerten
Forderungen führen zu Schuld und Tragik. Hardt mußte
es reizen, eine Geſtalt zu ſchaffen, die verwandte
Forder=
ungen dem eigenen Ich ſtellt, die der Einheit einer aus
Stolz gebauten Perſönlichkeit ſich ſelbſt und andere opfert.
Es entſtand Gudrun, die Heldin in des Dichters neueſter
Tragödie.
Das neue Bühnenwerk Hardts lehnt ſich im Aufbau
der Handlung im großen und ganzen an die äußeren
Ge=
ſchehniſſe des alten Gudrunliedes. Das Drama ſetzt bei
der Vermählung Gudruns mit Herwig, dem Dänenkönig,
ein. Der Raub Gudruns durch den Normannenherzog
Hartmut und die demütigende Behandlung der gegen
ihren Willen Entführten am Hofe Gerlinds halten ſich
ebenfalls eng an den überlieferten Stoff, während den
inneren Vorgängen in der Liebe Gudruns zu Hartmut
neue dichteriſche Elemente zugeführt wurden. Dagegen
konnte der Dichter das in eitel Freude und Hochzeitstaumel
ausklingende Ende des Gudrunliedes nicht verwerten.
Er bog die Geſchehniſſe nach ſeinem Willen um, nicht zum
Nachteil der Dichtung, die in die Epik des Gudrunliedes
durch Neuerfindung dramatiſche Werte einfügen mußte.
Die Hand der beleidigten Gerlind gibt Gudrun den Tod.
Außerdem verlangt die folgerichtige Entwickelung von
Gudruns Charakter, wie er in der Vorſtellung Hardts
lebt, mit zwingender Notwendigkeit den tragiſchen
Aus=
gang der Dichtung. Hardts belebende Kraft formte aus
der dem angetrauten Gatten in Treue harrenden Geſtalt
mit den mädchenhaften Zügen das königliche Weib, deſſen
Stolz über die Stimme des eigenen Blutes triumphiert.
*) Erſtaufführung am Hoftheater in Darmſtadt am
Donnerstag, 25. Januar.
In dem Glauben an ſich ſelbſt, in dem Stolz auf ſich ſelbſt
nähert ſie ſich Nietzſches Ideal vom Herrenmenſchentum.
Ihre Welt ſteht erhaben, in ſich geſchloſſen, wie „ein
ſchmal=
getürmter, weißer Fels im Meer” die echte Tochter
nor=
diſchen Landes, die die kleinen Welten ihrer Mitmenſchen
nur an der eigenen mißt.
Hardt ſchuf in Gudrun den Charakter des Weibes, das
ſich allein die Treue wahrt, das allen Stolz in die
unge=
bändigte Freiheit ihrer fürſtlichen Natur ſetzt. Nichts
vermag ſie zu beugen. Ihre Schenkel ſind nicht zum
Knien gebaut. Nur vor Wate, dem Urvater ihres eigenen
Geſchlechts, dem reckenhaften Symbol ihres eigenen Selbſt,
ſinkt ſie erſchauernd in die Knie. Obwohl ſie Hartmut,
den Normannenkönig, liebt, fordert ihr Blut umſonſt ſeine
heiligſten Rechte. Ihre Natur verſchenkt ſich nur ohne
Zwang, Darum verſchließt ſie ſich Hartmut, der ſie wider
ihren Willen in ſein Land entführt. Selbſt dem Geliebten
gegenüber will ſie nicht „Rauch im Winde ſein” Keine
Erniedrigung, die Gerlind gegen ſie erſinnt, bewegt ſie zur
Aufgabe ihrer Perſönlichkeit. Sie trägt im Magdgewand
noch ihren königlichen Stolz:
„Wähnſt Du, mir wüchs der Purpur äußerlich
Und wär’ von totem Golde nur gekrönt?”
Hart wie Fels erſcheint ſie in ihrer Hoheit, den ganzen
Jammer ihrer Seele verbergend. Das Weib ihrer Raſſe
zwingt Leid und Freud in die unerbittlich feſten Linien
des Stolzes:
„Weißt Du vom Blut, wie es
In Steinen geht! Was höhnſt Du mich! Mag ſein,
Daß Blut in Steinen kocht und glüht, und bleibt
Doch kalt und ſtarr ihr Angeſicht. Und niemand
Kann leſen, ob der Stein ſich freut im Herzen,
Ob es ihm ſchwer von Tränen geht, Frau Gerlind.”
Der Tod ſtiftet Frieden in dieſen Kämpfen zwiſchen
maßloſer Größe und den natürlichen Forderungen des
Weibes. Vor ſeinem Angeſicht erſchlafft der Widerſtreit
in ihrer Bruſt und jubelnd ſtimmt ſie, von jedem
demüti=
gendem Zwang befreit, in die Sprache ihres Blutes ein
mit dem Bekenntnis ihrer Liebe zu Hartmut, Gerlinds
Sohn:
„O meine Mutter Gerlind Du! Durchſtachſt
Du tief den Stein und ſpringt Dir nun das Blut
So jubelnd rot entgegen ob der Tat,
Daß Deine blinden Augen blinder werden,
Du blinde Frau? Nun ſchau= aufs Blut und lerne
Nach wem es rief!”
Allein der Tod bezwingt ihren ſtolzen Sinn.
Durch die geſchickte Gegenüberſtellung der Geſtalt
Ger=
linds gewinnt der Charakter der Gudrun an Plaſtik. Auch
ſie iſt aus gleichem Holz geſchnitzt wie Gudrun, doch jeder
Schimmer ihres Stolzes ruht auf Hartmut, ihrem „
gol=
denen Sohn” Für ihn kämpft ſie mit allen Mitteln
weib=
licher Stärke, Liſt und Grauſamkeit. Als Gudrun die
Werbungen ſeiner Liebe zurückweiſt, fühlt ſie, die Mutter,
ſich in ihrem eigenen Blute beleidigt. Ihr Haß gegen
Gudrun, die ſie mit dem Verſtändnis der Gleichgearteten
achtet, entſpringt der gleichen maßloſen Steigerung
in=
nerer Würde, die Gudrun zu einſamer Höhe treibt. Doch
was Weibesliebe nicht vermochte, iſt Mutterliebe im
Stande zu vollbringen. Der Bann zerbricht, als Hartmut
von den zur Befreiung Gudruns herbeigeeilten Hegelingen
und Dänen bedrängt an Leib und Leben in Gefahr gerät.
Da wirft Frau Gerlind den Stolz „wie Kleider vom
Leibe” und fleht vor der Verhaßten auf den Knien um
das Leben ihres Sohnes. Sie fühlt nur noch als Weib
und Mutter. Erſt das erwachende Bewußtſein ihrer
Er=
niedrigung reißt ſie empor und drückt ihr die Waffe gegen
Gudrun in die Hand.
Zwiefachen Kampf kämpfen beide Frauen. Adeliger
Stolz ſtemmt ſich gegen adeligen Stolz. In der Bruſt
beider tobt der Streit zwiſchen Stolz und Blut, Blut und
Stolz. Beide gehen daran zu Grunde. Wahrlich ein
er=
ſchütterndes Ringen gewaltiger königlicher Naturen.
Schuld und Tragik entwachſen der einſeitigen
Verſtiegen=
heit heroiſcher Charaktereigenſchaften.
Die Gudruntragödie iſt das vollendete Werk einer echt
dichteriſchen Kraft. Faſt will es ſcheinen, als ob ſie einige
Vorzüge vor „Tantris” aufweiſt, vor allem in der
Klar=
heit des Konfliktes. Einige äußerliche Mängel und
Schwä=
chen, die unter Umſtänden den ungeſtörten Genuß der in
Szene geſetzten Dichtung beeinträchtigen könnten, wird
eine geſchickte Regie leicht zu überwinden wiſſen. Die
Darſtellung findet in den ſprachlichen Schönheiten der
Dichtung wertvolle Unterſtützung. Stil und Sprache
er=
innern an die ſtrengen vereinfachten Linien altnordiſcher
Gobelins. Sie entbehren weder des grotesken Bildwerks
dieſer, noch deren ſinnvoller Symbolik. Stil, Sprache und
Stoff ſind harmoniſch aufeinander abgeſtimmt. Daran
erkennt man den wirkenden Geiſt eines echten Dichters.
Nummer 19.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912.
Seite 3.
ſion zur Dispoſition geſtellt. — Rittmeiſter z. D. Schultze
w. Langsdorff (früher im Train=Bataillon Nr. 18),
Be=
zirksoffizier beim Landwehrbezirk Mülhauſen i. Elſ.,
kom=
anandiert zur Dienſtleiſtung beim Bezirkskommando Mül=
Heim (Ruhr), zu dieſem verſetzt. — Rittmeiſter z. D. von
Heyne (gleichfalls früher im Train=Bataillon Nr. 18), Be=
Zirksoffizier beim Landwehrbezirk Landsberg (Warthe),
un gleicher Eigenſchaft zum Landwehrbezirk Deutſch=Krone
werſetzt.
* Die Verkehrs=Einnahmen aus dem Perſonen= und
Güterverkehr betrugen nach vorläufiger Feſtſtellung 1. für
wie Eiſenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und
Mainz: a) im Monat November 1911 11067000 Mark
woder gegen das Vorjahr mehr 503000 Mark — 4,76
Pro=
ßent, b) in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres
99 730000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 4 246000
Mark — 4,45 Prozent; 2. für die Preußiſch=Heſſiſche Eiſen=
Bahngemeinſchaft: a) im Monat November 1911
182073000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 16 763000
Mark — 10,14 Prozent, b) in der Zeit vom Beginn des
Rechnungsjahres 1 487959000 Mark oder gegen das
Vor=
jjahr mehr 102379000 Mark — 7,39 Prozent.
-g. Strafkammer. Der Gerichtsaſſeſſor Ernſt
Gün=
ther, der am Amtsgericht Pfeddersheim als Amtsrichter
Fungierte, wurde im Sommer 1910 durch einen Boten
des Notars Dr. Gärtner gebeten, für die beſchleunigte
Abwickelung einer Vormundſchaftsſache beſorgt zu ſein.
Daraufhin ließ Günther ebenfalls durch einen Boten
Wärtner erſuchen, zwecks ſchnellerer Abwickelung dieſer
Sache ihn auf dem Gericht aufzuſuchen. Daraufhin ſchrieb
Wärtner an Günther, daß er es als eine verſuchte
Beein=
fluſſung anſehen müßte, wenn er den Richter auſſuchen
twürde. Dieſes Schreiben faßte Güntyer dahin auf,
Gärtner wolle ihm den Vorwurf der Beeinfluſſung
ſeiner=
ſſeits machen, er ſchickte zu Gärtner den Referendar Kaiſer
rmit dem Erſuchen, ſein Ehrenwort zu geben, daß er dieſen
Worwurf zurücknehme. Gärtner lehnte das Ehrenwort
gab, worauf er von Günther eine Säbelforderung erhielt,
idie abgelehnt wurde, da Gärtner als Mitglied einer
ka=
ttholiſchen Verbindung Duellgegner war und er ſah ſich
gauch nicht veranlaßt, darauf einzugehen, da die
Differen=
zzen dienſtlicher Art waren. Er reichte eine
Beſchwerde=
iſchrift an das Miniſterium ein, in der er auch die
Heraus=
fforderung zum Zweikampf erwähnte. Für dieſe Anzeige
gerhielt Gärtner in ſeiner Eigenſchaft als Angehöriger
Ides Offiziersſtandes einen ſtrengen Verweis, der jedoch
fſpäter ar höchſter Stelle wieder aufgehoben wurde.
Ge=
rrichtsaſſeſſor Günther ſtellte nun beim Ehrengericht den
fſchriftlichen Antrag auf Disqualifikation des Notars
Gärtner. In dem Antrage bezeichnete er Gärtner als
„gewöhnlichen Denunzianten” der durch ſeine Denun=
;ziation jedes Anrecht verloren habe, als Ehrenmann
be=
zzeichnet zu werden. Gärtner ſtellte wegen dieſer
belei=
idigenden Stellen Strafantrag wegen Beleidigung. Dem
Antrage wurde ſtattgegeben und das Verfahren gegen
Günther vor der Strafkammer Mainz eröffnet. Gärtner
twurde auch als Nebenkläger zugelaſſen. Die Strafkammer
Mainz kam zu einer Freiſprechung des
Ange=
iklagten Günther, in dem ſie ihm den Schutz des § 193
(Wahrnehmung berechtigter Intereſſen) zubilligte. Er
hätte mit dieſen Ausdrücken nur ſeinen Antrag
begrün=
den wollen. Gegen dieſes Urteil wurde Reviſion
verfolgt und das Reichsgericht hob das Urteil der
Strafkammer Mainz auf und verwies die Sache zur
noch=
maligen Verhandlung an das Landgericht Darmſtadt.
Es ſei zu unterſuchen, ob der Angeklagte nicht über das
erlaubte Maß des Ausdrucks fahrläſſig hinausgegangen
ſei und ob er nicht durch das beſondere Unterſtreichen der
betreffenden Stellen nicht mehr als nötig hervorgehoben
habe. — Gärtner iſt ſpäter mit ſchlichtem Abſchied aus
dem Offiziersſtande entlaſſen worden, was er darauf
zu=
rückführt, daß er Duellgegner ſei. — Nach einer etwa
vierſtündigen Verhandlung vor der hieſigen Strafkammer
wurde nach den Plädoyers die Urteilsverkündigung auf
nächſten Montag vertagt.
C. Die Großherzogliche Hofbibliothek hat kürzlich
einen überaus wertvollen Zuwachs erhalten. Zum
Preiſe von 2400 Mark (exkl. Einband) wurde ein
Exem=
plar des berühmten Breviarium Grimani erworben, die
Vervielfältigung einer Handſchrift, die mit Miniaturen
lherporragender niederländiſcher Künſtler vom Ende des
15. Jahrhunderts ausgeſtattet iſt. Die Handſchrift, deren
Vervielfältigung der renommierte Verlag Karl W.
Hierſemann in Leipzig unternommen hat, ſtammt vom
Kardinal Domenico Grimani (1460—1523) und beſindet
ſich in der Bibliothek von San Marco in Venedig.
Her=
ausgeber dieſes Wunders der Miniaturmalerei ſind die
Direktoren de Vries von der Univerſitätsbibliothek in
Leiden und Morpurgo von der Bibliothek von San
Marco in Venedig. Das fünfbändige Werk iſt zurzeit im
Leſeſaale aufgeſtellt.
* 100jähriges Regimentsfeſt des Infanterie
Rcaiments Kaiſer Wilhelm Nr. 116 in Gießen. Am
Sonntag nachmittag fand hierſelbſt eine aus Darmſtadt
und Umgegend gut beſuchte Verſammlung ehemaliger
116er ſtatt. Dieſe wurde mit einem begeiſtert
aufgenom=
menen Hoch auf den Regimentschef, Se. Majeſtät den
Kaiſer, eröffnet. Das vom Regiment aufgeſtellte
Feſt=
programm fand nach Beratung allſeitige Zuſtimmung.
Das Feſt findet Anfang Juni 1913 ſtatt. Um allen
ehe=
maligen 116ern eine geordnete und bequeme Teilnahme
an dem Feſte zu ermöglichen, empfiehlt es ſich dringend,
der beſtehenden Vereinigung ehemaliger 116er für
Darm=
ſtadt und Umgegend beizutreten. Anmeldungen nehmen
die Herren V. Köhler in Darmſtadt, Lichtenbergſtr. 25,
und E. Götz daſelbſt, Schwanenſtr, 39, entgegen.
Die 13. Verſammlung des Verbandes
evangeliſch=
kirchlicher Frauenvereine im Großherzogtum Heſſen fand,
in Darmſtadt im Wartburgſaale ſtatt. Nach Erledigung
des geſchäftlichen Teiles hielt die amtliche
Wohnungs=
inſpektorin des Kreiſes Worms, Fräulein Dr. phil.
Kröhne, einen Vortrag über „Wohnungsfürſorge und
Wohnungspflege‟. In überaus klarer, überſichtlicher,
von Verſtändnis und warmem Empfinden getragener
Weiſe gab die Rednerin ein Bild von der
Notwendig=
keit der Wohnungsfürſorge im allgemeinen und von der
Ausſicht auf ſegensreichen Erfolg der Wirkſamkeit der
Frauen auf dieſem Gebiete. Die Aufgaben, die damit
der Frau geſtellt werden, ſind wichtige und
weit=
umfaſſende, denn die Wohnungsfürſorge ſoll die
Grund=
lage der geſamten öffentlichen Wohnungspflege werden.
Eine genaue Kenntnis der Verhältniſſe iſt unbedingt
er=
forderlich. Das Vorgehen kann nur ein vorſichtiges und
allmähliches ſein, und es wird ſich in erſter Linie ſtets
mehr um wohlwollende Belehrung und Beratung, als
um polizeiliche Maßnahmen handeln. Dabei iſt
verſtänd=
nisvoll zu ſcheiden zwiſchen böſem Willen und
körper=
licher, ſittlicher oder wirtſchaftlicher Unfähigkeit. Die
Tätigkeit der Wohnungspflegerin muß eine amtliche
ſein, da der ehrenamtlichen oft die Autorität fehlt zu
erfolgreichem Eingreifen. Es ſollte jedoch jede Frau, auf
welchem Gebiete der Wohlfahrtspflege ſie auch mitwirkt,
in amtlicher oder außeramtlicher Tätigkeit, ſich Auge und
Herz offen halten für geſundheitsſchädliche Wohnungen
und unwürdige Wohnungsſitten, und an ihrem Teile
mitwirken, daß das Haus auf dem Lande und in der
Stadt das werde, was es ſein ſoll: ein Heim für die
Fa=
milie. Ungeteilte Aufmerkſamkeit während des
Vor=
trages und anerkennende Worte von vielen Seiten beim
Schluſſe gaben Zeugnis von dem tiefen Eindruck, den
die warmherzigen Ausführungen auf die Zuhörer
ge=
macht haben.
* Die Deutſche Kolonialgeſellſchaft, Abtellung
Darm=
ſtadt, veranſtaltet dieſen Donnerstag, den 25. I. M.,
abends, wieder einen öffentlichen Vortrag. Und
zwar wird Herr Dr. med. W. Vix, Spezial=Arzt, dahier,
über ſeine Forſchungsreiſen in den Ländern zwiſchen den
großen Seen im Nordweſten von Deutſch=Oſtafrika in
1910 und 1911 ſprechen. Herr Dr. Vix hatte ſich ſchon
als Arzt auf Lloyd=Dampfern die Welt angeſehen,
be=
ſonders die Südſee, als er im Sommer 1910 ſich der von
Breslau ausgegangenen akademiſchen Studienreiſe nach
jenen noch wenig erforſchten Gebieten unſerer Kolonie
Oſtafrika anſchloß. Die Expedition war geleitet von
einem Zoologen und einem Botaniker der Univerſität
Die Hauptaufgabe für Dr. Vix — außer ſeinen
Funktio=
nen als Arzt der Expedition — war das Studium der
die genannten Gegenden verheerenden ſogen.
Schlaf=
krankheit, wozu noch der bekannte Erforſcher derſelben,
Profeſſor Dr. Robert Koch, ihm Informationen
mitge=
geben hatte. Außerdem befaßte er ſich mit ethnologiſchen
Studien. Die Reiſe ging über den faſt bis zur Spitze
be=
ſtiegenen Kilimandſcharo, den Viktoria=Nyanza nach
Ruanda, den Tanganjika und ins belgiſche
Kongo=
gebiet, in das dortige Vulkangebirge, von dem Geologe
Kirſchſtein in ſeinem Vortrag im Dezember 1910 ſo
inter=
eſſant berichtete, und nahm faſt ein Jahr in Anſpruch.
Mit reichen wiſſenſchaftlichen Ergebniſſen kehrte Herr Dr.
Vix wieder in ſeine Heimat hierher zurück. Seine dort
aufgenommenen Lichtbilder wird er vorführen. Bei
dem allgemeinen Intereſſe, das der Vortrag erweckt, hat
ſich die Kreisgruppe Darmſtadt des Deutſchen Flotten=
vereins an ihm zu beteiligen beſchloſſen. Im übrigen
ſiehe die in gegenwärtiger Nummer erſcheinende
An=
zeige. — Hierbei bemerkt man, daß nach neueren
Satz=
ungsbeſtimmungen der jetzt über 40000 Mitglieder
zäh=
lenden Deutſchen Kolonialgeſellſchaft jüngere Perſonen
zum halben ordentlichen Jahresbeitrag als
außerordent=
liche Mitglieder aufgenommen werden, welche die
wöchentliche illuſtrierte Kolonialzeitung erhalten und
freien Eintritt zu den Vorträgen haben. Hoffentlich
wird auch hier von dieſer neuen Einrichtung reger
Ge=
brauch gemacht.
* Die Kriegerkameradſchaft „Germania” feierte am
Samstag im Saale „Zur Ludwigshalle” den Geburtstag
Sr. Majeſtät des deutſchen Kaiſers. Die Feier war ſehr
gut beſucht. Nachdem der von Frl. Büttner geſprochene
Prolog beendet war, begrüßte der erſte Vorſitzende,
Ka=
merad Ganßmann, die Erſchienenen und brachte das
Hoch auf Se. Majeſtät aus, in welches alle Anweſenden
begeiſtert einſtimmten. Die verſchiedenen Geſangs= und
komiſchen Vorträge ernteten reichen Beifall. Das zum
Schluſſe des Programms aufgeführte Theaterſtück „2 II
oder der Zukunftskrieg” wurde von den einzelnen
Dar=
ſtellern aufs vorzüglichſte geſpielt und wurde denſelben
lebhafter Applaus. Ein flotter Tanz hielt die
Teilneh=
mer bis zur frühen Morgenſtunde beiſammen.
* Antiſpiritiſtiſche Wohltätigkeits=Vorſtellung. Man
ſchreibt uns: Wie ſchon mitgeteilt, findet heute,
Dienk=
tag, den 23. d. M., abends, im großen Saale des
Städti=
ſchen Saalbaues zum Beſten der Kaſſe des Heſſiſchen
Fechtvereins Waiſenſchutz ein großer Wohltätigkeitsabend
unter Mitwirkung des k. und k. Antiſpiriſtiſtenpaares
Frau Ida Lané=Ney und Herrn Richard Lané ſtatt.
Das berühmte Künſtlervaar wird dasſelbe
hochinter=
eſſante Programm und noch einige neue Experimente
vorführen, welches am letzten Freitag vor dem
Groß=
herzogspaar, ſowie zahlreichen anderen hohen Gäſten
vorgeführt wurde. Der Verein Waiſenſchutz hat Se.
Königl. Hoheit den Großherzog nebſt Gemahlin, ſowie
andere hohe Herrſchaften zu der Veranſtaltung
einge=
laden, und es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß dieſelben die
Veranſtaltung mit ihrem hohen Beſuche beehren werden.
Man kann mit großer Spannung der Veranſtaltung
ent=
gegenſehen.
nn. Turngeſellſchaft Darmſtadt. In ihrem
Turn=
hauſe in der Dieburgerſtraße hielt am Samstag abend
die Turngeſellſchaft Darmſtadt ihre diesjährige
Haupt=
verſammlung ab, die ſehr gut beſucht war. Nach
einem von der Turnerſingmannſchaft geſungenen
Eröff=
nungschor begrüßte der 1. Sprecher Stichel die
Ver=
ſammlung und widmete den verſtorbenen Mitaliedern
Philipp Götz und Jakob Schaf einen ehrenden Nachruf
und ehrte deren Andenken durch Erheben von den Sitzen.
