Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Im Finanzausſchuß der Zweiten Kammer
wurde mitgeteilt, daß die Vorlage über die
Beamten=
beſoldung für das Jahr 1912 eine Steuererhöhung nicht
vorſehe.
Die Marinevorlage ſieht nach einer Meldung der
Tägl. Rundſchau die Bildung eines dritten
Geſchwa=
ders aus den acht Reſerveſchiffen vor. Die Koſten
ſol=
len durch Ausdehnung der Erbſchaftsſteuer gedeckt
wer=
den.
Die Stichwahlen zum Reichstag ſind im
Reiche nicht einheitlich feſtgeſetzt. Sie finden in den
Tagen vom 20. bis 25. Januar ſtatt.
Die Nationalliberale und die
Fortſchritt=
liche Volkspartei beſchloſſen gegenſeitige
Unter=
ſtützung bei den Stichwahlen.
Die Aufnahme einer neuen Reichsanleihe
iſt nicht geplant.
Durch eine Exploſion in der
Dynamit=
fabrik Schlebuſch wurde 1 Arbeiter getötet und
mehrere verletzt.
Die Vermittelungsverſuche des belgiſchen
Miniſterpräſidenten zwiſchen den ſtreikenden
Kohlenarbeitern und den Zechenbeſitzern ſind geſcheitert.
Die Thronrede, mit welcher der ſchwediſche
Reichstag eröffnet wurde teilt mit, daß dem
Reichstag eine Vorlage zugehen werde, durch die den
Frauen das aktive und paſſive Wahlrecht zuerkannt
werden ſolle.
Die Kommiſſion des türkiſchen Senats
be=
ſchloß, dem Senat die Auflöſung der Kammer
vorzuſchlagen.
Durch das Feuer in Oſaka (Japan) wurden 5268
Häuſer zerſtört. 36000 Menſchen ſind obdachlos.
Sir Edward Greys Politik.
* Sir Edward Greys Stellung wird von
Tag zu Tag unbehaglicher. So manches, was
nachträg=
lich durch die Ausſchußermittelungen im franzöſiſchen
Se=
nate oder in den gut unterrichteten Blättern der
franzö=
ſiſchen Freunde ans Licht gekommen iſt, hat in liberalen
Kreiſen ſehr enttäuſcht und verſtimmt. Mancher auf der
liberalen Seite, der die deutſche Politik die längſte Zeit
mit Mißtrauen angeſehen, hat halb widerſtrebend ſeine
Anſicht geändert, ſeit er von franzöſiſcher Seite hören
mußte, daß nicht Frankreich, ſondern England darauf
ge=
drungen habe, daß gleich nach dem Auftauchen des
Pan=
thers in Agadir franzöſiſche und engliſche Kriegsſchiffe
dahin geſandt werden ſollten. Man iſt ſich vollſtändig klar
darüber, was das bedeutete, und rechnet es Sir Edward
Grey um ſo ſchwerer an, je deutlicher die Ergebniſſe ſeiner
Politik Rußland gegenüber in Perſien und China zu
Tage treten. Bei der miniſteriellen Preſſe der
Haupt=
ſtadt iſt der Miniſter ein abgetaner Mann. Denn die Daily
News verlangt offen und ungeſtüm ſeinen Rücktritt.
Daily Chronicle hat ſchon deutlich kundgetan, daß es mit
ihm abgerechnet hat, und die Weſtminſter Gazette hält ihm
gelegentlich in einer ſo mattherzigen Weiſe die Stange,
daß jeder, der zwiſchen den Zeilen zu leſen verſteht, ſich
der Wahrnehmung nicht verſchließen kann, daß es ſich nur
um Wahrnehmung der Form handelt. Das liberale
Wo=
chenblatt Nation erklärt die Sünden der engliſchen
Poli=
tik in Perſien und China offen als die Folgen der
vorur=
teilsvollen Animoſität, die Sir Edward Grey ſtandhaft
gegen Deutſchland betätigt habe. „Er hat”, heißt es am
Schluſſe eines ungemein ſcharfen Artikels, „alles geopfert,
nur nicht ſein Vorurteil, alles geduldet, nur keine
fried=
liche Annäherung, jedes europäiſche Verlangen befriedigt
und iſt vor keinem Geſchäft zurückgeſchreckt, mit
Aus=
nahme des unerläßlichen Ausgleichs der Rechnungen mit
Deutſchland. Wir beſitzen keinen Senatsausſchuß wie in
Frankreich, um die jüngſte Geſchichte zu entwirren.
Nichts=
deſtoweniger wächſt in der öffentlichen Meinung das
Ver=
langen nach einem neuen Miniſter des
Auswär=
tigen. Man fühlt in dem Maße, wie die Gefahr
zu=
nimmt, daß der Friede Europas und die Zukunft jeder
Reform daheim von dieſer Veränderung abhängen.” Das
unioniſtiſche Wochenblatt Outlook, das ſich nie dem
Vor=
wurf der Deutſchfreundlichkeit ausgeſetzt hat, ſchreibt in
ſeiner neuen Nummer: „Die verblüffende Politik des
Schwankens und der Verworrenheit, die unſer Foreign
Office von Fez bis nach Tokio beherrſcht, hat gegenwärtig
in Teheran ihren unheilvollen Höhepunkt erreicht, wäh=
rend es vielleicht in Peking zu noch viel weitertragendem
Mißgeſchick kommt. In einem Reiche, das ſo weit
aus=
gedehnt iſt wie das unſrige, muß es naturgemäß
unzähl=
bare Gelegenheiten geben, Reichsintereſſen zu gefährden,
und es wäre ungerecht, gegen die heutigen Leiter des
Auswärtigen Amtes zu bezweifeln, daß ſie imſtande ſind,
ſie alle in Gefahr zu bringen.”
Am Montag fand in London eine
Maſſenverſamm=
lung ſtatt, die gegen Sir Edwards Politik in Perſien
ge=
richtet war. Es kann kein Zweifel mehr darüber walten,
daß dieſe Maſſenverſammlungen den Beginn einer
eifri=
gen Agitation zum Sturze des Miniſters
be=
deutet, der die Daily News ſeit Wochen bemüht ſind, die
Wege zu bahnen. Dieſes Blatt läßt ſich hierüber wie folgt
vernehmen: „Eine freundſchaftliche Verſtändigung
mit Deutſchland wäre mehr als irgend etwas
an=
deres geeignet, den düſteren Himmel über Nacht zu klären.
Aber nein! Dieſes einzige Mittel zum Frieden wird dem
dunklen Plane geopfert, der Europa in ein Feldlager
ver=
wandelt, um Deutſchland zu umſtellen. Und zu dieſem
Ende haben wir die Politik von Generationen
aufgege=
ben und die Traditionen der Kabinette beider Parteien,
die es verſtanden, den Frieden mit Eurspa und die
Hei=
ligkeit von Verträgen zu bewahren. Wir haben Verträge
in Makulatur verwandelt, wir haben die Zukunft unſerer
wichtigſten Intereſſen gefährdet und uns auf ein
Wett=
rüſten eingelaſſen, das in der Weltgeſchichte nicht
ſeines=
gleichen hat. Das Reſultat iſt, daß es in Europa gärt,
daß die Luft unheilſchwanger iſt. Das iſt das Werk
Sir Edward Greys. Eine Wandlung zum
Beſ=
ſern iſt unmöglich, ſo lange in unſerem Auswärtigen
Amte kein Wechſel eintritt.”
Die Regierungserklärung des neuen
franzöſiſchen Kabinetts.
* Die in der franzöſiſchen Kammer und im Senat
ver=
leſene miniſterielbe Erklärung betont, wie
ſchon kurz mitgeteilt, daß es die gebieteriſche Pflicht der
Regierung ſei, alle Fraktionen der republikaniſchen Partei
zu demſelben nationalen Gefühl zu einigen und ſo ſchnell
wie möglich die endgültige Ratifizierung des Vertrages
zu ſichern, über den im Namen Frankreichs verhandelt
worden iſt, den die Kammer angenommen hat und den
die Senatskommiſſion ſicherlich mit derſelben
Gewiſſen=
haftigkeit und Unparteilichkeit bis zu Ende prüfen wird,
die ſie von Beginn der Arbeiten an bewieſen hat. Das
iſt die erſte Aufgabe der Regierung. Der Vertrag,
der, wie wir nicht zweifeln, bald durch ein loyales
Ab=
kommen mit Spanien ergänzt werden wird, wird
uns erlauben, in Marokko ein Protektorat
ein=
zurichten, welches das natürliche Ergebnis unſerer
afri=
laniſchen Politik iſt. Er wird uns ebenfalls erlauben,
zwiſchen einer großen benachbarten Nation und
Frank=
reich aufrichtig im friedlichen Geiſte höfliche und
freimü=
tige Beziehungen aufrecht zu erhalten, die zur Grundlage
haben die gegenſeitige Achtung vor den Intereſſen und
der Würde beider Länder. Ebenſo wie früher gedenken
wir, unſerem Bündnis und unſeren Freundſchaften treu
zu bleiben. Wir werden uns bemühen, ſie mit jener
Be=
harrlichkeit und Stetigkeit zu pflegen, die bei den
Ge=
ſchäften der Diplomatie das beſte Pfand der Redlichkeit
und Billigkeit ſind. Die Regierung iſt entſchloſſen, ihre
Verantwortlichkeit zu übernehmen und ohne Schwäche
ihre Autorität auszuüben.
Die Regierung hat nicht nur die öffentliche Ordnung
aufrecht zu erhalten, Verbrechen und Vergehen zu
unter=
drücken, ſie muß auch unter der Kontrolle der Kammer
die Rolle des ſozialen Leiters und
Er=
ziehers ſpielen. Die Regierung wird den Beamten
einen beſtimmten Status geben, und in kurzer Zeit über
die Wahlrechtsreform abſtimmen laſſen, ſie wird
die Laienſchule, die eine die nationale Gewiſſensfreiheit
ängſtlich hütende Schule bleiben muß, gegen die
ſyſtema=
tiſchen Angriffe verteidigen und den Schulzwang
energiſch durchführen. Weiter wird die Regierung
be=
müht ſein, zu dem Geſetz betr. die Arbeiter=
Ruhe=
gehälter zwiſchen der Kammer und dem Senat
unver=
züglich eine Einigung herbeizuführen. Ebenſo wird die
Frage der Invaliditätsverſicherung bei
ge=
genſeitiger Mitarbeit unverzüglich geregelt werden. Die
Prüfung des Einkommenſteuergeſetzes durch den Senat
ſoll beſchleunigt werden, um die Annahme der
Steuer=
reform ſicher zu ſtellen, die endlich die öffentlichen Laſten
ohne drückende Maßnahmen zu einer gerechteren
Vertei=
lung bringen ſoll. Die Regierung wird ſchließlich beſtrebt
ſein, die Betätigung des franzöſiſchen Kapitals zu
för=
dern und es ſich zur Pflicht machen, dieſe finanzielle
Kraft, die eine ſo große Hilfe für Frankreich iſt, mit den
Land= und Seeſtreitkräften in Einklang zu
bringen. Wie aufrichtig Frankreich auch den Frieden
wünſcht, ſo iſt es nicht Herr über alle Zufälligkeiten. Es
will ſeinen Aufgaben ſtets gewachſen ſein; deshalb wird
die Regierung der Armee und Marine Aufmerkſamkeit
und Fürſorge angedeihen laſſen und in ihnen die
gehei=
ligten Stützen der Republik und des Vaterlandes
er=
blicken.
Die das deutſch=franzöſiſche Abkommen
betreffenden Stellen der Regierungserklärung wurden von
der Kammer mit vollſtändigem Schweigen
an=
gehört. Der Paſſus, in dem die Finanzfrage und die
Militär= und Seemachtsfrage als konvergierende
Zwil=
lingskräfte bezeichnet werden, wird vielfach dahin
ausge=
legt, daß die Regierung jene Kräfte beruhigen wollte, die
anläßlich des jüngſten Gerüchtes über das
öſterreichiſch=
ungariſche Anleiheprojekt gegen die Bewilligung von
An=
leihen an eine dem Dreibundſyſtem gehörige Macht ſich
ausgeſprochen haben. Die Debatte über die
Regie=
rungserklärung nahm einen ruhigen Verlauf, nur die
Bemerkung des Radikalen Thalamas, es ſcheine, daß
Bourgeois aus ſeiner Zurückgezogenheit herausgetreten
und Mitglied dieſes Miniſteriums geworden ſei, um
Briand zu rehabilitieren, rief großen Lärm hervor.
Bour=
geois erwiderte mit Nachdruck, wenn er nicht häufiger
der Regierung angehört habe, ſo ſeien die ernſteſten und
ſchmerzlichſten Gründe daran ſchuld geweſen. (Faſt die
ganze Kammer gab Bourgeois bei dieſen Worten ihren
Beifall kund.) Bourgeois fuhr fort, heute habe er die
Kraft dazu und er tue es aus Pflicht gegen das
Vater=
land und gegen die republikaniſche Partei. (Beifall.)
An dem Tage, wo die gegenwärtige Regierung auch nur
den geringſten Punkt des Programms der Republikaner
der Linken aufgeben würde, würde er zurücktreten. — Die
von den Republikanern der Linken eingebrachte
Ver=
trauens=Tagesordnung wurde, wie ſchon
ge=
meldet, mit 440 gegen 6 Stimmen angenommen. Die
ge=
einigten Sozialiſten, eine Anzahl Sozialiſtiſch=Radikaler
und die Konſervativen enthielten ſich der Abſtimmung.
Im Senat verlas Briand die
Regierungserklä=
rung, die dort ebenſo mit Beifall aufgenommen wurde.
Auf Briands Vorſchlag wurde beſchloſſen, den Zeitpunkt
der Interpellation Delahaye über die auswärtige
Poli=
tik auf Donnerstag feſtzuſetzen, wo Poincaré der
Sitzung beiwohnen wird.
Im Gegenſatz zu der Kammer, wo das neue
Mini=
ſterium eine ſo außergewöhnlich große Mehrheit
gefun=
den hat, treten in den Blättern ziemlich geteilte
Meinungen über die Regierungserklärung zutage.
Die Blätter der ſozialiſtiſch=radikalen Partei ſagen, daß
die politiſche Lage unentſchieden bleibe. Trotz der von
Poincaré gegebenen Auslegung habe die Erklärung in
der Frage der inneren Politik den Eindruck einer
gewiſ=
ſen Unbeſtimmtheit hervorgerufen, die vielleicht auf
Mei=
nungsverſchiedenheiten zwiſchen einzelnen Mitgliedern
des Kabinetts zurückzuführen ſei. Die konſervativen und
nationaliſtiſchen Zeitungen machen gleichfalls Vorbehalte
und erklären, es hänge alles davon ab, ob im
Mini=
ſterium der Einfluß Poincarés oder der Bourgeois
ſtär=
ker zur Geltung kommen werde. — Das Echo de Paris
fragt: Soll dieſes große Miniſterium vielleicht nach dem
Willen Bourgeois lediglich zu einem Parteiunternehmen
zuſammenſchrumpfen und die nationalen Intereſſen vor
den Intereſſen der Radikalen und dem Geiſte der
Ver=
weltlichung zurückweichen? — Jaures ſchreibt in der
Hu=
manité: Dieſes große Miniſterium ſcheint mir der
Au=
torität zu entbehren; es gleicht einer Vereinigung großer
Männer, die nirgends feſten Fuß zu faſſen wagen. — Die
linksrepublikaniſchen und gemäßigten Blätter äußern
rückhaltloſe Befriedigung. — Gil Blas ſagt: Die
ent=
ſchloſſene, hoffnungsfreudige Sprache der Regierung
wurde mit dem Beifall faſt der ganzen Kammer
aufge=
nommen. Die neuen Männer haben, wenn ſie nur wollen,
das ganze Land für ſich. — Der Figaro meint: Aus
der Erklärung ſpreche ein Geiſt der Beruhigung des
Li=
beralismus und der Einigkeit, der ſeit dem Kabinett
Briand verſchwunden war, aber durchaus den Wünſchen
des Landes entſpricht.
Deutſches Reich.
— Eine Predigt über die
Reichstags=
wahlen. Zur Eröffnung des preußiſchen Landtags
fand am Montag für die evangeliſchen Mitglieder des
Hauſes im Berliner Dom ein Gottesdienſt ſtatt. Auf
Befehl des Kaiſers hielt die Eröffnungspredigt
Hofpredi=
ger Ohly, der dabei auch auf die Reichstagswahlen zu
ſprechen kam. Er knüpfte an an das Wort des
Prophe=
ten Jeremias (2, 13): „Mein Volk tut eine zwiefache
Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlaſſen ſie und
machen ſich hie und da ausgehauene Brunnen, die doch
löcherig ſind und kein Waſſer geben”. Einleitend führte
Hofprediger Ohly in ſeiner Predigt aus: „Wir ſtehen alle
unter dem Eindruck der Reichstagswahl. Sie hat uns in
ſchmerzlicher Weiſe zum Bewußtſein gebracht, welche
Macht der Geiſt der Verneinung in unſerem Volke
gewon=
nen hat. Da möchte uns wohl beim Blick auf die
Zu=
kunft bange werden. Aber die Sorge um die fernere
Ent=
wickelung darf niemals unſere Arbeitsfreudigkeit lähmen.
Sie muß im Gegenteil unſer Auge ſchärfen für die
Forde=
rungen der gegenwärtigen Stunde, muß unſeren Eifer
ſpornen und zu einem tieferen Erfaſſen der vaterländiſchen
Pflicht führen. Noch immer haben trübe Zeiten in
unſe=
rer Geſchichte den Keim einer beſſeren Zukunft in ſich
ge=
tragen.”
— Die Marinevorlage. Die Tägliche
Rund=
ſchau iſt auf Grund zuverläſſiger Mitteilungen in der
Lage, über die neue Marinevorlage wichtige Details zu
berichten. Die neue Marinevorlage iſt fertiggeſtellt,
dage=
gen wird dieHeeresvorlage, die noch nicht fertig iſt,
voraus=
ſichtlich erſt Ende Februar den Bundesregierungen
zuge=
hen. Die neue Marinevorlage verlangt, daß aus den
8 Reſerveſchiffen, die im Dienſt gehalten werden ſollen,
ein drittes Geſchwader gebildet wird. Von dieſem ſtehen
2 Linienſchiffe ſchon im Dienſt. Es wird alſo die weitere
Indienſtſtellung von ſechs Schiffen gefordert. Es tritk
demnach zu den Geſchwadern der Flotte ein drittes hinzu
das im Flottengeſetz ſchon vorgeſehen iſt, aber ſeither aus
Sparſamkeitsgründen nicht in Dienſt geſtellt wurde. Die
Ausgaben belaufen ſich auf 25 bis 30 Millionen Mark,
zu deren Deckung die Regierung auf die Ausdehnung der
Erbſchaftsſteuer auf Deſzendenten zurückgreifen dürfte.
— Geſetz über den Arbeitszwang. Dem
preußiſchen Abgeordnetenhauſe iſt vorgeſtern der
Geſetzent=
wurf über die Ausübung der Armenpflege bei
Arbeits=
ſcheuen und ſäumigen Nährpflichtigen zugegangen. Der
Geſetzentwurf enthält eine Rückkehr zu den Grundſätzen,
die in dem Geſetz vom 21. Mai 1855 enthalten waren und
die faſt einmütige Zuſtimmung der preußiſchen Kammern
gefunden haben. Das Geſetz wurde durch das
Ausfüh=
rungsgeſetz zum Unterſtützungswohnſitz=Geſetz vom
8. März 1871 aufgehoben, da man annahm, daß neben
den §§ 361 und 362 des damaligen Bundes=
Strafgeſetz=
buches für einen auf Landesgeſetz beruhenden
polizei=
lichen Arbeitszwang Raum nicht mehr vorhanden ſei.
Seine Wiedereinführung wurde aber in den nächſten
Jahrzehnten von den Vertretern der Armenverbände
im=
mer dringender verlangt.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Im ungariſchen Ahgeordnetenhauſe
erklärte der Finanzminiſter Lucas auf einige
Bemerkun=
gen verſchiedener oppoſitioneller Abgeordneten über den
ungariſchen Staatskredit und deſſen Beurteilung im
Aus=
lande, er wünſche in dieſer Frage ſich vorläufig nicht zu
äußern. Was die Gerüchte über eine Aktion des
Mini=
ſters des Aeußern betreffe, der aus Anlaß ſeiner
Zuſtim=
mung zum Marokkovertrag dieſe Gelegenheit benutzt
ha=
ben ſoll, um ein beſſeres wirtſchaftliches Verhältnis zu
Frankreich anzubahnen, ſo wiſſe er, der Finanzminiſter,
nicht, inwieweit dieſe Gerüchte auf Wahrheit beruhen.
Sollte der Miniſter des Aeußern jedoch einen ſolchen
Ver=
ſuch tatſächlich gemacht haben, ſo wäre das nicht zu
ta=
deln; jedenfalls ſei es eine richtige Auffaſſung, daß die
politiſchen Verhältniſſe nicht einen ſehr weitgehenden
un=
günſtigen Einfluß auf die wirtſchaftlichen Beziehungen
ausüben ſollten. Ganz beſtimmt könne er verſichern, daß
unter ſeiner Amtsführung weder früher noch jetzt der
geringſte Verſuch gemacht worden ſei, franzöſiſchen
Kre=
dit in Anſpruch zu nehmen.
Frankreich.
Die Senatskommiſſion zur Prüfung
des franzöſiſch=deutſchen Abkommens hielt
eine kurze Sitzung ab. Baudin hofft, den Bericht der
Kommiſſion in den erſten Tagen der nächſten Woche,
wahrſcheinlich am Dienstag, unterbreiten zu können.
Schweden.
Der Reichstag iſt, wie gemeldet, am Dienstag
nachwittag durch (den König eröffnet worden. Die
Thronrede hebt beſonders die Bedeutung der Neuwahlen
zu beiden Kammern des Reichstags hervor, weil dabei
zum erſten Male nach dem erweiterten Wahlrecht unter
Anwendung der Verhältniswahl abgeſtimmt werden
wird. Die Thronrede führt weiter aus, daß die
Regie=
rung es für gerecht und dem Staate dienlich anſehe,
un=
ter den gleichen Bedingungen wie für die Männer auch
für die Frauen das Wahlrecht und die Wählbarkeit zu
verlangen, worüber eine Vorlage dem Reichstage
einge=
bracht werde. Die Beziehungen Schwedens zu fremden
Mächten ſeien fortgeſetzt freundſchaftliche. In Bezug
auf neue Geſetzesvorlagen wird ein Arbeiterſchutz=, ein
Unterſtützungsvereins= und ein
Mutterſchaftsverſiche=
rungsgeſetz angekündigt. Ferner ſollen Unterſuchungen
angeſtellt werden, die auf ein vollſtändiges planmäßiges
Verteidigungsſyſtem, das Schwedens Selbſtändigkeit
ſichert, ohne das Leiſtungsvermögen des Volkes
über=
mäßig anzuſtrengen, hinzielen. Um Klarheit über die
Wirkſamkeit gewiſſer jetzt beſtehender
Verteidigungsmaß=
nahmen zu gewinnen, wird eine Vorlage über begrenzte
Probemobiliſierung eingebracht werden. An Stelle der
Bewilligung eines Panzerſchiffes großen Typs, wofür die
Pläne noch nicht endgültig feſtgeſetzt ſind, wird die
Be=
willigung von zweieinhalb Millionen Kronen zur
An=
ſchaffung von Kriegsmaterial empfohlen, ſobald das
Ar=
beitsergebnis der Verteidigungskommiſſion vorliegt.
Das Staatsbudget für 1913 balanziert mit 264 190000
Kronen. Das Landesverteidigungsbudget weiſt eine
Ausgabe in Höhe von 55 638000 Kronen, das
Seevertei=
digungsbudget eine ſolche in Höhe von 26 108000 Kronen
auf. Das erſtgenannte Budget ſchlägt die Bewilligung
eines Militärflugzeuges und eine Probemobiliſierung
vor. Das Seeverteidigungsbudget ſchlägt die
Bewilli=
gung von 1000000 Kronen für Unterſeeboote vor. Die
Ausgaben, deren Deckung durch Anleihen vorgeſchlagen
wird, ſind ſämtlich produktiver Art, wie die Anlagen von
Eiſenbahnen, Telephonlinien, Ausnutzung von
Waſſer=
fällen uſw. Für den Arbeiterverſicherungsfonds wird
die Zuweiſung von 2600000 Kronen vorgeſchlagen. Das
Budget konnte ohne Erhöhung der beſtehenden und ohne
Einführung neuer Steuern ausgearbeitet werden.
Belgien.
Das Motuproprio. Auf eine Anfrage erklärte
der Miniſter des Aeußern in der Kammer, daß der
Kar=
dinalſtaatsſekretär der belgiſchen Regierung verſicherte,
daß das Motuproprio des Papſtes „Quantavio
Dili=
gentia”, wie in Deutſchland, ſo auch in Belgien keine
Geltung habe.
Türkei.
Die parlamentariſche Kriſe. Die Partei
der liberalen Entente richtete an die Senatoren einen
Aufruf, in dem erklärt wird, daß die Verteidigung der
Verfaſſung nunmehr dem Senat anvertraut ſei. Der
Aufruf führt die bekannten Klagen der Oppoſition über
das ungeſetzliche Vorgehen der Regierung der
jungtürki=
ſchen Partei an, namentlich in Fragen präjudizieller
Na=
tur, die ſich während der Verhandlungen über den Artikel
35 ergaben. Die Senatskommiſſion ſprach ſich zu
Gun=
ſten der Kammerauflöſung aus. Die auf Dienstag
anbe=
raumte Sitzung des Senats, in der über die von der
Se=
natskommiſſion befürwortete Auflöſung der Kammer
entgültig entſchieden werden ſollte, war infolge des
Fern=
bleibens der Hälfte, zumeiſt oppoſitioneller Senatoren,
beſchlußunfähig und wurde deshalb auf Mittwoch
ver=
tagt.
