Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoneen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Neubildung des franzöſiſchen
Kabi=
netts hat Poincaré übernommen, nachdem Bourgeois
und Delcaſſé abgelehnt haben.
Die Spitzbergenkonferenz der Staaten
Nor=
wegen, Schweden und Rußland tritt heute in
Chri=
ſtiania zuſammen.
Die türkiſche Kammer lehnte mit 125 gegen 105
Stimmen die Verfaſſungsänderung ab.
In New=York herrſcht infolge der grimmigen Kälte
großes Elend.
Die Revolutionäre in China haben den
Kabi=
netten der Mächte eine Mitteilung von dem
Zuſammen=
tritt der Nationalverſammlung und der Einſetzung der
republikaniſchen Regierung in Nanking zugehen laſſen.
Die Spitzbergenkonferenz.
A. Aus Chriſtiania, 12. Januar, wird uns
geſchrieben: Am 15. Januar wird in der
nor=
wegiſchen Hauptſtadt wieder eine
Spitzbergen=
konferenz zuſammentreten, welche als eine
Fortſetz=
ung derjenigen Konferenz betrachtet werden kann, die
bereits im Sommer 1910 hier tagte. An der Konferenz
nehmen jetzt, wie damals, ausſchließlich Vertreter
Nor=
wegens, Schwedens und Rußlands teil, und zwar für
Norwegen der norwegiſche Geſandte zu Kopenhagen,
Herr Dr. jur. Hagerup, für Schweden und Rußland die
Geſandten dieſer beiden Länder in Chriſtiania, die
Herren Miniſter Falkenberg und Baron Kroupenski.
Urſprünglich hatte Norwegen vorgeſchlagen, daß ein
Spitzbergenkongreß a ller intereſſierten Mächte über
die Ordnung und Rechtsverhältniſſe auf Spitzbergen in
Chriſtiania verhandeln ſollte. Die Regierungen der
ver=
ſchiedenen Mächte erachteten es aber zunächſt nicht als
notwendig, einen ſo umfangreichen Apparat in Bewegung
zu ſetzen, und man wählte ſodann den Ausweg, daß die
drei am unmittelbarſten an Spitzbergen intereſſierten
Staaten, Norwegen, Schweden und Rußland, in
Gemein=
ſchaft einen Vorſchlag zur Ordnung der öffentlichen und
privaten Rechtsverhältniſſe auf der Inſelgruppe
aus=
arbeiten ſollten; wenn die drei Staaten zur Einigung
über einen derartigen Entwurf gelangt ſind, ſoll dieſer
den intereſſierten europäiſchen Mächten, ſowie der
nord=
amerikaniſchen Union zur Genehmigung vorgelegt
wer=
den. Vielleicht wird ſich die Sache dann im Wege eines
ſchriftlichen Verkehrs mit den Mächten ordnen können;
der Spitzbergenkongreß ſämtlicher Mächte würde dann
nicht ſtattſinden.
Die Vertreter Norwegens, Schwedens und
Rußlands einigten ſich ſchon auf der vorläuſigen
Spitzbergenkonferenz des Jahres 1910 über einen
Ent=
wurf, der inzwiſchen den Regierungen dieſer drei Länder
vorgelegt worden iſt. Man nimmt an, daß die ruſſiſche
Regierung mit dem Entwurf, der die ſkandinaviſchen
Staaten — nach Anſicht maßgebender ruſſiſcher Kreiſe —
auf Koſten Rußlands begünſtigt haben ſoll, nicht
allent=
halben zufrieden geweſen ſei, weshalb jetzt über ruſſiſche
Aenderungsvorſchläge verhandelt werden ſolle. Man
hofft aber allerſeits, daß man zu einer endgültigen
Einigung über einen Entwurf zur Ordnung der
Spitz=
bergenverhältniſſe kommen werde. In der Tat wäre eine
baldige Einführung geordneter Zuſtände auf Spitzbergen
ſehr wünſchensvert; nicht wenige Grubeninduſtrielle,
Fiſcher, Fangleute und Arbeiter ſuchen auf Spitzbergen
und in unmittelbarer Nähe der Inſelgruppe ihren
Er=
werb, leiden aber unter der jetzt beſtehenden
Rechtsun=
ſicherheit, bei welcher ſich Fauſtrecht und Willkür allzu ſehr
in den Vordergrund drängen, erheblich.
Der Kohlenkrieg in England.
* Die drohende Möglichkeit eines nahen
Kohlenkrie=
ges in England nimmt dort die Gemüter faſt mehr in
An=
ſpruch als die franzöſiſche Miniſterkriſis, die Lage Chinas,
Home Rule in Irland und mehrere andere ſogenannte
breunende Tagesfragen. In den Zeitungen wird dann
auch nichts geſpart, um dem geneigten Leſer das Gruſeln
beizubringen vor kohlenloſen, kalten Tagen, wo die
Gas=
werke den Betrieb einſtellen, die Elektrizitätswerke
eben=
falls verſagen, die Küche aus Mangel an Brennſtoff
außer=
ſtande iſt, unſere Nahrung zu bereiten und wir
zähne=
klappernd vor einem erloſchenen Kamin am Hungertuche
nagen. Doch glücklicherweiſe wird ſchon das eine oder
andere wieder in Abrede geſtellt. Aus Deutſchland
ver=
lautet, daß von keinem gleichzeitigen Ausſtande der
dor=
tigen Gruben die Rede ſei, und wenn auch heute die
Transportarbeiter zu drohen beginnen, es werde über
ausländiſche Kohlenzufuhren während des Ausſtandes
der Bergleute ein allgemeiner ſtrenger Boykott verhängt
werden, ſo tröſtet man ſich doch einſtweilen mit der
philo=
ſophiſchen Erwägung, daß ſelbſt in Kohlenſachen nichts
ſo heiß gegeſſen wird, wie es gekocht wurde. Der
Ab=
geordnete Edwards, der Präſident des
Grubenarbeiter=
bundes von Großbritannien, hat ſich ſogar noch ziemlich
hoffnungsvoll vernehmen laſſen, und es gibt Leute, die
von einer Verſammlung des Verſöhnungsamtes im
Koh=
lenbergbau von Süd=Wales am heutigen Montag Gutes
erwarten. An tatſächlichen und greifbaren
Anhaltspunk=
ten für beſſere Erwartungen liegt freilich im Grunde
noch wenig oder faſt nichts vor, und was bisher aus den
engliſchen Kohlenbezirken Northumberland und Durham
von dem Ausfall der Abſtimmung über die
Arbeitsein=
ſtellung verlautet, ſpricht nur von ſtarken Mehrheiten für
den allgemeinen Ausſtand. Immerhin iſt der
Kohlen=
nearkt zwar feſt, doch meldet man noch nichts von höhern
Preiſen, obſchon dem verehrten Publikum der dringende
Rat erteilt wird, nicht zu lange zu warten, ſondern zeitig
für den Tag der Not ausreichend Kohlenvorräte
einzu=
legen.
Dabei erinnert man ſich, ſo ſchreibt die Köln. Ztg.,
an den letzten größeren Kohlenausſtand im Jahre 1893,
der dreizehn Wochen gedauert hat. Damals feierte
aller=
dings nur ein Teil, ein gutes Drittel der Gruben des
Landes, und die andern zwei Drittel arbeiteten mit
Hoch=
druck, um den vollen Bedarf aufzubringen. Trotzdem
ſtieg in London der Preis für die beſte Hauskohle auf
41 Schilling die Tonne, mehr als das Doppelte der
ge=
wöhnlichen Notierungen, obſchon (zwiſchen 29. Juli und
16. November) die eigentliche Winternachfrage noch nicht
begonnen hatte. Es kam damals auch in Yorkſhire und
in den mittleren Grafſchaften zu ernſten Ruheſtörungen.
Militäriſche Hilfe mußte herangezogen werden. Es
wurde auf die ausſtändiſchen Grubenarbeiter auf Lord
Maſhams Grube bei Acton Hall gefeuert und die
In=
duſtrie wurde an manchen Orten ſtark gehemmt.
Schließ=
lich griff die Regierung ein und Lord Roſebery brachte
eine Verſtändigung zuwege, unter der die Grubenarbeiter
ſozuſagen unter den alten Bedingungen zur Arbeit
zurück=
kehrten. Erreicht hatten ſie neben den Lohnverluſten nur
die Verſöhnungsämter, die niemand viel weiter gebracht
haben. Gegen einen allgemeinen Ausſtand würde die
damalige Klemme faſt geringfügig erſcheinen. Falls es
dazu käme, wäre der wöchentliche Lohnverluſt der
Gru=
benleute allein auf 1500000 Pfd. Sterl. (30 Mill. Mark)
anzuſchlagen. Die ganze Förderung für das Jahr
1910, das letzte Jahr, für das die
beſtimm=
ten Angaben vorliegen, ſtellte eine Wertſumme
von 108377567 Pfund Sterling dar, und die
Fachleute verſichern, daß ungefähr drei Viertel dieſer
Rieſenſumme auf Löhne entfiel. Wer einige Phantaſie
beſitzt, vermag von dieſen Summen allein ſchon einen
annähernden Begriff abzuleiten von der Größe der
un=
mittelbaren und mittelbaren Verluſte, die ein allgemeiner
Ausſtand mit ſich bringen müßte. Es fällt die Kalamität
auch diesmal unter die Amtsführung eines liberalen
Kabinetts. Es iſt vielleicht kein ganz zufälliges
Zuſam=
mentreffen. Denn ein Miniſterium, das ſich beſonders
befliſſen zeigt, um die Gunſt der Maſſen zu buhlen, ſcheut
ſich erfahrungsgemäß, bei Einſchüchterung und
Vergewal=
tigung feſt einzuſchreiten, und darin liegt für manche
Ele=
mente ſchon eine große Lockung.
Die franzöſiſche Miniſterkriſe.
* Präſident Falliéres hatte am Freitag mit
Bour=
geois und Delcaſſé Beſprechungen über die durch
den Rücktritt des Kabinetts geſchaffene politiſche Lage.
Bourgeois lehnte aus Geſundheitsrückſichten ab, die
Bildung des Kabinetts zu übernehmen, worauf
Prä=
ſident Falliéres an Delcaſſé mit dem gleichen
Er=
ſuchen herantrat. Delcaſſé machte die Erteilung ſeiner
Antwort von einer vorhergehenden Beratung mit ſeinen
politiſchen Freunden abhängig und lehnte dann das
An=
erbieten, das Miniſterium zu bilden ,ab. Er ſchlug dem
Präſidenten der Republik als die für dieſe Aufgabe am
geeignetſte Perſönlichkeit Senator Poincaré
vor. Poincaré, dem ſodann vom Präſidenten
Fal=
liéres die Kabinettsbildung angeboten wurde, hat den
Verſuch übernommen, das neue Miniſterium zu
bilden. Er erklärte den Vertretern der Preſſe, daß er
hoffe, zu einem ſchnellen Reſultat zu gelangen. Poincaré
begab ſich vom Präſidenten der Republik zu den
Prä=
ſidenten des Senats und der Kammer. Man verſichert,
daß Poincaré die Abſicht hat, das Miniſterium des
Aeu=
ßern zunächſt Herrn Bourgeois anzubieten. Bourgeois
hat zugeſagt, in das Miniſterium Poincaré einzutreten,
ſodaß deſſen Zuſtandekommen als geſichert angeſehen
wird.
Es wird verſichert, Delcaſſé habe die
Kabinettsbil=
dung abgelehnt da er der Anſicht ſei, die erforderlichen
Eigenſchaften nicht zu beſitzen. Er ziehe es vor, ſich
aus=
ſchließlich der Leitung ſeines Departements zu widmen.
Endlich paſſe ihm nicht, ſich um die Nachfolge Caillaux
zu bewerben, nachdem er zu deſſen Rücktritt beigetragen
habe. Doch bleibe ſeine Unterſtützung dem künftigen
Mi=
niſterpräſidenten ſicher.
In parlamentariſchen Kreiſen herrſcht der Eindruck,
daß im Falle einer Ablehnung Poincarés Präſident
Fal=
lieres ſich an Briand wenden werde um das Kabinett zu
bilden.
Deutſches Reich.
— Kein gemeinſamer
Stichwahlter=
min. Wie eine offiziös bediente Korreſpondenz mitteilt,
iſt im Gegenſatz zu früheren Reichstagswahlen diesmal
kein gemeinſamer Termin für die Stichwahlen vereinbart
worden, und zwar weder für das Reich noch für
Preu=
ßen. Die preußiſche Regierung hat den Wahlkommiſſaren
empfohlen, die Stichwahlen in den Tagen vom 20. bis
25. Januar unter Freilaſſung des 23. und 24. Januar
anzuſetzen. Die letztere Maßnahme findet darin eine
Begründung, daß der Termin für die Ermittelung des
Wahlergebniſſes durch den Wahlkommiſſar unter
Mit=
wirkung von 6—12 Beiſitzern am vierten Tage nach dem
Stichwahltermin ſtattfinden muß. Würde nun am 23.
oder 24. die Stichwahl ſtattfinden, ſo fiele der Tag für
die Ermittelung des Wahlergebniſſes auf den
Geburts=
tag des Kaiſers oder auf den folgenden Sonntag, was
vermieden werden ſoll. Den Bundesregierungen iſt von
der für Preußen getroffenen Regelung lediglich
Mittei=
lung gemacht worden. Der 21. Januar fällt auf einen
Sonntag, es kommen alſo nur der 20., 22. und 25. Januar
als Stichwahltage in Frage. Von den Bundesſtaaten
haben, ſo weit bis jetzt bekannt geworden iſt, Sachſen den
20., Heſſen und Württemberg den 22. Januar als
Stich=
wahltag gewählt.
— Etatsforderungen für die Nordſee,
Im Gebiete der Nordſee wird der neue preußiſche Etat
außer den bereits kurz mitgeteilten Forderungen auch
einen Poſten von 100000 Mark für eine Strandmauer
auf Weſterland enthalten. Dieſe ſtellen eine Beihilfe
dar, die der Gemeinde für entſprechende Arbeiten
bewil=
ligt worden iſt. Ferner erſcheinen 125000 Mark für den
Ausbau des Hafens in Wyck auf Föhr. Für das
Oſtſee=
gebiet dürfte von Intereſſe ſein, daß der Neubau eines
Leuchtturmes bei Neuland an der Oſtküſte von
Schles=
wig=Holſtein vorgeſehen iſt. Für die Verbreiterung des
Hafenkanals in Neufahrwaſſer ſind im ganzen 1800000
Mark veranſchlagt worden. Die Intereſſenten tragen
ei=
nen entſprechenden Anteil an den Geſamtkoſten.
— Das preußiſche Abgeordnetenhaus
tritt heute Montag, den 15. Januar, wieder zuſammen. Die
Präſidentenwahl wird bereits am Montag nachmittag
ſtattfinden. Mit Rückſicht auf geäußerte Wünſche der
Fraktionen hat der Präſident dieſen Termin feſtgeſetzt,
weil die Mitglieder noch am gleichen Tage wegen der
Reichstagswahlen heimreiſen wollen. Das Haus wird
ſich bis zum 30. ds. Mts. vorausſichtlich vertagen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Hauptgeſtellung von 1912 und das
Wehrgeſetz. In maßgebenden Kreiſen ſteht man
nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die
Hauptgeſtel=
lung im Jahre 1912 bereits auf Grund des neuen
Wehr=
geſetzes durchzuführen ſein wird. Da die
Verabſchie=
dung des neuen Wahlgeſetzes bis zum 1. März, dem
nor=
malen Beginn der Geſtellungsperiode, nicht erwartet
werden kann, wird jedenfalls mit der Verlegung der
Hauptgeſtellung zu rechnen ſein.
Frankreich.
Im Senat übernahm Duboſt die Präſidentſchaft;
er hielt eine Anſprache, in der er hauptſächlich hervorhob,
das Land wünſche, daß ſein Schutz durch Militär und
Diplomatie an die erſte Stelle geſetzt werde. Die
Di=
plomatie müſſe ſich eine feſte Stellung ſichern durch
Klar=
heit und Offenheit, die die einzige einer großen
Demokra=
kratie würdige Geſchicklichkeit ſei.
Arbeiterpenſionen. Infolge der geringen
Anzahl von Anſuchen um Liquidierung der
Arbeiterpen=
ſionen hat der Staat an Stelle der von ihm für den
Zeit=
raum vom 1. Juli bis 31. Dezember vorgeſehenen
Bei=
träge von 20½ Millionen im ganzen nur 881000 Franken
verausgabt.
England.
Wehrfragen und äußere Politik. Lord
Roſebery hielt in Glasgow eine Rede über Wehrfragen
und auswärtige Politik. Er ſagte: Wir ſind zum
Gu=
ten oder zum Böſen in das Kontinental=Syſtem
einge=
ſchloſſen; ich betrachte das für die ſchwerwiegendſte
Tat=
ſache der letzten Jahre. Die Verwickelungen in den
kon=
tinentalen Syſtemen können uns jederzeit einen Konflikt
mit millionenſtarken Armeen bringen, wo unſere eigenen
Kräfte kaum gelten. In den letzten Monaten waren wir
am Rande eines großen europäiſchen Konfliktes und ich
ſelber weiß nicht genau warum. Aber das „Warum”
kommt nicht in Betracht, ſolange die Tatſache der
Verpflich=
tung beſteht: Wir ſind Verpflichtungen eingegangen,
de=
ren Charakter und Ausdehnung ich nicht kenne, die aber
deshalb nicht weniger binden, weil ſie ungeſchrieben ſind.
Wir haben gewiſſe Verpflichtungen und Verhältniſſe an
Ententen, deren Charakter ich nicht kenne ,aber die unter
Umſtänden eine unmittelbare Verbindlichkeit zu einem
gigantiſchen Krieg einſchließen. Ich würde Bündniſſe
vorziehen, da Bündniſſe abgrenzen und definieren. Ich
glaube, dieſe ungeſchriebenen vagen Verbindlichkeiten
ſind von höchſter Gefahr und wir können daher nicht
hin=
reichend gerüſtet ſein.
Marokko.
Verſtärkung des ſrchnzöſiflchen
Trup=
penkontingentes. Nach einer Meldung aus Fez
hatte der Sultan, den die neuerdings unter den
Stäm=
men ausgebrochenen Gärungen ſehr beunruhigen, an die
franzöſiſche Regierung das Anſuchen gerichtet, das
fran=
zöſiſche Truppenkontingent in Fez zu verſtärken. Muley
Hafid verlangte, daß die Beſatzung von Fez auf 6000
Mann und die von Mekines auf 2000 Mann gebracht
und der Marſch nach Taza raſcheſtens angetreten werde.
Obgleich man die Befürchtungen des Sultans für
über=
trieben hält, ſo ſei doch ein Schutzbataillon aus
Caſa=
blanca und Mekines abgeſandt worden.
* Gebiets=Austauſch thüringiſcher
Staaten. Bekanntlich herrſchen in Thüringen recht
merkwürdige Grenzverhältniſſe, die zu erheblichen
Schwierigkeiten in Verwaltung und Gerichtsbarkeit
ge=
führt haben. Um wenigſtens an einigen Stellen die
Grenzlinie praktiſchen Erforderniſſen anzupaſſen, ſind die
weimariſche und meiningiſche Regierung
übereingekom=
men, daß die noch zur Hälfte weimariſchen Orte
Kra=
nichfeld und Oſthauſen ſowie Köſtritz bei Pößneck
mei=
ningiſch werden, dagegen die meiningiſchen Orte
Lichten=
hain, das bekannte Bierdorf bei Jena, und Moſen an
Sachſen=Weimar fallen. Das Herzogtum Sachſen=
Mei=
ningen erhält bei dieſem Austauſch eine
Gebietsvergrö=
ßerung, verliert aber in der Einwohnerzahl 300 bis 400
Seelen. Um die thüringiſche Grenzwirrnis hat ſich im
Laufe der Zeit ein reicher Kranz amüſanter Anekdoten
geflochten, z. B. daß in einem Dörfchen im Thüringer
Wald drei Landesgrenzen dermaßen ein Haus
durch=
ſchneiden, daß ein Menſch, der ſich dort zu. Bett legt, mit
den Füßen in Weimar, mit dem Rumpf im
Schwarzbur=
giſchen und mit dem Kopfe in Meiningen ruht, wobei
er wohl recht ſanft ſchlummern mag, da drei Landesväter
in treuer Hut um ihn beſorgt ſind.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. Januar.
* Vom Hofe. J. K. H. die Großherzogin beſuchte
Freitag nachmittag 4 Uhr 30 Min. das Alice=Hoſpital.
Nachmittags 5 Uhr 23 Min. traf Prinzeſſin Beniana
Reuß j. L. zum Beſuch im Neuen Palais ein. — Die
Großherzoglichen Herrſchaften in Begleitung der
Prin=
zeſſin Benigna Reuß j. L. folgten Freitag abends 8 Uhr
einer Einladung der Offiziere des Garde=Dragoner=
Regiments Nr. 23 zu einem Balle in das Kaſino dieſes
Regiments. (Darmſt. Ztg..)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Oberleutnant
Kahle von der Verſuchsbatterie der Artillerie=
Prüfungs=
kommiſſion, kommandiert zur Dienſtleiſtung beim Train=
Depot XVIII. Armeekorps, den Kaufmann Weiner, den
Oberbahnaſſiſtenten Diacont von Worms, die Förſter
Dillemuth vom Groß=Gerauer Falltorhaus, Schanz vom
Forſthaus Nikolauspforte und Stier vom Forſthaus
Woogsdamm, den Kreisſchulinſpektor Profeſſor Luley von
Worms, den Regierungs= und Baurat Prieſter von
Frank=
furt a. M., den Chefarzt der Ernſt Ludwigs=Heilanſtalt
Dr. Rigler, die Profeſſoren Puppert und Mittermeier
von Gießen, den Oberamtsrichter Frey von Lauterbach,
den Sanitätsrat Dr. Klein von Alzey; zum Vortrag den
Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Geheimen
Baurat a. D. Friedrich Weiß zu Mainz die Erlaubnis
zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj.
dem Deutſchen Kaiſer und König von Preußen verliehenen
Kronen=Ordens 3. Klaſſe erteilt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Bahn=
wärter in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Johann Eſchborn zu Heidesheim vom 1. Februar
lfd. Js. an.
Ihre Kgl. Hoheiten der Großherzog und die
Groß=
ßerzogin folgten am Samstag abend einer Einladung
des Kammerherrn Ritter und Edler von Oetinger
und Frau Gemahlin zur Abendgeſellſchaft im Karlshof.
Auch Herr Geh. Hofrat Prof. Willy Burmeſter und
der Pianiſt Herr Alfred Schmidt=Badekow waren
geladen, die den Abend durch ihre hervorragende Kunſt
verſchönten. Herr Profeſſor Burmeſter ſpielte: 1. Richard
Strauß: Sonate Es=dur für Violine und Klavier „Allegro
me non troppo” — „Andante cantabile” (Improvi ation)
— Finale, Andante, Allegro (am Flügel Herr Alfred
Schmidt=Badekow); 2. H. Wieniawski: Konzert D-moll,
Allegro — Andante — Rondo (alla Zingara), und ſpäter:
Maſſenet: „Mélodie‟, Fr. Chopin: „Nocturne”
Tſchai=
kowski Burmeſter: „Neapolitaniſch”. Herr Schmidt=
Ba=
dekow ſpielte: Fr. Chopin: „Nocturne” Cis=moll, und
Walzer, Cis-moll, Raff: „Tambourin”.
— Die Balkanvorträge des Vereins für Verbreitung
von Volksbildung. Faſt täglich begegnen wir in der
Tagespreſſe dem Geſpenſt „Balkangefahr” Niemals
onnten die Bezeichnungen „Donauländer” „
Balkan=
gebiete‟. „Europäiſche Wetterecke” „Kranker Mann am
Goldenen Horn” ſo ernſt und in Befürchtungen ſo ver=
hängnisvoll erſcheinen, wie in den Tagen der
Gegen=
wart. Es ſollte ſich darum jeder, der ſeine Zeitung
ver=
ſtehen und die Zeitereigniſſe richtig beurteilen will, eine
möglichſt eingehende Kenntnis dieſer Länder nach Lage,
Geſtaltung, geſchichtlicher Entwickelung, wirtſchaftlicher
und politiſcher Bedeutung zu verſchaffen ſuchen. Der
Verein für Verbreitung von Volksbildung in Darmſtadt
möchte hierzu Gelegenheit geben durch die von
Fach=
gelehrten übernommenen ſechs Vorträge. Wie der
Lan=
desgeologe, Herr Profeſſor Dr. Klemm, vor zwei
Jah=
ren das „Deutſche Reich” in ſeinem geologiſchen Aufbau
ſe feſſelnd behandelt hat, ſo wird durch ihn in den ewei
erſten Vorträgen, am 18. und 25. Januar, der Südoſten
Europas einer eingehenden Betrachtung unterzogen
wer=
den, die den Hörern ein klares Bild vermitteln wird
ſo=
wohl von dem geologiſchen Aufbau, wie auch von der
eigenartigen Bodengeſtaltung jener Länder. Geeignetes
Karten= und Lichtbildermaterial werden die Darlegungen
des Vortragenden wirkſam unterſtützen. Der
geſchicht=
liche Teil iſt beſtens aufgehoben in der Hand des hier
gleichfalls durch frühere Vorträge bekannten
Denkmal=
pflegers Herrn Profeſſor Dr. E. Anthes. Seine
Vor=
leſungen werden einen intereſſanten und belehrenden
Einblick gewähren in die Zeit des Einbruchs aſiatiſcher
Völker ins Donau= und Balkangebiet den früheren
Wohnſtätten germaniſcher Stämme, in ihre Wanderungen
und Siedelungen, in Türken= und Slavenkämpfe, in die
Zeit osmaniſcher Macht und deren Schwächung durch
Abbröckelung erſtarkter Glieder, wie Perſien,
Bulga=
rien uſw. Für dieſe Vorträge ſind vorgeſehen der 30.