Nach dem Kaſſenbericht betrugen die
Jahresein=
nahmen 2046 Mk. 64 Pfg., die Ausgaben
1993 Mk. 38 Pf. Das Reinvermögen der
Turn=
geſellſchaft beträgt rund 12000 Mk. Nach dem Bericht
des Rechnungsprüfers wurde dem Säckelwart Entlaſtung
erteilt. Nach dem Turnbericht turnten an 98
Turn=
abenben 3115 Turner, durchſchnittlich an jedem
Turn=
abend 31,7. Die Turnerangelegenheiten wurden in 17
Vorturnerſitzungen und Mannſchaftsverſammlungen
er=
ledigt. Die Gründung einer Fauſtball= und einer
Altersriege hat ſtattgefunden und die Errichtung einer
beſondern Darmenturnabteilung und einer
Schülerab=
teilung wird demnächſt erfolgen. Bei den verſchiedenen
Wetturnen im Mittelrheinkreis hat die Turnmannſchaft
ſchöne Erfolge errungen. Aus den Berichten der einzelnen
Vereinsorgane konnte ein flotter Turn= und
Vereins=
betrieb konſtatiert werden. Die Pflanzung einer Jahn=
Eiche zur Erinnerung an den 100 jährigen Geburtstag
unſeres Turnvaters Jahn ſoll im Herbſt 1912 auf dem
Woogsplatz ſtattfinden Bei der Vorſtandswahl
wurden beide Sprecher durch Zuruf wiedergewählt. An
Stelle des ausgeſchiedenen Säckelwarts Fiſcher wurde
Karl Müller ernannt. Bei den übrigen Aemtern
vurden die ſeitherigen Inhaber faſt alle wiedergewählt.
nn. Der Marine=Verekn Darmſtadt hielt im
Sonn=
tag im feſtlich geſchmückten Mathildenhöhſaal die
Ge=
burtagsfeier Sr. Maj. des Kaiſers ab, zu
der die Kameraden mit ihren Familien ſehr zahlreich
erſchienen waren. Als Ehrengäſte waren anweſend Herr
Admiral a. D. Weſtphal, viele Marineoffiziere und
Abordnungen von Militär= und Kriegervereinen. Nach
einem flotten Eröfnungsmarſch begrüßte der
Vereins=
vorſitzende Schnellbacher die Feſtverſammlung und
gedachte mit zündenden Worten des Kaiſers und deſſen
Fürſorge für Heer und Marine. Sein dreifaches Hurra
galt unſerem verehrten Kaiſer und unſerem Landes=
Vorträge.
* Im Mittelrheiniſchen Architekten= und
Ingenieur=Verein hielt geſtern abend Herr Ober=
Ingenieur Karl Morgenſtern aus Stuttgart einen
Vortrag über neue Kaminſyſteme. Der Vortrag
war durch eine große Zahl von Lichtbildern, viele
Plan=
zeichnungen, Modelle und Muſterſtücke reichlich belegt und
begann mit der Darlegung der in vielen Bauordnungen
feſt=
gelegten Kaminbauregeln, die in den einzelnen Baugebieten
grundverſchieden ſind und gar keinen wiſſenſchaftlichen
Boden erſehen laſſen. Neuerungen auf dieſem Gebiete
ein=
zuführen, war durch die geſetzlichen oder Verordnungs=
Be=
ſtimmungen nicht gut möglich und beſonders im
Haus=
kaminbau iſt es gerade das Geſetz, welches den Fortſchritt
hindert, ſodaß heute noch patriarchaliſche Zuſtände im
Woh=
nungskaminbau herrſchen, deren Beſeitigung erſt durch
Bau=
ordnungs=Aenderungen möglich ſein wird.
Der Redner ging ſodann auf neue Kaminbauſteine und
neue Kaminbaumaterialien über, auch ſolche, welche zuerſt
im Dampfkaminbau angewendet wurden, beſpricht neuere
Dampfkaminbauten aus Amerika, von Wagner, Herrmann,
Schröder, Heſſe, um ſodann neue Hauskaminſyſteme und die
patentierten Schofer=Verbund=Rauch= und Lüftungskamine zu
beſprechen, welche ſowohl durch ein neues Material und eine
neue Bauart viele Vorteile haben und allſeitige Beachtung
verdienen. Das neue Syſtem beſteht im Material aus
Ziegelkleingeſchläg und Portlandzement, wird in
Miſch=
maſchinen gut gemiſcht, in eiſerne Formen eingefüllt, mit
Eiſeneinlagen armiert und auf Rüttelmaſchinen derart
dicht=
geſetzt, daß es die Nachteile des jetzigen Hauskaminbaues,
rauhe Innenflächen, Undichtheiten und langſamen Aufbau
nicht mehr hat, ſondern es beſteht aus langen Schäften,
die aufeinandergeſetzt werden, feuerſicher, dicht und glatt
ſind, eine weit größere Feſtigkeit als Mauerwerk beſitzen
und als fugenlos betrachtet werden können, weil die wenigen
Fugen weder nach innen noch außen durchgehen. Die
Kon=
ſtruktion beſteht darin, daß ein innerer Kanal zur Führung
des Rauches benützt wird, während um dieſen Iſolier= und
Luftkammern angeordnet ſind, welche zur Iſolierung der
Rauchſchlote und gleichzeitig zur koſtenloſen Entlüftung von
Zimmern, Küchen, fenſterloſen Korridoren, Aborten,
Waſch=
küchen, Ställen, Heizräumen bei Zentralheizungen und zur
Abführung der Gaſe von Gasöfen uſw. benützt werden
und ſo in ſehr beachtenswerter Weiſe zur Hebung der
Feuer=
ſicherheit und der geſundheitlichen Zuſtände unſerer
Woh=
nungen dienen können. Der Redner führte verſchiedene
Beſtrebungen, Rauchabführung und Lüftung zu verbinden,
Lüftungs=Einrichtungen nach Schoferſyſtem und mit
mecha=
niſchen Mitteln, vor. Die durch das Material und die
Bau=
weiſe erzielte Dichte und die glatten Innenwände dieſer
Kamine laſſen weit kleinere Querſchnitte zu, als bisher
angewendet werden, oder Einleitungen von mehr Oefen
als in ein gleich großes gemauertes Kamin, denn dieſe
Kamine ziehen beſſer als gemauerte Kamine, ſie ſind auch
leichter als letztere, erſparen Platz und belaſten die
Bau=
werke weniger. Zahlreiche Lichtbilder über Konſtruktion,
Platzbedarf, Anwendungen uſw. beſtätigten dieſe
Behaup=
tungen.
Der Referent wußte die Vorteile dieſer Kamine
her=
vorzuheben und zu belegen und zeigte ſchließlich an einer
Reihe von Städten und Bauwerksbildern, wie der jetzt
übliche Kaminbau mit den zur Verbeſſerung ſchlechter
Ka=
mine gebräuchlichen Hilfsmitteln (Kaminaufſätzen,
Erhöh=
ungen uſw.) ſehr ſtörend auf die ganze Architektur eines
Gebäudes einwirkt.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Aus Mainz wird
uns geſchrieben: Die Erſtaufführung der „Fünf
Frank=
furter” Luſtſpiel in 3 Akten von Karl Rößler, erfolgte
Sonntag abend im Mainzer Stadttheater bei nahezu
aus=
erkauftem Hauſe. Hofrat Behrend hatte das Luſtſpiel, das
bei ſeiner Uraufführung in Berlin großen Erfolg hatte
ſelbſt in Szene geſetzt und ſtilechte Bilder der
nachnapoleoni=
ſchen Zeit geſchaffen. Das Stück hatte während der erſten
beiden Akte, die wenig belebt ſind und eine rechte
Steiger=
ung vermiſſen laſſen, keine beſondere Erwärmung im
Ge=
folge. Erſt der dritte Akt brachte herzlichen Beifall, ohne
daß es zu beſonderen Ovationen für die vorzügliche
Auf=
führung gekommen wäre. Immerhin war das Reſultat
der Novität recht erfreulich, ſodaß das mit gutem Humor
und behaglicher Lebensweisheit durchſetzte Luſtſpiel ſich
längere Zeit behaupten wird.
Kammerſänger Hermann Winkelmann 1.
Am Samstag iſt in Wien der hervorragende Wagnerſänger,
der ehemalige Heldentenor der Wiener Hofoper, Hermann
Winkelmann, geſtorben. Der Künſtler hat ein Alter von
63 Jahren erreicht. Winkelmann kam in der Saiſon
1876—77 als junger Sänger vom Altenburger Hoftheater
an das Hoftheater in Darmſtadt, wo er alle durch ſeine
ſchöne Tenorſtimme entzückte. Von hier ging er ſchon im
folgenden Jahre nach Leipzig und von dort nach
Ham=
burg, wohin ihn Pollini engagierte. Später ging er an
die Wiener Hofoper. Im Jahre 1889 hat er in Darmſtadt
nochmals gaſtiert. Winkelmann war der erſte Parſifal in
Bayreuth.
Das Ende des Frankfurter
Komödien=
hauſes. Die Peſſimiſten, die bei der Wiedereröffnung
der Zeilbühne an dem Zuſatz „Neues” Anſtoß genommen
haben und ein bitteres Ende vorausſagten, haben leider
Recht behalten. Am Sonntag abend brachte eine recht ſtatt
liche Beſucherzahl, unter der man viele Anhänger und
Freunde des Unternehmens bemerkte, das Theater an der
Konſtabler Wache zu Grabe. Es war — ſo ſchreiben die
Frankf. Nachrichten — kein prunkvolles, aber würdiges
Leichenbegängnis, das man dem vom Mißgeſchick ſtark
heim=
geſuchten Theaterchen bereitete. Als Schlußvorſtellung gab
man die letzte Premiere Paul Bourgets „Tribun” und es
war ein eigenartiges Zuſammentreffen, daß das Ende des
Komödienhauſes ein Schauſpiel begleitete, in dem der Held
mit ſeinen Idealen infolge widrigen Geſchickes Schiffbruch
erleidet. Vor Beginn der Vorſtellung hielt Herr Waldmann
im Namen des Enſembles eine kurze Anſprache, worin er
ſeinem Bedauern Ausdruck verlieh, daß es der Direktior
nicht gelungen ſei, neue Gelder für das Unternehmen
flüſſig zu machen. Deshalb ſehe ſich die Leitung
gezwun=
gen, die Pforten des Muſentempels bis auf weiteres zu
ſchließen, in der Hoffnung, daß es den vereinten Bemüh
ungen gelingen werde, neue Kapitalien zu erhalten und ſo
eine Weiterführung zu ermöglichen. Zum Schluſſe dankte
er dem Publikum für ſein Vertrauen. Der Beifall nach
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912.
Nummer 19.
herrn, in das die Feſtverſammlung begeiſtert
ein=
ſtimmte. Einem von dem Ehrenmitglied Fritz
Gött=
mann ſehr ſchwungvoll verfaßten Prolog, der von Frl.
E. Färber vorzüglich geſprochen wurde, folgte ein
leben=
des Bild, eine Huldigung Kaiſer Wilhelms darſtellend,
das mit großem Beifall begrüßt wurde. Hierauf hielt
Herr Hauptmann a. D. Waldecker die Feſtrede, in
der er das ſegensreiche Wirken Kaiſer Wilhelms für das
Wohl des deutſchen Volkes und des Reiches ganz
be=
ſonders hervorhob. In vortrefflicher Weiſe wies der
Red=
ner hin auf den ungeahnten Aufſchwung von Handel und
Induſtrie ſeit der Gründung des Reiches. Auch die
Landwirtſchaft habe ſich vortrefflich entwickelt.
Jeder=
zeit habe Kaiſer Wilhelm ſein gegebenes Wort gehalten,
allezeit ein Mehrer des deutſchen Volkes zu ſein in
fried=
licher Fortentwickelung. In begeiſterten Worten feierte
er den Kaiſer als Friedensfürſt, der jederzeit für die
Wohlfahrt des Deutſchen Reiches nach innen und außen
geſorgt habe. In das auf Se. Maj. den Kaiſer
ausge=
brachte Hoch ſtimmte die Verſammlung mit Begeiſterung
ein. In bunter Reihe folgten nunmehr Muſik= und
Ge=
ſangsvorträge. Zwei von Herrn Wießner hübſch
ge=
ſungene Lieder für Bariton, ſowie ein echtes
Seemanns=
ſtück, eine dramatiſche Dichtung „Frauentreue” von
Ja=
kobs und des „Schiffsjungen Traum” von Mögling,
fer=
ner ein Schwank „Der liebehungrige Rekrut” die von
Vereinsmitgliedern wirkungsvoll zur Darſtellung kamen,
fanden lebhafte Anerkennung. Eine reich ausgeſtattete
Tombola und ein flotter Ball, an dem ſich die Jugend
lebhaft beteiligte, beſchloß die ſchön verlaufene Feſtfeier.
* Die Frauengruppe Darmſtadt des Vereins für das
Deutſchtum im Ausland hält am 26. ds. Mts. ihre
Haupt=
verſammlung ab. (S. Anz.)
* Beſitzwechſel. Das Anweſen des Herrn Profeſſors
Dr. Scheffers, Wittmannſtraße 60, ging zum Preiſe von
50000 Mark in das Eigentum des Herrn Oberſten Koch
in Montigny bei Metz über.
* Orpheum. Gaſtſpiel Jobs Luſtige Bühne. Der
prächtige Schwank „Meine! — Deine!” geht heute
Diens=
tag zum letzten Male in Szene. Morgen Mittwoch,
präziſe 8½ Uhr abends, findet die Erſtaufführung der
tollen Burleske „Der gefährliche Alte” ſtatt. — Das
Gaſt=
ſpiel von Jobs Luſtiger Bühne umfaßt nur noch wenige
Vorſtellungen, da ſich das beliebte Enſemble mit Ende
dieſes Monats verabſchiedet.
§ Feſtgenommen. Ein 52 Jahre alter Metzger,
wel=
cher von auswärts ſteckbrieflich verfolgt wird, iſt geſtern
hier feſtgenommen worden.
§ Brand. Am Sonntag vormittag kurz nach 5 Uhr
iſt im Hauſe Stiftſtraße 31 in der Backſtube ein Brand
ausgebrochen, welcher durch die herbeigerufene
Feuer=
wehrwache alsbald wieder gelöſcht wurde.
* Pfungſtadt, 20. Jan. Am nächſten Sonntag
nach=
mittag, präzis ½4 Uhr, werden, wie ſchon mitgeteilt,
in unſerer kath. Kapelle am Bähnhof die drei neuen
Glocken geweiht. Mit der Weihe iſt eine kurze
An=
dacht und eine Predigt, die ein geiſtlicher Herr aus Mainz
halten wird, verbunden. Für die Auswärtigen eignet ſich
der Eiſenbahnzug, der 2,56 Uhr in Darmſtadt abgeht und
in Eberſtadt Anſchluß an den Zug nach Pfungſtadt hat.
Ankunft in Pfungſtadt 3,15 Uhr.
Offenbach, 21. Jan. Der 38jährige verheiratete
Por=
tier Kaufmann aus der Waldſtraße, der in den
Offen=
bacher Gummiwerken von Stöckicht und Cie, beſchäftigt
war, hat ſich heute Nacht in ſeiner Wohnung erhängt.
Kaufmann, der in Gemeinſchaft mit andern eine Menge
Gummireifen geſtohlen hatte, hat die Tat aus Furcht
vor Strafe verübt.
Offenbach, 22. Jan. Der frühere
Oberbürger=
meiſter Brink, der 24 Jahre lang, von 1882 bis 1907,
an der Spitze der ſiädtiſchen Verwaltung ſtand, iſt im
Alter von nahezu 64 Jahren in der vergangenen Nacht
geſtorben.
Heppenheim a. d. B., 22. Jan. Wie alljährlich in den
letzten Jahren wurden am Samstag wieder 500
Zentner Kohlen an hieſige Arme verteilt,
wofür die Gebrüder Hirſch in London, geborene
Hep=
penheimer, den Geldbetrag geſchickt haben. Genannte
Herren haben auch vor einigen Jahren die hieſige ſtatt=
liche Synagoge auf eigne Rechnung erbauen laſſen. Sie
traten in jungen Jahren in London in ein Bankgeſchäft
ein und brachten es durch hervorragende Befähigung und
Umſicht ſoweit, daß ſie nun ſelbſt ein großes Bankgeſchäft
beſitzen.
Lindenfels, 21. Jan. Im verfloſſenen Jahre
be=
zogen hier 47 Perſonen Invalidenrente, 20
Per=
ſonen Unfallrente. Der Geſamtbetrag dieſer Renten
be=
trug 10476 Mark. Die Bevölkerungszunahme unſeres
Städtchens betrug 3. Von Perſonen, die dauernden
Wohnſitz hier genommen bezw. aufgegeben haben,
wur=
den 20 an=, 30 abgemeldet. Die Zahl der Geburten
be=
trug 34, die Zahl der Sterbefälle 21.
Verſicherungs=
pflichtige Perſonen gelangten 308 zur Anmeldung, 294 zur
Abmeldung.
Mainz, 22. Jan. Ein ſchändlicher Streich
wurde dem Sohne einer hieſigen Familie geſpielt, der
gegenwärtig ſeine Militärzeit bei der Marine abſolviert
Vor einigen Tagen erhielt er ein Telegramm folgenden
Inhaltes: Vater hoffnungslos erkrankt, komme ſofort.
Mutter.‟ Der junge Mann ſuchte ſofort um Urlaub nach,
um dem Wunſche ſeiner Mutter nachzukommen und um
ſeinen Vater nochmals zu ſehen. Der Urlaub wurde
be=
willigt und als er bei ſeinen Eltern eintraf, fand er ſowohl
ſeinen Vater als auch ſeine Mutter im beſten Wohlſein
vor. Das Telegramm war von einem Unbekannten
gefälſcht und an den Sohn abgeſandt worden, doch
wurden bereits Schritte eingeleitet, um den Abſender der
Depeſche zu ermitteln.
Guntersblum, 22. Jan. Einen Raubüberfall
verſuchte ein Strolch geſtern abend auf der Straße nach
Ludwigshöhe. Der Bürger Phil. Helm aus
Gimbs=
heim befand ſich mit einem bedeutenden Betrage
einkaſ=
ſierter Gelder auf dem Heimwege, als er plötzlich
hinter=
rücks von einem Strolche überfallen wurde. H. ſetzte
ſich kräftig zur Wehr, ſo daß der Strauchdieb ſchließlich
die Flucht ergriff. Es gelang dem Angreifer leider
uner=
kannt zu entkommen.
(*) Gießen, 21. Jan. Ein ſchöner Zug von
Kame=
radſchaft hat ſich innerhalb des
Haſſiaverban=
des gegenüber dem ſeinerzeit im Dienſte des
Krieger=
vereins Biebesheim verunglückten Kameraden Hamann
gezeigt. Für Hamann wurde innerhalb des Verbandes
die ſchöne Summe von 2137,58 Mark geſammelt.
Ha=
mann, der eine Hand verlor, wird ſich mit dem Gelde
ein Geſchäft gründen.
Gießen, 22. Jan. Die Philoſophiſche
Fakul=
tät der Landes=Univerſität Gießen hat den Geh.
Kommerzienrat Gail in Anerkennung ſeiner Verdienſte
um wiſſenſchaftliche Veranſtaltungen und Sammlungen
zum Ehrendoktor ernannt.
Friedberg, 22. Jan. In der letzten Zeit wurden
mehrere Einbrüche hier und in der Umgegend verübt,
ohne daß es gelang, den Täter zu ermitteln. Samstag
früh fiel nun dem Schutzmann Barth ein verdächtig
aus=
ſehender Menſch auf, der mit einem Paket zu einem
Tröd=
ler wollte und in dem man den Einbrecher vermutete. Als
er feſtgenommen werden ſollte, riß er ſich los und ſchoß
auf den Beamten, ohne zu treffen. Nach heftiger
Gegen=
wehr und nachdem er noch fünf Schüſſe auf die beiden ihn
verfolgenden Schutzleute abgegeben hatte, wurde er an
der Seewieſe feſtgenommen. Es handelt ſich um
den 32 Jahre alten, ſchon oft vorbeſtraften Martin Bien
aus Soſſenheim bei Höchſt, der als gemeingefährlicher
Menſch bekannt iſt.
(*) Ulrichſtein, 21. Jan. Das Projekt eines
Elek=
trizitätswerkes wird hier lebhaft erörtert. Das
Werk ſoll in dem waſſerreichen Gründchen zwiſchen hier
und Feldkrücken an dem Hof Langwaſſer errichtet werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 21. Jan. Die
Stich=
wahll in Berlin I, wo der Kandidat der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei mit dem Sozialdemokraten in
Stich=
wahl ſtand, ging ſehr lebhaft von ſtatten. In em
Mi=
niſter=Wahllokal in der Jägerſtraße erſchien um ¾11 Uhr
der Eiſenbahnminiſter v. Breitenbach, wie voriges Mal,
von ſeinem Sohn begleitet. Nach einer guten halben
Stunde, in der jedoch die Flut der nichtminiſteriellen
Wähler ſtark anſchwoll, kam der Staatsſekretär des
Reichsjuſtizamtes Dr. Lisco und wenige Minuten ſpäter,
faſt genau zur ſelben Minute wie bei der Hauptwahl, um
11 Uhr 20 Minuten, der Reichskanzler von
Beth=
mann Hollweg, der mit höflicher Verneigung den
Wahlvorſtand begrüßte. Mit ihm ſtimmte der
Unter=
ſtaatsſekretär von Eiſenhardt=Rothe, der den
Reichskanz=
ler begleitete. — Zu dem geſtrigen Preſſeball in
den Feſtſälen des Zoologiſchen Gartens waren auch der
Reichskanzler, die Miniſter von Dallwitz, von
Breiten=
bach und Dr. Lentze, die Staatsſekretäre von Tirpitz und
Dr. Solf erſchienen. Von Hoftheaterintendanten
be=
merkte man u. a. Graf von Hülſen=Häſeler=Berlin, Graf
Seebach=Dresden, Intendant von Mutzenbecher=
Wies=
baden. — Die drei Raubmörder ſollen nach einer
Angabe einiger Abendblätter in Beeskow verhaftet
wor=
den ſein. Die fraglichen drei jungen Leute haben aber
mit dem Raubmord in der Alten Jakobſtraße nichts zu
tun. Es ſind drei junge Männer aus Berlin, die
ein=
wandfrei ihr Alibi nachweiſen konnten. Alle drei waren
am Samstag mit dem Zuge 9 Uhr 45 Min. von dem
Gör=
litzer Bahnhof nach Lübben gefahren, um dort und in
den umliegenden Ortſchaften mit Bildern zu handeln=
Schon am Vormittag, als ſie in einem Lokal Kaffee
trau=
ken, wurden ſie von Arbeitern für die Mörder gehalten.
Um einer Tracht Prügel zu entgehen, liefen ſie davon.
Dabei verſchütteten ſie den Kaffee, der dann naſſe
Stellen=
auf ihren Ueberziehern zurückließ. Sie wollten nun von
Beeskow aus zurückfahren, aber hier war ſchon die
Orts=
polizei von ihrer Ankunft benachrichtigt, nahm ſie feſt und
berichtete nach Berlin. Die hier ſofort angeſtellten
Nach=
forſchungen ergaben, daß die Verhafteten als die Täter
gar nicht in Frage kommen können.
Ebingen, 22. Jan. Geſtern nachmittag ¾1 Uhr und
½3 Uhr erfolgten wiederum zwei Erdſtöße, die von
ſtarkem Donner begleitet waren.
Herford, 22. Jan. Geſtern abend gegen 6 Uhr iſt
die hieſige Radewiger Mühle durch Großfeuer
ver=
nichtet worden. Der Schaden beläuft ſich auf mehrere
hunderttauſend Mark. Die Entſtehungsurſache iſt
unbe=
kannt.
Eſſen (Ruhr), 22. Jan. Vor dem Schwurgericht
in Münſter wurden die Borkumer Räuber wegen
einer Reihe räuberiſcher Ueberfälle und zahlreicher
Ein=
brüche abgeurteilt. Die vierköpfige Räuberbande hauſte in
einer Höhle bei Borkum und unternahm von dort aus
Streifzüge in die Umgebung, wobei ſie die Ueberfallenen
mit Revolvern bedrohte und ſie zur Herausgabe ihrer
Bar=
ſchaft zwang. Als die Bande verhaftet werden ſollte,
er=
ſchoß ihr Anführer den Polizeibeamten Ellermann und
ver=
letzte einen Polizeiwachtmeiſter durch mehrere Schüſſe ſchwer.
Der Anführer und ſeine Komplizen wurden zu je 15 Jahren
Zuchthaus verurteilt.
Siegen, 22. Jan. Amtlich. Am 21. ds. Mts.,
mor=
gens um 5 Uhr, ereignete ſich auf der Neubauſtrecke
Hauptbahn Weidenau-Dillenburg bei dem Bau des 2700
Meter langen Tunnels zwiſchen Rudersdorf und
Dillenbrechten im Sohlſtollen des Tunneleingangs auf
der Dillenbrechter Seite eine folgenſchwere Dynamit=
Exploſion. Es blieben vier Arbeiter ſofort tot, einer
wurde am Kopfe leicht verletzt. Andere Zerſtörungen ſind
nicht entſtanden. Die Exploſion iſt offenbar dadurch
her=
vorgerufen worden, daß eine oder mehrere Patronen
eines Schuſſes im unterſten Ende des Bohrloches in
einer=
ſogenannten Pfeile oder Buchſe ſtecken geblieben ſind. Bei
der Herſtellung des Planums für die vorzuſteckenden
Ar=
beitsgleiſe hat ein Arbeiter die Patronen dann offenbar
mit der Pickelhacke getroffen und zur Entzündung
ge=
bracht. Da die Exploſion etwas unter Waſſer erfolgte,
wurde die verheerende Wirkung verſtärkt. Von den
Ver=
unglückten ſind ein Toter und der Verletzte Deutſche. Der
Tote hinterläßt Frau und drei kleine Kinder. Die drei
anderen Toten ſind Ausländer.
