Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Zum Leiter des Großh. Hoftheaters in
Darmſtadt iſt der Oberregiſſeur vom Königl.
Deut=
ſchen Landestheater in Prag, Dr. Paul Eger, vom
1. Juli d. J. ab verpflichtet worden.
Der aus Wilhelmshaven geflohene, der Spionage
be=
ſchuldigte Schutzmann Gauß iſt in London
verhaftet worden.
Das franzöſiſche Kabinett hat
demiſſio=
niert. Die dadurch entſtandene Lage wird als ſehr
ſchwierig bezeichnet.
Der König und die Königin von England
haben von Bombay aus die Heimfahrt angetreten.
Einer Times=Meldung aus Peking
zu=
folge wird ein Druck ausgeübt, den Thron zur
Ab=
dankung zu veranlaſſen.
Im belgiſchen Kohlengebiet wird zur
Schlich=
tung der Streitigkeiten zwiſchen Arbeitgeber und
Ar=
beitnehmer eine Einigungskommiſſion
ein=
geſetzt.
Rußland hat die Rolle des Vermittlers zwiſchen
China und der Mongolei übernommen.
Die Demiſſion des franzöſiſchen Kabinetts.
** Plötzlich und unerwartet hat das
franzö=
ſiſche Kabinett am Mittwoch abend in ſpäter
Stunde demiſſionziert, obgleich ausdrücklich
her=
vorgehoben war, daß die Kriſis für das
Geſamtmini=
ſterium keine weiteren Folgen haben werde. Während
die geſtrigen Morgenblätter noch Betrachtungen über
Delcaſſé redivivus anſtellten, war ſein neues
Mini=
ſterium inzwiſchen ſchon hinfällig geworden —
wenig=
ſtens vorerſt, man kann nicht wiſſen, ob er nicht doch noch
„wiederkommt”.
Als Grund für die Demiſſion des Kabinetts wird
die Schwierigkeit der Neubeſetzung des
Marinemini=
ſteriums angegeben. Die Meldung, daß Admiral
Germinet das Portefeuille des Marineminiſters
über=
nommen habe, hat ſich nicht beſtätigt. Auch der Senator
Baudin, dem es angeboten war, hat abgelehnt, ebenſo
Millerand.
Ueber die Vorgeſchichte der Kriſis wird
fol=
gendes mitgeteilt: Miniſterpräſident Caillaux hielt am
Mittwoch nachmittag einen Kabinettsrat ab, der ſich
bis 9 Uhr abends hinzog. Nach dem Miniſterrat wurde
folgende Note veröffentlicht: Angeſichts der
Schwierig=
keiten ,denen Caillaux bei der Beſetzung des
Marinemini=
ſteriums begegnete, und im Hinblick auf die
Notwendig=
keit, für dieſes Portefeuille ungeſäumt einen Inhaber
zu ernennen, iſt Herr Caillaux der Anſicht, daß er nicht
länger die Verantwortung für die Regierung tragen
könne. Gerüchtweiſe verlautet, daß in dem Miniſterrat
ſo ernſte Mißhelligkeiten zwiſchen einzelnen
Mi=
niſtern aufgetaucht ſeien, daß Caillaux ſich entſchloß, die
Demiſſion des geſamten Kabinetts einzureichen. Eine
Note der Agence Havas beſagt: Als die Miniſter ſich
um 7 Uhr abends verſammelten, ſtand die Regierung
dicht vor der Löſung der partiellen Kriſis. Da aber
Vaudin hatte wiſſen laſſen, er könne das Portefeuille der
Marine nicht annehmen und da Delcaſſé gewiſſe
Ein=
wendungen hinſichtlich ſeines Ueberganges aus dem
Ma=
rineminiſterium in das Miniſterium des Aeußern machte,
war die Lage wiederum verändert. Nach fruchtloſen
Verſuchen, die Caillaux bei Poincaré, dem er nunmehr
das Portefeuille des Aeußern anbot, und auch bei
Ger=
minet und Baudin wegen der Uebernahme des
Marine=
miniſteriums unternahm, hielt er es nicht mehr für
mög=
lich, die Verhandlungen länger fortzuſetzen. Die
Mini=
ſter teilten dieſe Anſicht und beſchloſſen im
Einverſtänd=
nis mit ihm, zurückzutreten. Um 9 Uhr abends begab
ſich Caillaux ins Elyſée, um die Entſcheidung des
Präſidenten Falliéres herbeizuführen.
Mit Rückſicht auf die außergewöhnlichen Umſtände,
umter denen die Miniſterkriſe erfolgt iſt, wird die Lage
allgemein als überaus verwickelt angeſehen.
Bezüg=
lich derNachfolgeſchaft werden verſchiedene
Na=
men genannt, doch handelt es ſich lediglich um
Kombi=
nallonen Mehrfach wird in parlamentariſchen Kreiſen
die Anſicht ausgeſprochen, daß unter den gegenwärtigen
Verhälmiſſen ein Ueberaanasminiſterium mit wenigen
markanten Perſönlichkeiten als das geeignetſte erſcheine.
Demſelben werde als Hauptaufgabe die Erledigung des
franzöſiſch=deutſchen Abkommens obliegen. Doch wird
auch von der Möglichkeit eines Kabinetts Poincaré mit
Bourgeois, Millerand und anderen Politikern
geſpro=
chen, die für die Annahme des Abkommens eingetreten
ſind.
Miniſterpräſident Caillaux empfing ſeine
politi=
ſchen Freunde und bemerkte, daß er voll ſeine Pflicht
ge=
tan habe und nicht glaube, daß ihm wegen der geheimen
Verhandlungen frgend ein Vorwurf gemacht werden
könne. Die einzige unangenehme Sache, ſagte er, iſt die,
daß, ich die Tribüne nicht beſteigen und angeſichts der
Kammer mich offen und rückhaltlos ausſprechen kann
über alle Dinge, die mir vorgeworfen werden und über
alle Verleumdungen, die gegen mich geſchleudert werden.
Aber es iſt eine Remispartie. Ich hoffe ,daß mir dieſe
Gelegenheit bald wird und ich meine Revanche haben
werde.
Die franzöſiſche Preſſe ſtellt einmütig feſt, daß noch
ſelten eine Miniſterkräſe unter ſo peinlichen
und ernſten Verhältniſſen eingetreten ſei.
Die radikalen Blätter wiederholen die gegen de
Sel=
ves erhobenen Angriffe in noch heftigerer Weiſe. Der
Rappell ſchreibt: Es iſt heute unleugbar, daß die gegen
Caillaux ſowie das ganze Kabinett während der
franzö=
ſiſch=deutſchen Verhandlungen gerichtete
Verleumdungs=
kampagne von de Selves angeſtiftet war und daß dieſer
eine nationaliſtiſche Bewegung im Intereſſe ſeiner
Be=
werbung um die Präſidentſchaft der Republik anzetteln
wollte. Der Radical ſagt: Die ſchlimme Handlungsweiſe
de Selpes führte unter den ſpöttiſchen Blicken des
Aus=
landes zu einer Kriſe. Vielleicht wird jetzt mancher
Se=
nator Gewiſſensbiſſe darüber empfinden, daß er noch
vor der Erledigung des deutſch=franzöſiſchen Abkommens
das Miniſterium geſtürzt und im Lande hierdurch
Be=
ſorgnis vor einer unbekannten Zukunſt hervorgerufen
hat. — Die gemäßigten republikaniſchen und
nationali=
ſtiſchen Zeitungen geben ihre Befriedigung über den
Rück=
tritt des Kabinetts unverblümt Ausdruck. Die
Repu=
blique francaiſe ſchreibt: Caillaux hat, von allen
ver=
laſſen, wider Willen auf die Macht verzichten müſſen. Das
einzige Ergebnis ſeines Verſuches, die Kriſe aufzuhalten,
war nur, daß ſein Zuſammenbruch um ſo kläglicher und
endgültiger war. — Figaro ſagt: Die Kriſe iſt die
lo=
giſche Folge einer Reihe von ſchweren Fehlern, die das
Land in ſeinen Beziehungen zu den übrigen Nationen
mit den ernſteſten Gefahren bedroht. — Der royaliſtiſche
Gaulois ſagt: Es zeigt ſich, daß die Republik außer
Stande iſt, die gewöhnlichen Geſchäfte durchzuführen und
daſelbſt die Männer, die im Vordertreffen ſtehen, kein
Vertrauen mehr zur Republik haben. Mehrfach wird
be=
ſtätigt, daß der eigentliche Grund, der zur Demiſſion
Caillaux geführt hat, keineswegs in der Unmöglichkeit
beſtand, einen Marineminiſter zu finden. — Der Matin
bemüht ſich, die Rolle de Selves in einem möglichſt
ungünſtigen Lichte darzuſtellen. Er erzählt:
Miniſter=
präſident Caillaur habe von de Selves wiederholt den
Bericht des franzöſiſchen Botſchafters Cambon über die
Kiſſinger Unterredungen verlangt, de Selves habe ſtets
geantwortet, der Bericht ſei ohne jedes Intereſſe; es ſei
nur von Eiſenbahnen und wirtſchaftlichen
Angelegenhei=
ten die Rede. Umſo erſtaunter ſei Caillaur geweſen, als
de Selves in der vorletzten Sitzung der
Senatskommiſ=
ſion dieſen Bericht Cambons verleſen habe und noch
be=
fremdeter ſei Caillaur geweſen. als er erfuhr, daß ſich
in den Akten des Miniſteriums des Aeußern eine
Auf=
zeichnung befinde über eine Unterredung, die ein
Beam=
ter des Miniſteriums des Aeußern mit dem deutſchen
Geſchäftsträger Frhrn. von der Lancken gehabt habe.
Dieſe Aufzeichnung habe nur ein verhältnismäßiges
In=
tereſſe: Aber in einer Nachſchrift hieß es, daß eine
hoch=
ſtehende franzöſiſche Perſönlichkeit Deutſchland viel
weitergehende Vorſchläge gemacht habe. Bei der
Prüfung der Nachſchrift ſtellte Cailaux feſt, daß
dieſe hintendrein mit anderer Tinte hinzugefügt
worden war. Auch der Miniſterrat gab ſeinem
Befrem=
den über dieſes Schriftſtück Ausdruck und beſtimmte, daß
dieſe Aufzeichnung der Senatskommiſſion nicht vorgelegt
werden dürfte.
Man glaubt, daß Präſident Fallières die Wahl des
Präſidenten des Senats abwarten müſſe, bevor er in
Be=
ſprechungen über die Neubildung des
Kabi=
netts eintreten könne und nicht vor Freitag über die
Wahl des neuen Miniſterpräſidenten ſeine Entſchließung
faſſen werde. In politiſchen Kreiſen werden für dieſen
Poſten folgende Namen genannt: Leon Bourgois,
Del=
caſſé, Poincaré, Millerand, Briand, Clemenceau, Gaſton
Doumergue und Jean Dupuy.
Das Kabinett Caillaux datierte vom 27. Juni
1911, hat alſo eine Dauer von einem halben Jahre und
14 Tagen gehabt.
Aus dem Reiche der Poſt und Telegraphie.
* Die Reichspoſt= und Telegraphenverwaltung hat
ſoeben einen Bericht über die Ergebniſſe ihres
Batriebos herausgegeben, der den Zeitraum vom
1. April 1906 bis 31. März 1911 umfaßt und ein höchſt
intereſſantes Zahlenmaterial enthält, das ſo recht
geeig=
net iſt, erkennen zu laſſen, welch gewaltiges, immer mehr
zunehmendes Arbeitspenſum unſere Poſt jahraus,
jahr=
ein zu erledigen hat, und welch ungeheuren
wirtſchaft=
lichen Faktor im Weltverkehr die deutſche Reichspoſt
be=
deutet, die jetzt auf vier Jahrzehnte ihrer Wirkſamkeit
zurückblicken kann.
In der erwähnten, fünf Jahre umfaſſenden Spanne
Zeit hat ſich um das Siebenfache das Netz der
Poſtanſtal=
ten, um das 27fache das Netz der Telegraphenanſtalten
ſeit 1871. verdichtet. Die Einnahmen ſind von 78
auf 705 Millionen Mark, die Ausgaben von 68 auf
633 Millionen Mark geſtiegen. In den
Beförderungs=
leiſtungen iſt eine Steigerung um 7747 Millionen
Sen=
dungen zu verzeichnen. Auch der letzte fünfjährige
Zeit=
raum ſteht im Zeichen eines erfreulichen
Fort=
ſchritts auf allen Gebieten der Reichs=Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung. Das Netz der
Verkehrsanſtal=
ten umfaßt jetzt 34410 Poſtanſtalten und 30 489
Tele=
graphenanſtalten in Stadt und Land. Die
Telegra=
phenlinien ſind auf 261195 Kilometer, d. h. um
38.000 Kilometer, die Telegraphenleitungen auf 2074785
Kilometer, d. h. um 654 980 Kilometer, geſtiegen. 907 767
Fernſprechſtellen ſind gegenwärtig an das
allge=
meine Fernſprechnetz angegliedert gegen 510831
Sprech=
ſtellen Ende 1905. Dies bedeutet, einen Zuwachs an
Sprechſtellen um faſt 80 v. H. oder eine Zunahme von
226 Sprechſtellen an jedem einzelnen Tage der
Berichts=
zeit. Die Zahl der Sprechſtellen in Berlin iſt
von 74836 auf 122558 geſtiegen. Keine Stadt und kein
Land in der Alten Welt vermag auch nur annähernd
eine ſolche Ausbreitung des Fernſprechers aufzuweiſen.
Die Geſamtleiſtungen der Reichs=Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung finden ihren Ausdruck in gewaltigen
Verkehrsziffern. 8450 Millionen Sendungen wurden
1910 durch die Reichspoſt befördert, das ſind 1844
Mil=
lionen Stück mehr gegen 1905. Der Geſamtbetrag der
Wertangaben und der vermittelte bare Geldverkehr ſind
von 29 auf faſt 42 Milliarden Mark geſtiegen.
Bemer=
kenswert ſind die Fortſchritte des in der Berichtszeit
ein=
gerichteten Poſtſcheckverkehrs. Mit 8490 Konto=
Inhabern wurde am 1. Januar 1909 der Betrieb im
Reichspoſtgebiet eröffnet. Ende Dezember 1910 war ihre
Zahl auf mehr als 49800 geſtiegen; der auf ihren
Kon=
ten durch Gut= und Laſtſchriften bewirkte Umſatz betrug
faſt 18½ Milliarden Mark.
Um, die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel
zu erleichtern und für den inneren Betrieb, namentlich
unter der Wirkung des Maſſenverkehrs, neue
Verein=
fachungen zu ſchaffen, ſind in weitem Umfange die
Er=
rungenſchaften der modernen Technik
ver=
wertet worden, die es geſtatten, mechaniſche
Vorrichtun=
gen verſchiedenſter Art unter Einſparung menſchlicher
Arbeitskraft durch Maſchinen ausführen zu laſſen. Die
Technik des deutſchen Fernſprechweſens hat 1910 durch
die Eröffnung der Fernſprechzentrale in Hamburg, die
für 80000 Anſchlußleitungen eingerichtet und damit
ge=
genwärtig das größte Fernſprechamt der Welt
iſt, ein glänzendes Zeugnis für ihre Leiſtungsfähigkeit
abgelegt. Die vorhandenen deutſchen
Kabelunter=
nehmungen,, die Deutſch=Atlantiſche, die Deutſch=
Niederländiſche und die Oſteuropäiſche
Telegraphengeſell=
ſchaft, haben durchweg erfreuliche Fortſchritte
aufzuwei=
ſen. Deutſchlands Beſtreben, ſich durch eigene überſeeiſche
Kabel dem Auslande gegenüber möglichſt ſelbſtändig zu
machen, iſt durch die von 1900 bis 1911 erfolgte
Herſtel=
lung einer direkten Kabelverbindung nach Südamerika
von Emden über Teneriffa, Monrovia nach Pernambuco
wieder um einen bedeutenden Schritt vorwärts
gekom=
men. Erfreuliche Fortſchritte weiſen auch die deutſchen
Poſtanſtalten im Auslande auf. Der
Weltpoſtver=
ein erſtreckt ſich jetzt über 116½ Millionen
Quadratkilo=
meter mit 1228 Millionen Einwohnern.
Die von der Reichspoſtverwaltung unentgeltlich
be=
tätigte Mitwirkung bei der Ausführung der
ſozial=
politiſchen Geſetzgebung ſtellt von Jahr zu
Jahr höhere Anforderungen an die Poſtanſtalten. 1339
Millionen Mark wurden an Unfallentſchädigungen,
In=
validen=, Alters= und Krankenrenten in der Berichtszeit
aus der Poſtkaſſe gezahlt und 2379 Millionen Stück
Ver=
ſicherungsmarken im Werte von 736 Millionen Mark von
den Reichspoſtanſtalten verkauft. Die finanziellen
Ergebniſſe der Verwaltung ſind durch die
Neurege=
lung der Beſoldungsverhältniſſe der Reichsbeamten, die
beim Perſonal der Reichspoſt= und
Telegraphenverwal=
tung einen Mehraufwand von zurzeit 57 Millionen Mark
jährlich im Gefolge gehabt hat, empfindlich beeinflußt
worden. Der reine Ueberſchuß, der von 1901 bis 1905
durchſchnittlich 45 Millionen Mark jährlich betragen
hatte, ſank deshalb für 1909 auf 42 Millionen Mark
herab und erreichte damit ſeinen größten Tiefſtand ſeit
dem Beſtehen der Reichspoſt= und
Telegraphenverwal=
tung. Aber ſchon 1910 iſt es gelungen, dieſe Scharte
aus=
zuwetzen und mit 72,2 Millionen Mark einen
Reinüber=
ſchuß zu liefern, der die Ergebniſſe aller Vorjahre hinter
ſich läßt.
Deutſches Reich.
— Schiffahrtsverhandlungen mit dem
Ausland. Wie eine Berliner Korreſpondenz wiſſen
will, hat die deutſche Regierung die Vexhandlungen
mit Oeſterreich, Holland und der Schweiz über die
deut=
ſchen Schiffahrtsabgaben bereits eröffnet. Der
öſterrei=
chiſchen Regierung ſoll der Vorſchlag gemacht werden, die
Elbe von Auſſig bis Hamburg gemeinſam zu regulieren,
um Trockenheitskataſtrophen wie die des letzten
Som=
mers künftig zu verhüten. Die deutſche Regierung hält
an der Hoffnung feſt, daß das Ausland ſich davon
über=
zeugen laſſen werde, daß die Schiffahrtsgebühren
tatſäch=
lich nur Vorteile und Erleichterungen für die Schiffahrt
bringen würden.
— Eine Novelle zum Geſetz über den
Erwerb und Verluſt der deutſchen Reichs=
und Staatsangehörigkeit vom 1. Juni 1870,
wodurch den im Auslande lebenden deutſchen
Reichs=
angehörigen die Erhaltung ihrer Nationalität
erleich=
tert werden ſoll, iſt fertiggeſtellt worden. Sie wird dem
neuen Reichstag zugehen, ſobald die Geſchäftslage es
geſtattet.
— Ueber die geplante
Heeresverſtär=
kung werden von der Militär=politiſchen Korreſp.
An=
gaben verbreitet, die in den weſentlichen Punkten falſch
ſind. Ebenſo beruht die Behauptung, zur Deckung der
Mehrkoſten werde an Zuſchläge zu den ſtaatlichen
Ein=
kommenſteuern gedacht, auf Erfindung.
— Ausbau des deutſchen
Militärflug=
weſens. Die preußiſche Heeresverwaltung hat eine
Erhöhung des militäriſchen Flugzeugparkes beſchloſſen.
Gegenwärtig ſind etwa 30 neue Flugzeuge bei
verſchiede=
nen Werken in Beſtellung gegeben, die bis zum 1. April
ds. Js. abzuliefern ſind. Im ganzen würden dann der
Militärverwaltung 60 Flugzeuge zur Verfügung ſtehen.
Es ſind bis jetzt 50 Offiziere als Führer ausgebildet.
Je=
doch ſollen in kurzer Zeit weitere Ausbildungskurſe in
Döberitz ſtattfinden.
— Wahlhilfe des Bundes der
Land=
wirte. Die Deutſche Tageszeitung gibt die Liſte
der=
jenigen Reichstagskandidaten bekannt, die der Bund der
Landwirte aufgeſtellt hat oder aber unterſtützt. Es
han=
delt ſich dabei außer 5 Kandidaten des Bundes der
Landwirte um 134 Konſervative, 34 Reichsparteiler, 7
Nationalliberale, 32 Vertreter der Wirtſchaftlichen
Ver=
einigung und einen Bauernbündler.
— Das Jeſuitengeſetz in
Württem=
berg. Ueber die Handhabung des Jeſuitengeſetzes, die
in den letzten Tagen im Anſchluß an die bayriſchen
Vor=
gänge erörtert wurde, erklärt ſich der „Württembergiſche
Staatsanzeiger” zu der Feſtſtellung ermächtigt, daß in
den letzten zehn Jahren kein Fall zur Kenntnis der
be=
teiligten Miniſterien oder des katholiſchen Kirchenrats
gelangt ſei, daß in Württemberg Exerzitien von einem
Mitglied der Geſellſchaft Jeſu geleitet worden ſeien.
Por zehn Jahren hat der katholiſche Kirchenrat dem
Superior einer württembergiſchen Kongregation, in deren
Räumen ein Jeſuitenpater Exerzitien abgehalten hatte,
mit der Genehmigung des Kultusminiſteriums eröffnet,
daß den Mitgliedern des Jeſuitenordens durch die auf
Grund des § 3 des Jeſuitengeſetzes erlaſſene Bekannt=
machung des Bundesrats vom 5. Juli 1872 die
Aus=
übung einer Ordenstätigkeit und ſomit auch die Leitung
von Exerzitien im Gebiet des Deutſchen Reiches
unter=
ſagt ſei, und zugleich die beſtimmte Erwartung
aus=
geſprochen, daß man künftighin bei Berufung oder
Zu=
laſſung von Exerzitiengeiſtlichen von Mitgliedern der
Geſellſchaft Jeſu abſehen werde. Eine weitere
Eröff=
nung dieſes oder ähnlichen Inhalts ſei nicht erfolgt.
Die in einigen Blättern aufgeſtellte Behauptung, die
württembergiſche Regierung habe in den letzten Tagen
unter Weiterinterpretation des Jeſuitengeſetzes in immer
größerem Umfange Jeſuitenexerzitien zugelaſſen, ſei
ſomit ebenſo unbegründet wie die von einem
auswär=
tigen Blatt verbreitete Angabe, es ſei in neueſter Zeit
bezüglich der Zulaſſung von Jeſuitenexerzitien eine
ſtaat=
liche Weiſung an die Superioren württembergiſcher
Kongregationen gerichtet worden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Keine Schiffsbauten. Das Gerücht, ein
Fi=
nanzkonſortium habe für die öſterreichiſch=ungariſche
Flotte mehrere Schiffe auf Bau gelegt, die ſeinerzeit von
der Marineverwaltung übernommen werden ſollen,
ent=
behrt, wie das Wiener Korr.=Bureau erfährt, jeder
tat=
ſächlichen Begründung. An zuſtändiger Stelle der
Ma=
rine iſt von einem Finanzkonſortium, das ſolche Zwecke
verfolgt, überhaupt nichts bekannt.
Frankreich.
In der Senaſtskommiſſion gab der
Be=
richterſtatter Poincaré entſprechend dem gefaßten
Be=
ſchluß eine eingehende Darlegung über die Einzelheiten
des Abkommens vom 4. November 1911. Die Kommiſſion
erledigte darauf die Prüfung des deutſch=franzöſiſchen
Abkommens bis Artikel 5 und vertagte ſich dann.
Türkei.
Die Kammer ſetzte die Beratung über Artikel 35
der Verfaſſung fort. Einige Abgeordnete der Oppoſition
hielten längere Reden. Der Albaneſe Baſri griff die
Re=
gierung heftig an. Er erklärte, um mit Italien Frieden
zu ſchließen, ſei eine Regierung nötig, die jeder
Beein=
fluſſung unzugänglich ſei. Eher als die Kammer müſſe
das Kabinett aufgelöſt werden. Der Großweſir, der noch
immer krank iſt, nahm an der Verhandlung nicht teil.
*
* Die Fahrt des Roten Kreuzes nach
Tripolis. Am Mittwoch hat die Ausreiſe der vom
Deutſchen Roten Kreuz zuſammengeſtellten Expedition
zur Behandlung und Pflege der im italieniſch=türkiſchen
Kriege verwundeten und erkrankten Türken und Araber
ſtattgefunden. Sie ſteht unter der Leitung des
Chirur=
gen Profeſſor Dr. Göbel, Chefarztes des
Auguſtahoſpi=
tals vom Roten Kreuz in Breslau, und ſetzt ſich weiter
zuſammen aus Profeſſor Dr. Schütze=Berlin und
Stabs=
arzt Dr. Fritz, von denen erſterer ſpeziell für die
Behand=
lung der innerlich Erkrankten und die Durchführung der
bakteriologiſchen Forſchungen, letzterer zur Mitwirkung
bei der chirurgiſchen Tätigkeit auserſehen iſt. Zwölf
frei=
willige Krankenpfleger, die aus den Vereinen vom Roten
Kreuz, in Preußen (4), Bayern (3), Württemberg (1),
Baden (1), Heſſen (1), Elſaß=Lothringen (1), Hamburg
(1), entnommen ſind, bilden die übrigen Beſtandteile der
Abordnung. Ein großer Teil iſt fremder Sprache
mäch=
tig. Drei ſind Medizinſtudierende in höheren Semeſtern;
unter den übrigen befinden ſich Berufskrankenpfleger,
Elektrotechniker, Schloſſer, Maler, Tiſchler, ſodaß alſo
auch nach dieſer Richtung den Bedürfniſſen einer
Expe=
dition Rechnung getragen iſt. Die Mannſchaften ſind
ausnahmslos in der Krankenpflege und im
Krankentrans=
port ausgebildet, werden aber während der Schiffahrt
von Hamburg bis Sfax oder Le Biba, wo vorausſichtlich
die Landung ſtattfinden wird, noch eingehend ärztlich
unterrichtet. Von der Landungsſtelle aus findet der
Wei=
termarſch zu Lande auf Laſttieren ſtatt. Die Ausrüſtung
iſt ſo gewählt, daß namentlich die ſchweren und
erfah=
rungsgemäß ſehr langſam heilenden Schußverletzungen
eine eingehende ſpezialiſtiſche Behandlung finden
kön=
nen. Die Lebensmittel für das Arzt= und Pflegeperſonal
wie für die Kranken führt die Abordnung mit ſich. Die
Tätigkeitsdauer iſt zunächſt auf drei Monate vorgeſehen.
In liberalſter Weiſe hat die Deutſche Levante=Linie die
koſtenfreie Beförderung des Perſonals und des geſamten
Materials von Hamburg bis an die Landungsſtelle in
Tuneſien übernommen. Das Schiff „Pera” mit der
Ab=
ordnung verließ am Abend des 10. Januar den
Hambur=
ger Hafen. Einer der drei Aerzte iſt über Marſeille nach
Tuneſien vorausgereiſt, um dort die Vorbereitungen für
den Weitermarſch nach Tripolitanien zu treffen.
* Wien, 10. Jan. Gegenüber den in ausländiſchen
Blättern enthaltenen Nachrichten über den
Geſund=
heitszuſtand des Kaiſers ſtellt die
Korreſpon=
denz Wilhelm feſt, daß die leichte Indispoſition, an der
er Monarch in den letzten Dezemberwochen litt, ganz
geſchwunden iſt und der Kaiſer ſich andauernd des beſten
Wohlbefindens erfreut. Er erledigt mühelos das
täg=
liche Arbeitsprogramm, hört die Vorträge der hohen
Funk=
tionäre des Hofſtaates mit großem Intereſſe und erteilt
faſt täglich beſondere Audienzen. Die Nachtruhe iſt
an=
dauernd ungeſtört; der Appetit ausgezeichnet. Heute
morgen nahm der Kaiſer die Vorträge der Funktionäre
des Hofſtaates entgegen und empfing den Miniſter des
Aeußeren in längerer beſonderer Audienz.
* Brüſſel, 10. Jan. Auf Veranlaſſung der
ſtrei=
kenden Kohlenarbeiter im Gebiete von Mons
wird eine Einigungskommiſſion von 5
Perſo=
nen, der unter anderen der Kammerpräſident angehört,
eingeſetzt werden, um die Streitigkeiten zwiſchen
Ar=
beitgebern und Arbeitnehmern zu ſchlichten. Die Lage
der Induſtrie fängt nämlich nachgerade an, prekär zu
werden, da in vielen Betrieben der Kohlenvorrat knapp
geworden iſt. Es ſollen jetzt nach Blättermeldungen
30000 Bergarbeiter im Streik ſtehen; die Ruhe iſt aber
trotz der Erregung nirgendwo geſtört worden.
* London, 11. Jan. Das Unterhausmitglied
Enoch Edward, Präſident des Bergarbeiterverbandes
von Großbritannien, erklärte in einem Interview, er
perſönlich hoffe, daß ein Streik vermieden
wer=
den könne. Miſter Edward ſagte ferner, daß keine
Ver=
einbarung beſtehe, daß auch in Deutſchland ein
Kohlen=
arbeiterſtreik zu gleicher Zeit mit dem engliſchen
begin=
nen werde. Die Frage habe dem Internationalen
Ko=
mitee bis jetzt noch nicht vorgelegen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. Januar.
Der Wechſel in der Leitung des Hoftheaters.
D Wie ſchon bekannt geworden, hat der
General=
direktor unſeres Hoftheaters, Herr Geh. Hofrat
Wer=
ner, mit Rückſicht auf ſeine angegriffene Gefundheit
gebeten, ihn nach Schluß der laufenden Spielzeit in den
Ruheſtand zu verſetzen. Nachdem Herr Werner Son
wiederholt, der Bitte Seiner Königlichen Hoheit des
Großherzogs entſprechend, frühere Geſuche um
Ent=
laſſung aus dem Dienſt zurückgezogen hat, wird der
Allergnädigſte Herr zu ſeinem großen Bedauern nun doch
dem begründeten Wunſch des hochverdienten Leiters des
Hoftheaters entſprechen müſſen.
Die Frage der Gewinnung eines Erſatzes iſt ſoeben
dadurch gelöſt worden, daß der Oberregiſſeur am Königl.
Deutſchen Landestheater in Prag, Herr Dr. Paul
Eger, vom 1. Juli dieſes Jahres an für die Leitung
des Hoftheaters verpflichtet worden iſt.
Dr. Eger iſt 31 Jahre alt, in Wien geboren und
auf=
gewachſen, beſitzt aber die ſchweizeriſche
Staatsangehörig=
keit. Er hat in Wien und Berlin Germaniſtik und
Kunſt=
geſchichte ſtudiert und mit Auszeichnung promoviert.
Sodann hielt er ſich ſtudienhalber einige Jahre in Frank=
Brandſchäden in den Vereinigten
Staaten.
Von Dr. Ernſt Schultze=Großborſtel.
Wieder kommt aus New=York die Kunde von einem
Rieſenbrande, der mehreren Perſonen das Leben
koſtete und einen ungeheuren materiellen Schaden
verur=
ſachte: der Equitable=Palaſt eins der gewaltigſten
Geſchäftshäuſer New=Yorks, iſt faſt vollſtändig ein Raub
der Flammen geworden. So wird von neuem die
Auf=
merkſamkeit auf die Tatſache gelenkt, daß in den
Vereinig=
ten Staaten eine Steuer an Menſchenleben durch Brände
erhoben wird, und das Nationalvermögen Rieſenverluſte
erleidet, wie in keinem anderen Lande der Welt.
Die Zahlen, in denen ſich die Brandſchäden der
Ver=
einigten Staaten ausdrücken laſſen, ſind ſo erſchreckend
groß, daß man Zweifel in ihre Richtigkeit ſetzen möchte,
wenn man ſie nicht ſelbſt nachgeprüft hat. Und doch iſt es
eine unzweifelhafte Tatſache, daß faſt der 3. Teil aller
Feuerſchäden der geſamten ziviliſierten
Welt die Vereinigten Staaten trifft. In allen
ziviliſier=
ten Ländern zuſammen betragen die Feuerſchäden in
nor=
malen Jahren etwa 2,4 Milliarden Mark. Davon
ent=
fallen nicht weniger als 840 Millionen Mark auf
die nordamerikaniſche Union. Wenn man hört, daß dieſe
Summe ungefähr gleich hoch iſt wie die Zolleinkünfte der
Vereinigten Staaten, die doch infolge der hohen
Schutz=
zollmauer außerordentliche Beträge abwerfen; oder wenn
man bedenkt, daß die genannte Summe größer iſt als die
Dividenden, die alle Eiſenbahngeſellſchaften der
Vereinig=
ten Staaten mit ihren insgeſamt mehr als 2 Millionen
Lokomotiven, Perſonen= und Güterwagen zuſammen
zah=
len, ſo fragt man ſich erſtaunt, wie es denn überhaupt
möglich iſt, daß in einem Lande von etwa 90 Millionen
Einwohnern ſo ungeheuere Verluſtſummen für
Brand=
ſchäden entſtehen können?
Man wird verſucht ſein, zu glauben, daß irgend welche
beſonderen Unglücksfälle in die Summe mit eingerechnet
ſind: etwa das Erdbebenfeuer in San Franzisko im Jahre
1906, das insgeſamt einen Feuerſchaden von über 1¼
Mil=
lionen Mark verurſachte. Indeſſen iſt die Summe von
840 Millionen Mark, wie nochmals betont ſein möge, nur
für normale Jahre berechnet. Man kann vier beliebige
Staaten Europas auswählen und die für Feuerſchäden
dort erwachſenden Summen zuſammenzählen — die
Ge=
ſamtſumme wird immer unter den Brandverluſten der
Vereinigten Staaten bleiben. In Großbritannien brachen
im Jahre 1907 35 Großfeuer aus, wenn man als ſolche
die Feuersbrünſte rechnet die einen Schaden von mehr
als je 200000 Mark verurſachten. Nicht eine dieſer
Feuers=
brünſte zerſtörte mehr als für 1600000 Mark und alle
zu=
ſammen verurſachten etwa einen Schaden von 15½
Mil=
lionen Mark. In den Vereinigten Staaten dagegen
ge=
nügt es, eine einzige Stadt herauszugreifen, wie z. B.
