Darmstädter Tagblatt 1910


06. Dezember 1910

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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
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nehmen die Poſtämter u. die Agen=
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werden angenommen in Darmſtadt
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173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

den Annoncen=Expeditionen. Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

N 286.

Die heutige Nummer hat 26 Seiten.

Das Hausarbeitsgeſetz und die Lohnämterfrage.
* Unter der Ueberſchrift Ein weiterer Schritt in den
Zukunftsſtaat? bringt die Natl. Korr. folgenden Artikel:
Dem Reichstage iſt ſoeben der vom Zentrumsabge=
ordneten
Pieper erſtattete Kommiſſionsbericht über das
Hausarbeitsgeſetz zugegangen. Da ſonach die
Möglichkeit vorliegt, daß der Entwurf noch vor Weih=
nachten
zur Plenarberatung gelangt, ſei auf einen in der
Kommiſſion geſtellten Antrag verwieſen, der nach unſerem
Dafürhalten einer überſtürzten Erledigung der Vorlage
im Plenum durchaus im Wege ſteht, weil er eine Materie
von grundſätzlicher Bedeutung und größter Tragweite be=
rührt
. Es handelt ſich um die von der Sozialdemokratie
auch hier wieder vorgebrachte alte Forderung nach Lohn=
ämtern
zum Zwecke der rechtsverbindlichen Feſtſetzung von
Mindeſtlöhnen. Der betreffende Antrag lautet:
Durch den Reichstag oder die Landeszentralbehörden
oder die höheren Verwaltungsbehörden können für be=
ſtimmte
Gewerbezweige, in denen Hausarbeiter in
größerer Zahl zu einem im Vergleich zu anderen Arbei=
tern
außergewöhnlich niedrigen Lohn beſchäf=
tigt
werden, ganz allgemein oder für beſtimmte Gruppen
von Hausarbeitern oder für beſondere Bezirke Lohn=
ämter
, die zu gleicher Zahl aus gewählten Vertretern
der Gewerbetreibenden und der Arbeiter unter einem vom
Bundesrat ernannten Vorſitzenden zuſammengeſetzt ſind,
errichtet und die zur Durchführung dieſer Beſtimmung er=
forderlichen
Anordnungen getroffen werden. Mit den
Aufgaben des Lohnamts können auch Gewerbegerichte
oder Arbeitskammern betraut werden. Dieſe Lohnämter
haben tunlichſt für die in der Hausarbeit beſchäftigten Ar=
beiter
, für welche ſie errichtet ſind; nach Ermittelung der
orts= und berufsüblichen Löhne Mindeſtzeit= oder
Mindeſtſtücklöhne für einen beſtimmten Zeitraum
feſtzuſetzen. Sobald die ſolcherart feſtgeſetzten Löhne die
Zuſtimmung der Behörde, welche die Einſetzung des Lohn=
amts
vorgeſchrieben hat, gefunden haben, ſind ſie als
Mindeſtlöhne rechtsverbindlich. Entgegen=
ſtehende
Vereinbarungen zum Nachteile des Hausarbeiters
ſind nicht rechtsverbindlich.
Dieſer Antrag, der die Grundlagen unſerer Wirtſchafts=
ordnung
, die auf dem Geſetz von Angebot und Nachfrage
aufgebaut iſt, glatt über den Haufen wirft, wurde in erſter
Kommiſſionsleſung mit einer Stimme Mehrheit ange=
nommen
, in der zweiten Leſung mit Stimmengleichheit
(13 gegen 13) aber abgelehnt. Aus dem Stimmenverhält=
nis
geht hervor, daß zum mindeſten das Zentrum,
vielleicht auch die Linke, dieſer zukunftsſtaatlichen For=
derung
zuſtimmten. Und aus der liebevollen Sorgfalt,
mit welcher der Zentrumsabgeordnete Pieper in dem ge=
druckten
Bericht die für die Lohnämter vorgebrachten
Gründe zuſammengeſtellt hat, während die gewichtigen
Bedenken gegen den Antrag verhältnismäßig kurz weg=
gekommen
ſind, muß geſchloſſen werden, daß das Zentrum
auch im Plenum dieſer ſpezifiſch ſozialiſtiſchen Forderung
die Stange zu halten gedenkt, ſo daß ſich hier ebenſo wie
in der Kommiſſion eine Zufallsmehrheit für die
zwangsmäßige Feſtſetzung von Heim=
arbeitermindeſtlöhnen
ergeben könnte. Wir
haben hier zunächſt nicht die Abſicht, auf den Gegenſtand
ſelbſt näher einzugehen, deſſen bedrohlicher Charakter nach
dem Präzedenzfalle beim Kaligeſetz ja ohne weiteres zu=
tage
liegt. Es lag nur in unſerer Abſicht, darauf aufmerk=
ſam
zu machen, daß das Hausarbeitsgeſetz, ſolange es mit
der Lohnämterfrage verquickt bleibt, für eine beſchleunigte
Verabſchiedung, womöglich noch vor Weihnachten, jeden=
falls
nicht der geeignete Gegenſtand iſt. Insbeſondere
wäre es zur Belehrung der bürgerlichen Parteien, welche
dieſen Schritt in den Zukunftsſtaat mitzumachen gewillt
ſcheinen, erwünſcht, wenn die in Betracht kommenden Han=
delskammern
ſich vor der Oeffentlichkeit über die inter=
eſſante
Materie ausließen.

Italiens Außenpolikik.
In der italieniſchen Kammer, in der augenblicklich
das Budget des Aeußeren zur Beratung ſteht, gab es
ſchon kürzlich eine intereſſante Debatte über die Stel=
lung
Italiens zum Dreibunde, ſpeziell gegen=
über
Oeſterreich, und auch in der Preſſe wurde das Thema
infolge der parlamentariſchen Diskuſſion lebhaft erörtert.
Mit Genugtuung konnten wir einen erfreulichen Um=
ſchwung
in der Stimmung Italiens feſtſtellen,
und zwar nicht nur der offiziellen Kreiſe, die ja aus real=
politiſchen
Gründen ſtets eine korrekte Haltung einnah=
men
, ſondern auch bei der Bevölkerung ſcheint eine Wen=

Dienstag, den 6. Dezember.

dung eingetreten zu ſein, nachdem man bisher für die an=
deren
Dreibundmächte nicht allzuviel übrig gehabt hatte.
Italien galt ja als ein unzuverläſſiger Kantoniſt im
Dreibundsverhältnis, und es hat auch tatſächlich an
Schwankungen nicht gefehlt; es ſei nur an das Verhalten
des Apenninenreiches bei der Konferenz von Algeciras
erinnert, und auch ſonſt hat man ja mehrfach von Extra=
touren
zu ſprechen gehabt. Nun iſt es ja begreiflich, daß
Italien, deſſen Intereſſen teilweiſe eine andere Richtung
verfolgen, auch verſuchen muß, ſich mit anderen Groß=
mächten
auf guten Fuß zu ſtellen. Freilich gehört dazu
ſehr viel Takt, um zu wiſſen, wie weit man dabei gehen
kann, ohne die Pflichten gegenüber dem Dreibunde nicht
hintanzuſetzen, und in dieſer Hinſicht iſt wohl doch mehr
wie einmal geſündigt worden. Hoffentlich iſt dieſe Periode
für abſehbare Zeit vorbei, indem ſich immer mehr im
Apenninenreiche die Ueberzeugung ausbreitet, daß ein
Feſthalten Italiens am Dreibunde weit größere Vorteile
in ſich birgt, als ein Liebäugeln mit Frankreich und Eng=
land
, deren Freundſchaft ſich ſchon mehrere Male als von
recht zweifelhaftem Werte erwieſen hat.
Vielleicht darf es als ein bemerkenswertes Symptom
angeſehen werden, daß der Miniſter des Aeußern, San
Giuliano, Gelegenheit genommen hat, in der Kammer ein
überaus freimütiges Bekenntnis zum Dreibunde abzu=
legen
, und dies in einer Weiſe, die in der ganzen Welt
Aufſehen erregen muß. Seit Jahren iſt nicht mit ſolcher
Herzlichkeit des Verhältniſſes Italiens zu
Oeſterreich und Deutſchland gedacht worden,
und ſelten iſt mit ſolcher Beſtimmtheit der Dreibund
als die feſte Grundlage der italieniſchen Außenpolitik ver=
kündet
worden. Mit nicht mißzuverſtehender Deutlichkeit
wies der Miniſter auch die Verdächtigung zurück, daß die
italieniſche Politik Hintergedanken verfolge; ſie habe ledig=
lich
friedliche Ziele im Auge. Um ganz deutlich zu wer=
den
, betonte San Giuliano noch, daß die Dreibundmächte
1 als weſentlichen Beſtandteil der Erhaltung des Friedens
die Integrität des ottomaniſchen Reiches und der Balkan=
ſtaaten
anſehen, eine kräftige Zurückweiſung der kürzlich in
einem Pariſer Senſationsblatt gemachten großartigen
Enthüllungen. Insbeſondere freundlich waren die
Worte des Miniſters gegenüber Oeſterreich, und man ſah
wieder einmal die Wahrheit des Spruches: Wie es in
den Wald hineinſchallt, ſo ſchallt es auch wieder hinaus.
Vor einiger Zeit hatte man ſich auch in den öſterreichi=
ſchen
Delegationen zu einer gerechten Würdigung des Ver=
hältniſſes
zu Italien aufgeſchwungen und die freundlichen
Worte Graf Aehrenthals gab San Giuliano doppelt herz=
lich
zurück. Solche Worte hört man gern, und wenn es
auch ſelbſtverſtändlich iſt, daß Italien auch mit den an=
deren
Mächten freundſchaftliche Beziehungen unterhält, die
ja letzten Endes auch dem Dreibunde zugute kommen, ſo
muß man doch ſagen, daß die Rede San Giulianos ein
erfreuliches Dokument für die Feſtigkeit des Dreibundes
bildet, und es ſteht außer Frage, daß die anderen Mächte
mit dieſem Faktor auf dem Gebiete der Weltpolitik wer=
den
rechnen müſſen.
Deutſches Reich.
Die Weihnachtsferien des Reichs=
tages
werden am 15. Dezember beginnen und bis zum
9. Januar dauern. Die erſte Sitzung des Reichstags im
neuen Jahre findet alſo am 10. Januar ſtatt.
Schiffahrtsabgaben. Der Alldeutſche Ver=
band
hielt in Dresden eine Sitzung des deutſchen Geſamt=
vorſtandes
ab, in der das Mitglied des Reichsrats und
böhmiſchen Landtags Dr. Urban über die Wirkung der
Schiffahrtsabgaben auf Deutſch=Böhmen referierte. Er
erklärte, die Parlamente Oeſterreichs und Ungarns würden
den Abgaben niemals die verfaſſungsmäßige Zuſtimmung
erteilen. Die Gerüchte, zwiſchen Oeſterreich und Deutſch=
land
beſtehe bereits ein geheimes Uebereinkommen wegen
der Abgaben, ſeien durchaus unzutreffend.
Labian=Wehlan. Die Nordd. Allg. Ztg.
beurteilt das Wahlergebnis folgendermaßen:
Läßt man die Wahlen von 1907, die unter außer=
gewöhnlichen
Umſtänden ſtattfanden, außer Betracht,
und vergleicht man die geſtrige Wahl mit der Haupt=
wahl
, ſo ſtellt ſich das Ergebnis folgendermaßen: die
Konſervativen haben ſich behauptet (!), die Liberalen
haben an Stimmenzahl gewonnen, die Sozialdemo=
kraten
ſind zurückgegangen. Allgemeine Folgerungen
möchten wir aus dem Wahlausfall nicht ziehen, da er=
fahrungsgemäß
bei Nachwahlen beſondere Momente,
wie lokale Umſtände und konzentrierte Agitation, mit=
ſprechen
, die bei den Hauptwahlen nicht im ſelben
Maße zur Geltung kommen. Insbeſondere würde es
nicht gerechtfertigt ſein, aus dem Stillſtand der So=

1910.

zialdemokratie in dieſem ländlichen Wahlkreis opti=
miſtiſche
Anſchauungen abzuleiten.
Die Kreuzztg. ſtellt ebenfalls feſt, daß die konſer=
vative
Stimmenzahl die gleiche iſt wie bei den Wah=
len
von 1903 und bemerkt, daß in den konſervativen
Kreiſen von vornherein mit einer Stichwahl gerechnet
wurde. Gleichwohl knüpft ſie folgende Mahnung an
den Wahlausfall:
Die Liberalen ſtellen das Zurückdrängen der
Konſervativen in Labiau=Wehlau mit dem Mandat=
verluſt
in Oletzko=Lyck in Parallele. Sie haben da=
mit
nicht ganz ungecht. Denn in den beiden Wahl=
kreiſen
hat es ſich gezeigt, daß auf konfervativer Seite
die politiſche Arbeit jahrelang arg vernachläſſigt wor=
den
iſt. Die ſtete Mahnung, nicht erſt kurz vor den
allgemeinen Wahlen tätig zu ſein, ſondern unaus=
geſetzt
zu arbeiten und mit den Wählern enge Fühl=
ung
zu behalten, iſt gerade in Oſtpreußen in den Wind
geſchlagen worden. Man glaubte dort, trotz der an=
geſtrengten
liberalen Propaganda der Wähler ſicher
zu ſein. Ja man ſcheute anſcheinend davor zurück, die
konſervative Bevölkerung politiſch aufzuklären. Das
haben nun Liberale und Sozialdemokraten beſorgt,
und ſie haben infolge der konſervativen Untätigkeit
leichte Arbeit gehabt. Daraus müſſen unſere Partei=
freunde
in Oſtpreußen endlich eine Lehre ziehen und
in eine kräftige Organiſations= und Agitationsarbeit
eintreten. Das tut dort bitter not. Früher war es
dort auch anders und erheblich beſſer. Man arbeitete
eben und ſorgte ſelbſt Heute ſcheint man alles von
der Berliner Zentralſtelle aus zu erwarten und zu
verlangen. Damit fordert man Unmögliches. Selöſt
iſt der Mann! Von unten herauf, nicht von oben
herab muß organiſiert werden. Geſchieht das, dann
hat die Partei nichts zu befürchten.
Die Niederlage der Konſervativen läßt ſich aber
nicht wegleugnen. Als Stichwahlparole für Labiau=
Wehlau gibt jetzt die Sozialdemokratie offiziell
Stimmabgabe für den liberalen Kandidaten Wagner
aus. An eine Behauptung des Mandats durch die
Konſervativen iſt kaum zu denken.
Das neue motu proprio des Papſtes,
wonach den Klöſtern und Ordenskongregationen Finanz=
geſchäfte
jeder Art, ſowie Erwerbsbetriebe, die der Reli=
gion
fremd ſind, verboten werden, iſt, wie man den
Münch. Neueſt. Nachr. aus informierten Kreiſen verſichert,
nicht aus generellen Erwägungen erlaſſen. Finanzielle
Schwierigkeiten vielmehr, die aus einem geſchäftlichen
Kloſterbetriebe in Italien entſtanden ſind und wegen
ihres Umfangs trotz ernſtlicher und wiederholter Verſuche
aus Mitteln der Kurie nicht abgewendet werden konnten,
haben zu dem neueſten Erlaſſe geführt. Auf deutſche
Verhältniſſe, bei denen Millionenbetriebe, wie in den ſüd=
lichen
Ländern, bei Klöſtern überhaupt nicht mehr vor=
kommen
, wird das motu proprio wohl kaum abzielen
bezw. in Anwendung kommen. Betriebe, wie etwa u. a.
die Brauerei in Andechs, die über die Herſtellung des
Haustrunks nur ſoweit hinausreichen, daß der Betrieb ſich
ſelbſt erhält, dann der Landwirtſchaftsbetrieb etwa bei St.
Ottilien, wo landwirtſchaftliche Uebungsfelder für die
Miſſionstätigkeit geſchaffen ſind, können bei dem motu
proprio wohl kaum in Betracht kommen. Immerhin wird
man erſt den Wortlaut des neueſten päpſtlichen Erlaſſes
abwarten müſſen, um ſeine ganze Tragweite beurteilen zu
können.
Der Nationalliberale Parteitag der
Pfalz zu Bergzabern beſchloß die Bewahrung ſelbſtän=
diger
Haltung ohne Zugeſtändniſſe nach links und rechts,
trotz der Stellungnahme der Bündler gegen die Partei,
das Feſthalten an der bewährten Schutzzollpolitik, bei der
Reichstagswahl die Bereitſchaft zu taktiſchem Zuſammen=
gehen
mit der Fortſchrittlichen Volkspartei im Grundſatz
unter Berückſichtigung freier Entſchließungen der Wahl=
kreisleitungen
.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Im ungariſchen Abgeordnetenhauſe
beantwortete Finanzminiſter Lukacs die Interpellation
Polonyis über die Anleihe und erklärte, er könne keinen
Vergleich zwiſchen den Bedingungen des franzöſiſchen
Konſortiums und denen der Rothſchildgruppe ziehen, weil
man die Bedingungen der geplanten und nicht zuſtande
gekommenen Anleihe nicht mit denen der endgültig abge=
ſchloſſenen
vergleichen könne. Die Erklärungen des Finanz=
miniſters
wurden vom Hauſe mit großer Zuſtimmung zur
Kenntnis genommen. Polonyi replizierte und ſagte, die
deutſche Diplomatie habe die Verhandlungen mit dem
franzöſiſchen Konſortium vereitelt. Der Finanzminiſter
habe der Rotſchildgruppe den Vorzug gegeben, um die
dieſem Konzern angehörenden ungariſchen Banken für ihre
Beiträge zu den Wahlkoſten zu belohnen. Dieſe Worte

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Nummer 286.

riefen im Hauſe große Entrüſtung hervor. Der Finanz=
miniſter
erwiderte, er müſſe die Behauptung Polonyis von
einer Gegenaktion der deutſchen Diplomatie entſchieden als
unwahr erklären. Ebenſo ſeien die Bemerkungen Polo=
nyis
über die Beiträge der Bankinſtitute zu den Wahl=
koſten
eine allgemeine Verdächtigung, die keiner Wider=
legung
wert ſei. Polonyi vergifte wie Galeotto mit fal=
ſchen
Anklagen das öffentliche Leben. Polonyi ſagte
darauf, die Angriffe des Finanzminiſters erfüllten ihn mit
Freude und ſeien für ihn eine Auszeichnung.
Italien.
Die Finanzlage. In der Sitzung der Deputier=
tenkammer
trug Schatzminiſter Tedesco die Erklärung
über die Finanzlage des Landes vor.
Der im Etat für 1909/10 vorgeſehene Ueberſchuß von
48 Millionen Lire hat ſich infolge der ſpäter erlaſſenen
Geſetze auf 26 Millionen ermäßigt. Der Rechnungsab=
ſchluß
ergibt jedoch einen Ueberſchuß von beinahe 51 Mil=
lionen
Lire; davon ſind aber 35 Millionen für die Ver=
beſſerung
des Poſt=, Telegraphen= und Telephondienſtes,
ſowie für die Opfer des Erdbebens vom Dezember 1908
verwendet worden. Der vorläufige Etat für 1910/11 wies
einen Ueberſchuß von 47 Millionen Lire auf, der infolge
einer durchaus berechtigten höheren Veranſchlagung der
Einnahmen auf 94 Millionen ſtieg. Der Voranſchlag für
1911/12 ſieht einen Ueberſchuß von 51½ Millionen Lire
vor, wobei ein Fehlbetrag von 23 Millionen infolge der
vermehrten Schuldentilgung bereits berückſichtigt iſt. Der
Heeresetat für 1911/12 weiſt eine Erhöhung um 19 Millio=
nen
Lire auf, der jedoch eine Erſparnis von 4 Millionen
Lire bei der Verwaltung, bei der Verpflegung und Aus=
rüſtung
der Truppen gegenüberſteht. Der Marineetat iſt
um 11½ Millionen Lire höher, wovon jedoch 4 Millionen
Erſparniſſe abgehen. Nicht berückſichtigt in dem Etat ſind
die finanziellen Wirkungen der Geſetze, die zurzeit dem
Parlament vorliegen oder ihm demnächſt vorgelegt werden
ſollen. Im weiteren Verlauf ſeines Expoſés wies der
Finanzminiſter auf den wirtſchaftlichen Aufſchwung des
Landes hin, der in der Erhöhung der Eiſen= und Stahl=
produktion
, in der vermehrten Schiffsbewegung in den
Häfen und in dem Anwachſen der Poſtſparkaſſeneinlagen
klar zum Ausdruck komme. Dann ſprach der Miniſter über
den durch die Vermehrung der Zahl der Staatsbeamten
und durch die bewilligten Gehaltsaufbeſſerungen erforder=
lichen
Mehraufwand, über Reformen in der Verwaltung,
über eine Neueinteilung der Direktionsbezirke der Staats=
eiſenbahnen
und über die in Ausſicht ſtehenden Laſten der
kommenden Jahre.
England.
Die Wahlen. Die Konſervativen haben am Sams=
tag
nicht ſo gut abgeſchnitten, wie man erwartete. Wenn
aber das Verhältnis ihrer Gewinne dasſelbe bleibt, ſo
dürfte die Regierung doch in die üble Lage geraten, die
wahrſcheinlich ihren Rücktritt zur Folge haben würde. Die
Liberalen verzeichnen mit Genugtuung den Rückgang der
konſervativen Mehrheiten in Birmingham und ihre Er=
folge
in London und Mancheſter, insbeſondere auch die
Niederlage Bonar Laws, eines eifrigen Verfechters der
Tarifreform, der ſeinen ſicheren Sitz in London aufgab,
um in Mancheſter zu kämpfen. Norton, Macnamara, Ma=
ſterman
und alle jüngeren Mitglieder der Regierung er=
hielten
Sitze in London, während Birrell und Houbhouſe
ſich in Briſtol behaupteten. Im allgemeinen beſteht eine
außerordentliche Aehnlichkeit in den Mehrheiten mit den
Wahlen vom Januar; immerhin iſt ein bemerkenswerter
Ausfall in der Geſamt=Stimmenabgabe zu verzeichnen,
der zum Teil auf das naſſe, kalte Wetter zurückzuführen
iſt, das auch eine lebhaftere Wahlbewegung auf den Stra=
ßen
nicht aufkommen ließ.
Türkei.
Die Kammer nahm eine Antwort=Adreſſe
auf die Thronrede an. Die Redner ſämtlicher Par=
teien
betonten, daß die Annahme der Adreſſe kein Votum
für die Politik der Regierung bedeute. Der Groß=
weſir
verlas dann ein Expoſé. Der Großweſir ſchil=
derte
die Einzelheiten der geſcheiterten Anleiheverhand=
lungen
mit Frankreich und betonte, daß dadurch die gegen=
ſeitigen
Beziehungen nicht beeinflußt worden ſeien. Hakki
Paſcha ſprach ſodann über die auswärtige Politik.
Dieſer Teil des Expoſés ſei bereits am 27. November
gelegentlich der Beratung der jungtürkiſchen Kammer=
partei
bekannt geworden; der Großweſir gab heute nur

Sankt Nikolaus.
Zum 6. Dezember.
Von Oskar Wien er.
B. Wer kennt nicht ſeine würdevolle, vom Alter
kaum gebeugte Greiſengeſtalt! Das ſilberweiße Haar,
das gekrönt wird von der Biſchofsmütze; der buſchige,
überreiche Bart, der die roten Wänglein umrahmt und
ſo ſeltſam anmutet neben den blauen in ewiger Jugend
erſtrahlenden Augen. Wer kennt ihn nicht, den guten
Vater Nikolaus, den frommen Biſchof von Myra!
Ganz Deutſchland liebt ihn, und der 6. Dezember iſt
ſein Ehrentag. So geliebt wie er ward ſelten einer;
das Volk kann ihn nicht vergeſſen und die Kinder
nennen ſeinen Namen nur mit klopfendem Herzen
und ſind doch viele Jahrhunderte bereits in den Schoß
der Ewigkeit geſunken, ſeitdem der gütige Mann durchs
Leben gewandelt iſt. So ſind aber die Menſchen; wenn
einer ihrer Wohltäter ſtirbt, dann wollen ſie an ſeinen
Heimgang nicht glauben. Immer wieder feiert der
Verehrte ſeine Auferſtehung und die Sehnſucht läßt
ihn wenigſtens im Traum wiederkehren. So reitet
auſch auf weißem Zelter der Zeitgenoſſe Konſtantin des
Großen alljährlich an ſeinem Sterbetage durch ganz
Deutſchland, die Schweiz, und ſeine Reiſe führt ſelbſt
bis in die Niederlande. Auch zu Frankreich kennt man
den wundertätigen Klaus; dort verkündet eine viel=
geſungene
Volksballade die Detlev von Liliencron
meiſterhaft ins Deutſche übertragen hat eine ſeiner
rühmlichſten Taten. Die Legende hebt alſo an:
Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,
Die gingen zum Aehrenleſen in’s Feld.
Sie kamen abends an eines Schlachters Bank:
Wir ſind hungrig und müd, gib uns Speiſ und Trank.
Nur herein, lieben Kinder, herein zu mir,
Hier findet ihr alles, auch Nachtquartier.

