Darmstädter Tagblatt 1910


01. Dezember 1910

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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

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werden angenommen in Darmſtadt.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

N 282.

Donnerstag, den 1. Dezember.

1910.

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

Der Geſetzentwurf über die Friedenspräſenzſtärke
iſt jetzt dem Reichstag zugegangen. In der Be=
gründung
wird ausgeführt, daß man ſich mit dem
durch das Geſetz vom 15. April 1905 erreichten Stand
nicht begnügen dürfe. Ein Blick auf die Geſtaltung des
Heeresweſens in den letzten Jahren zeige, daß alle Natio=
nen
zur Aufrechterhaltung ihres Anſehens und zur Be=
wahrung
des Friedens ſich ein wohlorganiſiertes und
ausgerüſtetes ſtarkes Heer zu ſchaffen und Zu erhalten
bemüht ſind. Auch Deutſchland dürfe in der Vervoll=
kommnung
ſeines Heerweſens nicht ſtille ſtehen. Zwar
iſt der Rahmen des Heeres, wie er durch das Geſetz vom
25. März 1899 feſtgelegt wurde, auch heute noch als aus=
reichend
anzuſehen. Es bedürfe zurzeit keiner Errich=
tung
neuer größerer Verbände. Innerhalb dieſes Rah=
mens
aber bleibt noch viel zu beſſern, wenn alle Waffen
in genügender Stärke vertreten und zugleich diejenigen
beſonderen vorzugsweife techniſchen Truppengattungen
vorhanden ſein ſollen, ohne die ein zeitgemäßes Heer nicht
mehr denkbar iſt. Bei der Infanterie weiſt vor allem das
ſächſiſche Kontingent noch Lücken in der Organiſation
auf, die durch Bildung eines Bataillons vervollkommnet
werden ſoll. Fortſchritte der Waffentechnik ſind es, die
zur Schaffung von Sonderformationen zwingen,
nämlich ſolche für Maſchinengewehre bei der Infanterie.
Sie kann dieſes vorzügliche bereits im Kriege bewährte
Hilfsmittel zur Verſtärkung ihrer Feuerkraft nicht mehr
entbehren.
Maßnahmen zur Sicherung der öffentlichen Betriebe
in Frankreich.
* Die franzöſiſche Regierung wird am Donnerstag
über den Geſetzentwurf zur Unterdrückung
der Sabotage und Sicherung des Eiſen=
bahndienſtes
endgültig Beſchluß faſſen. Sabotage
und Aufreizung dazu ſoll mit einem Monat bis zu fünf
Jahren Gefängnis beſtraft werden und entweder vom
Zuchtpolizei= oder Schwurgericht abgeurteilt werden.
Eiſenbahnangeſtellte, die den Dienſt verweigern, ſind mit
ſechs Monaten bis zu zwei Jahren Gefängnis zu beſtra=
fen
. Es iſt Eiſenbahnangeſtellten unterſagt, in den Aus=
ſtand
zu treten. Der Geſetzentwurf ſieht die Errichtung
lokaler Ausſchüſſe und eines Zentralausſchuſſes zur Bei=
legung
der Streitigkeiten vor. Ferner ſoll ein Schieds=
gerichtshof
gebildet werden, der aus Abgeordneten beider
Parteien, aus zwei von der Kammer und einem von dem
Senat ernannten Schiedsrichter beſteht. Die Entſchei=
dungen
dieſes Gerichtshofes werden der Beſtätigung des
Parlaments unterliegen.
Dieſe von der Regierung ausgearbeiteten Geſetzent=
würfe
zur Sicherung der öffentlichen Betriebe werden in
der Preſſe ſehr verſchieden beurteilt. Die miniſterielle
Action meint, dieſe Geſetze ſeien die menſchlichſten, groß=
herzigſten
und ſozialiſtiſchſten, die jemals von einer repu=
blikaniſchen
Regierung erdacht worden ſeien. Durch ſie
werde das Schiedsgericht, die Verſöhnung und Ordnung
in den Arbeitskoder eingeführt. Die gleichfalls mini=
ſterielle
Aurore ſchreibt: Der in dem Geſetzentwurf vor=
geſehene
Schiedsgerichtsausſchuß iſt eine ſehr bemerkens=
werte
Neuerung, die bei allen Beteiligten eine gute Auf=
nahme
finden kann. In der Humanité kritiſiert Jaurés
die geplanten Geſetzentwürfe ſehr lebhaft und wendet ſich
insbeſondere gegen die dem Parlament zugedachte
Schiedsrichterrolle. Die Kammer werde eine Art Appel=
lationsgericht
bilden, das immer gegen die Arbeiter, aber
nie gegen die Kompanien funktionieren werde. Der
konſervative Gaulois ſagt: Unter dem Vorwand, den
regelmäßigen Betrieb der Eiſenbahnen zu ſichern, ſoll den
Geſellſchaften ein Reglement aufgezwungen werden, durch
das ihre Autorität beſchränkt und ſie von den Launen
und dem Groll einer Mehrheit abhängig gemacht werden.

China am Scheidewege.
* Die alte Ordnung der Dinge in China, die auf
Jahrtauſende zurückblickt, kämpft einen Verzweiflungs=
kampf
um ihr Fortbeſtehen. Der Ausgang kann nicht
zweifelhaft ſein, der Schatten der Sonnenuhr läßt
nicht zurückſtellen. Der europäiſchen Ziviliſation werden
zum Eindringen ins Reich der Mitte immer mehr Tore
geöffnet, mit dem erſten Schritt zu einer Verfaſſung, der

jetzt unternommen wird, gewinnt ſie dort noch feſteren
Boden unter den Füßen. Ueberall, auch in den entlegen=
ſten
Provinzen, wagt ſich der neue Geiſt, das Drängen
1 nach Befreiung aus den Feſſeln der Rückſtändigkeit und
überlebten Staatsformen. Das Beiſpiel Japans un=
mittelbar
vor der Tür hat ſich als ein Anſtoß erwieſen,
der ſich auch dem ſtärkſten Widerſtand ſeitens der reak=
tionären
Partei gewachſen zeigen wird. Auf den verſchie=
denſten
Gebieten des öffentlichen Lebens geht die neue
Saat, die von einheimiſchen wie von fremden Händen aus=
geſtreut
worden iſt, verheißungsvoll auf. Am Portal des
alten zerſtörten Auswärtigen Amtes in Peking las man
die Inſchrift: Friede und Glück dem Mittelpunkt und
den äußeren Regionen, d. h. dem Reiche der Mitte und
den außerhalb ſeiner Grenzen gelegenen Länder. Der
Selbſtüberhebung, die aus dieſen Worten ſpricht und die
mit Verachtung auf alle anderen Völker des Erdkreiſes
herabblickte, wurde durch den vollkommenen Sieg der
japaniſchen über die chineſiſchen Waffen ein heilſamer
Dämpfer aufgeſetzt. In allen Kreiſen der Bevölkerung
iſt ſeitdem immer mehr die Erkenntnis zum Durchbruch ge=
kommen
, daß man wie der Nachbar das Licht der einſt ſo
verhaßten weſtlichen Kultur in jeden Winkel des Reiches
hineinleuchten laſſen müßte, wenn man nicht zum willen=
loſen
Spielball fremden Ehrgeizes und fremder Erobe=
rungsgelüſte
herabſinken wollte.
Das von altersher ſtark ausgeprägte nationale Selbſt=
1 bewußtſein der Chineſen hat im Laufe des letzten Jahr=
zehnts
etwas von der Färbung der Vaterlandsliebe in
unſerem Sinne angenommen, das Gefühl der Zuſam=
mengehörigkeit
bemächtigt ſich in immer ſtärkerem Maße
der nach Hunderten von Millionen zählenden Bevöl=
kerung
. Dieſer Faktor, mit dem man im Auslande ſchon
jetzt weit ſtärker rechnen muß als früher, begünſtigt natür=
lich
auch die Beſtrebungen, die auf die Schaffung eines
wirklich nationalen, modernen Anſprüchen genügenden
Heeres gerichtet ſind. Wieviel auch noch in dieſer Hin=
ſicht
zu tun übrig bleibt, ſo wird doch übereinſtimmend
von fremden Augenzeugen zugegeben, daß die Fortſchritte
im Vergleich mit den alten Bannertruppen geradezu frap=
pant
ſind. Europäiſche Reiſende, die in jüngſter Zeit tief
ins Innere des Reiches eingedrungen ſind, bekunden, daß
bei vielen der jungen waffenfähigen Leute ein militäriſcher
Geiſt zutage tritt, den man noch am Schluſſe des vorigen
Jahrhunderts in den Provinzen des Rieſenreiches ver=
gebens
geſucht hätte.
Von unberechenbaren Folgen für das ganze ſoziale,
geiſtige und politiſche Leben Chinas wird ſich das kaiſer=
liche
Edikt erweiſen, durch das im September 1905 die
alte Prüfungsmethode für die höheren Staatsämter abge=
ſchafft
und der abendländiſchen Wiſſenſchaft gewiſſermaßen
ein offizieller Geleitbrief ausgeſtellt wurde. Schon jetzt
laſſen ſich die Spuren dieſer Umwälzung verfolgen. Vor=
träge
, die von den Fortſchritten der weſtlichen Ziviliſation
handeln, lauſchen Alt und Jung in den Dörfern wie in
den Städten mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit. Die Zahl
der öffentlichen und privaten Schulen, in denen nach un=
ſeren
Unterrichtsmethoden gelehrt wird, vermehrt ſich mit
überraſchender Schnelligkeit. Die neue Literatur, d. h.
die, die aus den Quellen abendländiſchen Wiſſens geſpeiſt
wird, verdrängt immer mehr die alte, aus der man für
das neue Leben nichts Heilſames und Erſprießliches
ſchöpfen kann. Iſt es nicht eine bemerkenswerte Tatſache,
daß ſchon vor einigen Jahren bei den Staatsprüfungen
in Peking die Kandidaten unter anderen Fragen die zu
beantworten hatten, ob für China das Syſtem des obli=
gatoriſchen
Schulunterrichts zweckdienlich ſein würde?
China am Scheidewege ein Schauſpiel, das der
ernſteſten Beachtung der ganzen ziviliſierten Welt würdig
iſt und in ſeiner weiteren Entwickelung für die Zukunft
Ueberraſchungen von unberechenbarer Tragweite ver=
heißt
.
Deutſches Reich.
Der Kaiſer und die Interpellation
über die Kaiſerrede im Reichstag. Ueber den
Verlauf der Beſprechung der ſozialdemokratiſchen Inter=
pellation
über die Königsberger Kaiſerrede im Reichstag
iſt natürlich auch dem Kaiſer ganz ausführlich Bericht er=
ſtattet
worden. Nach Schloß Rauden, wo der Kaiſer am
Samstag nachmittag zum Beſuch des Herzogs von Ra=
tibor
eintraf, wurden dem Monarchen die wichtigſten Mo=
mente
der Beſprechung telegraphiſch übermittelt. In dem
Telegramm war ſowohl ein kurzes Reſumé der Begrün=
dung
des ſozialdemokratiſchen Abgeordneten Ledebour als

auch der Erwiderung des Reichskanzlers und der Aus=
laſſungen
der übrigen Reichstagsabgeordneten enthalten.
Am Samstag abend ging mit dem kaiſerlichen Poſtkurier
ein ganz ausführlicher Bericht an den Kaiſer nach Ratibor
ab. Der Kaiſer ſoll, einer Berliner Nachrichtenſtelle zu=
folge
, dem Reichskanzler für ſeine Ausführungen gedankt
haben.
Der Kaiſer gegen den Alloholmiß=
brauch
. Im Anſchluß an die Anſprache des Kaiſers
an die Seekadetten in Sachen des Alkoholmißbrauchs iſt,
ſo meldeten einige Blätter, eine Kabinettsorder des Kai=
ſers
an die Marineoffiziere ausgegeben worden, in wel=
cher
der Kaiſer die Erwartung ausſpricht, daß das Offi=
zierkorps
den Mannſchaften mit gutem Beiſpiel voran=
gehe
und daß es nicht unterlaſſe, die Mannſchaften über
die Schädlichkeit des Alkoholmißbrauchs in geeigneter
Weiſe aufzuklären. Die Kommandoſtellen ſind angewie=
ſen
, gegen ſogenannte Trinkzwangſitten mit aller Energie
vorzugehen. Eine inhaltlich gleiche Kabinettsorder ſoll
auch an die Offiziere der Armee ergangen ſein.
Ein Milchgeſetz. Der ſächſiſche Landeskultur=
rat
beſchloß, die Staatsregierung zu erſuchen, beim Bun=
desrat
auf Erlaß eines Milchgeſetzes hinzuwirken, und
den Deutſchen Landwirtſchaftsrat zum Vorgehen in der
gleichen Richtung aufzufordern.
Reichstagsabgeordneter Bebel hat,
wie der Vorwärts mitteilt, beim Tode ſeiner Frau von
dem Präſidenten des Reichstages, Grafen Schwerin= =
witz
, ein Beileidstelegramm erhalten, das folgenden
Wortlaut hatte: Zu dem ſchweren Verluſt Ihrer treuen
Lebensgefährtin, welcher Sie betroffen hat, geſtatte ich
mir, Ihnen meine herzliche Anteilnahme auszuſprechen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Fleiſchteuer un g. Bei der De=
batte
des Abgeordnetenhauſes über den Bericht
des Teuerungs=Ausſchuſſes erklärte der Handels=
miniſter
, er erhebe gegen die Anträge des Teuerungs=
ausſchuſſes
keinerlei Einwendungen, dagegen könne die
Regierung dem Beſchluß der ſozialdemokratiſchen Minori=
tät
, eine quantitativ unbeſchränkte Einfuhr überſeeiſchen
Fleiſches zu geſtatten, nicht zuſtimmen. Der Miniſter
legte aufs neue dar, daß Oeſterreich bezüglich der Fleiſch=
einfuhr
aus überſeeiſchen Ländern im Einvernehmen mit
der ungariſchen Regierung vorgehen müſſe, wie es auch
umgekehrt geſchehe. Bei der Beratung der Maßnahmen
gegen die Fleiſchnot ſprach ſich Fürſt Auerſperg gegen
die Fleiſchnot aus. Die Agrarier würden an dem Zoll=
ſchutz
für Produkte der Landwirtſchaft, ſowie an dem Ve=
terinärſchutz
nicht rütteln laſſen. Lecher verlangte unbe=
ſchränkte
Fleiſcheinfuhr, da die Kontingentierung wie ein
Kartell wirke. Die Verwendung der Veterinärpolitik zur
Ergänzung der Zollpolitik ſei ein Mißbrauch.
Frankreich.
Frankreich und die Türkei. Dem Echo de
Paris wird aus Konſtantinopel gerüchtweiſe gemeldet,
die Türkei habe der franzöſiſchen Regierung Vorſchläge
unterbreitet, die auf eine Beſſerung der Beziehungen bei=
der
Länder abzielten. Der Botſchafter Bompard, dem
der türkiſche Finanzminiſter Dſchavid Bey einen längeren
Beſuch abgeſtattet habe, ſei nach Paris abgereiſt, in der
Abſicht, eine Verſtändigung in der Anleihefrage ausfindig
zu machen.
England.
Der Wahlkampf. In einem Wahlaufruf erklärt
Asquith, von den Wählern hänge die ganze Zukunkt der
demokratiſchen Regierung ab. Der von den Liberalen
bekämpfte trügeriſche Reformplan der Lords würde vor=
herrſchend
eine konſervative Zweite Kammer ergeben mit
einem noch ſchlimmeren Veto als bisher. Der Wahlauf=
ruf
Greys bewegt ſich in derſelben Richtung und ſpricht
ſich außerdem aber für Homerule für verſchiedene Teile des
Vereinigten Königreichs auf Grundlage des kanadiſchen
Syſtems aus. Balfour hielt vor einer dicht gedrängten
Menge in der Alberthall eine Wahlrede. Balfour er=
klärte
: Jedermann wiſſe, die konſtitutionelle Umwälzung
baſiere auf den Bedürfniſſen und den Wünſchen der iri=
ſchen
Homerule und der Sozialiſten. Die Intereſſen der
geſetztreuen Bürger würden dabei gänzlich außer Acht ge=
laſſen
. Er forderte die Regierung auch auf, die Homerule=
frage
vor das Reſerendum zu bringen. Redner ſchloß:
Trauet nicht den Puppen, die ihre Rolle auf der Bühne
ſpielen, trauet nicht dem iriſchen Schauſteller, der Drähte
zieht, trauet nicht dem amerikaniſchen Zahlmeiſter, ſon=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Nummer 282

dern trauet allein dem geſunden Sinne des Volkes. Die
iriſche Partei erklärt in ihrem Wahlaufruf, eine Nieder=
lage
der Lords bedeute freie Bahn für die Homerule.
Weiter wird auf die ruchloſe Verbindung der Unioniſten
mit den Anhängern OBriens hingewieſen, die reichlich
mit Geldmitteln verſehen ſeien und den Zweck verfolgten,
die iriſche Partei zu erſchöpfen und deren Parteikaſſe zu
erſchöpfen. Aber die iriſche Partei ſtehe, wo ſie immer ge=
ſtanden
habe und fordere eine vollſtändige nationale
Selbſtregierung.
Holland.
In der Zweiten Kammer beſtritt der Mini=
ſter
des Innern Heemskerk im Laufe der Beratung des
Budgets energiſch, daß die Vorlage betreffend die Küſten=
verteidigung
dem Parlamente unter dem Drucke des
Auslandes vorgelegt worden ſei. Der Miniſter wies die
Behauptung als einen ungerechten antinationalen Vor=
wurf
zurück. Die Regierung gab niemals zu dem Ver=
dacht
Anlaß, daß ſie ſich durch den Druck des Auslandes
leiten laſſe.
Portugal.
Die Schulden der Königin=Witwe
Maria Pia. Die vorläufige Regierung hat feſtgeſtellt,
daß die Königin=Witwe Maria Pia, Großmutter Ma=
nuels
, in früheren Jahren bei verſchiedenen Bankiers Dar=
lehen
im Geſamtbetrag von 1,2 Millionen Mark unter
Bürgſchaft der monarchiſchen Regierung erhalten hat. Da
die vorläufige Regierung einverſtanden iſt, der Königin
ein Jahresgehalt von 270000 Mark zu bewilligen, will
der Finanzminiſter einen Teil davon regelmäßig abziehen,
um jene Schulden zu tilgen. Der Miniſterrat wird ſich
auch noch mit den Kapitalanlagen beſchäftigen, welche die
Königin=Mutter Amalie in Portugal aus ihrem perſön=
lichen
Vermögen gemacht hat.

* Stadtverordneten=Wahlen. Bei den
Stadtverordneten=Stichwahlen in Frank=
furt
a. M. wurden 6 Anhänger der Fortſchrittlichen Volks=
partei
, 3 Nationalliberale und 2 Mittelſtändler gewählt.
Die Sozialdemokraten unterlagen überall.
Somit iſt das Parteiverhältnis in dem jetzigen Stadtver=
ordnetenkollegium
folgendes: 34 Fortſchrittliche Volks=
partei
(früher 34), 12 Nationalliberale Partei (11), 22
Sozialdemokraten (20), 3 Mittelſtändler (4), 0 Zentrum
(1), und Antiſemiten 1 (1) Mitglied. Nach dem Ge=
ſamtergebnis
der diesjährigen Stadtverordneten=Wahlen
in Eſſen ſind von 21 neu zu beſetzenden Mandaten, von
denen bisher die Liberalen 11, das Zentrum 9 und die
Sozialdemokraten 1 beſaßen, 13 Mandate den Liberalen
und 2 dem Zentrum zugefallen. Das Zentrum verliert
bisher 3 Mandate, ſteht wegen 5 anderer in Stichwahl
mit den Liberalen und in einer Stichwahl mit dem So=
zialdemokraten
.
* Um die Erbſchaft des Königs Leopold
erhebt ſich jetzt ein großer Erbſchaftsſtreit. Es ſollen
jetzt, wie es heißt, ſogar die Kinder der geſchiedenen Prin=
zeſſin
Luiſe von Koburg einſchreiten, um die angeblich
geſchädigten Intereſſen ihrer Mutter zu vertreten. Es
ſind der Herzog Ernſt Günther zu Schleswig=Holſtein,
der Bruder der deutſchen Kaiſerin, für ſeine Frau, die
Tochter der Prinzeſſin u. der Prinz Leopold von Koburg,
der als Leutnant in der öſterreichiſchen Armee dient. Auf
olle Fälle iſt alſo die Meldung von einem Abkommen mit
der Prinzeſſin mindeſtens verfrüht. Auch die Prinzeſſin
Klementine, die jetzige Prinzeſſin Viktor Napoleon, hat
die Abfindungsſumme von 4 Millionen Franken nur mit
Vorbehalt angenommen und wird weitere Anſprüche er=
heben
, wenn ihre Schweſtern nicht mehr erhalten ſollen.
Die Prinzeſſin Luiſe ſoll die Abſicht haben, die ganze Erb=
ſchaftsgeſchichte
vor die Gerichte zu bringen, um dieſe lei=
dige
Angelegenheit endlich zum Abſchluß zu bringen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Dezember.
* Ordensverleihungen. Se. Maj. der König von
Preußen hat dem Generaloberſten von Bock und
Polach, Generalinſpekteur der III. Armeeinſpektion, die
Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Großkreuzes
des Großh. Heſſiſchen Ludewigs=Ordens erteilt.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben dem
Oberhofprediger Ehrhardt, ſowie dem Direktor der
Großherzoglichen Privatſammlungen Dr. Oſtermann

von Roth zu Darmſtadt die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen des ihnen von Sr. Maj. dem Kaiſer
von Rußland verliehenen St. Stanislaus=Ordens 2. Klaſſe
erteilt.
* Ernennung zum Kammerherrn. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Hauptmann d. L.
Friedrich Graf von Büdingen zum Kammerherrn
ernannt.
* Verleihung eines Fahnenſchmucks. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Geſang=
verein
Liederkranz zu Büdingen in Aner=
kennung
ſeiner vaterländiſchen Vereinsbeſtrebungen zu
ſeinem 70jährigen Jubiläum einen Fahnenſchmuck ver=
liehen
.
* Prinz Heinrich von Preußen iſt Dienstag abend
nach Kiel abgereiſt.
n. Vor der Strafkammer ſtanden geſtern zwei Unver=
beſſerliche
, die eben Betrugsſtrafen von 1 Jahr 9 Monaten,
bezw. 1 Jahr 3 Monaten verbüßen und lange Vorſtraf=
regiſter
aufweiſen. Der 33 Jahre alte Kaufmann Kaſpar
Wilhelm Stark aus Pegeldorf in Bayern hatte ſich im
Sommer dieſes Jahres als Proviſionsreiſender mit dem
Vertrieb einer landwirtſchaftlichen Zeitſchrift beſchäftigt,
völlig mittellos bei Wirten in Unter=Schönmattenwaag
und Groß=Rohrheim einlogiert und dann ohne Beglei=
chung
ſeiner Schuld von 7 und 5 Mark das Weite geſucht.
Hierfür wurde jene Strafe von 1 Jahr 9 Monaten um
weitere 6 Monate erhöht. In dem anderen Falle hatte
der 27jährige Maſchinenbauer Johann Trautmann
aus Bayreuth, nachdem er in Offenbach eine Vermieterin
geprellt hatte, den gleichen Streich hier verübt. Beide
Verbrechen erſcheinen jedoch durch die vorerwähnte, wegen
fortgeſetzten Betrugs erkannte Geſamtſtrafe von 1 Jahr
3 Monaten rechtlich als miterledigt, ſo daß deshalb Ein=
ſtellung
des Verfahrens erfolgen mußte. Da er
jedoch bei dem Offenbacher Fall auch verſchiedene Gegen=
ſtände
geſtohlen hat und rückfällig iſt, ſetzte man jener
Strafe ein weiteres Jahr Gefängnis zu. Drei unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit verhandelte Verbrechen gegen
§ 176 des Strafgeſetzbuches hatten ſich ſämtlich in Offen=
bach
ereignet und führten jetzt zur Beſtrafung der geſtän=
digen
Angeklagten mit 1 Jahr, 8 Monaten und 6 Monaten
Gefängnis. Es waren der Techniker Wilhelm Vogel aus
Oberrad und die Taglöhner Johann Martin Krötſch und
Fritz Gablowski aus Offenbach.
** Charakterverleihung. Wie wir hören, wurde dem
langjährigen, verdienſtvollen Leiter der Landesver=
ſicherungsanſtalt
, Geh. Reg.=Rat Dr. Dietz, der Raug
eines Provinzialdirektors verliehen.
A Geh. Medizinalrat Dr. W. Jäger . Im Alter
von 71 Jahren iſt Herr Geheimer Medizinalrat Dr.
Wilhelm Jäger, der langjährige ärztliche Leiter des
ſtädtiſchen Krankenhauſes, geſtorben. Am 27. Februar
1839 in unſerer Stadt als Sohn des Inſtitutsvor=
ſtehers
Jäger geboren, machte er den deutſch= franzö=
ſiſchen
Krieg 1870/71 als Chefarzt des 3. Großh. Heſſi=
ſchen
Feldlazaretts mit und bekleidete dann noch die
Stelle eines Stabsarztes bei den 115ern. Vom 28. Mai
1873 an bis zum 1. Oktober 1900, alſo über 27 Jahre
lang, ſtand er dann dem ſtädtiſchen Krankenhaus als
Nachfolger Dr. Pfeiffers vor. Bei ſeinem Dienſt=
antritt
betrug die Zahl der in dieſem Krankenhauſe
verpflegten Kranken 1300 bis 1400 jährlich, die durch=
ſchnittliche
Tagesbelegung 60 bis 70 Kranke. Bei
ſeinem Weggange war die jährliche Krankenzahl auf
2600 bis 2700, die durchſchnittliche Tagesbelegung auf
160 bis 170 geſtiegen. Aber nicht nur in ſeiner Fre=
quenz
, auch in allen ſeinen Einrichtungen und Leiſtun=
gen
hat ſich das ſtädtiſche Krankenhaus unter Jägers
Leitung gehoben und vervollkommnet. Er hat die
Grundlagen geſchaffen, auf welchen ſich das ſtädtiſche
Krankenhaus zu ſeiner jetzigen Bedeutung und
zu ſeinem jetzigen Umfange entwickelt hat. Unver=
ehelicht
, ging er ganz in ſeiner beruflichen Tätig=
keit
auf. Sein Andenken wird in unſerer Stadt ſtets
in Ehren bleiben.
* Todesfall. In der Nacht zum Mittwoch wurde in
ſeiner Wohnung Ernſt Ludwigſtraße Nr. 3 der Amts=
richter
a. D. Georg Lindenſtruth vom Schlage ge=
rührt
und morgens tot aufgefunden. Herr Lindenſtruth,
der ein Alter von 61 Jahren erreicht hat, ſtand, wie wohl
allgemein bekannt iſt, zu der Darmſtädter Preſſe in nahen
Beziehungen. Er war länger als zwanzig Jahre Ge=
richtsberichterſtatter
für unſer Blatt und in früherer Zeit
auch Berichterſtatter für die Kammer und die Stadtver=
ordneten
=Verſammlung. Durch ſeine Sachkenntnis und die
Sachlichkeit ſeiner Berichte war er ein ſehr geſchätzter und
in vielen Fällen unentbehrlicher Mitarbeiter geworden,
deſſen Tod eine fühlbare Lücke hinterläßt. Der Verſtor=
bene
gehörte auch zu den bekannteſten Perſönlichkeiten der
Stadt und war wegen ſeiner heiteren Lebensauffaſſung
und der Jovialität ſeines Weſens überall gern geſehen.