Ellwangen, 22. Jan. Geſtern vormittag brannten
in Bühlertann vier Wohnhäuſer bis auf den Grund
nieder. Zwei Schweine ſind mit verbrannt. Der
Schaden dürfte 30000 Mark überſteigen.
den einzelnen Akten war äußerſt herzlich, und am Ende
hörte man hier und da das Wort „Schade‟.
(2) Frankfurter Muſikbrief. Aus Frankfurt a. M. wird
uns geſchrieben: Im knappen Zeitraum von kaum vier
Wochen hat die Frankfurter Oper bereits die zweite
Uraufführung zu verzeichnen: nach Maeterlincks und Dukas”
muſikaliſcher Dichtung „Ariane und Blaubart” mit ihrem
ſchwer entwirrbaren Harmoniengeflecht jetzt eine
durchſich=
tigere, ſtellenweiſe allzu durchſichtige Muſiktragödie „Oberſt
Chabert” von Hermann W. v. Waltershauſen, der
ſich zu dem Libretto ſeiner kurzen drei Akte — er iſt ſein
eigener Tondichter geweſen — von Balzacs Roman „
Com=
teſſe à deux maris” hat anregen laſſen. „Oberſt Chabert”
iſt die Tragödie des Totgeſagten, der wiederkehrt. Die
junge Gattin des angeblich bei Preußiſch=Eylau für
Na=
poleon gefallenen Oberſten hat aus Neigung einem
liebens=
würdigen franzöſiſchen Pair, Graf Ferraud, ihre Hand
ge=
reicht, obwohl am Hochzeitsmorgen durch ein wenig
glaub=
würdiges Lebenszeichen des erſten Gatten gewarnt; nun,
da dieſer als Bettler plötzlich nach Jahren wieder erſcheint und
auf ſeinem Rechte beſteht, ſucht ſie ihn vergebens zu
ver=
leugnen, doch ſie beſchwört ihn, um ihrer Kinder willen, die
ſie dem zweiten Gatten geſchenkt, zu entſagen. Liebe kann
ſie dem Oberſten nicht geben, da ſie ihn nie geliebt. Dies
vernichtende Geſtändnis beſtimmt Chabert wirklich zur
Ent=
ſagung, er erſchießt ſich. Die Gräfin aber, die jetzt die ganze
Größe ſeiner opferwilligen Liebe erkannt, vergiftet ſich an
ſeiner Leiche. Dieſer auf den Bühneneffekt berechnete
Dop=
pelſelbſtmord iſt natürlich nicht auf Balzacs Konto zu
ſetzen, deſſen ſehr viel menſchlichere Löſung auch auf der
Bühne nicht unmöglich geweſen wäre, aber freilich eine
Muſik von gleichem ſeeliſchem Tiefgang erheiſcht hätte. Der
junge Münchener Komponiſt, der ſein Glück ſchon vor ein
paar Jahren in Dresden mit einer komiſchen Oper „Elſe
Klapperzehen” verſucht hat, iſt vorläufig mehr ein
Ton=
dichter des äußeren als des inneren Lebens. Sein
Text=
buch, an ſich ſchon durch die Monotonie des fünffüßigen
Blankverſes etwas gedehnt, iſt überladen mit Erzählungen,
doch gerade dieſe malt v. Waltershauſen Wort für Wort
mit einer liebevollen Illuſtrationsmuſik aus; ſie heftet ſich
oft allzu ſklaviſch und deutlich an den Text, aber man muß
ihr nachrühmen, daß ſie erfreulich ſparſam mit den
ver=
lockenden Mitteln des modernen Orcheſters wirtſchaftet und
nie das geſungene Wort zudeckt. Manchmal geht ihre
Zu=
rückhaltung ſo weit, daß die Oper vollſtändig in den Stil
des Melodramas hinüber= um nicht zu ſagen
hinunter=
gleitet Andererſeits ſind Anſätze zu lyriſchem Aufſchwung
und dramatiſchem Pathos nicht zu verkennen; ein
Liebes=
duett wurde mit ſpontanem Beifall aufgenommen, ein
Quintett wirkte in der Stimmführung allerdings ganz
ver=
unglückt, wogegen der große Monolog Chaberts im dritten
Akt wieder durch rein muſikaliſche Werte bezwang und den
endgültigen Erfolg der Oper ſicherte. Sie fand überhaupt,
unter der muſikaliſchen Leitung des Herrn Schilling=
Ziemſſen und mit Herrn Breitenfeld und Frau
Gentner=Fiſcher in den tragenden Rollen, beim
Pu=
blikum eine ſehr freundliche Aufnahme. Vielleicht wird
v. Waltershauſen aus dem hier noch häufig recht naiv
an=
mutenden Durcheinander von naturaliſtiſcher und abſoluter
Muſik ſich um ſo leichter zum echten Muſikdrama
durch=
ringen, je eher er einen Text findet, der ihm zum freien
Muſizieren mehr Raum gibt als dieſer Enoch Arden=Roman
des napoleoniſchen Oberſten.
Spielplan des Frankfurter
Stadt=
theaters. 1. Opernhaus. Dienstag, 23. Jan.:
„Oberſt Chabert” — Mittwoch, 24., ½4 Uhr: „Prinzeſſin
Goldhaar” ½8 Uhr: „Ariane und Blaubart”. —
Donners=
tag, 25.: „Triſtan und Iſolde‟. — Freitag, 26.: „
Königs=
kinder” — Samstag, 27., ½4 Uhr: „Prinzeſſin Goldhaar”
7 Uhr: „Figaros Hochzeit”. — Sonntag, 28., ½4 Uhr:
„Prinzeſſin Goldhaar” 7 Uhr: „Oberſt Chabert” —
Mon=
tag, 29., 6 Uhr: „Die Meiſterſinger von Nürnberg”. —
Dienstag, 30.: „Liebelei” — 2. Schauſpielhaus.
Dienstag, 23. Jan.: „Glaube und Heimat” — Mittwoch,
24.: „Zopf und Schwert” — Donnerslag, 25.: „Büxl”
Freitag, 26.: „Büxl‟ — Samstag, 27.: „Pentheſilea‟. —
Sonntag, 28., ½4 Uhr: „Madame Sans Géne” 7 Uhr:
Zum 1. Male: „Nach mir . . .". Schauſpiel in 3 Akten von
Henri Bernſtein. Deutſch von Max Schoenau. — Montag,
29.: „Anatol=Zyklus” — Dienstag, 30.: „Nach mir
3. Neues Theater. Dienstag, 23. Jan.: „Die
Ahnen=
galerie‟ — Mittwoch, 24.: „Julchens Flitterwochen” —
Donnerstag, 25.: „Papa” — Freitag, 26.: „Meyers”
Samstag, 27.: Zum 1. Male: „Hans Sonnenſtößers
Höl=
lenfahrt” — Ein heiteres Traumſpiel von Paul Apel. —
Sonntag, 28., 11½ Uhr: Matinee „Hermann Bahr” 3½
Uhr: Vorſt. der Freien Volksbühne, 8 Uhr: „Hans
Sonnen=
ſtößers Höllenfahrt” — Montag, 29.: „Julchens
Flitter=
wochen”
Spielplan des Großh. Hof= und National=
Theater Mannheim. Dienstag, 23. Jan.: „Samſon
und Dalila‟ Mittwoch, 24.: „Tannhäuſer”. —
Don=
nerstag, 25.: „Le eloltre‟ (Gaſtſpiel des franzöſiſchen
Enſembles Carlo Liten). — Freitag, 26.: „Hans
Sonnen=
ſtößers Höllenfahrt”. — Samstag, 27.: „Der Barbier von
Bagdad”. — Sonntag, 28.: „Hänſel und Gretel”. —
Mon=
tag, 29.: „Sappho, Michel Michael” (zum erſten Male).
— Das Neueſte aus dem belagerten Paris. Soeben
ſind in Marſeille neue Nachrichten aus dem belagerten
Paris eingetroffen: Ein Brief vom 16. Januar 1871,
der jetzt, nach mehr als 40 Jahren, ſeinen Beſtimmungsort
Marſeille erreicht hat und von der gewiſſenhaften Poſt
wortlos dem Adreſſaten, der Redaktion des Nouvelliſte,
ausgehändigt worden iſt. Der etwas verſpätete Brief
ent=
hält einen langen Bericht des Pariſer Mitarbeiters des
Marſeiller Blattes; der Brief war, wie der Gaulois
berichtet, am 16. Januar der Agentur Havas zur
Beförde=
rung übergeben worden, und verließ auch pünktlich im
Luftballon die belagerte Hauptſtadt Frankreichs. Wo
der Brief während der inzwiſchen verfloſſenen 41 Jahre
geſteckt hat, iſt ein ungelöſtes Geheimnis. Wenn auch jener
Bericht aus dem belagerten Paris im ſtrengen Sinne nicht
mehr ganz aktuell iſt, ſo enthält er doch manche intereſſante
Einzelheiten. Der Korreſpondent erzählt von der Wirkung
der Beſchießung und von einem Beſuche des Generals
Trochu in den Forts. „Die Nationalgarden des zweiten
Bataillons eilen ihm entgegen und ſagen ihm, daß er ſich
einer großen Gefahr ausgeſetzt habe. Doch ohne ſich um
dieſe für ihn gleichgültige Bemerkung zu bekümmern,
be=
grüßte der General die Truppen und Offiziere aufs
Herz=
lichſte und bittet ſie, doch nicht außerhalb der Deckung
größere Gruppen zu bilden.‟ Dann fügt er hinzu: Alſo,
meine Herren, halten Sie gute Wacht, aber exponieren Sie
ſich nicht nutzlos; halten Sie ſich zurück, der Augenblick
wird kommen, wo wir unſer Leben mit Nutzen der Gefahr
ausſetzen.” Täglich wird in Paris die Liſte der Opfer der
Beſchießung aufgeſtellt; in der letzten Woche zählte man
51 Tote, 138 Verwundete. Dann folgen eine Reihe
ver=
ſchiedenartiger Nachrichten, ja ſogar ein Theaterbericht.
C) Teure Reſtaurants. Ein erſtaunliches Bild von den
hohen Mietspreiſen und von der Nahrungsmittelteuerung
in New=York entwirft der Korreſpondent des Corriere di
Sicilia in einem ausführlichen New=Yorker Briefe, der ſich
ſich auch mit der Speiſekarte der großen Reſtaurants
beſchäf=
tigt. „Hier vor mir liegen die Speiſekarten einer Anzahl
der populärſten Hotels und Reſtaurants. Ein einfaches
Rinderfilet wird mit 4,80 Mk. für die Portion berechnet,
eine Portion Hammelbraten koſtet 4 Mk., eine Portion
Entenbraten 4 Mk., ein Hühnerflügel 4,80 Mk., eine
Por=
tion gewöhnlicher Kartoffeln 1,20 Mark. Das ſind noch
ver=
hältnismäßig einfache Gerichte: der Feinſchmecker, der
er=
leſenere Produkte der Kochkunſt genießen will, muß poch
Nummer 19.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912.
Seite 5
Hamburg, 21. Jan. In der hieſigen Löwenbrauerei
explodierte geſtern abend ein Keſſel. Ein Heizer
wurde getotet, ein Lehrling ſchwer verletzt, mehrere
Paſ=
ſanten leicht verletzt. Das Keſſelhaus iſt vom Erdboden
verſchwunden. Die übrigen Fabrikgebäude wurden ſtark
beſchadigt. Die Trümmer wurden über 100 Meter weit
geſchleudert.
Kuxhaven, 22. Jan. Ein Fiſchdampfer landete hier
den Kapitän und vier Mann des norwegiſchen Schooners
„Penda”, der in der Nordſee geſunken iſt. Der
Steuer=
mann und ein Matroſe ſind ertrunken.
Bremerhaven, 22. Jan. Im Hafen von Rio de
Ja=
neiro hat ſich ein ſchweres Bootsunglück
ereig=
net, dem vier Angeſtellte des Norddeutſchen Lloyd zum
Opfer gefallen ſind, nämlich der Lloyd=Offizier Schneider,
der Arzt Dr. Friedrich, der Zahlmeiſter Waldow vom
Dampfer „Halle” und der Zahlmeiſter Wahlen vom
Dampfer „Krefeld” die beide im Hafen von Rio de Janeiro
lagen. Die vier Männer machten in einem Segelboot im
Hafen eine Rundfahrt. Hierbei kenterte das Boot und alle
vier Inſaſſen ertranken.
Wien, 22. Jan. In der Nacht zum Sonntag attackierten
in Wien auf der Schmelz zwei Männer, wahrſcheinlich in
angeheitertem Zuſtande den Wachtpoſten, der vor dem
Train=Depot aufgeſtellt iſt, und griffen ſchließlich nach ſeiner
Patronentaſche. Da der zweimalige Warnungsruf
unbe=
achtet blieb, gab der Poſten Feuer und verletzte ſeine
Gegner ſo ſchwer, daß ſie bald nach ihrer Einlieferung ins
Spital ihren Verletzungen erlagen.
Paris, 22. Jan. Auf der Trambahnlinie zwiſchen
Lille und Roubaix ſtießen geſtern abend bei zichtem
Nebel zwei Wagen zuſammen. Der Führer des
einen Waggons wurde getötet und zwölf Reiſende mehr
oder minder ſchwer verletzt.
Paris, 22. Jan. Wie aus Lille gemeldet wird, iſt
der ſozialiſtiſche Maire von Houplines, Sonier, ſeit
eini=
gen Tagen verſchwunden. Die von ihm verwaltete
Kaſſe des Arbeiterkonſumvereins weiſt einen Fehlbetrag
von etwa 20000 Franken auf.
Paris, 22. Jan. Die Direktoren der Großen
Oper, die die infolge des Streiks als kontraktbrüchig
erklärten 109 Mitglieder des Balletts entlaſſen haben,
be=
abſichtigen, die meiſten derſelben wieder zu engagieren,
jedoch nur einzeln und nicht unter gemeinſamen
Bedin=
gungen. Man glaubt, daß die Mehrzahl der Tänzer und
Tänzerinnen den Streik heute aufgeben wird.
Bukareſt, 21. Jan. Nach Schluß einer
öffent=
lichen Verſammlung der oppoſitionellen
Par=
teien verſuchte eine Anzahl Demonſtranten unter Rufen:
Zum Palais! den Gendarmenkordon zu durchbrechen, den
die Hauptſtraße ſperrte. Die Gendarmen hinderten die
Abſicht der Ruheſtörer, ohne von der Waffe Gebrauch zu
machen. Die Manifeſtanten griffen den
konſervati=
ven Klub an, der mit allen Arten von Wurfgeſchoſſen
bombardiert wurde. Alle Fenſterſcheiben wurden
zer=
trümmert. Ein Advokat, der ſich im Klub befand. erlitt
eine Kopfverletzung. Als die Gendarmen den
Theater=
platz räumten, wurden mehrere Revolverſchüſſe vom
Ho=
tel „Continental” und dem Demokratiſchen Klub auf ſie
abgegeben. Der Manifeſtant, der geſchoſſen hatte, wurde
verhaftet. Bei dem Zuſammenſtoß wurden 20 leicht
erletzt. Um 5½ Uhr nachmittags war die Ordnung
wieder hergeſtellt.
Staatsſekretär von Kiderlen=Wächter in Rom.
* Rom 21. Jan. Staatsſekretär v. Kiderlen=
Wächter beſuchte heute nachmittag 3 Uhr die Königin=
Witwe in der Villa Margherita, wo er eine halbe
Stunde verblieb.
* Rom 21. Jan. Staatsſekretär v. Kiderlen=
Wächter hatte in Rom im Laufe des geſtrigen und
heutigen Tages verſchiedene Unterredungen mit den
leitenden Perſönlichkeiten, bei denen natüxlich die
verſchie=
denen Gebiete der Politik, die für Deutſchland und
Italien Intereſſe haben, geſtreift wurden. Da der
Be=
ſuch jedoch nur auf den Wunſch, Marcheſe di San
Giuliano perſönlich kennen zu lernen,
zurückzu=
führen iſt und durch keinerlei beſondere politiſche Motive
veranlaßt war, wäre es auch falſch, von dieſen ein
kon=
kretes Ergebnis erwarten zu wollen. Die Aufnahme
Herrn v. Kiderlens in Rom war ſehr freundlich. Der
Staatsſekretär wurde heute vom italieniſchen
Königs=
paar empfangen und zu einem Diner in kleinem Kreiſe
geladen.
* Rom, 21. Jan. v. Kiderlen=Wächter
er=
ſtattete heute vormittag im Vatikan dem
Kardinal=
ſtaatsſekretär Merry del Val einen Beſuch ab und reiſte
um 11 Uhr 30 Minuten abends nach Deutſchland ab. Der
Deutſche Botſchafter begleitete v. Kiderlen zum Bahnhof.
Sport.
F.=C. „Olympä 1898.‟ Am Sonntag hatte die
Leicht=Athletik=Abteilung des F.=C. „Olympia” bei dem
Frankfurter Hallenſportfeſte einen neuen ſchönen Erfolg zu
verzeichnen. Sie errang mit ihrer Stafette H. und J.
Schröck und Fritz Weber im 3000=Meter=Stafettenlaufen
unter ſtarker Konkurrenz den 2. Ehrenpreis, beſtehend aus
einem ſilbernen Pokal. Weitere Ergebniſſe: 75 Meter=
Laufen: 1. R. Rau, Berlin 8¼10 Sek., 2. E. Kern,
Mann=
heim, 3. H. Weuſeler, Frankfurt, 4. W. Heßler, Frankfurt,
750 Meter=Stafettenlaufen (10 Mann à 75 Meter): 1. F.=C.
1880, Frankfurt, 1.33½ Sek., 2. Turnſportverein Frankfurt,
1.35½ Sek., 3. Fußballverein Frankfurt 1.38 Sek., 3000 Meter=
Stafettenlaufen (3 Mann à 1000 Meter): 1. Fußballverein
Frankfurt a. M., 8 Min 44¾/10 Sek., 2. F.=C. „Olympia”,
Darmſtadt, 8 Min. 46 Sek., 3. F.=C. 1880, Frankfurt a. M.,
1500 Meter=Gehen: 1. Heiduck=Berlin, 6 Min. 28½ Sek.,
Hochſprung ohne Brett: 1. K. Braun, Frankfurt, 1.60 Meter,
2. J. Reiter, Höchſt, 1,55 Meter, 75 Meter=Hürdenlaufen:
1. R. Rau, Berlin, 2. H. Weuſeler, Frankfurt, 3. R. Braun,
Frankfurt, 1000 Meter=Laufen: 1. Dechent. Frankfurt. 2 Min.
49 Sek., 2. A. Wolf, Frankfurt, 3. Leitsbach, Frankfurt. Die
Fußball=Abteilung obigen Vereins hatte einen ſchlechten
Tag. Die erſte Mannſchaft verlor gegen Verein für
Raſen=
ſpiele, Mannheim. mit 1.0 Toren, während ſich die dritte
Mannſchaft mit 5:0 Toren der gleichen des
Fußballſport=
vereins Frankfurt beugen mußte. Weitere Reſultate:
Weſt=
kreis: F.=V. Kaiſerslautern-Phönix=Mannheim 222.
Lud=
wigshafen 1903—Pfalz Ludwigshafen 210. „Germania”.
Ludwigshafen — „Phönix”=Ludwigshafen 3:1. Nordkreis:
Fußballverein Frankfurt-Hanau 1803 3:3. F.=C. Bürgel-
F.=C. Bieber 3:0, Hanau 94—, Britannia‟=Frankfurt 310,
A.=V. Wiesbaden-„Germania”=Bockenheim 211, „Kickers”
Offenbach — Vereiniaung=Bockenheim 6:0,
Fußballſport=
verein=Frankfurt-Würzburger Kickers 622.
Handel und Verkehr.
— Poſtſcheckverkehr. Zur weiteren Förderung
des bargel’loſen Zahlungsausgleichs ſind im Laufe des
nerfloſſenen Jahres zwei Drittel der Poſtſcheckämter des
R ichs=Poſtgebiets, nämlich die Poſtſcheckämter in Berlin,
Breelan, Köln, Frankfurt (Main), Leipzig und Hamburg
den Abrechnungsſtellen der Reichsbank als Mitglieder
beigetreten. Seit dieſem Beitritt ſind durch die
Abrechnungs=
ſtellen der Reichsbank nicht weniger als 140000
Poſt=
ſchecks im Geſamtbetrage von 1025 Millionen Mark
hargeldlos verrechnet worden. In dieſem
Abrechnungs=
verfahren werden auch ſolche Poſtſchecks mit ausgeglichen,
die das Publikum einer der Abrechnungſtelle
angehören=
den Bank zur Einziehung übergibt. Die ſonſt für
Poſt=
ſchecks feſtgeſetzte Höchſtarenze von 10000 Mk. beſteht für
die durch die Abrechnungsſtellen der Reichsbank zu
ver=
rechnenden Poſtſchecks nicht; ſolche Poſtſchecks müſſen
jedoch vor der Einlieferung mit dem quer über die
Vorderſeite geſetzten Vermerke „Nur zur Verrechnung”
verſehen werden. Eine Ausnahme hiervon beſteht nur
für die Abrechnungsſtelle in Hamburg, wo dieſer
Ver=
merk nicht erforderlich, dafür aber auch die Höchſtgrenze
für Poſtſchecks auf 10000 Mk. begrenzt iſt.
Beſondere Zuſatzkarten. In den
Be=
ſtimmungen über den Uebergang in höhere Wagenklaſſen
auf der Eiſenbahn werden demnächſt weſentliche
Aen=
derungen eintreten. An Stelle der als Zuſatzkarten
bis=
her ausgegebenen halben Fahrkarten werden künftig
be=
ſondere Zuſatzkarten ausgegeben, deren Preis genau dem
vom Reiſenden auszuzahlenden Unterſchied zwiſchen dem
Preis der Fahrkarten der beiden zu wechſelnden Klaſſen
entſpricht. Zu dieſem Zwecke werden die Stationen
Blankozuſchußkarten und, ſoweit erforderlich, auch fertig
gedruckte Zuſatzkarten erhalten. — Bisher zahlte der
Reiſende durch die Löſung der halben Fahrkarte der
höheren Klaſſe erheblich nehr, als der Preisunterſchied
wiſchen den beiden Klaſſen beträgt.
Landwirtſchaftliches.
* Ferkelmärkte in der Provinz
Star=
kenburg in 1911. In der Provinz Starkenburg
fan=
den in früheren Jahren mit Unterſtützung des
Landwirt=
ſchaftskammer=Ausſchuſſes für Starkenburg in den
Or=
ten Bensheim, Gernsheim, Groß=Bieberau, Groß=Gerau,
Reichelsheim und Rimbach von Zeit zu Zeit
Ferkel=
märkte, verbunden mit einer Prämiierung der ſchönſten
Ferkel, ſtatt. Durch dieſe Veranſtaltungen wurde der
Ab=
ſatz der Ferkel in der Provinz außerordentlich gefördert.
Im Jahre 1911 mußten infolge der Maul= und
Klauen=
ſeuche, die leider in einzelnen Orten jetzt immer noch
herrſcht, ſämtliche Märkte mit Ausnahme eines einzigen
in Rimbach im Oktober, auf welchem nur 48 Stück
auf=
getrieben waren, ausfallen. Für den Abſatz der
Zucht=
produkte in der Schweinezucht bedeutet dies eine ſchwere
Schädigung. Die gegenwärtigen Ferkelpreiſe haben denn
auch einen Tiefſtand erreicht, wie er ſeit Jahren nicht
zu verzeichnen geweſen iſt. Man iſt froh, wenn man die
Ferkel für 5 Mark pro Stück los wird. Die heurige
knappe Kartoffel= und Futterernte iſt ſchuld daran; es
will eben niemand mäſten. Zahlreich wurden
infolge=
deſſen Mutterſchweine geſchlachtet. Indes, wie wird es
im Frühjahr und Sommer 1912 werden? Wer ſeine
Zuchtſauen irgendwie durchhalten kann, ſollte es doch
tun.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 22. Jan. Der Miniſter des Aeußern
unterbreitete allen Botſchaften und Geſandtſchaften in
Rom folgende Erklärung: Angeſichts des
Kriegs=
zuſtandes zwiſchen Italien und der Türkei erklärt die
Regierung in Uebereinſtimmung mit den Grundſätzen
des internationalen Rechts, daß ab 22. Januar an der
ottomaniſchen Küſte im Roten Meer das Gebiet von Sar
Iſa, im Norden von Hodeida, bis Ras Gulaifac, d. h.
zwiſchen dem 15. Grad 11 Minuten und dem 14. Grad
30 Minuten nördlicher Breite, ſich im Zuſtande der
effek=
tiven Blockade befindet, die von den Seeſtreitkräften des
Königreichs ausgeübt wird. Die neutralen Schiffe
wer=
den innerhalb der vom Kommandanten der blockierten
Flotte feſtgeſetzten Friſt ſich aus den blockierten Orten
entfernen dürfen. Gegen Fahrzeuge, die die Blockade
zu verletzen ſuchen ſollten, wird gemäß den Grundſätzen
des internationalen Rechts der mit den neutralen
Mach=
ten geltenden Verträge vorgegangen.
