Abonnementspreis
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Inſerate
175. Jahrgang
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23 Beſſungerſtraße 47,
füren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Zahl der Toten infolge der
Maſſenver=
giftungen im Berliner Obdach beträgt bis
jetzt 71. In den Erkrankungen iſt ein Stillſtand
einge=
treten.
Frankreich und Spanien. Der franzöſiſche
Bot=
ſchafter hat der ſpaniſchen Regierung die Antwort der
franzöſiſchen Regierung auf die ſpaniſchen
Gegenvor=
ſchläge überreicht.
Die türkiſche Kabinettskriſe iſt beendet.
Said Paſcha wurde vom Sultan wieder mit der
Neu=
bildung des Kabinetts betraut.
Die Revolution in China. Der Waffenſtillſtand
iſt abgelaufen. Die Mongölen proklamierten die
Auto=
nomie. Nach einer Meldung aus Petersburg ſind der
Kaiſer und die Kaiſerin=Witwe von China geflohen.
Der franzöſiſſche Kriegsminiſter
Meſ=
ſimy wird wegen des offiziellen Empfanges des aus
Glatz geflohenen Hauptmanns Lur von einem
Teil der Pariſer Preſſe heftig angegriffen.
Mächtegruppierungen der Znkunſt.
** Der Berliner Lokalanzeiger meint in ſeinem
„Mächtegruppierungen der Zukunft”
über=
ſchriebenen Leitartikel: Eine allgemeine Reviſion der
Mächtegruppierungen und der europäiſchen
Bünd=
nisverhältniſſe werde gleich nach der Beendigung
des italieniſch=türkiſchen Krieges einſetzen. Die Türkei
werde ſich vorausſichtlich Rußland anſchließen, da
Ruß=
land, das im Perſiſchen Golf das offene Meer gewinnen
dürfte, aufhören werde, den Bosporus zu beunruhigen.
Auch Deutſchland müſſe ſich, wie es dies unter Kaiſer
Wilhelm I. tat, wieder Rußland anſchließen. Für uns
wie für Rußland bleibe England der natürliche Gegner
und wir hätten mit Rußland gemeinſame Ziele. Da
Oeſterreich=Ungarns Beziehungen zu Rußland in den
letzten Jahren eine erfreulichere Geſtaltung erfahren
hät=
ten, könne der Dreikaiſerbund wieder aufleben, der Italien
nicht auszuſchließen und keine Spitze gegen Frankreich zu
haben brauche.
Dieſe Auslaſſung ſcheint ein ſogenannter Fühler zu
ſein. Wie in letzter Zeit beſtimmt erklärt wurde, iſt eine
Erneuerung des Dreibundes in ſichere Ausſicht
genommen worden, da Italien unſer natürlicher
Bun=
desgenoſſe iſt. Es iſt ja ſehr bedauerlich, daß infolge
des italieniſch=türkiſchen Krieges eine Verſtimmung
ge=
gen Deutſchland in Italien Platz gegriffen hat, durch die
auch die wirtſchaftlichen Intereſſen Deutſchlands
tatſäch=
lich geſchädigt worden ſind. Es wäre deshalb auch in
unſerem Intereſſe wünſchenswert, daß man in
Deutſch=
land wieder anfinge, mehr praktiſche, als Gefühlspolitik
zu treiben. Mag das Vorgehen Italiens auch nicht
ein=
wandsfrei ſein, ſo hat andererſeits jede andere Na=
Stion in ihrer Vergangenheit gewiſſe „dunkle Punkte‟,
über die man gern mit Stillſchweigen hinweggeht. Man
möge daher auch in dieſem Falle das Urteil über Italiens
Vorgehen und den italieniſch=türkiſchen Krieg, deſſen
Ausgang ſich noch nicht ſicher überſehen läßt, ruhig der
Geſchichte überlaſſen, die objektiver iſt als die
Gegen=
wart. Man muß vielmehr zum beſten beider Völker
wünſchen, daß mit dem neuen Jahr wieder eine Wendung
zum Beſſeren in ihren gegenſeitigen Beziehungen ein
tritt, wozu auch deutſcherſeits dadurch beigetragen
wer=
den kann, daß man vermeidet, die Empfindlichkeit der
Italiener, die doch nun einmal unſere Bundesgenoſſen
ſind, unnötig zu reizen.
Politiſche Neujahrskundgebungen.
* Am kaiſerlichen Hofe in Berlin wurde vie
Neujahrsfeier in der üblichen Weiſe begangen. Der
Kai=
ſer empfing nach dem Gottesdienſt den Reichskanzler, die
Präſidenten bezw. Vizepräſidenten des Herrenhauſes und
des Abgeordnetenhauſes, die Botſchafter und die kom=
* mandierenden Generale und Admirale, mit denen ſich die
Generalfeldmarſchälle und Generalinſpektoren, der
Kriegs=
miniſter, der Chef des Generalſtabs, der
Staatsſekre=
tär des Reichsmarineamts und der Chef des
Admiral=
ſtabes vereinigt hatten. Der Kaiſer empfing ferner den
von Tripolis zurückgekehrten Major Wilckens und nahm
die Meldung des amerikaniſchen Marineattachees Nidlas
entgegen. Von einer politiſchen Anſprache des Kaiſers
iſt nichts bekannt geworden.
Anläßlich des Jahreswechſels tauſchten
Reichs=
kanzler von Bethmann Hollweg, der öſterreichiſche
Mi=
niſter des Aeußeren Graf von Aehrenthal und der
italieniſche Miniſter des Aeußern San Giuliano
herzliche Glückwunſchtelegramme aus, in denen von
Beth=
mann Hollweg und Graf Aehrenthal die wärmſten
Wünſche für den König von Italien, und San Giuliano
ebenſolche für Kaiſer Wilhelm und den Kaiſer Franz
Jo=
ſef ausdrückten.
Die Mitglieder der Regierungspartei in Ungarn
begaben ſich in corpore zum Miniſterpräſidenten, um
die=
ſem und ſeinen Kollegen ihre Neujahrwünſche zu
über=
mitteln. Der Miniſterpräſident Graf Khuen ſagte in
Erwiderung auf eine Anſprache des Redners der Partei,
ehemaligen Juſtizminiſter Ploß, es ſei die nächſte
Auf=
gabe der Regierung, die Arbeitsfähigkeit des Parlaments
zu ſichern mit geſetzlichen Mitteln, aber ſolchen, durch die
das Ziel erreicht werden müſſe. Der Miniſterpräſident
dankte für die bisherige Unterſtützung der Partei und
erbat ſich dieſe auch für die Zukunft, die Haltung der
Par=
tei gegen die Obſtruktion fand allgemeine Sympathie und
die Billigung von allen Schichten der Nation. Eine
voll=
ſtändige Solidarität zwiſchen der Regierung und der ſie
unterſtützenden Partei bilde eine Garantie für die
Ver=
wirklichung des liberalen Programms der Regierung.
Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Der König und die Königin von Italien
empfingen die Ritter des Annunciatenordens, ſowie die
Miniſter und Abordnungen aller ſtaatlichen
Körperſchaf=
ten zur Entgegennahme von deren Glückwünſchen zum
neuen Jahr. Die Präſidenten des Senats und der
Kam=
mer erinnerten in ihren Anſprachen an die
Fünfzigjahr=
feier Italiens und an die aus dieſem Anlaß
dargebrach=
ten Sympathiekundgebungen und aller ſremden Nationen;
ſie erwähnten den Krieg in Tripolis und betonten die
Wichtigkeit der Einmütigkeit in den Gefühlen des
Lan=
des und wünſchten den ſiegreichen italieniſchen Waffen
einen endgültigen Triumph. Der König zog die
Mitglie=
der der einzelnen Abordnungen ins Geſpräch.
Präſident Fallieres empfing das
diplomati=
ſche Korps, deſſen Doyen, der britiſche Botſchafter
Ber=
tie, die Glückwünſche zum Jahreswechſel ausſprach. Beide
drückten den Wunſch aus, daß ſich das internationale
Schiedsgericht weiter entwickeln und in allen
internatio=
nalen Fällen von Streitigkeiten eine friedliche Löſung
her=
beiführen möge.
Bei den Empfängen im Elyſee wies der
Vizeprä=
ſident des Staatsrates auf die patriotiſchen
Anſtrengun=
gen hin, welche die Regierung im Dienſte des
Vaterlan=
des gemacht habe, um dem Kolonialreich Frankreich neuen
Zuwachs und neuen Glanz zu verleihen. Der Präſdent
der Handelskammer von Paris erklärte: Die Welt der
Arbeit heile die patriotiſchen Beklemmungen. Die
Re=
gierung iſt glücklich über die Löſung, die die Würde
des Vaterlandes in keiner Weiſe berührt und die zur
Vermehrung unſeres Einfluſſes in der Welt beiträgt,
in=
dem ſie dem nationalen Unternehmungsgeiſt neue
Abſatz=
gebiete auf dem alten Boden Afrikas eröffnet.
Die Jahresrückblicke der engliſchen
Blät=
ter ſind in ihrer Mehrzahl dürr, und verraten den unter
den obwaltenden Verhältniſſen erklärlichen Mangel an
Sammlung und Perſpertive. Der Dailb Telegraph
be=
merkt bei der Erwähnung der marokkaniſchen
Angelegen=
heit, wenn Verträge überhaupt noch Kraft beſäßen, ſei
dieſe Sache endgültig erledigt und könne Englands
Be=
ziehungen zu Deutſchland nicht ferner bedrohen. Das ſei
ein Punkt, der zu oft außer acht gelaſſen werde. Dann
ſagt das Blatt weiter:
Ein zweites Ergebnis iſt, daß die engliſch=deutſchen
Beziehungen einen höchſt ernſtlichen Stoß erlitten haben,
und daß es aller Weisheit und alles Taktes unſerer
Di=
plomaten bedürfen wird, um ſie wieder einzurenken.
Deutſchland ſchreibt Englands böſem Willen und ſeiner
Feindſeligkeit den eigenen verhältnismäßigen Mißerfolg
zu; denn in dieſem Sinne wird das Ergebnis in den
marokkaniſchen Verhandlungen mit Frankreich aufgefaßt.
Es glaubt, es hätte ein beſſeres Geſchäft machen können,
falls keine engliſch=franzöſiſche Entente beſtanden hätte
Es hat vielleicht recht, indeſſen Großbritannien blieb
keine andere Wahl, als ehrenhaft bei ſeinen
Vertrags=
pflichten zu beharren. Mehr hat es nicht getan und
we=
niger konnte es nicht tun. Nunmehr kann es mit Ruhe
die Zeit abwarten, wo Deutſchland wieder kaltes Blut
erlangt hat und andere, günſtigere Gelegenheiten ſich
bieten, auf die reine Tafel zu ſchreiben. Je weniger über
dieſen Gegenſtand geredet wird, deſto eher wird eine
Beſ=
ſerung eintreten. Wenn auf beiden Seiten der
aufrich=
tige Wunſch nach herzlicheren Beziehungen vorliegt, muß
guter Wille den Weg dazu ſinden.
Uenregelung der Invalidenverſicherungspflicht
der Hausgewerketreibenden?
* Durch die Preſſe ging eine Nachricht, die Regierung
bereite eine Neuregelung der
Inpalidenverſicherungs=
pflicht der Hausgewerbetreibenden vor, nachdem bereits
eine Reihe wirtſchaftlicher Sachverſtändiger über die
ein=
ſchlägigen Fragen gehört ſeien. Dieſe Nachricht entſpricht,
wie jetzt Berliner Blätter mitteilen, nicht den Tatſachen.
Von keiner amtlichen Stelle ſind inzwiſchen
Vorberei=
tungen oder Erhebungen in die Wege geleitet, die ſich auf
die Invalidenverſicherung der Hausgewerbetreibenden
be=
ziehen. Die Sachlage iſt vielmehr folgende:
Durch das Invalidenverſicherungsgeſetz iſt der
Bun=
desrat ermächtigt, die Verſicherungspflicht für beſtimmte
Berufszweige allgemein oder mit Beſchränkung auf
ge=
wiſſe Bezirke auszudehnen und zweitens auch auf
Haus=
gewerbetreibende. Von dieſer Ermächtigung hat der
Bundesrat zunächſt im Jahre 1891 Gebrauch gemacht,
in=
dem er die Verſicherungspflicht auf die
Hausgewerbetrei=
benden der Tabakfabrikation ausdehnte.
Wei=
terhin wurde im Jahre 1894 die Verſicherungspflicht durch
Beſchluß des Bundesrats auch auf die
Textilindu=
ſtrie ausgedehnt. Für dieſe beiden Gewerbe beſteht
alſo die Invalidenverſicherungspflicht bereits. Durch
die Reichsverſicherungsordnung werden nun die
Hausar=
beiter allgemein in die Krankenverſicherung
ein=
bezogen und die Vorarbeiten hierzu ſind bekanntlich
be=
reits ſeit mehreren Monaten in Angriff genommen. Aber
gerade die Ausdehnung der Krankenverſicherung auf die
Hausarbeiter bedingt ſo zeitraubende Vorarbeiten, daß
die neue Krankenverſicherung nach den Beſtimmungen der
Reichsverſicherungsordnung kaum vor Beginn des
Jah=
res 1913 in Kraft treten wird. Daß man nun in einer
Zeit, wo ſo durchgreifende ſozialpolitiſche Maßnahmen
für die Hausarbeiter in Vorbereitung ſind, nicht auch
noch gleichzeitig an eine Erweiterung der
Invalidenver=
ſicherung heräntreten wird, leuchtet ohne weiteres ein.
Zu berückſichtigen iſt auch, daß durch das neue Geſetz zur
Regelung der Hausarbeit weitere Umgeſtaltungen für
die Hausgewerbetreibenden in ſozialpolitiſcher Beziehung
eintreten. Ehe alle dieſe neuen Verhältniſſe ſich
einge=
lebt haben, wird man zweifellos nicht daran denken, an
(weitere geſetzgeberiſche Maßnahmen heranzutrten.
Die Selbſtändigkeitsbeſtrebungen der Mongolei
verleihen dem nachſtehenden Ueberblick über
dieſes chineſiſche Nebenland, den W. Sievers in ſeinem
„Aſien” (Leipzig, Bibliographiſches Inſtitut) gibt, ein
erhöhtes Intereſſe. Mit 2787000 Quadratkilometern
Fläche iſt die Mongolei das größte Nebenland Chinas,
enthält aber auf dieſer Deutſchland fünfmal
überſteigen=
den Fläche nur 1850000 Einwohner, weniger als die
Provinz Poſen. Sie iſt auch das an Anſiedlungen ärmſte
Land Chinas, da die Mongolen von jeher reine
Noma=
den geweſen ſind. Dieſe treiben zwar auch etwas
Acker=
bau und eile nicht ganz unbedeutende Hausinduſtrie,
die ſie im Winter ausüben, und die ſich auf Filzwaren
aus Schaf= und Kamelwolle erſtreckt, allein die Viehzucht
überwiegt doch bei weitem, und große Städte hat es in
der Mongolei nie gegeben. Infolge der leichten
Beweg=
lichkeit der Zeltlager der Mongolen iſt es ſelten zur
Ausbildung feſter Anſiedelungen gekommen, und dieſe
letzteren haben ihren Platz oft gewechſelt. Daher darf
es nicht wundernehmen, daß zahlreiche Ruinen alter
Städte ſich in der Mongolei befinden. Die heutigen
Städte verdanken ihre Entſtehung teils den einen
ge=
meinſamen Mittelpunkt fordernden religiöſen
Be=
dürfniſſen, wie die Hauptſtadt Urga, teils den Chineſen,
die mitten unter die nomadiſchen Mongolen
Handels=
plätze, Ackerbau= und Militärpoſten vorſchieben und Tee,
Opium, Tabak, Getreide und Stoffe eintauſchen. Vor
allem aber erforderte der Handel mit den angrenzenden
Ländern gewiſſe ſtändige Niederlaſſungen, und ſo ziehen
ſich zwei Reihen von Randſtädten an der ruſſiſchen und
chineſiſchen Grenze entlang.
Deutſches Reich.
— Das Zentrum und das neue
Motu=
proprio. Die Zentralauskunftsſtelle der katholiſchen
Preſſe teilt das Folgende mit: In der Preſſe wird
viel=
fach eine Aeußerung des badiſchen Zentrumsabgeordneten
Rechtsanwalts Kopf (Freiburg i. B.) zu dem letzten
Motuproprio über die Gerichtsbarkeit der Geiſtlichen
er=
örtert. In Nr. 284 des Badiſchen Beobachters, des
Hauptorgans der badiſchen Zentrumspartei, erklärte
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
Nummer 2
Herr Abg. Kopf, „daß es ſeiner Partei lieber geweſen
wäre, wenn das Privilegium Fori neuerdings nicht
auf=
geſtellt worden wäre.” Herr Abg. Kopf hat dieſe
Aeuße=
rung, wie er der Zentralauskunftsſtelle mitteilte, im
Ein=
vernehmen mit der ganzen deutſchen Zentrumsfraktion
ge=
tan. Hierzu will es freilich ſchlecht ſtimmen, wenn man
ſich in der Praxis dem Motuproprio unterwirft, obwohl
die Kurie doch ausdrücklich anerkannt hat, daß es
Deutſchland nicht berühre. Der Chefredakteur des
Zen=
trumsblattes Neiſſer Zeitung veröffentlicht nämlich
fol=
gendes: „Ich erkläre hiermit, daß ich Veranlaſſung
ge=
nommen habe, den hochwürdigſten Herrn Biſchof Willi
von Limburg um die Erlaubnis zu bitten, den Dr. theol.
und phil. Karl Maria Kaufmann in Frankfurt, Diözeſe
Limburg, wegen der in der Anklageſchrift gegen mich
enthaltenen ſchweren Injurien gerichtlich zur
Verantwor=
tung ziehen zu dürfen.”
— Der bayeriſche Großblock und die
Reichstagswahlen. Süddeutſche Blätter hatten
von einer Ausdehnung des am 22. Dezember zwiſchen den
Liberalen, Sozialdemokraten und dem alten bayeriſchen
Bauernbunde für die bayeriſchen Landtagswahlen
ver=
einbarten Abkommens auf die Reichstagswahlen
geſpro=
chen. Dieſe Meldungen werden der Voſſ Ztg. als
un=
zutreffend bezeichnet:
Die ſozialdemokratiſchen Blätter bringen Tag für Tag
die heftigſten Angriffe gegen die Reden und Abſtimmungen
der liberalen Fraktionen des Reichstags. Es liegt nicht
die leiſeſte Andeutung vor, daß die Sozialdemokratie in
Bayern von ihrem Prinzip des Stimmenzählens bei den
Reichstagswahlen abgehen werde. Man kann ſogar ſagen,
daß der von der Sozialdemokratie eingegangene
Groß=
block für die Landtagswahlen mit dem Verzicht auf das
Stimmenzählen nur im Hinblick auf die kurz
vorange=
hende Stimmenzählung, welche die Reichstagswahlen
er=
möglichen, abgeſchloſſen worden iſt.
Ausland.
Frankreich.
Die Kammer hat den Etat von 1912 im ganzen
mit 425 gegen 79 Stimmen angenommen. Die Kammer
beſchloß ferner mit 401 gegen 77 Stimmen die
Bewilli=
gung eines proviſoriſchen Budgetzwölftels.
Der Senat hat ein proviſoriſches
Budgetzwölf=
tel angenommen. Dann wurde die Tagung des
Parla=
ments geſchloſſen.
Spanien.
Die Antwort Frankreichs. Der franzöſiſche
Botſchafter in Madrid hatte eine neue Unterredung mit
dem Miniſter des Aeußern, der der engliſche Botſchafter
beiwohnte. Er überreichte dem Miniſter die Antwort der
franzöſiſchen Regierung auf den ſpaniſchen
Gegenvor=
ſchlag. Garcia Prieto erklärte, er würde dem Miniſterrat
bezüglich Marokkos Bericht erſtatten.
Der Wiederzuſammentritt des
Parla=
ments iſt auf den 18. Januar feſtgeſetzt.
Norwegen.
Die Spitzbergenfrage. Die Delegierten
Norwegens, Schwedens und Rußlands werden am 15.
Januar 1912 in Kriſtiania zuſammentreten, um die
Ver=
handlungen über die Spitzbergenfrage fortzuſetzen.
Türkei.
Die Neubildung des Kabinetts. Der
Sultan ernannte Said Paſcha wieder zum Großweſir
und beauftragte ihn, das Kabinett zu bilden, das
unio=
niſtiſch ſein wird. — Zum Scheich ül Islam wurde
Ned=
ſchib Effendi, der Kadi von Aegypten, ernannt. Wie es
heißt, werden die meiſten bisherigen Miniſter in das
neue Kabinett übernommen werden. Der Sultan hat
einige Mitglieder der Entente liberale empfangen und mit
ihnen über eine Verſtändigung beraten. Das neue
Ka=
binett wird ſich Mittwoch der Kammer vorſtellen.
Vereinigte Staaten.
Die Frage der
Schiedsgkrichtsvyr=
träge. Der Verlauf des Banketts in New=York, das
der Förderung der Einführung von
Schiedsgerichtsver=
trägen dienen ſollte, brachte die Uneinigkeit in dieſer
Frage zwiſchen Taft und Rooſevelt deutlich zum
Aus=
druck. Rooſevelt, der nicht erſchienen war, ſchrieb bei
ſeiner Abſage, er fürchte, daß die Feſtlichkeit dazu dienen
ſolle, den Senat dahin zu bringen, den Verträgen wider
ſein Gewiſſen ohne Aenderungen zuzuſtimmen. In
ſei=
ner Anſprache bei dem Mahl ſtellte Taft es in Abrede, daß
ſeine Haltung mit der Kündigung des Vertrages mit
Ruß=
land, der keine ſchiedsrichterliche Erledigung erforderte,
unvereinbar ſei und betonte ſein Feſthalten an der
Monroedoktrin. Fragen der nationalen Politik könnten
weder gerichtlich noch ſchiedsgerichtlich entſchieden werden.
Er ſehe aber nicht ein, weshalb Fragen, die die nationale
Ehre berührten, nicht in ſolche Verträge einbezogen
wer=
den ſollten. — Alle auswärtigen Vertreter hatten im
letzten Augenblick abgeſagt, einige, wie es heißt, auf
An=
ordnung ihrer Regierungen.
* Verbindung der Inſel Sylt mit dem
Feſtlande. Wie man hört, ſind die Vorarbeiten für
die Verbindung der öſtlichen Spitze der Inſel Sylt mit
der Küſte von Schleswig, mit denen die
Eiſenbahndirek=
tion Altona befaßt worden war, zum Abſchluß gelangt.