noch einige Ergänzungen. So bezeichnete er die Gerüchte
für böswillig, daß ſich die Türkei den Sympathien irgend
einer Macht entfremdet habe. Die Türkei ſtehe zu England,
deſſen Freundſchaft für die Türkei wertvoll ſei, in einem
guten Verhältnis, und in allen die Türkei intereſſierenden
Fragen, deren wichtigſte die Wahrung der Verfaſſung und
die Integrität des Landes bildeten, verhielten ſich alle
Mächte gleich wohlwollend. Was Griechenland betreffe,
drückte Hakki Paſcha den Wunſch aus, daß es eine Haltung
einnehmen möge, welche den Verdacht zerſtreue, daß es ſich
in der Kretafrage nicht ganz neutral verhalte. Seit einiger
Zeit ſei Neigung hierzu bemerkbar. Die Beſchlüſſe der
chriſtlichen Kreter bedeuteten nicht den Anſchluß an Grie=
chenland
. Die Konſuln der Schutzmächte hätten erſt letzt=
hin
den Mohammedanern erklärt, auch wenn die Moham=
medaner
den Anſchluß an Griechenland wünſchten, würde
dieſer nicht vollzogen. Kreta befinde ſich noch immer als
Depot in den Händen der Schutzmächte, welche die Souve=
ränitätsrechte
der Türkei wahrten. Bezüglich Perſiens
ſagte der Großweſir, die zerrüttete Lage im Innern des
Landes bilde ein Hindernis für die Grenzregelung. Die
Türkei habe keine Abſichten auf perſiſches Territorium.
Nachdem noch drei Oppoſitionelle geſprochen hatten, wurde
die Sitzung auf Montag vertagt.
* Die Bierbrauer und die Kaiſerrede.
Die Deutſche Brauer=Union hielt, wie ſchon mitgeteilt, in
München ihre erſte Allgemeine Mitgliederverſammlung
unter dem Vorſitz von R. Funke ab. Ueber das Thema
Wie ſichern wir dem Biere die Berechtigung zu der Be=
zeichnung
Flüſſiges Brot? referierte der Direktor der
Kgl. Bierbrauer=Akademie Weihenſtephan, Profeſſor Dr.
Vogel. Der Redner wandte ſich gegen die Abſtinenzbewe=
gung
, inſonderheit gegen den vom Kaiſer ausgeſprochenen
Wunſch, die deutſchen Offiziere möchten den Alkohol ganz
meiden. Dem ſtellte der Redner unter anderem Bismarcks
Wort gegenüber, daß wir ohne den Alkohol den Krieg im
Jahre 1870 nicht hätten gewinnen können. Die Brauerei=
induſtrie
brauche ſo gut wie die übrige deutſche Induſtrie
die Flotte, um den Weltmarkt zu erobern. Als es für die
deutſche Induſtrie galt, eine Million für die deutſche
Flotte aufzubringen, da ſeien die Guttempler und Waſſer=
apoſtel
nicht auf dem Plane erſchienen, um aus ihren
alkoholfreien Getränken das Geld zu beſchaffen. Die ge=
fährliche
Abſtinenzbewegung in Deutſchland dürfe von den
Brauereien nicht mehr gleichgültig betrachtet werden.
Heute ſchon gelte es, eine gemeinſame Abwehr für das
geſamte deutſche Brauereigewerbe einzuleiten. Wohl liege
Deutſchlands Zukunft auf dem Waſſer, im Waſſer der
Abſtinenzler jedoch nicht. Der Vortragende erntete ſtür=
miſchen
Beifall. Es iſt beſchloſſen worden, ſeinen Vor=
trag
als Druckſchrift erſcheinen zu laſſen.
* Ergebniſſe der Volkszählung. Nach der
neueſten Volkszählung ſtellt ſich die Bevölkerungsziffer der
Stadt Offenbach auf rund 73000. Von den einzelnen
Orten des Landkreiſes Offenbach hat Hauſen eine Ein=
wohnerzahl
von 1346, Bieber eine ſolche von 4500,
Rumpenheim von 1389 und Groß=Steinheim
von 2789. Die Einwohnerzahl der Stadt München be=
trägt
nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung
595053, das ſind 56000 mehr als bei der Volkszählung
im Jahre 1905. In Leipzig hat das Reſultat der
Volkszählung eine Bevölkerung von 585 743 ergeben.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Dezember.
* Vom Hofe. Am Sonntag wurden von den Höch=
ſten
Herrſchaften nach dem Gottesdienſt in der Hofkirche
das Muſeum, nachmittags das neue Mauſoleum auf
der Roſenhöhe und die Porzellanſammlung im Prinz
Georgs=Palais beſucht. Geſtern morgen beſuchten die
Großherzogin und die Herzogin=Regentin mit Gefolge
die Großherzogliche Zentrale für Mutter= und Säug=
lingsfürſorge
in der Heinheimerſtraße 21. Um 1 Uhr
fand Tafel zu 18 Gedecken im Neuen Palais ſtatt.
Bei der Galatafel am Samstag ſtellte die Kapelle
Hauske die Tafelmuſik.
Geſtern nachmittag 2 Uhr 45 Min. ſind die braun=
ſchweigiſchen
Herrſchaften mit dem fahrplanmäßigen Zuge
nach Karlsruhe abgereiſt und vom Großherzog und der
Großherzogin zur Bahn begleitet worden. Außerdem war
das Großherzogliche Gefolge bei der Abfahrt der Herr=
ſchaften
anweſend. Die Herzogin trug ein dunkelgraues
Reiſekleid, der Herzog die Huſarenuniform mit der Mütze.
Nach herzlicher Verabſchiedung von den hohen Gäſten fuhr
das Großherzogliche Paar nach dem Heſſiſchen Ludwigs=

Kaum ſind ſie bei ihm und warten auf Brot,
Da, ſchlägt ſie der Schlachter mauſetot.
Und zerhackt ſie in viele Stücke klein,
Und pökelt ſie wie Ferkelfleiſch ein.
Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,
Die gingen zum Aehrenleſen in’s Feld.
Es wird dann erzählt, wie der Biſchof von Myra
ſieben Jahre ſpäter hungrig und dürſtend an dem Haus
des Mörders vorbeikommt, wie er um Labung bittet
und wie der entmenſchte Wirt dem Gaſte von dem
Menſchenfleiſch zu eſſen anbietet. Nikolaus erkennt
den Frevel: Der Heilige hob drei Finger baß, da
ſprangen die Kinder heraus aus dem Faß.
Auch im Morgenlande erzählt man von jener
Wundertat des heiligen Nikolo, dort iſt aber nur von
zwei Knaben die Rede, und es wird berichtet, daß die
verwaiſten Kinder von weither nach dem Sitz des
Biſchofs gepilgert wären, um von ihm eingeſegnet zu
werden. Auf halbem Wege fielen ſie einem habſüchti=
gen
Herbergsvater in die Hände, und der ſoll ſie einer
geringen Habe wegen erſchlagen haben. In der näm=
lichen
Nacht hatte der fromme Nikolaus eine Viſion;
im Traume ſah er, wie an den unſchuldigen Kindern
der Frevel verübt ward. Da kniete der Biſſchof in
inbrünſtigem Gebet und erflehte von Gott, daß die
Kinder wieder lebendig wurden. Seitdem iſt Sankt
Niklas der beſondere Liebling der Kleinen; immer
ſieht man ihn abgebildet umgeben von einer fröhlichen
Schar von Kindern. Der Schutzgeiſt der Jugend bleibt
er für alle Zeiten, nur hat der deutſche Volksglauben
ſeiner Geſtalt manche Eigenſchaften zugedichtet und ſei=
nem
friedlichen Weſen ſo einen ſtrengeren Charakter
verliehen. Das kommt, weil ſeine liebenswürdige
Figur mit dem rauhreifgeſchmückten Boten des Win=
ters
verwechſelt wurde; der alte Dämonenglaube der
Germanen hat da mitgeſprohen und ſo geſellt ſich zu
dem milden Gottesmann der finſterblickende Krampus,

bahnhof zum Empfange der Prinzeſſin Marie zu Solms=
Hohenſolms=Lich, mit der die Höchſten Herrſchaften ſodann
ins Neue Palais zurückfuhren.
Nicht in den Parterrelogen zur Rechten es gibt
nur eine , wie es infolge eines Verſehens des
Setzers in dem geſtrigen Bericht hieß, ſondern in den
Seitenlogen hatten die höchſten Herrſchaften bei der
Aufführung im Hoftheater am Sonntag Platz ge=
nommen
.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Major v. Meiß im Großen Generalſtabe, kommandiert
zur Dienſtleiſtung beim Kriegsminiſterium, ſeither imt
Generalſtabe der Großh. (25.) Diviſion, und dem Haupt=
mann
a. D. Frhrn. van der Hoop, ſeither Kompagnie=
chef
im 5. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiment Nr. 168.
Entlaſſen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Oberlehrer an dem Realgymnaſium zu
Mainz Dr. Heinrich Made auf ſein Nachſuchen mit
Wirkung vom 1. April 1911 ab ſeines Dienſtes.
Uebertragen wurden den Lehrern Ludwig
Braun zu Balkhauſen und Guſtav Eller zu Beeden=
kirchen
, beide im Kreis Bensheim, Lehrerſtellen an der
Gemeindeſchule zu Auerbach, in demſelben Kreiſe.
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Gefangenaufſeher am Landeszuchthaus
Marienſchloß Jakob Reinhard und den Gefangen=
aufſeher
an der Zellenſtrafanſtalt Butzbach Johann
Schellhaas zu Hauswärtern am ſüdlichen Kollegien=
gebäude
in Darmſtadt.
* Von der Spende Sr. Maj. des Kaiſers von Ruß=
land
im Betrage von 10000 Mk. zum Beſten der Wohl=
tätigkeitsanſtalten
und Armen von Darmſtadt und der
ärmeren Bevölkerung der Umgegend von Wolfsgarten
hat der Staatsminiſter Dr. Ewald 3400 Mark Wohl=
tätigkeitsanſtalten
und =vereinen überwieſen. Der Reſt.
iſt zur Verteilung unter die Armen von Darmſtadt und
der Umgebung von Wolfsgarten an den Oberbürger=
meiſter
Dr. Gläſſing=Darmſtadt und die beteiligten
Kreisämter Darmſtadt, Groß=Gerau und Offenbach
übermittelt worden. (Darmſt. Ztg.)
s. Vor dem Schwurgericht wurde geſtern als erſter
Fall eine Anklage gegen den Taglöhner Valentin Jakob
Grüll aus Gernsheim, verheiratet, 23 Jahre alt, vor=
beſtraft
und in Unterſuchungshaft befindlich, wegen Sitt=
lichkeitsverbrechens
verhandelt. Die Oeffentlichkeit war
ausgeſchloſſen und die Verhandlung endigte mit der Ver=
urteilung
des Angeklagten zu 2 Jahren Gefängnis.
s. Die Strafkammer verhandelte geſtern nur eine Be=
rufungsſache
, die gegen den Stationsaſſiſtenten Medis
zu Langen im Dienſt verübte Beleidigung des Maurers
Konrad Jehner aus Offenbach. Völlig unbegründet
hatte letzterer, weil er nicht mitzukommen fürchtete, den
abrufenden Beamten mit einigen groben, ungehörigen
Aeußerungen bedacht, wollte aber, in erſter Inſtanz hier=
für
zu 50 Mark Geldſtrafe verurteilt, freigeſprochen ſein.
Jene Strafe nebſt Veröffentlichungsbefugnis für den Be=
leidigten
wurde beſtätigt.
*X* Der Heſſiſche Denkmalrat trat geſtern vormit=
tag
unter dem Vorſitz des Herrn Geheimerat Frhr.. Biegeleben in der Techniſchen Hochſchule zu einer
Beratung zuſammen, an der ſich neben Regierungsvertre=
tern
die Herren Graf zu Erbach=Fürſtenau, Graf Görtz
gen. v. Schlitz, Großh. Archivdirektor Frhr. v. Schenk, Geh.
Oberbaurat Prof. Hofmann, Direktor Schumacher=Mainz,
Archivar Völke=Gießen und die Großh. Denkmalpfleger
Prof. Wickop, Geh. Rat Prof. Walbe, Prof. Meißner und
Prof. Dr. Anthes beteiligten. Nach einleitenden Anſpra=
chen
wurden die Berichte der Denkmalpfleger erſtattet,
woran ſich eine längere Beſprechung knüpfte. Die Bera=
tung
wurde am Mittag durch ein Frühſtück im Hotel zur
Traube unterbrochen und am Nachmittag fortgeſetzt.
* Profeſſor von Löfftz, deſſen Abi=
r
geſtern
früh meldeten, gehörte der Freien Vereinigung Darm=
ſtädter
Künſtler als Ehrenmitglied an. Die Vereini=
gung
ließ durch Profeſſor Peter Halm einen Kranz an
der Bahre niederlegen.
* Landwirtſchaftskammer. In der letzten Vor=
ſtandsſitzung
beſchäftigte ſich der Vorſtand hauptſächlich
mit der vorläufigen Aufſtellung des Voranſchlags für
das Jahr 1911. Des weiteren wurde beſchloſſen, die
Ausſtellung der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft
in Kaſſel außer anderen Tieren auch mit Landſchafen
und Obſt und Gemüſe zu beſchicken. Eine phänolo=
giſche
Karte für das Großherzogtum Heſſen wird dem=
nächſt
erneut herausgegeben. Wegen des Umbaues der
Haushaltungsſchule in Lindheim ſoll mit der Gemeinde=
vertretung
ſich in Verbindung geſetzt und dieſe erſucht
werden, die Koſten des Umbaues gegen Verzinſung
durch die Landwirtſchaftskammer zu tragen. Des wei=
teren
wird die Abhaltung außerordentlicher Vorträge
über die Vorteile und Wichtigkeit intenſiver Weide=
wirtſchaft
im Vogelsberg genehmigt. Hierüber ſoll je

der Rächer böſer Taten, der eine feuerrote Zunge hat,
die ihm weit aus dem Maule hängt, ein Paar richtige
Teufelshörner und eine Eiſenkette, mit der er gefähr=
lich
klirrt. Manchmal übernimmt Nikolaus ſelbſt
das Amt des geſtrengen Strafrichters dann ſticht ſelt=
ſam
ab von ſeinem goldenen Hirtenſtab die Rute in der
Linken. Brave Kinder brauchen ſich nicht zu fürchten,
doch den ſchlimmen iſt ſie ein Menetekel.
Hiſtoriſches wiſſen wir wenig von Vater Nikolaus.
Er, der einer der höchſten Heiligen der griechiſchen
Kirche iſt und den die Ruſſen einen Wundertäter und
Volksbeglücker nennen, hat viel Kummer im Leben
erfahren. Unter Kaiſer Diocletian wurde er eingeker=
kert
, und erſt Konſtantin der Große hat ſeine Ketten
zerbrochen. Früh genoß er als ein eifriger Anwalt
der Kinder, als ein Fürſprecher der Kleinen, im gan=
zen
Oſten innige Verehrung. Anno 1087 brachten
Kaufleute aus Bari ſeine Leiche in ihre Heimat und
dort wird heute noch der 9. Mai als der Geburtstag
des Kinderfreundes mit ganz beſonderem Pomp ge=
feiert
. Wir Deutſchen haben den 6. Dezember dem
guten Nikolaus geweiht. Schon am Abend vorher rüſtet
ſich das Volk, den greiſen Gaſt würdig zu empfangen.
Und da kommt er auch ſchon auf ſeinem Schimmel
oder auf einem weißen Eſelchen durch die Dämmerung
geritten. Einen Sack voll Süßigkeiten führt er mit
ſich; die ſchlimmen Kinder aber bekommen die Rute.
Weil nun alle Kleinen nach den Gaben des alten Herrn
ein heißes Verlangen tragen, und weil ſelbſt die brav=
ſten
an irgend eine Stunde im Jahr zurückdenken
müſſen, die ihr Gewiſſen belaſtet hat, ſo ſuchen ſie Sankt
Niklas für ſich milde zu ſtimmen. Und weil ein jeder
weiß, daß der Reiter zuerſt ſein treues Tragtier ver=
ſorgt
ſehen möchte, füllen die Kinder die Schuhe, die
ſie abends vor dem Schlafengehen vor die Tür ſtellen,
mit Hafer und mit Heu. Jn manchen deutſchen Dör=
fern
wird auch eine Mohrrübe in den Strumpf geſteckt

[ ][  ][ ]

Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Seite 3.

ein Vortrag in Schotten und Grebenhain ſtattfinden.
Auf eine Eingabe des Verbandes der deutſchen Vieh=
händler
auf Freigabe der Viehmärkte im Großherzog=
tum
Heſſen, erkennt der Vorſtand der Landwirtſchafts=
kammer
dankbar das raſche Vorgehen der heſſiſchen Re=
gierung
, welches angeſichts der Maul= und Klauenſeuche
die Abhaltung der Viehmärkte unterſagte, an. Der
Vorſtand wird weiter noch bei der Regierung bean=
tragen
, daß dieſe bei dem Reichskanzler dahin vorſtellig
wird, daß im ganzen Deutſchen Reiche gemeinſame Ab=
wehrmaßnahmen
gegen die Maul= und Klauenſeuche
getroffen werden. Auch wird der Vorſtand bei der Re=
gierung
dahin zu wirken verſuchen, daß von ſämtlichen
Kreiſen im Großherzogtum Heſſen einheitlich die Ein=
fuhr
von Vieh aus den mit Maul= und Klauenſeuche
verſeuchten Gegenden unterſagt wird. Die Pferde=
und Fohlenauktion, die im Jahre 1910 zum erſten Male
eingerichtet wurde, wird auch im Frühjahr 1911 wieder
ſtattfinden. Die hierfür entworfenen Bedingungen
wurden angenommen. Die Oberheſſiſche Hengſthalt=
ungs
=Genoſſenſchaft erhielt einen Zuſchuß in der alten
Höhe. Die Landwirtſchaftskammer wird noch bei der
Marineverwaltung dahin wirken, daß zur Bekämpfung
des Heu= und Sauerwurms die Konſervenbüchſen an=
geſichts
der Notlage des Winzerſtandes unentgeltlich
gegen Erſtattung der Transportkoſten zur Verfügung
geſtellt werden.
V.V. Der Vorſtand des Verkehrs=Vereins hielt
ſeine letzte Sitzung im Kaiſerſaal ab. Neu aufgenom=
men
wurden Herr Glaſermeiſter Werner und der
Kaiſerautomat, G. m. b. H. Auf die anläßlich der Ge=
burtstage
Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, des
hohen Protektors des Vereins, und des Erbgroßherzogs
abgeſandten Glückwunſchtelegramme ſprach Se. Königl.
Hoheit der Großherzog telegraphiſch ſeinen Dank aus.
Das Großh. Miniſterium des Innern überſandte den
Jahresbericht der Denkmalpflege im Großherzogtum
Heſſen 19021907 und ſteht derſelbe den Herren Vor=
ſtandsmitgliedern
zur Verfügung. Der Verein be=
mühte
ſich darum, daß der Beſuch des deutſchen Kaiſers
in Darmſtadt erfolgen ſollte, jedoch konnte dieſem Wun=
ſche
nicht entsprochen werden, was im Intereſſe unſerer
Stadt ſehr zu bedauern war. Verſchiedentlich gingen
Klagen darüber bei dem Vorſtande ein, daß die Aus=
gabe
von Fahrkarten auf dem Bahnhofe Darmſtadt=Oſt
ſich erheblich verzögerte und ſagte die Großh. Verkehrs=
inſpektion
auf unſere Vorſtellungen Abhilfe zu. Weiter
wurde darüber geklagt, daß zur jetzigen Jagdzeit in
den Zügen zu wenig Abteile für Reiſende mit Hunden
eingerichtet ſind. Auch hier wurde Abhilfe zugeſagt,
indem die Eiſenbahnverwaltung in den Zügen 713, 717,
715, 726 und 730 je ein Abteil für Reiſende mit Hunden
einrichtet. Im Falle dieſe Abteile nicht ausreichen, iſt
das Perſonal angewieſen, weitere Abteile einzurichten,
auch kann ausnahmsweiſe ein Abteil der 4. Klaſſe als
3. Klaſſe für Reiſe mit Hunden eingerichtet werden. Mit
dem vor einigen Tagen in den hieſigen Blättern erſchie=
nenen
Eingeſandt, betr. neue Straßenbenennungen, be=
ſchäftigte
ſich auch der Vorſtand, und wurde der Antrag
angenommen, darauf hinzuwirken, daß eine Straße
niemals zweierlei oder dreierlei Benennungen erhalten
dürfe. Vor allem müſſe man darauf ſehen, daß dies bei
Benennung der Straßen nach Eröffnung des neuen
Hauptbahnhofes zu erreichen wäre, denn, wenn z. B. die
natürliche Fortſetzung der Rheinſtraße, die Breite
Allee, einen anderen Namen als Rheinſtraße erhalte,
würde dies zu vielen Mißverſtändniſſen führen.
Einer Anregung aus Mitgliederkreiſen folgend,
wurde der Verein bei dem ſtädtiſchen Tiefbauamt dahin
vorſtellig, bei eventuellem Schneefall die Fahrbahn der
Heinrichſtraße, Rheinſtraße, Neckarſtraße, Heidelberger
Straße, Frankfurter Straße, Breite Allee nur auf der
einen Seite vom Schnee zu reinigen und ſo eine
Schlittenbahn herzuſtellen. Die Durchführung dieſes
Antrages würde ſicherlich vielfach freudigſt begrüßt
werden. Für den Odenwaldklub hat der Verein auch
in dieſem Winter wieder den Schneemeldedienſt über=
nommen
und werden dieſe Meldungen auch am Verkehrs=
büro
ausgehängt. Sehr wurde über das Fehlen von
Bedürfnisanſtalten in unſerer Stadt geklagt. So
wurde darauf hingewieſen, daß vom Ernſt=Ludwigsplatz
bis zur Ludwigshöhe nicht eine einzige ſolche Anſtalt
zu treffen iſt, und wurde gebeten, doch bei der Großh.
Bürgermeiſterei um Abhilfe dieſes Mißſtandes zu
bitten. In einem Eingeſandt wurde der Verein er=
ſucht
, für Abhilfe des Lärms durch die Sirene=Pfeifen
in den hieſigen Fabriken zu ſorgen. Der Verein kann

ſich jedoch mit dieſer Angelegenheit nicht befaſſen, da
dies Sache der Polizeibehörde iſt. In einem Lehrbuch
für preußiſche Lehranſtalten wurden über die Lage und
Umgebung unſerer Stadt Behauptungen aufgeſtellt, die
der Wirklichkeit nicht entſprechen. Der Verein wird
ſich mit dem Verlag dieſes Buches wegen Richtigſtellung
dieſer Behauptungen ins Benehmen ſetzen. Bei der
Beſprechung dieſer Angelegenheit wurde angeregt, ob
es nicht möglich wäre, daß rechts und links des Bahn=
körpers
durch die Großh. Forſtverwaltung eine Kuliſſe
von Laubbäumen vor die recht ärmlich ausſehenden
Kiefernwaldungen gepflanzt werden könnte, wodurch
den Reiſenden ein viel ſchönerer Anblick geboten würde,
was vielleicht bei dem großen Entgegenkommen der
Forſtbehörde erreicht werden kann. Der Beitritt zu
dem Feſthausverein wurde beſchloſſen. Ein Geſuch
um Stiftung eines Ehrenpreiſes mußte leider infolge
der knappen Mittel des Vereins abgelehnt werden.
Betreffs des 25jährigen Jubiläums des Vereins wurde
beſchloſſen, dasſelbe bei der nächſten Hauptverſammlung
zu begehen, und wurden hierfür zwei Tage vorgeſehen.
Es ſollen nicht, wie bei anderen Jubiläen, koſtſpielige
Feſtveranſtaltungen ſtattfinden, der Verkehrs=Verein
will mit ſeinen Mitgliedern und Gönnern eine Stif=
tung
zuſammenbringen, woraus zur Erinnerung an
die 25jährige Tätigkeit des Vereins ein Denkmal
(Brunnen uſw.) der Stadt geſtiftet werden ſoll.
Hoffentlich findet dieſe Idee tatkräftige Unterſtützung.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog, der hohe Protektor
des Vereins, hat ſich über dieſe Betätigung echten
Bürgerſinnes ſehr anerkennend ausgeſprochen und ſeine
Förderung zugeſagt. Die Vermietung der am Bahn=
hofe
ſtehenden Tafeln, welche Eigentum des Vereins
ſind, zu Zwecken von Ankündigungen über Wohnungs=
vermietung
uſw. wurde abgelehnt. Die anregend
ve=laufene Sitzung fand erſt gegen 11½ Uhr ihr Ende.
mm. Kirchenmuſil. Ein ſehr erfreuliches Zeichen
unſerer nach immer höheren Zielen ſtrebenden
Zeit iſt auch das wachſende Verſtändnis für die
Bedeutung der kirchenmuſikaliſchen Kunſtwerke von
Johann Sebaſtian Bach und ihre Einfügung in
die gottesdienſtliche Feier der Gemeinde, für die ſie der
Meiſter geſchaffen und beſtimmt hatte und in deren Rah=
men
ſie auch den nachhaltigſten Eindruck auf das Gemüt
der Hörer hervorzubringen imſtande ſind. Dieſe Wahr=
nehmung
konnte man am 2. Adventſonntag in der Stadt=
kirche
machen, woſelbſt im Hauptgottesdienſt die anſpre=
chende
und allgemein verſtändliche Kantate nach den
Worten des 80. Pſalms (Du Hirte Jsrael, höre!)
aufgeführt wurde, welche in lieblichen Tönen das
Vertrauen der in ſeinem Schutze geborgenen
Herde zum Hirten ſinnbildlich ausdrückt. Wie es
zu Bachs Zeiten allgemein, auch an kleineren Orten, die
eine wohlbeſtellte Kirchenmuſik mit Orcheſterinſtrumenten
beſaßen, üblich war, fand die Kantate ihre Stelle als muſi=
kaliſche
Erläuterung zu den ausgeſprochenen Gedanken
der inhaltreichen Predigt nach dieſer. Nur das von Orgel
und Orcheſter (Mitglieder der Großh. Hofmuſik) tadellos
ausgeführte feſtliche Paſtorale war ganz an den Anfang
der Feier vor die Gemeindegeſänge geſtellt, dirigiert von
Herrn Kirchenmuſikmeiſter Profeſſor Mendelsſohn,
der ſich bekanntlich um die Einführung von Bachſchen Kan=
taten
in den Gottesdienſt hierſelbſt ſchon früher ein blei=
bendes
Verdienſt erworben hatte und der bei den übrigen
Sätzen der Kantate die Orgelpartie übernahm, die er mit
der Sicherheit eines hervorragenden Kenners Bachſchen
Stiles ausführte, während der gut einſtudierte zahlreiche
Stadtkirchenchor friſch und kräftig unter Leitung ſeines
jetzigen Dirigenten, Herrn Organiſt Borngäſſer,
ſich ſeiner nicht leichten Aufgabe entledigte.
Eine in der für Bach und ſeine Zeit charakteri=
ſtiſchen
Inſtrumentenzuſammenſtellung eigenartig an=
mutende
Abwechſelung zu den Chören bringen die aus=
gedehnten
Arien, bei welchen Schalmeienklänge die Solo=
ſtimmen
umſpielen, beſonders die des Tenors. Als Soliſten
hatten ſich der bekannte Herr Konzertſänger Adolf
Müller aus Frankfurt, deſſen mit edlem Ton vorgetra=
genes
Rezitativ: Ja, dieſes Wort iſt meiner Seelen
Speiſe Andachtsſtimmung verbreitete, und Herr Land=
zettel
beteiligt.
Den Schlußchoral nahm dann die Gemeinde im
Wechſelgeſang mit dem Chor auf. Allen Kirchenbeſuchern
dürfte durch dieſe Kantate der Zweck, den der Tonſetzer mit
ſeiner Muſik erreichen wollte, verſtändlich geworden ſein,
nämlich eine regulierte Kirchenmuſik zu Gottes Ehren