* Botſchafter v. Radowitz †. Einer der
we=
nigen, die noch unter dem Fürſten Bismarck auf den
höchſten Stellungen des auswärtigen Dienſtes geſtanden
haben, iſt mit dem in Berlin verſtorbenen Botſchafter
v. Radowitz dahingegangen. 1839 in Frankfurt a. Main
als Sohn des bekannten Generals und Politikers
ge=
boren, ſtudierte er die Rechte, trat 1860 in den
diplomati=
ſchen Dienſt und kam als Attachee zuerſt nach
Konſtanti=
nopel, dann in den fernen Oſten, der durch die preußiſche
Geſandtſchaft unter dem Grafen Eulenburg damals
ge=
rade dem deutſchen Intereſſe nähergerückt worden war,
und wurde 1865 nach Paris verſetzt, wo er vier Jahre
blieb. An dem Feldzug 1866 nahm er als
Ordonnanz=
offizier des Prinzen Friedrich Karl teil. 1869 zum
Ge=
neralkonſul in Bukareſt ernannt, hatte er Gelegenheit,
ſeine Feſtigkeit und Entſchloſſenheit zu beweiſen, als der
dortige Pöbel ein Feſt der deutſchen Kolonie durch
ſchwere Ausſchreitungen zu ſtören verſuchte. Nach einer
kurzen Tätigkeit als Geſchäftsträger in Konſtantinopel
wurde er 1872 in das Auswärtige Amt berufen, um die
orientaliſchen Angelegenheiten zu bearbeiten, wozu ihn
ſeine Erfahrungen im Oſten beſonders befähigten.
Ob=
gleich Radowitz zwei Jahre ſpäter zum Geſandten in
Athen ernannt wurde, blieb er doch tatſächlich mit kurzen
Unterbrechungen dauernd in Berlin, bis er 1880 als
Ge=
ſchäftsträger nach Paris ging, um dann 1882 als
Bot=
ſchafter nach Konſtantinopel verſetzt zu werden. 1892 kam
er nach Madrid als Botſchafter. Noch einmal bot ſich ihm
Gelegenheit zum Hervortreten, als er 1906 auf der
Kon=
ferenz von Algeciras Deutſchland vertrat. Zum Zeichen
der Anerkennung ſeiner Verdienſte verlieh ihm der Kaiſer
den Schwarzen Adlerorden. Er konnte, was ſelten
vor=
kommt, das 25jährige Jubiläum als Botſchafter feiern,
dann trat er bald in den Ruheſtand.
* Brüſſel, 17. Jan. Der belgiſche
Miniſterprä=
ſident hatte ſich erboten, ein Schiedsgericht zuſammen zu
bringen, das die Streik=Angelegenheit zwiſchen den
belgi=
ſchen Kohlenarbeitern und den Zechenbeſitzern ſchlichten
ſollte. Die Gruben=Geſellſchaften haben ſich jedoch
ge=
weigert, dieſen Spruch des Schiedsgerichts anzunehmen
und ſo ſind vorläufig alle Hoffnungen auf eine
Been=
digung des belgiſchen
Kohlenarbeiter=
ſtreiks vereitelt worden. Es ſtehen über 30000
Berg=
arbeiter im Ausſtand. Die Streikenden verfügen nur noch
über geringe Hilfsmittel. Es macht ſich ſchon große Not,
beſonders bei der eingetretenen Kälte, unter ihnen
be=
merkbar. Im Gebiete von Mons leiden die Fabriken
unter ſtarkem Kohlenmangel. Sie ſind auf die Einfuhr
ausländiſcher Kohle angewieſen. In einer Anzahl
Be=
triebe iſt die Arbeit ſehr eingeſchränkt, in anderen
Fabri=
ken überhaupt eingeſtellt. Die Zechenbeſitzer wollen
Ar=
beiter aus dem Auslande heranziehen, um wenigſtens die
zahlreichen noch nicht verladenen Kohlenvorräte verladen
zu laſſen und in den Handel zu bringen.
* Mancheſter, 17. Jan. Als Ergebnis der
Ver=
handlungen zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitern wegen
Beilegung der Ausſperrungen in der
Baumwoll=Induſtrie in Lancaſhire ſind
geſtern von den beiderſeitigen Organiſationen beſtimmte
Vorſchläge gemacht worden. Die Arbeit ſoll ſofort
wie=
der aufgenommen werden. Nach Ablauf von 6 Monaten
ſoll Sir George Aſkwith, Vorſitzender der Konferenz
bei=
der Parteien, falls es verlangt wird, definitive
Vor=
ſchläge machen. Sollte dann keine Einigung erzielt
wer=
den, ſo verpflichten ſich beide Parteien, in der Frage der
nichtorganiſierten Arbeiter keinerlei Aktion ohne
ſechs=
monatige Kündigung zu unternehmen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. Januar.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften in Begleitung der Prinzeſſin Viktoria zu
Schleswig=Holſtein beſuchten Dienstag vormittag 11 Uhr
das Großh. Landesmuſeum.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Pfarrer Thaer von
Ensheim in Rheinheſſen, den franzöſiſchen Generalkonſul
P. L. Ch. Clandel in Frankfurt a. M., den Geheimen
Medizinalrat Profeſſor Dr. Sommer von Gießen: zum
Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Amtsgerichtsperſonalien. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Bad Nauheim Dr. Guſtap Maurer zum
Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach und den
Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach Guſtav
Schneider zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bad
Nauheim ernannt.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Bauaſſeſſor Bauinſpektor
Wilhelm Joſt zu Bad Nauheim die Silberne
Verdienſt=
medaille für Kunſt verliehen.
Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger
Feuer=
wehren wurde verliehen Johann Heinrich Herkſtröter,
Karl Hörner und Georg Wolf, Mitglieder der
frei=
willigen Feuerwehr zu Offenbach; Franz Jakob Weber
Der Sturm auf die neuen Diamantfelder.
** Aus Johannesburg wird berichtet: Ganz
Südafrika iſt in den letzten Wochen nur von einem
Ge=
danken erfüllt: die neuen Diamantfelder, die
gro=
ßen neuen Diamanten! Wer immer durch ſeinen Beruf
nicht auf die Scholle gefeſſelt iſt, Tauſende von kleinen
Ar=
beitern und Handwerkern, die von Glück und Reichtum
träumen, beurlaubte Beamte und Abenteurer: alles packt
ſeine ſieben Sachen zuſammen und haſtet nach dem kleinen
einſamen Dörfchen am Waalfluſſe, das vor wenigen
Mo=
naten noch unbekannt war, heute in ganz Südafrika und
bald in der Welt berühmt ſein wird: nach Bloemhof,
wo vor kurzem die erſten Diamanten gefunden wurden.
Als damals die erſte Kunde von Funden bekannt
wurde, ging die Nachricht wie ein Lauffeuer durch das
Land, die Regierung wurde ſich ſofort über die Bedeutung
des Vorganges klar, und als der große Anſturm begann,
war das weite Gebiet bereits in kleine Schürffelder
ge=
teilt, die jedem Diamantenſucher gegen eine niedrige
monatliche Pacht zur Verfügung ſtehen. Von Kimberley
nordwärts und von Johannesburg ſüdwärts vermochten
die Züge die Menge der Glücksjäger und die Maſſe der
Güter nicht mehr zu befördern; ſchon ſechs Wochen ſpäter
hatten ſich mehr als 7000 Menſchen auf der vorher kahlen
Sandebene angeſiedelt und wo vordem noch kein lebendes
Weſen zu erblicken war, dehnen ſich heute in langen Reihen
die Zelte und klirren die Eiſen. Aber es blieb nicht bei
dem erſten Funde, der Entdeckung von Bloemhof folgte faſt
unmittelbar in einer Entfernung von etwa 30 Kilometer
die Entdeckung von Mooifontein. Hier fand ein
Diamantenſucher namens E. James im Laufe von nur
einer Woche drei Steine, die 11½, 7 und ¾ Karat wogen
und die er im Handumdrehen für 3300 Mark verkaufte.
Ein paar Tage ſpäter fand ein anderer Sucher einen Stein,
der ein Vermögen darſtellt und 94 Karat wiegt und
ſchließ=
lich leuchtete auch dem Entdecker dieſes neuen
Diamant=
feldes, James, ein Glücksſtern: er entdeckte einen
Diaman=
ten von 70¼ Karat Gewicht. Von dieſem Tage an teilte
ſich der Strom der Glücksjäger, und Tauſende, die in
Bloemhof nicht ſofort Schätze geſammelt hatten, wandern
jetzt nach Mooifontein hinüber.
Ein findiger Unternehmer hat ſchleunigſt einen
regel=
mäßigen Automobildienſt zwiſchen den beiden Fundſtätten
eingerichtet. Für die knapp 50 Minuten dauernde Fahrt
zahlt man rund 18 Mark für den Platz und da man neun
Perſonen in das Automobil hineinzwängt, läßt es ſich
leicht ausrechnen, welches Vermögen dieſer unternehmende
Mann in wenigen Monaten zuſammenbringen wird. In
den letzten Tagen hat er durchſchnittlich 800 Mark am Tage
verdient. Beſcheidenere Gemüter begnügen ſich mit einem
Platz auf einem Pferdeomnibus, in dem 24 Perſonen auf
einmal zum Preiſe von 5 Mark pro Kopf befördert werden.
Wenn man zuerſt Mooifontein betritt, ſtaunt man über
dieſe ſcheinbar endloſen Zeltreihen. Auf der rechten Seite
der kleinen Siedelung, auf der Seite, wo die großen
Dia=
manten gefunden wurden, kann man für ſchweres Geld
keine Mutung mehr bekommen; nur auf der linken Seite,
in Mooifontein II, ſind noch Schürfſtätten zu verpachten.
Händler und Wirte verdienen ein Vermögen. Einer der
in der Nähe wohnenden Farmer kommt von Zeit zu Zeit
mit einem Wagen voll kleiner Waſſerfäſſer, die Stück für
Stück mit 1,50 Mark bezahlt werden. Der Waſſerinhalt
reicht kaum für einen oder zwei Tage, man nimmt Waſſer
nur noch zum Kochen, der Begriff des Waſchens iſt völlig
unbekannt geworden. Aber wenn auch das männliche
Ge=
ſchlecht in dieſer neuen Diamantenkolonie noch überwiegt,
ſo treffen neuerdings auch täglich Frauen und Kinder ein.
Das Eiſenbahnperſonal iſt dem Anſturm nicht mehr
ge=
wachſen und in langen Zügen ſtehen die Güterwagen da=
und harren viele Tage lang darauf, abgeladen zu werden.
Eine Gruppe von Spekulanten hat natürlich ſofort den
größten Teil der Fundſtätten mit Beſchlag belegt und läße
ſich jetzt unerhörte Pachten bezahlen. Der Friſeur zahlt
für die kleine Bretterbude, in der er ſeines Amtes waltet,
monatlich 100 Mark Bodenpacht, der Wirt für ſeine Kneipe
im Monat gar 500 Mark und ähnliche Summen müſſen
die Händler und Handwerker entrichten, die hier ihr Glück
verſuchen. Natürlich fehlt es nicht an Enttäuſchten und
auch nicht an Glücksgeſegneten. Arbeiten, nicht verzweifeln
iſt das Leitwort dieſer vieltauſendköpfigen Menge, die mit
Sieb und Spaten goldene Zukunftsträume verwirklichen
will. Geſchichten von wunderbaren Funden gehen von
Mund zu Mund. Erſt kürzlich ſah ſich einer der
Diamant=
ſucher am Ende ſeiner Mittel, er war entſchloſſen, die
Stätte ſeiner fruchtloſen Arbeit zu verlaſſen. „Wenn ich
heute nichts finde, bin ich morgen fort.” Und er arbeitete
den ganzen Tag und als er am Abend troſtlos das letzte
Sieb ausleert, findet er einen Stein von 20 Karat, für
den er noch am ſelben Tage 6000 Mark erhält.
Michael Hauerwas, Johann Georg Döbert und
Wilhelm Wörner, Mitglieder der freiwilligen
Feuer=
wehr zu Bürgel.
* Die Vorſchriften über die Reifeprüfungen an
den Gymnaſien, Realgymnaſien und Oberrealſchulen
haben einige Aenderungen erfahren; die weſentlichſte
der neuen Beſtimmungen geht lt. Darmſt. Ztg. dahin,
daß fortan die Benutzung von Wörterbüchern beim
Anfertigen der fremdſprachlichen Reifeprüfungsarbeiten
nicht mehr geſtattet iſt.
* Die Zweite Kammer tritt dem Vernehmen nach am
22. Februar zuſammen. An den Finanzausſchuß der
Zweiten Kammer hat der Präſident Köhler die
Mit=
teilung ergehen laſſen, daß er beabſichtige, das Plenum
der Kammer auf den 22. Februar einzuberufen und
da=
bei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß bis dahin die
Beratung des Hauptvoranſchlages im Ausſchuß zu Ende
geführt ſein werde.
-g. Strafkammer. Der 19jährige Taglöhner Kaſpar
Zund von Ketſch iſt der intellektuellen
Urkunden=
fälſchung angeklagt. Zund wurde im Juli 1911 aus
dem Gefängnis dem Arbeitshaus überwieſen, aus
wel=
chem er ausbrach. Er trat am 20. Juli in Groß=Gerau
in Arbeit, und da er keine Papiere hatte, ließ er ſich auf
den Wandergewerbeſchein des Korbmachers Joh. Pfiſter
bei der Ortskrankenkaſſe eine Quittungskarte auf deſſen
Namen ausſtellen. Er erhält eine Gefängnisſtrafe von
zwei Monaten die am 25. Januar als verbüßt
er=
achtet wird, da er ſeit 25. Nov. 1911 in
Unterſuchungs=
haft ſitzt.
Die Strafkammer beſchäftigte ſich nun mit den
um=
fangreichen Diebſtählen, durch die im Frühjahr 1911 zwei
Offenbacher Firmen um bedeutende Beträge geſchädigt
wurden. Der Chemiſchen Fabrik „Elektron” waren
Blei=
ſtücke im Werte von 150 Mark und Kupfer im Werte von
10—15 Mark geſtohlen worden und dem Altwarenhändler
Joſeph Windecker Rotguß= und Meſſingſpäne im Werte
von 2700 Mark. Dieſer Diebſtähle beſchuldigt ſind die
Folgenden: der 32jährige Schloſſer Heinr. Bachmann,
der in der Fabrik „Elektron” als Schloſſer beſchäftigt war,
iſt beſchuldigt und auch geſtändig, Blei und Kupfer aus
dem Magazin entwendet und an den Händler Dan. Löb
verkauft zu haben. Die bei dem Händler Windecken
be=
ſchäftigten 3 nächſten Angeklagten: der 32jährige Kutſcher
Ich. Pfaff der 29jährige Fuhrmann Chriſtoph Robert
Eiche und der 37jährige Schloſſer Heinrich L. Schnarr
waren nach Feierabend in das Lager eingedrungen und
entwendeten dort Rotguß= und Meſſingſpäne, und zwar
in zwei Fällen alle drei gemeinſam; ſpäter ſchied Schnarr
aus dem edlen Trio aus, und nun verübten die beiden
übrigen Angeklagten die Diebſtähle noch etwa 13—14mal
Der geſamte Wert des geſtohlenen Metalls beträgt etwa
2700 Mk. Als guter Abnehmer trat auch hier der Händler
Daniel Löb auf, der anfangs für ein Kilo Meſſingſpäne
75 Pfg., ſpäter 25 und dann 15 Pfg. zahlte. Als fünfter
Angeklagter erſcheint deshalb der Händler Löb, der der
Hehlerei beſchuldigt iſt. Die Angeklagten ſind ſämtlich
geſtändig; nur der Händler Löb leugnet, daß er die
Her=
kunft des Metalls kannte.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten
Bach=
mann wegen leichten Diebſtahls in einem Falle zu
4 Wochen Gefängnis, Pfaff wegen fortgeſetzten
ſchweren und zwei leichten Diebſtählen zu 2 Jahren
Zuchthaus, Eiche wegen fortgeſetzter ſchwerer
Dieb=
ſtähle im Rückfall zu 2 Jahren 6 Monaten
Zucht=
haus, Schnarr wegen fortgeſetzten ſchweren und
leich=
ten Diebſtahls zu 1 Jahr 10 Monaten, Löb
wegen gewerbs= und gewohnheitsmäßiger Hehlerei und
ſchweren Diebſtahls zu 1 Jahr 6 Monaten
Zucht=
haus. Mildernde Umſtände wurden nur dem
Bach=
mann zugebilligt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden
den vier letzien Angeklagten für die Dauer von 5
Jah=
ren aberkannt, die Unterſuchungshaft wurde ihnen mit
je 3 Monaten in Anrechnung gebracht.
* Die bevorſtehende Neuorganiſation des
Eichungs=
weſens bietet jüngeren Schloſſern,
Maſchinen=
bauern und Mechanikern Gelegenheit, ſich auf den
Dienſt bei den ſtaatlichen Eichämtern vorzubereiten.
Vor=
ausſetzung für die Zulaſſung iſt außer dem Nachweis der
Geſellenprüfung in einem der genannten Handwerke der
Nachweis des erfolgreichen Beſuches von 3 Kurſen einer
Maſchinenbauanſtalt (z. B. Offenbach) oder mindeſtens
gleichartigen Anſtalt, ſowie endlich von mindeſtens zwei
weiteren Jahren praktiſcher Tätigkeit. Von der letzteren
Forderung kann für die Uebergangszeit ausnahmsweiſe
abgeſehen werden, insbeſondere, wenn die
Fachſchulaus=
bildung mehr als drei Kurſe umfaßt hat. Die
Vorbereit=
ung für den Eichdienſt beſteht in einem ſechsmonatigen
Ausbildungsgang bei den ſtaatlichen Eichungsbehörden.
Während dieſer Zeit erhalten die Anwärter keine
Ver=
gütung. Nach Abſchluß der Ausbildung wird der
An=
wärter zur Eichmeiſterprüfung zugelaſſen, deren Beſtehen
zur Annahme als Eichmeiſtergehilfe im ſtaatlichen
Eich=
dienſt berechtigt. Die Eichmeiſtergehilfen ſollen
Vergüt=
ung erhalten, die anfänglich 1400 Mark beträgt und
jähr=
lich um 100 Mark — bis 1800 Mark — ſteigt. Aus der
Zahl der Eichmeiſtergehilfen werden die Stellen der
Eich=
meiſter, welche Staatsbeamte ſein werden, beſetzt. — Da
vorausſichtlich die Zahl der Bewerber groß ſein wird,
empfiehlt es ſich, Meldungen zum
Vorbereit=
ungsdienſt baldmöglichſt an die Großh. Eichungs=
Inſpektion zu Darmſtadt, Paradeplatz 4b, einzureichen,
welche über die Annahme entſcheidet. Der Meldung iſt
zunächſt nur ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf beizufügen.
Perſönliche Vorſtellung kann nur an Samstagen,
vormit=
tags zwiſchen 11 und 12 Uhr erfolgen.
* Der evangeliſche Frauenverein für den
Schloß=
bezirk wird am Montag, den 5. Februar, zum Beſten
ſeiner neugegründeten Kleinkinderſchule mit einer ganz
eigenartigen Veranſtaltung vor die Oeffentlichkeit treten,
die ſicher allen Freunden Alt=Darmſtadts gefallen wird.
Er gedenkt „Alt=Darmſtadt im 17. und 18.
Jahr=
hundert in Wort, Muſik und lebenden
Bildern” vorzuführen und zwar in der Art, daß die
lebenden Bilder das Typiſchſte an der Zeit der
Land=
grafen Ernſt Ludwig und Ludwig VIII. zur Darſtellung
bringen, und daß die Umrahmung der Bilder in Lied,
Orcheſtermuſik und Wort aus der darzuſtellenden Zeit
ſelbſt genommen iſt. Wir behalten uns vor, über die
Einzelheiten der geplanten Vorführung, die von Herrn
Pfarrer D. Dr. Diehl entworfen iſt, demnähſt einen
eingehenden Vorbericht zu bringen. Karten zu der
„Schauſtellung” zu 3, 2, 1 Mk. und 50 Pfg. ſind ſchon
jetzt zu haben im Verkehrsbureau, bei Kaufmann
Warnecke (Rheinſtraße 3) und bei den Vorſtandsdamen
des Frauenvereins.
* Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Zu den vom Verein für Verbreitung von Volksbildung
vorbereiteten Vorträgen über die Türkei und die
übrigen benachbarten Balkangebiete wurden verſchiedene
der Veranſchaulichung dienende Wandkarten neu
be=
ſchafft und vorzüglich geeignete Bildwerke zu Lichtbilder=
Vorführungen ausgeſucht. Eine zu dieſen
Vortrags=
zwecken beſonders hergeſtellte geographiſch=geſchichtliche
Skizze wird jedem Beſucher am Eingang des Saales
eingehändigt werden. Ueber den Orientkenner Dr. Jäckh
leſen wir: „Dr. Jäck überzeugt uns, daß wir in türkiſchen
Dingen umlernen müſſen, ſo gründlich, wie einſt in
japaniſchen Fragen Heute handelt es ſich dort um
Lebensintereſſen des jährlich wachſenden deutſchen Volkes
und ſeiner abſatzbedürftigen Arbeit, die bereits bis zu
einer Milliarde Kapital in der Türkei angelegt hat.‟ Der
erſte Vortrag findet Donnerstag, den 18. Januar, ſtatt.
* Konzert Reemy. Man ſchreibt uns: In dem
Konzert, das der Ausſchuß der Freien Studentenſchaft
am 30. Januar in der Aula der Techniſchen Hochſchule
veranſtaltet, werden Frl. Tula und Maria Reemy
aus Guadalajara (Violine) und Frl. von Willmann
(Klavier) das D-moll=Konzert von Bach, das
Doppel=
konzert von Spohr und eine Suite für zwei Violinen
von Draeſecke ſpielen. Karten ſind bei Gg. Thies Nachf.
zi haben.
Lieder=Abend Scholander. Auf den Lieder=Abend,
den Liſa und Sven Scholander aus Stockholm
morgen Freitag, den 19. Januar, im Saale „Zur Traube‟
veranſtalten, ſei nochmals empfehlend hingewieſen. Das
hochintereſſante Programm enthält Lieder eigener
Kom=
poſition, ferner deutſche, polniſche, bretoniſche und
nordiſche Volkslieder; Kompoſitionen von W. Kienzl,
Karl Michael Bellmann, V. Lefebvre u. v. a. Begleitung:
Schwediſche Laute von 1798. (Näheres ſiehe Anz.)
Simpliziſſimus=Spiele Münchener Künſtlar. Man
ſollte annehmen, daß ſie von ganz beſonderer
Anziehungs=
kraft geweſen wäre die Ankündigung der Simpliziſſimus=
Spiele durch Münchener Künſtler. Aber in unſerer an
Kunſtgenüſſen aller Art geradezu überladenen und im
übrigen vom Vereinsleben beherrſchten Saiſon zieht ſelbſt
das nicht mehr. Das iſt bedauerlich in erſter Linie für
alle die — Nichterſchienenen. Denn für ſie war’s ein
Ver=
luſt, die ganz vorzüglichen Darbietungen nicht geſehen zu
haben. Es iſt eine kleine Schar außerordentlich
leiſtungs=
fähiger und ſich gegenſeitig beſtens ergänzender Künſtler
die ſich da zu einem Ueberbrettl=Enſemble
zuſammengefun=
den haben, deſſenDarbietungen beherrſcht werden vonErnſt,
Humor und Satire, und Pikanterien und von Perlen
unſerer modernen Poeſie. Wie das zündete, als Lucy
de Gascard, den Schelm im lachenden
Bubengeſicht=
chen, in den ſprühenden Augen, im Gewand des
Mün=
chener Kindls den Prolog ſprach; wie ihr entzückender
Humor heiter ſtimmte, und wie die gleiche Künſtlerin
ſpäter ergriff durch die tieftragiſche Dichtung von der
Wiener Walzer=Melodie; das waren gleich hervorragende
Leiſtungen, wie die von Anny Schanzer, die durch
ihre mit tiefer Empfindung geſungenen Chanſons, jenem
eigenartig reizvollen Gemiſch von Scherz und Pikanterie
und ergreifender Daſeinstragik, tiefſte Wirkung auslöſen
konnte. Dann darf Sybille von Braunfels
ge=
nannt werden, die Lieder zur Laute ſang, wie ſie ſelten
geſungen werden, trotzdem wir doch ſo ziemlich alle
Kapazitäten auf dieſem Gebiete kennen lernten.
Gleich=
wertig waren die Leiſtungen der Herren. Max
Val=
berg konnte ſowohl in ſeinen hervorragenden Pierrot=
Chanſons wie in ſeinen ſonſtigen Vorträgen und in den
Duetten mit Anny Schanzer aus der Biedermeierzeit
leb=
haften Beifall erringen, und Maximilian Berger war
ein ebenſo wirkungsvoller Deklamator wie geſchickter Kon
ferenzier. Das Programm brachte Dichtungen von
Lud=
wig Thoma, Otto Julius Bierbaum, Ernſt v. Wolzogen,
Roda=Roda, Peter Roſegger, Hermann Bahr, Fr. von
Oſtini, Richard Dehmel, Guſtav Falke uſw. und
Kompo=
ſitionen von Leo Fall, Oskar Strauß, Rudolf Nelſon,
Béla Lazky, Jacques Offenbach, John Gilbert, Dr.
