Darmstädter Tagblatt 1912


15. Januar 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoneen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.
Die Neubildung des franzöſiſchen Kabi=
netts
hat Poincaré übernommen, nachdem Bourgeois
und Delcaſſé abgelehnt haben.
Die Spitzbergenkonferenz der Staaten Nor=
wegen
, Schweden und Rußland tritt heute in Chri=
ſtiania
zuſammen.
Die türkiſche Kammer lehnte mit 125 gegen 105
Stimmen die Verfaſſungsänderung ab.
In New=York herrſcht infolge der grimmigen Kälte
großes Elend.
Die Revolutionäre in China haben den Kabi=
netten
der Mächte eine Mitteilung von dem Zuſammen=
tritt
der Nationalverſammlung und der Einſetzung der
republikaniſchen Regierung in Nanking zugehen laſſen.

Die Spitzbergenkonferenz.

A. Aus Chriſtiania, 12. Januar, wird uns
geſchrieben: Am 15. Januar wird in der nor=
wegiſchen
Hauptſtadt wieder eine Spitzbergen=
konferenz
zuſammentreten, welche als eine Fortſetz=
ung
derjenigen Konferenz betrachtet werden kann, die
bereits im Sommer 1910 hier tagte. An der Konferenz
nehmen jetzt, wie damals, ausſchließlich Vertreter Nor=
wegens
, Schwedens und Rußlands teil, und zwar für
Norwegen der norwegiſche Geſandte zu Kopenhagen,
Herr Dr. jur. Hagerup, für Schweden und Rußland die
Geſandten dieſer beiden Länder in Chriſtiania, die
Herren Miniſter Falkenberg und Baron Kroupenski.
Urſprünglich hatte Norwegen vorgeſchlagen, daß ein
Spitzbergenkongreß a ller intereſſierten Mächte über
die Ordnung und Rechtsverhältniſſe auf Spitzbergen in
Chriſtiania verhandeln ſollte. Die Regierungen der ver=
ſchiedenen
Mächte erachteten es aber zunächſt nicht als
notwendig, einen ſo umfangreichen Apparat in Bewegung
zu ſetzen, und man wählte ſodann den Ausweg, daß die
drei am unmittelbarſten an Spitzbergen intereſſierten
Staaten, Norwegen, Schweden und Rußland, in Gemein=
ſchaft
einen Vorſchlag zur Ordnung der öffentlichen und
privaten Rechtsverhältniſſe auf der Inſelgruppe aus=
arbeiten
ſollten; wenn die drei Staaten zur Einigung
über einen derartigen Entwurf gelangt ſind, ſoll dieſer
den intereſſierten europäiſchen Mächten, ſowie der nord=
amerikaniſchen
Union zur Genehmigung vorgelegt wer=
den
. Vielleicht wird ſich die Sache dann im Wege eines
ſchriftlichen Verkehrs mit den Mächten ordnen können;
der Spitzbergenkongreß ſämtlicher Mächte würde dann
nicht ſtattſinden.
Die Vertreter Norwegens, Schwedens und
Rußlands einigten ſich ſchon auf der vorläuſigen
Spitzbergenkonferenz des Jahres 1910 über einen Ent=
wurf
, der inzwiſchen den Regierungen dieſer drei Länder
vorgelegt worden iſt. Man nimmt an, daß die ruſſiſche
Regierung mit dem Entwurf, der die ſkandinaviſchen
Staaten nach Anſicht maßgebender ruſſiſcher Kreiſe
auf Koſten Rußlands begünſtigt haben ſoll, nicht allent=
halben
zufrieden geweſen ſei, weshalb jetzt über ruſſiſche
Aenderungsvorſchläge verhandelt werden ſolle. Man
hofft aber allerſeits, daß man zu einer endgültigen
Einigung über einen Entwurf zur Ordnung der Spitz=
bergenverhältniſſe
kommen werde. In der Tat wäre eine
baldige Einführung geordneter Zuſtände auf Spitzbergen
ſehr wünſchensvert; nicht wenige Grubeninduſtrielle,
Fiſcher, Fangleute und Arbeiter ſuchen auf Spitzbergen
und in unmittelbarer Nähe der Inſelgruppe ihren Er=
werb
, leiden aber unter der jetzt beſtehenden Rechtsun=
ſicherheit
, bei welcher ſich Fauſtrecht und Willkür allzu ſehr
in den Vordergrund drängen, erheblich.

Der Kohlenkrieg in England.

* Die drohende Möglichkeit eines nahen Kohlenkrie=
ges
in England nimmt dort die Gemüter faſt mehr in An=
ſpruch
als die franzöſiſche Miniſterkriſis, die Lage Chinas,
Home Rule in Irland und mehrere andere ſogenannte
breunende Tagesfragen. In den Zeitungen wird dann

auch nichts geſpart, um dem geneigten Leſer das Gruſeln
beizubringen vor kohlenloſen, kalten Tagen, wo die Gas=
werke
den Betrieb einſtellen, die Elektrizitätswerke eben=
falls
verſagen, die Küche aus Mangel an Brennſtoff außer=
ſtande
iſt, unſere Nahrung zu bereiten und wir zähne=
klappernd
vor einem erloſchenen Kamin am Hungertuche
nagen. Doch glücklicherweiſe wird ſchon das eine oder
andere wieder in Abrede geſtellt. Aus Deutſchland ver=
lautet
, daß von keinem gleichzeitigen Ausſtande der dor=
tigen
Gruben die Rede ſei, und wenn auch heute die
Transportarbeiter zu drohen beginnen, es werde über
ausländiſche Kohlenzufuhren während des Ausſtandes
der Bergleute ein allgemeiner ſtrenger Boykott verhängt
werden, ſo tröſtet man ſich doch einſtweilen mit der philo=
ſophiſchen
Erwägung, daß ſelbſt in Kohlenſachen nichts
ſo heiß gegeſſen wird, wie es gekocht wurde. Der Ab=
geordnete
Edwards, der Präſident des Grubenarbeiter=
bundes
von Großbritannien, hat ſich ſogar noch ziemlich
hoffnungsvoll vernehmen laſſen, und es gibt Leute, die
von einer Verſammlung des Verſöhnungsamtes im Koh=
lenbergbau
von Süd=Wales am heutigen Montag Gutes
erwarten. An tatſächlichen und greifbaren Anhaltspunk=
ten
für beſſere Erwartungen liegt freilich im Grunde
noch wenig oder faſt nichts vor, und was bisher aus den
engliſchen Kohlenbezirken Northumberland und Durham
von dem Ausfall der Abſtimmung über die Arbeitsein=
ſtellung
verlautet, ſpricht nur von ſtarken Mehrheiten für
den allgemeinen Ausſtand. Immerhin iſt der Kohlen=
nearkt
zwar feſt, doch meldet man noch nichts von höhern
Preiſen, obſchon dem verehrten Publikum der dringende
Rat erteilt wird, nicht zu lange zu warten, ſondern zeitig
für den Tag der Not ausreichend Kohlenvorräte einzu=
legen
.
Dabei erinnert man ſich, ſo ſchreibt die Köln. Ztg.,
an den letzten größeren Kohlenausſtand im Jahre 1893,
der dreizehn Wochen gedauert hat. Damals feierte aller=
dings
nur ein Teil, ein gutes Drittel der Gruben des
Landes, und die andern zwei Drittel arbeiteten mit Hoch=
druck
, um den vollen Bedarf aufzubringen. Trotzdem
ſtieg in London der Preis für die beſte Hauskohle auf
41 Schilling die Tonne, mehr als das Doppelte der ge=
wöhnlichen
Notierungen, obſchon (zwiſchen 29. Juli und
16. November) die eigentliche Winternachfrage noch nicht
begonnen hatte. Es kam damals auch in Yorkſhire und
in den mittleren Grafſchaften zu ernſten Ruheſtörungen.
Militäriſche Hilfe mußte herangezogen werden. Es
wurde auf die ausſtändiſchen Grubenarbeiter auf Lord
Maſhams Grube bei Acton Hall gefeuert und die In=
duſtrie
wurde an manchen Orten ſtark gehemmt. Schließ=
lich
griff die Regierung ein und Lord Roſebery brachte
eine Verſtändigung zuwege, unter der die Grubenarbeiter
ſozuſagen unter den alten Bedingungen zur Arbeit zurück=
kehrten
. Erreicht hatten ſie neben den Lohnverluſten nur
die Verſöhnungsämter, die niemand viel weiter gebracht
haben. Gegen einen allgemeinen Ausſtand würde die
damalige Klemme faſt geringfügig erſcheinen. Falls es
dazu käme, wäre der wöchentliche Lohnverluſt der Gru=
benleute
allein auf 1500000 Pfd. Sterl. (30 Mill. Mark)
anzuſchlagen. Die ganze Förderung für das Jahr
1910, das letzte Jahr, für das die beſtimm=
ten
Angaben vorliegen, ſtellte eine Wertſumme
von 108377567 Pfund Sterling dar, und die
Fachleute verſichern, daß ungefähr drei Viertel dieſer
Rieſenſumme auf Löhne entfiel. Wer einige Phantaſie
beſitzt, vermag von dieſen Summen allein ſchon einen
annähernden Begriff abzuleiten von der Größe der un=
mittelbaren
und mittelbaren Verluſte, die ein allgemeiner
Ausſtand mit ſich bringen müßte. Es fällt die Kalamität
auch diesmal unter die Amtsführung eines liberalen
Kabinetts. Es iſt vielleicht kein ganz zufälliges Zuſam=
mentreffen
. Denn ein Miniſterium, das ſich beſonders
befliſſen zeigt, um die Gunſt der Maſſen zu buhlen, ſcheut
ſich erfahrungsgemäß, bei Einſchüchterung und Vergewal=
tigung
feſt einzuſchreiten, und darin liegt für manche Ele=
mente
ſchon eine große Lockung.

Die franzöſiſche Miniſterkriſe.

* Präſident Falliéres hatte am Freitag mit Bour=
geois
und Delcaſſé Beſprechungen über die durch
den Rücktritt des Kabinetts geſchaffene politiſche Lage.

Bourgeois lehnte aus Geſundheitsrückſichten ab, die
Bildung des Kabinetts zu übernehmen, worauf Prä=
ſident
Falliéres an Delcaſſé mit dem gleichen Er=
ſuchen
herantrat. Delcaſſé machte die Erteilung ſeiner
Antwort von einer vorhergehenden Beratung mit ſeinen
politiſchen Freunden abhängig und lehnte dann das An=
erbieten
, das Miniſterium zu bilden ,ab. Er ſchlug dem
Präſidenten der Republik als die für dieſe Aufgabe am
geeignetſte Perſönlichkeit Senator Poincaré
vor. Poincaré, dem ſodann vom Präſidenten Fal=
liéres
die Kabinettsbildung angeboten wurde, hat den
Verſuch übernommen, das neue Miniſterium zu
bilden. Er erklärte den Vertretern der Preſſe, daß er
hoffe, zu einem ſchnellen Reſultat zu gelangen. Poincaré
begab ſich vom Präſidenten der Republik zu den Prä=
ſidenten
des Senats und der Kammer. Man verſichert,
daß Poincaré die Abſicht hat, das Miniſterium des Aeu=
ßern
zunächſt Herrn Bourgeois anzubieten. Bourgeois
hat zugeſagt, in das Miniſterium Poincaré einzutreten,
ſodaß deſſen Zuſtandekommen als geſichert angeſehen
wird.
Es wird verſichert, Delcaſſé habe die Kabinettsbil=
dung
abgelehnt da er der Anſicht ſei, die erforderlichen
Eigenſchaften nicht zu beſitzen. Er ziehe es vor, ſich aus=
ſchließlich
der Leitung ſeines Departements zu widmen.
Endlich paſſe ihm nicht, ſich um die Nachfolge Caillaux
zu bewerben, nachdem er zu deſſen Rücktritt beigetragen
habe. Doch bleibe ſeine Unterſtützung dem künftigen Mi=
niſterpräſidenten
ſicher.
In parlamentariſchen Kreiſen herrſcht der Eindruck,
daß im Falle einer Ablehnung Poincarés Präſident Fal=
lieres
ſich an Briand wenden werde um das Kabinett zu
bilden.

Deutſches Reich.

Kein gemeinſamer Stichwahlter=
min
. Wie eine offiziös bediente Korreſpondenz mitteilt,
iſt im Gegenſatz zu früheren Reichstagswahlen diesmal
kein gemeinſamer Termin für die Stichwahlen vereinbart
worden, und zwar weder für das Reich noch für Preu=
ßen
. Die preußiſche Regierung hat den Wahlkommiſſaren
empfohlen, die Stichwahlen in den Tagen vom 20. bis
25. Januar unter Freilaſſung des 23. und 24. Januar
anzuſetzen. Die letztere Maßnahme findet darin eine
Begründung, daß der Termin für die Ermittelung des
Wahlergebniſſes durch den Wahlkommiſſar unter Mit=
wirkung
von 612 Beiſitzern am vierten Tage nach dem
Stichwahltermin ſtattfinden muß. Würde nun am 23.
oder 24. die Stichwahl ſtattfinden, ſo fiele der Tag für
die Ermittelung des Wahlergebniſſes auf den Geburts=
tag
des Kaiſers oder auf den folgenden Sonntag, was
vermieden werden ſoll. Den Bundesregierungen iſt von
der für Preußen getroffenen Regelung lediglich Mittei=
lung
gemacht worden. Der 21. Januar fällt auf einen
Sonntag, es kommen alſo nur der 20., 22. und 25. Januar
als Stichwahltage in Frage. Von den Bundesſtaaten
haben, ſo weit bis jetzt bekannt geworden iſt, Sachſen den
20., Heſſen und Württemberg den 22. Januar als Stich=
wahltag
gewählt.
Etatsforderungen für die Nordſee,
Im Gebiete der Nordſee wird der neue preußiſche Etat
außer den bereits kurz mitgeteilten Forderungen auch
einen Poſten von 100000 Mark für eine Strandmauer
auf Weſterland enthalten. Dieſe ſtellen eine Beihilfe
dar, die der Gemeinde für entſprechende Arbeiten bewil=
ligt
worden iſt. Ferner erſcheinen 125000 Mark für den
Ausbau des Hafens in Wyck auf Föhr. Für das Oſtſee=
gebiet
dürfte von Intereſſe ſein, daß der Neubau eines
Leuchtturmes bei Neuland an der Oſtküſte von Schles=
wig
=Holſtein vorgeſehen iſt. Für die Verbreiterung des
Hafenkanals in Neufahrwaſſer ſind im ganzen 1800000
Mark veranſchlagt worden. Die Intereſſenten tragen ei=
nen
entſprechenden Anteil an den Geſamtkoſten.
Das preußiſche Abgeordnetenhaus
tritt heute Montag, den 15. Januar, wieder zuſammen. Die
Präſidentenwahl wird bereits am Montag nachmittag
ſtattfinden. Mit Rückſicht auf geäußerte Wünſche der
Fraktionen hat der Präſident dieſen Termin feſtgeſetzt,
weil die Mitglieder noch am gleichen Tage wegen der
Reichstagswahlen heimreiſen wollen. Das Haus wird
ſich bis zum 30. ds. Mts. vorausſichtlich vertagen.

[ ][  ][ ]

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Die Hauptgeſtellung von 1912 und das
Wehrgeſetz. In maßgebenden Kreiſen ſteht man
nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Hauptgeſtel=
lung
im Jahre 1912 bereits auf Grund des neuen Wehr=
geſetzes
durchzuführen ſein wird. Da die Verabſchie=
dung
des neuen Wahlgeſetzes bis zum 1. März, dem nor=
malen
Beginn der Geſtellungsperiode, nicht erwartet
werden kann, wird jedenfalls mit der Verlegung der
Hauptgeſtellung zu rechnen ſein.
Frankreich.
Im Senat übernahm Duboſt die Präſidentſchaft;
er hielt eine Anſprache, in der er hauptſächlich hervorhob,
das Land wünſche, daß ſein Schutz durch Militär und
Diplomatie an die erſte Stelle geſetzt werde. Die Di=
plomatie
müſſe ſich eine feſte Stellung ſichern durch Klar=
heit
und Offenheit, die die einzige einer großen Demokra=
kratie
würdige Geſchicklichkeit ſei.
Arbeiterpenſionen. Infolge der geringen
Anzahl von Anſuchen um Liquidierung der Arbeiterpen=
ſionen
hat der Staat an Stelle der von ihm für den Zeit=
raum
vom 1. Juli bis 31. Dezember vorgeſehenen Bei=
träge
von 20½ Millionen im ganzen nur 881000 Franken
verausgabt.
England.
Wehrfragen und äußere Politik. Lord
Roſebery hielt in Glasgow eine Rede über Wehrfragen
und auswärtige Politik. Er ſagte: Wir ſind zum Gu=
ten
oder zum Böſen in das Kontinental=Syſtem einge=
ſchloſſen
; ich betrachte das für die ſchwerwiegendſte Tat=
ſache
der letzten Jahre. Die Verwickelungen in den kon=
tinentalen
Syſtemen können uns jederzeit einen Konflikt
mit millionenſtarken Armeen bringen, wo unſere eigenen
Kräfte kaum gelten. In den letzten Monaten waren wir
am Rande eines großen europäiſchen Konfliktes und ich
ſelber weiß nicht genau warum. Aber das Warum
kommt nicht in Betracht, ſolange die Tatſache der Verpflich=
tung
beſteht: Wir ſind Verpflichtungen eingegangen, de=
ren
Charakter und Ausdehnung ich nicht kenne, die aber
deshalb nicht weniger binden, weil ſie ungeſchrieben ſind.
Wir haben gewiſſe Verpflichtungen und Verhältniſſe an
Ententen, deren Charakter ich nicht kenne ,aber die unter
Umſtänden eine unmittelbare Verbindlichkeit zu einem
gigantiſchen Krieg einſchließen. Ich würde Bündniſſe
vorziehen, da Bündniſſe abgrenzen und definieren. Ich
glaube, dieſe ungeſchriebenen vagen Verbindlichkeiten
ſind von höchſter Gefahr und wir können daher nicht hin=
reichend
gerüſtet ſein.
Marokko.
Verſtärkung des ſrchnzöſiflchen Trup=
penkontingentes
. Nach einer Meldung aus Fez
hatte der Sultan, den die neuerdings unter den Stäm=
men
ausgebrochenen Gärungen ſehr beunruhigen, an die
franzöſiſche Regierung das Anſuchen gerichtet, das fran=
zöſiſche
Truppenkontingent in Fez zu verſtärken. Muley
Hafid verlangte, daß die Beſatzung von Fez auf 6000
Mann und die von Mekines auf 2000 Mann gebracht
und der Marſch nach Taza raſcheſtens angetreten werde.
Obgleich man die Befürchtungen des Sultans für über=
trieben
hält, ſo ſei doch ein Schutzbataillon aus Caſa=
blanca
und Mekines abgeſandt worden.

* Gebiets=Austauſch thüringiſcher
Staaten. Bekanntlich herrſchen in Thüringen recht

merkwürdige Grenzverhältniſſe, die zu erheblichen
Schwierigkeiten in Verwaltung und Gerichtsbarkeit ge=
führt
haben. Um wenigſtens an einigen Stellen die
Grenzlinie praktiſchen Erforderniſſen anzupaſſen, ſind die
weimariſche und meiningiſche Regierung übereingekom=
men
, daß die noch zur Hälfte weimariſchen Orte Kra=
nichfeld
und Oſthauſen ſowie Köſtritz bei Pößneck mei=
ningiſch
werden, dagegen die meiningiſchen Orte Lichten=
hain
, das bekannte Bierdorf bei Jena, und Moſen an
Sachſen=Weimar fallen. Das Herzogtum Sachſen= Mei=
ningen
erhält bei dieſem Austauſch eine Gebietsvergrö=
ßerung
, verliert aber in der Einwohnerzahl 300 bis 400
Seelen. Um die thüringiſche Grenzwirrnis hat ſich im
Laufe der Zeit ein reicher Kranz amüſanter Anekdoten
geflochten, z. B. daß in einem Dörfchen im Thüringer
Wald drei Landesgrenzen dermaßen ein Haus durch=
ſchneiden
, daß ein Menſch, der ſich dort zu. Bett legt, mit
den Füßen in Weimar, mit dem Rumpf im Schwarzbur=
giſchen
und mit dem Kopfe in Meiningen ruht, wobei
er wohl recht ſanft ſchlummern mag, da drei Landesväter
in treuer Hut um ihn beſorgt ſind.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 15. Januar.
* Vom Hofe. J. K. H. die Großherzogin beſuchte
Freitag nachmittag 4 Uhr 30 Min. das Alice=Hoſpital.
Nachmittags 5 Uhr 23 Min. traf Prinzeſſin Beniana
Reuß j. L. zum Beſuch im Neuen Palais ein. Die
Großherzoglichen Herrſchaften in Begleitung der Prin=
zeſſin
Benigna Reuß j. L. folgten Freitag abends 8 Uhr
einer Einladung der Offiziere des Garde=Dragoner=
Regiments Nr. 23 zu einem Balle in das Kaſino dieſes
Regiments. (Darmſt. Ztg..)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Oberleutnant
Kahle von der Verſuchsbatterie der Artillerie= Prüfungs=
kommiſſion
, kommandiert zur Dienſtleiſtung beim Train=
Depot XVIII. Armeekorps, den Kaufmann Weiner, den
Oberbahnaſſiſtenten Diacont von Worms, die Förſter
Dillemuth vom Groß=Gerauer Falltorhaus, Schanz vom
Forſthaus Nikolauspforte und Stier vom Forſthaus
Woogsdamm, den Kreisſchulinſpektor Profeſſor Luley von
Worms, den Regierungs= und Baurat Prieſter von Frank=
furt
a. M., den Chefarzt der Ernſt Ludwigs=Heilanſtalt
Dr. Rigler, die Profeſſoren Puppert und Mittermeier
von Gießen, den Oberamtsrichter Frey von Lauterbach,
den Sanitätsrat Dr. Klein von Alzey; zum Vortrag den
Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern v. Hom=
bergk
zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Geheimen
Baurat a. D. Friedrich Weiß zu Mainz die Erlaubnis
zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj.
dem Deutſchen Kaiſer und König von Preußen verliehenen
Kronen=Ordens 3. Klaſſe erteilt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Bahn=
wärter
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Johann Eſchborn zu Heidesheim vom 1. Februar
lfd. Js. an.
Ihre Kgl. Hoheiten der Großherzog und die Groß=
ßerzogin
folgten am Samstag abend einer Einladung
des Kammerherrn Ritter und Edler von Oetinger
und Frau Gemahlin zur Abendgeſellſchaft im Karlshof.
Auch Herr Geh. Hofrat Prof. Willy Burmeſter und
der Pianiſt Herr Alfred Schmidt=Badekow waren
geladen, die den Abend durch ihre hervorragende Kunſt
verſchönten. Herr Profeſſor Burmeſter ſpielte: 1. Richard
Strauß: Sonate Es=dur für Violine und Klavier Allegro
me non troppo Andante cantabile (Improvi ation)
Finale, Andante, Allegro (am Flügel Herr Alfred
Schmidt=Badekow); 2. H. Wieniawski: Konzert D-moll,
Allegro Andante Rondo (alla Zingara), und ſpäter:
Maſſenet: Mélodie‟, Fr. Chopin: Nocturne Tſchai=
kowski
Burmeſter: Neapolitaniſch. Herr Schmidt= Ba=
dekow
ſpielte: Fr. Chopin: Nocturne Cis=moll, und
Walzer, Cis-moll, Raff: Tambourin.
Die Balkanvorträge des Vereins für Verbreitung
von Volksbildung. Faſt täglich begegnen wir in der
Tagespreſſe dem Geſpenſt Balkangefahr Niemals
onnten die Bezeichnungen Donauländer Balkan=
gebiete‟
. Europäiſche Wetterecke Kranker Mann am
Goldenen Horn ſo ernſt und in Befürchtungen ſo ver=

hängnisvoll erſcheinen, wie in den Tagen der Gegen=
wart
. Es ſollte ſich darum jeder, der ſeine Zeitung ver=
ſtehen
und die Zeitereigniſſe richtig beurteilen will, eine
möglichſt eingehende Kenntnis dieſer Länder nach Lage,
Geſtaltung, geſchichtlicher Entwickelung, wirtſchaftlicher
und politiſcher Bedeutung zu verſchaffen ſuchen. Der
Verein für Verbreitung von Volksbildung in Darmſtadt
möchte hierzu Gelegenheit geben durch die von Fach=
gelehrten
übernommenen ſechs Vorträge. Wie der Lan=
desgeologe
, Herr Profeſſor Dr. Klemm, vor zwei Jah=
ren
das Deutſche Reich in ſeinem geologiſchen Aufbau
ſe feſſelnd behandelt hat, ſo wird durch ihn in den ewei
erſten Vorträgen, am 18. und 25. Januar, der Südoſten
Europas einer eingehenden Betrachtung unterzogen wer=
den
, die den Hörern ein klares Bild vermitteln wird ſo=
wohl
von dem geologiſchen Aufbau, wie auch von der
eigenartigen Bodengeſtaltung jener Länder. Geeignetes
Karten= und Lichtbildermaterial werden die Darlegungen
des Vortragenden wirkſam unterſtützen. Der geſchicht=
liche
Teil iſt beſtens aufgehoben in der Hand des hier
gleichfalls durch frühere Vorträge bekannten Denkmal=
pflegers
Herrn Profeſſor Dr. E. Anthes. Seine Vor=
leſungen
werden einen intereſſanten und belehrenden
Einblick gewähren in die Zeit des Einbruchs aſiatiſcher
Völker ins Donau= und Balkangebiet den früheren
Wohnſtätten germaniſcher Stämme, in ihre Wanderungen
und Siedelungen, in Türken= und Slavenkämpfe, in die
Zeit osmaniſcher Macht und deren Schwächung durch
Abbröckelung erſtarkter Glieder, wie Perſien, Bulga=
rien
uſw. Für dieſe Vorträge ſind vorgeſehen der 30. Ja=
nuar
, 2. und 6. Februar. Im 6. Vortrag am 9. Februar
behandelt Herr Chefredakteur Dr. Jäckh die wirtſchaft=
lichen
und handelspolitiſchen Verhältniſſe des Balkan=
gebietes
, insbeſondere die bedeutungsvollen Beziehun=
gen
des Deutſchen Reiches zum jungtürkiſchen Reich. Herr
Dr. Jäckh iſt Verfaſſer des Buches Der aufſteigende
Halbmond; infolge ſeiner durch langen Aufenthalt im
Orient gewonnenen Kenntniſſe alt= und neutürkiſcher
Verhältniſſe und ſeiner Beziehungen zu führenden Per=
ſonen
der Pforte war er Führer der nach Deutſchland
entſandten türkiſchen Studienkommiſſion im Sommer
des verfloſſenen Jahres. Die Vorträge ſind zugänglich
für jedermann. An die Mitglieder des Vereins ergeht
der beſondere Wunſch, ſich raſch mit Karten verſehen zu
wollen, da die Hochſchulſäle eine geringere Anzahl Sitze
bieten.
Vortrag über das franzöſiſche Flugweſen.
Herr Kapitän a. D. v. Puſtau, der am Mittwoch,
den 17. Januar, im Saale der Vereinigten Geſellſchaft
über das franzöſiſche Flugweſen ſpricht, iſt einer der
erſten und bewährteſten Vorkämpfer für die Entwicklung
des deutſchen Flugweſens und Begründer des erſten
deutſchen Flugplatzes in Johannisthal. Von Anfang an
hat er ſeine ſpeziellen Intereſſen der Verwertung der Flug=
zeuge
für Heeres= und Marinezwecke zugewandt
und iſt auf Grund ſeiner reichen Erfahrungen in der
Lage, ſeinen Hörern über den gegenwärtigen Stand der
vierten Waffe genaue Auskunft zu geben. In Frank=
reich
wohnte er den großen Herbſtmanövern bei, von
wo aus er intereſſante militäriſche Beobachtungen zurück=
brachte
. Im vergangenen Jahre hat er in mehr als
ierzig Städten Vorträge zur Förderung der deutſchen
Flugtechnik gehalten. Der Vortrag beginnt abends
Uhr 15 Minuten. (Siehe Anzeige.)
Aus der Beſſunger Bücherhalle ( Beſſunger=
ſtraße
48) wurden im Monat Dezember 909 Bücher ent=
iehen
; eingeſchriebene Leſer ſeit 1. April 489. Geſchenke
zingen ein von: Frl. B. Fertſch 16 Bände und 13 Jahr=
gänge
Zeitſchriſten. Der gütigen Geberin herzlichen
Dank! Anmeldungen weiterer Spenden von Büchern
und guten Zeitſchriften, ſowie Beitrittserklärungen zum
Verein für Verbreitung von Volksbildung ( Mindeſt=
beitrag
2 Mk.) werden vom Vorſtand des Vereins
gerne entgegengenommen. Unentgeltliche Bücherausgabe:
Dienstag, Donnerstag und Samstag von abends 7½
bis 9 Uhr. Daſelbſt auch Bücherverzeichniſſe zu 20 Pfg.
* Bezirksverein Altſtadt. Auf die am Montag,
den 15. Januar, im Gartenſaal der Brauerei zur Krone
tattfindende Generalverſammlung ſei hiermit
beſonders hingewieſen.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe=
dition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bil=
der
neu ausgeſtellt: Der durch eine Feuersbrunſt zer=
ſtörte
Equitable=Palaſt in New=York, die Krönung des
Königs von Siam, die zur Reſtaurierung vorgeſehenen

Schaltjahr und Schalttag.
Von Joſeph Lößer.