* Tripolis, 22. Jan. Die Agenzia Stefani
mel=
det aus Tobruk: Vorgeſtern wurden Bewegungen
feindlicher Truppen ſüdöſtlich der Forts wahrgenommen.
Nachmittags wurde eine ſtarke, von regulären türkiſchen
Soldaten begleitete Karawane bemerkt, die durch
Ge=
birgsgeſchützſchüſſe großen Schaden erlitt.
* Konſtantinopel, 22. Jan. Anläßlich der
Mel=
dungen von einem gemeinſamen Schritt der Mächte zur
Herbeiführung des Friedensſchluſſes ſtellt der Tanin
die Frage, ob Europa einen Kreuzzug gegen die Türkei
vor=
bereite. Eine gemeinſame Aktion ſei zwar notwendig, aber
ſie müſſe in Rom einſetzen. Den Türken vorſchlagen,
Tri=
polis gegen Geld aufzugeben, hieße ihnen einen Fauſtſchlag
verſetzen. Wenn die Mächte einen ſolchen Vorſchlag
mach=
ten, ſo würden ſie, anſtatt den Krieg zu beenden, einen
tauſendmal ſchrecklicheren Krieg entfachen.
H. B. Paris, 22. Jan. Echo de Paris brichtet, daß
der franzöſiſche Botſchafter in Rom, Barrére, erſt heute
nachmittag auf ſeinen Poſten zurückkehren wird. Er
hatte geſtern mit dem italieniſchen Geſandten eine
län=
gere Unterredung, in der in lebhafter Weiſe das
Vor=
gehen Italiens gegen Frankreich erörtert
wurde bezüglich der Zwiſchenfälle der „Carthage”
und „Manuba‟ Der Botſchafter wies beſonders auf die
Notwendigkeit hin, an den italieniſchen Miniſter des
Aeußern zu telegraphieren, damit dieſer unverzüglich der
Forderung der franzöſiſchen Regierung nachkommt und
die 29 Mitglieder des türkiſchen Roten Halbmondes
aus=
liefert, damit dieſe an Bord eines franzöſiſchen Dampfers
in Cagliari abgeholt und nach Tunis geſchifft werden
können, wo ihre Angelegenheit von den franzöſiſchen
Be=
hörden aufs genaueſte geprüft werden würde.
* Sfax, 21. Jan. Der ruſſiſche Dampfer
„Odeſſa” iſt mit falſchen Deklarationen und 350 Tonnen
Munition, die er an der tripolitaniſchen Küſte nicht hatte
landen können, im hieſigen Hafen eingetroffen. Er
wurde mit der ganzen Ladung beſchlanahmt und
zwei Torpedoboote werden ihn heute nach Biſerta
brin=
gen, wo er die Munition deponieren ſoll. Der Kapitän
wurde zur Zahlung der Koſten verurteilt.
Die Revolution in China.
* Peking, 22. Jan. Die Lage iſt
außer=
ordentlich verwickelt. Wichtige Ereigniſſe
wer=
den erwartet. Gegenwärtig betreiben die jüngeren
Mandſchuprinzen eine aktive Kriegführung gegen die
Republikaner. — Dieſe Haltung ſchließt eine gewiſſe
Be=
drohung Juanſchikais ein, deſſen Freunde geſtern drei
Sonderzüge bereit hielten, um ihn im Notfalle nach
Tientſin bringen zu können. Immerhin iſt ſeine Abreiſe
unwahrſcheinlich.
* Peking, 22. Jan. Juanfchikai iſt angeſichts
des Widerſtandes der Revolutionäre gegen eine
provi=
ſoriſche Regierung in Peking der Anſicht, daß der beſte
Weg ſein würde, nach der Abdankung des Thrones, die
als unvermeidlich gelte, den Sitz der Regierung
temporär in Tientſin zu etablieren.
* Schanghai 21. Jan. Die Entſcheidung
des Hofes wird erſchwert durch den wachſenden
Widerſtand der kaiſerlichen Generäle, die Fürſten der
Mongolei und die jüngeren Mandſchuprinzen.
Juan=
ſchikai drängt auf Abdankung und das Deiret iſt
be=
reits fertiggeſtellt. Um den Entſchließungen des Hofes
nicht vorzugreifen, nahm er einen dreitägigen Urlaub.
Unter den Aufſtändiſchen in Nanking macht ſich eine
zu=
nehmende Bewegung gegen den Eintritt Juanſchikais
in die vorläufige Regierung und den gänzlichen
Rück=
tritt Sunyatſens zugunſten Juanſchikais geltend. Die
endgültige Entſcheidung bleibt der
Nationalverſamm=
lung vorbehalten.
* London, 22. Jan. Nach einer Meldung der
Times aus Peking weiſt die Lage eine bedeutende
Veränderung auf. Sunyatſen macht die von
ihm eingegangen Verpflichtungen rückgängig,
augen=
ſcheinlich überzeugt, daß Juanſchikai die diktatoriſche
Gewalt erſtrebt. Sunyatſen forderte am Samstag, daß
keine proviſoriſche Regierung im Norden errichtet
werde. Juanſchikai ſolle in die republikaniſche
Regier=
ung nicht eintreten, bevor die Mächte ſie anerkannt
hätten und der Thron ſolle durch Abdankung die Gewalt
direkt auf die republikaniſche Regierung in Nanking
übertragen. Die Schwierigkeiten für Juanſchikai
wer=
den vermehrt durch den plötzlichen Frontwechſel vieler
Mandſchus. — Der Mandſchu Tichlang, der frühere
Kriegsminiſter, der als Hauptgegner Juanſchikais im
Jahre 1908 deſſen Sturz herbeiführte, iſt nach Peking
zurückgekehrt.
London, 22. Jan. Wie aus New=York
gemeldet wird, iſt dort die Nachricht eingetroffen, daß es
zu einer blutigen Schlacht zwiſchen den
Kaiſer=
lichen und den revolutionären Truppen kam, die mit
einer gänzlichen Niederlage der Kaiſerlichen endete. Die
Schlacht wurde bei Jagnaſchi geſchlagen, alſo nur noch
30 Meilen von Peking ſelbſt entfernt. Der kaiſerlichen
Regierung ſtehen jetzt nur noch die Mandſchutruppen in
der Stadt Peking zur Verfügung. Der größte Teil des
geſamten Heeres ſoll zu den Aufſtändiſchen übergegangen
ſein.
* Zizikar, 21. Jan. Die ruſſiſche Eiſenbahn hat
mit der Begründung, daß ſie ſich in den Kampf zwiſchen
Mongolen und Chineſen nicht einmiſchen könne, die
Be=
förderung chineſiſcher Truppen nach Zhailar
abgelehnt. Die Truppen, ein Bataillon Infanterie,
eine Schwadron Kavallerie und eine Batterie, haben
deshalb den ſchwierigen Marſch über das Chingan=Gebiet
angetreten.
Vermiſchtes.
— Der Deutſche Verband Kaufmänni
ſcher Vereine nahm in dieſen Tagen in einer
Ein=
gabe an das Königlich Preußiſche Miniſterium für
Han=
del und Gewerbe zu dem Erlaſſe betreffend die Zulaſſung
der Erſatzkaſſen in der Krankenverſicherung der
Reichs=
verſicherungsordnung Stellung. Der Verband fordert
eine Herabſetzung der Mitgliederziffer auf 250 Perſonen,
wie dies im Regierungsentwurfe und den Beratungen
im Plenum des Reichstages bereits vorgeſehen war.
Zur Begründung dieſes Antrages beruft ſich der
Ver=
band auf den Kommentar des Geſetzentwurfes zur
Kran=
kenverſicherung, in dem durch die Regierung ausdrücklich
eine möglichſt loyale Behandlung der freien Hilfskiſſen
zugeſagt wird. In der letzten außerordentlichen
Vor=
ſtandsſitzung des Verbandes wurde angeſichts der
Nach=
richten über das Geſetz betreffend die Regelung der
Sonn=
tagsruhe im Handelsgewerbe wiederholt zum Ausdruck
gebracht, an dem reichsgeſetzlichen Verbot jeglicher
Sonn=
tagsarbeit im Handelsgewerbe feſtzuhalten.
tiefer in den Beutel greifen. Für eine Portion
Fleiſch=
paſtete ſind 5.50 oder 6,50 Mk. zu entrichten, und für eine
Rebhuhnbruſt 8 Mark. Und dieſen Speiſepreiſen entſprechen
natürlich auch die Zimmerpreiſe. Für ein beſcheidenes,
kleines Zimmerchen muß man mindeſtens 16 Mk. anlegen,
aber für dieſe Summe genießt man andererſeits auch die
denkbar größte Beſchränkung der perſönlichen Freiheit.
Man darf unter keinen Umſtänden den Kaffeeraum des
Hotels mit einem Hute betreten, und ganz ſchlimm iſt es,
wenn man ſich gar vermeſſen will, den Hut auf einen
zu=
fällig neben einem freiſtehenden Stuhl zu legen. Auch
wenn man den Saal nur flüchtig betritt und ſich darin nur
3 Minuten aufhalten will, muß man den Hut erſt in der
Garderobe abgeben. Eines der reichſten, eleganteſten und
teuerſten Reſtaurants von New=York hat in dieſen Tagen
lieber Bankerott gemacht, als daß es ſeinen Gäſten erlaubt
hätte, in ihrer Tracht von der Kleidung der Kellner
abzu=
weichen. Jeder Mann, der das Reſtaurant betreten wollte,
mußte ſich vorher den Ueberzieher aufknöpfen, um den
Portier zu überzeugen, daß er auch einen richtigen Frack
anhabe. Erſt nach dieſer Reviſion ſtand einem der Weg
zum Paradieſe offen. Aber dafür genießt man im
In=
neren auch den Anblick eines Prunkes, der ſchaudern macht.
In gewiſſen Reſtaurants werden die Tiſche auch unter der
Tiſchvlatte illuminiert, ſodaß durch das Tiſchtuch hindurch
die Reflexe bunter Glühbirnen durchleuchten und ſo den
Genuß des Eſſens auch mit koloriſtiſchen Lichteffekten
würzen.”
* Keine Federhüte mehr. Aus München wird
gemeldet: Bei einem Empfang im Palaſt des Prinzen
Leopold befand ſich auch Profeſſor Dr. Schillings, mit
dem vor kurzem in Berlin der Kaiſer über Wildſchutz
ge=
ſprochen hatte. Der Afrikareiſende erklärte nun, daß der
Kaiſer geäußert habe, er werde Mittel und Wege finden,
das deutſche Tierleben nach engliſchem Vorbilde (?) zu
ſchützen. Die Kaiſerin, ſo erzählte Profeſſor Schillings
weiter, habe ihm mitgeteilt, daß ſie nicht mehr neue
Federhüte kaufen, die alten nur auf beſonderen Wunſch
ihres Gemahls tragen werde. Profeſſor Schillings wies
die Damen auf dieſe Aeußerung der Kaiſerin hin und
bat ſie, in gleicher Weiſe zu handeln.
* Zweifel und Glaube. Das Mainzer Journal bringt
eine Aufzählung der Stichwahlergebniſſe, im beſonderen
derjenigen der Zentrumspartei und fügt hinzu: „Angeſichts
dieſer Tatſache wird kein Einſichtiger zweifeln, daß das
Zentrum ſeine Stärke und ſeine Werbekraft verloren habe.”
Daß dies aber ſo ſchlimm nicht gemeint iſt, beweiſen die
nachfolgenden Worte: „Unerſchüttert ſtebt der Turm da.”
Reichstags=Stichwahl
am 22. Januar 1912.
Erläuterungen.
Es bedeutet:
Bbd. — Bauernbund.
b. k. F. — bei keiner Fraktion.
Bdl. — Bund der Landwirte.
Demokr. Vgg. — Demokratiſche Vereinigung.
D. Refpt. — Deutſche Reformpartei.
Fortſchr. Vpt. — Fortſchrittliche Volkspartei.
Konſ. — Konſervativ.
*. Lothr. — Lothringer.
Mittelſt.=Pt. — Mittelſtandspartei.
Natl. — Nationalliberal.
Rpt. — Reichspartei.
Soz. — Sozialdemokrat.
Wirtſch. Vgg. — Wirtſchaftliche Vereinigung.
Ztr. — Zentrum.
* Die geſtrigen Reichstags=Stichwahlen haben in
Darmſtadt nachſtehendes Reſultat ergeben:
Stichwahl am
Wahl am
22. Jan. 1912. 1 12. Januar 1912.
8
eſeliee
714) 647 379) 262 625l 268) 173l 181
II. 639) 577 2781 297) 546) 169) 147) 230
III. 804 716 284) 428) 686 179) 143) 363
IV. 748) 666 383) 274l 647 256) 177 210
V. 726 667 362 298 638) 229) 162) 243
VI. 775) 722 3341 381 6741 215 149) 309
VII. 728) 683 179) 498) 625 118 891 418
VIII. 733) 681 218) 457) 637 140 1631 384
IX. 700 651 2981 350 616 205) 109) 300
X. 701) 641 315 323) 596 190) 134 267
XI. 700) 642 349) 283) 595l 216 149 229
XII. 626) 552 338) 2091 522 218l 128) 175
XIII. 744) 691 390 294 659) 253l 164l 241
XIV. 7321 694 469) 2181 656) 334 139) 181
XV. 658) 600₰ 440) 150 568) 327l 122 116
XVI. 686) 643 498) 137 619) 367 159) 91
XVII. 632) 587 282) 2871 562 198 137 225
XVIII. 723) 682 236) 441 645 1531 120 370
XIX. . 613) 572 2821 284) 541 205 98 234
XX. 4071 355 218) 1271 335) 148) 91 94
XXI. 359) 329 240 84 316 189) 63) 63
XXII. 716) 648 428) 218) 612) 317 109) 183
XXIII. 708) 626 349) 264) 600 223l 184) 189
XXIV. 433) 393 210) 181 373) 131) 91 147
XXV. 699) 624 137 485) 576) 871 84 404
XXVI. 676) 610 235) 358) 556 156) 123l 276
zuſam. 17380 15904 8132 7588115016 5491 3374 6121
In der Stichwahl ſtimmten in Darmſtadt 900
Wäh=
ler mehr ab; im ganzen wählten 90 % gegen 86,3 % bei
der Hauptwahl.
Das Ergebnis der einzelnen Gemeinden des
Wahl=
kreiſes iſt folgendes:
etchuehlon
Wahl am
22. Jan. 1912) 12. Januar 1912.
Kreis
Darmſtadt:
(8
G
ä
8132 7588 5491 3374 6121
Darmſtadt
4861 836) 358) 119 800
Arheilgen
63) 43 57
Braunshardt
35
431) 997) 244 237 . 866
Eberſtadt
76) 234) 56) 35 220
Erzhauſen
111 53 90 16) 51
Eſchollbrücken
192) 113) 161 31 96
Hahn mit Eich
128) 177 100 22 171
Gräfenhauſen
354) 1004) 215) 217 873
Griesheim
114 120 63) 66 109
Meſſel
68) 126) 411 31
114
Nieder=Beerbach
Nieder=Ramſtadt mit
213) 345 147
69 305
Waſchenbach
290 615 210 74 570
Ober=Ramſtadt
533) 924) 418) 219) 789
Pfungſtadt
Roßdorf
328) 365l 233) 67 317
Schneppenhauſen
56
27 58 19
Tralſa
149) 35 39 131
Wellerſtadt
118) 28: 74 37 270
Wixyauſen
39
107) 250
79
11843, 14282) 8084) 4688 12130
Stichwahl am Wahl am 12. Jan.
22. Jan. 1912
1912.
Kreis
Groß=Gerau
58
(96
117
102
Aſtheim
92
106
87 100 631 33) 86
Bauſchheim
50 24 39
Berkach
22
255 1 256 181) 80 185
Biebesheim
426 533 175 407) 404
Biſchofsheim
205 180 ) 164 36 160
Büttelborn
246 83 196) 37 87
Crumſtadt
Dornberg
157 190 129) 42) 164
Dornheim
163 90 119) 44
Erfelden
147 98 78) 64)
Geinsheim
153 126 621 109) 269
Ginsheim
167 194 123) 65 171
Guſtavsburg
184 110 132) 94) 67
Goddelau
477 682 244) 417 473
Groß=Gerau
8) 37
23 43 20
Haßloch
190 648 125 77 616
Kelſterbach
Klein=Gerau
80 99 57 30 84
Königſtädten
114 145 76 84 96
Leeheim
128 130 99) 39) 118
Mörfelden
91 642) 26) 106) 571
Nauheim
160 203 64 129) 159
Raunheim
100 280 381 831 254
357 1009 236) 189) 907
Rüſſelsheim
Stockſtadt
157 174 73) 1111 125
Trebur
207 297 125) 80 270
Walldorf
66 440 33) 80 369
Wallerſtädten
117 108 911 40 85
Wolfskehlen
170 83 120) 49
Worfelden
135 1 75 ) 104) 26
Kreis
Groß=Gerau
5012 7169 3086 2580 6 196
Hierzu
Kreis Darmſtadt 11843 14282 8084) 4 688 12 130
16855 2145111170 7 268 18 326
Insgeſamt
Das Geſamtreſultat iſt mithin: Oſann 16855
Queſſel 21451. Gewählt Oueſſel.
Großherzogtum Heſſen.
339. Heſſen 1. Gießen=Grünberg. (bisher: Werner
Wirtſch. Vgg.) Dr. Werner Wirtſch. Vgg. 9784, Beckmann
Soz. 7943, Erkelenz Fortſchr. Vpt. 6969. — Stichwahl:
Werner (Wirtſch. Vgg.) 13032, Beckmann (Soz.)
11885. — Gewählt Dr. Werner (Wirtſch. Vag.).
340. Heſſen 2. Friedberg=Büdingen. (bisher: Buſold
Soz.) Buſold Soz. 9 89, Strack Natl. 7378, Leuchtgens
Fortſchr. Vpt. 2567, Schroeder Ztr. 2105. — Stichwahl:
Buſold (Soz.) 10382, Strack (Ntl.) 11515. —
Ge=
wählt Strack (Natl.).
341. Heſſen 3. Lauterbach=Alsfeld. (bisher:
Binde=
wald Wirtſch. Vgg.) Bindewald Wirtſch. Vgg. 6174,
Heck Ntl. 3214, Möbus Fortſchr. Vpt. 2799, Vetter Soz.
3029. — Stichwahl: Bindewald (Wirtſch. Vgg.) 7986,
Heck (Ntl.) 9138. — Gewählt Heck (Ntl.).
344. Heſſen 6. Erbach=Bensheim. (bisher: Haas
Natl.) Haſenzahl Soz. 8526, Rippel Wirtſch. Vgg. 4588
Scior Natl. 4371, Dr. Sauer Fortſch. Vpt. 3621. —
Stich=
wahl: Haſenzahl (Soz.) 11568, Rippel (Wirtſch.
Vag.) 8939. — Gewählt Haſenzahl 1Soz.).
345. Heſſen 7. Worms. (bisher: Frh. Heyl zu
Hernsheim Natl.) Frhr. Heyl zu Hernsheim Natl. 11325,
Engelmann Soz. 6644, Uebel Ztr. 6348, Becker Fortſchr.
Vpt. 3959. — Stichwahl: Frhr. Heyl zu Hernsheim
(Natl.) 17486, Engelmann (Soz.) 8828. —
Ge=
wählt von Heyl (Natl.).
346. Heſſen 8. Bingen=Alzey. (bisher: Uebel Ztr.)
Dr. Becker Natl. 10848, Korell Fortſch. Vpt. 9372, Adelung
Soz. 2315. — Stichwahl: Dr. Becker (Natl.) 12000,
Korell (Fortſchr. Vpt.). 12010. — Gewählt Korell,
(Fortſchr. Vpt.).
Königreich Preußen.
Provinz Oſtpreußen.
1. Königsberg 1. Memel=Heydekrug. (bisher:
Schwa=
bach Natl.) Geh. Reg.=Rat a. D. Schwabach Natl. 8750,
Expedient Ferd. Mertens Soz. 3839, Hutsbeſ. Streckies
Litauer 5808. — Stichwahl: Schwabach (Natl.),
Streckies (Lit.). — Gewählt Schwabach (Natl.).
Provinz Weſtpreußen.
19. Danzig 2. Landkreis Danzig. (bisher: Doerkſen
Rpt.) Hofbeſ. Doerkſen Rpt. 4709, Arbeiterſekr. Schümmer
Ztr. 4377, Pfarrer v. Kupczinski Pole 1012, Kaufm. Franz
Hardtmann Fortſchr. Vpt. 3697, Julius Gehl Soz. 5272,
Dentler Mittelſt.=Pt. 34, Markwald Soz. 33, Dunajski
Pole 28. — Stichwahl: Doerkſen=Gehl. — Gewählt
Dörkſen (Rpt.).
20. Danzig 3. Stadtkreis Danzig. (bisher:
Momm=
ſen Fortſchr. Vpt.) Kaufm. Rudolf Dentler Konſ. 7121,
Pfarrer Kupczynski Pole 498, Redakt. Friedrich
Wein=
hauſen Fortſchr. Vpt. 9418, Redakt. Hans Marckwaldt
Soz. 8038 — Stichwahl: Weinhauer (Fortſchr. Vpt.),
Marckwaldt (Soz.). — Gewählt Weinhauſen (
Fort=
ſchr. Vpt.).
25. Marienwerder 3. Graudenz=Strasburg. (
bis=
her: Sieg Natl.) Rittergutsbeſ. v. Donimirski Pole 12117,
Rittergutsbeſ. Sieg Natl. 13441, Maurer Fritz
Wieczor=
kowski Soz. 1437, Schmidt b. k. Fr. 712. Spahn Ztr. 145.
Stichwahl: Sieg (Ntl.), v. Donimirski (Pole). —
Gewählt Sieg (Natl.).
29. Marie werder 7. Schlochau=Flatow. (bisher:
Wilckens Konſ.) Rittergutsbeſ. Frhr. v. Knigge Konſ. 8081,
Chefredakt. Karl Sedlatzek D. Rpt. 1162, Gutsbeſ. Sa=
watzki Ztr. 4644, Pfarrer Pelowski Pole 5370,
Anſiedlungs=
beſitzer Friedrich Harte Natl. 4303, Parteiſekretär Konrad
Broßwitz Soz. 805 — Stichwahl: v. Knigge=Pelowski.
Gewählt Knigge (Konſ.).
Provinz Brandenburg.
31. Berlin 1. Mitte. (bisher: Kaempf Fortſchr.
Vpt.) Gauvorſteher Kaufmann Oskar Thomas Wirtſch=
Vgg. 482, Reichsgraf v. Oppersdorff Ztr. 169, Schrift.
ſteller Chociszewski Pole 37, Stadtälteſter Johannes
Kaempf, Fortſchr. Vpt. 4657, Redakt. Wilh. Düwell, Soz.
4408, Oberſt a. D. Gädke demokr. Vgg. 1395. — Stichwahl:
Kaempf (Fortſchr. Bpt.), Düwell (Soz.). — Gewählt
Kaempf F. Vpt.)
41. Potsdam 5. Ober=Barnim. (bisher: Pauli
Rpt.) Rechtsanwalt Bredereck Konſ. 5651, Generalſekr.
Hubrich Fortſchr Vpt. 6134, Stadtv. Buchhändler Bruns
Soz. 8571. — Stichwahl: Hubrich (Fortſchr. Vpt.),
Bruns (Soz.). — Gewählt Hubrich IF. Vpt.)
47. Frankfurt a. O. 1. Arnswalde=Friedeberg.
(bisher: Bruhn D. Rfpt) Gouverneur a. D. v.
Schuck=
mann Konſ. 5517, Verleger Wilhelm Bruhn D. Rfpt.
4628, Reg.=Rat Dr. Poensgen Natl. 2636, Arbeiter=Sekr.
Eugen Brückner Soz. 4213. — Stichwahl: von
Schuck=
mann (Konſ.), Bruhn (Reformpt.). — Gewählt Bruhn
(Reformpt.).
