Darmstädter Tagblatt 1912


03. Januar 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Inſerate
175. Jahrgang
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
werden
angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23 Beſſungerſtraße 47,
füren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
den
Annoncen=Expeditionen. Bei
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Die Zahl der Toten infolge der Maſſenver=
giftungen
im Berliner Obdach beträgt bis
jetzt 71. In den Erkrankungen iſt ein Stillſtand einge=
treten
.
Frankreich und Spanien. Der franzöſiſche Bot=
ſchafter
hat der ſpaniſchen Regierung die Antwort der
franzöſiſchen Regierung auf die ſpaniſchen Gegenvor=
ſchläge
überreicht.
Die türkiſche Kabinettskriſe iſt beendet.
Said Paſcha wurde vom Sultan wieder mit der Neu=
bildung
des Kabinetts betraut.
Die Revolution in China. Der Waffenſtillſtand
iſt abgelaufen. Die Mongölen proklamierten die Auto=
nomie
. Nach einer Meldung aus Petersburg ſind der
Kaiſer und die Kaiſerin=Witwe von China geflohen.
Der franzöſiſſche Kriegsminiſter Meſ=
ſimy
wird wegen des offiziellen Empfanges des aus
Glatz geflohenen Hauptmanns Lur von einem
Teil der Pariſer Preſſe heftig angegriffen.

Mächtegruppierungen der Znkunſt.

** Der Berliner Lokalanzeiger meint in ſeinem
Mächtegruppierungen der Zukunft über=
ſchriebenen
Leitartikel: Eine allgemeine Reviſion der
Mächtegruppierungen und der europäiſchen Bünd=
nisverhältniſſe
werde gleich nach der Beendigung
des italieniſch=türkiſchen Krieges einſetzen. Die Türkei
werde ſich vorausſichtlich Rußland anſchließen, da Ruß=
land
, das im Perſiſchen Golf das offene Meer gewinnen
dürfte, aufhören werde, den Bosporus zu beunruhigen.
Auch Deutſchland müſſe ſich, wie es dies unter Kaiſer
Wilhelm I. tat, wieder Rußland anſchließen. Für uns
wie für Rußland bleibe England der natürliche Gegner
und wir hätten mit Rußland gemeinſame Ziele. Da
Oeſterreich=Ungarns Beziehungen zu Rußland in den
letzten Jahren eine erfreulichere Geſtaltung erfahren hät=
ten
, könne der Dreikaiſerbund wieder aufleben, der Italien
nicht auszuſchließen und keine Spitze gegen Frankreich zu
haben brauche.
Dieſe Auslaſſung ſcheint ein ſogenannter Fühler zu
ſein. Wie in letzter Zeit beſtimmt erklärt wurde, iſt eine
Erneuerung des Dreibundes in ſichere Ausſicht
genommen worden, da Italien unſer natürlicher Bun=
desgenoſſe
iſt. Es iſt ja ſehr bedauerlich, daß infolge
des italieniſch=türkiſchen Krieges eine Verſtimmung ge=
gen
Deutſchland in Italien Platz gegriffen hat, durch die
auch die wirtſchaftlichen Intereſſen Deutſchlands tatſäch=
lich
geſchädigt worden ſind. Es wäre deshalb auch in
unſerem Intereſſe wünſchenswert, daß man in Deutſch=
land
wieder anfinge, mehr praktiſche, als Gefühlspolitik
zu treiben. Mag das Vorgehen Italiens auch nicht ein=
wandsfrei
ſein, ſo hat andererſeits jede andere Na=
Stion in ihrer Vergangenheit gewiſſe dunkle Punkte‟,
über die man gern mit Stillſchweigen hinweggeht. Man
möge daher auch in dieſem Falle das Urteil über Italiens
Vorgehen und den italieniſch=türkiſchen Krieg, deſſen
Ausgang ſich noch nicht ſicher überſehen läßt, ruhig der
Geſchichte überlaſſen, die objektiver iſt als die Gegen=
wart
. Man muß vielmehr zum beſten beider Völker
wünſchen, daß mit dem neuen Jahr wieder eine Wendung
zum Beſſeren in ihren gegenſeitigen Beziehungen ein
tritt, wozu auch deutſcherſeits dadurch beigetragen wer=
den
kann, daß man vermeidet, die Empfindlichkeit der
Italiener, die doch nun einmal unſere Bundesgenoſſen
ſind, unnötig zu reizen.

Politiſche Neujahrskundgebungen.

* Am kaiſerlichen Hofe in Berlin wurde vie
Neujahrsfeier in der üblichen Weiſe begangen. Der Kai=
ſer
empfing nach dem Gottesdienſt den Reichskanzler, die
Präſidenten bezw. Vizepräſidenten des Herrenhauſes und
des Abgeordnetenhauſes, die Botſchafter und die kom=
* mandierenden Generale und Admirale, mit denen ſich die
Generalfeldmarſchälle und Generalinſpektoren, der Kriegs=
miniſter
, der Chef des Generalſtabs, der Staatsſekre=
tär
des Reichsmarineamts und der Chef des Admiral=
ſtabes
vereinigt hatten. Der Kaiſer empfing ferner den
von Tripolis zurückgekehrten Major Wilckens und nahm
die Meldung des amerikaniſchen Marineattachees Nidlas

entgegen. Von einer politiſchen Anſprache des Kaiſers
iſt nichts bekannt geworden.
Anläßlich des Jahreswechſels tauſchten Reichs=
kanzler
von Bethmann Hollweg, der öſterreichiſche Mi=
niſter
des Aeußeren Graf von Aehrenthal und der
italieniſche Miniſter des Aeußern San Giuliano
herzliche Glückwunſchtelegramme aus, in denen von Beth=
mann
Hollweg und Graf Aehrenthal die wärmſten
Wünſche für den König von Italien, und San Giuliano
ebenſolche für Kaiſer Wilhelm und den Kaiſer Franz Jo=
ſef
ausdrückten.
Die Mitglieder der Regierungspartei in Ungarn
begaben ſich in corpore zum Miniſterpräſidenten, um die=
ſem
und ſeinen Kollegen ihre Neujahrwünſche zu über=
mitteln
. Der Miniſterpräſident Graf Khuen ſagte in
Erwiderung auf eine Anſprache des Redners der Partei,
ehemaligen Juſtizminiſter Ploß, es ſei die nächſte Auf=
gabe
der Regierung, die Arbeitsfähigkeit des Parlaments
zu ſichern mit geſetzlichen Mitteln, aber ſolchen, durch die
das Ziel erreicht werden müſſe. Der Miniſterpräſident
dankte für die bisherige Unterſtützung der Partei und
erbat ſich dieſe auch für die Zukunft, die Haltung der Par=
tei
gegen die Obſtruktion fand allgemeine Sympathie und
die Billigung von allen Schichten der Nation. Eine voll=
ſtändige
Solidarität zwiſchen der Regierung und der ſie
unterſtützenden Partei bilde eine Garantie für die Ver=
wirklichung
des liberalen Programms der Regierung.
Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Der König und die Königin von Italien
empfingen die Ritter des Annunciatenordens, ſowie die
Miniſter und Abordnungen aller ſtaatlichen Körperſchaf=
ten
zur Entgegennahme von deren Glückwünſchen zum
neuen Jahr. Die Präſidenten des Senats und der Kam=
mer
erinnerten in ihren Anſprachen an die Fünfzigjahr=
feier
Italiens und an die aus dieſem Anlaß dargebrach=
ten
Sympathiekundgebungen und aller ſremden Nationen;
ſie erwähnten den Krieg in Tripolis und betonten die
Wichtigkeit der Einmütigkeit in den Gefühlen des Lan=
des
und wünſchten den ſiegreichen italieniſchen Waffen
einen endgültigen Triumph. Der König zog die Mitglie=
der
der einzelnen Abordnungen ins Geſpräch.
Präſident Fallieres empfing das diplomati=
ſche
Korps, deſſen Doyen, der britiſche Botſchafter Ber=
tie
, die Glückwünſche zum Jahreswechſel ausſprach. Beide
drückten den Wunſch aus, daß ſich das internationale
Schiedsgericht weiter entwickeln und in allen internatio=
nalen
Fällen von Streitigkeiten eine friedliche Löſung her=
beiführen
möge.
Bei den Empfängen im Elyſee wies der Vizeprä=
ſident
des Staatsrates auf die patriotiſchen Anſtrengun=
gen
hin, welche die Regierung im Dienſte des Vaterlan=
des
gemacht habe, um dem Kolonialreich Frankreich neuen
Zuwachs und neuen Glanz zu verleihen. Der Präſdent
der Handelskammer von Paris erklärte: Die Welt der
Arbeit heile die patriotiſchen Beklemmungen. Die Re=
gierung
iſt glücklich über die Löſung, die die Würde
des Vaterlandes in keiner Weiſe berührt und die zur
Vermehrung unſeres Einfluſſes in der Welt beiträgt, in=
dem
ſie dem nationalen Unternehmungsgeiſt neue Abſatz=
gebiete
auf dem alten Boden Afrikas eröffnet.
Die Jahresrückblicke der engliſchen Blät=
ter
ſind in ihrer Mehrzahl dürr, und verraten den unter
den obwaltenden Verhältniſſen erklärlichen Mangel an
Sammlung und Perſpertive. Der Dailb Telegraph be=
merkt
bei der Erwähnung der marokkaniſchen Angelegen=
heit
, wenn Verträge überhaupt noch Kraft beſäßen, ſei
dieſe Sache endgültig erledigt und könne Englands Be=
ziehungen
zu Deutſchland nicht ferner bedrohen. Das ſei
ein Punkt, der zu oft außer acht gelaſſen werde. Dann
ſagt das Blatt weiter:
Ein zweites Ergebnis iſt, daß die engliſch=deutſchen
Beziehungen einen höchſt ernſtlichen Stoß erlitten haben,
und daß es aller Weisheit und alles Taktes unſerer Di=
plomaten
bedürfen wird, um ſie wieder einzurenken.
Deutſchland ſchreibt Englands böſem Willen und ſeiner
Feindſeligkeit den eigenen verhältnismäßigen Mißerfolg
zu; denn in dieſem Sinne wird das Ergebnis in den
marokkaniſchen Verhandlungen mit Frankreich aufgefaßt.
Es glaubt, es hätte ein beſſeres Geſchäft machen können,
falls keine engliſch=franzöſiſche Entente beſtanden hätte
Es hat vielleicht recht, indeſſen Großbritannien blieb
keine andere Wahl, als ehrenhaft bei ſeinen Vertrags=
pflichten
zu beharren. Mehr hat es nicht getan und we=
niger
konnte es nicht tun. Nunmehr kann es mit Ruhe
die Zeit abwarten, wo Deutſchland wieder kaltes Blut
erlangt hat und andere, günſtigere Gelegenheiten ſich
bieten, auf die reine Tafel zu ſchreiben. Je weniger über
dieſen Gegenſtand geredet wird, deſto eher wird eine Beſ=
ſerung
eintreten. Wenn auf beiden Seiten der aufrich=
tige
Wunſch nach herzlicheren Beziehungen vorliegt, muß
guter Wille den Weg dazu ſinden.

Uenregelung der Invalidenverſicherungspflicht
der Hausgewerketreibenden?

* Durch die Preſſe ging eine Nachricht, die Regierung
bereite eine Neuregelung der Inpalidenverſicherungs=
pflicht
der Hausgewerbetreibenden vor, nachdem bereits

eine Reihe wirtſchaftlicher Sachverſtändiger über die ein=
ſchlägigen
Fragen gehört ſeien. Dieſe Nachricht entſpricht,
wie jetzt Berliner Blätter mitteilen, nicht den Tatſachen.
Von keiner amtlichen Stelle ſind inzwiſchen Vorberei=
tungen
oder Erhebungen in die Wege geleitet, die ſich auf
die Invalidenverſicherung der Hausgewerbetreibenden be=
ziehen
. Die Sachlage iſt vielmehr folgende:
Durch das Invalidenverſicherungsgeſetz iſt der Bun=
desrat
ermächtigt, die Verſicherungspflicht für beſtimmte
Berufszweige allgemein oder mit Beſchränkung auf ge=
wiſſe
Bezirke auszudehnen und zweitens auch auf Haus=
gewerbetreibende
. Von dieſer Ermächtigung hat der
Bundesrat zunächſt im Jahre 1891 Gebrauch gemacht, in=
dem
er die Verſicherungspflicht auf die Hausgewerbetrei=
benden
der Tabakfabrikation ausdehnte. Wei=
terhin
wurde im Jahre 1894 die Verſicherungspflicht durch
Beſchluß des Bundesrats auch auf die Textilindu=
ſtrie
ausgedehnt. Für dieſe beiden Gewerbe beſteht
alſo die Invalidenverſicherungspflicht bereits. Durch
die Reichsverſicherungsordnung werden nun die Hausar=
beiter
allgemein in die Krankenverſicherung ein=
bezogen
und die Vorarbeiten hierzu ſind bekanntlich be=
reits
ſeit mehreren Monaten in Angriff genommen. Aber
gerade die Ausdehnung der Krankenverſicherung auf die
Hausarbeiter bedingt ſo zeitraubende Vorarbeiten, daß
die neue Krankenverſicherung nach den Beſtimmungen der
Reichsverſicherungsordnung kaum vor Beginn des Jah=
res
1913 in Kraft treten wird. Daß man nun in einer
Zeit, wo ſo durchgreifende ſozialpolitiſche Maßnahmen
für die Hausarbeiter in Vorbereitung ſind, nicht auch
noch gleichzeitig an eine Erweiterung der Invalidenver=
ſicherung
heräntreten wird, leuchtet ohne weiteres ein.
Zu berückſichtigen iſt auch, daß durch das neue Geſetz zur
Regelung der Hausarbeit weitere Umgeſtaltungen für
die Hausgewerbetreibenden in ſozialpolitiſcher Beziehung
eintreten. Ehe alle dieſe neuen Verhältniſſe ſich einge=
lebt
haben, wird man zweifellos nicht daran denken, an
(weitere geſetzgeberiſche Maßnahmen heranzutrten.

Die Selbſtändigkeitsbeſtrebungen der Mongolei

verleihen dem nachſtehenden Ueberblick über
dieſes chineſiſche Nebenland, den W. Sievers in ſeinem
Aſien (Leipzig, Bibliographiſches Inſtitut) gibt, ein
erhöhtes Intereſſe. Mit 2787000 Quadratkilometern
Fläche iſt die Mongolei das größte Nebenland Chinas,
enthält aber auf dieſer Deutſchland fünfmal überſteigen=
den
Fläche nur 1850000 Einwohner, weniger als die
Provinz Poſen. Sie iſt auch das an Anſiedlungen ärmſte
Land Chinas, da die Mongolen von jeher reine Noma=
den
geweſen ſind. Dieſe treiben zwar auch etwas Acker=
bau
und eile nicht ganz unbedeutende Hausinduſtrie,
die ſie im Winter ausüben, und die ſich auf Filzwaren
aus Schaf= und Kamelwolle erſtreckt, allein die Viehzucht
überwiegt doch bei weitem, und große Städte hat es in
der Mongolei nie gegeben. Infolge der leichten Beweg=
lichkeit
der Zeltlager der Mongolen iſt es ſelten zur
Ausbildung feſter Anſiedelungen gekommen, und dieſe
letzteren haben ihren Platz oft gewechſelt. Daher darf
es nicht wundernehmen, daß zahlreiche Ruinen alter
Städte ſich in der Mongolei befinden. Die heutigen
Städte verdanken ihre Entſtehung teils den einen ge=
meinſamen
Mittelpunkt fordernden religiöſen Be=
dürfniſſen
, wie die Hauptſtadt Urga, teils den Chineſen,
die mitten unter die nomadiſchen Mongolen Handels=
plätze
, Ackerbau= und Militärpoſten vorſchieben und Tee,
Opium, Tabak, Getreide und Stoffe eintauſchen. Vor
allem aber erforderte der Handel mit den angrenzenden
Ländern gewiſſe ſtändige Niederlaſſungen, und ſo ziehen
ſich zwei Reihen von Randſtädten an der ruſſiſchen und
chineſiſchen Grenze entlang.

Deutſches Reich.

Das Zentrum und das neue Motu=
proprio
. Die Zentralauskunftsſtelle der katholiſchen
Preſſe teilt das Folgende mit: In der Preſſe wird viel=
fach
eine Aeußerung des badiſchen Zentrumsabgeordneten
Rechtsanwalts Kopf (Freiburg i. B.) zu dem letzten
Motuproprio über die Gerichtsbarkeit der Geiſtlichen er=
örtert
. In Nr. 284 des Badiſchen Beobachters, des
Hauptorgans der badiſchen Zentrumspartei, erklärte

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Nummer 2

Herr Abg. Kopf, daß es ſeiner Partei lieber geweſen
wäre, wenn das Privilegium Fori neuerdings nicht auf=
geſtellt
worden wäre. Herr Abg. Kopf hat dieſe Aeuße=
rung
, wie er der Zentralauskunftsſtelle mitteilte, im Ein=
vernehmen
mit der ganzen deutſchen Zentrumsfraktion ge=
tan
. Hierzu will es freilich ſchlecht ſtimmen, wenn man
ſich in der Praxis dem Motuproprio unterwirft, obwohl
die Kurie doch ausdrücklich anerkannt hat, daß es
Deutſchland nicht berühre. Der Chefredakteur des Zen=
trumsblattes
Neiſſer Zeitung veröffentlicht nämlich fol=
gendes
: Ich erkläre hiermit, daß ich Veranlaſſung ge=
nommen
habe, den hochwürdigſten Herrn Biſchof Willi
von Limburg um die Erlaubnis zu bitten, den Dr. theol.
und phil. Karl Maria Kaufmann in Frankfurt, Diözeſe
Limburg, wegen der in der Anklageſchrift gegen mich
enthaltenen ſchweren Injurien gerichtlich zur Verantwor=
tung
ziehen zu dürfen.
Der bayeriſche Großblock und die
Reichstagswahlen. Süddeutſche Blätter hatten
von einer Ausdehnung des am 22. Dezember zwiſchen den
Liberalen, Sozialdemokraten und dem alten bayeriſchen
Bauernbunde für die bayeriſchen Landtagswahlen ver=
einbarten
Abkommens auf die Reichstagswahlen geſpro=
chen
. Dieſe Meldungen werden der Voſſ Ztg. als un=
zutreffend
bezeichnet:
Die ſozialdemokratiſchen Blätter bringen Tag für Tag
die heftigſten Angriffe gegen die Reden und Abſtimmungen
der liberalen Fraktionen des Reichstags. Es liegt nicht
die leiſeſte Andeutung vor, daß die Sozialdemokratie in
Bayern von ihrem Prinzip des Stimmenzählens bei den
Reichstagswahlen abgehen werde. Man kann ſogar ſagen,
daß der von der Sozialdemokratie eingegangene Groß=
block
für die Landtagswahlen mit dem Verzicht auf das
Stimmenzählen nur im Hinblick auf die kurz vorange=
hende
Stimmenzählung, welche die Reichstagswahlen er=
möglichen
, abgeſchloſſen worden iſt.
Ausland.
Frankreich.
Die Kammer hat den Etat von 1912 im ganzen
mit 425 gegen 79 Stimmen angenommen. Die Kammer
beſchloß ferner mit 401 gegen 77 Stimmen die Bewilli=
gung
eines proviſoriſchen Budgetzwölftels.
Der Senat hat ein proviſoriſches Budgetzwölf=
tel
angenommen. Dann wurde die Tagung des Parla=
ments
geſchloſſen.
Spanien.
Die Antwort Frankreichs. Der franzöſiſche
Botſchafter in Madrid hatte eine neue Unterredung mit
dem Miniſter des Aeußern, der der engliſche Botſchafter
beiwohnte. Er überreichte dem Miniſter die Antwort der
franzöſiſchen Regierung auf den ſpaniſchen Gegenvor=
ſchlag
. Garcia Prieto erklärte, er würde dem Miniſterrat
bezüglich Marokkos Bericht erſtatten.
Der Wiederzuſammentritt des Parla=
ments
iſt auf den 18. Januar feſtgeſetzt.
Norwegen.
Die Spitzbergenfrage. Die Delegierten
Norwegens, Schwedens und Rußlands werden am 15.
Januar 1912 in Kriſtiania zuſammentreten, um die Ver=
handlungen
über die Spitzbergenfrage fortzuſetzen.
Türkei.
Die Neubildung des Kabinetts. Der
Sultan ernannte Said Paſcha wieder zum Großweſir
und beauftragte ihn, das Kabinett zu bilden, das unio=
niſtiſch
ſein wird. Zum Scheich ül Islam wurde Ned=
ſchib
Effendi, der Kadi von Aegypten, ernannt. Wie es
heißt, werden die meiſten bisherigen Miniſter in das
neue Kabinett übernommen werden. Der Sultan hat
einige Mitglieder der Entente liberale empfangen und mit
ihnen über eine Verſtändigung beraten. Das neue Ka=
binett
wird ſich Mittwoch der Kammer vorſtellen.
Vereinigte Staaten.
Die Frage der Schiedsgkrichtsvyr=
träge
. Der Verlauf des Banketts in New=York, das

der Förderung der Einführung von Schiedsgerichtsver=
trägen
dienen ſollte, brachte die Uneinigkeit in dieſer
Frage zwiſchen Taft und Rooſevelt deutlich zum Aus=
druck
. Rooſevelt, der nicht erſchienen war, ſchrieb bei
ſeiner Abſage, er fürchte, daß die Feſtlichkeit dazu dienen
ſolle, den Senat dahin zu bringen, den Verträgen wider
ſein Gewiſſen ohne Aenderungen zuzuſtimmen. In ſei=
ner
Anſprache bei dem Mahl ſtellte Taft es in Abrede, daß
ſeine Haltung mit der Kündigung des Vertrages mit Ruß=
land
, der keine ſchiedsrichterliche Erledigung erforderte,
unvereinbar ſei und betonte ſein Feſthalten an der
Monroedoktrin. Fragen der nationalen Politik könnten
weder gerichtlich noch ſchiedsgerichtlich entſchieden werden.
Er ſehe aber nicht ein, weshalb Fragen, die die nationale
Ehre berührten, nicht in ſolche Verträge einbezogen wer=
den
ſollten. Alle auswärtigen Vertreter hatten im
letzten Augenblick abgeſagt, einige, wie es heißt, auf An=
ordnung
ihrer Regierungen.
* Verbindung der Inſel Sylt mit dem
Feſtlande. Wie man hört, ſind die Vorarbeiten für
die Verbindung der öſtlichen Spitze der Inſel Sylt mit
der Küſte von Schleswig, mit denen die Eiſenbahndirek=
tion
Altona befaßt worden war, zum Abſchluß gelangt.
In dieſem Jahre ſoll bereits mit den erſten Arbeiten für
eine Verbindung der Inſel mit dem Feſtlande begonnen
werden. Die Koſten des Projektes dürften naturgemäß
recht bedeutend ſein, da allein die Herſtellung eines Dam=
mes
, der die Verbindung zwiſchen Sylt und dem Feſt=
lande
darſtellt, etwa fünf Millionen Mark betragen
dürfte. Entſprechende Mittel für eine erſte Rate zur
Durchführung des Planes werden vorausſichtlich nicht im
Etat, ſondern in dem Eiſenbahnanleihegeſetz enthalten
ſein, das regelmäßig dem Landtage zugeht und in dieſem
Jahre bereits im Januar vorgelegt werden ſoll. Die
diesbezüglichen Forderungen gelten einer Bahnlinie, die
ſich von der Linie Huſum=Tondern auf ihrem nördlichen
Drittel nach Weſten abzweigt und von der Küſte mittels
eines Dammes die Oſtſpitze Sylts erreicht. Der Bahn=
bau
dürfte infolge der ſchwierigen Herſtellung des Dam=
mes
ſelbſtverſtändlich eine Reihe von Jahren in Anſpruch
nehmen. Die Fertigſtellung des Dammes ermöglicht
dann auch Anlandungsarbeiten, die im übrigen ſchon an
der ganzen Küſte von Schleswig ſeit längerer Zeit im
Gange ſind. Die Durchführung dieſer Arbeiten würde
die Verbindung der Inſel Sylt mit dem Feſtlande natur=
gemäß
weſentlich verſtärken, ſo daß damit zu rechnen iſt,
daß die Inſel ſpäter einmal durch eine mehrere Kilometer
betragende Landſtrecke mit dem Feſtland verbunden ſein
wird. Die Anlandung, die in der Hauptſache auf natür=
lichem
Wege geſchieht, ſtellt keine hohen Anforderungen
an Staatsmittel, Südlich von Sylt ſind bereits bei den
Inſeln Nordſtrand, Hamburger Hallig. Apelland,
Oland und Langemeß ſolche Anlandungen in Arbeit.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Januar.

* Neujahrs=Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog empfingen am 1. Januar zur Entgegen=
nahme
der Neujahrsglückwünſche: den Königl. Preußiſchen
außerordentlichen Geſandten und bevollmächtigten Miniſter
Frhrn. v. Jeniſch und Gemahlin; den Kaiſerlich Ruſſiſchen
Miniſterreſidenten Staatsrat van der Vliet und Ge=
mahlin
; den Königlich Großbritanniſchen Geſchäftsträger
Lord Acton und Gemahlin; die General= und Flügel=
adjutanten
, den Ordenskanzler, den Ordonnanzoffizier,
die Oberhofchargen, den Vorſtand des Kabinetts, den
Hofmarſchall, den dienſttuenden Kammerherrn Ihrer
Königlichen Hoheit der Großherzogin, den Direktor der
Kabinettsbibliothek, den Oberhofprediger, den General=
direktor
des Hoftheaters und der Hofmuſik; den Diviſions=
kommandeur
, die Brigade= und Regimentskommandeure
des Standortes Darmſtadt, den 1. Präſidenten der Krieger=
kameradſchaft
Haſſia den Kommandanten der Reſidenz,
die Kommandeure des Großh. Gendarmerie=Korps und
des Train=Bataillons Nr. 18; den Staatsminiſter, den
Finanzminiſter, den Miniſter des Innern, die Präſidenten
der Landeskollegien, den Präſidenten der Zweiten Kammer
der Stände und den Oberbürgermeiſter der Reſidenz.
* Beſtätigt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den von Sr. Erl. dem Grafen zu Erbach=Erbach
auf die erſte enangeliſche Pfarrſtelle zu Erbach präſen=
tierten
zweiten Pfarrer Karl Sell daſelbſt, den von Sr.
Erl. dem Grafen zu Erbach=Erbach auf die zweite evan=
geliſche
Pfarrſtelle zu Reichelsheim i. O. präſentierten
Pfarrverwalter Karl Weber daſelbſt und den von dem

Freiherrn Karl Schenck zu Schweinsberg=Rülfenrod als
Senior der Patronatsherren auf die evangeliſche Pfarr=
ſtelle
zu Ober=Breidenbach präſentierten Pfarrverwalter
Albrecht Rabenau zu Londorf für dieſe Stellen.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Jakob Schröder
zu Worms.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm Höhn
zu Uſenborn, Kreis Büdingen, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Bleichenbach, in demſelben Kreiſe; dem
Schulamtsaſpiranten Adolf Edelmann aus Fauerbach
bei Nidda, Kreis Büdingen, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Storndorf, Kreis Alsfeld.
* Ernannt wurde der Hofküchenwärter Adam
Hambach zum Telephonwärter im Neuen Palais.
g. Strafkammer. Der 39jährige Artiſt Albert Pail
aus Neuſtadtl in Oeſterreich hat am 8. November 1911
einen hieſigen Geſchäftsinhaber durch Vorſpiegelung
falſcher Tatſachen um einen geringfügigen Betrag ge=
ſchädigt
. Er wird zu 5 Monaten Gefängnis ver=
urteilt
abzüglich 1 Monat 2 Wochen Unterſuchungshaft.
Der Kaufmann F. Lampe von hier iſt beſchuldigt,
Bilanzen nicht gezogen zu haben. Lampe, der eine Zigar=
renfabrik
und Weinhandlung betrieb, gibt an, dazu nicht
in der Lage geweſen zu ſein, da es ihm nicht möglich
war, eine Lageraufnahme zu machen. Er hätte viele
Verſteigerungen gehabt, und da er vom Gerichtsvollzieher
erſt nach Beendigung der Verſteigerungen Abrechnung
erhielt, wäre ihm die Aufſtellung einer Bilanz, wie ſie
das Geſetz verlangt, unmöglich geweſen. Das Gericht
kommt unter Würdigung dieſer erſchwerenden Umſtände,
die den Angeklagten jedoch der Pflicht, eine Bilanz zu
ziehen, nicht entheben konnten, zu einer Verurteilung in
eine Geldſtrafe von 25 Mark.
* Eine Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg findet am Samstag, 6. Januar, vormittags
9½ Uhr, ſtatt. Tagesordnung: 1. Beſchwerde des Anton Win=
kenbach
I. zu Viernheim wegen Verweigerung der Rezeß=
bauvergütung
. 2. Schweinerotlaufverdacht in Lorſch; hier:
Entſchädigungsanſpruch des Johannes Wahlig X. daſelbſt.
3. Beſchwerde der Freiherrlich von Fechenbachiſchen Ver=
waltung
wegen Heranziehung zu den Umlagen der Ge=
meinde
Ober=Mörlen für 1911. 4. Erhöhung der Vergü=
tung
für den Hauptlehrer Quirin zu Obertshauſen.
* Auszeichnung. Dem ſeit Herbſt v. J. hierher
übergeſiedelten Herrn Dr. W. Rullmann, welcher
18 Jahre lang als wiſſenſchaftlicher Hilfsarbeiter im
Hygieniſchen Univerſitäts=Inſtitule München tätig war,
iſt von Sr. Königl. Hoheit dem Prinzregenten Luitpold
von Bayern der Titel eines Königl. Profeſſors ver=
liehen
worden.
Im Hotel zur Traube ſind angekommen: Graf
Moy, Kgl. Bayr. Geſandter in Stuttgart, Frhr. v. Frie=
ſen
, Kgl. Sächſ. Geſandter in München, Baron von Ru=
bido
=Zichy, Oeſterr.=Ungar. Geſchäftsträger in Stuttgart,
Oberbürgermeiſter Köhler, Präſident der Zweiten Kam=
mer
, aus Worms.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Auf die heute abend
im Chauſſeehaus, Heidelbergerſtr. 89, ſtattfindende öffent=
liche
Volksverſammlung wird auch an dieſer Stelle nochmals
aufmerkſam gemacht. Es ſpricht außer dem Kandidaten,
Herrn Oberlehrer Dr. Strecker, der Führer der Frank=
furter
Beamtenſchaft, Herr Oberpoſtaſſiſtent Jeneck. Auch
in dieſer Verſammlung wird freie Ausſprache zugeſichert.
* Die hieſige Zentrumspartei hält heute Mittwoch
im Konkordiaſaale ihre erſte Wahlverſammlung ab, wo=
bei
Gewerkſchaftsſekretär Rienecker=Frankfurt a. M.
ſprechen wird. (S. Anzeige.)
* Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft Ga=
belsberger
veranſtaltete in der Silveſternacht im Kaiſer=
ſaal
ein Vergnügen, das ſich eines zahlreichen Beſuches er=
freuen
durfte. Das neue Jahr wurde durch eine kurze
Anſprache des I. Vorſitzenden und einen von Frl. Schedel
wirkungsvoll geſprochenen Prolog eingeleitet. Kabarett=
Vorträge des Herrn Mechler in der gewohnten vorzüg=
lichen
Weiſe füllten die Pauſen aus, während die Muſik
von einer Abteilung der Kapelle Weber geſtellewurde. Die
Veranſtaltung verlief in jeder Beziehung vorteilhaft.
* Kleinkinderſchule für den Schloßbezirk. Morgen wird
in dem Hauſe Alexanderſtraße 25 die neu errichtete Klein=
kinderſchule
für denSchloßbezirk eröffnet wer=
den
, für die bereits über 40 Kinder angemeldet ſind. Weitere
Anmeldungen nehmen Pfarrer D. Dr. Diehl ( Alexander=
ſtraße
1) und Kaufmann Warnecke (Rheinſtraße 3) ent=
gegen
.
* Weihnachtsfeier des Darmſtädter Sportklubs 1905.
Die im Kaiſerſaal abgehaltene Weihnachtsfeier des Darm=
ſtädter
Sportklubs 1905, verbunden mit der Uraufführung
der Lokalpoſſen Die Brieftaſche und Die Maibowle‟
von Heinrich Rüthlein, verlief aufs beſte. Vor einem zahl=
reichen
Publikum ſpielte ſich das abwechslungsreiche Pro=
gramm
ab, von deſſen einzelnen Nummern beſonderen

Der Krieg und die Cholera.

** Ueber die Gefahr des italieniſch= türki=
ſchen
Krieges für die Choleraverbreitung in Europa
veröffentlicht Profeſſor Dr. Rudolf Emmerich in dem
Januarheft der Deutſchen Revue ſehr bemerkenswerte
Ausführungen. Die Beobachtungen über Kriegscholera,
die namentlich Pettenkofer während des Feldzuges 1856
machte, haben gezeigt, daß Kriege mit ihren Bewegungen
und Konzentrationen großer Menſchenmaſſen in Cho=
leraorten
und mit ihrem ſonſtigen Elend die Cholerafälle
zwar bis zu einem gewiſſen Grade vermehren, und die
Verbreitung der Seuche befördern, daß aber der Einfluß
des Kriegs auf die Häufigkeit der Cholera in den betr. Län=
dern
keineswegs ſo bedeutend iſt, wie man allgemein
glaubt, und daß eine cholerainfizierte Truppe die Krank=
heit
nicht in Orte bringt, die örtlich oder zeitlich nicht da=
für
disponiert ſind. Die Choleraverbreitung und ihre
Häufigkeit wird vielmehr nicht durch den Verkehr, ſondern
in viel höherem Grade durch die Bodenbeſchaffenheit und
die Witterungsverhältniſſe bedingt. Naſſe Jahre ſind der
Choleraverbreitung hinderlich; die großen Epidemien
fallen immer in trockene Jahre. Es hat ſich auch gezeigt,
daß unter den marſchierenden Truppen die Cholera mei=
ſtens
ſpärlich auftritt und bald erliſcht. Auch in
dieſem Jahre wird die Verbreitung der Cholera in
Europa ſicherlich nicht davon abhängen, ob der Krieg
fortdauert oder beendigt wird, ſondern im weſentlichſten
von den Regenverhältniſſen in den einzelnen europäi=
ſchen
Ländern, in deren Nachbarſchaft die Cholera im
letzten Jahre epidemiſche Verbreitung gefunden hat.
Die Gefahr des italieniſch=türkiſchen Krieges iſt für
die Choleraverbreitung in Afrika dagegen viel größer
und ernſter als für Europa. In Tripolitanien wird
ſie auch während der Regenzeit nicht ganz erlöſchen, und
ſo oft ſie nach Tripolis oder Tunis kam, deren Sand=

oden hohe Dispoſition beſitzt, verbreitete ſie ſich auch
über die benachbarten afrikaniſchen Länder. 1837 kam ſie
von Aegypten über Tripolis und Tunis nach Algier, Abeſ=
ſinien
, Somaliland bis Sanſibar und in den Sudan;
1855 auf demſelben Wege nach Algier und Marokko; 1867
wurde ſie durch eine Schmugglerbande aus Sizilien nach
Tunis verſchleppt; gleichzeitig gelangte ſie von Frankreich
nach Algerien, wo ſie in dem einen Jahre 80 000 Opfer for=
derte
, während ſie gleichzeitig in Marokko furchtbar hauſte.
Es hängt hauptſächlich von den meteorologiſchen Verhält=
niſſen
ab, ob ſich die Cholera in dieſem Jahre in Nord=
afrika
weit verbreiten wird oder nicht. Sind dieſe der
Choleraverbreitung günſtig, und iſt das Jahr 1912 wie
1911 auch für Italien, Spanien, Frankreich, Oeſterreich=
Ungarn uſw. ein regenarmes und trockenes, dann wird
die Cholera auch in den letztgenannten Ländern epide=
miſche
Verbreitung finden, da alsdann die Gefahr der
Einſchleppung nicht bloß von Italien, ſondern auch von
Afrika her beſteht. Dabei wird die Cholera durch See=
ſchiffe
viel weniger leicht verbreitet, als durch den Land=
verkehr
. Deutſchland hat weniger von der Cholera zu
fürchten, als die genannten Länder, weil ſeit der letzten
großen Epidemie die großen Städte aſaniert und auch
viele mittlere und kleinere mit Waſſerverſorgung und
Kanaliſation, den wirkſamſten Maßnahmen gegen Cho=
lera
, verſehen wurden. Außerdem iſt in Deutſchland die
Choleraeinſchleppung ſehr erſchwert, wenn auch keines=
wegs
unmöglich gemacht dank der von Robert Koch be=
gründeten
bakteriologiſchen Erkundung der Choleraver=
breitung
mittels der Unterſuchung der Exkremente und
des Blutes Kranker und Verdächtiger, ſowie der damit
in Berührung gekommenen Geſunden und deren Iſolier=
ung
. Profeſſor Emmerich weiſt zum Schluſſe nachdrück=
lich
darauf hin, daß auch die von Pettenkofer und ihm
begründete Prophylaxe nicht vernachläſſigt werden darf.

Feuilleton.