Das Jahr 1912 iſt ein Schaltjahr, d. h. es wird in
dieſem Jahre dem ſonſt nur 28 Tage zählenden Monat
Februar ein Tag (Schalttag) zugelegt. Danach könnte
man einfach und kurz ſagen, daß der 29. Februar der
Schalttag iſt, womit man ſich die Sache aber doch zu leicht
machen würde. Der Schalttag iſt nämlich ein recht ſon=
derbares
Prodnkt, ein wahrer Schalk=Tag, auch wenn
man nicht gerade daran denkt, daß diejenigen, welche am
29. Februar das Licht der Welt erblicken, eigentlich alle
vier Jahre nur einmal Geburtstag haben. In der frühen
Schulzeit hat wohl mancher als tiefe Weisheitslehre‟
vernommen, daß diejenigen Jahreszahlen, welche durch 4
ohne Reſt teilbar ſind, Schaltjahre darſtellen. Aber der
kindliche Stolz auf dieſe Wiſſenſchaft erlitt eine Einbuße.
wenn man erfuhr, daß die Säkularjahre, welche nicht
ganze vielfache von 400 ſind, als Schaltjahre ausfallen,
wie zum Beiſpiel die Jahre 1900, 2100, 2200, 2300, 2500.
während 2000 ( 5X400), 2400 ( 6X400) der vorge=
nannten
Schulregel unterliegen. Es fallen hiernach
auf je 400 Jahre drei Schalttage aus, es verbleiben für
dieſen Zeitraum nur 97 Schalttage. Daß der Schalttag
gerade dem Februar, alſo dem zweiten Monat, und nicht
etwa Mitte oder Ende des Jahres zugelegt wird, kann
zunächſt damit erklärt werden, daß die übrigen Monate
ſchon zwei bis drei Tage mehr zählen. Aber warum iſt
der Februar ausnahmsweiſe ſo kurz und warum wird in
unſerem Kalender gar der 24. Februar als Schalttag
bezeichnet und nicht der 29ſte? Hier gibt es alſo Kurioſa
genug, die verdienen, daß man ihnen näher auf den
Grund geht. Dazu aber iſt erforderlich, mit der Erde eine
Reiſe um die Sonne zurückzulegen und etwas tiefer in
das Kalenderweſen der alten Römer einzudringen.
Erſteres Unternehmen iſt aber weniger ſonderbar als das
letztere, denn eine Reiſe um die Sonne machen wir an=
nähernd
im Zeitraum eines Jahres, z. B. vom 1. Januar
bis letzten Dezember. Die Erde macht auf dieſer Bahn
365 Umdrehungen um ihre Achſe, das ſind die 365 Tage
des Jahres. Sie hat dann aber bei dem ſelbſtgefälligen
Eigenſinn der waltenden Kräfte die Sonne noch nicht
ganz umlaufen, macht vielmehr bis dahin ungefähr noch
eine Viertelumdrehung, ſo daß ſie zur Zurücklegung
ihrer vollen Bahn um die Sonne etwa 305¾ Tage

raucht. Dieſes ſogenannte Sonnenjahr iſt alſo unge=
fähr
einen Vierteltag länger als das gewöhnliche Ka=
lenderjahr
, und deshalb wird jedes vierte Jahr ein
ganzer Tag (Schalttag) zugeſetzt, ſo daß drei gewöhnliche
Jahre und ein Schaltjahr vier Sonnenjahren entſprechen.
Da von der Stelle der Erde in ihrer Bahn um die Sonne
die Jahreszeiten Winter, Frühling, Sommer und Herbſt
abhängen, ſo kehren dieſelben bei Einrichtung des Schalt=
jahres
auch zu den gleichen Daten wieder. Würde der
Schalttag weggelaſſen, ſo fehlten z. B. nach 360 Jahren
360)
90 Tage, alſo etwa ein Vierteljahr, ſo daß dann
4
Weihnachten jahreszeitlich in den Herbſtanfang fallen.
der Maikäfer als Auguſtkäfer ſich vorſtellen und die Roſe
erſt im September Blütenpracht und Wohlgeruch entfal=
ten
würde.
Nun aber dauert der Umlauf der Erde um Sonne
nicht genau 365¼ ( 365,25) Tage, es ſind dafür richtiger
eines Tages etwa 11 10000 365,2422 Tage, alſo
Minuten weniger zu ſetzen, ſo daß innerhalb 10000 Ka=
lenderjahren
doch 78 Tage zu viel herauskommen, das
macht für 400 Jahre 3 Tage, daher, wie oben angegeben,
die Korrektur, daß für je 400 Jahre drei Schalttage in
en Säkularjahren ausfallen, welche nicht durch 400 teil=
bar
ſind.
Nun zu den alten Römern! Sie leiteten das Jahr
ausſchließlich von dem ſcheinbaren Lauf der Sonne am
Himmel und der Wiederkehr gleicher Lichtgeſtalten ( Pya=
ſen
) des Mondes ab, denn ſie hatten noch keinen Koper=
nikus
und Kepler. Seit König Numa Pompilius (715 bis
372 v. Chr.) hatte das Jahr 12 Monate, beginnend mit
Närz (Martius), endigend mit Februar (Februarius),
worunter vier Monate zu je 31, ſieben Monate zu je 29,
der Schlußmonat Februar zu 27 Tagen gerechnet wur=
den
; ein ſolches Jahr zählte alſo nur 354 Tage. Dieſes
t ein ſogenanntes Mondjahr, welches den Zeikraum von
2 Mondmonaten à 29½ Tagen (12X29½354) umfaßt,
indem zwiſchen gleichen Phaſen des Mondes (z. B. von
Neumond bis zum nächſten Neumond, erſtes Viertel bis
wieder erſtem Viertel, Vollmond bis wieder Vollmond)
durchſchnittlich 29½ Tage verfließen. Jedem zweiten
Jahre ſollte nun aber ein 13. Monat, abwechſelnd mit
22 und 23 Tagen, zugelegt werden, der Schaltmonat.
Munzedonius genannt, ſo, daß ein ſolches Schal jahr 376

oder 377 Tage umfaßte. Das durchſchnittliche römiſche
Jahr hätte alſo auch 365¼ Tage erhalten, wenn der
Schaltmonat jedesmal richtig in Anwendung gekommen
wäre. Damit haperte es aber ſehr, indem dabei obrigkeit=
lich
ſehr ſorglos und willkürlich verfahren wurde, und ſo
am es, daß man ſich zur Zeit Ciceros (10643 v. Chr.)ſchon
im Mai befand, wenn nach der Jahreszeit, d. h. nach dem
Stand der Sonne, erſt März hätte gezählt werden ſollen.
Voltaire ſagte daher mit gutem Spott: Die römiſchen Heer=
führer
triumphierten immer, aber ſie wußten nicht, an wel=
chem
Tage ſie triumphierten. Wenn nach dem Februar noch
der Marcedonius folgte, ſchloß erſterer ſchon mit dem 23.,
dem Tag der Feier der Terminalien, zu Ehren des Ter-
minus
, des Gottes der Eigentumsgrenzen, indem die 4 letzten
Tage des Februar zum Schaltmonat herübergenommen
wurden, dieſer alſo mit 26 oder 27 Tagen in die Erſchei=
nung
trat.
Endlich wurde von Julius Caeſar im Jahre 47
v. Chr. mit Hilfe des nach Rom berufenen ägyptiſchen
Aſtronomen Soſigenes das ſchwankende Kalenderweſen in
Ordnung gebracht. Die Monate März bis einſchließlich
Januar erhielten 31 oder 30 Tage, genau wie die Ein=
teilung
ja bei uns iſt, der Monat Februar 28 Tage, weil
eben für dieſen bei einem Jahr von 365 Tagen nicht mehr
Tage übrig blieben. Jedes 4. Jahr wurde dem Februar
ein Tag zugelegt, womit das Jahr durchſchnittlich und
ziemlich richtig 365½ Tage erhielt. Der Schalttag ſollte
nun aber nicht der 29., ſondern der Tag nach den Termi=
nalien
, alſo der 24. Februar ſein, ähnlich wie früher der
Schaltmonat Marcedonius auf den 23. Februar folgte.
Nach der römiſchen Benennung der Tage führte der 23. Fe=
bruar
die Bezeichnung ante diem septimum Kalendas
Martias, d. i. am ſiebenten Tag vor dem 1. März, indem
hierbei ſondererbarer Weiſe beide genannten Tage einge=
rechnet
wurden. Dem entſprechend hießen die folgenden
Tage des Februar:
ante diem (a. d.) VI. Kalendas Martias (K. M.)
,,,
,,
,, ,

III.
,
dann aher Pridie
,
Im Falle nun Fehruar Schaltmonat wurde, blieb die
Bezeichnung für die letzten 5 Tage (25. bis 29. Februar)
natürlich dieſelbe, der 24. Februar, Schalttag, aber erhielt

[ ][  ][ ]

Ruinen des römiſchen Kaiſerpalaſtes in Trier und Lin=
colns
Geburtshaus im Lincoln=Muſeum.
C Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Der Große Rat
ſchreibt uns: Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfing
am Samstag vormittag den Vorſitzenden, Herrn Kauf=
mann
Max Weiner, der im Auftrage des Großen
Rates Ihren Königlichen Hoheiten, die bekanntlich auch
der Jubiläumsſitzung im Vorjahre beiwohnten, die Ein=
ladung
zu der großen Damen= und Herrenſitzung am
Sonntag, den 21. ds. Mts., in der Narrhalla am Woogs=
platz
überbrachte. Der Großherzog hat das Er=
ſcheinen
der Hohen Herrſchaften zu der Sitzung in Aus=
ſicht
geſtellt.
* Zum Umbau des Küchenbaues Zu der Notiz
betreffend Umbau des Küchenbaues in der Infanterie=
kaſerne
Darmſtadt teilt man uns mit, daß nicht die
Firma Hauſel, ſondern das Baugeſchäft Georg Hein=
rich
Wolf, Darmſtadt, Hermannſtraße 7, Unterneh=
mer
iſt.
Zimmerbrände. Am Freitag abend kurz nach
7 Uhr entſtand im Hauſe Langegaſſe 27 ein Zimmer=
brand
, welcher durch die herbeigerufene Feuerwehrwache
alsbald wieder gelöſcht wurde. Gegen 10 Uhr abends
entſtand im Hauſe Kirchſtraße 3 ebenfalls ein Zimmer=
brand
. Auch dieſer iſt durch die herbeigerufene Feuer=
wehrwache
alsbald gelöſcht worden.
Mainz, 13. Jan. Dieſer Tage fand in den Räumen
des Regierungsgebäudes bei Provinzialdirektor Ge=
heimerat
Dr. Breidert und Gemahlin ein Ballfeſt
ſtatt, zu dem 240 Gäſte erſchienen waren. Die Pächter
der in den ſog. Römerſteinen befindlichen Schreber=
gärten
haben vor einiger Zeit an die Bürgermeiſterei
eine Eingabe gerichtet und um verſchiedene Verbeſ=
ſerungsanlagen
gebeten beſonders in Bezug auf die
Waſſerverſorgung. Das Stadtbauamt hat ſich
kürzlich gutachtend über die Eingabe geäußert, ſodaß nun=
mehr
die Bürgermeiſterei den Wünſchen der Gartenpäch=
ter
entgegenkommen wird.
Mainz, 13. Jan. Zwiſchen Mitgliedern der Main=
zer
Straßenbahndeputation und dem Finanzminiſterium
fand eine abermalige Beſprechung wegen Aufhebung
des Brückengeldes ſtatt. Es wurde eine voll=
ſtändige
Einigung erzielt. Die Verzinſung
des Baukapitals der Brücke wird durch die Einnahme
der beiden Straßenbahnen (Städtiſche Straßenbahn und
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft), der Pacht des Tra=
jektbootes
, Rente des Reiches und der Fehlbetrag zu drei
Achtel vom heſſiſchen Staat und zu fünf Achtel von der
Stadt Mainz gedeckt. Die Stadt Mainz erklärte ſich be=
reit
, den im letzten Jahre eingegangenen Betrag des
Straßenbahnbrückengeldes in Höhe von 39000 Mark di=
rekt
an den heſſiſchen Staat zu zahlen, ſodaß auch die
Fahrgäſte der Mainzer Straßenbahn frei vom Brücken=
geld
ſind, während die Fahrgäſte der Süddeutſchen Ei=
ſenbahngeſellſchaft
(Linie Mainz-Wiesbaden) das
Brückengeld wie bisher zu zahlen haben, wenn nicht die
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft ſich ebenfalls mit der
heſſiſchen Regierung verſtändigt.
Gießen, 13. Jan. Geſtern vor 50 Jahren wurde die
Strecke Butzbach- Gießen der Bahn Köln-Gießen
dem Verkehr übergeben. Von den Beamten, die
bei der Eröffnung der Bahn in Dienſt waren, leben heute
noch Lokomotivführer a. D. König, Weichenſteller Metz=
Dillenburg, Weichenſteller und Bahnwärter Johann =
ren
=Niederſcheld und Bahnwärter Thielmann= Sechshel=
den
. In der Nacht auf Donnerstag arbeiteten auf
hoher, ausziehbarer Leiter zwei Monteure an der elek=
triſchen
Straßenbeleuchtung. Die Sperrvorrichtung der
Leiter verſagte und beide Leute ſtürzten aus einer
Höhe von 15 Metern ab. Einer der Männer erhob
ſich vollkommen unverletzt vom Straßenpflaſter, während
der andere mit einer unbedeutenden Wunde im Geſicht
vom Platze ging.
(*) Bad Nauheim, 12. Jan. Wiederum verſchwin=
det
ein Stück Alt= Nauheims: der Staat will das
noch ſtehende Siedehaus Nr. 5 jetzt auf den Abbruch ver=
kaufen
; ebenſo geht es mit dem dabeiſtehenden Wohnhaus
an der Saline 16 und dem alten Wiergehäuschen. Ein

neuer Stadtteil iſt hier neben dem Rieſenhotel im Ent=
ſtehen
begriffen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 13. Jan. In Humper=
dincks
Befinden iſt nunmehr eine leichte Beſſerung
eingetreten, ſo daß die Kriſis überwunden zu ſein ſcheint.
Unter den zahlloſen Perſönlichkeiten des In= und Aus=
landes
, die ihre Teilnahme an dem Geſchick des Tondichters
zu erkennen gegeben haben, befindet ſich auch der Kaiſer.
Die Herſtellung einer Fernſprechverbindung zwi=
ſchen
Berlin, Mailand und Rom iſt in Vorbereitung; es
wird jetzt eine Verbindungsleitung zwiſchen Berlin und
Mailand gebaut, die Anſchluß nach Rom finden ſoll. Die
Strecke Berlin=Mailand iſt 1292 Kilometer lang, die Strecke
Mailand=Rom 649 Kilometer. Wie man ſich entſinnen
wird, vermochte die mittlere der drei alten Domglocken,
die nach Abbruch des Gotteshauſes im neuen Dom auf=
gehängt
wurden und elektriſchen Antrieb bekamen, dieſem
nicht lange ſtandzuhalten. Vor nunmehr drei Jahren, zu
Weihnachten 1908, zeigte ſich im Mantel der 2064 Kilo=
gramm
ſchweren Glocke ein Riß, und man ſchickte die Pa=
tientin
an das Münſterbauamt in Straßburg i. E., wo der
Schaden geheilt werden ſollte. Die Kur war ebenfo lang=
wierig
wie erfolglos. Genau ſo wie bei vielen Kranken,
die eine ſchwierige Operation glücklich überſtanden haben,
um wenige Tage darauf zu ſterben, ging es mit der Ber=
liner
Domglocke. Je mehr man an ihr herumflickte, um ſo
ſchlimmer wurde ihr Zuſtand. Im vorigen Jahre trat eine
Beſſerung ein und man ſtellte die Glocke den Sachverſtän=
digen
als geheilt vor, aber als man ſie wieder läutete,
taten ſich neue, größere Riſſe auf, von denen einer ſchließ=
lich
den ganzen Umfang des Mantels einnahm. Die Glocke,
die von Jakob Wenzel (Magdeburg) 1685 gegoſſen wurde,
iſt eben altersſchwach. Das hieſige Domgeläut, das auf
h-d-kis abgeſtimmt war, beſteht ſeit über drei Jahren nur
aus zwei Glocken und iſt demzufolge unzulänglich; die
Anſchaffung einer neuen dritten Domglocke iſt eine Not=
wendigkeit
geworden. Die geborſtene Domglocke aber wird
ihren Ruheplatz im hieſigen Dommuſeum finden.
München, 13. Jan. Die 76jährige Dichterin Wilhel=
mine
v. Hillern, die Tochter der Charlotte Birch=
Pfeiffer, hat ihren langjährigen Wohnſitz in Ober=
ammergau
aufgegeben und ihr dortiges Schlößchen
an einen Straßburger Großkaufmann verkauft. Wilhel=
mine
von Hillern hat durch einen Roman, in dem ſie den
berühmten Darſteller des Oberammergauer Chriſtus,
Maier, in den Mittelpunkt eines Liebesromans geſtellt
hatte, die Oberammergauer ſo ſehr gegen ſich aufge=
bracht
, daß ihr Einfluß in dem Dorfe völlig geſchwun=
den
war.
Wilhelmshaven, 13. Jan. Die heute aus London
hier eingetroffene Meldung von der Verhaftung des
ehemaligen Schutzmannes und Landesverräters
Glauß wurde an amtlichen Stellen beſtätigt. Glauß
war am 21. November zugleich mit zwei anderen Schutz=
leuten
wegen bandenmäßigen Einbruchdiebſtahls und
wegen Landesverrats, in den auch noch ein Oberſignal=
naat
des kleinen Kreuzers Blitz verwickelt war, ver=
haftet
worden. Die drei Schutzleute wurden zunächſt in
Polizeihaft genommen und waren in der Hauptſache ge=
ſtändig
. Es ſtellte ſich hierbei heraus, daß Glauß die
Seele der verbrecheriſchen Handlungen geweſen iſt. Nach=
dem
die Polizei ihre Ermittelungen abgeſchloſſen hatte,
übergab ſie anfangs Dezember die Akten dem hieſigen
Amtsgericht, das gleichzeitig die Beſchuldigten in Haft
übernahm. Da die Polizei Bedenken wegen der hinrei=
chend
ſicheren Haftung trug, bot ſie dem Amtsgericht zur
Verſtärkung der Bewachung einen Nachtwächter mit Po=
lizeihund
an. Dies Angebot wurde indeſſen abgelehnt.
Am 10. Dezember gelang es dann dem Glauß, zu ent=
fliehen
. Die Einzelheiten der rätſelhaften Flucht ſind
bis heute noch nicht aufgeklärt, doch ſteht ſo viel feſt, daß
wenige Tage vor der Flucht täglich zu einer beſtimmten
Stunde vor einem dem Gefängnis benachbarten Hotel
ein fremdes Automobil hielt, das nach dem Verſchwin=
den
des Glauß nicht mehr geſehen wurde. Glauß hat
ſich vermutlich von hier über Holland nach Paris und von
dort nach London begeben, wo er nunmehr verhaftet
wurde. Ob die engliſche Regierung ihn ausliefern wird,

bleibt abzuwarten. Glauß iſt auch wegen Unterſchlagung
angeklagt.
B. Von der Moſel, 12. Jan. Das Waſſer der
Moſel ſteigt ſtetig. Seit 24 Stunden iſt das Waſſer
der Moſel um einen Meter geſtiegen. Infolgedeſſen hat
ſich das ſonſt ruhige Waſſer in einen reißenden Strom
verwandelt. Auf weiten Strecken iſt die Moſel aus den
Ufern getreten und die Waſſermaſſen haben ſich auf die
angrenzenden Landſtrecken ergoſſen; ſo z. B. ſteht der Aka=
zienwald
gegenüber von Millery zum großen Teil unter
Waſſer. Weiteres Steigen wird erwartet.
Einbeck, 12. Jan. Die Blättermeldung, daß zwei hie=
ſige
Seminariſten, Stichnoth und Meyer, auf
einer Harztour verſchollen ſeien, beſtätigt ſich nicht.
Die beiden jungen Leute haben die Harztour nur vor=
geſpiegelt
. In einem Briefe an ihre Eltern haben ſie
mitgeteilt, daß ſie ſich nach engliſchen Kolonien begeben,
weil ſie keine Luſt mehr zum Lehrerberufe hätten.
Wien, 13. Jan. Mehrere Pfandleihanſtalten
wurden dadurch geſchädigt, daß ſie Goldketten verpfändet
hatten, deren Glieder ausgehölt und mit einer Flüſſigkeit
angefüllt waren, die ſpäter verdunſtete. Als Täter wurden
die Geliebte eines Pretioſenhändlers und ein anderer Pre=
tioſenhändler
verhaftet.
Zürich, 12. Jan. In dem Dorfe Pfäffikon wurden
zwei alleinſtehende Damen ermordet aufgefun=
den
. Sie ſind mit einem ſtumpfen Inſtrument erſchla=
gen
und beraubt worden. Von den Mördern fehlt jede
Spur.
Paris, 12. Jan. Das Zivilgericht hat den fran=
zöſiſchen
Staat zu einem Schadenerſatz von 100000
Francs an den Erfinder des Melinit, Turpin, verurteilt,
veil die Kriegsverwaltung ſeinerzeit durch ihr Vorgehen
Turpin verhindert habe, ſein Patent entſprechend zu ver=
werten
.
Caen, 13. Jan. Das Schwurgericht verurteilte
die Baronin de Couvrigny zum Tode und ihren
19jährigen Sohn Robert zu 20 Jahren Zwangsarbeit.
Der Sohn erſchoß auf Anſtiften ſeiner Mutter ſeinen
Vater, den die Baronin vorher zu vergiften verſuchte.
Beide ſind dem Trunke ergeben; ſie führten ein aus=
ſchweifendes
Leben und verübten die Tat, weil ihnen
von dem Baron Vorhaltungen gemacht worden waren.
Brüſſel, 13. Jan. Die Exkaiſerin Eugenie,
die ſich ſeit zwei Tagen in Brüſſel aufhält, empfing zu
einem einſtündigen Beſuch den König der Belgier und
erwiderte am Nachmittag deſſen Beſuch.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Rebaktion ihr Urteil vor.

Der 3. Kammermuſik=Abend des
Darmſtädter Streichquartetts wird mit nur
zwei Werken von Bruckner und Beethoven beſtritten. No=
vität
für Darmſtadt iſt das Streichquintett von Anton
Bruckner. Die Kompoſition legt beredtes Zeugnis ab von
der weltgewandten Eigenart ihres Schöpfers und nimmt
in der Kammermuſikliteratur eine Sonderſtellung ein. Am
nächſten ſteht der öſterreichiſche Meiſter in Empfindung und
eindringlich plaſtiſcher Beſchaffenheit ſeiner Themen wohl
ſeinem großen Vorbilde Beethoven. Dieſe Geiſtesver=
wandtſchaft
Beider veranlaßte die Konzertgeber, dem Bruck=
nerſchen
Opus ein ſolches von Beethoven, das Harfen=
quartett
op. 74 an die Seite zu ſtellen. Neben dieſem rein
künſtleriſchen Geſichtspunkte ließ es auch der Umfang der
beiden Werke als zweckdienlich erſcheinen, von einer größe=
ren
Ausdehnung des Werkes abzuſehen.
Liederabend von Liſa und Sven
Scholander. Der treffliche Sänger zur Laute, viel=
leicht
der beſte ſeiner Art, Sven Scholander, der ſ. Zt.
im großen Feſtſaal der Turngemeinde einen ſo durch=
ſchlagenden
Erfolg errang, hat ſein Auf Wiederſehen
mit dem er damals für den ſtürmiſchen Schlußapplaus
dankte, nun verwirklicht. Er wird am Freitag, den
19. Januar, mit ſeiner Tochter Liſa im Saale der
Traube einen Liederabend geben. Ein köſtliches Pro=
gramm
liegt uns vor. Wir kommen darauf zurück. Den
Kartenverkauf beſorgt die Firma Thies Nachfolger.

die Bezeichnung ante diem bis VI (bissextum) Kalendas
Martias, oder kurz dies bissextus, ſo daß auch der 23.
Februar und die vorderen Tage ihre gewöhnliche Bezeich=
nung
als a. d. VII, VIII K. M. uſw. beibehielten. Hier=
nach
, alſo nach dem Julianiſchen Kalender, hat noch heute
der 24. Februar den Namen Schalttag. Aber Caeſar
ließ das Jahr auch mit dem 1. Januar beginnen, weil
an dieſem Tage die Konſuln ihr Amt übernahmen, und ſo
wurde aus dem bisherigen Endmonat der zweite Monat
des Jahres.
Die Römer nannten das Schaltjahr, wie aus vorſte=
henden
Darlegungen verſtändlich, annus bissextus, die
ffranzöſiſche Bennnung desſelben, année bissextile, weiſt
alſo ganz deutlich auf römiſchen Urſprung hin.
In unſerem Kalenderweſen iſt es auch von beſonderer,
hier nicht näher zu erörternder Bedeutung, innerhalb jedes
Jahres die 7 Tage der Woche, mit 1. Januar beginnend,
mit den laufenden Buchſtaben A bis G zu bezeichnen. Iſt
aber das Jahr ein Schaltjahr, ſo erhält der 25. Februar
denſelben Buchſtaben wie der 24. (der Schalttag). Das er=
innert
ganz an die römiſche Bezeichnung dieſer beiden
Tage. Das Jahr 1912 beginnt mit Montag, dieſer er=
hält
den Buchſtaben A, der 7. Januar, Sonntag, den Buch=
ſtaben
G, der Samstag hat den Buchſtaben F; dieſen führen
nun auch der 24. und 25. Februar, da erſterer ein Sams=
tag
iſt; erſt der 26. Februar (Montag) führt wieder den
Buchſtaben G.
Man ſieht, der Schalttag iſt ein merkwürdiger Kauz.
Im Schaltjahr 1908 fiel Faſtnacht auf den 3. März, im
Schaltjahr 1916 wird Faſtnacht am 7 März ſein. Der
Schalttag fällt für dieſe Jahre alſo in die Faſchingszeit,
die Zeit der tollen Laune. Diesmal iſt ihre närriſche Herr=
ſchaft
zwar ſchon zu Ende wenn der Schalttag auftritt,
aber er liegt doch nur wenige Tage davon ab. Ja, unſer
ſonderbarer Patron gehört eigentlich in die Faſchingszeit
bis ihm einmal eine vernünftige Kalenderreform einen
anderen, paſſenderen Platz anweiſt.
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 12. Januar.
Fauſt.
Zweiter Abend.
W-l. Heute, am zweiten Abend, gelangte die Gret=
chen
=Tragödie zur Aufführung, die den dramatiſchen
Höhepunkt des Zyklus bildet. Den Fauſt ſpielte wieder
Herr Baumeiſter, und deſſen Gefährten Herr Lehr=
mann
. Jener mit Friſche und Begeiſterung und den

zärtlichen Ton des Liebhabers mit dem hohen Pathos
des ſich den Göttern nahe fühlenden Uebermenſchen
vereinigend, dieſer mit der gewandten Dialektik, der bei=
ßenden
Satire und dem Cynismus des ſtets verneinen=
den
Geiſtes, dem übrigens auch nichts Menſchliches
fremd iſt. Dem Fauſt als wirklichen und warm empfin=
denden
Liebhaber ſtellte er den verſtellten und boshaften
Liebhaber mit teufliſchem Humor zur Seite.
Neu war Fräulein Meißner als Gretchen. Es war
von vorneherein ein etwas gewagtes Experiment, ſie dieſe
Rolle ſpielen zu laſſen, und wenn wir behaupten, daß ſie
ſich damit auf ein ihr fremdes Gebiet begeben hat, ſo ſoll
darin kein Vorwurf liegen, und zwar um ſo weniger, als
ſie ſich ihrer ſchauſpieleriſchen Aufgabe an ſich mit vieler
Intelligenz und künſtleriſcher Routine unterzog. Mit den
Defreggerzöpfen glich ſie ſchon äußerlich mehr einem
friſchen drallen Bauernmädchen à la Defregger, als dem
Ideal eines deutſchen Gretchens, und in der Sprache und
Darſtellung trat das Gefühlsmoment zu ſehr zurück; es
fehlen Frl. Meißner die tragiſchen Töne. Außerdem er=
nüchtert
, wie ſchon früher bemerkt, in Szenen gehobenen
Charakters die Art ihres Sprechens. Trotzdem waren wir
überraſcht von dem Eindruck, den ſie mit der Gebetſzene
noch zu erzielen wußte; es iſt dies eben ein Beweis ihrer
hohen ſchauſpieleriſchen Begabung. Im übrigen waren
manche Neuerungen zu verzeichnen. Daß Gretchen beim
Singen des Liedes Es war ein König in
Thule ſich entkleidet, entſpricht zwar der Vorſchrift des
Dichters; daß er dabei aber an eine Darſtellung auf
der Bühne gedacht hat, müßte erſt bewieſen werden.
und dann hätte man ſich doch auch früher nach dieſer
Vorſchrift richten müſſen. Solche Aeußerlichkeiten wirken
immer ſtörend auf die Stimmung, auch wenn man dabei
ſo dezent verfährt wie Frl. Meißner. Unſere Bühnen=
künſtlerinnen
bekommen ja auch nachgerade eine gewiſſe
Routine im Entkleiden.
Von den übrigen Mitwirkenden ſeien noch Frau Ru=
dolph
als komiſche Alte Schwertlein, die ſie ſtark zu
pointieren liebt, Herr Weſtermann als temperament=
voller
Valentin und Frl. Gothe als böſes Lieschen
lobend erwähnt.
In der Kerkerſzene war eine ſzeniſche Verbeſſerung
vorgenommen worden, indem man das Strohlager der
armen Sünderin aus dem Hintergrunde nach vorn ver=
legt
hatte.
Das Publikum war von der heutigen Aufführung
weit begeiſterter, als von der erſten.
Ueber die Aufführung des Zweiten Teiles des Fauſt=
Zyklus werden wir im Zuſammenhang berichten.

Fenilleton.

Vom Kino. Der ſchnellen und gewaltigen Ent=
wicklung
der Kinematographeninduſtrie beginnt jetzt eine
Literatur zu folgen, die ſich mit Werden, Weſen und
Wachſen des Kino beſchäftigt; in London iſt ſoeben ein
intereſſantes Werk erſchienen, das ſich die Aufgabe ſtellt,
das Publikum über die Ausdehnung dieſer jungen Indu=
ſtrie
zu unterrichten und das zugleich die kulturell wich=
tige
Frage ſtreift, ob der ſtarke Einfluß der Lichtſpiele‟
auf Geſchmack und Fühlen der Menge als günſtig oder
ungünſtig angeſehen werde. Erſt kürzlich hat man in Eng=
land
bei den hervorragenden Pädagogen und Lehrern
eine Umfrage angeſtellt, ob die Kinematographenaufführ=
ungen
nicht die Sehkraft der Kinder beeinträchtigen könn=
ten
. Die Antworten lauteten durchweg günſtig; für das
leibliche Wohl der heranwachſenden Jugend, die ſo gern
im Kino Anregung und Unterhaltung ſucht, iſt nichts zu
befürchten, aber die Frage des moraliſchen Einfluſſes auf
Kinder erweckt doch vielfach Bedenken. In wenigen
Sekunden ſind die Bilder aufgenommen; der fertige Film
beſchließt nach wenigen Wochen ſein Daſein, aber ſein
Einfluß auf die Jugend wirkt fort; er kann gut ſein, er
kann auch in vielen Fällen ſchädlich ſein. Solche Erwäg=
ungen
ſind begreiflich in einem Lande, wo die Kinemato=
grapheninduſtrie
Theater und Varieté längſt überflügelt
hat. Frederick Talbot weiſt in ſeinem Buche nach, daß
allein auf den britiſchen Inſeln bereits mehr als 4000
Kinotheater in Betrieb ſind die Vereinigten Staaten zäh=
len
deren ſogar 14000, und aus einer umfaſſenden Sta=
tiſtik
entnimmt man die erſtaunliche Tatſache, daß die
Amerikaner jährlich an Eintrittsgeldern zu Kinos nicht
weniger als 520 Millionen Mark ausgeben. Südamerika
rühmt ſich, die prächtigſten Kinematographentheater der
Welt zu beſitzen und in den Vereinigten Staaten gibt es
einige große Lichtſpiele, die jährlich 200000, ja 400000
Mark Miete für den Raum bezahlen, in dem ſie ihre Films
vorführen. Die Filmfabrikanten wenden gewaltige Koſten
auf, um möglichſt realiſtiſche Bilder erzielen zu können.
Erſt kürzlich hat ein amerikaniſcher Filmfabrikant eine
ganze Menagerie von Löwen, Elefanten, Wölfen, Leo=
parden
, ſowie eine Schauſpielertruppe von mehr als 30
Perſonen von Chicago bis nach Florida geſchickt, um hier
afrikaniſche Jagdbilder aufzunehmen.
Das Buch gewährt uns auch einige indiskrete Einblicke
in die Geheimniſſe der Filmfabrikation. Wir erfahren
z. B. wie die Bilder hergeſtellt werden, die uns ſpäter auf
dem Theater einen ſchrecklichen Automobilunfall ſchildern;

[ ][  ][ ]

Reichstagswahlen.

Großherzogtum Heſſen.
* Das vorläufige amtliche Ergebnis der Reichstags=
wahlen
in Heſſen iſt:
I. Gießen=Nidda. Dr. Werner, Oberlehrer, Butzbach,
Wirtſchaftliche Vereinigung, 9784, Beckmann, Krankenkaſſen=
Kontrolleur, Gießen, Soz., 7954, Erkelenz, Verbandsſekretär,
Berlin, Fortſchrittliche Volkspartei, 6967, zerſplittert 7;
Stichwahl zwiſchen Dr. Werner, Beckmann. II. Fried=
berg
=Büdingen. Buſold, Friedberg, Soz., 9248, Strack,
Landgerichtsrat, Gießen, natl., 7367, Leuchtgens, Seminar=
lehrer
, Friedberg, Fortſchr. Volksp., 2557, Schröder, Rechts=
anwalt
, Friedberg, Zentrum, 2105; Stichwahl zwiſchen
Buſold und Strack. III. Lauterbach=Alsfeld=
Schotten. Bindewald, Maler, Wilmersdorf, Wirtſchaft=
liche
Vereinigung, 6174, Heck, Landwirtſchaftslehrer,
Alsfeld, nationalliberal, 3214, Möbus, evangel. Pfarrer,
Udenhauſen, Fortſchr. Volksp., 2799, Vetters, Stadtverord=
neter
, Gießen, Soz., 3029; Stichwahl zwiſchen Bindewald
und Heck. IV. Darmſtadt=Groß=Gerau. Dr. Oſann,
Rechtsanwalt, Darmſtadt, natl., 11 169, Dr. Strecker, Ober=
lehrer
, Bad=Nauheim, Fortſchr. Volksp., 7268, Dr. Queſſel,
Redakteur, Darmſtadt, Soz., 18323; Stichwahl zwiſchen
Dr. Oſann und Dr. Queſſel. V. Offenbach=Dieburg.
Ulrich, Buchdruckereibeſitzer, Offenbach, Soz., 24721, Brink,
Oberbürgermeiſter i. P., Offenbach, natl., 8299, Neſſel,
Schneidermeiſter Offenbach, Zentrum, 7317, Carnier,
Rechtsanwalt, Darmſtadt, Fortſchr. Volksp., 3141, Dern,
Volksſchullehrer, Neu=Iſenburg, Wirtſch. Vereinigung, 1574;
Ulrich gewählt. VI. Erbach=Bensheim. Haſenzahl, Gra=
veur
, Erbach i. O., Soz., 8530, Rippel, Buchbinder, Hagen
i. W., Wirtſch. Vereinigung, 4587, Scior, Likörfabrikant, Er=
bach
i. O., natl., 4378, Dr. Sauer, Fabrikant, Zwingenberg,
Fortſchr. Volksp., 3621; Stichwahl zwiſchen Haſenzahl und
Rippel. VII. Worms=Heppenheim. Frhr. Heyl zu Herrns=
heim
, Worms, natl., 11324, Engelmann, Arbeiterſekretär,
Mainz, Soz., 6645, Uebel, Stadtrechner, Dieburg, Zentrum,
6347, Becker, Gutsbeſitzer, Bensheim, Fortſchr. Volksp.,
3959; Stichwahl zwiſchen Frhrn. v. Heyl und Engelmann.
VIII. Bingen=Alzey. Dr. Becker, Arzt, Sprendlingen,
natl., 10871, Korell, Pfarrer, Königſtädten, Fortſchrittliche
Volksp., 9403, Adelung, Redakteur, Mainz, Soz., 2349;
Stichwahl zwiſchen Dr. Breuer und Korell. IX. Mainz=
Oppenheim. Dr. David, Schriftſteller, Mainz, Soz., 17272,
Joſeph Molthan, Kommerzienrat, Zentrum, 9510, Dr. Kel=
ler
, Oberlehrer, natl., 7118, Dettweiler, Oekonomierat, Bund
der Landwirte, 494; Dr. David gewählt.