In der letzten Zeit hatte er ſchon durch Krankheit zu leis
den, obwohl er früher nie krank geweſen iſt und ſtets
unermüdlich und pflichtgetreu auf ſeinem Poſten ſtand.
Er ruhe in Frieden!
* St. Ludwigskirche. Wie bereits bekannt, wird
die Konſekration der hieſigen St. Luch=
wigskirche
nach Vollendung der darin im Laufg
des letzten halben Jahres vorgenommenen Reſtau=
rierungsarbeiten
am Dienstag, den 6. Dezembe
ſtattfinden. Die Feierlichkeiten nehmen um ½9 Uhr
vormittags ihren Anfang. Der eigentliche Feſtgottes=
dienſt
wird vorausſichtlich gegen ½12 Uhr beginnen,
Die Feſtpredigt wird von dem Mainzer Seminar=
profeſſor
Dr. Schmidt, der früher Kaplan an der St
Ludwigskirche war, gehalten. Um ½2 Uhr findet in
dem Konkordiaſaal ein Feſteſſen ſtatt. Eine Einzeich=
nungsliſte
iſt bei dem Hausmeiſter des Katholikens
vereins aufgelegt.
* Der Hans Thoma=Abend, der heute Donnerstag
zum Beſten der Richard Wagner=Stipendien=Stiftung im
Kaiſerſaal ſtattfindet, übt eine ungewöhnlich große An=
ziehungskraft
auf die kunſtſinnigen Kreiſe des Darmſtädter
Publikums aus. Iſt es doch auch das erſte Mal, daß über
den großen Karlsruher Altmeiſter der Malerei hier im
öffentlichen Vortrage geredet und ſeine Werke im Licht=
bilde
vorgeführt werden ſollen. Und kein anderer er=
ſcheint
hierzu mehr berufen als Henry Thode, der be=
rühmte
Heidelberger Kunſthiſtoriler, der, mit Thoma in
langjähriger Freundſchaft verbunden, einer der erſten war,
der für deſſen lange verkannte Kunſt in ſiegreich ausge=
fochtenen
Kämpfen eintrat und zahlreiche Aufſätze über ihn
publizierte. Der muſikaliſche Teil des Abends wird von
der Geigerin Frl. Hertha Tegner aus Kopenhagen be=
ſtritten
, eine Künſtlerin, die ſich in ihrem Heimatlande
Dänemark großer Beliebtheit erfreut. Sie iſt eine Schü=
lerin
des Pariſer Meiſters Jacques Thibaut und in
Deutſchland in jüngſter Zeit bereits mehrfach mit großem
Erfolge aufgetreten.
Deutſcher Luftflottenverein, Ortsgruppe Darm=
ſtadt
. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich iſt, findet
der Vortrag des Herrn Privatdozenten Dr. Gaſ=
ſer
über das Problem der Flugtechnik am nächſten
Montag, abends 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal ſtatt. Die
Firma Leitz=Wetzlar, Filiale Frankfurt a. M., hat in
dankenswertem Entgegenkommen für den Vortrag
ihren großen Univerſal=Projektionsapparat koſtenlos
zur Verfügung geſtellt; ein ſehr ſinnreich konſtruiertes
Inſtrument, das alle Arten der Projektion Diapoſi=
tive
, Zeichnungen, Drucke, Gegenſtände, lebende Weſen
ohne Unterbrechung ermöglicht. Ein ſolches In=
ſtrument
iſt hier unſeres Wiſſens noch nicht öffentlich
gezeigt worden. Der zeitgemäße und lehrreiche Vor=
trag
, unterſtützt durch erſtklaſſiges Demonſtrations=
material
, wird gewiß weite Kreiſe intereſſieren. Die
Ortsgruppe hofft deshalb auf ſehr zahlreichen Beſuch,
zu dem auch hier nochmals freundliche Einladung an
jedermann auch an Damen ergeht.
Odenwaldklub. Schon rüſtet alt und jung zur
fröhlichen Wanderung, gilt es doch am Sonntag, den
4. Dezember, die letzte Klub=Tour im ſcheidenden Jahre,
und es ſteht zu erwarten, daß eine ſtattliche Anzahl frohen
Wanderer den Stab zur Hand nehmen wird, um nach dem
Sprichwort: Ende gut, Alles gut, den Ausflug der Orts=
gruppe
Darmſtadt des Odenwaldklubs friſch gemut mitzu=
machen
. Bis nach Jugenheim wird das Dampfroß die
Teilnehmer in kurzer Zeit befördern und dann kommen
die Pedale zu ihrem Recht. Wie auch Jupiter Pluvius
geſinnt ſein mag, die frohe Schar wird es wenig kün
mern, und auf zum Teil recht unbekannten Pfaden
wird die Höhe des Kreuzhofs, alias Kuralpe, erklommen
werden. Von luftiger Höhe, dem Ohlyturm einen Gruß
zuwinkend, geht es dann abwärts nach Beedenkirchen und
männiglich wird das Frühſtück munden. Auf glatten
Straße geht es dann den waldigen Höhen Neunkirchens
entgegen und die Erwartung, noch Ungeſehenes zu
ſchauen, wird die Wanderer anſpornen, auch auf etwas
holprigem Wege den Führern zu folgen, um die Wunder=
werke
der Natur im dichten Forſte aufzuſuchen, manchem
noch gänzlich unbekannt. Tief hinab, nach einem freund=
lichen
, weltentlegenen Dörfchen, führt dann der Weg, vor=
bei
an alten Häuschen, am modernen, burgartigen Schul=
haus
, und ſteil auf zur Höhe. Schloß Lichtenberg zeigt
ſich von der ſchönſten Seite und jenſeits des Tales winkt=
die
Nonnroder Höhe, die Nähe des Endziels verratend.
Nachdem den Spitzen Steinen noch ein kurzer Beſuch
abgeſtattet iſt, geht es auf waldigem Bergesrücken dem
Ziele zu. Was alles in Groß=Bieberau die Wanderer er=
wartet
, das ſei jedem überlaſſen, ſich ſelbſt auszudenken.
Rabatt=Sparverein. Am Dienstag abend fand
im Kaiſerſaal eine gut beſuchte, außerordentliche
Hauptverſammlung des Rabatt=Spar=
Vereins Darmſtadt ſtatt. Nach Begrüßung
ſeitens des erſten Vorſitzenden, Herrn W. Kalbfuß,

Himmelserſcheinungen im Dezember.
Im lichtärmſten Monat des Jahres, im Dezember,
nimmt die ſüdliche Abweichung der Sonne vom
Aequator bis zum 22. noch weiter zu, ſie beträgt am
1. Dezember 21 43? 1.5 und am 22. Dezember
23 27½ 7.4; von dieſem Zeitpunkte an bis zum
Monatsſchluſſe nimmt die ſüdliche Deklination der
Sonne wieder ab, und zwar bis auf 23 9? 9."7 am
31. Dezember. Ihren tiefſten Stand erreicht die
Sonne am 22. Dezember, um 6 Uhr nachmittags. Sie
verharrt dann ſcheinbar eine Weile an dem gleichen
Orte, weshalb man den Zeitpunkt oder Tag das Sol=
ſtitium
, Winterſolſtitium, nennt; ſie wendet aber
in Wahrheit nur um, aus welchem Grunde der Zeit=
punkt
oder Tag auch Sonnenwende, Winterſon=
nenwende
, heißt. Der 22. Dezember iſt gleichzeitig
der kürzeſte Tag und Wintersanfang für die
Nordhalbkugel, dagegen der längſte Tag und Som=
mersanfang
für die Südhalbkugel. Die Mittagshöhe
der Sonne verringert ſich zunächſt noch entſprechend der
Zunahme der ſüdlichen Deklination der Sonne bis
zum 22., vergrößert ſich darauf aber wieder ein wenig;
ſie beträgt für den Parallel von 54 alſo für das nörd=
liche
Deutſchland am 1. Dezember 14 17' am 22. De=
zember
12 13' und am 31. Dezember 12 51½, für den
Parallel von 51, d. h. für das mittlere Deutſchland
am 1. Dezember 17 17½, am 22. Dezember 15 13 und
am 31. Dezember 15 51, endlich für den Parallel von
48. alſo für das ſüdliche Deutſchland, die Schweiz und
Oeſterreich am 1. Dezember 20 17½, am 22. Dezember
18 13' und am 31. Dezember 18 51 Am Jahres=
ſſchluſſe
ſteht hiernach die Sonne mittags wieder 38½
d. h. mehr als ½ Grad höher als am Wintersanfang.
Der meteorologiſche Winter, oder vielmehr die Froſt=
und Schneeperiode ſetzt trotzdem meiſtens um dieſe Zeit
erſt kräftiger ein. Die Tagesdauer vermindert ſich
bis zum kürzeſten Tage in Norddeutſchland von 7½

auf 7½, in Mitteldeutſchland von 8 auf 7½, in Süd=
deutſchland
, der Schweiz und Oeſterreich von 8½ auf
8¼ Stunden; die nach dem Solſtitium bis zum Monats=
ſchluſſe
eintretende Verlängerung der Tagesdauer be=
trägt
im Norden nur fünf, im Süden nur vier Minu=
ten
, ſie entfällt ganz auf den Nachmittag.
Der Mond wechſelt im Dezember fünfmal ſeine
Phaſen, die Zeiten ſind folgende: Neumond am 1., um
10 Uhr 11 Min. nachm., Erſtes Viertel am 9., um 8 Uhr
5 Min. nachm., Vollmond am 16., um 12 Uhr 5 Min.
nachm., Letztes Viertel am 23., um 11 Uhr 36 Min.
vorm. und Neumond am 31., um 5 Uhr 21 Min. nachm.
Der Mond befindet ſich am 15. Dezember, um 5 Uhr
nachm., in Erdnähe bei einem Abſtande von 56.1 Erd=
halbmeſſern
, und am 28. Dezember, um 3 Uhr vorm.,
in Erdferne bei einem Abſtande von 63.6 Erdhalb=
meſſern
à 6378 Kilometer. Eine gut ſichtbare Stern=
bedeckung
durch den Mond findet am 24. Dezember
ſtatt, der Mond ſchreitet dabei über den Fixſtern
3. Größe Gamma der Jungfrau hinweg; der Eintritt
erfolgt für Berlin um 1 Uhr 30.8 Min. vormittags, der
Austritt um 2 Uhr 30.8 Min. vormittags.
Von den großen Planeten iſt Merkur im letzten
Drittel des Dezember für kurze Zeit nach Sonnen=
untergang
am ſüdweſtl. Abendhimmel zu beobachten. Er
gelangt am 24. Dezember, um 7 Uhr nachm., in größte
öſtliche Ausweichung von der Sonne, 19 547. Zu Mit=
ternacht
vom 26. zum 27. Dezember hat Merkur mit
Uranus Konjunktion, wobei er nur 36? ſüdlich vom
Uranus ſteht; um dieſe Zeit ſind beide Planeten un=
ſichtbar
, doch hat Merkur, der zwar eine 349 mal ſchnel=
lere
Ortsbewegung als der ferne Uranus beſitzt, be=
reits
am vorangehenden Abend eine ähnliche Stellung.
Mit bloßem Auge vermag man den nur als Sternchen
5. Größe ſchimmernden Uranus, zumal in der Däm=
merung
, nicht zu erkennen, ein etwas lichtſtarkes, wenn
auch nur kleineres Inſtrument mit ſchwacher Vergröße=
rung
zeigt ihn aber reichlich eine Vollmondbreite rechts
oberhalb des ſcharf funkelnden Merkur. Venus,

die erſt am 26. November in oberer Sonnenkonjunktion
war, bleibt im Dezember noch unſichtbar, wird aber
den größten Teil des kommenden Jahres mit ihrem
prächtigen Glanze den Himmel ſchmücken. Mars=
wandert
am 20. Dezember aus dem Sternbilde der
Wage in das des Skorpions und iſt vor Sonnen=
aufgang
eine Zeitlang am ſüdöſtlichen Horizont zu
ſehen. Sein Erdabſtand vermindet ſich nun fortgeſetzt,
doch befindet er ſich am 1. Dezember noch 2.46 und am
31. Dezember noch 2.30 Erdbahnhalbmeſſer von je
149.48 Millionen Kilometer von uns entfernt. Damit
vergrößert ſich ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 3."8
auf 4.1. Jupiter weilt im Sternbilde der Jung=
frau
und geht anfangs gegen 5 Uhr zuletzt ſchon vor
4 Uhr vormittags im Oſten auf, ſtrahlt mithin an den
noch ſpät dunklen Dezembermorgen, wenn wir vom
Monde abſehen, als hellſtes Geſtirn des ganzen Him=
mels
. Auch ſein Erdabſtand wird geringer, er nimmt
ab von 6.23 auf 5.87 Erdbahnradien, wodurch ſein Schei=
bendurchmeſſer
eine Vergrößerung von 32.%0 auf 34.00
erfährt. Am 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr, hat der
Mond mit Jupiter eine ſehr nahe Konjunktion, am
vorangehenden Morgen befindet ſich die abnehmende
Sichel des Mondes aber noch eine Strecke weſtlich
(rechts) und am folgenden Morgen ſchon ein Stück
öſtlich (links) vom Jupiter entfernt. Saturn geht
im Sternbilde des Widders ſtetig früher unter, am
Monatsanfang gegen 4½ Uhr, am Monatsſchluß gegen
2½ Uhr morgens. Seine Entfernung von der Erde
vergrößert ſich von 8.44 bis auf 8.83 Erdbahnhalbmeſſer,
daher verkleinert ſich ſein Scheibendurchmeſſer von 19.3.
auf 18.5, während die Achſen des Saturnringes Mitte
Dezember 43.5 (große Achſe) und 11."9 (kleine Achſe)
meſſen. Am 12 Dezember, abends 11 Uhr, hat der
Mond mit dem Planeten eine ſehr nahe Konjunktion,
der Mond bewegt ſich bei dieſer in dem Abſtande von
1 5 nördlich am Saturn vorüber. Uranus, in
tiefer Stellung im Schützen, bleibt in der Abend=
dämmerung
für das bloße Auge unſichtbar. Bei einer

[ ][  ][ ]

Nummer 282.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Seite 3.

eſchäftigte man ſich längere Zeit mit der Frage der
endgültigen Abrufung der noch im Umlauf befind=
ichen
alten Rabattmarken. Die Verſammlung kam
zu dem Beſchluß, in Anbetracht des Umſtandes, daß
roch eine verhältnismäßig große Anzahl alter Mar=
ien
ſich im Umlauf befinden, die Friſt zur Einlöſung
dis zum 30. Juni des kommenden Jahres auszu=
dehnen
. Einen für die Allgemeinheit wichtigen Be=
ſchluß
nahm hierauf die Verſammlung an. Da ſich
nämlich bei der vorläufigen Abrechnung über den
alten Markenfonds ergeben hat, daß ein Teil dieſer
Marken verloren gegangen und daher nicht eingelöſt
wurde, iſt der Rabatt=Sparverein in der Lage, über
einen größeren Betrag zu verfügen. Es wurde
ſeitens des Vorſtandes vorgeſchlagen, eine größere
Summe zum Beſten hieſiger Wohltätig=
keitsanſtalten
und bedürftiger Armen zu ver=
wenden
. Und zwar ſollen folgende Vereine bezw.
Anſtalten bedacht werden: Eliſabethenſtift, Barmher=
ziges
Schweſternhaus, Diakonie=Verein, Zentralkaſſe
der vereinigten israelitiſchen Wohltätigkeitsvereine,
Spileptiſchen Anſtalt, Samariter=Verein, Alice= Frauen=
verein
, Verein der Freunde in der Not, Verein zur
Beſchaffung eines warmen Frühſtücks für kränkliche
Schulkinder, Volksküche, Fechtverein Waiſenſchutz, Su=
nitätskolonne
, Verein gegen Verarmung und Bette=
lei
, Schülerwanderung des Odenwaldklubs u. a. Auch
zur Beſchaffung von Lebensmitteln für Arme ſoll ein
größerer Betrag verwendet werden. Der Vor=
ſchlag
fand einſtimmige Annahme bei den Anweſen=
den
. Nachdem noch verſchiedene Vereinsangelegen=
heiten
beſprochen waren, ſchloß der Vorſitzende mit
Worten des Dankes die anregend verlaufene Sitzung.
Im Ortsgewerbeverein wird am Freitag abend
Herr Ingenieur Braun über Fabrikation, Verwendung,
Vorteile und Bedeutung des Linoleums ſprechen.
Von großem Intereſſe insbeſondere für Baufachleute
dürfte dieſes Thema ſein, da das Linoleum im heutigen
Geſchäftsleben eine große Rolle ſpielt. An Hand einer
Rohmaterialienſammlung ſowie aller möglichen Proben
des Linoleums wird der Vortragende eine detaillierte Ab=
handlung
der Fabrikation des Linoleums geben. Herr
Ingenieur Willner wird daranſchließend die Löſung
der Staubfrage, ſpeziell im Wohnungsweſen,
behandeln und dabei einige recht intereſſante Maſchinen=
Apparate vorführen.
Hofchorkonzert. Die Mitglieder hieſiger Vereine
erhalten gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarten nur in
der Vorverkaufsſtelle bei Herrn Pfeil, Zigarrengeſchäft,
Eliſabethenſtraße, Eintrittskarten zu dem definitiv mit
Genehmigung der Direktion des Großh. Hoftheaters auf
Samstag, den 12. Dezember, feſtgeſetzten im großen
Saale der Turngemeinde am Woogsplatz ſtattfindenden
Konzert des Großh. Hoftheaterchors, 25 Prozent Preis=
ermäßigung
auf allen Plätzen.
Stadtmiſſion. Der fünfte Vortrag von Pfarrer
Veller heute abend im Saale der Stadt Pfungſtadt wird
lauten: Was lehrt Jeſus über die Liebe und den Zorn
Gottes (Siehe Anzeige.)
Vortrag. Schon ſeit längerer Zeit wendet ſich
das öffentliche Intereſſe der Fürſorge für Krüppel zu.
Zählt man doch in Heſſen allein 1436 ſchulpflichtige
Krüppel! Dieſe ganz oder teilweiſe zu heilen, oder
wenigſtens erwerbsfähig zu machen, iſt eine durch die
Liebe gebotene Aufgabe. So wird der Vortrag des
Vereinsgeiſtlichen für Innere Miſſion,
Herrn Pfarrers Glock zu Nieder=Ramſtadt, den er
Freitag, den 2. Dezember, abends 8 Uhr, in dem Ge=
meindehaus
der Petrusgemeinde über Krüp=
pelfürſorge
halten wird, auf weitgehendes Ver=
ſtändnis
und Intereſſe rechnen dürfen. Auch Nicht=
mitglieder
ſind herzlich wollkommen. (S. Anz.)
Volksbildungsabend. Auf den vom Kathol.
Frauenbund und Volksverein für das
katholiſche Deutſchland am 4. Dezember,
abends 8 Uhr, im Konkordiaſaal zu veranſtaltenden
Volksbildungsabend ſei empfehlend hinge=
wieſen
. Die Veranſtaltung beſteht aus einem Licht=
bildervortrag
: Wie lernen wir Bilder verſtehen und
genießen? Herr Dipl.=Ing. Kanth aus Frankfurt
wird an der Hand von 50 Bildern, welche durchweg
Meiſterwerke der Kunſt darſtellen, die zum Verſtänd=
nis
und richtigen Genuß der Bilder notwendigen
Unterweiſungen geben. Auch auf die in Verbindung
mit dieſem Vortrag ſtehende Ausſtellung von
Büchern und Bildern ſei hingewieſen und zu
zahlreichem Beſuche dringend eingeladen. Wegen der
am Dienstag ſtattfindenden Konſekration der St. Lud=
wigskirche
iſt die Ausſtellung Dienstag vormittag ge=
ſchloſſen
, wird dafür aber am Donnerstag vormittag
geöffnet ſein. Der Zutritt iſt frei: (S. Anz.)
Petrusgemeinde. (Verſpätet zugegangen.) Der
erſte Gemeindeabend hatte am vergangenen

Sonntag, 27. November, dem erſten Advent, wieder,
wie gewöhnlich, den großen Saal unſeres ſchönen, ge=
mütlichen
Gemeindehauſes bis auf den letzten Platz
gefüllt. Und was der andächtig lauſchenden Zuhörer=
ſchaft
geboten wurde, war in jeder Beziehung auch
ausgezeichnet. Herr Oberhofprediger Ehrhardt ver=
ſtand
es, in geiſtvollen Ausführungen teils kritiſcher,
teils anerkennender Art, die Frage zu beantworten:
Was haben wir an unſerer Pfarrkirche?
Ausführungen, die ſichtlich einen tiefen Eindruck mach=
ten
. Das lieblich=innige Violinſpiel von Frau Pro=
ſeſſor
Dr. Bergmann, am Klavier vortrefflich
von Fräulein M. Schwan begleitet, entfeſſelte ebenſo
wie die von vollendeter Technik und tiefem Empfin=
den
zeugenden Lieder von Fräulein Thea Fey, deren
herrliche Stimme in dem großen Saal wundervoll
klang, und die Herr Kammerſänger Fahr meiſter=
haft
begleitete, wahre Stürme begeiſterter Anerkenn=
ung
; und auch das von Herrn Wehling dirigierte
Orcheſter mußte, wie die eben genannten Künſtler, ſich
zu Zugaben entſchließen. Es war auch ſeitens der an=
weſenden
Gäſte nur eine Stimme des Lobes über
unſere Gemeindeabende, bei denen auch nie die Mit=
wirkung
unſeres rührigen Kirchengeſangvereins fehlt.
Kein Wunder, daß die Petrusgemeinde mit ſo großer
Liebe und Freude ſich daran beteiligt.
Im Vormittagsgottesdienſte der Stadtkirche
wird am nächſten Sonntag die Kantate Du
Hirte Jsrael von Joh. Sebaſtian Bach
von dem Kirchengeſangverein unter gütiger Mitwirk=
ung
der Herren Konzertſänger Adolf Müller
(Baß) aus Frankfurt a. M., Landzettel (Tenor),
Profeſſor Mendelsſohn (Orgel) und des von den
Mitgliedern der Großh. Hofmuſik gebildeten
Orcheſters zum Vortrag gebracht werden. Man
ſchreibt uns hierzu: Gerade dieſe Kantate iſt beſon=
ders
geeignet, ſo wie es der große Tonmeiſter mit
ſeinen Kantaten gewollt, in den Gottesdienſt ein=
gefügt
zu werden. Denn ſie iſt nichts anderes, als
ein wunderbar inniges Bekenntnis zur Hirtentreue
Gottes und bei aller Schönheit und Kraft der muſi=
kaliſchen
Ausdrucksmittel ſchlicht und verſtändlich, wie es
A. Schweitzer, der neueſte S. Bachbiograph, ausdrückt:
Dieſe Kantate gehört zu denjenigen, mit denen man
den Menſchen die Furcht vor Bach benimmt. Dem
Grundgedanken der Kantate (Gott der Hirte ſeines
Volkes) entſprechend, wiegt das auch im Weihnachts=
oratorium
ſo ſchön hervortretende paſtorale Ele=
ment
vor, ſo in dem Eingangschor mit ſeiner macht=
vollen
Anrufung des guten Hirten, in der prachtvollen
Baßarie: Beglückte Herde, Jeſu Schafe und im
Schlußchoral. Dazwiſchen tritt in der Tenorpartie
der Ausdruck des Harrens und Sehnens aus der Ver=
laſſenheit
, das ſich jedoch zur zuverſichtlichen Eile in der
Wanderung zum Hirten (in den Oboen reizend ge=
malt
) durchringt. Entzückender Wohllaut und form=
vollendete
Anmut, ſagt der genannte Muſikſchrift=
ſteller
, ſichern dieſem Werke eine unmittelbare Wirk=
ung
. Bei der bevorſtehenden Aufführung dürfte es
neben der Mitwirkung der hervorragenden Soliſten
von Wert ſein, daß diesmal die Begleitung durch
Mitglieder der Großherzoglichen Hofmuſik zur Aus=
führung
gelangt.
Ringkämpfe im Orpheum. Die Konkurrenz
um den von der Direktion ausgeſchriebenen Großen
Preis von Darmſtadt, 6000 Mark Geldpreiſe, beginnt
heute Donnerstag, 1. Dezember. Nach den einge=
laufenen
Meldungen dürfte die Zahl der Bewerber
ſchon jetzt mehr als 20 betragen; weitere Meldungen
werden noch erwartet, ſo daß ſich ein ſportliches Tref=
fen
erſten Ranges entwickeln wird. Die Ringer=
paare
des heutigen erſten Tages gehen aus dem In=
ſerat
dieſes Blattes, wie alles weitere Wiſſenswerte,
hervor. Erwähnt ſei noch, daß den Ringkämpfen das
neue, auch an und für ſich brillante zugkräftige Va=
rietéprogramm
vorausgeht. (S. Anz.)
X Feſtgenommen. Am Dienstag ſind feſtgenom=
men
worden ein 48 Jahre alter Taglöhner aus Heidel=
berg
und zwei 25 Jahre alte Taglöhner von hier,
ſämtlich wegen Diebſtahls.
X Geländet. Am Dienstag nachmittag gegen
5 Uhr wurde der 15 Jahre alte Friſeurlehrling Val.
Beſſinger welcher ſeit 29. Oktober vermißt wird,
als Leiche aus dem Woog geländet.
Heppenheim a. d. B., 28. Nov. Die Frage, ob Be=
rufsbürgermeiſter
oder Bürgermeiſter im Ehren=
amt
, iſt hier noch immer aktuell. Bekanntlich hat der
Gemeinderat in einer ſeiner letzten Sitzungen mit 7
gegen 6 Stimmen die Anſtellung eines Berufsbürger=
meiſters
beſchloſſen. Dieſer Beſchluß hat bei der
Bürgerſchaft viel Widerſpruch hervorgerufen. Die für
vergangenen Samstag abend anberaumte Gemeinde=
ratsſitzung
, in der die Anſtellungsbedingungen für