* Kunſt und Wiſſenſchaft. Frankfurter
Theater=Spielplan. 1. Opernhaus. Mitt=
woch
, 3. Jan., 3½ Uhr: Prinzeſſin Goldhaar; 7½ Uhr:
Ein Walzertraum. Donnerstag, 4.: Der Roſenkavalier.
Freitag, 5., geſchloſſen. Samstag, 6., 3½ Uhr: Prin=
zeſſin
Goldhaar; 7½ Uhr: Ariane und Blaubart. Sonn=
tag
, 7., 3½ Uhr: Prinzeſſin Goldhaar; 7 Uhr: Madame
Butterfly. Montag, 8. (erſtes Gaſtſpiel von Madame
Aino Ackté von der Großen Oper in Paris): Salome.
Dienstag, 9.: Violetta (La Traviata). 2. Schau=
ſpielhaus
. Mittwoch, 3. Jan.: Pentheſilea. Don=
nerstag
, 4.: Büxl. Freitag, 5.: Madame Sans=Gène.
Samstag, 6. (zum erſten Male): Die Liebe höret nimmer
auf. Sonntag, 7., 3½ Uhr: Mein Baby; 7 Uhr: Die Liebe
höret nimmer auf. Montag, 8.: Medea. Dienstag, 9.:
Die Liebe höret nimmer auf. 3. Neues Theater.
Mittwoch, 3. Jan., 3½ Uhr: Den König drückt der Schuh;
8 Uhr: Die Ahnengalerie. Donnerstag, 4.: Die Ahnen=
galerie
. Freitag, 5.: Der lebende Leichnam. Samstag,
5., 3½ Uhr: Den König drückt der Schuh; 8 Uhr: Julchens
Flitterwochen. Sonntag, 6., nachm.: Der Leibgardiſt;
8 Uhr: Julchens Flitterwochen. Montag, 7.: Meyers.
Dienstag, 8. (zum erſten Male): Die Ehre von Suder=
mann
.
Spielplan des Großh. Hof= und Natio=
naltheaters
Mannheim: Mittwoch, 3. Januar:
Die Geiſha. Donnerstag, 4.: Nathan der Weiſe. Frei=
tag
. 5.: Lohengrin. Samstag, 6. (zum erſten Male): Die
Bildſchnitzer: Der Barbier von Berriac; Lotichens Ge=
burtstag
. Sonntag, 7.: Siegfried. Montag, 8.: Die
Räuber.
* Neue Armbandmoden. Aus Paris ſchreibt man
der Köln. Ztg.: Als neueſte Form der Eleganz trägt man,

[ ][  ][ ]

Nummer 2.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Seite 3.

eifall die Geſangsvorträge der Herren A. Rieſinger und
. Reiß, die Zithervorträge des Zitherklubs Darmſtadt=
Beſſungen, ſowie das reizende Couplet des Frl. Berta
ünkel fanden. Mit Spannung und Aufmerkſamkeit folgten
e Zuſchauer den Vorgängen auf der Bühne bei der Auf=
fährung
der beiden Darmſtädter Mundartſtücke. Beide
istücke haben wohl alle Erwartungen erfüllt, wie der all=
ſ
itige reiche Beifall am Schluß bewies. Den Inhalt der
leiden humorvollen Stücke wiederzugeben, erübrigt ſich;
werden ſich wohl bald die Wertſchätzung aller
reunde des Darmſtädter Lokalhumors erringen.
* Männergeſangverein Konkordia‟. Die am
Januar 1912 abgehaltene Neujahrsfeier iſt zur
wollſten Zufriedenheit verlaufen. Der Mathildenhöhſaal
near bis zum letzten Platz beſetzt. Nach einer Begrüßungs=
enſprache
des 1. Vorſitzenden wurde das vorzüglich zu=
ſtummengeſtellte
Programm vorgetragen. Die von dem Ver=
lchn
dargebrachten Chöre unter Leitung des Dirigenten
herr R. Etzold wurden in würdiger Weiſe zu Gehör
gebracht, beſonders gefiel der neu einſtudierte Chor Die
Mühle im Tale‟. Die von dem Mitgliede Friedrich Wurm
wargebrachten humoriſtiſchen Vorträge, darunter das
neueſte Kouplet Der Roſenkavalier fand großen
Applaus. Ebenſo das von den Mitgliedern Keeg und
Hellermann vorgetragene Duett. Den Schluß der
Freier bildete das Theaterſtück Robert und Bertram,
geſpielt von den Mitgliedern Reeg, Schüttler,
Isſelin, Wurm und Salvermoſer, das die
Glanznummer des Abends war.
* Stenographie. Wie aus dem Anzeigenteil dieſes
Blattes erſichtlich iſt, eröffnet der Gabelsberger Steno=
graphen
=Verein (1861), Protektor Se. Königl. Hoheit der
Großherzog, am 8. Januar Anfangskurſe für Damen
und Herren, insbeſondere auch einen Separatkurſus für
altere Herren.
Privilegierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt. Zu
der am Montag in den gaſtlichen Räumen des Neuen
Schießhauſes abgehaltenen Abendunterhaltung
hatten ſich zahlreiche Perſonen eingefunden. Vorträge aller
Art, Tombola für die Mitglieder und Tanz ſorgten für den
guten Verlauf der Veranſtaltung. Ueber Küche und Keller
der Schießhaus=Reſtauration waren die Gäſte wie immer
noch befriedigt.
* Ein intereſſantes Preisſchießen veranſtaltete der
Zimmerſchützenklub Immergrün Bei ſehr ſtarker Be=
beiligung
gingen als Preisträger folgende Vereine her=
wor
: Schützenklub Freiſchütz 1. Preis mit 117 Ringen,
Fortuna 2. Preis mit 116 Ringen, Frohſinn 3. Preis
mit 104 Ringen. Der ebenfalls vom Schützenklub Im=
mergrün
ausgeſetzte Wanderpreis ging nach hartnäcki=
gem
Kampfe für die Dauer eines halben Jahres an den
Schützenklub Freiſchütz über. Die Preiſe ſind gegen=
wärtig
im Schaufenſter des Herrn Katzenbach, Zigarren=
geſchäft
, Arheilger Straße, ausgeſtellt.
* Vorſicht beim Einkauf von Beleuchtungs=
hörpern
. Die Freie Vereinigung der Spenglermeiſter
und Inſtallateure Darmſtadts veröffentlicht im Anzeigen=
zeil
heutiger Nummer eine Warnung beim Einkauf von
Beleuchtungskörpern durch Hauſierer, Reiſende ꝛc., die
wer Beachtung empfohlen ſei.
§ Während der Silveſter= und Neujahrsnacht
ind hier 8 Perſonen wegen Schießens, 19 Perſonen
wegen Abbrennens von Feuerwerkskörpern und 15 Per=
vonen
wegen Ruheſtörung zur Anzeige gebracht worden.
AAlußerdem wurden 14 Waffen und 31 Feuerwerkskörper
vonfisziert. Sonſtige Ausſchreitungen, Unfälle uſw. ſind
micht vorgekommen.
* Karnevalkonzert. Man ſchreibt uns: Ein wohlge=
ungenes
Karnevalkonzert bildete den Anfang der dies=
ährigen
karnevaliſtiſchen Veranſtaltungen in der Turn=
galle
. Obermuſikmeiſter Hauske bot mit ſeiner wacke=
gen
Schar Vorzügliches und erntete deshalb in allen Tei=
en
Beifall. Hauske verſteht es auch, auf karnevaliſtiſchem
Gebiete eine feine Muſik zu machen. Zwei Lieder der
Marren Fillmann und Hartmann wurden geſungen und
Grachten Stimmung. Eine Luftſchlangenſchlacht und ſon=
tige
Ueberraſchungen boten Abwechſelung. Nächſten
Sonntag findet wiederum ein Karnevalkonzert ſtatt, das=
elbe
ſoll im Rahmen origineller Ideen veranſtaltet
verden.
* Hotel Heß. Von heute an werden wieder die ſo ſehr
beliebten Kaffee=Konzerte täglich von 3 bis 6 Uhr
tattfinden. (S. Anzeige.)
Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im Monat
Dezember ergaben die fortlaufenden Reviſionen der
Machtwachbeamten folgende Fälle: 315 offene Haustüren
uind Tore vorgefunden, 114mal brannte Licht in Geſchäfts=
und Bureaulokalitäten, Kellern und Bodenräumen, bezw.

wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen, 21 defekte Schlöſſer
und Türen, ſowie ſteckengebliebene Schlüſſel vorgefunden,
12 offenſtehende Parterrefenſter ermittelt, 5 Hausbewoh=
nern
, die ihre Schlüſſel vergeſſen hatten, geöffnet.
* Blühende Monatsroſen. Die gelinden Witterungs=
verhältniſſe
des heurigen Winters werden durch die Tat=
ſache
illuſtriert, daß in den Anlagen am Neuen Palais
links vor der Kirche eine Monatsroſe im Schutze
des Immergrün ihre Kelche geöffnet hat.
* Schneller Tod. Geſtern um halb 1 Uhr wurde ein
Betonarbeiter aus Wiesbaden im Griesheimer Weg von
einem Schlaganfall betroffen. Durch die Sanitätswache
wurde der Mann mittels Krankenautomobils nach dem
Städtiſchen Krankenhaus verbracht, woſelbſt nur der Tod
feſtgeſtellt werden konnte.
=gs- Unfälle. Geſtern vormittag halb 12 Uhr fiel einem
am neuen Bahnhof beſchäftigten, aus Eberſtadt gebürti=
gen
Weißbinder eine Gerüſtſtange auf das Bein, wodurch
er einen Oberſchenkelbruch erlitt. Er wurde durch die
Rettungswache mittels Krankenautomobils in das Städ=
tiſche
Krankenhaus verbracht. Kurz nach 12 Uhr kam
auf dem Schillerplatz ein aus Beſſungen gebürtiger Weiß=
binder
ſo unglücklich zu Fall, daß er eine leichte Gehirn=
erſchütterung
, ſowie eine Kopfverletzung davontrug. Mit=
tels
Krankenautomobils wurde der Mann in das Städti=
ſche
Krankenhaus verbracht.
* Ein Selbſtmörder. Geſtern nachmittag um 3 Uhr
brachte ſich auf dem Städtiſchen Friedhof ein Mann in
ſelbſtmörderiſcher Abſicht einen Schuß in den Kopf bei.
Der Schwerverletzte wurde in hoffnungsloſem Zuſtande
durch die Rettungswache mittelſt Krankenautomobils
ins Städtiſche Krankenhaus gebracht. Seine Identität
konnte noch nicht feſtgeſtellt werden. Im Beſitz des Selbſt=
mörders
befand ſich eine Urkunde auf den Namen Ju=
lius
Küßner.
Mainz, 2. Jan. Der Schneider Bueler hat ſich
inzwiſchen als ein Schneider Ignaz Deſchmann aus Lai=
bach
in Oeſterreich entpuppt und unter dieſem Namen
iſt er Samstag nachmittag in Frankfurt ver=
haftet
und am Sonntag vormittag um 10 Uhr in
Mainz eingeliefert worden. Er hatte, wie das M. Tgbl.
meldet, in Frankfurt ein möbliertes Zimmer gemietet
und ſein Hauswirt, der den Steckbrief und die Nachricht
geleſen hatte, daß der Mainzer Raubmörder ſich nach
Frankfurt gewendet habe, hatte ihn angezeigt. Bei ſei=
ner
Vernehmung in Frankfurt legte er gleich ein Ge=
ſtändnis
ab und gab als ſeinen wirklichen Namen Ignaz
Deſchmann an. Am Sonntag wurde er in Mainz noch
gerichtlich vernommen. Er gab die Tat in ziemlich gleich=
gültiger
Weiſe zu und behauptete, in ſchlechte Vermö=
gensverhältniſſe
gekommen zu ſein; er will den Raub=
mordverſuch
in einer gewiſſen Notlage verübt haben. Er
habe die Frau Liebing nicht umbringen, ſondern nur
betäuben wollen. Es wurde feſtgeſtellt, daß Deſchmann
bei einem hieſigen Meiſter 50 bis 60 Mark in der Woche
verdient hatte. Vor drei Wochen hatte er die Abſicht ge=
habt
, Mainz zu verlaſſen, denn er verſuchte bei einem
Kollegen auf dem Ballplatz Roßhaare und Stoffe zu ver=
kaufen
, wobei er auf deſſen Befragen die Abſicht äußerte,
von hier fortzugehen. Weiter wurde feſtgeſtellt, daß Deſch=
mann
, ehe er nach Mainz kam, in Mannheim unter dem=
ſelben
falſchen Namen gewohnt und gearbeitet hatte
Kriminalkommiſſar Neumann war nach Mannheim ge=
fahren
und hatte ſeinen früheren Meiſter aufgeſucht. Die=
ſer
machte darauf aufmerkſam, daß er zwei Tage vorher
den Bueler in Frankfurt geſehen habe; daraufhin wur=
den
zwei Kriminalſchutzleute nach Frankfurt gefandt.
Worms, 2. Jan. Daß der Geſetzentwurf betr. die
organiſche Neuordnung der direkten
Steuern, der bereits die allerhöchſte Sanktion erhal=
ten
hat, zugleich mit dem Etat dem Abgeordnetenhauſe
vorgelegt werden ſoll, beſtätigt ſich nicht. Er wird erſt
ſſpäter mit einer Denkſchrift vorgelegt werden, worin
die Ergebniſſe der ſorgfältigen Prüfung der verſchiedenen
Vorſchläge einer Ueberflußſteuer im Zuſammen=
hange
dargelegt werden ſollen. Ob dadurch vermieden
werden kann, daß die Steuerfragen in die Generaldebatte
über den Etat übergreifen, iſt freilich nicht unzweifelhaft.
Oppenheim, 31. Dez. Wie hier erzählt wird, ſoll
das über das Vermögen des durchgegangenen Weinhänd=
lers
Schober verhängte Konkursverfahren wieder
aufgehoben werden, da ein Schwager Schobers, ein
Weingroßhändler im Elſaß, ſich bereit erklärt hat, die
Forderungen zu begleichen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 2. Jan. Die Bevölker=
ung
von Berlin hat im abgelaufenen Jahre wenig
zugenommen, nämlich um rund 15000, das heißt von
2069000 iſt ſie auf 2084000 geſtiegen, alſo nur minimal.
Für den nächſten Monat iſt ſogar ein kleiner Rückgang
durch Fortzug zu erwarten. Die Zahl der in der Neu=
jahrsnacht
polizeilich Siſtierten iſt mit 106
gegen das Vorjahr zurückgeblieben. Als gegen 1 Uhr
nachts ziemlich ſtarker Regen einſetzte, begann ſich das
Publikum in den bis dahin am lebhafteſten Straßen zu
zerſtreuen. Durch einen Briefträger wurden am Neu=
jahrsmorgen
drei Kinder bei einem Brande in der Neuen
Königſtraße gerettet. Der Beamte bemerkte bei dem
Beſtellen von Briefen, daß aus einer Wohnung Rauch
hervorquoll. Kurz entſchloſſen drang er ein und holte
noch vor der Ankunft der Feuerwehr die in Lebensgefahr
ſchwebenden Kinder ins Freie. An der Kreuzung der
Charlottenburger Chauſſee und der Siegesallee kam es
frühmorgens am Neujahrstage zu einem ſcharfen Zu=
ſammenſtoß
zwiſchen zwei Automobildroſch=
ken
, von denen aber nur eine beſetzt war. Durch den
Anprall wurde eines der Automobile umgeworfen. Die
Inſaſſen der anderen Droſchke, ein Herr und zwei Damen,
erlitten ſchmerzhafte Schnittwunden, Hautabſchürfungen
und Beinquetſchungen. Die beiden Chauffeure blieben
unverletzt.
Biebrich, 2. Jan. Bei dem Neujahrs= Anſchie=
ßen
am Silveſterabend ſchoß ein 15jähriger Junge mit
einem Terzerol ſeinem 16jährigen Kameraden verſehent=
lich
eine Kugel in die Bruſt. Der Getroffene ſank ſofort
zuſammen und mußte in das Krankenhaus gebracht wer=
den
, wo er in ſehr bedenklichem Zuſtande daniederliegt.
Die Kugel konnte bis heute noch nicht entfernt werden.
Stuttgart, 2. Jan. Heute früh wurde im Hofe des
Hauptpoſtamtes ein Poſtwagen erbrochen und
Geldbriefe im Werte von 12000 Mark geſtohlen.
Kiel, 1. Jan. Drei junge Leute aus Laboe, unter
ihnen zwei Brüder, die geſtern eine Segelbootfahrt in der
Strander Bucht unternahmen, ſind beim Kentern des
Bootes ertrunken. Ihre Leichen ſind noch nicht ge=
funden
worden.
Wien, 1. Jan. Geſtern vormittag iſt in einem verſteck=
ten
Gebüſch des St. Marxer Friedhofes ein in Zeitungs=
papier
gehüllter Totenſchädel gefunden worden. Es
wurde feſtgeſtellt, daß dieſer Schädel mit dem Schädel
des Fürſten Alexander Karageorgewitſch identiſch iſt,
da der Ober= und Unterkiefer gleich gefärbt und Ober= und
Unterkiefer, ſowie die beiden oberſten Wirbelknochen mit dem
Skelettrumpf zuſammenpaſſen. Bei dem Schädel befanden
ſich auch noch die beiden fehlenden oberſten Wirbelknochen.
Es wird vermutet, daß der Schädel in Zeitungspapier
erſt in der letzten Nacht von außen über die Friedhofs=
mauer
geworfen worden iſt, da der Friedhof gleich nach
dem Gruftraub genau abgeſucht worden war und es nahe=
zu
ausgeſchloſſen erſcheint, daß hierbei das Paket mit dem
Schädel überſehen worden ſein könnte.
Luxemburg, 1. Jan. Heute früh verbreitete ſich hier
das Gerücht von einem Attentat, das in der Neu=
jahrsnacht
auf den Staatsminiſter Eyſchen vollführt wor=
den
ſein ſollte. Die Unterſuchung ergab indeſſen die Halt=
loſigkeit
dieſes Gerüchtes. Es handelte ſich lediglich um
einen groben Unfug, den zwei vielfach beſtrafte Arbeiter,
ein Deutſcher und ein Luxemburger, dadurch auf der Straße
in der Nähe des Hauſes des Miniſters verurſacht hatten,
daß ſie nach dem Verlaſſen einer Weinkneipe zweimal eine
Dynamitkapſel zur Exploſion brachten, von denen die
zweite gleichzeitig eine Dynamitpatrone enthielt. Die
unter der Bevölkerung entſtehende Aufregung brachte im
Zuſammenhang hiermit das falſche Gerücht von einem
Attentat auf den Miniſter auf.
* Paris, 1. Jan. Hauptmann Lux meldete ſich
heute vormittag im Kriegsminiſterium bei dem General=
ſtabschef
, der ihn bei dem Kriegsminiſter einführte.
In militäriſchen Kreiſen wird bezüglich der Einzel=
heiten
der Flucht des Hauptmanns Lux Still=
ſchweigen
beobachtet. Lux begnügte ſich einem Bericht=
erſtatter
gegenüber mit der Verſicherung, daß er ohne jede
Mitwirkung eines Deutſchen entkommen ſei. Sehr ent=
ſchieden
wies er die Behauptung zurück, daß er Gefangener
auf Ehrenwort geweſen ſei. . . Einzelne Blätter wiſſen
gleichwohl ſehr ausführlich zu erzählen, in welcher Weiſe
Lux ſeine Flucht bewerkſtelligt habe. Sie ſei von den
Kameraden des Hauptmanns Lux vorbereitet worden. Lux
ſei durch Briefe, die zum Teil mit ſympathetiſcher Tinte
geſchrieben waren, von den zur Begünſtigung ſeiner Flucht
getroffenen Maßnahmen verſtändigt worden. Regelmäßig

Laut umgeſchriebenem Geſetz, nicht mehr allein Armbänder
um die Handgelenke und den Unterarm, ſondern den vol=
Len Oberarm umſpannende Armſpangen. Und zwar wer=
den
die Bänder für den Oberarm nicht allein zu kurz=
Armeligen Gewändern, das heißt in der neuen Ein=
richtung
der Aermelmode zum Geſellſchaftskleid ange=
legt
, ſondern zieren auch langärmelige Gewänder. Am
Fleidſamſten ſind dieſe Spangen, die aus breiten, flachen
Metallgeflechten, mit eingeſetzten Steinen (Diamanten,
Rubinen, Saphiren uſw.) hergeſtellt werden, wenn ſie
Ziemlich hoch oben den Arm umſchließen und von dem
duftig=durchſichtigen Gewebe des Aermels bald bedeckt,
bald bei einer Bewegung frei gelaſſen werden. So bei=
ſſpielsweiſe
an Kleidern mit etwas weniger als halblan=
igen
, glatten Aermeln, die beinahe ausnahmslos als Ab=
fſchluß
einen nicht übermäßig breiten Volant von Tüll=
ſſpitze
oder einem anderen derartigen dünnen Gewebe zei=
igen
und an Rokokoärmel erinnern. Hier liegt das Arm=
lband
dicht über dem Ellenbogen. Beſonders hübſch iſt die
Wirkung, wenn die farbigen Steine in Uebereinſtimmung
tmit dem Muſter des Kleides gewählt werden. So ſah
ich ein ſolches Armband mit großen Rubinen unter dem
weißen Spitzenvolant eines Gewandes hervorſchimmern,
das aus weißer Libertyſeide mit blutroten Seidenarabes=
ken
und roten Perlenſtickereien verziert war. Verſchie=
dentlich
habe ich auch geſehen, daß eine Anhängerin der
neuen Mode gleiche Armbänder auf beiden Armen trüg.
Das war namentlich bei langärmeligen Kleidern der Fall.
Hier gleichen die Armbänder wirklich Spangen, die das
duftige Gewebe zuſammenhalten, das bis zum Ellenbogen
ſtraff und glatt den Arm umſchließt, um dann, unterhalb
des einengenden Edelſteinreifes, zu einem dichten Bauſch
herauszuquellen, den halbwegs auf dem Unterarm ein
zweiter Armreif wieder zuſammenzwingt, ſo daß der Aer=
mel
die letzte Wegſtrecke bis zum Handgelenk wieder eng
und glatt zurücklegt. Eine andere, weniger verbreitete
Art von Armbändern ſah ich an einem Theateranzug: Ein
Armband aus ſchmiegſamen Goldgeflecht oder Ketten=
werk
umſpannt den Oberarm auf ſeiner halben Höhe und
windet ſich dann in ſchlangengleicher Art um den Arn
bis zum Handgelenk herab, wo ein auf dem Handrücken
liegender Schlangenkopf mit Edelſtein= oder Brillant=

augen, durch eine ganz feine kleine Goldkette an ſeinem
Platz um den Arm befeſtigt, den Abſchluß des Schmuck=
ſtückes
bildet. Während dieſe phantaſtiſche Schmuckſpie=
lerei
den linken Arm bedeckt, wird um den rechten Ober=
arm
nur ein in der Arbeit ähnliches ſpangenartiges ſchwe=
res
Armband geſpannt, und der übrige Teil des Armes
und der Hand bleibt frei.
* Der Reiſeweg eines Adlers. In der bulgariſchen
Zeitung Nova Balkanska Tribuna, Sofia, den 28. Sep=
tember
1911, findet ſich unter der Ueberſchrift: Ein 726
Jahre alter Adler in Tſchirpan geſchoſſen eine Notiz, die
nach den Münchener Neueſten Nachrichten in der Ueber=
ſetzung
folgendermaßen lautet:
Geſtern war der Jäger H. Chr. Minev auf der Jagd
in der Umgebung Tſchirpans an einer Ruikita genannten
Oertlichkeit. Dort ſah er, daß über ihm in einer Höhe
von 80 bis 100 Metern ein rieſiger Adler von Weſten nach
Oſten flog. H. Minev zielte gut und tötete den Adler
Als er den erbeuteten rieſigen Vogel betrachtete, bemerkte
er, daß dieſer am linken Fuße einen Metallring trug mit
folgender Inſchrift: Vogelwarte Roſſitten 1285 Ger=
mania‟
. Daraus folgt, daß ein gewiſſer Roſſitten, Vogel=
halter
in Deutſchland, im Jahre 1285 alſo 726 Jahre
zurück Beſitzer dieſes Adlers war, ihm einen Metall=
ring
um den Fuß legte und dieſem wahren Herrſcher der
Vögel die Freiheit gab. In Wirklichkeit iſt dieſer Adler,
ein Schreiadler (Aquila pomarina), im Jahre 1911 als
junger Horſtvogel bei Kerklingen in Mittelkurland durch
Freiherrn von Kleiſt mit dem Vogelwartenringe Nr. 1285
markiert worden. Der Adler hat ſeinen Weg von der
Niſtſtelle aus direkt nach Süden oder Südſüdoſten genom=
men
, ganz anders wie die in Kurland niſtenden Nebel=
krähen
, die, wie der Rinaverſuch einwandfrei gezeigt hat,
immer nach Südweſten bis nach dem nördlichen Frank=
reich
wandern und im Winter nur einen verhältnismäßig
ſchmalen Nord= und zum Teil Mitteldeutſchland umfaſ=
ſenden
Landſtrich beſiedeln. Der Ringverſuch weiſt immer
deutlicher darauf hin, daß der Zug jeder Vogelart für ſich
unterſucht werden muß. Es gibt keine allgemein gültige
Vogelzugsſchablone.

Tſchirpan liegt in Südbulgarien, öſtlich von Philip=
popel
, etwas nördlich von der Marica. Der Adler iſt
durch Vermittelung bulgariſcher wiſſenſchaftlicher Kreiſe
in ausgeſtopftem Zuſtande der Sammlung der Vogel=
warte
Roſſitten überwieſen worden.
ml. Ein Schmetterling für 32000 Mark. Die Schätze
des Muſeums für Naturgeſchichte in New=York haben
neuerdings durch Aufnahme einer der ſchönſten Schmet=
terlingsſammlungen
der Welt eine bemerkenswerte Be=
reicherung
erfahren. Sie ſetzt ſich aus rund 250000
Exemplaren zuſammen und ſtellt einen Wert dar, der auf
vier Millionen zu ſchätzen iſt. Die Kollektion wurde von
ihrem kürzlich verſtorbenen Beſitzer Dr. Hermann Strecker
aus Rending in Pennſylvanien dem New=Yorker Mu=
ſeum
vermacht. Sie enthält einzig in der Welt daſtehende
Seltenheiten, für deren Beſchaffung der reiche Schmetter=
lingsſammler
ungeheuere Summen ausgegeben hat. Um
beiſpielsweiſe eine Rarität, eine in Sierra Leone hei=
miſche
Schmetterlingsart, der Sammlung einzuverleiben
hatte Dr. Strecker ſeiner Zeit eine eigene Expedition nach
der Guinea=Küſte ausgerüſtet, die auch von Erfolg ge=
krönt
war. Der heißerſehnte ſeltene Falter mit den gelb=
rot
=ſchwarzen Flügeln, den ſie erbeutete, hatte freilich
auch die Kleinigkeit von 32000 Mark gekoſtet.
W-l. Großh. Hoftheater. Der Schluß unſerer ge=
ſtrigen
Beſprechung über die Operette Der Opern=
ball
iſt infolge eines techniſchen Verſehens bös deran=
giert
worden. Er mußte richtig lauten: Wenn
man zwiſchen den beiden Abenden einen Vergleich an=
ſtellt
, müſſen wir offen bekennen, daß wir dem zwar ſehr
groben, aber doch geſunden Schwank vor der ſchlüpfrig
ſüßlich=ſeichten Operette noch den Vorzug geben. Vom
künſtleriſchen Standpunkte aus ſind aber beide in gleicher
Weiſe zu verwerfen. Der Kritiker, der dies ausſpricht,
weiß recht wohl, daß er damit nicht viel Beifall finden
wird und vergeblich an das künſtleriſche Gewiſſen der
Menge appelliert. Denn des Publikums Wille iſt das
oberſte Geſetz.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Nummer 2.

ſeien an Lux mit dicken Schnüren umwickelte Zeitungs=
pakete
geſandt worden; dieſe Schnüre habe Lux ſorgfältig
geſammelt und daraus allmählich eine Strickleiter herge=
ſtellt
. Ferner habe man Lux Geſchichtswerke geſandt, die
die Aufſchrift: Bibliothek der Offiziere des 30. Infanterie=
regiments
trugen. In den Deckeln dieſer Bücher befanden
ſich Banknoten und Feilen. Auf dieſe Weiſe ſei Lux in
den Beſitz von 500 Francs und vier Feilen gekommen.
Durch die geheime Korreſpondenz wurde Lux auch davon
benachrichtigt, daß zwei Fluchtpläne ins Auge gefaßt ſeien,
der eine, um an die ruſſiſche, der andere, um an die öſter=
reichiſche
Grenze zu gelangen. Schließlich ſei vereinbart
worden, daß in der Nacht vom 28. Dezember ein Automobil
an einem beſtimmten Platz auf ihn warten werde. Lux
habe bei ſeiner Flucht die größte Kaltblütigkeit und den
größten Mut bewieſen. Er habe zwei Türen geſprengt,
einen Gitterſtab durchſägt und ſich mittelſt einer Strickleiter
von einer fünf Meter hohen Mauer herabgelaſſen und über
ein faſt drei Meter hohes Gitter ſteigen müſſen, das von
einer Schildwache bewacht wurde. Eine Viertelſtunde
ſpäter ſei Lux mittelſt eines von einem Ungarn geliehenen
Automobils über die öſterreichiſche Grenze gebracht
worden.
Der Matin ſchreibt, daß man ſich in Frankreich da=
mit
beſchäftigt habe, die dem Hauptmann Lux von der
deutſchen Gerichtsbehörde auferlegten Prozeßkoſten im Be=
trage
von 8000 Mark aufzubringen. Dies ſei ſelbſtyer=
ſtändlich
nunmehr überflüſſig geworden. Lux, der in den
Liſten als Deſerteur geführt wurde, werde der Form wegen
vor ein Kriegsgericht geſtellt werden, das ihn natürlich frei=
ſprechen
werde, umſomehr, als er durch ſeine Flucht Frank=
reich
einen großen Dienſt geleiſtet habe, er habe nämlich
während der Gerichtsverhandlung alle Agenten der deut=
ſchen
Gegenſpionage zu Geſicht bekommen, dieſe könnten in
Zukunft nicht mehr benutzt werden, da ſie nunmehr dem
franzöſiſchen Nachrichtenbureau bekannt ſeien. Es heißt
übrigens, daß Lux, der früher dem Nachrichtendienſt in Bel=
fort
zugeteilt war, nach Paris verſetzt werden wird. Meh=
rere
Blätter haben eine Sammlung eingeleitet, um Lux
zur Erinnerung an ſeine Flucht ein Kunſtwerk zu über=
reichen
.
Paris, 1. Jan. Nach den Ermittelungen der hieſigen
Polizei iſt der Haupturheber des Raubanfalles gegen den
Kaſſenboten Caby ein aus Belgien ſtammender Anarchiſt
namens Carouy, der nunmehr ſteckbrieflich verfolgt
wird.
Brüſſel, 1. Jan. König Albert iſt an Grippe leicht
erkrankt. Infolgedeſſen iſt der Empfang am 1. Januar
abgeſagt worden.
London, 1. Jan. In der vergangenen Nacht ſind große
Maſſen der hiſtoriſchen weißen Klippen bei
Dover abgebröckelt und in die See geſtürzt. Das durch
den Abſturz verurſachte Getöſe war meilenweit hörbar.
Eine mächtige Flutwelle erreichte Folkeſtone, wo außerhalb
des Hafens liegende Kohlenſchiffe mehrere Fuß von dem
Waſſer gehoben wurden, ſodaß die Ankerketten riſſen.
Fifcherboote tanzten auf dem Waſſer wie Korke.
Sofia, 1. Jan. In einem bulgariſchen Städtchen wurde
kürzlich ein Siegel der Heidelberger Univerſi=
tät
aufgefunden. Wie die bulgariſchen Blätter mitteilen,
ſoll mit dieſem Siegel mancherlei Mißbrauch getrieben
worden ſein. Es war ſchon früher aufgefallen, wie viel
Bulgaren Doktoren der Heidelberger Univerſität ſind.
Die bulgariſche Regierung hat aus Heidelberg ein offi=
zielles
Verzeichnis der Bulgaren verlangt, die an der Hei=
delberger
Univerſität ihren Doktor gemacht haben. Auf
Grund dieſes Verzeichniſſes wurde bereits feſtgeſtellt, daß
eine ganze Reihe von falſchen Heidelberger Diplomen in
Bulgarien exiſtiert. Es verlautet, daß noch größere Sen=
ſationen
bevorſtehen ſollen. Das Siegel wird zurzeit im
bulgariſchen Juſtizminiſterium aufbewahrt.
Los Angeles, 31. Dez. Die Brüder Menamara, die
kürzlich wegen Bombenanſchlags gegen ein Zeit=
ungsgebäude
verurteilt wurden, ſind im Verein mit drei
anderen Arbeiterführern jetzt auch der Verſchwörung und
des ungeſetzlichen Transports von Dynamit angeklagt
worden. Die drei Letztgenannten wurden ſofort verhaftet.
Petersburg, 31. Dez. Der Kaiſer und die kaiſer=
liche
Familie ſind heute abend in Zarskoje=Sſelo
eingetroffen.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Viertes Hofmuſik=Konzert. Für das
am nächſten Montag, den 8. Januar, im Hoftheater ſtatt=
findende
4. Sinfonie=Konzert der Hofkapelle iſt der Pia=
niſt
Paul Goldſchmidt aus Berlin als Soliſt ge=
wonnen
worden. Er iſt eine der wenigen Erſcheinungen,
die mit einem Schlage in aufſehenerregender Weiſe den
erſten Gäſten des betreffenden Kunſtfaches beigeſellt wur=
den
. Im November des abgelaufenen Jahres führte
Nikiſch den jungen Meiſter in einem Konzert des Ber=
liner
Philharmoniſchen Orcheſters in Hamburg ein. Die
geſamte Hamburger Preſſe befand ſich in voller Ueberein=
ſtimmung
über die hohe Bedeutung der Leiſtungsfähigkeit
des Künſtlers. Die Hamb. Nachr. ſchrieben: Nikiſch iſt
nicht freigebig mit Soliſten. Wenn aber einer zu Worte
kommt, iſt es meiſt ein Würdiger und noch dazu ein in
weiteren Kreiſen noch nicht nach Gebühr Gewürdigter.
Geſtern wurde der junge Berliner Pianiſt Paul Gold=
ſchmidt
zu ſeinem Ruhm und zu unſerer Freude einge=
führt
. Goldſchmidt iſt ein ernſter Künſtler, der viel ge=
lernt
hat, aber auch viel aus Eigenem zu geben weiß.
Techniſche Bravour iſt ihm wie etwas Selbſtverſtänd=
liches
; wenn er in der vollen Kraftentfaltung von einigen
Taſtenhelden auch übertroffen wird, ſo wird man ſein
virtuoſes Können darum doch nicht niedriger einſchätzen.
Goldſchmidt kann mit einem perlenden Triller prunken,
und kann die Finger wie Elfen über die Taſten dahin=
tanzen
laſſen. Vor allem macht es ihn aber ſympathiſch,
daß er mit Verſtand und Seele, mit einer harmoniſchen
Miſchung von Geiſt und Gemüt ſpielt. Seine Töne ſingen
ſich ins Herz hinein. Von der ernſten Auffaſſung ſeines
Berufes zeugt auch die Wahl des Danoll=Konzertes von
Brahms, das Herr Goldſchmidt nächſten Montag hier
ſpielen wird. Die Kompoſition iſt ſeit vielen Jahren in
Darmſtadt nicht gehört worden.
Der Richard Wagner=Verein wird ſein 24.
Vereinsjahr am Dienstag, 9. Januar, mit einem
Lieder= und Balladenabend eröffnen, für den der lyriſche
Bariton des Stadttheaters in Leipzig, Herr Alfred
Kaſe, gewonnen worden iſt. dem ein glänzender Ruf als
Liederſänger vorausgeht. Das Programm des Abends
bringt Lieder und Geſänge von Franz Schubert, Karl
Löwe, Franz Liſzt, Arnold Mendelsſohn und wird außer=
dem
zwei lebende Komponiſten, den Stettiner Philipp
Gretſchen und den Leipziger Eugen Lindner, hier erſtmalig
einführen. Die Klavierbegleitung hat Herr Profeſſor
Wendelsſohn übernommen.

Parlamentariſches.

* Der Zweiten Kammer ſind die Regierungs=
vorlagen
betr. 1. Geſetzentwurf über Abänderung des
Geſetzes die Ausführung des Reichsimpfgeſetzes
betr., 2. die Entſchädigung für an Maul= und Klauen=
ſeuche
gefallenes Rindvieh, 3. die Ausführung des Reichs=
viehſeuchengeſetzes
, ferner 78 Anträge, Anfragen und
Vorſtellungen zugegangen.

Wahlverſammlungen.

Wähler=Verſammlung der Nationalliberalen Partei im
Schützenhof.
St. Die Nationalliberale Partei hielt geſtern abend
im Schützenhof eine Verſammlung ab, die außerordent=
lich
zahlreich beſucht war und einen ſehr anregenden und
eindrucksvollen Verlauf nahm, wenn auch mehrfach von
Seiten der anweſenden Sozialdemokraten verſucht wurde,
dieſe Wirkung zu beeinträchtigen, Verſuche, die vergeb=
lich
blieben gegenüber den durchaus ſachlichen und über=
zeugenden
Ausführungen des Kandidaten Dr. Oſann.
Den Vorſitz führte Herr Stadtv. Dr. Noellner
Er hieß die Erſchienenen herzlich willkommen und be=
tonte
, daß die Verſammlung für notwendig erachtet
wurde, um dem Kandidaten Dr. Oſann Gelegenheit zu
geben, nochmals die vielerlei beabſichtigten und unab=
ſichtlichen
Entſtellungen zurückzuweiſen, die in gegneri=
ſchen
Verſammlungen aufgebracht wurden, und um noch=
mals
ſeine politiſche Stellung klar und deutlich feſtzu=
legen
. Herr Landtagsabgeordneter Dr. Oſann hielt
dann eine etwa 1½ſtündige Rede, die wir an anderer
Stelle im Wortlaut wiedergeben. Der Redner wurde
vielfach von lebhaftem, anhaltendem Beifall unterbro=
chen
, dem die Gegner Widerſpruch und mehrfache Zwi=
ſchenrufe
entgegenſetzten. Beſonderen Beifall löſten die
wiederholten Richtigſtellungen des Referenten zu der ge=
nügend
oft erörterten Zündholzſteuer aus. Am Schluſſe
ſeiner Rede wurden Herrn Dr. Oſann lebhafte Ovationen
dargebracht.
In der Diskuſſion meldete ſich nur ein Herr
Schuchmann, der aber unverſtändlich blieb und dem
der Vorſitzende ſchließlich unter Zuſtimmung der ganzen
Verſammlung das Wort entzog. Darauf wurde nach
einem Schlußwort des Herrn Dr. Noellner die Ver=
ſammlung
mit einem Hoch auf das deutſche Vaterland
geſchloſſen.

* Fortſchrittliche Volkspartei. Am Samstag ſprach
Dr. Strecker in Biſchofsheim. Der Saalbau
Schad war bis auf den letzten Platz gefüllt, und geſpannt
lauſchten die Anweſenden den Ausführungen des Red=
ners
. Er wies auf die Bedeutung der Reichstagswahlen
hin; am 12. Januar werde entſchieden, ob Deutſchland
fortan noch unter dem ſchwarzblauen Block, der uns die
famoſe Reichsfinanzreform beſchert hat, leiden ſolle oder
ob endlich Fortſchritt, Freiheit und Gerechtigkeit in der
deutſchen Politik zur Geltung gebracht werden ſollen. Er
legte ſodann ſeine Stellung zu den übrigen Parteien dar.
Erſt um 2 Uhr nachts wurde die Verſammlung, die bei
Freunden und Gegnern tiefen Eindruck hinterließ, geſchloſ=
ſen
. Am 31. Dez. mittags ſprach Dr. Strecker in Bie=
besheim
vor über 100 Perſonen. Auch hier machten
ſeine Darlegungen ſichtbaren Eindruck. In der Diskuſ=
ſion
ſprachen ein Vertreter der Sozialdemokratie ſowie
Dr. Neuroth und Dr. Diehl=Groß=Gerau. Ein praktiſcher
Erfolg der Verſammlung war, daß demnächſt in Biebes=
heim
, das von jeher als Hochburg des Agrariertums
galt, ein Fortſchrittlicher Verein gegründet wird. Am
Abend fand dann eine Verſammlung in Stockſtadt
ſtatt, die trotz der ungünſtigen Zeit von nahezu 90 Per=
ſonen
beſucht war, die das Programm des fortſchrittlichen
Kandidaten unter ſtürmiſchem Beifall billigten.
* Nieder=Ramſtadt, 1. Jan. Die Fortſchrittliche
Volkspartei hielt hier heute eine gut beſuchte Verſamm=
lung
ab, in der Dr. Strecker in großzügiger Weiſe die
Richtlinien der Politik ſeiner Partei im gegenwärtigen
Wahlkampfe entwickelte. Er gab zunächſt einen Ueber=
blick
über die wichtigſten politiſchen Ereigniſſe ſeit der
Reichstagswahl von 1907, und indem er dieſe vom
Standpunkte ſeiner Partei aus beleuchtete, charakteriſierte
er zugleich ſeine eigene politiſche Stellung. Der Red=
ner
machte ſodann die Haltung ſeiner Partei während
der ſogenannten Bülowblockperiode verſtändlich, auf die
Fortſchritte im Reichsvereinsweſen, in der preußiſchen
Wahlrechtsfrage und in der Erbſchaftsſteuer hinweiſend.
Man müſſe von der Einſicht des deutſchen Volkes hoffen,
daß es bei der jetzigen Wahl die Reaktionsherrſchaft
niederringen werde. Gegenüber den Verdächtigungen
von verſchiedenen Seiten ſetzte der Redner noch ſeine
wirtſchaftspolitiſchen Anſchauungen, insbeſondere ſeine
Stellung zur Schutzpolitik, eingehend auseinander. Eine
Diskuſſion ſchloß ſich an.
* Ober=Ramſtadt, 2. Jan. Hier fand am Montag
im überfüllten Saale Zum Löwen eine öffentliche
Wählerverſammlung der Fortſchrittlichen Volks=
partei
mit dem Kandidaten, Herrn Dr. Strecker,
als Referenten ſtatt. Der Kandidat entwickelte in klaren,
großen Zügen ſeine Hauptprogrammpunkte. Im übrigen
geſtaltete ſich die Verſammlung eingangs zu einer grund=
ſätzlichen
Auseinanderſetzung mit der Sozialdemokratie.
Im weiteren Verlaufe ſeiner Rede wandte ſich Dr.
Strecker auch gegen rechts und forderte eine entſchiedene
Bekämpfung des ſchwarz=blauen Blocks. In der Dis=
kuſſion
traten zwei ſozialdemokratiſche und ein bündle=
riſcher
Redner auf, die jedoch von Herrn Landtagsabge=
ordneten
Henrich und Dr. Strecker im Schlußwort wider=
legt
wurden.

Handel und Verkehr.