55. Frankfurt a. O. 9. Kottbus=Spremberg. (bisher:
v. Dirkſen Rpt.) Landger.=Direktor Parthey Rpt. 8539,
Handſchuhmacher Ewald Haaſe Fortſchr. Vpt. 8016,
Gew.=Sekr. Karl Giebel Soz. 11181, Chociszewski Pole 49.
Stichwahl: Parthey=Giebel. — Gewählt Giebel (Soz.).
Provinz Dommern.
69. Stralſund 1. Rügen=Franzburg=Stralſund.
(bisher: Stengel Fortſchr. Vpt.). Landrat Frhr. von
Maltzahn Konſ. 10244, Paſtor Heyn Fortſchr. Vpt. 7339,
Redakteur Katzenſtein Soz. 5903. Stichwahl: Maltzahn
(Konſ.), Heyn (Fortſchr. Vpt.). — Gewählt Heyn
(Fortſchr. Vp.).
70. Stralſund 2. Greifswald=Grimmen. (bisher:
Gothein Fortſchr. Vpt.). Rechtsanwalt Dr. Langemak
Konſ. 8129, Juſtizrat Ollmann Natl. 1062, Bergrat a. D.
Gothein Fortſchr. Vpt. 6993, Gew.=Beamt. Hanke Soz. 4227.
Stichwahl: Langemak (Konſ.), Gothein (Fortſchr.
Vpt.). — Gewählt Gothein (Fortſchr. Vpt.).
Provinz Boſen.
76. Poſen 6. Frauſtadt=Liſſa. (bisher: Kolbe Rpt.)
Graf v. Oppersdorff Ztr. 3087, Rittergutsbeſ. v. Ponikie wskt
Pole 2781, Stadtrat Löhning Fortſchr. Vpt. 6115,
Gau=
eiter Grunow Soz. 346. — Stichwahl: Oppersdorff
(Ztr.), Löhning (Fortſchr. Vpt.). — Gewählt v.
Op=
persdorff (Ztr.).
81. Bromberg 1. Czarnikau=Kolmar i. P. (bisher:
Ritter Konſ.). Rittergutsbeſ. Ritter Konſ. 12148, Graf
Bninski Pole 7052, Landger.=Direktor Ehrenberg Natl.
5184, Verb.=Beamter Schulz Soz. 2754. — Stichwahl:
Ritter (konſ.), Bninski (Pole). — Gewählt Ritter
(Konſ.).
Provinz Schleſien.
91. Breslau 6. Stadt Breslau=Oſt. (bisher: Fürſt
v. Hatzfeldt Rpt.) Juſtizrat Dr Grützner Konſ. 10318,
Pfarrer v. Zakrzewski Pole 96, Stadtrat Dr. Grund Natl.
12085, Gew.=Beamter Bauer Soz. 21359, Prediger Tſchirn
Demokr. Vgg. 642. — Stichwahl: Dr. Grund (Natl.),
Bauer (Soz.). — Gewählt Bauer (Soz.)
99. Oppeln 1. Kreuzburg=Roſenberg. (bisher: Fürſt
Hohenlohe=Oehringen Konſ.) Rittergutsbeſ. Meyer Konſ.
7015, Propſt Kutſchka Pole 5657, Landger.=Rat Wellmann
Natl. 2586, Gew.=Sekr. Schliſch Soz. 344. — Stichwahl:
Meyer (Konſ.), Kutſchka (Pole). — Gewählt Meyer
Konſ.)
101. Oppeln 3. Groß=Strelitz=Koſel. (bisher:
Glo=
watzki Ztr.) Erzprieſter Glowatzki Ztr. 9837, Propſt
Wajda Pole 9252, Expedient Bialdyga Soz. 1247, Träger
Fortſchr. Vpt. 171. — Stichwahl: Wajda (Pole),
Glo=
watzki (Ztr.). — Gewählt Glowatzki (Ztr.)
102. Oppeln 4. Lublinitz=Toſt=Gleiwitz. (bisher:
Jankowski Pole.) Oberlandmeſſer Warlo Ztr. —,
Pfarrer Jankowski Pole —, Kommerz.=Rat Dr.=Ing.
Niedt Natl. —, Gew.=Sekr. Timm Soz. —. Stichwahl
zwiſchen Warlo (Ztr.) und Niedt (Natl.). Warlo
Ztr. l
103. Oppeln 5. Beuthen=Tarnowitz. (bisher:
Napie=
ralski Pole.) Juſtizrat Bitta Ztr. 12957, Redakt. Dombeck
Pole 20671, Sanitätsrat Dr. Hartmann Natl. 10176,
Arb.=Sekr. Hörning Soz. 11534. — Stichwahl: Bitta
(Zentr.), Dombeck (Pole). — Gewählt § ombek (Pole).
104. Oppeln 6. Kattowitz=Zabrze. (bisher: Korfanty
Pole.) Amtsrichter Göbel Ztr. 11358, Geſchäftsführer
Soſinski Pole 17913, Juſtizrat Sachs Natl. 5755, Bergrat
Williger Nat. 9415, Arb.=Sekr. Biniszkiewicz Soz. 14904,
Stichwahl: Soſinski (Pole), Biniszkiewicz (Soz.). —
Gewahlt Soſinski (Polel.
119. Liegnitz 9. Görlitz=Lauban. (bisher: Mugdan
Fortſchr. Vpt.) Oberſt a. D. Reimer Konſ. 7615,
Sani=
tätsrat Dr. Mugdan Fortſchr. Vpt. 13901, Redakt. Taubadel
Soz. 20498. — Stichwahl: Mugdan (Fortſchr. Vpt.),
Taubadel (Soz.). — Gewählt Taubadel Soz.)
Provinz Hachſen.
122. Magdeburg 2. Oſterburg=Stendal. (bisher:
Fuhrmann Natl.) Rittergutsbeſ. Höſch Konſ. 10512,
Gene=
ralſekr. Fuhrmann Natl. 8621, Parteiſekr. Beims Soz.
7434, Chociszewski Pole 38. — Stichwahl: Fuhrmann
(Natl.), Höſch (Konſ.). — Gewählt Hoeſch (Konſ.).
123. Magdeburg 3. Jerichow I. u. II. (bisher: v.
Byern Konſ.) Rittergutsbeſ. v. Byern Konſ. 9870,
Fort=
bildungsſchuldireitor Merten Fortſchr. Vpt. 8291,
Ex=
pedient Haupt Soz. 11992. Stichwahl: Haupt (Sog.),
v. Byern (Konſ.). — Gewählt v. Byern Konſ.)
125. Magdeburg 5. Wollmirſtedt=
Neuhaldens=
leben. (bisher: Fehlhauer Natl.) Major a. D. Stroſſer
Konſ. 4880, Obermſtr. Rahardt Rpt. 4192,
Ober=
verwaltungsger.=Rat Schiffer Natl. 5639, Redakt. Nitſch
Soz. 1091.. — Stichwahl: Schiffer (Natl.), Nitſch
(Soz.). — Gewählt Schiffer (Natl.).
128. Magdeburg 8. Oſchersleben=Halberſtadt=
Wernigerode. (bisher: Rimpau Natl.) Gutsbeſ. Hörneck=
Konſ. 6183, Oekonomierat Rimpau Natl. 12654, Gew.=
Beamt. Brandes Soz. 17373. — Stichwahl: Rimpau
(Natl.), Brandes (Soz.). — Gewählt Brandes (Soz.).
131. Merſeburg 3. Bitterfeld=Delitzſch. (bisher:
Bauermeiſter Rpt.) Fabrikbeſ. Bauenneiſter Rvt. 10069,
Rektor Zſchanter Fortſchr. Vpt. 6670, Zigarrenfabr.
Raute Soz. 12920, Chociszewski Pole. 231. Baſſermann
Natl. 29. — Stichwahl: Bauermeiſter (R Rante
(Soz.). — Gewählt Raute (Soz.).
139. Erfurt 3. Mühlhauſen=Langenfalza=
Weißen=
ſee. (bisher: Arnſtadt Konſ.) Landw. Arnſtad: Konſ. 11978.
Juſtizrat Dr. Lewin Fortſchr. Vpt. 6604, Kaſſenführer
Schäfer Soz. 8286. — Stichwahl: Arnſtadt=Schäfer.
Gewählt Arnſtadt (mſl
Nummer 19.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912.
Oe
Provinz Schleswig=Holſtein.
144. Schleswig=Holſtein 4. Tondern=Huſum=
Eider=
ſtedt. (bisher: Leonhart Fortſchr. Vpt.) Hofbeſ. A.
Jeſſen Konſ. 2219, Dr. Schifferer Natl. 7928,
Rechts=
anwalt Dr. Blanck Fortſchr. Vpt. 6373, Buchhalter
P. Jeſſen Däne 1985, Jeſſen Bdl. 2219, Redakt. Brecour
Soz. 2140. — Stichwahl: Schifferer (Ntl.), Blanck
(F. Vp.). — Gewählt Dr. Blanck IF. Vpt.
145. Schleswig=Holſtein 5. Dithmarſchen=
Stein=
burg. (bisher: Görck Natl.) Gutsbeſ. v. Levetzow Konſ.
410, Amtsger.=Rat Dr. Görck Natl. 8367, Lehrer Hoff
Fortſchr. Vpt. 11092, Redakt. Paul Müller Soz. 12180.
— Stichwahl: Hof (Fortſchr. Vpt.), Müller (Soz.). —
Gewählt Hoff (F. Vpt.)
Provinz Hannover.
157. Hannover 7. Neuſtadt a. R.=Nienburg.
(bisher: Arning Natl.) Mühlen= und Hofbeſ.
Weiden=
höfer Rpt. 4397, Augenarzt Stabsarzt a. D. Dr. Arning
Natl. 7749, Metallarb. Behle Soz. 5269, Frhr. v. Scheele
Welfe 8085. — Stichwahl: Arning (Natl.), v. Scheele
(Welfe). — Gewählt v. Schele (Welfe).
160. Hannover 10. Hildesheim. (bisher:
Feld=
mann Konſ.) Generalſekr. Zürn Konſ. 10732, Rechtsanw.
Dr. Gildemeiſter Natl. 10238, Redakt. Rauch Soz. 11403
Oberſtleutnant a. D. v. Diebitſch Welfe 863. — Stichwahl:
Zürn (Konſ.), Rauch (Soz.). — Gewählt Rauch (Soz.).
161. Hannover 11. Einbeck=Nordheim. (bisher
Findel Natl.) Poſtdirekt. Machens Natl. 6178,
Zigarren=
fabr. Deichmann Soz. 8226, Zimmermſtr. Kiel b. k. F. 5982.
Stichwahl: Machens=Deichmann. — Gewählt
Deich=
mann (Soz.).
162. Hannover 12. Göttingen=Münden=
Duder=
ſtadt. (bisher: v. Olenhuſen Ztr.) Oberlehrer Prof.
Henckel Wirtſch. Vgg. 2949, Landſchaftsrat Götz v.
Olen=
huſen Welfe 6236, Bahnſchloſſer Ickler Natl. 7138, Gew.=
Beamt. Mey Soz. 7986. — Stichwahl: Ickler (Natl.),
Mey (Soz.). — Gewählt Ickler (Natl.).
163. Hannover 13. Goslar=Zellerfeld. (bisher.
Kölle Wirtſch. Vgg.) Amtsger.=Rat Kölle Wirtſch. Vgg.
4347, Juſtizrat Götting Natl. 6942, Parteiſekr. Leinert
Soz. 9924, Kaufm. Kohlbrandt Welfe 1364, Kaufm.
Bierwirth Wildlib. 723. — Stichwahl: Götting (Natl.),
Leinert (Soz.). — Gewählt Goetting Natl.)
164. Hannover 14. Gifhorn=Peine. (bisher: Wehl
Natl.) Oberlandesger.=Rat Dr. Gottſchalk Konſ. 5057,
Rechtsanw. Meyer Natl. 11048, Redakt. Schneider Soz.
11289, Rittergutsbeſ. Frhr. v. Hodenberg Welfe 7237.
Stichwahl: Meyer (Natl.), Schneider (Soz.). —
Ge=
wählt Meyer Ntl.
165. Hannover 15. ülzen=Lüchow. (bisher: v. d
Wenſe Rpt.) Rittergutsbeſ. v. d. Wenſe Rpt. 5018,
Elektromeiſter Otto Meyer Mittelſt.=Pt. 1741, Hofbeſ.
Duſche Natl. 7829, Buchdrucker Guſt. Fiſcher Soz. 2974,
Kloſtergutspächter v. Meding Welfe 7573. — Stichwahl
Duſche (Natl.), v. Mending (Welfe). — Gewählt
Meding Welfel.
166. Hannover 16. Lüneburg=Winſen. (bisher:
Sievers Natl.) Buchhdlr. Schumacher Wirtſch. Vgg. 5787
Lehrer Dammann Natl. 7598, Redakt. Emil Krauſe Soz.
6942, Rittergutsbeſ. Frhr. v. Wangenheim Welfe 8030. —
Stichwahl: Dammann (Ntl.), v. Wangenheim (Welfe.).
— Gewählt v. Wangenheim (Welfe).
Provinz Weſtfalen.
182. Arnsberg 4. Hagen. (bisher: Cuno Fortſchr.
Vpt.) Arb.=Sekr. König Soz. 23184, Dr. Crüger Fortſchr.
Vpt. 14737, Fabrikbeſ. Springmann Natl. 12000,
Chocis=
zewski Pole 231. — Stichwahl König (Soz.), 24774,
Crüger (Fortſchr. Vpt.). — Gewählt König 1Soz.
Provinz Heſſen-Naſſau.
187. Wiesbaden 1. Höchſt=Homburg v. d. H. (
bis=
her: Brühne Soz.) Lücke Bd. d. L. 1474, Landger.=Direkt.
Itſchert Ztr. 9786, Pfarrer Küſter Nat. 6434, Gaſtwirt
Goll Fortſchr. Vpt. 6072, Schuhmachermſtr. Brühne
Soz. 21279. — Stichwahl: Brühne (Soz) 23600,
Itſchert (Ztr.). 16484. — Gewählt Brühne (Soz.).
192. Wiesbaden 6. Stadt Frankfurt a. M. (
bis=
her: Oeſer Fortſchr. Vpt.) Generalſekr. Behrens Chriſtl.
Soz. 1289, Lehrer Schwarz Ztr. 5708, Redakteur Oeſer
Fortſchr. Vpt. 31306, Redakteur Dr. Quarck Soz. 35686.
— Stichwahl: Quarck (Soz.) 39013 Oeſer (
Fort=
ſchr. Vpt.). 34256. — Gewählt Dr. Quarck (Soz.ſ.
Rheinprovinz.
201. Köln 1. Stadt Köln. (bisher: Trimborn Ztr.)
Direktor Stuhrmann Wirtſch. Vgg. 310, Juſtizrat
Trim=
born Ztr. 17313, Prof. Dr. Bermbach Natl. 7154,
Partei=
ſekr. Hofrichter Soz. 18666, Dr. Pohlſchröder D. V. 1161.
— Stichwahl: Trimborn (Ztr.) 22413, Hofrichter
(Soz.) 28 634. Gewählt Hofrichter (Soz.).
Königreich Bayern.
237. Oberbayern 1. München I. (bisher: Wölzl
Natl.) Gutsbeſ. v. Spies Konſ. 563, Magiſtratsrat Dr.
Lochbrunner Ztr. 4862, Oberſtudienrat Dr. Kerſchenſteiner
Liberal 10949, Verwalter Witti Soz. 11594. —
Stich=
wahl: Witti (Soz.), Dr. Kerſchenſteiner (Liberal).
Gewählt Kerſchenſteiner (Lib.).
246. Niederbayern 2. Straubing. (bisher: Schefbeck
Ztr.) Bäckermſtr. Schefbeck Ztr. 10094, Gutsbeſ. Laux
Bbd. 8814, Parteiſekr. Auer Soz. 1969. — Stichwahl:
Schefbeck (Ztr.), Laux (Bbd.). — Gewählt Laur (Bbd.)
256. Pfalz 6. Kaiſerslautern. (bisher: Roeſicke
Konſ.) Rittergutsbeſ. Dr. Roeſicke Konſ. 9770, Prof.
Hummel Fortſchr. Vpt. 8401, Adjunkt Hofmann Soz.
11306. — Stichwahl: Hoffmann (Soz.) 16296, Roeſicke
(Konſ.) 12067. — Gewählt Hoffmann (Soz.).
263. Oberfranken 2. Bayreuth. (bisher: Hagen
Natl.) Gutsbeſ. Brendel Konſ. 5721, Reallehrer
Win=
ſauer Natl. 6012, Geſchäftsführer Hugel Soz. 10953.
— Stichwahl: Hugel (Soz.), Winſauer (Natl.).
Gewählt Hugel (Soz.).
269. Mittelfranken 3. Ansbach=Schwabach. (
bis=
her: Hufnagel Konſ.) Bürgermſtr. Hufnagel Konſ. 6724,
Prof. Dr. Quidde Fortſchr. Vpt. 6331, Verb.=Beamt.
Hierl Soz. 6655. — Stichwahl: Hufnagel (Konſ.),
Hierl (Soz.). — Gewählt Hierl Soz.
272. Mittelfranken 6. Rothenburg o. T. (bisher:
Hilpert b. k. F.) Geſchäftsführer Münch Fortſchr. Vpt.
2518, Zig.=Fabr. Klampfer Soz. 2920, Landwirt Hilpert
Bdl. 7171, Gutsbeſ. Kerſchbaum Bbd. 6355. — Stichwahl:
Hilpert (Bdl.), Kerſchbaum (Bbd.). — Gewählt
Kerſchbaum (Bbd.).
Königreich Sachſen.
307. Königr. Sachſen 23. Plauen. (bisher: Günther
Fortſchr. Vpt.) Fabrikbeſ. Graſe Natl. 10070, Kaufmann
Günther Fortſchr. Vpt. 11859, Gew.=Beamt. Jäckel S z.
20857. — Stichwahl: Jäckel (Soz.), Günther (Frtſchr.
Vpt.) — Gewählt Jäckel Soz.
Königreich Württemberg.
310. Württemberg 3. Beſigheim=Heilbronn. (
bis=
her: Naumann Fortſchr. Vvt.) Redakt. Dr. Wolff Konſ.
10778, Schriftſteller D. Naumann Fortſchr. Vpt. 10687,
Redakt. Feuerſtein Soz. 12429. — Stichwahl: Feuerſtein
(Soz.), Wolff (Konſ.). — Gewählt Feuerſtein Soz.).
311. Württemberg 4. Böblingen=Leonberg. (
bis=
her: Roth Wirtſch. Vgg.) Rechtsanwalt Roth Wirtſch.
Vgg. 5882, Geſchäftsführer Keinath Natl. 6657, Fabrikant
Sperka Soz. 8966. — Stichwahl: Sperka (Soz.), Keinath
(Natl.). — Gewählt Keinath (Natl.)
312. Württemberg 5. Eßlingen=Kirchheim. (
bis=
her: Wetzel Nat.) Verwalter Hiller Konſ. 5009,
Rechts=
anwalt Liſt Natl. 9906, Gaſtwirt Schlegel Soz. 15473. —
Stichwahl: Liſt (Ntl.) 16373, Schlegel (S.) 16228.
Gewählt Liſt Ntl.)
313. Württemberg 6. Reutlingen=Tübingen. (
bis=
her: v. Payer Fortſchr. Vpt.) Gew.=Sekr. Krug Konſ.
1676, Schriftſt. Erzberger Ztr. 3682, Rechtsanw. v. Payer
Fortſchr. Vpt. 12055, Verb.=Beamt. Schlicke Soz. 7234. —
Stichwahl: v. Payer (Fortſchr. Volkspt.), Schlicke
(Soz.). — Gewählt Payer Fortſchr. Vpt.).
314. Württemberg 7. Calw=Nagold. (bisher:
Schweickhardt Fortſchr. Vpt.) Fabrikant Keppler Konſ.
6165, Kaufm. Schweickhardt Fortſchr. Vpt. 7626, Verb.=
Beamt. Steinmayer Soz. 6254. — Stichwahl:
Schweick=
hardt (Fortſchr. Vpt.), Steinmayer (Soz.). — Gewählt
Schweickhardt (Fortſchr. Vpt.).
315. Württemberg 8. Frendenſtadt=Oberndorf.
(bisher: Wagner Fortſchr. Vpt.) Gutsbeſ. Nübling
Konſ. 7023, Rechtsanw. Lieſching Fortſchr. Vpt. 7629,
Schriftſetzer Kowald Soz. 6137. — Stichwahl: Lieſching
(Fortſch. Vpt.), Nübling (konſ.) — Gewählt Lieſching
(Fortſchr. Vpt.).
316. Württemberg 9. Balingen=Rottweil. (bisher:
Haußmann Fortſchr. Vpt.) Haußmann Fortſchr. Vpt.
11955, Mattutat Soz. 8752, Bock Ztr. 8179, Bernecker
Konſ. 634. — Stichwahl: Haußmann (Fortſchr. Vpt.),
Mattutat (Soz.) — Gewählt Haußmann F. Vpt.
317. Württemberg 10. Gmünd=Göppingen. (
bis=
her: Wieland Fortſchr. Vpt.) Prof. Dr. Lang Konſ. 7777,
Gaſtw. Gunßer Fortſchr. Vpt. 9445, Schriftſt. Dr.
Linde=
mann Soz. 11933. — Stichwahl: Lindemann (Soz.),
Gunßer (Fortſchrittl. Vpt.) — Gewählt Gunſſer
(F. Vpt.)
318. Württemberg 11. Backnang=Hall. (bisher:
Vogt Wirtſch. Vgg.) Landwirt Vogt Wirtſch. Vgg. 9358,
Landwirt Schock Fortſchr. Vpt. 6498, Gerber Erlenbuſch
Soz. 4808. — Stichwahl: Vogt (W. Vgg.) 11915,
Schock (Fr. Vpt.) 10776. Gewählt Vogt (W. V.)
321. Württemberg 14. Geislingen=Ulm. (bisher:
Storz Fortſchr. Vpt.) Gutsbeſ. Graf Konſ. 10064,
Rechts=
anwalt Hähnle Fortſchr. Vpt. 10329, Maler Göhring Soz.
9592. — Stichwahl: Hähnle (Fortſchr. Vpt.), Graf
(konſ.) — Gewählt Hähnle (Fortſchr. Vpt.).
Großherzogtum Sachſen=Weimar.
354. Sachſen=Weimar 1. Weimar=Apolda. (bisher=
Graef Wirtſch. Vgg.) Amtsger.=Rat Graef Wirtſch. Vgg.
7503, Schuldirekt. Enders Fortſchr. Vpt. 7664, Parteiſekr
Baudert Soz. 14250. — Stichwahl: Baudert (Soz.),
Enders (Fortſchr. Vpt.) — Gewählt Baudert Soz.)
355. Sachſen=Weimar 2. Eiſenach=Dermbach. (
bis=
her: Leber Soz.) Landwirt Kaiſer Wirtſch. Vgg.
Verb.=Vorſ. Marquart Natl. —, Parteiſekr. Leber
Soz. Stichwahl zwiſchen Marquart (Natl.) und
Leber (Soz.). Gewählt Marquart (Natl.)
356. Sachſen=Weimar 3. Jena=Neuſtadt. (bisher:
Lehmann b. k. F.) Amtsrichter Dr. Schauer Wirtſch.
Vgg. 6620, Prof. Dr. Thümmel Natl. 4523, Oberlehrer
Prof. Dr. Vershofen Fortſchr. Vpt. 5406, Malermſtr.
Leutert Soz. 12697. — Stichwahl: Leutert (Soz.),
Dr. Schauer (Konſ.) — Gewählt Leutert (Soz.
Großherzogtum Oldenburg.
358. Oldenburg 1. Oldenburg=Lübeck=Birkenfeld.
(bisher: Ahlhorn Fortſchr. Vpt.) — Stichwahl: Stelling
(Soz.), Ahlhorn (Fortſchr. Vp.) — Gewählt
Ahl=
horn Fortſch. Vpt.)
359. Oldenburg 2. Varel=Jever. (bisher: Traeger
Fortſchr. Vpt.) Oberlehrer Dr. Strube Natl. 4335, Geh
Juſtizrat Traeger Fortſchr. Vpt. 12204, Buchdruckereibeſ.
Hug Soz. 13014. — Stichwahl: Traeger (Fortſchr.
Vpt.) Hug (Soz.) — Gewählt Träger (Fortſchr.
Vpt.).
Herzogtum Sachſen=Altenburg.
366. Sachſen=Altenburg. (bisher Schmidt Rpt.)
Fabrikbeſ. Schmidt Rpt. 13085, Rechtsanw. Dr.