Boſton, die kürzlich in wenigen Monaten einen Verluſt
durch Feuerſchäden von mehr als 20 Millionen Mark
er=
litten hat. Eine amerikaniſche Zeitſchrift, The Worlds
Work, ſagt mit bitterem Humor: „Bei uns denkt eine
Stadt, daß ſie nicht das ihr zuſtehende Teil bekommen hat,
wenn im Jahre nicht wenigſtens ein Feuer ausbricht,
das 1000000 Dollars koſtet.”
Gegenüber den faſt 10000 Bränden, die in jedem
Jahre in New=York auskommen, weiſt London trotz
ſeiner größeren Einwohnerzahl im Jahre noch
nicht ganz 4000 und Berlin etwa 3000 auf.
In Rom zählt man jedes Jahr nur 270 Brände, in
Mai=
land 786, in Florenz 160. Im allgemeinen erleiden die
europäiſchen Städte im Verhältnis zu ihrer
Einwohner=
zahl nur etwa den fünften Teil der Brände wie die
Städte der Vereinigten Staaten. In demſelben
Verhältnis pflegen die Koſten für den Unterhalt der
Feuerwehren zu ſtehen. Insgeſamt wendet man in den
Vereinigten Staaten für die Feuerwehren, für die
Her=
ſtellung der nötigen Hochdruck=Waſſerleitungen uſw. etwa
1,2 Milliarden Mark jährlich auf, d. h. noch etwa 1½mal
ſo viel, als der direkte Verluſt durch Brandſchäden beträgt.
Die New=Yorker Feuerwehr wird täglich im
Durchſchnitt 25 mal alarmiert. Sie koſtet jährlich etwa
28 Millionen Mark, d. h. beinahe das Doppelte, was
ſämt=
liche Großfeuer in ganz Großbritannien im Jahre 1907
koſteten. Nach der Statiſtik der Feuerverſicherungs=
Geſell=
ſchaften iſt in den letzten 5 Jahren in den Vereinigten
Staaten durch Brandſchäden Eigentum im Geſamtbetrage
von 1 257716855 Dollars vernichtet worden, d. i. jährlich
durchſchnittlich Eigentum von 251 Millionen Dollars, d. h.
mehr als eine Milliarde Mark Wert — alſo
noch weit mehr als die oben angeführte Zahl
von 840 Millionen Mark in „normalen‟ Jahren.
Wieder eine andere Schätzuna, die im Pacific Monthly
veröffentlicht wurde, ſetzt die Verluſtſumme noch höher
an: nämlich den Wert der durch Feuersbrünſte
vernichte=
ten Gebäude für das Jahr 1907 auf 860 Millionen, die
Koſten für den Unterhalt der Feuerwehr auf 1200
Mil=
lionen, und die Ausgaben für Feuerverſicherung auf 780
Millionen Mark. Demgegenüber hätten die
Verſicherungs=
geſellſchaften als Schadenerſatz nur 380 Millionen Mark
ausgezahlt. Während der letzten fünf Jahre habe das
Feuer=Budget der Vereinigten Staaten die rieſige Summe
von 5030864000 Mark erreicht. Wöchentlich verbrennen
dort 3 Theater, 3 Konzertſäle, 2 Gefängniſſe, 2
Kranken=
häuſer, 2 Irrenhäuſer, 2 Colleges, 6 Mietskaſernen, 10
Schulen, 12 Kirchen, 26 Gaſthöfe, 140 Arbeiterhäuſer und
1600 kleinere Bauten. . .
Dieſe Rieſenſummen überſteigen zuweilen den Wert
der neu hergeſtellten Gebäude, ſobald nämlich irgend ein
Stadtteil einer größeren oder kleineren Stadt in Aſche
ge=
legt wird. So ganz ſelten iſt das, wie wir ſchon aus
mancherlei Zeitungsnachrichten wiſſen, nicht. Sind doch
viele amerikaniſche Häuſer — auch in den ſogenannten
Großſtädten — nur aus Holz gebaut, fallen alſo den
Flammen überaus leicht zum Opfer. Außerdem iſt der
Amerikaner unvorſichtig und an Verſchwendung ſo
ge=
wöhnt, daß er viele Sicherheitsmaßregeln außer Acht läßt,
die uns in Fleiſch und Blut übergegangen ſind. Endlich
werden die baupolizeilichen Vorſchriften, falls ſolche
über=
haupt vorhanden ſind, vielfach gar nicht oder ſehr ſchlecht
befolgt. Die Feuersbrunſt, die im April 1906 faſt ganz
San Franzisko vernichtete, hätte der Stadt nur wenig
Schaden tun können, wenn man die Häuſer nur
einiger=
maßen ſolide und vorſichtig gebaut hätte.
Weit ſchlimmer aber noch als dieſe Verluſte an Geld
ſtellen ſich die Verluſte an Menſchenleben dar.
Auch hier ſind die Zahlen ſo erſchreckend hoch, daß man
an einen Irrtum oder einen Druckfehler glauben möchte.
Und doch iſt es Tatſache, daß in den Vereinigten Staaten
jährlich etwa 36000 Menſchen durch Feuersbrünſte an
Sicherheit und Leben bedroht werden und daß jährlich
etwa 7000 Menſchen, d. h. täglich im Durchſchnitt
etwa 20, bei lebendigem Leibe verbrennen.
Daß die Vereinigten Staaten das Land der großen
Brandkataſtrophen ſind, wie ſie ebenfalls für
Eiſenbahn=
kataſtrophen eine traurige Berühmtheit erlangt haben, iſt
bekannt. Wenn in einem europäiſchen Staat einmal ein
großes Brandunglück entſteht, wie der bekannte Brand
reich und Italien auf. Vor vier Jahren kam er auf
Empfehlung Sonnenthals als Dramaturg und Regiſſeur
zu Angelo Neumann an das Deutſche Landestheater in
Prag, wo er zum Oberregiſſeur aufrückte und vollen
Einblick in alle Geſchäfte der Theaterleitung erhielt, an
der er als geſchätzter Mitarbeiter des Direktors
teil=
nimmt. 1910 hat er die ſechs Aufführungen der
Italieni=
ſchen Stagione an der Wiener Hofoper mit beſtem
Ge=
lingen inſzeniert. Auch ſchriftſtelleriſch war Dr. Eger
tätig. So hat er zum Beiſpiel im Jahre 1907 ein auf
einen Stoff von Machiavelli aufgebautes Drama „
Man=
dragola” vollendet, das in Berlin, Wien, München uſw.
eine große Zahl von Aufführungen erlebte.
Möge die getroffene Wahl unſerem Hoftheater zum
Segen gereichen!
* Vom Hofe. Mittwoch nachmittag trafen zum
Beſuch im Neuen Palais ein: Prinzeſſin Friedrich Karl
von Heſſen, Prinzeſſin Benigna Reuß j. L., Gräfin
Luitgarde zu Solms=Laubach und Prinz Chriſtian von
Heſſen=Philippsthal=Barchfeld. — Donnerstag nachmittag
1 Uhr waren die hier anweſenden Mitglieder der
ſtandes=
herrlichen Familien zur Frühſtückstafel im Neuen
Palais geladen.
* Erteilt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Direktor der Hofbibliothek Dr. Adolf
Schmidt zu Darmſtadt die Erlaubnis zur Annahme und
zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer
und König von Preußen verliehenen Kronen=Ordens
3. Klaſſe.
* Entlaſſen wurde die Lehrerin an der höheren
Bürger= (Mädchen=) Schule zu Alsfeld Auguſte Hoos
auf ihr Nachſuchen, mit Wirkung vom 1. April 1912 an,
aus dem Schuldienſte.
* Geſuche um Verleihung des „Goldenen Kreuzes”
zum 11. März 1912, denen eine Beſcheinigung der
zu=
ſtändigen Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde beigefügt
ſein muß, aus der hervorgeht, daß die Bedingungen für
die Verleihung des „Goldenen Kreuzes” erfüllt ſind,
müſſen bis zum 15. Februar l. Js. bei dem
Großherzoglichen Ober=Kammerherrn Riedeſel
Frei=
herrn zu Eiſenbach Exzellenz in Darmſtadt
einge=
reicht ſein.
g. Strafkammer. Der 24jährige Kernmacher Karl
Hummel von hier hatte ſich geſtern vor der
Strafkam=
mer wegen fortgeſetzter Urkundenfälſchung in
Verbind=
ung mit Betrug zu verantworten. Hummel, deſſen Frau
längere Zeit bereits krank iſt, kam hierdurch in Not und
er ſuchte ſich dadurch Geld zu verſchaffen, daß er auf
Ab=
zahlung Nähmaſchinen und Fahrräder kaufte und dieſe
ſofort verſetzte. Er hat auf dieſe Art drei Nähmaſchinen
und zwei Fahrräder verkauft, ohne daß dieſe ſein
Eigen=
tum waren. Gleichzeitig machte er ſich bei dem Kauf
da=
durch der Urkundenfälſchung ſchuldig, daß er die
Ver=
träge mit den Verkäufern mit dem Namen ſeines
Schwa=
gers unterſchrieb. Unter Zubilligung mildernder
Um=
ſtände verurteilte ihn das Gericht zu 6 Monaten
Ge=
fängnis. — Der 16jährige Hausburſche Wilhelm B.
von hier war beim Buchdruckereibeſitzer Leinberger als
Laufburſche tätig und hatte als ſolcher auch die
Poſt=
ſachen abzuholen. Zwei ihm hierbei mit ausgelieferte
Poſtanweiſungen verſah er mit dem Namen ſeines Chefs
und hob den Betrag von 4,20 Mark ab. Der frühere
Lehrmeiſter des jugendlichen Angeklagten ſtellte dieſem
kein gutes Zeugnis aus. Das Gericht verurteilte den
Angeklagten zu 1 Monat Gefängnis. — Der 69
Jahre alte Schuhmacher Nikolaus Stumpf aus Zell bei
Bensheim wird wegen Verbrechens gegen § 176,3 zu
6 Monaten Gefängnis, abzüglich 6 Wochen
Unterſuchungshaft, verurteilt. — Der Viehhändler
Jo=
hann Kindinger aus Bensheim war angeklagt der
Uebertretung der Seuchenvorſchriften, weil er Vieh auf
einer geſperrten Straße getrieben hatte. Das
Schöffen=
gericht hatte den Angeklagten freigeſprochen, da ſich
Kin=
dinger berechtigt glauben konnte, die fragliche Straße
zum Viehtreiben zu benutzen, da ihm von maßgebender
Stelle geſagt worden ſei, die Straße wäre freigegeben.
Der Amtsanwalt legte gegen das freiſprechende Urteil
auf Wunſch der Verwaltungsbehörde Berufung ein, die
von der Strafkammer als unbegründet verworfen wird.
* Eine neue Verordnung, die Prüfung der
Anwärte=
rinnen für das Lehramt an Höheren Mädchenſchulen
be=
treffend, wird in der Darmſt. Ztg. veröffentlicht. Danach
findet die Prüfung der Anwärterinnen für das Lehramt
an Höheren Mädchenſchulen an den Lehrerinnenſeminaren
ſtatt. Sie zerfällt in die wiſſenſchaftliche Abſchlußprüfung
gegen Ende des dritten Seminarjahres und in die Fach
prüfung gegen Ende des praktiſchen Jahres. In beiden
Fällen wird ſchriftlich und mündlich geprüft. Die
Prüf=
ungsbehörde beſteht aus dem von der Miniſterialabteilung
für Schulangelegenheiten ernannten Regierungsvertreter
als Vorſitzenden, ſowie dem Direktor und denjenigen
Lehrern und Lehrerinnen, welche in den betreffenden
Klaſſen in den Gegenſtänden unterrichten, auf die ſich die
Prüfung erſtreckt. Die Zulaſſung zur wiſſenſchaftlichen
Prüfung erfolgt durch die Direktion, wenn der
Klaſſen=
lehrerrat keine Bedenken hinſichtlich der wiſſenſchaftlichen
Reife oder der Führung äußert. Die Zulaſſung zur
Fach=
prüfung erfolgt nach den gleichen Grundſätzen.
Vorbeding=
ung iſt die beſtandene wiſſenſchaftliche Prüfung. Zu den
Prüfungen können auch Bewerberinnen, die nicht
Schüle=
rinnen der Lehranſtalt ſind, zugelaſſen werden; die
Mini=
ſterialabteilung für Schulangelegenheiten entſcheidet über
ihre Geſuche. Beide Prüfungen dürfen in der Regel nur
je einmal und nur nach Jahresfriſt wiederholt werden.
Zur wiſſenſchaftlichen Prüfung gehört die Anfertigung
1. eines deutſchen Aufſatzes, 2. einer franzöſiſchen Arbeit,
3. einer engliſchen Arbeit und 4. einer mathematiſchen
Ar=
beit, in der vier Aufgaben aus verſchiedenen Gebieten zu
löſen ſind. Die mündliche Prüfung umfaßt Religion,
Deutſch, Franzöſiſch, Engliſch, Geſchichte, Geographie
Mathematik, Naturwiſſenſchaft. Die Fachprüfung beſteht
n der Anfertigung einer pädagogiſchen Hausarbeit und
in der häuslichen Ausarbeitung von zwei Entwürfen zu
Lehrproben. Die mündliche Prüfung erſtreckt ſich auf die
Abhaltung einer Lehrprobe im Anſchluß an einen der
beiden eingereichten Entwürfe, auf Pädagogik und auf
Methodik der einzelnen Unterrichtsfächer, einſchließlich
Turnen. Das Maß der Anforderungen richtet ſich nach
den Lehrzielen der oberſten Klaſſe beziehungsweiſe des
praktiſchen Jahres. Mit dem Beſtehen beider Prüfungen
wird die Lehrbefähigung für Höhere Mädchenſchulen
er=
worben und dies durch entſprechenden Vermerk im dem
Zeugnis beſcheinigt. Im Regierungsblatt Nr. 1 vom 8.
Januar 1912 ſind auch die Ausführungsbeſtimmungen zu
der obigen Verordnung bekannt gegeben.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum
Heſſen ſind im Monat Dezember vor. Js. 291
Ren=
tengeſuche (275 Invaliden= und Krankenrentenanträge,
ſowie 16 Altersrentenanträge) eingegangen. Unerledigt
wurden in den genannten Monat übernommen 265
Ren=
tengeſuche, ſodaß 556 Geſuche in Bearbeitung ſtanden
Es fanden Erledigung: 237 durch Rentenbewilligung
(205 Invaliden=, 14 Kranken= und 18 Altersrentengeſuche);
38 durch Ablehnung, weil unbegründet (36
Invaliden=
renten= und 2 Altersrentengeſuche), 13 durch andere
Weiſe — Zurücknahme uſw. — (9 Invaliden= und 4
Al=
tersrentengeſuche), zuſammen 288, ſodaß 268 Geſuche als
unerledigt auf den Monat Januar 1912 übernommen
werden mußten. Ferner wurden im Monat Dezember
vor. Js. 441 Anträge auf Beitragserſtattung geſtellt, und
zwar 380 infolge Heirat weiblicher Verſicherter (H.), 60
infolge Todes verſicherter Perſonen (T.) und 1 wegen
Bezugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in den
genannten Monat übernommen 162 Erſtattungsanträge,
ſodaß zu bearbeiten waren 603 Geſuche. Bewilligt
wur=
den 435 Anträge (382 H., 52 T. und 1 U.), abgelehnt
wur=
den 28 Anträge (17 H., 9 T. und 2 U.), anderweit erledigt
wurde 1 H.=Erſtattungsanſpruch. Unerledigt blieben 139
Erſtattungsanträge (99 H., 37 T. und 3 U.), die auf den
Monat Januar 1912 übernommen wurden. In welchem
Umfange die Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum
Heſſen Heilverfahrenskoſten für ihre Verſicherten
über=
nimmt, ergibt ſich aus nachſtehenden Erläuterungen:
Ende Dezember 1911 waren in den nachbenannten
Anſtal=
ten verſicherte Perſonen untergebracht: 1. Ernſt Ludwig=
Heilſtätte bei Sandbach 94, 2. Eleonoren=Heilſtätte bei
Winterkaſten 53, 3. Göttmannſche Anſtalt in
Reichels=
heim 10, 4. Konitzkyſtift in Bad Nauheim 12, 5. Bad Orb
8, 6. verſchiedene Anſtalten, wie Krankenhäuſer, Kliniken
und dergleichen mehr 29, zuſammen 206.
* Zur Reichstagswahl. Alle Reichstagswähler ſeien
in letzter Stunde nochmals an die Ausübung ihres
Wahl=
rechts erinnert, namentlich aber vor der
verhängnis=
vollen Annahme dringend gewarnt, daß es ja doch zur
Stichwahl kommen werde. Nur die Beteiligung
aller Wähler bei der Hauptwahl kann einer
unliebſamen Ueberraſchung vorbeugen.
* Reichstagswahl und Hanſabund. Im
Anzeigen=
teil findet ſich nochmals eine dringende Aufforderung an
alle Gewerbetreibende der Wahlkreiſe Darmſtadt-Groß=
Gerau und Erbach-Bensheim, heute unbedingt von
ihrem Wahlrecht zu Gunſten eines der Kandidaten Dr.
Oſann und Dr. Strecker bezw. Dr. Sauer und Scior
Ge=
brauch zu machen. Die Bezirksgruppe iſt genötigt, ſich
für die Hauptwahl in den vorſtehenden Wahlkreiſen
neutral zu verhalten, da die genannten Herren
ſämt=
lich die Gewähr dafür bieten, daß ſie als
Reichstagsab=
geordnete von den Grundgedanken des Hanſabundes
nicht abweichen werden. Nun liegt dem Hanſabund
naturgemäß ſehr daran, daß je einer der vorgenannten
Kandidaten in die Stichwahl gelangt. Die Bezirksgruppe
wird dann nach beſten Kräften in die Stichwahl
eingrei=
fen. Jeder Gewerbetreibende denke heute daran, daß es
gerade jetzt ſchon darauf ankommt, durch
Aus=
übung ſeines Wahlrechtes einem der oben genannten
Herren die Ausſicht auf ſpäteren endgültigen Sieg zu
er=
öffnen.
* Heſſiſcher Jagdklub. Auf Einladung des Heſſiſchen
Jagdklubs ſprach am Mittwoch abend im Fürſtenzimmer
des „Saalbaus” Rechtsanwalt Schäfer aus München,
der Vorſitzende des Bayeriſchen Jägervereins, über ſeine
Jagderinnerungen aus Msſuren. Mit humorvollem
Plauderton ſchilderte er die ſchwierige 25ſtündige Reiſe auf
allen möglichen Beförderungsvehikeln nach dem Jagdgute
ſeines Gaſtgebers im fernſten Oſten unſeres Vaterlandes,
nach dem Lande der tauſend Seen. Nach einer Charakteri
ſierung der dortigen Bewohner und einer eingehenden
Be=
ſchreibung der Jagdverhältniſſe gab er ſeine eigenen
luſtigen Erlebniſſe bei den Jagden zum beſten, und die
intereſſante Schilderung des Lebens auf dieſem oſtpreußi
ſchen Herrenſitze zeugte davon, daß es auch abſeits der
großen Straße der Kultur, weit entfernt von den Freuden
und Genüſſen der Großſtadt, Stätten wahrer Fröhlichkeit
und echter Lebensluſt gibt. Gute Lichtbilder
vervollſtän=
digten den intereſſanten, mit lebhaftem Beifall
aufgenom=
menen Vortrag aufs beſte.
* Die Muſik zum II. Hofball ſtellte die Kavelle
des Garde=Dr.=Regts. Nr. 23 unter perſönlicher Leitung ihres
Muſikmeiſters Herrn Mittelſtädt. Es wurden geſpielt:
1. Walzer: Songe d’Autonne von Jvyce, Grigri=Walzer
von Lincke, Wer kann dafür? von Gilbert, Gold ung
Silber von Lehär. 2. Frangaiſe: Angot=Quadrille von
Strauß. 3. Walzer: An der ſchönen blauen Donau
Künſtlerleben, beide von Strauß. 4. Lanciers: Geiſha=
Quadrille von Jones. 5. Walzer: Fauſt=Walzer von
Gounod, Schlittſchuhläufer von Waldteufel. 6.
Tiſch=
walzer: Valſe Septembre von Godin, Griari=Walzer von
Lincke. 7. Lanciers von Schubert. 8. Blumen=Walzer
Brüderlein fein von Fall, Im Walzerrauſch von Lincke,
Teſoro Mio von Bocuccio, Wiener Bürger von Ziehrer,
Tune Sauras Jamai von Rico, Songe d’Autonne von
Jvyce, Grigri=Walzer von Lincke, Valſe Septembre von
Godin.
* Darmſtädter auswärts. Nach einer
Perſonal=
notiz der „Duisburg=Ruhrorter Zeitung” iſt Herr Dr.
Stroh, Oberlehrer an der dortigen Kaiſerin=Auguſta=
Viktoria=Schule, ein geborener Darmſtädter und früherer
Leiter der höheren Bürgerſchule zu Groß=Bieberau, zum
Oberlehrer an der mit einem Lehrerinnen=Seminar
ver=
bundenen höheren Mädchenſchule in Berlin W. gewählt
worden und hat die Wahl angenommen.
* Ein treuer Mieter. Herr Karl Sperber,
Uhren= und Goldwarengeſchäft, wohnt 40 Jahre im
Hauſe Kirchſtraße 10½. Der Darmſtädter Hausbeſitzer=
Verein, e. V., hat aus Anlaß dieſes ſchönen
Verhält=
niſſes zwiſchen Mieter und Vermieter Veranlaſſung
genommen, Herrn Sperber und Herrn Ramdohr zu
be=
glückwünſchen.
* Verein ehemaliger Kavalleriſten. Am 10. Januar
1912 wurde in der Reſtauration „Zur Reichskrone”.
Mühlſtraße 5, ein Verein „ehemalliger Kavalleriſten”
ge=
gründet. Anmeldungen können ſchriftlich oder
münd=
lich als Mitglied daſelbſt ſtaktfinden.
* Britannia=Hotel. Hiermit ſei nochmals auf die
jeden Sonntagabend ſtattfindenden Künſtler=
Konzerte hingewieſen. Nächſten Sonntag enthält
das Programm u. a. Fantaſien aus: Tosca,
Meiſter=
ſinger von Nürnberg und Madame Butterfly, Walzer
aus: Der Roſenkavalier, ſowie Stücke aus den neueſten
Operetten. Das Programm iſt abwechslungsreich und
verſpricht Muſikintereſſenten ſchöne Stunden.
* Orpheum. Gaſtſpiel Jobs luſtige
Bühne. Heute, Donnerstag, findet die Erſtaufführung
des Schwankes „Der brave Hermann” ſtatt. „Der
brave Hermann” iſt eines der tollſten Stücke, die jemals
aufgeführt wurden. Sprühender Humor, unbeſchreibliche
Komik und die vorzügliche Darſtellung vereinigen ſich
darin zu einem derart zwerchfellerſchütternden Ganzen,
daß allabendllch tatſächlich Tränen gelacht werden und
des Wiener Ringtheaters, ſo ſpricht man noch nach
Jahr=
zehnten davon. In den Vereinigten Staaten werden
ſolche Schreckensnachrichten ſchon bald von einer vielleicht
noch ärgeren verdrängt und überdeckt. Einige der großen
Brandkataſtrophen der letzten Jahre ſeien hier
zuſammen=
geſtellt:
Das Jroquois=Theater in Chicago geriet im Jahre
1903 bei einer Weihnachts=Nachmittagsvorſtellung in
Brand. 581 Menſchen kamen dabei ums Leben, 240
wei=
tere wurden verwundet. Meiſt waren es Frauen und
Kinder. Im Jahre 1904 unternahm der Dampfer „
Gene=
ral Slocum” von New=York aus eine Vergnügungsfahrt,
an der faſt nur Frauen und Kinder teilnahmen, die ein
Kirchenfeſt feierten. Als ſich das Schiff auf dem Eaſt
River befand, fing es Feuer und verbrannte angeſichts der
Stadt. Dabei fanden 590 Perſonen den Tod — faſt alle
untereinander bekannt oder verwandt, da ſie faſt ſämtlich
in einem beſtimmten Stadtteil, der hauptſächlich von
Deutſchen bewohnt war, eng beieinander wohnten. So
verloren durch dieſe furchtbare Kataſtrophe manche
Fa=
milien mehrere Angehörige zugleich. Im Jahre 1908 kam
in Boyertown (im Staate Pennſylvania) im Theater ein
Feuer aus, bei dem faſt 200 Frauen und Kinder
verbrann=
ten. Im März desſelben Jahres fing die Schule in
Col=
linwood in der Nähe von Cleveland (im Stackte Ohio)
Feuer. 173 Menſchen verbrannten — 171 Kinder und
2 Lehrerinnen.
Immer wieder werden alſo bei den großen
Brand=
kataſtrophen vorwiegend Frauen und Kinder betroffen.
Eine Panik bricht unter ihnen leichter aus als bei
Män=
nern, und ſie wiſſen ſich weniger zu helfen. Vielleicht gehen
ſie auch nicht mit der Brutalität vor, die bei manchen
Män=
nern im Augenblick des Eintritts einer Kataſtrophe zu
be=
obachten iſt. Die Feuerwehrleute in den Vereinigten
Staaten wiſſen ein Lied davon zu ſingen. Insbeſondere
klagen ſie in der Eaſt Side der Stadt New=York, d. h.
einem ihrer engſten und von der ärmſten Bevölkerung
be=
wohnten Teile, darüber, daß ſich die Männer häufig um
gar nichts anderes kümmern, als ſich ſelbſt in Sicherheit
zu bringen, und daß ſie erſt, wenn ſie auf der Straße in
Sicherheit ſind, wieder an ihre Familie denken, um dann
die Feuerwehrleute mit Bitten und Drohungen zu
über=
ſchütten, damit ihre Frauen und Kinder doch noch gerettet
werden.
Gerät ein Mietshaus in Brand und breitet ſich dieſer
ſchnell aus, was infolge der mangelhaften Bauart vieler
Häuſer in den Vereinigten Staaten faſt die Regel iſt, ſo
iſt mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß Kranke oder
Schwache, Greiſe oder Kinder, irgendwo in dem Hauſe
zurückgeblieben ſind, nachdem ſich die kräftigen Inſaſſen
namentlich alſo die Männer, längſt in Sicherheit gebracht
haben. Dann werden auf Befehl des kommandierenden
Feuerwehrleutnants allenthalben, wo es noch möglich iſt,
die Zimmer abgeſucht; namentlich ſieht man unter den
Betten nach, weil ſich die Kinder häufig in ihrer
ſinn=
loſen Angſt dort verkriechen.
Wie es ſcheint, werden die großen gemeinnützigen
Ge=
ſellſchaften in New=York, die eine eifrige und
wohldurch=
dachte Tätigkeit entfalten, ſich der Frage in der nächſten
Zeit energiſch zuwenden, wie die ſchreckliche Steuer an Gut
und Blut, die in Nordamerika durch die Brandſtätten
verurſacht wird, auf ein erträgliches Maß herabgemindert
werden kann.
Feuilleton.
* Koſtbare Sammlungen. Eine große
unga=
riſche Briefmarkenhandlung, Bela Szekula,
erwarb dieſer Tage eine der größten Sammlungen der
Welt im Werte von über 1000000 Kronen, die dem
Budapeſter Architekten R. Holitſcher gehörte. Nach
Aus=
ſprüchen von Fachleuten ſoll die Sammlung eine der
feinſten der ganzen Welt ſein, ſie enthält faſt alle
Rari=
täten in feinſter Erhaltung und iſt ſchon verſchiedentlich
mit goldenen Medaillen prämiiert worden. Beſonders
fein waren die ſo ſehr geſuchten Marken der altdeutſchen
und altitalieniſchen Staaten vertreten, Braſilien iſt in 3
Sorten allein 40000 Kronen wert, eine ſpezialiſierte
Un=
garn=Sammlung 30000 Kronen, eine Rumänien=
Samm=
lung, die nur die erſten Ausgaben enthält, iſt auch über
50000 Kronen wert. Hannover war die
Lieblingsſamm=
lung des Beſitzers, ſie iſt 42000 Kronen wert. In ſei=
ner Spanien=Sammlung hatte der Inhaber 170000
Kro=
nen ſtecken. Die Sammlung iſt in 17 Bänden
unter=
gebracht und enthält viele Unikums und ſeltene
Mar=
ken bis zum Werte von 8000 Kronen per Stück. Es iſt
eine Rieſenarbeit von jahrelanger Dauer geweſen, eine
ſolche Sammlung zuſammenzubringen und viele
Mar=
ken haben heute einen weit höheren Wert, wie ſie beim
Einkauf hatten, was einen großen Betrag ausmacht, da
viele Stücke um das 4—öfache geſtiegen ſind.
Am letzten Tage der Verſteigerung der
Hoeſchen Sammlung in London gelangten
äußerſt wertvolle alte Bücher und Manuſkripte zum
Ver=
kauf. Das Ereignis des Tages bildete der Uebergang
der aus dem Jahre 1453 ſtammenden „Bibel der 42
Hei=
ligen” die aus der Werkſtatt Gutenbergs und Fuſts
ſtammt, auf die Firma Quaritſch in London, die für
die Bibel 110000 MMark bezahlte. Um den
Beſitz des Werkes hat ſich ein heftiger Kampf zwiſchen
amerikaniſchen Kunſtfreunden und der engliſchen Firma
entwickelt.
Aus Paris wird berichtet: Nachdem Pierpont
Morgan vor einiger Zeit für 10 Millionen Francs
einen großen Teil der prächtigen Kunſtſchätze des
be=
kannten Sammlers Hoentſchel erwarb, hat er jetzt auch
Hoentſchels Kollektion von Elfenbeinſchnitzerei
und Emaillearbeiten für 1½ Millionen Francs gekauft.
Hoentſchel, der gerade auf dieſem Gebiete als ein
her=
vorragender Kenner gilt, hat dieſe Sammlung im Laufe
vieler Jahre Stück um Stück zuſammengebracht. Das
koſtbarſte Stück ſeiner Kollektion iſt jedoch von dem Kaufe
ausgeſchloſſen worden: der berühmte Schrein des
Hei=
ligen Ludwig, in dem bei der Rückfahrt aus Paläſtina
das Herz des Königs bewahrt war.
— Des Rätſels Löſung. Die Bemühungen Jagows,
allen Theaterbeſuchern die Möglichkeit zu geben,
auf die Bühne zu ſehen, haben ein lehrreiches Gegenſtück
in Konſtantinopel gefunden. Hier handelt es ſich
freilich weniger um die unförmigen Damenhüte, aber
trotz=
dem ſcheint man auch dort Klage über eine ſchlechte Ausſicht
auf die Bühne zu führen. Der Monde artiſte
veröffent=
licht einen Anſchlag aus einem Konſtantinopeler Theater,
wahre Heiterkeitsſtürme das Haus durchbrauſen. — Am
kommenden Sonntag finden wiederum zwei große
Vor=
ſtellungen, nachmittags 4 und abends 8 Uhr, ſtatt.
* Der 1. Darmſtädter Kino bringt in ſeinem
von geſtern ab laufenden Senſationsprogramm zwei
ganz hervorragende Films. U. a.: Die Löwen
des Tyrannen, eine Senſation erſten Ranges,
wobei „30 Löwen” mitwirken, und als zweiten Schlager
eine ganz hervorragende Aufnahme während der Fahrt
des Zeppelin=Luftſchiffes Schwaben. Man
vird bei dieſer Vorführung in den Glauben verſetzt,
eine dieſer hochintereſſanten Fahrten in Wirklichkeit
mit=
zumachen und aus dem ſtolzen Luftkreuzer die
eigen=
artigen, abwechſelnden Landſchafts= und Städtebilder
mit feſſelnder Aufmerkſamkeit zu betrachten, insbeſondere
das Leben und Treiben in den Kabinen während der
Fahrt, einen großen Fabrikbrand uſw. (S. Anzeige.)
C. Von dem alten Eberſtädter Weg wird zur Zeit
der Teil vom Ausgange des Kiefernwaldes bis
Eber=
ſtadt auf Gemeindekoſten einer Erneuerung unterzogen.
die auch von den Darmſtädter Spaziergängern freudig
begrüßt werden wird. Statt des mitunter recht
ſchma=
len Pfades wird ein hübſcher breiter Fußweg hergeſtellt.
Die Akazienbäume, die einen gapz ungenügenden
Schat=
ten gewährten, ſind bereits größtenteils gefällt und
wer=
den durch ſchattenſpendende Platanen erſetzt.
Groß=Gerau, 10. Jan. Der wegen Untreue von der
Darmſtädter Staatsanwaltſchaft geſuchte
Aktuariatsaſſi=
ſtent Gabelmann von hier wurde in Dresden
ver=
haftet. Er hatte dort eine dreitägige Haftſtrafe zu
verbüßen und wurde dabei als der Geſuchte erkannt.
Offenbach, 11. Jan. Beim Exerzieren wurde ein
Sol=
dat des hieſigen Infanterie=Regiments Nr. 168 aus
Un=
vorſichtigkeit angeſchoſſen. Der Verletzte kam ins
Lazarett. — Die Offenbacher Handelskammer hat
die in Verbindung mit der Frankfurter Handelskammer
vor kurzem dem Staatsſekretär des Reichspoſtamtes
überſandte Eingabe wegen Ausdehnung des
Gel=
tungsbereichs der Ortstaxe auf Offenbach
dem Heſſiſchen Miniſterium des Innern überreicht, mit
der Bitte, ſie beim Reichspoſtamt zu befürworten.
* Worms, 11. Jan. Ein Mord und
Selbſt=
mordverſuch ereignete ſich heute nacht gegen 1 Uhr
im Roſengarten jenſeits des Rheins. Dort hat der 17
jäh=
rige Kaufmannslehrling Auguſt Ittmann, der ſich am
8. ds. Mts. mit der 17jährigen Katharina Weber aus
Darmſtadt heimlich von dort entfernte, dieſe
erſchoſ=
ſen und ſich durch einen Schuß in den Kopf ſchwer,
aber nicht lebensgefährlich verletzt.