D Schiffsliſte für billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pf.
für je 20 Gramm): George Waſhington ab Bremen
6. Januar, Viktoria Luiſe ab Hamburg 11. Januar,
Preſident Lincoln ab Hamburg 13. Januar, Prinz Fried=
rich
Wilhelm ab Bremen 20. Januar, Kaiſerin Auguſte
Viktoria ab Hamburg 27. Januar, Kronprinz Wilhelm
ab Bremen 30. Januar (Poſtſchluß nach Ankunft der Früh=
züge
). Alle dieſe Schiffe ſind Schnelldampfer oder ſolche,
die für eine beſtimmte Zeit vor dem Abgang die ſchnellſte
Beförderungsgelegenheit bieten. Es empfiehlt ſich, die
Briefe mit einem Leitvermerk wie direkter Weg oder
über Bremen oder Hamburg zu verſehen. Die Porto=
ermäßigung
erſtreckt ſich nur auf Briefe, nicht auch) auf Poſt=
karten
, Druckſachen uſw. und gilt nur für Briefe nach den
Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen
Gebieten Amerikas, z. B. Kanada.
Ueberſeetelegramme. Zu den britiſchen
Kolonien, mit denen vom 1. Januar 1912 an Ueberſee=
telegramme
zu halber Gebühr ausgewechſelt werden kön=

nen, treten noch hinzu: Auſtralien und Seu=Seeland
Inſeln Fanning und Norfolk, Fidſchi=Inſeln, Britiſch
Nord=Borneo, Ceylon, Britiſch=Amerika (Kanada), Ba=
hama
=, Bermuda= und Turks=Inſeln, Antigua, Barba=
dos
, Dominica, Grenada, Jamaica, St. Chriſtoph (St.
Kitts), St. Lucia, St. Vincent Weſtindien, Trinidad, Bri=
tiſch
=Guyana, Goldküſte, Nord= und Süd=Nigeria, Sierra
Leone, Mauritius und Britiſch=Somaliland.

Vermiſchtes.

* Fahrbare Trinkwaſſerbereiter für
die Armee. Im nächſten Heeresetat ſollen Mittel an
gefordert werden für die Beſchaffung von fahrbaren Trink=
waſſerbereitern
für die Etappenſanitätsdepots. Die Ver=
ſuche
mit dieſen Trinkwaſſerbereitern in der Armee gehen
bereits auf das Jahr 1903 zurück. Da eine Reihe anſtel
kender Krankheiten durch Waſſer übertragen wird, muß
der Waſſerverſorgung der Truppen namentlich im Felde
beſondere Aufmerkſamkeit gewidmet werden. Eine wirk=
ſame
Abtötung aller im Waſſer etwa vorhandenen Krank
heitskeime iſt nur durch Abkochen desſelben zu erreichen.
Dabei bedarf es aber beſonderer Einrichtungen, um das
Waſſer nach dem Abkochen wieder lufthaltig und kühl zu=
machen
. Nach dieſen Geſichtspunkten werden zunächſt für
die Truppenteile von der Induſtrie bewegliche Kochappa=
rate
hergeſtellt, welche von zwei Pferden gezogen werden
und der Truppe überall folgen können. Im Jahre 1903
wurde die Anſchaffung von vier derartigen Apparaten
durch Bereitſtellung der erforderlichen Mittel in Höhe von
20000 Mark ermöglicht. Die hiermit gemachten Erfah=
rungen
haben die Frage der Sicherung eines von Krank=
heitserregern
freien Trinkwaſſers für die Truppen auf
Märſchen und im Felde weſentlich geklärt. Es war aber
noch eine praktiſche Erprobung namentlich in bezug auf=
die
Leichtigkeit der Fortſchaffung der Apparate, ſowie auf
die Ergiebigkeit und die einwandfreie Beſchaffenheit des
gelieferten Waſſers erforderlich. Zu dieſem Zweck wur=
den
im Jahre 1905 von neuem 30000 Mark angefordert,
die dazu dienen ſollten, die im Wettbewerb der Induſtrie
hergeſtellten Apparate praktiſch zu erproben. Wenn nun=
mehr
für die Etappenſanitätsdepots fahrbare Trinkwaſ=
ſerbereiter
im nächſten Etatsjahr beſchafft werden ſollen
ſo kann man annehmen, daß die angeſtellten Verſuche in=
zwiſchen
zu einem Ergebnis geführt haben.

Literariſches.

Trowitzſchs Verbeſſerter Kalender
für 1912 (212. Jahrgang, Preis broſchiert 40 Pfg., karto=
niert
mit Schreibpapier durchſchoſſen 50 Pfg., auch in
Quartformat zu haben, Trowitzſch und Sohn, Ber=
lin
SWV. 48). Auch der Kalender für 1912 ſteht ſeinen
Vorgängern in nichts nach. Es ſcheint faſt, als überragte
er ſie noch. Innerhalb eines verhältnismäßig kleinen
Rahmens berührt er in reichſter Mannigfaltigkeit die
verſchiedenſten Gebiete.
Die Deutſche Romanzeitung und Ro=
manbibliothek
ſteht bereits im 49. Jahrgang und
bringt ſeit ihrem Beſtehen nur Arbeiten erſter Autoren.
Zurzeit gelangen zum Abdruck Licht in der Ferne‟, Ro=
man
von Hans Werder und Stirb und werde von Ar=
thur
Brauſewetter. Das Beiblatt bringt immer ſpan=
nende
Erzählungen, Novellen uſw. Eine Probenummer
verſendet auf Wunſch gerne an jeden Intereſſenten die
Verlagsbuchhandlung Otto Janke in Berlin SW. 11
Anhaltſtraße 8.
E. H. von Zagory: Haus Illersdorf
Broſch. 2,80 Mark, geb. 3,75 Mark. Verlag von E. Un=
gleich
, Leipzig. In dieſem ihrem neueſten Buche erken=
nen
wir wieder ſo recht die uns durch ihr Erſtlingswerk
Aus dem Leben eines Weihnachtskindes liebgewordene
Verfaſſerin; dieſelbe Friſche, derſelbe geſunde Humor und=
zugleich
die ernſte Lebensauffaſſung ſtrahlen uns daraus
hervor, daß es eine beſondere Freude bereitet, die
Leſerwelt auf dieſe Neuerſcheinung aufmerkſam machen
zu können. Alles in allem iſt dies ein Buch, das uns
durch die Natürlichkeit der Sprache, die edle Geſinnung
und zugleich ſpannende Handlung entzückt, und jeder Le=
ſer
wird der Verfaſſerin für die reiche Gabe innerlich von
Herzen danken, denn ein jeder wird etwas darin finden,
das ihm ſeine Seele berührt und ihm das Buch zum lie=
ben
, dauernden Freunde macht.
Luiſe Hotop, Die Fremde. Roman aus
der Marſch. Broſch. 2,80 Mark, geb. 3,75 Mark. Verlag
E. Ungleich, Leipzig. Luiſe Hotop führt uns in ihrem=
Roman auf einen Gutshof in der Marſch und entrollt=
vor
unſerem Auge das Schickſal einer verarmten und ver=
waiſten
Offizierstochter, die von der mildtätigen Guts=
herrin
, der Frau Hemminga, aufgenommen wurde, um
von einer ſchweren, glücklich überſtandenen Krankheit
völlig geneſen zu können. Mit großer Natürlichkeit, mit=
packenden
, ergreifenden Worten ſchildert uns Luiſe Hotop=
dies
an Tragik ſo reiche Menſchenleben; ſie läßt uns in die
ſonnigen Höhen, aber auch in die düſteren Tiefen des=
Lebens blicken, ſodaß wir aufs tiefſte ergriffen werden.
J. M. Sick, Glocken läuten . Aus dem
Däniſchen überſetzt von P. Klaiber. Preis broſchiert
3.80 Mark, gebunden 5 Mark. Verlag E. Ungleich, Leip=
zig
. Unendlich viel Schönheit iſt in dieſem Bande, wie
ſie nur eine tief empfindende Seele ſchauen, eine ſeltene
Künſtlerin mit dieſen treffenden, packenden und doch
ſchlichten Worten uns treulich zeichnen konnte. Und dier
Ueberſetzerin, Frl. P. Klaiber, hat nicht wenig dazu bei=
getragen
, bei der Wiedergabe uns dieſe Schönheit zu er=
halten
.

Die Maſſenvergiftung im Berliner Obdach.

* Berlin, 1. Jan. Die Zahl der unter Vergif=
tungserſcheinungen
Erkrankten betrug bis
zum Vormittag des Neujahrstages 161, von denen 71
geſtorben ſind. Man muß jedoch in der Beurteilung
dieſer Fälle ſehr vorſichtig ſein, da gewiß manche Er=
krankungen
auf übermäßigen Alkoholgenuß oder andere
Urſachen zurückzuführen ſein werden. Sind doch am 30.
und 31. Dezember bereits 8 Perſonen wieder aus dem
Krankenhaus am Friedrichshain entlaſſen worden, bei de=
nen
ſich andere Krankheitsurſachen herausgeſtellt hatten.
Alles in allem iſt jetzt, nachdem die Lokale geſchloſſen
ſind, in denen die Scharmachſche Miſchung verkauft wor=
den
war, ein Rückgang, wenn nicht ein Stillſtand
der Vergiftungsfälle zu verzeichnen. Außer=
dem
die Ermittelungen leitenden Kriminalkommiſſar
Touſſaint neigen jetzt auch die Aerzte des Städtiſchen Ob=
dachs
in der Fröbelſtraße mehr und mehr der Anſicht zu,
daß doch wohl vielleicht abgeſehen von den erſten
Fällen die Vergiftungen durch den Genuß von
Methyl=Alkohol entſtanden ſein können. In die=

[ ][  ][ ]

Nummer 2.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1913.

Seite 5.

er Angelegenheit erläßt das Polzeipräſdiun folgende
arnung: Anſcheinend ſind die zahlreichen Vergiftungs=
llle
der vorigen. Woche auf den Genuß von Methyl=
Ikohol zurückzuführen. Auch der Genuß ſonſtiger auf=
Illend billiger Spirituoſen iſt bedenklich.
* Berlin, 2. Jan. In den letzten 24 Stunden iſt
in Aſyl für Obdachloſe kein neuer Vergiftungs=
all
vorgekommen.

Deutſchland und England.

* London, 2. Jan: Daily Telegraph ſchreibt: So=
eeit
wir die Tendenzen der öffentlichen Meinung inter=
h
etieren können, lehnt ſich die Mehrheit der Engländer
ſeehr und mehr dagegen auf, irgend welche weitere ernſte
Lnterbrechung unſerer richtigen und normalen Bezieh=
ſamgen
zu Deutſchland zuzulaſſen. Das iſt eine
Arue Note der internationalen Politik, die mit unverkenn=
urer
Deutlichkeit ertönt. Die Entdeckung, die wir kürz=
liih
machten, daß wir im letzten Herbſt am Rande eines
Prrjeges ſtanden, hat den kriegeriſchen Geiſtern unter uns
Unten nützlichen Shok gegeben. Das Blatt wendet ſich
ſi gen einen Artikel des Profeſſors Zorn in der Kölniſchen
teitung, und bezeichnet die kürzliche Aeußerung des Pro=
fchſſors
Delbrück, England habe im Sommer beabſichtigt,
diene formelle Kriegserklärung über Deutſchland herzufallen,
lies reine Legende und fährt dann fort: Wenn ſo zwei
dationen grundloſe Erdichtungen übereinander erfinden
binnen, muß etwas geſchehen, um die Atmoſphäre zu rei=
gen
, die ſo mit den Elementen gefährlichen Mißtrauens
geladen iſt. Das iſt die unſerer Diplomatie in den nächſten
Monaten wartende Aufgabe. Es iſt abſurd, anzunehmen,
ltaß England und Deutſchland immer nebeneinander leben
fallen, ohne durch gegenſeitige Vereinbarungen die natür=
lachen
Intereſſen der beiden Länder zu ſichern.

Die Revolution in China.

* Hankau, 31. Dez. Der Waffenſtillſtand iſt
albgelaufen. Die Republikaner haben von Wutſchang
letts ein Gewehrfeuer gegen Hanjang eröffnet.
London, 1. Jan. In der Sitzung der Frie=
denskonferenz
in Schanghai wurde angeblich
über das Schickſal des Kaiſers beraten. Er ſoll wie andere
(Gbgeſetzte Monarchen behandelt werden. Der kaiſerliche
Zöevollmächtigte bei der Konferenz, Tangſchaoji, ſchlug vor,
teem Kaiſer die Exterritorialität im Park von Jehol zu ge=
neähren
.
* Petersburg, 1. Jan. Nach Meldungen aus
Uiliaſutai proklamierten die dortigen Mongolen die
Qutonomie und forderten den chineſiſchen Militärgou=
tzerneur
auf, abzureiſen. Als ſich dieſer weigerte, erſuchten
tüe Mongolen den ruſſiſchen Konſul um Vermittelung.
Die Nowoje Wremja meldet aus Charbin: Der Kaiſer
von China und die Kaiſerin=Witwe hätten
irtkognito Tjanſi paſſiert und ſuchten, an die Grenze der
Mongolei zu fliehen. Dort ſeien zwei Bataillone
Garde zum Schutze eingetroffen.
London, 31. Dez. Nachdem die führenden Män=
per
in der Mongolei beſchloſſen hatten, dieſe von China
füir den Fall, daß eine Republik proklamiert werden ſollte,
u trennen, ſieht ſich Rußland plötzlich in ſeinen In=
ereſſen
bedroht und ſoll, laut einer Pekinger Meldung dem
Bekinger Auswärtigen Amt eine Note zugeſtellt haben, die
ſch von einem Ultimatum kaum unterſcheidet.
* Schanghai, 2. Jan. Die Friedenskon=
ferenz
beſchloß am Samstag, daß jede Provinz Chinas
rei Vertreter zu dem Nationalkonvent wählen ſoll. Auch
ie Mongolei und Tibet ſoll durch drei Vertreter vertreten
zein. Die Einberufung der Abgeordneten ſoll zum Teil
um Namen der Mandſchus und zum Teil im Namen der
nroviſoriſchen republikaniſchen Macht erfolgen.
* Hankau, 2. Jan. Die Republikaner, die
geſtern die Feindſeligkeiten eröffneten, hatten keine Nach=
ſicht
von der Verlängerung des Waffenſtill=
ſtandes
.
* Charbin, 2. Jan. Das chineſiſche Zollreſſort
ſtellt feſt, daß vom 1. Oktober bis 1. Dezember 1911 der
llußenhandel um 140 Millionen geſunken iſt und
war gegen das Vorjahr im Import um 37, im Export
um 34 Prozent.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. Jan. Der Reichsanzeiger veröffentlicht
dden Wortlaut des Schiffahrtsabgabengeſetzes. Der Ter=
rmin
des Inkrafttretens wird durch kaiſerliche Verordnung
lbeſtimmt werden.
* München, 2. Jan. Graf Franz von Belle=
garde
, Mitglied des öſterreichiſchen Herrenhauſes und
ides Reichsrates, ehemaliger Oberhofmeiſter der Kaiſerin
EEliſabeth, der im Palais ſeiner Verwandten, der Fa=
nilie
des Grafen Königsegge=Aulendorf, weilt,
ktürzte geſtern in den offenen Fahrſtuhlſchacht und
twurde ſo ſchwer verletzt, daß er ſtarb.
* Hamburg, 2. Jan. Der des Raubmordes
(an der Witwe Henze verdächtige Johann Mertens iſt
geſtändig. Er hatte am 14. September am Johannis=
weg
in Hamburg die Witwe Henze ermordet und 50 Mk
geraubt.
* Frankfurt (Oder), 2. Jan. Die Frankfurter Oder=
Zeitung meldet: Der Forſtaſſeſſor Hauptmann d. L.
v. Knobloch gab im Verlaufe eines Streites auf den
Kaufmann Hedrich zwei Schüſſe ab und verletzte ihn
ſchwer. Hedrich verſtarb kurz nach der Einlieferung
fim Krankenhauſe. v. Knobloch wurde verhaftet.
* Danzig, 2. Jan. Der Kronprinz tritt heute
abend die Reiſe nach Berlin an. Im Gefolge befinden
ſich Kammerherr Behr und der perſönliche Adjutant
Major Graf Solms. Die Erkältung iſt faſt ganz be=
hoben
.
* Glatz, 2. Jan. Zu der Flucht des Hauptmanns
Lux wird noch gemeldet: Sämtliche an Lux gerichteten
Zeitungsſendungen wurden geöffnet und dem Gefange=
nin
ohne Verpackung überreicht. Ebenſo wurden die
Einbände der Bücher abgeſchnitten, um zu kontrollieren,
ob zwiſchen den Pappſcheiben ſich irgend welche Gegen=
ſtände
befänden.
H. B. Berlin, 2. Jan. In einer Penſion in der Luiſen=
ſtraße
fand man in einer Kommode die Leiche eines
10 Tage alten Kindes, der Arme und Beine abgeſchnitten
waren. Die unnatürliche Mutter, ein 19 Jahre altes Mäd=
chen
, wurde verhaftet.
Stuttgart, 2. Jan. Der=Betriebsüberſchuß der
Württembergiſchen Staatseiſenbahnen im Etatsjahre
1910 belief ſich auf 26 273 591 Mark (4 276 742 Mark mehr
als im Vorjahre). Hiervon wurden 4253685 Mark an
den Eiſenbahnbau=Reſervefonds abgegeben, der jetzt ein
Vermögen von 8304910 Mark hat.

Regensburg, 2. Jan. Infolge Reißens der Draht=
ſeile
ſtürzten in Oberndorf zwei Steinbrucharbeiter
in die Donau und ertranken.
Leipzig, 2. Jan. Das Schwurgericht in Beuthen
verurteilte am 3. November den Hilfsmonteur Max
Walerus wegen dreifachen Mordes dreimal zum
Tode, wegen 8 verſuchter Morde und 3 verſuchter Tot=
ſchläge
, wegen Einbruchsdiebſtahls und Sachbeſchädig=
ung
zu 15 Jahren Zuchthaus und Ehrverluſt. Auf die
Reviſion des Verurteilten hob das Reichsgericht
das Todesurteil in einem Falle auf, erkannte aber
im übrigen auf Verwerfung der Reviſion.
H. B. Brüſſel, 2. Dez. Im belgiſchen Kohlengebiet
von Charleroi droht ein Generalſtreik von 50000
Arbeitern auszubrechen. In dem Bergwerk wurden
die Löhne bisher wöchentlich ausbezahlt. Jetzt wollen die
Verwaltungen, um Erſparniſſe an Bureau=Perſonal zu
machen, den Lohn alle 14 Tage auszahlen, womit die
Bergleute nicht einverſtanden ſind.
H.B. London, 2. Jan. Daily Telegraph meldet aus
Madrid, der Kriegsminiſter beabſichtigt, nach Melilla
ein vollſtändiges Areal von lenkbaren Luftſchiffen
und Flugapparaten zu entſenden und damit einen
Kundſchafterdienſt einzurichten. Mehrere Luftſchiffe und
Flugzeuge ſind bereits in Cuadoſajara eingetroffen. Soll=
ten
nicht genügend ſpaniſche Aviatiker zur Verfügung ſein,
ſollen nach dem Beiſpiel Italiens fremde Luftſchiffer und
Flieger angeworben werden.
H. B. London, 2. Jan. Der Hafen von Folkeſtone, an
der Südoſtküſte von England wurde in der Silveſternacht
von einer Flutwelle heimgeſucht, wie man ſie ſeit
Menſchengedenken nicht ſo ſtark erlebt hat. Das Waſſer
ſtieg plötzlich um mehrere Fuß. Eine Anzahl Kohlen=
dampfer
brachen von ihren Ankerketten los und richteten im
Hafen große Verwirrung an. Der Donner der heran=
nahenden
Flutwelle wurde meilenweit vernommen. Aus
Dover wird gemeldet, daß zwiſchen dort und Folkeſtone
ein ungeheuerer Abſturz von Kreidefelſen ſtattfand. Die
in den Ozean gerutſchten Felſen, die zu der hiſtoriſchen
Gruppe der weißen Felſen gehören, ragen als Trümmer
eine Viertel=Seemeile weit ins Meer. Aus Wales wird
gemeldet, daß der Flecken Waunarley durch einen Berg=
ſturz
bedroht iſt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hoch über Frankreich hat ſich weiter ausge=
dehnt
, während ſich das Tief im hohen Norden etwas
verſtärkt hat. Wir hatten meiſt trübes Wetter mit nur
unerheblichen Niederſchlägen. Wir haben keine Aende=
rung
des herrſchenden Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Mittwoch, 3. Januar:
Meiſt trüb, keine erheblichen Niederſchläge, Temperatur
wenig verändert.

Die Ratsherrnbrüderſchaft
erlaubt ſich hiermit auf die Anſchaffung ihres neuen
Leichenwagens aufmerkſam zu machen. Der Wagen
bietet in ſeiner ernſten und würdigen Erſcheinung
Gewähr für eine pietätvolle Beſtattung.
(551a
Beſondere Beſtellungen hierzu nehmen entgegen:
Wagenverwalter Lorenz, Woogsplatz 5, Tel. Nr. 211.
Wagenführer Ernſt Büchler, Nieder=Ramſtädterſtr. 56,
Tel. Nr. 1073.

Mähnffabrik!
Georn Eherhardts Söhne
Darmstädter Werkstätten.f. Handwerkskunst
fertigt in eigenen Werkstättenkals Spezialität:
Wohnungselarichtungen für das bürgert. Heim.
Wer zweckmässige, schlichtefFormen, echtes
Material und aute Arbeit,&bei- bilſigen Preisen
zu. würdigen weiss, asotitekunsere Ausstellung
fertigerWohnräume bei der Fabrik Feidbergstr. 36
(in nächster Nähe des Bahnhofs) besichtigen,
oder kostenlose Zusendung des interessanten
Aldums 1 Wohnliche innenräüme venlangen.

550a

Aus dem Geſchäftsleben.

Auszeichnung. Kaiſerl. Königl. privil. Giſela=
Verein, Lebens= und Ausſteuer=Verſicherungsanſtalt a. G.
unter dem Protektorate Ihrer K. u. K. Hoheit der Durchl.
Frau Prinzeſſin Giſela von Bayern. Dieſer großen Gegen=
ſeitigkeitsanſtalt
wurde, in Anerkennung ihrer Leiſtungen,
vom Kaiſer von Oeſterreich die Auszeichnung zuteil, der
Firma den Beiſatz Kaiſerl. Königl. privilegiert voran=
zuſtellen
, ſowie den kaiſerlichen Adler zu führen.

Familiennachrichten.

Todes-Anzeige.

(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Von dem Hinſcheiden unſerer lieben Tochter,

Schweſter und Nichte

(579

Johanna Weisse

ſetzen wir hiermit Verwandte, Freunde und Be=
kannte
tiefbetrübt in Kenntnis.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Lauteſchlägerſtraße 19.
Die Beiſetzung findet am Donnerstag nachmit=
mittag
um 3 Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.

Heute entſchlief ſanft an Altersſchwäche
um 1 Uhr mittags unſere unvergeßliche, treue
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau
Friederike Heyer
geb. Zickwolff
im 77. Lebensjahre.
Darmſtadt, 2. Januar 1912.
Frau Auguſte Flinſch, geb. Heyer
Frau Bertha Schüler, geb. Heyer
Dr. phil. Albert Heyer
Carl Schüler
Flinſch, Leutnant im Dragoner=
Regiment 15
Guſtel Flinſch
Auguſt Schüler
Hermann Schüler.
Die Einſegnung und Beerdigung finden in
Mainz in aller Stille ſtatt. (620

Todes-Anzeige.
Heute früh verſchied nach längerem Leiden
mein lieber Gatte, unſer lieber Vater, Schwieger=
vater
, Schwager und Onkel
(597
Herr August Glaser
im 81. Lebensjahre.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Mina Glaſer, geb. Burger
Emil Glaſer
Johanna Glaſer, geb. Haumbach.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Jan.,
vom Eingang des ſtädtiſchen Friedhofes aus,
ſtatt.

Nachruf.

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht,
das Ableben unſeres Schreiners
(574

Emil Röse

bekannt zu geben.
Der Verſtorbene, der über 25 Jahre in
unſerem Betriebe tätig war, hat es verſtanden,
ſich unſere vollſte Zufriedenheit zu erwerben
und verlieren wir in ihm einen unſerer treueſten
Arbeiter.
Darmſtadt, den 2. Januar 1912.
Wehner & Fahr.

Tageskalender.

Hoftheater, Anfang 7½ Uhr (Außer Abonnement):
Glaube und Heimat
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Volksverſammlung um 8½ Uhr im Chauſſeehaus
(Fortſchrittliche Volkspartei).
Wählerverſammlung des Zentrumsvereins um
8½ Uhr im Konkordiaſaal
Monatsverſammlung des Kriegervereins um 8½ Uhr
in der Turnhalle am Woogsplatz.
Spielabend des Schachklubs um 8½ Uhr im Hotel
Prinz Karl
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Por=
träts
vom Tage (Staatsſekretär Dr. Solf, Profeſſor
von Waſſermann, Dr. von Jacobs); chineſiſche
Diplomaten ohne Zopf; Empfangsfeierlichkeiten in
Bombay; nach dem Brande des Luna=Parks in Coney=
Island bei New=York.

Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 4. Januar.

Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 4 Uhr in der
Ludwigshalle‟
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der Turn=
halle
am Woogsplatz.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
Krückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Kror ds Rattſattiberaten Randlbaten br. Gfant

gehalten in der Wählerverſammlung am 2. Januar im Schützenhof.

Nach Schluß des Reichstags am 5. Dezember habe
ich am 8. Dezember in dieſem Saale eine eingehende
Darſtellung der überaus wichtigen letzten Tagung des
Reichstags gegeben, zugleich mich als Kandidaten
der nationalliberalen Partei vorgeſtellt und eingeführt.
umfaſſend legte ich damals die geſchichtlichen Ereigniſſe
auf den verſchiedenſten Gebieten der geſamten Politik dar.
Ich ſchilderte die politiſche Lage bei der Auflöſung
des Reichstags 1906, dann die neue Konſtellation der
Parteien in dem Reichstage in der Vereinigung des
Blockes, der Parteien, die von den äußerſten Konſer=
vativen
ſich ſpannte bis zu dem extremſten Liberalen und
die ſich in einer neuen Reichstagsmehrheit
zu gemeinſamer Arbeit zuſammenfand. Dieſe gemein=
ſame
Tätigkeit zeigte ſich an den einzelnen Werken
der Geſetzgebung aus dieſer Zeit, die als we=
ſentliche
Fortſchritte auf den Gebieten der ſozia=
len
, wirtſchaftlichen und liberalen Poli=
tik
angeſehen werden müſſen, trotz all der Mängel im
Einzelnen, die ich keineswegs außer Acht ließ.
Ich beſprach damals dasdoch für die meiſten deutſchen Bun=
desſtaaten
einen entſchiedenen Fortſchritt be=
deutende
Reichsvereins= und Verſamm=
lungsgeſetz
, ein Geſetz, das nicht bei uns in Heſ=
ſen
, die wir ſchon freie Zuſtände hatten, wohl aber
in anderen, rückſtändigen Bundesſtaaten als eine poli=
tiſche
Errungenſchaft in liberalem Sinne begrüßt
wurde. Dann die umfaſſende Einſchränkung der Ver=
folgung
von Majeſtätsbeleidigungen durch
weſentliche Erſchwerung der Vorausſetzungen der Beſtra=
fung
, auch ein wirklicher Fortſchritt auf politiſchem Ge=
biete
. Eingehender wurde dann von mir die Finanz=
reform
an Hand der Entwickelung der Einzelheiten in
den Kommiſſionen und dem Plenum des Reichstags be=
handelt
, denn mit dieſer bedeutſamen Frage hing nicht
allein das finanzielle Schickſal des Reiches, ſondern auch
die geſamte innerpolitiſche Lage des Reiches
zuſammen. Hatte doch gerade die Finanzreform den
Bruch des Blockes, den Abgang des damali=
gen
Reichskanzlers Fürſten Bülow zur
Folge. Darauf habe ich Ihnen den weiteren Gang der
Arbeiten des Reichstages zu ſchildern verſucht: die
Reichswertzuwachsſteuer, mit welcher die
Fürſorge für die Veteranen verbunden war,
dann die doch weſentlichen Fortſchritte auf
dem Gebiete der ſozialen Geſetzgebung an Hand
der Reichsverſicherungsordnung mit der
Ausdehnung der Rentenberechtigungen auf Witwen
und Waiſen geſchildert, dabei auch die Mängel dar=
gelegt
, deren Beſeitigung uns nicht gelang, ſo insbeſon=
dere
die Herabſetzung der Altersgrenze vom 70. auf das
65. Lebensjahr, die aber hoffentlich, unſeren Anträgen
entſprechend, bis zum Jahre 1915 eine beſſere Löſung fin=
den
wird, weiter die beſcheidene Höhe der Renten. Wir
haben ſodann in der Privatbeamtenverſiche=
rung
einen Ausbau von ſegensreichſter Wirkung auf
dem Gebiete ſozialer Fürſorge geſchaffen, bei allen die=
fen
Geſetzen aber Rückſicht genommen auf die wirtſchaft=
liche
Lage derjenigen, die doch durch ihre Beiträge mit
die Koſten der Sozialgeſetzgebung zu tragen haben, der
Unternehmer, und zwar insbeſondere der mittle=
ren
und kleineren Unternehmer. insbeſondere
in den Kreiſen der Kaufmannſchaft und der
Handwerker, die heute faſt ſchwerer in dem Exiſtenz=
kampfe
ſtehen, als die Arbeiter.
Ich hatte damals weiter geſchildert, wie wir mit ei=
ner
Koſtenerhöhung von jährlich 117 Millionen Mark die
Gehälter der Reichsbeamten aufgebeſſert hat=
ten
, wie es trotz meiner vielfachen Bemühungen bis jetzt
noch nicht gelungen iſt, das Wohnunasgeld für
die Reichsbeamten, und damit für die Beamten
der heſſiſch=preußiſchen Eiſenbahn für
Darmſtadt höher zu geſtalten. Weiter konnte ich hin=
weiſen
auf die doch wahrlich liberale Ausgeſtaltung
der elſaß=lothringiſchen Verfaſſung und
die Umgeſtaltung dieſes Landes zu einem wirklichen Bun=
desſtaat
, wie ja auch die Zuſtimmung des Reichs=
tages
bei Erwerb und Abtretung von Schutzgebieten
von den Bundesregierungen erkämpft worden iſt. Ich
hatte die Wähler von den wirtſchaftlichen Fra=
gen
, die im Reichstag gerade aus Anlaß der eingetre=
tenen
Teuerung der Lebensmittel beſprochen
wurden, unterrichtet und mich als einen Anhänger der
gemäßigten Schutzollpolitik für Indu=
ſtrie
und Landwirtſchaft bekannt, der den Zoll=
tarif
vom Jahre 1902 für die gute Unterlage der wirt=
ſchaftlichen
Verhältniſſe anſieht. Ich hatte dann die
äußere politiſche Lage mit ihren drohenden
Gefahren für Deutſchland geſchildert. eingehend die
Gefahren geſchildert, die uns von England droh=
ten
und noch drohen und deren Größe verſtärkt wird
durch das Zuſammenwirken der Großmächte
England, Frankreich und Rußland, das
doch jetzt in aller Klarheit in ſeinem feindlichen Charaktet
gegen Deutſchland erkannt wird.
Dies in aller Kürze zuſammengefaßt meine Darle=
gungen
vom 8. Dezember; damit aber zugleich der Hin=
weis
auf die Werke und Taten des vorigen
Reichstages, an denen auch ich mitgewirkt und mei=
nen
Anteil habe. Aber auf Grund dieſer Arbeit des
Reichstages und im Reichstage habe ich Ihnen zugleich
mein Programm für den neuen Reichstag
gegeben und zwar beſſer gegeben. als derjenige, der
nur in Worten ſein Glaubensbekenntnis nach politi=
ſcher
und wirtſchaftlicher Richtung niederlegen kann. Mein
Programm hat lebendigen Ausdruck gefunden in
dem, an dem ich mitgearbeitet habe, teils im Ple=
num
, teils in der Kommiſſion des Reichstags. Und
das darf ich einſchalten die Dinge in den geſetzgeben=
den
Körperſchaften, im Reichstage, im Landtage, auch in
den Sitzungen der Gemeinderäte in Stadt und Land ſpie=
len
ſich ganz anders ab. als ſie in den unverantwortlichen
Volksverſammlungen oftmals beſprochen werden. Hier
erſcheint oft das Wort als das ausſchlaggebende, dort
aber, an verantwortlicher Stelle, iſt es die
Tat.
Aus den Werken, aus den Taten eines Abgeord=
teten
kann daher die Bevölkerung weit beſſer einUrteil über
die Tauglichkeit einer Partei, eines Abgeordneten
abgeben, als aus einem papiernen Programm, das meiſt

der Wirklichkeit nicht Stand hält. Brauche ich dies zu
beweiſen? Brauche ich darauf hinzuweiſen, wie Parteien
die indirekte Beſteuerung ausſchließen, und doch bei der
Reichsfinanzreform ſich der Zuſtimmung zu der indirek=
ten
Steuer in Höhe von mehreren Millionen nicht ent=
ziehen
konnten, daß Parteien, die der Beſteuerung von
Tabak und Bier feindlich gegenüberſtanden, dazu im
Drange der Verhältniſſe ſich verſtehen mußten?
Meine politiſchen Grundſätze ſind verankert in den
Werken des Reichstags. Ich habe mich bekannt zu den
liberalen Grundſätzen der Nationalliberalen Partei
und ſie zu verwirklichen geſucht, wie ich Ihnen an den
oben erwähnten Geſetzen dargeſtellt habe.
Ich bin auf dem ſozialpolitiſchen Gebiete
tätig vorgegangen, einem Gebiete, auf dem der
Schutz der minderbemittelten Klaſſen der Bevölkerung
erſtrebt wird, habe dabei allerdings nicht allein das In=
tereſſe
der Arbeiter und ſonſtigen Verſicherten zu wahren
gehabt, ſondern mit deren Intereſſen auch die der
Arbeitgeber, insbeſondere mittleren und kleineren Arbeit=
geber

in Einklang zu bringen verſucht.
Meine Partei hat ſich auf wirtſchaftlichem Ge=
biete
zu dem gemäßigten Schutzzoll auf
Grund des Zolltarifs von 1902 bekannt, der
für Deutſchlands wirtſchaftliche Entwickelung von größ=
tem
Segen geweſen iſt und der die Grundlage bilden
wird zu den neuen Handelsverträgen. Dabei
haben wir die gleichmäßige Behandlung von
Induſtrieund Landwirtſchaftſtets vertreten und
keinem Stande den Vorzug vor einem anderen
eingeräumt. Wir in der nationalliberalen Partei ſind
keine Freihändler, auch nicht ſolche, die troß ihrer
Freihandelsüberzeugung es bei den jetzigen Schutzzöllen
bewenden laſſen wollen, noch weniger ſolche, die den
Schutzzoll allmählich abbauen wollen. Wir ſind ebenſo
wenig Anhänger eines lückenloſen Zolltarifs, wie jetzt
von Herrn v. Heydebrand verlangt wird, ſondern halten
an dem feſt, was in den ftürmiſchen Tagen der Foll=
tarifverhandlungen
im Dezember 1902 im Reichstage
feſtgelegt wurde.
Meine Partei und damit ich ſtehen auf
nationalem Boden,
das haben wir bei dem letzten Handelsver=
trage
gezeigt. Wir halten weiter, gerade angeſichts
der ſchweren Gefahren und Konflikte in
der auswärtigen Politik, die über Nacht
über uns hereinbrechen konnten,
die ſtarke Wehr zu Waſſer und zu Lande
für unbedingt nötig, um unſer Land vor Angriffen auf
ſeine Grenzen zu ſchützen. Werden auf dieſem Gebiete
neue Opfer von uns verlangt, ſo müſſen wir ſie bringen,
iſt der Beweis für ihre Notwendigkeit er=
bracht
. Aber bei der Verteilung der Opfer muß auch die
ſozinle Gerechtigkeit in finanziellen Fragen
gewahrt werden, wie wir ſie ja durch Annahme der
Erbſchaftsſteuer bei derFinanzreformwahrten.
Hier haben Sie in großen Zügen
die Grundlagen meines politiſchen Denkens,
die aber auch bereits feſten Ausdruck und Ver=
wirklichung
gefunden haben in einer über zwan=
zigjährigen
Tätigkeit in der Oeffent=
lichkeit
und in verantwortlichen Stellungen
im Reichstag und Landtag in den letzten Jahren.
In allen Verſammlungen, in denen ich geſprochen
Nhabe, habe ich
dieſe ſachlichen Darlegungen der Politik
in den Vordergrund geſtellt, mich fern gehalten von
Schlagwörtern, der Phraſe, auch von Angriffen
auf die anderen Parteien, weil die ſachliche Dar=
ſtellung
mir höher ſteht, als die Polemik gegen andere
und weil ich auf Grund ſachlicher Darſtellung
hoffe, die Bevölkerung von der Richtigkeit der
Grundſätze der Partei, der ich angehöre,
zu überzeugen.
Aber eingehend und ſcharf beſchäftigen ſich meine bei=
den
Gegner von der ſozialdemokratiſchen und fortſchritt=
lichen
Seite mit mir und ſo habe ich die Pflicht, ihnen
zu antworten, wenigſtens ſoweit ich über die Behauptun=
gen
in Verſammlungen Unterlagen erhalten habe.
Zunächſt das ſozialdemokratiſche Flugblatt, das am
letzten Sonntag uns als Weihnachtsgabe ins Haus flog.
Bei den Hottentottenwahlen ſei das deutſche Volk
ſchwer getäuſcht und hineingelegt worden. Auf Grund
einer nationalen, aus der Kolonialpolitik
entnommenen Parole hat damals das deutſche Volk ſeine
Vertreter gewählt und in voller Wahrheit ſind
dem Volke die Zuſtände Deutſchlands zu der damaligen
Zeit geſchildert worden. Niemand von den Kandidaten
hat damals ſo enorme Bedürfniſſe des Reiches voraus=
ſehen
können, wie ſich dieſelben dann in der Reichsfinanz=
reform
herausgeſtellt haben. Hatte ſich aber einmal die
finanzielle Schwierigkeit des Reiches ergeben, ſo konnte
ſich kein verantwortlicher Politiker der Ordnung der
Reichsfinanzen entziehen und mußte auch an ſchwere Be=
laſtung
des Volkes herantreten. Konnten denn die 500
Millionen neue Steuern, wie es die Sozialdemokratie
vorſchlägt, durch Reichseinkommen=, Reichsvermögens=
und Erbſchaftsſteuer bei Vermögen über 20 000 Mark
aufgebracht werden?
Die Reichseinkommen= und Vermögensſteuer ſtieß
auf den unüberwindlichen Widerſtand der
Finanzminiſter der Bundesſtaaten, die die Einkommen=
und Vermögensſteuer für die Finanzen der Bundesſtaa=
ten
allein beanſpruchen zu müſſen glaubten. Aber auch
welche Belaſtung der direkten Steuern in den
Einzelſtaaten, wenn aus dieſen noch 400 Millionen zu
Gunſten des Reiches hätten gezogen werden ſollen. Auf
uns in Heſſen, die wir an zweiter Stelle ine der
Belaſtung mit direkten Steuern bereits ſtehen, wären
8 Millionen entfallen, und dieſe hätten nicht von
den Wohlhabenden und Reichen allein, ſondern von der
ganzen ſteuerzahlenden Bevölkerung aufgebracht wer=
den
müſſen.
Wer die jetzigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe des
Mittelſtandes, der doch gerade den Hauptteil

der direkten Steuern trägt, kennt, weiß, daß
eine ſolche Belaſtung mit neuen direkten Steuern ein=
fach
unmöglich geweſen wäre. Das muß jeder=
Politiker ſagen, der die finanziellen Verhältniſſe der Ein=
zelſtaaten
kennt, will er dem Volke die Wahrheit=
nicht
verheimlichen.
Alſo ohne indirekte Steuern, ohne Steuern
im weſentlichen auf Bier, Branntwein, Tabak war eins
Finanzreform
nach dem übereinſtimmenden Urteil des Reichstags,
mit Ausnahme der Sozialdemokratie, nicht möglich
Wir aber in der nationalliberalen Partei forderten als
Gegengewicht die Erbſchaftsſteuer, und ſucht
ten darin den Ausgleich nach der Seite der beſitzenden
Klaſſe der Bevölkerung. Wir haben nicht verſucht, dier
Beſitzenden und Reichen zu ſchonen, ſondern gerade die=
ſen
einen Teil der Steuer auferlegen wollen. Es gibt
kein Land, in dem ſolche Beträge durch direkte Beſteuen
rung aufgebracht werden können; in anderen Ländern=
wie
England, Frankreich werden weit höhere Be=
träge
aus Objekten wie Branntwein, Bier und Tabal
gezogen.
Wenn unſere Schuldenlaſt im Reiche auf 5 Milliars
den geſtiegen iſt, die einen Betrag von 177 Millionen,
nicht 214 Millionen, Zinſen alljährlich fordern, ſo iſt
gerade die abſolute Notwendigkeit zur=
Aenderung dieſer Verhältniſſe gegeben. Und ſo ſieht
der Etat 1912 bereits eine Schuldentilgung von 85 Mil=
lionen
vor. Dabei darf doch darauf hingewieſen wer=
den
, daß dieſe Schulden auch in werbenden Anlagen,
ſo Reichseiſenbahnen, oder in Gebäuden, Grundſtücken,
die dem Reiche gehören, ihre Wertpoſten finden.
Sicherlich muß der Landesverteidigung ein
eminentes Kapital alljährlich gewidmet werden, aben
dieſe Ausgaben ſind unbedingt nötig für die Land
desverteidigung und kommen doch auch wieder dem
Volke zu, das die Lieferungen für Heer und Flotte zu lei=
ſten
hat, und dem hierdurch auch Arbeitsgelegenheit geges=
ben
wird. Aber wenn hier neue Laſten gefordert wer=
den
, ſo werden nicht mehr die indirekten Auflagen heran=
gezogen
werden. Die Erbſchaftsſteuer wird dann
wieder auftauchen und an ihr kann dann nicht porüber=
gegangen
werden.
Wenn die Sozialdemokratie in ihrem Flugblatte die
Erhöhung der Löhnung der Soldaten von 22
Pfennig auf 30 Pfg. fordert, ſo hat niemand hiergegen,
etwas einzuwenden, wenn die erforderlichen Mit=
tel
vorhanden ſind. Ausgaben in einer
Höhe ohne Beſchränkung zu bewilligen
und ſich um die Deckung keine Sorge zu
machen, das iſt die einfachſte Art, ſolche Fragen zu löſen,
Auch die Reichsverſicherungsordnung wird
in dem ſozialdemokratiſchen Flugblatte einer vernichten=
den
Kritik unterzogen, nichts von den Vorteilen
und Fortſchritten erwähnt. Die Verwaltung der
Krankenkaſſen durch die ſeither beſtehende ausſchlag=
gebende
Mehrheit der Arbeitnehmer hatte in einzelnen
Orten die ſchwerſten Mißſtände hervorgerufen; es war die
Berückſichtigung der Wünſche und Anſichten der Arbeit=
geber
vollſtändig ausgeſchloſſen, da ſie ja ſtets überſtimmt=
wurden
. Ich darf an Offenbach erinnern, wo ſich die
Arbeitgeber nicht mehr an der Verwaltung der Orts=
krankenkaſſe
beteiliaten. Dieſe Vorkommniſſe erheiſchen
gleichmäßige Verteilung der Rechte zwiſchen Arbeits
gebern und Arbeitnehmern. Wir wollten ja die gleichen
Rechte auch von gleichen Beiträgen abhängig machen,
haben aber darin keinen Anklang gefunden.
Und dann die Bettelbrocken der Witwen= und Waſa=
ſenverſicherung
. Wir ſehen ebenſo ein, daß die Renten
der Witwen und Waiſen gering ſind, allein ſie bekom=
men
doch wenigſtens etwas, da man ihnen nacht
der Finanzlage des Reiches zurzeit mehr noch nicht geben
konnte. Auch darin liegt ein Mangel daß die Witwen=
renten
nur an erwerbsunfähige Witwen bezahlt wer=
den
. Aber hätte man den ſozialdemokratiſchen Anträgen
ſtattgegeben und die Witwenrente allen Witwen zuge=
ſprochen
, und die Erhöhung des Witwen= und Waiſen=
geldes
auf 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienſtes feſt=
geſetzt
, ſo hätte dies eine jährliche Mehrbelaſt=
ung
von faſt 260 Millionen ergeben.
Würde überhaupt allen ſozialdemokratiſchen Anträ=
gen
bei der Reichsverſicherungsordnung ſtattgegeben wor=
den
ſein, ſo wäre eine
jährliche Mehrbelaſtung von über 2 Milliarden
entſtanden.
Das muß doch auch feſtgeſtellt werden gegenüber
denen, die unſere Sozialpolitik anklagen, daß im
Jahre 1909
die Beiträge allein der Arbeit=
geber
zur Krankenverſicherung
120 Mill.
der Arbeitgeber allein zur Un=
fallverſicherung