Peipel=
mann Fortſchr. Vpt. 9273, Verb.=Beamt. Käppler Soz.
21422, Chociszewski Pole 70. — Stichwahl: Schmidt
(Rpt.), Käppler (Soz.) — Gewählt Käppler (Soz.)
Herzogtum Anhalt.
369. Anhalt 1. Deſſau=Zerbſt. (bisher: Schrader
Fortſchr. Bpt.) Heine Soz. 15450, North Natl. 8489, Dr.
Preuß Fortſchr. Vpt. 8415, Lüdemann Dem. Vgg. 1786.
Stichwahl: Heine (Soz.), North (Natl.) —
Ge=
wählt Heine (Soz.).
370. Anhalt 2. Bernburg=Ballenſtedt. (bisher:
Trautmann Natl) Generalkonſ. a. D. Dr. Irmer Konſ.
5175, Paſtor Baumecker Natl. 9906, Schriftſt. Dr.
Breit=
ſcheid Demokr. Vgg. 2878, Gew.=Beamter Bender Soz.
16015. — Stichwahl: Baumecker lutl.), Bender Soz.)
— Gewählt Bender (Soz.)
Fürſtentum Schwarzburg=
Sondershauſen.
372. Schwarzburg=Sondershauſen. (bisher:
Bär=
winkel Natl.) Oberamtmann Keil Wirtſch. Vgg. 3558,
Landrat Geh. Reg.=Rat Dr. Bärwinkel Natl. 6292,
Rechtsanw. Dr. Roſenfeld Soz. 8012. — Stichwahl:
Bär=
winkel (Natl.), Roſenfeld (Soz.) — Gewählt
Bär=
winkel Natl.
Fürſtentum Waldeck.
373. Waldeck. (bisher: Potthoff, Fortſchr. Vpt.)
Amtsger.=Rat Vietmeyer Wirtſch. Vgg. 4403, Rechtsanwalt
Varnhagen Natl. 2037, Redakt. Nuſchke Fortſchr. Vpt. 3687,
Geſchäftsführer Weddig Soz. 1600. — Stichwahl:
Nuſchke (Fortſchr. Vpt.), Vietmeyer (Wirtſch. Vgg.)
— Gewählt Vietmeyer (Wirtſch. Vgg.).
Fürſtentum Schaumburg=Lippe.
376. Schaumburg=Lippe. (bisher: Brunſtermann
Rpt.) Amtsger.=Rat Dr. Brunſtermann Rpt. 2583,
Buch=
druckereibeſ. Knapp Wirtſch. Vgg. 766, Landtagsabgeord.
Hofbeſ. Krömer Fortſchr. Vpt. 2707, Gem.=Beamt. Gärtner
Soz. 3413. — Stichwahl: Gärtner (Soz.), Krömer
(Fortſchr. Vpt.) — Gewählt Krömer (F. Vpt.)
Elſaß=Lothringen.
385. Elſaß=Lothringen 3. Kolmar. (bisher: Preiß
b. k. Fr.) Chefredakt. Abbé Dr. Haegy Elſ. Ztr. 80,3
Mittelſchullehrer Gilg Liberal 4220, Redakt. Peirotes Soz.
6120. — Stichwahl: Dr. Haegy (Elſ. Ztr.) 8872,
Peirotes (Soz.) 9905. — Gewäblt Peirotes (Soz.)
391. Elſaß=Lothringen 9. Landkreis Straßburg.
(bisher: Will Ztr.) Gutsbeſ. Urban Liberal 5591, Notar
Dr. Jaeger b. k. F. 7187, Kaſſenbeamt. Fuchs Soz. 7926.
— Stichwahl: Fuchs (Soz.) 11565, Jaeger (b. k. F.)
8436. — Gewählt Fuchs (Soz.).
393. Elſaß=Lothringen 11. Zabern. (bisher: Hoeffel
Rpt.) Geh. Med.=Rat Dr. Hoeffel Rpt. 7331, Mühlenbeſ.
Adolf Roeſer F. Vpt. 5843, Metallarb. Schulenburg Soz.
3426. — Stichwahl: Hoeffel (Rpt.), 8257, Ad.
Roeſer (Fortſchr. Vpt.) 9843. — Gewählt Roeſer
(Fortſchr. Vp.).
395. Elſaß=Lothringen 13. Bolchen=Diedenhofen.
(bisher de Wendel b. k. F.) Arzt Dr. Medernach Ztr.
13715, Arbeiterſekr. Becker Soz. 7286, Bürgermſtr. Windeck
Lothr. 13328. — Stichwahl: Windeck (Lothr.) 17998,
Medernach (Ztr.) 16409. — Gewählt Windeck (
un=
abh. Lothr.).
396. Elſaß=Lothringen 14. Metz. (bisher: Grégoire
b. k. F.) Landt.=Abg. Rentner Weißmann F. Vpt. 7318,
Schriftſt. Dr. Weill Soz. 11102, Bürgermſtr. Laſolgne
Lothr. 11632. — Stichwahl: Dr. Weill (Soz.), Laſolgne
(Loth). — Gewählt Dr. Weill (Soz.)
* Berlin, 23. Januar. Bis Mitternacht waren
alle 80 Reſultate bekannt. Gewählt ſind 5
Kon=
ſervative, 1 Reichspartei, 3 Zentrum, 4
Wirtſchaft=
liche Vereinigung bezw. Reformpartei, 14
National=
liberale, 18 Fortſchrittliche Volkspartei, 27
Sozial=
demokraten, 3 Welfen, 2 Polen, 2 Bund der Land
wirte, 1 Lothringer.
Die Konſervativen gewinnen 1, verlieren 4, die
Reichspartei gewinnt O, verliert 4, die
National=
liberalen gewinnen 7, verlieren 8, die Fortſchrittliche
Volkspartei gewinnt 5, verliert 5, das Zentrum
gewinnt 2, verliert 2, die Wirtſchaftliche Vereinigung
gewinnt 1, verliert 1, die Welfen gewinnen 3,
ver=
lieren O, die Sozialdemokraten gewinnen 26,
ver=
lieren 2, der Bauernbund gewinnt 2, verliert O,
die Elſäſſer gewinnen O, verlieren 1, die Lothringer
gewinnen 1, verlieren 1, die Polen gewinnen O,
ver=
lieren 1.
Mit den heutigen Stichwahlen ſind insgeſamt
364 Abgeordnete endgültig gewählt
wor=
den. Und zwar:
41 Deutſch=Konſervative,
12 Reichspartei,
10 Wirtſchaftliche Vereinigung,
3 Deutſche Reformpartei,
2 Konſervativ=Wilde,
16 Polen,
91 Zentrum,
5 Welfen,
3 Bayer. Bauernbund,
37 Nationalliberale,
35 Fortſchrittliche Volkspartei,
1 Bauernbund,
1 Bayriſcher Liberaler,
99 Sozialdemokraten,
5 Elſäſſer,
2 Lothringer,
1 Däne.
Die Konſervativen gewinnen 6, verlieren 18,
Reichspartei gewinnt 3, verliert 14, Wirtſchaftliche
Vereingg. gewinnt 3, verliert 10, Bayer. Bauernb.
gewinnt3, verliert0, Zentrum gewinnt5, verliert 14,
Polen gewinnen O, verlieren 1, Nationalliberale
ge=
winnen 19, verlieren 29. Fortſchrittliche Volkspartei
gewinnt 13, verliert 18, Sozialdemokraten gewinnen
59, verlieren 9, Welfen gewinnen 1, verlieren 1,
Elſäſſer gewinnen 2, verlieren 2, Lothringer
ge=
winnen 1, Wilde gewinnen 2, verlieren 5.
Die Stichwahlen ſind für die bürgerlichen Parteien
viel ungünſtiger ausgefallen, als nach dem erſten
Stich=
wahltage angenommen werden konnte. Der große
Zu=
wachs der ſozialdemokratiſchen Mandate iſt der
konſe=
quenten Unterſtützung der Sozialdemokraten durch
die Fortſchrittliche Volkspartei zuzuſchreiben.
Es finden am Donnerstag noch 33 Stichwahlen
ſtatt. An dieſen ſind beteiligt die Konſervativen in 10,
die Reichspartei in 5, die Nationalliberalen in 8, die
Fortſchrittliche Volkspartei in 10, das Zentrum in 7, die
Polen in 4, die Sozialdemokraten in 19, Wilde in 1
Wahlkreis.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 22. Jan. Der Staatsſekretär des
Reichs=
kolonialamts Dr. Solf hat eine
Informations=
reiſe nach London angetreten, um die Organiſation
des engliſchen Diamantenhandels zu ſtudieren.
* Magdeburg, 22. Jan. Geſtern nachmittag ertrank
ein 13jähriger Knabe, als er ſich auf dem Eiſe auf der alten
Elbe vergnügte. Am 19. wurde ein 1¼jähriges Mädchen,
das in einem Schlitten ſaß, von einem Zuge erfaßt und ſo
ſchwer verletzt, daß es bald darauf ſtarb. Der Bruder des
Kindes hatte es in dem Schlitten gefahren, dieſen aber
auf dem Bahngeleiſe ſtehenlaſſen, um ſich auf dem Eiſe des
Grabens zu beluſtigen.
* Freiberg i. S., 22 Jan. Der ſeit drei Wochen
flüchtige Direktor Wallkam von der Vereinsbank in
Dippoldiswalde iſt geſtern verhaftet worden.
* Diedenhofen, 22. Jan. Wie die Lothringer Nachr.
aus Stehlheim melden, ſind auf der Thyſſenſchen Bauſtelle
6 Arbeiter abgeſtürzt. Fünf waren ſofort tot,
während der ſechſte lebensgefährlich verletzt wurde.
* Wien, 22. Jan. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Serajewo: In der katholiſchen Kathedrale wurde
geſtern nach dem Vormittagsgottesdienſt die erzbiſchöfliche
Verordnung, die gemäß dem päpſtlichen Motuproprio
die Zahl der Feiertage herabſetzt, unter großen
Demon=
ſtrationen der Gläubigen von der Kanzel verkündet. Als
der Pfarrer die Verordnung zu leſen begann, entſtand in
der dicht gefüllten Kirche ein ohrenbetäubender Lärm. Die
Verſuche des Pfarrers, die Leute zu beruhigen, wurden
mit Schmährufen auf die Geiſtlichkeit erwidert. Der
Lärm war ſo groß, daß die Polizei einſchreiten mußte.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912,
Nummer 19.
Ein Mamn, der ſich nicht berühigen wolle, wurde
ver=
haftet. Schließlich verließ ein großer Teil der
Gläu=
bigen demonſtrativ die Kirche.
* Paris, 22. Jan. Der Matin erfährt aus Rom, daß
die italieniſche Regierung der franzöſiſchen den Vorſchlag
gemacht habe, alle aus der Beſchlagnahme der „
Car=
thage” und der „Manuba” entſtandenen
Meinungsver=
ſchiedenheiten dem Haager Schiedsgericht zu
unterbreiten.
* Centralia (Illinois), 22. Jan. Ein in voller Fahrt
befindlicher Schnellzug der Rock-Illinois=Bahn
ſtieß bei Centralia auf einen Perſonenzug, der
angehal=
ten hatte, um Waſſer zu nehmen. Zwanzig Perſonen
wurden ſchwer verletzt. Der Präſident der Bahn,
Har=
rien, Melcher, der Vizepräſident, der Hauptanwalt
der Geſellſchaft, und ſein Sohn, die im Privatwagen
Melchers fuhren, wurden getötet.
— Königsberg, 22. Jan. Der Bugſierdampfer
„Rapp” iſt beim Paſſieren einer von Eisbrechern
frei=
gehaltenen Fahrtrinne unmittelbar vor der Stadt
ge=
ſunken. Er wurde vom Dampfer „Caſtro” angerannt,
wodurch er kenterte. Die Mannſchaft konnte gerettet
wer=
den, während der Kapitän Hoffmann ertrank.
Ein erprobtes Hausmittel.
Gegenüber den vielen, tagtäglich neu
entſtehenden und angeprieſenen Mitteln iſt es
eine große Beruhigung, mit Vertrauen zu einem
Hausmittel greifen zu können, das ſeit 35
Jahren in der Aerzte= und
Laien=
welt ſich des beſten Rufes erfreut.
Es iſt das bekannte Stärkungs=
und Kräftigungsmittel Scotts
Emulſion, deſſen Gebrauch ſich
in allen Fällen von Entkräftung,
nach Erkältungen und den damit
verbundenen Beſchwerden em=
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ichen Verfahrens!
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mutter
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Frau Charlotte Hauff
geb. v. Helmolt
im 78. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Hauff, ſtädt. Ingenieur, Mainz,
Prof. Georg Hauff, Oberlehrer, Darmſtadt.
Darmſtadt, den 22. Januar 1912.
Die Einſegnung im Sterbehauſe, Karlſtr. 66
in Darmſtadt, ſowie die Beiſetzung auf dem
Friedhofe in Mainz, finden in aller Stille ſtatt.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme, sowie die reichen
Blumen-
spenden, sagen innigsten Dank
Familie Wolf,
Familie Gg. Möser.
(2308
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
an dem ſchweren Verluſte, ſagen auf dieſem Wege
unſeren herzlichſten Dank.
(2325
Heinrich Heß,
L. Merz Witwe,
Kath. Heß Witwe,
Familie Dr. L. Merz,
„ L. Appel.
Darmſtadt, Pfungſtadt, Hanau.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben, treuſorgenden,
unvergeßlichen Mutter, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden, für den erhebenden Grabgeſang
des Geſangvereins „Einigkeit” und für die
troſt=
reiche Grabrede des Herrn Pfarrers Vollrath,
ſagen wir Allen unſeren tiefgefühlten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Geschwister Späth.
Darmſtadt, den 22. Januar 1912. (B2332
Meie ehene
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber ganz Europa fällt der Luftdruck. Ueber per
Biskaya und Südſkandinavien liegen Depreſſionen, die ſich
in nordöſtlicher Richtung bewegen werden. Randwirbel
der erſten werden uns leichte Regenfälle bringen. Wir haben
morgen keine Aenderung des Wetters zu erwarten.
Ausſichten für Dienstag, 23. Jan. 1912: Trüb,
leichte Regenfälle, etwas wärmer.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): „Der
fliegende Holländer”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Wohltätigkeits=Elite=Abend um 8¼ Uhr im
Saalbau (Heſſ. Fechtverein „Waiſenſchutz”.
Vortrag von Miſſionar Weismann um 8 Uhr im
Gemeindehaus der Johannesgemeinde.
Monatsverſammlung des deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im „Kaiſerſaal”.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Miniſter bei der Reichstagswahl, der Brand des
Equi=
tablepalaſtes in New=York, Porträts von Exzellenz.
v. Radowitz †, und Miniſterpräſident Poincaré;
Bil=
der vom Winterſport.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 24. Januar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Holzverſteigerung um ½9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Stammholz=Verſteigerung um 1 Uhr in den
Eſchollbrücker Gemeinde=Anlagen (Zuſammenkunft am
Ortsausgang nach Darmſtadt).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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Nummer 19.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912.
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Moderne Humoristen: Victor Auburtin, Wilh. Busch, Otto Ernst, K. E.
Binzkey, Marx Möller, Börries v. Münchhausen, Rideamus, Rosegger, v. Schlicht,
L. Thoma, E. v. Wolzogen u. A.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu 4 Mk., Numerierter Saal zu
3 Mk., Unnumerierter Saal zu 2 Mk., Vorsaal zu 1.50 Mk.,
Galerie zu 2 Mk., Studentenkarten zu 1 Mk. und Schülerkarten
zu 80 Pfg. sind im Verkehrsbureau u. abends an d. Kasse zu haben.
Ein Teil des Ertrags des Abends wird dem
Festhaus-Verein Darmstadt überwiesen.
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Das Lustige Salzer=Buch in allen Buchhandlungen!
mit Licht-
Eiludung zum Vorfrag bildern
des Herrn Dr. med. W. Vix, Sp.-Arzt dahier
über seine Forschungsreisen in den Ländern zwischen
den Seen im Nordwesten von Deutsch-Ostafrika 1910/11
am Donnerstag, den 25. Januar 1912, abends 8 Uhr,
im Saale der Traube,
veranstaltet von der
Abt- Darmstadt der Deutschen Kolonlalgesellschaft u.
der Kreisgruppe Darmstadt d. Deutsch. Flottenvereins.
Eintrittskarten zu 50 Pfg. (Studenten Schüler und
Schüle-
rinnen zu 20 Pfg.), sind in den Buchhandlungen Bergsträsser und
Wails, sowie abends an der Kasse zu haben. Die Mitglieder obiger
Vereine haben gegen Vorzeigen ihrer Einladungs- oder
Mitglied-
karten freien Eintritt.
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Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
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Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe (B10
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des Vereins für das Deutſchtum im Ausland
(Allg. Deutſcher Schulverein) E. V.
Haupt=Verſammlung 1912
Freitag, den 26. Januar, nachmittags 3½ Uhr,
im Vorſtandszimmer des Muſikvereins,
Stein=
ſtraße 24.
Tagesordnung: Jahresbericht, Rechnungsablage, Geſuche,
Neuwahl des Vorſtandes.
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Der Vorstand.
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Dienstag, 23. Januar.
1912.
Bekanntmachung.
Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß
Freitag, den 26. Januar ds. Js., vormittags 9 Uhr,
im dem Sitzungsſaal des Provinzial= und Kreis=Ausſchuſſes (Regierungsgebäude,
Obergeſchoß, Südſeite, Neckarſtraße Nr. 3), die Durchſicht der Protokolle über die
ungere Wahl des Reichstagsabgeordneten für den IV. Reichstagswahlkreis des
Groß=
verzogtum Heſſen (Darmſtadt-Groß=Gerau), ſowie die Zuſammenſtellung und Ver=
Mndigung des Ergebniſſes dieſer Wahl ſtattfinden wird.
(2193si
Der Zutritt zum Lokal ſteht den Wählern frei.
Darmſtadt, den 19. Januar 1919.
Der Wahlkommiſſär
für den IV. Reichstagswahlkreis im Großherzogtum Heſſen.
Fehz, Provinzialdirektor.
An die ſämmtlichen mit Einziehung und Verwendung der
Beiträge zur Invaliden= und Hinterbliebenen=Verſicherung
beauftragten Stellen.
Wir machen auf folgende mit Inkrafttreten der Vorſchriften des vierten Buches
der Reichsverſicherungsordnung (über Invaliden= und Hinterbliebenenverſicherung) ſeit
L. Januar d. Js. gültigen Beſtimmungen beſonders aufmerkſam:
1. Quittungskarten alten Muſters werden nicht mehr ausgegeben. Die
bis zu dieſem Tage ausgeſtellten Quittungskarten dürfen innerhalb zweier
Jahre nach dem Ausſtellungstage und, wenn ihre Gültigkeitsdauer durch
Abſtempelung verlängert iſt, bis zu dem letzteren Zeitpunkt weiter
ver=
wendet werden. Verlängerungsvermerke dürfen in den Quittungskarten
nicht mehr angebracht werden.
2. Seit 1. Januar d. Js. ſind ausſchließlich die neuen Marken zu verwenden.
Dagegen ſind zum Zwecke der nachträglichen Beitragsleiſtungen für die
vor dem 1. Januar 1912 liegenden Zeiten die alten, auf Grund des § 130
des Invalidenverſicherungsgeſetzes ausgegebenen Marken zu verwenden.
Mit Rückſicht hierauf werden entſprechend den Anordnungen der oberſten
Poſtbehörden die Poſtanſtalten dieſe Marken noch bis zum 30. Juni 1912
einſchließlich verkaufen. Vom 1. Juli 1912 ab ſind alte Marken nur noch
von den Verſicherungsanſtalten zu beziehen.
Bis zum 31. Dezember 1912 einſchließlich können die alten Marken
bei den Markenverkaufsſtellen gegen neue Marken unter Berückſichtigung
des veränderten Geldwertes umgekauſcht werden.
3. Die freiwillige Zuſatzverſicherung iſt in den §§ 1472 ff.
Reichsverſicherungs=
ordnung geregelt. Alle Verſicherungspflichtigen und alle
Verſicherungs=
berechtigten können zu jeder Zeit und in beliebiger Zahl Zuſatzmarken
einer beliebigen Verſicherungsanſtalt in die Quittungskarte einkleben. Sie
erwerben dadurch Anſpruch auf Zuſatzrente für den Fall. daß ſie invalide
werden. Der Wert der Zuſatzmarke beträgt 1 Mark. Die durch
Zuſatz=
marken erworbene Anwartſchaft erliſcht nicht. Die Höhe der Zuſatzrente
berechnet ſich nach § 1473.
„Für jede Zuſatzmarke, die der Verſicherte eingeklebt hat, erhält er
als jährliche Zuſatzrente ſo vielmal 2 Pfennig, als beim Eintritt der
Inva=
lidität Jahre ſeit Verwendung der Zuſatzmarke vergangen ſind.
Gezählt wird von dem Kalenderjahr, in dem die Quittungskarte
aufgerechnet worden iſt, bis zu dem, wo die Invalidität eintritt. Der
Wert der Zuſatzmarken, die danach ausfallen, wird dem Verſicherten oder
ſeinen Hinterbliebenen (§ 1302) erſtattet.”
Die Zuſatzrente wird gezahlt, ſolange die Invalidität dauert. (§ 1474
R. V. O.) Die Zuſatzrente wird hiernach nur für den Fall der Invalidität
gewährt: der Bezug einer Altersrente, ohne daß Invalidität vorliegt,
genügt alſo nicht. Ebenſo hat die Verwendung von Zuſatzmarken keinen
Einfluß auf die Höhe der Hinterbliebenenverſorgung.
Eine Wartezeit wird nicht gefordert.
Abfindung auf Antrag iſt zuläſſig, ſofern die Zuſatzrente nicht mehr
als 60 Mark jährlich beträgt.
Im Anſchluß hieran hat Großh. Miniſterium des Innern zu § 1472 R. V. O.
beſtimmt:
Die Einzugsſtelle hat die bei ihr hinterlegten Quittungskarten
den Verſicherten auf Verlangen zum Einkleben von Zuſatzmarken
vor=
zulegen. Die Verſicherten können auch Zuſatzmarken der Einzugsſtelle
übermitteln, worauf dieſe die ihr übermittelten Marken unverzüglich
in die Quittungskarten einzukleben und zu entwerten hat. Die
Einzugs=
ſtellen können ſich auch bereit erklären, für ihnen übermittelte Barbeträge
die entſprechenden Zuſatzmarken zu beſchaffen und in die
Quittungs=
karten des Verſicherten einzukieben”.
Mit den weiteren Vorſchriften der Reichsverſicherungsordnung
über die Zuſatzverſicherung (§§ 1472—1483) wollen Sie ſich ebenfalls
alsbald vertraut machen. Zugleich empfehlen wir unter Hinweis auf
§ 1473 Abſ. 2, die Aufrechnung der Quittungskarten bei Verwendung
von Zuſatzmarken tunlichſt derart frühzeitig vorzunehmen, daß möglichſt
viele Jahre für die Zuſatzrente angerechnet werden können.
(2336
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Unter Bezugnahme auf vorſtehendes Ausſchreiben beauftragen wir Sie, alle in
Ihrer Gemeinde in Betracht kommenden Stellen, insbeſondere die Gemeinderechner,
auf das Ausſchreiben zur Nachachtung hinzuweiſen.
Darmſtadt, den 19. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
In Dieburg, Oberroden und Urberach iſt die Maul= und Klauenſeuche
aus=
gebrochen.
Der Gemeindevorſtand von Biebesheim beabſichtigt mit dem am 5. März 1912
zu Biebesheim ſtattfindenden Zuchtviehmarkt eine Verloſung von Zuchtvieh zu verbinden.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Ver=
anſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 10000 Loſe zu
1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60 ½ des Bruttoerlöſes
aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind.
Der Vertrieb der Loſe im Großherzogtum, iſt geſtattet.
(2337
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die Beſtimmungen in § 3, Abſatz 3 und § 10, Ziffer 1 des
Reichsgeſetzes vom 16. Juli 1904, betreffend die Bekämpfung der Reblaus, bringen
wir nachſtehend die durch Entſchließung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern
vom 4. Januar 1912 zu Nr. M. d. J. III 11647/11 erfolgte Einteilung des Großherzogtums
in Weinbaubezirke zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 16. Januar 1912.
(2117
Großherzogliches Kreisamt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Verwaltungs=
Name des
Umfang des Weinbaubezirks
bezirk
Weinbaubezirks
Prov. Starkenburg
Provinz Starkenburg mit Ausnahme der
Gemarkungen der Enklave Wimpfen
Starkenburg
Kr. Heppenheim
Gemarkungen der Enklave Wimpfen
Wimpfen
Prov. Oberhessen
Provinz Oberheſſen . .