Ja=
nuar, 2. und 6. Februar. Im 6. Vortrag am 9. Februar
behandelt Herr Chefredakteur Dr. Jäckh die
wirtſchaft=
lichen und handelspolitiſchen Verhältniſſe des
Balkan=
gebietes, insbeſondere die bedeutungsvollen
Beziehun=
gen des Deutſchen Reiches zum jungtürkiſchen Reich. Herr
Dr. Jäckh iſt Verfaſſer des Buches „Der aufſteigende
Halbmond”; infolge ſeiner durch langen Aufenthalt im
Orient gewonnenen Kenntniſſe alt= und neutürkiſcher
Verhältniſſe und ſeiner Beziehungen zu führenden
Per=
ſonen der Pforte war er Führer der nach Deutſchland
entſandten türkiſchen Studienkommiſſion im Sommer
des verfloſſenen Jahres. Die Vorträge ſind zugänglich
für jedermann. An die Mitglieder des Vereins ergeht
der beſondere Wunſch, ſich raſch mit Karten verſehen zu
wollen, da die Hochſchulſäle eine geringere Anzahl Sitze
bieten.
Vortrag über das franzöſiſche Flugweſen.
Herr Kapitän a. D. v. Puſtau, der am Mittwoch,
den 17. Januar, im Saale der Vereinigten Geſellſchaft
über das franzöſiſche Flugweſen ſpricht, iſt einer der
erſten und bewährteſten Vorkämpfer für die Entwicklung
des deutſchen Flugweſens und Begründer des erſten
deutſchen Flugplatzes in Johannisthal. Von Anfang an
hat er ſeine ſpeziellen Intereſſen der Verwertung der
Flug=
zeuge für Heeres= und Marinezwecke zugewandt
und iſt auf Grund ſeiner reichen Erfahrungen in der
Lage, ſeinen Hörern über den gegenwärtigen Stand der
vierten Waffe genaue Auskunft zu geben. In
Frank=
reich wohnte er den großen Herbſtmanövern bei, von
wo aus er intereſſante militäriſche Beobachtungen
zurück=
brachte. Im vergangenen Jahre hat er in mehr als
ierzig Städten Vorträge zur Förderung der deutſchen
Flugtechnik gehalten. Der Vortrag beginnt abends
Uhr 15 Minuten. (Siehe Anzeige.)
Aus der Beſſunger Bücherhalle (
Beſſunger=
ſtraße 48) wurden im Monat Dezember 909 Bücher
ent=
iehen; eingeſchriebene Leſer ſeit 1. April 489. Geſchenke
zingen ein von: Frl. B. Fertſch 16 Bände und 13
Jahr=
gänge Zeitſchriſten. Der gütigen Geberin herzlichen
Dank! Anmeldungen weiterer Spenden von Büchern
und guten Zeitſchriften, ſowie Beitrittserklärungen zum
„Verein für Verbreitung von Volksbildung” (
Mindeſt=
beitrag 2 Mk.) werden vom Vorſtand des Vereins
gerne entgegengenommen. Unentgeltliche Bücherausgabe:
Dienstag, Donnerstag und Samstag von abends 7½
bis 9 Uhr. Daſelbſt auch Bücherverzeichniſſe zu 20 Pfg.
* Bezirksverein „Altſtadt”. Auf die am Montag,
den 15. Januar, im Gartenſaal der „Brauerei zur Krone”
tattfindende Generalverſammlung ſei hiermit
beſonders hingewieſen.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bil=
der neu ausgeſtellt: Der durch eine Feuersbrunſt
zer=
ſtörte Equitable=Palaſt in New=York, die Krönung des
Königs von Siam, die zur Reſtaurierung vorgeſehenen
Schaltjahr und Schalttag.
Von Joſeph Lößer.
Das Jahr 1912 iſt ein Schaltjahr, d. h. es wird in
dieſem Jahre dem ſonſt nur 28 Tage zählenden Monat
Februar ein Tag (Schalttag) zugelegt. Danach könnte
man einfach und kurz ſagen, daß der 29. Februar der
Schalttag iſt, womit man ſich die Sache aber doch zu leicht
machen würde. Der Schalttag iſt nämlich ein recht
ſon=
derbares Prodnkt, ein wahrer „Schalk=Tag”, auch wenn
man nicht gerade daran denkt, daß diejenigen, welche am
29. Februar das Licht der Welt erblicken, eigentlich alle
vier Jahre nur einmal Geburtstag haben. In der frühen
Schulzeit hat wohl mancher als „tiefe Weisheitslehre‟
vernommen, daß diejenigen Jahreszahlen, welche durch 4
ohne Reſt teilbar ſind, Schaltjahre darſtellen. Aber der
kindliche Stolz auf dieſe Wiſſenſchaft erlitt eine Einbuße.
wenn man erfuhr, daß die Säkularjahre, welche nicht
ganze vielfache von 400 ſind, als Schaltjahre ausfallen,
wie zum Beiſpiel die Jahre 1900, 2100, 2200, 2300, 2500.
während 2000 (— 5X400), 2400 (— 6X400) der
vorge=
nannten „Schulregel” unterliegen. Es fallen hiernach
auf je 400 Jahre drei Schalttage aus, es verbleiben für
dieſen Zeitraum nur 97 Schalttage. Daß der Schalttag
gerade dem Februar, alſo dem zweiten Monat, und nicht
etwa Mitte oder Ende des Jahres zugelegt wird, kann
zunächſt damit erklärt werden, daß die übrigen Monate
ſchon zwei bis drei Tage mehr zählen. Aber warum iſt
der Februar ausnahmsweiſe ſo kurz und warum wird in
unſerem Kalender gar der 24. Februar als Schalttag
bezeichnet und nicht der 29ſte? Hier gibt es alſo Kurioſa
genug, die verdienen, daß man ihnen näher auf den
Grund geht. Dazu aber iſt erforderlich, mit der Erde eine
Reiſe um die Sonne zurückzulegen und etwas tiefer in
das Kalenderweſen der alten Römer einzudringen.
Erſteres Unternehmen iſt aber weniger ſonderbar als das
letztere, denn eine Reiſe um die Sonne machen wir
an=
nähernd im Zeitraum eines Jahres, z. B. vom 1. Januar
bis letzten Dezember. Die Erde macht auf dieſer Bahn
365 Umdrehungen um ihre Achſe, das ſind die 365 Tage
des Jahres. Sie hat dann aber bei dem ſelbſtgefälligen
Eigenſinn der waltenden Kräfte die Sonne noch nicht
ganz umlaufen, macht vielmehr bis dahin ungefähr noch
eine Viertelumdrehung, ſo daß ſie zur Zurücklegung
ihrer vollen Bahn um die Sonne etwa 305¾ Tage
raucht. Dieſes ſogenannte Sonnenjahr iſt alſo
unge=
fähr einen Vierteltag länger als das gewöhnliche
Ka=
lenderjahr, und deshalb wird jedes vierte Jahr ein
ganzer Tag (Schalttag) zugeſetzt, ſo daß drei gewöhnliche
Jahre und ein Schaltjahr vier Sonnenjahren entſprechen.
Da von der Stelle der Erde in ihrer Bahn um die Sonne
die Jahreszeiten Winter, Frühling, Sommer und Herbſt
abhängen, ſo kehren dieſelben bei Einrichtung des
Schalt=
jahres auch zu den gleichen Daten wieder. Würde der
Schalttag weggelaſſen, ſo fehlten z. B. nach 360 Jahren
360)
— 90 Tage, alſo etwa ein Vierteljahr, ſo daß dann
4
Weihnachten jahreszeitlich in den Herbſtanfang fallen.
der Maikäfer als Auguſtkäfer ſich vorſtellen und die Roſe
erſt im September Blütenpracht und Wohlgeruch
entfal=
ten würde.
Nun aber dauert der Umlauf der Erde um Sonne
nicht genau 365¼ (— 365,25) Tage, es ſind dafür richtiger
eines Tages — etwa 11 10000— 365,2422 Tage, alſo
Minuten weniger zu ſetzen, ſo daß innerhalb 10000
Ka=
lenderjahren doch 78 Tage zu viel herauskommen, das
macht für 400 Jahre 3 Tage, daher, wie oben angegeben,
die Korrektur, daß für je 400 Jahre drei Schalttage in
en Säkularjahren ausfallen, welche nicht durch 400
teil=
bar ſind.
Nun zu den alten Römern! Sie leiteten das Jahr
ausſchließlich von dem ſcheinbaren Lauf der Sonne am
Himmel und der Wiederkehr gleicher Lichtgeſtalten (
Pya=
ſen) des Mondes ab, denn ſie hatten noch keinen
Koper=
nikus und Kepler. Seit König Numa Pompilius (715 bis
372 v. Chr.) hatte das Jahr 12 Monate, beginnend mit
Närz (Martius), endigend mit Februar (Februarius),
worunter vier Monate zu je 31, ſieben Monate zu je 29,
der Schlußmonat Februar zu 27 Tagen gerechnet
wur=
den; ein ſolches Jahr zählte alſo nur 354 Tage. Dieſes
t ein ſogenanntes Mondjahr, welches den Zeikraum von
2 Mondmonaten à 29½ Tagen (12X29½—354) umfaßt,
indem zwiſchen gleichen Phaſen des Mondes (z. B. von
Neumond bis zum nächſten Neumond, erſtes Viertel bis
wieder erſtem Viertel, Vollmond bis wieder Vollmond)
durchſchnittlich 29½ Tage verfließen. Jedem zweiten
Jahre ſollte nun aber ein 13. Monat, abwechſelnd mit
22 und 23 Tagen, zugelegt werden, der Schaltmonat.
Munzedonius genannt, ſo, daß ein ſolches Schal jahr 376
oder 377 Tage umfaßte. Das durchſchnittliche römiſche
Jahr hätte alſo auch 365¼ Tage erhalten, wenn der
Schaltmonat jedesmal richtig in Anwendung gekommen
wäre. Damit haperte es aber ſehr, indem dabei
obrigkeit=
lich ſehr ſorglos und willkürlich verfahren wurde, und ſo
am es, daß man ſich zur Zeit Ciceros (106—43 v. Chr.)ſchon
im Mai befand, wenn nach der Jahreszeit, d. h. nach dem
Stand der Sonne, erſt März hätte gezählt werden ſollen.
Voltaire ſagte daher mit gutem Spott: Die römiſchen
Heer=
führer triumphierten immer, aber ſie wußten nicht, an
wel=
chem Tage ſie triumphierten. Wenn nach dem Februar noch
der Marcedonius folgte, ſchloß erſterer ſchon mit dem 23.,
dem Tag der Feier der Terminalien, zu Ehren des
Ter-
minus, des Gottes der Eigentumsgrenzen, indem die 4 letzten
Tage des Februar zum Schaltmonat herübergenommen
wurden, dieſer alſo mit 26 oder 27 Tagen in die
Erſchei=
nung trat.
Endlich wurde von Julius Caeſar im Jahre 47
v. Chr. mit Hilfe des nach Rom berufenen ägyptiſchen
Aſtronomen Soſigenes das ſchwankende Kalenderweſen in
Ordnung gebracht. Die Monate März bis einſchließlich
Januar erhielten 31 oder 30 Tage, genau wie die
Ein=
teilung ja bei uns iſt, der Monat Februar 28 Tage, weil
eben für dieſen bei einem Jahr von 365 Tagen nicht mehr
Tage übrig blieben. Jedes 4. Jahr wurde dem Februar
ein Tag zugelegt, womit das Jahr durchſchnittlich und
ziemlich richtig 365½ Tage erhielt. Der Schalttag ſollte
nun aber nicht der 29., ſondern der Tag nach den
Termi=
nalien, alſo der 24. Februar ſein, ähnlich wie früher der
Schaltmonat Marcedonius auf den 23. Februar folgte.
Nach der römiſchen Benennung der Tage führte der 23.
Fe=
bruar die Bezeichnung ante diem septimum Kalendas
Martias, d. i. am ſiebenten Tag vor dem 1. März, indem
hierbei ſondererbarer Weiſe beide genannten Tage
einge=
rechnet wurden. Dem entſprechend hießen die folgenden
Tage des Februar:
ante diem (a. d.) VI. Kalendas Martias (K. M.)
,,,
,,
,, ,
„
„ III.
,
dann aher Pridie
,„
Im Falle nun Fehruar Schaltmonat wurde, blieb die
Bezeichnung für die letzten 5 Tage (25. bis 29. Februar)
natürlich dieſelbe, der 24. Februar, Schalttag, aber erhielt
Ruinen des römiſchen Kaiſerpalaſtes in Trier und
Lin=
colns Geburtshaus im Lincoln=Muſeum.
C Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Der Große Rat
ſchreibt uns: Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfing
am Samstag vormittag den Vorſitzenden, Herrn
Kauf=
mann Max Weiner, der im Auftrage des Großen
Rates Ihren Königlichen Hoheiten, die bekanntlich auch
der Jubiläumsſitzung im Vorjahre beiwohnten, die
Ein=
ladung zu der großen Damen= und Herrenſitzung am
Sonntag, den 21. ds. Mts., in der Narrhalla am
Woogs=
platz überbrachte. Der Großherzog hat das
Er=
ſcheinen der Hohen Herrſchaften zu der Sitzung in
Aus=
ſicht geſtellt.
* Zum Umbau des „Küchenbaues” Zu der Notiz
betreffend Umbau des Küchenbaues in der
Infanterie=
kaſerne Darmſtadt teilt man uns mit, daß nicht die
Firma Hauſel, ſondern das Baugeſchäft Georg
Hein=
rich Wolf, Darmſtadt, Hermannſtraße 7,
Unterneh=
mer iſt.
— Zimmerbrände. Am Freitag abend kurz nach
7 Uhr entſtand im Hauſe Langegaſſe 27 ein
Zimmer=
brand, welcher durch die herbeigerufene Feuerwehrwache
alsbald wieder gelöſcht wurde. — Gegen 10 Uhr abends
entſtand im Hauſe Kirchſtraße 3 ebenfalls ein
Zimmer=
brand. Auch dieſer iſt durch die herbeigerufene
Feuer=
wehrwache alsbald gelöſcht worden.
Mainz, 13. Jan. Dieſer Tage fand in den Räumen
des Regierungsgebäudes bei Provinzialdirektor
Ge=
heimerat Dr. Breidert und Gemahlin ein Ballfeſt
ſtatt, zu dem 240 Gäſte erſchienen waren. — Die Pächter
der in den ſog. „Römerſteinen” befindlichen
Schreber=
gärten haben vor einiger Zeit an die Bürgermeiſterei
eine Eingabe gerichtet und um verſchiedene
Verbeſ=
ſerungsanlagen gebeten „beſonders in Bezug auf die
Waſſerverſorgung. Das Stadtbauamt hat ſich
kürzlich gutachtend über die Eingabe geäußert, ſodaß
nun=
mehr die Bürgermeiſterei den Wünſchen der
Gartenpäch=
ter entgegenkommen wird.
Mainz, 13. Jan. Zwiſchen Mitgliedern der
Main=
zer Straßenbahndeputation und dem Finanzminiſterium
fand eine abermalige Beſprechung wegen Aufhebung
des Brückengeldes ſtatt. Es wurde eine
voll=
ſtändige Einigung erzielt. Die Verzinſung
des Baukapitals der Brücke wird durch die Einnahme
der beiden Straßenbahnen (Städtiſche Straßenbahn und
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft), der Pacht des
Tra=
jektbootes, Rente des Reiches und der Fehlbetrag zu drei
Achtel vom heſſiſchen Staat und zu fünf Achtel von der
Stadt Mainz gedeckt. Die Stadt Mainz erklärte ſich
be=
reit, den im letzten Jahre eingegangenen Betrag des
Straßenbahnbrückengeldes in Höhe von 39000 Mark
di=
rekt an den heſſiſchen Staat zu zahlen, ſodaß auch die
Fahrgäſte der Mainzer Straßenbahn frei vom
Brücken=
geld ſind, während die Fahrgäſte der Süddeutſchen
Ei=
ſenbahngeſellſchaft (Linie Mainz-Wiesbaden) das
Brückengeld wie bisher zu zahlen haben, wenn nicht die
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft ſich ebenfalls mit der
heſſiſchen Regierung verſtändigt.
Gießen, 13. Jan. Geſtern vor 50 Jahren wurde die
Strecke Butzbach- Gießen der Bahn Köln-Gießen
dem Verkehr übergeben. Von den Beamten, die
bei der Eröffnung der Bahn in Dienſt waren, leben heute
noch Lokomotivführer a. D. König, Weichenſteller Metz=
Dillenburg, Weichenſteller und Bahnwärter Johann
Dü=
ren=Niederſcheld und Bahnwärter Thielmann=
Sechshel=
den. — In der Nacht auf Donnerstag arbeiteten auf
hoher, ausziehbarer Leiter zwei Monteure an der
elek=
triſchen Straßenbeleuchtung. Die Sperrvorrichtung der
Leiter verſagte und beide Leute ſtürzten aus einer
Höhe von 15 Metern ab. Einer der Männer erhob
ſich vollkommen unverletzt vom Straßenpflaſter, während
der andere mit einer unbedeutenden Wunde im Geſicht
vom Platze ging.
(*) Bad Nauheim, 12. Jan. Wiederum
verſchwin=
det ein Stück Alt= Nauheims: der Staat will das
noch ſtehende Siedehaus Nr. 5 jetzt auf den Abbruch
ver=
kaufen; ebenſo geht es mit dem dabeiſtehenden Wohnhaus
an der Saline 16 und dem alten Wiergehäuschen. Ein
neuer Stadtteil iſt hier neben dem Rieſenhotel im
Ent=
ſtehen begriffen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. Jan. In
Humper=
dincks Befinden iſt nunmehr eine leichte Beſſerung
eingetreten, ſo daß die Kriſis überwunden zu ſein ſcheint.
Unter den zahlloſen Perſönlichkeiten des In= und
Aus=
landes, die ihre Teilnahme an dem Geſchick des Tondichters
zu erkennen gegeben haben, befindet ſich auch der Kaiſer. —
Die Herſtellung einer Fernſprechverbindung
zwi=
ſchen Berlin, Mailand und Rom iſt in Vorbereitung; es
wird jetzt eine Verbindungsleitung zwiſchen Berlin und
Mailand gebaut, die Anſchluß nach Rom finden ſoll. Die
Strecke Berlin=Mailand iſt 1292 Kilometer lang, die Strecke
Mailand=Rom 649 Kilometer. — Wie man ſich entſinnen
wird, vermochte die mittlere der drei alten Domglocken,
die nach Abbruch des Gotteshauſes im neuen Dom
auf=
gehängt wurden und elektriſchen Antrieb bekamen, dieſem
nicht lange ſtandzuhalten. Vor nunmehr drei Jahren, zu
Weihnachten 1908, zeigte ſich im Mantel der 2064
Kilo=
gramm ſchweren Glocke ein Riß, und man ſchickte die
Pa=
tientin an das Münſterbauamt in Straßburg i. E., wo der
Schaden geheilt werden ſollte. Die Kur war ebenfo
lang=
wierig wie erfolglos. Genau ſo wie bei vielen Kranken,
die eine ſchwierige Operation „glücklich” überſtanden haben,
um wenige Tage darauf zu ſterben, ging es mit der
Ber=
liner Domglocke. Je mehr man an ihr herumflickte, um ſo
ſchlimmer wurde ihr Zuſtand. Im vorigen Jahre trat eine
Beſſerung ein und man ſtellte die Glocke den
Sachverſtän=
digen als geheilt vor, aber — als man ſie wieder läutete,
taten ſich neue, größere Riſſe auf, von denen einer
ſchließ=
lich den ganzen Umfang des Mantels einnahm. Die Glocke,
die von Jakob Wenzel (Magdeburg) 1685 gegoſſen wurde,
iſt eben altersſchwach. Das hieſige Domgeläut, das auf
h-d-kis abgeſtimmt war, beſteht ſeit über drei Jahren nur
aus zwei Glocken und iſt demzufolge unzulänglich; die
Anſchaffung einer neuen dritten Domglocke iſt eine
Not=
wendigkeit geworden. Die geborſtene Domglocke aber wird
ihren Ruheplatz im hieſigen Dommuſeum finden.
München, 13. Jan. Die 76jährige Dichterin
Wilhel=
mine v. Hillern, die Tochter der Charlotte Birch=
Pfeiffer, hat ihren langjährigen Wohnſitz in
Ober=
ammergau aufgegeben und ihr dortiges Schlößchen
an einen Straßburger Großkaufmann verkauft.
Wilhel=
mine von Hillern hat durch einen Roman, in dem ſie den
berühmten Darſteller des Oberammergauer Chriſtus,
Maier, in den Mittelpunkt eines Liebesromans geſtellt
hatte, die Oberammergauer ſo ſehr gegen ſich
aufge=
bracht, daß ihr Einfluß in dem Dorfe völlig
geſchwun=
den war.
Wilhelmshaven, 13. Jan. Die heute aus London
hier eingetroffene Meldung von der Verhaftung des
ehemaligen Schutzmannes und Landesverräters
Glauß wurde an amtlichen Stellen beſtätigt. Glauß
war am 21. November zugleich mit zwei anderen
Schutz=
leuten wegen bandenmäßigen Einbruchdiebſtahls und
wegen Landesverrats, in den auch noch ein
Oberſignal=
naat des kleinen Kreuzers „Blitz” verwickelt war,
ver=
haftet worden. Die drei Schutzleute wurden zunächſt in
Polizeihaft genommen und waren in der Hauptſache
ge=
ſtändig. Es ſtellte ſich hierbei heraus, daß Glauß die
Seele der verbrecheriſchen Handlungen geweſen iſt.
Nach=
dem die Polizei ihre Ermittelungen abgeſchloſſen hatte,
übergab ſie anfangs Dezember die Akten dem hieſigen
Amtsgericht, das gleichzeitig die Beſchuldigten in Haft
übernahm. Da die Polizei Bedenken wegen der
hinrei=
chend ſicheren Haftung trug, bot ſie dem Amtsgericht zur
Verſtärkung der Bewachung einen Nachtwächter mit
Po=
lizeihund an. Dies Angebot wurde indeſſen abgelehnt.
Am 10. Dezember gelang es dann dem Glauß, zu
ent=
fliehen. Die Einzelheiten der rätſelhaften Flucht ſind
bis heute noch nicht aufgeklärt, doch ſteht ſo viel feſt, daß
wenige Tage vor der Flucht täglich zu einer beſtimmten
Stunde vor einem dem Gefängnis benachbarten Hotel
ein fremdes Automobil hielt, das nach dem
Verſchwin=
den des Glauß nicht mehr geſehen wurde. Glauß hat
ſich vermutlich von hier über Holland nach Paris und von
dort nach London begeben, wo er nunmehr verhaftet
wurde. Ob die engliſche Regierung ihn ausliefern wird,
bleibt abzuwarten. Glauß iſt auch wegen Unterſchlagung
angeklagt.
B. Von der Moſel, 12. Jan. Das Waſſer der
Moſel ſteigt ſtetig. Seit 24 Stunden iſt das Waſſer
der Moſel um einen Meter geſtiegen. Infolgedeſſen hat
ſich das ſonſt ruhige Waſſer in einen reißenden Strom
verwandelt. Auf weiten Strecken iſt die Moſel aus den
Ufern getreten und die Waſſermaſſen haben ſich auf die
angrenzenden Landſtrecken ergoſſen; ſo z. B. ſteht der
Aka=
zienwald gegenüber von Millery zum großen Teil unter
Waſſer. Weiteres Steigen wird erwartet.
Einbeck, 12. Jan. Die Blättermeldung, daß zwei
hie=
ſige Seminariſten, Stichnoth und Meyer, auf
einer Harztour verſchollen ſeien, beſtätigt ſich nicht.
Die beiden jungen Leute haben die Harztour nur
vor=
geſpiegelt. In einem Briefe an ihre Eltern haben ſie
mitgeteilt, daß ſie ſich nach engliſchen Kolonien begeben,
weil ſie keine Luſt mehr zum Lehrerberufe hätten.
Wien, 13. Jan. Mehrere Pfandleihanſtalten
wurden dadurch geſchädigt, daß ſie Goldketten verpfändet
hatten, deren Glieder ausgehölt und mit einer Flüſſigkeit
angefüllt waren, die ſpäter verdunſtete. Als Täter wurden
die Geliebte eines Pretioſenhändlers und ein anderer
Pre=
tioſenhändler verhaftet.
Zürich, 12. Jan. In dem Dorfe Pfäffikon wurden
zwei alleinſtehende Damen ermordet
aufgefun=
den. Sie ſind mit einem ſtumpfen Inſtrument
erſchla=
gen und beraubt worden. Von den Mördern fehlt jede
Spur.
Paris, 12. Jan. Das Zivilgericht hat den
fran=
zöſiſchen Staat zu einem Schadenerſatz von 100000
Francs an den Erfinder des Melinit, Turpin, verurteilt,
veil die Kriegsverwaltung ſeinerzeit durch ihr Vorgehen
Turpin verhindert habe, ſein Patent entſprechend zu
ver=
werten.
Caen, 13. Jan. Das Schwurgericht verurteilte
die Baronin de Couvrigny zum Tode und ihren
19jährigen Sohn Robert zu 20 Jahren Zwangsarbeit.
Der Sohn erſchoß auf Anſtiften ſeiner Mutter ſeinen
Vater, den die Baronin vorher zu vergiften verſuchte.
Beide ſind dem Trunke ergeben; ſie führten ein
aus=
ſchweifendes Leben und verübten die Tat, weil ihnen
von dem Baron Vorhaltungen gemacht worden waren.
Brüſſel, 13. Jan. Die Exkaiſerin Eugenie,
die ſich ſeit zwei Tagen in Brüſſel aufhält, empfing zu
einem einſtündigen Beſuch den König der Belgier und
erwiderte am Nachmittag deſſen Beſuch.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Rebaktion ihr Urteil vor.