198
der Arbeitgeber allein zur Invaliden=
verſicherung

94

zuſammen 412 Mill.
betrugen. Zu dieſen kommt der Reichszuſchuß im
Jahre 1909 in Höhe von 51 Millionen,
die neuen Koſten durch Ausdehnung der Kran=
60 Mill.
kenverſicherung betragen jährlich
der Hinterbliebenenverſicherung
66

zuſammen 126 Mill.,
und von den Koſten der Hinterbliebenenver=
19.50 Mill.
ſicherung entfallen auf die Arbeitgeber
auf den Reichszuſchuß
27,40
Bei ſolchen Aufwendungen iſt es ein Unrecht, von
Bettelbrocken zu ſprechen. Dazu werden doch die Ar=
beitgeber
noch herangezogen mit ſehr erheblichen Bei=
trägen
zur Privatbeamtenverſicherung.
Würden die ſämtlichen Anträge der Sozialdemokratie
zur Reichsverſicherungsordnung angenommen worden
ſein, ſo hätte dies eine
jährliche Mehrbelaſtung von 2027642000 Mark
ausgemacht. Auf ſolchem Wege läßt ſich allerdings leicht
Sozialpolitik treiben.
So viel zu dem ſozialdemokratiſchen Flugblatte; nun
aber zu den Angriffen der Sozialdemokratie auf meine
perſönliche Stellung
in verſchiedenen im Reichstage behandelten Fragen. Ge=
rade
mit dieſen hat ſich der Abgeordnete Raab in der
ſozialdemokratiſchen Parteiverſammlung am 8. Dezember

[ ][  ][ ]

rcchäftigt und ich habe in den Wahlverſammlungen auf
ton Lande die Wahrnehmung gemacht, daß Behaupt=
ungen
unwahrer Art in die Bevölkerung hinausgetra=
werden
, um ſie gegen mich aufzuhetzen. Ich ſtände,
ſſagte Abgeordneter Raab, auf dem Boden der Bis=
arckſchen
Sozialpolitik, deren oberſtes Ziel die Zücht=
ig
von Millionären ſei. Solche
unſinnige Behauptung,
hl kann ein anderes Wort nicht finden, wird in die Welt
kinreingeſchleudert. Die Bismarckſche Sozialpolitik, beſſer
hite Wirtſchaftspolitik, hatte doch zum Zwecke, die Er=
hierbsſtände
in Stadt und Land zu kräftigen,
ein deutſchen Mittelſtand in den Städten, den Bauern=
und auf dem Lande zu erhalten und ihn zu ſchützen.
ſichbe ich nicht in dem Landtag darauf Bedacht gehabt,
die Mittelſtandsintereſſen zu ſchützen,
i- ich nicht für ſie eingetreten durch die Beſteuerung der
Unternehmer, die dem Mittelſtande ſchärfſte Konkurrenz
ſochen? Hat nicht gerade die Sozialdemokratie durch
ſiolehnung dieſer Geſetze die Groß=
triebe
gefördert? Haben wir nicht im Reichs=
gage
zugunſten der Handwerker das Geſetz über die
icherung der Bauforderungen, zugunſten
ſes Kaufmannsſtandes das Geſetz über den
lauteren Wettbewerb verabſchiedet?
Sodann behauptet Abg. Raab, ich hätte den Stand=
unkt
vertreten, die Genußmittel des Volkes könnten
ar nicht hoch genug beſteuert werden. Wann und wo
ſabe ich ſolchen Standpunkt vertreten? Wenn ich den
Foandpunkt vertreten habe, bei einer Steuerbelaſtung
rm 500 Millionen Mark müßten auch geeignete Objektc
ſuff indirektem Wege beſteuert werden, ſo iſt das doch
ſanz anders, als wenn ich dieſe Objekte nicht hoch genug
ſierteuert haben könnte. Und in dieſem Punkte habe ich
hach auch nur die Anſicht des geſamten Reichstages, ein=
älließlich
der Gegner der indirekten Beſteuerung, aller=
Diigs ausgenommen der Sozialdemokraten, vertreten.
Hat denn aber die Bismarckſche Wirtſchafts=
lelitik
nicht ſegensreiche Wirkungen gehabt? Mau
ilhe doch Vergleiche zwiſchen dem heutigen Stand des
prrtſchaftlichen Lebens in Induſtrie, Handel und Land=
vrrtſchaft
und der Zeit vor Einführung der Schutzzölle
Eingehender muß aber die Stellung meiner Partei
ſunld meiner eigenen Stellung zur
Zündholzſteuer
bchandelt werden, denn gerade mit ihr wird am meiſten
ſlrgen mich agitiert. Zunächſt die Feſtſtellung, daß
meine Partei und ich, nachdem die Erbſchaftsſteuer ge=
ſaien
war,
gegen die Zündwarenſteuer
Uſſſtimmt haben. Allein ich ſoll ja der Urheber der
hündholzſteuer nach der Behauptung des Abgeordneten
ſſiaab ſein; demgegenüber die Feſtſtellung, daß dieſe
Eteuer auf einem konſervativen Antrage beruhte.
arum habe ich gerade den Auftrag übernommen, über
dieeſe Steuer im Plenum des Reichstages zu ſprechen?
Weil die Zündwarenfabrikanten meines Wahlkreiſes, die
lümf Fabrikanten in Pfungſtadt, eine Firma in Nieder
maamſtadt, mich dringend erſuchten, zu helfen, daß die in
dutsſicht ſtehende Steuer nicht in einer ſie vernichtenden
t ausgeſtaltet werde; dieſe Bitten vertraten ſie nicht
blein für ſich, ſondern auch für ihre Arbeiter, deren Ent=
lcſſſung
ſonſt nötig werden würde. War ich als der Ab=
wordnete
des Wahlkreiſes nicht vervflichtet, dem Inter=
ehe
von Angehörigen meines Wahlkreiſes nachzukom=
mnen
? Ich hätte mich für pflichtvergeſſen gehal=
lim
, wäre ich untätig geblieben. So habe ich denn mit
neinen Freunden eine Reihe von Anträgen geſtellt,
nelche zur beſſeren Geſtaltung dieſer Steuer
ddenen ſollten, obwohl wir dann die Steuer ablehnten.
ch habe auch nicht etwa das Monopol vertreten, ſon=
daern
nur geſagt daß im Falle einer Kommiſſionsberat=
ung
, die leider nicht ſtattfand, auch die Frage hätte er=
öt
tert werden können, ob nicht das Monovol die richtige
rt der Beſteuerung geweſen wäre; dabei habe ich nicht
ſeimmal endaültig Stellung zu dem Monopol genommen.
Iih habe aber einige Abänderungsanträge geſtellt, die
ſeime entſchiedene Beſſerung der Beſteuerung bedeuten
lund Anklang fanden. Nach 1½ Jahren wurde dann im
Heichstage eine Interpellation der Fortſchrittlichen
olkspartei behandelt, bei deren Beſprechung der Zen=
tnumsabgeordnete
Graf Oppersdorf den Verſuch machte
de dem Zentrum ſo unangenehme Zündwarenſteuer den
Lüberalen zuzuſchieben, und dabei auch geäußert, daß
ich von dem Monopol geſprochen hätte. Dagegen hat er
n ir keineswegs die Urheberſchaft an der Zündwaren=
ſſteuer
zugeſchrieben. Und dennoch behauptet Abgeord=
ueter
Raab meine Urheberſchaft an dieſer Steuer. Ich
labe Veranlaſſung genommen, ihn bei der erſten Ge=
l
genheit, die ich fand. zur Rede zu ſtellen, habe am 22.
Februar 1911 in der Zweiten Kammer auf die Unrichtig=
kit
ſeiner Darſtellung hingewieſen, hatte ſogar vor einer
Verſammlung der Zündwarenarbeiter dem Abgeordne=
tan
Raab die Protokolle des Reichstages geſchickt, aus
ienen er meine Stellung hätte erſehen können; trotzdem
verden auch heute noch dieſe auf ganz unrichtiger Grund=
lage
beruhenden Darſtellungen in die Welt geſetzt. Ich
ſaabe wenigſtens die Genugtuung gehabt, daß mir einige
ündwarenfabrikanten in öffentlichen Verſammlungen
deen Dank für meine Tätigkeit gerade in der Ausgeſtalt=
umg
dieſer Steuer ausgeſprochen haben. Ich habe weiter
tie Genugtuung, daß die Fabrikanten nach Ueberwind=
umng
ſchwerer Zeiten nach und nach wieder in vollen Be=
ſrrieb
kommen, daß die Mehrzahl der Arbeiter wieder
engeſtellt werden konnte. Ich darf auch noch anführen
daß ich für die Entſchädigung arbeitslos gewordener
Jündholzarbeiter geſtimmt habe, ein Antrag, der aller=
ffings
im Reichstage Annahme nicht fand.
Zur Charakteriſierung der Angaben des Abgeordne=
ten
Raab diene auch noch folgendes: Er behauptet, von
eitwa 78 Zündholzfabriken hätten nach Einführung der
ündwarenſteuer nur 50 ihren Betrieb aufrecht erhalten
Innen. Davon iſt nach mir gemachten Mitteilungen
u ur wahr, daß eine Fabrik eingeſtellt wurde, die über=
ies
ihr Kontingent ſehr gut verkaufen konnte: die Ein
ſt ellung des Betriebs in etwa 20 Fabriken erfolgte, als
im Intereſſe der Arbeiter das Phosvhorver
lot eingeführt worden war. Auch ſind nicht vier neue
Steuerbeamte nach Pfungſtadt gekommen, ſondern zu
den vorhandenen zwei weitere z wei.
Ich bedauere, daß ich gerade dieſe von mir ſchon
ſoo oft behandelte Frage nochmals beſprechen mußte, aber
as bleibt mir nichts übrig, als den nicht ruhenden Agi=
tationen
der Sozialdemokratie energiſch entgegenzutreten.
Noch zwei Vunkte der Agitation gegen mich muß ich
uch hier behandeln:
meine Tätigkeit auf der Zeche Radbod und als Stadt=
verordneter
bei dem Transportarbeiterſtreik.
Ich hätte bei der Interpellation über die Kataſtrophe
aauf der Zeche Radbod meine Aufgabe zur Zufrieden=
ſeet
: der Grubenbarone erfüllt, behauptet Abgeordneter

Raab. Ich habe im Gegenteil ſtrengſte Unterſuch=
ung
durch das unparteiiſche Gericht verlangt,
und ſtrengſte Beſtrafung, wenn die Schuldigen
ermittelt wären. Ich hatte mir die Verhältniſſe der Zeche
Radbod auch, ſoweit ſie zu ſehen waren, angeſehen, bin
in einer benachbarten Kohlengrube eingefahren Rad=
bod
konnte ja, da die Grube brannte, nicht beſehen wer=
den
und habe, ſoweit irgend möglich, mir die Unter=
lagen
für meine Aufgabe im Reichstag beſchafft. Dann
ſprach ich auch über die Arbeiterkolonie der Zeche, rühmte
ſie, weil ich ſie muſtergültig fand. Die ſozialdemokra=
tiſche
Preſſe hatte die Arbeiterwohnungen Hundeſtälle‟
genannt, hatte behauptet, die Wohnungen ſeien feucht,
die Wände ſeien an allen Seiten naß, daß die Berg=
arbeiter
in Siechtum verfallen ſeien. In zwei Inſtan=
zen
iſt der ſozialdemokratiſche Redakteur der Arbeiter=
zeitung
, in der dies behauptet war, zu 500 Mark Geld=
ſtrafe
verurteilt worden; ſeine Behauptungen hätten ſich
als unwahr herausgeſtellt. Alſo durch gerichtliche
Urteile ſind die ſozialdemokratiſchen Behauptungen
als unwahr feſtgeſtellt, trotzdem Vorwürfe gegen mich.
Dabei ſagte der Verteidiger des angeklagten ſozialdemo=
kratiſchen
Redakteurs bei der Beſichtigung, daß die Häu=
ſer
doch ganz ſchön ſeien.
Dann meine Anfrage bei dem Transportarbei=
terſtreik
in der Darmſtädter Stadtverordnetenver=
ſammlung
. Lag nicht bei ſolch ſchweren Ausſchreitun=
gen
die Pflicht vor, dieſe Dinge in der Oeffentlichkeit
zu behandeln? Ich habe dabei ausdrücklich betont, daß ich
das Koalitionsrecht in keiner Weiſe angreife,
aber man ſolche Ausſchreitungen nicht ruhig hinnehmen
könne. Iſt denn meine Stellung nicht vollſtändig gerecht
fertigt worden durch die Gerichtsverhandlungen in den
letzten Tagen, bei welchen die Angeklagten, mit Aus=
nahme
eines, wegen Landfriedensbruch zu Stra=
fen
von 310 Monaten verurteilt wurden?
So viel zu den ſozialdemokratiſchen Angriffen.
Die Fortſchrittliche Volkspartei kann meine Stel=
lung
im Reichstage kaum beanſtanden. Solange
der Block beſtand, hat ja die Fortſchrittliche Volkspartei
mit der Konſervativen und Nationalliberalen Partei ge=
ſtimmt
, und ich habe mich nur in einem Falle von
meiner Partei getrennt, beim Reichsvereinsgeſetz, bei
welchem ich die weiter gehenden Rechte in einzelnen Bun=
desſtaaten
aufrecht erhalten wollte, alſo liberaler
war, als ſelbſt die Mitglieder der Fortſchrittlichen Volks=
partei
. Bei der Reichsfinanzreform habe ich ebenſo ge=
ſtimmt
, wie die Mitglieder dieſer Partei, für die Erb=
ſchaftsſteuer
. Nach Auflöſung des Blocks habe ich eben=
falls
mit der Nationalliberalen Partei geſtimmt, mich
allerdings darin von der Volkspartei unterſchieden, daß
ich z. B. für die Reichsverſicherungsordnung ſtimmte,
während einige Mitglieder der Volkspartei dagegen
ſtimmten. Vielleicht hätte die Volkspartei gar erwähnen
können, daß ich bei Beratung des Etats des Auswärti=
gen
fmts und der Heeresverwaltung dafür eingetreten
bin, daß bei Beſetzung der Stellen lediglich die perſön=
liche
Tüchtigkeit und Kenntnis, nicht Geburt, Vermögen,
Adel maßgebend ſein dürfen; ich denke, das waren doch
liberale Gedanken, die ich entwickelt habe.
Hat man alſo in meiner Stellung als Reichstagsabge=
ordneter
keine Ausſtellungen zu machen, ſo könnte ich die
fortſchrittlichen Gegner darauf verweiſen, daß doch bei der
Wahl am 12. Januar nur dieſe, den Reichstag be=
treffenden
Dinge, entſcheidend ſein dürfen. Aber
man zieht heſſiſche Politik und meine Stellung als
heſſiſcher Landtagsabgeordneter hierher und
wendet ſich gegen mich. Zunächſt die nicht geſchehene
Einigung der Liberalen in Heſſen. Ich habe mir die größte
Mühe gegeben, dieſe Einigung herbeizuführen; ſie iſt an
Bingen=Alzey geſcheitert. Aber ich kann den national=
liberalen
Männern dorten nicht ſagen, wie es von der
Fortſchrittlichen Volkspartei verlangt wurde, der von
ihnen aufgeſtellte Kandidat ſei nicht nationalliberal. Ich
kann den nationalliberalen Wählern dorten auch nicht zu=
muten
, die nationalliberale Kandidatur dorten zurückzu=
ziehen
und für den fortſchrittlichen Kandidaten einzutreten,
was nachher von der Fortſchrittlichen Volkspartei verlangt
wurde. Das iſt nicht liberal; die Vertrauens=
männer
eines Wahlkreiſes haben zu entſcheiden, nicht
der Vorſitzende des Landesausſchuſſes. Dieſen Standpunkt
haben die Mitglieder des geſchäftsführenden Ausſchuſſes,
auch die auf dem linken Flügel ſtehenden, einſtimmig ge=
billigt
. Dabei darf betont werden, daß Bingen=Alzey
kein alter, unumſtrittener Sitz der Fortſchritt=
lichen
Volkspartei iſt. Seit Bamberger im Jahre 1881
von der nationalliberalen Partei zur Wirtſchaftlichen Ver=
einigung
überging, hat dort ein ſcharfer Kampf zwiſchen
Freiſinn und Nationalliberalen ſtattgefunden, in welchem
Bamberger und Schmidt (Elberfeld) nur durch die
Hilfe des Zentrums ſiegten.
Noch zweimal habe ich dann verſucht, die Fortſchrittliche
Volkspartei zu einer Einigung in anderen Wahlkreiſen zu
bewegen. Auf mein Schreiben vom 13. Dezember erfolgte
Ablehnung; auf ein weiteres Schreiben vom 19. Dezember,
in dem ich, der Anregung der Frankfurter Zeitung folgend,
eine Einigung in Gießen und Bensheim=Erbach vorſchlug,
erhielt ich überhaupt keine Antwort. In Gießen hat man
ſich verſtändigt; der Landesausſchuß der Fortſchrittlichen
Volkspartei hat dieſe Verſtändigung mißbilligt. In Mainz
hat die Fortſchrittliche Volkspartei nicht einmal Eintreten
für den linksnationalliberalen Kandidaten Dr. Keller be=
ſchloſſen
, ſondern die Stimmen freigegeben, trotzdem durch
die Nationalliberalen die Agitation für den fort=
ſchrittlichen
Abgeordneten Heerdt bei den Landtagswahlen
durchgeführt wurde. Alſo an den Nationallibera=
len
liegt das Scheitern der Verhandlungen
nicht; Einigung in den einzelnen Wahlkreiſen hätte er=
folgen
können. Vorgeſtern iſt mir in Ginsheim von einem
fortſchrittlichen Redner vorgeworfen worden, wir hätten
ein Bündnis mit dem Zentrum. Das, trotzdem in Darm=
ſtadt
, in Friedberg den Nationalliberalen Gegenkandidaten
des Zentrums entgegengeſtellt ſind, trotzdem in den Land=
tagswahlen
in Darmſtadt unſer Kandidat durch die
Abſplitterung des Zentrums nicht in die Stichwahl kam.
Richtig iſt allerdinas daß das Zentrum in einzelnen Wahl=
kreiſen
bei den Stichwahlen im Kampf gegen die Sozial=
demokratie
uns unterſtützte, aber doch nur, weil die Sozial=
demokratie
auf das heftigſte von dem Zentrum bekämpft
wird. Alſo, wo iſt denn das Bündnis mit dem Zentrum?
Auch in Alzey=Bingen iſt der nationalliberale Kandidat
ganz ſelbſtändig aufgeſtellt worden, hat keinerlei Zuſagen
gemacht, wird allerdings vom Zentrum unterſtützt, das in
den letzten Tagen einen dahingehenden Entſchluß gefaßt
hat. Herr Dr. Strecker ſoll auch behauptet haben, ich hätte
Herrn von Calker, den nationalliberalen Kandidaten in
Friedberg=Büdingen nicht unterſtützt, während die Volks=
artei
Mann für Mann für dieſen eingetreten ſei. Auch
das iſt nicht richtig; ich bin in zwei Verſammlungen für
Herrn von Calker eingetreten, habe allerdings bald ge=
ſehen
, daß er nicht zum Siege kommen werde. Aber die
Fortſchrittliche Volkspartei hat gerade Herrn von Calker
gegenüber nicht ſtandgehalten; ein Drittel der Wähler iſt,

nach der Frankfurter Zeitung, bereits im erſten Wahlgange
zur Sozialdemokratie übergegangen.
Ich hätte die Wahl des Kandidaten Schätzel im Kreiſe
Nierſtein nicht unterſtützt, ſagt mein Gegner. Ich habe in
einem in dem Mainzer Tagblatt und der Landskrone
veröffentlichten Aufrufe aufgefordert, Mann für Mann für
Herrn Schätzel einzutreten. Geſprochen habe ich für ihn
nicht, bin auch dazu gar nicht aufgefordert worden, hatte
überdies in dem Landtagswahlkampfe faſt jeden Abend
eine Verſammlung. Ich habe den Nationalliberalen Mei=
ſinger
in mehr als 6 Verſammlungen gegenüber dem
Chriſtlich=Sozialen unterſtützt, für die Herren Mergell,
Cratz und Klingſpor geſprochen, und letztere gehören doch
ſicherlich nicht zu den Rechtsnationalliberalen.
Darf ich nun mit einigen Worten auf meine Stellung
zu den Parteien rechts der nationallibe=
ralen
Partei eingehen. Die chriſtlich=ſoziale,
die deutſch=ſoziale und die Reichspartei
haben keine direkte Aufforderung, meine Wahl zu unter=
ſtützen
, gegeben, ſondern erklärt, deren Stimmen müßten
jedenfalls gegen den Freiſinn und die Sozialdemokratie
abgegeben werden. Ich habe weder dieſen Par=
teien
, noch irgend einer ſonſtigen Partei
oder Korporation, oder Wirtſchaftlichen
Vereinigung irgend ein Verſprechen, eine
Zuſage gemacht. Auch nicht dem Bund der Land=
wirte
, der die Parole für mich ausgegeben hat. Gerade
der Bund der Landwirte hat in ſeiner Verſammlung den
Unterſchied zwiſchen ihm und der nationalliberalen Partei
ſcharf hervorgehoben, aber erklärt, daß er dennoch für meine
Wahl eintrete. Der Bund der Landwirte in dem Wahl=
kreiſe
Darmſtadt=Groß=Gerau hat ſich auch, wenn die Mel=
dung
im Täglichen Anzeiger richtig iſt, mit meiner
Stellung in der Reichsfinanzreform ein=
verſtanden
erklärt, alſo auch mit der Erbſchaftsſteuer,
Es iſt ja auch bekannt, daß gerade in Heſſen unter dem
Bunde der Landwirte ſich viele Anhänger der Erbſchafts=
ſteuer
befinden. Wie kann man mir aus dieſer Stellung
des Bundes der Landwirte einen Vorwurf machen, mir,
der ich vollſtändig frei bin, nach keiner Seite
hin irgend welche Zuſage gemacht habe. Würde
z. B. Herr Abgeordneter Oeſer von der Fortſchrittlichen
Volkspartei dadurch konſervativ oder Zentrumsmann, als
er die Stimmen dieſer Parteien erhielt, erhalten mußte,
um gewählt zu werden?
Seit ich im politiſchen Leben ſtehe, habe ich mich ent=
halten
,
irgend ein Verſprechen zu geben, irgend
eine Bindung einzugehen.
Frei muß der Abgeordnete ſein, nicht mit
gebundenen Händen den Arbeiten und der
Politik gegenüberſtehen.
So habe ich mich auch nicht auf die
Forderungen des Hanſabundes
verpflichten können. Ich habe ſtets, wie es ja auch
der Hanſabund will, die gleiche Behandlung aller
Erwerbsſtände vertreten und habe dieſen Grundſatz
in meiner bisherigen Wirkſamkeit auch praktiſch betätigt.
Es gibt für mich
keinen Vorrang der Induſtrie vor der
Landwirtſchaft und keinen Vorrang der
Landwirtſchaft vor der Induſtrie.
Beide Erwerbsſtände verlangen gleiche
Behandlung und dieſe kann insbeſondere auf dem
Gebiete der
Schutzzollpolitik
zum Ausdruck kommen.
Ich würde es freudigſt begrüßen, wenn gerade die in
Induſtrie und Handel ſtehenden Erwerbskreiſe mehr als
ſeither in den Parlamenten tätig würden. Ich habe bei
den letzten Landtagswahlen mich entſchieden für Ver=
treter
des Handels und Induſtrie ausgeſpro=
chen
, habe redneriſch die Herren Bankdirektor Baſtkan, in
Gießen Herrn Fabrikanten Klingſpor, in Offenbach Herrn
Handelskammerſyndikus Dr. Cratz unterſtützt. Kann man
mir da ſagen, ich hätte kein Verſtändnis für die Bedeutung
dieſer Erwerbsſtände?
Ich habe außer vom Hanſabunde noch von einer gan=
zen
Reihe wirtſchaftlicher, ſozialer und anderer Kor=
porationen
Anfragen erhalten, auch hier habe ich mich
freigehalten von irgend welchen Zuſagen.
aber auf meine bisherige Tätigkeit verweiſen können, aus
der hervorgeht, wie ich ſoziale, wirtſchaftliche und andere
Aufgaben beurteile. Was helfen auf dem ſich täglich
ändernden Gebiet der Politik Verſprechungen, die man
dann nicht halten kann.
So ſtehe ich vor Ihnen als ein durchaus freier
Mann, der ſeinem eigenen Gewiſſen verantwortlich iſt,
dabei natürlich das Intereſſe der Wähler, das Intereſſe
des Volkes als ausſchlaggebend anſieht.
Und wie mir das Intereſſe des Volkes maßgebend iſt
für mein Handeln, das dürfte ich wohl in meiner öffent=
lichen
, insbeſondere in meiner Landtagstätigkeit
gezeigt haben. Darüber können die Beamten und
Lehrer, für die ich eingetreten bin, die Penſionäre
ihr Urteil abgeben. Hierüber kann der Stand der Kauf=
leute
, der Detailliſten, der Stand der Hand=
werker
, der Kleingewerbetreibenden, der
Wirte urteilen, denn Vertreter aller dieſer Stände ſind
oft mit mir über ihre Lage in Beratung getreten; ich habe
ſie nicht mit Worten abgeſpeiſt, ſondern, wo ich nur konnte,
auch ihre Wünſche und Beſchwerden wirkſam vertreten.
Weit mehr als mir lieb iſt und es ſonſt meine Art
iſt, habe ich hier perſönliche Dinge berührt. Allein
ich war hierzu durch die Angriffe der Gegner genötigt.
Mein Plan für den Wahlkampf war ein anderer: Ich wollte
die Reichstagsverhandlungen ſchildern und an ihnen
meine Beſtrebungen klar legen. Die Gegner haben mich
auf dieſen mir nicht genehmen Weg gedrängt.
Ich kehre aber am Schluſſe zurück zu der Aufgabe, die
ich mir geſtellt habe. Von größter Wichtigkeit iſt die Wahl
am 12. Januar. In welch ſchwieriger Lage ſich Deutſch=
land
dem Ausland gegenüber befindet, iſt in den
letzten Tagen des Reichstags von einem ernſten Mann mit
ernſten Worten klargelegt worden. Angeſichts ſolcher Enthüllun=
gen
ſollte ſich das Bürgertum zuſammenſchließen in ſeiner
Kraft und Stärke. Die wichtigſten Grundſätze des ſtaat=
lichen
und wirtſchaftlichen Lebens fallen zuſammen, kom=
men
ſchwere Konflikte mit dem Auslande. Hier hat die
nationalliberale Partei ſtets in erſter Linie geſtanden, auch
fürderhin wird ſie ſtets da zu finden ſein. Gegenüber
dem Andrängen der Sozialdemokratie heißt es, die An=
griffe
ebenſo abwehren mit Feſtigkeit, die in dem Bürger=
tum
heute vorhanden iſt, wie zu jeder Zeit, da es gilt,
nationale Entſcheidungen zu treffen. Wir haben
1907 unter den ſchwierigſten Verhältniſſen
den Sieg davongetragen, wir werden auch
bei der diesmaligen Wahl ſiegen, tut jeder
Bürger und Wähler ſeine Pflicht.
(Langanhaltender, lebhafter Beifall.)

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Seite 8.

Nummer

2.

Srkau
rAusf
Tais!
in allen Abteilungen
Carr Cehdrarn &oUf
Ecke Elisabethen-Wilhelminenstrasse.

608)

Tarngesenschurr Darmstaur
Gegründet 1879.
Eingetr. Verein
Sonntag, den 21. Januar 1912, nachm. 3 Uhr:
Dauptverſammlung.
Tagesordnung:
Rechenſchaftsbericht.
Neuwahl des Vorſtandes.
Eingelaufene Anträge.
Anträge zur Hauptverſammlung ſind 14 Tage vorher beim
Vorſtand einzureichen.
Die Wahl der Turnwarte und des Obmanns der Singmann=
(199
ſchaft findet 8 Tage vorher ſtatt.
Der Vorſtand.
Fortichrittliche Volkspartei.
Mittwoch, den 3. Januar, abends 8½ Uhr,
ſprechen im Chauſſeehaus, Heidelbergerſtraße 89
die Herren

Oberpoſtaſſiſtent B. Jeneck
aus Frankfurt am Main
und der Reichstagskandidat
Herr Oberlehrer Dr. R. Strecker
aus Bad Nanheim

über die
Reichstagswahl am 12. Januar 1912.

Mittwoch, 3. Januar 1912, abends 8½ Uhr
im,, Konkordiasaale‟ Waldstrasse 33
Wahl-Versammlung

Redner: Herr Gewerkschaftssekretär Rienecker
(Frankfurt a. M.)
Thema: Die demnächstigen
Reichstagswahlen‟. (492
Alle Zentrumswähler und Gesinnungsgenossen sind eingeladen.
Der Vorstand.

Auto:

A Hohien

Wenig gefahrener, neu herge=
richteter
, 13/30 Adler mit kom=
fortabler
Limouſine gegen Kaſſe
billig zu verkaufen. Anfragen unt.
F. D. L. 926 an Rudolf Mosse,
Frankfurt a. M.
(569M

(526a
Ringfrei‟
Verlangen Sie Preise und Probezentner. Absolute erstklassige Qualitäten.
Telephon
Karl Koch, Heidelbergerstr. 9½.
497.

Brenmamhapfel
Hektoliter 60 Pfg. bei 10 Hekt. à
50 Pfg. Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerſtr. 28, Tel. 101. (B566
Schmiedeeiſerne Wendeltreppe
S(18 Stufen), ſow. gut erh. Dreh=
bank
m. Vorgelege billig zu verk.
Louis Geyer, Schloſſermſtr., Moos=
bergſtr
. 95, Tel. 1856. (B530
jegen bar zu kaufen geſ. ein
gut erhalt., wenig gebrauchtes
mit Freilauf und
Fahrrad Rücktrittbremſe. Off.
mit Preisangabe unter V 17 an
die Exped. ds. Bl.
(B528
Zu verkaufen
wegen Ueberſiedelung 1 Büffet,
Nußbaum pol., 1 Flurgarderobe,
1 Trumeau (Spiegel), 1 Divan
in la Ausführung, 1Panelbrett u.
1 Eisſchrank.
(*123
Erbacherstr. 55, II. Stock.

zu kaufen
Sekretär
geſucht
Offert. u. V 3 a. d. Exped. (*42

Saison-Ausverkauf!
Um mit den Lagerbeständen in
Herbst u. Winter Benleldung

vollständig zu räumen
werden sämtliche

Herren- und Knaben-Anzüge, Paletots,
Ulster, Pelerinen, Joppen u. Hosen,
swie Gummi-Mäntel, Bozener Mäntel
und Fantasie-Westen
z0 Dis 30 Prehcnt unter Prols

(eis zu mndunter Selbsikostengreie)
ausverkauft.

610

Ein Posten
Zurückgesetzter
Konfirmanden-Anzüge
früh. Mk. 36.-
Lietzt nur Mk. 18.-bis IIH.

Ein Posten
Zurückgesetzter
Knaben-Anzüge
Ifrüh. MI. 18.- MI. 9.-
Lietzt nur Mk. 7.-bis MK. 200

weit unter
ngrosser1
Preis.
Posten fuch- u. Buxkin-Res

elm Deuster

Markt-
Str. 2.

[ ][  ][ ]

Nummer 2.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Seite 9.

VOR-ANZEIGE!

Mein Schuhwaren-

VOR-ANZEIGE!

SAIUON-AUSVERHUF
beginnt SAMSTAG, den 6. JANUAR 1912.
Die Preise sind enorm billig gestellt und sollte Niemand diese Gelegenheit versäumen.
WMULLER, Rheinstr.

573

Heizer ſucht Stellung Karl= Saub. Mädchen, welches ſich zum
ſtraße 64, Mittelbau. Lehrstelle.
m. la Referenzen! Suche für meinen Sohn in Ein Mädchen vom Land ſofort
Schneidelil ſucht Heimarbeit, größerem Comptoir Lehrſtellegeſucht Bäckerei Trumpfheller,
Gut empfohlenes Mädchen ſucht Maſchinenſchreiben und Steno=geſucht Eichberg, Ernſt= Ludwig=
graphie
.
Offerten unter V 27 an die
Erpedition d. Bl. erbeten. Eeleree Weiblich Buchhalterin
Arheilgerſtr. 14, 3. Stock. (*87gewandt, mit guter Handſchrift, die
Jg. Frau ſ. Laufd. f. nachm. 1 bis perfekt ſtenographieren kann, per
(548
Saub. unabh. Frau ſ. f. morgens Speier’s Schuhwarenhaus
Inh. Paul Wildau. verkauferin und
tags 2 bis! Lehrmadchen
erbeten
(198
Hoflieferant
Ernſt=Ludwigſtraße 12. I. Putzarbeiterin
großes Putzgeſchäft, evtl. Jahres=
Stellung. Offerten nebſt ſeither. Zu einer alten Dame (nicht
Chiffre Modistin‟ Per 1. Februar
Modiſtin
geſucht (Jahresſtelle). Gute Zeug-
niſſe
mit Gehaltsanſpr. erwünſcht.
Off. u. V 6 an die Exp. (193a aus guter Familie ſucht
Arthur Sittig, Luiſenplatz 4. Lehrmädchen
aus guter Familie, gegen ſofortige
Vergütung geſucht. Demſelben iſt! 3. tüchtige Köchin oder Stütze
Gelegenheit geboten, ſich in der
Schreibmaſchinenſchrift auszubild.
Off. u. V31 an die Exp. d. Bl. (*123 Lehrmädchen
gegen ſofortige Vergütung geſucht
Schuhhaus L. Spier
Luiſenplatz 1. (598 Gesucht.
In einem Haush. von 4 Erwachſ.
wird zu bald. Eintritt bei hoh. Lohn
ein ſol. Mädchen geſ., das gut bür=
gerl
. kochen kann n. etwas Hausarb. Ausbildung u. Tätigkeit mit Ge=
zu
übernehm. hat. Näheres in der
Expedition ds. Bl. Lauffrau
von morgens ½8½11 Uhr und mit techn. Erf., für Nebenbeſchäf=
von
12 Uhr geſucht. Näheres in
der Expedition ds. Bl. (*101 Austragen von Wareneignet, ſof. zu
engagieren geſ. Zu meld. i. d. Samen=
handlung
Rettig, Kirchſtr. 10. (613 auf 1. April 1912. Derſelbe Lagerhausſtraße 2. (*60md hat Vorbildung in Buchführung, Ein Laufmädchen per ſofort
(*127msiſtraße 6.
(*70 Geſucht
junges braves Mädchen tagsüber
zur Beaufſichtigung von 2 Kindern
im Alter von 3 und 5 Jahren.
Vorzuſtellen 112 Uhr vormittags.
Heidelbergerſtr. 7, 1. Stock. (*94md Putzfrau
gut empfohlen vor und nach
Mittag je 2 Stunden geſucht.
Arthur Sittig, Luiſenplatz 4. Saubere Laufran fürſofort ge=
ſucht
. Zu erfragen Exped. (*56 Eine reinliche Lauffrau geſucht
für baldigſt geſucht. Schriftl. Off. Roßdörferſtraße 40. (*61md Dienſtmädcheu, das koch. kann,
gegen guten Lohn ſofort geſucht.
L. Weicker, Heinrichſtr. 106. (195 Suche Mädchen mit gut. Zeugn.
Zuarbeiterin, ſowie in Privat= und Geſchäftshäuſer.
Lehrmädch. geſucht Frau Mina Dingeldein, gewerbs=
Modes. Hochſtr. 23, I. (168a mäßige Stellenvermittlerin, Schützen-
strasse
10½, Tel. 531. (*136 Tüchtige Waſchfrau geſucht.
ſucht per 1. März ein hieſiges Näheres Gutenbergſtr. 15, II. (*132 Tätigkeit erbitte postlagernd unter krank) mit eigenem Haushalt wird
(187mss eine zuverl., wohl anſtändige, ältere
Perſon zur Stütze z. bald. Eintritt
geſ. Näh. Stiftſtr. 35. (*129mdf Wegen Erkrankung des ſeitherig.
wird ſofort tücht. Dienſtmädchen
geſucht. Am Breitwieſenberg 9
(Gartenſtadt Hohler Weg). (487ms Allgem. Deutsch. Frauenverein.
Auskunftsſtelle für Frauen=
berufe
, ſucht für ſofort und ſpäter
Lernendesgepr. Hindergürinerinen
und Kinderfräulein.
Sprechſtunde: Mittwoch 45 Uhr,
Altes Theater, Hochſchulſtr. 1. (590 Das Stellenbureau der Freun=
dinnen
ſucht:
1. kath. Erzieherin nach Sedan,
2. ev. Erzieherin nach England,
beihoh. Lohn nach Thüringen,
4. tüchtiges Mädchen fürs Pfarr=
haus
in Metz,
5. Franzöſin für deutſche Fa=
milie
nach Ungarn. (197md
Gervinusſtraße 68
Sprechſtunde 23 Uhr. Männtich Erfahrener Bauführer
(aber nur ſolcher) für Leitung eines
Schulhausneubaues in Rheinſtadt
ſof. geſucht. Kurze Angaben der
haltsanſpruch, Eintrittstermin und
(97avorerſt keine Zeugniſſe u. V 28
a. d. Exp. d. Bl. (*128md Gewandter Schreibmaſchinen=
ſchreiber
(Underwood), möglichſt
tigung geſucht. Gefl. Offert. mit
*73Forderung u. V 29 a. d. Exp. (*126

Weiblich

Kleider und Weißzeug
(*120
Darmſtraße 10, II. I.