8. Königsberg 8. Raſtenburg=Gerdauen=Friedland.
(bisher: v. Rautter Konſ.). Majoratsherr v. Bredelow
Konſ. , Gutsbeſ. Maul Fortſchr. Vpt. Redakteur
C. Marchionini Soz. . v. Bredelow (konſ.) gewählt.
9. Gumbinnen 1. Tilſit=Niederung. (bisher: Schickert
Konſ.) Staatsminiſter a. D. v. Moltke Rpt. , Ritter=
gutsbeſitzer
Kopp Fortſch. Vpt. , Gutsbeſ. A. Hofer
Soz. . Stichwahl zwiſchen v. Moltke (Rpt.) und
Kopp (Fortſchr. Vpt.)
10. Gumbinnen 2. Ragnit=Pillkallen. (bisher: Graf
v. Kanitz Konſ.). Gutsbeſ. Graf v. Kanitz Konſ.
Gutsbeſitzer v. Lentzke Natl. , Gutsbeſitzer A. Hofer
Soz. . v. Kanitz (konſ.) wiedergewählt.
18. Danzig 1. Marienburg=Elbing. (bisher: v. Ol=
denburg
Konſ.) Rittergutsbeſ. v. Oldenburg Konſ. ,
Stadtforſtrat Schroeder Rpt. , Propſt Küßner Ztr.
, Rittergutsbeſ. v. Donimirski, Pole. Parteiſekr.
Artur Criſpien (Soz.) Stichwahl zwiſchen Schroeder
(Rpt.) und Criſpien (Soz.).
19. Danzig 2. Landkreis Danzig. (bisher: Doerkſen
Rpt.) Hofbeſ. Dierkſen Rpt. , Arbeiterſekr. Schüm=
mer
Ztr. , Pfarrer v. Kupczinski Pole Kaufm.
Franz Hardtmann Fortſchr. Vpt. , Julius Gehl
Soz. Stichwahl zwiſchen Dirkſen (Rpt.) und
Gehl (Soz.).
22. Danzig 5. Berent=Pr. Stargard. (bisher:
Breiski Pole.) Staatsminiſter a. D. v. Hobrecht deut=
ſcher
Kandidat Dr. Spahn Ztr. Propſt Du=
najski
Pole Arb.=Sekr. Grünhagen Soz. . Ge=
wahlt
Dunajski (Pole).
26. Marienwerder 4. Thorn=Kulm. (bisher: Ortel
Natl.) Rittergutsbeſ. v. Szczaniecki Pole , Juſtizrat
Bernhard Schlee Natl. Maurer Theophil Blen=
dowski
Soz. . Schlee Intl.) gewählt.

29. Marienwerder 7. Schlochau=Flatow. (bisher:
Wilckens Konſ.) Rittergutsbeſ. Fihr. v. Knigge Konſ.
Chefredakt. Karl Sedlatzek D. Rpt. , Gutsbeſ.
Sawatzki Ztr. , Pfarrer Pelowski Pole , Anſied=
lungsbeſ
. Friedrich Harte Natl. Parteiſekretär Kon=
rad
Broßwitz Soz.
tichwahl zwiſchen Knigge
lkonſ.) und Pelowski (Polel.
49. Frankfurt a. O. 3. Königsberg i. d. Neumark.
(bisher: v. Saldern Konſ.) Rittergutsbeſ. Rittmſtr. a. D.
Krahmer Konſ. Lehrer Pautſch Fortſchr. Vpt. .
Arb.=Sekr. Schmidt Soz. . Stichwahl zwiſchen
Krahmer (konf.) und Schmidt (Soz.).
55. Frankfurt a. O. 9. Kottbus=Spremberg. ( bis=
her
: v. Dirkſen Rpt.) Landger.=Direktor Parthey Rpt.
8402, Handſchuhmacher Ewald Haaſe Fortſchr. Vpt. 7829,
Gew.=Sekr. Karl Giebel Soz. 10 901. Stichwahl zwiſchen
Parthey (Rpt.) und Giebel (Soz.).
62. Stettin 6. Naugard=Regenwalde. (bisher:
Siebenbürger Konſ.) Okonomierat Siebenbürger Konſ.
Graf v. Schweinitz Natl. , Lagerhalter Richard
Mielentz Soz. . Siebenbürger (Konſ.) wiederge=
wählt
.
67. Köslin 4. Belgard=Schivelbein=Dramburg.
(bisher: v. Brockhauſen Konſ.). Landrat z. D. v. Brock=
hauſen
Konſ. Geh. Juſtizrat Ludwig Natl.
Schneidermeiſter Ernſt Soz. . v. Brockhauſen (Konſ.)
wiedergewählt.
74. Poſen 4. Grätz=Koſten=Neutomiſchel. (bisher.
v. Morawski Pole.) Rittergutsbeſ. Schwartzkopff Konſ.
Schriftſt. v. Morawski=Dzierzykraj Pole , Redak=
teur
Sremski Soz. v. Morawski (Pole) wieder=
gewählt
.
85. Bromberg 5. Gneſen=Wongrowitz. (bisher:
v. Grabski Pole.) Landrat Dr. Dionyſius Konſ.
Fabrik= u. Gutsbeſ. v. Grabski Pole , Tiſchler Matus=
zewski
Soz. . v. Grabski (Pole) wiedergewählt.
95. Breslau 10. Waldenburg. (bisher: Sachſe Soz.)
Mathem.=Prof. Dr. Wagner Rpt.
Schriftſt. Erz=
berger
Ztr. , Pfarrer Zakrzewski Pole , Gymn.=
Prof. Dr. Haeger Natl. , Verbandsvorſitzender Sachſe
Soz. Sachſe (Soz.) wiedergewählt.
100. Oppeln 2. Oppeln. (bisher: Brandys Pole).
Pfarrer Sonneck Ztr. Propſt Brandys Pole
Rechtsanw. Baſſermann Natl. , Redakt. Mieczkowski
Soz. Stichwahl zwiſchen Sonneck (Ztr.) und
Brandys (Polel.
117. Liegnitz 7. Landeshut=Jauer=Bolkenhain.
(bisher: Büchtemann Fortſchr. Vpt.) Geh. Reg.=Rat
Büchtemann Fortſchr. Vpt. , Arb.=Sekr. Proll Soz.
, Amtsrichter Warmuth b. k. F. . Stichwahl
zwiſchen Warmuth lb. k. Fr.) und Proll (Soz.l.
130. Merſeburg 2. Schweinitz=Wittenberg. (bisher
Dove Fortſchr. Vpt.) Rittergutsbeſ. Major a. D. Lettré
Konſ. , Geh. Juſtizrat Dove Fortſchr. Vpt.
Gew.=Sekr. Hildebrandt Soz. Stichwahl zwiſchen
Lettré (konſ.) und Dove (Fortſchr. Vpt.).
134. Merſeburg 6. Sangerhauſen=Eckartsberga.
bisher Scherre Rpt.) Rittergutsbeſ. Dr. Eckert Rpt. ,
Landwirt Wamhoff Natl. , Geſchäftsführer Wickleiz
Soz. . Stichwahl zwiſchen Wamhoff (natl.) und
Wickleiz (Soz.).
135. Merſeburg 7. Querfurt=Merſeburg. (bisher:
Winckler Konſ.) Gutsbeſ. Niele Konſ. , Landrat a. D.
Röttger Rpt. , Gutsbeſ. Koch Fortſchr. Vpt.
Kaſſenbeamter Pollender Soz. Stichwahl zwiſchen
Koch (Fortſchr. Vpt.) und Pollender (Sozl.
138. Erfurt 2. Heiligenſtadt=Worbis. (bisher:
v. Strombeck Ztr.) Pfarrer Poppe Ztr. , Schriftſt.
Bebel Soz. Poppe (3tr.) gewählt.
139. Erfurt 3. Mühlhauſen=Langenſalza= Weißen=
ſee
. (bisher: Arnſtadt Konſ.) Landw. Arnſtadt Konſ.
Juſtizrat Dr. Lewin Fortſchr. Vpt. Kaſſenführer
Schäfer Soz. Stichwahl zwiſchen Arnſtadt (konſ.)
und Schäfer (Soz.).
151. Hannover 1. Emden=Norden. (bisher: Fegter
Fortſchr. Vpt.) Lehrer Engelkes Konſ. , Domänen=
pächter
Fegter Fortſchr. Vpt. , Gew.=Beamt. Julius
Meyer Soz. . Stichwahl zwiſchen Engelkes lkonſ.)
und Fegter Fortſchr. Vpt.I.
152. Hannover 2. Aurich=Wittmund. (bisher:
Semler Natl.) Okonomierat Dr. Wegner Konſ.
Rechtsanw. Dr. Semler Natl. Obertelegr.=Aſſiſt.
Niehoff Fortſchr. Vpt. , Buchdr.=Beſ. Hug Soz.
Semler (Ntl.) wieder gewählt.

168. Hannover 18. Stade=Bremervörde, (bisher:
Hoppe Natl.) Paſtor Voß Wirtſch. Vgg. , Hofbeſ=
Dr. Hoppe Natl. Redakt. Reitze Soz. , Gutsbeſ.
Seehof Welfe. Stichwahl zwiſchen Hoppe Intl.) und
Reitze (Soz.I.
173. Münſter 4. Lüdinghauſen=Beckum= Waren=
dorf
. (bisher: Herzog v. Arenberg Ztr.) Bäckermſtr.
Frerker Ztr. , Stadtv. Eilers Soz. Frerker (3tr.)
gewählt.
177. Minden 4. Paderborn=Büren. (bisher: v.
Savigny Ztr.) Landrat Dr. v. Savigny Ztr. Lager=
halter
Mademann Soz. Savigny (Ztr ) gewählt.
195. Kaſſel 3. Fritzlar=Homberg=Ziegenhain. ( bis=
her
: Liebermann v. Sonnenberg Wirtſch. Vgg.) Gene=
ralſekr
. Henningſen Wrtſch. Vgg. Dr. Laporte
Fortſchr. Vpt. , Kaſſenbeamter Jordan Soz.
Schloßbeſ. Heſtermann Bbd. . Stichwahl zwiſchen
Henningſen (w. Vag.) und Heſtermann (Bauernbd.).
197. Kaſſel 5. Marburg=Frankenberg=Kirchhain.
(bisher: Böhme b. k. F.) Prof. Dr. Bredi Rpt. 3029, Schnei=
dermeiſter
Rupp Wirtſch. Vgg. 5423, Gew.=Beamt. Diehl
Soz. 986, Schriftſt. v. Gerlach Demokr. Vag. 5429,
Böckel 2344. Stichwahl v. Gerlach (Demokr. Vgg.) u.
Rupp (Wirtſch. Vgg.)
208. Düſſeldorf 2. Elberfeld=Barmen. (bisher:
Linz Rpt.) Oberlehrer Linz Rpt. 16763, Rechtsanw. Kau
Ztr. 6042, Realſchuldtr. Dr. Hintzmann Natl. 11545, Par=
teiſekr
. Ebert Soz. 38640. Stichwahl zwiſchen Linz
(Rpt.) und Ebert (Soz.).
213. Düſſeldorf 7. Mörs=Rees. (bisher Fritzen
Ztr.) Rittergutsbeſ. Pauli Konſ. , Pfarrer Liz. Hein
Wirtſch. Vag. , Rechtsanw. Dr. Bell Ztr.
Staatsanwalt Dr.
Schriftſt. Chociszewski Pole
Roſenfeld Natl. , Schriftſt. Dr. Albrecht Fortſchr.
Vpt.
Stichwahl zwiſchen
C. Weyers Soz.
Bell (Ztr.1 und Roſenfeld Intl.).
232. Aachen 2. Eupen=Aachen. (bisher: Nacken!
Ztr.) Kaufm. Nacken Ztr.
Fabrikbeſ. Peters Natl.
Nacken (Ztr.) ge=
Redakteur Honrath Soz.
wählt.
239. Oberbayern 3. Aichach. (bisher: Beck Ztr.)
Reichsrat Graf Sandizell Ztr. , Schriftſt. v. Staden
Liberal , Redakt. Gruber Soz. , Bürgermſtr.
Neumaier Bbd. Sandizell (3tr.) gewählt.
240. Oberbayern 4. Ingolſtadt. (bisher: Frhr. v.
Freyberg Ztr.) Brauereibeſ. Ponſchab Ztr. , Eiſen=
bahnverw
. Hoffmann Liberal Rechtsanw. Sänger
Soz. . Ponſchab (Ztr.) gewählt.
241. Oberbayern 5. Waſſerburg. (bisher: Irl Ztr.)
Malermſtr. Irl Ztr. , Hauptl. Waſſerburger Liberalf
Offiziant Birnkammer Soz. , Bürgermſtr. Kaiſer
Bbd. . Irl (Ztr.) wieder gewählt.
242. Oberbayern 6. Weilheim. (bisher: Frhr. v.
Thünefeld Ztr.) Kämmerer Frhr. v. Thünefeld Ztr. ,
Schriftſt. Dr. Müller Liberal Gürtler Staimer Soz.
, Gutsbeſ. Huber Bbd. . Thünefeld (Ztr.) wieder=
gewählt
.
243. Oberbayern 7. Roſenheim. (bisher: Ranner
Ztr.) Okonom Ranner Ztr. , Rechtsanw. Vorger
Liberal , Parteiſekr. Auer Soz. Bäckermſtr. Goll=
witzer
Bbd. . Ranner (Ztr.) wiedergewählt.
246. Niederbayern 2. Straubing. (bisher: Schef=
beck
Ztr.) Bäckermſtr. Schefbeck Ztr. Parteiſekr. Auer
Soz.
Gutsbeſ. Laux Bbd.
Stichwahl zwiſchen
Schefbeck (Ztr.) und Laux (Bbd.).
248. Niederbayern 4. Pfarrkirchen (bisher: Mayer.
Ztr.) Gutsbeſ. Mayer Ztr. , Oberpoſtverw Loewen=
Okonomie=
eck
Liberal , Gaſtwirt Huber Soz.
rat Bachmeier Bbd. . Stichwahl zwiſchen Meyer
Ztr1 und Bachmeier (Bbd.).
250. Niederbayern 6. Kelheim. (bisher: Steindl
Ztr.) Privatier Steindl Ztr.
Gutsbeſ. Gandorfer
Soz. Gaſtwirt Markus Schmied Bbd. Steindl
Ztr.) wiedergewählt.
258. Obeipfalz und Regensburg 2. Amberg. ( bis=
her
: Sir Ztr.) Landw. Dumler Konſ. , Kaufm. Sir
Ztr. , Rechtsanw. Diem Natl. , Gew.=Sekr. Bohl
5oz. . Sir (Ztr.) wiedergewählt.
261. Oberpfalz und Regensburg 5. Neuſtadt
a. W.=N. (bisher: Heim Ztr.) Rechtsanw. Dr. Pfleger
Ztr. Oberwerkführer Haubner Liberal , Okonom
Neierhöfer Bdl. , Gemeindeausſchußmitglied Walther
Soz. . Pfleger (Ztr.) gewählt.
269. Mittelfranken 3. Ansbach=Schwabach. ( bis=
her
: Hufnagel Konſ.) Bürgermſtr. Hufnagel Konſ. ,

einem Manne wird von einem Auto das Bein abgefahren,
der Arzt flickt den Schenkel wieder an, und im letzten Bild
ſehen wir den Patienten völlig geſund und mit großer
Beweglichkeit von dieſem Wunderdoktor Abſchied nehmen.
Um dieſe Augentäuſchung hervorzubringen, engagierte der
Fabrikant einen Krüppel, der ein Bein verloren hatte,
entdeckte nach langem Suchen einen geſunden Menſchen,
der dem Invaliden ſehr ähnlich ſah, und damit war das
Problem gelöſt: für die Kataſtrophe wird dem Krüppel
ein künſtliches Bein angeſetzt; die Schlußſzene des Wie=
dergeneſenen
ſpielt dann ſein geſunder Doppelgänger.
England darf für ſich den Ruhm beanſpruchen, kinemato=
graphiſche
Aufführungen zum erſten Male als öffentliches
Schauſpiel veranſtaltet zu haben. Das war im Jahre
1895 im Hatton Garden. Der Unternehmer produzierte
ſeine beweglichen Bilder auf eine Leinwandfläche; die
fröhlichen Rufe der ſtehengebliebenen Paſſanten lockten
Schutzleute herbei und den Hütern des Geſetzes gab man
dann zu ihrer Erbauung und zu ihrem Staunen eine Wie=
derholung
des damals noch nie geſehenen Schauſpieles.
Das erſte Kinematographentheater der Welt wurde dann
die Londoner Olympia; gleichzeitig engagierte die Alham=
bra
einen unternehmenden Mann, der ſich erbot, jeden
Abend ſeine Animatographen vorzuführen. Das war
Robert Paul, der Begründer der engliſchen Kinoinduſtrie.
Man hatte ihn auf 14 Tage engagiert; nach vier Jahren
wirkte er noch immer an der Alhambra. Man hatte das
14tägige Engagement ein wenig verlängert.
* Der ewige Prozeß. In der zweiten Hälfte des Monats
März 1911 erſchienen in Viterbo, ſtark gefeſſelt und unter
guter Eskorte, zweiundvierzig neapolitaniſche Kamorri=
ſten
, die, wie ſeinerzeit öfters berichtet, in dieſer zur Pro=
vinz
Rom gehörigen Stadt wegen der Ermordung des
Ehepaares Cuocolo und einer ganzen Reihe anderer Ver=
brechen
abgeurteilt werden ſollten. Ein italieniſches
Blatt ſchrieb damals: Der Prozeß dürfte vier oder fünf
Monate dauern‟ Das war um die Zeit, da der Früh=
ling
erwachte. Die Blumen erblühten in Wald und Feld
und ſind dann wieder verwelkt, die heiße Sommerſonne
brachte das Getreide zur Reife, hochbeladene Erntewagen
fuhren durch die Dorfſtraßen, und der Winter iz. s
Land gekommen. Der Prozeß von Viterbo aber dauert
fort. In der Kirche der Barfüßer, die ſich in einen
Schwurgerichtsſaal verwandelt hat, ſitzen die 42 Kamor=
riſten
ſtumpfſinnig und halb verblödet in ihrem Käfig;
ganze Bataillone von Zeugen ziehen vorüber, und die

Advokaten ſchaffen täglich neue Zwiſchenfälle, die mit
dem Prozeß kaum noch in einem loſen Zuſammenhang
ſtehen. An die Plädoyers iſt einſtweilen gar nicht zu den=
ken
, da noch Dutzende von Zeugen zu vernehmen ſind
und ſtündlich weitere Dutzende aus der Erde geſtampft
werden können. Am 19. dieſes Monats will ſich die ganze
Prozeßgeſellſchaft nach Neapel begeben, um die Ermord=
ung
Cuocolos und ſeiner Gattin an Ort und Stelle zu
rekonſtruieren‟. Die 42 Angeklagten ſollen dieſen Aus=
flug
in einem gepanzerten Zuge machen; 120 bis an die
Zähne bewaffnete Karabinieri werden ſie begleiten. In
Neapel ſollen die Nardone=Straße, wo Frau Coucolo
ermordet wurde, und der Cabeſtro=Strand, wo ihr Mann
den Tod fand, während des Wiederaufbaues des
Schauerdramas von Soldaten beſetzt gehalten werden;
und wenn alles vorüber ſein wird, werden die Debatten
friſch und fröhlich von neuem beginnen, worauf vierzig
oder ſind es zweiundvierzig? Advokaten ihre Ver=
teidigungsrede
hören laſſen und die unglücklichen Ge=
ſchworenen
bis in den Sommer hinein unterhalten wer=
den
. Und dann wird der Kaſſationshof mit tödlicher
Sicherheit das zur Zeit der Weinleſe zu erwartende Ur=
teil
umſtoßen und die ganze Geſchichte vor ein neues Ge=
richt
verweiſen. Die Enkelkinder der jetzt lebenden Ita=
liener
werden ſich aber vielleicht eines Tages erzählen,
daß der berühmte Kamorriſtenprozeß, den ſie von ihren
Vätern und Großvätern ererbt hatten, doch noch zu Ende
gegangen iſt.
mi. Chineſiſche Strohzöpfe. Es iſt dies nicht der
Zopf, der dem Chineſen hinten hängt; man verſteht unter
chineſiſchen Strohzöpfen vielmehr jene geflochtenen Um=
kleidungen
, mit denen man in kalten Wintertagen frei=
liegende
Brunnen und Leitungen zum Schutze gegen das
Einfrieren umwickelt. Der größte Teil dieſer Strohzöpfe
ſtammt nämlich, was nur wenige wiſſen werden, aus
China; denn wenn auch in Deutſchland die Strohflech=
terei
blüht, beſonders in Sachſen, im Schwarzwald, in
den ſchleſiſchen Webereidiſtrikten und in Lindenberg bei
Lindan, ſo reicht doch die Produktion zur Deckung des
Bedarfs nicht aus. Namentlich in den letzten vierzig
Jahren hat ſich in China dieſe Induſtrie mächtig ent=
wickelt
, Zöpfe aus Stroh werden in Taian, Wuting und
Laichou, ſämtlich Diſtrikte der Provinz Schantung, er=
zeugt
. Farbige Strohzöpfe kommen meiſt aus den Pro=
vinzen
Chili und Honan. Früher verwandte man zum
Färben des Strohes einen engliſchen Farbſtoff; jetzt be=

dient man ſich dazu der bilkigeren einheimiſchen Färbe=
materiale
, die allerdings nicht ganz ſo zuverläſſig wir=
ken
. Etwa ein Drittel ſeiner Erzeugniſſe führt China
nach Amerika, zwei Drittel nach Europa aus. Auch in
England blüht übrigens die Strohflechterei, namentlich
in der Gegend von Bedford und Bux. Die Arbeitslöhne
ſind dort in dieſer Induſtrie ungemein niedrig; trotzdem
vermag das engliſche Erzeugnis nur ſchwer mit dem chine=
ſiſchen
zu konkurrieren, denn der Chineſe arbeitet ſo billig,
daß ſein Fabrikat trotz der hohen Fracht noch konkurrenz=
fähig
bleibt.
* Affenmenſch. In Moskau befindet ſich augen=
blicklich
ein fünfjähriges Mädchen, das den vollſtän=
digen
Typus eines Affenmenſchen darſtellt, zur Unter=
ſuchung
bei den Profeſſoren. Von der Bruſt an iſt das
Mädchen vollkommen affenartig mit langen Haaren be=
deckt
. Die Aerzte haben feſtgeſtellt, daß die Abnormität
zwar gute geiſtige Fähigkeiten beſitzt und ſchon nach kur=
zer
Zeit imſtande war, einen Buchſtaben nachzuſchreiben.
Auch auf die Fragen, die man an das Mädchen richtet,
antwortet es anſcheinend mit Verſtändnis. Dagegen hat
es auch allerlei Eigenſchaften, die man nur als tieriſch
bezeichnen kann. So ſchläft es z. B. nicht liegend, wie
die anderen Menſchen, ſondern ſitzend. Man kann es lie=
gend
nicht zum Schlafen bringen. Profeſſor Metſchnk=
kow
, der bekannte ruſſiſche Arzt, hat nach den Mos=
kowskt
Wjedomoſti mit dem Mädchen allerlei pſycholo=
giſchen
Unterſuchungen angeſtellt, aus denen hervorzu=
gehen
ſcheint, daß es ſeeliſch ein ähnlicher Zwitter iſt, wie
körperlich. Ein Unternehmer beabſichtigt, das Affenmäd=
chen
zur Schau zu ſtellen.
* Wahlpoeſie. In der Wahlurne des 24. Wahl=
bezirks
in Darmſtadt fand ſich folgender poetiſcher Erguß
vor:
Vom Darmſtädter Wahlkreis,
Wie kann’s anders ſein,
Muß diesmal in’n Reichstag ein Doktor hineir
Ein Doktor, der reden kann und viel verſpricht,
Und wenn’s d’rauf und d’ran geht,
An’s Halten denkt nicht.
Soweit iſt mir ja auch die Sache ganz klar,
Doch wer von den Dreien iſt der Beſt’ fürwahr?
Der Richtige für mich iſt keiner der Drei’n,
Drum werf’ einen weißen Stimmzettel ich ein.

[ ][  ][ ]

Prof. Dr. Quidde Fortſchr. Vpt. , Verb.=Beamt.
Hierl Soz. . Stichwahl zwiſchen Hufnagel Konſ.)
und Hierl (Soz.).
270. Mittelfranken 4. Eichſtätt. (hisher: Speck
Ztr.) Landwirt Luff Konſ. , Oberreg.=Rit Speck Ztr.
Kgl. Forſtrat Gareis Natl. , Fabrikant Haugen=
ſtein
Soz. . Speck (Ztr.) wiedergewählt.
271. Mittelfranken 5. Dinkelsbühl. (bisher: Nie=
derlöhner
Konſ.) Bürgermſtr. Nieder öhner Konſ. 9339,
Syndikus Dr. Kuhlo Natl. 43 8, Gew.=Beamt. Merke
Soz. 1442. Niederlöhner (Konſ.) wieder gewählt.
272. Mittelfranken 6. Rothenburg o. T. (bisher:
Hilpert b. k. F.) Geſchäftsführer Münch Fortſchr. Vpt.
Zig.=Fabr. Klampfer Soz. , Landwirt Hilpert
b. k. F. , Gutsbeſ. Kerſchbaum Bbd. . Hilpert (b.
k. F.) wieder gewählt.
276. Unterfranken und Aſchaffenburg 4. Neuſtadt
a. S. (bisher: Haeusler Ztr.) Gen.=Maj. z. D. Haeus=
ler
Ztr. , Geh. Reg.=Rat Hüfner Natl. , Kaſſen=
beamter
Soldmann Soz. . Haeusler Ztr.) wieder
gewählt.
279. Schwaben und Neuburg 1. Augsburg. ( bis=
her
: Kalkhof Ztr.) Oberlehrer Wörle Ztr. Arzt
Dr. Hoeber Liberal
Druckereibeſ. Rollwagen
Soz. . Stichwahl zwiſchen Wörle Ztr. und Roll=
wagen
Soz.).
281. Schwaben und Neuburg 3. Dillingen. ( bis=
her
: Jaeger Ztr. Verleger Dr. Jaeger Ztr. , Buch=
hdlr
. Beyſchlag Liberal , Schneidermſtr. Lppl Soz.
, Bürgermſtr. Dirr Bbd. Jaeger (3tr.) wieder=
gewählt
.
282. Schwaben und Neuburg 4. Illertiſſen. ( bis=
her
: Hebel Zir.) Pfarrer Hebel Ztr. , Oberlehrer
Sailer (Natl.) , Redakt. Simon Soz. Bürger=
meiſter
Dirr Bbd. Stichwahl zwiſchen Hebel (Ztr.)
und Sailer (Ntl.).
283. Schwaben und Neuburg 5. Kaufbeuren. ( bis=
her
: Mayer Ztr.) Rechtsanwalt Dr. Mayer Zir.
Gutsbeſ. Batſch Liberal , Kaufmann Schmidt Soz.
, Bürgermſtr. Dirr Bbd. . Meyer (Ztr.) wieder
gewählt.
286. Königreich Sachſen 2. Bernſtadt=Löbau. ( bis=
her
: Weber Natl.) Guts= und Fabrilbeſ. Förſter Konſ.
Paſtor Wehrmann Natl. Prof. Dr. Rihn
Fortſchr. Vpt. , Redakt. Krätzig Soz. . Stich=
wahl
zwiſchen Wehrmann Ntl.) und Krätzig Soz.).
291. Königreich Sachſen 7. Meißen. (bisher: Gäbel
Wirtſch. Vag.) Obſtgutsbeſ.
Fritzſche D. Refpt.
Schriftſt. Erzberger Ztr. , Paſtor Kruſpe Fortſchr.
Vpt. Redait. Schmidt Soz. Gewählt Schmidt (Soz.).
292. Königreich Sachſen 8. Pirna. (bisher: Haniſch
Wirtſch. Vgg.) Rechtsanw. Dr. Böhme Konſ. , Syn=
dikus
Dr. Schneider Natl. , Schriftſteller Rühle
Soz. . Gewählt Rühle (Soz.).
294. Königreich Sachſen 10. Roßwein=Döbeln.
(bisher: Everling Natl.) Buchbinderobermſtr. Unraſch
Konſ. , Liz. Everling Natl. , Photograph Pinkau
Soz. . Pinkau Soz.) gewählt.
298. Königr. Sachſen 14. Borna=Pegau. (bisher:
v. Liebert Rpt.) Generallt. z. D. v. Liebert Rpt. ,
Kaufm. Nitzſchke Natl. , Parteiſekr. Ryſſel Soz. Stich=
wahl
zwiſchen Nitzſchke Ntl.) und Ryſſel (Soz.).
306. Königr. Sachſen 22. Kirchberg=Auerbach=
Reichenbach. (bisher: Merkel Natl.) Fabrikbeſ. Singer
Natl. , Redakt. Dr. Lenſch (Soz.). Lenſch (Soz.)
gewählt.
316. Württemberg 9. Balingen=Rottweil. (bisher:
Haußmann Fortſchr. Vpt.) Lehrer Bernecker Konſ.
Rechtsanw. Vock Ztr. , Rechtsanw. Haußmann Fort=
ſchr
. Vpt. Verb.=Beamt. Mattutat Soz. . Stich=
wahl
zwiſchen Haußmann (Fortſchr. Volksp.) und
Mattutat (Soz).
348. Mecklenburg=Schwerin 1. Hagenow= Greves=
mühlen
. (bisher: Reichsgraf v. Bothmer Fortſche. Vpt.)
Tiſchlermſtr. Pauli Konſ. , Seminar=Oberlehrer Siv=
kovich
Fortſchr. Vpt. . Gew.=Beamt. Kober Soz.
Stichwahl zwiſchen Pauli (Konſ.) u. Kober (Soz.).
349. Mecklenburg=Schwerin 2. Schwerin=Wismar.
(bisher: Dröſcher Konſ.) Maſchinenſabr. Witt Konſ.
Rittergutsbeſ. Zimmermann Natl. , Redakt. Staroſſon
Soz. . Stichwahl zwiſchen Zimmermann INtl.
und Staroſſon Soz. I.
350. Mecklenburg=Schwerin 3. Parchim= Ludwigs=
lnſt
. (blsher: Pachnicke Fortſchr. Vpt.) Prof. Dr. Dade
Konſ. , Schriftſt. Dr. Pachnicke Fortſchr. Vpt.
Arb.=Sekr. Groſſe Soz. . Stichwahl zwiſchen Dade
lkonf.) und Pachnicke Fortſchr. Vpt.).
351. Mecklenburg=Schwerin 4. Malchin=Waren.
(bisher: v. Maltzan Konſ.) Gutsbeſ. v. Maltzan Konſ. ,
Rittergulsbeſ. Dr. Wendorf, Fortſchr. Vpt. , Partei=
ſekr
. Kröger Soz. . Stichwahl zwiſchen v. Maltzan
lkonf.) und Wendorf (Fortſchr. Vpt.).
352. Mecklenburg=Schwerin 5. Roſtock. (bisher:
Linck Natl.) Domänenrat Rettich Konſ. , Malermſtr.
Heimſoth Fortſchr. Vpt. , Rechtsanw. Dr. Herzfeld
Soz. . Stichwahl zwiſchen Heimſoth (Fortſchr. Vpt.)
und Herzfeld (Soz.).
356. Sachſen=Weimar 3. Jena=Neuſtadt. (bisher:
Lehmann b. k. F.) Amtsrichter Dr. Schauer Wirtſch.
Vog. Prof. Dr. Thümmel Natl. , Oberlehrer
Prof. Dr. Vershofen Fortſchr. Vpt. , Malermſtr.
Leutert Soz. . Stichwahl zwiſchen Leutert Soz.)
und Dr. Schauer IWirtſch. Vgg.).
361. Braunſchweig 1. Braunſchweig=Blankenburg.
(bisher: Langerfeldt Rpt.) Reg.=Baumſtr. Rothe Natl.
Rechtsanw. Dr. Bracke Fortſchr. Vpt. , Schrift=
ſteller
Bloß Soz. , Notar Dedekind Welfe . Ge=
wählt
Bloß (Soz.).
367. Sachſen=Coburg=Gotha 1. Coburg. (bisher:
Zietſch Soz.) Reg.=Rat Dr. Quarck Natl. , Haupt=
lehrer
Sander Fortſchr. Vpt. , Redakt. Zietſch Soz.
Stichwahl zwiſchen Quarck (natl.) u. Zietſch (Soz.)
370. Anhalt 2. Bernburg=Ballenſtedt. (bisher:
Trautmann Natl) Generalkonſ. a. D. Dr. Irmer Konſ.
, Paſtor Baumecker Natl. , Fabrikdirekt. Zierath
Fortſchr. Vpt. , Gew.=Beamter Bender Soz.
Schriftſt. Dr. Breitſcheid Demokr. Vgg. Stichwahl
zwiſchen Baumecker ſutl.) und Bender (Soz.).
383. Elſaß=Lothringen 1. Altkirch=Thann. ( bis=
her
: Ricklin b. k. Fr.) Sanitätsrat Dr. Ricklin Elſ. 12943
Notar Dr. Centlione Liberal 4424, Verb.=Vorſ. Gſell
Soz. 5603. Stichwahl zwiſchen Ricklin (Elſ.) und
Gſell (Soz.).
392. Elſaß=Lothringen 10. Hagenau=Weißenburg.
(bisher: Wiltberger b. k. F.) Chefredakt. Hauß Ztr. 13989,
G. Meyer Liberal 8989, Gew.=Beamt. Voigt Soz. 3503.
Hauß (Zentr.) gewählt.
Berichtigung zu 164, Hannover 14. Stichwahl
zwiſchen Schneider (Soz.) und Meyer (Ntl.).
* Mannheim, 14. Jan. Die Meldung, daß die
Wahl Baſſermanns in Saarbrücken durch ein Kom=
promiß
geſichert ſei, iſt, wie Baſſermann erklärt, unrich=
tig
; ſie beruht anſcheinend auf einem Wahlmanöver.