Oppenheim, 10. Jan. Ein tödlicher
Unglücks=
fall ereignete ſich heute nachmittag in der Mainzer
Straße. Das Fuhrwerk der Mühle Ernſt Dittmar von
Oſthofen brachte Mehl hierher. In der ſehr abſchüſſigen
Mainzer Straße kam das Fuhrwerk infolge Verſagens
der Wagenbremſe in ſchnelles Rollen. Die Pferde
konn=
ten es nicht mehr halten. Der Fuhrmann ſprang von
ſeinem Sitz und verſuchte die Pferde am Kopf zu zügeln.
Dabei wurde er von dem einen Pferd getreten und er
kam zu Fall und unter ſein Fuhrwerk zu liegen, deſſen
Räder ihmüber Bruſt und Kopf gingen und
ſei=
nen ſofortigen Tod herbeiführten. Pferde und
Fuhrwerk blieben unverletzt.
B. Bingen, 11. Jan. Der im Anhange des
Schlepp=
dampfers „Straßburg” zu Berg fahrende Kohlen=Kahn
Gerhard” iſt in der Nähe von Aßmannshauſen durch ein
durch Bruch des Steuerruders entſtandenes Leck
ge=
ſunken. Die Mannſchaft konnte ſich retten.
Dirlammen, 11. Jan. In unſerem Orte blüht noch,
namentlich im Winter, die Holzinduſtrie. Beſonders
die Anfertigung von Schindeln wird hier betrieben,
auch werden Rechen. Senſenwürfe und
Dreſch=
flegel angefertigt. Da für die Studierenden der
Forſtwiſſenſchaft die Kenntnis der holzverarbeitenden
Gewerbe von beſonderer Wichtigkeit iſt, hatte ſchon
Ge=
heimerat Profeſſor Dr. Heß vor einigen Jahren eine
Exkurſion hierher unternommen, um den Studierenden
die Verarbeitung des Holzes an Ort und Stelle zu
zeigen. Die Studierenden der Forſtwiſſenſchaften waren
damals ſehr zufrieden über das Geſehene. Profeſſor
Dr. Weber beabſichtigt, am nächſten Samstag mit den
Studierenden der Forſtwiſſenſchaft wieder eine Exkurſion
hierher zu unternehmen. Auch ſoll bei dieſer
Gelegen=
heit nebſt einigen waldbaulichen Bildern, die die in den
Riedeſelſchen Waldungen geübte Verjüngungsmethode
veranſchaulichen, noch die Hutfabrik in Blitzenrod beſich=
tigt werden. Auch bei der vorigen Exkurſion wurde
die=
ſer Fabrik ein Beſuch abgeſtattet. Die Exkurſion dürfte
ſich wahrſcheinlich nur auf einen Tag erſtrecken.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Jan. Das
Kaiſer=
paar und Prinz Oskar mit Gefolge wohnten heute
dem Vortrag des Herzogs Adolf Friedrich von
Mecklen=
burg in der Abteilung Berlin=Charlottenburg der
Deut=
ſchen Kolonialgeſellſchaft bei. Der Herzog ſprach über
die unter ſeiner Leitung erfolgte innerafrikaniſche
Ex=
pedition 1910/11. — Der Kronprinz iſt heute abend
11½ Uhr nach Danzig abgereiſt. — Die Taufe des
jüngſten Kaiſerenkels findet am 28. Januar im
Kronprinzen=Palais ſtatt. — Ueber den verſchwundenen
Rechtsanwalt Hailliant wurde von einer Berliner
Dame bei der Kriminalpolizei eine Anzeige erſtattet.
Eine Unterredung, um welche dieſe Dame vorgeſtern
bei Hailliant nachſuchte, lehnte er wegen Ueberarbeitung
ab und vertröſtete ſie auf den nächſten Tag. Es ſcheint,
als ob der 55jährige Mann ſich in
Geldverlegen=
heit befand. Geſtern traf bei ſeinem Bureauvorſteher
eine von Hailliant geſchriebene Karte ein, welche in
einem Briefumſchlag ſteckte, deſſen Adreſſe von einem
an=
deren geſchrieben worden iſt und welche den Stempel
der Bahnpoſt Berlin=Breslau trug. Die Karte enthielt
die Mitteilung für den Bureauvorſteher, daß Hailliant
ein paar Tage von Berlin abweſend ſein würde und
daß der Bureauvorſteher wichtigere Angelegenheiten für
ihn reſervieren möchte. Von verſchiedenen Seiten wird
nun mitgeteilt, daß der Vermißte mehrfacher
Verun=
treuungen beſchuldigt wird und bei den Behörden
be=
reits Strafanzeigen gegen Hailliant eingelaufen ſeien.
— Die elfte Strafkammer des Landgerichts
Ber=
lin I verurteilte nach achttägiger Verhandlung die
Lei=
terin des pſychologiſchen Verlags, G. m. b. H., Frau
Viola Scott, wegen vielfachen Betruges zu einem
Jahr ſechs Monaten Gefängnis, wovon zehn Monate
auf die ein Jahr dauernde Haft angerechnet wurden.
Die Mitangeklagte, Frau Alion Hörner, die wegen
Be=
günſtigung angeklagt war, wurde freigeſprochen.
Bamberg, 10. Jan. Heute nachmöttag wurden auf
Verfügung des Unterſuchungsrichters drei Teilhaber der
Firma Hans Ulmerich, nämlich Hans Ulmerich.
Fried=
rich Kieſer und Jakob Leonhard, wegen Wechſelfälſchung
verhaftet. In Mitleidenſchaft gezogen ſind viele
kleine Leute, die in gutem Glauben Wechſel
unterzeich=
neten.
Dortmund, 10. Jan. Seitens der in Konkurs
befind=
lichen Niederdeutſchen Bank
Kommanditgeſell=
ſchaft auf Aktien, findet in den nächſten Tagen die erſte
Abſchlagsverteilung von 8 Prozent ſtatt.
Be=
kanntlich war urſprünglich eine Verteilung von 10 Proz.
vorgeſehen; es erſchien dann aber im Hinblick auf
inzwi=
ſchen eingelaufene Klagen notwendig, erhebliche Beträge
zu reſervieren.
Poſen, 10. Jan. Seit längerer Zeit beſteht zwiſchen
dem Kommerzienrat Hugger und dem Brauereibeſitzer
Kieslinger in Poſen eine erbitterte Fehde, die zu
ver=
ſchiedenen Prozeſſen geführt hat. Teilweiſe wurde der
Streit auch durch Inſerate in den dortigen Blättern
ausgefochten. Im Anſchluß an ein ſolches Inſerat des
Brauereibeſitzers Kieslinger wurde nun Kommerzienrat
Hugger von einem Manne, deſſen Name ihm unbekannt
war, telephoniſch angerufen und unter Bezugnahme auf
das Inſerat mit den ſchwerſten Vorwürfen und
Be=
leidigungen bedacht. Durch einen Zufall hatte der
Beleidiger aber vergeſſen, den Hörer des von ihm
be=
nutzten Televhons wieder anzuhängen. Infolge der
techniſchen Einrichtungen der Telephone war es der
Televhonverwaltung möglich, feſtzuſtellen, von wo aus
der Beleidiger geſprochen hatte. Es war ein öffentliches
Lokal, deſſen Angeſtellte als Telephonierenden einen
An=
geſtellten des Brauereibeſitzers Kieslinger benannten.
Kommerzienrat Hugger hat gegen dieſen Strafantrag
wegen Beleidigung geſtellt.
Brüſſel, 11. Jan. Die Kaiſerin Eugenie iſt
hier eingetroffen und vom Prinzen und der Prinzeſſin
Victor Napoleon empfangen worden.
Paris, 10. Jan. Heute nachmittag erſchienen die
Syndikatsmitglieder Viau, Baritaud und Dumont, die
der Aufreizung von Militärperſonen zur Fahnenflucht
beſchuldigt ſind, vor dem Zuchtpolizeigericht.
Die Syndikatsleitung ordnete aus dieſem Anlaß einen
Ausſtand von 24 Stunden an und organiſierte eine
Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude. An der
Ecke der Rue Rivoli und der Rue Saint Martin kam es
u einem Zuſammenſtoß zwiſchen einem
beträcht=
lichen Haufen Manifeſtanten und Sicherheitsbeamten, die
uerſt umzingelt wurden, dann aber die Manifeſtanten
zerſtreuten. Mehrere Perſonen wurden verhaftet.
London, 11. Jan. Geſtern nachmittag wurde der
Poliziſt Gauß der auf den
Auslieferungs=
antrag der deutſchen Behörden hier verhaftet
worden war, dem Bowſtreet=Polizeigericht vorgeführt.
Er verleugnete anfangs ſeine Identität und behauptete,
ſein Name ſei Müller. Zum Beweiſe brachte er ein Buch
mit dieſem Namen zum Vorſchein. Später gab er zu,
daß er der Geſuchte ſei und fügte hinzu, er ſei ein
Spion. Man fand Briefſchaften, ſowie vier Pfund
Sterling bei ihm. Gauß werden im
Auslieferungsan=
trag Unterſchlagungen in Wilhelmshaven vorgeworfen.
Der Vorſitzende des Bowſtreetpolizeigerichtes verhängte,
um dies zu unterſuchen, die Unterſuchungshaft
über Gauß.
Bombay, 11. Jan. Der König und die
Köni=
gin von England ſind geſtern mittag hier
eingetrof=
fen. Von der Bevölkerung jubelnd begrüßt, begaben ſie
ſich zur Heimfahrt an Bord der „Medina”, die am
Nach=
mittag die Anker lichtete.
Rio de Janeiro, 10. Jan. 7000 Köche und
An=
geſtellte von Hotels und Reſtaurants ſind in den
Aus=
ſtand getreten.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— III. Kammermuſikabend des Darmſtädter
Streichquartetts. Die Herren Mehmel, Diedrich,
Brückmann und Weyns haben ſich mit der Wahl des
Har=
fen=Quartetts op. 74 von Beethoven und dem
Streich=
zuintett von Anton Bruckner eine bedeutungsvolle Aufgabe
geſtellt. Beethovens Meiſterwerk zählt zu den auserkorenen
Lieblingen aller Quartettfreunde. — Das Adagio iſt einer
der ergreifendſten Seelenergüſſe, eine jener „unendlichen
Melodien” wie ſie für die langſamen Sätze des ſpäteren
Beethoven nahezu typiſch ſind. — Aber auch Anton Bruckner
at mit ſeinem Streichquintett, der einzigen von ihm
vor=
handenen Kammermuſik=Kompoſition, der muſikaliſchen
Welt ein wertvolles Werk geſchenkt. Der von mancher Seite
gegen Bruckner erhobene Vorwurf, ſeine Schaffensweiſe
rmangele in der Form der nötigen, Geſchloſſenheit, läßt ſich
uf das Quintett kaum anwenden. Bezeichnend für des
Meiſters Reichtum und Tiefe der Erfindung ſind ſeine
Adagios. Auch das Quintett enthält ein ſolches von
wun=
derbarer Schönheit, ein Tongemälde, das einen Beethoven
zum Schöpfer haben könnte und das allein ſchon, auch
wenn die anderen Sätze weniger gelungen wären, die
wei=
eſte Verbreitung des Werkes geboten erſcheinen ließe. Dem
Programm iſt auch diesmal eine Einführung” beigefügt,
die den Konzertbeſuchern kurze Aufſchlüſſe über des
Kom=
poniſten Leben und das zur Wiedergabe gelangende Werk
geben ſoll.
* Ueber Frau Suſanne Deſſoir deren für
nächſten Dienstag angekündigter Abſchieds=Lieder=
Abend bald ausverkauft ſein dürfte, ſchrieb kürzlich die
Neue Hamburger Zeitung: „Zu den vielſeitigſten und
nuſikaliſch höchſtſtehenden Liederſängerinnen gehört ohne
Zweifel Suſanne Deſſoir. Ueber die hervorragenden
geſanglichen Qualitäten der Künſtlerin braucht kein Wort
mehr verloren zu werden. Geradezu Triumphe aber
feierte wieder ihre außergewöhnliche Vortragskunſt,
ver=
möge deren die Sängerin dem ſo unendlich
verſchieden=
artigen Charakter der vielen Lieder bis ins Kleinſte
gerecht zu werden vermochte, die Hörer in den Bann der
jeweiligen Stimmung zog und mit fortriß, wie ſie wollte.
Ob ſie klagte oder jubelte, Ernſt oder Humor ſpendete,
immer faszinierte ſie die Hörer und veranlaßte ſie zu
erneuten Beifallskundgebungen. Die Wiederholungen
und Zugaben waren daher ſehr zahlreich; am Schluſſe
erlangte man deren mehrere und verlangte immer noch
weitere. Der treffliche Pianiſt Bruno Heinze=
Rein=
hold unterſtützte die Künſtlerin am Flügel wieder mit
feinſinnigſter Kunſt.
Rätſel des Innenlebens. Wie entwickele
ich die in mir ſchlummernden Kräfte zu Willensſtärke,
Nervengeſundheit, Lebensglück und Gemütsruhe? Ueber
dieſes Thema wird der Pſychologe Rudolf Parthey aus
Ettingen (Schweiz) zwei Vorträge halten. Der Redner,
der durch ſeine früheren Vorträge bereits hier bekannt iſt,
wird die Grundzüge der bei allen nervöſen Störungen ſo
bewährten Seelenlehre wiedergeben. Der erſte dieſer
Vor=
träge findet am Mittwoch, den 17. Januar, im Fürſtenſaal
ſtatt. Alles nähere ſiehe Anzeigenteil.
der den gordiſchen Knoten ebenſo einfach wie radikal löſt
Das amüſante Dokument lautet: „Damit alle Beſucher
die Annehmlichkeiten der Aufführung voll genießen
können, hat die Theaterdirektion beſtimmt, daß die
Be=
ſucher der erſten drei Reihen ſich hinlegen, die Beſucher
der folgenden drei Reihen knien, und alle anderen
ſtehen. Auf dieſe Weiſe kann jedermann das Schauſpiel
genießen.” Aber auch ſtörende Kundgebungen des
Miß=
verſtändniſſes werden am Goldenen Horn geſchickt
beſei=
tigt, denn eine weitere Anweiſung der Direktion an die
Theaterbeſucher lautet: „Es iſt ſtreng verboten zu lachen,
denn es wird eine Tragödie geſpielt.” Ob bei luſtigen
Stücken das Weinen verboten wird, hat der
Konſtanti=
nopeler Mitarbeiter des Monde artiſte nicht verraten.
C. K. Poſtlagernd „verboten‟! Die Bürger von New=
York und vor allem die jungen Damen werden künftig in
der amerikaniſchen Metropole keine poſtlagernden
Korre=
ſpondenzen mehr führen können: der Poſtmeiſter Morgan
hat erklärt, daß die Inſtitution poſtlagernder Briefe in
New=York jetzt abgeſchafft wird und nur noch in
beſchränk=
tem Maße für Fremde und Durchreiſende fortbeſteht. Der
Poſtmeiſter ſcheint um die Seelenruhe der amerikaniſchen
Jugend ſehr beſorgt zu ſein, denn in einem Interview
erklärte er: „Dieſer Schritt war unerläßlich in Anbetracht
der außerordentlich großen Zahl von Schulmädchen und
minderjährigen jungen Damen, die auf poſtlagerndem
Wege heimlichen Briefwechſel führten.‟ Ein Erlaß des
Poſtmeiſters kündigt an, daß alle jungen Damen, die
künf=
tig an den Poſtſchaltern nach poſtlagernden Briefen
fra=
gen, ihren Namen angeben werden müſſen, worauf die
Briefe direkt den Eltern zugeſtellt werden. Auch die
Ein=
richtung eigener Briefkäſten auf dem Poſtamt, die für die
Geſchäftswelt getroffen wurde, wird künftig ſtreng
über=
wacht werden. Eine Reviſion hat ergeben, daß nicht
we=
niger als 50 Mädchen, Schülerinnen einer vornehmen
Töchterſchule, gegen die vorſchriftsmäßige Gebühr von
2 Mk. im Monat ein eigenes Poſtfach mieteten, um ſo
un=
geſtört Briefe empfangen zu können.
* Weidmannsheil. Vor einigen Tagen durchzog eine
ſtolze Jägerſchar die Straßen der alten Stadt Cleve, 31
Mann hoch und ausgerüſtet mit Flinten und wärmenden
Getränken. Auf der Feldmark harrte inzwiſchen der Troß
der Treiber, von denen 15 Mann aufgeboten waren.
Zu=
ſammen rückten alſo 46 Leute dem Getier auf den Leib. Es
erhob ſich denn auch ein mörderiſches Schießen. Als am
Abend die „Strecke” beſichtigt wurde, ergab ſich als
Jagd=
reſultat: vier Haſen und eine Ziege. Die armen Lampes
waren ſo durchlöchert, als wenn ſie von einer
Maſchinen=
gewehrbatterie beſchoſſen worden wären. Der glückliche
„Jägerkönig” wurde allſeitig beglückwünſcht.
Weid=
mannsheil!
* Ein vielſeitiger Mann. Zu den vielſeitigſten
Men=
ſchen iſt, nach einer Mitteilung der Fritzlarer Zeitung,
wohl der Gemeindediener eines Ortes in der Nähe von
Fritzlar zu rechnen. Der Glückliche iſt Leichenſchauer mit
einem „Gehalt” von 100 Mk., Schweinehirt für 400 Mk.
Feldhüter für 150 Mk., Bälgetreter für 50 Mk.,
Voll=
ziehungsbeamter für 50 Mk., Ortspolizeidiener für 450
Mark, Nachtwächter für 150 Mk.,
Ortsbeleuchtungsinſpek=
tor für 75 Mk., Zeitungsbote für 10 Mk., israelitiſcher
Schuldiener für 50 Mk., Totengräber für 200 Mk.,
Ausrufer von Bekanntmachungen für 50 Mark,
und nebenbei noch Beſenbinder, was ihm etwa 100 Mark
einbringt.
Felix Dahn.
Mitteilungen aus der ſtädtiſchen Leſehalle.
II.
Nach vollendeten Studien wurde Dahn zuerſt
Privat=
dozent des deutſchen Rechts in München, dann Profeſſor
in Würzburg, wo er den Krieg von 1866 miterlebte. Im
Jahre 1872 folgte er einem Rufe nach Königsberg, und
war ſeit 1888 bis zu ſeinem Tode Rechtsprofeſſor in
Breslau. Neben ſeinem der Entwickelung des deutſchen
Rechts gewidmeten reinen Fachſtudium war er in dieſer
Zeit hauptſächlich mit Geſchichtsforſchungen beſchäftigt.
Im Laufe von faſt einem halben Jahrhundert (1861—1909)
vollendete er das zwölfbändige Werk „Die Könige der
Germanen” wohl ſeine Hauptleiſtung, wozu er eingehende
Studien in Italien, namentlich in Ravenna, 1861—1862
gemacht hatte. Da dieſes Werk wohl nur von
Geſchichts=
forſchern benutzt wird, iſt es nicht in unſerer Bibliothek,
wohl aber in der Hofbibliothek vorhanden. Weiter hat
er ſeine Ergebniſſe geſchichtlicher Forſchung in dem
vier=
bändigen Werke Urgeſchichte der germaniſchen und
roma=
niſchen Völker 1881—1890 (— B. 110—13), das einen Teil
des Sammelwerkes „Allgemeine Geſchichte in
Einzeldar=
ſtellungen” herausgegeben von W. Oncken, bildet.
Volks=
tümlich zuſammengefaßt und nach den neueſten Ergebniſſen
berichtigt, hat Dahn neuerdings (1905) das deutſche
Alter=
tum kurz behandelt in „Die Germanen” (— Bd 521),
„Volk, Staat, Recht, Sitte und Religion” u. a. m. Mit ſeiner
Frau Thereſe, einer geborenen Freiin von Droſte=
Hüls=
hoff und Verwandten der berühmten Dichterin
zuſam=
men ſchrieb er „Wahlhall, Germaniſche Götter= u.
Helden=
ſagen” (— Bd 302) 1883, ferner das ſchöne Buch „Kaiſer
Karl und ſeine Paladine. Sagen aus dem kerlingiſchen
Kreiſe” (— Bd 44) 1887, beides beſonders für
jugend=
liche Leſer vorzügliche Geleſe. Es ſind Broſamen von
dem reichen Tiſch ſeiner geſchichtlichen Forſchungen. Seine
rechtsgeſchichtlichen Arbeiten als Vertreter der guten
deut=
ſchen Sache gegenüber der fremdländiſchen, römiſch=
recht=
lichen Juriſterei gehören hier nicht her, es ſei nur auf ſie
hingewieſen.
Wir wollen zuletzt nur noch kurz auf Dahns
Mit=
arbeit an der Zeitgeſchichte, auf ſeine Tätigkeit als
Vor=
kämpfer für das einige Deutſche Reich, als treuer
Ge=
folgsmann Bismarcks zu ſprechen kommen. In
dem Aufſatz in Nr. 3 d. Bl. war die
Schil=
derung aus ſeinen Erinnerungen aus dem
Jahre 1866 angeführt, da er in Würzburg Zeuge des
Kampfes war. Bald darauf wandte er ſich Bismarck zu
und begann deſſen Ziele zu erkennen. Als genauer
Ken=
ner der Lage hatte er „den Losbruch des Gewitters (von
1870) nicht nur erwartet, ſondern heiß erſehnt”, und
be=
grüßte mit freudiger Begeiſterung den Ausbruch dieſes
weltgeſchichtlichen Gewitters. Natürlich litt es ihn nicht
zu Hauſe in Würzburg, aber ſein Geſuch als Freiwilliger
wurde in Bayern und Preußen abgewieſen. So ſchloß er
ſich der Nothelferkolonne des heſſiſchen Majors von
Grol=
mann an und erzählt ausführlich in dem ganzen vierten
Ueber die Tätigkeit des Hochbauamtes
der Stadt Darmſtadt führt der Bericht des
Oberbürgermei=
ſters folgendes aus: Die Neubauten der
Eleonoren=
ſchule und der Liebig==Oberrealſchule ſind am
12. Oktober v. J. feierlich dem Betrieb übergeben worden.
Die Ausſtattung der Schule mit Mobilar, die bei der
Uebergabe noch nicht vollendet war, iſt in den letzten
Mo=
naten vollzogen worden. Die Baukoſten blieben bei der
Eleonorenſchule um mindeſtens 50000 Mk., bei der Liebigs=
Oberrealſchule um mindeſtens 40000 Mk. und bei dem
Dienerwohnhaus um etwa 7000 Mk. hinter der
veran=
ſchlaaten Summe zurück. Die Erweiterungsbauten im
Krankenhaus ſind nach beinahe ſiebenjähriger Bauzeit
programmgemäß vollendet worden und ſtehen ſeit geraumer
Zeit in Benutzung. Die Peſtalozziſchule wurde am
12. Oktober eingeweiht. Die Baukoſten betragen zirka
150000 Mk. Gegenüber dem Voranſchlag wurde eine
Er=
ſparnis von rund 25000 Mk. erzielt. Der Neubau des VII.
Polizeireviers konnte am 9. Oktober durch die
Poli=
zei bezogen werden. Die Baukoſten betragen etwa 31000
Mark. Gegenüber der veranſchlagten Summe konnte eine
Erſparnis von etwa 4000 Mk. erzielt werden. Der Neubau
der Zollniederlage auf dem bahnfiskaliſchen Gelände
nächſt dem Dornheimer Weg wurde am 7. Oktober
begon=
nen. Der Rohbau konnte derart gefördert werden, daß
das Gebäude in den nächſten Wochen unter Dach kommt.
Die Kälbermarkthalle mit Schweineſtall und den
zu=
gehörigen Räumen, die am 27. Juli 1911 in Angriff
ge=
nommen wurde, iſt ſoweit gediehen, daß der Rohbau
voll=
endet iſt. Die Fertigſtellung wird günſtigenfalls bis April
d. Js. möglich ſein. Der Stall für Sperrvieh iſt genehmigt
und wird demnächſt begonnen werden. Die
Kompoſtierungs=
anlage auf dem Schlachthof iſt Anfang November vollendet
worden.
Das Projekt für den neuen Friedhof iſt der
Stadt=
verordneten=Verſammlung im Laufe des Jahres vorgelegt
worden. Ein öffentliches Gebäude bei dem neuen
Haupt=
bahnhof wird zu Laſten ſtädtiſcher Mittel erbaut.
Gleich=
zeitig ſoll ein Zierbrunnen in der Einfriedigungsmauer
angeordnet werden. Der Rohbau iſt ſoweit gediehen, daß
die Fertigſtellung des Gebäudes am 1. Mai 1912
gewähr=
leiſtet iſt. Eine öffentliche Bedürfnisanſtalt im
Platanen=
hain wurde projektiert und die definitive Löſung
geneh=
migt. Die Ausführung wird demnächſt beginnen. Die
Vor=
arbeiten für die Erbauung eines neuen Schulhauſes
und eines neuen Heims für die Gewerbeſchule ſind in
An=
griff genommen worden.
Auch andere Projekte ſind in großer Zahl vom
Stadt=
bauamt bearbeitet worden. In einzelnen Gebäuden kamen
größere Umbauarbeiten zur Ausführung, ſo wurden die
Häuſer Lindenhofſtraße Nr. 5 und das neu erworbene Haus
Luiſenſtraße Nr. 16 vor ihrer Vermietung innen gänzlich
wiederhergeſtellt. Ein Oktroi=Erheb= und Wieg=
Gebäude ſoll am Dornheimer Weg beim Haupteingang
zum Güterbahnhof errichtet werden. Die Pläne hierfür
wurden genehmigt und mit dem Bau am 7. Dezember v. J.
begonnen. Die Fertigſtellung bis zum 1. Mai 1912 iſt
gewährleiſtet.
Mit der Aufſtellung neuer Bebauunaspläne
für einzelne Gebiete der Stadt hat ſich die Verwaltung
im Laufe des Berichtsjahres vielfach beſchäftigen müſſen.
Der Bebauungsplan für die Gartenſtadt Dieburger Straße-
Hohler Weg wurde definitiv genehmigt, das Gelände zwiſchen
Roßdörfer Straße und Woog wurde aufgeteilt und die
Be=
bauungspläne dafür ebenfalls genehmigt. Die Landgraf=
Georg=Straße zwiſchen Stift=Straße und Oſtbahnhof
er=
forderte eine nochmalige Bearbeitung, die ebenfalls zum
Schluß geführt werden konnte. Die Bebauungspläne am
Hauptbahnhof, am Südbahnhof und einzelne
Verbindungs=
ſtrecken wurden bearbeitet und genehmigt. Weitere
Bebau=
ungspläne für das Südgebiet, das Südoſtgebiet, das
Nord=
oſtgebiet und das Nordgebiet ſind bearbeitet worden und
kommen demnächſt zur Beratung.
Iſt ſo die Verwaltung dauernd in Tätigkeit geweſen.
um neue Gebiete der Bebauung aufzuſchließen, ſo hat ſich
die Bautätigkeit ſelbſt nur in beſcheidenen Grenzen
weiter=
entwickelt. Erfreulich iſt ein anſehnlicher Zuwachs im
Herd=
wegviertel. Auch auf der Mathildenhöhe und in der
Garten=
ſtadt am Hohlen Weg hat eine regere Bautätigkeit eingeſetzt.
Allem Anſchein nach wird das Frühjahr 1912 auch hier eine
Beſſerung bringen.
Wahlverſammlungen.
* Arheilgen, 9. Jan. In dem überfüllten Saale des
„Deutſchen Hauſes” fand geſtern unter dem Vorſitz des
Bürgermeiſtereiſekretärs Hirſch die Wählerverſammlung
der nationalliberalen Partei ſtatt. Eingehend
verbreitete ſich Landtagsabg. Dr. Oſann über die
poli=
tiſche Lage, keinen Punkt derjenigen Angelegenheiten über=
gehend, die ſeit 5 Jahren in der Oeffentlichkeit behandelt
ſind und gerade jetzt noch in den ernſten Zeiten, in denen
wir ſtehen, behandelt werden müſſen. Stürmiſcher Beifall
folgte den Ausführungen des Redners aus der
Verſamm=
lung heraus, ihm damit kundgebend, wie die große
Mehr=
heit der Verſammlung auf ſeiner Seite ſtand. Landwirt
Georg Benz XIV. betonte ſodann, wie der Bund der
Landwirte in dem Wahlkreis Darmſtadt=Groß=Gerau eine
andere Stellung einnehme, wie der Bund der Landwirte
im Norden des Reiches. Er perſönlich ſtehe auf dem
Standpunkt der Erbſchaftsſteuer und billige auch die
Hal=
tung des Herrn Dr. Oſann in der Reichsſinanzreform
durchaus, wie dies ja auch die Verſammlung des Bundes
der Landwirte für Darmſtadt=Groß=Gerau getan habe. In
der Diskuſſion, die ſich in ſachlichen Bahnen bewegte
brachte Gemeinderat Jung und dann noch ein zweiter
Redner von der Sozialdemokratie Anſtände gegen die
Darlegungen des Kandidaten vor, die zum größten Teil
von ihm aber bereits in ſeiner erſten Rede behandelt
worden waren. In ſeinem Schlußworte widerlegte der
Kandidat unter dem lebhaften Beifall der Verſammlung
die Anzapfungen der Gegner und es ſchloß darauf der
Vorſitzende, Bürgermeiſtereiſekretär Hirſch, die
Ver=
ſammlung mit einem warmen Appell zur Wahl des
Herrn Dr. Oſann.
* Erzhauſen, 11. Jan. Eine nationalliberale
Wählerverſammlung, die überaus anregend
verlief, fand geſtern abend hier in der „Krone” ſtatt
unter dem Vorſitz des Hermn Pläſterermeiſters Bender.
Mehr als 80 Wähler lauſchten über zwei Stunden mit
geſpannteſter Aufmerkſamkeit den intereſſanten
Ausführ=
ungen des Referenten, Herrn Prof. Dr. Neßling aus
Darmſtadt. Beſonders tiefen Eindruck, dem ſich auch
ſichtlich die anweſenden Sozialdemokraten nicht entzielten
konnten, erzielte er mit ſeinen meiſterhaften
Darlegun=
gen der nationalen Bedeutung der diesmaligen
Reichs=
tagswahlen. Die Wirkung der Rede vermochte der
ſozialdemokratiſche Redner nicht im geringſten
abzu=
ſchwächen. Nach einem kernigen Schlußworte des Herrn
Referenten, in dem er nochmals warm den
nationallibe=
ralen Kandidaten, Herrn Dr. Oſann, empfahl, konnte
die Verſammlung, die für die nationale Sache einen ſo
überaus günſtigen Verlauf genommen hatte, um 12½
Uhr geſchloſſen werden.
* Nauheim, 9. Jan. Im Saale „Zum dentſchen
Kaiſer” fand heute unter dem Vorſitze des Herrn Jockel
eine ſehr gut beſuchte und ſehr befriedigend verlaufene
nationalliberale Wählerverſammlung
ſtatt. Herr Profeſſor Neßling begann ſeine
eineinhalb=
ſtündige Rede mit einer eindringlichen und herzlichen
Bitte an alle Bürger des Ortes, doch ja den Ernſt der
Lage nicht zu leicht zu nehmen und am 12. Januar Mann
für Mann der Wahlpflicht nachzukommen. Man ſolle
doch nicht glauben, daß der Kampf gegen die
Sozial=
demokratie ganz ausſichtlos ſei. Vor den Wahlen im
Jahre 1906 ſei die Unzufriedenheit infolge der
herrſchen=
den, noch größeren Fleiſchnot ebenſo groß geweſen, wie
jetzt, und doch ſei die Sozialdemokratie gänzlich bei den
darauffolgenden Wahlen unterlegen. Man ſolle auch
niemals glauben oder hoffen, daß die ſozialdemokratiſche
Partei bei ihrer ablehnenden Haltung im Reichstage
jemals irgend einen Einfluß gewinne. Deshalb ſei die
Einigung des geſamten Liberalismus ein unbedingtes
Erfordernis der Selbſterhaltung der Bürgerlichen. Wenn
der Liberalismus im Bülowblock nur die wenigen, aber
um ſo wichtigeren liberalen Errungenſchaften erreicht
habe, ſo liege das nur an ſeinem Zerwürfnis in
wirt=
ſchaftlichen Fragen. Darunter habe auch das Anſehen
des Reichstags dauernd gelitten, weil keine großen,
kom=
pakten Parteien vorhanden ſeien, auf die ſich die
Regier=
ung dauernd ſtützen könne. Der Redner ſtreifte dann
kurz das Majeſtätsbeleidigungs= und das Vereinsgeſetz
und kam auf die Reichsfinanzreform zu ſprechen. Es
wurde mit Recht beſonders darauf hingewieſen, wie das
Reich bei ſeiner Gründung ohne jeden gewinnbringenden
Beſitz, wie Eiſenbahnen, Bergwerke uſw., war, und
des=
halb, ſowie durch die großen Ausgaben, die es hatte
nach und nach in finanzielle Not geraten mußte. Zur
Zollpolitik übergehend, erinnerte Herr Profeſſor Neßling
daran, wie das Getreide vor Einführung des neuen
Schutzzolltarifs aus Argentinien und Kanada bis nach
Mannheim verfrachtet und von hier aus zu billigen
Prei=
ſen verkauft wurde, wodurch die auf einheimiſchem
Bo=
den erzeugten Produkte dem ſich abmühenden Landmann
wenig oder gar nichts einbrachten. Der neue Zolltarif
habe dieſe unhaltbaren Zuſtände glücklich beendet. An
ihm halte die Nationalliberale Partei und mit ihr Dr.
Oſann unbedingt feſt; ſie ſei weder für den „lückenloſen
Schutzzoll” des Herrn von Heydebrand, noch für den
Ab=
bau der Zölle zu haben. Nachdem er die Segnungen
der weiter ausgeſtalteten ſozialen Geſetzgebung
geſchil=
dert und auch ihre Mängel nicht verſchwiegen hatte,
zeigte er an überzeugenden Zahlen die aufſteigende
Ten=
denz der weltwirtſchaftlichen Entwickelung Deutſchlands
und die mit ihr zuſammenhängende Konkurrenz auf dem
Weltmarkt England gegenüber. Auf die hierdurch
er=
zeugte dauernde Kriegsgefahr hinzuweiſen, halte er für
ſeine Pflicht. Daß ſie beſtehe, bewieſen Ausſprüche
her=
vorragender deutſcher Männer aus allen Kreiſen der
Be=
völkerung, wie des freiſinnigen Profeſſors Paul
Rohr=
bach und des Profeſſors Zorn. Der Schluß klang in
einen kraftvollen und begeiſterten Aufruf an alle
Bür=
gerlichen aus, unſerem alten, bewährten Kandidaten Dr.