— Der 3. Kammermuſik=Abend des
Darmſtädter Streichquartetts wird mit nur
zwei Werken von Bruckner und Beethoven beſtritten.
No=
vität für Darmſtadt iſt das Streichquintett von Anton
Bruckner. Die Kompoſition legt beredtes Zeugnis ab von
der weltgewandten Eigenart ihres Schöpfers und nimmt
in der Kammermuſikliteratur eine Sonderſtellung ein. Am
nächſten ſteht der öſterreichiſche Meiſter in Empfindung und
eindringlich plaſtiſcher Beſchaffenheit ſeiner Themen wohl
ſeinem großen Vorbilde Beethoven. Dieſe
Geiſtesver=
wandtſchaft Beider veranlaßte die Konzertgeber, dem
Bruck=
nerſchen Opus ein ſolches von Beethoven, das „
Harfen=
quartett” op. 74 an die Seite zu ſtellen. Neben dieſem rein
künſtleriſchen Geſichtspunkte ließ es auch der Umfang der
beiden Werke als zweckdienlich erſcheinen, von einer
größe=
ren Ausdehnung des Werkes abzuſehen.
Liederabend von Liſa und Sven
Scholander. Der treffliche Sänger zur Laute,
viel=
leicht der beſte ſeiner Art, Sven Scholander, der ſ. Zt.
im großen Feſtſaal der Turngemeinde einen ſo
durch=
ſchlagenden Erfolg errang, hat ſein „Auf Wiederſehen”
mit dem er damals für den ſtürmiſchen Schlußapplaus
dankte, nun verwirklicht. Er wird am Freitag, den
19. Januar, mit ſeiner Tochter Liſa im Saale der
„Traube” einen Liederabend geben. Ein köſtliches
Pro=
gramm liegt uns vor. Wir kommen darauf zurück. Den
Kartenverkauf beſorgt die Firma Thies Nachfolger.
die Bezeichnung ante diem bis VI (bissextum) Kalendas
Martias, oder kurz dies bissextus, ſo daß auch der 23.
Februar und die vorderen Tage ihre gewöhnliche
Bezeich=
nung als a. d. VII, VIII K. M. uſw. beibehielten.
Hier=
nach, alſo nach dem Julianiſchen Kalender, hat noch heute
der 24. Februar den Namen Schalttag. Aber Caeſar
ließ das Jahr auch mit dem 1. Januar beginnen, weil
an dieſem Tage die Konſuln ihr Amt übernahmen, und ſo
wurde aus dem bisherigen Endmonat der zweite Monat
des Jahres.
Die Römer nannten das Schaltjahr, wie aus
vorſte=
henden Darlegungen verſtändlich, annus bissextus, die
ffranzöſiſche Bennnung desſelben, année bissextile, weiſt
alſo ganz deutlich auf römiſchen Urſprung hin.
In unſerem Kalenderweſen iſt es auch von beſonderer,
hier nicht näher zu erörternder Bedeutung, innerhalb jedes
Jahres die 7 Tage der Woche, mit 1. Januar beginnend,
mit den laufenden Buchſtaben A bis G zu bezeichnen. Iſt
aber das Jahr ein Schaltjahr, ſo erhält der 25. Februar
denſelben Buchſtaben wie der 24. (der Schalttag). Das
er=
innert ganz an die römiſche Bezeichnung dieſer beiden
Tage. Das Jahr 1912 beginnt mit Montag, dieſer
er=
hält den Buchſtaben A, der 7. Januar, Sonntag, den
Buch=
ſtaben G, der Samstag hat den Buchſtaben F; dieſen führen
nun auch der 24. und 25. Februar, da erſterer ein
Sams=
tag iſt; erſt der 26. Februar (Montag) führt wieder den
Buchſtaben G.
Man ſieht, der Schalttag iſt ein merkwürdiger Kauz.
Im Schaltjahr 1908 fiel Faſtnacht auf den 3. März, im
Schaltjahr 1916 wird Faſtnacht am 7 März ſein. Der
Schalttag fällt für dieſe Jahre alſo in die Faſchingszeit,
die Zeit der tollen Laune. Diesmal iſt ihre närriſche
Herr=
ſchaft zwar ſchon zu Ende wenn der Schalttag auftritt,
aber er liegt doch nur wenige Tage davon ab. Ja, unſer
ſonderbarer Patron gehört eigentlich in die Faſchingszeit —
bis ihm einmal eine vernünftige Kalenderreform einen
anderen, paſſenderen Platz anweiſt.
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 12. Januar.
„Fauſt”.
Zweiter Abend.
W-l. Heute, am zweiten Abend, gelangte die
Gret=
chen=Tragödie zur Aufführung, die den dramatiſchen
Höhepunkt des Zyklus bildet. Den Fauſt ſpielte wieder
Herr Baumeiſter, und deſſen Gefährten Herr
Lehr=
mann. Jener mit Friſche und Begeiſterung und den
zärtlichen Ton des Liebhabers mit dem hohen Pathos
des „ſich den Göttern nahe fühlenden” Uebermenſchen
vereinigend, dieſer mit der gewandten Dialektik, der
bei=
ßenden Satire und dem Cynismus des ſtets
verneinen=
den Geiſtes, dem übrigens auch „nichts Menſchliches
fremd” iſt. Dem Fauſt als wirklichen und warm
empfin=
denden Liebhaber ſtellte er den verſtellten und boshaften
Liebhaber mit teufliſchem Humor zur Seite.
Neu war Fräulein Meißner als Gretchen. Es war
von vorneherein ein etwas gewagtes Experiment, ſie dieſe
Rolle ſpielen zu laſſen, und wenn wir behaupten, daß ſie
ſich damit auf ein ihr fremdes Gebiet begeben hat, ſo ſoll
darin kein Vorwurf liegen, und zwar um ſo weniger, als
ſie ſich ihrer ſchauſpieleriſchen Aufgabe an ſich mit vieler
Intelligenz und künſtleriſcher Routine unterzog. Mit den
„Defreggerzöpfen” glich ſie ſchon äußerlich mehr einem
friſchen drallen Bauernmädchen à la Defregger, als dem
Ideal eines deutſchen Gretchens, und in der Sprache und
Darſtellung trat das Gefühlsmoment zu ſehr zurück; es
fehlen Frl. Meißner die tragiſchen Töne. Außerdem
er=
nüchtert, wie ſchon früher bemerkt, in Szenen gehobenen
Charakters die Art ihres Sprechens. Trotzdem waren wir
überraſcht von dem Eindruck, den ſie mit der Gebetſzene
noch zu erzielen wußte; es iſt dies eben ein Beweis ihrer
hohen ſchauſpieleriſchen Begabung. Im übrigen waren
manche Neuerungen zu verzeichnen. Daß Gretchen beim
Singen des Liedes „Es war ein König in
Thule” ſich entkleidet, entſpricht zwar der Vorſchrift des
Dichters; daß er dabei aber an eine Darſtellung auf
der Bühne gedacht hat, müßte erſt bewieſen werden.
und dann hätte man ſich doch auch früher nach dieſer
Vorſchrift richten müſſen. Solche Aeußerlichkeiten wirken
immer ſtörend auf die Stimmung, auch wenn man dabei
ſo dezent verfährt wie Frl. Meißner. Unſere
Bühnen=
künſtlerinnen bekommen ja auch nachgerade eine gewiſſe
Routine im Entkleiden.
Von den übrigen Mitwirkenden ſeien noch Frau
Ru=
dolph als komiſche Alte Schwertlein, die ſie ſtark zu
pointieren liebt, Herr Weſtermann als
temperament=
voller Valentin und Frl. Gothe als böſes Lieschen
lobend erwähnt.
In der Kerkerſzene war eine ſzeniſche Verbeſſerung
vorgenommen worden, indem man das Strohlager der
armen Sünderin aus dem Hintergrunde nach vorn
ver=
legt hatte.
Das Publikum war von der heutigen Aufführung
weit begeiſterter, als von der erſten.
Ueber die Aufführung des Zweiten Teiles des Fauſt=
Zyklus werden wir im Zuſammenhang berichten.
Fenilleton.
— Vom Kino. Der ſchnellen und gewaltigen
Ent=
wicklung der Kinematographeninduſtrie beginnt jetzt eine
Literatur zu folgen, die ſich mit Werden, Weſen und
Wachſen des Kino beſchäftigt; in London iſt ſoeben ein
intereſſantes Werk erſchienen, das ſich die Aufgabe ſtellt,
das Publikum über die Ausdehnung dieſer jungen
Indu=
ſtrie zu unterrichten und das zugleich die kulturell
wich=
tige Frage ſtreift, ob der ſtarke Einfluß der „Lichtſpiele‟
auf Geſchmack und Fühlen der Menge als günſtig oder
ungünſtig angeſehen werde. Erſt kürzlich hat man in
Eng=
land bei den hervorragenden Pädagogen und Lehrern
eine Umfrage angeſtellt, ob die
Kinematographenaufführ=
ungen nicht die Sehkraft der Kinder beeinträchtigen
könn=
ten. Die Antworten lauteten durchweg günſtig; für das
leibliche Wohl der heranwachſenden Jugend, die ſo gern
im Kino Anregung und Unterhaltung ſucht, iſt nichts zu
befürchten, aber die Frage des moraliſchen Einfluſſes auf
Kinder erweckt doch vielfach Bedenken. In wenigen
Sekunden ſind die Bilder aufgenommen; der fertige Film
beſchließt nach wenigen Wochen ſein Daſein, aber ſein
Einfluß auf die Jugend wirkt fort; er kann gut ſein, er
kann auch in vielen Fällen ſchädlich ſein. Solche
Erwäg=
ungen ſind begreiflich in einem Lande, wo die
Kinemato=
grapheninduſtrie Theater und Varieté längſt überflügelt
hat. Frederick Talbot weiſt in ſeinem Buche nach, daß
allein auf den britiſchen Inſeln bereits mehr als 4000
Kinotheater in Betrieb ſind die Vereinigten Staaten
zäh=
len deren ſogar 14000, und aus einer umfaſſenden
Sta=
tiſtik entnimmt man die erſtaunliche Tatſache, daß die
Amerikaner jährlich an Eintrittsgeldern zu Kinos nicht
weniger als 520 Millionen Mark ausgeben. Südamerika
rühmt ſich, die prächtigſten Kinematographentheater der
Welt zu beſitzen und in den Vereinigten Staaten gibt es
einige große „Lichtſpiele”, die jährlich 200000, ja 400000
Mark Miete für den Raum bezahlen, in dem ſie ihre Films
vorführen. Die Filmfabrikanten wenden gewaltige Koſten
auf, um möglichſt realiſtiſche Bilder erzielen zu können.
Erſt kürzlich hat ein amerikaniſcher Filmfabrikant eine
ganze Menagerie von Löwen, Elefanten, Wölfen,
Leo=
parden, ſowie eine Schauſpielertruppe von mehr als 30
Perſonen von Chicago bis nach Florida geſchickt, um hier
„afrikaniſche Jagdbilder” aufzunehmen.
Das Buch gewährt uns auch einige indiskrete Einblicke
in die Geheimniſſe der Filmfabrikation. Wir erfahren
z. B. wie die Bilder hergeſtellt werden, die uns ſpäter auf
dem Theater einen ſchrecklichen Automobilunfall ſchildern;
Reichstagswahlen.
Großherzogtum Heſſen.
* Das vorläufige amtliche Ergebnis der
Reichstags=
wahlen in Heſſen iſt:
I. Gießen=Nidda. Dr. Werner, Oberlehrer, Butzbach,
Wirtſchaftliche Vereinigung, 9784, Beckmann, Krankenkaſſen=
Kontrolleur, Gießen, Soz., 7954, Erkelenz, Verbandsſekretär,
Berlin, Fortſchrittliche Volkspartei, 6967, zerſplittert 7;
Stichwahl zwiſchen Dr. Werner, Beckmann. — II.
Fried=
berg=Büdingen. Buſold, Friedberg, Soz., 9248, Strack,
Landgerichtsrat, Gießen, natl., 7367, Leuchtgens,
Seminar=
lehrer, Friedberg, Fortſchr. Volksp., 2557, Schröder,
Rechts=
anwalt, Friedberg, Zentrum, 2105; Stichwahl zwiſchen
Buſold und Strack. — III. Lauterbach=Alsfeld=
Schotten. Bindewald, Maler, Wilmersdorf,
Wirtſchaft=
liche Vereinigung, 6174, Heck, Landwirtſchaftslehrer,
Alsfeld, nationalliberal, 3214, Möbus, evangel. Pfarrer,
Udenhauſen, Fortſchr. Volksp., 2799, Vetters,
Stadtverord=
neter, Gießen, Soz., 3029; Stichwahl zwiſchen Bindewald
und Heck. — IV. Darmſtadt=Groß=Gerau. Dr. Oſann,
Rechtsanwalt, Darmſtadt, natl., 11 169, Dr. Strecker,
Ober=
lehrer, Bad=Nauheim, Fortſchr. Volksp., 7268, Dr. Queſſel,
Redakteur, Darmſtadt, Soz., 18323; Stichwahl zwiſchen
Dr. Oſann und Dr. Queſſel. — V. Offenbach=Dieburg.
Ulrich, Buchdruckereibeſitzer, Offenbach, Soz., 24721, Brink,
Oberbürgermeiſter i. P., Offenbach, natl., 8299, Neſſel,
Schneidermeiſter Offenbach, Zentrum, 7317, Carnier,
Rechtsanwalt, Darmſtadt, Fortſchr. Volksp., 3141, Dern,
Volksſchullehrer, Neu=Iſenburg, Wirtſch. Vereinigung, 1574;
Ulrich gewählt. — VI. Erbach=Bensheim. Haſenzahl,
Gra=
veur, Erbach i. O., Soz., 8530, Rippel, Buchbinder, Hagen
i. W., Wirtſch. Vereinigung, 4587, Scior, Likörfabrikant,
Er=
bach i. O., natl., 4378, Dr. Sauer, Fabrikant, Zwingenberg,
Fortſchr. Volksp., 3621; Stichwahl zwiſchen Haſenzahl und
Rippel. — VII. Worms=Heppenheim. Frhr. Heyl zu
Herrns=
heim, Worms, natl., 11324, Engelmann, Arbeiterſekretär,
Mainz, Soz., 6645, Uebel, Stadtrechner, Dieburg, Zentrum,
6347, Becker, Gutsbeſitzer, Bensheim, Fortſchr. Volksp.,
3959; Stichwahl zwiſchen Frhrn. v. Heyl und Engelmann.
— VIII. Bingen=Alzey. Dr. Becker, Arzt, Sprendlingen,
natl., 10871, Korell, Pfarrer, Königſtädten, Fortſchrittliche
Volksp., 9403, Adelung, Redakteur, Mainz, Soz., 2349;
Stichwahl zwiſchen Dr. Breuer und Korell. — IX. Mainz=
Oppenheim. Dr. David, Schriftſteller, Mainz, Soz., 17272,
Joſeph Molthan, Kommerzienrat, Zentrum, 9510, Dr.
Kel=
ler, Oberlehrer, natl., 7118, Dettweiler, Oekonomierat, Bund
der Landwirte, 494; Dr. David gewählt.
8. Königsberg 8. Raſtenburg=Gerdauen=Friedland.
(bisher: v. Rautter Konſ.). Majoratsherr v. Bredelow
Konſ. —, Gutsbeſ. Maul Fortſchr. Vpt. — Redakteur
C. Marchionini Soz. —. v. Bredelow (konſ.) gewählt.
9. Gumbinnen 1. Tilſit=Niederung. (bisher: Schickert
Konſ.) Staatsminiſter a. D. v. Moltke Rpt. —,
Ritter=
gutsbeſitzer Kopp Fortſch. Vpt. —, Gutsbeſ. A. Hofer
Soz. —. Stichwahl zwiſchen v. Moltke (Rpt.) und
Kopp (Fortſchr. Vpt.)
10. Gumbinnen 2. Ragnit=Pillkallen. (bisher: Graf
v. Kanitz Konſ.). Gutsbeſ. Graf v. Kanitz Konſ.
Gutsbeſitzer v. Lentzke Natl. —, Gutsbeſitzer A. Hofer
Soz. —. v. Kanitz (konſ.) wiedergewählt.
18. Danzig 1. Marienburg=Elbing. (bisher: v.
Ol=
denburg Konſ.) Rittergutsbeſ. v. Oldenburg Konſ. —,
Stadtforſtrat Schroeder Rpt. —, Propſt Küßner Ztr.
—, Rittergutsbeſ. v. Donimirski, Pole. — Parteiſekr.
Artur Criſpien (Soz.) — Stichwahl zwiſchen Schroeder
(Rpt.) und Criſpien (Soz.).
19. Danzig 2. Landkreis Danzig. (bisher: Doerkſen
Rpt.) Hofbeſ. Dierkſen Rpt. —, Arbeiterſekr.
Schüm=
mer Ztr. —, Pfarrer v. Kupczinski Pole — Kaufm.
Franz Hardtmann Fortſchr. Vpt. —, Julius Gehl
Soz. — Stichwahl zwiſchen Dirkſen (Rpt.) und
Gehl (Soz.).
22. Danzig 5. Berent=Pr. Stargard. (bisher:
Breiski Pole.) Staatsminiſter a. D. v. Hobrecht
deut=
ſcher Kandidat — Dr. Spahn Ztr. — Propſt
Du=
najski Pole — Arb.=Sekr. Grünhagen Soz. —.
Ge=
wahlt Dunajski (Pole).
26. Marienwerder 4. Thorn=Kulm. (bisher: Ortel
Natl.) Rittergutsbeſ. v. Szczaniecki Pole —, Juſtizrat
Bernhard Schlee Natl. — Maurer Theophil
Blen=
dowski Soz. —. Schlee Intl.) gewählt.
29. Marienwerder 7. Schlochau=Flatow. (bisher:
Wilckens Konſ.) Rittergutsbeſ. Fihr. v. Knigge Konſ.
— Chefredakt. Karl Sedlatzek D. Rpt. —, Gutsbeſ.
Sawatzki Ztr. —, Pfarrer Pelowski Pole —,
Anſied=
lungsbeſ. Friedrich Harte Natl. — Parteiſekretär
Kon=
rad Broßwitz Soz. —
tichwahl zwiſchen Knigge
lkonſ.) und Pelowski (Polel.
49. Frankfurt a. O. 3. Königsberg i. d. Neumark.
(bisher: v. Saldern Konſ.) Rittergutsbeſ. Rittmſtr. a. D.
Krahmer Konſ. — Lehrer Pautſch Fortſchr. Vpt. —.
Arb.=Sekr. Schmidt Soz. —. Stichwahl zwiſchen
Krahmer (konf.) und Schmidt (Soz.).
55. Frankfurt a. O. 9. Kottbus=Spremberg. (
bis=
her: v. Dirkſen Rpt.) Landger.=Direktor Parthey Rpt.
8402, Handſchuhmacher Ewald Haaſe Fortſchr. Vpt. 7829,
Gew.=Sekr. Karl Giebel Soz. 10 901. Stichwahl zwiſchen
Parthey (Rpt.) und Giebel (Soz.).
62. Stettin 6. Naugard=Regenwalde. (bisher:
Siebenbürger Konſ.) Okonomierat Siebenbürger Konſ.
Graf v. Schweinitz Natl. —, Lagerhalter Richard
Mielentz Soz. —. Siebenbürger (Konſ.)
wiederge=
wählt.
67. Köslin 4. Belgard=Schivelbein=Dramburg.
(bisher: v. Brockhauſen Konſ.). Landrat z. D. v.
Brock=
hauſen Konſ. — Geh. Juſtizrat Ludwig Natl.
Schneidermeiſter Ernſt Soz. —. v. Brockhauſen (Konſ.)
wiedergewählt.
74. Poſen 4. Grätz=Koſten=Neutomiſchel. (bisher.
v. Morawski Pole.) Rittergutsbeſ. Schwartzkopff Konſ.
Schriftſt. v. Morawski=Dzierzykraj Pole —,
Redak=
teur Sremski Soz. — v. Morawski (Pole)
wieder=
gewählt.
85. Bromberg 5. Gneſen=Wongrowitz. (bisher:
v. Grabski Pole.) Landrat Dr. Dionyſius Konſ.
Fabrik= u. Gutsbeſ. v. Grabski Pole —, Tiſchler
Matus=
zewski Soz. —. v. Grabski (Pole) wiedergewählt.
95. Breslau 10. Waldenburg. (bisher: Sachſe Soz.)
Mathem.=Prof. Dr. Wagner Rpt.
Schriftſt.
Erz=
berger Ztr. —, Pfarrer Zakrzewski Pole —, Gymn.=
Prof. Dr. Haeger Natl. —, Verbandsvorſitzender Sachſe
Soz. Sachſe (Soz.) wiedergewählt.
100. Oppeln 2. Oppeln. (bisher: Brandys Pole).
Pfarrer Sonneck Ztr. — Propſt Brandys Pole
Rechtsanw. Baſſermann Natl. —, Redakt. Mieczkowski
Soz. — Stichwahl zwiſchen Sonneck (Ztr.) und
Brandys (Polel.
117. Liegnitz 7. Landeshut=Jauer=Bolkenhain.
(bisher: Büchtemann Fortſchr. Vpt.) Geh. Reg.=Rat
Büchtemann Fortſchr. Vpt. —, Arb.=Sekr. Proll Soz.
—, Amtsrichter Warmuth b. k. F. —. Stichwahl
zwiſchen Warmuth lb. k. Fr.) und Proll (Soz.l.
130. Merſeburg 2. Schweinitz=Wittenberg. (bisher
Dove Fortſchr. Vpt.) Rittergutsbeſ. Major a. D. Lettré
Konſ. —, Geh. Juſtizrat Dove Fortſchr. Vpt.
Gew.=Sekr. Hildebrandt Soz. — Stichwahl zwiſchen
Lettré (konſ.) und Dove (Fortſchr. Vpt.).
134. Merſeburg 6. Sangerhauſen=Eckartsberga.
bisher Scherre Rpt.) Rittergutsbeſ. Dr. Eckert Rpt. —,
Landwirt Wamhoff Natl. —, Geſchäftsführer Wickleiz
Soz. —. Stichwahl zwiſchen Wamhoff (natl.) und
Wickleiz (Soz.).
135. Merſeburg 7. Querfurt=Merſeburg. (bisher:
Winckler Konſ.) Gutsbeſ. Niele Konſ. —, Landrat a. D.
Röttger Rpt. —, Gutsbeſ. Koch Fortſchr. Vpt. —
Kaſſenbeamter Pollender Soz. — Stichwahl zwiſchen
Koch (Fortſchr. Vpt.) und Pollender (Sozl.
138. Erfurt 2. Heiligenſtadt=Worbis. (bisher:
v. Strombeck Ztr.) Pfarrer Poppe Ztr. —, Schriftſt.
Bebel Soz. — Poppe (3tr.) gewählt.
139. Erfurt 3. Mühlhauſen=Langenſalza=
Weißen=
ſee. (bisher: Arnſtadt Konſ.) Landw. Arnſtadt Konſ.—
Juſtizrat Dr. Lewin Fortſchr. Vpt. — Kaſſenführer
Schäfer Soz. — Stichwahl zwiſchen Arnſtadt (konſ.)
und Schäfer (Soz.).
151. Hannover 1. Emden=Norden. (bisher: Fegter
Fortſchr. Vpt.) Lehrer Engelkes Konſ. —,
Domänen=
pächter Fegter Fortſchr. Vpt. —, Gew.=Beamt. Julius
Meyer Soz. —. Stichwahl zwiſchen Engelkes lkonſ.)
und Fegter Fortſchr. Vpt.I.
152. Hannover 2. Aurich=Wittmund. (bisher:
Semler Natl.) Okonomierat Dr. Wegner Konſ.
Rechtsanw. Dr. Semler Natl. — Obertelegr.=Aſſiſt.
Niehoff Fortſchr. Vpt. —, Buchdr.=Beſ. Hug Soz.
Semler (Ntl.) wieder gewählt.
168. Hannover 18. Stade=Bremervörde, (bisher:
Hoppe Natl.) Paſtor Voß Wirtſch. Vgg. —, Hofbeſ=
Dr. Hoppe Natl. — Redakt. Reitze Soz. —, Gutsbeſ.
Seehof Welfe. Stichwahl zwiſchen Hoppe Intl.) und
Reitze (Soz.I.
173. Münſter 4. Lüdinghauſen=Beckum=
Waren=
dorf. (bisher: Herzog v. Arenberg Ztr.) Bäckermſtr.
Frerker Ztr. —, Stadtv. Eilers Soz. Frerker (3tr.)
gewählt.
177. Minden 4. Paderborn=Büren. (bisher: v.
Savigny Ztr.) Landrat Dr. v. Savigny Ztr. —
Lager=
halter Mademann Soz. Savigny (Ztr ) gewählt.
195. Kaſſel 3. Fritzlar=Homberg=Ziegenhain. (
bis=
her: Liebermann v. Sonnenberg † Wirtſch. Vgg.)
Gene=
ralſekr. Henningſen Wrtſch. Vgg. — Dr. Laporte
Fortſchr. Vpt. —, Kaſſenbeamter Jordan Soz.
Schloßbeſ. Heſtermann Bbd. —. Stichwahl zwiſchen
Henningſen (w. Vag.) und Heſtermann (Bauernbd.).
197. Kaſſel 5. Marburg=Frankenberg=Kirchhain.
(bisher: Böhme b. k. F.) Prof. Dr. Bredi Rpt. 3029,
Schnei=
dermeiſter Rupp Wirtſch. Vgg. 5423, Gew.=Beamt. Diehl
Soz. 986, Schriftſt. v. Gerlach Demokr. Vag. 5429,
Böckel 2344. Stichwahl v. Gerlach (Demokr. Vgg.) u.
Rupp (Wirtſch. Vgg.)