In dieſem Jahre ſoll bereits mit den erſten Arbeiten für
eine Verbindung der Inſel mit dem Feſtlande begonnen
werden. Die Koſten des Projektes dürften naturgemäß
recht bedeutend ſein, da allein die Herſtellung eines
Dam=
mes, der die Verbindung zwiſchen Sylt und dem
Feſt=
lande darſtellt, etwa fünf Millionen Mark betragen
dürfte. Entſprechende Mittel für eine erſte Rate zur
Durchführung des Planes werden vorausſichtlich nicht im
Etat, ſondern in dem Eiſenbahnanleihegeſetz enthalten
ſein, das regelmäßig dem Landtage zugeht und in dieſem
Jahre bereits im Januar vorgelegt werden ſoll. Die
diesbezüglichen Forderungen gelten einer Bahnlinie, die
ſich von der Linie Huſum=Tondern auf ihrem nördlichen
Drittel nach Weſten abzweigt und von der Küſte mittels
eines Dammes die Oſtſpitze Sylts erreicht. Der
Bahn=
bau dürfte infolge der ſchwierigen Herſtellung des
Dam=
mes ſelbſtverſtändlich eine Reihe von Jahren in Anſpruch
nehmen. Die Fertigſtellung des Dammes ermöglicht
dann auch Anlandungsarbeiten, die im übrigen ſchon an
der ganzen Küſte von Schleswig ſeit längerer Zeit im
Gange ſind. Die Durchführung dieſer Arbeiten würde
die Verbindung der Inſel Sylt mit dem Feſtlande
natur=
gemäß weſentlich verſtärken, ſo daß damit zu rechnen iſt,
daß die Inſel ſpäter einmal durch eine mehrere Kilometer
betragende Landſtrecke mit dem Feſtland verbunden ſein
wird. Die Anlandung, die in der Hauptſache auf
natür=
lichem Wege geſchieht, ſtellt keine hohen Anforderungen
an Staatsmittel, Südlich von Sylt ſind bereits bei den
Inſeln Nordſtrand, Hamburger Hallig. Apelland,
Oland und Langemeß ſolche Anlandungen in Arbeit.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Januar.
* Neujahrs=Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog empfingen am 1. Januar zur
Entgegen=
nahme der Neujahrsglückwünſche: den Königl. Preußiſchen
außerordentlichen Geſandten und bevollmächtigten Miniſter
Frhrn. v. Jeniſch und Gemahlin; den Kaiſerlich Ruſſiſchen
Miniſterreſidenten Staatsrat van der Vliet und
Ge=
mahlin; den Königlich Großbritanniſchen Geſchäftsträger
Lord Acton und Gemahlin; die General= und
Flügel=
adjutanten, den Ordenskanzler, den Ordonnanzoffizier,
die Oberhofchargen, den Vorſtand des Kabinetts, den
Hofmarſchall, den dienſttuenden Kammerherrn Ihrer
Königlichen Hoheit der Großherzogin, den Direktor der
Kabinettsbibliothek, den Oberhofprediger, den
General=
direktor des Hoftheaters und der Hofmuſik; den
Diviſions=
kommandeur, die Brigade= und Regimentskommandeure
des Standortes Darmſtadt, den 1. Präſidenten der
Krieger=
kameradſchaft „Haſſia” den Kommandanten der Reſidenz,
die Kommandeure des Großh. Gendarmerie=Korps und
des Train=Bataillons Nr. 18; den Staatsminiſter, den
Finanzminiſter, den Miniſter des Innern, die Präſidenten
der Landeskollegien, den Präſidenten der Zweiten Kammer
der Stände und den Oberbürgermeiſter der Reſidenz.
* Beſtätigt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den von Sr. Erl. dem Grafen zu Erbach=Erbach
auf die erſte enangeliſche Pfarrſtelle zu Erbach
präſen=
tierten zweiten Pfarrer Karl Sell daſelbſt, den von Sr.
Erl. dem Grafen zu Erbach=Erbach auf die zweite
evan=
geliſche Pfarrſtelle zu Reichelsheim i. O. präſentierten
Pfarrverwalter Karl Weber daſelbſt und den von dem
Freiherrn Karl Schenck zu Schweinsberg=Rülfenrod als
Senior der Patronatsherren auf die evangeliſche
Pfarr=
ſtelle zu Ober=Breidenbach präſentierten Pfarrverwalter
Albrecht Rabenau zu Londorf — für dieſe Stellen.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Jakob Schröder
zu Worms.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm Höhn
zu Uſenborn, Kreis Büdingen, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Bleichenbach, in demſelben Kreiſe; dem
Schulamtsaſpiranten Adolf Edelmann aus Fauerbach
bei Nidda, Kreis Büdingen, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Storndorf, Kreis Alsfeld.
* Ernannt wurde der Hofküchenwärter Adam
Hambach zum Telephonwärter im Neuen Palais.
g. Strafkammer. Der 39jährige Artiſt Albert Pail
aus Neuſtadtl in Oeſterreich hat am 8. November 1911
einen hieſigen Geſchäftsinhaber durch Vorſpiegelung
falſcher Tatſachen um einen geringfügigen Betrag
ge=
ſchädigt. Er wird zu 5 Monaten Gefängnis
ver=
urteilt abzüglich 1 Monat 2 Wochen Unterſuchungshaft.
Der Kaufmann F. Lampe von hier iſt beſchuldigt,
Bilanzen nicht gezogen zu haben. Lampe, der eine
Zigar=
renfabrik und Weinhandlung betrieb, gibt an, dazu nicht
in der Lage geweſen zu ſein, da es ihm nicht möglich
war, eine Lageraufnahme zu machen. Er hätte viele
Verſteigerungen gehabt, und da er vom Gerichtsvollzieher
erſt nach Beendigung der Verſteigerungen Abrechnung
erhielt, wäre ihm die Aufſtellung einer Bilanz, wie ſie
das Geſetz verlangt, unmöglich geweſen. Das Gericht
kommt unter Würdigung dieſer erſchwerenden Umſtände,
die den Angeklagten jedoch der Pflicht, eine Bilanz zu
ziehen, nicht entheben konnten, zu einer Verurteilung in
eine Geldſtrafe von 25 Mark.
* Eine Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg findet am Samstag, 6. Januar, vormittags
9½ Uhr, ſtatt. Tagesordnung: 1. Beſchwerde des Anton
Win=
kenbach I. zu Viernheim wegen Verweigerung der
Rezeß=
bauvergütung. 2. Schweinerotlaufverdacht in Lorſch; hier:
Entſchädigungsanſpruch des Johannes Wahlig X. daſelbſt.
3. Beſchwerde der Freiherrlich von Fechenbachiſchen
Ver=
waltung wegen Heranziehung zu den Umlagen der
Ge=
meinde Ober=Mörlen für 1911. 4. Erhöhung der
Vergü=
tung für den Hauptlehrer Quirin zu Obertshauſen.
* Auszeichnung. Dem ſeit Herbſt v. J. hierher
übergeſiedelten Herrn Dr. W. Rullmann, welcher
18 Jahre lang als wiſſenſchaftlicher Hilfsarbeiter im
Hygieniſchen Univerſitäts=Inſtitule München tätig war,
iſt von Sr. Königl. Hoheit dem Prinzregenten Luitpold
von Bayern der Titel eines Königl. Profeſſors
ver=
liehen worden.
— Im Hotel zur Traube ſind angekommen: Graf
Moy, Kgl. Bayr. Geſandter in Stuttgart, Frhr. v.
Frie=
ſen, Kgl. Sächſ. Geſandter in München, Baron von
Ru=
bido=Zichy, Oeſterr.=Ungar. Geſchäftsträger in Stuttgart,
Oberbürgermeiſter Köhler, Präſident der Zweiten
Kam=
mer, aus Worms.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Auf die heute abend
im Chauſſeehaus, Heidelbergerſtr. 89, ſtattfindende
öffent=
liche Volksverſammlung wird auch an dieſer Stelle nochmals
aufmerkſam gemacht. Es ſpricht außer dem Kandidaten,
Herrn Oberlehrer Dr. Strecker, der Führer der
Frank=
furter Beamtenſchaft, Herr Oberpoſtaſſiſtent Jeneck. Auch
in dieſer Verſammlung wird freie Ausſprache zugeſichert.
* Die hieſige Zentrumspartei hält heute Mittwoch
im Konkordiaſaale ihre erſte Wahlverſammlung ab,
wo=
bei Gewerkſchaftsſekretär Rienecker=Frankfurt a. M.
ſprechen wird. (S. Anzeige.)
* Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft „
Ga=
belsberger” veranſtaltete in der Silveſternacht im „
Kaiſer=
ſaal” ein Vergnügen, das ſich eines zahlreichen Beſuches
er=
freuen durfte. Das neue Jahr wurde durch eine kurze
Anſprache des I. Vorſitzenden und einen von Frl. Schedel
wirkungsvoll geſprochenen Prolog eingeleitet. Kabarett=
Vorträge des Herrn Mechler in der gewohnten
vorzüg=
lichen Weiſe füllten die Pauſen aus, während die Muſik
von einer Abteilung der Kapelle Weber geſtellewurde. Die
Veranſtaltung verlief in jeder Beziehung vorteilhaft.
* Kleinkinderſchule für den Schloßbezirk. Morgen wird
in dem Hauſe Alexanderſtraße 25 die neu errichtete
Klein=
kinderſchule für denSchloßbezirk eröffnet
wer=
den, für die bereits über 40 Kinder angemeldet ſind. Weitere
Anmeldungen nehmen Pfarrer D. Dr. Diehl (
Alexander=
ſtraße 1) und Kaufmann Warnecke (Rheinſtraße 3)
ent=
gegen.
* Weihnachtsfeier des Darmſtädter Sportklubs 1905.
Die im Kaiſerſaal abgehaltene Weihnachtsfeier des
Darm=
ſtädter Sportklubs 1905, verbunden mit der Uraufführung
der Lokalpoſſen „Die Brieftaſche” und „Die Maibowle‟
von Heinrich Rüthlein, verlief aufs beſte. Vor einem
zahl=
reichen Publikum ſpielte ſich das abwechslungsreiche
Pro=
gramm ab, von deſſen einzelnen Nummern beſonderen
Der Krieg und die Cholera.
*⁎* Ueber die Gefahr des italieniſch=
türki=
ſchen Krieges für die Choleraverbreitung in Europa
veröffentlicht Profeſſor Dr. Rudolf Emmerich in dem
Januarheft der Deutſchen Revue ſehr bemerkenswerte
Ausführungen. Die Beobachtungen über Kriegscholera,
die namentlich Pettenkofer während des Feldzuges 1856
machte, haben gezeigt, daß Kriege mit ihren Bewegungen
und Konzentrationen großer Menſchenmaſſen in
Cho=
leraorten und mit ihrem ſonſtigen Elend die Cholerafälle
zwar bis zu einem gewiſſen Grade vermehren, und die
Verbreitung der Seuche befördern, daß aber der Einfluß
des Kriegs auf die Häufigkeit der Cholera in den betr.
Län=
dern keineswegs ſo bedeutend iſt, wie man allgemein
glaubt, und daß eine cholerainfizierte Truppe die
Krank=
heit nicht in Orte bringt, die örtlich oder zeitlich nicht
da=
für disponiert ſind. Die Choleraverbreitung und ihre
Häufigkeit wird vielmehr nicht durch den Verkehr, ſondern
in viel höherem Grade durch die Bodenbeſchaffenheit und
die Witterungsverhältniſſe bedingt. Naſſe Jahre ſind der
Choleraverbreitung hinderlich; die großen Epidemien
fallen immer in trockene Jahre. Es hat ſich auch gezeigt,
daß unter den marſchierenden Truppen die Cholera
mei=
ſtens ſpärlich auftritt und bald erliſcht. Auch in
dieſem Jahre wird die Verbreitung der Cholera in
Europa ſicherlich nicht davon abhängen, ob der Krieg
fortdauert oder beendigt wird, ſondern im weſentlichſten
von den Regenverhältniſſen in den einzelnen
europäi=
ſchen Ländern, in deren Nachbarſchaft die Cholera im
letzten Jahre epidemiſche Verbreitung gefunden hat.
Die Gefahr des italieniſch=türkiſchen Krieges iſt für
die Choleraverbreitung in Afrika dagegen viel größer
und ernſter als für Europa. In Tripolitanien wird
ſie auch während der Regenzeit nicht ganz erlöſchen, und
ſo oft ſie nach Tripolis oder Tunis kam, deren Sand=
oden hohe Dispoſition beſitzt, verbreitete ſie ſich auch
über die benachbarten afrikaniſchen Länder. 1837 kam ſie
von Aegypten über Tripolis und Tunis nach Algier,
Abeſ=
ſinien, Somaliland bis Sanſibar und in den Sudan;
1855 auf demſelben Wege nach Algier und Marokko; 1867
wurde ſie durch eine Schmugglerbande aus Sizilien nach
Tunis verſchleppt; gleichzeitig gelangte ſie von Frankreich
nach Algerien, wo ſie in dem einen Jahre 80 000 Opfer
for=
derte, während ſie gleichzeitig in Marokko furchtbar hauſte.
Es hängt hauptſächlich von den meteorologiſchen
Verhält=
niſſen ab, ob ſich die Cholera in dieſem Jahre in
Nord=
afrika weit verbreiten wird oder nicht. Sind dieſe der
Choleraverbreitung günſtig, und iſt das Jahr 1912 wie
1911 auch für Italien, Spanien, Frankreich, Oeſterreich=
Ungarn uſw. ein regenarmes und trockenes, dann wird
die Cholera auch in den letztgenannten Ländern
epide=
miſche Verbreitung finden, da alsdann die Gefahr der
Einſchleppung nicht bloß von Italien, ſondern auch von
Afrika her beſteht. Dabei wird die Cholera durch
See=
ſchiffe viel weniger leicht verbreitet, als durch den
Land=
verkehr. Deutſchland hat weniger von der Cholera zu
fürchten, als die genannten Länder, weil ſeit der letzten
großen Epidemie die großen Städte aſaniert und auch
viele mittlere und kleinere mit Waſſerverſorgung und
Kanaliſation, den wirkſamſten Maßnahmen gegen
Cho=
lera, verſehen wurden. Außerdem iſt in Deutſchland die
Choleraeinſchleppung ſehr erſchwert, wenn auch
keines=
wegs unmöglich gemacht dank der von Robert Koch
be=
gründeten bakteriologiſchen Erkundung der
Choleraver=
breitung mittels der Unterſuchung der Exkremente und
des Blutes Kranker und Verdächtiger, ſowie der damit
in Berührung gekommenen Geſunden und deren
Iſolier=
ung. Profeſſor Emmerich weiſt zum Schluſſe
nachdrück=
lich darauf hin, daß auch die von Pettenkofer und ihm
begründete Prophylaxe nicht vernachläſſigt werden darf.
Feuilleton.
* Kunſt und Wiſſenſchaft. Frankfurter
Theater=Spielplan. 1. Opernhaus.
Mitt=
woch, 3. Jan., 3½ Uhr: Prinzeſſin Goldhaar; 7½ Uhr:
Ein Walzertraum. Donnerstag, 4.: Der Roſenkavalier.
Freitag, 5., geſchloſſen. Samstag, 6., 3½ Uhr:
Prin=
zeſſin Goldhaar; 7½ Uhr: Ariane und Blaubart.
Sonn=
tag, 7., 3½ Uhr: Prinzeſſin Goldhaar; 7 Uhr: Madame
Butterfly. Montag, 8. (erſtes Gaſtſpiel von Madame
Aino Ackté von der Großen Oper in Paris): Salome.
Dienstag, 9.: Violetta (La Traviata). — 2.
Schau=
ſpielhaus. Mittwoch, 3. Jan.: Pentheſilea.
Don=
nerstag, 4.: Büxl. Freitag, 5.: Madame Sans=Gène.
Samstag, 6. (zum erſten Male): Die Liebe höret nimmer
auf. Sonntag, 7., 3½ Uhr: Mein Baby; 7 Uhr: Die Liebe
höret nimmer auf. Montag, 8.: Medea. Dienstag, 9.:
Die Liebe höret nimmer auf. — 3. Neues Theater.
Mittwoch, 3. Jan., 3½ Uhr: Den König drückt der Schuh;
8 Uhr: Die Ahnengalerie. Donnerstag, 4.: Die
Ahnen=
galerie. Freitag, 5.: Der lebende Leichnam. Samstag,
5., 3½ Uhr: Den König drückt der Schuh; 8 Uhr: Julchens
Flitterwochen. Sonntag, 6., nachm.: Der Leibgardiſt;
8 Uhr: Julchens Flitterwochen. Montag, 7.: Meyers.
Dienstag, 8. (zum erſten Male): Die Ehre von
Suder=
mann.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
naltheaters Mannheim: Mittwoch, 3. Januar:
Die Geiſha. Donnerstag, 4.: Nathan der Weiſe.
Frei=
tag. 5.: Lohengrin. Samstag, 6. (zum erſten Male): Die
Bildſchnitzer: Der Barbier von Berriac; Lotichens
Ge=
burtstag. Sonntag, 7.: Siegfried. Montag, 8.: Die
Räuber.
* Neue Armbandmoden. Aus Paris ſchreibt man
der Köln. Ztg.: Als neueſte Form der Eleganz trägt man,
Nummer 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
Seite 3.
eifall die Geſangsvorträge der Herren A. Rieſinger und
. Reiß, die Zithervorträge des Zitherklubs Darmſtadt=
Beſſungen, ſowie das reizende Couplet des Frl. Berta
ünkel fanden. Mit Spannung und Aufmerkſamkeit folgten
e Zuſchauer den Vorgängen auf der Bühne bei der
Auf=
fährung der beiden Darmſtädter Mundartſtücke. Beide
istücke haben wohl alle Erwartungen erfüllt, wie der
all=
ſ itige reiche Beifall am Schluß bewies. Den Inhalt der
leiden humorvollen Stücke wiederzugeben, erübrigt ſich;
werden ſich wohl bald die Wertſchätzung aller
reunde des Darmſtädter Lokalhumors erringen.
* Männergeſangverein „Konkordia‟. Die am
Januar 1912 abgehaltene Neujahrsfeier iſt zur
wollſten Zufriedenheit verlaufen. Der „Mathildenhöhſaal”
near bis zum letzten Platz beſetzt. Nach einer
Begrüßungs=
enſprache des 1. Vorſitzenden wurde das vorzüglich
zu=
ſtummengeſtellte Programm vorgetragen. Die von dem
Ver=
lchn dargebrachten Chöre unter Leitung des Dirigenten
herr R. Etzold wurden in würdiger Weiſe zu Gehör
gebracht, beſonders gefiel der neu einſtudierte Chor „Die
Mühle im Tale‟. Die von dem Mitgliede Friedrich Wurm
wargebrachten humoriſtiſchen Vorträge, darunter das
neueſte Kouplet „Der Roſenkavalier” fand großen
Applaus. Ebenſo das von den Mitgliedern Keeg und
Hellermann vorgetragene Duett. Den Schluß der
Freier bildete das Theaterſtück „Robert und Bertram”,
geſpielt von den Mitgliedern Reeg, Schüttler,
Isſelin, Wurm und Salvermoſer, das die
Glanznummer des Abends war.
* Stenographie. Wie aus dem Anzeigenteil dieſes
Blattes erſichtlich iſt, eröffnet der Gabelsberger
Steno=
graphen=Verein (1861), Protektor Se. Königl. Hoheit der
Großherzog, am 8. Januar Anfangskurſe für Damen
und Herren, insbeſondere auch einen Separatkurſus für
altere Herren.
— Privilegierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt. Zu
der am Montag in den gaſtlichen Räumen des Neuen
Schießhauſes abgehaltenen Abendunterhaltung
hatten ſich zahlreiche Perſonen eingefunden. Vorträge aller
Art, Tombola für die Mitglieder und Tanz ſorgten für den
guten Verlauf der Veranſtaltung. Ueber Küche und Keller
der Schießhaus=Reſtauration waren die Gäſte wie immer
noch befriedigt.
* Ein intereſſantes Preisſchießen veranſtaltete der
Zimmerſchützenklub „Immergrün” Bei ſehr ſtarker
Be=
beiligung gingen als Preisträger folgende Vereine
her=
wor: Schützenklub „Freiſchütz” 1. Preis mit 117 Ringen,
Fortuna” 2. Preis mit 116 Ringen, „Frohſinn” 3. Preis
mit 104 Ringen. Der ebenfalls vom Schützenklub „
Im=
mergrün” ausgeſetzte Wanderpreis ging nach
hartnäcki=
gem Kampfe für die Dauer eines halben Jahres an den
Schützenklub „Freiſchütz” über. Die Preiſe ſind
gegen=
wärtig im Schaufenſter des Herrn Katzenbach,
Zigarren=
geſchäft, Arheilger Straße, ausgeſtellt.
* Vorſicht beim Einkauf von
Beleuchtungs=
hörpern. Die Freie Vereinigung der Spenglermeiſter
und Inſtallateure Darmſtadts veröffentlicht im
Anzeigen=
zeil heutiger Nummer eine Warnung beim Einkauf von
Beleuchtungskörpern durch Hauſierer, Reiſende ꝛc., die
wer Beachtung empfohlen ſei.
§ Während der Silveſter= und Neujahrsnacht
ind hier 8 Perſonen wegen Schießens, 19 Perſonen
wegen Abbrennens von Feuerwerkskörpern und 15
Per=
vonen wegen Ruheſtörung zur Anzeige gebracht worden.
AAlußerdem wurden 14 Waffen und 31 Feuerwerkskörper
vonfisziert. Sonſtige Ausſchreitungen, Unfälle uſw. ſind
micht vorgekommen.
* Karnevalkonzert. Man ſchreibt uns: Ein
wohlge=
ungenes Karnevalkonzert bildete den Anfang der
dies=
ährigen karnevaliſtiſchen Veranſtaltungen in der
Turn=
galle. Obermuſikmeiſter Hauske bot mit ſeiner
wacke=
gen Schar Vorzügliches und erntete deshalb in allen
Tei=
en Beifall. Hauske verſteht es auch, auf karnevaliſtiſchem
Gebiete eine feine Muſik zu machen. Zwei Lieder der
Marren Fillmann und Hartmann wurden geſungen und
Grachten Stimmung. Eine Luftſchlangenſchlacht und
ſon=
tige Ueberraſchungen boten Abwechſelung. Nächſten
Sonntag findet wiederum ein Karnevalkonzert ſtatt,
das=
elbe ſoll im Rahmen origineller Ideen veranſtaltet
verden.
* Hotel Heß. Von heute an werden wieder die ſo ſehr
beliebten Kaffee=Konzerte täglich von 3 bis 6 Uhr
tattfinden. (S. Anzeige.)
— Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im Monat
Dezember ergaben die fortlaufenden Reviſionen der
Machtwachbeamten folgende Fälle: 315 offene Haustüren
uind Tore vorgefunden, 114mal brannte Licht in Geſchäfts=
und Bureaulokalitäten, Kellern und Bodenräumen, bezw.
wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen, 21 defekte Schlöſſer
und Türen, ſowie ſteckengebliebene Schlüſſel vorgefunden,
12 offenſtehende Parterrefenſter ermittelt, 5
Hausbewoh=
nern, die ihre Schlüſſel vergeſſen hatten, geöffnet.