Oſann die Stimme zu geben. In der Diskuſſion
repro=
duzierten zwei Sozialdemokraten die bis zum Ueberdruß
bekannten Schlaaworte der Roten und ergingen ſich in
öden Schimpfereien. Sie erfuhren durch Herrn Ober=
Poſtaſſiſtent Kolb in markigen, echt deutſch=
vaterländi=
ſchen Worten, ſowie in einem Schlußwort des Herrn
Profeſſors Neßlina unter lautem Beifall der
Verſamm=
lung eine völlige Abfuhr. Es ſteht außer Zweifel, daß
der Abend ein voller Erfolg der bürgerlichen Sache in
Nauheim war und dem nationalliberalen Kandidaten
ſicher viele Stimmen einbringen wird.
* Traiſa, 9. Jan. Am Dienstag ſprach hier der
Kan=
didat der Fortſchrittlichen Volkspartei Dr.
Strecker im gut beſetzten Lokale von Bürgermeiſter
Wal=
ter. Der Kandidat entwickelte unter Beifall ſein
Pro=
gramm und ſtand in der Diskuſſion Rede und Antwort.
Außer Dr. Strecker ſprach u. a. auch
Landtagsabgeord=
neter Henrich=Darmſtadt.
* Nieder=Beerbach, 9. Jan. Der Kandidat der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei Dr. Strecker ſprach hier in
einer gut beſuchten öffentlichen Wählerverſammlung. Da
der Kandidat am gleichen Abend noch in Traiſa ſprach,
wurde die Verſammlung von einigen Darmſtädter
Her=
ren, u. a. Landtagsabgeordneten Henrich, weitergeführt.
* Waſchenbach, 9. Jan. Die Fortſchrittliche
Volkspartei veranſtaltete hier eine gut boſuchte
ffentliche Wählerverſammlung. Der Kandidat Dr. R.
Strecker entwickelte in großen Zügen ſein Programm.
Im weiteren Verlaufe ſprachen noch mehrere Herren aus
Darmſtadt für die Fortſchrittliche Volkspartei.
Berichtigung! Man erſucht uns, mitzuteilen,
daß die Aeußerung des 6. Diskuſſionsredners, es ſei ſehr
zu beklagen, daß ein Poſtbeamter aus Frankfurt für ein
Bündnis mit der Sozialdemokratie eingetreten ſei, etwa
ſo gelautet habe: Er bedauere das Eintreten eines
Frankfurter Poſtbeamten für den Freiſinn, denſelben
Freiſinn, deſſen Kandidat am Schluſſe ſeiner in der
Ver=
ſammlung gehaltenen Rede die Notwendigkeit eines
Zu=
ſammengehens des Linksliberalismus mit der
Sozial=
demokratie betonte.
Einſendungen zu den Reichstagswahlen.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktior
keinerlei Verantwortung.)
(Aufnahme finden nur kurz und durchaus ſachlich
gehaltene Einſendungen. Entſcheidung für die Aufnahme
behält ſich die Redaktion in jedem Fall vor.)
— Im Gegenſatz zu dem Eingeſandt in der
geſtri=
gen Nummer, unterzeichnet von vielen Beamten und
Unterbeamten (welches in Wirklichkeit wohl von einem
der wenigen einzelnen „Freiſinnigen” herrühren dürfte),
erkennen wir die für uns geleiſtete Arbeit des Herrn Dr.
Oſann an und ſprechen ihm nochmals an dieſer Stelle
unſeren verbindlichſten Dank aus. Die unermüdliche
Tätigkeit in der Wohnungsgeldfrage bei der heſſiſchen
Regierung, bei der Stadt und innerhalb der
maßgeben=
den Körperſchaften der Reichsregierung und des
Reichs=
tages laſſen jeden nicht Gehäſſigen erkennen, daß Herr
Dr. Oſann ernſtlich bemüht war, uns jederzeit behilflich
zu ſein. Die übrigen Anzapfungen des Eingeſandts
laſſen einzig und allein nur den größten Haß und den
freiſinnigen Parteifanatiker (aber nicht Beamte und
Unterbeamte) erſehen. Die Herren von der
Freiſinni=
gen Partei gefallen ſich ſo ſehr, darin immer wieder auf
die Stichwahlparole in Bingen=Alzey, auf einen
Wahl=
kreis, der uns hier abſokut nichts angeht, hinzuweiſen.
Wir bleiben hier am Platze und verweiſen einmal auf
die Stichwahlparole in Darmſtadt=Groß=Gerau,
heraus=
gegeben von der Freiſinnigen Partei gegen die
bür=
gerliche Partei für den Sozialdemokraten (Berthold
— Dr. Stein). Dieſes Verhalten iſt eines Beamten und
Unterbeamten unwürdig! Auch jetzt noch ſucht die
Fort=
ſchrittliche Partei jede Gelegenheit zu benützen. um
ſich mit der Sozialdemokratie zu verbünden und gegen
die bürgerlichen Parteien zu kämpfen. Das muß jeden
Beamten, Unterbeamten und Staatsarbeiter vor der
Fortſchrittlichen Volkspartei abſchrecken und veranlaſſen,
einem echt deutſchen Manne ſeine Stimme zu geben. Wir
rufen daher allen Beamten, Unterbeamten und
Staats=
arbeitern, auch allen in den Kommunen Angeſtellten und
Beſchäftigten zu:
Wählt Herrn Dr. Oſann!
Viele Dankbare.
— Die Verhandlungen, die der Hanſa=Bund mit den
bürgerlichen Kandidaten gepflogen hat, bedeuten für
jeden objektiv urteilenden Wähler einen Prüfſtein für die
politiſche Zuverläſſigkeit des Kandidaten. Da es ſich bei
der diesmaligen Reichstagswahl einzig und allein darum
handelt, in wirkungsvoller Weiſe, d. h. durch Stärkung
der Linken, die Reaktion zu bekämpfen, iſt gerade der
Ausgang dieſer Verhandlungen von entſcheidender
Be=
deutung. Nicht um eine Intereſſenvertretung handelt es
ſich hier in erſter Linie, ſondern darum, ob das
Pro=
gramm des Kandidaten mit den Richtlinien des Hanſa=
Bundes harmoniert. Und dieſe Harmonie iſt dann
vor=
handen, wenn der Kandidat die einſeitig agrar=
dema=
gogiſchen Beſtrebungen des Bundes der Landwirte
be=
kämpft. Dr. Strecker hat ſchriftlich ſeine Zuſage zu den
Forderungen ſofort abgegeben. Dr. Oſann hat dagegen
auf der einen Seite erklärt, er könne ſich nicht auf die
Forderungen des Hanſa=Bundes verpflichten und auf der
anderen Seite erklärte er mündlich, daß er die
Richt=
linien anerkenne. Was ſoll man zu dieſem Verhalten des
nationalliberalen Führers und Reichstagskandidaten
ſagen? Auf der einen Seite ſagt er vor aller
Oeffentlich=
keit, er könne ſich nicht auf die Forderungen des Hanſa=
Bundes verpflichten, auf der anderen Seite erklärt er
mündlich, daß er die „Richtlinien” anerkenne, und erzielt
ſo einen für ſich günſtigen Beſchluß des Hanſa=Bundes,
einer Korporation, die ausdrücklich gegen einen großen
Teil der politiſchen Anhänger der Kandidatur Dr. Oſann
gegründet iſt. Das iſt doch ein glatter Widerſpruch! Was
iſt alſo gültig?
Zur Kritik der beiden Ausſagen muß folgendes
be=
merkt werden: Wenn Herr Dr. Oſann ſich deshalb auf
die Forderungen des Hanſa=Bundes nicht verpflichten
konnte, weil er ſich nicht binden könne, weil er ein freier
Mann ſein und bleiben wolle, ſo iſt dieſes Beſtreben, freie
Hand zu haben, wohl in Fällen von geringer Bedeutung
durchaus anzuerkennen. Die Kandidaten ſollen und
kön=
nen ſich nicht auf Kleinigkeiten binden, damit ſie nicht bei
Einzelvorlagen jeglicher Prüfung überhoben ſind. Wo
aber große politiſche Prinzipien zugrunde liegen, muß
jeder Kandidat entſchieden Stellung nehmen. Es iſt
ein=
fach die Frage, ob die geſtellten Forderungen in der
Rich=
tung der Programmforderungen des Kandidaten liegen
oder nicht. Und wenn ſich die Durchführung der eigenen
Programmpunkte mit den von anderer Seite erhobenen
Forderungen begegnen, dann kann nicht nur, ſondern dann
muß jeder Kandidat dahingehende Anfragen in
bejahen=
dem Sinne beantworten. Und wenn das Herrn Dr. Oſann
nicht möglich war, dann verfügt er und ſeine heſſiſchen
Parteifreunde anſcheinend überhaupt nicht über eine klare
politiſche Ueberzeugung. Aber wenn die, einem
Mit=
gliede des Hanſa=Bundes gemachte mündliche Ausſage
Dr. Oſanns gelten ſoll, was dann? Nun, dann bedeutet
das, wenn es ernſt gemeint iſt, eine klare Abſage an den
Beind der Landmirte, denn Dr. Oſann billigt ja ſomit
folgenden Satz aus den „Richtlinien”: „Der Hanſa=Bund
wird dahin wirken, daß der für eine geſunde
wirtſchaft=
liche Entwicklung der Nation wie für unſer Verhältnis
mit dem Ausland gleichermaßen unheilvolle Einfluß
jener einſeitigen agrar=demagogiſchen Richtung gebrochen
werde, deren ganzes bisheriges Wirken von
entgegen=
geſetzten Grundanſchauungen getragen war.”
Wie aber reimt ſich das wieder mit der Tatſache, daß
Dr. Oſann gemeinſamer Kandidat der Nationalliberalen,
der Chriſtlich=Sozialen, des Zentrums und — des Bundes
der Landwirte iſt? Es glaubt doch kein Menſch, daß die
Bündler Herrn Dr. Oſann unterſtützen nur wegen ſeiner
ſchönen Augen! Feſt ſteht auf jeden Fall, daß Herr Dr.
Oſann die wichtige Gelegenheit des Wahlkampfes zur
Aus=
einanderſetzung mit dem Bund der Landwirte garnicht
be=
nutzt, ganz im Eegenſatz zur Haltung der Nationalliberalen
Buch ſeine Lebenserinnerungen (— Ld 31/10) ſeine
Er=
lebniſſe in dem Kriege, beſonders während der Schlacht
von Sedan. Ueberhaupt ſind dieſe ausführlichen
Lebens=
erinnerungen eine wichtige Quelle zur zeitgenöſſiſchen
Ge=
ſchichte. So ſpricht er ſich z. B. eingehend über den
ſpäte=
ren Kulturkampf aus, erwähnt eine Unterredung mit dem
Berater des Miniſters Falk, dem hervorragenden
Kirchen=
rechtslehrer, Profeſſor Hinſchius, und macht dabei die
Be=
merkung, „als ob die Kultur nur vom Staat, nicht (eine
viel ältere) auch von dem Katholizismus vertreten würde!
Das Ausrufungszeichen rührt von Dahn her, ein Beweis,
wie unparteiiſch er die Politik beurteilte. In markigen
Worten ſchildert er in einer Bismarck=Rede zu Frankfurt
a. M. i. J. 1892 (— Lb 147) ſeinen Helden. „Schon jetzt
ſteht ſeine Heldengeſtalt klar erkennbar, ja unverkennbar,
ſcharf umriſſen, vor uns, ein ehern Heldenbild, weit über
Menſchenmaß hinaus” Und nun zeichnet er ihn
groß=
zügig, die Hörer begeiſternd, die ſchließlich in ſeinen Ruf
einſtimmen: „Dem Mitbegründer des Deutſchen Reiches,
dem unſterblichen Kanzler, dem Fürſten Bismarck
Heil und nimmer erlöſchender Dank!” Verſchiedentlich
bei großen Tagesfragen ergriff er öffentlich das Wort
und ließ ſeine anfeuernde oder mahnende Stimme weithin
erſchallen. So z. B. bei dem preußiſchen Volksſchulgeſetz
„Der Entwurf eines Geſetzes über die Volksſchule in
Preußen 1892‟ (— Pa 449). Er ſchließt ſeine Betrachtunger
mit den Worten: „Die Gnade Kaiſer Wilhelms II. hat meine
Bruſt mit dem Hausorden der Hohenzollern geſchmückt. Die
hiermit anerkannte und angeſpornte Treugeſinnung glaube
ich nicht beſſer bewähren zu können, als indem ich zu ſeinem
Enkel und deſſen Miniſter in dieſer Sache — ſchmerzlich
ewegt — warnend meine Stimme erhebe.”
So war Felix Dahn ein getreuer Berater des deutſchen
Volkes. Als Geſchichtsforſcher und Geſchichtsſchreiber, als
nannhafter Vertreter des deutſchen Rechts, als einer der
letz=
ten Mannen Bismarcks, als deutſcher Dichter — kurz, als
„ganzer” deutſcher Mann im Sinne Riehls wird er in
dem Gedächtnis des dankbaren deutſchen Volkes immer=
N.
dar fortleben.
Partei im Reich, deren vortreffliche Veröffentlichungen
gegen die bündleriſche Einſeitigkeit alle Anerkennung
ver=
dienen. So liegt in der Tat die Annahme nur allzunahe,
daß zwiſchen der auffälligen Zurückhaltung des Herrn
Dr. Oſann gegenüber dem Bund der Landwirte und der
nicht minder auffälligen Unterſtützung ſeiner Kandidatur
durch denſelben Bund der Landwirte, der ſonſt überall
ge=
radezu die Vernichtung der Nationalliberalen Partei zu
ſeiner Parole gemacht hat, ein Zuſammenhang beſteht,
der ſicherlich nicht in der Richtung der Hanſa=Bundintereſſen
liegen kann. Nach alledem muß es ſehr merkwürdig
be=
rühren, daß die Darmſtädter Ortsgruppe des Hanſa=Bundes
gerade Herrn Dr. Oſann von einer unzweideutigen
ſchrift=
lichen Verpflichtung entbinden zu können glaubt,
wäh=
rend ſie Dr. Strecker eine ſolche Bindung zumutete. Es
wird nunmehr die Sache der Wähler und insbeſondere
der Freunde des Hanſa=Bundes ſein, ſich zu entſcheiden,
zu welcher Art der Bekämpfung bündleriſcher Einſeitigkeit
ſie das meiſte Vertrauen haben können. Die einzige
Ge=
währ für eine freiheitliche und volkstümliche Politik bietet
der Kandidat der Fortſchrittlichen Volkspartei, Herr Dr.
Mehrere Mitglieder des Hanſa=Bundes.
Strecker.
— Lehrer und Reichstagswahl. Schule und
Lehrerſtand ſind Kinder des Liberalismus. Daher kann
es auch kein Zweifel ſein, daß die Lehrerſchaft in ihrer
erdrückenden Mehrheit bei der bevorſtehenden Wahl für
einen liberalen Kandidaten eintritt, und ſchwerer wird
nur da die Wahl, wo ſich Liberale verſchiedener
Schattier=
ung gegenüber ſtehen. Glücklicherweiſe braucht uns
Leh=
rern in Darmſtadt=Groß=Gerau, die wir uns in dieſer
un=
angenehmen Lage befinden, die Entſcheidung kein
Kopf=
zerbrechen zu verurſachen. Dr. Strecker iſt ſelbſt Lehrer.
Auch als Oberlehrer hat er nicht vergeſſen, daß es nur
ein Volk, eine Schule und einen Lehrerſtand geben
ſoll und vielfache Bande herzlicher Freundſchaft verbinden
ihn mit dem Volksſchullehrerſtand. Sollten, könnten wir
einem ſolchen Mann unſere Stimme verſagen, der
über=
dies ſich in der pädagogiſchen Welt einen Ruf errungen
hat, weit über die Grenzen des Heſſenlandes hinaus? Dr.
Strecker iſt Vertreter der Fortſchrittlichen Volkspartei.
Aber kandidieren die angeſehenſten Führer der deutſchen
Lehrerſchaft wie Tews, Kopſch, Pautſch uſw. nicht
gleich=
falls für die Fortſchrittliche Volkspartei?
Wir haben Dr. Strecker wiederholt gehört, bei der
Landtagswahl und jetzt wieder. Unſere Herzen ſind ihm
zugeflogen, denn er verkörpert den Geiſt und die Ziele,
die in uns leben. Auch über den engeren Rahmen der
Partei hinaus werden die Lehrer in Darmſtadt-Groß=
Gerau für Dr. Strecker eintreten.
Viele Lehrer.
In einem längeren Artikel, unterſchrieben „Viele
mittlere und untere Beamte” beſchwert man ſich darüber,
daß Dr. Oſann die Erhöhung des
Wohnungsgel=
des für Darmſtadt nicht erreicht habe. Iſt denn Dr.
Oſann ſchuld? Niemand kann dies behaupten. Mit
aller Macht, in den verſchiedenſten Beſprechungen mit
Beamten, Behörden hat er auf das eifrigſte für die
Er=
höhung des Wohnungsgeldes gekämpft und geſtritten.
Mehr kann ein Abgeordneter nicht tun. Die „vielen
mittleren und unteren Beamten” laſſen es aber nicht bei
dieſer Klage bewenden, ſondern behandeln dann
poli=
tiſche Fragen, wie die Wahl Alzey=Bingen, die
Vor=
gänge bei der Wahl des Herrn van Calker in Friedberg
des Herrn Schätzel in Nierſtein. Das ſind ja die
Schlag=
worte zu den volitiſchen Angriffen gegen Dr. Oſann!
Es iſt doch die Frage angebracht: Sind die vielen
mittle=
ren und unteren Beamten wirklich Reichsbeamte, die
von dem Wohnungsgeld betroffen werden? Oder
ver=
ſtecken ſich hinter dieſen „vielen mittleren und unteren
Beamten” nicht die, oder einige der Agitatoren der
Fortſchrittlichen Volkspartei?
Sehr geehrte Redaktion!
Der „klarblickende liberale Wähler” in Nr. 9 Ihres
geſchätzten Blattes hätte der Kandidatur des Herrn Dr.
Oſann keinen ſchlimmeren Dienſt erweiſen können, als
durch ſeine nichts weniger als „klaren” Angriffe gegen die
Fortſchrittliche Volkspartei. Zum mindeſten zeigt der Herr
Einſender damit, daß er weder von der politiſchen
Situ=
ation der Gegenwart, noch von den Vorgängen im
Wahl=
kampf unterrichtet iſt. Der Kampf der Fortſchrittlichen
Volkspartei richtet ſich keinen Augenblick gegen die
Natio=
nalliberale Partei als ſolche, mit der ſie ja faſt überall im
Reich verbündet iſt, ſondern er richtet ſich gegen diejenigen
Politiker und Kandidaten der Nationalliberalen Partei,
die von der Kampfesfront der Partei im Reiche abweichen
und eine Verbindung mit den Parteien des ſchwarz=blauen
Blocks ſuchen und damit zugleich auf jeden Kampf gegen
dieſen Block und ſeine Politik verzichten. Die
Fortſchritt=
liche Volkspartei kämpft gegen die ſchwarz=blaue Reaktion
und es iſt nicht ihre Schuld, wenn ſich in deren Reihen
Nationalliberale befinden, die dann von dem Angriff
mit=
betroffen werden. Ebenſo hat die Fortſchrittliche
Volks=
partei einen harten Kampf gegen die Sozialdemokratie zu
führen, die die Volkspartei ſchärfer angreift, als die
Na=
tionalliberalen. Wenn Herr Dr. Oſann nicht nur die
Re=
aktionsparteien ſchont, ſondern auch die Fortſchrittliche
Volkspartei nicht angreift, ſo entſpringt das ſicher nicht
ſeiner inneren Neigung, ſondern lediglich taktiſchen
Er=
wägungen wegen der Stichwahl. Das iſt doch keines
be=
ſonderen Dankes wert, und verlangt wird dieſe Schonung
ſicher nicht. Und was will der Einſender damit, daß
die Nationalliberale Partei fortſchrittliche Kandidaten bei
der Landtagswahl gegen die Sozialdemokratie unterſtützt
hat? Das tat ſie doch nicht aus Zuneigung zur
Fortſchritt=
lichen Volkspartei, ſondern vielmehr, weil ihr der
Sozial=
demokrat noch unangenehmer war, alſo es war ihr eigenes
Intereſſe. Ein richtigeres Bild über die Stimmung der
Nationalliberalen gegen die Freiſinnigen könnte man
ge=
winnen, wenn die Nationalliberalen in Darmſtadt -Groß=
Gerau einmal einen Freiſinnigen gegen rechts unterſtützen.
Das wäre wirklich dankenswert. Und was ſchließlich
das Verhältnis zum Hanſabund anlangt, ſo war es doch
gerade Herr Dr. Oſann, der hier zu einer Grundfrage jede
Beſtimmtheit vermiſſen ließ. Wenn ſchließlich der „klar
blickende liberale Wähler” einen beſonderen Trumpf gegen
Dr. Strecker damit auszuſpielen glaubt, daß er dieſen
ge=
wiſſermaßen als einen fremden Eindringling aus
Ober=
heſſen hinſtellt, ſo kennzeichnet das ganz beſanders die
Weitherzigkeit und den „Weitblick” des Einſenders. Herr
Dr. Oſann kann ſagen: „Der Himmel bewahre mich vor
ſolchen Freunden!‟ Die „ehrlich=liberalen”
Wäh=
ler aber werden wiſſen, was ſie zu tun haben und werden
Herrn Dr. Strecker wählen.
Ein ehrlich=liberaler Wähler.
— An die Gewerbetreibenden! Wer einigermaßen
mit offenen Augen ins Leben ſchaut, der wird ohne
Schwierigkeit erkennen, daß der Bund der Landwirte
die Schäden zu verdecken ſucht, die er mit ſeiner
Wirt=
ſchaftspolitik dem ganzen Gewerbeſtande direkt und
in=
direkt zugefügt hat. Gar nicht zu reden von den wirt=
ſchaftlichen Einrichtungen, die der Bund der Landwirte
ſelbſt ins Leben gerufen hat und damit als Warenhaus
im großen zahlreiche Geſchäfte überflüſſig macht. Der
Einſichtige erkennt, daß die Verteuerung der
Produk=
tionskoſten des Gewerbetreibenden und die Schwächung
der Kaufkraft der Maſſe durch eine unſinnige Steuer=
und Wirtſchaftspolitik den Gewerbetreibenden noch am
meiſten ſchädigt. Wir Geſchäftsleute erwarten dafür
aber auch, daß man auf ſeiten der Konſumenten,
nament=
lich der Beamten und der Arbeiter, daran denkt, bei uns
zu beſtellen und zu kaufen. Die Mahnung des Herrn
Dr. Strecker hierzu hat uns gefallen, und da wir mit
ſei=
nem Wirtſchaftsprogramm und mit ſeinen freiheitlichen
Anſchauungen einig gehen, ſo werden wir Herrn Dr.
Strecker wählen, und bitten unſere Kollegen, ein gleiches
Viele Gewerbetreibende.
zu tun.
Wähler!
Laßt Euch doch nicht durch die Eingeſandts der
„Mehrere Staatsbeamte und Unterbeamte” der „Viele
Gewerbetreibende” der „Viele Lehrer” irre machen.
Rühren denn dieſe wirklich von „Vielen” her? Liegt
nicht die Vermutung nahe, daß alle dieſe gemacht ſind?
Handel und Verkehr.
* Nachweisſtelke für zweite
Hypotthe=
ken bei der Städtiſchen Sparkaſſe
Darm=
ſtadt. Es wird hier nochmals auf den koſtenloſen
Nach=
weis von Hypotheken an zweiter Stelle und
Geldange=
boten für ſolche hingewieſen. Ganz beſonders erwünſcht
wären Geldangebote, an denen es bis jetzt gänzlich
mangelt.
— Poſtſcheckverkehr. Im Reichspoſtgebiet iſt
die Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende
Dezember 1911 auf 62446 geſtiegen (Zugang im Monat
Dezember allein 1144). Auf dieſen Poſtſcheckkonten
wur=
den im Dezember 1911 gebucht 1196 Millionen Mark
Gut=
ſchriften und 1172 Millionen Mark Laſtſchriften. Das
Ge=
ſamtguthaben der Kontoinhaber betrug im Dezember
durchſchnittlich 129 Millionen Mark. Im Verkehr der
Reichspoſtſcheckämter mit dem Poſtſparkaſſenamt in
Wien, der Poſtſparkaſſe in Budapeſt, der belgiſchen
Poſt=
verwaltung und den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus
wurden faſt 5,8 Millionen Mark umgeſetzt, und zwar auf
2400 Uebertragungen in der Richtung nach und auf 11800
Uebertragungen in der Richtung aus dem Auslande.
* Hypothekenbank in Hamburg. Der
Reingewinn des abgelaufenen Jahres beträgt
4514840,83 Mark und geſtattet, wieder eine Dividende
von 9 Prozent zur Verteilung zu bringen. Mit halber
Berechtigung, alſo mit 4½ Prozent, nehmen an dieſem
Ergebnis die neu ausgegebenen 6 Millionen Mark Aktien
teil. Die außerordentliche Generalverſammlung vom 3.
Juni 1911 hatte die Erhöhung des Aktienkapitals von
30 auf 36 Millionen Mark beſchloſſen. Der dabei in
Höhe von 3071 980,66 Mark erzielte Agiogewinn iſt, der
geſetzlichen Vorſchrift entſprechend, dem ordentlichen
Re=
ſervefonds zugefloſſen, der dadurch die Höhe von
15 071 980,66 Mark erreicht und aus den diesjährigen
Rückſtellungen auf 15100000 Mark abgerundet werden
ſoll. Der Pfandbriefumlauf hat ſich im vergangenen
Jahre um faſt 14 Millionen Mark erhöht. Der Kurs,
der zu Anfang des Jahres 100,50 war, wich bis Ende
des Jahres auf 100. Der Verkauf der 4prozentigen
Pfandbriefe hat unter Berückſichtigung der
Einführ=
ungskoſten — aber nicht der Stempelabgaben, welche
vielmehr beim Abſchluß der Hypotheken von den
Dar=
lehensnehmern erſtattet worden ſind —, einen Verluſt
von 146 795,95 Mark ergeben, während aus der
Auf=
nahme der 3½prozentigen ein Disagio=Gewinn von
495 714,95 Mark erzielt wurde. Von dem ſomit per Saldo
entſtandenen Gewinn von 348919 Mark haben wir, wie
auch in früheren Jahren, zunächſt 200000 Mark zur
Auf=
füllung des Aaio=Kontos verwendet, während der Reſt
mit 148919 Mark dem Reſerve=Konto II überwieſen
worden iſt. Unſer Hypothekenſtand hat während des
Jahres um 25 Millionen zugenommen. Außer den uns
aus dem Pfandbriefgeſchäft und aus der Rückzahlung
von Hypotheken zufließenden Mitteln hatten wir die 9
Millionen anzulegen, die die Erhöhung des
Aktienkapi=
tals in unſere Kaſſe geleitet hatte. Einwandfreies
Hypothekenmaterial ſtand uns das ganze Jahr über in
ausreichendem Maße zur Verfügung. Der Zinsfuß
be=
wegte ſich um 4½ Prozent neben einer
Abſchlußprovi=
ſion von 1½—2 Prozent. Der Umlauf der 4prozentigen
Pfandbriefe erhöhte ſich im ganzen um 18899 200 Mark,
während ſich die 3½vrozentigen Pfandbriefe durch
Rück=
auf um 5093900 Mark verminderten. An Hypotheken
vurden im vergangenen Jahre 48 742 425,50 Mark
aus=
gezahlt.
Wetternachrichten.
— Köln, 11. Jan. Das Hoswaſſer
imRhein=
gebiet iſt noch immer im Steigen begriffen. Im
Siege=
ner Gebiet richteten die Sieg und die Nebenflüſſe große
Verheerungen an. Viele Fabrikanlagen ſtehen unter
Waſſer.
H.B. Duisburg, 11. Jan. Das Hochwaſſer
des Rheins verurſachte erhebliche Störungen in den
Verladungen. Im Ruhrorter Nord= und Süd=Hafenbecken
iſt eine Kohlenverladung kaum möglich.
* Heilbronn, 11. Jan. Der Neckar iſt unterhalb
Heilbronn über die Ufer getreten und hat die
Wie=
ſen und das angrenzende Gelände überſchwemmt. Der
Verkehr mit Neckargartach iſt unterbrochen und muß ſich
teilweiſe auf dem Bahndamm vollziehen.
H.B. Friedrichshafen, 11. Jan. Infolge der
Regen= und Schneefälle iſt der Bodenſee
ge=
waltig geſtiegen. In Friedrichshafen wurde das Becken
des im Bau befindlichen Gondelhafens überſchwemmt.
Die freigelegenen Fundamente der Hafenmauer ſtehen
unter Waſſer.
* Augsburg, 10. Jan. Der Lech iſt bis heute
abend um 1,80 Meter über Normalſtand geſtiegen.
Vom Oberland wird weiteres Steigen gemeldet.
Be=
ſonders großen Schaden hat das Hochwaſſer heute an der
Wertach angerichtet.
* Hamburg, 11. Jan. Infolge der ſtrengen
Kälte traten auf der Elbe Eisbildungen ein, die der
Schiffahrt hinderlich ſind. Die Vereinigten
Elbeſchiff=
fahrtsgeſellſchaften ſtellten daher die Abſchleppung ab
Hamburg im Schleppereiverkehr ein.
HB. Trieſt 11. Jan. Eine Springflut brachte
geſtern im hieſigen Hafen und außerhalb des Hafens die
Schiffe in große Gefahr. Mehrere Schiffe haben
bedeu=
tende Havarie erlitten.
* Paris. 11. Jan. Die Seine ſteigt andauernd.
Die Uferquais und einige Straßen ſind überſchwemmt.
An der Küſte von Cherbourg, Lorient und La Rochelle
ſind mehrere Barken und ein Lotſendampfer mit der
ge=
ſamten Beſatzung untergegangen.
Die franzöſiſche Kabinettskriſis.
HB. Paris, 11. Jan. Der Matin ſchreibt: Der
letzte Kabinettsrat des zurücktretenden Miniſteriums
fin=
det heute nachmittag ſtatt. Caillaux erklärte, er wolle in
präziſer Weiſe die Urſache der Demiſſion, die er dem
Präſidenten der Republik überreicht hat, ausgedrückt
wiſſen. Präſident Fallières wurde bereits
geſtern abend vom Kabinettschef von der Demiſſion
ver=
ſtändigt. Im Elyſee haben den ganzen Tag über
poli=
tiſche Beſprechungen ſtattgefunden. Unter anderen
Par=
lamentsmitgliedern empfing Falliéres auch Clemenceau,
den er in ein längeres Geſpräch zog. Entſprechend dem
Gebrauch werden die Präſidenten der Kammer und des
Senats ins Elyſee berufen werden. Diesmal wied der
Kammerpräſident vor dem Senatspräſidenten empfangen
werden, weil das Bureau des Senats noch nicht gewählt
worden iſt. Es wird das erſte Mal ſein, daß der
Präſi=
dent der Republik den Senatspräſidenten erſt in zweiter
Linie empfangen wird.
* Paris, 11. Jan. Nach einer zweiſtündigen
Ka=
binettsſitzung begaben ſich heute vormittag die Miniſter
ins Elyſee, wo Miniſter Caillaux die Demiſſion des
Kabinetts dem Präſidenten Falliéres überreichte.
HB. Paris, 11. Jan. Echo de Paris teilt mit, daß
Herr Baudin, deſſen Weigerung, das Marine=
Porte=
feuille zu übernehmen, die Kriſe herbeigeführt
hat, erklärte, ich habe immer meinen Freunden
empfoh=
len, zu Gunſten des deutſch=franzöſiſchen
A b kommens zu ſtimmen, und ich werde dasſelbe
tun. Ich habe mich aber ſtets geweigert, mich der
Po=
itik Caillaur’ anzuſchließen. Geſtern verſicherte ich noch
Caillaux, daß er nichts Beſſeres tun könne, als ſeinerſeits
die gleiche Reſerve zu beobachten, die allenthalben
gegen=
über dem Abkommen an den Taa gelegt wurde. Aus
dem miniſteriellen Solidaritätsgefühl, das ich empfinde,
kann ich nicht einer Regierung beitreten, welche dieſen
Vertrag geſchaffen hat, und meine Unterſchrift unter dies
Abkommen ſetzen. Echo de Paris führt weiter aus:
Caillaux habe einigen Freunden Folgendes erklärt: Es
war mir unmöglich, bis morgen zu warten. Als das
Kabinett geſtern abend nicht vollſtändig war, war die
Demiſſion des Geſamt=Kabinetts unvermeidlich. Im
Laufe der geſtrigen Nachmittagsſitzung hatten wir uns
mit der Frage befaßt, wer Delcaſſé in der Marine
er=
ſetzen könne; aber außer Germinet hatten auch Poincaré
und Baudin mein Anerbieten, das Marineportefeuille
zu übernehmen, abaelehnt. Hierzu kam noch, daß
Del=
caſſé übertriebene Bedingungen bei Uebernahme des
Miniſteriums des Aeußern ſtellte. Er hatte von Falliéres
verlangt, daß er ihm eine Reihe von Garantien gebe,
daß ſeine Politik fortgeſetzt werde, wenn er ſeinen
Ein=
zug im Quai d’Orſay gehalten hätte. Er wollte ferner
nicht, daß er durch Uebernahme des Auswärtigen Amtes
zur Solidarität mit der Politik des Kabinetts
gezmun=
gen würde. Außerdem hatte Delcaſſé die Bedinaung
geſtellt, im Auswärtigen Amt zu bleiben für den Fall,
daß ein ſpäteres Kabinett folgen werde. Angeſichts
die=
ſer Forderungen Delcaſſés war es unmöglich, weiter am
Ruder zu bleiben.
