Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelf. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Demiſſion des franzöſiſchen
Mini=
ſters des Aeußern hat für das Kabinett keine
wei=
teren Folgen gehabt. Delcaſſé hat das Miniſterium
des Aeußern angenommen.
Methylalkoholvergiftungen ſind auch in
Bo=
logna feſtgeſtellt. Zwei Perſonen ſind geſtorben.
Ein internationaler Kohlenarbeiterſtreik
wird von dem engliſchen Blatt „Daily Chronicle”
an=
gekündigt.
Die ruſſiſche Regierung läßt offiziell
demen=
tieren, daß ſie an China Forderungen bezüglich der
Mongolei gerichtet habe.
Die Regierung der Vereinigten Staaten
kündigt die Entſendung von 500 Mann nach
China an.
Bei dem Brande des Equitablegebäudes
in New=York ſind drei Menſchen ums Leben
ge=
kommen. Der Sachſchaden wird auf 50 Millionen
Dol=
lars geſchätzt.
Vor der Wahlſchlacht.
** Die Zeit der Rüſtung geht zu Ende, die.
Entſchei=
dung, die Wahlſchlacht naht. Der 12. Januar, der Tag der
Wahl, ſteht vor der Tür. Ein Kampfestag iſt er, zum
Kampfe um das Vaterland ruft er. Erſt das
Vater=
land, dann die Partei! So oft in unſerer
deut=
ſchen Geſchichte der vaterländiſche Wille der Einheit nicht
geherrſcht hat, lag unſer Vaterland in Ohnmacht und
Zer=
riſſenheit danieder. Parteiſucht, Zerſplitterung und
Un=
einigkeit haben Deutſchland von jeher die ſchwerſten
De=
mütigungen, die Zeiten der tiefſten Not und Schmach
be=
reitet. Und wiederum heute, obwohl der feſte
Zuſammen=
ſchluß aller vaterländiſchen Kräfte dringend nötig iſt,
bie=
tet die Wahlbewegung vielfach ein Bild der Zerfahrenheit
und Veruneinigung derer, die wegen der dem Vaterlande
drohenden Gefahr aufeinander angewieſen, zur Einigkeit
verpflichtet ſein ſollten. Die vaterländiſche Wahlpflicht
fordert die Eintracht zur Abwehr der inneren Feinde, zur
Wahrung der nationalen Güter und Errungenſchaften, die
den Freunden des Vaterlandes gemeinſam ſind, denen
gegenüber alles, was ſie ſonſt trennt, völlig wertlos iſt.
Leider gibt es immer noch viele Tauſende, die nicht
zur Wahlurne gehen und trotz der eifrigſten Agitation der
einzelnen Parteien auch nicht dorthin zu bringen ſind. Es
iſt die große Parteider Nichtwähler, über deren
Beſtehen ſchon ſo viel geklagt worden iſt, und die die
„größte”, aber zugleich auch die verächtlichſte Partei iſt.
Wählen iſt Vaterlandspflicht. Die
Tragweite ihrer Erfüllung nicht zu
unter=
ſſchätzen, iſt die letzte ernſte Mahnung vor der
Entſchei=
dung. Die Zukunft des Reiches ruht mit in den Händen
derer, die durch die Wahl zu berufenen Vertretern des
Volkes beſtimmt werden ſollen. Ob die Grundlagen
un=
ſerer wirtſchaftlichen, militäriſchen, politiſchen
Machtſtel=
lung erhalten und noch gefeſtigt, oder ob ſie gefährdet und
geändert werden, darüber hat der neue Reichstag ein
we=
ſentliches Mitverfügungsrecht. Keinen Umſtand, keinen
Grund kann es geben, am Wahltage dem deutſchen
Vater=
land die Treue nicht zu betätigen, die
ſtaatsbürger=
liche Wahlpflicht nicht zu erfüllen. Wenn an einem
vaterländiſchen Tage, wie es der Wahltag iſt, unſere
Mut=
ter Germania, ruft, dann haben alle Stimmen des
Zwei=
felns und des Zauderns, der Verſtimmung und der
Unzu=
friedenheit zu ſchweigen; dann müſſen vergeſſen ſein Streit
und Hader, dann gilt nur das eine Wort: „Ans
Vater=
land, ans teure, ſchließ dich an!”
Möge über dem 12. Januar der nationale Wille
leuch=
ten und alle deutſchen Wähler leiten!
Die Demiſſion des franzöſiſchen Miniſters
des Auswärtigen.
* So iſt Miniſter de Selves nun doch über
dem=Marokko=Abkommen gefallen, wie ihm ſchon anläßlich
ſeiner Rechtfertigung des Abkommens in der Kammer
prophezeit worden war.
Ueber die ſchon erwähnte Sitzung der
Senatskom=
miſſion, die zu der Demiſſion führte, wird noch mitgeteilt:
Pichon fragte Caillaux, ob er der Kommiſſion
nicht Auskunft geben könnte über die Verhandlungen
be=
züglich der Kongo= und Kamerun=Eiſenbahnen. Caillaux
erwiderte mit einem Expoſé über die Bedingungen, unter
denen oas Projekt des Ngoko-Sangha=Konſortiums
zu=
rückgezogen wurde und die Verhandlungen über die
Kongo= und Kamerun=Eiſenbahnen ſcheiterten. Pichon
bezog ſich auf den Artikel der Kölniſchen Zeitung vom
25. Oktober und fragte Caillaux, ob er nicht der Meinung
ſei, daß der doppelte Mißerfolg der Verhandlungen in
Wechſelbeziehung ſtände mit der neuen Haltung
Deutſch=
lands, welche dieſe Macht nach Agadir führte gerade in
dem Augenblick, wo durchaus höfliche und korrekte
Vorbe=
ſprechungen zur Löſung der Marokkofrage ſtattfanden.
Caillaux antwortete, er glaube tatſächlich, daß eine ſolche
Wechſelbeziehung beſtehe. Poincaré ſtellte darauf eine
ähnliche Frage bezüglich der Verhandlungen über die
Marokko=Eiſenbahnen, die abgebrochen wurden. Als
hier=
bei auf Verhandlungen angeſpielt wurde, die Fondère
und Reichstagsabgeordneter Dr. Semler auf
Veranlaſ=
ſung Caillaux' und mit Umgehung des Botſchafters
Cam=
bon mit Deutſchland geführt haben ſollen, proteſtierte
Cail=
laux energiſch. Niemals, erklärte der Miniſterpräſident,
hat eine offiziöſe politiſche oder finanzielle Verhandlung
ſtattgefunden. Ich bin glücklich, die Gelegenheit, die ſich
bietet, zu ergreifen, um der Kommiſſion mein Ehrenwort
zu geben, daß ich außerhalb des Miniſteriums des
Aeu=
ßern nie intervenierte. Clemenceau richtete hierauf
an de Selves die Frage, ob Cambon über alle
Beſpre=
chungen und Unterhandlungen zwiſchen Berlin und Paris
auf dem Laufenden geweſen ſei, und fragte insbeſondere,
ob der Miniſter de Selves in dieſem Punkte die
Erklärun=
gen des Miniſterpräſidenten beſtätigen könne. Anfangs
zögerte de Selves, zu antworten, ſchließlich aber entſchloß
er ſich zu antworten. Ich kann nicht antworten, ſagte er,
ich ſchwanke zwiſchen der Achtung, die ich immer der
Wahr=
heit widmete und der Sorge, die ich um die Intereſſen
des Landes hegen muß. Dieſe Antwort, erwiderte
Cle=
menceau, kann von allen Mitgliedern der Kommiſſion
als korrekt angeſehen werden, nur nicht von einem und
das bin ich. Sie ſagten mir das Gegenteil. — de Selves
entgegnete: Sie haben mich nicht verſtanden, aber ich
will ſagen, daß ich trotz meiner Sorge um die
Wahr=
heit nicht verkennen kann, daß es etwas gibt, wasmich
nötigt, meine Lage zu verſchweigen. — Darauf zogen ſich
Caillaux, de Selves und Clemenceau zurück. Alle drei
hatten eine ſehr lebhafte Unterhaltung. Clemenceau
warf dem Miniſterpräſidenten Caillaux in heftigen
Aus=
drücken geheime Verhandlungen vor, von denen er
ſchein=
bar ſchon lange Kenntnis hatte, die von Caillaux in
Ab=
rede geſtellt wurden. Anderſeits erklärte de Selves,
daß er nach dem Zwiſchenſallnicht mehr neben Eailaur
ſitzen könne und deshalb demiſſioniere.
de Selves kehrte nach der Sitzung zum Quai
d’Orſay zurück und richtete darauf an den Präſidenten
der Republik Falliéres folgendes Schreiben:
Nach dem peinlichen Zwiſchenfall, der die heutige
Sitzung der Senatskommiſſion gekennzeichnet hat, habe
ich die Ehre, Ihnen meine Demiſſion als Miniſter des
Aeußern zu überreichen, Ich könte tatſächlich nicht länger
die Verantwortung für eine ſolche Politik übernehmen,
der die Einheit der Auffaſſung und die Einheit der
ſoli=
dariſchen Tätigkeit fehlen. Von dem Wunſche geleitet, die
ſchwierigen Verhandlungen zu einem guten Ende zu
füh=
ren und deren Genehmigung durch das Parlament ſicher
zu ſtellen, glaubte ich, mein Amt behalten zu ſollen, aber
die zweifache Sorge, an der Wahrheit keinen Verrat zu
üben und doch nicht gegen die Korrektheit zu verſtoßen,
die meine Stellung mir auferlegt, geſtattet mir nicht, dem
Kabinett weiter anzugehören. Ich werde mich immer
des Wohlwollens erinnern, mit dem Sie mich in heiklen
und für mich unvergeßlichen Verhältniſſen beehrten.
Am Schluſſe ſeiner Erklärung vor der
Senatskommiſ=
ſion verſicherte Caillaux, daß die Kommiſſion alles
kenne, was vorliege, kein Dokument und kein geheimes
Aktenſtück irgend welcher Art ſei dem Text des Vertrages
angefügt, kein Verſprechen, keine Verpflichtung und keine
Unterhandlung ſei geheim gehalten worden; es ſei alles
veröffentlicht worden. Nachdem die Kommiſſion
nun=
mehr die hiſtoriſche Unterſuchung beendet hat, wird ſie
mit der Prüfung des Abkommens vom 4. November
be=
ginnen. Es heißt, daß die Arbeiten der Kommiſſion in
dieſer Woche zu Ende gehen.
Der Miniſterpräſident empfing vor
Zuſam=
mentritt des Miniſterrates die Journaliſten und erklärte
ihnen folgendes:
Auf Ehre und Gewiſſen kann ich erklären, daß ich
heute vor der Senatskommiſſion genau die Wahrheit
ge=
ſagt habe. Als Chef der Regierung habe ich die Pflicht,
eine diplomatiſche Aktion mit allen Mitteln zu unter=
ſtützen, über die ich verfüge. Ich habe infolgedeſſen alle
diejenigen, die mir Informationen brachten, empfangen
und konnte auf dieſe Weiſe gewiſſe Mängel ergänzen. Ich
habe aber denen, die mir Mitteilungen brachten und mich
dabei auf die Probe zu ſtellen verſuchten, ſtets
ausdrück=
lich geantwortet: Wir haben einen Botſchafter in
Ber=
lin, der mit der Führung der Unterhandlungen beauftragt
iſt. Allein dieſer Mandant hat im Namen Frankreichs zu
ſprechen. Ich will die offiziellen Unterhandlungen nicht
mit offiziöſen Unterhandlungen vermiſchen. Caillaux
fügte hinzu, er habe diejenigen, die dazu berechtigt
gewe=
ſen ſeien, über ſeine Informationen ſtets auf dem
Lau=
fenden erhalten.
Nach dem Miniſterrat, der bis 11 Uhr 15 Min.
dauerte, wurde vom Miniſterpräſidenten folgende Note
ausgegeben: Der Miniſterrat hat die Demiſſion
des Miniſters des Aeußern zur Kenntnis genommen und
die Möglichkeit ins Auge gefaßt, welche ſich aus ihr
er=
geben könnte, ohne daß es jedoch in Frage kommt, dem
Zwiſchenfall, der ſich ereignet hat, eine weitere
Ausdeh=
nung zu geben. Das Miniſterium hat alſo nicht
demiſſioniert. Nach dem Kabinettsrat wurde von
ſämtlichen Miniſtern erklärt, daß ſie nach dem
Ausſchei=
den des Miniſters de Selves ihre Stellung keineswegs
erſchüttert erachten. Einige Miniſter fügten aber hinzu,
es wäre bedenklich, im gegenwärtigen Augenblick den
franzöſiſch=deutſchen Akkord durch eine Demiſſion zu
ge=
fährden. Die Meinung erhält ſich, daß Caillaux das
Aeußere übernimmt, anderſeits verkautet, daß das
Mini=
ſterium des Aeußern dem Marineminiſter Delcaſſé
ange=
boten werden ſolle.
Miniſterpräſident Caillaux und die übrigen Miniſter
beabſichtigen, die Kriſe auf den Austritt des Miniſters
de Selves zu beſchränken. Caillaux bat Delcaſſé
dringend, das Miniſterium des Aeußern zu übernehmen.
Delcaſſé machte zahlreiche Einwände und erklärte, ſeine
Aufgaben in der Marine ſeien noch lange nicht vollendet.
Auch ſcheint es ihm, daß er unter den gegenwärtigen
Um=
ſtänden für das Miniſterium des Aeußern nicht beſonders
geeignet iſt, jedoch lehnte er nicht endgültig ab. Man
hat den Eindruck, daß, wenn man neuerlich an ihn
heran=
tritt, er die Annahme als eine patriotiſche Pflicht anſehen
würde. Der Miniſterpräſident erſuchte den Präſidenten
Falliéres ebenfalls, an Delcaſſé heranzutreten. Falls
dieſer das Aeußere übernimmt, ſoll, wie man ſagt,
Ad=
miral Germinet für das Marineminiſterium
vorgeſchla=
den werden. Wenn es aber zu dieſer Löſung nicht
kommt, würde die Lage des Miniſteriums ſchwieriger
werden und die Kriſe ſich ausdehnen.
Der Figaro äußert ſich in ſehr ſcharfer Weiſe über
die Abſicht Caillaux, das Miniſterium des Aeußern
Delcaſſé anzuvertrauen. Jetzt, ſo ſchreibt das Blatt,
wo die Welt ein ungeheures Friedensbedürfnis empfinde,
wäre es geradezu eine gefährliche Herausforderung, zu
welcher Präſident Falliéres niemals ſeine Zuſtimmung
geben dürfte. Die Verantwortung für die Folgen
wür=
den ihn allein treffen.
Engliſche Tügenmeldungen.
* Der Berliner Korreſpondent des Standard
veröf=
fentlicht ein Telegramm, in dem er behauptet, von
maß=
gebender Stelle zu der Erklärung ermächtigt zu ſein, daß
der deutſche Kronprinz ſehr erſtaunt war, als er
aus den Zeitungen erfuhr, daß ſein Benehmen während
der Reichstagsdebatten vom 10. Dezember als eine
eng=
landfeindliche Kundgebung aufgefaßt worden!
ſei. Seine Mißfallskundgebungen an jenem Tage ſeien
vielmehr hauptſächlich gegen gewiſſe Einzelheiten der
aus=
wärtigen Politik, die er verurteile, gerichtet geweſen, Es
ſei eine vollkommen verkehrte Darſtellung, wenn berichtet
worden ſei, daß er während der Rede Heydebrands bei
deren englandfeindlichen Stellen in irgendeiner Weiſe ſeine
Zuſtimmung zu erkenen gegeben habe. Der
Korreſpon=
dent behauptet, beſtimmt zu wiſſen, es ſei der Wunſch des
Kronprinzen, daß die volle Wahrheit über ſein
Verhal=
ten bekannt werde. Der Kronprinz verwahre ſich dagegen,
als ein Feind Englands gekennzeichnet zu werden, da er
in Wirklichkeit ein Freund Englands ſei. Sein
Wunſch, dieſes Mißverſtändnis zu beſeitigen, ſei ſo ſtark,
daß er einigen ſeiner Freunde in England mündliche und
ſchriftliche Mitteilungen über ſeine auf England
bezüg=
lichen Anſchauungen habe zugehen laſſen. Der
Korreſpon=
dent behauptet, ſelbſt bezeugen zu können, daß dieſe Mit=
teilungen von dem Geiſte aufrichtiger Freundſchaft für
England und die Engländer erfüllt geweſen ſeien. Nach
dieſen Erklärungen könne in England kein Raum mehr
für irgendwelchen Unwillen in bezug auf das
Vorkomm=
nis im Deutſchen Reichstag ſein. Der Kronprinz ſei,
ſo=
weit ſeine perſönlichen Gefühle in Betracht kommen,
Englands Freund. Aus dieſem Grunde werde er ſtets
in politiſchen Angelegenheiten England gegenüber ſo
freundlich ſein, wie ſeine patriotiſche Pflicht als Deutſcher
es geſtatte.
Hierzu wird aus Berlin von zuſtändiger Stelle
mit=
geteilt, daß der Kronprinz weder dem Berliner Standard=
Korreſpondenten eine Erklärung abgegeben, noch ihn zur
Abgabe der angeblichen Aeußerungen ermächtigt hat. Vor
einiger Zeit habe allerdings eine engliſche Zeitung, der
Belfaſt Evening Telegraph, ſich an den Kronprinzen
ge=
wandt mit der Bitte, eine Aeußerung über ſeine Stellung
und ſeine Beziehungen zu England zu geben. (!) Der
Re=
daktion dieſes Blattes ſei daraufhin mitgeteilt worden,
der Kronprinz halte ſich nicht für befugt, offiziell ſeiner
Meinung über ſeine Stellung zu England Ausdruck zu
geben. Irgend welche Aeußerungen, die den Standard
zu dieſer Nachricht ermächtigen oder veranlaſſen konnten,
ſeien nicht gefallen.
Somit hat der Korreſpondent des Standard ſein Blatt
angelogen.
Deutſches Reich.
— Reichstagsabgeordnete, die nicht
wiederkehren. Der neue Reichstag wird infolge
der Nichtwiederwahl zahlreicher bekannter
Parlamen=
tarier ein ziemlich verändertes Ausſehen erhalten. Eine
große Anzahl bisheriger Reichstagsabgeordneter wird in
den neuen Reichstag nicht einziehen, weil ſie keine
Kan=
didatur mehr angenommen haben. Unter den neuen
Männern werden ſich zum Teil ſchon bekannte
Parlamen=
tarier befinden, die in den Parlamenten einzelner
Bun=
desſtaaten bereits Mandate innehaben. Während aber
auf der anderen Seite bei den Parteien, wie z. B. beim
Zentrum, das Beſtreben dahingeht, die Zahl der
Doppel=
mandatare zu verringern, haben die Liberalen für den
Reichstagswahlkampf eine Reihe von Kandidaten
aufge=
ſtellt, die bisher dem preußiſchen Abgeordnetenhauſe
an=
gehörten und die im Falle ihrer Wahl die liberalen
Dop=
pelmandatare verſtärken werden. Die Zahl der
Abgeord=
neten, die freiwillig nicht mehr in den Reichstag einziehen
werden, iſt recht beträchtlich. Die einen ſcheiden wegen zu
hohen Alters aus, andere wegen Ueberhäufung mit
Be=
rufsgeſchäften, einige auch aus politiſcher Verärgerung.
Es ſind 18 Konſervative, 7 Reichsparteiler, 31 Mitglieder
des Zentrums, 17 Nationalliberale, 17 Freiſinnige, 8
Po=
len, 3 Sozialdemokraten, 4 Mitglieder der Wirtſchaftlichen
Vereinigung und 7 Fraktionsloſe, zuſammen 112, die ſich
bei den Neuwahlen nicht mehr bewerben.
— Die Beamten und die
Sozialdemo=
kratie. Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt:
In konſervativen Blättern iſt darüber Klage geführt
wor=
den, daß die Staatsregierung kein deutliches Wort der
Abwehr gegen die Verſuche gefunden hat, die Beamten
zur Abgabe ſozialdemokratiſcher Stimmzettel zu verleiten.
Hierbei wird überſehen, daß die Staatsregierung im
Land=
tage und bei ſonſtigen Gelegenheiten der Auffaſſung, daß
jede mittelbare wie unmittelbare Begünſtigung der
So=
zialdemokratie durch den Beamten mit ſeinen Pflichten und
dem von ihm geleiſteten Treueid unvereinbar ſei, ſo oft
und mit ſolcher Entſchiedenheit Ausdruck gegeben hat,
daß irgendwelche Zweifel hierüber in Beamtenkreiſen
völ=
lig ausgeſchloſſen ſind. Die Beamten ſelbſt nehmen mit
aller Entſchiedenheit gegen eine ſolche verwerfliche
Zumu=
tung Stellung. Die Preſſe der Beamtenvereine legte
ge=
gen die Verſuche, die Beamten über die Bedeutung des
Dienſteides hinwegzutäuſchen, Verwahrung ein. Noch in
den letzten Tagen iſt von führenden Prſönlichkeiten der
Beamtenvereine ein Aufruf erlaſſen worden, der mit nicht
mißzuverſtehender Deutlichkeit darauf hinweiſt, was Ehre
und Gewiſſen von den deutſchen Beamten bei den
Reichs=
tagswahlen fordern.
Handwerk und Induſtrie. Das
Reichs=
amt des Innern hat dem Deutſchen Handwerks= und
Ge=
werbekammertage mitgeteilt, es beabſichtige zum
Früh=
jahr nochmals eine Konferenz einzuberufen, die ſich mit
dem Verhältnis des Handwerks zur Induſtrie, im
beſon=
deren mit der Frage Fabrik und Handwerk und der
Bei=
tragsleiſtung der induſtriellen Betriebe zu den Koſten der
Lehrlingsausbildung durch Handwerker beſchäftigen ſoll.
Die ſchon im vergangenen Jahre begonnenen
Verhand=
lungen ſind alſo keineswegs abgebrochen, was ſicher in
Handwerkerkreiſen Befriedigung hervorrufen wird.
— Reichsgeſetzliche Aenderung der
Ge=
bührenordnung der Rechtsanwälte. Wie
verlautet, iſt das gutachtliche Material der Präſidenten der
Oberlandesgerichte in den einzelnen Bundesſtaaten über
eine Abänderung des § 9 der Gebührenordnung der
Rechtsanwälte bei der zuſtändigen Reichsbehörde einer
eingehenden Sichtung und Prüfung bereits unterzogen
worden. Die Erörterungen über eine Stellungnahme zu
den Vorſchlägen haben jetzt begonnen, es ſteht aber noch
nicht feſt, ob es zur Aufſtellung eines Entwurfes über eine
Abänderung der Gebührenordnung kommen wird. Es
handelt ſich übrigens nicht nur um eine Abänderung des
§ 9 der Gebührenordnung, ſondern auch der Gebühren,
die ſich auf Strafſachen beziehen. Sollte ein Entwurf
auf=
geſtellt werden, ſo würden dann kommiſſariſche
Beratun=
gen zwiſchen den einzelnen Reſſorts ſtattfinden und
ſpä=
ter vorausſichtlich eine Novelle den neugewählten
Reichs=
tag beſchäftigen. Zu beachten würde ferner ſein, daß der
deutſche Anwaltsverein einen Entwurf zur Abänderung
der Gebührenordnung vorbereitet, der aller Vorausſicht
nach auch ſchätzbares Material für die Behandlung der
Fragen liefern dürfte.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Rücktritt Aehrenthals? Die Wiener Zeit
kündigt in einem Leitartikel wiederum den baldigen
Rücktritt des Grafen Aehrenthal an. Der Miniſter ſoll
dieſen Entſchluß ſelbſt geſprächsweiſe mitgeteilt und als
Grund hierfür Geſundheitsrückſichten und Mangel an
Zu=
ſammenarbeiten innerhalb der Regierung angegeben
ha=
ben. Als ſeine vorausſichtlichen Nachfolger werden Graf
Berchtold und Graf Menſtorff genannt.
Norwegen.
Finanzen und
Verteidigungsmaßnah=
men. Der Staatsrat beſchäftigte ſich mit dem Finanzgeſetz
für das Finanzjahr 1912/13, das mit 12 100000 Kronen
balanciert. Im Extraordinarium ſind 6¼ Millionen
Kro=
nen für Eiſenbahnbauten vorgeſehen. Ferner wird
vor=
geſchlagen, aus dem Kaſſabeſtand 8 Millionen für
außer=
ordentliche Zwecke zu bewilligen, davon 6 Millionen für
den Bau von Kriegsſchiffen und eine Million als Beitrag
für eine neue norwegiſche Dampferlinie nach Amerika. Das
Finanzjahr 1910/11 ergab einen Reinüberſchuß von 6½
Millionen Kronen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung
beſchloß der Staatsrat, eine Regierungsvorlage
einzu=
bringen, in welcher der Storthing aufgefordert wird,
fol=
gende Beſchlüſſe zu faſſen: Erſtens, die Verteidigung zur
See wird hauptſächlich als mobiles Glied der Küſten und
Schärenverteidigung geplant, wie dies im weſentlichen
von der norwegiſchen Verteidigungskommiſſion
vorgeſe=
hen iſt und mit dem Ziel, das Flottenmaterial möglichſt
bald auf die von der Verteidigungskommiſſion im Jahre
1910 vorgeſchlagene Stärke zu bringen; zweitens für
außergewöhnliche Verteidigungsmaßnahmen ſind zu
be=
willigen 15 Millionen Kronen für die Anſchaffung zweier
gepanzerter Küſtenverteidigungsſchiffe. Außer den
be=
reits bewilligten 927000 Kr. ſind noch 900000 Kr. für
Be=
feſtigungsanlagen und für die Marineſtation Ofoten, und
600000 Kr. für Munition zu bewilligen. Das
Flottenper=
ſonal ſoll erhöht werden. — Nach Vereinbarung mit dem
Finanzminiſterium ſchlägt das Verteidigungsminiſterium
vor, die für außerordentliche Verteidigungsnaßnahmen
veranſchlagten 16½ Millionen Kronen mit 6 Millionen
aus dem Staatskaſſenbeſtand und mit 10½ Millionen aus
einer im Auslande aufzunehmenden Anleihe zu decken,
falls die Ausgaben nicht anderweitig gedeckt werden
kön=
nen. Unter keinen Umſtänden wird die Aufnahme einer
neuen Staatsanleihe vor 1913 notwendig. Die im neuen
Flottenplan vorgeſehene Materialſtärke umfaßt 8
gepan=
zerte Küſtenverteidigungsſchiffe, 6 Torpedojäger, 40
Tor=
pedoboote, 12 Unterſeeboote, 4 Kanonenboote oder durch
Kanonen armierte Hilfsſchiffe, einen ſchnellaufenden
Mi=
nenleger, außerdem bewaffnete Schiffe oder Hilfsſchiffe
zur Bewachung der Minenlegung und eine Anzahl
Mi=
nenſicherer.
England.
Der drohende Generalſtreik. Einer
De=
peſche aus Cardiff an den Evening Standard zufolge hat
die Admiralität ungeheure Mengen von Kohlen angekauft
und eine ganze Anzahl von Transportſchiffen gemietet,
um ſo ſchnell wie möglich die verſchiedenen Depots mit
Kohlen und Munition für die Kriegsſchiffe zu verſorgen,
da man den Ausbruch des Generalſtreiks erwartet. Die
Forderungen an Kohlen, die die Admiralität ſtellt, ſind
ſo groß, daß mehrere Bergwerke ihre Preiſe erhöhten und
nur noch für die Marine liefern.
Spanien.
Der Ausſchuß des engliſchen
Friedens=
ongreſſes hat an alle Handelskammern und an eine
Anzahl kommerzieller Geſellſchaften und andere
Organi=
ſationen eine Umfrage gerichtet, in der er um eine
Mei=
nungsäußerung und um Unterſtützung ſeiner
Beſtrebun=
gen für eine Verſtändigung mit Deutſchland erſucht. Die
einlaufenden Zuſchriften lauten ohne Ausnahme
zuſtim=
mend. Unter den Handelskammern, die ſich in dieſem
Sinne geäußert haben, befinden ſich die von Aberdeen,
Blakburn, Bradford, Carlisle, Edinburg, Crimsby,
Lon=
don, Mancheſter, Newcaſtle, Oldham, Portsmouth,
Ply=
mouth, Süd=Schottland und Sunderland.
Die Marokko=Verhandlungen. Der
Mi=
niſterrat legte die Antwort Spaniens auf die letzten
fran=
zöſiſchen Vorſchläge feſt. Wie es heißt, ſollen die beiden
unterhandelnden Staaten von ihrem eingenommenen
Standpunkte nicht abweichen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. Januar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Major Großmann,
Bataillonskommandeur im Infanterie=Regiment Kaiſer
Sozialiſtiſche Experimente.
* Ueber den Zuſammenbruch der ſozialiſtiſchen
Politik in Neuſeeland und Auſtralien hat
der Londoner Rechtsanwalt E. G. Jellicoe, ein früherer
ſozial=radikaler Politiker, einem Interviewer intereſſante
Angaben gemacht. Mr. Jellicoe iſt gerade von einer
Reiſe nach Neuſeeland und Auſtralien zurückgekehrt, die
ihn nach ſeinen Angaben abſolut von ſeinen früheren
Anſchauungen bekehrt hat. Mr. Jellicoe erklärte, daß
Neuſeeland, als er es im Jahre 1904 verließ, um nach
England zu gehen, in jeder Weiſe proſperierte. Die
neu=
ſeeländiſchen Politiker hatten geglaubt, und der gleichen
Anſchauung ſei er geweſen, daß die Sozialgeſetzgebung
den arbeitenden Klaſſen und den verarmten Mitgliedern
des Staates materielle Unterſtützung zur Beſſerung ihrer
Lage geboten hätte. Während der letzten acht Monate,
die er in Neuſeeland zugebracht hatte, hätte er geſehen,
daß ſeine Anſichten keineswegs durch die Tatſachen
be=
ſtätigt worden ſind. Die Entwickelung Neuſeelands unter
dem allgemeinen Wahlrecht, das auch Frauen ausüben
dürfen, geführt durch Berufspolitiker und Demagogen,
hätte dazu geführt, daß eines der Länder, das die beſten
Möglichkeiten zu einem wirtſchaftlichen Aufſchwunge
bietet, an den Rand finanziellen und
induſtriel=
len Ruins gebracht worden ſei. Der
Unternehmungs=
geiſt und der Erwerbsſinn des Einzelnen ſind beträchtlich
geſchwunden, Kapital iſt aus der Induſtrie
zurückge=
zogen oder zurückgehalten worden. Infolgedeſſen iſt die
Beſchäftigung ſtändig zurückgegangen und die
Arbeits=
möglichkeiten ſind an einigen Orten faſt gänzlich
geſchwunden. Die Schiedsgerichtsgeſetze haben dazu
geführt, daß einer bereits hoch beſteuerten Gemeinſchaft
eine Armee von wohlbezahlten Staatsbeamten
aufge=
bürdet worden iſt, die ihre Aufgabe darin erblicken.