Entfernung von zuerſt 20.38, zuletzt 20.64 Erdbahnhalb=
meſſern
beträgt der Durchmeſſer ſeiner Scheibe nur
400. Ueber die Konjunktion des Uranus mit Merkur
am 26./27. Dezember iſt oben ſchon geſprochen worden.
Neptun verharrt in günſtigſter Stellung in den
Zwillingen während der ganzen Nacht am Himmel.
Sein genauer Ort iſt am 1. Dezember Rektaſzenſion
7h 31m 16s und Deklination 21 8; bei einer Ent=
fernung
von anfänglich 29.23, am Monatsſchluſſe 29.00
Erdbahnhalbmeſſern beſitzt ſeine Scheibe nur den win=
zigen
Durchmeſſer von 2.6, aus welchem Grunde ſein
Planetencharakter nur in ſehr ſtarken Fernrohren her=
vortritt
; in weniger kräftigen Inſtrumenten erſcheint
er als Sternchen 8. Größe.
Der geſtirnte Himmel wird, wie im No=
vember
, auch im Dezember abends durch die vom Oſt=
ſüdoſten
über den Zenith zum Weſtnordweſten ver=
laufende
Milchſtraße in zwei faſt gleiche Hälften ge=
teilt
; die Milchſtraße nimmt ihren Weg zwiſchen
Orion und Kl. Hund zwiſchen Stier und Zwil=
lingen
hindurch über den Fuhrmann Perſeus
die Caſſiopeja, den Cepheus und Schwan‟. Der
Tierkreis zieht ſich vom Südweſt= zum Nordoſt= Hori=
zont
und wird bezeichnet durch die Bilder Fiſche‟
Widder Stier, Zwillinge Krebs und Löwe‟.
Im Weſten ſehen wir den Pegaſus deſſen drei Haupt=
ſterne
Alpha, Beta, Gamma mit dem hellen Sterne
Alpha der Andromeda ein auffälliges Trapez bilden.
Urſprünglich hieß das Sternbild bei den Griechen
ſchlechtweg Hippos, d. h. Pferd von dem Aratus be=
merkt
, es ſei dies nach gemeiner Vorſtellung das Pferd,
das durch ſeinen Hufſchlag auf dem Helikon die Hippo=
krene
(Roßquelle) hervorgebracht habe. Eratoſthenes
bemerkt darüber, das Pferd ſei der Pegaſos, der nach
Bellerophons Sturz zu den Sternen aufflog; dies
könne aber nicht ſein, da es keine Flügel habe. Danach
müßten dem Pegaſos erſt ſpäter die Flügel beigelegt
worden ſein, Ptolemäus führt ſie ſchon an. Dem=
gegenüber
berichtet der Mythos, Pegaſos ſei aus dem
Blute der vom Perſeus getöteten Meduſa entſtanden

und ſei ein ſchlankes, ſchönes Roß mit prächtigen Flü=
geln
an den Schultern geweſen. Er galt als das Roß
des Zeus (Jupiter), des Eos (der Aurora), der Mor=
genröte
, und der Muſen. Bellerophon, der ſchuldlos
verfolgt ward, erhielt das Roß von den Göttern ge=
ſandt
und bezwang damit die Solymer, die Amazonen
und die Chimära, ward aber ſchließlich von den Göt=
tern
für zu mächtig gehalten und ins Elend geſtürzt.
Pegaſos ſoll dann, wie erwähnt, mit den Hufen ſich auf
den Berg Helikon aufſtützend, zu den Sternen empor=
geflogen
ſein, wo wir ſein Bild noch heute bewundern.
Die Hippokrene aber ward der Lieblingsaufenthalt der
Muſen, der Quell, der jeden zum Dichter begeiſtern
ſollte, der ſo glücklich war, daraus zu trinken. Neben
dem Bilde des Pegaſus glänzt das der Andromeda,
das durch die in flachem, etwa dem Zenith zuſtrebenden
Bogen angeordneten drei hellen Sterne Alpha, Beta,
Gamma leicht kenntlich iſt. Es bildet mit den benach=
barten
Bildern des Perſeus der Caſſiopeja und
des Cepheus die ſogenannte Perſeusfamilie, die in
einem ſchönen Mythos vereint erſcheint. Im Nord=
nordoſten
gewahren wir den Gr. Bären, im Norden
den Kl. Bären und im Nordweſten die Leier mit
dem ſtrahlenden Hauptſterne Wega, der ſeinen Namen
von der arabiſchen Benennung El-nesr el-wäki, d. h.
der fallende Adler trägt.

Konzerte.
W. Der Richard Wagner=Verein veranſtal=
tete
am Dienstag abend im Feſtſaale der Turngemeinde
abermals einen Liederabend, an dem die königlich
ſächſiſche Hofopernſängerin Frau Anna Schabbel=
Zoder aus Dresden und der Komponiſt Othmar
Schoeck aus Zürich mitwirkten. Die Sängerin trug
Liederkompoſitionen der drei Komponiſten Othmar Schoeck,
Volkmar Andrege und Max Schillings vor, die, ſehr ver=
ſchieden
geartet, nicht weniger an die Vortragskunſt und
Stilbeherrſchung, als an das ſtimmliche Vermögen der
Vortragenden hohe Anforderungen ſtellen. Die Lieder

einen Berufsbürgermeiſter beraten werden ſollten,
mußte wegen Beſchlußunfähigkeit ausfallen. Die Geg=
ner
des Berufsbürgermeiſters waren nicht erſchienen.
Geſtern abend fand eine Proteſtverſammlung
der Bürgerſchaft ſtatt, in der eine Kommiſſion gewählt
wurde, die den betreffenden Gemeinderatsbeſchluß an=
fechten
ſoll.
Offenbach, 30. Nov. Die Großherzogin von
Heſſen hat den hieſigen und auswärtigen Preſſever=
tretern
in einem Schreiben den Dank für ihre
Mitwirkung am Verkaufstag, der nach den
neueſten Feſtſtellungen einen Reingewinn von über
63000 Mark erzielt hat, zum Ausdruck gebracht. Das
Schreiben hat folgenden Wortlaut: Ihre Königliche
Hoheit, die Großherzogin, laſſen Ihnen für Ihre Mit=
wirkung
im Intereſſe des in Offenbach abgehaltenen
Verkaufstages zum Beſten unbemittelter Lungen=
kranker
allerhöchſt herzlichen Dank ausſprechen. Im
allerhöchſten Auftrage: Freiherr von Leonhardi, dienſt=
tuender
Kammerherr.
M. Stockſtadt a. Rh., 30. Nov. Durch Beſchluß des
hieſigen Ortsvorſtands iſt nun auch hier die elek=
triſche
Beleuchtung geſichert. Unſer Dorf wird
ebenſo wie Biebesheim, Crumſtadt, Erfelden, Godde=
lau
, Leeheim und Wolfskehlen an das große Elektri=
zitätswerk
zwiſchen Oſthofen und Rhein=Dürkheim
angeſchloſſen. Die Leitung erfolgt über die Wormſer
Rheinbrücke. Heute waren zwei Ingenieure der
Elektrizitätsgeſellſchaft hier und verhandelten über die
Straßenbeleuchtung, reſp. Anzahl der Lampen. Wie
man aus der Stimmung der Ortseinwohner merkt,
werden ſich ſehr viele Hausbeſitzer ſofort anſchließen.
Der Preis für 1 Kilo=Wattſtunde 40 Pfg. für Beleucht=
ung
und 20 Pfg. für Kraft.
Mainz, 30. Nov. Leutnant Helm, der durch
die Spionageaffäre bekannt geworden iſt, hat ſich nach
mehrmonatiger Abweſenheit in ſeiner Garniſon Mainz
wieder eingefunden und iſt beim 21. Pionier=Bataillon
in Mainz=Kaſtel, wo er auch Wohnung genommen hat,
in Dienſt getreten. Wie wir hören, iſt eine dienſtliche
Unterſuchung eingeleitet, durch die feſtgeſtellt werden
ſoll, ob ſich Helm durch die Vornahme ſeiner bekannten
Zeichenübungen in England auch gegen deutſche Geſetze
vergangen habe, was indeſſen nicht ſehr wahrſchein=
lich
iſt.
Worms, 30. Nov. An der Treibjagd im Non=
nenbuſch
bei Herrn Generalmajor Frhrn. v. Heyl,
nahmen außer dem Großherzog teil: von
Riedeſel, Oberſtallmeiſter, Oberkammerherr von
Riedeſel, General Hahn, Generalleutnant Scholz,
Oberſt von Müller, Mr. Harford, Freiherr
Cornelius von Heyl und der Jagdgeber ſelbſt. Um
4 Uhr mittags erfolgte die Rückkehr des Großherzogs
nach Darmſtadt im Automobil. Die Jagdbeute be=
trug
lt. W. Ztg. 288 Faſanen, 24 Faſanenhennen, 41
Haſen und 52 Lapins.
A. Alten=Buſeck (Kreis Gießen), 30. Nov. In der
letzten Woche fand in Gegenwart von Vertretern der
Großh. Brandverſicherungskammer in Darmſtadt und
des Großh. Kreisamts Gießen die Prüfung und Ab=
nahme
unſerer in dieſem Jahre fertiggeſtellten Hoch=
druckwaſſerleitung
ſtatt. Das Waſſer muß
künſtlich durch ein von Benzinmotoren betriebenes
Pumpwerk in den Hochbehälter gepumpt werden, in
welchem 200 Kubikmeter Waſſer aufgeſpeichert werden
können. Gleichzeitig mit der Waſſerleitung wurde auch
die Ortskanaliſation durchgeführt. Das Projekt für
die Waſſerleitung und Kanaliſation wurde von dem
Großh. Kreisbauinſpektor des Kreiſes Gießen aufge=
ſtellt
und zur Ausführung gebracht. Beide Anlagen
funktionieren zur Zufriedenheit der Einwohner
recht gut.

Aus der Reichshauptſtadt, 29. Nov. Der Kaiſer
traf heute abend 15 Uhr 35 Min. aus Schleſien in Wild=
park
ein und begab ſich zum Neuen Palais. Der
Baſar der Prinzeſſin Auguſt Wilhelm zum
Beſten der armen Kinder wurde heute nachmittag eröffnet.
Unter den ausgeſtellten Arbeiten fällt beſonders die ge=
ſchmackvolle
Arbeit der Kaiſerin auf, die einen Ofenſchirm
ausgeſtellt hat. Die Prinzeſſin Auguſt Wilhelm rritt mit
einer Malerei an die Oeffentlichkeit. Mit ihr konkurriert
die Zeichenkunſt der Prinzeſſin Viktoria Luiſe, die ihre
kleinen Aquarelle, von ihr eigenhändig mit einem Auto=
gramm
unterzeichnet, ausgeſtellt hat. Großen Anklang
fand eine Puppe der Prinzeſſin in dem weiten Falten=
rocke
der Biedermeierzeit. Die Prinzeſſin Margarete hat
Handarbeiten ausgeſtellt, die Kaiſerin weiter ſelbſtgefer=
tigte
Pompadours aus ſchwerer roter und blauer Seide
mit Goldbrokat. Prinz Auguſt Wilhelm führte ſelbſt=
geſchnitzte
Silhouetten vor, die bereits für 1000 Mark

von Othmar Schoeck es gelangten im ganzen ſechs zum
Vortrag zeichnen ſich vor denen anderer neuzeitlicher
Komponiſten dadurch aus, daß ſie nicht rein verſtandes=
mäßige
, in techniſche Raffinements ihren Schwerpunkt
legende Kompoſitionen ſind, ſondern, in der Form an die
Vorbilder älterer Meiſter ſich anlehnend, in erſter Linie
dem Empfindungsgehalt der Dichtungen gerecht zu werden
beſtrebt ſind. Das beſtgelungene Lied in dieſem Sinne
iſt das von Schuberts Kunſt beinflußte Reiſelied In
Feld und Buchenhallen, das da capo geſungen wurde.
Die von Volkmar Andrege geſungenen fünf Lieder
waren verſchieden geartet. Die am originellſten ſich geben=
den
, darunter das balladenartige, durch ſein komiſches
Pathos humoriſtiſch wirkende Lieo Alte Schweizer ge=
fielen
am wenigſten, während die einfachen, in der ſtren=
geren
Liedform gehaltenen und dem volkstümlichen Ton
ſich nähernden Lieder in ſchweizeriſchem Dialekt von Lie=
nert
ſich eines durchſchlagenden Erfolges zu erfreuen
hatten. Die Glockenlieder von Max Schillings ſind ei=
gentlich
keine Lieder, ſondern, wenn wir uns ſo aus=
drücken
ſollen, dramatiſche Balladen, für deren pathetiſchen
Vortrag die Beherrſchung des hochdramatiſchen Stils und
ein großer ſtimmlicher Aufwand Bedingung ſind, zumal
ſie urſprünglich nicht für Klavier, ſondern für Orcheſter=
begleitunig
beſtimmſt ſind. Botz des oft ſich fühlbar
machenden Mißverhältniſſes zwiſchen Inhalt und Form
iſt den Liedern ein hohes Maß von Genialität und Kraft
nicht abzuſprechen.
Die Lieder wurden von Frau Schabbel=Zoder
mit vielem Geſchmack und vollendeter künſtleriſcher Be=
herrſchung
ihrer Aufgabe vorgetragen. Daß ſie die hoch=
dramatiſche
Sängerin in den kleinen lyriſch geſtimmten
Liedern ſo ganz verleugnen konnte, iſt gerade ein Beweis
ihrer hohen Kunſt, dagegen kann nicht verſchwiegen wer=
den
, daß die Stimme ſelbſt, namentlich in der Höhe, für
den Vortrag derartiger Lieder im Konzertſaal zu ſcharf
iſt. Die Klavierbegleitung lag bei Herrn Othmar Schoeck
in berufenen Händen.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Nummer 282.

angekauſt worden ſind. Die 17. Deutſche Ge=
weih
=Ausſtellung wird in der Zeit vom 27. Ja=
nuar
bis 16. Februar 1911 in der Ausſtellungshalle am
Zoologiſchen Garten zu Berlin veranſtaltet werden. Nach
den naheren Bedingungen des jetzt veröffentlichten Pro=
gramms
gelangen Hirſchgeweihe, Elch= und Damſchaufeln,
Rehkronen, Gemskrickel und andege Jagdtrophäen zur
Ausſtellung, welche im Laufe des Jahres 1910 von deut=
ſchen
Jägern im In= und Auslande oder von Auslän=
dern
auf deutſchen Jagdrevieren erbeutet ſind. Der
Brand, der Benzintanks in Boxberg=
Rummelsburg konnte bis zum frühen Morgen noch
nicht gelöſcht werden. Die einzelnen Tanks ſind durch
ein Syſtem von Röhren untereinander verbunden. Es
kann nicht anders ſein, als daß durch dieſe Röhren von
den anderen unverſehrten Tanks fortwährend Benzin nach
den brennenden durchſickert. Bei den Löſcharbeiten auf
dem Brandplatze wurde auch eine von der Berliner Feuer=
wehr
angeſchaffte Benzinpumpe benutzt. Gegen 11 Uhr
abends explodierte dieſe plötzlich und das umher=
ſpritzende
Benzinfeuer ſetzte einen Holzſtoß in Brand.
Glücklicherweiſe waren genug Leute vorhanden, um dieſes
Feuer noch im Keime zu erſticken. Einen ſchnellen
Tod fand heute ein Eigentümer aus Seeberg bei Span=
dau
. Aus unbekannten Gründen ſcheuten nahe bei der
Spree die Pferde ſeines Fuhrwerks und gingen durch.
Der Wagen prallte gegen einen Baum und wurde voll=
ſtändig
zertrümmert. Der Eigentümer erlitt ſo ſchwere
Verletzungen, daß er ſofort ſtarb.
Hauan, 30. Nov. In Gelnhauſen iſt der Kammer=
direktor
der Gräflich=Iſenburg=Meerholzſchen Verwal=
tung
, Wilhelm Heuſer, Mitglied des Kreistages und
des Kreisauſchuſſes, geſtorben.
sh. München, 29. Nov. Intereſſante Enthüllun=
gen
über das Wirken eines in der nächſten Nachbar=
ſchaft
Berlins ins Leben getretenen Kriminal=
bundes
der ſich den ſtolzen Titel Durch Nacht
zum Licht zugelegt hat und auch als Bund der Sie=
ben
firmierte, hat das Verſchwinden eines 14 jähri=
gen
Münchener Schloſſerlehrlings im Ge=
folge
gehabt. Der junge Menſch wird ſeit Oktober
dieſes Jahres vermißt und alle Nachforſchungen nach
ſeinem Verbleib ſind bisher ergebnislos geweſen. Da=
gegen
hat man unter ſeinen zurückgelaſſenen Sachen
ein Bändchen, betitelt: Jugendwoche; der Bund der
Sieben; herausgegeben vom Verein zur Verbreitung
guter Volksſchriften zu Berlin gefunden. Das Heft=
chen
erwies ſich als offenbare Schundlektüre und der
Anhang gab Einblick in eine nicht einwandfreie Ju=
gendbewegung
. Die angeſtellten Erhebungen ergaben,
daß ſich in verſchiedenen Orten Ortsgruppen von
Zweigvereinen gebildet hatten, die dem Kriminal=
bund
Durch Nacht zum Licht in Berlin unterſtehen.
Die Mitglieder dieſes Bundes führen gedruckte Legi=
timationskarten
mit dem Aufdruck: Legitimation. De=
tektiv
=Klub: Durch Nacht zum Licht. Zentrale Ber=
lin
. Wir beſtätigen hiermit, daß Herr Mitglied
unſerer Agentur iſt. Berlin Durch Nacht
zum Licht, Kriminalbund. Zentrale Berlin. ( Unter=
ſchrift
). Die weiteren Erhebungen ergaben, daß ein
Verein zur Verbreitung guter Volksſchriften zu
Berlin, wie er auf der Jugendwoche vermerkt iſt,
dort gar nicht exiſtiert. Die Schriften werden viel=
mehr
von einem Buchdruckereibeſitzer Max Hermann
Lehmann in Britz herausgegeben. Druckerei und Ver=
lag
befinden ſich in Berlin, Dresdenerſtraße 88/89.
Die Bemerkung des Vereins iſt offenſichtlich nur bei=
geſetzt
, um über die Qualität der Lektüre zu täuſchen
und Verwechſelungen mit den bekannten Vereinen
zur Verbreitung guter, volkstümlicher Schriften zu
fördern. Der Inhalt der Heftchen gehört der trau=
rigſten
Schundliteratur an. Durch ausgedehnten
Briefkaſtenverkehr wird zur Gründung neuer De=
tektivbünde
und damit zur Vergrößerung des Leſer=
kreiſes
der Lehmannſchen Jugendwoche im aus=
ſchließlichen
Geſchäftsintereſſe des Herausgebers an=
geregt
. Die betreffenden jungen Leute ſcheinen für
ihr vermeintliches Ziel Unterſtützung der Krimi=
nalpolizei
bei Aufdeckung von Verbrechen und Ver=
gehen
! begeiſtert und von ſeiner Nützlichkeit über=
zeugt
zu ſein. Die Kriminalpolizei ſteht demgegenüber
auf dem Standpunkt, daß die Bewegung dazu ange=
tan
iſt, eine heilloſe Verwirrung in jugendlichen
Köpfen anzurichten, unreife Perſonen von geregelter
Arbeit abzuhalten und ſie dadurch mittelbar auf ſchiefe
Wege zu bringen. Sie hält es für angebracht, dieſem
Treiben mit allen Mitteln entgegenzuarbeiten. Ju=
gendfürſorgeverbände
, die Schulbehörden, Eltern und
Lehrherren können hier tätig mitwirken. Jedenfalls
mögen ſie auf die jungen Leute in ihren Kreiſen ein
aufmerkſames Auge haben.
München=Gladbach, 29. Nov. Auf einem Hausneu=
bau
ſtürzte heute vormittag, als ein ſchwerer Balken

aufgewunden werden ſollte, die ganze Vorderfront und
der Giebel des Hauſes zuſammen. Unter den
Trümmern wurden zwei Zimmerleute begraben. Einer
iſt mit einer verhältnismäßig leichten Verletzung da=
vongekommen
, der andere erlitt jedoch Verletzungen
ſchwererer Art, die ſeine Aufnahme ins Krankenhaus
nötig machten.
Dortmund, 29. Nov. In vergangener Nacht ver=
ſuchten
Einbrecher in dem benachbarten Orte Bra=
kel
in das dortige Amtsgebäude einzudringen, um den
Kaſſenſchrank zu berauben. Der im erſten Geſchoß
ſtehende Geldſchrank iſt durch eine elektriſche Lei=
tung
mit der Wohnung des Amtsvorſtehers verbun=
den
. Wie nun die Einbrecher bei der Arbeit waren
und kurz vor 2 Uhr das Läutewerk in Bewegung ſetz=
ten
, eilte der Amtmann, mit ſeinem Gewehr bewaffnet,
die Treppe hinab, fand jedoch im erſten Geſchoß nie=
mand
mehr vor. Die Tür zum Kaſſenraum war mit
einem Nachſchlüſſel geöffnet worden. Die Einbrecher
hatten beabſichtigt, den Geldſchrank mit Hilfe eines
Sauerſtoffgebläſes anzubohren, das man noch im Zim=
mer
vorfand. Der Geldſchrank enthielt 100000 Mark
in Bargeld und mehrere Hunderttauſend in Wert=
papieren
.
Hamburg, 29. Nov. Die Tragödie eines un=
glücklichen
Mädchens wurde vor dem hieſigen
Schwurgericht aufgerollt. Es war die alte Geſchichle:
Ein unerfahrenes, im Jahre 1889 geborenes Dienſt=
mädchen
aus Ahrensboeck hatte ſich von ihrem Lieb=
haber
betören laſſen und gab im Auguſt d. J. im
Eppendorfer Krankenhaus einem Knaben das Leben.
Als die junge Mutter nach Ablauf von 10 Tagen ent=
laſſen
wurde, ſtand ſie völlig mittellos auf der Straße.
Da ſie ſich ſchämte, mit dem Kinde zu ihren Fami=
lienangehörigen
zu gehen, irrte ſie ziel= und planlos
bis abends 9 Uhr umher; ſie wurde hungerig und tod=
müde
und beſchloß endlich in ihrer Verzweiflung, als
ſie zufällig an einen Teich kam, ſich mit dem Kinde
das Leben zu nehmen. Sie ging ins Waſſer hinein
und ließ das Kind fallen. Entſetzt ſah ſie, wie das
kleine Weſen ſofort unterging, aber kurze Zeit darauf
wieder auftauchte. Da verſuchte ſie es wieder zu
faſſen, was ihr auch gelang, allein, wie ſie angab, war
das Kind bereits tot und ſie warf es aufs neue ins
Waſſer. Sie ſelbſt hatte infolge des ſchrecklichen Vo= den Mut, ſich zu töten, verloren und entfernte
ſich ſchaudernd. Wenige Tage ſpäter wurde ſie ver=
haftet
und nun der Kindestötung angeklagt. Sie gab
die Tat, wie ſie vorſtehend geſchildert iſt, ſchluchzend
zu, will aber bei der Ausführung ihrer Sinne nicht
mehr mächtig geweſen ſein. Auch der Verteidiger be=
tonte
ihren damaligen körperlichen und ſeeliſchen Zu=
ſtand
, der infolge ihrer achtſtündigen Wanderung
durch die Straßen der Stadt bei Hunger und Durſt
entſtanden ſei. Niemand habe ſich ihrer angenom=
men
; ſie habe nicht mehr ein und aus gewußt und
habe ohne jede Ueberlegung gehandelt. Er plädierte
entgegen dem Antrage des Staatsanwalts, der aller=
dings
der Angeklagten ſein Mitleid nicht verſagte,
aber doch beantragte, ſie wegen Totſchlags zu verur=
teilen
, auf Freiſprechung. Die Geſchworenen ver=
neinten
tatſächlich die Schuldfrage und dementſprechend
erfolgte Freiſprechung. Das Urteil ſteht im
diametralen Gegenſatz zu dem bekannten Fall in
Glatz, wo eine Kindesmörderin zum Tode verurteilt
wurde, die ihr Kind umgebracht hatte, nachdem die Be=
hörden
ſie von einer Stelle zur anderen geſchickt und
überall die Aufnahme ihres Kindes unmöglich gemacht
hatten, um nicht eventuell für den Unterhalt des
Mädchens und ihres Kindes ſorgen zu müſſen.
Hamburg, 30. Nov. Hier ereigneten ſich in 30 Fa=
milien
Vergiftungsfälle. Es erkrankten über
100 Perſonen. Nachforſchungen ergaben, daß alle Er=
krankten
Margarine von einer beſtimmten Fabrik ge=
noſſen
hatten. Lebensgefahr beſteht bei keinem der
Erkrankten, wenn auch einige ſehr ſchwer darnieder=
liegen
.
Kiel, 29. Nov. Der verantwortliche Redakteur der
ſozialdemokratiſchen Schleswig=Holſteiniſchen Volks=
zeitung
iſt wegen Beleidigung der Richter des
Königlichen Landgerichts und der Staatsanwaltſchaft
in Bonn, denen er Parteilichkeit vorwarf, zu 600 Mark
Geldſtrafe verurteilt worden. Beantragt waren
ſechs Monate Gefängnis.
Clermont Ferrand, 29. Nov. Das Kriegsgericht
verurteilte den Soldaten Exbrayat vom 16. Infanterie=
Regiment wegen Sabotage zu einer Gefängnisſtrafe
von 20 Monaten und zu einer Geldbuße von 100 Fres.
Der Soldat hatte während des Eiſenbahnerausſtandes
Telegraphendrähte beſchädigt, deren Bewachung ihm
aufgetragen war.
Calchefter, 29. Nov. Als ſich das Mitglied des Ka=
binetts
, Windſton Churchill, geſtern abend zu einer Ver=