und dieſer als Erſatz für die Schuhe vor’s Fenſter ge=
hängt
. Früh können dann die Kleinen kaum erwar=
ten
, bis es tagt, und weil Nikolaus ein liebevoller,
aber gerechter Mann iſt, finden nur die braven Kinder
als Gegengabe allerhand Süßigkeiten in den Strümp=
fen
oder Schuhen; die Argen aber Kohle und Sand.
Die ehrwürdige Geſtalt des Biſchofs hat ſich in
Oeſterreich beſonders gut erhalten; als Nikolo findet
man ihn auf den Tiſchen der Spielwarenhändler, und
nie fehlt da die goldene Rute in ſeiner Hand. Der
fröhliche Mummenſchanz, der mit ihm einſt überall
getrieben wurde, iſt nun freilich ſeltener geworden;
einſt pflegte das Stadtvolk eine überlebensgroße
Puppe, die mit der Mitra geſchmückt war, auf einem
Holzpferd durch die Straßen zu ziehen. Und die Schü=
ler
der Lateinſchule wählten aus ihrer Mitte den wür=
digſten
und ſtattlichſten Knaben; der zog, als Biſchof
verkleidet und begleitet von zwei Diakonen, an der
Spitze der jungen Schar in die Kirche. Nachher wurde
von den Studenten bei allen angeſehenen Bürgern
die Biſchofsſteuer eingehoben; das war ein guter
Kupferbatzen oder ein beſonderes Gebäck, das Niklas=
kuchen
hieß und mit beſonderer Liebe von den Haus=
frauen
gebacken worden war. Die Sitte, am Abend
des St. Nikolaus den Kindern eine Freude zu machen,
iſt uralt, in den Ratsbüchern deutſcher Städte finden
ſich bereits im Mittelalter Aufzeichnungen wie dieſe:
Die gnädige Frau Gräfin für Narrenwerk und
Pfefferkuchen zum Niklastag 17 Silbergroſchen.
Daß es bei ſolch einer Beſcherung laut und toll
zuging, wird man begreifen. Oft miſchte ſich der Jan=
hagel
, das Stadtgeſindel, in die Feier und die Roheit
triumphierte. Die Kinder, die nach dem Zuckerwerk
haſchten, das unter die Menge geworfen wurde, be=
kamen
ſtatt der Süßigkeiten Schläge und der Pöbel
drang gewaltſam in die Wohnungen ein und erzwang
Geſchenke. Da ſchritten die Behörden ein und berei=
teten
dem wüſten Treiben ein Ende. Guſtav Adolf,
der Herzog von Mecklenburg, zog bereits anno 1620
mit Entſchiedenheit gegen dieſen Unfug zu Felde, und
verbot bei ſtrenger Strafe, daß dem gemeinen Brauch
noch allerlei vermummte Perſonen unter dem Namen

hat. Auch die Geiſtlichkeit wollte hinter den welt=
lichen
Herren nicht zurückſtehen und ſie predigte von
der Kanzel herab gegen das Geſchenkgeben am Ni=
kolabend
. Als zudem die Lehrer und Aerzte dem
Krampus, dieſem Kinderſchrecken und ſteten Begleiter
des würdigen Biſchofs den Krieg erklärten, da ver=
ſchwand
der alte Brauch raſch aus den Städten. Auf
dem Lande fand er eine liebevolle Zuflucht, und dort
wird er noch heute gehegt. Dort geht noch immer der
gute Klaus um, wenn ſich der 5. Dezember zur Rüſte
neigt, und an ſeiner Seite fletſcht der entſetzliche
Hans Trapf die Zähne, den ſie zu Tirol den Klaubauf
nennen, weil er die böſen Kinder aufklaubt und in
den Sack ſteckt.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Das Weihnachtsſpiel Bonifacius
wird, wie wir hören, demnächſt auch im Mainzer
Stadttheater zur Aufführung gelangen.
* Bismarcks Gedanken und Erinne=
rungen
. Kürzlich hatte der Reichstagsabgeordnete
Konrad Haußmann in einem Artikel geſagt, der dritte
Band der Erinnerungen Bismarcks ſei dem deutſchen
Volke unterſchlagen‟ Die Cottaſche Buchhandlung er=
klärt
nun, der dritte Band werde von ihr beſtim=
mungsgemäß
als Vermächtnis des Fürſten Bismarck
an das deutſche Volk treulich behütet und zu gegebener
Zeit veröffentlicht werden.
* Die Reſte eines Rienſauriers. Der
im Frühjahr vorigen Jahres vom geologiſch= palaeonto=
logiſchen
Inſtitut und dem Naturkundemuſeum zu
Berlin nach Deutſch=Oſtafrika entſandten Forſchungs=
expedition
, um deren Ausrüſtung ſich ein Komitee mit
dem Regenten von Braunſchweig an der Spitze ver=
dient
gemacht hat, iſt es gelungen, u. a. Knochenteile
eines Rieſenſauriers zu finden, die als die größten
Knochen von Landwirbeltieren angeſehen werden
müſſen. Während nämlich der Oberarmknochen des von
Carnegie kürzlich dem Muſeum geſchenkten Diplodocus
eine Länge von 95 Zentimeter beſitzt bei einer Geſamt=
länge
des Tieres von 25 Meter, mißt der bereits in
Berlin eingetroffene Oberarmknochen des jetzt aufge=
fundenen
Sauriers 2,10 Meter. Die Rippenlänge be=
trägt
2,50 Meter. Die vom Kuſtos Dr. Janenſch und

und zur Erbauung des Gemütes die in ihrer abgerun=
deten
Form ſich vollkommen in die göttesdienſtliche Feier
der Gemeinden eingliedert und eine wertvolle Bereiche=
rung
derſelben bildet.
J. Kriegervercinsbezirkstag. Sonntag nachmittag
fand im weißen Saale der Reſtauration Zur Stadt
Pfungſtadt‟, Eliſabethenſtraße 2, der dritte Bezirkstag
der Kriegervereine von Darmſtadt und Umgegend
ſtatt. Vertreten waren 41 Vereine. Auf der Tages=
ordnung
ſtanden: 1. Poſtkartenvertrieb, 2. Heſſiſcher
Kamerad, 3. Sammelwerk, 4. Wanderung des Bezirks
innerhalb der Bezirksvereine. Vor Eingang in die
Tagesordnung widmete der erſte Vorſitzende, Kam.
Büttner, einige warme Worte des Nachrufs dem
verſtorbenen Vorſitzenden der Haſſia, Sr. Exz. Ge=
neralleutnant
Hof, und die Verſammlung ehrte deſſen
Andenken durch Erheben von den Plätzen. Nach Ver=
leſung
des Protokolls der letzten Tagung wurden die
vorſtehenden Punkte der Tagesordnung erledigt. Die
vorhandenen Poſtkarten der Haſſia ſollen gemäß den
Anträgen aufgebraucht und das Präſidium gebeten
werden, weiteren Bedarf nur auf Anfordern der Ver=
eine
überweiſen zu laſſen. Weiter wurde hinſichtlich
der Verbreitung des Heſſiſchen Kamerad beſchloſſen,
den Vereinsvorſtänden erneute eindringliche Agitation
anzuempfehlen und ferner dafür zu ſorgen, daß der
Heſſiſche Kamerad, ſowie die Sammelbüchſen in den
Vereinslokalen vorzufinden ſeien. Ferner wurde hin=
ſichtlich
der Abhaltung der Bezirksverſammlungen be=
ſchloſſen
, es bei dem bisherigen Verfahren des Wan=
derns
der Verſammlungen zu belaſſen und den näch=
ſten
Bezirkstag in Wixhauſen abzuhalten. Der Vor=
ſitzende
ſchloß die Verſammlung mit dem Wunſche wei=
teren
Gedeihens und einem dreifachen Hoch auf den
Bezirk Darmſtadt.
Der Familien=Abend des Ev. Frauen=Vereins des
Oſtbezirks am Sonntag abend nahm einen außerordentlich
würdigen und anregenden Verlauf. Pfarrer Vogel ent=
warf
aus eigener Anſchauung ein feſſelndes Bild der Hei=
mat
Zwinglis im Toggenburger Land und zeichnete
in eindrucksvollen Bildern das Weſen des ſchweizeriſchen
Reformators. Frl. M. Heißner ſang unter großem
Beifall Lieder von Dell Acqua, Schumann und Brahms,
auch ein hübſches Lied von W. Vogel, mit ſehr ſympathi=
ſcher
Stimme und vorzüglicher Schulung, in künſtleriſcher
Weiſe begleitet von ihrer Schweſter, Frl. W. Heißner,
die ſich auch durch den Vortrag von zwei Klavierſtücken als
eine ganz vortreffliche Pianiſtin erwies. Tiefen Eindruck
hinterließ das Melodram Die Mutter, ergreifend geſpro=
chen
von Frl. D. Hofmann und in feinfühliger Weiſe
begleitet von Frl. Baſt, die außerdem durch den voll=
endeten
Vortrag des Feuerzaubers aus der Walküre die
Zuhörer zu rauſchendem Beifall hinriß. Als eine Violin=
ſpielerin
von ſolidem Können und ſehr guter Schulung
zeigte ſich Frl. H. Vogel. Herr G. Schmick erfreute die
Verſammlung durch den lebendigen Vortrag des Gedichts
Föhnwind von E. Zahn. Eingeleitet wurde der Abend
mit der Ouvertüre zu Zampa, vorgetragen von den
Damen Baſt und Heißner. Das Schluß= und Dankes=
wort
des Vorſitzenden regte ernſt=frohe Adventsgedanken
an und mahnte zu treuem Gemeinſchaftsgefühl und flei=
ßiger
Mitarbeit. Der ſchöne Saal des Gemeindehauſes
war überfüllt.
* Hoher Beſuch. Das Großherzogspaar und
das Herzogspaar beſuchten geſtern vormittag das
Geſchäft der Firma Joſeph Trier in der Wilhelminen=
ſtraße
und machten daſelbſt verſchiedene Einkäufe. Am
Samstag nachmittag machte Ihre Exzellenz Oberhofmei=
ſterin
Gräfin v. Baſſewitz in Begleitung der Hofdame
Gräfin v. Wedel bei der Firma C. Sans, Offenbacher
Lederwaren= und Koffer=Spezialhaus, Schulſtraße 1, ihre
Einkäufe.
* Arbeitsjubiläum. Anläßlich der 25jährigen Tätig=
keit
des Tapezierwerkmeiſters Herrn Hch. Wiegmann
bei der Hofmöbelfabrik Joſeph Trier, hier, hatte dieſe das
geſamte Perſonal, etwa 100 Perſonen, zu einem gemein=
ſamen
Feſteſſen im Rummelbräu am Samstag abend
verſammelt. Bei Beginn der Tafel wurden dem Jubilar
mit ehrender Anſprache ſeitens des Seniorchefs, Herrn
Kommerzienrat Trier, ein Sparkaſſenbuch, ferner Ge=
ſchenke
der verſchiedenen Bureaus und Werkſtätten über=
reicht
. Die Großh. Handwerkskammer ließ eine Ehren=
urkunde
überreichen, der Werkmeiſter=Bezirksverein ein
prachtvolles Schreibzeug uſw. Möge dem Jubilar noch eine
lange erfolgreiche Tätigkeit beſchieden ſein, ihm und ſei=
ner
Firma zu Nutz und Ehre.
Dr. E. Hennig geführte Expedition hat den Fund in
Tendaguru, vier Tagemärſche von der Station Lindi
entfernt, gemacht und iſt bemüht, die übrigen Knochen
des gewaltigen Tieres aufzufinden, das der Kreidezeit
angehört. Zahlreiche Ausgrabungsfunde ſind bereits im
Zoologiſchen Muſeum eingetroffen und werden hier
ſorgſam zuſammengeſtellt, und gegenwärtig befinden ſich
noch 72 Kiſten auf hoher See.
* Paris, 5. Dez. Die an Bord der Panzerſchiffe
Vérité und Juſtice vorgenommenen Verſuche
mit drahtloſer Telephonie haben ein über=
raſchend
günſtiges Ergebnis geliefert. Auf eine Ent=
fernung
von 115 Kilometer wurden die zwiſchen den
beiden Schiffen geführten Geſpräche noch vollſtändich
deutlich und mit Leichtigkeit gehört. Dabei wurde feſt=
geſtellt
, daß die von anderen Schiffen unternommenen
Verſuche, durch die Entſendung ſtarker elektriſcher
Wellen eine Störung der Geſpräche zu verurſachen, ver=
geblich
waren.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 6. Dez.: Lohengrin.
Mittwoch, 7. Dez.: Zum erſten Male: Die kleine Prin=
zeſſin
. Donnerstag, 8. Dez.: Tosca. Freitag, 9.
Dez.: Die geſchiedene Frau. Samstag, 10. Dez.:
Suſannens Geheimnis. Hierauf: Die Regiments=
tochter
. Sonntag, 11. Dez., ½4 Uhr: Die Fleder=
maus
, 7 Uhr: Der Evangelimann. Montag, 12. Dez.:
Der Graf von Luxemburg. Dienstag, 13. Dez.: Der
fliegende Holländer. 2. Schauſpielhaus.
Dienstag, 6. Dez.: Zum erſten Male: Strandkinder.
Schauſpiel in 4 Akten von Hermann Sudermann.
Mittwoch, 7. Dez.: Strandkinder. Donnerstag, 8.
Dez.: O dieſe Leutnants. Freitag, 9. Dez.: Einer von
unſere Leut. Samstag, 10. Dez.: Strandkinder.
Sonntag, 11. Dez., 3½ Uhr: Der dunkle Punkt, 7 Uhr:
Strandkinder. Montag, 12. Dez.: Roſe Bernd.
Dienstag, 13. Dez.: Moral.
* Berichtigung. Ein Druckfehler in dem
geſtrigen Bericht über die Tosca=Aufführung
im Saalbau, Zeile 16 von oben (ſind ſtatt iſt‟), hat
die Angabe der Entſtehungszeit der Oper gefälſcht. Die
Oper La Boheme iſt früher entſtanden als Tosca‟
Sie wurde 1897, Tosca‟ 1900 und Madame Butterfly
1904 zum erſten Male aufgeführt.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Nummer 286

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Sektion Darmſtadt, D. u. Oe. Alpenverein. Da
ſich die Sektion Darmſtadt neuerdings die Förderung
des Skilaufs angelegen ſein läßt und die ihr allwöchent=
lich
zugehenden Nachrichten über Wetter= und Schnee=
verhältniſſe
Samstags im Schaufenſter des Herrn Buch=
händlers
Heberlein, Ludwigsplatz 4, zur allge=
meinen
Kenntnis bringt, dürfte auch der Vortrag des
Herrn Ferd. Schäfer über Skifahrten im Taunus
und Schwarzwald (Dienstag, 6. Dezember, abends im
Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20) weitgehendem Intereſſe
begegnen. Die Sektionsmitglieder und Sportfreunde
ſeien noch beſonders darauf aufmerkſam gemacht.
* Das neue Verzeichnis empfehlenswerter Ingend=
ſchriften
, zuſammengeſtellt von einem Ausſchuß aus der
Darmſtädter Lehrerſchaft und dem Verein für Verbrei=
tung
von Volksbildung, iſt erſchienen und in etwa
12000 Exemplaren durch die Schüler der ſtädtiſchen und
höheren Lehranſtalten unentgeltlich in den Familien
verteilt. Die Liſte iſt lediglich eine Auswahl und macht
auf Vollſtändigkeit keinen Anſpruch. Die Verteilung
auf die verſchiedenen Altersſtufen iſt auf Grund der
Urteile des Darmſtädter Prüfungsausſchuſſes, unter
Beachtung der Liſten anderer Prüfungsausſchüſſe, er=
folgt
. Bei der Wahl der Ausgaben iſt insbeſondere
auf gute Ausſtattung und Bilderſchmuck Rückſicht ge=
nommen
; von vielen Werken gibt es natürlich noch
billigere Ausgaben, als die angegebenen. Geſamtwerke
der Klaſſiker, ebenſo Werke aus dem Gebiete der Tech=
nik
und anderer Spezialwiſſenſchaften ſind unberückſich=
tigt
geblieben. Die Mehrzahl der in der Liſte verzeich=
neten
Bücher befindet ſich in der Jugendſchriften= Aus=
ſtellung
(Marktplatz 8, im Rathaus, eine Stiege hoch),
deren Eröffnung auf nächſten Mittwoch vorgeſehen iſt.
Die Bücher können von ſämtlichen Darmſtädter
Buchhandlungen bezogen werden.
Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G. m. b. H.,
am 30. November 1910. Aktiva. Kaſſa=Konto u. Guthaben
auf Reichsbank=Giro= u. Poſtſcheck=Konto 83626 M. 99 Pf.
Coupons= u. Sorten=Konto 13 773 M. 28 Pf. Bankverkehr=
Konto 413185 M. 82 Pf. Effekten=Konto 485 484 M. 75 Pf.
Lombard=Konto 410214 M. 83 Pf. Wechſel= u. Deviſen=
Konto 319282 M. 77 Pf. Konto=Korrent=Konto 3082 272 M.
20 Pf. Vorſchuß= u. Vorſchuß=Wechſel=Konto 717646 M.
82 Pf. Haus=Konto und Immobilien=Konto 286366 M.
74 Pf. Mobilien=Konto 2434 M. Pf. Schrankfächer=
Konto 1 M. Pf. Haus= u. Immobilien= Unterhaltungs=
koſten
=Konto 2927 M. 37 Pf. Verwaltungskoſten=Konto
55538 M. 99 Pf. Paſſiva. Geſchäftsanteil=Konto
1507549 M. 23 Pf. Reſervefonds=Konto I u. II 371180 M.
48 Pf. Delkredere=Konto 50000 M. Pf. Penſions= u.
Unterſtützungsfonds=Konto 154683 M. 08 Pf. Akzeptatio=
nen
= und Aval=Konto 59043 M. 33 Pf. Sparkaſſen= und
Scheck=Konto 3553357 M. 27 Pf. Zinſen=Konto 175093 M.
25 Pf. Dividende=Konto 2848 M. 97 Pf. Umſchag im
November 1910 4439321 M. 86 Pf. Zahl der Mitglie=
der
1995.
Fleiſchpreiſe. Infolge einer verſehentlichen An=
gabe
der Metzger=Innung war eine falſche Mitteilung
über den Fleiſchabſchlag in unſer Blatt gekommen. Der
Fleiſchabſchlag iſt nur für Schweinefleiſch einge=
treten
. Die gegenwärtigen Preiſe ſind im heutigen An=
zeigenteil
bekanntgegeben.
§ Leere Wohnungen. Nach den durch die Polizei im
vorigen Monat gemachten Feſtſtellungen ſtehen zurzeit da=
hier
566 Wohnungen leer, und zwar im erſten Polizei=
revier
56, im zweiten Polizeirevier 130, im zweiten Po=
lizeirevier
(Nordbezirk) 61, im dritten Polizeirevier 39, im
vierten Polizeirevier 61, im fünften Polizeirevier 149 und
im ſechſten Polizeirevier 70. Der Größe nach verteilen
ſich die leeren Wohnungen wie folgt: 15 Wohnungen mit
je 1 Zimmer, 135 mit je 2 Zimmern, 199 mit je 3 Zim=
mern
, 121 mit je 4 Zimmern, 50 mit je 5 Zimmern, 14 mit
je 6 Zimmern, 12 mit je 7 Zimmern, 6 mit je 8 Zimmern,
3 mit je 9 Zimmern, 3 mit je 10 Zimmern, 1 mit 11 Zim=

mern, 2 mit je 12 Zimmern, 1 mit 13 Zimmern und 3 mit
je 14 Zimmern.
Internationale Ringkampf=Konkurrenz. Im
Orpheum wurden am Samstag die Ringkämpfe fortge=
ſetzt
. Im erſten Kampfe ſiegte der Rheinländer Debie
über den Belgier Pietro in 8 Minuten. Recht inter=
eſſant
war auch der zweite Kampf, in welchem der Koſak
Terrikoff über Lemmertz=Köln nach 13 Minuten ſiegte.
Dann ſtanden ſich Rutz=Straßburg und Schneider=
Sachſen gegenüber. Obgleich der Sachſe ſeinem Gegner
an Gewicht überlegen war, gelang es ihm nicht, in den
vorgeſchriebenen 20 Minuten ein Reſultat zu erzielen,
weshalb der Kampf abgebrochen und die Entſcheidung
auf einen anderen Tag verlegt werden mußte. Beim
darauffolgenden Entſcheidungskampf zwiſchen Eggeberg=
Finnland und Chriſtenſen=Schweden ſiegte nach langem,
hartnäckigem Kampfe der Finnländer über ſeinen ſich
brillant verteidigenden Gegner in einer Geſamtzeit
von 47 Minuten. In der Sonntagnachmittag=
Vorſtellung rang zuerſt Pietro gegen Heß, welcher
Kampf nach 20 Minuten reſultatlos abgebrochen wurde.
Beim nächſten Kampf, Schneider gegen Müller, ereig=
nete
ſich ein kleiner Unfall. Müller verletzte ſich im
Laufe des etwas hitzig geführten Kampfes am linken
Bein, ſo daß er nicht imſtande war, weiter zu ringen.
Wie wir hören, war die Verletzung nur eine ganz
leichte, ſo daß Müller in den nächſten Tagen wieder
weiter ringen kann. Vor faſt ausverkauftem Hauſe
wurden am Sonntag abend die Kämpfe fortgeſetzt.
Zuerſt rangen Piquard und Debie. Erſterer erwies ſich
zuerſt als der Stärkere, indem es ihm gelang, ſeinen
Gegner in kurzer Zeit auf beide Schultern zu werfen.
Leider geſchah dies aber außerhalb des Teppichs. Da
dieſer Sieg keine Gültigkeit hatte, wurde der Kampf
fortgeſetzt. In der 16. Minute nützt Debie eine Blöße
ſeines Gegners aus und wirft denſelben durch Kopf=
griff
auf beide Schultern. Der zweite Kampf,
Tſcheſtjakoff gegen Chriſtenſen, endete nach 20 Minuten
ſtürmiſchen Kampfes unentſchieden. Dann ſiegte der
Engländer Bilkan über den ſich gut verteidigenden
Schneider nach 13 Minuten, und zum Schluß Eggeberg
über Rutz in 8 Minuten.
Olympia=Kinematograph (nächſt dem Bismarck=
Denkmal). Von morgen, Mittwoch, ab zeigt die Lichtbild=
bühne
dieſes Unternehmens wieder etwas ganz Neues.
Es wird dem Publikum ein Preis=Bilderrätſel aufgege=
ben
, nur mit dem Unterſchied, daß dieſes Rätſel zum
erſten Male lebendig dargeſtellt und kinematographiſch
wiedergegeben wird. Die Löſung ſelbſt bedeutet eine
völlige Ueberraſchung; ſie iſt ebenſo originell wie geiſtvoll.
Wie man uns mitteilt, hat ſich der Beſitzer entſchloſſen,
wertvolle Preiſe für richtige Löſungen zu verteilen. Auch
das übrige Programm zeigt eine ſorgfältige Zuſammen=
ſtellung
und ein Beſuch iſt beſtens zu empfehlen. (Wei=

teres ſiehe Anzeige.)
§ Tödlicher Unfall. Ein hier in Stellung befind=
licher
22 Jahre alter Kutſcher aus Unterthal in Bayern
iſt geſtern nacht gegen 3½ Uhr die Treppe ſeiner Woh=
nung
in der Nieder=Ramſtädterſtraße herunter=
geſtürzt
und infolge des Sturzes geſtorben.
Brandberichte der Feuerwehr. Samstag abend
7 Uhr wurde der Feuerwache gemeldet: Feuer Goethe=
ſtraße‟
. In der Goetheſtraße, gegenüber der Hofreite
des Prinzen Iſenburg, ſtand im Felde ein Holzſchuppen,
der als Zimmerwerkſtätte benutzt wurde, bei Ankunft
der Feuerwehr in Flammen. Das Feuer wurde mit
zwei Schlauchleitungen angegriffen und gelöſcht; die
Räumungsarbeiten nahmen längere Zeit in Anſpruch,
ſo daß die Mannſchaften erſt 8,50 Uhr zur Feuerwache
zurückkamen. Der Inhalt der Werkſtätte, Werkzeug,
Hobelbänke, ein Aufzug, zwei Wagen, verſchiedene Holz=
vorräte
, wurde durch das Feuer vollſtändig zerſtört.
Die Entſtehungsurſache war ſogleich nicht feſtzuſtellen.
Geſtern vormittag 10,7 Uhr lief die Meldung ein:

Feuer Rhönring 29. In dem Laden des Hauſes, in
welchem eine Spezereihandlung eingerichtet iſt, entſtand
Feuer, welches ſich raſch entwickelte und ſtarken Rauch
verurſachte. Die Feuerwehr fand bei Ankunft die Zu=
gänge
geſchloſſen und mußte gewaltſam öffnen, wonach
mit einer Schlauchleitung von der Gasſpritze und einer
Leitung vom Hydranten das Feuer in kurzer Zeit ge=
löſcht
war, wonach Räumungsarbeit erforderlich wurde.
Die Feuerwehr kehrte um 10,40 Uhr zurück.
§ Feſtgenommen. Ein Stallburſche von hier iſt
wegen Diebſtahls feſtgenommen worden.
§ Hundefang. Während des verfloſſenen Monats
November ſind durch den hiefigen Polizeihundeaufſeher
39 Hunde eingefangen worden. Hiervon wurden 17 Hunde
von ihren Eigentümern wieder ausgelöſt, 4 Hunde ſind
verkauft worden und 18 Hunde mußten getötet werden.
* Pfungſtadt, 5. Dez. Reges Intereſſe wurde ſeitens
der hieſigen Einwohnerſchaft der vom hieſigen Arbeiter=
Bildungsausſchuß veranſtalteten Ausſtellung für=
Jugendſchriften und gutem Künſtler= Wand=
ſchmuck
entgegengebracht. Wie die ausgelegten Jugend=
ſchriften
zeigen, haben die Vereinigten deutſchen Prü=
fungsausſchüſſe
für Jugendſchriften und für Kunſtpflege‟
erfolgreich den Weg beſchritten, vm mit Zehnpfennigbüchern
die Schundliteratur aus dem Felde zu ſchlagen. Rührige
Verleger (H. Hillgers Verlag, Berlin, u. a.) haben mit dem
Vertrieb der Erzeugniſſe dieſer Vereinigungen unter dem
Namen Deutſche Jugendbücherei und Bunte Jugend=
bücher
ſich ein beſonderes Verdienſt erworben. Mit ſchönen
und billigen Künſtlerſteinzeichnungen ſind die Firmen
Teubner und Voigtländer in Leipzig vertreten.
-h- Auerbach, 4. Dez. Geſtern gegen Abend fuhr ein=
Automobil der Firma Opel in Rüſſelsheim auf der=
Straße zwiſchen hier und Zwingenberg gegen einen
Lindenbaum, wobei die vordere Radaxe brach und ein
Rad vollſtändig vom Wagen getrennt wurde. Außer
dem Chauffeur befand ſich noch ein Herr in dem Auto,
die beide glücklicherweiſe nur mit dem Schrecken davon=
kamen
. Unrichtiges Ausweichen eines Fuhrwerks ſoll
die Veranlaſſung des Unfalles ſein. Während der Tat=
beſtand
von der Bürgermeiſterei Auerbach aufgenom=
men
wurde, wurde das Auto mittels Pferd und Wagen
nach Zwingenberg verbracht.
t. Lindenfels, 4. Dez. Die Einwohnerzahl un=
ſeres
Städtchens beträgt nach der Zahlung vom
1. Dezember 1519 gegen 1600 im Jahre 1905, iſt alſo um
81 zurückgegangen. Von den 1519 Einwohnern ſind 778
männlich, 741 weiblich. Die Zahl der zu Wohnungen die=
nenden
oder beſtimmten Gebäude beträgt 194. Einzeln
lebende Perſonen mit eigener Haushaltung gibt es 19.
Gewöhnliche Haushaltungen von zwei und mehr Perſonen
wurden 284, ſowie eine Anſtalt gezählt. Die Ge=
meinderechnung
für das Jahr 1909 ſchließt mit ei=
ner
Geſamteinnahme von 51305 Mark und einer Geſamt=
ausgabe
von 48 718 Mark ab, ſodaß ein Ueberſchuß von
2587 Mark verbleibt. Die ordentlichen Einnahmen betru=
gen
24 468 Mark, die außerordentlichne 2714 Mark, die
Umlagen (Steuerkosffizient 140 Prozent 24 123 Mark.
Mainz, 5. Dez. Zur Ermordung des Dienſt=
mädchens
Diehl. Der Gelegenheitsarbeiter Legell
wurde auf Verfügung der Staatsanwaltſchaft am Sonn=
tag
morgen 10 Uhr aus der Unterſuchungshaft entlaſ=
ſen
. Ruhig und gelaſſen ging er ſeiner Wege. Bei ſeiner
Verhaftung hatte er wiederholt erklärt, er könne nichts da=
gegen
machen, er müſſe abwarten, bis ſich die Sache auf=
kläre
. All die vielen Märchen, die erzählt wurden, ſo auch,
daß Legell das ermordete Mädchen und deren Dienſtherrin
gekannt habe, weil er öfters Kohlen und Briketts dort=
hin
gebracht, haben ſich als unrichtig herausgeſtellt.
Bodenheim, 4. Dez. Bei lebendigem Leibe
verbrannt iſt geſtern abend das 3½jährige Töchter=
chen
des Bahnarbeiters Martin Luft. Während der Ab=
weſenheit
der Mutter ſpielte das Kind mit dem Stech=

Kleines Feuilleton.
* Die Millionärstochter als Zigeu=
nerkönigin
. Mit dem Ableben der amerikani=
ſchen
Zigeunerkönigin Jeſſie Key Habersham,
die im Alter von 25 Jahren als vergötterte Herrſche=
rin
ihres Stammes geſtorben iſt, hat eine romantiſche
Epiſode ihren Abſchluß gefunden, die in der ameri=
kaniſchen
Geſellſchaft nicht geringes Aufſehen erregte.
Jeſſie Key Habersham war eine vielgefeierte Schön=
heit
der Baltimorer Geſellſchaft, in der ſie als Toch=
ter
eines angeſehenen Millionärs eine vielbeneidere
Hauptrolle ſpielte, als ſie eines ſchönen Tages, des
nichtigen Geſellſchaftslebens müde, das Vaterhaus ver=
ließ
, um ſich einer wandernden Zigeunertruppe anzu=
ſchließen
, mit der ſie in Verbindung getreten war und
deren König George Michael ſie heiratete.
So. zog ſie als Königin durch die Lande,
durchquerte mit ihrem Stamme Amerika von
den Prärien des Weſtens bis zu den Fels=
klippen
der Rocky=Mountains und ertrug freu=
dig
alle Mühſale eines unſteten Wanderlebens.
immer getrieben von der unſtillbaren Sehnſucht nach
einer unbegrenzten, von keiner ſozialen und geſetz=
lichen
Feſſel eingeengten Freiſtatt. Jeſſie Habersham
blieb trotz aller Recherchen zunächſt verſchollen. Erſt
nach vier Jahren ließ ſie wieder etwas von ſich hören
und gab von ihrem neuen Leben Kunde, die die ele=
gante
amerikaniſche Geſellſchaft mit Entſetzen erfüllte.
Miß Jeſſie hatte ſchon als Zögling des vornehmen
New=Yorker Penſionats, in das ſie nach dem Tode
ihrer Mutter gebracht worden war, Beziehungen mit
den Zigeunern, die dem ſchwärmeriſchen Backfiſch den
Kopf mit ihren Wundermären und romantiſchen
Abenteuererzählungen verdreht hatten, angeknüpft,
Beziehungen, die ſie nach der Rückkehr ins Vaterhaus
unbeſchadet aller geſellſchaftlichen Repräſentations=
pflichten
fortſetzte, und die dazu führten, daß das
junge Mädchen früher bereits für einige Tage ver=
ſchwand
, um eine Gaſtrolle bei einer Zigeunertruppe
zu abſolvieren. Später verließ ſie im Drange ihrer
unbezähmbarer Sehnſucht nach Freiheit und Selbſtän=
digkeit
aufs neue heimlich das Vaterhaus, um als
Kinderfräulein eine amerikaniſche Familie nach Eu=
ropa
zu begleiten. Auf der Heimfahrt traf ſie auf dem
Schiff einen Inder, der ſie in die Geheimniſſe der Zu=
kunftsdeutung
und des Okkultismus einweihte.
Drei Jahre ſpäter verſchwand ſie dann zum
dritten Male und für immer, ohne daß es
der verzweifelten Familie möglich war, über
ihren Verbleib etwas zu erfahren. Man
zählte ſie ſchon zu den Toten, als eines
Tages ein Brief an ihren Vater ankam, der die An=
zeige
ihrer Vermählung mit dem Oberhaupt des Zi=
geunerſtammes
enthielt. Von nun an mehrten ſich
die Briefe aus den verſchiedenen Städten, in die ſie
ihre Wanderfahrten führten, mit ausführlichen Schil=
derungen
des Lebens, das ſie mit ihren Genoſſen im

Zelt, auf der Landſtraße und den typiſchen Wagen, die
dem Zigeuner Haus und Heimat bedeuten, führte.
So trafen ſie eines Tages einige Damen aus Balti=
more
, die ſich beſuchsweiſe in St. Louis aufhielten
und ein dort befindliches Zigeunerlager aufgeſucht
hatten, um ſich wahrſagen zu laſſen. Sie fanden ihre
ehemalige Standesgenoſſin in dem roten, mit ſchwarz=
gelben
Bändern geſchmückten Königszelt, in dem ſie
als Königin thronte. Sie gab ſich ohne weiteres den
Bekannten zu erkennen und erzählte freudig von
ihrem glücklichen, in innigem Kontakt mit der Natur
verlaufenden Leben und von dem geliebten Gatten,
dem König George Michael, den ſie vor ſechs Jahren
kennen gelernt und dem ſie frohen Herzens ihre Hand
gegeben hatte. Das väterliche Palais und den Reich=
tum
hätte ſie nicht einen Augenblick vermißt, nur die
Erinnerung an den Vater und die Ihrigen werfe zu=
weilen
einen Schatten auf das Glück, das ſie in vollen
Zügen genieße. Das ſchrieb ſie auch dem Vater, der
auf die Nachricht ſofort nach Saint Louis geeilt war
in der Hoffnung, die Tochter zur Rückkehr beſtimmen
zu können. Als er in Saint Louis eintraf, hatten die
Zigeuner ihre Zelte indeſſen bereits abgebrochen, und
es war unmöglich, ihre Spur wiederzufinden. Die
Briefe der Tochter folgten ſeither in regelmäßigen
Zwiſchenräumen und hielten ihn andauernd auf dem
Laufenden; ſo mußte er ſich wohl oder übel mit dem
Gedanken der endgültigen Trennung abfinden, um ſo
eher, als die Tochter nicht müde wurde, das Glück zu
rühmen, das ihr an der Seite ihres Mannes, der voll
Rückſicht für ſie war, zuteil geworden. König George
Michael war ganz der Mann, um den Traum von
Glück und Freiheit der ſchwärmeriſchen Millionärs=
tochter
zu verwirklichen, die jetzt in der Blüte der Ju=
gend
und auf der Sonnenhöhe eines Lebensglückes
geſtorben iſt, das ſich unſere ſkeptiſche Zeit im Lichte
einer romantiſchen Schrulle darſtellt.
CK. Ein Profeſſor, der für ſeine Bi=
bliothek
gehungert hat. Mit dem ſoeben ver=
ſtorbenen
Profeſſor J. E. B. Mayor, dem Lehrer für
lateiniſche Philologie an der Univerſität Cambridge,
iſt eine auffallende Gelehrtenperſönlichkeit dahin=
gegangen
, ein Menſch mit all den Vorzügen, aber auch
all jenen ſkurrilen Seltſamkeiten eines fanatiſchen
Jüngers der Wiſſenſchaft. Profeſſor Mayor beſaß
eine der herrlichſten Bibliotheken in ganz Cambridge;
er pflegte mit einem ſtolzen Lächeln zu ſagen, daß er
ſich dieſe Bibliothek vom Munde abgeſpart habe. Doch
dies war kein Vergleich, ſondern wirkliche, wörtliche
Wahrheit. Die prachtvollen Bücherſchätze hatte er im
Laufe ſeines langen Lebens zuſammengehäuft, nur
aus Mitteln, die er durch Beſchränkung und Be=
ſchneidung
ſeiner Mahlzeiten erübrigte. Dieſe Hunger=
kur
wurde für Profeſſor Mayor faſt ein Sport, er
war imſtande, mit einem Etat von 50 Pfg. am
Tage auszukommen; ja durch ſtrenges Trai=
ning
brachte er es ſchließlich ſo weit, daß er eine Zeit=
lang
ſeine Rechnung für die Koſt des Tages auf

16 Pfennige ermäßigen konnte. Urſprünglich hatte
ihn Ueberzeugung zur vegetariſchen Koſt geführt, er
behielt ſie dann aus Sparſamkeitsgründen bei. Erſt
kürzlich konnte man in London eine bezeichnende
kleine Szene erleben: Profeſſor Mayor war der Ein=
ladung
eines Freundes gefolgt und nahm in der
Hauptſtadt an einem großen Diner teil. Der Wirt
hatte die Eigenart ſeines gelehrten Gaſtes in der Haſt
der Vorbereitungen vergeſſen und mußte nun den
Diener hinausſchicken, um für Profeſſor Mayor einige
Bananen hereinzuholen. Der Gelehrte während
des ganzen Diners nur eine einzige Banane: das
war ſeine Mahlzeit. Als er ſein Lebenswerk, die
große Juvenal=Ausgabe, vollendete, hatte Mayor zum
erſten Male den Entſchluß gefaßt, ſich durch konſequen=
tes
Faſten arbeitsfähiger zu machen. In der erſten
Woche er nur jeden zweiten Tag etwas, in der
zweiten nur jeden vierten Tag, und in den folgenden
14 Tagen wollte er überhaupt nichts mehr eſſen. Die
Aerzte miſchten ſich ein und wollten ihn von ſeinem
Vorhaben abbringen, aber der Gelehrte erklärte
lächelnd: Ich habe mich nie ſo wohl und ſo arbeits=
freudig
gefühlt, wie jetzt, und ich bin überzeugt, daß
ich immer ſo leben ſollte. Aber die Aerzte brachten
ihn diesmal von ſeinem Vorhaben ab. Prof. Mayor
war in Cambridge eine der populärſten Erſchein=
ungen
. Er galt als einer der größten Kenner der
lateiniſchen Sprache, den das letzte Jahrhundert her=
vorgebracht
hat. Nahe freundſchaftliche Bande ver=
knüpften
ihn mit dem Mathematiker Todhunter. Der
verſtorbene Gelehrte hat ein Alter von 86 Jahren
erreicht.
* Hundebraten, ſo behaupten die Kenner,
ſoll eine Delikateſſe ſein. So wird er z. B. in Deſſau
ſo ſehr geſchätzt, daß in manchen Reſtaurationen nicht
ſelten Hundebraten=Feſteſſen veranſtaltet werden, die
nicht möglich wären, wenn die Wirte nicht auf Zu=
ſpruch
rechnen könnten. Wie verbreitet dieſe Ge=
pflogenheit
iſt, zeigt eine lange Einſendung aus dem
Publikum im Anhalt. Staatsanzeiger, in welcher herz=
bewegend
das Schickſal vieler unſerer vierbeinigen
Hausfreunde beklagt und die Forderung an die kyno=
logiſchen
und die Tierſchutzvereine geſtellt wird, der=
artige
, jedem Sport und jeder Moral hohnſprechenden
Vorkommniſſe in der jetzt wieder beginnenden Hunde=
ſchlachtſaiſon
zu verhindern‟ Jedenfalls kann man
dem Einſender recht geben, wenn er zum mindeſten
verlangt, daß den Tieren ein ſchmerzloſer Tod be=
reitet
wird.
* Frankreich in Deutſchland. In den
Zeitungen begegnen wir folgender Annonce: J. G.
Cottaſche Buchhdlg. Nachf. Stuttgart und Berlin.
Soeben erſchienen: Liebestrank, Roman von Rudolf
Stratz. 1.10. Auflage. Geh. Fr. 5,35, in Leinenband
Fr. 6,70. Daß der Preis deutſcher Bücher in Deutſch=
land
von einem erſten deutſchen Verlag in Francs
angekündigt wird, iſt mindeſtens ungewöhnlich.

[ ][  ][ ]

Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Seite 5.

eiſen am Feuer. Das Eiſen wurde ziemlich glühend.
Durch Berührung der Kleider fingen letztere Feuer. Das
gleichfalls im Zimmer ſich befindende 2jährige Schweſter=
chen
lief vor Schrecken in eine Ecke, um ſich zu verſtecken.
Als die Mutter nach längerer Zeit heimkehrte, bot ſich ihr
ein grauenhafter Anblick dar. Sie fand ihr dreijähriges
Kind bereits brennend auf dem Boden liegend vor. So=
fortige
ärztliche Hilfe ordnete die Ueberführung nach Mainz
zu Herrn Dr. Reiſinger an. Dach auch deſſen Kunſt
reichte nicht mehr aus. Die Kleine ſtarb in den Armen
ihrer Mutter.
Gießen, 4. Dez. Geſtern iſt in dem hieſigen Fern=
ſprechvermittelungsamte
eine Telegraphen=
gehilfin
dadurch verletzt worden, daß ein Fern=
ſprechteilnehmer
die Kurbel ſeines Apparates zu heftig
gedreht hat. Nach dem erſten Falle der (Anrufklappe,
der unter ſtarkem Raſſeln des Elektromagnetes erfolgt war,
hatte ſich die Beamtin eingeſchaltet, um nach dem Wunſche
des Teilnehmers zu fragen; aber als ſie ſich melden wollte,
trafen ſo hochgeſpannte elektriſche Ströme ihr Ohr, daß
ſie zunächſt vor Schmerz nicht ſprechen konnte. Schließlich
vermochte ſie doch noch nach der gewünſchten Nummer zu
fragen und die Verbindung auszuführen, dann aber brach
ſie zuſammen. Ihr Zuſtand iſt bedenklich.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Dez. Der Geſamterlös
der in Rudolph Lepkes Kunſtauktionshaus ſtattgehabten
dreitägigen Verſteigerung des Kainzſchen Nach=
laſſes
beträgt 50000 Mark. Wie bisher ermittelt
iſt, hatte ſich eine Familie Graf in der Boxhagener=
ſtraße
zehn Pfund Margarine von einer auswär=
tigen
Firma ſchicken laſſen und davon mehreren Be=
kannten
kleinere Poſten überlaſſen. Sämtliche Per=
ſonen
, die von der Margarine gegeſſen haben, ſind er=
krankt
, doch ſcheinen die Vergiftungen nicht ernſt zu
ſein. Die Zahl der Erkrankten ſteht noch nicht feſt.
Nach dem Genuß von Kartoffel=Salat ſind
geſtern etwa 500 Mann des Leibgarde=Huſarenregiments
in Potsdam an leichten Vergiftungserſcheinungen er=
krankt
. Dank ſofortiger ärztlicher Hilfe war jedoch jede
Gefahr nach wenigen Stunden behoben, ſodaß heute
ſämtliche Leute wieder zum Dienſt erſcheinen konnten.
Die Reſte des Salates wurden beſchlagnahmt und dem
Unterſuchungsamt zur chemiſchen Unterſuchung über=
mittelt
. Heute morgen um 9 Uhr ſah ein Soldat vom
Auguſta=Regiment, der über das Tempelhofer Feld
ging, in der Nähe der einſamen Pappel eine Frau mit
einem kleinen Kind. Nach kurzer Zeit brach die Frau
zuſammen und das Kind fing jämmerlich an zu ſchreien.
Als der Soldat hinzutrat, lag die Frau ſchon in den
letzten Zügen. Sie hatte ſich mit Lyſol vergiftet.
Auch dem Kind, einem etwa 2jährigen Mädchen, hatte
ſie von der ätzenden Flüſſigkeit gegeben, das Kind hatte
jedoch nur wenig getrunken. Die Aerzte hoffen es,
trotz ſeiner erheblichen Brandwunden, am Leben zu er=
halten
. Die Perſonalien der Verſtorben;n waren noch
nicht feſtzuſtellen. Der Firma Wilhelm Ehrecke in
der Leipzigerſtraße wurde nachts von zwei Geldſchrank=
knackern
ein Beſuch abgeſtattet. Die Einbrecher
gelangten in die Bureauräume und begannen den
ſchweren Geldſchrank anzuknabbern. Sie waren eben
im Begriff, den Schrank zu öffnen, als ſie durch einen
ſpät heimkehrenden Hausbewohner geſtört wurden. Der
Herr bemerkte die Einbrecher, lief auf die Straße und
benachrichtigte die Polizei, die auch ſofort erſchien, aber
die Diebe nicht mehr in den Köntorräumen vorfand.
Sie waren geflüchtet; mit Hilfe der Wächter des Wert=
heimſchen
Warenhauſes wurden nun alle Räume des
Hauſes ohne Erfolg abgeſucht. Heute morgen wurde,
ſo erzählt die B. Z. a. M., nochmals die Suche aufge=
nommen
. Auf dem Boden des ehemaligen Sarotti=
Hauſes fand man dann in einer leeren Kiſte
zwei Männer verſteckt. Sie ergriffen die Flucht. Beide
wurden aber mit Hilfe von Paſſanten feſtgenommen,
der eine erſt, nachdem ihm ein rieſenhafter Bierkutſcher
eine Bierflaſche über den Kopf geſchlagen hatte.
Frankfurt, 5. Dez. Der Polizeibericht meldet: Ein
Metzgermeiſter aus der Saalburgallee wurde geſtern
abend zwiſchen 9 und 10 Uhr an der Ecke Gr. Korn=
markt
und Gr. Sandgaſſe von einer Anzahl junger
Burſchen überfallen und derart mißhandelt, daß
r in das Heiliggeiſt=Hoſpital gebracht werden mußte.
Stuttgart, 4. Dez. Heute fand hier ein Appell
der Veteranen aus dem 1870/71er Kriege vor dem

Könige ſtatt, zu welchem gegen 10000 Veteranen aus
allen Landesteilen nach Stuttgart gekommen waren.
Der König ſchritt unter dem Jubel der Veteranen
die Front ab, worauf der Vorbeimarſch erfolgte, dem
auch die Königin vom Balkon des Schloſſes zuſal
Abends war Paradediner im Schloſſe, an dem etwa 200
Offiziere teilnahmen, die den Feldzug mitgemacht
hatten.
Braunſchweig, 3. Dez. Wegen Entwendung
eines Portemonnaies mit 50 Mark Inhalt war
der bisher unbeſtrafte und gut beleumundete Privatlehrer
Martin, genannt Anton Müller, von hier, vom Schöffen=
gericht
zu vier Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er
wohnte bei einem Rentner, deſſen Haushälterin eines
Tages, als ſie vom Markte nach Hauſe zurückgekehrt war
und ihre Markttaſche kurze Zeit in der Küche gelaſſen
hatte, das vorher in der Taſche befindliche Portemonnaie
vermißte. Der Angeklagte hatte in der fraglichen Zeit
gerade die Küche betreten und der Verdacht lage nahe,
daß er das Portemonnaie geſtohlen hatte. Sein entrüſte=
tes
Leugnen in Verbindung mit ſeinem Hinweiſe, daß
das Portemonnaie wahrſcheinlich unterwegs aus der
Taſche gefallen ſei, hätte wahrſcheinlich dazu geführt, daß
man von einer Verfolgung der Sache abſah. Allein die
Haushälterin fand in dem Zimmer des Privatlehrers
eine Briefmarke, die ſich in ihrem abhanden gekom=
menen
Portemonnaie befunden hatte und von der Haus=
hälterin
an der Art wiedererkannt wurde, wie ſie zuſam=
mengeknickt
war. Sie war nunmehr ihrer Sache ſicher,
die Folge war eine Anzeige und die Verurteilung des
Angeklagten. Er legte gegen die Verurteilung Berufung
ein, aber obwohl ſich ſein Verteidiger die größte Mühe
gab und erklärte, er ſei felſenfeſt von der Unſchuld ſeines
Klienten überzeugt, beſtätigte die Strafkammer das ſchöf=
fengerichtliche
Urteil.
Hamburg, 5. Dez. Die von hieſigen Morgenblättern
verbreitete Meldung, daß an Margarinevergif=
tung
vier Perſonen geſtorben ſind, iſt, wie die
Polizei mitteilt, unrichtig. Wie bis jetzt feſtgeſtellt
wurde, hängen die drei erwähnten Todesfälle nicht mit
Margarinevergiftung zuſammen. Die Unterſuchung
des vierten Todesfalles, der ein zweieinhalbjähriges
Kind betrifft, iſt noch nicht abgeſchloſſen.
Paris, 3. Dez. Hauptmann Meynier, der
Mörder der Baronin d’Avricourt, wurde zum erſten
Male vor dem Unterſuchungsrichter vernommen. Er
erzählte die Vorgeſchichte der Tat und die Tat ſelbſt.
Die lange Geſchichte brachte nicht viel Neues. Ueber
ſeine Irrfahrten nach der Tat erzählt Meynier nichts
Neues. Nach dem Marineminiſterium ging er
nicht, um ſich zu ſtellen, ſondern um ſich für 20 Franken
einen Revolver zu leihen, damit er ſich erſchießen könne.
Paris, 4. Dez. Die bei Orlystot aufgefundene
Lehrerin Knoll aus Zweibrücken hatte ſich in
Aachen bei den Karmelitern aufgehalten und in mehreren
Städten am Rhein Spitzenhandlungen betrieben, die ſie
indeſſen als unrentabel aufgeben mußte. Alsdann kam
ſie nach Paris, wo ſie bei mehreren Familien, zuletzt bei
einer Frau Leveg, Stellung nahm. Seit dem 1. Dezember,
an dem ſie die Familie verließ, hatte man ihre Spur
verloren.
C.K. Paris, 4. Dez. Der Streit, der um das den=
Reliquien des toten Balzac geweihte Muſeum zwiſchen
Gerichtsvollziehern und Kunſtfreunden ſchwebte, hat
nun doch ſeinen unrühmlichen Ausgang genommen:
Balzac iſt gepfändet! Das Schickſal, dem der
bei Lebzeiten von Gläubigern ſo hart bedrängte Sänger
der Epopöe des Geldes ſelbſt mit genauer Not ent=
gangen
, hat das ganze Mobiliar, alle die Reliquien und
von pietätvoller Hand geſammelten Erinnerungen er=
eilt
. Die Diener des Geſetzes ſchleppten ſogar aus dem
Garten die beiden Büſten des Dichters fort, die dort
aufgeſtellt waren, den Terrakotta=Kopf von Marquet de
Vaſſelot und die Marmorbüſte, das letzte Werk Fal=
guiéres
. Und das alles, weil die Miete für das Haus
Balzacs, in dem ſich das Muſeum befindet, die Summe
von 3000 Fres., nicht ganz bezahlt werden konnte. So iſt
dem erſt vor kurzem feierlich eingeweihten Muſeum ein
trübes Ende beſchieden geweſen, aber man hofft, daß
ſich doch noch Mittel und Wege finden laſſen werden,
um dem ruhmreichen Andenken des Schöpfers der
Menſchlichen Komödie an der Stätte ſeines Wirkens
ein würdiges Heim zu bereiten.
Paris, 5. Dez. Die Gräfin Nicolay, die
Gattin des bekannten großen Pferdezüchters, und ihr

26jähriger Sohn hatten in der Nacht zum Sonntag einer
Feſtlichkeit in der Nähe von Le Mans beigewohnt und
waren gegen Mitternacht in ihren Automobilen aufge=
brochen
, um ihr 50 Kilometer entferntes Schloß zu er=
reichen
. Dem Automobil der Gräfin fuhr ein anderes
voraus. Als die beiden Wagen vor einem Eiſenbahn=
übergange
anlangten, fanden ſie die Barriere ge=
ſchloſſen
. Der Chauffeur des erſten Automobils öffnete
eigenmächtig die Schranke und fuhr über die Schienen
hinweg. Das Automobil der Gräfin folgte, als
plötzlich aus einer Biegung der Pariſer Expreßzug
heranbrauſte. Die Lokomotive erfaßte das Hinterteil
des Automobils, das weit fortgeſchleudert wurde. Als
der Lokomotivführer hielt, bemerkte er an dem Räumer
der Maſchine den entſetzlich verſtümmelten Kör=
per
der Gräfin Nicolay. Auf den Schienen fand man
dann die zermalmten Leichen des Sohnes und des
Chauffeurs. Die Leichen wurden in einem nahegelege=
nen
Hauſe aufgebahrt. Der ſchreckliche Unglücksfall ſoll
in der Hauptſache dem Schrankenwärter zur Laſt
fallen, der die Schranke nicht vorſchriftsmäßig ſicherte.
ſondern geſchlafen hatte. Der Bahnwärter wurde ver=
haftet
.
Toulon, 5. Dez. In der vergangenen Nacht er=
krankten
an 100 Leute von der Mannſchaft des Pan=
zerſchiffes
Léon Gambetta unter Vergiftungs=
erſcheinungen
. Es wurden jedoch alle wieder her=
geſtellt
. Es wurde eine Unterſuchung eingeleitet, um feſt=
zuſtellen
, ob die Erkrankungen durch den Genuß von ver=
dorbenen
Speiſen oder durch die Benutzung unreinen
Kochgeſchirrs verurſacht wurden.
London, 5. Dez. Infolge heftiger Regengüſſe traten
in verſchiedenen tiefer gelegenen Gegenden Englands
Ueberſchwemmungen ein. In Nottingham wurde
das Handwerkerviertel, das nicht ſelten von Ueberſchwem=
mungen
heimgeſucht wird, vom Waſſer überflutet. Ernſt=
hafte
Schäden und Verluſte an Menſchenleben wurden
bisher nicht gemeldet.
Boſton, 4. Dez. Die Begründerin der chriſtlichen
Wiſſenſchaft, Mary Bakes Eddy, iſt heute früh
geſtorben. Sie lehrte die Herrſchaft der Seele über den
Körper. Verballhornt kam ihre christian science
als Geſundbeterei nach Europa. Bekanntlich hatten ſich
vor wenigen Jahren, beſonders in der Potsdamer Ge=
ſellſchaft
, Zirkel zur Verbreitung der Lehre von Mary
Bakes Eddy gebildet, was eine Proteſtbewegung der
Geiſtlichkeit hervorrief.