In=
duſtrie und Gewerbe des Landes nach Möglichkeit zu
ſchädigen. Die Schiedsgerichtsorganiſation iſt völlig
zu=
ſammengebrochen und zur Zeit, als er das Land wieder
verließ, drohten die Arbeiter der neuſeeländiſchen
Schiff=
fahrtsgeſellſchaften zu ſtreiken und dadurch den Handel
des Landes völlig lahm zu legen, wenn der Entſcheid des
Gerichtes nicht völlig ihren Wünſchen entſpräche.
Neu=
ſeeland hat bei ſeinen Verſuchen, die Geſetzgebung völlig
auf die Arbeiterintereſſen zuzuſchneiden, die
fundamen=
tale Tatſache überſehen, daß dadurch die Intereſſen
aller übrigen Klaſſen der Bevölkerung
weſentlich geſchädigt und tauſende von Familien dem
Elend überantwortet werden.
Eine ähnliche Welle ſozialiſtiſcher Geſetzgebung hat
Auſtralien überſchwemmt und die Arbeiterpartei in den
beiden Ländern arbeitet nicht nur an ihrem eigenen
Un=
tergange, ſondern auch an dem aller ihrer Mitbürger.
Das ganze Gemeinſchaftsleben ſoll auf ihr eigenes
niedri=
ges Niveau herabgezogen werden. Das Kapital iſt zu
beſeitigen. Charakter, Achtung und Pflicht ſind
Eigen=
ſchaften, an die ſie am wenigſten denken. Der Erſatz dafür
iſt Sport. und das Sehnen nach dem Preis=Boxen, dem
Fußball=Match, dem Rennplatz und den Wetten; dies hat
den Wunſch nach höheren Löhnen hervorgerufen oder doch
vielfach verſtärkt. Die Bevölkerungsſchichten, die durch
die Sozialgeſetzgebung. aus ihrem Elend emporgehoben
werden ſollten, haben ſich der abſoluten Kontrolle der
politiſchen Maſchinerie bemächtigt und ſind zu Tyrannen
und zu einer Gefahr für die Geſellſchaft geworden
Mr. Jellicoe iſt auf Grund deſſen, was er in
Neu=
ſeeland geſehen hat, zu dem Entſchluß gekommen, alle
ähnlichen Beſtrebungen in England auf das
entſchie=
denſte zu bekämpfen. Dieſe Abkehr vom
ſoziali=
ſtiſchen Radikalismus hat um ſo größere Bedeutung, als
Mr. Jellicoes materielle Intereſſen völlig in Neuſeeland
liegen, und er hat durch ſeinen Uebertritt zur Oppoſition
gegen die herrſchende Partei nichts zu gewinnen und alles
zu verlieren.
Konzerte.
mm. Der erſte Abend im neubegonnenen Vereinsjahr
des Richard Wagner=Vereins geſtaltete ſich zu
einem in jeder Beziehung wohlgelungenen Lieder= und
Balladen=Abend, der dem Darmſtädter Publikum
die erſte Bekanntſchaft mit Herrn Alfred Kaſe, Opern=
und Konzertſänger aus Leipzig, vermittelte.
In den fünf Programm=Abteilungen, die aus
Lie=
dern der verſchiedenſten bewährten Komponiſten
zuſam=
mengeſtellt waren „konnte die ſympathiſche, volltönende
Baritonſtimme des Sängers, der Wohlklang und die
Aus=
geglichenheit aller Lagen ſeiner Stimme ſehr vorteilhaft
zur Geltung kommen. In Liedern von Schubert und
Liſzt, die die erſte Abteilung enthielt, hatte er ſich bereits
as ganze Wohlwollen und die Achtung der Zuhörerſchaft
geſichert, das ſich in vielem Beifall kundgab. Die feinere
Charakteriſierungskunſt fand dann in der Ballade „Die
verfallene Mühle” von Karl Löwe ein recht dankbares
Objekt, während im „Schatzgräber” desſelben
Tonmei=
ters die kräftige dunkele Tieflage der Stimme ſich am
eſten entfalten konnte bis zur vollen Kraft des
weittra=
genden Organs, das dann bei der Wendung der
Gedan=
ken auch in eine milde und reine Tonfärbung übergehend
bei den abſchließenden Worten des Gedichtes ſelbſt einen
verklärenden Glanz annahm.
Neue Lieder von Philipp Gretſcher, meiſt
anſpre=
chende Kompoſitionen nach Gedichten von Detlev von
Li=
liencron, die aus dem Leben des nordiſchen Volkes
ent=
ſproſſen ſind, gaben dem Sänger von Neuem Gelegenheit,
ſich zu bewähren; mit den beiden letzten Nummern, von
denen das ſoldatiſche: „Mit Trommeln und Pfeifen” das
in der Andeutung eines bekannten Marſches ausklingt
und auf ſtürmiſches Verlangen da capo geſungen
wer=
den mußte, wurde der größte Beifall ausgelöſt.
Aus den neuen Liedern von Eugen Lindner, denen
feinempfundene Gedichte von E. v. Schönaich=Carolath
zu Grunde lagen, ſei als beſonders anſprechende
Kompo=
ſition das zweite genannt mit dem Titel: „Der See der
Träume” das gleichfalls zum erſten Male hier gehört,
anſcheinend allgemein gefiel, woran auch die zarte und
nnige Tongebung, die der Sänger den Worten zu
ver=
leihen wußte, weſentlichen Anteil hatte.
Die an den Schluß geſtellten Geſänge Arnold
Men=
delſohns gaben dem ganzen Abend in ſeiner hübſchen
Vortragsfolge den würdigſten und beſten Abſchluß. In
dem edle Empfindung ausdrückenden Geſange des
Epi=
metheus aus „Pandora” zeigte ſich noch einmal die
vor=
nehme Vortragsweiſe des begabten Sängers, während
in dem ſchon bekannteren und geſchätzten Hohenlied des
Königs Salomo ſich Kraft und Stärke der Stimme
ent=
falten konnten. Eine Zugabe wurde ihm aber trotzdem
nach dieſen Glanzleiſtungen noch abgenötigt.
Daß die Begleitung, die bei Herrn Prof. Arnold
Mendelsſohn in beſten Händen lag, muſtergültig war,
braucht kaum erwähnt zu werden.
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, den Lehrer Heeß von
Dalsheim, den Lehrer Blatz von Herrnsheim, den
Bürger=
meiſter Dr. Völſing von Alsfeld, die Lehrer Dietz von
Oſthofen, Hottes von Leiſelheim, Uhrig von Kriegsheim,
Lotz von Monsheim und Müller von Steinbach, den
Pfarrer Sell von Erbach i. O., den Pfarrer Reichert von
Nieder=Wieſen, den Bürgermeiſter Weber von Monsheim,
den Profeſſor Albin Müller, den Oberlandesgerichtsrat
Holzapfel, den Direktor der Elizabeth Duncan=Schule
M. Merz, den Architekten Körner, den Bürgermeiſter
Rotrock von Leiſelheim; zum Vortrag den Finanzminiſter
Braun, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Johannes Engel aus Nieder=Weiſel, Kreis Friedberg,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Rüdingshauſen,
Kreis Gießen; der Schulamtsaſpirantin Katharina Gölz
aus Hartenrod, Kreis Heppenheim, eine Lehrerinſtelle an
der Gemeindeſchule zu Hauſen, Kreis Offenbach.
g. Strafkammer. Der 17jährige Gärtnergehilfe Jakob
Herth aus Langen iſt beſchuldigt, den am Abend des
29. November beim Pfarrverwalter Römheld in
Drei=
eichenhain verübten Einbruch getätigt zu haben. Bei dem
Einbruch fielen dem Einbrecher 103 Mark Bargeld und
50 Stück Zigarren im Werte von 2,50 Mark in die Hände.
Der geſamte Betrag wurde bei dem Angeklagten bei der
Verhaftung vorgefunden. Die Strafkammer verurteilte den
geſtändigen Angeklagten, der bisher unbeſtraft iſt, zu
3. Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Monat
Unter=
ſuchungshaft. — Der 26jährige Fabrikarbeiter Karl Bock
aus Pfungſtadt iſt der verſuchten Verleitung zum Meineid
beſchuldigt. Der Arbeiter Georg Gräf war zur Zahlung
von Alimenten verurteilt worden und der mit ihm
ver=
wandte Bock hatte ſich mit einem Unteroffizier, der
eben=
falls Beziehungen zu dem Mädchen hatte, in Verbindung
geſetzt und dieſen erſucht, zugunſten Gräfs auszuſagen.
Es wurden ihm dafür 300 Mark verſprochen. Der
Staats=
anwalt beantragt 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus, das
Ge=
richt kam zu der Ueberzeugung, daß Bock den Unteroffizier
nur dazu bewegen wollte, das auszuſagen, womit er früher
renommiert hatte, nicht aber, daß er ihn zu einer falſchen
Ausſage verleiten wollte. Es ſprach deshalb den
Ange=
klagten frei.
* Die Großh. Hofbibliothek zu Darmſtadt, die von
Großherzog Ludewig I. im Jahre 1817 der allgemeinen
Benutzung als öffentliche Bibliothek erſchloſſen worden
und 1836 in die Verwaltung des Staates übergegangen
iſt, hat als Landesbibliothek auch den Beruf, die heſſiſche
Landesliteratur in möglichſter Vollſtändigkeit zu
ſam=
meln, wohlgeordnet zur Benützung bereit zu ſtellen und
künftigen Geſchlechtern zu überliefern. Sie iſt deshalb
auch Sammelſtelle für die im Gebiete des
Großherzog=
tums erſcheinende Tagesliteratur, die nicht durch den
Buchhandel vertrieben wird und erfahrungsgemäß im
Privatbeſitz bereits kurze Zeit nach Erſcheinen verloren
geht. Um dieſer Aufgabe in vollem Maße genügen zu
können, erbittet ſich die Direktion die Unterſtützung aller
Staats= und Gemeindebehörden, der Vorſtände heſſiſcher
Vereine und Anſtalten, ſowie aller Privatperſonen und
erſucht, ihr zu der Landesliteratur gehörige
Druckſchrif=
ten, wie zum Beiſpiel Jahresberichte,
Rechenſchaftsbe=
richte, Voranſchläge, Programme, Satzungen,
Feſtſchrif=
ten, Mitgliederverzeichniſſe, Privatdrucke, wie
Familien=
geſchichten, Sonderabdrucke aus Zeitſchriften und
Zeitun=
gen und dergleichen mehr, wenn möglich in 2 Exemplaren,
alsbald nach Erſcheinen unter der Adreſſe: Großherzogl.
Hofbibliothek, Darmſtadt, Reſidenzſchloß, zu überſenden.
* Zentrumspartei. Die heutige Nummer unſerer
Zeitung bringt einen Wahlaufruf der Zentrumspartei.
Hiernach ſcheiden für deren Wähler die Kandidaten
der ſozialdemokratiſchen und der freiſinnigen
Volks=
partei aus.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Auf die heute abend im
Kaiſerſaal ſtattfindende Verſammlung zur Beſprechung der
Wahlarbeit wird aufmerkſam gemacht. (Siehe Anzeige.)
* Reichstagswahl. Die Bezirksgruppe Darmſtadt
des Hanſabundes richtet an ſämtliche Kaufleute und
Induſtrielle die Bitte, am 12. Januar ihren
kaufmänni=
ſchen und techniſchen Angeſtellten den Nachmittag frei
zu geben, und ihre Reiſenden am Wahltage nicht auf die
Tour zu ſchicken. (S. Anzeige.)
nn. Das Alte ſtürzt. . . . Zurzeit wird in der
Infanteriekaſerne in der Alexanderſtraße hier, ein
Bau=
werk abgebrochen reſp. umgebaut das von hiſtoriſcher
Bedeutung iſt, das aber auch vielen alten und jungen
Vaterlandsverteidigern noch in guter Erinnerung ſtehen
wird. Es iſt dieſes der ſog. Küchenbau, ein
Seiten=
flügel der jetzigen Infanteriekaſerne, in dem ſeit den
60er Jahren des vorigen Jahrhunderts die
Scharf=
ſchützen= und Gardejägerkompagnien und ſpäter das
Füſilierbataillon des Leibgarde=Regiments Nr. 115
kaſerniert waren. Nach der Chronik handelt es ſich aber
um die ſog. „Baumühle” die von Landgraf Georg I.
dem Frommen mit einem bedeutenden Koſtenauſwand
erbaut wurde und die Bevölkerung Darmſtadts mit
Bauholz und Brotmehl verſorgte. Dort, wo jetzt die
Infanteriekaſerne ſteht, erbaute der weitſichtige und
ſparſame Fürſt eine einfache Kaſerne und dabei eine
Mühle, die Baumühle, die zur damaligen Zeit als ein
wahres Wunderwerk angeſehen und durch den von dem
großen Woog her geleiteten Mühlbach getrieben wurde.
Landgraf Georgs I. Werk war ferner die Anlage des
„Großen Woogs” der in den Akten der „Stadtteich”
ge=
nannt wird, in welchen er im Jahr 1580 nicht weniger
als 10500 Stück Karpfen, welche in Worms gekauft
wurden, ſetzen ließ. Der „Küchenbau” wird jetzt zu
einem Exerzierhaus umgebaut, in dem die Truppen
auch bei ſchlechtem Wetter ihre Exerzier= und
Turn=
übungen abhalten können. Bemerkenswert iſt der
unge=
heure Holzreichtum der zu dieſem Bauwerk verwendet
wurde. Rieſige Tragbalken von ca. 35—40 cm
Durch=
meſſer fanden dabei Verwendung und dem
Abbruchs=
unternehmer Herr Hanſel, der die Niederlegung des
Innenbaues mit Umſicht und Geſchick leitete, iſt damit
ein wohlverdienter Gewinn zugefloſſen. Die Bezeichnung
„Küchenbau” ſtammte daher, weil in den Souterrän=
Räumen die Menageküchen für die in der
Infanterie=
kaſerne untergebrachten Truppenteile eingerichtet waren.
C) Die verbreitetſten Namen Darmſtadts. Der nach
dem Adreßbuch am häufigſten vorkommende
Familien=
name in Darmſtadt iſt Schmidt (Schmid, Schmitt),
der 326 mal vertreten iſt. Dieſem am nächſten kommt
der Name Müller mit 315 Vertretern. Unter beiden
iſt der Vorname Wilhelm am zahlreichſten. Der Name
Schäfer (Schäffer) kommt 218 mal vor. Nach dieſen
drei bevorzugteſten Namen, deren Angehörige ſchon 2500
Köpfe betragen, wenn man auf jeden Familiennamen
durchſchnittlich nur 3 Köpfe rechnet, rangieren die Namen
Schneider mit 180, Becker (Bekker) mit 146,
We=
ber mit 134, Hofmann (Hoffmann) mit 128, Wolf
(Wolff) mit 118, Wagner mit 110, Fiſcher mit 98,
Koch mit 95, Bauer mit 92, Walter (Walther) mit
84 Vertretern. Meyers gibt es 67, dazu kommen 32
Mayers, 5 Maiers und 4 Meiers. Ueber 50 mal
ver=
treten ſind ferner noch die Namen Frank (Franck) Geyer,
Götz, Göbel (Goebel), Heß, Hartmann, Jung, Kaiſer
(Kayſer), Keller, Klein, Krämer (Kraemer), Kraft, Lang.
Petri (Petry), Roth, Rühl und Schwarz. Die
Angehöri=
gen dieſer Namen könnten allein eine kleine Stadt
be=
völkern.
* 100jähriges Regimentsjubiläum des Infanterie=
Regiments Nr. 116 in Gießen. Man ſchreibt uns: Am
vergangenen Sonntag fand in Gießen eine Beratung
der Vertreter des Regiments und derjenigen der
ver=
ſchiedenen Vereinigungen ehemaliger 116er über den
be=
abſichtigten Verlauf des Feſtes ſtatt. Die Vereinigung
ehemaliger 116er für Darmſtadt und Umgegend war
hierbei vertreten. Zwecks Berichterſtattung über die
ſtattgehabte Beratung findet demnächſt eine größere
Ver=
ſammlung in Darmſtadt ſtatt. Denjenigen ehemaligen
Angehörigen des genannten Regiments, die der
Ver=
einigung für Darmſtadt und Umgegend noch nicht
an=
gehören, iſt hierbei Gelegenheit gegeben, ſich dieſer
Ver=
einigung anzuſchließen. Näheres über Ort und Zeit der
Verſammlung wird noch bekannt gegeben.
* Sektion Darmſtadt Deutſcher und Oeſterneichiſcher
Alpenverein. In der Monatsverſammlung im
Fürſten=
ſaal ſprach Herr Amtsgerichtsrat Dr. Mahr über
ſei=
nen Herbſtausflug ins Ferſental und den Aufenthalt auf
der Burg Perſen, wo im äußerſten Süden von
Welſch=
tirol das Deutſchtum auf uralten Sitzen in heißem
Kampfe um ſein Daſein ringt. Von einer Karte und
guten Lichtbildern unterſtützt, ſchilderte der Redner in
formvollendeter, gehobener Sprache den anmutigen See
von St. Chriſtof mit ſeinem Kranze moderner
deut=
ſcher Villen und Anſiedelungen, und auf der Waſſerſcheide
zwiſchen Etſch und Brenta den verwelſchten Markt
Per=
gine (Ferſen), über dem auf kaſtanienbewachſenem
Berg=
kegel ſtolz die alte Burg Perſen thront. In reizvollſter
Lage, mit köſtlichen Blicken in die Runde hat ſie ſchon
alte Longobarden als ihre Bewohner geſehen und iſt
in unſeren Tagen, nachdem ſie dem Wechſel der
Jahr=
hunderte getrotzt, neu ausgebaut worden, um als
Som=
merfriſche deutſchgeſinnter Freunde von neuem als
Boll=
werk zum Schutze des gefährdeten Volkstums zu dienen.
Voll Wärme und Anſchaulichkeit war die Schilderung
der mannigfachen ſchönen Ausflüge nach den deutſchen
Gemeinden, nach Canezza (Ganetſch), nach Palai mit
ſeinem trauten Touriſtenheim, nach Gerent und
Eich=
leit, ſowie nach dem ſüdlichen, feſtgebliebenen Sitze
deut=
ſchen Weſens, nach dem jüngſt von ſchwerer
Feuers=
brunſt heimgeſuchten Luſerna. Für die touriſtiſch und
kulturhiſtoriſch intereſſanten Ausführungen erntete der
beliebte Redner reichliche Anerkennung und Dank der
Verſammlung. Der Vorſitzende gab dem noch beſonderen
Ausdruck in einem Schlußworte.
Vortrag über das franzöſiſche Flugweſen. Das
Flugweſen hat eine außerordentliche Bedeutung für die
nationale Verteidigung gewonnen. Bei den
Kaiſermanö=
vern hat es ſich gezeigt, welche unſchätzbaren
Aufklärungs=
dienſte die Flugzeuge im Kriege zu leiſten vermögen. Aber
noch weit eindringlicher iſt dies hervorgetreten bei den
großen franzöſiſchen Armee=Manövern 1911 bei Belfort und
bei Chalon, wo nicht 8 Flieger, wie bei uns, ſondern 50
Flieger in Aktion traten, und wo ſie ſich auf eine
Organi=
ſation ſtützten, die der unſerigen weit überlegen iſt. Man
denke auch an die Erfolge, die die Italiener durch die
Be=
nutzung von Flugmaſchinen vor Tripolis erzielt haben.
Um einen Einblick in die bedeutſame Entwickelung der
franzöſiſchen Flugtechnik zu erlangen, veranſtaltet die
Heſſiſche Flugſtudien=Geſellſchaft am
Mitt=
woch, den 17. Januar 1912, abends, im Saale der
Ver=
einigten Geſellſchaft einen Lichtbilder=Vortrag. Herr
Ka=
pitan a. D. von Puſtau, der die franzöſiſchen Manöver
von Anfang bis zu Ende mitgemacht hat, wird auf Grund
ſeiner Studien und Beobachtungen in Frankreich über
das franzöſiſche Flugweſen ſprechen. (Siehe Anzeige.)
* Petrusgemeinde. Der Gemeindeabend, welcher am
1. Advent infolge eines Trauerfalles nicht ſtattfinden konnte,
ſoll nunmehr Sonntag, den 14. Januar, abends ½8 Uhr,
mit demſelben Programm gehalten werden. Insbeſondere
weiſen wir noch einmal auf den Vortrag des Herrn Geh.
Oberkonſiſtorialrats D. Peterſen über Griechiſche
Erinner=
ungen” hin. Näheres beſagen noch die Anzeigen.
* Paulusgemeinde. Der Frauenverein der
Paulus=
gemeinde veranſtaltet Sonntag, den 14. Januar abends,
im Gemeindeſaal, einen Tee=(Familien=)Abend. Frau
Finanzrat Balſer wird über das zeitgemäße Thema:
„Aus dem Arbeitsgebiet der Frauenrechtsſchutzſtelle‟
einen Vortrag halten. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Der Konditor=Gehilfenverein feierte im Saale zur
Mathildenhöhe ſein 21. Stiftungsfeſt. Als Mitwirkende
waren Frl. Held, das Braunſche Vokal=Quartett vom
Großh. Hoftheater, ſowie eine Abteilung der Kapelle Hauske
gewonnen. Die Feſt= ſowie Begrüßungsrede hielt der
1. Vorſitzende, Herr Kirchhofer. Ein langjähriger
eif=
riger Förderer des Vereins, Herr A. Braun, wurde zum
Ehrenmitglied ernannt. Außer dem Programm bildete
ein reich ausgeſtatteter Gabentempel den
Hauptanziehungs=
punkt des Abends. Es war alles geboten, was die feinere
moderne Konditorei heute leiſtet. Auch die Prinzipale, die
zum Teil erſchienen waren, ſowie verſchiedene Kakes= und
Schokolade=Fabriken hatten nicht gegeizt, den ſtrebſamen
Verein zu unterſtützen. Ein Ball beſchloß die ſchöne Feier.
* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Vom Großen
Rat der Karnevalgeſellſchaft Narrhalla (gegründet 1886)
wird uns geſchrieben: Aus taktiſchen Gründen hat der
Große Rat bisher davon abgeſehen, ſein ganzes diesjähr.
Programm zu veröffentlichen. Doch kann den ungezählten
Scharen der Freunde der K.=G. N. mitgeteilt werden, daß
die Geſellſchaft, wie immer, eingedenk ihrer beſonderen
Berufung, das geſamte karnevaliſtiſche Leben der
Reſi=
denz beherrſchen wird. Nicht weniger als ſieben
Ver=
anſtaltungen ſind bis jetzt feſt in Ausſicht genommen
und in den Vorarbeiten bereits geſichert, abgeſehen von
den Veranſtaltungen auf der Straße, deren Belebung in
den Faſtnachtstagen ſeit Jahrzehnten ſich die K.=G. N.
angelegen ſein läßt. Unter den Saal=Veranſtaltungen
ſind glänzende Feſte vorgeſehen, zu denen die
Mitwirk=
ung eines ganz hervorragenden auswärtigen
Kunſt=
enſembles geſichert iſt, mit dem zuſammen die K.=G.
N. Feſte veranſtalten wird, die neue Glieder in der Kette
völlig neuartiger Arrangements bilden werden, um die
die „Narrhalla” den Karneval der Reſidenz ſeit ihrer
Gründung vor über 2½ Jahrzehnten bereichert. In dem
Komitee hat es einige Aenderungen gegeben, die
zweifel=
los Vorteile bedeuten, denn es ſind ſehr tüchtige,
be=
währte karnevaliſtiſche und propagandiſtiſche Kräfte
hin=
zugewählt worden, ſo daß alle Gewähr dafür geboten
iſt, daß das für dieſe Saiſon gewählte Motto der
Kar=
nevalgeſellſchaft Narrhalla nicht nur auf
dem Papier ſteht, ſondern auch durch die Tatſache Be
gründung=erhält:
„Den Karneval, den mache mir am Große Woog,
Und wie mir’s mache, ſo machts uns kaaner nooch!”
Die nächſte große Veranſtaltung iſt, wie ſchon
mit=
geteilt, die große Damen= und Herrenſitzung
mit Feſtball am Sonntag, den 21. dieſes Monats in
der feenhaft geſchmückten Narrhalla am Woogsplatz, über
die nähere Mitteilungen demnächſt folgen.
* Im Schützenhof findet am Sonntag, 14. Januar,
das zweite karnevaliſtiſche Konzert ſtatt. Außer
den geſchätzten Leiſtungen der Kapelle des Garde=Drag.=
Regts, unter Mittelſtädts Leitung werden Lieder,
von den bewährteſten Narren gedichtet, geſungen werden.
(Näheres ſ. Anz.)
* Zu der Jagdverpachtung der Stadt Pfungſtadt iſt zu
bemerken, daß im letzten Jahre im ganzen Jagdrevier 230
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Julius Stern
Wie aus Wien gemeldet wird, iſt dort der Komponiſt
Julius Stern nach langem ſchweren Leiden geſtorben. Er
iſt der Komponiſt der auch in Darmſtadt mit vielem
Er=
folg aufgeführten Oper „Narciß Rameau‟ Der
Ver=
ſtorbene hat ſich mit ſeinem Werke hier viele Freunde
er=
worben, die jedenfalls mit großer Teilnahme den
Todes=
fall zur Kenntnis nehmen werden.
Frl. Howard hat kürzlich in Edinburg und
Glasgow mit dem ſchottiſchen Dr. Cheſtra Konzerte
veranſtaltet. „The Scotsman” in Edinburg ſchreibt
hier=
über: „Miß Howard iſt eine Sängerin von auffallendem
Können. Sie zeigte zuerſt ihren Wert in „Judiths
Sie=
geslied” von van Eyken, das mit reichlicher Stimmkraft,
Deutlichkeit der Ausſprache und dramatiſchem Effekt
ge=
ſungen war und ſtürmiſchen Beifall erntete. Sie ſang
auch Lieder von Maſſenet und Brahms. Der ganz
pia=
niſſimo=Vortrag von Maſſenets „Crépuscule” war ein
vortreffliches Muſter der Geſangskunſt.” — Der
Glas=
gow Herald ſchreibt: „Frl. Howard, von der Hofoper in
Darmſtadt, machte einen äußerſt vorteilhaften Eindruck.
Sie beſitzt eine glänzende Altſtimme von großem
Um=
fang und auch dazu Intelligenz und Temperament. Das
Lied mit Orcheſtra=Begleitung von van Eyken war mit
Ueberzeugung und dramatiſchem Gefühl vorgetragen,
auch Lieder von Maſſenet waren mit wunderſchönem
Tonklang und richtiger Empfindung geſungen.”
Der neue Campanile in Venedig, der
bekannt=
lich genau nach dem Modell und an der Stelle des alten
eingeſtürzten Glockenturmes errichtet worden iſt, geht nun
ſeiner Vollendung entgegen, und die feierliche Eröffnung
iſt auf den 25. April feſtgeſetzt worden. Venedig
wird=
dann alſo ſein altes Wahrzeichen wieder haben, ohne daß
man ſich die Silhouette der Stadt nicht denken konnte.
C.K. Der Champion der Wahlredner. Allenthalben
im deutſchen Lande ſind jetzt die Kandidaten unterwegs,
um Fühlung mit ihren Wählern zu gewinnen. Jeden
Tag eine Rede, das iſt wohl die Mindeſtleiſtung, die man
von einem eifrigen Reichstagskandidaten erwartet, und
beſonders tüchtige werden auch zwei bis drei täglich vom
Stapel laſſen. Aber was bedeutet das gegen die
Leiſt=
ung des Champions unter den Wahlrednern, an deſſen
Beiſpiel zu erinnern heute nahe liegt! Theodore
Rooſevelt kann dieſen Ehrentitel mit Fug und Recht
in Anſpruch nehmen, denn was er im Jahre 1900, als
Mac Kinley als Kandidat für die Präſidentſchaft der
Vereinigten Staaten und Rooſevelt für die
Vizepräſi=
dentſchaft aufgeſtellt war, auf ſeiner Wahlreiſe vollbracht
hat, dürfte kaum je überboten werden. Recht vorſtellen
kann man es ſich nicht, wie er die körperlichen und
geiſti=
gen Anſtrengungen hierbei überwunden hat, wenn ſein
Biograph Mar Kullnick erzählt, daß er für acht Wochen
ſein Heim in einem Extrazua aufſchlug und während
die=
ſer Zeit etwa 22000 (engliſche) Meilen durch faſt alle
Staaten der Union zurücklegte. In jeder wichtigeren
Stadt machte er Halt und hielt eine Rede, in der er die
Wahl Mac Kinleys empfahl und ſein Programm
ent=
wickelte. Im Staate New=York allein beſuchte er
unge=
fähr 200 Städte; die Zahl der kürzeren oder längeren
Reden, die er in den acht Wochen zu halten genötigt war,
belief ſich nach einem Zeitungsbericht auf 673, das heißt
im Durchſchnitt täglich mehr als zehn; die Menge
des Volkes, die ſeine Reden hörte, wird auf 3,5 Millionen
geſchätzt. . . Bei dieſer Blitzwahlreiſe wollte es nun
der Zufall, daß Rooſevelt auf einer Station, auf der ſeine
Maſchine Waſſer nehmen mußte, mit Bryan, dem
demokratiſchen Gegenkandidaten Mac Kinleys,
zuſam=
mentraf, und die gemütliche Art, wie die beiden Gegner
einander begrüßten, mag auch als Muſter guter Sitten
zwiſchen Wahlgegnern angeführt werden. „Hallo, Billy!”
rief Rooſevelt. „Hallo Teddy!” rief Bryan; „wie ſteht es
denn nach ſo vielen Reden mit Deiner Stimme?” „Oh,
meine Stimme iſt ſo rauh wie das Program der
Demo=
kraten” ſcherzte Rooſevelt. „Meine” entgegnete Bryan,
„iſt gebrochen wie die Verſprechungen der Republikaner.