* Blühende Monatsroſen. Die gelinden
Witterungs=
verhältniſſe des heurigen Winters werden durch die
Tat=
ſache illuſtriert, daß in den Anlagen am Neuen Palais
links vor der Kirche eine Monatsroſe im Schutze
des Immergrün ihre Kelche geöffnet hat.
* Schneller Tod. Geſtern um halb 1 Uhr wurde ein
Betonarbeiter aus Wiesbaden im Griesheimer Weg von
einem Schlaganfall betroffen. Durch die Sanitätswache
wurde der Mann mittels Krankenautomobils nach dem
Städtiſchen Krankenhaus verbracht, woſelbſt nur der Tod
feſtgeſtellt werden konnte.
=gs- Unfälle. Geſtern vormittag halb 12 Uhr fiel einem
am neuen Bahnhof beſchäftigten, aus Eberſtadt
gebürti=
gen Weißbinder eine Gerüſtſtange auf das Bein, wodurch
er einen Oberſchenkelbruch erlitt. Er wurde durch die
Rettungswache mittels Krankenautomobils in das
Städ=
tiſche Krankenhaus verbracht. — Kurz nach 12 Uhr kam
auf dem Schillerplatz ein aus Beſſungen gebürtiger
Weiß=
binder ſo unglücklich zu Fall, daß er eine leichte
Gehirn=
erſchütterung, ſowie eine Kopfverletzung davontrug.
Mit=
tels Krankenautomobils wurde der Mann in das
Städti=
ſche Krankenhaus verbracht.
* Ein Selbſtmörder. Geſtern nachmittag um 3 Uhr
brachte ſich auf dem Städtiſchen Friedhof ein Mann in
ſelbſtmörderiſcher Abſicht einen Schuß in den Kopf bei.
Der Schwerverletzte wurde in hoffnungsloſem Zuſtande
durch die Rettungswache mittelſt Krankenautomobils
ins Städtiſche Krankenhaus gebracht. Seine Identität
konnte noch nicht feſtgeſtellt werden. Im Beſitz des
Selbſt=
mörders befand ſich eine Urkunde auf den Namen
Ju=
lius Küßner.
Mainz, 2. Jan. Der Schneider Bueler hat ſich
inzwiſchen als ein Schneider Ignaz Deſchmann aus
Lai=
bach in Oeſterreich entpuppt und unter dieſem Namen
iſt er Samstag nachmittag in Frankfurt
ver=
haftet und am Sonntag vormittag um 10 Uhr in
Mainz eingeliefert worden. Er hatte, wie das M. Tgbl.
meldet, in Frankfurt ein möbliertes Zimmer gemietet
und ſein Hauswirt, der den Steckbrief und die Nachricht
geleſen hatte, daß der Mainzer Raubmörder ſich nach
Frankfurt gewendet habe, hatte ihn angezeigt. Bei
ſei=
ner Vernehmung in Frankfurt legte er gleich ein
Ge=
ſtändnis ab und gab als ſeinen wirklichen Namen Ignaz
Deſchmann an. Am Sonntag wurde er in Mainz noch
gerichtlich vernommen. Er gab die Tat in ziemlich
gleich=
gültiger Weiſe zu und behauptete, in ſchlechte
Vermö=
gensverhältniſſe gekommen zu ſein; er will den
Raub=
mordverſuch in einer gewiſſen Notlage verübt haben. Er
habe die Frau Liebing nicht umbringen, ſondern nur
betäuben wollen. Es wurde feſtgeſtellt, daß Deſchmann
bei einem hieſigen Meiſter 50 bis 60 Mark in der Woche
verdient hatte. Vor drei Wochen hatte er die Abſicht
ge=
habt, Mainz zu verlaſſen, denn er verſuchte bei einem
Kollegen auf dem Ballplatz Roßhaare und Stoffe zu
ver=
kaufen, wobei er auf deſſen Befragen die Abſicht äußerte,
von hier fortzugehen. Weiter wurde feſtgeſtellt, daß
Deſch=
mann, ehe er nach Mainz kam, in Mannheim unter
dem=
ſelben falſchen Namen gewohnt und gearbeitet hatte
Kriminalkommiſſar Neumann war nach Mannheim
ge=
fahren und hatte ſeinen früheren Meiſter aufgeſucht.
Die=
ſer machte darauf aufmerkſam, daß er zwei Tage vorher
den Bueler in Frankfurt geſehen habe; daraufhin
wur=
den zwei Kriminalſchutzleute nach Frankfurt gefandt.
Worms, 2. Jan. Daß der Geſetzentwurf betr. die
organiſche Neuordnung der direkten
Steuern, der bereits die allerhöchſte Sanktion
erhal=
ten hat, zugleich mit dem Etat dem Abgeordnetenhauſe
vorgelegt werden ſoll, beſtätigt ſich nicht. Er wird erſt
ſſpäter mit einer Denkſchrift vorgelegt werden, worin
die Ergebniſſe der ſorgfältigen Prüfung der verſchiedenen
Vorſchläge einer Ueberflußſteuer im
Zuſammen=
hange dargelegt werden ſollen. Ob dadurch vermieden
werden kann, daß die Steuerfragen in die Generaldebatte
über den Etat übergreifen, iſt freilich nicht unzweifelhaft.
Oppenheim, 31. Dez. Wie hier erzählt wird, ſoll
das über das Vermögen des durchgegangenen
Weinhänd=
lers Schober verhängte Konkursverfahren wieder
aufgehoben werden, da ein Schwager Schobers, ein
Weingroßhändler im Elſaß, ſich bereit erklärt hat, die
Forderungen zu begleichen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Jan. Die
Bevölker=
ung von Berlin hat im abgelaufenen Jahre wenig
zugenommen, nämlich um rund 15000, das heißt von
2069000 iſt ſie auf 2084000 geſtiegen, alſo nur minimal.
Für den nächſten Monat iſt ſogar ein kleiner Rückgang
durch Fortzug zu erwarten. — Die Zahl der in der
Neu=
jahrsnacht polizeilich Siſtierten iſt mit 106
gegen das Vorjahr zurückgeblieben. Als gegen 1 Uhr
nachts ziemlich ſtarker Regen einſetzte, begann ſich das
Publikum in den bis dahin am lebhafteſten Straßen zu
zerſtreuen. — Durch einen Briefträger wurden am
Neu=
jahrsmorgen drei Kinder bei einem Brande in der Neuen
Königſtraße gerettet. Der Beamte bemerkte bei dem
Beſtellen von Briefen, daß aus einer Wohnung Rauch
hervorquoll. Kurz entſchloſſen drang er ein und holte
noch vor der Ankunft der Feuerwehr die in Lebensgefahr
ſchwebenden Kinder ins Freie. — An der Kreuzung der
Charlottenburger Chauſſee und der Siegesallee kam es
frühmorgens am Neujahrstage zu einem ſcharfen
Zu=
ſammenſtoß zwiſchen zwei
Automobildroſch=
ken, von denen aber nur eine beſetzt war. Durch den
Anprall wurde eines der Automobile umgeworfen. Die
Inſaſſen der anderen Droſchke, ein Herr und zwei Damen,
erlitten ſchmerzhafte Schnittwunden, Hautabſchürfungen
und Beinquetſchungen. Die beiden Chauffeure blieben
unverletzt.
Biebrich, 2. Jan. Bei dem Neujahrs=
Anſchie=
ßen am Silveſterabend ſchoß ein 15jähriger Junge mit
einem Terzerol ſeinem 16jährigen Kameraden
verſehent=
lich eine Kugel in die Bruſt. Der Getroffene ſank ſofort
zuſammen und mußte in das Krankenhaus gebracht
wer=
den, wo er in ſehr bedenklichem Zuſtande daniederliegt.
Die Kugel konnte bis heute noch nicht entfernt werden.
Stuttgart, 2. Jan. Heute früh wurde im Hofe des
Hauptpoſtamtes ein Poſtwagen erbrochen und
Geldbriefe im Werte von 12000 Mark geſtohlen.
Kiel, 1. Jan. Drei junge Leute aus Laboe, unter
ihnen zwei Brüder, die geſtern eine Segelbootfahrt in der
Strander Bucht unternahmen, ſind beim Kentern des
Bootes ertrunken. Ihre Leichen ſind noch nicht
ge=
funden worden.
Wien, 1. Jan. Geſtern vormittag iſt in einem
verſteck=
ten Gebüſch des St. Marxer Friedhofes ein in
Zeitungs=
papier gehüllter Totenſchädel gefunden worden. Es
wurde feſtgeſtellt, daß dieſer Schädel mit dem Schädel
des Fürſten Alexander Karageorgewitſch identiſch iſt,
da der Ober= und Unterkiefer gleich gefärbt und Ober= und
Unterkiefer, ſowie die beiden oberſten Wirbelknochen mit dem
Skelettrumpf zuſammenpaſſen. Bei dem Schädel befanden
ſich auch noch die beiden fehlenden oberſten Wirbelknochen.
Es wird vermutet, daß der Schädel in Zeitungspapier
erſt in der letzten Nacht von außen über die
Friedhofs=
mauer geworfen worden iſt, da der Friedhof gleich nach
dem Gruftraub genau abgeſucht worden war und es
nahe=
zu ausgeſchloſſen erſcheint, daß hierbei das Paket mit dem
Schädel überſehen worden ſein könnte.
Luxemburg, 1. Jan. Heute früh verbreitete ſich hier
das Gerücht von einem Attentat, das in der
Neu=
jahrsnacht auf den Staatsminiſter Eyſchen vollführt
wor=
den ſein ſollte. Die Unterſuchung ergab indeſſen die
Halt=
loſigkeit dieſes Gerüchtes. Es handelte ſich lediglich um
einen groben Unfug, den zwei vielfach beſtrafte Arbeiter,
ein Deutſcher und ein Luxemburger, dadurch auf der Straße
in der Nähe des Hauſes des Miniſters verurſacht hatten,
daß ſie nach dem Verlaſſen einer Weinkneipe zweimal eine
Dynamitkapſel zur Exploſion brachten, von denen die
zweite gleichzeitig eine Dynamitpatrone enthielt. Die
unter der Bevölkerung entſtehende Aufregung brachte im
Zuſammenhang hiermit das falſche Gerücht von einem
Attentat auf den Miniſter auf.
* Paris, 1. Jan. Hauptmann Lux meldete ſich
heute vormittag im Kriegsminiſterium bei dem
General=
ſtabschef, der ihn bei dem Kriegsminiſter einführte.
In militäriſchen Kreiſen wird bezüglich der
Einzel=
heiten der Flucht des Hauptmanns Lux
Still=
ſchweigen beobachtet. Lux begnügte ſich einem
Bericht=
erſtatter gegenüber mit der Verſicherung, daß er ohne jede
Mitwirkung eines Deutſchen entkommen ſei. Sehr
ent=
ſchieden wies er die Behauptung zurück, daß er Gefangener
auf Ehrenwort geweſen ſei. . . Einzelne Blätter wiſſen
gleichwohl ſehr ausführlich zu erzählen, in welcher Weiſe
Lux ſeine Flucht bewerkſtelligt habe. Sie ſei von den
Kameraden des Hauptmanns Lux vorbereitet worden. Lux
ſei durch Briefe, die zum Teil mit ſympathetiſcher Tinte
geſchrieben waren, von den zur Begünſtigung ſeiner Flucht
getroffenen Maßnahmen verſtändigt worden. Regelmäßig
Laut umgeſchriebenem Geſetz, nicht mehr allein Armbänder
um die Handgelenke und den Unterarm, ſondern den vol=
Len Oberarm umſpannende Armſpangen. Und zwar
wer=
den die Bänder für den Oberarm nicht allein zu kurz=
Armeligen Gewändern, das heißt — in der neuen
Ein=
richtung der Aermelmode — zum Geſellſchaftskleid
ange=
legt, ſondern zieren auch langärmelige Gewänder. Am
Fleidſamſten ſind dieſe Spangen, die aus breiten, flachen
Metallgeflechten, mit eingeſetzten Steinen (Diamanten,
Rubinen, Saphiren uſw.) hergeſtellt werden, wenn ſie
Ziemlich hoch oben den Arm umſchließen und von dem
duftig=durchſichtigen Gewebe des Aermels bald bedeckt,
bald bei einer Bewegung frei gelaſſen werden. So
bei=
ſſpielsweiſe an Kleidern mit etwas weniger als
halblan=
igen, glatten Aermeln, die beinahe ausnahmslos als
Ab=
fſchluß einen nicht übermäßig breiten Volant von
Tüll=
ſſpitze oder einem anderen derartigen dünnen Gewebe
zei=
igen und an Rokokoärmel erinnern. Hier liegt das
Arm=
lband dicht über dem Ellenbogen. Beſonders hübſch iſt die
Wirkung, wenn die farbigen Steine in Uebereinſtimmung
tmit dem Muſter des Kleides gewählt werden. So ſah
ich ein ſolches Armband mit großen Rubinen unter dem
weißen Spitzenvolant eines Gewandes hervorſchimmern,
das aus weißer Libertyſeide mit blutroten
Seidenarabes=
ken und roten Perlenſtickereien verziert war.
Verſchie=
dentlich habe ich auch geſehen, daß eine Anhängerin der
neuen Mode gleiche Armbänder auf beiden Armen trüg.
Das war namentlich bei langärmeligen Kleidern der Fall.
Hier gleichen die Armbänder wirklich Spangen, die das
duftige Gewebe zuſammenhalten, das bis zum Ellenbogen
ſtraff und glatt den Arm umſchließt, um dann, unterhalb
des einengenden Edelſteinreifes, zu einem dichten Bauſch
herauszuquellen, den halbwegs auf dem Unterarm ein
zweiter Armreif wieder zuſammenzwingt, ſo daß der
Aer=
mel die letzte Wegſtrecke bis zum Handgelenk wieder eng
und glatt zurücklegt. Eine andere, weniger verbreitete
Art von Armbändern ſah ich an einem Theateranzug: Ein
Armband aus ſchmiegſamen Goldgeflecht oder
Ketten=
werk umſpannt den Oberarm auf ſeiner halben Höhe und
windet ſich dann in ſchlangengleicher Art um den Arn
bis zum Handgelenk herab, wo ein auf dem Handrücken
liegender Schlangenkopf mit Edelſtein= oder Brillant=
augen, durch eine ganz feine kleine Goldkette an ſeinem
Platz um den Arm befeſtigt, den Abſchluß des
Schmuck=
ſtückes bildet. Während dieſe phantaſtiſche
Schmuckſpie=
lerei den linken Arm bedeckt, wird um den rechten
Ober=
arm nur ein in der Arbeit ähnliches ſpangenartiges
ſchwe=
res Armband geſpannt, und der übrige Teil des Armes
und der Hand bleibt frei.
* Der Reiſeweg eines Adlers. In der bulgariſchen
Zeitung Nova Balkanska Tribuna, Sofia, den 28.
Sep=
tember 1911, findet ſich unter der Ueberſchrift: Ein 726
Jahre alter Adler in Tſchirpan geſchoſſen” eine Notiz, die
nach den Münchener Neueſten Nachrichten in der
Ueber=
ſetzung folgendermaßen lautet:
„Geſtern war der Jäger H. Chr. Minev auf der Jagd
in der Umgebung Tſchirpans an einer Ruikita genannten
Oertlichkeit. Dort ſah er, daß über ihm in einer Höhe
von 80 bis 100 Metern ein rieſiger Adler von Weſten nach
Oſten flog. H. Minev zielte gut und tötete den Adler
Als er den erbeuteten rieſigen Vogel betrachtete, bemerkte
er, daß dieſer am linken Fuße einen Metallring trug mit
folgender Inſchrift: Vogelwarte Roſſitten 1285
Ger=
mania‟. Daraus folgt, daß ein gewiſſer Roſſitten,
Vogel=
halter in Deutſchland, im Jahre 1285 — alſo 726 Jahre
zurück — Beſitzer dieſes Adlers war, ihm einen
Metall=
ring um den Fuß legte und dieſem wahren Herrſcher der
Vögel die Freiheit gab.” In Wirklichkeit iſt dieſer Adler,
ein Schreiadler (Aquila pomarina), im Jahre 1911 als
junger Horſtvogel bei Kerklingen in Mittelkurland durch
Freiherrn von Kleiſt mit dem Vogelwartenringe Nr. 1285
markiert worden. Der Adler hat ſeinen Weg von der
Niſtſtelle aus direkt nach Süden oder Südſüdoſten
genom=
men, ganz anders wie die in Kurland niſtenden
Nebel=
krähen, die, wie der Rinaverſuch einwandfrei gezeigt hat,
immer nach Südweſten bis nach dem nördlichen
Frank=
reich wandern und im Winter nur einen verhältnismäßig
ſchmalen Nord= und zum Teil Mitteldeutſchland
umfaſ=
ſenden Landſtrich beſiedeln. Der Ringverſuch weiſt immer
deutlicher darauf hin, daß der Zug jeder Vogelart für ſich
unterſucht werden muß. Es gibt keine allgemein gültige
Vogelzugsſchablone.
Tſchirpan liegt in Südbulgarien, öſtlich von
Philip=
popel, etwas nördlich von der Marica. Der Adler iſt
durch Vermittelung bulgariſcher wiſſenſchaftlicher Kreiſe
in ausgeſtopftem Zuſtande der Sammlung der
Vogel=
warte Roſſitten überwieſen worden.
ml. Ein Schmetterling für 32000 Mark. Die Schätze
des „Muſeums für Naturgeſchichte” in New=York haben
neuerdings durch Aufnahme einer der ſchönſten
Schmet=
terlingsſammlungen der Welt eine bemerkenswerte
Be=
reicherung erfahren. Sie ſetzt ſich aus rund 250000
Exemplaren zuſammen und ſtellt einen Wert dar, der auf
vier Millionen zu ſchätzen iſt. Die Kollektion wurde von
ihrem kürzlich verſtorbenen Beſitzer Dr. Hermann Strecker
aus Rending in Pennſylvanien dem New=Yorker
Mu=
ſeum vermacht. Sie enthält einzig in der Welt daſtehende
Seltenheiten, für deren Beſchaffung der reiche
Schmetter=
lingsſammler ungeheuere Summen ausgegeben hat. Um
beiſpielsweiſe eine Rarität, eine in Sierra Leone
hei=
miſche Schmetterlingsart, der Sammlung einzuverleiben
hatte Dr. Strecker ſeiner Zeit eine eigene Expedition nach
der Guinea=Küſte ausgerüſtet, die auch von Erfolg
ge=
krönt war. Der heißerſehnte ſeltene Falter mit den
gelb=
rot=ſchwarzen Flügeln, den ſie erbeutete, hatte freilich
auch die Kleinigkeit von 32000 Mark gekoſtet.
W-l. Großh. Hoftheater. Der Schluß unſerer
ge=
ſtrigen Beſprechung über die Operette „Der
Opern=
ball” iſt infolge eines techniſchen Verſehens bös
deran=
giert worden. Er mußte richtig lauten: Wenn
man zwiſchen den beiden Abenden einen Vergleich
an=
ſtellt, müſſen wir offen bekennen, daß wir dem zwar ſehr
groben, aber doch geſunden Schwank vor der ſchlüpfrig
ſüßlich=ſeichten Operette noch den Vorzug geben. Vom
künſtleriſchen Standpunkte aus ſind aber beide in gleicher
Weiſe zu verwerfen. Der Kritiker, der dies ausſpricht,
weiß recht wohl, daß er damit nicht viel Beifall finden
wird und vergeblich an das künſtleriſche Gewiſſen der
Menge appelliert. Denn des Publikums Wille iſt das
oberſte Geſetz.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
Nummer 2.
ſeien an Lux mit dicken Schnüren umwickelte
Zeitungs=
pakete geſandt worden; dieſe Schnüre habe Lux ſorgfältig
geſammelt und daraus allmählich eine Strickleiter
herge=
ſtellt. Ferner habe man Lux Geſchichtswerke geſandt, die
die Aufſchrift: „Bibliothek der Offiziere des 30.
Infanterie=
regiments” trugen. In den Deckeln dieſer Bücher befanden
ſich Banknoten und Feilen. Auf dieſe Weiſe ſei Lux in
den Beſitz von 500 Francs und vier Feilen gekommen.
Durch die geheime Korreſpondenz wurde Lux auch davon
benachrichtigt, daß zwei Fluchtpläne ins Auge gefaßt ſeien,
der eine, um an die ruſſiſche, der andere, um an die
öſter=
reichiſche Grenze zu gelangen. Schließlich ſei vereinbart
worden, daß in der Nacht vom 28. Dezember ein Automobil
an einem beſtimmten Platz auf ihn warten werde. Lux
habe bei ſeiner Flucht die größte Kaltblütigkeit und den
größten Mut bewieſen. Er habe zwei Türen geſprengt,
einen Gitterſtab durchſägt und ſich mittelſt einer Strickleiter
von einer fünf Meter hohen Mauer herabgelaſſen und über
ein faſt drei Meter hohes Gitter ſteigen müſſen, das von
einer Schildwache bewacht wurde. Eine Viertelſtunde
ſpäter ſei Lux mittelſt eines von einem Ungarn geliehenen
Automobils über die öſterreichiſche Grenze gebracht
worden.
Der „Matin” ſchreibt, daß man ſich in Frankreich
da=
mit beſchäftigt habe, die dem Hauptmann Lux von der
deutſchen Gerichtsbehörde auferlegten Prozeßkoſten im
Be=
trage von 8000 Mark aufzubringen. Dies ſei
ſelbſtyer=
ſtändlich nunmehr überflüſſig geworden. Lux, der in den
Liſten als Deſerteur geführt wurde, werde der Form wegen
vor ein Kriegsgericht geſtellt werden, das ihn natürlich
frei=
ſprechen werde, umſomehr, als er durch ſeine Flucht
Frank=
reich einen großen Dienſt geleiſtet habe, er habe nämlich
während der Gerichtsverhandlung alle Agenten der
deut=
ſchen Gegenſpionage zu Geſicht bekommen, dieſe könnten in
Zukunft nicht mehr benutzt werden, da ſie nunmehr dem
franzöſiſchen Nachrichtenbureau bekannt ſeien. Es heißt
übrigens, daß Lux, der früher dem Nachrichtendienſt in
Bel=
fort zugeteilt war, nach Paris verſetzt werden wird.
Meh=
rere Blätter haben eine Sammlung eingeleitet, um Lux
zur Erinnerung an ſeine Flucht ein Kunſtwerk zu
über=
reichen.
Paris, 1. Jan. Nach den Ermittelungen der hieſigen
Polizei iſt der Haupturheber des Raubanfalles gegen den
Kaſſenboten Caby ein aus Belgien ſtammender Anarchiſt
namens Carouy, der nunmehr ſteckbrieflich verfolgt
wird.
Brüſſel, 1. Jan. König Albert iſt an Grippe leicht
erkrankt. Infolgedeſſen iſt der Empfang am 1. Januar
abgeſagt worden.
London, 1. Jan. In der vergangenen Nacht ſind große
Maſſen der hiſtoriſchen weißen Klippen bei
Dover abgebröckelt und in die See geſtürzt. Das durch
den Abſturz verurſachte Getöſe war meilenweit hörbar.