Oberheſſen
Prov. Rheinhessen
Kreis Mainz
Gemarkungen Kaſtel und Koſtheim . . . .Koſtheim
Kreiſe Mainz und
Kreis Mainz mit Ausnahme der zu den!
Oppenheim
Weinbaubezirken Koſtheim, Hahnheim und
Bodenheim (Ifd. Nr. 4, 15 u. 16) gehörigen
Gemarkungen: ferner die Gemarkungen
Nieder= und Ober=Saulheim (Kreis
Oppen=
heim)
Mainz
Gemarkung Bingen .
Kreis Bingen
Bingen
Gemarkung Kempten .
Kempten
8 Gemarkung Büdesheim .
Büdesheim
9Gemarkung Dietersheim, Genſingen mit
Ausnahme der Gewanne im Herzacker,
Grolsheim u. Sponsheim:
Genſingen
10Gemarkungen Appenheim, Nieder=
Hilbers=
heim, Aspisheim, Dromersheim, Gau=
Algesheim, Gaulsheim, Horrweiler und
Ockenheim:
Gau=Algesheim
Kreiſe Bingen u.11Kreis Bingen mit Ausnahme der zu den
Weinbaubezirken Bingen, Kempten, Büdes=
Oppenheim
heim, Genſingen und Gau=Algesheim (iſd.
Nr. 6—10) gehörigen Gemarkungen; ferner
die Gemarkung Partenheim (Kreis
Oppen=
heim)
Ingelheim
Kreis Oppenheim 12 Gemarkung Wallertheim.
Wallertheim
13Gemarkung. Sulzheim
Sulzheim
14 Gemarkungen Armsheim, Eichloch. Ensheim,
Schimsheim, Spießheim und Wörrſtadt.Wörrſtadt
Kreiſe Oppenheim! 15 Gemarkungen Hahnheim, Selzen, Mommen=
und Mainz
heim, Sörgenloch und Zornheim .
Hahnheim
16Gemarkungen Bodenheim, Ebersheim, Gau=
Biſchofsheim, Harxheim, Hechtsheim,
Lörz=
weiler, Laubenheim, Nieder=Olm und
Weiſenau
Bodenheim
Kreis Oppenheim 17
Gemarkungen Nackenheim, Nierſtein und
Schwabsburg
Nierſtein
18Gemarkungen Köngernheim, Undenheim,
Schornsheim und Udenheim..
Undenheim
19Kreis Oppenheim mit Ausnahme der zu den
Weinbaubezirken Mainz, Ingelheim,
Wal=
lertheim, Sulzheim, Wörrſtadt, Hahnheim,
Bodenheim, Nierſtein, Undenheim und
Sprendlingen (lfd. Nr. 5, 11 bis 18 und 21)
gehörigen Gemarkungen
Oppenheim
Kreis Alzey 20Gemarkungen Bornheim Eckelsheim,
Flon=
heim, Uffhofen und Wendelsheim
Flonheim
Kreiſe Oppenheim 21Gemarkungen Gau=Bickelheim, Gau=
Wein=
heim, Ober=Hilbersheim, Vendersheim,
und Alzey
Wolfsheim (Kreis Oppenheim),
Baden=
heim, Pleitersheim, Sprendlingen, St.
Jo=
hann, Welgesheim und Zotzenheim (Kreis
Alzey)
Sprendlingen
Kreis. Alzey mit Ausnahme der zu den
Kreis Alzey
Weinbaubezirken Flonheim, Sprendlingen,
Voſenheim, Volzheim, Siefersheim,
Wöll=
ſtein, Gumbsheim und Worms (Fd. Nr.
20, 21 und 23—29) gehörigen Gemarkungen
und Grundſtücke
Alzey
Gemarkungen Biebelsheim (Kreis Alzey)
Kreiſe Alzey und
nebſt Gewann im Herzacker der Gemar=
Bingen
kung Genſingen (Kreis Bingen),
Boſen=
heim, Frei=Laubersheim, Hackenheim,
Ippesheim, Planig und Pfaffen=
Schwaben=
heim (Kreis Alzey)
Boſenheim
Gemarkung Volzheim
Volxheim
Kreis Alzey
Gemarkungen Fürfeld, Neu=Bamberg,
Siefers=
heim, Stein=Bockenheim, Tiefenthal und
Siefersheim
Wonsheim
Gemarkung Wöllſtein
Wöllſtein
Gemarkung Gumbsheim . . . .
Gumbsheim
Kreis Worms 28Kreis Worms mit Ausnahme der zu den
Weinbaubezirken Mölsheim und Nieder=
Flörsheim (lfd. Nr. 29 und 30) gehörigen
Gemarkungen; ferner die Grundſtücke Flur
VII Nr. 368¾/10, 368¾/10 und 369 der
Ge=
markung Framersheim (Kreis Alzey)
Worms
Gemarkung Mölsheim mit Ausnahme der
dem 6. pfälziſchen Weinbaubezirke
zuge=
teilten Abſchnitte der Parzellen Nr. 102,
106, 107, 108, 109 und 110 an der Grenze
gegen Zell und Niefernheim; ferner Flur
IV Nr 34, 35/0, 35 ¾/0 und 95 der
Ge=
markung Monsheim und ein Teilſtück der
Plannummer 435 der pfälziſchen
Steuer=
gemeinde Zell
Mölsheim
Gemarkung Dalsheim Kriegsheim, Nieder=
Flörsheim, Ober=Flörsheim, Wachenheim!
und Monsheim; letztere mit Ausnahme
der dem Weinbaubezirke Mölsheim (Ifd.
Nied.=Flörsheim
Nr. 29) zugeteilten Grundſtücke .
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Boxer. 1 Dobermann, 1 Kriegshund (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(232
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Aufſtellung der Rekrutierungsſtammrolle für die
Stadt für 1912.
Alle im Jahre 1892 geborenen, hier wohnhaften oder ſich
dauernd hier aufhaltenden Miltärpflichtigen haben ſich in der Zeit
vom 15. bis Ende Januar ds. Js., vormittags von 9 bis 12 Uhr,
im Stadthauſe, Rheinſtraße 16/18, Zimmer Nr. 20 und 21, zur
Stammrolle anzumelden. Die nicht in Darmſtadt geborenen
Militärpflichtigen haben ihren Geburtsſchein vorzulegen und
durch eine Beſcheinigung des Arbeitgebers oder ein ſonſtiges
Zeug=
nis nachzuweiſen, daß ſie hier dauernden Aufenthalt genommen
haben und nicht nur vorübergehend anweſend ſind.
Außerdem haben ſich in vorbezeichneter Zeit, unter Vorlage
ihres Lofungsſcheines und dervorerwähnten Aufenthaltsbeſcheinigung,
alle Miltärpflichtigen früherer Jahre zu melden, die bisher weder
einem Truppenteil überwieſen worden ſind, noch einen
Ausmuſterungs=
ſchein oder eine Ausſtandsbewilligung erhalten haben.
Militärpflichtige, die zur Zeit von hier abweſend ſind, müſſen
von ihren geſetzlichen Vertretern oder Arbeitgebern angemeldet werden.
Eine Unterlaſſung der Anmeldung wird mit Geldſtrafe
bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis zu 3 Tagen beſtraft.
Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(1707a
Schreibmaschine
66 billig zu ver=
„VosT
kaufen
Viktoriaſtr. 63, 2. St., 5—9 Uhr
nachm. tägl. anzuſehen. (2314a
IEN1
für Pferde=
Torfstren u. Mull u.
Hühner=
ſtälle billigſt Mauerſtr. 20. (1994a
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1 ſchließb. Schubkaſten u. 1
Lauf=
ſtühlchen für kleine Kinder zu verk.
Wenckſtraße 34, I. (*1643im
Bekanntmachung.
Die am 18. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können vom
26. ds. Mts. an bei den
betreffen=
den Hebeſtellen in Empfang
ge=
nommen werden, an welchem Tage
auch die Ueberweiſung des Holzes
durch den Großh. Forſtwart
Klip=
ſtein zu Forſthaus Böllenfalltor
erfolgen wird.
(2312
Darmſtadt, 20. Januar 1912.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Binocle (Görz)
für die Hälfte des
Anſchaffungs=
preiſes zu verkaufen
(*1692
Beſſungerſtraße 104 (Laden).
Bekanntmachung.
Vierprozentige Deutſche Reichs= und Preußiſche
conſolidierte Staatsanleihe.
— Ankündbar bis 1. April 1918. —
Von den auf Grund geſetzlicher Ermächtigung jetzt ſeitens der Finanzverwaltungen des Reichs und Preußens auszugebenden vierprozentigen Anleihen haben
übernommen:
1. Die Reichsbank, die Königliche Seehandlung (Preußiſche Staatsbank), die Bank für Handel und Induſtrie, die Berliner Handels=Geſellſchaft. S. Bleichröder,
die Commerz= und Disconto=Bank, Delbrück Schickler & Co., die Deutſche Bank, die Direktion der Disconto=Geſellſchaft, die Dresdner Bank, F. W. Krauſe & Co.,
Bankgeſchäft, Mendelsſohn & Co, die Mitteldeutſche Ereditbank, die Nationalbank für Deutſchland, der Schaaffhauſen ſche Bankverein Gebrüder Schickler, ſämtlich zu
Berlin, ſowie der Schleſiſche Bank=Verein zu Breslau, Sal. Oppenheim jr. & Co. zu Cöln, Lazard Speyer=Elliſſen und Jacob S. H. Stern zu Frankfurt g. M.,
L. Behrens & Söhne, die Norddeutſche Bank in Hamburg, die Vereinsbank in Hamburg und M. M. Warburg & Co. zu Hamburg, die Allgemeine Deutſche Credit=
Anſtalt zu Leipzig, die Rheiniſche Creditbank zu Mannheim, die Bayeriſche Hypotheken= und Wechſelbank und die Bayeriſche Vereinsbank zu München, die Königliche
Hauptbank zu Nürnberg, die Oſtbank für Handel und Gewerbe zu Poſen und die Württembergiſche Vereinsbank zu Stuttgart den Nennbetrag von
Achtzig Millionen Mark Reichsanleihe,
2. die Königliche Seehandlung (Preußiſche Staatsbank) und ebendieſelben Firmen den Nennbetrag von
Vierhundertzwanzig Millonen Mart Preiſiſche Statsaulehe,
und legen beide Beträge gemeinſchaftlich unter den nachſtehenden Bedingungen hiermit zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Anleihen werden mit vier vom Hundert
jährlich verzinſt; die Zinſen werden am 2. Januar und 1. Juli bezahlt.
Berlin, im Januar 1912.
Reichsbank=Direktorium.
Königliche Seehandlung (Preußiſche Staatsbank).
von Dombois.
v. Grimm.
Havenſtein.
(32320
Bedingungen.
1. Zeichnungen werden bis einſchließlich
Montag, den 29. Januar d. J., mittags 1 Uhr
entgegengenommen bei: dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere, der Seehandlungs=Hauptkaſſe und der Preußiſchen Central=Genoſſenſchaftskaſſe, bei allen Reichsbank=
Hauptſtellen, Reichsbankſtellen und den Reichsbank=Nebenſtellen mit Kaſſeneinrichtung, bei der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihren ſämtlichen Zweiganſtalten, ſowie ſerner bei
der Bank für Handel und Induſtrie, der Berliner Handels=Geſillſchaft, S. Bleichröder, der Commerz= und Disconto=Bank, Delbrück Schickter & Co., der Deutſchen Bank, der
Direction der Disconto=Geſellſchaft, der Dresdner Bank, F. W. Krauſe & Co. Bankgeſchäft, Mendelsſohn & Co., der Mitteldeutſchen Creditbanf, der Nationalbank für Deutſchland,
dem A. Schaafhauſen’ſchen Bankverein und Gebrider Schickter, ſämtlich zu Berlin, dem Schleſiſchen Bant=Verein zu Breslau, Sal. Oppenhrim jr. & Co. zu Cöln, Lazard Speyer=
Elliſſen und Jacob S H. Stern zu Frankfurt a. M., L. Behrens & Sohne, der Norddeutſchen Bank in Hamburg, der Vereinsbank in Hamburg und M. M. Warburg & Co. zu
Hamburg, der Allgemeinen Deutſchen Eredit=Anſtalt zu Leipzig, der Rheiniſchen Ereditbank zu Mannheim, der Bayeriſchen Hypotheken= und Wechf lbank und der Bayeriſchen
Vereinsbank zu Müuchen, der Oſtbank für Handel und Gewerbe zu Poſen und der Württembergiſchen Vereinsbank zu Stuttgart und bei den in Deutſchland belegenen
Haupt=
bezw. Zweigniederlaſſungen dieſer Firmen.
2. Die aufgelegten Anleihebeträge werden beide ausgefertigt in Schuldverſchreibungen zu 10000, 5000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsſcheinen über vom 1. Juli d. J.
laufende Zinſen.
3. Der Zeichnungspreis beträgt:
a) für diejenigen Stücke, die unter Sperrung bis 15. Januar 1913 in das Reichs= oder Staatsſchuldbuch einzutragen) abzüglich 4% Stückzinſen vom
Einzahlungs=
ſind 101,20 Mark für ie 100 Mark Nennwert;
tage (früheſtens dem 10. Februar d. J.) bis
b) für alle übrigen Stücke 101,40 Mark für je 100 Mark Nennwert.
zum 30. Juni d. J.
Die Eintragung in die Schuldbücher erfolgt gebührenfrei. Der amtliche Schriftwechſel in Schuldbuchangelegenheiten erfolgt als portopflichtige Dienſtſache.
4. Bei der Zeichnung hat jeder Zeichner eine Sicherheit von 59 des gezeichneten Nennbetrages in bar oder ſolchen nach dem Tageskurſe zu veranſchlagenden Wertpapieren
zu hinterlegen, welche die betreffende Zeichnungsſtelle als zuläſſig erachtet. Die vom Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere ausgegebenen Depotſcheine ſowie die
Depotſcheine der Königlichen Seehandlung (Preußiſche Staatsbank vertreten die Stelle der Effekten.
Den Zeichnern ſteht im Fall der R duktion die freie Verfügung über den überſchießenden Teil der geleiſteten Sicherheit zu.
Zeichnungsſcheine ſind bei allen Zeichnungsſtellen unentgeltlich zu haben.
Es können aber die Zeichnungen auch ohne Verwendung von Zeichnungsſcheinen erfolgen, und zwar brieflich mit folgendem Wortlaut:
„Auf Grund der öffentlich bekanntgemachten Bedingungen zeichne ich von den jetzt aufgelegten 4% Reichs= bezw. Preußiſchen Staatsanleihen
nom. M.
Deutſche Reichsanleihe
nom. M.
Preuß. Staatsanleihe
und verpflichte mich zu deren Abnahme oder zur Abnahme desjenigen geringeren Betrages, welcher mir auf Grund gegenwärtiger Anmeldung zugeteilt wird.
Soweit meine Zeichnung bei der Zuteilung nicht berückſichtigt wird, bin ich einverſtanden, daß ſtatt Reichsanleiherauch
Preuß. Staatsanleihe oder ſtatt Preuß. Anleihe auch Reichsanleihe zugeteilt wird?).
Ich bitte um Zuteilung‟)
von Stücken, die unter Sperrung bis 15. Januar 1913 für mich in das Reichs= oder Staatsſchuldbuch einzutragen
*) Das Nichtzutreffende
ſind, zum Preiſe von 101,20 %.
iſt fortzulaſſen.
Ich bitte um Zuteilung‟)
von Stücken, die bis 15. November 1912 der Sperre unterliegen, zum Preiſe von 101,40%
Ich bitte um Zuteilung!)
von freien, d. h. keiner Sperre unterliegenden Stücken, zum Preiſe von 101,40%.
Als Sicherheit hinterlege ich —
Solche Zeichnungsbriefe können nach Belieben an jede der obigen Zeichnungsſtellen gerichtet werden.
5. Die Zuteilung erfolgt tunlichſt bald nach der Zeichnung dergeſtalt, daß zunächſt die Schuldbuch=Zeichnungen, ſodann diejenigen Zeichnungen vorzugsweiſe berückſichtigt
werden, für welche der Zeichner ſich, ohne Eintragung ins Schuldbuch, einer Sperte bis zum 15. November 1912 unterworfen hat; im übrigen entſcheidet das Ermeſſen
der Zeichnungsſtelle.
Anmeldungen auf beſtimmte Stücke können nur inſoweit berückſichtigt werden, als dies mit den Intereſſen der anderen Zeichner verträglich erſcheint.
6. Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Anleihebeträge vom 10. Februar d. J. ab jederzeit voll bezahlen, ſie ſind jedoch verpflichter:
40% des zugeteilten Betrages am 10. Februar d. J.
20%
ſpäteſtens am 20 März d. J.
2%
„ 20. Mai d. J.
200
„ 20. Juni d. J.
zu bezahlen. Zeichnungsbeträge bis 1000 Mark einſchließlich ſind am 10. Februar d. J. ungeteilt zu berichtigen. Die Abnahme muß an derſelben Stelleierfolgen, welche
die Zeichnung angenommen hat.
7. Wird die Zahlung im Fälligkeitstermine verſäumt, ſo kann dieſelbe noch innerhalb eines Monats unter Berechnung einer Vertragsſtrafe von 5% des fälligen Betrages
erfolgen. Wird auch dieſe Friſt verſäumt, ſo verfällt die hinterlegte Sicherheit.
8. Soweit nicht ſogleich Schuldverſchreibungen verabfolgt werden können, erhalten die Zeichner vom Reichsbank=Direktorium bzw. von der Königlichen Seehandlung
(Preuſtiſche Staatsbank) ausgeſtellte Interimsſcheine, über deren Umtauſch in Schuldverſchreibungen das Erforderliche öffentlich bekanntgemacht werden wird. Soweit
eine Sverrverpflichtung eingegangen iſt, werden die Schuldverſchreibungen wie auch die Interimsſcheine den Erwerbern erſt vom 15. November 1912 ab ausgehändigt.
Bekanntmachung.
Vergebung eines Brautlegats betreffend.
Aus der W. Stamm’ſchen Amalienſtiftung iſt ein Brautlegat
von 10) Mark zu vergeben.
Bewerben können ſich brave, unbeſcholtene und unbemittelte
Bräute, die entweder in hieſiger Stadt geboren und erzogen ſind, oder
zurzeit der Vergebung des Legats wenigſtens 10 Jahre lang
ununter=
brochen hier gewohnt haben. Die Auszahlung erfolgt, nach vorher
ſtattgehabter Trauung, am 29. Juli ds. Js.
Bewerbungen ſind bis zum 20. Febr. ds. Js. bei uns einzureichen.
Darmſtadt, den 18. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Z. V.: Mueller.
(2340
Holzverſteigerung.
Donnerstag, 25. d. Mts., von vormittags 9 Uhr an
werden in dem oberen Lokale des Hauſes der Turngemeinde
da=
hier (Woogsplatz Nr. 5) aus Domanialwald=Diſtritt Beſſunger
Forſthaus (Haſenruh und das Gebrannte) verſteigert:
Nutzſcheiter, Rollen, rm: 44 Eichen, 3 Erlen; Scheiter,
rm: 11 Eichen I. Kl.; 41 Eichen II. Kl. (blau unterſtrichene
Nrn. 80—129. 133—137); Scheiter, rm: 147 Buchen, 6
Hain=
buchen, 189 Eichen, 1 Birken, 1 Ulmen, 14 Kiefern, 2 Fichten;
Knüppel, rm: 121 Buchen, 13 Hainbuchen, 85 Eichen,
1 Ulmen, 2 Erlen, 2 Kiefern, 2 Fichten; Reiſig=Wellen:
2490 Buchen, 80 Hainbuchen, 1670 Eichen, 10 Birken, 60
Kie=
fern, 40 Fichten; Stöcke, rm: (grob) 31 Eichen, 1 Kiefern:
Gerkleinert) 28 Buchen, 14 Eichen (Nr. 1—13, 15—36, 38—63,
65—201, 203—369.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Kolb zu Beſſunger Forſthaus iſt
beauftragt, dasſelbe auf Verlangen vorzuzeigen.
(2049di
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Aufgebot.
Das Amtsgericht Hamburg hat
heute folgendes Aufgebot erlaſſen:
Die Erben der verſtorbenen
Marie Södler, nämlich 1.
Kon=
rad Södler, zu Neu=Iſenburg,
2. Margarethe Södler, geb.
Söd=
ler, zu Alsfeld, und 3. Liſette
Centmayer, geb. Södler, zu
München, im Beiſtande ihres
Ehe=
mannes Konrad Centmayer,
ſämtlich vertreten durch Konrad
Centmayer, zu München,
Fend=
ſtraße 9, I., haben das Aufgebot
beantragt zur Kraſtloserklärung
der Schuldverſchreibung über ℳ500
der 3½½, Hamburaiſchen
Staats=
lanleihe von 1887 Nr. 26987, ſowie
des am 1. November 1911 fällig
geweſenen Zinsſcheines.
* Der Inhaber der Urkunde wird
aufgefordert, ſeine Rechte bei der
Gerichtsſchreiberei des hieſigen
Amtsgerichts, Ziviliuſtizgebäude,
Sievekinaplatz, Erdgeſchoß,
Mit=
telbau, Zimmer Nr. 165, ſpäteſtens
aber in dem auf
(2319f
Freitag, 13. Dezember 1912,
vormittags 11½ Uhr,
anberaumten Aufgebotstermin,
da=
ſelbſt, Heiligengeiſtfeldflügel,
Erd=
geſchoß, Zimmer Nr. 145,
anzu=
melden und die Urkunde
vorzu=
legen, widrigenfalls die
Kraftlos=
erklärung der Urkunde erfolgen
wird.
Hamburg, 27 Dezember 1911.
Der Gerichtsſchreiber des
Amtsgerichts.
Hezi&kJohn, Manufakturwaren. (6a
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.
In den Waldungen der Gemeinde Ober=Ramſtadt werden an
Ort und Stelle verſteigert:
Mittwoch, den 24. u. Donnerstag, den 25. Jan. l. J.
im Diſtrikt Griesbach 29 Eichen=Stämme von 17—33 cm mittlerer
Durchmeſſer, 8—16 m Länge, 10 Buchen=Stämme von 34—44 cm
mitlerer Durchmeſſer und 4—10 m Länge.
Ferner 752 rm Buchen= und 10 Eichen=Scheiter, 184 rm Buchen=
und 14 Eichen=Knüppel, 135 rm Buchen= und 10 Eichen=Stöcke.
Am erſten Tige kommt das Stamm= und Brennholz bis zur
Nummer 460 zur Verſteigerung.
Die Zuſammenkunſt iſt an beiden Tagen jedesmal um ½ 10 Uhr
auf dem Waſchenbach-Ober=Ramſtädter Weg.
(2354im
Ober=Ramſtadt, den 12. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 24. Januar 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” dahier
(Obergaſſe) öffentlich gegen Barzahlung:
a) zwangsweiſe:
4 Diwans, 2 Sofatiſche, 1 Spiegel, 1 eintür. Kleiderſchrank,
1 Waſchtiſch mit Spiegel, 1 Ladenſchrank, 1 Vertiko, 1
Ka=
napee mit Ripsbezug, 1 Trumeau mit Spiegel, 2
Zug=
hängelampen, 1 Partie Schnittwaren;
b) auf freiwilligen Antrag:
1 Billard mit Zubehör, 8 Türabſchlüſſe, teilweiſe mit
Glas=
ſcheiben.
Hieran anſchließend nachmittags 4 Uhr an Ort und Stelle:
eirka 5000 Bierflaſchen (zwangsweiſe).
Zuſammenkunft der Steigerer in oben bezeichnetem Lokal.
Darmſtadt den 22. Januar 1912.
(2345
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Nummer 19.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912.
Seite 13.
Vollständige Letzte Woche des Saison-Ausverkaufes! Ich bewillige Braut- u. Baby-Ausstattungen Reste und Restbestände in mit Winterartikeln, Wäsche Weißwaren zu nochmals ermässigten Preisen. 1
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23 Ernst-Ludwigstrasse 23 : 23 Ernst-Ludwigstrasse 23. alle nicht besonders
reduzierten Artikel.
Holzverſteigerung.
Montag, 29. Januar I. Js. morgens 10 Uhr ab werden im
Heberer’ſchen Saale in Meſſel verſteigert aus Diſtr. I Eichen Röder
Mark 55 und 60 (Durchforſtung und Abtrieb) und Buchenhügel 48
(1. Durchforſtung): Stämme: Kiefer: 2 III Kl. = 0,78 fm, 1 IV Kl.