Alles lachte; bald pfiffen die Lokomotiven, und die
bei=
den Nebenbuhler verabſchiedeten ſich vergnügt
vonein=
ander, um ihre Reiſe fortzuſetzen und weiter um die
Gunſt des Volkes zu werben
* Elektriſierte Kartoffeln. Ein Bericht aus London
beſagt: „Einzelheiten über die erſten Verſuche, die
Kar=
toffelernte in Schottland mit Hilfe der Elektrizität
ertrag=
reicher zu geſtalten, werden jetzt bekannt. Die Verſuche
wurden von einem Fräulein in Lincluden gemacht und
ſollen auch in dieſem Jahre fortgeſetzt werden. Die Saat
kartoffeln wurden in gewohnter Weiſe geſetzt. Ueber das
ganze Feld wurde ein Netz von dünnen Stahldrähten
aus=
gelegt, die 5 Meter über der Erde aufgeſpannt waren.
Der elektriſche Strom wurde täglich, und zwar vier Monate
lang, durch das Drahtnetz geſchickt. Die Dauer des Stroms
richtet ſich jedoch ganz nach der Witterung. An bedeckten
Tagen wurde dies zweimal, und zwar morgens und
abends, an ſonnigen Tagen nur einmal, des Abends,
ge=
macht. Im ganzen wurde der Strom 413 Stunden lang
eingeſchaltet. Von Anbeginn der Experimente an war
zwiſchen dem Verſuchsfeld und einem anſchließenden Felde
ein großer Unterſchied bemerkbar. Auf beiden Feldern
war die gleiche Menge Kartoffeln geſetzt worden, aber der
Ertrag auf dem elektriſierten Felde war um ſechs Tonnen
höher als auf dem anderen. Die Verſuche haben bei den
Kartoffelbauern der ganzen Umgegend die größte
Auf=
merkſamkeit gefunden.” Anſcheinend iſt alſo jetzt der elek
triſche Strom die Urſache der dickſten Kartoffeln.
* Amerika rutſcht! Von einem höchſt ſeltſamen
geolo=
giſchen Phänomen weiß der Standard zu berichten. Wie
Pater Odenbach, der Direktor des St. Ignatius=Obſer
vatoriums in Cleveland (Ohio) mitteilt, verſchiebt ſich
nach Ausweis der Inſtrumente des Obſervatoriums ſeit
dem 25. Dezember 1911 um 10 Uhr vormittags ein großer
Teil der Vereinigten Staaten fortſchreitend in der Richt
ung nach Kanada. Der Neigungswinkel zeigt auf 1000
Fuß eine Ausdehnung von ½ engl. Zoll. Die
Verſchieb=
ung bringt ſich in der Geſtalt eines rieſigen Dreiecks zum
Rehe, 1200 Haſen, 2000 Hühner und 500 Faſanen
min=
deſtens abgeſchoſſen worden ſind. Enten wurden nicht
ge=
zählt. (Siehe Anz.)
B. Ober=Ramſtadt, 8. Jan. Im Auftrage der
Sa=
nierungskommiſſion des Spar= und Kredit=Vereins geht
uns noch folgender Bericht zu: Geſtern nachmittag um
3 Uhr fand im Gaſthauſe „Zum Löwen” eine von Herrn
Bürgermeiſter Rückert geleitete und von zirka 100
Einlegern beſuchte Verſammlung des Spar=
und Kredit=Vereins Nieder=Modau ſtatt.
Wohl das ungemein ſchlechte Wetter war ſchuld, daß
nicht mehr Intereſſenten den vorzüglichen Referaten des
Herrn Bürgermeiſters Birkenſtock von Ranſtadt,
ſo=
wie des Herrn Pfarrer Kalbhenn=Ober=Mockſtadt, in
denen ſie die Rechtslage der Einleger des vor 4 Jahren
in Konkurs geratenen Ober=Mockſtädter Spar=Vereins
ſchilderten, zuhören konnten. Der erſtgenannte Redner
ſchilderte eingehend das finanzielle Ergebnis des nun
ſeit 4 Jahren in Konkurs befindlichen Spar=Vereins
Ober=Mockſtadt. Als Vorſchuß der rund 800000 Mark
betragenden Unterbilanz mußte das Mitglied 2300 Mark
bezahlen und ſei noch ein Nachſchuß von 1000—1500 Mark
zu erwarten. Die Konkurskoſten, die urſprünglich auf
7000 Mark veranſchlagt waren, haben heute ſchon die
Höhe von 12000 Mark erreicht. Was der Konkurs bis
zu ſeiner Beendigung, was wohl noch ſieben Jahre
dauern wird, für Koſten verurſacht, iſt leicht zu errechnen.
Bezüglich der Einleger betonte er, daß dieſe bis jetzt in
drei Raten zuſammen 30 Prozent ihrer Einlagen
er=
halten haben. Während ſie früher ein Arrangement
bezw. Nachlaß ablehnten, gingen ſie jetzt, wo nichts mehr
zu machen iſt, auf ſolche gerne ein. Herr Pfarrer
Kalb=
henn ergänzte die Ausführungen und ermahnte unter
der Deviſe: „Zeit verloren, Geld verloren” die Einleger
und die Mitglieder zur Einigkeit. Nach dieſen beiden
Rednern ergriff Herr Regierungsrat Baſtian,
Direk=
tor der Landeshypothekenbank, der in liebenswürdiger
und uneigennütziger Weiſe erſchienen war und ungekannt
in der Verſammlung verweilte, das Wort. Er legte den
Anweſenden nochmals die beſtehende Situation klar,
be=
tonend, daß die Zeit zu einem freiwilligen Arrangement
weit vorgeſchritten ſei, daß aber die Konkurskoſten, die
nicht unter 200000 Mark betragen würden, geſpart
wer=
den könnten, wenn die noch zur Verfügung ſtehende
koſt=
bare Zeit ausgenützt werden würde. Die Herren
Bra=
band und Wartensleben von der Sanierungskommiſſion
erſuchten die Einleger, einem Nachlaß von 20 Prozent
zuzuſtimmen, wodurch ſie bei einer Einlage von rund
1½ Millionen Mark 300000 Mark zur Deckung der
Unter=
bilanz beitragen würden. Der Vorſtand und
Aufſichts=
rat hat die bereits vor drei Jahren übernommenen
328000 Mark zu decken, während der Reſt mit rund
300000 Mark von den Mitgliedern zu tragen iſt. Es
ſprachen noch die Herren Lehrer Guyot=Brandau.
Helfrich=Rohrbach und Palmy=Gundernhauſen, welche
als Sprecher der Einleger ihre Zuſtimmung zu dem
Nach=
laß von 20 Prozent gaben. Eine in dieſem Sinne
ge=
faßte Reſolution wurde einſtimmig angenommen. Hoffen
wir, daß das letzte Unternehmen der unermüdlichen
Sa=
nierungskommiſſion, den Konkurs freiwillig aus der
Welt zu ſchaffen und damit ein großes Unglück zu
ver=
hüten, gelingen möge.
* Jugenheim, 9. Jan. Das geſtrige
Volksbild=
ungskonzert in der Sonne ſchloß ſich ſeinen
Vor=
gängern würdig an. Das Darmſtädter Streichquartett
der Herren Frey, Lieſenbein, Falkenſtein und
Pfaff leiſtete Vorzügliches im flotten Zuſammenſpiel.
Frau Schulz von Alsbach führte im Klavier=Quartett
von Mendelsſohn ihren ſchwierigen Part mit Kraft und
muſikaliſcher Sicherheit durch. Herr Frey ſpielte mit
Geſchmack und reinem Ton drei Soloſtücke älterer
Meiſter. Einen großen Genuß boten die beiden
Sän=
ger Frau Dr. Nelſon von hier und Herr Ludwig
Müller von Darmſtadt mit ihren Sololiedern und
Duetten. Herr Müller verfügt über eine Stimme von
großer Klangfülle, bei Frau Nelſon konnten wir die
tadelloſe Schulung ihrer ſchönen, hohen Sopranſtimme
und ihr feines muſikaliſches Empfinden bewundern. Frau
Heyer begleitete die Lieder mit gewohntem
Ver=
ſtändnis.
Offenbach, 9. Jan. Bei einem hieſigen Metzger
wur=
den größere Mengen Fleiſch beſchlagnahmt, das
von einer Freibank ſtammte und als vollwertiges
Fleiſch verkauft wurde. Die Polizei hat bereits eine
Unterſuchung gegen den Metzger eingeleitet, um
feſtzu=
ſtellen, von welcher Freibank er das Fleiſch bezogen hat,
da das Fleiſch nur durch Mittelsperſonen in
unrecht=
mäßiger Weiſe in ſeinen Beſitz gekommen ſein kann.
Mainz, 10. Jan. Wie das M. Tgbl. erfährt, wird
bei den preußiſchen und heſſiſchen Behörden gegenwärtig
die Frage beſprochen, ob nicht an Stelle der geplanten
Doppelbrücke zwiſchen Geiſenheim und
Gauls=
heim zwei getrennte Brücken ausgeführt
werden ſollten, und zwar die Eiſenbahnbrücke
nach dem Vorſchlag der Reichsmilitärverwaltung
zwi=
ſchen den genannten Orten, dagegen vie von den
Inter=
eſſenten auf beiden Seiten des Rheins gewünſchte
Stra=
ßenbrücke weiter rheinabwärts, etwa zwiſchen
Bingerbrück und Rüdesheim=Aßmannshauſen. Durch
die Ausführung einer Doppelbrücke (Eiſenbahn= und
Straßenbrücke) wird allerdings eine Erſparnis an
Bau=
koſten erzielt, die ſich aber nur auf die im Waſſer
ruhen=
den Pfeiler erſtreckt, und nach fachmänniſcher
Aeußer=
ung kann es ſich dabei höchſtens um 300000 Mark
han=
deln, um welchen Betrag dieſes Verfahren billiger iſt,
als der Bau einer ſelbſtändigen Straßenbrücke. Der
Erſparnis gegenüber ſteht als großer Nachteil die
Ta=
ſache, daß die großen und im Sommer verkehrsreichen
Gemeinden Bingen und Rüdesheim durch eine Brücke
von Gaulsheim nach Geiſenheim gar keine Verbindung
miteinander erhalten, ſondern daß der Trajektverkehr
auch in Zukunft genau ſo in Betrieb bleiben müßte, wie
gegenwärtig. Auf dieſe Weiſe wird der Wert einer an
dieſe Eiſenbahnbrücke angegliederten Straßenbrücke
nahezu aufgehoben. Es wird daher von verſchiedenen
Seiten der Standpunkt vertreten, daß man der
Eiſen=
bahnbrücke genau wie den anderen Eiſenbahnbrücken über
den Rhein lediglich einen Fußgängerſteig anbauen ſoll,
der keine beſonderen Koſten verurſacht. Ueber die
Stra=
ßenbrücke ſollen zunächſt genaue Erhebungen dahin
ſtatt=
finden, wo man ſie am zweckmäßigſten über den Rhein
führt, jedenfalls möglichſt nahe bei Bingen und
Rüdes=
heim. Die Schiffahrt wird durch eine Brücke genau ſo
wenig gehemmt, wie durch zwei Brücken. Man baut
heute gewaltige Bogen von mindeſtens 170 Metern
Spannweite, ſodaß die größten Schiffe auch bei hohem
Waſſerſtand, ohne zu leichtern, durchfahren können. Die
Bevölkerung von Rheinheſſen und vom Rheingau ſieht
mit großer Spannung der Löſung der Brückenfrage
ent=
gegen; ein endgültiges Projekt kann natürlich ſo lange
nicht ausgearbeitet werden, bis alle dieſe Zweifel
be=
hoben und die Entſchließungen der Beteiligten
vor=
liegen.
Mainz, 10. Jan. Im Inſtitut für phyſikaliſche
Heil=
methode in der Neubrunnenſtraße hatte der Maſchiniſt
im Keſſelhaus, da das Feuer anſcheinend am Verlöſchen
war, Putzwolle mit Benzin getränkt und in die Feuerung
geworfen. Dabei ſchlug die Flamme heraus und in
den vor dem Keſſel ſtehenden Benzinbehälter,
der, dadurch explodierte. Durch das
herum=
ſpritzende brennende Benzin wurde die Holzbekleidung
und zwei Türen in Brand geſetzt. Die ſofort
herbeige=
rufene Feuerwehrwache löſchte den Brand. — Geſtern
abend gegen 9 Uhr iſt der Matroſe Franz Brand aus
Dorfprozelten vor dem Holztor in den Rhein gefallen
und ertrunken. Die Leiche iſt noch nicht geländet.
Worms, 10. Jan. Eine verhängnisvolle
Promenade machte, lt. W. Ztg., geſtern abend der
Arbeiter Jakob Knieß. Als er am Rhein ſpazieren ging,
wurde er von einem Unbekannten durch Revolverſchüſſe
ſchwer am ganzen Körper verletzt, ſodaß er ins Städtiſche
Krankenhaus kam.
B. Aus Rheinheſſen, 9. Jan. In Eich hatte der
Bäckermeiſter G. D e i ber t das.Glück, einen Seeadler
zu ſchießen. Die Flügelſpannung des Vogels beträgt
etwa 2,50 Meter, die Flügellänge 1,50 Meter.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Jan. Gegen das
Wahl=
reklamefahren der Droſchken ſchreiten die
Schutzleute mit aller Energie ein. Mehrfach zeigten ſich in
den letzten Tagen in Berlin Droſchlen, die mit Schildern
behangen waren, durch welche die Bevölkerung bei der
bevorſtehenden Reichstagswahl zur Wahl beſtimmter
Kan=
didaten aufgefordert wurde. Wo ſich dieſe Wahlreklame=
Droſchken zeigten, erſchien auch ein Schutzmann auf dem
Plane und ſorgte für die Entfernung der Schilder. Auch
die Beförderung von Fahrgäften, welche weithin ſichtbare
Reichstagswahl=Reklameplakate tragen, wird nicht
geſtat=
tet. Die Polizei ſtützt ſich dabei auf eine landespolizeiliche
Verfügung, wonach für Reklamedroſchken jedesmal eine
beſondere Erlaubnis einzuholen iſt, wenn ſie
Reklamefahr=
ten ausführen wollen. Auch die Berliner
Droſchkenord=
nung beſagt, daß kein Fuhrherr ſeine Droſchke ohne
vor=
herige Genehmigung des Verkehrs=Kommiſſariats zu
an=
deren Zwecken als zum öffentlichen Fuhrbetriebe
verwen=
den darf. Für die konzeſſionierten Autodroſchken gelten
natürlich dieſelben Beſtimmungen. Die
Reichstagswahl=
parteien haben deshalb jetzt Möbel= und andere
Privat=
fuhrwerke mit ihren Wahlreklamen ausgeſtattet. — Bei
der Station Eichkamp im Grunewald wurden heute mittag
Herrenkleider gefunden. Aus den Papieren ſcheint
hervorzugehen, daß der Eigentümer ein Berliner
Rechts=
anwalt Dr. Napoleon Halliant iſt, der im Winter
Schneebäder zu nehmen pflegte, und ſich hierbei vielleicht
verirrte und nach Annahme der Behörden erfroren iſt.
Der Vermißte iſt noch nicht gefunden worden. — Der
Ar=
beiter Grolochski erkrankte heute nachmittag plötzlich unter
Erſcheinungen, die auf Vergiftung durch
Methyl=
alkohol ſchließen ließen. Schon während der
Magen=
ausſpülungen im Krankenhaus trat der Tod ein. — Auf
dem Hochbahnhof Möckernſtraße brach heute mittag ein
älterer Herr plötzlich bewußtlos zuſammen. Er
hatte ſoeben einen Hochbahnzug verlaſſen. Wie aus den
Papieren, die er bei ſich trug, hervorging, handelte es ſich
um den Geheimen Rechnungsrat im Juſtizminiſterium
Fiſcher. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den
Tod infolge Herzſchlags feſtſtellen. — Ein
aufregen=
der Vorgang ſpielte ſich auf der Wannſeebahn ab. In
einem Abteil dritter Klaſſe hatte neben zahlreichen
ande=
ren Fahrgäſten ein Jäger Platz genommen und ſein
Jagd=
gewehr zwiſchen ſeine Knie geſtellt. Als der Zug in die
Station Groß=Lichterfelde einfuhr, ging das Gewehr
plötzlich los. Eine Kugel drang dem Jäger durch die
rechte Hand und zertrümmerte die Fenſterſcheibe.
Biebrich, 10. Jan. Einer hieſigen Ehefrau fiel, als
ſie von dem dritten Stockwerk den Kindern im Hofe beim
Schneeballwerfen zuſah, ihr 11 Monate altes
Kind, das ſie dabei auf dem Arme hielt, etwa 20 Meter
tief auf den gepflaſterten Hof hinab. Das Kind verſtarb
nach wenigen Minuten.
Landsberg (Warthe), 10. Jan. Ein heſſiſcher
Deſerteur, der nachts in Scheunen und Strohmieten
Unterſchlupf geſucht hatte, wurde mit erfrorenen Füßen
in bejammernswertem Zuſtande aufgefunden und nach
ſei=
ner Garniſon zurückgebracht.
Glogau, 10. Jan. Vergangene Nacht erſchlug in
Schuſſenze bei Schlawa der Landwirtsſohn Herkt nach
einem Streit ſeinen betagten Vater und zündete das
An=
weſen an, wobei er ſelbſt in den Flammen umkam.
Rom, 9. Jan. Eine japaniſche Kommiſſion,
die beſonders Italien und England beſuchen wird, um
die europäiſche Methode der Koloniſation zu ſtudieren,
iſt heute in Neapel gelandet. Sie wird ſich vierzehn
Tage in Italien aufhalten und dann nach Paris
ab=
reiſen. Die Kommiſſion beſteht aus dem General Oſhima,
dem Oberſten Koſuke und einem Profeſſor an der
Uni=
verſität Tokio. Wahrſcheinlich wird die Kommiſſion
auch nach Deutſchland kommen, um das deutſche
Koloni=
ſationsverfahren zu ſtudieren.
Paris, 9. Jan. Der Bruder der Jſadora Duncan,
der ſich in der letzten Zeit in den Pariſer Straßen in
der ſeltſamſten Kleidung, manchmal nur mit einer
Bade=
hoſe, bewegt hatte, iſt von der Polizei ernſtlich verwarnt
worden. Im Wiederholungsfalle wurde ihm die
Aus=
weiſung aus Frankreich angedroht.
Paris, 10. Jan. Die Exploſion in der
Kano=
nengießerei von Ruelle, die ſich vorgeſtern abend
er=
eignete, hat verhängnisvollere Folgen gehabt, als anfangs
überſehen werden konnte. Von den 11 Verletzten ſind im
Laufe des geſtrigen Tages noch 8 ihren Verwundungen
erlegen. Außerdem wurden unter den Trümmern des
ein=
geſtürzten Werkſtattdaches noch weitere 10 Arbeiter, von
denen die meiſten lebensgefährlich verletzt ſind,
hervor=
gezogen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Prof. Marcell Salzer, deſſen für den 24.
Januar angekündigten „Luſtigen Abend” man allgemein
mit großer Freude entgegenſieht, wird diesmal ein
voll=
ſtändig neues Programm nach Darmſtadt
mit=
bringen, das Sachen von den beſten Humoriſten unſerer
Tage, wie Auburtin, Ginzkey, Marr Möller, Rideamus,
Frhrn. v. Schlicht, Ludwig Thoma, Ernſt von Wolzogen
uſw. enthält. Daß Herr Salzer einen Teil des Ertrages
des Abends dem Feſthaus=Verein Darmſtadt
überweiſen will, dürfte ſeine Anziehungskraft noch
we=
ſentlich erhöhen. Der Vorverkauf im Verkehrsbureau hat
begonnen.
Rieſenbrand in New=York.
* New=York, 9. Jan. Sieben Perſonen
ſind bei dem Brande der Equitable Life
Aſſu=
rance Company, der größten
Lebensverſicherungs=
geſellſchaft der Vereinigten Staaten, umgekommen.
Herr William Giblin, der Präſident der Mercantile Safe
Depoſit Company, hat ſich bei dem Verſuch, Papiere zu
retten, im Kellergewölbe den Ausgang verſperrt und
ſchwere Brandwunden erlitten, die für ſein Leben
ver=
hängnisvoll werden werden können.
Der Brand des Equitable=Gebäudes iſt das
ſenſatio=
nellſte und aufregendſte Feuer, das bisher in einem
Wol=
kenkratzer des Finanzviertels geherrſcht hat. Die
Feuer=
wehr ſchleuderte Waſſermaſſen in das Flammenmeer von
den umliegenden Wolkenkratzern aus. Die auf der Straße
ſtehenden Waſſertürme der Feuerwehr erreichten die
Flam=
men nicht. Tauſende von Angeſtellten fanden den Weg
zu ihren Geſchäften durch die Feuerzone verſperrt. Das
Geſchäft zahlreicher Finanzfirmen ruhte infolgedeſſen
vollſtändig. Fortwährend ſauſten Granitblöcke nieder,
ſo=
daß die benachbarten Wolkenkratzer zeitweiſe höchlichſt
gefährdet waren. Unter der Gluthitze barſten die
Fen=
ſterſcheiben in weitem Umkreiſe. Zahlreiche ſenſationelle
Rettungen fanden ſtatt. Viele Feuerwehrleute wurden
getötet. Von der Straße aus wurde bemerkt, daß drei
Perſonen in Trümmerhaufen eingeklemmt waren, es war
unmöglich, ſie zu retten. Das Flammenmeer trieb drei
Wächter auf das Dachgeſims, ſie zögerten einen Moment
betend, dann ſprangen ſie hinab und kamen unten
zer=
ſchmettert an. Der Geiſtliche der Feuerwehr erteilte unter
größter Lebensgefahr die Sterbeſakramente. Gellende
Hilferufe wurden weithin vernommen. Die Hydranten
waren vielfach zugefroren. Bis jetzt ſind zehn Tote und
zwölf Verletzte zu verzeichnen, Der Sachſchaden wird bis
auf 20 Millionen Dollars geſchätzt. Das Feuer
iſt im Reſtaurant des Erdgeſchoſſes ausgebrochen. Das
niedergebrannte Equitable=Gebäude lag am Broadway
im Mittelpunkt des Finanzviertels.
* New=York, 9. Jan. Das Equitable=
Gebäude glich, zwei Stunden nach Ausbruch des
Feuers, das in dem Reſtaurant des Erdgeſchoſſes
aus=
am, einem flammenden Hochofen. Die Feuerwehr mußte
ſich darauf beſchränken, ein weiteres Umſichgreifen des
Feuers zu verhindern. Die Feuerwehr ging von den
Dächern der benachbarten Wolkenkratzer vor, die
Waſſer=
ſtrahlen aus den auf die Wolkenkratzer hinaufgeführten
Schlauchleitungen waren ebenfalls wirkungslos. Die
wert=
vollen Sicherheitsgewölbe ſind unverſehrt. Noch nie
ſind bei einem Brande ſo bedeutende finanzielle Werte
vernichtet worden. Neun Straßen des Stadtviertels ſind
Ausdruck, das als Baſis Cineinnati hat, deſſen
Scheitel=
punkt Kanada darſtellt und deſſen einen Schenkel eine von
Newbury Port in Maſſachuſetts durch Elmira im Staate
New=York führende Linie bildet. Nach der Erklärung
Pater Odenbachs macht es den Eindruck, als wenn ein
amerikaniſcher Gigant die Erdoberfläche am Kanadiſchen
Ende wegzerre. Für das vorliegende Phänomen vermag
er eine Begründung nicht zu geben. Möglich, daß die
jüngſten Erdbeben im mittleren und fernen Weſten als
ſekundäre Urſache mit im Spiele ſind — ſofern die
Be=
obachtung nicht überhaupt auf einer Selbſttäuſchung infolge
ungenauen Funktionierens der geodätiſchen Inſtrumente
beruht. Es iſt zu erwarten, daß die Faſtnachtszeitungen
ſich dieſes Thema nicht entgehen laſſen werden.
Gedanken und Gloſſen.
„Philoſophie‟
Nicht der ſchwerverdaulichen Koſt Kants oder
Scho=
penhauers ſoll heute gedacht werden, ſondern der eines
modernen Meiſters: Monſieur de Selves, im Nebenberuf
Mänistre pour les affaires etrangeres, früherer Präfekt
von Paris. Er, der zu dem einen Poſten ſo wenig
Ge=
ſchick wie für den anderen hatte, bekleidete ſie trotzdem,
dank ſeiner philoſophiſchen Veranlagung. Aus irgend
einem undefinierbaren, ihm wohl ſelbſt unbekannten
Grunde war Monſieur de Selves Präfekt von Paris
ge=
worden und ſchickte ſich darin ins Unvermeidliche. Paris
wurde unter ſeinem Schutze immer ſchmutziger und Herr
von Selves philoſophiſcher. Von dieſer fraglichen
Tu=
gend wurden ſo nach und nach auch die Untergebenen,
herunter bis zu den Straßenarbeitern, angeſteckt. Mit
geradezu vorſchriftsmäßiger Ruhe konnten letztere
vier=
mal in einem Monat die gleiche Straße aufreißen, um
nacheinander Kabel, Gas= oder Waſſerrohre zu legen
oder nur zur Abwechſelung etwas nachzuſehen. Immer
mehr gewann Paris das Gepräge von Reggio=Calabria
nach dem Erdbeben; die Place de la Concorde glich
einem Steinbruch und die der Opéra einer Fabrik. Unter
der philoſophiſchen Regie de Selves wurden die Spuren
ſeines großen Vorgängers Haußmann immer mehr
ver=
wiſcht und verdunkelt. Die Pariſer proteſtierten zwar
in Zeitungen, Verſammlungen uſw doch Monſieur de
Selves blieb ſeinen Theorien treu. Da eines Tages
ver=
folgte ihn ſein altes Geſchick: . . Er wurde zum
Mini=
ſter des Aeußern ernannt — mancher Menſch kann ſo
wenig für ſein Unglück, wie ein anderer für ſein Glück!
Nun zeigten ſich die Pariſer als Philoſophen, ſie
prote=
ſtierten nicht mehr, es war ihnen gleichgültig, daß eine
ſo unfähige Kraft ein ſo verantwortungsvolles Amt
be=
kleide, im Gegenteil, ſie ſchmeichelten Herrn von Selves,
ihm verſichernd, daß er dazu wie geſchaffen, und hatten
einen großen Seufzer der Erleichterung, als ſie ihn
end=
lich los waren, mochte auch die Sintflut nachher
kommen.
Wie Monſieur de Selves ſein Amt in ſo ernſter Zeit
führen konnte, wird wohl ein ungelöſtes Rätſel bleiben.
Vorſichtshalber hatte er ſich zu den Marokkodebatten in
der Kammer eine wohldurchdachte — — „Grabrede”
vor=
bereitet, doch das Schickſal quälte ihn weiter — — und
ließ ihn im Amt. Vorgeſtern endlich, wie geſtern unter
den letzten Nachrichten des Tagblatts zu leſen war,
er=
ſchien für ihn der erſehnte Moment, um ſich des ihm
vom Schickſal aufgebürdeten Poſtens eines Miniſters des
Aeußeren zu entledigen; noch einmal half ihm die
Philo=
ſophie, nämlich die, daß Schweigen Gold bedeutet.
Er hat ausgelitten! Ueberblickt Monſieur de Selves
ſeine Laufbahn, ſo kann er befriedigt ſagen, daß ſeine
Theorien als Reſultat die ſchöne Miniſterpenſion
hatten. Ein Erfolg, der ihm geſtattet, ſich in Asniéres,
dem berühmten Städtchen vergangener Größen — wie
Madame Steinheil, Madame Humbert uſw. —,
anzu=
ſiedeln und nachzudenken, wie ſchwer es ſich andere
Men=
ſchen machen, durch ihre Arbeit und ihr Talent ebenſo
weit zu kommen.
Quietus Observator.
abgeſperrt. Die Keller der benachbarten Banken ſind
über=
ſchwemmt. Infolge der herrſchenden Kälte iſt die
Umge=
bung der Brandſtätte weithin mit einer Eisſchicht
be=
deckt.
* New=York, 9. Jan. Die dem Equitable=
Gebäude benachbarten Banken, darunter die American
Exchange Nationalbank, ſind vom Feuer unbeſchädigt
ge=
blieben. Die Polizei verwehrt jedoch den Zutritt zu ihnen.
Der Verkehr an der Börſe ruht. Die Equitable Life
Aſſu=
rance Company teilt mit, daß ſie von ſämtlichen
Doku=
menten Duplikate beſitzt und daß der
Geſchäfts=
betrieb ohne Störung fortgeſetzt werde.
* New=York, 10. Jan. Nach den letzten
Polizei=
berichten über das Feuer der Equitable=
Ver=
ſicherungsgeſelſchaft beträgt die Zahl der Toten
drei; zwei Perſonen werden vermißt. Sieben Perſonen
wurden verletzt. Nach den letzten Schätzungen beziffert ſich
der Sachſchaden auf 50,6 Millionen Dollars. Die
Equitable=Geſellſchaft gibt bekannt, daß die Gewölbe
der Geſellſchaft nicht gelitten haben. Die dort
aufbewahr=
ten Wertpapiere im Betrage von etwa 200 Millionen
Dollars ſind wahrſcheinlich unverſehrt.
Wahlverſammlungen.
Nationalliberale Wählerverſammlung.
Zu einer impoſanten und eindrucksvollen
Kund=
gebung für die nationalliberale Sache geſtaltete ſich die
letzte Verſammlung der Nationalliberalen Partei geſtern
abend im Schützenhof. Der Saal war dicht beſetzt. Nach
kurzer herzlicher Begrüßung führte Herr Stadtverordneter
Dr. Noellner, der unter lebhafteſtem Beifall
konſtatie=
ren konnte, daß nach aller Vorausſicht nun der Kandidat der
Partei mit Sicherheit in die Stichwahl komme, aus, es ſei
Herrn Dr. Oſann gelungen, in den Wochen reichſter Arbeit
ſeineIdeen in die Wählerſchaft zu tragen und die Art, wie
dieſe aufgenommen, berechtigen zu der ausgeſprochenen
Hoffnung. Redner erteilte dann als erſten Referenten
dem Kandidaten das Wort, der mit langanhaltendem
Händeklatſchen begrüßt wurde.
