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Helllennnet Wlallgkoien
Me
Men. M Gaallle 3
Holit Ae Malt.
Mal M
0
0 .
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 6. Jan. (
Börſenwochen=
hericht.) Die erſte Berichtswoche im neuen Jahre
ge=
ſraltete ſich recht freundlich, wozu die eingetretene
Geid=
erleichterung viel beitrug. Tägliches Geld wurde bis 3½
Grozent offeriert und der Privatdiskonto ermäßigte ſich
auf 3¾ Prozent. Dazu war man auch auf politiſchem
Ge=
ſigte hoffnungsvoller geſtimmt und insbeſondere ſcheinen
beſtimmtere Ausſichten vorhanden zu ſein, daß es zwiſchen
Italien und der Türkei doch ſchließlich zu einer
Verſtändig=
ung kommen werde. Viel und zwar anerkennenswert
be=
nnerkt wurde auch die Dispoſitionsgeſchicklichkeit des
Reichs=
hankdirektoriums, welches trotz außergewöhnlicher
Anſpan=
nung in der ſchwierigen Periode des Jahresübergangs
keine Diskontoerhöhung vornahm. Die Nichterhöhung der
fffiziellen Zinsrate iſt von weittragender
volkswirtſchaft=
licher Bedeutung; nun heißt es aber, auch weiter klug und
nnergiſch laborieren, um die Bank wieder aus dem Stadium
voloſſaler Belaſtung, in das ſie begreiflicherweiſe geraten
iſt, baldigſt herauszubringen. Ob die großen Laſten der
Motenſteuer ſchon im Laufe des Monats Januar ganz
be=
beitigt werden können, iſt zum mindeſten noch ſehr
zweifel=
gaft. Die Tendenz war auf allen Gebieten feſt, wenn auch
wer Verkehr infolge Zurückhaltung der Spekulation weniger
welebt war. Bei Wochenſchluß erfolgten größere
Gewinſt=
vealiſationen, die zum Teil Kurseinbußen bewirkten. Von
weutſchen Renten iſt keine nennenswerte Veränderung zu
Gerzeichnen, da bisher die Käufe des Privatpublikums
an=
bäßlich Eingangs der Kuponsgelder ausgeblieben ſind.
Ausländiſche Staatsfonds lagen recht feſt, beſonders
gebhaft und höher waren türkiſche Gattungen und türkiſche
Woſe auf die obenerwähnten Friedenshoffnungen: auch
nuſſiſche Werte wurden ſtärker gekauft. Die ruſſiſche In=
Guſtrie macht ebenfalls rapide Fortſchritte in ihrer
Ent=
twickelung, wie die Hauſſebewegung der ruſſiſchen
Induſtrie=
aktien, ſowie der dortigen Bankwerte bekundet. Für
un=
gariſche Renten und Serben zeigte ſich gleichfalls beſſere
Frage.
Der Bankenmarkt hatte ein angeregteres Ausſehen;
mamentlich für die Aktien der leitenden Inſtitute, von
wel=
chen Däniſche Bank am weſentlichſten proſitierten. Es zir=
Lulierten Gerüchte, daß die letztere eine baldige Durchführung
der endgültigen Fuſion mit der bereits eng liierten Bergiſch=
Märkiſchen Bank beabſichtige. Transportpapiere waren
ruhiger, ur Schantung Lonbarden und Lonbardiſche
Prio=
ritäten zeitweiſe lebhaft und höher. Hamburger Paketfahrt
und Nordd. Lloyd ſchließen abgeſchwächt auf Befürchtungen,
daß die im Bau begriffenen Schiffe dementſprechend auch
die Konkurrenz verſtärken dürften.
Am Montan= und Induſtriegebiet war das Geſchäft in
den erſten Tagen der Januarwoche recht animiert, doch
er=
folgten ſpäter für Eiſen= und Kohlenaktien ſtärkere Abgaben,
die die erzielten Kursſteigerungen zum Teil wieder
ver=
loren. Bei Kohlenwerten ſtimulierte die Beſorgnis, daß die
belgiſche Streikbewegung auf das Rheinland übergreifen
könne. Die Nachrichten von der Einigung zwiſchen Fiskus
und Kohlenſyndikat waren ſcheinbar etwas verfrüht. Man
iſt jedoch der Hoffnung, daß eine Verſtändigung bald erzielt
werde doch wurden auch Beſorgniſſe laut, daß alsdann
neue Lohnforderungen ſich geltend machen werden. Recht
lebhaft orkehrten Elektrizitätsaktien, von welchen Brown=
Boweri auf ſchweizeriſche Käufe bis 145 ſtiegen. Eine
ganz beträchtliche Avance erzielten Deutſche Gold= und
Sil=
her=Scheideanſtalt, bis 879½; ferner waren Kunſtſeide und
Holzverkohlung mehr beachtet, bei 108 reſp. 284. Steana=
Romana erhöhten ihren Kurs bis 134, auf die Steigerung
der Kraftölpreiſe und auf die Nachricht, daß die Produktion
des laufenden Geſchäftsjahres bereits ausverkauft ſei.
Gummi Peter und Kleyer ſchließen höher, 151 reſp. 452½;
auch Zementaktien ſtärker gekauft, da die Berichte über die
Lage der Zementinduſtrie ſämtlich auf einen günſtigeren
Ton geſtimmt ſind Zuckeraktien ſtiller: Frankenthal 449,
Waghäuſel 204,75. Weſentl. niedriger notieren Akkumulatoren
Berlin (321). Die Dividende der Lack= und Farbenfabriken
(Schramm) wurde mit 18 Prozent (wie im Vorjahr)
dekla=
riert: für Armaturen= und Maſchinenfabrik Hilpert wird das
gleiche Reſultat wie im Vorjahr (5½ Prozent) erwartet.
Von Loſen notieren: Augsburger 37,25, Braunſchweiger
211,50, Pappenheimer 62,25, Freiburger 74,50, Türkiſche
170,60, Genua 188,75, Ungariſche 383,—, Meininger 36,80,
Venediger 48,40, Mailänder 45=Fres.=Loſe 155,—, Mailänder
10=Fres.=Loſe 34,70, Raab=Grazer Anr.=Sch. 39,90 in
Reichs=
nark; Gothaer Prämie II 118.50, Donau=Regulierung
163,—, Madrider 80, —, in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz.
Reichs (bis 1918 unkündbar) 101,90, 3½proz. Reichs 91,75,
3proz, Reichs 82,70, 4proz. Heſſen von 1899 100,30, 4proz.
Heſſen von 1906 100,30 G., 4proz. Heſſen von 1908/09
100,80 P., 3½proz. Heſſen 90,15, 3proz. Heſſen 79,70, 4proz.
Darmſtädter 99,90. 3½proz. Darmſtädter 90,25 G., 4proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 18—23) 101 G., 4proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 24—25) 101,25, 3½proz. Heſſ. Land.=
Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5) 90,10 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (S. 9—11) 90,20 G 4proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr.
(S. 10—12) 101 G., 4proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (S. 13—14)
101,25, 3½proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (S. 1—3) 90,30 G.,
3½proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr. (S. 4) 90,20 G., Darmſtädter
Bank 127½. Südd. Eiſenb.=Geſellſch. 124 G., Südd.
Im=
mob.=Geſ. Mainz 79,30 G., Lederwerke vorm. Spicharz,
Offenbach a. M., 77 G., Schramms Farben=Fabriken,
Offenbach a. M. 277, Chem. Mühlheim a. M. 79,80,
Schan=
tungbahn 126½, South=Weſtafrika 155½ Otavi=Anteile 94,
Otavi=Genußſcheine 36, 4½proz. Ruſſen 100,70, 4proz. 1888er
Ruſſen 91,95, 4proz. 1902er Ruſſen 91,95, 3¼proz. Ruſſen
88,80, 3½proz. Ruſſen 86,10, 3proz. Ruſſen 80,25, 4proz.
uniſizierte Türken 90,50, 4proz. Adminiſtrationstürken 85,25,
4proz. Bagdadbahn 84,60, 4proz. konv. Türken (1905/1911)
82,40, 5proz. Chineſen 100,30, 4½proz. Chineſen 95,75, 5proz.
Chineſen (Tientſin=Pukow) 99,20, 4½proz. Japaner 95,50,
4proz. Japaner 90,50, Zproz. Buenos=Aires 74.
Vermiſchtes.
CK. Die Legende von den Trüffeln. Auch die
Trüf=
feln, die jetzt im Tagewerk der Küchenchefs und der
Kö=
chinnen eine ſtattliche Rolle ſpielen, haben ihre Legende,
die natürlich in Périgord ſpielt. Die hübſche kleine
Ge=
ſchichte, die noch heute in der Trüffelſtadt lebendig iſt,
wird im Gaulois erzählt. „Vor langer, langer Zeit zog
einmal eine arme alte Frau durch die Straßen der Stadt.
Sie war faſt 100 Jahre alt und hatte Hunger. Aber wo
immer ſie anklopfte, ſchloſſen ſich die Türen, und niemand
hatte Mitleid mit ihrer Not. Da verließ die arme alte
Frau die Stadt und wanderte auf den Wald zu. Aber
ſie war ſchwach vor Hunger, und halbtot ſank ſie
ſchließ=
lich im Walde vor der Hütte eines Holzhauers nieder.
Der Holzhauer aber hatte Mitleid mit der armen Frau;
er hob ſie auf, trug ſie in ſeine Hütte, ſetzte ſie an das
Feuer und legte einen neuen Scheit auf. Schließlich aber
gab er ihr ſein ganzes Eſſen, das aus einer einzigen
Kar=
toffel beſtand. Da plötzlich begann der Himmel zu
leuch=
ten, und die arme alte Frau verwandelte ſich in eine Fee,
die ſchön war wie ein Maienmorgen. Prächtige
Gewän=
der umhüllten ſie, Rubinen, Perlen und Diamanten
fun=
kelten. Die Fee aber ſagte zu dem Holzhauer: „Du haſt
Mitleid mit meiner Not gehabt, Du ſollſt auch belohnt
werden!” Bei dieſen Worten berührte ſie mit ihrem
Zau=
berſtabe die Kartoffel, und die Knolle verwandelte ſich
alsbald in eine Trüffel. „Laufe in den Wald und in die
Gärten”, ſo fuhr die Fee fort: „Du wirſt überall im
Bo=
den ſolche Knollen finden. Sie ſind ein Schatz, den ich
Dir ſchenke. Kein anderer wird jemals den Samen
ken=
nen; Du aber kannſt ſie für Gold verkaufen.‟ Nach dieſen
Worten verſchwand die Fee plötzlich, und von dieſem Tag
an gab es Trüffeln.”
Literariſches.
Die „Deutſche Kunſt und Dekoration”,
herausgegeben von Hofrat Alexander Koch=
Darm=
ſtadt, bringt diesmal im Januarheft faſt ausſchließlich
Werke Münchner Künſtler. Das vornehm bürgerliche
Einfamilienhaus iſt ein weiteres Thema des Heftes; es
wird durch die ausführliche Darſtellung vier neuer
Fami=
lienhäuſet der Münchner Architekten Theodor Veil und
Gerhard Herms erſchöpfend behandelt. Das ſehr
reich=
haltige Januarheft bietet außerdem noch eine Reihe
her=
vorragender Werke Münchner Künſtler: So eine größere
Anzahl von Gemälden Albert Weißgerbers, religiöſe
Darſtellungen, Landſchaften. Porträts uſw., die hohes
maleriſches Können und ausgeprägtes Stilgefühl
erken=
nen laſſen. Ferner Arbeiten des Münchner Malers Joſſe
Gooſſens, temperamentvolle Schilderungen Münchner
Lebens. Sodann ein neues Werk des in der dekorativen
Erfindung wie in der Fähigkeit, ſeine geiſtreichen
Ein=
fälle mit überlegener Sicherheit architektoniſch
durchzu=
führen gleich bedeutenden Münchner Architekten J. A.
Campell, die Innenausſtattung des neuen Münchner
Kä=
baretts „Odeon=Kaſino”, einer Schöpfung von
ſcherzhaft=
phantaſtiſcher Keckheit und ſprühender Bizarrerie.
Zu=
letzt ſeien noch erwähnt: Monumentale Figuren des
Wie=
ner Bildhauers Anton Hanak, ſchließlich prächtig geſtickte
Kiſſen und Decken, geſtickte Täſchchen, heſſiſches
Spiel=
zeug u. a. Das Heft enthält zirka 85 Abbildungen nebſt
farbigen und Sepiatonbeilagen und iſt einzeln zum Preiſe
von 2,50 Mark durch alle Buchhandlungen oder direkt
von der Verlagsanſtalt Alexander Koch=Darmſtadt zu
beziehen.
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[ ← ][ ][ → ]Deutſches Reich.
— Botſchafter Jules Cambon iſt von
Pa=
ris näch Berlin zurückgekehrt, nachdem er eine lange
Un=
terredung mit dem Miniſter des Aeußern de Selves am
Vormittag gehabt hatte.
— Zur Durchführung der
Reichsverſi=
cherungsordnung. Mitte nächſten Monats werden
die Beratungen zwiſchen den Referenten der
ſozialpoliti=
ſchen Abteilung des Reichsamts des Innern und den
Mi=
niſterialreferenten ſämtlicher Bundesſtaaten zur
Durch=
führung der Reichsverſicherungsordnung wieder
aufge=
nommen. Ende Juni v. J. hatte eine erſte Konferenz zu
dieſem Zwecke ſtattgefunden, auf der über eine große Reihe
von Fragen Uebereinſtimmung bezüglich der zu
ergreifen=
den Maßnahmen erzielt war. Unter anderem wurde auch
über den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Vorſchriften
für die Unfallverſicherung und das Verfahren Beſchluß
gefaßt. In bezug auf die Krankenverſicherung gelangte
man zu der Ueberzeugung, daß ihre Durchführung erſt
zu einem ſpäteren Termin möglich iſt, weil noch vorher
umfangreiche Vorarbeiten zu bewältigen ſind.
— Das Zentrum als Wahlhelfer der
bür=
gerlichen Parteien. Das Zentrum unterſtützt von
vornherein die Konſervativen in 36 Wahlkreiſen, die
Reichsparteiler erhalten gleich beim erſten Wahlgang
Zen=
trumsunterſtützung in vier Fällen, die Chriſtlich=Sozialen
in fünf Kreiſen, die Deutſch=Sozialen in fünf Kreiſen,
Bund der Landwirte und Wirtſchaftliche Vereinigung in
vier Fällen, die Reformpartei in einem Kreis, die
Mittel=
ſtandspartei in vier Kreiſen, die Nationalliberalen in vier
Kreiſen, außerdem Graf Poſadowsky in Bielefeld,
Ko=
belt (wildliberal) in Magdeburg und die Welfen. Im
ganzen führt ſo das Zentrum ſeine Stimmen unter
Ver=
zicht auf eigene Kandidaten in 59 Fällen der Rechten, in
fünf Fällen der Linken zu.
— Wahlkundgebung gegen die
Sozial=
demokratie. Im Architektenhaus in Berlin fand
am Sonntag zwiſchen den Vertretern einer größeren
An=
zahl der bedeutendſten Beamten= und Staatsarbeiter=
Ver=
bände eine Beſprechung ſtatt, die zu einer
Wahlkundge=
bung gegen die Sozialdemokratie — übrigens ohne
Feſt=
legung auf das Programm beſtimmter bürgerlicher
Par=
teien führte.
— Herr v. Lindequiſt. In einigen Blättern
fand man in letzter Zeit die Nachricht, daß der frühere
Staatsſekretär v. Lindequiſt ſich fern von Deutſhland in
Südtirol ankaufen wollte, um dort, abſeits ſeiner
bishe=
rigen Tätigkeit, wiſſenſchaftlicher Arbeit zu leben. Dieſe
Nachricht hatte pielleicht den Wunſch zum Vater des
Ge=
dankens, denn wie von gut unterrichteter Seite verlautet,
denkt Herr v. Lindequiſt gar nicht daran, Deutſchland den
Rücken zu kehren, im Gegenteil wird er, nachdem er ſich
von den Anſtrengungen der letzten Zeit erholt hat, wieder
nach Berlin zurückkehren, um ſich dort weiter mit
kolonia=
len Dingen zu beſchäftigen, in denen er jetzt ſchon ſeit 20
Jahren an hervorragender Stelle tätig geweſen iſt.
Ausland.
Frankreich.
Das Marokko=Abkommen. Der Präſident
der Kammergruppe „Action Liberale” Piou, erklärte in
einer Bankettrede in Bordeaux, über die Urſachen des
franzöſiſch=deutſchen Konſliktes müſſe Klarheit geſchaffen
und feſtgeſtellt werden, wer zuerſt von der Abtretung des
Kongo ſprach. Das ablaufende Protektorat des
Vertra=
ges von 1909 war minder beſchwerlich als das offizielle
Protektorat, das jetzt Platz greife. Piou ſprach die
An=
ſicht aus, die Erregung in Deutſchland und die Geſte von
Agadir hätten lediglich wirtſchaftliche Motive gehabt.
Die Senatskommiſſion müſſe dieſe Finanzgeſchäfte
auf=
klären, denn niemand dürfe das Recht zu der
Vermu=
tung haben, daß die Haltung der franzöſiſchen Regierung
durch finanzielle Kombinationen beſtimmt geweſen ſein
könnte. Ebenſo müſſe man wiſſen, ob die marokkaniſche
Angelegenheit beendigt werde, wie ſie begonnen habe,
nämlich durch die Tat einer wiederbelebten perſönlichen
Macht und ob die radikalen Miniſter nicht in ungehöriger
Weiſe Privilegien von Souveränen ausgeübt hätten. Der
Senat dürfe ſich nicht darauf beſchränken, zu ſeufzen und
dann über die Sache hinwegzugehen, indem er das Land
ſchutzlos den Phantaſien der Miniſter ausliefere und ſo
die Behauptung rechtfertige, daß die Souveränität der
Nation eine jämmerliche Myſtifikation ſei.
Der ehemalige Miniſterpräſident Dupuy, Mitglied
der Senatskommiſſion zur Prüfung des deutſch=
franzö=
ſiſchen Abkommens, hielt auf einem Bankett in Le Puy
eine Rede, in der er erklärte, er werde für das
Abkom=
men ſtimmen, weil, wenn es abgelehnt würde, eniweder
eine neue Konferenz zuſammentreten müßte, die niemand
wünſche, oder die Algeciras=Akte in Kraft treten müßte.
Da alſo niemand, fuhr der Redner fort, die
Internatio=
naliſierung der marokkaniſchen Frage will, ſo nehmen wir,
nicht mit Begeiſterung, ſondern mit trauriger
Reſig=
ntation das Abkommen an. Schließlich befürwortete
Du=
puy eine tätige Politik in Marokko, das von jetzt ab in
den Händen Frankreichs ſei. Die ſpaniſche Hypothek, ſo
unangenehm ſie auch ſei, könne kein unüberwindliches
hindernis für das Vorgehen Frankreichs bilden.
Die Senatswahlen. Am Sonntag fanden in
Frankreich nach der verfaſſungsmäßigen Beſtimmung, daß
Ille drei Jahre ein Drittel der Senatsmandate zu
er=
neuern iſt, die Neuwahlen zum Senat für die 30
Departe=
nents ſtatt, deren Namen nach dem Alphabet von Ain
bis Gard geht, ſowie für Algier, Guadaloupe und
Réu=
nion zzuſammen für 96 Mandate. Außerdem waren vier
mdere Senatsſitze durch Todesfall erledigt, für die zu
gleicher Zeit die Erſatzwahlen anſtehen, ſodaß im ganzen
die Wahlen vom Sonntag ſich auf hundert Sitze
erſtreck=
en. Zwölf der bisherigen Mandatsinhaber verzichteten
auf ihre kuruliſchen Seſſel, die übrigen bewarben ſich
im die Wiederwahl, die große Mehrzahl von ihnen im
Wettbewerb mit neuen Kandidaten. Nach dem bis
Mon=
ag morgen in dem Miniſterium des Innern
eingegange=
nen Ergebniſſe der Senatswahlen ſind gewählt: 5
Reak=
tionäre, 23 Progreſſiſten, 19 Linksrepublikaner, 48
Radi=
kale und Sozialiſtiſch=Radikale, 3 ſozialiſtiſche
Republika=
ner. Es fehlen noch die Reſultate von Guadeloupe und
La Réunion. Bisher gewinnen die Linksrepublikaner 8
Sitze, die ſozialiſtiſchen Republikaner 1 Sitz, die
Reaktio=
näre verlieren 2, die Progreſſiſten 4, die Radikalen und
Sozialiſtiſch=Radikalen 3 Sitze.
Begrüßung des Königs Georg. Wie der
emps meldet, wird ſich eine Panzerdiviſion des
franzö=
ſiſchen Mittelmeer=Geſchwaders nach Gibraltar begeben,
um dort den König von England bei ſeiner Rückkehr aus
Indien zu begrüßen.