* London, 11. Jan. Die Blätter beſprechen den
Sturz des franzöſiſchen Kabinetts zum
Teil mit Rückblicken auf die Marokkokriſe. Daily
Chro=
nicle ſchreibt: Obwohl die neuen Enthüllungen die
Ent=
ſendung des „Panther” nach Agadir nicht rechtfertigen,
zeigen ſie, daß Deutſchland Grund zur Entrüſtung hatte.
— Daily Telegraph ſagt: Die Intereſſen Englands ſind
mit den Marokkoverhandlungen des Sommers ſo eng
verknüpftt, daß die öffentliche Meinung ihre
Ueberraſch=
ung über das neue Licht nicht verhehlen kann, das auf die
Folge der Ereianiſſe fällt, die zur Entſendung des
„Panther” nach Agadir geführt haben. Die Enthüllungen
Jules Roches zeigen, daß die Aktion der deutſchen
Re=
gierung kein plötzlicher unerklärlicher Blitz aus heiterem
Himmel war, für den ihn Enaland gehalten hat. ſondern
eine zornige Mahnung an Frankreich, und daß andere
Kompenſationen klar angedeutet wurden. Enalands
reues Feſthalten an der Entente iſt einwandsfrei
be=
wieſen; aber jetzt iſt es klar, daß die Kriſe des Sommers
durch ein finanzielles, nicht durch ein politiſches
Arran=
gement hervorgerufen worden iſt, an dem England nicht
ntereſſiert iſt.
Der Rieſenbrand in New=York.
* New=York 10. Jan. Wegen der Eismaſſen iſt
es unmöglich, zu den unteren Sicherheitsgewölben im
Equitablegebäude vorzudringen, in denen allein
000 Millionen Aktien. Bonds und Pfandbriefe
eingeſchloſſen ſind, die 100000 Firmen gehören. Vor
Ab=
lauf einer Woche werden die Gewölbe kaum geöffnet
werden können. Obwohl der Börſenvorſtand die
Tages=
lieferungen ſuspendierte, iſt ein großer Geſchäftsausfall
durch das Feuer verurſacht worden. Die Abrechnungen
beim Clearinghouſe betrugen geſtern 261 Millionen
Dol=
lars, das bedeutet eine Abnahme von 110 Millionen
Dollars gegen vorgeſtern und heute 251 Millionen
Dol=
lars. Infolge der Gefahr eines Einſturzes der Mauern
iſt die Umgebung des Equitablegebäudes geräumt
worden.
— New=York, 11. Jan. Mit dem Einreißen der
Mauern und Wegräumen der Trümmer des Equitable=
Palaſtes ſoll heute begonnen werden. Der Wert der
lktien, die unter den Trümmern begraben liegen, wird
auf vier Millionen geſchätzt.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Rom, 11. Jan. In Tripolis, Ainzara, Tadjura
und Homs herrſcht vollſtändige Ruhe. Zur Aufklärung
usgeſandte Fluazeuge, Kavallerie und Kundſchafter=
Nachrichten beſtätigen, daß Arabergruppen ſich in
Birel=
urki, Suami ben Aden, Fonduc=ben=Caſchir, Bir=Tobras
und Wadirubra befinden. Reguläre türkiſche
Streit=
räfte ſollen zwiſchen den Gruppen verkeilt ſein. Das
türkiſche Kommando befindet ſich in Suani ben Aden.
Die Revolution in China.
Rußland und die Mongolei.
* Die Petersburger Telegraphen=Agentur meldet zu
der Erklärung, daß Rußland an China keinerlei
Forderungen bezüglich der Mongolei gerichtet habe,
er=
gänzend:
Nach ihrer Unabhängigkeitserklärung baten die
Mongolen Rußland um Unterſtützung. Die
kaiſer=
liche Regierung gab in ihrer Antwort den Rat,
Mäßig=
ung zu üben und beſtrebt zu ſein, den Boden für eine
Verſtändigung mit China zu ſuchen. Hierauf wandte ſich
der von der chineſiſchen Regierung zur Verhandlung mit
den Mongolen beauftragte Würdenträger Kuefan an den
ruſſiſchen Geſchäftsträger in Peking und fragte an, ob er
uf eine freundſchaftliche Vermittelung des ruſſiſchen Kon=
ſulats in Urga bei den Verhandlungen rechnen könne.
Gleichzeitig richteten auch die Mongolen an die ruſſiſche
Regierung die Bitte um Vermittelung zwiſchen ihnen
und den Chineſen. Die ruſſiſche Regierung erkannte an,
daß eine Verſtändigung zwiſchen den Chineſen und
Mon=
golen nur bei Wahrung der mongoliſchen Eigenart
mög=
lich ſei, und kam daher zu der Ueberzeugung, daß dieſe
Verſtändigung in einem Vertrage zum Ausdruck
kom=
men müſſe, der die eigenartigen Verwaltungsformen der
Mongolei gegen Verletzungen durch die Chineſen
garan=
tiere. Die ruſſiſche Regierung wies in ihrer Antwort an
Kuefan auf dieſe Dinge als Ausgangspunkte für eine
Ver=
ſtändigung zwiſchen Chineſen und Mongolen hin und
machte ihn darauf aufmerkſam, daß eine wirkliche
Beruhig=
ung der Mongolei nur möglich ſei, wenn den Mongolen
klar gemacht werde, daß die Maßnahmen zur Entwicklung
der Mongolei die Billigung der ruſſiſchen und der
chine=
ſiſchen Regierung hätten, und daß zwiſchen Rußland und
China keine Meinungsverſchiedenheiten bezüglich der
Mongolei beſtünden. Die ruſſiſche Regierung glaubte
da=
her, daß es den Intereſſen Rußlands, Chinas und der
Mongolei entſpreche, wenn ſie ſich bereit erklärte, ihre
freundſchaftlichen Sympathien bei der Durchführung aller
Maßnahmen adminiſtrativer, wirtſchaftlicher und
kul=
tureller Art in der Mongolei zu bekunden. Die erwähnten
Grundlagen teilte der ruſſiſche Geſchäftsträger in Peking
der chineſiſchen Regierung mit, wobei er hinzufügte, daß
die ruſſiſche Diplomatie bei Einwilligung der chineßſchen
Regierung bemüht ſein werde, auf ſolchen Grundlagen
die chineſiſch=mongoliſchen Beziehungen zu regeln und die
Mongolen zu überreden, die Bande mit China nicht zu
zerreißen, ſondern den überkommenen Verpflichtungen
nachzukommen. Von dem guten Willen der chineſiſchen
Regierung hänge es ab, ob ſie die ruſſiſche Vermittlung
unter ſolchen Bedingungen annehmen wolle oder nicht.
Rußland wünſche nicht, ſich in die
chineſi=
ſchen Ereigniſſe einzumiſchen, und hege keine
aggreſſive Abſicht in der Mongolei. Es könne aber nicht
umhin, ſich für die Herſtellung einer feſten Ordnung in der
Sibirien benachbarten Mongolei zu intereſſieren, wo der
ruſſiſche Handel bedeutende Intereſſen habe. Ein Kampf
mit Waffen zwiſchen Mongolen und Chineſen, ſo heißt es
in der Erklärung weiter, iſt für Rußland nicht
wünſchens=
wert. Andererſeits erlauben es die bedeutenden Intereſſen
der ruſſiſchen Regierung nicht, die in der Mongolei
tatſäch=
lich gebildete Regierung zu ignorieren. Wenn die
Mon=
golei die Bande mit China zerreißt, ſo wird die ruſſiſche
Regierung trotz ihres lebhaften Wunſches, den Streit
zwiſchen China und der Mongolei beendigt zu ſehen, durch
die Macht der Verhältniſſe genötigt ſein, mit der Mongolei
in diplomatiſche Beziehungen zu treten.
Die Mandſchu=Regierung hofft, ſich die abgefallene
Mongolei zu erhalten. Sie ernannte Guibin zum
Man=
dſchureſidenten in Urga, der denſelben Poſten bis 1895
be=
kleidete. Die mongoliſche Regierung hat befohlen, Guibin
nicht nach Urga durchzulaſſen.
* Tokio 10. Jan. Die Meldungen über das
ruſſiſche Vorgehen in der Mongolei erregen
hier nur geringes Intereſſe, da ein ſolcher Schritt erwartet
wurde. Das unabhängige Blatt Aſahi Skinbun erklärt,
das Vorgehen ſei auf die äußere Mongolei beſchränkt
und berühre Japan nicht, während die Mongolen ſelber
aus einem ruſſiſchen Protektorat Nutzen ziehen würden.
Ueberhaupt legt die hieſige Preſſe der Lage in der
Mon=
golei keine Bedeutung bei und wartet auf die
Meinungs=
äußerungen aus dem japaniſchen Miniſterium des Aeußern.
* London, 11. Jan. Die Times meldet aus
Pe=
king vom 10. d. M.: Es wird ein Druck ausgeübt, den
Thron zur Abdankung zu veranlaſſen. Prinz Tſching
und andere Prinzen befürworten dieſen Plan. Die
Ab=
dankung iſt bald zu erwarten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Frankfurt a. M., 11. Jan. Heute nachmittag gegen
halb 5 Uhr lief in der Gutleutſtraße ein vierjähriges
Mädchen in ein fahrendes Automobil. Es
erhielt ſo ſchwere innere Verletzungen, daß es auf dem
Wege zur Rettungswache ſtarb. Der Beſitzer des
Auto=
mobils hat ſich der Polizei freiwillig geſtellt.
* Wien, 11. Jan. Im Palais des
Erzher=
zogs Friedrich brach geſtern nacht im Salon der
Erzherzogin Iſabella, der Braut des Prinzen Georg von
Bayern, ein Deckenbrand aus, welcher heute früh
entdeckt und lokaliſiert wurde. Die erzherzogliche
Fa=
milie iſt heute früh von München nach Wien
zurückge=
kehrt. Der Schaden iſt erheblich.
* Wien, 11. Jan. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Uesküb: Eine ſtarke Bulgarenbande warf drei
Bom=
ben in eine Verſammlung der Einwohner von
Zilko=
was, während ſie eine Loyalitätskundgebung für die
Türkei veranſtalteten. 13 Perſonen wurden getötet, 22
verwundet. Sechs Täter wurden verhaftet.
* Luxemburg, 11. Jan. Die Großherzogin
Hilda von Baden iſt heute morgen zu mehrtägigem
Beſuch auf Schloß Berg, der derzeitigen Reſidenz des
luxemburgiſchen Großherzogs, eingetroffen. In den
nächſten Tagen wird auch der Großherzog von Baden
zum Beſuche auf dem Schloß erwartet.
* Warſchau, 11. Jan. Der Verwaltungsrat
der Warſchau-Wiener
Eiſenbahngeſell=
ſchaft beſchloß, die von den miniſteriell beauftragten
Zahlſtellen ausgegebenen, die Nummern der eingelöſten
Aktien und Genußſcheine enthaltenden Beſcheinigungen
als Legitimation der Geſellſchaft gegenüber, insbeſondere
zwecks Teilnahme an den Generalverſammlungen,
anzu=
erkennen. Die Bekanntmachung erfolgt demnächſt.
— Berlin, 11. Jan. Von dem verſchwundenen
Rechts=
anwalt Hailliant iſt bis jetzt noch keine Spur
gefun=
den worden. Nachdem zunächſt behauptet worden war,
H. hätte ein Depot von 50000 Mark unterſchlagen,
ver=
llautet jetzt weiter, daß er außerdem noch
Mündel=
gelder in Höhe von 125000 Mark veruntreut
habe.
— Danzig, 11. Jan. Im Freihafenbezirk des Hafens
Neufahrwaſſer iſt ein Lagerſchuppen der Königl.
Eiſenbahndirektion, der wertvolle landwirtſchaftliche
Maſchinen enthielt, vollſtändig niedergebrannt.
von Mk. 1,10 an
per Meter
Henneberg=Seide
porto= u. zollfrei
in ſchwarz, weiß und farbig,
(1208a)
für jeden Bedarf.
Verlangen Sie Muſter. G. Henneberg, Illlich
CARMOLTUTWOHL
Eine Flasche 60 Pfg. ersetzt eine Hausapotheke.
Vorfmulleinlagesohlen
ist das Neueste und Beste! (*845
Schlus des
Inventur-Ausverkauf
Dienstag, den 16. Januar.
Besonders günstige Kaufgelegenheit für
Braut-Ausstattungen
welche auf Wunsch aufbewahrt und zu
Ausverkaufspreisen auch später abgeliefert
werden.
C. F. Erb Nachf.
Obere Elisabethenstr.
(1533fo
Saison-Ausverkauf.
Hermann Berger, Hoflieferant
10 Ernst-Ludwigstrasse, Ecke Marktpassage.
Spezialhaus für Damen-Konfektion.
Das ganze Lager ist zu sehr ermäßigten Preisen
dem Ausverkauf unterstellt.
(809a
Karmelitergeist
(1315
Jedes Zimmer
Mk. 2.50 inkl. Frühstück, Elektr. Licht, Heizung.
Hotel-Restaurant Darmstädter Hof.
(795a
Schneebericht.
Schierke im Harz (Brockengebiet), 10. Jan.
3 Kälte. Schneelage 60 cm. Ausgezeichnete Skiför.
Alle Rodelbahnen im Gange; ebenſo Schneeſchuh=
Sprungſchanze.
Amtlicher Weterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber dem Kontinent liegt ein kräftiges
Hochdruck=
gebiet, über Island eine Depreſſion. Infolge deſſen
haben wir heute morgen meiſt heiteres, trockenes Wetter.
Da ſich das Hoch jetzt vorläufig halten wird, haben wir
mit klarer, kalter Witterung zu rechnen,
Ausſichten für Freitag, den 12. Januar 1912:
Heiter, trocken, kalt.
Darmſtädter Ulöbelfabrik
G. m. b. H.
bis zur vornehmſten Ausführung
fertigt Wohnungseinrichtungen Erſtklaſſige Arbeit — Dauernde Garantie
Sehenswerte Ausſtellungen von 300 Muſterzimmern
Fabrik und Hauptausſtellungshaus: Darmſtadt, Heidelbergerſtr. 129
Zweiggeſchäfte: Darmſtadt, Rheinſtr. 28 — Frankfurt a. M., Kaiſer=Wilhelm=Daſſage
Illuſtrierte Koſtenanſchläge gratis!
(756a
Statt Karten.
Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen
zeigen hocherfreut an
(1601
Dr. med. Wilhelm Pöllot
und Frau Elisabeth, geb. Hallwachs.
Heidelberg, den 10. Januar 1912.
Luiſenſtraße 4.
Todes-Anzeige.
Hiermit die traurige Nachricht, daß heute
nacht meine innigſtgeliebte, treubeſorgte
Gat=
tin, unſere Mutter, Tochter, Enkelin, Schweſter,
Schwägerin und Tante
(1614
Frau Sophie Mütz
geb. Luft
nach kurzem, ſchwerem, mit großer Geduld
ge=
tragenen Leiden ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Peter Mütz,
Eiſenb.=Güter=Vorſteher.
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. d. M.,
3 Uhr nachmittags, von der Kapelle des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Heimgange unſeres innigſtgeliebten
Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels (1616
Herrn
Willi Grünig
Architekt
ſagen wir Allen unſeren aufrichtigſten Dank.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Philipp Grünig.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Friedberg (Heſſen),
den 11. Januar 1912.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem uns betroffenen ſchweren Verluſte ſagen
innigſten Dank.
(B1612
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Rechnungsrat Darmstädter Wwe.
und Kinder.
Darmſtadt, am 11. Januar 1912.
Für alle uns erwiesene Liebe und
Teilnahme sagen wir unseren
herz-
lichsten Dank.
Familie Otto Franze,
Familie Ludwig Herwegh.
(1583
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 12. Januar:
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 45 Min.
Samstag, den 13. Januar:
Morgengottesdienſt 9 Uhr. Predigt 9 Uhr 40 Min.
Sabbatausgang 5 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 13. Januar:
Vorabend 4 Uhr 20 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr Sabbatausgang 5 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 14. Januar, an:
Morgens 7 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
NB. Samstag, den 20. Januar:
Rausch Chaudesch Schewot.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Fauſt”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Reichstagswahl von 10—7 Uhr im Saalbau.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
* Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Drroah- und die Seahvel!
Hur Aufklärung und Abwehr!
In ganz unerwarteter und unſachlicher Weiſe werden in letzter Stunde durch verſchiedene „Eingeſandts” in hieſigen Blättern, insbeſondere die Beamten, zur
Wahl Dr. Oſanns z. T. deswegen aufgefordert, weil er neben anderen vermeintlichen Verdienſten auch in der
Wohnungsgeld=Zuſchuſ.=Frage
die Intereſſen der hieſigen Beamten mit großem Eifer vertreten habe. Gegen dieſe Kampfesweiſe muß auf das Entſchiedenſte Verwahrung eingelegt und betont
werden, daß weite Kreiſe der Beamtenſchaft ganz anderer Auffaſſung ſind.
In der erſten Verſammlung in jener Frage am 6. Juli 1908 war Dr. Oſann freilich erſchienen. Seine damalige Erklärung indeß, „daß wohl etwas geſchehen
müſſe; daß er aber „keine Verſprechen” machen, jedoch immer für die „berechtigten Intereſſent der Beamten, für ihre finanzielle Aufbeſſerung, nſoweit möglich” eintreten wolle,
daß jedoch auch die Stadt des Fremdenzuzugs wegen nicht in den Ruf kommen dürfe, allzuteuer zu ſein. Dieſe Erklärung hat in ihrer rührenden Lahmheit auf viele
Be=
amte den Eindruck gemacht, daß Dr. Oſann ſich der großen Bedeutung der Zurückſetzung Darmſtadt’s hinter Mainz, Offenbach, Mannheim, Heidelberg u. ſ. w. damals
überhaupt nicht bewußt war. Und zwar der Bedeutung: nicht nur für die beteiligten Beamten ſelbſt, ſondern auch für die weiteſten Kreiſe, Hausbeſitzer, Geſchäfte,
Gaſt=
höfe, ja ſelbſt für den Steuerſäckel des heſſiſchen Staates und der Stadt.
Viele Beamte hatten den Eindruck daß in dieſer Frage damals, d. h. zu einer Zeit, als vielleicht die einzige Möglichkeit rechtzeitigen und wirkſamen
Ein=
tretens noch gegeben war von Herrn Dr. Oſann wenig oder nichts erwartet werden konnte. Und dieſer Eindruck wurde durch die folgenden Ereigniſſe vollauf beſtätigt.
Eine von der Reichstags=Budget=Kommiſſion eingeſetzte „Subkommiſſion” hatte ziemlich wahllos und anſcheinend nur zur Beruhigung der benachteiligten Städte
faſt alle direkt oder durch ihre Vertreter petitionierenden Plätze kurzerhand eine Klaſſe höher verſetzt. Dieſe Subkommiſſion hatte aber wohl von Anfang an ſelbſt kein rechtes
Vertrauen in ihr Werk und deſſen Lebensdauer.
Immerhin, ein Zweck war erreicht. Gar mancher Abgeordneter konnte ſeinen Beamten=Wählern telegraphiſch melden, daß „ſoeben” die Verſetzung der Stadt X
in die höhere Klaſſe beſchloſſen worden ſei. Auch Herr Dr. Oſann „freute ſich”, uns dieſe Mitteilung machen zu können.
Die Regierung machte jedoch kurzen Prozeß; ſie lehnte das Machwerk der Subkommiſſion glatt ab. Die Beſoldungsreform wurde nach Erledigung der
berüch=
tigten Finanzreform nach verſchiedenen Purzelbäumen der Rechten, insbeſondere des Zentrums, ebenfalls über Bauſch und Bogen „erledigt‟. Ein findiger Kopf hatte noch
im letzten Augenblick die Abgeordneten der zurüickgeſetzten Städte von einem Alpdruck befreit: ein Antrag, den Bundeskat zu germächtigen: etwaige Härten in der
Servis=
klaſſen=Einteilung ſelbſtändig zu beſeitigen, fand freudige Zuſtimmung und Annahme. War doch der Reichstag damit die böſe Sache los und konnten ſich doch die Herren
nun auf den Bundesrat berufen. Dieſer — auch nicht faul — überließ es wiederum dem Reichsſchatzamt „Erhebungen” anzuſtellen, und nur wenn dieſe begründeten Anlaß
zu Aenderungen ergeben würden, ihm Vorſchläge zu machen — ſonſt nicht!
Dieſe Erhebungen ſind auch bei den Reichsbeamten dahier angeſtellt worden, ſie haben aber dem Reichsſchatzamt keinen Anlaß gegeben, den Bundesrat
nochmals zu beläſtigen.
Damit iſt eigentlich die ganze Frage der Verſetzung Darmſtadts in eine höhere Servisklaſſe endgültig abgetan.
Was Herrn Dr. Oſann noch veranlaßt, die heſſiſche Regierung nach dem Stande der Sache zu interpellieren und in Wahlverſammlungen die Hoffnung
aus=
zuſprechen, daß „ſeine” wiederholten „Bemühungen” in dieſer Sache doch noch Erfolg haben werden, das bleibt ſein Geheimnis! Die Beamten wiſſen, daß auch dieſe
neueſte „Bemühung” des Herrn Dr. Oſann den gleichen Erfolg wie ſeine bisherigen — worin dieſe eigentlich beſtanden haben, iſt übrigens ebenfalls Geheimnis — zeitigen
werden. Glaubt denn Herr Dr. Oſann oder ſonſt wer im Ernſt wirklich, daß die auf die bewußte Interpellation hin nun auch von der heſſiſchen Regierung bei den
Eiſenbahn=Dienſtſtellen angeſtellten Erhebungen ein anderes Reſultat haben werden? Ganz gewiß nicht!
Herr Dr. Oſann ſollte doch endlich eingeſtehen, daß ſeine bald 3½jährigen „Bemühungen” völlig fruchtlos waren, ebenſo fruchtlos, wie die wohl gleich
ernſthaften „Bemühungen” zur liberalen Einigung in Heſſen, zur Verhütung der ſchmachvollen nationalliberalen Stichwahlparole 1909 in Bingen=Alzey, zur Wahl
van Calkers in Friedberg und Schätzels in Nierſtein, und zur Verhütung des Eintretens „nationalliberaler” Abgeordneten gegen nationalliberale Kandidaten zu Gunſten
von Bündlern.
Wenn nun aber auch noch Stimmung für die Wahl Dr. Oſanns mit deſſen ganz beſonderer Beamten=Freundlichkeit zu machen verſucht werden ſoll, ſo mußte
ein ſolcher Verſuch energiſch und ausführlich begründet zurückgewieſen werden.
Die Beamten wiſſen in ihrer übergroßen Mehrzahl, was ſie von den nachgerade ſattſam bekannten „Bemühungen” des Herrn Dr Oſann zu halten haben
und lehnen es ab. „politiſche Engel” zu ihrer Stütze zu wählen. Sie kaſſen ſich durch nichts von ihrem in den Trauertagen des deutſchen Volkes beim Sturze
des beſten der Reichskanzler ſeit Bismarck, gelobten Kampfe gegen den ſchwarz=blauen Block, Schulter an Schulter mit dem geſamten wirklich liberalen Bürgertum
auch in Heſſen
beirren und ſie wählen den einzig richtigen, weil entſchiedenen Vertreter ihrer Wünſche und Intereſſen, den Kandidaten der Fortſchrittlichen Volkspartei
DOreokor
dem ſie am Wahltage ihre Stimme zu geben jetzt mehr als je entſchloſſen ſind.
(1505B
Viele mittlere und untere Beamte.
Beamte!
Ihr wißt, warum Ihr Herrn Henrich
in den Landtag gewählt habt. Ihr habt
Ver=
trauen zu ihm und er wird es rechtfertigen.
Gleiches Vertrauen verdient der Parteifreund
des Herrn Henrich
Herr Dr. Strecker.
Wir bitten alle Berufsgenoſſen, keinem
anderen als Dr. Strecker ihre
Stimme zu geben.
Viele Beamte.
R1575)
1a55Ta
Vervielfältigungs-
Büro
Schreibstube für
Maschinenschriften
Inh. S. Guttmann
Wendelstadtstrasse
26, pt.
Telefon 1679.
(793a
Schrei bmaschinen-
Arbeiten
Diktate
in separätem Raum
Vervielfältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
sohnelI-sauber
diskret-billig.
Handwerker, Geschartsleute!
Kann uns die Wirtſchaftspolitik des
Bundes der Landwirte nützen?
Niemals!
Herr Dr. Oſann aber iſt der Freund des
Bundes der Landwirte u. ſeine Stellung
zum Hanſabund iſt nicht völlig klar.
Ziehen wir deshalb das Sichere dem
Un=
bekannten vor und ſtimmen wir alle für
DrRerrecker
Mehrere Gewerbetreibende.
R1574)
Kurſe vom 11. Januar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
3f. Staatspapiere. IrPro.
4 Tſche.Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl.. 91,70
do.
82,50
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,20
. 91,60
3½, do. Eonſols . .
82,50
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,60
do.
93,40
3½
do.
84,00
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,20
do.
90,30
do.
80,30
4 Hamburger Staatsanl. 100,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,60
4 do. do. (unk. 1918) 100,80
do.
3½
90,20
do.
79,70
3 Sächſiſche Rente . . . 82,20
4 Württembergerv. 1907 101,60
do.
3½
94,90
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1½ Griechen v. 1887 . . 52,00
3‟ Italiener Rente ..
4½ Oeſterr. Silberrente . 94,40
4 do. Goldrente 97,10
4 do. einheitl. Rente 90,90
3 Portug. unif. Serie I 65,10
3 do. unif. Ser. III 67,65
3 do.
Spezial.
5 Rumänier v. 1903 . . 101,50
do. v. 1890. .
do. p. 1905. . 91,60
3273
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 92,75
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,50
do. v. 1905 . . . . 100,60
3½ Schweden. . . . . . . 91,00
4 Serbieramort. v. 1895 87,30
4 Türk. Admin. v. 1903 82,20
4 do. uniſ. v. 1903 90,40
4 Ungar. Goldrente . . 92,60
do. Staatsrente . 90,75
5 Argentinier . . . . . . 101,60
89,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,10
5 Ehineſ. Statzanleißze 100, 10
95,10
do.
4½
95,50
4½ Japaner
5 Innere Mexikaner . 97,80
61,75
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 91,00
5 Gold=Merikaner . . . 100,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Palet=
ſahrt.
. . 143,10
.. 104,80
Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.: . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 114,75
6 Baltimore & Ohio. . 103½
Gotthardbahn . .
Inhen.
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 154,00
0 Heſt. Südbhn. (Lomb.) 19,25
6 Pennſplvania N. R. 1950
Induſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 201,00
3 Werger=Brauerei . . 74,00
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 502,00
14 Fabrik Griesheim . . 260,00
27 Farbwerk Höchſt . . . 537.50
20 Verein chem. Fabriken
343,00
Mannheim .
.133,00
5 Lahmeyer ..
.164,20
7 Schuckert
12 Siemens & Halske. . 243,25
30 Adlerfahrradw. Kleyer 458,00
12 Bochumer Bb. u. Guß 231,00
. . 206,50
17 Gelſenkirchen ..
. 201,50
7 Harpener . .
15 Phönir, Bergb. u. Hüt=
. . 257,80
tanbetrieb..
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. . 89,00
. 100,50
4 Pfälzer Prt. .
do.
92,20
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
do. ſteuerfrei. 96,50
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
96,25
do. alte . 80,40
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,60
81,00
do.
do.
55,80
27
Raab=Oedenburger . . 78,20
4 Ruſſ. Südweſt.. .
89,75
4 Kronpr. Rudolfbahn . 96,50
24) . Livorneſer.
73,30
74,25
4 Miſſouri=Paciſie .
4 Bagdadbahn Mk. 408 84,00
Anatoliſche Eiſenb., . 98,20
5 Tehnantepe ..
.101,00
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 173,60
6½ Darmſtädter Bank. . 126,90
12½ Deutſche Bank . . . 267,10
6 Deuſche Vereinsb. 124,50
10 Diskonto=Geſellſchaft 192½
8½ Dresdner Bank .. 160,22
6½ Mitteldeut Kreditbk. 122,00
7 Rationalbk. f. Deutſchl. 128,00
6½ Pfälzer Bank . . . . 130,50
645 Reichsbank .:
.138,40
7 Rhei. Kredit=Bank. 135,50
7½ Wiener Bank=Verein 137,30
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
do. S. 19. . .
90,10
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
do.
3½
89,75
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,30
3½,
do.
90,30
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
do.
3½.
89,50
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99,80
do, (unk. 1914) 90,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
3½
do,
90,60
2
Städte=
Obligationes
4 Darmſtadt .
3½ de.
4 Fe
Sa 100,80
3½ da.
96,10
4 Gieße
99,70
3½ 8s.
90,20
Ga
3½
90,00
4
100,00
3½
90,00
4
-
3½
-
(*
-
3½
-
3½ 80
90,10
4 München .
100,30
3½, Nanheim
90,00
4 Nürnberg.
100,30
2½,, do.
90,70
4 Offenbach .
-
3½ da.
-
4 Wiesbade
*101.75
3½ do.
90,00
4 Worms .
100,25
3½ do.
4 Liſſabona v. 1886. . 80,90
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 166,90
3½ Cöln=Mindner „ 100 136,40
5 Donau=Reg. fi. 100
3 Holl. Komm. ℳ 100 106,80
I Pm,
3 Madrider Fs. 100 77,90
4 Meining. Pr.=
Pſand=
brieſe. . . . . . . . 197,75
Oeſterr. 1860er Toſe 180,40
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer ſt. 156 115,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fil. 7 97,30
Braunſchweige Tlr. 20 210,60
Fs. 15
Freiburger
Fs. 45 —
Mailanbes
de.
Fs. 10 34,90
Meiningss
fl. 7 37,40
Oeſterrechse c. 1864 „ 100 526,00
ds. P. 1858 ₰ 100 458,00
Ungar.ats „ 100
Penedighss Frs. 30
Tärkiſche
„ 400 170,80
Gold, Gülber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,43
20 Frants=Etücke
16,20
Oeſterr. 20=Rronen . .
16,90
Amerikantiche Roten .
4,19
Engliſche Noten . .
20,46
Franzöfiſche Noten.
81,30
Holländiſche Noten . .
169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,75
Oeſterr.=Ungariſche Neten 84,85
Ruſſiſche Noten . . . . . . 216,00
Schweiger Noten . . . . . 81,05
2
Reichsbank=Diskonto . .
Reichsbans-Hembard AMl 6%
D10 Dugersehun Wann Dr. Brecker
Wer wählt Dr. Oſaun?
Die Antiſemiten,
welche zum ſchwarz=blauen Block gehören,
die Chriſtlich=Sozialen,
welche zum ſchwarz=blauen Block gehören,
die Reichspartei,
welche zum ſchwarz=blauen Block gehört,
das Zentrum,
welches zum ſchwarz=blauen Block gehört,
die Bündler,
welche zum ſchwarz=blauen Block gehören.
Wer Wann
Dr. Usam iichr!
Das üiberal=fortſchrittl. Bürgertum.
Denn die Parole lautet:
„Gegen den ſchwarz=blauen Block”
„Nieder mit dem ſchwarz=blauen Block”.
Darum wählt den Kandidaten der fortſchrittlichen
Volkspartei:
(R1576
(
Br. R. Sfrecker!
Empfehle den Damen meinen
zeitgemäss eingerichteten
120
— Damensalon.
5 Kopfwaschen mit Frisur 1.00 Mk.
2 Kopfwasch. mit Ondalation 1.50 „
O Kinderkopfwaschen . . 0.75 „
Neneste 17
eutr
ckenanlage
gesünd. Behandlung d. Haare.
Odehwäidklub, Ortsgruppe Darmstadt
(E. v.)
Montag, 15. Januar, abends 8½ Uhr,
(pünktlich
Vortrag
des Herrn D. Dr. Diehl über:
„Wie es im Odenwald vor 300
Jahren ausſah‟
(nach Chroniken)
im Gartensaal des städt. Saalbaues.
Die Mitglieder und Freunde des Klubs nebſt Damen ſind
(1615ts
hierzu freundlichſt eingeladen.
Der Vorstand.
Anfertigung aller
Haar-
arbeiten. Grosses Lager
in Zöpfen, Locken, Haar-
Unterlagen usw.
zu billigsten Preisen.
(672a
Elisabethenstr. 21.
Ankauf
von nur beſſ. getr. Herren= und
Damenkl. u. dgl. bei reeller
Be=
zahlung. Jetzt Donnerstag hier.
Schriftliche Of. unt. II 100 an
die Expedition ds. Bl. (1552fsi
Gold=Armband gefunden!
Gegen Einrückungsgebühr
abzu=
holen Eichbergſtraße 19. (*901
2) Balkonloge (Vorderpläßze) B
4 links, für den Reſt der
Spiel=
zeit abzugeben Aliceſtr. 13. (577a
a Theaterplätze
Balkonloge rechts, für den Reſt
der Spielzeit abzugeben. Näheres
in der Expedition.
(1597
(1e
Primaner zu geben.
Off. u. A 39 an die Exp. (*768mdf
Student der Hochſchule ert.
Nach=
hilfeſtund , beſ. in Mathematik.
Auskunft u. A 42 Erpd. (*793dfs
cherche i
Jenne allemand connaissande
d'un j. frangais ou d’ne j.
fran=
caise pour faire la conversation fr.
Sladresser A 83 à 1 exp. (*874
Kewiſſenhafte Nachhilfe in Engl.,
Franzöſiſch Latein wird erteilt
zu mäßigem Preis
(1526a
Nieder=Ramſtädterſtr. 67, pt.
Metzelsuppe!
Freitag abend: Bratwurſt mit Kraut.
Samstag, den 13. Januar:
Metzelsuppe
wozu freundlichſt einladet
B1606)
Wilhelm Preusch
Karlstrasse 104.
Fräul. erteilt billig gründlichen
Anfangs=UnterrichtinKlav.
1569a) Gutenbergſtr. 12, 1. St.
Kründl. Klavierunt. b. mäss. Preis w.
Gert. Off. u. A. 69 a. d. E. (*844fsm
Wer ert. erfolgr. Geſangsunter=
2richt? Off. m. Pr. u. Reſerenz.
unt A 72 an die Exv. d. Bl. (*862
Gründl. Klavter= u.