Kunſtnotizen.
Ceber Werke, Künßler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ßehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor=
Der Richard Wagner=Verein der
ſchon ſo viele Künſtler von Rang in Darmſtadt erſt=
malig
eingeführt hat, wird unſer Publikum auf ſeinem
am nächſten Donnerstag ſtattfindenden 171. Vereins=
Abend mit einer hervorragenden Klaviervirtuoſin
bekannt machen, die unter den Pianiſtinnen unſerer
Tage in der allererſten Reihe ſteht: mit Frl. Alice
Ripper aus Budapeſt, der genialſten Schülerin der
hier noch unvergeſſenen Sofie Menter. Von den uns
vorliegenden enthuſiaſtiſchen Aeußerungen der Kritik
mögen nur die folgenden hier angeführt ſein: Alice
Ripper iſt keine Pianiſtin im gewöhnlichen Sinne des
Wortes; ſie iſt eine kraftgeniale muſikaliſche Perſön=
lichkeit
, die in ihrem meiſterhaften techniſchen Können
eine Darſtellung hervorzaubert, die an die großen
Taten der Thereſa Carreno erinnert. (Saalezeitung,
Halle.) Im Beſitze einer fabelhaften Technik, die
an Roſenthal erinnert, und eines ſo markigen Anſchla=
ges
, der ſie zur zweiten Carreno macht, bringt Frl.
Ripper ſchier Unglaubliches zuſtande. (Berliner Bör=
ſenzeitung
.) Die junge Künſtlerin iſt zu den außer=
gewöhnlichſten
Erſcheinungen auf dem Felde der Kla=
viervirtuoſität
zu zählen. Alice Ripper ſpielt ſchön
und muſikaliſch trotz ihrer ungeheueren Technik; und
es ſteckt darin viel Poeſie, viel Wärme, die zu herzlichen
Beifallskundgebungen hinriß. (Mannheimer Ztg.)
Nicht allein eine phänomenale Technik, ſondern, was
noch viel wichtiger iſt, ein hochentwickeltes Muſikver=
ſtändnis
verleiht dem Spiel etwas Faszinierendes, das
bis zum letzten Moment anhält. (Allgemeine Zeitung,
München.)

Kunſtverein.
I.
Die gegenwärtige Ausſtellung in der Kunſthalle
am Rheintor wird von drei bedeutenden Individuali=
täten
künſtleriſch beherrſcht, die ſämtlich in ihrem
Schaffen grundverſchieden, und doch ein großes
Einigendes gemein haben: die ſtarke künſtleriſche Per=
ſönlichkeit
, die ihren Ausdruck findet in der eigenen,
durchaus individuellen Auffaſſung der Kunſt, deren
höchſten Ausdruck die drei Künſtler auf völlig verſchie=
denen
Wegen erreichen. Am ſtärkſten tritt dieſe kraft=
volle
Individualität zutage in den Werken des Berliner
Profeſſors
Friedrich Klein=Chevalier,
der mit einer Kollektion meiſt neuerer Bilder vertreten
iſt, die mit einigen Ausnahmen den letzten, bedeutend=
ſten
Epochen ſeiner Entwicklung entſtammen, die ihn
von der Düſſeldorfer Schule, der er entſtammt, ziemlich
entfernten. In Klein=Chevaliers Bildern tritt uns
unbeſtritten ein gewaltiges Können entgegen. Aber
das allein iſt ſeine Stärke nicht. Ihm geſellt ſich die
Wucht einer mächtigen, zielbewußten Perſönlichkeit,
deren Schaffen die innere Ueberzeugung, die innige
Verbindung mit den Kräften der Natur offenbart.
Dieſes ſtark naturaliſtiſche Empfinden gelangt bei
Klein=Chevalier zu einem monumentalen Ausdruck, wie
ihn wenige unſerer modernen Künſtler ihr eigen
nennen, und man muß ſchon auf die Größten der
Großen zurückgreifen, will man Vergleiche anſtellen.
Vielleicht war es gerade dieſes Hindurchringen zur
Monumentalmalerei, das Klein=Chevaliers Aufrücken
in die Reihe der erſten Meiſter bedingte, in der er nun
herrſcht als der Beſten einer. Vielleicht iſt es auch dieſe
beſondere Veranlagung für großzügige, eindrucksmäch=
tige
Kompoſition, die den Künſtler die Natur da be=
wundern
, ſtudieren, verſtehen und künſtleriſch ver=
körpern
läßt, wo ſie ihren erhabenſten und machtvollſten
Ausdruck findet: am Meer. Gewiß hat er auch Bilder
und gute Bilder, anderen Vorwurfs geſchaffen, aber
ſeiner Kunſt charakteriſtiſchſtes Können zeigen die
Szenen am und auf dem Meer.
Nicht in ſonniger Heiterkeit ſucht er es auf, wenn er
auch helles, ſonniges Licht bevorzugt. Er malt es mit
Vorliebe, wenn Wind und Sturm die Wellen aufpeit=

ſchen, daß dem Dunkelblaugrün der See die weißen
Schaumkronen aufgeſetzt werden; malt es, wenn die
Elemente wüten gegen Menſchenhandgebilde, und wenn
die wetterharten, ſturmerprobten Seeleute ihr Rettungs=
boot
hinausrudern, bedrängten Brüdern zur Hilfe. Das
ſind die prächtigſten ſeiner Bilder, in denen er die
Menſchen in Verbindung mit dem Meere darſtellt.
Man ſehe das prachtvolle Bild, das ſchönſte und reifſte
der Kollektion, Boot in Sicht Wie kraftvoll und
ſicher dieſe prächtigen Geſtalten, vier markante Helgo=
länder
Typen, daſtehen, von den ſchäumenden Wellen
umbrauſt, den Blick ſcharf geradeaus gerichtet auf das
nahende Boot, Arme und Hände bereit zum Zupacken.
Meiſterhaft iſt dieſe Bewegung in der Erwartung. Und
wie prächtig ſind die Vier charakteriſiert, denen der ſtete
Kampf gegen Wellen und Wind und die Vorliebe
für einen recht ſteifen Grog ins Geſicht geſchrieben.
Und dieſer Kompoſition geſellt ſich ein Kolorit, das den
hervorragenden Farbenſinn des Künſtlers verrät, der
jede Nuance der Beleuchtung, jedes Brechen des
Sonnenlichts in dem Spiegel der Wellen dem Kolorit
einfügt, mit einer Selbſtverſtändlichkeit, die unwillkür=
lich
den Eindruck erweckt, vor einem Meiſterwerk zu
ſtehen.
Man ſehe weiter das brillant komponierte Bild
Ausfahrende Fiſcher, das größte der Kollektion, und
Zu Hilfe Wie gewaltig wirkt hier die erhabene
Majeſtät des Meeres, die freie Bewegung der robuſten
Geſtalten, und weiter Im Sturm: auch hier die Er=
habenheit
des Meeres, und die meiſterhaft komponierte
Frauengeſtalt im Vordergrunde. Und auch in dieſen
Bildern das ſtimmungsvolle Kolorit, über dem die
ſchwere Luft des Meeres liegt, der die ſcheidende oder
durchbrechende Sonne das Trübende des Nebeldunſtes
nimmt. Stimmungsvoll trotz der Energie der Pinſel=
führung
, die ſein großes techniſches Können zeigt.
Es wurde ſchon erwähnt, daß der Künſtler auch
anders kann Sein brillant beobachtetes Bild in der
Matroſenkneipe, in der er das intereſſante Problem
künſtleriſcher Beleuchtung einwandfrei löſt, und der
Italieniſche Sänger ſind ſicher reife Werke, aber die
Stärke ſeiner monumentalen Seeſtücke erreicht er hier=
in
nicht, auch nicht in den kleineren Bildern, obwohl
auch dieſe ſehr gute Werke ſind. Das Monumen=
tale
ſeiner Kunſt offenbart der Künſtler auch in ſeinen
Porträts,von denen die bedeutendſten leider nur inRepro=

duktionen ausgeſtellt ſind. Da iſt vor allem das Monu=
mentalbildnis
des deutſchen Kaiſers in Marine= Uni=
form
, nach dem Original in der Aula der Handelshoch=
ſchule
in Berlin, in einer vortrefflichen Reproduktion,
Heliogravüre, ausgeſtellt. U. W. exiſtiert überhaupt
kein zweites Werk gleicher Art. Das Bild, dem der
Kaiſer ſeine Unterſchrift lieh, ſtellt den Herrſcher in
Marine=Uniform in wehendem Mantel dar, die Linke
auf den Säbel geſtützt im Hintergrunde das Meer mit der
Silhouette eines Kriegsſchiffes. Vom Kolorit freilich
vermag die Heliogravüre nichts zu ſagen, wohl aber
von der brillanten Kompoſition.
Als zweiter des erwähnten Dreigeſtirns ſei unſer
Darmſtädter Hoftheatermaler

Kurt Kempin
genannt, der mit einer ſehr umfangreichen Kollektion
vertreten iſt: in Oel, Paſtell, Aquarell und Schwarz=
weißkunſt
. Wer weiß, wie Kurt Kempin durch ſeine
Stellung am Hoftheater in Anſpruch genommen wird
muß den Fleiß bewundern, der aus der Fülle der aus=
geſtellten
Bilder ſpricht, und der den Künſtler auf allen
Gebieten der Malerei ſich betätigen läßt. Und noch
eins beweiſt die Kollektion: daß der Künſtler nun mit
Macht der Reife zuſtrebt. Kurt Kempins Stärke liegt
auf dekorativem Gebiet. Sein Beruf als Theatermaler
mag das mit ſich bringen. So ſind vor allei ſeine
Landſchaften, vornehmlich die aus dem Hochgebirge, auf
einen ſtark dekorativen Ton geſtimmt. Aber welche
Fülle intimer Farbenreize iſt in dieſen kräftig gezeich
neten und gemalten Gebirgslandſchaften! Beherrſch=
werden
ſie faſt alle von den blendenden Schneemaſſen
auf den Bergkuppen, die in der reinen, klaren und
ſcharfen Höhenluft in glänzender Beleuchtung ſchim=
mern
. Im Vordergrunde aber in dem grauen Fels=
geſtein
, abwechſelnd mit grünen Matten und blumigen
Auen, wohl auch belebt durch ſtürzenden Gebirgsbach
da findet er Gelegenheit, die Schätze ſeiner Palette an=
zubringen
, da zeigt ſich der Farbenſinn des feinſinnigen
Malers und des vortrefflichen Naturbeobachters. Man
ſehe daraufhin das große Bild Auf dem St. Gotthard‟
an, das wir als das reifſte dieſer Kollektion Gebirgs
landſchaften anſprechen möchten, wenn auch unter den
übrigen Gemälden noch ſchöne und vortreffliche Werke
ſind. In allen, vornehmlich auch in den Aquarellen
gebt der Künſtler ſeine eigenen Wege. Und wenn er

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Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Nummer 286.

Die Kanaliſierung der Lahn.
A Aus dem Lahntal, 3. Dez. Ein ſchon über
100 Jahre altes Projekt wird zur Zeit wieder lebhaft
in den beteiligten Kreiſen erörtert, nämlich die Kana=
liſierung
der Lahn und die Schiffbarmachung
derſelben zwiſchen Weilburg und Gießen bezw. zwi=
ſchen
Nieder=Lahnſtein und Gießen. Am 12. Oktober
1810 wurde der Schiffahrtsweg auf der Lahn aufwärts
bis Weilburg fertiggeſtellt und für den Verkehr ge=
öffnet
. Leider hatte man wohl den damaligen Ver=
hältniſſen
entſprechend die Lahn nur für Fahrzeuge
von ganz kleinen Abmeſſungen ausgebaut, und ſo kam
es, daß mit Eröffnung der Eiſenbahnverbindungen im
Lahntal die Lahnſchiffahrt immer mehr zurückging,
weil die Eiſenbahn die Frachten ſchneller und billiger
befördern konnte. Auch eine auf Grund eines Ver=
trages
im Jahre 1844 zwiſchen den Uferſtaaten Preu=
ßen
, Naſſau und Heſſen vorgenommene Regulierung
der Lahn hatte trotz der Herſtellung einer Reihe von
Schleuſen und der Beſeitigung mehrerer im Flußbett
vorhandener Schiffahrtshinderniſſe keinen Erfolg, da
die erforderliche Fahrwaſſertiefe nicht hergeſtellt und
die Arbeiten nur teilweiſe vollendet wurden. Lange
Zeit wurde nun nichts mehr unternommen, und erſt in
den Jahren 1873/74 begannen wieder neue Verhand=
lungen
, als die preußiſche Regierung bei dem Abge=
ordnetenhaus
eine Vorlage über die Herſtellung eines
Schiffahrtsweges auf der Lahn einbrachte, die jedoch
abgelehnt wurde. Vor etwa zehn Jahren traten nun
die Intereſſenten zuſammen und gründeten einen
Lahnkanalverein, der ſich als Ziel die Förder=
ung
des alten Regulierungsprojektes und den Aus=
bau
der Lahn zu einer auch dem modernen Verkehr
genügenden Waſſerſtraße geſetzt hat. Eine Verwirk=
lichung
dieſes großzügigen Projektes wird allerdings
in erſter Linie von dem Entgegenkommen der preußi=
ſchen
Regierung abhängen. Die in dieſer Angelegen=
heit
im Juni dieſes Jahres in Gießen abgehaltene Be=
ſprechung
zwiſchen Vertretern der heſſiſchen und der
preußiſchen Regierung hat allerdings kein ſehr günſti=
ges
Ergebnis gehabt, da ſich auf Grund der angeſtellten
Berechnungen keine Rentabilität des Unternehmeus
nachweiſen ließ. Der Lahnkanalverein hat nun ange=
regt
, das von der preußiſchen Waſſerbaubehörde aus=
gearbeitete
Kanaliſierungsprojekt, das für 300=Tonnen=
Schiffe aufgeſtellt worden iſt, in der Weiſe abändern
zu laſſen, daß nur Schiffe von 210 Tonnen Ladefähig=
keit
dem Projekt zu Grunde gelegt werden ſollen. In
einer demnächſt ſtattfindenden Verſammlung ſoll die=
ſem
Projekt nähergetreten werden.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Eine recht wenig angenehme Beſchäftigung iſt
ſchon an ſich das Steuerzahlen, ganz beſonders aber,
wenn einem dabei zugemutet wird, in qualvoll fürch=
terlicher
Enge, gedrängt und geſtoßen von allen Sei=
ten
, 20 bis 30 Minuten an der Stadtkaſſe zu ſtehen,
um auf den Moment zu warten, in dem man ſeine
Steuer bezahlen darf. Warum werden denn nicht bei
ſtarkem Andrange des Publikums weitere Schalter ge=
öffnet
? Da könnten doch dort die ſtädtiſchen Beamten
meines Erachtens eine weit beſſere Verwendung fin=
den
, als mit der Bearbeitung der Wohnungs= und
Arbeitsloſenzählung! Was geht es denn übrigens die
Stadt an, ob ein Steuerzahler eine 5= oder eine 6=
Zimmerwohnung ſich mietet und ob er 1000 Mark oder
2000 Mark Miete bezahlt! Die Stellung ſolcher, faſt
ausſchließlich das private Leben berührender Fragen
ſollte nach Tunlichkeit vermieden werden! Im übri=
gen
dürfte es ſich auch für die Folge empfehlen, die
zu beantwortenden Fragen präziſer zu faſſen und auch
eine entſprechende Erläuterung ihnen hinzuzufügen.
Ich bin doch ſicher, daß die Fragen der Arbeitsloſen=
zählung
von manchem Rentier und Penſionär beant=
wortet
wurden.
X. T.Z.

Es iſt in der vergangenen Woche durch die Blät=
ter
eine Nachricht aus Eberſtadt gegangen, nach der in
Eberſtadt wegen der Wiederbeſetzung der dortigen
Pfarrſtelle große Aufregung herrſchen ſoll. Dem iſt
nicht ſo. Von einer allgemeinen Aufregung iſt nicht
das mindeſte zu verſpüren. Sie kann höchſtens den
kleinen Teil von Intereſſenten ergriffen haben, der
befürchtet, ſeine Eingabe des Inhalts, die Pfarrſtelle
dem dortigen Pfarramtsaſſiſtenten zu übertragen,
werde nicht die gewünſchte Berückſichtigung finden.
in dieſer Technik vielleicht für Manchen zu nahe den
Impreſſionismus ſtreift, prächtige, ſtimmungsvolle Bilder
ſind das alles. All dieſe Landſchaften von Capri ſtrömen
die ſüdliche, ſatte warme Farbe der überfruchtbaren Natur
aus. Und in der Fülle des Farbenſpieles ſchwelgt der
Künſtler und wie ein im Ueberfluß Genießender gibt er die
Eindrücke wieder, die die Farbenfülle in ſeiner Künſtler=
ſeele
auslöſt.
Auch als Bildniskünſtler hat Kurt Kempin
offenſichtliche Fortſchritte gemacht. Sein Selbſtporträt
der Künſtler ſtellt ſich in Lebensgröße in charakteriſtiſcher
Haltung dar erfüllt die zweifache Aufgabe der Porträt=
malerei
in hohem Maße. Bei höchſter Aehnlichkeit und
treffender Charakteriſtik iſt das ein Gemälde von hoher
Schönheit, trotz des nicht ſehr reichen Kolorits, auf das
in dem Herrenbildnis mehr Wert gelegt ſcheint, während
ihm in dem Damenbildnis eine beſondere eigenartige
Aufgabe zufällt, die mit großem Können gelöſt iſt. Ein
ganz hervorragendes Werk aber iſt der Eros In der
Kompoſition geht der Künſtler auch hier eigene Wege. Sein
ſtark ausgeprägter Naturalismus ließ es nicht zu, dem
ſchlafenden nackten Knaben Göttergleiches zu geben, wenn
nicht in der Vollendung des jungen, noch unentwickelten,
aber ſchönen Menſchenkindes ſelbſt Gottgleiches zu ſuchen
ſein ſoll. Die Haltung des Knaben iſt frei und natürlich
und nicht ohne Anmut. Vor allem iſt die Figur trefflich
dem ganzen, ziemlich vielſeitigen Bilde einkomponiert.
Was dem Bilde aber den Stempel des reifen Kunſtwerkes
aufdrückt, iſt das Kolorit. Wie die Farbe des Fleiſches
auf dem weißen Kiſſen zu dem dunklen, ſtofflich meiſter=
haft
gemalten Hintergrund zu der gelben blumigen Decke
und zu den Blumengirlanden uſw. abgetönt iſt, das iſt
ganz vorzüglich.
Auch die Eva iſt ein reifes ſchönes Gemälde. Ein
brillant modellierter Körper in gut beobachteter Haltung
auch Kurt Kempins Eigenart auf dunklem Hinter=
grund
, den ein Lichtſtrahl myſtiſch erhellt. Es liegt eine
leigenartige Stimmung über dieſem Bilde, das etwas
Packendes hat. Ein gewiſſer Hang zum Myſtizismus
ſpricht übrigens auch aus vielen Landſchaften. Die Kol=
lektion
, auf die noch weiter einzugehen es uns leider an
Raum gebricht, enthält noch zahlreiche Studien, und eine
(Reihe intereſſanter Bühnenbilder,
M. St.

Es darf aber nach der Darſtellung der fraglichen Notiz,
die geeignet iſt, ein völlig falſches Bild von den Verhält=
niſſen
inEberſtadt zu entwerfen, nicht verſchwiegen bleiben,
daß eine recht große Anzahl von zu der evangeliſchen
Gemeinde gehörenden Perſonen die Unterſchrift unter
die Eingabe verweigert hat und verweigern würde.
Es erſcheint auch nicht mehr als recht und billig, dieſe
Stelle einem der älteren Herren Theologen zu über=
tragen
. Es darf deshalb erwartet werden, daß die
oberſte Kirchenbehörde rein nach ſachlichen Erwägun=
gen
handelt, ohne Rückſicht auf das in ſeiner Art wenig
übliche Vorgehen eines Teiles der evangeliſchen Ge=
meinde
, umſomehr, als der Wunſch bei weitem nicht ſo
einmütig iſt, wie er nach der Preſſenotiz den Eindruck
m.
zu erwecken berufen iſt.

Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 5. Dez. Der Präſident Graf Schwerin=
Löwitz eröffnet die Sitzung 2,31 Uhr. Auf der Tages=
ordnung
ſteht die zweite Leſung eines
Arbeitskammergeſetzes.
Abg. Dr. Will=Straßburg (Zentr.) berichtet über
die Kommiſſionsverhandlungen und empfiehlt die An=
nahme
des Geſetzes. Die Kommiſſion beantragt in einer
Reſolution die Schaffung einer ſtändigen Vertretung für
die Handelsgehilfen im Sinne des Kaiſerlichen Erlaſſes
vom 4. Februar 1890, ſowie eine ſolche für techniſche An=
geſtellte
Die ſozialdemokratiſche Fraktion beantragt an=
ſtelle
der Vorlage, wie ſie aus der Kommiſſion heraus=
gekommen
iſt, einen völlig anders geſtalteten Entwurf an=
zunehmen
. Ein Antrag verlangt die Schaffung eines
Reichsarbeitsnachweiſes mit je einem Arbeitsamt für den
Bezirk jeder oberen Verwaltungsbehörde, ſowie die
Schaffung einer Arbeitskammer für den Bezirk eines jeden
Arbeitsamtes zur Wahrung der beſonderen Intereſſen der
beteiligten Arbeitnehmer. Abg. Wiedeberg (Ztr.): Wir
werden der Vorlage auch in der Kommiſſionsfaſſung zu=
ſtimmen
und auf alle Anträge, die die Vorlage nur auf=
halten
können, verzichten; wir lehnen den ſozialdemokra=
tiſchen
Antrag ab. Wir ziehen paritätiſche Arbeitskam=
mern
den Arbeiterkammern vor, welch letztere heute ſchon
gewiſſermaßen in den Gewerkſchaften beſtehen. Trotz man=
nigfacher
Bedenken haben wir uns für die Errichtung von
Kammern auf Grund fachlicher und nicht territorialer Zu=
ſammenſetzung
entſchieden. Wir ſtimmen für die Kom=
miſſionsfaſſung
. (Bravo! im Zentrum).
Abg. Legien (Soz.): Wenn eine geſetzliche Ver=
tretung
in der Arbeiterſchaft errichtet wird, da muß ſie
auch ſo organiſiert ſein, daß ſie Wert für die Arbeiter hat.
Wir ſchlagen an Stelle der beruflichen territoriale Organi=
ſationen
vor. Ich bitte, unſerem Entwurf zuzuſtimmen.
Abg. Graf v. Weſtarp (konſ.): Das Geſetz wird nur
Mißtrauen erwecken u. neue Kämpfe. Die Sozialdemokraten
werden es zu keinem Frieden kommen laſſen, um ihre Ge=
waltherrſchaft
und ihr Agitationsbedürfnis zu befrie=
digen
. (Lachen links. Sehr richtig! rechts). Die Kom=
miſſionsfaſſung
ſtellt geradezu noch eine Verſchlechterung
dar. Wir werden die Vorlage einſtimmig ablehnen. ( Leb=
haftes
Bravo! rechts. Unruhe und Gelächter links).
Abg. Manz (Fortſchr. Vp.): Die ſoeben gehörte
Rede war nichts anderes als eine konſervative Wahlrede.
(Sehr richtig! links). Wir werden die Kommiſſionsfaſſung
annehmen, denn wir halten es für eine berechtigte For=
derung
der Arbeiter, in gleicher Weiſe wie die anderen
Erwerbsgruppen eine geſetzliche Vertretung zu beſitzen.
Wir halten es für richtig und nötig, daß die Arbeiterver=
treter
in die Kammern aufgenommen werden. Der Rah=
men
darf nicht zu eng gefaßt werden. Rein fachliche Orga=
niſationen
ſind deshalb nicht empfehlenswert. Abg.
Horn=Reuß (nl.): Der ſozialdemokratiſche Antrag hat
nur agitatoriſche Bedeutung. Den Antrag Albrecht lehnen
wir ab. (Bravo! bei den Nl.). Abg. v. Dirckſen
Rp.): Die jetzige Faſſung des Geſetzes iſt für uns unan=
nehmbar
. Es kann nichts nützen, abſolut ein Geſetz auf
Grund von Kompromiſſen zuſtande bringen zu wollen. Die
Sozialpolitik hat offenbar ihr Ziel einer Verſöhnung nicht
erreicht. Die Kaiſerliche Botſchaft vom Jahre 1890 trifft
hier bei den heutigen veränderten Verhältniſſen nicht mehr
zu. Die Intereſſen der Arbeiter werden heute ſo zielbe=
wußt
und draufgängeriſch vertreten, daß man eher an den
Schutz der Arbeitgeber denken muß. (Sehr richtig! rechts.
Lachen links). Ganz unannehmbar iſt für uns die Ein=
beziehung
der Eiſenbahnarbeiter in die Vorlage und die
Zulaſſung der Arbeiterſekretäre zu den Kammern. Die
großen Intereſſenvertretungen haben ſich faſt ausſchließ=
lich
gegen die Vorlage ausgeſprochen. Bei den Wahlen,
wie ſie hier geſchaffen werden ſollen, werden von den So=
zialdemokraten
nicht fachliche, ſondern lediglich politiſche
Rückſichten in den Vordergrund geſtellt werden. Nicht der
ſoziale Friede, ſondern der ſoziale Unfriede wird durch
dieſe Vorlage gefördert werden. (Beifall bei der Rp.).
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Der ſozialdemokra=
tiſche
Antrag iſt für uns unannehmbar, weiter unverein=
bar
iſt mit der ſtaatsrechtlichen Konſtruktion des Reiches
und der auf dieſer beruhenden Beziehungen des Reiches
zu den Bundesſtaaten. Eine große Reihe der zu dem Ent=
wurf
gemachten Vorſchläge ſind und bleiben für uns un=
annehmbar
. In letzter Zeit iſt auch noch viel geſchehen,
was den Optimismus gerade nicht ſtärken konnte, ſondern
gerade im Gegenteil abſchwächen mußte. (Zuruf:
Moabit! Lachen links.) Dennoch würde ein Geſetz zweck=
mäßig
und nützlich ſein. Wir haben nicht nur ſozialdemo=
kratiſche
Arbeiter u. Organiſationen, ſondern auch andere.
(Sehr richtig!) Und dieſe bilden ſogar die Mehrheit und
wollen das Recht haben, ihre Intereſſen ſachgemäß unter
Mitarbeit der Arbeitgeber zu vertreten. Man müßte
verzweifeln an der Zukunft des Reiches, wenn man
glaubte, es würde immer ſo ſein. (Lebhafte Unruhe links.
Sehr gut! rechts). Ich glaube aber an dieſe Zukunft und
deshalb ſollten wir ein ſolches Geſetz annehmen. Dem
Bundesrat fehlt es an einem Organ, um die Ausübung
des Geſetzes zu überwachen. Das Alter für das paſſive
Wahlrecht von 30 auf 25 Jahre herabzuſetzen, iſt abzuleh=
nen
. Hinſichtlich der Eiſenbahnarbeiter iſt die urſprüng=
liche
Vorlage wieder herzuſtellen. Werden ſie in die Or=
ganiſation
einbezogen, ſo iſt für den Bundesrat das Geſetz
unannehmbar. (Bravo! rechts.) Arbeiterſekretäre zuzulaſ=
ſen
iſt bedenklich.
Abg. Behrens (Wirtſch. Vgg.): Wir lehnen den
ſozialdemokratiſchen Antrag ab. Bei der Schaffung ſozial=
politiſcher
Geſetze ſollte man nicht meinen, man mache dem
Volk ein Geſchenk; es handelt ſich hierbei lediglich um eine
nationale Notwendigkeit. Da auch Vertreter der Arbeiter=
organiſationen
zu den Arbeitskammern zugelaſſen ſind, ſo
iſt es nur recht und billig. auch die Arbeiterſekretäre zuzu=
laſſen
. (Bravo! bei der Wirtſch. Vgg.).
Abg. Kulerski (Pole): Ich bitte, die Kommiſſions=
beſchlüſſe
aufrecht zu erhalten. Die Kompetenz der Ar=
beitskammern
wird dadurch nur unweſentlich erweitert.
Abg. Dr. Naumann (Fortſchr. Vp.): Ein Arbeitsamt
ſo nebenher einzuführen, iſt nicht angängig. Für Arbeits=

kammern haben ſachliche Rückſichten die Grundlagen ab=
gegeben
. Sie müſſen aber wirklich etwas beſchließen und
nicht nur Gutachten und Wohlfahrtsintereſſen zu ſchaffen
ſuchen. (Sehr richtig! links.) Wir wollen ein Geſetz, da=
mit
wir Klarheit ſchaffen. Staatsſekretär Dr. Del=
brück
: Die Eiſenbahner fallen nicht unter die Gewerbe=
ordnung
, auch die Werkſtättenarbeiter der Eiſenbahn kön=
nen
nicht anders behandelt werden, wie andere Eiſenbahner.
Auch ſie arbeiten lediglich für die Betriebsfertigkeit der Bah=
nen
und dieſe Arbeiter könnten denVerkehr ebenſo lahmlegen,
wie andere Bahnarbeiter. Abg. Legien (Soz.): Nach
den Ausführungen des Staatsſekretärs ſind die Eiſen=
bahnarbeiter
minderen Rechtes. Es iſt unerhörter Ter=
rorismus
, ihnen das Koalitionsrecht vorzuenthalten. Wir
erhoffen allerdings eine Zukunft des Reiches, die nicht den
Wünſchen der Rechten entſpricht. Ohne Arbeitsamt hat
die Vorlage keinen Wert. Abg. Dr. Fleiſcher (Ztr.):
Wir wollen die Arbeitskammern als ein Hilfsorgan des
Reichsamtes anſehen zur Erledigung ſozialpolitiſcher Auf=
gaben
.
Damit ſchließt die Diskuſſion über § 1 des ſozialdemo=
kratiſchen
Antrages, der gegen die Stimmen der Sozial=
demokraten
abgelehnt wird. Der § 1 wird in der Kom=
miſſionsfaſſung
angenommen, worauf Abg. Legien die
weiteren Teile des ſozialdemokratiſchen Antrages zurück=
zieht
.
Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf
Dienstag 1 Uhr. Schluß 6,30 Uhr.

* Berlin, 5. Dez. Im Seniorenkonvent
des Reichstages einte man ſich dahin, es im all=
gemeinen
bei dem bereits vereinbarten Arbeitspro=
gramm
zu belaſſen. Es ſoll am Freitag, 9. Dezember,
die erſte Leſung des Etats beginnen und nach Abſchluß
derſelben, am Mittwoch oder Donnerstag der nächſten
Woche, in die Weihnachtsferien eingetreten werden.
Die erſte Sitzung im neuen Jahre ſoll am 10. Januar
ſtattfinden. Der Arbeitsſtoff iſt folgendermaßen ver=
teilt
: Montag und eventuell Dienstag zweite Leſung
des Arbeitskammergeſetzes; Mittwoch Rechnungsſachen
eventuell Fortſetzung der Mittelſtandsdebatte von vori=
gen
Samstag; Donnerstag iſt katholiſcher Feiertag;
dann Freitag, wie erwähnt, erſte Leſung des Etats.
In der erſten Sitzung nach Neujahr wird die Straf=
geſetznovelle
vorgenommen werden. Sollte jedoch die
zweite Leſung des Arbeitskammergeſetzes ſchon heute
zu Ende kommen, ſo will man morgen und übermor=
gen
die zweite Leſung der Strafgeſetznovelle beraten.

Die engliſchen Wahlen.
* London, 5. Dez. Bis geſtern nachmittag 4 Uhr
50 Min. waren gewählt: 51 Liberale, 62 Unioniſten,
7 Arbeiterpartei und 5 Nationaliſten. Die Liberalen
haben 4, die Unioniſten 7 Sitze gewonnen.
* London, 5. Dez. Bis jetzt ſind gewählt:
52 Liberale, 65 Konſervative, 8 Mitglieder der Arbei=
terpartei
und 5 Redmondiſten.
Darmſtadt, 6. Dezember.
* Ordensverleihungen. Es haben erhalten: Den
Braunſchweigiſchen Orden Heinrichs des Löwen 2. Kl.
Hauptmann Freiherr v. Lehmann, denſelben Orden
4. Klaſſe Leutnant Viktor Graf zu Sayn=Wittgenſtein=
Berleburg, Leutnant v. Frantzius, Leutnant v. Ilſemann,
Leutnant v. Stülpnagel. Denſelben Orden 3. Klaſſe Ober=
leutnant
Frhr. v. Schütz zu Holzhauſen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 5. Nov. Der Trauerfeier für den
Geſandten Grafen v. Goetzen, die heute in der
Evangeliſchen Kirche des Invalidenhauſes ſtattfand,
wohnten unter anderem der Reichskanzler, Staatsſekre=
tär
von Kiderlen=Waechter, Bürgermeiſter Dr. Bur=
chard
=Hamburg, Mitglieder des Hofes, des diplomati=
ſchen
Korps und des Bundesrates bei. Der Sarg, auf
dem Säbel, Schärpe und der graue Hut der Schutz=
truppen
lagen, wurde nach der Feier nach dem Lehrter
Bahnhof geleitet.
* Berlin, 5. Dez. Die Nordd. Allgem. Zeitung
ſchreibt: Gegen nationalliberale Blätter polemiſierend,
kommt die Kreuzzeitung in ihrem Sonntagsartikel auf
die Szene zurück, in der Abg. von Heydebrand
während der Debatte im Reichstag über die Interpel=
lation
Ledebours den Reichskanzler aufforderte, Maß=
regeln
gegen revolutionäre Umtriebe zu ergreifen.
Nach der Kreuzzeitung ſoll ſich die Apoſtrophierung des
Reichskanzlers ganz einfach daraus erklären, daß Herr
von Bethmann Hollweg den außerparlamentariſchen
Verkehr mit allen Abgeordneten, ohne Ausnahme, ver=
meidet
. Dieſe Erklärung ſteht mit der tatſächlichen
Wahrheit nicht im Einklang. Der Reichskanzler
empfing gerade in der letzten Zeit, wie übrigens ſchon
während der Sommerpauſe, Vertreter der bürgerlichen
Fraktionen, darunter auch v. Heydebrand, bei ſich zu
Unterredungen.
* Altenburg, 5. Dez. Heute vormittag fand die
Beiſetzung des früheren Generalinſpekteurs der Ka=
vallerie
, Generaloberſten Edler von der Planitz,
ſtatt. Als Vertreter des Kaiſers war der kommandie=
rende
General des 4. Armeekorps, General von Be=
neckendorf
=Hindenburg, und der Herzog in Begleitung
des perſönlichen Adjutanten anweſend. Der Kaiſer
und die Kaiſerin hatten Blumenſpenden geſandt.
* Breslau, 5. Dez. Der Volkszeitung zufolge ſind
in Neiße nach dem Genuß von Margarine elf
Perſonen ſchwer erkrankt.
* Wien, 5. Dez. Die Korreſpondenz Wilhelm
erfährt authentiſcherſeits, daß die Nachricht, Erzherzog
Ferdinand habe das Protektorat des Oeſterreichi=
ſchen
Flottenvereins niedergelegt, abſolut un=
richtig
ſei.
* Wien, 5. Dez. Infolge der Vorkommniſſe in der
Samstagsvorſtellung der Hofoper wo der Herren=
chor
paſſive Reſiſtenz übte, verfügte die Direktion die
ſofortige Entlaſſung der betreffenden Mitglieder. Von
der Maßregel werden 48 Choriſten betroffen, unter
denen ſich auch Thomas Koſchat befindet.
* Wien, 5. Dez. Heute begann die für die ganze
Woche berechnete Gerichtsverhandlung gegen
die der Spionage und Majeſtätsbeleidig
ung Angeklagten Giuſeppe Colpi, Luigi Dante
und Ottone Tomaſine. Colpi wurde ſeinerzeit
wegen des Bankdiebſtahles in Trient bereits zu ſechs
Jahren Kerker verurteilt.
* Prag, 5. Dez. Die mediziniſche Fakultät
der Prager deutſchen Univerſität ernannte
Kaiſer Wilhelm im Hinblick auf die bei der Ber=
liner
Univerſitätsfeier angeregte Gründung der Geſell=
ſchaft
zur Errichtung von Forſchungsinſtituten zum
Ehrendoktor.
* Graz, 5. Dez. Heute begann vor dem hieſigen
Schwurgericht als Delegiertengerichtshof die Verhand=

[ ][  ][ ]

Nummer 286,

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Seite 7.

lung wegen Berbrechens des Hochverrats gegen
13 Perſonen, von denen 12 in Trieſt und eine in Görtz
wohnen. Die Angeklagten ſind beſchuldigt, in den
letzten zwei Jahren in Trieſt in Verbindung mit den
irredentiſtiſchen Kreiſen Italiens die Anwerbung eines
Freiwilligenkorps und deſſen Angliederung an das
italieniſche Freiwilligenkorps beſchloſſen und gefördert
zu haben, um einen bewaffneten Einfall in die ſoge=
nannten
italieniſchen Provinzen Oeſterreichs zu unter=
ſtützen
.
* Rom, 5. Dez. Ein geſtern von Weingartner
dirigiertes großes Konzert wurde vom Publikum
mit ſtürmiſchem Beifall aufgenommen. Geſpielt wurde
Mendelsſohns Sommernachtstraum Beethovens 3.
Symphonie (Eroica), Weingartners König Lear und
die Ouvertüre aus Wagners Tannhäuſer
* Paris, 5. Dez. Miniſterpräſident Briand
empfing heute die Vertreter des Sultans von
Marokko, El Mokri und Bengarit. Dem
Empfange wohnte der franzöſiſche Geſandte in Tanger,
Regnault, bei.
* London, 5. Dez. Ein ſchweres Eiſenbahn=
unglück
ereignete ſich in der Nähe von Willeaden.
Die Zahl der Toten iſt noch nicht feſtgeſtellt, man fürch=
tet
aber, daß ſie bedeutend iſt. Dem Vernehmen nach
ſtand der Zug nach London in der Station, als von
rückwärts ein anderer Zug in ihn hineinfuhr. Zahl=
reiche
Verwundete wurden unter den Trümmern her=
vorgezogen
. Aerzte ſind zur Stelle.
* London, 5. Dez. Aus der Gondel eines die
Nordſee überfliegenden Ballons, der, wie es heißt,
aus Bayern ſtammt, iſt ein Inſaſſe herausge=
ſtürzt
. Der Ballon, welcher die Nordſee überflog, iſt
am letzten Samstag in München mit drei Perſonen
aufgeſtiegen, um in die Schweiz zu fahren. Der Bal=
lon
iſt auf der Ockley=Inſel geſtern abend niederge=
gangen
.
* London, 5. Dez. In der Kemberton=Grube von
der Madeley=Wood Kohlenbergbaugeſellſchaft von
Shifnal ſtürzte ein mit ſieben Mann beſetzter För=
derkorb
in die Tiefe. Alle Inſaſſen waren
ſofort tot.

Geſchäftliches.
Ein reges Treiben herrſcht wie alljährlich um dieſe
Zeit in den Straßen Darmſtadts Alles iſt auf den
Beinen, um die in den Schaufenſtern ausgeſtellten Feſt=
geſchenke
zu betrachten. So bietet u. a. die Firma
Gebr. Rothſchild außer ihrer Ausſtellung von prak=
tiſchen
Geſchenken etwas wirklich intereſſantes. Zwei
beſonders künſtleriſch ausgeführte, durch Motore in Be=
wegung
geſetzte Dekorationen, darſtellend: Eine Rodel=
bahn
(Nachbildung der Ludwigshöh=Bahn), die durch
viele elektriſche Glühlämpchen beleuchtet wird. Im erſten
Fenſter am Marktplatz iſt ein Kinderzimmer eingerichtet,
in dem eine Erzieherin die Kinder beaufſichtigt und der
bekannte Nikolaus mit ſeinen ſchönen Gaben Einzug
hält, auch dies iſt mechaniſch betrieben. Auch die Innen=
Dekoration der Firma Gebr Rothſchild bietet Sehens=
wertes
. Ein Aeroplan aus Taſchentüchern mit elektriſch
betriebenen Propellern und die im Lichthof prächtig ge=
ſchmückten
Weihnachtsbäume geben dem Geſchäftsbetrieb
einen feſtlichen Anſtrich.
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C. F. Erb Nachf.

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Sohwarz-weisse Rabattmarken.
(23504a
Das schönste der Feste wird uns verdorben,
y wenn ein Glied der Familie krank, oder auch nur
erkältet iſt, und doch iſt gerade der Dezember der
Geſundheit beſonders gefährlich. Man moß alſo
gerade jetzt beſonders vorſichtig ſein, und das iſt
man am beſten, wenn man Fays ächte Sodener
Mineral=Paſtillen als ideales Hausmittel immer
zur Hand und im Gebrauch hat. Fays ächte
Sodener, die man für 85 Pfg. in einſchlägigen
Geſchäften kauft, verſagen nie und für Kinder
(23513M.
beſonders ſind ſie ein Segen.

Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere inniggeliebte Schweſter, Schwägerin
(*29667
und Tante
Diakonisse
Susanne Wenner
nach langem, in Geduld ertragenem Leiden, im
Alter von 73 Jahren, zu ſich zu rufen.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1910.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Dez. 1910,
nachmittags ½3 Uhr, vom Eliſabethenſtift
aus, ſtatt.

Anſtatt jeder beſonderen Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach kurzem ſchweren
Leiden unſer lieber guter Sohn, Bruder, Enkel,
Neffe und Vetter
(23554
cand, ing.
Rudolf Kissel.
Bad Nauheim, Darmſtadt,
den 5. Dezember 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Ueberführung der Leiche vom ſtädtiſchen
Krankenhauſe in Darmſtadt nach dem Bahn=
hofe
findet am Mittwoch, den 7. Dezember 1910,
vormittags 10¼ Uhr, die Beerdigung in Bad
Nauheim am gleichen Tage, nachm. 2½ Uhr,
vom dortigen Bahnhofe aus, ſtatt.

HOTELeDARMSTäDTER-HOT

GRossEs
SPEISE-RESTAURANT

(16578a.

Dankſagung.

Für die uns bei dem Hinſcheiden unſerer
lieben Mutter
(23489

nſerer beutigen Zeiung liegt ein Sonderbiat mit
Abbildungen von Erzeugniſſen der Württem=
bergiſchen
Metallwaren abrik Geislingen=St. bei,
worauf wir unſere Leſer beſonders aufmerkſam machen.
Die Niederlage dieſes Geſchäfts befindet ſich Rhein=
(23497
ſtraße 8.

erwieſene Teilnahme bringen wir auf dieſem Wege
allen Beteiligten unſeren herzlichſten Dank zum
Ausdruck.

Todes-Anzeige.

Unterfertigte Burſchenſchaft erfüllt hiermit
die traurige Pflicht, ihre lb. Bundesbrüder, ſo=
wie
alle Freunde und Bekannten von dem Ab=
(23548
leben ihres lb. Bundesbruders
Rudolf Kissel
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Darmſtadt, den 5. Dezember 1910.
Die Darmstädter Burschenschaft Frisia‟.
J. A.:
Otto Chriſtmann X
Die Ueberführung der Leiche vom ſtädtiſchen
Krankenhauſe (Grafenſtraße) nach dem Haupt=
bahnhofe
findet Mittwoch, den 7. Dezember,
10¼ Uhr, die Beerdigung an demſelben Tage
in Bad Nauheim um ½3 Uhr vom dortigen
Bahnhofe aus ſtatt.

(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
während der Krankheit und bei dem Hinſcheiden
meiner teuren, unvergeßlichen Mutter, unſerer
lieben Tochter, Schweſter, Schwiegermutter,
(23515
Schwägerin und Tante
Frau Justine Bopp Wwe.
ſowie für die ſchönen Kranzſpenden und die troſt=
reiche
Grabrede des Herrn Pfarrers, ſagen herz=
lichen
Dank
im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Lina Hufnagel, geb. Bopp,
Fritz Hufnagel.
Darmſtadt, 6. Dezember 1910.
Karlſtraße 6.

etieten
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): Die Zauberflöte‟.
Vorſtell ung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Märchen=Vorleſung von Frl. Ethel und Frl. Poppe
um 5 Uhr im Kaiſerſaal.
Vortrag des Evangeliſten Veller um 4 und 8½ Uhr
Rheinſtraße 2.
Monatsverſammlung des deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im Fürſtenſaal.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Ausſtellung von Bildern und Büchern Waldſtr. 33
(geöffnet von 101 und 37 Uhr).
Vorſtellung um 8 Uhr im Reſidenztheater.
1. Darmſtädter Kinematograph Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
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Mittwoch, 7. Dezember.
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(Viktoriaſtraße 50 und 52) um 10 Uhr auf dem Orts=
gericht
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Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟
Chriſtbaum=Verſteigerung um 8¾ Uhr ( Zu=
ſammenkunft
auf Bahnhof Erzhauſen).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Ji. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind

an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Die trauernden Hinterbliebenen.
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden

nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

FessenbrauFlaschenbiere
sind hochfeine Qualitätsbiere.

(257a

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Nummer 286.

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N2 235.

Dienstag, 6. Dezember.

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Antje Möller.
Roman von K. v. d. Eider.
Nachdruck verboten.)
26
Um dieſe Zeit ſaß Iven Anderſen auf Heiſterneſt,
und die alte Gitta mußte ein Scheit Holz nach dem
andern auflegen, damit es dem jungen Herrn inwendig
warm wurde. Das Feuer praſſelte und kniſterte, drau=
ßen
lang der Wind, und Iven las aus ſeinen
Büchern vor.
Er hatte verſtändnisvolle Zuhörer gekunden; die
warfen keine Fragen dazwiſchen, wie Hemmſteine, die
den Wagen anfhalten. Sie nahmen alles, wie es gege=
ben
wurde. Erſt wenn Iven den Buchdeckel zuſammen=
klappte
, nahm Vater Niß die lange Pfeife aus dem
Munde und ſagte: Was die Profeſſoren doch für greu=
lich
kluge Bücher drucken. Er meinte, nur ein Pro=
feſſor
könnte ein Buch fertig bringen.
Mutter Gitta tat, wenn die Vorleſung beendet war,
gewöhnlich einen tiefen Atemzug und griff nach dem
Strickſtrumpf, der ihr vom Schoß heruntergerutſcht war.
Sie war zu ſchwerhörig, um alles zu verſtehen, und
nickte deshalb gern ein bißchen beim Leſen ein.
Bei den Alten führte Iven ein ſtilles Leben. Nach
Rethwiſchhof kam er gar nicht mehr. Wenn Mutter
und Bruder ihn mal wiederſehen wollten, mußten ſi
ſchon zu ihm kommen, doch geſchah dies wegen der gro=
ßen
Entfernung höchſtens zweimal im Jahre.