England.
Die Bildung eines Marinekriegsſtabs.
Ein Memorandum der Admiralität kündigt die
unmittel=
bare Bildung eines Marinekriegsſtabes an, der ſich aus
rei Abteilungen zuſammenſetzen wird. Kontreadmiral
Troubridge wurde zum erſten Chef des
Marinekriegs=
ſtabes ernannt.
Vereinigte Staaten.
Allgemeines Schiedsgericht im Haag.
Sun meldet aus Waſhington: Staatsſekretär Knox erhielt
von allen Regierungen günſtige Antworten auf ſeinen
Vorſchlag, das Priſengericht im Haag zu bevollmächtigen,
als allgemeines Schiedsgericht zu fungieren.
Regelung des Geldumlaufes in den
Vereinigten Staaten. Der amerikaniſche
Kon=
greß wird ſich in den nächſten Tagen mit der Frage der
Regelung des Geldumlaufes in den Vereinigten Staaten
beſchäftigen. Ein in den letzten vier Jahren
ausgearbei=
teter Geſetzentwurf zur Währungsfrage wird am
Diens=
tag durch eine Kommiſſion, deren Sprecher der Senator
Alderich iſt, dem Kongreß vorgelegt werden. In dieſem
Entwurf ſoll die Errichtung einer Zentralbank mit einer
Milliarde Doll. Kapital unter dem Namen „Vereinigung
des nationalen Reſervefonds der Vereinigten Staaten”
gefordert werden.
* Haag, 8. Jan. Heute beendete die Opium=
Konferenz, die am 22. Dezember zuſammengetreten
iſt, ihre Arbeiten. Das Hauptergebnis derſelben iſt die
Unterzeichnung des internationalen Abkommens, dem 12
Mächte beigetreten ſind, und das eine internationale
Kon=
trolle in dem Verkauf von Opium, Morphium uſw.
ein=
führt.
* Franzöſiſche Warenhäuſer in
Deutſch=
land. Dem deutſchen Detailhandel droht eine mächtige
Konkurrenz von Seiten der großen Pariſer
Warenhäu=
ſer deren Umſätze teilweiſe die der bedeutendſten
deut=
ſchen Warenhausunternehmungen um ein Mehrfaches
übertreffen. So erzielten die Grand Magaſins du Louvre
an einem einzigen Tage im Oktober eine Loſung von
1680000 Franken. Der Bon Marché ſetzte anläßlich der
Weißen Woche ſogar 1760000 Franken an einem Tage
um. Ein mächtiger franzöſiſcher Warenhauskonzern, zu
dem die Magaſins Modernes, die Magaſins Réunis, die
Galeries Nouvelles und Paris la France gehören,
beab=
ſichtigt nun, in Deutſchland feſten Fuß zu faſſen. Dieſer
Konzern, der in Frankreich über mehr als 200 Geſchäfte
verfügt und bekanntlich in Straßburg ein Warenhaus
errichtet, wird. wenn dieſem mit Erfolg arbeitet, ſeine
Tä=
tigkeit zunächſt auf Süddeutſchland ausdehnen. Die
Deutſche Konfektion erfährt von authentiſcher Seite, daß
dem Direktorium bereits 30 Angebote aus Deutſchland
unterbreitet wurden, zum Teil von Firmen, die in dem
Konzern aufgehen wollen. Aus Berlin liegen 5
Ange=
bote vor, davon 3 von Banken und 2 von
Grundſtücks=
intereſſenten. — Sollte es tatſächlich zutreffen, daß
deutſche Banken den Projekten des franzöſiſchen Konzerns
durch derartige Offerten Vorſchub leiſten, ſo wäre dies
im Intereſſe des deutſchen Detailhandels ſehr zu
be=
dauern.
* Engliſche Ariſtokratinnen im Dienſte
der Spionage? Eine Londoner Zeitſchrift, die ihre
Leſer faſt ausſchließlich von den Vorgängen in den Kreiſen
des Hofes und der vornehmen Geſellſchaft unterhält,
bringt in ihrer letzten Nummer einen kleinen Artikel, der,
wie die N. G. C. ſchreibt, die Aufmerkſamkeit unſerer
zu=
ſtändigen deutſchen Behörden verdient. Er iſt „Unſer
Ge=
heimdienſt” überſchrieben und hat folgenden Wortlaut:
„Die Deutſchen behaupten, die Hälfte unſerer Ariſtokratie
ſei für unſeren Geheimdienſt tätig und treibe Spionage.
In der Tat iſt unſer Geheimdienſt zwar dem einiger
aus=
ländiſcher Mächte nicht ebenbürtig, aber doch nicht ſo übel,
wie manche glauben, und Damen ſpielen dabei eine ſehr
vichtige Rolle. Ein ruſſiſcher Botſchafter ſagte einſt: „Wenn
ich höre, daß die Menſchen ſich darüber wundern, woher
Lady Soundſo ihr Geld haben mag, da ſie eigentlich tief
in Schulden ſtecken müſſe, ſo ſchreibe ich mir ihren Namen
ſehr ſorgfältig auf. Denn wahrſcheinlich bezieht ſie ein
Einkommen von dem Geheimdienſt.” Manche engliſche
Dame, die ſcheinbar nur lebensluſtig iſt, verſchiedene Spre
chen oberflächlich ſpricht und eine Leidenſchaft fürdas
Reiſen an den Tag legt, betreibt in Wirklichkeit
einespio=
nage, deren Ergebniſſe uns im Falle eines Kriegs ſehr
nützlich ſein würden. Im übrigen unterhalten uch die
remden Mächte weibliche Spione bei uns‟ Die
Richtig=
keit dieſes Satzes mag auf ſich beruhen. Er änder nichts
m der Wichtigkeit des hier ſo naiv ausgeſprochene Ge
ſtändniſſes, daß Damen der beſten Londoner Geſellhaft
ſich gegen bares Geld für eine Tätigkeit verdingen, die
Die Entarlung des Tanzes in New=Vork.
— Die vornehme Geſellſchaft der amerikaniſchen
Metro=
pole ſteht jetzt vor einer ſchweren Entſcheidung: ſoll ſie die
neueſten Errungenſchaften amerikaniſcher Tanzkunſt, die bei
der Jugend mit fieberhafter Begeiſterung aufgenommen
wurden, aus ihren Ballſälen verbannen, oder ſoll ſie den
Tadel tragen, die Entartung des Tanzes und die
Verderb=
nis der Sitten zu ſchützen und zu fördern? Seit dem
Be=
ginn der diesjährigen Theaterſaiſon haben auf den New=
Yorker Bühnen eine Reihe neuer, grotesker und
ge=
wagter Tänze ihr Debut gefeiert, der Grizzli=
Bär=
tanz, der Truthahntanz und wie ſie alle heißen. Aber dieſe
theatraliſchen Darbietungen, die beſtimmt waren, das
Pub=
likum anzulocken, beſchränkten ſich nicht lange auf die Bühne:
in den Salons der oberen Vierhundert begannen junge
Damen und Herren dieſe Tänze nachzuahmen, die niederen
Volksſchichten folgten dieſem Beiſpiele und heute herrſcht
auf den öffentlichen Ballſälen, wo die Fabrikarbeiterinnen
ſich beluſtigen, der „Grizzli=Bär”
Man iſt ſich allgemein darüber klar, daß dieſe
Neu=
ſchöpfung gegen den guten Geſchmack verſtößt, aber die
Be=
ſucher der öffentlichen Tanzſäle berufen ſich auf das
Bei=
ſpiel der vornehmen Geſellſchaft, und hier wiederum wagt
keine Wirtin gegen dieſe neueſte Leidenſchaft der Jugend
aufzutreten, um ſich nicht der Gefahr auszuſetzen, als prüde
zu gelten. Zwar haben eine Reihe erſtklaſſiger
Tanz=
orcheſter es kategoriſch abgelehnt, den Grizzli=Bar zu
ſpie=
len, aber die Folge war nur, daß zweitklaſſige Orcheſter,
die bisher mißachtet waren, engagiert wurden. Der Tanz
bringt eine Nachahmung der plumpen und langſamen
Be=
wegungen eines tanzenden Bären. Nun hat eine große
New=Yorker Geſellſchaft, der verdienſtvolle Verein für
Spielplätze und Volkserholung, die Angelegenheit
aufge=
griffen und öffentlich ausgeſprochen, was bisher jeder
wußte und niemand als erſter ſagen wollte. Die
Geſell=
ſchaft hat einen geharniſchten Proteſt gegen die Einführung
derartiger Tänze in die Oeffentlichkeit erhoben und weißt
darauf hin, wie verderblich ſolche Tanzſitten auf die Jugend
wirken müſſen. Dabei wird eingeräumt, daß gegen die
Aufführung ſolcher Tänze auf der Bühne nichts einzuwenden
ſei, Künſtler des Tanzes könnten auch die gewagten For=
nen des Grizzli=Bärs mit Grazie, Anmut und einem
ge=
wiſſen Humor darſtellen; wogegen die Anklage ſich richtet,
iſt die Nachahmung dieſer Tänze durch das Publikum und
die Geſellſchaft; Anmut und Grazie ſchwinden, die
Be=
wegungen und Formen werden von der Jugend maßlos
vergröbert, und das Endergebnis iſt eine Vorführung
kör=
perlicher Bewegungen, die allen guten Sitten Hohn ſpricht
man hat bei den Behörden Vorſtellung erhoben und will
den öffentlichen Tanzlokalen, die den Grizzli=Bär zulaſſen,
die Konzeſſion entzogen wiſſen. Aber auch die Damen der
eleganten Geſellſchaft von New York ſollen davon
über=
zeugt werden, welcher häßlichen Vergröberung eines
ur=
ſprünglich grotesk=komiſchen Tanzes ſie ſich ſchuldig machen,
wenn ſie in ihrem Hauſe die jungen Leute ungehindert
derartige Tänze ausüben laſſen. Zu dieſem Zweck hat die
Geſellſchaft eine Reihe erſtklaſſiger, berufsmäßiger
Tanz=
künſtler engagiert und die berühmteſten Wirtinnen der
Geſellſchaft zu einer Vorſtellung eingeladen, in der den
Damen gezeigt werden ſoll, was der Grizzli=Bär
eigent=
lich iſt und wie Ballettmeiſter ſich mit einer ſolchen
Auf=
gabe abfinden können.
Das tanzende junge New=York würde freilich die
Ver=
bannung des Grizzli=Bären bitter beklagen. Man hat
die lehrreiche Beobachtung gemacht, daß ſeit dem
Eindrin=
gen der Schiebetänze, der Apachentänze und ähnlicher
Formen der Unterhaltung zu Zweien die Tanzluſt der
Jeuneſſe doree ganz ungewöhnlich zugenommen hat, ſodaß
die Hausbälle in den Millionärshäuſern, die früher
ge=
wöhnlich um 3 oder ½4 Uhr morgens zu Ende waren,
ſich jetzt bis zum Morgen ausdehnen, weil das junge
Volk vor lauter Schiebetänzen und Grizzli=Bären, meiſt
zum ſtillen Entſetzen der Wirtin, nicht dazu zu bringen iſt,
an den Aufbruch zu denken.
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 7. Januar:
„Madame Butterfly”.
W-I. In der prachtvollen Inſzenierung und
Aus=
ſtattung, in der Puccinis Oper „Madame Butterfly‟
zur Feier von Großherzogs Geburtstag im Jahre 1907
zum erſten Male aufgeführt wurde, ging ſie heute neu
eu=
ſtudiert wieder in Szene. Ueber den Stil der Oper, de
im ganzen derſelbe iſt, wie in der Oper „La Bohsme‟
haben wir uns früher bereits geäußert. Weder die
Liebes=
geſchichte und die wenigen handelnden — im Grunde ſind
es nur zwei — Perſonen, noch die langſam ſich
fortſpin=
nende, ſehr lang ausgedehnte Handlung der Oper können
ein beſonderes Intereſſe erwecken, und es bleibt die Frage
beſtehen, ob die Muſik dafür entſchädigen kann. Dies iſt
eine Sache des Geſchmackes und hängt von der
Empfäng=
lichkeit des Einzelnen für Stimmungsſchilderung, — die
ſich hier allerdings oft in muſikaliſche Tüftelei verliert
ab. Dadurch, daß die Geſchichte von der betrogenen und
verlaſſenen Frau nach Japan verlegt iſt, iſt die Möglichkeit
geſchaffen worden, der Oper eine pittoreske Umrahmung
zu verleihen und ſie durch das ſzeniſche und koſtümierte
Beiwerk japaniſcher Eigenart und das exotiſche Milien
überhaupt intereſſanter zu geſtalten.
Die Aufführung, die von Herrn Hofkapellmeiſter
de Haan geleitet wurde, war ſehr gut. Die Titelpartie,
deren Vertreterin die beiden letzten Akte im Grunde allein
beſtreitet, wurde durch Frl. Geyersbach ſehr ſchön
ge=
ſungen; rein geſanglich iſt ſie undankbar, ſie iſt ſchwer zu
ſingen und erhebt ſich nur ſelten aus der Eintönigkeit des
Sprechtons zu höherem Schwung. Auch darſtelleriſch wurde
Frl. Geyersbach ihrer der ſubjektiven Auffaſſung weiten
Spielraum zulaſſenden Rolle in lobenswerter Weiſe
ge=
recht. Herr Hacker, der erſtmalig den Linkerton ſang, war
gut bei Stimme und verhalf dem erſten Akte, mit dem der
ſogenannte Held dieſer Liebesgeſchichte bis kurz vor Schluß
der Oper von der Bildfläche verſchwindet, zu
entſprechen=
der Wirkung. Von den übrigen Mitwirkenden ſind noch
Frl. Howard, welche die Suzuki, wie immer, ſtilvoll
verkörperte und intereſſant darſtellte, ferner Herr Weber
als ſympathiſcher Konſul Sharpleß und Herr
Bern=
hardt als beweglicher Nakodo lobend zu erwähnen. In
den kleineren Partien wirkten noch Herr Hoff (Bonze),
Herr Speiſer (Fürſt), Frl. Longin (Kate Linkerton)
und Herr Kräger (Kommiſſär) erfolgreich mit.
unentbehrlich ſein mag, der aber doch in den Augen aller
ehrlichen Leute ein untilgbarer Makel anhaftet.
Stadt und Laud.
Darmſtadt, 9. Januar.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
berzogin empfingen am Samstag vormittag 11 Uhr
im Neuen Palais Freifrau von Uslar=Gleichen nebſ
Tochter. — Die Fürſtin zu Erbach=Schönberg nahm am
Samstag an der Frühſtückstafel im Neuen Palais
teil. — Am Sonntag nahmen an der Abendtafel teil
die Fürſtin=Mutter zu Erbach=Schönberg und Prinzeſſin
Wilhelm zu Stolberg=Wernigerode. (Darmſt. Ztg.)
* Auszeichnungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
Inſchrift „Für Verdienſte” dem Feldwebel a. D. Philipp
Hamm, ſeither im Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, verliehen. — Das Ehrenzeichen
für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen
durch Entſchließung Sr. Königl. Hoheit des
Groß=
herzogs an Martin Hellriegel II., Peter Sterz I.,
Johann Hildenbeutel I. und Adam Lenhardt,
ſämtlich zu Heppenheim a. d. B.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Georg Wall aus Holzhauſen v. d. H. die zweite
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Gronau, Kreis
Bensheim.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Trompeter und Vizewachtmeiſter im Feld=
Artillerie=Regiment Nr. 61 Robert Hellerſen zum
Hauswärter im ſüdlichen Kollegiengebäude mit Wirkung
vom 15. Januar 1912 ab.
* Von der Landes=Univerſität. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den ordentlichen Profeſſor
der Gynäkologie und Geburtshilfe in der mediziniſchen
Fakultät der Landes=Univerſität und Direktor der
Univerſitäts=Frauenklinik Dr. Otto v. Franqué in
Gießen auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. April
1912 ab aus dem Staatsdienſt entlaſſen.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 1, vom
8. Januar, hat folgenden Inhalt: 1. Verordnung, die
Prüfung der Anwärterinnen für das Lehramt an
Höheren Mädchenſchulen betreffend. 2. Bekanntmachung,
Ausführungsbeſtimmungen zur Verordnung vom 23.
De=
zember 1911, die Prüfung der Anwärterinnen für das
Lehramt an Höheren Mädchenſchulen betreffend.
-g. Strafkammer. Der Lederfabrikant Adolf
Roſen=
thal aus Klein=Auheim und ſein Bruder Heinrich
Roſenthal waren wegen der Beſchäftigung von
Ar=
beiterinnen nach 8 Uhr abends vom Schöffengericht
Seligen=
ſtadt zu je 50 Mark Geldſtrafe verurteilt worden. Auf die
Berufung des verurteilten Adolf Roſenthal ermäßigte die
hieſige Strafkammer die Strafe auf 20 Mark. Die
nun=
mehr von Adolf Roſenthal eingelegte Reviſion wurde vom
Oberlandesgericht für berechtigt erklärt und die Sache zur
nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer
zurückver=
wieſen. Die Strafkammer kam in ihrer geſtrigen Sitzung
zu einer Freiſprechung des Angeklagten, da feſtgeſtellt
iſt, daß er ſeinem Bruder Auftrag gegeben hatte, die
Ge=
nehmigung nachzuſuchen, auch war er an dem betreffenden
Tage nicht in der Lage, feſtzuſtellen, ob im Geſchäft
gear=
beitet wird, da er abweſend war. — Der Kaufmann
Hein=
rich Horch aus Offenbach war vom Schöffengericht
Offen=
bach zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er
am 12. Auguſt 1911 die Allgemeine Ortskrankenkaſſe
Offen=
bach dadurch geſchädigt hatte, daß er Krankengeld bezog,
trotzdem er arbeitete. Gegen die Höhe der Strafe legte der
Verurteilte Berufung ein und die Strafkammer ermäßigte
die Strafe auf eine Gefängnisſtrafe von 10 Tagen, da der
erlangte Betrag nicht 22 Mark, wie das Schöffengericht
annahm, ſondern nur 2,84 Mark betrug.
— Die Fortſchrittliche Volkspartei veranſtaltet
morgen Mittwoch, abends 8½ Uhr, wie bekannt gegeben,
in der Turnhalle am Woogsplatz die letz e Verſammlung
vor der Wahl. In dieſer werden ſprechen die Herren
Redakteur Dr. Goldſchmidt aus Frankfurt a. M.,
Landtagsabgeordneter Henrich aus Darmſtadt und
der Oberlehrer Dr. R. Strecker aus Bad Nauheim,
der Kandidat der Fortſchrittlichen Volkspartei.
* Gartenbauverein Darmſtadt. Die nächſte
Monatsverſammtung findet am Donnerstag abend
ausnahmsweiſe im großen Kaiſerſaal ſtatt, weil das
all=
gemein intereſſierende Thema des Vortrags eine größere
Zuhörerſchaft herbeilocken dürfte. Auch Nichtmitglieder
ind willkommen. (S. Anzeige.)
— Evangeliſcher Bund. Einem Erſuchen der
Saal=
bau=Verwaltung entgegenkommend, hat der hieſige
Zweigverein des Evangeliſchen Bundes ſeinen
erſten diesjährigen Familienabend vom 3. März
auf Sonntag, den 17. März, verſchoben.
* Novitäten=Abend im Hotel „Heß” findet heute
Dienstag abend ſtatt. (S. Anzeige.)
§ Milchreviſionen. Während des Monats
No=
vember ſind durch die hieſige Polizei 3450
Milch=
reviſionen vorgenommen worden. Hierbei wurden acht
Proben teils wegen Waſſerzuſatz und teils wegen zu
geringem Fettgehalt beanſtandet und zwecks
Unter=
ſuchung dem chemiſchen Unterſuchungsamt überwieſen.
Infolge dieſer Beanſtandungen und zwecks weiterer
Aufklärung war die Erhebung von vier Lieferproben
er=
forderlich. Ferner wurden 13 Liter gewäſſerte Milch
dem Verkehr entzogen. Im Monat Dezember fanden
3620 Milchreviſionen ſtatt. Hierbei wurden ſieben Proben
teils wegen Waſſerzuſatz und teils wegen zu geringem
Fettgehalt beanſtandet und zwecks Unterſuchung dem
chemiſchen Unterſuchungsamt überwieſen. Infolge dieſer
Beanſtandungen und zwecks weiterer Aufklärung war
die Erhebung von zwei Lieferproben erforderlich. Ferner
wurden 12 Liter gewäſſerte Milch dem Verkehr entzogen.
§ Hundefang. Während des Monats Dezember
ſind durch den hieſigen Polizeihundeauſſeher 57 Hunde
eingefangen worden. Hiervon wurden 20 Hunde von
ihren Eigentümerrn wieder ausgelöſt, 7 Hunde ſind
ver=
kauft worden und 30 Hunde mußten getötet werden.