ſammlung begab, wurde er auf der Straße mit fau=
len
Fiſchen und Straßenſchmutz beworfen.
In den Räumen des liberalen Klubs wurden die
Fenſter eingeſchlagen und ein für die Wahl=
agitation
verwendeter Wagen zerſtört. Die Polizei
patrouillierte noch in ſpäter Nacht in den Straßen der
Stadt.
Zweite Kammer der Stände.
68. Sitzung.
St. Darmſtadt, 30. Nov.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.,
Geheimer Staatsrat Krug v. Nidda, Geheimerat
Frhr. v. Biegeleben, Miniſterialrat Hölzinger.
Präſident Haas eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr.
Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein.
Gegen den Flaſchenbierhandel.
Zur Vorſtellung des Heſſiſchen Gauver=
bandes
gegen den Alkoholismus, den Fla=,
ſchenbierhandel betr., dahingehend, daß der Flaſchen=
bierhandel
konzeſſionspflichtig und von der Bedürfnis=
frage
abhängig gemacht wird, beantragt der Bericht=
erſtatter
Ablehnung, da der Flaſchenbierhandel
den Wirtshausbeſuch einſchränke.
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach
Exz. führt aus: Die Bitte des Gauverbandes würde
eine Abänderung der Reichsgewerbeordnung zur Folge
haben, iſt ſomit Sache der Reichsregierung. Das
Reichsamt des Innern hat ſich auch bereits mit der
Sache beſchäftigt, und es wird in nächſter Zeit eine
Vorlage an den Bundesrat gehen, die die Abſchaffung
des Hauſierhandels mit Flaſchenbier zur Folge haben
wird. Nach kurzer Debatte wird die Vorſtellung ab=
ſchlägig
beſchieden.
Gehaltserhöhung.
Der Mesner Ludwig Faul zu Wimpfen im Tal,
der ein Mesnergehalt von 32,57 Mark bezieht, bittet,
dieſes Gehalt auf jährlich 100 Mark zu erhöhen.
Berichterſtatter Abg. Horn befürwortet die Vorſtel=
lung
. Miniſterialrat Lorbacher erklärt, die Re=
gierung
erkenne an, daß das Gehalt gering ſei, doch
ſeien aus dem betreffenden Fonds zur Zeit weitere
Mittel nicht zur Verfügung. Man plane darum, für
die Beſichtigung der Kirche eine Gebühr zu erheben,
die dann dem Mesner zufallen ſoll. Abg. v. Bren=
tano
hält das für eine unbeſtimmte Einnahme und
bittet, dem Antrag des Berichterſtatters zuzuſtimmen.
Das Haus ſtimmt dann dem Antrag des Bericht=
erſtatters
zu.
Beamte des Reichs und der Staatseiſenbahnver=
waltung
in Michelſtadt i. Od. beantragen in einer
Vorſtellung die
Einreihung Michelſtadts in die Servis=
Klaſſe D.
Die Regierung hat in einer längeren Erklärung
feſtgeſtellt, daß nach den Grundlagen, die für die Ein=
reihung
maßgebend waren, keine Ausſicht beſteht, die
Einreihung in Klaſſe E zu erreichen. Mittlerweile iſt
das Reichsbeſoldungsgeſetz in Kraft getreten und
Michelſtadt nach demſelben der Servisklaſſe E zuge=
teilt
geblieben. Für die Zweite Kammer beſteht ſonach
keine Möglichkeit mehr, der Bitte der Petenten zu ent=
ſprechen
. Sie muß es vielmehr dieſen ſelbſt überlaſſen,
ſich mit ihrer Bitte auf Grund des Paragraphen 30
Abſatz 4 des Reichsbeſoldungsgeſetzes direkt an den
Bundesrat zu wenden. Der Ausſchuß beantragt
daher einſtimmig, die Vorſtellung für erledigt zu
erklären. In der Debatte wird die Regierung
erſucht, wenn eine dementſprechende Bitte an den
Bundesrat gelangt, dieſe zu unterſtützen. Geheimer
Staatsrat Krug von Nidda ſagt dies zu. Der
Ausſchußantrag wird angenommen.
In gleichem Betreff lag ein Antrag des Abg.
Köhler vor für die Stadt Gießen. Der Antrag
wird ebenfalls für erledigt erklärt, da nach dem mitt=
lerweile
in Kraft getretenem Reichsbeſoldungsgeſetz
vom 15. Juli 1909 ſowohl Darmſtadt, wie Gießen, den
Ergebniſſen der angeſtellten amtlichen Ermittelungen
über die Mietpreiſe entſprechend, der Servisklaſſe C
zugeteilt wurden. Die Reichsbeamten in Gießen ſind
ſomit denjenigen in Darmſtadt gleichgeſtellt.
Ein Antrag des Abg. Ulrich betr.
Vergebung ſtaatlicher Arbeiten uſw.
lautet: Die Kammer wolle die Regierung erſuchen!
Bei Vergebung ſtaatlicher Arbeiten und Lieferungen
nur ſolche Unternehmer zu berückſichtigen, welche die
zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vereinbar=
ten
Tarife anerkennen und auch ihren Verpflichtun=

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
85. Geburtstag des Onkels von
Europa‟. In einigen Tagen, am Montag, den d.
Dezember, wird der Prinz Hans von Schleswig=
Holſtein=Sonderburg=Glücksburg ſeinen
85. Geburtstag feiern. Er iſt von den neun Geſchwiſtern,
die der verſtorbene König Chriſtian IX. von Dänemart
hatte, das letzte überlebende, und auf ihn iſt ſeit dem
Tode ſeines Bruders, der 88 Jahre alt geworden iſt, am
Hofe von Kopenhagen der Name eines Onkels vor
Europa übergegangen, da er in der Tat zu den meiſten
Herrſcherfamilien unſeres Weltteils in ſehr nahem
verwandtſchaftlichem Verhältniſſe ſteht und u. a. ein
Großonkel des Königs Georg V. von England, des
Zaren Nikolaus II. von Rußland und des Königs
Haakon von Norwegen, ſowie der Onkel der Könige
Friedrich VIII. von Dänemark und Georg I. von
Griechenland iſt. Der Prinz Hans iſt eine der popu
lärſten Figuren der däniſchen Hauptſtadt und erfreut
ſich, ſeines einfachen, natürlichen Weſens wegen, bei
Hoch und Niedrig gleichen Anſehens. Er bekleidet den
Rang eines Generalmajors à la suite der däniſchen
Armee und iſt Kanzler der däniſchen Orden, aber poli=
tiſch
iſt er während ſeines langen Lebens niemals her=
vorgetreten
.
nge. Lord und Dollarerbin. Die lange
Reihe der Vermählungen zwiſchen engliſchen Lord?
und den Erbinnen großer amerikaniſcher Vermögen
ſcheint, wie man aus London berichtet, einen neuen
Zuwachs erhalten zu ſollen. Es heißt, daß Miß Vivien
Gould, eine der reichſten und zugleich eine der hübſche=
ſten
jungen Damen von New=York, bereits heimlich
mit dem Lord Decies verlobt iſt und daß nur noch
wenige Tage vergehen werden, bevor dieſes große Er=
eignis
öffentlich bekannt gemacht werden wird. Mie
Vivien Gould iſt eine Tochter von Miß George Gould
und eine Schweſter von Mrs. Anthony Drexel, derer
Hochzelt vor wenigen Monaten mit einer ſelbſt ir

Dollarika unerhörten Pracht gefeiert wurde. Sie
war Brautjungfer ihrer Schweſter, iſt aber ſonſt, ihrer
großen Jugend wegen, bisher nur ſelten bei geſell=
ſchaftlichen
Anläſſen erſchienen. Wenn ſie, wie ſchon
der Name Gould beſagt, zu den begehrteſten Partien
der Vereinigten Staaten gehört, ſo bringt ihr Bräuti=
gam
in die Ehe nur einen guten alten Namen und eine
ehrenvolle militäriſche Vergangenheit, dagegen geringe
irdiſche Güter mit. Der Familienname der Lords
Decies lautet Horsley=Beresford und ſie ſind iriſchen
Urſprungs. Der zukünftige Gatte von Miß Vivien
Gould iſt der fünfte Lord Decies und folgte ſeinem
Bruder in dieſer Würde erſt vor nicht viel länger als
einem Monat. Bemerkenswert iſt es, daß nicht weniger
als drei ſeiner Brüder bekannte Schauſpielerinnen ge=
heiratet
haben. Kitty Gordon, der gefeierte Liebling
des Londoner Püblikums, iſt die Frau ſeines jüngeren
Bruders Henry Horsley=Beresford. Aber auch die
Familie Gould ſteht zu der Bühne und ihren Mitglie=
dern
in einigen Beziehungen. Hat doch erſt ganz kürz=
lich
ein Bruder des Vaters von Miß Vivien Gould
zum größten Aufſehen ſeiner Mitmillionäre eine Schön=
heit
vom Londoner Gaiety=Theatre als Gattin heim=
geführt
.

Kleines Fenilleton.
C) Die engliſchen Wahlen und die Mode.
Die Frau ſpielt im engliſchen Wahlkampf, der jetzt
wieder mit all ſeinen Aufregungen und Wechſelfällen
beginnt, eine bedeutende Rolle. Und wo das Ewig=
Weibliche ſeinen Anteil nimmt, da fordert ihn natür=
lich
auch die Mode, dieſe ſtete Begleiterin der Dame;
mag ſie nun auf dem Parkett des Ballſaales oder auf
dem nicht minder glatten Boden der Politik erſcheinen.
Das Canvaſſing, das Beſuchen der Wähler, bei dem
alle weiblichen Verführungskünſte ſpielen müſſen, um
das harte Herz des Stimmberechtigten zu erweichen,
iſt nicht denkbar ohne eine gefällige, elegante und da=
bei
doch nicht auffällige Toilette. Aber auch Damen,

die zu dem ſchweren Amt des Canvaſſing keinen Beruf
in ſich fühlen, machen ſich bei den engliſchen Wahlen
nützlich durch das Verteilen von Wahlaufrufen, von
Stimmzetteln uſw. Es gab eine Zeit in den Anfängen
der Frauenbewegung, als das ſchwächere Geſchlecht
erſt langſam in die Reihen der Wahlkämpfer einrückte,
da ſuchte die Frau mehr durch Erregung von Schauder
und Entſetzen, als durch Verführung und Anmut auf
die Männerherzen zu wirken. Damals ſtellten ſich die
Wahl=Amazonen in alten Kleidern und ſchäbigen =
ten
dar und ſuchten es den Herren der Schöpfung an
energiſchem Auftreten und rauher Außenſeite gleich=
zutun
. Doch dieſe Zeiten ſind längſt dahin. Selbſt
die wildeſte Suffragette gibt heute etwas auf ihre Toi=
lette
, und beim Beginn der Wahlkampagne hat die
Damenwelt nichts Eiligeres zu tun, als eine Mode für
das Canvaſſing auszuarbeiten. Eine Frau, die von
Haus zu Haus geht und mit den verſchiedenſten Krei=
ſen
und den mannigfaltigſten Milieus in Berührung
kommt, wird in ihrer Kleidung natürlich alles Bizarre
und Uebertriebene vermeiden. Wenn eine Dame im
federnwallenden Rieſenhut, im engen Humpelrock, mit
großartigem Schmuck und ausgeſchnittenen Schuhen in
eine ärmliche Arbeiterwohnung hineinrauſcht, ſo wird
ſie alles andere als Gefühle der Sympathie erregen.
Außerdem werden an das Koſtüm der Canvaſſers
praktiſche Forderungen geſtellt: es muß warm ſein,
möglichſt waſſerdicht, denn die Unbilden der engliſchen
Witterung mit ihren Regengüſſen und Nebeln ſind be=
deutend
für eine Dame, die um der guten Sache willen
tagelang auf der Straße arbeitet‟ Die Wahltoi=
lette
wird daher aus kurzem fußfreien Rock, ſchickem,
eng anliegendem Schneiderkoſtüm und kleiner, nicht
allzu reich garnierter Toque beſtehen. Für den Ernſt
und die Bedeutung der Situation ſprechen auch die
hohen, feſten Schuhe, mit denen man der Feuchtigkeit
trotzt. Ein warmes Pelzkollier und der große, lang=
haarige
Muff ſind die einzigen Merkmale der Eleganz,
die der engliſchen Dame bei ihrer Wahlarbeit geſtattetz
ſind.

[ ][  ][ ]

Nummer 282.

gen inbezug auf die ſozialpolitiſche Geſetzgebung nach=
kommen
.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember

Der Antrag wird vom Abg. Raab warm befür=
wortet
. Miniſter des Innern v. Hombergk zu
Vach Exz. führt aus: Es wird ſchon ſeither bei der Re=
gierung
der Grundſatz befolgt, daß nur ſolche Unterneh=
mer
für ſtaatliche Lieferungen und Arbeiten in Be=
tracht
kommen, die ihren Verpflichtungen inbezug auf
die ſozialpolitiſche Geſetzgebung nachkommen. Der
Forderung bezüglich der Tarifverträge ſtehen jedoch
Bedenken gegenüber. Trotzdem die Tarifidee voll ge=
würdigt
wird, hält die Regierung ſie für zu weitgehend.
Sie iſt hingegen bereit, an ihre Behörden Anweiſung
ergehen zu laſſen dahingehend, daß vor der Zuſchlags=
erteilung
auch die Frage der Zugehörigkeit zur Tarif=
vereinigung
geprüft werde. Weiter zu gehen, hält die
Regierung nicht für angängig. Auch die Reichsregier=
ung
gebe nicht weiter.
Abg. Hauck hält die Forderung des Antragſtel=
lers
ebenfalls für zu weitgehend, beſonders für die
Verhältniſſe auf dem Lande, die ganz andere ſeien,
als in der Stadt. Abg. Orb erkennt an, daß die
Regierung nun ſo weit gehe, wie die Reichsregierung,
doch hätte er gewünſcht, daß ſie auch einmal dieſer vor=
ausgehe
und einen Schritt vorwärts tue. Abg.
Noack tritt für den Ausſchußantrag ein, der den An=
trag
für erledigt erklären will. Der Ausſchuß=
antrag
wird angenommen.
Ein weiterer Antrag Ulrich betrifft
die behördlichen Bekanntmachungen.
Der Antrag lautet: Die Kammer wolle beſchließen:
Die Regierung zu erſuchen, zwecks beſſerer Verbreit=
ung
aller behördlichen Bekanntmachungen ſämtlichen
Zentral= und Lokalbehörden aufzugeben, ihre zur Ver=
öffentlichung
beſtimmten Bekanntmachungen allen im
Kreiſe erſcheinenden Zeitungen gleichzeitig zur Be=
nutzung
zu überſenden.
Dieſen Antrag hat der Abg. Ulrich ſchon einmal
1904 eingebracht, und die Regierung hat ihn ſchon da=
mals
für undurchführbar erklärt. Sie nimmt erneut
darauf Bezug, und der Ausſchuß beantragt dement=
ſprechend
, den Antrag für erledigt zu erklären.
Abg. Ulrich legt in längeren Ausführungen dar, daß
ſein Antrag doch praktiſch durchführbar ſei. Er wolle
nur allen Blättern die Möglichkeit geben, die Be=
kanntmachungen
aufzunehmen; die Verpflichtung
zur Aufnahme ſolle den Kreisblättern bleiben. Dem
Ausſchußantrag wird jedoch zugeſtimmt.
Der Ueberſchuß der Heſſiſchen Landes=
Ausſtellung.
Zu der mehrfach erwähnten Regierungsvorlage,
in der beantragt wird, aus dem Ueberſchuß einen dem
Miniſterium des Innern zu unterſtellenden Fonds
zur Pflege gewerblicher Zwecke zu bilden,
beantragt der Ausſchuß:
1. Die Zweite Kammer wolle die Zuſtimmung dazu
erteilen, daß aus dem Ueberſchuß der Landesausſtel=
lung
ein dem Miniſterium des Innern zu unterſtel=
lender
Fonds zur Pflege gewerblicher und kunſtge=
werblicher
Zwecke mit dem Vorbehalt gebildet werde,
daß mindeſtens die Hälfte des Kapitals nicht angegrif=
fen
werden darf, vielmehr für ähnliche Zwecke, wie ſie
die Landesausſtellung von 1904 verfolgte, erhalten
bleibt und dementſprechend von dem ſeiner Zeit vor=
behaltenen
Recht, den ſtaatlichen Zuſchuß im Verhält=
nis
zu ſonſtigen Zuſchüſſen zurück zu erhalten, kein
Gebrauch gemacht werde;
2. über die Verwendung des Fonds hat die Re=
gierung
dem Landtage alljährlich Rechnung zu legen;
3, die Eingabe des Ortsvereins Darmſtadt der
Allgemeinen Kunſtgenoſſenſchaft, der Freien Vereinig=
ung
Darmſtädter Künſtler und von Mitgliedern des
ehemaligen Kunſtausſchuſſes der Heſſiſchen Landesaus=
ſtellung
1908 für erledigt zu erklären.
Der Ausſchußantrag wird nach kurzer Debatte an=
genommen
.
Dienſtboten=Verſicherung.
Ein Antrag des Abg. Frenay lautet: Die Kam=
mer
wolle die Regierung um Vorlage eines Geſetzent=
wurfes
erſuchen, durch welchen die Verſicherung der
Dienſtboten gegen Krankheit für das Großherzogtum
einheitlich geregelt wird.
Das Miniſterium des Innern teilte mit, daß bei
der geplanten Reform der Arbeiterverſicherungsgeſetze
die einheitliche Regelung dieſer Frage für das ganze
Reich beabſichtigt ſei. Der angekündigte Geſetzentwurf
iſt inzwiſchen dem Reichstag zugegangen; er erklärt
in Paragraph 177 Ziffer 1 die Dienſtboten für ver=
ſicherungspflichtig
. Dementſprechend beantragt

der Ausſchuß, den Antrag Dr. Frenay und Genoſ=
ſen
für erledigt zu erklären. Das Haus ſtimmt
dem zu.
Bauarbeiterſchutz.
Ein Antrag des Abg. Ulrich erſucht die Regier=
ung
, den Landſtänden alsbald einen Geſetzentwurf
vorzulegen, der einen wirkſamen Bauarbeiterſchutz
vorſieht und aus dem Baugewerbe Arbeiter als Bau=
kontrolleure
heranzieht.
In einer Vorſtellung der Vereinigung der
mittleren Baubeamten wird hierzu beantragt,
die Kammer wolle dahin wirken, daß bei Einführung
der Bauarbeiterſchutzgeſetze praktiſch und tech=
niſch
vorgebildete Aufſichtsbeamte zur Ver=
wendung
bezw. zur Anſtellung gelangen und dieſe aus
den Reihen der mittleren Baubeamten entnommen
werden. Die Regierung hat ſich zu dem Antrage
wie folgt geäußert: Die fertiggeſtellten Entwürfe eines
Geſetzes und einer Verordnung, betreffend den Arbei=
terſchutz
und die Unfallverhütung bei Bauten, ſind an
eine größere Zahl von Intereſſentengruppen zur Aeu=
ßerung
verſandt worden. Nach Eingang und Berück=
ſichtigung
etwaiger diesſeits für gut befundener Vor=
ſchläge
wird einer hohen Kammer eine Geſetzesvorlage
zugehen.
Demgemäß beantragt der Ausſchuß: 1. den
Antrag der Abg. Ulrich und Genoſſen, ſowie die Vor=
ſtellung
der Vereinigung der mittleren Baubeamten
für vorläufig erledigt zu erklären; 2. die Regierung
zu erſuchen, die Geſetzesvorlage, betreffend Bauarbei=
terſchutz
, baldigſt den Landſtänden zugehen zu laſſen.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz. begründet nochmals den Standpunkt der Regier=
ung
und erklärt, der Geſetzentwurf werde in eini=
gen
Wochen dem Hauſe zugehen. Der Ausſchuß=
antrag
wird dann angenommen.
Arbeitsloſen=Verſicherung.
In einer Vorſtellung des Zentralverbandes der
Handlungsgehilfen und=Gehilfinnen
Deutſchlands wird gebeken, die nötigen Schritte zur
Herbeiführung einer Arbeitsloſen=Verſicherung in die
Wege zu leiten. Der Ausſchuß beantragt dazu,
die Regierung zu erſuchen, im Bundesrat dahin zu
wirken, daß alsbald eine reichsgeſetzliche Re=
gelung
der Arbeitsloſen=Verſicherung in die Wege
geleitet wird. Der Antrag wird nach kurzen Aus=
führungen
des Abg. Raab angenommen.
Gegen die Fahrradſteuer.
Eine Vorſtellung des Arbeiter=Radfahrerbundes
und eine ſolche des Kartells Deutſcher und Oeſterrei=
chiſcher
Rad= und Motorfahrer=Verbände bezwecken die
Abſchaffung der Nummerplatte und die Aufhebung der
Fahrradſteuer, mindeſtens für Einkommen bis zu 2000
Mark. Nach der amtlichen Statiſtik betrugen die Ein=
nahmen
aus Radfahrerſtempel 1908: 145738 Mk. Ein
Betrag, auf den die Regierung bei der derzeitigen
Finanzlage nicht verzichten zu können glaubt. Der
Ausſchuß beantragt daher, die Vorſtellungen für er=
ledigt
zu erklären.
Abg. Raab tritt in längeren Ausführungen für
Abſchaffung wenigſtens der Nummerplatte ein, die
nur zu Schikanierungen Anlaß gebe, zumal alle Nach=
barſtaaten
dieſe Nummerplatten wieder abgeſchafft
haben. Abg. Heidenreich tritt dem entgegen, da
die Kontrolle notwendig ſei. Der Ausſchußantrag
wird dann angenommen.
Fürſorge für Wanderarme.
Auf einen Antrag des Abg. Frenay, der eine
ausgedehnte Fürſorge für Wanderarme bezweckt durch
Gewährung von Stationsverpflegung, auch ohne Legi=
timation
, Errichtung von Wanderarbeitsſtätten, Ar=
beitsvermittelung
und Uebernahme der Fürſorgekoſten
auf den Staat und die großen Kommunalverbände
uſw., hat der Ausſchuß beantragt, die Kammer wolle
an die Regierung das Erſuchen richten: 1. einen mög=
lichſt
engen Anſchluß der Fürſorgeeinrichtungen für
Wanderarme an die Arbeitsnachweisanſtalten anzu=
ſtreben
; 2. die Erlangung von Wanderſcheinen möglichſt
zu erleichtern; 3. die Uebernahme aller durch die
Fürſorge für Wanderarme entſtehenden Koſten auf
den Staat in die Wege zu leiten; 4. den Antrag
des Abg. Dr. Frenay im übrigen für erledigt zu
erklären.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz. wendet ſich gegen die Poſition 3 des Antrages und
warnt davor, bei der derzeitigen Finanzlage dem
Staat die Koſtenverpflichtung aufzuerlegen. Im übri=
gen
ſtimmt die Regierung dem Ausſchußantrage zu.
Abg. Raab befürwortet den Ausſchußantrag, der
dann einſtimmig angenommen wird.