Ein Tag verfloß wie der andere; nur daß Mutter
Gitta am Sonntag eine reine Schürze umband und
ihre beſte Haube aufſetzte, und daß es dann etwas von
ihrem Eingemachten gab. In der Woche lebte man
ziemlich einfach, da es in der Nähe keinen Laden, keine
Schlachterei oder Bäckerei gab. Verkehr wurde auf
Heiſterneſt nicht gepflegt, weil es an Nachbarn gänzlich
fehlte. Dies war Iven ganz recht, es paßte für ſeine
müde, kranke Seele und ſeinen ſchwachen Körper.
Vergeſſen hat er Antje nicht; er dachte an ſie als
an das Lieblichſte, das ſeinem Leben Inhalt gegeben
hatte. Sie ſtand ihm vor Augen, wenn er hintr den
dunklen Tannen ein Sternlein im buntflackernden Sil=
berglanze
aufblitzen ſah, wenn draußen ein Vöglein
zwitſcherte, wenn im Graſe ein zitterndes Blümchen
auftauchte. Bei allem Feinen und Lieblichen dachte er
an ſie. Ihm war es dann immer, als ſpüre er ihre
Seele.
Wenn aber der Sturmwind in den hohen Bäumen
heulte, wenn die Totenkränze der Natur unter ſeinen
Tritten raſchelten, dann wurde ihm todestraurig zu=
mute
, und er dachte ans Sterben. Jeder Frühling er=
weckte
ihn zu friſchem Leben. Er begann dann immer
von neuem an ſeinem Werke zu ſchaffen, das er in
jenem Jahre mit ſo großer Freude angefangen hatte.
Er ſäete, pflanzte, ſchnitt im Garten; er traf kleine
Verbeſſerungen wobei Vater Niß ihm half. Einmal
legten ſie einen Rinnſtein an, ein andermal wurde der
Ziehbrunnen mit einer Planke umgeben, damit die

Kinder nicht beim Spielen ins Waſſer ſielen. Nis
fragte nicht lange, welche Kinder ſein Herr meine; er
tat, was jener wünſchte.
Die Tannenpflanzung dehnte ſich von Jahr zu Jahr
mehr aus. Eine zwanzig Jahre weiter, rief er einmal
aus, dann ſind ſie groß. Er wußte ganz genau, daß er
dies nicht erleben würde.
Nach den Elſtern ſchoß er nicht mehr; er bildete
ſich ein, daß jene erſte Elſter, die er geſchoſſen hatte,
ihm Unglück gebracht hätte.
Auch im Hauſe verbeſſerte er manches. So arbeitete
er, der früher immer von einem zum anderen geſchrit=
ten
war, jetzt jahraus, jahrein in zielbewußter Weiſe
vorwärts. Was für ein Ziel er ſich aber eigentlich ge=
ſteckt
hatte, erfuhr niemand ſo recht. Ganz konnte er
es freilich nicht unterlaſſen, davon zu ſprechen. Es
wird noch mal eine Zeit kommen, Niß, ſagte er zu ſeinem
alten Diener, dann wird hier ein neues Geſchlecht
wohnen, ein junges, blondes Geſchlecht. Sie ſollen es
hier gut haben, Niß; aber wir, wo werden wir dann
ſein?
Ein andermal ſagte er: Ich freue mich beſonders
auf eines, auf meinen Tod und was dann kommt, und
als der alte Mann ihn ganz verdutzt anſah, zwinkerte
er ein wenig ſchelmiſch mit den Augen, als hätte er
nach ſeinem Tode noch etwas beſonderes vor.
Du ſollſt ſehen, ſagte der alte Niß nachher zu ſeiner
Frau, er wird hier umgehen, wenn er geſtorben iſt;

[ ][  ][ ]

Seſte 10

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Nummer 286.

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etwas anderes kann er nicht in dem Sinn haben. Als
ob hier nicht ſchon genug Spukwerk umherginge!
Nach einer Reihe von Jahren ſtarb der alte Niß.
Viele Leidtragende folgten ſeinem Sarge nicht, und die
Beerdigung machte nur inſofern Ungelegenheiten, als es
ſchlechtes Wetter und ein ſtundenweiter Weg bis zum
Kirchhofe war. Seit dieſer Zeit wohnte Iven allein mit
Mutter Gitta auf Heiſterneſt. Sie hätte es nicht übers
Herz gebracht, ihren jungen Herrn zu verlaſſen. In ihren
Augen blieb er ſtets der junge Herr. Er half ihr getreu=
lich
bei der Arbeit, die ihr ſchon ein bißchen ſchwer wurde,
im übrigen blieb alles, wie es war. Noch immer las
Iven allabendlich aus ſeinen Büchern vor, und noch im=
mer
nickte Mutter Gitta über dem Zuhören ein.
Iven Anderſen erhielt ſich bei der einfachen, natur=
gemäßen
Lebensweiſe, fern von den Fettöpfen Reth=
wiſchhofs
, merkwürdig geſund und friſch und lebte län=
ger
, als er ſelbſt und andere Leute es je gedacht hätten.
Nach Rethwiſchhof kam er nur ein einziges Mal; das
war zum Begräbnis der Mutter. Sie ſtarb ein halbes
Jahr nach Rolfs Verheiratung, nachdem ſie lange und
ſchwer gelitten hatte.
Der Tod der Frau Anderſen hinterließ keine große
Lücke, weder in Rolfs Herzen, noch in dem Haushalt. Die
Zügel waren in eine andere Hand übergegangen; aber es
war keine kräftige, kundige Hand. Sie hielt die Leine
ſchlaff, und der Wagen fuhr in dem alten Gleiſe weiter,
nur daß es eher ſchlechter als beſſer wurde.
Aeußerlich blieb Rethwiſchhof derſelbe, innen kam
ein wenig Luxus hinein. Die beſte Stube wurde tape=
ziert
und geſtrichen; neue Möbel wurden angeſchafft. Auf
der Diele und in der Küche wurde geölt und gefirnißt.
Ob es gemütlicher hierdurch wurde, war Rolf ſehr
zweifelhaft. Die Blumen vor dem Fenſter blühten ſeit
Karlinens Einzug nicht ſchöner als vorher; es wurde
nicht heller in den Stuben. Man lachte und ſcherzte nicht

öfter als zu Frau Martjens Zeiten. Die Dienſtleute
waren auch nicht freundlicher und dienſtwilliger als
früher; ja, es wurde ſogar behauptet, das Leute=Eſſen
wäre jetzt weit ſchlechter als früher. Wohl ſangen noch
die Rethwieſen, wohl ſchimmerten noch oft die Fenſter
von außen wie flüſſiges Gold, aber innen herrſchte die=
ſelbe
finſtere Strenge und Herzenskälte wie vordem, nur
daß ſie noch mit Geiz und Frömmelei gemiſcht waren.
Die Eheleute lebten, wie man im Dorfe ſagte, glück=
lich
miteinander. Das hieß ſoviel als, ſie beſchimpften
ſich nicht gegenſeitig, er trank nicht und ſie wahrte ihren
Ruf; folglich hatten ſie ſich gegenſeitig nichts vorzu=
werfen
.
Anderthalb Jahre nach der Hochzeit wurde ein Töch=
terchen
geboren. Es war ein ſchwaches, elendes Kind
einer ſchwächlichen Frau. Mit Stöhnen und Jammern
kam es zur Welt, und mit Mühe und Not zog ſie es groß.
Seit dieſer Zeit kränkelte Frau Karline fortwährend,
doch wollte ſie keinesfalls einen Arzt in Anſpruch nehmen.
Die Hebamme mußte öfter kommen und im übrigen
täuſchte ſie ſich mit Quackſalbereien und Beten über ihr
Leiden hinweg.
Es war auch durchaus kein Leiden, das das Leben
gefährdete. Durch rechtzeitige ärztliche Hilfe wäre es
bald völlig beſeitigt geweſen, durch die verkehrte Behand=
lung
wurde es chroniſch und verbitterte ihr und ihren
Mitmenſchen das Leben.
Bald hatte Karline ſich an ihr Leiden gewöhnt. Sie
lag nicht im Bette; ſie klagte nicht. Aber ihr fehlte das
herrliche Gefühl des Geſundſeins, das von innen heraus
den Menſchen froh und glücklich macht. Sie war niemals
heiter, ärgerte ſich über jede Kleinigkeit und trug beſtän=
dig
ein grämliches Weſen zur Schau.
Das kam ſo allmählich, daß Rolf es kaum merkte.
Er war auch durch die Krankheit der Mutter an ein freud=
loſes
Leben gewöhnt, und trug es daher bei ſeiner ruhi=

en bilegntiſgen Keiur uit Scdald. Rohe ſie mie
den Dienſtmädchen keifen, mochte ſie in die Kirche gehen,
ſoviel ſie wollte, wenn er nur ſeine Ruhe hatte. Die
hatte er; an ihn wagte ſie ſich nicht heran.
Eine gute Freundin hatte Frau Karline an Inge=
borg
. Dieſe kam faſt jede Woche einmal herüber und
hatte auch Gevatter geſtanden zu der kleinen Wiebke.
Ob Rolf es bereut hatte, nicht Ingeborg zum Altar
geführt zu haben, wurde dieſer nicht klar, doch merkte ſie,
daß er ſich jedesmal über ihren Beſuch freute. Es bedeu=
tete
auch wahrhaftig eine Erholung für ihn, wenn die
muntere, lebensluſtige Frau ſich einfand. Dann wurde
es gemütlich, man lachte und ſcherzte und fühlte ſich als
ein ganz anderer Menſch. Da ſie jetzt beide verheiratet
waren, konnten ſie deſto unbefangener miteinander ver=
kehren
.
Die kleine Wiebke wuchs heran und wurde des Va=
ters
Liebling. Was die Mutter bei ihrem Manne mit
den bitterſten Worten nicht erreichen konnte, erlangte das
Kind durch ein Lächeln. Eines Tages fuhr Rolf über
Land, um Pferde zu kaufen. Er hatte den Einſpänner
genommen und fuhr allein. Als er abfuhr, ſtand Frau
Karline vor der Tür in der friſchen Morgenluft, in ge=
krümmter
Stellung, die Hände unter der Schürze: Sie
ſah gelbbleich und faltig aus wie eine alte Frau. Klein=
Wiebke aber, die jetzt ſchon hübſche, rote Bäckchen bekam,
hüpfte fröhlich um den Wagen herum.
Komm nichſt zu ſpät wieder und trinke nicht zu viel,
tönte Karlinens grämliche Stimme dem Davonfahren=
den
nach. Sie wußte wohl, wie es bei dergleichen Handel
herzugehen pflegte. Rolf nickte ohne aufzuſehen und griff
nach der Peitſche.
Bring mir Bonbons mit, eine ganze Menge, rief ihm
Klein=Wiebke nach. Da drehte der Vater ſich um und
lächelte. Er lächelte noch, als er zum Hoftor hinausfuhr.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

§8 122.

Dienstag, 6. Dezenber.

1910.

Bekanntmachung.
Betreffend: Die Nachſuchung der Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt auf
Grund von Schulzeugniſſen.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugniſſe die Berech=
tigung
zum einjährig=freiwilligen Dienſt nachſuchen wollen, werden hierdurch auf die
nachfolgenden bei Anbringung der Geſuche zu beachtenden Vorſchriften mit dem An=
fügen
aufmerkſam gemacht, daß hiernach unvollſtändige Geſuche ohne weiteres zurück=
gegeben
werden.
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum geſtellungspflichtig iſt, d. h.
ſeinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt kann nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr und muß ſpäteſtens bis zum 1. Februar des Jahres nachgeſucht
werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird.
Sollten einzelne der nachſtehend unter ad aufgeführten Papiere und insbeſondere
das Schulzeugnis wegen noch nicht vollendetem Schulbeſuch bis zu vorangeführtem
Termin nicht vorgelegt werden können, ſo iſt gleichwohl das Geſuch bis zu dieſem Zeit=
punkt
einzureichen und in demſelben anzugeben, daß die etwa noch fehlenden Papiere
nachfolgen würden. Die Einreichung dieſer Papiere muß bei Verluſt des Aurechts
der Berechtigung ſpäteſtens bis 1. April desſelben Jahres erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein und iſt hierzu
ein Bogen im Aktenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch iſt die nähere
Adreſſe anzugeben. Das Geſuch iſt an die unterzeichnete Behörde, ohne perſönliche
Adreſſe zu richten.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtandsregiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber ge=
tragen
werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des geſetz=
lichen
Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber gegenüber zur

Tragung der bezeichneten Koſten verplichte und daß, ſoweit die Koſten von
der Militärverwaltung beſtritten werden, er ſich dieſer gegenüber für die Er=
ſatzpflicht
des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten, ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten, zur Be=
ſtreitung
der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der geſetzliche
Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten Verbindlich=
keiten
ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des Geſetzes zur
Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder notariellen
Beurkundung.
Der Regel nach iſt dem Schulzeugnis ein entſprechendes Formular bei
gefügt, auf welches ausdrücklich Bezug genommen wird.
e) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches für Zöglinge von höheren Schulen
(Gymnaſien, Realgymnaſien, Ober=Realſchulen, Progymnaſien, Realſchulen,
Realprogymnaſien, höheren Bürgerſchulen und ſonſtigen militärberechtigten
Anſtalten) durch den Direktor der Anſtalt, für alle übrigen jungen Leute durch
die Polizei=Obrigkeit oder ihre vorgeſetzte Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Das Schulzeugnis.
Sodann wird noch beſonders bemerkt:
zu pos. d) daß die Schulzeugniſſe, mit Ausnahme der Reifezeugniſſe, für die Uni=
verſität
und die derſelben gleichgeſtellten Hochſchulen und Reifezeugniſſe
für die Prima der Gymnaſien, Realgymnaſien und Ober=Realſchulen,
ſowie Reifezeugniſſe (Zeugniſſe über die beſtandene Schlußprüfung) der
Progymnaſien, Realprogymnaſien und Realſchulen, ſämtlich nach Muſter 18
zur Wehr=Ordnung vom 22 November 1868 Neuabdruck Reg=Bl.
Nr. 68 von 1901 ausgeſtellt ſein müſſen.
Im übrigen wird auf die Beſtimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der an=
geführten
Wehrordnung verwieſen.
Großherzogliche Prüfungs=Kommiſſion für Einjährig=Freiwillige zu Darmſtadt.
Der Vorſitzende:
(22156a
von Werner, Regierungsrat.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung,
betr. die Ausſtellung von Gewerbelegitimationskarten.
1. Nach § 44 der Reichsgewerbeordnung iſt derienige, welcher ein ſtehendes Ge=
werbe
betreibt, beſugt, auch außerhalb des Gemeindebezirks ſeiner gewerblichen Nieder=
laſſung
perſönlich oder durch in ſeinem Dienſte ſtehende Reiſende für die Zwecke ſeines
Gewerbetriebs Waren aufzukaufen und Beſtellungen auf Waren zu ſuchen. Das
Gleiche gilt für Handlungsagenten, die ein ſtehendes Gewerbe betreiben, in Anſehung
der Befugnis, als Vermittler oder Vertreter des Geſchäftsherrn den Ankauf von Waren
vorzunehmen oder Beſtellungen auf Waren zu ſuchen.
Hierzu iſt nach § 44a der Gewerbeordnung eine Legitimationskarte erforderlich,
welche auf Antrag des Inhabers des ſtehenden Gewerbebetriebs (Antrag des
Reiſenden ſelbſt genügt nicht) von der für deſſen Niederlaſſungsort zuſtändigen Ver=
waltungsbehörde
auf die Dauer eines Kalenderjahres und den Umfang des Reiches
ausgeſtellt wird.
II. Für Gewerbetreibende, welche in Darmſtadt eine gewerbliche Niederlaſſung
haben, iſt das Großh. Kreisamt Darmſtadt zuſtändig. Der Antrag iſt bei dem zu=
ſtändigen
Polizeirevier zu ſtellen.
III. Die Legitimationskarte iſt zu verſagen:
1. wenn derjenige, für den ſie beantragt wird, entweder mit einer abſchreckenden
oder anſteckenden Krankheit behaftet oder in abſchreckender Weiſe entſtellt iſt,
oder
2. unter Polizeiaufſicht ſteht, oder
3. wegen ſtrafbarer Handlungen aus Gewinnſucht, gegen das Eigentum, gegen die
Sitlichkeit, wegen vorſätzlicher Angriffe auf das Leben und die Geſundheit der
Menſchen, wegen Land= oder Hausfriedensbruchs, wegen Widerſtands gegen
die Staatsgewalt, wegen vorſätzlicher Brandſtiftung, wegen Zuwiderhandlungen
gegen Verbote oder Sicherungsmaßregeln, betr. Einführung oder Verbreitung
anſteckender Krankheiten oder Viehſeuchen, zu einer Freiheitsſtrafe von min=
deſtens
drei Monaten verurteilt iſt, und ſeit Verbüßung der Strafe drei
Jahre noch nicht verfloſſen ſind, oder wenn er
4. wegen gewohnheitsmäßiger Arbeitsſcheu, Bettelei, Landſtreicherei, Trunkſucht
übel berüchtigt iſt.
Die Legitimationskarte darf außerdem verſagt werden, wenn derjenige, für den ſie
beantragt wird, wegen einer der vorſtehend unter 3 bezeichneten ſtrafbaren Handlungen
zu einer Freiheitsſtrafe von mindeſtens einer Woche verurteilt iſt und ſeit Ver=
büßung
der Strafe fünf Jahre noch nicht verfloſſen ſind.
IV. Wer zum Zweck der Erlangung einer Legitimationskarte wiſſentlich unrichtige
Angaben über die für die Erteilung derſelben weſentlichen Tatſachen macht, hat
Geldſtrafe bis zu 150 Mark und im Unvermögensfalle Haftſtrafe bis zu 4 Wochen
verwirkt. (§ 148,6 Gewerbeordnung.)
Die oben bezeichnete Tätigkeit darf bei Meidung der gleichen Strafe nicht
früher begonnen werden, als bis der Gewerbetreibende im Beſitz der Legiti=
mationskarte
iſt. (§ 148,5 Gewerbeordnung).
Wer ſeine Legitimationskarte einem Anderen zur Benutzung überläßt, hat die
gleiche Strafe verwirkt. (§ 148,5 Gewerbeordnung).
V. Da vor Erteilung der Legitimationskarte Ermittelungen über die Perſönlichkeit
desjenigen, für welchen ſie ausgeſtellt werden ſoll, insbeſondere über ſeine etwaigen
Vorſtrafen angeſtellt werden müſſen (dies auch dann, wenn der betreffenden Perſon
im verfloſſenen Jahre eine Legitimationskarte ausgeſtellt war), fordern wir alle
Beteiligten auf, ihre diesbezüglichen Anträge rechtzeitig auf dem zuſtändigen
Polizeirevier zu ſtellen, da ſie es ſich andernfalls ſelbſt zuzuſchreiben haben, wenn
die Ausſtellung der beantragten Legitimationskarten durch das Großh. Kreisamt
nicht bis zu dem gewünſchten Zeitpunkte erfolgen kann.
Darmſtadt, 2. Dezember 1910.
(234490im
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
J. V.: Lauteſchläger.

Verkanſopreiſe der Tleiſch= u. Wurſtwaren in der Haupt= und Reädenzüadt Darmſtadt.
(Nach den Mitteilungen des Vorſtandes der Metzger=Innung.)

Ochſenfleiſch
Rindkleiſch
Kalbfleiſch
Hammelfleiſch
Bruſt
Schweinefleiſch (Bratenſt.)
Bauchläppchen.
Kottelets u. geſalz. Fleiſch
Speck, geräuchert

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84
80
90
60
88
82
. 92
110

Dörrfleiſch
. per
Schinken m. Bein .
Rollſchinken
Schweineſchmalz roh und
ausgelaſſen.
Schwartenmagen, Fleiſch=
und Bratwurſt
Leber= und Blutwurſt.

½ kg 100 Pfg
110
½ 130
½ 86

86
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Trankfurter Mywotüekenbamkg.
Ausübung des Bezugsrechts auf neue Aktien.
Unsere Generalversammlung vom 20. März 1909 hat beschlossen, das Aktienkapital von bisher M. 20000 000.
auf M. 22 000000. zu erhöhen durch Ausgabe weiterer voll einbezahlter 2000 Inhaber-Aktien zu 1000 Mark.
Die hierin liegende Anderung des Statuts hat inzwischen die staatliche Genehmigung erhalten.
Wir bieten nunmehr diese Aktien zum Kurse von 186% zuzüglich M. 55.80 Aktienstempel,
sonach zu M. 1915.80 pro Aktie unseren Aktionären hierdurch in der Weise an, dass auf je 10 der
bisherigen Aktien eine neue Aktie bezogen werden kann.
Die neuen Aktien sind vom 1. Januar 1911 ab dividendenberechtigt.
Das Bezugsrecht ist von jetzt bis einschliesslich 22. Dezember 1910 in der Weise auszuüben,
dass an unserer Kasse der Betrag für die neuen Aktien bezahlt wird, gleichzeitig Zeichnungsschein in doppelter Aus-
fertigung
eingereicht wird, und diejenigen alten Aktien, auf Grund deren das Bezugsrecht ausgeübt werden soll, mit
Nummernverzeichnis ohne Gewinnanteilscheinbogen vorgelegt werden. Uber die Einzahlung wird einfache Quittung
erteilt und diese dem Uberbringer unter Rückgabe der mit Bezugsvermerk versehenen alten Aktien übergeben. Gegen
Rückgabe dieser Quittung erfolgt später die Aushändigung der neuen Aktien, sobald die Kapitalerhöhung in das Handels-
register
eingetragen ist.
Zeichnungsscheine können an unserer Kasse wie auch bei unseren Couponseinlösungsstellen in Empfang
genommen werden.
Für Beträge von weniger als M. 10000. alter Aktien sind wir bereit, die Verwertung oder den Zukauf von
Bezugsrechten zu vermitteln.
(23551
Frankfurt a. M., den 5. Dezember 1910.
Frankfurter Hypothekenbank.

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Nommer 286

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Seite 13.

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Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Nummer 286.

Das moderne Fernſprechweſen.
Am Samstag, den 3. Dezember, hielt Herr
Obertelegraphenſekretär Herbert vor einem gro=
ßen
Zuhörerkreis einen ſehr intereſſanten Vortrag
über Das moderne Fernſprechweſen Von
ſeinen Ausführungen ſeien einige wichtige Punkte
herausgegriffen. Zunächſt ſchilderte der Redner den
Werdegang des Fernſprechers, von der einfachſten
Einrichtung von P. Reis, der 1861 das Telephon er=
fand
, bis zu den komplizierteſten Einrichtungen, wie
ſie heute an allen großen Aemtern beſtehen. Denn
wie auf vielen anderen Gebieten, ſo herrſcht auch hier
das Beſtreben, die von Menſchenkraft zu leiſtende
mechaniſche Arbeit durch Maſchinenarbeit zu erſetzen.
So ſind in München und anderen großen Städten ſo=
genannte
Automatiſche Aemter eingerichtet. Die Vor=
teile
dieſer Einrichtung beſtehen in der ſchnellen Ver=
bindung
, man hat keine Zuhörer, völlig geheim; Tag
und Nacht im Betrieb, auch Sonntags; Vermeidung
von Falſchverbindung; Betriebskoſtenerſparnis und
außerdem Leitungsmaterialerſparnis infolge leichter
Dezentraliſation. Außerdem ſeien einige ſehr inter=
eſſante
ſtatiſtiſche Angaben wiedergegeben:
1894 hatte Berlin das größte Ortsfernſprechnetz
der Welt mit über 22000 Anſchlüſſen; faſt ſo viel wie
ganz Frankreich in dieſer Zeit. Jetzt von Amerika
bedeutend überholt.

Amerika hat jetzt an Sprechſtellen 7000000 mit
25000.000 Kilometer Leitung;
Deutſchland 910000 Sprechſtellen mit 4,4 Millionen
Kilometer Leitung;
England 616000 Sprechſtellen mit 2.9 Millionen
Kilometer Leitung;
Frankreich 211600 Sprechſtellen mit 1,2 Millionen
Kilometer Leitung;
Darmſtadt 15862 Sprechſtellen mit 60000 Kilometer
Leitung (1909).
Das dichteſte Telephonnetz hat Los Angeles in
Kalifornien, wo auf 4 Einwohner 1 Sprechſtelle
kommt.
Vor 30 Jahren beſaß New=York ein einziges Tele
phonamt, heute 85. Das größte dieſer Aemter har
mehr Telephonabonnenten als Griechenland und Bul=
garien
zuſammen.
Ruhepauſen kennt der ungeheure Telephonbetrieb
von New=York überhaupt nicht. Die wenigſte Arbeit
herrſcht zwiſchen 3 und 4 Uhr des Morgens. In dieſen.
Zeitraum werden in der Minute nur zehn Verbind=
ungen
hergeſtellt. Zwiſchen 5 und 6 Uhr benutzen ſchon
2000 New=Yorker das Telephon. Eine halbe Stunde
ſpäter ſtören bereits 25000 Perſonen das erſte Früh=
ſtück
uſw. Der größte Telephonverkehr herrſcht zwi=
ſchen
11 und 12 Uhr; in dieſer Zeit werden 180000
Verbindungen verlangt und hergeſtellt. Um ſich eine
Vorſtellung von dem Betriebe in einem ſogenannten
Wolkenkratzer machen zu können, ſeien folgende
Daten erwähnt:
In einem dieſer Wolkenkratzer liegen 400 Kilo=
meter
Leitungsdraht und ſind 1300 Sprechſtellen vor=
handen
; in einem anderen 850 Kilometer mit 2000
Sprechſtellen, und in einem der größten 1000 Kilometer
Draht mit 3000 Sprechſtellen.
Was nun den Fernſprechverkehr anbetrifft, ſo fal=
len
die erſten Anfänge in das Jahr 1882. Die erſte
Verbindung dieſer Art haben wir zwiſchen Elberfeld=
Barmen. Die Entferungen wurden mit den eingeführ=
ten
Neuerungen immer größer; durch die Einführung
der Pupinſpulen war die Möglichkeit gegeben, durch
einen fünf Millimeter dicken Bronzedraht bis auf 5000
Kilometer Entfernung zu ſprechen. Ein beſonderes
Ereignis war am 12. Januar dieſes Jahres, wo eine
Verbindung hergeſtellt wurde zwiſchen dem Königlichen
Schloß in Stockholm und dem Großherzoglichen in
Karlsruhe.
Unter anderem kam auch der Redner auf einige
eigenartige Anwendungen des Telephons, die Speku=
lanten
zu allen möglichen Spielereien ausgenutzt

haben. Das Zuhören von Konzerten, von Predigtes
in der Kirche, Gründungen von Telephon=Zeitungen
u. a.; ſo iſt auch anläßlich der Hundertjahrfeier der
Berliner Univerſität bei dem ſtattgehabten Kommers
ein Verkehr zwiſchen den einzelnen Leitern der Kneip=
tiſche
durchs Telephon erfolgt, und es ſoll alles ſehr
gut funktioniert haben.
Zum Schluß wurde noch der Fernſprecher ohne
Draht kurz geſtreift, der noch eine große Zukunft hat.
Bereits verſucht man einen Verkehr zwiſchen Europa
und Amerika durch Anordnung von 200 Meter hohen
Luftleitern herzuſtellen. Auch bei der Verſtändigung
von Schiffen, beim Militärdienſt, findet dieſe Einricht=
ung
lebhaften Anklang.
Die ſehr intereſſanten und leicht verſtändlichen
Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Unterſtützt
wurde der Vortrag durch Skizzen, die von Herrn Geb=
hard
ausgeführt wurden.