Be=
natzky uſw. Der ſich von Nummer zu Nummer ſteigernde
Beifall bewies, daß die Künſtler es verſtanden, einen
höchſ9 amüſanten Abend zu bereiten.
Rätſel des Innenlebens. Wir wollen nicht
verfehlen, unſere Leſer auf den heute abend 8¼ Uhr
im Kaiſerſaal (Fürſtenſaal) ſtattfindenden zweiten
Vortrag des Pſychologen Rud. Parthey aus Ettingen
(Schweiz) beſonders aufmerkſam zu machen.
* Der Bezirksverein Altſtadt hielt in der Brauerei zur
Krone ſeine Generalverſammlung ab. Der Vorſitzende,
Herr Link eröffnete die Verſammlung und begrüßte die
zahlreich Erſchienenen, insbeſondere den Herrn
Stadtver=
ordneten Sanitätsrat Dr. Kolb, Vorſitzender des
Aus=
ſchuſſes der vereinigten Bezirksvereine, und auch die
an=
deren anweſenden Stadtverordneten. Herr Link erſtattete
dann eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Vorſtandes
im letzten Vereinsjahr und gab die Verſammlung ihre
Zu=
ſtimmung zu den Ausführungen durch Beifall kund. In der
anſchließenden Debatte wurde die Verlegung der
Weih=
nachtsmeſſe auf den Schillerplatz als gänzlich verfehlt
ge=
rügt, und wird der Verein nächſtens Stellung dazu
neh=
men, daß die Geſchäftsleute am Schillerplatz nud auch die
Meßleute durch die vollſtändig ungünſtige Aufſtellung der
Weihnachtsmeſſe nicht mehr ſo empfindlich geſchädigt
wer=
den wie diesmal. Auch war der Aufbau der
Weihnachts=
meſſe auf dieſem kleinen Terrain durch die enge Zuſammen
ſtellung der Verkaufsbuden ſehr feuergefährlich. Dies dürfte
allein ſchon ein genügender Grund ſein, für die Folge die
Meſſe nicht mehr auf dieſen Platz zu ſtellen. — Nach
Mit=
teilungen der Stadtverordneten Kalbfuß, Kahn
und Säng wurde mit Beſtimmtheit verſichert, daß als
Verbindungslinie der Elektriſchen Bahn vom Ernſt=
Ludwigs=Platz nach dem Oſtbahnhof einzig und allein die
Strecke durch die Landgraf Georg=Straße, wie dies bereits
mit der zu gründenden Aktien=Geſellſchaft ausdrücklich
vereinbart, zur Ausführung kommen werde. Alle
in letzter Zeit über dieſe Angelegenheit aufgetauchten
Ge=
rüchte ſeien nur Kombinationen, die auf praktiſchen Wert
keinen Anſpruch hätten. Hierzu ſprachen noch die Herren Link.
Herold, Haas und May. Letzterer gab noch dem Wunſch
Ausdruck, daß die Ausführung der Linie hoffentlich nicht
mehr allzu lange auf ſich warten ließe, ſei doch mit dem
elektriſchen Verkehr durch die Altſtadt die Annahme wohl
berechtigt, daß hiermit auch endlich wieder der ſchon lange
Jahre ſchwer geſchädigten Altſtadt neues geſchäftliches
Leben zugeführt und eine beſſere Zeit für die Hausbeſitzer
und Gewerbetreibenden kommen wird. Die
Rechnungs=
ablage wurde für richtig befunden und dem Rechner, Herrn
Haas, Entlaſtung erteilt. Bei der Neuwahl des
Vor=
ſtandes wurde Herr Link einſtimmig wieder als
Vorſitzen=
der und die vier ſatzungsgemäß ausſcheidenden Herren
Marguth, Techel, Wicklaus und May wiedergewählt. Als
Rechnungsreviſoren wurden die Herren Ketſch und Kaſtan
wieder verpflichtet. Die Mitgliederzahl ſtieg im letzten
Jahre auf 227. Gegen 12 Uhr ſchloß der Vorſitzende mit
Worten des Dankes die ſehr angeregt verlaufene
Ver=
ſamlung und ſprach den Wunſch aus, daß die Tätigkeit
des Vorſtandes dem Bezirke und der Stadt zum Wohle
gereichen möge.
* Bei der Monatsverſammlung des Verbandes
Heſ=
ſiſcher Privat=Architekten wurde der Entwurf einer Norm
bezüglich Erwerbung des Anbaurechts an
Brand=
mauern feſtgelegt. Dieſe Norm iſt vom Verband
aus=
gearbeitet und ſoll die ſo häufigen Streitigkeiten bei dem
Anbauen an beſtehende Brandmauern beſeitigen. Der
Wortlaut iſt von der Großh. Bürgermeiſterei (Baupoli=
Konzerte.
mm. Der ſechſte Liederabend den die beliebte
Konzertſängerin Frau Suſanne Deſſoir aus Berlin,
unter Mitwirkung von Herrn Bruno Hinze=
Rein=
hold am Klavier, im Richard Wagner=Verein
Darmſtadt am Dienstag abend gab, war ganz
außer=
gewöhnlich ſtark beſucht.
Die Dame hatte ſich bei ihrem öfteren hieſigen
Auf=
treten ſo ſehr die Sympathien weiteſter Kreiſe unſerer
Gegend erworben, daß ihr Abſchieds=Liederabend ſich
zu einer ehrenden Kundgebung für die bedeutende
Künſt=
lerin ausgeſtaltete.
Die Lieder aus alter Zeit, die ſie in der erſten
Pro=
grammabteilung bot, können in ihrer einfachen und ſtets
humorvollen ſchlichten Poeſie immer wieder jedermann
aufs neue allgemeine Freude bereiten; allerdings nur
dann, wenn ſie durch die vollendete Kunſt eines
vollkom=
men durchgebildeten Vortrages, wie er dieſer Künſtlerin
ganz beſonders eigen iſt, dargeboten werden. Der
voll=
endeten Balladenform eines Loewe, der das neckiſche
Kölniſche Heinzelmännchenlied von Auguſt Kopiſch ſo
geſchickt in Tönen wiederzugeben verſtanden hat, gebührt
begreiflicherweiſe der Vorrang vor den recht gefälligen,
aber einfacheren Liedformen eines Reichardt (Das
Löſe=
geld) und Meiſſonnier (le petit tambour), die in ihrer
Art ſich gewiß recht hübſch anhörten.
Beſondere Kunſt des Vortrages konnte Frau Deſſoir
in vier Schubert=Liedern tieferen Inhalts offenbaren, von
denen das Ständchen nach Shakeſpeares „Cymbeline” der
höheren Tonlage ihrer ſympathiſchen Stimme ſehr
vor=
tellhaft zu ſtatten kam. Auch das folgende (vierte) Lied
dieſer Abteilung, ein Schweizerlied von Goethe, fand,
Dank ſeinem friſchen, natürlichen Vortrag, den
wohlver=
dienten lebhaften Beifall, den es beanſpruchen durfte.
Kinder= und Volkslieder von Reinecke, Urtel und Frey
ſcheinen ihre Spezialität zu ſein; das alte Mäh=
Lämm=
chenlied aus „Des Knaben Wunderhorn” (komponiert von
Frey) fand ſtarken Widerhall, und die kindliche Mimil
der das muntere Kögelſche Gedicht: „Die Schule” zur
Unterlage diente, fand mitſchwingende Seelenempfindun=
gen und Anklang bei den vielen jugendlichen
Bewun=
derern der Künſtlerin und wohl auch bei manchem Alten,
der ſich einmal in ſeiner Jugend gewünſcht hatte, „es
möcht’ doch keine Schule ſein.‟ Die eigentlichen däniſchen,
litauiſchen und deutſchen Volkslieder, deren erſte
Erfin=
der unbekannt ſind, da ſie aus der Volksſeele heraus
geſungen und erfunden wurden, verfehlten auch diesmal
nicht ihren tiefgehenden Eindruck, beſonders das
gefühl=
volle, mit großer Innigkeit geſungene Thüringer
Volks=
lied: „Ach, wie iſt’s möglich dann”.
Auch reichliche Zugaben zwiſchen den einzelnen
vorausbeſtimmten Liederabteilungen ſpendete die
Sänge=
rin, die um ſo mehr gefallen mußten, da ſie aus der
augen=
blicklichen angeregten frohen Stimmung heraus
empfun=
den und gewählt waren. Von dieſen nennen wir nur das
ſehr zart geſungene Lied von Grieg, das die reinſte
Stimmung einer empfindungsreichen ſingenden Seele ſo
edel zum Ausdruck bringt, und ein humoriſtiſches Lied:
(„Die junge Henne”) von Schubart. Von den vielen ihr
am Schluſſe abgenötigten ſei noch der mit edler
Ton=
gebung geſungene Ruſſiſche Veſpergeſang erwähnt.
Der Begleitung der Lieder unterzog ſich mit großem
Geſchick am klangreichen Blüthner=Konzertflügel Herr
Bruno Hinze=Reinhold aus Berlin, der ja als
Konzertbegleiter bereits einen Namen hat, mit beſtem
Gelingen. Auch ſeine Solovorträge, Chopins Variationen
in B, Opus 12, ſowie ſpäter vier Klavierſtücke von
De=
buſſy, Kaun und Liſzt, gaben ihm Gelegenheit, ſich auch
als ſelbſtändigen, gereiften Pianiſten von der beſten
Seite zu zeigen. Statt der im Programm vorgeſehenen
„Legende vom heiligen Franziskus von Paula, über die
Wogen ſchreitend” wählte der gediegene Künſtler (aus
beſonderen Gründen) „Iſoldens Liebestod” Als
Zu=
gabe ſpielte er noch Schumanns „Träumerei” aus deſſen
Kinderſtücken, eine von den Kompoſitionen, die ſich aber
in einer guten Bearbeitung entſchieden vorteilhafter
an=
hören, als in der Originalgeſtalt, die ihr der Komponiſt
ſelbſt, der nur ſkizzenhaft notierte, gab. Man iſt eben
zu ſehr an die Ausführung der Melodie durch eine Violine
mit Dämpfer gewöhnt. Trotzdem machte auch dieſe
Zu=
rabe in ihrer feinen Abtönung den allerbeſten Eindruck.
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Auf die Fauſt=Tetralogie
folgte am Dienstag das Satyrſpiel. Der allein glücklich
machenden Lehärſchen Operette „Der Graf von
Luxemburg” hatte man ein ausverkauftes Haus
ge=
ſichert, indem man ſie zu ermäßigten Preiſen gab. Wer
konnte dem widerſtehen? Auf Engagement für das durch
den Weggang des Herrn Speiſer frei werdende Fach des
Operettentenors gaſtierte Herr Otto Thomſen vom
Stadttheater in Bern. Ob er dieſes zur Befriedigung
ausfüllen wird, erſcheint vorerſt zweifelhaft. Der
Ge=
ſangsvortrag an ſich zeugte von muſikaliſchem
Empfin=
den, ſein etwas baritonal gefärbtes Organ nimmt
da=
gegen erſt Klang an, wenn es forciert wird. Das Spiel
läßt das impulſive Temperament, Lebendigkeit und
echten Humor vermiſſen, die gerade für dieſes leichte
Operettengenre erwünſcht ſind. Vielleicht wird dem Gaſt
Gelegenheit gegeben, noch in einer zweiten Rolle
aufzu=
treten; das erſte Gaſtſpiel hat uns nicht davon überzeugt.
daß das Engagement eine Verbeſſerung gegen früher
be=
deuten würde.
* Die deutſchen Forſchungen in Paläſtina. In
Ge=
genwart des Kaiſers und vor einer Reihe hervorragender
Perſönlichkeiten hielt in der Deutſchen Orientgeſellſchaft
in Berlin der Gießener Archäologe C. Watzinger einen
Lichtbildervortrag über die deutſchen Forſchungen in
Pa=
läſtina. Der Vortragende erzählte in der Hauptſache von
den Ausgrabungen der Deutſchen Orientgeſellſchaft, denen
er als Archäologe beigewohnt hat. Er berichtete von den
Forſchungen im Bergland Galiläa, wo die deutſche
Expe=
dition eine hochintereſſante Synagogen=Ruine in Telhu
freilegte. Dieſe Stadt iſt das alte Kapharnaum am See
Genezareth und in der aufgedeckten Synagoge iſt die
Stätte zu ſehen, an der Jeſus als Jüngling weilte. In
Galiläa hat die Orientgeſellſchaft noch verſchiedene andere
altjüdiſche Tempelruinen entdeckt. Von beſonderer
Be=
deutung waren die Funde in der Totenſtadt von Petra,
zei) anerkannt und dem Miniſterium der Juſtiz zur
wei=
teren Veranlaſſung und Feſtſtellung unterbreitet.
* Antiſpiritiſtiſche Wohltätigkeitsvorſtellung. Man
ſchreibt uns: Der Zweigverein Darmſtadt des Heſſiſchen
Fechtvereins Waiſenſchutz veranſtaltet am Dienstag, den
23. Januar, abends 8¼ Uhr im großen Saale des Städtiſchen
Saalbaues hier zur Pflege und Erziehung armer
Halb=
waiſen eine große Wohltätigkeitsvorſtellung. Das berühmte
Antiſpiritiſtenpaar Ida und Richard Lané=Ney, welches
in Berlin über 700 Vorſtellungen in der Friedrichſtraße
bei großem Zulaufe gegeben hat, wird demnächſt in
Darm=
ſtadt neue Experimente vorführen: „Wünſchelruten=
Medium” das Tiſchrücken (Klopf=, Sprech= und
Schreib=
offenbarungen, Materialiſation von Geiſtern), die
ſelbſt=
ſpielenden Inſtrumente aus der vierten Dimenſion, eine
original amerikaniſche ſpiritiſtiſche Sitzung, die
Geiſter=
ſchrift, Rieſen=Zahlen=Gedächtnis, ſowie vollſtändige
hoch=
intereſſante Enthüllungen über Spiritismus,
Gedanken=
leſen, Zitieren der Geiſter, Zwangsjacke von Dalldorf,
geheimnisvolle Koffer, Kettenfeſſelungen, Blumenmedien ꝛc.
Sämtliche Experimente werden in hellerleuchtetem Saale
vorgeführt. Lané und Ney zeichnen ſich vor anderen
Anti=
ſpiritiſten durch die Vielſeitigkeit und humorvolle Weiſe
ihrer Enthüllungen aus. Mittels vielfacher faſt primitiver
Apparate zeigen ſie, wie leichtgläubige Gemüter durch
Zi=
tieren Verſtorbener, Blumenrapporte und anderen
moder=
nen Schwindel getäuſcht werden können und bieten für
jeden etwas, für die Klugen Erheiterung, und für die, welche
bisher noch ſpiritiſtiſche Gläubige waren, Aufklärung.
Möchten die ergangenen Einladungen geneigte
Berückſich=
tigung finden und die gemeinnützigen Beſtrebungen des
Heſſiſchen Waiſenſchutzes durch das Unternehmen kräftige
Förderung erfahren. Die Geſchäftsſtelle befindet ſich im
Britannia=Hotel, Rheinſtraße 35. Daſelbſt werden täglich
von Freitag, den 19. d. M. von 10—1 und 3—5 Uhr,
Sonn=
tag, den 21. d. M., nur von 11—1 Uhr Zahlungen für
Kar=
ten entgegengenommen und weitere Eintrittskarten
abge=
geben.
* Der Ortsgewerbeverein läßt darauf hinweiſen,
daß für den am Samstag ſtattfindenden geſelligen
Abend Karten für einzuführende Gäſte durch Herrn
Sattlermeiſter Fr. Wallauer, Rheinſtraße 37, abgegeben
werden.
* Der Verein der Innenſtadt hält ſeine
Hauptver=
ſammlung am Mittwoch, den 24. Januar, im
Reſtau=
rant Trautmann ab. Auf der Tagesordnung ſtehen u. a.:
Beſprechung ſtädtiſcher Angelegenheiten und eventuell
ein=
gebrachter Anträge, Neuwahl des Vorſtandes uſw. Der
Einladung iſt ein kurzer Bericht über die Tätigkeit
des Vorſtandes beigegeben, in dem es heißt: Das Jahr
1911 nahm im allgemeinen für den Verein Innenſtadt
einen ruhigen Verlauf, da die allgemeinen
Verkehrsver=
hältniſſe mehr die Aufmerkſamkeit auf ſich zogen. Für
den Bezirk des Vereins kam hauptſächlich die durch die
Lage des neuen Bahnhofs geſchaffene Veränderung in
Betracht. Es muß dabei anerkannt werden, daß die
Stadtverwaltung die durch die entfernte Lage des
Bahn=
hofs entſtehenden Schwierigkeiten ſo viel als möglich zu
lindern ſucht. Der Verkauf ſtädtiſchen Geländes direkt am
Bahnhof zum Zweck baldiger Bebauung ſoll die weite
Entfernung des Bahnhofs nicht ſo fühlbar machen.
Außer=
dem ſoll auch in nächſter Zeit die ſogenannte „Breite Allee‟
durch eine Reihe von Monumentalbauten geſchmückt
wer=
den und dadurch dem ankommenden Fremden die Stadt
einen ſchönen Anblick bieten. Im übrigen ſind beſondere
Wünſche, die den Vorſtand zu einer Tätigkeit nach außen
hätten veranlaſſen können, im Verlaufe des Berichtsjahres
nicht zur Meldung gekommen.
* Scharfſchießen der Feldartillerie=Regimenter
Nr. 25, Nr. 61 und Nr. 63 findet am 30. und 31. Januar,
ſowie am 1. Februar ds. Js. auf dem Truppen=
Uebungs=
platz bei Darmſtadt ſtatt. Das Feldartillerie=Regiment
Nr. 27 wird ein gleiches Schießen um dieſelbe Zeit im
Gelände bei Mainz vornehmen.
* Arheilgen, 18. Jan. Ein ſilbernes Jubiläum
feiert in dieſen Tagen Herr Lehrer Herget hier. Der
Jubilar iſt nämlich am 22. Januar ds. Js. 25 Jahre im
Schuldienſt in der Gemeinde Arheilgen tätig. Er hat es
ſowohl durch ſein erſprießliches berufliches Wirken als
auch durch ſein entgegenkommendes Weſen und durch
ſeine Liebenswürdigkeit verſtanden, ſich die Achtung,
Ver=
ehrung und das Vertrauen der ganzen Gemeinde zu
er=
werben. Möge es dem Jubilar vergönnt ſein, auch das
goldene Jubiläum in unſerer Gemeinde zu feiern.
Offenbach, 17. Jan. Der Baggermeiſter Franz
Her=
mann wollte ſeine an der Fechenheimer Seite liegende
Baggermaſchine nebſt zwei großen Schelchen vor dem
Hochwaſſer und dem ſtarken Eisgang in den Hafen in
Si=
cherheit bringen. In der Nähe der Hafeninſel, bis wohin
die Fahrt talabwärts gut von ſtatten ging, warf
Her=
mann drei Anker aus, um die Fahrzeuge um die
Bie=
gung herum in den Hafen einmünden laſſen zu können.
Die Ankerſeile riſſen und die Anker ſelbſt
zer=
brachen. Die Fahrzeuge trieben dem Nadelwehr an
der Schleuſe zu, das infolge des ſtarken Eisganges
hochgezogen war. Trotz aller Anſtrengung des Beſitzers
Hermann, ſowie der beiden auf den Fahrzeugen
befind=
lichen Arbeiter gelang es nicht die Schiffe ans Ufer zu
bringen. Auf die Hilferufe der Bedrängten, die ihrem
ſicheren Verderben entgegengingen, wenn nicht ſchnelle
Hilfe kam, wurde der Hafenmeiſter aufmerkſam, der
als=
bald die gefährliche Situation der Lage erkannte und
die Infanteriekaſerne des hier garniſonierenden
2. Bataillons des 168. Infanterie=Regiments telephoniſch
alarmierte. Ein ſtarkes Aufgebot von Mannſchaften der
5. Kompagnie der 68er rückte alsbald im Sturmſchritt
heran und ihrem ſchnellen und tatkräftigen Eingreifen
ge=
lang es, mit Seilen die Schiffe mit den Leuten ans Ufer
und ſchließlich in den ſicheren Hafen zu bringen.
Her=
mann erlitt bei dem Unfall eine Verletzung am Kopf, die
aber bedeutungslos erſcheint.
Mainz, 16. Jan. Der ſchon oft und ſchwer vorbeſtrafte
38jährige Buchbinder K. Raab aus Kreuznach, über deſſen
vielfache Straftaten wir mehrfach berichteten, ſtand heute
vor der Strafkammer. Wegen der Schwindeleien,
die er früher in Mainz verübte, wurde der Angeklagte
kürzlich von der Strafkammer zu 1 Jahr Zuchthaus und
150 Mark Geldſtrafe, außerdem vom Mainzer
Schöffen=
gericht zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. In Wiesbaden
und Kreuznach wurde er zu je 7 Monaten Gefängnis
ver=
urteilt. Heute wurde er wegen mehrfachen Diebſtählen
und Betrügereien unter Einrechnung der früheren Strafen
zu der Geſamtſtrafe von 2 Jahren Zuchthaus, 150
Mark Geldſtrafe, 3 Jahren Gefängnis und 14 Tagen Haft
verurteilt.
* Mainz, 17. Jan. Der Schiffer Wilhelm Laufer
erſchoß in ſeiner Mitternachtsgaſſe Nr. 16 gelegenen
Wohnung am Sonntag ſeine bis jetzt unbekannt
geblie=
bene etwa 19 Jahre alte Geliebte und verletzte ſich dann
ſelbſt lebensgefährlich. Heute erſt wurde man durch das
Röcheln des Schwerverletzten aufmerkſam.
Worms, 17. Jan. Bei einem Gang von der
Wieland=
ſtraße in der Richtung nach der Siegfriedſtraße wurde
geſtern abend gegen 6 Uhr, der W. Ztg. zufolge, einer
Dame von einem Strolch, der plötzlich auf ſie zukam und
ihr ins Geſicht ſchlug, ein Handtäſchchen gewaltſam
entriſſen, vorauf der Täter in der Richtung nach der
Gauſtraße ſprang. Das Täſchchen, das einen Wert von
24 Mark hat, iſt aus gelbem Leder mit Lederverſchluß; es
enthielt 4—5 Mark bares Geld, ein weißes Taſchentuch,
„F.” gezeichnet, zwei kleine Notizbücher, ein Paar Damen=
Glacehandſchuhe und ein Spiegelchen. Der Täter, der
ent=
kommen iſt, wird wie folgt beſchrieben: 20 bis 25 Jahre
alt, 1,60 bis 1,65 Meter groß, unterſetzt, hat dunklen
Schnurrbart, trug weichen, braunen Filzhut, braunen
Man=
tel und war gut gekleidet.
B Kempten b B., 16. Jan. Bei der Anlage eines
Obſtgartens fand ein hieſiger Landwirt verſchiedene
Altertümer wie Münzen, etwa 15 Urnen,
verſchie=
dene Werkzeuge und einen Ring. Sämtliche Gegenſtände
wurden in zwei mit Steinen eingefaßten Gräbern
gefun=
den. Allem Anſchein nach handelt es ſich um Gegenſtände
aus der Römerzeit. Da vor 25 Jahren auf einem unweit
gelegenen Grundſtücke ſchon ähnliche Sachen gefunden
worden ſind, ſo liegt die Annahme nahe, daß es ſich hier
um römiſche Grabſtätten handelt. Der Landwirt hat die
Abſicht, weitere Ausgrabungen anzuſtellen.
Friedberg, 17. Jan. Geſtern früh gegen 8,30 Uhr
ſtießen im hieſigen Bahnhof zwei Rangierabteilungen
zu=
ſammen, wodurch zwei beladene Wagen entgleiſten
und zwei Hauptgleiſe längere Zeit geſperrt wurden. Die
Züge nach Hanau und Homburg mußten durch
Güter=
gleiſe geleitet werden. Verletzt wurde bei dem
Zuſam=
menſtoß niemand.
* Bad Nauheim, 17. Jan. Mit Ermächtigung Seiner
Königl. Hoheit des Großherzogs wird die Großh.
Baubehörde für die Neubauten in Bad Nauheim
aufgehoben.
Ober=Mockſtadt, 17. Jan. Die Arbeiten der
Kom=
miſſion für die Hilfsfonds zur Unterſtützung
bedürf=
tiger Mitglieder des Vorſchuß= und Kreditvereins Ober=
Mockſtadt waren bis zum Jahresſchluß 1911 ſo gefördert,
daß über die eingegangenen Geſuche in der Hauptſache
Beſchluß gefaßt werden konnte. Es lagen vor von
Ar=
rangierten 64 Geſuche. Davon wurden 1. bewilligt 36,
2. abgelehnt, weil Hilfe bei der Geringfügigkeit des
ge=
zahlten Vorſchuſſes unnötig, 4, 3. abgelehnt, weil die
Ar=
rangements geſcheitert, 5. Es blieben 4. unbeſchieden, weil
Arrangements noch nicht genehmigt, 4, 5. unentſchieden,
weil die Arrangements noch nicht bezahlt, 15. Ferner
waren eingegangen von ſolchen, die den ganzen Vorſchuß
zu zahlen hatten, 57 Geſuche. Davon wurden 1. bewilligt
42, 2. abgelehnt, weil Nachweis der Bedürftigkeit nicht
ge=
führt war, 11, 3. nicht beſchieden, weil Vorſchuß noch nicht
bezahlt war, 4. Die Leiſtungen aus dem Hilfsfonds
ge=
ſchehen bis zur Beendigung des Konkursverfahrens durch
Zahlung von Zinszuſchüſſen an die Gläubiger der
Kaſſe=
mitglieder in ganz unverbindlicher, jederzeit widerruflicher
Weiſe. Die Fonds ſind angelegt bei der
Bezirks=
ſparkaſſe Büdingen, der Mitteldeutſchen
Kreditbank, Agentur Büdingen, und der Spar=
und Darlehenskaſſe Ober=Mockſtadt. Dieſe
3 Kaſſeſtellen bewirken die Zahlungen auf Grund genauer
Anweiſungsverzeichniſſe durch Verrechnung oder
Baraus=
zahlung. Die zur Verfügung ſtehenden Fonds betragen
nach dem Stand am 1. Juli 1911: 33 673,86 Mark.