* Das endgültige Ergebnis der Wahlen
liegt nunmehr vor. Wir fügen den Ziffern die entſpre=
chenden
Ziffern der Hauptwahl vom 25. Januar
1907 bei:
Endgültig gewählt ſind 208 (236) Abgeord=
nete
, und zwar 79 (89) Zentrum, 64 (28) Sozialdemokraten,
27 (41) Konſervative, 15 (18) Polen, 11 (12) Elſäſſer und
Fraktionsloſe, 5 (10) Reichspartei, 4. (20) Nationallibe=
rale
, 2 (7) Wirtſch. Vereinigung, 1 (2) Bund der Land=
wirte
, 0 (9) Fortſchr. Volkspartei.
An den 189 (161) Stichwahlen ſind beteiligt:
42 (29) Konſervative, 17 (19) Reichspartei, 16 (5) Deutſche
Reformpartei bezw. Wirtſch. Vereinigung, 29 (39) Zen=
trum
, 10 (5) Polen, 64 (58) Nationalliberale, 53 (50)
Fortſchr. Volkspartei, 120 (93) Sozialdemokraten, 2 bay=
riſche
Liberale, 2 Elſäſſer und 2 Lothringer, 6 (4) Welfen,
Bauernbund und 5 (3) Fraktionsloſe.
Die Konſervativen gewinnen 2 und verlieren 9, die
Reichspartei gewinnt 2 und verliert 10, die Wirtſch. Ver=
einigung
gewinnt 1 und verliert 8, das Zentrum ver=
liert
6, die Polen verlieren 1, die Nationalliberalen ge=
winnen
2 und verlieren 16, die Fortſchr. Volkspartei ver=
liert
12, die Sozialdemokraten gewinnen 28 und verlie=
ren
2 Sitze. Hierbei iſt zu bemerken, daß dieſe Gewinn=
und Verluſtziffern vorläufige ſind und durch die
Stichwahlen ſich ändern werden und zum Teil ausgegli=
chen
werden können. Da erſt etwas mehr als die Hälfte
der Wahlen in der Hauptwahl entſchieden ſind, können
ſichere Schlüſſe auf die Zuſammenſetzung des neuen
Reichslages noch nicht gezogen werden.

Preßſtimmen:
* Der Frankf. Zeitung wird aus Berlin ge=
ſchrieben
: Was bis zur Stunde von den Wahlergebniſſen
aus dem Reiche vorliegt, läßt noch keinen ſicheren Schluß
zu über die Stärke der einzelnen Parteien im nächſten
Reichstag und über die Möglichkeit der Mehrheitsbild=
ung
. Dazu iſt die Zahl der Stichwahlen zu groß. Der
Ausgang dieſer Stichwahlen iſt unſicherer, als
in früheren Fällen, weil ſich bis jetzt nicht vorausſehen
läßt, ob und in welchem Maße die Deſperatoſtichwahl=
politik
des Herrn von Heydebrand den Sozialdemokraten
zum Siege über die bürgerlichen Parteien der Linken ver=
helfen
wird, und weil auch nicht vorauszuſehen iſt, wie
ſich das Zentrum in den Stichwahlen zwiſchen Sozial=
demokraten
und bürgerlicher Linken verhalten wird.
Eins ſteht nur feſt: Die Sozialdemokraten haben den
größten Teil der Verluſte, die ſie vor fünf Jahren erlit=
ten
, wieder eingeholt und haben darüber hinaus auch Er=
oberungen
gemacht, hauptſächlich auf Koſten der Linken,
haben allerdings auch einzelne Wahlkreiſe an dieſe ver=
loren
. Die Sozialdemokratie wird mindeſtens mit den
80 Mann wieder erſcheinen, die ſie im vorletzten Reichs=
tage
gehabt hat, wahrſcheinlich auch mit mehr. Feſt ſteht
weiter, daß die Verluſte des Zentrums nicht bedeutend
ſein werden, und weiter ſteht feſt, daß die als Reform=
partei
und unter anderen Titeln auftretenden Antiſemiten
ſtark verloren haben. Wieviel Konſervative und Reichs=
partei
verlieren werden und wie ſtark Nationalliberale
und Fortſchrittliche Volkspartei wiederkehren werden,
läßt ſich vor dem Vollzuge der Stichwahl nicht mit Sicher=
heit
ſagen und daher auch nicht, ob eine Mehrheitsbildung
aus dem Zentrum und der Rechten vereitelt iſt. Unter
dieſen Umſtänden halten die Morgenblätter mit ihren
Urteilen faſt alle noch zurück.
Das Urteil der Berliner Blätter über
den Wahlausfall iſt kein abſchließendes, ſondern
nur ein vorläufiges. Die Tägliche Rundſchau
ſchreibt: Die Abwanderung nach links erfolgte nach den
bisher vorliegenden Zahlen nicht in dem Maße, wie viel=
fach
angenommen wurde, aber ſie reicht doch aus, um für
gewiſſe Fragen eine Mehrheit gegenüber dem Zentrum
und Konſervativen zuſammen zu bringen; im ganzen eine
Verſchiebung, aber kein Ruck nach links. Die Deut=
ſche
Tageszeitun'g ſagt: Bisher läßt ſich eine all=
gemeine
Signatur der Lage höchſtens dahin geben, daß
ſowohl auf der rechten Seite, wie im Lager der bürger=
lichen
Linken ſchwere Verluſte zu verzeichnen ſind. Die
Sozialdemokratie gewinnt, und zwar meiſt auf Koſten der
Liberalen, bisher namentlich des Freiſinns, der ſelbſt den
erſten Berliner Wahlkreis ſchwer wird halten können:
Philippi. Die Poſt ſagt: Allgemeine Schlüſſe laſſen
ſich natürlich einſtweilen noch nicht ziehen, bemerkenswert
aber iſt, daß die Sozialdemokraten ihren lieben Freunden
und Bundesgenoſſen als erſten Dank für die wohlwollende
Geſinnung eine ganze Anzahl Mandate abgenommen
haben. Auch die Nationalliberalen haben ihnen einige
Mandate überlaſſen müſſen. Außerordentlich groß iſt die
Zahl der Mandate, die die Sozialdemokraten ſchon jetzt
endgültig erobert haben. Die Morgenpoſt ſchreibt:
Aus den bislang vorliegenden Reſultaten läßt ſich eine
gewiſſe Tendenz auf Wiederherſtellung der Kräfteverhält=
niſſe
von 1903 deutlich erkennen. Dieſe Rückkehr zu den
Verhältniſſen von 1903 macht ſich auch deutlich hei der
Sozialdemokratie erkennbar. Das Bekrliner Tage=
blatt
ſchreibt: Das deutſche Volk hat geſtern geſprochen,
und wie auch immer ſein Votum ausgefallen ſein mag
der einzelne Staatsbürger ebenſo gut wie die leitenden
Perſonen müſſen ſich damit abfinden. Soviel ſteht ſchon
jetzt feſt, daß in den neuen Reichstag ein ſehr ſtarker Pro=
zentſatz
neuer Männer einziehen wird. Der Wunſch iſt
nicht unbeſcheiden, daß mit den neuen Männern auch ein
neuer Geiſt in den Reichstag einziehen möge, damit die
Rechte des Volkes künftig mit mehr Entſchiedenheit und
Nachdruck vertreten werden als in dem unglückſeligen
Reichstag mit dem doppelten Block. Zum Schluß der
Vorwärts: Unſer iſt der Tag. Nicht gering ſind
inſere Erwartungen geweſen, aber ſie ſind erfüllt worden.
Heute dürfen wir einen Moment lang zufrieden ſein und
mit ſtolzer Genugtuung der Erfolge uns freuen, die die
bisher geduldige unermüdliche Arbeit getragen hat. Ein
Drittel des deutſchen Volkes (?) hat ſeine Stimme ab=
gegeben
für die Sozialdemokratie. Es hat geſtimmt gegen
die imperialiſtiſche Politik. Die nationaliſtiſche Hetze iſt
wirkungslos geblieben. Viel iſt noch zu tun; die kurze
Zeit bis zur Stichwahl auszunutzen. Wir kennen keine
Raſt und der zweite Wahltag ſoll vollenden, was der
erſte glorreich begonnen hat. Die Kreuzzeitung
beginnt ihr Reſumee an leitender Stelle wie folgt: Das
Ergebnis der Reichstagswahl iſt für die bürgerliche Linke
geradezu niederſchmetternd. Im Jahre 1907 erhielten ſie
in 28 Wahlkreiſen bei der Hauptawhl die Mehrheit, geſtern
nur in vier Wahlkreiſen, und das trotz aller Parteiver=
ſchmelzungen
und Wahlabkommen, trotz Hanſabund und

Bauernbund, trotz enormen Aufwandes an Geld, Druk=
kerſchwärze
und Lungenkraft, trotz der Aufpeitſchung der
Volksleidenſchaft gegen Konſervative und Zentrum. In
ähnlicher Weiſe äußert Ich auch die klerikale Germania:
Und darum dieſe ſeit dem Zuſtandekommen der Reichs=
finanzreform
immer mehr geſteigerte maßloſe Hetze gegen
den ſchwarzblauen Block, ſo ruft ſie nach einem Ueber=
blick
über die Ergebniſſe aus, die Liberalen, die dieſe
Hetze mit tatſächlicher Unterſtützung des Hanſabundes am
kräftigſten betrieben haben, ſehen nun das alte Sprich=
wort
beſtätigt: Wer Wind ſäet, wird Sturm ernten
Dieſe Hetze hat off enbar in den liberalen Kreiſen nur
die Wirkung gehabt, zahlreiche Wähler in ihrer aufgereg=
ten
Mißſtimmung in das ſozialdemokratiſche Lager zu
treiben.
Die Kölniſche Zeitung ſchreibt: Etwa in der
Hälfte aller Wahlkreiſe werden erſt die Stichwahlen die
endgültige Beſetzung feſtſtellen. Daraus erhellt ſchon, wie
unſicher alle Schätzungen der Stärke der einzelnen Par=
teien
und der vorausſichtlichen Mehrheitsbildungen ſind.
Um ſo willkürlicher müſſen dieſe Schätzungen ſein, als ſich
durchaus keine einheitliche Formel für die Stichwahl=
cbrole
finden läßt. Wichtig bleibt auch im zweiten Teil
des Wahldramas die Frage, was aus der ſchwarz=blauen
Herrlichkeit wird. Wo gekämpft wird, da ſtieben Funken,
und wenn ein Volk in Unruhe kommt, ſo gärt es lange,
bis ſich der Wein bildet. Deshalb ſollte ſich niemand ins
Bockshorn jagen laſſen, wenn die ſozialdemokratiſchen
Stimmen emporſchnellen und wenn hier und dort auch
gut bürgerliche Wahlkreiſe an die Sozialdemokratie auss
liefern. Auch die politiſche Geſchichte macht bisweilen
Sprünge, geht aber doch im Ganzen ihren geregelten Weg.
Die Sozialdemokratie hat ſich ihre Gewinne zwar von
üiberall her geholt; bedeutſam aber iſt, daß der Block der
Reaktion ganz bedenkliche Wunden aufweiſt. Die Ver=
luſtliſte
beweiſt ſchlagend, daß von allen Seiten Breſche
in die reaktionäre Feſtung gelegt worden iſt. Und man
mag die Stichwahl=Ausſichten vom Standpunkt der Geg=
ner
aus noch ſo optimiſtiſch betrachten, man wird doch zu=
geben
, daß ſich die Parteien des ſchwarz=blauen Blocks,
dank ihrer vorbildlichen Taktik im erſten Gang, veraus=
gabt
haben, und daß aus eigenen Kräften für ſie nur
noch wenig zu holen iſt. Die nötige Mehrheit von 199
Abgeordneten wird ihnen kaum beſchieden ſein, obgleich
ſie im erſten Anlauf 136 (?) von 208 Mandaten bekommen
haben. Daß der Liberalismus unter den herrſchenden
Verhältniſſen, wo jeder das Bedürfnis hatte, mit dem
andern Fraktur zu reden, nicht glänzend abſchneiden
würde, war vorauszuſehen; liberale Blütezeiten ſehen
ganz anders aus. Aber trotzdem ſollte man das Ergebnis
der Stichwahlen abwarten, bevor man vom Sieg oder
Niederlage redet. So ſchmerzlich die Verluſte ſein mögen,
auf der anderen Seite ſind Fortſchritte zu verbuchen, die
die Ausſi len wohl wettmachen.
* Berlin, 13. Jan. Die Nordd. Allg. Ztg.
ſchreibt zur Stichwahl: Die Hauptwahlen ſind vor=
über
. Sie brachten, was ſie nach den erbitterten Kämp=
fen
unter den bürgerlichen Parteien bringen mußten,
einen beträchtlichen Gewinn der Sozialdemokratie: 64
Mandate gewannen nach den bisher vorliegenden Nach=
richten
die Sozialdemokraten im erſten Anlauf, ſämtliche
bürgerlichen Parteien zuſammen nur 144, davon der bür=
gerliche
Liberalismus nur 4. In 120 Wahlkreiſen kommt
die Sozialdemokratie zur Stichwahl. Nicht aus eigener
Kraft kann ſie dabei ſiegen. Jedes Mandat, das ſie noch
erwirbt, wird ſie dem deutſchen Bürgertum verdanken.
Die bürgerlichen Parteien ſelbſt werden die Schuld daran
tragen, wenn die rote Flut noch weiter anſteigt. In die
Hauptwahl zog die Sozialdemokratie mit dem Schlacht=
ruf
: Krieg bis aufs Meſſer den konſervativen Freiheits=
feinden
; Kampf bis zur Vernichtung den verräteriſchen
Zentrumspfaſſen; unerbittliches Ringen mit den natio=
nalliberalen
Scharfmachern; rückhaltloſe Fehde den fort=
ſchrittlich
=liberalen Worthelden! Welche bürgerliche Par=
tei
kann gemeinſame Sache mit einem Gegner machen,
der ihnen allen, wie der ganzen beſtehenden ſtaatlichen
Ordnung, ſeinen ingrimmigen Haß ſo hochmütig ins Ge=
ſicht
ſchreit? Und wie ſteht die Sozialdemokratie zu unſe=
ren
nationalen Forderungen und Aufgaben? Im In=
neren
betreibt ſie die Abſperrung der Arbeiter von allen
anderen Volksſchichten. Der Klaſſenkampf iſt ihr Lebens=
element
, die ſoziale Revolution mit der Abſchaffung des
Privateigentums ihr Ziel. Während ſie ſo im eigenen
Lande den Haß ſchürt, und gewalttätigen Terrorismus
gegen Glieder des eigenen Volkes ausübt, huldigt ſie
nach außen dem Trugbild einer allgemeinen Völkerver=
brüderung
. Deshalb iſt ſie die Hoffnung der fremden
Neider und Gegner des Deutſchen Reichs.
Wie beſtürzt waren dieſe nach der unerwarteten Nieder=
lage
der Sozialdemokratie bei den Wahlen im Jahre
19071 Wie werden ſie frohlocken, wenn ſie die
Erfolge der ſozialdemokratiſchen Partei am 12. Januar
1912 bei den Stichwahlen fortſetzen! Unſere Friedens=
werke
können nur gedeihen, wenn wir uns als ſtarke,
einige Nation in der Welt behaupten. Zu den nahen Auf=
gaben
des neuen Reichstags gehört die Sicherung unſerer
Wehrfähigkeit. Die Partei, welche ſich ſelbſt internatio=
nal
nennt und in welcher ſich der Gedanke des Maſſen=
ſtreiks
im Falle einer Mobilmachung hervorwagen
durfte, iſt ihrem ganzen Weſen nach der Erfüllung dieſer
wichtigen Aufgaben unfähig. Nicht Mißmut über dieſen
oder jenen mit Recht oder Unrecht als Uebel empfun=
denen
Zuſtand im Reich und Staat, nicht Rückſicht auf
Parteivorteile durch ein Paktieren mit der Sozialdemo=
ratie
lenke den Schritt zur Stichwahl. Nicht auf ver=
gangenen
Hader der Parteien, auf die Zukunft der Nation
richte ſich der Blick!

Luftfahrt.

Sr. Das Gordon=Bennett=Rennen der
Flugmaſchinen, das im Vorjahre von dem Ameri=
kaner
Weymann in England gewonnen wurde, wird in
dieſem Jahre wieder in Amerika abgehalten werden.
Wie der Sekretär des Amerikaniſchen Aeroklubs, Campbell
Wood, mitteilt, iſt für die Veranſtaltung ein Terrain in der
Nähe von Chicago in Ausſicht genommen worden, wo das
Rennen vorausſichtlich Ende September ſtattfinden wird.
Das betreffende Flugfeld hat einen Umfang von 3½ eng=
liſchen
Meilen und ermöglicht die Anlage genügend breiter
Kurven, ſodaß auch die Flieger mit den ſchnellen Maſchinen
weniger behindert werden. Man beabſichtigt, diesmal be=
ſonders
hohe Preiſe auszuſetzen, um eine möglichſt ſtarke
internationale Beteiligung zu erhalten. Im weſentlichen
wird die Konkurrenz aber doch wohl wieder ſich auf ameri=
kaniſche
, franzöſiſche und engliſche Flieger beſchränken, da
kaum anzunehmen iſt, daß ſchon in dieſem Jahre deutſche
oder öſterreichiſche Konſtruktionen wohl kaum den Wett=
bewerb
mit den ſchnellen amerikaniſchen und franzöſiſchen
Maſchinen werden aufnehmen können. Im Bedarfsfalle

[ ][  ][ ]

werden jedenfalls in den einzelnen Ländern Ausſcheidungs=
rennen
veranſtaltet werden, da jedes Land nur durch drei
Flieger vertreten werden kann.
* Parks, 14. Jan. Auf dem Flugfelde von Iſſy
ſtießen heute vormittag zwei Flugzeuge währeno
des Abfluges zuſammen und kenterten. Einer
der Flieger namens Hanouille wurde verwundet und
erlitt eine ſchwere Gehirnerſchütterung.

Die franzöſiſche Kabinettskriſis.

* Paris, 13. Jan. Poincaré hat ſich die Mit=
arbeit
Bourgeouis’ geſichert. Er wird ſich heute nachmit=
tag
mit Millerand, Delcaſſé und Briand beſprechen, die
er zum Eintritt in das Kabinett auffordern will; außer=
dem
will er Klotz und Lebrun bitten, ihre früheren Porte=
feuille
wieder zu übernehmen.
* Paris, 13. Jan. Um 6½ Uhr abends fand in der
Wohnung Poincarés eine Konferenz der für das neue
Miniſterium in Frage kommenden Perſönlichkeiten
ſtatt. Als wahrſcheinlich wird folgende, in den letzten
Abendſtunden herausgegebene Miniſterliſte angeſehen:
Präſidium und Aeußerens Poincaré, Juſtiz, Léon Bour=
geois
, Oeffentliche Arbeiten: Jeannenet, Unterricht: Steeg,
Inneres: Briand, Marine: Delcaſſé, Krieg Millerand,
Handel: Viviani, Finanzen: Klotz, Landwirtſchaft:
Pams, und Kolonien: Lebrun. Als wichtigſte Aufgaben
hat ſich das neue Kabinett die Ratiſikation des deurſch=
franzöſiſchen
Marokko=Abkommens, ſowie eine Reform der
Wahlen zum Ziele geſteckt.
* Paris, 14. Jan. Das Miniſterium hat ſich
endgültig gebildet und zeigt folgende Zuſam=
menſetzung
: Poincaré, Präſidium und auswärtige An=
gelegenheiten
; Briand, Juſtiz; Steeg, Inneres; Millerand,
Krieg; Delcaſſé, Marine; Klotz, Finanzen; Jean Dupuy,
Oeffentliche Arbeiten; Pams, Ackerbau; Lebrun, Kolonien;
Léon Bourgeois, Arbeit und ſoziale Fürſorge; Guiſthau,
Unterricht; Fernand David, Handel. Unterſtaatsſekretäre:
Léon Berard, Schöne Künſte; Chaumet, Poſten und Tele=
graphen
; Besnard, Finanzen.
* Paris, 14. Jan. Das Kabinett Poincaré
konſtituierte ſich in der bereits gemeldeten Beſetzung end=
gültig
. Das Unterrichtsminiſterium übernimmt Guiſthau,
das Handelsminiſterium Fernand David. Unterſtaats=
ſekretäre
ſind: Léon Berard für die Schönen Künſte, Chau=
met
: Poſt, Besnard: Finanzen. Die Mitglieder des
neuen Kabinetts verſammelten ſich geſtern abend und
verſtändigten ſich über die Richtlinien der miniſteriellen
Erklärung, deren Wortlaut morgen in einer neuen Zu=
ſammenkunft
feſtgeſtellt wird. Poincaré wird alsdann
die neuen Miniſter dem Präſidenten Falliéres vorſtellen,
Dienstag wird ſich das neue Kabinett der Kammer und
dem Senat vorſtellen.
* Paris, 14. Jan. Ueber die Regierungser=
klärung
, in welcher das neue Miniſterium am Diens=
tag
vor dem Parlament ſein Programm kennzeichnen
wird, verlautet: Mit Nachdruck wird darin auf die Not=
wendigkeit
der raſcheſten Erledigung des
deutſch=franzöſiſchen Abkommens hingewie=
ſen
und die Bereitwilligkeit ausgeſprochen, jetzt mit Un=
terſtützung
der republikaniſchen Parteien die Wahlreform
ſowie das Beamtenſtatut durchzuführen. Schließlich
wird das Miniſterium ſeinen feſten Entſchluß betonen,
mit aller Kraft für die Aufrechterhaltung der öffentlichen
Ordnung zu ſorgen und der Regierungsautorität Gelt=
ung
zu verſchaffen. Es heißt, daß Miniſterpräſident
Poincaré und Kolonialminiſter Lebrun bereits morgen
vor der mit Erörterung des deutſch=franzöſiſchen Abkom=
mens
betrauten Senatskommiſſion erſcheinen werden.
Paris, 14. Jan. In parlamentariſchen Kreiſen
verlautet, die Senatskommiſſion für die Beratung
des deutſch=franzöſiſchen Abkommens werde an Stelle
Bourgeois wahrſcheinlich Ribet zum Vorſitzenden und
an Stelle Poincarés Pierre Baudin zum Berichter=
ſtatter
wählen.
Paris, 14. Jan. Die Anhänger des Verhält=
niswahlſyſtems
ſind von dem neuen Kabinett be=
ſonders
befriedigt, da ſowohl der neue Miniſterpräſident,
Poincaré, wie der neue Miniſter des Innern, Steeg,
wiederholt eifrig für eine Wahlreform im Sinne der
Verhältniswahl eingetreten ſind.

Der italieniſch=türkiſche Krieg.

* Rom, 12. Jan. Aus den eingegangenen Mel=
dungen
geht hervor, daß von der arabiſchen Küſte des
Roten Meeres eine Expedition türkiſcher
Truppen aufbrechen wird, um über Aegypten nach
der Cyrenaika zu marſchieren. Italieniſche Schiffe
werden Kreuzfahrten unternehmen, um dies zu verhin=
dern
. Der Kommandant der Cerrina meldet aus Maſ=
ſaua
, daß die italieniſchen Torpedobootszerſtörer Pie=
monte‟
, Garibaldino und Artigliere am 7. Januar
vor Konfud auf 7 türkiſche Kanononboote und eine ar=
mierte
Jacht geſtoßen ſind; nach heftigem Kampfe wur=
den
die Kanonenboote zerſtört und die Jacht weggenom=
men
. Die Italiener hatten keine Verluſte.
* Rom, 13. Jan. Zu den Nachrichten über eine
Niederlage der Italiener bei Homs ſchreibt
die Tribuna: Es handelt ſich nicht um einen Ausfall.
Ein kleiner Teil unſerer Truppen, der am 6. Januar die
Befeſtigungsarbeiten deckte, wurde heftig von zahlreichen
Arabern und Türken angegriffen. Nach einem mehrſtün=
ſtündigen
Gefechte mußte der Feind ſich mit ſchweren Ver=
luſten
zurückziehen. Unſere Truppen, die nach Vollendung
ihrer Arbeiten ins Lager zurückkehrten, hatten bei den
Kämpfen bloß 7 Tote und 21 Verwundete.
Paris, 14. Jan. Gegenüber den von italieni=
ſcher
Seite erhobenen Beſchwerden, daß die tu=
neſiſchen
Vehörden die Neutralität zu Gunſten der
Türken verletzten und insbeſondere die Verprovian=
tierung
der türkiſchen Streitkräfte von Tunis aus zu=
ließen
, weiſt der Temps darauf hin, daß die Italiener
auf dem Seeweg von Tunis nach Tripolis rieſige Pro=
viantmengen
, ſowie eine große Anzahl von Kamelen be=
ördert
haben.

Die Revolution in China.

* Schanghai, 12. Jan. Die Revolutionäre
In Nanking ließen durch ihren Miniſter des Aeußern
Wang Chung Hui den Kabinetten der Mächte
folgendes telegraphiſch mitteilen: Ich habe die Ehre
Sie zu benachrichtigen, daß der Nationalkongreß, 17 Pro=
vinzen
repröſentierend, auf ſeiner Zuſammenkunft in
Nanking Sunyatſen zum proviſoriſchen Präſidenten
dieſer Provinzen wählte. Vizepräſident der Republik
China iſt Liynanhung. Das Miniſterium beſteht
aus folgenden Miniſtern: Miniſter des Aeußern Wang
Chung Hui, Kriegsminiſter Ku Angſin, Marineminiſter
Huangtſunying, Juſtizminiſter Wutingfang, Finanzmini=
ſter
Chenchentao, Miniſter des Innern Chengrebeuan,

Unterrichtsminiſter Tſaiyuanpei, Miniſter für Handel und
Induſtrie Chaugchin, Verkehrsminiſter Tangſhouchin.
Für die Provinzen Kwantung, Kuangſi, Yuennan, Kwei=
chuw
, Szetſchuan, Hunan, Hupeh, Anbui, Kiangſi,
Kiangſu, Tſchekiang, Fukin Chenſi und Chenſa ſind Zi=
vil
= und Militärgouverneure ſowie andere Beamte von
der republikaniſchen Regierung ernannt worden. Die
Regierung übt die Kontrolle in allen Vertragshäfen, mit
Ausnahme Tientſins und Niutſchwangs aus. Das Ge=
ſetz
und die Ordnung ſind jetzt in den Provinzen geſichert.
Die Zentralregierung erachtet ſich für verantwortlich für
das Andauern der Ruhe und ſie wird mit äußerſter Ge=
wiſſenhaftigkeit
alle Regeln und Beſtimmungen beachten,
die bei ziviliſierten Völkern üblich ſind. Sie vertraut ferner
darauf, daß ihr dieſelben Rechte und Privilegien zuer=
kannt
werden, welche ſich die Mächte gegenſeitig ge=
währen
.
* Peking, 12. Jan. Die Mandſchuprinzen
haben ſich heute verſammelt und den Beſchluß gefaßt, den
Thron zu erſuchen, ſich unverzüglich nach Kehol zurück=
zuziehen
.
* Kuldſha, 12. Jan. In Neu=Suidun wurde am
9. Januar die neue revolutionäre Regierung
ausgerufen, an deren Spitze General Huſantu ſteht. Die
Regierung forderte die Bevölkerung zur Ordnung und
zum Schutze der Fremden auf. Aus Suidun eingetroffene
chineſiſche Offiziere überbrachten dem ruſſiſchen Konſul
ein Schreiben der neuen Regierung, deren Aufrufe, die
überall angeſchlagen ſind, Belohnungen für die Verhin=
derung
von Unruhen verheißen und jede Störung der
Ordnung oder Beleidigung von Ausländern mit Todes=
ſtrafe
bedrohen. Der Taotai von Kuldſha enthält ſich
der Einmiſchung. Am 10. Januar ſtellte ſich Alt=Suidun
auf die Seite der Revolutionäre und hißte weiße Flag=
gen
. Die Ausländer ſind außer Gefahr. Am 12. Januar
verſtärkte die neue Regierung, die den Mandſchus in den
Regimentern nicht traut, die Garniſon durch Dunghanen.
In Kuldſha iſt alles ruhig.
* Petersburg, 13. Jan. Gegenüber den Meldun=
gen
auswärtiger Blätter, daß Rußland beabſichtige, 6
neue Konſulate in der Mongolei zu errichten und die
Wachen zu verſtärken, wird die Petersburger Telegraphen=
agentur
zu der Mitteilung ermächtigt, daß dieſe Meldungen
vollſtändig unbegründet ſind. Es beſteht nicht die Abſicht,
neue Konſulate einzurichten, um die Zahl der beſtehenden zu
vermehren, noch die Wachen zu verſtärken, die in Urga 150
Mann, in Kobdo und Uljaſſutai je 25 Mann ſtark ſind.

Jubiläumsſitzung der Turngemeinde.

C Im großen Saal der Turngemeinde, der feſtlich=
närriſchen
Schmuck trug, fand geſtern abend die große
Jubiläums=Damen= und Herrenſitzung der Turngemeinde
ſtatt, die ſich wie immer in der Turngemeinde, ſehr zahl=
reichen
Beſuches zu erfreuen hatte, und von beſter fröh=
licher
Stimmung begleitet war. Schon als mit der tra=
ditionellen
Verſpätung unter Fanfarenklängen der Große
Rat ſeinen Einzug hielt, griff dieſe fidele Stimmung
Platz und hielk bei der Reichhaltigkeit und Vielſeitigkeit
des Programms auch während des ganzen Abends vor.
Das Präſidium lag wieder in Händen des Herrn Fill=
mann
, der in ſeiner Begrüßungsanſprache diesmal an
Stelle des Heinerdialektes vier Dichter aus dunklem Reich
der Schatten erſtehen ließ und in ihrer Art und Dicht=
kunſt
die Schar der Närrinnen und Narren herzlichſt be=
grüßte
. Das im Anſchluß an dieſe Begrüßung geſungene
Lied Nr. 1 war von Fräulein Schneider gedichtet,
einem der jüngſten Sproſſen der Familie, die uns ſchon
viele Karneval= und Lokaldichter beſchert hat. Der jungen
Pegaſusamazone wurden Blumen zum Dank gereicht,
und die Narrenſchar brachte ihr ein Hoch. Das witzig=
ſatiriſche
Protokoll verlas Herr Caprano. Er wußte
viele lokale und hochpolitiſche Begebenheiten des letzten
Jahres in humorvoller Weiſe zu geißeln und errang viel=
fachen
Beifall und zahlreiche Tuſchs. Der Präſes über=
reichte
dem bewährten Protokoller für ſeine vorzügliche
Leiſtung den Jubiläumsorden. Der Präſident begrüßte
ſodann die anweſenden Gäſte und erinnerte bei dieſer
Gelegenheit daran, daß der Karneval ins Leben ge=
rufen
vom jetzigen Ehrenpräſidenten der Karnevalgeſell=
ſchaft
Narrhalla, Max Anſpach in der Turngemeinde
ſtets eine gute Pflegſtatt gefunden hat und daß das auch
in Zukunft ſo bleiben wird. Die Herren Illgen und
Winkler gratulſerten zum Jubiläum und ſprachen im
Namen der begrüßten Gäſte Dank aus. Sie durften eben=
falls
den Jubiläumsorden an ihre Bruſt heften. Dann
ſtieg Lied Nr.2 das zum Jubiläum vom Karneval=
verein
Beſſungen gewidmet war. Als Dichter des
ſchönen Liedes wurde Herr Heß, Mitglied des K. V. B.
dekoriert. Dann betrat ein Schuſterjunge die Bütt, um
kurz vor der Beendigung ſeiner Lehrzeit nochmal ſei
bees Maul ſpazieren gehen zu laſſen. Es war Narr
Brück, der für ſeine Leiſtung den Hans Sachs=Orden
erhielt. Durch den Vortrag von Liedern errang ſich der
kleine Caruſo Herr Fay ſeinen Orden. Als Autor des
nächſt geſungenen Liedes wurde Herr Singer mit dem
Unſchuldsorden dekoriert. Turneriſche Aufführungen
brachten dann eine angenehme Abwechſelung ins Pro=
gramm
. Unter Leitung des Herrn Seidel brachte eine
lnzahl tüchtiger Turner neuartige Uebungen am Längs=
pferd
, und zwar als Jockeis, frei nach Zirkus Charles,
mit Einſchluß des Clowns. Herr Seidel errang mit den
tadelloſen turneriſchen Darbietungen, die mit Pyrami=
den
abſchloſſen, ſtürmiſchen Beifall und den Orden für
Mut und Kraft.
Mit Darbietungen, die in meiſterhafter Weiſe Kunſt
mit fidelſter Laune verbanden, und die ſelbſtredend ſtür=
miſchen
Beifall auslöſten, erfreuten ſodann Fräulein
Grünberg und Herr Jordan vom Großh. Hof=
theater
durch Duett=Geſänge. Zum Lobe von Fräulein
Grünberg iſt in unſerem Blatte ſchon ſo oft und viel ge=
ſchrieben
, daß dem nichts mehr hinzuzufügen iſt. Das
gleiche darf von Herrn Jordan geſagt werden. Fräulein
Grünberg erhielt einen prächtigen Blumenſtrauß über=
reicht
und Herr Jordan einen Orden am Bande, womit
er (nach ſeinen eigenen Worten) endlich in geordnete Ver=
hältniſſe
kam.
Nach einem Melodram des Narren Bell, das
dieſer tatkräftigen Stütze des Karnevals der Turnge=
meinde
den Heiratsorden eintrug, nahm der Präſident
Gelegenheit, den inzwiſchen erſchienenen Herrn Max
Anſpach als Gründer des Karnevals der Turngemeinde
aufs herzlichſte zu begrüßen und ihm unter dem Jubel
der ganzen Gemeinde den Jubiläumsorden zu ver=
eihen
. Herr Max Anſpach dankte, hob die Verdienſte
der Turngemeinde um die Hebung des Karnevals in
Darmſtadt hervor und brachte ein ſtürmiſch aufgenom=
menes
Hoch auf das Wachſen und Blühen des Karnevals
in Darmſtadt aus. Lied Nr. 3 war von Herrn Louis
Geiſt gedichtet, der aber leider durch Abweſenheit

glänzte. Nachdem dann die Hauskapelle das Wort ge=
habt
und Herr Hauske den wohlverdienten Orden an=
heften
konnte, erfreute Herr Jordan nochmals durch
Coupletvorträge, von denen das rühmlichſt bekannte
Weh’, Wehchen den ſtärkſten Applaus errang. Lied 4
hatte Herr Bell gedichtet. Daß die Turngemeinde
auch über muſikaliſche Genies verfügt, bewies Narr
Krämer, der ſich als muſikaliſcher Exzentrik=Künſtler
produzierte und neben rauſchendem Beifall den Muſik=
Orden errang. s Geiſte Louis, der inzwiſchen erſchienen,
durfte ſodann ſeinen Orden in Empfang nehmen, für den
er gereimt dankte. Als Arbeitsloſer hielt Narr Held
einen Vortrag, der ihm neben wohlverdientem Applaus
den Heiner=Orden eintrug. Für das nächſte Lied zeichnete
Präſident Filllmann ſelbſt verantwortlich, der dafür,
und gleichzeitig für die vorzügliche Leitung der Sitzung,
den Haus=Orden erhielt. Dann hielt Kaſpar Hildebrand
(Narr Maurer) mit ſeinen Janitſcharen ſeinen Ein=
zug
, um durch fidelen Geſang und vortreffliche Pyrami=
den
der Turner zu erfreuen, wofür der Leiter, Herr
Maurer, den Hildebrand=Orden erhielt.
Von lebhaftem Beifall begrüßt betrat dann Fräulein
Grünberg nochmals die Bühne, und diesmal wurden
ihre vorzüglichen launigen Darbietungen mit dem Jubi=
läumsorden
am Bande gebührend ausgezeichnet. Ebenſo
erhielt Herr May, der die Begleitung der Soliſten am
Klavier übernommen hatte, einen Orden.
Eine Frau Pfefferloch vom Komitee des Blu=
mentages
brachte verſchiedene Erlebniſſe aus den Sitz=
ungen
der Blumentags=Komitees und vom Blumentag
ſelbſt, auch erzählte ſie über ihre 25jährige Ehe. Narr
Schadt=Beſſungen war der Vortragende, er hatte ent=
ſchieden
den Vogel abgeſchoſſen, denn ſein Vortrag darf
als beſter des Abends gelten. Der Haus=Orden war der
verdiente Lohn. Es folgten verſchiedene Ordensauszeich=
nungen
; Narr Kraus erhielt für die Beſchaffung der
wunderbaren Dekoration, Narr Meyer für die Kaſſe=
führung
, Narr Klier für ſeine Arbeit, Narr H.
Schwarz für ſeine aufopfernde Tätigkeit Orden. Lied=
Nr. 6: Städtiſche Projekte Verfaſſer Karl Bell, der den
Jubiläums=Orden erhielt, wurde geſungen, dann kam
wieder ein Schuſterjunge, Herr Veith=Beſſungen, zu
Wort, der viel Beifall erntete und mit dem Klopptan=
Orden belohnt wurde. Das Schlußlied Blumentag.
Verfaſſer Jean Wandel, war ein würdiger Abſchluß
des reichhaltigen Programms.