208. Düſſeldorf 2. Elberfeld=Barmen. (bisher:
Linz Rpt.) Oberlehrer Linz Rpt. 16763, Rechtsanw. Kau
Ztr. 6042, Realſchuldtr. Dr. Hintzmann Natl. 11545,
Par=
teiſekr. Ebert Soz. 38640. Stichwahl zwiſchen Linz
(Rpt.) und Ebert (Soz.).
213. Düſſeldorf 7. Mörs=Rees. (bisher Fritzen
Ztr.) Rittergutsbeſ. Pauli Konſ. —, Pfarrer Liz. Hein
Wirtſch. Vag. —, Rechtsanw. Dr. Bell Ztr.
Staatsanwalt Dr.
Schriftſt. Chociszewski Pole —
Roſenfeld Natl. —, Schriftſt. Dr. Albrecht Fortſchr.
Vpt.
Stichwahl zwiſchen
C. Weyers Soz.
Bell (Ztr.1 und Roſenfeld Intl.).
232. Aachen 2. Eupen=Aachen. (bisher: Nacken!
Ztr.) Kaufm. Nacken Ztr.
Fabrikbeſ. Peters Natl.
Nacken (Ztr.) ge=
Redakteur Honrath Soz.
wählt.
239. Oberbayern 3. Aichach. (bisher: Beck Ztr.)
Reichsrat Graf Sandizell Ztr. —, Schriftſt. v. Staden
Liberal —, Redakt. Gruber Soz. —, Bürgermſtr.
Neumaier Bbd. — Sandizell (3tr.) gewählt.
240. Oberbayern 4. Ingolſtadt. (bisher: Frhr. v.
Freyberg Ztr.) Brauereibeſ. Ponſchab Ztr. —,
Eiſen=
bahnverw. Hoffmann Liberal — Rechtsanw. Sänger
Soz. —. Ponſchab (Ztr.) gewählt.
241. Oberbayern 5. Waſſerburg. (bisher: Irl Ztr.)
Malermſtr. Irl Ztr. —, Hauptl. Waſſerburger Liberalf
Offiziant Birnkammer Soz. —, Bürgermſtr. Kaiſer
Bbd. —. Irl (Ztr.) wieder gewählt.
242. Oberbayern 6. Weilheim. (bisher: Frhr. v.
Thünefeld Ztr.) Kämmerer Frhr. v. Thünefeld Ztr. —,
Schriftſt. Dr. Müller Liberal — Gürtler Staimer Soz.
—, Gutsbeſ. Huber Bbd. —. Thünefeld (Ztr.)
wieder=
gewählt.
243. Oberbayern 7. Roſenheim. (bisher: Ranner
Ztr.) Okonom Ranner Ztr. —, Rechtsanw. Vorger
Liberal —, Parteiſekr. Auer Soz. — Bäckermſtr.
Goll=
witzer Bbd. —. Ranner (Ztr.) wiedergewählt.
246. Niederbayern 2. Straubing. (bisher:
Schef=
beck Ztr.) Bäckermſtr. Schefbeck Ztr. — Parteiſekr. Auer
Soz.
Gutsbeſ. Laux Bbd.
Stichwahl zwiſchen
Schefbeck (Ztr.) und Laux (Bbd.).
248. Niederbayern 4. Pfarrkirchen (bisher: Mayer.
Ztr.) Gutsbeſ. Mayer Ztr. —, Oberpoſtverw Loewen=
Okonomie=
eck Liberal —, Gaſtwirt Huber Soz.
rat Bachmeier Bbd. —. Stichwahl zwiſchen Meyer
Ztr1 und Bachmeier (Bbd.).
250. Niederbayern 6. Kelheim. (bisher: Steindl
Ztr.) Privatier Steindl Ztr.
Gutsbeſ. Gandorfer
Soz. — Gaſtwirt Markus Schmied Bbd. — Steindl
Ztr.) wiedergewählt.
258. Obeipfalz und Regensburg 2. Amberg. (
bis=
her: Sir Ztr.) Landw. Dumler Konſ. —, Kaufm. Sir
Ztr. —, Rechtsanw. Diem Natl. —, Gew.=Sekr. Bohl
5oz. . Sir (Ztr.) wiedergewählt.
261. Oberpfalz und Regensburg 5. Neuſtadt
a. W.=N. (bisher: Heim Ztr.) Rechtsanw. Dr. Pfleger
Ztr. — Oberwerkführer Haubner Liberal —, Okonom
Neierhöfer Bdl. —, Gemeindeausſchußmitglied Walther
Soz. —. Pfleger (Ztr.) gewählt.
269. Mittelfranken 3. Ansbach=Schwabach. (
bis=
her: Hufnagel Konſ.) Bürgermſtr. Hufnagel Konſ. —,
einem Manne wird von einem Auto das Bein abgefahren,
der Arzt flickt den Schenkel wieder an, und im letzten Bild
ſehen wir den Patienten völlig geſund und mit großer
Beweglichkeit von dieſem Wunderdoktor Abſchied nehmen.
Um dieſe Augentäuſchung hervorzubringen, engagierte der
Fabrikant einen Krüppel, der ein Bein verloren hatte,
entdeckte nach langem Suchen einen geſunden Menſchen,
der dem Invaliden ſehr ähnlich ſah, und damit war das
Problem gelöſt: für die Kataſtrophe wird dem Krüppel
ein künſtliches Bein angeſetzt; die Schlußſzene des
Wie=
dergeneſenen ſpielt dann ſein geſunder Doppelgänger.
England darf für ſich den Ruhm beanſpruchen,
kinemato=
graphiſche Aufführungen zum erſten Male als öffentliches
Schauſpiel veranſtaltet zu haben. Das war im Jahre
1895 im Hatton Garden. Der Unternehmer produzierte
ſeine „beweglichen Bilder” auf eine Leinwandfläche; die
fröhlichen Rufe der ſtehengebliebenen Paſſanten lockten
Schutzleute herbei und den Hütern des Geſetzes gab man
dann zu ihrer Erbauung und zu ihrem Staunen eine
Wie=
derholung des damals noch nie geſehenen Schauſpieles.
Das erſte Kinematographentheater der Welt wurde dann
die Londoner Olympia; gleichzeitig engagierte die
Alham=
bra einen unternehmenden Mann, der ſich erbot, jeden
Abend ſeine „Animatographen” vorzuführen. Das war
Robert Paul, der Begründer der engliſchen Kinoinduſtrie.
Man hatte ihn auf 14 Tage engagiert; nach vier Jahren
wirkte er noch immer an der Alhambra. Man hatte das
14tägige Engagement ein wenig „verlängert”.
* Der ewige Prozeß. In der zweiten Hälfte des Monats
März 1911 erſchienen in Viterbo, ſtark gefeſſelt und unter
guter Eskorte, zweiundvierzig neapolitaniſche
Kamorri=
ſten, die, wie ſeinerzeit öfters berichtet, in dieſer zur
Pro=
vinz Rom gehörigen Stadt wegen der Ermordung des
Ehepaares Cuocolo und einer ganzen Reihe anderer
Ver=
brechen abgeurteilt werden ſollten. Ein italieniſches
Blatt ſchrieb damals: „Der Prozeß dürfte vier oder fünf
Monate dauern‟ Das war um die Zeit, da der
Früh=
ling erwachte. Die Blumen erblühten in Wald und Feld
und ſind dann wieder verwelkt, die heiße Sommerſonne
brachte das Getreide zur Reife, hochbeladene Erntewagen
fuhren durch die Dorfſtraßen, und der Winter iz. s
Land gekommen. Der Prozeß von Viterbo aber dauert
fort. In der Kirche der Barfüßer, die ſich in einen
Schwurgerichtsſaal verwandelt hat, ſitzen die 42
Kamor=
riſten ſtumpfſinnig und halb verblödet in ihrem Käfig;
ganze Bataillone von Zeugen ziehen vorüber, und die
Advokaten ſchaffen täglich neue „Zwiſchenfälle”, die mit
dem Prozeß kaum noch in einem loſen Zuſammenhang
ſtehen. An die Plädoyers iſt einſtweilen gar nicht zu
den=
ken, da noch Dutzende von Zeugen zu vernehmen ſind
und ſtündlich weitere Dutzende aus der Erde geſtampft
werden können. Am 19. dieſes Monats will ſich die ganze
Prozeßgeſellſchaft nach Neapel begeben, um die
Ermord=
ung Cuocolos und ſeiner Gattin an Ort und Stelle zu
„rekonſtruieren‟. Die 42 Angeklagten ſollen dieſen
Aus=
flug in einem gepanzerten Zuge machen; 120 bis an die
Zähne bewaffnete Karabinieri werden ſie begleiten. In
Neapel ſollen die Nardone=Straße, wo Frau Coucolo
ermordet wurde, und der Cabeſtro=Strand, wo ihr Mann
den Tod fand, während des „Wiederaufbaues” des
Schauerdramas von Soldaten beſetzt gehalten werden;
und wenn alles vorüber ſein wird, werden die Debatten
friſch und fröhlich von neuem beginnen, worauf vierzig
— oder ſind es zweiundvierzig? — Advokaten ihre
Ver=
teidigungsrede hören laſſen und die unglücklichen
Ge=
ſchworenen bis in den Sommer hinein unterhalten
wer=
den. Und dann wird der Kaſſationshof mit tödlicher
Sicherheit das zur Zeit der Weinleſe zu erwartende
Ur=
teil umſtoßen und die ganze Geſchichte vor ein neues
Ge=
richt verweiſen. Die Enkelkinder der jetzt lebenden
Ita=
liener werden ſich aber vielleicht eines Tages erzählen,
daß der berühmte Kamorriſtenprozeß, den ſie von ihren
Vätern und Großvätern ererbt hatten, doch noch zu Ende
gegangen iſt.
mi. Chineſiſche Strohzöpfe. Es iſt dies nicht der
Zopf, der dem Chineſen hinten hängt; man verſteht unter
chineſiſchen Strohzöpfen vielmehr jene geflochtenen
Um=
kleidungen, mit denen man in kalten Wintertagen
frei=
liegende Brunnen und Leitungen zum Schutze gegen das
Einfrieren umwickelt. Der größte Teil dieſer Strohzöpfe
ſtammt nämlich, was nur wenige wiſſen werden, aus
China; denn wenn auch in Deutſchland die
Strohflech=
terei blüht, beſonders in Sachſen, im Schwarzwald, in
den ſchleſiſchen Webereidiſtrikten und in Lindenberg bei
Lindan, ſo reicht doch die Produktion zur Deckung des
Bedarfs nicht aus. Namentlich in den letzten vierzig
Jahren hat ſich in China dieſe Induſtrie mächtig
ent=
wickelt, Zöpfe aus Stroh werden in Taian, Wuting und
Laichou, ſämtlich Diſtrikte der Provinz Schantung,
er=
zeugt. Farbige Strohzöpfe kommen meiſt aus den
Pro=
vinzen Chili und Honan. Früher verwandte man zum
Färben des Strohes einen engliſchen Farbſtoff; jetzt be=
dient man ſich dazu der bilkigeren einheimiſchen
Färbe=
materiale, die allerdings nicht ganz ſo zuverläſſig
wir=
ken. Etwa ein Drittel ſeiner Erzeugniſſe führt China
nach Amerika, zwei Drittel nach Europa aus. Auch in
England blüht übrigens die Strohflechterei, namentlich
in der Gegend von Bedford und Bux. Die Arbeitslöhne
ſind dort in dieſer Induſtrie ungemein niedrig; trotzdem
vermag das engliſche Erzeugnis nur ſchwer mit dem
chine=
ſiſchen zu konkurrieren, denn der Chineſe arbeitet ſo billig,
daß ſein Fabrikat trotz der hohen Fracht noch
konkurrenz=
fähig bleibt.
* Affenmenſch. In Moskau befindet ſich
augen=
blicklich ein fünfjähriges Mädchen, das den
vollſtän=
digen Typus eines Affenmenſchen darſtellt, zur
Unter=
ſuchung bei den Profeſſoren. Von der Bruſt an iſt das
Mädchen vollkommen affenartig mit langen Haaren
be=
deckt. Die Aerzte haben feſtgeſtellt, daß die Abnormität
zwar gute geiſtige Fähigkeiten beſitzt und ſchon nach
kur=
zer Zeit imſtande war, einen Buchſtaben nachzuſchreiben.
Auch auf die Fragen, die man an das Mädchen richtet,
antwortet es anſcheinend mit Verſtändnis. Dagegen hat
es auch allerlei Eigenſchaften, die man nur als tieriſch
bezeichnen kann. So ſchläft es z. B. nicht liegend, wie
die anderen Menſchen, ſondern ſitzend. Man kann es
lie=
gend nicht zum Schlafen bringen. Profeſſor
Metſchnk=
kow, der bekannte ruſſiſche Arzt, hat nach den
Mos=
kowskt Wjedomoſti mit dem Mädchen allerlei
pſycholo=
giſchen Unterſuchungen angeſtellt, aus denen
hervorzu=
gehen ſcheint, daß es ſeeliſch ein ähnlicher Zwitter iſt, wie
körperlich. Ein Unternehmer beabſichtigt, das
Affenmäd=
chen zur Schau zu ſtellen.
* Wahlpoeſie. In der Wahlurne des 24.
Wahl=
bezirks in Darmſtadt fand ſich folgender poetiſcher Erguß
vor:
Vom Darmſtädter Wahlkreis,
Wie kann’s anders ſein,
Muß diesmal in’n Reichstag ein Doktor hineir
Ein Doktor, der reden kann und viel verſpricht,
Und wenn’s d’rauf und d’ran geht,
An’s Halten denkt nicht.
Soweit iſt mir ja auch die Sache ganz klar,
Doch wer von den Dreien iſt der Beſt’ fürwahr?
Der Richtige für mich iſt keiner der Drei’n,
Drum werf’ einen weißen Stimmzettel ich ein.
Prof. Dr. Quidde Fortſchr. Vpt. —, Verb.=Beamt.
Hierl Soz. —. Stichwahl zwiſchen Hufnagel Konſ.)
und Hierl (Soz.).
270. Mittelfranken 4. Eichſtätt. (hisher: Speck
Ztr.) Landwirt Luff Konſ. —, Oberreg.=Rit Speck Ztr.
Kgl. Forſtrat Gareis Natl. —, Fabrikant
Haugen=
ſtein Soz. —. Speck (Ztr.) wiedergewählt.
271. Mittelfranken 5. Dinkelsbühl. (bisher:
Nie=
derlöhner Konſ.) Bürgermſtr. Nieder öhner Konſ. 9339,
Syndikus Dr. Kuhlo Natl. 43 8, Gew.=Beamt. Merke
Soz. 1442. Niederlöhner (Konſ.) wieder gewählt.
272. Mittelfranken 6. Rothenburg o. T. (bisher:
Hilpert b. k. F.) Geſchäftsführer Münch Fortſchr. Vpt.
Zig.=Fabr. Klampfer Soz. —, Landwirt Hilpert
b. k. F. —, Gutsbeſ. Kerſchbaum Bbd. —. Hilpert (b.
k. F.) wieder gewählt.
276. Unterfranken und Aſchaffenburg 4. Neuſtadt
a. S. (bisher: Haeusler Ztr.) Gen.=Maj. z. D.
Haeus=
ler Ztr. —, Geh. Reg.=Rat Hüfner Natl. —,
Kaſſen=
beamter Soldmann Soz. —. Haeusler Ztr.) wieder
gewählt.
279. Schwaben und Neuburg 1. Augsburg. (
bis=
her: Kalkhof Ztr.) Oberlehrer Wörle Ztr. — Arzt
Dr. Hoeber Liberal
Druckereibeſ. Rollwagen
Soz. —. Stichwahl zwiſchen Wörle Ztr. und
Roll=
wagen Soz.).
281. Schwaben und Neuburg 3. Dillingen. (
bis=
her: Jaeger Ztr. Verleger Dr. Jaeger Ztr. —,
Buch=
hdlr. Beyſchlag Liberal —, Schneidermſtr. Lppl Soz.
—, Bürgermſtr. Dirr Bbd. — Jaeger (3tr.)
wieder=
gewählt.
282. Schwaben und Neuburg 4. Illertiſſen. (
bis=
her: Hebel Zir.) Pfarrer Hebel Ztr. —, Oberlehrer
Sailer (Natl.) —, Redakt. Simon Soz. —
Bürger=
meiſter Dirr Bbd. — Stichwahl zwiſchen Hebel (Ztr.)
und Sailer (Ntl.).
283. Schwaben und Neuburg 5. Kaufbeuren. (
bis=
her: Mayer Ztr.) Rechtsanwalt Dr. Mayer Zir.
Gutsbeſ. Batſch Liberal —, Kaufmann Schmidt Soz.
—, Bürgermſtr. Dirr Bbd. —. Meyer (Ztr.) wieder
gewählt.
286. Königreich Sachſen 2. Bernſtadt=Löbau. (
bis=
her: Weber Natl.) Guts= und Fabrilbeſ. Förſter Konſ.
— Paſtor Wehrmann Natl. — Prof. Dr. Rihn
Fortſchr. Vpt. —, Redakt. Krätzig Soz. —.
Stich=
wahl zwiſchen Wehrmann Ntl.) und Krätzig Soz.).
291. Königreich Sachſen 7. Meißen. (bisher: Gäbel
Wirtſch. Vag.) Obſtgutsbeſ.
Fritzſche D. Refpt.
Schriftſt. Erzberger Ztr. —, Paſtor Kruſpe Fortſchr.
Vpt. Redait. Schmidt Soz. Gewählt Schmidt (Soz.).
292. Königreich Sachſen 8. Pirna. (bisher: Haniſch
Wirtſch. Vgg.) Rechtsanw. Dr. Böhme Konſ. —,
Syn=
dikus Dr. Schneider Natl. —, Schriftſteller Rühle
Soz. —. Gewählt Rühle (Soz.).
294. Königreich Sachſen 10. Roßwein=Döbeln.
(bisher: Everling Natl.) Buchbinderobermſtr. Unraſch
Konſ. —, Liz. Everling Natl. —, Photograph Pinkau
Soz. —. Pinkau Soz.) gewählt.
298. Königr. Sachſen 14. Borna=Pegau. (bisher:
v. Liebert Rpt.) Generallt. z. D. v. Liebert Rpt. —,
Kaufm. Nitzſchke Natl. —, Parteiſekr. Ryſſel Soz.
Stich=
wahl zwiſchen Nitzſchke Ntl.) und Ryſſel (Soz.).
306. Königr. Sachſen 22. Kirchberg=Auerbach=
Reichenbach. (bisher: Merkel Natl.) Fabrikbeſ. Singer
Natl. —, Redakt. Dr. Lenſch (Soz.). Lenſch (Soz.)
gewählt.
316. Württemberg 9. Balingen=Rottweil. (bisher:
Haußmann Fortſchr. Vpt.) Lehrer Bernecker Konſ. —
Rechtsanw. Vock Ztr. —, Rechtsanw. Haußmann
Fort=
ſchr. Vpt. — Verb.=Beamt. Mattutat Soz. —.
Stich=
wahl zwiſchen Haußmann (Fortſchr. Volksp.) und
Mattutat (Soz).
348. Mecklenburg=Schwerin 1. Hagenow=
Greves=
mühlen. (bisher: Reichsgraf v. Bothmer Fortſche. Vpt.)
Tiſchlermſtr. Pauli Konſ. —, Seminar=Oberlehrer
Siv=
kovich Fortſchr. Vpt. —. Gew.=Beamt. Kober Soz. —
Stichwahl zwiſchen Pauli (Konſ.) u. Kober (Soz.).
349. Mecklenburg=Schwerin 2. Schwerin=Wismar.
(bisher: Dröſcher Konſ.) Maſchinenſabr. Witt Konſ. —
Rittergutsbeſ. Zimmermann Natl. —, Redakt. Staroſſon
Soz. —. Stichwahl zwiſchen Zimmermann INtl.
und Staroſſon Soz. I.
350. Mecklenburg=Schwerin 3. Parchim=
Ludwigs=
lnſt. (blsher: Pachnicke Fortſchr. Vpt.) Prof. Dr. Dade
Konſ. —, Schriftſt. Dr. Pachnicke Fortſchr. Vpt. —
Arb.=Sekr. Groſſe Soz. —. Stichwahl zwiſchen Dade
lkonf.) und Pachnicke Fortſchr. Vpt.).
351. Mecklenburg=Schwerin 4. Malchin=Waren.
(bisher: v. Maltzan Konſ.) Gutsbeſ. v. Maltzan Konſ. —,
Rittergulsbeſ. Dr. Wendorf, Fortſchr. Vpt. —,
Partei=
ſekr. Kröger Soz. —. Stichwahl zwiſchen v. Maltzan
lkonf.) und Wendorf (Fortſchr. Vpt.).
352. Mecklenburg=Schwerin 5. Roſtock. (bisher:
Linck Natl.) Domänenrat Rettich Konſ. —, Malermſtr.
Heimſoth Fortſchr. Vpt. —, Rechtsanw. Dr. Herzfeld
Soz. —. Stichwahl zwiſchen Heimſoth (Fortſchr. Vpt.)
und Herzfeld (Soz.).
356. Sachſen=Weimar 3. Jena=Neuſtadt. (bisher:
Lehmann b. k. F.) Amtsrichter Dr. Schauer Wirtſch.
Vog. — Prof. Dr. Thümmel Natl. —, Oberlehrer
Prof. Dr. Vershofen Fortſchr. Vpt. —, Malermſtr.
Leutert Soz. —. Stichwahl zwiſchen Leutert Soz.)
und Dr. Schauer IWirtſch. Vgg.).
361. Braunſchweig 1. Braunſchweig=Blankenburg.
(bisher: Langerfeldt Rpt.) Reg.=Baumſtr. Rothe Natl.
Rechtsanw. Dr. Bracke Fortſchr. Vpt. —,
Schrift=
ſteller Bloß Soz. —, Notar Dedekind Welfe —.
Ge=
wählt Bloß (Soz.).
367. Sachſen=Coburg=Gotha 1. Coburg. (bisher:
Zietſch Soz.) Reg.=Rat Dr. Quarck Natl. —,
Haupt=
lehrer Sander Fortſchr. Vpt. —, Redakt. Zietſch Soz.
Stichwahl zwiſchen Quarck (natl.) u. Zietſch (Soz.)
370. Anhalt 2. Bernburg=Ballenſtedt. (bisher:
Trautmann Natl) Generalkonſ. a. D. Dr. Irmer Konſ.
—, Paſtor Baumecker Natl. —, Fabrikdirekt. Zierath
Fortſchr. Vpt. —, Gew.=Beamter Bender Soz.
Schriftſt. Dr. Breitſcheid Demokr. Vgg. — Stichwahl
zwiſchen Baumecker ſutl.) und Bender (Soz.).
383. Elſaß=Lothringen 1. Altkirch=Thann. (
bis=
her: Ricklin b. k. Fr.) Sanitätsrat Dr. Ricklin Elſ. 12943
Notar Dr. Centlione Liberal 4424, Verb.=Vorſ. Gſell
Soz. 5603. Stichwahl zwiſchen Ricklin (Elſ.) und
Gſell (Soz.).
392. Elſaß=Lothringen 10. Hagenau=Weißenburg.
(bisher: Wiltberger b. k. F.) Chefredakt. Hauß Ztr. 13989,
G. Meyer Liberal 8989, Gew.=Beamt. Voigt Soz. 3503.
Hauß (Zentr.) gewählt.
Berichtigung zu 164, Hannover 14. Stichwahl
zwiſchen Schneider (Soz.) und Meyer (Ntl.).
* Mannheim, 14. Jan. Die Meldung, daß die
Wahl Baſſermanns in Saarbrücken durch ein
Kom=
promiß geſichert ſei, iſt, wie Baſſermann erklärt,
unrich=
tig; ſie beruht anſcheinend auf einem Wahlmanöver.
* Das endgültige Ergebnis der Wahlen
liegt nunmehr vor. Wir fügen den Ziffern die
entſpre=
chenden Ziffern der Hauptwahl vom 25. Januar
1907 bei:
Endgültig gewählt ſind 208 (236)
Abgeord=
nete, und zwar 79 (89) Zentrum, 64 (28) Sozialdemokraten,
27 (41) Konſervative, 15 (18) Polen, 11 (12) Elſäſſer und
Fraktionsloſe, 5 (10) Reichspartei, 4. (20)
Nationallibe=
rale, 2 (7) Wirtſch. Vereinigung, 1 (2) Bund der
Land=
wirte, 0 (9) Fortſchr. Volkspartei.
An den 189 (161) Stichwahlen ſind beteiligt:
42 (29) Konſervative, 17 (19) Reichspartei, 16 (5) Deutſche
Reformpartei bezw. Wirtſch. Vereinigung, 29 (39)
Zen=
trum, 10 (5) Polen, 64 (58) Nationalliberale, 53 (50)
Fortſchr. Volkspartei, 120 (93) Sozialdemokraten, 2
bay=
riſche Liberale, 2 Elſäſſer und 2 Lothringer, 6 (4) Welfen,
Bauernbund und 5 (3) Fraktionsloſe.
Die Konſervativen gewinnen 2 und verlieren 9, die
Reichspartei gewinnt 2 und verliert 10, die Wirtſch.
Ver=
einigung gewinnt 1 und verliert 8, das Zentrum
ver=
liert 6, die Polen verlieren 1, die Nationalliberalen
ge=
winnen 2 und verlieren 16, die Fortſchr. Volkspartei
ver=
liert 12, die Sozialdemokraten gewinnen 28 und
verlie=
ren 2 Sitze. Hierbei iſt zu bemerken, daß dieſe Gewinn=
und Verluſtziffern vorläufige ſind und durch die
Stichwahlen ſich ändern werden und zum Teil
ausgegli=
chen werden können. Da erſt etwas mehr als die Hälfte
der Wahlen in der Hauptwahl entſchieden ſind, können
ſichere Schlüſſe auf die Zuſammenſetzung des neuen
Reichslages noch nicht gezogen werden.