** Der Kleideretat der Sorel. Cécile
Sorel, die feinſinnige Künſtlerin des klaſſiſchen fran=
zöſiſchen
Bühnenſtils, hat ihre Bewunderer kürzlich
mit einer kleinen Indiskretion erſchreckt: ſie deutete
einem Interviewer an, daß ein engliſcher Herzog ihr
einen Heiratsantrag gemacht habe und daß ſie vielleicht
die Werbung annehmen und dem Theater entſagen
würde. In England zerbricht man ſich nun darüber
den Kopf, wer dieſer engliſche Herzog ſein könne,
denn die Zahl der unverheirateten britiſchen Peers die=
ſes
Ranges läßt ſich an den Fingern abzählen, und
keiner von ihnen ſcheint für die in Paris geſchilderte
Rolle zu paſſen. Wer immer es auch ſein möge, in
einer Hinſicht wird er nicht beneidet werden, denn
Cécile Sorel iſt als Verſchwenderin bekannt, und ihre
Eleganz macht vor den Schranken der Extravaganz
nicht Halt. Wenige Vermögen, ſeien ſie auch noch ſo
gewaltig, werden auf die Dauer der Sorel widerſtehen
können. Die elegante Schauſpielerin, ſo berichtet eine
engliſche Wochenſchrift, iſt nicht umſonſt eine Führerin
der Pariſer Mode; für ihre Geſellſchaftstoiletten allein
gibt ſie alljährlich rund 300000 Francs aus. Die Büh=
nentoiletten
erfordern außerdem etwa 50000 Francs
und die einfachen Straßenkleider ſtehen gewöhnlich
mit 15000 Francs in Rechnung. 4000 Francs ver=
ſchlingen
die Boudoirtoiletten, 6000 Francs die Hüte,
8000 Francs die Wäſche, 3500 Francs die Strümpfe,
2500 Francs das Schuhzeug und 12000 Francs wer=
den
jährlich für Fächer und derlei Kleinigkeiten aus=
gegeben
. Die Taſchentücher koſten 3000 Francs, Ju=
welen
rund 30000 Francs, ſodaß allein Kleidung und
Schmuck rund eine halbe Million jährlich erfordern.

** Die Ordonnanz des Kaiſers Napo=
leon
. Weiß man, daß es in der Armee der dritten
franzöſiſchen Republik einen Soldaten gibt, der zwar
nicht offiziell, aber doch im gewöhnlichen militäriſchen
Sprachgebrauche den Titel Ordonnanz des Kaiſers
führt? So heißt der Soldat, der damit betraut iſt, das
Grabmal Napoleons im Invalidendome zu Paris zu
bewachen. Die Gruft, die den aus ſibiriſchem Porphyr
hergeſtellten Sarkophag des Kaiſers enthält, iſt täglich

das Ziel von Hunderten von Franzoſen und Auslän=
dern
. Sie betrachten voll ſtiller Ehrfurcht die Stätte,
welche die Gebeine des großen Kriegshelden umſchließt,
und ſo iſt das Amt des Wärters der Gruft mit keiner
beſonderen Mühe verbunden. Immerhin iſt es bezeich=
nend
dafür, wie lebendig ſich das Andenken Napoleons
im franzöſiſchen Heere erhalten hat, daß es unrer den
Inſaſſen des Pariſer Invalidenhauſes als eine beſon=
dere
Ehre gilt, zum Wärter ſeines Grabes berufen zu
werden. Jetzt iſt dieſer Poſten einem Invaliden über=
tragen
worden, der Georges Dumont heißt und vor
fünfunddreißig Jahren in Afrika ſo ſchwer verwunder
wurde, daß er, ganz wie die Helden in den Liedern
Bérangers, mit einem Holzbeine behaftet iſt. Die
Ordonnanz des Kaiſers hat ſogar ein beſonderes Ab=
zeichen
, nämlich einen goldenen Streifen an Kragen
und Aermeln. So verkörpert ſich in dieſem beſcheidenen
Soldaten ein Stück glorreicher militäriſcher Ueber=
lieferung
.
* Was in einer Univerſität verloren
wird. Seitdem auch Frauen zum Studium zugelaſſen
ſind, werden in den geheiligten Räumen der Alma mater
in Verlin die merkwürdigſten Dinge verloren. Wie man
gegenwärtig am ſchwarzen Brett lieſt, ſind u. a. gefunden
worden: Eine Pelzboa, ein Medaillon mit Bild, ein Da=
menſchleier
, Hutnadeln, Handſchuhe, ein Roſenkranz und
Gegenſtände, die auch Herren verloren haben können,
nämlich Bücher, Kolleghefte, Federhalter, Schirme uſw.
Sogar ein Portemonnaie mit Inhalt iſt gefunden wor=
den
. Das Wort Inhalt iſt auf der Tafel, jedenfalls der
Seltenheit dieſes Vorkommniſſes wegen, zweimal unter=
ſtrichen
worden.
* Ein ſeltener Fall. Dieſer Tage war bei
den Gericht in Wiesbaden ein Architekt als Zeuge ge=
laden
in einem Prozeß gegen einen Malermeiſter, der
zu Ungunſten des letzteren ausfiel. Als nun der
Zeuge ſich ſeine Gebühr auszahlen laſſen wollte, kam
ihm der Malermeiſter, deſſen Gläubiger er war, zuvor
und ließ den Betrag beſchlagnahmen. Das dürfte
freilich nicht alle Tage vorkommen.

Seite 5.
1916.

Rentenbewilligung.
Zu einer Vorſtellung der Heinr. Paul I. Witwe
aus Nonnenroth, betr. Bewilligung einer Rente, wird
nach längerer Debatte nach dem Antrag des Ausſchuſ=
ſes
beſchloſſen, an die Regierung das Erſuchen zu
richten, der Geſuchſtellerin, wenn irgend möglich, eine
Unterſtützung zu gewähren.

Verbot der Pflugſchleifen.
Der Abg. Bähr beantragt, die Kammer wolle
beſchließen, die Regierung zu erſuchen: 1. neuen An=
trägen
von Kreiſen bezüglich zu erlaſſender Polizei=
verordnungen
, betreffend das Verbot des Fahrens von
Pflugſchleifen auf den Kreisſtraßen, die Beſtätigung
zu verſagen; 2. darauf hinzuwirken, daß die beſtehen=
den
Polizeiverordnungen gleichen Betreffs aufgehoben
werden; 3. die Anordnung ſolcher Polizeiverordnun=
gen
nach Maßgabe der Beſtimmungen der Stadt= und
Landgemeindeordnung den Gemeinden zu überlaſſen.
Der Ausſchuß beantragt hierzu, der Regierung
anheim zu ſtellen, künftig nur ſolchen von den Kreiſen
ausgehenden Pflugſchleifenverboten die Genehmigung
zu erteilen, in deren Bezirk ſich die vorgeſchlagenen
Verbeſſerungen nicht bewährt haben, im übrigen aber
den Antrag des Abg. Bähr für erledigt zu erklären.
Abg. Wolf iſt dafür, den Ausſchußantrag abzu=
lehnen
und dafür die Poſitionen 1 und 2 des Antrages
Bähr anzunehmen. Nach längerer Debatte wird der
Ausſchußantrag abgelehnt, der Antrag Wolf
angenommen.
Die Impfgebühren.
Zu, einem Antrage der Abgg. Reh und Dr.
Weber die Regierung zu erſuchen, in den Haupt=
voranſchlag
der Staatseinnahmen und==Ausgaben für
1910 im Kapitel 53 den Betrag von 40000 Mk. als Ein=
nahmen
aus Impfgebühren einzuſtellen, hatte der Aus=
ſchuß
zunächſt Ueberweiſung als Material an die Re=
gierung
beantragt. Dieſer Antrag wird heute zurück=
gezogen
und dafür neuerdings beantragt; die
Gehaltsverhältniſſe der Kreisärzte und der Kreisaſſi=
ſtenzärzte
neu zu regeln und in Verbindung damit die
Einnahmen als Impfgebühren in den Voranſchlag ein=
zuſtellen
und die Neuregelung ſchon für das Budget
1911 in die Wege zu leiten. Geheimerat Dr. Weber
ſpricht ſich gegen dieſen Antrag aus, da das Budget
für 1911 bereits fix und fertig ſei und ohnehin große
Schwierigkeiten in der Balanzierung der Einnahmen
und Ausgaben bereitet habe. Die Regierung habe die
ehrliche Abſicht gehabt, im Budget 1912 die Ange=
legenheit
zu regeln. Redner bittet daher, den Antrag
für 1911 für erledigt zu erklären. Der neue Aus=
ſchußantrag
wird nach Befürwortung durch Abg. Reh
angenommen.

Für erledigt erklärt
reſp. abgelehnt werden gemäß Ausſchußantrag ein An=
trag
des Abg. Ulrich betr. die Anſtellung von
Bezirksärzten und Ueberführung der Apotheken
in Gemeinde= und Staatseigentum; eine Vorſtellung
einer Anzahl von Oberlehrern betr. Regelung
ihres Beſoldungsdienſtalters, und ein Antrag Dr.
Pagenſtechers und Gen. betr. die Gehalte der
Volksſchullehrer.
Nächſte Sitzung Freitag 10 Uhr. Schluß
nach 1 Uhr.

Denkmalpflege in Heſſen.
St. Der erſte Jahresbericht der Denkmalpflege im
Großherzogtum Heſſen, umfaſſend die Zeit von 1902 bis
1907 wird ſoeben in einem ſtattlichen Bande der
Oeffentlichkeit übergeben. Der Denkmalrat und ſeine
Organe wollen damit Rechenſchaft ablegen über ihre
Tätigkeit ſeit Erlaß des Denkmalſchutzgeſetzes im Jähre
1902. Das Werk ragt inhaltlich weit über das hinaus,
was man gemeinhin als Jahresbericht veröffentlicht,
es bietet eine intereſſante und anregende Lektüre und
vor allem: es gibt ein anſchauliches Bild von dem, was
in Heſſen auf dem Gebiete des Schutzes von Natur=,
Bau= und Kunſtdenkmälern in einem halben Jahrzehnt
geleiſtet wurde, wie viele herrliche Zeichen vaterlän=
diſcher
Kultur durch rechtzeitiges Eingreifen und
Schützen vor der Zerſtörung oder Verſchleppung be=
wahrt
blieben und ſo die Sammlung von Bauſteinen
vermehren halfen, die einſt beredter und überzeugender
von unſerer Kultur erzählen werden, als der gewiſſen=
hafteſte
Hiſtoriker ſie zu zeichnen vermag. Die Berichte
einzelner Abteilungen muten an, wie populär geſchrie=
bene
Kapitel einer Kunſt=, Altertums= oder auch Natur=
geſchichte
.
Die dem Bericht vorangeſtellte Einleitung gibt eine
verſtändliche Ueberſicht von dem, was das Denkmal=
ſchutzgeſetz
eigentlich beabſichtigt, und von den Wegen,
die man einſchlug, dieſe Ziele zu erreichen. Es heißt
da u. a.:
Der Bericht behandelt zunächſt nur die Pflege der
nicht ſtaatlichen Baudenkmäler und der im Beſitz von
Gemeinden, Kirchen und Stiftungen befindlichen be=
weglichen
Gegenſtände des Mittelalters und der Neu=
zeit
, ſowie der Altertümer aus prähiſtoriſcher, römiſch=
germaniſcher
und fränkiſcher Zeit. Für die ſtaatlichen
Baudenkmäler, für das Gebiet der Urkundenpflege,
ſowie für das der Pflege der Naturdenkmäler muß
beſondere Berichterſtattung noch vorbehalten
bleiben. Das Geſetz geht davon aus, daß das öffent=
liche
Intereſſe berührt iſt, wenn die Erhaltung der
Denkmäler in Frage kommt. Durch das Geſetz werden
zunächſt die Denkmäler im Beſitz juriſtiſcher Perſonen
des öffentlichen Rechts betroffen, und zwar hier nicht
nur die Baudenkmäler, ſondern auch die beweglichen
Denkmäler (einſchließlich der Urkunden), ſoweit dieſe
Gegenſtände ſich im Beſitz von Gemeinden, Kirchen und
Stiftungen befinden. Sodann ſind Baudenkmäler im
Privatbeſitz, wenn ſie von dem Denkmalrat durch Ein=
trag
in die Denkmalliſte zu Baudenkmälern im Sinne
bes Geſetzes erklärt worden ſind, ebenfalls dem geſetz=
lichen
Schutz unterſtellt. Die Vorſchriften für die Um=
gebung
von Baudenkmälern treffen an ſich öffentlichen
und privaten Beſitz in gleicher Weiſe. Bewegliche
Denkmäler im Privatbeſitz unterliegen dem geſetzlichen
Schutz nicht. Das Geſetz trifft ſodann Fürſorge für die
im Boden verborgenen Denkmäler durch Schutzbeſtim=
mungen
zugunſten der archäologiſchen, prähiſtoriſchen
und kulturgeſchichtlichen Forſchung. Für die Natur=
denkmäler
endlich beſtehen ähnliche Vorſchriften wie für
die Baudenkmäler. Vorausſetzung iſt hier jedoch allge=
mein
die vorgängige behördliche Feſtſtellung als Denk=
mal
.

Für die

für die Bandenkmäler der Provinz Starkenburg der
ordentliche Profeſſor für Baukunſt an der Techniſchen
Hochſchule Friedrich Pützer in Darmſtadt; zum Denk=

[ ][  ][ ]

Nummer 282.

Seite 6.

Darmſtädter Tagblätt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

malpfleger für die Baudenkmäler der Provinz Ober=
heſſen
der ordentliche Profeſſor für Baukunſt an der
Techniſchen Hochſchule Heinrich Walbe in Darmſtadt;
zum Denkmalpfleger für die Baudenkmäler der Pro=
vinz
Rheinheſſen einſtweilig ebenfalls Profeſſor
Pützer. In der Beſetzung trat ſpäterhin eine Aende=
rung
ein, indem zum Denkmalpfleger für Baudenk=
mäler
der Provinz Starkenburg der ordentliche Pro=
feſſor
für Baukunſt an der Techniſchen Hochſchule Georg
Wickop in Darmſtadt beſtellt wurde, während dem
Profeſſor Pützer nunmehr die Provinz Rheinheſſen
überwieſen wurde.
Miniſterialrat i. P. Soldan mußte, ſeinem Erſuchen
gemäß, mit Rückſicht auf ſeinen Geſundheitszuſtand
unterm 5. April 1905 ſeiner Stelle als Denkmalpfleger
enthoben werden. Seine Verdienſte um die Denkmal=
pflege
ſind bei dieſer Gelegenheit durch Verleihung der
Goldenen Verdienſtmedaille für Kunſt und Wiſſenſchaft
gewürdigt worden. Die Stelle des Denkmalpflegers
für die Altertümer uſw. wurde am 27. Mai 1905 dem
ſeitherigen Stellvertreter Soldans, Muſeumsaſſiſtenten
Dr. Bernhard Müller, übertragen, und iſt am
1. Januar 1909 nach deſſen Ausſcheiden aus dem
Staatsdienſt auf den Oberlehrer Profeſſor Dr.
Anthes übergegangen. Unterm 12. Juli 1904 wurde
der im Dienſt der Miniſterialabteilung für Bauweſen
ſtehende Architekt Paul Meißner, Darmſtadt, bis
auf weiteres zum Stellvertreter und Hilfsarbeiter des
Denkmalpflegers für Baudenkmäler der Provinz
Rheinheſſen beſtellt. Auf dem Gebiete der Urkunden=
pflege
wurden am 27. April 1904 die Funktionen eines
Denkmalpflegers für die Urkunden der Direktion des
Haus= und Staatsarchivs in Darmſtadt übertragen und
als Hilfskraft für ſie der Oberlehrer am Realgym=
naſium
zu Darmſtadt Dr. Martin Becker beſtellt.
Aus den ſachlichen Aufwendungen wurden im
Laufe der Jahre 1901 bis 1906 einſchließlich etwas über
69000 Mark an Staatszuſchüſſen für Baudenkmäler be=
willigt
, die ſich folgendermaßen verteilen: 1. An poli=
tiſche
und kirchliche Gemeinden: Rathaus in
Schotten 7250 Mark; evangeliſche Kirche in Gau= Odern=
heim
1200 Mark; Kreuzigungsgruppe in Wimpfen 2400
Mark; Rathaus in Michelſtadt 5900 Mark; Indenbad
in Friedberg 3035 Mark; Quintinsportal in Mainz
1000 Mark; evangeliſche Kirche in Frau=Rombach 1000
Mark; evangeliſche Kirche in Großen=Linden 8650 Mark;
Karmeliterkloſterkirche in Hirſchhorn 2100 Mark; Rat=
haus
in Hohen=Sülzen 1000 Mark; Simultankirche in
Neckar=Steinach 4950 Mark; Rathaus in Oſtheim 1350
Mark; evangeliſche Kornelienkirche in Wimpfen 1000
Mark; Umgebung des Kurfürſtlichen Schloſſes in Mainz
2800 Mark; evangeliſche Kirche in Stumpertenrod 1150
Mark; evangeliſche Kirche in Butzbach 8000 Mark;
Simultankirche in Pfaffen=Schwabenheim 4000 Mark.
Ferner eine große Anzahl kleinerer Beiträge. 2. An
Privatperſonen: Für Wiederherſtellung von
Privatgebäuden wurden bewilligt: Haus in Langsdorf
280 Mark; desgleichen in Laubach 410 Mark; desgleichen
in Großen=Linden 130 Mark; desgleichen in Kriegsheim
150 Mark; desgleichen in Gießen 290 Mark; desgleichen
in Wimpfen 24 Mark; desgleichen in Groß=Umſtadt
66 Mark; desgleichen in Bellersheim 163 Mark; des=
gleichen
in Alzey 166 Mark; desgleichen in Mainz
40 Mark; desgleichen in Goddelau 24 Mark; desgleichen
in Ober=Mörlen 350 Mark; desgleichen in Babenhauſen
160 Mark; desgleichen in Nordheim 40 Mark; des=
gleichen
in Groß=Gerau 350 Mark; desgleichen in
Büdingen 100 Mark; Fachwerkhäuſer in Wimpfen
190 Mark; zuſammen zirka 3000 Mark in Einzelbei=
trägen
von 24 bis 400 Mark. Von den im ganzen
aufgewendeten 69000 Mark entfallen auf profane
Bauten etwa 27000 Mark, auf Bauten im Beſitze von
Kirchengemeinden zuſammen etwa 42000 Mark.
(Schluß folgt.)

Der Moabiter Straßenkrawall=Prozeß.
Berlin, 29. Nov. Beim heutigen Zeugenaufruf
wird die Anweſenheit von etwa 25 Polizeibeamten kon=
ſtatiert
. Nach der Eidesleiſtung wird Schutzmann Neu=
gebauer
als Zeuge vernommen, der am 24. September in
der Sickingenſtraße den Angeklagten Nörenberg verhaftete.
Der Angeklagte ſchimpfte fortwährend auf die Maßnah=
men
der Polizei und zeigte auf eine Dame, der das Kleid
zerriſſen war, indem er ſagte: Pfui, ſo eine Gemeinheit.
Dabei ſpie er den Polizeibeamten an. Polizeileutnant
Folte hat den Krämer aus der Menge heraus verhaftet,
als dieſer mehrmals rief: Haut doch den Lauſekerl! Auf
dem Wege zur Wache ſoll der Angeklagte, der wegen
Fluchtverdachts an die Longe genommen worden war,
mehrfach verſucht haben, das Publikum zu veranlaſſen,
ihn zu befreien. An jeder Ecke rief er dem Publikum zu:
Helft mir doch, ſeht mal, wie er mir hier knebelt. Ver=
ſchiedene
Polizeibeamte, die ſich ſeinerzeit in der Um=
gebung
des Polizeileutnants befanden, beſtätigen deſſen
Ausſagen. Der Polizeileutnant Folte tritt hierauf
vor und bittet um den Schutz des Vorſitzenden gegen
Uebergriffe aus dem Publikum. Ein Herr im
Zuhörerraum, der Parteiſekretär Wels, habe eine Aeu=
ßerung
von ihm mit den Worten kritiſiert: Wie kann er
ſolche Frechheit behaupten. Wie bereits mitgeteilt, nahm
der Gerichtshof von einer Geld= oder Haftſtrafe Abſtand,
da die Aeußerung nicht in beleidigender Abſicht gefallen
ſei, erkannte aber auf Entfernung aus dem Zu=
hörerraum
. Es wird dann der Fall des Angeklag=
ten
Hagen erörtert, der behauptet, daß er wider ſeinen
Willen in die Menge hinein geriet, als er ſich etwas zum
Eſſen holen wollte. Er ſei von den Beamten geſchlagen
und dann nach der proviſoriſchen Wache auf dem Kohlen=
platz
transportiert worden, wo ihn die Schutzleute direkt
den Arbeitswilligen überlieferten, die über ihn hergefallen
ſeien. Verteidiger Rechtsanwalt Heine zeigt dem Ge=
richtshof
einen Gummiknüppel, wie er von den Arbeits=
willigen
geführt worden ſein ſoll. Derſelbe iſt etwa 40
Zentimeter lang, innen hohl und mit Sand gefüllt. An
den Enden iſt er mit eiſernen Schrauben abgeſchloſſen.
Der Knüppel wandert am Richtertiſche zur Beſichtigung
entlang. Die Polizeibeamten erklären, daß ſie ein der=
artiges
Inſtrument zum erſten Male ſehen. Der fol=
gende
Fall betrifft den Angeklagten Bock Der erſte
Zeuge hierzu, der Schutzmann Köppen, erhält wegen einer
noch nicht ganz ausgeheilten Verletzung die Erlaubnis
auf einem Stuhle vor dem Richtertiſch Platz zu nehmen.
Er bekundet, daß er von dem Angeklagten Bock, als er die=
ſen
wegen Schimpfens arretieren wollte, unverſehens ei=
nen
Stich in den Leib erhielt. Er merkte erſt einige Mi=
nuten
ſpäter, daß er getroffen war und wurde von ſeinen
Kameraden nach dem Krankenhauſe transportiert, wo
ſofort eine Operation an ihm vorgenommen wurde. Er
hat drei Wochen zu Bett gelegen und wird vermutlich
erſt Mitte Dezember erſt wieder dienſtfähig ſein. Den=
gegenüber
ſtellte der Angeklagte Bock den Vorfall ſo dar,
daß er ohne jede Veranlaſſung von den Schutzleuten an=
gegriffen
worden ſei als er auf dem Nachhauſewege war.

Als die Beamten gemeinſam auf ihn losſchlugen, habe
er die Hände zum Schutz in die Taſchen geſteckt und in
der einen Taſche das Meſſer gefühlt, das er dann heraus=
gezogen
habe, um ſich zu verteidigen. Ein Kollege des
Schutzmanns Köppen bekundete, daß er von dem Ange=
klagten
ebenfalls einen leichten Stich in den Unterleib
erhielt, der aber in acht Tagen geheilt war. Die Ver=
handlung
wurde darauf auf Donnerstag vormittag ver=
tagt
.