§ Körperverletzung. Am Sonntag abend kurz
nach 9 Uhr hat in der Eliſabethenſtraße ein Artilleriſt
einem Hausburſchen mittelſt Seitengewehrs erhebliche
Wunden beigebracht. Der Hausburſche mußte ſich in
dem ſtädtiſchen Krankenhaus verbinden laſſen.
-h- Auerbach, 8. Jan. Wie wir hören, ſind ſämtliche
Maſchinen der Brauerei Böttinger von der
Ba=
diſchen Brauerei in Mannheim nach Metz verkauft
wor=
den und ſollen in Kürze abmontiert werden. — Die
frü=
her Geuterſche Dorfmühle ſoll demnächſt in eine
Kammfabrik umgewandelt werden. Der Käufer iſt ein
Fabrikant aus Pforzheim.
-h- Von der Bergſtraße, 7. Jan. Die Fürſtlich
Er=
bach=Schönbergſche Kameralverwaltung hat den von
altersher betriebenen Weinbau im Rottberg bei
Auerbach nun endgültig aufgegeben und den nur
noch fünf Morgen umfaſſenden Weinberg auf mehrere
Jahre an den Weinhändler Friedrich Hechler in
Auer=
hach verpachtet. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde
der urſprünglich ſehr große Weinberg durch Aushauen
immer mehr verringert und ſollte auch dieſer letzte kleine
Reſt beſeitigt werden, als ſich in letzter Stunde noch ein
Pächter fand, der zu ganz niedrigem Pachtgeld den in
beſter Bergſträßer Lage liegenden Weinberg auf einige
Jahre übernahm.
A Vom ſüdlichen Odenwald, 7. Jan. Freude ſchwellte
geſtern abend beim Schlafengehen die Herzen der Rodel=
und Skiluſtigen, denn es ſchneite — ſchneite,
ſo=
daß gegen Mitternacht fußhoher Schnee die Höhen deckte.
Die milde Temperatur aber legte den Gaſt in ein naſſes
Bett und bis heute früh hatte er die ungaſtliche Herberge
verlaſſen. Darob ſchiefer Kindermund und auch klägliche
Mienen bei der zweiten Hälfte des zweiten Jahrzehnts
und beim „Mittelalter”
Lindenfels, 7. Jan. In der nächſten Zeit wird
die Kontinentale Eiſenbahnbaugeſellſchaft durch
Inge=
nieure auf der Strecke Bensheim-Lindenfels
die Bodenverhältniſſe unterſuchen laſſen. Die
Bürger=
meiſtereien der an dem Bahnbau intereſſierten
Gemein=
den ſind deshalb angewieſen worden, dafür zu ſorgen,
daß dieſen Arbeiten von Seiten der Grundſtücksbeſitzer
keine Schwierigkeiten entgegengeſtellt werden. Es iſt
dies ein Zeichen, daß nun mit aller Energie die
Vor=
bereitungen zur Inangriffnahme des Bahnbaues
betrie=
ben werden, und iſt wohl mit Beſtimmtheit
anzuneh=
men, daß im kommenden Frühjahr die Arbeiten auf der
ganzen Strecke beginnen können.
* Erbach, 8. Jan. Man ſchreibt uns: In der Großh.
Fachſchule für Elfenbeinſchnitzerei und
ver=
wandte Gewerbe zu Erbach i. O., iſt zur Zeit eine
Aus=
ſtellung von Schülerarbeiten veranſtaltet, durch die der
neue Leiter der Anſtalt, Herr Bildhauer Burghardt
aus Dresden zum erſten Male vor die Oeffentlichkeit
tritt, um Zeugnis abzulegen für die von ihm beobachteten
Grundſätze der Unterrichtserteilung. Die Ausſtellung
umfaßt zum großen Teil Modellierarbeiten der
Elfen=
bein= und Holzſchnitzer, der Ziſeleure, ſowie ausgeführte
Werkſtattarbeiten in den verſchiedenſten Materialien wie
Holz, Elfenbein, Meſſing, Kupfer uſw. Der
Modellier=
unterricht findet in ſehr anſchaulicher Weiſe ſtatt nach
Gegenſtänden der Natur, Pflanzen, lebenden Tieren oder
Gebrauchsgegenſtänden aus dem Gewerbe der Schüler.
Das Zeichnen iſt in der Anſtalt zu Gunſten des Model
lierens und der praktiſchen Werkſtattarbeit gegen früher
zurückgedrängt worden. Auch die Werkſtätte für
Schrei=
nerei iſt zur Zeit ſtillgelegt, doch dienen die vorhandenen
Maſchinen den Drechslern und Holzſchnitzern für ihre
Ar=
beiten. Die Holzſchnitzerei wird insbeſondere gepflegt
zur Unterſtützung der im Odenwald noch recht anſehnlich
vertretenen Möbelſchreinerei. Die Schüler ſtellen in Ton
die Modelle von Möbeln und Türen im verjüngten
Maß=
ſtabe dar; die Ausführung einzelner Schmuckteile erfolgt
dann in natürlicher Größe in Ton, und hiernach in Holz.
Aehnlich wird von den Elfenbeinſchnitzern gearbeitet, die
nach der Natur oder nach Modellen in größerem Maßſtab
die zu ſchnitzenden Gegenſtände modellieren, und alsdann
ins Kleine übertragen. Auch in der Ziſelierabteilung
werden ebenfalls vielfach die Arbeiten vorher modelliert.
Die Herſtellung von Arbeitsproben, losgelöſt von der
Zweckbeſtimmung, kennt man in der Schule nicht. Es
wird jede Arbeit als Gebrauchsgegenſtand für ſich, oder
als Teil eines beſtimmten Gegenſtandes hergeſtellt. —
Durch die Schule geht ein einheitlicher künſtleriſcher Zug.
Es iſt erfreulich, wie Herr Burghardt es verſtanden hat,
der Anſtalt den Stempel ſeiner künſtleriſchen
Perſönlich=
keit aufzudrücken, und eine vornehme Einfachheit und
ge=
diegene Geſchmacksrichtung in allen Unterrichtszweigen
durchzuführen, wobei er tatkräftige Unterſtützung findet
durch vier tüchtige Fachlehrer, die mit ihm Hand in Hand
arbeiten. — Von zeichneriſchen Leiſtungen
ver=
dienen beſonders die Aufnahmen der Schüler aus den
herrlichen Sammlungen des gräflichen Schloſſes
Erwäh=
nung, die durch ein überaus hochherziges und
liebens=
würdiges Entgegenkommen Seiner Erlaucht des Grafen
von Erbach in den Sommermonaten der Schule zur
Ver=
fügung geſtellt ſind, wodurch die Anſtalt ſich eines
Unter=
richtsmaterials erfreut, deſſen wohl kaum eine andere
ähnliche Anſtalt in gleicher Weiſe teilhaftig ſein wird.
Es verlohnt ſich, die kleine, aber gediegene Ausſtellung
die noch etwa zwei Wochen dauern wird, eines Beſuches
zu würdigen.
Offenbach, 8. Jan. Nach dem amtlichen Reſultat hatte
Ofſenbach am 1. Dezember 1911 77990 Einwohner
gegen 75580 am gleichen Datum des vorhergegangenen
Jahres. Es hat alſo in einem Jahr eine Vermehrung von
2406 Seelen ſtattgefunden.
Offenbach, 8. Jan. In den Gummiwerken Stöckicht
u. Ko. wurden in letzter Zeit Gummireifen im Werte
von 30000 Mark geſtohlen. Als Haupttäter kommt der
Portier Kaufmann in Betracht, der bereits verhaftet
wurde. — Ferner wurde eine fünfköpfige Diebesbande
verhaftet, welche es auf Geſchäftsfahrräder ab
geſehen hatte und eine förmliche Reparaturwerkſtätte ein
richtete, wo ſie die geſtohlenen Fahrräder umänderten und
dann verkauften. Den Dieben werden auch andere
Dieb=
ſtähle zur Laſt gelegt.
M. Stockſtadt a. Rh., 8. Jan. Geſtern, am 7. Januar.
vurde unſer neuer Pfarrer, Herr Wagner, von dem
Dekanatsſtellvertreter in ſeinen neuen Wirkungskreis
eingeführt. Er tritt an die Stelle des ſeit 1890 hier
amtierenden Geiſtlichen, Herrn Kirchenrat Stamm, der
nach Darmſtadt verzogen iſt. — Geſtern haben
Mitglie=
der des Geſangvereins Frohſinn uns Stockſtädter
mit einer muſtergültigen Vorführung der Darmſtädter
Lokalpoſſe „Der Datterich” von Niebergall erfreut
B. Bingen, 8. Jan. Die Nahe iſt in den letzten
Tagen bedeutend geſtiegen, ſie hat in ihrem Unterlauf
be=
reits 5 Meter Höhe erreicht. Bei Waldböckelheim haben
die hochgehenden Fluten den Damm und eine Mauer
weggeriſſen. Viele Straßen ſtehen bereits unter
Waſſer.
Feuilleton.
* Aus der Bühnenwelt. Otto Ernſts verfehlte
Ko=
mödie „Die Liebe höret nimmer auf” iſt am
Samstag zum erſten Male im Frankfurter
Schauſpiel=
hauſe aufgeführt und von der Kritik arg mitgenommen
worden. Die Frankf. Zeitung ſchreibt u. a.: „Die Liebe
höret nimmer auf” heißt es (mit gerührtem
Augenauf=
ſchlag), „Bruno mit dem Sektglas” könnte es ebenſo gut
heißen (mit warnend erhobenem Zeigefinger). . . Bruno
Sommerkamp iſt eine von jenen urgermaniſchen
Jung=
ſiegfriedsnaturen, wie ſie Otto Ernſt ſo ſehr liebt (und
vermutlich ſich ſelbſt verwandt glaubt), wie er ſie auch
früher ſchon in einem ähnlichen Prachtexemplar, dem
individualitätſchnaubenden Lehrer Flemming in „
Flachs=
mann als Erzieher” zu Nutz und Frommen der ſchwachen
Mitwelt geſchildert hat. Daß dieſe Idealgeſtalten in
Wahrheit unſäglich philiſtrös anmuten, wird ihr
Schöp=
fer natürlich nicht einſehen, und ebenſo wenig wird er
wohl zugeben wollen, daß er die Bohéme auch in dieſem
Stück, wie in der „Jugend von heute” an das
Spießer=
tum verraten hat. Die Aufführung des Stückes im
Schauſpielhaus war hoffentlich keine Verbeugung vor
dem Autor, ſondern nur ein Knix vor Ihrer Majeſtät der
Kaſſe. Er wird ſich wohl lohnen, dieſer Knix, denn das
zahlreiche Publikum der Premiére bekannte ſich, von
wenigen Ziſchern abgeſehen, peinlich freimütig zu dieſem
verlogenen Kitſch und rief deſſen Urheber öfters vor die
Rampe.‟ Die Frankf. Nachrichten ſchreiben: „Mit der
Darſtellung dieſes mehr Otto als ernſt zu nehmenden
Stückes hatten ſich die Mitglieder unſeres
Schauſpiel=
hauſes ganz außerordentliche Mühe gegeben. Herr Bauer
verſuchte es, der unmöglichen Figur des Komponiſten
menſchliche Züge zu verleihen und die leichte
liebenswür=
dige Art, womit er über die Brutalitäten und Naivitäten
des Herrn Otto Ernſt hinwegtändelte, ließen wenigſtens
zu Zeiten das Publikum der dichteriſchen Schwäche
ver=
geſſen. Fräulein Urban ſpielte die Ruth von Bargen
möglichſt ſchlicht, ohne allzu große Akzente, und es gelang
ihr dadurch, die pſychologiſche Unmöglichkeit des
Cha=
rakters einigermaßen zu übertünchen. Immerhin blieb
noch genug übrig, was ein künſtleriſch empfindendes
Publikum in jene leidenſchaftliche Ziſchlaune verſetzen
konnte, die am Schluſſe eines jeden Aktes gegen den
Bei=
fall opponierte. Herr Otto Ernſt war anweſend und ließ
Ech unter dem Ziſchen der Majorität vor die Gardine
ziehen. Seine Selbſtgefälligkeit hat ihm wahrſcheinlich
einen Erfolg vorgeſpiegelt. .
Die Offenb. Zeitung ſchreibt: „Die
Rätſelprin=
zeſſin” eine komiſche Oper von Karl Neiſſer=
Offen=
bach, Muſik von Hugo Neumeiſter fand in
Mühl=
hauſen in Thüringen vor faſt ausverkauftem Hauſe eine
überaus beifällige Aufnahme. Mit einer ſehr gefälligen
Muſik iſt eine fließende und amüſante Handlung
verbun=
den, die ſich frei an die Schillerſche Komödie „Turandot”
anſchließt. Eine größere Anzahl namhafter Bühnen hat
ſich zwecks Erwerbung des Aufführungsrechtes bereits
mit dem Autor in Verbindung geſetzt.
P. Aus München wird uns geſchrieben: Max
Halbes „Ring des Gauklers” Spiel in vier
Akten, wurde bei der Uraufführung im Königl.
Reſidenz=
theater mit Beifall aufgenommen, ſo daß der Dichter nach
jedem Akte erſcheinen konnte. Doch gab es auch viele
Ziſcher. Der Geſamteindruck von Halbes neueſtem
Büh=
nenwerk iſt durchaus unerquicklich. Man hat das Gefühl,
daß es dem Dichter unſäglich ſchwer geworden iſt, den
ſorgfältig vorgezeichneten Kanevas mit Bildern aus dem
30jährigen Krieg zu bedecken. Ein kaiſerlicher General
hat einſt als Fähnrich einen Pakt mit dem Böſen gemacht,
worin er ſeine Seele dahingab für einen zauberkräftigen
Ring. Dieſen Ring hat er nun verloren, und er glaubt
ſich den hölliſchen Mächten verfallen. Nun will er
noch=
mals die Stätte ſeiner Kindheit ſehen und findet ſeine
frühere Geliebte als verwitwete Freifrau von Eldringen
wieder. Dieſe ſucht nun mit allen Mitteln, ſelbſt um das
Opfer ihrer eigenen Perſon, den verlorenen Ring für den
General mit Hilfe eines Schwarzkünſtlers
wiederzufin=
den, und damit dem Geliebten neue Lebenskraft und den
Glauben an ſich wiederzugeben. Der Schwarzkünſtler iſt
jedoch ein Betrüger, der erpreſſeriſche Abſichten auf ſie
und die Gutsherrſchaft hat. Da erſcheinen fahrende
Ko=
mödianten und bringen durch ihr Spiel — wie im
Ham=
let — die Löſung der mannigfachen Verwickelungen. Es
iſt dem Dichter völlig mißlungen, uns für die
Angelegen=
heiten der handelnden Perſonen zu intereſſieren, die wie
abergläubiſche Menſchen des finſterſten Mittelalters
füh=
len und denken, und wie Ibſenſche Geſtalten reden. Es
iſt auch ein beträchtlicher Rückſchritt des Dichters, der
ſeine Beglaubigung in der Blütezeit des Naturalismus
erhalten hat, daß er zu den verbrauchteſten Typen des
alten Volksſtückes griff, ohne ihnen neues Leben
ein=
hauchen zu können. Der ſchwärmende Backfiſch, der
ſchleichende Intrigant, der ſtets betrunkene Diener und
Leporello ſind eines Kotzebue würdig. Fade
Roman=
luft weht in dem Stück. Dazu ein bischen „Ibſen” ein
bischen „Fauſt” ein bischen „Wedekind” und ein bischen
„Hamlet” und ſehr viel „Hintertreppe‟ Die Aufführung
war gut, ſtellte aber auch keine großen Aufgaben.
Spielplan des Frankfurter
Stadt=
theaters. 1. Opernhaus. Dienstag, 9. Jan., 7 Uhr:
„Violetta‟. — Mittwoch, 10., ½4 Uhr: „Prinzeſſin Gold
haar” ½8 Uhr: Zweites Gaſtſpiel von Madame Aind
Ackté: „Tosca‟. — Donnerstag, 11.: „Aida‟. — Freitag,
12.: „Der Zigeunerbaron”. — Samstag, 13., ½4 Uhr:
„Prinzeſſin Goldhaar” 7 Uhr: „Martha”. — Sonntag,
14., ½4 Uhr: „Prinzeſſin Goldhaar”, 7 Uhr: „Tannhäuſer”
Montag, 15.: „Undine‟. — Dienstag, 16.: „Mignon”.
2. Schauſpielhaus. Dienstag, 9. Jan.: „Die Liebe
höret nimmer auf” — Mittwoch, 10.: „Die Liebe höret
nimmer auf”. — Donnerstag, 11.: „Bürl”. — Freitag, 12.:
„Büxl”. — Samstag, 13., ½3 Uhr: „Wilhelm Tell” 7 Uhr:
„Der dunkle Punkt” — Sonntag, 14., ½4 Uhr: „Johan
nisfeuer” 7 Uhr: „Bürl”. — Montag, 15.: „Die Ratten”
— Dienstag, 16.: „Der Kaufmann von Venedig”.3. Neues
Theater. Dienstag, 9. Jan., zum 1. Male: „Die Ehre‟,
von Sudermann. — Mittwoch, 10., 3½ Uhr: „Den König
drückt der Schuh” 8 Uhr: „Die Ahnengalerie‟ —
Don=
nerstag, 11.: „Julchens Flitterwochen”. — Freitag, 12. Jan.:
Julchens Flitterwochen”. — Samstag, 13., 3½ Uhr: „Den
König drückt der Schuh” 8 Uhr: „Die Ehre” — Sonntag.
14., 3½ Uhr: „Meyers” 8 Uhr: „Julchens Flitterwochen”
— Montag, 15.: „Der lebende Leichnam”. — Dienstag, 16.
zum 1. Male: „Papa”, Luſtſpiel in 3 Akten von Fleers
und Caillavet.
— Eine Wildſchweinjagd mit Hinderniſſen. Am
Sonntag nachmittag zwiſchen 3½ und 4½ Uhr
fand mitten in Toulouſe eine aufregende Wildſchwein
jagd ſtatt. Eine Wildſau hatte ſich aus der Gegend von
Bourraſſol auf das linke Garonne=Ufer geflüchtet und
ge=
langte ſo direkt hinter die Tribünen des
Velo=
droms von Ramier du Béſacle. Gleich machten ſich
etliche Gelegenheitsjäger zur Verfolgung auf, nur mit
Knüppeln bewehrt, doch das Tier durchſchwamm die Ga
ronne ein zweites Mal und machte es ſich in einem Dik
icht auf einer Inſel bequem. Nun brachen drei beherzte
Schlächterburſchen zur Jagd auf, aber die Barke, die ſie
beſtiegen hatten, kenterte kurz vor dem Ufer der Inſel,
Nackenheim, 8. Jan. Beim Roden in der Gewann
Rudelheck ſtieß Maurermeiſter Lang auf einen mächtigen,
tadellos erhaltenen Steinſarg, der ein wohlerhaltenes
Skelett und zwei Vaſen enthielt. Das Alter des
Sar=
ges wurde von Sachverſtändigen auf 1800 Jahre
ge=
ſchätzt. Er lag nur 50 Zentimeter unter der Oberfläche.
Der Deckel des Sarges iſt dachartig abgeſchrägt. Inſchriften
ſcheinen nicht angebracht geweſen zu ſein.
Alzey, 8. Jan. Der Zugführer Diehl, der den von
Bingen nach Alzey fahrenden Zug begleitete, fiel während
der Fahrt zwiſchen Gau=Bickelherm und Armsheim aus
ſeinem Wagen. Erſt an der nächſten Station wurde
der Unfall bemerkt, als der Zugführer fehlte. Man fand
ihn ſpäter auf dem Bahndamm liegen. Diehl hat eine
Ge=
hirnerſchütterung erlitten.
B. Vom Rhein, 2. Jan. Nach einer Periode des
ſchnellſten Steigens, in der an einem Tage der Rhein
die Hochwaſſerhöhe erreicht hatte, kehrt das Waſſer jetzt
wieder langſam in ſeine Grenzen zurück. Trotz
des eingetretenen milden Wetters und trotz der
häufi=
gen Regenfälle ſinkt das Waſſer täglich. Am 29.
Dezem=
ber hatte der Rhein ſeinen höchſten Stand erreicht. Auf
weiten Strecken war das Waſſer aus den Ufern
getre=
ten und hatte die anliegenden Landſtrecken überſchwemmt.
Beſonders das Nahegebiet hatte hierbei ſtark zu leiden.