Preßſtimmen:
* Der Frankf. Zeitung wird aus Berlin
ge=
ſchrieben: Was bis zur Stunde von den Wahlergebniſſen
aus dem Reiche vorliegt, läßt noch keinen ſicheren Schluß
zu über die Stärke der einzelnen Parteien im nächſten
Reichstag und über die Möglichkeit der
Mehrheitsbild=
ung. Dazu iſt die Zahl der Stichwahlen zu groß. Der
Ausgang dieſer Stichwahlen iſt unſicherer, als
in früheren Fällen, weil ſich bis jetzt nicht vorausſehen
läßt, ob und in welchem Maße die
Deſperatoſtichwahl=
politik des Herrn von Heydebrand den Sozialdemokraten
zum Siege über die bürgerlichen Parteien der Linken
ver=
helfen wird, und weil auch nicht vorauszuſehen iſt, wie
ſich das Zentrum in den Stichwahlen zwiſchen
Sozial=
demokraten und bürgerlicher Linken verhalten wird.
Eins ſteht nur feſt: Die Sozialdemokraten haben den
größten Teil der Verluſte, die ſie vor fünf Jahren
erlit=
ten, wieder eingeholt und haben darüber hinaus auch
Er=
oberungen gemacht, hauptſächlich auf Koſten der Linken,
haben allerdings auch einzelne Wahlkreiſe an dieſe
ver=
loren. Die Sozialdemokratie wird mindeſtens mit den
80 Mann wieder erſcheinen, die ſie im vorletzten
Reichs=
tage gehabt hat, wahrſcheinlich auch mit mehr. Feſt ſteht
weiter, daß die Verluſte des Zentrums nicht bedeutend
ſein werden, und weiter ſteht feſt, daß die als
Reform=
partei und unter anderen Titeln auftretenden Antiſemiten
ſtark verloren haben. Wieviel Konſervative und
Reichs=
partei verlieren werden und wie ſtark Nationalliberale
und Fortſchrittliche Volkspartei wiederkehren werden,
läßt ſich vor dem Vollzuge der Stichwahl nicht mit
Sicher=
heit ſagen und daher auch nicht, ob eine Mehrheitsbildung
aus dem Zentrum und der Rechten vereitelt iſt. Unter
dieſen Umſtänden halten die Morgenblätter mit ihren
Urteilen faſt alle noch zurück.
Das Urteil der Berliner Blätter über
den Wahlausfall iſt kein abſchließendes, ſondern
nur ein vorläufiges. Die Tägliche Rundſchau
ſchreibt: Die Abwanderung nach links erfolgte nach den
bisher vorliegenden Zahlen nicht in dem Maße, wie
viel=
fach angenommen wurde, aber ſie reicht doch aus, um für
gewiſſe Fragen eine Mehrheit gegenüber dem Zentrum
und Konſervativen zuſammen zu bringen; im ganzen eine
Verſchiebung, aber kein Ruck nach links. — Die
Deut=
ſche Tageszeitun'g ſagt: Bisher läßt ſich eine
all=
gemeine Signatur der Lage höchſtens dahin geben, daß
ſowohl auf der rechten Seite, wie im Lager der
bürger=
lichen Linken ſchwere Verluſte zu verzeichnen ſind. Die
Sozialdemokratie gewinnt, und zwar meiſt auf Koſten der
Liberalen, bisher namentlich des Freiſinns, der ſelbſt den
erſten Berliner Wahlkreis ſchwer wird halten können:
Philippi. — Die Poſt ſagt: Allgemeine Schlüſſe laſſen
ſich natürlich einſtweilen noch nicht ziehen, bemerkenswert
aber iſt, daß die Sozialdemokraten ihren lieben Freunden
und Bundesgenoſſen als erſten Dank für die wohlwollende
Geſinnung eine ganze Anzahl Mandate abgenommen
haben. Auch die Nationalliberalen haben ihnen einige
Mandate überlaſſen müſſen. Außerordentlich groß iſt die
Zahl der Mandate, die die Sozialdemokraten ſchon jetzt
endgültig erobert haben. — Die Morgenpoſt ſchreibt:
Aus den bislang vorliegenden Reſultaten läßt ſich eine
gewiſſe Tendenz auf Wiederherſtellung der
Kräfteverhält=
niſſe von 1903 deutlich erkennen. Dieſe Rückkehr zu den
Verhältniſſen von 1903 macht ſich auch deutlich hei der
Sozialdemokratie erkennbar. — Das Bekrliner
Tage=
blatt ſchreibt: Das deutſche Volk hat geſtern geſprochen,
und wie auch immer ſein Votum ausgefallen ſein mag
der einzelne Staatsbürger ebenſo gut wie die leitenden
Perſonen müſſen ſich damit abfinden. Soviel ſteht ſchon
jetzt feſt, daß in den neuen Reichstag ein ſehr ſtarker
Pro=
zentſatz neuer Männer einziehen wird. Der Wunſch iſt
nicht unbeſcheiden, daß mit den neuen Männern auch ein
neuer Geiſt in den Reichstag einziehen möge, damit die
Rechte des Volkes künftig mit mehr Entſchiedenheit und
Nachdruck vertreten werden als in dem unglückſeligen
Reichstag mit dem doppelten Block. — Zum Schluß der
Vorwärts: Unſer iſt der Tag. Nicht gering ſind
inſere Erwartungen geweſen, aber ſie ſind erfüllt worden.
Heute dürfen wir einen Moment lang zufrieden ſein und
mit ſtolzer Genugtuung der Erfolge uns freuen, die die
bisher geduldige unermüdliche Arbeit getragen hat. Ein
Drittel des deutſchen Volkes (?) hat ſeine Stimme
ab=
gegeben für die Sozialdemokratie. Es hat geſtimmt gegen
die imperialiſtiſche Politik. Die nationaliſtiſche Hetze iſt
wirkungslos geblieben. Viel iſt noch zu tun; die kurze
Zeit bis zur Stichwahl auszunutzen. Wir kennen keine
Raſt und der zweite Wahltag ſoll vollenden, was der
erſte glorreich begonnen hat. — Die Kreuzzeitung
beginnt ihr Reſumee an leitender Stelle wie folgt: „Das
Ergebnis der Reichstagswahl iſt für die bürgerliche Linke
geradezu niederſchmetternd. Im Jahre 1907 erhielten ſie
in 28 Wahlkreiſen bei der Hauptawhl die Mehrheit, geſtern
nur in vier Wahlkreiſen, und das trotz aller
Parteiver=
ſchmelzungen und Wahlabkommen, trotz Hanſabund und
Bauernbund, trotz enormen Aufwandes an Geld,
Druk=
kerſchwärze und Lungenkraft, trotz der Aufpeitſchung der
Volksleidenſchaft gegen Konſervative und Zentrum.” In
ähnlicher Weiſe äußert Ich auch die klerikale Germania:
„Und darum dieſe ſeit dem Zuſtandekommen der
Reichs=
finanzreform immer mehr geſteigerte maßloſe Hetze gegen
den ſchwarzblauen Block”, ſo ruft ſie nach einem
Ueber=
blick über die Ergebniſſe aus, „die Liberalen, die dieſe
Hetze mit tatſächlicher Unterſtützung des Hanſabundes am
kräftigſten betrieben haben, ſehen nun das alte
Sprich=
wort beſtätigt: „Wer Wind ſäet, wird Sturm ernten”
Dieſe Hetze hat off enbar in den liberalen Kreiſen nur
die Wirkung gehabt, zahlreiche Wähler in ihrer
aufgereg=
ten Mißſtimmung in das ſozialdemokratiſche Lager zu
treiben.”
Die Kölniſche Zeitung ſchreibt: Etwa in der
Hälfte aller Wahlkreiſe werden erſt die Stichwahlen die
endgültige Beſetzung feſtſtellen. Daraus erhellt ſchon, wie
unſicher alle Schätzungen der Stärke der einzelnen
Par=
teien und der vorausſichtlichen Mehrheitsbildungen ſind.
Um ſo willkürlicher müſſen dieſe Schätzungen ſein, als ſich
durchaus keine einheitliche Formel für die
Stichwahl=
cbrole finden läßt. Wichtig bleibt auch im zweiten Teil
des Wahldramas die Frage, was aus der ſchwarz=blauen
Herrlichkeit wird. Wo gekämpft wird, da ſtieben Funken,
und wenn ein Volk in Unruhe kommt, ſo gärt es lange,
bis ſich der Wein bildet. Deshalb ſollte ſich niemand ins
Bockshorn jagen laſſen, wenn die ſozialdemokratiſchen
Stimmen emporſchnellen und wenn hier und dort auch
gut bürgerliche Wahlkreiſe an die Sozialdemokratie auss
liefern. Auch die politiſche Geſchichte macht bisweilen
Sprünge, geht aber doch im Ganzen ihren geregelten Weg.
Die Sozialdemokratie hat ſich ihre Gewinne zwar von
üiberall her geholt; bedeutſam aber iſt, daß der Block der
Reaktion ganz bedenkliche Wunden aufweiſt. Die
Ver=
luſtliſte beweiſt ſchlagend, daß von allen Seiten Breſche
in die reaktionäre Feſtung gelegt worden iſt. Und man
mag die Stichwahl=Ausſichten vom Standpunkt der
Geg=
ner aus noch ſo optimiſtiſch betrachten, man wird doch
zu=
geben, daß ſich die Parteien des ſchwarz=blauen Blocks,
dank ihrer vorbildlichen Taktik im erſten Gang,
veraus=
gabt haben, und daß aus eigenen Kräften für ſie nur
noch wenig zu holen iſt. Die nötige Mehrheit von 199
Abgeordneten wird ihnen kaum beſchieden ſein, obgleich
ſie im erſten Anlauf 136 (?) von 208 Mandaten bekommen
haben. Daß der Liberalismus unter den herrſchenden
Verhältniſſen, wo jeder das Bedürfnis hatte, mit dem
andern Fraktur zu reden, nicht glänzend abſchneiden
würde, war vorauszuſehen; liberale Blütezeiten ſehen
ganz anders aus. Aber trotzdem ſollte man das Ergebnis
der Stichwahlen abwarten, bevor man vom Sieg oder
Niederlage redet. So ſchmerzlich die Verluſte ſein mögen,
auf der anderen Seite ſind Fortſchritte zu verbuchen, die
die Ausſi len wohl wettmachen.
* Berlin, 13. Jan. Die Nordd. Allg. Ztg.
ſchreibt zur Stichwahl: Die Hauptwahlen ſind
vor=
über. Sie brachten, was ſie nach den erbitterten
Kämp=
fen unter den bürgerlichen Parteien bringen mußten,
einen beträchtlichen Gewinn der Sozialdemokratie: 64
Mandate gewannen nach den bisher vorliegenden
Nach=
richten die Sozialdemokraten im erſten Anlauf, ſämtliche
bürgerlichen Parteien zuſammen nur 144, davon der
bür=
gerliche Liberalismus nur 4. In 120 Wahlkreiſen kommt
die Sozialdemokratie zur Stichwahl. Nicht aus eigener
Kraft kann ſie dabei ſiegen. Jedes Mandat, das ſie noch
erwirbt, wird ſie dem deutſchen Bürgertum verdanken.
Die bürgerlichen Parteien ſelbſt werden die Schuld daran
tragen, wenn die rote Flut noch weiter anſteigt. In die
Hauptwahl zog die Sozialdemokratie mit dem
Schlacht=
ruf: Krieg bis aufs Meſſer den konſervativen
Freiheits=
feinden; Kampf bis zur Vernichtung den verräteriſchen
Zentrumspfaſſen; unerbittliches Ringen mit den
natio=
nalliberalen Scharfmachern; rückhaltloſe Fehde den
fort=
ſchrittlich=liberalen Worthelden! Welche bürgerliche
Par=
tei kann gemeinſame Sache mit einem Gegner machen,
der ihnen allen, wie der ganzen beſtehenden ſtaatlichen
Ordnung, ſeinen ingrimmigen Haß ſo hochmütig ins
Ge=
ſicht ſchreit? Und wie ſteht die Sozialdemokratie zu
unſe=
ren nationalen Forderungen und Aufgaben? Im
In=
neren betreibt ſie die Abſperrung der Arbeiter von allen
anderen Volksſchichten. Der Klaſſenkampf iſt ihr
Lebens=
element, die ſoziale Revolution mit der Abſchaffung des
Privateigentums ihr Ziel. Während ſie ſo im eigenen
Lande den Haß ſchürt, und gewalttätigen Terrorismus
gegen Glieder des eigenen Volkes ausübt, huldigt ſie
nach außen dem Trugbild einer allgemeinen
Völkerver=
brüderung. Deshalb iſt ſie die Hoffnung der fremden
Neider und Gegner des Deutſchen Reichs.
Wie beſtürzt waren dieſe nach der unerwarteten
Nieder=
lage der Sozialdemokratie bei den Wahlen im Jahre
19071 Wie werden ſie frohlocken, wenn ſie die
Erfolge der ſozialdemokratiſchen Partei am 12. Januar
1912 bei den Stichwahlen fortſetzen! Unſere
Friedens=
werke können nur gedeihen, wenn wir uns als ſtarke,
einige Nation in der Welt behaupten. Zu den nahen
Auf=
gaben des neuen Reichstags gehört die Sicherung unſerer
Wehrfähigkeit. Die Partei, welche ſich ſelbſt
internatio=
nal nennt und in welcher ſich der Gedanke des
Maſſen=
ſtreiks im Falle einer Mobilmachung hervorwagen
durfte, iſt ihrem ganzen Weſen nach der Erfüllung dieſer
wichtigen Aufgaben unfähig. Nicht Mißmut über dieſen
oder jenen mit Recht oder Unrecht als Uebel
empfun=
denen Zuſtand im Reich und Staat, nicht Rückſicht auf
Parteivorteile durch ein Paktieren mit der
Sozialdemo=
ratie lenke den Schritt zur Stichwahl. Nicht auf
ver=
gangenen Hader der Parteien, auf die Zukunft der Nation
richte ſich der Blick!
Luftfahrt.
Sr. Das Gordon=Bennett=Rennen der
Flugmaſchinen, das im Vorjahre von dem
Ameri=
kaner Weymann in England gewonnen wurde, wird in
dieſem Jahre wieder in Amerika abgehalten werden.
Wie der Sekretär des Amerikaniſchen Aeroklubs, Campbell
Wood, mitteilt, iſt für die Veranſtaltung ein Terrain in der
Nähe von Chicago in Ausſicht genommen worden, wo das
Rennen vorausſichtlich Ende September ſtattfinden wird.
Das betreffende Flugfeld hat einen Umfang von 3½
eng=
liſchen Meilen und ermöglicht die Anlage genügend breiter
Kurven, ſodaß auch die Flieger mit den ſchnellen Maſchinen
weniger behindert werden. Man beabſichtigt, diesmal
be=
ſonders hohe Preiſe auszuſetzen, um eine möglichſt ſtarke
internationale Beteiligung zu erhalten. Im weſentlichen
wird die Konkurrenz aber doch wohl wieder ſich auf
ameri=
kaniſche, franzöſiſche und engliſche Flieger beſchränken, da
kaum anzunehmen iſt, daß ſchon in dieſem Jahre deutſche
oder öſterreichiſche Konſtruktionen wohl kaum den
Wett=
bewerb mit den ſchnellen amerikaniſchen und franzöſiſchen
Maſchinen werden aufnehmen können. Im Bedarfsfalle
werden jedenfalls in den einzelnen Ländern
Ausſcheidungs=
rennen veranſtaltet werden, da jedes Land nur durch drei
Flieger vertreten werden kann.
* Parks, 14. Jan. Auf dem Flugfelde von Iſſy
ſtießen heute vormittag zwei Flugzeuge währeno
des Abfluges zuſammen und kenterten. Einer
der Flieger namens Hanouille wurde verwundet und
erlitt eine ſchwere Gehirnerſchütterung.
Die franzöſiſche Kabinettskriſis.
* Paris, 13. Jan. Poincaré hat ſich die
Mit=
arbeit Bourgeouis’ geſichert. Er wird ſich heute
nachmit=
tag mit Millerand, Delcaſſé und Briand beſprechen, die
er zum Eintritt in das Kabinett auffordern will;
außer=
dem will er Klotz und Lebrun bitten, ihre früheren
Porte=
feuille wieder zu übernehmen.
* Paris, 13. Jan. Um 6½ Uhr abends fand in der
Wohnung Poincarés eine Konferenz der für das neue
Miniſterium in Frage kommenden Perſönlichkeiten
ſtatt. Als wahrſcheinlich wird folgende, in den letzten
Abendſtunden herausgegebene Miniſterliſte angeſehen:
Präſidium und Aeußerens Poincaré, Juſtiz, Léon
Bour=
geois, Oeffentliche Arbeiten: Jeannenet, Unterricht: Steeg,
Inneres: Briand, Marine: Delcaſſé, Krieg Millerand,
Handel: Viviani, Finanzen: Klotz, Landwirtſchaft:
Pams, und Kolonien: Lebrun. Als wichtigſte Aufgaben
hat ſich das neue Kabinett die Ratiſikation des
deurſch=
franzöſiſchen Marokko=Abkommens, ſowie eine Reform der
Wahlen zum Ziele geſteckt.
* Paris, 14. Jan. Das Miniſterium hat ſich
endgültig gebildet und zeigt folgende
Zuſam=
menſetzung: Poincaré, Präſidium und auswärtige
An=
gelegenheiten; Briand, Juſtiz; Steeg, Inneres; Millerand,
Krieg; Delcaſſé, Marine; Klotz, Finanzen; Jean Dupuy,
Oeffentliche Arbeiten; Pams, Ackerbau; Lebrun, Kolonien;
Léon Bourgeois, Arbeit und ſoziale Fürſorge; Guiſthau,
Unterricht; Fernand David, Handel. Unterſtaatsſekretäre:
Léon Berard, Schöne Künſte; Chaumet, Poſten und
Tele=
graphen; Besnard, Finanzen.
* Paris, 14. Jan. Das Kabinett Poincaré
konſtituierte ſich in der bereits gemeldeten Beſetzung
end=
gültig. Das Unterrichtsminiſterium übernimmt Guiſthau,
das Handelsminiſterium Fernand David.
Unterſtaats=
ſekretäre ſind: Léon Berard für die Schönen Künſte,
Chau=
met: Poſt, Besnard: Finanzen. Die Mitglieder des
neuen Kabinetts verſammelten ſich geſtern abend und
verſtändigten ſich über die Richtlinien der miniſteriellen
Erklärung, deren Wortlaut morgen in einer neuen
Zu=
ſammenkunft feſtgeſtellt wird. Poincaré wird alsdann
die neuen Miniſter dem Präſidenten Falliéres vorſtellen,
Dienstag wird ſich das neue Kabinett der Kammer und
dem Senat vorſtellen.
* Paris, 14. Jan. Ueber die
Regierungser=
klärung, in welcher das neue Miniſterium am
Diens=
tag vor dem Parlament ſein Programm kennzeichnen
wird, verlautet: Mit Nachdruck wird darin auf die
Not=
wendigkeit der raſcheſten Erledigung des
deutſch=franzöſiſchen Abkommens
hingewie=
ſen und die Bereitwilligkeit ausgeſprochen, jetzt mit
Un=
terſtützung der republikaniſchen Parteien die Wahlreform
ſowie das Beamtenſtatut durchzuführen. Schließlich
wird das Miniſterium ſeinen feſten Entſchluß betonen,
mit aller Kraft für die Aufrechterhaltung der öffentlichen
Ordnung zu ſorgen und der Regierungsautorität
Gelt=
ung zu verſchaffen. — Es heißt, daß Miniſterpräſident
Poincaré und Kolonialminiſter Lebrun bereits morgen
vor der mit Erörterung des deutſch=franzöſiſchen
Abkom=
mens betrauten Senatskommiſſion erſcheinen werden.
Paris, 14. Jan. In parlamentariſchen Kreiſen
verlautet, die Senatskommiſſion für die Beratung
des deutſch=franzöſiſchen Abkommens werde an Stelle
Bourgeois wahrſcheinlich Ribet zum Vorſitzenden und
an Stelle Poincarés Pierre Baudin zum
Berichter=
ſtatter wählen.
Paris, 14. Jan. Die Anhänger des
Verhält=
niswahlſyſtems ſind von dem neuen Kabinett
be=
ſonders befriedigt, da ſowohl der neue Miniſterpräſident,
Poincaré, wie der neue Miniſter des Innern, Steeg,
wiederholt eifrig für eine Wahlreform im Sinne der
Verhältniswahl eingetreten ſind.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 12. Jan. Aus den eingegangenen
Mel=
dungen geht hervor, daß von der arabiſchen Küſte des
Roten Meeres eine Expedition türkiſcher
Truppen aufbrechen wird, um über Aegypten nach
der Cyrenaika zu marſchieren. Italieniſche Schiffe
werden Kreuzfahrten unternehmen, um dies zu
verhin=
dern. Der Kommandant der „Cerrina” meldet aus
Maſ=
ſaua, daß die italieniſchen Torpedobootszerſtörer „
Pie=
monte‟, „Garibaldino” und „Artigliere” am 7. Januar
vor Konfud auf 7 türkiſche Kanononboote und eine
ar=
mierte Jacht geſtoßen ſind; nach heftigem Kampfe
wur=
den die Kanonenboote zerſtört und die Jacht
weggenom=
men. Die Italiener hatten keine Verluſte.
* Rom, 13. Jan. Zu den Nachrichten über eine
Niederlage der Italiener bei Homs ſchreibt
die Tribuna: Es handelt ſich nicht um einen Ausfall.
Ein kleiner Teil unſerer Truppen, der am 6. Januar die
Befeſtigungsarbeiten deckte, wurde heftig von zahlreichen
Arabern und Türken angegriffen. Nach einem
mehrſtün=
ſtündigen Gefechte mußte der Feind ſich mit ſchweren
Ver=
luſten zurückziehen. Unſere Truppen, die nach Vollendung
ihrer Arbeiten ins Lager zurückkehrten, hatten bei den
Kämpfen bloß 7 Tote und 21 Verwundete.
Paris, 14. Jan. Gegenüber den von
italieni=
ſcher Seite erhobenen Beſchwerden, daß die
tu=
neſiſchen Vehörden die Neutralität zu Gunſten der
Türken verletzten und insbeſondere die
Verprovian=
tierung der türkiſchen Streitkräfte von Tunis aus
zu=
ließen, weiſt der „Temps” darauf hin, daß die Italiener
auf dem Seeweg von Tunis nach Tripolis rieſige
Pro=
viantmengen, ſowie eine große Anzahl von Kamelen
be=
ördert haben.
Die Revolution in China.
* Schanghai, 12. Jan. Die Revolutionäre
In Nanking ließen durch ihren Miniſter des Aeußern
Wang Chung Hui den Kabinetten der Mächte
folgendes telegraphiſch mitteilen: Ich habe die Ehre
Sie zu benachrichtigen, daß der Nationalkongreß, 17
Pro=
vinzen repröſentierend, auf ſeiner Zuſammenkunft in
Nanking Sunyatſen zum proviſoriſchen Präſidenten
dieſer Provinzen wählte. Vizepräſident der Republik
China iſt Liynanhung. Das Miniſterium beſteht
aus folgenden Miniſtern: Miniſter des Aeußern Wang
Chung Hui, Kriegsminiſter Ku Angſin, Marineminiſter
Huangtſunying, Juſtizminiſter Wutingfang,
Finanzmini=
ſter Chenchentao, Miniſter des Innern Chengrebeuan,
Unterrichtsminiſter Tſaiyuanpei, Miniſter für Handel und
Induſtrie Chaugchin, Verkehrsminiſter Tangſhouchin.
Für die Provinzen Kwantung, Kuangſi, Yuennan,
Kwei=
chuw, Szetſchuan, Hunan, Hupeh, Anbui, Kiangſi,
Kiangſu, Tſchekiang, Fukin Chenſi und Chenſa ſind
Zi=
vil= und Militärgouverneure ſowie andere Beamte von
der republikaniſchen Regierung ernannt worden. Die
Regierung übt die Kontrolle in allen Vertragshäfen, mit
Ausnahme Tientſins und Niutſchwangs aus. Das
Ge=
ſetz und die Ordnung ſind jetzt in den Provinzen geſichert.
Die Zentralregierung erachtet ſich für verantwortlich für
das Andauern der Ruhe und ſie wird mit äußerſter
Ge=
wiſſenhaftigkeit alle Regeln und Beſtimmungen beachten,
die bei ziviliſierten Völkern üblich ſind. Sie vertraut ferner
darauf, daß ihr dieſelben Rechte und Privilegien
zuer=
kannt werden, welche ſich die Mächte gegenſeitig
ge=
währen.
* Peking, 12. Jan. Die Mandſchuprinzen
haben ſich heute verſammelt und den Beſchluß gefaßt, den
Thron zu erſuchen, ſich unverzüglich nach Kehol
zurück=
zuziehen.
* Kuldſha, 12. Jan. In Neu=Suidun wurde am
9. Januar die neue revolutionäre Regierung
ausgerufen, an deren Spitze General Huſantu ſteht. Die
Regierung forderte die Bevölkerung zur Ordnung und
zum Schutze der Fremden auf. Aus Suidun eingetroffene
chineſiſche Offiziere überbrachten dem ruſſiſchen Konſul
ein Schreiben der neuen Regierung, deren Aufrufe, die
überall angeſchlagen ſind, Belohnungen für die
Verhin=
derung von Unruhen verheißen und jede Störung der
Ordnung oder Beleidigung von Ausländern mit
Todes=
ſtrafe bedrohen. Der Taotai von Kuldſha enthält ſich
der Einmiſchung. Am 10. Januar ſtellte ſich Alt=Suidun
auf die Seite der Revolutionäre und hißte weiße
Flag=
gen. Die Ausländer ſind außer Gefahr. Am 12. Januar
verſtärkte die neue Regierung, die den Mandſchus in den
Regimentern nicht traut, die Garniſon durch Dunghanen.