Violinunter=
richt erteilt Georg Göbel, Muſitl.
Neckarſtr. 3, Mittelbau, p. (25942a
Ja. Mädch. k. d. Kleidermach. u.
Zuſchn. u. günſt. Beding. gründl.
er=
lern. Konf. Mühlſtr. 40, 1. St. (1131a
Ulympla Kmnenlatesraph.
Am 10. ds. Mts. schloss ich meinen Betrieb im Lokale
Ernst-Ludwigstrasse 23 und verlege denselben, wie boreits
ver-
öffentlicht, nach der Rheinstrasse 2. In den Vorstellungen
findet daher eine kurze Unterbrechung statt.
Nach Fertigstellung meines neuen „Lichtspieltheaters
Olympia‟ in der Rheinstrasse finden die Vorstellungen ihre
Fortsetzung. Der Tag der Neu-Eröffnung wird rechtzeitig bekannt
gemacht. Ich bitte verehrl. Publikum hiervon gefl. Kenntnis zu
nehmen und mir auch in meinem neuen Unternehmen das mir
bisher entgegengebrachte Vertrauen zu wahren.
Hochachtungsvoll ergebenst
„Olympia-Kinematograph‟
Besitzer: M. Lindl.
1560)
652
Feinste Norddeutsche Wurst- und Fleischwaren5
Elisabethenstr. 6, grosser Laden.
½ Pfd. feiner Aufschnitt nur 50 Pfg.
beſtehend in Leberwurſt, Thür. Rotwurſt, Preßkopf, Salami,
Braunſchw. Mettwurſt, Cornedbeef (Kraftfleiſch), und Weſtfäl.
Schinken.
(1609
im grossen Laden.
Wilh. Weber Nachf.,
Da!
lau
3 gLache.
nge
1
J0 03.5. L2. 30 ℳ440.z RE5
Landhaus für 8850 Mk. zu verkaufen
In ſchönſter Lage der Gemarkung Arheilgen iſt ein hübſches
neuzeitliches Landhaus mit 6—700 LIm groß. Garten, 7 Zimmer,
1 Küche, 1 Bad 1 Speiſekammer, 1 Waſchtüche, 2 Kloſetts mit
Spülung, 3 Keller, Bodenraum, zu dem billigen Preis 8850 Mk
ſofort zu verkaufen. Anzahlung 1500 bis 2000 Mk. 1. Hypothek
zu 4½%, Reſt kann beim Verkäufer ſtehen bleiben zu 4½‟ Offerten
beliebe man unter U 90 an die Geſchäftsſtelle einzureichen. (46a
Kochstunde!
Erlernung der gut. bürgerlichen
Küche. Anmeldungen zum 15. Jan.
u. 1. Febr. nimmt jederzeit entgegen
Johanna Friedrich, Frank=
(1278a
furterſtraße 74.
z. Alleinbewohnen wird
ganz beſond. Umſtände
halber ſehr billig verkauft!
Neuzeitliche Einrichtung,
10 ſchöne Zimmer, Bad,
große Küche, elektr. Licht,
Gas, Zentral=Heizung,
Speiſenaufzug, Balkon,
Loggia, Veranda, Garten
ꝛc. ꝛc. Der Preis iſt weiter
unter der ortsger. Taxe
feſtgeſetzt.
Offert. unter U 94 an
die Exped. d. Bl. (119a
Landhaus für 7500 Mk.
In Arheilgen iſt ein freiſt.
Landhaus für 7500 Mk. ſofort zu
verkaufen. Angebote erbitte unter
W46 a. d. Exped. d. Bl (1148a
Wer verkauft ſein Haus
ev. mit Geſchäft oder ſonſt.
An=
weſen. Angebote nur vom Beſitzer
unter T 476 an Haasenstein &
Vogler, A.-G., Darmstadt. (1454f
Meeee
50000 Mark
u jegen
von 100 Mk. an aufw. bereit. Diskr.,
ratenw. Rückzahl., ev. ohne Bürg.
1594) Gg. Nau, Hügelſtr. 32, p.
Sprechzeit nur vorm. v. 10—1 Uhr.
7650) Baustellen
auf dem Gelände der ehemals
Merck ſchen Fabrik an 6 verſchieden.
Straßen gelegen, unter günſtigen
Bedingung. zu verkaufen. Weiterer
Aufſchluß bei Harres & Barth,
Saal=
f.ar. 70 u. Soh. Fekler. Rheinſtr. ).
Geſchäftsmann ſucht zur
Ver=
größerung d. Geſchäfts 3000 Mk.
Jüng. tücht. Mann kann ev. Teilh.
w. Off. u. A 87 an d. Exp. (*885fso
Kreditverein Reichelsdorf i. B.
gewährt jed. neu zugelaſſen. Mitgl.,
ohne Unterſchied d. Standes, Darl.
auf Möbel ꝛc. Proſp. gratis. (1245hl
Gegen Abſchluß einer
Volksver=
ſicherung Darlehn geſucht.
u A 68 ₰ d. Exv. (*847fs
Parkettböder
werd. gereinigt Dieburgerſtr. 4.(
Alte Pelze w. zu gr. Muffe
2t mod. Pongue bill umgearbe
1451a) Ludwigspl. 8. Vdh. 1.
D10 Gosohanbloute Wanlon DrSuUckef!
[ ← ][ ][ → ]Dle Deaier kahten br.Srecker!
Bekanntmachung.
Betreffend: Reichstagswahlen 1912; hier engere Wahl im IV.
Wahl=
kreis des Großherzogtums.
In Abänderung unſerer Bekanntmachung vom 4. Januar 1912
bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Großh. Kreisamt
Darmſtadt
Im 1. Wahlbezirk der Stadt Darmſtadt an Stelle des
er=
krankten Privatiers Herrn Phil. Hillgärtner den Privatier
Herrn Phil. Sehnert als Wahlvorſteher und an deſſen
Stelle als Stellvertreter den Kaufmann Herrn Heinr.
Wenck beſtellt hat.
(1573
Darmſtadt, den 11. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier. 1 Spitzhund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dori=
(1556
ſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
Verſteigerung von Faſelvieh.
Mittwoch, den 17. Ifd. Mts., vormittags 11 Uhr, wird
in dem Faſelſtall, Beſſunger Straße Nr. 60, ein zur Zucht
untaug=
licher ſchwerer Eber, ſodann um 11¾ Uhr in dem Faſelſtall, Arheilger
Straße Nr. 43, ein junger Bulle öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Darmſtadt, 9. Januar 1912.
(1602fs
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Ausführung
der an die ſtädtiſche Waſſerleitung anzuſchließenden
Waſſerverſorg=
ungs=Einrichtungen im Innern der Gebäude und Grundſtücke
nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen darf, die ſich bei der
unter=
zeichneten Verwaltung verpflichtet haben, alle vorkommenden
ein=
ſchlägigen Arbeiten auf Grund der Satzungen über Abgabe von
Waſſer=
aus dem ſtädtiſchen Waſſerwerk und unter gewiſſenhafter Beachtung
der beſonders erlaſſenen Beſtimmungen auszuführen.
Zurzeit ſind folgende Firmen berechtigt:
Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
Gebr. Becker Nachf., Grafenſtr. 27.
Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
L. Breitwieſer, N.=
Ramſtädter=
ſtraße 52.
Heinrich Brunner,
Eliſabethen=
ſtraße 33.
Karl Darmſtädter, Kiesbergſtr. 9.
Theodor Dilling, Kaſinoſtr. 27.
W. Eberhardt, N.=
Ramſtädter=
ſtraße 11.
Friedr. Ewald Nachf.,
Soder=
ſtraße 49.
Theodor Fey,
Kranichſteiner=
ſtraße 8½
Gg. Aug. Fink, Lauteſchlägerſtr. 8.
Lud. Fiſcher, Langegaſſe 23.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
Franz Geiger, Karlſtr. 36.
Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtr. 6.
Jakob Glock, Langegaſſe C
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Philipp Handſchuh,
Schloßgarten=
ſtraße 37.
Ludw. Heppenheimer, Luiſenſtr. 2.
Wilhelm Heppenheimer,
Kies=
ſtraße 80.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
Balthaſer Ittmann,
Liebfrauen=
ſtraße 85.
Heinrich Jung, Bleichſtr. 11.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
Karl Kämmerer, Parcusſtr. 10.
Aug. Keller, Kranichſteinerſtr. 45.
Adolf Kling, Rheinſtr. 17.
Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
Hugo Kötting Liebfrauenſtr. 75.
Phil. Kraus Nachf., Karlſtr. 51.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 59.
Val. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Dieburgerſtr. 54.
Ph. Maul, Heidelbergerſtr. 19.
Gg. Neumann,
Heidelberger=
ſtraße 117.
Aug. Neumeyer Witwe, Große
Ochſengaſſe 22.
Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Heinrich Pauli, Orangerieſtr. 7.
Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
Wilhelm Preußner, Bleichſtr. 40.
Karl Rockel Nachf., Schützenſtr. 4.
G. W. Roth, Moosbergſtr. 32
und 97.
Jean Rühl, Saalbauſtr. 24.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
Friedrich Schiller, Tannenſtr. 7.
Franz Schulz, Karlſtr. 104½
Heinrich Schwarz, Hochſtr. 20.
Leonh. Sommer, Mühlſtr. 20.
Karl Tänzer, Marktplatz 7.
Mich. Vollrath, N.=
Ramſtädter=
ſtraße 51.
Hch. Waldſchmidt,
Ludwigshöh=
ſtraße 21.
Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 46.
Karl Zahrt, Hofſtallſtr. 10.
Die ſämtlichen Firmen haben ihre Preis=Tarife auf dem
Ge=
ſchäftszimmer der unterzeichneten Verwaltung, „Waldſtraße 19‟
ein=
gereicht, wo dieſelben von Intereſſenten eingeſehen werden können.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
(742fof
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstac und
Samstag=
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
(637a
Pappel=Stammholz=Verſteigerung.
Die Gemeinde Goddelau läßt nächſten Dienstag, den
16. Januar d. J., nachmittags 2 Uhr,
13 Stück Pappelwerkholzſtämme
vorzüglicher Qualität, mit zuſammen 32 Kubikmeter Inhalt,
öffent=
lich verſteigern. Die Zuſamenkunft iſt auf dem Sandbachdamme in
der Nähe des Philippshoſpitals.
Goddelau, den 9. Januar 1912.
(1528
Großherzogliche Bürgermeiſterei Goddelau.
Hartung.
Miſtinenneien=
Die bei Erbauung eines
Zoll=
niederlagegebäudes am neuen
Gü=
terbahnhof vorkommenden
Weiß=
binderarbeiten ſollen vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungenliegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 18. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(1485df
reichen.
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Armenarztſtelle.
Die durch das Ausſcheiden eines
Armenarztes frei gewordene Stelle
iſt zum 1. April ds. Js. neu zu
beſetzen. Nähere Auskunft wird;
im Stadthaus bei der
unterzeich=
neten Stelle erteilt. (1604
Bewerbungen ſind bis längſtens
Ende dieſes Monats bei uns
ein=
zureichen.
Darmſtadt, 6. Januar 1912.
Städtiſches Pflegeamt.)
Krapp.
Steinzeugwaren.
Die Lieferung von etwa 3000 m
Steinzeugröhren für den Kanalbau
ſollen verdungen werden.
Die Lieferungsbedingungen
lie=
gen bei dem Tiefbauamt, Zimmer
Nr. 7, während der Dienſtſtunden
zur Einſicht offen. Auch werden
dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 19. Januar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(1559fs
reichen.
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Tiefbauamt.
Säeincteg.
Freitag, 23. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zum Nachlaß des Heinrich
Jacoby VIII. dahter gehörige
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
I 31 730 Hofreite
Luiſen=
ſtraße,
I 32¼10 157 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K1/12
Darmſtadt, 5. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V1542
Bekannmachung.
Freitag, 23. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Witwe des Ludwig
Joſt, Marie, geb. Fink, dahier
zu=
geſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
II 492¾/10 66 Hofreite
Hin=
kelsgaſſe,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K138/11
Darmſtadt, 5. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V1543
Bekanntmachung.
Freitag, 23. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Tapezier Wilhelm
Hein dahier und ſeinen Kindern
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 3180/100 205½. Hofreite
Kaupſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K137/11
Darmſtadt, 5. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt 1
Müller. (V1544
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Paul Englert in
Weiterſtadt wird nach erfolgter
Abhaltung des Schlußtermins
hier=
durch aufgehoben.
(1600
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Dackel, bilig zu
Jagdhund verkauf. oder zu
vertauſch Wo? ſ. d. Exped. (*868
Seniſeſ laſchant 1e .
(Stadtwald.)
Freitag, den 19. Januar I. Js., vorm. 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus dem Diſtrikt
Wildſcheuerteil 18 der Forſtwartei Heiligkreuz (Forſtwart
Hof=
mann) verſteigert:
Scheiter: 188 rm Buche; 306 rm Eiche,
Knüppel: 33 rm Buche; 76 rm Eiche,
Reiſigknüppel: 45 rm Buche; 61 rm Eiche,
Stöcke (fein): 28 rm Buche; 90 rm Eiche.
Das Holz (an der Neuſchneiſe, Teichſchneiſe und am
Jäger=
meiſterweg) ſitzt zur Abfuhr nach jeder Richtung ſehr bequem und hat
die laufenden Nummern von 961 bis 1271. Unterſtrichene Nummern
kommen nicht zum Ausgebot. Um vorherige Einſicht wird gebeten.
(1529fm
Darmſtadt, den 9. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Stammholz=Verſteigerung.
Montag, den 15. Januar und Dienstag, den 16. Januar 1912,
von vormittags 9 Uhr ab
werden im hieſigen Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne,
ca. 385 Stämme
(Länge 5—14 m, Durchmeſſer 17—52 cm)
an die Meiſtbietenden verſteigert.
Zuſammenkunft an beiden Tagen an der Griesheimer Brücke
Pfungſtadt, den 8. Januar 1912.
(1453fl
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Verſteigerung v. Akazienſtämmen u. Breunholz.
Montag, den 15. Januar, vormittags 9 Uhr anfangend,
ſollen in der Gemeinde Eberſtadt 90 Akazienſtämme von 1.50 bis
4.50 m Länge und 40 bis 14 cm Durchmeſſer, ſowie mehrere Partien
Stangenholz und 25 rm Reisknüppelholz öffentlich verſteigert werden.
Zuſammenkunſt auf der alten Darmſtädter Straße am
Aus=
gang des Orts.
* Eberſtadt, den 8. Januar 1912.
(1469
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Bekanntmachung.
Freitag, 23. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des Heinrich
JacobyVIII. dahier gehörigen
Im=
mobilien:
Flur Nr. qm
I 32¼10 232 Hofreite
Luiſenſtraße,
I 32710 233 Hofreite
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K142/11
Darmſtadt, 11. Januar 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt
Müller.
(V1571
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Schloſſers und
Kolonialwarenhändlers Chriſtoph
Karrer zu Darmſtadt, Nieder=
Ramſtädterſtraße, iſt zur Abnahme
der Schlußrechnung des
Verwal=
ters, zur Erhebung von
Einwen=
dungen gegen das
Schlußverzeich=
nis der bei der Verteilung zu
berückſichtigenden Forderungen der
Schlußtermin auf
(1561
Freitag, 2. Februar 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor dem Großh. Amtsgerichte
hier=
ſelbſt, Zimmer Nr. 219, beſtimmt.
Darmſtadt, 8. Januar 1912.
Der Gerichtsſchreiber des
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
1Diwan in peima
Zu verk.: Ausführ., 1 Paneel,
1 Trumeauſpieg., 1 nußb. pol.
Aus=
ziehtiſch m. Wachstucheinl. u. 1
Flur=
garderobe Erbacherſtr. 55, II. (*897fs
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady. Darmſtadt,
Zimmerſtraße 1.
Dampfer, AngloCanadian”, 9. Jan.
1 Uhr 15 Min. nachmittags von
Baltimore nach Hamburg.
Dampfer „Bethania”. 8. Januar
9 Uhr morgens in Baltimore.
Dampfer „Pallanza”, nach
New=
port News, 9. Januar 10 Uhr
30 Min. morgens in New=York.
Dampfer „Piſa”, 7. Januar 12 Uhr
30 Min. morg. in Philadelphia.
Dampfer Preſident Grant”, von
New=York kommend, 9. Januar
6 Uhr abends Dover paſſiert.
Dampfer „Prinz Adalbert” nach
Philadelphia, 10. Januar 12 Uhr
45 Minuten morgens Cuxhaven
paſſiert.
G: Friſche
Odenwälder Landbutter
per Pfd. 1.40 Mk.
Vollfetten
Allgäuer Rahmkäse
(Romadour) reife goldgelbe Ware
(1595
empfiehlt
M. Greib,
Telefon 735. — Schulſtr. 9
2 Schreibische
(Diplomat), hochf Vertiko,
Aus=
ziehtiſch, einige Diwans,
Chaiſe=
longue, Kleiderſtänder, 1
Bett=
ſtelle, hell nußb. pol., mit Kapok= u.
Stahlmatratze, Küchenanrichte m.
Topfbrett, all. neu, ſehr billig
abzug. Gartenſtr. 20, part. (*867
Süiegelschrank
neu, pr. Arbeit, weit unt. Preis.
Eichen. Bücherſchrank, Diplomat, f.
mod. Diwans, Ottomane, nußb.
Schreibtiſch, hochf. Vertiko,
Tru=
meauſp., Flurgarderoben,
Kleider=
ſchrank, Waſchkomm., hell eichen
Schlafzimm., Speiſezimm.,
Bett=
ſtellen, Matratzen, einz. Kredenz,
moderne Küche. Elisabethen:
str. 42, pt., rechts. (*880
vollt. Bett zu verkaufen.
1 Parkusſtraße 7, 2. St. (*894
Konkurrenzlog
im Preis wie in der
Aus=
führung ſind die (758a
Kunſthaararbeiten
der Firma
Ernstkonter
Perückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Entreſol.
Die Hundeisangosterecn Hanton Dr. Sfrecker
[ ← ][ ][ → ]D10 Uhterbeanter-WahlerS baseher!
Stellenestche
Weiblich
Fräulein
mit la Zeugn. als Kaſſiererin
u. Buchhalterin ſucht paſſende
Stellung per 1. März 1912,
event. ſpäter.
Gefl. Offerten unter A 82
an die Erped. ds. Bl. (*873
(
Perf. Schneiderin, zu arbeiten
verſteht u. langj. Erfahrungen hat,
empfiehlt ſich bei billigſter
Be=
dienung Hochſtr. 2, II. (*812dfs
Junge unabhängige Frau ſucht
Waſchen und Putzen (*797df
Magdalenenſtr. 7, Stb. p. rechts.
Jg. Frau ſ. 2—4 Stund.
Haus=
arbeit Steinſtr. 6, Htb. (*850
Jg. Stütze, erfahr. im Kochen,
Nähen, Bügeln, Servieren u.
Fri=
ſieren, ſucht Stelle b. Fam.=Anſchl.
Off. u. A 79 a. d. Exped. (*867
Gut empf., ſelbſt. Mädchen ſucht
v. morg. bis nach d. Spül. (evtl. den
ganz. Tag) Stell. Näh. Erv. (*375fs
Sauberes Mädchen ſucht
Be=
ſchäftigung für den ganzen Tag
(im Haushalt)
(*876
Große Kaplaneigaſſe 37.
Fleiſiges Mädchen ſucht
Be=
ſchäftigung tagsüber oder
Aus=
hilfe Gutenbergſtr. 31, p. (*888
Junges Mädchen ſucht morgens
und mittags Laufdienſt. Näh.
Löffelgaſſe 19.
(*884
kann ein junges Mädchen
Wo das Retouchieren gründl.
erlernen? Off. u. A 67 Exp. (*852
Männlieh
Tücht. Kaufmann, imünlegen u.
Führen von Büchern durchaus
perfekt ſof. ev. ſpät. geſ. Off. mit
Geh.=Anſpr., Zeugn. u. la Referenz.
n die Exp. d. Bl. u. A 21. (*730mfo
Junger Kaufmann ſucht Anf.=
Stelle im Kontor. Offerten unter
W 64 an die Expedition. (*533if
Jg. Kaufmann, militärfrei, mit
allen Kontorarbeiten vertraut und
Maſchinenſchreiber, ſucht Stellung.
Gefl. Offerten unter A. 41 an
die Expedition ds. Bl. (*794fs
Junger intelligenter 17jähr.
solider Mann
in Buchhaltung, Regiſtratur,
Maſchinenſchreiben ꝛc., ſowie in
den meiſten kaufm. Arbeiten
er=
fahren, wünſcht bei mäßigen
An=
ſprüchen baldigſt Stellung auf
kaufm. Bureau. Werte Offerten
an Walter Bretschneider,
Laute=
ſchlägerſtraße ½, erheten. (1587fs
ſucht Nebenbe=
Zeichner ſchäftigung. Off.
unt. A 73 an die Exped. (*859
Weiblich
Für unſere
Putz=Abteilung
ſuchen wir eine tücht. jüng.
II. Zuarbeiterin
per 15. Februar.
Offerten mit
Gehaltsan=
ſprüchen erbitten (1585fs
Gebr. Rothschild,
Markt 2.
Wir suchen für unsere Abteilung
Kurzwaren
eine tüchtige, branchekundige Verkäuferin.
Nur solche, die über gute Zeugnisse von ersten
Firmen verfügen, wollen Offerten abgeben bei
1558)
Geschwister Rhlopt.
Zeitungsträgerinnen
durchaus zuverläſſige und ehrliche, ſofort geſucht. —
Zu erfragen in der Expedition des Darmſtädter
Tagblatt.
(1551t
ur ſicen un det ſainten einnt
die mögl. flott ſtenographiert. Offerten mit Angabe der
Gehalts=
anſprüche unter A 58 an die Expedition ds. Blattes. (1512df
Modistim
geſucht, die flott garnieren kann
1361a)
L. & M. Fuld.
Für unſere
Putz-Abteilung
ſuchen wir eine
tüchtige Arbeiterin
für billigen und mittleren
Genre, welche die Abteilung
auch ſelbſtändig zu leiten im
Stande iſt. Offert. mit
Zeug=
nisabſchriften u.
Gehaltsan=
ſprüchen erb. Gebr. Rothschild,
Michelſtadt i. O. (1586fs
Gesnehn.
In einem Haush. von 4 Erwachſ.
wird zu bald. Eintritt bei hoh. Lohn
ein ſol. Mädchen geſ., das gut
bür=
gerl. kochen kann u. etwas Hausarb.
zu übernehm. hat. Näheres in der
Erpedition ds. Bl.
(97a
Tüchtiges, nicht zu junges
Dienſtmädchen ſof. geſ.
Grafen=
ſtraße 18, 2. St. rechts. (1411mdf
Ein nicht völlig
unerfahrenes Dienſtmädchen
auf dauernde Stellung bei drei
erwachſenen Perſonen geſucht
Pallaswieſenſtraße 45. (*740mdfs
Ein alter Herr 1
rung des Haushalts ein geſundes,
gut empfohlenes, älteres, (*842dfs
zuverläſſiges Mädchen
das bürgerlich kochen kann u. ſich
jeder Hausarbeit unterzieht.
Angebote zu richten unt. A 66
an die Expehition de Br.=
Altere Dame
ſucht für 1. Februar ein Fräulein
zur Stütze und Geſellſchaft,
welches gut bürgerlich kochen kann.
Beihülfe vorhanden. Offert. unt.
A 30 an die Exv. d. Bl. (*704mf
Perſelte
Strohhutnäherin
für Herrenhüte
gen hohen Wochenlohn ſofort
ſucht. Schriftliche Offerten bis
amstag unter A 89 an die
(1598
xpedition ds. Bl.
Geſucht auf 1. Febr. ein älteres,
beſſeres, zuverl., geſundes Allein=
Mädchen, das koch. kann u.
Haus=
rb. verſteht. in klein., fein. Haush.
u 2 Dam. Grün. Weg 8, I. (1425mdf
Tücht. saub. Laufmädch.
für vor= und nachmittags geſucht
(*853
Erbacherſtraße 15, part.
Laufmädchen pder Lauffrau
für ſof. geſucht. Zu meld.
Roß=
dörferſtr. 51, II., nach 9½ Uhr. (*849
f. vorm.
Anabh. Laufmädch. perſofort
geſucht Rhönring 71, II. (*848
Ordentliche Mädchen, 8
14—15 J. alt. ſofart in dauernde
Beſchäftig. geſ. Mech. Strickerei,
(*360
Wienersſtraße 61.
Ja. Mädchen für nachm. 1—6
geſucht Näh. Expedition. (*861
Jüng. nettes Hausmädchen
ſofort geſucht. Vorzuſt.
Eliſabethen=
ſtraße 2, II., zwiſch. 11—12. (*881fs
Arzt
ſucht tüchtiges Hausmädchen
für tagsüber. Näheres in der
Expedition ds. Bl.
(1588
Schulentlaſſ. Laufmädchen
für 1—2 Std. vorm. ſofort geſucht.
*878) Soderſtraße 52, 1. Etage.
Frau f. 2 Nachm. in der Woche
geſ. Näh. (Expedition. (3957s
Ein Laufmädchen zur Aushife
2—3 Stunden vorm. geſ. Näheres
Metziger Schmeider. Inselstrase 28. (*396
Zwei beſſere Servierfräuleins
(hübſch u. ſchich für Sonntag, den
14. Januar, geſucht. Näheres in
der Expedition ds. Bl..
(*891
Ein Mädchen, das kochen kann,
zur Aushilfe ſofort geſucht
Rhein=
ſtraße 5, 2. Stock.
(*887fs
Männlich
Herr oder Dame
zur Beihilfe der Buchhaltung für
ſofort od. ſpäter geſucht. Es wollen
ſich nur ſolche melden, die gute
Schrift haben, flott addieren, ſchnell
u. gewiſſenhaft arbeit.,
Maſchinen=
ſchreiben können u. ſchon auf größ.
kaufmänniſchen Büro tätig waren.
Offerten mit Gehaltsangabe und
Zeugnisabſchriften unter A. 81 an
die Erpedition ds. Bl. (*370fs
Agent ges. 3. Eigar. u.
Eiga=
rett. Verk. a. Wirte u. Händler.
Vergüt. ev. M. 300. monatl. I.
fürgensen & Co., Hamburg 22. (1545ff
Bautechniker=
Geſuch.
Zum ſofortigen Eintritt
wird ein tüchtiger jüngerer
Bautechniker geſucht. Guter
Zeichner, Radfahrer u.
Kennt=
niſſe in der Buchführung
er=
forderlich. Offert. mit
Zeug=
nisabſchriften unt. A 90 an
die Exped. d. Bl. (1599fsoi
1592fso) Lebensſtellung
erhalten Arbeiter, Handwerker,
Be=
amte, dieihren Berufwechſeln
möch=
ten, durch die Uebernahme einer
Ver=
tretung unſ. Geſellſchaft für den betr.
Kreis ihres Wohnortes. Nur ſolche
Herren wollen ſich melden, die
be=
fähigt ſind, durch andauernd. Fleiß
ihre u. unſere Intereſſen zu vertreten,
weil hohe Bezüge gewährt werden.
Vertretungen auch im Nebenamt
ge=
ſtattet. Ausführl. Off. an Südwestd.
Vers-Gesellschaft Frankturt z. m. 0
Hoher Nebenverdienst
für jederm. (Stille Mitarb. und
Kräuterſammeln). Bald. Meld. an
F.W. Schwerdtfeger, Frankfurt
a. M., Kerbeng.
(15480f
Redegew. Leute ied. Stand. kön.
a. leichte Weiſe viel Geld verd. Näh.
Heinheimerſtr 53, III, v. 3—7. (*890
aller Veruſe
Offene Stellen enthält ſtets
die Zeitung: Deutsche
Vakan-
zen-Post Esslingen 143. (90
denſ. Herrn, der
Ich bitte vereitiſt, Zigarren
an Wirte ꝛc. zu verkaufen, g. hohe
Proviſ. od. M. 165 Vergütg. pr.
Monat ſogl. zu ſchreiben an Wilh.
Volckmann, Hamburg 39. (15471
Adreſſenſchreiber geſ.
Off. mit Schriftprob. u. Preis für
1000 Stck. u. A 74 Exped. (*866
Gärtner 0
zum 1. Febr. geſucht für Villa mit
5000 Om u. nötigem Glas.
Zen=
tralheizg. u. Hühner z. übernehm.
Wohnung u. Koſt im Hauſe.
Un=
verh., gutempfohl. Leute, die auf
dauernde Stell. rechn., mögen ſich
m. Zeugnisabſchr. u. Gehaltsanſpr.
melden bei Kühne, Villenkolonie,
Eberſtadt b. D.
(1532fso
M. W. Frasser
Schulstr. 10 Telefon 71.
1541fi
verkauft ſeine
getragenen
Kleider und
Stiefel ꝛc. bei
M. Schnitzer
weil er ſtets die höchſten Preiſe
bezahlt.
(11a
Ales Schloßgaſſe 22.
miſſn Käuferſein. Mene
Filzhüte zu 1 Mk., große
Partie Herren=,
Damen=
u. Kinder=Stiefel all. Gr.,
St
auch Herren=Garderobe
mit 30 u. Preis nur bei (*720d
Schloßgaffe
M. Schnitzer, 29. .
getrag.
Herren=
u . Damenkleid.,
Ieh Hädfe Schuhe. Zahled.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (1430a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
192
2
Wer dort? (1605a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett.ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
2
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
Näh. daſ. part.
(1365t
Waldstr. 33, I. St.
5=Zimmerwohn. mit Zubehör per
1. April zu vm. Näh. 2 St. r. (785omf
1 Zimmer
wohn mit allem Zub. z. Prs. v.
580 Mk. per 1. April zu vermieten.
Näheres im Laden. (784ms
Zi
Schöne Manſarde, Küche, 2 Zim.
Mk. 18 mtl., alsb. z. vm. Näh.
Gar=
diſtenſtr. 19, 1. St. (*680mdf
eäe
Elisabethenstrasse 17
Ecke der Wilhelminenſtr., 1. Stock,
auch zu Geſchäftszwecken ſehr ge=
Lianet, per 1. April zu verm. (45if
Fabmkraume
zu vermieten.
Die Räumlichkeiten der früher
Simmermacher &
Wiegandt=
ſchen Fabrik, Wienersſtraße 66,
in 4 Stockwerken, über 1000 ) Mtr.
Bodenfläche enthalt., mit
Zentral=
heizung, Aufzug, elektr. Licht und
Kraftanlage verſehen, ſind ſofort
beziehzbar und zu vermieten oder
event. das ganze Anweſen zu verk.
Nähere Auskunft bei Harres
& Barth, Saalbauſtr. 79. (747a
et ente
platz in gut. Lage zu verm. Off.
unt. A 78 an die Exped. (*869
Mliete Zimmer
Schützenſtr., 2. Et., ſch. möbl.
Zimmer zu verm. (19t
Eiliabethenſtr. 49, eleg. möbl.
Zimmer ſofort zu vermieten. (22t
Landwehrſtr. 13, 2. St., ein
ſchön möbl. Zimmer, mit od. ohne
Penf per ſofort zu verm. (23t
Mauerſtr. 32, I., r., ſchön möbl.
Zimmer 20 Mk.
(669t
Beſſungerſtr. 8, II., ein möbl.
Zimm., ſep. Eing., ſofort. (B1282t
Luiſenſtr. 32, II., b. Gg. Wedel,
einf. möbl. Zim. m. Penſ. (*748mdfs
Eliſabethenſtr. 26 (bei Klein),
kl. möbl. Zim. an anſt. Fräul. od.
jung. Kaufm. per ſof. zu vm. (1449t
Alexanderſtr. 15, Hth., 1. St.,
möbl. Zim. zu vm. (*698mfs
Frankfurterſtr. 19, 1. St., möbl.
Lim. an beſſ. H. z. verm. (*662ms
Wendelſtadtſtr. 35, kl. g. möbl.
Zim., p. Woche od. Mon. (*666mf
Feldbergſtraße 34, 1. St., I.,
möbl. Zimmer zu verm. (*365fo
Kaſinoſtraße 17, bei
Weiß=
mantel, möbliert. Zimmer an ein
Mädchen bilig zu verm. (*879
Alexanderſtr. 4, Hths. 2. St.,
2 einf. möbl Zim. zu vm. (*29fts
Eleg möbl. Wohn=Schlafzimm.
an beſſ. H. zu v., ſchöne fr. Lage,
Mitte d. St. Off. u. A 5bExp. (1877f
Saisor-Ausvorkauf
bis Mittwoch, den 17. ds. Mts.
Im Preise besonders reduziert sind:
Damen-Wäsche
IniGer-Vvasere
Stickerei-Reste
Bettdamast iso cm breit, per Meter 95 Pf. und 1.35 Mk.
Baby-Artikel, Kinder-Kleider u. -Kittel
Handtücher
Eichbergs Nachfolger
Inhaber: H. ECk, Hoflieferant
(1590
29 Obere Wilhelminenstrasse 29.
(775a
Roftl-Erzeugnisse:
Bouillon-Würfel, Suppen-Würfel, Suppenwürze
sind nach wie vor in Qualitzt Unübertroffen!
Me e eeene eten t une he e cnelteete
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (765a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.
Von 19 2 bir 315
Wegen großen Warenbedarfs
von beſſeren getr. Kleidern,
Schuhen, Stiefeln, Wäſche,
Zahngebiſſen zahle ſtets die
höchſten Preiſe. Poſtkarte genügt.
Jakob Friedel (1300a
Obergaſſe 33, Laden.
Kuterhaltene, dreiarmige
Gas=
krone billig abzugeben (*795df
Heidelbergerſtr. 3, part.
SANGROJEE
Cogzücdich u BlLuéiGésgauch
N EAKETEN A soo. 250 u. 128 6890f
Moriz Landau, Fernspr. 116
per Stück 2 Mk.
ohne Kordel
per Stück 5 Mk.
(auch grau u. weiß).
