Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der konſervative Parteivorſtand und der
Bund der Landwirte haben beſchloſſen, in den
Stichwahlen für die bürgerlichen Kandidaten einzu=
(reien.
Derpreußiſche Landtag iſt am Montag mit einer
Thronrede eröffnet worden.
In Liſſabon fanden am Sonntag antiklerikale
Kundgebungen ſtatt.
Canalejas bildete das Kabinett mit den bisherigen
Mitgliedern.
Die Abdankung der Mandſchudynaſtie in
China ſteht nach Meldungen aus Peking bevor.
Der 12. Januar.
— Die Wahlſchlacht iſt geſchlagen, und wenn auch noch
eine große Reihe von Stichwahlen ſtattfinden müſſen,
ſo kann man ſich doch ein gewiſſes Bild von der ganzen
Sachlage machen. Das Charakteriſtikum der Wahl vom
12. Januar iſt das beträchtliche Anſchwellen der
ſozial=
demokratiſchen Mandate, und zwar zu einem großen
Teile leider auf Koſten der bürgerlichen Linken. Das
kommt nicht ganz überraſchend, man weiß ja zur Genüge,
daß in Fällen des Mißbehagens ein nicht unbeträchtlicher
Teil der Wähler dieſem den ſchärfſten Ausruck gibt
indem er radikal wählt, ohne ſonſt mit derartigen
Partei=
prinzipien einverſtanden zu ſein. Jedenfalls trugen die
diesjährigen Wahlen einen weſentlich anderen
Stem=
pel als die vor fünf Jahren, es fehlte diesmal vor allem
trotz des ſcharfen Wahlkampfes der eigentliche Elan, von
einer Begeiſterung, wie ſie im Januar 1907 herrſchte, war
diesmal nichts zu ſpüren.
Wenn die meiſten bürgerlichen Parteien mehr oder
minder ſchwere Verluſte zu verzeichnen haben, ſo iſt nicht
zuletzt ihre Zerſplitterung daran ſchuld, die dem
ſozia=
liſtiſchen Gegner zuſtatten kam. So war es den Genoſſen
möglich, eine Reihe wichtiger Sitze, die ihnen beim letzten
Male entriſſen worden waren, zurück zu erobern, ſo daß
jetzt der größte Teil der Großſtädte in ihrem Beſitz iſt.
Durch dieſe Uneiniakeit ſind auch mehrere der bekannteren
Parlamentarier aus dem Sattel gehoben worden, ſo
Naumann von den Fortſchrittlern, der Nationalliberale
Streſemann und der Führer des Bundes der Landwirte,
Dr. Hahn, während deſſen Geſinnungsgenoſſe Dr. Oertel
nach längerer Pauſe wieder in den Reichstag einzieht.
Viel wird allerdings noch von dem Ausfall der
Stich=
wahlen abhängen, durch die manche Parteien in der
Hauptſache ihre Reihen komplettieren werden, hat doch
die Fortſchrittliche Volkspartei im erſten Wahlgange
über=
haupt kein Mandat errungen!
Zu einer allgemeinen Stichwahlparole dürfte es kaum
kommen, vielleicht, daß Konſervative und Zentrum ein
Stichwahlabkommen abſchließen, nachdem dieſe beiden
Parteien im Gegenſatz zu früher ſchon im erſten
Wahl=
gange ſich verſtändigt hatten. In der Hauptſache aber
dürften lokale reſpektive provinzielle Kompromiſſe
erfol=
gen, bei denen ja bekanntlich oft alle Parteiprinzipien
über den Haufen geworfen werden und man lediglich nach
taktiſchen Beweggründen verfährt, um nicht das üble Wort
vomzMandatſchacher zu gebrauchen. So ſehr ſich
beiſpiels=
weiſe Zentrum und Nationalliberale diesmal bekämpft
haben, ſo wird das doch nicht hindern, daß man ſich
ver=
ſchiedentlich, namentlich im Weſten, wie dies in Bochum
bereits vor einigen Tagen verkündet worden iſt,
gegen=
ſeitig aushilft, und es iſt bei den Stichwahlen ja nichts
ſeltenes, daß man in dem einen Kreiſe zuſammengeht und
ſich im Nachbarkreiſe bekämpft. Unter dieſen Umſtänden
läßt ſich mit Beſtimmtheit nicht vorausſehen, wie der
Ausgang der Stichwahlen im einzelnen ſein wird und wie
ſich die definitive Mandatsverteilung geſtalten wird. Nur
das eine kann man mit ziemlicher Beſtimmtheit ſagen, daß
die Mehrheit, mit der die Regierung wird rechnen können,
eine ſehr ſchwache und ſchwankende ſein wird und daß
mehr wie einmal Zufallsmehrheiten zu verzeichnen ſein
werden, oder daß die Regierung ſich gezwungen ſieht, ſich
je nach Bedarf auf verſchiedene Konſtellationen zu ſtützen;
ein Umſtand, der einer zielbewußten Politik kaum
dien=
lich ſein kann. Auch dürfte die Stellung der Regierung
durch eine ſtarke radikale Linke, wie ſie zu verzeichnen iſt,
nicht erleichtert werden.
Nach den Stichwahlen, die übrigens ſich auf mehrere
Tage verteilen werden, wird der Reichstag bald
zuſam=
mentreten, und die Thronrede ſoll Aufſchlüſſe üher die
be=
vorſtehenden Aufgaben enthalten. Im Intereſſe der
Nation wäre es zu wünſchen, daß dieſe ohne Störung eine
erſprießliche Erledigung finden. Wie die Dinge aber
ablaufen werden, liegt im dunklen Schoße der Zukunft
Das ſtarke Kabinett in Frankreich.
*⁎* Die letzten beiden kurzlebigen Miniſterien
Monis und Caillaux ſind nunmehr durch eine Regierung
abgelöſt worden, die durch die Mehrzahl ihrer Mitglieder
zu großen Erwartungen berechtigt. Schon der
Kabinetts=
chef Poincaré gibt eine gewiſſe Gewähr, daß die
Re=
gierung keine abenteuerliche Politik treiben, ſondern eine
gemäßigte Haltung einnehmen wird. Raymond
Poin=
caré iſt einer der bekannteſten Staatsmänner der
Repu=
blik. Am 20. Auguſt 1850 geboren, ſtudierte er die Rechte,
wurde zunächſt Advokat und war dann kurze Zeit
Ab=
teilungschef im Ackerbauminiſterium. Zum Abgeordneten
des Maasdepartements gewählt, trat er keiner Partei bei,
zog aber bald durch die klare und eingehende Behandlung
finanzieller Fragen die Aufmerkſamkeit auf ſich und
über=
nahm im Kabinett Dupuy im April 1893 das
Unterrichts=
miniſterium. Im zweiten Kabinett Dupuy erhielt er
das Finanzportefeuille und leitete in dem darauf
folgen=
den Kabinett Ribot wieder die
Unterrichtsangelegen=
heiten. Im Oktober 1895 trat er zurück, wurde
Vize=
präſident der Deputiertenkammer und 1903 in den Senat
gewählt. Später wurde er verſchiedentlich, zuletzt noch
von Monis, aufgefordert, wieder ein Portefeuille
anzu=
nehmen, aber er hielt ſich im Hintergrunde. Seiner
politiſchen Richtung nach gehörte er früher zu dem linken
Flügel der Progreſſiſten. Ebenſo Jean Dupuy, der
die öffentlichen Arbeiten übernommen hat und auch als
gemäßigter Politiker anzuſprechen iſt. Er hatte im
Kabinett Briand das Handelsreſſort inne.
Die intereſſanteſte Perſönlichkeit des neuen Kabinetts
iſt ohne Frage Leon Bourgeois, der das
Arbeits=
miniſterium leitet. Dieſer hochgebildete, geiſtreiche und
gewandte Mann, der auf vielen internationalen
Kon=
greſſen offizieller Vertreter Frankreichs war. gehörte
ſchon dem Kabinett Tirard im Jahre 1889 als Miniſter
des Innern an. Im Laufe der Zeit hat er in einer Reihe
von Regierungen die verſchiedenen Reſſorts geleitet,
war auch ſchon ſelbſt Kabinettschef, bis ihn ſein
Geſund=
heitszuſtand zwang, ſich von den öffentlichen
Angelegen=
heiten etwas zurückzuziehen. Noch ein früherer
Kabinetts=
chef hat ſich Poincaré zur Verfügung geſtellt: Ariſtide
Briand, ein ſtrenger Sozialiſt, der erſt 1902 zum
Depu=
tierten gewählt wurde und eine glänzende Karriere
ge=
macht hat. Unter Sarrien übernahm er das
Unterrichts=
miniſterium und führte die Trennungsgeſetze durch,
wurde im Juli 1909 nach Clemenceaus Sturz mit der
Kabinettsbildung betraut. Jetzt hat Briand das
Juſtiz=
miniſterium übernommen.
Mit den bisher genannten Miniſtern ſind die
be=
deutendſten Perſönlichkeiten des Kabinetts nicht erſchöpft.
Da iſt vor allen Dingen Alexandre Millerand,
der neue Kriegsminiſter, zu nennen. Auch er iſt
Sozia=
liſt, aber er hatte ſich früher als Miniſter ſtark gemauſert
und zeigte infolge ſeiner praktiſchen Erfahrungen auf dem
Gebiete der realen Politik entſchiedene Neigung für
poſi=
tive Arbeit, ſodaß er als Renegat dem ſozialiſtiſchen
Ketzergericht verfiel. Auch dem nunmehrigen
Handels=
miniſter Viviani werden große Fähigkeiten
nach=
geſagt. Er iſt unabhängiger Sozialiſt, leitete im Kabinett
Clemenceau das Arbeitsminiſterium und gehörte auch
dem Kabinett Briand an, bis dieſes im November 1910
rekonſtruiert wurde. Bei Delcaſſé, der das
Marine=
miniſterium beibehält, brauchen wir hier nicht lange zu
verweilen, da ja in den letzten Tagen über ſeine
Perſön=
lichkeit ſchon genug geſagt worden iſt. Da er ſich mit
ſeinem bisherigen Reſſort begnügt hat, ſo hat man wohl
nicht ganz Unrecht mit der Annahme, daß Delcaſſe unter
allen Umſtänden an der Regierungskrippe bleiben will.
Auch die übrigen Miniſter haben ſchon ein
Porte=
feuille innegehabt. Der Miniſter des Innern Steeg
leitete in den Kabinetten Monis und Caillaux das
Unter=
richtsreſſort, ebenſo hat der Kolonialminiſter Lebrun
ſein Reſſort bereits verwaltet. Desgleichen der
Unter=
richtsminiſter Guisthau. Der Finanzminiſter Klotz
übernahm zum erſten Male im zweiten Kabinett Briand
ein Portefeuille, wurde dann Präſident der
Budgetkom=
miſſion der Deputiertenkammer, welcher er ſchon lange
angehört, und trat als Finanzminiſter in das Kabinett
Caillaux. Klotz und Guisthau gehören der radikal=
ſozia=
liſtiſchen Gruppe an.
Frankreich hat in dieſen Männern ein Kabinett
er=
halten, das Vertrauen verdient, auch in Bezug auf die
auswärtige Politik. Es macht einen guten Eindruck, daß
Poincaré ſich dieſe Leitung des Aeußern vorbehalten
und damit Delcaſſé von dieſem Reſſort von vornherein
ausgeſchaltet hat. . Man muß nun abwarten, ob die
neue Regierung die in ſie geſetzten Erwartungen auch
wirklich rechtfertigen wird.
Miniſterpräſident Poincaré erklärte einem Redakteur
des Matin, es ſei für ihn eine ſtolze Freude und eine
un=
auslöſchliche Ehre, einem Kabinett vorzuſtehen, in dem
mehrere der ausgezeichnetſten Führer der republikaniſchen
Partei ihm ihre aufrichtigſte, freundſchaftlichſte und
frei=
willigſte Mitwirkung leiſteten. Bourgeois ſei, obſchon er
noch immer nicht von einem langen und ſchmerzlichen
Leiden hergeſtellt ſei, mutig aus ſeiner Zurückgezogenheit
hervorgetreten, zu der er ſeit einigen Jahren verurteilt
geweſen ſei. Briand, der ſich beſcheiden mit der Stellung
eines Vizepräſidenten im Kabinett begnügt habe, ſei mit
ſeinen ausgezeichneten Talenten dazu beſtimmt, ihn im
Behinderungsfalle als Redner des Miniſteriums zu
ver=
treten. Die Miniſterien der nationalen Verteidigung ſeien
Organiſatoren erſten Ranges anvertraut. Die Miniſterien
der öffentlichen Arbeiten und der Finanzen würden von
zwei Männern geleitet, deren Eigenſchaft als
Regierungs=
männer allgemein geſchätzt werde. Er habe auch Wert
da=
rauf gelegt, daß ſein Lothringer Landsmann, Lebrun, der
jüngſt in der Kammerdebatte über das deutſch=franzöſiſche
Abkommen ſo viel Talent und Herz gezeigt habe, das
Ko=
lonialminiſterium behalte. Ich hoffe, ſchloß Poincard,
daß dank dieſer Unterſtützung und der aller meiner übrigen
Mitarbeiter das Miniſterium von der republikaniſchen
Mehrheit der Kammer und des Senats günſtig
aufgenom=
men werden wird. Ich glaube in jedem Falle wiederholen
zu können, was ich dem Staatsoberhaupt ſagte, als ich
ihm meine Mitarbeiter vorſtellte: Wir ſtehen im Dienſte
der Nation und werden für den Staat mit allen unſeren
Kräften aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele
arbeiten.
Das neue Miniſterium wird von der Preſſe
im allgemeinen recht günſtig beurteilt. Man erkennt an,
daß es Poincaré gelungen iſt, eine ungewöhnlich ſtattliche
Zahl der hervorragendſten parlamentariſchen und
redne=
riſchen Talente, über welche die Republik gegenwärtig
ver=
fügt, in ſeinem Kabinett zu vereinigen. Mehrfach wird
es bereits als das „große” oder das „nationale
Mini=
ſterium” bezeichnet und die Hoffnung ausgeſprochen, daß
Frankreich diesmal eine Regierung im wirklichen und beſten
Sinne des Wortes erhalten habe. Bemerkenswert iſt,
daß die Blätter der ſozialiſtiſch=radikalen Partei ſich mit
einiger Zurückhaltung äußern. — Bei den gemäßigten
Blättern findet das Miniſterium im großen und ganzen
eine freundliche Aufnahme, wenn ſie auch bemängeln, daß
einem der entſchiedenſten Anhänger des Combismus, dem
früheren Unterrichtsminiſter Steeg, das Miniſterium des
Innern anvertraut wurde. Auch die Wahl Millerands
für das Kriegsportefeuille erregt einige Bedenken.
Poin=
caré ſelbſt drückte einigen Berichterſtattern gegenüber die
Ueberzeugung aus, daß Millerand ſeine außerordentliche
Arbeitskraft und ſeine bewundernswerte
Organiſations=
fähigkeit auch im Kriegsminiſterium zu entfalten wiſſen
und daß ſeine Ernennung in den militäriſchen Kreiſen
einen ſehr guten Eindruck machen werde. Der Figaro
bedauert, daß Delcaſſé in dem Miniſterium Platz gefunden
habe, denn infolge der von ihm in den morokkaniſchen
An=
gelegenheiten begangenen Fehler werde er als
Angriffs=
punkt gegen das geſamte Kabinett benutzt werden,
Mehrere Blätter rühmen die Selbloſigkeit, mit welcher
Bourgeois ſich mit dem anſcheinend beſcheidenen
Mini=
ſterium der Arbeit und ſozialen Fürſorge begnügt habe,
und erklären, daß Bourgeois, der ſich aus dem Studium
dieſer Fragen eine Lebensaufgabe gemacht habe, gewiß
auch da ſehr Erſprießliches leiſten werde.
Deutſches Reich.
— Stichwahlparolen. Die Deutſche Tages=
Zei=
tung gibt an der Spitze ihrer Montags=Morgenausgabe
in Sperrdruck folgende Leitſätze des Bundes der
Land=
wirte für die Reichstagsſtichwahlen aus: „Unſer
Grund=
ſatz bleibt unverändert: Gegen die Sozialdemokratie.
Unterſtützung anderer bürgerlicher Parteien,
ſelbſtverſtänd=
lich unter Vorausſetzung gleichwertiger Gegenleiſtungen.
Hiernach iſt die Stichwahl einzurichten.‟ — Der
Kon=
ſervative Parteivorſtand hat beſchloſſen, in allen
Wahl=
kreiſen, in denen die Stichwahl nicht zwiſchen zwei
bürger=
lichen Parteien, ſondern zwiſchen einem Bürgerlichen und
einem Sozialdemokraten ſtattfindet, die Stimmabgabe für
den Bürgerlichen auszuſprechen. — Im Wahlkreis
Dres=
den=Altſtadt wird das Zentrum bei der Stichwahl für den
Nationalliberalen Heinze gegen den Sozialdemokraten
ſtimmen. — Im Wahlkreis Borna kommt nicht der
Na=
tionalliberale Nitzſchke, ſondern v. Liebert in die
Stich=
wahl.
— Die Eröffnung des preußiſchen
Land=
tags. Geſtern Montag wurde der preußiſche Landtag
eröffnet. Die vom Miniſterpräſidenten verleſene
Thron=
rede betont, daß die Finanzlage Preußens ſich auch im
laufenden Rechnungsjahre günſtig entwickelte. Dem
mä=
ßigen Fehlbetrage des Etats ſteht eine weit höhere
Rück=
lage in dem Ausgleichsfonds gegenüber. Die Thronrede
kündigt eine Novelle zum Einkommen= und
Ergänzungs=
ſteuergeſetz an, welche die beſtehenden Steuerzuſchläge in
Tarife eingliedert, ohne Mehreinnahmen der Staatskaſſe
herbeizuführen. Sie erwähnt ſodann die Dürre des
letz=
ten Sommers mit den Ernteausfällen und
Preisſteiger=
ungen, bemerkt jedoch, daß die anfänglichen Befürchtungen
in vieler Hinſicht ſich als übertrieben erwieſen.
Angekün=
digt werden ferner der Entwurf eines einheitlichen
Waſſergeſetzes und die Neuregelung des Fiſchereirechts.
Im Intereſſe der Erhaltung und Stärkung des
Deutſch=
tums in den gemiſchtſprachigen Landesteilen ſoll die in
Weſtpreußen und Poſen bewährte Feſtigung und
Entſchul=
dung des ländlichen Grundbeſitzes auf andere Landesteile
ausgedehnt werden. Der Ausbeutung der Armenpflege
durch Arbeitsſcheue und ſäumige Nährpflichtige ſoll ein
bereits fertiggeſtellter Geſetzentwurf durch Einführung
des Arbeitszwanges entgegenwirken. Die Thronrede
kün=
digt ſchließlich die Erhöhung des Staatsfonds zur
Förde=
rung des Werkes der Jugendpflege und die
Wiedervorleg=
ung des Geſetzes über ländliche Fortbildungsſchulen an.
— Die Grenzregulierung am Kongo. Unter
Mitwirkung des dieſer Tage in Berlin eingetroffenen
Gouverneurs von Kamerun Dr. Gleim werden im
Reichs=
kolonialamt Beratungen ſtattfinden, um die Art und Weiſe
feſizuſtellen, auf welche die Regulierung der Grenzen des
von Frankreich an Deutſchland abgetretenen Gebietes am
Kongo vorgenommen werden ſoll. Es dürften hierzu
ziem=
lich umfangreiche Vorarbeiten notwendig werden.
Bis=
her ſcheint nur ſoviel ſicher, daß zwei
Grenzregulierungs=
kommiſſionen hinausgehen ſollen. Sie werden von
Be=
amten des Kolonialdienſtes geleitet und es werden ihnen
Offiziere der Verkehrstruppen zugeteilt werden. Für die
gänzliche Vollendung der Grenzregulierungsarbeit
rech=
net man mit einem Zeitraume von drei bis vier Jahren.
— Die Auslieferung des Spions Gauß.
Die Verhandlungen über die Auslieferung des Spions
Gauß nehmen den üblichen Fortgang und dürften
wahr=
ſcheinlich ihr Ziel mit der ebenfalls herkömmlichen Klauſel
erreichen, daß Gauß nach ſeiner Auslieferung in
Deutſch=
land aber nicht wegen etwaiger politiſcher Vergehen, ſon=
dern nur wegen der begangenen gemeinen Verbrechen
ab=
geurteilt werden dürfe.
— Deutſche Truppen auf franzöſiſchem
Bo den. Wie in Paris bekannt wird, hat
die deutſche Regierung bei der franzöſiſchen
darum nachgeſucht, daß der Dampfer „Patricia‟
von der Hamburg=Amerikalinie, der mit einem
Ab=
löſungstransport von 1200 Mann nach Oſtaſien unterwegs
iſt, den Hafen von Algier anlaufen und die Mannſchaft
dort an Land gehen darf. Die franzöſiſche Regierung
hat dieſem Erſuchen ſtattgegeben. Es dürfte wohl etwas
ganz ſeltenes, wenn ſeit 1870 nicht das erſtemal ſein, daß
deutſche Mannſchaften in einem franzöſiſchen Hafen geſehen
werden.
Ausland.
Spanien.
Die Miniſterkriſe. Da infolge der Bewegung zu
gunſten des einzigen nicht Begnadigten im Cullera=
Pro=
zeß der König in letzter Stunde die Begnadigung
vor=
nahm, womit die Regierung nicht einverſtanden war, reichte
Miniſterpräſident Canalejas am Spätnachmittag die
Ab=
dankung des geſamten Miniſteriums ein. Der König
weigerte ſich zuerſt, dieſe anzunehmen, und drang in
Ca=
nalejas, im Amte zu bleiben. Dieſer aber bat um
Ent=
ſchuldigung, daß er von ſeinem Entſchluß nicht abgehen
könne. Der König ließ die liberalen politiſchen Führer
Montero Rios, Moret, Weyler, und den Konſervativen
Maua entbieten, um wegen der Neubildung des
Mini=
ſteriums zu verhandeln. Es herrſcht die Meinung vor,
daß die Liberalen am Ruder bleiben und Canalejas mit
denſelben Miniſtern oder der Mehrzahl der bisherigen
das Kabinett bildet.