* Berlin, 30. Nov. Ohne Debatte wird das Geſetz
zum Schutze des zur Herſtellung von Reichsbanknoten ver=
wendeten
Papieres gegen Nachahmung in dritter Leſung
angenommen. Es folgt die erſte Leſung des Kurpfu=
ſchergeſetzes
.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Die Mißſtände, die
die Behandlung von Kranken durch nichtapprobierte Per=
ſonen
und der Verkehr mit Heilmitteln gezeitigt hat, ſind
wiederholt ſchon im Reichstage erörtert worden. Ein
Einſchreiten iſt geboten. Seit dem Jahre 1869 iſt das
Heilmittelgewerbe ein freies Gewerbe und darauf ſind die
jetzigen Mißſtände zurückzuführen. Die Zahl der Kur=
pfuſcher
und Quackſalber iſt außerordentlich groß. Es ſind
Leute, denen jede Qualifikation für ein derartiges Ge=
werbe
fehlt, das ſie nicht im Intereſſe ihrer Patienten,
ſondern in demjenigen ihres Geldbeutels ausüben. Es
fragte ſich, ob wir nicht auf die Zuſtände vor 1869 zurück=
gehen
wollen, wo die Krankenbehandlung nur appri bier=
ten
Aerzten geſtattet war. Jedenfalls erſcheint es ange=
zeigt
, perſönliche Einſchränkungen zu treffen, um die bei
der Ausübung einer ſolchen Praxis zweifellos entſtande=
nen
Mißſtände zu beſeitigen oder ſie doch zu beſchränken.
Es fragt ſich, ob man nicht die Behandlung gewiſſer
Krankheiten approbierten Perſonen vorbehalten ſoll und
eine entſprechende Kontrolle einführt, um ungeeigneten
Perſonen die Ausübung des Gewerbes ganz zu unter=
ſagen
. Bezüglich der Geheimmittel ſoll zunächſt die Re=
klame
eingeſchränkt werden und dann der Verkehr mit
beſtimmten Heilmitteln vielleicht ganz unterſagt werden.
Dafür kämen nicht nur Arzneimittel, ſondern auch Appa=
rate
und Inſtrumente in Betracht. Hierüber ſoll in einem
beſonderen Verfahren eine gemiſchte Kommiſſion aus Rich=
tern
und anderen Mitgliedern des Reichsgeſundheits=
amts
entſcheiden, vor der die Gewerbetreibenden ihre
etwaigen Einwände erheben könnten. Im allgemeinen
ſoll die Ausübung des Heilgewerbes unterſagt werden
unter der Vorausſetzung, das es feſtſteht, daß die An=
wendung
der betreffenden Heilmittel geeignet iſt, die Ge=
ſundheit
der Patienten zu ſchädigen, oder daß damit ſtraf=
bare
Zwecke verfolgt werden. Damit glauben wir die bis=
herigen
Mißſtände nach Möglichkeit fernhalten zu können.
Dieſe allgemeinen Grundzüge halten wir für ausreichend,
ohne zu ſtark in das Gewerbe einzugreifen, und hoffen
uns darüber einigen zu können.
Abg. Faßbender (Ztr.): Der Grundgedanke in
dem Entwurf iſt zweifellos berechtigt. Bedenklich erſcheint
nur, daß durch dieſe Geſetzgebung eine beſondere Klaſſe
von Heilkünſtlern geſchaffen werden dürfte. Viel wich=
tiger
als die geſetzliche Regelung dieſer Materie wäre die
beſſere Aufklärung des Publikums über die Hygiene.
Unſere chemiſche Induſtrie würde durch das Geſetz außer=
ordentlich
geſchädigt werden. Wird den approbierten
Heilkundigen geſetzlicher Schutz gewährt, dann muß auch
das Publikum geſchützt werden. Ich beantrage Ver=
weiſung
der Vorlage an eine Kommiſſion von 28 Mit=
gliedern
.
Abg. Henning (Konſ.): Es ſteht unzweifelhaft feſt,
daß im Heilgewerbe ſchwere Mißſtände vorhanden ſind.
Der Redner bleibt im einzelnen unverſtändlich, ſcheint ſich
aber im allgemeinen den Bedenken des Abg. Faßbender
anzuſchließen, wenn es auch zu begrüßen ſei, daß auch
hier allgemeine Beſtimmungen für das ganze Reich an die
Stelle von Landesgeſetzen treten ſollen.
Abg. Zietſch (Soz.): Wir machen unſere definitive
Stellungnahme von dem Ergebnis der Kommiſſions=
beratung
abhängig. Es müſſen auch die Heilmitel unter
das Geſetz fallen, die von den Aerzten empfohlen ſind.
Bedenklich iſt das Verbot der Heilmittel zur Verhütung
der Schwangerſchaft. Solange die wirtſchaftlichen 2 n=
ſtände
nicht gebeſſert werden, wird der arme und beſon=
ders
der kleine Beamte jeden Familienzuwachs nicht als
freudiges Ereignis anſehen und zu ſolchen Mitteln
greifen. Den Kampf gegen das Kurpfuſchertum machen
wir mit, doch ſollte auch hier eine Definition des Be=
griffes
Kurpfuſcher in das Geſetz aufgenommen werden.
Die Aerzte wahren berechtigte Intereſſen, wenn ſie das
Kurpfuſchertum bekämpfen, wir müſſen uns aber von
anderen Geſichtspunkten leiten laſſen. Tauſende von
Exiſtenzen werden durch das Kurpfuſchertum gefährdet.
Für die Naturheilkunde muß ein Ausgleich geſchaffen wer=
den
gegen die Privilegien der Aerzte im Intereſſe der
Volksgeſundheit. (Bravo bei den Sozialdemokraten.)
Abg. Dr. Müller=Meiningen (Fortſchr. Vp.):
Den Grundgedanken des Geſetzes, der Bekämpfung
des Kurpfuſchertums und der Schaffung von Rechts=
garantien
, ſtehen wir ſympathiſch gegenüber. Ob aber
die Einbringung des Geſetzes opportun erſcheint, iſt
fraglich. Die Vorlage überſchätzt die Zuſtändigkeit
des Bundesrates und dieſem Beſtreben müſſen wir
aufs allerſchärfſte entgegentreten. An den Richter
ſtellt der Entwurf unlösbare Aufgaben. Wie ſoll er
z. B. ein myſteriöſes Heilverfahren feſtſtellen, von
dem in dem Geſetz die Rede iſt? Die grundlegenden
Beſtimmungen über das Verbot von Heilmitteln ſind
geradezu unmöglich. Sie werden nur die jetzt ſchon
beſtehende Verärgerung über unſere Rechtſprechung
und Polizeigeſetzgebung vermehren. (Sehr richtig!
links). Mit größter Vorſicht werden wir an das Ge=
ſetz
herantreten, doch ſind wir bereit, an ſeinem Zu=
ſtandekommen
mitzuarbeiten. Beſſer aber als drako=
niſche
Strafbeſtimmung iſt eine vermehrte Aufklär=
ung
der Bevölkerung. (Bravo und Sehr richtig!
links.)
v. Jonquieres. Direktor im Reichsamt des
Innern: Die Auffaſſung, als ob es ſich bei der Vor=
lage
um ein Geſetz zum Schutz der Aerzte handele, iſt
grundfalſch. Es handelt ſich lediglich um ein Geſetz
zum Schutze der Volksgeſundheit, das ſeinen Urſprung
in den eklatanten Mißſtänden im Heilgewerbe hat.
Die Vorlage wendet ſich jedoch nicht gegen den Stand
der Naturheilkundigen und Dentiſten. Dieſe ſollen
in keiner Weiſe behindert werden, ihren Beruf aus=
zuüben
, ſoweit dem öffentliche Intereſſen der Geſund=
heitspflege
nicht entgegenſtehen. Den Dentiſten bleibt,
wie bisher, die Ausübung der Heilkunde freigegeben,
nur werden hier gewiſſe Grenzen gezogen. Die Regier=
ung
erhofft von dem Geſetz eine Beſſerung der bis=
herigen
Zuſtände. Es hat das Vorgehen gegen die
Geheimmittel bewieſen, daß zweifellos eine Beſſer=
ung
zu verzeichnen iſt. Ueber andere Einwände wer=
den
wir gern eine Verſtändigung in der Kommiſſion

ſuchen. Die Erledigung der Materie erſcheint uns
dringlich. Wir wollten mit derſelben den Anregungen
aus dem Reichstage geſetzliche Grundlagen ver=
ſchaffen
. Wir arbeiten nicht am grünen Tiſch, ſondern
hören gern den Rat von Leuten aus dem praktiſchen
Leben. Wir wollen nichts weiter, als die tatſächlich
beſtehenden abſoluten Mißſtände überbrücken und
rechnen beſtimmt darauf, etwas Brauchbares zuſtande
zu bringen. Abg. Dr. Arning (natlb.) bezeichnet
die Vorwürfe des Abg. Zietſch gegen die Aerzte als
zu weitgehend und befürwortet Ueberweiſung der
Vorlage an eine Kommiſſion von 21 Mitgliedern.
Abg. Dr. Höffel (Rp.): Das Kurpfuſchertum hat
ſich in der letzten Zeit derartig vermehrt und ver=
größert
, daß eine gewiſſe Kontrolle geradezu notwen=
dig
iſt. Ueber Einzelheiten werden wir uns in der
Kommiſſion verſtändigen. Abg. Lattmann
(wirtſch. Vgg.): Wir ſind bereit, in der Kommiſſion=
mitzuarbeiten
.
Darauf wird die Weiterberatung auf morgen 1
Uhr vertagt; außerdem Interpellation betreffend Reb=
ſchädlinge
. Schluß 6,15 Uhr.

Der Wahlkampf in England.
* London, 30. Nov. In dem Wahlaufruf
erklärt Asquith weiter, nichts ſei merkwürdiger in
der ganzen Geſchichte der Politik, als die plötzliche Be=
kehrung
der Tories zum Referendum. Er ſei dagegen,
daß man das Urteil, das nach einer parlamentariſchen
Debatte durch die Vertreter des Volkes nach reiflicher
Ueberlegung gefällt werde, erſetze durch ein unſicheres,
ſporadiſches Urteil, durch einen Volksbeſchluß über
eine nicht vollſtändig geklärte Streitfrage. Eine ſolche
Aenderung würde die ganze Grundlage der repräſen=
tativen
Regierung umſtürzen und das Unterhaus zu
einer bloß debattierenden Geſellſchaft degradieren.
* London, 30. Nov. Balfours Erklärung,
es beſtehe kein Bedenken, die Tarifreform dem Refe=
rendum
zu unterbreiten, erregte großes Aufſehen. Die
konſervativen Blätter frohlocken darüber und bezeichnen
Balfours Schritt als einen Meiſterſtreich, der die Wahl
für die Konſervativen gewinnen werde, da er es allen
Freihändlern ermögliche, ſich mit den Anhängern der
Tarifreform in der Verteidigung der Lords der Union
und der Verfaſſung zu vereinigen. Die liberalen
Blätter führen aus, daß Balfour, der geſagt habe, ein
Referendum würde die Wahl oder einen Regierungs=
wechſel
nicht involvieren, demnach im Amte bleiben
würde, wenn das Verdikt des Referendums gegen die
Tarifreform ausfiele, er würde alſo tun, als ob ſich
nichts ereignet hätte und ſo Verrat an dem üben, was
die eigene Partei als einen Hauptgrundſatz ihrer auf=
bauenden
Politik bezeichne. Aber die Liberalen hüteten
ſich, zu glauben, daß Balfour aufrichtig und ernſt ge=
ſprochen
habe. Sie betrachteten die Erklärung als ein
reines Wahlmanöver, das dazu beſtimmt ſei,
ſeiner Partei die Stimmen von Lancaſhire zu
ſichern. Sie ſind überzeugt, daß der Verſuch mißlingen
werde, die Wähler zu täuſchen. Wenn Balfours Ver=
ſprechen
aber ernſt gemeint ſei, ſo werde es die unio=
niſtiſche
Partei einfach in Stücke zerſchmettern.

Darmſtadt, 1. Dezember.
s. Der Kreisausſchuß verhandelte geſtern über ver=
ſchiedene
gegen die Beigeordnetenwahl in
Meſſel erhobene Reklamationen, nachdem bereits
eine frühere Wahl durch Entſcheidung vom September
dieſes Jahres für ungültig erklärt worden war. Es
hatte nach nochmaliger Offenlegung der Wählerliſten
am 9. November ds. Js. die jetzt angefochtene Wahl
ſtattgefunden, und es war aus ihr der Gemeinderak
Heinrich Heberer II. mit 106 Stimmen gegen Johs.
Fröhner I., der 101 Stimmen erhielt, als Sieger her=
vorgegangen
. Seitens des letzteren, ſowie mehrerer
anderer Einwohner erfolgte daraufhin die Reklama=
tion
, weil angeblich in den Wählerliſten eine Anzahl
Nichtſtimmberechtigter aufgenommen worden ſeien und
ſich unberechtigt an der Wahl beteiligt hätten; ihr un=
unterbrochener
Aufenthalt in der Gemeinde Meſſel
habe weniger als vier Jahre betragen. Das Kreisamt
beanſtandete die Wahl und verwies die Reklamationen
vor den Kreisausſchuß. Zur Begründung führte Rechts=
anwalt
Bruſt aus, daß fünf Nichtſtimmberechtigte in
Wegfall zu kommen hätten, alſo Stimmengleichheit vor=
liege
, die durch das Los zu entſcheiden geweſen wäre,
und mithin die Wahl ungeſetzlich vollzogen ſei. Der
Gegenanwalt Neuſchäffer bezeichnete dieſe Einwände
als haltlos; ſie hätten gegen die offengelegte Wähler=
liſte
innerhalb der dafür beſtimmten Friſt geltend ge=
macht
werden müſſen. Ein von dieſer Seite geſtellter
Antrag, zwei jener Wähler darüber zu vernehmen, daß
ſie Fröhner gewählt hätten, alſo für die Reklamation
gar nicht in Betracht kämen, war, als mit dem gehei=
men
Wahlrecht nicht vereinbar, abgelehnt worden. Als
weiterer Grund für die Reklamation war vorgebracht,
daß zur letzten Wahl nicht die vorherigen Wähler=
liſten
benutzt, ſondern neue, unter Zufügung mehrerer
Wähler, aufgeſtellt geweſen ſeien. Zwecks weiterer
Beweiserhebung wurde die Sache auf zwei Wochen
vertagt.
In dem zweiten Fall handelt es ſich um die Er=
laubnis
zum Wirtſchaftsbetrieb, welche der Wirt
Friedrich Lautenſchläger (bisher Ecke Arheilger= und
Ringſtraße) für das Lokal Gervinusſtraße Nr. 69
nachgeſucht hat. Letzteres wurde während zehn Jah=
ren
durch die Eheleute Salzgeber geführt, erwies ſich
dabei als Animierkneipe und veranlaßte durch die=
ſen
Umſtand, daß die Inhaber wegen Kuppelei rechts=
kräftig
(der Ehemann zu 3, die Frau zu 4 Wochen
Gefängnis) verurteilt worden ſind, auch ein Verfah=
ren
gegen beide auf Konzeſſionsentziehung zurzeit am
Provinzialausſchuß ſchwebt. Die Stadtverordneten=
Verſammlung hat die Bedürfnisfrage verneint, das
Polizeiamt war der gleichen Anſicht und der Kreis=
ausſchuß
lehnte deshalb das jetzige Geſuch ab, wor=
auf
Juſtizrat Hallwachs als Vertreter des Geſuch=
ſtellers
mündliche Verhandlung beantragte und zum
Nachweis des Bedürfniſſes zahlreiche Zeugen bei=
brachte
. Er beruft ſich ferner darauf, daß die Brauerei
Fay das Lokal zum Jahrespreis von 1000 Mark ge=
pachtet
habe. Die weibliche Bedienung iſt längſt ab=
geſchafft
. Das Polizeiamt beantragte auch in der
Verhandlung Konzeſſionsverſagung. Das Geſuch
wurde unter Verurteilung des Geſuchſtellers in die
Koſten und in einen Averſionalbetrag von 3 Mark ab=
gewieſen
.

Letzte Nachrichtet.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 30. Nov. Der Kaiſer hat dem Gouver=
neur
von Togo Grafen von Zech auf Neuhofen die
nachgeſuchte Verſetzung in den Ruheſtand erteilt,

[ ][  ][ ]

Todes-Anzeide.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Heute früh ist unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter u. Tante
Auauste Bellaire
geb. Albert
Wittwe des Majors
nach kurzem Leiden sanft verschieden.
Darmstadt, 30.- November 1910.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Bellaire, Ober-Postsekretär.

Die Beerdigung findet Freitag, den 2. Dezember, 11 Uhr vormittags, auf dem Bessunger Fried-
hof
, vom Sterbehaus Karlstrasse 100, aus statt.
Einsegnung ½ Stunde vorher.
(B2319.

Todes-Anzeige.
Heute nacht verſtarb plötzlich infolge
anfalls mein lieber Bruder
Amtsrichter a. D.

Schlag=
(23236

Georg Lindenstruth
zu Darmstadt.

Ich bitte um ſtilles Beileid.
Fürth i. Odenw., 30. November 1919.

Die Beerdigung findet Freitag, 2. Dezember,
nachmittags 3 Uhr, von meiner Wohnung aus,
zu Fürth ſtatt.

Nummer 282.

2 Berlin, 20. Nov. Auf dem Gelände der
Benzin=Lagerungsgeſellſchaft Nobelshof
brennt ſeit heute mittag noch ein Tank. Im ganzen ſind
fünf Tanks ausgebrannt. Sechs gefüllte Tanks ſind
noch unverſehrt, dieſe werden fortwährend abgekühlt.
Vier Dampfſpritzen beſorgen die Pumparbeiten.
* Dresden, 30. Nov. Dem Dresdner Journal zu=
folge
genehmigte der König das Entlaſſungsge=
ſſuch
des Finanzminiſters Dr. v. Rüger und
ernannte den Miniſterialdirektor im Finanzminiſte=
rium
, Geh. Rat v. Seydewitz, zu ſeinem Nachfolger.
* Elberfeld, 30. Nov. Der Vorſtand der
Deutſchen Kolonialgeſellſchaft bewilligte
wieder 3000 Mark Zuſchuß für die Kolonialſchule in
Witzenhauſen und die gleiche Summe zur Beſchickung
kolonialer Veranſtaltungen. Für die Wanderaus=
ſtellung
wurden 2000 Mark, zur Beſiedelung Deutſch=
Oſt=Afrikas 20000 Mark und für die Süd=Kameruner
Expedition des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklen=
burg
30000 Mark bewilligt.
* Eſſen, 30. Nov. Die in der Nacht vom 22. auf den
23. November auf der Zeche Viktoria Matthias ver=
unglückten
fünf Bergleute ſind ſämtlich ihren
Verletzungen erlegen.
* Gelſenkirchen, 30. Nov. Auf Schacht III der Zeche
Rheinelbe wurden heute früh durch Zubruchgehen
der Strecke fünf Bergleute verſchüttet. Im
Laufe des Vormittags wurden zwei der Verſchütteten
als Leichen geborgen; zwei wurden ſchwer, einer
leicht verletzt geborgen.
* Brüſſel, 30. Nov. Nach dem heute vormittag aus=
gegebenen
Bulletin ſchreitet die Beſſerung im Befin=
den
der Königin ſtetig fort; das Allgemeinbefin=
den
iſt gut.
* London, 30. Nov. Ein unbekannter Kohlen=
dampfer
ſtieß heute früh mit dem auf der Höhe von
Graveſund ankernden engliſchen Kohlendampfer Grati=
tude
zuſammen, der binnen zwei Minuten ſank.
Von der aus zehn Köpfen beſtehenden Mannſchaft wur=
den
nur zwei Mann gerettet.
* Macao, 30. Nov. Hier kam es in der vergange=
nen
Nacht zu einer Meuterei der Land= und
Seetruppen. Die Meuterer marſchierten vor das
Haus des Gouverneurs und forderten Erhöhung ihres
Soldes, Vertreibung der Nonnen und Unterdrückung
der Zeitung Vida Nova. Um Unruhen zu vermeiden,
wurden die beiden letzten Forderungen bewilligt. Die
Offiziere ſind außerſtande, die Leute in Schach zu hal=
ten
. Das Leben und Eigentum der Bewohner iſt ge=
fährdet
. Durch die Vertreibung der Nonnen verlieren
Hunderte von Waiſenkindern ihre Ernährer.
H.B. Berlin, 30. Nov. Bedeutenden Ver=
untreuungen
iſt man, wie die B. Z. meldet,
geſtern in der Filiale der Deutſchen Bank in der
Königſtraße auf die Spur gekommen. Nachdem die
Beamten der Bank vorgeſtern ihr Gehalt bekommen
hatten, erſchienen geſtern zwei Buchhalter nicht mehr
in den Geſchäftsräumen. Man wurde darüber ſtutzig
und ſtellte ſofort eine Reviſion der Bücher an. Dieſe
ergab auch ſofort, daß öfters kleine Unterſchlagungen
vorgekommen waren. Als der Kaſſierer, der im Ge=
ſchäft
anweſend war, von den Vorgängen hörte, ent=
fernte
er ſich gleichfalls unter dem Vorwande, er müſſe
zur Poſt gehen. Er kam aber gleichfalls nicht mehr
wieder. Nun wurde eine genaue Prüfung der Bücher
vorgenommen und man fand, daß die Unterſchlagun=
gen
und die zu ihrer Verdeckung vorgenommenen
Bücherfälſchungen 3 bis 4 Jahre zurückreichen. Nach
den vorläufigen Feſtſtellungen handelt es ſich um
60000 bis 80000 Mark. Die drei ungetreuen Beam=
ten
haben das unterſchlagene Geld durch Spiel und
Wetten vergeudet. Der Kaſſierer, namens Höfling,
wurde geſtern abend durch die Polizei verhaftet.
H.B. Hamburg, 30. Nov. Heute haben ſich noch
einige weitere Leute gemeldet, die nach dem Genuß
von Margarine erkrankt ſind. Todesfälle ſind
bis jetzt nicht vorgekommen. Die zuerſt ſchwer erkrank=
ten
Perſonen befinden ſich auf dem Wege der Beſſe=
rung
. Die Nahrungsmittel=Unterſuchungsämter ſind
eifrig damit beſchäftigt, die beſchlagnahmte Margarine
zu analyſieren.
Hamburg, 30. Nov. Kürzlich wurden hier fünf
Burſchen verhaftet, die 186000 Mark an Brillanten
und Goldwaren erbeutet hatten. Der Bote
Neunzig geſtand nun, daß die Bande eine mit Brillan=
ten
gefüllte Konſervenbüchſe auf dem Ohlsdorfer Fried=
hofe
vergraben hätte; eine Büchſe mit Brillanten im
Werte von etwa 90000 Mk. wurde dort gefunden.
Kuxhaven, 30. Nov. Der deutſche Schoner
Engelius auf der Fahrt von der Elbe nach der
Weſer, iſt während des letzten Sturmes unterge=
gangen
. Die geſamte Beſatzung iſt umgekommen.
H.B. Madrid, 30. Nov. An der ſpaniſchen Küſte
herrſcht, wie aus La Coruna gemeldet wird, ein
furchtbarer Sturm. Alle Fiſcherboote mußten, nach=
dem
ſie kaum ausgelaufen waren, in den Hafen zurück=
kehren
Eine Sturzwelle ſpülte von dem Verdeck des
Dampfers Peral drei Seeleute fort, welche ertranken.
Ein Mann vom Dampfer Telmo erlitt das gleiche
Schickſal. Das Boot Princeſa ſank zwiſchen der
Inſel Siſarga und dem Vorgebirge San Pedro. Von
ſeiner Beſatzung konnte nur ein Mann gerettet wer=
den
, die übrigen zwölf ertranken, nachdem ſie drei
Stunden mit den Wellen gekämpft hatten, um das Land
zu erreichen. Das Schickſal vieler Fahrzeuge iſt noch
unbekannt.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Seite 7.

Für die Kinder!
Frankfurt a. M., 9. April 1910. Ich habe Bioſon
für meinen Bruder bei Nervenſchwäche, verbunden mit
Kopfweh und Schlafloſigkeit, und für meine beiden
Töchter bei Blutarmut verwendet. Im ganzen haben wir
6 Pakete verbraucht. Mein Bruder hat im Zeitraum
von 6 Wochen ganz beträchtlich zugenommen und ſein
Zuſtand hat ſich bedeutend gebeſſert. Bei meinen
Kindern hat ſich die Wirkung durch beſſeres Ausſehen
bemerkbar gemacht. Mein Bruder und auch die beiden
Kinder tranken täglich 2 mal Bioſon mit Milch zube=
reitet
. Wir ſind mit Ihrem Präparat ſehr zufrieden,
können es alſo Jedem, der über derartige oder ähnliche
Uebel zu klagen hat, beſtens empfehlen. Hochachtend!
Max Matthes, Stallmeiſter, Darmſtädter Land=
ſtraße
224. Unterſchrift beglaubigt: Reichmann, Notar.
Bioſon iſt das beſte und billigſte Kräftigungsmittel.
Paket 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. (23201D
Teder Tag der Arbeit raubt Nervenkraft. Die
Stärkung der Nerven, d. h. die Ergänzung ihrer
verbrauchten Kraft, iſt daher für jeden modernen Berufs=
menſchen
eine Lebensfrage und eine ernſte Pflicht. Das
von der Wiſſenſchaft anerkannte und von den Aerzten
erprobte Mittel, das hier in Betracht kommt, heißt
Jaamtogen. Sanatogen ſtärkt und ſtählt die ge=

ſchwächten und erſchöpſten Nerven, indem es dieſe nährt,
indem es ihnen die wichtigſten Beſtandteile ihres or=
ganiſchen
Aufbaues zuführt und dadurch die verbrauchte
Kraft erſetzt. Die natürliche Folge davon iſt die Neu=
belebung
und Verjüngung des geſamten Organtsmus,
eine beglückende Hebung aller ſeiner Kräfte und Leiſtungen.
So mancher würde ſich wie neugeboren fühlen, wenn er
ſich entſchließen könnte, einen Verſuch mit Sanatogen zu
machen. Wir verweiſen ausdrücklich auf den der heutigen
Nummer beiliegenden Proſpekt der Sanatogen=Werke
Bauer & Cie., Berlin SW., 48.
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das Neueste u. Preiswerteste!
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SPETSE-RESTAURANT

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große Nürnberger Geldlotterie. Die Ziehung der
großen Nürnberger Geldlotterie zu Gunſten der St.
Lorenzkirche in Nürnberg findet unter jeder Garantie
am 7. und 8. Dezember d. Js. in Nürnberg ſtatt. Bei
dieſer Lotterie kommen 6319 Geldgewinne mit zuſammen
150 000 Mk., darunter Hauptgewinne im Betrage von
50 000 Mk., 20 000 Mk., 10 000 Mk. uſw. zur Ausſpielung.
Die Loſe à 3 Mk. ſind ſolange der kleine Vorrat
noch reicht bei den im heutigen Inſeratenteil ange=
gebenen
Verkaufsſtellen zu haben; wer ſich durch einen
Haupttreffer frohe Feiertage ſichern will, möge ſich
beeilen.
(23191M

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute ſtarb
Dr. MeurWhhommJuger
Geheimer Medizinalrat
im 72. Lebensjahre.
(23237
Darmſtadt, den 30. November 1910.
Im Namen der trauernden Verwandten:
Professor Dr. K. Eigenbrodt,
Direktor Dr. Th. Eger.
Blumenſpenden dankend verbeten.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.

Daankſagung.
Für die uns bei dem Hinſcheiden unſerer
lieben Mutter und Großmutter
(23221
Fradchristine Kalbheisch ee
bewieſene Anteilnahme ſagen wir herzlichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 30. November 1910.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 3. Dezember.
Vorabend 4 Uhr Min. Morgens 8 Uhr Min.
Nachmittags 4 Uhr Min. Sabbatausgang 5 Uhr
20 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 4. Dezember,
an: Morgens 7 Uhr Min. Nachmittags 4 Uhr Min.
NB. Freitag, den 2. Dezember:
Rausch Caudesch Kislev.