Darmſtadt, 15. Januar.
C Doppelgeburtstagsfeier der Eiſenbahner. Der Verband
mittlerer Staatseiſenbahnbeamter, Ortsgruppe Darmſtadt,
beging geſtern nachmittag im Fürſtenſaal die Geburtstags=
feier
Sr. Maj. des Kaiſers und Sr. Königl. Hoh. des Groß=
herzogs
in ſinniger und gemütvoller Weiſe. Der Feſtmarſch
Grüß Gott von Komczak leitete die Doppelfeier wir=
kungsvoll
ein. Die Feſtanſprache hielt der Vorſitzende, Herr
Oberbahnhofsvorſteher Kühnly. Seine kernhaften, in
formvollendeter Weiſe gegebenen Ausführungen gipfelten in
der Erneuerung des Treugelöbniſſes gegen den Schutz= und
Schirmherrn des deutſchen Reiches und den Landesherrn
und in der Verſicherung, daß die Fürſten allezeit der gewal=
tigen
Schar der Eiſenbahner feſt vertrauen können, die nie
vergeſſen werden, was ſie dem Vaterland und den Herſchern
ſchuldig ſind, und in deren Kreiſen Neid, Mißgunſt und
Hader keine Stätte haben. Mit einem brauſend wieder=
hallenden
Hoch auf Kaiſer und Großherzog ſchloß die Feſt=
rede
Dann teilte ſich der Vorhang und inmitten von
Blumen= und Pflanzengruppen erſchien in bengaliſcher Be=
leuchtung
zunächſt die Büſte des Kaiſers, dann die des
Großherzogs, und die Feſtverſammlung ſang die Hymnen.
Das reichhaltige Programm wickelte ſich dann flott ab. Die
geſanglichen Darbietungen wurden eingeleitet durch zwei
Lieder Das Veilchen von Mozart und Der Vogel im
Walde von Taubert, geſungen von Frau Nelly Kömpf.
Die Sängerin, die mit gutgeſchultem, weichtimbriertem
Sopran von faſt baritonaler Färbung die Lieder ebenſo
wie die ſpäter geſungenen von Wolf, Prieg und Hildach
in gehaltvollem Vortrag zu beſter Wirkung brachte, errang
wohlverdienten, reichen Beifall. Frau Fränze Alt=
ſchüler
und Frl. Frieda Krauſemann trugen das
hübſche Tanzduett Das Tanzpärchen von Leo Heller vor
und beſchloſſen ſpäter mit einer reizend geſungenen und
geſpielten Operette Lieschen und Fritzchen (1 Akt von
Offenbach) unter rauſchendem Beifall das Programm. Frl.
Frieda Altſchüler, eine noch jugendliche, kleine Künſt=
lerin
, trug, mit ſehr bemerkenswerter Routine, das Kuß=
lied
aus der Operette Ein Herbſtmanöver von E. Käl=
männ
, und ſpäter einige Couplets vor, die ihr ein erheb=
lich
Teil am Erfolg des Abends ſicherten. Die ſchön ver=
laufene
Feier beſchloß in üblicher Weiſe ein Tanz, dem die
Jugend wie das Alter bis nach Mitternacht huldigten.
C Darmſtädter Jngendwehr. Die zweite Zu=
ſammenkunft
der Darmſtädter Jugendwehr auf dem hie=
ſigen
Exerzierplatz am Sonntag nachmittag hatte wieder
eine ſehr ſtarke Beteiligung der Knaben aus allen Be=
völkerungskreiſen
aufzuweiſen. Die Beteiligung war dies=
mal
doppelt ſo groß wie am vorigen Sonntag. Beſonders
aus den oberen Bürgerſchulen waren zahlreiche Schüler
erſchienen. Nach einer Verleſung durch den Leiter der
Jugendabteilung, Herrn Oberleutnant Deiß, marſchierten
die Knaben in ſtrammer Marſchkolonne und begſinſtigt
durch ein prächtiges Winterwetter nach dem Griesheimer
Schießplatz, woſelbſt wieder kameradſchaftliche Jugend=
ſpiele
ſtattfanden, die die Knabenſchar bis zum Abend
beſchäftigten. Reich geſtärkt durch die Bewegung in
Gottes freier Natur und mit einem nicht minder ſtarken
Appetit kehrten die Knaben in die Häuslichkeit des
Elternhauſes zurück. Zu dem 2. Appell waren auch
wieder zahlreiche Vorſtandsmitglieder der vereinigten
Kriegervereine, ſowie auch viele Lehrer erſchienen, die mit
großem Intereſſe den Jugendſpielen folgten.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 13. Jan. Zwiſchen Preußen und Braun=
ſchweig
iſt von den dazu bevollmächtigten Kommiſſaren
der Staatsvertrag über die Herſtellung der Eiſenbahn
Celle=Braunſchweig abgeſchloſſen worden.
* Berlin, 14. Jan. Der Kaiſer konferierte heute
im königlichen Schloß mit dem Reichskanzler.
* Berlin, 15. Jan. Die Nacht zum Sonntag dürfte
die kälteſte der letzten 10 Jahre geweſen ſein. Das
Thermometer zeigte 17 unter Null. Auf den Seen der
Umgebung Berlins bildeten ſich ſo ſtarke Eisflächen
wie ſeit Jahren nicht mehr. Mehrere Todesopfer
ſind beim Schlittſchuhlaufen zu beklagen und beim
Rodeln ereigneten ſich mehrfach ſchwere Unfälle.
Die Schiffahrt iſt auf Spree und Havel ganz eingeſtellt.
In den Laubenkolonien wurde ein Obdachloſer er=
froren
tot aufgefur den. Ebenſo mehrere Perſonen,
die halberfroren ins Spital geſchafft werden mußten. Die
Obdachloſenaſyle ſind überfüllt.

[ ][  ][ ]

Eunden, 15. Jan. Geſtern abend brachen bein
Schlittſchuhlaufen eine große Anzahl Perſonen
ein. 27 konnten aus den Fluten gerettet werden. Mehrere
werden vermißt.
* Bromberg, 14. Jan. Die Oſtdeutſche Rund=
ſchau
meldet: Die bei dem Beſitzer Gorski in Jaruſchin
im Kreis Bromberg tätige Dienſtmagd Wanda Rakowski
wurde beim Dreſchen von einer Welle erfaßt und mehr=
mals
herumgeſchleudert. Der Kopf der Verunglückten
wurde völlig geſpalten, ſodaß der Tod auf der Stelle
eintrat. Wie es heißt, fehlte eine Schutzvorrichtung.
* Paris, 14. Jan. Nach neuen Meldungen wird
die Panzerdiviſion des Mittelmeergeſchwgders das
engliſche Königspaar auf deſſen Rückkehr aus Indien
nicht in Gibraltar, ſondern bereits in Malta be=
grüßen
.
Madrid, 14. Jan. Das Kabinett Canalejas iſt
zurückgetreten.
* Petersburg, 14. Jan. Dem ruſſiſchen Geſandten
im Haag, Grafen Pahlen, iſt ſein krankheitshalber
eingereichtes Abſchiedsgeſuch bewilligt worden.
* Konſtantinopel, 13. Jan. Kammer. Bei der Fort=
ſetzung
der Beratung über den Artikel 35 der Verfaſſung be=
gründete
heute der Unterrrichtsminiſter die Notwendigkeit,
dem Souverän das Recht zur Auflöſung zu geben. Die ge=
genwärtige
Form der Konſtitution gebe der Kammer die
Vorherrſchaft, die, wenn ſie dauernd würde, ſtets, wie die
Geſchichte zeige, zur Anarchie oder zu einem Staatsſtreich
führe. Der Großweſier wolle die Abänderung der Verfaſſ=
ung
nicht, um Frieden zu ſchließen, ſondern um eventuell
Friedenspräliminarien aufſtellen zu können. Die Kammer
lehnte mit 125 gegen 105 Stimmen die Verfaſſungsänder=
ung
ab.
Algier, 14. Jan. 1200 Mann deutſche Kolonial=
truppen
, die mit dem Poſtdampfer Patrizia im
hieſigen Hafen ankamen, beſuchten heute morgen die
Stadt und Umgebung in Gruppen unter Führung von
Offizieren. Es wurde ihnen ein ſehr herzlicher
Empfang bereitet.
* New=York, 13. Jan. Die ſtrenge Kälte dauert
an und wirkt in verſchiedenen Landesteilen ſehr nachteilig
auf den Geſchäftsverkehr ein. Heute hatte New=York den
kälteſten Tag der letzten acht Jahre. Es herſcht großes
Elend. Die Obdachloſen werden in Kirchen untergebracht.
New=York, 14. Jan. Der Bruder des Präſidenten
Taft, Charles P. Taft nahm die Mitgliedſchaft des
Ehrenausſchuſſes für die Fahrt amerikaniſcher Lehrer
nach Deutſchland an.
* Buenos Aires, 13. Jan. Der Eiſenbahner=
ſtreik
iſt auf die Lokomotivführer und Heizer, an dem
8000 beteiligt ſind, beſchränkt. Es verkehren nur wenig
Züge. Einige Güterzüge bedienen neu eingeſtelltes Per=
ſonal
. Zum Schutze der Bahnhöfe, Werkſtätten und
Linien ſind Truppen aufgeboten. Gewalttaten ſind nicht
vorgekommen. Die Streikenden verhalten ſich ſehr ruhig.
Da die Ernte durch Regenwetter verzögert wird, verur=
ſachte
der Streik geringen Schaden. Die Zeitungen for=
dern
ein Schiedsgericht.
* Buenos Aires, 14. Jan. Der Eiſenbahner‟
Ausſtand dauert fort. Von den Streikenden hat nie=
mand
die Arbeit wieder aufgenommen. Es herrſcht voll=
ſtändige
Ruhe.
* Santiago de Chile, 14. Jan. Der Miniſter des
Aeußern Rodriguez hat ſeine Entlaſſung genommen.

Belgrad, 13. Jan. Der Zar hat durch den ruſ=
ſiſchen
Geſandten in Belgrad den König Peter erſuchen
laſſen, dem Geſetz ſeine Zuſtimmung zu verweigeren, wo=
nach
ſeiner Tochter, der Prinzeſſin Helene Kara=
georgewitſch
, der Gemahlin des Prinzen Johann
von Rußland, 1½ Million Fr. Mitgift ſtatt der bisheri=
gen
Apanage von 60000 Fr. jährlich nachbewilligt wurde.
Die Annahme dieſes Geſetzes erfolgte ſeinerzeit in der
Skuptſchtina mit drei Stimmen Mehrheit. Ferner hat der
Zar den ruſſiſchen Geſandten beauftragt, dem Präſidenten
der Skuptſchtina mitzuteilen, daß die Haltung der Skupt=
ſchtina
in Petersburg peinlich berührt habe. Der Zar habe
geglaubt, die Bewilligung einer Mitgift an die Prinzeſſin
ſei ein Wunſch des ſerbiſchen Volkes, erſt aus der Debatte
habe er den wahren Sachverhalt erfahren. Er ſei ſelbſt
viel zu reich, als daß er zugeben werde, daß eine ſeiner Ver=
wandten
die Hilfe eines armen Volkes in An=
ſpruchnehme
.

Serüber 50 Jahren bewährt
bei Husten und Heiserkeif
EineSchachtel mit 2
Sentole Köhren
1g

1a.

Schlus des
Inventur-Ausverkauf
Dienstag, den 16. Januar.
Besonders günstige Kaufgelegenheit für
Braut-Ausstattungen
welche auf Wunsch aufbewahrt und zu
Ausverkaufspreisen auch später abgeliefert
werden.
C. F Erb Nachf.
Obere Elisabethenstr.

(1533fo

Saison-Ausverkauf.
Hermann Berger, Hoflieferant
10 Ernst-Ludwigstrasse, Ecke Marktpassage.
Spezialhaus für Damen-Konfektion.
Das ganze Lager ist zu sehr ermäßigten Preisen
dem Ausverkauf unterstellt.
(809a

Aus dem Geſchäftsleben.
Graf Rumford, der bekannte Volkswirtſchaftler
und Philantrop, hatte Ende des 18. Jahrhunderts eine
Suppe zuſammengeſtellt, die nach ihm Rumfordſuppe‟
genannt wurde. Er wollte in der damaligen teuren
Zeit der Bevölkerung eine billige, dabei nahrhafte und
wohlſchmeckende Suppe ſchaffen. Seinen Zweck erreichte
er, denn die Suppe fand allgemein Beifall. Ihre Haupt=
beſtandteile
waren Graupen, Erbſen und Kartoffeln.
Im Laufe der Zeit hat die Nahrungsmittel=Induſtrie
das Rezept verfeinert. Man verlange Maggi’s
Rumfordſuppe.

(125a

H. & F. Becker

Gr. Hess. u. Kaiserl. Russ. Hoflieferanten
DARMSTADT Wilhelminenstr. 17.
Spezial-Abteilung f. Herrenhemden nach Mass
Beste Stoffe a Eleganter Sitz s Feinste Wäsche.
Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. REICH
Grösste u. leistungsfähigste Färberei in Darmstadt
Telephon 1501 und 1472.
(125a

Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Heute vormittag 11¾/ Uhr verschied unerwartet infolge eines Herzschlages
mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel (1814
Ferr Ion Wileher
Restaurateur
im 62. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Kätchen Michel
Hans Michel
Albert Michel
Toni Michel.
Darmstadt, Berlin, Brüssel, am 13. Januar 1912.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. ds. Mts., um 3¼/ Uhr vom Sterbehause, Mathilden-
platz
4 aus, statt; die Einsegnung ¼ Stunde früher.
Kondolenzbesuche dankend verbeten.

Krieger-Verein
Darmſtadt.
Todes=Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied und Feldzugs=
kameraden
, Herrn
(1815

Johannes Michel

Gastwirt
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den
16. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbe=
haus
Mathildenplatz 4 aus, ſtatt. Sammlung
am Sterbehaus.
Zur Teilnahme an der Beerdigung wer=
den
die Kameraden Schupp bis Zöller, ſowie
der 3. Bezirk erſucht.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute entſchlief ſanft im 76. Lebensjahre
meine liebe Frau, unſere gute Mutter, Schwie=
germutter
, Großmutter und Tante (1816
Karoline Gunschmann
geb. Klein.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Karl Gunschmann, Lehrer i. P.,
Familie Otto Gunschmann,
Adam Lorenz.
Darmſtadt, den 14. Januar 1912.
Taunusſtraße 39.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
2 Uhr, vom Portal des Friedhofs aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.

Tiefbetrübt machen wir die traurige Mit=
teilung
, daß unſer lieber, guter treuſorgender
Gatte, Bruder, Schwager und Onkel (1792
Herr Bernhard Keil
Kaufmann
Freitag abend nach kurzem ſchweren Leiden
im Alter von 27 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen
i. d. N.:
Eva Keil, geb. Krämer.
Darmſtadt (Mollerſtraße 43), Weiskirchen,
Frankfurt a. M., Offenbach a. M.,
13. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 15. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portal des hieſigen
Friedhofes aus, ſtatt.

Tageskalender.

Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): Fauſt.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Kammermuſik=Abend des Darmſtädter Streich=
quartetts
um 8 Uhr im Hotel Zur Traube‟.
Vortrag von D. Dr. Diehl um 8½ Uhr im Saalbau
(Odenwaldklub).
Hauptverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der Krone‟
Generalverſammlung des Bezirksvereins Altſtadt
um 9 Uhr in der Krone‟.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Equitable=Palaſt in New=York, Krönung des Königs
von Siam, Ruinen des römiſchen Kaiſerpalaſtes in
Trier und Lincolns Geburtshaus.

Verſteigerungskalender.

Dienstag, 16. Januar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 1 Uhr in der ehe=
maligen
Riedmatterſchen Penſion zu Traiſa.
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Pfung=
ſtädter
Gemeindewald (Zuſammenkunft an der Gries=
heimer
Brücke).
Stamm= u. Vrennholz=Verſteigerung u. 9½ Uhr
im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft
im Diſtrikt Finſterhöllenberg am Eingang des Waldes.
Stammholz=Verſteigerung um 2 Uhr der Ge=
meinde
Goddelau (Zuſammenkunft auf dem Sandbach=
damm
zunächſt dem Philippshoſpital).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktlonellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Soumh melktauf 1or Uahduf

Grosse
Preisermässigung
in allen Abtellungen
Kleiderstoffe
Blusenstoffe
Anzugstoffe
Baumwollwaren
Weisswaren
Wäsche
Schürzen
Unterröcke
etc. etc.

Sehr billige
Gelegenheitsposten
Damenwäsche
Ausstattungsartikel
Wollene Bettkoltern
Knaben-und Mädchen-
Sweater
Steppdecken
Bettvorlagen
Tischdecken
Handtücher
etc. etc.

Markt10
IAKSfan
am Rathaus.

Schützenstr. 3, 1. St.
elegante Wohn., 5 Zim., Veranda,
Bad u. ſonſt. Zubeh., Gas u. elektr.
Licht, per ſof. zu verm. (332oms
Rückertstr. 26, part.
nächſt der Heinrichſtraße, elegante
5 Zimmerwohn. mit Bad u. allem
Zubehör per 1. April zu vermieten.
Preis 750 Mk. Einzuſehen nach=
mittags
35 Uhr. (B940ods

Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 1012 u. 35 Uhr.
Näh. daſ. part.
(1365t

Waldstr. 33, I. St.
5=Zimmerwohn. mit Zubehör per
1. April zu vm. Näh. 2. St. r. (785omf

Soderſtr. 114, 2. St.
in freier Lage ſchöne 5=Zimmer=
Wohnung mit Gas, Bad, Veranda
und allem Zubehör per ſofort oder
1. April zu vermieten. (1796ms

Schöne 4=Zimmerwohnung
1. Stock, per 1. Februar. Mauer=
(537ods
ſtraße 14.

ſchöne Vier=
Kiesbergſtr. 52 Zimmerwohn.
mit allem Zubehör
1. Stock Mark 480 per ſofort
2. Stock Mark 450 p. 1. April
Näheres dorten 3. Stock oder
Schulſtr. 7 (Laden).
(1756a

Grafenstrasse 18
2 ſchöne Wohnungen 4 u. 5 Zim.
mit all. Zub. bis April zu verm.
Näh. Kaiſerſaal Büfett. (588oms

iſt eine 3 Zim=
Kaſinoſtr. 19, merwohnung.
neu hergerichtet, z. verm. (731od

Ecke
Karlstrasse 25, Hölges=
ſtraße
, 1. St., 3=Zimmerwohnung m.
Zubehör per 1. April z. vm. (63oms

Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3=Z.=Wohnung per ſofort. (3660

Saalbaustr. 8, Große, ſchöne
3=Zimmerwohnung evtl. 4 Zim., ab=
geſchl
. Vorpl. u. reichl. Zubeh. p. 1.
April z. verm. Erfr. 1. Etage. (*1086om

Uhre

Fuhrmannstr. 1
ſchöne neuhergerichtete 2 Zimmer=
wohnung
ſofort zu vermiet. (*934so

Holzſtr. 10 1=Zimmerwohn. u.
Küche zu vermieten.
(287oms

Smmen

ganz oder teilweiſe
zu vermieten.
Näheres zu er=
Villt
fragen im (1795a
Kurhaus Trautheim
bei Nieder=Ramſtadt.

Ofe

Der von der Firma Zenner & Co.,
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
1. Auguſt d. J. anderweit. zu verm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (1381oms

nebſt Magazin mit
Hell. Laden oder ohne 3 Zim., für jed. Geſchäft geeign.
Ecke Saalbauſtr. u. Marienpl. 8,
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vermieten. Näheres Hügelſtr. 27,
Kontor.
(730od

Mblierte Zimmer

Wohn= u. Schlaßimmer
elegant möbl., in feinem Hauſe,
uhige und freie Lage, an nur ſolid.
beſſeren Herrn zu verm. Anzuſ. v.
113 Uhr nachm. Darmſtr. 51, II.,
Ecke Beckſtraße.
(1444a
Obere Hügelſtr. 19, Ecke
Schützenſtr., 2. Et., ſch. möbl.
Zimmer zu verm.
(19t

Eliſabethenſtr. 40, eleg, möbl.
Zimmer ſofort zu vermieten. (22t

Beſſungerſtr. 8, III., ein möbl.
Zimm., ſep. Eing., ſofort. (B1282t

Eliſabethenſtr. 26 (bei Klein),
kl. möbl. Zim. an anſt. Fräul. od.
jung. Kaufm. per ſof. zu vm. (1449t

Grafenſtr. 18, 3. Stock, rechts,
gut möbliertes Zimmer. (*913so

Dame od. Schülerin find. gemutl.
Heim mit od. oh. Penſ. Inſelſtr 38, I.
Auskunft v. 114 Uhr. (*1053omf

Schwanenſtr. 38, I., z. 1. Febr.
gut möbl. Zim., ſep. Eingang. (1673a
Ludwigsplatz 4, II, gut möbl.
Zimmer nach der Straße. (*965so
Waldſtraße 16 ein großes gut
möbliertes Zimmer. (1724oms
Löffelgaſſe 22 finden ſtellen=
loſe
Mädch. Unterkunft. (*1042soi
Wilhelminenſtr. 27, 3. St., gut
möbl. Zim. bill. z. verm. (1706oms
Ecke der Hoch= u. Kiesſtr. 34, I.
Gr. Zim. (Schreibt. )ſep. Eing. (V1697
Eliſabethenſtr. 46, Hth., pt. ſch.
mbl. Zim. p. ſof. zu vm. (*997so
Bleichſtraße 39, 3. St., Schlaf=
ſtelle
zu vermieten. (*1010so
Feldbergſtraße 34, 1. St., I.,
möbl. Zimmer zu verm. (*865fo
Hügelſtraße 2, Seitenbau, ein
möbl. Zimmer zu verm. (*916oim
Luifenſtr. 32, I., möbl. Zimmer
n. d. Straße ſof. zu verm. (*1072oi
Sch. möbl. Zim. mit Schreibt. u
Gas p. ſof. Grafenſtr. 27, IIII. (*108
Schloßgartenſtr. 11, 2. Stock
2 möbl. Zim. p. ſof. od. ſpät. (*1090
S0lort zu verm.
ein ſchönes großes
möbliertes Zimmer
mit ſeparatem Eingang, Frühſtück,
Gas, Zentralheizung
(1810a
Grafenſtraße 12, 3. St. rechts.
ol., mod. Bücher=, Weißzeug=,
Kleiderſchränke, pol., lack. Vertiko
in jeder Preislage, Schreibtiſche
(Dipl.) am billigſten
*1089) Wendelſtadtſtraße 2.

Nitz- u. Legewagen billig zu verk.
5Mathildenpl. 11, Hths. part. (*1095
26 Jahre altes Mädchen, 5000
Mark ſelbſt erſpart, ſchlanke Er=
ſcheinung
, wünſcht mit einem Herrn
von 40 bis 60 Jahren bekannt zu
werden zwecks ſpät. Heirat. Offert.
unt. S. I. hauptpoſtlag. (*1051oi

Kleiner gerrier
(Rüde), weiß, mit gelben Abzeichen
entlaufen. Wiederbringer Beloh=
nung
. Rittmeiſter Andrege, Her=
mannſtraße
41.
(*1071oim

Enllauien
eine ſiameſiſche Hauskatze,
kaſtanienbraun mit weißer Bruſt,
dunkelbraunen Kopf und Pfoten,
auf den Namen Pfeffer hörend.
Mitteilungen über den Verbleib
derſelben gegen gute Belohnung
Wilhelminenſtraße 30. (*1059oim

zugel., weiß m.
Jagdhund br. Flecken, geg.
Futterg. u. Inſer.=Koſten abzuh bei
Joh. Wagner II., Pfungſtadt. (*1047

kleines Kindergeld-
Vertoren börschen, enthalt.
1 Roſenkr. a. Amethyſt (teur. And.).
Geg gut. Bel. abz. i. d. Exp. (1772oi

Rosa seidene
Theaterhaube
am 11. d. Mts. abends Viktoria=,
Kahlert=, Frankfurterſtraße ver=
loren
. Abzugeben Viktoriaſtraße
(*1068
68 1. Stock.
Perloren lſchw.ſ. Handtaſche auf
dem Weg von Schwanenſtr.
Ballonpl. Gegen Belohng. abzug.
Liebfrauenſtr. 68, part. (*1309

Kurſe vom 13. Januar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

3f. Staatspapiere. IrPro=
4 Tſche. Reichsſchatzanw. 100, 10
3½ Deutſche Reichsanl.. 91,80
82,50
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100, 10
91,60
3½ do. Conſols ..
3 do. do.
82,40
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,60
do.
93,25
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .101,50
do.
90,25
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,80
do. do. (unk. 1918) 100,90
do.
90,20
do.
79,70
Sächſiſche Rente . . . 82,20
Württembergerv. 1907 101,40
do.
3
94,30
Bulgaren=Tabak=Anl.
½ Griechen v. 1887 . . 52,30
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 94,20
4 do. Goldrente . . 96,75
do. einheitl. Rente 91,10
3 Portug. unif. Serie I 65,10
do. unif. Ser. III 67,99
do.
Spezial. 10,40
5 Rumänier v. 1903 . . 101,0)
do. v. 1890. 95,40
do. v. 1905. 92.05

Zf.
4 Ruſſen v. 1880. . . . 92,75
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,25
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden. .
4 Serbieramort. v. 1895 87,60
4 Türk. Admin. v. 1903 85,29
4 do. unifiz. v. 1903 90,40
4 Ungar. Goldrente . . 92,40
do. Staatörente . 30,75
5 Argentinier . . . . . . 101,60
89,50
do.
½ Chile Gold=Anleihe . 93,90
5 Chineſ. Staatsanleihe
94,75
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 95,40
5 Innere Mexikaner . 97,8)
61,70
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 91,00
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
. 144,00
fahrt .
. 104,75
3 Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 403 114,75
6 Baltimore & Ohio. . 104,50
Gotthardbahn . . .

INVrst.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 154,00
0 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19,25
6 Pennfyloania R. R. 119,70
Indnſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 201,00
3 Werger=Brauerei . . . 74,00
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 497,00
14 Fabrik Griesheim . . 257,50
27 Farbwerk Höchſt . . . 535,75
20 Verein chem. Fabriken
346,00
Mannheim .
. 130,00
5 Lahmener .
164,90
7 Schuckert
12 Siemens & Halske. 243½
30 Adlerfahrradw. Kleyer 462,50
12 Bochumer Bb. u. Guß 231,0)
.207,75
17 Gelſenkirchen .
. 202,20
7 Harpene .
15 Phönix, Borgb. u. Hit=
. 256,25
tenbetrieb .
Prioritäts=
Obligationen.
9½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 89,20
. 100,20
Pfälzer Prt. .
do.
92,30
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
do. ſteuerfrei. 96,50
5 Oeſterr. Staatsbahn.
96,10
do.
do. alte . 80,30
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,90
81,70
do.
56,00
do.
Raab=Oedenburger. . 77,00
Ruſſ. Südweſt.. .
89,75
4 Kronpr. Rudolibahn . 96.60

n 1.
2½0 Ltvorneſer.
73,60
74,10
Miſſonri=Paeiſie
Dagdadbahn Mk. 408 84,40
Anatoliſche Eiſenb.. . 98,30
. 101,00
5 Tehuantepee .
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 173,40
6½ Darmſtädter Bank. . 126,60
12½ Deutſche Bank . . . 267,50
6 Deutſche Vereinsb. 124,80
10 Diskento=Geſellſchaft 192,10
8½ Dresdner Bank . . . 160,70
6½Mitteldeut. Kreditbk. 122,00
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 128,50
130,50
6½ Pfälzer Bank
138,50
6,45 Reichsbank
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 137,65
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypokh.=Bank
S. 16 und 17 99,20
3½ do. S. 19. . . . . 90,10
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
do.
89,75
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=B. 101,30
de.
3½
90,30
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
da.
89,50
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99.50
do. (unk. 1914) 89,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
3½
do.
90,60

Praj.
3k
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ ds.
90,10
4 Fras
100,80
8½ 28.
96,00
4 Gießan
99.70
3½ .
90,20
4 H
99,60
½
90,00
4
100,00
9½
90,00
-
½

3½,
100,00
½
89,80

100,30
3½ Nanhein
90,00
Nürnberg
100,20
3½ de.
90,80
4 Offenbad
-
½ do.
-
4 Wiesb
101.60
3½ da.
90,00
4 Werns
100,00
3½ de.
4 Liſſabonar u. 1686. . 80,90
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Eöln=Mindner 100 136,10
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. 100 109,00

In Jes,
8 Madrider Fs. 100 79,90
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
. .
.. 137,75
Oeſterr. 1860er Loſe 179,80
3 Oldenburger .
.126,50
2½ Raab=Grazer ſt. 150 115,50
Unvereinsliche
Anlebensloſe.
Augsburger
fl. ,
Braunſchweign Tlr. 20 210,00
Freiburger
Fs. 15
Mailändes
Fs. 45
da
Fs. 10
Meininge:
f. 7
Oeſterreichest. 1864 100
de. A 1858 100 456,00
Ungar. Gaaats 100
Bmediges Frs. 30 47,70
Türliſche
400 170,20
Gold, Sülber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,43
20 Kanls=Stücke
16,24
Oeſterr. 2=Kronen .
16,90
Amerilaniſche Roten
4, 19
Engliſche Noten.
20,16
Franzöſiſche Roten.
81,30
Holländiſche Noten .
169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,75
Oeſterr.=Ungariſche Rotes 84.85
Ruſſiſche Noten . . . . . . 216,00
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbamk=Diskonto . .
Reichähe
mubarh. Auf. 6%a

[ ][  ][ ]

Auf alle übrigen
Bettstetlen
Matratzen
Zettwaren
eic,
Gxtra-
5 Kabatt

Ein Posten
Weisse Kinder-Bettstellen
128X65 cm
seitheriger Verkaufspreis 13.50 M.
jetzt
Solange Vorrat.