Eine mächtige Flutwelle erreichte Folkeſtone, wo außerhalb
des Hafens liegende Kohlenſchiffe mehrere Fuß von dem
Waſſer gehoben wurden, ſodaß die Ankerketten riſſen.
Fifcherboote tanzten auf dem Waſſer wie Korke.
Sofia, 1. Jan. In einem bulgariſchen Städtchen wurde
kürzlich ein Siegel der Heidelberger
Univerſi=
tät aufgefunden. Wie die bulgariſchen Blätter mitteilen,
ſoll mit dieſem Siegel mancherlei Mißbrauch getrieben
worden ſein. Es war ſchon früher aufgefallen, wie viel
Bulgaren „Doktoren” der Heidelberger Univerſität ſind.
Die bulgariſche Regierung hat aus Heidelberg ein
offi=
zielles Verzeichnis der Bulgaren verlangt, die an der
Hei=
delberger Univerſität ihren Doktor gemacht haben. Auf
Grund dieſes Verzeichniſſes wurde bereits feſtgeſtellt, daß
eine ganze Reihe von falſchen Heidelberger Diplomen in
Bulgarien exiſtiert. Es verlautet, daß noch größere
Sen=
ſationen bevorſtehen ſollen. Das Siegel wird zurzeit im
bulgariſchen Juſtizminiſterium aufbewahrt.
Los Angeles, 31. Dez. Die Brüder Menamara, die
kürzlich wegen Bombenanſchlags gegen ein
Zeit=
ungsgebäude verurteilt wurden, ſind im Verein mit drei
anderen Arbeiterführern jetzt auch der Verſchwörung und
des ungeſetzlichen Transports von Dynamit angeklagt
worden. Die drei Letztgenannten wurden ſofort verhaftet.
Petersburg, 31. Dez. Der Kaiſer und die
kaiſer=
liche Familie ſind heute abend in Zarskoje=Sſelo
eingetroffen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Viertes Hofmuſik=Konzert. Für das
am nächſten Montag, den 8. Januar, im Hoftheater
ſtatt=
findende 4. Sinfonie=Konzert der Hofkapelle iſt der
Pia=
niſt Paul Goldſchmidt aus Berlin als Soliſt
ge=
wonnen worden. Er iſt eine der wenigen Erſcheinungen,
die mit einem Schlage in aufſehenerregender Weiſe den
erſten Gäſten des betreffenden Kunſtfaches beigeſellt
wur=
den. Im November des abgelaufenen Jahres führte
Nikiſch den jungen Meiſter in einem Konzert des
Ber=
liner Philharmoniſchen Orcheſters in Hamburg ein. Die
geſamte Hamburger Preſſe befand ſich in voller
Ueberein=
ſtimmung über die hohe Bedeutung der Leiſtungsfähigkeit
des Künſtlers. Die Hamb. Nachr. ſchrieben: „Nikiſch iſt
nicht freigebig mit Soliſten. Wenn aber einer zu Worte
kommt, iſt es meiſt ein Würdiger und noch dazu ein in
weiteren Kreiſen noch nicht nach Gebühr Gewürdigter.
Geſtern wurde der junge Berliner Pianiſt Paul
Gold=
ſchmidt zu ſeinem Ruhm und zu unſerer Freude
einge=
führt. Goldſchmidt iſt ein ernſter Künſtler, der viel
ge=
lernt hat, aber auch viel aus Eigenem zu geben weiß.
Techniſche Bravour iſt ihm wie etwas
Selbſtverſtänd=
liches; wenn er in der vollen Kraftentfaltung von einigen
Taſtenhelden auch übertroffen wird, ſo wird man ſein
virtuoſes Können darum doch nicht niedriger einſchätzen.
Goldſchmidt kann mit einem perlenden Triller prunken,
und kann die Finger wie Elfen über die Taſten
dahin=
tanzen laſſen. Vor allem macht es ihn aber ſympathiſch,
daß er mit Verſtand und Seele, mit einer harmoniſchen
Miſchung von Geiſt und Gemüt ſpielt. Seine Töne ſingen
ſich ins Herz hinein.” Von der ernſten Auffaſſung ſeines
Berufes zeugt auch die Wahl des Danoll=Konzertes von
Brahms, das Herr Goldſchmidt nächſten Montag hier
ſpielen wird. Die Kompoſition iſt ſeit vielen Jahren in
Darmſtadt nicht gehört worden.
— Der Richard Wagner=Verein wird ſein 24.
Vereinsjahr am Dienstag, 9. Januar, mit einem
Lieder= und Balladenabend eröffnen, für den der lyriſche
Bariton des Stadttheaters in Leipzig, Herr Alfred
Kaſe, gewonnen worden iſt. dem ein glänzender Ruf als
Liederſänger vorausgeht. Das Programm des Abends
bringt Lieder und Geſänge von Franz Schubert, Karl
Löwe, Franz Liſzt, Arnold Mendelsſohn und wird
außer=
dem zwei lebende Komponiſten, den Stettiner Philipp
Gretſchen und den Leipziger Eugen Lindner, hier erſtmalig
einführen. Die Klavierbegleitung hat Herr Profeſſor
Wendelsſohn übernommen.
Parlamentariſches.
* Der Zweiten Kammer ſind die
Regierungs=
vorlagen betr. 1. Geſetzentwurf über Abänderung des
Geſetzes die Ausführung des Reichsimpfgeſetzes
betr., 2. die Entſchädigung für an Maul= und
Klauen=
ſeuche gefallenes Rindvieh, 3. die Ausführung des
Reichs=
viehſeuchengeſetzes, ferner 78 Anträge, Anfragen und
Vorſtellungen zugegangen.
Wahlverſammlungen.
Wähler=Verſammlung der Nationalliberalen Partei im
Schützenhof.
St. Die Nationalliberale Partei hielt geſtern abend
im „Schützenhof” eine Verſammlung ab, die
außerordent=
lich zahlreich beſucht war und einen ſehr anregenden und
eindrucksvollen Verlauf nahm, wenn auch mehrfach von
Seiten der anweſenden Sozialdemokraten verſucht wurde,
dieſe Wirkung zu beeinträchtigen, Verſuche, die
vergeb=
lich blieben gegenüber den durchaus ſachlichen und
über=
zeugenden Ausführungen des Kandidaten Dr. Oſann.
— Den Vorſitz führte Herr Stadtv. Dr. Noellner
Er hieß die Erſchienenen herzlich willkommen und
be=
tonte, daß die Verſammlung für notwendig erachtet
wurde, um dem Kandidaten Dr. Oſann Gelegenheit zu
geben, nochmals die vielerlei beabſichtigten und
unab=
ſichtlichen Entſtellungen zurückzuweiſen, die in
gegneri=
ſchen Verſammlungen aufgebracht wurden, und um
noch=
mals ſeine politiſche Stellung klar und deutlich
feſtzu=
legen. — Herr Landtagsabgeordneter Dr. Oſann hielt
dann eine etwa 1½ſtündige Rede, die wir an anderer
Stelle im Wortlaut wiedergeben. Der Redner wurde
vielfach von lebhaftem, anhaltendem Beifall
unterbro=
chen, dem die Gegner Widerſpruch und mehrfache
Zwi=
ſchenrufe entgegenſetzten. Beſonderen Beifall löſten die
wiederholten Richtigſtellungen des Referenten zu der
ge=
nügend oft erörterten Zündholzſteuer aus. Am Schluſſe
ſeiner Rede wurden Herrn Dr. Oſann lebhafte Ovationen
dargebracht.
In der Diskuſſion meldete ſich nur ein Herr
Schuchmann, der aber unverſtändlich blieb und dem
der Vorſitzende ſchließlich unter Zuſtimmung der ganzen
Verſammlung das Wort entzog. Darauf wurde nach
einem Schlußwort des Herrn Dr. Noellner die
Ver=
ſammlung mit einem Hoch auf das deutſche Vaterland
geſchloſſen.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Am Samstag ſprach
Dr. Strecker in Biſchofsheim. Der Saalbau
Schad war bis auf den letzten Platz gefüllt, und geſpannt
lauſchten die Anweſenden den Ausführungen des
Red=
ners. Er wies auf die Bedeutung der Reichstagswahlen
hin; am 12. Januar werde entſchieden, ob Deutſchland
fortan noch unter dem ſchwarzblauen Block, der uns die
famoſe Reichsfinanzreform beſchert hat, leiden ſolle oder
ob endlich Fortſchritt, Freiheit und Gerechtigkeit in der
deutſchen Politik zur Geltung gebracht werden ſollen. Er
legte ſodann ſeine Stellung zu den übrigen Parteien dar.
Erſt um 2 Uhr nachts wurde die Verſammlung, die bei
Freunden und Gegnern tiefen Eindruck hinterließ,
geſchloſ=
ſen. — Am 31. Dez. mittags ſprach Dr. Strecker in
Bie=
besheim vor über 100 Perſonen. Auch hier machten
ſeine Darlegungen ſichtbaren Eindruck. In der
Diskuſ=
ſion ſprachen ein Vertreter der Sozialdemokratie ſowie
Dr. Neuroth und Dr. Diehl=Groß=Gerau. Ein praktiſcher
Erfolg der Verſammlung war, daß demnächſt in
Biebes=
heim, das von jeher als Hochburg des Agrariertums
galt, ein Fortſchrittlicher Verein gegründet wird. — Am
Abend fand dann eine Verſammlung in Stockſtadt
ſtatt, die trotz der ungünſtigen Zeit von nahezu 90
Per=
ſonen beſucht war, die das Programm des fortſchrittlichen
Kandidaten unter ſtürmiſchem Beifall billigten.
* Nieder=Ramſtadt, 1. Jan. Die Fortſchrittliche
Volkspartei hielt hier heute eine gut beſuchte
Verſamm=
lung ab, in der Dr. Strecker in großzügiger Weiſe die
Richtlinien der Politik ſeiner Partei im gegenwärtigen
Wahlkampfe entwickelte. Er gab zunächſt einen
Ueber=
blick über die wichtigſten politiſchen Ereigniſſe ſeit der
Reichstagswahl von 1907, und indem er dieſe vom
Standpunkte ſeiner Partei aus beleuchtete, charakteriſierte
er zugleich ſeine eigene politiſche Stellung. Der
Red=
ner machte ſodann die Haltung ſeiner Partei während
der ſogenannten Bülowblockperiode verſtändlich, auf die
Fortſchritte im Reichsvereinsweſen, in der preußiſchen
Wahlrechtsfrage und in der Erbſchaftsſteuer hinweiſend.
Man müſſe von der Einſicht des deutſchen Volkes hoffen,
daß es bei der jetzigen Wahl die Reaktionsherrſchaft
niederringen werde. Gegenüber den Verdächtigungen
von verſchiedenen Seiten ſetzte der Redner noch ſeine
wirtſchaftspolitiſchen Anſchauungen, insbeſondere ſeine
Stellung zur Schutzpolitik, eingehend auseinander. Eine
Diskuſſion ſchloß ſich an.
* Ober=Ramſtadt, 2. Jan. Hier fand am Montag
im überfüllten Saale „Zum Löwen” eine öffentliche
Wählerverſammlung der Fortſchrittlichen
Volks=
partei mit dem Kandidaten, Herrn Dr. Strecker,
als Referenten ſtatt. Der Kandidat entwickelte in klaren,
großen Zügen ſeine Hauptprogrammpunkte. Im übrigen
geſtaltete ſich die Verſammlung eingangs zu einer
grund=
ſätzlichen Auseinanderſetzung mit der Sozialdemokratie.
Im weiteren Verlaufe ſeiner Rede wandte ſich Dr.
Strecker auch gegen rechts und forderte eine entſchiedene
Bekämpfung des ſchwarz=blauen Blocks. In der
Dis=
kuſſion traten zwei ſozialdemokratiſche und ein
bündle=
riſcher Redner auf, die jedoch von Herrn
Landtagsabge=
ordneten Henrich und Dr. Strecker im Schlußwort
wider=
legt wurden.
Handel und Verkehr.
D Schiffsliſte für billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pf.
für je 20 Gramm): „George Waſhington” ab Bremen
6. Januar, „Viktoria Luiſe” ab Hamburg 11. Januar,
„Preſident Lincoln” ab Hamburg 13. Januar, „Prinz
Fried=
rich Wilhelm” ab Bremen 20. Januar, „Kaiſerin Auguſte
Viktoria” ab Hamburg 27. Januar, „Kronprinz Wilhelm”
ab Bremen 30. Januar (Poſtſchluß nach Ankunft der
Früh=
züge). Alle dieſe Schiffe ſind Schnelldampfer oder ſolche,
die für eine beſtimmte Zeit vor dem Abgang die ſchnellſte
Beförderungsgelegenheit bieten. Es empfiehlt ſich, die
Briefe mit einem Leitvermerk wie „direkter Weg” oder
„über Bremen oder Hamburg” zu verſehen. Die
Porto=
ermäßigung erſtreckt ſich nur auf Briefe, nicht auch) auf
Poſt=
karten, Druckſachen uſw. und gilt nur für Briefe nach den
Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen
Gebieten Amerikas, z. B. Kanada.
Ueberſeetelegramme. Zu den britiſchen
Kolonien, mit denen vom 1. Januar 1912 an
Ueberſee=
telegramme zu halber Gebühr ausgewechſelt werden kön=
nen, treten noch hinzu: Auſtralien und Seu=Seeland
Inſeln Fanning und Norfolk, Fidſchi=Inſeln, Britiſch
Nord=Borneo, Ceylon, Britiſch=Amerika (Kanada),
Ba=
hama=, Bermuda= und Turks=Inſeln, Antigua,
Barba=
dos, Dominica, Grenada, Jamaica, St. Chriſtoph (St.
Kitts), St. Lucia, St. Vincent Weſtindien, Trinidad,
Bri=
tiſch=Guyana, Goldküſte, Nord= und Süd=Nigeria, Sierra
Leone, Mauritius und Britiſch=Somaliland.
Vermiſchtes.
* Fahrbare Trinkwaſſerbereiter für
die Armee. Im nächſten Heeresetat ſollen Mittel an
gefordert werden für die Beſchaffung von fahrbaren
Trink=
waſſerbereitern für die Etappenſanitätsdepots. Die
Ver=
ſuche mit dieſen Trinkwaſſerbereitern in der Armee gehen
bereits auf das Jahr 1903 zurück. Da eine Reihe anſtel
kender Krankheiten durch Waſſer übertragen wird, muß
der Waſſerverſorgung der Truppen namentlich im Felde
beſondere Aufmerkſamkeit gewidmet werden. Eine
wirk=
ſame Abtötung aller im Waſſer etwa vorhandenen Krank
heitskeime iſt nur durch Abkochen desſelben zu erreichen.
Dabei bedarf es aber beſonderer Einrichtungen, um das
Waſſer nach dem Abkochen wieder lufthaltig und kühl
zu=
machen. Nach dieſen Geſichtspunkten werden zunächſt für
die Truppenteile von der Induſtrie bewegliche
Kochappa=
rate hergeſtellt, welche von zwei Pferden gezogen werden
und der Truppe überall folgen können. Im Jahre 1903
wurde die Anſchaffung von vier derartigen Apparaten
durch Bereitſtellung der erforderlichen Mittel in Höhe von
20000 Mark ermöglicht. Die hiermit gemachten
Erfah=
rungen haben die Frage der Sicherung eines von
Krank=
heitserregern freien Trinkwaſſers für die Truppen auf
Märſchen und im Felde weſentlich geklärt. Es war aber
noch eine praktiſche Erprobung namentlich in bezug
auf=
die Leichtigkeit der Fortſchaffung der Apparate, ſowie auf
die Ergiebigkeit und die einwandfreie Beſchaffenheit des
gelieferten Waſſers erforderlich. Zu dieſem Zweck
wur=
den im Jahre 1905 von neuem 30000 Mark angefordert,
die dazu dienen ſollten, die im Wettbewerb der Induſtrie
hergeſtellten Apparate praktiſch zu erproben. Wenn
nun=
mehr für die Etappenſanitätsdepots fahrbare
Trinkwaſ=
ſerbereiter im nächſten Etatsjahr beſchafft werden ſollen
ſo kann man annehmen, daß die angeſtellten Verſuche
in=
zwiſchen zu einem Ergebnis geführt haben.
Literariſches.
Trowitzſchs Verbeſſerter Kalender
für 1912 (212. Jahrgang, Preis broſchiert 40 Pfg.,
karto=
niert mit Schreibpapier durchſchoſſen 50 Pfg., auch in
Quartformat zu haben, Trowitzſch und Sohn,
Ber=
lin SWV. 48). Auch der Kalender für 1912 ſteht ſeinen
Vorgängern in nichts nach. Es ſcheint faſt, als überragte
er ſie noch. Innerhalb eines verhältnismäßig kleinen
Rahmens berührt er in reichſter Mannigfaltigkeit die
verſchiedenſten Gebiete.
— Die Deutſche Romanzeitung und
Ro=
manbibliothek ſteht bereits im 49. Jahrgang und
bringt ſeit ihrem Beſtehen nur Arbeiten erſter Autoren.
Zurzeit gelangen zum Abdruck „Licht in der Ferne‟,
Ro=
man von Hans Werder und „Stirb und werde” von
Ar=
thur Brauſewetter. Das Beiblatt bringt immer
ſpan=
nende Erzählungen, Novellen uſw. Eine Probenummer
verſendet auf Wunſch gerne an jeden Intereſſenten die
Verlagsbuchhandlung Otto Janke in Berlin SW. 11
Anhaltſtraße 8.
— E. H. von Zagory: Haus Illersdorf
Broſch. 2,80 Mark, geb. 3,75 Mark. Verlag von E.
Un=
gleich, Leipzig. In dieſem ihrem neueſten Buche
erken=
nen wir wieder ſo recht die uns durch ihr Erſtlingswerk
„Aus dem Leben eines Weihnachtskindes” liebgewordene
Verfaſſerin; dieſelbe Friſche, derſelbe geſunde Humor
und=
zugleich die ernſte Lebensauffaſſung ſtrahlen uns daraus
hervor, daß es eine beſondere Freude bereitet, die
Leſerwelt auf dieſe Neuerſcheinung aufmerkſam machen
zu können. Alles in allem iſt dies ein Buch, das uns
durch die Natürlichkeit der Sprache, die edle Geſinnung
und zugleich ſpannende Handlung entzückt, und jeder
Le=
ſer wird der Verfaſſerin für die reiche Gabe innerlich von
Herzen danken, denn ein jeder wird etwas darin finden,
das ihm ſeine Seele berührt und ihm das Buch zum
lie=
ben, dauernden Freunde macht.
— Luiſe Hotop, Die Fremde. Roman aus
der Marſch. Broſch. 2,80 Mark, geb. 3,75 Mark. Verlag
E. Ungleich, Leipzig. Luiſe Hotop führt uns in ihrem=
Roman auf einen Gutshof in der Marſch und
entrollt=
vor unſerem Auge das Schickſal einer verarmten und
ver=
waiſten Offizierstochter, die von der mildtätigen
Guts=
herrin, der Frau Hemminga, aufgenommen wurde, um
von einer ſchweren, glücklich überſtandenen Krankheit
völlig geneſen zu können. Mit großer Natürlichkeit,
mit=
packenden, ergreifenden Worten ſchildert uns Luiſe
Hotop=
dies an Tragik ſo reiche Menſchenleben; ſie läßt uns in die
ſonnigen Höhen, aber auch in die düſteren Tiefen des=
Lebens blicken, ſodaß wir aufs tiefſte ergriffen werden.
— J. M. Sick, Glocken läuten . Aus dem
Däniſchen überſetzt von P. Klaiber. Preis broſchiert
3.80 Mark, gebunden 5 Mark. Verlag E. Ungleich,
Leip=
zig. Unendlich viel Schönheit iſt in dieſem Bande, wie
ſie nur eine tief empfindende Seele ſchauen, eine ſeltene
Künſtlerin mit dieſen treffenden, packenden und doch
ſchlichten Worten uns treulich zeichnen konnte. Und dier
Ueberſetzerin, Frl. P. Klaiber, hat nicht wenig dazu
bei=
getragen, bei der Wiedergabe uns dieſe Schönheit zu
er=
halten.
Die Maſſenvergiftung im Berliner Obdach.
* Berlin, 1. Jan. Die Zahl der unter
Vergif=
tungserſcheinungen Erkrankten betrug bis
zum Vormittag des Neujahrstages 161, von denen 71
geſtorben ſind. Man muß jedoch in der Beurteilung
dieſer Fälle ſehr vorſichtig ſein, da gewiß manche
Er=
krankungen auf übermäßigen Alkoholgenuß oder andere
Urſachen zurückzuführen ſein werden. Sind doch am 30.
und 31. Dezember bereits 8 Perſonen wieder aus dem
Krankenhaus am Friedrichshain entlaſſen worden, bei
de=
nen ſich andere Krankheitsurſachen herausgeſtellt hatten.
Alles in allem iſt jetzt, nachdem die Lokale geſchloſſen
ſind, in denen die Scharmachſche Miſchung verkauft
wor=
den war, ein Rückgang, wenn nicht ein Stillſtand
der Vergiftungsfälle zu verzeichnen.
Außer=
dem die Ermittelungen leitenden Kriminalkommiſſar
Touſſaint neigen jetzt auch die Aerzte des Städtiſchen
Ob=
dachs in der Fröbelſtraße mehr und mehr der Anſicht zu,
daß doch wohl vielleicht abgeſehen von den erſten
Fällen — die Vergiftungen durch den Genuß von
Methyl=Alkohol entſtanden ſein können. In die=
Nummer 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1913.
Seite 5.
er Angelegenheit erläßt das Polzeipräſdiun folgende
arnung: Anſcheinend ſind die zahlreichen
Vergiftungs=
llle der vorigen. Woche auf den Genuß von Methyl=
Ikohol zurückzuführen. Auch der Genuß ſonſtiger auf=
Illend billiger Spirituoſen iſt bedenklich.
* Berlin, 2. Jan. In den letzten 24 Stunden iſt
in Aſyl für Obdachloſe kein neuer
Vergiftungs=
all vorgekommen.
Deutſchland und England.
* London, 2. Jan: Daily Telegraph ſchreibt:
So=
eeit wir die Tendenzen der öffentlichen Meinung
inter=
h etieren können, lehnt ſich die Mehrheit der Engländer
ſeehr und mehr dagegen auf, irgend welche weitere ernſte
Lnterbrechung unſerer richtigen und normalen
Bezieh=
ſamgen zu Deutſchland zuzulaſſen. Das iſt eine
Arue Note der internationalen Politik, die mit
unverkenn=
urer Deutlichkeit ertönt. Die Entdeckung, die wir
kürz=
liih machten, daß wir im letzten Herbſt am Rande eines
Prrjeges ſtanden, hat den kriegeriſchen Geiſtern unter uns
Unten nützlichen Shok gegeben. Das Blatt wendet ſich
ſi gen einen Artikel des Profeſſors Zorn in der Kölniſchen
teitung, und bezeichnet die kürzliche Aeußerung des
Pro=
fchſſors Delbrück, England habe im Sommer beabſichtigt,
diene formelle Kriegserklärung über Deutſchland herzufallen,
lies reine Legende und fährt dann fort: Wenn ſo zwei
dationen grundloſe Erdichtungen übereinander erfinden
binnen, muß etwas geſchehen, um die Atmoſphäre zu
rei=
gen , die ſo mit den Elementen gefährlichen Mißtrauens
geladen iſt. Das iſt die unſerer Diplomatie in den nächſten
Monaten wartende Aufgabe. Es iſt abſurd, anzunehmen,
ltaß England und Deutſchland immer nebeneinander leben
fallen, ohne durch gegenſeitige Vereinbarungen die
natür=
lachen Intereſſen der beiden Länder zu ſichern.