Weiter.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 1. Dez.
teilweiſe heiter, kälter bis Froſt.

Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): La Traviata.
Vorſtell ung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Henry Thode zum Beſten der Richard
Wagner=Stipendien=Stiftung um 8 Uhr im Kaiſerſaal
Auxetophon=Konzert um 8 Uhr in der Turnhalle
am Woogsplatz.
Vortrag des Evangeliſten Veller um 4 und 8½ Uhr
Rheinſtraße 2.
Vortrag von Pfarrer Veller um 8¼ Uhr in der
Stadt Pfungſtadt.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Vorſtellung um 8 Uhr im Reſidenztheater.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 2. Dezemher.
Hofreite=Verſteigerung des Chr. Lampe (Feldberge
ſtraße 58) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Waſchſeife=Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerek.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte merden nicht.
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donuerstag, den 1. Dezember 1910.

Nummer 282.

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[ ][  ][ ]

1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

Frachtalbum
C. M. v. Weber u. Zeit-
genossen
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National- u. Volkslieder,
Alte Meister (Händel
Cherubin Graun
Couperini etc.), Vierhänd.
(Beethoven Brahms
Diabelli Schubert
Schumann Diabelli),
Märsche u. Tänze, Salon-
Musik . . Band 1.95

Venmdents Ververkauf.

Nachstehende Warenmengen sind begrenzt. Eine Nachlieferung kann vorerst nicht
stattfinden. Wir bitten, um Misstimmung zu vermeiden, diesen Hinweis zu beachten!

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bänden
(Inhalt der ver-
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. Bände: Klass.
Musik, Unterhaltungs-
musik
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schöpfungen
heimischer
u. fremder Meister usw.
Band 1.95
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führung
. . . 1.95

2 Paar Damen-Handschuhe, farbig wollen
Trikot
. 95 .
1 Paar rein wollene farbige Damen- Hand-
schuhe
.
.95
1 Paar weiss wollene Damen-Trikot- Hand-
schuhe
. .
. 95
1 Paar schwarze Damen-Handschuhe, Halbs.,
. 95
gefüttert .
1 Paar bunte gestrickte Herren-Handschuhe 95
1 Paar weisse Herren-Handschuhe, Wild-
leder
-Imitation
. . . 95
1 Paar schwarze Damenstrümpfe, reine
95
Wolle, gewebt
1 Paar graue gestrickte Herrensocken, reine
Wolle .
. 95
3 Paar reinwollene Erstlingsstrümpfe . . 95
1 Wandschoner für Waschtisch u. 2 Nacht-
. 95
tisch-Deckchen
1 Ueberhandtuch, vorgez. für Zimmer u. Küche 95 Z
1 Garnitur, best. 1 Lampenputz, Tasche,
1 Topflappen-Tasche, 1 Leitungsschoner
zusammen 95
1 Wäschebeutel, vorgez., vollständig gross 95
1 Klammerschürze, vorgezeich. oder gestickt 95
1 Leinen-Kissenplatte, moderne Zeichn. und
. zusammen 95
5 Strang Perlgarn .
1 gestr. Herren-Biberhemd, vollst. gross, aus
.. . . 95
gutem Stoff . . . . .. .
1 weisses Damenhemd aus gutem Cretonne 95
1 Stickerei-Untertaille mit Banddurchzug 95
1 Herren-Normalhemd, Vorder- u. Achsel-
. 95
schluss
1 Herren-Normalhose in allen Grössen . . 95
1 Damen-Normal-Unterjacke mit ¼ oder
. . 95
Aermel
1 Knaben-Sweater in versch. Ausführungen 95
1 Gros Druckknöpfe u. 3 Paar Armblätter 95
. 95 Z
1 Gros Prämien-Druckknöpfe
6 Dtzd. Taillenstäbe und 3 St. Taillenband 95
40 m Rouleauxkordel und 6 m Ringband . 95
. . 95
3 Paar Damenstrumpfhalter
. . 95
3 m Rüschen-Gummiband .
2 Blumenvasen mit Bronceverzierung . . . 95
. . 95
2 Blumentöpfe, Majolika.
. 95
1 Kakesdose, geschliffen .
1 Tischkehrschaufel und Besen . . . . . 95 2
1 Handspiegel mit Celluloidfassung . . . 95
. 95
1 Stallaterne
95
1 Essenträger, 3-teilig, Email
1 Waschschüssel m. Seifenbeh. u. 1 Pf. Seife 95
. 95
12 Rollen Klosettpapier .
3 Alpaka-Esslöffeln oder-Gabeln oder 6 Tee-
. . 95
löffel
. . . 95
2 Paar Solinger Bestecke . .
. . . . . 95 g
1 Paar Brise-Bises .
. . . 95
2 Fussmatten .
. . . . . . 95
1 Kaffeedecke .
. . . . 95
3 Wachstuchschoner . .
. . . . . 95
1 Filz-Kommodedecke
1 Metall Herren-Zigarren-Etuis . . . . . 95 c
1 echt silbernes Taschenmesser . . . . . 95
. . . 95
1 Flasche Himbeersaft
. . . 95
1 Flasche Kognak .
1 weisse Damen-Halbschürze . . . . . . 95
1 Paar Herren-Hosenträger . . . . . . 95 C
.. . . . 95 g
3 m gestreift Hemdenbiber
. . . 95
2½ m Jackenbiber .
6 tiefe und 6 flache Teller, gerippt . . . 95
F , . 95
1 Satz Schüsseln, bunt

1 Zimmer- und 1 Küchen-Ueberhandtuch
. . zusammen 1.65
vorgezeichnet
1 Milieux und 1 Läufer, vorgezeichnet oder
. . . zusammen 1.65
gestickt
1 Besenschoner aus prima grauem Leinen
. 1.65
vorgezeichnet.
1 Leinen-Kissenplatte u. 1 Leinen-Milieux
zusammen 1.65
1 Waschtischgarnitur und 1 Wandschoner
zusammen 1.65
1 weisses Damenhemd aus bestem Hemden-
tuch
oder Barchent mit Stickerei . . . 1.65
1 P. weisse Damen-Beinkleider aus vorzüg-
lichem
Stoff mit Stickerei, Ein- u. Ansatz 1.65
1 weisse Damen-Nachtjacke mit Stickerei
. 6 1.65
und Fältchen .
1 weisser oder gestreifter Damen-Anstands-
. 6 1.65
Rock mit Volant
1 Stehlampe 8 u. 1 Dutzend Zylinder . . 1.65
1 Salz- und 1 Mehlfass, Blech, lackiert
. zusammen 1.65
mit Glaseinsatz
1 Besteckkasten, Draht, 3teilig, 12 Teelöffel,
Merktafel und 1 Reibeisen . zusammen 1.65
1 Spirituskocher u. 1 Petroleumkanne zus. 1.65
1 Kakesdose und 1 Butterdose, Rosendekor
zusammen 1.65
1 Majolika-Blumentopf und 1 Palme . . 1.65
1 Garderobeleiste und 1 Paneelbrett zus. 1.65
1 Hackbeil und 1 Schneidebrett zusammen 1.65
2 chinesische Dekorationsfächer u. 1 Lampen-
. zusammen 1.65.
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1 Kaffeekanne, 1 Milchkanne, Email, zus. 1.65
. 6 1.65
1 Teigschüssel, 38 cm, gute Qualität .
. 1.65
1 Milchträger, 4 Liter Inhalt
. 1.65
1 Buntform, 28 cm. Email .
1 Kochtopf mit Deckel, 26 cm. äuss. preisw. 1.65
3 Esslöffel, 3 Gabeln, 3 Teelöffel ( Britannia-
zusammen
1.65
Metall)
3 Nudelpfannen, 14 cm, 16 cm, 18 cm zus. 1.65
. 1.65
1 Wasserkessel mit Einsatz
. 1.65
1 Sofakissen
. 1.65
1 Schlummerrolle
1.65
1 Paar Brises-bises
1.65
1 Kaffeedecke
1.65
1 Filz-Tischdecke .
. 1.65
1 Axminster-Bettvorlage
. 1.65
2½ m Läuferstoff, 67 cm breit
. 1.65
2 m Läuferstoff, 100 cm breit
. 1.65
1 Linoleum-Vorlage .
. 1.65
1 Filz-Kommodedecke
. 1.65
1 Zug-Rouleaux.
. 1.65
1 farbige Damen-Miederschürze
1 Dutzend Damen-Batist-Taschentücher mit
. 1.65
b. Rand .
½ Dutzend Herren-Batist-Taschentücher
. 1.65
mit b. Rand . . .
. . 1.65
1 seidenes Regattes
. 1.65
1 schwerseidener Selbstbinder
. 1.65
3 m Rhenania für Kleidchen.
. 1.65
3 m uni Rockbiber
3 m Hemdenrenforcé, prima Qualität . . 1.65
. 1.65
5 m Hemdencretonne
. 1.65
2 m Pelzpiqué, Ia Qualität
. 1.65
2½ m Schürzensiamosen
2 m Schürzendruck, gute Qual., 120 cm breit 1.65
2 P. schwarz durchbrochene D.-Strümpfe 1.65
.1.65
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. 1.65
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3 Meter Sportflanell, schwere Qualität . . 6 1.95
2 Meter Bettuch-Cretonne, 160 cm breit . 1.95
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. 1.95
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Qualität .
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1.95

1.9

75

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Nummer 282,

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Am 31. Dezember ds. Js. verjähren die Forderungen
lt B. G. B. §§ 196 und ff. und wir erſuchen daher, die in
Frage kommenden Rechnungen Ungeſäumt
unſerem Büro, Abt. B Inkaſſo, aufzugeben, damit der Ver=
jährung
rechtzeitig vorgebeugt werden kann.
Hierunter fallen insbeſondere alle Lieferungen und
Leiſtungen aus dem Jahre 1908, wenn ſie nicht für den
Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt ſind, in welchem Falle
die Poſten aus dem Jahre 1906 in Betracht kommen.
Wir machen ausdrücklich darauf aufmerkſam, daß das
Zuſenden einer Rechnung oder einer Mahnung, wie immer
noch vielfach angenommen wird, die Verjährung nicht unter=
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bricht.

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rd. 2000 m Steinzeugröhren von 0,20 bis
0,50 m l. W. ſoll verdungen werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen bei
dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 7, während
der Dienſtſtunden zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 8. Dezember I. J.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 30. November 1910.
Tiefbauamt.
Keller.
(23188df

Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über dat
Vermögen des Bäckermeiſters Siegmund
Salomon zu Darmſtadt iſt zur Prüfung
der nachträglich angemeldeten Forderungen
auf:
Mittwoch, den 14. Dezember 1910,
vormittags 11½ Uhr,
vor Großh. Amtsgericht Darmſtadt I, Zim=
mer
Nr. 202, beſtimmt.
(23174.
Darmſtadt, den 28. November 1910.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die am 28. November l. J. in dem Wald=
Reſtaurant Einſiedel abgehaltene Holz=
verſteigerung
Nr. I iſt genehmigt. Die
Abfuhrſcheine können am 5. Dezember I. J.
an der Stadtkaſſe erhoben werden. Die
Ueberweiſung findet tags darauf ſtatt.
Darmſtadt, 29. November 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(23170
Großh. Anſtalt für Schwach= u.
Blödſinnige Aliceſtift‟
verkauft eine fette Kuh. Angebote hierfür
werden bis zum 2. Dezember, vormittags
11 Uhr, entgegengenommen.
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[ ][  ][ ]

120.

Donnerstag, 1. Dezember.

1910.

Bekanntmachun g.
Das Auftreten der Geflügelcholera im Kreiſe gibt uns Veranlaſſung, die zur
Bekämpfung dieſer Krankheit erlaſſenen Vorſchriften wiederholt zur öffentlichen Kennt=
nis
zu bringen und darauf hinzuweiſen, daß Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vor=
ſchriften
nach § 65 Ziffer 2 und § 66 des Reichsviehſeuchengeſetzes beſtraft werden.
Darmſtadt, den 29. November 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Vorſchriften.
§ 1. Die Beſitzer von Geflügel ſind verpflichtet von dem Ausbruch der Geflügel=
cholera
unter ihren Geflügelbeſtänden und von unter denſelben vorkommenden Todes=
fällen
, welche den Verdacht der Geflügelcholera erregen, ſofort der Ortspolizeibehörde
Anzeige zu machen und in ſolchen Fällen ſchon vor amtlicher Feſtſtellung der Seuche
dafür Sorge zu tragen, daß ihr Geflügel von dem Betreten öffentlicher Wege und
Waſſerläufe, ſowie von der Berührung mit anderem Geflügel fern gehalten, und daß
verendetes oder getötes Geflügel durch Verbrennen oder nach Beſtreuen mit Aetzkalk
durch Vergraben in mindeſtens ½ Meter tiefen Gruben unſchädlich beſeitigt wird (vergl.
§ 309 des Polizeigeſetzes).
Die gleichen Pflichten liegen dem Vertreter des Beſitzers ob, ferner bezüglich des
auf dem Transport befindlichen Geflügels dem Begleiter desſelben und bezüglich des
im fremden Gewahrſam befindlichen Geflügels dem Beſitzer des betreffenden Gehöfts,
der Stallung oder ſonſtigen Behälters, ſowie den Hirten.
§ 2. Die Ortspolizeibehörde hat auf die Anzeige hin von den Kadavern ein oder
zwei Exemplare dem Kreisveterinäramte zur Feſtſtellung der Todesurſache in einem
dichten Behältnis unverzüglich einzuſenden. In beſonderen Fällen iſt die Ortspolizei=
behörde
berechtigt, den Kreisveterinärarzt zur örtlichen Feſtſtellung der Seuche zuzuziehen.
§ 3. Sobald der Kreisveterinärarzt auf dem im § 2 angegebenen Wege den
Ausbruch der Geflügelcholera feſtgeſtellt hat, iſt letzterer von der Ortspolizeibehörde
ſofort auf ortsübliche Weiſe und durch Bekanntmachung in dem für amtliche
Publikationen beſtimmten Blatte (Kreisblatt) zur öffentlichen Kenntnis zu bringen und
zur Verhütung und Verbreitung der Seuche folgendes anzuordnen:
1. Das Seuchengehöft iſt am Haupteingangstore oder an einer ſonſtigen
geeigneten Stelle in augenfälliger und haltbarer Weiſe mit einer Inſchrift
Geflügelcholera zu verſehen.
2. Die verendeten oder getöteten Tiere ſind mit allen ihren Teilen zu ver=
brennen
oder nach zuvoriger Beſtreuung mit Aetzkalk in mindeſtens ½ Meter
tiefen Gruben zu vergraben.
3. Die kranken Tiere ſind von den noch vollkommen geſund erſcheinenden
Tieren abzuſondern und in beſonderen Räumen unterzubringen.
4. Die kranken Tiere ſind unter Stallſperre, die noch geſunden unter Gehöftſperre
zu ſtellen, ſowie von dem Betreten öffentlicher Wege und Waſſerläufe, welche
das Seuchengehöft berühren, fern zu halten.
5. Während der Seuchendauer dürfen auf einem Seuchengehöft zum Zwecke der
Ausführung aus dem Gehöft Geflügelſtücke nur geſchiachtet werden, wenn
deren Geſundheitszuſtand bei der unmitelbar vor der Schlachtung durch den
beamteten Tierarzt vorzunehmenden Beſichtigung kein Anlaß zur Beanſtandung
gibt. Die Schlachtung und die Ausführung ſolcher Geflügelſtücke aus dem
Seuchengehöft iſt polizeilich zu überwachen.
§ 4. Iſt auf dem Seuchengehöft ſämtliches Geflügel gefallen oder getötet, oder
iſt nach dem letzten Erkrankungsfall eine Friſt von 8 Tagen verſtrichen, ſo iſt die Seuche
als erloſchen anzuſehen und von der Ortspolizeibehörde die Desinfektion des Seuchen=
gehöfts
anzuordnen.

Letztere erſtreckt ſich auf alle zur Unterbringung von Geflügel benutzten Räumlich=
keiten
und iſt in folgender Weiſe auszuführen:
1. Der Kot, die Futterreſte, der zuſammengekehrte Schmutz ſind aus den Räumen
zu entfernen und durch Verbrennen oder nach Beſtreuung mit Aetzkalk durch
Vergraben unſchädlich zu beſeitigen.
2. Der Boden, die Türen und Wände der Räume, ſowie die Sitzſtangen, Futter=
und Tränkgeſchirr ſind mit heißer Sodalauge (3 Kilogramm käufliche Waſchſoda
auf 100 Liter Waſſer) gründlich zu reinigen und mit Kalkmilch zu beſtreichen.
3. Haben die Stallungen keinen feſten Bodenbelag, ſo iſt die oberſte Erdſchicht
mindeſtens 10 Zentimeter tief auszuheben und nach Beſtreuung mit Aetzkalk
durch Vergraben unſchädlich zu beſeitigen.
Nach erfolgter Desinfektion, deren ordnungsmäßige Ausführung durch die
Ortspolizeibehörde zu überwachen iſt, hat letztere die angeordnete Sperr= und
Schutzmaßregeln wieder aufzuheben und das Erlöſchen der Seuche in gleicher
Weiſe, wie den Ausbruch derſelben zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.
§ 5. Den Geflügelhändlern iſt verboten, Privatgrundſtücke ohne vorherige
Genehmigung der Beſitzer mit ihrer Ware zu betreten.
§ 6. Kommen während des Transportes Todesfälle unter dem Geflügel vor, ſo
iſt den Händlern verboten, tote oder kranke Tiere an Wegen, Gräben liegen zu laſſen
oder auf die Düngerhaufen zu werfen. Verendetes oder getötetes Geflügel iſt entweder
am Beſtimmungsorte oder unterwegs durch Verbrennen oder nach Beſtreuung mit
Aetzkalk durch Vergraben in mindeſtens ½ Meter tiefen Gruben unſchädlich zu beſeitigen.
Laſſen die auf dem Transport vorgekommenen Todesfälle den Ausbruch der
Geflügelcholera befürchten, ſo hat der Händler der Ortspolizeibehörde am Beſtimmungs=
orte
hiervon unverzüglich Anzeige zu erſtatten und bis zur tierärztlichen Feſtſtellung
der Todesurſache den Verkauf von Geflügel während des Transportes zu unterlaſſen,
auch dafür Sorge zu tragen, daß eine Berührung der verdächtigen Tiere mit anderem
Geflügel wirkſam verhindert wird.
§ 7. Wird bei ſolchen Transporten die Geflügelcholera feſtgeſtellt, ſo hat die
Ortspolizeibehörde des Beſtimmungsortes den Weitertransport zu unterſagen, die
verdächtigen Tiere nach Analogie der Vorſchriften in den §§ 2, 3, 4 zu behandeln,
insbeſondere auch dafür Sorge zu tragen, daß die mit dem Geflügel in Berührung
gekommenen Teile des Fuhrwerks und der ſonſtigen Behältniſſe mit heißer Sodalauge
(3 Kilogramm käufliche Waſchſoda und 100 Liter Waſſer) gründlich abgewaſchen und
darauf mit Kalkmilch beſtrichen werden.
Der Weitertransport iſt erſt dann zu geſtatten, wenn eine Friſt von 8 Tagen nach
dem letzten Erkrankungsfalle verſtrichen iſt.
§ 8. Die Ortspolizeibehörde hat den Händlern auf Verlangen geeignete Plätze
zur Verſcharrung der Kadaver anzuweiſen, falls eine Gelegenheit zum Verbrennen
derſelben ſich nicht bietet und das Verbringen derſelben nach dem Waſenplatz oder in
eine Abdeckerei ungeeignet erſcheint.
§ 9. Das Treiben von Geflügel zu anderen als zu Weidezwecken, iſt verboten.
Die zum Transport von Geflügel dienenden Wagen, Käfigen, Körbe uſw. müſſen
ſo beſchaffen ſein, daß das Herabfallen von Kot und Streu verhindert iſt.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie an, ſich mit den vorſtehenden Vorſchriften eingehend bekannt zu
machen und dieſelben gegebenen Falls genau zu befolgen.
Darmſtadt, den 29. November 1910.
(23235ds
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

In Ober=Ramſtadt iſt in zwei Gehöften die Geflügelcholera feſtgeſtellt worden.
Stall= und Gehöftſperre wurde angeordnet.
(23175

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 3 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Wohnungs= und Arbeitsloſen-Zählung Darmſtadt 1910.
Mit der diesjährigen Volkszählung ſoll eine Wohnungszählung und eine
Arbeitsloſen=Zählung verbunden werden.
Wir richten an die Einwohnerſchaft das höfliche Erſuchen, die in den Zählkarten
geſtellten Fragen genau und beſtimmt beantworten zu wollen. Die Zählkarten werden
in den Wohnungen wieder abgeholt.
Es wird ausdrücklich zugeſichert, daß alle Angaben lediglich ſtatiſtiſch
verarbeitet werden und zu keinerlei Steuer= oder Abgabezwecken verwendet
werden dürfen.
Darmſtadt, den 30. November 1910.
(23202
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
J. V.: Müller.

Entleerung von Abortgruben.
Der geſamte Betrieb der ſtädtiſchen Abfuhranſtalt iſt mit Wirkung vom
1. Dezember 1910 ab dem Fuhrunternehmer Karl Bauer, Nieder=Ramſtädter
Straße 100, vertraglich übertragen worden.
Anträge auf Entleerung von Gruben und Geſuche um Ueberlaſſung von Fäkalien
ſind für die Folge direkt an den Unternehmer zu richten. Derſelbe iſt berechtigt, die
ſeither von der Stadt erhobenen Gebühren für eigene Rechnung zu erheben, und zwar:
a) für Abholen eines Faſſes (1500 I) gewaſſerte Jauche 10 Mk.
ungewäſſerte Jauche 1 Mk. 80 Pf.,
30 Pf.
b) für abgegebene Jauche für 1 hl . .
Darmſtadt, den 24. November 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
V.: Jäger.
23059imd)

Faſelochsverſteigerung.
Nächſten Dienstag, den 6. Dezember, vormittags 11¼ Uhr, läßt die Ge=
meinde
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Partie Zigarren.
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Ein gerichtlich gepfändeter Erbanſpruch.
d) ferner vorausſichtlich zwangsweiſe:
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ſchränke
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Freitag, den 2. Dezember 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale Zur Ludwigshalle (Obergaſſe) auf Antrag
desjenigen, den es angeht, gemäß § 373 H. G. B.
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ca. 100 Zentner Waſchſeife

öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung.
Darmſtadt, den 30. November 1910.

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Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

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Anfje Mörler.
Roman von K. v. d. Eider.
(Nachdruck verboten.)
2)
So errichtete Dreesohm noch auf ſeine alten Tage ein
Geſchäft, und auf dieſe Art kam Antje Möller über die
ſchlimmſte Zeit ihres Lebens hinweg und lernte das Leben
von einer ganz andern Seite anſehen.
Der kleine Junge gedieh. Er erhielt in der Taufe
den Namen Andrees nach ſeinem Ohm, Vormund und
Paten. Die übrigen Gevattern waren Krüſchan Nahwer
und Naſche. Dicke und ihr Schatz waren auch mit bei der
Taufe.
Andrees bekam eine Wiege, die von Dreesohm aus
einer Kiſte zurechtgezimmert worden war. Sie ging auf
und nieder, wenn man mit den Zehenſpitzen daran tippte.
Oft ſaß Antje neben der Wiege, ſtrickte an einem winzigen
Strumpf oder Jäckchen und ſang dazu mit ihrem feinen,
hohen Stimmchen. Das Wiegenlied der Mutter kam ihr
in den Sinn. Sie mußte es ſingen, ſie konnte nicht anders.
Schlaf, mein Kindchen, ſchlaf,
Dein Vater war ein Graf,
Deine Mutter war ein töricht Kind
Sie hielt inne. Wie mochte es weitergehen?
Das Kind wurde unruhig. Sie fing wieder an zu
ſingen, mechaniſch, ganz in Gedanken verſunken, in den
eigenen herrlichen Gedanken:

Schlafe, mein Kindchen, ein wenig,
Dein Vater war ein König.
Antje Möller war Dichterin und Komponiſtin zugleich
geworden. Sie war es unbewußt; was ſie vor ſich hin=
ſummte
, war eigentlich nur ein Erguß ihrer jubelvollen
Seele. Mit großen, wachen Augen ſah ſie das Kind an,
als verſtände es, was ſich in lieblichen Tönen von der
Mutter Lippen brach.
In dieſer Stunde fühlte Antje Möller, daß ſie glück=
lich
war. Mochte die Welt ſie ein ſchlechtes, leichtfertiges
Mädchen nennen, er war doch ihr König geweſen, und
kein Elend, kein Schmerz, kein Herzweh konnte die glück=
lichſten
Stunden ihres Lebens und des Gedenkens an ihn
in ihrer Erinnerung auslöſchen.
Als Andrees der Wiege entwachſen war, ſang ſie
ihr Verschen nicht mehr. Es könnte ſich in ſeiner Er=
innerung
feſtſetzen und ihn ſein Leben hindurch be=
gleiten
; das wollte ſie nicht.
Der Knabe wuchs heran. Antje koſtete die Mutter=
freuden
in reichem Maße; ja, manchmal ſtellten ſich
ſogar ſchon die Mutterſorgen ein.
Eines Tages erhielt Antje Beſuch. Sie war in der
Küche beim Waſchen, da trat Dreesohm mit geheimnis=
voller
Miene an ſie heran.
Antje, es iſt einer drinnen, der Dich ſprechen will;
er ſcheint was beſonderes auf dem Herzen zu haben.
Anties Knie fingen an zu zittern. Sie mußte ſich
einen Angenblick auf den Torfkaſten ſetzen. Wo kommt
er her?