Laufſt. Karlſtr. 36, Seitenb. I. (V609,8

Für Junges Mädchen
ſuche Laufſtelle vor= und nach=
mittags
. Gut empfohlen. Näh.
Karlſtr. 115, 1. Stock, rechts. (*140

Ehrliche ſaub. Frau ſucht ſofort
Laufd. od. W. u. Ptz. Brandg. 12. (*86

Frau ſucht 12 Std. Laufdienſt

2 Std. Eliſabethenſtr. 45, Htb. p. (*50ſofort geſucht

12 Stdn. Laufd. v. 9½11 Uhr
Luiſenſtr. 32, I Stbau. links. (*51

Witwe, ſehr tüchtig in allen
Zweigen des Haushalts, ſucht
Aushilfe Kiesſtr. 47, Manſ. (*116

Laufſtelle für vor=
3 Stunden geſucht Lang, Lieb=
frauenſtraße
75, Hinterhaus. (*113
Mädchen ſucht Laufſtelle für E. Eckert’s Nchflg.
ſofort Holzſtraße 5, part. (*114

p. 15 u. 17 J., d.
Mädchen ſchon gedient h.,
ſ. Monatſtelle. Arndt, Dönges=
borngaſſe
2, 1. St. rechts. (*133ms

Stelle ſuch, ſof. ooer 15. Jan.
ält. Mädch. in Wirtſch., 2 Mädch.
in Geſchäfh. Elisabeth Frank, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Saalbauſtraße 33.
(*130

ſucht Lauf=
Unabh. Frau dienſt
Bleichſtraße 11.

Unabh. beſſer. Frau
Haushalt! ſucht tagsüb. Beſch.

bei einz. Herrn od. Dame od. kl.
Haush. als Stütze, Vorleſ. ꝛc. Off.
unt. V 25 a. d. Exp. (*98mfs

155jähr Mädchen ſucht Stelle
als Lehrmädchen i. größ. Geſchäft.
Schloßgartenſtr. 21, I., r. (*97

Mädchen, weich. im Näh., Bilg. u.
Serv. bew. u. ſch. in beſſ. Hſe. war, ſ.
Stelle a. Hausmädchen, z. 15. Jan. od.
1. Fbr. Zgn. vorh. Gefl. Off. F. Sch.23
Heidelberg, Poſtamt Neuenh. (*32777dm

Eine junge, ſaubere Frau ſucht
morgens oder mittags zwei Stun=
den
Laufſtelle Wenckſtraße 62,
3. Stock.
(*110

Unabhäng. Frau ſucht Lauf=
dienſt
, Waſchen u. Putzen Lange=
gaſſe
29, 1. Stock.
(*108

15jähr. kräftiges, ſehr anſtänd.
Landmädchen ſucht Stelle für
ſofort. Emma Frank, gewerbs=
mäßige
Stellenvermittlerin, Karl=
ſtraße
31.
(*104

Junge Frau ſucht den ganzen
Tag Beſchäftigung Karlſtraße 64,
Mittelbau.
(*102

noch einige Kunden im
Suche waſchen und putzen 22a
(*47
Lauteſchlägerſtraße 13, D.

Männlich

Einanh.-Bauter a. 9.,
lge. Jahre im Verk.=Dienſt, Kaſſen=
und Rechnungsweſen in leit. Stel=
lung
, noch rüſtig, wünſcht irgend=
welche
geeignete Tätigkeit im Büro=
oder
ſonſtigen Dienſt, Staats=,
Gemeinde=, oder Privatdienſt zu
bernehmen. Offerten unter U 62
an die Exped. ds. Bl. erb. (*121

Junger Mann ſ. Beſchäft. abds.
. 710 Uhr Näh. Exp. (*32889sim

Chauffeur
verh., ſucht alsbald Stell. Prima
Referenzen, ſowie Zeugnis. Offert.
unt. U 36 an die Exped. (171a

Zettungsträgerinnen
(35im
geſucht.
Näheres Expedition des Darmſtädter Tagblatt.

Filialleitung.
Unſere Geſellſchaft beabſichtigt für den Bezirk Darmſtadt, ſo=
wie
andere Bezirke die Leitung eines erſtklaſſigen vornehmen
Unternehmens zu vergeben. Dieſe Poſition bietet intelligenten,
fleißigen Kaufleuten (auch Beamten oder Offizieren a. D.) eine
ſelbſtändige einträgliche Erwerbsquelle,
welche bei entſprechender Tätigkeit ein Jahreseinkommen von
1215000 Mk. abwerfen kann.
Branchekenntniſſe nicht erforderlich, da unſer Stammhaus dem
betreff. Herrn inſtruktiv zur Seite ſteht. (Keine Verſicherungs= oder
Weinbranche.) Nur ſolche Herren, welche über prima Referenzen ver=
fügen
und ein flüſſiges Barkapital von 58000 Mk. beſitzen, wollen
ausführliche Offerten mit Altersangabe unter Z. 2090 richten an
Heinr. Eisler, Berlin S.W. 19.
(570E

Für eine grosse Zigarrenfabrik, die in
der Preislage von Mk. 30. bis Mk. 200. %e Hervorragendes
leistet, wird gegen hohe Provision
Tuchtiger Vertreier
gesucht, der bei der in Frage kommenden erstklassigen
Händlerkundschaft (Zigarren- u. Kolonialwarengeschäfte
langjährig bestens eingeführt ist und in gutem
Ansehen steht.
(105H
Gefl. Offerten mit ausführlichen Mittellungen über seit-
herige
Tätigkeit unter Chiffre w. 2443 an Haasen-
stein
& Vogler, Akt.-Ges., Leipzig, erbeten.

Ein großes Frankfurter Ver=
ſandhaus
in Buxkin, Kleider=
ſtoffen
u. Weißwaren ſucht zum
Vertrieh direkt an Private für
Darmſtadt u. Umgebung einen
energischen Herrn
gegen höchſte Bezüge. Gefl. Off.
mit Ang. der bish. Beſchäftigung
unt. U 57 an die Exped. (25695sm

Buchhalter
für halbe Tage geſucht. Off. unt.
V18 an die Exped. ds. Bl. (547

Geſucht
p. 1. Januar tücht. Verkäufer
für unſer Herren= Garderoben=
geſchäft
, der Lackſchrift ſchreiben u.
zu dekorieren verſteht
*59
Oppenheimer & Co., Kirchstr. 4.

Gewiſſenhafter (*46
Buchhalter
mit der doppelten Buchhaltung
gründlich vertraut, zum alsbaldigen
Eintritt von hieſigem Engros=
Geſchäft geſucht. Gefl. Offerten
unter V 2 an die Exped. ds. Bl.

Einen tücht., ſelbſtändig. (549md
Schweizerdegen
ſucht Druckerei Ph. Reinheimer.

Kistenschreiner
für dauernd geſucht
(572
Wehner & Fahr,
Chokoladenfabrik.
Junger Kellner u. Koch, Hotel=
burſche
, 18-22 J., Köchin, Kaffee=
köchin
, Büffetfräulein geſucht.
A. Dingeldein, gewerbsmäßiger
Stellenvermittler, Schützenſtr. 10½
(*135
Telephon 531.

erſche, leihiger Zundge
als Hausburſche
geſ. Nur Söhne brav. Eltern werd.
eingeſtellt. Näh. Exped. (25700sim
Zuverläſiger Hausburſche per
ſofort geſucht
(188
Näh. Wendelſtadtſtr. 8, 1. Stock.

Kräiger Bursche
für 12 Stdn. des Nachmittags
zum Fahren e. Krankenfahrſtuhls
geſucht Soderſtraße 2, 1. St. (*58

eir iehie eahteite
für dauernd geſucht. Näheres
Wendelſtadtſtraße 28 (Laden). Vor=
zuſtellen
nur mittags zwiſchen
121 Uhr.
22
mit Zeugn. ſofort
Ackerknecht geſucht. Lohn
400 Mk., auch mehr. Frau Jäger,
gewerbsmäßige Stellenvermittle=
rin
, Zwingenberg a. B.


En!
Wer dort?
(74a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett.ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.

Getrag. Herren=
ich
kaufe u. Damenkleider,

Schuhe, Wäſche Zahle d. höchſten
Preiſe. Poſtk. gen. J. Schnitzer,
Lrödler, Schloßgaſſe 11. (69a

Tücht. Maſchinenarbeiter ſof.
geſucht Gg. Schorlemmer, Bau=
und Möbelſchreinerei.
(*90

Ein zu=
verläſſiger
Fuhrmann

ſofort geſucht Karlſtr. 54.

(B532

verkauft ſeine getrag.
Kleider und Stiefel ꝛc.
bei M. Schnitzer,
Schloßgaſſe 29,
weil er ſtets die höch=
ſten
Preiſe bezahlt.
(11a

4 Gl.
Klein-Auto
4 ſitz., ſehr gut geh., ſehr bill. abzug.
J. Donges & Wiest
Grafenstr. 26. (150a

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Saison-Ausverkauf Strauss & Maver

Hüte, Seidenstoffe

Spitzen, Besätze etc.

(485

G. Keilmann, markt 6.

Aeltestes u. grösstes Lager in Schuhwaren
(161a
am Markt.
Billigste Preise.
Gute Bedienung.

ſchaffe ich Ihnen mit Ihren
glänzend getragenen Garderoben
(koſtenlos wenn ohne Erfolg),
durch meine Erfindung:

Entfernen

des Trugslunzes

gründl. chem. Reinigung u. eleg.
Reparatur. Eiliges in 10 Std.
Anzüge v. 3.50 Mk. an. Abholen
uſw. gratis. (599a

Anstalt Wimmer

Nieder=Ramſtädterſtraße 37
Telephon 2065.

Tautenſchwarten

u. Klötzchen zum Anfeuern, prima
trocken, a. 15 cm lang, per Zent.
1,50 Mark einſchließlich Oktroi
frei Keller Karl Schimmer,
Tel. 212. (158a) Heinheimerſtr. 76.

Mbalhr

Klein. Haus Herdweg98

zum 1. April zu vermieten od. zu
verkaufen. Einzuſehen von 11 bis
1 Uhr außer Sonntag. Näheres
Kaſinoſtraße 8, part. (B604ms

Heinrichſtr. 110, 2. Etage,
ſchöne 5 Zimmerwohnung mit
Zubehör, 2Manſardenzimmer, Gas,
Bad, Kalt= u. Warmwaſſerleitung,
Mitbenutzung des Trockenbodens,
Bleichplatzes, zu vermieten. Näh.
in der betr. Wohnung und Inſel=
ſtraße
22, part.
(606ms

DIESEL-MUrUREN-ANLAGEN

Sauggas-Motoren
Präzisions-Motoren
für alle Betriebe und alle Brennstoffe
Lokomobilen
Lokomotiven

Letzte Auereichnungen: Grässel 1910, Grand Prir
Budapest 1911: Grosse goldene Staatsmedaille

Ueber 100000 Ps im Betrieb

Grterner cterteet
(vormals C. Schmitz)
(V578

Werkaufsbüro Frankfurt a. M.-Bockenheim 12, Moltke-Allee 72.

Rheinische
Treuhand-Gesellschaft A.-G.

O7, 26, MANNHEIM Tel. No. 7155.

Aktienkapital Mk. 1 500 000.
Weitverzweigte Beziehungen zu ersten Finanzkreisen.

(5680

Bilanzprüfungen.
Buchhaltungs- und Betriebs-Organisationen. Liquidatienen,
Sanierungen. Vermögens-Verwaltungen. Seriöse Gründungen.
Gutachten in Steuer- u. Auseinandersetzungssachen. Eingehende
Beratung in Beteiligungs-Angelegenheiten.
Unbedingte Verschwiegenheit.

Achtung!
Empfehle mich den geehrten
Wirten und Vereinen für Feſtlich=
keiten
aller Art (Geige u. Klavier),
event. auch humoriſtiſch Kaup=
ſtraße
49, Seitenbau, 1. St. (*81

Hebad

M

Niederlage bei: Friedrich Schaefer, Ludwigsplatz. (480M

Bücher-Revisor
in Arheilgen
N. Bauer parmstädterstr. 50
übernimmt einmalige und zeit=
weiſe
Bücher-Revisionen, Bilanz-
Arbeiten uſw. prompt u. diskret.
(*105md)

Hon Dardcke

L

Empfehle nich den verehrlichen
Herrſchaften im Beizen und
Polieren von Möbeln aller Art
und allen Farben. Spezialität:
Aufpolieren von Altertümern.
Komme auf Wunſch ins Haus.
Chem. Beiz- u. Polierwerkstätte

gut erhalt. (bisher Kantine) m. ab=
geteilten
Räumen, leicht anderswo
aufſtellbar, f. Lagerraum, Werk=
ſtätte
ꝛc. geeignet, billig zu verk.
Näh. Saalbauſtr. 4, Büro. (143a

Geschaftshaus
Verkauf- (7a

Wegzugshalber

verkaufe ſpottbillig moderne, faſt
neue Möbel, Bilder uſw.
Näheres Gutenbergſtr. 35 beim
Hausbeſitzer.
(*107

Georg Meiser
Grafenſtraße 16.

Speiſekartoffeln

im Zentrum
Erbteilungshalber der Stadt,
beſte Geſchäftsſtr., feines Ge=
ſchäftshaus
, in welch. ſchon ſeit
Jahren ein ſolches betrieb. wird
mit beſt. Erfolg, in nur gut. Zu=
ſtande
, unt. ſehr günſt. Beding.
abzug. Anzahl. 1520000 M.
Agent erh. keine Antw. Näh.
b. H. Castritius, Kahlertſtr. 38.

Mlinder Mann empf. ſich i. Flechten
v. Körben u. Stühlen. Alle Repa=
raturen
billigſt. Poſtkarte genügt.
Georg Treuſch, Schloßg. 15. (595a

gelbe u. rote Mäusch., Induſtrie,
goldgelbe u. weißfleiſchige Sort.,
empfiehlt W. Nungesser, Fern=
ſprecher
864. Dieburgerſtr. 10. (144a

Alexanderſtraße 9

werd. über=
Hausverwaltungen nommen.
Offert. unt. U 33 an d. Exp. (77a

Haus zum Alleinbewohnen,
Orangerie=Allee 14 iſt zum
1. Juli 1912 zu vk. od. z. vm. Näh.
b. Mahr & Markwort, Architekten,
Darmſtadt, Kaſinoſtr. 8. (155a

zut rentier 4 Z.=Haus m. Lad.
u. Werkſt., f. jed. Geſch. geeign.,

4=Zimmerwohnung mit Kabinett,
Mittelſt., p. 1. April z. verm. (603ms

ſchöne 3= Zim.=
Karlsſtr. 65½ Wohnung m.
Veranda per 1. April. (602ms

Alte Pelze werden zu groß. Muff.
A u. mod. Pelzhüten umgearbeitet
Ludwigsplatz 8, Vorderh., 3. St. (72a

Möbierte Zimmer

zut empf. Waſchfrau nim. noch
G Kund. an, a. w. Wäſche z. H. an=
gen
. Mühlſtr. 23, Hth. 1. St.l. (*134

Ein möbl. Zim. im 1. St., z. ver=
mieten
mit od. oh. Penſion. Näh.
Pankratiusſtr. 14, part. (*138mdfs

Gut möbl. Zimmer bei kinderl.
Ehepaar ſof. preisw. zu verm. Näh.
Hess, Friedrichſtr. 9. (*131

Handarbeiten
Stickereien, ſowie feine Häkel=
arbeit
. werden ſchnellſtens ange=
fertigt
; auch für Geſchäfte (*6im
Liebfrauenſtraße 110, I., links.

Taschenuhren-Reparaturen v. M. 1.50 an
Neue Feder
1.00
Gläser 25, Zeiger 1025, Schlüssel 10 Pfg.
Ferner neue Taschenuhren v. M. 3.50 an
Stets gutgeh. gebr. Taſchenuhren
vorrätig. Alles mit Garantie
im Uhrengeſchäft (*119
Grosse Ochsengasse 30.

in gut. h. Lage zu verk. Es werd.
ev. Baugelände od. II. Hyp. in Zahl.
gen. Näh. d. B. Baer, Immobilien=
büro
, Landwehrſtr. 18, Tel. 1145. (156a

Kaufe kl. Haus

Ich heirate

oder Grundstück

Waldſtr. 30, Hth., III., Schlafſt.
. verm., w. 2.50 M m. Kaff. (*118md

Guten,
bürgerl. Mittagstiſch
von 70 Pfg. an erteilt (*32907sim
Reſtaur. Swars, Eliſabethenſtr. 12.

hübſch. geſund. Herrn, nicht üb. 40,
Verm. Nebenſ. Bin 22jähr. vermög.

Deutschamerik. Hymen‟, Berlih 18. (170a

in Darmſtadt oder Umgegend
(rentabel) unter Taxe; bei Ge=
währung
e. gr. Darlehens (ev.

Angenehmes
Heim

findet älterer Herr oder Dame bei
beſcheidenen Anſprüchen in einer
ruhigen feinen Familie. Mäßiger
Preis. Näheres in der Exped.
(B514ms
ds. Blattes.

Iiei-Gentrage
werden von d. Geſchäftsſtelle des
Darmſtädter
Hausbeſitzer=Vereins, e.V.
Wilhelminenſtr. 19, 1. St.
ſowie von dem
Verkehrsbüro :
z:
Ernſt=Ludwigspl. abgegeben. (482a

bhandengekommenweißer Hafe
mit ſchwarzen Flecken, aufden

Namen Muſſi hör. Dem Wieder=
bring
. Bel. Roßdörferſtr. 40. (189md

Kv. Frln. m. 200000 M., kath. Wwe.
8000o Kr., Jüdin 300000 Kr., ſowie
viel. 100 and. Dam, wünſch. paſſ. Heirat.
Herr. jed. Stand. (w. a. ohn. Verm. erh.
koſtenl. Ausk. Schlesinger. Berlin 1 8. (169a

durch Hypothek=Aufnahme) zur
vollen Taration. Diskretion

zugeſ. u. verlangt. Offerten von
größeren teuren Objekten zweck=
los
. Angebote unter V 26 an
die Exped. ds. Bl. erb. (591md

Verloren

Am Sonntag eine Bernſtein=
halskette
verloren, geg. g. Belohn.
abzugeb. auf dem Fundbüro. (*100

Goldenes Kettenarmband

mit kleinem Anhänger am Montag
verloren. Abzug. gegen gute Be=
lohnung
Kirchſtr. 21, III. I. (*84

Verloren

Schlangenring mit hellbl. Stein.
Gegen gute Belohnung abzugeben.
Zu erfr. in der Erv. d. Bl.

Schifsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady. Darmſtadt, en.

Zimmerſtraße 1.
Dampfer Batavia, von Boſton
und Baltimore kommend, 29. De=
zember
8 Uhr abends Lizard
paſſiert.
Dampfer Prinz Adalbert, von
Philadelphia kommend, 30. De=
zember
4 Uhr 25 Min. morgens
auf der Elbe.
Dampfer Preſident Lincoln, von
New= Vork kommend, meldet
drahtlos, 30. Dezember 12 Uhr
mittags in Plymoutb zu ſein.

Mriehalts fertaut

Haus mit Wirtſchaft, großer
Hinterbau, Stall., Waſchk. u. groß.
Garten für 11500 Mk. zu verkauf
ev. zu verm. (Eberſtadt b. Darmſt.)
Off. u. U 43 a. d. Exped. (*32879sms

Fraaringe

ohne Lötfuge, Flach-
u
. Kugelform in 8, 10,
14 u. 18kar. Gold d.
Paar v. 10 bis 80 Mk.
Gravierung gratis.
Alle Grössen stets vorrätig.

(191a

L. Borné, Hoflieferant,

Uhren, Gold- u. Silberwaren

25 Ernst-Ludwigstrasse 25.

Wollene

Pferdedecken
Fassondecken
d. Stahteppiche
Wasserdichte Decken

empfiehlt in großer Auswahl und
allen Preislagen
(167a

H. Buchhammer

Elisabethenstrasse 44.

Ladenreines (611
Schweinefleiſch

Freitag, 5. Jan., vorm. 810 Uhr
Kranichſteinerſtr. 65, Hinterb.

Tüchtiger Kaufmann ſ. kleine=
res
Kolonialwarengeſchäft

zu mieten, event. zu kaufen.
Gefl. Offerten unter V 10 an
(*67
die Exped. ds. Bl.

Alsliebengeschäft

geignet, gutgehendes Zigarren-
geschäft
zu verkaufen. Einige
100 Mark erforderlich. Off. unt.
V33 an die Exp. ds. Bl. (*137mdf

Salan

von Mk. 4000
II. Hypothek per 1. April auf
Ia Objekt geſucht. Offerten unter
U 74 an die Exped. (25903sm

15000 Mk. 1. Hyp.

für Neubau von ſolv. Geſchäfts=
mann
per 1. April geſucht. Gefl.
Off. u. U 76 a. d. Exped. (B174

Darleh. i. kl. Betr. geg. Sicherh. v.
Möb. gebe ich ſelbſt, hier wohnh.
Str. Diskr. Ehrenſ. Off. u. H. T. 42
hauptpostl.
(*32783dms

nur von Selbſt=
350 Mark gebern ſofort ge=
ſucht
bei monatl. Rückzahlung von.
20 Mark nebſt Zinſen. Off. unter
V 22 an die Exped. (*77mds

Durch Beteilig.

mit 3 bis 4000 Mk. Kapital an
ingen. Untern. wird Herrn oder
Dame Gelegenheit geboten, ihre
Verhältn. bei tägl. Reingew. v.

30.
40 Mk.

leicht aufzubeſſern. Gefl. Off. unt.
w. 14004 an Haafenſtein &= Vog=
ler
A.=G., Frankfurt a. M. (564ffl

Landhaus für 8850 Mk. zu verkaufen

In ſchönſter Lage der Gemarkung Arheilgen iſt ein hübſches
neuzeitliches Landhaus mit 6700 Um groß. Garten, 7 Zimmer,
1 Küche, 1 Bad, 1 Speiſekammer, 1 Waſchküche, 2 Kloſetts mit
Spülung, 3 Keller, Bodenraum, zu dem billigen Preis 8850 Mk.
ſofort zu verkaufen. Anzahlung 1500 bis 2000 Mk. 1. Hypothek
zu 4½%, Reſt kann beim Verkäufer ſtehen bleiben zu 4½%. Offerten
beliebe man unter U 90 an die Geſchäftsſtelle einzureichen. (46a

Kele

[ ][  ][ ]

Seite 11.

(615
0 Rabatt im
D.oebrf
Caisen-Ausverkaun

Grösstes Lager in Herrengarderobe

zu schon äusserst
billigen Preisen.

Srafenstr. 23½

Geschartsbacher L. D. Muner

Fabrik=Niederlage
von J. C. Koenig & Ebhardt, Hannover
Schulstrasse 14 (C25466,79) Telephon 226.

Antliche Nachrichten des Großh. Politeiante Darnſtart.

Gefunden: 1 Bindekette. 1 dunkelblauer wollener Kinder=
hundſchuh
. 1 Buch, betitelt Lehrjahre‟. 1 Pfandſchein. 1 Dienſt=
buch
, auf den Namen Marie Lehr ausgeſtellt. 1 Schwanzriemen von
emem Pferdegeſchirr. 1 rotbraunes altes Portemonnaie mit einigem
Imhalt. 1 Handbeutel mit Brille in Futteral und Taſchentuch, gez.
L.. 1 ſchwarzes Portemonnaie mit Inhalt. 2 kleine Geldbeträge
bar.
(185

Verſteigerungs-Anzeige.

Freitag, den 5. Januar I. Js., vorm. 9 Uhr,
Averſteigere ich im Verſteigerungslokal Zur Ludwigshalle‟, Ober=
grſſe
, auf freiwilligen Antrag aus einem Nachlaß folgende Gegen=
ände
:
1 Sofa, 1 Kommode mehrere Tiſche, Stühle, 1 Kleiderſchrank,
2 Nähmaſchinen 1 Pendüle, Spiegel, Bilder und ſonſtige Haus=
haltungsgegenſtände
, eine vollſtändige Kücheneinrichtung, ſo=
wie
1 vergoldete Herren=Remontoiruhr mit Kette und 1 Ring
und ſonſtige Schmuckſachen.
Ferner auf freiwilligen Antrag:
1 ſehr gutes vollſtändiges Bett mit Roßhaarmatratze, 1 Bett=
ſtelle
mit Sprungfedermatratze, 1 Waſchkommode, 1 Nachttiſch,
1 Sofa, 1 ſehr großen Herrenſchreibtiſch mit Aufſatz, 1 Tiſch,
1 Blumentiſch, 1 Hausapotheke.
Ferner: 1 Garnitur (1 Sofa, 2 Seſſel, 6 Stühle, 2 Schemel),
3 Tiſche mit Marmorplatten, 1 Staffelei mit Bild 1 Spiegel,
1 eintüriger Kleiderſchrank, 1 Brandkiſte, 1 Waſchtiſch, 1 Nacht=
tiſch
, 1 Lederſeſſel, 1 Rohrſeſſel, 1 Klavierſtuhl, 1 Klavier=
lampe
, Bilder, Vorhänge, Teppiche, 1 Serviertiſch und ſonſtige
Ziermöbel und Nippſachen,
3 bunte Fenſterflügel mit Bleiverglaſung
und zwar 4 Stück 1,47 hoch, 46 breit, 2 Stück 1,42 hoch, 46 breit,
4 Stück 50 cm hoch, 47 breit, 1 Stück 99 hoch und 53 breit.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Bahlung ſtatt.
(587
Darmſtadt, den 3. Januar 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Verſteigerungs-Anzeige.

Donnerstag, den 4. Januar 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe dahier, öffent=
luch
meiſtbietend folgende Pfänder
1. beſtimmt: 1 Partie Pelzkragen für Damen, Mädchen
und Kinder;
2. vorausſichtlich: 1 Klavier, 2 Schreibſekretäre, 1 Büfett,
4 Spiegel=, 5 Kleider=, 1 Wäſche= und 2 Pfeilerſchränke, 5 Di=
wans
, 7 Vertikos, 3 Tiſche, 2 Lüſter, 6 Spiegel, 3 Näh=
maſchinen
, 3 Sofas, 1 Plüſchgarnitur, 3 Kommoden, 7 Bil=
der
, 1 Teppich, 2 Rauchtiſche, 1 Bauerntiſch, 1 Blumentiſch,
1 Regulator, 1 Harmonium, 5 alte Gewehre, 1 Laſtwagen u. a. m.
Wedel, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 28.
(601

Bekanntmahung.

Mittwoch, 31. Januar 1912,
vormittags 10 Uhr,
oll die den Schloſſermeiſter Karl
Wilke Eheleuten dahier zugeſchrie=
dene
Liegenſchaft:
Ilur Nr. qm
IV 560%/100 336 Hofreite Schwa=
nenſtraße
27,
IV 560¼100 64 Grabgarten da=
ſelbſt
,
n unſerem Bureau zwangsweiſe
(K107/11
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nlehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 18. Dezember 1911.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (D25265,28

Theke mit Marmorplatte ꝛc. billig
zu verkauf. durch Heinrich Funk,
166a
Soderſtraße 76.

944
eiltl dichte
egenüber gewiſſ. Angebot., betr.
vertung gewinnbr. Erfindung.
deen, iſt es empfehlenswert, ſich
her über die Geſchäfts=Praktiken
t. Büros zu informieren. Die
nfr. zu bez. Broſchüre Patent=
enſchaft
enthält Näh. hierüber
atent- u. Technisches Büro
Tonrad Köchling, Ing.,
Mainz, Bahnhofstrasse 3.
glied des Schutzverbandes für
geiſtiges Eigentum. (478a

Ruhrsskohlen
Fettschrot, 50% Stück,
Ctr. Mk. 1.12
Stückkohlen
1.35
,
Steinkohlen-Briketts 1.40
1.30
Eierbriketts
Union-Briketts . . 1.
ohne Oktroi, in Fuhren von 25 Ztr.
an netto Caſſe. Offerten unter
T 59 an die Exp. ds. Bl. (B179

Gebr. Knaben- u. Mädchenräder
geben ſtaunend billig ab (153a
Benz & Co.
Grafenſtr. 35. Tel. 1239.

Jackenkleider, Mäntel
Röcke u. jede Damengarderobe
wird für jede Dame gutſitzend an=
gefertigt
. Nur erſtkluſſige Arbeit.
Frau S. Sloffregen,
Viktoriaſtr. 24, 4. St.
*68)

Konterpardriant
für Muſik

Mühlstrasse 70.

Gegründet 1878.

Direktor Wilhelm Süss.

Mit Januar neue Klassen für Anfänger und Vor-
geschrittene
. Anmeldungen vormittags erbeten. Pro-
Spekte kostenlos auf der Direktion und in der
Hofmusikalienhandlung Gg. Thies Nachfolger,
Elisabethenstrasse.
(527

Stenographie.
Anfängerkurſe beginnen:
GAßEISfür ältere Herren 1 Montag, 8. Januar,
A für jüngere Herren abends 8½ Uhr,
BERGER im Schulhaus am Ballonplatz
für ä. H. part.
für j. H. 2. St. links
für Damen: Montag, 8. Januar, mittags
3 Uhr, bei Frl. C. Eppert, Hoffmann=
ſtraße
8.
(186ms
Gabelsberger-Stenographen-Verein Darmstadt (1861)
Protektor: Se. Kgl. Hoheit der Grossherzog.

Mere
Schreibmaschinen-Unterricht
Verſchiedene Syſteme.
Stenographie
Gabelsbg. Verkehrsſchr., Redeſchr.
Schönschreib-Unterricht
138a) Soderstr. 12, pt. (Kapellpl.)

Sprach-Lehr-Institut
für moderne Sprachen
Herderstrasse 3. (B177
Französ., Italienisch, Englisch etc.
Nationale Lehrer. Leichtfassliche, direkte
Methode. Am 16. Januar beginnt
ein Aussprache-Kursas im Französischen,
nach Wunsch mittels phonetischer Apparate.
Beste Referenzen.
Frühzeitige Anmeldungen erbeten.

kadem. nimmt höh. Schül. i. gut.
Penſ. Sorgf. Erziehg., Aufſ. u.
Nachh. b. Schulaufg. Erfolg gar.
Mtl. 75 M. Anfr. u. M52 Exp. (B178

d. akadem. gebild.
Mathematlk Lehrer. Vorbereit.
für alle Examina (Einj.=, Finanz=,
Geom. I. u. II., Matur.=). Repet. für
Hochſchüler. Verſicherungsmathem.
Sorgfält. ſchnelle Förderg. Mäß.
Honor. Wittmannſtr. 30, I. (B180

erteilt Nachhilfeſtund.
Lehreril übernimmt auch Ueber=
wachung
der Hausaufgaben. Gefl.
Offert. u. U 58 Exped. (*32978sim

Staatl. geprüfte Lehrerin erteilt
energiſche Nachhilfe. Off. unt.
U 53 an die Exp. erb. (*32866sim

Koch einige begabte eifrige Kla=
vier
=Schüler u.=Schülerinnen
werden angenommen. Bei Fleiß u.
Ausdauer Mitwirkung in ſpäterem
Vortrag. Off. u. V 4 Exp. (*49

Jüngerer Lehrerin
bietet ſich von jetzt bis Oſtern in
Haushaltungs-Pensionat Ge=
legenheit
, kochen zu lernen, gegen
Nachhilfe bei einer Schülerin in
Literatur, Engliſch, Franzöſiſch,
Algebra u. Geometrie. Off. unt.
V 13 an die Exp. d. Bl. (483

rdl. Klavierunterr. zu mäß Pr. w.
ert. Off. u. U 42 a. d. Exp. (*32840fmf

Frivat-Handelsschule
7 Mathildenplatz 7
Schönschreiben (576a
Buchführung
Stenographie
Maschinenschreiben.

Neue Kurse (3, 6, 12 Monate)
beginnen am 9. Januar.
Einzelfächer Eintritt tägl.
Privatunterricht
Tages- u. Abendkurse
Oskar Dierker
Handelslehrer und Bücherrevisor.

Erstes Darmstädter
Partiewarengeschäft
Täglich treffen Warenſendungen
in groß. Auswahl ein, als: Herren=
und Knaben=Anzüge, ſowie ein=
zelne
Hoſen, Sackröcke n. Weſten,
ſowie Herren=, Damen= u. Kinder=
Schuhe, ſowie Wäſche für Kellner
in großer Auswahl und Leib= u.
Bettwäſche aller Art, Kamiſols
und geſtrickte Weſten; ferner
Herren= und Kinder=Hüte und
Kappen zu außergewöhnl. billigen
Preiſen abzugeben bei
(173a
Jakob Friedel
Obergasse 33 (Laden).

Einige Tuhren Ia Komposterde
billigſt abzugeben Gärtnerei Loos,
(B560
am iſrael. Friedhof.

Mler

Auto-Garage
mit Gelegenheit zum Reinigen des
Wagens in der Nähe der unteren
Eliſabethen= Wald= oder Rheinſtr.
zu mieten geſucht. Offert. m. Ang. d.
Mietpreiſ. u. V 34 Exped. (619ms

Für neues
elegantes Café
mit Spielsaal
möglichſt Rhein= oder Wilhel=
minenſtraße
, werden v. branche=
kund
. jungen Mann aus guter
Familie und Sicherheit bietend,
geeignete, vornehme Lokalitäten,
vorerſt mietweiſe 10 Jahre zu
übernehmen geſucht. (*85
Hausbeſitzer oder Bauherren
ſind gebeten, Offerten für w.
Verhandlung unter V 19 an
an die Expedition einzureichen.

Werkstätte
mit Wohn. z. 1. April geſ. Off. m.
Pr. unt. V 5 an die Exp. (*54mdf

Bureau

23 Räume, in guter Geſchäfts=
lage
, per 1. April 1912 zu mieten
geſucht. Gefl. Off. mit Preis unt.
V15 an die Exp. d. Bl. (*72

Gleines Wohnhaus ſofort zu=
mieten
geſucht. Off. mit Preis=
ang
. unt. V 24 a. d. Exp. (*103mfi

Seinent
von ruhiger Familie z. 1. April,
auch früher, in freier Lage eine
Wohuung
von 67 Zimmern, Fremden=
zimmer
und Zubehör. Angeb.
mit Preisangabe unter V 14
an die Exp. ds. Bl. 486im

von 67 Z. nebſt
Wohnung Zubehör p. 1. April
geſ. Off. unt. V 20 a. d. Exp. (*79md

5-Zimmerwohnung
in guter Lage, mit Bad und allem
Zubehör auf 1. März, ev. 1. April,
geſucht. Angebote mit Preis unt.
V11 an die Exp. ds. Bl. (490

Leſucht ſchöne 5= Zimmerwoh=
nung
mit reichl. Zubeh., Bad,
für kl. ruhige Familie per 1. April.
Offerten nebſt Preisangabe unter
V 21 an die Exped. d. Bl. (*78

Edleine Beamtenfamilie ſucht per
1. April geräumige 4= Zimmer=
wohnung
mit Zubehör, Herdweg=
viertel
oder in der Nähe. Off. mit
Preis an Moſerſtr. 3, pt. (*32997sm

Wohnung
v. 45 Räumen mit Küche zum
1. April zu mieten geſucht evtl. mit
Badeſtube, Gärtchen oder Terraſſe.
Off. u. U 91 an die Exp. (29im

Penſion. Beamter (4 Perſ.) ſucht
4 Zimmer-Wohnung
nebſt Zubehör. Offert. unt. V 30
an die Exped. d. Bl.
(607

3-Zimmerwohnung
im Zentr. der Stadt ſucht kinderl.
Ehep. (Pr. bis 500 Mk.) Off. unt.
(*52
V 7 an die Exp. d. Bl.

Zimmerwohn. zum 1. April.
34 1912 geſ. Steinſtr. bevorz. Off.
m. Preisang. u. U 63 Exp. (*32914sim

Wohnung gesucht.
Große ſchöne 2=Zimmerwohnung
eventl. kl. 3=Zimmerwohn. m. Gas,
Veranda u. ſonſt. Zub. i. Martins=
oder
Johannesviertel von kl. rüh.
Familie per bald geſucht. Gefl. Off.
u. U 88 an die Exp. d. Bl. (*7im

öbliertes Zimmer mit ſev.
M Eingang per ſofort geſucht.
Offert. u. V 1 a. d. Exped. (*45

Zwei Baugewerkſchüler ſuchen in
der Nähe der Schule 2 ſchön
möblierte Zimmer mit voller
Penſion auf 1. Januar Näheres
mit Preis erbeten unter V 8 an
die Expedition ds. Bl. (194mdf

Solider Herr
ſucht ſchönes, am liebſten ſeparat.
Zimmer in abſolut ruhiger Lage
im Oſten der Stadt. Offert. unt.
V 12 an die Exp. d. Bl. (491

Wrau mit Kinder ſucht Wohn=
u
. Schlafzimmer mit 2 Betten.
Offerten unter V 23 an die
Exped. ds. Bl.

ſucht frdl. möbl. Zim.
Student mit Koſt. Offert. unt.
V 32 an die Expedition. (*13

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Nummer 2.

Mittwoch, den 3. Januar

bis

Mein diesjähriger

Dienstag, den 16. Januar

IvEnFen-AoSVENHUf
bietet wie alljährlich, so auch diesesmal, wirklich hervorragende nicht scheinbare Verteile. Grosse Posten meiner
bekannt soliden, gut bewährten Wäsche sind vom Lager aussortiert und auf Extra-Tischen ausgelegt:
Damenwäsche, Kinder- und Herrenwäsche
Bettwäsche, Handtücher u. Küchenwäsche
Teegedecke und Kaffeedecken, Schürzen
Kinderkleidchen etc. etc.
Eine grosse Partie Tischwäsche mit 20% Rabatt.:: Auf das gesamte übrige Warenlager
10% Rabatt
welché bei Anfertigung von Wäsche auch auf Leinen, Halbleinen, Hemdentuche, Stickereien etc. gewährt werden. Alle
während des Ausverkaufes bestellten
Braut-Ausstattungen

werden auf Wunsch aufbewahrt und zu einer späteren Zeit abgeliefert. lch bitte, von dieser besonders günstigen Kauf-

gelegenheit reichlich Gebrauch zu machen.