Portugal.
Antiklerikale Kundgebungen. In den
Straßen der Hauptſtadt kam es Sonntag zu größeren
Kundgebungen. Viele Tauſende von Menſchen, darunter
Senatoren, Abgeordnete und Mitglieder des
Gemeinde=
rates, der Freidenkervereine, der Logen und anderer
kirchenfeindlicher Einrichtungen ſammelten ſich zu einem
Umzug, um dem Juſtizminiſter Beifall für die
Ver=
bannung des Patriarchen von Liſſabon und mehrerer
Biſchöfe aus ihren Sprengeln Beifall zu ſpenden: Die
Sozialiſten und die Arbeiter weigerten ſich, an der
Kund=
gebung teilzunehmen, weil dieſe, wie ſie ſagten, einem
Miniſter und nicht dem Staatshaupt dargebracht würde,
was die Bedeutung der Sache weſentlich vermindere. Eine
Abordnung aus dem Umzug begab ſich zu dem erſten
Miniſter und verlangte von ihm die ſofortige Aufhebung
der Geſandtſchaft beim Vatikan. Der Miniſter richtete
zum Fenſter hinaus eine Anſprache an die Menge, der er
verſicherte, daß der Klerikalismus niemals die
Hand=
lungen der Regierung beeinträchtigen würde. Große
Menſchenmengen ſahen dem Umzuge zu, der ſich in aller
Ruhe abwickelte.
Rußland.
Ruſſiſche Neujahrsbetrachtungen. Die
Artikel der ruſſiſchen Blätter aus Anlaß des ruſſiſchen
Neujahrs lauten recht peſſimiſtiſch. Rjetſch ſtellt feſt, daß
das neue Jahr die ſchwere Erbſchaft der langjährigen
Willkür und Mißwirtſchaft unter dem ermordeten
Miniſter=
präſidenten Stolypin übernommen habe. Der ſogenannte
neue Kurs unterſcheide ſich auch nicht viel vom alten.
Nowoje Wremja verſichert, das beginnende Jahr werde in
der auswärtigen Politik auf militäriſch=diplomatiſchem
Gebiet von großer Bedeutung ſein. Rußland werde keinen
Augenblick ſchlafen dürfen. Das innere Leben Rußlands
werde ſich auf die Wahl zur Reichsduma konzentrieren.
Die Beziehungen zu Deutſchland, Frankreich, England und
Japan wären befriedigend. Eine Reihe von Blättern
er=
wartet von dem neuen Jahre außerordentliche Ereigniſſe,
wie ſie das Jahr 1812 brachte und ſprechen die Hoffnung
aus, daß das beginnende Jahr durch jene denkwürdige
Zeit nicht in den Schatten geſtellt wird.
Türkei.
Die Ablehnung der
Verfaſſungsänder=
ung. Die Kammer nahm, wie bereits gemeldet, die
Ab=
änderung des Artikels 35 mit 125 gegen 105 Stimmen
an. Da aber die Zweidrittelmajorität nicht erreicht wurde,
iſt die Verfaſſungsänderung endgültig abgelehnt. — Wie
verſichert wird, unterbreitete das Kabinett dem Sultan
bereits einen Bericht, in dem die Abſtimmung mitgeteilt
und die Notwendigkeit einer Auflöſung der Kammer
dar=
gelegt wird. Man erwartet, daß der Sultan an den
Se=
nat ein Reſkript richtet, in welchem er vom Senat die
Zu=
ſtimmung zur Auflöſung der Kammer fordern wird. In
Oppoſitionskreiſen wird angenommen, daß der Senat
zu=
erſt die ſtrikte Anwendung des § 35 der Verfaſſung fordert,
der die wiederholte Ablehnung des Regierungsantrags
durch die Kammer als Vorausſetzung für die Auflöſung
verlangt, daß er aber dann der Auflöſung der Kammer
zu=
ſtimmen wird.
Vereinigte Staaten.
Amerikaniſche Wehrvorlage.
Der Generalſtab verlangte in der Militärkommiſſion
des Kongreſſes dringend eine Verſtärkung der Armee,
ſowie die Schaffung von Reſerveformationen.
Begrün=
det wurde dieſe Forderung mit dem notwendigen Schutz
der inſularen Beſitzungen. Auf den Philippinen und auf
Hawai befänden ſich, wie der Generalſtab erklärt, 35000
ehemalige japaniſche Soldaten, die eine Gefahr für die
Autorität der Vereinigten Staaten bedeuten.
*
* Brüſſel, 15. Jan. Der Bergarbeiterſtreik
in der Borinage macht keine Fortſchritte zur
Bei=
legung. Die Grubenbeſitzer haben es geſtern abgelehnt,
das von den Bergarbeitern vorgeſchlagene Schiedsgericht
anzunehmen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Januar.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften beſuchten Sonntag vormittag den Gottesdienſt
in der Hofkirche. Nachmittags 3¼ Uhr traf Prinzeſſin
Viktoria zu Schleswig=Holſtein zum Beſuch im Neuen
Palais ein. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog die Rettungsmedaille dem Musketier Ludwig
Beutel im 5. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiment Nr. 168.
G. Die Ausſtellung in der Kunſthalle am
Rhein=
tor, in der beſonders Darmſtädter Künſtler mit
Oelgemälden, Aquarellen, Radierungen uſw. vertreten ſind,
wird vorausſichtlich im Laufe der nächſten Woche geſchloſſen
werden. Den Mitgliedern des Kunſtvereins, die bei der
letzten Verloſung Anrechtſcheine gewonnen haben, kann
der Ankauf eines Kunſtwerks aus dieſer Ausſtellung
nur beſtens empfohlen werden.
* Alice=Frauen=Verein für Krankenpflege. Unter
dem Vorſitz Ihrer Königlichen Hoheit der
Großher=
zogin fand im Alice=Hoſpital eine Sitzung des
Zen=
tralkomitees des Alice=Frauen=Vereins für
Kranken=
pflege ſtatt. Gegenſtand der Beratung bildete u. a. die
Vermehrung der Zahl der Aliceſchweſtern in einem
Kreiskrankenhaus, die Bereitſtellung von Schweſtern für
den Kriegsfall, ſowie die Ausbildung von
Kriegshelferinnen. Hinſichtlich des letzten
Punktes wurde die Notwendigkeit betont, in größerem
Umfange als bisher praktiſche Helferinnen auszubilden.
Die von dem Heſſiſchen Landes=Verein vom Roten Kreuz
und dem Alice=Frauen=Verein gemeinſam veranſtalteten
theoretiſchen Kurſe für Helferinnen, die ſeit einer Reihe
von Jahren in Darmſtadt von Herrn Leibarzt Dr.
Hap=
pel in dankenswerter Weiſe abgehalten werden,
erfreu=
ten ſich ſtets eines regen Beſuches. Von den
Teilnehme=
rinnen dieſer Kurſe haben ſich bisher auch einige Damen
einer weiteren praktiſchen Ausbildung im Alice=Hoſpital
unterzogen. Die Zahl der praktiſch ausgebildeten
Hel=
ferinnen entſpricht jedoch bei weitem nicht dem Bedarf im
Kriegsfalle. Es wurde die Erwartung ausgeſprochen,
daß von den Teilnehmerinnen des nächſten theoretiſchen
Kurſus, der vorausſichtlich im März dieſes Jahres
be=
zinnen und zu dem noch in den Blättern aufgefordert
werden wird, eine größere Anzahl Damen ſich zur
prak=
tiſchen Ausbildung am Krankenbett bereit finden wird.
Der praktiſche Kurſus dauert vier Wochen. Das Alice=
Die Pilgerfahrt einer Frau zum
Tſchadſee.
** Die intereſſanten Erlebniſſe und die
merkwür=
digen Beobachtungen einer jungen Europäerin, die eine
Reiſe ins Herz des dunklen Weltteils unternommen hat,
um die Stätte zu beſuchen, an der ihr Bräutigam den Tod
fand, verleihen dem Reiſebericht der Miß Olive
Mac=
leod, der früheren Braut des ermordeten Leutnants
Boyd Alexander, ein beſonderes Intereſſe. Die
junge Dame, die jetzt in London vor einer zahlreichen
Hörerſchaft ihre Eindrücke geſchildert hat, iſt durch den
nördlichen Teil von Nigeria bis zum Tſchadſee
vorgedrun=
gen und hat dabei auch größere Teile des deutſchen
Kamerun=Gebietes durchquert.
Trotz der Mühſeligkeiten und Entbehrungen dieſes
Zuges durch wilde Volksſtämme und unwegſame Wälder
und Sümpfe, trotz des Waſſermangels und des Durſtes
fehlte es bei dieſer Afrikawanderung nicht an Erfahrungen,
bei denen auch der Humor zu ſeinem Rechte kam, freilich
ein echt afrikaniſcher Humor. So berührte Miß Macleod
auf ihrem Wege zum Tſchadſee in Nordnigeria auch das
Gebiet eines Negerſtammes, der wenigſtens in einer
Be=
ziehung eine moderne Kulturfrage, wenn auch auf ſeine
eigene Weiſe, gelöſt habe. Wenn fortſchrittlich geſinnte
Geiſter bei uns bei allen Eheſchließungen die Forderung
erheben, daß Braut und Bräutigam ein ärztliches
Zeug=
nis der Ehefähigkeit beibringen, ſo befürworten ſie nur
ein Syſtem, das bei vielen weſtafrikaniſchen
Negerſtäm=
men bereits Praxis geworden iſt. In jenen Teilen
Ni=
gerias müſſen alle jungen Männer vor der Eheſchließung
eine Probe ihrer Kraft, ihrer Geſundheit, ihres Mutes
und ihrer körperlichen Widerſtandsfähigkeit ablegen. Der
Ehekandidat muß ſich in die Mitte eines Kreiſes von
jungen Männern ſtellen, die mit derben Geißeln aus
Lederriemen bewaffnet ſind. Jeder der jungen Männer
darf auf den künftigen Bräutiaam nach Herzensluſt los=
ſchlagen, gilt es doch zu erproben, wie lange der
heirats=
luſtige Jüngling dieſe radikale Züchtigung ertragen kann
Zum Ueberfluß reicht man dem Delinquenten bei Beginn
der Prügelei noch einen Spiegel, damit er beobachten kann,
wie ſehr der Schmerz ſeine Geſichtszüge verzerrt. Dann
muß der künftige Gemahl an einer faſt ſenkrechten
Fels=
wand emporklettern. Wer dieſe Proben nicht beſteht, hat
keine Ausſicht, eine Frau zu bekommen; jede ſchwarze
Maid wird dem durchgefallenen Kandidaten dieſes Examens
verachtungsvoll einen Korb geben.
Der Aberglaube iſt natürlich bei dieſen Stämmen noch
weit verbreitet; ſo fürchten die Frauen gewiſſe böſe
Gei=
ſter, die alle Mädchen und Weiber, die Ringe oder
Arm=
bänder tragen, ertränken. Noch gefährlicher iſt eine
andere Art böſe Geiſter, die mit unſichtbarer Hand
miß=
liebigen Leuten ins Geſicht ſchlagen, wodurch der
Ge=
troffene rettungslos dem Tode verfallen ſein ſoll. Einer
der Häuptlinge hat in ſeiner Angſt vor dieſen „Dſchins”
ſogar zwei Knaben in ſeinem Dienſte, die die Fähigkeit
haben ſollen, die Geiſter zu ſehen und daher ihren Herrn
beizeiten warnen können. Auch der Liebeszauber und die
Liebesamulette ſpielen bei dieſen Negern eine große Rolle,
aber ſie ſollen nur die Eigenſchaft haben, die Frau dem
Manne untertänig zu machen, Männer gelten gegen dieſen
Zauber als gefeit. Die junge Engländerin erzählt in
dieſem Zuſammenhänge von einem merkwürdigen
Phä=
nomen, das ſie ſelbſt beobachten konnte. Ein junger
Me=
dizinmann zeigte ihr einen Ring, eine Art Armband, der
die Fähigkeit haben ſollte, ſelbſt bei ſchweren
Verwund=
ungen jeden Blutverluſt unmöglich zu machen. Als die
Reiſegeſellſchaft ungläubig lächelte, gab der Medizinmann
ſofort eine Vorführung: er brachte ſich tiefe Wunden an
den Beinen bei. „Die Schnitte hoben ſich weiß von der
ſchwarzen Haut ab,” berichtet Miß Macleod, „aber es
kam auch nicht ein einziger Troßfen Blut.”
Von Nigeria aus ging die Reiſe durch Deutſch=
Kamerun, wo nach den Beobachtungen der jungen
Dame bei den Negern die engliſche Sprache ſich ſo feſt=
geſetzt hat, daß Franzoſen und Deutſche, die nicht engliſch
ſprechen, von den Eingeborenen nicht als „richtige” Weiße
angeſehen werden. Dieſe Anſchauung iſt bei den Negern
ſo ſtark verbreitet, daß die deutſchen Offiziere und
Unter=
offiziere bei der Ausbildung ihrer ſchwarzen Rekruten
engliſche Kommandoworte anwenden müſſen. In dieſen
Gebieten beſuchte die Reiſende auch einen Negerſtamm,
der nicht wenig in Aufregung geriet, als ihr Häuptling
Miß Macleod feierlich willkommen hieß; es ſtellte ſich
dann heraus, daß der ſchwarze Potentat mit dieſer
Hand=
lung zum erſten Male in ſeinem Leben das Daſein eines
weiblichen Weſens ſozuſagen offiziell anerkannt hat. Ein
anderer Häuptling im deutſchen Kamerungebiet rühmte ſich
voll Stolz, 250 Frauen zu beſitzen. Er führte uns durch
die Behauſungen dieſer zahlreichen Gemahlinnen mit dem
gleichen Selbſtbewußtſein, mit dem etwa ein europäiſcher
Gutsbeſitzer ſeinen Gäſten ſeinen Pferdeſtall zeigt. Der
ſchwarze Herr machte uns dabei auf die Vorzüge der
ein=
zelnen Damen aufmerkſam. Bei einer der jungen
Nege=
rinnen erklärte er, ſie ſei bis vor kurzem ſeine Favoritin
geweſen, jetzt aber habe ſie dieſe Vorzugsſtellung
ver=
loren, weil ſie erkrankt ſei.” Am Nachmittag gab dieſer
gemütvolle Häuptling ein großes Schauſpiel, das in der
Vorführung von Pferden gipfelte, denen man auf Befehl
des hohen Beſitzers geſtreifte Beinkleider angezogen hatte.
Der alte Häuptling war über und über mit Kleidern
be=
deckt und trug ein Paar mächtiger Brillen; bei ſeiner
Thronbeſteigung hatte er aus Vorſicht allen ſeinen
Brü=
dern je ein Auge ausſtechen laſſen (!), aber im übrigen
ſchien er ein ſehr gutmütiger Mann zu ſein, ſpeiſte
regel=
mäßig alle Armen ſeines Stammes und ſorgte auch dafür,
daß die Geier gefüttert würden. Eine der Töchter dieſes
Sultans ſandte der Engländerin als Gaſtgeſchenk eine
Gabe von 80 Eiern, doch als man ſie öffnete, ſtellte ſich
heraus, daß 79 davon faul waren.
woſpital iſt bereit, gleichzeitig die Damen zur Ausbildung
zutzulaſſen. Es wurde als erwünſcht bezeichnet, wenn ſich
Deilnehmerinnen früherer theoretiſcher Kurſe nachträglich
noch zur praktiſchen Ausbildung als Kriegshelferinnen
antſchließen würden. Die Vorſteherin des Alice=Hoſpitals
wird den ſich meldenden Damen bereitwilligſt Auskunft
arteilen.
* Petrusgemeinde. Der erſte Gemeindeabend
dieſes Winters fand am Sonntag ſtatt. Er war ſehr gut
beeſucht und nahm einen äußerſt anregenden Verlauf.
Gewählte muſikaliſche Darbietungen gruppierten ſich um
einen feinſinnigen Vortrag des Herrn Geh.
Oberkonſiſto=
ialrat D. Peterſen über „Griechiſche
Erinner=
ungen‟ Der Vortragende verſtand es, ſeine Zuhörer
im geiſtvoller Weiſe in das Leben des griechiſchen Hauſes
und der Geſellſchaft einzuführen. Er zwang zu einer
in=
vereſſanten kulturgeſchichtlichen Exkurſion in das Hellas
der Gegenwart, und was man ſehen durfte, (war ſo
nebendig und charakteriſtiſch, daß es unvergeſſen bleibt.
— Der muſikaliſche Teil des Programms war vorzüglich
uſammengeſtellt. Fräulein Camilla von Grancy
er=
reute ſehr durch einige Lieder. Ihr Geſang verriet gute
Schulung und wurde mit reichem Beifall aufgenommen.
In den kleineren Tonwerken von Händel und Mozart
offenbarte Fräulein v. Rabenau, wie ſehr ſie ihre
Seige beherrſcht. In beſonders hohem Maße wurde ihre
Wiedergabe des Adagio und der A=dur-Sonate von
Beet=
hoven den muſikaliſchen Feinheiten dieſes Satzes gerecht
und bannte die Zuhörer in andachtsvolles Verſenken.
Sehr dankbar wurden von den Anweſenden die
Dekla=
mationen von Frau Enders=Kuhlmann, ernſte
Seidel, Presber u. a.) und heitere (Diehl, Enders, Volk
m. a.) aufgenommen, die, mit feinem Verſtändnis
ausge=
wvählt, zu ebenſo ſympathiſchem wie künſtleriſchem
Vor=
rrag kamen. Die Klavierbegleitung hatte Fräulein Elſe
Sehrt übernommen und in bewährter Weiſe durchge=
Führt. Die Geſänge des Kirchenchors, unter Leitung des
Herrn Hamm, verſchönten den Abend, ebenſo wie das
Ge=
nneinde=Orcheſter, das in der Aufführung der Titus=
Duvertüre von Mozart Zeugnis von ſeiner guten
Schul=
ung und der muſikaliſchen Bildung ſeiner Kräfte gab.
Der Geiſtliche der Gemeinde, Herr Pfarrer Walz, ſchloß
Den Gemeindeabend mit kurzer Anſprache.
* Verband evangeliſch=kirchlicher Frauenvereine im
Broßherzogtum Heſſen. Donnerstag, den 18. Januar,
ffindet die 13. Frauenkonferenz im Wartburglokal,
Karlſtraße 21, nachmittags 3 Uhr, ſtatt. In ihr wird Frl.
Dr. Kröhne, Wohnungsinſpektorin des Kreiſes Worms,
eeinen Vortrag halten über: „Frauen in der
Woh=
mungs=Aufſicht und=Pflege‟ Wer ſich mit
ſozialer Arbeit, mag ſie Jugend=, Tuberkuloſen=,
Trinker=
ffürforge oder Armen= und Krankenpflege heißen, abgibt,
der muß ſich auch mit den Fragen der Wohnungsfürſorge
beſchäftigen. Denn die Wohnung bildet die äußere
Grund=
llage und ſchützende Hülle für das Familienleben und alle
ddaraus entſtehenden Beziehungen. Jede Frau ſollte ſich
ffür das Wohl der Geſamtheit mit verantwortlich fühlen
Aernen und an ihrem Teil dazu beitragen, daß jedes Haus
und jede Familie weiterhin den ſittlichen Kernpunkt
runſeres Volkslebens darzuſtellen imſtande iſt. Fräulein
DDr. Kröhne hat in ihrer Tätigkeit auf dem erwähnten Ge=
Wbiete reiche Erfahrungen und ihre Ausführungen dürften
idaher weitere Kreiſe intereſſieren.
* Die Fortſchrittliche Volkspartei hielt am Sonntag
fin Frankfurt eine vertrauliche Beſprechung der
Stich=
twahlen ab, über die Mitteilungen nicht gemacht werden
kkönnen. Für den Wahlkreis Darmſtadt=Groß=Gerau wird
am Freitag, den 19. d. M., in Groß=Gerau eine
Verſammlung ſtattfinden, die über die Stichwahlparole
kberaten ſoll.
(2 Vom Landeslehrerverein. Nach der ſoeben
ver=
äöffentlichten Ueberſicht des Heſſiſchen
Landes=
lehrervereins beträgt die Mitgliederzahl am
331. Dezember 1911 insgeſamt 3566 Lehrer und Lehrerinnen
igegen 3506 Mitglieder im Jahre 1910. Die Zunahme
lbeträgt 60 Mitglieder. Die Zahl der über das ganze
Großherzogtum verteilten Bezirksvereine beträgt zur Zeit
1103. Dieſelben werden von beſonderen Bezirksobmännern
geleitet. Die größte Mitgliederzahl haben naturgemäß
idie Städte. So zählt der Bezirksverein Darmſtadt 272,
Friedberg 103, Mainz 170, Offenbach 198, Worms
1135 und Gießen Stadt und Land 121 Mitglieder.
Die Zahl der Vertreter der einzelnen Vereine bei der
Landesverſammlung des Heſſiſchen Lehrervereins
be=
trägt zur Zeit 187. Die Geſchäftsleitung bilden:
Haupt=
lehrer Huff=Darmſtadt, Obmann, Hauptlehrer Heck=
Zwingenberg, Rechner, Lehrer Lutz=Darmſtadt,
Schrift=
führer. Ferner als Beiſitzer: Hauptlehrer Kaßlick=
Darm=
ſtadt, Reallehrer Mink=Bensheim, Schriftleiter, Rektor
Stemmer=Mainz, Lehrer Wagner=Großen=Buſeck, die
Lehrer Lang=Beerfelden, Jöſt=Offenbach a. M., Moll=
Selzen und Grimm=Gießen.
* Die Kammermuſikvereinigung gibt bekannt,
daß die nächſte Matinee des Künſtlerfeſtes wegen vom
4. auf den 11. Februar verlegt wird. Außerdem teilt ſie
uns mit, daß Herr Schwerley aus Geſundheitsrückſichten
aus der Vereinigung ausgetreten iſt. Seine Stelle füllt
nunmehr Herr Konzertmeiſter Schnurrbuſch aus, der ſich
ſchon in der Brahmsmatinee als hervorragender Bratſcher
bewährt hat; die zweite Violine übernimmt Herr
Hof=
muſiker Gims.