Die Revolution in China.
* Hankau, 31. Dez. Der Waffenſtillſtand iſt
albgelaufen. Die Republikaner haben von Wutſchang
letts ein Gewehrfeuer gegen Hanjang eröffnet.
— London, 1. Jan. In der Sitzung der
Frie=
denskonferenz in Schanghai wurde angeblich
über das Schickſal des Kaiſers beraten. Er ſoll wie andere
(Gbgeſetzte Monarchen behandelt werden. Der kaiſerliche
Zöevollmächtigte bei der Konferenz, Tangſchaoji, ſchlug vor,
teem Kaiſer die Exterritorialität im Park von Jehol zu
ge=
neähren.
* Petersburg, 1. Jan. Nach Meldungen aus
Uiliaſutai proklamierten die dortigen Mongolen die
Qutonomie und forderten den chineſiſchen
Militärgou=
tzerneur auf, abzureiſen. Als ſich dieſer weigerte, erſuchten
tüe Mongolen den ruſſiſchen Konſul um Vermittelung.
Die Nowoje Wremja meldet aus Charbin: Der Kaiſer
von China und die Kaiſerin=Witwe hätten
irtkognito Tjanſi paſſiert und ſuchten, an die Grenze der
Mongolei zu fliehen. Dort ſeien zwei Bataillone
Garde zum Schutze eingetroffen.
— London, 31. Dez. Nachdem die führenden
Män=
per in der Mongolei beſchloſſen hatten, dieſe von China
füir den Fall, daß eine Republik proklamiert werden ſollte,
u trennen, ſieht ſich Rußland plötzlich in ſeinen
In=
ereſſen bedroht und ſoll, laut einer Pekinger Meldung dem
Bekinger Auswärtigen Amt eine Note zugeſtellt haben, die
ſch von einem Ultimatum kaum unterſcheidet.
* Schanghai, 2. Jan. Die
Friedenskon=
ferenz beſchloß am Samstag, daß jede Provinz Chinas
rei Vertreter zu dem Nationalkonvent wählen ſoll. Auch
ie Mongolei und Tibet ſoll durch drei Vertreter vertreten
zein. Die Einberufung der Abgeordneten ſoll zum Teil
um Namen der Mandſchus und zum Teil im Namen der
nroviſoriſchen republikaniſchen Macht erfolgen.
* Hankau, 2. Jan. Die Republikaner, die
geſtern die Feindſeligkeiten eröffneten, hatten keine
Nach=
ſicht von der Verlängerung des
Waffenſtill=
ſtandes.
* Charbin, 2. Jan. Das chineſiſche Zollreſſort
ſtellt feſt, daß vom 1. Oktober bis 1. Dezember 1911 der
llußenhandel um 140 Millionen geſunken iſt und
war gegen das Vorjahr im Import um 37, im Export
um 34 Prozent.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. Jan. Der Reichsanzeiger veröffentlicht
dden Wortlaut des Schiffahrtsabgabengeſetzes. Der
Ter=
rmin des Inkrafttretens wird durch kaiſerliche Verordnung
lbeſtimmt werden.
* München, 2. Jan. Graf Franz von
Belle=
garde, Mitglied des öſterreichiſchen Herrenhauſes und
ides Reichsrates, ehemaliger Oberhofmeiſter der Kaiſerin
EEliſabeth, der im Palais ſeiner Verwandten, der
Fa=
nilie des Grafen Königsegge=Aulendorf, weilt,
ktürzte geſtern in den offenen Fahrſtuhlſchacht und
twurde ſo ſchwer verletzt, daß er ſtarb.
* Hamburg, 2. Jan. Der des Raubmordes
(an der Witwe Henze verdächtige Johann Mertens iſt
geſtändig. Er hatte am 14. September am
Johannis=
weg in Hamburg die Witwe Henze ermordet und 50 Mk
geraubt.
* Frankfurt (Oder), 2. Jan. Die Frankfurter Oder=
Zeitung meldet: Der Forſtaſſeſſor Hauptmann d. L.
v. Knobloch gab im Verlaufe eines Streites auf den
Kaufmann Hedrich zwei Schüſſe ab und verletzte ihn
ſchwer. Hedrich verſtarb kurz nach der Einlieferung
fim Krankenhauſe. v. Knobloch wurde verhaftet.
* Danzig, 2. Jan. Der Kronprinz tritt heute
abend die Reiſe nach Berlin an. Im Gefolge befinden
ſich Kammerherr Behr und der perſönliche Adjutant
Major Graf Solms. Die Erkältung iſt faſt ganz
be=
hoben.
* Glatz, 2. Jan. Zu der Flucht des Hauptmanns
Lux wird noch gemeldet: Sämtliche an Lux gerichteten
Zeitungsſendungen wurden geöffnet und dem
Gefange=
nin ohne Verpackung überreicht. Ebenſo wurden die
Einbände der Bücher abgeſchnitten, um zu kontrollieren,
ob zwiſchen den Pappſcheiben ſich irgend welche
Gegen=
ſtände befänden.
H. B. Berlin, 2. Jan. In einer Penſion in der
Luiſen=
ſtraße fand man in einer Kommode die Leiche eines
10 Tage alten Kindes, der Arme und Beine abgeſchnitten
waren. Die unnatürliche Mutter, ein 19 Jahre altes
Mäd=
chen, wurde verhaftet.
— Stuttgart, 2. Jan. Der=Betriebsüberſchuß der
Württembergiſchen Staatseiſenbahnen im Etatsjahre
1910 belief ſich auf 26 273 591 Mark (4 276 742 Mark mehr
als im Vorjahre). Hiervon wurden 4253685 Mark an
den Eiſenbahnbau=Reſervefonds abgegeben, der jetzt ein
Vermögen von 8304910 Mark hat.
— Regensburg, 2. Jan. Infolge Reißens der
Draht=
ſeile ſtürzten in Oberndorf zwei Steinbrucharbeiter
in die Donau und ertranken.
— Leipzig, 2. Jan. Das Schwurgericht in Beuthen
verurteilte am 3. November den Hilfsmonteur Max
Walerus wegen dreifachen Mordes dreimal zum
Tode, wegen 8 verſuchter Morde und 3 verſuchter
Tot=
ſchläge, wegen Einbruchsdiebſtahls und
Sachbeſchädig=
ung zu 15 Jahren Zuchthaus und Ehrverluſt. Auf die
Reviſion des Verurteilten hob das Reichsgericht
das Todesurteil in einem Falle auf, erkannte aber
im übrigen auf Verwerfung der Reviſion.
H. B. Brüſſel, 2. Dez. Im belgiſchen Kohlengebiet
von Charleroi droht ein Generalſtreik von 50000
Arbeitern auszubrechen. In dem Bergwerk wurden
die Löhne bisher wöchentlich ausbezahlt. Jetzt wollen die
Verwaltungen, um Erſparniſſe an Bureau=Perſonal zu
machen, den Lohn alle 14 Tage auszahlen, womit die
Bergleute nicht einverſtanden ſind.
H.B. London, 2. Jan. Daily Telegraph meldet aus
Madrid, der Kriegsminiſter beabſichtigt, nach Melilla
ein vollſtändiges Areal von lenkbaren Luftſchiffen
und Flugapparaten zu entſenden und damit einen
Kundſchafterdienſt einzurichten. Mehrere Luftſchiffe und
Flugzeuge ſind bereits in Cuadoſajara eingetroffen.
Soll=
ten nicht genügend ſpaniſche Aviatiker zur Verfügung ſein,
ſollen nach dem Beiſpiel Italiens fremde Luftſchiffer und
Flieger angeworben werden.
H. B. London, 2. Jan. Der Hafen von Folkeſtone, an
der Südoſtküſte von England wurde in der Silveſternacht
von einer Flutwelle heimgeſucht, wie man ſie ſeit
Menſchengedenken nicht ſo ſtark erlebt hat. Das Waſſer
ſtieg plötzlich um mehrere Fuß. Eine Anzahl
Kohlen=
dampfer brachen von ihren Ankerketten los und richteten im
Hafen große Verwirrung an. Der Donner der
heran=
nahenden Flutwelle wurde meilenweit vernommen. Aus
Dover wird gemeldet, daß zwiſchen dort und Folkeſtone
ein ungeheuerer Abſturz von Kreidefelſen ſtattfand. Die
in den Ozean gerutſchten Felſen, die zu der hiſtoriſchen
Gruppe der weißen Felſen gehören, ragen als Trümmer
eine Viertel=Seemeile weit ins Meer. Aus Wales wird
gemeldet, daß der Flecken Waunarley durch einen
Berg=
ſturz bedroht iſt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hoch über Frankreich hat ſich weiter
ausge=
dehnt, während ſich das Tief im hohen Norden etwas
verſtärkt hat. Wir hatten meiſt trübes Wetter mit nur
unerheblichen Niederſchlägen. Wir haben keine
Aende=
rung des herrſchenden Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Mittwoch, 3. Januar:
Meiſt trüb, keine erheblichen Niederſchläge, Temperatur
wenig verändert.
Die Ratsherrnbrüderſchaft
erlaubt ſich hiermit auf die Anſchaffung ihres neuen
Leichenwagens aufmerkſam zu machen. Der Wagen
bietet in ſeiner ernſten und würdigen Erſcheinung
Gewähr für eine pietätvolle Beſtattung.
(551a
Beſondere Beſtellungen hierzu nehmen entgegen:
Wagenverwalter Lorenz, Woogsplatz 5, Tel. Nr. 211.
Wagenführer Ernſt Büchler, Nieder=Ramſtädterſtr. 56,
Tel. Nr. 1073.
Mähnffabrik!
Georn Eherhardts Söhne
Darmstädter Werkstätten.f. Handwerkskunst
fertigt in eigenen Werkstättenkals Spezialität:
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oder kostenlose Zusendung des interessanten
Aldums 1 „Wohnliche innenräüme” venlangen.
550a
Aus dem Geſchäftsleben.
Auszeichnung. Kaiſerl. Königl. privil. Giſela=
Verein, Lebens= und Ausſteuer=Verſicherungsanſtalt a. G.
unter dem Protektorate Ihrer K. u. K. Hoheit der Durchl.
Frau Prinzeſſin Giſela von Bayern. Dieſer großen
Gegen=
ſeitigkeitsanſtalt wurde, in Anerkennung ihrer Leiſtungen,
vom Kaiſer von Oeſterreich die Auszeichnung zuteil, der
Firma den Beiſatz „Kaiſerl. Königl. privilegiert”
voran=
zuſtellen, ſowie den kaiſerlichen Adler zu führen.
Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Von dem Hinſcheiden unſerer lieben Tochter,
Schweſter und Nichte
(579
Johanna Weisse
ſetzen wir hiermit Verwandte, Freunde und
Be=
kannte tiefbetrübt in Kenntnis.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Lauteſchlägerſtraße 19.
Die Beiſetzung findet am Donnerstag
nachmit=
mittag um 3 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Heute entſchlief ſanft an Altersſchwäche
um 1 Uhr mittags unſere unvergeßliche, treue
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau
Friederike Heyer
geb. Zickwolff
im 77. Lebensjahre.
Darmſtadt, 2. Januar 1912.
Frau Auguſte Flinſch, geb. Heyer
Frau Bertha Schüler, geb. Heyer
Dr. phil. Albert Heyer
Carl Schüler
Flinſch, Leutnant im Dragoner=
Regiment 15
Guſtel Flinſch
Auguſt Schüler
Hermann Schüler.
Die Einſegnung und Beerdigung finden in
Mainz in aller Stille ſtatt. (620
Todes-Anzeige.
Heute früh verſchied nach längerem Leiden
mein lieber Gatte, unſer lieber Vater,
Schwieger=
vater, Schwager und Onkel
(597
Herr August Glaser
im 81. Lebensjahre.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Mina Glaſer, geb. Burger
Emil Glaſer
Johanna Glaſer, geb. Haumbach.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Jan.,
vom Eingang des ſtädtiſchen Friedhofes aus,
ſtatt.
Nachruf.
Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht,
das Ableben unſeres Schreiners
(574
Emil Röse
bekannt zu geben.
Der Verſtorbene, der über 25 Jahre in
unſerem Betriebe tätig war, hat es verſtanden,
ſich unſere vollſte Zufriedenheit zu erwerben
und verlieren wir in ihm einen unſerer treueſten
Arbeiter.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Wehner & Fahr.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Außer Abonnement):
„Glaube und Heimat”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Volksverſammlung um 8½ Uhr im „Chauſſeehaus”
(Fortſchrittliche Volkspartei).
Wählerverſammlung des Zentrumsvereins um
8½ Uhr im „Konkordiaſaal”
Monatsverſammlung des Kriegervereins um 8½ Uhr
in der Turnhalle am Woogsplatz.
Spielabend des Schachklubs um 8½ Uhr im Hotel
„Prinz Karl”
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Por=
träts vom Tage (Staatsſekretär Dr. Solf, Profeſſor
von Waſſermann, Dr. von Jacobs); chineſiſche
Diplomaten ohne Zopf; Empfangsfeierlichkeiten in
Bombay; nach dem Brande des Luna=Parks in Coney=
Island bei New=York.
Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 4. Januar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 4 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
Krückgeſandt.
Kror ds Rattſattiberaten Randlbaten br. Gfant
gehalten in der Wählerverſammlung am 2. Januar im „Schützenhof”.
Nach Schluß des Reichstags am 5. Dezember habe
ich am 8. Dezember in dieſem Saale eine eingehende
Darſtellung der überaus wichtigen letzten Tagung des
Reichstags gegeben, zugleich mich als Kandidaten
der nationalliberalen Partei vorgeſtellt und eingeführt.
umfaſſend legte ich damals die geſchichtlichen Ereigniſſe
auf den verſchiedenſten Gebieten der geſamten Politik dar.
Ich ſchilderte die politiſche Lage bei der Auflöſung
des Reichstags 1906, dann die neue Konſtellation der
Parteien in dem Reichstage in der Vereinigung des
Blockes, der Parteien, die von den äußerſten
Konſer=
vativen ſich ſpannte bis zu dem extremſten Liberalen und
die ſich in einer neuen Reichstagsmehrheit
zu gemeinſamer Arbeit zuſammenfand. Dieſe
gemein=
ſame Tätigkeit zeigte ſich an den einzelnen Werken
der Geſetzgebung aus dieſer Zeit, die als
we=
ſentliche Fortſchritte auf den Gebieten der
ſozia=
len, wirtſchaftlichen und liberalen
Poli=
tik angeſehen werden müſſen, trotz all der Mängel im
Einzelnen, die ich keineswegs außer Acht ließ.
Ich beſprach damals dasdoch für die meiſten deutſchen
Bun=
desſtaaten einen entſchiedenen Fortſchritt
be=
deutende Reichsvereins= und
Verſamm=
lungsgeſetz, ein Geſetz, das nicht bei uns in
Heſ=
ſen, die wir ſchon freie Zuſtände hatten, wohl aber
in anderen, rückſtändigen Bundesſtaaten als eine
poli=
tiſche Errungenſchaft in liberalem Sinne begrüßt
wurde. Dann die umfaſſende Einſchränkung der
Ver=
folgung von Majeſtätsbeleidigungen durch
weſentliche Erſchwerung der Vorausſetzungen der
Beſtra=
fung, auch ein wirklicher Fortſchritt auf politiſchem
Ge=
biete. Eingehender wurde dann von mir die
Finanz=
reform an Hand der Entwickelung der Einzelheiten in
den Kommiſſionen und dem Plenum des Reichstags
be=
handelt, denn mit dieſer bedeutſamen Frage hing nicht
allein das finanzielle Schickſal des Reiches, ſondern auch
die geſamte innerpolitiſche Lage des Reiches
zuſammen. Hatte doch gerade die Finanzreform den
Bruch des Blockes, den Abgang des
damali=
gen Reichskanzlers Fürſten Bülow zur
Folge. Darauf habe ich Ihnen den weiteren Gang der
Arbeiten des Reichstages zu ſchildern verſucht: die
Reichswertzuwachsſteuer, mit welcher die
Fürſorge für die Veteranen verbunden war,
dann die doch weſentlichen Fortſchritte auf
dem Gebiete der ſozialen Geſetzgebung an Hand
der Reichsverſicherungsordnung mit der
Ausdehnung der Rentenberechtigungen auf Witwen
und Waiſen geſchildert, dabei auch die Mängel
dar=
gelegt, deren Beſeitigung uns nicht gelang, ſo
insbeſon=
dere die Herabſetzung der Altersgrenze vom 70. auf das
65. Lebensjahr, die aber hoffentlich, unſeren Anträgen
entſprechend, bis zum Jahre 1915 eine beſſere Löſung
fin=
den wird, weiter die beſcheidene Höhe der Renten. Wir
haben ſodann in der
Privatbeamtenverſiche=
rung einen Ausbau von ſegensreichſter Wirkung auf
dem Gebiete ſozialer Fürſorge geſchaffen, bei allen
die=
fen Geſetzen aber Rückſicht genommen auf die
wirtſchaft=
liche Lage derjenigen, die doch durch ihre Beiträge mit
die Koſten der Sozialgeſetzgebung zu tragen haben, der
Unternehmer, und zwar insbeſondere der
mittle=
ren und kleineren Unternehmer. insbeſondere
in den Kreiſen der Kaufmannſchaft und der
Handwerker, die heute faſt ſchwerer in dem
Exiſtenz=
kampfe ſtehen, als die Arbeiter.
Ich hatte damals weiter geſchildert, wie wir mit
ei=
ner Koſtenerhöhung von jährlich 117 Millionen Mark die
Gehälter der Reichsbeamten aufgebeſſert
hat=
ten, wie es trotz meiner vielfachen Bemühungen bis jetzt
noch nicht gelungen iſt, das Wohnunasgeld für
die Reichsbeamten, und damit für die Beamten
der heſſiſch=preußiſchen Eiſenbahn für
Darmſtadt höher zu geſtalten. Weiter konnte ich
hin=
weiſen auf die doch wahrlich liberale Ausgeſtaltung
der elſaß=lothringiſchen Verfaſſung und
die Umgeſtaltung dieſes Landes zu einem wirklichen
Bun=
desſtaat, wie ja auch die Zuſtimmung des
Reichs=
tages bei Erwerb und Abtretung von Schutzgebieten
von den Bundesregierungen erkämpft worden iſt. Ich
hatte die Wähler von den wirtſchaftlichen
Fra=
gen, die im Reichstag gerade aus Anlaß der
eingetre=
tenen Teuerung der Lebensmittel beſprochen
wurden, unterrichtet und mich als einen Anhänger der
gemäßigten Schutzollpolitik für
Indu=
ſtrie und Landwirtſchaft bekannt, der den
Zoll=
tarif vom Jahre 1902 für die gute Unterlage der
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe anſieht. Ich hatte dann die
äußere politiſche Lage mit ihren drohenden
Gefahren für Deutſchland geſchildert. eingehend die
Gefahren geſchildert, die uns von England
droh=
ten und noch drohen und deren Größe verſtärkt wird
durch das Zuſammenwirken der Großmächte
England, Frankreich und Rußland, das
doch jetzt in aller Klarheit in ſeinem feindlichen Charaktet
gegen Deutſchland erkannt wird.
Dies in aller Kürze zuſammengefaßt meine
Darle=
gungen vom 8. Dezember; damit aber zugleich der
Hin=
weis auf die Werke und Taten des vorigen
Reichstages, an denen auch ich mitgewirkt und
mei=
nen Anteil habe. Aber auf Grund dieſer Arbeit des
Reichstages und im Reichstage habe ich Ihnen zugleich
mein Programm für den neuen Reichstag
gegeben und zwar beſſer gegeben. als derjenige, der
nur in Worten ſein Glaubensbekenntnis nach
politi=
ſcher und wirtſchaftlicher Richtung niederlegen kann. Mein
Programm hat lebendigen Ausdruck gefunden in
dem, an dem ich mitgearbeitet habe, teils im
Ple=
num, teils in der Kommiſſion des Reichstags. Und
das darf ich einſchalten — die Dinge in den
geſetzgeben=
den Körperſchaften, im Reichstage, im Landtage, auch in
den Sitzungen der Gemeinderäte in Stadt und Land
ſpie=
len ſich ganz anders ab. als ſie in den unverantwortlichen
Volksverſammlungen oftmals beſprochen werden. Hier
erſcheint oft das Wort als das ausſchlaggebende, dort
aber, an verantwortlicher Stelle, iſt es die
Tat.
Aus den Werken, aus den Taten eines
Abgeord=
teten kann daher die Bevölkerung weit beſſer einUrteil über
die Tauglichkeit einer Partei, eines Abgeordneten
abgeben, als aus einem papiernen Programm, das meiſt
der Wirklichkeit nicht Stand hält. Brauche ich dies zu
beweiſen? Brauche ich darauf hinzuweiſen, wie Parteien
die indirekte Beſteuerung ausſchließen, und doch bei der
Reichsfinanzreform ſich der Zuſtimmung zu der
indirek=
ten Steuer in Höhe von mehreren Millionen nicht
ent=
ziehen konnten, daß Parteien, die der Beſteuerung von
Tabak und Bier feindlich gegenüberſtanden, dazu im
Drange der Verhältniſſe ſich verſtehen mußten?
Meine politiſchen Grundſätze ſind verankert in den
Werken des Reichstags. Ich habe mich bekannt zu den
liberalen Grundſätzen der Nationalliberalen Partei
und ſie zu verwirklichen geſucht, wie ich Ihnen an den
oben erwähnten Geſetzen dargeſtellt habe.
Ich bin auf dem ſozialpolitiſchen Gebiete
tätig vorgegangen, einem Gebiete, auf dem der
Schutz der minderbemittelten Klaſſen der Bevölkerung
erſtrebt wird, habe dabei allerdings nicht allein das
In=
tereſſe der Arbeiter und ſonſtigen Verſicherten zu wahren
gehabt, ſondern mit deren Intereſſen auch die der
Arbeitgeber, insbeſondere mittleren und kleineren
Arbeit=
geber
in Einklang zu bringen verſucht.