Da=
neben beſtehen noch Fonds zur Verfügung der
Krieger=
vereine der Haſſia und der Spar= und Darlehenskaſſe
Ober=Mockſtadt und der Gemeinde Ober=Mockſtadt im
Be=
trage von zuſammen 9000 Mark etwa.
(*) Grebenhain, 16. Jan. Ein ſchweres Unglück
ereignete ſich auf dem Teich bei Niedermoos. Der 13
jäh=
rige Hütejunge des Landwirts Klug brach im Eiſe ein
und verſchwand unter der Eisdecke vor den Augen ſeiner
Kameraden. Die Leiche konnte noch nicht geborgen
wer=
den. Der Junge iſt ein Waiſenknabe aus Hopfmannsfeld.
(*) Lauterbach, 16. Jan. Die Studierenden
der Forſtwiſſenſchaft zu Gießen unternahmen
geſtern unter Leitung des Profeſſors Weber eine
Ex=
kurſion in unſeren Kreis, um die holzverarbeitenden
Gewerbe zu beſichtigen. So wurde hier das Sägewerk
Krömmelbein in Augenſchein genommen. In Dirlammen
wurden dem Schindelmeiſter H. Hanſel und dem Rechen=
und Dreſchflegelmacher K. Hanſel Beſuche abgeſtattet. Der
Löffelſchnitzer Philippi zeigte, wie die Löffel aus Ahorn
hergeſtellt werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. Jan. Bei der Taufe,
die am 28. ds. Mts. im kronprinzlichen Palais zu Berlin
ſtattfindet, wird, wie verlautet, der am 19. Dezember
geborene vierte Sohn des Kronprinzenpaares den
Na=
men Georg erhalten. — Eine weitere
Methylalko=
holvergiftung iſt in Köpenick durch die gerichtliche
Leichenſektion an dem plötzlich verſtorbenen Arbeiter
Schulz aus Johannisthal feſtgeſtellt worden. — Heute
nachmittag um 2 Uhr ſtürzte der beim Reinigen eines
Fenſters im zweiten Stock der Leipziger Straße
beſchäf=
tigte Fenſterputzer Kurt Hoffmann herab und riß
im Niederfallen einen Paſſanten um. Hoffmann wurde
getötet, der Paſſant, ein 70jähriger Kaufmann, brach
ſich den linken Oberarm. — Ein gemeingefährlicher
Er=
preſſer, der Fabrikbeſitzer Philipp Groß, der in
Ge=
meinſchaft mit ſeiner Ehefrau, die unter dem Namen Alice
Mielpacher in der Lebewelt eine große Rolle ſpielte,
Er=
preſſungen an verſchiedenen Perſonen der Berliner
Fi=
nanzwelt verübt hatte, wurde wegen wiederholter
räu=
beriſcher Errpeſſung zu 5 Jahren Zuchthaus und 10
Jah=
ren Ehrverluſt verurteilt.
München, 17. Jan. Die Inhaberin eines
Schön=
heitsateliers, die ein Schönheitsmittel für 60000
Mark verkauft hatte, wurde wegen Betrugs zu 2 Jahren
Gefängnis verurteilt. Das Mittel verurſachte einen
häßlichen Ausſchlag. Die betrogene Käuferin iſt in eine
Irrenanſtalt gebracht worden.
München, 17. Jan. Der 31 Jahre alte Fabrikant
Adolf Bleichert aus Leipzig erlitt bei Platling in
Nieder=
bayern auf der Jagd einen Unfall. Durch
Ausglei=
ten kam er zu Fall, wobei ſich ſeine Doppelflinte
entlud und ihm beide Schrotladungen in den
Oberſchen=
kel drangen. Bleichert wurde nach der Chirurgiſchen
Klinik gebracht. Sein Zuſtand iſt wegen eingetretener
Herzſchwäche bedenklich.
Düſſeldorf, 17. Jan. Einen nicht alltäglichen
Nebenerwerb hatten einige hieſige Schulmädchen
gefunden, wie in einer Verhandlung vor dem
Schöffen=
gericht feſtgeſtellt wurde. Zwei findige Geſchäftsleute
hatten in einer Düſſeldorfer Straße einen leerſtehenden
Laden gemietet und zeigten hier der ſtaunenden Mitwelt
gegen ein Eintrittsgeld von 10 Pfg. pro Perſon ein
lebendes „Meerweib‟ Daß das ſeltſame Weſen lebte,
daran war kein Zweifel, denn es bewegte den Kopf und
ab und zu einen mächtigen Fiſchſchwanz. Es ſtörte die
Beſucher auch nicht, daß das Meerweib an den einzelnen
Tagen ein ganz verſchiedenes Geſicht zeigte, denn die
wenigſten hatten Luſt, ſich das Fabelweſen zweimal
an=
zuſehen. Leider legte aber auch die Polizei plötzlich ein
lebhaftes Intereſſe für das „Meerweib” an den Tag. Und
da ergab ſich denn die wunderbare Tatſache, daß das
Meerweib ſozuſagen „gemimt” wurde, und zwar von
Schulmädchen. Da die Tätigkeit von den Unternehmern
bezahlt ward, erhielten ſie ſo viel Angehote, daß der
Be=
darf überreichlich gedeckt war. Die Mädchen mußten ſich
entkleiden und wurden dann in eine Art behaarten Sack
geſteckt, an deſſen Ende ſich der Fiſchſchwanz befand.
Nach=
dem die Polizei ſich über die menſchlichen Eigenſchaften
der jeweiligen „Meerweiber” informiert hatte, ſtellte ſie
ferner feſt, daß die beiden Unternehmer die Vorſchriften
betreffend die gewerbliche Kinderarbeit übertreten hätten,
indem die Kinder auch an Sonntagen über die erlaubte
Zeit hinaus als „Meerweiber” beſchäftigt wurden. So
unweit der Hedſchasbahn, wo man ein großes Denkmal
aus rotem Sandſtein, das ſogenannte Schatzhaus des
Pharao, erforſchte. Zum Schluß ging der junge Gelehrte
auf die Grabungen der Deutſchen Orientgeſellſchaft ein,
die 1908/09 unter Profeſſor Selling an der Stelle des
alten Jericho unternommen wurden. Der Kaiſer zog nach
dem Vortrag Profeſſor Watzinger in ein längeres,
leb=
haftes Geſpräch.
O. K. Das Ei des großen Alk. In dieſen Tagen iſt
in London wiederum eine jener ſeltenen
naturgeſchicht=
lichen Reliquien verkauft worden, die an eine
merkwür=
dige, jetzt ausgeſtorbene Vogelart gemahnt: das Ei eines
großen Alk. Der Käufer mußte nicht weniger als 6000
Mark anlegen, um dieſes Vogelei in ſeinen Beſitz zu
bringen, und er hat bei dieſem Kaufe ſogar noch ein
gutes Geſchäft gemacht, da die Eier des großen Alkes als
koſtbare Raritäten mit Gold aufgewogen werden.
Ge=
rade in dieſen Tagen iſt in London ein kleines B u ch
erſchienen, das ſich mit der romantiſchen Geſchichte der
wenigen Eier des großen Alks beſchäftigt, die heute in
naturhiſtoriſchen Muſeen und in den Sammlungen
weni=
ger Naturforſcher ein Glanzſtück” bilden. Die Welt
kennt nur noch acht Balge dieſer ausgeſtorbenen
Vogel=
art und 73 Eier. Mitte der 50er Jahre ging ein
eng=
liſcher Sammler in Paris ſpazieren und ſah dabei in
einem kleinen Schaufenſter eine Reihe verſchiedener
Vogeleier. Er betrat den kleinen Laden, erkundigte ſich
nach dem Preis: 1 Franken das Stück. Nur das große
ſollte 2 Franken koſten. Der Engländer nahm
vorſichts=
halber dieſes große Ei in ſeinem Hute gleich mit, denn er
wußte wohl, daß man für ein Ei eines großen Alks
2 Franken ſchon anlegen darf. Er verkaufte das Exemplar
in London im Jahre 1856 zu einem wahren Schleuder=
preis, für 420 Mark. Der Käufer war Baron Louis
d Hamonville. Aber die Laufbahn dieſes Alkeies war
mit dieſem Handel nicht abgeſchloſſen; im Jahre 1894
erſchien es wieder in einem Londoner
Verſteigerungs=
lokal. Hier erſtand Sir Vauncey Harpur Crewe das Ei,
das ſein Landsmann vor 40 Jahren in Paris mit 2 Fr.
bezahlt hatte, für die ſtattliche Summe von 6030 Mark.
1880 wurden in Edinburg zwei Eier des großen Alks
verſteigert; aber in der Verſammlung befand ſich nur ein
Käufer, der von der Seltenheit dieſer Eier eine Ahnung
hatte. Man lächelte damals über dieſen Mann, der für
die beiden Vogeleier 32 Mark bezahlte, aber 14 Tage
ſpäter lernte man darüber anders denken: der ſchlaue
Schotte hatte die beiden Alkeier nach London geſchickt,
wo ſie Lord Milford ſofort für 4140 Mark kaufte.
— Der Bart der Engländer. Die Londoner Barbiere
bedrohen die Kundſchaft mit einer anſehnlichen
Erhöh=
ung des Preiſes für das Raſieren, und wenn dieſer Plan
ſich verwirklicht, werden viele Londoner aus Oppoſition
gegen die Künſtler des Raſiermeſſers ſich am Ende einen
Vollbart ſtehen laſſen. Das vermutet wenigſtens die
Evening News, die in dieſem Zuſammenhange daran
erinnert, daß noch vor 40 Jahren alle kultivierten
Eng=
länder einen Vollbart trugen, ja vor 100 Jahren war die
Vorliebe für wallende lange Bärte in England ſo groß,
daß die Regierung alle Bürger mit einer beſonderen
Steuer von 3 Schilling belegte, falls ihr Bart länger wie
10 Zentimeter war. Aber dieſe ſchönen Zeiten ſind
da=
hin, der moderne engliſche Dandy geht glattraſiert und
iſt daher auf die Anwendung des Raſiermeſſers ſtärker
angewieſen als andere Nationen. Nun haben aber
Ge=
ſchichtsforſcher mehrfach die Behauptung aufgeſtellt, daß
zu allen Zeiten und bei allen Völkern Perioden des Nie=
derganges und des Verfalles durch eine Vorliebe für die
Bartloſigkeit eingeleitet worden ſeien. Sorgenvoll fragt
ſich die Evening News daher auch, ob das Vorherrſchen
der bartloſen Mode in England nicht ein Zeichen für den
Verfall der Nation ſei und ob die Oeffentlichkeit nicht
ſchon aus dieſem Grunde einen Generalſtreik der
Bar=
biere nach Kräften unterſtützen ſolle.
* Das Landſtreicher=Syndikat. Wie Pariſer Blätter
ſchreiben, verhaftete die Polizei in Corbei (Dep.
Seine=
et=Oiſe) einen Landſtreicher, der Schlingen legte. Auf
der Wachſtube, wohin man den etwa 40jährigen Mann
brachte, ſtellte ſich heraus, daß er unter den Lumpen,
wo=
mit er bekleidet war, eine ſehr elegante Kleidung trug.
Ueber ſeinen Stand und ſeine Herkunft befragt, gab er
ſtolz an, Paul Sebbuet zu heißen und aus der Gironde
zu ſtammen. Er erzählte, daß er der Präſident des
inter=
nationalen Syndikats der Landſtreicher ſei. Um Mitglied
dieſes ſonderbaren Syndikats zu werden, wäre es nötig,
nachzuweiſen, daß man Landſtreicher oder Vagabund ſei.
Außerdem ſei eine Einſchreibgebühr von 15 Centimes
zu entrichten. Die vielen Tauſende von Mitgliedern des
Syndikats verſtändigten ſich untereinander durch nur
ihnen bekannte Zeichen, die an Mauern angebracht
wür=
den.
* Mißverſtändnis. Ein Bauer betritt in der Stadt
ein Reſtaurant, wo er ſich ein Paar Würſtchen beſtellt. Zu
den Würſtchen ſtellt ihm die Kellnerin auch ein Glas mit
Senf hin, und als es dann zum Zahlen kommt, fragt
die Kellnerin: „Na, wie hat’s geſchmeckt, Herr Vetter?”
Worauf der Bauer erwiderte: „Guet hats g’ſchmeckt, bloß
den vielen Senf hätt’ i bald net zwungen.”
wurden die Unternehmer vor Gericht gezogen, das ſie zu
50 bezw. 60 Mark Geldſtrafe verurteilte.
Duisburg, 17. Jan. Die bei dem Hochofen=
Unglück auf Zeche „Phönix” geſtern ſchwer
ver=
letzten beiden Arbeiter ſind ihren Verletzungen erlegen.
Die Zahl der Toten hat ſich nunmehr auf zehn erhöht.
Leipzig, 17. Jan. Vor dem vereinigten zweiten und
dritten Strafſenat des Reichsgerichts begann heute der
Spionage=Prozeß gegen den Ruſſen Viktor von
Winogradoff aus Petersburg und den Ingenieur
Wil=
helm von Cerno aus Ungarn.
Glatz, 16. Jan. Von maßgebender Stelle wird die
Meldung beſtätigt, daß der als Gefangener in der hieſigen
Feſtung weilende engliſche Kapitän French einen
Selbſtmordverſuch verübte. Die ärztliche
Unter=
ſuchung ergab, daß French keinen Schaden genommen hat.
Er befindet ſich vollkommen wohl.
Bromberg, 17. Jan. Die Oſtdeutſche Rundſchau
mel=
det: In Schulitz wurde von drei Kindern im Alter von
7, 6 und 2 Jahren, die von ihren Eltern in einem
ein=
ſamen Gehöft allein zurückgelaſſen worden waren, das
Haus angeſteckt. Die beiden jüngſten Kinder ſind
umgekommen, das älteſte wurde ſehr ſchwer
ver=
rannt. Das Gehöft iſt niedergebrannt.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Verauſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Der Richard Wagner=Verein wird ſeinen
für nächſten Montag in Ausſicht genommenen 193.
Ver=
einsabend zu einem Beethoven=Abend geſtalten,
für den eines der berühmteſten europäiſchen
Streichquar=
tette, das Capet=Quartett aus Paris, gewonnen
worden iſt. Mehrfache Verſuche, das Konzert des
Stich=
wahltages wegen auf einen anderen Tag zu verlegen,
haben zu keinem Ergebnis geführt, da das Quartett bis
zum Monat April nur noch den 21. Januar frei hatte,
für dieſen Tag in Darmſtadt aber kein Saal zu haben
war.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 17. Jan. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer ſetzte heute ſeine
Etatsberatung beim Kapitel 28, Zentralbauweſen des
Miniſteriums des Innern, fort. Die Anforderungen für
die Erweiterung der Hofbibliothek betragen 17000 Mark
und für Verbeſſerung in der Landes=Heil= und
Pflege=
anſtalt zu Heppenheim 14800 Mark; von der
Notwendig=
keit der letzteren Anforderung für einen Perſonenaufzug,
Ergänzung der Feuerlöſchapparate uſw. hatte ſich vorher
ein Ausſchußmitglied perſönlich überzeugt. Beim
Kapi=
tel 30, Provinzialdirektionen und Kreisämter, das mit
einer Geſamtausgabe von 662860 Mark abſchließt, wurde
die beantragte Erhöhung des Dispoſitionsfonds zu
Ver=
gütungen und für Aushilfekoſten um 11000 Mark
geſtri=
chen, desgleichen an den Diäten der Kreisbeamten 5000
Mark, um damit nachdrücklich darauf hinzuwirken, daß
die Kreisräte und ſonſtigen Kreisbeamten in Zukuuft
da, wo es angängig iſt, ſtets die Eiſenbahn anſtatt des
Geſchirrs benutzen. Im vorjährigen Etat waren die
Stellen je eines Kreisamtmanns in Darmſtadt, Mainz
und Gießen nur auf den Inhaber bewilligt worden. Die
Regierung hatte aber, namentlich in Rückſicht auf die
ver=
mehrte Arbeitslaſt, die den Kreisämtern durch das
In=
krafttreten der Reichsverſicherungsordnung erwächſt, die
Wiederbewilligung ſämtlicher 26 Kreisamtmänner
bean=
tragt. Der Finanzausſchuß einigte ſich aber heute
da=
hin, daß der vorjährige Beſchluß bezüglich der drei
Kreisamtmänner aufrecht erhalten werden ſoll.
Kapi=
tel 31, Gendarmerie, Ausgabe 586870 Mark, wurde
ge=
nehmigt. Beim Kapitel 32, Polizei, Ausgabe 151 220
Mark, wurde beſonders lebhaft die dabei beantragte
Verſtaatlichung der Polizei in Offenbach
erörtert, wofür ein Betrag von 2316 Mark erforderlich
iſt. Es wurde beſonders von einem Redner die
Not=
wendigkeit dieſer Forderung beſtritten und betont, daß
Mißverhältniſſe, wie ſie bei der Polizei in Offenbach
be=
klagt wurden, auch durch eine Verſtaatlichung derſelben
nicht beſeitigt werden würden. Auf Einzelheiten dieſer
Forderung ging der Ausſchuß noch nicht ein, ſondern
be=
ſchloß, die Erörterung darüber auszuſetzen und zunächſt
eine Erörterung mit der Regierung darüber abzuhalten.
Die Kapitel Polizeikaſſen (194 450 Mark), Arbeitshaus
Dieburg (79542 Mark) und Kirchen (wie ſeither 483 221
Mark), wurden ohne Debatte genehmigt, desgleichen der
Etat für die Landesuniverſität, Ausgabe 1628 536 Mark,
Einnahme 614937 Mark, Techniſche Hochſchule, Ausgabe
771300 Mark. Einnahme 347975 Mark. Bei Kapitel 38.
Gymnaſien, Realſchulen uſw. Geſamtausgabe 3 249352
Mark, Geſamteinnahme 2053046 Mark, wurde das
Be=
ſtreben nach Vereinfachung anerkannt, das ſich in dem
Wegfall von 13 Oberlehrerſtellen dokumentiert. Die
Ver=
treter der Bauernbündler ſtellten ſich auf den
Stand=
punkt, daß der Zuſchuß für die höheren Schulen in
Au=
kunft nicht weiter ſteigen dürfe und daß der Staat nicht
mit mehr als einer Million dafür belaſtet werden ſollte;
die Mehrausgaben müßten von den Intereſſenten
über=
nommen werden. Kapitel Höhere Bürgerſchulen,
Aus=
gabe 218 222 Mark, wurde genehmigt, ebenſo der Etat
für Lehrerſeminarien uſw. Ausgabe 372172 Mark, und
Volksſchulen, Ausgabe 2830370 Mark (mehr gegen das
Vorjahr 48860 Mark). Bei letzterem Kapitel wurde auch
der geſtern mitgeteilte nationalliberale Antrag auf
Vor=
lage einer Denkſchrift über die Koſten einer Uebernahme
der perſönlichen und ſachlichen Schullaſten auf den Staat
beraten. Von einem Mitglied war auch die Erhebung
eines Schulgeldes für die Lehrerſeminarien und
Präpa=
randen=Anſtalten angeregt worden. Schließlich wurde noch
bei Bewilligung des Kapitels 42, Turn= und
Zeichen=
unterricht, 17100 Mark Ausgabe, beſchloſſen, den im
vori=
gen Etat nur auf den Inhaber bewilliaten Turninſpektor
wieder als etatsmäßige Stelle zu erklären. Seitens des
Vorſitzenden, Abg. Dr. Oſann, wurde noch ein Schreiben
der Großh. Regierung zur Kenntnis gebracht, daß für
die in Ausſicht geſtellte Vorlage über die
Beam=
tenbeſoldung für das Jahr 1912 eine
Steuererhöhungnicht erforderlich werden
würde. Die Fortſetzung der Etatsberatung erfolgt
morgen.
Der Dritte (Wahlprüfungs=) Ausſchuß be
ſchäftigte ſich heute nachmittag in einer längeren Sitzung
mit Wahlprüfungen. Die nicht beanſtandeten
Mandate wurden glatt genehmigt. Weiter wurden heute
zunächſt die gegen die Wahl der Abgg. Auler, Kredel
und Mergell erhobenen Wahlproteſte eingehend
be=
ſprochen und beſchloſſen, die Regierung zu erſuchen, über
eine Anzahl der in den Beſchwerden erwähnten Punkte,
in denen die Petenten eine Wahlbeeinfluſſung erblicken,
nähere Erhebungen reſp. Ermittelungen zu veranlaſſen
In der am Donnerstag nächſter Woche ſtattfindenden wei=
teren etzug ſollen die beiden anderen Wahlproteße zut
Beratung kommen.
Die Vereinfachung der Staatsverwaltung.
Die Kommiſſion zur Vereinfachung
der Staatsverwaltung trat, wie ſchon kurz
ge=
meldet, am Dienstag nachmittag unter dem Vorſitz des
Staatsminiſters Ewald Exz. wieder zuſammen. An der
Sitzung nahmen regierungsſeitig teil: Miniſter der
Fi=
nanzen Braun Exz., Miniſter des Innern von Hombergk
zu Vach Exz., Geheimerat Wilbrand, Miniſterialrat
Höl=
zinger und Bergrat Köbrich.
Den erſten Punkt der Tagesordnung bildete die
Ver=
einfachung der Organiſation der
Forſtbehör=
den. Es wurde Bericht erſtattet über das Ergebnis
der Beratungen der zur Prüfung dieſer Frage ſeinerzeit
eingeſetzten Unterkommiſſion. Die Unterkommiſſion hat
unter grundſätzlicher Beibehaltung des
Oberförſter=
ſyſtems und Berückſichtigung der Anregungen des
Verbandes Großh. Heſſiſcher Oberförſter vorgeſchlagen,
die 6 Oberförſtereien Friedberg, Wieſeck, Ernſthofen,
Groß=Umſtadt, Mitteldick und Trebur aufzulöſen und
die 3 Oberförſtereien Lauterbach, Wimpfen und Worms
nur als ſelbſtändige Aſſiſtentenbezirke zu erhalten. Die
in den letztgenannten Bezirken anzuſtellenden Aſſeſſoren
ſollen aus den vorhandenen zehn Aſſiſtenten genommen
werden, ſo daß die Zahl der dekretmäßig angeſtellten
Aſſi=
ſtenten, die zurzeit 10 betrage, keine Vermehrung
er=
fahre. Der finanzielle Effekt der vorgeſchlagenen
Ver=
einfachung würde der ſein, daß bei Zugrundelegung, der
derzeitigen Gehalte der in Betracht kommenden
Ober=
förſter eine Geſamterſparnis von 60395 Mark und bei
Annahme von Durchſchnittsgehalten von 55595 Mark
er=
zielt werde. Von der Unterkommiſſion wurde
empfoh=
len, bei Ueberleitung in die Neuorganiſation, ſoweit
möglich, ohne Härte zu verfahren, aber die
Neuorgani=
ſation möglichſt bald durchzuführen. Von der
Unter=
kommiſſion war auch die Frage der
Forſtwartei=
organiſation geſtreift worden. Es war als
er=
wünſcht bezeichnet worden, die Forſtwarteien ohne
Rück=
ſicht darauf, ob Domanial= oder Kommunalwald,
fort=
laufend zu organiſieren. Die der Durchführung
ent=
gegenſtehenden Schwierigkeiten nötigten indeſſen, von
entſprechenden Maßnahmen abzuſehen. Die
Erörterun=
gen der Unterkommiſſion über die Schaffung einer
Forſteinrichtungsanſtalt führten zu dem
Er=
gebnis, daß die Gründung eines neuen Inſtituts nicht
erforderlich ſei, daß es genüge, wenn die taxatoriſchen
Arbeiten von dem Forſt=Vermeſſungsbureau ausgeführt
würden. Für die waldbauliche Seite der
Forſtver=
meſſungsarbeiten dürfte aber die Mitwirkung der
Lokal=
beamten nicht ausgeſchaltet werden.
Die Vorſchläge der Unterkommiſſion wurden von
dem Plenum gutgeheißen, nachdem von dem Vorſtand
der Forſtabteilung auch noch mitgeteilt worden war, daß
die Anregungen des Verbandes Großh. Heſſiſcher
Ober=
förſter, ſoweit ſie ſich auf die Vereinfachung des
inne=
ren Geſchäftsbetriebes beziehen, nach
Anhör=
ung der Wirtſchaftsverbände geprüft und bereits
ent=
ſprechende Vereinfachungsmaßnahmen getroffen worden
ſeien.
Hierauf wurde in die Prüfung der Organiſation
der Bergbehörden eingetreten. Von der
Regier=
ung wurde die Beibehaltung der vorhandenen drei
In=
ſtanzen Bergmeiſterei, Obere Bergbehörde und
Mini=
ſterium des Innern, empfohlen und darauf hingewieſen,
daß, nachdem die Stelle des Rates bei der Oberen
Berg=
behörde, deren letzter Inhaber verſtorben ſei, nicht
wie=
der beſetzt werde und dadurch ein Gehalt von 7200 Mark
in Wegfall komme, die Obere Bergbehörde keine
beſon=
deren Koſten mehr verurſachen werde. Es wurde
aus=
geführt, daß die Geſamtkoſten des Heſſiſchen Bergweſens
nach dem Entwurf des Hauptvoranſchlags von 1912
15650 Mark gegen 22034 Mark im Jahre 1911 betragen,
alſo eine Erſparnis von 6384 Mark eintrete.