Locken-Chignons
von 1.50 Mk. an. (761a
Anfertigung eleg. Kaar-Arbeiten
Gg. Fru Prank
Elisabethenstr. 9. Tel. 886
Spezialgeschäft für Damen
Dlubſeſſel, 8 Tage in Gebrauch
geweſen, gek. 180 M., f. 120 M.
abzug. I. Krummeck, Grafenſtr. 4. (873a
Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
22)
Schweigend, ohne auf Yvonnes Anklage zu antworten
und die Enkelin zurechtzuweiſen, ſchritt ſie zu ihrem
Schreib=
tiſch, ſchloß ein Fach auf und warf drei Hundertmarkſcheine
auf den Tiſch.
Ich danke Dir, Großmama! ſagte Ivonne. Ich werde
Dir das Geld ſobald als möglich zurückzahlen. — Darf ich
jetzt gehen?
Die Gräfin ſtützte beide Hände auf den Schreibtiſch —
ſo feſt, als wolle ſie ſich halten. Ohne ſich umzuwenden,
ent=
gegnete ſie mit heiſerer Stimme:
Ich halte Dich nicht. Tue was Du willſt! Wenn Du
Burgau verlaſſen haſt, dann ſind unſere Wege für immer
getrennt! Hörſt Du? Es gibt keinen, der Dich wieder
herführen könnte! Ferner verbiete ich Dir, meinen
Na=
men zu führen. Nenne Dich, wie Du willſt — nur nicht
Laßberg!
Der Schein eines Lächelns überflog Yvonnes ernſtes
Geſicht, als ſie erwiderte:
Darüber kannſt Du beruhigt ſein. Es war ſowieſo
meine Abſicht, die Komteſſe, die mir vielleicht nur
hinder=
lich iſt, abzulegen. Ich werde mich fortan nach meiner
Mutter Yvonne Legène nennen.
Es iſt für uns beide beſſer, wenn wir uns trennen;
laſſe uns deshalb ohne Groll ſcheiden, Großmama! Lebe
wohll
Eit veriete in Minig doe Mintier en dech die
alte Frau drehte ſich nicht nach ihr um.
Schmerzlich ſeufzte ſie und verließ das Zimmer
hne einen letzten Abſchiedsgruß.
Draußen legte ſie die ſchmalen Hände auf das Herz,
und ein tiefer Atemzug hob ihre Bruſt.
Jetzt hinaus in ein neues Leben!
*
Der Diener hielt die Tür weit geöffnet
Mademoiſelle Legène! meldete er.
Yvonne trat ein und begrüßte in reſpektvoller Weiſe
die Frau des Hauſes. Sie war eben gekommen, hatte
ſich ſchnell vom Reiſeſtaub befreit und ein wenig
ge=
waſchen.
Läſſig reichte ihr Frau von Steinhagen die reich mit
Ringen geſchmückte Hand.
Willkommen, Mademoiſelle! Haben Sie eine gute
Fahrt gehabt?
Ungeniert muſterte die Dame das junge Mädchen
durch das Lorgnon. Mich dünkt, Sie ſehen ſehr bleich
aus, Mademoiſelle. Sie ſind doch nicht etwa leidend?
Nein, gnädige Frau, ich bin vollkommen geſund. Es
iſt meine gewöhnliche Farbe, lächelte Yvonne ein wenig.
So? Das iſt mir lieb, zu hören. Ich mag keine
kran=
ken Leute um mich haben. Ihre Vorgängerin, Miß
Red=
field, war ſehr nervös und litt oft an Migräne, ſodaß
ſie ihre Verpflichtungen nicht erfüllen konnte. Außerdem
ſprach ſie ein ſchauderhaftes Franzöſiſch. Sie ſind doch
perfekt darin? Fräulein Herzog hat Ihnen ja wohl ge=
ſoat wis ſir Aubduich ich ſel. öch gahſt gzu, iam
aber auch etwas dafür verlangen.
Ich bin vollkommen orientiert, gnädige Frau, und
ich ſpreche Franzöſiſch und Italieniſch wie Deutſch; bin
muſikaliſch; meine Zeugniſſe vom Seminar haben
gnä=
dige Frau ja geſehen.
In dieſem Augenblick kam ein großes, blondes,
üppi=
ges Mädchen in das Zimmer.
Ah, Mademoiſelle iſt ſchon da? ſagte ſie mit
lang=
ſamer, müder Stimme und erwiderte mit kurzem
Kopf=
neigen Yvonnes Begrüßung, die neue Geſellſchafterin
da=
bei muſternd. Sie legte ſich in einen Schaukelſtuhl und
verſchränkte die Arme im Nacken.
Sie ſind nicht in Deutſchland geboren?
Nein, gnädiges Fräulein, in Florenz.
Und wie ſind Sie nach Deutſchland gekommen?
Yvonne hatte ſich längſt ausgedacht, was ſie auf
even=
tuelle Fragen erwidern würde. Auch hatte ſie Fräulein
Herzog dringend gebeten, nichts von ihrer Herkunft zu
verraten; ſie wollte einfach Yvonne Legène ſein.
Mit Bekannten, als meine Eltern geſtorben waren,
und dann empfing ich meine Ausbildung auf dem
Semi=
nar zu L.
Welchen Beruf hatte Ihr Vater?
Er war Arzt.
Haben Sie noch Geſchwiſter?
Nein, auch keine Verwandten; ich ſtehe ganz allein in
der Welt.
Nach Ihren Zeugniſſen iſt dies Ihre erſte Stelle?
Vorrsehriiicne-Vonspartel
Reichstagswähler!
Der 12. Januar iſt der Gerichtstag über die Taten des schwarz-blauen Blocks. Mit Eurer Stimmabgabe ſollt Ihr entſcheiden, ob Ihr die W iederkehr
der ſchwarz=blauen Mehrheit wollt oder nicht.
Die Stellung der Kandidaten zu den Parteien der bisherigen Reichstagsmehrheit, das iſt der beste Prüfstein für ihre
politische Zuverlässigkeit.
Bekämpft Herr Dr. Oſann den ſchwarz=blauen Block: Mit keinem Wort!
Herr Dr. Osann iſt im Gegenteil der
Vertrauensmann des Bundes der Landwirte, der Konſervativen, der Antiſemiten und des Zentrums.
Dieſe Parteien der Reaktion wiſſen, was ſie an Herrn Dr. Osann haben. Im heſſiſchen Landtag hat Herr Dr. Osann im Verein mit diesen Parteien
die reaktionären Beſtimmungen des Wahlgeſetzes und anderer Geſetze gegen die Linke machen helfen.
Soll man den Sozialdemokraten wählen? Nein!
Auf dieſem Wege werden Fortſchritte nicht erreicht. Das Verhalten der Sozialdemokratie ist Wasser auf die Mühlen der Reaktion. Nicht
umſonſt wünſcht ſich Herr von Heydebrand einen roten Reichstag.
Die Sozialdemokratie bekämpft hier am ſchärfſten die Fortſchrittliche Volkspartei, viel ſchärfer als den ſchwarz=blauen Block. Sie weiß, daß die
Fortschrittliche Volkspartei ihr gefährlichſter Gegner iſt, da nur eine wahrhaft liberale und fortſchrittliche Politik den
Vor=
marſch der Sozialdemokratie zu verhindern vermag.
Nur der Kandidat der fortschrittlichen Volkspartei
Oberlehrer Dr. R. Strecker Bad-Nauheim
bekämpft ernsthaft den schwarz-blauen Block.
Nur Dr. Strecker bietet die Gewähr für eine freiheitliche, eine fortschrittliche und zugleich echt vaterländische Politik,
Nur Dr. Strecker hat Ausſicht, in einer Stichwahl gegen den Sozialdemokraten
zu siegen.
Die fortschrittliche Volkspartei iſt allezeit eingetreten für die Interessen der Gesamtheit des Volkes. Sie iſt gegen jede Klassenpolitik,
gegen iede Sonderrechte und Sondervorteile. Von dieſem Standpunkte aus tritt ſie ein für die Intereſſen des Bauernstandes, des kaufmännischen und
gewerblichen Mittelstandes, ſpeziell auch des Handwerkerstandes, ferner der Beamten des Reichs, des Staats, der Gemeinde, der Privatangestellten und
der Arbeiterschaft. Sie tritt für dieſe Intereſſen ein gegen die Großgrundbeſitzerpolitik, gegen die Verteuerungspolitik des Bundes der Landwirte und der Syndikate,
gegen ſcharfmacheriſche Unduldſamkeit und bürokratiſche Bevormundung.
Wähler: Wer wahrhaft freiheitlich, wahrhaft vaterländisch denkt, für den gibts nur eins, der wählt
(1504R.
Herrn Derfeoker
Darmſtadt, im Januar 1912.
Der Wahlausſchuß der fortſchrittlichen Volkspartei.
Gallus. Juſtizrat.
Uinter-Saison-
Ausverkauf:
Ich bewillige
Rabatt
auf alle nicht besonders
reduzierten Waren.
meiner besteingeführten Spezial-Marken in Elsässer Hemdentuchen
Extra-Angebot
in voller Breite und schönster Bleiche.
Elsässer Haustuch, kräftige Qualität, . . . . jetzt Meter 36 Pfg.
Elsässer Cretonne, mittelfeine Sorten, . . jetzt Meter 42 u. 48 Pfg.
Grosse Posten
Elsässer Renforcé, elegant. Qual. für Leibwäsche, jetzt Meter 52 Pfg.
Besonders zu beachten: Elsässer Edel-Madapolame, Gelegenheit, . . . . jetzt Meter 55 u. 65 Pfg.
Das Beste ist: „Schwab’s Wäschetuch‟, in allen Breiten,
. . . jetzt Meter 74 Pfg.
Weiss Crolsé, jetzt Meter 40 u. 50 Pfg. Weiss Piqué, jetzt Meter 50 u. 60 Pfg.
Welss Bettuch-Cretonne, jetzt Meter 92 Pfg.
(1591
Spezial-
Ernst-Ludwig-
Geschäft LUDWIG UCRWAD strasse 23.
e e
Wie an ſind Sten
Zwanzig Jahre.
Ah, ich hätte Sie für älter gehalten.
Das Leben iſt mir nicht leicht geworden, gnädiges
Fräulein.
Konſtanzes Intereſſe an ihrer neuen Geſellſchafterin
war erſchöpft. Nichts beſonderes, was ſie da gehört hatte,
und ſie hatte inſtinktiv doch etwas Außergewöhnliches
er=
wartet — ein Schickſal — dem Ausſehen Yvonnes nach
deren ungewöhnliche Schönheit und Vornehmheit ihr nicht
entgangen war. Faſt ein Mißbehagen hatte ſie darum
erfüllt, aber dann kam ihr gleich der Gedanke, dieſer brüs
nette, ſüdliche Typus ſei ein paſſendes Gegenſtück zu ihrem
blonden, roſigen Ausſehen. Sie warf einen
ſelbſtgefälli=
gen, vergleichenden Blick in den venezianiſchen Spiegel,
der ihr gegenüberhing, gähnte vernehmlich, betrachtete
ihre ſorgfältig gepflegten Fingernägel, deren Glanz ſie
durch Reiben mit dem Taſchentuch noch zu erhöhen ſuchte=
Können Sie friſieren, Mademoiſelle? fragte ſie
plötzlich.
Erſtaunt blickte Yvonne ſie an, ein wenig hochmütige
Abwehr im Blick.
Nein, gnädiges Fräulein. Mir iſt nicht geſagt, daß
dies zu meinen Obliegenheiten gehören ſollte, entgegnete
ſie ruhig.
Ein wenig Geſchicklichkeit in ſolchen Dingen iſt nur
von Vorteil, meinte Konſtanze hochfahrend. Sie hatte die
Zurechtweiſung in Yvonnes Worten wohl empfunden,
und feindſelig blitzte es in ihren Augen auf. Aber nähen.
und ſticken können Sie dochs
Aree ererte eteren
dere Sachen zu lernen.
Was dachte ſich Konſtanze von Steinhagen? Sie,
Yvonne, war doch nicht als Jungfer engagiert! Da war
es beſſer, gleich von Anfang an gegen derartige
Zumu=
tunden zu proteſtieren; das adelige Blut in ihr empörte
ſich doch dagegen, und eine leiſe Bangigkeit überſchlich ſie,
wie ſich die Dinge weiter entwickeln würden.
Konſtanze ſprang auf und ging nach der offenen
Bal=
kontür, die Straße hinabſpähend.
Ich habe Luſt auszufahren, Mama!
Dann tue es, mein Kind, ich möchte zu Hauſe bleiben,
mir iſt es zu heiß. Mademoiſelle mag Dich begleiten.
Mir auch recht. Wollen Sie Toilette machen,
Made=
moiſelle? Bitte, ein wenig ſchnell. Sie müſſen mir
dann helfen.
Yvonne zögerte ein wenig. Man ließ ihr nicht
ein=
mal Zeit, ihren Koffer auszupacken.
Ah, Sie ſind nicht aufgelegt dazu? Oder fehlt es
Ihnen an Toilette?
Nach meiner Anſicht und nach meinen Anſprüchen
ſicherlich nicht; ob es Ihnen genügend ſein wird, weiß
ich allerdings nicht.
Hat Fräulein Hertzog Ihnen nichts von unſerer
Be=
dingung geſagt, daß Sie über geſchmackvolle Garderobe
zu verfügen haben? Ich gehe und fahre viel aus; wenn
Sie mich da begleiten, müſſen Sie dementſprechend
ange=
zogen ſein. Außerdem ſehen wir häuſig Gäſte bei uns.
Sie müſſen ſich dann eben anſchaffen, was Ihnen fehlt.
Für heute verzichte ich auf Ihre Begleitung. — Weißt
e e e e e ene en
Appetit auf friſche, ſelbſtgepflückte Aprikoſen, Lothar hat
lange keine geſchickt.
Dann grüße ihn und frage, wann wir ihn mal
wie=
der hier ſehen werden.
Puh, lieber nicht, Mama! Ich weiß ſchon, er wird
die Ernte vorſchieben, Zeitmangel, alles mögliche, und
dann wird er mich ſo vorwurfsvoll dabei anſehen, gerade
als ob er verlangte, daß ich mit dem Rechen über der
Schulter aufs Feld mitgehen ſollte. Sie lachte übermütig
auf. Addio, liebſte Mama! Zum Abendeſſen bin ich
wie=
der da. Ich fahre gleich ſo, wie ich bin. Das graue
Lei=
nenkleid iſt gut genug für Lothar; um ihn Toilette zu
machen „lohnt ſich nicht, im Gegenteil! rief ſie von der
Türe her.
Yvonne mußte jetzt Frau von Steinhagen vorleſen,
während dieſe ſich lang auf der Chaiſelongue ausſtreckte
und Kognakpralinen in beträchtlicher Menge zu ſich nahm.
Behaglich, wie ein faules Kätzchen, lag ſie da, mit
halb=
geſchloſſenen Augen, als ob ſie einſchlafen wollte.
Es war ein ganz moderner Roman, den Yvonne in
der Hand hielt; nie war ihr dergleichen vor die Augen
gekommen, und ſie war befremdet darüber, daß Frau von
Steinhagen einem ſolchen Buche Geſchmack abgewinnen
konnte.
Ab und zu las ſie ſtockend; ihre feinen Gefühl
wider=
ſtrebte es, ſolchen hüllenloſen Empfindungen der Heldin
durch ihre Stimme Leben zu verleihen.
(Fortſetzung folgt.)
Die ganze Nacht geoffnet!
Die ganze Nacht geöffnet!
Café zur Oper
Die Ergebnisse der Reichstagswahl
werden in meinem Lokal jeweilig nach Feststellung in der Nacht von Freitag auf Samstag durch Telegramme
R. Förster.
der „Frankfurter Zeitungé bekannt gegeben.
Handarbeiten
Nachlaß.
mit 10-30 00 Esistfür
Frauen hochwichtig a
nur künstl. Handarbeiten zu
kaufen und anzufertigen, da
nur solche dauernd von Wert.
Auch erweisen sich solche als
äußerst dankbare Geschenke.
Hess. Gardinen- u. Stick.-Mannf.
G. m.
H. Portune b. u.
Darmstadt, Bleichstr. 1c, Tel. 1615.
(757a
eite itet t
3-4 beeiſenſter bil. z laufen
geſucht. Offerten unter A 92 an
die Exped. ds. Bl.
(*898
Stung!
auf dem Marktplatz:
billiges Schweinefleiſch 72 Pfg.
ausgelaſſenes Schmalz 70 Pfg.
Hausmach. Wurſt . . 60 Pfg.
Hausm. Schwartenm. 70 Pfg.
Anerk. vorzügl. Waren! (*900
Pol. mod. Bücher-,
Weis=
zeug -, Kleiderschränke,
Vertiko m. Kunſtvergl. ſehr bill.
Wendelſtadtſtraße 2. (*393
chinige Zentner Dickwurz abzug.
EDieburgerſtr. 10. (*346is
Hoflief. C. D. Wunderlich’s
Teerschwefelseiſe 50 Pfg.,
Verbess. Teerseife 4o Pfg.,
ausgezeichnete u. erpr. Mittel gegen
Haut=Ausſchlage
Sommerſproſſen, Schuppen,
Flech=
ten, Naſenröte und andere
Haut=
unreinlichkeiten (V1570
Blendend weißen Teint
erzielt man mit der echten
Glveerin Schwefelmilch-Seife
äußerſt mild, daher beſonders für
Damen u. Kinder empf. à 40 Pfg.
Nacht.
A. Walchner vorm. L. Scharmann
Hoflieferant. Ecke Elisabethen- u. Luisenstr.
SaneSdter
enſionar
Aeer
Frau A. Bader
Wilhelminenstr. 7.
Aeltest.
vor-
nehmst.
Cor-
set-Spezial-
Geschäft.
(767a)
Beseitigen Sie das
zeichen des kaifers
diskret, ohne dass es Ihre
Um-
gebungmerkt mitFr. Tillmannfs
:: Haarfarbe-Wiederhersteller::
„GLORIAe
Preis per Flacon 2.50 Mk.,
für mehrere Monate reichend.
Fr. Tillmann,
Elisabethenstrasse 21.
(774a
Es iſt eine grobe Täuſchung der Wähler, wenn der vom Wahlausſchuß
der Fortſchrittspartei unterzeichnete Aufruf behauptet, daß nur Dr. Strecker
Ausſicht habe, in einer Stichwahl gegen den Sozialdemokraten zu ſiegen.
Gerade das Gegenteil ist der Jall!
Für unſern bisherigen ſo gut bewährten Abg. Dr. Osann werden in
der Stichwahl
alle bürgerlichen Elemente geschlossen eintreten,
um die Gefahr einer ſozialdemokratiſchen Vertretung zu verhindern,
für Dr. Strecker aber nicht,
weil er ja nichts als ein Schrittmacher der Sozialdemokraten iſt.
Nur Dr. Oſann wird in der Stichwahl ſiegen,
weil alle freisinnigen Wähler moralisch
ver-
pflichtet sind, für Dr. Osann einzutreten,
nachdem auf deſſen dringende Aufforderung hin die Nationalliberalen bei der
Wahl des Herrn Henrich einmütig für ihn eingetreten ſind. Oder ſoll das Wort:
Treue um Treue
aus dem fortſchrittlichen Programm geſtrichen werden?
Und was ſoll in den Fortſchrittsannoncen immer der alberne Hinweis
auf den ſchwarz=blauen Block? Der fortſchrittliche Abg. Hardt iſt in Mainz
nur mit Hilfe des Zentrums, der Nationalliberalen und aller rechtsſtehenden
Elemente gewählt worden. Iſt dieſer Fortſchrittler deshalb auch ein „Schützling
des ſchwarz=blauen Blocks ?”
Ein Aufruf, der von einem heſſiſchen Juſtizrat unterzeichnet iſt, ſollte ſich
doch derartiger niedriger Verdächtigungen enthalten und bewußte Täuſchungen
lunterlaſſen!
Beamte, Lehrer, Penſionäre! Ihr wißt, was Ihr an unſerem
Abge=
ordneten Dr. Osann gehabt habt, wie er allezeit raſtlos und energiſch im
Reichstag und im Landtag für die Wahrung unſerer Intereſſen eingetreten iſt.
Erſt bei der vor 8 Tagen begonnenen Budgetberatung im Finanzausſchuß
hat er in ſchärfſter Weiſe die Forderung an die Regierung geſtellt:
Erst die Beamten-Besoldungsreiormn, dann die
Schuldentilgung!
Der Finanzausſchuß wird keinen Pfennig für Schuldentilgung bewilligen, bevor
nicht die
Gehaltsaufbeſſerung ſichergeſtellt
ſiſt. Und das iſt das jüngſte Verdienſt des Abgeordneten Dr. Osaun, des
Präſidenten dieſes Ausſchuſſes. Darum rufen wir nochmals in letzter, ernſter
Stunde:
laßt Euch durch die offenen oder verſteckten Gegner
nicht täuſchen, ſondern
wählt einmütig
1611
cern Dr Coanf
Zahlreiche Beamte und Lehrer.
eneeenenenenehehete
Sparſame
Hausfrauen=
kaufen gegen bar und
ſammeln die
ſchwarz=
weißen
Rabatt=
marken des
(702a
Rabatt=
Spar=Vereins
Darmſtadt.
sen
äter-Autenaht
fünfſitzig, mit reichhaltigem
Zu=
behör, auch zum Vermieten gut
geeignet, ſehr billig abzugeben.
Tadellos erhalten. Gebr.
Opel=
wagen 1000 Mk.
(786a
Müller & Ober, Karlstr. 30.
Ein im Hotel= und
Reſtaurant=
betrieb erf. Herr, 27 Jahre
alt, wünſcht mit einem nett.,
wohl=
erzogen., in all. Zweig. d. Haush.
erfahrenen tüchtigen ev. Fräulein
im Alter von 20 bis 24 Jahren
zwecks ſpäter. Heirat bekannt zu
werden, etw. Vermög. erwünſcht.
Offert. vertrauensvoll erb. unt. A. 8.
bahnpostlagernd.
(*882
in den 30er Jahren,
Fräulein angenehmes Aeußere,
wünſcht auf dieſem Wege einen
älteren Herrn in gut. Verhältniſſen
kennen zu lernen zwecks Heirat.
Vermittler verbeten. Offert. unt.
A 71 an die Exp. d. Bl. (*863
Kinderl. Ehepaar n. K. disfr.
in g. Pflege, a. einm.
Erziehungs=
beitr. Off. u. A 57 a. d. Exp. (*816df.
Ein Kind wird in liebevolle
E Pflege genommen. (*951s
Zu erfr. in der Exped
Elektra-Kerzen
vereinen alle Vorzüge
erſter Marken. Nehmen
Sie nichts anderes.
Paket gr. Kerz. 60 u. 40₰
Franz Kuhn, Chemische
Werke, Hürnberg. Hier:
F. B. Grodhaus, Seif.=
Fabr., a. w. Turm, ſowie in
einſchlsg. Geſchäften. (V763
Mutter verzweifle nicht
wenn dein Kind mit Ungeziefer
nach Hauſe kommt! „Niſſin” hilft
ſicher! Preis 50 Pf. Zu haben:
Ch. Schwinn, Hofdrog., (762a
Carl. Steinhäuſer, Drog.
Geg. Haarausfall
teile ich vorzügl., prompt wirkend.,
bewähr. Hausmittel, einfach ſelbſt
herzuſtell., nach Einſend. v. 50 Pf. in
Marken, mit. Frau A. Kämpfe,
Herrn=
hut i. Sa., A. Bahnhof 10d, I. (15497f
Habe meine Tatigkeit
wieder aufgenommen!
Dr. Lorenz
Spezialarzt für Ohren-.
Nasen-, Halskranke
Wilhelminenstrasse 17.
Di0 dabtihte Wanich
Dirocher!
ur Aufklärnnc
Den durchaus unwahren Behauptungen muß
entgegen=
getreten werden,
der Hanſabund habe ſich für Herrn Dr. Strecker
ent=
ſchieden.
Die Wahrheit iſt,
daß der Hanſabund ſich zu den beiden Kandidaten Dr
Oſann und Dr. Strecker
neutral
verhält und ſeinen Mitgliedern die Wahl zwiſchen
(1511df
Dr. Osann und Dr. Strecker
freiläßt.
Der Wahlausſchuß der nationalliberalen Partei
des Wahlkreiſes Darmſtadt u. Groß=Gerau.
Iinglleder des Hansabundes!
In recht unſchöner Weiſe hat der Kandidat Dr. Strecker verſucht, das
Präſidium unſerer Ortsgruppe in ſeiner unparteiiſchen Haltung zu beeinfluſſen
und unter niedrigen Verdächtigungen des Abg. Dr. Oſann ſich ſelber als den
allein berufenen Kandidaten anzupreiſen. Dieſer Mangel an Taktgefühl, dieſes
ſelbſtherrliche Anpreiſen der eigenen Perſon muß Jedermann empören!
Gebt deshalb dem ſonderbaren Herrn aus Nauheim am Wahltag die
richtige Antwort, und — einerlei, ob Beamter, Kaufmann oder Handwerker —
Wann Einle enmalft
Del Er. oran
Die nichtforischrittlichen Mitglieder des Hansabundes.
1610
Im Verlag der
L. C. Wittich’ſchen Hofbuchdruckerei erſcheint:
Heſſiſche Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
1. Jahrgang, Heft 1, Januar 1912.
Inhalt: Zur Einführung. — D. Dr. Wilhelm Diehl: Eine Beſchreibung
des Offenbacher Lebens nebſt einem Plan der Stadt aus der Mitte
des 18. Jahrhunderts. — Dr. Hermann Bräuning=Oktavio: Wo iſt Goethes
„Götz von Berlichingen” gedruckt? — Pfarrer Dr. E. Becker: Die
Peſt=
epidemie zu Alsfeld im Jahre 1635. — D. Dr. Wilhelm Diehl: Aus dem
Hausbuch des Amtsverweſers Johann Philipp Lichtenberg. —
Ober=
lehrer und Stadtarchivar Ferdinand Dreher: Wetterauer Wein. — Dr.
Her=
mann Bräuning=Oktavio: Eine Silhouette Friedrichs des Großen. —
Kleinere Mitteilungen: D. Dr. Wilhelm Diehl: Ein gemein Sprichwort
über den Odenwald: „Schlecht wie im Odenwald gemacht”. D. Dr.
Wil=
helm Diehl: Pfarrer als „Goldmacher”. — Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften.
Umfragen. — Nachrichten.
Man abonniert auf die „Heſſiſche Chronik” bei dem Verlag
(Rheinſtraße 23), den beiden Herausgebern (Dr. Bräuning=
Oktavio, Riedeſelſtraße 42 und D. Dr. Diehl, Alexanderſtr. 1)
und jeder Buchhandlung.
Die „Heſſiſche Chronik” koſtet vierteljährlich (3 Hefte) Mk. 1.50,
jährlich (12 Hefte) Mk. 6.—. Einzelhefte werden zum Preiſe
von 60 Pf. abgegeben.
(796
Siel u. Siristöcke
alle Grössen auf Lager
Fachmännische Reparatur-Werkstätte
Ski und Stöcke zu verleihen,
ausgestellt Schulstrasse. Ecke
Kirchstr., b. Schorlemer, Zigarrenh.
9r6a)
L. Schleidt
Arheilgerstrasse 70.
Me
buchen
Brennholz kannen
Klötzch., geſpalt. od. kleingemacht, v.
Mk. 1.30—2.20 per Ztr. (158a
Brennholz=Dampfſchneiderei
Martin Jahn,
Pallaswieſenſtr. 30. Tel. 305.
Holz-Dardcke
gut erhalt. (bisher Kantine) m.
ab=
geteilten Räumen, leicht anderswo
aufſtellbar, f. Lagerraum,
Werk=
tätte ꝛc. geeignet, billig zu verk.
Näh. Saalbauſtr. 4, Büro. (143a
Zmmerten gscht
Per 1. Juli evtl. früher ſchöne
4—5 Zimmerwohnung mit allem
Zubehör zu mieten geſ. Off. mit
Preis u. A 86 an die Exp. (*889fs
Nach hier verſ. Beamtenfam. ſucht
z. 1. Febr. ſch. 4= od. 5=Zim.=
Wohn. Nähe Heidelbergerſtr. Off.
m. Pr. unt. A 91 an d. Exp. (*899fs
Hinderloſes Ehepaar ſucht per
1. April neuz. 3—4=
Zimmer=
wohnung. Offert. m. Preis unt.
A 84 an die Expedition. (*877fs
Reserve-Olfizier
ſucht für die Dauer einer 8
wöchent=
lichen Uebung ab Anfang April
1912 zwei hübſch möbl. Zimmer
(Wohn= u. Schlafzimmer) in der
Nähe der Train=Kaſerne. Angeb.
mit Preis unter S. B. W. 18
hauptpoſtlag, Worms. (1251ifi
Zu kommenden
Familien-Festlichkeiten
empfehle:
(1608
Frische Austern
per Dtzd. 1.80
Gänseleberpasteten in allen Größen
Frische Trüffeln zu Tagespreiſen
Tafelprachttrauben, dunkel, taufriſch
per Pfd. 1.80
Frische Ananas . . per Pfd. 95 Pfg.
achf.
Wilh. weber 14s
Elisabethenstrasse 6
Telefon 700
9oseod
Jede Frau Ihre eigene Schneiderin
Schönste und praktischste Neuheit
„Parisienne Schnellzuschneide-System
In kaum 5 Minuten erlernt jede Frau, jedes Mädchen
nach diesem System Blusen zuschneiden. Unentbehrlich
in jedem Haushalt. Preis komplett mit Anleitung Mk. 2.75.
Bei Voreinsendung portofrei, sonst Nachnahme.
„Parisienne‟-Vertrieb:
Frau Elisabeth Hof, Darmstadt,
Parkusstrasse 7, II.
(148a
Sossaseessseesssseseesegosessseeseeseeog
Spanische Weinhalle und Weingrosshandlung
Zurstadt Barcelona - Mathildenplatz 8, Telephon 1936.
Empfehlen unsere selbstgebauten (49a
Rot- u. Weissweine von 60 Pf. an per Liter,
Wiederverkäufer Preisermässigung.
J. Foix & Söhne Inh. Juan Primi
Weingutsbesitzer in Vendrell (Spanien).
Institut
zur Vernichtung jeglichen Ungeziefers
Darmstadt, Dieburgerstrasse 10, I., Tel.-Nr. 2067
Iah.: Ch. Schenk.
Vertilgung sämtlichen Ungeziefers als:
Ratten, Mäuse, Schwaben, Wanzen, Ameisen etc. etc.
Giftfreie Spez.-Mottenvertilgung
D. R. W. Z. 62282 geruchlos.
Ganze Häuser und Fabriken werden im Jahres-
Abonnement gegen Ungeziefer versichert.
Schriftliche Garantie für den Erfolg.
*
Ia Referenzen,
Billigste Berechnung.
Bestellungen werden bei strengster Diskretion
jederzeit mündlich oder durch Postkarte erbeten.
Kostenloser Besuch nach hier und auswärts. (719a
Fürleicht. Federrollfuhrwerk
wird paſſ. Arbeit geſucht. Off. unt.
V 16 an die Exp. d. Bl. (525a
Inſtrumente,
2 Guitarren, ſpan. Bauart, zu
vk. Näh. Ludwigshöhſtr. 1½.(B1283
Gold,Brillant., Platin, Silb.
kauft zum höchſten Wert (660a
A. Kurtz, Pädagogſtraße 2.
lgroße Bettſtelle u. 1
Kinder=
bettſtelle m. Matratze zu verk.
7ods) Arheilgerſtraße 38.
Markt
Markt
Zur Verkündigung der Wahlresultate
laden wir die Freunde u. Anhänger des Kandidat. Dr. Osann auf
Freitag, 12. Januar, abends
in den „Schützenhof‟
biermit ein.
(1536
Der Wahlausschuss
der nationalliberalen Partei.
Bitteleſen!
8(71a
Kaufe alte Schuhe, Kleider, alte
Waffen, Gold= und
Silbergegen=
ſtände. Poſtkarte genügt. Komme
ſofort. M. Obstfeld, Kl. Bachg. 7.
5
modern. weiß geſtr.
illigſt abzug. Garten
Off. u. V 60 an die Exp.
(in
Anſichten, Porzellane, Geſchirre,
Uhren, Inſtrumente, Pläne, Karten
ꝛc. zu kaufen geſucht. Offert. m.
Preis u. W 73 an die Exp. (1248t
Gr. 22—35, nur” guter Qualität,
kaufen Sie billig
(524a
Neue Ireneſtr. 12, 1. St.
zwiſch. Arheilger= u. Pankratiusſtr.
Hierdurch beehre ich mich ergebenſt anzuzeigen, daß
ich mich als
(1482a
Bücher=Reviſor und
kaufm. Sachverſtändiger
in Darmſtadt niedergelaſſen habe.
Ich werde mich ſpeziell befaſſen mit:
1. Neueinrichtung von Buchführungen und Uebernahme
der laufenden Führung von Geſchäftsbüchern,
2. Prüfung und Aufſtellung von Bilanzen und
Ab=
ſchluß der Geheimbücher,
3. Reviſionen von Geſchäftsbüchern und Kaſſen,
4. Geheimer oder nicht geheimer Ueberwachung aller
Buchhaltungsſyſteme,
5. Unterricht in Buchführung und allen Handelsfächern.
Ich ſichere unter Beobachtung ſtrengſter Diskretion
ſorgfältige und gewiſſenhafte Ausführung aller Aufträge
zu und bitte eintretendenfalls von meinem Anerbieten
Gebrauch zu machen
Hans Mohwinkel, Bücher-Revisor
17 Wilhelminenstrasse 17.
Maskenkoſtüme
ehrock=, Frack=,
Smoking=
zu kaufen geſucht. Offerten unter Anzüge, Zylinder zu verleih.
(2.3a
(1442a Rheinſtraße 5. 2. Stock.
A 35 an die Exped.
Suche 50—60 qm gebr. Falzziegel
zu kaufen. Off. unt. A 20
m die Exped. ds. Bl. (*699mdf
inderstuhlschlitten billig
zu verkaufen (*690mdf
Eliſabethenſtr. 44, Laden.
von Kleider- und Blusenstoffen,
B’wollwaren, Weißwaren,
Gar-
dinen, Läuterstofte, Buxkins etc.
Einzelne Bettdecken Einzelne Paar Gardinen
Einzelne Bettkoltern Einzelne Stores
Einzelne Bettvorlagen Einzelne aussort. Teppiche
Einzel. Fenster-Mäntel
Einzelne Felle
zu eminent billigen Preisen.
heute Freitag
und Samstag.