Meine Partei hat ſich auf wirtſchaftlichem
Ge=
biete zu dem gemäßigten Schutzzoll auf
Grund des Zolltarifs von 1902 bekannt, der
für Deutſchlands wirtſchaftliche Entwickelung von
größ=
tem Segen geweſen iſt und der die Grundlage bilden
wird zu den neuen Handelsverträgen. Dabei
haben wir die gleichmäßige Behandlung von
Induſtrieund Landwirtſchaftſtets vertreten und
keinem Stande den Vorzug vor einem anderen
eingeräumt. Wir in der nationalliberalen Partei ſind
keine Freihändler, auch nicht ſolche, die troß ihrer
Freihandelsüberzeugung es bei den jetzigen Schutzzöllen
bewenden laſſen wollen, noch weniger ſolche, die den
Schutzzoll „allmählich abbauen” wollen. Wir ſind ebenſo
wenig Anhänger eines „lückenloſen Zolltarifs”, wie jetzt
von Herrn v. Heydebrand verlangt wird, ſondern halten
an dem feſt, was in den ftürmiſchen Tagen der
Foll=
tarifverhandlungen im Dezember 1902 im Reichstage
feſtgelegt wurde.
Meine Partei — und damit ich — ſtehen auf
nationalem Boden,
das haben wir bei dem letzten
Handelsver=
trage gezeigt. Wir halten weiter, gerade angeſichts
der ſchweren Gefahren und Konflikte in
der auswärtigen Politik, die über Nacht
über uns hereinbrechen konnten,
die ſtarke Wehr zu Waſſer und zu Lande
für unbedingt nötig, um unſer Land vor Angriffen auf
ſeine Grenzen zu ſchützen. Werden auf dieſem Gebiete
neue Opfer von uns verlangt, ſo müſſen wir ſie bringen,
iſt der Beweis für ihre Notwendigkeit
er=
bracht. Aber bei der Verteilung der Opfer muß auch die
ſozinle Gerechtigkeit in finanziellen Fragen
gewahrt werden, wie wir ſie ja durch Annahme der
Erbſchaftsſteuer bei derFinanzreformwahrten.
Hier haben Sie in großen Zügen
die Grundlagen meines politiſchen Denkens,
die aber auch bereits feſten Ausdruck und
Ver=
wirklichung gefunden haben in einer über
zwan=
zigjährigen Tätigkeit in der
Oeffent=
lichkeit und in verantwortlichen Stellungen
im Reichstag und Landtag in den letzten Jahren.
In allen Verſammlungen, in denen ich geſprochen
Nhabe, habe ich
dieſe ſachlichen Darlegungen der Politik
in den Vordergrund geſtellt, mich fern gehalten von
Schlagwörtern, der Phraſe, auch von Angriffen
auf die anderen Parteien, weil die ſachliche
Dar=
ſtellung mir höher ſteht, als die Polemik gegen andere
und weil ich auf Grund ſachlicher Darſtellung
hoffe, die Bevölkerung von der Richtigkeit der
Grundſätze der Partei, der ich angehöre,
zu überzeugen.
Aber eingehend und ſcharf beſchäftigen ſich meine
bei=
den Gegner von der ſozialdemokratiſchen und
fortſchritt=
lichen Seite mit mir und ſo habe ich die Pflicht, ihnen
zu antworten, wenigſtens ſoweit ich über die
Behauptun=
gen in Verſammlungen Unterlagen erhalten habe.
Zunächſt das ſozialdemokratiſche Flugblatt, das am
letzten Sonntag uns als Weihnachtsgabe ins Haus flog.
Bei den „Hottentottenwahlen” ſei das deutſche Volk
ſchwer getäuſcht und hineingelegt worden. Auf Grund
einer nationalen, aus der Kolonialpolitik
entnommenen Parole hat damals das deutſche Volk ſeine
Vertreter gewählt und in voller Wahrheit ſind
dem Volke die Zuſtände Deutſchlands zu der damaligen
Zeit geſchildert worden. Niemand von den Kandidaten
hat damals ſo enorme Bedürfniſſe des Reiches
voraus=
ſehen können, wie ſich dieſelben dann in der
Reichsfinanz=
reform herausgeſtellt haben. Hatte ſich aber einmal die
finanzielle Schwierigkeit des Reiches ergeben, ſo konnte
ſich kein verantwortlicher Politiker der Ordnung der
Reichsfinanzen entziehen und mußte auch an ſchwere
Be=
laſtung des Volkes herantreten. Konnten denn die 500
Millionen neue Steuern, wie es die Sozialdemokratie
vorſchlägt, durch Reichseinkommen=, Reichsvermögens=
und Erbſchaftsſteuer bei Vermögen über 20 000 Mark
aufgebracht werden?
Die Reichseinkommen= und Vermögensſteuer ſtieß
auf den unüberwindlichen Widerſtand der
Finanzminiſter der Bundesſtaaten, die die Einkommen=
und Vermögensſteuer für die Finanzen der
Bundesſtaa=
ten allein beanſpruchen zu müſſen glaubten. Aber auch
welche Belaſtung der direkten Steuern in den
Einzelſtaaten, wenn aus dieſen noch 400 Millionen zu
Gunſten des Reiches hätten gezogen werden ſollen. Auf
uns in Heſſen, die wir an zweiter Stelle ine der
Belaſtung mit direkten Steuern bereits ſtehen, wären
8 Millionen entfallen, und dieſe hätten nicht von
den Wohlhabenden und Reichen allein, ſondern von der
ganzen ſteuerzahlenden Bevölkerung aufgebracht
wer=
den müſſen.
Wer die jetzigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe des
Mittelſtandes, der doch gerade den Hauptteil
der direkten Steuern trägt, kennt, weiß, daß
eine ſolche Belaſtung mit neuen direkten Steuern
ein=
fach unmöglich geweſen wäre. Das muß jeder=
Politiker ſagen, der die finanziellen Verhältniſſe der
Ein=
zelſtaaten kennt, will er dem Volke die
Wahrheit=
nicht verheimlichen.
Alſo ohne indirekte Steuern, ohne Steuern
im weſentlichen auf Bier, Branntwein, Tabak war eins
Finanzreform
nach dem übereinſtimmenden Urteil des Reichstags,
mit Ausnahme der Sozialdemokratie, nicht möglich
Wir aber in der nationalliberalen Partei forderten als
Gegengewicht die Erbſchaftsſteuer, und ſucht
ten darin den Ausgleich nach der Seite der beſitzenden
Klaſſe der Bevölkerung. Wir haben nicht verſucht, dier
Beſitzenden und Reichen zu ſchonen, ſondern gerade
die=
ſen einen Teil der Steuer auferlegen wollen. Es gibt
kein Land, in dem ſolche Beträge durch direkte Beſteuen
rung aufgebracht werden können; in anderen
Ländern=
wie England, Frankreich werden weit höhere
Be=
träge aus Objekten wie Branntwein, Bier und Tabal
gezogen.
Wenn unſere Schuldenlaſt im Reiche auf 5 Milliars
den geſtiegen iſt, die einen Betrag von 177 Millionen,
nicht 214 Millionen, Zinſen alljährlich fordern, ſo iſt
gerade die abſolute Notwendigkeit zur=
Aenderung dieſer Verhältniſſe gegeben. Und ſo ſieht
der Etat 1912 bereits eine Schuldentilgung von 85
Mil=
lionen vor. Dabei darf doch darauf hingewieſen
wer=
den, daß dieſe Schulden auch in werbenden Anlagen,
ſo Reichseiſenbahnen, oder in Gebäuden, Grundſtücken,
die dem Reiche gehören, ihre Wertpoſten finden.
Sicherlich muß der Landesverteidigung ein
eminentes Kapital alljährlich gewidmet werden, aben
dieſe Ausgaben ſind unbedingt nötig für die Land
desverteidigung und kommen doch auch wieder dem
Volke zu, das die Lieferungen für Heer und Flotte zu
lei=
ſten hat, und dem hierdurch auch Arbeitsgelegenheit
geges=
ben wird. Aber wenn hier neue Laſten gefordert
wer=
den, ſo werden nicht mehr die indirekten Auflagen
heran=
gezogen werden. Die Erbſchaftsſteuer wird dann
wieder auftauchen und an ihr kann dann nicht
porüber=
gegangen werden.
Wenn die Sozialdemokratie in ihrem Flugblatte die
Erhöhung der Löhnung der Soldaten von 22
Pfennig auf 30 Pfg. fordert, ſo hat niemand hiergegen,
etwas einzuwenden, wenn die erforderlichen
Mit=
tel vorhanden ſind. Ausgaben in einer
Höhe ohne Beſchränkung zu bewilligen
und ſich um die Deckung keine Sorge zu
machen, das iſt die einfachſte Art, ſolche Fragen zu löſen,
Auch die Reichsverſicherungsordnung wird
in dem ſozialdemokratiſchen Flugblatte einer
vernichten=
den Kritik unterzogen, nichts von den Vorteilen
und Fortſchritten erwähnt. Die Verwaltung der
Krankenkaſſen durch die ſeither beſtehende
ausſchlag=
gebende Mehrheit der Arbeitnehmer hatte in einzelnen
Orten die ſchwerſten Mißſtände hervorgerufen; es war die
Berückſichtigung der Wünſche und Anſichten der
Arbeit=
geber vollſtändig ausgeſchloſſen, da ſie ja ſtets
überſtimmt=
wurden. Ich darf an Offenbach erinnern, wo ſich die
Arbeitgeber nicht mehr an der Verwaltung der
Orts=
krankenkaſſe beteiliaten. Dieſe Vorkommniſſe erheiſchen
gleichmäßige Verteilung der Rechte zwiſchen Arbeits
gebern und Arbeitnehmern. Wir wollten ja die gleichen
Rechte auch von gleichen Beiträgen abhängig machen,
haben aber darin keinen Anklang gefunden.
Und dann die Bettelbrocken” der Witwen= und
Waſa=
ſenverſicherung. Wir ſehen ebenſo ein, daß die Renten
der Witwen und Waiſen gering ſind, allein ſie
bekom=
men doch wenigſtens etwas, da man ihnen nacht
der Finanzlage des Reiches zurzeit mehr noch nicht geben
konnte. Auch darin liegt ein Mangel daß die
Witwen=
renten nur an erwerbsunfähige Witwen bezahlt
wer=
den. Aber hätte man den ſozialdemokratiſchen Anträgen
ſtattgegeben und die Witwenrente allen Witwen
zuge=
ſprochen, und die Erhöhung des Witwen= und
Waiſen=
geldes auf 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienſtes
feſt=
geſetzt, ſo hätte dies eine jährliche
Mehrbelaſt=
ung von faſt 260 Millionen ergeben.
Würde überhaupt allen ſozialdemokratiſchen
Anträ=
gen bei der Reichsverſicherungsordnung ſtattgegeben
wor=
den ſein, ſo wäre eine
jährliche Mehrbelaſtung von über 2 Milliarden
entſtanden.
Das muß doch auch feſtgeſtellt werden gegenüber
denen, die unſere Sozialpolitik anklagen, daß im
Jahre 1909
die Beiträge allein der
Arbeit=
geber zur Krankenverſicherung
120 Mill.
der Arbeitgeber allein zur
Un=
fallverſicherung
198
der Arbeitgeber allein zur
Invaliden=
verſicherung
94 „
zuſammen 412 Mill.
betrugen. Zu dieſen kommt der Reichszuſchuß im
Jahre 1909 in Höhe von 51 Millionen,
die neuen Koſten durch Ausdehnung der Kran=
60 Mill.
kenverſicherung betragen jährlich
der Hinterbliebenenverſicherung
66 „
zuſammen 126 Mill.,
und von den Koſten der Hinterbliebenenver=
19.50 Mill.
ſicherung entfallen auf die Arbeitgeber
auf den Reichszuſchuß
27,40
Bei ſolchen Aufwendungen iſt es ein Unrecht, von
„Bettelbrocken” zu ſprechen. Dazu werden doch die
Ar=
beitgeber noch herangezogen mit ſehr erheblichen
Bei=
trägen zur Privatbeamtenverſicherung.
Würden die ſämtlichen Anträge der Sozialdemokratie
zur Reichsverſicherungsordnung angenommen worden
ſein, ſo hätte dies eine
jährliche Mehrbelaſtung von 2027642000 Mark
ausgemacht. Auf ſolchem Wege läßt ſich allerdings leicht
Sozialpolitik treiben.
So viel zu dem ſozialdemokratiſchen Flugblatte; nun
aber zu den Angriffen der Sozialdemokratie auf meine
perſönliche Stellung
in verſchiedenen im Reichstage behandelten Fragen.
Ge=
rade mit dieſen hat ſich der Abgeordnete Raab in der
ſozialdemokratiſchen Parteiverſammlung am 8. Dezember
rcchäftigt und ich habe in den Wahlverſammlungen auf
ton Lande die Wahrnehmung gemacht, daß
Behaupt=
ungen unwahrer Art in die Bevölkerung
hinausgetra=
werden, um ſie gegen mich aufzuhetzen. Ich ſtände,
ſſagte Abgeordneter Raab, auf dem Boden der
Bis=
arckſchen Sozialpolitik, deren oberſtes Ziel die
Zücht=
ig von Millionären ſei.” Solche
unſinnige Behauptung,
hl kann ein anderes Wort nicht finden, wird in die Welt
kinreingeſchleudert. Die Bismarckſche Sozialpolitik, beſſer
hite Wirtſchaftspolitik, hatte doch zum Zwecke, die
Er=
hierbsſtände in Stadt und Land zu kräftigen,
ein deutſchen Mittelſtand in den Städten, den Bauern=
und auf dem Lande zu erhalten und ihn zu ſchützen.
ſichbe ich nicht in dem Landtag darauf Bedacht gehabt,
die Mittelſtandsintereſſen zu ſchützen,
i- ich nicht für ſie eingetreten durch die Beſteuerung der
Unternehmer, die dem Mittelſtande ſchärfſte Konkurrenz
ſochen? Hat nicht gerade die Sozialdemokratie durch
ſiolehnung dieſer Geſetze die
Groß=
triebe gefördert? Haben wir nicht im
Reichs=
gage zugunſten der Handwerker das Geſetz über die
icherung der Bauforderungen, zugunſten
ſes Kaufmannsſtandes das Geſetz über den
lauteren Wettbewerb verabſchiedet?
Sodann behauptet Abg. Raab, ich hätte den
Stand=
unkt vertreten, die Genußmittel des Volkes könnten
ar nicht hoch genug beſteuert werden”. Wann und wo
ſabe ich ſolchen Standpunkt vertreten? Wenn ich den
Foandpunkt vertreten habe, bei einer Steuerbelaſtung
rm 500 Millionen Mark müßten auch geeignete Objektc
ſuff indirektem Wege beſteuert werden, ſo iſt das doch
ſanz anders, als wenn ich dieſe Objekte nicht hoch genug
ſierteuert haben könnte. Und in dieſem Punkte habe ich
hach auch nur die Anſicht des geſamten Reichstages,
ein=
älließlich der Gegner der indirekten Beſteuerung, aller=
Diigs ausgenommen der Sozialdemokraten, vertreten.
Hat denn aber die Bismarckſche
Wirtſchafts=
lelitik nicht ſegensreiche Wirkungen gehabt? Mau
ilhe doch Vergleiche zwiſchen dem heutigen Stand des
prrtſchaftlichen Lebens in Induſtrie, Handel und
Land=
vrrtſchaft und der Zeit vor Einführung der Schutzzölle
Eingehender muß aber die Stellung meiner Partei
ſunld meiner eigenen Stellung zur
Zündholzſteuer
bchandelt werden, denn gerade mit ihr wird am meiſten
ſlrgen mich agitiert. Zunächſt die Feſtſtellung, daß
meine Partei und ich, nachdem die Erbſchaftsſteuer
ge=
ſaien war,
gegen die Zündwarenſteuer
Uſſſtimmt haben. Allein ich ſoll ja der „Urheber” der
hündholzſteuer nach der Behauptung des Abgeordneten
ſſiaab ſein; demgegenüber die Feſtſtellung, daß dieſe
Eteuer auf einem konſervativen Antrage beruhte.
arum habe ich gerade den Auftrag übernommen, über
dieeſe Steuer im Plenum des Reichstages zu ſprechen?
Weil die Zündwarenfabrikanten meines Wahlkreiſes, die
lümf Fabrikanten in Pfungſtadt, eine Firma in Nieder
maamſtadt, mich dringend erſuchten, zu helfen, daß die in
dutsſicht ſtehende Steuer nicht in einer ſie vernichtenden
t ausgeſtaltet werde; dieſe Bitten vertraten ſie nicht
blein für ſich, ſondern auch für ihre Arbeiter, deren
Ent=
lcſſſung ſonſt nötig werden würde. War ich als der
Ab=
wordnete des Wahlkreiſes nicht vervflichtet, dem
Inter=
ehe von Angehörigen meines Wahlkreiſes
nachzukom=
mnen? Ich hätte mich für pflichtvergeſſen
gehal=
lim, wäre ich untätig geblieben. So habe ich denn mit
neinen Freunden eine Reihe von Anträgen geſtellt,
nelche zur beſſeren Geſtaltung dieſer Steuer
ddenen ſollten, obwohl wir dann die Steuer ablehnten.
ch habe auch nicht etwa das Monopol vertreten,
ſon=
daern nur geſagt daß im Falle einer
Kommiſſionsberat=
ung, die leider nicht ſtattfand, auch die Frage hätte
er=
öt tert werden können, ob nicht das Monovol die richtige
rt der Beſteuerung geweſen wäre; dabei habe ich nicht
ſeimmal endaültig Stellung zu dem Monopol genommen.
Iih habe aber einige Abänderungsanträge geſtellt, die
ſeime entſchiedene Beſſerung der Beſteuerung bedeuten
lund Anklang fanden. Nach 1½ Jahren wurde dann im
Heichstage eine Interpellation der Fortſchrittlichen
olkspartei behandelt, bei deren Beſprechung der
Zen=
tnumsabgeordnete Graf Oppersdorf den Verſuch machte
de dem Zentrum ſo unangenehme Zündwarenſteuer den
Lüberalen zuzuſchieben, und dabei auch geäußert, daß
ich von dem Monopol geſprochen hätte. Dagegen hat er
n ir keineswegs die Urheberſchaft an der
Zündwaren=
ſſteuer zugeſchrieben. Und dennoch behauptet
Abgeord=
ueter Raab meine Urheberſchaft an dieſer Steuer. Ich
labe Veranlaſſung genommen, ihn bei der erſten
Ge=
l genheit, die ich fand. zur Rede zu ſtellen, habe am 22.
Februar 1911 in der Zweiten Kammer auf die
Unrichtig=
kit ſeiner Darſtellung hingewieſen, hatte ſogar vor einer
Verſammlung der Zündwarenarbeiter dem
Abgeordne=
tan Raab die Protokolle des Reichstages geſchickt, aus
ienen er meine Stellung hätte erſehen können; trotzdem
verden auch heute noch dieſe auf ganz unrichtiger
Grund=
lage beruhenden Darſtellungen in die Welt geſetzt. Ich
ſaabe wenigſtens die Genugtuung gehabt, daß mir einige
ündwarenfabrikanten in öffentlichen Verſammlungen
deen Dank für meine Tätigkeit gerade in der
Ausgeſtalt=
umg dieſer Steuer ausgeſprochen haben. Ich habe weiter
tie Genugtuung, daß die Fabrikanten nach
Ueberwind=
umng ſchwerer Zeiten nach und nach wieder in vollen
Be=
ſrrieb kommen, daß die Mehrzahl der Arbeiter wieder
engeſtellt werden konnte. Ich darf auch noch anführen
daß ich für die Entſchädigung arbeitslos gewordener
Jündholzarbeiter geſtimmt habe, ein Antrag, der
aller=
ffings im Reichstage Annahme nicht fand.
Zur Charakteriſierung der Angaben des
Abgeordne=
ten Raab diene auch noch folgendes: Er behauptet, von
eitwa 78 Zündholzfabriken hätten nach Einführung der
ündwarenſteuer nur 50 ihren Betrieb aufrecht erhalten
Innen. Davon iſt nach mir gemachten Mitteilungen
u ur wahr, daß eine Fabrik eingeſtellt wurde, die
über=
ies ihr Kontingent ſehr gut verkaufen konnte: die Ein
ſt ellung des Betriebs in etwa 20 Fabriken erfolgte, als
im Intereſſe der Arbeiter das Phosvhorver
lot eingeführt worden war. Auch ſind nicht vier neue
Steuerbeamte nach Pfungſtadt gekommen, ſondern zu
den vorhandenen zwei weitere z wei.
Ich bedauere, daß ich gerade dieſe von mir ſchon
ſoo oft behandelte Frage nochmals beſprechen mußte, aber
as bleibt mir nichts übrig, als den nicht ruhenden
Agi=
tationen der Sozialdemokratie energiſch entgegenzutreten.
Noch zwei Vunkte der Agitation gegen mich muß ich
uch hier behandeln:
meine Tätigkeit auf der Zeche Radbod und als
Stadt=
verordneter bei dem Transportarbeiterſtreik.
Ich hätte bei der Interpellation über die Kataſtrophe
aauf der Zeche Radbod meine Aufgabe zur
Zufrieden=
ſeet: der Grubenbarone erfüllt, behauptet Abgeordneter
Raab. Ich habe im Gegenteil ſtrengſte
Unterſuch=
ung durch das unparteiiſche Gericht verlangt,
und ſtrengſte Beſtrafung, wenn die Schuldigen
ermittelt wären. Ich hatte mir die Verhältniſſe der Zeche
Radbod auch, ſoweit ſie zu ſehen waren, angeſehen, bin
in einer benachbarten Kohlengrube eingefahren —
Rad=
bod konnte ja, da die Grube brannte, nicht beſehen
wer=
den — und habe, ſoweit irgend möglich, mir die
Unter=
lagen für meine Aufgabe im Reichstag beſchafft. Dann
ſprach ich auch über die Arbeiterkolonie der Zeche, rühmte
ſie, weil ich ſie muſtergültig fand. Die
ſozialdemokra=
tiſche Preſſe hatte die Arbeiterwohnungen „Hundeſtälle‟
genannt, hatte behauptet, die Wohnungen ſeien feucht,
die Wände ſeien an allen Seiten naß, daß die
Berg=
arbeiter in Siechtum verfallen ſeien. In zwei
Inſtan=
zen iſt der ſozialdemokratiſche Redakteur der
Arbeiter=
zeitung, in der dies behauptet war, zu 500 Mark
Geld=
ſtrafe verurteilt worden; ſeine Behauptungen hätten ſich
als unwahr herausgeſtellt. Alſo durch gerichtliche
Urteile ſind die ſozialdemokratiſchen Behauptungen
als unwahr feſtgeſtellt, trotzdem Vorwürfe gegen mich.
Dabei ſagte der Verteidiger des angeklagten
ſozialdemo=
kratiſchen Redakteurs bei der Beſichtigung, daß die
Häu=
ſer doch ganz ſchön ſeien.