Berückſich=
tige man, daß im Durchſchnitt durch Urkundenſtempel
bei der Bergbehörde etwa 2000 Mark jährlich
verein=
nahmt würden, ſo ſtellten ſich die Geſamtkoſten für das
Heſſiſche Bergweſen nur auf 13—14000 Mark, eine im
Verhältnis zur Bedeutung des Bergbaues in Heſſen
ge=
ringfügige Summe. Von der Kommiſſion wurden gegen
die vorhandene Organiſation ſachliche Bedenken nicht
erhoben und die Budgetanſätze für 1912 nicht
bean=
ſtandet.
Zur Frage der Frauenſchule.
D. Ln. V. Im Anſchluß an den Elternabend, in dem
Herr Profeſſor Dr. Lucius, Direktor der
Eleonoren=
ſchule, die Grundſätze und Lehrpläne der in unſerer
Stadt zu errichtenden Frauenſchule auseinandergeſetzt
hat, möchten wir noch einige Wünſche und Anſichten
zum Ausdruck bringen aus Frauen= und
Lehrerinnen=
kreiſen, die ſich ſchon längere Zeit eingehend mit dieſer
neuen Schulgattung beſchäftigt haben, deren Gedeihen
ihnen am Herzen liegt. Wir wiſſen, daß es ſich in der
Frauenſchule nicht um eine beliebige Einrichtung handelt,
ſondern um eine Bildungsanſtalt, welche die Regierung
gleichwertig neben die der höheren Frauenbildung
ge=
widmeten Anſtalten geſtellt hat. Weil dieſe Schule neu
iſt, bedarf ſie beſonderer Pflege und gut geſchulter
und richtig vorbereiteter, erfahrener Lehrkräfte. Sie
muß durch Aufſtellung ſcharf umgrenzter und
beſtimm=
ter Forderungen vor Minderwertigkeit geſchützt werden.
Wenn ſie die Hoffnungen erfüllen ſoll, die darauf geſetzt
werden, ſo muß ſie vor allem ernſt genommen werden
von den Schülerinnen, den Eltern, den Lehrern und
Be=
hörden. Die Frauenſchule will mit ihren Einrichtungen
zu einer erhöhten Allgemeinbildung führen unter
Be=
rückſichtigung der vielſeitigen Aufgaben, die im Kreiſe
der Familie und auf dem Gebiete der ſozialen Fürſorge
an die gebildete Frau herantreten. Sie ſoll demnach
als erſtes Ziel der Perſönlichkeitsbildung dienen, Kräfte
entfalten, namentlich auf dem Gebiete des Erkennens
und Urteilens. Die jungen Mädchen ſollen tüchtige
Frauen werden, deren Herz warm und deren Wille feſt
iſt, die ſich mit Ernſt ihrer Pflichten, ihrer eigenen
Ver=
antwortlichkeit bewußt ſind und mit klarem Auge
freu=
dig und feſt dem Leben und ſeinen Forderungen
gegen=
überſtehen. Neben die Perſönlichkeitsbildung ſtellt ſich
die Hausfrauenbildung, der in dem Darmſtädter Plane
vollſtändig Rechnung getragen iſt. Die gründliche
Vor=
bereitung für dieſen Beruf iſt als wichtigſte Aufgabe der
Frauenſchule betrachtet worden. Außer der
Haushalt=
ungsführung iſt es die Erziehungsarbeit, auf die
die Frauenſchule theoretiſch und praktiſch vorbereiten
ſoll. Säuglingsheim, Volkskindergarten und
Mädchen=
hort, das ſind die Stätten, in denen das junge Mädchen
Kenntnis und Einblick für ſeine ſpäteren Lebensaufgaben
gewinnen ſoll. Eine weitere Aufgabe der Frauenſchule
iſt die Vermittelung ſozialer Bildung. Die Familie
iſt die Grundlage des Staates. So ſoll die Frau
hinaus=
blicken über die Grenzen des Familienkreiſes, ſie ſoll
Verſtändnis gewinnen für die Geſetze und Einrichtungen
des Staates, für die Pflichten als Glied eines großen
Zemeinweſens. Wenn die Schule ißre Schülerinnen
be=
fähigt, dieſen Pflichten gerecht zu werden, ſo wird ſie
eine Erziehungsanſtalt für das tätige Leben. — Der
fremdſprachliche Unterricht kann einführen in die Sitten
und Gebräuche des betreffenden Volkes und die
Schüle=
rinnen mit Land und Leuten, geſellſchaftlichen und
ſtaat=
lichen Einrichtungen bekannt machen. Sprachlich ſind
die aus der höheren Mädchenſchule kommenden
Schule=
rinnen dazu wohl vorbereitet. — So wie der
Haushalt=
ungs= und Handarbeitsunterricht von fachlich gut
vor=
ereiteten Lehrkräften erteilt werden wird, ſo wäre es
wünſchenswert, wenn man bei der Auswahl der Lehrer
für Geſundheitslehre, Volkswirtſchaft und Bürgerkunde
u. a. ebenfalls von dem Grundſatze des Fachunterrrichts
ausginge, ſo daß die Geſundheitslehre einem Arzt oder
einer Aerztin, die anderen Disziplinen einem
National=
ökonomen und einem Inriſten anvertraut würden. Zur
Ergänzung der Arbeit des Direktors wünſchen wir der
Frauenſchule noch eine wiſſenſchaftlich und pädagogiſch
gebildete, erfahrene Lehrerin als Klaſſenführerin, die,
wenn möglich, akademiſche Bildung hat, jedenfalls aber
eine Perſönlichkeit ſein muß, die unterrichtlich und vor
allem erziehlich imſtande iſt, mitzuhelfen, die weibliche
Jugend der gebildeten Stände für ihren zukünftigen
Pflichtenkreis vorzubereiten.
M.
Die Reichstagswahlen.
* Berlin, 17. Jan. Die rund 190 Stichwahlen
zum Reichstag, die nach dem Wahlausfall vom 12. d. M.
zu vollziehen ſind, werden ſich auf Samstag, den 20.,
Montag, den 22. und Donnerstag, den 25. d. M., verteilen.
Irgend eine Einheitlichkeit in der Anberaumung
der Stichwahltermine iſt leider nicht zu
be=
merken; ſelbſt innerhalb der einzelnen Regierungsbezirke
Preußens werden verſchiedene Stichwahltage feſtgeſetzt.
Die 190 Stichwahlen ſind ein Rekord in der
Geſchichte der deutſchen Reichstagswahlen. Bei der
erſten Wahl 1871 waren nur 45 Stichwahlen auszutragen.
In den folgenden 40 Jahren war bis heute die höchſte
Zahl mit 187 bei der Wahl 1898. Dieſe Zahl iſt nunmehr
noch um 3 überſchritten worden.
* Berlin, 16. Jän. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Ueber den Ausfall der deutſchen
Wahlen und die künftige Stellung der Regierung und
der Parteien wird in der ausländiſchen Preſſe manches
ungereimte Zeug geſchrieben. Wir wollen nur zwei
Aeußerungen herausgreifen: Im Gaulois wird erzählt,
der Kaiſer habe einem deutſchen Diplomaten gegenüber
geſagt, daß die ſozialdemokratiſche Gefahr der
Mon=
archie die Pflicht auferlegen könnte, die deutſche
Volks=
ſeele durch einen Krieg wieder zu ſtärken. Daran iſt
natürlich kein wahres Wort. Sodann ſpielt die Times
mit dem Gedanken, der Kaiſer könne ſich angeſichts des
Anwachſens der Sozialdemokratie auf den
Katholizis=
mus in Deutſchland ſtützen und zu deſſen Stärkung
Ge=
bietsteile der habsburgiſchen Monarchie annektieren. Das
iſt der Gipfel.
* Berlin, 16. Jan. Der geſchäftsführende
Aus=
ſchuß der Nationalliberalen Partei empfiehlt
nach Anhörung von einzelnen Landesorganiſationen,
Ab=
geordneten und Vertretern der nationalliberalen
Wäh=
ler, bei den Stichwahlen in erſter Linie die in der
Stich=
wahl befindlichen Kandidaten der Fortſchrittlichen
Volks=
partei unbedingt zu unterſtützen, vorausgeſetzt, daß die
Partei dasſelbe Verhalten beobachtet.
Stichwahlabkom=
men mit anderen Parteien zu treffen, bleibt den
einzel=
nen Landesorganiſationen überlaſſen. Wie verlautet,
be=
ſchloß die Leitung der Fortſchrittlichen
Volks=
partei gleichfalls die Unterſtützung aller
nationallibe=
ralen Stichwahlkandidaten.
* München, 17. Jan. Ueber die
Sammel=
kundgebung des Reichskanzlers äußert ſich
ein Hauptführer der Liberalen: Damit wird die
Reichs=
regierung kein Glück in Bayern haben. Wir haben den
einſtimmigen Beſchluß gefaßt, die Sozialdemokratie in
den Stichwahlen gegen die Konſervativen und das
Zen=
trum zu unterſtützen. Die Reichsregierung mit dem
ſchwarz=blauen Block hat die jetzige Situation
herbei=
geführt.
* Karlsruhe, 17. Jan. Die
Stichwahl=
parole der ſozialdemokratiſchen Partei
Badens lautet: Die Stichwahlparole hat in
Ueberein=
ſtimmung mit dem Beſchluß des Jenaer Parteitages und
in konſequenter Befolgung der in Baden ſeit ſieben
Jah=
ren durchgeführten Politik der Sozialdemokratie
ledig=
lich zu lauten: „Gegen den ſchwarz=blauen Block! Gegen
das Zentrum!‟ Demgemäß werden die
ſozialdemokrati=
ſchen Wähler aufgefordert, in den fünf Wahlkreiſen
Kon=
ſtanz=Ueberlingen, Donaueſchingen=Villingen, Lörruch=
Müllheim, Freiburg=Emmendingen=Waldkirch und
Offen=
burg=Kehl ihre Stimme gegen das Zentrum und ſomit
für die liberalen Kandidaten abzugeben. In Heidelberg=
Eberbach=Mosbach, wo die Sozialdemokratie in Stichwahl
mit den Nationalliberalen ſteht, ſei die Wahl eines
Kon=
ſervativen oder eines Zentrumsmannes ausgeſchloſſen,
in Karlsruhe werde der Wahlkampf zwiſchen den
Libe=
ralen und den Sozialdemokraten ausgefochten werden.
* Berichtigung zur Reichstagswahlt
Marienwerder 5. Schwetz: Privatier von Saß=Jaworski
(Pole) 8487, Landrat von Halem (Rp.) 8307, Grygo (S.)
161, zerſplittert 21 Stimmen. Stichwahl zwiſchen von
Saß=Jaworski (Pole) und von Halem (Rp.), nicht, wie
gemeldet, von Saß=Jaworski gewählt.
Luftfahrt.
* Wien, 17. Jan. Für den beabſichtigten
Fern=
ſlug Wien-Berlin im Sommer dieſes
Jahres=
hat der niederöſterreichiſche Landtag 30000 Kronen
be=
willigt.
Sport.
*Fußballklub Olympia, Darmſtadt 1898.
Am Sonntag findet auf dem Olympia=Sportplatze an
der Heidelbergerſtraße ein Fußballwettſpiel ſtatt.
Die Ligamannſchaft des Vereins für Raſenſpiele
Mann=
heim ſteht der Darmſtädter Olympia im Verbandsſpiel
gegenüber. Der Verein für Raſenſpiele Mannheim mit
ſeinen über 1100 Mitgliedern iſt jetzt der größte
Fuß=
ballverein Deutſchlands. Es dürfte ſich ſonach das
Zu=
ſammentreffen genannter Vereine zu einem der
be=
deutendſten Wettſpiele der diesjährigen Saiſon geſtalten.
* Zum II. Frankfurter Hallenſportfeſt
ſchreibt man uns: Die Leichtathletikabteilung des F. C.
Olympia hat zu dem am Sonntag ſtattfindenden
Hallen=
ſportfeſt ihre Meldung abgegeben. Die Mannſchaft
trai=
nierte bereits am Sonntaa in der Frankfurter Halle, um die
etwas ungewohnte Bahn kennen zu lernen. Die Läufer
befinden ſich gut in Form, was auch ihr ſchönes
Ab=
ſchneiden beim Mannſchaftswaldlauf beweiſt, wo ſie den
3. Preis errang. Aber eine ganze Reihe hervorragender
Läufer werden ihnen am Sonntag gegenüber ſtehen,
ſo=
daß in allen Läufen äußerſt ſpannende und erbitterte
Kämpfe zu erwarten ſind. Für die kurze Strecke hat der
be=
kannte Läufer R. Rau vom Charlottenburger Sportklub,
dem es im vorigen Jahre gelang, den amerikaniſchen
Welt=
meiſter Ramsdell einwandfrei zu ſchlagen, ſein Starten
zu=
geſagt.
os. Der Deutſche Reichsausſchußfür
Olym=
piſche Spiele hielt geſtern im Palaſt=Hotel zu Berlin
unter dem Vorſitz des Präſidenten Exzellenz von Podbielski
eine Hauptſitzung ab, in der die Vorbereitungen
für die Stockholmer Olympiade beſprochen wurden. Es
ſollen ca. 160 deutſche Bewerber entſandt werden. Die
Koſten für die Expedition werden ſich auf 500 Mk. pro Mann
ſtellen. Um dieſen Betrag aufzubringen, iſt der
Reichs=
ausſchuß an die Reichs=Regierung herangetreten mit der
Bitte um Bewilligung von 50000 Mk., nachdem bereits
Ungarn 40000 Mk. und das kleine Norwegen 36000 Mk.
aus Staatsmitteln für die Entſendung von Mannſchaften
ihres Landes zur Vefügung geſtellt haben. Graf
Siers=
torpff hat in Freundeskreiſen bereits 10000 Mk. geſammelt,
das noch fehlende Geld ſoll durch einen öffentlichen
Auf=
ruf aufgebracht werden. Um den Beſuch der Spiele zu
er=
möglichen, wird ein Extrazug veranſtaltet werden. Die
weiteren Beratungen betrafen Details.
sr. Die öſterreichiſchen
Eislaufmeiſter=
ſchaften die bei einem zweitägigen Meeting in
Lem=
berg entſchieden wurden, ergaben neue Siege der
bishe=
rigen Meiſter des Verbandes. In der Schnelllauf=
Meiſter=
ſchaft, die über 500, 1500 und 5000 Meter führte, ſiegte
Tho=
mas Bohrer vom Eislauf=Verein WörtherSee=
Klagen=
furt. Die Kunſtlaufmeiſterſchaft gewann der Verteidiger
Fritz Kachler vom Cottage=Eislaufverein Wien mit einer
Punktzahl von 302,3.
— Die Rodelmeiſterſchaften von Tirol, die
auf der 1400 Meter langen Rodelbahn von Jgls auf
Ein=
ſitzer= und Zweiſitzer=Rodeln entſchieden wurde, zeigte
aus=
gezeichnete Reſultate und es wurde ſogar auf Einſitzern ein
neuer Bahnrekord aufgeſtellt mit 1 Min. 51 Sek.
Die Einſitzer=Rodelmeiſterſchaft gewann Dr. Cſak=Graz
mit 3.59 für zwei Läufe, und die Zweiſitzer=Meiſterſchaft
Dr. Cſak=Markl=Graz mit 1:37.
* Die Eishockey=Meiſterſchaft von
Böh=
men, die mit der Scheibe nach kanadiſchen Regeln
entſchie=
den wurde, gewann in der Schlußrunde Ceeska=Sport
gegen die Deutſche Eishockey=Geſellſchaft 2:0.
Pfr. Die Rennen zu Nizza brachten am
Diens=
tag dem Stall A. Vail=Picard wieder ausgezeichnete
Er=
folge, da er mit Valentin IV. (19110), Le Matifan (40110)
und Rocroy (25:18) drei Rennen gewinnen konnte.
Auf die vierte Nummer des Programms, den Prix des
Roſes legte der Stall S. Lienard mit Saint Geneſt (41:10)
Beſchlag. In dieſem Rennen kam Mons, de Romanets
Escarboucle zu Fall und blieb auf der Stelle tot.
sr. Die Schwimm=Meiſterſchaften von Neu=
Südwales, die in Sydney über die Viertelmeile und die
Meile ſtattfanden, wurden beide von dem berühmten
auſtraliſchen Champion Longworth in 5 Min. 26½
Sek. reſp. 24 Min. 20½ Sek. überlegen gewonnen. Der
Meiſter war auch noch in einem 220 Yard=Schwimmen
ſieg=
reich, wo er mit 2 Min. 28½ Sek. einen neuen auſtraliſchen
Rekord aufſtellte.
Erdbeben.
* Stuttgart, 17. Jan. Die Hohenheimer
Erd=
bebenwarte verzeichnete heute früh 6 Uhr 12 Minuten
23 Sekunden einen Erdſtoß, der zwar nicht ſo ſtark wie
der vom 16. November geweſen iſt, aber in den gleichen
Orten verſpürt wurde und auch dasſelbe Epizentrum
ge=
habt zu haben ſcheint. Am ſtärkſten wurde der Stoß
wie=
derum in Ebingen wahrgenommen. Großer Schaden
wird nicht gemeldet.
Dynamit=Exploſion.
* Schlebuſch, 17. Jan. Heute mittag erfolgte
auf dem Terrain der Dynamitfabrik,
Aktiengeſell=
ſchaft, eine Exploſion des Waſchhauſes. Ein
Arbei=
ter wurde getötet, fünf ſchwer und mehrere leicht
ver=
letzt. Durch die Exploſion iſt in der Fabrik und in der
Umgegend ein erheblicher Schaden an Fenſterſcheiben
ent=
ſtanden.
* Köln, 17. Jan. Die Dynamitexploſion
in Schlebuſch hatte eine ſehr heftige Detonation zur
Folge, die zu den wildeſten Gerüchten Anlaß gab. In
Schlebuſch=Manfort, wo die Dynamitfabrik liegt,
wur=
den in der Richtung des ſtarken Oſtwindes ſämtliche
Fen=
ſterſcheiben zertrümmert. Auch im Bahnhof Schlebuſch.
In Köln wurde zurzeit der Exploſion ein heftiger Knall
gehört, während aus Bonn um 12,12 Uhr ein leichtes
Erdbeben gemeldet wurde, das zweifellos mit der
Exploſion zuſammenhängt. Auch in Düſſeldorf wurde
eine Erderſchütterung bemerkt.
Brände.
* Voſton, 16. Jan. Bei dem Hotelbrand
wur=
den alle Gäſte gerettet.
* Oſaka, 16. Jan. Das Feuer in Oſaka zerſtörte
5268 Häuſer. Ueber 30000 Menſchen ſind obdachlos.
Oſaka iſt die Hauptſtadt der japaniſchen Provinz Setſu
und liegt auf der Südweſtküſte der Inſel Hondo an der
Mündung des Yodogawa in die Idzuminadabei. Sie
iſt die zweite Stadt des japaniſchen Reiches und hat
über 1 Million Einwohner. Für den Binnenverkehr iſt
Oſaka die erſte Handelsſtadt des Reiches, namentlich für
Reis, Baumwolle und Seidenwaren. Da aber der
Ha=
fen größeren Schiffen den Zugang nicht geſtattet, ſo hat
das nahe, durch Eiſenbahn und elektriſche Bahn mit
Oſaka verbundene Hiogo=Kobe den ganzen auswärtigen
Handel in Händen.
Die Revolution in China.
* Peking, 17. Jan. Prinz Tſching und der
frühere Regent haben geſtern Juanſchikai einen Beſuch
ab=
geſtattet und ſich des Längeren mit ihm über den
endgül=
tigen Wortlaut der Abdankungserklärung unterhalten. Die
beiden Prinzen verſicherten Juanſchikai ihre Dankbarkeit
über die geleiſteten Dienſte. Als Juanſchikai der
Kai=
ſerin=Witwe einen Beſuch abſtattete, um ſich mit ihr über
denſelben Gegenſtand zu unterhalten, erfolgte das
Atten=
tat. An ihm ſind drei Perſonen beteiligt, die
ver=
haftet wurden. Es iſt wahrſcheinlich, daß ihre Hinrichtung
ſchon heute morgen exfolgt. Ein Polizeiheamter und ein
Soldat wurden durch die für Juanſchikai beſtimmte Bombe
getötet, zwölf Soldaten und drei Ziviliſten verletzt. Auch
eine Anzahl Pferde ſind getötet und verletzt worden.
Zu dem Attentat wird noch berichtet: Der
Haupt=
attentäter iſt 21 Jahre alt. Er erklärte, daß die
Ermord=
ung Juanſchikais das Signal zu einem allgemeinen
Auf=
ſtande in Peking hätte ſein ſollen. Dieſe Erklärung wird
dadurch bekräftigt, daß es der Behörde gelungen iſt, eine
Bomben=Fabrik zu entdecken. Es ſollen noch andere
Per=
ſonen verhaftet worden ſein, die Bomben unter den
Klei=
dern trugen. Juanſchikai erhielt nach dem Attentat von
allen Seiten, einſchließlich der Geſandtſchaften,
Glück=
wünſche. Der ganze Südoſten der Stadt wird von ſtarken
Truppenabteilungen durchzogen und alle Straßen ſind für
den Verkehr geſperrt. In der Geſandtſchaft herrſcht
leb=
hafte Beſorgnis über die weitere Entwickelung der Lage.
Dem New=York Herald wird aus Peking gemeldet,
man glaube, der gegen Juanſchikai verübte Anſchlag ſei die
hauptſächliche Urſache, weshalb die
Mandſchuprin=
zen, die ein ähnliches Attentat gegen ihre Perſon
befürch=
ten, ihren Widerſtand gegen die Abdankung des Kaiſers
aufgegeben hätten.
* New=York 17. Jan. Dem New=York Herald
wird aus Schanghai gemeldet, Sunyatſen habe
telegraphiert, falls der Kaiſer abdanke und Juanſchikai ſich
den Republikanern anſchließen werde, werde er zugunſten
des letzteren zurücktreten.
H.B. Petersburg, 17. Jan. Das Abendblatt der
Nowoje Wremja verbreitet eine ſenſationelle
Nach=
richt aus Peking, wonach ſich die chineſiſche Regierung
mit dem Vorſchlage an Rußland gewandt habe, ihm die
Mongolei gegen eine Anleihe von 100 Millionen
voll=
ſtändig abzutreten, während die republikaniſche
Re=
gierung gegen das Protektorat Rußlands über die
Mon=
golei Stellung nimmt. Andererſeits verlautet hier, daß
die chineſiſche Regierung ſtärkere Abteilungen nach der
Mongolei abgeſandt habe, um deren Abfall zu verhindern.
Schließlich ſollen die mongoliſchen Fürſten eine Deputation
an Juanſchikai abgeſandt haben, die als Grund des
Ab=
falles ungerechte Steuer=Erpreſſung ſeitens des
Mini=
ſteriums der Kolonien bezeichnen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 17. Jan. Der Berliner Lokalanzeiger
er=
fährt von autoritativer Seite, daß die Finanzlage
des Reiches die Aufnahme einer neuen Anleihe
nicht nötig macht. Von den Schatzanweiſungen, die
1912 fällig ſind, wird die Reichsfinanzverwaltung einen
Teil in bar einlöſen, einen Teil in eine Anleihe umwandeln
und den Reſt zur Verlängerung anbieten. Nur zu dieſem
Zwecke werde das Reich kleine Anleihebeträge aufnehmen,
die aber erſt kurz vor dem 1. Juli zur Einzahlung
kom=
men ſollen. Die ganze Aktion bedeutet alſo keine
Ver=
mehrung, ſondern eine Verminderung der Reichsſchuld.
* Berlin, 17. Jan. Zu den Mitteilungen einzelner
Zeitungen über eine angeblich bevorſtehende
Reichs=
anleihe wird von amtlicher Stelle bemerkt, daß eine neue
Reichsanleihe nicht geplant iſt. Es beſteht
viel=
mehr die Abſicht, von den in dieſem Jahre fällig
werden=
den 40000000 Mark 4prozentigen Reichsſchatzanweiſungen
nur einen Teil zu verlängern, einen weiteren Betrag in
bar einzulöſen und den Reſt — etwa ein Drittel — in
eine Reichsanleihe umzuwandeln. Lediglich aus dem
Be=
kanntwerden dieſer Abſicht kann die erwähnte irrtümliche
Annahme entſtanden ſein.
* Berlin, 17. Jan. Juwelier Schulze, Frau und
Tochter ſind das Opfer eines Raubüberfalles
ge=
worden. Die Tochter iſt tot; bei Schulze und Frau beſteht
wenig Hoffnung auf Erhaltung des Lebens.
* Landsberg a. d. Warthe, 17. Jan. Das
Schwur=
gericht in Meſeritz verurteilte den Fleiſchermeiſter
Gie=
ring aus Kuſchkow zu ſechs Monaten Gefängnis und den
Schneidermeiſter Minski aus Brätz zu fünf Jahren
Zucht=
haus und 10 Jahren Ehrverluſt. Beide töteten den Sohn
des Eigentümers Höhle aus Falkenwalde, der mit einem
Rade ihr unbeleuchtetes Fuhrwerk angefahren und ſie zur
Rede geſtellt hatte, durch Meſſerſtiche. Minski allein
ver=
ſetzte Höhle ſieben Meſſerſtiche.