Reste-Ausstellung
2. Fenster der Markt-Passage.
Im linken Eingangsfenster am Markt ausgestellt.
Ganz besonders
preis-
werte Gelegenheitsposten!
Vorbereitete
4 Meter
halbwollene
Rockstoffe jetzt
6 Meter
halbwollene
Kleiderstoffe jetzt 2
seith. Verkaufspr. p. m 65 ₰
Coupons:
6 Meter
halbwollene
Kleiderstoffe
seith. Verkaufspr.
6 Meter
halbwollene
Kleiderstoffe
50
m 75 ₰
85
jeuz 2
seith. Verkaufspr. p. m bis 1.25
1 PostenTennisstoff weiss mit
blauen Streifen, jetzt Meter 35₰ 1 Posten
Veloutines für Kleider und
Blusen, gute Qual., jetzt Mtr. 68₰ 1 Posten
Kleider- u. Blusenstoffe
weit unter Preis, jetzt Mtr. 35₰
3 Meter
Prima Unterrockstoff
jetzt
Blusenstoffe mit breiter
Tupfenbordüre, Meter jetzt 1 Posten
— Waschseide
für Blusen . Meter jetzt
Einzelne
Sweaterhöschen
in verschiedenen Farben
statt 5.50
jetzt
Ia Fabrikat
Weisse
Sweaters
Ia Qualität
seitheriger Verkaufspreis
bis 6.75
Gr. 5
2½ m Velour für Anstandsröcke jetzt 1.3;
[ ← ][ ][ → ]Freiag abend, von 9—12 Uür
1589) telegr. berichte der „Frankfürter Zeitung . Anschlag im
Unwiderruflichnur heute noch!
Eine Fahrt mit dem
Zeppelin’schen Luftschiff
Schwaben
Das Publikum wird bei
dieſer Vorführung in die
Wirklichkeit verſetzt, eine dieſer
herrlichen, hochintereſſanten
Fahrten mitzumachen und
dies vom Herausbringen aus
der Halle bis zum Abſtieg in
Düſſeldorf eine Kette von
hochintereſſanten Aufnahmen,
dabei ein großer Fabrikbrand,
Fahrt über den Thüringer
Wald, Blick in die Heide, das
Rheiniſche Induſtriegebiet,
Leben und Treiben in den
Kabinen, wobei wir beſonders
auf den Liebling der
Darm=
ſtädter Theaterbeſucher, des
Heldentenors Herrn
Spee=
mann, der daſelbſt anweſend
iſt, aufmerkſam machen.
Als zweite Senſation bitten
wir auf den Schlager (*872
Die Löwen des Tprannen
zu achten; bei dieſem
Schau=
ſpiel wirken 30 Löwen mit.
LDarmstäterk
Gesellschafts-
Reisen
(1301a
ab Darmstadt II. Cl.
1. Italien bis Neapel 5. März
bis 4. April. Preis 770 Mk.
2. Ob.=Italien u. Riviera bis
Nizza u. Florenz 4.—27. April.
Preis 550 Mk.
3. Paris 25. Mai bis 3. Juni.
Preis 260 Mk.
4. Ober=Engadin, Dolomiten,
Venedig, Salzburg 10. Juni
bis 2. Juli. Preis 640 Mk.
5. Nordlandreiſe zu Land durch
Telemarken bis zum
Nord=
fjord ab Saßnitz auf Rügen
11. Juli. Dauer 24 Tage. Preis
700 Mk.
6. Sonderfahrt nach London,
Oſtende, Brüſſel 5.—14. Okt.
Preis 280 Mk.
7. Sonderfahrt nach Paris und
Brüſſel 12.—19. Okt. Preis
230 Mk.
8. Doppelreiſe nach London und
Paris 5—19. Okt. Pr. 460 Mk.
Programm gratis z. w. a. Frl.
Schuchard in Reinheim in Heſſen.
Wegen Umzug z. verkaufen:
Klappacherstrasse 1, part.
Ant. birk. Kaſtenſchrank m. 7 gr.
Schubfäch., gr. 2tür.
Garderoben=
ſchr., nußb. lack. Bett m. Patent= u.
Wollmatr., weiß email. Waſchtiſch
m. Waſchgarn., Nachtſchr., Spiegel,
3 Rohrſt., Küchent., 21) Tiſche m.
Einſchiebepl., Krankenfahrſt. (*883fs
ſehr gut erhalt. Taleiklavier
preiswert zu verkaufen. Schu=
(3971
knechtſtraße 61, I.
Dettſtellen, nunbaum u. eiſerne m.
Zub., 1 Waſchkommode bill.
abzugeben. Näh. Exped. (*854
Handwerker, Kaufleute,
Detailliſten!
Wie ſieht die Mittelſtandsfreundlichkeit der
Fortſchrittlichen Volkspartei aus?
Der reichsdeutſche Mittelſtandsverband hat als Vertreter des Mittelſtands (ſ. Tagl. v. 10. Jan.)
den bürgerlichen Reichstagskandidaten ſeine Programmforderungen mitgeteilt und bat um
Stellung=
nahme hierzu, ohne die Kandidaten verpflichten zu wollen. Es haben faſt alle Kandidaten mit
Ausnahme die der Fortſchrittlichen Volkspartei
dieſe Forderungen als berechtigt anerkannt.
Der Mittelſtandsverband ſchreibt hierzu:
Von den Kandidaten der Fortſchrittlichen Volkspartei ſind die Antworten
ſpärlich eingegangen. Auch ſie verſichern, daß ſie treue Freunde des Mittelſtandes ſind,
erheben aber gegen eine ganze Reihe der von allen Gruppen des Mittelſtandes anerkannten
Forderungen Bedenken, ſo im Hinblick auf manche wichtige Forderung des Detailhandels.
Verſchiedene Fortſchrittler lehnen es ab, ſich für eine Weiterführung der erprobten Bismarckſchen
Wirſchaftspolitik zu erilären; ſie verweiſen auf das Programm ihrer Partei, in dem von
einem allmählichen Abbau der Schutzölle die Rede iſt. Was die Bekämpfung des
ſozial=
demokratiſchen Terrorismus und der ſozialdemokratiſchen Boykott=Beſtrebungen anbelangt,
ſo betonen zwar die fortſchrittlichen Kandidaten ihre unbedingte Gegnerſchaft gegen die
Sozialdemokratie, weichen aber jeder beſtimmten Stellungnahme aus und gehen auf die
Forderung des Reichsdeutſchen Verbandes, er müſſe aus wirtſchaftlichen Exiſtenzgründen
von den Reichstagskandidaten ganz beſonders verlangen, daß ſie im Kampfe gegen die
Sozialdemokratie ſich als unbedingt zuverläſſig erweiſen und das geſchloſſene Eintreten des
Bürgertums in keinem Stadium des Wahlkampfes ſtören”, nicht ein.
Weiter ſchreibt der Mittelſtands=Verband:
Ganz beſonders kommt es uns aber darauf an daß wir völlige Klarheit über die
Stellung der einzelnen bürgerlichen Kandidaten zur Sozialdemokratie gewinnen Die Sozigl=
demofratte terarifert und ſchädtat den ſeibſtändigen Miteltand derart, daß er nur kaiche
bürgerliche Kandidaten unterſiiiten lann, die in teinem Stadium des Wahlfampfes 51e
Stoßkraft des Geſamtbürgertums gegenüber der roten Umſturzportei ſchwächen. Auf
dieſe Frage erwarten wir desholh eine klivp und klare Antwort”
Aus dieſen Ausführungen ſeht Ihr, wo Eure
Handwerker, Kauflente, Betalutſten! wahren Freunde ſtehen:
(1563
Haranbann vochhf
Diele Handwerker, Kauflente und Detailliſten.
Unbeschreibliche Komik!
Orpheum
389
Nur noch kurze Zeit
Ubs
l. it barmtat ue gelaltie
CMlenteFreitag, 12. Jan.
und folgende Tage (1572
Neu!
Neu!
„Der brave Hermann‟.
Preise und Vorverkauf wie bökaunt.
Meute 2e
Metzel=
ſuppe
(*843
wozu einladet
H. Kraußmüller
Restaurant zum Neckartor
Heidelbergerſtr. 2.
Täglich frische
Kazzen
Bäckerei u. Conditorei
Mainzer (1302a
obere Bleichstr. 13. Tel. 1265.
Groößherzagl. doſtheater
Freitag, den 12. Janua
89. Abonnem.=Vorſtell. A 23.
Fauſt.
Tragödie von Goethe.
Muſik von Dr. Eduard Laſſen.
Zweiter Abend.
Der Tragödie erſter Teil
(I. Abteilung) in 5 Akten.
Muſikal. Leitung: Kapellm. Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Fauſt
. Hr. Baumeiſter
Mephiſtopheles . Hr. Lehrmann
Margarete, ein
Bürgermädchen. Frl. Meißner
Valentin ihr
Bru=
der, Soldat . Hr. Weſtermann
Frau Marthe, ihre
Nachbarin: . . Fr. Rudolph
Lieschen, ein and.
Bürgermädchen. Frl. Gothe
Ein Bürger . .
Böſer Geiſt
Irrlicht .
Erſte
Zweite 1 Hexe
*
Dritte
Preiſe der
Hr. Feder
Frl. Heumann
Frl. Grünberg
Frl. Guerdan
Fr. Müller
Frl. Senten
Plätze:
(Kleine Preiſe)
Proſzeniumsloge 5 Mk.,
Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang (1. bis 6.
Reihe) 2 Mk., (7. und 8. Reihe)
1.60 Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe)
3.50 Mk., (14. bis 20. Reihe 3 Mk.,
Parterre (1. bis 5. Reihe) 2.20 Mk.,
(6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk., 1. Galerie
1 Mk., 2. Galerie 50 Pfg.,
Anfang 7 Uhr. — Ende 10 Uhr.
Kartenverkauf von 11—1 Uhr und
von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Samstag, 13. Jan. 90. Ab.=
Vor=
ſtell. B 23. Goethe’s Fauſt=
Tragödie. Dritter Abend: Der
Tragödie zweiter Teil, erſte
Ab=
teilung. Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 14. Jan. 91. Ab.=V.
A 24. „Cavalleria
rusti-
canae. — Hierauf: „Der
Ba=
jazzo”. Gr. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Montag, 15. Jan. 92. Abonnem.=
Vorſt. B24. Goethes Fauſt=
Tragödie. Vierter Abend: Der
Tragödie zweiter Teil, zweite
Ab=
teilung. Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
(Vergl beſondere Anzeige)
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 16. Jan. Außer Ab.
Volksvorſtell. zu ermäß. Preiſen:
„Der Graf, von
Luxem=
burg‟ René Hr. O. Thomſen
vom Stadttheater in Bern, a. G.
Anf. 7 Uhr. (Vergl. beſ. Anzeige.)
(1550M
C
Ganne Olala
a. On
G
Gnnsd Glazorune
l moche
Sport.
— F.=K. Olympia 1898. Nächſten Sonntag
fährt die 1. Mannſchaft nach Mannheim, um ſich mit
der gleichen Mannſchaft von „Phönix” zu meſſen. Die
3. Mannſchaft ſpielt auf dem Olympia=Sportplatz gegen
die gleiche des Darmſtädter Sportklubs, während ſich
die 4. Mannſchaft nach Dreieichenhain begibt, um gegen
die 3. Mannſchaft des F.=K. „Dreieich” ein Wettſpiel
auszutragen.
— Darmſtädter Hockey=Klub. Sonntag,
den 14. Januar, vormittags 9½ Uhr, findet auf dem
hieſigen Exerzierplatze das erſte diesjährige Match des
Darmſtädter Hockey=Klubs ſtatt, und zwar
gegen die erſte Mannſchaft des Wormſer Fußball= und
Lennisklubs.
— Zweites Frankfurter
Hallenſport=
feſt am 21. Januar 1912. Der
Frank=
furter Verband für Turnſport hat für ſeine
leichtathletiſchen Uebungen folgendes Programm
zuſammengeſtellt: 75 Meter=Flachlaufen, 75 Meter=
Hür=
denlaufen. 1000 Meter=Hauptlaufen, Hochſprung, 1500
Meter=Bahngehen, 750 Meter=Stafettenlaufen (10 Mann
à 75 Meter), 3000 Meter=Stafettenlaufen (3 Mann à 1000
Meter). Die Laufbahn hat eine Länge von 200 Meter.
Luftfahrt.
sr. Die erſte deutſche Luftpoſt ſoll zwiſchen
dem Flugplatz Bork und Brück in Aktion treten. Zu
dieſem Zwecke hat der Verkehrs=Verein am Bahnhof
Bork mit den Gradewerken die Vereinbarung getroffen,
daß zwiſchen Bork und Brück zweimal täglich ein Flieger
die Poſt befördert. Der Genehmigung der
Oberpoſt=
direktion in Potsdam für Inbetriebnahme dieſer
Flug=
poſt ſcheint nichts im Wege zu ſtehen. Es bleibt abzu=
warten, ob dieſen deutſchen Verſuchen mehr Glück
beſchie=
den iſt, als den engliſchen Unternehmungen gleicher Art.
sr. Prinz Heinrich=Preis der Lüfte.
Prinz Heinrich von Preußen, der Protektor des
dies=
jährigen Zuverläſſigkeitsfluges am Oberrhein, hat jetzt
den erſten Ehrenpreis für dieſen Wettbewerb geſtiftet,
der dem Sieger zufallen ſoll. Der Preis iſt als
Wan=
derpreis gedacht und muß zweimal von demſelben
Be=
verber gewonnen werden, bevor er in deſſen endgültigen
Beſitz übergeht. Die Trophäe wird nach eigenen
An=
gaben des Prinzen Heinrich von Bildhauer Korſchmann
ausgeführt, der auch ſeiner Zeit die Prinz Heinrich=
Preiſe herſtellte. Das Präſidium über den
Zuverläſſig=
keitsflug am Oberrhein haben Geheimrat Hergeſell=
Straßburg, Geheimrat Andreae=Frankfurt a. M. und
Exzellenz Gaede=Freiburg i. Br. übernommen.
Ehren=
vorſitzender des Arbeits=Ausſchuſſes iſt Prinz Wilhelm
von Sachſen=Weimar.
sr. Von dem vermißten Ballon „
Salz=
urg” hatte angeblich ein Bauer im Pyhrn=Gebiet eine
Spur entdeckt, und zwar hatte er die Meldung überbracht,
daß er in den Felsſchroffen zwiſchen dem Großen und
dem Kleinen Pyrgaf einen ballonähnlichen Gegenſtand
eſehen habe. Eine neuerlich ausgeſandte Expedition hat
infolge der äußerſt ungünſtigen Schneeverhältniſſe und
infolge dichten Nebels nicht weit genug vordringen
kön=
nen und entſchloß ſich daher zunächſt zur Rückkehr. In
alpinen Kreiſen wird wohl mit der Möglichkeit gerechnet,
daß der Ballon in jener Gegend in die Felſen
hinein=
geraten iſt.
sr. Ein neuer Diſtanz=Weltrekord für
Freiballons wurde von den Franzoſen Dubonnet
und Dupont aufgeſtellt, welche in der Nacht vom
Sams=
tag zum Sonntag in Frankreich aufgeſtiegen waren in
der Abſicht, den ſeit dem Jahre 1900 vom Grafen de la
Vaulr mit 1925 Kilometer gehaltenen Weltrekord zu
ver=
beſſern. Sie benutzten einen zu dieſem Zweck beſonders
her=
gerichteten Ballon, „Condor III”, von 2200
Quadratkubik=
meter Inhalt. Ein ſehr friſcher Weſtwind, der in einer
Geſchwindigkeit von 70 Kilometer in der Stunde wehte,
begünſtigte die Fahrt, die nach Rußland hineinführte.
Bereits nach 30 Stunden hatten die Franzoſen 2040
Kilo=
meter und damit einen Weltrekord für Freiballons
auf=
geſtellt. Die Landung erfolgte weſtlich von Sokolowska
in der Provinz Kiew am Montag morgen um 6 Uhr. Die
Piloten waren alſo in dieſelbe Gegend getrieben worden,
wie ſeinerzeit Graf de la Vaulx, der 100 Kilometer
weſt=
lich von Kiew landete, während Sokolowska 100
Kilo=
meter ſüdlich von Kiew liegt.
sr. 1600 000 Mk. für ein Flug=Meeting
ſind in Amerika ausgeworfen worden. Es handelt ſich
um eine internationale Veranſtaltung, die im Monat
Mai in Philadelphia in Szene gehen ſoll. Mit Rückſicht
auf die koloſſale Preisſumme rechnet man auf eine
erſt=
klaſſige internationale Beteiligung.
Vermiſchtes.
— Billige Roſen für den Winter. Es gibt verſchiedene
Verfahren, Roſen im Herbſt zu präparieren, daß ſie ſich
Monate lang halten und mitten im Winter, wenn friſche
Roſen ſehr teuer ſind, auf der Tafel oder im Ballſaale
verwendet werden können. Im neueſten (11.) Heft der
illuſtrierten Zeitſchrift „Zur guten Stunde” (
Deut=
ſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W 57. Preis
des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) wird von einem
ameri=
kaniſchen Roſenzüchter folgendes ſehr einfache
Konſervie=
rungsverfahren angegeben: Im Herbſt, wenn kühles
Wet=
ter eintritt, werden die noch nicht aufgeblühten Roſen
abgeſchnitten, durch Abtupfen mit Watte und durch
Liegenlaſſen in einem trockenen Raum wird alle äußere
Feuchtigkeit, Tau uſw. von der Blume entfernt. Dann
macht man in einem Schälchen Wachs flüſſig und taucht
das Ende der Stengel mehrfach auf kurze Zeit hinein, ſo
daß eine Wachshülle die Schnittfläche überzieht.
Nun=
mehr windet man um die Roſenknoſpen mehrfach einen
Seidenfaden, um die Blumenblätter zuſammenzuhalten,
wickelt die ganze Blume dann in Seidenpapier ein, das
man oben und unten feſt zubindet und legt die Roſen
dann in einen Blechkaſten, eine paſſende leere Cakesbüchſe
oder dergleichen, die feſt verſchloſſen und verklebt in
einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt wird. Hat
man dann im Winter für die Roſen eine Verwendung,
ſo nimmt man ſie aus ihrer Hülle heraus, entfernt das
Wachs und ſtellt ſie mit den Stengeln etwa fünf Minuten
in heißes Waſſer, dann in Waſſer von
gewöhn=
licher Zimmertemperatur. Die Roſen werden jetzt
nach kurzer Zeit aufgehen und ſind nunmehr wie
friſche verwendbar.
— Wer war Buchholtz? Die Redensart „Da kennen
Sie Buchholtzen ſchlecht!” wohl auch die andere: „Dazu
hat Buchholtz kein Geld!” iſt in weiten Kreiſen bekannt
und gebräuchlich. Aber viele dürften ſicher in große
Ver=
legenheit geraten, wenn man von ihnen wiſſen wollte.
wer denn eigentlich der ſparſame Buchholtz ſei oder
ge=
weſen ſei. Gewiß werden ſie auch ſehr überraſcht ſein.
zu hören, daß niemand anders als Friedrich der
Große der Urheber des geflügelten Wortes iſt. Als
nämlich am 18. Dezember 1766 das Miniſterium an den
König eine Anfrage inbetreff der Wiederherſtellung der
ſchadhaft gewordenen Langen Brücke in Berlin richtete
beſchied dieſer kurz mit der Randbemerkung: „
Buch=
holtz hat kein Geld dazu.‟ Dieſer Buchholtz aber,
über den nach Familienpapieren ein Nachkomme vor
30 Jahren im „Bär” Näheres erzählt hat, und der von
1706 bis 1798 gelebt hatte, wurde im Jahre 1753 Hof=
Etats=Rentmeiſter, war dann Kriegs= und Domänenrat
und Königlicher Tréſarier.
Gelbe und braune Zähne. Gewiſſe Arſachen, zum
Beiſpiel Rauchen, Tabakkauen uſw. verfärben die Zähne
und geben ihnen ein häßliches Ausſehen. Auch mangelhafte
Zahnpflege läßt die Zähne gelblich und bräunlich erſcheinen, ſe
die dann ſtatt der „blitzenden Derlenreihen” einen abſtoßen=U
den und widerlichen Anblick bieten. Tägliches, zweimaliges-
Dutzen der Zähne mit Kosmodont=Zahncreme mit aktivems
Sauerſtoff (Tube 60 Pf.) macht die Zähne blendend weiß.
In allen Geſchäften zu haben. Drobetube gratis durch die
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Schuhgesellschaft m. b. H.
Darmstadt
gegenüber der
Tel. 1809 Rheinstr. 12/2 Hauptpost Präzise Passform.
1578) Mainz, Schöfferstrasse 8.
Sicherer Schritt.
Graziöser Tanz.
In Sach und Gosehoohdr.
Salonschuhe aus schwarzem Chevreaux-
und Weissleder, Lackschuhe, Herren.
Frackschuhe mit Schleife u. Seidenfutter
Bei nasser Witterung:
„Chasalla‟-Normal-Gummischuhe, bestes Fab ikat „Metzeler‟.
Pelzwaren-Lager
Kürschner-Werkstätte
Gortes Lerz
Hoflieferant
Elisabethenstrasse 14
Eschollbrückerstr. 3
Fernsprecher 1095
Auf sämtliche
(149a
fertige Pelzwaren
gewähre ich
20% Rabatt
Grosse Auswahl! Gediegene Arbeit!
Total-Ausverkauf
wegen Geschäftsaufgabe.
Verkaufe mein großes Lager in Trikotagen,
Wäsche, Mode- u. Wollwaren, um möglichſt
bald damit zu räumen, zu bedeutend herabgesetzten Preisen.
Joh. Jacob Schenzer Wwe.
Rheinstrasse 31.
(146a
perf. in fein.
Damen=
nnelderll u. Kindergarderobe
mmt noch Kundſchaft an, in= u.
uß. d. H. Rhönring 123, III. (*535if
Elinder Mann empf. ſich i. Flechten
v. Körben u. Stühlen. Alle
Repa=
raturen billigſt. Poſtkarte genügt.
Georg Treuſch, Schloßg. 15. (595a
billig zu verkaufen
DIWall Mühlſtr. 62, part. (*892
bringt
-bekannte, zirka—
Johns 200000 fach verbreit.
Volldampf-Waschmaschine
eine Ersparnis von etwa75
Pro-
zent an Zeit und Kosten gegen
Handwäsche. Grösste
Leist=
ungsfähigkeit. — Absolute
Schonung der Wäsche und
Hände. —Solide, bisins kleinste
durchdachte Konstruktion.
Jahrelange Haltbarkeit
(764a
Johns,„Volldampf‟macht
sich in ganz kurzer Zeit
durch Ersparnis an Seife,
Feuerung usw. bezahlt.
Die Anschaffung
dersel-
ben bringt also Gewinn.
Mukerwober
Karlstr. 30. Tel. 651
Zum Abonnement empfohlen:
Das Duch far Vile.
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
47. Jahrgang erſcheinende
: illuſtrierte Jamilienzeitſchrift::
Große Reichhaltigkeit,
Beſondere Vorzüge!
ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt :: :::: viele prachtvolle Illuſtrationen.
außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft
nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Welt verbreitete „Buch für Alle” iſt, getreu
ſeinem Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und
Künſtlern, jederzeit beſtrebt, ein
echtes deutſches Jamilienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtunden
gerne intereſſanter Lektüre widmet und Freude hat an echt
künſtleriſchen Illuſtrationen.
(V1075
Beſtellungen bittet man an die nächſtgelegene Buchhandlung zu
richten; wo der Bezug auf Hinderniſſe ſtößt, wolle man ſich direkt
an unterzeichnete Verlagsbuchhandlung in Stuttaart wenden.
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Frachtbriefe
ſind in der Geſchäftsſtelle des Tagblatt zu haben.
Seamte
denſionare and Deyeer
Wer iſt Eures Wohles Förderer und Mehrer?
Wer hat ſich stets Euch als Helfer erwieſen?
Wen müßt Ihr drum wieder zum Fürsprech erkiesen?
Etwa ſolche, dies Blaue vom Himmel verſprechen?
Gewiß, wenn mit Phrasen die Not ſich ließ brechen!
Doch damit läßt ſich kein Butterbrot blechen!
Ihr braucht einen Mann der längst sich bewährt hat,
Im Reichs- wie im Landtag für Euch sich erklärt hat,
Der nicht nur Gehör gelieh’n Euren Klagen,
Die Regierung beſtürmte mit Forderung und Fragen
Von wegen Besoldungs- und Wohnungszulagen.
Nein, einen Mann, der für Euch hat gehandelt,
Wenn andere die Zeit mit Reden verſchandelt.
Seid dankbar und klug! Wählt nur diesen Einen!
Euer Freund muss all Eure Stimmen vereinen!
Am 12. zum Sieg über Sozis kann führen
Nur Einer! — Ihm all Eure Stimmen gebühren!
Trum reichet Beamte, den Bürgern die Hände,
Führt Osann zum Sieg der schaffenden Stände!
Erhebt Euch Ihr Bürger, und wählt wie ein Mann
Den Freund der Beamten und Bürger:
1D
Coh!
Zapatero
mexikanischer (766a
Bienen-Honig
— garantiert rein —
per Pf. 1 Mk. (ohne Glas) bei:
Wilhelm Beck, Saalbauſtr. 29
Oscar Brachat, Rheinſtr. 20
Hch. Brandstätter, Erbacherſtr. 1
A I. Bschirrer, N.=Ramſtädterſtr.
Ad. Büchler, Roßdörferſtr. 26½
L. Darmstadt, Eliſabethenſtr. 17
Gg. Ewald, Frankfurterſtraße
Emanuel Fuld, Kirchſtraße 1
Ad. Gärtner, Pallaswieſenſtr. 34
Carl Grix, Viktoriaſtraße 87
Rudolf Hank, Moosbergſtr. 24
Bernhard Held, Karlſtraße
A. Maul, Schuſtergaſſe 5
A. Reichard, Kaſinoſtraße 12
Wilh. Ritzert jun., Grünerweg30
Hch. Rossmann, Inſelſtraße 29
Mich. Sauerwein, Taunusſtr. 15
Conrad Schefer, Soderſtraße 2
Jacob Schellhaas, Saalbauſtr.
Herm. Stephan, Stiftſtraße 29
Ad. Sulzmann, Forſtmeiſterſtr. 2
A. I. Supp, Marktplatz 8
Jacob Vetter, Wenckſtraße 60
Johann Walther, Wienersſtr. 69
Ludwig Zinck, Weinbergſtr. 2.
Import und Vertrieb:
Schulſtr. 10
M. W. Prassel, z Tel. 71
Mrerltnhie
Um zuräumen guterh. getragene
Ueberzieher, Anzüge, Röcke u. Weſt.,
Koſt., neues ſchw. Empirekl., Bluſen,
Faltenröcke, Stiefel, Kragen, Hüte,
Knabenüberz. u.=Anz Mädchenkl. f.
13j., Jacketts, Capes, Mänt.,
Waſſer=
ſtiefel u. viel mehr billig abzugeben
1271a) Stiftſtraße 89, part.
Heylcklohn, Manufakturwaren. (6a
Detaiinsten.
Handwerker.
Wirte!
Vergeßt nicht, daß Abgeordneter Dr. Osann ſtets gegen
die Auswüchſe des Großhandels eingetreten iſt!
Vergeßt nicht, daß Abgeordneter Dr., Osann die Beſtenerung
der Euch ruinierenden Warenhäuſer, Filialgeſchäfte
und Konſumgeſchäfte hat durchdrücken helfen!
Vergeßt nicht, daß Abgeordneter Dr. Osann für die
Auf=
rechterhaltung der Bedürfnisfrage im Gaſtwirtsgewerbe
ein=
getreten iſt!
(1537
Vergeßt nicht, daß es Eure Dankespflicht in,
Dr. Osann Eure Stimme zu geben!
Wahl Dr. Coain
Hygienisches ungesäuertes
Eisen-
Kraft-Brot
Aerztlich begutachtet und
empfohlen wegen ſeiner leicht.
Verdaulichkeit und ſeines
großen Nährwertes. Wird
vom ſchwächſten Magen leicht
vertragen u. iſt bei chroniſcher
Verſtopfung unentbehrlich.
Stück 30 Pfg.
— Alleinverkauf: —
Reformgeschaft
„„A RISTA
Geſundheitliche Nahrungs=
und Genußmittel (808a
Anton Braunwarth
Marktpassage:: Fernspr. 971.
Schlafzimmer
zu verkaufen; ferner Wohnzimmer
mit Schreibtiſch, alles faſt neu
und gut erhalten. Die Möbel
ſtehen in Buchſchlag b.
Sprend=
lingen und ert. Auskunft (102a
Paul Wolf & Co.
6, m. b. H.
Darmſtadt. Rheinſtr. 51.
Schreibmaschine
gebr., wie neu, 125 Mk. Seltene
Gelegenheit!
(787a
Müller & Ober, Karlſtraße 30.
Kassenschrank
Näheres
(*788dis
zu verkaufen.
Expedition.
Danarien zu verkaufen
(760a
Erbacherſtr. 17, Hintb. rechts.
Reichsragstbaht
Alle Gewerbetreibenden, unſere Mitglieder und
Freunde fordern wir hierdurch nochmals ernſtlich auf
heute unbedingt von ihrem Wahlrecht zu Gunſten
eines der Kandidaten
Dr. Osann und Dr. Strecker, bzw. Dr. Sauer und Scior
in den Wahlkreiſen
Darmſtadt=Groß=Gerau bezw. Erbach=Bensheim
Gebrauch zu machen.
Um unſer wirkſames Eingreifen zu ermöglichen,
muß je einer dieſer Kandidaten in die Stichwahl gelangen.
Jeder Gewerbetreibende, welcher in der Hauptwahl ſein Wahlrecht
nicht in dieſem Sinne ausübt, fügt damit den Intereſſen von
Gewerbe, Handel und Induſtrie ſchweren Schaden zu. (1555
Die Bezirksgruppe Darmſtadt des Hanſa=Bundes.
Kleine Heamten:
Arbeiter des Staale.
Wer iſt in Heſſen am kräftigſten für die Erhöhung unſerer
Beſoldungen und Löhne eingetreten? Dr. Osann.
Wer hat für uns in Heſſen eine Teuerungszulage durch=
Dr. Osann.
zuſetzen verſucht?
Wer hat im Reich erfolgreich mitgearbeitet an der Verbeſſerung
Dr. Osann.
unſerer Beſoldungen?
Wer hat dieſer Tage von der Heſſiſchen Regierung
verlangt, daß ſie endlich das Beſoldungsgeſetz
Dr. Osann.
vorlegt?
(1538
Darum wahlt aue
Dr. Ssann!
ge Beamte, Peuſtonare und Leyrer!
Kein Abgeordneter im Landtag hat ſo viel für Euch
getan als Dr. Osann.
Am Wahltag könnt Ihr ihm Eueren
Dank zeigen.
Wählt einmütig
(1539
DCaaif,
Diele Beamte und Lehrer.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
ntritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe (B10
Vereinigte Kriegervereine
Darmſtadts
Jugendwehr.
Sonntag, den 14. Januar, nachmittags 1¾ Uhr,
findet die 2. Zuſammenkunft der Jugendabteilung am Eingang des
Exerzierplatzes nächſt der Rheinſtraße ſtatt. Söhne und Enkel unſerer
Mitglieder ſowie deren Freunde im Alter von 12 bis 18 Jahren
(1554
werden hierzu kameradſchaftlichſt eingeladen.
Der Vorstaud.
Gemeindeabend der Petrusgemeinde
Sonntag, den 14. Januar, abends ½8 Uhr
Vortrag des Herrn Geh. Oberkonsistorialrat D. Petersen
über
„Griechische Erinnerungen‟, Fortsetzung.
Musikalische u. deklamatorische Darbietungen.
Eintritts- u Teekarten zu 25 Pfg. im Gemeindehaus; die für
(1564
den I. Advent gelösten Karten haben Gültigkeit.
Verein ſtädtiſcher Beamten zu Darmſtadt.
Einladung
zur
Hauptversammlung
im Gartenſaal des ſtädt. Saalbaues auf
Freitag, den 26. Januar 1912, abends ½9 Uhr.
Tagesordnung:
I. Abnahme des Geſchäftsberichtes und der Rechnung.
II. Wahl des Vorſtandes.
III. Beratung des Voranſchlages für 1912.
(1553
IV. Verſchiedenes.
Der Vorstand.
Kaufmänn. Verein weibl. Angeſtellter.
Die Hauptverſammlung
findet
Donnerstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr,
Karlſtraße 43, im Hauſe Frau Walz (Hofſälchen) ſtatt unt
es werden unſere geehrten Mitglieder mit der Bitte um vollzähliges
(1530fm
Erſcheinen hierzu ergebenſt eingeladen.
Tagesordnung: Bericht des Vorſtandes. Rechnungsablage.
Antrag des Vorſtandes auf Auflöſung des
Vereins.
Der Vorstand.
Heſtrenommierte Prauerei
hat zum 1. April ds. Js. ein gutgelegenes
Bier=Reſtaurant in Darmſtadt
(Brauerei=Ausschank)
unter äußerſt günſtigen Bedingungen neu zu verpachten. Nur
ſtreb=
ſame, tüchtige, kautionsfähige Wirtsleute, die in der Lage ſind, eine
gute Küche zu führen, werden gebeten, Offerten unter A 70 in der
(1534fs
Expedition dieſes Blattes abzugeben.
Kognak=Verschnitt
deutsch — ffein u. mild — die ½ Literfl. Mk. 2.— ohne Glas.
Schustergasse 14
Gebr. Vierheller, Telephon 200. (755a
Wildschwein-Braten (Frischling)
per Pfund 90 Pfg.
Wildschweinbrust per Pfd. 70 Pfg.
Wildschweinragont „ „ 50 „
Hasen, auch geteilt
Hasenragout per Pfd. 40 Pfg.
Reh in allen Teilen
(1531
Damwild im Ausschnitt etc.
Heinrich Grimm
Hoflieferant.
Me e
unegeh
Gese
In
Darmstadt
bei
Fr. Schaefer
Hoflieferant