Strecken, die man noch vor kurzem trockenen Fußes
über=
ſchreiten konnte, waren in der letzten Zeit vom Waſſer
überſchwemmt. Der Kauber Pegel hatte ſeinen höchſten
Stand mit 3,28 Meter erreicht, der von Bingen mit 2,75
Meter, der von Mannheim mit 4,64 Meter und der ſonſt
gewöhnlich unter Null zeigende Koſtheimer Pegel ſtand
auf 1,66 Meter. Im Laufe der letzten Woche ſind die
Pegelſtände von Kaub auf 2,18 Meter, Bingen auf 1,90
Meter, Mannheim auf 3,22 Meter und Koſtheim auf 0,71
Meter geſunken. Für die Schiffahrt brachte das
Hoch=
waſſer eine große Erleichterung. Können doch jetzt ſelbſt
die Kähne und Dampfer mit großem Tiefgange auf dem
ganzen Rhein verkehren, ohne leichtern zu müſſen. Die
Folge davon iſt, daß Laderaum überall in genügender
Menge vorhanden iſt, daß aber auch die Frachtſätze ſtark
geſunken ſind. Die Privatſchiffer müſſen deshalb wieder
mit einer unfreiwilligen Zeit der Muße rechnen.
(*) Vom Vogelsberg, 7. Jan. Endlich iſt der
Win=
ter mit Schnee und Froſt eingekehrt. Heftige
Regen=
ſchauer und Schneeſtürme gingen geſtern nieder, ſodaß
geſtern abend der Schnee vielfach fußhoch lag. Heute trat
auch Froſt und ſtundenlanges Schneegeſtöber ein und der
Nordwind bläſt aus vollen Backen. Im oberen
Vogels=
berg liegt der Schnee geſchloſſen. An den Abhängen und
in den Tälern ſieht man vielfach freie Stellen. Die
Fluß=
täler ſind von gewaltigen Waſſermaſſen weit überflutet.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 7. Jan. Der erſt kürzlich
aus England zurückgekehrte Profeſſor Humperdinck
wurde von einem heftigen Bronchialkatarrh befallen. Er
lag zwei Tage beſinnungslos danieder. Geſtern iſt in dem
Befinden des Profeſſors eine leichte Beſſerung eingetreten.
— Der Polizeipräſident verbot, daß am Abend des 12.
Ja=
nuar die Wahlergebniſſe durch Scheinwerfer
und Transparente von den Zeitungen kundgegeben
werden und zwar auf eine Anfrage eines Blattes hin.
Herr v. Jagow begründet das Verbot mit dem Hinweis
auf mögliche Verkehrsſtockungen. — Das Strafverfahren
wegen des großen Poſtdiebſtahls in der Kurſtraße
iſt jetzt ſo weit zum Abſchluß gelangt, daß der Termin zur
Hauptverhandlung ſchon anfangs Februar zu erwarten iſt.
Angeklagt ſind der Poſtillon Max Wendt, der Reiſende
Eduard Cavello und die Kellnerin Martha Barowitz. Die
von Wendt und Cavello abgelegten Geſtändniſſe decken ſich
nicht in allen Punkten. Cavello ſpielt zurzeit im Gefängnis
den „wilden Mann” er fängt von Zeit zu Zeit an zu toben
und kann immer nur ſchwer beruhigt werden. Das
ge=
ſtohlene Geld iſt bis auf eine kleine Summe vollſtändig
vorgefunden worden, dagegen ſind zahlreiche Wertpapiere
und Briefe mit Wechſeln verbrannt. Geſchädigt ſind
hauptſächlich die Reichsbank, die Deutſche Bank, die Firma
S. Bleichröder, die Diskonto=Geſellſchaft, die Bank für
Handel und Induſtrie, F. W. Krauſe u. Ko. und andere
Firmen.
München, 8. Jan. Der Mädchenmörder Speckler
ſteht im Verdacht, auch das ſeit Oktober vermißte
Schul=
mädchen Cecilie Hofmann ermordet und die Leiche in
eine Kiesgrube verſenkt zu haben. Dort werden
Nach=
forſchungen nach der Leiche angeſtellt.
Trier, 8. Jan. Die Moſel führt Hochwaſſer. Der
Pegel ſtand heute früh 4,50 Meter. Auch die Nebenflüſſe
Ruwer, Sauer und Kyll ſind über die Ufer getreten. Seit
Samstag herrſcht in der Eifel ſtarker Schneefall. Aus
Merzig (Saar) wird gemeldet: Die Saar führt
reißen=
des Hochwaſſer. Hier iſt der ganze Stadtpark
über=
ſchwemmt. Bei Bettingen ſteht das Waſſer bis an den
Damm der Bahnſtrecke Saarbrücken-Trier. Verſchiedene
Wege ſind unpaſſierbar geworden, ſodaß die Leute auf
Umwegen ihre Dörfer erreichen müſſen. Bei Hilbringen
wurde ein Kiesſchiff durch die Gewalt des Hochwaſſers
gegen eine Brücke getrieben, wobei es ſank.
Düſſeldorf, 7. Jan. Bei dem Brandunglück
in der vergangenen Nacht kam ein Mann ums Leben
und ſieben Perſonen wurden verletzt, zum Teil ſehr
ſchwer. In einem Gaſthaus an der Ecke
Charlotten=
traße und Immermannſtraße brach nach 2 Uhr nachts
im Treppenhauſe Feuer aus, das raſch nach oben bis
zum Dach ſich verbreitete und dem Dienſtperſonal und
den Gäſten, die in den oberſten Stockwerken ſchliefen, den
Weg über die Treppen abſchnitt. Gerade als die
Feuer=
wehr das Sprungtuch ausbreiten wollte, ſprangen
wei Dienſtmädchen etwas zu früh aus den Fenſtern
des Knieſtocks, in einer Höhe von etwa 18 Meter, herab.
Die beiden Mädchen kamen zwar mit dem Leben davon,
aber das eine erlitt Armbrüche, das andere Verletzungen
im Rücken. Der Bruder des Gaſthofbeſitzers, der
eben=
falls in dem Knieſtock ſchlief, kam in den Flammen
um. Mit großer Mühe konnte die Feuerwehr noch eine
vierköpfige Familie, die in dem Gaſthaus Quartier
ge=
nommen hatte, retten. Von der Feuerwehr ſelbſt
wur=
den bei den Löſchungs= und Rettungsarbeiten der
Brand=
meiſter, ein Feldwebel und drei Feuerwehrmänner
ver=
letzt; einem Feuerwehrmann ſind die beiden Oberarme
chwer verbrannt. Durch das Feuer ſind der Knieſtock
und der Dachſtuhl des Gaſthofes zerſtört. Trotz dem
herrſchenden ſchweren Sturm gelang es der Feuerwehr,
die von allen Wachen erſchienen war, eine weitere
Aus=
breitung des Feuers zu unterdrücken. Unmittelbar vor
und unmittelbar nach dieſem Schadenfeuer war die
Feuerwehr noch durch Keller= und Lagerbrände ſtark in
Anſpruch genommen.
Leipzig, 7. Jan. In den letzten Tagen haben ſich
unter den hieſigen Obdachloſen ähnliche
Vergift=
ungsfälle wie in Berlin ereignet. Aus den beiden
hieſigen Obdachloſenaſylen wurden drei Mann in das
Krankenhaus eingeliefert, von denen einer bereits
ge=
torben iſt. Der Tote heißt Wilhelm Tawlitte.
Nähe=
res über ſeine Perſonalien konnte noch nicht feſtgeſtellt
werden, da er keine Ausweispapiere bei ſich hatte. Bei
er Sektion fand man im Magen Reſte von
Methyl=
alkohol, die nach Anſicht der Aerzte den Tod
herbei=
geführt haben. Die anderen beiden liegen ſchwer krank
anieder. Infolge dieſes Vorkommniſſes ſind in
meh=
eren hieſigen Deſtillationen verdächtige Alkoholgetränke
beſchlagnahmt worden zwecks Unterſuchung. In einer
iſt bereits Methylalkohol nachgewieſen worden. Die
Stadtverwaltung erläßt eine öffentliche
Bekanntmach=
ung, worin vor dem Genuß und Ausſchank billiger
Spiri=
tuoſen gewarnt wird.
Jena, 6. Jan. Zu dem ſchweren Unglück, das ſich
orgeſtern abend im benachbarten meiningiſchen
Städt=
hen Kamburg ereignet hat, werden noch folgende
Einzelheiten bekannt. Fünf Schulkinder im Alter von
3 bis 14 Jahren hatten in der Nähe der Zuckerfabrik
am Saaleufer in weichem, ſandigem Erdboden von
Ka=
inchenbauten herrührende Löcher entdeckt, die ſie zu
einer ſogenannten Indianerhöhle erweiterten, in der ſie
equem ſpielen konnten. Bei Eintritt der Dunkelheit
verließ einer der Knaben ſeine Spielkameraden und
be=
ab ſich nach Hauſe. Als er nach dem Verbleib ſeines
Bruders befragt wurde, erzählte er, daß ſich dieſer noch
in der Höhle befinde. Durch das lange Ausbleiben des
Jungen, beunruhigt, begab ſich die Mutter an den
ange=
gebenen Ort und bemerkte, als ſie näher kam, daß ein
Kinderarm regungslos aus der zuſammengeſtürzten
Höhle herausragte. Obwohl die Frau ſofort Hilfe
her=
eiholte, gelang es nicht mehr, die Kinder zu retten. Alle
vier hatten bereits den Erſtickungstod erlitten. Betroffen
ſind die Familien eines Lokomotivführers, eines
Wei=
henſtellers, eines Bahnwärters und eines
Steuer=
auſſehers.
Schwerin, 8. Jan. Drei Bankbeamle, Mitglieder
eines Ruderklubs, unternahmen am Sonntag mittag
eine Bootfahrt auf dem Schweriner See. Im
Schnee=
ſturm kenterte das Boot und alle drei ertranken.
Paris, 8. Jan. Die heftigen Stürme, die geſtern
in faſt ganz Frankreich herrſchten, haben an der
atlanti=
ſchen Küſte ſchwere Schiffsunfälle verurſacht. In Royan
wurden die Leichen zweier Matroſen an die Küſte geſpült.
Man glaubt, daß ſie zur Beſatzung des wahrſcheinlich
geſtern nacht untergegangenen Dampfers „Eſpana”
gehö=
ren. Infolge der Regengüſſe in dem Vogeſen=
Departe=
ment iſt die Moſel an einzelnen Stellen über die Ufer
ge=
treten.
London, 7. Jan. Heute nachmittag ſtießen bei
Portsmouth die Linienſchiffe „Revenge” und „Orion”
zuſammen. Es wurde niemand verletzt. Die „Orion”
wurde zur Unterſuchung ins Dock gebracht.
London, 8. Jan. Die Blätter melden aus
Ports=
month, daß bei dem geſtrigen Zuſammenſtoß
zwi=
ſchen dem neuen großen Panzerkreuzer „Orion” und
dem „Revenge” der letztere ſtarke Beſchädigungen
un=
ter der Waſſerlinie erlitten hat. Der „Revenge” iſt ein
altes Schiff, das 1892 vom Stapel lief und nicht mehr
im aktiven Dienſt ſteht.
New=York, 7. Jan. Im Chineſenviertel von
New=York fand geſtern nacht eine der vielen Fehden ſtatt,
die Chinatown ſchon oft zum Schauplatz blutiger
Ereigniſſe gemacht haben. Ein chineſiſches
Mäd=
chen war von einem unbekanten Chineſen ermordet
wor=
den. Die Angehörigen des Mädchens wollten Blutrache
an dem Mörder vollziehen, und da ſie eine andere
Chi=
neſenfamilie im Verdachte hatten, in welcher das ermon
dete Mädchen lange Zeit wie eine Sklavin gehalten
wor=
den war, beſchloſſen ſie, den Mord an dieſer Familie zu
rächen. Da beide Fhmilien derſelben Gilde
angehör=
ten, wurde das Oberhaupt der Gilde verſtändigt und
ein Gericht zuſammengerufen, das in einem der
Chineſen=
lokale in der Mottſtreet tagte. Während der
Gerichts=
ſitzung kam es jedoch ſchon zu ſchweren Tätlichkeiten, da
die beſchuldigte Familie den Verdacht auf eine dritte
Fa=
nilie abzulenken verſuchte. Bald war ein allgemeiner
Revolverkampf im Gange, und ſchon nuch den
erſten Schüſſen lag eine Anzahl Schwerverwundeter amt
Boden. Die übrigen kämpften mit Revolvern und
Meſ=
ern weiter, bis die Polizei auf dem Schauplatz erſchien.
Zwei Chineſen waren bei ihrer Ankunft bereits tot,
wäh=
rend mehrere Dutzend Schwerverwundeter ins
Rooſe=
elt=Hoſpital eingeliefert wurden. In der Chineſenſtadt
herrſcht fortdauernde Erregung, und die Polizei, die für
heute abend weitere Kämpfe befürchtet, hat angeordnet,
daß die Chineſenlokale am Chatham=Square bereits um
8 Uhr geſchloſſen und ſtreng bewacht werden.
Wahlverſammlungen.
* Eberſtadt, 8. Jan. Nach der in Pfungſtadt geſtern
nachmittag abgehaltenen Wählerverſammlung hatte die
Fortſchrittliche Volkspartei am geſtrigen
Abend im Bergſträßer Hof zu Eberſtadt eine
Wähler=
verſammlung einberufen. Nachdem der Vorſitzende des
hieſigen Fortſchrittlichen Parteivereins die Anweſenden
begrüßt hatte, erteilte er dem Kandidaten, Herrn Dr.
Strecker, das Wort. Herr Dr. Strecker behandelte in
ſeinen Ausführungen vor den etwa 600 erſchienenen
Per=
ſonen zuerſt, daß die Fortſchrittliche Volkspartei in
die=
ſem Wahlkampf den Kampf einmal nach der rechten Seite,
mit den in Heſſen anders als im Reiche ausſehenden
Na=
tionalliberalen und dem Bund der Landwirte, Zentrum
und Antiſemiten, und nach der linken Seite gegen die
So=
zialdemokratie zu führen habe. Redner wies nach, daß
die Fortſchrittliche Volkspartei es zu ihrem Verdienſt
rechnen kann, daß durch ihre Mitarbeit mehrere im
letz=
ten Reichstag geſchaffene Geſetze in vielen Punkten zu
liberalen Geſetzen wurden. Alsdann ging der Kandidat
auf die Vertretung der Grundſätze ſeiner Partei ein,
unter anderem auf abſolute Beſeitigung der Liebesgabe,
Beſchaffung von direkten Steuern anſtatt indirekten
Steuern, u. a. m. Ganz beſonders verwarnte Herr Dr.
Strecker vor einem allzu roten Reichstage, indem dadurch
nach dem Wunſche der Konſervativen eine
Reichstags=
auflöſung mit einer patriotiſchen Wahlparole folgen
werde. Verſchiedene aus der Verſammlung an den
Kan=
didaten gerichtete Anfragen inbezug auf ſeine
Stellung=
nahme zur Handwerkerfrage und Servisklaſſe der
Bahn=
beamten wurden in zufriedenſtellendem Sinne
beant=
wortet. In der Diskuſſion ſprach von der
Sozialdemo=
kratie Herr Wurſter und verbreitete ſich ganz
beſon=
ders über die Militärkoſten und die Schulden des
Rei=
ches. Herr Jakob Krug von der Sozialdemokratie
redete des längeren und malte die Farben der
Sozial=
demokratie in ſehr ſtarken Nuancen. Ein weiterer
ſozial=
demokratiſcher Redner, Mayer, führte allerlei
Unrich=
tigkeiten an und meinte, daß das
Proportionalwahl=
ſyſtem auch nicht richtig ſei, ſondern die Verhältnis=
und die Inſaſſen konnten nur mit knapper Not gerettet
werden. Ein zweites Fahrzeug ſtieß bald darauf ab, und
drei andere Perſonen nahmen die Verfolgung auf,
wäh=
rend ein Jäger mit einer Pirſchbüchſe auf das
Hervor=
brechen der Wildſau lauerte. Als das Tier ſich zeigte,
ſagte er ihm eine Ladung Schrot in den Leib; er wurde
von der darob entrüſteten Sau angenommen und konnte
ſich gerade noch auf einen Baum retten, von dem aus er
einen zweiten Schuß abgab. Nun ließ die Sau von ihm
ab und durchſchwamm die Garonne zum dritten Male.
Am anderen Ufer ſtanden Tauſende von Leuten in
dicht=
gedrängten Haufen. Als die Sau attackierte, verbreitete
ſich Angſt und Schrecken unter all dieſen Wackeren. Sie
ſtoben nach allen Richtungen auseinander ünd gäben ſo
einem gelernten Jäger freies Schußfeld, der mit einem
Armeegewehr auf den Feind wartete. Doch erſt der dritte
Schuß ſtreckte das Tier tot nieder, und im Triumph brachte
nun die wieder mutig gewordene Menge die Beute zu
einem Schlächter ,der jedoch ehe er Beſitz von dem
Wild=
bret ergreifen konnte, den Stadtzoll für Wild erlegen
mußte. Die Sau wog hundertfünfzig Kilo. Dem
glück=
lichen Schützen, einem Büchſenmacher namens Gaſpert,
wurde eine Ovation bereitet, die faſt an die dem Spion
Lux zuteil gewordene erinnerte.
C.K. Schnelles Ende der amerikaniſchen „
Schutz=
frauen‟. Die Anſtellung dreier Frauen als Poliziſtinnen,
die der New=Yorker Scheriff Julius Harburger am 3.
Ja=
nuar mit großer Feierlichkeit vorgenommen hat, entpuppt
ſich jetzt als ein grotesker Scherz des Beamten, der ſchon
mehrfach durch allerlei Ulkgeſchichten die Lacher New=Yorks
auf ſeiner Seite hatte. Der populäre Herr, den alle Welt
in New=York kurzweg Julius” nennt, hatte vor Neujahr
erklärt, er ſei ein Anhänger des Frauenſtimmrechts ge
worden und amüſierte ſich königlich über die Verblüffung,
mit der dies Bekenntnis überall aufgenommen wurde.
Aber der humorvolle Herr ging noch weiter, er forderte in
einem Aufruf Frauen auf, ſich zur Einſtellung in die
Schutzmannſchaft zu melden. Wie bereits kurz berichtet
wurde, wurden am 3. Januar auch drei Frauen von dem
Scheriff eingekleidet, mit den Amtsinſignien verſehen und
ihnen der Amtseid abgenommen. Er konnte das ruhig tun
weil er genau wußte, daß die Staatsgeſetze ſeine vor
geſetzte Behörde zwingen würden, dieſe Anſtellungen wie.
der rückgängig zu machen. Denn das Geſetz beſtimmt, daß
als Schutzmann nur eingeſtellt werden kann, wer das
Wahlrecht beſitzt; die Ernennungen waren alle ungeſetzlich
und ſind daher nichtig. Einige kritiſche Gemüter von New=
York finden dieſen neueſten Scherz von „Julius” zwar
nicht ſehr geſchmackvoll. aber die Mehrheit lacht doch
herz=
lich über die neueſte Tat ihres Helden. Die Suffragettes
aber haben nun Grund zu einer neuen Beſchwerde
gefun=
den, ſie können geltend machen, daß die Geſetze in ihrer
Ungerechtigkeit es einer Frau unmöglich machen —
Schutz=
mann zu werden. Sie hatten bisher gar nicht gewußt,
daß ein tiefes Bedürfnis beſteht, dem weiblichen Geſchlechte
die Karriere eines Schutzmanns zu eröffnen. Julius
Har=
burger gehört zu den populärſten Politikern von New=
York. und die Suffragettes ſind ihm dankbar, durch ſeinen
jüngſten Streich von neuem die Härte der einſeitig von
Männern gemachten Geſetze bewieſen zu haben.
Felix Dahn.
Mitteilungen aus der ſtädtiſchen Leſehalle.
I.
Das Tagblatt hat bereits berichtet, daß Felir
Dahn am 3. Januar d. J. geſtorben iſt und hat in Nr. 4
bereits einiges aus Dahns Leben mitgeteilt. Dennoch
dürfte es gewiß vielen angenehm ſein, zu erfahren, was
der Mann geleiſtet hat, weshalb alle Zeitungen
ſpalten=
lange Würdigungen gebracht haben. Namentlich die
ſtädtiſche Leſe= und Bücherhalle, zu deren
geleſenſten Verfaſſern Dahn gehört, darf nicht
ſtillſchwei=
gend an ihm vorübergehen. Iſt er doch den
Darm=
ſtädtern kein Unbekannter. Schreiber erinnert ſich noch
lebhaft daran, wie der kleine, geiſtvolle Redner öfters
in dem Kaufmänniſchen Verein geſprochen, ſo eines
Vor=
trags über „Das altgermaniſche Heidentum in der
chriſt=
lichen Teufelsſage” (— Za 4).‟)
Wir wollen in dieſem erſten Abſchnitt Dahn nur als
Dichter würdigen. Seine hervorragende Tätigkeit als
*) Die beigefügten Buchſtaben und Zahlen bilden die
Standmarke der Städtiſchen Leſehalle; ſie erleichtern die
Entleihung.