* Der naturwiſſenſchaftliche Verein zu
Darm=
ſtadt, hält am Freitag, den 19. Januar, abends 8½ Uhr,
pünktlich, ſeine 275. Sitzung im Fürſtenſaal, ab.
Tages=
ordnung: 1. Rechenſchaftsbericht des Vorſtandes. 2.
Neu=
wahl des Vorſtandes. 3. Geh. Hofrat Profeſſor Dr.
Wiener: Ueber neue kinematiſche Modelle. 4.
Garten=
inſpektor A. Purpus: Ueber biologiſch intereſſante
Pflanzen aus Mexiko, Schweden ꝛc. (Mit Vorführung
von Lichtbildern).
* Vorträge. Ueber die Selbſtbefreiung von
Nervoſität und Seelenkonflikten hält Herr
R. Parthey aus Ettingen (Schweiz) im „Kaiſerſaal”
am Mittwoch und Donnerstag je einen Vortrag, worauf
hiermit beſonders hingewieſen ſei. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Ausſtellung von Gemälde=Reproduktionen.
In dem Schaufenſter der Hofkunſthandlung Herm.
Sonnthal, Eliſabethenſtraße 28, ſind zurzeit drei
Reproduktionen, nach den ſchon ſo oft beſprochenen
Ge=
mälden für das Reichstagsgebäude von Profeſſor Angelo
Jank ausgeſtellt. Den Reproduktionen nach zu
ur=
teilen, müſſen die Originalgemälde von außerordentlich
packender Wirkung ſein, beſonders das Mittelbild: „
Neu=
ſchaffung des Deutſchen Reiches”, das linke Bild zeigt
„Karl der Große empfängt die Geſandten Harun al
Raſchids in Paderborn 777” und rechts „Friedrich
Barbaroſſa”, „Unterwerfung der Lombardei.”
* Auszeichnung beim Preisfriſieren. Bei dem
am Sonntag gelegentlich des 28. Stiftungsfeſtes des
Frankfurter Damenfriſeur= und Perückenmacher=Vereino
ſtattgeſundene Schau= und Preisfriſieren
er=
hielt der Damenfriſeur Herr Phil. Wallhäuſer hier,
Wilhelminenſtraße 10, bei äußerſt ſtarker Konkurrenz
wiederum den 3. Preis, und zwar die ſilberne Medaille
mit Diplom und wertvollem Gegenſtand.
* Schlittſchuhe bereit! Noch eine kalte Nacht und
blitzblank ruft die Eisbahn hinterm Woog:
„Jugend heraus!“
* Orpheum. Gaſtſpiel Jobs Luſtige Bühne. „Der
brave Hermann” dieſer tolle, übermütige Schwank, übt
fortgeſetzt eine außerordentliche Zugkraft aus. — Frau
Direktor Job, die einige Tage durch Krankheit
ver=
hindert war, tritt nunmehr wieder allabendlich auf.
„Der brave Hermann” bleibt nur noch bis Donnerstag,
den 18. Januar, auf dem Spielplan.
X Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Dezember
1911 im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden:
128 Ochſen, 7 Bullen, 268 Kühe, 5 Jungrinder, 941 Kälber,
2808 Schweine, 322 Schafe, 11 Ziegen und 27 Pferde. —
Beanſtandet wurden: 57 Ochſen, 3 Bullen, 158 Kühe,
4 Jungrinder, 6 Kälber, 523 Schweine, 88 Schafe und
6 Ziegen. — Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: 1 Ochſen, 1 Bullen, 7¾/ Kühen, 1 Kalb, 8¼¼
Schwei=
nen und 6 Ziegen. — Bedingt tauglich war das Fleiſch
von: 1 Ochſen, 1¾ Kühen und 2‟ Schweinen. —
Un=
tauglich waren: 1 Kuh, 1 Kalb, 1229 Organe, 131½ kg
Fett und 78 kg Fleiſch von 845 Tieren. — Auf
Tri=
chinen wurden unterſucht: 2808 im Schlachthaus
ge=
ſchlachtete Schweine, ſowie 4414¼ kg für hieſige Metzger
eingeführtes friſches Fleiſch von 212 Schweinen. — Der
Nachunterſuchung wurden unterzogen: 675 Sendungen
eingeführtes Fleiſch, enthaltend: 12668 kg Rindfleiſch,
4859 kg Schweinefleiſch, 428 kg Kalbfleiſch, 143 kg
Ham=
melfleiſch und 46 kg Ziegenfleiſch.
Erzhauſen, 15. Jan. Vollſtändig zerſtümmellt
fand man heute früh zwiſchen den Stationen Erzhauſen
und Wixhauſen eine männliche Leiche, die als der
7 Jahre alte Landwirt Merlau aus Arheilgen
feſt=
geſtellt wurde. Man glaubt, daß der Getötete in einem
chwermutsanfalle den Selbſtmord verübte.
* Nieder=Modau, 15. Jan. Wie von zuſtändiger
Stelle beſtätigt wird, iſt der flüchtige Rechner Adam
m 3. Dezember vorigen Jahres in Cleveland im Staate
Ohio (Nordamerika) verhaftet und am 29. Dezember
aus=
geliefert worden. Am 7. Januar kam Adam in
Bre=
nerhaven an und wurde am letzten Freitag in das
Unterſuchungsgefängnis nach Darmſtadt
eingeliefert.
Offenbach, 15. Jan. Das ſeit kurzer Zeit bei der
ſtädtiſchen Sparkaſſe eingeführte
Abholungs=
ſyſtem von Spargeldern hat ſich außerordentlich
gut eingeführt. Seit dem 1. Januar d. J. wurden
allein etwa 200 neue Mitglieder dieſem Syſtem zugeführt,
ſo daß die Geſamtmitgliederzahl über 700 zur Zeit beträgt.
Der Stadtkaſſenvorſtand hat infolge der Zunahme einen
zweiten Erheber, der die Spargelder in den Wohnungen
der Betreffenden in Empfang nimmt, angeſtellt. Die auf
dieſe Weiſe eingehenden Spargelder betragen wöchentlich
etwa 2000 Mark.
Offenbach, 15. Jan. Auf noch nicht aufgeklärte Weiſe
brannte, nach der Offenb. Ztg., in der vergangenen
Nacht die Polizeiwache im Hafen vollſtändig
nieder. Der Schutzmann, der ſich bei Ausbruch des
Feuers in dem Wachhäuschen befand und
eingeſchla=
fen war, konnte ſich noch im letzten Augenblicke retten.
Durch einen Angeſtellten des Gaswerks wurde der Brand
erfolgreich durch eine Schlauchleitung bekämpft, ſodaß die
Feuerwehr nicht auszurücken brauchte. Der Schaden iſt
nicht bedeutend.
Sch. Hirſchhorn, 14. Jan. In der Nacht vom 12. auf
13. d. M. begaben ſich die im Alter von 26 und 28 Jahren
ſtehenden zwei Brüder Ludwig und Hermann G., Söhne
einer angeſehenen Familie, in eine Gaſtwirtſchaft, um
das Reſultat der Wahl zu hören. In dem Lokal befand
ſich auch der hieſige Schuhmachermeiſter Philipp S.,
wel=
cher dem älteren der Brüder G., der ein
Kolonialwaren=
geſchäft führt, Geld ſchuldet und von dieſem ſchon
ver=
klagt worden iſt. S. war darüber ſehr aufgeregt und hat
dem G. ſchon einige Male mit Erſchießen gedroht. Es
entſpann ſich nun zwiſchen beiden wieder ein kurzer
Wort=
wechſel. Als gegen ½1 Uhr beide Brüder in Begleitung
von einigen jungen Leuten das Lokal verließen, lief ihnen
S. voraus, holte ſich in ſeiner Wohnung einen Dolch und
verſetzte G. von hinten einen Stich in den Rücken. In
der Dunkelheit aber traf er den ganz unbeteiligten
Bru=
der Hermann G. Der etwa 15 Zentimeter tiefe Stich
durch=
bohrte die Lunge. G. liegt lebensgefährlich
verwun=
det im Krankenhaus; an ſeinem Aufkommen wird
ge=
zweifelt. Der Täter befindet ſich in Haft.
Mainz, 15. Jan. Die augenblicklich zu
Verſuchs=
zwecken aus Pferden der Feldartillerie=Regimenter des 18.
Armeekorps zuſammengeſtellte Feldhaubitzbatterie unter
Leitung des Herrn Major v. d. Lippe vollbrachte am 12.
Januar, wie das M. Tgbl. berichtet, eine ganz
außer=
ordentliche Leiſtung. Die Batterie hatte ſich die
bis jetzt noch nicht gelöſte Aufgabe geſtellt, den großen
Feldberg (880 Meter) zu erſteigen. Unter Befehl
des Hauptmanns v. Reckow brach die Batterie um 9 Uhr
vormittags von Königſtein aus auf. Schon der Aufſtieg
bis zum Wirtshaus „Rotes Kreuz” ſtellte an die Pferde
infolge der völlig vereiſten und glatten Straßen die
denk=
bar größten Anforderungen. Trotz mehrfacher Stürze von
Pferden erreichte die aus 12 Fahrzeugen beſtehende
Bat=
terie bereits um 10 Uhr das „Rote Kreuz”. Der weitere
Aufſtieg bis zum Turm ſchien faſt unausführbar.
Trotz=
dem gelang es durch Vorſpann von zehn Pferden auch die
ſteilſten Stellen zu überwinden. Um 11 Uhr 15 Min.
erreichte das erſte Geſchütz die Höhe. Es hatte die zwölf
Kilometer betragende und von Königſtein bis zum Gipfel
des Feldbergs um 530 Meter anſteigende Strecke in 2½
Stunden zurückgelegt. Die übrigen Geſchütze folgten dann
in kurzen Abſtänden. Die hochintereſſante Uebung wird
allen beteiligten Offizieren und Mannſchaften dauernd in
Erinnerung bleiben.
Nieder=Ingelheim, 15. Jan. Im Kalkofen
er=
ſtickt iſt hier ein unbekannter Handwerksburſche. Der
etwa 30 Jahre alte Mann hatte ſich den im Felde
ſtehenden brennenden Kalkofen des Herrn Zill von hier
als warmes Nachtquartier ausgeſucht, ohne die
ge=
fährliche Wirkung der aus dem Ofen ausſtrömenden
Koh=
lengaſe zu bedenken. Als morgens Arbeiter nach dem
Kalkofen kamen, fanden ſie den armen Fremdling tot vor
dem Feuerofen liegen. Da er keinerlei Ausweispapiere
bei ſich trug, ſo konnte ſeine Identität bisher nicht
feſt=
geſtellt werden, doch deuten verſchiedene Umſtände darauf
hin, daß er ein Ausländer iſt.
Haßloch, 15. Jan. Der Kreditverein Haßloch
hat geſtern, wie der Pfälziſche Kurier mitteilt, in einer
außerordentlichen Generalverſammlung mit 73 gegen 2
Stimmen beſchloſſen, gegen die Mitglieder des
Vorſtan=
des und des Aufſichtsrates, die durch Verletzung der ihnen
nach Geſetz und Statut auferlegten Pflichten die
Genoſſen=
ſchaft geſchädigt haben, Schadenerſatz durch Klage zu
er=
heben.
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Am Sonntag gelangten die
beiden unzertrennlichen neuitalieniſchen Einakter „
Ca=
vialleria” und „Der Bajazzo” wieder zur
Auf=
führung. Die Beſetzung der Hauptpartien in dem erſteren
war mit Ausnahme derjenigen der Lola, die erſtmalig von
Fräulein Schaub geſungen wurde, die bekannte. Daß
der Beifall im Vergleich zu früheren, ſtets erfolgreich
ge=
weſenen Aufführungen nur matt war, lag wohl daran,
daß den meiſten der Mitwirkenden die „perſönliche Note‟
fehlte, die ja dieſe Temperamentsoper vor anderen
ver=
langt, obwohl die Leiſtungen an ſich ſonſt ganz brav
waren. Zu irgend welchen neuen Betrachtungen gibt uns
die Oper keinen Anlaß. Dagegen hatte der zweite
Ein=
akter, in dem die Herren Becker Weber, Semper
und Frau Speiſer=Suchanek ein treffliches
En=
ſemble abgaben, denſelben ſtarken Erfolg und dieſelbe
bei=
fällige Aufnahme zu verzeichnen wie früher. Da Frau
Speiſer=Suchanek trotz einer — durch roten Zettel
angekündigten — Indispoſition ihre Partie ſang, muß
das Lob für ihre erfolgreiche Durchführung noch
unter=
ſtrichen werden.
* Kunſt und Wiſſenſchaft. Frankfurter
Theater=Spielpl an. 1. Opernhaus. Dienstag,
16. Jan.: Mignon. Mittwoch, 17.: Fräulein Teufel.
Don=
nerstag, 18.: Uraufführung: Oberſt Chabert. Freitag, 19.,
geſchloſſen. Samstag, 20., 3½ Uhr: Prinzeſſin Goldhaar;
7 Uhr: Die Hugenotten. Sonntag, 21., 3½ Uhr:
Prin=
zeſſin Goldhaar; 7 Uhr: Joſeph und ſeine Brüder.
Mon=
tag, 22.: Fräulein Teufel. Dienstag, 23.: Oberſt Chabert.
— 2. Schauſpiehaus. Dienstag, 16. Jan.: Der
Kaufmann von Venedig. Mittwoch, 17.: Ein idealer
Gatte. Donnerstag, 18.: Bürl. Freitag, 19.: Pentheſilea.
Samstag, 20., 2½ Uhr: Wilhelm Tell; 7 Uhr: Ein idealer
Gatte. Sonntag, 21., 3½ Uhr: Anatol=Zyklus; 7 Uhr: Der
dunkle Punkt. Montag, 22.: Nathan der Weiſe.
Diens=
tag, 23.: Glaube und Heimat. — 3. Neues Theater.
Dienstag, 16. Jan.: Zum erſten Male: Papa, Luſtſpiel in
drei Akten von Flers u. Caillavet. Mittwoch, 17.: Papa
Donnerstag, 18.: Julchens Flitterwochen. Freitag, 19.:
Die Ehre. Samstag, 20.: Papa. Sonntag, 21., 3½ Uhr:
Ahnengalerie; 8 Uhr: Papa. 8 Uhr Volksvorſtellung im
großen Saale des Kaufmänniſchen Vereins: Ein
Heirats=
antrag; Lottchens Geburtstag. Montag, 22.: Meyers.
Dienstag, 23.: Papa.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
naltheaters Mannheim. Dienstag, 16. Januar:
Die Geiſha. Mittwoch, 17.: Die Räuber. Donnerstag,
18.: Die Walküre. Freitag, 19.: Martha. Samstag, 20.:
Zum erſten Male: Hans Sonnenſtößers Höllenfahrt.
Sonntag, 21., 11¼ Uhr: Fünfte Matinee: Friedrich der
Große; 5 Uhr: Die Meiſterſinger von Nürnberg.
— Wen Fürſt Bülow für die größten Männer der
Welt hält. Der bekannte Herausgeber der Review of
Re=
view, der engliſche Journaliſt und Verteidiger der
Frie=
dens=Idee W. B. Stead, hat bei einer großen Reihe von
hervorragenden Zeitgenoſſen eine Umfrage veranſtaltet, um
zu erfahren, wen die führenden Männer der Gegenwart
für die 20 bedeutendſten Geiſter der Weltgeſchichte halten.
Stead hat ſich dabei auch an den Fürſten Bülow gewandt,
und die Antwort, die der in Rom in ſtiller
Zurückgezogen=
heit von den politiſchen Kämpfen ausruhende ehemalige
deutſche Reichskanzler gegeben hat, bildet eine intereſſante
Kundgebung von Bülows Geiſtesart. Der Fürſt weiſt
darauf hin, daß für die Beurteilung der Bedeutung eines
großen Mannes bei jedem Einzelindividuum die Art der
Betrachtung entſcheiden werde: „Man kann
ſelbſtverſtänd=
lich verſchiedene Anſchauungen über „Größe” eines
Men=
ſchen haben. Daher wird die Beantwortung der geſtellten
Frage auch ſtets eine rein individuelle ſein und von den
Gefühlen des Befragten abhängig bleiben.”
Bülow gibt dann in chronologiſcher Reihenfolge die
Namen der Perſönlichkeiten, die er nach ſeinem Gefühle
für die größten Geiſter der Weltgeſchichte hält. Die
Aus=
ſtellung beginnt mit Heraklit, nennt dann
Aeſchy=
los, Hannibal und Julius Cäſar. Mit
dem Beginn der chriſtlichen Zeitrechnung
er=
ſcheint der Name des Apoſtels Pau l u s,
dann aber entſteht eine Lücke von faſt 15 Jahr=
hunderten, denn der nächſte große Geiſt, den Fürſt Bülow
anführt, trägt den Namen Lionardo da Vinci. Es
folgen Luther, Shakeſpeare, Richelieu,
Fried=
rich der Große und Kant. An der Wende des 19.
Jahrhunderts aber ſteht der Name Goethes,
ge=
folgt von Nelſon, Pitt und Napoleon. Die letzten
fünf großen Perſönlichkeiten lauten Moltke, Lincoln,
Cavour, Richard Wagner und Bismarck. Die
anderen Zeitgenoſſen, die die Umfrage jetzt beantwortet
haben, ſind faſt ausnahmslos Engländer und einige
Amerikaner; dieſe gewiſſe Einſeitigkeit iſt für uns Deutſche
jedoch intereſſant, weil ſie dadurch immerhin eine Art
Gradmeſſer dafür bietet, in welchem Maße große Geiſter
deutſcher Kultur auf das moderne England einwirken und
in welchem Maße zeitgenöſſiſche führende Perſönlichkeiten
Englands mit deutſcher Geiſteskultur überhaupt Fühlung
beſitzen. Stead hat aus den eingelaufenen Antworten die
zwanzig großen Geiſter der Weltgeſchichte
zuſammenge=
ſtellt, auf die die meiſten Stimmen entfallen ſind. An der
Spitze dieſer engliſchen Werteinſchätzung ſteht natürlich
ein Engländer, nämlich Shakeſpeare, auf den 21 Stimmen
entfallen; an zweiter Stelle aber Kolumbus mit 16
Stim=
men. Es folgen Julius Cäſar mit 14 Stimmen,
Guten=
berg 14, Newton 14, Dante 13, Darwin 12, Stephenſon,
der Erfinder der Lokomotive, 11, Homer 9, Buddha 9,
Ariſtoteles 9, Michelangelo, Franklin und Lincoln mit
ebenfalls je 9 Stimmen; Moſes, Sokrates, der Apoſtel
Paulus und Watt, der Erfinder der Dampfmaſchine, mit
je 8 Stimmen, und ſchließlich Konfuzius, Karl der Große,
Martin Luther mit je 7 Stimmen. In dieſem
Zuſam=
menhang bleibt es intereſſant zu beobachten, wieviel
Stimmen bei dieſer Umfrage für große Perſönlichkeiten
deutſcher Herkunft abgegeben worden ſind. Da ſehen wir.
daß vom Fürſten Bülow abgeſehen, nur 4 Stimmen auf
Kant und Friedrich den Großen entfallen, ebenſo viel auf
Beethoven, und 3 für Beſſemer, den Erfinder des
Stahl=
gußverfahrens. Bismarck wird nur von einem einzigen
der Einſender erwähnt: vom Fürſten Bülow.
Der heraldiſche Tannhäuſer. Das Herzogliche
Hof=
theater in Braunſchweig hat auf unmittelbare Anregung
(*) Grünberg, 15. Jan. Die Erbauung eines
Grup=
penwaſſerwerks für die Orte Rüdingshauſen und
Deckenbach wurde in einer gemeinſamen Sitzung der
Ge=
meinderäte, der auch die Herren Reg.=Rat Dr. Mexck,
Kreisrat Dr. Heinrichs und Kulturinſpektor Steinbach
beiwohnten, beſchloſſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Jan. Von den ſechs
Wahlkreiſen Berlins haben zwei ſeit ihrer
Feſt=
legung im Jahre 1871 infolge der ſtändig wachſenden
Eitybildung ganz beträchtlich. an Wählern
ver=
loren. Der erſte hatte 1871 106316 Einwohner, 1910
dagegen nur noch 62 419. Dieſe Abnahme beträgt alſo
über 41 vom Hundert. Beim dritten Reichstagswahlkreis
iſt die Bevölkerung von 124671 auf 104590
zurückgegan=
gen, was einem Verluſt von 16 v. H. entſpricht.
Zuge=
nommen hat der fünfte um 25414, alſo um 21 v. H., der
zweite um 116927 Köpfe, oder 114 v. H., der vierte um
349 798 oder 208 v. H. und der ſechſte um 708 347
Bewoh=
ner oder 450 v. H. Der erſte Wahlkreis zählt jetzt 62 419
Einwohner, der ſechſte 865 637. Noch größer iſt die
Zu=
nahme in den Wahlkreiſen Potsdam 6 oder Nieder=
Bar=
nim und Potsdam 10 oder Teltow=Beeskow=Storkow.
Potsdam 6 hat um 564 v. H., Potsdam 10 um 780 v. H.
zugenommen. Potsdam 10 iſt gegenwärtig mit 1 165 383
Einwohnern der größte deutſche Reichstagswahlkreis.
Im Jahre 1871 zählte der Kreis nur 149488 Bewohner.