Aus Bredwort zu Fuß; er iſt ordentlich müde.
Antjes Zähne klapperten hörbar aufeinander,
Iſt er groß?
Ja, wie ein Baum.
Sieht er aus wie ein König? wollte Antje
fragen, aber ſie beſann ſich. Mein Kleid, Dreesohm,
nein, das nicht, das rote, das allerbeſte.
Dreesohm brachte das rote Kleid. Mit bebenden
Händen kleidete Antje ſich an. Sie rieb ihr Geſicht
ab, das von Aufregung und Wärme ſchwitzte. Bin ich
ſo gut, Dreesohm?
Du ſiehſt aus, wie eine Gräfin, beteuerte der Alte.
Mit klopfendem Herzen trat Antje in die Stube, ihr
Köpfchen hatte ſich ſchon in fieberhafter Eile ein Bild
gemacht, eine Szene des Wiederſehens. Aber als ſie
über die Schwelle trat, blieb’ſie ſtehen. Ihre Auf=
regung
legte ſich wie ein zerknittertes Tuch unter der
glättenden Hand. Heie Rehm, Du?
Der junge Mann erhob ſich aus dem Rohrſtuhl,
in den Dreesohm ihn verpackt hatte.
Guten Tag, Antje, ich wollte mal ſehen, wie es
Dir geht.
Gut, Heie Rehm. Was machen ſie in Bredwort?
Heie ſtrich ſich mit ſeiner großen Arbeitshand das
fahlblonde Haar aus der Stirn.
Ja, ich bin nicht mehr auf dem Hofe; ich diene jetzt
bei Lehnsmann Hennigs. Trina iſt auch ſchon lange
weg; ſie hat einen Dienſt in der Nachbarſchaft. Soviel

[ ][  ][ ]

Nummer 282,

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

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ich gehört habe, ſoll die Frau man kümmerlich zuwege
ſein, und Rolf wird wohl nächſtens heiraten.
Ingeborg Jeſſen?
Ne, die iſt ſchon lange verheiratet mit dem Kringel=
krüger
; das iſt nun da eine luſtige Wirtſchaft geworden.
Und Iven?
Der iſt auf Heiſterneſt geblieben; er wird wohl da
ſterben.
Antje wandte ſich ab. Warte mal, Heie, ich will
Dir einen Grog machen. Setz’ Dich ins Sofa; der
Stuhl iſt zu zerbrechlich.
Antje machte einen Grog. Ruhig und freundlich
ſah ſie dabei aus, und doch weinte ihr Herz, weil Rolf
ſie vergeſſen hatte. Bis zu dieſer Stunde hatte ſie ge=
hofft
; das war jetzt vorbei. Und doch fiel ihr Blick, als
ſie den Kopf wandte, gerade in dieſem Augenblick auf
das Wort Hoffnung.
Heie Rehm rührte den Grog um und ſtieß mit dem
Teelöffel die Zuckerſtücke entzwei. Er ſann über das
nach, was er noch zu ſagen hatte. Nachdem er jetzt einen
Schluf getrunken hatte, wurde ſeine Kehle frei.
Antje, ſagte er, weißt Du was, ich hätte Dich bannig
gern zur Frau.
Antje erſchrak faſt; ſie rückte ihren Stuhl unwill=
kürlich
ein wenig weiter fort. Ach nein.
Ja, Antje. Das wird wohl Zeit, daß man ſich mal
ſein Neſt baut. Lehnsmann Hennigs will mich als

Arbeitsmann anſtellen. Ich kriege die kleine Kathe am
Deich, die hat zwei ſchöne Stuben, und dann iſt noch
ein Garten dabei und Grasland für zwei Schafe. Ich
kriege tagaus, tagein, Sommer und Winter meinen
Taglohn von fünfzehn Groſchen.
Nein, Heie, nein, das geht nicht.
Ein Schweinekoben iſt auch dabei.
Ich kann nicht. Antje ſtand auf und holte ihr Kind,
das nebenan nach ihr rief. Der Knabe ſollte ſie
ſchützen.
Sie nahm den hübſchen, blondlockigen Jungen auf
ihren Schoß und barg hinter des Kindes Rücken ihr
Geſicht.
Ich paſſe nicht zu Dir, Heie, ſei nicht böſe darum.
Warum ſollteſt Du nicht zu mir paſſen? Trina
meinte auch, Du würdeſt eine ganz paßliche Frau für
mich ſein.
Sie horchte auf. Haſt Du Trina um Rat gefragt?
Na ja, man muß ſich doch mal mit einer Menſchen=
ſeele
ausſprechen, und Trina iſt ein vernünftiges
Frauensmenſch. Die ſagte gleich, geh’ mal hin nach
Immſtedt und ſchnack mit Antje deutſch. Sie meinte,
Du würdeſt es wohl tun; wir könnten es ja ganz gut
haben.
Jetzt lächelte Antje ihr altes, liebes Lächeln. O
Heie, Heie, was ſeid Ihr beide doch für ein paar
närriſche Menſchen! Sieh mal. Heie, wenn Du Dir

(19447a

einen ſchönen Kuhſtall gebaut hätteſt, würdeſt Du dann
wohl gehen und Dir ein paar Kanarienvögel kaufen?
Ne, mein Deern, da wäre ich wohl ganz verrückt.
Siehſt Du! Nun hör mal, was ich Dir rate. Geh‟
zurück nach Bredwort und heirate Trina. Die hat Dich
gern, und Ihr paßt viel beſſer zuſammen als wir.
Heie Rehm machte ein ganz verblüfftes Geſicht.
Aber ſie hat mir doch ſelbſt den Rat gegeben, hierher
zu gehen.
Weil ſie ein ſo gutes Herz hat und uns beide gern
glücklich ſehen möchte; weil die gute, alte Deern an ſich
gar nicht denkt.
Heie Rehm ſah vor ſich hin. Eine treue Seele iſt
ſie, und arbeiten kann ſie auch. Der Mann, der ſie mal
kriegt, iſt nicht betrogen. Ich glaube aber nicht, daß ſie
ja ſagen wird.
Ich glaube es. Weißt Du was, Heie? Sprich noch
heute mit ihr, und wenn Ihr Euch einig ſeid, ſchickt mir
eine Karte. Das müßt Ihr, damit ich auch meine
Freude daran habe.
Jawohl, Du ſollſt Beſcheid kriegen, ſagte Heie
Rehm mit kräftigem Händedruck.
Drei Tage ſpäter erhielt Antje einen Brief, darin
ſtand in großen, unregelmäßigen Buchſtaben: Wir
haben uns verſprochen und um Mai iſt die Hochzeit
womit dich herzlich grüßen Trina Boje und Heie Rehm
und beſuch uns mal.
(Fortſetzung falgt.

[ ][  ][ ]

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Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Nummer 282.

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Joseph Rutz
(Strassburg)
Olaf Christensen
(Schweden)
Tom Bilkan
(England)

gegen Pietro
(Belgien)
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(Mannheim)
Jess Eggeberg
(Finnland)
Carl Müller
(Ludwigshafen)

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Seite 22.

Durmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Nummer 282.

Vermiſchtes.
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lernen, zu entbehren, was den Kindern weniger gold=
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fürſorgliche Zärtlichkeit der Eltern, die dem heranwachſen=
den
Kinde einen Schatz ſchönſter Jugenderinnerungen auf
den Lebensweg mitgibt. Es hat faſt den Anſchein, ſo führt
ein Mitarbeiter des American Magazine in einem län=
geren
Aufſatze aus, als ob der Dollar das Vatergefühl und
den Mutterſtolz mißleitet, denn immer mehr iſt mit dem
wachſenden Reichtum die ſtrenge Trennung von Eltern
und Kind im Lande der Millionäre Prinzip geworden.
Eine mißverſtandene Erziehung zur Selbſtändigkeit kann
dieſer Erſcheinung nicht zu Grunde liegen, denn die Kinder
erhalten in der Regel mehr Gouvernanten, Lehrer und
Erzieher, als ihnen gut tun kann, aber die ganze Form
der neuen geſellſchaftlichen Lebensführung in Amerika
macht die Trennung der Kinderſtube vom Heim der El=
tern
zur Regel. Beſonders die kleinen Töchter führen vom
zarteſten Kindesalter an ein vom Leben der Eltern völlig
getrenntes Daſein; ja die Eltern ſind ſtolz darauf, daß
ſie ihren Kindern eine eigene Wohnung anweiſen, mit eige=
nem
Eingang, eigener Dienerſchaft und eigenem Haushalt.
Die Kinder erhalten ihre Salons, ihre Eßzimmer, ihre
Bade= und Toilettenräume, ihre Turnſäle; aber all das
iſt nicht etwa in einer Zimmerflucht untergebracht, die mit
der Wohnung der Eltern zuſammenhängt, im Gegenteil,
man trennt dieſes Kinderpalais möglichſt vom Hauſe ab,
und die meiſten Millionärskinder ſehen ihre geſellſchaftlich
vielbeſchäftigten Eltern in der Woche nur ein oder zwei
Mal und auch dann nur auf kurze Zeit. In Wheatley, dem
Landſitze Edward D. Morgans, haben die Kinder ihre
eigenen Stallungen, ihre eigenen Reitknechte, ihre eigenen
Pferde; der Kinderflügel des Schloſſes hat ſeinen Ball=
raum
; ja die Trennung von Kind und Eltern geht ſogar
ſo weit, daß die Kleinen ſelbſt ihre eigene Kapelle zur
Sonntagsandacht haben. Die kleine Ava Willing Aſtor
verfügt über einen Etat von 160000 Mark, und die 12
Jahre alte Ethel Harriman fährt ſogar allein ins Bad,
hat in einem bekannten Kurort ihre eigene kleine Villa
und ihre eigene Bedienung. In der Familie Gould geht
dieſe Vertreibung der Kinder aus dem Familienleben ſo=
gar
ſo weit, daß die Kinder ihre eigenen Aerzte haben
und unter der Aufſicht eines beſtellten Erziehers einen
völlig ſelbſtändigen Haushalt führen. Welche ſchlimmen
Folgen dieſe Erziehungsmethoden auf den Charakter und
das Seelenleben der vereinſamten Kinder ausüben müſſen,
wird ſich erſt zeigen, wenn dieſe ohne elterliche Liebe und
Zärtlichkeit aufgewachſenen Menſchenkinder wirklich in
das Leben eintreten werden.

Literariſches.
Mit den beſtehenden Staatseinrichtungen die
reifere Jugend und das Volk bekannt zu machen und
ſie in dieſe in unterhaltender Weiſe unter Vermeid=
ung
alles Lehrhaften einzuführen, iſt der Zweck der
Einzelbändchen der von A. Wiegand, Lehrer am
herzoglichen Ernſt=Realgymnaſium in Altenburg,
S.=A., herausgegebenen, bei Stephan Geibel Verlag,
Altenburg, S.=A., erſcheinenden Sammlung Deutſche
Bürger=Bibliothek für Jugend und
Volk, Erzählungen aus dem Staats= und Wirt=
ſchaftsleben
des deutſchen Volkes, deren im vorigen
Jahre erſchienenen erſten Bände erfreulicherweiſe

einen ſolchen Anklang und Abnehmerkreis gefunden
haben, daß der Verlag auch in dieſem Jahre zwei
weitere Bändchen auf den Büchermarkt bringen
konnte. Von den beiden in dieſem Jahre neu erſchie=
nenen
, ſchön ausgeſtatteten Bänden (deren jeder ge=
heftet
1,50 Mk., in Bibliothekband gebunden 1,85 Mk.,
in Geſchenkband gebunden 2 Mk. koſtet) führt der be=
kannte
Kolonialſchriftſteller Dr. Chr. G. Barth in
Stuttgart in Band III unter dem Titel Im über=
ſeeiſchen
Deutſchland‟. Erzählungen aus
unſeren Schutzgebieten, die Leſer in ſinnig ausgewähl=
ten
, aus dem vollen Leben gegriffenen Darſtellungen in
die weite Welt des überſeeiſchen Deutſchlands hinaus.
In. Band IV behandelt unter dem Titel Ferien
im Poſthauſe der Kaiſerliche Oberpoſtinſpektor
W. Heß in Berlin in einer überaus feſſelnden Er=
zählung
mit der Sicherheit des Fachmanns das Ge=
biet
des Poſt= und Telegraphenweſens. Die Bücher
enthalten zahlreiche Abbildungen.
Unſere Jungs. Geſchichten aus der Stadt
Bremen. Von F. Gansberg und H. Eulder=
mann
. Herausgegeben vom Bremer Jugend=
ſchriftenausſchuß
. 2. Auflage. 1910. Gr. 8. Preis
1,50 Mk. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Ein
Buch von unſeren Jungs aber auch für unſere
Jungs und nicht minder für unſere Mädels un=
ſerer
Großſtädte und gewiß ein Buch, wie dieſe es
mögen‟. Denn es bringt Geſchichten wie ſie die
Jugend erlebt oder doch zu erleben wünſcht, Geſchich=
ten
aus dem Großſtadtleben, das gewiß genug des
Reizes für ſich hat, das mit ſeinen lärmenden und
verſchwiegenen Winkeln eine ganze Welt für die Ju=
gend
bedeutet, der Schauplatz ihrer Abenteuer, Erleb=
niſſe
, Beobachtungen und Träume iſt. Daß das Buch
in ſo kurzer Zeit zum zweiten Male ſeinen Weg an=
treten
kann, zeigt, in wie hohem Maße es in weiten
Kreiſen dieſe Aufgabe erfüllt.
Beim Herannahen des Weihnachtsfeſtes ſei auch
in dieſem Jahre auf die Veröffentlichungen der
Firma J. F. Schreiber in Eßlingen hingewie=
ſen
, die auf dem Gebiete der Kinderbuchliteratur ſeit
Jahrzehnten eine hervoragende Stelle einnehmen.
Nicht literariſche Dutzendware iſt es, was aus die=
ſem
Verlage hervorgeht, ſondern ſein Streben geht
dahin, für die Kinder nur das Beſte zu bieten. Heute
liegen uns Bilder= und Malbücher= Neu=
heiten
, ſowie Beſchäftigungsmittel vor.
Die Schöpfungen der bekannten Malerin und Dichte=
rin
Sybille von Olfers bedeuten immer ein Ereignis
für die Bilderbuchliteratur, und auch in ihrem dies=
jährigen
Buche Windchen (Preis 2,80 Mk.) hat ſie
wieder ein Prachtbuch geſchaffen. Kinderland
(Preis 1 Mk.) bringt Gedichte und Erzählungen von
Oskar Wiener mit ernſtem und heiterem Bilder=
ſchmuck
von den Künſtlern der Meggendorfer=Blätter.
In einem unzerreißbaren Leinwandbilderbuche
Wilde und zahme Tiere (Preis 0,80 Mk.) ge=
lingt
es dem Münchener Künſtler Leor Kainradl, auf
farbig ausgeführten Bildertafeln und =ſeiten wilde
Tiere, Haustiere, Geflügel, Fiſche uſw. dem Kinde
recht lebensvoll näher zu bringen. Luſtige
Streiche (Preis 1 Mk.) führen uns in Wort und
Bild Meggendorfer und Georg Bötticher vor. Ganz
beſondere Aufmerkſamkeit verdienen noch die von Th.
Göhl, Br. Schmidt und M. Brethfeld herausgegebenen
Schreiberſchen Beſchäftigungsmittel, die auf
dieſem Gebiete ihren beſonderen Rang behaupten:
Anleitung zum Formen in Ton und Plaſtilina. 3
Hefte à 0,80 Mk. Beſchäftigungsbogen für
Laubſäge, Schere und Glanzpapier. 6 Bogen
à 0,20 Mk. Ausſchneidearbeiten für Glanzpapier.
6 Hefte à 1 Mk., 1 Heft mit dem dazu gehörigen Bunt=
papier
0,70 Mk. Volks= und heimatkundliche Bau=
bogen
. 12 Bogen à 0,20 Mk., oder je 6 Bogen mit
Textheft in Mappe 1,60 Mk. Anleitung zum Vor=
zeichnen
für Eltern und Lehrer. 4 Hefte à 0,80 Mk.
Münchener Künſtler=Modellierbogen von
Joſ. Mauder. 4 Doppelbogen à 0,40 Mk. Volks= und
heimatkundliche Aufſtellbogen. 12 Bogen à 0,20 Mk.,

oder je 6 Bogen in Mappe mit Textheft 1,60 Mk. Willſt
du malen? von Müller=Gräfe. 3 Hefte à 0,25 Mk.

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Feinsteruss.

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Gewinnanszug
der
223. Böniglich Prenßiſchen Klaſſenlotterie.
6. Klaſſe. 18. Ziehungstag. 29. November 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 15000 Mk. 124478
4 Gewinne zu 5000 Mk. 48221 90328 203938 256561
51 Gewinne zu 3000 Mk. 775 7203 8620 8965
12307 15865 18487 20242 21706 23592 24978 53877
66116 67636 59537 62828 65170 67937 74612 84529
95348 101697 103941 119980 123451 128139 132843
1.36502 137171 164367 193030 194632 196225 197433
210210 224467 229487 231461. 231920 248773 265207
255906 261697 264461 269241 273332 290042 293383
296615 296897 301179
70 Gewinne zu 1000 Mk. 4854 5180 7962 9291.
18671. 20647 21281. 21578 33727 33760 47206 63103
65176 71938 86142 88567 91312 97599 102960 106451
112266 113402 119014 119613 121201. 123476 126713
131848 132914 135392 135856 159859 163794 165585
166692 166883 170483 176421 176611 181495 188259
188367 195502 198035 199496 201007 203290 206134.
207443 215664 218517 220166 225036 232699 238590
242558 243070 244581. 245267 248226 250817 256748
257666 258333 266944 270526 277272 288280 290143
303210
110 Gewinne zu 600 Mk. 3272 6098 8800 23244
27365 30584 33587 37979 38024 39415 42642 42858
43063 43425 45135 45618 56624 57860 58452 60960
62741 63636 6444766422 67868 70901 73194 73660
80141 84257 90022 94054 96704 97974 98208 106563
106605 106695 107203 107525 109361 110480 117257
117676 117790 117846 118719 119135 122514 122853
3.26960 126769 129808 180214 140106 142096 147889
148526 153440 154185 164639 186270 166324 166588
168528 171895 172704 173938 174308 178937 17997a
181525 185431 186613 190933 196195 196932 199160
200173 200898 202943 203299 207459 209348 212494
215947 229565 234609 236476 240869 241055 241940
245607 249803 251130 253713 255767 261171 270008
274724 276173 284776 286112 296385 296768 296880
299682 300593 302649 303291
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 67403 294555
3 Gewinne zu 10000 Mk. 124051 232368 246598
1. Gewinn zu 5000 Mk. 19813
43 Gewinne zu 3000 Mk. 4186 11359 13347 33907
43703 51079 62774 56663 61866 72815 74405 77771
95788 98015 105968 119956 132635 139782 146100
156837 158452 160207 160753 164821 166139 178010
186102 192513 210586 212075 226649 227061 236629
241988 242579 243856 244842 246679 247094 276927
27693a 288706 290023
57 Gewinne zu 1000 Mk. 7281 8187 15005 19390
29744 30699 43921 66547 74562 82971 83708 84215
85588 91880 92165 97362 102922 106034 107321.
109177 110522 116033 137816 151874 155717 156809
157977 170490 174677 182110 199546 200480 201526
210154 217428 224016 228475 229484 230161 233792
243461. 251051 263964 269639 272427 85253 277508
280002 280774. 280970 282471. 284793 264869 287453
291578 295487 236191
116 Gewinne zu 500 Mk. 663 2098 6143 7927
9988 11801 12372 13058 23279 24767 26372 36679
37668 38570 38905 39365 45643 46597 49043 49107
49811 51404 52189 52666 54836 56476 56635 6339a
68732 71011 82658 83117 65720 89594 96893 100391.
105122 105367 106245 112226 113090 113517 115353
118926 120104 120778 120905 122490 128550 132871
137114 137587 140320 140499 144069 147316 147871
150775 153553 155548 156646 157814 159542 160442
167508 167880 168338 172686 180286 183811 187733
188285 190739 192066 192655 193855 196578 196877
197560 198018 198732 199043 200484 205530 206896
208450 209538 212402 223160 224921 226359 232501
236084 23726s 240134 244239 249385 252063 252812
253414 259845 263188 265443 265643 266202 272007
275385 278489 280169 285354 288167 289910 290330
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N. r. (*29019id

[ ][  ][ ]

Nummer 282.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Seite 23.

auf sämtliche gar-
20 %

nierte u. ungarn. Dalrierl- G. Klliderlldte

Ib. Mek Nachf., W. Nagel, Darmstadt.

(23222.

Einladung

zu dem vom
Kath. Frauenbund und dem Polksverein für das kath. Deutſchland
veranſtalteten
Volksbildungs=Abend
am Z. Dezember 1910, abends 8 Uhr, im Concordiasaale, Darmstadt, Waldstr. 33.
Lichtbildervortrag:
Wie lernen wir Bilder verſtehen und genießen?
Vortragender: Herr Dipl.=Ingenieur Kauth, Frankfurt.
Numerierte Plätze 1. Mark, nichtnumerierte Plätze 30 Pfennig.
Vorverkauf: Büro des Verkehrsvereins, Kaufmann Meſſerſchmidt, Ludwigſtr. 18,
Reſtaurateur Brückner, Waldſtr. 33, Hausmeiſter im Geſellenverein, Friedrichſtr. 30.
In Verbindung mit dieſem Vortrag veranſtalten wir eine
reichhaltige Ausſtellung von guten Büchern und Bildern im
Billardzimmer des Kath.=Vereins, Waldſtr. 33:
(23167
Montag, den 5. Dez. u. Dienstag, den 6. Dez., nachm. von 37 Uhr,
Mittwoch, den 7. Dez., vorm. von 101 u. nachm. von 37 Uhr,
Donnerstag, den 8. Dez. vorm. von 101 Uhr.

Chriſtliche Gemeinſchaft Immannel
(E. 2.)
Rheinſtraße 2.
Freundliche Einladung
zu den Vorträgen des Evangeliſten der deutſchen Zeltmiſſion
Herrn W. Deller aus Barmen.
:: Vom 27. November bis 9. Dezember 1910 ::
Jeden nachmittag 4 Uhr (außer Samstag): Bibelſtunde.
Jeden abend 8½ Uhr, Sonntags 8¼ Uhr, Evangeliſation.
Eintritt frei für jedermann!
(22703a

Frauenverein der Petrusgemeinde
Freitag, den 2. Dezember, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus
Vortrag des Herrn Pfarrer Glock zu Nieder-Ramstadt über:
Krüppelfürsorge.

23193)

Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 20 Pfg.

Der Vorstand.

Was dünkt euch um Chriſtus?
Weß Sohn iſt er?
5. Vortrag (Was lehrt Jeſus über die Liebe und den Zorn Gottes)
in bibelgläubiſchem Sinne von Pfarrer Veller
(23208
am Donnerstag, den 1. Dezember
im Saale der Stadt Pfungſtadt, abends 8¼ Uhr.
Zutritt frei für Jedermann.

(früher Stengel)

Restauranf Schmllkz vis-ä-vis den Bahnhöfen.
Heute Donnerstag
abend ab 7 Uhr: Martinigansessen
Morgen Freitag früh von
8 Uhr ab den ganzen Tag: friſche Mainfiſche.

(*29278
Wo treffen wir uns am Samstag abend ?
Am Bahnhof in der Aſchaffenburger Bierhalle,
wo es gibt a Gänſeklein, Leberknödel mit Kraut und an Sauerbraten mit Kar=
D. O.
toffelknödel. Hierzu ladet ergebenſt ein

Bürger-Keiler
täglich Honzert.
Damen-Orchester Walzertraum‟
Kapellmeister Augustin.
(23210d
Stets freien Eintritt.

Straußfedern-

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Bismarckstrasse 55
Spezialhaus allerersten Ranges

23217a)

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bis zum besten u. elegantesten Genre.
Mehrere 1000 Stück stets am Lager.
Einzelverkauf zu Engrospreisen und nur gegen bar.

Literarischer Verein Harmstadt
Dienstag, 13. Dez. 1910, nachm. 3½ Uhr, im Vereinslokal
Orden
In
ing.
e
Dt
e
Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorſitzenden, 2. Rechnungsablage und Entlaſtung
des Rechners, 3. Neuwahl des Vorſtandes, 4. Beratung und Beſchlußfaſſung über
etwaige Anträge.
(23207).
Der Vorstand.

Brauerei Schul, Schlossgasse 25
Donnerstag, den 1. Dezember 1910

Metzelsuppe
S
Wozu höflichſt einladet
(
Karl Hubert, Metzger und Wirt.

Horddeutscher Lloyd-Bremen
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Bremen-Brasilien

Bremen-Hew-Vork, zweimal wöchentlich direkt
oder über Southampton-Cherhourg
Bremen-Baltimore ſ Bremen-Phiſadelphie

Kromen-Ganndn
Gonun-How-Vork Kromen-Sahen

Eremen-Halveston

Bremen-La-Plate
Reichspostdäampter-lnten
Eremon-Ost-Aslen
Bromen-Australlen

Nähere Auskunft erteilen Norddeutscher Llond Bremen oder dessen Agenturen, In
Darmstadt: Anton Fischer, Adler-Drogerie, Frankfurterstr. 12114. in Dieburg: Kari Reh.

Theater
und
Festlichkeiten
empfehle meine vorzüglichen
(18882a

verngläser.


S.Karp

Hoflieferant,
Ludwigstr. 20.

[ ][  ]

Seite 24.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Dezember 1910.

Nummer 282.

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