488md

OrrESNaUff

Obere Elisabethenstrasse.

Friſenſempf.ſichin u. a.d. Hhauſe
rink.-Bier täglich friſch zu
1 haben Götheſtr. 8, p. (B605 7 Bismarckſtraße 28, p

Pfungstädter Bier
Brauerei-Flaschen-Füllung direkt vom Lagerfass.
Pilsner‟
Kaiserbräu‟ dunkel
Märzen‟
Bock-Ale‟

in altbewährter Reinheit und Güte.
Bestellungen erbittet man per Telephon, Amt Darmstadt,
Nr. 246 oder mittelst Karte an die
Exportbrauerel J. Hildebrand, G. m. b. H.
Pfungstadt.
(147a

Universalfilter

f. Kaffee, Milch, Tee, Wein,
Spirituosen etc.
per Stück 30, 40, 50 Pfg.
140a) Alleinverkauf:
Wilhelm Castan, Kirchstr. 5.

BezickJohn. Manufakturwaren. (6a

Jede Frau ihre eigene Schneiderin
Schönste und praktischste Neuheit
Parisienne Schnellzuschneide-System
In kaum 5 Minuten erlernt jede Frau, jedes Mädchen
nach diesem System Blusen zuschneiden. Unentbehrlich
in jedem Haushalt. Preis komplett mit Anleitung Mk. 2.75.
Bei Voreinsendung portofrei, sonst Nachnahme.
Parisienne‟-Vertrieb:
Frau Elisabeth Hof, Darmstadt,
Parkusstrasse 7, II.
(148a
Segessosesgesesessessessesosessereseaé

lindert Schmerzen u. ersetzt
eine teure Hausapotheke.
Man verlange in Apotheken
u. Drogerien stets Rheins-
berger
Carmelitergeist
Carmol. Flasche 60 Pfg.
und 1. Mk.
(3183

Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
14)

Yvonne dachte jetzt anders über ihr Verhältnis zur
Großmutter. Als erwachſener Menſch begriff ſie auch deren
Handeln und beurteilte es von dem Standpunkte der
alten Frau, die es nicht über ſich gebracht hatte, dem un=
willkommenen
Enkelkinde eine Liebe zu zeigen, von der ihr
Herz nichts wußte. Und ſie hatte ſich dadurch ſelbſt be=
raubt
war einſam geworden.
Yvonne lebte jetzt nur noch in dem Gedanken an Lutz.
Sie bekam etwas Weiches, Verträumtes, ſo daß die
Gräfin ſie oftmals prüfend anſah und fragte: Was iſt mit
ihr geſchehen? Doch das junge Mädchen verſtand, ſich gut
zu beherrſchen; niemand konnte ja auch den Grund ſeiner
inneren Gehobenheit erraten.
Lutz ſuchte es möglich zu machen, öfters zu kommen.
Aber nicht immer ging es nach Wunſch; der Urlaub war
knapp, und nur flüchtige Stunden oder gar nur Minuten
waren es, die ſie ſich haben konnten. Sie klagte darüber,
doch er vertröſtete ſie, daß er im nächſten Sommer längeren
Urlaub erhalten werde.
Dann aber ſprichſt Du mit Großmama, Lutz!
Ja, mein Lieb, Du ſollſt nicht länger leiden.
Sie kann doch nichts gegen Deine Verbindung mit

mir haben; ich bin Dir doch ebenbürtig, eine Gräfin
Laßberg.
Und wäre es nicht, mein Süßes, um Dich nehme ich
einen Kampf mit der ganzen Welt auf! rief er übermütig.
Und alle werden mich um meine kleine, ſüße Frau benei=
den
! Im Vertrauen Dagobert hat eine unglückliche
Liebe zu Dir.
Sie ſchmiegt ſich feſter an ihn. Oh, ſage mir das
nicht. Ich glaube, Herta liebt ihn. Wenn er nur ihre
Gefühle erwiderte, dann würde ich einen leichteren Stand
bei Deiner Mutter haben. Auch ſie mag mich ſo wenig
leiden. Lutz, aber Du, Du läßt nicht von mir, was ſie
auch ſagen werden! rief ſie leidenſchaftlich aus.
Begütigend ſtreichelte er ſie.
Ach, mein Lutz, mir ahnt, daß uns ſchwere Tage be=
vorſiehen
!
Sorg’ Dich nicht vorher kommt Zeit, kommt Rat!
Mit Großmama und Mama würde ich ſchon gut fertig
werden, würde mich überhaupt nicht darum kümmern, was
ſie ſagen, wenn wenn nicht
Was, Lutz? Warum ſprichſt Du denn nicht weiter?
Wenn eben das leidige Geld nicht wäre, Kleines?
Denn Du haſt nichts, und ich, lieber Gott, ich bin ſo ab=
hängig
von Großmamas Gnaden. Deshalb müſſen wir
ein bischen diplomatiſch vorgehen, kleine Yvonne, nichts
überſtürzen. Sie iſt doch auch ſo ſchön, unſere heimliche

Liebe. Und in ſeinen Küſſen erſtickte er die ihr aufſtei=
genden
Bedenken.
Frau Landrat von Hammerſtein machte mit ihrer
Tochter Daiſy bei Gräfin Laßberg Beſuch. Daiſy war
erſt vor kurzem aus New=York zurückgekehrt, wo ſie ſich
ein Jahr bei Verwandten aufgehalten hatte. Sie war
eine weniger ſchöne als ſehr elegante Erſcheinung, dabei
ſehr ſelbſtbewußt in ihrem Auftreten.
Herta ſchloß bald intime Freundſchaft mit ihr, und die
Baronin war ſich ſofort darüber im klaren, daß Daiſy von
Hammerſtein eine paſſende Frau für Lutz ſein würde. Sie
erwog dies mit ihrer Mutter, die ihr auch darin beipflich=
tete
. Yvonne hörte es und ein heftiger Schreck überkam
ſie. Da ſtieg die erſte Wolke drohend auf, die ihr Glück
vernichten konnte; denn was die Gräfin ſich vorgenom=
men
, das mußte auch erfüllt werden.
Die Oſterfeiertage verlebte Lutz wieder auf Bernried;
er kam jeden Tag, die Großmutter zu begrüßen. Yvonne
merkte ihm an, daß er verſtimmt war. Sie drang in ihn,
ihr zu ſagen, was ihn quäle.
Koſend ſtrich er über ihr Geſicht. Ach, Mauſi, Tu
kannſt mir auch in dieſer Situation nicht helfen.
Aengſtlich ſah ſie ihn an und begriff ſofort. Lutz, Du
haſt Schulden?
Nun ja, das läppert ſich ſo zuſammen. Weiß der
Teufel, wo das Geld bleibt! Und als er ihr betrübtes

[ ][  ][ ]

Nummer 2.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Seite 13.


Für Verlobte
Ein Angebot von grösster Bedeutung!
3 hervorragend bill. Wohnungseinrichtungen

A
Für Mk. 528
Speisezimmer, dunkeleichen oder nussb.
Büfett, Anrichte, Diwan, Ausziehtisch, 6 Stühle.
Wohnzimmer, nussbaum
Vertiko, Sofatisch, 2 Stühle, Ottomane mit Decke.
Schlafzimmer, hellnussbaum mit Intarsien
2 Bettstellen, 2 Nachtschränke, Waschtoilette, Spiegelschrank,
2 Rohrstühle, Handtuchständer.
Küche, taubengrau Jackiert
Küchenbüfett mit Messingverglasung, Anrichte mit Aufsatz,
Tisch, 2 Stühle und Ablaufbrett.
Für Mk. 1682
Speisezimmer, dunkeleichen geräuchert

Büfett mit Kristallfacetteverglasung, Kredenz, Diwan, Auszieh-

W
60

W

tisch, 6 Lederstühle.
Herrenzimmer, dunkeleichen geräuchert
Diplomatenschreibtisch, Bibliothek, Tisch, Lederschreibstuhl
2 Lederstühle, Ottomane mit Decke.
Schlafzimmer, helleichen
2 Bettstellen, 2 Nachtschränke, Waschtoilette, Spiegelschrank,
2 Rohrstühle, Handtuchständer.
Küche, taubengrau Jackiert
Küchenbüfett mit Messingverglasung, Anrichte mit Aufsatz,
Tisch, 2 Stühle und Ablaufbrett.
Für Mk. 2175
Speisezimmer, dunkeleichen geräuchert
IIIteilig. Büfett, reiche Kredenz, Uhr, Ausziehtisch, 6 Leder-
stühle
.
Herrenzimmer, dunkeleichen geräuchert
Diplomatenschreibtisch, IIItür. Bibliothek, Tisch, Schreib-
sessel
mit Leder, 2 Lederstühle, Ottomane mit Decke.

Schlafzimmer, rüstern
2 Bettstellen, 2 Nachtschränke, Waschtoilette, Spiegelschrank,
2 Rohrstühle, Handtuchständer.
Küche, carolinapine naturlackiert
Küchenbüfett mit Messingverglasung, Anrichte mit Aufsatz,
Tisch, 2 Stühle und Ablaufbrett.
Infolge ihrer geschmackvollen, gediegenen Aus-
führung
und ausserordentlichen Preiswürdigkeit,
erfreuen sich vorstehende drei Einrichtungen
grosser Beliebtheit.
Otto Kunke
grosse Ochsengasse 21/23 Telephon 287.
(136a
(
225

Guterhaltener Gasmotors Ps.
preiswert zu verkaufen.
Kammfabrik Best

Griesheim Darmstadt.

(118ims

Unsere neue
Spezialmarke
ist unerreicht in Passform und Qualität.

A

Für Damen!

Für Herren!

Schuh-Haus

F Fearferr Soeder
Ludwigstr. 12 Hoflieferant Telephon 355.

mit schwachem Haar sollte sich vertrauensvoll an meine
Fabrik feiner moderner Haarersatzteile
wenden und dürfte die der Natur abgelauschte Ausführung, sowie
das dazu verwendete Material selten anderwärts zu finden sein.
Haare ist Vertrauensware, darum Vorsicht.
Verblasste abgetragene Haararbeiten werden in einigen Stunden
wieder erneuert.
(137a

Wiederverkäufer erhalten Rabatt!

Valentin Grab, Perückenmacher
Wilhelminenstrasse 13 Ecke der Waldstrasse.

Dekaderen

aller Damen-
und

Frau B. Dietsch

Sonnenkalten,
Hoch- und Flachplisse

Herren-Stoffe (99a) 18 Ernst-Ludwigstr. 18. Gaufrieren, Auszacken

Thssterch.

Geſchmiedete Bügelſtähle
flache und halbrunde (152a
Bügeleisen, Plätteisen, Bügelkohlen.
L. Hufnagel, Waldſtraße 7.

Damenbinden
empfiehlt Rosine Federlin, Watten-
geschäft
, Schuchardſtr. 10, I. (151a

ehrock, Frack, Smoring=
Anzüge, Zylinder zu verleih.
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (73a

Kleider-
Stickereien
in neuester Technik und
Mode ausgeführt. Große
Musterauswahl nach jeder
Farbe, da eigene Färberei
Hess. Gardinen- und Stickerei-
Manufaktur, 6. m. b. H.
H. PORTUNE
Darmstadt Tel. 1615 Bleichstr.
(141a

Geſichtchen ſah, tat es ihm leid, ſie mit ſeinen Sorgen be=
ſchwert
zu haben. Laß gut ſein, Kleines; ’s wird auch
ſchon Rat geſchafft werden.
Lutz, Du kannſt ja ein reiches Mädchen heiraten, ſagte
ſie leiſe, dann iſt Dir ſofort geholfen.
Er fuhr heftig auf.
Dank für Deinen menſchenfreundlichen Vorſchlag. Du
haſt wahrſcheinlich auch ſchon jemand für mich in perto.
Ja, Daiſy von Hammerſtein. Großmama und Deine
Mama ſind ſehr dafür, und Herta ſchwärmt bereits von
der zukünftigen Schwägerin.
Er ſtieß einen ſcharfen Pfiff aus.
Ah, kommt der Wind daher! Deshalb auch die feier=
liche
Einladung zum zweiten Feſttag. Man iſt ja ſehr
auf mein Glück bedacht!
Die Hammerſteins ſind ſehr, ſehr reich, Lutz, und
Daiſy wird außerdem noch extra von den amerikaniſchen
Verwandten erben.
Weiß ich alles, mein Engel, und vielleicht noch länger
als Du. Aber wenn Du mich lieb haſt, Yvonne, kommſt
Du mir nie wieder damit. Ich habe Dich!
Er faßte ihren Kopf mit ſeinen beiden Händen und
ſah ihr in ſeiner unwiderſtehlichen Art tief in die Augen
Er lächelte dazu, und da löſte ſich auch der Druck und die
Angſt von ihrem Herzen. Sie lachte und weinte. Lutz,
ich wäre geſtorben, wenn Du mich aufgegeben hätteſt. Du

liebſt mich doch dann kannſt Du auch keine andere hei=
raten
.
Und eine Daiſy Hammerſtein, ein ſolch arrogantes
Geſchöpf, am allerwenigſten! Muß halt Dagobert noch
mal ran, murmelte er. ’s wird mir ſcheußlich ſchwer, 's
geht aber nicht anders.
Er küßte ihr die Tränen aus den Augen. Kopf hoch,
mein Lieb, nicht weinen! Ich will Dich nur lachen und
fröhlich ſehen. Im Juli bin ich vierzehn Tage hier;
Pfingſten werde ich dafür diesmal nicht kommen.
Lutz, ich zähle die Tage bis dahin! Hoffentlich biſt
Du dann Deiner Sorgen ledig, ſo daß wir unſere Liebe
nicht mehr zu verſtecken brauchen. Dieſe Heimlichkeit iſt
mir ſchrecklich; ich komme mir ſo unwürdig vor.
Mit einem ſchwer zu beſchreibenden Blick ſah er ſie
da an. Er ſchloß ſie feſt in ſeine Arme. Süßeſtes, ich
hab’ Dich ja ſo lieb! Verſprich mir aber gib mir Dein
Wort darauf nicht eher zu reden, als bis ich es ſelbſt
tue, damit uns nicht alles verdorben wird.
Wenn ſie ahnte, mit was für Schwierigkeiten er zu
kämpfen hatte, wie leicht ihm das Geld durch die Finger
glitt, ihre Sorgen würden noch viel größer geworden ſein.
Und nun kam noch von anderer Seite etwas, das ſie
mit großer Beſtürzung erfüllte.
Aſſeſſor Ryno von Hammerſtein, der Sohn des Land=
rats
, arbeitete ſeit dem erſten Mai auf dem Landratsamt.

Er hatte die üblichen Beſuche auf den Gütern der Nach=
barſchaft
und bei dieſer Gelegenheit auch die Bekannt=
ſchaft
Yvonnes auf Burgau gemacht. Rettungslos hatte
er ſich beim erſten Sehen in das ſchöne Mädchen verliebt
und erwies ihm nun allerlei Huldigungen und Aufmerk=
ſamkeiten
. Auch die Frau Landrat war jetzt ausnehmend
liebenswürdig zu Yvonne und lud ſie ein, doch Daiſy
recht oft zu beſuchen und Tennis mit ihr zu ſpielen. Oft
kam Daiſy unvermutet mit ihren Dogcart vorgefahren,
ſie abzuholen. Ach, es war alles ſo durchſichtig für ſie;
man wünſchte ihre Verbindung mit dem Aſſeſſor, und ſie
hatte doch einen direkten Widerwillen gegen dieſen blon=
den
, faden, blaſierten Menſchen, durch deſſen begehrliche
Blicke ſie ſich förmlich beleidigt fühlte. Er wich nicht von
ihrer Seite, brachte ihr Bücher, Blumen, ſchöne Früchte,
und ihr war, als ob ein Netz über ſie geworfen wurde,
aus dem ſie ſich bald nicht mehr befreien konnte, denn
ihre kühle, manchmal ſogar ungezogene Abwehr wurde
gar nicht bemerkt.
Der Gräfin waren des Aſſeſſors Bemühungen natür=
lich
nicht entgangen; ſie war befriedigt darüber, dann
würde Yvonne doch ſtandesgemäß untergebracht ſein.
Dieſe wartete förmlich auf eine Andeutung der Groß=
mutter
in der Angelegenheit, um ihr ihre Meinung zu
ſagen. Nie würde ſie ihre Freiheit dieſem Wunſche
opfern.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Iich Inventur-Ausverkauf Beummt Heutel

Die Preise sind

zu 30% reduziert.

Spezialhaus Heur;

(616

Ludwigstr. 17.

Geschartsbdcker

Spezialität:

Sonder-Anfertigungen.

I Hodmer

Hoflieferant (162a
Geschäftsbücher-Fabrik.

Montag, den 8. Januar 1912, abends 7 Uhr
Viertes Konzert
im Großherzoglichen Hoftheater
zum Beſten des Witwens und
Waiſenfonds der Großh. Hofmuſik
und unter Mitwirkung des Herrn Paul Goldschmidt,
Klaviervirtuoſe aus Berlin.
1. Ouvertüre=Koriolan
13. Aubade für Orcheſter
L. Beethoven.
C. Scott.
2. Klavierkonzert (Nr. 1 D-moll) 4. Zwei Klavierſtücke
J. Brahms.
a. Impromptu B-dur

F. Schubert.
b. Legende Der heilige Fran=
ziskus
auf den Wogen ſchrei=
tend‟
F. Liszt.
5. Sinfonie B-dur (Breitkopf
Nr. 12) J. Haydn.
Vormittags 10 Uhr: Karten zur Hauptprobe
Hauptprobe: 2 Mk. 1.50 ſind an der Hoftheater=Tageskaſſe,
ſowie in der Muſkalienhandlung von Leopold
Schutter, Eliſabethenſtraße 12, zu haben.
NB. In dieſer Hauptprobe werden alle Nummern des Pro=
gramms
zu Gehör gebracht.
(484ms

Fäglich
von 36 Uhr:

(onzert

Eigene Konditorei.

8 Neuhusens Billards

Aison-Ausverkauf

am weißen Turm
Größtes u. eleganteſtes
Lichtſpielhaus Heſſens.
Nener Spielplan!
Heute Erſtaufführung!
u. a.: (*109
Eine
von Vlelen
Modernes
Sensations-Drama.
Dieſes abwechslungsreiche
und in geſchickter Steige=
rung
ſich immer ſpannend.
geſtaltende Thema iſt mit
einer Dezenz durchgeführt,
die niemals auch nur im
geringſten anſtößig wirken
kann. Die Eigenart des
Milleux wird noch unter=
ſtützt
durch hochintereſſante
lebenswahre Aufnahmen
im Hamburger Hafen, an
Bord einesOzeandampfers
u. eines Dreimaſt=Seglers.
Am beſten gekennzeichnet
wird der Film durch das
allgemeine Urteil.
Beſſer als die
Weiße Sklavin.

Geſtauraut Gottwald
Mittwoch großes
Schlacht=

von

Vonzkaren
zu bedeutend ermässigten Preisen.
K. Höhn
Nachfolger K. Zessler
Marktstrasse 5
Marktstrasse 5.

von 5 Uhr ab

pikante Metzelſuppe
verbunden mit gemütlichem
Beiſammenſein
Es ladet freundlichſt ein (612
M. Schießlinger.

Billig zu verkaufen:
auterhaltenes Sofa mit 4 Stühlen,
Waſchtiſch, Verandatiſch, 2 Vogel=
käfige
, gebrauchtes, guterhaltenes
Herren=Fahrrad, 1 Kommode mit
3 Schubladen, Winterjacke, grau,
u. Hut, Stehleiter,8 Meter Draht=
geflecht
, Axt f. Zimmermann, Gas=
lüſter
, Meſſing, 3 armig, wegen Ver=
kleinerung
des Haushaltes (*8im
Liebfrauenſtr. 110, 1. Etage links.

Darm-
. städter
Nhyo

Grafenstrasse 12.
bringt in ſeinem von Mitt=
woch
, den 3. bis inkl. Frei=
tag
, den 5. Jan. laufenden
Schlagerprogramn
Der Glöckner
von Hotre-Dame
Herrlich koloriert. Kinodrama
nach dem berühmten Meiſter=
werk
Victor Hugos.
Darſteller:
Herr Garry von der Cömedie
Frangaiſe . Cloude Trollo
Herr Henry Krauß v. Sarah
Bernhardt=Thtr., Quaſimodo
Herr R. Alexandre von der
Comedie Frangaiſe, Phoebus
Fräulein Napierkowela v. d.
Pariſer Oper, La Eßmeralda
Länge ca. 1200 Meter.
Vorführungsdauer ca. 1 Stde.
Um des Geldes Willen.
Tiefergreifendes Drama, die
Erlebniſſe eines Mündels,
durch den Betrug deſſen Vor=
mundes
, zeigend.
Das Kaisertal Tirol.
Herrliche Naturaufnahme aus
dem Inn= und Kaiſertal;
ſenkrecht ſteigen die Felswände
in die Höhe und nur guten
Bergſteigern iſt es vergönnt,
einen Blick v. d. ſchwindelnden
Höhen in die ſchönſten Täler
Tirols zu werfen.
Reihenfolge der Bilder:
Biertransport zum Pfandel=
hof
. Blick durch Bärental
auf die Pyramidenſpitze.
Hinterbärenbad mit den
Gipfeln des Totenkirchel des
kleinen Halt. Stripfenjoch=
hütte
. Totenkirche.
Gipfel des Predigtſtuhles u.
Fleiſchbank.
Rosalie und ihr Phonograph
Guter Humor.
Little Hans ist ein gewissen-
hafter
Musiker.
Die höhere Turnschule
Stockholms.
Zentralinſtitut f. Turnübungen
*125 I. Darmstädter Kino.

ee e e e e
T im der Erv. d. B. (512ms

2) Valkonloge (Vorderpläße) B.
4 rechts, für den Reſt der Spiel=
zeit
abzugeben Aliceſtr. 13. (577a

6 Friefmartensammier:
Eine Partie altd eutſche Marken
billig zu verkaufen, gut erhaltene,
ſaubere Stücke
(*57
Pankratiusſtr. 30½, II. r.

Roskinderstiefel
Gr. 2235, nur guter Qualität,
kaufen Sie billig
(524a
Neue Ireneſtr. 12, 1. St.
zwiſch. Arheiger= u. Pankratiusſtr.

ntiker Kleiderſchrank und
Haus=Uhr zu verk. (*88mdf

Unties Tiſchchen mit Marmor=
platte
billig zu verk. K, Müller
Klappacherſtraße 42.
(B557

Orpheum

Tel.
363

4 Heute
e Mittwoch, 5.Jan.
und folgende Tage:
9D 3
lustige Bühne
565) Lachen ohne Ende!
Unbeschreibliche Komik!
Der Mann mit dem Fimmel
Schwank in 3 Akten, bearb.
u. in Scene ges. v. H. Job.
Preise und Vorverkauf wie bekannt.

Großherzogl. Hoftheater
Mittwoch, den 3. Januar.
Außer Abonnement.
Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen:
Glaube und Heimat.
Die Tragödie eines Volkes (3 Akte)
von Karl Schönherr.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Chriſtof Rott, ein
Bauer
. Hr. Baumeiſter
Rott Peter, ſein
Bruder
. Hr. Weſtermann
Der Alt=Rott, ſein
Vater
Hr. Wagner
Die Rottin, ſein
Weib
Frl. Alſen
Der Spatz, ſ. Sohn Frl. Gothe
Die Muter der
Rottin .
. Fr. Scherbarth
Der Sandperger
zu Leithen
. Hr. Semler
Die Sandpergerin Frl. Heumann
Der Unteregger . Hr. Riechmann
Der Englbauer v.
der Au
.Hr. Jürgas
Ein Reiter des
Kaiſers .
. Hr. Heinz
Der Gerichts=
ſchreiber
.
. Hr. Jordan
Hr. Beiß.
Der Bader.
Der Schuſter . . Hr. Peterſen
Der Keſſelflick=
Wolf.
. Hr. Speiſer
Das Straßen=
trapper
!
. Frl. Grünberg
Ein Soldat
. Hr. Kräger
Ein Trommler . Hr. Klotz
Nach dem 2. Akte findet eine
längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der noch vorhan=
denen
Plätze:
Proſzeniumsloge 2 Mk., Fremden=
loge
2 Mk. Balkonloge 2 Mk.,
1. Rang 2 Mk., Sperrſitz 1.50 Mk.
Anfang 7½ Uhr. Ende 9½ Uhr.
Vorverkauf
von 111 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Donnerstag, 4. Jan. 84. Ab.=
Vorſtell. B 22. Das Rhein=
gold
. Gr. Preiſe. Anf. 7½ Uhr.
Freitag. 5. Jan. 85. Ab.=Vorſt.
C 21. Meyers. Große Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Sonntag, 7. Jan. 86. Ab.=Vorſt.
D 22. Neu einſtudiert: Ma=
dame
Butterfly. Große
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
* Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt
an allen Wochentagen, vorm.
von 1012½ Uhr, geöffnet.
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 9. Jan. 87. Ab.=Vorſt.
C 22. Der Opernball.
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
N eujahrsentſchuldigungskarten
Azum Beſten der Kleinkinder=
ſchule
haben gelöſt: Sanitäterat
Dr. Quetſch, Hofmöbelfabrikant J.
Glückert, Frau Lina Lindt, Hof=
tanzlehrerin
BettySwoboda, Zahn=
arzt
Köhler und Frau, Major F.
Schenck.

[ ][  ][ ]

Nummer 2.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Seite 15.

Sport.

sr. Ein Preis des preußiſchen Kultus=
m
. iniſteriums für die deutſche Eishockey=
Meiſterſchaft. Das preußiſche Kultusminiſterium
Uiat für die deutſche Eishockey=Meiſterſchaft (kanadiſches
piel mit der Scheibe), deren Durchführung dem Eis=
mruf
=Bezirk Berlin für Ende Januar übertragen iſt, einen
un ertvollen Ehrenpreis geſtiftet. Konkurrenzberechtigt
imd alle deutſchen Eishockey=Vereine. Der Meldeſchluß
Aird noch bekannt gegeben. Als ernſthafte Bewerber
far den deutſchen Meiſtertitel kommen Leipziger Sport=
lub
, Dresdener Akademiſcher Sport=Klub, Deutſcher
5 ockey=Klub Hannover und die Berliner Vereine Ber=
Aner Schlittſchuh=Klub, Preußen und der Sport=Klub
harlottenburg in Betracht. Nach einem hervorragen=
en
Abſchneiden gegen die Oxforder Canadians müßte
er Berliner Schlittſchuh=Klub, der außerdem infolge
iner Schweizer Tournee Ende Januar in beſter Form
ſein wird, unter den genannten Vereinen wieder die
leoſte Anwartſchaft beſitzen.
sr. Das Revanche=Eishockey=Match zwi=
ſchen
Oxford Canadiern und dem Berliner Schlittſchuh=
K lub endete wiederum unentſchieden 111. Dem
jußerſt aufregenden Spiele im Berliner Eispalaſt
wohnten etwa 3000 Zuſchauer bei. Die berühmte kana=
iſche
Mannſchaft zeichnete ſich vor allem durch ihre
aiergiſchen Angriffe und ſcharfen Schüſſe auf das Tor
guts, während die Berliner Verteidigung die der Gäſte
übbertraf. Glänzendes leiſteten beide Torwächter. Bis
dalbzeit verlief der Kampf torlos und auch in der zwei=
ten
Spielhälfte fiel erſt in der 16. Minute das erſte Tor
fär die Kanadier. Die Gäſte ſchienen bereits gewon=
nenes
Spiel zu haben, als 10 Sekunden vor Schluß noch
ein gut plazierter Schuß in ihrem Tor endete. Das
Spiel wurde, um eine Entſcheidung herbeizuführen, um
iweimal 5 Minuten verlängert, ohne daß eine der Par=
ſeien
, trotz aller Anſtrengungen, noch ein Tor erzielen
konnte.
Rdr. Walthour ſchlägt Guignard. Bei
dem Match zwiſchen Walthour und Guignard auf der
Bariſer Winterbahn am Silveſter verſagte der in Paris
ſets ausgezeichnet fahrende Amerikaner auch diesmal
richt, denn nachdem er durch einen ſchnellen Start in
eiden Läufen die Spitze erlangt hatte, verteidigte er ſie
ſuch bis zum Schluß erfolgreich. 10 Kilometer=Lauf:
Walthour 7:53,1 (Lokal=Rekord), 2. Guignard, 40 Me=
ſeer
zurück. 20 Kilometer=Lauf: 1. Walthour 15:49,4,
F. Guignard, ½ Runde zurück.

Vermiſchtes.

C.K. Koſtbare Schirmgriffe. Der Griff des Sonnen=
und des Regenſchirms ſpielt bei der Toilette einer eleganten
FFrau eine beſondere Rolle, und in ſeiner Auswahl offen=
hart
ſich nicht ſelten der wirkliche Geſchmack ſeiner ſchönen
Beſitzerin. Seit dem erſten Auftauchen des Schirmes in
Suropa hat die Form und der Schmuck des Griffes eine
Bedeutung erlangt, die gerade in vergangenen Zeiten
über die Grenzen einfacher Zweckmäßigkeit weit hinaus=
ging
, Goldſchmiede und Juweliere bemühten ſich um den
Schmuck des Knaufes, und nicht ſelten erhielt das kunſtvolle
Gebilde dann auch ſeine kleinen Geheimniſſe, die die Be=

ſitzerin des Schirmes klug zu benutzen wußte. Katharina II.
ſoll an ihrem Sonnenſchirm einen Griff beſeſſen haben,
der ein kunſtvolles Geheimfach enthielt, das die Größe eines
Fingernagels hatte. Nur Gregor Orlow wußte von dem
Geheimnis des Schirmgriffes, deſſen Verfertiger ein Ge=
fangener
war. In dieſem Geheimfach wurden Zettelchen
aufbewahrt, und auf dieſe Weiſe korreſpondierte die ruſ=
ſiſche
Kaiſerin hinter dem Rücken ihres Gemahls mit ihrem
Geliebten Gregor Orlow. Einen nicht weniger kunſtvollen
Schirmgriff beſaß Maria Karoline von Oeſterreich, die
ſpätere Gemahlin Ferdinands I. von Sizilien. Zu ihrem
Geburtstag erhielt ſie einſt von einem Prinzen einen
Schirm, an dem das koſtbarſte der Griff war. Dieſer be=
ſtand
nämlich aus einer ſehr ſeltenen Seemuſchel die der
betreffende Prinz ſelbſt gefunden hatte. Sie war in Gold=
blech
gefaßt, und wenn man die in der Muſchel angebrachte
kleine Tür öffnete, ſo erblickte man ein eingraviertes Bild,
das ſehr klein, und dennoch deutlich zu erkennen war. Es
ſtellte ein Schiff dar, das eben auf die hohe See fuhr. Am
vorderen Kiel ſtand ein Abenteurer, der, mit dem Hute
ſchwenkend, Abſchied von den heimiſchen Geſtaden nahm.
Die Marquiſe von Pompadour beſaß einen ſehr wertvollen
Schirmgriff, den ihr der König verehrt hatte. Er ſtellte
eine wunderbar aus Holz geſchnitzte Kralle eines Adlers
dar, die einen großen Türkis umklammerte, auf dem der
König eine Widmung hatte eingravieren laſſen. Auch
heute wird gelegentlich von allerhand Extravaganzen auf
dieſem Gebiete berichtet. Rudyard Kipling erhielt, wie er=
zählt
wird, von einem indiſchen Fürſten einen aus Gold=
blech
gearbeiteten und mit Rubinen und Amethyſten ver=
zierten
Gegenſtand, der früher von einer indiſchen Fürſtin
zur Aufbewahrung ihrer wohlriechenden, teuren Salben
verwendet wurde. Der engliſche Dichter kannte wohl den
Wert des Kunſtwerkes, doch wußte er nicht recht, was er
mit ihm anfangen ſollte, und ſo ließ er ihn ſchließlich zu
einem Schirmgriff für ſeine Gattin umarbeiten. Von der
amerikaniſchen Dollarprinzeſſin Miß Evans ging die
Kunde, ſie habe ſich aus den Schnäbeln von Kolibris einen
Schirmgriff anfertigen laſſen, und die Gattin des Rechtsan=
walts
Landmann in New=Orleans ſammelte auf ihren
Spaziergängen alle die Federn, die zufällig ein vorbei=
fliegender
oder auf einem Baume ſitzender Vogel verlor;
ſchließlich hatte ſie ſo viel gefunden, daß ſie ſich aus den
Kielen dieſer Federn einen Schirmgriff anfertigen laſſen
konnte. Ein ſolcher Schirmgriff ſoll nämlich Schutz vor
herabfallenden Dingen gewähren und außerdem ein vor=
treffliches
Mittel gegen Sonnenſtich ſein.

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.

Geöffnet an Wochentagen von 912 Uhr vorm. und
35 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 22. Dez.: dem Schneider Ad. Weber,
Heinheimerſtraße 18, eine T. Helene Marie. Dem Fuhr=
mann
Eduard Mundanjohl, Mühlſtraße 20, eine T.
Eliſabetha. Am 24.: dem Schreiner Auguſt Pullmann,
Große Bachgaſſe 19, eine T. Eliſabeth. Am 27.: dem
Fabrikarbeiter Philipp Schnur, Arheilger Straße 77,
eine T. Wilhelmine. Am 24.: dem Sergeant und Hoboiſt
im Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115 K. Kaus.
Lichtenbergſtraße 72, eine T. Lina Joſephine Eliſe. Am
22.: dem Vizefeldwebel im Leibgarde=Infanterie=Regi=

ment Nr. 115 Chriſtian Hoffmann, Beckerſtraße 26, ein
S. Wilhelm Heinrich. Am 26.: dem Kaufmann Peter
Caſtritius, Stiftſtraße 67, eine T. Gertrude. Am 27.:
dem Oberpoſtaſſiſtent Ludwig Lotz, Kranichſteinerſtraße
52, eine T. Eliſabetha Renata. Dem Maſchinenmeiſter
Philipp Schubart, Liebfrauenſtraße 91, ein S. Johan=
nes
Heinrich. Am 28.: dem Feldwebel im Leibgarde= In=
fanterie
=Regiment Nr. 115 Karl Jeck, Alexanderſtr. 22,
eine T. Helmi Johanna Lina.
Aufgebote. Am 27. Dez.: Eiſenbahnarbeiter Wil=
helm
Weſterweller in Bruchenbrücken und Dienſtmagd
Anna Maria Both in Nieder=Wöllſtadt. Taglöhner
Peter Reinhard und Köchin Johanna Eliſ. Krieg,
beide in Schlierbach. Reiſender Friedrich Konrad Pin=
ther
und Marie Häuſer, beide in Gießen. Landwirt
Karl Heinbach in Eichelsdorf und Kathar. Groß in
Lauter. Am 28.: Mechaniker Philipp Sattler, Pfründ=
nerhausſtraße
17, und Verkäuferin Johanna Götz, da=
ſelbſt
. Am 29.: Glaſer Otto Gerhardt und Maria
Schmalz, beide in Hungen. Am 30.: Friſeur Ferdinand
Auguſt Kaufmann und Luiſe Bayer, beide in Brot=
terode
. Am 2. Jan.: Zugführer a. D. Heinrich Fr. Jul.
Roſe in Hildesheim und Maria Joſepha P. Scholich,
hier. Fabrikarbeiter Paul Oswald Schiffmann und
Dienſtmagd Mag: Wilhelmine Konrad, beide in Gins=
heim
.
Eheſchließungen. Am 28. Dez.: Kaufmann Thomas
Geßner mit Eliſe Miſchler, beide hier. Kutſcher
Philipp Plößer mit Marg. Hafner, beide hier. Am
30.: Formſtecher Max Schmidt mit Eliſab. Höhl, beide
hier. Fabrikant Karl Kreuzer in Bensheim mit Chri=
ſtine
Kreuzer in Schönlind. Am 2. Jan.: Diplom=Ing.
Maxim Sakom in Eiringhauſen mit Gertrude Fuchs,
hier. Taglöhner Johann Brandl mit Marg. Daum,
geb. Dörr, beide hier.
Geſtorbene. Am 26. Dez.: Generalmajor z. D. Guſt.
Franz Kaſpar Eugen Gerlach, 84 J., kath., Bismarckſtraße
Nr. 31. Spenglergehilfe Fritz Debus, 15 J., ev., in
Krumſtadt. Anna Steinmann, T. des Schuhmachers,
4 J., kath., Mauerſtraße 32. Johann Georg Jung, S.
des Eiſengießers, 4 J., kath., Ludwigshöhſtr. 10. Am 27.:
Eliſ. Schneider geb. Seelbach, Witwe des Dachdeckers,
85 J., ev., Große Kaplaneigaſſe 14. Haushälterin Anna
Maria Zilch, 60 J., kath., Eckhardtſtraße 1. Anna Ka=
tharina
Pullmann geb. Balonier, Ehefrau des Schrei=
ners
, 25 J., kath., Große Bachgaſſe 19. Dachdeckermeiſter
Heinrich Faatz, 39 J., ev., Groß=Umſtadt. Milchhändler
Georg Horſt, 49 J., ev., Griesheim. Gaſtwirt Johann
Gollaſch, 40 J., kath., Stadtallee 5. Am 28.: Sattler=
gehilfe
Heinrich Funk, 16 J., ev., in Babenhauſen. Am
29.: Schreinerlehrling Alfred Epperlein, 15 J., ev., in
Eberſtadt. Am 30.: Karoline Colonius geb. Dieterich,
Witwe des Kammerdirektors, 83 J., ev., Dieburgerſtr. 16.
Am 29.: Musketier Ludwig Jäckel, 20 J., ev., Worms.
Am 30.: Chriſtiane Engelbach geb. Hofmann, Wwe. des
Pfarrers, 88 J., ev., Darmſtraße 45. Am 31.: Franz Ph.
Kehr, S. des Fabrikarbeiters, 6 Stunden, ev., Parcus=
ſtraße
3. Charlotte Geyer, T. des Tapeziers, 1 J., ev.,
Beſſunger Straße 122. Am 1. Jan.: Emilie Anna Marie
Sophie Eliſ. Dauber, T. des Bauführers, 3 J., ev., Lich=
tenbergſtraße
80. Am 20. Dez.: Privatin Math. Lot=
heißen
, 39 J., ev., Aliceſtraße 13.

Vorzüglich

wird der Kaffee durch Zuſatz von
dem gehaltvollen u. vorteilhaften

Leigen=Kaſſer
Dieſer Kaffeezuſatz geſtattet
Ihnen, an Milch und Zucker, und
mindeſtens ein Drittel der Kaffee=
bohnen
zu ſparen; trotzdem er=
halten
Sie mit ihm einen richtigen,
wirklich gutſchmeckenden Kaffee.

Pelzwaren-Lager
Kürschner-Werkstätte
Gorker Lorz
Hoflieferant
Elisabethenstrasse 14
Eschollbrückerstr. 3
Fernsprecher 1095
(149a
Auf sämtliche
fertige Pelzwaren
gewähre ich
20% Rabatt
Grosse Auswahl! Gediegene Arbeit

Wasservogels
Iventur-Ausverkauf

begann

Dienstag, den 2. Januar 1912.
Um das Lager möglichst vollständig zu räumen, habe ich die Preise
ganz bedeutend herabgesetzt. Einige Beispiele der grossen
Preiswürdigkeit:

ganz auf
Spachtelblusen Futter
gestreift, mit Seid.,
Wollblusen in viel. Farben, auf

Futter

Scru und weiss, mit
Tuhplusen breiten Einsätzen,
auf Tüllfutter
in weiss, mit
Tunblusen Klöppel-Einsätzen,
reich verziert, auf Futter

écru in feinem ge-
Tüllblusen mustert. Tüll, mit
breit. eleg. Spachteleinsätzen

reinw. Popeline,
Wollblusen in marine, grün,
braun, mit Bes. aus türk. Seide
Ein
Posten Seldenblusen
ganz auf Futter, äusserst
preiswert
ohne Rücksicht auf den
JaDols bisherigen Verkaufspr.,

Deutschlands grösstes Blusenhaus
Blusenspezlallst

618

M. Wasservogel
Eigene Fabrik, 17 Filialen. DARMSTADT, Wilhelminenstr. 29

Fürleicht. Federrollfuhrwerk
wird paſſ. Arbeit geſucht. Off. unt.
V 16 an die Exp. d. Bl. (525a

prachtvolle junge Hündchen,
4 kleine Raſſe, ſehr wachſam, billig
zu verk. K. Kempf, Eberſtadt b.
Dſt., hinterm Waldfrieden. (*117md

(Stamm
Kanarienhähne seifert)
gute Säng., v. 6 Mk. an zu verf.
Heinheimerſtr. 74, 1. St. I. (163,

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Inventur-Ausverkauf
zu auffallend billigen Preisen.
Die Läger sind einer genauen Durchsicht unterzogen worden und sind alle Artikel, die geschmacklich der letzten Mode nicht
entsprechen, sowie die neu eingetroffene Winterware, wegen der vorgerückten Jahreszeit, zu ganz bedeutend reduzierten
Preisen zum Verkauf aufgelegt.
Selten günstige Gelegenheft, um in den Besitz wirklich guter und gedlegener Schuhwaren zu gelangen.