In Kuldſha iſt alles ruhig.
* Petersburg, 13. Jan. Gegenüber den
Meldun=
gen auswärtiger Blätter, daß Rußland beabſichtige, 6
neue Konſulate in der Mongolei zu errichten und die
Wachen zu verſtärken, wird die Petersburger
Telegraphen=
agentur zu der Mitteilung ermächtigt, daß dieſe Meldungen
vollſtändig unbegründet ſind. Es beſteht nicht die Abſicht,
neue Konſulate einzurichten, um die Zahl der beſtehenden zu
vermehren, noch die Wachen zu verſtärken, die in Urga 150
Mann, in Kobdo und Uljaſſutai je 25 Mann ſtark ſind.
Jubiläumsſitzung der Turngemeinde.
C Im großen Saal der Turngemeinde, der
feſtlich=
närriſchen Schmuck trug, fand geſtern abend die große
Jubiläums=Damen= und Herrenſitzung der Turngemeinde
ſtatt, die ſich wie immer in der Turngemeinde, ſehr
zahl=
reichen Beſuches zu erfreuen hatte, und von beſter
fröh=
licher Stimmung begleitet war. Schon als mit der
tra=
ditionellen Verſpätung unter Fanfarenklängen der Große
Rat ſeinen Einzug hielt, griff dieſe fidele Stimmung
Platz und hielk bei der Reichhaltigkeit und Vielſeitigkeit
des Programms auch während des ganzen Abends vor.
Das Präſidium lag wieder in Händen des Herrn
Fill=
mann, der in ſeiner Begrüßungsanſprache diesmal an
Stelle des Heinerdialektes vier Dichter aus dunklem Reich
der Schatten erſtehen ließ und in ihrer Art und
Dicht=
kunſt die Schar der Närrinnen und Narren herzlichſt
be=
grüßte. Das im Anſchluß an dieſe Begrüßung geſungene
Lied Nr. 1 war von Fräulein Schneider gedichtet,
einem der jüngſten Sproſſen der Familie, die uns ſchon
viele Karneval= und Lokaldichter beſchert hat. Der jungen
Pegaſusamazone wurden Blumen zum Dank gereicht,
und die Narrenſchar brachte ihr ein Hoch. Das
witzig=
ſatiriſche Protokoll verlas Herr Caprano. Er wußte
viele lokale und hochpolitiſche Begebenheiten des letzten
Jahres in humorvoller Weiſe zu geißeln und errang
viel=
fachen Beifall und zahlreiche Tuſchs. Der Präſes
über=
reichte dem bewährten Protokoller für ſeine vorzügliche
Leiſtung den Jubiläumsorden. — Der Präſident begrüßte
ſodann die anweſenden Gäſte und erinnerte bei dieſer
Gelegenheit daran, daß der Karneval — ins Leben
ge=
rufen vom jetzigen Ehrenpräſidenten der
Karnevalgeſell=
ſchaft Narrhalla, Max Anſpach — in der Turngemeinde
ſtets eine gute Pflegſtatt gefunden hat und daß das auch
in Zukunft ſo bleiben wird. Die Herren Illgen und
Winkler gratulſerten zum Jubiläum und ſprachen im
Namen der begrüßten Gäſte Dank aus. Sie durften
eben=
falls den Jubiläumsorden an ihre Bruſt heften. Dann
ſtieg Lied Nr.2 das zum Jubiläum vom
Karneval=
verein Beſſungen gewidmet war. Als Dichter des
ſchönen Liedes wurde Herr Heß, Mitglied des K. V. B.
dekoriert. Dann betrat ein Schuſterjunge die Bütt, um
kurz vor der Beendigung ſeiner Lehrzeit nochmal „ſei
bees Maul” ſpazieren gehen zu laſſen. Es war Narr
Brück, der für ſeine Leiſtung den Hans Sachs=Orden
erhielt. Durch den Vortrag von Liedern errang ſich der
kleine Caruſo Herr Fay ſeinen Orden. Als Autor des
nächſt geſungenen Liedes wurde Herr Singer mit dem
Unſchuldsorden dekoriert. — Turneriſche Aufführungen
brachten dann eine angenehme Abwechſelung ins
Pro=
gramm. Unter Leitung des Herrn Seidel brachte eine
lnzahl tüchtiger Turner neuartige Uebungen am
Längs=
pferd, und zwar als Jockeis, frei nach Zirkus Charles,
mit Einſchluß des Clowns. Herr Seidel errang mit den
tadelloſen turneriſchen Darbietungen, die mit
Pyrami=
den abſchloſſen, ſtürmiſchen Beifall und den Orden für
Mut und Kraft.
Mit Darbietungen, die in meiſterhafter Weiſe Kunſt
mit fidelſter Laune verbanden, und die ſelbſtredend
ſtür=
miſchen Beifall auslöſten, erfreuten ſodann Fräulein
Grünberg und Herr Jordan vom Großh.
Hof=
theater durch Duett=Geſänge. Zum Lobe von Fräulein
Grünberg iſt in unſerem Blatte ſchon ſo oft und viel
ge=
ſchrieben, daß dem nichts mehr hinzuzufügen iſt. Das
gleiche darf von Herrn Jordan geſagt werden. Fräulein
Grünberg erhielt einen prächtigen Blumenſtrauß
über=
reicht und Herr Jordan einen Orden am Bande, womit
er (nach ſeinen eigenen Worten) endlich in geordnete
Ver=
hältniſſe kam.
Nach einem Melodram des Narren Bell, das
dieſer tatkräftigen Stütze des Karnevals der
Turnge=
meinde den Heiratsorden eintrug, nahm der Präſident
Gelegenheit, den inzwiſchen erſchienenen Herrn Max
Anſpach als Gründer des Karnevals der Turngemeinde
aufs herzlichſte zu begrüßen und ihm unter dem Jubel
der ganzen „Gemeinde” den Jubiläumsorden zu
ver=
eihen. Herr Max Anſpach dankte, hob die Verdienſte
der Turngemeinde um die Hebung des Karnevals in
Darmſtadt hervor und brachte ein ſtürmiſch
aufgenom=
menes Hoch auf das Wachſen und Blühen des Karnevals
in Darmſtadt aus. — Lied Nr. 3 war von Herrn Louis
Geiſt gedichtet, der aber leider durch Abweſenheit
glänzte. — Nachdem dann die Hauskapelle das Wort
ge=
habt und Herr Hauske den wohlverdienten Orden
an=
heften konnte, erfreute Herr Jordan nochmals durch
Coupletvorträge, von denen das rühmlichſt bekannte
„Weh’, Wehchen” den ſtärkſten Applaus errang. Lied 4
hatte Herr Bell gedichtet. — Daß die Turngemeinde
auch über muſikaliſche Genies verfügt, bewies Narr
Krämer, der ſich als muſikaliſcher Exzentrik=Künſtler
produzierte und neben rauſchendem Beifall den Muſik=
Orden errang. s Geiſte Louis, der inzwiſchen erſchienen,
durfte ſodann ſeinen Orden in Empfang nehmen, für den
er „gereimt” dankte. — Als Arbeitsloſer hielt Narr Held
einen Vortrag, der ihm neben wohlverdientem Applaus
den Heiner=Orden eintrug. Für das nächſte Lied zeichnete
Präſident Filllmann ſelbſt verantwortlich, der dafür,
und gleichzeitig für die vorzügliche Leitung der Sitzung,
den Haus=Orden erhielt. Dann hielt Kaſpar Hildebrand
(Narr Maurer) mit ſeinen Janitſcharen ſeinen
Ein=
zug, um durch fidelen Geſang und vortreffliche
Pyrami=
den der Turner zu erfreuen, wofür der Leiter, Herr
Maurer, den Hildebrand=Orden erhielt.
Von lebhaftem Beifall begrüßt betrat dann Fräulein
Grünberg nochmals die Bühne, und diesmal wurden
ihre vorzüglichen launigen Darbietungen mit dem
Jubi=
läumsorden am Bande gebührend ausgezeichnet. Ebenſo
erhielt Herr May, der die Begleitung der Soliſten am
Klavier übernommen hatte, einen Orden.
Eine Frau Pfefferloch vom Komitee des
Blu=
mentages brachte verſchiedene Erlebniſſe aus den
Sitz=
ungen der Blumentags=Komitees und vom Blumentag
ſelbſt, auch erzählte ſie über ihre 25jährige Ehe. Narr
Schadt=Beſſungen war der Vortragende, er hatte
ent=
ſchieden den Vogel abgeſchoſſen, denn ſein Vortrag darf
als beſter des Abends gelten. Der Haus=Orden war der
verdiente Lohn. Es folgten verſchiedene
Ordensauszeich=
nungen; Narr Kraus erhielt für die Beſchaffung der
wunderbaren Dekoration, Narr Meyer für die
Kaſſe=
führung, Narr Klier für ſeine Arbeit, Narr H.
Schwarz für ſeine aufopfernde Tätigkeit Orden. Lied=
Nr. 6: „Städtiſche Projekte” Verfaſſer Karl Bell, der den
Jubiläums=Orden erhielt, wurde geſungen, dann kam
wieder ein Schuſterjunge, Herr Veith=Beſſungen, zu
Wort, der viel Beifall erntete und mit dem „Klopptan=
Orden” belohnt wurde. Das Schlußlied „Blumentag”.
Verfaſſer Jean Wandel, war ein würdiger Abſchluß
des reichhaltigen Programms.
Darmſtadt, 15. Januar.
C Doppelgeburtstagsfeier der Eiſenbahner. Der Verband
mittlerer Staatseiſenbahnbeamter, Ortsgruppe Darmſtadt,
beging geſtern nachmittag im Fürſtenſaal die
Geburtstags=
feier Sr. Maj. des Kaiſers und Sr. Königl. Hoh. des
Groß=
herzogs in ſinniger und gemütvoller Weiſe. Der Feſtmarſch
Grüß Gott” von Komczak leitete die Doppelfeier
wir=
kungsvoll ein. Die Feſtanſprache hielt der Vorſitzende, Herr
Oberbahnhofsvorſteher Kühnly. Seine kernhaften, in
formvollendeter Weiſe gegebenen Ausführungen gipfelten in
der Erneuerung des Treugelöbniſſes gegen den Schutz= und
Schirmherrn des deutſchen Reiches und den Landesherrn
und in der Verſicherung, daß die Fürſten allezeit der
gewal=
tigen Schar der Eiſenbahner feſt vertrauen können, die nie
vergeſſen werden, was ſie dem Vaterland und den Herſchern
ſchuldig ſind, und in deren Kreiſen Neid, Mißgunſt und
Hader keine Stätte haben. Mit einem brauſend
wieder=
hallenden Hoch auf Kaiſer und Großherzog ſchloß die
Feſt=
rede Dann teilte ſich der Vorhang und inmitten von
Blumen= und Pflanzengruppen erſchien in bengaliſcher
Be=
leuchtung zunächſt die Büſte des Kaiſers, dann die des
Großherzogs, und die Feſtverſammlung ſang die Hymnen.
Das reichhaltige Programm wickelte ſich dann flott ab. Die
geſanglichen Darbietungen wurden eingeleitet durch zwei
Lieder „Das Veilchen” von Mozart und „Der Vogel im
Walde” von Taubert, geſungen von Frau Nelly Kömpf.
Die Sängerin, die mit gutgeſchultem, weichtimbriertem
Sopran von faſt baritonaler Färbung die Lieder ebenſo
wie die ſpäter geſungenen von Wolf, Prieg und Hildach
in gehaltvollem Vortrag zu beſter Wirkung brachte, errang
wohlverdienten, reichen Beifall. Frau Fränze
Alt=
ſchüler und Frl. Frieda Krauſemann trugen das
hübſche Tanzduett „Das Tanzpärchen” von Leo Heller vor
und beſchloſſen ſpäter mit einer reizend geſungenen und
geſpielten Operette „Lieschen und Fritzchen” (1 Akt von
Offenbach) unter rauſchendem Beifall das Programm. Frl.
Frieda Altſchüler, eine noch jugendliche, kleine
Künſt=
lerin, trug, mit ſehr bemerkenswerter Routine, das
Kuß=
lied aus der Operette „Ein Herbſtmanöver” von E.
Käl=
männ, und ſpäter einige Couplets vor, die ihr ein
erheb=
lich Teil am Erfolg des Abends ſicherten. Die ſchön
ver=
laufene Feier beſchloß in üblicher Weiſe ein Tanz, dem die
Jugend wie das Alter bis nach Mitternacht huldigten.
C Darmſtädter Jngendwehr. Die zweite
Zu=
ſammenkunft der Darmſtädter Jugendwehr auf dem
hie=
ſigen Exerzierplatz am Sonntag nachmittag hatte wieder
eine ſehr ſtarke Beteiligung der Knaben aus allen
Be=
völkerungskreiſen aufzuweiſen. Die Beteiligung war
dies=
mal doppelt ſo groß wie am vorigen Sonntag. Beſonders
aus den oberen Bürgerſchulen waren zahlreiche Schüler
erſchienen. Nach einer Verleſung durch den Leiter der
Jugendabteilung, Herrn Oberleutnant Deiß, marſchierten
die Knaben in ſtrammer Marſchkolonne und begſinſtigt
durch ein prächtiges Winterwetter nach dem Griesheimer
Schießplatz, woſelbſt wieder kameradſchaftliche
Jugend=
ſpiele ſtattfanden, die die Knabenſchar bis zum Abend
beſchäftigten. Reich geſtärkt durch die Bewegung in
Gottes freier Natur und mit einem nicht minder ſtarken
Appetit kehrten die Knaben in die Häuslichkeit des
Elternhauſes zurück. Zu dem 2. Appell waren auch
wieder zahlreiche Vorſtandsmitglieder der vereinigten
Kriegervereine, ſowie auch viele Lehrer erſchienen, die mit
großem Intereſſe den Jugendſpielen folgten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 13. Jan. Zwiſchen Preußen und
Braun=
ſchweig iſt von den dazu bevollmächtigten Kommiſſaren
der Staatsvertrag über die Herſtellung der Eiſenbahn
Celle=Braunſchweig abgeſchloſſen worden.
* Berlin, 14. Jan. Der Kaiſer konferierte heute
im königlichen Schloß mit dem Reichskanzler.
* Berlin, 15. Jan. Die Nacht zum Sonntag dürfte
die kälteſte der letzten 10 Jahre geweſen ſein. Das
Thermometer zeigte 17‟ unter Null. Auf den Seen der
Umgebung Berlins bildeten ſich ſo ſtarke Eisflächen
wie ſeit Jahren nicht mehr. Mehrere Todesopfer
ſind beim Schlittſchuhlaufen zu beklagen und beim
Rodeln ereigneten ſich mehrfach ſchwere Unfälle.
Die Schiffahrt iſt auf Spree und Havel ganz eingeſtellt.
— In den Laubenkolonien wurde ein Obdachloſer
er=
froren tot aufgefur den. Ebenſo mehrere Perſonen,
die halberfroren ins Spital geſchafft werden mußten. Die
Obdachloſenaſyle ſind überfüllt.
Eunden, 15. Jan. Geſtern abend brachen bein
Schlittſchuhlaufen eine große Anzahl Perſonen
ein. 27 konnten aus den Fluten gerettet werden. Mehrere
werden vermißt.
* Bromberg, 14. Jan. Die „Oſtdeutſche
Rund=
ſchau” meldet: Die bei dem Beſitzer Gorski in Jaruſchin
im Kreis Bromberg tätige Dienſtmagd Wanda Rakowski
wurde beim Dreſchen von einer Welle erfaßt und
mehr=
mals herumgeſchleudert. Der Kopf der Verunglückten
wurde völlig geſpalten, ſodaß der Tod auf der Stelle
eintrat. Wie es heißt, fehlte eine Schutzvorrichtung.
* Paris, 14. Jan. Nach neuen Meldungen wird
die Panzerdiviſion des Mittelmeergeſchwgders das
engliſche Königspaar auf deſſen Rückkehr aus Indien
nicht in Gibraltar, ſondern bereits in Malta
be=
grüßen.
Madrid, 14. Jan. Das Kabinett Canalejas iſt
zurückgetreten.
* Petersburg, 14. Jan. Dem ruſſiſchen Geſandten
im Haag, Grafen Pahlen, iſt ſein krankheitshalber
eingereichtes Abſchiedsgeſuch bewilligt worden.
* Konſtantinopel, 13. Jan. Kammer. Bei der
Fort=
ſetzung der Beratung über den Artikel 35 der Verfaſſung
be=
gründete heute der Unterrrichtsminiſter die Notwendigkeit,
dem Souverän das Recht zur Auflöſung zu geben. Die
ge=
genwärtige Form der Konſtitution gebe der Kammer die
Vorherrſchaft, die, wenn ſie dauernd würde, ſtets, wie die
Geſchichte zeige, zur Anarchie oder zu einem Staatsſtreich
führe. Der Großweſier wolle die Abänderung der
Verfaſſ=
ung nicht, um Frieden zu ſchließen, ſondern um eventuell
Friedenspräliminarien aufſtellen zu können. — Die Kammer
lehnte mit 125 gegen 105 Stimmen die
Verfaſſungsänder=
ung ab.
Algier, 14. Jan. 1200 Mann deutſche
Kolonial=
truppen, die mit dem Poſtdampfer „Patrizia” im
hieſigen Hafen ankamen, beſuchten heute morgen die
Stadt und Umgebung in Gruppen unter Führung von
Offizieren. Es wurde ihnen ein ſehr herzlicher
Empfang bereitet.
* New=York, 13. Jan. Die ſtrenge Kälte dauert
an und wirkt in verſchiedenen Landesteilen ſehr nachteilig
auf den Geſchäftsverkehr ein. Heute hatte New=York den
kälteſten Tag der letzten acht Jahre. Es herſcht großes
Elend. Die Obdachloſen werden in Kirchen untergebracht.
New=York, 14. Jan. Der Bruder des Präſidenten
Taft, Charles P. Taft nahm die Mitgliedſchaft des
Ehrenausſchuſſes für die Fahrt amerikaniſcher Lehrer
nach Deutſchland an.
* Buenos Aires, 13. Jan. Der
Eiſenbahner=
ſtreik iſt auf die Lokomotivführer und Heizer, an dem
8000 beteiligt ſind, beſchränkt. Es verkehren nur wenig
Züge. Einige Güterzüge bedienen neu eingeſtelltes
Per=
ſonal. Zum Schutze der Bahnhöfe, Werkſtätten und
Linien ſind Truppen aufgeboten. Gewalttaten ſind nicht
vorgekommen. Die Streikenden verhalten ſich ſehr ruhig.
Da die Ernte durch Regenwetter verzögert wird,
verur=
ſachte der Streik geringen Schaden. Die Zeitungen
for=
dern ein Schiedsgericht.
* Buenos Aires, 14. Jan. Der Eiſenbahner‟
Ausſtand dauert fort. Von den Streikenden hat
nie=
mand die Arbeit wieder aufgenommen. Es herrſcht
voll=
ſtändige Ruhe.
* Santiago de Chile, 14. Jan. Der Miniſter des
Aeußern Rodriguez hat ſeine Entlaſſung genommen.
— Belgrad, 13. Jan. Der Zar hat durch den
ruſ=
ſiſchen Geſandten in Belgrad den König Peter erſuchen
laſſen, dem Geſetz ſeine Zuſtimmung zu verweigeren,
wo=
nach ſeiner Tochter, der Prinzeſſin Helene
Kara=
georgewitſch, der Gemahlin des Prinzen Johann
von Rußland, 1½ Million Fr. Mitgift ſtatt der
bisheri=
gen Apanage von 60000 Fr. jährlich nachbewilligt wurde.
Die Annahme dieſes Geſetzes erfolgte ſeinerzeit in der
Skuptſchtina mit drei Stimmen Mehrheit. Ferner hat der
Zar den ruſſiſchen Geſandten beauftragt, dem Präſidenten
der Skuptſchtina mitzuteilen, daß die Haltung der
Skupt=
ſchtina in Petersburg peinlich berührt habe. Der Zar habe
geglaubt, die Bewilligung einer Mitgift an die Prinzeſſin
ſei ein Wunſch des ſerbiſchen Volkes, erſt aus der Debatte
habe er den wahren Sachverhalt erfahren. Er ſei ſelbſt
viel zu reich, als daß er zugeben werde, daß eine ſeiner
Ver=
wandten die Hilfe eines armen Volkes in
An=
ſpruchnehme.
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Graf Rumford, der bekannte Volkswirtſchaftler
und Philantrop, hatte Ende des 18. Jahrhunderts eine
Suppe zuſammengeſtellt, die nach ihm „Rumfordſuppe‟
genannt wurde. Er wollte in der damaligen teuren
Zeit der Bevölkerung eine billige, dabei nahrhafte und
wohlſchmeckende Suppe ſchaffen. Seinen Zweck erreichte
er, denn die Suppe fand allgemein Beifall. Ihre
Haupt=
beſtandteile waren Graupen, Erbſen und Kartoffeln.
Im Laufe der Zeit hat die Nahrungsmittel=Induſtrie
das Rezept verfeinert. Man verlange Maggi’s
Rumfordſuppe.
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Heute vormittag 11¾/ Uhr verschied unerwartet infolge eines Herzschlages
mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel (1814
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Restaurateur
im 62. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Kätchen Michel
Hans Michel
Albert Michel
Toni Michel.
Darmstadt, Berlin, Brüssel, am 13. Januar 1912.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. ds. Mts., um 3¼/ Uhr vom Sterbehause,
Mathilden-
platz 4 aus, statt; die Einsegnung ¼ Stunde früher.
Kondolenzbesuche dankend verbeten.
Krieger-Verein
Darmſtadt.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied und
Feldzugs=
kameraden, Herrn
(1815
Johannes Michel
Gastwirt
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den
16. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom
Sterbe=
haus Mathildenplatz 4 aus, ſtatt. Sammlung
am Sterbehaus.
Zur Teilnahme an der Beerdigung
wer=
den die Kameraden Schupp bis Zöller, ſowie
der 3. Bezirk erſucht.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.
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(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute entſchlief ſanft im 76. Lebensjahre
meine liebe Frau, unſere gute Mutter,
Schwie=
germutter, Großmutter und Tante (1816
Karoline Gunschmann
geb. Klein.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Karl Gunschmann, Lehrer i. P.,
Familie Otto Gunschmann,
„ Adam Lorenz.
Darmſtadt, den 14. Januar 1912.
Taunusſtraße 39.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
2 Uhr, vom Portal des Friedhofs aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Tiefbetrübt machen wir die traurige
Mit=
teilung, daß unſer lieber, guter treuſorgender
Gatte, Bruder, Schwager und Onkel (1792
Herr Bernhard Keil
Kaufmann
Freitag abend nach kurzem ſchweren Leiden
im Alter von 27 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen
i. d. N.:
Eva Keil, geb. Krämer.
Darmſtadt (Mollerſtraße 43), Weiskirchen,
Frankfurt a. M., Offenbach a. M.,
13. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 15. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portal des hieſigen
Friedhofes aus, ſtatt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Fauſt”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kammermuſik=Abend des Darmſtädter
Streich=
quartetts um 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟.
Vortrag von D. Dr. Diehl um 8½ Uhr im Saalbau
(Odenwaldklub).
Hauptverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Krone‟
Generalverſammlung des Bezirksvereins „Altſtadt”
um 9 Uhr in der „Krone‟.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Equitable=Palaſt in New=York, Krönung des Königs
von Siam, Ruinen des römiſchen Kaiſerpalaſtes in
Trier und Lincolns Geburtshaus.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 16. Januar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 1 Uhr in der
ehe=
maligen Riedmatterſchen Penſion zu Traiſa.
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im
Pfung=
ſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft an der
Gries=
heimer Brücke).
Stamm= u. Vrennholz=Verſteigerung u. 9½ Uhr
im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft
im Diſtrikt Finſterhöllenberg am Eingang des Waldes.
Stammholz=Verſteigerung um 2 Uhr der
Ge=
meinde Goddelau (Zuſammenkunft auf dem
Sandbach=
damm zunächſt dem Philippshoſpital).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktlonellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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Bleichſtraße 39, 3. St.,
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Mark ſelbſt erſpart, ſchlanke
Er=
ſcheinung, wünſcht mit einem Herrn
von 40 bis 60 Jahren bekannt zu
werden zwecks ſpät. Heirat. Offert.
unt. S. I. hauptpoſtlag. (*1051oi
Kleiner gerrier
(Rüde), weiß, mit gelben Abzeichen
entlaufen. Wiederbringer
Beloh=
nung. Rittmeiſter Andrege,
Her=
mannſtraße 41.
(*1071oim
Enllauien
eine ſiameſiſche Hauskatze,
kaſtanienbraun mit weißer Bruſt,
dunkelbraunen Kopf und Pfoten,
auf den Namen „Pfeffer” hörend.
Mitteilungen über den Verbleib
derſelben gegen gute Belohnung
Wilhelminenſtraße 30. (*1059oim
zugel., weiß m.
Jagdhund br. Flecken, geg.
Futterg. u. Inſer.=Koſten abzuh bei
Joh. Wagner II., Pfungſtadt. (*1047
kleines Kindergeld-
Vertoren börschen, enthalt.
1 Roſenkr. a. Amethyſt (teur. And.).
Geg gut. Bel. abz. i. d. Exp. (1772oi
Rosa seidene
Theaterhaube
am 11. d. Mts. abends Viktoria=,
Kahlert=, Frankfurterſtraße
ver=
loren. Abzugeben Viktoriaſtraße
(*1068
68 1. Stock.
Perloren lſchw.ſ. Handtaſche auf
dem Weg von Schwanenſtr. —
Ballonpl. Gegen Belohng. abzug.