* Calw, 17 JJan. Der unter dem Verdacht des
Doppelmordes in Schönbuch ſtehende, ſteckbrieflich
verfolgte Tagelöhner Gg. Pfrommer von Tainnach,
deſſen Bruder ſich wegen der in der hieſigen Gegend
ver=
übten Einbrüche in Haft befindet, wurde geſtern auf der
Station Tainnach von einem Bahnbedienſteten erkannt.
Es gelang aber nicht, ihn zu verhaften. Als er heute
in Liebenzell einen Einbruchsdiebſtahl verſuchte, wurde
er verhaftet.
* Paris, 17. Jan. Aus Toulon wird gemeldet, daß
nach den von dem Marineminiſter getroffenen neuen
Ver=
fügungen das zur Begrüßung des engliſchen
Königspaares beſtimmte Geſchwader aus einem
Dreadnought, mehreren Panzerſchiffen und mehreren
Torpedojägern beſtehend, von dem früheren Marineminiſter,
Vizeadmiral Voue de Lapayrére, befehligt werde, welcher
dem König ein Handſchreiben des Präſidenten Fallieres
überreichen werde. Das Geſchwader, an deſſen Bord für
den Empfang der Offiziere und Mannſchaften des
eng=
liſchen Mittelmeergeſchwaders beſondere Einrichtungen
ge=
troffen werden, wird Ende dieſer Woche nach Malta
ab=
gehen.
H.B. Berlin, 17. Jan. Ein bedeutender
Fa=
brikbrand kam heute nacht 4 Uhr in der Chauſſeeſtr. 72
belegenen Metallfabrik von Ernſt Roß, die ſich hauptſächlich
mit der Fabrikation von ſogenannten Thermoflaſchen zum
Warmhalten der Speiſen beſchäftigt, aus. Die Fabrik
brannte vollſtändig nieder.
H. B. London, 17. Jan. Offizielle Telegramme aus
Paraguay melden, daß die Revolutionäre in der
Nacht vom 13. die Stadt Aſſuncion erobert haben.
Antlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das nordöſtliche Hochdruckgebiet hat ſeinen Kern
etwas weſtwärts verlagert, während ſich die weſtliche
Depreſſion wenig verändert hat. Kleine Teiltiefs brachten
ſtrichweiſe geringe Niederſchläge. Scharfe öſtliche Winde
brachten kräftigen Froſt. Für morgen ſteht noch keine
weſentliche Aenderung in Ausſicht.
Ausſichten für Donnerstag, den 18. Januar 1912:
Wechſelnd bewölkt, ſtarker Froſt, höchſtens unerhebliche
Schneefälle
Schnebericht.
Schierke im Harz (Brockengebiet), 16. Jan.
Mittags 10 Grad Kälte im Schatten. Windſtill,
Sonnen=
ſchein, tagsüber Wärmegrade. Schneelage unverändert.
Eis= und Schneeſport in vollem Gange. Skiföhr
aus=
gezeichnet, Rennſchlittenpartien ins Gebirge, entzückendſte
Winterlandſchaft.
Zwei Fliegen auf einen Schlag
glaubt mancher zu fangen, der ſich zum Ankauf
einer Nachahmung von Scotts Emulſion verleiten
läßt, die billiger aber „eben ſo gut” ſein ſoll.
Der
Irrtum
ſtellt ſich indes bald heraus, wenn
man gewahr wird, daß nur die
äußere Verpackung, dieſe allerdings
bis an die Grenze des Erlaubten,
Nur echt mit dieſes nachgeahmt iſt, denn der Inhalt,
Marke—dem Fiſcher
— dem Garanties Scotts Emulſion ſelbſt, kann
zeichen des
Scott=
ſchen Verfahrens! nicht nachgeahmt werden, weil Scott’s
Emulſion die einzige nach dem Scottſchen
Ver=
fahren hergeſtellte, ſeit 35 Jahren bewährte
Leber=
tran=Emulſion iſt.
(32023
Darum nur die echte Scotts Emulsion.
iveg-Geme
100
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Die
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Schustrege.
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſt unſeres lieben, guten
Sohnes, Bruders, Schwagers und Enkels
Georg
ſagen wir Allen, insbeſondere der Freiwilligen
Feuerwehr und ſeinen Schulkameraden, unſeren
innigſten Dank.
(2033
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Georg Merlau 1.
Arheilgen, den 17. Januar 1912.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme innigsten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Karl Gunschmann, Lehrer i. P.
Darmstadt, 16. Januar 1912. (2000
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern, Dienstag, den 16. Jan. 1912, ſtarb
nach kurzen ſchweren Leiden unſer treuer Bruder
Rechnungsrat i. P.
Ludwig Wambold
im Alter von 80 Jahren.
Seiner Anordnung entſprechend, ſoll
Ver=
brennung der Leiche ſtattfinden.
Die Einſegnung iſt auf morgen,
Donners=
tag, den 18. Januar 1912, abends 6 Uhr,
be=
ſtimmt im Sterbehaus, Schützenſtraße 17.
Wir bitten um ſtille Teilnahme. (2038
Mittwoch, den 17. Januar 1912.
Die beiden überlebenden Schweſtern:
Frau Matthes.
Frau Kling.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Carmen”.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag über die Balkangebiete um 8¼ Uhr im
Saal 326 der Techn. Hochſchule (Volksbildungsverein).
Vortrag des Pſychologen und Anſtaltsleiters Parthey
um 8¼ Uhr im „Fürſtenſaal”.
Generalverſammlung des Heſſiſchen Fechtvereins
„Waiſenſchutz” um 8½ Uhr im „Heſſiſchen Hof”
Hauptverſammlung des Kaufm. Vereins weiblicher
Angeſtellter um 8 Uhr Karlſtraße 43.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme bei dem uns betroffenen
Verluste, sagen wir hiermit unseren
innigsten Dank.
(*1398
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Eisvogl.
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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In der jetzt ſtillen Geſchäftszeit können die geehrten Kunden
einesteils prompter bedient werden, als dies bei Arbeitsüberhäufung
in der Umzugszeit im Frühjahr möglich iſt, andererſeits aber könnten
durch dieſes Entgegenkommen manche Entlaſſungen und Verkürzung
der Arbeitszeit vermieden werden.
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Eine tücht. I. Putzarbeiterin f.
Mittel=
u. Eapel=Genre ſ. Jahresſtellung.
Off. u. C22 an die Exp. (*1367ds
Perf. Schneid., w. ſchick z. arb.
verſteht u. langj. Erfahrungen hat,
empf. ſich bei billigſter Bedienung
Mühlſtraße 40, 1. Stock. (*1396dsi
Saub. Frau ſ. nachm.
Beſchäf=
tigung Bismarckſtr. 16, Mſ. (*1353
ſucht Laden
Junge Frau od. Büro zu
putzen Eliſabethenſtr. 42, Mſ. (*1350
Junge perfekte Köchin empf.
ſich den geehrten Herrſchaften bei
Diners, geht auch als Aushilfe.
Näh. Schießhausſtr. 56. (B2017
Gutempf. Frau ſucht Laufdienſt
*1334) Kiesſtr. 1, Stb. Manſ.
Braves Mädchen ſucht
tags=
über Laufdienſt. Zu erfr.
Soder=
ſtraße 40, 2. St. rechts. (*1323df
Laufſtelle für mittags geſucht
(*1368)
Pankratiusſtr. 35.
Geſucht auf 1. Febr. ein geſetzt.,
geſund. Alleinmädch., das kochen
kann u. Hausarb. verſt., in kl. fein.
Haush. Grüner Weg 8. I. (1850imd
Ein Mädchen geſucht
Wald=
ſtraße 55, part.
(*1276mdf
Putzmacherin u. 1 Schneiderin
ſofort geſucht (*1354
Theater- u. Maskengarderobe
Schlegel, „Kalsersaal‟.
Tüchtige
Bügtermien
ſofort geſucht
Dampfwäscherei „Edelweiss‟
Lauteſchlägerſtr. 28. (1870id
Angeh. Arbeiterin f. Konfektion
ſ. geſ. Mühlſtraße 40, I. (*1395ds
zum 1. Febr. ein durch=
Geſucht aus anſtändig., in Küche
und Hausarbeit nicht unerfahren.
Mädchen
(1744a
Soderſtraße 44, 2 Tr.
Suche zum 1. Febr. eine
Herr=
ſchaftsköchin bei hohem Lohn
für ſtädtiſchen Gutshaushalt
Freifrau von Wangenheim
Wolfskehlen. 1899md
Ein junges Laufmädchen
ge=
ſucht Frau Karl Kämmerling,
Heidelbergerſtr. 4, 1. St. (*1362df
Ehrliche, ſaubere Monatsfrau
geſucht Waldſtr. 22, 2. St. (*1364
Junges ſauberes Mädchen in
kleinen ruhigen Haushalt geſucht
*1366)
Wa dſtr. 30, 3. St.
Unabhangige reinl. Lauffrau
kann ſofort eintreten (*1315
Heidelbergerſtr. 85, 1. Etage.
Ein Laufmädchen vormittags
2—3 Stunden geſucht
(*1332
Metzger Schneider, Inſelſtr. 28.
Ein Mädch., d. bürg. koch. f., zu
ſehr g. Herrſch. geſ., wo d. jetz. Mädch.
10 J. war, Susanna Röse, gewerbsmäßige
tellenvermittlerin, Kiesſtr. 35, I. (*1328
Ehrl. zuverläſſ. Laufmädchen
bis 1. Februar geſucht. Nieder=
Ramſtädterſtraße 32, p. (*1381
Lauffrau 0 ſofort geſucht
Wendelſtadtſtr. 8
(*1377
geſucht (2055ds
Lauffrau
erderſtr. 16, part.
Recht tücht. Mädch. aus gute
Familie von morg. bis nach dem
pülen geſ. Viktoriapl. 6, I. (*1390
Ein tücht. Mädchen, das ganz
ſelbſt. gut kocht u. Hausarbeit mit
übern., bei hoh. Lohn zu 2 Perſ.
geſucht. Lauffrau vorhanden. Zu
erfragen in der Exped. (2046ms
große Anz. Mädch. jed.
Suche Art. Johannette
Weiss-
mantel, gewerbsmäßige
Stellenver=
mittlerin, Caſinoſtr. 17. (*1382
Weg. Erkrankung mein.
Dienſt=
mädchens ſuche per ſofort bei
hohem Lohn ein tücht., geſetztes
Mädchen
das Liebe zu Kindern hat. Frau
E. Thomasius,
Hermann=
ſtraße 15.
(B206
Männlich
Als B erha t., Setrefür,
Verwalt. erh. m. nach
Stellung kurz., gründl.
Aus-
bild. Bish. ca. 1600 Beamte verl. Prosu
Trei. Dir Küstner, Leinzig-Li. 14 7. (265
Intellig. energ. Herren, die ſich
berufsm. der Akquiſition widmen
wollen, finden bei erſtkl. Verſ.=
Ge=
ſellſchaft mit faſt allen Branchen
gut bezahlte und bei Erfolgen
dauernde Stellung als (*1333di
Ispenteren.
Für Fachleute werden hoh. Gehalt,
ſowie Barproviſionen und Speſen
gewährt. Nichtfachleute werd. bei
ſofort. Verdienſt gründl.
eingear=
beitet und bei befriedig. Erfolgen
nach kurzer Zeit feſt angeſtellt. Off.
unter C 11 an die Exp. ds. Bl.
Schön iſt der Chauffenr=Beruf,
Jedermann kann ihn erlernen
bei ermäßigtem Winterhonorar
bis zur komm. Saiſon. (*1081ods
Chauffeur=Schule
Grafenſtr. 22
Schäfer (kreisamtl. zugelaſſen).
Selbſtändiger älterer Spengler
u. Inſtallateur geſucht (1813a
A. Guntrum, Stiftſtr. 52.
Angehender Kommis
mit nur ſchöner Handſchrift von
Engroshaus per ſof. geſucht. Off.
nebſt Ang. der Gehaltsanſpr. und
C 20 an die Exv. d. Bl. (*1363df
Ich ſuche ein. tücht. Platzvertreter
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Müller, Mainz, Postfuch 90. Fr727
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ſand unſ. Zephir=Dauerwäſche,
ſowie anderer geſch. Neuhe ten.
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Wohn. aus betr. werden. Nöt
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gew. Bezirks an
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b. H., Frankfurt a. M.
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wohlerzog. j. Mann m. g. Schulbild.
geſucht. Zu erfrag. Müllerſtr. 31,
Donnerstag nach 6 Uhr. (*1389
Weißbinderlehrling ſucht Meick,
Inſelſtr. 91
Geſchäftsmann, 27 Jahre, m. pa.
Geſchäft, ſtolze Erſcheinung, wünſcht
mit einem tücht. Mädchen m.
Ver=
mögen zwecks baldiger Heirat in
Verbindung zu treten. Offert. unt.
C 6 an die Expedition. (*1326
ſucht kinderloſe
Heirat Witwe, 36
ev., mit 5000 Mk. Vermögen nebſt
Ausſtattung. Am liebſten Wirt.
Off. u. B 17 an die Exp. (*1006sid
Heitat. werden vermittelt in all.
Ständ. Vertret. in Rechts= und
Vertrauensſach. u. ſtrengſter
Ver=
ſchwiegenheit. Anonym zweckl. Off.
erb. u. B 16 a. d. Exp. (*1007sid
Unterbeamter
Anfang 30er, möchte kath.
Fräu=
lein, Mitte 20 er, mit etwas
Ver=
mögen, zwecks ſpät. Heirat kennen
ernen. Off. u. C10 a. d. Exp. (*1
Ronienhundlung Sacht Lehrling
aus beſſerem Hauſe zum ſofortigen Eintritt.
an die Expedition dieſes Blattes.
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Katerfrühstück in Mayonnaise
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ſetzl. Zinſen von handelsgerichtl.
ein=
getrag. Bankgeſch. durch E. Fauthe,
Vertr.: F. Hassler, Riedeſelſtr. 48, I.
Sprechzeit von 9—12 u. 2—6 Uhr,
Sonntaas von 9—12 Uhr. (*1352
N8 7.
Donnerstag, 18. Januar.
1912.
Bekanntmachung.
Die Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt hat auf Grund des Artikels 11 der
all=
gemeinen Bauordnung und der Artikel 1 und 2 des Geſetzes vom 26. Juli 1884.
17. Juli 1890,
die Enteignung von Grundeigentum betreffend, zur Erwerbung eines 11 m breiten
Streifens für die Hauptzufuhrſtraße C nach dem neuen Südbahnhof Antrag auf
Einleitung des Enteignungsverfahrens wegen der nachbezeichneten, in der Gemarkung
Darmſtadt gelegenen Grundſtücke geſtellt:
fläche eign.
Fläche qmn qm XIII Pauli, Ludwig Schloſſermſtr. Eheleute Erben:
1. Pauli, Heinrich Darmſtadt 2956 2. Schlamp. Margarete 3. Pauli, Hermann
4. Kinder des Wirts Andreas Zimmermann u. Ehefrau Char=
lotte geb. Pauli: a) Ludwig, Katharine Darmſtadt b) Zimmermann, Eliſabeth Altſtrelitz Karoline Darmſtadt 5
Hermann , 5. Pauli, Johannes 6. Gerhardt, Eliſabeth 7. Mager, Anng 8. Pauli, Georg 9. Zimmermann, Karoline Frankfurt a. M. Großhl. Haus=Familieneigentum Darmſtadt 6138 1 1816 62 59 4366 195 63 2706 260 253 2033 151 264 7605 522 265 1100 a) Geyer Marie
Kinder der Johann Georg Leon= Darmſtadt 2000 54 hard Geyer Eheleute: b) Aßmuth. Marie c) Geyer, Eliſe Eina Georg 1319 Geyer, Suſanne Wittmann, Jakob III. 1969 Schneider, Wilhelm 3111 104 a) Noldt, Luiſe 1858 64 42 Kinder der Landwirt Fr. Noldt I. 90 Eheleute: 1917 b) Noldt, Friedrich 1237 58 435 c) Schweinsberger, Eliſabeth 1670 78 c) Darmſtädter, Eliſe e) Kugel, Helene 1271 Jacoby, Hermann II. Erben: 15 1. Schaffner. Dorothea 1271 465 2. Jacoby, Eliſabeth und Kinder: a) Helfenbein, Eliſabeth b) Merz, Karoline Hanau c) Jacobi, Ernſt Darmſtadt 3. Jacobi, Marie und Kinder: a) Jacobi, Friedrich b)
Hermann Philipp Eſſen Heinrich Darmſtadt Georg
Eliſabeth New=York
Darmſtadt Katharine 1289 Geyer, Friedrich Karl 15 Rheiniſche Ziegelwerke, Geſellſchaft Worms a. Rh. 1334 35 m. b. H. 871 Sommer, Johannes u. Ehefrau Darmſtadt Darmſtädter, Martin Erben: 5 2) Darmſtädter, Adam Darmſtadt 2 b) Schorn, Eliſabeth c) Darmſtädter Sophie und Sohn Auguſt d) Seng, Luiſe
e) Schultheis, Liſette
1) Darmſtädter, Karl Heinrich
g) Darmſtädter, Friedrich Wil= Eich bei Worms
Grimma b. Leipz.
Darmſtadt heim Hornung Georg Ludw.
Michel, Valentin
Sauerwein, Georg
Lind, Chriſtine 1325 56 862 35 26 Lind, Karl Auguſt und Sohn: K 51 5 30 Aßmuth, Georg Leonhard Eheleute 1106 56 Erben= Darmſtadt 1148 a) Rühl, Suſanne 56 20 b) Aßmuth, Eliſabeth 1744 81 Karl Dieburg Heinrich Mainz. Ludw. Wilh. Darmſtadt 890
1098 53 20 Euler, Johannes 33 1104 53 34 Geiger, Philipp 859 35 Koch, Gertrude 1694 1 36
41 Lang, Regine
und Kinder aus 1. Ehe Langs mit
der verſtorbenen Eliſabeth geb. 859
1874 42
88 Geiger:
Lang, Peter (Lang, Philipp III.
und Kind aus 2. Ehe Langs mit Regine geb. Schlumpf:
Lobeck, Margarete Ober=Ingelheim 1904 Noldt, Friedrich II. Darmſtadt 46 Schneider, Heinr. II. 1644
(825 75
38 47
52 May, Gg. Aug. 1100
1100 50
50 53 1100 50 54
55 Maurer, Georg Wilh. Eheleute 1662 76 Erben:
a) Müller, Ludwig II. Eberſtadt Inhalt der der Flur Nr. Eigentümer Wohnort „Ge= zu ent= ſamt=
fläche eign.
Fläche qm qm und Kinder desſelben aus der Ehe mit Kath. geb. Maurer= 1. Hoffmann, Eliſabeth Darmſtadt 2. Harniſchfeger, Katharine Halle a. d. S. 3. Winheim, Johanna Groß=Gerau b) Maurer, Gg. Ludw. Wilh. Darmſtadt c) Winter, Eliſabeth
und Kinder derſelben: 1. Winter Karl Auguſt d) Maurer, Eliſabeth
und Kinder derſelben: 1. Maurer, Georg
Heinrich Gießen
Hohenheim Erna
4 Darmſtadt KIII 56 Schneider, Gg. Heinr. 817 20 55 Derſelbe und Ehefr. Eliſabeth geb.
Eckert
Wambold, Adam II. 1098 49 57 850 56 60 Geiger, Peter II. 1018 45 629/0 626 50 249 829 65 250 1121 87 251 Jacoby, Heinr. Phil. 1124 86 64 1313 22 252 Heyer, Wilhelm u. Ehefrau 1121 85 254 Schweinsberger, Jakob 877 65 255 Philipp 860 64 256 2577 187 257 983 258 Stier Barbara 985 71 und Kinder: a) Wiemer, Anna b) Lautenſchläger, Katharine Auerbach a. d. B. c) Pathenſchneider, Barbara Darmſtadt c) Stier, Valentin e) Delp, Chriſtine f) Münnich, Eliſabeth E) Stier, Karl Heinrich 259 Wambold, Margarete 1322 und Kinder: a) Fiſcher, Eliſabeth b) Wambold, Katharine c)
Samuel d)
Wilhelm München 32 260 Küſter, Peter III. Darmſtadt 261 und Kinder: 170 124 a) Küſter, Heinrich Jakob
5) „ Philipp d) Schneider, Marie
Mayer, Heinrich Peter u. Ehefrau 262 Mainz 1794 125 265 Scheyrer, Ferdinand u. Ehefrau 912 64 263 Darmſtadt 1806 125 267 Schneider, Georg II. 1737 120 268 Jacobi, Hermann, Ackermanns 1744 110 269 Erben: 1281 47 a) Schaffner, Dorothea b) 1. Jacobi, Heinrich Phil. Johann Friedr. 3. Hof, Eliſabeth. 4. Jacobi, Hermann Eberſtadt Dora Darmſtadt c) Jacobi, Eliſabeth und Kinder: 1. Helfenbein, Eliſabeth 2. Merz, Karoline Hanau 3. Jacobi, Ernſt Darmſtadt d) Jacobi, Marie und Kinder: 1. Jacobi, Friedrich Hermann Eſſen Heinrich Darmſtadt Georg
Eliſabeth New=York
Darmſtadt Katharine 270 Herzberger, Karl 1256 und Kinder aus der Ehe der Ka= tbarine Lehr mit Peter Dörmer: 1. Dörmer, Heinrich
2. Lorenz, Margarete Bockenheim
Darmſtadt 3. Dörmer, Eliſe, verſtorben, für dieſe deren Tochter
Anna Dörmer.
Dies wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht mit dem Anfügen, daß der Antrag
nebſt Plänen vom 19. Januar 1912 bis einſchließlich 1. Februar 1912 auf der
Bürger=
meiſterei Darmſtadt während der üblichen Dienſtſtunden zu jedermanns Einſicht
offen=
liegen wird.
Zur Verhandlung über den Plan und die zu leiſtende Entſchädigung ſowie zur
Entgegennahme etwaiger Einwendungen und Anträge wird Tagfahrt vor der
Lokal=
kommiſſion anberaumt und zwar
1. Bezüglich der unter Ord.=Nr. 1 bis einſchließlich 22 vorſtehenden Verzeichniſſes
aufgeführten Grundſtücksflächen auf
Donnerstag, den 8. Februar 1912, vormittags ½9 Uhr
(Sitzungsſaal des Kreis=Ausſchuſſes, Darmſtadt, Neckarſtraße 3), und
2. Bezüglich der unter Ord.=Nr. 23 bis Ende vorſtehenden Verzeichniſſes
auf=
geführten Grundſtücksflächen auf
Freitag, den 9. Februar 1912, nachmittags 2 Uhr
in demſelben Lokale.
Die Eigentümer, Pächter, Mieter und ſonſtige an den abzutretenden
Grund=
ſtücken perſönlich Berechtigte, ſowie alle übrigen bei der Enteignung Beteiligten werden
aufgefordert:
1. Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausſchluſſes und Annahme
der Einwilligung in die beanſpruchte Abtretung oder Peſchränkung,
2. Erklärung auf die angebotene Entſchädigungsſumme bei Meidung der
Unter=
ſtellung der Annahme des Angebots,
3. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausſchluſſes mit
ſolchen,
4. Anträge auf Aufrechterhaltung beſtehender Laſten (Art. 19 des Geſ.) bei
Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
5. Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die
be=
nachbarten Grundſtücke oder im öffentlichen Intereſſe zur Sicherung gegen
Gefahren und Nachteile notwendig ſind oder notwendig werden bei
Mei=
dung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
6. etwaige noch unbekannte Anſprüche und Rechte an die zu enteignenden
Grundſtücke bei Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
in den oben erwähnten Terminen vorzubringen.
Zugleich werden die Eigentümer auf folgende Beſtimmungen des Art. 27 des
Enteignungsgeſetzes beſonders verwieſen:
Wenn dritte Perſonen als dinglich Berechtigte oder wegen ſonſtiger
Rechtsver=
ältniſſe bei der Enteignung beteiligt ſind, ſo muß ſie der Eigentümer ſofort nach
Zuſtellung der Bekanntmachung der unterzeichneten Behörde bezeichnen, welche ſie
ſodann unter Androhung des geeigneten Rechtsnachteils zu der Tagfahrt vorzuladen hat.
Unterläßt der Eigentümer dieſe Bezeichnung, ſo bleibt er für dieſe Anſprüche
verant wortlich.
Die Unternehmerin wird zu dem Termin unter dem Rechtsnachteile vorgeladen,
daß im Falle ihres Ausbleibens Verzichtleiſtung auf Fortſetzung des
Enteignungs=
verfahrens unterſtellt und ſie mit den bis dahin entſtandenen Koſten belaſtet werden
wird.
Darmſtadt, den 11. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(2050
J. V.: Dr. Jann.
Bekanntmachung.
In dem IV. Reichstags=Wahlkreis des Großherzogtums (Darmſtadt-Groß=
Gerau) haben bei der am 12. d. Mts. ſtattgehabten Reichstagswahl von 36775 gültig
abgegebenen Stimmen erhalten die Herren
1. Redakteur Dr. Ludwig Queſſel zu Darmſtadt . 18326
2. Rechtsanwalt Dr. Arthur Oſann zu Darmſtadt . 11 170
3. Oberlehrer Dr. Rudolf Strecker in Bad=Nauheim 7268
11
4. Zerſplittert .
Es wird dies unter dem Anfügen zu öffentlichen Kenntnis gebracht, daß, da
ſich eine abſolute Stimmenmehrheit für einen Kandidaten nicht ergeben hat, in
Ge=
mäßheit des § 12 des Wahlgeſetzes vom 31. Mai 1859 eine engere Wahl unter den
beiden höchſtbeſtimmten Kandidaten, den Herren:
1. Redakteur Dr. Ludwig Queſſel zu Darmſtadt
2. Rechtsanwalt Dr. Arthur Oſann zu Darmſtadt
ſtattzufinden hat.