2 Posten
Weisse Biberbettücker
Posten I
Posten II
jetzt 2.4
jetzt 2.00

seither 2.90

seither 3.15

Certyedederbettet

kauk, aus bent gestrelten
Barchent, mit 8 Pfd. Federn

Deckbett
1½schläftg
rot-rosa gestr. Barchent
mit 6 Pfund Federn
jetzt

Kissen

Kissen

80X80 cm
bunt gestreift
mit 2 Pfund Federn

80X80 cm
rot-rosa gestreift
mit 2 Pfund Federn

Bett-Colter

Eisenberäge
gebogt . . . .
jetzt von 30 an
Coltertücher
jetzt von

Steppdecken

jetzt von

Markt

Gebr. Rorhschild

Markt
e

(1801

3 8 Zee

Seit längerer Zeit gebrauche
ich revelmäßig Ihre Herba-Seife u.
verdanke ich es ausschließlich
nur dieser, daß meine furchtbare

Grosse Posten Zigarren
Gesichts-
offeriere
ausserordentlich billig!

Abgabe von 50 bezw. 100 Stück an.
(642a
Wiederverkäufern, Händlern, Wirten etc. sehr zu empfehlen.
rote vollständig ver-
Garantie für Qualität. Nichtzusagendes wird gegen Barvergütung zurückgenommen.
schwunden
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
nun
Zigarren-
Teink dene andere
Wiln. Bauer versand Ludwigstrasse b.

als auch meine
Beulen u. Flechten
und ich reinen
habe. Verschie-
angewandte

Seifen hatten bei mir keinen
Erfolg. Frau Frieda Ziegler
Zwickau.
(1782fi
OObermeyers Herba-Seife zu haben
in allen Apoth, Drog., Parfüm.
à St. 50 Pf., 30% stärk. Präp. Mk. 1.

(1784a

Ueene

Ein leeres Zimmer z. Unterſt.
v. Möbeln, per ſof. zu mieten geſ.
Off. u. A 96 an d. Exp. (*923so

G

ehrnck, Frack u. Smoking=An=! Knabenkleider all. Art fert.
züge zu verleihen u. zu verkauf.gut und billig an Markt 7.
(1628a
Sodarſtraße 14, 1. St. Seilnb., II., I.
93a)

Hohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
V1268) J. Müller, Kiesſtr. 20.

Brautv. ſucht hübſche 2. Zmmer=
Wohn. Offerten mit Preisang.
erb. u. A 98 an die Exp. (*928soi

Verein
ſucht größeres Lokal ohne Trink=
zwange
, ventl. paſſende Wohnung.
Off. u. B 19 an die Exp. (*999so
Geſucht per 1. April
23 Zimmer zu Bureanzwecken.
Gefl. Offerten m. Preisang. unter
B 39 an die Expedition. (*1076
ſucht zum 1. Februar ge=
Herr ſchmackvoll., einf. möbl.
Zimmer mögl. m. Schreibtiſch u.
Bücherſchrank im S.=O. d. Stadt
bei gut. Fam. Off. m. Preisang.
unt. B 40 a. d. Exped. (*1075
in groß. od. 2 kleinere ungeſtörte
Emöblierte Zimmer, möglichſt
mit Gas oder elektr. Licht, zum
1 Februar geſucht. Offerten mit
Preisangabe unter B 43 an die
Expedition d. Bl. erbeten. (*1092
Junges Ehepaar ſucht per ſofort
ſchön möbl. Wohn= u. Schlaf=
zimmer
. Offerten mit Preis unt.
B 44 an die Exped.
(*1094
Ia Speisekartoffeln
in ausgeleſener Ware zu den
(644a
billigſten Preiſen.
Gnalav Groß, Bleichſtr. 43, I

[ ][  ][ ]

odfer

muss unbedingt auf uns
fallen, wenn die Käufer von
eleganten und soliden Schuhwaren
die Schaufenster unserer
Verkaufsräume beachten.

Die in ganz Darmstadt als
berertesend einstehe Marke: Speiey

bietet Gewähr für

beste Qualität und hervorragende Passform

Preis- Luxus-
50 lagen. 1 V

Ausführung. C

*

8 Schufiwarenhiaus

Inh. Paul Wädau

Judwigstr. 16.

Verkaufstellen von Soeier s Schuhwaren Franikurtg. 1., Olenbach, Hanau, Worme, Vürsbure, Fürnbers,
München, Stuttgart, Strassburg, Köln, Aachen, Dortmund, Leipzig, Linden, Hannover, Hamburg, Breslau.

Oe

Meiten

Zung. Mädch, 15 Z. al, wih.
Maſchinenſchr. u. Stenogr. gelernt
hat, wünſcht Anfangsſt. auf Büro,
gleich w. Branche, zum 1. Februar.
Zu erfrag. i. d. Exp. (*992soi

Frau ſucht Waſchen und Putzen
Eliſabethenſtr. 25, Hinterb. (*1065

Saub. Mädch. ſucht Laufd., ev. a.
tagsüb. Rundeturmſtr. 15, III. (*1061

geht 2 Tage
Frau in der Woche Waschen

Lauteſchlägerſtraße 13.

(*1082

Waſchfrau hat noch Tage frei
*10.7) Schloßgartenſtr. 11.

J. ſ. unabh. Frau ſ.Laufſt. .morg.,
u. nachm. Gr. Kaplaneig.60, II. (*1100

Ein älteres Mädchen ſ. Stelle,
geht auch in Geſchäftshaus
*1091)
Rhönring 53, part.

Männlich

Suche für meinen Sohn, welch.
Oſtern konfirmiert wird und gute
Schulzeugn. beſ. eine Lehrſtelle
auf Kontor. Zu erfragen in
der Expedition.
(*990soi

Unteneheee

Weiblich

Frau oder Mädchen
z. Abonnent.=Sammeln b. hoh. Ver=
dienſt
geſ. Gr. Ochſengaſſe 18. (*1080

Angehende Arbeiterin für Kon=
fektiongeſucht
Mühlſtr. 40, I. (*1098
Ja. Mädch. k. d. Kleidermach. u.
Zuſchn. u. günſt. Beding. gründl. er=
lern
. Konf. Mühlſtr. 40, 1. St. (1131a

Gesucht.
In einem Haush. von 4 Erwachſ.
wird zu bald. Eintritt bei hoh. Lohn
ein ſol. Mädchen geſ., das gut bür=
gerl
. kochen kann u. etwas Hausarb.
zu übernehm. hat. Näheres in der
Expedition ds. Bl. (97a
Geſucht gut bürgerliche Köchin
in kleiner Familie baldigſt gegen
guten Lohn. Näh. Arbeitsnach=
weis
, Waldſtraße 6. (*971so

zum 1. Febr. ein durch=
Geſuch
aus anſtändig., in Küche
und Hausarbeit nicht unerfahren.
Mädchen
(1744a
Soderſtraße 44, 2 Tr.

od. Frau für
aub. Mädchen Hausarbeit
rgens und mittags 2 Stunden
ucht Arheilgerſtr. 59, part. (*1069

Unabh. Lauffrau v. 8 Uhr bis n. d.
Spülen geſ. Kiesſtr. 83, I. (*1084

Junges Mädchen
für morgens 2 Stunden, leichte
Hausarbeit, geſucht. Zu erfragen
Emilſtraße 25, I. (1771

Mädch. erhalt. die beſt. Stel. Frau
Sus. Röse, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin
, Kiesſtraße 35, I. (*1056

Suche zu meinen 3 Kindern von
7, 6 u. 3 Jahr. für 46 Wochen
ein Aushülfefräulein.
Genaue Angeb. erbet. Frau Prof.
Pützer, Alexandraweg 8. (1767oi

Lauffrau geſucht
*1046om) Joſ. Heeß, Beckerſtr. 33.

Suche u. empf. tücht. Haus= und
Alleinmädch. ſof. u. Febr. Jahannette
Weißmantel, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin
, Kaſinoſtr. 17. (*1088
Reinl. Frau zum Brötchentragen
ſofort geſucht Karlſtr. 52. (*1096
Jung. unabh. Laufmädchen ſof
geſucht Mühlſtr. 40, I. (*1097

Männlich

Bautechniker=
Geſuch.
Zum ſofortigen Eintritt
wird ein tüchtiger, jüngerer
Bautechniker geſucht. Guter
Zeichner, Radfahrer u. Kennt=
niſſe
in der Buchführung er=
forderlich
. Offert. mit Zeug=
nisabſchriften
unt. A 90 an
die Exped. d. Bl. (1599fsoi

alsbaldigen Entritt dauernd
geſucht. Nur ſolche Offerten,
die Gehaltsanſpr. u. Zeugnis=
abſchriften
enthalten, werden
beantwortet. Angebote sub
B 2 an die Exped. (1652so
elien Sebetsſtelten
erhalten Arbeiter, Handwerker, Be=Kneinderkamsreit
amte, die ihren Beruf wechſeln möch=
ten
, durch die Uebernahme einer Ver=
tretung
unſ. Geſellſchaft für den betr. kenntnis u. ohne Riſiko bei hohem
Kreis ihres Wohnortes. Nur ſolche Verdienſt abzugeben. Reflektanten
Herren wollen ſich melden, die be=
fähigt
ſind, durch andauernd. Fleiß
ihre u. unſere Intereſſen zu vertreten, Hotel im oberen Elſaß. (*1062
weil hohe Bezüge gewährt werden.
Vertretungen auch im Nebenamt ge=
ſtattet
. Ausführl. Off. an Südwestd.
Vers.-Gesellschaft Frankfurt a. M.

Tücht. Kaufmann, im Anlegen u.
Führen von Büchern durchaus
Junger Buchhalter perfekt, ſof. ev. ſpät. geſ. Off. mit
der auch perfekt. Stenograph Geh.=Anſpr., Zeugn. u. la Referenz.
u. Maſchinenſchreiber iſt, zum an die Exp. d. Bl. u. A 21. (*730mfo

Unsere

für Darmſtadt, Dieburg, Groß=
Gerau, Bensheim, Heppenheim,
Erbach und Offenbach iſt zu be=
ſetzen
. Die Poſition iſt eine ſelbſt=
ſtändige
und entwickelungsfähige;
gewährt werden Gehalt, Speſen
und Proviſionen. Offerten, auch
von Nichtfachleuten, welche bereit=
willigſt
eingearbeitet werden, er=
beten
an: Deutsche Labensversicherungs-
bank
, Ak t.-Gesellschaft in Berlin, Subdirektion
Frankfurt a M., Kronprintenstr. 17. (17811

Wir luchen
für Darmſtadt und Umgebung
einen wirklich (1788fl
tüchtig. strebs. Herrn
zum Vertrieb eines erſtkl. Artikels
für den Arbeiterkreis. 100 Mk. Be=
triebskapital
notwendig. Perſönl.
Vorſtellung am Mittwoch früh
811 Uhr Hotel Prinz Heinrich
(S. Mohr).

Provisionsreisender
von alter Kohlenhandlung geſucht.
Offerten u. A 80 a. d. Exv. (B1659

Tüchtigen Reiſenden f. Darm. und Umgebung ſucht Abzah=
lungsgeſchäft
. Offert. unt. A 95
an die Exp. d. Bl. erb. (*937soi

Glänzender Nebenerwerb
oder Existenz!
Erſte Großfirma der Dauer-
wäschebranche
(Spezialität)
abwaſchbare Kragen, Vor=
hemden
und Manſchetten)
richtet ſtrebſamen Leuten, die
über einige Hundert Mark
verfügen, ein Verſandgeſchäft
ein. Wenn nach meinen Vor=
ſchlägen
gearbeitet wird, dann
kann auf einen monatlichen
Reinverdienst v. 300500 M.
gerechnet werden. Beſondere
Räume nicht erforderlich, das
Geschäft kann von der Woh-
nung
aus betriebön werden.
Vertreter in einig. Tagen dort
anweſend. Anfrag. umgehend
erb. an W. Holtschmit, Elber=
feld
, Schließfach 169. (1649so

Vertreter gesucht!
Patent=Erdbohrer=Fabrik
*1066) E. Jasmin, Hamburg 3).

iſt für einen großen Maſſenartikel
an fleißige Herren ohne Branche=
wollen
ihre Adr. mit Angabe der
Verhältniſſe ſenden an Vogesen-

Nebenbeſchäftigung.
Geſucht
Maſchinen=Techniker
zur gelegentlichen Ausführung von
Plänen, maſch. Anlagen, nach ge=
nauen
Angaben. Angebote mit
Nennung der Anſprüche u. B 42
an die Exvedition erbeten. (*1083oi
Für e. Maſſenpropaganda auf d.
Lande
werdenſtellungsl. Kflte., Reiſ.
Agent. ꝛc. ſof. b. 200 M. u. Prov.
eingeſt. Es ſind nur Landlte. zu beſ.
Off. Schließ ach 117, Halle a. S. II (*775)

Selbständigkeit
mit gutem Jahreseinkommen
bietet die Uebernahme des
Alleinvertriebes eines geſ.
geſch. Maſſenartikels. Es iſt
einem fleißigen, tüchtigen
Herrn Gelegenheit geboten,
ſich pro Jahr ein Einkommen
von ſchätzungsweiſe
5000 Mk.
zu ſchaffen, ohne Branche=
kenntniſſe
und ohne ſof. Auf=
gabe
des Berufes. Reklame=
unterſtützung
ſeitens der ver=
geb
. Firma.
(1789M
Streng reelles Angebot.
Erforderl. Barkapital 1000 M.
Offerten an die
Metallwarenfabrik
Gebr. König, Nürnberg.
Seibſtändiger älterer Spengler
u. Inſtallateur geſucht (1813a
A. Guntrum, Stiftſtr. 52.

Gärtner
zum 1. Febr. geſucht für Villa mit
5000 Om u. nötigem Glas. Zen=
tralheizg
. u. Hühner z. übernehm.
Wohnung u. Koſt im Hauſe. Un=
verh
., gutempfohl. Leute, die auf
dauernde Stell. rechn., mögen ſich
m. Zeugnisabſchr. u. Gehaltsanſpr.
melden bei Kühne, Villenkolonie,
(1532fso
Eberſtadt b. D.

Durchaus ſelbſtändige (1654so
Hontenre
für elektriſche Hausinſtallation für
dauernde Beſchäftigung geſucht.
Elcktrizltätswerk Homburg v. d. H.

pfür Repara-
Schlossel turarbeiten
n dauernde Stellung geſucht.
Landwehrſtraße 79. (*1064oim

Tucht. Bauſchloſſer auf dauernd
geſucht Schützenſtr. 12. (*1063oim

Tuchtige ältere Schloſſer
auf dauernde Arbeit geſucht (*1057
Gg. Hillgärtner, Liebfrauenſtr. 50.
Schön iſt der Chauffeur=Veruf,
Jedermann kann ihn erlernen
bei ermäßigtem Winterhonorar
bis zur komm. Saiſon. (*1081ods
Chauffeur=Schule
Grafenſtr. 22
Schäfer (kreisamtl. zugelaſſen),

Mehrere Arbeiter
für dauernd geſucht
(1812
Lippmann May
Weiterſtädterſtraße 70.

Lehrling
zu Oſtern, ſowie
Lehrmädchen
für bald, bei freier Station geſ.

Eberſtadt. (1662so.

Zu Oſtern
ein Lehrling geſucht.
Merkur-Drogerie
Adolf Zachmann,
Bleichſtraße 46. (17

Gut erh. Fahrad., ſ. nat
Salonlüſter f. Gas u. Elektr.1
Gasherd, Perlentiſchchen, zw.
Epheuwände, Rollwand, Hänge
lampe, Ofenſchirm, Bilder
Herrenanz. u. Plüſchjacke b. abe
Näh. Expedition. (*1060oim

[ ][  ][ ]

Amtliche Nachrichten des Grofh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Foxterrier, 1 Jagdhund, 1 Wolfshund.
1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Jagdhund, 1 Rehpinſcher (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus=
gelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
Dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(1791


Oeffeutliche Aufforderung.

Nach § 2 der Polizeiverordnung des Großh. Kreisamts Darm=
fſtadt
vom 11. März 1911 über die Bekämpfung der Schnakenplage
hat jeder Grundſtückseigentümer auf Aufforderung der Ortspolizei=
behörde
in den Kellern ſeiner Hofreite mindeſtens einmal in der dazu
geeigneten Zeit und zwar bei Froſtwetter die überwinternden Schnaken
durch Ausbrennen oder, wo dies nicht angängig iſt, durch Ausräuchern
zu vernichten.
Wie fordern daher ſämtliche hieſigen Grundſtückseigen=
tümer
hiermit auf, ſchleunigſt und zwar ſpäteſtens bis zum 1. k.
Mts. das Ausbrennen der Keller vornehmen zu laſſen.
Das Ausbrennen der Keller geſchieht am beſten mit einer
Spiritusfackel, die man ſich leicht ſelbſt herſtellen kann. Man befeſtige
am Ende einer Stange Lappen, Werg oder einen ähnlichen Stoff,
tränkt dieſen mit Sptritus und zündet ihn an. Vor einem allzu=
reichlichen
Tränken des Stoffes mit Spiritus wird nachdrücklich ge=
warnt
, da der Spiritus ſich beim Brennen ausdehnt und dann leicht
brennender Spiritus abtropft, wodurch Unfälle entſtehen können.
Ebenſo iſt es ſtets zu vermeiden, daß in der Nähe des Ausbrennenden
ein Gefäß oder eine Kanne mit Spiritus ſteht, weil die von dem Spiritus dem Elektrizitätswerk,
ausgehenden Dämpfe an der offenen Flamme leicht entzündbar ſind.
Da bei dem Ausbrennen der Keller zur Vermeidung von
Brandfällen große Vorſicht geboten iſt, empfiehlt es ſich, das
Ausbrennen von Feuerwehrleuten vornehmen zu laſſen. Geſuche
um Ueberlaſſung von Feuerwehrleuten für genannten Zweck ſind der elektriſchen Straßenbahn
entweder an die zuſtändigen Polizeireviere oder direkt an die
ſtändige Feuerwache hinter der Stadtkirche (Telefon Nr. 1772)
zu richten. Die Koſten für das Ausbrennen (50 Pfennig für die
Stunde einſchl. Fackeln) ſind von den Grundſtückseigentümern
gegen Quittung an die Feuerwache zu zahlen.
Das Abbrennen der Schnaken, die erfahrungsgemäß in dunklen
Ecken und Winkeln in großen Haufen zuſammenſitzen, hat in der
Weiſe zu geſchehen, daß man an der höchſten Stelle des Kellers beginnt
und von da aus langſam an den Wänden herunterfährt. Man darf können daſelbſt auf Wunſch gegen
auf keinen Fall unten anfangen, weil die anſteigende Wärme die
weiter oben ſitzenden Schnaken verſcheucht.
In Kellern, in denen Petroleum, Benzin, Spiritus oder ähn=
liche
feuergefährliche Stoffe lagern, muß das Ausbrennen wegen der
damit verbundenen Feuersgefahr unterlaſſen werden. Solche Keller
ſind auszuräuchern. Das Ausräuchern geſchieht am einfachſten mittels
Schwefels, der auf eine Pfanne, einen Tiegel oder einen Blechtopf zu
legen und anzuzünden iſt. Die Kellerluken und=Fenſter müſſen
vorher geſchloſſen werden.
Vom 1. Februar ds. Js. an werden Polizeibeamte und
Feuerwehrleute kontrollieren, ob die Grundſtückseigentümer ihrer
Verpflichtung zum Ausbrennen der Keller ſämtlich nachgekommen
ſind. Im Falle der Unterlaſſung wird das Ausbrennen der
Keller durch Feuerwehrleute auf Koſten der ſäumigen Grund=
ſtücksbeſitzer
ausgeführt werden. Die Eigentümer haben zu
dieſem Zwecke ihre Keller den Polizeibeamten oder Feuerwehr=
leuten
zugänglich zu machen. (§ 1 und 4 der genannten Polizei=
verordnung
.)
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der erwähnten
Polizeiverordnung können nach geeigneter Verwarnung mit Geld=
ſtrafe
bis zu 30 Mark beſtraft werden.
Darmſtadt den 11. Januar 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
(1715soi

Der Brieftaubenverein Weiterſtadt hat ſeine Brieftauben
der Militärverwaltung zur Verfügung geſtellt.
Weiterſtadt, 13. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Becker.
(179a

Brennholz=Verſteigerung Nr. 7.
(Stadtwald.)

Montag, den 29. und Dienstag, den 30. I. Mts.,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus Abtrieb und Durch=
forſtung
in dem Diſtrikt Dieterſchlag, Abt. 1 und 2 der Forſtwartei
Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr) verſteigert:
645 rm Buche, 16 rm Eiche,
Scheiter:
Knüppel:
263 rm Buche, 48 rm Eiche,
Reiſigknüppel:
11 rm Eiche,
Reiſig (Wellen): 687 Buchen,
Stöcke (fein): 230 rm Buche.
Das Holz ſitzt größtenteils am Stellweg, der Erbacherſtraße
und dem Grenzweg am Spieß mit den laufenden Nummern 89 bis 558.
Am erſten Tag wird bis Nr. 339 (Abtriebsſchlag), am zweiten
das Holz aus der Durchforſtung von Nr. 340 ab verſteigert. Um
vorherige Einſicht wird gebeten.
Darmſtadt, den 12. Januar 1912.
(1811of
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.


Verſteigerungs-Anzeige.

Dienstag, 16. Januar 1912, nachmittags 1 Uhr,
verſteigere ich in Traiſa zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Eine Anzahl Betten, Sofas, Kommoden, Kleiderſchränke,
Nachttiſche, Waſchtiſche, Tiſche, Stühle, Spiegel und
verſchiedene andere Haus= und Küchengeräte.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber im Verſteigerungslokal
(1769
ehemalige Riedmatter’ſche Penſion.
Verſteigerung beſtimmt.
Darmſtadt, den 13. Januar 1912.
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.

Steuer=Ausſchläge.

Die Gemeinde= und Kirchen=
ſteuer
=Nachtrags=Hebregiſter
Nr. XXII-XXVIII der Gemeinde
Darmſtadt, ſowie Nr. XXI-XX
der Gemeinde Darmſtadt ( Beſſun=
ger
Stadtteil) für 1911 liegen vom
15. lfd. Mts. an acht Tage lang
auf dem Büro der Stadtkaſſe,
Grafenſtraße 28, zur Einſicht auf.
Beſchwerden gegen die Beitrags=
pflicht
oder gegen das angenom=
mene
Beitragsverhältnis müſſen
binnen der erſten vier Wochen nach
Ablauf der Offenlegungsfriſt ( ſchrift=
lich
oder mündlich) bei Großher=
zoglichem
Kreisamt vorgebracht
werden. Später vorgebrachte Be=
ſchwerden
finden keine Berückſich=
tigung
.
(1773
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Schmitt.

Oellieferung
für die ſtädtiſchen Betriebe.

Die Lieferung des bei
Gaswerk,
Waſſerwerk,
Schlachthof,
Schwimmbad und
im Verwaltungsjahr 1912 (1. April
1912 bis Ende März 1913) be=
nötigten

Dampfzylinder= u. Maſchinenöls
ſoll vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen lie=
gen
auf dem Stadthaus, Zimmer
Nr. 39, zur Einſicht offen und
Zahlung von 50 Pfg. abgegeben
werden.
(1188oo
Verſendung der Bedingungen
nach auswärts findet nicht ſtatt.
Angebote ſind bis zum
29. Januar I. Js.
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
Darmſtadt, 3. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.

Städt. Schulzahnklinik
Luiſenſtraße 20, II.

Sprechſtunden Wochentags:

Morgens von 1012
Mittags von 25. (859a

Beſchluß.

In dem Konkursverfahren über
das Vermögen der Firma A. u. J.
Gandenberger, Dampf= u. Ring=
ofenziegelei
in Pfungſtadt, und
des Mitinhabers der Firma, Jakob
Gandenberger II. daſelbſt, iſt
Termin zur Beſchlußfaſſung über
die von dem Konkursverwalter
betätigte Immobiliarveräußerung,
ſowie des zugehörigen Geſchäfts=
inventars
und zur Prüfung der
nachträglich angemeldeten Forde=
rungen
beſtimmt auf:
Montag, 22. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
neues Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß,
Zimmer 104.
(1793
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Bekanntmachung.

In unſerm Handelsregiſter A.
wurde heute die Firma Ludwig
Klenk II. in Ober=Ramſtadt ge=
löſcht
.
(1794
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Großh. Amtsgericht II.

Bekanntmachung.
(Stadtwald.)

Die Brennholz=Verſteigerung
Nr. 5 vom 12. lfd. Mts. iſt geneh=
migt
. Die Ueberweiſung des Hol=
zes
findet am 20. Januar, vormit=
tags
8 Uhr, ſtatt
(1768
Darmſtadt, 13. Januar 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Schlafzimmer

zu verkaufen; ferner Wohnzimmer
mit Schreibtiſch, alles faſt neu
und gut erhalten. Die Möbel
ſtehen in Buchſchlag b. Sprend=
lingen
und ert. Auskunft (102a
Paul Wolf & Co.
G. m. b. H.
Darmſtadt. Rheinſtr. 51.

Hochelegante Wohnungs-Einrichtungen
Herren-, Speise- und Schlafzimmer, Salons, Klubsessel, Teppiche
Einzelne Möbel liefern wir in allen Stilarten zu billigsten Preisen innerhalb ganz Deutschlands.
Unsere Möbelausstellung 100 Musterzimmern
steht frei zur Besichtigung ohne Kaufzwang. Solventen Käufern gestatten wir, den ganzen
gegen Zahlung von nur 5% Zinsen
Kaufbetrag in Monats- oder Quartals-Raten
zu tilgen. Garantiert Katalogpreise ohne jede Preiserhöhung!
Man verlange den kostenlosen Besuch unseres Vertreters zwecks Vorlegung unserer neuesten künst-
lerisch
bunt kolorierten Zeichnungen etc. unter genauer Angabe der Adresse.
Zeichnungen und Kataloge gelangen der hohen Kosten wegen nicht zum Versand. (1812
Berliner Industrie-Gesellschaft m. b. H., Berlin, Köpenickerstrasse 126, I. Etage.
Tel.-Anschl.: Amt Moritzplatz 9682 u. 11141. Telegramm-Adr.: Möbelbig. (Hunderte von Anerkennungen.)

Mein Inventur-Ausverkauf
zu ganz außergewöhnlich billigen Preiſen
beginnt Montag, den 15. Januar.
Leibwäsche für Damen, Herren und Kinder
Konfirmanden-Wäsche, Tisch-, Küchen= und
Bett-Wäsche, Handtücher weiss und bumt.

Großer Poſten Taſchentücher
mit und ohne Buchſtaben
mit 15 Prozent Rabatt.

Großer Poſten trübe gewordene
Damenhemden :: Beinkleider
Nachthemden und Nachtjacken
Croisé-Wäsche aller Arten

Farbige Oxford=Beinkleider . . . jetzt M. 1.50
Nachtjacken . . . . . jetzt M. 1.50
Kiſſenbezüge und Bettücher jeder Art, Trikotagen
für Herren mit 15% Rabatt. Herren=Nachthemden
jetzt M. 3. u. 3.50. Weiße und bunte Ober=
hemden
ſehr billig. Kragen, Manſchetten, Vor=
hemden
, Garnituren, Socken, Hoſenträger,
Cravatten jetzt Stück 50 Pfg. (1811
Auf alle regul. Artikel gewähre 10%.
Heinrich Bauer ir.
Telephon 1740. 1 Ludwigsplatz 1.

Vorzügliche
Toiletteseife
leicht beschädigte,
das gewogene Pfund 35 Pf.
F. B. Grodhaus
am weissen Turm. (1807a
. Aufpol. v. Möb.
Spezialität: uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (1265a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Sede Dame
weiß es, daß die besten u. billigst.
Haararbeiten
bei mir angefertigt werden. (57a

Gros. Lager in ferig. Arbeiten.

Zöpfe v. 2.50 Mk. an : ..
Locken-Tuffs v. 2. Mk. an
Haar-Unterlagen in j. Farbe
Garantiert prima Material.

Auffärben alter Haararbeiten.
Reparaturen gut und preiswert.
Kopfwaschen m. Frisur 1 Mk.

Neueste Zentral-Trocken-Anlage
D r. Tmmant
Elisabethenstr. 21.

Alle Sorten (1778M
Stroh
Heu
ſowie Kartoffeln
in Speiſe=, Futter= und
Saatware, liefert billigſt
in Waggonladungen
frachtfrei allen Stationen
Albert Gebhardt,
Apolda (Thür.)
Landesprod.=Großhandl.

Berlitz-School
Grösstes Sprachinstitut
Wilhelminenstrasse 19, II.
Telephon 613.
Englisch
Damen-Zirkel
zweimal wöchentlich
nachmittags
für Konversation und Anfänger.
Spanisch
Privat- u. Klassenunterricht.
Probestunde gratis.
Bureauzeit 91 u. 38.

Sprach-Lehr-Institut
für moderne Sprachen
Herderstrasse 3. (B177
Französ., Italienisch, Englisch etc.
Nationale Lehrer. Leichtfassliche, direkte
Methode. Im 22. Januar beginnt
ein Aussprache-Kursus im Französischen,
nach Wursch mi tels phonetischer Apparate.
Beste Referenzen.
Frühseitige Anme dunge erbeten.

pihänsen Pehnlam
Frankenhausen
u. Werkm.-Abt. Gr. Masch.-Lab.
Moch und Tlolbau.

Gepr. Sprachlehrerin erteilt
Unterricht im Italieniſchen, Fran=
zöſiſchen
u. Deutſch. Kranichſteiner=
ſtr
. 49, I. (Taunusplatz). Daſ. werd.
auch Ueberſetz. entgegengen. (*1015so
Beamter ſucht in ſeiner freien
Zeit Unterricht in der franz. Sprache.
Off. m. Preisang. u. A 94. (*938soi

nglisch!
Ond. 1.50 Mk. Engländerin erteilt Unterricht.
Offerten unter B 37 an die
Expedition ds. Bl. (*1070os
Zwecs volländiger Erlernung
der englischen Sprache
ſucht junger Bankbeamter Unter=
richt
. Engländer od. Engländerin
bevorzugt. Offerten unt. B 38
(*1077ol
an die Expedition.

[ ][  ][ ]

Unsere neue Spezialmarke
ist unerreicht in Passform und Qualität.

Für Damen!

Schuh-Haus

F Fedrferr Soeder
Ludwigstr. 12 Hoflieferant Telephon 355.

Auf der ganzen
Erde verbreitet

und von

Höchste Auszeichnungen

höchsten Behörden
und ersten Firmen

bevorzugt sind

(1170a

AD2r!
Schreibmaschinen
Erstklassiges deutsches Präzisions-Fabrikat.
Zahlreiche Spezial-Modelle für jegliche Schreibarbeit,
Maschinen mit ein- u. zweifacher Umschaltung, Doppel- u.
auswechselbaren Schriftsälzen. ADLER- BlLLING‟
(Buchungs- und Fakturier-) Schreib-Maschne schreibt
gleichzeitig Rechnung und die Verkaufsbuch-Eintragung
Man verlange Kataloge u. Gratis-Vorführung.
Inh. A. Ober, Gr. Hoflieferant
Hüller & Oner Karlstrasse 30. : Telephon 651.

Zent.
ist eine Tasse
Seelig’s
kandierter Kornkaffee.
a lnneac

Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
24)

Fräulein Hertzog hatte ſie genau vorbereitet, wie es
war. Wie oft erinnerte ſie ſich der Worte ihrer Lehrerin:
Sie haben ſich vollſtändig den Damen zu fügen,
Yvonne. Eine eigene Meinung dürfen Sie nicht äußern.
Müde oder unpäßlich dürfen Sie auch nicht ſein. Stets
haben Sie im Auge zu behalten, daß Sie bezahlt werden,
und doch will man haben, daß Sie ſich zur Familie rechnen.
Die kleinen Talente der Tochter haben Sie hervorzu=
heben
und diskret zu unterſtützen. Vor allem ja nicht mehr
wiſſen wollen vor anderen oder ſie übertrumpfen.
Es iſt ſchwer, in dem Hauſe zu ſein, trotzdem nicht viel
zu tun iſt. Ich perſönlich unterrichte lieber eine Klaſſe der
unbändigſten Kinder als das Wohlleben dort zu genießen;
durch meine Schweſter, die zwei Jahre bei der Frau von
Steinhagen geweſen iſt, kenne ich die Verhältniſſe genau.
Takt, viel Takt und Klugheit gehört dazu. Das ein=
zig
Gute iſt, daß Frau von Steinhagen ſehr gut zahlt.
Ich weiß nicht, ob Ihre Nerven und Ihr Tempera=
ment
die tauſend kleinen Nadelſtiche und Rückſichtsloſig=
keiten
werden ertragen können. Ich warne Sie!
Yvonne hatte ein wenig ſchmerzlich und ein wenig
überlegen gelächelt.