Liebfrauenſtr. 68, part. (*1309
Kurſe vom 13. Januar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
3f. Staatspapiere. IrPro=
4 Tſche. Reichsſchatzanw. 100, 10
3½ Deutſche Reichsanl.. 91,80
82,50
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100, 10
91,60
3½ do. Conſols ..
3 do. do.
82,40
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,60
do.
93,25
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .101,50
do.
90,25
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,80
do. do. (unk. 1918) 100,90
do.
90,20
do.
79,70
Sächſiſche Rente . . . 82,20
Württembergerv. 1907 101,40
do.
3
94,30
Bulgaren=Tabak=Anl.
½ Griechen v. 1887 . . 52,30
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 94,20
4 do. Goldrente . . 96,75
do. einheitl. Rente 91,10
3 Portug. unif. Serie I 65,10
do. unif. Ser. III 67,99
do.
Spezial. 10,40
5 Rumänier v. 1903 . . 101,0)
do. v. 1890. 95,40
do. v. 1905. 92.05
Zf.
4 Ruſſen v. 1880. . . . 92,75
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,25
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden. .
4 Serbieramort. v. 1895 87,60
4 Türk. Admin. v. 1903 85,29
4 do. unifiz. v. 1903 90,40
4 Ungar. Goldrente . . 92,40
do. Staatörente . 30,75
5 Argentinier . . . . . . 101,60
89,50
do.
½ Chile Gold=Anleihe . 93,90
5 Chineſ. Staatsanleihe
94,75
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 95,40
5 Innere Mexikaner . 97,8)
61,70
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 91,00
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
. 144,00
fahrt .
. 104,75
3 Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 403 114,75
6 Baltimore & Ohio. . 104,50
Gotthardbahn . . .
INVrst.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 154,00
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19,25
6 Pennfyloania R. R. 119,70
Indnſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 201,00
3 Werger=Brauerei . . . 74,00
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 497,00
14 Fabrik Griesheim . . 257,50
27 Farbwerk Höchſt . . . 535,75
20 Verein chem. Fabriken
346,00
Mannheim .
. 130,00
5 Lahmener .
164,90
7 Schuckert
12 Siemens & Halske. 243½
30 Adlerfahrradw. Kleyer 462,50
12 Bochumer Bb. u. Guß 231,0)
.207,75
17 Gelſenkirchen .
. 202,20
7 Harpene .
15 Phönix, Borgb. u. Hit=
. 256,25
tenbetrieb .
Prioritäts=
Obligationen.
9½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 89,20
. 100,20
Pfälzer Prt. .
do.
92,30
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
do. ſteuerfrei. 96,50
5 Oeſterr. Staatsbahn.
96,10
do.
do. alte . 80,30
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,90
81,70
do.
56,00
do.
Raab=Oedenburger. . 77,00
Ruſſ. Südweſt.. .
89,75
4 Kronpr. Rudolibahn . 96.60
n 1.
2½0 Ltvorneſer.
73,60
74,10
Miſſonri=Paeiſie
Dagdadbahn Mk. 408 84,40
Anatoliſche Eiſenb.. . 98,30
. 101,00
5 Tehuantepee .
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 173,40
6½ Darmſtädter Bank. . 126,60
12½ Deutſche Bank . . . 267,50
6 Deutſche Vereinsb. 124,80
10 Diskento=Geſellſchaft 192,10
8½ Dresdner Bank . . . 160,70
6½Mitteldeut. Kreditbk. 122,00
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 128,50
130,50
6½ Pfälzer Bank
138,50
6,45 Reichsbank
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 137,65
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypokh.=Bank
S. 16 und 17 99,20
3½ do. S. 19. . . . . 90,10
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
do.
89,75
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=B. 101,30
de.
3½
90,30
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
da.
89,50
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99.50
do. (unk. 1914) 89,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
3½
do.
90,60
Praj.
3k
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ ds.
90,10
4 Fras
100,80
8½ 28.
96,00
4 Gießan
99.70
3½ .
90,20
4 H
99,60
½
90,00
4
100,00
9½
90,00
-
½
3½,
100,00
½
89,80
100,30
3½ Nanhein
90,00
Nürnberg
100,20
3½ de.
90,80
4 Offenbad
-
½ do.
-
4 Wiesb
101.60
3½ da.
90,00
4 Werns
100,00
3½ de.
4 Liſſabonar u. 1686. . 80,90
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 —
3½ Eöln=Mindner „ 100 136,10
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. ℳ 100 109,00
In Jes,
8 Madrider Fs. 100 79,90
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. .
.. 137,75
Oeſterr. 1860er Loſe 179,80
3 Oldenburger .
.126,50
2½ Raab=Grazer ſt. 150 115,50
Unvereinsliche
Anlebensloſe.
Augsburger
fl. , —
Braunſchweign Tlr. 20 210,00
Freiburger
Fs. 15 —
Mailändes
Fs. 45
da
Fs. 10 —
— Meininge:
f. 7 —
Oeſterreichest. 1864 „ 100 —
de. A 1858 „ 100 456,00
Ungar. Gaaats „100
Bmediges Frs. 30 47,70
Türliſche
„ 400 170,20
Gold, Sülber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,43
20 Kanls=Stücke
16,24
Oeſterr. 2=Kronen .
16,90
Amerilaniſche Roten
4, 19
Engliſche Noten.
20,16
Franzöſiſche Roten.
81,30
Holländiſche Noten .
169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,75
Oeſterr.=Ungariſche Rotes 84.85
Ruſſiſche Noten . . . . . . 216,00
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbamk=Diskonto . .
Reichähe
mubarh. Auf. 6%a
Auf alle übrigen
Bettstetlen
Matratzen
Zettwaren
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rote vollständig ver-
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schwunden
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
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als auch meine
Beulen u. Flechten
und ich reinen
habe.
Verschie-
angewandte
Seifen hatten bei mir keinen
Erfolg. Frau Frieda Ziegler
Zwickau.‟
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Zung. Mädch, 15 Z. al, wih.
Maſchinenſchr. u. Stenogr. gelernt
hat, wünſcht Anfangsſt. auf Büro,
gleich w. Branche, zum 1. Februar.
Zu erfrag. i. d. Exp. (*992soi
Frau ſucht Waſchen und Putzen
Eliſabethenſtr. 25, Hinterb. (*1065
Saub. Mädch. ſucht Laufd., ev. a.
tagsüb. Rundeturmſtr. 15, III. (*1061
geht 2 Tage
Frau in der Woche Waschen
Lauteſchlägerſtraße 13.
(*1082
Waſchfrau hat noch Tage frei
*10.7) Schloßgartenſtr. 11.
J. ſ. unabh. Frau ſ.Laufſt. .morg.,
u. nachm. Gr. Kaplaneig.60, II. (*1100
Ein älteres Mädchen ſ. Stelle,
geht auch in Geſchäftshaus
*1091)
Rhönring 53, part.
Männlich
Suche für meinen Sohn, welch.
Oſtern konfirmiert wird und gute
Schulzeugn. beſ. eine Lehrſtelle
auf Kontor. Zu erfragen in
der Expedition.
(*990soi
Unteneheee
Weiblich
Frau oder Mädchen
z. Abonnent.=Sammeln b. hoh.
Ver=
dienſt geſ. Gr. Ochſengaſſe 18. (*1080
Angehende Arbeiterin für
Kon=
fektiongeſucht Mühlſtr. 40, I. (*1098
Ja. Mädch. k. d. Kleidermach. u.
Zuſchn. u. günſt. Beding. gründl.
er=
lern. Konf. Mühlſtr. 40, 1. St. (1131a
Gesucht.
In einem Haush. von 4 Erwachſ.
wird zu bald. Eintritt bei hoh. Lohn
ein ſol. Mädchen geſ., das gut
bür=
gerl. kochen kann u. etwas Hausarb.
zu übernehm. hat. Näheres in der
Expedition ds. Bl. (97a
Geſucht gut bürgerliche Köchin
in kleiner Familie baldigſt gegen
guten Lohn. Näh.
Arbeitsnach=
weis, Waldſtraße 6. (*971so
zum 1. Febr. ein durch=
Geſuch
aus anſtändig., in Küche
und Hausarbeit nicht unerfahren.
Mädchen
(1744a
Soderſtraße 44, 2 Tr.
od. Frau für
aub. Mädchen Hausarbeit
rgens und mittags 2 Stunden
ucht Arheilgerſtr. 59, part. (*1069
Unabh. Lauffrau v. 8 Uhr bis n. d.
Spülen geſ. Kiesſtr. 83, I. (*1084
Junges Mädchen
für morgens 2 Stunden, leichte
Hausarbeit, geſucht. Zu erfragen
Emilſtraße 25, I. (1771
Mädch. erhalt. die beſt. Stel. Frau
Sus. Röse, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin, Kiesſtraße 35, I. (*1056
Suche zu meinen 3 Kindern von
7, 6 u. 3 Jahr. für 4—6 Wochen
ein Aushülfefräulein.
Genaue Angeb. erbet. Frau Prof.
Pützer, Alexandraweg 8. (1767oi
Lauffrau geſucht
*1046om) Joſ. Heeß, Beckerſtr. 33.
Suche u. empf. tücht. Haus= und
Alleinmädch. ſof. u. Febr. Jahannette
Weißmantel, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*1088
Reinl. Frau zum Brötchentragen
ſofort geſucht Karlſtr. 52. (*1096
Jung. unabh. Laufmädchen ſof
geſucht Mühlſtr. 40, I. (*1097
Männlich
Bautechniker=
Geſuch.
Zum ſofortigen Eintritt
wird ein tüchtiger, jüngerer
Bautechniker geſucht. Guter
Zeichner, Radfahrer u.
Kennt=
niſſe in der Buchführung
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abſchriften enthalten, werden
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Herrenanz. u. Plüſchjacke b. abe
Näh. Expedition. (*1060oim
Amtliche Nachrichten des Grofh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Foxterrier, 1 Jagdhund, 1 Wolfshund.
1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Jagdhund, 1 Rehpinſcher (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
Dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(1791
Oeffeutliche Aufforderung.
Nach § 2 der Polizeiverordnung des Großh. Kreisamts
Darm=
fſtadt vom 11. März 1911 über die Bekämpfung der Schnakenplage
hat jeder Grundſtückseigentümer auf Aufforderung der
Ortspolizei=
behörde in den Kellern ſeiner Hofreite mindeſtens einmal in der dazu
geeigneten Zeit und zwar bei Froſtwetter die überwinternden Schnaken
durch Ausbrennen oder, wo dies nicht angängig iſt, durch Ausräuchern
zu vernichten.
Wie fordern daher ſämtliche hieſigen
Grundſtückseigen=
tümer hiermit auf, ſchleunigſt und zwar ſpäteſtens bis zum 1. k.
Mts. das Ausbrennen der Keller vornehmen zu laſſen.
Das Ausbrennen der Keller geſchieht am beſten mit einer
Spiritusfackel, die man ſich leicht ſelbſt herſtellen kann. Man befeſtige
am Ende einer Stange Lappen, Werg oder einen ähnlichen Stoff,
tränkt dieſen mit Sptritus und zündet ihn an. Vor einem
allzu=
reichlichen Tränken des Stoffes mit Spiritus wird nachdrücklich
ge=
warnt, da der Spiritus ſich beim Brennen ausdehnt und dann leicht
brennender Spiritus abtropft, wodurch Unfälle entſtehen können.
Ebenſo iſt es ſtets zu vermeiden, daß in der Nähe des Ausbrennenden
ein Gefäß oder eine Kanne mit Spiritus ſteht, weil die von dem Spiritus dem Elektrizitätswerk,
ausgehenden Dämpfe an der offenen Flamme leicht entzündbar ſind.
Da bei dem Ausbrennen der Keller zur Vermeidung von
Brandfällen große Vorſicht geboten iſt, empfiehlt es ſich, das
Ausbrennen von Feuerwehrleuten vornehmen zu laſſen. Geſuche
um Ueberlaſſung von Feuerwehrleuten für genannten Zweck ſind der elektriſchen Straßenbahn
entweder an die zuſtändigen Polizeireviere oder direkt an die
ſtändige Feuerwache hinter der Stadtkirche (Telefon Nr. 1772)
zu richten. Die Koſten für das Ausbrennen (50 Pfennig für die
Stunde einſchl. Fackeln) ſind von den Grundſtückseigentümern
gegen Quittung an die Feuerwache zu zahlen.
Das Abbrennen der Schnaken, die erfahrungsgemäß in dunklen
Ecken und Winkeln in großen Haufen zuſammenſitzen, hat in der
Weiſe zu geſchehen, daß man an der höchſten Stelle des Kellers beginnt
und von da aus langſam an den Wänden herunterfährt. Man darf können daſelbſt auf Wunſch gegen
auf keinen Fall unten anfangen, weil die anſteigende Wärme die
weiter oben ſitzenden Schnaken verſcheucht.
In Kellern, in denen Petroleum, Benzin, Spiritus oder
ähn=
liche feuergefährliche Stoffe lagern, muß das Ausbrennen wegen der
damit verbundenen Feuersgefahr unterlaſſen werden. Solche Keller
ſind auszuräuchern. Das Ausräuchern geſchieht am einfachſten mittels
Schwefels, der auf eine Pfanne, einen Tiegel oder einen Blechtopf zu
legen und anzuzünden iſt. Die Kellerluken und=Fenſter müſſen
vorher geſchloſſen werden.
Vom 1. Februar ds. Js. an werden Polizeibeamte und
Feuerwehrleute kontrollieren, ob die Grundſtückseigentümer ihrer
Verpflichtung zum Ausbrennen der Keller ſämtlich nachgekommen
ſind. Im Falle der Unterlaſſung wird das Ausbrennen der
Keller durch Feuerwehrleute auf Koſten der ſäumigen
Grund=
ſtücksbeſitzer ausgeführt werden. Die Eigentümer haben zu
dieſem Zwecke ihre Keller den Polizeibeamten oder
Feuerwehr=
leuten zugänglich zu machen. (§ 1 und 4 der genannten
Polizei=
verordnung.)
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der erwähnten
Polizeiverordnung können nach geeigneter Verwarnung mit
Geld=
ſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft werden.
Darmſtadt den 11. Januar 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
(1715soi
Der Brieftaubenverein Weiterſtadt hat ſeine Brieftauben
der Militärverwaltung zur Verfügung geſtellt.
Weiterſtadt, 13. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Becker.
(179a
Brennholz=Verſteigerung Nr. 7.
(Stadtwald.)
Montag, den 29. und Dienstag, den 30. I. Mts.,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus Abtrieb und
Durch=
forſtung in dem Diſtrikt Dieterſchlag, Abt. 1 und 2 der Forſtwartei
Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr) verſteigert:
645 rm Buche, 16 rm Eiche,
Scheiter:
Knüppel:
263 rm Buche, 48 rm Eiche,
Reiſigknüppel:
11 rm Eiche,
Reiſig (Wellen): 687 Buchen,
Stöcke (fein): 230 rm Buche.
Das Holz ſitzt größtenteils am Stellweg, der Erbacherſtraße
und dem Grenzweg am Spieß mit den laufenden Nummern 89 bis 558.
Am erſten Tag wird bis Nr. 339 (Abtriebsſchlag), am zweiten
das Holz aus der Durchforſtung von Nr. 340 ab verſteigert. Um
vorherige Einſicht wird gebeten.
Darmſtadt, den 12. Januar 1912.
(1811of
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Verſteigerungs-Anzeige.
Dienstag, 16. Januar 1912, nachmittags 1 Uhr,
verſteigere ich in Traiſa zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Eine Anzahl Betten, Sofas, Kommoden, Kleiderſchränke,
Nachttiſche, Waſchtiſche, Tiſche, Stühle, Spiegel und
verſchiedene andere Haus= und Küchengeräte.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber im Verſteigerungslokal
(1769
ehemalige Riedmatter’ſche Penſion.
Verſteigerung beſtimmt.
Darmſtadt, den 13. Januar 1912.
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.
Steuer=Ausſchläge.
Die Gemeinde= und
Kirchen=
ſteuer=Nachtrags=Hebregiſter
Nr. XXII-XXVIII der Gemeinde
Darmſtadt, ſowie Nr. XXI-XX
der Gemeinde Darmſtadt (
Beſſun=
ger Stadtteil) für 1911 liegen vom
15. lfd. Mts. an acht Tage lang
auf dem Büro der Stadtkaſſe,
Grafenſtraße 28, zur Einſicht auf.
Beſchwerden gegen die
Beitrags=
pflicht oder gegen das
angenom=
mene Beitragsverhältnis müſſen
binnen der erſten vier Wochen nach
Ablauf der Offenlegungsfriſt (
ſchrift=
lich oder mündlich) bei
Großher=
zoglichem Kreisamt vorgebracht
werden. Später vorgebrachte
Be=
ſchwerden finden keine
Berückſich=
tigung.
(1773
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Schmitt.
Oellieferung
für die ſtädtiſchen Betriebe.
Die Lieferung des bei
„ Gaswerk,
„ Waſſerwerk,
„ Schlachthof,
„ Schwimmbad und
im Verwaltungsjahr 1912 (1. April
1912 bis Ende März 1913)
be=
nötigten
Dampfzylinder= u. Maſchinenöls
ſoll vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen
lie=
gen auf dem Stadthaus, Zimmer
Nr. 39, zur Einſicht offen und
Zahlung von 50 Pfg. abgegeben
werden.
(1188oo
Verſendung der Bedingungen
nach auswärts findet nicht ſtatt.
Angebote ſind bis zum
29. Januar I. Js.
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
Darmſtadt, 3. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.
Städt. Schulzahnklinik
Luiſenſtraße 20, II.
Sprechſtunden Wochentags:
Morgens von 10—12
Mittags von 2—5. (859a
Beſchluß.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen der Firma A. u. J.
Gandenberger, Dampf= u.
Ring=
ofenziegelei in Pfungſtadt, und
des Mitinhabers der Firma, Jakob
Gandenberger II. daſelbſt, iſt
Termin zur Beſchlußfaſſung über
die von dem Konkursverwalter
betätigte Immobiliarveräußerung,
ſowie des zugehörigen
Geſchäfts=
inventars und zur Prüfung der
nachträglich angemeldeten
Forde=
rungen beſtimmt auf:
Montag, 22. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
neues Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß,
Zimmer 104.
(1793
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
In unſerm Handelsregiſter A.
wurde heute die Firma Ludwig
Klenk II. in Ober=Ramſtadt
ge=
löſcht.
(1794
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Großh. Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die Brennholz=Verſteigerung
Nr. 5 vom 12. lfd. Mts. iſt
geneh=
migt. Die Ueberweiſung des
Hol=
zes findet am 20. Januar,
vormit=
tags 8 Uhr, ſtatt
(1768
Darmſtadt, 13. Januar 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
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ist eine Tasse
Seelig’s
kandierter Kornkaffee.
a lnneac
Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
24)
Fräulein Hertzog hatte ſie genau vorbereitet, wie es
war. Wie oft erinnerte ſie ſich der Worte ihrer Lehrerin:
Sie haben ſich vollſtändig den Damen zu fügen,
Yvonne. Eine eigene Meinung dürfen Sie nicht äußern.
Müde oder unpäßlich dürfen Sie auch nicht ſein. Stets
haben Sie im Auge zu behalten, daß Sie bezahlt werden,
und doch will man haben, daß Sie ſich zur Familie rechnen.
Die kleinen Talente der Tochter haben Sie
hervorzu=
heben und diskret zu unterſtützen. Vor allem ja nicht mehr
wiſſen wollen vor anderen oder ſie übertrumpfen.
Es iſt ſchwer, in dem Hauſe zu ſein, trotzdem nicht viel
zu tun iſt. Ich perſönlich unterrichte lieber eine Klaſſe der
unbändigſten Kinder als das Wohlleben dort zu genießen;
durch meine Schweſter, die zwei Jahre bei der Frau von
Steinhagen geweſen iſt, kenne ich die Verhältniſſe genau.
Takt, viel Takt und Klugheit gehört dazu. Das
ein=
zig Gute iſt, daß Frau von Steinhagen ſehr gut zahlt.
Ich weiß nicht, ob Ihre Nerven und Ihr
Tempera=
ment die tauſend kleinen Nadelſtiche und
Rückſichtsloſig=
keiten werden ertragen können. Ich warne Sie!
Yvonne hatte ein wenig ſchmerzlich und ein wenig
überlegen gelächelt.
Ich habe keine Nerven, liebes Fräulein Hertzog,
glück=
licherweiſe. Sie ſind in mancher ſchweren Stunde erprobt,
und mein Temperament verſtehe ich zu zügeln. Wir alle
ind ja mehr oder weniger abhängig. Iſt es durchaus
nicht zu ertragen, kann ich immer gehen, wie es mir paßt.
Sie wiſſen ja, daß ich vorläufig vor allem viel Geld
ver=
dienen will. Ich werde mein möglichſtes tun, mich
anzu=
paſſen.
Die meiſte Zeit verwandten die Damen auf die Pflege
ihres Körpers und der Toiletten, wozu ſie ganze Stunden
brauchten.
Frau von Steinhagen war eine ſehr gut erhaltene
Vierzigerin. Man konnte ſie manchmal für die ältere und
ſchönere Schweſter ihrer Tochter halten, die für ihre
ein=
undzwanzig Jahre faſt zu üppig war. Das ließ
Kon=
ſtanze bedeutend älter erſcheinen, und das Phlegma ihres
Weſens trug auch dazu bei. Man war beinahe geneigt,
zu glauben, daß ſie ein wenig beſchränkt war; doch war
dies nicht der Fall. Sie war nur ſehr bequem. Sonſt
aber verſtand ſie ſich gut auf ihren Vorteil und konnte
ſehr ausfallend und boshaft ſein.
Frau Fama ſagte, daß Frau von Steinhagen früher
eine kleine Schauſpielerin geweſen ſei, die der alternde
Rittergutsbeſitzer von Steinhagen ihrer Schönheit wegen
geheiratet habe.
Yvonne ſah auch manches, was ſich nach ihren
Be=
griffen und ihrer Erziehung nicht mit dem Wort „
vor=
nehm” deckte.
Die Damen führten ein offenes Haus; ſie ſahen
viel=
fach Gäſte bei ſich, und bei den Beſuchen taute auch
Kon=
ſtanze auf, und Mutter ſowohl wie Tochter konnten ſehr
lebhaft und liebenswürdig ſein.
In den vier Wochen ihrer Anweſenheit hatte Yvonne
Lothar von Steinhagen, den Beſitzer des Gutes und
Stiefſohn von Frau Agathe, noch nicht kennen gelernt.
Er war jetzt vollauf beſchäftigt. Trotzdem Steinhagen
in der Nähe der Stadt lag, hatte er ſich noch nicht die Zeit
genommen, im Stadthauſe mit vorzuſprechen.
Wöchentlich kamen zweimal Boten, die Eier, Butter,
Geflügel, friſches Obſt, Gemüſe uſw. brachten.
Oft mußte Yvonne noch um Kleinigkeiten nach dem
Gut telephonieren, und da war es geſchehen, daß ſie einige
Male ganz kurz vom Herrn abgefertigt wurde. Man ſolle
ihn mit ſolchen Sachen verſchonen, er könne die Leute
jetzt nicht von der Arbeit wegſchicken. Wenn die gnädige
Frau Appetit auf Pfirſiche habe, dann möge ſie ſich die
Früchte kaufen oder ſelbſt holen. Schluß! Und
Frau=
von Steinhagen war dann ſehr ſchlechter Laune.
Es geht ihnen zugut, dachte Yvonne manchmal leiſe
lächelnd.
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Drn den Seſnhnge var iltihrer Taher zn eine
Abendgeſellſchaft gefahren. Yvonne atmete auf. Jetzt
hatte ſie einige Stunden für ſich.
Zwar an Beſchäftigung fehlte es nicht. Da gab es
Spitzen auszubeſſern, ſeidene Strümpfe zu ſtopfen. Frau
Agathe ſorgte ſchon für Arbeit, und doch tat es Yvonne
gern, wenn ſie damit allein ſein konnte.
Sie ſaß in dem elegant eingerichteten Wohnzimmer.
Der Arbeitskorb ſtand neben ihr, und ſie ſah Konſtanzis
Strümpfe nach. Es gab an allem etwas zu trn; es war
eine mühſelige Arbeit, dieſe feinen Strümpfe
auszubeſ=
ſern und darin war Konſtanze ſehr peinlich. Ihr
ent=
ging nicht die kleinſte ſchadhafte Stelle, die überſehen
wor=
den war.
Für Yvonne, eine Gräfin Laßberg, war es ein
eige=
nes, ein wenig peinvolles Gefühl, für andere Leute
Strümpfe auszubeſſern. Bei dieſer mechaniſchen Arbeit,
dem gleichmäßigen Durchziehen der Fäden konnten die
Gedanken ſo gut abſchweifen.
Was wohl Lutz trieb?
Es war merkwürdig, wie wenig ſie noch an ihn
dachte, ſich um ihn grämte. Es lag alles ſo weit hinier
ihr — wie ein Traum.
In heißen Tränen hatte ſie ihre junge Liebe zu Grabe
getragen; ihr Stolz kam ihr zu Hilfe, und die große,
ſchmerzliche Enttäuſchung, die ihr ſein unmännliches
Ver=
halten und Nachgeben gegen die Großmutter bereitet,
hatte ſie ſeltſam ernüchtert.
Sie hatte Lutz wie zu einem Gott emporgeſehen, an
ihn hatte ſie lch geklammert als ihren Beſreier aus
drhende Behlniſtes und er heie nicht ſo diet Aim
gehabt wie ſie, das ſchwache Mädchen.
Und dieſe Erkenntnis ſeines haltloſen Weſens hatte
ihr Vertrauen erſchüttert, ihrer ſchwärmenden Liebe den
Todesſtoß gegeben. Wo ſie nicht mehr vertraute, konnte
ſie auch nicht mehr lieben.
Da trat Milli, das zierliche Stubenmädchen, ein, ein
Tellerchen mit zwei ſchönen, großen Birnen und Pfirſichen
in der Hand tragend.