Gelehrter, Geſchichtsforſcher, Germaniſt, ſeine
publizi=
ſtiſche Tätigkeit und Wirken in den Zeitkämpfen als einer
der treueſten Gefolgsmänner Bismarcks wird uns dann
in dem folgenden Teile beſchäftigen. Ueber die
An=
fänge des dichteriſchen Schaffens von Felix Dahn ſind
wir genau unterrichtet, einmal durch ſeine umfangreichen
ſechsbändigen „Erinnerungen” (— Ld 31/1—6), ferner
hat er ſich einige Jahre ſpäter (1894) in dem von
Franzos herausgegebenen Sammelwerk „Die
Ge=
ſchichte des Erſtlingswerkes” (— L 49) ausführlich über
ſeine dichteriſchen Erſtlinge ausgeſprochen.
In Hamburg am 9. Februar 1834 als Sohn eines
Schauſpielerpaares geboren, verlebte er ſeine Kindheit,
ſeine Jünglings= und Studienzeit in München. So
kam es, daß er ſich der Münchner Dichterſchule anſchloß,
die unter der Gunſt von König Max II. emporgeblüht
war. Namentlich Emanuel Geibel, Paul Heyſe,
Her=
mann Lingg, Heinrich Riehl, der Graf von Schack
för=
derten den jüngeren Dahn. Den größten Einfluß übte
jedoch nach ſeinem eigenen Urteil Friedrich Rückert
auf ihn aus, beſonders in der erſten Veröffentlichung,
n „Harald und Theano” einer Erzählung in Verſen
(— Ad 221/1). Durch ſein Studium des deutſchen
Alter=
tums, deutſcher Geſchichte und deutſchen Rechts unter
Meiſter Konrad von Maurer wurden auch ſeine
Dichtun=
gen auf deutſchen Boden zurückgeführt. Abgeſehen von
einigen Dramen, z. B. „Rüdeger von Bechelarn”, hat er
in dieſer Zeit außer Balladen und anderen Gedichten nur
das epiſche Gedicht aus der deutſchen Heldenſage „Die
Amalungen” (— Ad 536) herausgegeben. Mit dem auf
ſorgfältigen geſchichtlichen Studien beruhenden
vierbän=
digen Roman „Ein Kampf um Rom” (— d 2/1—4) der
1876 zuerſt herauskam und es bis jetzt bis zu 51 Auflagen
gebracht hat, beginnt ſeine Berühmtheit. Den Inhalt
bildet die oſtgotiſche Geſchichte vom Tode Theodorichs des
Großen bis zum Tode Tejas, des letzten Königs. Es
iſt der rieſenhafte Verzweiflungskampf des edlen
Ger=
manenſtammes mit Byzanz, worin die unerſchöpfliche
Spannkraft, die ſchlichte Tugend, die Kulturfähigkeit, der
Edelſinn und das Unglück dieſer tapferen Goten zur
Er=
ſcheinung kommt. Den Mittelvunkt bildet „der letzte
Rö=
er” Cethegus, eine, abgeſehen von dem bei dem
byzan=
tiniſchen Schriftſteller Prokopius vorkommenden Namen,
wahlen müßten erſtrebt werden. (Lachen). Herr Ihl
von der Sozialdemokratie bedauerte ganz beſonders die
unrichtigen Behauptungen ſeines Vorredners und
be=
zeichnete dieſen als unzuverläſſig, zum mindeſten habe er
ſich arg verrannt. Herr Landtagsabgeordneter Henrich
ſprach noch und widerlegte mit Herrn Dr. Strecker in ſei
nem Schlußwort die unrichtigen und unwahren
Behaup=
tungen der ſozialdemokratiſchen Redner, ſoweit dies nicht
von ihren Kollegen geſchehen iſt. Herr Dr. Strecker als
auch Herr Henrich ernteten lebhaften Beifall, woraus
her=
vorgeht, daß der weitaus größte Teil der Verſammlung
mit den Ausführungen der Referenten einverſtanden war.
* Griesheim, 7. Jan. Geſtern fand hier im „
Gaſt=
haus zum Löwen” eine gut beſuchte natlib.
Ver=
ſammlung ſtatt, die von Herrn Bürgermeiſter
Rin=
ner geleitet wurde. Herr Prof. Dr. Neßling aus
Darm=
ſtadt berichtete in anderthalbſtündiger Rede über die
Tä=
tigkeit des Herrn Dr. Oſann im letzten Reichstage und
die Stellung der nationalliberalen Partei zu den
einzel=
nen Geſetzen, die von der Regierung vorgelegt wurden.
Reicher Beifall lohnte den vorzüglichen Redner.
Erhe=
bend war der harmoniſche Verlauf der Verſammlung
und die Begeiſterung, die auch hier für die Kandidatur
Oſann zum Ausdruck kam.
In Gräfenhauſen, Königſtädten und
Klein=Gerau veranſtaltete die natlib. Partei
am Sonntag Wählerverſammlungen, die überaus
zahl=
reich beſucht waren. In ihnen ſprach der bisherige
Reichstagsabgeordnete Dr. Oſann über die Ereigniſſe
im Reichstage während der letzten 5 Jahre auf ſozialem,
wirtſchaftlichem und politiſchem Gebiete, wofür ihm
über=
all reicher Beifall gezollt wurde.
* Königſtädten, 8. Jan. Man ſchreibt uns: Vor
ei=
ner ſehr zahlreich beſuchten Verſammlung ſprach geſtern
abend Herr Juſtizrat Dr. Oſann über die Tätigkeit des
verfloſſenen Reichstags und über die Aufgaben des neuen.
Die Vorgänge auf dem Gebiete der auswärtigen Politik
hätten ergeben, daß wir unſere militäriſche Rüſtung nicht
nur ungeſchwächt erhalten, ſondern auch, wenn dies
nö=
tig erſcheine, weiter ausbauen müßten. In der inneren
Politik, in der ſozialen Geſetzgebung ſeien durch
Verab=
ſchiedung wichtiger Geſetze, wozu die
Reichsverſicherungs=
ordnung gehöre, Fortſchritte erzielt worden. Auch die
ſog. Reichsfinanzreform war Gegenſtand der
Darlegun=
gen. Entgegen der Behauptungen der Sozialdemokraten
ſtehe feſt, daß der Antrag auf Einführung der
Zündwaren=
ſteuer von dem Abg. der konſervativen Partei Dr. Röſicke
herrühre. In der ſich anſchließenden Diskuſſion
be=
ſprach Herr H. Dörflein von Rüſſelsheim die
Ausführungen Herrn Dr. Oſanns vom
ſozialdemokrati=
ſchen Standpunkt aus und namentlich die Fortſchritte in
der Verſicherungsgeſetzgebung (Witwen= und
Waiſenver=
ſicherung) als ungenügend bezeichnend. Wenn bis dahin
ziemliche Ruhe herrſchte, ſo änderte ſich die Situation, als
Herr Dr. Oſann in ſeiner durchaus ruhigen und ſachlichen
Art das Schlußwort ſprach, das von ſeiten der Genoſſen
durch Zwiſchenrufe oft unterbrochen wurde, wodurch die
Verſammlung gegen den Schluß recht erheblich geſtört
wurde. Die Sozialdemokraten beſchwerten ſich wegen der
Abkürzung der Diskuſſionszeit, welche Maßregel aus zwei
Gründen notwendig war, erſtens, weil die Verſammlung
leider nicht pünktlich beginnen konnte wegen des
Umſtan=
des, daß Herr Dr. Oſann in einer vorher abgehaltenen
Wählerverſammlung durch eine ausgedehnte Diskuſſion
zurückgehalten worden war, und zweitens, weil er am
Abend noch in einer anderen Verſammlung erſcheinen
mußte. Da der Vorſitzende, und auch Herr Dr. Oſann,
ſeinem Bedauern über dieſen Zwiſchenfall Ausdruck gab,
hätten die Sozialdemokraten allen Grund gehabt, ſich zu
eruhigen. Am 12. Januar aber werden wir zeigen, daß
wir hier die Tätigkeit Dr. Oſanns und Richtigkeit
ſeiner Anſchauungen zu würdigen wiſſen.
Einſendungen zu den Reichstagswahlen.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung.)
(Aufnahme finden nur kurz und durchaus ſaſchlich
gehaltene Einſendungen. Entſcheidung für die Aufnahme
behält ſich die Redaktion in jedem Fall vor.)
— Wenn zwei dasſelbe ſagen, ſo iſt es nicht dasſelbe.
Als ich vor zwei Wochen im „Kaiſerſaal” ausführte, daß
man den Tag begrüße, an welchem auch in Heſſen
National=
liberale und Fortſchrittspartei eine mächtige Volkspartei
bilden und mithelfen, Deutſchlands Politik den Stempel
der bürgerlichen Macht aufzudrücken, ſo war das nach den
Ausſagen eines hieſigen Freiſinnigen doch nur
vergeb=
liches Sehnen eines ganz Kleinen, er meinte, ſolche Ideale
taugten nichts für eine Volksverſammlung in Darmſtadt
und ich könnte höchſtens in einem kleinen Zirkel
Junglibe=
raler Stimmung damit machen. Nachdem ich jedoch dieſer
Tage geleſen habe, daß kein Geringerer als der Führer
des Hanſabundes, Herr Geheimrat Rießer, in einer von
4000 Perſonen beſuchten Maſſenverſammlung im Zirkus
Schumann in Frankfurt a. M. ganz dasſelbe für
Deutſch=
land heute als unumgänglich notwendig erachtete, wenn
ſich das Bürgertum nicht von Hochagrariern und
Sozial=
demokratie erdrücken laſſen will, ſo iſt das ſelbſtverſtändlich
etwas ganz anderes, und dann war das ja auch in
Frank=
furt. Für meine weiteren Ausführungen in Ihrem
ge=
ſchätzten Blatte bekam ich einerſeits begeiſterte Zuſtimmung
und andererſeits Stimmen der größten Verwunderung zu
hören, wie man heute überhaupt noch zufrieden ſein könnte.
Dieſen Zweiflern, die mich auch teilweiſe völlig
miß=
verſtanden und denen ich an Hand von ſorgfältig
geſam=
melten Tatſachen nur zeigen wollte, wie man einen
Brun=
nen nicht nur ausſchöpfen, ſondern auch ſeine Quellen zum
Verſiegen bringen kann, möchte ich, wenn Sie mir gütigſt
einige Zeilen noch geſtatten, aus meiner Lebenserfahrung
einiges mitteilen:
Nach der etwas gewaltſamen Finanzreform im Jahre
1909 konnte man beobachten, wie in manchem ſtillen
Käm=
merlein der republikaniſche Gedanke anfing, heimlich
Wurzel zu faſſen und zwar bei manch gutem, ſonſt
kern=
deutſchem Manne. Mancher dachte an die Berge im Süden,
an die ſchöne Schweiz, um wieviel beſſer und ſchöner es
ſich da leben ließe. Durch Zufall konnte ich zu dieſer Zeit
die Verhältniſſe im Kanton St. Gallen ſtudieren, dem
Ge=
burtsorte deutſcher Dichtung und Kultur, den ein Scheffel
in ſeinen Liedern beſang. — Dort, wo allererſte Arbeiter
bei 10ſtündiger Arbeitszeit, in der hochentwickelten
Spitzen=
induſtrie ganze 6 Francs verdienen. Wo noch keine
ſtaat=
lichen Kranken= Alters= und Invaliditäts=Verſicherungen
beſtehen. Wo die Milch teuerer iſt wie bei uns. Wo
ſämt=
liche Einwohner auf die Kartoffelbezüge aus Deutſchland
angewieſen ſind. Wo die Wohnungen teuerer ſind als bei
uns. Wo faſt alle Beamte und Lehrer kaum ſoviel Francs
als bei uns Mark als Gehalt beziehen. Wo man einen
mit Penſion feſtangeſtellten Poſtbeamten noch nicht kennt.
Dort, wo man mit 1 Franc ſoweit kommt, als bei uns
mit ½ Mark.
Von dieſem Gemeinweſen, das mit ſeinem herrlichen
Villenquartier auf dem Roſenberg lebhaft an Heidelberg
erinnert, kann ich die Steueranſätze der
politi=
ſchen Gemeinde mitteilen. Da werden erhoben:
a) Vom Vermögen: 2,40 Francs vom Tauſend und zwar
von 1000—100000 Francs, von da ab ſteigend bis zu 3,60
Francs bei einem Vermögen von 1 Million Francs.
b) Vom Einkommen: 0,96 Franc vom Hundert und zwar
von 100—2000 Francs, von da ab ſteigend bis 4,80 Francs
bei einem Einkommen von 14000 Franes und mehr.
e) Eine Perſonalſteuer von 1 Franc von jeder volljährigen
Mannsperſon, ſeien es Bürger, Niedergelaſſene oder
Aufenthalter, und d) eine Militärſteuer für jeden nicht
Uebungspflichtigen.
Auch werden dort, nach erfolgloſer Beitreibung, alle
faulen Steuerzahler öffentlich bekannt gemacht und leider
konnte man recht oft deutſche Namen darunter leſen. Daß
man nach ſolchen Feſtſtellungen in der freien Schweiz noch
immer einigermaßen zufrieden in ſeinem Vaterlande ſein
kann (ohne ſich der Einſicht zu verſchließen, daß noch recht
vieles beſſer werden könnte), werden vielleicht auch einige
Zweifler jetzt begreifen. Kein Freund von
überſchwäng=
lichem Patriotismus, der ſehr oft nur bis an den
Geld=
beutel reicht, kann ich aber offen ſagen: Wenn man nach
einer ſtrammen Tour durch den Wasgau ſo am Abend von
den Höhen von Fröſchweiler herunter nach Wörth kommt
und ſinnend vor dem großen Bayerngrab ſteht, wo 800
kraftſtrotzende Männer im Tode vereint für des
Vaterlan=
des Größe geſtorben ſind, kann es einem oft recht leid tun,
und man fühlt ſich ſehr oft nicht als Angehöriger einer
großen Nation, wenn man beobachten muß, daß nur junge,
fröhliche Kinderherzen es noch fertig bringen, mit
Be=
geiſterung zu ſingen: „Deutſchland, Deutſchland über alles,
Hochachtungsvoll
Ueber alles in der Welt.”
Jakob Müller.
Städtiſches Grundeigentum.
* Die folgenden Aenderungen ſind an dem ſtädtiſchen
Grundbeſitz im letzten Jahre eingetreten:
Verkauft wurden: zirka 3300 Quadratmeter
Bau=
gelände zwiſchen Stirnweg und dem neuen
Hauptbahn=
hof (zirka 2600 Quadratmeter à 27 Mark und zirka 700
Luadratmeter 3. 25 Marh) eiwa 9770 Marl. 191.
Quadratmeter Baugelände zwiſchen Roquetteweg und
Grünem Weg, à 25 Mark, gleich 3775 Mk. 141
Quadrat=
meter Baugelände zwiſchen Herder= und Orangerieſtraße,
à 25 Mark, gleich 3525 Mark. 294 Quadratmeter
Bau=
gelände an der Riedlingerſtraße 14595 Mark.
Bauge=
lände an der Wilhelminenſtraße (à 90 Mark), im
Heerd=
weg (à 30 Mark) und am Heinrichwingertsweg (à 20
Mark) gleich 450,50 Mark. 287,2 Quadratmeter früheres
Straßengelände der Weiterſtädter Straße und des
Wei=
terſtädter Weges, à 70 Pfg., gleich 201,74 Mark.
Erworben wurden: 19990 Quadratmeter
Acker=
gelände in Flur 19, 21 und 22, Gemarkung Darmſtadt,
71007,60 Mark. 7725 Quadratmeter Acker= uſw. Gelände
in Flur X, Gemarkung Beſſungen, 4655 Mark. 2600
Quadratmeter in Flur 37, Gemarkung Beſſungen, 1300
Mark. 52907 Quadratmeter Waldgelände im Diſtrikt
„Hohe Tanne” beim Gehaborner Hof in der Gemarkung
Weiterſtadt 4161,50 Mark. Zirka 5645 Quadratmeter
Gelände zur Anlage von Straßen und Plätzen vor dem
neuen Hauptbahnhof 22580 Mark. 493,8 Quadratmeter
Gelände zur Regulierung der Adolf Spieß=Straße und
Teichhausſtraße 17283 Mark. Gelände zur
Regulier=
ung der Ludwigshöhſtraße, des Heinrichwingertswegs,
der Ecke Liebig= und Emilſtraße, des Weiterſtädter Wegs
uſw. 2070 Mark. 250 Quadratmeter Lagerplatz an der
Ruthsſtraße 8323 Mark. (Aus dem Bericht des
Ober=
bürgermeiſters.)
Luftfahrt.
sr. Die Zahl der Opfer des Flugſports
hat mit Ablauf des Jahres 1911 die Zahl 114 erreicht,
von denen 18 auf Deutſchland entfallen. Allein im
Jahre 1911 erforderte der Flugſport 78 Opfer und zwar
in Frankreich 26, in Amerika 18, in Deutſchland 13, in
England 5, in Rußland 4 und der Reſt fiel auf Oeſterreich,
Italien, die Schweiz, Japan und Serbien. Im Jahre
1896 war 1 Todesopfer zu beklagen, ebenſo 1899 und
1908, 1909 ſtieg die Zahl auf 3 und 1910 auf 30. Obwohl
alſo anſcheinend 1911 unverhältnismäßig viel Opfer zu
beklagen waren, ſo ergibt ſich doch bei näherer Prüfung,
daß die Zahl der Todesfälle ganz erheblich
zurückgegangen iſt, denn im Verhältnis zu der
Zahl der aktiven Flieger waren die Todesfälle 1911
rela=
tia bedeutend geringer als 1910, was einmal auf die
beſſere Konſtruktion der Apparate, andererſeits auch auf
die größere Geſchicklichkeit der Flieger zurückzuführen iſt.
Ein noch weit günſtigeres Bild würde es ergeben, wenn
man die Flug=Kilometer in Berückſichtigung ziehen
würde.
sr. Amerikaniſche Fliegerſchulen in
Ja=
pan ſollen demnächſt gleichzeitig mit Flugmaſchinen=
Fabriken errichtet werden. Es iſt zu dieſem Zwecke eine
aus Amerikanern und Japanern beſtehende Geſellſchaft
mit einem Kapital von einer halben Million Doll.
gegrün=
det worden. Als Fluglehrer wurden die amerikaniſchen
viatiker Baldwin, Lee und Hammond verpflichtet, die
ſich bereits von San Francisco aus nach Japan
einge=
ſchifft haben.
Sport.
sr. Billardkampf G. Pfeiler=Wien gegen
Hugo Kerkau=Berlin. Am Dienstag, 9. Januar,
eröffnet der Kerkau=Palaſt in der Behrenſtraße ſeine
dies=
jährige Billard=Turnier=Saiſon. Gleich zu Anfang tritt
der Welt=Rekordmeiſter H. Kerkau diesmal in die
Schran=
ken. Er hat den Oeſterreicher Georg Pfeiler, den er 1909
in Wien beſiegte, jetzt in einem Turnier auf 4000 Points
Grand=Cadre die längſt fällige Revanche zu liefern. Da
H. Kerkau ſeinem Gegner 1600 Points Vorgabe gewähren
muß, ſo dürfte ſich das Match in Anbetracht der
Spiel=
ſtärke des öſterreichiſchen Meiſters ſehr ſpannend geſtalten.
Der Turnierbeginn iſt auf 9 Uhr abends feſtgeſetzt; es
werden pro Abend 500 Points geſpielt.
Rr. Radrennen zu Paris. Die Pariſer
Win=
terbahn brachte am Sonntag als Hauptnummer das über
1 Stunde führende Criterium” zur Entſcheidung, das
von vier amerikaniſchen Dauerfahrern beſtritten wurde.
Wider Erwarten verſagte der Favorit Walthour, der bei
dem 20. Kilometer die Spitze an den ausgezeichnet
fah=
renden Collins verlor und dann langſam bis auf den
dritten Platz zurückfiel. Collins ließ gegen Ende des
Rennens ſehr nach, ſo daß der bereits drei Runden zurick
folgende Nat. Butler ſich ihm wieder bis auf eine halbe
Runde nähern konnte. Moran hatte unter Defekten zu
leiden. Collins legte 70,330 Kilometer zurück. Zweiter
völlig frei erfundene Geſtalt, die mit gewiſſen
Tu=
genden des alten Römertums viele Laſter des
ſinken=
den vereinigt. Leider kann die Literaturgeſchichte
die=
ſen Roman, ſo hinreißende Abſchnitte er auch hat, nicht
ſehr hoch bewerten. Es war uns anfangs ein Rätſel,
warum der in vier Stücken, alſo 16 Bänden, erſchienene
Roman faſt ſtändig verliehen, und zwar beſonders von
einfachen Leuten eifrig geleſen wird, bis uns klar wurde,
daß er teilweiſe mit den Mitteln des Kolportageromans
aufgebaut iſt, wie ſie ſeit Eugen Sue üblich ſind.