Ich habe keine Nerven, liebes Fräulein Hertzog, glück=
licherweiſe
. Sie ſind in mancher ſchweren Stunde erprobt,
und mein Temperament verſtehe ich zu zügeln. Wir alle
ind ja mehr oder weniger abhängig. Iſt es durchaus
nicht zu ertragen, kann ich immer gehen, wie es mir paßt.
Sie wiſſen ja, daß ich vorläufig vor allem viel Geld ver=
dienen
will. Ich werde mein möglichſtes tun, mich anzu=
paſſen
.
Die meiſte Zeit verwandten die Damen auf die Pflege
ihres Körpers und der Toiletten, wozu ſie ganze Stunden
brauchten.
Frau von Steinhagen war eine ſehr gut erhaltene
Vierzigerin. Man konnte ſie manchmal für die ältere und
ſchönere Schweſter ihrer Tochter halten, die für ihre ein=
undzwanzig
Jahre faſt zu üppig war. Das ließ Kon=
ſtanze
bedeutend älter erſcheinen, und das Phlegma ihres
Weſens trug auch dazu bei. Man war beinahe geneigt,
zu glauben, daß ſie ein wenig beſchränkt war; doch war
dies nicht der Fall. Sie war nur ſehr bequem. Sonſt
aber verſtand ſie ſich gut auf ihren Vorteil und konnte
ſehr ausfallend und boshaft ſein.
Frau Fama ſagte, daß Frau von Steinhagen früher
eine kleine Schauſpielerin geweſen ſei, die der alternde
Rittergutsbeſitzer von Steinhagen ihrer Schönheit wegen
geheiratet habe.

Yvonne ſah auch manches, was ſich nach ihren Be=
griffen
und ihrer Erziehung nicht mit dem Wort vor=
nehm
deckte.
Die Damen führten ein offenes Haus; ſie ſahen viel=
fach
Gäſte bei ſich, und bei den Beſuchen taute auch Kon=
ſtanze
auf, und Mutter ſowohl wie Tochter konnten ſehr
lebhaft und liebenswürdig ſein.
In den vier Wochen ihrer Anweſenheit hatte Yvonne
Lothar von Steinhagen, den Beſitzer des Gutes und
Stiefſohn von Frau Agathe, noch nicht kennen gelernt.
Er war jetzt vollauf beſchäftigt. Trotzdem Steinhagen
in der Nähe der Stadt lag, hatte er ſich noch nicht die Zeit
genommen, im Stadthauſe mit vorzuſprechen.
Wöchentlich kamen zweimal Boten, die Eier, Butter,
Geflügel, friſches Obſt, Gemüſe uſw. brachten.
Oft mußte Yvonne noch um Kleinigkeiten nach dem
Gut telephonieren, und da war es geſchehen, daß ſie einige
Male ganz kurz vom Herrn abgefertigt wurde. Man ſolle
ihn mit ſolchen Sachen verſchonen, er könne die Leute
jetzt nicht von der Arbeit wegſchicken. Wenn die gnädige
Frau Appetit auf Pfirſiche habe, dann möge ſie ſich die
Früchte kaufen oder ſelbſt holen. Schluß! Und Frau=
von
Steinhagen war dann ſehr ſchlechter Laune.
Es geht ihnen zugut, dachte Yvonne manchmal leiſe
lächelnd.

[ ][  ][ ]

Der Rventur-Verkauf
der Firma Seidenhaus E. Volz, Ludwigstrasse 13
beginnt Montag, 15. Januar.
(1775.
Roben à M. 8.50, 15.-, 25.. Seidenstoffe, la Qualität, à M. 1.75, 1.35, 1.. Kleiderseiden, feinste Fabri-
kate
, 110 cm breit, jetzt M. 2.75 u. 3.75 das Meter. Korsetts früher bis M. 6., jetzt M. 2.. Strausfederboas,
garnierte Damenhüte weit unter Herstellungspreis. Hutformen jedes Stück M. 1.. Grosse Posten Jabots
à 25 u. 50 Pf. Seidene Zierschürzen à M. 1.50 u. 2.50. Taschen von 95 Pf., Lavalliers von 25 Pf. an.

Besuch ohne Kaufzwang erbeten.

Für alle regulären Käufe über M. 2. während dieses Inventur-Verkaufs 10% Extra-Skonto.

Nur 5 1age:

Am 13., 15., I6., I7., 18. gelangen zum Ausverkauf
wegen vollständiger Aufgabe unserer Abteilung:

Luxus-Detail-Geschäft

ilderrahmen

früher im Preise von Mk. 1. bis 6., heute zum
Aussuchen
Abteilung I
Abteilung II
Abteilung III
Mk. 0.50
Mk. 0.75
(e=
Hoflieferant Heinrich Elbert
Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
Fernsprecher 648. Ernst-Ludwigstraße 9.

(1761

S
Bitte leſen!
Kaufe alte Schuhe, Kleider, alte
Waffen, Gold= und Silbergegen=
ſtände
. Poſtkarte genügt. Komme
ſofort. M. Obstfeld, Kl. Bachg.7.

ehrock=, Frack=, Smoking=
Anzüge, Zylinder zu verleih.
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (31

Weißlackierte Metall=Bettſtelle
2 m. Meſſingknöpf., 90 X 185cm,
billig zu verkaufen. Näheres
in der Expedition d. Bl. (*1033so

Schreibmaschine
gebr., wie neu, 125 Mk. Seltene
Gelegenheit!
(787a
Müller & Ober, Karlſtraße 30.

Hul Kreuf
Möbel
und (1479a
Polsterwaren
einzelne Gegenstände
sowie
ganze Einrichtungen
reell, knlant, billig.
Inius Wagner
Darmstadt, Kirchstr. 19.

leichſtr. 27, Laden, ſelbſtgek.
D delee, Marmelade u. Latw. (1173a
Frauen=Haare
ausgekämmte u. abgeſchnittene,
kauft jederz. zum höchſten Preis
Fr. Tillmann,
Elisabethenstrasse 21.

Warnung
wir warnen Hlruit ver jeder miebrinelieden
Benutzung des gesetzlich für uns geschützten Wortes
6 indem wir darauf aufmerksam
KaiserOel machen, dass wir gegen jede
derartige Verletzung unserer Rechte gerichtlich vor-
gehen
werden.
Petroleum-Raflinerie
vorm. August Korff
VI1783
Bremen.
Hauptdepot:
Gg. Wilh. Weidig Nachf. Oskar u. Ernst Matzelt
Hoflieferant. Tel. 964. Schulstr. 4.

reinste Marke,nach
Milchzucker, preiesk. von Sorhier:
Verfahren, für gesun
anke säuglinge.
fr Kinder, dle
Nähr-Maltose, Aicht gedelben
und an Körpergewichf abnchmen.
nach Llebig und
Malz-Extrakt Pahllngseil 4s jah-
ren
beuAhrt als Katarrhmittel und Nährpräparat
für Kindu, Kranke und Ganesende.
Malz-Extrakt- Husten-
unerreicht
in Wohl-
Bonbonis, geschmack und lösen-
der
Wirkung.
In allen Apotheken und Drogerien.

Drn den Seſnhnge var iltihrer Taher zn eine
Abendgeſellſchaft gefahren. Yvonne atmete auf. Jetzt
hatte ſie einige Stunden für ſich.
Zwar an Beſchäftigung fehlte es nicht. Da gab es
Spitzen auszubeſſern, ſeidene Strümpfe zu ſtopfen. Frau
Agathe ſorgte ſchon für Arbeit, und doch tat es Yvonne
gern, wenn ſie damit allein ſein konnte.
Sie ſaß in dem elegant eingerichteten Wohnzimmer.
Der Arbeitskorb ſtand neben ihr, und ſie ſah Konſtanzis
Strümpfe nach. Es gab an allem etwas zu trn; es war
eine mühſelige Arbeit, dieſe feinen Strümpfe auszubeſ=
ſern
und darin war Konſtanze ſehr peinlich. Ihr ent=
ging
nicht die kleinſte ſchadhafte Stelle, die überſehen wor=
den
war.
Für Yvonne, eine Gräfin Laßberg, war es ein eige=
nes
, ein wenig peinvolles Gefühl, für andere Leute
Strümpfe auszubeſſern. Bei dieſer mechaniſchen Arbeit,
dem gleichmäßigen Durchziehen der Fäden konnten die
Gedanken ſo gut abſchweifen.
Was wohl Lutz trieb?
Es war merkwürdig, wie wenig ſie noch an ihn
dachte, ſich um ihn grämte. Es lag alles ſo weit hinier
ihr wie ein Traum.
In heißen Tränen hatte ſie ihre junge Liebe zu Grabe
getragen; ihr Stolz kam ihr zu Hilfe, und die große,
ſchmerzliche Enttäuſchung, die ihr ſein unmännliches Ver=
halten
und Nachgeben gegen die Großmutter bereitet,
hatte ſie ſeltſam ernüchtert.
Sie hatte Lutz wie zu einem Gott emporgeſehen, an
ihn hatte ſie lch geklammert als ihren Beſreier aus

drhende Behlniſtes und er heie nicht ſo diet Aim
gehabt wie ſie, das ſchwache Mädchen.
Und dieſe Erkenntnis ſeines haltloſen Weſens hatte
ihr Vertrauen erſchüttert, ihrer ſchwärmenden Liebe den
Todesſtoß gegeben. Wo ſie nicht mehr vertraute, konnte
ſie auch nicht mehr lieben.
Da trat Milli, das zierliche Stubenmädchen, ein, ein
Tellerchen mit zwei ſchönen, großen Birnen und Pfirſichen
in der Hand tragend.
Hier Mademoiſelle, ſagte ſie, bringe ich Ihnen etwas
Obſt; es iſt vorhin ſo viel aus Steinhagen gekommen.
Danke, Milli, es iſt ſehr freundlich, daß Sie an mich
denken.
Oh, ich habe Mademoiſelle ſehr gern, weil Made=
moiſelle
immer ſo freundlich iſt. Und nun habe ich eine
Bitte: Würde Mademoiſelle wohl ein wenig Klavier
ſpielen un dein Lied ſingen? Ich mache inzwiſchen das
Obſt zurecht.
Gern erfüllte Yvonne dieſen Wunſch, der ihren Neig=
unngen
entgegen kam. Sie ging in den Salon nebenan,
in dem ſich der Flügel befand, ließ die Tür offen und ſuchte
in den Noten. Sie ſpielte und ſang und war ganz bei
der Sache.
Sie überhörte, daß nebenan eine Tür geöffnet wurde,
achtete auch nicht auf das Flüſtern im Wohnzimmer und
ſang das Lied weiter, das ſie ſo ſehr liebte:
Jai vu passer Thirondelle
Dans le eiel pour du matin
Elle allait, à tire d’alle
Vers le pays Tappelle
Le soleil et le jasmin-.

nie ſe gendet lich ſie die Hande ven den Tofen
gleiten und wiederholte mehr ſprechend als ſingend mit
wehmültlger und ſehnſüchtiger Stimme die letzten Vers=
zeilen
:
Et j'aurais voulu comme eile
Suiyre le méme chemin!
Unwillkürlich ſeufzte ſie tief auf und neigte ſinnend
den Kopf.
Da war ihr, als ob ſich noch jemand im Zimmer be=
fände
. Sie hatte Milli doch gar nicht eintreten hören.
Schnell wandte ſie ſich um und öffnete ſchon den Mund zu
einer Bemerkung, ſprang aber erſchrocken auf, als ſie an
der Tür die Umriſſe einer männlichen Geſtalt bemerkte.
Der große Raum war ja nur ſchwach durch die eine
elektriſche Flamme am Klavier erhellt. Sie drehte die
Deckenbeleuchtung an und erblickte einen großen, breit=
ſchultrigen
, blondbärtigen Herrn.
Oh! ſagte ſie beſtürzt und legte die Hand aufs Herz.
Er trat auf ſie zu und lächelte gutmütig.
Hab’ ich Sie erſchreckt durch mein ſpätes Eindringen?
Doch ich habe ein wenig Recht darauf, auch hier zu ſein,
denn ich bin Lothar Steinhagen, und Sie ſind wahrſchein=
lich
die neue Hausgenoſſin meiner Schweſter.
Ja, Herr von Steinhagen, ich bin Yvonne Legène.
Die Damen werden ſehr bedauern; ſie ſind einer Einlad=
ung
gefolgt.
Ich weiß bereits. Die Donna, die da drüben ſaß,
ſagte es mir.
(Fortſetzung folat.)

[ ][  ][ ]

Ssagagdet

Sonder-Angebot

in

Weisswaren

verbunden mit

Inventur-Ausverkauf
Vom 8. bis 20. Januar 1912
stelle ich nachstehend verzeichnete
aussergewöhnliche
Gelegenheits
Gafe
in Baumwoll- und Leinenwaren
weit unter Wert, solange der Vorrat reicht, zum Verkauf:
Div. Posten Renforeé, Cretonne, Madapolame, Macco, Louisianatuch
per Meter 40, 50, 55, 65, 70, 85 Pfennig und besser.
Versehletene Posten 150 u. 150 om breit Gretonne u. Dowlas für Betächer
von Mark 1.10, 1.80 etc. per Meter an.
Einige Posten 80 cm breit Halbleinen und Reinleinen
per Meter von 75, 90 Pfennig, Mark 1.10 anfangend.
Reinleinen Mark 1.50, 1.70 etc. per Meter.
Pirere Posten 150 u. 150 cm breit Malbleinen für Betächer, Hasenblelche
per Meter von Mark 1.25, 1.55, 1.60, 1.90 etc. an
Einige Posten 130 und 160 cm breite weisse Bettdamaste
von Mark 1.10, 1.20, 1.40, 1.60, 1.80 an per Meter.
Verschiedene Posten 80 cm breit weiss gerauhte Croisé für Leibwäsche
in guten Qualitäten und richtiger Breite
von 55. 66. 75, 50 Pfennig an per Meter.
Diverse Posten 80 cm breit Flockpiqué
per Meter von 70, 75 Pfennig, Mark 1., 1.20 etc. anfangend.
Enorme Auswahl in Küchen-Handtüchern
am Stück von 50, 60 Pfennig etc. per Meter an.
Wischtücher, abgepasst, in allen Preislagen.

Diverse Posten abgepasster weisser Handtücher, fertig gesäumt und gebänd ert
Prima Gerstenkorn Dutzend Mark 8., 13.50 etc.
Dutzend Mark 7.50.

Versehiedene Posten fertige Kinenberüge in Gretone, Hableinen und leinen
in jeder Preislage.

4 Partien Tischzeug
110X150 cm Tischtuch (Jacquard) per Stück Mark 1.70
Servietten 60X60 cm das Dutzend Mark 4.75
130X160 cm Tischtuch (Halbleinen) per Stück Mark 3., gesäumt
Servietten 60X60 cm Mark 6.50 das Dutzend.
Reinleinen:
130X160 cm Tischtuch Mark 4. per Stück, gesäumt
Servietten 65X55 cm Mark 8.50 das Dutzend.
Ferner 20% unter Preis: Ia Bielefelder Bleiche
130X160 cm Tischtuch, moderne Muster, Mark 5.50 das Stück, gesäumt
Servietten 65X65 cm Mark 12.50 das Dutzend.

Grosse Posten Taschentücher in allen Preislagen.

Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass es sich bei obiger Offerte
nur um reelle, fehlerfreie Qualitäten handelt, die besonders billig zum
Verkauf gelangen.
Auswahlsendungen oder Muster können nicht abgegeben werden.
Günstigste Gelegenheit zur Beschaffung von Ausstattungen.
Gleichzeitig mache ich auf meinen nach beendeter Inventur während dieser
Zeit stattfindenden


Snbentar=Ausverkauf
höflichst aufmerksam, worin aus sämtlichen Abteilungen meines Lagers
grössere Posten bis zu 50% Preisermässigung zum Verkauf gelangen.
Hoouef
DARMSTADT
Telefon 1208 .. Marktplatz .. Ludwigstr. 1 .. Telefon 1208

Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins.

(117500

Darmstädter Schloss
Eigentumsmarke gesetzlich geschützt unter No. 148855.

ZIGARREN

in den Preislagen von:
7 8 10 12 15 20 Pfennige

3.25 3.75 4.75 5.50 7. 9. in 50 Stück Back
Obige Sorten in Einzeldüten 6 Stück 75 Pfg.
Nur hervorragende Qualitäten!
Zu haben nur im eigenen Spezlal- und Versandhaus
August Cellarius
Darmstadt, Blelchstrasse 53
elephon 144o.
Gegründet 1884.
(638a)

Hierdurch beehre ich mich ergebenſt anzuzeigen, daß
(1482a
ich mich als
Bücher=Reviſor und
kaufm. Sachverſtändiger
in Darmſtadt niedergelaſſen habe.
Ich werde mich ſpeziell befaſſen mit:
1. Neueinrichtung von Buchführungen und Uebernahme
der laufenden Führung von Geſchäftsbüchern,
2. Prüfung und Aufſtellung von Bilanzen und Ab=
ſchluß
der Geheimbücher,
3. Reviſionen von Geſchäftsbüchern und Kaſſen,
4. Geheimer oder nicht geheimer Ueberwachung aller
Buchhaltungsſyſteme,
5. Unterricht in Buchführung und allen Handelsfächern.
Ich ſichere unter Beobachtung ſtrengſter Diskretion
ſorgfältige und gewiſſenhafte Ausführung aller Aufträge
zu und bitte eintretendenfalls von meinem Anerbieten
Gebrauch zu machen
Hans Mohwinkel, Bücher-Revisor
17 Wilhelminenstrasse 17.

Komniebret
ſtets zu haben bei J. Schnell=
bacher
, Arheilgerſtr. 4. (*1052
1 Aivellier=Inſtrument
für 75 Mk., 1 Pantograph für
85 Mk. und 1 photographiſcher
Apparat 18/24 für 95 Mk. zu
verkaufen. Die Gegenſtände ſind
Offerten unter
faſt noch neu.
B 32 a. d. Expedition. (1750soi

wegen Umzug
Um zu räumen guterh. getragene
Ueberzieher, Anzüge, Röcke u. Weſt.,
Koſt., neues ſchw. Empirekl., Bluſen,
Faltenröcke, Stiefel, Kragen, Hüte,
Knabenüberz. u.=Anz., Mädchenkl. f.
13j., Jacketts, Capes, Mänt., Waſſer=
ſtiefel
u. viel mehr billig abzugeben
1271a) Stiftſtraße 89, part.

Modernes, ſchwarz. Seidenkleid,
M für ältere Dame paſſ., billig
abzugeben. Näh. Exped. (*1034so

1 Konf.=Anz., 1 Ueberz.,
mittl. Gr., 1 ſchw. Rock zu verk.
(*1054
Gervinusſtr. 77, part.

Anfik.

Schrauk u. Hausuhr
zu verkaufen Soder=
ſtraße
79, II. (*1049oim

Grüne Sohlen, 50% beſſer wie
andere, liefert H. Krieger,
Schuhm., Heidelbergerſtr. 42. (B123

Waagskkgaat

Sparſame
Hausfrauen=
kaufen
gegen bar und
ammeln die ſchwarz=
weißen
Kabatt=
marken
des
(702a
Kabatt=
Spar=Vereing
Darmſtadt.
tttstttt

Wirzahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle, Papier=
abfälle
, Geſchäftsbüch. u. Akten,
unt. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung. (1182a
3.
M. Lob & Co.
Liebigſtr. 30. Telefon 479.


2
1:
1
Wer dort? (1605a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett.ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.

Beamte und Private
Auswärtiges Verſandhaus gibt
ohne Preiserhöhung Manufaktur=
waren
und Möbel gegen bequeme
Teilzahlung. Offert. unt. W 63
an die Expedition ds. Bl. (*523oo

Von 1912 bis 1913!
Wegen großen Warenbedarfs
von beſſeren getr. Kleidern,
Schuhen, Stiefeln, Wäſche,
Zahngebiſſen zahle ſtets di
höchſten Preiſe. Poſtkarte genügt.
Jakob Friedel (1300a
Obergaſſe 33. Laden.

Konkurrenzlog
im Preis wie in der Aus=
führung
ſind die (758a
Kunſthaararbeiten
der Firma
20
Erhstkonter
Perückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Entreſol.

[ ][  ][ ]

Wanrenaunseres inventur-Ausverkaufes

Spottbillige
Angebote
in unseren Abteilungen
Becten und
Bottwaren

Kissen
mit 2 Pfd. Federn 2.80
Kissen
mit 2 Pfd. Federn 5.80
Deckbett
mité Pfd. Federn 10,40
Deckbett m. 6 Pfd. Ia Fed.
u. aus echt rotem 10
Barchent 25., 12.50
Bettuch-Cretonne
Ia Ware
statt 1.40 nur 90

Kinderbettstellen
in gr. Auswahl, enorm billig, anfgd. 7.50
2
Kolzbettstellen
wegen Aufgabe des Artikels mit 40 0
Extra-Rabatt.

45

genau wie Ab- H
bildung
Eisenbe
1½ schläfig, mit Patentmatratze 21.75
ONIa Ver-Af
Seegrusmatrdtzell arbtg. 11.50
Wollmatratzenlin Füllung 23.50
Patentmatratzen jes 12.50

Steppdecken
mit Satinbezug 6.25
Steppdecken mit Ia Fül-
lung
, a. gut. Satin,
75
voll gross . 18.,
Jacquarddecken
in enorm grosser
Auswahl St. 1.95, 1.65
Bettcaitune, gute Ware,
schöne, waschechten
Muster Mtr. 35,28,20

1799

Markt7.
Gusgenheim. s.Merx

2

Hausverkauf.
Das den Ruhland Erben gehörige
Anweſen, Wendelſtadtſtr. 11, 3 ½=
ſtöckiges
Vierzimmerhaus, mit
Vor= und Hintergarten im Flächen=
gehalt
von ca. 400 am, wird zu gün=
ſtigen
Bedingungen verkauft. Weit.
Aufſchluß bei der Firma Sobastlan
Eckler, Rheinſtr. 9, I. Tel. 243. (53a

Einfamilienhaus
in der Frankfurterſtr.
enthaltend 11 Zimmer, Bad, Küche,
2 Verand., elektr. Licht u. Gas, Vor=
u
. größ. Hintergart. Geſamtfläche
ca. 600 qm wird zu dem ſelt. bill.
Preis von 36000 Mk. verkauft.
Die Ueberg. d. laſtenfr. Beſitzes kann
n. Wunſch erfolg. Dieſtaatl. Brand=
verſich
.=Summe d. Gebäude beträgt
35 000 Mk. Nur ernſte Reflektant. er=
halten
weit. Aufſchluß bei d. Firma
Sebastian Eckler
Rheinſtr. 9 (47a) Teleph. 243.

Verkauf.
Das Einfamilienhaus, gelegen
im Geiſenſee 11, Ecke Schießh., nach d. Plänen des Herrn
Prof. Pützer ſolid u. prakt. erbaut,
mit 8 Zim., 4 Manſ., Bad, elektr.
Licht, ſchön. Wirtſchaftsräumen im
Souterrain u. Zentr.=Heiz. iſt zu
verkaufen od. zu vermieten per
1. April. Geſamtfläch.=Geh. einſchl.
des Gartens 711 qm. Die Beding=
ungen
ſind günſt. geſtellt. Weiteren
Aufſchluß erteilt das Immobilien=
geſchäft
Sebastian Lckler, Rheinſtr. 9,
Telefon 243.
(1785a

3224 Zimmer und
Wohnhaus Manſarde, Hof=
raum
, großer Garten, Gas, Waſſer=
leitung
, iſt erbteilungshalber zu ver=
kaufen
. Lage: Kiesſtraße nächſt der
Hochſtraße. Näh. Auskunft erteilt
P. Luft, Liebfrauenſtr. 70. (54a

Landlarns für7500 Mf.
In Arheilgen iſt ein freiſt.
Landhaus für 7500 Mk. ſofort zu
verkaufen. Angebote erbitte unter
W46 a. d. Exped. d. Bl (1148a

Villa in Buchſchlag
wegzugshalber preisw. zu ver=
kaufen
. Auskunft erteilen (855a
Paul Wolf & Co., G. m. b. H.,
Darmſtadt, Rheinſtraße 51.

In feillst. u. ungenenm. Wenhl. Darmstadte
wird eine herrſchaftliche Beſitzung, beſtehend aus einem Herrſchafts=
haus
, Seitengebäude mit Dienerwohnung, Stallung u. Remiſe,
einem Luſt=, Obſt= und Gemüſegarten, zuſammen 1600 qm groß,
wegen Erbteilung zu einem außerordentlichen billigen Preis ſofort ver=
kauft
. Reflektanten erhalten näheren Aufſchluß durch das Hypotheken=
und Immobiliengeſchäft von C. W. Braun, Martinſtr. 74. (B78

Ein Herrſchaftshaus
mit ſchönem Garten in ſehr geſunder und freier Lage, enthaltend drei
Wohnungen à 7 Zimmer, Küche, Badezimmer, Veranda, Balkon, Gas
und elektriſches Licht, Zentralheizung, Entſtaubungsanlage, im Dach=
ſtock
Fremdenzimmer und Mädchenſtube, wird zu ſehr billigem Preis
verkauft. Reflektanten erhalten Auskunft durch das Hypotheken und
Immobiliengeſchäft von C. W. Braun, Martinſtraße 74.
(B79

.
Eihramffchhaus
mit Garten in bevorzugter ſüdlicher Höhenlage, enthaltend 11 Zimmer,
Balkon, Küche, Badezimmer, Mädchenſtuben und mehrere Nebenräume,
Zentralheizung, Gas und elektriſches Licht, wird ſehr preiswert bei
günſtigen Zahlungsbedingungen verkauft. Näher. Aufſchluß ert. d.
Hypotheken= u. Immobiliengeſch. v. C. W. Braun, Martinstr. 74. (B8

Geschafrshaus
in verkehrsreichſter Straße Darmſtadts, iſt ſehr billig zum Verkauf
geſtellt. Näheres durch C. W. Brann, Martinſtraße 74.
(B81

Villain Seeheim
6 Zimmer mit großem Garten, be=
ſonderer
Umſtände wegen, äußerſt
billig zu verm., event. zu verkauf.
Auskunft erteilen Paul Wolf
(854a
& Co., G. m. b. H.
Villen=Kolonie
Darmstadt-Eberstadt.
Haus zum Alleinbewohnen,
Neubau, 9 Zimm., Zentralheizung,
Badeeinricht., groß. Gart., Geſamt=
grundfläche
1258 qm, für 23000 Mk.
bei geringer Anzahlung zu verkauf.
Näheres durch Paul Wolf & Co.,
G. m. b. H., Rheinſtraße 51. (853a

Kleine Villa
in der Maulbeer=Allee, zunächſt
der Merckſchen Fabrik, zu verkauf.
Näheres bei J. Conrad Mahr,
Zimmermeiſter, Heidelbergerſtr. 43.

an ſert. Str., 285 am, f.
Bau= e. 4 Z. o. 2X2 Z.=Hs. m.
Werkſt. o. St., 2 Giebelw.
platz näh. Waldstr. 24, p. (*1058

Stagen= Baus
in der Landwehrſtraße, Nähe
Herrngarten 3X4 Zimmer, ſowie
Laden für Kolonialwaren, wegen
Wegzug, bill. z. verk. Ausk. erteilen
Paul Wolf & Co., G. m. b. H. (852a

Geshälilhause
Verkauf-
(17a
on im Zentrum
Arbteilungshalber der Stadt,
beſte Geſchäftsſtr., feines Ge=
ſchäftshaus
, in welch. ſchon ſeit
Jahren ein ſolches betrieb. wird
mit beſt. Erfolg, in nur gut. Zu=
ſtande
, unt. ſehr günſt. Beding.
abzug. Anzahl. 1520000 M.
Agent erh. keine Antw. Näh.
b. H. Castritius, Kahlertſtr. 38.

Immobilienangebot!
3 ſtöck. Eckhaus, p. Stock 9 Zim.
mit nebenanliegendem Bauplatz für
5=Zim.=Haus, iſt alsbald zu verk.,
angen. Wohnlage, durch das (643a
Immobiliengeschäft Ech. Castritius,
Telefon=Nr. 1382, Kahlertſtr. 38, I.

Hausverkauf.
Das Haus Viktoriaſtr. 94,
enthaltend vier 5=Zimmerwohn.,
iſt ſofort preiswert zu verkaufen.
Reflektanten erha ten nähere Aus=
kunſt
Viktoriaſtr. 90 part. (1360a

Moderne
Einfamilienhäuser
im Hohlen Weg
Oktober beziehbar zu verkaufen.
5 Zimmer komplett Mk. 22000
6 Zimmer komplett Mk. 25000
Auskunft erteilt Architeſt Koban,
Gartenſtadt, Hohler Weg. (1673a

Das 2i, ſtöckige, in jadeiloſem
Zuſtand befindliche Wohnhaus
Aima
Hoffmannstrasse 23
(Nähe Heinrichſtr.) mit groß. ſchatt.
Garten u. Toreinfahrt, iſt Sterbef.
wegen unter günſt. Bedingungen zu
verkauf. Das Haus iſt zurzeit zum
Alleinbewohnen eingerichtet, kann
jedoch leicht in zwei 5=Zim.=Wohn.
umgewandelt werden. Näh. Ausk.
erteilt ausſchl. die mit dem Verkaufe
beauftragte Firma Julius Kahn,
Schulſtraße 15. Tel. 135. (K1185

Wer ein Obſeit zu kaufen ſucht,
Hyp. ausleiht oder Beteili=
gung
wünſcht, verlange koſtenloſe
Zuſendung der Deutschen Verkaufs-
Zultung Berlin 39.
(856a

genturen für Immobilien,
Hypotheken u. Baugelände
Hch. Castritius (654a
Darmstadt, Kahlertstrasse 38, I.
Tel. Nr. 382. Sprechst. 24 Uhr.

Leichtes Pferd
Doppel=Pony, kräftig, 9jährig,
wegen Aufgabe des Fuhrwerks,
preiswert zu verkaufen (*906som
Pfungſtadt, Kaiſerſtr. 3.

Wenn Sie von hartnäckigen
Flechten,
juck. Hautausſchlägen uſw. geplagt
ſind, ſo daß der Hautreiz Sie nicht
ſchlafen läßt, bringt Ihnen Zucker’s
Saluderma raſche Hilfe. Aerztl.
warm empf. Doſe 50 Pf. u. 1 M.,
(ſtärkſte Form) bei Friedr. Schäfer,
Ludwigsplatz 7, Chr. Schwinn,
Hoflieferant, Rheinſtraße 8 u. Ga.
*1806E
Franz Frank.

u
We
auf zwei Geſchäftshäuſer, Zentrum
der Stadt
5000 Mark
mit Nachlaß bei einer Belaſtung
von 30000 Mark unter der orts=
gerichtlichen
Taxe. Mieteingang
8000 Mark.
Gefl. Offerten unter B 41 an
die Expedition ds. Bl.
(*1 79

Suchte 1900 M.
II. Hypothek ev. mit Nachlaß.
Angeb. u. B 22 an die Exp. (*996s9i

wünſcht 200 Mk.
Beamtel nur vom Selbſt=
geber
zu leihen. Rückzahlung nach
Uebereinkunft. Off. u. B 5 an
(*963so
die Expedition ds. Bl.

Geſchäftsmann ſucht zur Ver=
größerune
d. Geſchäfts 3000 Mk.
Jüng. tücht. Mann kann ev. Teilh.
w. Off. u. A 87 an d. Exp. (*835fso

Zum Ausleiben 50000 Mark
liegen
von 100 Mk. an aufw. bereit. Diskr.,
ratenw. Rückzahl., ev. ohne Bürg.
*1067) Gg. Nau, Hügelstr. 33, p.
Sprechzeit nur vorm. von 10 1 Uhr.

Kreditverein Reichelsdorf i. Z.
gewährt jed. neu zugelaſſen. Mitgl.,
ohne Unterſchied d. Standes, Darl=
auf
Möbel ꝛc. Proſp. gratis. (1245)f

eteiligung.
Kauf od. Verkauf.
Häuſer= u. Vermög.=Verwalt.
durch B. Baer, Immobilien,
Landwehrstr. 18 Tel. 1145.(11

Pettſtellen, nußb. u. eiſerne, mit
Zubeh., 1 Waſchkommode bill.
abzug. Kaſinoſtr. 17, II. (*1074

1 Kleider=
Wegen Umzuſſchrank. 1tür.,
1 Waſch= u. Nachttiſch mit u. ohne
Marmor, 1 pol. mod. Bettſtelle u.
Nachttiſch, l) pol. Tiſch, 1 Diwan,
Chaiſelongue (verſtellb.), 1 kl.
Kaſſenſchrank, alles gut erh., billig
abzug. Grafenſtr. 4, part. (*1078.

[ ][  ][ ]

ME . . e er .

e
M

Aussergewöfnlich vorteilfafte Angebote

im


Sseſtur-Gasverkadf!


Mäntel und Jaletos
Flüsch- Samt- u. Velour
E

Ein grosser Posten schwarzer Tuchmäntel, elegante, geschmackvoll
garnierte Fassons mit breitem gestickten Kragen, Seidenblenden
und Fransengarnitur . Regulärer Verkaufswert bis 29. jetzt 17.50

Regulärer Verkaufswert bis 39. jetzt 23.50
Regulärer Verkaufswert bis 45. jetzt 29.

du Nord-Mäntel

E
E

Ein grosser Posten schwarzer Tuchmäntel, kimonoartig, 130 bis
140 cm lang, mit vornehm. Garnierung aus Stickerei, Seidenblende,
Schnur und Fransen . Regulärer Verkaufswert bis 29. jetzt

Regulärer Verkaufswert 33. bis 45. jetzt
Ein grosser Posten hocheleganter Flausch-Mäntel, 130 bis
*140 cm lang, aus vorzüglichem Flauschstoff, mit farbiger Abseite
garniert marineblau mit grün braun mit hellbraun braun
mit oliv dunkelgrün mit hellgrün dunkelgrau mit hellgrau
Regulärer Verkaufswert bis 39. jetzt
Ein groster Posten marineblauer Cheviot-Mäntel mit capuchon-
artiger
grüner Tuchgarnitur Regul. Verkaufswert 23.50 jetzt

17.50
23.50

Ein grosser Posten hocheleganter langer Volourdu Nord- und Samt-
mäntel
, besonders feine, reich garnierte Fassons, mit Tressen u. Fransen-
garnitur
, meistens auf reiner Seide getüttert, regu-
lärer
Verkautswert 100. bis 145. . . jetzt 59. 65. 95.-

Ein Posten Velour du Nord u. Samtmäntel jetzt

35.- 45.- 51.