Landtagsabgeordneter Dr. Oſann
beſpricht zunächſt kurz ſeine Wahlarbeit, die ihn in
ahl=
reichen Verſammlungen in alle Orte des Wahlkreiſes
geführt habe, und in denen er den ganzen Stoff als
Ab=
geordneter des Wahlkreiſes vertreten und ſich der
Auf=
gabe unterzogen habe, ſachlich die Angelegenheiten des
Reichstages darzuſtellen. Denn in dieſer Darſtellung
habe er zugleich ein Programm für den nächſten
Reichs=
tag geben können. Er fuhr dann fort:
Ich habe geſehen, daß dieſe Art der Darſtellung
An=
klang gefunden hat. Dabei habe ich ein ungeſchminktes
Bild gegeben, habe die Mängel, die in den Arbeiten des
Reichstages hervorgetreten waren, nicht geleugnet,
ſon=
dern offen klargelegt, da ich nicht will, daß irgend jemand
über meine Stellung zu wichtigen Fragen im Unklaren
ſei; habe auch die unpopuläre Frage der Finanzen des
Reiches, dann die Steuern eingehend dargelegt.
Ich hoffe, daß meine Darlegungen auch Anklang in
der Wählerſchaft gefunden haben. Wir haben den Eindruck
mitnehmen können, daß die ſachlichen Darſtellungen,
die ich mir zur Richtſchnur genommen hatte, doch auch
auf ſozialdemokratiſche Verſammlungsbeſucher ihren
Ein=
druck nicht verfehlt haben. In Gr.=Gerau tadelte mich ein
Freiſinniger, daß ich damals nicht nach Bingen Alzey
gefah=
ren ſei, um für Herrn Korell zu ſprechen. Ich konnte ihn
leicht mit der Frage abtun: ob der Herr Pfarrer Korell
in der Stichwahl zwiſchen dem Sozialdemokraten und
Herrn Dr. Stein, in der Stichwahl zwiſchen dem
Sozial=
demokraten und mir, etwa für mich eingetreten ſei. (Sehr
wahr!)
Oft wurde ich als ein Verbündeter des Zentrums
der chriſtlichſozialen, der deutſchſozialen Partei, des
Bun=
des der Landwirte bezeichnet, nur, um mir in der
Wahl=
bewegung zu ſchaden. Ich bin nationalliberal,
habe mich in meinem ganzen Leben zur
Nationallibera=
len Partei bekannt, habe nationalliberales Sinnen und
Denken ererbt aus den Zeiten, die die größten dieſer
Partei waren. (Lebh. Händeklatſchen und Bravo!) Ich
habe doch in dem Reichstage ſtets nationalliberale
Po=
litik vertreten, mich in keiner Frage, keiner Abſtimmung
von der Nationalliberalen Partei, unſerem Führer
Baſ=
ſermann getrennt; nur bei dem Reichsvereinsgeſetze, bei
dem ich nach der liberalen Seite weitergehende
Anträge unterſtützt habe. Auf dem letzten Parteitage in
Kaſſel hat ſich Baſſermann mit Recht auf den Standpunkt
geſtellt, es müſſe den einzelnen Landesteilen Freiheit in
ihrer Bewegung gelaſſen werden. Und dieſe Freiheit
nehme ich auch für Heſſen in Anſpruch. (Bravo!) Bei
uns ſind die politiſchen Verhältniſſe anders geartet als
in Baden, und das Vorgehen der Nationalliberalen
Ba=
dens findet auch nicht in allen übrigen Landesteilen
An=
erkennung. Dort ſteht man in heftigſtem Kampfe mit
dem Zentrum; hier, in Darmſtadt-Groß=Gerau, dagegen
mit der Sozialdemokratie. Dieſe muß hier bekämpft
werden, denn ſie iſt ſo ſtark, daß man ſich den Luxus der
Zerſplitterung der Stimmen nicht geſtatten darf. Ein
einmütiges Zuſammenhalten iſt erforderlich,
damit das Bürgertum den Sieg erringt, und ſollten da
von mir die Parteien zurückgeſtoßen werden, die ſich mir
in dieſem Kampfe an die Seite ſtellen wollen? Die
Un=
terſchiede zwiſchen den Parteien rechts von mir, dem
Zentrum, dem Bunde der Landwirte, ſind keineswegs
verwiſcht; keinesfalls habe ich mich in die
Ge=
folgſchaft irgend einer Partei begeben;
aber es müßte doch töricht ſein, wollte man dieſe
Unter=
ſtützung ablehnen. (Sehr richtig!) Aber in keiner
Be=
ziehung habe ich, das betone ich wiederholt, irgend
welche Konzeſſionen gemacht, nicht den
rechts=
ſtehenden Parteien, nicht dem Zentrum gegenüber, nicht
dem Bunde der Landwirte gegenüber. Ich will fre i
ſein und ich bin frei nach allen Richtungen
geblieben. (Lebh. Bravo!)
Zum Bunde der Landwirte in meinem Wahlkreiſe
ſei noch erwähnt: dieſer hat ſich im Gegenſatz zu ſeiner
Organiſation in Norddeutſchland auf meinen
Stand=
punkt in der Reichsfinanzreformfrage, der entſcheidenden
in der inneren Politik, geſtellt, hat meinen Standpunkt
für die Erbſchaftsſteuer gebilligt; meinen ablehnenden
Standpunkt gegenüber der ganzen Finanzreform
eben=
falls für richtig gehalten. Was kann denn da noch mehr
verlangt werden?
Ich danke dem Hanſabund in Darmſtadt, daß er in
Neutralität verharrt gegenüber den beiden liberalen
Kandidaten, trotzdem Herr Strecker ſich auf die
Forder=
ung des Hanſabundes verpflichtet hatte, während
ich eine Verpflichtung einzugehen mich nicht bereitfinden
konnte. Ich habe in meinem politiſchen Leben gerade
mit Verpflichtungen bei anderen trübe Erlebniſſe
ge=
ſehen, die mich zu dem Entſchluſſe drängten, niemals
eine verpflichtende Erklärung abzugeben.
Ich habe weiter es ſehr dankbar empfunden, daß
n ſich in der Majorität des Ausſchuſſes des Hanſabun=
des auf den neutralen, nicht parteipolitiſchen Standpunkt
geſtellt hat, ſondern den Bund als das betrachtet, was er
ſein ſoll, eine wirtſchaftliche, nicht eine politiſche
Kor=
poration. Ebenſo habe ich mich auch anderen Anfragen
gegenüber verhalten. Glauben Sie mir, daß es mir bei
mancher ſchwer gefallen iſt, bei ſolcher Handlungsweiſe
zu bleiben, da einige dieſer Anfragen meine lebhafteſte
Sympathie haben, ſo die Beſtrebungen des Bundes der
techniſch=induſtriellen Beamten, der
Privatbeam=
tenvereinigung Darmſtadts, um nur dieſe zu
nennen. Allein ich muß meinen Standpunkt konſequent
durchführen, um ein unabhängiger Mann zu bleiben.
(Bravo!)
Was ich aber während meiner Tätigkeit an
verant=
wortlicher Stelle im Reichstag und Landtag auf das
ange=
nehmſte empfunden habe, war das Vertrauen, das mir
ſo vielfach entgegengebracht wurde. Wie viele Männer aus
allen Schichten der Bevölkerung ſind zu mir gekommen,
haben mir ihre Schmerzen geklagt, wie viele Abordnungen
von Vereinen, Korporationen, habe ich geſprochen, ich
glaube Niemandem Gehör verſagt zu haben, aber auch
tätige Hilfe habe ich geleiſtet, wenn es mir möglich
war. Und wie iſt mir dies in der Oeffentlichkeit zuſtatten
gekommen: ich war unterrichtet über die Verhältniſſe und
konnte, geſtützt auf zuverläſſige Mitteilungen, eingreifen,
wo ich Gelegenheit hatte, und ich denke, die, die ſich an mich
wandten, haben es nicht zu bereuen gehabt. Daß mir
da=
durch eine Fülle von Arbeit entſtanden iſt, habe ich gerne
ertragen, da ſie doch im Intereſſe des Volkes geleiſtet war.
(Lebhaftes Bravo!)
Laſſen Sie mich aber noch ein perſönliches Wort ſagen:
Die Ehre, die mir die vorige Wahl gegeben hatte,
Reichs=
tagsabgeordneter zu ſein, hat mir zugleich die intereſſanteſte
Zeit meines Lebens verſchafft. Ich glaube, in keiner
Reichstagsperiode hat eine ſolche Fülle der verſchiedenſten
Erlebniſſe ſich vereinigt. Redner beſpricht dann kurz die
allgemeine äußere Lage und meint, die Aenderung der
Dinge in Frankreich, die Uebernahme des Miniſteriums
durch den Erzfeind Deutſchlands, Delcaſſé ſollte uns
erneut den Ernſt der Dinge vor Augen führen. (Sehr wahr!)
Er fährt dann fort: Ich habe in den Reihen der
Nationalliberalen Fraktion eine ganze Reihe von Freunden
gefunden, die nicht allein politiſche, ſondern auch perſönliche
Freunde wurden. Das betrachte ich neben der Arbeit als
einen weſentlichen Gewinn gerade der Reichtagstätigkeit.
Unſere Partei haben wir aufgebaut auf nationalen
Grundſätzen, die wir ſehen in feſtem Eintreten für
Kaiſer und Reich; aus ihm ergibt ſich unſere ſtete Fürſorge
für die Wehrhaftigkeit unſeres Volkes zu Lande und zu
Waſſer. Wir ſind aber auch eine liberale Partei, wollen
freie Bewegung und freie Arbeit für jeden in
unſerem Volke Wir wollen den Wert der Perſönlichkeit,
der perſönlichen Tüchtigkeit in den Vordergrund der
Be=
urteilung bei dem Wert eines Menſchen geſtellt wiſſen,
wollen die Entfaltung der Kraft des Einzelnen,
insbeſon=
dere derer, die in ſtaatliche Aemter berufen ſind. Wir
ver=
langen Opferwilligkeit im Dienſt der Allgemeinheit. Wir
ſehen in dem Zuſammenwirken von Volksvertretung mit
der Regierung die Unterlage für die ſtaatliche Arbeit in
der Oeffentlichkeit. Wir ſind aber in unſerem eminent
wirt=
ſchaftlichen Zuſtande eine wirtſchaftliche Partei, erſtrebend
die gleichmäßige Behandlung aller Erwerbsgruppen. Aus
unſeren ſozialen Prinzipien ergibt ſich die Pflicht, zu wirken
für die wirtſchaftlich Schwachen, nicht allein für die Kreiſe
der Arbeiter, auch für die ſonſt notleidenden Stände unſerer
Bevölkerung, insbeſondere den Mittelſtand.
(Lebhaftes Bravo!) Unſerer Fürſorge für den
Arbeiter=
ſtand haben wir Ausdruck gegeben in der praktiſchen
Tätigkeit auf dem Gebiet der ſozialen Geſetzgebung;
wei=
tere Taten haben hier zu folgen und beſonders leuchtet die
Aufgabe auf dem Gebiete der Wohnungsfrage
her=
vor.
Nicht meine Perſönlichkeit, die Partei, der ich angehöre
mit vollſter innerſter Ueberzeugung, muß für Sie die
Un=
terlage Ihrer Entſcheidung bilden. Ich aber habe aus all'
den Verſammlungen, die ich hielt, aus den Beweiſen der
Kampfesfreudigkeit, die mir geworden ſind an allen
Orten, die feſte Zuverſicht, daß unſer Wahlkreis keine
Siegesbahn eröffnen kann der Sozialdemokratie. Aber
Alle müſſen ihre Pflicht tun. Dazu ſeien
Sie aufgerufen mit allem Nachdruck,
einge=
denk der ernſten Lage unſeres Landes.
Auf zum Kampf, auf zum Sieg!
(Langanhaltender, lebhafter Beifall, — Bravo und
Hände=
klatſchen.)
Der Vorſitzende ſpricht dem Kandidaten herzlichſten
Dank aus und eröffnet alsdann eine
Diskuſſion,
zu der ſich zahlreiche Redner bereits gemeldet haben.
Herr Oberpoſtpraktikant Köhler hob beſonders die
große Arbeitskraft und Sachkenntnis hervor, mit der
Herr Dr. Oſann bereits fünf Jahre hindurch im
Reichs=
tage gearbeitet habe, und zwar beſonders auch im
Inter=
eſſe der Beamten aller Kategorien. Dafür gebühre Herrn
Dr. Oſann der lebhafteſte Dank und die Anerkennung
aller Beamten. (Bravo!) Herr Dr. Oſann habe ſich in
keiner Beziehung gebunden und in ſeiner Tätigkeit
praktiſch bewieſen, daß er für die Geſamtintereſſen des
Volkes ein warmes Herz habe und für alle
Erwerbs=
ſtände nach Kräften eintrete. Darum könne am 12. Jan.
kein anderer für die Wähler in Frage kommen, als Dr
Oſann. (Lebh. Bravo!)
Herr Referendar Dingeldey widmete= ebenfalls
der Tätigkeit des Herrn Dr. Oſann warme und
überzeu=
gende Worte, die wiederholten lebhaften Beifall
aus=
löſten. Vor allem pries Redner die ſtrenge
Wahrheits=
liebe und das eiſerne Pflichtbewußtſein des Kandidaten,
mit dem er als Abgeordneter alle an ihn herangetretenen
Fragen geprüft habe. Redner trat dann in einigen
Aus=
führungen Herrn Dr. Strecker entgegen und ſprach ſein
Befremden darüber aus, daß dieſer gerade dem Umſtand,
daß Herr Dr. Oſann ſich völlige Freiheit ſeines Handelns
gewahrt habe, ſo wenig Verſtändnis entgegenbringe. Die
heutige Zeit und das deutſche Volk brauche freie
Män=
ner, beſonders, wenn ſie, wie Herr Dr. Oſann, durch ihre
Tätigkeit bewieſen haben, daß ſie nach beſtem Können die
Intereſſen des Volkes wahrnehmen nach jeder Richtung
hin. (Lebh. Bravo!) Redner ſchloß mit einem
eindring=
lichen Appell, am 12. Januar vor allem nicht der
Wahl=
urne fern zu bleiben; in erſter Linie aber zu wählen
Herrn Dr. Oſann! — Herr Koch ſieht ſich als nicht
gewerblich tätiges Mitglied der Gaſtwirte=
Orga=
niſation veranlaßt, die Stellungnahme der
Gaſt=
wirte zu dieſen Reichstagswahlen näher zu präziſieren:
Die Gaſtwirte verlangen vom kommenden Reichstag in
erſter Linie eine Konzeſſionierung des
Flaſchenbierhan=
dels, ſowie der Privathotels, Penſionen und
Koſtgebe=
reien und die obligatoriſche Einführung der
Bedürfnis=
frage bei Wirtſchaftskonzeſſionen. Die
ſozialdemokra=
tiſche Partei wird für eine Einführung dieſer
Bedürfnis=
frage niemals zu haben ſein, da das ja gegen ihr Parlei=
programm verſtoßen würde, welches ohne Rückſicht auf
Volkswohlfahrt völlige Gewerbefreiheit vorſchreibt. Die
ſozialdemokratiſche Partei hat ſich aber gerade dem
Gaſt=
wirtsgewerbe gegenüber auch durch ihr Vorgehen
ge=
legentlich des Inkrafttretens der Reichsfinanzreform im
Jahre 1910 ſehr mißliebig gemacht. Welcher Gaſtwirt
dächte nicht noch mit Schrecken an den durchgemachten
Bierboykott, der auch beſonders hier im
Reichstagswahl=
kreiſe Darmſtadt das ganze Gaſtwirtsgewerbe
ſchwer geſchädigt hat. Daß dieſe ſchwere
Schädig=
ung des Wirtsgewerbes von den Wirten ſelbſt bei der
bevorſtehenden Reichstagswahl nicht vergeſſen werden
kann, darüber dürfte kein Zweifel obwalten, und keinem
nachdenkenden Wirte kann zugemutet werden, den
Dank für den Bierboykott durch Wahl eines
ſozialdemokratiſchen Abgeordneten
ab=
zuſtatten.
Was die Fortſchr. Volkspartei anbelangt, ſo
haben mit ihr die Wirte=Organiſationen bisher wenig,
gute Erfahrungen machen dürfen. Trotzdem zirka
vier Fünftel aller deutſchen Städte ſchon die
Bedürfnis=
frage eingeführt haben, eben weil man damit die
durch=
aus günſtigſten Erfahrungen gemacht hat, ſo haben ſich
doch viele Herren vom Freiſinn noch nicht zur Aenderung
ihres in dieſer Beziehung veralteten Parteiprogramms
verſtehen können. Aber auch in anderer Beziehung hat
ſich die Fortſchrittliche Volkspartei nicht gerade die
Sym=
pathie der Gaſtwirte erworben; ich erinnere hier nur an
die Vorgänge bei den letzten hieſigen
Stadtverordneten=
wahlen.
Herr Juſtizrat Dr. Oſann hat ſchon bei
verſchie=
denen Gelegenheiten bewieſen, daß er füh die Klagen und
Beſchwerden der Gaſtwirte ſtets zu haben iſt. Er war
jederzeit bereit, Deputationen der Gaſtwirte=
Organiſa=
tion zu empfangen, mit ihnen die Lage eingehend zu
be=
ſprechen, und er hat nicht nur verſprochen, für
die Gaſtwirte etwas zu tun, ſondern er iſt auch in der Tat
für die berechtigten Intereſſen des Gewerbes
nachhal=
tig eingetreten, wie verſchiedene Maßnahmen der
Reichsregierung und deren Organe erſehen ließen; wie
er dies insbeſondere aber auch mit ſeinem Eintreten für
die Beibehaltung des Bedürfnisnachweiſes in
Darm=
ſtadt bewies. Die Gaſtwirte können ruhig behaupten,
daß ſie bei keinem Reichstagsabgeordneten ſo viel
Ent=
gegenkommen gefunden haben wie bei Dr. Oſann. Die
bisherige Stellungnahme Dr. Oſanns gibt die
Garan=
tie dafür, daß auch in Zukunft durch ihn die Intereſſen
des Gaſtwirteſtandes bei der Reichsregierung gebührend
vertreten werden, und deshalb können die Gaſtwirte
nichts beſſeres tun, als den bewährten Abge=,
ordneten Dr. Oſann am 12. Januar
geſchloſ=
ſen wiederzuwählen. (Lebh. Beifall.)
Herr Regierungsrat Baſtian: Wenn der amtliche
Wahl=
kommiſſar Zeuge der heutigen Verſammlung, des Jubels
und der Begeiſterung geweſen wäre, käme er wohl in die
Verſuchung, Herrn Dr. Oſann ſchon als gewählt zu
be=
trachten. (Heiterkeit). Wenn es auch nun nicht ſo wäre,
ſo ſei doch die Ausſicht ſicher gut, und man dürfe hoffend
in die Zukunft ſchauen. Eingehend beſprach Redner die
Verhältniſſe zum Hanſabund und die Haltung des Herrn
Dr. Oſann dazu. Es ſei nicht zu verſtehen, wie ein ſo klar
denkender Mann wie Dr. Strecker darin Unklarheit
er=
blicken kann. Zu unſerem Kandidaten könne man das feſte
Vertrauen haben, daß er die Dinge, und die Art wie er
zu ihnen Stellung nimmt, genau und mit Sachkenntnis
prüft, ehe er entſcheidet. Jeder Katholik könne Herrn Dr
Oſann ſeine Stimme unbedingt geben. Wenn Dr. Oſann
die Enzyklika=Frage aufrollte, ſo war das nur geſchehen,
um der Gefahr, den konfeſſionellen Frieden zu ſtören, zu
begegnen, was ſeinem Programm entſpricht. (Lebhaftes
Bravo.) Daß Herr Dr. Oſann dieſe Dinge zur Sprache zu
bringen ſich nicht ſcheute, ſei einer der vielen ſympathiſchen
Züge des Kandidaten, ſeiner Wahrheitsliebe und ſeiner
Furchtloſigkeit. Was Herr Dr. Oſann für die Beamten
ge=
tan, ſei bekannt, und die Beamten wüßten auch in der
Mehrheit, daß es viel darauf ankommt, wer ihre
Inte=
reſſen vertritt. (Sehr richtig! Bravo!) Der Arbeiterſchaft
dient Dr. Oſann auch ſchon dadurch, daß er auch die
Unter=
nehmer nicht vergißt. Von der ſtillen, volkstümlichen
Arbeit des Herrn Kandidaten zu ſprechen, iſt ihm nicht
an=
genehm, trotzdem wolle er nicht unterlaſſen hinzuweiſen,
daß man ſein ſtilles, aber deſto emſigeres Wirken in der
Nieder=Modauer Affäre, das größte Unglück zu verhüten,
dort nicht vergeſſen wird. Daß er für die Stärkung unſerer
Wehrmacht eintritt,ſei ſeine Pflicht im Intereſſe des
Vol=
kes. Wir wollen keinen Krieg, aber eben weil wir den nicht
wollen, müſſen wir die Verſicherungsprämie zahlen.
Wenn man geſagt habe, Dr. Oſann habe verſprochen, ſich
zu beſſern, ſo meint er, (Redner), das ſei gar nicht nötig,
Herr Dr. Oſann ſolle ſo bleiben, wie er war, dann ſei er
gerade gut genug für uns. Darum die Fahne hoch
für Oſann! (Lebhaftes Bravo.)
Herr Kanzleidiener Häuſer erörterte, was Herr
Dr. Oſann für die Unterbeamten getan habe, für die
kein anderer bei der Wahl in Frage komme, als Dr.
Oſann. Mit vielem Verſtändnis und warmem Herzen
beſprach Redner dann die allgemeine Lage und ſchloß
mit einem dringenden Aufruf zur Wahl Oſanns.
Herr Oberpoſtaſſiſtent Kolb verbreitete ſich über die
Lage der Beamtenſchaft, für die es eine weiſe Vorſicht iſt,
daß ſie ſich nach Männern umſieht, die mit größter
Sach=
kenntnis den Bedürfniſſen ein warmes Herz
entgegen=
bringen. Solchen Mann beſitzt die Beamtenſchaft in Dr.
Oſann .(Bravo!) Aus voller Ueberzeugung hat die
Be=
amtenſchaft ſich bisher ſtets auf nationalem Boden
geſtellt und es ſei ſehr zu beklagen, daß ein Poſtbeamter
aus Frankfurt für ein Bündnis mit der Sozialdemokratie
eingetreten ſei. (Pfui!) Intereſſant war die
Zuſammen=
ſtellung der verſchiedenen Sätze aus den
Parteipro=
grammen, die der Redner gab, und nach der feſtgeſtellt
wurde, daß alle Forderungen, die Herr Jeneck
ſ. Z. aufſtellte, im Programm der
Nationallibe=
ralen Partei enthalten ſeien, während das der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei nichts davon enthält. (Hört!
hört!) Die Hilfe der Sozialdemokratie müſſe jeder
Be=
amter mit Nachdruck zurückweiſen. Das könne am beſten
und wirkſamſten dadurch geſchehen, daß die Beamten
Mann für Mann Herrn Dr. Oſann wählen.
Herr Oberpoſtſchaffner Stühle erklärte im Namen
aller Poſtunterbeamten Darmſtadts, daß für ſie kein anderer
als ein bürgerlicher Kandidat, niemals ein
Sozial=
demokr at in Frage kommen kann. Die Unterbeamten
wiſſen ganz genau, daß ſie von der
Sozialdemo=
ratie am wenigſten zu erwarten haben (
Leb=
haftes Sehr richtig!) und weiſen alles entgegengeſetzte
in der ſozialdemokratiſchen Preſſe mit Entrüſtung zurück.
Jeder Poſtunterbeamte, der es ehrlich mit ſich und ſeiner
Familie meint, müſſe am 12. Januar ſeine Stimme Herrn
Dr. Oſann geber.
Herr Rechnungsrat Keim forderte alle Zoll= und
Steuerbeamten und verwandten Dienſtzweige auf,
Herrn Dr. Oſann zu wählen, der dem ganzen Wahlkreiſe
bekannt iſt, und in den letzten 5 Jahren geeigt hat, daß
er die Wünſche und Schmerzen aller Beamken kennt und
ſie mit warmem Herzen vertritt.
Herr Lehrer Speckhard wies ebenfalls auf die
Ver=
dienſte Dr. Oſanns auf vielen Gebieten des öffentlichen
Lebens, im Reichstag und im Landtage, wie im
Stadt=
verordneten=Kollegium hin. Die heutige Zeit verlange
Männer, denen man vollſtes Vertrauen
entgegen=
bringen kann, und ein ſolcher Mann ſei Dr. Oſann in erſter
Linie. Er ſei ſtets hilfsbereit und habe ſtets an ihn
heran=
getretenen Wünſchen Ohr und Kraft geliehen. Darum
kei=
nem anderen die Stimme, als Herrn Dr. Oſann.
Herr Landgerichtsrat Lehr zerpflückte in ſehr
wirk=
ſamer Weiſe das ſozialdemokratiſche Flugblatt und
erör=
terte dann kurz die Richtlinien, die für jeden heſſiſchen
Be=
amten bei der Wahl maßgebend ſein müſſen, und die darin
reſultierten, daß jeder Beamte Heſſens vor allem wählen
muß, und daß unter den gegenwärtigen Kandidaten nur
Herr Dr. Oſann in Frage kommen kann. (Beifall.)
Herr Eiſenbahngütervorſteher Huff unterwarf die
Politik der Fortſchrittlichen Volkspartei einer ſcharfen
Kri=
tik und wies verſchiedene Angriffe gegen Dr. Oſann
beweis=
kräftig zurück. Kein Beamter könne der Fortſchrittlichen
Volkspartei beitreten, ſolange dieſe in Stichwahlen den
Sozialdemokraten gegen bürgerliche Kandidaten unterſtützt.
(Lebhaftes Sehr richtig!) Auf wen ſolle ſich der Staat
ver=
laſſen, wenn er ſich auf ſeine Beamten nicht mehr verlaſſen
könne? Es werde ſo oft geſchrieben und gefordert: Kauft
am Platze! Er wolle heute allen Darmſtädter Wählern
zu=
rufen: Kauft nicht in Nauheim, kauft in
Darm=
ſtadt und wählt Dr. Oſann! (Stürmiſches Bravo!)
Herr Dipl.=Ing. Ritſert weiſt darauf hin, daß er als
Vorſitzender des jungliberalen Vereins mit voller
Ueber=
zeugung für Hern Dr. Oſann eintrete, weil die
Junglibe=
ralen, trotz mancher Gegenſätze, die mehr programmatiſcher,
organiſatoriſcher Art ſeien, voll und ganz hinter der
Tätig=
keit des Hern Dr. Oſann ſtehen. Redner ſchließt ſeine
längeren Ausführungen mit der dringlichen Bitte an alle
heutigen Redner, auch in Zukunft praktiſch politiſch tätig
zu ſein, einer Bitte, die mit lebhaftem Bravo aufgenommen
wurde.
In ſeinem kurzen Schlußwort ſprach der Kandidat
Dr. Oſann bewegt ſeinen herzlichſten Dank für die
all=
ſeitige Anerkennung ſeiner beſcheidenen Tätigkeit aus.
Insbeſondere richtete ſich ſein Dank gegen den Vertreier
der Jungliberalen, deſſen offene ehrliche Ausführungen
ihm beweiſen, daß ſowohl die alten, als auch die jungen
Freunde ihm treu bleiben. Sein nochmaliger Aufruf
zur Wahl am 12. Januar wurde mit brauſendem Bravo
aufgenommen.
Herr Dr. Noellner ſchloß die Verſammlung mit
Dankesworten an die Verſammelten und mit dem
Aus=
druck der Hoffnung, daß, wenn es zur Stichwahl komme
zwiſchen Dr. Oſann und dem Sozialdemokraten, auch die
freiſinnigen Wähler wiſſen, was ihre Schuldigkeit iſt,
wie ſie es auch 1907 bewieſen haben. (Lebh. Beifall.)
Wählerverſammlung der Fortſchrittlichen Volkspartei.
-g. Die Fortſchrittliche Volkspartei hatte ihre letzte
Wählerverſammlung vor den Wahlen nach der
Turn=
halle am Woogsplatz einberufen. Der Vorſitzende,
Herr Juſtizrat Gallus, eröffnete die ſehr gut beſuchte
Verſammlung und teilte mit, daß Herr Dr. Gol
d=
ſchmidt der Einladung nicht folgen konnte; an ſeiner
Stelle hat ſich Herr Dr. Auerbach=Frankfurt bereit
erklärt, das Referat zu halten. Er erteilte zunächſt Herrn
Dr. Auerbach das Wort:
Dieſer führte aus, daß es bedauerlich ſei, daß die
Ver=
längerung der Legislaturperiode des Reichstages von
drei auf fünf Jahre beſchloſſen wurde, durch die das
In=
tereſſe für den Reichstag herabgemindert worden ſei.
Dieſe Verlängerung ſei eine Schuld der
Nationallibera=
len. Sodann beſprach er die Mitarbeit der Freiſinnigen
im Block, die er für einen Erfolg des Liberalismus
er=
klärte, denn hierbei ſei zum erſten Male verſucht
wor=
den, mit einigem liberalen Sinne zu regieren. Dann
kam aber die Finanzreform, die immerhin von der
Re=
gierung ſo eingebracht wurde, daß ſie den Liberalen
an=
nehmbar war, die aber von den Konſervativen ſo
geſtal=
tet wurde, daß ſie den Liberalen unannehmbar wurde.
Die Konſervativen hätten vor allem ſich gegen die
Erb=
anfallſteuer darum gewehrt, weil ſie ihnen als eine
Ver=
beugung der Regierung vor liberalen Ideen ſchien. Da
den Liberalen nach der Zertrümmerung des Blocks keine
Gelegenheit mehr gegeben ſei, ihre liberalen Gedanken
zu verwirklichen, ſo ſtänden ſie wieder auf demſelben
Standpunkte, wie vorher, und die Wähler hätten zu
ent=
ſcheiden, ob die Partei in ihrem Intereſſe gearbeitet habe,
ob ſie im Sinne und zum Vorteile des geſamten Volkes
gehandelt habe, im Intereſſe aller und nicht einzelner
Volkskreiſe. Dieſe Frage iſt die hauptſächlichſte, hinter
dieſer müßten alle übrigen Fragen zurückgeſtellt werden.