Das ungeheure Anwachſen dieſes Kreiſes erklärt ſich durch
die Vergrößerung Charlottenburgs auf das 15,7fache,
Rixdorfs auf das 29,2fache, Schönebergs auf das 38fache
und Wilmersdorfs gar auf das 67,5fache. Die Zahl der
Wahlberechtigten in Berlin iſt in den ſechs Wahlkreiſen
gegenüber den letzten Wahlen von 1907 um 41926,
näm=
lich von 493 457 auf 535383 geſtiegen. Eine Zunahme
der Wählerzahl iſt aber eigentlich nur im ſechſten
Wahl=
kreiſe (Moabit-Wedding-Geſundbrunnen), ſowie
ge=
ringfügig im fünften erfolgt. In den übrigen Berliner
Wahlkreiſen hat die Zahl der Wähler ſeit 1907
abgenom=
men. Im erſten iſt ſie von 16 283 auf 13 590, alſo um 2693,
im zweiten von 82973 auf 78037, alſo um 4936, im
drit=
ten von 30655 auf 27470, alſo um 3185, im vierten von
134082 auf 133 140, alſo um 942 zurückgegangen. Im
fünften Wahlkreis iſt die Zahl der Wähler um 376,
näm=
lich von 34520 auf 34896, und im ſechſten um 53 306,
näm=
lich von 194941 auf 248 247 geſtiegen. — Für den
Gra=
fen Wolff=Metternich, der am 13. Oktober von
der Strafkammer zu einer Geſamtſtrafe von 9 Monaten
Gefängnis verurteilt wurde, von denen jedoch 6 Monate
der Unterſuchungshaft in Anrechnung kamen, haben ſich
am Samstag früh die Gefängnistore geöffnet.
Aller=
dings wurde dem Grafen die erſehnte Freiheit noch nicht
gewährt, denn er wurde ſogleich von neuem in
Unter=
uchungshaft genommen, weil gegen ihn noch ein
Ver=
fahren ſchwebt. Es handelt ſich um die Falſchſpieler=
Affäre Stallmann=König, in die er ebenfalls verwickelt
ſein ſoll. Der Graf wird natürlich von heute an genau
ſo als Unterſuchungsgefangener behandelt, wie bis zu
ſeiner Verurteilung in ſeiner eigenen Sache. — Ein
Schwindelunternehmen, mit dem ſich die
Krimi=
nalpolizei ſchon ſeit einiger Zeit befaßte, nennt ſich „
Ber=
liner Automobil=Vertriebsgeſellſchaft” Geſtern wurde
einer ihrer Direktoren, der 22jährige Ernſt Leipziger,
verhaftet und der Staatsanwaltſchaft vorgeführt. Die
Käufer der Geſellſchaft mußten 200.—500 Mark anzahlen
und ſollten darauf den Wagen bald bekommen. Sie
war=
teten aber vergeblich auf ihn, denn die Geſellſchaft ſchickte
zwar den angezahlten Betrag an das Werk, erhielt auch
den Wagen dafür, verſetzte ihn aber ſofort von der Bahn
aus und ſteckte den bedeutenden Mehrerlös in die Taſche.
Kiel, 14. Jan. Das Prinzenpaar Heinrich
gab geſtern abend im Königlichen Schloſſe zu Kiel einen
Ball für die ſchleswig=holſteiniſche Ritterſchaft. Unter den
Gäſten befanden ſich vornehmlich Vertreter der
alteinge=
ſeſſenen Adelsgeſchlechter der Provinz. Für die
Deckoffi=
ziere, Unteroffiziere und Mannſchaften des in Kiel zum
Beſuche weilenden ſchwediſchen Panzerſchiffs „Oskar II.”
fand gleichfalls geſtern abend eine von den Kieler
Marine=
behörden veranſtaltete große Feſtlichkeit ſtatt. In dem
Etabliſſement Waldwieſe, dem größten Lokale Kiels, fand
zunächſt eine Abendtafel für 800 Perſonen ſtatt. Dann
folgten eine Theatervorſtellung und ein Feſtball.
Görlitz, 15. Jan. Auf einer Rodelbahn auf der
Landskrone verunglückten zwei
Maſchinen=
bauſchüler. Der eine brach beide Beine und trug eine
Gehirnerſchütterung davon, der andere erlitt eine
Seh=
nenzerreißung.
Poſen, 15. Jan. Der Hotelbeſitzer Hüttner in
Schroda iſt, nachdem er zahlreiche Kaufleute,
Groß=
grundbeſitzer und Beamte um insgeſamt 500000 Mark ge=
ſchädigt hat, flüchtig geworden. Man hielt ihn
irrtümlicherweiſe für einen vermögenden Mann. Hüttner
hat das ganze Geld, beſonders in ausländiſchen
Papie=
ren, verſpekuliert.
Czernowitz, 14. Jan. Aus der ganzen Bukowina
kommen Meldungen über große Kälte, die anfangs
voriger Woche dort eingezogen iſt und noch andauert. In
vielen Gegenden liegt der Schnee meterhoch; drei
Ort=
ſchaften in der Bezirkshauptmannſchaft Radautz ſind
buch=
ſtäblich im Schnee begraben. Der Eiſenbahnverkehr ſtockt
vollſtändig, die Züge bleiben zeitweiſe im Schnee ſtecken,
die Telephon= und Telegraphenleitungen ſind zum Teil
zerſtört; mehrere Perſonen ſind bereits erfroren.
Rom, 14. Jan. Wie die Blätter melden, iſt es der
römiſchen Polizei geglückt, den falſchen Prälaten
zu verhaften der unter dem Namen Mſgr. de
Se=
vigne, Marquis de Saint Mars, Prinz Belmonte,
Mar=
quis Villarmoir durch Hochſtapeleien verſchiedene reiche
Geiſtliche, geiſtliche Orden und Perſonen der Ariſtokratie
um große Summen betrog. Der Hochſtapler iſt der 27 Giovanni Battiſta Giudi aus Turin.
Paris, 15. Jan. Die zur Begrüßung des
eng=
liſchen Königspaares beſtimmte Diviſion des
Mittelmeergeſchwaders wird aus den Panzern „Juſtice‟,
Vérité” und „Democratie” beſtehen. Dieſe werden am
28. Januar unter dem Befehl des Kontreadmirals Moreau
nach dem Mittelmeer abgehen.
New=York, 14. Jan. Drei Damen, die mit zwei
Be=
gleitern in einem Automobil aus Trenton kamen,
kamen auf der Heimfahrt zu Tode. Das Automobil ſtürzte
infolge Verſagens der Bremſe eine ſteile Böſchung hinab
und durchbrach die Eisdecke des Kanals. Nur der Lenker
des Automobils kam mit dem Leben davon. Die drei
Damen fanden den Tod.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Könſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Richard Wagner=Verein. Frau Suſanne
Deſſoir, die heute hier ihren ſechſten und letzten
Lieder=
abend geben wird, erntet eben auf ihrer Abſchiedstournee
durch Deutſchland allabendlich große Triumphe. Auch
hier wird es der ſo ungewöhnlich beliebten Künſtlerin an
Ovationen nicht fehlen, zumal Frau Deſſoir die
Liebens=
würdigkeit gehabt hat, noch einmal ein vollſtändig neues
Programm reizvollſter Sachen für Darmſtadt
mitzubrin=
gen. Da an der Abendkaſſe nur noch ein ganz beſchränkter
Kartenverkauf ſtattfinden kann, ſei nochmals empfohlen,
ſich Billetts bereits im Vorverkauf zu ſichern.
— Zum Salzer=Abend. Mit dem am 24. Jan.
erwarteten Auftreten Marcell Salzers in
Darm=
ſtadt ſieht man wieder einem genußreichen Abend
ent=
gegen. Man darf ſchon heute gewiß ſein, ein paar
wirk=
lich fröhliche Stunden zu verleben, und man muß der
Kritik des Hannov. Anz., die da unlängſt ſagte, daß das
Lachen eine Kunſt ſei, die gelernt ſein will, und ein
Künſt=
ler dazu gehöre, ſie uns zu vermitteln, beipflichten.
Früher freilich genügte ein Kaſperle oder ein derber
Spaß=
macher der Straße, unſer Zwerchfell zu erſchüttern; aber
dieſe naive Heiterkeit iſt längſt in uns verſunken. Das
klingende Lachen der Jugend liegt unter dem Schutt des
Alters vergraben, und es bedarf einiger Mühe, dieſe Laſt
wegzuräumen, bis wir wieder ans Lachen kommen. Der
Humor iſt eine Philoſophie, eine Wiſſenſchaft, und es war
durchaus kein Scherz der Univerſität Berlin, in ihrem
Jubeljahre eine Reihe unſerer größten Humoriſten zu
Doktoren der Medizin zu machen. Das Lachen iſt in der
Tat eine Arznei, nicht nur des Körpers, ſondern auch des
Gemüts, und unſere ernſte Zeit hat allen Grund, die
Weiſen zu ehren, die uns das Lachen lehren. Können wir
uns nun einen würdigeren Interpreten dieſer heiteren
Kunſt denken, als Profeſſor Marcell Salzer? Das Lachen
leuchtet aus ſeinen Augen, und man möchte beinahe ſagen,
es ſitzt in ſeinen Fingerſpitzen; denn alles an dieſem
Manne ſteht im Dienſte des Humors. Mit ſeiner
Geſichts=
ſprache gibt er ſeinem Vortrage die draſtiſche Form,
zau=
bert er uns alle die munteren Geſtalten ſichtbar vor das
Auge. Ja, er ſpielt die Rollen, die er vorträgt, und er
ſpielt ſie mit einer Urwüchſigkeit, daß jeder ohne
Aus=
nahme ſich in das Milieu ſeines Vortrages verſetzt fühlen
muß.
Denkmalrat für das Großherzogtum Heſſen.
Fortſetzung des Tagungsberichtes.
* Ueber die Gründung und Aufgaben kleinerer
Muſeen (Dorf= und Ortsmuſeen) berichteten Prof.
Dr. Back und Prof. Dr. Anthes in eingehender Weiſe.
Die Gründung kleinerer Muſeen hat in den letzten
Jah=
ren weitere Fortſchritte gemacht. Ihre Aufgabe beſteht
darin, innerhalb ihres engeren Wirkungsbereiches den
Sinn der Bevölkerung für die heimatliche Kunſtübung
und Kultur zu wecken und zu vertiefen. Bei
Beſchrän=
kung auf die ihnen gezogenen natürlichen Grenzen kann
nach Ausführung der Referenten in den Ortsmuſeen ein
wertvolles Mittel, die Sache der Heimatpflege und des
Denkmalſchutzes zu fördern, erblickt werden. Anderſeits
iſt der Geſichtspunkt feſtzuhalten, daß ſolche kleine
Samm=
lungen gut und verſtändig geleitet und daß die
Samm=
lungsgegenſtände fachgemäß aufgeſtellt und aufbewahrt
werden, ſodaß ihre Erhaltung geſichert iſt. Der
Denk=
malrat ſchloß ſich dieſer Auffaſſung an. — Hierauf
be=
richtete an Hand von Plänen und Photographien Arch.
Dombaumeiſter Prof. Becker über den Stand der
Siche=
rungsarbeiten am Mainzer Dom und der
die=
ſen vorausgegangenen baulichen Unterſuchungen,
insbe=
ſondere Untergrunds= und Fundamentsverhältniſſe des
Bauwerks. Domkapitular Prof. Dr. Bendix ergänzte
die Ausführungen namentlich im Hinblick auf die
finan=
ziellen Aufgaben, die mit jenen Arbeiten dem Dom
er=
wüchſen. Auch erklärte er, daß das Domkapitel einem
Antrag auf Einſetzung einer beſonderen
Sachverſtän=
digen=Kommiſſion zur Begutachtung der Baufragen
zu=
ſtimmen werde. Die hierauf von dem Vorſitzenden
vor=
gelegte Frage, ob angeſichts der Schwierigkeit und
Ver=
antwortlichkeit der in Ausſicht ſtehenden
Wiederherſtel=
lung die Berufung eines beſonderen Kunſtrats für
angezeigt erachtet werde, wurde von dem Denkmalrat
be=
jaht. Auch wurden Vorſchläge über die
Zuſammen=
ſetzung gemacht und gutgeheißen. Die Anträge ſollen dem
Miniſterium des Innern unterbreitet werden.
In der nun folgenden Beſprechung über
Organi=
ſation der kirchlichen Denkmalpflege
machte zunächſt Archivrat D. Herrmann
Mitteilun=
gen wie innerhalb der evangeliſchen Kirche die Regelung
getroffen iſt. In einem Ausſchreiben des
Oberkon=
ſiſtoriums vom Jahre 1908 iſt die richtige Verwahrung
und Verzeichnung ihrer Urkunden den Pfarrämtern zur
Pflicht gemacht und die Ernennung kirchlicher
Urkun=
denpfleger bekannt gegeben worden. Ueber die Beſtände
ſollte unter Vorlage von Verzeichniſſen berichtet werden.
Zu dieſem Zwecke wurde im weiteren Verlaufe ein
be=
ſonderes Schema aufgeſtellt und mit einer Anleitung den
Pfarrämtrn mitgeteilt. Dieſe Anleitung hat gut
ge=
wirkt und die nun eingegangenen Berichte und Arbeiten
waren ſo, daß man ſie als druckfertig bezeichnen kann.
Die Koſten tragen zum Teil die örtlichen Kirchenfonds,
zum Teil werden ſie aus einem von der Landesſynode
dem Oberkonſiſtorium bewilligten Betrag von 2000 Mark
beſtritten. Die Kirchenvertretung hat damit, was bis
jetzt von keiner Landeskirche geſchehen iſt, in
dankens=
werter Weiſe die Verzeichnung und Verwahrung der
kirchlichen Urkunden als ihre Pflicht anerkannt. Von den
420 Kirchengemeinden des Landes liegen jetzt 266
druck=
fertige Verzeichniſſe vor, 92 Verzeichniſſe ſind noch in
Ar=
beit, die übrigen ſtehen noch aus. Gedruckt ſind bereits
125 Verzeichniſſe in 18 Bogen. Die ganze Arbeit, die
etwa 60 Bogen umfaſſen mag, wird hoffentlich in
weni=
gen Jahren abgeſchloſſen ſein können. Man iſt ferner
beſtrebt, auch das ſonſtige im Lande vorhandene
kirch=
liche Quellenmaterial zu erſchließen. Dieſes Material,
von dem ein großer Teil ſchon geſichtet iſt, ſoll in einem
zweiten Band zuſammengefaßt werden. Auf dem
ge=
nannten Gebiete hat man dank dem Denkmalſchutzgeſetz
recht erfreuliche Ergenbiſſe erzielt. Im Anſchluß daran
berichtete Domkapitular Prof. Dr. Bendix für die
ka=
tholiſche Kirche, daß man dort in der kirchlichen
Urkundenpflege noch nicht ſo weit ſei. Die Entwürfe für
die Regelung und Anleitungen lägen aber vor und
be=
dürften nur noch des letzten Abſchluſſes. Das Statut für
die Organiſation werde in Kürze dem Miniſterium
vor=
gelegt werden. Vereinzelt werde auch bereits
vorberei=
tend gearbeitet.
Muſeumsdirektor Prof. Dr. Back referierte über
den Gegenſtand: „Ratſchläge für die
Behand=
lung beweglicher Gegenſtände im
Privat=
beſitz”. Es war vor einiger Zeit die Frage in
Fach=
kreiſen aufgeworfen worden, ob es ſich empfehle,
gewiſ=
ſermaßen förmliche Rezepte für Reſtaurierung und
Kon=
ſervierung von Kunſtgegenſtänden aufzuſtellen. zu
ver=
öffentlichen, und damit auch dem Laien eine Anleitung,
nach der er gegebenenfalls arbeiten könne, zu geben. Der
Berichterſtatter kam zu dem Schluß, daß eine derartige
Belehrung oft mehr Kenntniſſe und Sorafalt der
Be=
handlung vorausſetze, als man im allgemeinen bei Laien
erwarten dürfte, dann aber auch doch nicht alle Fälle
tref=
fen könne, und deshalb die Gefahr mißbräuchlicher
An=
wendung in ſich ſchließe, die ſchließlich zu einer
Beſchä=
digung oder Zerſtörung der Kunſtwerke führen könne:
Beiſpiele hierfür wurden angeführt. Demgegenüber ſei
wohl der Weg vorzuziehen, daß die Beſitzer der
Gegen=
ſtände auf die beiden großen Konſervierungswerkſtätten
der Muſeen in Darmſtadt und Mainz aufmerkſam
ge=
macht würden, die ſtets bereit ſein würden, Ratſchläge
zu erteilen, eventuell auch die Konſervierung und
Reſtau=
rierung zu beaufſichtigen und auf Wunſch ſelbſt
vorzu=
nehmen. Nach kurzer Ausſprache, an der ſich die Herren
Prof. Dr. Anthes, Frhr. v. Heyl Schumacher und Neeb
be=
teiligten, wurde der von dem Berichterſtatter gegebenen
Anregung zugeſtimmt.
Es folgte eine Beſprechung über Denkmäler und
Gedenktafeln der Kriegervereine, worüber
Geh. Baurat Prof. Walbe berichtete. Er leate eine
Anzahl durch Künſtlerhand ausgeführte Entwürfe für
hölzerne bemalte Gedenktafeln vor, die für einige
ober=
heſſiſche Kirchen beſtimmt ſind oder dort nach ſeinem
Vor=
ſchlag ſchon ausgeführt wurden. Auch teilte er ſeine
Er=
fahrungen mit, die er hierbei und bei der von ihm des
öfteren erbetenen Beautachtung von Kriegerdenkmälern
zu machen Gelegenheit hatte. Als weſentliche
Voraus=
ſetzung für das Gelingen ſolcher Aufgaben bezeichnete der
Referent, daß der betr. Verein oder die betr. Gemeinde
ſich von Fall zu Fall rechtzeitig einem tüchtigen, aner=
Zle anvertraue. Der Denkmalrat ſchloß ſich
dieſer Auffaſſung an.
Aus den nun folgenden Ausführungen des Herrn
Prof. Dr. Anthes über die Tätigkeit des
Denk=
malarchivs und den Stand der Kunſtdenkmäler=
In=
ventariſation iſt zu entnehmen, daß das Denkmalarchiv
ſchon einen recht anſehnlichen Beſtand aufzuweiſen hat
und durch Zuweiſungen und Ankäufe ſeinen Beſtand
ſtän=
dig zu ergänzen und zu vermehren ſucht. Die
Einrich=
tung, die Buchbinderkoſten, das Reinigen und Aufziehen
der Blätter, die Anfertigung der Käſten zur
Aufbewah=
rung haben weſentlich höhere Koſten verurſacht, als
vor=
auszuſehen war, ſodaß bei den ſehr knappen Mitteln
die Ankäufe ſich nur auf das Notwendigſte beſchränken
des Herzogregenten Johann Albrecht den Verſuch
unter=
nommen, der Heraldik auf der Bühne zu größerem Recht
zu verhelfen, als bisher dieſer geſchichtlichen
Hilfswiſſen=
ſchaft eingeräumt war. Und zwar wurde der Verſuch mit
Richard Wagners unter der Leitung des Intendanten
von Frankenberg und Ludwigsdorff neu einſtudierter
Oper „Tannhäuſer” dieſer Tage zum erſten Male praktiſch
durchgeführt. Als ſich der Vorhang über dem zweiten
Akte, den der Wettſtreit der Sänger auf der Wartburg
ausfüllt, hob, erblickte man das Wappen des Landgrafen
Hermann von Thüringen auf der Bruſt ſeines Heroldes
und der vier Pagen, aus deren Händen die Sänger ihr
Los empfangen, und auf den Inſtrumententüchern der
drei Fanfarenbläſer. Jeder der fünf Minneſänger,
Tann=
häuſer, Wolfram von Eſchenbach, Walter von der
Vogel=
weide, Reiner von Zweter und Heinrich der Schreiber,
trug ſein Wappen auf dem über der linken Schulter
hän=
genden Mantel, und jeder der 5 Pagen, die ihrem Herrn
die Harfe zum Geſang zu reichen haben, trug deſſen
Wap=
pen auf der Bruſt. Die Wappen ſelbſt waren den alten
Minneſänger=Handſchriften entnommen. Für den ſechſten
Sänger jedoch, Bitterolf, und ſeinen Pagen konnte kein
Wappen ermittelt werden, es mußte daher ein ſolches „
er=
funden” werden. Es war ein ſchwarzer, ſpringender Wolf
in ſilbernem Felde, da Bitterolf an einer Stelle des
Tex=
tes der „grimme Wolf” genannt wird. Die Vorlagen zu
dieſen heraldiſchen Darſtellungen waren nach Angaben
des bekannten Genealogen und Heraldikers Dr. Stephan
Kekule von Stradonitz durch den Hofwappenmaler Oskar
Roick in Steglitz ausgeführt und ſind von dem
Erſtge=
nannten der Herzoglichen Theaterintendanz, die ſich an
ihn um Rat gewandt hatte, aus Intereſſe an der Sache
als Geſchenk überwieſen worden.
* Englands „Poſtkarten=Königin” hat ſich verlobt.
Englands „Poſtkarten=Königin” — ſo wird Miß Gabrielle
Ray, eine Londoner Sängerin und Tänzerin, genannt,
von der hier in dieſen Tagen ſchon die Rede war, und die,
nach allgemeiner Anſicht, den Typus der engliſchen
Frauenſchönheit am vollkommenſten verkörpert — verlobte
ſich. Der Bräutigam der anmutigen jungen Dame gehört,
wie zu erwarten war, der beſter Geſellſchaftsklaſſe an; es
iſt Mr. Eric Loder, ein Neffe von Sir Edmund Giles
Loder, dem zweiten Baronett ſeines Namens. Das
pikante iſt, daß ſchon ein älterer Bruder des künftigen
Gatten von Miß Gabrielle Ray, nämlich Mr. Baſil Loder,
ſeit einigen Jahren ebenfalls mit einer durch ihre
Schön=
heit berühmten Schauſpielerin, Miß Barbara Deane,
ver=
heiratet, und zwar ſehr glücklich verheiratet iſt. Mr. Eric
Loder iſt 23 Jahre alt und nicht unbeträchtlich jünger als
ſeine Braut, die ihr Alter mit 27 Jahren angibt und ſchon
ſeit geraumer Zeit auf der Bühne Triumphe feiert.
Jeder=
mann in England weiß, wie Miß Gabrielle Ray ausſieht.
Denn kein anderes Geſicht, keine andere Geſtalt iſt ſo oft
auf Poſtkarten abgebildet worden wie ihre Züge und ihr
Wuchs. Der Eigentümer einer einzigen Londoner
An=
ſichtskarten=Handlung hat die von ihm mit ihrem Bilde
verkauften Karten auf zehn Millionen Stück geſchätzt. So
war die Poſtkarten=Königin” eine Art von engliſcher
Nationalheldin geworden.