Dann meine Anfrage bei dem
Transportarbei=
terſtreik in der Darmſtädter
Stadtverordnetenver=
ſammlung. Lag nicht bei ſolch ſchweren
Ausſchreitun=
gen die Pflicht vor, dieſe Dinge in der Oeffentlichkeit
zu behandeln? Ich habe dabei ausdrücklich betont, daß ich
das Koalitionsrecht in keiner Weiſe angreife,
aber man ſolche Ausſchreitungen nicht ruhig hinnehmen
könne. Iſt denn meine Stellung nicht vollſtändig gerecht
fertigt worden durch die Gerichtsverhandlungen in den
letzten Tagen, bei welchen die Angeklagten, mit
Aus=
nahme eines, wegen Landfriedensbruch zu
Stra=
fen von 3—10 Monaten verurteilt wurden?
So viel zu den ſozialdemokratiſchen Angriffen.
Die Fortſchrittliche Volkspartei kann meine
Stel=
lung im Reichstage kaum beanſtanden. Solange
der Block beſtand, hat ja die Fortſchrittliche Volkspartei
mit der Konſervativen und Nationalliberalen Partei
ge=
ſtimmt, und ich habe mich nur in einem Falle von
meiner Partei getrennt, beim Reichsvereinsgeſetz, bei
welchem ich die weiter gehenden Rechte in einzelnen
Bun=
desſtaaten aufrecht erhalten wollte, alſo liberaler
war, als ſelbſt die Mitglieder der Fortſchrittlichen
Volks=
partei. Bei der Reichsfinanzreform habe ich ebenſo
ge=
ſtimmt, wie die Mitglieder dieſer Partei, für die
Erb=
ſchaftsſteuer. Nach Auflöſung des Blocks habe ich
eben=
falls mit der Nationalliberalen Partei geſtimmt, mich
allerdings darin von der Volkspartei unterſchieden, daß
ich z. B. für die Reichsverſicherungsordnung ſtimmte,
während einige Mitglieder der Volkspartei dagegen
ſtimmten. Vielleicht hätte die Volkspartei gar erwähnen
können, daß ich bei Beratung des Etats des
Auswärti=
gen fmts und der Heeresverwaltung dafür eingetreten
bin, daß bei Beſetzung der Stellen lediglich die
perſön=
liche Tüchtigkeit und Kenntnis, nicht Geburt, Vermögen,
Adel maßgebend ſein dürfen; ich denke, das waren doch
liberale Gedanken, die ich entwickelt habe.
Hat man alſo in meiner Stellung als
Reichstagsabge=
ordneter keine Ausſtellungen zu machen, ſo könnte ich die
fortſchrittlichen Gegner darauf verweiſen, daß doch bei der
Wahl am 12. Januar nur dieſe, den Reichstag
be=
treffenden Dinge, entſcheidend ſein dürfen. Aber
man zieht heſſiſche Politik und meine Stellung als
heſſiſcher Landtagsabgeordneter hierher und
wendet ſich gegen mich. Zunächſt die nicht geſchehene
Einigung der Liberalen in Heſſen. Ich habe mir die größte
Mühe gegeben, dieſe Einigung herbeizuführen; ſie iſt an
Bingen=Alzey geſcheitert. Aber ich kann den
national=
liberalen Männern dorten nicht ſagen, wie es von der
Fortſchrittlichen Volkspartei verlangt wurde, der von
ihnen aufgeſtellte Kandidat ſei nicht nationalliberal. Ich
kann den nationalliberalen Wählern dorten auch nicht
zu=
muten, die nationalliberale Kandidatur dorten
zurückzu=
ziehen und für den fortſchrittlichen Kandidaten einzutreten,
was nachher von der Fortſchrittlichen Volkspartei verlangt
wurde. Das iſt nicht liberal; die
Vertrauens=
männer eines Wahlkreiſes haben zu entſcheiden, nicht
der Vorſitzende des Landesausſchuſſes. Dieſen Standpunkt
haben die Mitglieder des geſchäftsführenden Ausſchuſſes,
auch die auf dem linken Flügel ſtehenden, einſtimmig
ge=
billigt. Dabei darf betont werden, daß Bingen=Alzey
kein alter, unumſtrittener Sitz der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei iſt. Seit Bamberger im Jahre 1881
von der nationalliberalen Partei zur Wirtſchaftlichen
Ver=
einigung überging, hat dort ein ſcharfer Kampf zwiſchen
Freiſinn und Nationalliberalen ſtattgefunden, in welchem
Bamberger und Schmidt (Elberfeld) nur durch die
Hilfe des Zentrums ſiegten.
Noch zweimal habe ich dann verſucht, die Fortſchrittliche
Volkspartei zu einer Einigung in anderen Wahlkreiſen zu
bewegen. Auf mein Schreiben vom 13. Dezember erfolgte
Ablehnung; auf ein weiteres Schreiben vom 19. Dezember,
in dem ich, der Anregung der Frankfurter Zeitung folgend,
eine Einigung in Gießen und Bensheim=Erbach vorſchlug,
erhielt ich überhaupt keine Antwort. In Gießen hat man
ſich verſtändigt; der Landesausſchuß der Fortſchrittlichen
Volkspartei hat dieſe Verſtändigung mißbilligt. In Mainz
hat die Fortſchrittliche Volkspartei nicht einmal Eintreten
für den linksnationalliberalen Kandidaten Dr. Keller
be=
ſchloſſen, ſondern die Stimmen freigegeben, trotzdem durch
die Nationalliberalen die Agitation für den
fort=
ſchrittlichen Abgeordneten Heerdt bei den Landtagswahlen
durchgeführt wurde. Alſo an den
Nationallibera=
len liegt das Scheitern der Verhandlungen
nicht; Einigung in den einzelnen Wahlkreiſen hätte
er=
folgen können. Vorgeſtern iſt mir in Ginsheim von einem
fortſchrittlichen Redner vorgeworfen worden, wir hätten
ein Bündnis mit dem Zentrum. Das, trotzdem in
Darm=
ſtadt, in Friedberg den Nationalliberalen Gegenkandidaten
des Zentrums entgegengeſtellt ſind, trotzdem in den
Land=
tagswahlen in Darmſtadt unſer Kandidat durch die
Abſplitterung des Zentrums nicht in die Stichwahl kam.
Richtig iſt allerdinas daß das Zentrum in einzelnen
Wahl=
kreiſen bei den Stichwahlen im Kampf gegen die
Sozial=
demokratie uns unterſtützte, aber doch nur, weil die
Sozial=
demokratie auf das heftigſte von dem Zentrum bekämpft
wird. Alſo, wo iſt denn das Bündnis mit dem Zentrum?
Auch in Alzey=Bingen iſt der nationalliberale Kandidat
ganz ſelbſtändig aufgeſtellt worden, hat keinerlei Zuſagen
gemacht, wird allerdings vom Zentrum unterſtützt, das in
den letzten Tagen einen dahingehenden Entſchluß gefaßt
hat. Herr Dr. Strecker ſoll auch behauptet haben, ich hätte
Herrn von Calker, den nationalliberalen Kandidaten in
Friedberg=Büdingen nicht unterſtützt, während die
Volks=
artei Mann für Mann für dieſen eingetreten ſei. Auch
das iſt nicht richtig; ich bin in zwei Verſammlungen für
Herrn von Calker eingetreten, habe allerdings bald
ge=
ſehen, daß er nicht zum Siege kommen werde. Aber die
Fortſchrittliche Volkspartei hat gerade Herrn von Calker
gegenüber nicht ſtandgehalten; ein Drittel der Wähler iſt,
nach der Frankfurter Zeitung, bereits im erſten Wahlgange
zur Sozialdemokratie übergegangen.
Ich hätte die Wahl des Kandidaten Schätzel im Kreiſe
Nierſtein nicht unterſtützt, ſagt mein Gegner. Ich habe in
einem in dem Mainzer Tagblatt und der Landskrone
veröffentlichten Aufrufe aufgefordert, Mann für Mann für
Herrn Schätzel einzutreten. Geſprochen habe ich für ihn
nicht, bin auch dazu gar nicht aufgefordert worden, hatte
überdies in dem Landtagswahlkampfe faſt jeden Abend
eine Verſammlung. Ich habe den Nationalliberalen
Mei=
ſinger in mehr als 6 Verſammlungen gegenüber dem
Chriſtlich=Sozialen unterſtützt, für die Herren Mergell,
Cratz und Klingſpor geſprochen, und letztere gehören doch
ſicherlich nicht zu den Rechtsnationalliberalen.
Darf ich nun mit einigen Worten auf meine Stellung
zu den Parteien rechts der
nationallibe=
ralen Partei eingehen. Die chriſtlich=ſoziale,
die deutſch=ſoziale und die Reichspartei
haben keine direkte Aufforderung, meine Wahl zu
unter=
ſtützen, gegeben, ſondern erklärt, deren Stimmen müßten
jedenfalls gegen den Freiſinn und die Sozialdemokratie
abgegeben werden. Ich habe weder dieſen
Par=
teien, noch irgend einer ſonſtigen Partei
oder Korporation, oder Wirtſchaftlichen
Vereinigung irgend ein Verſprechen, eine
Zuſage gemacht. Auch nicht dem Bund der
Land=
wirte, der die Parole für mich ausgegeben hat. Gerade
der Bund der Landwirte hat in ſeiner Verſammlung den
Unterſchied zwiſchen ihm und der nationalliberalen Partei
ſcharf hervorgehoben, aber erklärt, daß er dennoch für meine
Wahl eintrete. Der Bund der Landwirte in dem
Wahl=
kreiſe Darmſtadt=Groß=Gerau hat ſich auch, wenn die
Mel=
dung im Täglichen Anzeiger richtig iſt, mit meiner
Stellung in der Reichsfinanzreform
ein=
verſtanden erklärt, alſo auch mit der Erbſchaftsſteuer,
Es iſt ja auch bekannt, daß gerade in Heſſen unter dem
Bunde der Landwirte ſich viele Anhänger der
Erbſchafts=
ſteuer befinden. Wie kann man mir aus dieſer Stellung
des Bundes der Landwirte einen Vorwurf machen, mir,
der ich vollſtändig frei bin, nach keiner Seite
hin irgend welche Zuſage gemacht habe. Würde
z. B. Herr Abgeordneter Oeſer von der Fortſchrittlichen
Volkspartei dadurch konſervativ oder Zentrumsmann, als
er die Stimmen dieſer Parteien erhielt, erhalten mußte,
um gewählt zu werden?
Seit ich im politiſchen Leben ſtehe, habe ich mich
ent=
halten,
irgend ein Verſprechen zu geben, irgend
eine Bindung einzugehen.
Frei muß der Abgeordnete ſein, nicht mit
gebundenen Händen den Arbeiten und der
Politik gegenüberſtehen.
So habe ich mich auch nicht auf die
Forderungen des Hanſabundes
verpflichten können. Ich habe ſtets, wie es ja auch
der Hanſabund will, die gleiche Behandlung aller
Erwerbsſtände vertreten und habe dieſen Grundſatz
in meiner bisherigen Wirkſamkeit auch praktiſch betätigt.
Es gibt für mich
keinen Vorrang der Induſtrie vor der
Landwirtſchaft und keinen Vorrang der
Landwirtſchaft vor der Induſtrie.
Beide Erwerbsſtände verlangen gleiche
Behandlung und dieſe kann insbeſondere auf dem
Gebiete der
Schutzzollpolitik
zum Ausdruck kommen.
Ich würde es freudigſt begrüßen, wenn gerade die in
Induſtrie und Handel ſtehenden Erwerbskreiſe mehr als
ſeither in den Parlamenten tätig würden. Ich habe bei
den letzten Landtagswahlen mich entſchieden für
Ver=
treter des Handels und Induſtrie
ausgeſpro=
chen, habe redneriſch die Herren Bankdirektor Baſtkan, in
Gießen Herrn Fabrikanten Klingſpor, in Offenbach Herrn
Handelskammerſyndikus Dr. Cratz unterſtützt. Kann man
mir da ſagen, ich hätte kein Verſtändnis für die Bedeutung
dieſer Erwerbsſtände?
Ich habe außer vom Hanſabunde noch von einer
gan=
zen Reihe wirtſchaftlicher, ſozialer und anderer
Kor=
porationen Anfragen erhalten, auch hier habe ich mich
freigehalten von irgend welchen Zuſagen.
aber auf meine bisherige Tätigkeit verweiſen können, aus
der hervorgeht, wie ich ſoziale, wirtſchaftliche und andere
Aufgaben beurteile. Was helfen auf dem ſich täglich
ändernden Gebiet der Politik Verſprechungen, die man
dann nicht halten kann.
So ſtehe ich vor Ihnen als ein durchaus freier
Mann, der ſeinem eigenen Gewiſſen verantwortlich iſt,
dabei natürlich das Intereſſe der Wähler, das Intereſſe
des Volkes als ausſchlaggebend anſieht.
Und wie mir das Intereſſe des Volkes maßgebend iſt
für mein Handeln, das dürfte ich wohl in meiner
öffent=
lichen, insbeſondere in meiner Landtagstätigkeit
gezeigt haben. Darüber können die Beamten und
Lehrer, für die ich eingetreten bin, die Penſionäre
ihr Urteil abgeben. Hierüber kann der Stand der
Kauf=
leute, der Detailliſten, der Stand der
Hand=
werker, der Kleingewerbetreibenden, der
Wirte urteilen, denn Vertreter aller dieſer Stände ſind
oft mit mir über ihre Lage in Beratung getreten; ich habe
ſie nicht mit Worten abgeſpeiſt, ſondern, wo ich nur konnte,
auch ihre Wünſche und Beſchwerden wirkſam vertreten.
Weit mehr als mir lieb iſt und es ſonſt meine Art
iſt, habe ich hier perſönliche Dinge berührt. Allein
ich war hierzu durch die Angriffe der Gegner genötigt.
Mein Plan für den Wahlkampf war ein anderer: Ich wollte
die Reichstagsverhandlungen ſchildern und an ihnen
meine Beſtrebungen klar legen. Die Gegner haben mich
auf dieſen mir nicht genehmen Weg gedrängt.
Ich kehre aber am Schluſſe zurück zu der Aufgabe, die
ich mir geſtellt habe. Von größter Wichtigkeit iſt die Wahl
am 12. Januar. In welch ſchwieriger Lage ſich
Deutſch=
land dem Ausland gegenüber befindet, iſt in den
letzten Tagen des Reichstags von einem ernſten Mann mit
ernſten Worten klargelegt worden. Angeſichts ſolcher
Enthüllun=
gen ſollte ſich das Bürgertum zuſammenſchließen in ſeiner
Kraft und Stärke. Die wichtigſten Grundſätze des
ſtaat=
lichen und wirtſchaftlichen Lebens fallen zuſammen,
kom=
men ſchwere Konflikte mit dem Auslande. Hier hat die
nationalliberale Partei ſtets in erſter Linie geſtanden, auch
fürderhin wird ſie ſtets da zu finden ſein. Gegenüber
dem Andrängen der Sozialdemokratie heißt es, die
An=
griffe ebenſo abwehren mit Feſtigkeit, die in dem
Bürger=
tum heute vorhanden iſt, wie zu jeder Zeit, da es gilt,
nationale Entſcheidungen zu treffen. Wir haben
1907 unter den ſchwierigſten Verhältniſſen
den Sieg davongetragen, wir werden auch
bei der diesmaligen Wahl ſiegen, tut jeder
Bürger und Wähler ſeine Pflicht.
(Langanhaltender, lebhafter Beifall.)
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
Seite 8.
Nummer
2.
Srkau
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Tais!
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608)
Tarngesenschurr Darmstaur
Gegründet 1879.
Eingetr. Verein
Sonntag, den 21. Januar 1912, nachm. 3 Uhr:
Dauptverſammlung.
Tagesordnung:
Rechenſchaftsbericht.
Neuwahl des Vorſtandes.
Eingelaufene Anträge.
Anträge zur Hauptverſammlung ſind 14 Tage vorher beim
Vorſtand einzureichen.
Die Wahl der Turnwarte und des Obmanns der Singmann=
(199
ſchaft findet 8 Tage vorher ſtatt.
Der Vorſtand.
Fortichrittliche Volkspartei.
Mittwoch, den 3. Januar, abends 8½ Uhr,
ſprechen im Chauſſeehaus, Heidelbergerſtraße 89
die Herren
Oberpoſtaſſiſtent B. Jeneck
aus Frankfurt am Main
und der Reichstagskandidat
Herr Oberlehrer Dr. R. Strecker
aus Bad Nanheim
über die
Reichstagswahl am 12. Januar 1912.
Mittwoch, 3. Januar 1912, abends 8½ Uhr
im,, Konkordiasaale‟ Waldstrasse 33
Wahl-Versammlung
Redner: Herr Gewerkschaftssekretär Rienecker
(Frankfurt a. M.)
Thema: „Die demnächstigen
Reichstagswahlen‟. (492
Alle Zentrumswähler und Gesinnungsgenossen sind eingeladen.
Der Vorstand.
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1—2 Stdn. Laufd. v. 9—½11 Uhr
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Zweigen des Haushalts, ſucht
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p. 15 u. 17 J., d.
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(*130
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Unabh. Frau dienſt
Bleichſtraße 11.
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bei einz. Herrn od. Dame od. kl.
Haush. als Stütze, Vorleſ. ꝛc. Off.
unt. V 25 a. d. Exp. (*98mfs
155jähr Mädchen ſucht Stelle
als Lehrmädchen i. größ. Geſchäft.
Schloßgartenſtr. 21, I., r. (*97
Mädchen, weich. im Näh., Bilg. u.
Serv. bew. u. ſch. in beſſ. Hſe. war, ſ.
Stelle a. Hausmädchen, z. 15. Jan. od.
1. Fbr. Zgn. vorh. Gefl. Off. F. Sch.23
Heidelberg, Poſtamt Neuenh. (*32777dm
Eine junge, ſaubere Frau ſucht
morgens oder mittags zwei
Stun=
den Laufſtelle Wenckſtraße 62,
3. Stock.
(*110
Unabhäng. Frau ſucht
Lauf=
dienſt, Waſchen u. Putzen
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2 Nähmaſchinen 1 Pendüle, Spiegel, Bilder und ſonſtige
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haltungsgegenſtände, eine vollſtändige Kücheneinrichtung,
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und ſonſtige Schmuckſachen.
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1 ſehr gutes vollſtändiges Bett mit Roßhaarmatratze, 1
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ſtelle mit Sprungfedermatratze, 1 Waſchkommode, 1 Nachttiſch,
1 Sofa, 1 ſehr großen Herrenſchreibtiſch mit Aufſatz, 1 Tiſch,
1 Blumentiſch, 1 Hausapotheke.
Ferner: 1 Garnitur (1 Sofa, 2 Seſſel, 6 Stühle, 2 Schemel),
3 Tiſche mit Marmorplatten, 1 Staffelei mit Bild 1 Spiegel,
1 eintüriger Kleiderſchrank, 1 Brandkiſte, 1 Waſchtiſch, 1
Nacht=
tiſch, 1 Lederſeſſel, 1 Rohrſeſſel, 1 Klavierſtuhl, 1
Klavier=
lampe, Bilder, Vorhänge, Teppiche, 1 Serviertiſch und ſonſtige
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3 bunte Fenſterflügel mit Bleiverglaſung
und zwar 4 Stück 1,47 hoch, 46 breit, 2 Stück 1,42 hoch, 46 breit,
4 Stück 50 cm hoch, 47 breit, 1 Stück 99 hoch und 53 breit.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Bahlung ſtatt.
(587
Darmſtadt, den 3. Januar 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 4. Januar 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe dahier,
öffent=
luch meiſtbietend folgende Pfänder
1. beſtimmt: 1 Partie Pelzkragen für Damen, Mädchen
und Kinder;
2. vorausſichtlich: 1 Klavier, 2 Schreibſekretäre, 1 Büfett,
4 Spiegel=, 5 Kleider=, 1 Wäſche= und 2 Pfeilerſchränke, 5
Di=
wans, 7 Vertikos, 3 Tiſche, 2 Lüſter, 6 Spiegel, 3
Näh=
maſchinen, 3 Sofas, 1 Plüſchgarnitur, 3 Kommoden, 7
Bil=
der, 1 Teppich, 2 Rauchtiſche, 1 Bauerntiſch, 1 Blumentiſch,
1 Regulator, 1 Harmonium, 5 alte Gewehre, 1 Laſtwagen u. a. m.
Wedel, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 28.
(601
Bekanntmahung.
Mittwoch, 31. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
oll die den Schloſſermeiſter Karl
Wilke Eheleuten dahier
zugeſchrie=
dene Liegenſchaft:
Ilur Nr. qm
IV 560%/100 336 Hofreite
Schwa=
nenſtraße 27,
IV 560¼100 64 Grabgarten
da=
ſelbſt,
n unſerem Bureau zwangsweiſe
(K107/11
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nlehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 18. Dezember 1911.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
Nummer 2.
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Gräfin Laßbergs Enkelin.
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(Nachdruck verboten.)
14)
Yvonne dachte jetzt anders über ihr Verhältnis zur
Großmutter. Als erwachſener Menſch begriff ſie auch deren
Handeln und beurteilte es von dem Standpunkte der
alten Frau, die es nicht über ſich gebracht hatte, dem
un=
willkommenen Enkelkinde eine Liebe zu zeigen, von der ihr
Herz nichts wußte. Und ſie hatte ſich dadurch ſelbſt
be=
raubt — war einſam geworden.
Yvonne lebte jetzt nur noch in dem Gedanken an Lutz.
Sie bekam etwas Weiches, Verträumtes, ſo daß die
Gräfin ſie oftmals prüfend anſah und fragte: Was iſt mit
ihr geſchehen? Doch das junge Mädchen verſtand, ſich gut
zu beherrſchen; niemand konnte ja auch den Grund ſeiner
inneren Gehobenheit erraten.
Lutz ſuchte es möglich zu machen, öfters zu kommen.
Aber nicht immer ging es nach Wunſch; der Urlaub war
knapp, und nur flüchtige Stunden oder gar nur Minuten
waren es, die ſie ſich haben konnten. Sie klagte darüber,
doch er vertröſtete ſie, daß er im nächſten Sommer längeren
Urlaub erhalten werde.
Dann aber ſprichſt Du mit Großmama, Lutz!
Ja, mein Lieb, Du ſollſt nicht länger leiden.
Sie kann doch nichts gegen Deine Verbindung mit
mir haben; ich bin Dir doch ebenbürtig, eine Gräfin
Laßberg.
Und wäre es nicht, mein Süßes, um Dich nehme ich
einen Kampf mit der ganzen Welt auf! rief er übermütig.
Und alle werden mich um meine kleine, ſüße Frau
benei=
den! Im Vertrauen — Dagobert hat eine unglückliche
Liebe zu Dir.
Sie ſchmiegt ſich feſter an ihn. Oh, ſage mir das
nicht. Ich glaube, Herta liebt ihn. Wenn er nur ihre
Gefühle erwiderte, dann würde ich einen leichteren Stand
bei Deiner Mutter haben. Auch ſie mag mich ſo wenig
leiden. Lutz, aber Du, Du läßt nicht von mir, was ſie
auch ſagen werden! rief ſie leidenſchaftlich aus.
Begütigend ſtreichelte er ſie.