Die Volkspartei beſtrebt eine Beſteuerung unter
Berück=
ſichtigung des Einkommens und des Vermögens, ohne
irgend welche Vorrechte einer beſtimmten Kaſte. Es ſei
eine bedauerliche Tatſache, daß ſich unſer ganzes
poli=
tiſches Intereſſe in letzter Zeit auf wirtſchaftliche Fragen
konzentriere. Da ſei es ſeiner Anſicht nach nicht
unbe=
dingt erforderlich, daß alle Mitglieder der Partei auf
wirtſchaftlichem Gebiete einer Meinung ſeien. Er fordert
ſodann im weiteren eine rein parlamentariſche
Regier=
ung mit einem verantwortlichen Miniſterium. Dieſes
ſei die einzige Möglichkeit zur Vermeidung des
perſön=
lichen Regiments, und entwickelte die Stellung ſeiner
Partei zum Wahlrechte und zu den übrigen Parteien.
Beſonders bedauerte er, daß nicht, wie im ganzen Reich,
auch hier im Wahlkreis ein Zuſammengehen zwiſchen
Volkspartei und Nationalliberalen zuſtande gekommen
ſei. Gegenüber der Sozialdemokratie iſt die Macht der
Perſönlichkeit zu betonen.
Nach dieſen mit Beifall aufgenommenen Ausführungen
ergriff Herr Landtagsabg. Henrich das Wort, der betonte,
daß es im Grunde gleich ſein müßte, ob diesmal der
Na=
tionalliberale oder der Freiſinnige Sieger im Wahlkampfe
ſein würde, wenn nur der Liberalismus dadurch geſtärkt
würde. Aber um was handelt es ſich denn vor allem in
dem jetzigen Wahlkampfe? Doch vor allem um die
Bekämpf=
ung des ſchwarzblauen Blocks. Aber ein Kandidat, der von
der Rechten unterſtützt würde, ſei zur Bekämpfung des
ſchwarzblauen Blocks nicht berufen. Auch im heſſiſchen
Landtage habe Dr. Oſann Seite an Seite mit den
Par=
teien des ſchwarzblauen Blockes gehandelt. Es beſeelt
ſowohl die Sozialdemokratie als auch die
Nationallibe=
rale Partei die Angſt, daß der Kandidat Dr. Strecker
in die Stichwahl kommt; er hoffe, daß die Beſorgniſſe
Wahrheit werden.
Sodann ergriff der Kandidat der Fortſchrittlichen
Volkspartei Dr. Strecker das Wort. und ſprach
zu=
nächſt von einer Anzahl von Anfragen, die von
verſchie=
denen Intereſſentenkreiſen an ihn geſtellt worden ſeien.
Er habe eine ganze Anzahl derſelben zuſtimmend
beant=
worten können. Auf derartige Anfragen zu antworten,
habe er für eine einfache Pflicht der Höflichkeit und nicht
für eine Bindung gehalten. Aber er gedenke als freier
Mann im Falle ſeiner Wahl in das Parlament
einzu=
treten. Von einem allerdings ſei er nicht frei, nämlich
von feſten liberalen Grundſätzen. Seine Gegner ſeien
freilich von beiden Seiten bemüht, auch ihm Widerſprüche
in ſeinen Kundgebungen anzudichten. In dieſem Sinne
habe man ſeine Ausführungen vom 10. Dezember in
Lee=
heim tendenziös entſtellt. Er verwies hierzu auf die
ſchriftliche Erklärung der Gerauer Fortſchrittler und auf
die Tatſache, daß er am 8. Januar noch einmal in
Lee=
heim geſprochen habe, um den angeblichen Zeugen ſeiner
beanſtandeten Rede Gelegenheit zur ehrlichen
Auseinan=
derſetzung mit ihm zu geben. Sie hätten aber dieſe
Ge=
egenheit nicht bemerkt. Redner kam dann auf den
natio=
nalliberalen Wahlaufruf zu ſprechen. Es berühre
ſelt=
ſam, daß hier erklärt würde, die „bürgerlichen
vater=
landstreuen Wähler” könnten in einer etwaigen
Stich=
wahl einzig und allein Herrn Dr. Oſann ihre Stimme
geben. Ob denn er als Vertreter der Fortſchrittlichen
Volkspartei nicht dieſelbe Gewähr für nationale
Fra=
gen biete? Er habe ſtets das größte Intereſſe für eine
ſtarke auswärtige Politik des Vaterlandes gehabt. Er
bekämpfe den Bund der Landwirte nur aus
wirtſchafts=
politiſchen Gründen, und das Zentrum wegen ſeiner
Konfeſſionsſchulpolitik. Wenn Herr Dr. Oſann
haupt=
ſächlich die Taten als Maßſtab der Beurteilung gelten
laſſen wolle, ſo habe er damit Recht. Nur dürfe nicht
vergeſſen werden, daß außer den Taten im Parlamente
auch die Taten außerhalb des Parlaments gewürdigt zu
werden verdienten. Er ſei ſchließlich auch kein
unbe=
ſchriebenes Blatt mehr; außer ſeiner literariſchen
Tätig=
keit habe er auf dem Gebiete des Volksbildungsweſens,
in Fragen der Schulreform und in anderen Dingen
ge=
leiſtet, was in ſeinen Kräften ſtehe. Man müſſe einmal
von den Taten ſprechen, die Herr Dr. Oſann in ſeiner
verantwortlichen Stellung als Leiter der heſſiſchen
Na=
tionalliberalen Partei nicht getan habe. So habe er vor
allem nicht die Entſchiedenheit beſeſſen, die Trennung
vom ſchwarzblauen Block im Sinne der
nationallibera=
len Geſamtpartei zu vollziehen. Man dürfe auch nicht
überſehen, daß das Ueberwuchern der Sozialdemokratie
nur auf dem Nährboden einer rückſichtsloſen
Intereſſen=
politik möglich ſei, wie ſie der ſchwarz=blaue Block
getrie=
ben habe. Die Bekämpfung dieſer Politik ſei deshalb
auch vom nationalen Standpunkte aus die dringendſte
und notwendigſte Aufgabe, wenn man das deutſche
Va=
terland vor äußeren und inneren Kriegen, oder gar vor
einem Zuſammentreffen von beiden behüten wolle. In
großen Zügen zeigte darauf Dr. Strecker, anknüpfend an
ſeine geſchichtlichen und philoſophiſchen Studien, wie
das Gedeihen von Volk und Vaterland ſtets nur von der
Seite freiheitlicher Beſtrebungen aus gefördert worden
ſei. Und wie die großen Ideen der Gegenwart,
anknüp=
fend an die Geiſtesarbeit unſerer klaſſiſchen Dichter und
Philoſophen, auch nur klares Zeugnis ablegten wider die
banauſiſchen Hemmungstendenzen des ſchwarz=blauen
Blocks. Auch dieſe Rede wurde mit großem Beifall
auf=
genommen.
In der anſchließenden Diskuſſion wünſchte Herr
Poſtmeiſter Schuckmann, daß die Beamten ihre
klei=
nen Sorgen dem großen Ganzen zuliebe zurückſtellen
nöchten. Aber auch ſo ſeien die Intereſſen der Beamten
bei dem Kandidaten der Fortſchrittlichen Volkspartei am
beſten aufgehoben. — Herr Schuhmachermeiſter
Call=
mann ſprach ſich gegen die Politik der Warenhäuſer,
er Konſumvereine und der Filialen großer auswvärtiger
Geſchäfte aus, die er der Fortſchrittlichen Volkspartei zur
Laſt legt. Zum Schluß beſpricht er die Bekanntmachung
es Mittelſtandsbundes und die Stellung der
Volkspar=
tei zu den Forderungen dieſes Bundes. — Nach einigen
kurzen Widerlegungen der Ausführungen dieſes Redners
durch den Abg. Henrich und einem Schlußwort des
Kandidaten ſchloß Herr Juſtizrat Gallus die
Ver=
ſammlung gegen halb 1 Uhr.
Eine Anzahl Verſammlungsberichte von auswärts
und Einſendungen mußten wegen Platzmangels
zurück=
geſtellt werden.
Einſendungen zu den Reichstagswahlen.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung.)
(Aufnahme finden nur kurz und durchaus ſachlich
gehaltene Einſendungen. Entſcheidung für die Aufnahme
behält ſich die Redaktion in jedem Fall vor.)
— Ganz ähnlich, wie bei der jüngſten Landtagswahl,
hat jetzt auch kurz vor der Reichstagswahl die
Fortſchritt=
liche Volkspartei wieder ihre Maske fallen laſſen und
ver=
ſucht, durch allerhand recht ungewöhnliche Schritte die
Wählerſchaft für ſich zu begeiſtern. Während in den
Wäh=
lerverſammlungen der Nationalliberalen der Kampf
ledig=
lich gegen die Sozialdemokratie gerichtet iſt, und jeder
An=
griff, jedes unfreundliche Wort gegen die Fortſchrittliche
Volkspartei und ihren Kandidaten Dr. Strecker ſorgfältig
vermieden wird — vor allem hat auch der nationalliberale
Kandidat Dr. Oſann in ritterlichſter Weiſe jede „
Anzap=
fung” unterlaſſen — wird in den freiſinnigen
Verſammlun=
gen immer friſch und fröhlich darauflos verdächtigt, und
leider hält ſich auch Herr Dr. Strecker als Ethiker und
Aeſthetiker nicht zu vornehm, dies zu tun. In der jüngſt
dem Tagblatt beigelegten Wahlrede dieſes Herrn — ſie
iſt ohne Datum und Ortsangabe kurzweg als „
Wahl=
ede” bezeichnet, ſcheint alſo als Normal=Wahlrede in
al=
len Verſammlungen wiederholt zu werden! — erlaubt ſich
der Herr, gleich zu Anfang von einer „Kandidatur des
ſo=
genannten Nationalliberalen” zu ſprechen und Herrn Dr.
Oſann und die Nationalliberale Partei in langen,
halt=
loſen Ausführungen zu verdächtigen. Es iſt dabei
bezeich=
nend für die politiſchen Kenntniſſe und die
Urteilsfähig=
keit des Herrn Dr. Strecker, daß er behauptet, „trotz aller
Schikanen” von nationalliberaler Seite hätte die
Fort=
ſchrittliche Volkspartei drei neue Mandate und Tauſende
von Stimmen bei den Landtagswahlen gewonnen,
wäh=
rend die Nationalliberalen „mit ihrer Kompromißpolitik”
ſogar eins verloren. Das iſt doch zum mindeſten eine
recht durchſichtige Spiegelfechterei, denn Herr Dr. Strecker
weiß doch ebenſo gut wie jeder andere Menſch in Heſſen,
daß alle drei neuen Mandate der Fortſchrittspartei
ledig=
lich der ehrlichen, geſchloſſenen Wahlhilfe der
National=
liberalen zu verdanken ſind. Sowohl in Darmſtadt, wie
in Gießen und in Mainz wäre zweifellos der
ſozialdemo=
kratiſche Gegenkandidat mit großer Mehrheit gegen die
Fort=
ſchrittler gewählt worden, wenn nicht die Nationalliberale
Partei einmütig und vollzählig für die Letzteren
eingetre=
ten wäre. Das hat ſelbſt die Frkf. Ztg, dankbar und
offen aus eigenen Stücken anerkannt und es wäre auch
für Herrn Dr. Strecker beſſer geweſen, wenn er offen der
Wahrheit die Ehre gegeben hätte. Statt deſſen aber
ver=
dächtigt er jetzt die Nationalliberalen und Herrn Dr
Oſann, daß ſie eine „Schutztruppe des Bundes der
Land=
wirte und teilweiſe ſogar des Zentrums” ſeien, bezeichnet
ſie als „Anhängſel der Reaktion” uſw. Nun, die Leſer des
Tagblatts haben ja nicht nur die Allerwelts=Wahlrede
des Herrn Dr. Strecker, ſondern auch ausführliche
Ver=
ſammlungsberichte über die Nationalliberalen und den
Wortlaut der Rede des Herrn Dr. Oſann vom 2. Januar
d. J. im Schützenhof zu leſen bekommen, ſie werden alſo
über die ungereimten und den Tatſachen direkt
widerſtre=
benden Behauptungen Dr. Streckers ſich ſchon ſelber ein
zutreffendes Urteil gebildet haben! Höchſt bezeichnend für
Herrn Oberlehrer Dr. Strecker — deſſen gewiß recht
be=
ſtrickendes Kontrefait ja den Leſern des Tagblatts kürzlich
ebenfalls vor Augen geführt wurde — iſt auch ſein
jüng=
ſter Verſuch, die hieſige Ortsgruppe des Hanſa=Bundes
für ſeine Perſon mobil zu machen. Nachdem das von
ihm in bunten Farben verbreitete Flugblatt, worin er den
Verſuch unternahm, ſich unter Angriffen auf Dr. Oſann
als den einzig richtigen Kandidaten des Hanſa=Bundes zu
empfehlen, anſcheinend nicht die gewünſchte Würdigung
gefunden hat, wandte ſich der ſehr geſchäftstüchtige Herr
auch noch in einem offenen Schreiben an das Präſidiüm
der hieſigen Ortsgruppe, um dieſes zu einer direkten
öffent=
lichen Kundgebung zu Gunſten ſeiner Kandidatur zu
ver=
anlaſſen. Er ſuchte dabei ſeinen Gegenkandidaten
wie=
derum bezüglich ſeiner liberalen Geſinnung in recht
un=
ſchöner Weiſe zu verdächtigen. Nun, das Präſidium der
Ortsgruppe iſt auch auf dieſe neue Anzapfung des Herrn
nicht reingefallen, ſondern hat in der heutigen Nummer
des Tagblatts unter der Ueberſchrift „
Reichstags=
wahl und Hanſa=Bund” eine Erklärung
veröffent=
licht, die in vornehmer Form das ſonderbare Anſinnen
Dr. Streckers klar und deutlich zurückweiſt. Die Wähler
des Reichstagswahlkreiſes Darmſtadt=Groß=Gerau werden
hoffentlich aus allen dieſen Vorgängen ebenfalls ſich ein
richtiges Urteil über dieſen oberheſſiſchen
Fortſchrittskan=
didaten bilden, und einmütig am 12. Januar ihre
Stim=
men auf den hisherigen gut bewährten, echt
volks=
tümlichen und ehrlichliberalen Herrn
Ju=
ſtizrat Dr. Oſann vereinigen.
Ein klar blickender liberaler Wähler.
— In hieſigen Blättern befindet ſich ein Eingeſandt,
unterzeichnet „Viele Beamte” mit der Aufforderung, für
die Wahl des Herrn Dr. Oſann einzutreten. Es wird
darin die unermüdliche Tätigkeit des Herrn Dr. Oſann
in der Sache des Wohnungsgeldzuſchuſſes der
Reichs=
beamten, ſeine jetzigen Bemühungen um Erhebung von
Darmſtadt in eine höhere Klaſſe, ſowie ſein
Entgegenkom=
men gegenüber der geſamten Beamtenſchaft beſonders
hervorgehoben. Nun, die Beamtenfreundlichkeit des
Herrn Dr. Oſann und ſeine Bemühungen in allen Ehren.
Viele Reichsbeamte ſind aber trotzdem der Anſicht, daß
gerade in Bezug auf die Regelung des Wohnungsgeldes,
namentlich zu Beginn der Beratungen im Reichstag und
Feſtlegung der Orte in Klaſſen, der Abgeordnete für
Darmſtadt durch fortgeſetztes kräftiges Eintreten und
In=
formieren der Regierungsvertreter und Abgeordneten
mehr zu erreichen vermocht hätte. Daß die jetzigen
Be=
mühungen um Erhebung in eine andere Klaſſe Erſolg
haben, bezw. die Regierung ernſtlich gewillt iſt, die bei
der Feſtlegung der Orte entſtandenen Härten
auszuglei=
chen, glaubt ernſthaft kein Beamter mehr. Die nun ſchon
ſeit zwei Jahren angeſtellten nachträglichen
Ermittelun=
gen, erſt bei den Reichs=, jetzt wieder bei den
Eiſenbahn=
beamten, ſind doch nur dazu angetan, bei den
Beam=
ten Hoffnungen zu erwecken, die nach dem 12. Januar
bald in nichts zerfließen werden. Trotzdem würden wir
aber für die Wahl des Herrn Dr. Oſann eintreten, wenn
nicht die nationalliberale Partei in Heſſen unter Führung
des Herrn Dr. Oſann eine ſo „eigenartige” Stellung
ein=
nähme. Ueberall im Reiche haben die Nationalliberalen
zwiſchen ſich und den blauſchwarzen Machern der
unglück=
ſeligen Finanzreform, unter der wir Beamten doch genug
zu leiden haben, einen kräftigen Strich gezogen, bloß in
Heſſen nicht! Warum? Die Erörterung hierüber 18
wohl überflüſſig. Lediglich dieſerhalb werden viele natie
nalgeſinnte liberale Beamte bei der Wahl ihre Stimme
nicht Herrn Dr. Oſann, ſondern dem anderen Kandidaten
der Bürgerparteien, Herrn Dr. Strecker, geben. Derſelbe
iſt ein Mann von wirklich liberaler, vornehmer Geſinnung
und wird ebenfalls den berechtigten Wünſchen der
Be=
amten jederzeit gerne ſein Ohr leihen.
Viele Beamte.
An die ehemaligen heſſiſchen
Ludwigsbahn=
beamten. Werte Kollegen! Sie alle wiſſen, wie
ſchwer uns der von der vormaligen Heſſiſchen
Lud=
wigsbahn=Geſellſchaft aufgehalſte und von der
preu=
ßiſch=heſſiſchen Eiſenbahn=Gemeinſchaft übernommene
hohe Beitrag zur Penſions=Witwen= und Waiſenkaſſe
gedrückt hat. Sie wiſſen auch, daß unter anderen ſich der
Landtagsabgeordnete Herr Dr. Oſann ganz beſonders
be=
müht hat, daß uns dieſe hohen Beiträge erlaſſen werden.
Wenn auch nicht ganz unſerem Wunſche entſprochen wurde,
ſo ſind wir doch geradezu durch die Bemühungen des Herrn
Dr. Oſann einen ganz erheblichen Schritt vorwärts
ge=
ommen. Nun iſt am nächſten Freitag „Reichstagswahl”.
Da gilt es, zu zeigen, daß wir nicht undankbar ſind. Laßt
uns unſeren Dank dadurch abſtatten, daß wir Mann für
Mann, einerlei welcher Parteirichtung wir angehören,
unſere Stimme abgeben für den Herrn, der ſchon öfters
gezeigt hat, daß er auch für den Minderbemittelten das
Herz auf dem rechten Fleck hat. Alſo auf zur Wahl! Bleibe
keiner zurück.
Viele ehemalige Ludwigsbahnbeamte.
Wetternachrichten.
— Köln, 10. Jan. Das Hochwaſſer des Rheins iſt
noch immer im Steigen begriffen. Im Siegener,
Ge=
biet hat das Hochwaſſer der Sieg große
Verheerun=
gen angerichtet. Viele Fabrikanlagen und Straßen
ſtehen unter Waſſer.
* Plochingen, 10. Jan. Der Neckar und die
Filz führen — heute früh derart Hochwaſſer, daß
der Neckar beress ausgetreten iſt. Weiteres Steigen und
Verkehrsſtörunges werden befürchtet.
H. B. Paris, 10. Jan. Die Seine iſt weiter im
Steigen begriffen und überſchwemmt weit und
breit das Ufergelände. In zwei Tagen iſt der Fluß um
1,20 Meter geſtiegen. Die Pariſer Dampfboote mußten
den Betrieb einſtellen. Der Quai von Bercy iſt
über=
ſchwemmt. Die Weinhalle iſt bereits geräumt worden.
da man befürchtet, daß die Weinfäſſer von der Flut
fort=
geſchwemmt werden. In den Ardennen herrſcht
andau=
erndes Schneegeſtöber. Die Maas führt ebenfalls
Hoch=
waſſer.
H. B. Petersburg, 10. Jan. Furchtbare
Schneeſtürme haben in verſchiedenen Landesteilen
ungeheuren Schaden angerichtet. In Charkow mußte der
Straßenbahnverkehr eingeſtellt werden. Die Eiſenbahn=
Verbindungen ſind unterbrochen. Mehrere Dampfer
muß=
ten in den Hafen von Feodoſia flüchten.
H. B. Waſhington, 10. Jan. Alle 14
Torpedo=
bootszerſtörer der atlantiſchen Flotte, welche
un=
ter dem Sturme ſtark zu leiden hatten, ſind nunmehr
mit Ausnahme eines einzigen, des Zerſtörers „Mac Call”
in Sicherheit. Der Admiral Oſterhous glaubt, daß
die=
ſer Zerſtörer direkt in den Hafen von Quantanamo
ge=
gangen iſt.
Delcaſſé Miniſter des Aeußern.
* Paris, 10. Jan. Delcaſſé hat das
Mini=
ſterium des Aeußern endgültig
angenom=
men. In eingeweihten Kreiſen hat dies keine beſondere
Ueberraſchung hervorgerufen. Man wußte ſchon im
vorigen Jahre, als de Selves während der
Verhand=
lungen über das deutſch=franzöſiſche Abkommen
Schwie=
rigkeiten machte und mit der Demiſſion drohte, daß
Del=
caſſé ſich bereit erklärt hatte, erforderlichenfalls das
Mi=
niſterium des Aeußern zu übernehmen und das
deutſch=
franzöſiſche Abkommen vor dem Parlament zu vertreten.
Immerhin erregt die Wahl Delcaſſés in
parlamentari=
ſchen Kreiſen inſofern einige Bedenken, als zwiſchen ihm
und Clemenceau eine überaus heftige perſönliche
Feind=
ſchaft beſteht.
HB. Paris, 10. Jan. Präſident Falliéres
genehmigte die Veränderungen im Kabinett. Zum
Marineminiſter wurde Admiral Germinet ernannt.
Der Eindruck, den die Aenderung in politiſchen Kreiſen
und namentlich im Parlament hervorruft, iſt ziemlich
günſtig, weil Delcaſſé in der letzten Zeit wiederholt
be=
wieſen hat, daß er kein Anhänger einer antideutſchen
Politik um jeden Preis iſt.
HB. London, 10. Jan. Die engliſche Preſſe
beſpricht ausführlich die Vorgänge in der geſtrigen
fran=
zöſiſchen Senatsſitzung. Daily Telegraph ſchreibt: Es
iſt Zeit, daß an der Spitze des Miniſteriums des Aeußern
in Paris ſich ein Mann befindet, der die genügenden
Er=
fahrungen bei klaren und entſchloſſenen Ideen beſitzt. Die
Unterſuchung der Senatskommiſſion hat ein helles Licht
auf die ungeſchickte und bedauernswerte Perſönlichkeit
geworfen, welche kürzlich die auswärtige Politik
Frank=
reichs zu leiten berufen war. Und dabei iſt noch nicht
einmal die ganze Wahrheit bekannt. Wenn Herr
Del=
caſſé das Auswärtige Portefeuille wieder übernimmt, ſo
werden wir bald ein Ende dieſes bedauerlichen Skandals
ſehen. — Der Standard ſchreibt: Frankreich bezinnt
das Jahr mit einer Miniſterkriſe, deren Wirkung ſehr
ernſtlich ſein könnte, wenn man die Urſachen in Betracht
zieht, die die Kriſe hervorgerufen haben. Herr de Selves
hat einen offiziellen Kommentar einer Auslegung des
Miniſterpräſidenten gegeben. Seine Demiſſion war
da=
her unvermeidlich geworden. — Daily News ſchreibt:
Es iſt bedauerlich, daß Herr de Selves das deutſch=
fran=
zöſiſche Uebereinkommen nicht bis zu ſeinem letzten Ende
durchführen konnte. Die Arbeit, die auf ſeinen Schultern
laſtete, war zu groß.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 9. Jan. In einem von der
Sabah veröffentlichten Artikel erklärt der Kriegsminiſter
angeſichts der von italieniſcher Seite in Umlauf geſetzten
Friedensgerüchte, daß die Pforte keine Schritte
unternommen habe. Solange die Souveränitätsrechte des
Sultans in Tripolis und Benghaſi nicht anerkannt ſeien,
ſei ein Friede unmöglich. Die Veröffentlichung des
An=
nexionsdekrets könnte Italien nicht verhindern, auf einer
anderen Grundlage zu verhandeln. Die Lage der Türken
in Benghaſi beſſere ſich täglich. Es würde für Italien
jahrelanger Arbeit bedürfen, um ſeine Stellungen zu
ſichern.
* Konſtantinopel 10. Jan. Nach türkiſchen
Berichten bombardierten zwei italieniſche
Kriegsſchiffe am 2. Januar die Feſtung Lahie am
Roten Meer. Ein türkiſcher Soldat wurde getötet, drei
türkiſche Barken zerſtört. Am 5. Januar wurde das
Bom=
bardement erfolglos wiederholt. In Schefie an der
Aſir=
küſte landeten italieniſche Kriegsſchiffe eine Abteilung
mit vier Geſchützen.
Die Revolution in China.
* Kjachta, 9. Jan. Das Mongolei=
Detache=
ment nähert ſich der Grenze bei Kjachta, um die
an=
grenzende Mongolei von unzuverläſſigen und
vagabundie=
renden Chineſen zu ſäubern und dieſe über Transbaikalien
nach der Mandſchurei zu bringen, wo ſie angeſiedelt werden
ſollen. Die eingewanderten Chineſen ſind dadurch
beun=
ruhigt. Mehrere hundert überfielen in der Nacht zum 8.
Januar das Verwaltungsgebäude des Marktplatzes in
Maimatſchin. Die mongoliſchen Beamten retteten ſich zu
dem Vorſteher des chineſiſchen Telegraphenamtes. Die
mongoliſchen Schutzleute wurden entwaffnet. Die Chineſen
haben die geraubten Waffen am anderen Tage freiwillig
wieder ausgeliefert, ſie drohen aber, im Falle ihrer
Aus=
weiſung das Verwaltungsgebäude zu plündern. Die
mon=
goliſchen Behörden haben die ruſſiſche Obrigkeit um
Unter=
ſtützung gebeten.
* Waſhington, 9. Jan. Die Regierung
kün=
digte die Entſendung von 500 Mann nach China an,
welche bei der Aufrechterhaltung des Eiſenbahnverkehrs
zwiſchen Peking und der Küſte mitwirken ſollen. Es wird
erklärt, daß der amerikaniſche Geſandte in Peking, Calhoun,
nach einer Beſprechung mit dem diplomatiſchen Korps in
Peking die Entſendung der Truppenzahl als vollſtändig
hinreichend empfohlen hat.
* Peking, 9. Jan. Rußland verlangt bezüglich
der Mongolei die Zuſicherung, daß die mongoliſchen
Abgeſandten, die kürzlich Petersburg beſucht haben, nicht
beſtraft werden. Der ruſſiſche Geſchäftsträger hat die
chi=
neſiſche Regierung davon in Kenntnis geſetzt, daß er auf
die ruſſiſche Note eine baldige Antwort erwarte.
* Petersburg, 10. Jan. Die Petersburger
Tele=
graphenagentur iſt zu folgender Erklärung ermächtigt:
Die Gerüchte, daß Rußland an China
Forderun=
gen bezüglich der Mongolei gerichtet habe und die
Beſetz=
ung derſelben vorbereite, ſind völlig aus der Luft
ge=
griffen.
Darmſtadt, 11. Januar.
Der zweite Hofball fand geſtern abend im Alten
Palais ſtatt. Die Feſtlichkeit war im weſentlichen im
gleichen Rahmen gehalten wie die vorhergehende. Die
Tafel, beſonders die des Großherzogspaares, mit dem
die Hohen Verwandten und Fürſtlichkeiten zuſammen
ſpeiſten, war feſtlich=reizvoll mit Orchideen und zartem
Laubgewinde geſchmückt. Auch die übrigen Räume und
der Ballſaal trugen reichen duftenden Blumen= und
Pflanzenſchmuck. Insgeſamt waren über 400
Einlad=
ungen zu dem Hofball ergangen. Der Ball wurde um
8 Uhr mit dem üblichen feierlichen Einzug in den
Ball=
ſaal durch das Großherzogspaar eröffnet. Hinter
den Hohen Herrſchaften ſchritten Prinz Chriſtianvon
Heſſen, der die Prinzeſſin Friedrich Karl von
Heſſen führte, Fürſt zu Solms=Lich mit der
Für=
ſtin Bruno zu Yſenburg und Büdingen, Graf
zu Yſenburg und Büdingen in Meerholz mit
der Fürſtin zu Solms=Lich, Exzellenz Freiherr von
Jeniſch mit der Gräfin zu Yſenburg und
Bü=
dingen in Meerholz, Graf Moy Exzellenz mit der
Gräfin=Mutter zu Solms=Laubach, Prinz
Leo=
pold zu Iſenburg=Birſtein mit der Freifrau von
Jeniſch, Prinz Alfons zu Iſenburg=Birſtein mit
der Gräfin Moy, Prinz zu Löwenſtein=
Wert=
heim=Freudenberg mit der Prinzeſſin Leopold
zu Iſenburg=Birſtein, Graf von Schlieffen
Exzellenz mit der Prinzeſſin Alfons zu Iſenburg=
Birſtein, Staatsminiſter Ewald Exz. mit der
Prinzeſſin zu Löwenſtein=Wertheim=
Freu=
denberg, Finanzminiſter Braun Exz. mit der
Gräfin Luitgarde zu Solms=Laubach, Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach Exz. mit der
Prin=
zeſſin Reuß, Diviſionskommandeur v. Plüskow
Exz. mit der Prinzeſſin Helene zu Yſenburg und
Büdingen, der ruſſiſche Geſandte v. d. Vliet mit
der Prinzeſſin Hertha zu Yſenburg und
Büdin=
gen, der engliſche Geſchäftsträger Lord Acton mit der
Frau v. d. Vliet, Freiherr v. Rubido=Zichy mit
Lady Acton. Die übrigen Teilnehmer ſchloſſen ſich an.