— 0,59 fm, Lärche: 1 III Kl. — 0,48 fm, 16 V Kl. — 4,91 fm,
Scheiter, rm: 5 Buche, 123 Eiche, 4 Erle, 19 Kiefern; Knüppel, rm:
3 Buche, 5 Hainbuche, 107 Eiche, 16 Erle, 101 Kiefer;
Knüppel=
reiſig, rm: 2 Buche, 70 Eiche; Reiſig, Wellen: 3940 Buche (meiſt
aus Abt. 48), 950 Eiche, 140 Erle, 2410 Kiefer; Stöcke, rm: 1 Buche,
69 Eiche, 12 Erle, 62 Kiefer. Sämtliches Holz iſt vorher einzuſehen.
Auskunft durch die Forſtwarte Engel in Meſſel und Kirſchner zu
Steinacker.
(2347
Meſſeler Forſthaus, 22. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
Schlag.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 24. Januar 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Betten, Waſchkommoden,
Kleiderſchränke, Schreibtiſche, Diwans, Spiegelſchränke,
Ver=
tikows, Sofas, Pianinos, ferner Ladenregale, Warenſchränke,
1 Ladenkontrollkaſſe, 1 Kaſſenſchrank, 1 Brotwagen, 1 Pferd,
verſchiedene Landauer und Coupees
zwangsweiſe verſteigert.
(2341
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.
Kaufe Holzi
Zirka 12 bis 15 Meter, dürr
geriſſen, Buchen Stock u. Buchen
Knüppel, von vorjähriger oder
älterer Abholzung. Billigſte
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1 kompl. Herrenzimmer (eich.),
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(mod.), 1 Ausziehtiſch, Trumeau
m. Spiegel, Waſch= u. Nachttiſch
m. Marmor, Diwan,
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Einem tücht. Archi=
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Jung. anſt. Mädchen
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Hei=
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(B2333
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Verloren weg zw.
Morne=
weg=Eiche und Oberwaldhausteich
Sonntag zw. 4—5 Uhr nachm. helle
Krokodillederhandtaſche m. div.
bekannten Inh., darunt. gold. Zwicker
u. Portemon m. ca. 18—20 M. Inh.,
a. Viſitenkart. d. Verliererin.
Wieder=
bring. 5 M. Bel. Abzug. Landgraf
Phil.=Anl.52, II., zw. 12—2 U. (*1665
Verloren!
Schwarzſeidener Regenſchirm
Sonntag nachm. zw. 4—½5 Uhr
auf der Chauſſee nach Griesheim
verloren. Gegen Belohnung
ab=
zug. Grafenſtr. 23½, II. (*1712
old. Kettenarmband (And. an
Verſt.) Samſt., Bahnh.,
Rhein=
ſtraße, Markt, Geſchäftsviert. bis
Herrngartenſtr. verloren. Geg.
Be=
ohn. abzug. Herrngartenstr. 93. (*1672ids
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Barcelona” nach
Phila=
delphia, 19. Jan. 11 Uhr 45 Min.
morgens in Boſton.
Dampfer „Bethania” 19. Januar
nachmittags von Baltimore nach
Hamburg.
Dampfer „Hamburg” von New=
York, 19. Januar 8 Uhr
mor=
gens in Genua.
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Soderſtr. 76. Telephon 1031. (166a
Gut erhaltene Filme
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uten iſrael. Mittag= u.
Abend=
tiſch , ſowie auch volle Penſion
wird in gutem Hauſe gegeben.
Anfragen unt. D 4 Exp. (*1644idi
tten Privat=Mittagstiſch für
beſſere Herren und Damen.
Wo? ſagt die Expedition. (*1653
Parkettböden
werd. gereinigt Dieburgerſtr. 4. (70a
Parkettböden
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prompt und billig ausgeführt.
Näheres Lichtenbergſtr. 20, III.
Knabenkleider all. Art fert.
gut und billig an Markt 7,
Seitenb., II., I.
(1628a
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Endlich hatte er das Glück, ſie einmal auf der Straße
zu treffen. Konſtanze wünſchte eine ihr fehlende
Schat=
tierung Stickſeide beſorgt zu haben, und Yvonne hatte
gehen müſſen, da ſie beſſer als das Stubenmädchen
Be=
ſcheid wußte.
Es war in ſpäter Nachmittagsſtunde. Ein heftiger
Wind trieb dunkle Wolken zuſammen, und Regen und
Schnee fielen zur Erde. Das häßliche Wetter hielt die
Leute in den Häuſern zurück, und Yvonne ſtrebte ebenfalls
heimwärts.
Da redete ſie plötzlich ein Herr an. Sie blickte etwas
erſchreckt auf — es war Lutz!
Yvonnchen, nimm mich doch mit! bettelte er.
Nein, Lutz, lieber nicht! Wenn man uns zuſammen
ſehen würde, könnte das leicht mißdeutet werden. Das
will ich mir und auch dir erſparen!
Er lachte ſein leichtſinniges, ſorgloſes Lal
Können wir nicht miteinander gehen? Wir nd doch
Vetter und Baſe!
Das weiß ja niemand. Wenn du es erzählen willſt,
ſoll es mir recht ſein! Ich aber möchte nicht in der
Däm=
merſtunde mit einem Offizier, der bei uns verkehrt,
ge=
ſehen werden!
Närrchen du! In meinem Räuberzivil kennt mich ſo
leicht niemand.
Ich bin wirklich nicht auf Roſen gebettet; mache es mir
durch Unvorſichtigkeiten nicht noch ſchwerer.
Kleines, ſtolzes, tapferes Mädel! ſagte er zärtlich
und ſchob ſeinen Arm unter den ihren.
Zwei Herren mit hochgeſchlagenem Mantelkragen
be=
gegneten ihnen. Yvonne achtete nicht auf ſie; ſie mußte
mit der einen Hand ihren Hut, mit der anderen den Schirm
feſthalten.
Einer von den Herren drehte ſich nach ihr um, blieb
ſtehen, wollte folgen; ſein Begleiter hielt ihn. Was iſt
denn? Bleiben Sie doch nicht an dieſer zugigen Ecke ſtehen,
Steinhagen.
Der ſo angeredete fuhr mit der Hand über die Stirn;
ihm war heiß geworden! Das war ohne Zweifel doch
Yvonne Legéne geweſen in Begleitung Leutnant
Brückens, dieſes leichtſinnigen Schlingels. Das war
ja=
ſchnell gegangen, die Bekanntſchaft. Ein fader ekler
Ge=
ſchmack lag ihm plötzlich auf der Zunge.
Ja, Sie haben recht, Doktor, es zieht hier
abſcheu=
lich! ſagte er heiſer. Ich glaubte einen Bekannten zu
ſehen — es war ein Irrtum. Und er ging weiter.
Kleines, tapferes Mädel! wiederholte Lutz. Du biſt
wirklich zu bewundern. Und im ſtillen, ganz im ſtillen,
glaube ich, tut die alte Dame es auch.
Wie geht es denn Großmama — und deiner Mama
und Herta?
's iſt alles beim alten. Die ewige, langweilige Leier;
ſolange du fort biſt, bin ich nur einmal zu Hauſe
ge=
weſen. Großmama iſt etwas gealtert,
Weshalb in Zivil, Lutz? Du haſt wieder Dumm
heiten vor!
Endlich höre ich ihn wieder, dieſen vorwurfsvollen
Ton! Weißt du auch Kleines, daß ich mich manchmal
krank nach dir geſehnt habe? Er drängte ſich an ſie heran
und blickte in ihr Geſicht.
Lutz, wenn du ſo mit mir redeſt, gehe ich
augenblick=
lich auf die andere Seite! drohte ſie.
Warum ſo kalt, Yvonnchen? Haſt du denn ganz
ver=
geſſen wie lieb wir uns hatten? Er haſchte nach ihrer Hand
und hielt ſie trotz ihres Sträubens feſt; ihre Sprödigkeit
reizte ihn. Und wie wir uns geküßt haben. Erinnerſt du
dich nicht?
Nein, Lutz, das hab’ ich vergeſſen — alles!
Ehrlich biſt du wenigſtens, das muß ich geſtehen!
ſagte er, doch etwas ernüchtert.
Ehrlich ſein ſcheint bei dir wirklich als etwas
Außer=
gewöhnliches, Beſonderes zu gelten! Sie hatte wohl den
Vorwurf aus ſeiner Stimme gehört. Schon einmal,
da=
mals bei Großmama, hatteſt Du mir das vorgehalten.
Ich bin gewöhnt, meinen Weg geradaus zu gehen!
Hör’ mal, Kouſinchen, iſt das etwa ehrlich, unter einem
fremden Namen im Steinhagenſchen Hauſe zu ſein?
Das iſt etwas anderes! Eine einfache Mademoiſelle
Legéne kommt eher durch und hat nicht ſo viel zu leiden
wie eine Komteſſe Laßberg, die in häufigen Fällen nur als
Dekorationsſtück verwendet würde. Uebrigens verbot mir
Großmama ihren Namen zu führen! Ich habe vollſtändig
mit der Vergangenheit abgeſchloſſen, und ich wäre dir
ſehr dankbar, Lutz, wenn auch du ſie begraben ſein ließeſt!
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912.
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Lutz, daran trage ich wohl ſchuld und du! Ja — du!
— ſie hat Sorgen um dich! Erſpare ihr die — du biſt doch
ihr Liebſtes! Sind deine Angelegenheiten damals alle
ge=
gardnet?
Längſt erledigt, Kleines! War höchſte Zeit! Mußte
auch mein Regiment drangeben.
Was dir wohl ſchwer geworden iſt! Und Dagobert?
Er machte eine Bewegung, als ob er etwas von ſich
ſchhleudere.
Dagobert? mit dem bin ich auseinander — fertig.
O, Lutz — warum? An ihm hatteſt du einen wahren
Fereund — und die ſind heutzutage ſelten!
Weißt du auch, mein Herzchen, wer die Schuld an
unſerem Zerwürfnis trägt, Du — Er hatte ſich damals
erlaubt, mir gehörig, oder vielmehr ganz ungehörig den
Text zu leſen. Na, und das konnte ich mir einfach nicht
gefallen laſſen — kurz, wir ſind fertig miteinander. Ich
hatte auch ’ne ganz eklige Eiferſucht auf ihn, daß er mein
Anrecht auf dich nicht genügend reſpektierte.
O Lutz, das konnteſt du von ihm glauben? Wie du
ſhn da verkannt haſt! Er wollte vermitteln — er iſt ein
muter Menſch — —
Und raſend in dich verliebt! Ich hörte, daß er
dem=
mächſt ſeinen Dienſt quittieren und dann einige Jahre auf
ſReiſen gehen wird. Er kann es ſich ja leiſten.
Sie ſchwieg einen Augenblick. Dieſe Nachricht hatte
hie doch etwas überrraſcht, und dunkel fühlte ſie, daß ſie
e e e
vergeſſen; er war beſtändig und treu!
Nach einer Weile ſagte ſie: Lutz, nicht wahr, du
ver=
ſprichſt mir, daß du Großmama keine Sorgen mehr machſt.
Richte dich ein mit dem, was du haſt — andere müſſen es
auch.
Biſt du noch immer ſo naiv, Kleines? Ein Loch macht
man zu, dafür ein neues auf. Man wird nicht fertig
ich ſitze ſchon wieder furchtbar drin. Hab’ nen ekligen
Dalles — das weiß der Kuckuck.
Lutz! rief ſie empört. Wenn du ſo leichtſinnig weiter
wirtſchafteſt, biſt du keinen Deut Achtung wert. Das hat
Großmama wirklich nicht um dich verdient!
Sprichſt du ſo für ſie, die an dir ſo wenig gut
gehan=
delt — die uns getrennt hat?
Das iſt meine Angelegenheit! Ich habe mich
wider=
ſetzt und bin gegangen! Und wenn du zu mir gehalten
hätteſt, dann hätte ſie uns auch nicht trennen können. Doch
darüber wollen wir nicht ſprechen! Lutz, werde ein
anderer!
Ah, bah, mir hilft nur eine reiche, ganz ſchwer reiche
Heirat! Wie ſteht’s denn in der Hinſicht im Hauſe
Stein=
hagen? Die Fräulein Konſtanze iſt ja ein ganz hübſches,
pikantes Mädel. Hat ſie Geld?
Nicht ſo viel, wie du denkſt und brauchſt, ſcheint mir!
Fräulein Kora Bethmann dagegen ſchwimmt im Gelde.
Danke, die Auskunft genügt mir! Und wie iſt man
zu dir?.
Es wird ſchlechtere Stellen geben, als die meinige iſt!
Das ſagt mir genug! Wie wär’s, Kouſinchen, wenn du
mit mir nach Amerika oder Afrika durchbrennen würdeſt?
Denn du biſt doch die Beſte und Allerſchönſte! Denk’
da=
ran, ich hab’ dir dein Wort nicht zurückgegeben — ich
be=
trachte dich noch als meine Braut. Die alte Dame hat
Un=
recht getan, daß ſie zwiſchen uns trat.
Yvonne war ärgerlich geworden. Du warſt Mann
genug, mich zu halten. Gib ihr nicht allein die Schuld!
Und jetzt gehe, ich mag nicht hören, wenn du ſolchen
Un=
ſinn redeſt! Haſt du mich wirklich noch ſo lieb, ſo gib mir den
Beweis dafür dadurch, daß du dich beſſerſt!
Danke. Das iſt aber zuviel verlangt, kleiner
Schul=
meiſter! er legte den Arm feſt um ſie und zog ſie an ſich
heran.
Was fällt dir ein, Lutz! Sie ſtieß ihn von ſich, ſah
ſich erſchrocken um und eilte nach Hauſe.
Lutz hatte ihr gar nicht gefallen. Er war ſo fahrig, ſo
zerſtreut, und ſeine Züge trugen das Zeichen eines zu
flotten Lebens. Die Großmutter tat ihr leid — trotz
alle=
dem! Wie hing ſie doch an Lutz, gab alles für ihn hin —
und er war ein unverbeſſerlicher, leichtſinniger Menſch,
dem aber nichtsdeſtoweniger alle Herzen zuflogen. Ganz
unverhohlen ſchwärmte Konſtanze von ihm, einmal ſogar
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Januar 1912.
Nummer 19.
danken ihren Weltruf demhohen
Nährgehalt, derleichten
Verdau-
lichkeit und der gewissenhaften
Auswahl des Rohmaterials.
„Bleiben Sie ſitzen, junger Mann ..
* Warum die Frauen auf die Galanterie verzichten
ſollten, nein, warum ſie ſichs verbitten ſollten —
Eine Frau ſtieg in die vollbeſetzte Straßenbahn. Ein
junger Mann ſtand auf und bot ihr ſeinen Platz an.
„Bleiben Sie ſitzen, junger Mann” ſagte die Frau.
Sie war eine Frauenrechtlerin. Der junge Mann errötete.
Der ganze Trambahnwagen war empört über dieſen
Re=
fus. Ich auch. Aber dann — es war eine lange Fahrt
— fiel mir ein:
Iſt die Galanterie nicht eine freundliche Arabeske im
Leben der Geſchlechter? Mag ſein, das war ſie. Aber
heute? Heute iſt ſie nur ein Schnörkel, der — ein weniges
verlängert — zu einem Fragezeichen wird und — noch
mehr verlängert — ſich zu einer häßlichen, häßlichen Linie
verbiegt.
Beweis?
Hier iſt er, der Beweis:
1. Die Straßenbahnen unſerer Stadt ſind Linien von
höchſtens drei Kilometern. Knapp ſo lang iſt auch die
Höf=
lichkeit der jungen Männer gegen Frauen. Vier
Kilome=
ter, wenn er ſtehen müßte, ſchmölze die Galanterie wie
die Butter an der Sonne. Die Höflichkeit hat ihre
Gren=
zen, über vier Trambahnkilometer geht ſie nicht hinaus.
Gegen müde Kniegelenke kommt auf die Dauer die
Ga=
lantheit nicht mehr auf.
2. In der Eiſenbahn zum Beiſpiel. Den Platz, den
er beim Antritt ſeiner Reiſe hat, betrachtet auch der
ga=
lanteſte Ritter als eiſernes Eigentum. Er denkt gar nicht
daran, ihn aufzugeben, zu ſtehen, auch nicht dem ſchönſten
Fräulein zuliebe. Nicht einmal, daß er auf lieblich
flöten=
des Erſuchen den wohlerworbenen Fenſterplatz gegen
einen anderen tauſchte.
3. Das Täſchchen, das Schirmchen, das Jackettchen
ihrer Liebſten tragen ſie mit Anmut auf den Straßen.
Doch wo die Bürde wirklich angeht? Auf einem
Berg=
weg in Tirol ſteigt ein Bauernpaar den ſteilen Weg
hin=
auf. Schweigend in der heißen Sonne. Vorn die Frau
mit einer Kruke auf dem krummen Rücken. Bis oben
hinauf ſteckt die Kruke voller Sachen. Dahinter geht der
Mann. Frei und unbelaſtet. Er beſorgt das
Seufzen. „Herrgott, is heut wieda a Hitz”, ſagte er, zieht
ſein Bauernjackel aus und legt es ſorgſam über die Kruke
vorn. „Sodala, ſodala”, ſagt er.
4. Als ich Student war, hatte ich meinen Platz im
Olymp des Hoftheaters. Sitzplätze gab es nur in der
vor=
derſten Reihe. Die übrigen neun Zehntel mußten ſtehen.
Herrgott, war das jedesmal ein Rennen, die ſieben
Schnek=
kengänge der Wendeltreppe hinauf, wenn geöffnet wurde!
Einmal rannten ſie ein kleines Fräulein nieder. Da lag
ſie, und die wilde Jagd ſprang drüber weg, Ich half
ihr aufſtehen und — verlor den Sitzplatz in der erſten
Reihe.
„Schafskopf” ſagten meine Freunde.
„Na, aber —” ſuchte ich einzuwenden.
„Ach was, fünf Stunden ſtehen bei „Triſtan und
Iſolde” da hört die Galanterie halt auf, verſtehſt du”,
wurde ich belehrt.
Und ich war gelehrig. Natürlich. Denn wenn man
die Wahl hat, Schafskopf genannt zu werden, nicht wahr,
da —?
5. In Paris brannte ein Bazar ab. Männer und
Frauen kamen dabei um. Augenzeugen ſahen, wie die
Ritter — Barone waren es und Grafen — wie die Ritter
die Frauen von den rettenden Türen wieder rückwärts
riſſen, um ſich ſelber erſt hindurchzuzwängen.
Die Frauenbewegung iſt eine gute Sache. Auch wenn
ſie nur das eine täte: hohlgewordene Formen hohl zu
heißen und ſie zu behandeln, wie ſie es verdienen.
(Aus dem Januarheft des „Türmers”.)
Sport.
sr. Die Berliner Schnellauf=
Meiſter=
ſchaft über 1500 Meter des Eis=Bezirks Berlin, die von
dem Berliner Eislauf=Verein 1886 auf dem Halenſee
ver=
anſtaltet wurde, ergab den Sieg von Knud (Berliner
Eis=
laufverein von 86) in der Zeit von 2 Minuten 54¾ Sek.,
knapp vor Grell (S. C. Charlottenburg), 2:55,2, Leonärd
(S. C. Charlottenburg), 2:57. Skibbe (E. V. B.) gefallen.
Ein 5000 Meter=Laufen wurde ebenfalls von Knud in 10
Minuten 37½ Sek. gewonnen. Zenker gab auf. Das
1000 Meter=Juniorlaufen ergab den Sieg von Behrendt
(B. E. V. 86) in 1 Min. 59 Sek.; 2. Homuth I (B. E.
V. 86) 2:00, 3. Zenker (B. E. V.) 86); 4. Stutz II, 5.
Ho=
muth II.
sr. Berliner
Fußballmeiſterſchafts=
ſpiele. Viktoria zeigte bei der Fortſetzung am
Sams=
tag gegen Vorwärts ein überlegenes Spiel, gegen das
Vorwärts infolge zuſammenhangloſen Spieles nicht auf=
kommen konnte. Viktoria ſiegte mit 210 und ſchoß in
jeder Hälfte ein Tor. Union gewann gegen Berliner
Ball=
ſpielklub mit 5:0 und hatte bei der Pauſe ſchon mit 3.0
die Führung. Hertha hatte gegen Konkordia einen
ſchwe=
ren Stand und konnte erſt in der zweiten Hälfte zu ſeinen
Gunſten entſcheiden. Konkordia war vor der Pauſe beſſer
und führte mit 3:2. Hertha lieferte nach der Pauſe ein
ſehr gutes Spiel und ſiegte ſchließlich mit 714. Der
Ber=
liner Sportklub unterlag gegen Favorit mit 1:6 (Pauſe
0:3). Minerva beſiegte Norden=Nordweſt knapp mit 3:2.
Minerva zeigte nicht das gewohnt gute Spiel, hatte bis
zur Pauſe aber ſchon mit 311 die Führung. Wider
Er=
warten erlitt in Spandau Tennis=Boruſſia gegen Triton
eine Niederlage mit 214 (Pauſe 1:3). Charlottenburg
blieb gegen Rapide mit 310 erfolgreich. Ferner ſpielten
Tasmania=Alemannia untentſchieden 111. Tasmanig
war dem Gegner überlegen, ſchoß aber erſt zwei Minuten
nach der Pauſe ein Tor. Alemannia konnte jedoch 15
Minuten vor Schluß von einem Eckball ausgleichen.
Internationale Automobil=
Stern=
fahrt. Die deutſchen Teilnehmer an der
Internatio=
nalen Automobil=Sternfahrt= nach Monaco erreichten im
Laufe des Samstag die zweite Kontrollſtation
Straß=
burg, nachdem ſie am Nachmittag des erſten Tages die
Kontrolle Eiſenach paſſiert und die Fahrt nach Frankfurt
am Main fortgeſetzt hatten. Die erſten Wagen erreichten
Eiſenach am Freitag gegen 3 Uhr und Straßburg am
Samstag früh kurz nach 8 Uhr. Der ruſſiſche Teilnehmer
Nagel hat noch immer einen Vorſprung von faſt 24
Stunden, da er bereits Freitag früh Straßburg erreichte.
Pfr. Rennen zu Nizza. Das letzte größere
Er=
eignis des internationalen Meetings an der Riviera, der
mit 30000 Franken ausgeſtattete Prix du Grand Cercle
gelangte am Sonntag zur Entſcheidung. Die über 4000
Meter führende Steeple=Chaſe vereinigte 10 Pferde am
Start und brachte den erwarteten Sieg von Monſ.
Guerlains Hopper. Der Hengſt ſiegte mit Jockei
Lancaſter im Sattel leicht mit zwei Längen gegen Monſ.
A. Veil=Picards L’Argentiere II (Parfrement);
andert=
halb Längen zurück endete Monſ. de Rothſchilds Tattling
(Doux) als Dritter von Kumamotor und Clanniſh.
Amphyetion kam zu Fall. Tot. 31:10, Pl. 14, 17, 25:10.
In den übrigen Konkurrenzen ſiegten Ma Fille (24:10),
Saint Geneſt (23:10) und Pyrrhus (20110).
Rdr. Radrennen zu Paris. Das Pariſer
Win=
ter=Velodrom brachte am Sonntag als Hauptnummer ein
Stundenrennen hinter Motoren, das von dem
Ameri=
kaner Nat. Butler mit 71,275 Kilometer gewonnen
wurde, der erſt in der letzten Minute Parent das erſte
Mal überrunden konnte. Dritter wurde Collins, ſechs
Runden zurück. Guignard gab bereits in der Hälfte des
Rennens auf, da er ſich bei dem Kampfe mit Collins
völ=
lig aufgerieben hatte. Das Match zwiſchen Walthour
und Didier wurde im 10 Kilometer=Lauf von Walthour
in 7:55 mit 220 Meter Vorſprung gewonnen, doch
unter=
lag der Amerikaner im 20 Kilometer=Lauf nur um fünf
Meter gegen Leon Didier, der mit 15 Minuten 48½ Sek.
einen neuen Rekord aufſtellte. Die Zeitwertung ergab
den Sieg von Walthour. Im Verfolgungs=Match um
die Armbinde holte Berthet ſeinen Gegner Brocco nach
26 Runden in 8 Minuten 52½ Sek. ein. Das Malfahren
landete der Elſäſſer Rohmer mit einer Länge gegen=
Leonard und Rudi Ruß.
Die moderne Medizin
erblickt ihre Hauptaufgabe darin, Krankheiten zu
verhindern. Dieses Ziel wird in erster Linie durch
sachgemässe Ernährung erreicht. Wer
Schäd-
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Körper widerstandsfähig. Schon bei Beginn
des Tages geniesse man zum Frühstück, statt
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