192
25.50
150

Batt-Gesellschaftskleider

(6n

Jackett-Kostüme

Ein grosser Posten elegant garnierter Kleider aus reinwollenen Stoffen,
in hellen und dunklen Farben, nur moderne Fassons, &
regulärer Verkaufswert 51. bis 75. . . jetzt 29. und 39.

Ein grosser Posten eleganter schwarzer Kleider
Regulärer Verkaufswert 39. bis 165. . jetzt 35. bis 85.-

Ein grosser Posten Kostüme aus marineblauem Kammgarn in vor-
züglicher
Qualität, hochelegante, reich garnierte Fassons, mit
farbigen u. schwarzen Stickereien und Tresse garniert, Jacketts
fast alle mit reiner Seide gefüttert
Serie II regulärer Verkaufswert bis 100. . . . . jetzt
Serie I regulärer Verkaufswert 65. bis 90. jetzt 45.
Ein grosser Posten Kostüme aus dunkelblauen, englisch gemusterten
und feingestreiften, ausgezeichneten Stoffen, vornehme, sehr chic
gearbeitete Fassons, Jacketts meistens auf reiner Seide gefüttert
Regulärer Verkaufswert 72. bis 100. jetzt
Ein grosser Posten hocheleganter Kostüme aus sehr gutem blauen
Kammgarn, echt englischen Stoffen oder solchen englischer Art,
in allerbester Verarbeitung, bildschöne hochmoderne Fassons
Regulärer Verkaufswert bis 110. jetzt

Ein grosser Posten gestreifter Samtkleider regulärer Verkaufswert 9
59. bis 89. . . . .
.. . . jetzt 25.-

65.. 51.-

Ein grosser Posten weisser Voilekleider mit bunter
Stickerei, regul. Verkaufsw. 59. bis 81. jetzt 39. bis 45.-

Ein grosser Posten Tüllkleider auf Seide gefüttert, mit grosser Seidenband-
garnitur
, reich mit Spitzeneinsätzen garniert. Regulärer Ver- 90
kaufswert 45. . .
. . . . jetzi 25.50

,,,
Ein grosser Posten Tüllkleider auf Seide gefüttert, Fasson Marie Antoinette,
mit breiten Spachtelspitzen elegant garniert, mit farbiger Band- gr)
garnitur. Regulärer Verkaufswert 51. . . . . . . jetzt 27.50

Ein grosser Posten Frauenqackenkleider

für starke Figuren aus engl. gemusterten Stoffen, schöne moderne
Fassons in guter Verarbeitung

Ein groser elegant garnierter Samtkleider
Posten
in einfarbigen und gestreiften Samten, hochelegante Fassons mit farb.
Garnier. Regul. Verkaufsw. 80.-b. 120. jetzt 29. und 33.

15

Regulärer Verkaufswert bis 85.

jetzt

Aussergewöfnliche Sonderofferte

Ein grosser
Posten Rocheleg.schwerer Winterkostüme

aus echt engl. und engl. gemusterten Stoffen, darunter ganz teuere
ratinéartige Qualitäten, Jacketts, teilweise mit echtem Pelzschal garniert,
vorherrschende Farben dunkelbraun schwarz und gestreift
Regulärer Verkaufswert 65. bis 125.
jetzt 45.- 51.59.-65.-

Iheater- und Abendmäntel

Ein grosser Posten Tuch-Abendmäntel hellblau, blau, mode, mit grossem

gesticktem Kragen, Samt- und Seidenblende, Regulärer Ver- 17
kaufswert 45. . . . . . . . . . . . . . . . . jetzt 17.50

Blusen

Ein grosser Posten seidener Hemdenblusen in schwarz, blau,
schottisch, gestreitt
Regulärer Verkaufswert 13. bis 17.50 jetzt 9.

Ein grosser Posten seidener Blusen in hellen Farben, einfarbig u.
gestreifte dunkle Farben, hellblau, weiss und andere Ballfarben;
neue elegante Fassons von bester Beschaffenheit
Regulärer Verkaufswert 19. bis 25. jetzt

bis

11.-

Ein grosser Posten eleganter Seidenblusen, elegante Ballblusen
in hellblau u. weiss Regul. Verkautswert 25. bis 30. jetzt
Ein grosser Posten weiss bestickter Tüll-Ueberblusen
Regulärer Verkaufswert 10. jetzt
Ein grosser Posten weisser und schwarzer Spitzen-, Tüll- u.
Seidenblusen auf Seide gefüttert, duftige, elegante, moderne
Fassons
Regulärer Verkaufswert bis 25. jetzt

Aussergewönliche Gelegenheit! Ein grosser Posten rein-
seidener
Payette-Blusen in allen Farben, mit farbigen Auf-
schlägen
und kleinen Knöpfen garniert, auf Batist gefüttert in
allen Grössen .

6.50

Ein grosser Posten Tuch-Abendmäntel auf Halbseide oder weissem Serge
gefüttert, aus resedafarbig. u. modefarbig Tuch. Regulärer Ver- 10
kaufswert 40. bis 51. . . . . . . . . . . . . jetzt 19.50

Ein grosser Posten Abendmäntel aus hellblau, marineblau und rot Tuch, mit
passendem grossen Samtcapuchon und Quaste, weiss gefüttert 92
jetzt 23.50
Regulärer Verkaufswert 45. bis 59. . .

Ein grosser Posten Leinen-Mäntel aus leinenartigen Stoffen, 110-130 cm langen
Fassons, reich mit Spitzen und Stickereien garniert, früherer
. . jetzt durchschnittlich zum Aussuchen 4.50
Wert bis 20. . .

Ein grosser Posten Bastseidene Mäntel 100-110 cm lang, moderne Fassons,

im Rücken mit Riegel, Revers mit Seide belegt. Regulärer Ver-
. . jetzt 9.50
kaufswert 27.


2

Aussergewöfinliches Angebot!

meistens aus ge-
Ein grosser
Posten eleganter Kostümröcke streiften Kammgarn-
stoffen
in allen Farben, blau, braun, grün, grau, gestreift und schottisch
kariert, elegante schön verarbeitete Fassons aus sehr guten Stoffen

ein Posten regulärer Verkaufsw. 17.50 bis 24. jetzt 11.50
ein Posten regulärer Verkaufsw. 24. bis 33. jetzt 13.50

aus Marder, Skunks, Nerz-
Grosse Jeiegenneirskaufe inecht. Detz-910tds murmel, Skunks-Opossum.

E

Schwarze Samt-Jackeit-Kostüme

Ein grosser
Posten Schwarzer Samt-Rostüme

Requlärer Verkaufswert 100150 jetzt

59.

Frankfurt a.
neben der
Zeit
Siad Uoraaſtkar
Hauptpost

M.

neben der
Hauptpost

Grösstes Spezialhaus Frankfurts für Damen-Konfektion.
I

(T1766
I

[ ][  ][ ]

Saison
us
verkauf
Ab Montag, den 15. ds. Mts.
(1802
1. Woche Stoff= und Gardinen=Reste.

Awig Mer

armstauf

ſen dere leich Aernerhet.

Altrenommiert. Beste und ruhigste Lage am Zentralbahnhof gegen-
über
den Promenaden. Elektr. Licht, Zentralheizung, Bäder,
Restaurant. Mässige Preise.
A. Geilenkirchen, Besitzer.

laeiten ehte eitet
Unbeschreibliche Komik!

4
Orpheum

else dat barwtelt us golaeitl=
Hente Montag, 15. Jan.
und folgende Tage (1765

Neu!

Neu!

Derbrave Hermann:

Peine ut fernerint uis bektimt.

Alle Kleiderstoffe
um ſie länger zu erhalten, müſſen
vor dem Verarbeiten dekatiert
verden, damit die Gewebe durch
äſſe nicht mehr eingehen u. keine
Regenflecken ſich einſtellen. (*796
Dekatier=Anſtalt von
Ernst Göbel, nur Schulſtr. 11
Geueſte maſchinelle Einrichtung).

Spiegelschrank
neu, pr. Arbeit, weit unter
Preis. Eichen Bücherſchrank,
Diplomat, f. mod. Diwans, Otto=
mane
, nußb. Schreibtiſch, hochf.
Vertiko, Trumeauſpiegel, Flur=
garderoben
, Kleiderſchrank, Waſch=
kommoden
, hel eich. Schlafzimmer,
Speiſezimmer, Bettſtellen, Matratz.,
einzelne Kredenz, mod. Küche.(*1073
Eliſabethenſtr. 42, part. rechts.
Darm- 1. städter

Grafenstrasse 12.
Nurheute u. morgen noch
der grösste Hauptschlager
der Saison
Verblater

Mimodramatische Paraphrase
über das Thema:
Wie das Leben spielt
übertrifft alles bis jetzt
Dagewesene. Versäumen
Sie deshalb dieses Programm
nicht! (*1099oi
Nur
I. Darmstädter Kino
Grafenstrasse 12.

Verguügungs=
und Erholungs=
Reiſen zur See
nach Portugal und
Spanien, Italien. Sizilien,
Griechenland, Aegypten,
Tuneſien, Algerien, nach
der Europäiſchen und
Aſiatiſchen Türkei, dem
Schwarzen Meere, Palä=
ſtina
und Syrien u. ſ. w.
Ceylon, Vorder= und
Hinterindien, China, Ja=
pan
, nach Auſtralien.
Weltreisen
Reiſe=Schecks
Welt=Kreditbriefe
Auskunft erteilen
Vorddeutscher
Lloyd Bremen
und ſeine Vertretungen.
In Darmstadt:
Anton Fischer,
Adler=Drogerie,
Frankfurterſtr. 12/14.

In Dieburg:
Carl Reh.

(1805a

Täglich frische
bazzen
Bäckerei u. Conditorei
Mainzer (1302a
obere Bleichstr. 13. Tel. 1265.

Fremdenzimmer
2 Betten (eiſ. und meſſing) Waſch=
tiſch
, Nachtiſche, Schränke, 2 Chaiſe=
longeu
, Stühle uſw., vernickelter
Dauerbrandofen
(1797oms
Stiftſtraße 21 2 Stock

Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer Bayern, nach New=
York, 12. Januar 3 Uhr 10 Min.
morgens Cuxhaven paſſiert.
Dampfer Graf Walderſee, von
Philadelphia kommend, 12. Jan.
2 Uhr 30 Min. morgens Lizard
paſſiert
Dampfer Prinz Adalbert, nach
Philadelphia, 12. Januar 4 Uhr
40 Minuten morgens Lizard
paſſiert.
Dampfer Victoria Luiſe, nach
New=York, 11. Januar 2 Uhr
nachm. Cuxhaven paſſiert.

Kriegerverein Darmſtadt.
Schutzherr:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog Ernſt Ludwig.
Feier des Allerhöchsten Geburts-
tages
Sr. Majestät des Kaisers

Samstag, den 20. Januar 1912, abends 8½ Uhr,
im ſtädtiſchen Saalbau
beſtehend aus: Feſtanſprache (gehalten von dem I. Vorſitzenden
Hauptmann a. D. Waldecker), Konzert und Tanz, unter
gütiger Mitwirkung der Großh. Hofopernſängerin Fräulein Hede
Schaub, Herrn Stadtſekretär Gg. Jöckel und Frau Jöckel,
ſowie der Kapelle des Leibgarde-Regiments Nr. 115,
unter Leitung des Herrn Ober=Muſikmeiſters Hauske.
Zutritt haben nur die geladenen Ehrengäſte, unſere Ehren=
mitglieder
und unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen.
Fremde Perſonen, welche durch Mitglieder eingeführt werden wollen,
müſſen am Saaleingang den hierſelbſt anweſenden Vorſtandsmitglie=
dern
vorgeſtellt werden. Das Vorausbelegen der Plätze iſt nicht geſtattet.
Orden, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
1777od)

67
Hezirksuerein Autſtaol

Oerdarderſanentrann
Montag, den 15. Januar 1912, abends 9 Uhr
im Gartenſaal der Brauerei zur Krone.
Um zahlreiches Erſcheinen wird gebeten. (1798
Der Vorſtand.

eptelte Piugsladſen. (aseſehalt

Darmstadt.

Mittwoch, den 17. Januar 1912, abends 8¼ Uhr,
O
Eichtötidervortrag
von Herrn Kapitän a. D. von Pustau, über:
Das französische Flugwesen.
Ort: Saal der Vereinigten Gesellschaft.
Numerierter Platz 2 M., Saal 1 M., Studenten u. Schüler 0.50 M.
Vorverkauf: Verkehrsbüro.
(1776

Darmstädter Billard. Kſub

Vereins-Abend: Dienstag abend
Gäste stets willkommen.

Hotel Hess‟
(2a

575
MESSMER
BERUHMTE

THEE-MiSCHUNGEN
PROBEPAKETE
§ 100g 055 Mk- 140 Mk

Bittſchriften
Hess, Kirchſtraße 21.

ſertigt
Bureau

2 Balkonloge (Vorderplätze) B
4 links, für den Reſt der Spiel=

Pil z verk. Rleiderſchr. Komm.
Nähtiſche. Kaupſtr. 31,3. St. (*1085om

2 Motorräder in der Nähe
unterzuſtellen geſucht Mauer=
(*909so
ſtraße 16, I.

(1672a zelt abzugeben Alickſtr. 13.=(577a.Ivorlegen zu wollen.

Großherzogl. Hoftheater
Montag, den 15. Januar.
92. Abonnem.=Vorſtell. B 24.
Fauſt.
Tragödie von Goethe.
Muſik von Dr. Eduard Laſſen
Vierter Abend.
Der Tragödie zweiter Teil
(II. Abteilung) in 3 Akten.
Muſikal. Leit.: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen‟
Fauſt .
Hr. Baumeiſter
Mephiſtopheles . Hr. Lehrmann
Der Kaiſer . . . Hr. Weſtermann
Heermeiſter. . . Hr. Heinz
Helena
Frl. Alſen
Euphorion
Frl. Gothe
Phantalis, Beglei=
terin
der Helena Frl. Heumann
Lynceus, der
Hr. Weber
Türmer.
Raufebold, gew. Hr. Kräger
Ge= Hr. Semler
Habebald,
Haltefeſt, ſellen Hr. Riechmann
Philemon, e. Greis Hr. Wagner
Baucis, ſ. Gattin Fr. . Rudolph
Wanderer . . . Hr. Schneider
Die Sorge . . . Fr. Scherbarth
Die Not.
Frl. Uttmann
Der Mangel . . Fr. Hartig
Die Schuld
.Frl. Wisthaler
Ein Lemure . . Hr. Hoff
Raphael, ) Erz, Frl. Schaub
Gabriel,
Michael, engel Frl. Bruker
Frl. Howard
Mater Glorioſa . Fr. Speiſer=

Suchanek
Maria Aegyptiaca Frl. Heumann
Eine Büßerin, ſonſt
Gretchen genannt Frl. Meißner
Gefang. Trojanerinnen. Ritter.
Knappen im Gefolge Fauſt’s.
Gefolge des Kaiſers. Soldaten.
Lemuren. Teufel. Engel. Magna
peccatrig. Mulier Samaritang.
Büßerinnen.
Nach dem 1. u. 2. Akte läng. Pauſe.
Beurlaubt: Hoftapellm. Hofrat de
Haan. Frl. Geyersbach,

Preiſe der Plätze (Kl. Pr.):
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremden=

loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang (1. bis 6.
Reihe) 2 Mk., (7. und 8. Reihe)
1.60 Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe)
3.50 Mk., (14. bis 20. Reihe 3 Mk.,
Parterre (1. bis 5. Reihe) 2.20 Mk.,
(6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk., 1. Galerie
1 Mk., 2. Galerie 50 Pfg.,
Anfang 7 Uhr. Ende 9¾ Uhr.
Kartenverk. v. 111 u. v. 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 111 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Dienstag, 16. Jan. Außer Ab.
Vorſtell. zu ermäß. Preiſen: Der
Graf von Luxemburg.
René . Hr. O. Thomſen v. Stadt=
theater
in Bern, a. G. Anf. 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Mittwoch, 17. Jan. 93. Ab.=V.
D 23. Charley’s Tante.
Hierauf: Der verbotene
Cancan (Ballett). Kleine Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 18. Jan. 94. Ab.=V.
C 23. Carmen. Gr. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.

Die Erhebung der 3. Rate
des Abonnementsgeldes für
die Spielzeit 1911/12 findet Mon=
tag
, 15., bis Mitt woch, 17. Jan.,
nachm. von 35 Uhr, ſtatt. Zahl=
ſtelle
: Veſtibüle im Hoftheater.
Die Abonnenten werden freund=
lichſt
gebeten, die erhaltenen Zettel
bei der Zahlung zur Quittierung

[ ][  ]

(7900

e
d


G
.
n ll maceet

Intereſſnt iſt bei dem Vericht des amerilaniſchen
Beobachters die Mitteilung, daß die Schlachtſchiffe bei
dieſen Scharfſchießübungen aus Sparſamkeitsgründen
nicht mit voller Pulverladung arbeiten. Man verwandte
nur Dreiviertelpulverladungen, obgleich die Ziele gegen
13000 Yards, alſo etwa ſechs bis ſieben engliſche Meilen,
entfernt waren.

Die Wirkungen einer Breitſeite‟.

CK. Im Scientific American veröffentlicht der Her=
ausgeber
der Zeitſchrift I. Bernard Walker die Beobach=
tungen
einer Landratte auf der North Dakota und ſchil=
dert
dabei die Wirkungen einer modernen Breitſeite.
Walker hat während der Scharfſchießübnngen des ameri=
kaniſchen
Schlachtſchiffes an Bord weilen dürfen und
beſchreibt dabei das für den Laien überraſchende Phä=
nomen
, daß man bei einer Salve von ſchweren modernen
Schiffsgeſchützen mit dem bloßen Auge die rauchumhüll=
ten
Projektile durch die Luft fliegen ſehen kann. Münch=
hauſen
, nein, lieber Leſer, zweifle nicht an meiner Schil=
derung
, bei klarem Wetter ſoll dies oft möglich ſein.
Der Zieler des Geſchützes machte mich darauf aufmerk=
ſam
, wies auf den Himmel, und ich ſah ſechs ſcharf um=
riſſene
, runde ſchwarze Flecken, die in einer langen hori=
zontalen
Linie dahinſchoſſen: die ſechs Granaten.
Von der Lufterſchütterung, die eine Salve von ſechs
Rieſengeſchützen mit ſich bringt, macht ſich der Laie kaum
eine Vorſtellung. Achtung, eine Salve von ſechs Ge=
ſchützen
!, warnte mich ein Offizier; haben Sie Ihren
Ohrenſchutz in Ordnung? Und während ich noch die
Hände emporhebe, um die kleinen Pfropfen im Ohre noch
feſter einzupreſſen, bricht plötzlich ein furchtbarer Krach
los. Ich hatte ein Gefühl, als ob eine unſichtbare ſchwere
Hand mir einen heftigen Schlag verſetzt, der mein gan=
zes
Knochengerüſt erſchüttert. Dann fühle ich, wie ich in
dem Beſtreben, meinen Halt zu wahren, heftig hin= und
hergeſchleudert werde, erſt mit unwiderſtehlicher Gewalt
in der Richtung des Schuſſes und dann wieder zurück;
ſo pendle ich hin und her, bis ſchließlich nur das heftige
Schaukeln des Maſtes übrig bleibt. Die körperliche Wirk=
ung
einer Breitſeite dieſer Zwölfzollgeſchütze läßt ſich
nicht beſchreiben, aber die photographiſche Platte liefert
uns immerhin wenn auch ein nur kümmerliches
Abbild dieſer gewaltigen Aufpeitſchung der Luft. Der
Photograph hatte die Kühnheit, an Bord der Michigan
während einer Salve der 4 großen Geſchütze der Türme
und 2 auf der Vorderbrücke des Schlachtſchiffes zu
ſtehen. Unmittelbar nach der Entladung fand er ſich auf
dem Rücken liegend wieder, war durch den Luftdruck bis
an den hinteren Rand der Brücke geſchleudert worden;
der photographiſche Apparat beſtand nur aus Trümmern
und nur durch einen Zufall war die Platte der Aufnahme
bis auf einen breiten Sprung heil geblieben. Später
wurde dann von den Zielen das mächtige Netz eingeholt,
das die Ziele umhüllt und in deſſen Maſchen ſich genau
die Zahl der Treffer und der Punkt des Einſchlages feſt=
ſtellen
läßt. Die Schiedsrichter und die Offiziere ſuchten
ſorgſam jeden Quadratfuß des endloſen Gewebes ab,
mit einer erwartungsvollen Gründlichkeit, die von keinem
Goldſucher im fernen Weſten übertroffen werden kann.
Die Salve der vier großen Geſchütze von der North
Dakota hatte einen großen Teil des Zieles fortgeriſſen,
und dieſer Treffer, über den ſich der Laie freut, ſchien die
Offiziere und die Mannſchaften ſehr zu verſtimmen.
Aber das Rätſel löſt ſich: nach den Beſtimmungen des
Scharfſchießens werden alle Schüſſe, die nach dem Ver=
ſchwinden
eines größeren Teiles des Zieles an der rich=
ftigen
Stelle das Netz durchſchlagen, nicht mehr als Tref=
fer
gerechnet. Erſt jetzt lernte ich die Enttäuſchung der
Beſatzung begreifen, als das für meine Augen ausge=
zeichnete
Reſultat feſtgeſtellt wurde: vier Treffer und
ſechs Prellſchüſſe.

Handel und Verkehr.

H. Frankfurt a. M., 13. Jan. ( Börſenwochen=
bericht
.) Die Erleichterung am Geldmaxkt hat ſich weiter
entwickelt, wodurch der Privatdiskonto auf 3¼ Prozent
zurückgehen konnte. Dagegen blieb das Geſchäft weiter in
engen Grenzen, da die Spekulation eine reſervierte Haltung
einnahm. Die Tendenz war während der erſten Tage der
Woche in feſter Richtung, wurde indeß ſpäter durch die po=
litiſchen
Vorgänge in Paris ungünſtig beeinflußt.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, vermißt
man bisher merkwürdigerweiſe die Kaufordres des Privat=
publikums
anläßlich des Eingangs der Januar=Kupons=
Gelder, ſodaß einzelne deutſche Renten eher etwas ein=
büßten
. Nur für die 4prozentigen heſſiſchen Staatsobliga=
tionen
zeigte ſich größere Kaufluſt bei anziehenden Preiſen.
Ausländiſche Staatsfonds ſtill und im ganzen wenig ver=
ändert
. Die Nichtbeſtätigung der italieniſch=türkiſchen
Friedensverhandlungen hat fur türkiſche Loſe eine kleine
Einbuße gebracht, doch ſtellte ſich bei den niedrigeren Kur=
ſen
ſtärkere Nachfrage ein. Recht feſt ſind rumäniſche Gat=
tungen
, ſowie Argentinier. Transportaktien, darunter auch
Hamburger Paketfahrt und Nordd. Lloyd ſchließen faſt
durchweg ſchwächer; auch Lombarden wieder angeboten.
Mit der Andauer des italieniſchen Kriegs und ſeinen Fol=
gen
verzögert ſich natürlicherweiſe das Sanierungsprojekt
der Südbahn, da die Ablöſung der italieniſchen Annuitäten
ſich erſchwert und die Beſitzer der lombardiſchen Prioritäten
geraten in begreifliche Ungeduld. Ein Verkauf dieſer
Titres iſt aber nichtsdeſtoweniger jetzt wenig zweckmäßig.
Schantungbahn ſind kaum verändert, trotz des ſehr befrie=
digenden
Dezember=Ausweiſes.
Der Bankenmarkt iſt nach anfangs recht günſtiger
Strömung ſchließlich ermattend. Größere Realiſationen
vollzogen ſich auch auf dem Montangebiet; man ſprach u. a.
von Blankoverkäufen eines Großſpekulanten, denn die vor=
liegenden
Berichte lauten unverändert befriedigend, ins=
beſondere
, daß die heimiſchen Hüttenwerke glänzend beſchäf=
tigt
ſeien. Ferner iſt auch das Abkommen zwiſchen dem
Kohlenſyndikat und der preußiſchen Bergwerksverwaltung
nunmehr endgültig vom Handelsminiſter genehmigt wor=
den
. Elektrizitätswerte ſind ebenfalls matter. Die Ka=
pitalserhöhung
der Schuckert=Geſellſchaft um 10 Millionen
Mark drückte auf den Kurs dieſer Aktien; auch Bergmann
bis 213,25 nachgebend auf den Geldbedarf der Geſellſchaft.
Am Kaſſainduſtriegebiet ſtellten ſich die ſchweren chemi=
ſchen
Werte niedriger, nur Deutſche Gold= und Silber=
Scheideanſtalt gut gehalten (880,50). Holzverkohlung
ruhiger (280,50), hingegen Kleyer wieder lebhafter (459).
Eine weſentliche Steigerung erzielten Motorenfabrik Ober=
urſel
, bis 144,80, und Aluminium, bis 228; ferner noch
Spinnerei Hüttenheim, bis 55, und Elektrizitäts Lahmeyer,
bis 131,50 anziehend, während Metall=Aetzwerke bis 250
und Kunſtſeide bis 106 nachgaben. Zuckeraktien waren feſt:
Frankenthal 450, Waghäuſel 204,20. Die Bank für Handel
und Induſtrie (Darmſtädter Bank) eröffnet am 1. April
dieſes Jahres in Hamburg eine Zweigniederlaſſung. Die
Reichsgenoſſenſchaftsbank, A.=G., ſeither in Darmſtadt, hat
ihren Sitz nach Frankfurt a. M. verlegt. Auf Antrag der
Generalverſammlung dieſes Inſtituts wurde entgegen den
Vorſchlägen des Vorſtandes der Beſchluß gefaßt, den ge=
ſamten
Reingewinn den Reſerven zufließen zu laſſen, wo=
durch
ſich dieſe von 134000 Mark auf 16318054 Mark er=
höhen
.
Von Loſen notieren: Augsburger 38,, Braunſchwei=
ger
212,25, Pappenheimer 60,, Freiburger 69 G., Türkiſche
171,, Genua 190 G., Ungariſche 373,25, Meininger 36,80,
Venediger 47,60, Mailänder 45=Fres.=Loſe 155,, Mailän=
der
10=Frcs.=Loſe 33,75, Raab=Gratzer Anr.=Sch. 38,75, in
Reichsmark. Gothaer Prämie II 117,90, Donau= Regulier=
ung
170., Madrider 80 P., in Prozent. Ferner ſchließen:
4proz. Reichs (bis 1918 unkündbar) 102,, 3½proz. Reichs
91,72, 3proz. Reichs 82,60, 4proz. Heſſen von 1899 100,80,
4proz. Heſſen von 1906 100,80 G., 4proz. Heſſen von 1908/09
100,90, 3½proz. Heſſen 90,20, 3proz. Heſſen 79,70 G., 4proz.
Darmſtädter 99,90 G., 3½proz. Darmſtädter 90,60 G., 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 1823) 101 G., 4proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 2425) 101,25, 3½proz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (S. 35) 90,10 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (S. 911) 90,20 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.

(S. 1012) 101 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie
1314) 101,25, 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 13)
90,30 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 4) 90,20 G.,
Darmſtädter Bank 127,, Südd. Eiſ.=Geſellſchaft 124 B.,
Südd. Immob.=Geſellſchaft 79,30 G., Lederwerke, vorm.
Spicharz (Offenbach a. M.) 77 G., Schramms Farben=
Fabriken (Offenbach a. M.) 271 G., Chemiſche Mülheim am
Schantungbahn 126,, South=Weſtafrika
Main 78,
155,50, Otavi=Anteile 94 G., Otavi=Genußſcheine 67,, 4 ½=
prozentige
Ruſſen 100,60 B., 4proz. 1880er Ruſſen 92 B.,
4proz. 1902er Ruſſen 91,50, 3/oproz. Ruſſen 88,80, 3½proz.
Ruſſen 86,, 3proz. Ruſſen 80 G., 4proz. unifizierte Türken
90,40 G., 4proz. Adminiſtrations=Türken 85,20 G., 4proz.
Bagdad=Türken 84,30, 4proz. konvertierte Türken (1905/1911)
82,80, 5proz. Chineſen 100,10, 4½proz. Chineſen 95,10, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 99,, 4½proz. Japaner 95,50,
4proz. Japaner 90,40, 3proz. Buenos=Aires 73½.

Gewinnanszug
der
226. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
1. Klaſſe. 1. Ziehungstag. 12. Januar 1912.

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und uI.

(achdmic verbotn.)
(öhne Gewchr. u. St.=l. ſ. 3.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 102846
a Gewinne zu 3000 Mk. 85400 157351
2 Gewinne zu 1000 Mk. 58933
2 Gewinne zu 500 Mk. 69667
4 Gewinne zu 400 Mk. 65900 176150
12 Gewinne zu 300 Mk. 18740 91776 92997 98199
124419 162790
12 Gewinne zu 200 Mk. 29545 102173 109978
181850 183159 189370
74 Gewinne zu 100 Mk. 5154 6668 9445 9955
18961 20434 23274 28354 34450 35445 44058 44677
50159 53827 68484 70077 70539 76235 82156 83396
88808 94383 96014 97454 98484 102737 111525 120818
121318 130440 155513 155801 159316 166442 174952
160665 187078
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50000 Mk. 44956
2 Gewinne zu 30000 Mk. 108231
4 Gewinne zu 500 Mk. 20801 41636
10 Gewinne zu 300 Mk. 31395 60763 73517
138610 173496
28 Gewinne zu 200 Mk. 31747 44374 49051 68469
73341 81071 87427 103378 110773 127565 161333
170770 173106 176695
76 Gewinne zu 100 Mk. 1318 11109 16558 25223
27489 28577 29354 31400 32307 33349 36218 37350
45628 47984 50420 50744 57710 58377 60258 88778
84042 85170 94255 132070 133711 135899 139911
145356 146511 149861 153612 156765 160568 165732
175056 186886 187479 188505

(Scc St.bucht
nck.
(wegseie.-
und nehmen Sie nach jedem
Waschen einen Hauch
wegGame
Sie werden dann auch im Winter eine
klare, sammetweiche und trotzdem
widerstandsfähige Haut haben!
Nwea-deiſe- 503
Cwea.-Creme-103209-40 -753- 1003.

(1786MI

der
uns Verkauen
Haustrau

Beim Nachfüllen achte man darauf, daßt aus der großen A46El. Flaſche nachgefult
werde, da in dieſer geſetzlich nur MAGGl-Würze feilgehalten werden darf.

hat ſich wohl ſelten ein Produkt in ſo hohem Grade
erworben, wie
(VI1690
L
Ras

Sehee Mluuf Wurze
zum Verbeſſern von Suppen, Saucen, Gemüſe,
Salate uſw.
Probefläſchchen 10 Pfg.
=MAGGls gute, sparsame Küche.

Alt Darmſtädter
Anſichten, Porzellane, Geſchirre,
Uhren, Inſtrumente, Pläne, Karten
ꝛc. zu kaufen geſucht. Offert. m.
Preis u. W 73 an die Exp. (1248t

GHRbiMEn
Nach-
mit
10-30 %o 1ass.
Ueberhänge, Tüllgar-
dinen
, Bettrückwände,
Bettdecken, Uebergar-
dinen
, Künstler-Leinen
etc., Posamente.
Hess. Gardinen- und Stickerei-
Mannfaktur, G. m. b. II.
H. PORTUNE
armstadt
Tel. 1615. Eleichstraße.

Necc
Frennessel-
hasser

mit (*18ta
Birkenzusatz.
Von hervorrag.
Wirkung gegen
Haarausfall und
Schupp.-Bildung
Allein echt mit
Firma
Gg. Frz.
Frank

Tel. 886. Elisabethenstr. 9.
Spezial-Geschäft für Damen.

1 Kleid 5 Mk., 1 Anzug f. j
M., 4 Mk., 1 Sackjackett, Rock u.
Bluſen f. 13jähr. M. billig abzu=
(*1050
geben Liebigſtr. 32.

Fieterentabri Darmstaur-A. G.
liefert:
1803a
Benzin- und Gasmotore

Sauggas-Anlagen
Lokomobilen
Selbstfahrende Bandsägen
Solide Konstruktion. Erstklassige
Ausführung. Geringer Brennstoff-
verbrauch
und blllige Preise.
Prima Referenzen.

Jühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20, Tel. 276. (1180a

lte Pelze w. zu gr. Muffen u.
mod. Toque bill. umgearbeitet
1451a) Ludwigspl. 8, Vdh. III.

Sheaterhauben w. angef., ſow. kl.
Muff. w. z. gr. u. Baretts veränd.
Mauerſtr. 20, Modeſalon. (75a

Adler-Automohl
fünfſitzig, mit reichhaltigem Zu=
behör
, auch zum Vermieten gut
geeignet, ſehr billig abzugeben.
Tadellos erhalten. Gebr. Opel=
wagen
1000 Mk.
(783a
an
Müller & Ober, Karlstr. 30.
Maskenkoſtüme
zu kaufen geſucht. Offerten unter
A 35 an die Exped.
(1442a
Autoren
bietet vornehm. bekannter Buch=
verlag
f. belletr. u. wiſſenſchaftl.
Werke jeder Art vorteilhafte
Verlagsver bindung
Anfr. unt. A 20 an Haasenstein
& Vogler A. E. Leivzia. (1166H