An den Rundtänzen beteiligte ſich wieder mehrmals das
Großherzogspaar. Um 10 Uhr 15 Min. wurde in
den verſchiedenen Sälen das Souper eingenommen,
u dem über 300 Gedecke aufgelegt waren. Kurz nach
1 Uhr erreichte das Feſt ſein Ende.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Homburg, 10. Jan. Heute mittag explodierte
in der Schloſſerei Jäger in der Heimgaſſe ein
Sauer=
ſtoffapparat. Hierbei verunglückte der Schloſſer W.
Buchtel tödlich. Der Verſtorbene hinterläßt eine Frau
und drei Kinder.
* Wien, 10. Jan. Das Gerücht, ein
Finanzkonſor=
tium hätte mehrere Schiffe in Bau gegeben, die
von der Marine Oeſterreich=Ungarns übernommen
wer=
den ſollen, entbehrt, wie die Wiener Korreſp. von
zuſtän=
diger Stelle erfährt, jeder tatſächlichen Begründung.
* London, 10. Jan. Der Daily Chronicle meldet, der
bevorſtehende Kohlenarbeiterſtreik werde einen
internationalen Charakter haben; es ſei eine
Vereinbarung mit den Gewerkſchaften der deutſchen
Berg=
leute getroffen worden, daß dieſe die Arbeit niederlegen,
ſobald der Streik in England beginnt.
* Waſhington, 9. Jan. Präſident Taft hat in einer
Botſchaft dem Repräſentantenhauſe mitgeteilt, er werde
ſich genötigt ſehen, jedes Erſuchen von Deutſchland,
Oeſter=
reich, Dänemark, Belgien, Schweden und Norwegen auf
freie Einfuhr von Holzpapier in die
Ver=
einigten Staaten unter gleichen Bedingungen wie
Kanada abzulehnen, bis der zuſtändige Gerichtshof die
Rechtsfrage entſchieden habe.
H. B. Berlin, 10. Jan. Die Rückkehr des
Kron=
prinzen nach Danzig erfolgt heute abend. Der
Kronprinz wird Ende des Monats wieder nach Berlin
zurückkehren, um an den Tauffeierlichkeiten ſeines vierten
Sohnes teilzunehmen.
H. B. Brüſſel, 10. Jan. Geſtern abend entſtand im
Fi=
nanzminiſterium ein Feuer das jedoch, ohne weiter
Schaden angerichtet zu haben, gelöſcht werden konnte. Die
Entſtehungsurſache des Feuers iſt auf die Unvorſichtigkeit
eines Klempners zurückzuführen, der mit Lötarbeiten
be=
ſchäftigt war.
H. B. Bologna, 10. Jan. Hier ſind geſtern zwei
Todes=
fälle vorgekommen, die durch Vergiftung mit
me=
thylalkoholhaltigem Spiritus
hervorgeru=
fen wurden. 10 Perſonen liegen noch mit ſchweren
Ver=
giftungserſcheinungen darnieder. Die Behörden haben
eine ſtrenge Unterſuchung eingeleitet.
H. B. Barcelona, 10. Jan. Bis jetzt hat ſich das
Ge=
rücht nochnicht beſtätigt, daß der ſpaniſche Dampfer
Eſpagna mit der ganzen Beſatzung untergegangen iſt.
Der Matroſe, der bei Royan angeſchwemmt wurde, gehört
zwar zu der aus 22 Mann beſtehenden Beſatzung der
Eſpagna, doch iſt man in Schiffahrtskreiſen der Anſicht, daß
das Schiff Nachricht gegeben hätte, wenn es ihm gelungen
wäre, die gefährliche Zone zu verlaſſen.
H. B. London, 10. Jan. Heute beginnt die
Einſamm=
lung der Fragebogen unter den Angehörigen der
Gruben=
arbeiter=Föderation über die Meinung der Arbeiter betreffs
des Generalſtreiks. Der Föderation gehören 700000
Bergleute an. Im ganzen hat Großbritannien eine Million
Bergleute. Es iſt heute ſchon ſo gut wie ſicher, daß die
An=
gehörigen der Föderation ſich für den Streik ausſprechen
werden.
— Petersburg, 10. Jan. Geſtern abend brachen
Räuber in die hieſige Borrieskirche ein und
er=
mordeten den Kirchendiener. Der Einbruch wurde
jedoch bald bemerkt, ſo daß die Einbrecher keine Zeit
hat=
ten, ſich Koſtbarkeiten anzueignen.
Anſtatt Lebertran!
Warum quälen Sie ſich denn mit dem
gewöhnlichen Lebertran? Greifen Sie
doch zu Scotts Emulſion, die nicht nur
angenehm ſchmeckt, ſondern dank ihrer
Zuſammenſetzung aus nur allerbeſten
Rohſtoffen raſcher und ſicherer eine
dauernde Kräftigung des ganzen Körpers
herbeiführt.
Nur echt mit
dieſer Marke —
dem Fiſcher —
demKennzeichen
des Scottſchen
Scolis Emutſton verſahrens.
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft,
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſiegelten
Originalſlaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem
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50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphorigſaures Natron 2.0,
pulv. Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi pulv. 2.0, Waſſer 129,0, Alkohol
11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriaöl
je 2 Tropfen.
ImAleer
ist man empfindlich. Rasch ist
eine Erkältung da u. die Stimme
st öfter belegt u. heiser als frei.
Das lästige Gefühl der belegten
Stimme vergeht, sobald man ein
paar Wybert-Tabletten zu
sich nimmt, die immer zur Hand sein müssen u. in
allen Apotheken u. Drogerien 1 Mark pro Schachtel
kosten. Bei Erkältung lindern sie den Hustenreiz u.
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Prospekte durch
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Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
Heute nacht entſchlief ſanft nach langem,
mit Geduld ertragenem Leiden, meine geliebte
Frau, unſere gute Mutter, Tochter u. Schweſter
Wilhelmine Haller
geb. Gnade
im 45. Lebensjahre.
(1525
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Philipp Haller,
Eiſenbahn=Oberſekretär.
Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
Riedlingerſtraße 31.
Die Beerdigung findet Samstag, den 13. d. M.,
vormittags 11 Uhr, vom Portal des hieſigen
Friedhofs aus, ſtatt.
Krankenunterſtützungsbund
der Schneider, Filiale Darmſtadt.
Unſeren Mitgliedern zur Kenntnis, daß
unſer Mitglied
(1490
Joh. Seibert
geſtorben iſt.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den
11. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Portale
des Friedhofes aus, ſtatt.
Es bittet um zahlreiche Beteiligung
der Vorſtand.
Dankſagung.
Herzlichen Dank allen Denjenigen, die bei dem
Ableben meiner lieben Gattin und unſerer guten
Mutter
(1508
Frau Elisabeth Hübner
geb. Eutemüller
die letzte Ehre erwieſen, für die Blumenſpenden,
ſowie Herrn Stadtpfarrer Dr. Diehl für die
troſt=
reiche Grabrede. Beſonderen Dank den
Gemeinde=
ſchweſtern im Südoſtbezirk für die jahrelange
liebe=
volle Pflege, ſowie Denjenigen, die es verſtanden
haben, ihr ſchweres Leiden durch beſondere
Auf=
merkſamkeiten zu erleichtern
Joh. Hübner und Kinder.
Dankſagung.
Für die überaus reiche Teilnahme bei der
Krankheit und dem Hinſcheiden unſeres
unvergeß=
lichen Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels
Philipp Lotter
ſagen wir hiermit unſeren innigſten Dank.
Be=
ſonders danken wir dem Herrn Pfarraſiſtent
Dr. Vollrath für ſeine troſtreichen Worte am
Grabe, ſeinem Chef, ſeinen Bureaukollegen, ſeinen
Schulkollegen, der Kaufm. Stenogr.=Geſellſchaft
„Gabelsberger”, ſowie für die überaus reichen
(1493
Blumenſpenden.
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Lotter IV. u. Kinder.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute entſchlief ſanft im 90. Lebensjahre
unſere liebe Tante und Großtante (B1500
Fräul. Therese Leo.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Dr. Julius Janitſch, Direktor des ſchleſ.
Muſeums der bild. Künſte, Breslau,
Sidi Janitſch, Darmſtadt,
Joſefine Nieuwenhuis, geb. Janitſch,
Utrecht,
Franziska Flanagan, geb. Janitſch,
London.
Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Wir bitten von Blumenſpenden und
Beileids=
bezeugungen abzuſehen.
Schneebericht.
Schierke im Harz (Brockengebiet), 9 Jan.
An=
dauernder Schneefall, Schneehöhe 60 cm, Brockengebiet
über 1 m. 50 Celſius Kälte. Reizvollſte Winterlandſchaft.
Rennſchlitten, Partien, Sportbahnen im Gange. Skikurs,
Leiter Dürendahl aus Kriſtiania.
Antlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Tiefer Druck liegt im Nordoſten, während hoher
Druck im Oſten liegt. Auch an der Weſtküſte von Nor=
wegen hat ſich ein Hochdruckgebiet gebildet. Ein
Rand=
wirbel der weſtlichen Zyklone reicht über
Mitteldeutſch=
land bis nach Wien. Infolgedeſſen haben wir milde
weſtliche Winde. In Norddeutſchland hat kalter Oſtwind
tiefe Temperaturen erzeugt. Niederſchläge fielen in ganz
Deutſchland (München 50 Millimeter). Wenig
Aender=
ung des Wetters ſteht in Ausſicht.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 11. Jan.:
Trüb, geringe Niederſchläge, Temperatur wenig
ver=
ändert.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Fauſt”.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Elternabend um 5 Uhr in der Turnhalle der
Eleonorenſchule.
Monatsverſammlung des Gartenbau=Vereins um
8 Uhr im „Kaiſerſaal”.
Beſprechung der Wahlarbeit der Kanditatur Dr
Strecker um 8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hep
Konzert um ½ 8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
1. Tarmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 12. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Groh (
Karl=
ſtraße 50) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Brennholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im
Wald=
reſtaurant „Einſiedel”.
Gewerbe= Muſeum, Necharſtraße 3. Täglich gebfmet
v. 11—12½ Uhr Sonntags v. 11—1 Uhr. Eintritt frei.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Von der Bedeutung und Wirkung der Dun=
Präparate kann ſich jedermann durch
Einſichtnah=
me meines neueſten Proſpektes mit 59
wahrheits=
gemäßen Heilberichten überzeugen. Weitere
dank=
ſagende Zuſchriften ſtehen jederzeit zur Verfügung.
EinE WonztAT
Geſunde ſind Dun=Salbe
(1.30), =Pillen (1.30) und Zäpfchen (2.00).
Proſpekte und kliniſch=therapeutiſche
Abhand=
lung koſtenfrei durch die Fabrik Hans
Heiss, Darmstadt, Roßdörferſtraße 22.
Meine Tochter Kätchen verletzte ſich vor 2 Jahren den
rechten Fuß unterhalb des Knöchels. Der Fuß wurde
ſchlimmer und ſchlimmer, ſodaß wir auf Anraten des
Arz=
tes hin unſer Kind nach Darmſtadt ins Krankenhaus brachten.
Dort wurde Knochentuberkuloſe feſtgeſtellt und ein Knöchel
herausgenommen. Nach 14 Jahr heilte der Fuß zu. Beim
Verlaſſen des Krankenhauſes wurde uns vom dortigen
Arzt mitgeteilt, daß der Fuß oder das ganze Unterbein
abnenommen werden müßte wemn die Wunde wieder
aufbrechen ſollte. Als nach 5 Monaten der Fall wirklich
eintrat und der Arzt uns wiederholt riet, den Fuß oder
das Unterbein abnehmen zu laſſen, entſchloſſen wir uns,
es einmal mit den viel empfohlenen Dun=Präparaten zu
verſuchen. Wir hatten, Gott ſei Dank, beſten Erfolg. Der
Eiter wurde durch die Dun=Salbe raſch aus der Wunde
herausgezogen, die Anſchwellung verſchwand, der Fuß
bekam bald wieder ſeine natürliche Farbe und heute iſt
unſer Kätchen, das zuvor ſchlecht ausſah, wieder friſch
und geſund und die Wunde geſchloſſen.
Georg Friedrich Gunkel.
Roßdorf, 6. II. 1910.
Nervoſität, Hämorrhoiden und Rheumatismus. Die
Dunpillen ſind eine Wohltat für die Nerven und gegen
Schlafloſigkeit. Die Dunzäpfchen gegen Homorrhoiden und
harten Stuhl, die Dunſalbe gegen Rheumatismus und
Reißen. Ich nahm dieſe Präparade nur ½ Jahr lang
und habe jetzt wieder Luſt am Leben. Die Pillen nehme
ich ohne Unterbrechung weiter
Frau Dr. Schäfer, Straßburg.
Knochenhautentzündung. Aus freiem Antriebe teile ich
Ihnen hierdurch mit, daß mich Ihre Dun=Salbe von einer
ſchmerzhaften Knochenhautentzündung in wenigen Tagen
geheilt hat. Ich bemerke dabei, daß ich das vortreffliche
Heilmittel leider erſt anwandte, nachdem ich bereits
wochen=
lang gelegen und gelitten hatte. Darmſtadt. Frau E. Frank.
Bauchfellentzündung. Meine Tochter Minchen war
ſo ſchwer an Bauchfellentzündung erkrankt, daß der Arzt
das Schlimmſte befürchtete. Durch Auflegen von Dun=
Pflaſter auf den Leib und öfteres Einnehmen von Dun=
Pillen war ſie nach wenigen Stunden aus aller Gefahr
und bereits nach 8 Tagen wieder auf. Nach 3 Wochen
fühlte ſie ſich wieder völlig geſund.
Forſthaus Eiſernhand bei Ober=Ramſtadt. W. Hoffmann.
Gerne teile ich Ihnen mit, daß mein kleiner Albert,
als er kaum ¼ Jahr alt war, durch Behandlung mit
Ihrer Dun=Salbe innerhalb 8 Tagen von Keuchhuſten,
der ihn bereits 4 Wochen lang gequält hatte, befreit wurde.
Auch bei Katarrhen, Fieber und Brandwunden hat mir
Ihr Dun=Präparat vorz. Dienſte geleiſtet.
Darmſtadt, 15. 8. 1909.
Frau A. Melchior.
Maſern. Mein kleiner Hugo erkrankte an Maſern ſo
ſchwer, daß er im Fieber irr redete und wir das
Schlimmſte befürchteten. Er war am ganzen Körper ſo rot
wie ein Krebs und zeigte ſich die Krankheit beſonders
hef=
tig an den Augen. Da ich Dun=Präparate ſchon öfter
mit beſtem Erfolge angewandt hatte, rieb ich ihn am
gan=
zen Körper mehrmal mit Dun=Salbe ein und gab ihm
Dun=Pilln. Der Erfolg war der, daß das Fieber raſch
ab=
nahm und Hugo nach etwa 3 Tagen wieder geſund war.
Frau A. Melchior.
Darmſtadt.
Als Krankenpflegerin mit faſt 30jähriger Dienſtzeit
würde ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen,
von deſſen Vorzügen und völliger Unſchädlichkeit ich mich
nicht zuvor überzeugt hätte. Ich habe vielfach
Gelegen=
heit gehabt, zu ſehen und zu hören, daß die Dun=
Präpa=
rate mit nie verſagendem Erfolg bei offenen Wunden,
Ka=
tarrhen, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus,
Js=
chias, Lungen= und Rippenfellentzündung, Blinddarm= und
Bauchfellentzündung u. a. angewandt wurden. Mir ſelbſt
haben die Dunſalbe und Dunpillen gegen Rheuma und
Anſchwellung der Beine treffliche Dienſte geleiſtet, und ich
bin überzeugt, daß nur ſie allein mir das Leben gerettet
haben, als ich kurz vor Weihnachten von einem ſchweren
Schleim=Schlaganfall getroffen worden war.
Darmſtadt, 3. Juni 1910.
K. S.
Die im April von Ihnen bezogenen Dunpräparate
waren von außerordentlicher Wirkung und habe ich meinem
Gjährigen Jungen ein Drüſengeſchwür (das im Entſtehen
war) geheilt, ſodaß die Eiterung gar nicht zum Ausbruch
kam. Wegen desſelben Leidens mußte ich den Knaben vor
2 Jahren 18 Tage lang in ein Krankenhaus in Operation
und Behandlung geben.
„Dun” iſt bei uns zu einem unentbehrlichen Heilmittel
geworden und habe ich es ſchon oft empfohlen und auch
an Bekannte geliehen und wurden dort gleichfalls gute
Reſultate erzielt.
Lengfeld i. O., 1. 12. 1910.
Wilh. Heuß II.
Meine Leidenszeit fing 8 Wochen vor Weihnachten mit
Ischias und hochgradiger Nerpoſität an, und behandelte
mich zuerſt Herr Dr. Sch. ohne Erfolg. Dann kam ich ins
Krankenhaus nach Worms, aus dem ich ebenfalls ungeheilt
entlaſſen wurde, Hierauf wurde durch das
Invalidenver=
ſicherungsamt ein Heilverfahren in einer Heilſtätte zu
Darmſtadt eingeleitet und dort alles mögliche angewandt.
Bei größter Ruhe linderte ſich mein Schmerz, aber bei der
kleinſten Anſtrengung kam er immer wieder. Erſt nach
An=
wendung Ihrer Dun=Präparate wurde ich mit jedem Tag
beſſer, und heute, nach dreiwöchigem Gebrauch, finde ich
mich körperlich wie geiſtig wohl, und habe ich wieder einen
ſehr guten Schlaf. Auch gegen mein Hämorrhoidalleiden
haben mir Ihre Dun=Präparate vortrefflich geholfen und
ſage ich Ihnen hiermit, daß mir nichts anderes geholfen hat.
Monsheim (Rheinheſſen).
Gg. Scheuermann.
Herr Guillermo Alter, Naturarzt in Buenos Aires,
ſchrieb am 18. Mai 1909: In die Salbe ſind die Kranken
einfach verrückt. Ich habe einige ſehr ſchöne Heilerfolge
mit der Salbe bei Knochentuberkuloſe, Flechten,
Geſchwül=
ſten und Fiſteln. Durch die Pillen einen auffallenden
Er=
folg bei Nierenſteinen.
Nur in Apotheken zu haben oder durch
Ver=
mittlung der Fabrik.
(1480a
Bestandteile: Cerat. resin. pini 25; Cerat. Cetacci 25; Ol. Jecor Aselli 15; Cer. Flav. 15; Bals. Canad. 2; Mirrha 0,5; Seb. cerv. filtr. 15; Vitell. ovi 25. — OI.
Arach. 6; Ol. Jecor Aselli 12; Cerat. res. pini 19; Cer. Flav. 12; Bals. Canad. 1,5; Cerat. Cetacci 2: Seb. cerv. filtr. 12: Vitell. ovi 12,5. Rad. lig. 23.
Cerat. res. pini 25; Cerat. 4,5; Mirrha 0,5; Vitell. ovi 20; Cerat. Cetacci 25; Ol. Jecor Aselli 15; Mel. 5; Bals. Canad. 2; Seb. cerv. filtr. 4.
* Aufklärung!
Den durchaus unwahren Behauptungen muß
entgegen=
getreten werden,
der Hanſabund habe ſich für Herrn Dr. Strecker
ent=
ſtlehn.
Die Wahrheit iſt,
daß der Hanſabund ſich zu den beiden Kandidaten Dr
Jam un br. Streke.
neutral
verhält und ſeinen Mitgliedern die Wahl zwiſchen
(1511df
Dr. Osann und Dr. Strecker
freiläßt.
Der Wahlausſchuß der nationalliberalen Partei
des Wahlkreiſes Darmſtadt u. Groß=Gerau.
Reichstugswahr.
Wir fordern hierdurch alle Gewerbetreibende,
unſere Mitglieder und Freunde ernſtlich auf, am
12. Januar
unbedingt von ihrem Wahlrecht zu Gunſten eines
der Kandidaten
Dr. Osann u. Dr. Strecker, bzw. Dr. Sauer u. Scior
in den Wahlkreiſen Darmſtadt-Groß=Gerau bzw.
Erbach-Bensheim Gebrauch zu machen.
Um unſer wirkſames Eingreifen zu
ermög=
lichen, muß je einer dieſer Kandidaten in die
Stich=
wahl gelangen.
Jeder Gewerbetreibende, welcher in der
Haupt=
wahl ſein Wahlrecht nicht in dieſem Sinne ausübt,
fügt damit den Intereſſen von Gewerbe, Handel
und Induſtrie ſchweren Schaden zu.
1522
Die Bezirksgruppe Darmſtadt
des Hanſa=Bundes.
Forrschrittnche-Voispartel
Reichstagswähler!
Der 12. Januar iſt der Gerichtstag über die Taten des schwarz-blauen Blocks. Mit Eurer Stimmabgabe ſollt Ihr enkſcheiden, ob Ihr die W iederkehr
der ſchwarz=blauen Mehrheit wollt oder nicht.
Die Stellung der Kandidaten zu den Parteien der bisherigen Reichstagsmehrheit, das iſt der beste Prüfstein für ihre
politische Zuverlässigkeit.
Bekämpft Herr Dr. Oſann den ſchwarz=blauen Block? Mit keinem Wort!
Herr Dr. Osann iſt im Gegenteil der
Vertrauensmann des Bundes der Landwirte, der Konſervativen, der Antiſemiten und des Zentrums.
Dieſe Parteien der Reaktion wiſſen, was ſie an Herrn Dr. Osann haben. Im heſſiſchen Landtag hat Herr Dr. Osann im Verein mit diesen Parteien
die reaktionären Beſtimmungen des Wahlgeſetzes und anderer Geſetze gegen die Linke machen helfen.
Soll man den Sozialdemokraten wählen?
Nein!
Auf dieſem Wege werden Fortſchritte nicht erreicht. Das Verhalten der Sozialdemokratie ist Wasser auf die Mühlen der Reaktion. Nicht
umſonſt wünſcht ſich Herr von Heydebrand einen roten Reichstag.
Die Sozialdemokratie bekämpft hier am ſchärfſten die Fortſchrittliche Volkspartei, viel ſchärfer als den ſchwarz=blauen Block. Sie weiß, daß die
Fortschrittliche Volkspartel ihr gefährlichſter Gegner iſt, da nur eine wahrhaft liberale und fortſchrittliche Politik den
Vor=
marſch der Sozialdemokratie zu verhindern vermag.
Nur der Kandidat der fortschrittlichen Volkspartei
Oberlehrer Drereoker bad-Nauneim
bekämpft ernsthaft den schwarz-blauen Block.
Nur Dr. Strecker bietet die Gewähr für eine freiheitliche, eine fortschrittliche und zugleich echt vaterländische Politik=
Nur Dr. Strecker hat Ausſicht, in einer Stichwahl gegen den Sozialdemokraten
zu siegen.
Die fortschrittliche Volkspartei iſt allezeit eingetreten für die Interessen der Gesamtheit des Volkes. Sie iſt gegen jede Klassenpolitik,
gegen jede Sonderrechte und Sondervorteile. Von dieſem Standpunkte aus tritt ſie ein für die Intereſſen des Bauernstandes, der kaufmännischen und
gewerblichen Mittelstandes, ſpeziell auch des Handwerkerstandes, ferner der Beamten des Reichs, des Staats, der Gemeinde, des Privatangestellten und
der Arbeiterschaft. Sie tritt für dieſe Intereſſen ein gegen die Großgrundbeſitzerpolitik, gegen die Verteuerungspolitik des Bundes der Landwirte und der Syndikate,
gegen ſcharfmacheriſche Unduldſamkeit und bürokratiſche Bevormundung.
Wähler? Wer wahrhaft freiheitlich, wahrhaft vaterländisch denkt, für den gibts nur eins, der wählt
(1504B.
Herrn Diroreoker
Der Wahlausſchuß der fortſchrittlichen Volkspartei.
Darmſtadt, im Januar 1912.
Gallus. Juſtizrat.
Dr Usahn- und uie Deamten
Hur Aufklärung und Abwehr!
In ganz unerwarteter und unſachlicher Weiſe werden in letzter Stunde durch verſchiedene „Eingeſandts” in hieſigen Blättern, insbeſondere die Beamten, zur
Wahl Dr. Oſanns z. T. deswegen aufgefordert, weil er neben anderen vermeintlichen Verdienſten auch in der
Wohnungsgeld=Zuſchuß=Frage
die Intereſſen der hieſigen Beamten mit großem Eifer vertreten habe. Gegen dieſe Kampfesweiſe muß auf das Entſchiedenſte Verwahrung eingelegt und betont
werden, daß weite Kreiſe der Beamtenſchaft ganz anderer Auffaſſung ſind.
In der erſten Verſammlung in jener Frage am 6. Juli 1908 war Dr. Oſann freilich erſchienen. Seine damalige Erklärung indeß, „daß wohl etwas geſchehen
müſſe daß er aber keine Verſprechen” machen, jedoch immer für die „berechtigten Intereſſen” der Beamten, für ihre finanzielle Aufbeſſerung, „ſoweit möglich”, eintreten wolle,
daß jedoch auch die Stadt des Fremdenzuzugs wegen nicht in den Ruf kommen dürfe, allzuteuer zu ſein. Dieſe Erklärung hat in ihrer rührenden Lahmheit auf viele
Be=
amte den Eindruck gemacht, daß Dr. Oſann ſich der großen Bedeutung der Zurückſetzune Darmſtadts hinter Mainz, Offenbach, Mannheim, Heidelberg u. ſ. w. damals
überhaupt nicht bewußt war. Und zwar der Bedeutung; nicht nur für die beteiligten Beamten ſelbſt, ſondern auch für die weiteſten Kreiſe, Hausbeſitzer, Geſchäfte,
Gaſt=
höfe, ja ſelbſt für den Steuerſäckel des heſſiſchen Staates und der Stadt.
Viele Beamte hatten den Eindruck, daß in dieſer Frage damals, d. h. zu einer Zeit, als vielleicht die einzige Möglichkeit rechtzeitigen und wirkſamen
Ein=
tretens noch gegeben war von Herrn Dr. Oſann wenig oder nichts erwartet werden konnte. Und dieſer Eindruck wurde durch die folgenden Ereigniſſe vollauf beſtätigt.
Eine von der Reichstags=Budget=Kommiſſion eingeſetzte „Subkommiſſion” hatte ziemlich wahllos und anſcheinend nur zur Beruhigung der benachteiligten Städte
faſt alle direkt oder durch ihre Vertreter petitionierenden Plätze kurzerhand eine Klaſſe höher verſetzt. Dieſe Subkommiſſion hatte aber wohl von Anfang an ſelbſt kein rechtes
Vertrauen in ihr Werk und deſſen Lebensdauer.
Immerhin, ein Zweck war erreicht. Gar mancher Abgeordneter konnte ſeinen Beamten=Wählern telegraphiſch melden, daß „ſoeben” die Verſetzung der Stadt X
in die höhere Klaſſe beſchloſſen worden ſei. Auch Herr Dr. Oſann gfreute ſicht, uns dieſe Mitteilung machen zu können.
Die Regierung machte jedoch kurzen Prozeß: ſie lehnte das Machwerk der Subkommiſion glatt ab. Die Beſoldungsreform wurde nach Erledigung der
berüch=
tigten Finanzreform nach verſchiedenen Purzelbäumen der Rechten, insbeſondere des Zentrums, ebenfalls über Bauſch und Bogen „erledigt‟. Ein findiger Kopf hatte noch
im letzten Augenblick die Abgeordneten der zurückgeſetzten Städte von einem Alpdruck befreit: ein Antrag, den Bundesrat zu „ermächtigen”, etwaige Härten in der
Servis=
klaſſen=Einteilung ſelbſtändig zu beſeitigen, fand freudige Zuſtimmung und Annahme. War doch der Reichstag damit die böſe Sache los und konnten ſich doch die Herren,
nun auf den Bundesrat berufen. Dieſer — auch nicht faul — überließ es wiederum dem Reichsſchatzamt „Erhebungen” anzuſtellen, und nur wenn dieſe begründeten Anlaß
zu Aenderungen ergeben würden ihm Vorſchläge zu machen — ſonſt nicht!
Dieſe Erhebungen ſind auch bei den Reichsbeamten dahier angeſtellt worden, ſie haben aber dem Reichsſchatzamt keinen Aulaß gegeben, den
Bundesrat=
nochmals zu beläſtigen.
Damit iſt eigentlich die ganze Frage der Verſetzung Darmſtadts in eine höhere Servisklaſſe endgültig abgetan.
Was Herrn Dr. Oſann noch veranlaßt, die heſſiſche Regierung nach dem Stande der Sache zu interpellieren und in Wahlverſammlungen die Hoffnung
aus=
zuſprechen, daß „ſeine” wiederholten „Bemühungen” in dieſer Sache doch noch Erfolg haben werden, das bleibt ſein Geheimnis! Die Beamten wiſſen, daß auch dieſe
neueſte „Bemühung” des Herrn Dr. Oſann den gleichen Erfolg wie ſeine bisherigen — worin dieſe eigentlich beſtanden haben, iſt übrigens ebenfalls Geheimnis — zeitigen
werden. Glaubt denn Herr Dr. Oſann oder ſonſt wer im Ernſt wirklich, daß die auf die bewußte Interpellation hin nun auch von der heſſiſchen Regierung bei den
Eiſenbahn=Dienſtſtellen angeſtellten Erhebungen ein anderes Reſultat haben werden? Ganz gewiß nicht!
Herr Dr. Oſann ſollte doch endlich eingeſtehen, daß ſeine bald 3½jährigen „Bemühungen” völlig fruchtlos waren, ebenſo fruchtlos, wie die wohl gleich
ernſthaften „Bemühungen” zur liberalen Einigung in Heſſen, zur Verhütung der ſchmachvollen nationalliberalen Stichwahlparole 1909 in Bingen=Alzey, zur Wahl
van Calkers in Friedberg und Schätzels in Nierſtein, und zur Verhütung des Eintretens „nationalliberaler” Abgeordneten gegen nationalliberale Kandidaten zu Gunſten
von Bündlern.
Wenn nun aber auch noch Stimmung für die Wahl Dr. Oſanns mit deſſen ganz beſonderer Beamten=Freundlichkeit zu machen verſucht werden ſoll, ſo mußte
ein ſolcher Verſuch energiſch und ausführlich begründet zurückgewieſen werden.