Herren-Artikel
Boxcalf-Agraffenstiefel
mit Untersohlen genäht . . früher Mk. 12.50
jetzt Mk. 9.60
Nr. 40, 41, 42, 45, 46.
Boxcalf-Agraffenstiefel
Rahmenarbeit, bequeme Formen,
früher Mk. 16.50
jetzt Mk. 11.80
Nr. 40, 41, 45 u. 46.

Boxcalf-Agraffenstiefel
Rahmenarbeit, mit u. ohne Derbyschnitt,
mod. Formen, gut sortiert . früher Mk. 16.50
jetzt Mk. 12.50
Chevreaux-Agraffenstiefel
mit u. ohne Lackkappe . . früher Mk. 14.50
jetzt Mk. 9.80
Nr. 40, 41, 44, 45, 46.

Chevreaux-Agraffenstiefel
Nr. gut sortiert.
jetzt Mk. 12.50

Rahmen, mit und ohne Lackkappe
früher Mk. 16.5018.50

Besonders preiswert!
Ein Posten
Chevreaux-Agraffenstiefel
mit Lackbesatz . . früher Mk. 14.50-18.50
Nr. gut sortiert.
jetzt Mk. 8.50

Beachten Sie die Schaufenster!

Damen-Artikel

Chevreaux-Knopfstiefel
Rahmenarbeit . . früher M. 12.5016.50
Nr. 36/37 und 41/42
jetzt M. 7.80
Boxcalf-Schnürstiefel
Rahmenarbeit .
früher M. 12.50
Jetzt M. 9.80
Chevreaux-Schnürstiefel
Rahmenarbeit . . früher M. 12.5016.50
jetzt M. 9.80
Chevreaux-Schnürstiefel
mit und ohne Lackkappe, mit und ohne Derbyschnitt
früher M. 16.5018.50

jetzt M.

11.8

Besonders preiswert!
Ein Posten Wichsleder- Spangen-
schuhe
, engl. Abs. . . früher M. 5.25
Nr. 36/37 und 41/42
jetzt M. 2.50
Ein Posten Saffian
Leder Niedertreter, in allen Farben, früher M. 3.80
jetzt M. 2.60
Ein Posten Tanzschuhe
früher M. 6,5012.50
Nr. 36/37, 41/42
jetzt M. 2.50

Kinder-Artikel
Boxcalf-Mädchen-Oesenstiefel
Grösse 27/30 und 31/35 früher Mk. 7.50, 9.50
jetzt Mk. 4.50, 5.50
Chevreaux-Mädchen-Oesenstiefel
mit Lackkappen
gewendet u. maschinengenäht, früher Mk. 5.50, 6.50
Jetzt Mk. 3.50, 4.50
Kinder Herz-Stiefel
. früher Mk. 4.50
Nr. 12½ bis 14½
Chevreaux und Boxcalf
jetzt Mk. 3.20
Boxcalf-Mädchen-Oesenstiefel
Rahmenarbeit . . früher Mk. 9.5014.50
HerzMarke . . jetzt Nr. 17/21½ Mk. 8.50
Nr. 22/24½ Mk. 9.50
Weisse Chamois-Knopfstiefel
Herz-Marke . . . früher Mk. 10.5014.50
jetzt Mk. 5.50
Chevreaux-Knopfstiefel
früher 10.5014.50
Nr. 17/21½ Mk. 8.50
Rahmenarbeit
Nr. 22/24 Mk. 9.50
Ein Posten Kinderstiefel
Nr. 18/22
jetzt Mk. 1.60

Beachten Sie die Schaufenster!

Schuh-Haus

Tarien Doedef

12 Ludwigstrasse 12.

(617

[ ][  ][ ]

38 2.

Mittwoch, 3. Januar.

1912.

obnundg
Anzeiger.

Erſcheint 2 mal wöchentlich in der Auflage des Tagblatts, bietet ſomit die größte Gewähr für erfolgreichſte Bekanntmachung von
Vermietungs=Inſeraten. Für den Wohnungs=Anzeiger beſtimmte Inſerate müſſen ſtets tagsvorher bis ſpäteſtens 12 Uhr mittags
zur Aufgabe gelangen. Später uns zugehende Inſerate können nur am Schluſſe des Blattes Aufnahme finden.
Heinrichſtr. 93, Ecke Hochſtraße,
Zrete Zimmer
Herrschaftswohnung
Irenestr. 12,
2. St., 5 ſch. Zimmer, Bad, Gas, Ecke Herdweg u. Grünerweg 36
Rhein=7 Z., elektr. Licht, Gas, kompl. Bade=
neu
hergerichtet.
(239ms 2. Stock, hübſche5=Zimmerwohnung

Herrſchaftswohnung ſtr. 29
1. Etage, 10 Zimmer, 2 Badezim.,
mit reichl. Zubeh. u. groß. Veranda,
neu hergericht, ſof. beziehbar. Näh.
Rheinſtr. 25, Kontor A. (201ms

Martinſtraße 35, Herrſchaftsh.,
10 Zimmer, Bad, Gas, elektr. Licht,
Garten ꝛc, zu verm. oder zu verl.
Näheres:Laden Kiesſtraße 66, Ecke
Nieder=Ramſtädterſtraße. (203ms

Heinrichstr. 64, 1. St.
8 Zimmer, mit Gas, elektr. Licht u.
reichl. Zubehör, per ſofort z. verm.
Näh. Auskunft parterre. (204ms
Kheinstr. 3 1
iſt das neuzeitl. eingerichtete
1. Obergeſchoß, enth. 8 Zim.,
Badezimmer, m. Gartenanteil
u. Nebenräumen, infolge Ver=
ſetzung
des ſeith. Mieters, ſof.
zu verm. Näh. Auskunft
erteilt Juſtizrat Dr. Bender,
Kaſinoſtraße 8.
(205ms
Heidelbergerstr. 7, 3. St.
iſt die v. Herrn Rittmeiſter Fenner
bewohnt. Herrſchaftswohn.: 8 Zim.,
Bad, elektr. Licht, Gas, per 1. April
z. verm. Näh. daſ. 1. Etage. (206ms

Modernes Haus zum
Aleitbepohrent
in gut. Lage, 15 Zimmer, gr.
Garten, per 1. April oder ſofort
zu vermieten. Nähere Auskunſt
bei Architekt Gg. Scherer,
Rheinſtraße 47.
(207ms

Ohlbſtr. 7, Scke Rogueteweg,
1. u. 2. Etage, durch eine Diele ver=
bunden
, zuſ. 9 Zimmer, 3 Neben=
räume
, Bad nebſt all. Zubehör u.
Gartenbenutzung zu verm. Preis
u. Beſichtigung zu erfr. Hölgesstr. 7.
part., Telefon 625.
(208ms

Martinstrasse 47
Wohnung, enthaltend 9 Zimmer,
Badezimmer, mehr. Nebenräume
und großer Garten, per ſofort zu
verm. Näh. durch C. W. Braun,
Martinſtr. 74.
(B200ms
Stiſtſtr. 9, II., 8 Zim., Badez.,
Gas elektr. Licht, reichl. Zub., zum
1. Mai evtl. früh. zu verm. (210ms

Ecke Louvre, Halteſtelle der
elektr. Bahn, I. Stock
große
Herrschaftswohnung
910 Zimmer
elektr. Licht, Parkettböden,
Gas=Badeeinrichtung, 3 Kel=
ler
, 3 Bodenkammern, per ſo=
fort
zu vermieten. Preis
1750 Mk. Näh. Heinrich=
(477m
ſtraße 15.

Mne

Khcmstr. 124
2. Etage, hochherrſchaftl. 7= Zimmer=
wohn
., mit Bad, Veranden, Zentr.=
Heiz., Gas u. elektr. Licht, per ſofort
z. verm. Einzuſehen vorm. v. 1012
Uhr. Weitere Auskunſt Grafen=
ſtraße
10, im Laden.
(212ms

Rheinstrasse 1, I. St.
7 Zimmer, vollſt. neu hergerichtet,
für Arzt oder=Anwalt beſonders
geeignet, per ſofort zu verm. (213a
besesoseaee
60e
5 Rheinstrasse 1
§1 Stock, Wohnung: 7 Zim.,
Gas u. elektr. Licht, mit reichl.
Zubehör, ganz neu hergericht.,
5 per ſofort zuvverm. (214ms
Herz Hachenburger Sohn.

einricht., großer Vorgarten u. Balk.,
an ruh. Familie preiswert zu verm.
Näh. Zeughausſtr. 3, pt. (211ms

Frankfurterstr. 24, I. St.
herrſchaftl. 7=Zimmerwohn., Gas,
Elektr., Badezimmer, mit und ohne
Stall für 34 Pferde, per 1. April
zu verm. Näh. Seitenbau. (215ms

Rheinſtr. 21, iſtdie neuher=
gericht
. Wohn. im 2. Obergeſchoß,
beſt. aus 7 Zimmern u. zugehör.
Nebenräumen an eine ruh. Fam.
zu verm. u. alsb. beziehb. (469m

Saalbauſtraße 60, parterre
Herrſchaftswohnung, 6 Zimmer
nebſt reichl. Zubehör
(219ms
H. Sames, Pallaswieſenſtr. 26.

Riedeselstr. 33, I. Etage
6=Zimmerwohn., eleg. hergerichtet,
Badezimmer, Gas. Einzuſ. v. 111
vorm. u. 34 Uhr nachm. Auskunft
A. v. Hessert. Martinſtr. 14 (B217ms

Mathildenstr. 53
eleg. 6=Zimmerwohnung m. reichl.
Zubeh. ſof. Näh. pt. (B218ms

Herdweg 99, 1. Etage
iſt eine ſehr ſchöne neuhergerichtete
6=Zim.=Wohnung d. Neuzeitentſpr.,
reichl. Zubeh. 2 Veranden, Bad m.
Einrichtung, Mädchenzim., Waſch=
küche
, auf Wunſch 3 Zimmer im
Obergeſchoß, elektr. Licht, Gas uſw.
Näh. daſelbſt 2. Etage. (B221ms

Heidelbergerſtr. 89, 2. St.
gr. 6=Zimmerwohn. mit Badezim.,
Balkon, 2 gr. Manſardenzim., gr.
Trockenboden u. Bleichplatz, Heiz= u.
Leuchtgas. Alles neuzeitl. herger.,
ſofort Näh. part.
(B222ms

Wilhenstr. 40
Herrſch. große 6=Zimmerwohn.
mit Zubehör, Gas elektr. Licht.
Zentralheizung, Warmwaſſer=
bereit
, evtl. m. Stall. ſofort zu
vermieten. Näh. bei (223ms
Heinrich Funk, Soderſtr. 76.

Kaſinoſtraße 22, 1. Stock
6 gr., helle Zim., Wintergarten ꝛc.,
ſofort. Näh. part. u. Baubüro
Mahr & Markwort, Kaſinoſtr. 8 (224ms

al, I.

6 bzw. 5 Zim. mit Bad, mit allen
Bequemlichkeit. ſof. od. ſpät. (225ms

Eeke Kugsetteneg, I.,
Hobrechtstr. 1, eleg. 6= Z.=Wohn.,
Fremd.= u. Mädch.=Zim., Bodenk.,
elektr. Licht, d. Neuzeit entſpr., per
1. April. N. Roquetteweg 6, II. (B226ms

St., 6 Zim.,
Bismarckſtr. 55 Bad u. reichl.
Zubehör, ſowie 3 Zimmer im pt.
für Bürozwecke geeignet, 1. April.
(227ms
Näh. daſ. 1. Stock.

Pallaswiesenstr. 28
2. St., 6 Zimmer m. reichl. Zubeh.,
Pr 800 Mk. Näh. daſ. (228ms

Herdweg 110, part.
eleg.: 6=Zim.=W. mit reichl. Zubeh.
Gas, Elektr., Bad uſw. p. 1. April
eventl. früher zu verm. (232ms

Peie Miktoristr.

6 gr. Zim., Badezim., Fremdenz., an ruhige Fam., ſofort beziehbar,
Balkon und andere Nebenräume, ev. Januar oder April. (240ms
ſofort zu vermieten. Näh. im
3. Stock, ſowie Architekt Münch,
Ludwigsplatz 8. Tel. 1608. (222ms Frankturterstrasse 2

Landskronstr. 55, I. St.
6 gr. Zimmer, nebſt reichl. Zubeh.,
auf 1. April an ruhige Mieter zu
verm. Pr. M. 1000. Einzuſ.: Werkt. Beckſtraße 91
v. 1112½ Uhr. Näh. part. (B230ms

Stiftſtraße 7
der 2. St., 6 Zim. u. Badezim.,
neu hergerichtet, m. all. Komf. u. Näh. b. Bauunternehmer Heinr
reichl. Zubeh., ſowie Gartenanteil,
p. 1. April, auch früher zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 1012 Uhr vorm.
Näh. daſ. im 1. St. (231ms Heidenreichſtr. 21, in freier, geſ

alsbald od. 1. April z. verm. (288ms

Heidelbergerſtr. 83, II. Stock, Näh. b. Beſitzer Karl Schreiner,
6 Zimmer nebſt Zubehör per Soderſtraße 48, part. (243ms
1. Jan. od. ſpäter zu vermieten.
Näheres Rheinſtraße 12½, Frankfurterſtr. 6, gegenüber ?
III. Stock.

Niederramſtädterſtr. 57 2. St.,
hübſche 6=Zimmerwohnung m. Gas,
all. Zubehör per April preiswert zu
verm. Zu erfr. part., im Lad. (467ms

6 Zim.-Wohn. vis-ä-vis d.
nebſt Zubehör
Herrngarten p. 1. April 1912.
Näh. Landwehrſtr. 1, Stb. (508ms

Rossdörferstrasse 86
z. Stock, ſchöne 6 Zimmerw. mit
Balkon, Fremdenz. u. all. Zubeh.
per 1. April zu vermieten. Näh. m. all. Zub., per ſof. od. ſpät. zu
Heidenreichſtr. 29 u. 31, p. (507ms

Herdweg 50 blick iſt die

Villa Rhein=
herrſchaftliche

Wohn. des unt. Stocks, beſteh in
6 Zim. mit reichl. Zubehör, Garten=
anteil
, per 1. April 1912 o. ſpäter
zu vermiet. Näh. durch Architekt
Weber Dieburgerſtr. 8. (521ms

Salbaustrasse 60
3. Stock, elegante 6 Zimmerwohn.
zu vermiet. Näh. daſelbſt. (522ms

Herdweg 64, 2. St., elegante
6= Zimmerw. per 1. April zu verm.
Näh. Moſerſtr. 11, part. (B257ms

uter
Grüner weg48 Zimmerwohn.
(B233ms
mit Bad, 1. St.

Moosbergſtr. 10
nächſt Götheſtraße, 1. Etage, 5 Z.,
geſchloſſ. Veranda, Bad u. allem
Zubehör, ſofort od. ſpät. an ruh.
Mieter.
(B234ms

(B234m
berr bewohnte 1. Etage, 5 Z.
mit reichl. Zubehör, neuzeitl.
hergerichtet, iſt per ſofort zu
(235ms
vermieten=
Näh. im Laden Ludwigſtr. 10.

Soderſtraße 114
in freier Lage, ſchöne 5=Zim.=
Wohn. m. Gas, Bad, Veranda u.
allem Zubehör per 1. April ev.
früher. Näh. 1. Stock. (236ms

St., ger. 5= Zim.=W.
Inselstr. 20, z. vm. Näh. Ecke Beck=
u
. Dreibrunnenſtr. 1, 1. St. (237ms

freie Lage, 1. St.,
Kondörterstr. 42 gr. 5= Z.=W., Bad,
Veranda u. reichl. Zub., ſof. (238ms

Landwehrstrasse 8
1. Stock., 5= Zim., u. Badezimmer,
Veranda nach d. Gart., Bleichpl. ꝛc.,
p. 1. April, evtl. früher zu verm.
Näheres parterre.
(250ms

Für Mieter und Vermieter
kostenfreier Wohnungsnachweis

Ludwig Alter, Elisabethenstr. 34.

(112a

Wienersſtr. 56, 1. St., große
iſt der 1. St. neuzeitl. eingerichtet, helle 5 Zim., m. all. Zubeh., Gas, 1. St., neu hergerichtet, beſtehend
aus 5 groß. Zim. nebſt reichl. Zub
Näh. part.
(241ms Parterrewohn., beſt. aus 5 Zim.
Badezim., 1 Mädchen= u. 1 Fremden
zim., Veranda, Gas u. elektr. Licht
u. ſchön. Bleichplatz, ſofort. (242ms
Zickler III., Eberſtadt. Neubau
Stiſtſtraße 21, II. Etage, Lage, nächſt. Nähe d. Waldes, ſint
6 Zimmerwohnung, kompl. Bade= herrſch. 5= Zim.=Wohn. m. Fremden
zimmer, neuzeitlich eingerichtet, zimmer u. reichl. Zubeh., fein. Aus=
ſtattung
, m. Zentralheiz. d. Küchen
herdes aus. p. ſofort zu vermieter (470m Herrngarten, ſch. 5=Zimmerwohn
m. all. Zubehör, per ſof. od. ſpätel
zu verm. Näh. part. (245ms Neubau
Heidenreichſtr. 21, in freier, geſ.
Lage, nächſt. Nähe d. Waldes, ſind
herrſchaftl. 5=Zimmerw. mit Frem
denz. u. reichl. Zub., feiner Aus=
ſtattung
, m. Zentralhzg. d. Küchen=
herdes
aus, p. ſof. zu verm. Näh.
beim Beſitzer Karl Schreiner,
Soderſtraße 48, part. (246ms Frankfurterſtraße 6, gegen=
über
d. Herrngart., ſch. 5=Zimmerw.
vermieten. Näh. part. (247ms Wilhelminenstr. 17
1. Obergeſchoß, 5=Z.=W. mit Zub.
Zentralhzg. u. Verandazu vm. Näh.
Frankfurterſtr. 16½, part. (248ms Wittmannstrasse 25, I.
5 gr. Z. m. Bad, Veranda, gerad.
Manſardz. p. 1. April an ruhige
Familie zu vermieten. Preis
1500 Mk.
(249ms Schützenstrasse 18
1. Stock, 5 Z., Badez., Gas, mod.
umgeb. u. all. Zubeh., Garten, p.
1. April 1912 zu verm. (251ms Heinrichstrasse 114
eleg. 5=Zimmerw. im 1. Stock, auf
1. April 1912 zu verm. (252ms Bleichſtraße 53, 2. Stock. 5 Z.,
Gas, elekr. Licht, Bad, kein Gegen=
über
, elektr. Treppenbel., p. 1. April
1912, Kloſett im Vorpl. Gellarlus,
Zigarren=Spezialgeſch. (253ms Wilhelmstr. 2, I.
5 evtl. 7 Zim., verglaſte Veranda,
Gas, Gartenanteil, per 1. April
zu vermieten.
(254ms Schützenſtraße 3, 1. Stock
eleg. Wohnung, 5 Zim., Veranda,
Bad u. ſonſt. Zubehör, Gas u. elektr.
Licht, p. ſof. zu verm. (255ms Rossdörferstr. 14
geräum. 5=Zimmerw. mit all. Zub.
im 2. Stock per 1. April 1912 preis=
wert
zu vermiet.
(256ms Lukasweg 1, 1. St., ſch ger.
5 Z.=W., Küche. Speiſek. Bad, Bade=
of
2 Ver., 2 Kam.: 2 Kell., Waſch=
küche
, Trockenb., Jahresmietpreis
1000 M., p. 1. April zu vm. Ausk.
daſ. u. Baubüro Friedrich Delp,
Frankfurterſtr. 80.
(255ms Mathildenstr. 12
2. St., hübſche 5 Z.=W., Badez.,
Ver., Gas, Linol nebſt Zubeh. f.
1. April z. vm. Pr. 900 M. Näh.
L. Litzendorkt, Ludwigſtr. 6, II. (259m Pallaswieſenſtr. 39, pt., Fünf=
Zimmerwohnung nebſt Zubehör
zu vermieten. Näheres im
2. Stock oder Rheinſtraße 25,
(468ms
Contor A.

mit Zubehör per 1. April zu verm.
Einzuſ. v. 9 bis 12 Uhrvormittags
u. 3½ bis 6 Uhr nachmitt. (B582ms

Ecke Heinrich- u. Gervinustr. 95
3. St., freundl. ſonnige 5=Z.=W.
mit Bad, 2 Balkone u. reichl.
Zubeh. per 1. April. Näh. bei

Heinrich Funk, Soderstr. 76. (584ms
Verſetzungshalber per ſofort zu
vermieten:
(Herrſchafts=
Heidelbergerstr. 134
wohnungen)
Parterre5 Zim.) mit 1000 Mk.
1 Stock 6
Fremd.= 1400
6
Zimmer 1200
parterre
Heidelbergerstr. 136
u. 1. Stock
mit Innentreppe verbunden, zuſ. 8
Zimmer, Fremdenzim. ꝛc. 1800 Mk.
Stallgebäude mit Re=
miſe
, Burſchenſtubenꝛc. . 400
Sämtl. Wohn. m. Sondergärten.
Näh. Harres & Barth. (585a

Kiesstr. 80, I. Etage
geräumige 5=Z.=W. (Sonnenſeite)
mit Balkon u. groß. Veranda nebſt
allem Zub. für 700 Mk. per 1. April z.
verm. Näheres parterre (586ms

9 an d Frankfurter=
Irenestr. u ſtraße iſt der Par=
terreſtock
mit 5 Zimmer, Badez.,
Mädchenz. u. all. ſonſt. Zubehör
per 1. April zu vermieten. Preis
650 Mk. Näh. im Seitenb. (534ms

Meidelberserstr. 31
parterre, neuhergericht. 5 Zimmer=
wohnung
mit Balkon, Vorgarten,
Fremden= u. Mädchenz. im ober.
Stock alsbald zu verm. (B531ms

Schloßgartenſtr. 7, 1. St.
geräumige 5 Zimmerw. mit reichl.
Zubeh. p. 1. Apr. Telef. 1146. (509ms

Saalbauſtr. 36
5 Zimmerwohnung mit Zubehör
zu vermieten. Einzuſehen zwiſchen
912 vorm. u. 36 nachm. (495ms

2. St., 5 Zim.=
Heinrichſtr. 106, Wohnung m.
allem modern. Zubehör zu ver=
mieten
und ſofort zu beziehen.
Alles Nähere Erdgeſchoß. (494ms

Waldſtraße 5, 2. Stock
eine 5 Zimmerwohn. bis 1. April zu
verm. Zu erfr. im Laden. (516ms

ſſenban
Martinstr. 80
part. u. 1. Stock, 2 große 5 Zimmer=
wohnungen
mit reichlich. Zubehör
p. 1. April 1912 ev. a. früh. z. verm.
Näh. Klappacherſtr. 17, p. (519ms

1. Ober=
Fraukfurterstr. 17, geſchoß.
große 5 Zimmerwohn. mit Balkon
und Veranda und ſonſtigem Zu=
behör
auf 1. April zu verm. (520ms

Stiſtſtr. 89, part., 5 Zimmerw.
mit kleiner Werkſtätte p. 1. April zu
verm., eventl. auch Garten. Zu er=
fragen
Mühlſtr. 26, part. (554ms

Wienersstrasse 71

große freundl. 5 Zimmerw., Gas
u. reichl. Zubeh.: Näh. part. (503ms

Mühlſtraße 50, 1. St., 5 Zim.,
Bad, Veranda, Trockenboden u.
Bleichplatz.
(B559

Gr. 5. er. Joim.=Wchn.
mit Veranda, part., in Zweifam.=
Haus per 1. April zu vermieten.
Näh. Artillerieſtr. 4, I. St. (B1 66ms

Erbacherstr. 63
2. u. 3. St., 2 geräum. 5=Zimmerw.
m. Veranda u. reichl. Zubeh. in ruh.
Hauſe alsb. oder zum 1. April zu
vermiet. Näh. daſelbſt part. (571ms

Mieenernere 1.
einſ. 4 Zimmerw., an kl. rub. Fam.
per ſofort.
(B260ms

Beſſungerſtraße 8 eine 4 Zim.=
Wohn., parterre oder 1. Stock zu
vermieten.
(B261ms

Kiesſtraße 95
4=Zimmerw. im 1. St. mit Gas,
Bad, 2 Veranden u. all. Zub. per
ſofort zu verm. Näheres Herd=
(B262ms
weg 56, parterre.

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1913.

Nummer 2.

Wilhelminenstrasse 19, I. Darmstädter Hausbesitzerverein. Wilhelminenstrasse 19, I.
Zu vermieten:
Ganzes Haus a.I
elegante
Künstierkolonlé. Etage, zu verm. Elisabethenstr. 30 6 Zimmerw. Gervinusſtr. 59, part. Dieburgerſtr. 62, I., 4 Z. Balk.,
Hansahaus Rheinstrasse 47

evt. zu verk. Näh. Darmſt. Hausbeſ.=Bad, reichl. Zubh., p. 1. Apr. (297ms
Ver., Wilhelminenſtr. 19, I. (289ms
Zim.=Wohn.,

Hermannſtr. 39 herſch. Haus,
14 Zim., Bad. Balk., gr. Gart., kein
Gegenüber, Stallung für 7 Pferde,
Remiſe, per 1. Juli.
(538msm

rrünerweg 31 Gas, Bad. zu verm.
Näheres II.
(330ms
Stock.

Zub., ſch. Lage, ev. mit gr. Garten.
5 Zimmerw., Bad, Gas, Veranda, Näh. Taunusſtraße 1, I. (312ms
per 1. April. Pr. 950 M. (540ms

Hermannſtraße 43 Haus zum
Alleinbew., 12 Zimmer, Stall., gr.
Gart. Näh. Aliceſtr. 17, II. (291ms

Grünerweg 40, Neubau
zwei 7 Zimmerw., 2 Fremdenz., Zen=
tralh
., Vacuumreinig., per 1. April.
Näh. Hoffmannſtr. 21, oder b. Hrn.=
Archit. Klee, Heinrichſtr. 82. (292ms

Karlstrasse 11
gr. 5=Zimmerwohn., Gas, neu her=
gerichtet
, per ſofort.
(295ms
Wilhelminenstr. 31, 3. St.
5 Zimmerw., Baderaum, Gas,
reichl. Zubeh. B. M. Hachen-
burger
.
(299ms

Heinrichstrasse 75, part
6 Zimmerwohn. p. 1. April 1912.
Näheres 1. Stock.
(293ms
Meplat 3, 1 Mege
ſehr große 6 Z.=Wohn., Badez.
Speiſek., Veranda, ſehr reichl. Zub.,ſ
Stallg., per 1. April zu verm. Einzuſ.
v. 11½-1u. von 3½-5½ Uhr. (294mse
Riedselstrase 23, purt.
6 Z.=Wohn., Bad Verand 2 Manſ.=
Zim., Gart., 1500 Mk., p. ſof. (295ms
Heidelbergerstrasse 9½
herrſchaftl. 6=Zimmerwohn., reichl.

O1 ſchöne 5 Z.=W.
Martinstr. 2 2 mit Gas, Badm.) Hügelstrasse 11
Einr., Veranda uſw., p. ſof. (300ms
A. Koch, Grafenſtr. 22. (301ms
Schwanenstrasse 76
neu herger. 5=Z.=Woh., Bad, Verand. dem Saalbaugart. gegenüber, eleg.
Gas, Mädchenz. u. reichl. Zubh. per
ſofort. Näh. daſ. part. (302ms

Erinerwes 61. 1. S.
5=Zimmmerw., 2 Fremdenz., Zen=
ſtralhz
., Veranda, Balk. Einzuſ. v.
11012 und 36 Uhr. Näheres
Grüner Weg 93.
(306ms.

Eliſabelhenſtraße 17, Ecke der
Wilhelminenſtr., 1. Stock, 5 große
Zimmerw. per 1. April. (544ms

Martinstrasse 40
frdl. 4=Zimmerw. (Manſ. a. einz.
Dame od. ruh. Mieter. (308ms

Manſ.=W., 4 Z., gr. Küche, gr. Veran.
Roßdörferſtr. 81, I., eleg.5=Zim.=Abſchl., Gas, Zubeh., neu herger.,
Wohn., reichl. Zubeh., billig. Näh. an ruh. Mieter. Näh. part. (310ms

Grafenſtr. 23, 3. St., neuzeitl.
eleg. 5=Zimmerw., Bad, Gas und
reichl. Zubeh. an ruhige Mieter.
per ſof. Zu erfr. 2. Stock. (303ms

Zimmerw. nebſtie
Waldstr. 11 all. Zub., p. 1. April.
Näh. Grafenſtr. 35, II. (304ms
Stock, 5 gr. Zim.
Taunusstr. 1, Balk., Badez., ſchöne
Zubeh. Näh. 3. Stock. (296msffr. Lage, ev. m. Garten. (305msſ1. April, Pr. 360 M. (541ms Büro. Näh. daſ.

Riedeselstr. 27, part
4 Z.=W., Bad, Gas, elektr. Licht u.
Balkon, reichl. Zub., z. 1. April.
Näh. 2. Stock.
(311ms
Heinrichſtr. 121, II., 4 gradeſ
u. 1 ſchräges Zim., Küche, Verand.
u. Zubehör an ruhige Mieter. Zu
erfragen 1. Stock.
(545ms

älle Niederstrasse 25
ſchöne große 3 Zimmerw., Gas,
Balkon u. alle Bequemlichkeit., per

Heinheimerſtr. 57, II., neuzt
ſchöne geräumige 4 Zimmerwohn.,
in ruh. Hauſe, ſehr preiswert ver
1. April oder früher.
(542ms

Tannenstr. 23,Moosbergst.

Ecke der
23= oder 4=Zimmerw. m. Manſ., Kell.
Gas, Bad, per ſof.
(313ms

2öf
Wenckſtr. 32, I., lks., ſehr ſchöne
3=Zim.=W., per ſof. Näh. daſ. (314ms

Eliſabethenſtr. 29, Htb., Drei=
Zimmerw. Preis 365 Mk. (315ms

Liebfrauenſtr. 68, part., 3=Z.=W.
u. all. Zubehör per ſofort. (316ms

Georgenſtr. 9 Manſ.=Wohnung,
.3 Zim., Bodenk. u. reichl. Zubehör
ſper 1. Januar.
(317ms

Erbacherſtr. 59, 3 Z.=W., Küche,
Manſ.=Z., Gas. Bleiche u. Zub. p. ſof.
400 M. p. J. Näh. Hth. (318ms

Friedrichſtr. 30, Manſ., 3 Zim.,
Küche, abgeſchl. Vorpl., Gas u. Zub.
Näh. Wilhelminenſtr. 19, I. b. Darm=
ſtädter
Hausbeſitzerverein. (321ms

Ernſt=Ludwigſtr. 16 3= Zim=
merwohn
., Gas, Waſſer, abgeſchl.
Vorplatz.
(539ms

Blumenthalſtr. 81, 1. Stock,
2 Z.=W., 1 große Küche. (222ms

part., 2 Z.=W., Küche,e
Sandstr. 42, eignet ſich auch fürloder ſpäter. Waldſtraße 30 b.

Vorderh. part., 2 gr. helle Zimmer,
ineinandergeh., f. Büro od. Aus=
ſtellungszwecke
geeignet, 500 Mk.;
Hintergebäud., ſch. abgeſchl. 2 Zim.,
300 Mk.; dann 50 ſ.)m Manſ.=Raum
als Lag. od. Werkſt., monatl. 5 Mk.
Näh. Baubüro, Vdh., pt. (324ms

Elisabethenstr. 44
ſchöne große 2 Zimmerw. wegen
Wegzug per 1. Jan. Preis 24 Mk.
wo Monat.
(225ms
Lichtenbergſtr. 78, Hinterbau,
2. St., ſchöne 2=Zimmerwohnung,
große Küche abgeſchl. Vorplatz u.
Zub. Näh. Vorderh. I. (6543ms

Schwanenſtr. 31 2 Zimmerw.
u. Zubeh. per 1. Febr. (546ms

dem Saal=
Kiedeselstrasse 19, baugarten
gegenüber, hübſche Manſardenw.
mit Veranda per ſof.
(25ms

Laden mit
Eliſabethenſtr. 17, Magazin,
Kont. p. 1. Jan. 1912. (327ms

ng100. 20
Werkstätten Lagerräunogm mit
Elektr., Gas, Waſſer uſw., ſehr hell,
ev. m. Wohn., p. ſof. od. ſp. Wald=

ſtr. 30 bei Peter Baumann. (328m

Werkſtätten Lagerräume,
100200 qm m. Elektr., Gas, Waſſ.
uſw., ſehr hell, ev. m Wohn. p. ſof.
(323ms Peter Baumann.
(329m

Unentgeltlicher Wohnungsnachweis u. nähere Anskunft über Preis uſw. in der Geſchäftsſtelle Wilhelminenstr. 19, 1. St., zu erfragen.

die 19
iſt eine Wohn. v. 4 Z., Küche, Bad,
Speiſek., 1 Manſardenz., Loggia
Balkon u. 2 Keller, Mitgebrauch
der Waſchk., Gas u. elektr. Licht,
per ſofort beziehb., zu vermieten. Hoffmannſtr. 5½ 4 Z.=W. m.
Näheres bei C. W. Braun, Mar=
tinſtraße
74.
(B263ms

Meter-Kamstäterstr. 16
Hinterh., ger. 4 u. 3 Z.=W. per
ſof. zu verm. Näh. Vorderhaus,
Friſeurlad. u. d. Bauführ. Albin
Hohmann, Rhönring 113. (264ms

Schuntr. 2
Hinterh., 1. St., ſchöne 4 Z.=W.,
mit Zubehör per ſofort zu verm.
Näh. durch Bauführer Engel,
Waldſtraße 25.
(265ms
Lichtenbergſtr. 21 ſch. 4 Z.=W.
mit Balk. per ſof. zu vm. (666ms

Lichtenbergstr. 26, I. St.
4 Zim., Küche ꝛc., per ſof. zu vm.
Preis 600 Mk.
(267ms

Mollerſtraße 35
4 Zimmerw. mit all. Zubeh. per
ſofort zu vermieten. Näheres
3. Stock daſelbſt.
(265ms

Kaupſtr. 28, 1. St., 4 Z., Küche,
Speiſe= u. Bodenk., Trockenbod.,
Gas uſw., weg. Verſetz. (269ms
niebfrauenstrasse 89 1u wohnungen mit Bad, gr.
ſch. 4=Zimmerw. im 1. St. per
ſof. zu verm. Näh. 2. St. (270ms

Herderstrasse 20, 22u. 24
ſchöne 4 u. 5 Zimmerw. im Pr.
von 60090 Mk., per 1. April
zu verm. Näh. Moosbergſtr. 53,
parterre.
(B272ms
Liehtenbergstrase 80, I.
neu herger. 4 Zimmerwohn. ſofort
zu verm. Näheres bei Bauführer
Dauber 3. Stock.
(273ms

Wendelſtadtſtr. 34½, 1. St.,
4 Z.=W. nebſt Zub., zum 1. April
z. vm. Näh. Aliceſtr. 27, I. (274ms

St., ſch. ger.
Caunusſtr. 25, 4 Zimmerw. m.
all. Zubeh. per 1. April zu verm.
Näh. 3. Stock.
(275ms

Fruſraße 19, 1. Stat=
Z. nebſt Zub., p. 1. April z. vm.
Näh. Wendelſtadtſtr. 46, I. (276ms

Kaupstrasse 29, I.
ſchöne 4 Zimmer=Wohnung per ſo=
(222ms
fort zu verm.
Steinackerſtr.
Wohn., Badezim
zu vermieten.

ine
Moſerſtr. 152
gpohn.
mit Veranda, Ba
rall.
Zubeh. für 1. Ap.
Tüher
zu verm.
*279ms
räumige
Eliſabeihenſtr.
2 Zim.=W.
per 1. April zu v
(280ms

Ecke Landwehr= u. Wendei=
ſtadtſtr
. 22, I., 4 Z.=W., n. Zub.
zu verm. Einzuſ. v. 23 Uhr.
Näh. daſelbſt.
(281ms Gerbinusſtr. 28 4 Zimmerw.
mit Gas für März od. April an
ruh. Miet. Näh. daſ. 1. St. (283ms Zub. p. 1. Apr. Näh. 1. St. (284ms Lichtenbergſtr. 58, III., ſchöne
ger. 4=Z.=Wohn., Küche, Speiſek.,
Badez., Badeof., 1 Kam., 2 Keller,
Veranda, Gartenant., Waſchküch.,
Bleichpl., Trockenbod., Jahresmiet=
preis
600 Mk., p. 1. April 1912 z. vm.
Ausk. daſ. u. Baubüro Friedrich
Delp, Frankfurterſtr. 80. (285ms Rhönring 143, pt., ſch. 4 Z.=W.
Küche, Speiſek., Badeof., 1 Kam,
2 Keller, Vorgart. Gartenanteil,
Waſchk., Bleichpl., Trockenb., Jahr.=
Mietpr. 480 Mk. zu vm. Ausk.
Baubüro Friedrich Delp, Frank=
furterſtr
. 30.
(286ms Lauteſchlägerſtr. 6 4 Zimmer,
Manſardenzimmer u. a. Zubehör
per 1. April.
(562ms Kaupſtr. 44, am Riegerplatz,
elſch. mod. 4 Zimmerw. m. Veranda
u. ſchön. Giebelz. in gutem Hauſe
an ruh. Familie per 1. April zu
verm. Näheres parterre. (563a Wienersſtraße 59 ſchöne Vier=
Zimmerwohnung mit Gas u. all.
Zub. per 1. April zu verm. (459ms Mathildenſtr. ei gart gr. 5
räumige neuherger. 4 Zim.=
Veranda und ſonſt. reichl.
Zubehör per 1. April zu ver=
mieten
. Näheres 3. Ober=
geſchoß
daſelbſt. (458ms
Grafenstrasse 18
2 ſchöne Wohnungen 4 u. 5 Zim.
mit all. Zub. bis April zu verm.
Näh. Kaiſerſaal Büfett. (588oms Teichhausſtr. 53, I., 4 Zimm.
mit Zubehör per 1. April. Näh.
Im Geiſenſee 7
(B592ms e Mauerstraße 30, II.
ſchöne4=Zimmerwohn. m. Veranda
u. all. Zubeh. z. 1. April z. verm. Ein=
auſehen
zwiſchen 12 u. 2½, mittags.
Näh. daſ. u. Kiesſtr. 84 part. (511ms 1. St., 4= Zim.=
Stiftsſtr. 29, Wohnung m.
Gas u. Bad an ruh. Familie. (504ms Wienersstrasse part.
Schöne 4=Zimmerwohnung mit
Veranda, Badezim. nebſt Zubehör
per 1. April. Näheres nur Kies=
ſtraße
68, I.
(499ms

Moosbergstraße 81, III.,
ſchöne 4=Zimmerwohnung mit
Veranda und allm Zubehör auf!
1. April. Näh. 3. Stock. (B533ms

4=Zimmerwohnung, 2. St., Hinter=
daſelbſt
im 1. Stock.

ſchöne
allaswieſenſtr. 1 4=Zimmer=

im 2. Stock an truhige
1. April zu vermieten.

Lauteſchlägerſtr. 23, ptr. (*53ms

Niederramſtädterſtr. 7
Beletage, ſchöne 4= Zimmer=
nebenan
Nr. 5½, I. Stock. (192a

4-Zimmerwohnung,
1. April. Näh. Karlſtr. 30, I. (536ms

Schöne 4=Zimmerwohnung
1. Stock, per 1. Februar. Mauer=
ſtraße
14.