* Wahlhumor. Die Schlepparbeit brachte manches
er=
heiternde Moment, wenn z. B. ein Eifriger zu ſeinem
Schrecken bemerkte, daß er einen Gegner an die Wahlurne
herangeſchleift hatte, oder wenn ihm abends gar mit
Ent=
ſetzen klar wurde, daß er vergeſſen hatte, ſeine eigene
Stimme abzugeben. Es wurde viel mit dem Auto
gefah=
ren an dem Tage, und mancher einfache Bürgersmann
ſaß zum erſtenmal in einem ſolchen Benzinwagen — auf
Ge=
neralunkoſten. Natürlich war auch der Kampf vor dem
Wahltage reich an originellen Momenten. Da ſchrieb z. B.
ein Blatt im Wuppertal: „Wir müſſen alle Kraft
daran=
ſetzen, unſeren Kandidaten ſchon im erſten Wahlgange
durchzuhauen.” In einer rheiniſchen Stadt hatte eine
Partei rieſige Wahlaufrufe an den öffentlichen
Anſchlag=
ſäulen anbringen laſſen. An einer dieſer Säulen was das
Wahlplakat über ein Varietéprogramm geklebt worden.
Und ſo ſtand denn in leuchtenden Buchſtaben da: „Wählt
nur unſeren Kandidaten! Wir ſind die wahre Partei des
Volkes!” Und darunter ſchloß ſich von der Varieté=Anzeige
an: „Stets wechſelndes Programm! Es iſt
zum Totlachen!”
mußten. Das Archiv bleibt hiernach der Unterſtützung
aller Freunde der Sache auf das angelegentlichſte
em=
pfohlen. Daß ſeine Beſtände ſchon ſehr beachtenswert
ſind, hat die im vergangenen Winter von Prof. Dr.
Kautzſch und Dr. Damann veranſtaltete Ausſtellung „Alt=
Darmſtadt” gezeigt. Hervorzuheben iſt, daß das
Denk=
malarchiv im Beſitz einer großen Zahl von
Originalnach=
bildungen mittelalterlicher Wandgemälde aus Heſſen iſt,
die demnächſt auch weiteren Kreiſen vorgezeigt werden
ſollen. Ueber das Kunſtdenkmälerwerk iſt neu
mitzutei=
len, daß zwei Kreiſe, Bensheim und Bingen, vor der
Vollendung ſtehen. Der Band Gießen iſt ſoweit
vorbe=
reitet, daß nach Eingang des Manuſkripts alsbald mit
der Drucklegung begonnen werden kann. An dem Band
für Kreis Mainz wird fortwährend gearbeitet, die
Kreiſe Heppenheim und Lauterbach ſind in Vorbereitung.
Endlich berichteten Prof. Neeb und Geh. Baurat
Prof. Wickop über die im Sitzungsſaal aufgehängten
Aufnahmen der Wandmalereien, die kürzlich in Mainz
(Karmeliterkirche), in Wimpfen (Dominikanerkirche) und
vorher in Hirſchhorn (Karmeliterkloſterkirche) aufgedeckt
und von der Hand des Malers Velte aufgetragen
wor=
den waren. Die Koſten der Mainzer Aufnahme hat in
dankenswerter Weiſe die Stadt Mainz übernommen, in
Wimpfen und Hirſchhorn erfolgte die Aufnahme auf
Staatskoſten. Die Aufnahmen geben auch hier wie bei
anderen Beiſpielen ſowohl dankenswerte Fingerzeige für
die Geſchichte der Bauwerke, die ſie ſchmückten, als auch
wertvolle Beiträge für die Entwickelungsgeſchichte der
mittelalterlichen Malerei. — Nach einer kurzen
Mittei=
lung des Geh. Baurats Wickop über die Fertigſtellung
und Verwendung der Pfalzkapelle in Wimpfen ſchloß
der Vorſitzende um 2¾4 Uhr nachmittags die Sitzung mit
Worten des Dankes an die Herren Referenten.
Neue Triebwagen.
D Vom 1. Februar d. J. ab werden zur Bedienung
des Lokalverkehrs nach und von Darmſtadt folgende
Triebwagenfahrten eingelegt.
A. Strecke Darmſtadt -Aſchaffenburg.
T. 621 T. 623T.625
3. Kl. 3. u. 3. Kl.
3. Kl. 3. u.3. Kl.
4. Kl.
4. Kl.
1
50
1050 § ab Darmſt. an
12½
10
515
„ Kranichſt. ab¾ 1
522
1202
„ Meſſel
5
1251
„ Dieburg
114s
„ Altheim
104
114
„ Hergersh.
1051 55
an Babenh. ab P 1130
12
B. Strecke Darmſtadt - Heppenheim.
T. 924T. 954T. 9271T. 959
(W)
(W)
3. Kl. 3. Kl.
3. Kl3. Kl.
§ ab Darmſtadt Hbf. . an A 100? 842
838
Süd . ab
828
„ Eberſtadt
812
„ Bickenbach
„ Hähnlein.
812
„ Zwingenberg
„ Auerbach
826
„ Bensheim
an Heppenheim
51
ab
Die Triebwagenfahrt 924 wird an Stelle des jetzt
ſchon an Werktagen verkehrenden Perſonenzuges 924
ge=
fahren.
Ferner wird der vom 16. April d. J. ab an
Werk=
tagen zwiſchen Götzenhain und Darmſtadt verkehrende
Perſonenzug 912 in eine Triebwagenfahrt umgewandelt
und der Fahrplan ab Sprendlingen=Buchſchlag wie folgt
geändert:
Sprendlingen=Buchſchlag ab 6,14 Uhr vormittags
Langen
„ 6,30
Egelsbach
6,36 „
Erzhauſen
6,41
Wixhauſen
6,46
Arheilgen
6,51
Darmſtadt Hbf. . . . . an 6,57
. Strecke Darmſtadt - Goddelau.
T2806T2810T2819
(W)
3. u. 4.13. u. 4.
3. u. 4
Kl. Kl.
Kl.
45 1010F ab Darmſtadt Hbf.
. an
1024 V Griesheim b. Darmſtadt ab
„ Wolfskehlen
108
an Goddelau-Erfelden . ab F 84
*) Die Triebwagenfahrt 2806 wird nur an Werktagen
is zum 15. Februar einſchließlich gefahren. Ferner
wer=
den vom 1. Februar d. J. ab die zwiſchen Darmſtadt und
Goddelau verkehrenden Perſonenzüge 2808, 2813, 2820,
2823, 2824, 2833, 2848 und 2849 in Triebwagenfahrten
umgewandelt.
Luftfahrt.
* Berlin, 15. Jan. Bei 15 Grad unter Null
ſtiegen geſtern morgen eine Anzahl Freiballons
des Berliner Luftfahrervereins zu einer Zielfahrt
auf. Als Ziel war Dömitz an der Elbe beſtimmt. Die
Reſultate der Fahrt waren folgende: Ballon „Delitzſch”
faſt dicht am Ziel; Ballon „Bröckelmann” faſt 4
Kilome=
ter vom Ziel bei Neu=Kaliſch; Ballon „Lilienthal” fünf
Kilometer nördlich vom Ziel bei Heidorf; Ballon „
Ho=
wald” 10 Kilometer ſüdlich vom Ziel Ballon „
Hilde=
brand” 11 Kilometer nordöſtlich vom Ziel; Ballon „
Fied=
ler” 51 Kilometer jenſeits des Zieles; Ballon „Groß”
60 Kilometer vor dem Ziel.
Sport.
— Darmſtädter Hockeyklub. Sonntag
morgen um ½10 Uhr fand bei gutem Wetter auf dem
Exerzierplatz ein Wettſpiel zwiſchen der
Hockeymann=
ſchaft des Wormſer „Rugby= und Lawntennisklub” und
dem „Darmſtädter Hockeyklub” ſtatt. Das Ergebnis
war 2.0 für Darmſtadt. Kapitän des Darmſtädter
Klubs für 1912 iſt Herr Wangemann.
* Fußball. Die Würzburger Kickers beſiegten am
Sonntag den V. f. B. Nürnberg mit 1:0 Toren.
Landwirtſchaftliches.
— Die abnorme Witterung des Jahres
1911 hat bei vielen Landwirten einen Ausfall an Ertrag,
beſonders bei Kartoffeln, gegeben. Manche
Kartoffel=
ſorte hat ſich in dieſem Jahr als wenig ertragsreich
er=
wieſen. Es wäre aber von unſeren Landwirten verkehrt
gehandelt, wollten ſie dieſe im Jahre 1911 nicht geratenen
Sorten ausſcheiden. Vielmehr kann das Jahr 1911, weil
es abnorme Witterungsverhältniſſe hatte, nicht allein
ent=
ſcheidend ſein und der Landwirt wird ſolche Sorten, die
ſich in anderen Jahren bewährt haben, wenn auch 1911 nicht,
doch wieder anbauen. Vielfach fehlt aber den Landwirten
das geeignete Saatgut. Dasſelbe iſt, wie ſeit Jahren
be=
kannt, von den Saatbauſtellen der Landwirtſchaftskammer
für das Großherzogtum Heſſen zu beziehen. Aber nicht
nur Saatgut in beſter Qualität und Kartoffeln, ſondern
auch Sommerweizen, Hafer, Gerſte, Erbſen ſind von
an=
erkannten Feldern zu erhalten. Die Landwirte wollen ſich
dieſerhalb an die Landwirtſchaftskammer in Darmſtadt,
Rheinſtraße 34, wenden.
D Ziegenankauf für China. Welchen großen Ruf
die heſſiſche Saanenziege im Auslande genießt, geht daraus
hervor, daß im Auftrage des Reichs=Marineamts in Berlin
durch den Landwirtſchaftskammerausſchuß
für Starkenburg in der Provinz Starkenburg Ende
Dezember v. J. 43 Ziegen für China angekauft wurden.
Die Ziegen ſind für den Ziegenzuchtverband der deutſchen
Kolonie Kiautſchou, ſowie die deutſch=chineſiſche Hochſchule
in Tſingtau beſtimmt. Die bei verſchiedenen
Ziegenzucht=
vereinen in der Provinz Starkenburg angekauften Tiere
gingen am 6. Januar I. J. mit dem Ablöſungsdampfer
„Patricia” nach China ab. Hoffen wir, daß der
Trans=
port wohlbehalten an ſeinem Beſtimmungsort eintreffen
und die heſſiſche Ziege auch im fernen Oſten ihren alten Ruf
bewähren wird.
Einſendungen zu den Reichstagswahlen.
(Für die Veröffentlichungen un er dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung.)
(Aufnahme finden nur kurz und durchaus ſachlich
gehaltene Einſendungen. Entſcheidung für die Aufnahme
behält ſich die Redaktion in jedem Fall vor.)
Nach den Wahlen.
Die erſte Wahlſchlacht iſt geſchlagen; ſie hat mit einer
vorläufigen Niederlage der liberalen Parteien
ge=
endet. Schon jetzt haben die Nationalliberalen 16 Sitze
verloren und nur 2 gewonnen. Die Fortſchrittliche
Volks=
partei hat 9 Sitze verloren und kein Mandat in der
Haupt=
wahl erſtritten. 64 Mandate ſind bereits im Beſitz der
Sozialdemokratie. An 65 Stichwahlen ſind die
National=
liberalen, an 56 die Fortſchrittliche Volkspartei beteiligt
die Sozialdemokratie gar an 120. Dieſe Tatſache muß
man ſichtbar vor Augen haben, prüft man, was nun zu
ge=
ſchehen hat; aber dieſe Prüfung muß von Leidenſchaften
frei ſein; auch Rückſicht auf Perſonen darf keine Rolle
ſpielen.
In den beiden liberalen Parteien, der
Nationallibe=
ralen wie der Fortſchrittlichen Volkspartei, muß es jetzt
einfach heißen: liberale Mandate ſind zu
ge=
winnen, denn ohne liberale Vertreter, alſo ohne
libe=
rale Abgeordnete, läßt ſich die Stellung des
Liberglis=
mus im Parlament nicht wahren. Keineswegs aber laſſen
ſich liberale Grundſätze im Sinne der
Nationallibe=
ralen und Fortſchrittler durch Sozialdemokraten wahren,
deshalb iſt es einfaches Gebot der Selbſterhaltung
des Liberalismus, daß die beiden liberalen Parteien ſich
zu gemeinſamer Tätigkeit zur Bekämpfung der
Sozial=
demokratie zu vereinigen haben, damit dieſe in ihrer
negierenden Politik nicht noch mehr im Reichstage geſtärkt
wird.
In Darmſtadt-Groß=Gerau iſt dieſes Zuſammengehen
von ſelbſt geboten. In überaus anerkennenswerter Weiſe
haben ſich die rechtsſtehenden Parteien und das Zentrum
beſonderer Kandidaturen enthalten, um nicht den
Wahl=
reis an die Sozialdemokratie auszuliefern. Jetzt kommt
es auf die Fortſchrittliche Volkspartei an, hier muß für
ſie die Solidarität des Liberalismus entſcheidend ſein.
In Darmſtadt kommt hinzu, daß ein Mitglied der
natio=
nalliberalen Reichstagsfraktion einem Sozialdemokraten
gegenüberſteht, deſſen angeblicher Reviſionismus ſich im
Wahlkampfe nach dem ſtärkſten Radikalismus
durchgemau=
ſert hat. Soweit das klare politiſche Bild nach der
libe=
ralen Seite. Aber auch deshalb muß die Fortſchrittliche
Volkspartei ſich in Darmſtadt für den
National=
liberalen entſcheiden, weil der bürgerliche Kandidat
überhaupt den Vorzug vor der Sozialdemokratie verdient.
Soll denn jetzt, nachdem die Sozialdemokratie bereits 64
Sitze hat, das Bürgertum dazu mitwirken, daß dieſe
„Todfeindin des Bürgertums” wie Bebel ſeine Partei
nannte, von den Bürgern Unterſtützung findet? Die
Fortſchrittliche Volkspartei iſt eine bürgerliche Partei und
hier kann ſie den Beweis durch ihr eigenes Handeln
lie=
fern, daß ſie eine bürgerliche Partei iſt.
Wir wollen nicht daran erinnern, wie die
Natio=
nalliberale Partei den fortſchrittlichen
Kandidaten Henrich beider Landtagswahl
unterſtützt hat; Mann für Mann haben die
Kationalliberalen den liberalen
Kandi=
aten der Gegenſeite unterſtützt. Wir wollen
nicht daran erinnern, wie die Fortſchrittliche Volkspartei
im Wahlkampfe von der Sozialdemokratie behandelt
wvurde. Denn ausſchlaggebend für die Stellung ſollen
politiſche Gedanken ſein und dieſe weiſen unwiderleglich
uf die abſolute politiſche Notwendigkeit der
Unterſtütz=
ung der Nationalliberalen hin. Der Weg iſt klar; ihn
zu beſchreiten, iſt politiſche Pflicht.
— Kein Menſch im Deutſchen Reiche kann die Tatſache
leugnen, daß über den geſamten Liberalismus am 12.
Januar ein geradezu vernichtendes Urteil gefällt wurde.
Trotzdem in faſt allen Wahlkreiſen (Heſſen und Naſſau
ausgenommen) die Nationalliberale Partei und die
Fortſchrittliche Volkspartei gemeinſam vorgingen, ſind
im erſten Wahlgange am letzten Freitag insgeſamt
ſage und ſchreibe 4 nationalliberale Abgeordnete
ge=
wählt worden. Der Fortſchrittlichen Volkspartei iſt es
nicht einmal gelungen, auch nur einen einzigen ihrer
Kandidaten in den Reichstag zu entſenden. Auf den
Krücken anderer Parteien müſſen die liberalen
Kandi=
daten in den Reichstag einziehen, falls dorten der
Libe=
ralismus überhaupt noch vertreten zu ſein wünſcht.
Für heute ſoll an dieſer Stelle nicht unterſucht
wer=
den, wo denn die Grundübel dieſer — von niemandem
geahnten — Tatſachen liegen. Eines iſt jedoch jedem,
der ruhig, klar und ſachlich um ſich blickte, ſicher: das
be=
ſtändige Schimpfen und Toben nach rechts, das ewige
„beſſer wiſſen” macht für den Liberalismus keine Reklame.
Und andererſeits führt die ſo beliebte Weiſung nach
links, die gerade in Heſſen nie genua empfohlen werden
konnte, die Wählerſchaft ganz allmählich, aber dann ſicher
und für dauernd nach der äußerſten linken Ecke, zur
So=
zialdemokratie. Der Liberalismus hat zu viel gegen
rechts gekämpft und vor allem vergeſſen, eine Grenze zu
ſetzen, wie weit der liberale Wähler nach links laufen
ſolle.
Ob der 12. Januar die noch deutſch fühlende liberale
Wählerſchaft zum Denken und vernunftgemäßen Handeln
rzogen hat, oder ob noch weiter planlos und
unüber=
egt philoſophiſchen Ideen nachgeſtrebt und in „gelehrten
Worten” geredet wird von Seiten ſo mancher „Liberaler”
das wird die Zukunft in nicht zu ferner Zeit klarſtellen.
Der Stichwahltag wird bereits ein Bild davon geben,
wie viel „Liberale” noch Deutſche ſind und wie viel ſchon
innerlich der internationalen
Sozialdemo=
kratie verfallen ſind, der ſie ja weit näher ſtehen, als
dem bürgerlichen deutſchen Liberalismus. Dieſe
rein=
liche Scheidung muß baldigſt kommen zur
Geſund=
ung eines vernünftigen Liberalismus. Wer der
Sozial=
demokratie näher ſteht, als dem liberalen Bürgertum,
hänge ſich nicht an deſſen Rockſchöße, ſondern habe den
Mut, ſich offen als Sozialdemokrat zu bekennen! Möge
der 22. Januar der Beginn dieſes Umſchwungs ſein!
Ein ehrlicher liberaler Deutſcher.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für dſe Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktiet.
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Das Polizeiamt Darmſtadt erläßt unterm 11.
Ja=
nuar d. J. eine Aufforderung an die hieſigen
Grund=
ſtückseigentümer, die Keller wegen der angeblichen
Schna=
kenplage ausbrennen zu laſſen oder die hohe Strafe von
30 Mark zu zahlen. Wenn das Ausbrennen der Keller
jetzt zum Wohle der Allgemeinheit geſchehen ſoll, ſo ſollen
doch auch ſämtliche Beſitzer von Kellern, alſo auch die
Mieter, die Sache mit übernehmen. Weßhalb legt man den
Hausbeſitzern allein wieder neue Koſten auf? Dieſelben
haben mehr wie genug.
— Es wäre ſehr angebracht, wenn von Seiten der
Großh. Behörde doch die geſetzlichen Beſtimmungen über
die Veranſtaltung von Konzerten, Tanz uſw. betr. Löſen
der Stempelgebühren an einer Allen zugänglichen Stelle
bekannt gegeben würden und ganz beſonders die neu
dazu gekommenen Sonderbeſtimmungen.
Einer, der darin ſehr viel Unterſchied wahrgenommen hat.
Die Reichstagswahlen in franzöſiſcher
Beleuchtung.
H. B. Paris, 15. Jan. Von zwei Geſichtspunkten
aus betrachtet man in hieſigen politiſchen Kreiſen die
diohrrigen Reichstags=Wahlergebniſſe und die Ausſichten
für die Stichwahlen. Man fragt ſich, ob in abſehbarer
Zeit eine Art Hegemonie des deutſchen Sozialismus auf
dem Kontinent ſich fühlbar machen werde und welche
Folgen dies für die weitere Entwickelung des
franzö=
ſiſchen Sozialismus haben könnte. Ferner fragt man
ſich: Werden die deutſchen Sozialiſten ungeachtet ihres
numeriſchen Anwachſens im Reichstage fernerhin ohne
nennenswerten Einfluß auf den Kurs in der
gegenwär=
tigen Politik Deutſchlands bleiben? Mit der
Beantwor=
tung der erſten Frage, ſo wird hier ausgeführt, müſſe
man zuwarten, bis der für nächſten Monat nach Lyon
einberufene Kongreß der in Gemeindeämtern tätigen
So=
zialiſten Frankreichs dazu Stellung genommen hätte. Die
zweite Frage gibt dem Journal des Debats und anderen
Blättern Anlaß zu Betrachtungen, nach denen die deutſche
Sozialdemokratie andere Ziele verfolgen müſſe, als die
ausſichtsloſe Einmiſchung in die auswärtigen
Angele=
genheiten. Der Temps ſagt, es liege ein gewiſſer Troſt
für Frankreichs Staatsmänner in dem Bewußtſein, daß
auch ihre Kollegen des Nachbarlandes vor ſchwere
Auf=
gaben der inneren und äußeren Politik geſtellt ſeien.
Die Revolution in China.
* Peking, 14. Jan. Eine neuerdings abgehaltene
Verſammlung von Mandſchus aller Klaſſen iſt zu dem
Schluß gelangt, daß die Abdankung der Dynaſtie
notwendig ſei, um das Land vor einem völligen Chaos
zu bewahren. Die Mandſchu=Truppen und die Mandſchu=
Bevölkerung in Peking haben ſich entſchloſſen, ſich dem
chineſiſchen Volke anzuſchließen. Wie verlautet, hat die
Kaiſerin=Witwe eingewilligt, zurückzutreten, und
Juan=
ſchikai nur gebeten, für ihren und des Kaiſers Unterhalt
die beſtmögliche Vereinbarung zu treffen.
* Peking, 14. Jan. Telegramme aus den
Provinzen melden Fälle von Mord, Raub,
Brand=
ſtiftung, und fügen hinzu, daß Hunderte von Frauen
Selbſtmord begehen, um Gewalttätigkeiten zu entrinnen.
* Peking, 15. Jan. Die Frage der
Abdan=
kung des Kaiſers wurde gewiſſen fremden
Regie=
rungen vorgelegt. Juanſchikai wünſcht eine anſehnliche
fremde Anleihe und glaubt dies zu erreichen, wenn ſie
mit der Abdankung zuſammenfällt. Die Geſandtſchaften
glauben indeſſen nicht, daß eine Anleihe unmittelbar zu
Stande kommen werde, und in dieſem Falle wird
Juan=
ſchikai ſich wahrſcheinlich zugleich mit dem Thron
zurück=
ziehen.