Unter=
irdiſche Gänge, vergrabene Schätze, mächtige
Verſchwör=
ungen, Verwechſelungen, Behorchungen, dazu noch die.
allerdings geſchichtlichen, maſſenhaften Morde, bilden die
abwechſelungsreiche Handlung. Auch wird das Pulver
erfunden und Cethegus durchſchaut natürlich ſofort
deſſen ganze Bedeutung. Wenn mit einem ſolchen,
immer=
hin hochbedeutſamen, auf guter geſchichtlicher Unterlage
ruhenden Roman den Kolportageromanen ein wirkſamer
Damm entgegengeſetzt wird, kann man ſchon zufrieden
ſein. Er erfüllt dabei eine hohe Kulturaufgabe.
Dahn hat die Zeit der Völkerwanderung noch in
einer ganzen Reihe meiſt recht leſenswerten
geſchicht=
lichen Erzählungen, im ganzen 13, unter der Ueberſchrift
„Kleine Romane aus der Völkerwanderung‟
(— d 1/1—13) geſchrieben. Ferner hat er die folgenden
Zeiten in mehreren hübſchen Erzählungen, ſo in „Bis
zum Tode getreu” (— d31) und „Herzog Ernſt von
Schwa=
ben” (— d 37) lebendig geſchildert. Endlich hat er in
kleinen Erzählungen „Meine wälſchen Ahnen” (— d 49)
ſein Großvater mütterlicherſeits, Monſieur le Gay,
war Kapellmeiſter am Hofe des Königs Jerome zu
Kaſſel —, in ſeiner Einbildungskraft ſich einen hübſchen
Stammbaum ſeiner mütterlichen welſchen Ahnen
zurecht=
gezimmert. Es kommt noch Dahn der Lyriker; in 4
Bän=
den (— Ad 510/1—4) hat er ſeine Gedichte geſammelt.
Es befinden ſich darunter, namentlich unter den
Balla=
den, wahre Perlen. Wir machen noch beſonders auf die
reizende, humorvolle, einer altengliſchen nachgebildete
Ballade „Die graue Stute” aufmerkſam, die ein
glanz=
volles Vortragsſtück unſeres Hugo Edward bildet und
das er auch in ſeine Vortragsſammlung „Für geſellige
Stunden” (— Ad 24) aufgenommen.
Das iſt die Summe der dichteriſchen Leiſtungen
Dahns. Manches wird ſicher die Zeiten überdauern.
Sein Beſtes hat er jedoch auf anderen Gebieten geleiſtet,
das in einem zweiten Teil gewürdigt werden ſoll. N.
Kunſthalle am Rheintor.
III.
Ein Flüberragendes Können tritt uns in der
reich=
haltigen Kollektiv=Ausſtellung des Müncheners
Hermann Kaulbach
entgegen, für die dem Kunſtverein beſonderer Dank
ge=
zollt ſein ſoll. Gewiß, es ſind Erzeugniſſe einer
ande=
ren, einer vergangenen Zeit, und nicht jeder, den dieſe
„moderne‟ Nachbarſchaft (Beyer, Kempin uſw.)
begei=
ſtert, wird auch dieſen Bildern rückhaltlos vollgültigen
Kunſtwert zuerkennen. Aber die 64 Oelgemälde und 234
Zeichnungen offenbaren doch ein herrliches Talent ſeiner
ganzen, nur von Wenigen ſeiner Zeit erreichten Reife. Wie
die Zeichnungen zeugen von einer fabelhaften Sicherheit
in der Führung des Stiftes, von meiſterhaft
ausgebilde=
tem künſtleriſchen Sehen und Erfaſſen des Vorwurfs,
ganz gleich welcher Art dieſer ſei, ſo die Oelgemälde von
ſouveräner Beherrſchung der Technik, von ſicherſtem
Blick für das künſtleriſch bis ins feinſte durchdachte
Ko=
lorit und für die Charakteriſierung des Objekts und
deſſen Verinnerlichung, Beſeelung, wo es ſich um
perſön=
liche Darſtellungen handelt.
Die Gemälde umfaſſen in ihrer Entſtehung einen
Zeitraum von beinahe vier Jahrzehnten. Sie ſpiegeln
ſo naturgemäß die verſchiedenen Stadien techniſcher
Ent=
wickelung des Künſtlers wieder, aber keines weicht auch
nur um Fingersbreite vom Künſtleriſchen ab, wenn man
die „Aufmachung” als Charakteriſtikum vergangener
Kunſtepoche außer Betracht läßt. Vielfach in
dunklem Ton gehalten und nur auf den Kern der
Dar=
ſtellung nach Rembrandts Art ein Lichtreflex konzentriert
ſind andere, vornehmlich einige Interieurs, von hellem
farbenreichen Kolorit. Alle aber ſind mit einer Kraft
und mit einem Können gemalt und gezeichnet, die immer
von neuem zum Staunen zwingen. Dabei iſt ſelten
Wert auf Wirkung durch den Vorwurf allein gelegt oder
etwa durch „packende” Kompoſition. Aber der Künſtler
verſteht es, und hierin kommt er den beſten alten Meiſtern
gleich, wie ſelten einer, ſeinen Werken Empfindungen
einzuhauchen, ſeinen Bildniſſen Leben und Seele zu
geben, das Geſicht zum Spiegel der Seele zu machen.
Darum wohl ſagen dieſe Gemälde ſo unendlich viel, ſind
ſie viel mehr als Bildniſſe. Dieſe Nonnen mit
durch=
geiſtigtem Antlitz und Auge, und daneben die ſtrengen,
ausdrucksreichen Männerköpfe. Man ſehe den
Mädchen=
kopf mit Spitzentuch, die Nonnen, den Mann mit Barett
in ſchwarzer Tracht, die Opferkerzen und viele andere.
Jedes ein Meiſterwerk. Daß der Künſtler aber auch
meiſterhaft zu komponieren verſteht, beweiſt das kleine,
aber ungemein packende und bewegte, auch koloriſtiſch
ſehr reizvolle „Ausgrabung des Laokoon” Meiſterhaft
iſt in der Nonne (Langeweile) Nr. 53 die
Momentſtim=
mung feſtgehalten und bis ins feinſte durchgearbeitet
ſo=
wohl maleriſch als zeichneriſch. Dann die „Suaheli” (6),
das junge braune Paar, die Mutter, den Säugling an
der entblößten braunen Bruſt. Wie iſt das koloriſtiſch ſo
fein geſtimmt und wie ſicher und charakteriſtiſch
gezeich=
net, gemalt. Das und der ſchon erwähnte Mann im
Barett ſcheinen uns die reifſten Werke der Kollektion,
wenn es überhaupt angängig iſt, hier eines gegen das
andere abzuwägen.
Dann die Zeichnungen. Eine wie die andere zeugt
von der koloſſalen Sicherheit und Beherrſchung der Linie.
In der flüchtigen Skizze offenbart ſich das gleichwie in
den fein und bis in Details durchgearbeiteten fertigen
Blättern; vornehmlich in den alten Gemäuern,
Gewöl=
ben, Toren, ganzen Straßenbildern uſw. Daneben
zeu=
gen ſie von offenem Blick für alles Menſchliche und
Natürliche, von köſtlichem, feinem Humor, der ſich
viel=
fach beſonders in den reizenden Kinderſzenen offenbart,
dann in den ganze Zeitläufte und ihre Bräuche
charakte=
riſierenden, mit feiner Satire aufgefaßten Genres und
hiſtoriſchen Studien. Einzelheiten laſſen ſich aus der
Fülle dieſer köſtlichen Blätter nicht herausgreifen.
M. St.
Nat. Butler, ½ Runde, Dritter Walthour, 13 Runden,
Vierter Moran, 22 Runden zurück. Der über 5 engliſche
Meilen führende Preis der Vereinigten Staaten ſah
Dupuy mit doppelter Handbreite vor dem Amerikaner
Fogler und Jacquelin ſiegreich. Das Match Pouchois-
Schilles gewann in beiden Läufen Pouchois. Der Ex=
Amateur unterlag beide Male ſehr knapp; im erſten Lauf
mit dopelter Handbreite und im zweiten um
Vorderrad=
länge. Ein Malfahren landete der Elſäſſer Rettich voc
Appelhans und Gauthier.
Pfr. Rennen zu Nizza. Der mit 50000 Francs
ausgeſtattete Prix de Monte Carlo, das erſte große
Er=
eignis des internationalen Meetings an der Riviera,
ge=
langte am Sonntag zur Entſcheidung und endete mit
einer großen Ueberraſchung. Die Favoritin Rioumajou,
Tatling und Mais II verſagten in dem über 3000 Meter
führenden Hürden=Rennen und drei Außenſeiter endeten
in Front. Monſ. J. Henneſſys Sofa (A. Carter) ſiegte
ſicher mit anderthalb Längen gegen Hopper (Benſon);
zwei Längen zurück endete Kumamoto (Head), als
Drit=
ter von Batailleur und Ravigote. Tot. 262:10, Pl. 63,
92, 32:10. — In den übrigen Konkurrenzen ſiegten
Valen=
tin IV (86:10), Blagueur II (14:10) und Lord Burgoyne
(47310).
Handel und Verkehr.
— Patentanmeldungen: G. 29832.
Nume=
rierwerk mit zwangläufiger Hemmradſchaltung. Jean
Goebel, Darmſtadt, Griesheimer Weg 23/27. — B. 62 483.
Waſſerſtandsregler für Niederdruckdampfkeſſel. Fritz
Bükchl, Worms a. Rh. — G. 33 387. Verfahren zur
Er=
zeugung periodiſcher Energieſchwankungen bei
Hoch=
frequenzmaſchinen für die Zwecke des Tonſendens in
der drahtloſen Telegraphie. Dr.=Ing. Rudolf
Gold=
ſchmidt, Darmſtadt, Herderſtraße 8. — K. 47911. Den
unteren, trichterförmigen Schlammraum eines
Klär=
behälters abdeckende Haube mit nach oben führendem
Anſchlußrohr. Burkardt Kaibel, Darmſtadt,
Heidelber=
gerſtraße 69. — Patenterteilungen: 242 776.
Verfahren zur Herſtellung von anorganiſche Kalloide
enthaltendem Liquor Creſoli ſaponatus. Dr. Karl
Roth, Darmſtadt, Viktoriaſtraße 52. — Gebrauchs=
Muſtereinkragungen: 489320. Brikettzange.
Katharine Schupp, Darmſtadt, Herdweg 41. — 488 778.
Schnürknopf für Schuhe. Franz Knipp, Darmſtadt,
Beſſungerſtraße 51. — 490 251. Schultafel mit in den
Rahmen eingebauter Griffelbüchſe. Adam Frödtert,
Nordheim, Heſſen. — 489648. Zugknopf. Karl Winter
und Anton Schubkegel, Darmſtadt, Arheilgerſtraße 4.
— 490051. Gerät zum Naß= und Trockenaufwiſchen von
Zimmerwänden uſw. Peter Müller, Darmſtadt,
Rhön=
ring 29.
* Berlin, 8. Januar. In der heutigen
Gene=
ralverſammlung der Siemens u. Halske=
Aktiengeſellſchaft waren 15 Aktionäre mit einem
Kapital von 49 479000 Mark vertreten. Der vorgelegte
Jahresabſchluß wurde genehmigt und demgemäß die
Dividende auf 12 Prozent feſtgeſetzt. Die ausſcheidenden
Mitglieder des Aufſichtsrates wurden wiedergewählt. —
Inbezug auf das laufende Geſchäftsjahr wurde erklärt,
daß bei Siemens und Halske wie bei den Siemens=
Schuckert=Werken in dem bisher verfloſſenen Teile des
neuen Geſchäftsjahres wiederum eine ſtarke Steigerung
der eingegangenen Beſtellungen eingetreten ſei und daß
ſämtliche Werke voll beſetzt ſeien. Vorbehaltlich
unvor=
hergeſehener Ereigniſſe ſei demnach für das laufende
Ge=
ſchäftsjahr ein befriedigendes Ergebnis zu erwarten.
Der Rückgang des Fiſchverhrauchs.
* Das Unglück im Städtiſchen Aſylfür
Ob=
dachloſe in Berlin hat, wie ſchon mehrmals
er=
wähnt, auf den Fiſchverbrauch nicht nur in Berlin,
ſon=
dern in ganz Deutſchland ſtark vermindernd gewirkt, ſo
daß dem Fiſchhandel ſchwerer Schaden erwachſen iſt. Die
Furcht vor einer Fiſchvergiftung, die durch die erſten
Vermutungen über die Urſachen des Unglücks
hervorge=
rufen wurde und ſich ſehr raſch verbreitete, ließ vielen den
Genuß einer Fiſchmahlzeit als bedenklich erſcheinen. Dieſe
Furcht war äußerſt töricht, und ſie hätte auch dann keine
Berechtigung gehabt, wenn tatſächlich die Todesfälle
durch verdorbenes Fiſchfleiſch hervorgerufen worden
wären, denn hier hätte es ſich doch immer nur um einen
ganz beſonderen Ausnahmefall handeln können, da im
ehrlichen Fiſchhandel verdorbene Fiſche nicht auf den
Markt kommen.
Angeſichts der Bemühungen vieler Städte, die
See=
fiſche als billiges Nahrungsmittel bei der Bevölkerung
beliebt zu machen, iſt dieſer Schlag doppelt zu beklagen,
und es muß mit allen Mitteln dafür gewirkt werden, daß
die Furcht wieder völlig verſchwindet. Einen recht
ge=
eigneten Schritt hat nun der Vorſitzende des Vereins der
Fiſchinduſtriellen Deutſchlands, Guſtav Moſer (Hamburg=
Aktona), getan, der ſich an den Berliner
Polizeipräſiden=
ten mit der Bitte um eine Aeußerung zu dieſer Sache
gewendet hat.
Die Antwort des Polizeipräſidenten lautet: „Ich
teile Ihnen ergebenſt mit, daß nach den neueſten
Ermit=
telungen die Erkrankungen und Todesfälle im hieſigen
Afyl für Obdachloſe ſämtlich oder weniaſtens zum
gro=
ßen Teile durch Vergiftung mit Methylalkohol
hervor=
gerufen worden ſind.”
Hoffentlich bleibt durch dieſe bündige Erklärung die
deutſche Fiſchinduſtrie vor weiterem ſchweren Schaden
bewahrt.
Vermiſchtes.
— Die Konferenz für evangeliſche
Ge=
meindearbeit, die in erfreulichem Wachstum für ihre
ſo notwendige Arbeit immer mehr an Boden und
Verſtänd=
nis gewinnt, verſendet ſoeben Nr. 2 ihrer Mitteilungen,
die durch den Vorſitzenden Pfarrer Stock in Groß=
Lichter=
felde zu beziehen ſind. Auf kleinem Raum bringt das
Schrift=
chen eine Reihe wertvoller Mitteilungen und Aufſätze, die
zur Einführung in die Arbeit der Konferenz jedem Leſer
wertvolle Dienſte leiſten werden. Von der zweiten Tagung
in Darmſtadt bietet Pfarrer Velte=Darmſtadt intereſſante
Erinnerungen, über „die Gemeindeblattkonferenz und die
Parteien” bringt Prof. D. Schian=Gießen beachtenswerte
Fingerzeige, Leitſätze über „Innere Miſſion und Gemeinde‟
geben in knappem Maß einen gleichnamigen Vortrag von
Pfarrer Stock wieder, und über „die evangeliſche Gemeinde
und die Innere Miſſion” ſpricht höchſt zeitgemäß der alte
Vorkämpfer für kirchliche Gemeindearheit, Superintendent
Schuſter=Oſchersleben. Die Zahl der Konferenzmitglieder
beträgt zur Zeit 300, darunter 20 Kirchenvorſtände und zwei
Vereine. Die nächſte Tagung findet in der Woche nach
Quaſimodogeniti 1912 in Erfurt ſtatt und wird den Namen
tragen: „Dritter Evangeliſcher Gemeindetag” nicht wie
bis=
her: Kongreß. Das Organ für den Evangeliſchen
Gemeinde=
tag bleibt die Konferenz. — Die Anträge und
Verhandlun=
gen der Darmſtädter Tagung liegen jetzt ebenfalls gedruckt
vor und können zum Preiſe von 1 Mark von Pfarrer Stock
in Groß=Lichterfelde bezogen werden.
Literariſches.
— Was man zum Karneval trägt, erfährt jede Dame
am beſten durch Bezug des ſoeben in neuer Auflage
er=
ſchienenen „Favorit=Maskenalbums” das
reich illuſtriert, zum Preiſe von 1 Mark erhältlich, eine
große Anzahl eleganter und origineller Maskenkoſtüme
bringt, die ſich mit Hilfe der vorrätigen Schnitte leicht
und ohne große Koſten nacharbeiten laſſen. Zu beziehen
iſt das überaus reichhaltige Album durch die
Inter=
nationale Schnitt=Manufaktur, Dresden=N. 8 oder deren
Agenturen.
— Rudolf G. Binding: Die Geige. Vier
Novellen. Einbandzeichnung von E. R. Weiſe. Leipzig,
Inſel=Verlag. Geh. 3 Mk., in Leinen 4,50 Mk. Rudolf
8. Binding, ein geborener Leipziger Dichter, ſeit
Jah=
ren am Rheine anſäſſig, hat ſich mit dieſem Band in
die Reihe unſerer beſten Novelliſten geſtellt. Er
ver=
gleicht dieſe vier Erzählungen (Die Waffenbrüder,
An=
gelucia, Der Opfergang, Die Vogelſcheuche) mit den
vier Saiten einer Geige, die wohl verſchiedene Töne
ergeben, aber zu vollen Harmonien und Melodien
zu=
ſammenklingen. Aus den unbewußten Tiefen der Seele
läßt er ſchickſalsſchwere Handlungen ans Licht ſteigen.
Ein beſonderes Kennzeichen Bindingſcher Kunſt iſt ihre
hohe Sprachkultur, die der Dichter ſchon früher in
ſei=
nen trefflichen Verdeutſchungen franzöſiſcher und
ita=
lieniſcher Poeſie erprobt hat.
— Schnurren un Schtimmen us
Nordthürin=
gen von Herm. Töppe, „Trietſch biep” mät ankren
Rie=
nen un Faxen, geſung’n un verzahlt, wien dr Schnabel
gewachſen. Thelemanns Verlag in Weimar. Das
Bändchen, das neben der Abſicht, die mundartlichen
Schriften des Verfaſſers, die wirklich wert ſind, der
Ver=
geſſenheit entriſſen zu werden, iſt auch als ein wertvoller
Beitrag zur Weckung und Pflege des Heimatſinnes zu
begrüßen. Das Ganze wird in etwa 8 bis 10 Bändchen
zu je 50 Pfg. vollſtändig vorliegen, die in vierteljährlichen
Zwiſchenräumen erſcheinen ſollen.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
H. B. Rom, 8. Januar. Italie berichtet aus
Tri=
polis: Geſtern unternahmen zwei Flieger=Offiziere
mehrere, ſehr gut gelungene Flüge. Sie durchkreuzten
die Wüſte und überflogen die feindlichen Stellungen,
de=
en Lage und numeriſche Stärke ſie konſtatieren konnten.
der Oberkommandant der italieniſchen Truppen iſt immer
mehr davon überzeugt, daß die Mitwirkung von
Flug=
apparaten im modernen Kriege von ausſchlaggebender
Bedeutung iſt.
* Konſtantinopel, 8. Jan. Der
Miniſter=
rat. dem infolge der andauernden Krankheit des
Groß=
weſirs Said Aſſim präſidiert. beſchloß, im Prinzip der
Re=
klamation des deutſchen Botſchafters gegen die Schließung
der italieniſchen Bankinſtitute ſtattzugeben und die
Wie=
dereröffnung der Banken, auch der Banca di
Roma, zu geſtatten. Dies bedeutet, daß der deutſche
Ein=
fluß wieder ſteigt. Da der Großweſir ſchwer krank iſt,
dürfte ein neuer Großweſir ernannt werden, entweder
Hilma Paſcha oder Toufik, der türkiſche Botſchafter in
London.
Rußland und Perſien.
* Teheran, 8. Jan. Das Kabinett hat dem
Ge=
teralſchatzmeiſter Shuſter amtlich mitgeteilt, daß eine
Kommiſſion ernannt worden iſt, die aus dem belgiſchen
Zolldirektor Mornard und vier Perſern beſteht, und
Shuſters Obliegenheiten übernehmen wird. Mornard
fungiert als proviſoriſcher Schatzmeiſter. Die Anſicht
ge=
winnt Boden, daß das Kabinett nicht mehr ernſtlich Wert
auf die Wahl eines neuen Medſchlis legen wird, da ein
neues Medſchlis nach der jüngſten Aktion Rußlands in
Nordperſien noch antiruſſiſcher ſein dürfte als das jetzige.