Die Beamten wiſſen in ihrer übergroßen Mehrzahl was ſie von den nachgerade ſattſam bekannten „Bemühungen” des Herrn Dr. Oſann zu halten haben
und lehnen es ab, „politiſche Engel” zu ihrer Stütze” zu wählen. Sie laſſen ſich durch nichts von ihrem in den Trauertagen des deutſchen Volkes beim Sturze
des beſten der Reichskanzler ſeit Bismarck, gelobten Kampfe gegen den ſchwarz=blauen Block, Schulter an Schulter mit dem geſamten wirklich liberalen Bürgertum
auch in Heſſen
beirren und ſie wählen den einzig richtigen, weil entſchiedenen Vertreter ihrer Wünſche und Intereſſen, den Kandidaten der Fortſchrittlichen Volkspartei
D Srfecker
(1505If
dem ſie am Wahltage ihre Stimme zu geben jetzt mehr als je entſchloſſen ſind.
Viele mittlere und untere Beamte.
Hanekamserae Farter
Die Wahlbüros befinden ſich:
für den 1., 2. u. 3. Bezirk bei Trautmann, Bismarckſtraße
„ Mann, Landwehrſtraße 26
4. u. 5.
,,
Schnellbächer, Frankfurterſtraße
6. u. 7.
„
8. u. 9. „ „ Herting, Heinheimerſtraße
„
10. u. 11. „ „ Krauß, Taunusſtraße
„ 12. u. 13. „ „ Baumgarten, Soderſtraße
„ „ 14. 15. u. 16. „ „ Rehberger, Nieder=Ramſtädterſtraße
„ „ 17. u. 18. „ „ Sälzer, Orangerieſtraße
19. „ im Chauſſeehaus, Heidelbergerſtraße
,, ,
„ „ 20. u. 21. „ „ Saalbau=Tunnel
22. „ bei Sitte, Karlſtraße
,, ,
23. „ „ Fink, Waldſtraße
,, „
24. „ „ Schmitz, Louiſenſtraße
,, „
(1514
Gaulé (Chriſt), Schulſtraße
25. u. 26.
,,,
das Hauptbüro im Haalbau-Tunnel.
Reichblägbwagtt
An ſämtliche Kaufleute und Induſtrielle
richten wir hiermit die ergebenſte Bitte,
am 12. Januar
ihren kaufmänniſchen und techniſchen
An=
geſtellten den Nachmittag frei zu geben und ihre
Reiſende am Wahltage nicht auf die Tour
zu ſchicken.
Es ſoll ſo den Angeſtellten und Reiſenden
die Beteiligung an der Wahl und der Wahlarbeit
im weiteſten Umfange ermöglicht werden.
Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
(1521
Die Bezirkskruppe Darmſtadt
des Hanſa=Bundes.
Wahlaufruf.
Zentrumswähler des Wahlkreiſes Darmſtadt=Gr. Gerau!
Wie bekannt, hatten wir anfänglich die Aufſtellung
eines eigenen Kandidaten der Zentrumspartei in der
Perſon des Freiherrn von Hertling beſchloſſen.
Dies Vorgehen entſprach durchaus der Stimmung
weiteſter Kreiſe unſerer Wählerſchaft.
Der weitere Verlauf des Wahlkampfes hat uns
jedoch veranlaßt, diesmal auf eine Zentrumskandidatur
zu verzichten.
(1475
Unſere Parole lautet:
Keine Stimme für Dr. Strecker!
Keine Stimme für Dr. Quessel!
Das Bezirkskomitee der Zentrumspartei
für Darmſtadt=Gr.=Gerau.
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Freitag, 12. Jan., vorm. 8—10 Uhr
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Reichstagswahl und Hanſabund!
Herr Dr. R. Strecker, der Reichstagskandidat der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei für Darmſtadt-Groß=Gerau hat an die Ortsgruppe
des Hanſabundes z. H. Herrn Dr. Humann im Darmſtadt folgendes
Schreiben gerichtet:
„Auf Ihr geſchätztes Schreiben vom 8. Januar geſtatte ich mir
das Folgende höflichſt zu erwidern:
Zum Gebrauch des Wortes „angeblich” bin ich, auch nach
juriſtiſchen Gepflogenheiten, ſolange berechtigt, als wir bezüglich der
Erklärung des Herrn Dr. Oſann nur auf Ihre Angaben angewieſen
ſind. Es hätte jedenfalls eine höhere Einſchätzung der Wähler und
eine beſſere Gewähr für die Energie ſeiner Abſichten bedeutet,
wenn Herr Dr. Oſann ſeine Erklärung auch vor der Oeffentlichkeit
und auch ſchriftlich abgegeben hätte.
Die allgemeine Redewendung „Die gleiche Behandlung aller!
Erwerbſtände vertreten zu wollen” iſt umſoweniger ausreichend als
ſie ſo ziemlich von allen politiſchen Parteien, ſelbſt von den ſchroffſten
Gegnern des Hanſabundes, gebraucht zu werden pflegt.
Gegenüber Ihren Angaben betr. der mündlichen Erklärung
des Herrn Dr. Oſann bleibt jedenfalls die Tatſache beſtehen, daß
Herr Dr. Oſann die wichtige Gelegenheit des Wahlkampfes zur
Auseinanderſetzung mit dem Bunde der Landwirte gar nicht benutzt,
ganz im Gegenſatz zur Haltung der nationalliberalen Partei im Reich,
deren vortreffliche Veröffentlichungen gegen die bündleriſche
Ein=
ſeitigkeit alle Anerkennung verdienen.
So liegt die Annahme nur allzunahe, daß zwiſchen der
auf=
fälligen Zurückhaltung des Herrn Dr. Oſann gegenüber dem Bunde
der Landwirte und der nicht minder auffälligen Unterſtützung ſeiner
Kandidatur durch denſelben Bund der Landwirte, der ſonſt überall
geradezu die Vernichtung der nationalliberalen Partei zu ſeiner Parole
gemacht hat, ein Zuſammenhang beſteht, der ſicherlich nicht in der
Richtung der Hanſabundintereſſen liegen kann.
Nach alledem muß es ſehr merkwürdig berühren, daß die
Darmſtädter Ortsgruppe des Hanſabundes gerade Herrn
Dr. Oſann von einer unzweideutigen ſchriftlichen Verpflichtung
entbinden zu können glaubt, während ſie anderen auch ernſten
Politikern eine ſolche Bindung zumutete.
Es wird umſomehr die Sache der Wähler und insbeſondere
der Freunde des Hanſabundes ſein, ſich zu entſcheiden, zu welcher
Art der Bekämpfung bündleriſcher Einſeitigkeit ſie das meiſte Ver=
(1489B
trauen haben können.
Hochachtungsvoll
Dr. R. Strecker.‟
Gorrate vor on Kont.
Der Tag der Entſcheidung, der
12. Januar 1912
naht und es gilt nun, alle Kräfte anzuſpannen. Zur
Vor=
bereitung der Wahl und am Tage der Wahl ſelbſt iſt eine
große Zahl hilfsbereiter Freunde erforderlich.
Alle Freunde der Kandidatur Dr. Strecker
Männer und Frauen, die akademiſche und kaufmänniſche
Jugend, bitten wir, ſich uns zur Verfügung zu ſtellen und
ſich ſofort ſchriftlich oder mündlich (Fernſpr. 639) auf unſerem
Wahlbüro zu melden.
Am Wahltage
befindet ſich das Wahlbüro im Fürſtenzimmer des Saalbau.
Zur Beſprechung der Wahlarbeit
am Wahltage laden wir auf Donnerstag, 11. Januar,
abends ½ 9 Uhr in den Kaufm. Vereins=Saal des Kaiſerſaal,
Grafenſtraße 18, ein.
(1506R
Tue jeder ſeine Schuldigkeit, denn auf jeden einzelnen
kommt es diesmal an, darum nochmals:
Uiberale vor die Front!
Verein für Vorbroitung v. Volksbildung, Darmstalt.
6 Vorträge über die Balkangebiete
geologiſch=phſtſikaliſch, geographiſch=hiſtoriſch, wirtſchaftlich und
handelspolitiſch
von Profeſſor Dr. Klemm, Landesgeologe=Darmſtadt, von
Profeſſor Dr. E. Anthes, Darmſtadt und Chefredakteur Dr.
Jäckh-Heilbronn
am Donnerstag, 18. Januar, Donnerstag, 25. Januar, Dienstag,
30. Januar, Freitag, 2. Februar, Dienstag, 6. Februar und Freitag,
9. Februar 1912, abends 8¼ Uhr.
Lokal: Techniſche Hochſchule, Saal 326 (Ein= u. Ausg. Weſtportal)
Eintrittskarten für die 6 Vorträge 1.50 Mk., für Mitglieder und
angeſchl. Vereine 1 Mk., am Verkehrsbureau und hei J. Mylius,
Heerdweg 2.
Neu zutretende Vereinsmitglieder ſind beitragsfrei bis zum Beginn
des neuen Geſchäftsjahres 1. April 1912.
(1465
Schutzennol.
Freitag, den 12. Januar: (*828
e
Hetzeisuppe.
Abends: Militär-Streich-Konzert. Eintritt frei.
Morgen Freitag
Metzel=
ſuppe
wozu freundlichſt einladet
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*825)
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Schöne antike Kommode ſehr
preiswert zu verkaufen. Näh. in
der Expedition.
(1517
Kinderl. Ehepaar n. K. diskr.
in g. Pflege, a. einm.
Erziehungs=
beitr. Off. u. A 57 a. d. Exv. (*816df
für 10 M. a. Kuab. beſſ. Herkunft
2 werden Adv.=Eltern geſucht ohne
g. Vergütung. Off. hauptpostlagernd
Nora, Darmstadt,
(*811
Achtung!
welche am 1. Januar
Die Damk, abends im Schloß=
Café einen Skunks=Pelz
ver=
tauſchte, wird gebeten, denſelben
dortſelbſt umzutauſchen. (*792
Die beiden Damen, die am
Dienstag beim letzten Konzert des
Rich. Wagner=Vereins im Saale
der Turnhalle eine gold. Broſche
gefunden haben, werden um
Rück=
gabe derſelben bei der Expedition
dieſes Blattes erſucht.
(*819
von Heilige
Verloren kreuz-
Wenck=
ſtraße — Schwanenſtraße —
Rhön=
ring ein ſilb. Kettenarmband.
Bitte gegen Belohnung abzugeben
*776) Rhönring 29, paxte.
Bekanntmachung.
Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Dienstag, den 16 ds. Mts.,
bormittags 9 Uhr, in dem Sitzungsſaal des Provinzial= und Kreis=Ausſchuſſes
dahier (Regierungsgebäude, Neckarſtraße Nr. 3, 1. Obergeſchoß, Südſeite), die
Durch=
ſicht der Protokolle über die Wahlen zum Reichstag in den einzelnen Wahlbezirken
des IV. Wahlkreiſes (Darmſtadt-Groß=Gerau) und die Zuſammenſtellung der
Reſul=
tate der Wahlen ſtattfinden, auch das Ergebnis verkündet werden wird. (1462ds
Der Zutritt zum Lokal ſteht den Wählern frei.
Darmſtadt, am 2. Januar 1912.
Der Wahlkommiſſär für den IV. Wahlkreis im
Großherzogtum Heſſen.
Feh. Provinzialdirektor.
An die Schulvorſtände des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, die Schüler wiederholt auf die Wichtigkeit eines
aus=
gedehnten und ſorgfältigen Vogelſchutzes hinzuweiſen und dieſelben anzuregen, bei
dem eingetretenen Schneewetter möglichſt viele Futterſtellen für Vögel an geeigneten
Plätzen anzulegen.
(1405md
Darmſtadt, den 9. Januar 1912.
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Wir ſehen uns veranlaßt, auf die Vorſchriften der nachſtehenden
Polizei=
verordnung, das Rodeln im Kreiſe Darmſtadt betreffend, eindringlich
aufmerk=
ſam zu machen.
(1404md
Darmſtadt, den 9. Januar 1912.
Großh. Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Reinhart.
Polizei=Verordnung,
das Rodeln im Kreiſe Darmſtadt betreffend.
Auf Grund des Art. 78 der Kreis= und Provinzialordnung vom 12. Juni 1874
wird nach Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes für den Kreis Darmſtadt mit
Geneh=
migung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 21. November 1910 zu Nr. M. d.
J. 19 190 verordnet, was folgt:
§ 1. Auf allen Rodelbahnen im Kreiſe Darmſtadt dürfen nur Rodelſchlitten,
die mit höchſtens zwei Perſonen beſetzt ſind, benutzt werden. Bobleighs ſind
das Aneinanverhängen mehrerer und das
Benutzen ſchadhafter Rodelſchlitten verboten.
§ 2. Das Rodeln auf ſämtlichen Kreisſtraßen des Kreiſes, ſowie das Kreuzen
chauſſierter Fahrbahnen mit Rodelſchlitten iſt verboten.
Weitere Verbote können von Großh Kreisamt oder Großh. Polizeiamt
Darm=
ſtadt nach Bedarf erlaſſen werden. Die Bekanntmachung ſolcher Verbote erfolgt im
Amtsverkündigungsblatt.
§ 3. Innerhalb der Stadt Darmſtadt und der Ortſchaften des Kreiſes iſt
das Rodeln auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, insbeſondere auf deren
Fußſteigen, gänzlich verboten.
§ 4 Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchriften werden, ſofern nicht nach
anderen Strafbeſtimmungen eine höhere Strafe verwirkt iſt, mit Geldſtrafe bis zu
30 Mark beſtraft. Desgleichen werden Etern, Vormünder oder andere Perſonen,
deren Aufſicht Kinder unter 12 Jahren anvertraut ſind, auf Grund des Art. 44 des
Heſſiſchen Polizeiſtrafgeſetzes wegen Zuwiderhandlungen ihrer Pflegebefohlenen zur
Verantwortung gezogen, falls ſie es an der erforderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen.
§ 5. Dieſe Polizei=Verordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft
Darmſtadt, den 28. November 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Die Faſelmarkt=Kommiſſion in Butzbach beabſichtigt, mit dem am 7. März 1912
in Butzbach ſtattfindenden Faſelmarkt eine Verloſung von Vieh und
landwirtſchaft=
lichen Geräten zu verbinden.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Ver=
anſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 11000 Loſe zu
1 Mk. das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60½ des Bruttoerlöſes
aus dem Verkaufe der Loſe nach Abzug eines Betrages von 250 Mk. für
Prämierungs=
zwecke zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind.
Der Vertrieb der Loſe im Großherzogtum iſt geſtattet.
(1507.
Großherzogliches Miniſterium des Innern hat dem Arbeitsausſchuß der
Deutſchen Antarktiſchen Expedition in Berlin die Erlaubnis erteilt, je 6000 Loſe von
zwei weiteren Ende 1912 und Frühjahr 1913 auszuſpielenden Serien der ihr bewilligten
Geldlotterie innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben. Nach dem von der
zu=
ſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen in jeder Serie 200 000 Loſe
à 3 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem Heſſiſchen
Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen. Während der Zeit des Vertriebs der
Loſe zur erſten Klaſſe einer Königlich Preußiſchen Lotterie iſt Ankündigung, Ausgabe
und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
(1423
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier. 1 Spitzhund, 2 Dachshunde (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktao vorm. um 10 Uhr ſtatt.
(1486
Bekanntmachung,
die Behandlung der Zugtiere im Winter betreffend.
An alle Beſitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken
richten wir die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte
ernſtlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den
nach=
teiligen Einflüſſen der Witterung nach Möglichkeit geſchützt
werden, daß namentlich:
1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich
und niemals unbedeckt im Freien ſtehen gelaſſen
wer=
den, und
2. das Zaumzeng im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor
dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und
3. die Hufeiſen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten
gehörig geſchärft oder mit Stollen verſehen ſind.
Darmſtadt, den 9. Januar 1912.
(1410md
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Ausführung von Gasanlagen im Junern der
Gebäude und Grundſtücke.
Die Einrichtung von Gas=Beleuchtungs=, Heiz= und Kraft=
Anlagen im Innern der Gebände und Grundſtücke, welche an das
Rohrneßz des ſtädtiſchen Gaswerks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie
alle Erweiterungen, Veränderungen und Reparaturen darf nur durch
ſolche Inſtallateüre erfolgen, die von Großherzoglicher Bürgermeiſterei
eine ſchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich verpflichtet haben,
alle dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und gewiſſenhafter
Beobachtung der hierfür erlaſſenen Beſtimmungen und Vorſchriften
auszuführen.
Dieſe Erlaubnis iſt folgenden Firmen erteilt:
Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
Gebr. Becker Nachf.,
Grafen=
ſtraße 21.
Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
Karl Bohl, Blumenthalſtr. 107.
Lud. Breitwieſer, Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 54.
Heinr. Brunner, Eliſabethenſtr. 33.
KarlDarmſtädter, Sandbergſtr. 66
W. Eberhardt, Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 11.
Fr. Ewald (Inh. Fr. Wenz)
Soderſtraße 49 und 54.
Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a.
Georg Aug. Fink, Rhönring 53.
Ludwig Fiſcher, Langgaſſe 31.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
Franz Geiger, Karlſtraße 36.
Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtraße 6.
Jakob Glock, Langegaſſe 9.
Guſtav Göckel, Karlſtr. 12.
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Philipp Handſchuch,
Schloß=
gartenſtraße 37.
Ludwig Heppenheimer,
Luiſen=
ſtraße 2.
Wilh. Heppenheimer, Kiesſtr. 80.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
Balth. Ittmann, Liebfrauenſtr. 89.
Hermann Jung, Bleichſtr. 11.
Karl Jung, Kaplaneigaſſe 17.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
Karl Kämmerer, Parcusſtraße 10.
Gg. Kaiſer, Inh.: Marg. Haun,
Rheinſtr. 5.
Rob. Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8.
Georg Keil, Eliſabethenſtr. 36.
Auguſt Keller Dieburgerſtr. 18.
Adolf Kling Nachf. (Inh. A. u. L.
Kling), Rheinſtr. 17.
Klink & Rettberg, Ludwigspl. 8½.
Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
Phil. Kraus Nachf. (Inh. Adam
Bender), Karlſtraße 51.
Hugo Kötting, Liebfrauenſtr. 75.
Wilh. Krätinger, Ludwigſtr. 11.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Ludwig Lautenſchläger,
Neckar=
ſtraße 26.
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 59.
V. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Dieburgerſtraße 54.
Phil. Maul. Heidelbergerſtr. 19.
Müller u. Dilling, Kaſinoſtr. 27.
Ga. Neumann, Heidelbergerſtr. 117
Aug. Neumeyer Wwe., Große
Ochſengaſſe 22.
Heinr. Ningler, Landwehrſtr. 47.
Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Heinrich Pauli, Orangerie=Allee7.
Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
F. W. Preußner, Bleichſtr. 40.
Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Momberger), Schützenſtr. 4.
G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7.
Franz Schulz, Karlſtr. 104½.
Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
Karl Tänzer Marktplatz 7.
Michael Vollrath, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 51.
Hch. Waldſchmidt,
Ludwigshöh=
ſtraße 21.
Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
Val. Wedel, Beckerſtraße 7.
Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 39.
Karl Zahrt, Hofſtallſtraße 8.
Darmſtadt, den 8. Januar 1912.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
(1318ms
Friedrich.
Pfennigſparkaſſe Darmſtadt
Samstag, den 13. des
gegen=
wärtigen Monats iſt der letzte
Ter=
min für das verfloſſene Vierteliahr,
an welchem Einlagen in die
Pfen=
nigſparkaſſe gemacht werden
kön=
nen. Die Einleger werden daher
erſucht, ihre eingelegten Beträge
durch Zulage an dieſem Tage auf
volle Mark abzurunden, da
andern=
falls ihre Einlagen für jetzt nicht
in die Sparkaſſebücher der
ſtädti=
ſchen Sparkaſſe übertragen werden
(1464
können.
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende.
Wagner.
Weißbinderarbeiten.
Die bei Erbauung eines
Zoll=
niederlagegebäudes am neuen
Gü=
terbahnhof vorkommenden
Weiß=
binderarbeiten ſollen vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungenliegen bei dem
unterzeich=
neten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen, woſelbſt auch die
Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 18. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(1485df
reichen.
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
In unſer Handels=Regſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 2. Januar 1912.
Hinſichtlich der Firma:
Plaut & Sohn, Darmſtadt.
Arthur Pleut, Guſtav Plaut,
beide Kaufleute in Darmſtadt, ſind
zu Einzelprokuriſten beſtellt.
Am 3. Januar 1912.
Hinſichtlich der Firma:
K. Joſeph, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Friedrich Belz, Kaufmann in
Darmſtadt, übergegangen.
Am 6. Januar 1912.
Gelöſcht die Firmen:
1. Eugen Lautenſchläger,
Darmſtadt.
(1460
2. Conrad Eber, Darmſtadt.
Darmſtadt, 8. Januar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt!
Bekanntmachung.
Die geſtern und heute in
Rohr=
bach abgehaltene
Holzverſteige=
rung iſt genehmigt. (1453
Die Abfuhrſcheine können vom
16. ds. Mts. an abgeholt werden.
Ober=Ramſtadt, 9. Januar 1912.
Großh. Oberförſterei Ober=
Ramſtadt.
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Darmſtadt, den 10. Januar 1912.
(1467
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Holz-Verſteigerung.
Donnerstag, 18. d. Mts., von vormittags 9 Uhr an
werden in dem oberen Lokale des Hauſes der Turngemeinde
da=
hier (Woogsplatz Nr. 5) aus Domanialwald=Diſtrikt
Böllenfall=
tor (Herraottsbera und im ganzen Diſtrikt zerſtreut) verſteigert:
Nutzſcheiter (ungeſpalten), rm: 1 Eſchen., 6 Eichen, 5
Bir=
ken, 3 Erlen; Scheiter, rm: 278 Buchen, 76 Eichen, 2
Bir=
ken, 1 Erlen, 7 Kiefern: Knüppel, rm: 140 Buchen,
39 Eichen, 1 Eſchen, 2 Birken, 3 Erlen, 10 Kiefern; Reiſig=
Wellen: 3930 Buchen, 20 Eſchen, 1090 Eichen, 115 Birken,
25 Erlen, 15 Weiden, 330 Kiefern, 120 Fichten:
Durch=
forſtungsreiſig, Wellen: 95 Buchen, 75 Eichen, 25 Weiden;
Stöcke, rm: 25 Buchen 3 Eichen, 1 Birken, 7 Fichten.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vor der Verſteigerung
einzuſehen. Der Gr. Forſtwart Klipſtein zu Forſthaus Völlenfalltor
iſt beauftragt, dasſelbe auf Verlangen vorzuzeigen.
(1502ds
Darmſtadt, 10. Januar 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Stammholz=Verſteigerung.
Montag, den 15. Januar und Dienstag, den 16. Januar 1912,
von vormittags 9 Uhr ab
werden im hieſigen Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne,
ca. 385 Stämme
(Länge 5—14 m, Durchmeſſer 17—52 cm)
an die Meiſtbietenden verſteigert.
Zuſammenkunft an beiden Tagen an der Griesheimer Brücke
Pfungſtadt den 8. Januar 1912.
(145fi
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.
In den Waldungen der Gemeinde Ober=Ramſtadt werden an
Ort und Stelle verſteigert:
Montag, den 15. Januar I. J.
im Diſtrikt Eichelberg 19 Lärchen=Stämme von 14—31 cm mittl.
Durchmeſſer, 7—13 m Länge, 123 Fichten=Stämme von 14—36 cm
mittl. Durchmeſſer, 5—23 m Länge.
Dienstag, den 16. Januar I. J.
in den Diſtrikten Finſterhöllenberg, Eichelberg und Rauberg 159 rm
Buchen=, 9 Eichen=, 13 Kiefern= und 6 Fichten=Scheiter, 91 rw
Buchen=, 25 Eichen=, 24 Kiefern= und 17 Fichten=Krüppel, 1500 Buchen=,
500 Eichen=, 570 Kiefern= und 610 Stück Fichten=Wellen, 37 rm
Buchen=, 13 Eichen=, 7 Kiefern= und 20 Fichten=Stöcke.
Bemerkt wird, daß ſich unter den Fichten ſehr ſchöne
Schnitt=
holzſtämme befinden. Die in den Diſtrikten Finſterhöllenberg und
Rauberg liegenden Lärchen=Stämme werden im Diſtrikt Eichelberg
verſteigert
Zuſammenkunft an beiden Tagen jedesmal ½10 Uhr. Am
erſten Tag im Diſtrikt Eichelberg nächſt dem Vizinalweg Nieder=
Ramſtadt-Nieder=Modau. Am zweiten Tag im Diſtrikt
Finſter=
höllenberg am Eingang des Waldes.
Ober=Ramſtadt, den 5. Januar 1912.
(1471di
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
(637a
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
Verſteigerung v. Akazienſtammen u. Hrennholz.
Montag, den 15. Januar, vormittags 9 Uhr anfangend,
ſollen in der Gemeinde Eberſtadt 90 Akazienſtämme von 1,50 bis
4,50 m Länge und 40 bis 14 cm Durchmeſſer, ſowie mehrere Partien
Stangenholz und 25 rm Reisknüppelholz öffentlich verſteigert werden.
Zuſammenkunft auf der alten Darmſtädter Straße am
Aus=
gang des Orts.
(1469
Eberſtadt, den 8. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Jagd-Verpachtung.
Die Jagd der Stadt Pfungſtadt, beſtehend aus Wald, Feld
und Wieſen ſoll Donnerstag, den 1. Februar 1912, nachmittags
2 Uhr, auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt in 8 Abt. auf 6 Zahre
öffentlich verpachtet werden. Das Jagdrevier, das zuſ. 3450 ha
um=
faßt (5900 m Wald, 6600 m Feld, 1300 m Wieſen nebſt der
Torf=
grube), hat einen vortrefflichen Wildbeſtand an Rehen, Haſen, Hühnern,
Enten (reicher Beſtand an der Torfgrube), Faſanen und ſonſtigem
jagdbaren Wild, zieht teilweiſe an der Main=Neckar=Bahn und
Neben=
bahn Eberſtadt=Pfungſtadt entlang, iſt ſomit in ſehr guter Lage und
nach allen Richtungen hin, den Bahnhöfen Darmſtadt=Süd,
Eber=
ſtadt, Bickenbach und Pfungſtadt, gut erreichbar.
Weitere Auskunft erteilt bereiwilligſt die unterzeichnete
Bürger=
meiſterei.
(1503a
Pfungſtadt, den 5. Januar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Der Brieftaubenverein Gräfenhauſen
hat ſeine Brieftauben der Marineverwaltung zur Verfügung geſtellt.
(1518
Gräfenhauſen, den 10. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
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Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Rachdruck verboten.)
Yvonne fühlte, er liebte ſie, aber ſie wollte keine
Hoff=
nungen in ihm erwecken, die ſie doch nicht erfüllen konnte.
Sie liebte ihn wie einen Bruder, anders nicht. Ihr Herz
war ſo wund und zerriſſen, und ſie ſehnte ſich nach einem
Ausruhen, nach einem Leben in ganz anderen Kreiſen, wo
ſie an nichts mehr erinnert wurde.
Beiden war es entgangen, daß Herta ſie beobachtet
hatte, die Dagobert ſuchte. Es war Zeit zur Abendmahlzeit.
Wie vom Blitz getroffen war ſie zurückgeprallt, als ſie
Yvonne an ſeiner Bruſt ſah. Ein unbezähmbarer Haß gegen
die Couſine flammte in ihr auf; mit wutverzerrtem Geſicht,
Tränen in den Augen, ſtürzte ſie davon ins Haus, ins
Eß=
zimmer, in dem die anderen ſchon verſammelt waren.
Wir brauchen nicht auf Dagobert zu warten; er hat
Beſſeres zu tun, ſtieß ſie halbſchluchzend hervor. Draußen
im Garten iſt er und hält Yvonne in ſeinem Arm.
Die Baronin lachte höhniſch auf. Siehe, die Tochter
ihrer Mutter! Das leichte Blut verleugnet ſich nicht! Ich
gratuliere Dir, Lutz! wandte ſie ſich an den Sohn, der mit
finſterem Geſicht da ſaß. Er ſprang auf. Was erdreiſtete
ſich Dagobert?
Mit meſſerſcharfer Stimme ſagte da die Gräfin zur
Enkelin:
Ich muß Dich tadeln, Herta! Wie kannſt Du dem
Freunde Deines Bruders ſo nachlaufen! Weshalb läßt Du
den don bihtenſet nich von irer beſchad ſagen, def
wir ihn erwarten!
Ich werde ihn holen! bemerkte da Lutz. Seine Stimme
klang heiſer. Mit funkelnden Augen maß ihn die
Groß=
mutter.
Du bleibſt! befahl ſie. Graf Lichtenfels wird ſchon
kommen!
Herta ſtand ſchluchzend am Fenſter.
Sie hätte alles zertrümmern können; kaum vermochte ſie
ſich zu beherrſchen. Ihre Hoffnungen waren jäh zerſtört.
Darum hatte Dagobert ſich immer noch nicht erklärt — und
nur um Yvonne, nicht um ſie hatte er ſtets den Bruder
be=
gleitet! Sie ſah ihn kaum an, als er ins Zimmer trat. Mit
einer ritterlichen Verneigung führte er die Hand der
Haus=
frau an die Lippen.
Um Vergebung, gnädigſte Gräfin, wenn ich mich etwas
verſpätet habe.
Es wollte bei Tiſch keine rechte Stimmung aufkommen.
Gezwungen nur hielt ſich das Geſpräch in den
oberfläch=
lichſten Bahnen. Mit Erleichterung wurde das Ende des
Mahles begrüßt. Yvonne wurde nicht erwähnt.
Die Baronin brach bald auf. Du biſt nervös, liebſte
Mama; deshalb iſt es beſſer, wir laſſen Dich für heute allein,
damit Du Deine Ruhe bekommſt.
Kurz nachdem die Gäſte Burgau verlaſſen hatte, ſagte
der Diener:
Komteſſe Yvonne laſſen Frau Gräfin um eine
Unter=
redung bitten!
Heute abend nicht mehr, morgen! lautete die Antwort.
Und am anderen Morgen, ſchon in aller Frühe, ſtand
Yvonne vor der alten, ſtrengen Frau.