Ach, mein Lutz, mir ahnt, daß uns ſchwere Tage
be=
vorſiehen!
Sorg’ Dich nicht vorher — kommt Zeit, kommt Rat!
Mit Großmama und Mama würde ich ſchon gut fertig
werden, würde mich überhaupt nicht darum kümmern, was
ſie ſagen, wenn — wenn nicht
Was, Lutz? Warum ſprichſt Du denn nicht weiter?
Wenn eben das leidige Geld nicht wäre, Kleines?
Denn Du haſt nichts, und ich, lieber Gott, ich bin ſo
ab=
hängig von Großmamas Gnaden. Deshalb müſſen wir
ein bischen diplomatiſch vorgehen, kleine Yvonne, nichts
überſtürzen. Sie iſt doch auch ſo ſchön, unſere heimliche
Liebe. Und in ſeinen Küſſen erſtickte er die ihr
aufſtei=
genden Bedenken.
Frau Landrat von Hammerſtein machte mit ihrer
Tochter Daiſy bei Gräfin Laßberg Beſuch. Daiſy war
erſt vor kurzem aus New=York zurückgekehrt, wo ſie ſich
ein Jahr bei Verwandten aufgehalten hatte. Sie war
eine weniger ſchöne als ſehr elegante Erſcheinung, dabei
ſehr ſelbſtbewußt in ihrem Auftreten.
Herta ſchloß bald intime Freundſchaft mit ihr, und die
Baronin war ſich ſofort darüber im klaren, daß Daiſy von
Hammerſtein eine paſſende Frau für Lutz ſein würde. Sie
erwog dies mit ihrer Mutter, die ihr auch darin
beipflich=
tete. Yvonne hörte es und ein heftiger Schreck überkam
ſie. Da ſtieg die erſte Wolke drohend auf, die ihr Glück
vernichten konnte; denn was die Gräfin ſich
vorgenom=
men, das mußte auch erfüllt werden.
Die Oſterfeiertage verlebte Lutz wieder auf Bernried;
er kam jeden Tag, die Großmutter zu begrüßen. Yvonne
merkte ihm an, daß er verſtimmt war. Sie drang in ihn,
ihr zu ſagen, was ihn quäle.
Koſend ſtrich er über ihr Geſicht. Ach, Mauſi, Tu
kannſt mir auch in dieſer Situation nicht helfen.
Aengſtlich ſah ſie ihn an und begriff ſofort. Lutz, Du
haſt Schulden?
Nun ja, das läppert ſich ſo zuſammen. Weiß der
Teufel, wo das Geld bleibt! Und als er ihr betrübtes
Nummer 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
Seite 13.
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Geſichtchen ſah, tat es ihm leid, ſie mit ſeinen Sorgen
be=
ſchwert zu haben. Laß gut ſein, Kleines; ’s wird auch
ſchon Rat geſchafft werden.
Lutz, Du kannſt ja ein reiches Mädchen heiraten, ſagte
ſie leiſe, dann iſt Dir ſofort geholfen.
Er fuhr heftig auf.
Dank für Deinen menſchenfreundlichen Vorſchlag. Du
haſt wahrſcheinlich auch ſchon jemand für mich in perto.
Ja, Daiſy von Hammerſtein. Großmama und Deine
Mama ſind ſehr dafür, und Herta ſchwärmt bereits von
der zukünftigen Schwägerin.
Er ſtieß einen ſcharfen Pfiff aus.
Ah, kommt der Wind daher! Deshalb auch die
feier=
liche Einladung zum zweiten Feſttag. Man iſt ja ſehr
auf mein Glück bedacht!
Die Hammerſteins ſind ſehr, ſehr reich, Lutz, und
Daiſy wird außerdem noch extra von den amerikaniſchen
Verwandten erben.
Weiß ich alles, mein Engel, und vielleicht noch länger
als Du. Aber wenn Du mich lieb haſt, Yvonne, kommſt
Du mir nie wieder damit. Ich habe Dich!
Er faßte ihren Kopf mit ſeinen beiden Händen und
ſah ihr in ſeiner unwiderſtehlichen Art tief in die Augen
Er lächelte dazu, und da löſte ſich auch der Druck und die
Angſt von ihrem Herzen. Sie lachte und weinte. Lutz,
ich wäre geſtorben, wenn Du mich aufgegeben hätteſt. Du
liebſt mich doch — dann kannſt Du auch keine andere
hei=
raten.
Und eine Daiſy Hammerſtein, ein ſolch arrogantes
Geſchöpf, am allerwenigſten! Muß halt Dagobert noch
mal ran, murmelte er. ’s wird mir ſcheußlich ſchwer, 's
geht aber nicht anders.
Er küßte ihr die Tränen aus den Augen. Kopf hoch,
mein Lieb, nicht weinen! Ich will Dich nur lachen und
fröhlich ſehen. Im Juli bin ich vierzehn Tage hier;
Pfingſten werde ich dafür diesmal nicht kommen.
Lutz, ich zähle die Tage bis dahin! Hoffentlich biſt
Du dann Deiner Sorgen ledig, ſo daß wir unſere Liebe
nicht mehr zu verſtecken brauchen. Dieſe Heimlichkeit iſt
mir ſchrecklich; ich komme mir ſo unwürdig vor.
Mit einem ſchwer zu beſchreibenden Blick ſah er ſie
da an. Er ſchloß ſie feſt in ſeine Arme. Süßeſtes, ich
hab’ Dich ja ſo lieb! Verſprich mir aber — gib mir Dein
Wort darauf — nicht eher zu reden, als bis ich es ſelbſt
tue, damit uns nicht alles verdorben wird.
Wenn ſie ahnte, mit was für Schwierigkeiten er zu
kämpfen hatte, wie leicht ihm das Geld durch die Finger
glitt, ihre Sorgen würden noch viel größer geworden ſein.
Und nun kam noch von anderer Seite etwas, das ſie
mit großer Beſtürzung erfüllte.
Aſſeſſor Ryno von Hammerſtein, der Sohn des
Land=
rats, arbeitete ſeit dem erſten Mai auf dem Landratsamt.
Er hatte die üblichen Beſuche auf den Gütern der
Nach=
barſchaft und bei dieſer Gelegenheit auch die
Bekannt=
ſchaft Yvonnes auf Burgau gemacht. Rettungslos hatte
er ſich beim erſten Sehen in das ſchöne Mädchen verliebt
und erwies ihm nun allerlei Huldigungen und
Aufmerk=
ſamkeiten. Auch die Frau Landrat war jetzt ausnehmend
liebenswürdig zu Yvonne und lud ſie ein, doch Daiſy
recht oft zu beſuchen und Tennis mit ihr zu ſpielen. Oft
kam Daiſy unvermutet mit ihren Dogcart vorgefahren,
ſie abzuholen. Ach, es war alles ſo durchſichtig für ſie;
man wünſchte ihre Verbindung mit dem Aſſeſſor, und ſie
hatte doch einen direkten Widerwillen gegen dieſen
blon=
den, faden, blaſierten Menſchen, durch deſſen begehrliche
Blicke ſie ſich förmlich beleidigt fühlte. Er wich nicht von
ihrer Seite, brachte ihr Bücher, Blumen, ſchöne Früchte,
und ihr war, als ob ein Netz über ſie geworfen wurde,
aus dem ſie ſich bald nicht mehr befreien konnte, denn
ihre kühle, manchmal ſogar ungezogene Abwehr wurde
gar nicht bemerkt.
Der Gräfin waren des Aſſeſſors Bemühungen
natür=
lich nicht entgangen; ſie war befriedigt darüber, dann
würde Yvonne doch ſtandesgemäß untergebracht ſein.
Dieſe wartete förmlich auf eine Andeutung der
Groß=
mutter in der Angelegenheit, um ihr ihre Meinung zu
ſagen. Nie würde ſie ihre Freiheit dieſem Wunſche
opfern.
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Nummer 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
Seite 15.
Sport.
sr. Ein Preis des preußiſchen
Kultus=
m. iniſteriums für die deutſche Eishockey=
Meiſterſchaft. Das preußiſche Kultusminiſterium
Uiat für die deutſche Eishockey=Meiſterſchaft (kanadiſches
piel mit der Scheibe), deren Durchführung dem
Eis=
mruf=Bezirk Berlin für Ende Januar übertragen iſt, einen
un ertvollen Ehrenpreis geſtiftet. Konkurrenzberechtigt
imd alle deutſchen Eishockey=Vereine. Der Meldeſchluß
Aird noch bekannt gegeben. Als ernſthafte Bewerber
far den deutſchen Meiſtertitel kommen Leipziger
Sport=
lub , Dresdener Akademiſcher Sport=Klub, Deutſcher
5 ockey=Klub Hannover und die Berliner Vereine Ber=
Aner Schlittſchuh=Klub, Preußen und der Sport=Klub
harlottenburg in Betracht. Nach einem
hervorragen=
en Abſchneiden gegen die Oxforder Canadians müßte
er Berliner Schlittſchuh=Klub, der außerdem infolge
iner Schweizer Tournee Ende Januar in beſter Form
ſein wird, unter den genannten Vereinen wieder die
leoſte Anwartſchaft beſitzen.
sr. Das Revanche=Eishockey=Match
zwi=
ſchen Oxford Canadiern und dem Berliner Schlittſchuh=
K lub endete wiederum unentſchieden 111. Dem
jußerſt aufregenden Spiele im Berliner Eispalaſt
wohnten etwa 3000 Zuſchauer bei. Die berühmte
kana=
iſche Mannſchaft zeichnete ſich vor allem durch ihre
aiergiſchen Angriffe und ſcharfen Schüſſe auf das Tor
guts, während die Berliner Verteidigung die der Gäſte
übbertraf. Glänzendes leiſteten beide Torwächter. Bis
dalbzeit verlief der Kampf torlos und auch in der
zwei=
ten Spielhälfte fiel erſt in der 16. Minute das erſte Tor
fär die Kanadier. Die Gäſte ſchienen bereits
gewon=
nenes Spiel zu haben, als 10 Sekunden vor Schluß noch
ein gut plazierter Schuß in ihrem Tor endete. Das
Spiel wurde, um eine Entſcheidung herbeizuführen, um
iweimal 5 Minuten verlängert, ohne daß eine der
Par=
ſeien, trotz aller Anſtrengungen, noch ein Tor erzielen
konnte.
Rdr. Walthour ſchlägt Guignard. Bei
dem Match zwiſchen Walthour und Guignard auf der
Bariſer Winterbahn am Silveſter verſagte der in Paris
ſets ausgezeichnet fahrende Amerikaner auch diesmal
richt, denn nachdem er durch einen ſchnellen Start in
eiden Läufen die Spitze erlangt hatte, verteidigte er ſie
ſuch bis zum Schluß erfolgreich. 10 Kilometer=Lauf:
Walthour 7:53,1 (Lokal=Rekord), 2. Guignard, 40
Me=
ſeer zurück. 20 Kilometer=Lauf: 1. Walthour 15:49,4,
F. Guignard, ½ Runde zurück.
Vermiſchtes.
C.K. Koſtbare Schirmgriffe. Der Griff des Sonnen=
und des Regenſchirms ſpielt bei der Toilette einer eleganten
FFrau eine beſondere Rolle, und in ſeiner Auswahl
offen=
hart ſich nicht ſelten der wirkliche Geſchmack ſeiner ſchönen
Beſitzerin. Seit dem erſten Auftauchen des Schirmes in
Suropa hat die Form und der Schmuck des Griffes eine
Bedeutung erlangt, die gerade in vergangenen Zeiten
über die Grenzen einfacher Zweckmäßigkeit weit
hinaus=
ging, Goldſchmiede und Juweliere bemühten ſich um den
Schmuck des Knaufes, und nicht ſelten erhielt das kunſtvolle
Gebilde dann auch ſeine kleinen Geheimniſſe, die die Be=
ſitzerin des Schirmes klug zu benutzen wußte. Katharina II.
ſoll an ihrem Sonnenſchirm einen Griff beſeſſen haben,
der ein kunſtvolles Geheimfach enthielt, das die Größe eines
Fingernagels hatte. Nur Gregor Orlow wußte von dem
Geheimnis des Schirmgriffes, deſſen Verfertiger ein
Ge=
fangener war. In dieſem Geheimfach wurden Zettelchen
aufbewahrt, und auf dieſe Weiſe korreſpondierte die
ruſ=
ſiſche Kaiſerin hinter dem Rücken ihres Gemahls mit ihrem
Geliebten Gregor Orlow. Einen nicht weniger kunſtvollen
Schirmgriff beſaß Maria Karoline von Oeſterreich, die
ſpätere Gemahlin Ferdinands I. von Sizilien. Zu ihrem
Geburtstag erhielt ſie einſt von einem Prinzen einen
Schirm, an dem das koſtbarſte der Griff war. Dieſer
be=
ſtand nämlich aus einer ſehr ſeltenen Seemuſchel die der
betreffende Prinz ſelbſt gefunden hatte. Sie war in
Gold=
blech gefaßt, und wenn man die in der Muſchel angebrachte
kleine Tür öffnete, ſo erblickte man ein eingraviertes Bild,
das ſehr klein, und dennoch deutlich zu erkennen war. Es
ſtellte ein Schiff dar, das eben auf die hohe See fuhr. Am
vorderen Kiel ſtand ein Abenteurer, der, mit dem Hute
ſchwenkend, Abſchied von den heimiſchen Geſtaden nahm.
Die Marquiſe von Pompadour beſaß einen ſehr wertvollen
Schirmgriff, den ihr der König verehrt hatte. Er ſtellte
eine wunderbar aus Holz geſchnitzte Kralle eines Adlers
dar, die einen großen Türkis umklammerte, auf dem der
König eine Widmung hatte eingravieren laſſen. Auch
heute wird gelegentlich von allerhand Extravaganzen auf
dieſem Gebiete berichtet. Rudyard Kipling erhielt, wie
er=
zählt wird, von einem indiſchen Fürſten einen aus
Gold=
blech gearbeiteten und mit Rubinen und Amethyſten
ver=
zierten Gegenſtand, der früher von einer indiſchen Fürſtin
zur Aufbewahrung ihrer wohlriechenden, teuren Salben
verwendet wurde. Der engliſche Dichter kannte wohl den
Wert des Kunſtwerkes, doch wußte er nicht recht, was er
mit ihm anfangen ſollte, und ſo ließ er ihn ſchließlich zu
einem Schirmgriff für ſeine Gattin umarbeiten. Von der
amerikaniſchen Dollarprinzeſſin Miß Evans ging die
Kunde, ſie habe ſich aus den Schnäbeln von Kolibris einen
Schirmgriff anfertigen laſſen, und die Gattin des
Rechtsan=
walts Landmann in New=Orleans ſammelte auf ihren
Spaziergängen alle die Federn, die zufällig ein
vorbei=
fliegender oder auf einem Baume ſitzender Vogel verlor;
ſchließlich hatte ſie ſo viel gefunden, daß ſie ſich aus den
Kielen dieſer Federn einen Schirmgriff anfertigen laſſen
konnte. Ein ſolcher Schirmgriff ſoll nämlich Schutz vor
herabfallenden Dingen gewähren und außerdem ein
vor=
treffliches Mittel gegen Sonnenſtich ſein.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.
Geöffnet an Wochentagen von 9—12 Uhr vorm. und
3—5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 22. Dez.: dem Schneider Ad. Weber,
Heinheimerſtraße 18, eine T. Helene Marie. Dem
Fuhr=
mann Eduard Mundanjohl, Mühlſtraße 20, eine T.
Eliſabetha. Am 24.: dem Schreiner Auguſt Pullmann,
Große Bachgaſſe 19, eine T. Eliſabeth. Am 27.: dem
Fabrikarbeiter Philipp Schnur, Arheilger Straße 77,
eine T. Wilhelmine. Am 24.: dem Sergeant und Hoboiſt
im Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115 K. Kaus.
Lichtenbergſtraße 72, eine T. Lina Joſephine Eliſe. Am
22.: dem Vizefeldwebel im Leibgarde=Infanterie=Regi=
ment Nr. 115 Chriſtian Hoffmann, Beckerſtraße 26, ein
S. Wilhelm Heinrich. Am 26.: dem Kaufmann Peter
Caſtritius, Stiftſtraße 67, eine T. Gertrude. Am 27.:
dem Oberpoſtaſſiſtent Ludwig Lotz, Kranichſteinerſtraße
52, eine T. Eliſabetha Renata. Dem Maſchinenmeiſter
Philipp Schubart, Liebfrauenſtraße 91, ein S.
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nes Heinrich. Am 28.: dem Feldwebel im Leibgarde=
In=
fanterie=Regiment Nr. 115 Karl Jeck, Alexanderſtr. 22,
eine T. Helmi Johanna Lina.
Aufgebote. Am 27. Dez.: Eiſenbahnarbeiter
Wil=
helm Weſterweller in Bruchenbrücken und Dienſtmagd
Anna Maria Both in Nieder=Wöllſtadt. Taglöhner
Peter Reinhard und Köchin Johanna Eliſ. Krieg,
beide in Schlierbach. Reiſender Friedrich Konrad
Pin=
ther und Marie Häuſer, beide in Gießen. Landwirt
Karl Heinbach in Eichelsdorf und Kathar. Groß in
Lauter. Am 28.: Mechaniker Philipp Sattler,
Pfründ=
nerhausſtraße 17, und Verkäuferin Johanna Götz,
da=
ſelbſt. Am 29.: Glaſer Otto Gerhardt und Maria
Schmalz, beide in Hungen. Am 30.: Friſeur Ferdinand
Auguſt Kaufmann und Luiſe Bayer, beide in
Brot=
terode. Am 2. Jan.: Zugführer a. D. Heinrich Fr. Jul.
Roſe in Hildesheim und Maria Joſepha P. Scholich,
hier. Fabrikarbeiter Paul Oswald Schiffmann und
Dienſtmagd Mag: Wilhelmine Konrad, beide in
Gins=
heim.
Eheſchließungen. Am 28. Dez.: Kaufmann Thomas
Geßner mit Eliſe Miſchler, beide hier. Kutſcher
Philipp Plößer mit Marg. Hafner, beide hier. Am
30.: Formſtecher Max Schmidt mit Eliſab. Höhl, beide
hier. Fabrikant Karl Kreuzer in Bensheim mit
Chri=
ſtine Kreuzer in Schönlind. Am 2. Jan.: Diplom=Ing.
Maxim Sakom in Eiringhauſen mit Gertrude Fuchs,
hier. Taglöhner Johann Brandl mit Marg. Daum,
geb. Dörr, beide hier.
Geſtorbene. Am 26. Dez.: Generalmajor z. D. Guſt.
Franz Kaſpar Eugen Gerlach, 84 J., kath., Bismarckſtraße
Nr. 31. Spenglergehilfe Fritz Debus, 15 J., ev., in
Krumſtadt. Anna Steinmann, T. des Schuhmachers,
4 J., kath., Mauerſtraße 32. Johann Georg Jung, S.
des Eiſengießers, 4 J., kath., Ludwigshöhſtr. 10. Am 27.:
Eliſ. Schneider geb. Seelbach, Witwe des Dachdeckers,
85 J., ev., Große Kaplaneigaſſe 14. Haushälterin Anna
Maria Zilch, 60 J., kath., Eckhardtſtraße 1. Anna
Ka=
tharina Pullmann geb. Balonier, Ehefrau des
Schrei=
ners, 25 J., kath., Große Bachgaſſe 19. Dachdeckermeiſter
Heinrich Faatz, 39 J., ev., Groß=Umſtadt. Milchhändler
Georg Horſt, 49 J., ev., Griesheim. Gaſtwirt Johann
Gollaſch, 40 J., kath., Stadtallee 5. Am 28.:
Sattler=
gehilfe Heinrich Funk, 16 J., ev., in Babenhauſen. Am
29.: Schreinerlehrling Alfred Epperlein, 15 J., ev., in
Eberſtadt. Am 30.: Karoline Colonius geb. Dieterich,
Witwe des Kammerdirektors, 83 J., ev., Dieburgerſtr. 16.
Am 29.: Musketier Ludwig Jäckel, 20 J., ev., Worms.
Am 30.: Chriſtiane Engelbach geb. Hofmann, Wwe. des
Pfarrers, 88 J., ev., Darmſtraße 45. Am 31.: Franz Ph.
Kehr, S. des Fabrikarbeiters, 6 Stunden, ev.,
Parcus=
ſtraße 3. Charlotte Geyer, T. des Tapeziers, 1 J., ev.,
Beſſunger Straße 122. Am 1. Jan.: Emilie Anna Marie
Sophie Eliſ. Dauber, T. des Bauführers, 3 J., ev.,
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Seite 16.
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.
Nummer 2.
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beim Einkauf von Beleuchtungskörpern!
Da in letzter Zeit dem Publikum wiederum durch Hauſierer
und ähnliche Verkäufer Gasbeleuchtungsartikel, ſowie Erſatzteile,
beſtehend in Glühkörpern, Gaszylindern, Selbſtzünder und ſogenannte
Gasſparer angeboten werden und dieſe Gegenſtände teils ganz
geringwertiges Materigl darſtellen, welches den Gaskonſumenten unter
allen möglichen Verſprechungen aufgeredet wird und niemals das
vorerwähnte Verſprechen zu erfüllen imſtande iſt, ſo machen wir das
Publikum darauf aufmerkſam, ihren Bedarf an Erſatzteilen der
Gas=
beleuchtung bei denjenigen Inſtallationsfirmen zu decken, die ihnen
die nötige Gewähr für Lieferung nur guter Waren bieten.
Gleichzeitig wurde in letzter Zeit die Wahrnehmung gemacht,
daß die Beleuchtungskörper bei Gasbeleuchtungen in vielen Fällen
nicht in dem Zuſtande ſich befinden, den man bei einer tadelloſen
Beleuchtung vorausſetzen ſollte, und dürfte letzteres auf eine allzu
große Sparſamkeit der Gaskonſumenten zurückzuführen ſein, welche
ihre Beleuchtungskörper wohl ab und zu mit einem neuen
Glüh=
körper verſehen, jedoch eine ſachgemäße Reinigung der
Glühlicht=
brenner, ſowie das Regulieren und Juſtieren derſelben durch einen
erfahrenen Inſtallateur für überflüſſig erachten. Um der
Gas=
beleuchtung, welche ſich in allen Bevölkerungskreiſen der größten
Beliebtheit erfreut, eine weitere Einführung zu ermöglichen, möchten
wir verehrliche Konſumenten auf Vorſtehendes hinweiſen, mit der
Bitte, künftighin mehr Wert auf die Inſtandſetzung der
Beleuchtungs=
körper zu legen, da dieſe wenigen Ausgaben ſich reichlich durch beſſere
Ausnutzung des Gaſes decken und einen geringeren Gasverbrauch
gewährleiſten.
Der Vorſtand
der freien Vereinigung der Spenglermeiſter
und Inſtallateure.
Wir geſtatten uns deshalb, die der vorgenannten Vereinigung
angehörenden Mitglieder zu veröffentlichen und bitten ſich derſelben
im Bedarfsfalle bedienen zu wollen.
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