Sport.
sr. Schachmatch Dr. Lasker= Janowski.
Die neunte Partie des Schachkampfes um die Weltmeiſter=
ſchaft
endete wiederum mit dem Siege von Dr. Lasker.
Bald nach Wiederaufnahme der am Donnerstag abgebro=
chenen
Partie verlor Janowski die Qualität gegen den
Springer. Nach dem Damenabtauſch erhielt Dr. Lasker
durch ſeine beiden Türme ſtark das Uebergewicht und
Janowski gab ſchließlich nach dem 43. Zuge in ausſichts=
loſer
Stellung auf. Der Stand des Matches iſt nunmehr:
Dr. Lasker 6, Janowski 0, remis 3.
* Radſport. Das Programm der radſportlichen
Veranſtaltungen pro 1911 im Gau IX (Frankfurt)
des Deutſchen Radfahrerbundes iſt nach den
Beratungen der Vereinsfahrwarteſitzung wie nach=
ſtehend
feſtgeſetzt worden: Anfang Januar: 1. Fuß=
tour
Langen-Forſthaus Einſiedel-Darmſtadt; 12.
Februar: 2. Fußtour Eppſtein-Kronberg; im März:
Frühjahrsgautag, vorausſichtlich in Darmſtadt. An
Gaufahrten ſind vorgeſehen: 14. Mai: Auerbach- Bens=
heim
; 4./5. Juni: Pfingſtfahrt nach Shlüchtern; 27.
Aug.: Miltenberg; 10. Sept.: Oppenheim a. Rh. Gau=
nachtfeſt
am 8. Juli in Hochheim. Sechſer= Mann=
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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

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Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

Seite 19.

Grwinnauszng

Vermiſchtes.
C.K. Das Mannweib in Amerika. Die ſchönen
Amerikanerinnen. Millionärsgattinnen und Dollarprin=
zeſſinnen
, Gibſon Girls und Modedamen, ſie alle ſind
empört und entrüſtet: die Wiſſenſchaft prophezeit ihnen,
daß das ſchöne Geſchlecht Amerikas in wenigen Jahren
aufgehört haben wird, das ſchönere zu ſein. Dr. Dudley
Sargent von der Harvard=Univerſität weiſt auf Grund
einer umfaſſenden und genauen Statiſtik nach, daß die
moderne Amerikanerin der höheren Geſellſchaftsſchichten
und des Mittelſtandes ihre Weiblichkeit verliert und mit
mächtigen Schritten dem männlichen Typus zuſteuert. Dr.
Sargent beruft ſich dabei auf Meſſungen, die ſeit 20 Jah=
ren
in allen Staaten der Union ſyſtematiſch vorgenommen
worden ſind und die in der Tat die trübe Prophezeiung
der Forſchung beſtätigen. Noch vor 20 Jahren wieſen
beide Geſchlechter eine normale körperliche Entwicklung
auf, aber ſeitdem hat ſich ein Umſchwung vollzogen, der
heute ſelbſt dem oberflächlichen Beobachter ſich aufdrängen
muß. Die Frau von heute iſt männlicher als die Frau
von 1890, darin gipfeln die Ausführungen Dr. Sargents,
und ziffernmäßig weiſt er nach, wie die anmutigen, ſchma=
len
, abfallenden Schultern aus Großmutters Zeit ver=
ſchwunden
ſind, wie der Rücken der modernen Amerika=
nerin
ſich kräftig und muskulös entwickelt. Die Hüften
ſind ſchmaler geworden, der Bruſtkaſten breiter, Hände
und Füße haben ſich gewaltig vergrößert, und Hals und
Nacken, die ehedem durch den zarten Schwung ſchlanker
Linien entzückten, ſind heute kräftig, ſtark, faſt dick und
haben nichts Weibliches mehr.
Dieſe Ausführungen der Wiſſenſchaft werden auch von
der Kunſt beſtätigt, und der Präſident der nationalen
Zeichenakademie, der bekannte Maler John W. Alexander,
ſtimmt ein ſchmerzliches Klagelied an. Er erklärt, daß
die amerikaniſche Frau anſcheinend alles verlieren wolle,
was den größten Reiz und die größte Anmut der Frau
bedeutet. In keinem Land der Welt ſieht man heute ſo
männliche Figuren, wie bei den amerikanſiſchen Frauen.
In Frankreich iſt die Frau eine Verkörperung der Grazie,
und wenn ſie in Deutſchland vielleicht nicht ſo grazil iſt,
ſo geht doch von ihrer Erſcheinung und ihrem Weſen jener
weibliche, mütterliche Charme aus, den man bei der Ame=
rikanerin
immer ſeltener findet. Die Amerikanerin hat
ſich mit ſo ungezügelter Maßloſigkeit dem Sport und der
Athletik ergeben, daß ſie heute die Verzweiflung der
Künſtler bildet, mit ihrer flachen Bruſt, ihrem mächtigen,
muskeldurchſetzten Oberkörper, den ſtarken, ſchweren Ar=
men
, dem dicken Hals, den ſchmalen Hüften und den gro=
ßen
Händen und Füßen. Wenn dieſe Entwicklung nicht
durch eine rationelle Lebensweiſe gehemmt wird, dann
wird nach dem Ausſpruch Dr. Sargents die Geſtalt der
Amerikanerin in ein paar Jahren ſo männlich ſein, daß
ſie in Frauenkleidung nur noch lächerlich wirken kann
* Dic Vergiftung der Pflanzen durch die Groß=
ſtadtluft
. Die Ausdünſtungen der Großſtadt, die
einmal in großen Staubmaſſen verſchiedener Art,
worunter der Kohlenrauch eine große Rolle ſpielt,
und ferner in mancherlei Gafen beſtehen, ſind nicht
nur für die menſchliche Geſundheit ſchädlich, ſondern
auch für die Pflanzenwelt. In Ortſchaften, die durch
eine beſonders lebhafte Fabriktätigkeit ausgezeichnet
ſind, ſchwemmt der Regen ziemlich beträchtliche Men=
gen
von mineraliſchen Salzen und teerigen Stofſen
herab, unter denen ſich auch Säuren in verhältnis=
mäßig
großen Mengen zeigen.. Der Regen in Städten,
wo wenig Fabriken ſind, iſt viel reiner, aber doch noch
längſt nicht ſo frei von derartigen Beimiſchungen, wie
ein Regen auf dem Lande. In dieſen Unterſchieden
prägt ſich deutlich die Beſchaffenheit der Luft aus, da
ſie vom Regen gleichſam gewaſchen wird. In einer
wiſſenſchaftlichen Vereinigung für Landwirt=
ſchaft
in England ſind jetzt neue Unterſuchungen
beſchrieben worden, die ſich auf die Behinderung des
Pflanzenwuchſes durch die Verunreinigung der Groß=
ſtadtluft
beziehen. Die Studien beſtanden teils in
Verſuchen mit der Zucht von Pflanzen in Töpfen,
teils in Beobachtungen in Gärten und Parks. Es
ſtellte ſich heraus, daß die Wirkungen der Luftverun=
reinigungen
von mannigfacher Art ſind. Vor allem
werden die Poren der Pflanzen dadurch ver=
ſtopft
, namentlich wenn ſie in Vertiefungen liegen,
wie bei den Koniferen. Außerdem leidet aber auch

die Zuſammenſetzung des Bodens. Die Folgen kön=
nen
verſchieden ſein und bis zum völligen Abſterben
der Gewächſe gehen. Auch die überlebenden werden
zum mindeſten ſchwer geſchädigt, wenn die Verun=
reinigung
der Luft einen erheblichen Grad erreicht.
Beſonders bemerkenswert iſt die Ermittelung, daß
der durch die Luft verunreinigte Regen ſowohl den
Ertrag wie den Eiweißgehalt des Graſes herabſetzt,
dagegen ſeinen Faſergehalt vermehrt, ſodaß ſein Wert
als Futter ſehr vermindert wird.

Literariſches.
Die Franzoſenzeit in deutſchen
Landen in Wort und Bild der Mitleben=
den
. Herausgegeben von Dr. Friedrich Schulze.
1806 bis 1815. Lfg. 4, 5, je 1. Mk. Die Lieferungs=
ausgabe
des hier wiederholt angezeigten Werkes
ſchreitet rüſtig fort. Es liegen uns die Lieferungen 4
zund 5 ſoeben vor. Die vierte Lieferung behandelt die
große. Tragödie des Niederganges Preußens in ſeinen
letzten Phaſen. Dann folgen in vorzüglich ausge=
wählten
Schilderungen die Tage von Tilſit. Die Grä=
ſin
Voß, Hofdame der Königin, erzählt, wie nach eini=
gen
Tagen der Hoffnung das Drama mit herber Ent=
täuſchung
für Fürſt und Vaterland endete. Der Wech=
ſel
der Stimmungen, denen die arme Königin unter=
worfen
wurde, beſonders am Ende ihre volle Hoff=
nungsloſigkeit
, iſt mit großer Anſchaulichkeit heraus=
gearbeitet
. Nun beginnt der zweite Teil des großen
Werkes, der uns die innere Umgeſtaltung Preußens
vorführt. Zeitgenoſſen teilen uns ihre Anſichten über
die Steinſche Reform mit. Andere ſchildern den Haß
und Patriotismus der Maſſen. Fichte, Jahn und
Arndt laſſen ihre Worte ertönen, die tauſendfaches
Echo in deutſchen Landen finden, und allmählich iſt zu
merken, wie den Zeitgenoſſen der Mut und die Tat=
kraft
zurückkehrt und wie allmählich der Glaube an
das Vaterland erſtarkt. Die Stoffauswahl des Wer=
kes
iſt glänzend, und die zuſammengetragenen Erzäh=
lungen
der Zeitgenoſſen bieten ſolche Anſchaulichkeit,
daß der Leſer ſich in die Zeit vor 100 Jahren mit ihren
Enttäuſchungen und ihren Hoffnungen auf beſſere
Tage zurückverſetzt glaubt und alles mit zu erleben
vermeint.
Der Sieg des Lebens. Von Helena
Weſtermarck. Autoriſierte Ueberſetzung von Ernſt
Brauſewetter. Broſch. 1,60 Mk. ord., geb. 2,50 Mk. ord.
Die in ihrer Heimat bereits ſehr bekannte und gern
geleſene ſchwediſche Schriftſtellerin tritt mit dieſem
preisgekrönten Roman zum erſten Male vor das
deutſche Publikum und wird ſich durch die fein poin=
tierte
Erzählung die Gunſt der Leſer im Sturm er=
werben
, wie in ihrer Heimat Schweden ihre Schriften
längſt mit zu den geleſenſten gezählt werden. In
ihrer ſinnigen Art und Weiſe, in der die Autorin zu
erzählen verſteht, führt ſie uns hinein in das Volks=
leben
Schwedens und Finnlands und erhält den Leſer
in. Spannung von Anfang bis zu. Ende der ganzen
Handlung. Der Name der Autorin dürfte auch in
Deutſchland bald zu den bedeutendſten zählen.
Zum Selbſtſtudium in der Maſchinen=
kunde
ſind im Verlage von Otto Maier in Ravens=
burg
ſehr praktiſche Flachmodelle erſchienen, die, um
wenig Geld erhältlich, auf geſchickte Weiſe die Maſchi=
nen
, ihre einzelnen Teile und deren Funktionen voll=
ſtändig
erklären. Alle Freunde der Maſchinentechnik,
ſowie jeder =Laie, insbeſondere jeder Arbeiter und
Lehrling, wird ſich mit großem Nutzen dieſer Flach=
modelke
bedienen. Bis jetzt ſind folgende Hefte er=
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Seite 20.

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Nummer 286.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910.

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reine Wolle . .
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Gr. 1 2 3 45 6 7 8
38 45 52 60 65 68 75 85 95
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Gr. 2 3 4 5 6 7 8
75 85 95 105 120 130 145 155

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, braun u. weiss Paar 40, 35 Pfg.
Damenhandschuhe, Ringwood, ge-
mustert
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Damenhandschuhe, Ringwood, reine
Wolle, weiss . . . . Paar 75
Damenhandschuhe
Trikot . . . . . . . Paar 50 Pfg.
Damenhandschuhe
Trikot, ganz gefüttert . . Paar 69 Pfg.
Herrenhandschuhe
farbig gestrickt . . Paar 1.25, 1.00 Mk.
Herrenhandschuhe
Ringwood . . Paar 1.50, 1.40, 1.25 Mk!
Herren-Glacéhandschuhe
Par 2.90 Mk.
gefüttert . . .
Kinderhandschuhe, uni gestrickt
Grösse 2 3 4 5 6
30 35 38 45 55 65

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1.50, 1.10, 95 Pfg.
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1.55, 1.20, 95 Pfg.
Damen-Normaljacken
1.35, 1.20, 95 Pfg.
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[ ][  ][ ]

ter Tagblatt.
3. Beitage zum Darmfra

N8 286.

Dienstag, 6. Dezeuber.

1910.

Samstag, den 10. Dezember 1910, abends 8 Uhr
im grossen Saale der Turngemeinde am Woogsplatz
KONZERT
zum Besten der Pensionskasse des Allgem. deutschenChorsängerverhandes
veranstaltet vom
Herren-Chor des Grossherzoglichen Hoftheaters
7 unter gütiger Mitwirkung von Frau E. Speiser-Suchanek, Fräulein
G. Geversbach, Grossh. Hofopernsängerinnen, der Herren G. Weber,
AGrossh. Kammersänger, H. Hacker, Grossh. Hofopernsänger, C. Kittel,
Grossh. Hoftheater-Kapellmeister, H. Bornemann, Konzertmeister.
G. Lehrmann, Grossh. Hofschauspieler
und der Grossherzoglichen Hofmusik.
Leitung: Herr Hofchordirektor R. Heinz.
Die Begleitung der Solonummern haben die Herren R. Heinz, Grossh. Hof-
I chordirektor und A. Weissgerber, Solorepetitor, freundlichst übernommen.

1.
2.

Vortrags-Ordnung.
I. Teil.
Duvertüre zu -Euryante=
.C. M. v. Weber.
Männerchor mit Baritonsolo und Orchesterbegleitung.
Pache.
2Des Liedes Heimat:
Baritonsolo: Herr G. Weber, Soloquartett: Herren Lang, Fleischmann,
Klotz und Ungibauer.
. E. Hildach.
Drei Lieder: a) Das Kraut Vergessenheit
A. Stier.
b) Traum
W. Taubert.
c) Vöglein im Tannenwald
Fräulein G. Geyersbach.
L. v. Beethoven.
Vlolin-Soli: a) Romanze in F-dur
. P. de Sarasate.
b) Spanischer Tanz
Herr H. Bornemann.
Zwei Lieder: a) Trockne Blumen
. Fr. Schubert.
b) Du bist die Ruh‟
. Fr. Schubert.
Herr H. Hacker.
10 Minuten Pause.

6. Zwei Männerchöre: a) Der Schwur

. J. Strauss,

. Fr. Schubert.
. R. Schumann.

II. Teil.
Leit. Herr A. Kirchl.
b) Salzbuarga Gsangln) C. Kittel C. Kittel.
7. Frühlingsstimmen
Frau E. Speiser-Suchanek.
8. Rezitation. Herr G. Lehrmann.
9. Zwei Lieder: a) Der Doppelgänger
b) Widmung
Herr G. Weber.
10. Zwei Männerchöre: a) Tiritomba
. Fr. Baselt.
b) Erinnerung an Peterhof . Josef Gungel.
Der Seiler-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma Leopold Schutter
Elisabethenstrasse 12.
Vorverkauf in der Musikalienhandlung Gg. Thies Nachf., Leopold Schutter
Elisabethenstrasse 12.
Preise der Plätzee
Sperrsitz 4 Mk., 1. Platz 3 Mk., Saal, numeriert, 2 Mk., Galerie, nume-
riert
, I. Reihe, 1.50 Mk., Galerie, numeriert, II. Reihe, 1 Mk., Galerie Steh-
(23517if
platz 50 Pfg.
NB. Mitglieder von Vereinen erhalten Karten mit 25 Prozent Preis-
Ermässigung in der Zigarrenhandlung W. Pfeil (Inhaber Fr. Hohmeier),
Elisabethenstrasse 5.

2

Kriegerverein Darmſtadt.
Fichuts-Versammung
Mittwoch, den 7. Dezember 1910, abends 8½ Uhr,
im Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz.
Tagesordnung: 1. Geſchäftliche Mitteilungen.
2. Beſprechung über die Weihnachts=Kinderfeier.
3. Anlegung einer Stammrolle.
4. Verſchiedenes.
5. Bücherausgabe.
Um zahlreiches Erſcheinen wird dringend erſucht.
(23496
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.

Hessischer Diakonie-Verein.
Geſuche um Privatpflegen durch Schweſtern des Heſſiſchen Diakonie=Vereins
(23494
bitte man an die
Privatpflegeſtation, Herderſtraße 10,
zu richten. Telephon 245.
Der Vorstand.

Soeben erschienen u. durch alle Buchhandlungen zu beziehen:
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Der Mittelrheiniſche Architekten= und Ingenieurverein
hat unſere Mitglieder zu dem von ihm veranſtalteten
Lichtbildervortrag des Herrn Oberingenieur Hoch in
Frankfurt a. M. über Deutſch=Oſtafrika und ſeine Bahn=
bauten
auf Mittwoch, den 7. I. Mts., abends 6¼ Uhr,
in Saal 326 der Techuiſchen Hochſchule, 2. Stock, Weſt=
portal
,
eingeladen. Ich bitte, der freundlichen Einladung zahlreich Folge zu leiſten. (23492
Der Vorsitzende.

zu

,
.

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Freundliche Einladung
den Vorträgen des Evangeliſten der deutſchen Zeltmiſſion
Herrn W. Teller aus Barmen.
Vom 27. November bis 9. Dezember 1910

Jeden nachmittag 4 Uhr (außer Samstag): Bibelſtunde.
Jeden abend 8½ Uhr, Sonntags 8¼ Uhr, Evangeliſation.
Eintritt frei für jedermann!
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empfiehlt guten Mittagstisch in verschiedenen
Preislagen, sowie reichhaltige Speisenkarte.
Kleine Abendplatten für Theaterbesucher.
Pilsener Münchener hiesiges Bier.
Neuzeitliche Räume. Aufmerksame Bedienung

[ ][  ]

Seite 26.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Dezember 1910

Nummer 286,

Baisband
der Toten
das ergreifendſte Drama der Saiſon
Die
Riesenbenzinexplosion
In Kammelssuig
am 29. November
im
(*29707

Grafenstrasse
ist Tagesgespräch.
Heute zum letzten Male!

(21115a)

Paſ. Weihnachisgeſchenßt
Kauarienvögel!
Empf. meine rühmlichſt bekannten
Kanarien, vielfach präm. mit den
höchſt. Auszeichnungen. (*29631
H. Göbel, Ernſt=Ludwigſtr. 11.
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Mädchen Aſtrachan=Mantel,
M. B. H., faſt neu, billig abzugeben
Liebfrauenſtraße 110, 3. St.
*29628)

chreibtiſch=Seſſel, nußbaum geſchnitzt,
wie neu, für 12 Mk. zu verkaufen
Heinrichſtraße 156, II. (23538

37 Jahre, ev., oh. Kinder, mt
Wilwé, einigen Tauſend bar, wünſcht
die Bekanntſchaft mit ſolidem Beamten,
ſpätere Heirat nicht ausgeſchloſſen. Nur
ernſtgemeinte Offert. beliebe man unter
1000 M. M., hauptpoſtlagernd Darmſtadt,
niederzulegen. Vermittler verbeten. (*29675

Heirat!

Fraulein, evang., a. achtb., gute bürgerl.
Familie, 36 Jahre alt, tadelloſer Vergan en=
heit
und gutem Rufe, mit e. Barvermögen
von 30000 Mk. u. Ausſt., wünſcht, da ihr
an paſſ. Herrenbekanntſchaft fehlt, mit
beſſerem Beamten, mit ſolid. Charakter,
bekannt zu werden. Anonym u. Agent.
verbeten. Offerten erbeten unter O. 58
an die Expedition ds. Bl. (*29600
Reelles Heiratsgeſuch.
Mittlerer Beamter, Ende 20er, ev., wünſcht
mit ſo idem Fräul., auch Dienſtmädchen mit
etwas Vermögen, zwecks Heirgt bekannt zu
werden. Offert. unt. O 8 a. d. Exp. (*23419s
Zuwer, Beſitzeremer beſſeren Reſtauration
ſucht eine Köchin, welche gute Küche
führt, mit etwas Vermögen, (*29586oi
zwecks Heirat!
Anonym und Vermittler zwecklos. Strengſte
Diskretion zugeſichert. Offert. unt. O 54
an die Expedition.

6
Verloren
Samstag, 3. Dezember, nachmittags zwiſchen
5 u. 6 Uhr grünes Damen=Portemonnaie
mit Inhalt. Weg Schulſtr. -Eliſabethenſtr.
Wiederbringer Belohnung
(*29596
Heinrichſtraße 15, 2. Stock.
Damenbroſche
Kaiſer Friedrich=Münze, Goldfaſſung,
verloren, Ballonplatz - Ernſt=Ludwigsplatz
oder Straßenbahn Bahnhof. Abzugeben
Groh, Landwehrſtraße 39. Gute Be=
lohnung
.
(*29611
Maſſiv goldenes a
Armband verloren
Montag morgen um 11 Uhr zwiſchen
Riedeſelſtraße Wilhelminenplatz. Gegen
hohe Belohnung abzugeben (*29664imd
Wilhelminenplatz 15, I

- Kinematograph
Olympia
Bes. M. Lindl.
Ernst-Ludwigstrasse 23 nächst dem Bismarckdenkmal.

Mrt

22

111

Mlela

2

Heute
Militär-Streichkonzert
Sämtliche Darbietungen werden von heute abend 8 Uhr ab von
einem Teile der Infanterie-Regimentskapelle Nr. 115 mit den dazu
.. .. geeigneten Musikstücken künstlerisch begleitet. . ..

I!

nunnunnnann nsummmt

Ein lebendes Preis-Bilderrätsel
Mittwoch! Morgen! Mittwoch!
Niemand versäume das grosse lebende

I reis Hatserkinematographen
zu lösen. Es gelangen
welche im Theatersaal
wertvolle Preise, zur Besichtigung aus-

im Oiympia-

gestellt sind, zur Verteilung.

(23493

Jeder Besucher wird gebeten, durch Brief oder Postkarte mit ge-
nauer
Angabe von Zeit und Datum (sowie Adresse des Absenders)
seine Lösung an den Besitzer M. Lindl, Ernst-Ludwigstr. 23, ein-
zusenden
. Derjenige, welcher als erster die richtige Lösung ge-
troffen
hat, erhält den ersten Preis. Die Verteilung der weiteren
Preise geschieht nach Reihenfolge der Eingänge von richtigen
Lösungen. Der Tag der Preisverteilung wird am Portal des Kine-
matographen
bekannt gemacht.

Dienstags und Samstags
Ausserdem das übrige
Programmwechsel.
sehenswerte Programm.
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Guten bürgerlichen Mittarstisch zu 70 Pfr 1 Mk. und höher.

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Enlane breehte Se Lher

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um den Gr. Preis v. Darmstadt
M. 6000 Siegesprämien in bar
Hleute
Dienstag, 6. Dez.:
6. Tag:


Heinrich

berle

ist eingetroffen und nimmt
an der Konkurrenz teil.

Es ringen folgende Paare:
Eberle (neu eingetr.) gegen Piquard
(Deutschland)
(Transvaal)
Müller gegen Hess
(Mannheim)
(Ludwigshafen)
Terikoff gegen Debie
(Rheinland)
(Russland)
Entscheidungskampf:
Rutz
Schneider
gegen
(Strassburg)
(Sachsen)

Beginn der Ringkämpfe gegen 10 Uhr.

Vorher das vornehme neue
Variété-Programm.
Keine Preis-Erhöhung!
Vorverkauf wie bekannt!
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aller Art, auch bei diskreten Angelegenheiten,
wird unter Diskretion erteilt. Offert. unt.
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Dienstag, den 6. Dezember 1910.
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Abonnement D 19.
Zu Mozarts Gedächtnis.
Die Zauberflöt e.
Große Oper in 2 Aufzügen
von W. A. Mozart.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Oberregiſſeur Valdek.

Perſonen:
Saraſtro
Tamino
Sprecher
Erſter 1 Prieſter
,
Zweiter
Königin der Nacht . . .
Pamina, ihre Tochter . .
Erſte ) Dame in Dienſten
Zweite der Königin der
Dritte
Nacht
Erſter
Knabe
Zweiter
Dritter
Papageno.
.
Papagena.
Monoſtatos, ein Mohr. .
Erſter (Wächter a. d. Feuer=
Zweiter) und Waſſerpforte
Erſter

Zweiter 1 Sklave . . .
Dritter
,

Hr. Stephani
Hr. Hans Hacker
Hr. Semper
Hr. Jahn
Hr. Klotz
Fr. Speiſer=
Suchanek
Frl. Geyersbach
Frl. von Sugh
Fr. Rudolph
Fr. Ritter
Frl. Nicklaß=
Kempner
Frl. Kaiſer
Fr. Müller
Hr. Weber
Frl. Zeiller
Hr. de Leeuwe
Hr. Lang
Hr. Ungibauer
Hr. Jachtmann
Hr. Geibel
Hr. Kroczak

Nach dem 1. Aufzuge findet eine längere
Pauſe ſtatt.
Krank: Frl. Howard. Hr. Speiſer.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2. Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4. Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. Ende gegen 10½ Uhr.
Vorverkauf
von 111 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 7. Dez. 73. Ab.=Vorſt. A 19.
Romeo und Julia. Julia . . Frl.
Verden vom Stadttheater in Bromberg,
als Gaſt. Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 8. Dez. 74. Ab.=Vorſtell.
B 18. Der fliegende Holländer.
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Freitag, 9. Dez. 75. Ab.=Vorſtell. C 19.
O dieſe Leutnants. Mabel . Frl.
Verden, als Gaſt. Gr. Preiſe. Anf. 7 Uhr,

Sonntag, 11. Dez. 76. Ab.=Vorſt. D 20.
Neu einſtudiert: Die Puppe Ope=
rette
von Audran. Gr. Pr. Anf. 6½ Uhr

Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt an alle
Wochentagen vormittags von 10 bis 12½
Uhr, geöffnet.