Auf ihrem ſüßen, blaſſen Geſichtchen prägte ſich eine feſte
Entſchloſſenheit aus. In dieſem Augenblick und mit dieſem
Ausdruck glich ſie der Mutter ihres Vaters mehr als der
eigenen. Sie hatte doch viel von den Laßbergs, und das
fiel jetzt der Gräfin auf, als ſie die Enkelin ſo gelaſſen und
ſelbſtbewußt vor ſich ſtehen ſah.
Was wollteſt Du mir geſtern abend noch ſagen?
Jeden=
falls wohl, daß Graf Lichtenfels mit beſtem Erfolg bemüht
war, Dir Lutz zu erſetzen? fragte die Gräfin mit eiſigem
Hohn.
Einen Augenblick ſtarrte Yvonne die Gräfin
verſtänd=
nislos an — dann begriff ſie die ungeheuere Beleidigung.
Wer wohl wieder hatte der Großmutter Dagoberts
teil=
nehmendes Verhalten in ſolchem verzerrten Licht dargeſtellt?
Wer hatte ſie belauſcht?
Sie bog verächtlich die Mundwinkel herab. Das traf
ſie nicht. Auf ſolche Verleumdung auch nur ein Wort zu
meiner Verteidigung zu ſagen, wäre für mich eine
Selbſt=
erniedrigung! entgegnete ſie ſtolz. Aber Graf Lichtenfels
will ich vor dieſer Beleidigung ſchützen, weil er ein
Edel=
mann im wahrſten Sinne des Wortes iſt. Er hat Mitleid
mit meiner Verlaſſenheit gehabt und hat mir deshalb ein
Heim bei ſeiner Mutter angeboten — er hat längſt geſehen,
unter welchen unhaltbaren Verhältniſſen ich hier lebe.
Und wenn die Verhältniſſe nun ſo unhaltbar für Dich
ſind, warum haſt Du ihnen denn nicht damals ein Ende
ge=
macht, als es Dir geboten wurde?
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denke ich nicht anders!
Trotz des glänzenden Angebots vom Grafen
Lichten=
fels? fragte die Gräfin lauernd. Das läßt doch nur eine
Deutung zu —
Eben deshalb habe ich es abgelehnt.
Abgelehnt? Frau von Laßberg war doch verwundert
darüber; jede andere würde ſich da keinen Augenblick
beſon=
nen, würde zugegriffen haben, wenn eine ſo glänzende
Zu=
kunft winkte.
Ja, Großmama, weil — weil ich nicht Urſache einer
Ent=
täuſchung ſein wollte. Außerdem möchte ich auch niemand
mehr zu Dank verpflichtet ſein. Ich will fortan auf eigenen
Füßen ſtehen!
Und wie denkſt Du Dir das?
Ich will fort von Burgau, und auf keinen Fall laſſe ich
mich zurückhalten!
Und wohin, wenn ich fragen darf?
Vorläufig zu meiner Lehrerin nach L., ſie wird mir
be=
hilflich ſein, eine Stellung zu finden. Deshalb bitte ich
Dich, mir von meinem Gelde 300 Mark zu geben.
Das iſt mir nicht möglich. Du weißt, daß es feſtgelegt
iſt. Sie ſtarrte Yvonne an; es war ihr faſt wie ein Traum,
daß die Enkelin ſo klar und überlegen ſprach, als ob
nie=
mand da wäre, der ihr Geſchick in den Händen hielt, nach
deſſen Beſtimmungen ſie ſich zu richten hatte.
Dann bitte ich Dich, mir dieſe Summe zu leihen.
Und wenn ich es nicht tue?
Die Verlobungsringe meiner Eltern, ſowie Mamas
Brillantbroſche ſind noch in meinem Beſitz. Dann werde
ich dieſe Schmuckſachen verſetzen!
Das war doch zu ſtark. Die Gräfin mußte ihre ganze
Selbſtbeherrſchung aufbieten, um ſich nicht zu vergeſſen.
Du biſt ein Teufel! ſtieß ſie hervor.
Danke, Großmama, es iſt nicht allein meine Schuld, daß
ich ſo geworden bin. Ich bin jetzt ſieben Jahre in Deiner
Hand. Ich habe viel ertragen; doch nun bin ich am Ende.
Ich kann nicht mehr. Wie dankbar wäre ich Dir für ein
wenig Freundlichkeit geweſen!
Mit einem Herzen voller Liebe kam ich armes,
eltern=
loſes Kind hierher, mit den beſten Vorſätzen, Papas letztem
Wunſch nachzuleben, Dir ſtets treu und gehorſam zu ſein.
Doch Du wollteſt mein Werben um Deine Liebe nicht
be=
merken, ſtießeſt mich zurück! Immer und immer wieder!
O, wenn ich an den erſten Tag hier zurückdenke — von
Schmerz erfüllt um den Verluſt meines Vaters — und Du
hatteſt kein teilnehmendes Wort für das verwaiſte Kind!
Wie ſehnte ich mich da, an Dein Herz genommen zu
wer=
den — ich war ja durch ſo viel Liebe verwöhnt! Aber Du
konnteſt nicht vergeſſen, woran ich ſchuldlos war. Für Dich
war ich nicht das einzige Kind Deines Sohnes — für Dich
war ich nur die Tochter von Yvonne Legéne! Hatteſt nur
Nichtachtung, Geringſchätzung, ungerechte Strenge für mich
— und Verachtung gegen meine Mutter, die das Unglück
gehabt hat, von Deinem Sohne geliebt zu werden!
Du haſt die Sonne aus meiner Kindheit genommen!
Und wenn ich mir trotzdem ein fühlend Herz bewahrt
habe, ſo iſt es nur, weil die Erinnerung an meinen lieben
Vater zu mächtig in mir war, ſein Beiſpiel zu lebendig!
Das wollte ich Dir zum Abſchied noch ſagen,
Groß=
mama! Und Lutz haſt Du mir auch genommen, Du glaubſt
zu ſeinem Beſten! Ach, Du kennſt nicht das ſchöne Gefühl,
andere zu beglücken — immer nur Du — Dein Ich.
Dein anſieſeih daf dig der beſen renden drant,
hat Dich einſam gemacht und wer weiß, welche Opfer er
noch von Dir verlangt! Du vergißt, daß wir anderen auch
Menſchen mit eigenem Empfindungsleben, eigenen Anſichten
ſind, die nicht alle in eine Form paſſen, daß wir auch —
ge=
nau wie Du — unſer Perſönlichkeitsgefühl haben!
Und ſo liebt Dich keiner — ſo fürchten Dich nur alle und
ſchmeicheln Dir aus Eigennutz!
Und ich hätte Dich ſo gern geliebt, Großmama!
Yvonne hatte ganz ruhig geſprochen; keine Bewegung
zitterte aus ihrer weichen Stimme, und ein tiefer Ernſt lag
auf ihrem ſüßen Geſicht.
Sie hatte auch keine Furcht vor der großen, ſtattlichen,
impoſanten Frau, neben der ſie mit ihrer zierlichen Geſtalt
beinahe noch einem Kinde gleich erſchien.
Die Gräfin war förmlich erſtarrt. Im Anfang hatte ſie
verſucht, der Enkelin Schweigen zu gebieten, doch die hatte
ſich nicht unterbrechen laſſen.
Frau von Laßberg vermochte kaum das Ungeheuerliche
zu faſſen, das für ſie in dieſer Reſpektloſigkeit Yvonnes lag.
So hatte doch wohl noch niemand zu ihr zu ſprechen gewagt,
ſo ſchonungslos. O doch, einmal ſchon!
Aber das lag mehr als zwanzig Jahre zurück — — und
wer damals den Mut gehabt hatte, ihr in der gleichen Weiſe
wie jetzt Yvonne entgegenzutreten, war niemand anders als
die junge Franzöſin geweſen, um die der Sohn alles
hin=
gegeben!
Auch ſie hatte fo furchtlos und frei vor ihr geſtanden
und ihre Liebe behauptet wie jetzt Yvonne ihre Freiheit!
Gallenbitter ſtieg die Erinnerung daran in ihr auf.
(Fortſetzung folgt.)
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Deutſche Reichstagswähler!
Der folgenſchwere 12. Januar naht! Die Reichstagswähler ſind berufen, jeder mit ſeiner vollgewichtigen Stimme, in ſchickſalsſchwerer
Entſcheidung mitzuſprechen. Im Innern des Reiches harren große Fragen ihrer Löſung, aber noch gewaltiger, dringlicher, verhängnisvoller ſind jetzt
und in der nächſten Zukunft die Probleme
der deutſchen Auslandspolitik!
Jeder Wähler weiß es, kein Vernünftiger kann ſich dem verſchließen: wie Sturmwolken am winterlichen Himmel unſern Erdball, ſo umdräuen neidiſche
Feinde unſer Vaterland. Wir alle haben es erlebt, und ſeit dem letzten Sommer iſt es tief in jedes deutſche Herz geſchrieben:
Unſer Vaterland war und iſt in Gefahr!
In des zukünftigen Reichstages Hand liegt das Schickſal von Volk und Reich! Ihr, Reichstagswähler, habt zu entſcheiden, ob wir auch in Zukunft
im Innern geſund, nach außen ſtark und kraftvoll
daſtehen ſollen und wollen.
Bedenkt, Ihr nationalgeſinnten Bürger des Wahlkreiſes Darmſtadt-Groß=Gerau, wem Ihr Euer Wohl und Wehe anzuvertrauen habt, wem Ihr Eure
entſcheidende Stimme geben wollt und müßt:
Nur ein bürgerlicher Kandidat
kann unſer Erkorener ſein! Aber nur ein ſolcher, der im Falle einer Stichwahl ſichere Ausſicht hat,
alle bürgerlichen, vaterlandstreuen Wähler
auf ſich zu vereinigen. Und dies iſt ohne jede Frage einzig und allein
Herr Landtagsabgeordneter Dr-Osann
Vor fünf Jahren von unſerer Partei vorgeſchlagen, von allen bürgerlichen Parteien gewählt, hat er ſich bewährt, hat er, wie im politiſchen Leben
ſeit zwanzig Jahren und im Landtage ſeit langem, auch im Reichstag
unſeren Kreis würdig vertreten!
Ihr alle kennt ſein politiſches Glaubensbekenntnis aus ſeinen Reden und noch mehr
aus ſeinen Taten!
Auf dem Boden der nationalliberalen Partei ſtehend, ein ehrlicher, aufrechter Mann, hat er ſtets mit durchaus liberalem, echt freiem Denken und
und Fühlen das nationale, d. h. das allgemeine Wohl erſtrebt. Kein Mann der gleißneriſchen Phraſen und verführeriſchen Verſprechungen, verbürgt er allezeit durch
ſein Handeln die Wahrheit und Vollgültigkeit ſeiner wohlerwogenen Gedanken und Worte. Er ſucht den Ausgleich widerſtreitender Intereſſen und tritt deshalb nach
wie vor ein, als ein Anhänger gerechter Wirtſchaftspolitik, für einen gemäßigten Schutzzoll, wie er im Zolltarif des Jahres 1902 feſtgelegt iſt zum gleichen
Schutz und Vorteil für Handel und Induſtrie einerſeits, für die Landwirtſchaft andererſeits.
Dem entſpricht ſeine Haltung in der
Sozialpolitik!
Der Schutz der wirtſchaftlich Schwachen liegt ihm vor allem am Herzen. Darum hat er die Reichsverſicherungsordnung auf Witwen und
Waiſen ausdehnen helfen, iſt aber auch jederzeit bereit, deren Mängel auszubeſſern. Das Wohl und Wehe der
Arbeitgeber
gilt ihm nicht weniger als das der Arbeitnehmer, weil beide miteinander ſchickſalverbunden ſind. Jedem das Seine; wer ſoziale Laſten hat, ſoll auch Recht
genießen — oben und unten — und ohne einſeitige Bevorzugung.
Von Dr. Oſanns ausgleichender Sozialpolitik wiſſen alle Stände zu zeugen — im Landtag wie im Reichstag hat er die Intereſſen der Beamten,
Lehrer und Penſionäre, der Kaufleute, Detailliſten und Gaſtwirte, der Militär= und anderer Dienſtanwärter, der Poſt= und Eiſenbahnbeamten und
=Arbeiter, aller Klaſſen von Handwerkern und aller wirtſchaftlichen oder ſonſtiger Berufsgruppen zu wahren und zu fördern geſucht. So kann man ſagen:
im Dienſte des Volkes
hat er ſeine ganze Manneskraft eingeſetzt, mit Hintanſetzung aller perſönlichen Intereſſen und Vorteile, allen Wählern des Kreiſes, einerlei welcher Parteirichtung
und welcher Berufsart, immer zugänglich, immer zur Hilfe und zu jedem Opfer bereit, nur aus ſeiner nationalen, vaterlandsltebenden Ueberzeugung. Und ſo wollen
auch wir ſchon am 12. Januar unſern Dank beweiſen dem Mann, der nach oben und nach unten ſich allezeit furchtlos und treu erwieſen, der über die
Partei immer das Wohl des Ganzeu, immer am höchſten das Vaterland geſtellt hat.
Wer nicht will, daß letzten Endes der allen bürgerlichen Intereſſen feindliche und gegen des Reiches Wohl rückſichtsloſe Sozialdemokrat ſiegt, wer
aber will, daß ein in nationaler und ſozialer Politik bewährter, zu allen notwendigen Opfern der Landesverteidigung und des Schutzes nationaler Arbeit
bereiter Mann einzieht in den zukünftigen Reichstag, der gebe — am 12 Januar 1912
Herrn Dr. Osann
ſeine Stimme. Was im Jahre 1907 der Wille der Wählerſchaft war, das muß auch heute wieder möglich ſein und zur Tat werden. Jede Stimme zählt,
jede fällt in die Wagſchale! Darum ſäume keiner und vertröſte ſich niemand auf die Stichwahl. Seit dem Beſtehen des Reiches haben wir noch nie
ſo ſchwere Kriſen erlebt, noch nie ſo bitterernſte Wahlen gehabt. Der Anſturm der Feinde von außen macht auch den Umſtürzlern im
Innern Mut, ſie glauben, die Blütezeit ſei für ihren Weizen gekommen, ſie wollen Ernte halten. Da gilt es feſt und ſtark zu ſein, zuſammenzuſtehen wie ein Mann —
ſtark in Schutz und Wehr — vom Fels zum Meer!
Es geht ums Ganze, die Sachlage zwingt uns zu außergewöhnlichem! Da heißt es
einen feſten, nationalgeſinnten, treubewährten Mann
nach Berlin entſenden, einen Mann, den wir alle kennen, der uner uns wohnt und unſer Vertrauen gerechtfertigt hat. Dieſer Mann iſt
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Er hat ſeine Pflicht getan, nun, Ihr Wähler, tut am Wahltag die Eure!
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Die Sprache des Geſichts.
* Ueber dieſes Thema, veröffentlichen die Blätter für
Volksaufklärung in ihrem 12. Heft einen feſſelnden
Auf=
ſatz, dem wir die nachſtehenden Sätze entnehmen:
Alle leiblichen und pſychiſchen Eigentümlichkeiten
laſſen ſich aus den Zügen und in den Ausſtrahlungen der
Sinne wahrnehmen, und es iſt ein bemerkenswertes
Stu=
dium, wenn man in einem Omnibus oder in einem Saal
einer Reihe von Geſichtern gegenüberſitzt, daraus die
phyſiſchen und geiſtigen Charaktere abzuleſen. In den
glänzenden Augen erkennt man einen lebhaft tätigen
Körper und die freien Augenſterne leuchten durch innere
geiſtige Regſamkeit. Höhere Gefühle der Freude, des
Wohlbefindens, heben das Auge nach oben, Trauer und
Leid und Scheu ſchlagen es nieder. Falten auf der
Stirn deuten auf innere Erregung; erſcheinen ſie
horizon=
tal, ſo beweiſen ſie Aufmerkſamkeit, Wißbegierde,
Neu=
gier; ſenkrecht dagegen laſſen ſie auf Anſtrengung und
unangenehme Erregung ſchließen. Im lebhaften Auge
ſehen wir immer Lebendigkeit oder augenblickliche
Auf=
regung; am feſten Blick die Spannung der
Aufmerkſam=
keit; am ſanften Teilnahme oder Leidenſchaft; am
um=
herſchweifenden Zerſtreuung, Gleichgültigkeit, innere
Leere; am unſtet umherzuckenden Angſt und Furcht. Der
feſte Blick wird blinzelnd, wenn der Geiſt nicht mehr
fol=
gen kann. Bei heftigen Ueberraſchungen durch
Neuigkei=
ten ziehen ſich die Augenbrauen empor und darüber
bil=
den ſich horizontale Stirnfalten. Steigt es bis zum
Erſtaunen, ſo können es die Sinne nicht faſſen, und es
öffnen ſich zur Mithilfe Mund und Naſenlöcher.
Senk=
rechte Stirnfalten ſind nicht bloß Folge von Kummer und
Verdrießlichkeiten, ſondern auch ſchwerer körperlicher oder
geiſtiger Anſtrengungen. Vieles verrät die Zunge, aber
die Bildung des Mundes hat auch eine Sprache, ohne
daß er ſich öffnet, und ebenſo die Naſe. Der ſtumpfnaſige
Guck=in=die=Welt iſt heiter, kindiſch, naiv. Starke Willens=
und Erkennungskraft zeigen ſich in der Habichts= oder
Adlernaſe. Materiellen Sinn, Sinnlichkeit kann man der
aufgedunſenen dicken, Geiz und Gemütloſigkeit der
mage=
ren, zugeſpitzten Naſe anſehen. Der ſcharfe Zug von der
Naſe herunter kennzeichnet den verbitterten Menſchen;
der gewundene ſüßlächelnde den Frömmler. Hervortreten
der Unterlippe und des ganzen Kauapparates
be=
kundet großen Egoismus und den Hang zum ſinnlichen
Leben; die überragende Oberlippe bedeutet Gefühl und
Liebe. In den Mundwinkeln verſtecken ſich je nach
Heb=
ung oder Senkung Schmerz, Kummer, Frohſinn und
Lebensluſt in den Grübchen der Zugend neckiſche
Liebes=
götter. Auch das Kinn verrät manches; bei Vollheit:
Tatkraft, Männlichkeit, wenn geſpalten und fett: Hang
zum Phlegma und Feinſchmeckerei; wenn ſpitzig: Geiz
und Knickerei. Große Ohren gelten nicht als
Empfeh=
lung; willensſtarke Weſen haben kleine Ohren, zu kleinen
Ohren gab Ariſtoteles merkwürdigerweiſe die Deutung
eines hinterliſtigen, böswilligen Naturells. Die
Phy=
ſiognomiker unter den griechiſchen Gelehrten behaupten,
daß die gleichſam niedlich ausgemeißelten, oval
geform=
ten Ohrmuſcheln meiſtens mit Gelehrigkeit und ſtrebſamem
Sinn zuſammentreffen. Carus meint, bei Menſchen mit
vorherrſchend muſikaliſchem Sinn oder ſtarkem Gedächtnis
ſeien die Ohrmuſcheln ſtärker entwickelt und in größerem
Winkel vom Kopf abſtehend; das Gegenteil hingegen
be=
ſtehe bei Künſtlern mit vorwaltendem Augenſinn.
Vermiſchtes.
C. K. Erbliche Nachtblindheit. In Ibſens Wildente
iſt die Rede von einer eigentümlichen Erkrankung der
Augen, die ſich von Geſchlecht zu Geſchlecht forterbt, und
die ſich in ſchlechtem Sehen äußert. Es beſteht wohl
dar=
über kein Zweifel mehr, daß der Dichter damit keine
gewöhnliche Kurzſichtigkeit gemeint hat. Aller
Wahr=
ſcheinlichkeit nach deutet er auf die ſogenannte Retinitis
pigmentoſa hin, eine Erkrankung der Netzhaut durch
Einlagerung ſtarker Pigment=Körper. Das
Krankheits=
bild beſteht in einer Einengung des Geſichtsfeldes und
in der Unfähigkeit, nachts zu ſehen (Nachtblindheit).
Das Leiden nimmt mit höherem Alter zu und endet in
Blindheit. Aber nicht nur die Augenärzte, ſondern
viel=
leicht noch mehr die Biologen intereſſiert dieſe
Krank=
heit, denn ſie entſteht nur als Degenerations= und
In=
zuchts=Symptom bei der Blutsverwandſchaft der
Ahnen. Eine ähnliche vererbte Krankheit auf Grund
von Konſanguinität der Eltern iſt die ſogenannte
Bluterkrankheit (Hämophilie) Bei beiden erkranken
vorzugsweiſe die Männer. Bei der Nachtblindheit ſind
75 Prozent der Befallenen männlichen Geſchlechts. Eine
gewiſſe Berühmtheit genießt in dieſem Zuſammenhange
die Familie Nougaret von Vendémian, deren
Stamm=
baum von 1637—1907 reicht und der 2116 Perfonen,
da=
von 1001 männliche, 906 weibliche und 209 Perſonen
unbekannten Geſchlechts aufweiſt. Von dieſen ſind als
nachtblind bekannt worden 135 Männer, 72 Frauen und
62 Perſonen unbekannten Geſchlechts. Man ſieht auch
hier, wie das männliche Geſchlecht in der Beteiligung
vorherrſcht. Es iſt nun nicht immer leicht, die
Bluts=
verwandtſchaft, wenn die Krankheit ſoweit zurückgeht,
ſtrikt nachzuweiſen. Aber daß Blutsverwandtenpaarung
derartige Degenerationsmerkmale wirklich hervorruft,
lehrt uns eine intereſſante Beobachtung, die ein
ſchwe=
diſcher Tierarzt Magnuſſon im Archiv für vergleichende
Ophthalmologie über das Auftreten von Retinitis
pig=
mentoſa bei einer hochgezogenen Gordon Setterfamilie
veröffentlichte. Nach Schweden war von England zur
Erhöhung des Wertes der ſchwediſchen Exemplare eine
Zuchtrüde Ranger gebracht worden, von dem eine Hün=
din zwei Weipen warft Zaima Hbinshein und Fi)
Odinsheim. Als dieſe echten Geſchwiſter ſich zufällig
paarten, war der Wurf der Zaima bis auf eine
weib=
liche Welpe Liſa Odinsheim untauglich. Aber auch dieſe
war nicht in Ordnung, ſondern es ſtellte ſich heraus, daß
ſie nachtblind war und auch ſchließlich am Tage nicht
ſehen konnte. Liſa bekam nun von Ranger, der ihr
Großvater war, fünf Junge, davon war wieder ein
Männchen und ein Weibchen nachtblind. Ihre Mutter
aber, die oben genannte Zaima Odinsheim, warf von
einem Rangerſohne, namens Heather Fly, ſechs Junge.
Auch davon waren drei, und zwar ſämtlich Rüden,
nacht=
blind. Alſo auch in dieſer Gordon Setter=Familie ſind
überwiegend die Rüden nachtblind geweſen. Nicht
immer ſind es, wie ſchon erwähnt, Augenleiden, welche
infolge von Inzucht entſtehen. Manchmal erliſcht eine
zu hochgezogene Raſſe durch Unfruchtbarkeit, ſchwache
Konſtitution, Krankheitsanfälligkeit. So ſcheinen heute
die ſchottiſchen Schäferhunde dem Untergange geweiht
zu ſein. Andere Haustiere ſind widerſtandsfähiger gegen
die Inzucht wie Pferde und Rindvieh. Einer ſtarken
Inzuchtdegeneration ſind dagegen die Schweine,
beſon=
ders die Yorkſhire=Raſſe, ausgeſetzt.
Literariſches.
— Direktor Dr. Gruber, Berlin=Wilmersdorf, ergreift
in Nr. 51 der Gartenlaube das Wort und nimmt
unter dem Titel „Von den Bildungsſtätten unſerer
Töch=
ter” zu der viel erörterten Frage Stellung. In ruhiger
Sachlichkeit ſchildert er die Geſtaltung, die das höhere
Mädchenſchulweſen ſeit der Reform des Jahres 1908
ge=
nommen hat, erklärt den Unterſchied, der zwiſchen höheren
Töchterſchulen und Lyzeen beſteht, und entwickelt den
Ge=
genſatz zwiſchen „Lyzeum” und „Seminar”. Auch der
immer noch nicht genug bekannten und frequentierten
„Frauenſchule”, die im Gegenſatz zu Lyzeen und
Semi=
naren auf den eigentlichen Beruf der Frau vorbereiten
ſoll, wird warm gedacht, und es werden
beherzigens=
werte Ratſchläge zum Ausbau des einen oder anderen
Inſtituts gegeben. Der Artikel iſt in hohem Maße
ge=
eignet, Klarheit über die Bildungsmöglichkeiten unſerer
Töchter zu geben.
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nen, wertloſe Poſen und Pas zu vermeiden, einfach zu
bleiben auch bei Reigen und Tanz. Wie dies möglich iſt,
zeigt der Verfaſſer in trefflichſter Weiſe, indem er, vom
erſten Schuljahre anfangend, bis zum Austritt eus der
Schule einen Lehrplan bietet, der für den Lehrer
muſter=
gültig iſt. Dieſem Führer können ſich Lehrer und
Leh=
rerinnen gern anvertrauen.
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Muſikaliſche Darbietungen. (1492) Teekarten beim Kirchendiener.
Darmstadterstreichquarretucll.Jahr.)
Fr. Mehmel, A. Diedrich, Fr. Brückmann, A. Weyns.
III. Kammermusik-Abend
Montag, 15. Januar, 8 Uhr, Hotel „Zur Traube‟.
Mitwirkender: Herr Kammermusiker P. Uhlmann (Viol.)
Programm: A. Bruckner, Streichquintett, F-dur,
L. v. Beethoven, Streichquartett, op. 74, Es-dur.
Karten zu Mk. 3.— u. 2.— Stud. u. Schüler Mk. 2.—
1.50 und 1.— bei Thies Nachf. (Schutter) Elisabethenstr. 12 und
(1496dd
an der Abendkasse.
Lachen ohne Ende!
Unbeschreibliche Komik!
Orpheam
389
und folgende Tage
Zum ersten Male: (151e
Schn armetant uie geltehl
„Verbrave Hermann.
Preise und Vorverkauf wio bekannt.
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 11. Jan.
88. Abonnem.=Vorſtell. A 22.
Fauſt.
Tragödie von Goethe.
Muſik von Dr. Eduard Laſſen.
Erſter Abend.
Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Vorſpiel auf dem Theater.
Perſonen:
Der Direktor . . Hr. Wagner
Theaterdichter . . Hr. Heinz
Luſtige Perſon . Hr. Speiſer
Prolog im Himmel.
Perſonen:
Der Herr
. Hr. Hacker
Raphael,) die drei Frl. Schaub
Gabriel, 7 Erz= Frl. Bruker
Michael ) engel Frl. Howard
Mephiſtopheles Hr. Lehrmann
Der Tragödie erſter Teil
(I. Abteilung) in 4 Akten.
Fauſt.
Hr. Baumeiſter
Mephiſtopheles . Hr. Lehrmann
Wagner .
. Hr. Knispel
Brander,
Hr. Jürgas
Froſch, Stu= Hr. Weber
Altmeyer, denten Hr. Klotz
Siebel,
Hr. Riechmann.
Die Hexe
Meerkater
Ein Schüler . . Hr. Schneider
. Hr. Semler
. Hedwig Jung.
kurth
. Math. Harreus
. Hr. Heinz.
Hr. Kroczak
Schüler
Hr. Weiß
Erſter
Hr. Peterſen
Zweiter * Bürger Hr. Jungmann
Dritter
Hr. Feder
Erſtes 1 Bürger= Frl. Grünberg
Zweites) mädchen Frl. Gothe
Meerkatze
Erdgeiſt
Erſter
Zweiter
Erſter
Zweiter
Dritter
Vierter
Fünfter
Erſtes
Hand=
werks
werks=
burſche
Dienſt=
Zweites mädchen
Ein Bettler.
Ein alter
Hr. Jachtmann
Hr. Fleiſchmann
Hr. Göllnitz
Hr. Waigandt
Hr. Indorf
Frl. Uttmann
Frl. Lehmann
Hr. Hoff
Ein altes Weib . Frl. Wisthaler
Vogeleberger
Höhenklub.
Sonntag,
14. Januar
S 10. Wanderung
Ober=Ramſt.
— Lützelbach,
-Lichtenberg
— Reinheim.
5½ Std.
Abf. 8.17 Uhr Oſtbahnhof. (1466
Täglich frische
Mazzen
Bäckerei u. Conditorei
Mainzer (1302a
obere Bleichstr. 13. Tel. 1265.
bis Ende der
¼4 I. Rang
Spielzeit abzug.
Wittmannſtraße 45, 2. Et. (*555id
Hr. Kräger
Bauer
Ein jungerT
Hr. Jahn
Nach dem 2. Akte der Tragödie
findet eine längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze:
(Kleine Preiſe)
Proſzeniumsloge 5 Mk.,
Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang (1. bis 6.
Reihe) 2 Mk., (7. und 8. Reihe)
1.60 Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe)
3.50 Mk., (14. bis 20. Reihe 3 Mk.,
Parterre (1. bis 5. Reihe) 2.20 Mk.,
(6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk., 1. Galerie
1 Mk., 2. Galerie 50 Pfg.
Anf. 7 Uhr. Ende nach 10½ Uhr.
Kartenverkauf von 11—1 Uhr und
von 6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Freitag, 12. Jan. 89. Ab.=
Vor=
ſtell. A 23. Goethe’s Fauſt=
Tragödie. Zweiter Abend: Der
Tragödie erſter Teil, zweite
Ab=
teilung. Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Samstag, 13. Jan. 90. Ab.=
Vor=
ſtell. B 23. Goethe’s Fauſt=
Tragödie. Dritter Abend: Der
Tragödie zweiter Teil, erſte
Ab=
teilung. Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 14. Jan. 91. Ab.=V.
A 24. „Cavalleria
rusti-
canac. — Hierauf: „Der
Ba=
jazzo”. Gr. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Montag, 15. Jan. 92. Abonnem.=
Vorſt. B24. Goethes Fauſt=
Tragödie. Vierter Abend: Der
Tragödie zweiter Teil, zweite
Ab=
teilung. Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
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Dienstag, 16. Jan. Außer Ab.
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L. Bothermel.