Hier Mademoiſelle, ſagte ſie, bringe ich Ihnen etwas
Obſt; es iſt vorhin ſo viel aus Steinhagen gekommen.
Danke, Milli, es iſt ſehr freundlich, daß Sie an mich
denken.
Oh, ich habe Mademoiſelle ſehr gern, weil
Made=
moiſelle immer ſo freundlich iſt. Und nun habe ich eine
Bitte: Würde Mademoiſelle wohl ein wenig Klavier
ſpielen un dein Lied ſingen? Ich mache inzwiſchen das
Obſt zurecht.
Gern erfüllte Yvonne dieſen Wunſch, der ihren
Neig=
unngen entgegen kam. Sie ging in den Salon nebenan,
in dem ſich der Flügel befand, ließ die Tür offen und ſuchte
in den Noten. Sie ſpielte und ſang und war ganz bei
der Sache.
Sie überhörte, daß nebenan eine Tür geöffnet wurde,
achtete auch nicht auf das Flüſtern im Wohnzimmer und
ſang das Lied weiter, das ſie ſo ſehr liebte:
„Jai vu passer Thirondelle
Dans le eiel pour du matin
Elle allait, à tire d’alle
Vers le pays oü Tappelle
Le soleil et le jasmin-.
nie ſe gendet lich ſie die Hande ven den Tofen
gleiten und wiederholte mehr ſprechend als ſingend mit
wehmültlger und ſehnſüchtiger Stimme die letzten
Vers=
zeilen:
„Et j'aurais voulu comme eile
Suiyre le méme chemin!
Unwillkürlich ſeufzte ſie tief auf und neigte ſinnend
den Kopf.
Da war ihr, als ob ſich noch jemand im Zimmer
be=
fände. Sie hatte Milli doch gar nicht eintreten hören.
Schnell wandte ſie ſich um und öffnete ſchon den Mund zu
einer Bemerkung, ſprang aber erſchrocken auf, als ſie an
der Tür die Umriſſe einer männlichen Geſtalt bemerkte.
Der große Raum war ja nur ſchwach durch die eine
elektriſche Flamme am Klavier erhellt. Sie drehte die
Deckenbeleuchtung an und erblickte einen großen,
breit=
ſchultrigen, blondbärtigen Herrn.
Oh! ſagte ſie beſtürzt und legte die Hand aufs Herz.
Er trat auf ſie zu und lächelte gutmütig.
Hab’ ich Sie erſchreckt durch mein ſpätes Eindringen?
Doch ich habe ein wenig Recht darauf, auch hier zu ſein,
denn ich bin Lothar Steinhagen, und Sie ſind
wahrſchein=
lich die neue Hausgenoſſin meiner Schweſter.
Ja, Herr von Steinhagen, ich bin Yvonne Legène.
Die Damen werden ſehr bedauern; ſie ſind einer
Einlad=
ung gefolgt.
Ich weiß bereits. Die Donna, die da drüben ſaß,
ſagte es mir.
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Grösstes Spezialhaus Frankfurts für Damen-Konfektion.
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(T1766
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Saison
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Ab Montag, den 15. ds. Mts.
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1. Woche Stoff= und Gardinen=Reste.
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über den Promenaden. Elektr. Licht, Zentralheizung, Bäder,
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Unbeschreibliche Komik!
4
Orpheum
else dat barwtelt us golaeitl=
Hente Montag, 15. Jan.
und folgende Tage (1765
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„Derbrave Hermann:
Peine ut fernerint uis bektimt.
Alle Kleiderstoffe
um ſie länger zu erhalten, müſſen
vor dem Verarbeiten dekatiert
verden, damit die Gewebe durch
äſſe nicht mehr eingehen u. keine
Regenflecken ſich einſtellen. (*796
Dekatier=Anſtalt von
Ernst Göbel, nur Schulſtr. 11
Geueſte maſchinelle Einrichtung).
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neu, pr. Arbeit, weit unter
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Diplomat, f. mod. Diwans,
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mane, nußb. Schreibtiſch, hochf.
Vertiko, Trumeauſpiegel,
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garderoben, Kleiderſchrank,
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kommoden, hel eich. Schlafzimmer,
Speiſezimmer, Bettſtellen, Matratz.,
einzelne Kredenz, mod. Küche.(*1073
Eliſabethenſtr. 42, part. rechts.
Darm- 1. städter
Grafenstrasse 12.
Nurheute u. morgen noch
der grösste Hauptschlager
der Saison
Verblater
Mimodramatische Paraphrase
über das Thema:
Wie das Leben spielt
übertrifft alles bis jetzt
Dagewesene. — Versäumen
Sie deshalb dieses Programm
nicht! (*1099oi
Nur
I. Darmstädter Kino
Grafenstrasse 12.
Verguügungs=
und Erholungs=
Reiſen zur See
nach Portugal und
Spanien, Italien. Sizilien,
Griechenland, Aegypten,
Tuneſien, Algerien, nach
der Europäiſchen und
Aſiatiſchen Türkei, dem
Schwarzen Meere,
Palä=
ſtina und Syrien u. ſ. w.
Ceylon, Vorder= und
Hinterindien, China,
Ja=
pan, nach Auſtralien.
Weltreisen
Reiſe=Schecks
Welt=Kreditbriefe
Auskunft erteilen
Vorddeutscher
Lloyd Bremen
und ſeine Vertretungen.
In Darmstadt:
Anton Fischer,
Adler=Drogerie,
Frankfurterſtr. 12/14.
In Dieburg:
Carl Reh.
(1805a
Täglich frische
bazzen
Bäckerei u. Conditorei
Mainzer (1302a
obere Bleichstr. 13. Tel. 1265.
Fremdenzimmer
2 Betten (eiſ. und meſſing)
Waſch=
tiſch, Nachtiſche, Schränke, 2
Chaiſe=
longeu, Stühle uſw., vernickelter
Dauerbrandofen
(1797oms
Stiftſtraße 21 2 Stock
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Bayern”, nach New=
York, 12. Januar 3 Uhr 10 Min.
morgens Cuxhaven paſſiert.
Dampfer „Graf Walderſee”, von
Philadelphia kommend, 12. Jan.
2 Uhr 30 Min. morgens Lizard
paſſiert
Dampfer „Prinz Adalbert”, nach
Philadelphia, 12. Januar 4 Uhr
40 Minuten morgens Lizard
paſſiert.
Dampfer „Victoria Luiſe”, nach
New=York, 11. Januar 2 Uhr
nachm. Cuxhaven paſſiert.
Kriegerverein Darmſtadt.
Schutzherr:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog Ernſt Ludwig.
Feier des Allerhöchsten
Geburts-
tages Sr. Majestät des Kaisers
Samstag, den 20. Januar 1912, abends 8½ Uhr,
im ſtädtiſchen Saalbau
beſtehend aus: Feſtanſprache (gehalten von dem I. Vorſitzenden
Hauptmann a. D. Waldecker), Konzert und Tanz, unter
gütiger Mitwirkung der Großh. Hofopernſängerin Fräulein Hede
Schaub, Herrn Stadtſekretär Gg. Jöckel und Frau Jöckel,
ſowie der Kapelle des Leibgarde-Regiments Nr. 115,
unter Leitung des Herrn Ober=Muſikmeiſters Hauske.
Zutritt haben nur die geladenen Ehrengäſte, unſere
Ehren=
mitglieder und unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen.
Fremde Perſonen, welche durch Mitglieder eingeführt werden wollen,
müſſen am Saaleingang den hierſelbſt anweſenden
Vorſtandsmitglie=
dern vorgeſtellt werden. Das Vorausbelegen der Plätze iſt nicht geſtattet.
Orden, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
1777od)
67
Hezirksuerein „Autſtaol
Oerdarderſanentrann
Montag, den 15. Januar 1912, abends 9 Uhr
im Gartenſaal der Brauerei zur Krone.
Um zahlreiches Erſcheinen wird gebeten. (1798
Der Vorſtand.
eptelte Piugsladſen. (aseſehalt
Darmstadt.
Mittwoch, den 17. Januar 1912, abends 8¼ Uhr,
O
Eichtötidervortrag
von Herrn Kapitän a. D. von Pustau, über:
„Das französische Flugwesen”.
Ort: Saal der Vereinigten Gesellschaft.
Numerierter Platz 2 M., Saal 1 M., Studenten u. Schüler 0.50 M.
Vorverkauf: Verkehrsbüro.
(1776
Darmstädter Billard. Kſub
Vereins-Abend: Dienstag abend
Gäste stets willkommen.
Hotel Hess‟
(2a
575
MESSMER
BERUHMTE
THEE-MiSCHUNGEN
PROBEPAKETE
§ 100g 055 Mk- 140 Mk
Bittſchriften
Hess, Kirchſtraße 21.
ſertigt
Bureau
2 Balkonloge (Vorderplätze) B
4 links, für den Reſt der Spiel=
Pil z verk. Rleiderſchr. Komm.
Nähtiſche. Kaupſtr. 31,3. St. (*1085om
2 Motorräder in der Nähe
unterzuſtellen geſucht Mauer=
(*909so
ſtraße 16, I.
(1672a zelt abzugeben Alickſtr. 13.=(577a.Ivorlegen zu wollen.
Großherzogl. Hoftheater
Montag, den 15. Januar.
92. Abonnem.=Vorſtell. B 24.
Fauſt.
Tragödie von Goethe.
Muſik von Dr. Eduard Laſſen
Vierter Abend.
Der Tragödie zweiter Teil
(II. Abteilung) in 3 Akten.
Muſikal. Leit.: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen‟
Fauſt .
Hr. Baumeiſter
Mephiſtopheles . Hr. Lehrmann
Der Kaiſer . . . Hr. Weſtermann
Heermeiſter. . . Hr. Heinz
Helena
Frl. Alſen
Euphorion
Frl. Gothe
Phantalis,
Beglei=
terin der Helena Frl. Heumann
Lynceus, der
Hr. Weber
Türmer.
Raufebold, gew. Hr. Kräger
Ge= Hr. Semler
Habebald,
Haltefeſt, ſellen Hr. Riechmann
Philemon, e. Greis Hr. Wagner
Baucis, ſ. Gattin Fr. . Rudolph
Wanderer . . . Hr. Schneider
Die Sorge . . . Fr. Scherbarth
Die Not.
Frl. Uttmann
Der Mangel . . Fr. Hartig
Die Schuld
.Frl. Wisthaler
Ein Lemure . . Hr. Hoff
Raphael, ) Erz, Frl. Schaub
Gabriel,
Michael, engel Frl. Bruker
Frl. Howard
Mater Glorioſa . Fr. Speiſer=
Suchanek
Maria Aegyptiaca Frl. Heumann
Eine Büßerin, ſonſt
Gretchen genannt Frl. Meißner
Gefang. Trojanerinnen. Ritter.
Knappen im Gefolge Fauſt’s.
Gefolge des Kaiſers. Soldaten.
Lemuren. Teufel. Engel. Magna
peccatrig. Mulier Samaritang.
Büßerinnen.
Nach dem 1. u. 2. Akte läng. Pauſe.
Beurlaubt: Hoftapellm. Hofrat de
Haan. Frl. Geyersbach,
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.):
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang (1. bis 6.
Reihe) 2 Mk., (7. und 8. Reihe)
1.60 Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe)
3.50 Mk., (14. bis 20. Reihe 3 Mk.,
Parterre (1. bis 5. Reihe) 2.20 Mk.,
(6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk., 1. Galerie
1 Mk., 2. Galerie 50 Pfg.,
Anfang 7 Uhr. Ende 9¾ Uhr.
Kartenverk. v. 11—1 u. v. 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Dienstag, 16. Jan. Außer Ab.
Vorſtell. zu ermäß. Preiſen: „Der
Graf von Luxemburg”.
René . Hr. O. Thomſen v.
Stadt=
theater in Bern, a. G. Anf. 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Mittwoch, 17. Jan. 93. Ab.=V.
D 23. „Charley’s Tante.”
Hierauf: Der verbotene
Cancan (Ballett). Kleine Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 18. Jan. 94. Ab.=V.
C 23. „Carmen.” Gr. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Die Erhebung der 3. Rate
des Abonnementsgeldes für
die Spielzeit 1911/12 findet
Mon=
tag, 15., bis Mitt woch, 17. Jan.,
nachm. von 3—5 Uhr, ſtatt.
Zahl=
ſtelle: Veſtibüle im Hoftheater.
— Die Abonnenten werden
freund=
lichſt gebeten, die erhaltenen Zettel
bei der Zahlung zur Quittierung
(7900
e
d
G
.
n ll maceet
Intereſſnt iſt bei dem Vericht des amerilaniſchen
Beobachters die Mitteilung, daß die Schlachtſchiffe bei
dieſen Scharfſchießübungen aus Sparſamkeitsgründen
nicht mit voller Pulverladung arbeiten. „Man verwandte
nur Dreiviertelpulverladungen, obgleich die Ziele gegen
13000 Yards, alſo etwa ſechs bis ſieben engliſche Meilen,
entfernt waren.”
Die Wirkungen einer „Breitſeite‟.
CK. Im Scientific American veröffentlicht der
Her=
ausgeber der Zeitſchrift I. Bernard Walker die
Beobach=
tungen einer Landratte auf der „North Dakota” und
ſchil=
dert dabei die Wirkungen einer modernen Breitſeite.
Walker hat während der Scharfſchießübnngen des
ameri=
kaniſchen Schlachtſchiffes an Bord weilen dürfen und
beſchreibt dabei das für den Laien überraſchende
Phä=
nomen, daß man bei einer Salve von ſchweren modernen
Schiffsgeſchützen mit dem bloßen Auge die
rauchumhüll=
ten Projektile durch die Luft fliegen ſehen kann. „
Münch=
hauſen, nein, lieber Leſer, zweifle nicht an meiner
Schil=
derung, bei klarem Wetter ſoll dies oft möglich ſein.
Der Zieler des Geſchützes machte mich darauf
aufmerk=
ſam, wies auf den Himmel, und ich ſah ſechs ſcharf
um=
riſſene, runde ſchwarze Flecken, die in einer langen
hori=
zontalen Linie dahinſchoſſen: die ſechs Granaten.”
Von der Lufterſchütterung, die eine Salve von ſechs
Rieſengeſchützen mit ſich bringt, macht ſich der Laie kaum
eine Vorſtellung. „Achtung, eine Salve von ſechs
Ge=
ſchützen!”, warnte mich ein Offizier; „haben Sie Ihren
Ohrenſchutz in Ordnung?” Und während ich noch die
Hände emporhebe, um die kleinen Pfropfen im Ohre noch
feſter einzupreſſen, bricht plötzlich ein furchtbarer Krach
los. Ich hatte ein Gefühl, als ob eine unſichtbare ſchwere
Hand mir einen heftigen Schlag verſetzt, der mein
gan=
zes Knochengerüſt erſchüttert. Dann fühle ich, wie ich in
dem Beſtreben, meinen Halt zu wahren, heftig hin= und
hergeſchleudert werde, erſt mit unwiderſtehlicher Gewalt
in der Richtung des Schuſſes und dann wieder zurück;
ſo pendle ich hin und her, bis ſchließlich nur das heftige
Schaukeln des Maſtes übrig bleibt. Die körperliche
Wirk=
ung einer Breitſeite dieſer Zwölfzollgeſchütze läßt ſich
nicht beſchreiben, aber die photographiſche Platte liefert
uns immerhin wenn auch ein nur kümmerliches
Abbild dieſer gewaltigen Aufpeitſchung der Luft. Der
Photograph hatte die Kühnheit, an Bord der „Michigan”
während einer Salve der 4 großen Geſchütze der Türme
und 2 auf der Vorderbrücke des Schlachtſchiffes zu
ſtehen. Unmittelbar nach der Entladung fand er ſich auf
dem Rücken liegend wieder, war durch den Luftdruck bis
an den hinteren Rand der Brücke geſchleudert worden;
der photographiſche Apparat beſtand nur aus Trümmern
und nur durch einen Zufall war die Platte der Aufnahme
bis auf einen breiten Sprung heil geblieben. Später
wurde dann von den Zielen das mächtige Netz eingeholt,
das die Ziele umhüllt und in deſſen Maſchen ſich genau
die Zahl der Treffer und der Punkt des Einſchlages
feſt=
ſtellen läßt. Die Schiedsrichter und die Offiziere ſuchten
ſorgſam jeden Quadratfuß des endloſen Gewebes ab,
mit einer erwartungsvollen Gründlichkeit, die von keinem
Goldſucher im fernen Weſten übertroffen werden kann.
Die Salve der vier großen Geſchütze von der „North
Dakota” hatte einen großen Teil des Zieles fortgeriſſen,
und dieſer Treffer, über den ſich der Laie freut, ſchien die
Offiziere und die Mannſchaften ſehr zu verſtimmen.
Aber das Rätſel löſt ſich: nach den Beſtimmungen des
Scharfſchießens werden alle Schüſſe, die nach dem
Ver=
ſchwinden eines größeren Teiles des Zieles an der
rich=
ftigen Stelle das Netz durchſchlagen, nicht mehr als
Tref=
fer gerechnet. Erſt jetzt lernte ich die Enttäuſchung der
Beſatzung begreifen, als das für meine Augen
ausge=
zeichnete Reſultat feſtgeſtellt wurde: vier Treffer und
ſechs Prellſchüſſe.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 13. Jan. (
Börſenwochen=
bericht.) Die Erleichterung am Geldmaxkt hat ſich weiter
entwickelt, wodurch der Privatdiskonto auf 3¼ Prozent
zurückgehen konnte. Dagegen blieb das Geſchäft weiter in
engen Grenzen, da die Spekulation eine reſervierte Haltung
einnahm. Die Tendenz war während der erſten Tage der
Woche in feſter Richtung, wurde indeß ſpäter durch die
po=
litiſchen Vorgänge in Paris ungünſtig beeinflußt.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, vermißt
man bisher merkwürdigerweiſe die Kaufordres des
Privat=
publikums anläßlich des Eingangs der Januar=Kupons=
Gelder, ſodaß einzelne deutſche Renten eher etwas
ein=
büßten. Nur für die 4prozentigen heſſiſchen
Staatsobliga=
tionen zeigte ſich größere Kaufluſt bei anziehenden Preiſen.
Ausländiſche Staatsfonds ſtill und im ganzen wenig
ver=
ändert. Die Nichtbeſtätigung der italieniſch=türkiſchen
Friedensverhandlungen hat fur türkiſche Loſe eine kleine
Einbuße gebracht, doch ſtellte ſich bei den niedrigeren
Kur=
ſen ſtärkere Nachfrage ein. Recht feſt ſind rumäniſche
Gat=
tungen, ſowie Argentinier. Transportaktien, darunter auch
Hamburger Paketfahrt und Nordd. Lloyd ſchließen faſt
durchweg ſchwächer; auch Lombarden wieder angeboten.
Mit der Andauer des italieniſchen Kriegs und ſeinen
Fol=
gen verzögert ſich natürlicherweiſe das Sanierungsprojekt
der Südbahn, da die Ablöſung der italieniſchen Annuitäten
ſich erſchwert und die Beſitzer der lombardiſchen Prioritäten
geraten in begreifliche Ungeduld. Ein Verkauf dieſer
Titres iſt aber nichtsdeſtoweniger jetzt wenig zweckmäßig.
Schantungbahn ſind kaum verändert, trotz des ſehr
befrie=
digenden Dezember=Ausweiſes.
Der Bankenmarkt iſt nach anfangs recht günſtiger
Strömung ſchließlich ermattend. Größere Realiſationen
vollzogen ſich auch auf dem Montangebiet; man ſprach u. a.
von Blankoverkäufen eines Großſpekulanten, denn die
vor=
liegenden Berichte lauten unverändert befriedigend,
ins=
beſondere, daß die heimiſchen Hüttenwerke glänzend
beſchäf=
tigt ſeien. Ferner iſt auch das Abkommen zwiſchen dem
Kohlenſyndikat und der preußiſchen Bergwerksverwaltung
nunmehr endgültig vom Handelsminiſter genehmigt
wor=
den. Elektrizitätswerte ſind ebenfalls matter. Die
Ka=
pitalserhöhung der Schuckert=Geſellſchaft um 10 Millionen
Mark drückte auf den Kurs dieſer Aktien; auch Bergmann
bis 213,25 nachgebend auf den Geldbedarf der Geſellſchaft.
Am Kaſſainduſtriegebiet ſtellten ſich die ſchweren
chemi=
ſchen Werte niedriger, nur Deutſche Gold= und Silber=
Scheideanſtalt gut gehalten (880,50). Holzverkohlung
ruhiger (280,50), hingegen Kleyer wieder lebhafter (459).
Eine weſentliche Steigerung erzielten Motorenfabrik
Ober=
urſel, bis 144,80, und Aluminium, bis 228; ferner noch
Spinnerei Hüttenheim, bis 55, und Elektrizitäts Lahmeyer,
bis 131,50 anziehend, während Metall=Aetzwerke bis 250
und Kunſtſeide bis 106 nachgaben. Zuckeraktien waren feſt:
Frankenthal 450, Waghäuſel 204,20. Die Bank für Handel
und Induſtrie (Darmſtädter Bank) eröffnet am 1. April
dieſes Jahres in Hamburg eine Zweigniederlaſſung. Die
Reichsgenoſſenſchaftsbank, A.=G., ſeither in Darmſtadt, hat
ihren Sitz nach Frankfurt a. M. verlegt. Auf Antrag der
Generalverſammlung dieſes Inſtituts wurde entgegen den
Vorſchlägen des Vorſtandes der Beſchluß gefaßt, den
ge=
ſamten Reingewinn den Reſerven zufließen zu laſſen,
wo=
durch ſich dieſe von 134000 Mark auf 16318054 Mark
er=
höhen.
Von Loſen notieren: Augsburger 38,—,
Braunſchwei=
ger 212,25, Pappenheimer 60,—, Freiburger 69 G., Türkiſche
171,—, Genua 190 G., Ungariſche 373,25, Meininger 36,80,
Venediger 47,60, Mailänder 45=Fres.=Loſe 155,—,
Mailän=
der 10=Frcs.=Loſe 33,75, Raab=Gratzer Anr.=Sch. 38,75, in
Reichsmark. Gothaer Prämie II 117,90, Donau=
Regulier=
ung 170.—, Madrider 80 P., in Prozent. Ferner ſchließen:
4proz. Reichs (bis 1918 unkündbar) 102,—, 3½proz. Reichs
91,72, 3proz. Reichs 82,60, 4proz. Heſſen von 1899 100,80,
4proz. Heſſen von 1906 100,80 G., 4proz. Heſſen von 1908/09
100,90, 3½proz. Heſſen 90,20, 3proz. Heſſen 79,70 G., 4proz.
Darmſtädter 99,90 G., 3½proz. Darmſtädter 90,60 G., 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 18—23) 101 G., 4proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 24—25) 101,25, 3½proz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5) 90,10 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (S. 9—11) 90,20 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(S. 10—12) 101 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
13—14) 101,25, 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 1—3)
90,30 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 4) 90,20 G.,
Darmſtädter Bank 127,—, Südd. Eiſ.=Geſellſchaft 124 B.,
Südd. Immob.=Geſellſchaft 79,30 G., Lederwerke, vorm.
Spicharz (Offenbach a. M.) 77 G., Schramms Farben=
Fabriken (Offenbach a. M.) 271 G., Chemiſche Mülheim am
Schantungbahn 126,—, South=Weſtafrika
Main 78,—
155,50, Otavi=Anteile 94 G., Otavi=Genußſcheine 67,—, 4
½=
prozentige Ruſſen 100,60 B., 4proz. 1880er Ruſſen 92 B.,
4proz. 1902er Ruſſen 91,50, 3/oproz. Ruſſen 88,80, 3½proz.
Ruſſen 86,—, 3proz. Ruſſen 80 G., 4proz. unifizierte Türken
90,40 G., 4proz. Adminiſtrations=Türken 85,20 G., 4proz.
Bagdad=Türken 84,30, 4proz. konvertierte Türken (1905/1911)
82,80, 5proz. Chineſen 100,10, 4½proz. Chineſen 95,10, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 99,—, 4½proz. Japaner 95,50,
4proz. Japaner 90,40, 3proz. Buenos=Aires 73½.
Gewinnanszug
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
1. Klaſſe. 1. Ziehungstag. 12. Januar 1912.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und uI.
(achdmic verbotn.)
(öhne Gewchr. u. St.=l. ſ. 3.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 102846
a Gewinne zu 3000 Mk. 85400 157351
2 Gewinne zu 1000 Mk. 58933
2 Gewinne zu 500 Mk. 69667
4 Gewinne zu 400 Mk. 65900 176150
12 Gewinne zu 300 Mk. 18740 91776 92997 98199
124419 162790
12 Gewinne zu 200 Mk. 29545 102173 109978
181850 183159 189370
74 Gewinne zu 100 Mk. 5154 6668 9445 9955
18961 20434 23274 28354 34450 35445 44058 44677
50159 53827 68484 70077 70539 76235 82156 83396
88808 94383 96014 97454 98484 102737 111525 120818
121318 130440 155513 155801 159316 166442 174952
160665 187078
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50000 Mk. 44956
2 Gewinne zu 30000 Mk. 108231
4 Gewinne zu 500 Mk. 20801 41636
10 Gewinne zu 300 Mk. 31395 60763 73517
138610 173496
28 Gewinne zu 200 Mk. 31747 44374 49051 68469
73341 81071 87427 103378 110773 127565 161333
170770 173106 176695
76 Gewinne zu 100 Mk. 1318 11109 16558 25223
27489 28577 29354 31400 32307 33349 36218 37350
45628 47984 50420 50744 57710 58377 60258 88778
84042 85170 94255 132070 133711 135899 139911
145356 146511 149861 153612 156765 160568 165732
175056 186886 187479 188505
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werde, da in dieſer geſetzlich nur MAGGl-Würze feilgehalten werden darf.
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