Mit Bezugnahme auf die §§ 28—31 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870
(in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. April 1993) bringe ich weiter zur
öffentlichen Kenntnis, daß ich Termin zur Vornahme der engeren Wahl auf Montag,
den 22. Januar d. Js., feſtgeſetzt habe, und daß die Wahlhandlung vormittags
um 10 Uhr beginnt und nachmittags um 7 Uhr geſchloſſen wird, ſowie daß alle bei
dieſer Wahl auf andere, als die beiden genannten Kandidaten fallenden Stimmen
ungültig ſind.
(1932
Darmſtadt, den 16. Januar 1912.
Der Wahlkommiſſär
des IV. Reichstags=Wahlkreiſes (Darmſtadt-Groß=Gerau)
Fey, Provinzialdirektor.
Bekanntmachung.
Betreffend: Reichstagswahlen 1912: hier: engere Wahl im 4. Wahlkreis des
Groß=
herzogtums.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß, da ſich bei der erſten Wahl
im 4. Reichstags=Wahlkreis des Großherzogtums eine abſolute Stimmenmehrheit
nicht herausgeſtellt hat, gemäß § 12 des Wahlgeſetzes vom 31. Mai 1869 eine engere
Wahl unter den beiden höchſtbeſtimmten Kandidaten, den Herren
Landtagsabgeordneten Dr. Oſann zu Darmſtadt
Redakteur Dr. Queſſel zu Darmſtadt,
ſtattzufinden hat.
Unter Bezugnahme auf die §§ 28—31 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 in
der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. April 1903 wird weiter zur öffentlichen
Kenntnis gebracht, daß der Termin zur Vornahme der engeren Wahl auf
Montag, den 22. Januar 1912,
feſtgeſetzt iſt, daß die Wahlhandlung vormittags um 10 Uhr beginnt und nachmittags
um 7 Uhr geſchloſſen wird, ſowie, daß alle bei dieſer engeren Wahl auf andere
als die beiden genannten Kandidaten fallenden Stimmen ungültig ſind.
Die in unſerer Bekanntmachung vom 27. Dezember 1911 (
Amtsverkündigungs=
blatt Nr. 144 getroffenen Anordnungen bezüglich der Wahlbezirke, der Wahllokale
und der Wahlvorſteher, ſowie deren Stellvertreter haben auch für die engere Wahl
am 22. Januar 1912 Geltung.
Darmſtadt, den 16. Januar 1912.
(1933
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Reichstagswahl im VI. Wahlkreiſe des Großherzogtums Heſſen.
Bei der heute vorgenommenen Ermittelung des Wahlergebniſſes der am
12. ds. Mts. im VI. Reichstagswahlkreis des Großherzogtums Heſſen ſtattgehabten
Reichstagswahl hat ſich ergeben, daß von 21127 der im Wahlkreiſe abgegebenen
gültigen Stimmen entfallen ſind auf:
1. Ludwig Haſenzahl, Graveur in Erbach i. O.
8526 Stimmen
2. Otto Rippel, Buchhändler zu Hagen i. W.
4588
3. Friedrich Scior, Likörfabrikant in Erbach i. O.
4371
4. Dr. Arthur Sauer Fabrikant in Zwingenberg a. B. . 3621
5. auf Verſchiedene zerſplittert
Zuſammen . 21127 Stimmen.
Hiernach hat ſich eine abſolute Mehrheit der in dem Wahlkreiſe abgegebenen
gültigen Stimmen auf einen Kandidaten nicht vereinigt. Es wird deshalb zur engeren
Wahl zwiſchen den beiden Kandidaten, welche die meiſten Stimmen erhalten haben,
nämlich den Herren:
Ludwig Haſenzahl, Graveur in Erbach i. O., und
Otto Rippel, Buchhändler zu Hagen i. W.
Termin auf
Montag, den 22. Januar I. Js.
mit dem Bemerken anberaumt, daß dieſe engere Wahl auf denſelben Grundlagen und
nach denſelben Vorſchriften ſtattfindet, wie die erſte, daß aber alle auf andere
Kandidaten, als die beiden obengenannten Höchſtbeſtimmten fallende Stimmen
ungültig ſind.
Die Wahlhandlung beginnt um 10 vormittags und wird um 7 Uhr
nachmittags geſchloſſen.
Heppenheim, den 16. Januar 1912.
(1934
Der Wahlkommiſſär
für den VI. Reichstagswahlkreis des Großherzogtums Heſſen:
v. Hahn, Großherzoglicher Kreisrat.
Bekanntmachung.
Betreffend Reichstagswahlen 1912; hier: engere Wahl im 6. Wahlkreis des
Groß=
herzogtums.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß, da ſich bei der erſten
Wahl im 6. Wahlkreis des Großherzogtums eine abſolute Stimmenmehrheit nicht
herausgeſtellt hat, gemäß § 12 des Wahlgeſetzes vom 31. Mai 1869, eine engere
Wahl unter den beiden höchſtbeſtimmten Kandidaten, den Herren
Graveur Ludwig Haſenzahl in Erbach
Buchhändler Otto Rippel zu Hagen i. W.,
ſtattzufinden hat.
Unter Bezugnahme auf die §§ 28—31 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870, in
der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. April 1903, wird weiter zur öffentlichen
Kenntnis gebracht, daß der Termin zur Vornahme der engeren Wahl auf
Montag, den 22. Januar 1912
feſtgeſetzt iſt, daß die Wahlhandlung vormittags um 10 Uhr beginnt und nachmittags
um 7 Uhr geſchloſſen wird, ſowie, daß alle bei dieſer engeren Wahl auf
an=
dere als die beiden genannten Kandidaten fallenden Stimmen ungültig ſind.
Die in unſerer Bekanntmachung vom 27. Dezember 1911 (Amts=
verkündigungs=
blatt Nr. 144) getroffenen Anordnungen bezüglich der Wahlbezirke, der Wahllokale
und der Wahlvorſteher, ſowie deren Stellvertreter haben auch für die engere Wahl
(1935
am 22. Januar 1912 Geltung.
Darmſtadt, den 16. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt
J. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Betreffend: Reichstagswahlen im 4. Wahlbezirk des Großherzogtums.
In Abänderung unſerer Bekanntmachung vom 27. Dezember 1911 (Amtsver
kündigungsblatt Nr. 144) bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß wir
1. im erſten Wahlbezirk der Stadt Darmſtadt an Stelle des erkrankten
Privatiers Herrn Philipp Hillgärtner den Privatier Herrn Philipp Sehnert
als Wahlvorſteher und an deſſen Stelle als Stellvertreter den Kaufmann
Herrn Heinrich Wenck,
2. im ſechſten Wahlbezirk der Stadt Darmſtadt an Stelle des verhinderten
Hofgärtners Herrn Heinrich Schneider II. den Leutnant a. D. Herrn
Philipp Gärtner als Wahlvorſteher und an deſſen Stelle als Stellvertreter
den Privatier Herrn Obermeiſter Jakob Weber und
3. im Wahlbezirk der Gemeinde Hahn mit Eich an Stelle des erkrankten
Bei=
geordneten Herrn Merſchroth zu Hahn als Wahlvorſteher den Bürgermeiſter
Koch von Eich und an deſſen Stelle als Stellvertreter das Gemeinderats=
(2016
mitglied Herrn Pfeifer zu Hahn
beſtellt haben.
Darmſtadt, den 17. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
An die Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Beſtehender Vorſchrift gemäß ſollen die in Ihren Gemeinden aufgeſtellten
Sammelbüchſen am 31. Januar jeden Jahres von Ihnen und dem den
Mitver=
ſchluß führenden Gemeinderatsmitglied geöffnet und deren Inhalt nebſt dem
vor=
ſchriftsmäßig ausgefertigten und unterſchriebenen Sortenzettel bis ſpäteſtens 31. März
jeden Jahres von Ihnen mit ſicherer, Koſten nicht verurſachender Gelegenheit an
unſer Bureau abgeliefert werden. Sollte nichts eingegangen ſein, ſo iſt eine von
Ihnen und dem betreffenden Gemeinderatsmitglied zu unterſchreibende Beſcheinigung
hierüber vorzulegen.
Wir empfehlen Ihnen, dieſer erwähnten Vorſchrift nachzukommen. (2029
Darmſtadt, den 13. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Der Bahnhof Griesheim ſoll erweitert werden. Beſchreibung und Planentwurf
liegen in der Zeit vom 20. Januar bis 3. Februar ds. Js. einſchließlich auf
Großh. Bürgermeiſterei Griesheim zu jedermanns Einſicht offen.
Termin zur landespolizeilichen Prüfung des Projekts wird anberaumt
auf Freitag, den 9. Februar ds. Js., nachmittags 3 Uhr 30 Minuten, auf
Großh. Bürgermeiſterei Griesheim.
Einwendungen gegen das Erweiterungsprojekt ſind bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes in dem Termin vorzubringen.
(2028
Darmſtadt, den 15. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Der Ortsgewerbeverein Ober=Ramſtadt beabſichtigt mit der anläßlich ſeiner
25jährigen Jubiläumsfeier zu Oſtern 1912 zu veranſtaltenden Induſtrie= und
Ge=
werbeausſtellung eine Verloſung von für dieſe Ausſtellung angefertigten Gegenſtänden
zu verbinden. Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Veranſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 3500 Loſe
zu 0.50 Mk. das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 66½% des
Brutto=
erlöſes aus dem Verkauf der Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu
ver=
wenden ſind. Zugleich wurde der Vertrieb der Loſe in der Provinz Starkenburg
geſtattet.
(2027
Bekanntmachung.
Diejenigen im Jahre 1892 geborenen Militärpflichtigen, welche ſich im Beſitz des
Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt befinden und im
Kreis Darmſtadt dauernden Aufenthalt haben, werden darauf hingewieſen, daß ſie
gemäß § 93,2 der Wehrordn. ihre Zurückſtellung beantragen müſſen und daher
auf=
gefordert, ihre Berechtigungsſcheine alsbald hier, Neckarſtraße 3, 3. Stock — Zimmer
Nr. 38 — vorzulegen, damit in denſelben der erforderliche Zurückſtellungsvermerk
ein=
getragen werden kann.
Es wird noch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die Abſicht, ſich am 1. April
oder 1. Oktober I. J. zum Dienſtantritt melden zu wollen, von der Verpflichtung, die
Zurückſtellung zu beantragen, nicht entbindet.
Darmſtadt, den 3. Januar 1912.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
(1050a
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen Militärpflichtigen, welche
Berechti=
gungsſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheines die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt I. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
(1051a
Darmſtadt, den 3. Januar 1912.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Boxer. 2 Spitzhunde, 1 Wolfshund (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktaa, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(2015
Eiſenwaren=Lieferung.
Die Lieferung von Eiſenwaren
für den Kanalbau ſoll verdungen
werden.
Die Lieferungsbedingungen
lie=
gen bei dem Tiefbauamt, Zimmer
Nr. 2 während der Dienſtſtunden
zur Einſicht offen. Auch werden
dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 25. Januar l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(1886md
Darmſtadt, 15. Januar 1912.
Tiefbauamt.
Pfennigſparkaſſe Darmſtadt.
Diejenigen Pfennig=Marken=
Blätter, welche eine auf volle Mark
abgerundete Geſamteinlage bis zum
Ende des abgelaufenen
Viertel=
jahres nachweiſen, ſind nebſt den
ſtädtiſchen Sparkaſſebüchern
Samstag, 20. Januar 1912,
an die Herren Stationserheber zur
Veranlaſſung der Ueberſchreibung
abzuliefern.
(2006
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende.
Wagner.
Schloſſerarbeiten.
Die bei der Inneneinrichtung des
Stalles für unverkaufte Schweine
und einer Kälbermarkthalle
vor=
kommenden Schloſſerarbeiten,
ins=
beſondere die Lieferung und
Auf=
ſtellung der Anbindevorrichtungen,
Buchtengitter und Türen,
Ram=
pengitter und Türen uſw. ſollen
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Freitag, 26. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(1966md
Darmſtadt, 15. Januar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Letzte Holzverſteigerung
aus der Faſanerie.
Mittwoch, den 24. Januar, vormittags ½9 Uhr,
werden in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen das
Brenn=
holz aus den Altholzſchlägen in der Faſanerie aus den
Abtei=
lungen 23, 26, 27 und 29b und aus den übrigen Abteilungen der
Faſanerie das Dürr= und Windfallholz verſteigert, und zwar die
Nummern von 384 an aufwärts:
Scheiter, rm: 112 Buchen I. Kl., 219 Buchen II. Kl., 13
Hain=
buchen, 128 Eichen; Knüppel, rm: 106 Buchen, 23
Hain=
buchen, 61 Eichen, 5 Weymuthskiefern, 7 Fichten; Reiſig,
Wellen: 3180 Buchen, 530 Hainbuchen, 680 Eichen, 200
Wey=
muthskiefern; Stöcke, rm: 124 Buchen, 121 Eichen,
8 Fichten.
Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert.
Aus=
kunft erteilt Forſtwart Schmidt zu Faſanerie, Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, den 17. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoon.
(2043
Holzverſteigerung.
Donnerstag, 25. d. Mts., von vormittags 9 Uhr an
werden in dem oberen Lokale des Hauſes der Turngemeinde da
hier (Woogsplatz Nr. 5) aus Domanialwald=Diſtrikt Beſſunge
Forſthaus (Haſenruh und das Gebrannte) verſteigert:
Nutzſcheiter, Rollen, rm: 44 Eichen, 3 Erlen; Scheiter
rm: 11 Eichen I. Kl.; 41 Eichen II. Kl. (blau unterſtrichene
Nrn. 80—129, 133—137); Scheiter, rm: 147 Buchen, 6
Hai=
buchen, 180 Eichen, 1 Birken, 1 Ulmen, 14 Kiefern, 2 Fichten
Knüppel, rm: 121 Buchen, 13 Hainbuchen, 85 Eicher
1 Ulmen, 2 Erlen, 2 Kiefern, 2 Fichten; Reiſig=Wellen
2490 Buchen, 80 Hainbuchen, 1670 Eichen, 10 Birken, 60 Kie
fern, 40 Fichten; Stöcke, rm: (grob) 31 Eichen, 1 Kiefern
(zerkleinert) 28 Buchen, 14 Eichen (Nr. 1—13, 15—36, 38—63
65—201, 203—369.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Großh. Forſtwart Kolb zu Beſſunger Forſthaus iſ
beauftragt, dasſelbe auf Verlangen vorzuzeigen.
(2049d
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
olz-Verſteigerung
im Domanialwald Frankenſtein.
Freitag, den 26. Januar 1912, vormittags 9 Uhr, au
Schindkaute, Abteilung 1 und Mühlacker, Abteilung 3. Buche: 370 Rm
Scheit, 210 Rm. Knüppel, 28,2 Hdt. Wellen, 60 Rm. Stöcke, grob
Eiche: 6 Rm. Knüppel, 2 Rm. Stöcke, grob. Kiefer: 1,2 Rm. Scheit
1 Rm. Knüppel.
Zuſammenkunft vormittags 9 Uhr auf der Kreisſtraße nach
Nieder=Beerbach gegenüber Haus Burgwald.
Auskunft erteilt Großh. Forſtwartaſpirant Old zu Eberſtad
Schloßſtraße 31.
(2050
Eberſtadt, den 16. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.
Beranntmachung.
Die Voranſchläge der Gemeinde, des Elektrizitäts= und
Waſſerwerks Ober=Ramſtadt für 1912 Rj. liegen vom 19. I. M
an acht Tage lang zur Einſicht der Intereſſenten und Entgegennahm
etwaiger Einwendungen auf dem Bürgermeiſterei=Büro offen.
Ober=Ramſtadt, 17. Januar 1912.
(2000
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Seiſteigerungs-Aenzeige.
Donnerstag, den 18. Januar 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung.
a) für beſtimmt:
2 Korbfl. Nordhäuſer, 1 Korbfl. Himbeerſaft, 121
Büch=
ſen Konſerven, 11 Büchſen Parkettwachs, 36 Päckcher
Perſil, 106 Päckchen Nudeln, 33 Flaſchen Spirituoſen
6 Gläſer Bonbons, 1 Partie Seife, 1 Eimer Bienen
honig, 1 Eimer Preiſelbeeren, 1 Doſe Kakao u. 1 Wage
b) um 4 Uhr vorausſichtlich:
12 Vertikos, 2 Büfetts, 1 Pianino, 8 Kleider=, 3 Glas=,
3 Spiegel=, 2 Kaſſen=, 2 Eis=, 3 Waren= u. 2 Bücherſchränke,
8 Diwans, 4 Sofas, 5 Schreibtiſche, 3 Kommoden, 3 Betten,
2 Trumeaux, 1 Landauer, 1 Jagdwagen, 1 Viktoriawagen
3 Kontrollkaſſen, 8 Mille Zigarren, 10 ausgeſtopfte Vögel,
1 Partie Hemden, Kravatten, Taſchentücher, Servietten, Drell
Damaſt, Tiſchzeug, Bettzeug, Bettkolter, Steppdecken und
Halbleinen, 2 Fahrräder, 2 Nähmaſchinen, 2 photogr.
Ap=
parate, 1 Druckpreſſe, 15 Bücher, 1 vollſt. Ladeneinrichtung pp.;
c) an Ort und Stelle beſtimmt:
1 Diwan, 1 Kleiderſchrank, 1 Schreibtiſch, 1 Vertiko,
1 Spiegelſchrank, 1 Waſchtiſch mit Marmorplatte,
3 Nachtſchränkchen mit Marmorplatten, 1 Regulator,
1 Stegtiſch, 1 Spiegel, 1 Paneelbrett, 2 Krüge, 7 Bil
der, 1 Rauchtiſchchen, 1 Ruheſtuhl, 1 Stubenteppich,
1 Büchergeſtell, 7 Seitengewehre, 2 Schläger, 1
Helle=
barde, 1 Likörſervice, 1 Kartenſchale, 1 Lüſter und
1 Gasherd.
Zuſammenkunft der Steigerer Rundeturmſtr. 16.
Darmſtadt, den 17. Januar 1912.
(2014
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 19. Januar l. Js., vormittags 9 Uhr
und nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Hauſe Stiftstrasse 1 die zum Nachlaß
des Frl. Adele von Muralt gehörigen Gegenſtände, als:
1 Diwan, 1 Sofa, 1 Chiffoniere, 1 Vertiko, 1 Tiſch mit
Auszug, 1 Salontiſch, 1 Klapptiſch, verſchiedene Ziertiſche,
2 Pfeilerſchränkchen, verſchied. Seſſel und Stühle, darunter
1 Klavierſtuhl, 1 Serviertiſch, 1 Hausapotheke, Regulator,
Spiegel, ſämtl. Bilder, Vorhänge, Teppiche uſw. und die
ganze Küchen=Einrichtung, 2 kompl. Betten mit Roßhaar=
Matratzen und Federbetten, 2 Nachttiſche, 2 Waſchtiſche
und ſonſtige kleine Möbelſtücke;
Porzellan, Glas, Kleider, Leib=, Bett= u.
Tiſchwäſche, ſehr gut erhalten Nippfachen,
Bücher und Noten, ferner 1 Brillantbroſche, 1 gold.
Uhrkette und ſonſtige Schmuckſachen.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(1844id
Darmſtadt, den 16. Januar 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Täglich
70—80 Lt. Vollmilch
gegen Barzahlung oder gegen
Kaution von 1. Februar ab auf
dauernd geſucht. Offert. u. C 27
a. d. Expedition ds. Bl. (*1387dfs
für Pferde=
Torfstreu u. Mull u.
Hühner=
ſtälle billigſt Mauerſtr. 20. (1394a
Verkaufe billig
im Auftrag einen Freiſchwinger
mit reich ausgeſtattetem Gehäuſe,
1 Standuhr, verſch. ſilberne Uhren,
1 Revolver, verſch. Schlittſchuhe.
L. Rothermel
Karlſtraße 62, im Laden. (*1344
faſt neu, zu verkauf.
Frack, Bleichſtraße 9. (*1388
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 1. bis 15. Januar 1912:
per Sack à 100 Ko.
Weizen von Mk. 22.50 bis 25.50
Korn
„ „ 19.− „ 20.−
Gerſte
21.-
, „ 17.75
Hafer
„ 19.25 „ 21.—
Butter ½ Kilo Mk. 1.50
Butter in Partien Mk. 1.40
Eier per Stück 10 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.25
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 10.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 3.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 4.50
Heu per 50 Kilo Mk. 5.50
Darmſtadt, 17. Januar 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Gedenktafel=Lieferung.
Die Lieferung einer Gedenktafel
aus Bronze, getriebenem Kupfer,
Syenit oder ſonſtigem geeignetem
Material ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen beidem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Samstag, 10. Februar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(1967md
Darmſtadt, 15. Januar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Die Lieferung des
Bedarfs an Papier
für die Stäbe, Truppenteile und
Behörden der 25. Diviſion für das
Rechnungsjahr 1912
etwa 150 Ries Kanzleipapier
und 180 „ Konzeptpapier
ſoll vergeben werden.
Termin: 23. Februar 1912,
vormittags 11 Uhr,
im Geſchäftszimmer der Diviſions=
Intendantur, Darmſtadt,
Eliſa=
bethenſtraße 5, I. Hier liegen die
vor dem Termin anzuerkennenden
Lieferungsbedingungen aus; ſie
können auch gegen Einſendung von
70 Pfg. einſchließlich Beſtellgeld
bezogen werden.
(1985md
Die verſiegelten, mit Aufſchrift
„Angebot auf Papierlieferung”
verſehenen Angebote und Proben
ſind an vorbezeichnete Adreſſe zu
richten.
Darmſtadt, 15. Januar 1912.
Intendantur 25. Diviſion.
Alle dieienigen, die noch
Forde=
rungen an die „
Milchver=
wertungs=Genoſſenſchaft der
Vereinigten Milchhändler” zu
machen haben, wollen dieſelben
bei Meidung der
Nichtberückſichtig=
ung binnen 10 Tagen auf dem
Geſchäftszimmer der Genoſſenſchaft
Dieburgerſtr. 32, hier, glaubhaft
machen.
(1860imd
Darmſtadt, 15. Jan. 1912.
Die Liquidatoren: J. V.: Maul.
(10—14i) wie neu, bil.
Kn.-Palél. Kahlertſtr. 5½, p. (*1376
Ein dentſcher Schäferhund
9 Mon. alt, mit Stammbaum, ſehr
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Eichbergſtraße 18.
(*1383
Zen teruch
Suche Eiskeller
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ſtadts; ruhiges Wohnen
Be=
dingung; teilweiſe, ev. auch volle
Penſion angenehm. Gefl. Off. mit
Preisang. u. C32 a. d. Exp. (*1394
Bekanntmachung.
Die Frauenſchule
wird am 15. April 1912, vormittags 9 Uhr,
im Schulhauſe (Lagerhausſtraße 1) eröffnet. Geſuche um Aufnahme
ind bis ſpäteſtens 1. Februar 1912 bei der unterzeichneten
Be=
hörde einzureichen.
Dem ſelbſtgeſchriebenen Geſuch ſind beizulegen:
1. Ein Lebenslauf.
2. Ein Geburtsſchein.
3. Ein Zeugnis über die bisher empfangene
Schul=
bildung.
4. Ein Wieder=Impfſchein.
Die Bewerberin muß am 30. September 1912 das 16.
Lebens=
jahr vollendet haben.
Eine beſondere Anzeige der geſchehenen Aufnahme wird nicht
erfolgen.
(1891md
Die Großh. Direktion der Eleonorenſchule.
Dr. A. Lucius.
Konkurb Aus Ferkauf
17½ Wilhelminenstrasse 17½
Schuss&
Samstag, den 2e. Januar, avends 7 uhr.
Die Waren werden zu jedem annehmbaren
Preise abgegeben.
Darmstadt, 16. Januar 1912.
(1951md
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.
P. P.
Hierdurch beehre ich mich ergebenſt anzuzeigen, daß
ich mich als
(1482a
Bücher=Reviſor und
kaufm. Sachverſtändiger
in Darmſtadt niedergelaſſen habe.
Ich werde mich ſpeziell befaſſen mit:
1. Neueinrichtung von Buchführungen und Uebernahme
der laufenden Führung von Geſchäftsbüchern,
2. Prüfung und Aufſtellung von Bilanzen und
Ab=
ſchluß der Geheimbücher,
3. Reviſionen von Geſchäftsbüchern und Kaſſen,
4. Geheimer oder nicht geheimer Ueberwachung aller
Buchhaltungsſyſteme,
5. Unterricht in Buchführung und allen Handelsfächern.
Ich ſichere unter Beobachtung ſtrengſter Diskr
ſorgfältige und gewiſſenhafte Ausführung aller Auftst:
zu und bitte eintretendenfalls von meinem Anerbieten
Gebrauch zu machen
Hans Mohwinkel, Bücher-Revisor
17 Wilhelminenstrasse 17.
Donnerstag friſch eintreffend:
1999
Ia Brat-
Schenrische Pfd.10 Pf.
Cabliau Pfund 18 Pfg.
Friſche Bücklinge
.2 Stück 9
2=Liter=Doſe 100₰
Rollmops, 92St. 11 ₰ 4=Liter=Doſe 175₰
2=Liter=Doſe 100₰
Bismarckheringe 3 St. 20
=Liter=Doſe 175₰
Sardinen Pfd. 40 ₰ 10=Pfd.=Fo
Vollheringe, große . . . Stück 6
2=Liter=Doſe 75₰
Bratheringe p. St. 8₰ 4=Liter=Doſe 140₰
Heringe in Gelée ½ Pfd. 10₰
Scheiben
Geräuch. Lachs
Pf. 40
Süße
ſpaniſche Drangen Stück 4 u. 3 ₰
Stück 6 ₰
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Schudswrungrabe
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Garantie für Qualität. — Nichtzusagendes wird gegen Barvergütung zurückgenommen.