Es iſt Grund zu der Annahme vorhanden, daß Sepehdar
zum Generalaouverneur in Aſerbeidſchan ernannt werden
wird. in der Hoffnung, Rußland dadurch zur Räumung von
Täbris zu veranlaſſen.
Die Revolntion in China.
* London, 8. Jan. Große Maſſen von
ruſſi=
ſchen Soldaten werden in der Nähe von Charbin
ind links der mongoliſchen Grenze angeſammelt. Man
ſchließt daraus, daß Rußland demnächſt die Mongolei
eſetzen wird. In Pekinger Regierungskreiſen iſt man
jetzt davon überzeugt, daß die britiſche und japaniſche
Diplomatie ſich bemüht, den Norden und Süden Chinas
zu ſpalten.
* Peking, 7. Jan. 48 Europäer und 18 Japaner ſind
unter ſicherer republikaniſcher Bedeckung aus Siangfu in
Hankau eingetroffen. Hankau iſt jetzt vollſtändia
ge=
räumt. Man glaubt, daß die Kaiſerlichen nach Peking
zurückgehen, da berichtet wird, daß die Republikaner die
Abſicht haben, den allgemeinen Vormarſch nach Norden
anzutreten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Kiel, 8. Jan. Nach hier eingetroffenen Nachrichten
aus Schanghai iſt der Kapitänleutnant Edler von der
Planitz, Kommandant der „Nürnberg”, ertrunken.
* Innsbruck, 8. Jan. Das ſüdlich von Brixen
gele=
gene Alpendorf Albeins wurde in vergangener Nacht
durch eine Feuersbrunſt größtenteils zerſtört. Der
Brand iſt wahrſcheinlich durch mit Feuer ſpielende
Kin=
der verurſacht worden.
* London, 8. Jan. Zu den Mitteilungen der
Daily News über die Aeußerungen von Lord
Lons=
dale, die ſich auf den deutſchen Kaiſer beziehen,
erklärt Lonsdale in der Daily Mail, ſein Interview
ent=
halte lediglich perſönliche Anſichten und Eindrücke und ſei
ohne jemandes Ermächtigung, und ganz gewiß ohne
Bil=
ligung des Kaiſers, veröffentlicht worden. (Notiz des
Wolffbureaus: Wir ſind auch unſererſeits in der Lage, zu
beſtätigen, daß die Behauptung, die Veröffentlichung ſei
mit Ermächtigung oder Billigung des Kaiſers erfolgt
falſch iſt.)
* London, 8. Jan. Der neue
Admiralitäts=
ſtab der engliſchen Flotte, deſſen Gründung ſoeben
ngekündigt worden iſt, wird dem erſten Seelord
unter=
ſtehen. An ſeiner Spitze ſteht der Chef des
Admiralitäts=
ſtabes, der ein Klaag=Offizier iſt. Der Admiralitätsſtab
zerfällt in 3 Abteilungen; die erſte für das
Nachrichten=
weſen, die zweite für die Vorbereitung und Ausarbeitung
von Feldzugsplänen, und die dritte für das
Mobiliſierungs=
weſen. Der Admiralitätsſtab hat unter anderem die
Auf=
gabe, eine enge Kooperation mit dem Generalſtab der
Ar=
mee herbeizuführen. Die Koſten werden dadurch gedeckt,
daß die Admiralitätsjachten abgeſchafft werden.
* Konſtantinopel, 8. Jan. Der Großweſir ißt an
Bronchitis erkrankt; er hütet das Bett.
H. B. Berlin, 8. Jan. Heute früh ereignete ſich in den
Daimler=Motorwerken zu Marienfelde ein ſchwerer
Unglücksfall, der unter den Arbeitern im erſten
Augenblick eine große Panik verurſachte. Infolge von
aus=
ſtrömendem Gas in der Fabrik=Gasanſtalt wurden drei
Angeſtellte ohnmächtig, konnten aber durch Feuerwehrleute
gerettet werden. Die Urſache des Unfalles lag darin,
daß ein Kaminrohr der Gasfabrik verſchneit war.
— Köln, 8. Jan. Auf einem Droſchkenhalteplatz
er=
folgte in einer Droſchke eine Exploſion, bei der jedoch
Menſchen nicht verletzt wurden. Anſcheinend rührt die
Exploſion von einer Dynamitbombe her, die von
einem Ehepaar in der Droſchke zurückgelaſſen wurde.
H. B. Paris, 8. Jan. In Rouen, Departement
Manche, geriet geſtern der Beſitzer eines Gaſthofes mit
einem ſeiner Gäſte, der ſich unverſchämt benahm, in
Streit. Als der Wirt den Mann aufforderte, das Lokal
zu verlaſſen, zog dieſer, ein als Wilddieb bekannter
Arbei=
ter namens Duval, ein Meſſer und ſtürzte ſich auf den
Wirt. Der 13jährige Sohn des Wirtes kam dem Vater
zu Hilfe, indem er nach dem Zimmer lief und einen
Re=
volver holte Der Knabe feuerte einen Schuß auf den
Mann ab, der dieſen tötete. Das Gericht hat von einer
Verhaftung des Jungen abgeſehen, weil er in Notwehr
gehandelt hat.
HB. Paris, 8. Jan. Der Matin beſpricht in einer
Meldung aus Madrid die unter den Kammerdeputierten
herrſchende Meinung gegenüber den
franzöſiſch=
ſpaniſchen Unterhandlungen und führt u. a.
rus: Zahlreiche Abgeordnete der verſchiedenen
Partei=
gruppen der Kammer ſind ſich einig in der Meinung, daß
ie Löſung der franzöſiſch=ſpaniſchen Unterhandlungen
von England abhängt und daß dieſes Land die
Durch=
führung der Klauſel des Geheimvertrages von 1904
energiſch verlangt. Man iſt überzeugt, daß über dieſen
Punkt Spanien auf die volle Unterſtützung der engliſchen
Diplomaten rechnen kann. Spanien wird infolgedeſſen
unbedingt an dem einmal eingenommenen Standpunkte
feſthalten. Konſervative wie Karliſten, Liberale und
ſelbſt Revublikaner werden der Regierung über dieſe
Frage keinerlei Schwierigkeiten bereiten und ſcheinen alſo
in die Regierung volles Vertrauen zu ſetzen. Die Parteien
der Kammer ſind mithin bezüglich der marokkaniſchen
Frage einig.
H. B. London, 8. Jan. Eine große
Feuers=
brunſt wütete in dem großen Oellager der Firma Heß
& Brothers in Leeds. 300000 Gallonen Oel und mehrere
tauſend Fäſſer Fett fielen den Flammen zum Opfer.
Mehrere Feuerwehrleute wurden durch Trümmerſtücke
ſchwer verletzt. Der angerichtete Schaden iſt äußerſt
be=
deutend. Der Brand wütete mit großer Heftigkeit.
Glück=
licherweiſe kam der Feuerwehr der ſtarke Schneefall beim
Löſchen des Brandes ſehr zu Hilfe, ſodaß es gelang, den
Brand um Mitternacht zu löſchen.
H. B. New=York, 8. Jan. Die ſtarke Kälte hat in
der letzten Nacht 12 Opfer gefordert. Unter den
Erfro=
renen befindet ſich ein Poliziſt.
Für Schulkinder.
Daß viele Kinder in der Schule nicht
recht mitkommen, unaufmerkſam und matt ſind,
iſt gar oft auf eine zarte Körperkonſtitution
zurückzuführen. Anregung der vielfach
darnie=
derliegenden Eßluſt und beſſere
Ernährung iſt hier unbedingt am
Platze. Nichts iſt hierfür beſſer
geeignet, als die ſeit
Jahrzehn=
ten erprobte Scotts Emulſion.
Längere Zeit hindurch regelmäßig
genommen, kräftigt ſie Mädchen
und Knaben ſo erfreulich, daß
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Marke-demFiſcher ihnen die Schule und das
— dem
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zeichen des Scott= Lernen bald wieder zur Freude
ſchen Derjahrens!
wird.
(J1241
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verkauft und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur
in verſiegelten Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke
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pulp. 2.0. Waſſer 129,0 Alkohol 11,0. Hierzu aromatiſche
Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaulthertaöl je 2 Tropfen.
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(1313
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10 Ernst-Ludwigstrasse, Ecke Marktpassage.
Spezialhaus für Damen-Konfektion.
Das ganze Lager ist zu sehr ermäßigten Preisen
dem Ausverkauf unterstellt.
(809a
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Nachricht, daß heute
nacht unſer innigſtgeliebter, unvergeßlicher Sohn,
Bruder, Schwager und Onkel
(B1281
Philipp Lotter
nach längerem Leiden im 23. Lebensjahre ſanft
verſchieden iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Lotter IV. u. Geschwister.
Darmſtadt, den 7. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe
Sand=
bergſtraße 31 aus, ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Teilnehmenden Verwandten, Freunden und
Bekannten zur Nachricht, daß unſere liebe Mutter
Frau Anna Hüter
geb. Felsing
am 5. Januar ſanft entſchlafen iſt. (1260
Otto Franze u. Frau Emma,
geb. Hüter,
Ludwig Herwegh u. Frau Johanna,
geb. Hüter,
und 4 Enkelſöhne.
Die Beerdigung findet Mittwoch, 10. Januar,
vormittags 10 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Berannten
hiermit die traurige Mitteilung, daß meine
liebe, gute und treuſorgende Gattin und unſere
Mutter
(1310
Frau Elisabeth Hübner
nach langem, ſchwerem Leiden am Sonntag,
den 7. Januar er., nachmittags 1¾ Uhr, im
43. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Hübner u. Kinder, Gartenſtr. 12.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. cr.,
nachm. 1 Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres treuen unvergeßlichen
Gatten und Vaters
(1311
Herrn Jakob Löhr
Stadtkaſſeaſſiſtent
ſagen wir Allen, die dem teueren Entſchlafenen
ſo viele Liebe erwieſen, unſeren herzl. Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 8. Januar 1912.
Dankſagung.
Für die uns anläßlich des Hinſcheidens unſerer
lieben, unvergeßlichen Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter und Tante
(*633
ve.
Frau varbara Altendorf W—
bewieſene Teilnahme, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden, ſagen wir auf dieſem Wege,
ins=
beſondere Herrn Pfarrer Dingeldey für die
troſt=
reichen Worte am Grabe, der Schweſter der
Johannesgemeinde für die liebevolle Pflege und
den Bahnbeamten innigſten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 8. Januar 1912.
Dankſagung.
Für die uns von allen Seiten erwieſene
herz=
liche Teilnahme bei dem Hinſcheiden unſeres teuren
Entſchlafenen
(1277
Christian Stumpf
Fuhrunternehmer
ſagt herzlichſten Dank
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarete Stumpf,
geb. Buchert.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tief iſt oſtwärts abgezogen. Ihm folgt ein
flaches Hoch, das heute morgen über dem Kanal Frank
reich und Süddeutſchland liegt. Die Temperaturen
liegen, außer im Süden und Weſten des Kontinents,
unter Null. Niederſchläge melden alle deutſchen Stationen.
Die Mittelgebirge haben eine leichte Schneedecke. Die
Aufheiterung beim Vorbeiziehen des Hochs wird nicht
lange anhalten.
Ausſichten am Dienstag, den 9. Januar 1912:
Trübung, geringe Niederſchläge, milder.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Der Opernball”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lieder= und Balladen=Abend von Alfred Kaſe
um 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wagner=Verein).
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez.
Konzert um ½8 Uhr im Reſtaurant „Metropol‟
Monatsverſammlung des deutſchen und öſterk.
Alpenvereins um 8½ Uhr im „Fürſtenſaal”.
Beſprechung betr. Reichstagswahl um 9 Uhr im
Reſtaurant Sitte (Nationalliberale Partei).
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 10. Januar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Holzverſteigerung um ½9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Benzinmotor=Verſteigerung um 10 Uhr zu
Zwingenberg (Zuſammenkunft an der Poſt).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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Kurſe vom 8. Januar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. IrPea.
4 Tſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl.. 91,90
82,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . . 91,70
82,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,60
93,20
do.
½
84,50
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .101,30
90,40
do.
80,40
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,75
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,75
do. do. (unk. 1918) 100,70
90,50
do.
29,70
do.
Sächſiſche Rente . . 82,20
Württembergerv. 1907 101,8)
94,90
do.
Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1887 . . 52,50
Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 94,50
do. Goldrente . . 97,40
do. einheitl. Rente 91,10
Portug. unif. Serie I 65,50
do. unif. Ser. III 67,45
Spezial. 10,25
do.
Rumänier v. 1903 . . 101,05)
do. v. 1890.
do. v. 1905. . 91,60
Siest
4 Ruſſen v. 1880. . . . 92,20
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,90
4½ do. v. 1905 100,50
90,50
3½ Schweden. . .
4 Serbieramort. v. 1895 88,00
4 Türk. Admin. v. 1903 85,2.)
4 do. unifiz. v. 1903 90,30
4 Ungar. Goldrente 92,70
4 do. Staatsrente . 90,50
5 Argentinier . . . . . . 101,50
89,75
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 93,25
5 Chineſ. Staatsanleihe 100,20
95,70
4½
do.
95,90
4½ Japaner
Innere Mexikaner . . 97,80
61,50
do.
4 Gold=Merikan.v. 1904 91,00
5 Gold=Mexikaner . . . 100,30
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=Paket=
143,90
fahrt
. 106,10
3 Nordd. Lloyd
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 403 116,75
6 Baltimore & Ohio. . 104,70
Gotthardbahn .
In Prn,
6½Oeſt.=Ungar. Staatsb. 155,00
O Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19½
6 Pennſylvania R. R. 120,00
Induſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 202,40
3 Werger=Brauerei 74,00
25 Bad. Anil.=u. Sodafbr. 504,75
14 Fabrik Griesheim 262,00
27 Farbwerk Höchſt . . 540,75
20 Verein chem. Fabriken
. 346,90
Mannheim
131,00
5 Lahmeyer
169,90
7 Schuckert
12 Siemens & Halske. 253,10
30 Adlerfahrradw. Kleyer 454,80
12 Bochumer Bb. u. Guß 230,50
.206,75
17 Gelſenkirchen
201,25
7 Harpener . .
15 Phönix, Bergb. u.
Hit=
tenbetrieb .
.257,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 89,00
4 Pfälzer Prt. .
.100,50
do.
92,30
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
do. ſteuerfrei . 96,70
Oeſterr. Staatsbahn.
do.
do. alte . 80,70
Oeſterr. Südbahn . . 95,90
do.
80,80
do.
56,40
Raab=Oedenburger . . 77,90
Ruſſ. Südweſt..
90,00
4 Kronpr. Rudolfbahn . 96,50
In 1„
Nr.
73,50
2‟) Livorneſer.
74,00
4 Miſſouri=Paciſie
4 Bagdadbahn Mk. 408 84,70
Anatoliſche Eiſenb., . 98,50
. 101,00
5 Tehuantepec .
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgef. 173,90
6½ Darmſtädter Bank. 127,10
12½Deutſche Bank . . 268,90
6 Deutſche Vereinsb. 124,00
10 Diskonto=Geſellſchaft 193,90
8½ Dresdner Bank 161,60
6½Mitteldeut. Kreditbk. 122,20
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 128½
6½ Pfälzer Bank . . . . 130,50
138,00
6,45 Reichsbank . .
7 Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½Wiener Bank=Verein 137,25
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
3½ bo. S. 19 . . . 90,10
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
do.
89,75
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 100,70
do.
90,30
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99.80
do. (unk. 1914) 90,10
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
do.
3½
90,60
5 1z.
8t.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
. 99,50
3½ N.
90,50
100,80
Franäſast
3½ bs.
96,10
4 Gieſas
99,70
90,20
3½
H
99,60
3½ 2
90,00
4 m
100,00
1
90,00
4
à 100,00
3½ 2
4
100,50
3½ 35.
90,30
4
3½ 8s.
90,00
München .
100,30
8½ Nauhein
90,00
4 Näraberg.
100,30
3½ do.
90,70
4 Offenbach
3½ de.
-
4 Wiesbaber
99.90
3½ do.
90,00
4 Worms.
3½ do.
90,20
4 Liſſabonss n. 1886. . 80,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche Tr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 136.50
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. „ 100 107,00
Ja Brse
3 Mabrider Fs. 100 86,30
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. .
. 137,75
Oeſterr. 1860er Loſe 181,00
3 Oldenburger .
.126,20
2½ Raal=Grazer fl. 150 117,00
Unverzinsliche
Aulebensloſe.
ft.
Augsburger
Braunſchweige Tlr. 20 211.00
Fs. 15 —
Freiburgss
Mailändes Fs. 45
da.
Fs. 10—
g. 7
Meininger
Oeſterrichs à 1864 „ 100 526,00
de. à 1858 ₰ 100 453,00
Ungar. 642ss „ 100 383,00
Benadign
Fs. 30 —
Türkiſche
„ 400 172,00
Sold, Silber und
Basknoten.
Engl. Sovereigns .
20,43
20 Kanke=Stüdke
16,20
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Engliſche Notmn . . . . 20,46
Franzöſiſche Roten . . . 81,25
polländiſche Roten . . . . 169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,75
Oeſterr.=Ungariſche Rotes 84,85
Ruſſiſche Noten . . . . . . 216,00
Schweiger Notes . . . . . 81,05
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Der Vereinsvorſtand fordert die Mitglieder und Freunde nochmals
dringend auf, am nächſten Freitag vollzählig für den
Sastierur Br.A. Usui
abzuſtimmen, damit der ſozialdemokratiſche Bewerber nicht die Mehrheit im
erſten Wahlgang erhalte.
(1305
Kationanibrrat Partel.
Kandidatur Dr. Osann
Verrentr. Wamerversammung
im grossen Saale des Schützenhofes
Mittwoch, den 10. Januar 1912
abends 8½ Uhr
Tages=Ordnung:
Aufruf zur Wahl am 12. Januar.
Reduer: Landtagsabgeordneter Dr. Osann-Darmſtadt.
Der Wahlausschuss
der nationalliberalen Partei für den Wahlkreis
(1294im
Darmſtadt-Groß=Gerau.
Hatbhamberdie Fattel.
Die Herren, die bereit ſind, am Wahltag ſich
in den Dienſt der uationalliberalen Partei zu
ſtellen, werden gebeten, ſich zu einer Beſprechung
Dienstag, den 9. ds. Mts. abends 9 Uhr,
im gelben Saal des Reſtaurants Sitte,
Karl=
ſtraße 15, einzufinden.
(1288
Der Wahlausſchuß d. nationalliberalen Partei.
Geſangverein Liederzweig.
Protekt.: Ihre Königl. Hoheit Großherzogin Eleonore von Heſſen.
(57. Vereinsjahr.)
Sonntag, den 21. Januar 1912, nachmittags 4 Uhr,
im
Kneipſaale der Turngemeinde (Woogsplatz)
Generalverſammlung
wozu wir unſere Mitglieder zu recht zahlreichem und pünktlichem
Er=
ſcheinen höflichſt einladen. Anträge ſind 10 Tage vorher beim Vor=
Der Vorſtand.
ſtand einzureichen.
NB. Am 28. Januar: Spaziergang nach Nieder=Ramſtadt
zu Mitglied Krug. Abmarſch ½3 Uhr am Friedhof. Der Masken=
(1286
ball findet am 17. Februar ſtatt.
Gartenbauverein Darmſtadt.
Monatsverſammlung
am 11. Januar 1912, abends 8 Uhr,
im Kaisersaal.
Tagesordnung: Vortrag des Herrn Oberlehrer
Dr. Schilling über:
Die Anlage von Waldfriedhöfen.
(1231
Mitglieder und Gäſte ſind freundlichſt eingeladen.
Der Vorſtand.
Kunſtverein für das Großherzogtumheſſen
Bei der am 30. Dezember 1911 ſtattgehabten Verloſung fielen
(1269
die Gewinne auf folgende Aktiennummern:
a) Anrechtſcheine:
Nr. 511 (500 Mk.), Nr. 71 (400 Mk.) Nr. 1056, 1509 (300 Mk.),
Nr. 371, 983 (200 Mk.), Nr. 767, 810 (150 Mk.), Nr. 49, 214, 304, 622,
1050 (100 Mk.)
b) Sonſtige Kunſtgegenſtände:
435. 1468. (613.
Nr. 33, 37, 117. 220, 860, 954. 1080.
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Der brave Hermann.
Erihe ui femeriant nis bekat.
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abzu=
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von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Mittwoch, 10. Jan.
Sondervor=
ſtellung. „Das wunderſame
Bilderbuch.” Anfang 4 Uhr.
(Sämtl. Billetts ſind vergeben, alle
Dienſt= und Freiplätze aufgehoben.)
Donnerstag, 11. Jan. 88. Ab.=
Vorſt. A 22. Goethes Fauſt=
Tragödie. Erſter Abend:
Vor=
ſpiel auf dem Theater. Prolog
im Himmel. Der Tragödie erſter
Teil, erſte Abteilung. Kl. Preiſe.