Heinheimerſtraße 74, 2. Stock,
500 Mk. Näh. im Laden. (501ms

Karlſtr. 73, Hth., 1. St. Kranichſteinerſtraße 5911o
ſch. 4=Zimmerw. p. ſof. od. ſpät. bill. im 1 St., 3=Z.=Wohn. mit Zubeh.
z. verm. Näh. Vorderh., pt. (B581ms

Nähe der Hochſchule
Zub., 1. St., freie Lage. per 1. April jährl. 410 Mk. Näh. Philipp Spiess
bilig zu vermieten. Offert. unter

Seibelbergerſtr.
Schöne, ſonn. 4=Zimmerw. m.
Veranda, Balk., u. Fremdenz.
p. 1. Apr. N. Heidelbergerſtr. 92, I.
u. b. Heinr.Fank., Soderſtr. 76. (580ms

Weuckſtr. 160,
zu verm. Näh. parterre. (600ms

et te .

(me

Part.=Wohnung, 4 Zim. mit all.
Zubeh. p. 1. April z. verm. Ireneſtr. 4
(a. d. Frankfſtr.) Näh. 1. St. daſ. (*62

en
1. St., 3 Z=W. z. vm. (33ms

Sandbergſtr. 27, Neub., mod.
3 Z.=W. z. vm. Näh. bei K. Koch,
Heidelbergerſtr. 9½.
(334ms

Für Mieter und Vermieter
kostenfreier Wohnungsnachweis

Ludwig Alter, Elisabethenstr. 34.

(112a

Müllerſtraße 3913 Z.=Wohn. per ſof. (335msgroße 3=Zim.=Wohn. verſetzungsh. haus. Preis 360 Mk. Näheres! Houmannstrasse zi Beckſtraße 2 ſchöne 3= Zimmer=
(517ms Hinterh., zwei 3=Zimmerwohn. mit wohn., gegenüb. d. Mathildenhöhe,
Gas, Veranda, per ſofort. (336ms Wohn. z. verm. Näh. part. (*71ms Wohnungen
3 Zubehör, per ſof. und ſpät. zu verm.
Näheres durch Bauführer Albin
rHohmann, Rhönring 113. (337ms part. u. 2. St., neu herger. 3= Zim.= (*65ms Heinheimerſtr. 69 ſchöne 3= Z. Garten auf Wohnung. Näh. 1. St. r. (338ms Eliſabethenſtr. 25, 3. Stock. (360ms A=Zimmerw. 1. 4. 12. z. verm. Kranichſteinerſtr. 6, Seitenb.,
1. u. 2. St., 3=Zimmerwohnung mit
Zubeh. Näh. daſ. und bei H. Sames,
Pallaswieſenſtraße 26. (23ms wvohnung nebſt Küche und allem Roßdörferſtr. 50 Inſelſtr. 21, Hth., ſchöne 3= Z.=W.,
Zubehör per 1. April an ruhige3=Z.=Wohnung (Manſ.) preiswert
Familie zu vermieten. Näheres zu verm. Näh. Roßdörferſtr. 25½, per ſof. an kleine Familie. 270 Mk. Heinheimerſtraße 61
Hinterb mit all. Zubeh., Speiſek., p. 1. Stock, 3 Zimmer mit Zubehörl mit Gas zu vermieten. (F363
per ſofort zu vermieten. (341ms Ahaſtraße 14 ſchöne 3=Zim.= Wenckſtr. 5, part., Wenckſtr. 7,
2. u. 3. St., Kranichſteinerſtr. 17,
part. u. 1. Stock, je 3 Zimmer und
(537ods Zubehör, per ſofort zu vermieten.
Heinheimerſtraße 74, 3. Stock, Näheres Bleichſtr. 40. (342msfür ſofort zu vermieten Eliſa= 4 Zimmer mit gr. Manſarde für Soderſtraße 58, Seitenb. part.,
460 Mk. Näh. im Laden. (502ms 3=Zimmerwohn. mit Zubehör per Karlſtraße 25, Ecke Hölgesſtr., 4 Zimmer mit gr. Manſarde für! Erbacherſtr. 17 eine kleine 3=Z.=Zubehör per ſof. z. verm. (63oms
Wohn., Hinterb., zu verm. (344ms per ſofort. Näh. Baubüro H. Sames,
Pallaswieſenſtraße 26/28. (345ms Liebigſtr. 55 Manſard.=Wohn. Soderſtr. 46 ſchöne, neu herger.
ſchöne 4=Zimmerwohn. m. allem 3=Z.=Wohn. mit Gas u. Zubehör, Lauteschlägerstr. 10, Stb.
ſchöne 3=Z.=Wohn. zu vermieten.
Zu erfr. Vorderhaus, part. (348ms Kiesbergſtr. 58 (Manſ.)
3 Zim. m. Küche zu verm. Preis Saalbaustr. 26, 1. St.
3=Z.=Wohn. mit all. Zubeh. z. verm.
Zu erfr. im 2. Stock. (350ms
Ireneſtr. 7 ſchöne 3=Z.=W. Näh.
J. Villmann, Weiterſtädterſtr. 21.(351ms Beſſungerſtr. 105, Vorderh.,
3=Zimmerwohn. zu verm. (B352ms Wohn. z. verm. Näh. Nr. 115. (353ms Ballonplatz 7
3=Zim.=Wohn. ſof. zu verm. (354ms Gartenſtraße 15
Manſ., 3 Zim., Küche nebſt Zubeh.,
Gas u. Waſſerleitung, ſofort an kl.
ruh. Familie zu vermieten. (355ms Landwehrstrasse 64
ſchöne 3=Z.=Wohn. z. verm. (356ms3 Zim. nebſt Zubeh., vom 1. April Beſſungerſtraße 82 3= Zimmer=
wohnung
zu vermieten. (B377ms1 Soderſtr. 6, 1. Stock. (376ms eet eif. entenenet. . . et.
per ſof. zu verm. Näh. daſ. (B357ms gleich oder ſpäter beziehbar. (358ms Lichtenbergstr. 73
mit 3, 4 u. 5 Zimmer u. reichlichem ſchöne 3= u. 2= Z.=Wohn. z. v. (359ms Ecke
Blumenthalſtr. 89, Liebigſtr.,
Wohn. ſof. zu verm. Näh. bei Fuchs, Vorderh., ſchöne
Karlstr. 38 Manſ., ſchöne 3=
Zim.=Wohn., Seitenb. 1. St., ſchöne
3=Z.=W. ſofort. Einzuſ. vorm. 11-12
Uhr. Näh. Gervinusſtr. 56. (361ms Küche, Speiſek., 2 Keller, Glasabſchl.,
Einzuſ. v. 10-11 u. 3-5 Uhr. (340ms Näh. bei Schäkor, Vorderh. (362ms Hth., 2. St.,
Wienersſtraße 60 3 Zimmer Wohn. mit all. Zubehör, per ſofort
zu verm. Näh. im Laden. (B364ms Schöne 3=Zimmerwohnung
bethenſtraße 58.
(365ms ſofort zu verm. Näh. 1. St. (343ms 1. Stock, 3= Zimmerwohnung mit Läiebigstr. 12
Manſardenwohnung, 3 Zimmer,
Küche, per 1. April 1912 preiswert
zu vermieten. Näh. part. (62t zu verm. ſof. od. 1. Jan. 3 Zimmer,
Küche, Baderaum, Keller, Waſchk.
Näh. im Hauſe part. (*32887sim senfor, Lindenhofſtr. 35, I. (C346 Soderſtr. 110, III., 3=Z.=W.
mit Zubeh., geſunde freie Lage,
an ruh. Leute. Näh. part. (367ms Kirchſtr. 10, Vorderh., 3 Zim.. im Hinterh. 5=Z.=W. ſof. od ſpät.
* Näh. daſ. Vdh. b. Schwarzhaupt. (368ms Neue Irenestrasse 7
30) M. Näh. Hügelſtr.6, I. (319msſchöne 3=Zim.=Wohnung
zu verm. Näh. im 1. St. (369ms Beckſtraße 53
(Manſ.) 3 Zimmer an beſſere Leute
per ſofort zu vermieten. Näh.
Seitenbau daſelbſt.
(370ms Roßdörferſtraße 59
Beletage, 3 Zim., Veranda ꝛc., 450
Blumenthalſtr. 113 kl. 3=Zim.=Mark., per ſof. Ausk. part. (371ms Wienersſtr. 80 freundl. Manſ.
(3 Z., Küche u. Kell), in rub 3½.. Hauſe, nahe d. elektr. Bahn,
per 1. April ev. auch früh. (372ms Schöne 3 Zim.=Wohn., neuzt.,
nächſt der Hochſchule, ſof. od. ſpät.
Näheres Holzſtraße 22. (373ms Neckarſtraße 4 ſchöne 3=Zim.=
Wohnung.
(375ms

ſchöne Manſ.=Wohn., beſteh. aus
an zu vermieten. Näh. Auskunft

[ ][  ][ ]

Nummer 2.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Seite 19.

19OLeAAu

beträgt seit dem 1. April v. J. der Wert der Objekte, für die bei
uns ein Antrag auf Versicherung gegen Mietverlust infolge Leer-
stehens
von Wohnungen mangels Mieter eingereicht worden ist.
Allgemeiner Deutscher Mietversicherungs-
verein
a. G. zu Berlin.
Generalagentur: Georg Beyser, Bruchwiesenstr. 4, I.

Taunusstrasse 12
geräum. 3=Z.=W. (Manſ.) m. Gas,
abgeſchl. Vorpl. u. all. Zubeh. ab Lichtenbergſtraße 74
1. April an ruhige Leute zu verm.
Lichtenbergſtr. 67, part., ſchöne
Manſ.=Z., Küche, Speiſek., Veranda,große elegante 3=Zimmerwohnung
zu verm. Ausk. daſelbſt u. Baubüro3 Zimmer mit gr. Manſarde für
Pallaswiesenstr. 39
Hinterh., 1. Stock, 3=Zim.=Wohn.
verm. Näh. Vorderh., 2. St., oder
Rheinſtr. 25, Kontor A. (379ms
Ludwigsplatz 8
große 3=Zimmer=Wohnung zu
vermieten. Näh. daſelbſt. (380ms

Kiesstr. 80½, 1. Etage

ſchöne mod. 3=Z.=Wohn. ( Sonnen=
ſeite
), mit eingericht. Bad, Veranda! Wenckſtraße 22
u. all. Zubeh.; an nur kl. Familie
Martinſtraße 101
2 Balkonen, herrl. Fernblick, per
April zu vermieten.
(B383ms
Mauerstr. 1½
ſchöne 3=Z.=W. d. Neuz. entſpr., per
Zu erfragen im 1. Stock. (523a
Viktorigstrasse
ſchöne 3=Zimmer=Wohn. mit Gas
u. Zubehör per 1. April zu verm.
Einzuſehen von 122 Uhr.
Näh. Liebigſtr. 35.
(497ms
3=Zimmer=
Lauteſchlägerſt. 17 Wohnung
im Vorderhaus mit Gas u. Zube=
hör
per 1. April. Preis monatl.
27 Mk. Zu erfr. Hths. I. (498ms
Blnmenthalſtr. 101
3=Zimmerwohnung, part., m. Gas,
per 1. April zu verm.
(*48ms
Mauerſtr. 23, part., 3= Zimmer=
wohn
. mit Gas u. ſonſt. Zubeh. p.
1. April z. verm. Preis 370 Mk. (*66
Schöne 3=Zimmerwohnung per
1. April zu vermieten. (518ms
Kirchſtraße 12 im Laden.
Waldſtr. 25, Vordh., 2. St., 3=Z.=
Wohn. m. all. Zub. z. verm. (515ms
Pallaswieſenſtr. 37
1. Stock, links (Vorderh.), eine 3=Z.=
Wohnung mit allem Zubehör per
1. April zu vermieten. (496ms
Neue Niederſtr. 15 ſch. große
3=Zimmerwohnung billig zu ver=
mieten
. Näheres im 1. Stock
(B472m
daſelbſt.
Kiesbergſtr. 47 3= Zimmer=Woh,
part., Balkons u. all. Zub. zu verm.
Näh. pt. u. Ludwighöhſtr. 43. (B471m

Liebigſtraße
ſchöne 3 Z.=Wohn. per 1. April zu

81

vermieten.

Näh. 3. Stock. (461ms

Schuchardſtr. 16, 1. u. 2. St.,
per 1. April zu vermieten, je 3 Z.
m. Küche, Kloſett im Vorpl., Koch=
u
. Leuchtgas, Bodenkam., Keller.
Anzuſehen und Näheres daſelbſt
(B460
im 1. Stock.
Riegerplatz 5, part., 3 Zimmer=
Wohnung mit kleiner Werkſtätte
(510ms
per 1. April.
Ludwigshöhſtraße 66, part.,
Neubau, 1 Drei=Zimmerwohn. per
1. April zu verm. Näh. Orangerie=
(B596ms
Allee 17, part.
Parkusſtr. 15, eine gr. 3= Zim.=
Wohnung mit allem Zubehör per
1. April. Näheres 2. Stock. (575a

Inſelſtr. 28, part., 3 Zimmer mit
Zubehör zu verm. Näh. daſ. (473m

3 Zimmerwohnung zu vm. Zu erfr.
Pr. 320 Mk. Näh. part. lks. (374ms Pankratiusſtr. 26, Metzgerei. (506ms 3=Z.=Wohn. mit Bad, Badeofen, Heinrichſtraße 142, parterre,
2 Keller, Vorgarten, Gartenanteil, an kinderloſe Leute per 1. April zu
Waſchk., Bleichplatz, Trockenboden, verm. Einzuſ. v. 24 Uhr. (B556 Jahresmietpr. 500 M., p. 1. März: Heinheimerſtraße 74, 2. Stock,
Friedr. Lelp, Frankf.=Str. 80. (378ms 1 400 Mk. Näh. im Laden. (500ms Zmere
Vorderh., Manſ., 3=Zim.=Wohn., Weiterſtädterweg 46, 1. St.
Wohn. v. 2 Zim. u. Küche an kinderl.
und eine ſchöne Werkſtatt von Ehepaar zu verm. Näh. bei Herrn
ca. 90 qm Bodenfläche per ſof. zu otto Simmerer, daſ. part. (384ms Grosse Ochsengasse!
eine kleine 2=Zim.=Wohn. zu verm.
Zu erfr. Holzſtraße 11. (385ms Gr. Ochsengasse 14
ſchöne 2=Zimmer=Wohn. zu verm.
Näheres Wirtſchaft.
(386ms Luiſenſtraße 34 u. 36 je eine
2=Zimmerwohnung. Näh. Luiſen=
ſtraße
36 (Laden).
(387ms neuer Mittel=
Forſtmeiſterpl. 5 bau, 2 große
eleg. Zim., Küche, Balkon, Gas, im
Stb. 2 Zim., Küche M. 13.50.(B388ms per ſof. od. ſpät. Pr. 600 M. Näh. i. hübſche 2=Zim.=Wohnung, Balkon,
Nebenhauſe, Kiesſtr. 80, pt. (382ms Küche, Keller u. ſonſt. Zubeh. per
ſofort. Näh. im Laden daſ. (389ms Wenckſtraße 22
nette 3=Zim.=Wohn., 1. Stock, mithübſche 2=Zim.=Wohnung, Küche,
Keller u. ſonſt. Zubeh. per ſofort zu
verm. Näh. im Laden daſ. (390ms Roßdörferſtr. 46, Stb., frdl. 2=
Z.=W. ſof. Näh. Vdh. pt., r. (391ms 1. April an ruhige Leute zu verm. Roßdörferſtr. 30 2=Z.=Wohn.
Näheres I. Gemündt. (392ms Kiesſtr. 16 2= Z.=Wohn. z. verm.
Näh. Karlſtr. 20, I. J. Germann. (393ms Karlſtr. 31, im Hth. pt., 2 Zim.
nebſt all. Zubeh., neu hergerichtet,
an einzelne Perſon zu vermieten.
Näheres Hölgesſtr. 12. (394ms Magdalenenſtr. 11, Stb., ſchöne
2=Zimmerwohn. zu verm. (395ms Heinheimerſtraße 61, Manſ.,
Zim. u. Küche ſof. od. ſpät. (396ms Manſ., 2 Z.
Ernſt=Ludwigſt
mit Kab. an
1 oder 2 Perſ. Näh. 2. St. (397ms 2 Part.=Zimmer z. Möbelunter=
ſtellen
, od. an einz. Dame m. Mit=
benutz
. d. Küche. Näh. Exp. (B398ms Tannenstrasse 35, pf.
2 Zimmer u. Küche per ſofort zu
vermieten. Zu erfragen Nieder=
Ramſtädterſtr. 28, Büro. (399ms 2 Parterre=
Friedrichſtraße 12 Zim., auch
für Büro ſehr geeignet. (400ms Erbacherſtraße 16 2= Zimmer=
wohnung
. Preis pro Mon. 10 Mk.
Näh. Stiftſtr. 19, part. (401ms In dem Dachgeſchoß der ſtädt.
Hofreite, Gardiſtenſtraße 15, iſt
alsb. eine kl. Wohn. beſt. aus 2 Z.,
1 Kammer, Küche und Keller fur
jährl. 216 Mk. zu verm. Bewerber
wollen ſich unter Vorlage des
Mietbuchs im Stadthaus, Zimmer
Nr. 56, melden.
(402ms Holzſtr. 1, eine kl. 2=Z.=Wohn.
an ruhige Leute ſofort zu vermiet.
Näh. daſelbſt 1. Stiege. (403ms Fuhrmannſtr. 14
eine ger. 2=Z.=W. der Neuzeit ent=
ſprech
., per ſofort zu vermieten.
Näh. daſelbſt im Laden. (404ms Kaſinoſtr. 17, Zweizim.=Wohn.
(405ms
Näh. Buchbinderei. Fuhrmannſtr. 8
neuherger. 2= u. 3=Z.=Wohn. Näh.
Kirchſtr. 8, Eierhandl. Lenner. (4agms Kranichſteinerſtraße 42
ſchöne 2=Z.=W. zu verm. (407ms Wendelſtadtſtr. 51, Stbwohn.,
2 Z., Küche u. Z., 17 M. p. M. (408ms

kleinere
2= Z.=W.
Mel

Liebfrauenſtr. 111, 1. St.
. p. J. (*32913sim
z. verm. P

3=Zimmerwohnung (klein. Doppel=
wohnung
) mit Gas, Veranda, ge=
teilter
Keller, ſchön. Manſarde und
ſonſtig. Zubeh. p. 1. Februar 1912.
Näh. Liebfrauenſtr. 107, I. (493ms
Saalbauſtraße 8, 3. St., ſchöne
3=Zimmerwohnung mit abgeſchl.
Vorplatz u. reichlich. Zubehör per
1. April. Zu erfr. 1. Stock. (*92ms

Meheitestr. 23, . t.
2=Zimmerwohnung zu verm. (66t

Alexanderſtr. 9, bei Böcher,
1 Z. mit Kabinett an einz. Perſ.
zu verm. p. Mon. 10 M. (409ms

Arheilgerſtr. 12 iſt eine Stube
u. Küche zu verm.
(410ms

Ahaſtr. 14, 1 Z. u. Küche per
ſofort z. vm. Näh. im Lad. (B412ms

Ernst-Ludwigstr. 3
mit 2 Schauf., kann auf
Lädell Wunſch bedeut. vergrößert
werd., z. vm. Näh. 2. St. (447ms

Bismarckstrasse 74
ger. Manſardenzim. 6,25 X 2,50m
u. ½ ſchräge Kammer m. Waſſerl.,
Keller u. Zub., f. einzelne Perſ. p. ſof.
Näh. bei Gg. Ph. Geiſt. (413ms

Forſtmeiſterpl. 5, el. Z. u. Küche
(Neub.), Gas u. Waſſ. 17 Mk. (B414ms

Holzſtr. 10 1=Zimmerwohn. u.
Küche zu vermieten. (287oms

Sandſtraße 1 iſt eine freundl.
Wohnung, beſtehend aus Zimmer
Kammer, Küche und Zubehör zu
vermieten.
(505ms

Kranichſteinerſtr. 28, Manſ.=
Wohn., p. Mon. 19 Mk. Näh. daſ.
im 1. St. rechts.
(415ms
Wittmannſtr. 5, Manſ.=Wohn.
auf 1. April 1912 an einz. Dame
zu verm.
(B416ms

Liebfrauenſtraße 115, Ecke
Kranichſteinerſtr., ſch. Manſ.=Wohn.,
2 Tr. h., a. r. L. Sof. beziehb. (417ms

Karlſtr. 60, Manſ. z. v. (B418ms

Bismarckſtr. 27, Manſ.
per ſofort oder z. 1. Februar nur
an einzelne Perſon zu vermieten.
Monatlich 20 Mark.
(419ms

Eberstadt.

20in

Ein Haus zu verm. oder zu verk.
Wilhelmſtr. 12. Näh. Schulſtr. 6.
Geäe

Hinterhaus,
Schulstr. 3, 2 gr. ſchöne,
helle Parterre=Räume für Büro=
zwecke
geeign., ſof. z. vm. (420ms

.Stock,
Ernst-Ludwigstr.
3 Zim.
als Geſchäftsräume
zu verm. Näh. 2. Stock. (421ms

Wilhelminenstr. 29
die Hälfte des 1. St. p. 1. April als
Geschartstokur
neu herger., zu verm. Näheres im
Seitenbau bei dem Hausverwalt.
od. Wendelſtadtſtr. 28, 2. St. (422ms

Mühlſtraße
vermieten.

26,

Bureau zu
(553ms

Karlstrasse 20
Der von Herrn Uhrmacher P. Wolf
bewohnte Laden iſt mit od. ohne
Wohn. p. 1. April zu vm. Zu erfr.
J. Germann. Karlſtr. 20, 1. St. (445ms

Ein großer, heßer Laden
mit 2 Schauf. nebſt Wohnung per
ſofort zu vermieten. Derſelbe iſt
für Metzgerei eingerichtet, eignet
ſich aber für jedes andere Geſchäft.
Näh. Karlſtr. 62, 1. St. (B446ms

Friſeur=Laden
m. 3=Z.=W., Bad, Kam. u. Bodenk.,
z. 1. April z. vm. Näh. b. Gievers,
Lichtenbergſtr. 18, III. (448ms
2000
85660

Laden
in d. Kirchſtr. 21 p. 15. Febr.
zu verm. Näh. im Eiſengeſch.
U leres Zimmer 2. Stockl
1 leeres Zimmer 3. Stock
Liebfrauenſtr. 93. N. b. Keller, I. 6
Uleeres Zim., pt., Schuknecht=
ſtr
. 55. N. b. Hertel, pt. (450ms
Saagsgassodoe
eeeage
Rheinstr. 14
Gr. Laden m. 2 Schaufenſtern,
2 Zim., 2 Lagerräumen u. Zub., f.
1. April zu verm. Näh. Grafen=
ſtraße
23, 2. Stock. (457ms
Hochſtraße 43, Eckladen mit 9
Schaufenſt. mit Wohn. u. reichl.
Zub. f. jed. Geſchäft paſſ. p. 1. April.
Näh. nur Stiftſtr. 52, part. (593ms

Fuhrmannſtr. 8, Laden mit
Wohnung. Näh. Eierhandlung
Lenner, Kirchſtr. 8.
(451ms
Gross. Laden
Hügelſtr. 73, a. Marienplatz,
ca. 200 qm, m. 3 Nebenräum. u.
5 groß. Schaufenſtern, ev. auch
geteilt, p. 1. April zu verm.
Näh. daſ.2 St. links. (452ms

Karlſtr. 53, II., helles, großes
möbl. Zimmer ſofort. (*32901sim
Neckarſtr. 24, III., rechts, hübſch
möbl. Zim. bill. zu vm. (*32924simd

Obere Hügelſtr. 19, Ecke
Schützenſtr., 2. Et., ſch. möbl.
Zimmer zu verm. (19t

Louiſenſtr 32, II, b. Gg. Wedel einf.
möbl. Zim.n d. Straße m. P. (25894a

Waldſtr. 23, I. r., ſep. möbl.
Schlaf= u. Whnz. m. Schreibt. (120a

III., ſchön
Heinrichſtr. 112, möbl. W.. Schlafz. mit ſep. Eing. (432ms

Schützenſtr. 7 Gr. Laden
mit 2 Schauf. mit od. ohne Wohn.
z. vm. N. b. Wolff, Schulſtr. 10. (454ms

Elisabethenstr. 14
klein. Lad. per 1. März od. früh.
zu vermieten.
(455ms

Gr. Ochſengaſſe 5
Lad. m. Wohn. in dem ſeit 25 Jahr.
ein Haushaltungsgegenſt.=Geſch.
betrieben wurde, iſt anderw. zu vm.
Derſelbe eignet ſich inf. ſeiner Lage
für jedes andere Geſchäft. (456ms
Näheres in der Metzgerei nebenan.

Ein Laden, zu jedem Geſch. paſſ,
mit Lagerraum, bill. zu vermieten.
Näheres Kiesſtraße 21. (449ms

Karlstr. 38 W. u. Zub. p. ſof.

r. Lad. m. 4= Z. verm. Einzuſ. vorm. 1112 Uhr.
Näh. Gervinusſtr. 55, part. (453ms
Der von der Firma J. V. Hänzel,

Kolonialwarenhandlung,
Jahren innegehabte

ſeit 35

Laden nebſt Magazin

Beſſungerſtr. 41, 2. St., gut
möbl. Wohn= u. Schlafz., event.
mit 2 Bett., p. ſof. zu vm. (B433ms
Riedeſelſtr. 66, pt., ein gut
möbl. Z. per ſofort zu vm. (434ms

Heinrichſtr. 106, 3. St., ein
freundl. Zimmer mit oder ohne
Penſion zu vermieten. (435ms

Soderſtr. 17, pt., ein frdl. möbl.
Zimmer zu vermieten. (436ms

Nieder=Ramſtädterſtr. 34
1. St., möbl. Zimmer mit
voller Penſion. (437ms

Roßdörferſtr. 46,
möbl. Z. ſof. zu verm.

pt., frdl.
(438ms

4gut möbl. Zimmer
mit Penſion, zuſ. od. einzeln, zu
vermieten.
(B439ms
Gefl. Off. unt. R 78 a. d. Exp.
2. Stock,
Pallaswiesenstr. 7, gut möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (440ms

1. Okt. 1912, mit od. ohne Wohng.
anderweitig zu vermieten. Näh.
bei Fried. Wallauer, Sattler=
meiſter
.
(513t

0 groß. Lager=
Friedrichstr. 12 räume, groß.

Weinkeller.

(423ms

Lagerraum
im 4. St. der Südhälfte d. ſtädt.
Lagerhauſes, etwa 150 qm groß, z.
Lagern v. Frucht, Mehluſw. geeign.
alsbald zu verm. Näh. Auskunft
wird v. d. ſtädt. Lagerhausverwalt.
u. i. Stadthaus, Zim. 56, ert. (424ms

Schön mnsbl. Zim. nfein. dauſe
ſofort zu verm. Näheres in der
Expedition dieſ. Blattes. (443ms
Mühlſtr. 10, pt., 2 möbl. Z.
z. Preis von 14 u. 18 M. (444mds
Parkusſtr. 8, 2. St., gut möbl.
Zimmer mit Penſion. (*32886sm
Kahlertſtr. 23, 1. Stock, ein
freundlich möbl. Zim., event. mit
Penſion, zu vermieten. (25037a

Lagerraum
Das 2. Stockwerk im ſüdl. Teil
des ſtädt. Lagerhauſes (320 qm
Bodenfläche), d. Fahrſtuhl u. Haupt=
treppe
leicht u. raſch z. erreich., iſt alsb.
zu verm. Näh. Ausk. wird von d.
Lagerhausverwalter u. im Stadt=
haus
(Zimmer 56) erteilt. (425ms

Eliſabethenſtr. 46, Hths., pt.,
ſchön möbl. Zim. per ſof. (*32817fsi
Waldſtraße 16, ſein möbl.
Zim. u. einf. Zim. zu vm. (25omds
Landwehrſtr. 13, 2. St., ein
ſchön möbl. Zimmer, mit od. ohne
Penſ per ſofort zu verm. (23t
Grafenſtr. 22, part., 2 Schlaf=

ſtellen zu vermieten.

(476m

Alexanderſtr 4, größ. Lager=
räume
per ſofort zu verm. Näh.
(426ms
Stiftſtraße 6.

Kranichſteinerſtr. 6, Werkſtatt
mit Wohn. Näh. daſelbſt. (427ms
Werkstätten-
Waldstr. 30 Lngerräume
evtl. mit Wohn., Gas u. Elektr. ꝛc.,
per ſofort oder ſpäter. (428ms

Hügelſtr. 29, ein gr. hell. Raum,
ca. 43 qm mit 60 qm Boden, Keller
u. Kontor als Werkſtatt o. Geſchäfts=
lokal
geeignet, ſof. zu verm. (429ms

Alexanderſtr. 4 ein gewölbter
Weinkeller, a. f. Marktw. geeignet,
per ſofort zu vermieten. Näheres
Stiftſtraße 6.
(430ms

ele
Karlſtr. 60 eine Stall. (B431ms
Mlierte Zimmer
Aliceſtr. 8, 1. Stock, frdl. möbl.
Zimmer mit Penſion. (*32885im
Ludwigſtr. 17, 2. St., möbl. frdl.
Wohn= u. Schlafzim., auch einz., an
ſoliden Herrn billig zu verm. (48a
Eliſabethenſtr. 49, eleg. möbl.
Zimmer ſofort zu vermieten. (22t
Eliſabethenſtr. 26 (bei Klein),
kl. möbl. Zim. an anſt. Fräul. od.
jung. Kaufm. p. ſof. zu vm. (21t
Heidelbergerſtr. 29, Koſt und
Wohn. für 10 M. wöchentl. (B16
Waldſtraße 3, II., großes, gut
möbl. Zim. per ſof. zu verm. (20t

Grafenſtr. 22 möbl. Zimmer für
2 Herren. Zu erfrag. part. (475m
Eliſabethenſtr. 37, Htb., 1. St.,
ſchön möbl. Zim. zu vm. (465mds
Kiesſtraße 45, 2. St., e. möbl.
Zimmer mit ſep. Eing. zu v. (464ms
Rheinſtr. 28, 2. St., möbl. Wohn=
und Schlafzimmer zu v. (463ms
Herdweg 15, 1. St., ſchön möbl.
Zimmer, 15 Mk. monatl. (B614ms
Schloßgartenſtr. 11, II., ein
einf. Zim. für anſtänd. Arbeiter,
2 ſchön möbl. Zim. per ſof. (*115
Mollerſtr. 9, Schlafſtelle an
ſolid. Arbeiter. Näh. part. (*106
Gervinusſtr. 39, II., I., frdl.
möbl. Zimmer an anſtänd. junge
Dame zu vermieten.
(*95

Saalbauſtr. 8, I. Et, gr.
möbl. Zim. per 15. Jan.

gut
(*93

Luiſenſtr. 34, I., ein ſch. eleg.
Wohn= u. Schlafz. ſof. z. v. (*89
Schloßgartenſtr. 51, III., I.,
möbl. Wohn= u. Schlafz. gegenüb.
des Herrngart. preiswert. (*82md
Karlſtr. 32, einſ. möbl. Zim.
ſofort zu vermieten. (*80md

Parkusſtr. 7, hochpt, möbl. Z.
evtl. Wohn= u. Schlafz. (552ids

Neckarſtraße 26, großes gut
möbliertes Zimmer per ſofort zu
vermieten.
(555ms
Ludwigspl. 4, II., gut möbl.
Zimmer nach der Straße. (*75md
Grafenſtr. 31, II., möbl. Zim.
an Herrn oder Fräulein ſofort
zu vermieten.
(*63
Schutſtr. 13, I., ſchön möbliert.
Zimmer ſof. zu verm. (*64
Soderſtr. 62, part., einf. möbl.
Z., p. Woche 3 M. m. Kaffee. (69mso

Hochſtr. 10,
ſeparat billia.

möbl.

Zimmer,
(*49mf

billge
Adreßbuch 1911 abzugeben
Mathildenplatz 3. II. (*44

[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 3. Januar 1912.

Nummer 2.

Ine Wiederkenfenue Teiegennetf!
Wegen gänzlicher Geschäfts-Aufgabe
65,

muss diesen Monat noch unbedingt mit dem
S

Rest unserer Winterwaren
in feiner moderner Herren- und Knaben-Konfektion, wie Paletots, Mäntel, Joppen,
Capes, Hosen etc. geräumt werden und werden daher diese Posten von heute ab
zu Versteigerungspreisen ausverkauft!
0
Elisabethen-
am
Ludwigs-

: platz.
25940

Total-Ausverkau

wegen Geschäftsaufgabe.
Verkaufe mein großes Lager in Trikotagen,
Wäsche, Mode- u. Wollwaren, um möglichſt

1
Jede Dame

weiß es, daß die besten u. billigst.
Haararbeiten
bei mir angefertigt werden. (57a

bald damit zu räumen, zu bedeutend herabgesetzten Preisen.
Joh. Jacob Schenzer Wwe.

Rheinstrasse 31.
(146a

Vorſicht

beim Einkauf von Beleuchtungskörpern!
Da in letzter Zeit dem Publikum wiederum durch Hauſierer
und ähnliche Verkäufer Gasbeleuchtungsartikel, ſowie Erſatzteile,
beſtehend in Glühkörpern, Gaszylindern, Selbſtzünder und ſogenannte
Gasſparer angeboten werden und dieſe Gegenſtände teils ganz
geringwertiges Materigl darſtellen, welches den Gaskonſumenten unter
allen möglichen Verſprechungen aufgeredet wird und niemals das
vorerwähnte Verſprechen zu erfüllen imſtande iſt, ſo machen wir das
Publikum darauf aufmerkſam, ihren Bedarf an Erſatzteilen der Gas=
beleuchtung
bei denjenigen Inſtallationsfirmen zu decken, die ihnen
die nötige Gewähr für Lieferung nur guter Waren bieten.
Gleichzeitig wurde in letzter Zeit die Wahrnehmung gemacht,
daß die Beleuchtungskörper bei Gasbeleuchtungen in vielen Fällen
nicht in dem Zuſtande ſich befinden, den man bei einer tadelloſen
Beleuchtung vorausſetzen ſollte, und dürfte letzteres auf eine allzu
große Sparſamkeit der Gaskonſumenten zurückzuführen ſein, welche
ihre Beleuchtungskörper wohl ab und zu mit einem neuen Glüh=
körper
verſehen, jedoch eine ſachgemäße Reinigung der Glühlicht=
brenner
, ſowie das Regulieren und Juſtieren derſelben durch einen
erfahrenen Inſtallateur für überflüſſig erachten. Um der Gas=
beleuchtung
, welche ſich in allen Bevölkerungskreiſen der größten
Beliebtheit erfreut, eine weitere Einführung zu ermöglichen, möchten
wir verehrliche Konſumenten auf Vorſtehendes hinweiſen, mit der
Bitte, künftighin mehr Wert auf die Inſtandſetzung der Beleuchtungs=
körper
zu legen, da dieſe wenigen Ausgaben ſich reichlich durch beſſere
Ausnutzung des Gaſes decken und einen geringeren Gasverbrauch
gewährleiſten.
Der Vorſtand
der freien Vereinigung der Spenglermeiſter
und Inſtallateure.
Wir geſtatten uns deshalb, die der vorgenannten Vereinigung
angehörenden Mitglieder zu veröffentlichen und bitten ſich derſelben
im Bedarfsfalle bedienen zu wollen.
(134

1
Zöpfe v. 2.50 Mk. an
Locken-Tuffs v. 2. Mk. an
Haar-Unterlagen in j. Farbe

Garantiert prima Material.

Auffärben alter Haararbeiten.
Reparaturen gut und preiswert.

Kopfwaschen m. Frisur 1 Mk.
Ond. 1.50 Mk.
Auente eutral. froeten- ulage
Kr. Fimmann

Goftfried Bock, Karlſtr. 39
Heinrich B cker, Brandgaſſe 2
Adam Bender, Karlſtr. 51
Heinrich Brunner, Eliſabethenſtr. 33
Karl Darmstädter, Sandbergſtr. 66
T eodor Dilllag, Caſinoſtr. 27.
Wilhelm Eberhardt, Nieder= Ram=
ſtädterſtraße

Theodor Fay, Kranichſteinerſtraße
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52
Karl Hotmann, Wienersſtr. 44
Kurt Msgerich, Bleichſtr. 26
Adolf Kling, Grafenſtr. 11.
Klink u. Rettberg, Ludwigsplatz
Wilhelm Krätzinger, Ludwigſtraße

Ernst Lorey, Karlſtr. 56
Georg Komberger, Schützenſtr. 4
Friedrich Neumeyer, Gr. Ochſengaſſe
Jakob Nonl, Martinſtr. 24
Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15
Georg Rühl, Saalbauſtr. 24
Philipp Schäfer La dwehrſtraße
Fraus Schutz. Karlſtr. 1041
Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36
Ueinrich Waldschmidt, Ludwigs=
höbſtraße
21
Otto Wambolst, Herdweg 2
J. Wasser, Alexanderſtr. 7
Frar-. Soderſtr. 54.

a

Mteg

Drennholz, kannen

eichen
buchen
Klötzch., geſpalt. od. kleingemacht, v.
Mk. 1.302.20 per Ztr. (157a
Brennholz=Dampfſchneiderei
Martin Jahn,
Vallaswieſenſtr. 30. Tel. 305.

ſier ie
Sülten, mit groß. Ton,
geſitz billig abzugeben
umſtädterſtr. 53, I (71a

gebrauchten, gut erhaltenen
Nohrplattenkoffer und er=
bitte
Offerten unter V 9 an die
(196md
Expedition ds. Bl.

Elisabethenstr. 21.
Wichtig
139a) für
Nagenleidende!
Reformkorsetten
§ z. Knöpfen mit Gummi an
den Seiten Mk. 2.75.
L. & M. Fuld,
Kirchstrasse 12,
gegenüb. der Stadtkirche.
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Hochfeines Pianino
kreuzſaitig, wird unter 6jähriger
Garantie billig abgegeben (*55mm
Gartenſtraße 17, part.

iermit die ergebene Miteilung, daß ich die Vertretung des patent
H amtlich geſchützten
Schnelzuſchneide=Syſtems Pariſtenne‟
übernommen habe. In ganz kurzer Zeit iſt jedermann durch dieſes
neue Verfahren in der Lage, Bluſen in allen erdenklichen Größen
und Weiten zuſchneiden zu können. Preis komplett mit Anleitung
Mark 2.75. Bei Frau Speyer Witwe, Schuhladen Schießhaus=
ſtraße
18 und Rudolf Fey, Kurz=, Woll= und Weißwaren=
geſchäft
, Ludwigshöhſtraße 1½, iſt dieſes Zuſchneide=Syſtem erhält=
(B181
lich, ſowie bei
Frau Marie Speyer, Moosbergſtraße 44.
Hess. Damen-bekleidungs-Akademie
Elisabeth Bert
Bessungerstr. 14
Darmstadt
Tageskurse: täglich 912 und 26 Uhr
Für Hausbedarf 45 Wochen Schneiderinnen 56 Wochen
Absteck-Direktricen 4 Wochen Direktricen 7 Wochen
(B182
Lehrerinnen 7 Wochen
Abendkurse: 4 mal wöchentlichv. 810 Uhr abds.
Für Hausbedarf: Dauer 4 Wochen.
Beginn neuer Kurse jeden Montag.
Prospekt und nähere Auskunft jederzeit.
Mässiges Honorar.

Geschäftsverlegung u. Smpfehlung
Werter Nachbarſchaft, Herren Architekten u. Bauunternehmern=
ſowie
titl. Behörden hiermit die erg. Nachricht, daß ich meine
Werkſtätte uehſt Wohnung
von Klappacherſtraße 76 nach meinem Hauſe
Moosbergſtraße 95
verlegt habe
Durch ausgedehnte Werkſtatträume bin ich in der Lage, den
größten Anforderungen meiner Branche gerecht zu werden und bitte
(B556
um geneigten Zuſpruch.
Hochachtungsvoll
Louis Geyer, Schloſſermeiſter.
Telephon 1856.
Spez.: Vereinfachte Blitzableiter (Syſtem Prof. Ruppel).