* Peking, 15. Jan. Nach einer Meldung aus
Schanghai ſollen 11 Transportſchiffe unter
Beglei=
tung von ſechs Kreuzern nach Tſchifu gehen. Die
Revo=
lutionäre bereiten den Marſch nach Peking in vier
Rou=
ten vor.
* Hankau, 14. Jan. Die Revolutionäre
rücken nach Wutſchang gegen Siaokan vor. Die
kai=
ſerliche Baſis befindet ſich an der Linie von Peking
nach Hankau, etwa 40 Meilen nördlich von Hankau. Die
Rebellen, angeblich 25000 Mann ſtark. hoffen dort die
Kaiſerlichen anzugreifen, wenn nicht Wutingfang ſofort
einen Gegenbefehl erteilt. Drei Diviſionen Kaiſerliche,
die letzte Woche Siaokan verließen, ſtießen am
Donners=
tag bei Mientſchin auf die Schenſi=Rebellen und
ſchlu=
gen ſie.
* London, 15. Jan. Blättermeldungen zufolge
gehen ſofort ewei Bataillone Infanterie von
Bombay nach China ab.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Heidelberg, 15. Jan. Der noch kürzlich anläßlich
ſeines 80. Geburtstages zum Hofrat ernannte
Sanskrito=
loge der Heidelberger Univerſität, Profeſſor Dr.
Lef=
mann, iſt in der Nacht vom 14. zum 15. Januar an einer
Lungenentzündung geſtorben.
* Bergzabern, 15. Jan. Die
Reichstagsſtich=
vahl im dritten pfälziſchen Wahlkreis Germersheim
zwiſchen dem Kandidaten des Zentrums und den
Natio=
talliberalen und die Stichwahl im vierten pfälziſchen
Wahlkreis Zweibrücken zwiſchen dem Kandidaten des
Zentrums und den Nationalliberalen findet am 20.
Ja=
tuar ſtatt. Der Termin für die Stichwahl im Wahlkreis
Neuſtadt=Landau iſt vorausſichtlich ebenfalls der 20.
Ja=
nuar, iſt jedoch noch nicht endgültig feſtgeſetzt.
* Böblingen, 15. Jan. Als zwei Arbeiter den
Dienſt=
necht Prommer aus Tainach dabei ertappten, als er in
der Nähe von Unteraichen ſeine von einem Diebſtahl
her=
rührende Beute in Sicherheit bringen wollte, gab der
Dienſtknecht einen Revolverſchuß ab, der einen
Ar=
beiter in den Magen traf und ihn ſo ſchwer verletzte, daß
er auf dem Wege ins Krankenhaus ſtarb. Der Forſtwart
Reeß von Rohr bemerkte heute früh im Walde einen Mann,
der, als er den Forſtwart ſah, die Flucht ergriff. Der
Forſtwart ſetzte ihm jedoch nach, wobei der Flüchtige einen
Schuß auf ihn abgab, der ihn in der Hüftengegend ſchwer
verletzte. Auch der Forſtwart gab auf den Flüchtigen
einen Schuß ab, ohne ihn jedoch zu treffen. Man
ver=
mutet in dem Flüchtigen den Dienſtknecht Prommer.
* Brüſſel, 15. Jan. Auf Wunſch des Miniſters des
Aeußern ſoll eine Verkehrsordnung für
Luft=
fahrzeuge ausgearbeitet werden. Der Miniſter hat
ſeinen Kollegen der öffentlichen Arbeiten erſucht, eine
dies=
bezügliche Kommiſſion einzuſetzen, welche Vorſchläge
unter=
breiten ſoll. Er begründet dieſe Maßregel mit den
Pflich=
ten, die Belgien als neutrales Gebiet zu erfüllen habe.
* Madrid, 15. Jan. Canalejas bildete das Kabinett
mit den bisherigen Mitgliedern.
* Konſtantinopel, 15. Jan. Der Tanin, der die
vor=
geſtrige Abſtimmung in der Kammer beſpricht, ſtellt feſt,
daß die Jungtürken noch über eine Kammermehrheit
ver=
fügen, und glaubt, der Sultan werde die Auflöſung
anordnen. Die oppoſitionelle Preſſe meint, der Senat
könne ſich mit der Kammerauflöſung nicht befaſſen, bevor
entſchieden ſei, ob das Vorgehen den Geſetzen entſpreche.
In der Stadt herrſcht Ruhe.
— Berlin, 15. Jan. Nach Bekanntwerden des
Wahl=
ergebniſſes im Wahlkreiſe Anklam=Demmin richtete der
Reichskanzler an den Präſidenten des früheren
Reichstages Grafen von Schwerin=Löwitz
fol=
gendes Telegramm: Hoch erfreut über Ihren Sieg ſpreche
ich Eurer Exzellenz meine herzlichen Glückwünſche aus.
Ich erblicke in Ihrer Wiederwahl ein gutes Omen für die
Zukunft. Mögen nun bei den Stichwahlen die
bürger=
lichen Parteien zur Beſinnung kommen. — Graf von
Schwe=
rin=Löwitz erwiderte Herrn von Bethmann=Hollweg: Eurer
Exzellenz geſtatte ich mir, für Ihren ſehr gütigen
Glück=
wunſch zu meiner Wahl den allerherzlichſten Dank
aus=
zuſprechen. Gott gebe, daß die bürgerlichen Parteien jetzt
noch vor den Stichwahlen den Ernſt der Lage erkennen
möchten.
— Berlin, 15. Jan. In einem Hotel in der
Fried=
richſtraße wurde der auf der Durchreiſe befindliche
Kauf=
mann Benno Meiſel verhaftet. Meiſel machte
aller=
hand Geſchäfte, insbeſondere Güterverkäufe und hielt ſich
in London und Wien auf. Er iſt beſchuldigt, vor einigen
Jahren in Hannover einen Mann durch
Patentſchwin=
deleien um 150000 Mark betrogen zu haben. Er führte
Wertpapiere in Höhe von anderthalb Millionen Mark
mit ſich. Meiſel beſtreitet, ſchuldig zu ſein und erbot ſich,
eine Kaution zu ſtellen; er bleibt aber in Haft.
— Rixdorf, 15. Jan. In einer Fabrik für
Automo=
bilteile in der Claſowerſtraße erkrankten vier Arbeiter
unter Vergiftungserſcheinungen; ſie konnten durch
ärzt=
liche Hilfe wieder hergeſtellt werden. Es ſcheint
Vergif=
tung durch giftige Gaſe vorzuliegen.
— Chemnitz, 15. Jan. In Nieder=Schlema wurde der
57jährige Werkmeiſter Nettel von der Papierfabrik
Leonhard mit eingeſchlagener Schädeldecke
aufgefunden. Da ſich bei dem Ermordeten der
Arbeits=
lohn noch vorfand, ſcheint Raubmord nicht vorzuliegen.
— Züllichau, 15. Jan. Reichsgraf G. K. v.
Schmet=
tow, Mitglied des preußiſchen Herrenhauſes, iſt auf
Pommerzig im Alter von 65 Jahren geſtorben.
— Eſſen, 15. Jan. In Caternberg überfiel der
25jährige Fabrikarbeiter Dorn den Arbeiter
Sili=
dete ihn durch Hammerſchläge.
Der Täter konnte verhaftet werden. Er gibt an, aus Rache
gehandelt zu haben.
— Paris, 15. Jan. In Tour wurde ein reicher
Pri=
vatmann, der öffentliche Ehrenſtellen bekleidete,
verhaf=
tet. Er hat ſeit einem Jahrzehnt im Departement Loire
zahlreiche Diebſtähle, wobei ihm Hunderttauſende in die
Hände fielen, verübt. Er behauptet, aus den Diebſtählen
einen Sport gemacht zu haben.
— Rouen, 15. Jan. Als die Schauſpielerin Lecrauche
auf ihren Wunſch mit einem Dompteur einen
Löwen=
käfig betrat, wurde ſie von den Beſtien angefallen und
zerfleiſcht. Die Verletzungen waren ſo furchtbar, daß
ſie bald darauf ſtarb. Einer der Löwen mußte erſchoſſen
werden, bevor es gelang, die Unglückliche zu befreien.
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 16. Januar:
Wechſelnd bewölkt, trocken, kalt.
Kein Haarausfall mehr,
nachdem erwieſen iſt, daß die
Kräuterauszüge in dem
welt=
bekannten Haarpflegemittel
Javol das Haar meiſt in ſeiner
natürlichen Farbe bis ins
ſpäte Alter hinein zu erhalten
vermögen. Zwecklos iſt ess
allerdings, mit der Pflege erſt
bei ausgebildeter Glatze zu
be=
ginnen. Wer klug iſt, beugt vor und pflegt ſein Haar
rechtzeitig mit „Javol” ſonſt iſt bei den Schädigungen
unſerer heutigen Lebensweiſe die Glatze bei jedem Manne
unausbleiblich. „Javol” wird nur in Originalflaſchen
zu 2 Mark und in Doppelflaſchen zu 3,50 Mark
ver=
kauft. Es wird fetthaltig für trockenes, ſprödes und
fett=
frei für fettreiches Haar hergeſtellt. Ueberall zu haben.
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Es ist ein uralter Widerspruch,
daß alle Vergnügen des Menſchen auch die
größten Gefahren in ſich ſchließen. Ob ſich’s nun
um Bälle, um Eisſport und Schlittenfahrten
handelt — immer iſt die Möglichkeit vorhanden,
daß man ſich tüchtig erkältet und das Vergnügen
in langer Stubenhaft, mit Schmerzen und den
läſtigen Erſcheinungen ſchwerer Katarrhe büßen
muß. Darum ſollte man bei allen ſolchen
Ver=
anſtaltungen immer Fays ächte Sodener Mineral=
Paſtillen benützen, die in ihrer bequemen
An=
wendungsform kein Vergnügen ſtören und doch die
Gefahren ganz erheblich herabſetzen. Fays Sodener
kauft man überall für 85 Pfg. die Schachtel. (1829Mf
Bei der gegenwartigen Teuerung
macht eine rühmliche Ausnahme Naumann’s „Fauſtring”
Lanolinſeife, denn bei unverminderter Güte koſten
nach wie vor 5 Stück nur 95 Pfg. und 20 Pfg.
das Einzelſtück.
(110M
CARNIUETUTWUHE
Eine Flasche 60 Pfg. ersetzt eine Hausapotheke.
(1315
Karmelitergeist
iſt ſelbſt ein ſchönes Geſichr und
Wie haßlich eine zarte Hand, wenn die Haut
geſprungen. Darum beugen Sie vor und verwenden nur
Naumann’s „Fauſtring‟ Lanolinſeife: Stück 20 Pfg.
Paket à 5 Stuck ſogar nur 95 Pfg. in Drogerien,
Parfümerien und beſſeren Kolonialwarengeſchäften. (111M
Hotel Darmstädter Hof
Vornehmes Sälchen für
Vertobte
zur Abhaltung von Gesellschaften, Polterabenden und
Hochzeiten bestens geeignet. (130a
„Empfohlen durch den deutschen Offiziers-Verein‟.
Der heutigen Stadtauflage liegt ein Proſpett
der im Verlage Ullſtein & Co., Berlin,
erſcheinenden Wochenſchriften „Berliner Illuſtrierte
Zeitung” und „Dies Blatt gehört der Hausfrau”
bei. Wir empfehlen den Proſpekt der beſonderen
Be=
achtung unſerer Leſer.
(1866
Todes-Anzeige.
Freunden und Bekannten die traurige
Nachricht, daß unſere liebe gute Mutter,
Groß=
mutter, Schweſter, Schwiegermutter, Couſine
und Tante
B1880
Frau Mathzas Storcn Mir.e
geb. Wachsmuth
heute morgen ſanft entſchlafen iſt.
Darmſtadt, Bad=Nauheim, Butzbach, Berlin,
Frankfurt a. M., den 15. Januar 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Krauß, Großh. Ministerialrevisor.
Die Beerdigung findet in Darmſtadt ganz in
der Stille ſtatt.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute morgen entſchlief ſanft nach langem,
ſchwerem Leiden unſere liebe Großmutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante (B1878
Frau
Wilhelmine Abresch
geb. Winckler.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Hepriette Stauffer,
geb. Winckler.
Darmſtadt, den 15. Januar 1912.
Die Einſegnung findet Mittwoch, den 17. d. M.,
um 2¼ Uhr nachmittags, im Eliſabethenſtift
ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns betroffenen unerſetzlichen Verluſte
ſagen wir hiermit unſeren innigſten Dank. (B1856
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Ludwig Stier I.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer unvergeßlichen Gattin,
Mutter, Tochter, Schweſter, Enkelin, Schwägerin
und Tante
(1883
Frau Sophie Mutz
geb. Luft
ſagen wir unſeren innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Peter Mütz,
Eiſenbahn=Güter=Vorſteher.
Heute nachmittag 3½ Uhr verſchied nach
kurzem Krankenlager unſere innigſtgeliebte,
treubeſorgte Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter und Tante
(1868
Frau
Karoline Oppenheimer
geb. Eisemann
im Alter von 94 Jahren.
Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen:
M. Oppenheimer, Lehrer.
Darmſtadt, den 15. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
3 Uhr, vom Sterbehauſe Waldſtraße 34 aus,
ſtatt.
Blumen= und Kranzſpenden dankend verbeten.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute entſchlief ſanft mein guter Mann,
unſer lieber Vater, Schwiegervater u. Großvater
Herr Josef Eisvogl.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 15. Januar 1912.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den
17. ds. Mts., vorm. 11 Uhr, vom Portal des
Friedhofes aus, ſtatt.
(*1154
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Mitteilung, daß uns unſer lieber
guter Sohn, Bruder, Schwager und Enkel
Georc
am Sonntag, den 14. ds. Mts. durch einen
jähen Tod entriſſen wurde.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Georg Merlau 1.
Arheilgen, den 15. Januar 1912.
Die Beerdigung findet heute Dienstag, den
16. d. M., nachmittags 4 Uhr, ſtatt. (1884
Dankſagung.
Für die uns beim Ableben meiner lieben
Frau in ſo reichem Maße bewieſene herzliche
Teil=
nahme ſprechen wir hierdurch unſeren innigſten
Dank aus.
(1861
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ph. Haller,
Eiſenbahn=Oberſekretär.
Darmſtadt, den 15. Januar 1912.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Außer Abonnement):
„Der Graf von Luxemburg”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lieder=Abend von Suſanne Deſſoir um 8 Uhr in
der Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Luſtige Simpliciſſimus=Spiele um 8¼ Uhr im
„Kaiſerſaal” (Münchener Künſtler).
Verkündigung des amtlichen
Reichstagswahlergeb=
niſſes um 9 Uhr Neckarſtraße 3.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Ulr im Reſtaurant „Metropol”
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
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von Siam, Ruinen des römiſchen Kaiſerpalaſtes in
Trier und Lincolns Geburtshaus.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 17. Januar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Faſelvieh=Verſteigerung um 11 Uhr
Beſſunger=
ſtraße 60, um 11¾ Uhr Arheilgerſtraße 43.
Holzverſteigerung um ½9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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(2 Markſt.) aufgehoben, wird
ge=
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(*1146
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Ende 1911.
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Sie koſtenl. Zuſendung des Proſpektes 12.
Kaufmännischer Verein Frankfurt a. M.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Januar 1912.
Seite 10
Nummer 13.
Knorr-
Hafermehl
und
Reismehl
dankenihren Weltruf demhohen
Hänrenledrieſchten ſerchen.
lichkeit und der gewissenhaften
Auswahl des Rohmaterials.
Eitichen
Lkt. Der Termin für die Bennet=
Ren=
nen der Freiballons wurde jetzt auf den 27.
Oktober angeſetzt. Als Startort wurde ſchon früher
Stuttgart gewählt, wo auch der diesjährige Deutſche
Luftſchiffertag vom 25. bis 27. Oktober abgehalten
wer=
den ſoll.
sr. Das erſte Opfer des Flugſports 1912
wurde der franzöſiſche Flieger Ruchonnet, der auf dem
FFlugfelde von Vidamee in Frankreich mit einem
Mono=
plan eigener Konſtruktion verunglückte. Ruchonnet
kreiſte über dem Flugfelde in einer Höhe von 180
Me=
tern, als der Monoplan plötzlich nach vorn
überſtürzte und wie ein Pfeil zu Boden ſchoß. Die
Urſache des Unfalles konnte bisher nicht feſtgeſtellt
wer=
den. Ein Bahnwärter und ein Hirt waren die einzigen
Augenzeugen, nach deren Ausſagen man annehmen muß,
daß die Steuerung der Flugmaſchine verſagte. Vom
Flugplatze nach der Unfallſtelle eilende Perſonen fanden
den Flieger mit gebrochenem Schädel tot unter
den Trümmern ſeiner Maſchine.
Sport.
— Die Berliner Fußball=
Meiſter=
ſchaftsſpiele wurden am Sonntag fortgeſetzt. Vik=
toria ſiegte in überlegener Weiſe gegen eine ſchwache
Germania=Mannſchaft 1011 (Halbzeit 611). Unerwartet
hoch gewann auch Preußen über Minerva 411. Minerva
führte bis zur Pauſe 1:0. Infolge einer Verletzung des
Mittelſtürmers von Minerva wurde der Angriff
lahm=
gelegt und Preußen erzielte 4 Tore. Favorit unterlag
mit 211 gegen Britannia. Favorit führte bis zur Pauſe
mit 1.0, konnte aber einen knappen Sieg von Britannia
nicht verhindern. Mit demſelben Reſultat war Sport=
Klub Charlottenburg gegen Alemannia und Tasmania
gegen Viktoria (Spandau) erfolgreich. Hertha ſiegte
mit 3:0 über Rapide. Tennis Boruſſia hatte im
Ber=
liner Sport=Klub einen ziemlich ebenbürtigen Gegner.
Tennis Boruſſia gewann mit 3:2, nachdem der Kampf
bei der Pauſe noch unentſchieden 111 war. Union
er=
litt mit 4.2 gegen Vorwärts eine unerwartete
Nieder=
lage.
* Die Berliner Hockeyſpiele um die
Ver=
bands=Meiſterſchaft wurden am Sonntag mit zwei
wei=
teren Spielen fortgeſetzt. Der Berliner Sport=Klub
ſiegte überlegen mit 7.2 über den Berliner Hockey=
Ver=
ein und Preußen gewann kampflos, da Komet nicht
antrat.
sr. Meiſterſchaft des Deutſchen
Eis=
lauf=Verbandes. Die vom Berliner Eislauf=
Verein 1886 veranſtalteten Wettlaufen um die
Meiſter=
ſchaft des Deutſchen Einslauf=Verbandes im
Schnell=
laufen kamen am Samstag und Sonntag, 13. und 14.
dieſes Monats auf der Sport=Eisbahn am
Kreuzberg zum Austrag. Das Rennen, das dem Sieger
außer dem Meiſtertitel noch einen Wanderpreis des
deutſchen Kronprinzen einbrachte, wurde in drei
Läu=
fen über 500, 5000 und 1500 Meter beſtritten. Den erſten
Lauf über 500 Meter brachte Grell (Charl. Sp.=Kl.) mit
der beſten Zeit von 54½ Sekunden an ſich. Zweiter
Merker (M. E.=V.) 55 Sekunden, dritter Freytag 57
Se=
kunden. Beim zweiten Lauf über 5000 Meter erzielte
der Hamburger Schulze mit 10 Minnten 32,4 Sekunden
die ſchnellſte Zeit; Grell benötigte 10:45 und Knud
10146,4. Den Beſchluß des erſten Tages bildete ein
Ju=
nior=Laufen über 500 Meter, das H. Stutz II. in 54½
Sekunden ſicher vor H. Homuth I. 57,1 Sekunden und
W. Himpe 1 Minute ¾ Sekunden gewann. Der
Sonn=
tag brachte am Vormittag den letzten Lauf der
Meiſter=
ſchaft über 1500 Meter, der überraſchenderweiſe den
Münchner Merker in 2 Minuten 57½ Sekunden als
Sie=
ger ſah. Zweiter Leonard (Charl. Sp.=Kl.) 3:09½,
dritter Stutz II. (Berliner Eisl.=V. 86) 3:10. Grell
ſtürzte und konnte daher erſt als Siebenter plaziert
wer=
den. Die Punktwertung ergab dann den Sieg von
Merker (M. E.=V.) mit ſieben Punkten von O. Schulze
(S. C. Sp.) 10 P., W. Grell (Ch. S.=K.) 10 P., Knud
(B. E.=V.) 11 P. und Freytag (E.=V. B.) 13 Punkte.
Pfr. Das internationale Meeting an
der Riviera erreichte am Sonntag mit der
Ent=
ſcheidung des mit 100 000 Francs ausgeſtatteten Grand
Prix ſeinen Höhepunkt. Für das über 4400 Meter
führende Rennen wurden 12 Pferde geſattelt, von denen
Monſieur A. Veil=Picards Blaqueur als Favorit
ſtar=
tete. Der alte Fuchshengſt lief ein gutes Rennen,
er=
lag aber zum Schluß ſeiner hohen Bürde und mußte
ſich mit dem vierten Platz begnügen. Der Sieg fiel an
Monſ. J. Henneſſys Ray Graß, auf dem Jockei A.
Car=
ter wieder einen hervorragenden Ritt abſolvierte. Nach
glattem Start führte Lucullus III vor ſeiner Stall=
grfährmn 2ärgentiere, danr foiglen Renoria mun mit.
mamoto vor den übrigen mit Clanniſh zum Schluß. Am
Fluß ſtürzte Ma Fillo und bald darauf kam auch Petit
Due zu Fall. Die Reihenfolge veränderte ſich wenig.
Ray Graß gewann mit zwei Längen gegen
L’Argen=
tiere II. Hopper rückte zum Schluß auf und beſetzte
anderthalb Längen hinter der Stute des Monſ. A. Veil=
Picard den dritten Platz. Dann folgte Blagueur vor
Lucullus III, Kumamoto und Mais II.
Literariſches.