Anf. 7 Uhr. (Vergl. beſ. Anzeige.)
Freitag, 12. Jan. 89. Ab.=
Vor=
ſtell. A 23. Goethe’s Fauſt=
Tragödie. Zweiter Abend: Der
Tragödie erſter Teil, zweite
Ab=
teilung. Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Samstag, 13. Jan. 90. Ab.=
Vor=
ſtell. B 23. Goethe’s Fauſt=
Tragödie. Dritter Abend: Der
Tragödie zweiter Teil, erſte
Ab=
teilung. Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt
an allen Wochentagen, vorm.
von 10—12½ Uhr, geöffnet.
Bekanntmachung.
Betreffend: Reichstagswahlen 1912, hier Wahl im 4. Wahlkreis des
Groß=
herzogtums.
In Abänderung unſerer Bekanntmachung vom 27. Dezember 1911 (
Amtsver=
kündigungsblatt Nr. 144) bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß wir im
14. Wahlbezirk der Stadt Darmſtadt an Stelle des Wahlvorſtehers Fabrikant
O. Bünte, den Glaſermeiſter Wilh. Möſer und an deſſen Stelle als Stellvereter
des Wahlvorſtehers den Privatier Heinrich Jacobi beſtellt haben.
(1297
Darmſtadt, den 8. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Werner.
An die Herren Aerzte des Kreiſes.
Nach § 10 der Inſtruktion für die Impfärzte und praktiſchen Aerzte müſſen die
Liſten, welche von den praktiſchen Aerzten über die von ihnen im Laufe des Jahres
ausgeführten Impfungen einzureichen ſind, am Jahresſchluß, ſpäteſtens am 31. Dezember,
in unſeren Händen ſein. Falls dieſer Termin verſäumt iſt, wird um unverzügliche
Einſendung der Liſten ergebenſt erſucht, andernfalls die in § 15 des Reichsimpfgeſetzes
angedrohte Beſtrafung nicht zu umgehen iſt.
Wir bemerken noch, daß die Einträge auf den vorſchriftsmäßigen Formularen
genau nach dem Vordruck zu erfolgeu haben und die Liſten mit Datum und
Unter=
ſchriſt verſehen ſein müſſen.
Darmſtadt, 2. Januar 1912.
(1058sid
Großh. Kreisgeſundheitsamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Beſt.
Bekanntmachung.
Diejenigen im Jahre 1892 geborenen Militärpflichtigen, welche ſich im Beſitz des
Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt befinden und im
Kreis Darmſtadt dauernden Aufenthalthaben, werden darauf hingewieſen, daß ſie
gemäß § 93.2 der Wehrordn. ihre Zurückſtellung beantragen müſſen und daher
auf=
gefordert, ihre Berechtigungsſcheine alsbald hier, Neckarſtraße 3, 3. Stock — Zimmer
Nr. 38 — vorzulegen, damit in denſelben der erforderliche Zurückſtellungsvermerk
ein=
getragen werden kann.
Es wird noch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die Abſicht, ſich am 1. April
oder 1. Oktober l. J. zum Dienſtantritt melden zu wollen, von der Verpflichtung, die
Zurückſtellung zu beantragen, nicht entbindet.
Darmſtadt, den 3. Januar 1912.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Anshebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
(1050a
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen Militärpflichtigen, welche
Berechti=
gungsſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheines die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt 1. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
(1051a
Darmſtadt, den 3. Januar 1912.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Die bei Berechnung der Lieferungen für die Armee zuarunde zu legenden
Durch=
ſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Dezember 1911 für Hafer
20.25 Mk., für Heu 11.— Mk., für Stroh 6.— Mk. pro 100 Kilo betragen. (1334
erter gere e e e erete
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 2 Dachshunde, 1 Vorer (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(1253
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Herderſtraße zwiſchen der Moosberg= und Landskronſtraße für
die Zeit vom 9. bis zum 26. Januar ds. Js. für den
Fuhrwerks=
verkehr geſperrt.
1230
Kraſtloserklärung von Pfandſcheinen.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 2487 3380, 3617, 7856 und 85 292 werden hiermit
auf=
gefordert, ihre Anſprüche innerhalb 14 Tagen, vom Tage des
Er=
ſcheinens dieſer Bekanntmachung, an gerechnet, in unſerem
Geſchäfts=
zimmer — Kirchſtraße Nr. 9 — geltend zu machen, widrigenfalls
nach Ablauf dieſer Friſt gemäß § 32 des Statuts vom 18. Auguſt
1900, betreffend die ſtädtiſche Pfandleihanſtalt Darmſtadt, die
Kraft=
loserklärung der Pfandſcheine erfolgen wird.
(1233
Darmſtadt, den 5. Januar 1912.
Städtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul.
Oeffentliche Verdingung
der Tiſchler= und Schloſſerarbeiten zur Erbauung von 24
drei=
räumigen Wohnungen für Werkſtättenarbeiter am Dornheimerweg
in Darmſtadt.
Die Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen im
Zim=
mer 99a unſeres Verwaltungsgebäudes hier, Rhabanusſtraße Nr. 1,
während der Dienſtſtunden von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr
nach=
mittags und Mittwochs ausgeſchloſſen von 3½ bis 6 Uhr
nachmit=
tags zur Einſicht offen aus.
Die Verdingungsunterlagen ohne Zeichnungen können, ſoweit
ſie zu Verkaufszwecken vervielfältigt ſind, gegen porto= und
beſtell=
geldfreie Einſendung von 0.50 Mk. für die Tiſchlerarbeiten und 0,70 Mk.
für die Schloſſerarbeiten (nicht in Briefmarken) durch unſer
Zentral=
bureau hier bezogen werden.
Die Angebote ſind verſchloſſen, porto= und beſtellgeldfrei und
mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bis zu der am
Montag, den 22. Januar 1912, vormittags 11½ Uhr,
in Gegenwart etwa erſchienener Bieter im Zimmer 72 unſeres
Ver=
waltungsgebäudes ſtattfindenden Eröffnung an uns einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 4 Wochen.
Mainz, den 5. Januar 1912.
(31262
Königlich Preußiſche und Großherzoglich Heſſiſche Eiſenbahndirektion.
Mitwoch, den 17. Januar 1912, vormittags 11 Uhr, findet im
Geſchäftszimmer der unterzeichneten Verwaltung, Riedeſelſtraße 60 Verdingung der Lieferung der für 1912 erforderlichen Mandel=,
Kern=, Schmier=Seife, Brennſpiritus, Makulatur= und Kloſettpapier
ſtatt. Die Bedingungen liegen im Geſchäftszimmer der Verwaltung
aus, können auch gegen Erſtattung der Schreibgebühren bezogen
werden.
(31313
Garniſonverwaltung Darmſtadt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 10. Januar 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Betten, Waſchkommode,
Kleiderſchränke, Divans, Spiegelſchränke, Schreibtiſche, Sofas,
Planinos, Vertikos, Büfetts, Bilder, ferner 2 Ladenregale,
1Ladenkontrollkaſſe, 1 Kaſſenſchrank, 1 Stella= u. 1
Tambour=
ſtickmaſchine zwangsweiſe, ferner auf freiwilligen Antrag
wegen Umzuges 1 fünfarm. meſſ. elektr. Lüſter
verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet
(1291
beſtimmt ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.
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Mittwoch, den 10. d. Mts., vorm. 10 Uhr,
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zwangsw. geg. Barz. verſteigert werden.
Zuſammenkunft in der Bahnhofſtr. am Poſtgebäude.
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Zwingenberg, den 8. Januar 1912.
Becker, Großh. Gerichtsvollzieher.
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verkaufen Wienersſtr. 85. (*606
Bekanntmachung.
Die am 4. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Von Donnerstag, 16. ds. Mts. an,
können die Abfuhrſcheine über das=
Holz bei den betreffenden
Hebe=
ſtellen in Empfang genommen
werden. An dem gleichen Tage
wird die Ueberweiſung des Holzes
durch Großh. Forſtwart
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ſtein zu Forſthaus Völlenfalltor
erfolgen.
(1229
Darmſtadt, 6. Januar 1912.
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6 Zahnbürſten, ea. 20 Haarſpangen, 1. Hund Geutſche
Dogge) u. a. m.:
P) auf freiwilligen Antrag:
1 dreiarmiger Gaslüſter, 1 Gaslampe, 1 zweitür.
Kleider=
ſchrank, 3 große Wandteller, 2 kleine Wandteller, 2 Vaſen,
4 Bilderrahmen, 1 Nachtſtuhl, 1 Bügeleiſen, 1 großes Bild,
2 Wandleuchter, 1 Federwage, 1 Kaffeekanne, 1
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tiſchſervice, Kerzenſchutzgläſer, 2 Wärmeflaſchen, gute rote
Friergardinen 1 Bettiſſen. 1 Gardinenſpanner, 7
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galerien, 1 Waffenrock, 3 Mützen, 45 Flaſchen, 1
Wring=
maſchine.
Darmſtadt, den 8. Januar 1912.
(1293
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24,
Reichstagswahl u. Hanſabund.
Herr Oberlehrer Dr. Strecker hatte an die
Bezirksgruppe Darmſtadt des Hanſabundes eine
Anfrage gerichtet wegen deren Stelungnahme zu den
Kandidaturen Dr. Oſann und Dr. Strecker im Wahlkreiſe
Darmſtadt-Groß=Gerau, Es war bekanntlich für die
Hauptwahl Neutralität der Bezirksgruppe beſchloſſen
worden.
Die Bezirksgruppe Darmſtadt des Hanſabundes
hat darauf folgende Antwort erteilt:
Bezirksgruppe Darmſtadt
des Hanſabundes.
Darmſtadt, den 8. Januar 1912.
Ausg. Nr. 23.
Herrn Oberlehrer Dr. Strecker, Bad Nauheim.
In Erwiderung, Ihres am Samstag, den 6. d. M.,
nachmittags, eingelaufenen werten Schreibens beehren
wir uns folgendes mitzuteilen:
Wie aus den verſchiedenen Aeußerungen des Herrn
Dr. Oſann in öffentlichen Verſammlungen bekannt iſt, hat
er weder um die Unterſtützung der verſchiedenen
rechts=
ſtehenden Parteien nachgeſucht, noch dieſen oder irgend
einer ſonſtigen Korvoration oder wirtſchaftlichen
Ver=
einigung irgendwelche Zuſage gemacht. So konnte er
ſich auch nicht dem Hanſabunde gegenüber verpflichten,
obwohl er, wie es der Hanſabund will die gleiche
Behand=
lung aller Erwerbsſtände von jeher vertreten hat und
infolgedeſſen auch die gegen dieſen Grundſatz verſtoßenden
einſeitigen Beſtrebungen des Bundes der Landwirte
bekämpft.
Ausdrücklich wollen wir noch feſtſtellen, daß die
dem Vorlitzenden der Bezirksgruppe Darmſtadt des
Hanſabundes abgegebene mündliche Erklärung nicht
angeblich”, wie Sie behaupten, ſondern tatſächlich den
Forberungen entſpricht, welche der Hanſabund an ſeine
Kandidaten ſtellen muß.
(1312
Auch wir werden dieſen Brief der Oeffentlichkeit
übergeben, da Sie Ihr Schreiben, ehe dasſelbe in
un=
ſeren Beſitz kam, ſchon der Oeffentlichkeit übergeben hatten.
Hochachtungsvoll
Die Bezirksgruppe Darmſtadt des Hanſabundes.
Für das Präſidium:
Geſchäftsführer:
gez. Pareus.
gez. Dr. Human.
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Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
19)
Lutz ſah ſehr ernſt, faſt verſtört aus, und ungeduldig
wehrte er den Neckereien der Schweſter und des Freundes.
Ich bitte euch, laßt mich einen Augenblick allein! —
Später, Dagobert, ſpäter! Ich weiß, du meinſt es gut, wehrte
er dem Freunde, der ſich ſein verſtörtes Weſen gar nicht
er=
klären konnte. Lutz, mit dem er den ganzen Tag ſo fröhlich
zuſammen geweſen, war ja kaum zum Wiedererkennen. Was
mochte da geſchehen ſein?
Herta zog ihn mit ſich fort. Sie ſchob ihren Arm unter
den ſeinen. Kommen Sie, Dagobert! Laſſen Sie den alten
Brummbären! Wer weiß, was ihm über den Weg gelaufen
iſt. Kommen Sie, wir wollen die Erdbeeren plündern. Sie
war froh, den geliebten und begehrten Mann für ſich allein
zu haben; ſie wartete ja ſo ſehnſüchtig auf ſeine Erklärung.
Schwer ließ ſich Lutz auf die Bank nieder und ſtützte
ſorgenvoll ſeinen Kopf in die Hände.
Herrgott, dieſe letzte halbe Stunde mochte er nicht
noch einmal durchleben. — Lieber von zehn Vorgeſetzten
gerüffelt werden als ſo von der Großmutter. Wie ein
ge=
maßregelter, geprügelter Schuljunge kam er ſich vor.
Da hörte er in einer leiſen, ſüßen Stimme ſeinen
Na=
men nennen, und im Nu ſaß Yvonne neben ihm.
Mein Lutz! ſcheu und ſanft küßte ſie ihn auf die Wange
und ſtreichelte ſeine Hände. Müde ließ er ſich ihre
Lieb=
koſungen gefallen, ohne ſie zu erwidern. Ein banges
Schweigen herſchte.
Er nickte ein paar mal vor ſich hin in ſeinem trüben
Sinnen.
Ich ſehe keinen Weg! Es iſt alles aus! murmelte er.
Was?! ſchrie ſie erſchreckt. Was ſagſt du?
Da ſah er ſie groß an.
Dieſe letzte Stunde hätteſt du mir auch erſparen können,
Yvonne!
Wieſo? Haſt du den Brief von Daiſy Hammerſtein nicht
geleſen?
3 bacht über werm alleſe galt augbat 2n
kennſt doch Großmama. Es hätte ſich auch noch anders
drehen laſſen.
Unwillkürlich nahm ſie ihre Hände von den ſeinen und
rückte weg von ihm.
Denkſt du Lutz? Da hätte ich lieber den Verdacht auf
mich nehmen ſollen, den deine Mutter ſowieſo ſchon
ge=
äußert hatte, daß ich ohne Ueberlegung ein leichtſinniges
Liebesverhältnis mit dir angeknüpft hätte. Das kann doch
dein Ernſt nicht ſein —
Dann auch noch zu ſagen, wie lange du ſchon meine
Braut biſt, trotzdem ich dich gebeten hatte, zu ſchweigen.
Staunend ſah ſie ihn an, als ob ſie ihn jetzt erſt ganz
kennen lernte. War das denn ihr Lutz, der ſo unentſchloſſen
und rückgratlos ſein konnte, jetzt, nachdem er vor die
Ent=
ſcheidung geſtellt war? Doch ſie rechnete mit ſeiner
Er=
regung, hielt ihm die zugute.
Aber Lutz, ſoll ich mich mit Recht wegen
Leichtfertig=
keit ſchelten und ſchmälern laſſen? Wenn du mich lieb haßt.
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Georg Hübner, Karlſtraße 56,
Joh. Stenger, Viktoria=Drogerie,
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Adolf Zachmann, Bleichſtraße 46,
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K. Erbacherſtr. 17, Hintb. rechts.
en e es e i etegt es . et
iſt es gut, daß es ſo gekommen iſt. Nun weiß Großmama
wenigſtens, woran ſie iſt, und quält dich und mich nicht
mehr mit ihren Heiratsplänen.
So meinſt du, daß es gut iſt, ſo vorzeitig aus der
Schule geplaudert zu haben? Er lachte höhniſch.
Ja, konnte ich den anders? Beleidigt ſtand ſie auf.
Er machte ihr Vorwürfe, daß ſie die Wahrheit geſagt! Lutz,
du haſt mich nicht lieb, ſonſt würdeſt du nicht ſo ſprechen!
Da riß er ſie auf ſein Knie. Ihre unbeſchreibliche Süße
hatte ihn bezwungen. Ich habe dich lieb, mein Kleines,
mehr als du ahnen kannſt — du — — und er küßte ſie ſo
wild und leidenſchaftlich, wie er ſie nie zuvor geküßt. Ihr
drohender Verluſt zeigte ihm, wie teuer ſie ihmwar.
Erſchreckt und verwirrt durch ſein Ungeſtüm, befreite ſie
ſich aus ſeinen Armen.
Lutz, was iſt denn? Sie ſtrich ſich das Haar aus dem
erglühenden Geſicht. So ſag mir doch, Lutz, was
Groß=
mama dir geſagt hat!
Oh, nichts weiter. Nur dasſelbe wie dir — es muß
aus ſein zwiſchen uns beiden. Sonſt zieht ſie ihre Zuſage,
mir zu helfen, zurück. Ich weiß nicht, was ich tun ſoll!
Kramer hat mein beſtimmtes Verſprechen, daß ich die
Bürg=
ſchaft einlöſe, erſt vor drei Tagen bekommen, nun kann ich
ihn doch nicht ſitzen laſſen — ſo kurz vor dem Erſten — und
die alte Dame ſträubt ſich. Und meinen Wechſel am erſten
September — wer bezahlt den? Er fuhr ſich mit beiden
Händen durch die Haare. O, es iſt zum Verrücktwerden!
In ſolcher Klemme bin ich noch nie geweſen, Und mein
Wort dem Kameraden gegenüber kann ich auch nicht
ein=
löſen!
Lutz, wenn du dich doch Dagobert offenbaren wollteſt.
Er würde dir ſicher beiſtehen, ſagte ſie ſchüchtern.
Ungeduldig zuckte er mit den Achſeln.
Unmöglich! Geht nicht, geht abſolut nicht! Als ob ich
nicht daran gedacht hätte. Ihn kann ich jetzt zu allerletzt
anpumpen. Nein, ausgeſchloſſen. Da ſind auch noch andere
Gründe.
Yvonne ſchwieg eine Weile und beobachtete Lutz, der
trübe ſinnend vor ſich hinſtarrte.
Und das alles meinetwegen! ſagte ſie leiſe und traurig.
Lutz, und wenn wir nun gehorſam ſind und — und entſagen
einander — wird dann alles gut — wie früher? fragte ſie
faſt unhörbar. Wird dir Großmama dann helfen?
Das iſt allerdings ihre Bedingung geweſen.
Die du auch eingegangen biſt! ſagte ſie raſch.
Vorläufig ja — zum Schein! Was ſollte ich ſonſt tun?
Mir blieb nur eine Kugel —
Oder Dagobert. Doch nein, das ging wider den Stolz
— lieber die Braut opfern! dachte Yvonne bitter, und
er=
nüchtert blickte ſie auf den ſchwachen Menſchen an ihrer
Seite. Wie Eiſeskälte durchrieſelte es ſie.
Er ſah ihr erſtarrtes Geſicht.
Yvonnchen, du verſtehſt mich doch — vorläufig, zum
Schein nur, ſage ich. Begreifſt du? — Es bleibt alles beim
alten.
Er wollte ſie an ſich ziehen; ſie wich zurück.
Für mich nicht! ſagte ſie kalt. Ich will nicht lügen —
ur aus egtenigteſtin indeschelticden Se bolte nein
Papa damals nicht gedacht, als er Mama liebte.
Er hat auch genügend büßen müſſen.
Faßt du es ſo auf, Lutz? Er hat ſich ſtolz zu ſeiner Liebe
bekannt, und iſt glücklich geweſen.
Beſchwörend faßte er ſie an den Schultern.
Yvonne, nimm doch Vernunft an, ſei doch nicht ſolch
Starrkopf! rief er heftig. Was ſoll aus uns beiden werden?
Worauf wollen wir denn heiraten?
Wir ſind jung, Lutz, wir können warten. Ein
ver=
klärendes Licht lag auf ihrem blaſſen Geſichtchen. Wir haben
uns doch lieb. Ein kleines Kapital beſitze ich, und wenn du
Ritmeiſter wirſt —
Er lachte ein wenig ſpöttiſch und doch gerührt. Wie
leichtdu dir das denkſt, meine kleine Yvonne. Und willſt ſo
lange, vielleicht noch zehn Jahre, hier auf Burgau bleiben
— bei Großmama?
Sie ſchüttelte energiſch den Kopf.
Das wäre ausgeſchloſſen! Wozu hätt’ ich mein Examen
gemacht? Ich würde eine meinen Kenntniſſen entſprechende
Stellung annehmen.
Du — die zukünftige Baronin Brücken, meine Braut?
Nein, Yvonne, das gebe ich nicht zu! Sei doch vernünftig.
Kleines, Liebes, — ſei doch klug, bettelte er. Nur für eine
Weile noch — wenn Großmama dir das Verſprechen
ab=
nimmt, gib nach —
Und Daiſy Hammerſtein? fragte ſie mit trockener
Stimme.
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