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
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(Nachdruck verboten.)
27,
Von der Diele aus führte eine Tür nach einer
Ve=
randa, von da in den Garten.
Neben der Diele waren die Küche und die
Wohn=
räume des Hausherrn — ſein Arbeitszimmer, ein kleines
Wohngemach und dahinter das Schlafzimmer — die alle
mit dem Blick nach dem Hofe lagen, ſo daß ihm nichts
entgehen konnte und er die Leute unter Aufſicht behielt.
Der erſte Stock enthielt die Zimmer von Mutter und
Schweſter, ſowie die Fremdenzimmer.
Wie behaglich und anheimelnd das alles war — ganz
anders als Burgau, in deſſen kalten Mauern ſich Yvonne
ſo einſam und verlaſſen gefühlt hatte. Und der
Aufent=
halt hier ſagte den Damen ſo wenig zu, daß ſie noch
nicht einmal gern herkamen. Unbegreiflich!
Lothar führte Yvonne jetzt in den Hof, ließ ſie einen
Blick in den Milchkeller tun und zeigte ihr auch die Ställe.
Im Pferdeſtall ſtanden zehn ſchöne Pferde; ſein
Reit=
pferd, zwei elegante Wagenpferde und die Arbeitspferde.
Da kam Konſtanze über den Hof hinter ihnen
her=
gelaufen. Sie hatte die Schleppe ihres koſtbaren
Voile=
kleides hoch genommen, ſo daß man ihre Lackſchuhe und
die durchbrochenen ſeidenen Strümpfe genügend
bewun=
dern konnte. Das war keine Toilette für einen ländlichen
Beſuch.
Sie ſchob ihren Arm unter den ſeinen. Mama liegt
in ouer Aülh, Belbeleit ſeins ſe ſan das
Fulduſ=
ſtehen nicht gut vertragen. Komm, nun wollen wir
ge=
meinſam den neuen Kuhſtall in Augenſchein nehmen!
In zwei langen Reihen ſtanden oder lagen,
behag=
lich wiederkäuend, die prächtigen, ſchwarzen und gefleckten,
wohlgenährten Tiere. Die haben es gut, Lothar, in
ſol=
chem Palaſt. Hier riecht es ja förmlich nach Sauberkeit
und Neuheit.
Konſtanze ſchlug mit dem Sonnenſchirm nach einer
gelb und weißen Kuh. Sehen Sie, Mademoiſelle, das iſt
die bunte Kuh, die uns Milch und Butter gibt,
manch=
mal „Muh” ſagt und es auch manchmal bleiben läßt.
Verſtändnislos blickte Yvonne auf die kichernde
Kon=
ſtanze.
Das iſt mir unklar, gnädiges Fräulein.
Das tut nichts, Mademoiſelle, meine Schweſter ſpielt
auf ein ſehr geiſtloſes Lied an.
Geiſtlos? Erlaube mal, ich finde es ſehr amüſant!
Paſſen Sie auf, Mademoiſelle, ich ſinge es Ihnen
vor: Stumpfſinn, Stumpfſinn, du mein Vergnügen,
Stumpfſinn, Stumpfſinn, du meine Luſt. Iſt das nicht
unterhaltend? lachte Konſtanze.
Dann ſchlug ſie den Bruder auf die Schulter. Wo
ſoll es nun hingehen, Brüderlein? In den Hühnerſtall
oder auf den Taubenſchlag? Ich bin zu allen
Schand=
taten bereit! Dürfen wir auch die edlen Borſtentiere
be=
wundern, von denen ſo viel Gutes kommt?
Es würde gar nichts ſchaden, im Gegenteil, es würde
Dir nur gut ſtehen, wenn Du Dich im Ernſt ein wenig
un das Geltiche der dekünnerteſt, Konſtanze, ſote er
faſt ſcharf. Du haſt wirklich nicht nötig, Dich luſtig zu
machen.
Er ärgerte ſich über ihre ſpöttiſche Art. An ihren
boshaft funkelnden Augen ſah er, wie ſie ſich über alles
mokierte.
Alter Brummbär, Du, ſo war es doch nicht gemeint.
Du weißt recht gut, daß ich hier nur eine unglückliche
Rolle ſpielen würde. Ich paſſe nicht hierher! Laſſe uns
lieber in den Gemüſegarten gehen, da gibt es was Gute:
zu eſſen, Mademoiſelle.
Yvonne ſtaunte; ſo praktiſch war Großmutters
Wirt=
ſchaftsgarten längſt nicht angelegt geweſen. Mit
ſchnel=
lem Blick bemerkte ſie, wie jeder Platz ausgenutzt war.
Und gern hörte ſie der dunklen, erklärenden
Männer=
ſtimme zu, während Konſtanze wie ein Irrwiſch zwiſchen
den Beeten herumlief und von dem Spalierobſt pflückte.
O Du, die Trauben ſind auch gleich reif, rief ſie.
Da ſchickſt Du uns welche in den nächſten Tagen.
Kom=
men Sie, Mademoiſelle, helfen Sie mit eſſen. Wie ſagt
man das auf italieniſch?
Gehen Sie, Mademoiſelle, eſſen Sie nach Herzensluſt.
Sehen Sie dieſe ſchönen Pfirſiche zum Beiſpiel; ſind ſie
nicht verlockend?
Er brach eine von den köſtlichen Früchten, reichte ſie
ihr und freute ſich an dem Behagen, mit dem ſie hinein
biſt mit den feſten, weißen Zähnen. Wie ihre Augen vor
Luſt blank wurden, und wie ſie lächelte.
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junge Herz des lieben Mädchens beſchwerte. Der Ernſt,
der auf dem holden Antlitz lag und der den feinen Mund
ſo feſt geſchloſſen hielt und die ſamtdunklen Augen ſo
traurig blicken ließ, der hatte es ihm verraten.
Das Leben war wohl nicht lind mit dieſem reizenden
Geſchöpf umgegangen. Und ein tiefes Mitgefühl erfüllte
ihn.
Nicht eine von den vielen Frauen und Mädchen, die
ſeinen Weg bisher gekreuzt, hatte einen ſolchen Eindruck
auf ihn gemacht wie dieſe kleine Geſellſchafterin ſeiner
Schweſter, und er mußte ſein Herz feſt anfaſſen, daß es
ihm keinen törichten Streich ſpielte.
Er war doch kein junger Dachs mehr, der ſich
ret=
tungslos in das erſte beſte hübſche Mädchen verliebte.
Und doch hatte ſie ihn ſchon mit ihrer
unbeſchreib=
lichen Holdſeligkeit und Süße gefangen genommen.
Der Tag war ihm ſo ſchnell vergangen. Yvonnes
Geplauder hatte ihm einen tiefen Einblick in ihre reine,
unſchuldsvolle Seele gegeben. Wie war ſie doch ſo ganz
anders als ſeine raffinierte, welterfahrene Schweſter!
Und ihm war, als umſchwebe ein Geheimnis das
Mäd=
chen, das er ſo beobachtet hatte. Kein Blick, keine Miene
war ihm von ihr entgangen, und dieſe Vornehmheit der
Haltung, dieſe Sicherheit im Auftreten, war das nur ein
Ergebnis der Seminar=Erziehung?
Einige Male hatte er verſucht, Näheres über ſie zu
erfahren. Doch ſie war ſeinen Fragen geſchickt
ausge=
wichen, und er hatte dabei ganz deutlich das Bewußtſein,
ſie will nicht ſprechen.
Frau von Steinhagen brach nach dem Abendeſſen
auf, trotz Lothars Bitten, noch ein wenig zu bleiben,
be=
harrte ſie auf ihrem Entſchluß. So geleitete er denn die
er ies e er er et e
Sträuße von Dahlien, Aſtern und andere
Spätſommer=
blumen lagen.
Mit einem innigen Händedruck verabſchiedete er ſich
von Yvonne, die ihm herzlich für ſeine Gaſtfreundſchaft
dankte.
Frau von Steinhagen hatte anſcheinend gar nicht
bemerkt, daß neben den Kutſcherſitz ein großer Korb
ge=
ſtellt wurde; denn ſie ſagte nichts darüber, bat nur in
größter Liebenswürdigkeit um ſeinen Beſuch. Aber nicht
bloß für eine Stunde! Sonſt komme ich nicht wieder,
man wagt ja kaum noch, Deine Gaſtfreundſchaft
anzu=
nehmen, klagte ſie.
Ich habe in den nächſten Tagen verſchiedenes in der
Stadt zu erledigen, dann werden wir uns wiederſehen.
Dann wie beiläufig: Für die jungen Damen habe ich
etwas Obſt mitgegeben, es ſchmeckte ihnen doch ſo gut.
Yvonne hatte das Gefühl, daß es hauptſächlich für
ſie mit beſtimmt ſei. Und ſie freute ſich über ſeine
Für=
ſorge. Mit der Verteilung des köſtlichen Obſtes war
Frau von Steinhagen bisher ſehr ſparſam gegen ſie
ge=
weſen.
Wie bin ich abgeſpannt, gähnte Frau Agathe
unter=
wegs. Solcher Tag in Steinhagen greift mich mehr an
als jede andere Geſellſchaft. Der gute Lothar wirkt
manchmal ein wenig läſtig — komiſch.
Mit ſeinem neuen Kuhſtall, warf Konſtanze boshaft
ein. Was haben wir darüber ſchon hören müſſen! Und
beide lachten laut.
Yvonne war empört über dieſes undankbare
Beneh=
men. Sie dachte: Wie muß er ſich für ſie plagen; ſie
tun nichts, als dem lieben Gott die Tage ſtehlen; ſie ſind
ſo bequem, ſo träge und werden immer dicker.
und während Muter und Tochter ſich unterhtellen,
hing ſie ihren Gedanken nach. Was war Lothar doch
für ein prächtiger Mann, ſo energiſch und zielbewußt —
und ſo gut! Unwillkürlich mußte ſie vergleichen: Wie
war Lutz dagegen? Ein ſchwankendes Rohr, das jedem
Windhauch nachgibt, ſich biegt und beugt. Seine große
Jugend konnte da nicht als Entſchuldigung gelten, denn
Dagobert war auch nicht älter, und trotzdem war deſſen
Charakter feſtgefügter.
Und eine warme, zärtliche Bewunderung für Lothar
wuchs in ihr empor. In ſeiner Nähe hatte ſie ſich ſo
geborgen gefühlt. Keiner von all den Männern, die ſie
kannte, war wie er.
Und ihre Augen glänzten groß und glücklich in die
Nacht.
Im Laufe der nächſten Wochen kam Lothar häufiger,
wenn er ſich auch nie lange aufhielt — höchſtens mal zum
Mittageſſen oder Abendbrot — aber er ſah doch Yvonne!
Und ſie ſah ihn. Sein Anblick brachte ihr immer Freude
und Ruhe und ſöhnte ſie mit den vielen Widerwärtigkeiten
aus, die ihr durch die Launenhaftigkeiten der Damen
erwuchſen.
Zur Eröffnung der Haſenjagd hatten ſie nach
Stein=
hagen wieder eine Einladung, und diesmal fuhren ſie gern
— ſtanden doch amüſante Stunden in Ausſicht!
Mit gewinnender Liebenswürdigkeit machte Frau
Agathe die Honneurs der Hausfrau, und ſie ließ ſich gern
von den Gäſten hofieren, unter denen ſich einige Freunde
ihres verſtorbenen Manes befanden, zu deſſen Lebzeiten es
gar luſtige Tage auf Steinhagen gab. Der alte Herr war
ein trinkfeſter, unermüdlicher Zecher geweſen. Leben und
leben laſſen! war ſein Wahlſpruch, und ſtets war das
Haus voller Gäſte,bis ein Schlaganfall dieſem fröhlichen
Daſein ein jähes Ende bereitete. (Fortſetzung folgt.)
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Freitag, den 19. Januar 1912, abends ½ 9 Uhr
im großen Saale der Turngemeinde
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Tagesordnung:
Die politiſche Lage.
Redner: Landtagsabgeordneter Dr. Osann.
Zu dieſer Verſammlung ſind alle Wähler
freund=
lichſt eingeladen.
Der Wahlausſchuß der nationalliberalen
Partei für den Wahlkreis Darmſtadt=
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Groß=Gerau.
Kriegerverein Darmſtadt.
Schutzherr:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog Ernſt Ludwig.
Feier des Allerhöchsten
Geburts-
tages Sr. Majestät des Kaisers
Samstag, den 20. Januar 1912, abends 8½ Uhr,
im ſtädtiſchen Saalbau
beſtehend aus: Feſtanſprache (gehalten von dem I. Vorſitzenden
Hauptmann a. D. Waldecker), Konzert und Tanz, unter
gütiger Mitwirkung der Großh. Hofopernſängerin Fräulein Hede
Schaub, Herrn Stadtſekretär Gg. Jöckel und Frau Jöckel,
ſowie der Kapelle des Leibgarde-Regiments Nr. 115,
unter Leitung des Herrn Ober=Muſikmeiſters Hauske.
Zutritt haben nur die geladenen Ehrengäſte, unſere
Ehren=
mitglieder und unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen.
Fremde Perſonen, welche durch Mitglieder eingeführt werden wollen,
müſſen am Saaleingang den hierſelbſt anweſenden
Vorſtandsmitglie=
dern vorgeſtellt werden. Das Vorausbelegen der Plätze iſt nicht geſtattet.
Orden, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
1777od)
Samstag, den 20. Januar 1912
abends 8½ Uhr
Geburtstagsfeier Sr. Majestät des
deutſchen Kaiſers
im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe 12 (Kamerad Klenk)
Beſtehend in Geſangs= und humoriſtiſchen Vorträgen,
Theaterauf=
führung und Tanz, wozu wir unſere Kameraden ſowie deren
An=
gehörigen freundlichſt einladen.
(Orden, Ehren=, Vereins= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.)
Der Vorstand.
2031)
Oekonomen-Verein.
SA22
ündet am Samstag, den 20. Januar 1912, abends 8 Uhr,
im Ritsertschen Saale im Schützenhof statt.
Fremdenkarten werden von Herrn Ph. Möser,
Magdalenen-
strasse, ausgegeben.
Am Ballabend werden Karten nicht mehr ausgegeben.
Der Vorstand.
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Montag, 15. Januar, 8 Uhr, Hotel „Zur Traube‟.
Mitwirkender: Herr Kammermusiker P. Uhlmann (Viol.)
Programm: A. Bruckner, Streichquintett, F-dur,
L. v. Beethoven, Streichquartett, op. 74, Es-dur.
Karten zu Mk. 3.— u. 2.—. Stud. u. Schüler Mk. 2.—
1.50 und 1.— bei Thies Nachf. (Schutter) Elisabethenstr. 12 und
an der Abendkasse.
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Einladung zur Verſammlung
am Sonntag, den 21. Januar, nachmittags 2 Uhr,
in der Reſtauration „Stadt Pfungstadt‟ Ludwigspl.
Tagesordnung: Bericht über den Delegiertentag in Gießen am
7. Januar.
Gründung von Ortsgruppen.
Verſchiedenes.
Wir bitten alle ehemalige 116er der Provinz Starkenburg, welche
an dem Feſt teilnehmen wollen, um gefl. Erſcheinen, oder ſich durch
Delegierte vertreten zu laſſen.
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Die Vereinigung.
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Heute Donnerstag, den 18. Januar:
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wozu ergebenſt einladet
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Carmen.
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. von Georges Bizet.
Muſikal. Leitung: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Baldek.
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Morales, Serg. . Hr. Hartmann
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1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anf. 7 Uhr. Ende geg. 10½ Uhr.
Kartenverk. v. 11—1 u. v. 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Freitag, 19. Jan. 95. Ab.=Vorſt.
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Anfang 7½ Uhr.
Sonntag, 21. Jan. 96. Ab.=Vorſt.
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Die Entwickelung der Frauenbildung
in Japan.
*X* Die heutige Japanerin befindet ſich noch immer,
wie ihre Mutter und Großmutter, in einer ſozial wenig
angeſehenen Stellung. Infolgedeſſen iſt auch die
Frauen=
bildung in Japan noch gering entwickelt. Das war
jedoch nicht immer ſo; vielmehr haben die Frauen in
ver=
ſchiedenen Zeiten der japaniſchen Geſchichte auf geiſtigem
Gebiet eine große Rolle geſpielt. Ein Aufſatz von Eveline
B. Mitford im Book Monthly über die literariſchen
Leiſt=
ungen der Frauen in Japan läßt uns einen guten
Ueber=
blick über die Geſchichte der Frauenbildung in dieſem
Lande gewinnen.
Im achten Jahrhundert nach Chriſti Geburt waren
die japaniſchen Frauen berühmt wegen ihres tiefen
Ein=
blickes in das Leben und wegen ihrer Fähigkeit ihre
Ge=
danken in ſchöner Sprache auszudrücken. Indeſſen
gehör=
ten die Gebildeten jenes Zeitraumes ganz und gar dem
Hofe und den Beamtenkreiſen an, ſo daß die literariſch
tätigen Frauen in der Regel Hofdamen waren. Sie
pfleg=
ten die japaniſche Literatur, während die Männer, ſoweit
ſie ſich mit Studien beſchäftigten, ſich nur mit chineſiſchen
Literaturwerken und mit chineſiſcher Wiſſenſchaft befaßten.
Unter den literariſchen Leiſtungen der Japaner der
da=
maligen Zeit ragt ein langer Roman hervor, der das
Leben am Hofe von Kyoto ſchildert. Die Japaner
meinen noch heute, daß dieſer Roman eines der
Meiſter=
werke der Weltliteratur ſei. Die Verfaſſerin war ine
Japanerin von hohem Range: Muraſaki. Eine ihrer
Zeitgenoſſinnen, Sei Shonagon, genießt ebenfalls hohe
literariſche Berühmtheit durch eine große Zahl von
Eſſays, die insgeſamt 12 Bände füllen.
In der nun folgenden Periode der japaniſchen
Ge=
ſchichte, dem ſogenannten Heian=Zeitraum, der ſich über
die Jahre 800—1186 erſtreckt, iſt das eigentliche goldene
Zeitalter der Frauen Japans zu erblicken. Sie übten
damals einen direkten, äußerſt wohltätigen Einfluß im
ganzen Lande aus. Auch ſpielten ſie eine bedeutende Rolle
in ſeiner Geſchichte. Nicht weniger als neun Frauen
be=
ſtiegen den Thron und erwieſen ſich als weitſichtige und
bulbſame Herrſcherimen. Der Hof war der Mitelpunkt
gelehrter und gebildeter Frauen. Ein ſehr großer Teil
der beſten Literatur, die Japan jemals hervorgebracht
hat, wurde damals von Frauen geſchrieben. In der
fol=
genden Periode (1186—1603) ſank die japaniſche Literatur.
Es war ein kriegeriſches Zeitalter, vergleichbar mit der
Epoche des Krieges der weißen und der roten Roſe in
England. Infolge der mannigfachen kriegeriſchen
Ereig=
niſſe dieſer Jahrhunderte ſank die Stellung der Frau,
wie dies ſtets in Zeiten von Kriegen beobachtet werden
kann. Sie waren ſchließlich nicht viel mehr als
Skla=
vinnen. Während der dann folgenden Yedo=Periode
(1603—1867), die durch das Shogunat der Tokugawa
ge=
kennzeichnet wird, traten die japaniſchen Frauen literariſch
und intellektuell faſt gar nicht mehr hervor. Ihr Leben
wurde in ſtarker Abgeſchloſſenheit vollbracht, und ſelbſt
wenn eine Japanerin literariſche Talente beſaß, ſo trat
ſie mit literariſchen Schöpfungen niemals nach außen
her=
vor. Die ſchön begonnene Entwicklung ſetzte ſich alſo nicht
fort.
Erſt nach Beginn der neueſten Periode der japaniſchen
Geſchichte, der Periode der Meiji (Aufklärung) änderte
ſich das Bild wieder etwas. Die Japanerinnen ſcheinen
aus langem Schlafe zu erwachen. Im Jahre 1871 gingen
einige Japanerinnen nach Nordamerika, um dort zu
ſtudieren. Ihrem Beiſpiele folgten bald viele andere, bis
es nicht mehr nötig wurde, ins Ausland zu gehen, wenn
man Kenntniſſe in den Wiſſenſchaften und in der
Bild=
ung der weißen Völker erwerben wollte, weil die
japa=
niſche Regierung ſelbſt eine große Zahl von Schulen
be=
gründete. In jeder Stadt, die einen Mittelpunkt von
einiger Bedeutung darſtellte, ſind auch
Frauenbild=
ungsanſtalten eingerichtet worden. Vor fünf
Jah=
ren betrug die Zahl der Studentinnen in Japan twa
32.000. Gekrönt werden dieſe Bildungsanſtalten, die
viel=
leicht mit den deutſchen Mittelſchulen annähernd
vergli=
chen werden könnten, durch eine Frauen=
Univer=
ſität — die einzige, die in Aſien beſteht. Die
Stu=
dentinnen werden dort beſonders in der Literatur
aus=
gebildet. Eine beſondere Zeitung wird von ihnen
her=
ausgegeben, um ſie in Journaliſtik und in fremden
Spra=
chen zu üben. Auch andere Zeitſchriften werden von ihnen
redigiert und geſchrieben. Eine Monatsſchrift, das
Twentieth Century Woman, befindet ſich ganz in ihren
Händen. Sie iſt das offizielle Organ der
fortgeſchritten=
ſten Richtung unter ihnen, die völlige perſönliche Freiheit,
ſowie das Frauenſtimmrecht verlangt. Unter den
moder=
nen Japanerinnen, die in der literariſchen Welt eine
Rolle ſpielen, iſt vor allem die Baronin Nakajima zu
nennen, die auch politiſche Aufſätze ſchreibt. Eine andere
bedeutende Schriftſtellerin war die verſtorbene Frau
Iwamato, die als die klügſte Frau Japans galt. Sie
hat viele engliſche und amerilaniſche Erzählungen ind
Japaniſche überſetzt. Unter den ſelbſtändigen japaniſchen
Dichterinnen der Gegenwart ſcheint ſich jedoch einſtweilen
keine einzige von größerer Bedeutung zu befinden.
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Neue Zugänge:
Abel, Die Elſäſſiſche Tragödie. a 158. Avenarius, Das
fröhliche Buch. Ad 169. Berg, Der Seefall. b 294.
Burckhardt, Weltgeſchichtliche Betrachtungen. B 192.
Burnand, Gute Gedanken: b 130. Brockmann, Die
deutſche Frau in Südweſtafrika. Ef 217. Cramer, Griene
Bohne. Ad 935. Daele, Der moderne Geſchäftsbetrieb
und ſeine Organiſation. Eh 132. Delitzſch, Das Land
ohne Heimkehr. R 66/6. =Ebhardt, Eine Burgenfahrt.
Eucken, Können wir noch Chriſten ſein. R. 396. 3Falke,
Drei gute Kameraden. f 166. Falkberget,
Minen=
ſchüſſe und Fackelbrand. f 155. Finckh, Roſen. Ad 885.
Fogazzaro, Zerſtörte Idyllen. f 151. SGaſt, So war
es. Chineſiſche Märchen. 3 474. Genſichen, Mutters
Kinder. Pa 280. ZGjems, Damals. Aus meinem
Leben. g 168. Grand=Carteret, France-Allemagne-
Maroe: Une Victoire sans Guerre. Bf 219. Günther,
Der elektriſche Strom. El 95/1. 3Glaß, Quitſchiwit.
Amtsartengeſchichten von Vögeln und Menſchen. I 621.
Günther, Aus der verlorenen Kirche. Ad 177. Goetz,
Meerfahrten. Ef 228. SHandmann, Aus der Welt des
unbelebten Stoffes. Dg 65. Heidenſtamm, Die
Karo=
liner. h 281. Joergenſen, Lebenslüge und
Lebenswahr=
heit. R 394. Knodt, Die Gott ſuchen. Ad 174. *Koch,
Evchen, der Eigenſinn. J 623. Lambertz, Der Richter.
Erzählungen aus Alt=Japan. I 139. Lie, Rutland. I 148.
Maartens, Der Preis von Lis Doris. m 1/6. 3Müller,
Altes und Neues vom Monde. Da 43. ZNeumann, Die
Internationalen Luftſchiffe 1910. Ev 011. INieſſen,
Kunſthandwerker im Tierreich. Dz 193. Nylander, Die
Jungen auf Metſola. n 55. JOttmann, Der Amateur=
Photograph auf Reiſen. Eg 127. Pous, Gori, der
Re=
belle. p 125. *Regensberg, Paris und Belfort. Bd 345.
Reinke, Die Kunſt der Weltanſchauung. P 193.
Rib=
bing, Die ſexuelle Hygiene und ihre ethiſchen
Konſe=
juenzen. Dh 161. Ritter, Reiſebilder aus der Eifel
und den Ardennen. Cd 180. Rücklin, Die Pforzheimer
Schmuckinduſtrie. E 022/1. Scheffler, Der Architekt.
K 131. =Schmitt, Vom Himmel. Aſtronomiſche
Er=
zählungen. Da 45. *Seidel, Deutſchlands Kolonien.
C 215. Stange, Das Deutſche Muſeum. D 178.
Thacke=
ray, Das Snobs=Buch. t 109. *Waack, Von Andree bis
Zeppelin. C. 226. Wald Waldpoeſie. D 179. SWald,
Lebensbäume. Db 98. Weber, Kapital und Arbeit. F 89.
Weule, Kulturelemente der Menſchheit. C 231. Die mit *
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