— Die Blümlein des Heiligen Franzis= von Aſſiſi. Uebertragen von Rudolf G.
Bin=
ding. Mit 84 Zeichnungen von Karl Weidemeyer=
Worpswede. Leipzig, im Inſel=Verlag. In Pappband
3 Mk. Die Sammlung der italieniſchen Volkslegenden
von Franz von Aſſiſi ſind wohl das klaſſiſchſte Werk ihrer
Art. Der Inſel=Verlag ſchafft hier eine wirkliche
Völis=
ausgabe der Fioretti” ein glücklicher Gedanke, zumal da
man die Illuſtration richtig als notwendigen Beſtandteil
des wirklichen Volksbuches erkannt und in dem
Worps=
weder Maler K. Weidemeyer einen Zeichner gefunden hat,
der ſeine Aufgabe unaufdringlich und doch erſchöpfend zu
löſen verſtand.
Gewimanerng
der
220. Löniglich Breußiſchen Klaſſenlotterie.
1. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 13. Januar 1912.
auf iede geogen Aummer ſind wei gleich hebe Gewine
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
Ehne Gewahr. u. Stal. ſ. 30)
Gachdmuck verwdoten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 5000 Mk. 136256
4 Gewinne zu 500 Mk. 40317 156280
6 Gewinne zu 400 Mk. 18350 71464 162576
18 Gewinne zu 300 Mk. 16400 55087 60770 62871
120806 161338 166427 166749 181026
32 Gewinne zu 200 Mk. 13580 14803 28420 71177
73590 74655 94893 99171 107359 108782 108668
114046 120713 131733 132132 167887
70 Gewinne zu 100 Mk. 10189 14050 17325 21149
61612 59354 62460 63172 65632 69910 72810 86185
89045 92661 97689 97922 98395 99428 101125 106929
105270 112237 1102s 12215 122956 191901. 18630a
143777 146103 150607 152757 156855 165075 166036
172636
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 1000 Mk. 63490 156769
10 Gewinne zu 400 Mk. 23727 42532 115076 126768
134108
10 Gewinne zu 300 Mk. 92638 95476 137864
161387 183738
28 Gewinne zu 200 Mk. 16160 53023 56572 87631
90266 92186 111923 114169 117130 120698 g 136842
170883 17a165 186430
80 Gewinne zu 100 Mk. 4384 9715 15711 25770
26260 26663 30747 31281 31594 38736 45786 52120
6300 5525a 575d6 616z2 63124 70727 73005 31027
86174 86763 94256 98120 105295 107318 111486 114132
117240 119532 131367 133673 139363 142575 145320
149108 155025 163255 175018 179753
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H
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Inh. Paul Wädau
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Wudwigstr. 16.
30 0.
Dienstag, 16. Jannar.
1912.
16. Dezemnber 191.
Betreffend: Das Militär=Erſatz=Geſchäft für 1912; hier Aufſtellung der Stammrollen.
Der Zivil=Vorſitzende der Groß. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ichempfehle Ihnen, die Aufſtellung der Rekrutierungsſtammrollen für 1912
nun=
mehr alsbald vorzunehmen, ſodaß dieſelbe bis 15. Januar k. Js. erfolgt iſt und die
Einſendung unfehlbar bis zum 1. Februar k. J. ſtattfinden kann. Dabei verweiſe ich
Sie auf die genaueſte Beachtung der ergangenen Beſtimmungen, namentlich des § 46
peer Wehrordnung vom 22. November 1888 (Reg.=Blatt Nr. 68 von 1901), umſomehr
als alle nicht vorſchriftsmäßig aufgeſtellten Stammrollen zur Berichtigung und eventl.
vollſtändigen Umarbeitung, bezw. Neuaufſtellung zurückgegeben werden müßten.
Im weiteren wollen Sie für rechtzeitige ortsübliche Bekanntmachung der
Auf=
torderung Sorge tragen, daß in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar nicht
allein die Militärpflichtigen des Jahrgangs 1912 (die im Jahre 1892
Ge=
vorenen), ſondern auch diejenigen der Jahrgänge 1911 und 1910 (die im Jahre
1891 und 1890 Geborenen), ſowie überhaupt alle Militärpflichtigen, welche eine
end=
zültige Entſcheidung über ihre Dienſtpflicht durch die Erſatzbehörden noch nicht erhalten
paben, ſich bei der Bürgermeiſterei desjenigen Orts zur Stammrolle anmelden müſſen,
an welchem ſie ihren dauernden Aufenthalt haben. Auf dieſe letztere Beſtimmung
per § 25, 2 der W.=O. wird um ſo nachdrücklicher hingewieſen, als es ſchon häufig
vor=
nekommen iſt, daß Militärpflichtige aus anderen Kreiſen des Großherzogtums, obgleich
ie im diesſeitigen Bezirk ihren dauernden Aufenthalt nicht hatten, nur aus dem
Grunde in die Stammrollen des Kreiſes eingetragen worden waren, weil ſie ſich hier
zu ſtellen wünſchten. Dies iſt nicht ſtatthaft. Sie wollen daher Anträgen, welche in
Dieſer Beziehung an Sie geſtellt werden ſollten, unter keiner Bedingung ſtattgeben, die
Setreffenden Militärpflichtigen, bezw. deren Angehörige, vielmehr auf die beſtehenden
geſetzlichen Beſtimmungen verweiſen, ſowie darauf aufmerkſam machen, daß Leute,
relche im diesſeitigen Kreiſe nach den geltenden Beſtimmungen nicht
geſtellungspflich=
zig ſind und ſich dennoch hier zur Muſterung ſtellen wollen, zu derſelben nicht
zuge=
laſſen werden würden und ſich die daraus dann entſtehenden Nachteile ſelbſt
zuzu=
ſchreiben hätten
Ebenſo iſt es unter keinen Umſtänden angängig, daß umgekehrt Militärpflichtige,
welche in ihren Gemeinden dauernden Aufenthalt haben, die Anmeldungen deshalb
unterlaſſen, weil ſie ſich in ihren reſp. Heimatsgemeinden melden wollen oder gemeldet
Haben, um ſich demnächſt in ihrem Heimatsbezirk zur Muſterung ſtellen zu können. In
Fällen dieſer Art, welche Ihnen bekannt werden, ſind die Betreffenden von Ihnen zur
Meldung anzuhalten. Außerdem iſt eine von ſolchen Militärpflichtigen ſpäterhin, vor
Weginn der Muſterung, beabſichtigte Abmeldung nur dann entgegenzunehmen, wenn
Sie ſich die Ueberzeugung verſchafft haben, daß dieſelben tatſächlich außer Arbeit
ge=
ſtreten ſind und den Ort verlaſſen werden.
Insbeſondere aber wäre darauf zu achten, daß
I. die Entgegennahme der Anmeldung zur Stammrolle ſeitens der nicht am Orte
der Anmeldung geborenen Militärpflichtigen ſtets abhängig zu machen iſt:
a) bei den Militärpflichtigen des jüngſten Jahrgangs (hier 1912) von Vorlage
eines Geburtsſcheins (Auszug aus dem Zivilſtandregiſter), Taufſcheine,
Hei=
matſcheine, Abmeldebeſcheinigungen, Arbeitsbücher, ſowie anderweite, wenn auch
von Amtsſtellen ausgefertigte Beſcheinigungen oder Mitteilungen genügen nicht;
b) bei den Militärpflichtigen der älteren Jahrgänge (hier 1911, 1910 und event.
früher) von Vorlage des Loſungsſcheines?
II. genaues Augenmerk auf die Rechtſchreibung der Namen der Militärpflichtigen
zu richten iſt, ſowie auch darauf, daß der Geburtsort richtig bezeichnet und der
in Betracht kommende Verwaltungsbezirk (Kreis, Amtshauptmannſchaft,
Ober=
amt, Bezirksamt ꝛc) zutreffend angegeben wird; bei mehreren Vornamen iſt der
Rufname zu unterſtreichen:
III. a) der hauptſächliche oder alleinige Beruf ſoweit angängig, genau zu
be=
zeichnen iſt, z. B. Bäckergeſelle, Zigarrenarbeiter, Handlungsreiſender uſw.;
b) bei Arbeitern und Taglöhnern derienige Arbeits= oder Geſchäftszweig
anzugeben iſt in welchem dieſelben ſtändig oder meiſtens arbeiten (ob in
Landwirtſchaft, bei Forſt=, Garten=, Bau=, Eiſenbahn=, Chauſſee=, Hafen=,
Kanalarbeiten uſw.);
e) derjenige Beruf einzutragen iſt, welcher ſeit Verlaſſen der Schule die längſte
Zeit hindurch ausgeübt wurde:
d) ſpeziell in Hinſicht der Sattler, Schloſſer, Schmiede, Schneider, Schuhmacher,
Wagner und Zimmerleute feſtzuſtellen wäre, ob dieſelben dieſes Gewerbe
ordnungsmäßig gelernt haben, ſowie jetzt noch betreiben:
e) bei allen denienigen, deren Beruf dies annehmen läßt, insbeſondere aber
den in der Landwirtſchaft tätigen Militärpflichtigen durch Eintragung
des Vermerks m. Pf.; (mit Pferden) oder „o. Pf.; (ohne Pferde) in Spalte 8
erſichtlich zu machen iſt, ob dieſelben mit Pferden umzugehen verſtehen
oder nicht:
IV. bei den Namen derjenigen Militärpflichtigen, von welchen ſich ein Bruder im
aktiven Dienſt befindet oder ein ſolcher ſich gleichfalls bei der Muſterung hier
oder auswärts zu geſtellen hat, ein entſprechender Vermerk zu machen iſt.
Die Militärpflichtigen würden daher bei Anmeldung zu der Stammrolle in dieſer
Hinſicht zu befragen ſein;
V. bei den Namen derjenigen Militärpflichtigen, welche ſchon gerichtliche Strafen
Frhalten haben, dieſe unter Angabe des betreffenden Gerichts und Datum des
Urteils einzutragen ſind, auch anzugeben iſt, ob die Strafe verbüßt iſt.
Indem ich Ihnen ſchließlich noch empfehle, bei der von Ihnen zu erlaſſenden
Aufforderung wegen Anmeldung zur Stammrolle zugleich auf die Strafen aufmerkſam
zu machen, weiche nach § 25, 11 d. W.=O. denienigen treifen, welcher die vorgeſchriebene
erläßt, beauſtrage ich Sie,
am Schluſſe der Stammrolle noch ausdrücklich zu beſcheinigen:
1. daß, bezw. wann die Aufforderung, ſich zur Stammrolle anzumelden, erfolgt iſt,
2. daß die in derſelben eingetragenen, nicht im Orte geborenen Militärpflichtigen
dort ihren dauernden Aufenthalt haben, bezw. in Arbeit ſtehen,
3. daß die in Ihren Gemeinden zuſtändigen, ſich jedoch daſelbſt nicht aufhaltenden
Militärpflichtigen angewieſen worden ſind, ſich bei der Bürgermeiſterei ihres
Aufenthaltsortes zur Stammrolle anzumelden.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
(860a
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum
einjährig=
freiwilligen Militärdienſt im Frühjahr 1912.
Diejenigen jungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Frühjahr 1912
ſtatt=
findenden ruhr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallſigen
Geſuche um Zulaſſung bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung
ſpäteſtens bis zum 1. Februar 1912
bei der unterzeichneten Kommiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüſungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum Heſſen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr
erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſtets die nähere Adreſſe angegeben wird.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber
getragen werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des
geſetzlichen Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber
gegen=
über zur Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die
Koſten von der Militärverwaltung beſtritten werden, er ſich dieſer
gegen=
über für die Erſatzpflicht des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten zur
Beſtreitung der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der
geſetzliche Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten
Verbindlichkeiten, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des
Geſetzes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder
notariellen Beurkundung.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit, oder
der vorgeſelten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
.4) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
5. In dem Geſuche iſt ferner anzugeben:
a) In welchen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch,
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) der ſich
Meldende geprüft ſein will.
b) Ob, wie oft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungs=
Kommiſſion bereits unterzogen hat.
6. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht worden,
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszeugnis
bei=
zulegen.
7. Es iſt nur zweimalige Teilnahme an der Prüfung geſtattet, eine dritte
Zulaſſung könnte ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde 3. Inſtanz genehmigt
werden.
Im weiteren weiſen wir darauf hin, daß Geſuche um Zulaſſung zu einer
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militärpflichtjahres — d. i. des Jahres, in
welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird — ſtattfindenden Prüfung, der Genehmigung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den Erſatz=Kommiſſionen des
Aufenthalts=
orts, nicht bei uns, einzureichen ſind, welche die Geſuche der Erſatzbehörde 3. Inſtanz
vorlegen werden.
Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehlt
ſich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſten
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald anhängig zu machen, andernfalls unter
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüſung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibt die
Prüfungs=Ordnung (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901) Aufſchluß.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfung
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüſung.
Darmſtadt, den 18. Dezember 1911.
Großherzogliche Prüfungskommiſſion für Einjährig=Freiwillige.
Der Vorſitzende:
von Werner, Regierungsrat.
(861a
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: Spitzhund, 1 Wolfshund, 1 Boxer. 1 deutſcher
Schäfer=
hund, 4 Pinſcher, 1 Jagdhund (zugelaufen). Die Hunde können von.
den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
(1825
Werktag, vormitags um 10 Uhr ſtat.
Oeffentliche Aufforderung.
Nach § 2 der Polizeiverordnung des Großh. Kreisamts
Darm=
ſtadt vom 11. März 1911 über die Bekämpfung der Schnakenplage
hat jeder Grundſtückseigentümer auf Aufforderung der
Ortspolizei=
behörde in den Kellern ſeiner Hofreite mindeſtens einmal in der dazu
geeigneten Zei und zwar bei Froſtwetter die überwinternden Schnaken
durch Ausbrennen oder, wo dies nicht angängig iſt, durch Ausräuchern
zu vernichten.
Wie fordern daher ſämtliche hieſigen
Grundſtückseigen=
tümer hiermit auf, ſchleunigſt und zwar ſpäteſtens bis zum 1. k.
Mts. das Ausbrennen der Keller vornehmen zu laſſen.
Das Ausbrennen der Keller geſchieht am beſten mit einer
Spiritusfackel, die man ſich leicht ſelbſt herſtellen kann. Man befeſtige
am Ende einer Stange Lappen, Werg oder einen ähnlichen Stoff,
tränkt dieſen mit Spritus und zündek ihn an. Vor einem
alzu=
reichlichen Tränken des Stoffes mit Spiritus wird nachdrücklich
ge=
warnt, da der Spiritus ſich beim Brennen ausdehnt und dann leicht
brennender Spiritus abtropft, wodurch Unfälle entſtehen können.
Ebenſo iſt es ſtets zu vermeiden, daß in der Nähe des Ausbrennenden
ein Gefäß oder eine Kanne mit Spiritus ſteht, weil die von dem Spiritus
ausgehenden Dämpfe an der offenen Flamme leicht entzündbar ſind.
Da bei dem Ausbrennen der Keller zur Vermeidung von
Brandfällen große Vorſicht geboten iſt, empfiehlt es ſich, das
Ausbrennen von Feuerwehrleuten vornehmen zu laſſen. Geſuche
um Ueberlaſſung von Feuerwehrleuten für genannten Zweck ſind
entweder an die zuſtändigen Polizeireviere oder direkt an die
ſtändige Feuerwache hinter der Stadtkirche (Telefon Nr. 1772)
zu richten. Die Koſten für das Ausbrennen (50 Pfennig für die
Stunde einſchl. Fackeln) ſind von den Grundſtückseigentümern
gegen Quittung an die Feuerwache zu zahlen.
Das Abbrennen der Schnaken, die erfahrungsgemäß in dunklen
Ecken und Winkeln in großen Haufen zuſammenſitzen, hat in der
Weiſe zu geſchehen, daß man an der höchſten Stelle des Kellers beginnt
und von da aus langſam an den Wänden herunterfährt. Man darf
auf keinen Fall unten anfangen, weil die anſteigende Wärme die
weiter oben ſitzenden Schnaken verſcheucht.
In Kellern, in denen Petroleum, Benzin, Spiritus oder
ähn=
liche feuergefährliche Stoffe lagern, muß das Ausbrennen wegen der
damit verbundenen Feuersgefahr unterlaſſen werden. Solche Keller
ſind auszuräuchern. Das Ausräuchern geſchieht am einfachſten mittels
Schwefels, der auf eine Pfanne, einen Tiegel oder einen Blechtopf zu
legen und anzuzünden iſt. Die Kellerluken und =Fenſter müſſen
vorher geſchloſſen werden.
Vom 1. Februar ds. Js. an werden Polizeibeamte und
Feuerwehrleute kontrollieren, ob die Grundſtückseigentümer ihrer
Verpflichtung zum Ausbrennen der Keller ſämtlich nachgekommen
ſind. Im Falle der Unterlaſſung wird das Ausbrennen der
Keller durch Feuerwehrleute auf Koſten der ſäumigen
Grund=
ſtücksbeſitzer ausgeführt werden. Die Eigentümer haben zu
dieſem Zwecke ihre Keller den Polizeibeamten oder
Feuerwehr=
leuten zugänglich zu machen. (§ 1 und 4 der genannten
Polizei=
verordnung.)
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der erwähnten
Polizeiverordnung können nach geeigneter Verwarnung mit
Geld=
ſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft werden.
Darmſtadt den 11. Januar 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
(1715soi
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, 17. Januar 1912, vormittags 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 („Zur Roſenhöhe‟)
verſchiedene Möbel, darunter:
vollſtänd. Bett, Nachtſchränkchen, Sofas,
Waſchſchränk=
chen, Waſchkommoden, Diwans, Pfeilerſchrank,
Kleider=
ſchränke, Schreibtiſch. Spiegeln, Bilder, 3 Raſierſeſſel,
Marmorplatte, Raſiergeſtell, Erkergeſtell, ferner 1 Fahr=
(1857
rad und verſchiedene Landauer und Coupees
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet
beſtimmt ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11. I.
Gebrauchter Altenſchraut zuf
kaufen geſucht. Offert. unter
B 60 an die Exv. ds. Bl. (*1143
Bebrauchter, gut erhalt.
Feder=
ſtoßkarren zu kaufen geſucht
Schillerplatz 2.
*1140id)
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a teilung A, wurden folgende
Eintragungen vollzogen:
Am 8. Januar 1912.
Neu eingetragen die Firma:
AlbertWeicker, Darmſtadt.
Inhaber: Albert Weicker,
Kauf=
mann in Darmſtadt.
Am 11. Januar 1912.
Neu eingetragen die Firma:
Karl Koch, Darmſtadt.
Inhaber: Karl Koch,
Kohlen=
händler in Darmſtadt.
Karl Koch Kohlenhändler
Ehe=
frau, Eliſabeth, geb. Schneider, in
Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin be=
(1821
ſtellt.
Gelöſcht die Firma:
Max Renn, Darmſtadt.
Darmſtadt, 12. Januar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
(Stadtwald).
Die für den 29. und 30. ds.
Mts. angekündigte
Holzverſteige=
rung findet am 22. und 23. ds.
Mts. ſtatt.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann. (1865
lle dieſenigen, die noch
Forde=
rungen an die „
Milchver=
wertungs=Genoſſenſchaft de.
Vereinigten Milchhändler” zu
machen haben, wollen dieſelben
bei Meidung der
Nichtberückſichtig=
ung binnen 10 Tagen auf dem=
Geſchäftszimmer der Genoſſenſchaft
Dieburgerſtr. 32, hier, glaubhaft
machen.
(1860imd
armſtadt, 15. Jan. 1912
Die Liguidatoren: J. V.=Maul
Handdruſch, abzug
Kornstroh, Mauerſtr. 20. (1853a
Brennholz=Verſteigerung Nr. 7.
(Stadtwald.)
Montag, den 22. und Dienstag, den 23. I. Mts.
jedesmal vormittags 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus Abtrieb und
Durch=
forſtung in dem Diſtrikt Dieterſchlag, Abt. 1 und 2 der Forſtwarte
Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr) verſteigert:
645 rm Buche, 16 rm Eiche,
Scheiter:
263 rm Buche, 48 rm Eiche,
Knüppel:
11 rm Eiche,
Reiſigknüppel:
Reiſig (Wellen): 687 Buche,
Stöcke (fein): 230 rm Buche.
Das Holz ſitzt größtenteils am Stellweg, der Erbacherſtraße
und dem Grenzweg am Spieß mit den laufenden Nummern 89 bis 558.
Am erſten Tag wird bis Nr. 339 (Abtriebsſchlag), am zweiten
das Holz aus der Durchforſtung von Nr. 340 ab verſteigert. Um
vorherige Einſicht wird gebeten.
Darmſtadt, den 12. Januar 1912.
(1850if
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 17. Januar 1912, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” dahier
(Obergaſſe), öffentlich gegen Barzahlung:
a) zwangsweiſe:
1 Waſchkommode, 1 Trumeau mit Spiegel, 1 Pianino,
2 Diwans, 1 Kanapee, 2 Vertikos, 1 Spiegelſchrank, 1
Trumeau=
ſpiegel, 1 Kaſſenſchrank, 1 Regulator, 2 Schreibtiſche,
1 Eisſchrank, 1 Waſchtiſch mit Spiegel, eine Partie
Schnitt=
waren, eine große Partie Weiß=, Kurz= und Wollwaren,
1 Geſtell, 30 Pfund Seife, 20 Buchſen Konſerven,
18 Flaſchen Spirituoſen, 1 Brotgeſtell, 1 Theke mit
Mar=
morplatte, 1 Papierabſchneider, 1 Fahrrad, 2 Mille
Cigar=
ren, ca. 1000 Stück Falzziegel, ca. 20 Meter Schieferſteine.
b) auf freiwilligen Antrag:
1 Billard mit Zubehör, eine Partie Flaſchen und Krüge,
eine Partie Bilder, 1 Korbflaſche, 8 Türabſchlüſſe, teilweiſe
mit Glasſcheiben, 2 Gaslüſter u. a. m.
Verſteigerung der in Fettdruck ausgeführten Gegenſtände findet
vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
(1863
Darmſtadt, den 15. Januar 1912.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 19. Januar l. Js., vormittags 9 Uhr
und nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Hauſe Stiftstrasse 1 die zum Nachlaß
des Frl. Adele von Muralt gehörigen Gegenſtände, als:
1 Diwan, 1 Sofa, 1 Chiffoniere, 1 Vertiko, 1 Tiſch mit
Auszug, 1 Salontiſch, 1 Klapptiſch, verſchiedene Ziertiſche,
2 Pfeilerſchränkchen, verſchied. Seſſel und Stühle, darunter
1 Klavierſtuhl, 1 Serviertiſch, 1 Hausapotheke, Regulator,
Spiegel, ſämtl. Bilder, Vorhänge, Teppiche uſw. und die
ganze Küchen=Einrichtung, 2 kompl. Betten mit Roßhaar=
Matratzen und Federbetten, 2 Nachttiſche, 2 Waſchtiſche
und ſonſtige kleine Möbelſtücke;
Porzellan, Glas, Kleider, Leib=, Bett= u.
Tiſchwäſche, ſehr gut erhalten, Nippſachen,
Bücher und Noten, ferner 1 Brillantbroſche, 1 gold.
Uhrkette und ſonſtige Schmuckſachen.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 16. Januar 1912.
(1844id
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
ſertigt
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Hess, Kirchſtraße 21. (1672a
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auf nominal M. 800000.− 4½ % zu 105% rückzahlbare,
hypothekarisch sichergestellte Teilschuldverschreibungen der
Verein für Zellstoff-Industrie Aktiengesellschaft
in Dresden.
Auf Grund der im Dresdner Anzeiger vom 16. d. M. veröffentlichten Zeichnungseinladung
die bei den Zeichenstellen au-liegt und auf die wir hiermit ausdrücklich verweisen,
legen wir hiermit von der obigen 4½%, zu 105 % rückzahlbaren Anleihe von M. 1 150000.—, deren
Zulassung zum Handel und zur Notiz an der Dresdner Börse beantragt wird, den
noch zur Verfügung stehenden Restbetrag von
(1824
nom. M. 800000.−
4½ % igen zu 105% rückzahlbaren Teilschuldverschreibungen
zur öffentlichen Zeichnung auf.
Die Anleihe wird an erster Stelle auf dem in Wildshausen, Ober-Leschen und Nieder-Leschen
gelegenen Fabrikbesitz der Gesellschaft sichergestellt.
An Dividenden wurden zuletzt 6½ %, 6½ %, 4 %, 6% und 8% verteilt.
Die Aktien — das Aktienkapital beträgt gegenwärtig M. 2000000 — sind an den
Börsen von Berlin, Dresden, Frankfurt a. M. und München notiert.
Die für die Anleihe von M. 1 100000 verpfändeten Objekte GGrundstücke,
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bäude, maschinelle Anlagen, Wasserkraft, Eisenbahnanlage u. s. w.) stehen mit rund 2½ Millionen
Mark zu Buche.
Die Anleihe ist am 1. April und 1. Oktober verzinslich und in Abschnitten zu M. 500.−
und M. 1000.— ausgefertigt.
Die Zeichnung erfolgt zu 101.25% zuzüglich 4½% Stückzinsen und Schlussnotenstempel
am Sonnabend, den 20. d. M.
in Darmstadt bei dem Bankhause Ferdinand Sander
sowie an einer Anzahl anderer Plätze. Früherer Schluss bleibt vorbehalten.
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Dresden, im Januar 1912.
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Kurſe vom 15. Januar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Staatspapiere. Ir Pro.
Tſche. Reichsſchatzanw. 100,10
½ Deutſche Reichsanl.. 91,60
do.
82,50
Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
do. Conſols . . . . 91,60
82,50
do. do.
Bad. Staatsanleihe . . 100,50
do.
93,70
do.
84,90
Bayr. Eiſenbahnanl. .101,20
90,20
do.
do.
80,40
Hamburger Staatsanl. 100,70
Heſſ. Staatsanleihe . . 100,60
do. do. (unk. 1918) 100,90
do.
90,30
2
do.
79,70
Sächſiſche Rente .
82,30
Württembergerv. 1907 101,50
do.
94,90
Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
Griechen v. 1887 . . 52,75
¾ Italiener Rente .
½ Oeſterr. Silberrente . 94,60
do. Goldrente . . 96,90
do. einheitl. Rente 91,20
3 Portug. unif. Serie I 65,10
do. unif. Ser, III 67,90
do.
Spezial.
Rumänier v. 1903 . . 101,40
do. v. 1890.
do. v. 1905. . 92,00
eit
4 Ruſſen v. 1880. . . . 92,40
Ruſſen v. 1902 . . . . 91,40
100,75
do. v. 1905 .
91,00
3½ Schweden. .
4 Serbieramort. v. 1895 87,30
4 Türk. Admin. v. 1903 85,25
4 do. unifiz. v. 1903 90,50
4 Ungar. Goldrente . . 92,50
4 do. Staatsrente 90,40
5 Argentinier . . . . . . 101,60
89,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 91,80
5 Chineſ. Staatsanleihe 100,00
94,40
do.
½
95,40
4½ Japaner
5 Innere Mexikaner . . 97,70
61,70
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 91,00
5 Gold=Mexikaner . . . 100,30
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
. 144,75
fahrt.
. 105,80
3 Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 403 115,00
Baltimore & Ohio. . 104,00
Gotthardbahn . . . .
In Vrn.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 154,50
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19,50
6 Pennſylvania R. R. 119,30
Induſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 202,00
3 Werger=Brauerei . . . 74,00
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 497,00
14 Fabrik Griesheim . . 259,00
27 Farbwerk Höchſt . . . 537.50
20 Verein chem. Fabriken
345,80
Mannheim
130,00
5 Lahmeyer .
161,50
7 Schuckert
12 Siemens & Halske. . 241,25
30 Adlerfahrradw. Kleyer 467,50
12 Bochumer Bb. u. Guß 230,25
207,75
17 Gelſenkirchen .
203,00
7 Harpener
15 Phönix, Bergb. u. Hüt=
. 257,30
tenbetrieb .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ., . 89,00
100,20
4 Pfälzer Prt. .
92,20
do.
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
do. ſteuerfrei . 96,45
5 Oeſterr. Staatsbahn. 104,40
96,20
do.
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,60
80,50
do.
55,80
do.
P
3 Raab=Oedenburger . . 78,00
89,90
Ruſſ. Südweſt..
4 Kronpr. Rudolfbahn . 96,50
In 1.
73,40
Livorneſer.
73,80
Miſſouri=Paciſie
Bagdadbahn Mk. 408 84,30
5 Anatoliſche Eiſenb.. . 98,30
101,00
5 Tehuantepec
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgef. 173,10
6½ Darmſtädter Bank. . 126,50
267,00
12½ Deutſche Bank
6 Deutſche Vereinsb. 125,00
10 Diskonto=Geſellſchaft 192,10
160,60
3½ Dresdner Bank
½ Mitteldeut. Kreditbk. 122,00
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 128,00
130,50
6½ Pfälzer Bank
139,00
6,45 Reichsbank
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 138,00
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
3½ do. S. 19. . . . . 90,10
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
89,75
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=B. 101,35
90,30
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
de.
3½g
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,50
3½
do. (unk. 1914) 89,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
90,60
3½
do.
Er 5251.
5I.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt
100,50
3½ de.
90,60
100,80
4 Frankfunt
3½ de.
96,10
4 Giehm
99,70
3½ 59.
90,20
4
99,60
3½
90,00
4 Har
100,00
½
90,00
-
-
3½
4
100,40
½½
90,40
4
100,00
3½
4 Münch
100,50
3½ Nanheim
90,00
4 Nürnberg.
100,20
3½ do.
90,90
4 Offenbach
-
3½ de.
91,30
4 Wiesba
101.60
3½ de.
90,10
4 Worms
-
3½ do.
-
4 Liſſabonar u. 1886.
81,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 168,20
3½ Cöln=Mindner . 100 136,10
5 Donau=Reg. fl. 100 160,00
3 Holl, Komm. „ 100
In Bes,
8 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . . . . . . 137,75
4 Oeſterr. 1860er Loſe 180,25
3 Oldenburger .
.127,50
2½ Raab=Grazer fi. 150 115,50
Unverzinsliche
Anlebensloſe.
Augsbusger
ft. 7 37,70
Braunſchweiger Tr. 20 211,00
Freiburges
Fs. 15 82,90
Fs. 45
Moiländes
da
Fs. 10 32,00
Meininges
ft. 7 36,00
Oeſterreichs à 1864 ₰ 100
de. ℳ. 1858 „ 100 456,00
Ungar. Gaaass „100
Benedigs
Frs. 30
Türkiſche
„ 400 170,60
Gold, Sülber und
Banknoten.
Engl. Sopereigns .
20,43
20 FaStücke
16,22
Oeſterr. 20=Kronen .
16,90
Amerrkaniſche Noten
4,19
Engliſche Noten
20,16
Frangsfiſche Noten
81,35
Holländiſche Roten .
169,45
Italieniſche Noten
80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
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Me nen ht . ee he He nesete
Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
25)
Yvonnes Geſichtchen war von einer Röte der
Verlegen=
heit übergoſſen. Was mußte er von ihr denken, in welcher
Weiſe er ſich die Zeit während der Abweſenheit ihrer
Brot=
herrin vertrieb!
Sie trat an den Flügel und klappte den Deckel zu.
Schade, daß Sie aufhören wollen. Ich habe ſo wenig
Zeit und Gelegenheit, gute Muſik zu hören, bin ſelbſt auch
nicht ausübend.
Das war doch keine gute Muſik!
Für mich, ja. Von ſchwerer, klaſſiſcher Muſik habe ich
nichts, da ich ſo wenig davon verſtehe. Aber eine weiche,
ſüße Frauenſtimme, die ein kleines, zu Herzen gehendes
Lied ſingt, iſt mir ein hoher Genuß. Und ich bitte Sie
herzlich, ſingen Sie mir noch ein Lied, ein ganz einfaches,
ohne viel Schnörkel und Verzierungen, und wenn es nur
iſt. Kommt ein Vogel geflogen!
Unwillkürlich mußte ſie in ſein Lachen mit einſtimmen,
aber noch immer zögerte ſie.
Oder können Sie keine deutſchen Volkslieder ſingen,
O doch, Herr von Steinhagen. So will ich es denn
verſuchen!
Ohne längere Ziererei ſetzte ſie ſich vor das
In=
ſtrument.
Was möchten Sie nun hören?
e e e e
ein Volkslied.
Yvonne ſann einen Augenblick; dann begann ſie mit
ihrer lieblichen Stimme: Es zogen drei Burſche wohl über
den Rhein!
Als ſie geendet, ſchwieg er, ſagte kein Wort. Sie ſtand
auf und ſchloß das Inſtrument.
Durch den leiſen Ton des zuklappenden Deckels ſchreckte
er auf. Es war, als habe er die ſoeben gehörten ſüßen
Töne noch in ſich verklingen laſſen wollen.
Merkwürdig, merkwürdig, ſagte er nur.
Verwundert ſah ſie ihn an.
Sie ſind doch Franzöſin, Ausländerin, Fräulein
Legene?
Meine Eltern waren Franzoſen; ich bin aber in
Italien, in Florenz, geboren, entgegnete ſie mit
nieder=
geſchlagenen Augen. Es widerſtrebte ihr, ihm die
Un=
wahrheit, zum Teil wenigſtens, ſagen zu müſſen.
Und doch können Sie ein deutſches Volkslied mit ſo
echt deutſchem Gemüt vortragen?
Aber, Herr von Steinhagen, die Kunſt iſt doch
inter=
national! Für ſie gibt es keine Landesgrenzen.
Er beachtete ihren Einwurf nicht.
Ich möchte faſt glauben, daß ein gut Teil deutſchen
Blutes in Ihnen ſteckt.
Faſt erſchreckt blickte ſie zu ihm empor. Sollte er etwas
ahnen? Hatte man etwas erfahren? Haſtig warf ſie
des=
halb ein:
Von meinem dreizehnen Jahre an bin ich in
Deutſch=
land und fühle mich auch wohl hier.
Und doch:
„Jaurais voulu comme elle
Suivre le méme chemint
Darin lag ſo viel Sehnſucht, Heimweh! Und forſchend
blickte er in ihre ſamtenen, voll aufgeſchlagenen Augen. Um
ihren feinen Mund zuckte es ſchmerzlich.
Ich darf keine Heimat haben, weil ich keine Heimat
habe, kein Heim, nur eben immer das, worin ich gerade bin.
Es klang ihm ſo herzerſchütternd traurig, wie ſie das
ſagte, daß er davon ergriffen wurde.
Armes Kind, kam es leiſe von ſeinen Lippen.
In dieſem Augenblick meldete Milli, daß ſerviert ſeit
die Tür des Speiſezimmers öffnend.
Ah, danke! Iſt gut! Ich habe mir nämlich einen kleinen
Imbiß zurechtmachen laſſen, Mademoiſelle. Vielleicht ſehe
ich Sie nachher noch einmal. Er verneigte ſich und ginge
Beim Vorübergehen flüſterte Milli Yvonne zu:
Na, die Gnädige wird froh ſein, daß der Herr ſie
nicht angetroffen hat. Für gewöhnlich gibt’s jedesmal
Krach, wenn er ſich mal blicken läßt.
Oh, nicht doch, Milli! wehrte Yvonne. Sie wollte
ſo etwas nicht hören; auf Dienſtbotengeklatſch ließ ſie ſich
nicht ein.
Gedankenvoll begab ſie ſich zurück ins Wohnzimmer,
aß das Obſt, das Milli ihr geſchält, und nahm dann ihre
Arbeit wieder zur Hand. Das alſo war der Herr! Sie
hatte ſich ihn eigentlich ganz anders vorgeſtellt; Photox
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wegen gänzlicher Geschäfts-Aufgabe.
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e e
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graphien von ihm hatte ſie bisher noch nicht im Hauſe
ge=
ſehen, im Gegenſatz zu den Damen, von denen es Dutzende
in allen möglichen Größen und Stellungen gab.
Lothar von Steinhagen war breit und groß, ſehr
groß; kaum bis zur Schulter reichte ſie ihm. Sie hatte zu
ihm aufſehen müſſen, als er mit ihr ſprach. Das Geſicht
war tief gebräunt und trug einen ſehr ernſten, doch gütigen
Ausdruck. Das ziemlich kurz gehaltene Haar zeigte an
den Schläfen einen ſilbernen Schimmer. Ein
wohlgepfleg=
ter, dunkelblonder Bart verdeckte ſein Kinn.
Nach ungefähr einer Viertelſtunde trat er zu ihr ins
Zimmer.
So, nun bin ich geſättigt und will mich empfehlen.
Sie hatte ſich erhoben. Iſt der gnädigen Frau etwas
zu beſtellen?
Bitte, mein Fräulein, behalten Sie Platz! Er zog,
trotzdem er doch geſagt, daß er gehen wollte, einen Seſſel
näher an den Tiſch und ließ ſich bequem hineinfallen.
Seine Blicke fielen da auf Yvonnes Arbeit
Was tun Sie denn da? Spielend nahm er einen der
Strümpfe in die Hand.
Ich will die Strümpfe ausbeſſern, entgegnete ſie leiſe
und verlegen.
Aergerlich warf er das dünne, ſeidene Gewebe von
iſich und runzelte die Brauen.
Ah, ſehr intereſſante Beſchäftigung — für Ihre
Abend=
ſtunden! wollte er noch hinzuſetzen; doch brach er kurz ab
und ſprang wieder auf. Mit heftigen Schritten durchmaß
er das Zimmer, blieb an einem Tiſchchen ſtehen, auf dem
Bücher lagen. Er blätterte darin, las die Titel und klappte
ſie ſehr geräuſchvoll wieder zu.
Yvonne beobachtete ihn ängſtlich. Er ſah ſo ſtreng,
faſt finſter aus.
Jetzt wandte er ſich wieder zu ihr.
Ich habe Ihnen noch gar nicht für Ihr Liedchen von
vorhin gedankt.
Beſcheiden wehrte ſie ab; es ſei nicht der Rede wert.
Wo ſind die Damen heut’?
Zur Geburtstagsfeier bei Frau Konſul Bethmann!
Ah — gut! Wollen Sie bitte ausrichten, daß ich
be=
dauere, die Damen nicht getroffen zu haben und ſie dafür
kommenden Sonntag draußen in Steinhagen erwarte!
Sehr gern will ich das beſtellen, doch fürchte ich —
Nun — was?
Die Damen ſprachen davon, am Sonntag zur
Nach=
feier des Geburtstages mit Herrn und Frau Konſul, ſowie
noch anderen Herrſchaften einen Ausflug mit dem Auto
nach der Eſchenburg zu machen.
So? Trotzdem aber erwarte ich die Damen bei mir.
Wollen Sie das beſtellen? Und Sie kommen ebenfalls mit.
Sehr gern, falls es die gnädige Frau geſtattet.
Wenn ich Sie einlade? Na, ich werde morgen
noch=
mals telephonieren. Was wollen Sie denn ſonſt den
lie=
ben, langen Sonntag beginnen? Wohl weiter Strümpfe
ſtopfen? fragte er mit grimmigem Humor. Alſo leben
Sie wohl und übermorgen auf Wiederſehen!
Er hielt ihr ſeine Rechte hin, unbefangen legte ſie ihre
Hand hinein, auf die er, gutmütig lächelnd, blickte. Wie
ein verlorenes Blumenblatt lag ſie in ſeiner großen,
kräf=
tigen Hand. Etwas länger wohl als nötig hielt er die
feinen Fingerchen Yvonnes feſt, und zögernd ließ er ſie
endlich fallen. Mit einem langen Blick umfaßte er noch
einmal das liebliche Mädchen, ehe er das Zimmer verließ.
Recht ungnädig nahm Frau von Steinhagen am
an=
deren Morgen die Einladung auf.
Haben Sie denn nicht geſagt, daß wir für Sonntag
ſchon verſagt ſind? herrſchte ſie Yvonne an.
Allerdings, gnädige Frau!
Daß auch ſie mit eingeladen war, wagte Yvonne
an=
geſichts der ſchlechten Laune der Gnädigen gar nicht zu
ſagen.
Na, chére maman, ich danke! Den ganzen Tag
Stein=
hagen zu genießen, das geht über meine Kraft! rief
Kon=
ſtanze. Um ſo mehr, da die Autotour ſo ſchön zu werden
verſpricht! Wir telephonieren einfach ab, wenn uns der
geſtrenge Herr anklingeln ſollte! Ueber acht Tage iſt ja
auch noch ein Sonntag, wo wir ihn mit unſerer
Gegen=
wart beglücken können!
Sie reckte und dehnte ungeniert ihre üppige Geſtalt
und gähnte vernehmlich. Fein war’s geſtern! Die
Beth=
manns verſtehen zu leben. Der Alte iſt einfach zum
Kü=
geln! Ob Kora Bethmann nicht eine Frau für Lothar
wäre?
Wo denkſt Du hin, Konny! Sie würde ſich da draußen
zu Tode langweilen, dieſes ſchicke, elegante Ding. Nein,
nein!
Da haſt Du ja recht! Ich meinte auch hauptſächlich
von wegen hier! Und ſie machte dabei eine Geberde des
Geldzählens. Wie die beiden nachher miteinander
aus=
kommen, kann uns ja gleichgültig ſein.
(Fortſetzung folgt.)
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strasse, ausgegeben.
Am Ballabend werden Karten nicht mehr ausgegeben.
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Freitag, den 19. Januar, abends 8 Uhr,
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Leopold Schutter, Gr. Hoflieferant. Ehisabethenstrasse und
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(1622sif
Die Selbstbefreiung von
Nervosität u. Seelenkonflikten
1. Vortrag: Mittwoch, den 17. Jan., abends 8¼ Uhr.
„Kaiſerſaal” (Fürſtenſaal), Grafenſtr. 20: Wie entwickele
ich die in mir ſchlummernden Kräfte zu Willensſtärke.
Nervengeſundheit, Lebensglück u. Gemütsruhe. —
Willens=
lähmung. — Willensgeſundung. — Die ſchöpferiſche Macht
der Leiden. — Die Sehnſucht. — Der Sinn der Welt. —
Das geheimnisvolle Geſetz vom Gegenwillen.
2. Vortrag: Donnerstag, den 18. Jan., abends 8¼ Uhr.
„Kaiſerſaal” (Fürſtenſaal), Grafenſtr. 20: Das Weltprinzip
der ausgleichenden Gerechtigkeit. — Die Befreiung von Neid
und falſchem Mitleid. — Tod und Unſterblichkeit.
Magiſche Kräfte in der Seele entwickelt durch Konzentration.
— Die Gefahr der falſchen Konzentration für das
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Weltanſchauungslehre für Nervöſe u. Seelenleidende‟ Mk. 1.—
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reserv. Platz Mk. 2.—.
Abendkasse: Mk. 2.—. reserv.
Pfatz Mk. 3.—.
Der grosse
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Rob. Schneider (Zigarrenfiliale Feitler),
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Ramstädter-
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*
Luxemburg
C
Fürſt Baſil
Baſilo=
witſch
Hr. Jordan
Gräfin Staſa
Ko=
kozow
.Fr. Rudolph
Armand Briſſard,
Maler
.Hr. H. Hacker
Angele Didier,
Sangerin v. der Fr.
Speiſer=
großen Oper in
Suchane!
Paris
Juliette Vermont Frl. Grünberg
Sergei
Mentſchi=
kof, Notar.
Hr. Peterſen
Pawel von
Paw=
lowitſch, ruſſiſch.
Botſchaftsrat . Hr. Bernhardt
Pélegrin,
Muni=
zipalbeamter . Hr. Hoff
Anatol Saville z Hr. Kräger
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Charl. Lavigne — Hr. Dobski
Rob. Marchandi Hr. Waigandt
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Sidonie S — Frl. Daniel
Marquis
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neuf
Hr. Indorf
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Der Menager des
Grand Hotel. . Hr. Klotz
Jules, Oberkellner Hr. Jungmann
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Malers Briſſard. Der 2. Akt im
Palais der Sängerin Didier. Der
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Mittwoch, 17. Jan. 93. Ab.=V.
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